2— 4 1— 1 4 7 7 3 ‿ 7 A 4 1 4 14— 24 3 8 ℳ₰ A44 8 U 4 4 d * — — 1 1 8 T — — = — — — — Die Ah KAartoffeln. (Solanum tuberosum C. Bauh.) Deren Geſchichte, Charakteriſtik, Nützlichkeit, Schäd- lichkeit, Kultur, Krankheiten etc., mit ausführlichen Angaben ihrer induſtriellen Anwendung. Monographiſch bearbeitet nach Jaßnüger, Pfaff, Viborg, Putſche, Bertuch ꝛc. und eigenen Anſichten von Friedrich Grafen Berchtold, der Arzneikunde Doktor, und Mitgliede mehrer wiſſenſ äftlichen Vereine. BIBI.IO0Tn. D. K0NTOIéICIEWD ACADILMILF. DESLANDBMTES 2z0 NOEGDI! (Mit zwei Kupfertafeln. Herausgegeben von der k. k. patriotiſch⸗ökonomiſchen Geſellſchaft im Königt. —— Prag, 1842. Druck und Papier von Gottlieb Haaſe Söhne. ———— —QO/-ͦ——— e ☛‿—. ———. P ——— — Nem des niedern ſandtheile Erfaßtung ſen Sinn Manzeng diger und ſt, je wan dr Beſtan de daraus und Anwe duch des G in, Vorwort. Wenn die Monographie eines Vegetabil's— es ſei des niedern Kryptogams oder der hohen Palme— der Inbegriff des geſammten Wiſſens, mithin Alles deſſen ſein ſoll, was in Beziehung auf Phyſiographie, auf den phyſiſchen, chemiſchen und dynamiſchen Charakter der Be— ſtandtheile, wie auf deren Kräfte und Wirkungen; aus Erfahrungen hervorgegangen iſt, ſo unterliegt eine in die— ſem Sinne und Geiſte unternommene Bearbeitung einer Pflanzengruppe deſto mehr Schwierigkeiten, je unbeſtän— diger und veränderlicher die Pflanze in ihren Formen iſt, je wandelbarer die Beſchaffenheit und das Verhältniß der Beſtandtheile ihrer Grundmiſchung und hiermit auch die daraus hervorgehende Verſchiedenheit ihrer Wirkungen und Anwendung, ſich dem Beobachter darbieten. Noch deutlicher tritt dieß hervor, je tiefer und mannigfaltiger dieſelbe in das gemeine Leben und den Wohlſtand ganzer Völker ſowohl, durch Beſchäftigung des Landbaues, als auch des Gewerbfleißes eingreift; je verworrener, zweifel— hafter, ja ſelbſt widerſprechender die Angaben und Ur— theile darüber ſind. In dieſer Reihe organiſcher Gebilde + 1X 1.„ a—„endertiß! ſteht unbeſtreitbar die Kartoffelpflanze, deren ungemeine rinden e. e anellen und Wichtigkeit bereits in allen Welttheilen allgemein an— ſnelen 5 iſt 1 nouimenen erkannt iſt, oben an. gronmer Indern bern Groß iſt die Maſſe des von dieſer Pflanze bekannt —... der det ar gewordenen, immer mehr ſich anhäufenden und weit hin 1 — 1 e neiner ſu zerſtreuten Materials; welches mit beſonderer Rückſicht . Jur der induſtriellen Benutzung, ſorgſam zu ſammeln, zu prü⸗ 1,, ,ce tflanze bei⸗ fen, die bewährteſten Angaben, Erläuterungen und Schlüſſe ſunse —..,— ſchrift des Anderer, ſo wie eigene Folgerungen und Anſichten ſyſte— ſ eree e. fundenen matiſch zu ordnen und demnach eine ſo viel als möglich ſane geſchichtlich vervollſtändigte, den Forderungen unſerer Zeit, dden den Fortſchritten der Gewerbe, Künſte und Wiſſenſchaften Fääd) entſprechende Monographie der Kartoffel zuſammenzuſtellen, Ehanie ſich der Verfaſſer zur Aufgabe geſetzt. Putſche eine gün Um aber dem Leſer, dem umfaſſendes Wiſſen will— Füiſen, kommen iſt, über die Kenntniß und Beſchaffenheit der gbutrech verſchiedenen Gegenſtände, das unbedingt erforderliche, nuſß mühſame, oft fruchtloſe Nachſuchen zu überheben, war es üäxfn, ſ gleichſam eine Pflicht, an die Stelle der Unzulänglichkeit end ſo mancher Anſichten und bloßen Ahnen, genaue Angaben und ausführlichere Erläuterungen treten zu laſſen, wie ſie ſich heutiger Zeit aus vielartigen Verſuchen und Fort⸗ — 87, veränder, ſchritten der phyſiſchen und praktiſchen Erfahrungen ge— ſgt, di ſtaltet haben. z urit gut Die Ordnung, in der das vielartige Material hier randerlche abgehandelt wird, ſchien die ſchicklichſte, weil ein Haupt⸗. ſtich m V ngemeine nein an— bekannt weit hin Rückhſicht zu prü— Schluſſe ten ſyſte⸗ möglich erer Zeit, enſchaften zuſtellen, ſſen wil⸗ nheit der rderliche, „war es nglichkeit Angaben ſſen, wie und Fort— ungen ge— terial hier in Haupt erforderniß bei einem ſolchen Werke die Moͤglichkeit einer ſchnellen und bequemen libberſicht iſt, obwohl bei der an— genommenen Eintheilung eben ſo wenig, als bei jeder andern vermieden werden kann, daß nicht im Ganzen ein oder der andere Gegenſtand ſich wieder findet, der ſchon in einer früheren Abtheilung ausführlich vorkam. Zur Vollſtändigkeit der Geſchichte der Kartoffel— pflanze beizutragen, waren dem Verfaſſer die in der Zeit— ſchrift des vaterländiſchen Muſeums in Böhmen vorge— fundenen Arbeiten des Grafen Kaſpar Sternberg, beſonders in Hinſicht ihrer Verbreitung in Böhmen, ſehr behülflich geweſen. Eben ſo verdankt er die vortreffliche Charakteriſtik der ausgezeichneteſten Arten der Kartoffeln, Putſche's und Bertuch's Monographie, die überall eine günſtige Aufnahme fand. Auch war der Verfaſſer befliſſen, ſo gut es thunlich war, aus den neueſten und gehaltreichſten, naturwiſſenſchaftlichen, chemiſchen und öko⸗ nomiſch-techniſchen Werken, als den beſten Quellen zu ſchöpfen, ſie an gehörigen Orten einzuſchalten, das Feh⸗ lende zu ergänzen und das, was unrichtig ſchien, zu ver— beſſern. Hier muß derſelbe eingeſtehen, daß er aus den hierher gehörigen Vorarbeiten manche Stellen ſogar un— verändert ausgehoben hat, indem er kein Verdienſt darin ſucht, dasjenige mit andern Worten zu ſagen, was andere bereits gut geſagt haben; wodurch auch nicht ſelten die erforderliche Bürgſchaft für Meinung und Urtheile ge— ſchwächt und vernichtet wird. VI Daß der vorliegenden Monographie an andern Or— ten, dieſelbe befriedigende Anerkennung zu Theil werden möge, welche ſie von mehreren Seiten gefunden hat, und ſich allenthalben gemeinnützig, dem Leſer genügend be⸗ währe; iſt der ſehnlichſte Wunſch des Verfaſſers. Prag, am 5. Oktober 1841. (dee zaſln Beſcteu hara Geſcichi artun, As Fortſet toffeln ferner. peri Gruxpirung Arten der N 4 Unterſt l llterſe 1¹ lberſc der Ka ducch D nit geſbied 1à Aberſt und de Jatneiung dern Or⸗ lwerden hat, Und gend be— ers. Eintheilung und Uiberſicht des Inhalts. (Die Zahlen bedeuten die Seiten; bei welchen ſich ein Sternchen() befindet, zeigen den Zuſatz an.) Seite Beſchreibung der Kartoffeln im Allgemeinen und ihre Gattungs⸗ charakterr....*„eniee..4 Geſchichtliche Notizen. Vaterland, geographiſche Vereaſtims, Aus⸗ artung und Veredlung(Varietäten) der Kartoffeln. 3,*) 547 u. 48 Als Fortſetzung der geſchichtlichen Andeutungen ſiehe noch: der Kar⸗ toffeln Umformungen durch Kultur und Boden herbeigeführt; 427 ferner: Perioden des Erſcheinens und Herrſchens ihrer Krankheiten 487 Gruppirung der Kartoffeln nach verſchiedenen Htherberieinf 19 Arten der Kartoffeirn...*) 548 Erſter Abſchnitt. Analytiſch⸗chemiſche Unterſuchungen der Kartoffeln. A. Unterſuchung der Wurzelknollen zeitiger(reifer) Kartoffeln. §. 1. Uiberſicht der ſinnlichen Eigenſchaften zeitiger(reifer) Kartoffeln 41 §. 2. Uiberſicht jener weſentlichen Beſtandtheile der Grundmiſchung der Kartoffeln, welche: a) durch mechaniſche Zertheilung; b) durch Waſchen mit Waſſer; c) durch Kochen ihres Saftes; und d) mittelſt der Oeſtillation u. a. chemiſchen Operationen daraus geſchieden werden können.... 43 §. 3. Uiberſicht der wichtigſten chemiſchen Analyſen der Kartoffeln und deren geſammten nähern Beſtandtheile... 50 Nachweiſung der Verſchiedenheit der Grundmiſchung der Kartoffeln nach Beſchaffenheit... 4211.1 53 1) der Spielart(Varietat), der ſie angehören..11 54 2) des Alters......... 3) des Bodens............. 57 1 ——=r— VIII 4) der Witterung... 5) der Zeit- und Ortsverhältniſſe der Aufbewahrung. §. 4. Nähere Betrachtung jener weſentlichen Beſtandtheile der Grund— miſchung der Knollen, welche durch bloße mechaniſche Zerthei— lung, durch Waſchen mit Waſſer, und durch das Kochen des Saftes erhalten werden. 39*) §. 5. Nähere Betrachtung jener weſentlichen Beſtandtheile der Grundmiſchung der Knollen, welche mittelſt der Oeſtillation u. a. chemiſchen Operationen ausgeſchieden werden. §. 6 Zweifelhafte(problematiſche) nähere Beſtandtheile der Kar— toſfeln.„ B. Unterſuchung der Wurzelknollen unzeitiger(un⸗ reifer) Kartoffeln. §. 7. Unterſchiede der unzeitigen(unreifen) von den zeitigen(reifen) Kartoffeln, ſowohl ihrer ſinnlichen Eigenſchaften, wie der Grund— miſchug.—. C. Unterſuchung der gekeimten oder ausgewachſenen Kartoffeln. §. 8. Die gekeimten Kartoffeln haben einen kratzenden, vorzüglich im Gaumen bemerkbaren Nachgeſchmack D. Unterſuchung der den niedern Graden der Kälte, dem Erſtarren, Erfrieren und Aufthauen ausgeſetzt geweſenen Kartoffeln. §. 9. Werden Kartoffeln der Gefrierkälte ausgeſetzt, ſo ſind hier— bei zwei Grade zu unterſcheiden; der erſte Grad iſt, wenn ſie blos erſtarren, ohne getödtet zu ſein; der andere Grad, wenn ſie eine ſolche Kälte durchdringt, daß ſie des Lebens beraubt werden... Ae. Zuſtand der aufgethauten Kartoffeln E Unterſuchung der in Gährun gübergegangenen Kar⸗ toffeln. §. 10. Unterſuchung der in geiſtige(weinige) Gährung verſetzten Kartoffeln, und des hieraus hervorgegangenen Branntweins und Fuſelöles 431. t. II n..1231. §. 11. Unterſuchung der in ſaure(Eſſig⸗-) Gährung übergegangenen Karkoffeln..t... §. 12.„ der in faulige Zerſetzung(faule Gährung oder Fäulniß) übergegangenen Kartoffeln. F. Unterſuchung der einer höhern Temperatur ausge⸗ ſetzt geweſenen Kartoffeln. §. 13 Unterſuchung der gekochten Kartoffeln Sn §. 14. 2* der gebratenen, geröſteten und verkohlten Kar— toffeln §K. 15. der zu Aſche verbrannten Kartoffeln —44—— eeeeeeͤſͤſſſ 3. Seite 58 59 — 1 — —2 —‿½ ◻ — 86 89 91 96 —C— Antetſut „16. libertü und der 1 nterſ 1T Daraus er, ſpeiſen 11 Benu Nnußung d ſenſit IX 3n G. Unterſuchung des Ka rtoffelkrautes. ing. 3...—.... Seite Und 3§. 16. Uiberblick der ſinnlichen Eigenſchaften des Kartoffelkrautes, thei⸗ und der weſentlichen Beſtandtheile ſeiner Grundmiſchung 101 des§. 17. Unterſuchung des zu Aſche verbrannten Krautes..... 102 59) 54 der Zweiter Abſchnitt. Kn Benutzung der ganzen, unzerlegten Kartoffeln. .. 70 Kar⸗§. 18. Benutzung der Kartoffel⸗ Wurzelknollen überhaupt.... 103 77§. 19. A. Benutzung der unzeitigen(jungen) Kartoffeln insbe⸗ (un⸗ ſondere... e. e- 6, eIls d. 112,*) 549 §. 20. B.„ der zeitigen(reifen, oder ſo genannten alten) en Kartoffeln: in diätetiſcher Beziehung.. 117 und⸗ Mannigfaltige Zubereitungen der Kartoffeln. 79 1. Das Braten der rohen, ſaftigen(friſchen) Kartoffeln; da— bei zu beobachtendes Verfahren; der gebratenen Kar⸗ nen toffeln Beſchaffenheit und Benutzung....... 118 II. Das Röſten(Brennen) der rohen, ſaftigen(friſchen Kar— glich toffeln; dabei zu beobachtendes Verfahren; der geröſteten .. 8 Kartoffeln Beſchaffenheit und Benutzung...... 119 lte, III. Das Kochen der rohen, ſaftigen(friſchen) Kartoffeln im ett Waſſer oder Dampf; dabei zu beobachtendes Verfahren; der gekochten Kartoffeln Beſchaffenheit und Benutzung 120,*) 549 IV. Das Dörren der rohen, ſaftigen(friſchen) Kartoffeln; ner⸗ dabei zu beobachtendes Verfahren; der gedörrten Kar⸗ ſie toffeln Beſchaffenyeit und Benutzung....... 132 enn v. Das Dörren der vorher im Waſſer oder Dampf gar ge— nubt kochten Kartoffeln; dabei zu beobachtendes Verfahren; 85 der gedörrten Kartoffeln Beſchaffenheit und Benutzung. 141 89 Daraus erzeugte, zur langen Aufbewahrung geeignete rohe Mehl— ar⸗ ſpeiſen............. aBatn...en en 144 Kartoffelgries oder Grütze.......... 146 4, Kartoſfelreißsß.... 148 den Kartoffefnudeln......... ins Kartoffelſago„.... 7 1 Kartoffelmehl......... 149,*) 549 ürn VI. Benutzung der Kartoffeln zu Brod... 151,*) 552, 54 1 14 Benutzung der zeitigen(reifen) Kartoffeln: in techniſcher und der ſonſtiger Beziehung........ 166 5 zur Verſtärkung der Hefe......ne Itsn ⸗— ge⸗ als Hefe...... 1e 1te den.— bei der Pappendeckel⸗Fabrikation— 98 als Surrogat der Seife zum Waſchen und Bleichen.— 7 als Paſta(Teig)..... e... 169 1 100 zur Seifenbereitung(eigentlich Verfälſchung).— als Surrogat des Weizenkleiſters........ 170 101 —.————————. X Seite als Schlichte... 170 zum Anreiben der Anſtrichfarben An. e n zur Verzinnung des Eiſenblechee.. 17y71 als ein Mittel, gefüllte Blumen zu ziehen....— ——— Baäume zu zieheen... gegen Erdflö0he.—..— als in Mittel die Anſetzung des Waſſerſteins(Pfannen⸗ vL oder Keſſelſteins) zu hindenr..— als Farbeſtoff...........33 u. 172 1. Umw §. 21. Benutzung der rohen ganzen Kartoffeln zur Bereitung der Stärke oder des Kraftmehls(Amylum).... 172,*) 555 §. 22. C. Benutzung der keimenden oder ausgewachſenen Kar—„ nfen..........8193 §. 23. D. Behandlung und Benutzung der gefrornen und aufge— thauten Kautoffeln.......194 Behandlung der gefrornen und wieder aufgethauten, oder ſchon in 1 die faule Gährung übergegangenen Kartoffern, 1099 Benutzung der gefrornen Kartoffenn.201, 9 555 Dritter Abſchnitt. 4 Benutzung der wichtigſten einzelnen Beſtandtheile zerlegter Kartoffeln. §. 24. Benutzung des reinen holzigen und ſtärkmehlhaltigen Faſer— z ſtoſtes..... e, 12 13. g ir eaen derte„⸗ 207 a) reiner holziger Faſerſtofff,— b) ſtärkmehlhaltiger Faſerſtoff. 209 §. 25. Benutzung des Eiweißſtoffes... 212 §. 26.„ des ſchleimigen Zuckerſtoffes IrIe ee... 213 1'I G. 27.„ des ſeröſen(molkenartigen) Zuckerſtoffes 214 §. 28.„ des aus den Kartoffeln dargeſtellten Stärke—) mehls: I. Benutzung zum diätetiſchen Gebrauche. 215,*) 555 Verfälſchungen von Nahrungsmitteln mit Kartoffelſtärke, wie: 1) des indiſchen Sago's.. 220 des Arrow⸗Noot s..... w—- der Chökolade.. 221 der aundern Mehlſorten..... 222 II. Benutzung des Kartoffelſtärkmehls zum techniſchen Gebrauche: Gahn a) Im unveränderten Zuſtande.......... 226 Ata um Farben mehr Körper zu geben... 227 als Träger verſchiedener Waſchfarben..— 4 Er bei allem Handdrucken...— 11, B zum Steifen und Stärken der Wäſche..228 ſ n 17 als neuer Appret für 3 Zeuge und zum Bügeln....— ern als Weberſchlichte..... 229, ³) 556. Seite .. 170 .. 171 199 Seite als Buchbinderkleiſter.. 229 als Haarpuder... E mn. 231 um Lichter aus Talg und Wachs zu erzeugen(Keuinbar⸗ keit ſolcher Wachsverfälſchungen)....— zur Papierfabrikation............ 232 zur ſympatetiſchen Tinte........ 233 b) Eigenthümliche Umwandlungen des Stärkemehls und Be⸗ nutzung der daraus hervorgegangenen Erzeugniſſe...— Umwandlung der Stärke in eine dem arabiſchen Gummi ähnliche A) b) d) Subſtanz(Leiocom); deren Beſchaffenheit und Benutzung.. 5. 233,*) 55 3 der Stärke in M alzſtärke⸗ Zucker von Syrups⸗ form(auch Dextrinſyrup genannt); durch Ein⸗ wirkung der Diaſtaſe des Malzes; deſſen Be⸗ ſchaffenheit und Benutzung.... 238,*) 551 u. 59 „ der Stärke in feſten Malzſtärke-Zucker(auch Dex⸗ trinzucker genannt); durch Einwirkung der Dia— ſtaſe des Waitze deſſen Beſchaffenheit und Be— nutzung... 250 „ der Stärke in ein Gummi⸗ Surrogat(auch Dex⸗ tringummi genannt); durch Einwirkung der Dia— ſtaſe des Malzes; deſſen Leeſig und Be⸗ nutzung.. 251 „ der Stärke durch Einwirkung von Säuern, na⸗ mentlich Schwefelſäure; oder einer Verbindung der Schwefelſäure mit der Diaſtaſe des Malzes; oder mittelſt Salpeterſäure; deren zihaſſendei und Benutzung... 253 Umwandlung der Stärke mittelſt Schwefelſänre in Stäͤrke⸗ zucker von flüſſiger und trockner Form 253,*) 560 „ der Stärke mittelſt vereinter Einwirkung der Schwefelſäure und der Diaſtaſe des Malzes, in Stärkeſyprupn...*... 264 „ der Stärke mittelſt Salpeterſäure in ein Gummi⸗Surrogat.. 268,*) 561 „ der Stärke mittelſt Salpeterſäure in KFyloidin 269 Vierter Abſchnitt. Gährungs⸗ und Deſtillations⸗Produkte der Kartoffeln und deren Benutzung. A. Erzeugniſſe der Weingährung... 270 §. 29. Bereitung und Beſchaffenheit des Biers aus Karioſfein 270 §. 30. Bereitung und Beſchaffenheit des Branntwe ins aus Kartoffeln....... 273,*) 551, 62 u. 63 Branntwein zu entfuſen... 286 XII Beſchaffenheit des Branntweineſſigs.. Benutzung„„„ §. 35. Hefe und Sauerteig aus Kartoffeln darzſtellen Mittel gegen die Säure im Branntwein. Angebrannten Branntwein wieder gut zu machen Branntwein von modrigem Diic aus verdorbenem Getreide zu reinigen. Gewöhnlichen Branntwein dem F— zanzbranntwein aͤhn⸗ lich zu machen.. 491: §. 31. Nebenerzeugniſſe der Weingährung und Deſtillation der Karköſfeln.......... Fuſelol. Blauſäure Paraffin Säure.. Andeutungen zur Ermittlung und N achweiſung des Fuſelöles, des Solanins, der Blauſäure, des Metallgehaltes u. a. Beimen gungen im Kartoffelbranntwein 293, Benutzung des Kartoffelbranntweins.... 2098, §. 32. Rückſtand der Deſtillation des Kartoffelbranntweins! Schlämpe) §. 33. Bereitung des Weins aus Kartoffeln und dem Stärkezucker B. Erzeugniſſe der Erſiggahrung §. 34. Bereitung des Eſſigs aus Kartoffnal. 301, aus gefrornen Kartoffeln.. eIA » dem Stärkewaſſer der Kartoffeln » dem Sauerwaſſer der Stärkefabriken » dem Malzſtärke⸗Syrup und trockenen Stärkezucker. „Branntwein... „ Verſchiedenes Verfahren dabei mit Angabe der Schnell⸗Eſſigfabrikation und den ältern, langſamen Methoden 2 Vranntweinluttery. „» Branntweinſpülictht 3..... Fünfter Abſchnitt. §. 36. Benutzung des Krautes, der Blüthen und Früchte der Kar— foffelpflanze. 316, Sechſter Abſchnitt. Benutzung der Kartoffelknollen, der Kartoffelſtärkefaſern, der Kartoffelbranntweinſchlämpe, des Kartoffelkrautes und der Samenäpfel, als Naßrungsmitel für Thiere. §. 37. Benutzung der Wu rzelknollen als Nahrungsmittel für verſchiedene Thiergattungen Verfahrungsarten der Verfütterung: A. im rohen Zuſtande 289 290 291 292 *) 563 *) 563 299 300 300 *) 565 2 302 303 ) 566 AAe §. 40, 3,) 503 3,*) 563 pe) 209 ker 300 300 1, ⁵ 565 302 B. im gekochten Zuſtande C. im getrockneten». D. durch Gährung in ſich ſelbſt gedämpft E. durch Auspreſſen und Trocknen F. geſtampft mit Salz und Waſſer Stärkefabriken als Futtermittel Die Fütterung der verſchiedenen Thiergattungen 329 XIII Seite 320 321 *) 567 326 329 *) 567 u. 68 Benutzung der Kartoffelſtärkefaſern und übrigen Abfälle der 343 „ des Kartoffelbranntweinſpülichts als Futtermittel 346,*) 569 Achter Abſchnitt. „Die Ernährung der verſchiedenen Thiere ſelbſt betreffend .Benutzung des Kartoffelkrautes als Futtermittel. „ der Samenbeeren„„ * der keimenden oder ausgewadfenen Kartoffeln als Futtermittel—. „ der gefrornen und a ufgeth auten Kartoffein als Futtermittel Siebenter Abſchnitt. Arzneiliche Benutzung der Kartoffeln. 1. Anwendung der Wurzelknollen 2.„ der geröſteten Knollen..— 3.„ des Stärkmehls.. 4„ der aus der Stärke ertengten Gummiſtoffe und des Stärkezuckers. 5.„ der Kartoffelmaiſche.... 6.„ des Kartoffelbranntweins 7.„ des Kartoffelbranntweinſpülichts 8.„ des Krautes und der Blüthen—. 9.„ des Kartoffelkraut-Extraktes.. Schädlichkeit der Kartoffeln als Nahrungsmittel für Menſchen und Thiere, und Beeinträchtigung des Getreidebaues durch S 49. ihren zu großen Anbau. A. Schädlichkeit des Genuſſes für Menſchen. .Einleitende Bemerkungen... Kartoffelnn. ·* .* . . 4.„ Saliöten des Genuſſes ausgebildeter(ſogenannter reifer) junger unausgewachſener(unreifer) 2„ Kartoffeen.. „„ grünender und keimender Kartoffeln „„ gefrorner Kartoffeln. „» der Ausdünſtung gefrorner Kartoffeln .* 349 352 360 361 ———— —— u— —õõ———rrr— Seite §. 53. Schädlichkeit des Kartoffelſtärkmehls und des daraus mittelſt der Schwefelſäure bereiteten Stärkezuckers.... 395 §. 54.» des Kartoffelbranntweins als bloßen Genußmittels. 396 B. Schädlichkeit der Kartoffeln als Nahrungsmittel für Thiere. §. 55. Einleitende Bemerkungen d... §. 56. Schädlichkeit des Genuſſes ausgebildeter(reifer) Kartoffeln. 407 7.„„ grünender und keimender Kartoffeln 410 8.„„ gefrorner, dann durch Gährung und Fäulniß zerſetzter Kartoffeln.. 411 §. 59.„» der Kartoffelſtärkefaſern der Stärke— fabriken. 412 60.„„ der Kartoffelbranntweinſchlämpe. 413 .61.„„ des Kartoffelkrautes... 4421 .62. C. Schädlichkeit des vermehrten Kartoffelbaues für den Getreidebau. 5 5 S Neunter Abſchnitt. Kultur, Fortpflanzung und Ertrag der Kartoffeln. §. 63. Geſchichtliche Notizen über die Umformungen der Kartoffeln durch Kultur und Boden.. §. 64. Kultur und Fortpflanzungsarten der Kartoffeln..— a) Boden und Klima...... 430,) 57 b) Düngung. 432 c) Platz im Feldbau und Fruchtfolge. 439,*) 570 d) Zurichtung des Bodens... ö741 e) Zeit zur Pflanzung und Vorbereitung zur Saat... 443 f) Fortpflanzungsmethoden. 1. Fortpflanzung durch Wurzelknollen.. 446,*) 570 2.„» ausgeſtochene Augen..... 456 3.„ 2 Keime. 4.„» Ableger(Setzlinge)... 457 5.„» Stecklinge(Stupfer). 458 6.„» Umlegen der Stengel... 459 7.„» Samenbeeren(Aepfel).. 461 s) Behandlung während der Vegetationsperiode... 469 h) Abpflücken der Kartoffelblüthen... 2475 i) Abſchneiden des Kartoffelkrautes.. 1776 k) Ernte der Kartoffeln.... 479 D Ertrag der Kartoffeln und beſondere Methoden, eine doppelte Ernte zu gewinnenr.... 482 §.E5. E § 65, S J Vetra II. Nähe 9. 67. 1 §,65.A. ber 4 Aufb lich 1. Aufb II Aufb Seite ttelſt 3095 els. 396 ttel für .. 404 ‚eln. 407 dpffeln 410 und .. All irke⸗ .. 417 de. 413 . 421 ues . 422 1. feln . 497 0,*) 570 . 432 99,*) 570 441 443 6,*) 570 456 457 458 459 461 . 469 . 475 476 . 479 ne 482 Zehnter Abſchnitt. Krankheiten und Siechthum der Kartoffeln. §. 65. Geſchichtliche Notizen..... 7 66. Formen der Krankheiten und manmigfaltiges Siechthum. I. Betrachtung der Kartoffelkrankheiten im Allgemeinen. II. Nähere Beſchaffenheit der Krankheiten der Kartoffelpflanze: A. der Wurzelknollen... B. des K rautes §. 67. Uibergangsformen zu den Krankheiten §. 68. Aufbewahrung der Kartoffeln und des Eilfter Abſchnitt. hereiteten Mehles....... . Aufbewahrung der Kartoffeln im rohen(natür⸗ lichen) Zuſtande. I. Aufbewahrung der Kartoffeln für den Winter. 1. Aufbewahrung durch Bedeckungen... 2. S⸗ 8. II. Aufbewahrung durch Beſchränkung und aeiha 2 durch gefüllte Waſſergefäße auf dem Felde in Erdgruben. in Kellern.. in Mieften..... in trockenen Kammern dc.. * in Käſten, Tonnen, Gefäßen tung der Keimkraft III. Aufbewahrung in feuchten, und Behandlung jener Knollen, Zeit B. Aufbewahrungsarten der rohen und gekochten Kar⸗ a) durch b) durch c) durch Behandlung mit Ammoniakflüſſigkeit d) durch Ausſchneiden der Augen. Eintauchen in ſiedendem Waſſer tiefes Legen in die Erde im Waſſer gelegen..... IV. Aufbewahrung gefrorner und eufrPfmer Harkeffeln 526 die ſchon danedticen Räumen, XV Seite . 493 daraus . 524 eine toffeln, im getrockneten Zuſtande.. 526 1. Einfaches Trocknen der rohen Kartoffeln. 528 2. Trocknen der rohen Kartoffeln in ganzen Stücken, nach vorherigem Uibergießen mit ſiedendem Waſſer 531 3. Trocknen der rohen zerriebenen und ausgepreßten Kar⸗ toffeln 7. 532 4. Trocknen der rohen zerſchnittenen, mit Waſſer ansge⸗ waſchenen, dann ausgepreßten Kartoffeln 2. 535 5. Trocknen der gekochten Kartoffeln. 537 — ͤͤͤͤͤͤͤſͤꝛ!⁷]“]n]d“—.———ix ———————— XVI Seite z. Trocknen der Kartoffeln nach vorherigem Gefrieren.. 538 7. Trocknen der Kartoffeln nach vorherigem Ausziehen mit Aſchenlauge..........540,*) 550 C. Aufbewahrung des Kartoffelſtärkemehls...571 V Aufbewahrung des Kartoffelmehls(wie des Mehls geſchrei überhaupt.)..... w. 541,*) 572 1 Zwölfter Abſchnitt. §. 60. Literatur der Kartoffelpflanze...... 55642 Buſäßze.......... 547 Verbeſſerungen. Dal und zur 6 Bauhin;e (Solanum de =208G— utsn. Fuß und bald ſchwa dem Umfa meiſtens a dann und! iſſig und u hald dunkel feedert, auf randig, etw hld matt, dunkele, bal fumien Afte unangenehme Nns Nus del etwas gſtigen ürgfen biſt trreichen. A 88 13 bis 4¹, Seite .. 538 n mit 640,*) 550 571 Nehls 2.. 35 v Beſchreibung der Kartoffeln im Allgemeinen und ihre Gattungscharaktere. . 542 · 5 Der Erſte, welcher die Kartoffeln beſchrieb, botaniſch beſtimmte und zur Gattung der Nachtſchatten zählte, war Caſpar Bauhinz er nannte ſie den eßbaren, knolligen Nachtſchatten (Solanum tuberosum esculentum). Die Pflanze treibt bald mehr bald weniger— zuweilen 12 bis 16— Stengel, welche bei einigen Arten eine Höhe von 6 Fuß und darüber erreichen. Die Dicke deſſelben iſt verſchieden bald ſchwach und ruthenartig, wie eine dicke Federſpule, bald von dem Umfange des ſtärkſten Mannsfingers, zuweilen walzenrund, meiſtens aber drei- und viereckigt, knotig, geflügelt, oft aufrecht, dann und wann aber auch niederliegend, zähe, theils einfach, theils aͤſtig und ungetheilt, am meiſten haarig, doch auch zuweilen glatt; bald dunkel⸗, bald hellgrün, nicht ſelten dunkelroth oder in's Blaue ſpielend, punktirt und röthlich. Die Blätter ſind unterbrochen gefiedert, der gemeinſchaftliche Blattſtiel halb- oder walzenrund, mit feinen Härchen beſetzt, ge⸗ fiedert, aufſteigend. Die einzelnen Blättchen ſind oval, ganz⸗ randig, etwas runzelig, am Rande wellenförmig, bald glänzend, bald matt, auf beiden Seiten mit feinen Härchen beſetzt, bald dunkel⸗, bald hellgrün, die obern größer, mit mond- oder ſichel⸗ förmigen Afterblättern verſehen. Sie haben einen durchdringenden unangenehmen Geruch. Aus den Winkeln der Blätter treiben die gemeinſchaftlichen, etwas äſtigen Blumenſtiele hervor, welche ebenfalls mit feinen Häͤrchen beſetzt ſind, und oft eine Länge von 6 Zoll und darüber erreichen. Auf denſelben ſitzen die Blüthen an Stielchen, zuweilen zu 3 bis 4, zuweilen aber auch zu 12 bis 15. Der Kelch iſt fünfſpaltig und behaart. Die Blume beſteht aus einem Blatte, welches vermög ſeiner fünf Einſchnitte einen Stern bildet und gefaltet iſt. Die Farbe iſt verſchieden, bald milchweiß, bald hell- oder himmelblau 1 —,,—— — E— 2——— 2 die An. bald dunkelblau, bald aſchfarbig, bald roſenfarbig, bald pfirſich— iu blüthähnlich, in weiße Spitzen ſich endend, gegen den Mittelpunkt e aß glänzend. k 9 In der Mitte der Blumenkrone befinden ſich fünf Staub⸗ ij ns fäden mit gelben, länglichen, gegen einander geneigten, faſt ver— Kuenäm wachſenen Staubbeuteln(Antheren), welche an der Spitze zwei Farne Oeffnungen haben; der Griffel trägt eine ſtumpfe Narbe. Dem⸗ de nach gehört die Pflanze in die erſte Ordnung der erſten Klaſſe 1 vißß des Linné'ſchen Pflanzenſyſtems. 4 di Nach der Blüthe bilden ſich grüne, vielſamige, rundliche, inr em zweifächerige Beeren, welche bei der Reife eine weißliche oder geht m ſchmutzig gelbe Farbe annehmen. Ihre Größe iſt verſchieden; bald ſind ſie nicht größer als eine Haſelnuß, bald ſo groß als eine Miſpel. Inwendig ſind ſie mit einem fleiſchigten Weſen, welches ſich bei der Reife in einen ſchleimigten Saft verwandelt, angefüllt, in welchem in eigenen Behältern die nierenförmigen, breitgedrückten iniger geit v hertuch's T terden kaun 1 nwolen, we⸗ Samenkörner— oft 100 und mehr— liegen. Sie haben dnun . R nc dem Au eine gelbliche Farbe und ölichte Beſchaffenheit. 1 1 ., 7 bs 12 Die Wurzeln beſtehen aus zähen, zuweilen auch kraut⸗ wn artigen Faſern, welche oft eine Länge von zwei Fuß erreichen,“ De aus die bei einigen Arten nur flach unter der Oberfläche des Bodens fortlaufen, bei andern hingegen tiefer eindringen und mehr unter ſich greifen. Zwiſchen denſelben erzeugen ſich— an eigenen Schnüren i warmen A brmen, da Knoten haben doden ſorgf hängend— eine Menge— oft 60 bis 130 Stück— theils läng⸗ ſt au eine liche, theils rundliche Knollen von mancherlei Form, nicht zur Ernährung der Pflanze, ſondern zu ihrer Fortpflanzung beſtimmt, da ſie nur für eine Sammlung von Knoſpen angeſehen werden müſſen. Die Größe dieſer Knollen iſt verſchieden, bald wie eine Erbſe, bald wie eine Fauſt, bald wie ein Kinderkopf, je nachdem Vrerand, Klima, Witterung, Boden und Standort ihr Wachsthum begün⸗ L ſtigen oder hemmen; zuweilen erlangen ſie eine Schwere von etlichen Pfunden. Aeußerlich zeigen ſie mehr oder weniger Grüb— chen oder vertiefte Augen, die ſich bei einigen Arten nahe an da einander drängen, ſo daß die länglichen beinahe die Geſtalt der dr Nyth Tannzapfen haben. Bei einigen Sorten ſind die Augen nur ſpar—— ſam und kaum merkbar. Sie ſind alle mit einer dünnen Haut) die Fa bedeckt, welche bald gelb, bald roth, blau oder ſchwarz, bald mar— ſe elh morirt iſt. Ant de auch her bald pfirſic en Mittelpunkt fünf Staul⸗ zten, faſt ver Spitze zwei Narbe. Den⸗ erſten Klaſſe ge, rundliche, weißliche oder ſchieden; bad groß als eine Veſen, welches delt, angefült breitgedrückten n. Sie haben auch krau⸗ Fuß erreiten — theils lang⸗ erm, nicht zu zung beſtinmt eſehen werder bald wie eine f, je nachden ssthum begüt⸗ Schwere dor eeniger Gril⸗ Arten nabe un ie Geſtalt der igen nur ſpa⸗ dünnen Hal arz, bald mar⸗ 6 3 Die Kno etwas erhöhter me iſt verſchieden, bei einigen S lich, und noch bei roth. Sobald ſie die Länge eines Zolles erreicht haben, pen oder Augen brechen gegen den Fruͤhling bei emperatur als K dſPp Te eime hervor. Die Farbe dieſer Kei⸗ Sorten ganz weiß, bei andern bläu— andern, wo ſie am Knollen feſtſitzen, carmoiſin— treiben ſie unten ringsherum an der Baſis kleine Fädchen, welche ſich über den Mutterknollen ſtrahlenformig verbreiten, und zu Würzelchen werden, um der Pflanze ſie zu befeſtigen, andere bloß zu Auslauf Knollen bilden, welche durch ſie— wie T ere durch die ſ wovon die meiſten da enag zuzuführen und nſich entwickeln, die Nabel⸗ chnur— ernährt werden. Bricht man dieſe Keime, welche in einem lockern Boden ver— pflanzt werden können, ab, ſo treiben an allen den Stellen nach einiger Zeit wieder neue Keime hervor, was nach Putſche's und Bertuch's Verſuchen und Beobachtungen bis fünf Mal wiederholt werden kann; welches Verfahren ſie von einem einzigen Knollen, welcher acht Augen hatte, 40 Keime erhielten, welche nach dem Auspflanzen 40 Pflanzen gaben, wovon jede im Herbſte 5, 7 bis 12 Knollen lieferte, worunter viele 6, bis 9 Loth wogen. Die ausgetriebenen Keime in warmen Aufbewahrungsorten) die Länge von einigen Fuß, und können, da ſie oder in gewiſſen Entfernungen Knoten haben, zertheilt werden, wo dann jedes Stück, wenn der Boden ſorgfäaͤltig zubereitet worden und die Witterung günſtig iſt, zu einer Pflanze wird. durch erreichen bisweilen(beſonders gegliedert ſind Geſchichtliche Notizen. ographiſche Verbreitung, Ausartung und der Kartoffeln). Vaterland, ge 2 Veredlung(Varietäten) Der Anbau der Cerealien und Hülſenfrüchte verliert ſich in der Mythe der Egyptier und Griechen, wie der des Mais unter *) Die Kartoffel hat im Deutſchen eine Menge Provinzialnamen, welche ſie ſelbſt mit Pflanzen fremder Gattungen, insbeſondere mit einer Art der Sonnenblumen, dem Erdapfel(Helianthus tuberosus), theilt; auch verändert man den Namen in Erdbirn oder Grundbirn, Krumpli 1*+ ͤͤͤͤſͤqͤſqͤſͤſͤſͤſͤſſſſſ den warmen Zonen in die der älteſten weſtindiſchen Volkſtämme. Wahrſcheinlich eben ſo lange gekannt und angebaut wie dieſer, mögen auch die Kartoffeln ihre Mythe haben; doch ſpurlos ſcheint auch ſie verſchwunden. Immer noch bleibt es unentſchieden, wo die Kartoffeln frei und ohne Kultur wachſen; eben ſo die Beantwortung der Frage: wer ſie zuerſt nach Europa gebracht und wie ſie ſich über dieſen Erdtheil verbreitet haben? Wer es auch immer geweſen ſein mag, der zuerſt dieſe Gottes— gabe in Europa eingeführt hat: er ſei uns geſegnet, denn er hat durch dieſe Wohlthat die blutigen Opfer geſühnt, welche die Er— oberung jener Hemiſphäre, von wo wir ſie erhielten, gekoſtet hat. Die Ausartung, welche Pflanzen durch tauſendjäahrige Kultur erleiden, wodurch Abarten von den wahren Arten, ſchwer, oft gar nicht unterſcheiddar werden, traf auch die Kartoffelpflanze und macht, wie deren Verwechslung mit andern Arten derſelben Gat⸗ tung und verſchiedenen Gewächſen fremder Familien, denen eß— bare Wurzelknollen eigen ſind, die widerſprechenden Meinungen erklärbar, welche in Beziehung des Vaterlandes und der Verbrei— tung über die Kartoffeln herrſchen. Der erſte Schriftſteller welcher ihrer erwähnt, iſt Peter Martyr*). andere nennen ſie Toffeln, Töffelchen, Artoffeln, Erdtoffeln und Erdtuffeln, holländiſch Ardappel. In einigen Gegenden pflegt man ſie auch Knollen, Nudeln, Knollnudeln zu benennen. Irrig findet man die gemeinen Kartoffeln auch mit den Wurzelknollen eines Windengewächſes Indiens(Convolvulus patatas) verwechſelt, unter den Namen Bataten oder Patatten. In der Rothwäl'ſchen Sprache heißen ſie Erdpammerlinge, im Franzöſiſchen Pommes de terre, im Engliſchen Potatoes, und im Italieniſchen Taratuffoli, wovon der bei uns üblichſte Name Kartoffeln abzuleiten iſt, indem man die Pflanze damalsin Oeutſchland„nach Tabernämontan«Grüblingsbaum nannte. In dem eigentlichen Vaterlande Peru hatten die Wurzelknollen die Benennung Papa(nach Benzo); in Virginien, das man auch für ihr Vaterland gehalten, führen ſie den Namen Openaux(nach Hen— riotus); an der Sonne gedörrt, wo ſie dann die Stelle des Brodes vertreten, und lange aufbewahrt werden können, nennen die Perua⸗ ner ſie Chunno(wie Acoſta, Cieca und Cardanus bemerkten). *½) Es iſt derſelbe, dem man auch die erſten Nachrichten über den Tabak zueignet, den er in ſeinen Briefen vom J. 1511 das betäu⸗ bende Kraut Cohoba Gioio— jedoch erſt zu Folge der Berichte— nennt, welche RomanPane, ein ſpaniſcherEinſiedler, darüber gegeben, leber d imtni: Ne zhazweiſte homara und Das We d Papa ß ar getroktet gſen vermuth ane Vevolke 1 Huesen fünigteih Qu rmugsweiſe ſles ſomwelt eworden, ern älaren Fruch s ihr Vaten Schon gaktoffeln w rid wüchſen trächten ſeht di erſten in Peru, na Solan, arene neſtens für dem E Dagla e ceatae dlitila, Volkſtäͤmme zwie dieſer doch ſpurlos artoffeln frei der Frage: über dieſen dieſe Gottes⸗ denn er hat lche die Er⸗ gekoſtet hat hrige Kultur wer, oft gat ‚elpflanze und rſelben Gar⸗ I, denen eß⸗ Meinungen der Verbrei⸗ iſt Petet Erdtoffeln und den pflegt um Irrig finde elknollen einet vechſelt, unter 'ſchen Sprache de terre, ii wovon der bei an die Pflanze zbaum nanni rzelknollen die man auch füt ar(nach Hei⸗ le des Broden nen die Perui⸗ 18 bemerkten) ten über den 511 das betäl⸗ er Berichte— rüber gegeben, 5 Ueber das Vaterland dieſer Pflanze haben wir die meiſte Kenntniß: Feuille; Don Eloi Valenzuela, Don Pavon; Don Francisco Zea; Dr. Baldwin und Ben⸗ dana zu verdanken. —. Die erſten Schriftſteller, welche die Kartoffeln unter dem Joſée C Namen Papa's beſchrieben haben, ſind Zarate, der im J. 1544 Schatzmeiſter in Peru geweſen; Ciega, ein Krieger*); Lopez de Gomara und Joſeph Acoſta, die Geſchichtſchreiber Indiens. Das Wenige, ſo man aus ihren Schriften erfahrt, iſt: daß die Papa's eßbare Wurzelknollen tragen, welche gekocht, gebraten oder getrocknet als Brod genoſſen werden. Acoſta's Nachrichten laſſen vermuthen, daß zur Zeit der Eroberung von Peru, die ganze Bevölkerung des Reiches von Atabalipa und ſeines Bru⸗ ders Huescar— welches ſich üͤber Peru, Neu-Granada, das Königreich Quito bis an Chili und Tucaman erſtreckte— ſich vorzugsweiſe von Mais und Papa's ernährt habe. Cardan, der Alles ſammelte, was zu ſeiner Zeit über die neue Welt bekannt geworden, erwähnt ebenfalls im Jahre 1557 der Papas als einer eßbaren Frucht, die der Trüffel ähnele. Quito und Potoſi ſind als ihr Vaterland angegeben. Schon Molina bemerkt in ſeiner Geſchichte von Chili: die Kartoffeln wuͤrden auf allen Feldern gefunden; diejenigen, welche wild wüchſen und von den Indianern Maglia geuannt würden, brächten ſehr kleine Knollen und waͤren ſehr bitter. Die erſten wildwachſenden, eßbaren Kartoffeln entdeckte Feuille in Peru, namentlich das Solanum montanum und deſſen Abart Solan. arenarium, das aber nur ſelten von Menſchen genoſſen, meiſtens für die Maſtung des Borſtenviehes verwendet wird.— Don Eloi Valenzuelafand im J. 1809 am Ufer des Malave⸗ Fluſſes, auf einer Höͤhe von 1600 Toiſen, eine eßbare Kartoffel die aber ſeitdem nicht näher bekannt geworden und auch nicht den— nach dem 15. Hefte des Schlötzer'ſchen Briefwechſels — Colon bei ſeiner zweiten Abſeglung aus dem neu entdeckten Ame⸗ rika den 10. März 1496 zur Bekehrung der Wilden zurückließ. *) Cieca beſchrieb ſie in ſeiner Chronik unter dem Namen Papa's.»Locis Quito vieinis(ſind ſeine Worte nach des Clusius Hiberſetzung aus dem Spaniſchen) praeter Mayzum habent incolae duo alia quibus magna ex parte vitam sustentant. Papas videlicet etc. etc.— Sole usum servantur etc. Alterum est siccatae Chumo vocantur et in Quinila etc. ———y— 7— teron nach Europa gekommen zu ſein ſcheint, von de Candolle„Sola-— n8 num Valenzuelae“ genannt. e Pavon, der viele Jahre mit den Botanikern Ruiz und Bom n uss bay in Südamerika gelebt hatte, verſicherte(Lambert im J. 1817), ir d guole das Solan. tuberosum wachſe wild bei Lima in Peru 87 14 ſmn Meilen von Lima gegen die Küſte; er ſelbſt habe es dort, Ruiz bicht n und Dombay aber in Chili gefunden. Auch Don Francis⸗Zea, Vi fur Gefährte und Freund des Botanikers Mutis, der ebenfalls lange d ſee ben in Sudamerika lebte, behauptete, daß die Kartoffel in den Wäl— eüt dern nächſt Santa Fè de Bagota wildwachſend gefunden werde. wluchen, we Humboldt fand ſie jedoch ungeachtet aller Nachforſchungen in 1l ſch die jenen Gegenden nicht wildwachſend, die man für das Vaterland rebeitet hat. dieſer Pflanze anſehen darf; weder auf den Höhen der Kor⸗ de En dileren noch in Neu- Granada. Eben ſo wie Chenopodium ul beid Quinoa, wurden die Kartoffeln ſchon damals, ſowohl um Quito wie in Karolina, kultivirt, als Amerika entdeckt worden. Dr. Baldwin, ein amerikaniſcher Botaniker, fand eine knollige d „„. 5.—. erung und Kartoffel in Südamerika, ſowohl in der Gegend von Montevideo 3 61 .. 3. meritas wo dieſe Pflanze gar nicht gebaut wird, zwiſchen Felſen wild . 1 derung und wachſend; wie an derſelben Flußſeite in der Nähe von Maldonado. 15 ſtter ſhme Auch Commerſon entdeckte in jener Gegend ein Solanum mit Wurzelknollen, das Dunal Solan. Comersonii nennt; welches aber nach den Angaben des Kapitains Bowler, Dr. Dickſon's und den Unterſuchungen des Engländers Bourke Lambert nichts— weniger als eine ſelbſtſtändige Art, ſondern nur eine Ausartung fndet, de in der zu bered * Mehe des Solan. tuberosum iſt. Sie erzeugt kleine Knollen, die viel ins zu bitter ſind, um genoſſen werden zu können, daher man ſie auch der Ent gleich andern Unkräutern in den Gärten der Umgebungen von tan Ei Buenos⸗Ayres, wo ſie häufig wächſt, ausjätet. Selbſt die Gold— unten Kartoffel der Spanier(Potatas amarillas), die 16 Meilen von N Lima wild wachſen ſoll, hielt Lambert für nichts anderes, als vin eine Spielart unſerer knolligen Kartoffel. an Neuerlich glaubt noch Bendana die Mutterpflanze aller enn Kartoffeln der Erde in der Provinz Betanzos in Spaniſch⸗Amerika nuh gefunden zu haben(S. Annal. de la Societ. Linnéenne de undſ Paris. L. III. 1825.)— Was aber Dr. Schiede 1828 in der fen Gegend von Jalappa auf dem Vulkan de Orizaba, und zwar auf de einer Höhe von beiläufig 11000 Fuß fand, war durchaus nicht de Solan. tuberosum L., ſondern eine ganz andere Art, die man im ſewohe Prager botaniſchen Garten ſchon ſeit geraumer Zeit als Solan. diſte b b ll e„Sol uiz und Don⸗ rt im J.1ln n Peru und es dort, Ru Francis⸗ze ebenfalls lang el in den Yi gefunden werd, ſchforſchungenin das Vaterlan öhen der ger Chenopodi 18, ſowohl i deckt worden nd eine knolig von Monterie den Felſen wi on Maldonmde n. Solanum i nennt; welhe Dr. Oickſorz am bert iicß eine Ausattun enollen, die wi her man ſeegit mgebungen d elbſt die bud 16 Meilen do „ ros, Al ts anderes, Ne terpflanze d5 paniſch⸗Amerin 7 ſg Linnéenné- e 1828 W N „ l , und zwat 4 durchaus rit tt, die man in eit als Solal- stoloniferum Schlecht. kultivirt(S. Schlechtendahl Linnea. 1829 p. 227).— Das kolumbiſche Solan. Valenzuelae Dun., wie das mexikaniſche Solan. stoloniferum Schlecht. ähneln zwar ſehr dem Solan. tuberosum, und tragen auch eßbare, jedoch viel kleinere Knollen. Nicht nur Großbritanien, ſondern ſelbſt Deutſchland hat Virginien für das Vaterland der Kartoffeln gehalten, allein dort ſind ſie eben ſo Fremdlinge als in England und ganz Europa; ihr eigentliches Vaterland iſt immer nur in Peru oder in Mexiko zu ſuchen, wo ſie auf den höchſten Gebirgen wachſen, von wo aus ſich die Kartoffelpflanze nach allen Richtungen über Amerika verbreitet hat. Die Entdecker des neuen Erdtheils fanden ſchon die Wurzel⸗ knollen bei den Eingebornen, ſowohl in Suͤden wie in Norden als die allgemein verbreitete Nahrung der meiſten Volksſtämme; und es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß die ehemals, vor der Ero⸗ berung und Niederlaſſung der Europäer, von den Urbewohnern Amerika's kultivirte Papas, hier und da wieder in jene Verwil⸗ derung und Urform zurückgekehrt, wie man ſie jetzt als kleine, bitter ſchmeckende Knollen auf Montevideo und andern Orten findet, die, in Gärten verpflanzt, ſich gleich im erſten Jahre wie⸗ der zu veredeln ſtreben*). *) Meyen ſagt: Ueber die Ausdehnung des Vaterlandes der Kartoffel iſt man leider nicht im Reinen; gewiß iſt es, daß dieſe Pflanze vor der Entdeckung von Amerika in den kältern Regionen der Kordilleren von Südamerika kultivirt wurde, daß ſie aber den Mexikanern unbekannt war, iſt eben ſo gewiß. Noch heutigen Tages bildet die Kartoffel, Papa'in der alten perua— niſchen Sprache, die Hauptnahrung auf der Hochebene von Peru, und an den Ufern des Sees von Titicaca werden dieſe Erdfrüchte noch gegenwärtig ganz ſo wie zur Zeit der Inka's, mit der größten Sorgfalt gepflanzt, wie dieſes ſelbſt in unſerem Lande(Deutſchland) noch nicht Statt findet. Auch in Chile wurde die Kartoffel gebaut, und ſie hieß daſelbſt Pogni, wodurch ſie von Maglia, der wilden Kartoffel, welche nur kleine und bittere Knollen hervorbringt, unter— ſchieden wurde. Wäre die Kartoffel von Chile nach Peru gewandert, ſo hätte ſie wahrſcheinlich ihren chileniſchen Namen behalten, indeſſen dieſe Vermuthung iſt nicht mehr nöthig, denn die Kartoffel wächſt ſowohl in Chile als in Peru wild; ich ſelbſt hab ſie auf der Kordillere dieſer beiden Länder auf zwei verſchiedenen Stellen gefunden, und oooͤöoͤoͤoͤö—õo— —. Die Einführung der Kartoffeln nach Europa und deren allmälige Verbreitung über dieſen Erdtheil ging von den Spaniern und Engländern aus. Wahrſcheinlich kamen die erſten Kartoffeln aus Amerika zwi— ſchen den J. 1560— 1570 nach Europa. Einige wollen mit Ge⸗ wißheit wiſſen, daß der Sklavenhändler John Hawkin es gewe— ſen, der ſie bei ſeinen Reiſen im J. 1565 als Schiffsproviſion erhielt, aus Santa Fè in Südamerika nach Irland gebracht habe. Bowles, in der Einleitung zur Naturgeſchichte Spaniens, ſagt: die erſten aus Amerika gebrachten Kartoffeln wären in der Pro— vinz Galicien gebaut worden, aller Wahrſcheinlichkeit nach zu⸗ nächſt jenen Häfen, wo die aus Peru kommenden Schiffe gelan— det haben. Ob der engliſche Admiral Walther Raleigh, oder Sir Franz Drake aus dem nördlichen, oder die Spanier unmittelbar aus dem ſuͤdlichen Amerika die Kartoffel zuerſt nach Europa ge— bracht, darüber herrſchen getheilte Meinungen; ſo wird dieſes Vorrecht von Cluſius den Spaniern, von Caſp. Bauhin den Engländern zugeeignet. Unter der Regierung der Königin Eliſabeth(1558— 1603) ſoll der ungluͤckliche Admiral Walther Raleigh die erſten Kar⸗ toffeln aus Virginien im J. 1586 nach Irland gebracht haben; mit mehr Beſtimmtheit glaubt man behaupten zu können— ob⸗ ſchon auch dieß Einige nicht minder bezweifeln— daß der berühmte engliſche Admiral FranzDrake, nach ſeiner Expedition nach dem ſpaniſchen Weſtindien dieſelben auf ſeiner Rückfahrt im J. 1585 zuerſt in Virginien und im J. 1586 in England, jedoch nicht mit günſtigem Erfolge, eingeführt), weil ſie noch Jahrzente ſpäter Ruiz und Pavon geben die Berge von Chancay an, wo die Kar⸗ toffel im wilden Zuſtande zu finden iſt.(S. Meyen's Grundzüge der Pflanzengeographie, 1836, S. 365.) Obgleich nun der Verbreitungbezirk der Kartoffeln vor der Wanderung der Europäer nach Amerika durch das Fehlen dieſer Pflanze in Mexiko unterbrochen wurde, ſo ſind doch verſchiedene Quellen vorhanden, welche den Anbau oder vielmehr das Vorhanden⸗ ſein dieſer Pflanze in einigen Gegenden von Nordamerika zu be⸗ weiſen ſcheinen, und allem Anſcheine nach haben wir Europäer die Kartoffeln gerade aus Nordamerika erhalten.(A. a. O.) *) So ſagt Meyen: Wenn es wahr iſt, daß die Koloniſten, welche C im J. 1584 nach Virginien gekommen ſind, die Kartoffeln daſelbſt feniich Gnbe falen Eht der Mſhe drdr tfenn zug⸗ dr Irrthum vſſen ſie d ls in Engl Die el ſſcen Botan d(ordon liton den dhglei beit fruͤher i Vergeſee 1623 bkacht virzinien! Joughall 9 Ale d d Einführ gefunde weſche eiſten füge de die Ge bracht merkwi kein V er beka ſoniſc aif ſeit de 0 nſenl mahſe dabei gange womil Meye ¹) Man vie der Jpomos, ſt, der 9 hh Europe ziemlich unbekannt in England geblieben, was aus einigen Schau⸗ ſen Endtze ſpielen Shakespeare's, worin er über ſie und die Leichtgläubigkeit der Menſchen witzelt, deutlich zu erkennen iſt. Amerika zwe Da Drake meyhrere Koloniſten aus Virginien mit den Kar⸗ llen mit Ge⸗ toffeln zugleich nach England brachte, ſo verbreitete ſich dadurch kin es gewe— der Irrthum, als wäre Virginien das Vaterland derſelben; in⸗ hiffsproviſin deſſen ſie dort doch mit größerer Mühe und geringerem Ertrage hebracht habe als in England und dem übrigen Europa gezogen worden. aniens, ſagt Die erſten Samenkartoffeln gab Drake dem berühmten eng— in der Pu— liſchen Botaniker Gerard, der ſie im J. 1597 in ſeinem Garten feit nach ze zu London zog und vervielfältigte, welche letztere Angabe durch Schiffe geln⸗ Aiton den jüngern beſtätigt wird. Obgleich die Kartoffeln in Irland, wie oben geſagt wurde, weit früher bekannt geweſen ſind, ſcheinen ſie dennoch bald wieder in Vergeſſenheit verfallen zu ſein; denn um das J. 1610 oder 1623 brachte Walther Raleigh dieſelben zum zweiten Mal aus Virginien nach Irland, woſelbſt ſie zuerſt in dem Garten von Youghall gebaut wurden. Alle dieſe geſchichtlichen Angaben ſind jedoch ſpäter als jene der Einfuͤhrung der Kartoffeln durch die Spanier nach Europa*)” h, oder Ei unmittellar Europa g⸗ wird dieſes p. Bauhin 1558— 1609) jerſten Kar⸗ racht haben; gefunden(ſ. Humboldt's Neu⸗Spanien, III. p. 75.) und Schiffe, welche im J. 1586 aus der Bai von Albemarle zurückkehrten, die eh 4 erſten Kartoffeln nach Irland gebracht(ſ. Beckmann's Grund— der berühnt züge der deutſchen Landwirthſchaft, 1806, p. 289), ſo möchte wohl on nach den die Geſchichte, daß Franz Drake die Kartoffeln nach Europa ge— im J. 1585 bracht hat, ſo ziemlich erdichtet ſein. In der Beſchreibung jener merkwürdigen Reiſe des engliſchen Korſaren ſteht wenigſtens davon jedoch nicht Jieln 9le kein Wort, und als Drake bei ſeiner Rückkehr nach England, wo rzente ſpate er bekanntlich in die Themſe mit ſeidenen Segeln aus dem Raube der ſpaniſchen Gallone von Manila einfuhr, von der Königin Eliſabeth wo die Kar⸗ auf ſeinem Schiffe mit einem Beſuche beehrt wurde, da kamen alle s Geundzigt die Speiſen und alle Früchte auf die Tafel, welche jener Welt⸗ umſegler mitgebracht hatte. Bei der Beſchreibung von jenem Gaſt— mahle werden die Speiſen alle genannt, aber von der Kartoffel iſt dabei nicht die Rede. So iſt der Name des Mannes verloren ge— gangen, welcher die größte Wohlthat nach Europa gebracht hat, womit die alte Welt von Amerika aus beſchenkt iſt.(Vergl. Meyen's Grundzüge der Pflanzengeographie. J. 1836.) Man wundere ſich nicht, daß die Kartoffeln nicht eben ſo ſchnell wie der Mais und die ſüße Kartoffel(Convolvulus batatas L., und Ipomoea tuberosa L.) durch die Spanier nach Europa gebracht worden iſt, denn die Pflanze ward auf der Weſtküſte von Südamerika eln vor der Fehlen dieſe verſchiedene 3 Vorhanden⸗ rerika zu be⸗ 1 N* Curopäer die — iſten, velce feln daſelbſt —--—— 2 ¹ 1 2 10 Von dieſen ſcheinen ſie zuerſt— zwiſchen den J. 1560 und 1570— nach Burgund und in das ſüdliche Italien, wahrſcheinlich durch die Kriegsvölker gebracht worden zu ſein, von wo ſie über die Nieder⸗ lande nach Deutſchland kamen. So ſollen ſie bereits von Hieron. Cardanus, einem berühmten Naturforſcher des XVI. Jahrhunderts, im J. 1580 in Italien bekannt gemacht und im J. 1588 dort ſogar angebaut worden ſein. Doch bleibt es unent- ſchieden,»wie Cluſius bemerkt:« ob Italien die Kartoffeln aus Spanien oder Amerika erhielt; auch bezeugt er, daß ſelbſt die mediziniſche Schule zu Pavia ſie bis an das J. 1588 noch gar nicht gekannt, und daß er ſie von Frankfurt erſt dahin geſandt habe; dagegen waren die Kartoffeln ſchon im J. 1601— nach ſeiner Ver⸗ ſicherung— ziemlich gemein in allen Gärten Deutſchlands geweſen. (S. Cluſius Histor. rariorum plant. Lib. III. p. LXXXI. 1601.) Am Ende des XVI. Jahrhunderts wurden ſie durch den päpſtlichen Geſandten in Holland bekannt*). Zu gleicher Zeit(1587) erhielt auch von deſſen Diener Herr Sivry von Walhain einige Wurzelknollen unter dem Namen Tartouffoli, davon letzterer zwei im Anfange des J. 158s ſeinem Freunde, dem Botaniker Cluſius, aus den Niederlanden nach Wien, und das folgende Jahr die Abbildung der ganzen blühenden Pflanze zugeſendet, die Clu— ſius auch von Garet dem jüngern, in Frankfurt ſpäter erhalten zu haben beſtättigt. Gewiß iſt es, daß Kaſp. Bauhin eine Abbildung der Kar⸗ toffeln mit der Benennung Papas der Spanier vom Dr. Scholz aus Breslau im J. 1590 in Baſel bekommen, und da er ſie noch von Niemanden beſchrieben gefunden, ihr den Namen: Solanum tuberosum esculentum, ihrer Aehnlichkeit wegen in der Bildung und dem eigenthümlichen Geruche mit Arten dieſer Gattung, bei— gelegt habe, und in ſeinem Phytopinaks vom J. 1596 beſchrieben, im Prodromus aber abgebildet hat. Demnach wäre es auch entſchieden, in wie fern Cluſius oder gebaut, und die Reiſen um das Kap Horn dauerten damals noch zu lange, und waren auch zu ſelten, um auf dieſem Wege die Kar— toffeln nach Europa zu ſenden.(S. Meyen a. a. O.) »His« ſind des Cluſius Worte:»castanearum aut pastinacae in modum vescebatur, ut intelligo Legaius ad firmandas vires, quia 8 — erat valde imbecilla valetudine; non minus autem alere puto quam castaneas et pastinacas, flatulentas tamen esse, propterea ad proritandam Venerem nonnullos uti.«(Conf. Clus. Rarior. plant. Hist. I. c.) gauhin fäher hen de betmiſt ſius liſr gianze füh Noch olanenart luches vom Eluſius n Als al di die Kan tmallen G zulens un gehant vun der A orderchen genacht zu hewohnheit i Mehl,. ) So ſe Matthi Solanu Phytox Krps in viei des Abbitd Caf Tabe Vorte hach Ande elſt n ſezma Engele und 1579— lich durch de die Nieder⸗ bereits von er des XVI. nacht und in ibt es unene artoffeln aus 5 ſelbſt die 88 noch gar geſandt hale, h ſeiner Ver⸗ nds geweſen. XXI. 1601) e durch den r Zeit(158) n Walhain avon letzere m Botaniker olgende Jatt det, die Clu⸗ ater erhalten ng der Ka⸗ Dr. Scholz mer ſie noh ¹: Solauum der Bildung attung, bei beſchrieben, uſins oder damals noch gege die Kar ). pastinacae i s Vires, Cuio re puto qlan propterea 1 . t. arior. Nlam 11 Bauhin das Vorrecht eingeräumt werden müſſe, die Kartoffeln frher gekannt und beſchrieben zu haben, und daß in keinem Falle die botaniſche Priorität dem C. Bauhin entriſſen, wie des Clu— ſius Anſprüche dagegen auch nicht beſtritten werden können, dieſe Pflanze früher gekannt, angebaut und ſelbſt abgebildet zu haben*). Noch kannte Tabernämontan im J. 1588— 1589 dieſe Solanenart nicht, und was in den ſpätern Auflagen ſeines Kräuter- buches vom J. 1625— 1654 darüber vorkommt, iſt Bauhin und Cluſius nachgeſchrieben. Aus allen Schriftſtellern dieſes Zeitraumes iſt zu entnehmen, daß die Kartoffeln am Ende des XVI. Jahrhunderts in Deutſchland in allen Gärten, in Spanien, Burgund, in einigen Gegenden Italiens und vielleicht in Irland, zum Theil auch außer demſelben, gebaut wurden. Der Anbau der Kartoffeln ſcheint im XVII. Jahrhundert keine ſonderlichen Fortſchritte, am wenigſten in den untern Volksklaſſen gemacht zu haben, denn er hatte Vorurtheile und die Macht der Gewohnheit gegen ſich. Die deutſchen und ſlawiſchen Volksſtämme, an Mehl, Mehlſpeiſen und Hülfenfrüchte; der Italiener, an ſeine *) So ſagt C. Bauhin in der von ihm bearbeiteten Ausgabe der Matthioliſchen Commentare des Dioscorides vom J. 1598: Solanum tuberosum esculentum haetenus a nemine propositum, in Phytopinace ante sesqui annum exhibuimus, cujus hie figuram damus. Stirps est caule sesqui cubitali aliquando bicubitali— nonnunquam in viri altitudinem exurgente etc. Des Cluſius Histo. plant. rariorum, worin auch er eine eigene Abbildung und Beſchreibung der Pflanze gab, war erſt 1601 erſchienen. Caſ. Bauhin ſchildert den Grüblingbaum in ſeinen Zuſätzen zu Tabernämontan's Kräuterbuche vom J. 1613 mit nachſtehenden Worten:»Der Grüblingbaum hat ein wurtzl wie die Grübling ge— ſtaltet, welche etwa einer Fauſt groß, etwan einer Hand lang, bißweilen klein, ſo knorricht und geſafftig, mit einem zarten braunen oder rauchfarben Häutlein überzogen, inwendig aber iſt ſie weiß und ſatt ꝛc. Der Stengel iſt von 2— 3 Ellen hoch— Fingers dick ꝛc.— Die Burgunder pflegen die Aeſt zu biegen, mit Erdreich decken vnd alſo mehr Grübling zu bekommen.« Nach Caſ. Bauhin ſind die Kartoffeln von der Inſel Virginia nach England, und von dort nach Frankreich gebracht worden: Andere wollen wiſſen,— wie er bemerkt,— ſie wären aus Amerika zu⸗ erſt nach Spanien, dann nach Italien gekommen. Dieß Kraut iſt jetzmalen(d. i. 1613)— wie er ſich ausdrückt— bei den Deutſchen, Engellaͤndern, Franzoſen, Italienern und Spaniern gar gemein ꝛc. 12 Polenta aus Maismehl; der Franzoſe, an Gemüſe und Brod ge⸗ toffel wöhnt, wollten ihre alte Koſt gegen die Kartoffeln— die ſie für lehrte ein Schweinefutter hielten— nicht vertauſchen. Noch jetzt finden berg die im mittlern und nördlichen Europa ſo allgemein verbreiteten Lolet Kartoffeln bei den Italienern, die ſie Patate nennen, durchaus her 3 keinen Beifall und haben ſogar den Deutſchen den Spottnamen ſii G Patatuchi zugezogen. Auch fehlte es nicht an ſchweren Beſchul— zänen digungen, daß ihr Genuß der Geſundheit nachtheilig ſei. dun ſer Doch wurden ſie im J. 1616 in Frankreich und namentlich rihten zu Paris an der königlichen Tafel als eine Seltenheit geſpeist. öotani Daß die Kartoffeln durch barfüßer Karmeliter-Mönche aus Pflanje Spanien und Portugal in das Großherzogthum Toskana um das vorn J. 1625, jedoch ohne günſtigen Erfolg eingeführt und im Thale feltene: Vallombroſa angebaut worden, iſt erweislich(S. Targioni Toz-— d Vot zetti Lezioni de agricoltora 1813), und liefert einen neuen Un Beweis, daß die Spanier höchſt wahrſcheinlich noch vor Raleigh Kartoff die Kartoffeln von Peru nach Europa gebracht haben. Hof d In Deutſchland— wo man ſie erſt im Jahre 1650, wie es nochten ſcheint, beſſer kennen gelernt— finden ſich nur hier und da Spuren keuth. ihres Anbaues, aber nirgend läßt ſich im ganzen XVII. Jahrhundert b Vunſed deren Kultur auf offenem Felde mit Gewißheit nachweiſen. durch ſet Aus allen Nachrichten ergibt ſich jedoch, daß die Kartoffeln man ihn erſt durch den dreißigjährigen Krieg in verſchiedenen Gegenden ſuhte, d Deutſchlands mehr verbreitet wurden. So erzählt man unter ſch daſel andern(S. Putſche's und Bertuch's Monograph. der Kartoffeln In p. 2), daß ein damals in Böhmen einquartierter niederländi— pkommer ſcher Offizier von den Kartoffeln, als einer uͤberaus nützlichen und Nacd zu vielfältigem Gebrauch dienenden Frucht, geſprochen, aber keinen in ahre Glauben für feine Erzählung gefunden habe. Er ſei dadurch be⸗ ein Valde wogen worden, aus ſeinem Vaterlande eine Parthie derſelben zu llbe verſchreiben, welche er hernach einem Edelmanne in Böhmen ver— pfalz d ehrt hätte; dieſer aber habe ſie auf ſeinen Guͤtern gebaut und nun außer ſodann andere gute Freunde damit verſorgt. Aus Böhmen wären borenet ſie hierauf in das Baireuth'ſche an die Edelleute, endlich auch an eingefüht die Bauern gekommen. veſen, d Auf gleiche Weiſe mögen ſie auch damals in Sachſen ein— lreitete. gefuͤhrt worden ſein, denn Hans Rogler, ein Bauer aus Selb In im Voigtlande, brachte um das Jahr 1647 oder 1648 von Roß⸗ Wiffalg bach die erſten Kartoffeln dahin. Elsholtz in ſeinem Unterricht laben. von der Gärtnerei, J. 1666, kannte ſchon weiße und rothe Kar— bon Mil Brod ge⸗ die ſie für etzt finden erbreiteten durchaus ppottnamen in Beſchul— ei namentlic geſpeist. Nönche aus na um das d im Thal gioni Tor- einen neuen Raleigh 50, wie es da Spuren Jahrhundert eiſen. Kartoffeln Gegenden man unter er Kartoffeln niederläͤndi⸗ ützlichen und aber keinen dadurch be⸗ derſelben zu zöhmen ver⸗ gebaut und hmen waren lich auch an ichſen ein⸗ er aus Selb s von Roß⸗ n Unterriht rothe Kat⸗ 13 toffeln, wußte, daß man ſie durch Samen fortpflanzen könne, und lehrte deren winterliche Aufbewahrung in Gruben. Auch Hoch⸗ berg in ſeinem adeligen Land- nnd Feldleben v. J. 1682, wie Joh. Colenus in ſeinem Haushaltungsbuche(Wittenberg 1692), ertheil⸗ ten den Unterricht, wie dieſe Pflanze anzubauen und zu benützen ſei. Gleichwohl müſſen die Kartoffeln nur im Kleinen von ein— zelnen Perſonen und bloß hier und da in Gärten angebaut wor— den ſein, denn bis zum J. 1694 findet man weiter keine Nach— richten von ihnen. Auch noch im J. 1699 beſchrieb der berühmte Botaniker Elsholtz die Kartoffel als eine merkwürdige und ſeltene Pflanze, die im kurfürſtlichen Garten zu Berlin angepflanzt wäre, worin damals mehrere, jetzt freilich gewöhnliche, aber zu der Zeit ſeltene Pflanzen kultivirt wurden.(S. Wildenow's Selbſtſtudium der Botanik.) Um dieſe Zeit erhoben ſich aber auch Streitigkeiten uber die Kartoffeln wegen der Erhebung des Zehents in der Gegend von Hof, die ihrer weitern Verbreitung eben nicht förderlich geweſen ſein mochten. Denn im J. 1715 waren ſie in der Gegend um Bai—⸗ reuth noch ganz unbekannt, und der Superintendent Lairitz von Wunſiedel erregte daſelbſt in gedachtem Jahre bei einem Beſuche durch ſeine Erzählung davon zuerſt die Aufmerkſamkeit, ſo daß man ihn um die Mittheilung einer kleinen Anzahl derſelben er— ſuchte, die er bald darauf auch ſandte, von welcher Zeit an ſie ſich daſelbſt immer mehr ausbreiteten. Im Jahre 170s ſollen ſie aus England nach Mecklenburg gekommen ſein. Nach Würtemberg(Wiſthlingſagt: nach Nürnberg) kamen im Jahre 1710 die erſten Knollen, welche Antoine Seignoret, ein Waldenſer Koloniſt, einführte. Ueber die Zeit, um welche man die Kartoffeln in der Ober— pfalz des Köonigreichs Baiern zu kultiviren angefangen, iſt es nun außer Zweifel geſetzt, daß der Stadtpfarrer Werner, ein ge— borener Franke, bald nach ſeiner Ankunft 1716 zu Amberg ſie eingeführt, und Zinkl, der Anfangs Stadtkaplan zu Amberg ge⸗ weſen, dann Pfarrer zu Deining geworden(1724), dieſelben ver⸗ breitete.(S. Flora oder allg. botaniſche Zeitung; J. 1839.) In Sachſen ſcheinen ſie bis zum J. 1717 keinen großen Beifall gefunden und ihre Kultur wenig Fortſchritte gemacht zu haben. Um dieſe Zeit brachte ſie aber der General⸗Lieutenant von Milkau, als die einzige glückliche Beute aus dem verderb⸗ 14 —— lichen brabantiſchen Kriege mit. Doch war es erſt im J. 1740, woher wo ſie ſich um Leipzig zu verbreiten anfingen. konmen Nach Schweden kamen die Kartoffeln im J. 1726 durch das de Jonas Alſtröm, und in Finnland wurden ſie erſt im J. 1737 am mun bekannt. Aus dem Elſaß und Holland erhielt ſie die Schweiz beſber! (Kanton Bern), wo die Knollen im J. 1730 ſchon häufig waren. ſalchein Der Bauer Andres Spies erzählt in ſeiner Chronik, daß um das rustheile J. 1730 die Kartoffeln im ganzen Nordgau aufgenommen und ſe gaben mit großem Nutzen gebaut worden. Allein in Weſtphalen und diſſe o Niederſachſeu führte man den Kartoffelbau erſt gegen das J. nicht ohr 1740 ein. irs Nrei In Schottland hat ſie Graham im J. 1746 auf Kylſith um n zuerſt angebaut. Die Kartoffeln ohne allen Zuſatz bilden die ein— braucht h zige Nahrung des Irländers, und glücklich iſt dort die Familie Theuerun zu preiſen, welche ſich dieſelben in hinreichender Menge ver— urrnniſh ſchaffen kann. anerkannt So ſehr man nun auch dieſe wichtige Erdfrucht rühmte, ſo Bevolker ſcheuten ſich doch Viele, davon Gebrauch zu machen, weil man ſie ſcienen für ein der Geſundheit höchſt nachtheiliges Gewächs hielt. Ihre in ihrer Kultur im Großen, wenigſtens in einigen Gegeuden, vorzüglich agren, im Gebirge, ſcheint nur durch den Succeſſionskrieg(1700— 1713) nels, als und den bald darauf begonnenen ſiebenjährigen Krieg allgemeiner vem ſe geworden zu ſein. Friedrich II., König von Preußen, ſchickte b n Kartoffeln in die ſchleſiſchen Aemter mit den Befehl, ſie zu ver— razte, theilen, und über den Erfolg ihres Anbaues zu berichten. In rn uu den Dresdner gelehrten Anzeigen vom J. 1757 werden ſie ſchon ufäng als ein großer Segen Gottes für das Gebirge gerühmt. ſa hen In Boͤhmen wurden die Kartoffeln, welche man wahr⸗ vutden, ſcheinlich im dreißigjährigen Kriege kennen gelernt, aber keiner Kul⸗ pnun, tur gewurdigt, durch die irländiſchen Franziskaner(Hiberner ge— wii lin nannt), die in Prag ein Kloſter hatten und die in ihrem Vater— dünſit lande dieſe Wurzelknollen von ihrer guten Seite kennen gelernt, backen 1 ſorgſam in ihrem Garten gepflanzt, aus welchem ſie zwar in an— lexen t dere Gärten übergingen, in's offene flache Land aber nicht vor⸗ nun 1 zudringen vermochten. Die Bergleute aus dem Erzgebirge brachten ertaun ſie in die Gegend von Joachimsthal und Schlackenwald, und aus ſe wn dem ſchleſiſchen Gebirge gingen ſie in das böhmiſche Rieſengebirge an 8 über. Die Boͤhmen, ſeit dem preußiſchen Kriege gewohnt, alle tar de preußiſchen Unterthanen Brandenburger zu nennen, nannten auch — 3 5 ar die Kartoffeln ſo, weil ſie ſolche aus preußiſchem Lande erhielten, M. Schwe i ufig waren. daß um das ommen und halen und gen das 3. auf Kylſtth den die ein⸗ die Familie Menge ver⸗ rühmte, ſo veil man ſee hielt. Ihre , vorzüglih 700—- 171¹³) allgemeiner ßen, ſcicke ſie zu ver⸗ richten. I den ſie ſchl zömt. man wahr⸗ keiner Kul⸗ Hiberner ge⸗ hrem Vater⸗ neen gelernt zwar in an⸗ er nicht vor— dirge brachten ald, und als kieſengelig ewohut, ile nannten aucj de erhielten, 15 woher durch Verſtümmlung der böhmiſche Name Brambory ge⸗ kommen ſein ſoll. Die Kultur der Kartoffeln blieb jedoch auf das Gebirg beſchränkt; im Innern des Landes wollte Niemand, am mindeſten der Bauer, Etwas davon hören. Mehrere Guts⸗ beſitzer hatten von den Hibernern Kartoffeln erhalten; ſie bauten ſolche in ihren Gärten auf dem Lande, ließen davon an die Bauern austheilen, die ſie zu ihrem Anbau aufmunterten; allein vergebens: ſie gaben ſie den Schweinen; ſelbſt das Hausgeſinde verbat ſich dieſe Koſt. Man verſuchte das Mittel, welches ſpäter Parmentier nicht ohne Erfolg in Frankreich angewandt hat: man baute ſie in's Freie, um ſie von den Hirten und Kindern ſtehlen zu laſſen; immer noch würde es höchſt wahrſcheinlich eine längere Zeit ge— braucht haben, ihren Anbau allgemeiner zu machen, wenn die große Theuerung in den naſſen Jahren 1771 und 1772 es nicht mit tyranniſcher Gewalt erzwungen hätte, daß man ihren Werth mehr anerkannte, denn ohne Kartoffeln wäre vielleicht die Hälfte der Bevölkerung Deutſchlands durch Hunger umgekommen. Nun er— ſchienen die kurz vorher noch verſchmähten Wurzelknollen, obgleich in ihrer Beſchaffenheit viel ſchlechter als in den vorhergehenden Jahren, dennoch als ein höchſt angenehmes Geſchenk des Him— mels, als das Brod der Erde, und erregten den ſehnlichen Wunſch, wenn ſie nur in hinreichender Menge vorhanden wären. Man kann dieſe Theuerung als die eigentliche Epoche be⸗ trachten, wo der Kartoffelbau ſich zu verbreiten angefangen hat. Von nun an war das Vorurtheil von der Schädlichkeit der Kar⸗ toffeln gänzlich verbannt, wenigſtens findet man, daß ſie von da an ſchon mit weniger Aengſtlichkeit von den Menſchen genoſſen wurden; die Beſitzer weniger Grundſtücke kamen zu der Ueber— zeugung, daß die Kartoffelernte eines kleinen Feldes für eine weit längere Zeit Nahrung darbiete, als die reichſte Ernte von Halmfruchten, die man erſt ſchneiden, dreſchen, mahlen und ver— backen muß, ſtatt daß man die Kartoffel nur in heiße Aſche zu legen braucht, um ſie ſogleich genießen zu können.— Man fing nun an, ſie bald auf dieſe, bald auf jene Art zuzubereiten, und erſtaunte, daß ſie einer ſo mannigfaltigen Benützung fähig wären; es wurden ſogar Verſuche zu ihrer Veredlung gemacht, indem man ſie durch den Samen zu vermehren und die edlern Sorten von den ſchlechtern ſorgfältig zu trennen bemüht war. Im J. 1777 erhielt bereits die Herrſchaft Ginez, im berauner ——— 16 Kreiſe, eine Belobung von der Ackerbaugeſellſchaft in Prag wegen lißes 1 vorzüglichen Anbaues von Kartoffeln und Klee. nugehur In denſelben Jahren der Theuerung und Hungersnoth ſcheint Scledwig man auch in Ungarn ihren Werth erſt kennen gelernt zu haben; laſſen wo Doktor Lübeck, der erſte Phyſikus des Honter Komitats, bemerkt daten zur in ſeinem, im J. 1812 herausgegebenen ökonomiſchen Lexikon, daß Iran man ſich in Ungarn mit dem Bau der Kartoffeln kaum ſeit 40 udeſen: Jahren beſchäftige. hei ds Um eben dieſe Zeit hatte man auch die ſogenannten Vieh⸗ onie hu oder Schweins-⸗, Sau⸗ und Ochſenkartoffeln, oder Howards⸗ bau grund kartoffeln aus England— wohin ſie ſchon im Jahre 1711 durch der Vrannt einen Matroſen aus Amerika gekommen— nach Deutſchland ge— vffln, d bracht, wo ſie ihre bewunderungswürdige Größe und die erſtaun⸗ nurde zur liche Vermehrung bald beliebt gemacht und ſchnell verbreitet hatte. dr Viehſta Die im Jahre 1780 bis 1781—82 beſonders am Rhein erſchienene hau eingef Kräuſelkrankheit wurde— jedoch irrig— der Einführung dieſer Ein neuländiſchen Kartoffeln zugeſchrieben, indem die Vermuthung ein⸗ teich zu getreten war, daß dieſe Krankheit durch die Vermiſchung des Be⸗ Ein(othrin fruchtungsſtaubes derſelben mit dem der bisher einheimiſchen hervor⸗ ds doch ke gebracht werde. Nun geriethen mit einem Male wieder die Kar⸗ kennen gel toffeln in üblen Ruf. Selbſt Warnungen und Verbote erſchienen vohner aut von Polizeibehörden gegen ſie, insbeſondere gegen den Verkauf relle des und Genuß unzeitiger(junger) Kartoffeln, und dann einiger als Jolgen der ſchädlich bezeichneten ſich ſehr verdächtig gemachten Arten. Gegen ale Provin letztere(die verderblich, beinahe giftig, einzuwirken vermögen) nten hal hatte zuerſt eine Publikation der Stadt Baſel um das J. 1280 In E aufmerkſam gemacht ꝛc. Verhaßt ſind die erſtern in vielen Län⸗ Nehrzatld dern beinahe zugleich mit dieſen geworden, und ſelbſt in Jour— fei, de z nalen und allerlei Flugſchriften iſt man feindlich gegen die Kar— ſehen, die! toffeln aufgetreten, wie z. B. im Journal für Deutſchland vom Schon J. 1786, worin man ſie der Revolutionen in Krankheiten und durh die der großen Sterblichkeit ſchwer beſchuldigt findet.(Mehr ſ. Arne⸗ ſeinen Gen mann's prakt. Arzneimittellehre v. J. 1808.) danit So erklärte das königl. preußiſche Obermedizinal⸗Collegium Schiffalod zu Berlin ſchon im J. 1780 den Genuß der ſogenannten un⸗ ſegelt, we reifen Kartoffeln für ſchädlich der menſchlichen Geſundheit; dem be zu Folge unterm 18. Juni 1780 eine Polizei⸗Verordnung in gt Berlin erſchien, nach welcher ſich Niemand unterſtehen ſollte, zu: Sommerkartoffeln früher als den letzten Juli und Winterkartoffeln vofeln der früher als den letzten Auguſt zu Markte zu bringen.— Ein eiig i Prag wegen Snoth ſcheint t zu haben,; kats, bewerft Lexikon, diß aum ſeit 1 annten Vie⸗ er Howatde⸗ 2 1711 durt eutſchland ge⸗ die erſtaun breitet hatte in erſchienene ührung dieſe muthung ein⸗ hung des Be⸗ iſchen hervor⸗ eder die Kar⸗ ote erſchienen den Verinij in einiger d rten. Gegen n vermögen das J. 1781 n vielen Lär⸗ löſt in Jeur⸗ egen die Ka⸗ utſchland vn ankheiten und ehr ſ. Are⸗ inal⸗Colegiun enannten vle undheit; den gerordnung in rſtehen ſollt, interkaetofen Ei ngen.—— 1 gleiches Verbot iſt von dem Landesgubernium in Prag und zu Augsburg im J. 1805 ergangen. Auch in den Herzogthümern Schleswig und Holſtein iſt noch im J. 1806 ein Verbot er⸗ laſſen worden, die Kartoffeln nicht vor Ende Auguſt den Sol— daten zur Nahrung zu reichen. Zwanzig Kriegsjahre(1792— 1813), mehrere Mißernten in dieſem Zeitraume, haben endlich doch den unberechenbaren Vor⸗ theil des Kartoffelbaues unwiderlegbar erwieſen, und die Oeko— nomie hat eine neue Geſtalt erhalten, die ſich auf den Kartoffel— bau gründet. An die Stelle des Korns, das ſonſt zu Brod in der Branntweinerzeugung zugleich verwendet wurde, traten die Kar⸗ toffeln; der Rückſtand der Kartoffeln bei den Branntweinbrennern wurde zur Maſt des Viehes oder Fütterung den Schafe benützt, der Viehſtand vermehrt, mehr Dünger erzeugt, ein größerer Klee⸗ bau eingeführt, die Produktion gehoben. Ein ähnliches Schickſal hatten die Kartoffeln auch in Frank⸗ reich zu beſtehen. Zwar— ſeit undenklichen Zeiten— ſchon im Lothringiſchen und Lyonneſiſchen gekannt und ausgebreitet, ſind es doch kaum noch an die 70 Jahre, daß man ſie in den Cevennen kennen gelernt, wo ſie jetzt das Hauptnahrungsmittel ihrer Be⸗ wohner ausmachen.(Nach Vignolle's Angabe in der Hist. natu- relle des Solan. par Dunol. 1813. p. 26.) Nur die traurigen Folgen der Revolution waren es, der ſie erſt ihre ſchnelle, über alle Provinzen dieſes Reiches ſich erſtreckende Verbreitung zu ver⸗ danken haben. In England mag die raſcher vorgreifende Uebervölkerung, die Mehrzahl der Armen in den niedern Volksklaſſen und die Nothwendig⸗ keit, die zahlreichen Fabrikarbeiter mit einer wohlfeilen Koſt zu ver⸗ ſehen, die Verallgemeinung des Kartoffelbaues früherbewirkt haben. Schon iſt Europa einmal die Möglichkeit gegeben geweſen, durch die Kartoffeln jenem Mutterlande, aus dem ſie ſtammen, einen Gegendienſt zu erweiſen, und eine alte Schuld zum Theil damit abzutragen; denn bereits im J. 1826 ſind mehrere volle Schiffsladungen mit Kartoffeln von Hamburg nach Amerika ge⸗ ſegelt, wo die Kartoffelfechſung mißrathen war. Geographiſche Verbreitung der Kareoffeln. Zu den ausgezeichnetſten Eigenſchaften, wodurch die Kar⸗ toffeln den Vorzug über alle Getreidearten errungen, gehört un⸗ ſtreitig ihre ungemeine Akklimatiſirungsfähigkeit und Schmiegſamkeit 2 18 „00 der Organiſation nach den äußern Bedingungen des Pflanzenlebens, den 70 wodurch auch ihre erſtaunliche Ausbreitung über die Erde, vom ſar in Aequator bis über den Polarkreis, beinahe in jedem Boden, ſelbſt tene gi unter den fuͤr die Vegetation der Cerealien ungünſtigſten tellu— toffeln di riſchen, atmoſphäriſchen und klimatiſchen Verhältniſſen, bei der ge⸗ rin nt ringſten Mühe und dem kleinſten Koſtenaufwand, einzig möglich Fland 1 geworden, um auf eine unbegreiflich ſchnelle Weiſe, in ſo kurzer zndin Zeit, für ganze Welttheile das allgemeinſte Nahrungsmittel ab— Jar dol zugeben. geführt; „.1.,. Lahr Zwar gedeiht der Mais im Hochlande Südamerika's bis zie 7200 Fuß über die Meeresfläche, iſt aber nur zwiſchen 3 bis zu en 6000 Fuß vorwaltend; in der Vegetationsgrenze von 6000 bis leber 9240 Fuß herrſchen die europäiſchen Getreide, in den niedri— dieſe kun gern Regionen(Gebieten) der Weizen, in den höhern der ſt die w Roggen, der Hafer und die Gerſte; jedoch in der Höhe von beſonders 9240 bis 12300 Fuß werden uur noch die Kartoffeln angebaut*). der Geiſt So finden wir dieſe Pflanze unter den Wendekreiſen 11388,466 beider Wien. Fuß über der Fläche des Meeres in Chile, und 1170,485 denn kei Wien. Fuß über der See, beinahe unter dem Aequator, um Quito in Fruht kultivirt**). bindung! Auf der ſkandinawiſchen Halbinſel wird der Weizen im Großen un mehre nur unterhalb 60°, im Kleinen bis zum 62— 640 angetroffen; ben zu während der Hafer bis 65 und 65 ½°ce, der Roggen bis 65 und rungöſbt 67° nördl. Breite ſteigt. Weiter hin zum höhern Norden, wo Matetial der Roggen nicht mehr fortkommt, gedeihen nur noch die Gerſte Dieß ſad und Kartoffeln. Um Tornea, am äußerſten Ende des Bottniſchen naßter( Meerbuſens und am linken Ufer des gleichnamigen Fluſſes, liegen vfeln her ausgebreitete Gerſtenfelder. Noch höher in Europa und zwar in Lappland, wo ungemein hoch gegen Norden die Polargrenze ſteigt, rupp *) In der Hochebene von Peru ſteigt die Gerſte und der Roggen gewiß nur ſelten über 10,000 Fuß hinan, wenn ſie nämlich reife Früchte 1. J1 tragen ſoll,—ſagt Meyen,— und den Hafer habe ich am See von Titicacea in der Höhe von 12,700 Fuß reifen ſehen.(S. Meyen's 2) Grundzüge der Pflanzengeographie. J. 1836.) 6) aus **) S. Humboldt: Tableau physique p. 142, und Essai politique. T. b 3. Um ſo ſonderbarer iſt es, daß die Kartoffeln in Japan vnach 1) Uner Thunberg's Bericht« ſich nicht gut kultiviren laſſen, und keinen*) Ixlan guten Geſchmack haben. Crescit(Solan. tuberos. rarius prope Nagar 3 eultum— ſind ſeine Worte— sed non facile hic propagatur, neque admodum grati fit saporis.(V. Thunberg. Flor. Japo. 1784.)*) 8.8 anzenleben, 4 Erde, vom Boden, ſellſ aſtigſten tel en, bei der 2 einzig mgii „in ſo kure ungsmittel z damerika's liß zwiſchen 3 bit von 6000 b in den niedr⸗ en höhern di der Höhe vin In angebaut“) ſen 11388,l66 und 1170,5 ator, um Quit eizen in Groſen 40 angetroffn, hen bis 65 Un n Norden, w noch die Geit des Bottniſten Fluſſes, liegen da und zwar largrenze ſten der Roggen get ich reife Früci ich om Get tu n.(S. Meyen! le,1 Issai politigue,- nach min Jaban 99 ſeen, und küne rius prope Nasr ropagatur, eêi Japo. 1784 19 den 70⁰ N. Breite erreicht, ſollen die Gerſte und die Kartoffel ſehr gut fortkommen. Ueber dieſe Region hinaus vertreten tro— ckene Fiſche, und ſelbſt noch dort in einigen Gegenden die Kar— toffeln die Stelle des Getreides*). So finden wir in ganz Eu— ropa von Hammerfeſt in Lappland an, unter 71⁰ N. B., auf Island und den Färöern, wie auf den niedern Plateau's von Indien, in China, Japan, auf den Suͤdſee-Inſeln, ebenſo in Neu⸗Holland und Neu⸗Seeland die Kultur der Kartoffeln ein— geführt; demnach ſie von den ſüdlichen Gegenden Amerika's bis nach Labrader, wie von der Spitze Afrika's bis nach Lappland⸗ zu einem der wichtigſten Nahrungsmittel der Menſchen geworden. Ueberaus reichen Stoff zu belehrenden Betrachtungen gibt dieſe künſtliche Verbreitung der Kartoffeln. Bewundernswerth iſt die weiſe Vorſorge der Natur, welche beinahe allenthalben, beſonders aber im hohen Norden von Europa, die Kartoffeln mit der Gerſte gepaart, ſo die Moͤglichkeit mannigfaltigerer Benutzung beider Vegetabilien erzielt und deren Werth ungemein erhöht; denn keines der Cerealien wird vortheilhafter mit den Kartoffeln im Fruchtwechſel geſtellt; kein Getreide in zweckmäßigere Ver— bindung und Wechſelwirkung mit dieſen Wurzelknollen gebracht, um mehrere und nützlichere induſtrielle Erzeugniſſe hieraus ent⸗ ſtehen zu laſſen, namentlich ſchmackhaftere und gedeihlichere Nah⸗ rungsſtoffe, köſtlichere und preiswürdigere Getränke, vortreffliches Material zur mannigfaltigen Benützung fuüͤr Gewerbe und Künſte. Dieß ſind die wunderſamen Erzeugniſſe, welche die Diaſtaſe ge⸗ malzter Gerſte kraft ihrer Einwirkung auf das Amidon der Kar⸗ toffeln hervorzubringen im Stande iſt. Gruppirung der Kartoffeln nach verſchiede— nen Eintheilungsgründen. 1. In Rückſicht ihrer Abſtammung und Herkunft, in: a) urſprüngliche, b) abgeartete, c) einheimiſche, d) fremde, e) aus Setzlingen gezogene, f) aus Samen gezogene; oder: a) Amerikaniſche, b) Surinamiſche, c) Peruvianiſche, d) Engliſche, e) Irländiſche, f) Donnersberger, g) Geisberger u. d. m. *) S. Schouw's Grundzüge einer allgem. Pflanzengeographie J. 1823. 2* 20 2. In Ruͤckſicht der Formen und des Krautes.„ In R (Krausblättrige.) 4) g a) einſtengliche, b) vierſtengliche, c) kleinſtengliche, d) groß⸗ ſhalige. ſtengliche. 16. Jt 3. In Rückſicht der Farben ihrer Blüthe, in: 9 . weiche a) weiß blühende, b) roth blühende, c) fleiſchfarbig blühen, ſanie d) aſchfarbig blühende, e) dunkelblau blühende, f) himmelblau wiiſt blühende. zeta 4. In Hinſicht der Lagerung der Wurzelknollen im Boden, in: 4) w- a) tiefliegende, b) flachliegende, c) engliegende, d) weit⸗ hnſt ſüße/ oder ſchütterliegende. 11. 3. „. In Rückſicht der Größe der Wurzelknollen, in: . 4 w. 4 offeln. a) ganz kleine, von der Größe der Erbſen bis zur Größe dg der Haſelnüſſe, b) kleine, von der Haſelnußgröße bis zur Größe nſen ni des Holzapfels, c) mittlere, wie Borsdorferäpfel, d) größere, en wie Reinnettenäpfel, e) große, wie Stettineräpfel, 0 ganz große, 4— gleich einer geballten Fauſt, g) übermäßig große, bis zur Länge von 10 Zoll, Breite s8 Zoll, Umfang 4 ½ Fuß; Gewicht 4, 5, 6, 8, 10 Pfund. InBe 6. In Rückſicht der Ergiebigkeit, in: van Opa a) arme, welche nur 1, 2— 5 Stück bringen, b) beſſere, e welche 6— 10 Stück tragen, e) ergiebige, von 10— 20 Stück, de n d) reiche, von 30— 50 Stück, e) ſehr reiche, von 50— 100 fu; i 1 Stück, f) außerordentlich reiche, von 100— 150, ja 200 Stück. n liin 7. In Rückſicht der Geſtalt und Form der Wurzel⸗ bei dn wi knollen, in: zeit der ii a) runde(Aepfelkartoffeln), b) längliche, c) breitgedrückte iiii (Schwämme), d) lange(Mäuſe), e) hornförmige, f) tannzapfen⸗ 1 3 ähnliche, g) nierenfoͤrmige, h) genaſelte, ĩ) höckerige, k) gurken— e Bu 8. In Rückſicht der Farbe der Schale, in: a) einfärbige: 1. weiße, 2. rothe, 3. gelbe, 4. blaue, 11. 4 5. ſchwarze, 6. grüne. de) 5 3. 3 1 egend b) mehrfärbige: 1. rothſtreifige, 2. weißaugige, 3. roth⸗ dn 8 augige, 4. purpuraugige, 5. rothfleckige, 6. blaufleckige. ud zt rautes. liche, d) geoß⸗ the, in: farbig blühen f) himmelblal knollen in nollen, in, dis zur Griße bis zur Griß 1, dh großere h) ganz große bis zur Ling Gewicht 4,5 in: n, b) beſer, 0— 20 Stic, on 50— 10] ja 200 Stüt, er Vurzel breitgedrict h) tannzapfer ge, K) zurer, e, in: lbe, 4. blaue ugige, 3. at eckige. 21 9. In Rückſicht der Schale der Wurzelknollen, in: a) glattſchalige, b) rauhſchalige, c) dünnſchalige, d) dick⸗ ſchalige. 10. In Rückſicht der innern Beſchaffenheit, in: a) trockene, b) wäſſerige, c) mehlige, d) ſchliffige, e) harte, H) weiche, g) weißfleiſchige, h) gelbfleiſchige, i) rothfleiſchige, k) blaufleiſchige, 1) weißfleiſchige mit einem purpurfarbigen Ringe, m) weißfleiſchige mit rothen Flecken, n) weißfleiſchige mit blauen Flecken. 11. In Ruͤckſicht des Geſchmacks, in: a) wohlſchmeckende, b) erträgliche, c) übelſchmeckende, d) ekel⸗ haft ſüße, e) wildernde. 12. In Rückſicht ihres Vegetations⸗Cyklus in: a) in fruͤhzeitige, b) ſpäte und c) ſogenannte ewige Kar⸗ toffeln. Letztere Eintheilung— als eine der ſtandhafteſten, beſtimm⸗ teſten und brauchbarſten— gibt uns namentlich nachſtehendes Ver⸗ zeichniß der wichtigſten, bisher bekannten Kartoffel-Abarten und ihrer genaueren Charakteriſtik insbeſondere an. Arten der Kartoffeln. In Bezug auf die Zeit der Reife(Zeitigung) unterſcheidet man: a) Frühkartoffeln. b) Spätkartoffeln. Zu den erſtern rechnet man die Arten, die vom Anfange oder die Mitte des Julius bis gegen das Ende des Auguſt rei— fen; zu den letztern aber diejenigen, welche erſt im September und Anfangs Oktober ihre gehörige Vollkommenheit erreichen. Weil bei den wichtigſten bekannten Kartoffelſorten jedoch auch die Reif⸗ zeit der einen nach der andern unmöglich genau abzugrenzen war, ſo iſt bei ihrer Stellung in jeder der zwei Klaſſen, auf die Farbe der Schale nach weiß, gelb, blau, röthlich und roth, ſo wie auf die Größe der Knollen, von kleinern an, hier möglichſt Rückſicht genommen A. Fu den Fruͤhkartoffeln gehoͤren: 1. Die gelbe Frühkartoffel(Zakobskartoffel, Laurentii⸗ kartoffel), verſtümmelt nennt ſie der gemeine Mann in einigen Gegenden»nach Ludwig« Kobsäpfel oder auch Gokes⸗ äpfel. Sie iſt ſehr mehlreich, erreicht eine mittelmäßige Größe, und gibt einen ziemlichen Ertrag; reift im Anfange des Auguſt. ——————————·— 22 Der Stengel iſt gebogen, äſtig, ziemlich glatt; die Blätter eiherzförmig, langgeſtielt, mit 2— 3 Paar ſo geſtalteten Zwiſchen— blättchen, die Samenknoten braunroth punktirt, die großen roſen— farbigen Blumen mit weißen Spitzen und ſtarkem ſüßen Geruch haben einen fünffach getheilten, etwas behaarten Kelch, und ſtehen zu 12 und mehr auf einem gemeinſchaftlichen Blumenſtiele fuß— förmig geſtellt. Die Wurzelknollen ſind langgeſtreckt, walzenförmig, mit zahlreichen Augen beſetzt, welche mit Wülſten umgeben ſind; beſonders zeigen ſich letztere ſchuppenartig bei vielen kleinern, und dieſe be— kommen ſo viel Aehnlichkeit mit den Tannenzapfen. Die etwas dicke Schale iſt hellgelb. Das Fleiſch iſt weiß und zart, mehl— reich, etwas trocken und kocht ſich ſehr bald weich; ſie werden wieder hart, wenn man ſie nach dem Kochen ſtehen läßt. Dieſe Sorte kann zwei Ernten in dem Jahre geben, wenn die zum Frühlingsjahr-Anbau beſtimmten Wurzelknollen, ſobald der Froſt vorüber iſt(Anfangs April oder Ende März), gelegt, und ſo wie es gewöhnlich iſt, behandelt werden. Von der erſten Ernte werden auf ein kraftvolles Roggen-Stoppelfeld oder mittelbar nach dem Ausackern der erſten Kartoffelernte welke Samenknollen in demſelben Ackerlande gelegt, die augenblicklich zu keimen an— fangen und gewöhnlich noch eine reichere Ernte bis Ende Oktober als die erſtere abwerfen, indem ſie ſpäter durch kühlere Nächte begünſtigt werden Friſch aus dem Boden kommende Wurzel⸗ knollen erfüllen aber keineswegs den Zweck, indem ſie im friſchen Zuſtande 4— 6 Wochen in der Erde liegen können, ehe ſich in ihnen eine Keimkraft entwickelt.(Petri's Verfahren, zwei Kartoffel⸗ ernten in demſelben Acker in einem Sommer zu gewinnen. Oekon. Neuigk. 1827. p. 647) Abb. der Wurzelknolle ſ. P. und B. Mongr. Taf. 3 Fig, 2. 2. Die edle gelbe Kartoffel.(Sammetkartoffel, gute Kartoffel, Lords- oder Herrenkartoffel nach Leonhardi.) Sie iſt ſehr mehlreich, ergiebig, macht den Uebergang von dergleichen zu den Spätkartoffeln, denn ſie reift gegen Ende Auguſt. Der ganz grüne glatte Stengel hat 3 geflügelte Kanten, an welchen die Blattſtiele herablaufen, die zahlreichen Blättchen ſind oben weichhaarig, Afterblättchen 2— 3 Paar; die kurzgeſtielten Blumen ganz weiß. Die länglichrunden, mittelmäßig großen Wurzelknollen haben nicht viel Augen, welche in mäßig tiefen Grübchen liegen; die genlih ſehr ang zun Kür 3.4 Arakatſ Der lfelurmi nur Dehr die ten, in! gehnlicke ſch von a Erde um nmide ih Porzel, fäche des liegt er in Genuf Die lic. Beſor dem Namen henott be⸗ it, ſuchte 4. D Stjiffkart giebig, un jicen. der formig ge formig kr gen, meiſ hellgelb. ſerig und loct. 5. W hardiz nut der, rie Blatten eten Zviſhen großen roſe⸗ ſüßen Gerui ich, und ſehen menſtiele fi enförmig, ni ind; beſonden und dieſe le⸗ Die etbeu — zart, mei⸗ h; ſie werdn mläßt. ben, wenn di n, ſobald de „gelegt, und r erſten Ern oder mittelhn Samenknolln zu keimen i⸗ Ende Oktohe kuͤhlere Näct nende Wurze ſie im friſcen 1, ehe ſchi zwei K artoff⸗ innen. Oeidn nd B. Mongr artoffel, gut hardi) Ei on dergleihen Auguſt. lte Kanten, d Blaͤttchen ſin kurzgeſtilten knollen bale liegen; d 23 ziemlich rauhe Schale iſt gelb; das Fleiſch iſt mehlreich und von ſehr angenehmem Geſchmack; daher ſich dieſe Knollen beſonders zum Küchengebrauch eignen.(Abb. ſ. v. a. O. Taf. 4. Fig. 10.) 3. Die Gurkenkartoffel(weiße Hornkartoffel, falſche Arakatſcha). Sehr ergiebig, reift Anfangs Auguſt. Der Stengel zart, grünz die drei äußerſten Blättchen loͤffelförmig, am Rande gewellt, ſind die größten, die hintern nur Oehrchen. Die länglich-ſpitzig zulaufenden, mehr oder weniger gekrümm⸗ ten, in der Form unbeſtändigen Wurzelknollen haben viel Aehnlichkeit mit den Gurken. Der Hauptcharakter aber, wodurch ſie ſich von andern Kartoffelarten unterſcheiden, iſt, daß ſie in der Erde um den Hauptſtengel der Pflanze einer umgekehrten Py— ramide ähnlich gelagert ſind; ihr ſpitziger Theil hängt an der Wurzel, der andere knollige krümmt ſich aufwärts nach der Ober⸗ fläche des Bodens zu, und wenn man die Pflanze nicht behäufelt, liegt er offen, wodurch er dann eine grüne Farbe bekommt und im Genuſſe widrig wird. Die Schale und das Fleiſch ſind gelblich, der Geſchmack ſüß— lich. Beſonders iſt ſie zum Branntweinbrennen tauglich.— Unter dem Namen»Arakatſcha,« womit man in Südamerika eine Rü⸗ benart bezeichnet, und dort ein ſehr großes Nahrungsbedürfniß iſt, ſuchte man dieſer Sorte Empfehlung zu geben.(S. T. 3. F. 4.) 4. Die platte weiße Fruͤhkartoffel(Herzkartoffel, Schiffskartoffel, Golden Galleons der Engländer) iſt ziemlich er⸗ giebig, und im Ertrag der gelben Frühkartoffel beinahe vorzu⸗ ziehen. Der röthliche Stengel iſt ſchwach, niederliegend, hat wellen⸗ förmig gefluͤgelte Kanten; der Rand der Blättchen iſt wellen⸗ förmig kraus; die Bluͤthen aſchfarben, röthlich angeflogen. Die größtentheils rundlich— plattgedruͤckten Wurze lknollen haben den wenig vertieften Nabel an dem ſpitzigen Endez die weni⸗ gen, meiſt kleinen Augen ſtehen ohne Ordnung; die Schale iſt zart, hellgelb. Geſchält und als Gemüſe gekocht ſind ſie weniger waͤſ⸗ ſerig und von gutem Geſchmack, als wenn man ſie mit der Schale kocht.(Abb. ſ. Taf. 3. Fig. 3.) 5. Die ſchwarze Kartoffel(Negerkartoffel, nach Leon— hardiz violette hollandiſche Kartoffel, nach Parmentier; Ches- nut der Engländer) iſt wenig ergiebig; reift Anfangs Auguſt. Der ſchwache, niederliegende, grüne, ganz unten aber dunkel⸗ braune Stengel, iſt äſtig; die runzligen und wolligen ovalen Blättchen ſind im Verhältniß gegen andere Sorten klein, die Afterblättchen 2— 3 Paar; die violetten Blumen ſtehen auf einem kurzen purpurfarbigen Stiele. Das Anſehen der ganzen Pflanze gleicht ſehr den Solanum Lycopersicum. Die meiſt runden Wurzelknollen mit vielen tief im Fleiſche liegen⸗ den Augen haben der Form nach die größte Aehnlichkeit mit der Zucker⸗ kartoffel, in welche ſie nach Thaer's Verſicherung nach und nach aus— arten ſoll; ihre Größe iſt mittelmäßig; die Schale iſt blauſchwarz, zu Zeiten mit weißen Flecken beſetzt. Sie ſind nicht ſehr mehlreich, aber doch auch nicht ſchliffig; halten ſich unter allen Kartoffeln am längſten, und werden gegen Oſtern erſt recht ſchmackhaft, und pflanzen ſich von ſelbſt durch den Samen fort. Ueber ihren Werth ſind die Stimmen ſehr getheilt; einige ziehen ſie ihres Geſchmacks wegen andern Sorten vor, Andere aber wollen ſie blos zum Vieh⸗ futter verwenden.(Abb. ſ. Taf. 4. Fig. 8.) 6. Die Rockskartoffel(Geisberger Kartoffel*), Sido⸗ niſche Kartoffel) behauptet in Anſehung ihrer Ergiebigkeit faſt den erſten Rang, denn ſie liefert viele und nur wenig kleine Knollen. Der rothmarmorirte Stengel hat gerade Flügel, die Blätter auf einem unten haarigen Blattſtiele ſind am Rande wellenartig, mit 1— 2 Paar Afterblättchen. Die Wurzelknollen haben meiſtentheils eine längliche platt⸗ gedrückte Form, werden auch ungemein groß. Sie ſind reichlich mit Augen beſetzt, die meiſtens auf kleinen Erhöhungen ſtehen, die am Naſenende aber in kleinen Grübchen; die Schale iſt etwas rauh und ſchmutzig dunkelroth; das Fleiſch iſt blutroth, wohl— ſchmeckend. Erſt gegen das Frühjahr wird ſie mehlhaltiger und wohlſchmeckender und bleibt bis zu Pfingſten hin brauchbar, be⸗ ſonders zu Suppen.(Abb. ſ. Taf. 4. Fig. 9.) 7. Die Biscuit-Kartoffel iſt zwar nur von mittel— mäßigem Ertrag, allein ihr Werth wird mehr nehmen markigen Geſchmack beſtimmt Der Stengel hat drei Kanten und iſt wellenförmig geflügelt; die großen Blättchen ſtehen auf Blattſtielen mit tiefen rothen durch ihren ange⸗ x — Rockskartoffel iſt ihr Name am Rhein, Geisberger Kartoffel wird ſie von dem Orte im Unter⸗Elſaß genannt, von wo aus ſie ſich zuerſt verbreitete. zurchen, am End Die Ecken ver heſetzt, d gelb, an de Luft u. dgl. 6 8 86* werſche! nur mit gereſſt d or roß 6 05 dn. Ar ſind; ihre Corne d Red Kid bber ang ſt gegen r Ihr Ratt, d n aber dunke, olligen vvaln eten klein, w en ſtehen ai i der gamen Fleiſche lieen mit der zuie ) und nach au⸗ blauſchwir n ſehr mehlret, Kartoffeln i mackhaft, m er ihren Vent res Geſchwatt blos zum Lie⸗ ffel*), Ehr⸗ bigkeit faſt kleine Knolln I, die Blätte de wellenart⸗ laͤngliche plet ſind reiclih hungen ſtehen ſchale iſt etvi⸗ zuutroth, vol⸗ ehlhaltiger in brauchbar, be r von mitte⸗ ch ihren ange mig geflühet tiefen rothen Kartoffl wid vo aus ſie ſch 2⁵ Furchen, und die pfirſichblüthfarbigen Blumen mit weißen Spitzen am Ende des ſehr hohen Stengels. Die rundlichen, nicht großen, mit einigen hervorſtehenden Ecken verſehenen Wurzelknollen, ſind äußerſt ſparſam mit Augen beſetzt, die meiſten ſtehen ganz vorn am Naſenende; die Schale iſt gelb, am Nabel und Naſenende aber röthlich, und färbt ſich an der Luft mehr roth; man braucht ſie gern zu Backwerk, Torten u. dgl.(Abb. ſ. Taf. 4. Fig. 7.) 8. Die Pfälzer frühe, hellrothe Kartoffel(Pom⸗ merſche Nudel); iſt ſehr ergiebig, mehlreich und reift Ende Juli. Der geſtreckte Stengel iſt grün, ſeine geflügelten Kanten gezähnt; die mattgrünen Blättchen mit wollig zuſammengefaltetem Rande, ſtehen auf dicken, ſteifeuStielen; Afterblättchen ſind 2, oft auch nur eines vorhanden. Die meiſt plattrunden, ziemlich großen Wurzelknollen ſind nur mit wenig Augen beſetzt, welche in mäßig tiefen Gruͤbchen ſtehen; gereift ſetzen ſich bei naſſer Witterung von neuem Kügelchen an der großen Knolle an, die vielfältig länglichen Warzen ähnlich ſind; ihre etwas rauhe Schale iſt hellroth.(Abb. ſ. Taf. 4. Fig.) 9. Die rothblau⸗marmorirte Kartoffel(Kirſchen⸗ Kartoffel, Pfälzer Grundbirn, Kirkham Marbles der Engländer) zeichnet ſich in Anſehung der Ergiebigkeit und Größe der Knollen vor den Nr. 1, 3, 4, 10 aus; ihre Reife fällt in Ende Juli nnd Anfang Auguſt. Der etwas haarige Stengel hat unten drei häutige, krauſe Flügelkanten; die hellgrünen Blättchen mit haarigem Blattſtiel ſind eifoͤrmig der Stiel der aſchgrau-bläulichen Blumen iſt haarig. Die mehr runden, als langen, plattgedrückten und mehlreichen Wurzelknollen haben wenig flach- und tiefliegende Augen, die mit runden Bogen umgeben ſind; die graurothe Schale wird, der Luft ausgeſetzt, bläulich; bisweilen iſt ſie mit weißen Streifen über⸗ zogen, welches ihr ein marmorirtes Anſehen gibt.(A. ſ. T. 3. F. 5) 40. Die rothe Frühkartoffel(Rothe Hornkartoffel, Corne de vache der Franzoſen, the red french Potaten oder Red Kidney der Engländer) iſt von nicht ſehr ſtarkem Ertrag, aber angenehm im Geſchmack; reift unter allen am früheſten, und iſt gegen mäßige Frühlingsfröſte nicht ſehr empfindlich. Ihr Stengel iſt dünn, grün, roth angeflogen und ganz be⸗ haart, die eirund-herzförmigen grünen Fiederblättchen ſind oben 26 und unten weichhaarig; die Blumen auf dem zarten Blumenſtiel weiß. Die Wurzelknollen haben eine langgeſtreckte Form; das Naſenende iſt meiſt mehr kolbig, dagegen das Nabelende mehr ſpitzig; erſteres ſucht ſich über die Erde herauszuarbeiten, wodurch die Knollen meiſt auch in der Form eines jungen Kuhhorns ge— krümmt werden, daher ſie auch in einigen Gegenden den Namen Hornkartoffel führt. Viele bleiben aber auch gerad und haben mehr die Form eines Zapfens. Sie ſind mit vielen flachliegenden Augen beſetzt, und dieſe bilden ziemlich immer zu vier ein Viereck; die Schale iſt hellroth, vielfältig, etwas rauh und ziemlich dick; das Fleiſch iſt ganz weiß, ſehr ſchliffig, aber dabei doch zart, und wird des angenehmen Geſchmacks wegen ſehr geliebt.(A. ſ. T. 3. F. 1.) B. Ju den Spaͤtkartoffeln gehoͤren: 11. Die kleine Nußkartoffel. Der grüne dünne Stengel hat zwei geflugelte, oben kaum bemerklich gezähnelte Kanten, die Blättchen ſind am Rande wellenformig, die Afterblättchen zweipaarig; die blaßblauen, gefalte— ten concaven Blumen ſind behaart, ſo wie ihr langgeſtreckter Stiel. Die Wurzelknollen haben nicht einerlei Form; einige ſind birn-, andere walzenförmig, die meiſten aber nußähnlich; mit Augen ſind ſie nur wenig beſetzt, an den kleinſten kaum bemerklich; die ganz glatte, ſehr zarte Schale iſt gelblich, beinahe weiß. Die Wurzeln hängen ſehr voll von ihnen; ihr Geſchmack iſt mandelartig, und in Butter geſchmort ſind ſie am Gemüſe eine wahre Deli— kateſſe. Wegen ihrer Kleinheit ſind ſie aber außerdem zu keinem ökonomiſchen Gebrauche.(Abb. ſ. Taf. 6. Fig. 21.) 12. Die kleine Schottländer Kartoffel(das kleine Mäuschen). In Anſehung der Ergiebigkeit iſt keine Sorte mit ihr zu vergleichen, ſie aber wegen ihrer Kleinheit mühſam aus dem Bo⸗ den zu nehmen. Der kaum fußhohe Stengel iſt dreikantig, oben kraus ge— flügelt, überall braun gefleckt und punktirt; die herzförmigen, blaßgrünen Blättchen ſind auf der untern Seite etwas haarig; zwiſchen ihnen füllen den Raum zweipaarige Afterblättchen aus; die gefaltet eingebogenen lilablauen Blumen mit weißen, äußerlich haarigen Spitzen ſtehen entfernt auf einzelnen Blüthenſtielchen. Die gewöhnlich kleinen Wurzelknollen ſind langgedehnt und etwas krumm gebogen; doch hängt ihre Länge ganz beſonders vom Boden? Lehmbol des auff künſtlch ſo hetrach dönlich fen lach 13. ſſſhe Ka kartoffel ſehr teic dee feinſe Der ten, diel paatig; d men ſtehe Sträußen De fürmig od de in tie die Schal mandelart de gelbli von ſiirſch mehtere; ſe ſtatt Nach feſter Sul in Paſer 1l. der then h langen e die gen Wul fach, an gelb; das Zuckerkar 15. der Blumenſt ſe Form; diß belende mei eiten, wodurg Kuhhorns g⸗ n den Nanen ad und heben flachliegenden er ein Vieret ziemlich dit doch zart, un .ſ. T. 3.5.1) lte, oben kaun d am Nand' lauen, gefälte ſtreckter Stie em; einige ſn ich; mit Augen emerklich; de he weiß. de ſt mandelarti wahre del⸗ dem zu keinen ) el(das klein Sorte mit in maus dem do⸗ bben kraus ge herzförniga etwas hastig blättchen ui ißen, außerii henſtielchen nggedetntmn eſonders von 2 Boden ab, worin ſie gebaut werden. In einem mit Sand vermiſchten Lehmboden erreichen ſie wohl die Länge von drei Zoll, und um des auffallenden Anblickes willen baut man ſie auch wohl bei Salaten künſtlich auf. In Sand⸗ und Kießboden erhalten ſie jedoch keine ſo beträchtliche Länge. Sie haben äußerſt wenig Augen, die Pünktchen ahnlich ſind; die Schale iſt gelblich, faſt weiß; ihre Wurzeln lau⸗ fen flach und weit; ſie ſind ſehr wohlſchmeckend.(A. ſ. T. 6. F. 20.) 13. Die Zuckerkartoffel(Mandeleartoffel, kleine chine⸗ ſiſche Kartoffel, engliſche Kartoffel, holländiſche Kartoffel, Perücken⸗ kartoffel, the Dutsch upright Potatoe der Engländer) trägt ſehr reichlich, aber kleine Knollen, iſt mit der ſchwarzen Kartoffel die feinſte und angenehmſte aller bekannten Arten; reift ſpät. Der niederliegend knotige Stengel hat ſchwach geflügelte Kan⸗ ten, die blaßgrünen Blättchen ſind runzlich, Afterblättchen ein⸗ paarig; die ſchönen himmelblauen, an den Spitzen haarigen Blu— men ſtehen auf zartem, etwas gebogenem Blumenſtiel in großen Sträußen; ihre Kelcheinſchnitte ſind häutig. Die Wurzelknollentheils rund, theils länglich und walzen⸗ förmig oder auch ſpitzig zulaufend, ſind mit vielen Augen beſetzt, die in tiefen, mit erhöhtem Fleiſch umgebenen Grübchen liegen; die Schale iſt glatt, gelblich, faſt weiß; der Geſchmack iſt lieblich⸗ mandelartig, beim Kochen werden ſie nicht muſig und behalten die gelbliche Farbe ihrer Maſſe. Sie bleiben gewöhnlich klein, von Kirſch- bis zur Wallnußgröße; nur in naſſen Jahren, wo auch mehrere zuſammenwachſen, werden ſie etwas größer. Man braucht ſie ſtatt der Kaſtanien am Kohl und in Suppen. Nach Einhoff enthält dieſe Sorte den größten Gehalt an feſter Subſtanz und an Stärkmehl, folglich die wenigſte Menge an Waſſer.(Abb. ſ. Taf. 6. Fig. 19.) 14. Der Preis von Holland. Der Stengel klein, zart, haarig, dreikantig; die Blaͤtt⸗ chen hellgrün, ſelten Afterblättchen; die blauen Blumen auf langen Stielen. Die nicht großen, meiſtens länglichen, eirund und walzenförmi⸗ gen Wurzelknollen ſind mit vielen Augen beſetzt, wovon einige flach, andere in Grubchen liegen; die etwas rauhe Schale iſt hell⸗ gelb; das Fleiſch köſtlich ſchmeckend. Sie ſcheinen eine Abart der Zuͤckerkartoffel zu ſeyn.(Abb. ſ. Taf. 5. Fig. 14.) 15. Die weiße Kartoffel iſt ſehr ergiebig. Der Stengel iſt knotig, haarig, an den welligen Flügelkanten ——y———yy—yy————yy— 28 mit einzelnen rothen Punkten bezeichnet; die Blattſtiele haben ihrer ganzen Länge nach abwechſelnd ſtehende Afterblättchen; die haarigen Blättchen ſind ungleich herzförmig; die Blumen blaßroth, bläulich, mit weißen Spitzen. Die ſehr großen runden Wurzelknollen haben wenig Augen, die in Grübchen ſitzen; die glatte Schale iſt gelblich-weiß; das Fleiſch wohlſchmeckend.(Abb. ſ. Taf. 5. Fig. 17.) 16. Die beſte Speiſekartoffel(Borsdorferapfel⸗ kartoffel) hat nur mittelmäßige Ergiebigkeit. Der Stengel iſt faſt dreikantig, mit ſchmalen Flügeln; die Blumenſtiele walzenrund mit unten haarigen Furchen; die Blätt— chen eirundlich, vor der Blüthe alle concav oder löffelförmig; ihnen ähnlich ſind die Afterblättchen; die ganz weißen Blumen ſtehen in großen Sträußern. Die mittelmäßigen und kleinen, faſt kugelrunden Wurzelknol— len haben wenig Augen, die in tiefen Grübchen liegende, ſehr zarte, glatte Schale hat eine ſchmutziggelbe Farbe; der Geſchmack iſt ſehr angenehm. In Hinſicht der Größe überſchreiten nur wenige das Maß der Mittelmäßigkeit; die größten ſind wie ein Borsdorfer Apfel, die meiſten wie Taubeneier, Haſelnüſſe.(A. ſ. T. 6 F. 13.) 17. Die Lerchenkartoffel iſt eine der vortrefklichſten Sorten, ſowohl in Hinſicht des ſehr reichlichen Ertr ags, als der Größe und des Wohlgeſchmacks. Der dreieckige Stengel mit ſeinen ſtark gewellten Flügeln, und unten zwiſchen denſelben rothbraun geadert und gefleckt, wird faſt fünf Fuß hoch; die blaßgrünen, breiten, wellenförmigen Blätter ſind behaart; die zwei bis drei Paar Afterblätter groß; die Blumen— ſtiele mit gern vor der Entwicklung abfallenden Blumen, ſind meiſt in der Mitte des Stengels. Die ziemlich großen, länglichen oder rundlichen, etwas platten Wurzelknollen haben nicht viel Augen in ziemlich tiefen Grüb— chen; die meiſten ſtehen am Naſenende, welches etwas ſeitwärts gebogen iſt, die etwas rauhe Schale iſt hellgelb;z das Fleiſch ſehr diehſefiih wohlſchmeckend und zu jedem Gebrauche anwendbar.(A. ſ. Taf. 5. Fig. 11.) 4 18. D Zwiebelkartoffel(Zwiebelſchale, Pelure d'oignon; Ochſenzunge, Langue de boeuf. S. Parmentier und Buſchen⸗ dorf p. 64.) gehört zu den edleren und mehlreichen Sorten. Der niederliegende zarte Stengel hat unten wenige, oben rundliche, ſich berührende, hellgrüne Blätter; die Afterblättchen ſind klei Blumen di eine Bi ale zeic Augen be ſceint, 9 ſt an D jieht ma⸗ ſind meh 19. Der nen Bla Blumenſt dien len haber etwas ra ſchmack 40. in Hannon der Pünttchen ſweipaatig dier ſppatſam n verſteckt iſt zart un 11. W ſt von gr der; dat unvol meiſ grof blin p 9, großen, berſehene gene Aug halb beſo beſchaßte kift an attſtiele hale blättzen d umen blaßtet wenig Aunn licweiß d ſ orsdorferavit en Flügeln n; die Blitz er löffelföem weißen Bumn Butzelkm nde, ſehr zn eſchmack iſ ſt nur wenize di ein Borzdoft ſ. T. 6 Fl vortrefflchin trags, als d ellten Flüge d gefleckt, ormigen Baatte z; die Buunan men, ſind neij n 1” 1 1 „etwas plutte ich tiefen Grit twas ſeitwin das Fleiſt anwendbat 4 Jurè d'oislel und Buſchel⸗ en Sortet⸗ wenige, bhen Altterbläthe 29 ſind klein, einpaarig, auch ganz einzeln; die dunkelviolettblauen Blumen, nach einer Seite gerichtet, ſtehen auf haarigen Stielen. Die Wurzelknollen haben, wenn ſie reif ſind, größtentheils eine Birnform, die noch unreifen ſind walzenförmig und rund, alle zeichnen ſich aber durch Spitzenden aus; ſie ſind mit vielen Augen beſetzt, die unter angehäuftem Fleiſche ſtehen; daher es ſcheint, als wären ſie hier und da mit Beulen beſetzt; die Schale iſt am Dickende ſchmutzig-gelb, am Spitzende aber bläulich, und zieht man ſie hier ab, ſo erſcheint das Fleiſch ganz blau. Sie ſind mehlreich und von gutem Geſchmacke.(A. ſ. Taf. 5. Fig. 16.) 19. Die gelbe Patake. Der röthliche Stengeliſt dreikantig, gefluͤgelt; die blaßgrü⸗ nen Blättchen eiherzförmig; Afterblättchen Ein Paar; die Blumenſtiele kurz, zart, am Ende mit blaßblauen Blumen. Die runden oder länglichen, gewöhnlich kleinen Wurzelknol⸗ len haben viele tiefliegende Augen; die glatte oder bei einigen etwas rauhe Schale iſt hellgelb; das Fleiſch hat einen guten Ge— ſchmack. Meiſtens bleiben ſie klein.(Abb. ſ. Taf. 5. Fig. 22.) 20. Die Spaniſche Kartoffel(Giüöbraltariſche Kartoffel in Hannover genannt). Der hohe Stengel iſt dreikantig, mit einzelnen braunrothen Pünktchen gefleckt; die Blätter länglich, blaßgrün; Afterblättchen zweipaarig. Die meiſt runden, doch auch länglichen Wurzelknollen ſind ſparſam mit Augen beſetzt, welche flach und unter Fleiſchſchwülſten verſteckt liegen; die etwas rauhe Schale iſt hellgelb; das Fleiſch iſt zart und von gutem Geſchmacke.(Abb. ſ. Taf. 7. Fig. 25.) 21. Die Pernvianiſche Kartoffel(der Preis von Peru) iſt von größter Ergiebigkeit, und reift am früheſten. Der grüne, glatte, bedeutend dicke, aber nicht lange Stengel hat unvollkommene herablaufende Flügel; die runzlichen ja blaſigen, meiſt großen Blättchen ſind glänzend dunkelgrün; die After⸗ blatter zweipaarig wechſelnd; die Blumen weiß. Die mehr runden als langen, etwas platten, ausnehmend großen, oft drei Pfund ſchweren, bisweilen mit allerlei Auswüchſen verſehenen Wurzelknollen haben viele wie unter Beulen verbor⸗ gene Augen; die Schale iſt hellgelb; ſie ſind ſehr mehlreich; deß⸗ halb beſonders zur Stärkebereitung brauchbar; ſonſt aber iſt dieſe geſchätzte Kartoffel zu jedem Gebrauche anwendbar. Sie über⸗ trifft an Ertrag die Rohankartoffel, die auf dem Felde neben ihr 30 gepflanzt worden, und ſoll am beſten durch Ausſtechen der Keim⸗ Sterge augen der Saatkartoffeln fortgepflanzt werden. Nach den neuen Rickich Anal. d. Meklenburg. landwirthſch. Geſellſchaft, J. 1840, iſt die Kattofee peruaniſche Kartoffel von etwa drei Pfund oder acht einzelnen groß Und Stuͤcken in zwei Ernten durch Keimpflanzen bis zu 90 Scheffeln ufllend angewachſen.(Abb. ſ. Taf. 6. Fig. 23.) ſaͤr Im Belehrungsblatt des landwirth. Inſtituts zu Turtſch in weniger Böhmen wird bemerkt: obwohl die Peruvianer zu den Spät⸗ blank au kartoffeln gehören, ſo muß man doch geſtehen, daß ſie bei uns faſt ſehr gen die erſten ſind, welche man genießen kann. Bei unſerem ſchon etwas dem Peun rauheren Klima waren ſie immer ſchon in der Mitte Juli zu ver— vianiſche ſpeiſen, wo ſie alle andern Frühkartoffeln an Ergiebigkeit und oh ſe ſt Wohlgeſchmack übertrafen.(Oekon. Neuigkeit. J. 1839. Nr. 91.) den Halk 22. Die gelbe Zapfenkartoffel(Tannenzapfenkartoffel lople, ſ in Brandenburg genannt) iſt ſehr ergiebig. dunnenzy Die dünnen, grünen Stengel ſind behaart, ihre Kanten mit vwechſeln gezähnelten Flügeln verſehen; die ganzrandigen großen Blättchen baren Gi berühren ſich; die Afterblättchen zweipaarig; die weißen Blumen mag, ſone ſtehen auf oben etwas haarigen, aus den Blattwinkeln kommenden Einn Stielen. dieſe gabi Die ſechs Zoll und mehr langen Wurzelknollen enden meiſt lis eirer in eine ſtumpfe Spitze, und ſind unter allen Sorten am reichlichſten 19, mit Augen beſetzt, welche in ziemlich tiefen Grübchen wie unter ghi, Fleiſchwulſten liegen; der Nabel auf einem Wärzchen; die Schale 1 iſt hellgelb, an der Nabelhälfte glatt, am Naſenende aber etwas Sarte,i rauh, hat unter der Erde oft einen rothen Anflug, der aber bald 5 an der Luft verbleicht. Sie wachſen häufig zuſammen, und bilden bald ein Kreuz, bald die Figur T.(Abb. ſ. Taf. 7. Fig. 4.) u 1 In den neuen Annal. d. Mecklenburg. landwirth. Geſellſchaft unf vom J. 1840 erſcheint über dieſe Kartoffelart folgender Aufſatz: füen die Tannenzapfen⸗Kartoffel iſt wohl eine der zuträglichſten, durch 1 nänt die Menge ihrer langen vielen Knoten, wobei ſie ſehr genießbar ni en iſt, und alſo Zuträglichkeit und Eßbarkeit in ſich vereinigt. Sie M wird aber zum Schälen ſich nicht empfehlen, weil ſie noch mehr ſin etun Augen hat und knorriger iſt, als die feine blaubluͤhende, und nicht über haͤng gelbes, ſondern weißes Fleiſch hat.. nict hock Sie grünte nicht völlig ſo lange als die Rohankartoffel, nlitenem etwa bis zum 16. Oktober, im Sommer hindurch mit vielen Blü⸗ 14. then. Sie hat ein lebhaftes Saftgrün, das nicht ſo dunkel iſt— als das der iriſch Potato, der ſie übrigens in Hinſicht der großen C—— hen der Kei ach den neun 1840, iſd acht einzeln à 90 Sceff zu Turtſch zu den Srit ſie bei uns ſi em ſchon eine te Juli zu te rgiebigkeit un 1839. Nr. d nzapfenkariif ihre Kanten n koßen Blättge ißen Blunen eeln kommende len enden wiſ am reichlicſin chhen wie unte den; die Sc nde aber etot der aber bu nen, und bite Fig. 4) rth. Geſellti gender Aufſi glichſten, dui ſehr genih vereinigt. Ö ſie noch weit ende, und ii Rohankartyft nit vielen ſo dunbe ſiht det guze 31 Stengel nichts nachgibt, wie ſie alle beiden Kartoffelarten in Rückſicht des Ertrages zu überbieten ſcheint. Die ſehr langen Kartoſfſeln mit vielen Augen wachſen ſpindelförmig um die Stange, groß und klein; auch wachſen viele zuſammen, und geben noch auffallendere Bilder als die Rohankartoffeln. Sie ſieht äußerlich ſehr blank und gelbweiß aus. Sie und die Peruvianiſche werden weniger von den Erdwürmern angegriffen, daher ſehen ſie ſehr blank aus. Merkwürdig iſt es, daß ſie als Pellkartoffel ſich ſehr genießbar erweist und bei ihrer Zuträglichkeit ganz beſonders dem Pauperism zuſagen muß. Es frägt ſich, ob ſie mit der Peru— vianiſchen in der Zuträglichkeit nicht den Streit beſtehen kann; ob ſie ſich ſo leicht aufnehmen und rein aufnehmen läßt hinter den Hacken?— Dieſe Kartoffelart, die Peruvianiſche und Pine— Apple, ſcheinen die einträglichſten zu ſeyn. Man muß aber die Tannenzapfen-Kartoffel ja nicht mit der Ananas-Kartoffel ver— wechſeln, mit der ſie nichts gemein hat, und die wegen ihrer ſonder— baren Geſtalt, der Aehnlichkeit mit der Ananas, ſo genannt werden mag, ſonſt aber nicht empfehlungswerth zu ſeyn ſcheint. Ein Ananaskartoffel, ſieben Loth ſchwer, gab 22 Augen und dieſe gaben fünfzehn Pfund Kartoffeln von der Größe einer Erbſe bis einer Fauſt. 19 ½ pCt. feſte Beſtandtheile. 80 ½„» Waſſer.(Pohl.) 23. Die Pommerſche Kartoffel“), eine ſehr ſchätzbare Sorte, iſt ſehr ergiebig, und leidet wenig von Frühjahrsfröſten. Der unten dicke Stengel iſt dreieckig, häutig, wellig geflügelt, knotig; die großen, am Rande welligen Blätter ſtehen entfernt von einander; die häutigen Afterblättchen dreipaarig; die zarten Blumenſtiele in der Mitte des Stengels haben kleine, bald ab— fallende, blauröthliche Blümchen in Trauben; ihre kleinen Staub— beutel verkümmern. Die ſehr großen, mehr langen als runden Wurzelknollen ſind etwas platt; ſie haben viele ſehr tief liegende Augen mit dar— über hängendem Fleiſch; nur die kleinern Knollen ſind mehr rund, nicht höckerig; die glatte Schale iſt hellgelb. Sie treiben nach erlittenem Fruͤhlingsfroſte bald wieder.(A. ſ. Taf. 8. F. 30.) 24. Die engliſche Kartoffel(The Champion) iſt von *) So genannt, weil ſie über Pommern zu uns gekommen iſt. 2öööoöööoöoöooooöo—.———— 32 ſehr reichlichem, oft 20 bis 3ofältigem Ertrage, aber von keinem der b ſonderlich guten Geſchmacke; reift ſpät. nalleich Der grüne, eckige, feinhaarige Stengel hat wellig-krauſe wenn 1 Flügelkanten; die Blättchen unten klein, nehmen nach oben an aber dor Größe zu, ſtehen entfernt, und zwiſchen ihnen zwei Paar After— und auh blättchen; der Blumenſtiel iſt haarig und trägt weiße Blumen. verlieren Die ſehr großen Wurzelknollen haben nicht einerlei Form. dej durd Meiſtens ſind ſie rund, doch auch lang, herz- und nierenförmig; bahen mit Augen ſind ſie reichlich beſetzt, welche in tiefen Grübchen lie— b diſ gen, nicht ſelten haben ſie auch viele warzige Auswüchſe; die glatte ſandthei Schale iſt hellgelb. 26,1 Dieſe Sorte iſt ſehr mehlreich und zu allem ökonomiſchen Ewwiehi Gebrauche wie zur Viehmaſtung, zum Branntweinbrennen, zur lnnſec Stärkebereitung, auch zum Brodbacken anwendbar. Näachſt der erbeſdf Peruvianiſchen Kartoffel verdient daher dieſe Sorte ſowohl ihres deud Ertrages als ihrer Anwendung wegen von jed em Landwirthe an⸗ wiſchen,d⸗ gebaut zu werden. In lehmigem Boden behält ſie immer einen lſte hib. unangenehmen Geſchmack; dagegen in ſandigem Lehmboden verliert Platt n ſich das Wildernde und kann 30 jedem Küchengebrauche ver⸗ tigen wm n wendet werden.(Abb. ſ. Taf. 7. Fig. 26.) b Dientt 25 Die große Wiehkartoffel(Nam. Howardskartoffel, kn oder int Surinamiſche Kartoffel, amerikaniſche, wilde Ochſen- oder Sau— kabig un kartoffel, Varn-battales in Amerika gennant) iſt ganz außer⸗ Augen ihn ordentlich ergiebig, bis 30fältig, und vorzüglich zum Viehfutter faſ ſch brauchbar.— Aus Surinam kam ſie durch einen Matroſen nach gerſtnit England, woſelbſt ſie im Jahre 1711 zuerſt in Bedfordſhire ein morit, p gewiſſer Howard pflanzte, daher ihr Name Howards⸗ ſweten) kartoffel. Valis Der Stengel einfach und behaart, ſo wie die Blattſtiele, Nlagfrbes welche in eine geflügelte, doppelt gefurchte Rippe ſich endigen; nt ng9 die Blättchen ſind eiherzförmig mit zwei Paar Afterblättchen; feuttetu die blaßblauen Blumen ſtehen bis zu fünfzehn in einer Doldentraube. über. d Die Wurzelknollen ſind verſchieden geformt, rund, lang, er trun kolbig, auch ſpitzig; einige haben das Anſehen, als ob Kugeln an hiren, ig einander gewachſen wären; häufig werden ſie außerordentlich groß, firben; und nicht ſelten wiegt ein Stück zwei bis drei Pfund; ſind mit keſen ſu vielen tiefliegenden Augen beſetzt, welche zuweilen Heroorrägen In de und Blättchen entwickeln; dieß beſonders an Knollen, die in feuch— duf den ten Jahren über der Erde liegen; die im Ganzen glatte, aber nittlerer 6 ſtellenweiſe etwas rauhe und riſſige Schale iſt hellgelb und außer dben ſo be er von kenne nach oben, ei Paar Afte ße Blumen, einerlei gen nierenformi Grübchen hſe; die glin ökonomiſt nbrennen, zu r. Nachſt d e ſowohl te Landwirthe ge ie immer einn nboden vetlin gebrauche der wardskartoff! en⸗ oder En ſt ganz aubtr um Viehfutte Matroſen nin edfordſhire di Howarde die Blattſin e ſich endizen Afterblättten Doldentralt nt, rund/ lan ob Kugeln A rdentlich 9rc fund; ſind 1 n herrortage n, die in fat⸗ t glatt e, a the eb und außer der Erde liegend, gruͤn. Das Fleiſch iſt grob, wäſſerig, wenig mehlreich, ſchlechtſchmeckend. Der wildernde Geſchmack wird zwar, wenn ſie in Dämpfen gekocht werden, ſehr gemäßiget, verliert ſich aber doch nicht ganz, daher ſie ſich nur für die Maſtung eignen, und auch da mäßig gegeben werden muͤſſen. In ſandigem Boden verlieren ſie viel von ihrer Schärfe; einige Landwirthe behaupten, daß durch einen Zuſatz von Aſche deren wilder Geſchmack gedämpft werden könne. Die engliſche große Viehkartoffel enthält 25 pCt. feſte Be⸗ ſtandtheile, 75 pCt. Waſſer.(Abb. ſ. Taf. 9. Fig. 31.) 26. Die blaue Hornkartoffel kann in Hinſicht der Ergiebigkeit nicht unter die reichen Sorten gezählt werden; auch artet ſie leicht aus, d. h. in ſandigem Boden vermindert ſich ihr Farbeſtoff. Der niedrige Stengel, unten braunroth, gefurcht, haarig, mit Zwiſchenknoten und gelrippe, wird gegen die grünlichen Aeſte hin dicker; die blaßgrünen, kurzen, runzligen und haarigen Blätſtchen ſind oft löffelförmig, und ſtehen, ſo wie die zweipaa— rigen runden Afterblättchen, ungleich; die Blumen ſind weiß. Die Wurzelknollen ſind faſt alle krumm gebogen, und gur⸗ ken oder hornähnlich, langgeſtreckt; die größern ſind am Naſenende kolbig und laufen in eine dnüdiß Spitze aus; ſie haben wenig Augen in flachen Gruͤbchen; die Schale iſt ſchmutzig dunkelblau, faſt ſchwarz, und wird ge en das Naſenende hin ziemlich rauh. Zerſchnitten erſcheint das Fleiſch ebenfalls blau oder blau⸗mar⸗ morirt; gekocht ſieht es violettblau aus, es iſt mehlreich und wohl— ſchmeckend.(Abb. ſ. Taf. 8. Fig. 29.) Wöhrſcheinlich ſtammt dieſe Sorte aus Peru, wo dergleichen blaufärbende Arten mehrere angetroffen werden. Benetzt man ſie mit Salzſäure, ſo verwandelt ſie die blaue Farbe in Grün, und feuchtet man dieſe mit Salpeterſäure an, ſo geht ſie ſogleich in Roth uüͤber. Daraus erhellt, daß dieſer Farbſtoff der nämliche iſt, welchen der braune Kohl enthält. Man hat es verſucht, ihn zu ertra⸗ hiren, und wollene, leinene und baumwollene Zeuge damit zu färben; allein obgleich dieſe Verſuche von gluͤcklichem Erfolge ge— weſen ſind, hat man doch der Farbe keine Dauer geben koͤnnen. In den Gebirgen, welche an die Andeskette ſtoßen, und ſelbſt auf den Höhen derſelben bauen die Indianer eine Sorte von mittlerer Größe und runder Form, die nach ihren Beſtandtheilen eben ſo beſchaffen iſt; doch enthaͤlt ſie den Farbſtoff in noch rei⸗ 3 krauſer Fluͤge 34 cherem Maße, denn auch die Stengel, Blätter und andere Pflanzen— die Aſted theile ſind damit erfüllt. Daher braucht man ſie blos zum Färben, blaß⸗lilafen zu welchem Zwecke die Knollen in dünne Scheiben geſchnitten und ſiel. getrocknet werden. Ein Alaunzuſatz verändert die Farbe nicht; den hingegen verwandelt ſie Kupfervitriol in ein dunkles ſchönes Blau. die in lan Lauge macht dieſe Farbe immer mehr oder minder grün. ſhale iſ ſet 27. Die blaue runde Kartoffel iſt nur von mittel⸗ nit weißen mäßiger Ergiebigkeit, aber ungleich mehr als die ſchwarze(Nr. 5). ſicgends w Der Stengel iſt knotig, geſtreckt, unten rothbraun oder ſo 30. 1 punktirt; der Blattſtiel obenhin purpurfärbig; die eiherzförmigen atoes, Tf concaven Blättchen ſind oben und unten haarig; der rundlichen dorzüglihſt Afterblättchen drei Paar; die Blumen ſind aſchfarben blaulich. Der E Die Wurzelknollen ſind rundlich, und hängen wie Weinbeere auten nack, an den Kämmen der weit auslaufenden Wurzeln; daher man ſie ſie Blätthhe blaue Traubenkartoffel nennen könnte. Sie ſind mit zahlreichen ein, ſelten Augen beſetzt, die in tiefen Grübchen mit Fleiſchhügeln liegen, Mläͤthen ſte welches den Knollen ein etwas eckigtes Anſehen gibt. Die etwas ſervorkomn weiche Schale iſt beim Ausnehmen aus der Erde dunkelblau, hier deg und da röthlich ſchillernd, wird aber an der Luft ſchmutzig-ſchwärz⸗ ſe keiren lich. Das Fleiſch hat einen nußartigen Geſchmack, und deßwegen deliche Er iſt es von Einigen ſehr hoch geſchaͤtzt. Die Sorte iſt vielleicht ſeſt itſe eine Abart von der ſchwarzen Kartoffel(Nr. 5), aber die Knollen meſtn u ſind größer als dieſe und ergiebiger.(Abb. ſ. Taf. 8. F. 28.) 28. Die Erdbeerkartoffel iſt von mäßigem Ertrag, und erreicht eine mittelmäßige Größe. Der Stengel untenliegend, ſteigt dann auf, iſt dreikantig, mit Flügeln; das Endblättchen, das größte, iſt verkehrt eirund duruus bereit 31. Di Aten, auch dah vom F zugeſpitzt; ſelten die einpaarigen Afterblättchen; der kleine Blumen— drr ge ſtiel hat wenig röthliche Blumen. üin it Die nicht ſonderlich großen W urzelknollen ſind rund, ein Pfieten be wenig plattgedrückt; mit Augen ſind ſie wenig beſetzt, die aber in Jan, der ziemlich tiefen Grübchen liegen; die zarte Schale iſt mattroth; und vegr. das Fleiſch iſt gekocht, gelb, mehlreich, wohlſchmeckend. Die Knollen de N zerkochen leicht, und ſehen da wie ein blaſſes Eierdotter aus, und Jeen und? zerfließen auf der Zunge; zerſchnitten zerkochen ſie ſich nicht. Für den iſer welhe Küchengebrauch eignen ſie ſich vor jeder andern Sorte.(A. ſ. T. 5. F. 12.) 29. Der Preis von Weſterwald trägt ſehr reichlich, aber häufig kleine Kartoffeln. Der aufrecht ſtehende Stengel iſt dreieckig, mit etwas roth— braunen Knoten; die Blättchen eirund, rundlich und etwas wollig; icthe etwas dagen und d urhwebt. dere Pflang os zum Fune geſchnitten- 2 Farbe nih à ſchönes d grüͤn. ur von mit hwarze(Ur. hhbraun oder eiherzförnie daher man mit zahlreit ſchhügeln lien ibt. Die eir dunkelblau, h ſchmutzig⸗ſhvi und deßm pwege orte iſt vielet aber die Knul f. 8. F. 28.) gem Extrag, if, iſt dreien verkehrt ein n r kleine Blume n ſind rund ſftzt, die da⸗ 461 le iſt mattr nd. dotter aug, M ih nicht. Firn (A.ſ.X.5 P gt ſehr ratl mit etwas thi No nd etwas o Die Kuoli 25 die Afterblättchen ſtehen paarweis, wechſelnd, auch einzeln; die blaß⸗lilafarbigen Blumen zu s bis 10 auf einem kurzen Blumen⸗ ſtiel. Die nicht großen runden Wurzelknollen haben wenig Augen, die in kleinen nicht tiefen Grübchen liegen; die dunkelrothe Ober— ſchale iſt ſehr rauh; unter ihr befindet ſich eine zweite rothe Schale mit weißen Tüpfelchen; das Fleiſch iſt gelb! Man findet ſie faſt nirgends wie auf dem Weſterwalde.(Abb. ſ. Taſ. 5. Fig. 15.) 30. Die lange rothe Nierenkartoffel(Kkidney Po- tatoes, Pfaff. p. 111.) iſt ziemlich ergiebig und kann zu den vorzüglichſten Sörten gerechnet werden. Der Stengel iſt faſt fünf Fuß hoch, ſchwach, niederliegend, unten nackt, hat knieförmige Knoten; wenig, aber große Blätter; die Blättchen ſind lang, glatt, rundlich zugeſpitzt; Afterblättchen ein, ſelten zwei Paar; die zehn kleinen, eingebogenen, röthlichen Blüthen ſtehen auf einem Stiele, der einem Blattſtiele gegenüber hervorkommt. Die großen Wurzelknollen ſind meiſt walzenförmig, dagegen die kleinen käuſelförmig; ſie ſind reichlich mit Augen beſetzt, welche merkliche Grübchen bilden; die ſehr zarte Schale iſt hellroth; das Fleiſch iſt ſehr mehlreich, der Geſchmack vortrefflich und eignet ſich am beſten zum Küchengebrauch. Kuchen, Torten und andere Speiſen daraus bereitet ſind wahre Leckerbiſſen.(Abb. ſ. Taf. 6. Fig. 18.) 31. Die Wuchefelder Kartoffel itt eine der ergiebigſten Arten; auch in ſchlechten Jahren war ihr Ertrag fünfzehnfältig. Auch vom Froſt getroffen treibt ſie bald wieder. Der geſtreckte, drei Fuß und mehr aͤſtige Stengel mit geraden Fluͤgeln iſt unten an den Aeſten braunroth gefleckt; die lang— geſtielten behaarten Blätter ſind dunkelgrün; Afterblättchen zwei Paar; der pfiirſich- oder blaßrothen Blumen gibt es ſechszehn und mehr. Die Wurzelknollen ſind ziemlich groß, rund und mit vielen Ecken und Augen verſehen, welche in ſehr tiefen Gruben liegen, uͤber welche ſich das Fleiſch wie eine Wulſt herabhängt; die hell⸗ rothe etwas rauhe Schale iſt mit feinen Riſſen oder Adern durch⸗ zogen und darunter liegt ni eine ähnliche mit Riſſen und Adern⸗ durchwebt.(Abb. ſ. Taf. Fig. 27.) 32. Die wilde Kortoffen(Büſchelkartoffel, Schweins⸗ kartoffel, Traubenkartoffel, Cluster, Ed Noble, Pomme de terre 3* 36 à vache, sauvage ou rustique); behauptet in Hinſicht des Er⸗ loritt wi trages den erſten Rang. tie Rieſ Der vier Fuß und längere Stengel, winklich geflügelt, iſt ſe leht ganz grün und glatt; die Blätter ſind groß, glatt und lang ge⸗ 6 i 8 ſtielt; die zwei Paar Afterblättchen ungleich(das eine davon meiſt venhir d größer); die weißen oder röthlichen, langgeſtielten Blumen ſtehen fätns züt auf Stielen in der Mitte des Stengels; die Samenäpfel(die 1 ſe a Früchte) ſind faſt kugelrund. dnn Ref. Die Wurzelknollen wachſen durch allerlei Auswüchſe unregel— biit ſe maͤßig, doch mehr nach runder Form; ſie haben viel, meiſt tief exetite: liegende Augen; die Schale iſt beim Ausnehmen aus der Erde, faſt feuerroth, ändert aber an der Luft die Farbe in Gelb mit 45 Roth, und letzteres mehr am Naſenende, wo ſie rauh iſt. Das renni d rothgeringelte Fleiſch iſt wäſſerig, ſcharf und widrig ſchmeckend, Pr ie mehr als bei der großen Viehkartoffel; daher wird ſie nur zur hi h Viehfütterung und zum Branntweinbrennen gebraucht; zum letztern tant de Gebrauch iſt ſie vortrefflich. tudt Man hat ſie oft mit der großen Viehkartoffel verwechſelt bffiden ſie fuͤhrt aber ungleich mehr Schärfe bei ſich, und unterſcheidet in Wein ſich auch ſchon durch ihr ganzes äußeres Anſehen. unn tbenf 33. Die Zwitterkartoffel(Drake's Ehre, auch Lang⸗ ii uſt mann'ſche Kartoffel genannt). M133 Nü Der dreiwinkliche, an den Kanten gefluͤgelte, wenig haarige, 15. D oben dünnere Stengel wird 1 ½ Fuß hoch; die Blätter ſind rauh, ſſtd am Rande wellig, mit dreipaarigen Afterblättchen; die blaßrothen, ſtſhrvi in's Blaue ſchillernden Blumen mit weißen Spitzen und leicht ab— Sie! fällig, ſtehen an der Seite des Stengels. ta, nur ſ Die runden, ſehr großen Wurzelknollen haben viel Augen in zitwlich gro tiefen Gruben; die oben glatte, unten am Nabel etwas rauhe 9 ane Schale iſt blutroth; das Fleiſch hat einen häßlichen Geſchmakk, b der eir nur durch Dampf gekocht wird er etwas milder. Ihres ſchl echten li dn. Geſchmackes wegen werden ſie nur zum Viehfutter gebraucht, ſo pulenz wie mit noch größerem Vortheil zum Branntweinbrennen, wo ſie liden, ſe einen guten Geſchmack geben ſollen. beſett, ve In einem Aufſatze des landwirthſchaftl ichen Vereins zu Riſch— de Hau wit in Thüringen wird geſagt, die Langermann'ſchen Kartoffeln nglger ſind unter allen Sorten die ſchlechteſte, weil ſie ſelten die gehö—* rige Reife erlangen.(Abb. ſ. Taf. 9. Fig. 33.)“ 34. Die Iriſch⸗Potato iſt in Subſtanz und Farbe wenig hun A unterſchieden von der Rohankartoffel. Sie iſt gelbröthlich mar⸗ Hinſicht des h geflüget, tt und lann eine davon! m Blumen ſi Samenaͤpfel swüchſe un viel, meit! n aus der G rbe in Geh! rauh iſt. d idrig ſchmettn vird ſie n cht; zum lein offel verwetſl und unterſte khre, auch(at , wenig han latter ſind m ; die blaßrot en und leit! en viel Augen bel etwas in ichen Geſtnt Ihres ſchleht er gebrauct, brennen, vo ereins zu Nic ſſchen Kartefin ſelten die get und Fare in elbröthlih ni 32 morirt wie jene, iſt weniger zuſammengewachſen, mehr rund als die Rieſenkartoffel, treibt noch mehr Kraut und Stengel als die letztere, bringt mehr Bluͤthen und zwar röthlich weiße. Sie hat ein Blatt ungefähr wie die Rieſenkartoffel, nur weniger ſpitz, weniger dunkelgrün, mehr ſaftgruͤn, und ſcheint gerade in dem Ver— hältniß zuträglicher zu ſeyn. Sie beſiegt alſo die Rohankartoffel. Ob ſie auch die Peruvianiſche im Felde auf Sandland beſiegt, kann Ref. noch nicht aus eigener Erfahrung behaupten. Uebrigens grünt ſie am längſten, und zwar länger als die peruvianiſche und vegetirte noch den 22. Oktober 1839. 34. Die ewige Kartoffel(Everlasting Potatoes). So benennt man jetzt in England eine Sorte, weil ſie das ganze Jahr über Früchte d. h. Knollen gibt. Man legt ſie gegen Ende Mai— wenn man das nicht früher will— nicht ſehr tief, und nimmt die Wurzelknollen nicht eher aus der Erde, bis man ſie braucht. Ehe Froſt eintritt, wird die Erde, unter der ſie ſich befinden, mit etwas Miſt bedeckt. Man kann davon(in England) um Weihnachten friſche Knollen ausſtechen, und die kleinen, die man ebenfalls unter den übrigen findet, bis zum nächſten Mai zur Ausſaat aufbewahren.(Gard. Mag. Regist. of Arts. N. 62. p. 233. Aus Dingler's polytech. Jour. 2. Aprilheft, J. 1829.) 35. Die große Rohankartoffel. Dieſe uns jetzt durch die Kunſt der Gärtnerei gegebene Kartoffel reift ſpät, und da ſie ſehr viel Kraut hat, ſo ernährt ſie ſich hauptſächlich aus der Luft. Sie hat einen langen dunkelgrünen Stengel, ſpitzige Blät⸗ ter, nur ſelten Bluͤthen und meiſt weiß mit etwas Roth; die ziemlich großen Wurzelknollen, welche nicht tief in der Erde lie⸗ gen, ſondern ungeachtet ſie hoch behauft werden, oben auf und bei dem eigentlichen Hauptſtamme, ſind immer rundlich oder rund⸗ lich lang, oft 1 ½— 2 Pfd. ſchwer und gleichſam aus mehreren Knollen zuſammengeſetzt, daher ſie die ſonderbarſten Auswüchſe bilden; ſie ſind mit einer großen Zahl tief liegender Keimaugen beſetzt, welche die Reichhaltigkeit im Ertrage anzukündigen ſcheinen. Die Hauptwurzelknolle iſt pfirſich-blutroth, dünnſchalig und von mehliger Subſtanz, aber von keinem feinen Geſchmack. Bei ihrer Größe, mißförmigen Geſtalt, und ihrem nicht ſehr angenehmen Geſchmack, gehört ſie freilich nicht auf die Tafel feiner Gutſchmecker. Sie enthält25„Ct. feſte Beſtandtheile, 75 pCt. Waſſer Sie empfiehlt ſich vorzugsweiſe als Viehkartoffel und ————öö—eeeeeerrrrrreeee—— —,—, 7 38 zum Branntweinbrennen, da ſich aus angeſtellten Unterſuchungen V. ein bedeutender Stärkegehalt ergeben hat. feetoffe In dem Berichte, welchen Dr. Mérat der Société d'Horti-„. 1SS cultur abſtattete, und die folgende neue Kartoffelart: Sommelier⸗ hisbergel Kartoffel, ſehr gerühmt wird, iſt dagegen der Rohankartoffel das drt i Prognoſtikon geſtellt worden, daß ſie wohl bald in Vergeſſenheit iinen dni gerathen dürfte, da ſie keine Nahrung für Menſchen, ſondern inemeſen nur für das Vieh abgäbe.(Oekon. Neuigkeit. J. 1839. Nr. 116.) ſeun ſo d Die Rohankartoffel kann man mindeſtens eben ſo volltragend ſde nicht halten, als die peruvianiſche Kartoffel, die auf dem Felde neben diertel 1 ihr gepflanzt worden. Die erſtere verliert aber zu ſehr an Zu— ü6 4 träglichkeit, wenn man ihr im Pflanzen noch einmal ſo viel Raum itt wid i gibt(wo ſie die volle Größe erreichen mag) als die peruaniſche, nulture iu' die freilich dem äußern Anſehen nach zu ihrer Empfehlung für Rezantar ihren Stengel wenig Raum braucht. Gibt man aber der Rohan— uervid. kartoffel neben der peruaniſchen gleichen Raum, ſo wird dieſe ſn außent mit ihren großen und kleinen Knollen ſie überbieten.(Der Oeko⸗ nelier⸗K nom muß die Vermehrung nur nach dem Flächenraum berechnen.) venn manz Aufzunehmen ſind beide gleich leicht, und bleiben bei der peru— ſie Schwen aniſchen wenig zurück, von der Rohankartoffel, die die wenigen dunh ſehr großen Stücke liefert, faſt keine; beide werden am beſten in aus— Daien. R geſchnittenen Keimen fortgepflanzt werden müſſen.. A. Merkwürdig iſt es, daß 6— 7 Wochen das Kraut der Rohan⸗ ſe degon. kartoffel noch grünt, während das der peruvianiſchen längſt ab— NUntai geſtorben iſt, die freilich einen ſtarken nicht ſo langen Stengel der eſten n hat, aber wenig Nebenſtengel und Kraut. ſenli ni Nach der allgemeinen Zeitung fuͤr Land- und Hauswirthe, ſenette J. 1839, wurde die Erfahrung gemacht, daß ein Flächenraum von Sant her, 630◻ Fuß ordinäaren Ackerlandes bei gewöhnlicher Düngung mit 3 Pf. ſentete, 9. Rohankartoffeln, deren die größten in zwei Stücke zerſchnitten wur— nute Ernte den, den Ertrag von 1 Scheffel 6 Metzen(oder 137 Pfd.), knnte der mithin das 46ſte Korn, lieferte. Der Acker beſtand aus einer ſgete Re glücklichen Miſchung von Lehm und Sand, nicht zu ſtreng, aber Frolen d auch nicht loſe; das Land dazu war gegraben und nicht gepflügt; den die Hälſte des Sommers war ſehr naß. des Juli In demſelben Blatt wird geſagt, daß auf einem Felde zwei⸗ Poden wa ter Klaſſe, von 500 Ruthen rheinl. 7000 Pfd.(oder 70 Berl. id reihl Scheffel à 100 Pfd.) gewonnen worden ſind, und im lehmigen deihte bis reichgedüngten Boden dürfte der Erfolg des Anbaues dieſer Kar— dnd ſhhon toffelſorte noch größer ſeyn. ien döllg Unterſuh Société d'lo lart: Somne kohankartoff! in Vergeſſn Lenſchen, ſo 1839. Nr. en ſo voltnn dem Felde 1 zu ſehr a nal ſo villge s die perunſt Empfehlun aber der ka n, ſo widd eteen.(Der d nraum bereche en bei der w „ die die wen am beſten ine n. Kraut der Rei niſchen lingte o langen Etn und Hauzeit Flachenraun düngung nitz. ezerſchnitten ie „ 9ſf loder 137 M eſtand aus en t zu ſteig d nd nicht geyflt einem Felde in (oder 70 Be und im lehni ed Fß daues dieſet k Die Ergebniſſe der über den Ertrag der großen Rohan— kartoffeln von der Sektion für Ackerban in Mühlhauſen im J. 1837 angeſtellten Verſuche ſind folgende, nach welchen die bisherigen Uebertreibungen einzuſchränken ſind. Dieſe Kartoffel⸗ ſorte gibt ungefähr 3ofältigen Ertrag, die gewöhnlichen Sorten einen nur 20— 22fältigen; fetter und lockerer Boden ſind ihr angemeſſen, denn in einem magern und ſandigen Boden gibt ſie kaum ſo viel wie andere Kartoffeln. Für die Küche paßt ſie ge— rade nicht ſehr, beſſer fuͤr Verfütterung; man thut wohl, ſie in Viertel zu theilen, wenn man ſie pflanzt. 36. Die Sommelier⸗Kartoffel. Dieſe neue Kartoffel⸗ art wird in einem Berichte, welchen Mérat der Société d'Horti- culture iu Paris abſtattet, ſehr geruhmt, da ſie nicht nur die Rohankartoffel an Größe erreicht, ſondern beinahe doppelt ſo ſchwer wird und dabei vortrefflich von Geſchmack ſeyn ſoll. M. Roubi hat außerdem noch entdeckt, daß die grünen Stengel der Som— melier-Kartoffel ein ſehr gutes Futter für die Schweine ſind, wenn man ſie zwiſchen anderes Futter miſcht. Nicht nur freſſen die Schweine dieſes Gemengſel begierig, ſondern dasſelbe wirkt auch ſehr auf den Schlaf, was ihrem Fettwerden zuträglich iſt. (Oekon. Neuigkeit. J. 1839, Nr. 116.) 37. Die Kartoffel von Segonſal(Pomme de terre de Segonzal) von Wedekind. Unter dieſer Aufſchrift überſandte Boſſin, Inhaber einer der erſten Samen- und Pflanzenhandlungen in Paris, eine blaßgelbe, ziemlich runde Kartoffel von 2— 2 ½ Zoll Durchmeſſer. Boſſin bemerkte bei der Ueberſendung:»Dieſe Kartoffel rühre von einer Saat her, die er am 2. Juli 1836 machte und den 29. Oktober erntete. Hiernach läßt ſich hoffen, daß dieſe Varietät noch eine gute Ernte gewähren könnte, wenn man ſie unmittelbar nach der Ernte der Halmfrüchte, insbeſondere des Roggens, in die Stoppel ſäete. Die Ernte war ſehr reichlich und darunter befanden ſich Knollen von 2½ Pfund. Den oben erwähnten Knollen ſäete man in den erſten Tagen des Juli 1836 aus und erntete ihn am 3. November d. J. Der Boden war wie urſprünglich ſchlechter Sand, jedoch als Spargel⸗ feld reichlich gedüngt.— Das Kraut kam bald hervor und er⸗ reichte bis September eine Höhe von 5 ½ Fuß. Um dieſe Zeit, und ſchon im Auguſt zeigten ſich Blüthenknoſpen, welche vor ihrer völligen Entwicklung abfielen. Indeſſen konnte man an eini⸗ -——r——————————————— 40 gen wahrnehmen, daß ſie blaue oder violette Blumen gegeben hätten. Vielleicht veranlaßten die öftern Regen im Auguſt und Anfangs September das Abfallen der Knospen. Das Kraut zeigte außer der Größe und Höhe ſeiner Stengel nichts Ungewöhnliches.— Bei der Ernte am 3. November ergab ſich von den einen mittelmäͤßigen Knollen folgende Ausbeute: 6 Knollen hatten zuſammen das Gewicht von 5 ¼l Pfd 4 192 2 3„„ 2 2 ½ 2 4 2„ 2 2„ 2„ 4 2 2„ 2 2 2 1„ 13»„ 2„» 31 2 31 Knollen wogen..... 14 1 Pfd. Zu bemerken iſt, daß die Engerlinge(Maikäferlarven) wohl des Gewichts der Ernte abgefreſſen hatten. Die Ausbeute übertraf alle Erwartung, weil die Ausbreitung des Buſches auf 3— 4 Fuß Weite und nur 5 ½ Fuß Höhe keine bedeutende Knollen⸗ erzeugung erwarten ließ. Die Ernte im J. 1838 von zwei Kartoffeln obiger Art über⸗ traf verhältnißmaͤßig das obige Ergebniß; auch waren die Knollen größer; im Uebrigen beſtätigten ſich die Wahrnehmungen des J. 1837 und die Blüthen kamen auch nicht zur vollkommenen Ent— wicklung.(Allgem. Gartenzeitung. J. 1839, Nr. 40.) 38. Die rothe oder weiße Apple⸗Kartoffel em⸗ pfehlen die britiſchen landwirthſchaftlichen Blätter vor allen als wohlſchmeckend und wegen ihres reichen Ertrages, aber ſie muß möglichſt frühe und ſpaͤteſtens im Anfange des April gelegt wer— den, denn unter allen jetzt in Großbritanien vorz zugsweiſe ange— bauten Kartoffelarten bedarf ſie zu ihrer vollen Reife die längſte Zeit, und wenn ſie in ihrer edlen Beſchaffenheit ſich lange er— halten ſoll, ſo muß ſie zur Zeit der Ausnahme aus der Erde vollreif ſeyn. Auch verlangt ſie nach der Ausnahme ein ſehr kühles und durchaus nicht warmes Winterlager. Die ſchicklichſte Zeit, um dieſe Kartoffeln aus der Erde zu nehmen, iſt der No— vember. In ihrem Winterlager eines Erdhaufens muß die Erd— beſchuttung ſo dick ſeyn, daß ſie nicht von der Frühjahrsſonne er— wärmt werden kann. Bei gegebener Ausdecke unter und über den Kartoffeln werden ſie niemals in ihren Erdhaufen Schüſſe zu bilden anfangen. Die Ausnahme muß erſt geſchehen, wenn man ſie in der Haushaltung verbrauchen, verk kaufen oder zur Saat benutzen will. S. Allgem. Landwirthſchaftliche Zeitung 1840. Nr. 22. 7 39,‧ Sie h reihen bit faltier e tun, veiß ſe düſenige faltigkeit ſ ſeider nur Auf die T angemeſen (Ausd Nicts führten, vo faltigen e ns Verſchl aualitativer theile ihre Klimas, de Charaktere die 500 S wit einem fenutlih zu wie uns hie zufgeſtellen zeugt, diß Menge Kar iine zweckm und zu verd Analyti 4 Unterſt die ⸗ ſogenannter Zlumen gei im Auguſt e ſeiner Etnn November en e Ausbeute, — 14 ¼ Pfd. ferlarven) w Die Ausbau ſes Buſches, eutende Knol biger Ait i ren die Kual hmungen dei lkommenen b 40.) Tartoffele vor aleen! , aber ſie m vril gelegt we zugsweiſe an teife die linſ ſich langen aus der En nahme ein ſt Die ſciikit —, iſt der N muß die Ei hjahrsſonne und über è hüſſe zu bubde onn mattſie Saat benuhzen 0. Nr. 22 -21. 39. Liverpooler Kartoffel. Sie hat einen äußerſt angenehmen Geſchmack und gibt einen reichen Ertrag, aber dieß nur im guten Gartenboden, bei ſorg⸗ fältiger Beſtellung und Pflege. Außerdem reift dieſelbe zeitig, iſt rund, weiß und von mittlerer Größe. Von allen Frühkartoſſeln war ſie diejenige, welche am früheſten reifte, und durch ihre Mehl⸗ haltigkeit ſchmackhaft und genießbar war, eine Eigenſchaft, die leider nur wenige der hier gebräuchlichſten Frühkartoffeln haben. Auf die Tafel feiner Gutſchmecker wird dieſe Kartoffel für ſehr angemeſſen gehalten. v. K. (Aus der allg. Zeit. für Land⸗ und Hauswirthe, J. 4839. Nr. 24.) Nichts weniger als ſtandhaft ſind aber ſelbſt die hier ange— führten, vorzüglichſten Sorten der Kartoffeln, ſondern mannig⸗ faltigen Veränderungen, ſowohl in Hinſicht ihrer Verbeſſerung als Verſchlimmerung ſehr unterworfen, und eben ſo wandelbar in qualitativer wie quantitativer Hinſicht ſind es auch die Beſtand— theile ihrer Grundmiſchung, nach Beſchaffenheit des Bodens, Klimas, der Kultur u. m. a. Verhältniſſe. Dieſer Unbeſtand der Charaktere iſt es auch der bereits— wie Einige wollen— an die 500 Spielarten der Kartoffeln ſchuf, deren jede man zwar mit einem Namen zu bezeichnen, aber nur wenige, hinreichend kenutlich zu charakteriſiren vermocht. Dem zur Folge glaubten wir uns hier faſt einzig nur, auf die von Putſche und Bertuch aufgeſtellten entſchiedenern Formen beſchränken zu müſſen, über⸗ zeugt, daß es nothwendiger ſeyn dürfte, die ſchon beſtehende Menge Kartoffelvarietäten auf dieſe zurückführen, die beſten durch eine zweckmäßigere Kultur als ſolche zu erhalten, zu vermehren und zu verbreiten, als auf die Erzeugung neuer hinzuwirken. Erſter Abſehnitt. Analytiſch⸗chemiſche Unterſuchungen der Kar⸗ 4 toffeln. A. Unterſuchung der Wurzelknollen zeitiger(reifer) Kartoffeln. §. 1. Uiberſicht der ſinnlichen Eigenſchaften zeitiger(reifer) Kartoffeln. Die Wurzelknollen vollkommen ausgebildeter, zeitiger oder ſogenannter reifer Kartoffeln, von der Größe einer Bohne bis 42 zu der von acht und mehr Pfunden Schwere, nur loſe noch mit wärs den Wurzelfaſern In anneichindende oder freiwillig ſchon davon getrennt, haben in ihrem Naturzuſtande einen widrigen Ge⸗ ruch und faden Geſchmack, eine dicke, undurchſichtige, ſowohl von di der rohen als gekochten Kartoffel in großen zuſammenhängenden fi den Stücken leicht abzuloͤſende Oberhaut(Schale), die, je länger die merS Kartoffeln der Luft ausgeſetzt werden, deſto dicker und feſter wird,. und ſich— was überaus merkwürdig iſt— wenn ſie beſchädigt derwund und weggenommen wird, immer wieder erzeugt, ſelbſt dann, wenn ſie aus der Erde genommen ſind. Dieſe ſtärkere Dicke der Haut Ueder iſt es auch, welche verläaſſiger noch als die Größe der Wurzel⸗ niſcu knollen auf deren Alter ſchließen läßt und deutlicher ſich zeigt, Fherlun wenn ſie gekocht geworden.(S. Putſche's und Bertuch's Mono⸗ 8 graph. S. 9.) Urſache dieſer Verdichtung oder Verdickung der Haut,. je mehr ſich die Knollen der neift nähern, iſt ein ſchleimiges— Weſen, das an der innern Oberfläche derſelben liegt, eine Art„ Schleimhaut, die nicht ſelten eine eigene Schärfe beſitzt, welche,* wenn die Haut mit dem Meſſer abgeſchabt wird, dieſes nicht nur. ſchwarz faͤrbt, ſondern auch die Haut der Finger ſelbſt ſo ſtark 54 angreift, daß ſie davon ganz dunkel gebeizt erſcheint, und zwar. in einem ſo hohen Grade, daß die Farbe nnht durch das Waſcher 1, mit Seife vertilgt werden kann, ſondern ſich erſt etliche Lae 8— nachher durch die Ausdünſtung verliert. Etwas von dieſer Schleim⸗ haut auf die— gelegt, verurſacht ein ſchwaches Brennen,— wie der Genuß mancher Kartoffeln dasſelbe Gefühl und ein Kratzen 1 im Halſe erregt. Die jungen oder ſogenannten unreifen Kartoffel⸗ 4— knollen beſitzen dieſe Schleimhaut entweder gar nicht oder nur wenig E Stie bemerkbar, ſo wie ſie auch bei einigen Abarten, z. B. den Zucker⸗ kartoffeln, nicht zu finden iſt, hingegen bei den reifen Knollen. anderer, hauptſächlich der farbigen, um ſo auffallender ange⸗ 1 1 troffen wird.(S. a. a. O.) ſics Zerſchnitten oder zerquetſcht lauft ihr Mark unter der Ein⸗ 8 wirkung der atmoſphaͤriſchen Luft grau oder ſchwarzbraun an, was dei von der Färbung des Eiweißſtoffes und der Aepfelſaure ihrer Flof Grundmiſchung meiſtens abzuhängen ſcheint. dr A Als ganz eigenthümlich erſcheint der Vernarbungsprozeß der Prerna von der Pflanze getrennten Wurzelknollen nach erlittenen Ver⸗.— anndesnh mit Verluſt der Mark⸗Subſtanz, wo dann nach we⸗ ⁸ igen Tage—— 3 nigen gen die Oberhaut über den Rand der Wunde nach ein⸗ noch mit In davon igen Ge⸗ vohl von aͤngenden unger die ſter wird, beſchadigt nn, wenn der Haut Lurzel⸗ ſich zeigt, 8 Mono⸗ er Haut, hleimiges eine Art ztt, welche, nicht nur t ſo ſtark und zwar 3 Waſchen iche Tage 3 Schleim⸗ Brennen, in Kratzen Kartoffel⸗ nur wenig en Zucker n Knolen der ange⸗ der Ein⸗ tan, was zure ihrer prozeß der enen Ver⸗ nach we⸗ nach ein— 43 waͤrts umbogen, und die Wundfläche mit einem dünnen pergament⸗ artigen, nur hier und da mit dem darunter liegenden Fleiſche der Kartoffel durch einzelne Faſern loſe zuſammenhängenden Blatte— gleich der Weinbergſchnecke im Winter— bedeckt und geſchloſſen ſich darſtellt.— Mit dem Erſcheinen der Keimung erliſcht— nach unſern Beobachtungen— dieſe Heilkraft der Natur, an deren Stelle blos eine tief in die Mark-Subſtanz eindringende Austrocknung der verwundeten Kartoffel tritt. §. 2. Ueberſicht jener weſentlichen Beſtandtheile der Grund⸗ miſchung der Kartoffeln, welche: a) durch mechaniſche Zer⸗ theilung, b) durch Waſchen mit Waſſer, und c) durch Kochen ihres Saftes, dann ch mittelſt der Deſtillation und andernchemiſchen Operationen daraus geſchieden werden können. a. Der hautige, mehr oder weniger gefärbte Ueberzug der Kartoffeln(oder die Schale) iſt ein dichtes Gewebe von Holzfaſern; ihr Mark oder Fleiſch beſteht aus großen Zellen, deren jede ungefähr zehn bis zwölf Stärke-(Amylum-) Körner einſchließt, welche in einer Fluͤſſigkeit liegen, womit auch die Zwiſchenzellengänge ausgefüllt ſind. Zuſammenhang und Form iſt aber eigentlich nur von einem holzigen Faſergewebe den Wurzel⸗ knollen gegeben. Das Stärkmehl beſteht aus feinen, ſtaubartigen Theilchen, die in der zerriebenen Kartoffel ſich ſchon mit unbewaffnetem Auge als glänzende Körner wahrnehmen laſſen. Bringt man ein Tröpf— chen ihres Saftes oder einen ſehr dünnen Abſchnitt derſelben unter ein gutes Mikroſkop, ſo erſcheint jedes Körnchen als ein großes, eiförmiges, mit einer zarten Haut umgebenes und mit einem klaren Safte erfülltes Individuum, das nur durch einen dünnen Faden mit dem übrigen Gewebe zuſammenhängt.(Mehr ſ. Stärke.)— Außer jenen Stärkmehlkörnern erfuͤllt noch eine vorwaltende Menge Vegetationswaſſer die Zellen des Faſergewebes der Kartoffeln worin mannigfaltige ſalzige, ſchleimige, gummiartige und andere Stoffe, ſo wie etwas Eiweiß aufgelöst ſich befinden. Nach dem In— nerſten der Wurzelknollen zu, waltet mehr das Stäaͤrkmehl, gegen die Oberfläche Schleim und Faſerſtoff vor(Pfaff.)*). *) Es dürfte hier an ſeinem Orte ſeyn, auf Corda's vortreffliche mikroſcopiſche Abbildungen der Kartoffelſtärkmehl-Kügelchen in Parenchymzellen der rohen Wurzelknollen ſowohl, wie der gekochten; 44 Die gewaſchenen, von allen daran hängenden Unreinigkeiten ſchuͤp. befreiten rohen, friſchen, vollkommen ausgebildeten und unverdor— bein benen Kartoffeln(einer Abart mit weißer Oberhaut und durchaus. 2 gelblichweißem Fleiſche), zerrieben und zermalmt, bilden eine Maſſe, tefüſn welche zum Theil faſerig, größtentheils aber breiartig iſt, einen ſeinn den Kartoffeln eigenen, aber nicht unangenehmen Geruch hat, und Muſer, wovon ein Theil ſogleich eine bräunlichgelbe Farbe annimmt, Naün welche in der Folge immer dunkler wird, während ein anderer 5 Theil ſeine natürliche Farbe behält. Dieſe Veränderung der Farbe dem 9. erfolgt auch dann unter der Berührung der Luft, wenn zu der d mechaniſchen Zerkleinerung der Kartoffeln hölzerne Werkzeuge ver— ben ze wendet worden; wobei ſie eine eben nicht vortheilhafte Aenderung— nac ihres Geſchmackes erleiden. uEt t Die zermalmten Kartoffeln geben ſtark ausgepreßt eine dunkel— niit braune, ſchleimige Flüſſigkeit(den Kartoffelſaft) von ſich, die meiſt einen ziemlich ſüßen, nebſt dem eigenen Geſchmack der Kartoffeln hat. Das im Preßtuche Zurückgebliebene ſtellt ſich als eine mehlige, faſerige, blaß- und braungelbe Subſtanz dar, von 3 etwas ſuͤßlichem Geſchmacke. Der ausgepreßte Kartoffel⸗ als Min ſaft, ruhig an einem kühlen Orte ſtehen gelaſſen, ſondert ſich bald nefl in in drei, durch ihre Farbe leicht zu unterſcheidende Schichten ab, wenden wovon die obere dunkelbraun, die mittlere aſchgrau und die un— b; terſte weiß iſt. ne . Brei zer Die obere dunkelbraune Schichte iſt eine ſüßlich ſchme⸗ deſes ckende, ſehr ſchleimige Flüſſigkeit, deren Geruch den geriebenen Kartoffeln gleicht und das blaue Lakmuspapier roth färbt, was ſii auch friſche Abſchnitte der Knollen thun, wenn man ſie mit dieſem 3 wal in Berührung bringt. Dieſe Fluͤſſigkeit geht unter begünſtigenden fier Verhältniſſen nach Tagen in eine weinige, dann in ſaure Gährung w.e über, wobei ſich beim Eintritt der erſtern viel kohlenſaures und ſeni gekohltes brennbares Gas entwickelt, von einem betäubenden Geruch t 1 begleitet. Auch erſcheint zugleich an der Oberfläche der Flüſſigkeit hi — wie Jaßnüger bemerkte— eine braun ſchwarze, ſehr dünne, 2 iſt von dann des Zuſtandes der Subſtanz des Kartoffelſtärkmehls nach der bieden weinigen Gährung, und jener, welche ſie zugleich unter der Ein— N wirkung des Abſudes von Eichenrinde erlitten, aufmerkſam zu ud Ge machen.(S. Beiträge zur Kenntniß der weinigen Gährung amylon⸗ nannigfc hältiger Subſtanzen; von Kreuzburg. Mit Zeichnuugen; im Jour⸗ So nal f. prakt. Chemie von Erdmann u. Seidel. J. 1836. B. IX.) ehr de einigkeiten unverdor⸗ durchaus ne Maſſe, zſt, einen hat, und annimmt, n anderer der Farbe mzu der uße ver⸗ enderung e dunkel⸗ die meiſt Kartoffeln t ſich al dar, von rtoffel— t ſich bald ichten ab, d die un⸗ glich ſchme⸗ gexiebenen arbt, was mit dieſem nſtigenden e Gaͤhrung aures und en Geruch Flüſſigkei ehr dunne, s nach der er der Ein⸗ nerkſam zu ng gamylon⸗ 4 im JFouk⸗ 36. B. IX.) 45 ſchuppige Subſtanz, welche ſich an das Glas anlegt und beim Verbrennen einen Benzoe-⸗ähnlichen Geruch von ſich gibt. Die zweite oder mittlere graue Schichte des Kar⸗ toffelſaftes ſtellt ſich an und für ſich betrachtet als ein durch— ſcheinender aſchgrauer. Schleim dar, ſpecifiſch ſchwerer als das Waſſer, in demſel ben aber nicht auflösbar, unter begünſtigenden Umſtänden unmitkelbar in die faulige Zerſetzung übergehend. Die dritte oder unterſte weiße Schichte wird von dem Satzmehle gebildet. Läßt man eine abgewogene Menge Kartoffeln in dünne Veei⸗ ben zerſchneiden und in geheizter Trockenſtube trocknen, ſo bleiber — nach Hermbſtädt— als Minimum 22 und als Penr nnnan „Ct. trockene Subſtanz zurück; ſonach kann man annehmen, das mittlere Verhältniß der trockenen Subſtanz betrage 25 pCt. des Vegetationswaſſers„ 75 2 100 pCt. Von jenen 25 pECt. der trockenen Subſtanz können wieder als Minimum 10 und als Maximum 15 pCt. an reinem Stärk⸗ mehl in Rechnung kommen, das aus den Kartoffeln ausgebeutet werden kann. b. Das Auslaugwaſſer— Deſtillirtes Waſſer, womit vorher rein gewaſchene, auf einem Reibeiſen zu einem dünnen Brei zerriebene Kartoffeln ſo lange ausgewaſchen wurden, bis dieſes nicht mehr milchig ablauft— läßt während des Ablaufens Faſerſtoff auf dem Seiher zurück. Das Stä rkmehl ſetzt ſich in dem Auslaugwaſſer zu Boden und der Eiweißſtoff gerinnt, wenn man dieſes gekocht. Nach Abſonderung des Eiweißes zur Extraktdicke abgedampft, erhält man eine mannigfaltig zuſammen— geſetzte Maſſe, woruuter Schleim im engern Sinne, freie Säure und einige Salze die weſentlichſten Beſtandtheile ſind.— Das Extrakt hält ſich mehrere Monate an der freien Luft unver— ändert, und zieht blos Feuchtigkeit an; es hat durchaus keine Neigung, zu ſchimmeln oder in eine Gährung überzugehen, und iſt von dem eigentlichen Extraktivſtoffe des Pflanzenreichs ver— ſchieden; Gärbeſtoff iſt darin nicht vorhanden; Farbe, Geſchmack und Geruch ſind aber nach der Verſchiedenheit der Kartoffelart mannigfaltig modiſicirt. So nähert ſich das Extrakt der violetten Kartoffeln ſehr dem Zucker, indem es merklich ſüß iſt und einiger Maßen 46 von Alkohol aufgelöst wird; dagegen ſchmeckt jenes von der fruͤh— nin, reifen Kartoffel mit länglich runden, weißgelben Knollen mit ilig roſtfarbenen Flecken ꝛc.(ſ. Pfaff a. a. O. p. 35) gelind ſalzig dern a ſcharf, einiger Maßen wie das Extrakt des Löwenzahns, zeigt inü⸗ ſtarke Spuren von Säure und macht mit dem ſchwefelſauren Eiſen Nide einen merklichen Niederſchlag. Auch färbt ſich ſchon das Auslaug— u waſſer der Zerlegung mit kaltem Waſſer ſehr ſchnell dunkel.(Mehr rnimdi ſ. Analyſe der Varietäten.) glih Eben ſo verhält ſich beinahe die dunkelbraune Schichte her im des mit dem ſchleimigen Waſchwaſſer gemiſchten Karto ffelſaftes, 9 der gekocht zum Theil bald gerinnt. Wird der geronnene Stoff abge⸗ geben d ſondert und die allmählige Abdampfung der Flüſſigkeit fortgeſetzt; ſo Inanyn verbreitet dieſe einen nicht unangenehmen, dem friſch gebackenen Rog— welces! genbrode ähnlichen Geruch, jedoch ſchwächer. Zur Hälfte abgedampft, der ling nimmt ſie nebſt dem Brodgeruche auch noch einen ziemlich ſtarken, pothen la⸗ dem Brode ähnlichen Geſchmack an, und wird ſpecifiſch ſchwerer war dage als das gemeine Waſſer. Nochmals durchgeſeiht und vom gerinn⸗ bon Sch baren Stoffe befreit, erhält die Flüſſigkeit, noch weiter abgedampft, einige S immer mehr Süßigkeit, und ſetzt, ehe ſie noch die Konſiſtenz des Iri Honigs erlangt, nach dem Abkühlen kleine ſüß ſchmeckende Salz⸗ ntt, wel kryſtalle an. Im Waſſerbade bis zur Irgtenheit abgedampft, dos Waſ erhält das ſchwarze Extrakt eine ſehr angenehme Süße und zieht buxe ih die Feuchtigkeit der Luft an(Jaßnüger a. a. O. p. 23). fine hu Die zweite oder mittlere graue Schichte des Kar⸗ dlertäute toffelſaftes macht das Kochen gerinnen; ſie enthält am meiſten ferken Eiweißſtoff. toffeln fii Die dritte und unterſte weiße Schichte, nachdem des Paſ man ſie von allem anhängenden Schleime durch Waſchen mög⸗ — ondern d lichſt befreit, verhält ſich wie reines Stärkmehl, das mittelſt des ſiedenden Waſſers zu einer Sulze wird. Die mehlig⸗faſerige Subſtanz, welche nach dem Aus— dir preſſen des Saftes zurückbleibt, behält, nachdem ſie durch fleißiges. u Waſchen von allem daran hängenden Mehle befreit worden, 6) Sui immer noch einen merkbaren ſüßen Geſchmack, der ihr nur durch*) ho mehrſtündiges Kochen benommen und ſo der Faſerſtoff erſt dann 6 in ſeiner Reinheit dargeſtellt werden kann, ohne in ſeinem Baue koch eine auffallende Veränderung erlitten zu haben.(S. Jaßnüger ſob g. a. O.) Gaͤrt c. Das Abkochwaſſer der ungeſchälten Kartoffeln d§.S macht die Auflöſung des ſchwefelſauren Eiſens merklich piſtazien⸗ ude der fruͤ⸗ enollen mit lind ſalzg ins, zeigt uren Eiſen Auslaug⸗ el.(Mehr Schichte elſaftes, toff abge⸗ geſetzt; ſo enen Rog⸗ gedampft, ſch ſtarken, h ſchwerer om gerinn⸗ bgedampft ſiſtenz des ende Sal bgedampft, und zieht 23). des Kat⸗ am meiſten , nachden ſchen mög— nittelſt des dem Aus⸗ rch fleißiges it worden, nur durc ferſt dann inem Baue gaßnuͤger arto ffeln piſtazien⸗ 4 grün, und nach einiger Zeit ſammelt ſich ein grünlicher Nieder— ſchlag darin. Stärker grün wird er in dem Abkochwaſſer der jün— gern als der ältern Kartoffeln; auch färbt es das Lakmuspapier um ſo weniger roth, je juͤnger die Kartoffeln geweſen. Daß der Niederſchlag nicht von einer freien Säure herruͤhrt, beweist auch der Umſtand, weil das Ahkochwaſſer das Lakmuspapier gar nicht verändert, demnach er dem Gärbeſtoff zugeſchrieben werden muß, obgleich dieſer nur in geringer Menge und einzig in der Schale der Kartoffeln zu finden iſt. CPfaff und Viborg a. a. O.) Viborg ſagt(a. a. O. p. 106): Die violetten Kartoffeln geben durch die Abkochung ein bräunliches Waſſer, welches einen unangenehmen, aber keinen ſcharfen Geſchmack hat*). Das Waſſer, welches man beim Kochen der übrigen drei Sorten, namentlich der länglich runden, dunkelrothen amerikaniſchen Kartoffel, der rothen langen und rothen hornförmigen Kartoffel**) erhalten hatte, war dagegen hellbräunlich und verrieth einen ſehr geringen Grad von Schärfe, welche es aber ganz verlor, wenn die Abkochung einige Stunden hindurch der freien Luft ausgeſetzt wurde***). Brinkmann bemerkt 1), daß beſonders diejenige Kartoffel— art, welche dut ganz dunkelrothe Farbe hat(und ſchädlich iſt), das Waſſer, woͤrin Meſt Kartoffeln gekocht werden, einer ſcharfen Lauge ähnlich mache; daß ferner, wenn man von ihnen jenes feine Häutchen abkrazt, den ſcharfen Saft aber, der zwiſchen dem Oberhäutchen und der Haut abgelagert iſt und einen ziemlich ſtarken Geruch und beißenden Geſchmack hat, ſo lange die Kar— toffeln friſch ſind, daran haften läßt, und ſelbe ſammt dieſen kocht, das Waſſer dann nicht allein eine beſondere Schärfe annimmt, ſondern dieſe ſelbſt in das Mark der Kartoffeln eindringt. *) Die violette holländiſche oder ſchwarze irländiſche Kartoffel, deren rothe Schleimhaut ohne den geringſten ſcharfen Geſchmack geweſen. r*) Souris oder cornes de vache der Franzoſen. ***) Parmentier erhielt durch das Kochen ſeiner rothen Kartoffeln, ein grünes Waſſer, aber er hat nicht angeführt, in welchem Gefäße er ſie kochen ließ. Viborg hatte einen meſſingenen Keſſel gebraucht; kochte er dagegen die rothen Kartoffeln in einem eiſernen Grapen, ſo bekam er ein ſchwärzlich grünes Waſſer, was ſich durch den Gärbeſtoff erklären läßt, welchen dieſes Waſſer in ſich enthält. †) S. Schriften der berliner Geſellſchaft naturforſchender Freunde. Berl. 782. B. III. p. 216. 48 Die violette Kartoffel*), welche Pfaff unterſuchte Jocken: (ſ. a. a. O. p. 39), gab(am 23. Auguſt in voller Blüthe) ein thmak etwas bläulich gefärbtes Waſſer, faſt ohne Geſchmack, und färbte dheelöf das Lakmuspapier nicht roth. Mit der Löſung des ſchwefelſauren wirkte d Eiſens erlitt es kaum eine merkliche Veränderung. Gekocht ſchmeck— Der ten dieſe Kartoffeln ganz fad und waren ſehr wäſſerig. und beſet Dieſelben Kartoffeln vom 16. September verhielten ſich wie nit Anm die vorigen, nur waren ſie gekocht ſchmackhafter. der Nien Eine Art der frühreifen Kartoffeln mit gelben runden Hemeng Knollen gab vor der Blüthe der Pflanze ein hellbräunliches Ab⸗ Da kochwaſſer von einem ſchwachen, etwas unangenehmen krautartigen die ungeſ Geſchmack, ließ aber durchaus keine Schärfe erkennen. Die blaß— 4. O) e gelbe Auflöſung des ſtarkoxydirten ſchwefelſauren Eiſens wurde ſell und ſehr ſtark grün davon gefärbt, und nach einiger Zeit ſetzte ſich ein laſſtue merklicher Bodenſatz ab; das Lakmuspapier wurde von dem Ab⸗ tillats kochwaſſer nicht geröthet. Die Knollen ſprangen nicht auf; ihr ſhlag. C Geſchmack war noch ſehr wäſſerig und fade. die Dieſelbe Sorte am Ende des Julius unterſucht. Das Ab⸗ tener K kochwaſſer war kaum gefärbt, ohne Geruch, hatte mehr den Kar— ſ lange toffelgeſchmack, eine kaum merkliche Schärfe; wurde mit der Löſung fuch geau des Eiſenvitriols hellgrün und röthete das Lakmuspapier nicht. ünacl Beim Kochen ſprangen ſie auf, ließen ihre Oberhaut leicht ablöſen nit den und ſchmeckten mehlig und angenehm. Fartoffl Dieſelbe Kartoffel in der Mitte Auguſt hatte entwickelte 44,d. Samenkapſeln, und die Knollen ließen ſich leicht von den Wur— des zelfaſern abſchütteln; verhielt ſich ebenſo wie im Juli.(S. Pfaff votden, a. a. O.) Pulver d d. Das wäſſerige Deſtillat der Kartoffelſchalen**) ud⸗ und gibt eine trübe Flüſſigkeit, die ein fettartiges Oel abſcheidet, welches tlunde ſich auf deren Oberfläche in Flocken ſammelt. Der Geruch der ſeſt wen gaben z *) Vermuthlich die dunkelblaue oder violette Kartoffel, mit dunkel— 3 1 violetter Blüthe. die Beſt **) 15 Pf. Schalen von friſchen und geſunden Kartoffeln wurden gehö⸗ was rig abgewaſchen und in zerkleinertem Zuſtande, mit 6 Unc. mäßig ragen. ſtarker Salzſäure und einer gleichen Menge Alkohol, nebſt 5 Pfund 5 Waſſer im gläſernen Oeſtillations-Apparat durch das Sandbad gelind 5 erhitzt. Die Deſtillation ward ſo lange fortgeſetzt, bis etwa 24 Unc. bnrr der Flüſſigkeit übergegangen waren.(S. Wittin g: chemiſche ſedoch n Unterſuchung der jetzt im Handel vorkommenden Branntweine. veiſen. Journal f. prakt. Chemie v. Erdmann, Linne und Seidel. B. VI.) die ſcho unterſuthe Blüthe) en und farkte wefelſauren ocht ſchmen. ten ſich wi lben runden nliches A⸗ rautartigen Die blaß⸗ ens wurde tzte ſich ein n dem A⸗ zt auf; ihr Das N⸗ )r den Kar⸗ der Löſung vapier niht eicht abloſen entwickelt in den Wur⸗ (S. Pfff lſchal en*) idet, welches Geruch der wurden gefi⸗ 6 Unc. mäßig nebſt 5 Pfund andbad gelnd etwa A Unc. 19: chemiſche Branntweine idel. P1I 49 Flocken iſt widrig, die Geruchsnerven ſehr angreifend; ihr Ge⸗ ſchmack Ekel und Kratzen im Schlunde erregend, wenn einige Theelöffel des truben Waſſers verſchluckt werden. Dasſelbe be— wirkte das fette Oel ſchon in ſehr geringer Menge. Der Rückſtand des Oeſtillats war bräunlich gefärbt und beſaß ebenfalls einen eigenthümlichen Geruch. Abfiltrirt und mit Ammoniak in Ueberfluß verſetzt, bildete ſich ein Niederſchlag. Der Niederſchlag enthält Solanin mit anderen minder weſentlichen Gemengtheilen verbunden.(S. Witting a. a. O.) Das Oeſtillat roher geſchälter Kartoffeln(die wie die ungeſchälten, in Verderbniß übergangenen behandelt wurden)(ſ. a. a. O.), entwickelte nur einen ſchwachen Geruch, war völlig waſſer⸗ hell und frei von Schärfe, ſo wie auch durchaus keine Spur von Blauſäure darin angetroffen wurde. Der Rückſtand des De⸗ ſtillats gab mit Ammoniak rc. einen ſehr geringen Nieder⸗ ſchlag.(S. Witting.) Die trockene Deſtillation roher, in Scheiben geſchnit— tener Kartoffeln im Sandbade, bei allmählich vermehrter Hitze ſo lange fortgeſetzt, bis die Waſſerdämpfe einen brenzlichen Ge⸗ ruch geäußert, gab in der Vorlage ein ungefärbtes, beinahe ge⸗ ſchmackloſes Waſſer, welches den Geruch der Kartoffeln, verbunden mit dem eines ſchwachen brenzlichen Oeles, hatte. Hundert Loth Kartoffeln lieferten 66 ½¼ Loth 12 Gr. Waſſer.(S. Jaßnüger a. a. O. p. 44.) Setzt man dem Safte, der aus zerriebenen Kartoffeln gepreßt worden, ätzenden Ammoniak zu, ſo wird ein graulich weißes Pulver daraus niedergeſchlagen, von erdigem Anſehen, dabei ge⸗ ruch⸗ und geſchmacklos, jedoch ein anhaltend kratzendes Gefuͤhl im Schlunde hinterlaſſend; neutral, im kalten Waſſer und Wein⸗ geiſt wenig oder gar nicht auflöoslich. Hundert Pfund Kartoffeln gaben 3 bis 4 Unzen dieſes Niederſchlages. Phosphorſaurer Kalk und phosphorſaure Magneſie, Solanin und etwas Faſerſtoff ſind die Beſtandtheile des gefällten Pulvers; das Solanin ſoll kaum etwas mehr als ein pCt. von dem Gewichte des Pulvers be⸗ tragen. So läßt ſich in den reifen, noch nicht keimenden Kartoffeln— bevor ſie mit kochendem Waſſer ausgezogen ſind— Solanin, jedoch nur in ſehr geringer Menge, auf chemiſchem Wege nach— weiſen. Je weniger aber dieſe, liefern um ſo mehr des Alkaloides die ſchon keimenden Kartoffeln, dann die Blätter, Stengel und 4 50 Früchte dieſer Pflanze.(M. ſ. Spatzier: Chemiſche Unterſuchung Mehl na des Kartoffel-Solanins in Buchner's Repert. B. XXXIX. S. ſadenartig 480— XXXXVIII. S. 345—§. 5 und gekeimte Kartoffeln.) in kalten §. 3.+ Uiberſicht der wichtigſten chemiſchen Analyſen der Kar⸗ vuri toffeln, und deren geſammten nähern Beſtandtheile 5). u 1) Pearſon's Analyſe der Nierenkartoffel(Kidney patatoes) rfin weiſet in 100 Theilen derſelben 68—72 Waſſer und 32— 38 Eit Analy *) Unter den Chemikern, welche ſich zuerſt und vorzüglich mit der das T Analyſe der Kartoffeln beſchäftigt haben, ſind Keſſelmaier nnd den, Spielmann zu nennen. Aus des Erſtern, jedoch höchſt unvollſtän⸗ Kartof diger Analyſe geht nur hervor: daß die Kartoffeln keinen Leim(Kleber), nier, wohl aber eine freie Säure beſitzen, und daß hieraus, durch ſehr E. ce langes Kochen von Unc. 1 Quentchen eines nicht unangenehmen Jour. f Extraktes gewonnen werden kann.(S. Keſſelmaier's Dis. de quo- Kartof rundam Vegetabilium Principio nutriente. J. 1759.) 18 Eben ſo wenig als jene können auch Spielmann's Unterſuchun⸗ Kattof gen der Grundmiſchung der Kartoffeln und die daraus gezogenen terung Folgerungen weder dem Chemiker noch dem Arzte genügen. Lan Weit lehrreicher ſind dagegen ſchon in jeder Hinſicht die Ver— durch ſuche Parmentier's, ſowohl für den Chemiker als den Oekono— doypelt men, welche man in ſeinem Werke:»Examen chimique de pommes as auch de terre, dans lequel on traite des parties constituantes du blè; à knollen Paris 1774. beſchrieben findet. ren mit Unter den Neuern, welche die Kartoffeln chemiſch unterſuchten, iſt Vaue der Engländer Dr. Pearſon einer der ausgezeichnetſten, da er die fundene Analyſen mit eben ſo viel Sachkenntniß vorgenommen hatte, als Ergebni er die daraus gezogenen Reſultate gemeinnützig zu machen wußte. ſaben! (S. Pearſon's Repertory of. Arts. V. II. Nro. 18, und V. III. Joht Nro. 10. November 1799. Daraus in Scherer's Jour. 1802 B. ts größt VIII. p. 640.) Umit Dasſelbe Wirken und Streben findet man, jedoch allen Forderun⸗ England gen viel mehr entſprechend, in Dr. Jaßnü ger's chemiſchen Verſuchen Pad und Entdeckungen zur Erſparung einer großen Menge Getreides, duvfe zur Erleichterung und Erweiterung der Viehzucht und zur Verhü⸗ San tung einer Hungersnoth. 2te Auflage, Wien 1805. ungen Pfaff und Viborghaben ſich beſonders bemüht, die Verſchieden⸗ ſtunae heit in der Grundmiſchung der Kartoffeln nach ihrem Alter darzu⸗ Dtt ſtellen, und die mittelſt des kalten wie des kochenden Waſſers(Abkoch— der r oder Auslaugewaſſers) daraus gezogenen Subſtanzen genauer kennen nut g zu lernen. Auch waren ſie darauf ausgegangen, jenes ſcharfe Prinzip, bitti worauf Parmentier und Brinkmann(in den Schriften der berl. Vureſ Geſell. naturforſch. Freunde. J. 1782, u. Brinkmann's Bemerk. über giſi die Kartoffeln; vergl. auch Krü nitz's ökon. Encyk. 35 Th. p. 292) dann aue die Basler mediz. Polizei aufmerkſam machten, aufzufinden, und 4 zufelöl — Unterſe Wn Mehl nach. Letzteres zerlegte er in 15—17 Staͤrkmehl, 8—9 Kartofeh fadenartige oder fibröfe Subſtanz, 5— 6 extraktive Theile, oder T) in kaltem Waſſer unlöslichen Schleim, der nicht näher zerlegt der Kar waren denſelben auch auf die Spur gekommen, ohne es jedoch weiter theile 9) zu verfolgen und deſſen Weſenheit genauer kennen gelernt zu haben. y patatoes(S. Pfaff und Viborg über unreife, frühreife und ſpätreife Kar⸗ nd 32— 3 toffeln, J. 1807.) Einhoff's Arbeiten haben ſehr viel zur Vervollkommnung der Analyſen ſeiner Vorgänger beigetragen; auch bleibt ihm ausſchließlich lich mit de das Verdienſt, die erſten Unterſuchungen der gefrornen und keimen— naier und den, gleichwie der in verſchiedene Gährungszuſtände verſetzten ſtunvolſtän Kartoffeln vorgenommen zu haben, welche nicht nur für den Che⸗ eim(Kleber), miker, ſondern auch für den Techniker vom größten Intereſſe ſind. durch ſeßr(S. chem. Unterſuch. d. Kartoffeln von Einhoff, im neuen allgem. langenehme Jour. f. Chemie, B. IV. p. 415. Vergl. damit einige Bemerkg. über Dis. de quo. Kartoffeln von Einhoff in d. Annal. d. Ackerbaues; von Thaer: J. 1806, 2ter Jahrgang.) Hermbſtädt's Unterſuchungen der Unterſuchmn⸗ Kartoffeln dienen größtentheils blos zur Beſtätigung und Erlãu⸗ us gezogenen terung des bisher darüber Bekanntgewordenen. ügen. Lampadius lehrte eine eigene Behandlung der rohen Kartoffeln cht die Ver durch chemiſche Einwirkung auf deren Grundmiſchung kennen, die den Oekono⸗ doppelt wichtig iſt, weil ſie zu deren beſſern Aufbewahrung ſowohl, e de pommeès als auch zur Darſtellung eines ſchönern Mehles aus ihren Wurzel— tes du Me;4 knollen weſentlich beiträgt, und das dabei zu beobachtende Verfah⸗ ren mit ſehr geringen Koſten und ohne viele Umtriebe durchzuführen iſt. terſuchten, it Vauquelin hat einige, von den frühern Analytikern nicht aufge⸗ fundene Beſtandtheile in den Kartoffeln nachgewieſen, die als das n, da er de Ergebniß der durchgreifendſten Unterſuchung von 47 Abarten der⸗ n hatte, al achen wußte ſelben hervorgegangen. „und V. W. John und Michaelis lieferten die neueſten Analyſen; doch ſind our. 18023Bö es größtentheils nur Beſtätigungen der frühern Angaben. Unwichtig iſt, was in phytochemiſcher Hinſicht neuerer Zeit in England in Bezug auf die Kartoffeln erſchien. Was die neuern Entdeckungen und Nachweiſungen in der Analyſe der Kartoffeln im Einzelnen betrifft, wird aus obigen Anſichten erſichtlich. So wurde das Stärkmehl beſondern mikroſkopiſchen Unterſu— chungen von Raſpail, F ritzſche, Cordau. A. und den chem For⸗ ſchungen des Guerin, Varey, Payenu. A. unterworfen. Spatzier en Forderun⸗ en Verſuchen ge Getreides zur Verhü⸗ ſchieden⸗ deiüihe Otto, Bau p, Heuman n waren vorzüglich, bemüht, das Solanin ſers(bkol⸗ der Kartoffeln iſolirt darzuſtellen, und es allen ſeinen Eigenſchaften r kennen nach genauer kennen zu lernen.— Eben ſo ſuchten Payen, Hen ry, daü kni Witting u. A. das urſprüngliche Oel(primäre Fuſelöl) dieſer aife une Wurzelknollen, wie Pelletan, Dumas, Cahour, das während der denesk it geiſtigen Gährung und Deſtillation ſich hieraus entwickelnde(abge⸗ 20) dann änderte, ſecundäre Fuſelöl) mit aller ſeiner Verſchiedenheit von dem P Fuſelöle der Cerealien, des Traubenſaftes u. a. darzuſtellen. finden, und 4* 52 wurde. In den friſch zerſchnittenen Kartoffeln bemerkte derſelbe 6. eine Säure, die er aber nicht näher unterſuchte. ſuchungen 2. Nach Jaßnüger'’'s Analyſen wurden in den Kartoffeln deburg, (in 25 Loth) folgende Beſtandtheile und deren Verhältniſſe nach— Regieun gewieſen: Aroma, tropfbare und gasförmige Theile 3928,25 gr.; ſädtichen Säure, holziger Faſerſtoff 666 gr.; Stärkmehl 1076,25 gr.; Ei⸗ lung hatte weißſtoff 62,5 gr.; ſeröſer Zuckerſtoff 92,25 gr.; ſchleimiger polge ent Zuckerſtoff 174,75 gr.; Harz(ꝛ)(S. deſſen chemiſche Verſuche Paſſer J. 1805.) reie 3. Einhoff lieferte eine der erſchopfendſten Analyſen, na— gieſelſ mentlich die jener Kartoffelart mit rother Schale und runden oder länglichen Knollen, welche ſich vorzüglich durch ihre Dauerhaftigkeit auszeichnet. In 16 Uncen weiſet er folgende Beſtandtheile nach: Stärkmehl 19 Qtl. 13 gr.; Eiweißſtoff 1 QOtl. 47 gr., Schleim 5 Otl. 12 gr.; faſerige Subſtanz, die ſich der Stärke nähert 9 Qtl; Freie Wein⸗ ſtein- und Phosphorſäure; kohlenſaur., phosphorſaur., ſchwefelſaur., ſalzſaur. und weinſteinſaur. Kali, Kieſelerde, Thon, Talkſienit, etwas Mangan und Eiſenoxyd(Mehr ſ. Gekeimte, Gefrorene, dann in ver— gieſelſan ſchiedene Gährungszuſtände verſetzte Kartoffeln und Verbrennungs— Phosphe produkte derſelben.) Cittonen 4. Vauquelin hat eine ſehr ausführliche Unterſuchung der Chlorkal Kartoffeln unternommen, und nicht weniger als 47 Arten derſelben Ettraktie analyſirt. Es ergeben ſich im Durchſchnitt folgende Beſtandtheile: Jſperg Parenchym 4,0 bis 5,5; ertraktive Subſtanz 2,0 bis 3,0; Stärk⸗ Etitime mehl 4,1 bis 24,4; Waſſer(durch Trocknen entfernt) 67,0 bis Stirke 78,0; ſchwarz gefärbter Eiweißſtoff, beiläufig 1,4; bitteres, gewürz⸗ Eivei haftes, kryſtalliſirbares Harz ſehr wenig; Aſparagin ungefähr gleber 0,1; freie Citronenſäure, citronenſaures Kali, beiläufig 1,2; phos⸗ Gunmi phorſaures Kali und Kalciumoxyd; eine ſtickſtoffhaltige, wie Cham— heitt. pignon ſchmeckende, übrigens dem Gummi ähnliche, nicht durch(5. Er Gärbeſtoff fällbare, thieriſch-vegetabiliſche Subſtanz 0,4 bis 0,5. I (Jour. de Phys. LXXXV. p. 123.) 5. John gibt im Allgemeinen die Beſtandtheile der Kar— de toffeln folgender Maßen an: Stärkmehl 16,0; extraktivartige toffln u Theile 1,5; Faſerſtoff 7,0; Spuren harziger und zuckeriger Ma— und der terie; freie(Wein⸗) Säure; phosphorſaures Kalciumoxyd; ſchwefel⸗ Anmerk) ſaures, ſalzſaures, pflanzenſaures(weinſaures) Kaliumoxyd;. Anme kleberartige Materie, zuſammen 5,0; Wäſſrigkeit 70,5. Auch rundmi fand er in den Schalen der Kartoffeln Spuren von Gäͤrbeſtoff. de g (John's Wörterb. II. p. 234.) V iij und erkte derſel en Kartofee aͤltniſſe nt - 3928,25 gf 6,25 gk.; C. ; ſchleini iſche Verſut nalyſen, i runden ode zuerhaftigte dtheile nat 5chleim 5 ‚Freie Wei ſchwefelſaur kſienit, etwe „dann in ve kerbrennung errſuchung d rten derſelben Beſtandthelle 3,0; Star⸗ nt) 670 lü teres, gewin gin ungefä is 12i3 e, wie Chan , nicht durg 0,4 bis li— don⸗ 1 eile der Kar⸗ extraktivarti uckeriger Me⸗ ryd; ſchweſt⸗ Kaliumorhd 70,5. Auch n Garbeſtof 53 6. Eine der neueſten und gründlichſten chemiſchen Unter⸗ ſuchungen verdanken wir dem Mediz.⸗Rath Michaelis in Mag⸗ deburg, welcher, aufgefordert von Seite der königl. Magdeburger Regierung, die rothen Kartoffeln aus Oſterode im Halber⸗ ſtädtiſchen, denen man eine fuͤr die Geſundheit nachtheilige Wir⸗ kung hatte zuſchreiben wollen, der Analyſe unterwarf. Dieſer zu Folge enthielten 100 Theile derſelben: Waſſer............. 667375 Freie Säure(Citronenſäure)...... 0,047 Kieſelſaure, phosphorſaure, citronenſaure Salze von: Eiſenoxydul Manganoxydul Thonerde Natron Kalkerde w.... 9,815 Magneſia Kali Kieſelſäure Phosphorſäure Citronenſäure Chlorkalcium...... 0,176 Extraktivſtofff.... 0,921 Aſparagin............. 0,063 Staͤrkmehlartige Faſeerrrr.. 30,469 Sihrffe...... 30,269 Eiweiß........Au e. esS.n.n. ⸗. ,1503 Kleher............ 0,055 (Gumufk........... 0,920 Fett............... 9,056 (S. Erdmann’'s Jour. d. prakt. Chem. B. III. H. 3. P. 190.) Mehrere Analyſen ſ. Varietäten der Kartoffeln. Uebrigens iſt das Verhältniß der Beſtandtheile der Kar— toffeln nicht bei allen Arten gleich, und zeigt ſich ſelbſt bei einer und derſelben Varietät(S. 1. Anmerk.), nach dem Alter(S. 2. Anmerk.), dem Boden(S. 3. Anmerk.), und der Witterung(S. a. Anmerk.) oft ſehr verſchieden; überdieß erleidet auch deren Grundmiſchung manche Aenderung ſelbſt dann, wenn ſie aus der Erde gehoben und ſorgfältig gelagert worden, ohne in Verderb⸗ niß und Zerſtörung übergangen zu ſein.(S. 5. Anmerk.) ————— ———,——— 4 54 1. Anmerkung. Verſchiedenheit der Grundmiſchung der Kartoffeln nach der Spielart (Varietät), der ſie angehören. ———„ Art der* 25 2 Waſſer, Sur 2 S= 3 ren, Salze Kartoffeln 5[8α 2* Schiein und Verluſt S 5 S u. ſ. w.) ſ Nach Einhoff Rothe Kartoffeln. 10,59 27,03]/ 14,30 4,07 76,92 Andere Art rothe Kartoffeln. 15,01 7,03 1,39 4,07 72,50 Kartoffelkeime allein)0,39 2,81 0,42 3,33 93,05 Große rothe Vieh⸗ kartoffeln..... 12,89 5,92 0,72— 90,47 Nierenkartoffeln.. 9,10⁰ w◻ 8,80 5,80— 81,30 Zuckerkartoffeln... 15,10 8,20 0,83— 75,87 Schleim mit Säuren und Nach Lampadius: Salzen Waſſer ———————— Peruvianiſche Kar— toffeln) 15,0 5,2 1.9 1,9 76,0 Engliſche Karwffelnſ 12,9 6,8 1,1 1,5 77,5 Zwiebelkartoffeln. 18,7 8,4 0,9 1,7 70,3 Voigtländiſche Kar⸗ toffeln........ 15,4 7,1 1,2 2,0 74,3 *) Die freien Säuren ſind nach Einhoff, Phosphorſäure und Weinſtein⸗ ſäure, und von Salzen fand er phosphorſaures, ſchwefelſaures, ſalzſaures und pflanzenſaures Kali. **½) Mit Eiweißſtoff. ***) Arakatſcha. 2. Anmerkung. Verſchiedenheit der Grundmiſchung nach Je nachdem ſie früh oder zu ſpät oder zu rechter Zeit verbraucht werden, iſt auch verſchieden der Kartoffeln Gehalt, Ernährungs⸗ fähigkeit und Werth. dem Alter. So liefern die Knollen im Auguſt 23— 25 Pf. Stärkmehl. » September 32— 30—— » Oktober 32— 40—— » Nov. b. März 38— 45—— » April 38— 48—— „ Mai 28— 20—— (S. Landw. Wochenblatt des Herzogth. Naſſau, J. 1831, S. 400.) Stärkmeyr S— iu Waſſer (16 Uncen?⸗ . 1. Fartoffelarten enthalten in 100 Sheilen 1 55 C-Ty d bunjqur qq 8.b 4 a Qun 8.1 1 vIch Joach 8) „15 60 1 1 dun 12)Ia5 vf 9„ut n aquido e w 100 ab 05 IS L dun 6 ab v h 9„dun e 08 Unbng 1e m iiaae ene 46 82*H, dun 1 2* uft v1 ½ 42q0g d e ee.01 ab de h 2 dun 1 v I a vy 9 un II p uobvnqor ne ee e e.979 „ab 0E L„Hun! 6 a5 vo h9 odun d 08 10 quiolaoD 91 ee 10 ab 80 dun„oun l. 1 a5 vo hg dun d 08 Unbnlſs E uan eee „ab 92„dun d vIas OI ny dun II 42 quirdne dud e ee.913 ·46 6 MS G„unm 1 c ⸗OIas 56 ⸗1? dun I L.p. Unönl dgud ue w 1010 a5 Oy h dun 1 88˙8 e 1„dun 8I 892 Unbnjs e lupna ab 90 S 1„Hun d VI„dun d 42 quinde du 513 010 „ab 03 hS L“dun! 6[a5 4„dun dl 62 Unönls aud ue 4190 1010 45 8E—2J 1 oun 1 v1[ab5 E—,9“dun d1 08 Anbnjſg o u e „ab vy*—1.„un d B1 ab:0t* v“oun 11 84 42 qulode.91 uee eeee e.12 ab 89 Qdun dun 9I 45.91*h 1“dun d 97 uUnbnſs dud uc eee e.01 ab Iy 2 dun 1 LL οIas 0C he dun I 88 Unbnl Me aee hee eee eee ab Ly 9“ oun 1 11 a5 00 1le odun d6 82 Uné 922 gud uee eeee e⁵e „ab d dun 1 8 5. v h 9„ndun d 08 uns 82- buvlujs uce ege n ne (uodun 91) 1GouigapS 42p Ich I unen uneeT 001 un uee SSS= S= e—=—*= S 1 5 SEE= SS Sſ 56 8 5 5 6 ——2= 2 5—=—== 5 2 2= —=———————— — 1— Ö⏑———-———Q—ͤ—.———— V V a4b 9˙0'ab n 9[5 ex S 6 un T 40 que üte.40 b-ab(0 v'O ſ'as 69'n iN? 9 as 5t S Unbnſs 1 utag uIo loa zun⸗ 6 .ab 9/91 n 1 1 Pab l n J e 9 as Oe woun 1 42901, 2 uga 10 40 V 6 ab 81 n h dd8 as 0o n L2 s L“odun 1 uoboge e heen he ¹.910 ab de n 9 1 ab 00 1 z“oun 1 12 134 91 utaag a.910 -ab 90 v/,O ab ε ‧1 6 9% 4 0Os H o oun Unbnjs LE, ue 2112 11K 45 65 JI T 91 aß le 9' a4b GCe S e oun 1 10 quioſdeD du 1919 010 45 1 4˙0„ab 9⁰ ch ab 90 hfJ L“oun 1 Unbnſh⸗*ud utaa.910 1 -45„ 40 ab C“nS 1“oun 1 1½ 4b0/0r I 1“oun 1 Unbnjſs 1 e ujodajav ignee V ab vIe S 1 80 ras 8g n 110 I 7 6 ub or zs un 1 40quie 7010.10 4 16 c G a odun Unbnſ käus uag.10 10 & 45 1⁹Q 2/0'ab d n S 2 4/0 Jab I dun Hun 1 Unbnjſs e utn ie u V 46 ,9 40 ab 5 n S 1 91 ab 05 hS L“odun 1 a0 quio Jat 991 ug hee a.91 3 ab GI hS S“oun 1 Unbnſ Hdud re eeee.10 46 ¶ 99˙0 Fab 80 /n S„ ab dn? Unbnjſ 21113(6 42 u ee 10 b as dun un 1 UnL 82 Hdud e ee 10 ab 88 dun„oun 1 4 Ung 8920 buvjuje uigg e en n V V V —— 1 1 (ueoun 91) Ich 1 ur Lun uo*] T 001 un uee ua ap a a b Lodigand 1urcpS dodaolvg 5 d 3. Anmerkung. d Verſchiedenheit der Grundmiſchung nach dem Boden. 53 a) Bei der Analyſe jener Kartoffeln welche weiße Blu— men, durchaus weiße etwas runde Knollen haben, und auf einem wenig gedüngten, thonigen, mit wenig Sand, aber etwas mehr Kalkerde gemengten Boden gewachſen 99 ſind, erhielt Jaßnüger die näheren Beſtandtheile in folgendem quantitativem Verhältniſſe von 100 Lothen(24.000 Gr.): — Eiweißſtoff..009 5 Zuckerſtoff, ſeröſen... 0. 013 33 V dto. ſchleimigen.. 0.029 2 Holzigen Faſerſtoff... 0. 113 Stärkmehl..... 6.127?(1870 0 0.351= 35 Loth L 64 ⁄16*» Waſſer. ¶¶· b) Bei Kartoffeln der nämlichen Abart, welche zwar in — demſelben Jahre, jedoch auf einem größtentheils ſandigen 1 und ebenfalls wenig gedüngten Boden gewachſen, — fanden ſich die feſten nähern Beſtandtheile in folgendem Verhältniſſe: 85 Eiweißſtoff... 0.011 5 V Zuckerſtoff ſerböſer... 0.016 35 dto. ſchleimiger.. 0.031 65 Holziger Faſerſtoff... 0. 109 Stärkmehl... 0.182 0.349— 34 7⁄1, Loth 65 ⁄6» Waſſer. — c) Die Kartoffeln mit violetröthlichen Blüthen, großen länglichen, höckerichten Knollen, mit röthlicher Haut und weißem, 82 jedoch mit einem purpurröthlichen Ringe verſehenen Fleiſche, welche in demſelben Jahre auf einem thonigen Boden ſehr ergiebig gewach— ſen waren, lieferten: ’ Eiweißſtofl.. 0.010 Zuckerſtoff, ſeröſen... 0.014 56 dto. ſchleimigen.. 0.029 5 Holzigen Faſerſtoff... 0. 114 25 Stärkmel.. 6.189 5 0.356= 35 ⁄16 Loth. 5½ d) Jene Kartoffeln hingegen, welche weiße Blumen 9 und länglich rothe Knollen haben und in demſelben Jahre 2 ebenfalls auf einem thonigen, wenig gedüngten Boden 23 ſehr ergiebig gewachſen waren, enthielten: 5 Eiweißſtoff.... 0.013 Zuckerſtoff, ſeröſen... 0.014 dto. ſchleimigen.. 0.026 2 Holzigen Faſerſtoff... 0.116 5 Stärkmehll.. 6.168 5 0.337= 33 7, Toth. —.',——iq ———ᷣ—/—O—OC—⸗—C—n——õꝛe—᷑—᷑—ͦ9ñDDZDDD 58 Das Aroma dieſer Abart war durchdringender, und bei weitem nicht ſo angenehm wie bei den übrigen Abarten; dieſer Geruch zeigte ſich nach dem Kochen der ganzen Früchte faſt noch ſtärker, und ſie 8 ſtehen auch in Beziehung auf den angenehmen Geſchmack allen übrigen nach. Dieſe Bemerkung hat ſich auch bei andern Abarten, wenn ſie durch den Einfluß des Bodens ausarten und roth werden, beſtätigt gefunden; dagegen wurde bemerkt, daß dieſe rothen Kar— toffeln auf einem mehr ſandigen, jedoch mit etwas Thon und Kalk gemengten Boden einen angenehmen Geſchmack und Geruch erhalten. e) Die ſogenannten Sommer—⸗ oder Zuckerkartoffeln des⸗ ſelben Jahres, ebenfalls auf einem thonigen Boden gewachſen, ent— hielten:. Eiweißſtoff....011 Lerſc Zuckerſtoff, ſerbſen... 0.018 dto. ſchleimigen. 0.03 Holzigen Faſerſtoff(.106 hj Stärkmehl.....(.171 th — 3 0.339— 33%, Loth. 8 4. Anmerkung. 7 Verſchiedenheit der Grundmiſchung nach der Witterung. in In dem ſehr trockenen Jahre 1802, wo die Vegetation ſehr P gehindert und daher auch die Ernte der Kartoffeln geringe war, M. hatten die Beſtandtheile der erſten Abart, d. h. jene die we weiße Blumen und durchaus weiße runde Knollen haben und auf G einem thonigen Boden gewachſen waren, folgendes Verhältniß: vo Eiweißſtoff.. 6,0 /4 gr 2 Zuͤckerſtoff, ſeröſen*. 0.020 Anf dto. ſchleimigen. 0.031 dab Holzigen Faſerſtoff.(.095 Stärkmehl....6..191 0.348= 34 ⁄¾ Loth Nähere In dem folgenden regneriſchen Jahre 1803 war das Wachs⸗ Grundr thum der Pflanzen äußerſt groß, die Reife dagegen erfolgte ent— mechani weder ſpäter oder nicht vollſtändig, und bei der letzterwähnten durch Abart, welche auf dem nämlichen Boden gewachſen war, fand 1.“ ſich folgendes Verhältniß: Eiweißſtof, 0.008 V ni 1 Zuckerſtoff, ſeröſen..(.014 wie aut dto. ſchleimigen. 0.025 merkhar. Holzigen Faſerſtoff(.124 hetzuber Stärkmehl. 6. 168 in einer 0.339—= 335⁄1 Loth. rfel Aus den hier angeführten Unterſuchungen ergibt ſich nun, daß das quantitative Verhältniß der nähern Beſtandtheile der ln gan Kartoffeln bei den verſchiedenen Abarten verſchieden ſei, daß, ſelbſt Otunden bei einer und derſelben Abart, die Witterung und die Verſchieden— du enpffr heit des Bodens auf das Verhältniß der Beſtandtheile Einfluß nd bei weite r Geruch zeiat ärker, und eſchmack ale dern Abarte d roth werden ſe rothen da Thon und git eruch erhatte toffeln de zewachſen, en⸗ „ 3 10 Loth, Litterung zegetation ſe geringe wan d. h. jene die aben und alf erhältniß: 7. Loth ar das Wact erfolgte ent⸗ terwähnten en war, fond Lot n erzit ſt kandtheile de i, daß, ſebt Verſchieden⸗ eile Einflu 59 haben; daß die flüſſigen und gasförmigen Beſtandtheile dieſer Knollen in 100 Lothen nie über 66 ½ Loth, 12 Gran betragen, und daß ſie an feſten Theilen im Durchſchnitte 34 ¾ Lothe 7 Gran enthalten, nämlich: Eiweißſtof,.. 1 Loth 10 Gran. Zuckerſtoff, ſerbrſen.. 1 བྷ 9— dto. ſchleimigen 2 ⅝— 39— Holzigen Faſerſtof.. 11— 24— Stärkmellh.. 17 ½— 45— Obige 34 ¾¼— 7— feſte Theile. 5. Anmerkung. Verſchiedenheit der Grundmiſchung nach Zeit⸗ und Ort⸗ verhältniſſen der Aufbewahrung. Schon haben es Mehrere für wahr anerkannt, daß manche Kar— toffeln durch's Abliegen an Güte gewinnen, manche yerlieren, größten— theils aber über den Winter minder nahrhaft werden. So hat Bouſſingault dargethan, daß Kartoffeln, nachdem man ſie aus der Erde gehoben und längere Zeit in Gruben oder im Sande u. d. g. vor dem Erfrieren hinreichend geſchützt aufbewahrt hat, um 37 bis 28 Th. im Azotgehalte verringert werden. Unverkennbar ſüßer werden dieſe Wurzelknollen vor ihrer Keimung; vermindert iſt dagegen die Menge des Schleimes und am deutlichſten entwickelt das Solanin, wenn ſie bereits zolllange Keime getrieben. Einhoff bemerkt, daß es im Monat Oktober und November, wo die Kartoffeln noch friſch ſind, weit ſchwerer hält, ſie durch Froſt ſüß zu machen, als im Januar und Februar; daß ferner zu Anfang des Frühjahrs die Kartoffeln oft von ſelbſt, ohne daß Kälte dabei einwirkt und ohne zu keimen, in einem Keller ſüß werden. §. 4. Nähere Betrachtung jener weſentlichen Beſtandtheile der Grundmiſchung der Kartoffelknollen, welche durch bloße mechaniſche Zertheilung, durch Waſchen mit Waſſer und durch das Kochen des Kartoffelſaftes erhalten werden. 1. Das Aroma der Kartoffeln hat einen eigenthümlichen, nicht unangenehmen Geruch, und iſt ſowohl an den zerriebenen, wie auch an dem aus den Knollen friſch gepreßten Safte be— merkbar. Vor der Gährung dieſes Saftes iſt der Geruch nicht betäubend, wovon ſich Jaßnüger genau überzeugte, als er ſich in einem Zimmer, worin mehr als 600 Pfund zerriebene Kar⸗ toffeln und gegen 10 Eimer friſch gepreßten Kartoffelſaftes durch eine ganze Nacht in unbedeckten Gefäßen geſtanden, über vier Stunden zubrachte, ohne das geringſte Gefühl einer Betäubung zu empfinden. Eben ſo wenig haben andere Menſchen, ſelbſt ſehr —— ——— 60 empfindliche, hyſteriſche Frauensperſonen eine Betäubung oder eine zrydir andere unangenehme Empfindung an ſich wahrgenommen, als ſie zärbu ſich in demſelben Zimmer aufhielten. zufüi V Einen eigenen lieblichen Duft verbreiten die gekochten, guten nehr. Arten der Kartoffeln mehr oder weniger um ſich, der ſtets als durt eines der weſentlichſten Kennzeichen ihrer Güte gelten ſollte. den ei 2. Das Vegetations⸗Waſſer macht den beträchtlichſten V Beſtandtheil der Kartoffeln aus und iſt von dem gemeinen Waſſer Reroll nicht unterſchieden. Bei den Unterſuchungen Pfaff's ergab ſich, Fatte daß in hundert Theilen Kartoffeln 72 bis 80 Theile Waſſer ent— in de halten waren; Girardin gibt den Verluſt, welchen die Kar— die H toffeln durch das Trocknen bei einer Temperatur von 20 bis 250 die vi R. erleiden, auf 72,13 pCt. an. in der Bei vergleichender Unterſuchung ſehr kleiner, jüngerer, und größerer mehr erwachſener Knollen von einer und derſelben Pflanze ſure zeigte ſich im Durchſchnitt, daß, je jünger die Knollen geweſen, vwill eine deſto größere Waſſermenge in ihnen enthalten war; mit dem Sam fortſchreitenden Wachsthume der Kartoffeln mindert ſich aber der Gehalt des Waſſers. Immer verhältnißmäßig größer iſt die Menge deel des Vegetationswaſſers auch bei den auf moorigem oder lehmigem d Boden gewachſenen Kartoffeln, die zur Vollendung ihres Wachs— b thumes überhaupt eine weit längere Zeit bedürfen und wegen ihres großen Waſſergehaltes dem Faulen beſonders unterliegen. Sehr junge Kartoffeln verlieren auch, wenn man ſie frei an der hnoc Luft liegen läßt, verhältnißmäßig mehr von dieſem überflüſſigen u Waſſer durch Ausdünſtung als die Erwachſenen; letztere dagegen baue halten dasſelbe beinahe ohne den mindeſten Verluſt Monate lang hartnäckig zuruͤck.(Pfaff.) ali Der aus ſauber gewaſchenen Kartoffelknollen ausgepreßte hun Saft iſt jedoch nichts weniger als reines Waſſer, ſondern eine d dunkelgefärbte, ekelhaft ſchmeckende und zugleich ſauer reagirende ſ f Flüſſigkeit, die. Saͤuren, viele Salze, Schleim, Pflanzen-Eiweiß, et— 3 V was Stärkmehl und Waſſer enthält.(S.§. 2. a.) bar 3. Die freie Saure iſt nur in den friſch abgeſchnittenen Git V Kartoffelſtücken und im friſch gepreßten, nicht aber in dem gäh— eto 1 renden oder gekochten Safte der Kartoffeln bemerkbar. Durch hur das Kochen und Abdampfen verliert ſich jede Spur derſelben. 1 (Jaßnüger.)— Nach Einhoff iſt dieſe Säure Weinſtein- und fe Phosphorſäure; daher es kommt, daß das Waſſer, womit duͤnne 4 Scheibchen von Kartoffeln ausgezogen werden, eine Auflöſung von ug oder ein nen, als ſe ſchten, gute der ſtets ſollte. eträchtlichſen einen Waſſe 8 ergab ſih Waſer en⸗ den die gar 20 bis i üngerer, un elben Pflmne llen geweſen dar; mit de ſich aber de iſt die Nemn der ſauin ihres Wach und weger unterliegen ſondern ein er reagitend Eiweiß, e ggeſchnittenen in dem gut⸗ khar. Durc ur derſelben. zeinſtein⸗ und womit dünne uflöſung bon 61 oxydirt ſchwefelſaurem Eiſen ſehr auffallend grungelb färbt, welche Färbung aber mit der Grünfärbung der ſchwefelſauren Eiſen— auflöſung durch Gärbeſtoff nicht zu verwechſeln iſt. Letztere iſt mehr piſtaziengrün, erſtere zeiſiggrün, ſtark in's Gelbe ziehend. Durch dieſe freie Säure nähern ſich die Kartoffeln einigermaßen den eigentlichen Früchten. Es ſchien Pfaff, daß die Säure mit dem Fortwachſen der Knollen mehr hervortrete, was namentlich bei der hollandiſchen Kartoffel der Fall war. Die Menge dieſer Säure war am größten in den frühreifen; dann folgte die gemeine Herbſtkartoffel; ferner die Holländiſche und Nierenkartoffel; am wenigſten beſaßen hievon die violetten Kartoffeln. Beſonders reichlich war aber die Säure in den innen roth geſtreiften Kartoffeln enthalten. Jaßnüger und Henry fanden in den Knollen freie Aepfel— ſäure; Vauquelin und Mich aelis freie Citronenſäure. Baup will hierin außer Citronen- und Bernſteinſäure noch eine eigene Säure gefunden haben. Jaßnüger iſt übrigens der Meinung, daß die Aepfelſaͤure die Urſache ſei, daß das Mark der Kartoffeln, der Einwirkung der Luft bloß ge eſtellt⸗ braun werde. 4. An Salzen ſollen als nähere Beſtandtheile der Kartoffeln — nach Juch— nebſt phosphor- und ſalzſaurer Kalkerde, ſchwefel— und lhaären Kali, welche ſchon Andere angegeben haben, auch noch ſalpeter- und ſalzſaurer Ammoniak(Salmiak), Kochſalz, Kieſel⸗ und Thonerde vorfindig ſein.(S. das Ganze des Kartoffel⸗ baues. Ulm. 1818.) 5. Ein Harz, das ſehr wenig bitter, gewürzhaft und kry⸗ ſtalliſirbar iſt, hat Vauquelin angegeben. Auch von Jaßnüger Wuu ein harziges Weſen, jedoch nur in ſehr geringer Menge, bei der anfangenden Gährung des ungekochten Kartoffelſaftes in kleinen ſchwarzglänzenden, äußerſt dünnen Schuppen wahrgenommen, die beim Verbrennen einen zwar ſchwachen, aber doch immer merk— baren Benzoe⸗Geruch verbreiteten. Waͤhrend der regelmäßigen Gährung des gekochten Saftes erſchien aber dieſer eigenthümliche Stoff nie.(S. Jaßnüger p. 38.)— Auch John fand einen harzigen Stoff. 6. Der reine Holzfaſerſtoff ſowohl der Schale, als des eigentlichen Parenchms— dem die Kartoffel ihre Form und ihre Kohäſion verdankt— von allen fremden Beſtandtheilen be— freit, iſt ganz geſchmack- und geruchlos, geht nie in eine der be⸗ b b . V —————ᷣ—y“õ— ————— kannten Gährungen uͤber und liefert bei der trockenen Deſtillation alle entfernten Beſtandtheile des gemeinen Holzes. In der Be⸗ rührung mit atmoſphäriſcher Luft verbrannte er langſam und mit einer kleinen Flamme, wie der Torf und die Steinkohle, hielt eben ſo lange die Glut wie dieſe, ohne jedoch den unangenehmen Ge— ruch derſelben zu verbreiten. Auch die Kohle, als der Rückſtand des Faſerſtoffes, war von der gewöhnlichen Holzkohle in chemiſcher Hinſicht nicht verſchieden; die Aſche der erſtern enthielt nämlich eben ſo wie jene der letz— tern milde Kalkerde, ſehr wenig Eiſenoxid und Pottaſche; indeſſen war in der Aſche des Faſerſtoffes vergleichungsweiſe von der Pott— aſche mehr enthalten, als in der Aſche der weichern Holzarten; was um ſo auffallender iſt, weil mehrere Chemiker bei einer ähn⸗ lichen Behandlung des wirklichen Holzes*) kein Kali erhalten zu haben verſichern.(S. Jaßn üger a. a. O.) Der Faſerſtoff beträgt— nach Jaßnüger— im Duͤrchſchnitt über 0,11; Pearſon erhielt 14 und Einhoff bekam 9 Quentch. Faſerſtoff von 128 Quentch. Viborg ſagt, daß bei dem Ab— ſchälen gewöhnlich 6 Loth von jedem Pfunde abgehen. Uebrigens iſt es außer Zweifel, daß der Faſerſtoff verhältnißmäßig gegen das Stärkmehl um ſo mehr abnimmt, je näher die Kartoffeln dem Ziele ihres Wachsthumes kommen, wenn gleich die abſolute Menge desſelben in mehreren Arten mit dem Fortgange des Wachsthums zunimmt. Anmerkung. Der große Unterſchied zwiſchen der Holz- und Stärkefaſer muß hier um ſo mehr beachtet werden, weil ſonſt leicht Mißverſtändniſſe veranlaßt werden können. Pfaff ſagt: der Faſerſtoff der Kartoffeln und wohl auch man⸗ cher anderer Wurzeln iſt von der Pflanzenfafer wohl zu unterſchei en.— In dieſer Hinſicht wird die Erinnerung nöthig, daß jenes Faſergewebe(Parenchym), von dem Put⸗ ſche, Bertuch u. A. geſprochen und ihm von reinem Faſer— ſtoffe ganz verſchiedene Eigenſchaften zugeſchrieben haben, nicht reiner, ſondern mit vielen Subſtanzen: Stärkmehl, Ei— weiß, Schleim ꝛc. noch verbundener holziger Faſerſtoff ge⸗ weſen. So fand ſchon Vauquelin, daß die ſtärkmehlartige *) Es wurde nämlich der Faſerſtoff durch mehrere Stunden in vielem Waſſer geweicht und gewaſchen, dann durch ein Paar Stunden aber⸗ mals mit einer neuen Menge Waſſer ſogar gekocht. Klei ſaur tend vetdu Gumm öfen ßer! im h dem Hinſ Karte faſer taugl ange V it, Falli Lie zeht a 63 n Deſtilate Faſer bei anhaltendem Kochen mit Waſſer gröͤßten-Theils auf⸗ In der gelöst werde und nur ⅛ bis ¼ Holzfaſer zurücklaſſe, die ſam und ni aufgelösten Theile wahrſcheinlich aber aus Stärkmehl und ein le, hielt ee wenig Baſſorin beſtehen*).(Gehlen's neu. allg. Jour. IV. enehmen Ge p. 458.) Dieſe ſtärkmehlartige Faſer(das ſogenannte Par⸗ ffes, war wn enchym) beſteht aus zarten, weichen, halbdurchſichtigen Fäden, t verſchieden bböildet durch anhaltendes Kochen mit Waſſer eine Art von jene der le⸗ Kleiſter, indem ſie aufquillt und durchſcheinend wird, geht in ſche; indſe ſaure Gährung über und läßt ſich getrocknet durch anhal— tendes Reiben größten-Theils in Stärkmehl verwandeln; in verdünnter Schwefelſäure wird ſie aufgelöst und bildet dann Gummi und Zucker. Wird die friſche Faſer in einem Back⸗ ofen gebacken, ſo verwandelt ſie ſich in einen mit einer wei⸗ ßer Rinde umgebenen Kleiſter, welcher wie Amylumkleiſter im heißen Waſſer löslich iſt.— Sie läßt ſich alſo als ein, dem Stärkmehl ſehr nahe kommender Beſtandtheil in jeder Hinſicht annehmen. Veränderte ſie aber im Fortwachſen der Kartoffeln ihre Natur, würde ſie härter, trockener, der Pflanzen— faſer immer ähnlicher, ſo könnten die Kartoffeln eben ſo un- tauglich zur Nahrung werden, wie es mit denen im Fort⸗ gange ihres Wachsthums ſtockig gewordenen Wurzeln der Fall iſt. Wie ſchwer übrigens der holzige Faſerſtoff rein darzuſtellen iſt, geht aus Jaßnüger's Unterſuchungen hervor, die dargethan, von der zot⸗ n Holzarten ei einer ihr li erhalten m Durchſchnit mn 9 Quentt. bei dem ⸗ t. Uebrigen ßmaßig geger artoffeln den ſolute Menge Wachsthund Holz— und werden, vel *) Wie ſehr verſchieden die ſogenannte Stärkefaſer(das Parenchym) n. Pfaff dea von der eigentlichen Holzfaſer iſt, macht die Vergleichung ihrer Cle⸗ mentar Zuſammenſetzung erſichtlich. Thomſon nahm an, daß ſich ffer well i das Parenchym der Kartoffeln, eben ſo wie das Hordein verhalte. Erinnerung Letzteres ſcheint jedoch nichts weniger als dieſem gleich; auch nähert n dem Put⸗ es ſich nicht der Holzfaſer, wie es Marcet's genaue Unterſuchun⸗ reinen Frfer gen außer allen Zweifel ſetzen. So gab die Analyſe in 100 Theilen: joben hübdl des Parenchyms des Hordeins ieben hine Kohlenſtoff— 37.4 Kohlenſtoff— 44.2 tärkmehl’ E⸗ Sauerſtoff— 58.6 Sauerſtoff— 47.6 Haſerſtof ge⸗ Wmaſſerſtoff— 4.0 Waſſerſtoff— 4.0 arkmehlarti. Scttickſtof— 1.8 Die Sägeſpäne(als Holzfaſer) ſind nach Gay⸗ Luſſac und Thenard zuſammengeſetzt, aus Kohlenſtoff— 52. den in bielen Sauerſtoff— 42.4 Stunden abe⸗ Waſſerſtoff— 5.6 — 64 daß er, ſelbſt nachdem man ihn einige Stunden in Waſſer ge— bleibt, un weicht und ſodann gut ausgewaſchen, noch immer eine beträcht— auflöslich V liche Menge Zuͤckerſtoff enthielt, der aber mit demſelben ſo innig u V verbunden geweſen, daß er nur durch langes anhaltendes Kochen dieſer Che davon getrennt werden konnte. ſaſe in d 7. Der vorwaltendſte und weſentlichſte unter den feſten Beſtand⸗ Enwikn theilen in der Grundmiſchung der Kartoffeln iſt das Stärkmehl de Wirku (Amylum), welches in deren Parenchym mit Pflanzen-Eiweiß, und dun Schleim, Säuren, Salzen ꝛc. und Waſſer liegt und zum Theil duch die mit der Faſer ſo feſt verbunden iſt, daß es nur äußerſt ſchwer ſungern! davon getrennt werden kann. de hin Dieſes Stärkmehl zeigt ſich unter dem Mikroſkop als eine nit vſil Maſſe aus Körnern beſtehend, von der mannigfaltigſten Form und tyl ni Größe(von 6 bis ⅛0 Linie im Durchmeſſer), deren Normal⸗ iiien 2 form die eines von der Seite ein wenig zuſammengedrückten Eies i lud zu ſeyn ſcheint.(§. 2. a.) bwi Ueber die Natur des Stärkmehls der Kartoffeln und Getreide⸗ feaden arten wurden in der neueſten Zeit ſehr verſchiedene Anſichten Fürend bekannt gemacht. peimmi Raſpail betrachtete die Stärkekügelchen als kleine Säcke, b du die eine im Waſſer lösliche, dem Gummi ähnliche Subſtanz ein— hen ſchließen. Wenn man daher 1 Theil Stärke in 100 Theilen 19 Waſſer kocht, ſo erhält man eine gummige Flüſſigkeit, in welcher ircin Flocken ſchwimmen, die man als die Säckehülle(oder Tegumente) ſh an der Stärkmehlkuͤgelchen betrachtet.— 9 3 Guibourt fand, daß Stärke, wenn ſie auf einer Stein⸗ wnr platte mit einem Laufer gerieben wird, die Eigenſchaften bekommt, he F mit kaltem Waſſer ſchon einen durchſcheinenden Kleiſter zu bilden. ſin Guerin Varey, welcher ebenfalls das Stärkmehl einer Un⸗ Ge des terſuchung unterzogen hat, fand die innere gummiartige Sub⸗ darn be ſtanz wieder aus zwei verſchiedenen Stoffen beſtehen, von denen Finge d er den einen Amidon, den andern Amidone nennt. Wenn auch ne man nämlich die von den Hüllen befreite aufgelöste Stärke ab— vieder dampft, ſo ſcheidet ſich ein Theil(das Amidon) unauflöslich aus, kfütrt während ein anderer Theil(die Amidone) aufgelöſt bleibt.— Dem— ns eine nach beſtünde das Stärkmehlkügelchen: a) aus dem Hauptbeſtand⸗ theil, welcher im kalten wie im heißen Waſſer löslich iſt, oder der Amidone. b) Aus einer Hüllen-Subſtanz, welche nach dem Abdampfen und Wiederauflöſen des Amidins unauflöslich zurück⸗ ſchadd de in Woſer je eine bett elben ſo in tendes gote feſten Beitn Stäͤrkne anzen⸗Cirei und zun die außerſt ſhn oſkop als in ggſten Fornu deren Rorm gedrückten Ei 1 und Getred⸗ edene Anſchn s kleine Lit, „Suhbſtanz in n 100 Neeie keit, in welhe der Tegumen uf einer Eti⸗ zaften belxunt eiſter zu bin. kmehl einer nmiartige El⸗ hen, von denen nennt. Pen zste Stärie 1 nauflöslih aai bleibt.— der n Hauptkeſa ſöslich iſ dd elche nach dn ufloslic zuit 65 bleibt, und endlich e) aus Hüllen, die auch im heißen Waſſer un⸗ auflöslich bleiben.— In einer neuen Abhandlung über das Staͤrkmehl beſtätigte dieſer Chemiker(nach Payen's Anſichten) die Exiſtenz der Dia⸗ ſtaſe in der gekeimten Gerſte und ihre Zucker und Gummi bildende Einwirkung auf das Stärkmehl, läugnet aber, auf Verſuche geſtuͤtzt, die Wirkung derſelben auf die noch nicht geplatzten Stärkekörner und durch die Hüllen hindurch. Das Platzen geſchieht lediglich durch die Einwirkung des heißen Waſſers.— Nach einer ebenfalls juͤngern Arbeit dieſes Chemikers über das Stärkmehl, nach welcher die frühern Reſultate einigermaßen abzuändern ſind, wären in dem mit deſtillirtem Waſſer bereiteten Kartoffelſtärkmehl außer Chloro⸗ phyll und einer wachsartigen Subſtanz, keine fremdartigen orga— niſchen Beſtandtheile, wohl aber etwas kohlenſaurer Kalk enthal— ten. Auch behauptet er, daß das flüchtige Oel nicht ſchon gebil⸗ det(wie Payen meint) in den Hüllen der Stärke vorkomme, ſondern wie Dubrunfaut und Beudant ſich überzeugten, erſt während der weinigen Gährung des Stärkekleiſters entſtehe.(Verg. Weizenſtärke, in der okon. techn. Flora. B. I. p. 432.) Das Amidin im Hydrat⸗Zuſtande, mit Diaſtaſe behandelt, gibt Zucker und einen im Waſſer unlöslichen, Jod nicht bläuenden Stoff. Nach Jul. Fritzſche ſind jedoch die Kügelchen oder Körner der Stärkmehlarten— nicht wie Raspail angenommen, daß jedes aus einer im kalten Waſſer unlöslichen Hülle und aus einer von dieſer eingeſchloſſenen, auch im kalten Waſſer löͤslichen gummi— artigen Subſtanz beſtehe, welche nur erſt nach Zerreißung der Hül⸗ len vom Waſſer aufgelöst werden könne— blos aus concentri⸗ ſchen Ringen zuſammengeſetzt, die von einem ſphäriſchen, durch⸗ ſichtigen, außerhalb dem Centro an irgend einem Theile der Längen— achſe des Kreiſes liegenden Punkte, dem Kern, ausgehen. Jedes Korn beſteht aus ſo vielen concentriſchen Schichten, als man Ringe daran beobachtet, von ungleicher Dichtigkeit. Oft ſind auch mehrere ſolcher Stärkekörner verwachſen, und auch mehrere wieder mit einer gemeinſamen Schichte umgeben. Der oben an⸗ geführte Kern der Stärkekörner ſcheint nach Fritzſche's Verſuchen aus einer eigenthümlichen Subſtanz zu beſtehen, welche die Eigen— ſchaft hat, durch erhöhte Temperatur ſich auszudehnen. Durch den Einfluß von warmem Waſſer zerſpringt die außere Lage, die innere Maſſe ſchwillt auf und kriecht in ſonderbaren Geſtalten aus, welche, ſobald das Waſſer in's Kochen kommt, verſchwinden.(S. Brande's 2 66 Archiv.) Uebrigens iſt nach dieſem Verfaſſer das Stärkmehl kein Nur Organ, die Hüllen(Tegumente) nur die äußerſte, durch die Sorten d lange Berührung mit dem eiweißartigen Stoffe des Pflanzen⸗ einer ſh theiles, und wegen partieller Vereinigung mit ſolchem, mehr dicht ihnen eine gewordene Schichte. rich böt, Payen's und Perſo z's Anſichten nach beſteht die Stärke der hen der. Kartoffeln eben ſo wie die der Cerealien aus Amidone und gende An ihren Hullen(Tegumenten). luterſltz Die Amidone(innere Subſtanz der Stärkekörner) iſt farb⸗ anhaltend los, durchſichtig, unlöslich im Waſſer, worin ſie leicht aufſchwillt; berſchede noch ſtärker zeigt ſich dieſe Eigenſchaft im heißen Waſſer, indem ſchen Je ſie beim Ausdehnen die Tegumente ſprengt und das Waſſer in onders f ſich aufnimmt, worin die Umwandlung der Stärke in Kleiſter be— zelcen d ſteht. Durch den Einfluß einer Subſtanz, welche in der Gerſte leieneng beim Keimungs⸗Proceß gebildet und Diaſtaſe genannt wird, und und den durch Waſſer bei Wärme, erleidet das Amidon eine merkwürdige der Geſct Veränderung, dadurch ſie in Zucker oder Gummi verwandelt wer⸗ netlotten den kann. Das Volumen und die Cohäſion der Amidone variirt Nad in den verſchiedenen Sorten, und beträgt nach Payen wenig— Ftite ſtens 3.995 vom Gewichte des Stärkemehls. dtteriches Uebrigens iſt das Amidon, welches von Manchen für ganz Aur identiſch mit Gummi angeſehen und für Dextrin⸗Gummi*) gehalten leiden wird, keine Gummi⸗Art, denn es liefert mit Salpeterſäure keine in zu 3 Schleimſäure**). kunn vun ſzute au *) Der Name Dextrin(im Sinne Payen's) kommt dem Stärkmehl herden. nur in der durch die Diaſtaſe, Schwefelſäure ꝛc. vollkommen auf⸗ b de gelösten(desorganiſirten) Form, aber noch nicht in Zucker und Gummi verwandelten zu. hals, Nach Andern wird unter Dertrin das, durch die Einwirkung der ten hir Diaſtaſe oder Säuren in ſeiner Weſenheit veränderte und umwan— dge Act delte Stärkmehl— namentlich deſſen innere Subſtanz— verſtanden, zen Sr und für nichts anderes als für Stärke-Gummi mit Stärkezucker ver⸗ unreinigt gehalten. ſc un Biot's fortgeſetzte Verſuche mit dem Dextrin zeigen, daß es, mit 6 Säuren behandelt, bei vollkommener Auflöſung vor der Verwand⸗— lung in Zucker, ſowohl dem Gewichte als der chemiſchen Conſtitution bn nach ſich völlig gleich bleibe, und es auch gleichviel ſei, ob Schwefel⸗, o Salz- oder Eſſigſäure angewendet werden. tro *) Nach Buchner findet zwar ein allmähliger Uebergang zwiſchen 5 Amylum und Gummi Statt. Deſſen Unterſchied beruht aber darauf: b Il 1. daß Gummi von Jod nicht blau gefärbt wird; 2. daß es auf— V ſin gelöst im Waſſer, dann wieder ausgetrocknet, ſich wiederholt voll—. Strkma 1 ſte, duh des Nieng hem, meir i Amidone h örner) iife icht aufſcholt Waſer, inde das Waſer; in Kleiſer in der Gen annt wird, m ie merkwüdi derwandelt ver Amidone vain Payen veng ichen für on mmi') gebatte eterſaure kei dem Stärkne vollkommen ai in Zucker un Einwirkung d rte und umva nz— berſtanddl Stärkezucker de gen, daß es, N Verwand tion r der hen Conſtlt ej oh Schweft⸗ ergang zriſten ht aber daraut/ 2. daß es alf wiederholt bol⸗ 67 Nur die Tegumente(GHüllen) variiren in den verſchiedenen Sorten der Stärke durch die Gegenwart und je nach der Menge einer ſcharfen, klebrigen, zähen, ekelerregenden Subſtanz, die ihnen einen eigenthümlichen Geſchmack mittheilt, im Waſſer ſich nicht löst, aber durch Alkohol ſich ausziehen läßt. Die Partikel— chen der Tegumente werden unter ſich durch die dazwiſchen lie⸗ gende Amidone, welche ſtark an ſie haftet und durch Waſſer bei Unterſtützung der Wärme ſich ausdehnen läßt, zuſammengehalten; anhaltend mit Waſſer gekocht, werden die Hüllen aufgelöst.— Verſchiedene Subſtanzen, in außerordentlich kleinen und veränder⸗ lichen Verhältniſſen haften an dieſen Hüllen: es ſind dieß be⸗ ſonders kohlenſaurer Kalk, Kieſelerde, ein ätheriſches Oel,(von welchem der beſondere Geſchmack herſtammt) und mehrere zufällig beigemengte Oryde. Mit Einſchluß dieſer unorganiſchen Körper und den Spuren ätheriſchen Oels betragen die Tegumente in der Geſammtmenge 0.004 bis 0.005 in den verſchiedenen Stärk⸗ mehlarten.(Annal. d. Chem. LVI. p. 337.) Nach der Anſicht Guerin's enthalten die Tegumente der Stärke Chlorophyll und eine wachsartige Subſtanz, aber kein äͤtheriſches Oel, wohl aber etwas kohlenſauren Kalk. Nur die Amidone iſt es, welche vom Jod blau gefärbt wird; bei den Tegumenten verſchwindet aber das eigenthümliche Verhal⸗ ten zu Jod, wenn ſie ganz frei von Stärkmehl ſind; auch ſie nur kann von der Diaſtaſe, die eine ähnliche Wirkung wie die Schwefel⸗ ſäure ausübt, in Zucker und bei Wärme in Gummi verwandelt werden. Die Reaktionen des Waſſers, der Jods, des Baryts, des Kalkes, der Säuren und der Diaſtaſe geſchehen durch die Tegu⸗ mente hindurch. Letztere verurſacht das Platzen derſelben durch eine Art von Endomoſe, bewirkt durch die Bildung zweier lösli— chen Subſtanzen, namentlich des Gummi und Zuckers, welche ſich unter der Huͤlle erzeugen. Es läugnet aber Gusrin, auf Verſuche geſtützt, die Wirkung kommen im Waſſer auflöſen läßt. Dagegen wird Amylum: 1. von Jod blau; 2. wie Gummi behandelt, wird es nach dem Aus⸗ trocknen nicht völlig im Waſſer löslich, indem ein Theil des auf— löslichen Amylums in den Zuſtand übergangen iſt, in welchem es als Hüllen oder Bälge ſchon natürlich vorkommt, und wodurch es ſeine Beſtimmung zur Bildung der auflöslichen Zellen und Schläuche des Pflanzengerippes unverkennbar darthut. 5* 68 . e 1.7 der Diaſtaſe auf die noch nicht zerplatzten Stärkekörner und bli durch die Hüllen hindurch. Das Platzen geſchieht nach ihm ledig— d,af C5 5. Kulv lich durch die Einwirkung des heißen Waſſers. ul —.... ſtarke, n Daß die Kartoffelſtärke eben ſo wie die Weizenſtärke durch ufen ſ 5..—. ſchafte! die chemiſche Einwirkung der Diaſtaſe gekeimter Gerſte, der Säuren 8 .„ 1 u. m. a. zu einem Gummi, Syrup, Zucker und durch höhere erinder Temperatur(d. h. durch Röſtung) in Leiocome*) verwandelt wer⸗ 1 den könne, iſt erwieſen. Eben ſo auch, daß nebſt der Diaſtaſe und Aa den Säuren auch der Kleber, die Hefe, die Treſter(la pressure), der und biſ Eiweißſtoff und der veränderte animaliſche Faſerſtoff ganz ähnliche nhät: Wirkſamkeit beſitzen, das Stärkmehl in Zucker umzuwandeln**).(S. nihes 8. 9 Buchner's Repert. J. 1838. B. XIV. Cap. 1. p. 56.) Uebrigens 3 8, wo K.i gehört das Stärkmehl wie der Faſerſtoff zu denjenigen vegetabi— 1 da liſchen Stoffen, welche der Selbſtzerſetzung und Gährung am läng⸗ u ſe ſteu widerſtehen; erſteres ſelbſt dann noch, wenn es mit Waſſer bundthi zu einem klebrigen Brei(Kleiſter) zerkocht geworden. Eine eigene nfr Subſtanz unter dem Namen Pyloidin will Braconnot in luſſic der Kartoffelſtärke gefunden haben, welche durch die Einwirkung Svuert ——0[„ der concent Salpeterſäure auf mehrere Körper entſteht, und na—* mentlich das Stärkmehl wie die Holzfaſer darein umzuwandeln ten 6 vermag. ſa ei Zu den Eigenthünlichkeiten, welche die Stärke der* Kartoffeln von der Weizenſtärke unterſcheiden und nicht unbe- ſene . 7 ſe St achtet bleiben dürfen, gehören folgende: anfan ſ ein *) Leiocome iſt geröſtetes Stärkmehl, deſſen Körner nicht zerplatzt, ſon— nnng dern nur der Hyllus ſehr aufgetrieben iſt. rarin **) Alle Erzeugniſſe der Diaſtaſe und Säuren ꝛc., in wie fern ſie zucker— 4 haltig ſind, ſtellen ſich nur als g rieſiger oder krümmlicher palen oder Traubenzucker dar, gehören aber keineswegs dem gemeinen ritte (Rohr⸗) Zucker, weder dem Schleimzucker(nach Pfaff ſüßer Extraktiv⸗ hne ve ſtoff genannt) an. ſc d Der Krümmelzucker oder Traubenzucker erſcheint in undeutlichen, luer krümmlich⸗körnigen, blumenkohlähnlichen Maſſen, nicht in regelmäßigen Kryſtallen anſchießend; er iſt halb ſo ſüß als der gewöhnliche Zucker, rach ſ weniger auflöslich, und mit Ferment der geiſtigen Gährung fähig. ahe, Er wird künſtlich mittelſt der Einwirkung von Schwefelſäure auf ddeut Stärkmehl, auf Holzfaſer und Milchzucker, dann des Malzes auf erholt Stärkmehl erhalten. Natürlich findet man ihn in den Säften vieler li Obſtarten, beſonders in den Weintrauben, und in Honig enthalten. 5 Es gehört folglich hieher der Stärkezucker, der Weintraubenzucker, . der Honigzucker, der Zucker aller ſauern Früchte. NV . febl kekörner m ach ihm ledi enſtarke dur e, der Saun durch höhen erwandelt we r Diaſtoſe m ressure),N f ganz äürit ndeln*)( 5.) Uebtigen ggen vegeta hrung am lin es mit Poſt n. Eine eigen raconnoti die Einwitkun tſteht, und ne⸗ r umzuwanden ct zerplatz ſ e fern ſie zutt krüm mlihtt ss dem gemane ſüßer Extrattt in undeutiiten tin regelmäͤßlhen wöhnlich zuttn Gäßrung füh chwefelſäute di ſes Mahes a ten viele en Säf Honig eüthalte eintraubenzucn 69 1. Die aus Kartoffeln bereitete Stärke iſt viel reiner und weit zerreiblicher als die Weizenſtärke. Sie erſcheint in Körnern(in Pulverform), nicht in Stücken zuſammenhängend wie die Weizen⸗ ſtärke, mit der ſie— rein gewaſchen— in allen übrigen Eigen- ſchaften ſonſt völlig übereinkommt. Der Grund hievon liegt darin, daß die Stärke aus Weizen ſtets noch einen kleinen Antheil un— verändertes Weizenmehl eingemengt enthält, dem ſie die zuſam— menhängende Eigenſchaft verdankt. Auch beſitzt die Kartoffelſtärke einen eigenthümlichen Glanz, und beſteht aus größern mikroskopiſchen Körneru zuſammengeſetzt, enthält mehr hygroskopiſches Waſſer und hat ausgetrocknet ein größers ſpec. Gewicht als Stärke aus Getreidearten; bei 60— 700 R. iſt dieſes von ausgetrockneter Stärke= 1.614;3 dagegen hat eben ſo getrocknetes Stärkmehl von Triticum Spelta nur ein ſpec. Gewicht von 1.504.— Nach Berzelius ſind die Be— ſtandtheile der Kartoffelſtärke 43.481 Kohlenſtoff und 49.455 Sauer⸗ ſtoff u. 7.004 Waſſerſtoff,— und nach Thenard und Gay⸗ Luſſac beſteht die Weizenſtärke aus 43.55 Kohlenſtoff, 49.68 Sauerſtoff und 6.77 Waſſerſtoff. 2. Erſcheint der obere Theil der Kartoffelſtärke bei ihrer Bereitung faſt immer von Schleim, Eiweißſtoff und Theilchen des Faſergewebes verunreinigt, die ſich an der Luft dunkel, et— was grau färben; wird aber dieſe Schichte abgenommen, oder werden dieſe Stoffe bei einer zweckmäßigen Bereitung der Stärke früher entfernt, ſo erhält man letztere— eben auch wie die Weizenſtärke— als eine blendend weiße Maſſe. Manche wollen dieß graue Ge⸗ menge Kartoffel⸗ Schwarzmehl genannt haben, letzteres Kartoffel⸗Weißmehl, wovon 2 Wiener Metzen dieſer Wurzel⸗ knollen gegen 13 bis 15 Pf., des grauen 18 bis 20 Pf. im Durch⸗ ſchnitte enthalten, und daß das weiße Kartoffelmehl ſich länger, ohne von Milben angegriffen zu werden, erhalten läßt. Ferner laſſen ſich die weit größern Kügelchen der Kartoffelſtärke weit leichter unter dem Piſtill(im Stößer oder Stampfer) zerdrücken, dem— nach ſie mit kaltem Waſſer in einen Achatmörſer zerrieben, ſogleich zähe, zuſammenhängend und kleiſterartig wird und ſich in ſo bedeutender Menge auflöst, daß die Flüſſigkeit, welche durch wie⸗ derholtes Filtriren kaum klar gemacht werden kann, mit Jod ſo⸗ gleich eine dunkelblaue Farbe annimmt. Je größer die Stärkmehlkörner und je feiner ihre Bälge ſind, deſto leichter läßt ſich das Stärkmehl bei mäßiger Temperatur⸗ 70 erhöhung oder nach mechaniſcher Zerreibung und Zerdrückung im fadern Waſſer auflöſen. So löſet ſich die Kartoffelſtärke nach Caven— get h.; ton ſchon zwiſchen 50— 560 R., das Weizenſtärkmehl zwiſchen 6.. 70— 7²⁰ R. nach Döbereiner auf. ſers 101 3. Vertheilt ſich das Kartoffelſtaͤrkmehl faſt ganz im ſieden⸗ lchen den Waſſer, dagegen hinterläßt die Weizenſtärke ſtets einen un— fer Hüe auflöslichen Rückſtand, der leichte unregelmäßige Flocken bildet*). düit der 4. Iſt die Kartoffelſtärke kleberfrei, die Weizenſtärke dagegen ds Kar mehr oder weniger kleberhaltig. welches Anmerkung. Ein ſicheres Unterſcheidungszeichen der Kartoffel— lungen, ſtärke von der Weizenſtärke iſt, daß erſtere keinen leimartigen ſe Stoff oder Kleber enthält, daher mit concentrirter Schwefel⸗ ſerſoi ſäure behandelt einen ameiſenſäuerlichen— nach Zenneck ſtiet einen fauligen— Geruch von ſich gibt, und daß, ½ Loth da⸗ tung beig von mit Alkohol von 0,85 ſpec. Gewicht über eine Stunde nff i lang gekocht und ſiedend heiß filtrirt, die filtrirte Flüſſigkeit tur dü nicht wie bei Weizenſtärke gelblich, ſondern weißlichtrüb er— ſdnd ſ ſcheint, ohne jedoch beim Verbrennen Curcuma zu bräunen, ſäung während die filtrirte Flüſſigkeit des Weizens bei dem Ab⸗ ichung deſtilliren einen honiggelben klebrigen Stoff zurückließ, der ſuyen bei dem Verbrennen in einer Glasröhre Curcuma⸗Papier durch ſiht ſi ſeinen Rauch bräunte, wie der Pflanzenleim des Klebers. heie n (S. Zenneck's Beit. in Dinglers Polyt. Jour. 1840. ubſen H. 6. Verfälſchungen der Weizenſtärke.) die Vit 5. Der Kartoffelkleiſter iſt durchſcheinender, hat eine größere Jhe Neigung, zu ſäuern, und wird während des Erkaltens auf der h n Oberfläche etwas wäſſerig; entweder weil er die Feuchtigkeit der dnza Luft an ſich zieht, oder beim Erkalten einen zwar geringen, aber ber doch merklichen Theil ſeines Waſſers nicht blos in Dampfgeſtalt, ſin Jeibeie *) Ebenſo verhält ſich die Kartoffelſtärke in ſäuerlichem oder alkaliſchem jt u Waſſer. Das Stärkmehl aus der Gerſte, welches ſtark organiſirt iſt, ten, i hinterläßt im ſiedenden Waſſer als Rückſtand dichte, iſolirt rundliche ſeuge oder nierenförmige Hüllen, und der Widerſtand, welche dieſe Stärke— geftore art der Auflöſung entgegenſetzt, macht die größere Unverdaulichkeit iſen. des Gerſtenmehls im Verhältniß zum Weizenmehl erklärlich. Das 3ö Sago⸗Mehl widerſteht der Wirkung des ſiedenden Waſſers am Jhait meiſten, und verändert dadurch kaum ſeine Tegumente.(Guibert lu, über das Stärkmehl. Brandes Annal. f. prakt. Chem. B. VI.)— müilli Das Stärkmehl des Reißes iſt leicht auflöslich; ſchon bei 460 R. 8 fängt es an, ſich im Waſſer zu löſen. dèdea erdrückung 2 nach Capen imehl zviſten anz im ſee tets einen u ken biddet⸗ ſtärke dageg der Karthft ⸗en leimattin irter Schwif nach Zennet ß, 1 Loth d r eine Stun eirte Flüſigte veißlichtrüb e⸗ ia zu bräuna, bei dem A⸗ zurückließ, dn n⸗Papier durh des Kleden Jour. 18 at eine großen altens auf in Feuchtigkeit a geringen, de Dampfgeſtt oder alkaliche rk organiftt i iſolirt rundlict he dieſe Ett Unverdaulittt erklärlic. Da en Waſers un inte.(Guibnn hem. B.II)⸗ pon bei 4 5 71 ſondern ſelbſt in tropfbarem Zuſtande fahren läßt.(S. Jaßnü— ger p. 34.) 6. Das Kartoffelſtärkmehl verlor in der Siedhitze des Waſ⸗ ſers 19,8 pCt. Feuchtigkeit, das Weizenſtärkmehl in ſeinem gewöhn⸗ lichen Zuſtande unter denſelben Verhältniſſen 13,1 pCt. Bei ſtar⸗ ker Hitze aus einer ſteingutenen Retorte deſtillirt und das Pro⸗ dukt der Deſtillation im vorgeſchlagenen Waſſer aufgefangen, gab das Kartoffelſtärkmehl nach Rodriguez ein ſaures Erzeugniß, welches zu ſeiner Sättigung von kohlenſaurem Kali 38 Abthei⸗ lungen, das Weizenſtärkmehl aber 40 erfordert. 7. Alles Starkmehl aus den Kartoffeln, das Payen und Perſoz unterſuchten, bläute ſchwach rothes Lakmuspapier, und enthielt kohlenſauren Kalk. Endlich wird hier noch die Bemer⸗ kung beigefuͤgt, daß die Behauptung irrig iſt, daß gefrorne Kar⸗ toffeln kaum den vierten Theil des Stärkmehls liefern, welchen man vor dem Gefrieren daraus erhalten würde, und daß ſie durch eine ſo heftige Einwirkung der Kälte eine ſolche chemiſche Zer— ſetzung erleiden, daß dieſer vorwaltende Beſtandtheil ihrer Grund— miſchung auflöslich und durch das Auswaſchen entfernt wird. Payen hat durch Verſuche gezeigt, daß die vermuthete Zerſetzung nicht ſtattfinde, indem ſich die Menge der auflöslichen Beſtand— theile nicht vermehrt, ſondern in den gefrorenen eben ſo viel feſte Subſtanzen als in den ungefrorenen enthalten ſind, daß alſo die Wirkung des Gefrierens hauptſächlich nur eine mechaniſche ſei, indem das Zellgewebe desorganiſirt wird, was man mit Hülfe des Mikroskops leicht ſehen kann. Es zeigte ſich, daß die Saft⸗ bläschen in Unordnung gekommen ſind, und daß beim Zerreiben der gefrornen Kartoffeln die Zellen, worin das Stärkmehl einge— ſchloſſen iſt, nicht mehr den gehörigen Widerſtand leiſten, um vom Reibeiſen zerriſſen zu werden; ſo, daß die Stärkmehlkörner nur mehr zum Theil aus dem Zellgewebe herausgebracht werden kön⸗ nen, und mithin von der pulpöſen Maſſe umhüllt auf dem Seih— zeuge zurückbleiben. Zerreibt man Kartoffeln, ſo lange ſie noch gefroren ſind, ſo findet man einen Theil der Stärkmehlkörner zer⸗ riſſen; ungeachtet deſſen löst ſich beim Aufthauen nichts von ihrem Inhalte in der Fluſſigkeit auf; der letztere wird vom Jod nicht blau, während die darin ſich befindlichen Fragmente der Staͤrk⸗ mehlkügelchen blau werden. 8. Der Gärbeſtoff iſt nach Einhof kein Beſtandtheil des eigentlichen Fleiſches oder Markes, ſondern kommt nur in ſehr 8 22 geringer Menge in den Schalen der Kartoffeln vor; übrigens W unterſcheidet er ſich nicht von dem der Eichenrinde. Nach Pfaff ſabe in kommt dieſer Gärbeſtoff ganz mit jener Modifikation deſſelben als Geſ überein, welche Vauquelin zuerſt in Kino-Gummi, in der pfaff: Rhabarber⸗ und Fieberrinde nachwies, und welche erſterer in den riich be meiſten Rinden angetroffen hat.— In größerer Menge ſcheint er. eine ſich in den Schalen der jungen als der älteren zu finden; wenig— Eptra ſtens macht das Abkochwaſſer derſelben die Auflöſung des ſchwe⸗ 1 der felſauren Eiſens ſtärker grün... ſ 9. Der gerinnbare oder Eiweißſtoff iſt in dem friſch de bereiteten Kartoffelſafte aufgelöst. Er gerinnt bei der Temperatur ſerer R der Siedhitze, durch alle Säuren, Alkohol u. ſ. w., geht un- 11, mittelbar in die faule Gährung über, und liefert bei der trockenen haes Deſtillation animaliſche Produkte. 4 V der Dieſer vegeto⸗animaliſche Stoff ſoll nach Jaßnüger in 1 niſ ve den Kartoffeln vergleichungsweiſe in einer weit größern Quan⸗ ſi tität als in allen bekannten Nahrungsmitteln aus dem Pflanzen⸗ 3 an reiche(den Getreiden?) enthalten ſein(S. a. a. O. p. 39.);(Mehr ferner ſoll er den unangenehmen, etwas betäubenden Geruch gnthaten während der Weingährung des ungekochten Kartoffelſaftes hervor⸗ 70445 bringen, und bildet die graue Schichte des durch einige Stunden 9 der Ruhe überlaſſenen Saftes; er iſt es auch, der beim Kochen Faßrüg hauptſächlich den Schaum e zeugt.— Deſſen Verhältniß zu den de übrigen den Kartoffeln eigenthümlichen Beſtandtheilen iſt bedeu⸗ de tend größer als im Samen der Halmgetreide. Einhoff erhielt dhigen aus 28 Quentchen nur 1 Quentchen 49 Gr. Eiweißſtoff, der, ſ beir wie aus Allem erſichtlich, noch unrein geweſen. Jaßnüger finen meint, die Kartoffeln enthielten im Durchſchnitte nicht viel über— 0,01 Eiweißſtoff. ar 10. Der Schleim iſt ein Mannigfaltiges. Pfaff will V e unter der Benennung Schleim alles zuſammengefaßt haben, dn was, durch kaltes Waſſer ausgezogen, zur Extraktdicke gebracht 1 worden war. In dieſem Schleime ſelbſt ſind nun wieder als te nähere Beſtandtheile zu unterſcheiden: Schleim im engern Sinne; kan — freie Säͤure,— und einige Salze; daher der eingedickte Schleim V und einen bald mehr, bald weniger ſalzig-ſcharfen, bald einen ſchwach⸗ ſed ſcharfen, kaum bittern, nicht zuſammenziehenden, in den violetten V di Kartoffeln einen merklich ſüßen Geſchmack hat, manchmal ſtarke u Spuren von Säure zeigt, und mit dem ſchwefelſauren Eiſen tile einen merklichen Niederſchlag macht. —— 1 ——— or; übrigan Nach Pfif ton deſelle iſterer in d enge ſcheint inden; weng ng des ſtme in dem ftit er Temperxte w., geht m der trockene aßnügeri ßern Quer⸗ dem Pflanzun⸗ O. p. 39)) enden Geruh ſaftes hetvor nige Stunden beim Kobhen altniß zu de len iſt beden— nhoff erhiet weißſtoff, der Jaß nuͤgtr ſicht viel iler gfeff i zefaßt haber, ice gebract wieder al gern Sinte, dickte Shhlein einen ſhhvah⸗ den violetten nchmal ſtart auten Eſe 273 Was folglich den Schleim im engern Sinne betrifft, iſt der⸗ ſelbe in den verſchiedenen Arten der Kartoffeln ſowohl in der Farbe, als Geſchmack, Geruch u. ſ. w. verſchieden modifizirt. Er iſt nach Pfaff von dem eigentlichen Extraktivſtoffe des Pflanzen⸗ reichs verſchieden, und hat durchaus keine Neigung, in Schimmel oder eine ſonſtige Gährung uͤberzugehen; wenigſtens hielt ſich das Extrakt aller von ihm unterſuchten Kartoffeln mehrere Monate an der freien Luft unverändert, und zog bloß Feuchtigkeit an. (S. Pfaff's Monographie, p. 46.) Der Schleim iſt übrigens in den jungen Kartoffeln in grö— ßerer Menge, wie in den mehr erwachſenen enthalten.(S. a. a. O.) 11. Jaßnüger unterſcheidet einen ſchleimigen und ſeröſen Zuckerſtoff. Der ſchleimige Zuckerſtoff*) iſt von dem ſeroͤſen che⸗ miſch verſchieden; er hat weder den molkenähnlichen Geruch noch Geſchmack des letztern, ſondern nimmt während des Abdampfens einen ſehr angenehmen Brodgeſchmack und einen aͤhnlichen Geruch an. (Mehr ſ. Jaßnüger a. a. O.)— Nach der genaueſten Zerlegung enthalten die ſaftigen rohen Kartoffeln im Durchſchnitte wenigſtens 0,0445 ſchleimigen und ſeröſen Zuckerſtoff; daher läßt es ſich mit höchſter Wahrſcheinlichkeit annehmen, daß dieſe Knollen nach Jaßnüger wenigſtens zwei Mal ſo viel reinen Zucker enthalten, als die Samen einiger Getreidearten. Der ſeröſe oder molkenartige Zuckerſtoff aus dem holzigen Faſerſtoffe durch längeres Kochen mit Waſſer ausziehbar, iſt bei weitem ſüßer, und enthält vergleichungsweiſe noch mehr reinen Zucker, als der ſchleimige Zuckerſtoff der Kartoffeln. *) Der Schleimzucker, nach Pfaff ſüßer Extraktivſtoff genannt, weil er ſich durch kochendes Waſſer aus den Pflanzen, namentlich aus den Wurzeln, die den Hauptſitz desſelben ausmachen, ausziehen läßt und dann, des wäſſerigen Auflöſungsmittels beraubt, ſtets als ein mehr oder weniger gelbbraun, zum Theil auch dunkelbraun gefärb— ter Extrakt erſcheint, aber nicht in feſter Geſtalt dargeſtellt werden kann, hat einen ſüßen Geſchmack, der dem Zucker ſehr nahe kommt und an Intenſität der Süßigkeit dieſen zum Theil ſogar übertrifft, jedoch weniger angenehm iſt. Er kommt häufig mit dem gemeinen (Rohr⸗) Zucker und Krümmel⸗(Trauben⸗) Zucker in Verbindung vor, und bildet ſich immer, wenn dieſe Zuckerarten durch verſchiedene Ein— wirkungen ihre Kryſtalliſirbarkeit verlieren; er findet ſich in ſehr vielen Pflanzen unſeres Klima's; beim Eindicken bildet er die Syrup— arten. Aufſallend iſt es, wie Jaßnüger bemerkt, daß ſich in dieſem tid Abſude, welcher Anfangs klar und ſehr dünn war, während der Un Gährungsperiode eine äußerſt beträchtliche Quantität Schleim 3 zu Boden ſetzte, da er doch friſch bereitet wenig oder gar keinen ſe Schleim zu enthalten ſchien; daher er in dieſem Abſude einen or eigenen Stoff vermuthet, der in Berührung mit der atmoſphäa⸗ riſchen Luft zum ſichtbaren Schleim umgeändert wird. Bei hre der anfangenden Weingährung, zwiſchen dem 2 bis 6 Tage, erhält hrund dieſer Abſud den molkenähnlichen Geruch und Geſchmack, und lation überzieht ſich mit einem ſeifenartigen Häutchen. Er betrachtet dieſen ſußſchmeckenden Schleim für eigenthümlich, und nennt ihn Dul wegen ſeiner Aehnlichkeit mit dem Käſewaſſer(Molke), ſeröſen wid(et Zuckerſtoff. Hievon fand er nur 0,015, in den Kartoffeln ent— gelces halten.(Mehr ſ. a. a. O. p. 35— 36.) Viten d Anmerkung. Es iſt allerdings ſehr auffallend, daß man in far get keiner Analyſe der Kartoffeln den Zuckerſtoff als einen din lonot nähern Beſtandtheil derſelben iſolirt aufgeſtellt findet, in den 4 e meiſten— ſelbſt den neueſten— ihn vollends ganz vermißt, de obſchon, wie Jaßnüger bemerkt, die Kartoffeln beträcht⸗ 1f un lich mehr Zuckerſtoff als der Weizen beſitzen.(S. a. a. O. Katiſts PS7. ſchert, Es läßt ſich nachweiſen, daß der Zuckergehalt der Kartoffeln: ifan, a) nur einigen der beſten Arten eigen ſei, dagegen andern ſs n gänzlich fehle; ſo z. B. iſt beſonders die violette Kartoffel 5 uft in den erſten Tagen des Oktobers merklich ſüß, und deren bherer Schleim nach Pfaff's Unterſuchung beinahe zur Trockniß uf gebracht, einiger Maßen dem Geruche von angebranntem ſen Zucker ähnlich; 1, 54 b) daß die Süße der Kartoffeln oft von eigenen Verhältniſſen 6 abhänge, daher Manche nach Einhoff zu Anfang des 2 Frühjahres, ohne daß ſie keimen oder die Kälte auf ſie ein— 3 wirkt, ſüß werden; mmfr c) ferner, daß nur gewiſſe Zuſtände, in die ſie verſetzt worden, 1,1 ihren Gehalt an Zucker bedingen; ſo werden oft nur einige cie ſe — nicht alle— durch die Einwirkung der Kälte, die dem nulen Gefrierpunkte nahe oder blos einige Grade unter demſelben 2 iſt, ohne dabei zu erſtarren, ſüß; und dieſe ſüßgewordenen ſoth zu nehmen an Süßigkeit zu, wenn ſie abwechſelnd einer Tem⸗ taben n peratur von etwa+ 80— 120⁰ R. und— 1⁰— 20 aus⸗ fün geſetzt werden. Von heftiger Kälte ganz erſtarrt und ge— Nlaod ſich in dieſen wahrend we tät Stlin der gar keine Abſude emnn Hatmoſyhi wird. dh Tage, etti eſchmack, un Er betrattt ud nennt ir alke), ſeriſn artoffeln en daß man in off als einen findet, in der ganz vermit, feln betriht⸗ (S. a. 4.d er Kartofeln! gegen anden ette Kartefl! , und deren zur Trodni angebrannten Verhaltniſen Anfang dei auf ſi ti⸗ neetzt votden ft nur einige ſte, die den ter demſäbe ßgewordenen einer den — 20 aus⸗ arrt und ge ☛— 05 tdtet, erlangen ſie aber— wenn man ſie auch denſelben Umſtänden ausſetzt, unter welchen ſich in andern Kartoffeln Zucker bildet— dennoch keine Süßigkeit; wohl aber erleiden ſie, aus ihrer Erſtarrung getreten, eine Zerſetzung ihrer Grundmiſchung, Gährung und Fäulniß. §. 5. Nähere Betrachtung jener weſentlichen Beſtandtheile der Grundmiſchung der Kartoffeln, welche mittelſt der Deſtil⸗ lation und andererchemiſchen Operationen ausgeſchieden werden. Durch Apotheker Spazier war zuerſt ein eigenes Alka⸗ loid(Solanin) in den Kartoffeln nachgewieſen worden, welches ſich durch narkotiſche Kraft auszeichnet. Ein Hauptkenn— zeichen des Kartoffel⸗Solanins iſt der Geſchmack; denn eine ſehr geringe Menge desſelben gibt ſich durch ein Kratzen und ein langeanhaltendes Gefühl von Zuſammenziehung im Schlunde zu erkennen. Dennoch bezweifeln immer noch Viele deſſen Beſtehen, ſo wie auch Pfaff nur in einem einzigen Falle Etwas von einem narkotiſchen Stoffe in den Kartoffeln aufgefunden zu haben ver— ſichert, nämlich in dem grünen Stärkmehl von fruͤhreifen Kar⸗ toffeln, das im Geruche einige Aehnlichkeit mit dem des Schier— lings hatte, ohne aber die leiſeſte narkotiſche Wirkung, nachdem es verſchlungen worden, hervorgebracht zu haben.— Auch Otto überzeugte ſich durch Verſuche, daß die noch nicht keimenden Kartoffeln wirklich Solanin enthalten, allein in einer ſo un— bedeutenden Menge, daß davon— wie er ſich ausſpricht— für die Geſundheit nichts zu beſorgen iſt, wenn ſie genoſſen werden; dieß iſt um ſo weniger dann zu befürchten, wenn man dieſe ſo geringe Menge bevor mit kochenden Waſſer oder mit Waſſer⸗ dämpfen auszieht. Witting fand es nicht nur im Safte der Kartoffeln, ſondern (wie ſchon§. 2. bemerkt worden), ſelbſt in den Schalen ihrer Knollen, wenn gleich nur in ſchwachen Spuren.(S. deſſen Abhandlung.) Daß dieſes narkotiſche Princip weder in allen Kartoffelarten, noch zu jeder Zeit in gleicher Menge nachgewieſen werden könne, haben neuere Unterſuchungen dargethan.— Uebrigens iſt das in verſchiedenen Arten der Gattung Solanum entdeckte narkotiſche Alkaloid keineswegs fuͤr ein und dasſelbe zu halten, wenigſtens V 76 iſt das des Solanum Dulcamara auffallend von dem des So— ſtorfen, lanum tuberosum(d. i. der Kartoffeln) verſchieden. eizen ei In größerem Verhältniſſe iſt es in gekeimten, oder der ſcst, a Einwirkung des Lichtes längere Zeit ausgeſetzt geweſe— widerſor nen, grün gewordenen Kartoffelknollen enthalten.(Die chemi— nolen/ ſche Conſtitution des Solanins, ſ. Analyſe gekeimter der Kartoffeln.) tſſeln e Eine eigene fettige Subſtanz oder Oel haben vor⸗ dmpfune erſt Stickel, Becker und A. in den Kartoffelſchalen dargethan. und dure Michaelis fand ſie als Wachs in der Schale. Witting terlor, bemerkt, daß die Kartoffeln nur wenig fettes Oel enthalten, Aus welches größtentheils in der Schale ſich vorfindet,(S.§. 2. d- ma s un das Waſſer deſtillirt. Kartoffelſchalen.) Nach ihm iſt das Oel und dem⸗ widrig riechend, ekelhaft ſchmeckend, und ein Kratzen im Schlunde ton ſener erregend; wird beim ſtärkern Erhitzen— bei einer Temperatur, lgſordere welche die Sie dhitze des Waſſers überſteigt— leicht brenzlich, und drſte d erhält einen fuſelartigen Geruch, der unverkennbar mit dem gewöhn— nd ant lichen Fuſelgeruche des Kartoffelbranntweins viel Aehnlichkeit hat. enolere Im Weingeiſte zeigt ſich jene Subſtanz löslich. Sobald dieſe Ir eigen Flüſſigkeit mit concentrirter Aetzkalilauge behandelt wurde, Ir at verſchwand der Geruch zum größten Theile und trat von Neuem 1. fe hervor, wenn das Fluidum mit Schwefelſäure überſattigt und Uruuner erhitzt wurde: eine Erſcheinung, die ſich auch bei dem fuſelartigen di nan Branntwein zeigt. Mittelſt Deſtillation mit Waſſer haben es guſel a Witting, Andere durch Weingeiſt aus den Schalen gezogen*). die Nach Payen's Anſicht ſoll dieſes Oel blos in den Hüllen des pelagert. Stärkmehls, d. h. in den tegumentöſen Theilen der Stärk— Dgß mehlkörnchen enthalten ſein; Guerin Varey widerſpricht aber dierich der Annahme, daß es ſchon gebildet in den Tegumenten vor— ſekundte komme.(§. 4. N. 7.) Nach ihm ſind in dem mit deſtillirtem Waſſer bereiteten Kartoffelmehl Chlorophyll und Wachs enthalten, dveiftl aber kein ätheriſches Oel. Auch glaubt er ſich mit Dubrunfaut und Beudant überzeugt, daß es erſt während der weinigen V Gährung des Stärkekleiſters entſtehe. Die Tegumente der ver⸗ eeiner i ſchiedenen Sorten der Stärke ändern ſehr— wie§. 4. Nr. 7. ſharf . ſchon bemerkt wurde— im Gehalt und in der Menge jener ffirbten ſuct hat ... dr a *) S. Wittin 9˙8 chemiſche Unterſuchungen der jetzt im Handel vor⸗ un kommenden Branntweine.(Im Jour. f. prakt. Chem. von Erdmann, Linne und Seidel. B. VI.) ſuſitt. n, oder di (Die hem, yſe gekeine l haben i en dargethe 2. Wittin — el enthaun Tempernu brenzlich, un t dem gewehr⸗ ehnlichkeit det Sodald diſ ndelt wund àt von Relen erſattigt un m fuſelartiger er haben ei en gezogen Hüllen de der Stit⸗ erſpricht dler zumenten vor⸗ t deſtilirten chs enthalten, ubrunfaut der weinizen ente der ve⸗ §. 4. Nr.7 Menge ſenet m Handel bor⸗ n S rdmaul ſcharfen, klebrigen, zähen, ekelerregenden Subſtanz, die ihnen einen eigenthümlichen Geſchmack mittheilt, im Waſſer ſich nicht löst, aber durch Alkohol ausziehen läßt Der Behauptung Payen's widerſpricht die Gewißheit, welche ſich Einige verſchafft haben wollen, daß geſchälte Kartoffeln fuſelfreien Branntwein liefern. Henry hat durch Alkohol und Aether aus zerriebenen Kar⸗ toſſeln ein gelbliches Fett gezogen, daß ſich bei der Ver— dampfung des Alkohols in Tropfen auf der Flüſiigkeit abſetzte, und durch einen ſcharfen, narkotiſchen Geruch, der ſich jedoch bald verlor, auszeichnete, auch einen ſehr wenig bittern Nachgeſchmack hatte. Aus den Unterſuchungen Witting's, Pelletan's, Du⸗ ma's und Cahour's läßt ſich folgern: daß die in den Schalen und dem Parenchym der Kartoffeln liegende ölige Subſtanz auffallend von jener verſchieden ſei, die man mit den Deſtillaten— ins— beſondere dem Kartoffelbranntwein— hieraus gezogen, und es dürfte demnach auch ein primitives und ſekundäres,(urſprüngliches und erſtentſtandenes) Fuſelöl anzunehmen ſein, deren erſteres noch genauerer Forſchungen bedarf, um auch darthun zu können, ob der eigenthümliche Duft(oder Arom), welchen die edeln Arten der Kartoffeln gekocht um ſich verbreiten, dieſem Oele angehöre, und in wie fern es mit dem Solanin und dem ſcharfen Prinzip Ver— bindungen eingehe oder für ſich allein Wirkungen hervorbringe, die man bald dieſem bald jenem zuzuſchreiben pflegt.(Mehr ſ. Fuſelöl als Produkt geiſtiger Gährung und Deſtillation.) Diaſtaſe findet man um die Augen der Wurzelknollen ab⸗ gelagert.(Nach Payen.) Daß die getrocknete Subſtanz der Kartoffeln 0,0180, die nicht getrocknete 0,0039 Stickſtoff als einen Elementar⸗ beſtandtheil enthalte, hat Bouſſingault dargethan. §. 6. Zweifelhafte(problematiſche) nähere Beſtandtheile der Kartoffeln. 1. Pfaff und Viborg erwähnen eines ſcharfen Stoffes (einer flüchtigen Säure), welcher aber nach Pfaff von dem ſcharf bittern Extraktivſtoffe, der beſonders in den roth gefärbten und geſtreiften Kartoffeln, welche Parmentier unter⸗ ſucht hat, ſich findet, wohl zu unterſcheiden iſt und ſeinen Sitz in der äußern Schleimhaut hat, in den weißen Kartoffeln über— haupt weniger merklich und in den jungen auf keine Weiſe her— vorſticht. ,. digſelbe S Dasſelbe Prinzip ſcheint auch jener Kartoffelart anzugehöͤren, de die man die engliſche, fremde, neumodiſche oder Schweinekartoffel rifien um Baſel urſprünglich benaunt hat, deren Mark mit rothen uuzad, Zirkeln durchzogen, ſtark und unangenehm von Geſchmack iſt, und efie die früh zeitigt(im Monat Auguſt). Kaum verſchieden von die— hie ſen Sorten durfte die Schärfe jener Kartoffeln ſeyn, die Par— nſhe mentier unterſucht und Brinkmann in einer Art mit dunkel⸗ hee rother Haut gefunden. Parmentier bemerkte in ſeiner Zer⸗ ſuge 4) legung der innen roth geſtreiften Kortoffeln, daß in dem färben⸗ i den Theile derſelben die Schärfe ihren eigentlichen Sitz habe; di ferner daß in dem Verhältniſſe, in welchem dieſer färbende Theil üin⸗ Vn durch Kochen aus ihnen ausgezogen wird, ſie auch ihre Schärfe rihen i verlieren; daß aber dieſer färbende Theil und die davon abhaͤn⸗ Feen gende Schärfe, ſo hartnäckig von den Kartoffeln zurückgehalten 8 werde, daß ſogar ſechs Abkochungen nicht hinreichten, ſie auszu— u egin ziehen*).(S. Parmentier's Rapport fait à la Faculté de 2 Med. im Jour. d. Phys. 1773. B. I. p. 239; oder Ouvrage wmi oeconomique sur les pommes de terre. pParis 1774. p. 6.) khus Nach Brinkmann lag zwiſchen dem Oberhäutchen und der regrnf Haut der von ihm unterſuchten friſchen Kartoffeln(eine der erhunte n Spielarten von ganz dunkelrother Farbe), ein ſehr ſcharfer Saft dbegn von ſtarkem Geruch und beißendem Geſchmack. Das Waſſer, worin Sjure,: ſie gekocht worden, ſoll einer ſcharfen Lauge ähnlich geweſen Wie un ſeyn.§. 2. c. ſcheiden m Auch Viborg fand bei der Unterſuchung einiger Arten Krxtofeln rother Kartoffeln, deren rothe Schleimhaut ſowohl im reifen wie(8 But. unreifen Zuſtande, ein ſcharfes Brennen auf der Zunge, wie der Sumpf⸗- und giftige Hahnenfuß(Ranunculus flamula) verurſachte, R llraſ durch Waſſerdämpfe zerſtörbar und vom Waſſer, womit man ſie gekocht, ausziehbar: doch verrieth es nur einen ſehr geringen nnerſti Grad von Schärfe, welche es, der freien Luft einige Stunden(ttiftn) hindurch ausgeſetzt, gänzlich verlor; wornach dieſes zur Abkochung verwendete Waſſer nur unklar und flau ſchmeckend geweſen**. de ſeſtfeln *) Die von Parmentier unterſuchte Kartoffel ſcheint die rothe horn— förmige(die Souris oder Corne de vache der Franzoſen, oder The h die un french Potatoe, oder Red Kidney der Engländer) geweſen zu ſtur. eyn. Namen 4⁴) Von Viborg wurden aus der Zahl der rothen noch a) die violette eu g holländiſche oder die ſchwarze irländiſche Kartoffel(Blakmore); und d) Ranzugejin hweinekardf k mit ni hmack iſ,n leden von de eyn, die Pu⸗ lrt mit dun in ſeiner ze in dem firte en Siß üie färbende d h ihre Sdiſ davon obzir zurückgeheltn ten, ſie zuzg la Faculté d oder Ourng. 1774, J, b) utchen und d feln(eine de r ſcharfer Sii Paſfer, vonn ahnlich geviſn einiger Arin im reifen ri Zunge, wie de Ua) verurſatt womit man ſt ſehr gerinze einige Stunde zur Abkochon, ad geweſen“) tdie rothe hotne he zoſen, ben nder) geweſtl n) die tül GBlaknord' 79 Dieſelbe Schärſe glaubt Viborg auch in einigen weißen Arten gefunden zu haben*). Aus ſeinen Unterſuchungen ſcheint her— vorzugehen, daß die Schaͤrfe, welche ſich in einigen Kartoffeln vorfindet und zu den weſentlichen nähern Beſtandtheilen der Grundmiſchung, insbeſondere einiger rothen Spielarten als charak— teriſtiſch gehört, flüchtig und an der atmoſphäriſchen Luft leicht zerſetzbar, in den weißen Kartoffeln weniger merklich und in den jungen auf keine Weiſe hervorſtechend ſei.(S. Pfaff's und Vi— borg's Monogr. p. 55, 105, 115.) Daß dieſer ſcharfe Stoff, von dem Pfaff und Viborg ſpre⸗ chen, immer nur ein und derſelbe ſei; nicht verſchieden von dem, welchen Parmentier und Brinkmann gefunden, dürfte eben ſo gewiß ſeyn, als es anderſeits wahrſcheinlich iſt, daß er mit dem Fuſelöle und Solanin in Eins falle, wenigſtens mit dieſen in Verbindung ſtehe oder erſt aus ihnen hervorgehe. 2. Einen der Blauſäure ähnlichen flüchtigen Stoff vermuthet Berzelius in Kartoffeln, welche in Verderbniß über⸗ gegangen ſind. 3. Baup, der ſchon im Jahre 1826 das Solanin ſowohl in den Kartoffelknollen ſelbſt, als auch in deren Keimen nachgewieſen, erkannte noch in dieſen beiden Subſtanzen außer der Citronenſäure die Gegenwart der Bernſteinſäure; ſo wie auch die einer neuen Säure, welche er vorläufig Acide solano-tuberique, dann Acide asparagique genannt. Fernere Verſuche werden erſt ent⸗ ſcheiden müſſen, ob die Acide asparagique, welche er in den Kartoffeln fand, als Ganzes oder nur theilweiſe darin präexiſtirt. (S. Buchner's Repert. J. 1835. B. III. H. 3. p. 390.) B. Unterſuchung der Wurzelknollen unzeitiger(unreifer) Kartoffeln. S. 7. Unterſchiede der unzeitigen(unreifen) von den zeitigen (reifen) Kartoffeln; ſowohl ihrer ſinnlichen Eigenſchaften, wie ihrer Grundmiſchung. Die Wurzelknollen der jungen, oder wie man ſagt, unreifen Kartoffeln, feſter mit der Mutterpflanze zuſammenhängend als b) die länglich runde und rothe amerikaniſche, und c) die rothe lange Kartoffel unterſucht *) Namentlich: a) in der feinen Nieren-oder ſpaniſchen Kartoffel; b) in der großen Nierenkartoffel; c) in der allgemeinen großen engliſchen und d) in der frühzeitigen runden Kartoffel. 80 reifen(zeitigen), im Allgemeinen bläſſer, indem die in einer m Sorte eigene Farbe erhöhter wird, je mehr ſie ſich ihrer eitigung) nähern; ſind von einem äußerſt zarten, feinen en, leicht zerreißbaren Häutchen überzogen, das ſich den rohen wie gekochten Knollen ſchwer und nur in kleinen Stücken K loͤſen läßt; ſie haben einen ſtärkern Geruch als die er dem des Krautes ähnelt; ihr Geſchmack iſt wäſſerig, ähnlich den n Erdan rtiſchocken oder Erdbirnen(Helianthus tuberosus). Aus Profeſſor Pfaff's Unterſuchungen der Miſchungs⸗ veranderungen der Kartoffeln im Fortgange ihres Wachsthums geht entſchieden hervor, daß ſie in einer beſtändigen chemiſchen Entwicklung begriffen ſind, ſofern ſich das quantitative Verhält⸗ niß ihrer Senehtheit beſtändig verändert; daß ſie aber, wenn auf die Qualitat dieſer Gemengtheile Rückſicht genommen wird, im rſentlicen ſich immer gleich bleiben. So nimmt im Fort⸗ gange des Wachsthums das Verhaltniß der feſten Beſtandtheile gegen die flüſſigen in ihnen zu, und dieſe Zunahme haͤngt in allen vorzuͤglich von der Vermehrung der ſtaärkmehlartigen Beſtand⸗ theile ab. Im Allgemeinen findet man: a) Daß der Gehalt am Vegetations⸗Waſſer regelmäßig im Fortgange des Wachsthums der Knollen abnimmt, daher auch dieſe, je jünger ſie ſind, einen größern Waſſergehalt haben, 2 als die erwachſenen.(Mehr S.§. 4. N. 2.) b) Wird in allen Kartoffeln die ſogenannte Stärkefaſer(Paren⸗ chym) verhaltnißmäßig gegen das Stärkmehl um ſo ge⸗ ringer, je näher ſie dem Ziele ihres Wachsthums rücken. 6.) In ganz jungen Kartoffeln hat der Faſer⸗ ſtoff ſogar das Uebergewicht über das Stärkmehl, wie z. B. in den violetten Kartoffeln; beträgt beinahe eben ſo viel am Gewichte in den holländiſchen, und nachmals, wenn ſie erwachſen ſind, nur und noch weniger desſelben. Dieſe Zunahme des Stärkmehls ſcheint keine Gräanzen als am Ziele des Wachsthums der de hnen ſelbſt zu haben.(Pfaff.) e) Iſt das Stärkmehl in allen Perioden des Vegetations⸗Cyklus ſich gleich bleibend in ſeiner Weſenheit, und nur in der Quan⸗ titat verſchieden. So wie das Eiweiß, iſt auch das Stärk⸗ mehl in den unreifen Kartoffeln noch wenig entwickelt. d) Beſitzen die jungen Kartoffeln mehr Schleim— ſowohl relativ 8 1 ethalte A„ zäſt ſor I Gnrg Ar die in eie ſie ſih in garten, ſen gen, das ſc zur in kleine eruch als S iſt wöͤſeng 1s tuherosoo, igen cemiche ative Verhil e aber, wen nommen wit mmt im gor⸗ Beſtandtze haͤngt in ale igen Beſun regelmßig n mt, daher aah ergehalt hiben ²) faſer(Pner hl um ſo ge sthums tütn hat der Frſr ehl, wie* d eben ſo dil als, wenn ſt iſ — zſelben. D inzen olb ben.(gfeff tations⸗Lt der Duan⸗ on ein der ich das Etin⸗ ntwikelt. ſovoll telü 81 in Bezug auf die mehr ſtarren Beſtandtheile, als auch ab⸗ ſolut— wie die mehr erwachſenen.(S.§. 4. N. 10.) e) Die Säuren ſcheinen mit dem fortſchreitenden Wachsthum der Kartoffeln vielmehr hervor⸗ als zurückzutreten, und deren Quantität durchaus nicht größer in den jungen als in den erwachſenen zu ſein.(Pfaff.) f) Die Salze ſollen nach Pfaff mehr als ein zufälliger Beſtand⸗ theil der Kartoffeln anzuſehen ſein, und ſind: phosphorſaure Kalkerde, ſalzſaure Kalkerde ſchwefelſaures— und ſalzſaures Kali. g) Der Gärbeſtoff ſcheint ſich in den Schalen junger Kar— toffeln in größerer Menge zu befinden. Uebrigens fand Pfaff keine merkliche Spur von ſcharfem Pflanzenſtoffe in keiner Periode ihres Wachsthums, konnte üͤberhaupt auch kein narkotiſches Prinzip darin auffinden, und hatte nur in einem einzigen Falle einige Spuren davon entdeckt, wobei er aber eingeſteht, daß es überhaupt ſchwer ſei, dieſes durch chemiſche Reagentien nachzuweiſen, indem über deſſen Daſein nur die unmittelbaren Verhältniſſe gegen den Organismus mit Sicherheit entſcheiden können. In einem einzigen Falle hatte bei der frühreifen Kartoffel das grüne Satzmehl einen Geruch, der einige Aehnlichkeit mit dem Schierling verrieth. Ob Solanin in den unzeitigen Kartoffeln enthalten ſei; ob ſie im Allgemeinen deſſen mehr oder weniger als die zeitigen enthalten, iſt eine noch unentſchiedene Streitfrage. Aus den geſammten Unterſuchungen der unzeitigen Kartoffeln geht hervor, daß ſie das meiſte Waſſer, dagegen wenig Eiweiß und Gummi, ja ſelbſt vom Stärkmehl und Faſerſtoff nur eine geringe Menge beſitzen; vorherrſchender aber und milder iſt in ihnen der Schleim. Weil die vorwaltende Menge des Vegetations-Waſſers ſehr junger Kartoffeln während des Kochens die Stärke und den Faſerſtoff mehr auflöst, ſind deßhalb ſolche Kartoffeln beim Kochen weicher, wäſſeriger, immer ſchliffig, faſt kleiſtrig, ſpringen leicht auf, ſind beim Durchſchneiden wohl gar in der Mitte hohl, und beſitzen weniger den einer jeden Abart eigenen Geſchmack. Im Dampf oder mit wenig Waſſer gekocht, werden ſie feſter und ſchmackhafter. Das Waſſer, worin man ungeſchälte junge Kartoffeln kocht, iſt dunkler, gibt einen ſtärkern Geruch nach dem Kraute 6 —⸗—⸗——⸗—-:z—-⸗n—y——.,——— der Pflanze von ſich, und verräth durch das ſchwefelgeſäuerte Eiſen eine größere Menge von Gärbeſtoff, als jenes, womit erwachſene Kartoffeln abgekocht wurden.(Viborg.)— Daß die blaßgelbe Auflöſung des ſtark oxydirten ſchwefelſauren Eiſens von dieſem Waſſer ſtark grün gefärbt werde, nach einiger Zeit einen merklichen Bodenſatz mache und das Lakmuspapier nicht röthe, bemerkte Pfaff p. 34. Uebrigens verräth es durchaus keine Schärfe. C. Unterſuchung der gekeimten und ausgewachſenen Kartoffeln. §. 8. Die gekeimten Kartoffeln haben einen kratzenden, vor⸗ züglich im Gaumen bemerkbaren Nachgeſchmack. Die Kartoffelkeime zeigen ſich in der Regel geruchlos, dem Geſchmack nach ſind ſie Kratzen und Scharren erregend im Halſe. Einer ähnlichen Unterſuchung wie die Kartoffelſchalen unter— worfen, lieferten ſie nachſtehende Reſultate: das Deſtillat war mit einem eigenthuͤmlichen Geruch begabt, wobei es auch eine bedeutende Schärfe beſaß, die von einem flüchtigen Stoff abgeleitet werden dürfte. Etwas davon genoſſen, erregte Ekel und Uebelbefinden. Eine fettartige Subſtanz wurde aber bei der völlig klaren überdeſtillirten Flüſſigkeit nicht wahrgenommmen. Blauſäure fand ſich in keiner Beziehung vor. Der Ruͤckſtand des Deſtillats näher unterſucht, gab nach Entfernung der extraktiven Theile, Behandlung mit Ammoniak u. ſ. w. die Gegenwart von Solanin zu erkennen, und zwar in größerer Menge als in den Kartoffelſchalen.(S. Witting a. a. O. p. 27.) Schubart bemerkt, daß bei Kartoffeln, die im Frühjahre zu keimen anfangen, ſich hier mitunter eine eigene Schärfe erzeugt, die beſonders im Vorlaufe des Branntweins befindlich iſt, und dem Deſtillate nachtheilige Eigenſchaften ertheilt. Das Innere des Deſtillations-Apparates wird ſogar davon angegriffen.(S. deſſen Elemente d. techn. Chemie. T. III. p. 541.) Die von Michaelis u. m. A. in Zweifel geſtellte Ent— deckung des Vorhandenſeins von Solanin in den Kartoffelkeimen wurde nicht nur durch obige Erfahrungen, ſondern durch die wieder⸗ holten Verſuche Otto's, ſo wie durch Heumann's und Reut⸗ ling's neuere phytochemiſche Unterſuchungen gänzlich behoben. Otto erhielt, nachdem er ſich vergebens bemühte, das So⸗ lanin aus Kartoffeln darzuſtellen, daſselbe ſehr leicht aus den Hemmen. 3 geftt eine lieerten Er zeigen deſen Keimen von lig s An ugßes, eyſ vaniger dur 15i 2 6 enet wa⸗ Kartofelkei ſunz anhän lfr in A — f leber d ſadt ei b Liebig Kartoff AAzug V erhitt! gewaſch Niderſc V rieden m gckoch 3 1 krrſtalin nochmal it jizt ulen a ſ die g Ammoni V B JNII- Kryſtali dbachtun den Enn ſchag Ammon ablauft vollkom Auflöſun verunrei venn me tthitt (Bra geſduent dmit erwa die blaßn 1s von di inen meritt the, bene M tenden, un eſchmack degel gerucle egend in hi lſchalen un as Deſtiild wobei es i lüchtigen Eti nz wurde a ahrgenommne Ruͤckſtand d der ertattue Hegenwott un nge als in i m Frühjalke n chärfe erzeug, ndlich iſ m das Innere di fen. E. dſt geſtelte bi⸗ Kartoffelkeine cc die wieder⸗ 3 und Reut⸗ zlich behobe ihte/ das r eicht aus del 83 Keimen. Zwei und dreißig Unzen ſehr ſaftige Keime, welche un— gefähr einen Zoll lang aus den Kartoffeln herausgewachſen waren, lieferten Erſterem 20 Gr. reines Solanin. Ganz lange Keime zeigen deſſen kaum eine Spur. Heumann erhielt es noch aus Keimen von 4 Zoll Länge unter einem Verfahren nach Reu⸗ ling's Angaben*), da die Methode Otto's nicht immer reines, weißes, kryſtalliniſches Präparat, ſondern zuweilen eine mehr oder weniger dunkelgefärbte, hornartige Maſſe liefert, deren Otto an 1 bis 2 Grmm. aus 50 Pfund bis 2 Zoll langen Kartoffelkeimen erhielt, was ihn auf die Vermuthung leitete, daß dem in den Kartoffelkeimen vorkommenden Alkaloide zuweilen eine fremde Sub⸗ ſtanz anhänge, welche die Kryſtalliſirbarkeit hindert und die Lös— lichkeit in Alkohol erleichtert; oder daß ſich in den Keimen zwei *) Ueber die Darſtellung des Solanins hat Apoth. Reuling in Um ſtadt einige praktiſche Bemerkungen in den Annal. d. Pharmac. von Liebig, B. XXX. H. 2, mitgetheilt. 1—4 Zoll lange gepulverte 8 2 Kartoffelkeime werden mit ſchwefelſaurem Waſſer ausgezogen, der Auszug mit einem Uiberſchuß von Ammoniak verſetzt, bis zum Kochen erhitzt und der Niederſchlag getrocknet, zerrieben, auf einem Filter gewaſchen, bis die Flüſſigkeit kaum noch gefärbt iſt, worauf der Niederſchlag getrocknet, eine ſchwarzbraune Maſſe darſtellt, die, zer⸗ rieben mit der 60fachen Menge Weingeiſt von 85 pCt., einige Minuten gekocht und filtrirt wird. Die durchlaufende, hellbraun gefärbte Flüſſig⸗ keit erſtarrt ſchon während der Filtration zu mehr gelatinöſen als kryſtalliniſchen Maſſen. Der auf dem Filter gebliebene Rückſtand wird nochmals mit der 60fachen Menge Weingeiſt ausgekocht; das Filtrat iſt jetzt farblos und ſetzt eine beträchtliche Menge Solanin in Kry— ſtallen ab, die getrocknet blendend weiß und ſeidenglänzend erſcheinen Die gelatinöſe Beſchaffenheit des erſten Niederſchlages durch Ammoniak wird, wie ſchon Otto bemerkt(S. dieſes Archiv 2 R. B. XVIII. 85), durch einen fremden harzigen Körper bewirkt, der die Kryſtalliſation verhindert. Man entfernt nach Reuling's Be⸗ obachtungen den fremden Körper am beſten durch Ammoniak. Zu dem Ende behandelt man den durch Ammoniak erhaltenen Nieder⸗ ſchlag von rohem Solanin vor der Auskochung mit Weingeiſt, mit Ammoniak; man wäſcht ihn damit aus, bis die Flüſſigkeit farblos ablauft und erhält dann ſchon bei der erſten Auskochung mit Spiritus vollkommen kryſtalliſirtes Solanin. Hat man eine concentrirte Solanin⸗ Auflöſung, welche kein kryſtalliſirtes Solanin liefert, alſo mit Harz verunreinigt iſt, ſo kann die Kryſtalliſation leicht bewirkt werden, wenn man ſpiritubſe Ammoniaklöſung zuſetzt und bis zum Kochen erhitzt. (Brandes Archiv d. Pharmac. J. 1840 N. 8.) 6* —,⸗——— eͤͤͤͤͤͤſſſſſſ-—,— 84 verſchiedene Alkaloide finden.(S. Arch. d. Pharm. B. XVIII. H. 1. p. 85*.) Das vom Heumann dargeſtellte Solanin iſt blendend weiß, kryſtalliniſch, ohne Geruch und auffallenden Geſchmack, wenn man es trocken an die Zungenſpitze bringt; doch folgt darnach bald ein leichter Reiz im Schlunde. Winkler fand das Solanin im Waſſer unlöslich, und nur äußerſt ſchwer in Weingeiſt von 80 pCt. auflösbar, obgleich es beim Verbrennen keinen Rückſtand hinterläßt. Als charakteriſtiſche Eigenſchaften führt Otto folgende an: Es kryſtalliſirt in feinen, kurzen Nadeln, iſt luftbeſtändig, geruchlos, von ſchwach bitterem, niedrigem Geſchmack, im Waſſer ſehr ſchwer, im Alkohol leicht, im Aether und in Oelen nur wenig löslich, reagirt in der Löſung ſchwach alkaliſch, mit Säuren bildet es neutrale, jedoch nur theilweiſe kryſtalliſirbare Verbindungen(Solaninſalze), aus deren Löſung es durch Alkalien in gallertartigen Flocken nieder— geſchlagen wird.(S. Jour. f. prakt. Chem. St. 1. p. 58, und Annal. d. Pharm. B. VII. p. 146.) Nach Liebig ſättigen 4,237 oder nach einem zweiten Verſuche 4,229 Salzſäure, woraus ſich ergibt, daß der Stickſtoffgehalt 1,64 in 100 Solanin ſein müſſen. Ein Gran desſelben tödtete Kaninchen binnen 6 bis 8 Stunden. Die hervorſtechenden Vergiftungs⸗Symptome waren: Lähmung der Hinterfüße, große Niedergeſchlagenheit, Brechanſtrengungen und Zei⸗ chen von Schmerz. Die Sektion ließ keine entzündlichen Affek⸗ tionen wahrnehmen. Die Venen ſtrotzten von Blut. Geiger ſah davon keine Pupillenerweiterung.(S. Pharm. Centralbl. J. 1835. p. 85. Mehr ſ. Schädlichkeit der Kartoffeln.) Welche Veränderungen übrigens das quantitative Verhältniß der nähern Beſtandtheile der Grundmiſchung durch das Keimen der Kartoffeln erleidet; wie die gekeimten von den nicht gekeimten *) Aus Otto’'s Verſuchen geht hervor, daß das aus dem Kartoffel⸗ ſafte mit Aetzammoniak gefällte Pulver wirklich Solanin enthalte, dieſes aber kaum 2 pCt. betrage, und daß das Uebrige aus Ammoniak⸗ Magneſie, phosphorſaurem Kalk, einer in Alkohol unlöslichen organi— ſchen Subſtanz, welche kein Stärkmehl iſt, und Waſſer beſtehe. Die or⸗ ganiſche Materie blieb noch ununterſucht; ſchien aber nur Faſerſtoff zu ſein. Henry's Unterſuchungen machen es endlich ſehr wahrſcheinlich, daß das Solanin der Kartoffeln ſpecifiſch verſchieden von dem anderer Arten dieſer Pflanzengattung, namentlich Solanum dulcamara und S. nigrum ſei. Knollen ſich ut dalten, zeigt! No — Otirkmeſlart Ete Faſer. 7,0 6/8 15 E Jec Eine eige gekann) wil tofeln gefunde um in den XXXII p. 1 — P NachEin, eon 3-4 etroenet Erviß 3 Une. 5 Medei Keimung mit San ein warm act Etü und gaber V bot dem K — derict Vaſer 3 B3 XVIII 5, blendend t ſack, wenn n t darnag l öslich, undn ar, obgleih chargkteriit lliſirt in fin chwach biten Alkohol lt reagirt in teutrale, ie aninſalze), Flocken ne 1. p. 58) 1 ſattigen 1 re, woraue nin ſein niſ bis 8 Stune n: Lahmung! gungen und zündlichen Wf Blut. Geiz⸗ 7. Centrabhl 1) ztive Verhin rch das Heinen nicht gekeinte s dem Kartoff” Solanin enth ge aus Annunu nlöslichen brgi rbeſtehe dien ber nur Jaſerie hr wahrſcheinlü von dem andan dulcamara n 85 Knollen ſich unterſcheiden, die Keime zu dieſen und jenen ſich ver⸗ halten, zeigt nachſtehende Zuſammenſtellung von Ein hoff. Rothe nicht keimende Kartoffeln. — o— Stärkmehlart. Stärkmehl. Eiweißſtoff. Gummi. Freie Säure u. Waſſer. Faſer. Salze. 7,0 15,0 1,4 4,1 5,1 75,0(107,6⁷) Rothe gekeimte Kartoffeln. 6,8 15,2 1,3 3,7 unbeſtimmt 73,0 Keime derſelben. 2,8 0,4 0,4 3,3 unbeſtimmt 93,0 (S. Fechner's Pflanzen⸗Analyſen p. 108*). Eine eigene Säure(proviſoriſch Acide solano-tuberique genannt) will Baup nebſt dem Solanin in den Keimen der Kar⸗ toffeln gefunden haben.(Mehr ſ.§. 6. Nr. 3.) Auch Diaſtaſe will man in den Keimen enthalten wiſſen.(Poggendorf's Anal. XXXII. p. 174.) *) Nach Einhoff enthalten Kartoffelkeime, in einem dunklen Keller von 3— 4 Zoll Länge hervorgewachſen und in einer gelinden Wärme getrocknet, in 4 Uncen: Pflanzenfaſer 54 gr.; Satzmehl mit etwas Eiweiß 7 ½ gr.; Eiweiß 8 gr.; Pflanzenleim 1 dr. 4 gr.; Waſſer 3 Unc. 5 dr. 41 gr.(Neues allge. Jour. der Chemie, B. IV. pag. 489.) Merkwürdig iſt es, wie das Gewicht der Kartoffeln nach der Keimung(den Keim nicht mitgerechnet) vermehrt wird. In einem mit Sand angefüllten Kaſten wurden mehrere geſunde Kartoffeln in ein warmes Zimmer geſetzt und in der nöthigen Feuchtigkeit erhalten. Acht Stücke derſelben wurden vor und nach dem Keimen gewogen, und gaben folgende Reſultate: vor dem Keimen. nach dem Keimen der Keim wog. —— ohne den Keim—— ———— N. 1. 6 Lth. 4 Qtl. 58 gr. 6 Lth. 5 Qtl. 27 gr. 32 gr. 1161 42—— 55— 6— 3— 7— 25— 346— 4— 50— 6— 5——— 11— 45 4 6— 48— 6——— 20— 42— 5.6— 1— 48— 6— 2— 9— 16— 6 4— 3 28— 4— 4— 9— 16— 756— 3— 32— 6— 3— 45— 8— 8. 6——— 57— 6 1 6— 13 Es erhellt alſo aus dieſem Verſuche, daß die Kartoffeln, anſtatt im Gewicht abzunehmen, in dem Maße als der Keim wuchs, ihr Gewicht vielmehr vergrößerten; unſtreitig vermög Aufnahme von Waſſer aus der Erde.(Siehe Fechners Pflanzen⸗Analyſen.) 86 D. Unterſuchung der den niedern Graden der Kaͤlte, dem Er⸗ it, und 88 ſtarren, Erfrieren und Aufthauen ausgeſetzt geweſenen traftion der Kartoffeln. Grad der E §. 9. 2S ne Werden Kartoffeln der Gefrierkälte ausgeſetzt, ſo ſind zerplabt ſt hierbei zwei Grade zu unterſcheiden; der erſte Grad iſt, zihung der wenn ſie blos erſtarren, ohne getödtetzu ſein; der an⸗ d” 49 dere Grad, wenn ſie ſolch eine Kalte durchdringt, daß Eine ſie des Lebens beraubt werden. ſtin ſo felt Die Wirkungen des Froſtes auf die Kartoffeln ſind theils als ſeiner: mechaniſch, theils chemiſch. gattoffelnen Die mechaniſche Wirkung beſteht in der Zerſtörung des nengt gete Zuſammenhanges der Theile und im Zerſprengen des Zellgewebes Kllenwände: der Kartoffeln durch das Gefrieren des in den Kartoffeln ent— nthls aus ſ haltenen Waſſers*), welches mindeſtens 72 pCt. beträgt, welche Gitat Maſſe dem Volumen nach durch den Froſt auf 80 Raumtheile aus— kinne cemiſ gedehnt wird. Nach Ander's ergab es ſich, daß der Kubikinhalt les de ven der Kartoffeln im gefrornen Zuſtande um 3 bis 4 pCt. größer Nach 0 de dem Ge *) Bei dieſer Gelegenhelt bemerken wir, daß Prof. Pouchet gefunden ſiben iſ, hat, daß die Veränderungen, welche der Froſt bewirkt, keineswegs nict etva- im Sinne Payenss in einer Veränderung des Zellengewebes be⸗ 1 zutedi ſtehe, wodurch dasſelbe ausgedehnt, die Zellen und ihr Inhalt getrennt und in ſphäriſche voluminöſe Kügelchen verwandelt werden,, kine die nicht mehr durch das Sieb bei der Stärkefabrikation gehen. cer verden Pouchet hat deutlich wahrgenommen, daß das Gefrieren verſchiedene Unſtinden( Zuſtände herbeiführt und daß ſeine Wirkung darin beſteht, das dlen ſißlic Zellgewebe unmittelbar zu zerreiſſen, ohne Zweifel, indem es das füt, bei Vegetations⸗Waſſer beim Feſtwerden ausdehnt. Im erſten Zuſtande Eunte dey oder dem des ſchwächſten Gefrierens ſind die Zellen blos zerriſſen ſan. 1 und man unterſcheidet noch leicht die Lappen ihrer häutigen Wände, de ſiß das Stärkmehl iſt ganz frei. Im zweiten Zuſtande hat das Zell⸗ awechſelnd, gewebe eine tiefere Zerſtörung erlitten; es zeigt ſich nur noch in ud 1 lis2 Geſtalt von Fäden, als Ueberbleibſel der Kanten, welche es bildete. deſen den Es ſcheint, daß ſeine Ueberreſte in eine klebrige Subſtanz verwandelt 4 mn ſind, deren Gegenwart das Stärkmehl einhüllt, das weniger frei verde d iſt als im vorigen Falle. Endlich im dritten Zuſtande oder Saft henu Grade des Gefrierens iſt die Kartoffel ganz welk und lederartig, aſſinmt, oder in eine Art von ſchwärzlichem Brei verwandelt. Man ſieht Der e dann keine Spur von Zellen mehr und der Reſt von der Desorgani⸗ riſ— ſation derſelben, der noch klebriger geworden iſt, beſitzt hier und 1 dan da eine ſchwärzliche Farbe. Dieſer Rückſtand umhüllt eine Menge de nehrere Stärkekörner, und dieſe laſſen ſich durch Preſſen nur ſehr ſchwer de he trennen, was gleichfalls die mikroſkopiſchen Unterſuchungen Pou⸗ in ihnen di chet's erwieſen. wie in den l geweſenen Lſſetzt, ſo in erſte Grahit ſein; dern Ddringt, di eln ſud t Zerſtörun des Zellgeten Kartoffeln e beträgt, wet Raumtheile d der Kubitine 14 plt. gri vouchet gein virkt, keinetne Zellengewetts und ihr Iie erwandelt wende fabrikation gei rieren verſtin arin beſteht, d el, indem d d erſten zuſten len blos zeriſt häutigen Vin ande hat das”' ſih nur wyt welche es bidei ubſtanzterwinti das wenigtr ſe Zuſtande nde k und ledeun ndelt. Man ſii on der Desotgu heſitt hitr I hüllt eine Nun nur ſeht 8zen rſuchungen don 87⁷ iſt, und es kann daher wohl angenommen werden, daß die Con⸗ traktion der feſten Theile nur 4 bis 5 pCt. beträgt, und der Grad der Spannng 3 bis 4 pECt. ausmacht. Daß bei einer ſo mächtigen Ausdehnung die Kartoffel nicht zerplatzt, iſt überraſchend; was wohl nur durch die Zuſammen⸗ ziehung der feſten Theile ausgeglichen werden kann. Eine chemiſche Einwirkung des Froſtes auf die Kartoffeln iſt in ſo fern nachzuweiſen, als durch das Gefrieren das Waſſer aus ſeiner Verbindung geriſſen, den feſten Beſtandtheilen der Kartoffeln entzogen wird, während die mit dem Waſſer bisher ver— mengt geweſenen Stoffe in nähere Verbindung treten, ſich an die Zellenwände anſetzen, wodurch die ſchwerere Auslaugung des Stärk— mehls aus ſtark gefrornen Kartoffeln auch bedingt zu ſein ſcheint. Girardin behauptet eben ſo wie Payen, daß der Froſt keine chemiſche Veränderung in den Kartoffeln bewirke, ſondern blos die vegetabiliſche Faſer zerſtöre. Nach Einhoff erhalten die Kartoffeln bei einer Temperatur, die dem Gefrierpunkte nahe oder blos einige Grade unter dem⸗ ſelben iſt, einen ſuͤßlichen Geſchmack, ohne daß ſie, wenn der Froſt nicht etwa— 40 R. überſteigt, erſtarren. Man bemerkt während der Zuckerbildung, welche unter dieſen Umſtänden in ihnen vor⸗ geht, keine äußere Veränderung an denſelben, als daß ſie wei⸗ cher werden. Jedoch erhalten nicht alle Kartoffeln unter gleichen Umſtänden Süßigkeit, und derſelbe fand, daß oft die Hälfte ohne allen ſüßlichen Geſchmack blieb. Dieſe erſtarrten indeß bei einer Kälte, bei welcher die ſüß gewordenen weich blieben und man konnte dieſe leicht durch das Anfühlen von jenen unterſcheiden. Die ſüßgewordenen nehmen ferner an Süßigkeit zu, wenn ſie abwechſelnd eine Temperatur von etwa 80 bis 12⁰ R. über Null und 1 bis 20 unter Null ausgeſetzt werden, indeſſen können ſie dieſen Temperaturwechſel nicht oft ertragen, ohne getödtet zu werden. Aus ihrer äußern Schale dringt endlich ein zuckerſüßer Saft hervor, welcher nach einiger Zeit die Konſiſtenz des Syrups annimmt, und bald darauf gehen ſie in Gährung über. Der Syrup hat einen ſehr widerlich ſüßen Geſchmack und iſt meiſt ſo zuckerreich, daß die Kartoffeln in dieſem Zuſtande ſelbſt bei mehreren Graden unter dem Gefrierpunkte nicht gefrieren. Die chemiſche Unterſuchung ſüß gewordener Kartoffeln ergab in ihnen dieſelbe Quantität Faſer⸗, Stärkmehl⸗ und Eiweißſtoff, wie in den geſunden Kartoffeln; ſo, daß Einhoff den Zucker 88⁸ blos auf Koſten des Schleims gebildet glaubte; auch ſchließt er daß gefro aus mehreren Umſtänden, daß es nicht der Froſt an ſich, ſondern nur ds Stinn die durch den Froſt verminderte, aber nicht zugleich zerſtörte Lebens— dahalten u kraft iſt, welche die Zuckerbildung bedingt. So bemerkte er, daß Wanne im Monat Oktober und November, wo die Kartoffeln noch friſch toffeln. ſind, es weit ſchwerer hielt, die Kartoffeln ſüß zu machen, als ie Holz, im Januar und Februar; daß ferner zu Anfange des Frühjahrs Aweichen die Kartoffeln oft von ſelbſt, ohne daß Kälte dabei eingewirkt druce ein und ohne zu keimen, in einem Keller ſüß werden. iniger d Bei den ſtärkern Graden der Kälte von etwa— tumlicen 10⁰° R., wo die Kartoffel wirklich zu einem ſteinharten Koͤrper zänzic gefriert und getödtet wird— ſoll nicht die geringſte Spur von erſt Süßigkeit in derſelben wahrzunehmen ſein, und ſie dieſe auch dann attofeln, nicht annehmen, wenn man ſie mehrmal langſam oder ſchnell wieder er den zu aufthauen läßt, oder denſelben Umſtänden ausſetzt, unter welchen dchen bal ſich in andern Kartoffeln Zucker bildet; denn, wenn ſie gleich, ſtwarber nachdem ſie aus ihrer Erſtarrung zurückkommen, eine Zerſetzung rufhethau ihrer Grundmiſchung zeigten, ſo war doch das Produkt derſelben hujn an nie Zucker.(Einhoff.) 1 Die Nach den Beobachtungen der franzöſiſchen Chemiker Pouchet 4— und Payen erhält man aus gefrornen Kartoffeln eben ſo viel ſe eal feſte Subſtanz, als aus ungefrornen. Auch Girardin erhielt in Drtt durch genaue analytiſche Verſuche aus gefrornen und ungefrornen h S Kartoffeln bei mehrmaliger Wiederholung der Verſuche ſtets die 1 nämliche Menge an Waſſer, Stärkmehl, Eiweiß, Zucker, ſalzige 3 Uns Subſtanzen und Faſerſtoff*). Dagegen wollen Andere behaupten, 8 4 daihen i *) Girardin verglich gefrorne Kartoffeln, die ſchon durch begonnenes eie Sto Aufthauen erweicht waren, in einem Verſuche mit geſunden und nicht dein zaiſ gefrornen derſelben Art.(Patraque jaune Commane.) Nachdem er ſie ſon dn! gewaſchen und abgetrocknet, um ſie von der anhängenden Erde zu befreien, in dünne Scheiben zerſchnitten und in einer auf 20— 23° R. aän. geheitzten Trockenſtube verwahrte, bis ſie trocken und brüchig geworden de waren, ließ er ſie in Mehl verwandeln. Sie verloren beim Trocknen 1oo an!d auf dieſe Weiſe 72.13 pCt., ſo, daß ſie ſowohl gefroren, als unge— froren beſtanden, aus: 6 lis Trockener Subſtanz 27. 87 ʒ Waſſer 72. 13 meh 100. 00 gaben Das Mehl von den gefrornen Kartoffeln hatte alle Eigenſchaften desjenigen von ungefrornen. Die gefrornen Kartoffeln gaben genau dieſelbe Menge Stärk— ich ſchliezt, h, ſonden m ſtörte Lele nerkte a, eln noch fiſ machen, des Friübfit bei eingeut von etwa- harten Kinn ſte Spur w ieſe auch de ſchnell wi unter wele enn ſie glit eine Zerſezun dukt derſehn iiker Pouht eben ſo di ardin ettit d ungeſtorne ſuche ſtets d ucker, ſohin ere behaupten arch begonnune ſunden und itt Nachdem drſt genden Etde rauf 2-2'n rüchig geworda beim Trocnel oren, als unge Eigenſchfin henge Stitt 89 daß gefrorne Kartoffeln kaum den vierten Theil von der Menge des Stärkmehls liefern, welche man vor dem Gefrieren daraus erhalten würde.(Mehr ſ. S. 71 Nr. 7.) Mannigfaltig iſt der Zuſtand der aufgethauten Kar⸗ toffeln. Girardin ſagt: Die gefrornen Kartoffeln ſind hart wie Holz; ſobald ſich aber die Temperatur über o Grad erhebt, erweichen ſie ſich nach und nach, werden welk und geben beim Drucke eine große Menge Waſſer von ſich;z endlich nach Verlauf einiger Tage werden ſie an der Oberfläche naß, geben einen eigen— thumlichen unangenehmen Geruch und Dunſt von ſich und faulen gänzlich. Zerſchneidet man ſolche durch ſtarken Froſt ſchnell getödtete Kartoffeln, und bringt ſie in eine Temperatur, wo ihr Saft wie— der den Zuſtand der Flüſſigkeit annimmt, ſo werden die Schnitt— flächen bald bräunlich und erhalten binnen einigen Stunden eine ſchwarzbraune Farbe. Man bemerkt in der Maſſe der wieder aufgethauten Kartoffeln größere Höhlungen, wodurch ſie gewiſſer— maßen einem Badſchwamme gleicht. Die aufgethauten Kartoffeln erſcheinen welk, zu— ſammengefallen und teigig, haben einen großen Theil ihres Waſ⸗ ſers verloren, und das übrige, was noch etwa die Hälfte oder ein Drittel der ganzen Waſſermenge ausmacht, iſt blos noch me— chaniſch durch das ſchwammige Gewebe der Kartoffeln feſtgehalten, in dem zerriſſenen Zellſtoff überall verbreitet und wird dadurch die Urſache, daß die Kartoffel eine teigige Beſchaffenheit annimmt; indem das Waſſer jedem Druck durch die zerriſſenen Zellen aus— weichen kann, und auch die unvollkommene Verbindung mit den feſten Stoffen dazu beiträgt, das Gefüge ſchlüpfrig zu machen. Beim Zerſchneiden fließt von ſelbſt ein bräunlicher Saft aus ihnen, von dem man ſie durch ſtarkes Drücken auch ganz leicht befreien kann. Die aufgethauten Kartoffeln verlieren durch das Preſſen von 100 an die 30 Theile Waſſer, durch das nachherige Trocknen noch 35 bis 40. mehl wie die ungefrornen. Von dem einen wie von dem andern gaben 100 Theile dem Gewichte nach: Stärkmehl 16. 66 Trockenes Parenchym 7. 52 (S. Jour. de Pharmacie Juni 1838.) 90 .— 1 ſbaffnbei Der ausgepreßte oder ausgewaſchene Saft hat einen Faln ger ekelhaften Geruch und widerlichen Geſchmack; eingedickt riecht er fdeinſ wie der Bilſenkraut-Auszug und ſchmeckt ekelhaft ſüß; doch P. Unraſt konnte Buchner kein Solanin darin entdecken, und Wibmer bewirkte durch ½ bis 10 Gran, die er davon eingenommen, keine ner Veränderung in ſeinem Wohlbefinden.(S. Buchner's Rep. B. Pnff XXXIX. H. 3. p. 48.) Daß die aus gefroren geweſenen Kartoffeln diſt gepreßte Flüſſigkeit nicht blos aus reinem Vegetationswaſſer deſten, beſtehe, ſondern dieſes auch— ehe ſie in Gährung übergegangen— Tl ſri Schleim, Zucker, Eiweiß und Extraktivſtoff, ſelbſt einen Antheil 3 ſchwer von Stärke mit ſich führen könne, iſt erwieſen. wel ſem Aus dem gefrornen Zuſtande getreten, gehen die Kartoffeln gerzleder ſchnell in Zerſetzung über, deſſen Urſache iſt: a) die Zerſtörung is beſt des organiſchen Baues, wodurch der Einwirkung der Luft kein aägelaget Widerſtand mehr geleiſtet wird; b) die Vernichtung aller Lebens⸗ linängät kraft, welche der zerſtoͤrenden Macht der äußern Natur nicht mehr Fartofelr wie in der geſunden Kartoffel entgegenwirkt; c) der Verluſt des ſan unter Vegetations-Waſſers, wodurch eine nähere Beruͤhrung der ſonſt ung ung getrennten Stoffe der Grundmiſchung Statt findet. jenlih vo Die dnrch ſtarken Froſt ſchnell getödteten Kar⸗ de; toffeln gehen eilig in die Gährung über; dieſe iſt aber wie bei artoffe den ſüßen Kartoffeln von verſchiedener Natur. Bei mehreren ſönell vor derſelben, welche durchaus nichts Süßes zeigten, bemerkte Ein⸗ wehrenthe hoff dennoch eine weinige Gährung, welche ſich mit denſelben chender Ke Kennzeichen äußerte, indeſſen nie ſo lange anhielt, als bei den Geruch de ſüßen Kartoffeln. Die meiſten Knollen wurden indeß, ohne in manche Ka eine merkliche Weingährung überzugehen, bald ſauer, und ver— Garung hielten ſich dann eben ſo, wie die ſüßen Kartoffeln unter ähn— daß man lichen Umſtänden. Bei Einigen ließ ſich weder eine weinige noch ſtecſender eine ſaure Gährung wahrnehmen, ſondern es trat die Fäulniß Sißes w. oft ſchon nach einigen Stunden ein, nachdem ſie aufgethaut ge— gehen idn weſen. Ueberhaupt gingen auch diejenigen Kartoffeln, welche die bemertt weinige und ſaure Gährung erlitten hatten, fruͤher in Fäulniß b die über als die ſüßen Kartoffeln. ſoffeln Die völlig getödteten ſüßen Kartoffeln erleiden Ktatkmeh aufgethaut Gährung verſchiedener Art. Mehrentheils geht eine nderung weinige Gährung vor, der die Eſſiggährung und endlich die doßtenthe Fäulniß folgt.(Mehr ſ.§. 10, 11 und 12, wo auch die Be⸗ agette. ft hat eine kt riett n ſiß, dh b Wibnen nmen, kain 3 Nep. 8 artoffeln Btionswiſer ſegangen- ien Antheil Kartofeln Zerſtörung Luft kein ler Lebens⸗ nicht mett Verluſt des der ſonſt ten Kar— er wie bei mehreren tkte Ein⸗ denſelben ls bei den j, ohne in und ver⸗ unter äht⸗ einige noch die Fäulriß gethaut gi⸗ welche di in Fäulii n erleiden geht eine endlich die h die Be⸗ — 24 ſchaffenheit des aus den in Gährung und Fäulniß verſetzten Kar⸗ toffeln gepreßten Saftes erſichtlich iſt. gepref E. Unterſuchung der in Gaͤhrung uͤbergegangenen Kartoffeln. §. 19. Unterſuchung der in geiſtige(weinige) Gährung verſetzten Kartoffeln und des hieraus hervorgegangenen Brannt⸗ weins und Fuſelöls. Obſchon die Kartoffelknollen alle Beſtandtheile des Weizens beſitzen, faſt eben ſo viel Zuckerſtoff, Stärkmehl und beinahe drei Mal ſo viel Eiweißſtoff enthalten, gehen ſie dennoch für ſich allein ſehr ſchwer oder vielmehr gar nicht in die geiſtige Gährung über, weil ſie nach den ältern Analyſen keinen Kleber, nach der neueſten Zergliederung Michaelis aber, deſſen in hundert Theilen nur 0,055 beſitzen, und nur äußerſt wenig Diaſtaſe um ihre Keime abgelagert haben. Ja ſelbſt durch den Zuſatz von einer ſonſt hinlänglichen Menge Bierhefen wird die geiſtige Gährung bei den Kartoffeln nicht vollſtändig, indem ſie durch die Eſſiggährung gleich— ſam unterdrückt wird, welche letztere, bevor noch die geiſtige Gäh— rung in gehörigem Gange iſt, nicht nur beginnt, ſondern auch ziemlich vorrückt.(S. Jaßnüger p. 89.) Die Zerſetzung der durch Kälte völlig getödteten ſüßen Kartoffeln beginnt gleichfalls mit einer in den meiſten Fällen ſchnell vorübergehenden geiſtigen Gährung(§. 9), wobei ſich mehrentheils aus ihrer äußern Schale ein Schaum von entwei⸗ chender Kohlenſäure und ein angenehmer Weingeruch, der mit dem Geruch der Melonen einige Aehnlichkeit hat, entwickelt, und den manche Kartoffeln durch mehrere Tage verbreiten Die weinige Gährung iſt jedoch in einigen Fällen ſo ſchnell voruübergehend, daß man ſie kaum bemerkt, wo dann die Eſſiggährung um ſo hervor⸗ ſtechender wird. Daß aber auch Kartoffeln, die durchaus nichts Süßes wahrnehmen laſſen, dennoch in eine weinige Gährung über⸗ gehen können, iſt ſchon am Schluſſe des vorigen§. mit mehrern bemerkt worden. Die in geiſtiger Gährung ſich befindenden Kar⸗ toffeln geben bei ihrer Zerlegung dieſelbe Quantität Staͤrkmehl, Faſer und Eiweiß. Letzteres ſchien indeß eine Ver— änderung erlitten zu haben, indem es ſich nebſt dem Stärkmehl größtentheils aus der Flüſſigkeit niederſchlug und ſich über dieſem lagerte. Die Faſer hatte noch dieſelbe Beſchaffenheit wie in der 92 Arſehen geſunden Kartoffel, und es ließ ſich aus ihr noch eine gleiche Four. B. Menge Stärkmehl gewinnen.(S. Einhoff.) RN Die aus der geiſtigen Gährung der Kartoffeln ſchffane hervorgegangene weinige Flüſſigkeit iſt bei einem ge⸗ tionen del⸗ hörig geleiteten Fermentations-und Deſtillationsprozeſſe im We— wieder fin ſentlichen vom Branntwein, der aus Getreide gezogen wurde, veic aben nicht im geringſten verſchieden. Die weinig gegohrne Mai⸗ nrien, ſche oder Möſch) ſtellt eine ſchleimige(ſäuerliche) und gei— brennenſi ſtige, flüſſig-breiige Maſſe dar, welche, nachdem der geiſtige Antheil Rückſtnſ oder der Branntwein mittelſt der Deſtillation davon geſchieden und dier (abgezogen) wurde, zur Schlaͤmpe wird. zuſins Nach Pelletan's Unterſuchungen ſtammt der unangenehme funn Geſchmack und die narkotiſchen Wirkungen des Kartoffelbranntweins i von einem höchſt giftigen, dem Fuſelöle verwandten, ſh aber eigenthümlichen Oele her. Die Meiſten ſehen aber das dr im Fuſelöl nur für ein Produkt der Deſtillation an, indem ſie es kin ſ blos für das in der Schale der Kartoffeln, Andere, wie Payen,— cs in den Hüllen der Stärkmehlkörnchen befindliche fette Oel halten, mhe⸗ das durch eine die Siedhitze des Waſſers überſteigende Tempe⸗ ralſte ratur zum Theil zerſetzt und empyreumatiſch(brenzlich) geworden. ſuin 4 Es lehrt aber auch die Erfahrung, daß ſich geringe Antheile von keleid Fuſelöl ſchon bei einer niedern Temperatur zu erzeugen vermögen, Nhawuf wie man dieß namentlich bei dem Kartoffelbranntwein gefunden ſ n haben will, deſſen Darſtellung mit Hülfe der Dampferzeugung ge— faulini ſchieht. Obgleich es ſich nach Witting erſt gegen Ende der it i Deſtillation in der Maiſche zu bilden ſcheint, indem eine anhal— liſet 8 tende und ſtärkere Feuerung zur Zerſetzung des fetten Oeles er— a forderlich iſt, ſo wird es dennoch ſchon fertig gebildet, vermög kutähn ſeiner fluͤchtigen Eigenſchaften hauptſächlich in den erſten Pro⸗ lüfßſe dukten der Deſtillation(des Lutters) gefunden. Im Sinne heni n desſelben Chemikers kann man das Fuſelöl als ein Gemiſch tusnd eines brenzlich fetten und ätheriſchen Oeles betrachten, das üu ſich im concentrirten Zuſtande entweder in der Vorlage oder in llun, andern mit dieſen kommunizirenden Apparaten abſondert und noch teiige gewiſſe Subſtanzen in ſich aufnimmt, von grünlichem oder braunem hehe Au c einen *) Möſch nennt man beim Branntweinbrennen den mit Waſſer und Alkze Hefen in dem Einmachfaße oder Bottich vermengten Schrot, aus üup, welchem nach gehöriger Gährung der Branntwein gebrennt wird. eine gleice ertoffeln einem ge⸗ ſe im V gen wurde, rne Mai⸗ :)) und gi⸗ igee Antzeil geſchieden nangenehme dranntweind wandten, aber das nem ſie ei e Payen, Del halten, de Tempe⸗ geworden, ttheile von vermögen, gefunden eugung ge— Ende der eine anhal⸗ Oeles er⸗ t, verno eſten Pro⸗ Im Sinne n Gemiſc hten, de age oder in t und noh er braunem Paſeer und Schrot, aus unnt wird⸗ 93 Anſehen und ausgezeichnet ſtarkem Geruche.(S. Erdmann's Jour. B. VI. p. 5.) Nach Pelletan hat das Kartoffelfuſelöl alle Eigen⸗ ſchaften eines ätheriſchen Oeles und nähert ſich in vielen Reak— tionen dem Alkohol. Es iſt dünn, wird aber bei 20⁰°%C.(— 160 R.) wieder feſt, hat 0,821 ſpec. Gew., iſt weiß von Farbe, fühlt ſich weich aber nicht klebrig an, hat einen durchdringenden, blauſäure— artigen, das Nervenſyſtem angreifenden Geruch und einen dauernd brennend ſcharfen Geſchmack; iſt flüchtig, brennt leicht und ohne Rückſtand, iſt im Alkohol löslich und löst ſelbſt Oele, Kampfer und die Harze auf. Mit Schwefelſäure gibt es eine karmoiſinfarbige Auflöſung.(S. Jour. de Chimie med. Fevr. 1825 p. 76— 84.) Obgleich es im rohen Zuſtande im Waſſer unllöslich zu ſein ſcheint, ſo ſchließt es doch eine große Menge Alkohol ein, den man in Folge der verſchiedenen Flüchtigkeit dieſer Körper abſcheiden kann. Durch Rektifikation gab dieſes Oel endlich ein homogenes Produkt, war farblos, durchſichtig und widrig ekelhaft riechend. Es beſteht aus Kohlen-, Sauer- und Waſſeerſtoff, in Verhält— niſſen, die einige Beziehung zum Alkohol und Aether andeuten; wahrſcheinlich iſt es Einigen jedoch, daß es zur Familie der Kampfer— arten oder atheriſchen Oele gehöre.(S. Brande's Arch. z. R. B. II. H. 1.) Das Kartoffelfuſelöl, welches Dumas unterſuchte, war röth— lich gelb und höchſt unangenehm riechend; über kohlenſaurem Kali deſtillirt, nahm es einen Geruch nach Reinettäpfeln oder Salpeter äther an. Das Athmen einer damit beladenen Luft bewirkte Ueb⸗ lichkeit und Schwere des Kopfes. Das ätheriſche Oel der Kartoffeln(Hydrat des Amilens oder Fuſelöl) iſt nach Cahour eine farbloſe, ſehr flüſſige, flüchtige Flüſſigkeit, von einem ſtarken Geruch und einem ſcharfen bren⸗ nenden Geſchmacke. An der Luft wird es nicht verändert und reagirt erſt nach einiger Zeit ſchwach ſauer. Sein ſpec. Gewicht iſt bei 150 R. 0,8184. Angezündet brennt es mit einer kleinen blauen Flamme. Als Dampf eingeathmet verurſacht das Oel ein heftiges Zuſammenziehen der Bruſt und ein ſtarkes Huſten.(S. Archiv d. Pharm. 1839. Auguſt.) Auch Cahour betrachtet das ätheriſche Oel der Kartoffeln als einen eigenthümlichen Alkohol, iſometriſch mit dem gewöhnlichen Alkohol und zu der intereſſanten Reihe gehörend, welche dieſen Körper, den Holzgeiſt und das Alkohol begreift. Auch glaubt er, daß aus ſeinen Beobachtungen hervorgehe, daß man in den Kar⸗ toffeln und ſeinen Verbindungen ein beſonderes Radikal C. 40, H. 40 annehmen muß, welches man leicht iſoliren kann, Amilin von ihm genannt. Der Rückſtand der Rektifikation des Alkohols in den Brennereien von Kartoffelbranntwein enthält das Amilet⸗ Hydrat oder ätheriſches Kartoffelöl vermiſcht mit viel Alkohol.— Das Amilen iſt eine farbloſe, durchſichtige, eigenthümlich aromatiſch riechende ölige Flüſſigkeit, leichter als Waſſer, und in ſeinen Eigenſchaften von dem Oel ganz verſchieden, aus welchem es dargeſtellt wurde. In eine mit Luft angefüllte Flaſche ge— bracht, die während zwei Jahren häufig geöffnet wurde, erlitt dieſes Oel nur eine geringe Veränderung und reagirte alsdann etwas ſauer. Zu den Unterſchieden des Kartoffelfuſelöles von dem der Getreide gehört: a) daß ſich in dem Kartoffelbranntwein neben dem Fuſelöl noch eine eigenthümlich flüchtig ſcharfe Subſtanz vorfindet, wenn keimende Kartoffeln zum Branntwein benützt werden. b) Aeußert ſich das Fuſelöl im Kartoffelbranntwein von pene— trantern Eigenſchaften als dasjenige im Getreidebranntwein. c) Daß das Fuſelöl der Kartoffeln ſich unter dem oxydirenden Einfluß der Luft in Valerian-Säure umwandle, hat Cahour dargethan, gleichwie daß die auffallendſte Analogie zwiſchen dem Fuſelöle und dem gewöhnlichen Alkohol beſtehe. Ebenſo haben Dumas und Staß bewieſen, daß Kartoffelfuſelöl ſich auch unter dem Einfluſſe des Kali und einer Tempe⸗ ratur von ungefähr 200° ganz in valerianſaures Kali um⸗ wandle.(M. ſ. J. f. p. Ch. B. XXII. H. 3. S. 177.) Die Schlämpe oder das Spülicht als Rückſtand von der Deſtillation des Branntweins erhalten, bildet jene ſäuerliche und ſchleimige Flüſſigkeit, die, je nachdem der Gährungsproceß und die darauf erfolgte Deſtillation mehr oder weniger voll⸗ kommen durchgeführt werden, viel, keine oder nur geringe Spuren von unzerſetztem Stärkmehl, Zucker, Gummi, Eiweiß(dem unzer— ſetzten Getreidekleber) Alkohol und Parenchym in ſich auffinden, läßt*). Sie enthält nach Schnaubert noocch geiſtige Theile, *) Ungeachtet aller Wichtigkeit für die Viehzucht iſt die Schlämpe in ſo weit, als der Verfaſſer bisher in Erfahrung bringen konnte, dennoch von keinem Chemiker auf ihren Gehalt an nährenden Be⸗ veil durch Alkohol Theile, auc 1 dieler 6 über, oſh Theil ahgen 3 VI. p. Daß 1 Meta chaffenheit der in ihne eingettetene her Maiſch Pithoder ſabrennens acweiſen. ſtilation.) Pitt von Getre erriethen. dauen ſden ſi luſigen R tnen gerin peien peu 1 folgte riſtung de flüſigket, ſandthe don dr deren das au berehn einen V keinem enden verdün b zu ſein dünnten daß ſie n den Kar— ikal C. 9, nn, Amili es Alkohol das Amiler Alkohol.— igenthumit ſſer, und in aus welchen Flaſche ge urde, erlit rte alsdan n dem der Fuſelöl noch ndet, wenn ren. von pene⸗ branntwein. orydirenden t Cahour viſchen dem Ebenſo offelfuſelbl her Tempe⸗ Kali um⸗ . 177.) kſtand von e ſäuerlice ungsproceß niger vol⸗ ige Spurel (dem unzer⸗ 95 weil durch dieſe Operation aus einer geiſtigen Flüſſigkeit der Alkohol nie völlig abgeſchieden wird; zuckerige und gummige Theile, auch Stärkmehl, gehen wegen zu großer Verdünnung und zu vieler Eſſigſäure, mit Hefe verſetzt, nicht in neue Gährung über, obſchon ſolches geſchieht, wenn man die Schlämpe zum Theil abgedampft hat.(S. Brande's Jour. f. prakt. Chem. B. VI. D. 357.). Daß die Schlämpe auch Solanin, Fuſelöl, ſelbſt Blauſaäͤure und Metalloxyde in verſchiedenen Verhältniſſen, nach der Be⸗ ſchaffenheit der zum Branntweinbrennen verwendeten Kartoffeln, der in ihnen unterdrückten oder ſchon begonnenen Keimung, bereits eingetretenen Verderbens, und zu Folge ſonſtiger Beſtandtheile der Maiſche, wie z. B. zerſtoßener Kirſchkerne, Derbeeren, Wachholder u. dgl.; des tumultuariſchen Deſtillationsverfahrens, Anbrennens der Maſſe, enthalten könne, läßt ſich unwiderlegbar nachweiſen.(Mehr ſ. Produkte der geiſtigen Gährung und De⸗ ſtillation.) Witting fand, daß die einzelnen Arten der Schlämpe von Getreiden wie Kartoffeln, ſämmtlich Antheile freier Säure verriethen. Die Produkte der Behandlung derſelben mittelſt Deſtillation waren zunächſt ein Phlegma, ſchwach an Spiritus, ſodann zeigte ſich Waſſer, und zuletzt bei der Deſtillation der flüſſigen Maſſe im Sandbade ein eſſigſäaureheltiges Fluidum, nebſt einem geringen Antheil von Fuſelöl. Ward die Deſtillation in freiem Feuer(d. h. im kupfernen Deſtillir-Apparat) unternommen, ſo folgte jenen Produkten bei einer wirklich theilweiſen Ent⸗ miſchung des Inhaltes eine ſtark empyreumatiſch riechende, dunkle Flüſſigkeit, und zuletzt ein dicklicheres Oel. Uebrigens war keine ſtandtheilen geprüft worden. Kuers unterſuchte die friſche Schlämpe von drei gut betriebenen Kartoffelbranntwein-Brennereien blos auf deren Säuergehalt; ſie betrug zwiſchen 0,230 und 0,246 pECt., was auf den Gehalt an gutem Weineſſig(zu 4, 88„Ct. Eſſigſäure) berechnet, ſo viel ſein, würde daß 21. 21— 19. 83 Quart Schlämpe einen Quart Eſſig enthalten würden. Es iſt ſonach die Säure, in keinem unbedeutenden Verhältniß zu den feſten, kaum 8 pCt. betra— genden Subſtanzen der Schlämpe vorhanden.— Die mit Waſſer verdünnte Schlämpe ſchmeckt ſaurer als unverdünnte, ohne es aber zu ſein; der Grund dieſer Täuſchung liegt darin, daß in unver— dünnter Schlempe ſchleimige Beſtandtheile die Säure ſo einhüllen, daß ſie weniger ſchmeckbar iſt.(S. Kuers Diätetik. p. 223.) 96 Spur von Blauſäure, oder irgend einer Cyanverbindung aufzu- eien übelrie finden.(S. Witting a. a. O.) an Gewict 8. 11. erhaltene. Unterſuchung der in ſaure(oder Eſſig⸗) Gährung über⸗ lebrigent gegangenen Kartoffeln. gutfeln u Bei der durch Kälte getödteten(ſuͤßen) Kartoffeln eintre⸗ faunten Umſt tenden Eſſiggährung, welche oft ſo ſchnell der weinigen folgt, ſe zufgethau daß man letztere kaum bemerkt, verändert ſich der Geſchmack und dine Erſchein Geruch aus dem ſüßlichweinigen in einen ſauern. Ihre Dauer iſt vorgehmen verſchieden von 1— 8 Tage. Auch get Uebrigens liefert die ſaure Gährung der Kartoffeln ähnliche Lurr n Reſultate wie die geiſtige; denn auch durch ſie wird der Schleim ſ 3 er ſ hauptſächlich angegriffen, das Stärkmehl bleibt unverändert, das gpfinnn Eiweiß wird aber niedergeſchlagen. Indeß ſchien die Faſer auch ded in die ſaure Gährung übergegangen zu ſein, die ſelbſt bei einem atrus ken öfters wiederholten Auswaſchen noch das Lakmuspapier röthete, frau und durch das Zerreiben nicht mehr dieſelbe Menge Stärkmehl thbei ſch du gab, welche aus der Faſer geſunder Kartoffeln ſonſt erhalten ſied.(. A worden war.(Einhoff.) NMer ſ. Die meiſten durch ſtarken Froſt ſchnell getödteten Kartoffeln ge ſih gehen, ohne eine merkliche Weingährung zu erleiden, bald in ſten i Gehr die ſauere über, und verhalten ſich dann eben ſo, wie die ſuͤßen gureite s Wurzelknollen unter ähnlichen Umſtänden.(§. 9.) 8 öin §. 12. ſite zuſta Unterſuchung der in faulige Zerſetzung(faule Gährung ha oder in Fäukniß), übergegangenen Kartoffeln. Gfundmiſcun Der Eſſiggäͤhrung folgt endlich die Fäulniß und gänzliche Eürung d Zerſetzung dieſer Wurzelknollen. Die Farbe der Kartoffeln wird un zuker und dunkel und zuletzt ſchwarz; ihre Oberfläche ſchmierig, der Geruch Iljſifeit in unangenehm und ſtinkend. Reibt man ſie mit Kali, ſo entwickelt iiſdie ſauer ſich ein ſtarker Ammoniakgeruch. den Sifte e Bei den faulen Kartoffeln ließ ſich keine Trennung ihrer Unnendlun nähern Beſtandtheile bewirken. Zerrieben und mit Waſſer aus— der Shſem gewaſchen gaben ſie eine ſchwarze Materie, welche aus Eiweiß der Saft zu und Stärkmehl beſtand und im feuchten Zuſtande ihre Fäulniß Stzkmehl u weiter fortſetzte. Die Faſer war braun und ließ ſich zu einem e- ber gleichförmigen Brei zerreiben; bei ihrer fortgeſetzten Fäulniß dattfelr zeigte ſie, daß noch Eiweiß mit ihr verbunden war. Paerzyn 1 Der Schleim hatte eine ſtarke Orydation erlitten und gab uuch pin nung auhg- rung über, ffeln eine inigen föln heſchmack un hre Dauer i ffeln ahnlit der Schlei rändert, de je Faſer auh bſt bei einen apier röthet, ge Stärkne onſt erhalten en Kartoffl en, bald i vie die ſuͤßen le Gahrung pffeln. und ginzlc artoffeln wid , der Geruc ſo eutvitat ennung ihre Vaſet aus e aus Cirei ihre Faulrij ich z zu einen zten aulii 6 tten und Ii 97 einen übelriechenden und widerlichſchmeckenden Extrakt, welches an Gewicht weniger betrug, als das aus geſunden Kartoffeln erhaltene. Uebrigens iſt es allerdings bemerkenswerth, daß gefrorne Kartoffeln unter gewiſſen, bisher aber noch nicht genauer ge— kannten Umſtänden— oft ſchon nach einigen Stunden— nachdem ſie aufgethaut, unmittelbar in Fäulniß übergehen, ohne irgend eine Erſcheinung weder weiniger noch ſelen Gährung vorher wahrnehmen zu laſſen. Auch gehen diejenigen Kartoffeln, welche die weinige und ſauere Gahrung erlitten haben, früher als die ſüßen, gefroren geweſenen Knollen in Fäulniß über. In Verderbniß übergangene ungeſchälte Kartoffeln zeigten durchaus keine Blauſäure, jedoch war das Deſtillat mit einer eigenthümlichen Schärfe und durchdringendem Geruch begabt, wobei ſich auch wiederum die fettartige Subſtanz in Flocken aus— ſchied.(S. Witting. a. a. O.) Mehr ſ. Gährungsprodukte. Wie ſehr übrigens auch der aus den aufgethauten, aber ſchon in Gährung und faulige Zerſetzung übergegangenen Kartoffeln gepreßte Saft von jenen verſchieden ſeyn müſſe, den man aus ganz geſunden Wurzelknollen erhielt, oder die erſt aus ihrem er— ſtarrten Zuſtande hervorgetreten, iſt einleuchtend, da jede Gäh— rung auf einer eigenthümlichen Zerſetzung der Beſtandtheile ihrer Grundmiſchung beruht. So muß der, während der weinigen Gährung der Kartoffeln aus ihnen gepreßte Saft den Verluſt an Zucker und Schleimſtoff, dagegen die Erzeugung einer geiſtigen Flüſſigkeit in ſich nachweiſen laſſen. Auf einer ähnlichen Zerſetzung iſt die ſauere Gährung und das Hervortreten des Eſſigs in dem Safte gegründet, wobei auch ein Theil des Stärkmehls eine Umwandlung erleidet. Bei eingetretener Fäulniß wird der Schleim ſtark oxydirt, der Eiweißſtoff größtentheils zerſetzt, der Saft zum Theil mit Ammoniak geſchwängert, ſelbſt das Stärkmehl und der Faſerſtoff angegriffen. So bemerkt Girardin, aus 100 Pfund ganz verdorbener Kartoffeln blos 16 ⅞ Pfund Stärkmehl und 7 ⅛ trockenes Parenchym erhalten zu haben; Waſſer und Verluſt betrugen dem⸗ nach 76 Pfunde. ₰ Unterſuchung der einer hoͤhern Temperatur ausgeſetzt ge— weſenen Kartoffeln. §S. 13. Unterſuchung der gekochten Kartoffeln. Die gekochten Kartoffeln verbreiten, je beſſerer Art ſie ſind, einen deſto angenehmern Duft, und beſitzen einen beſondern Wohl⸗ geſchmack.(§. 4. N. 1.) Beim Kochen der Kartoffeln löſen ſich die Zellen des Markes, deren Wände im natürlichen Zuſtande in einander gewachſen ſind, von einander, die Stärkmehlkörner ſaugen die Fluſſigkeit auf, und nehmen den ganzen Raum der Zellen ein. Das gleichzeitig geronnene Eiweiß kann aber nicht mit aufgeſogen werden, ſondern wird von den ſich ausgedehnten Stärkmehlkörnern auf den kleinſten Raum zurückgedrängt, und erſcheint als unregelmäßige Fäden, die dem ganzen Inhalt der Zellen wieder das Anſehen geben, als wären darin kleinere Zellen nebſt andern.— Iſt die Trennung der Zellen vollkommen geſchehen, und alle zwiſchen ihnen befindliche Flüſſigkeit ausgeſogen, ſo nennt man die ge— kochten Kartoffeln mehlig. Iſt die Trennung nur unvollkommen erfolgt und noch Flüſſigkeit zwiſchen den Zellen, ſo bildet das geronnene Eiweiß mehr unzuſammenhaͤngende Blättchen, und dann nennt man die Kartoffeln wäſſerig.(Poggendorf's Annal. XXXII. 120.) Die weſentlichſte Veränderung, welche die Kartoffeln durch das Kochen erleiden, beſteht nach Einhoff darin: daß im Kochen die verſchiedenen Gemengtheile der Kartoffeln eine ſo innige Verbindung eingehen, daß ſie nicht mehr wie in den rohen von einander getrennt werden können, und dadurch das Stärkmehl und die Faſer in heißem Waſſer ganz unlöslich werden. Dieß ſcheint vorzüglich durch die Ge— rinnung des Eiweißes vermittelt zu werden, indem das gerinnende Eiweiß das Stärkmehl und die Faſer ſo umhuüllt, daß das Waſſer auf dieſelben nicht mehr ſeine auflöſende Kraft äußern kann*). *) Ein Theil der gekochten Kartoffeln wurde zu einem feinen Brei zerrieben und dieſer mit kaltem Waſſer ausgewaſchen. Je öfter das Auswaſchen geſchah, deſto weißer wurde die zerriebene Kartof— felmaſſe. Die Flüſſigkeit blieb waſſerhell und es zeigte ſich nach ihrer Verdampfung, daß ſie eine bedeutende Menge Pflanzenſchleim aufgelöst hatte.— Der ausgewaſchene Brei wurde in einem Filter geſammelt; er trocknete in der Wärme ſehr zuſammen und gab eine Nach V kutvffln me wieder daran? futgeſtt vi Vuſas dut ſcher als de ſoffs und Vätrend deiln Abgewas und abgetroc ſe um 1— hauptet, doh ſicht am bet garmentier retlieten, we focht, daß ihl 3z Lott ließen nach un durchſcheinends laſtgem Brun nſehl die größl llebrigen dſel mehr aben Kartoffen, der (5. Vittin Ir Daf eitten Dompfe aisſett, ſo m bifrei. Ans ſän — harte. Scheben Menge Vaſer 9 ftiſh geke nit reine Kleiſter u nict aufl hoff die zusgeſert g eln. Att ſe ſi ſondern V en des Mate gewachſen ſi Klüſſigkeit ali as gleichzeit erden, ſonden uf den klenſ näßige Fün Anſehen gehn Iſ R alle zwiſt man die f⸗ unvollkonme ſo biddet d lattchen, un ggendotf welche die „beſteht mh Gemengtheit „ daß ſie nict erden können, eißem Poſee urch die be das gerinnene aß das Woſſe ern kann“) :m feinen Sri hen. Je öfter riebene Kartof zeigte ſich nach Pflanzenſcken in einem Flle⸗ n und gab enn — 99 Nach Verſchiedenheit der Dauer des Kochens gewinnen die Kartoffeln mehr oder weniger am Gewichte, verlieren auch wohl wieder daran, wenn es zu lange, bis zum Mürbewerden, fortgeſetzt wird, welche Gewichtszunahme von der Bindung des Waſſers durch das Stärkmehl herzurühren ſcheint und beträcht— licher als der kleine Verluſt iſt, den das Ausziehen des Gärbe⸗ ſtoffes und eines geringen Antheiles vom Schleime verurſacht. Während des längeren Kochens wird mehr Schleim ausgezogen. Abgewaſchene ganze Kartoffeln bis zum Mürbewerden gekocht und abgetrocknet, zeigten nach Einhoff im Durchſchnitt, daß ſie um 1— 1 ½ pCt. leichter werden. Viborg dagegen be⸗ hauptet, daß die Kartoffeln beim Kochen im Waſſer oder Dampf nicht am Gewichte verloren hatten; dieſelbe Erfahrung machte Parmentier, wobei derſelbe bemerkt: daß ſie am Gewichte verlieren, wenn man ſie in einem Topfe mit ſo vielem Waſſer kocht, daß ihr Anbrennen verhütet wird. 32 Loth gekochte, in feine Scheiben zerſchnittene Kartoffeln ließen nach völligem Trocknen nur 9 Loth einer harten, brüchigen, durchſcheinenden Subſtanz von röthlicher Farbe und vollkommen glaſigem Bruche zurück, welche zerrieben ein weißes, mit Stärk⸗ mehl die größte Aehnlichkeit zeigendes Mehl gab.(Einhoff.) Uebrigens iſt zu bemerken— daß ſchon durch bloßes Abbrühen, viel mehr aber noch durch das Kochen den nicht keimenden Kartoffeln, der geringe Gehalt an Solanin leicht entriſſen werde. (S. Wirting a. a. O. p. 15). In Dampf gekocht, oder wenn man ſie einige Zeit einem Dampfſtrome oder einer Hitze, die über 1000 gelangt, ausſetzt, ſo werden ſie von dem größten Theile des Fuſelöles befreit. Aus ſüßgewordenen gekochten Kartoffeln drängt ſich harte glaſige Materie, die in Allem mit den getrockneten Scheiben der gekochten Kartoffeln übereinſtimmte.— Eine beſtimmte Nenge derſelben ward zu einem feinen Pulver zerrieben und mit Waſſer angerührt. Es bildete ſich ein Brei, welcher mit dem aus friſch gekochten Kartoffeln große Aehnlichkeit hatte. Derſelbe wurde mit reinem Waſſer angerührt und gekocht; allein es entſtand kein Kleiſter und auch durch anhaltendes Kochen ließ ſich das Stärkmehl nicht auflöſen. Aus dieſen Erſcheinungen folgerte demnach Ein⸗ hoff die angegebene Veränderung dieſer Wurzelknollen beim Kochen. 7* 100 beim Erkalten ein röͤthlicher Saft von ſüßem Geſchmack und Syrups⸗Conſiſtenz. Uebrigens können die gekochten Kartoffeln, ungeachtet ſie eine ſo bedeutende Menge Waſſer gebunden enthalten, ſchneller als die rohen, aber nicht ſo ſchnell als die rohen, durch Auspreſſen von ihrem Safte befreiten Wurzelknollen getrocknet werden. §. 14. Unterſuchung der gebratenen, geröſteten und verkohlten Kartoffeln. Auch die bloße(trockene Hitze) oder das Braten der Kar⸗ toffeln bewirkt, daß die prallen Häute ihrer Stärkkörnchen, welche ſie noch ungenießbar machen, ſich erweichen, auch wohl platzen, und den in ſich eingeſchloſſenen Saft mit den übrigen flüſſigen oder geronnenen Beſtandtheilen vermiſchen; wodurch der ganz veränderte Geſchmack der zubereiteten Kartoffeln entſteht. Da erſcheinen auch die Koͤrnchen unter dem Mikroſcop weit größer, formlos, rauh und riſſig an der Oberfläche, und laſſen ſich leicht zerdrücken. Einer Temperatur allmählig ausgeſetzt, wobei die in Scheiben zerſchnittenen Kartoffeln größtentheils braun und ſchwärzlich werden, einen brenzlichen Geruch von ſich geben, und noch andere Zeichen ihrer beginnenden Zerſetzung durch Röſtung äußern; liefern ſie, bevor ſich noch dieſer Geruch aus ihnen entwickelt, zuerſt ein ungefärbtes, beinahe geſchmackloſes Waſſer, das den Geruch der Kartoffeln, verbunden mit dem eines brenzlichen Oeles, hat.(§. 2. d.) Werden ſie einer noch höhern Temperatur ausgeſetzt, ſo erhält man nebſt dem Waſſer folgende Produkte: empyreuma⸗ tiſches Oel; phosphorſaure und kohlenſaure Kalkerde; oxydirtes Eiſen; kohlenſaures Gas, gekohltes Waſſerſtoffgas; kohlenſaures Kali; reinen Aetz- und kohlenſauren Ammoniak.(Jaßnüger a. a. O. p. 42.) Die einfachſten, bisher unzerlegten Stoffe, woraus die Kar— toffeln beſtehen, wären alſo: Oxygen, Hydrogen, Azot, Kohle, phosphorſaure Kalkerde und Eiſen*). *) Dieſe Produkte erhält man am ſicherſten, wenn jeder einzelne nähere Beſtandtheil der Wurzelknollen für ſich allein unterſucht wird; aber nicht, wenn ganze unzerlegte Kartoffeln oder Scheiben derſelben der höhern Temperatur ausgeſetzt werden, weil ſonſt während der De— ſtillation die entfernten Beſtandtheile neue Verbindungen eingehen. lnterſutus de 4⁷ iit, it von 7 Aſche enthiltte alk, ſehr 18 neht Kali, Nach 1 ſeln Gidud 6 plt. als aus Eſſen⸗d und ſätſaure ½. 18b2. VIh Nach 9 pfenn mit I O6 gr. Mh aus kohlen⸗za die in T dhonerde, o ſers Pfan Jeberblic? krautes der G5 nſidrig, der a Wten Nauch das) ſetzteres rt und frautrto in ihr herte Ein 1 ſhwarzlich ſlsig und 1 138) die Be velches ch Heſchmach und ungeachtet lten, ſtne⸗ urch Auspuiſt werden. verkohlte ten der a rnchen, wel wohl plozen rrigen flüſſg urch der zm entſteht. d weit größe ſſen ſich let ie in Scheie ärzlich werde indere Zeiht n; lehenſ ſ t, zuerſt i Geruch i hat.(§. 2.0] usgeſetzt, ſ empyreune de; orditti kohlenſaune aßnuͤger? raus die ſir ahot, geſt einzelne näͤhel ucht wird aber derſelben de hrend der De⸗ ngen eingeen 401— §. 15. Unterſuchung der zu Aſche verbrannten Kartoffelknollen. Die Kohle, welche der reine Faſerſtoff verbrannt zurück⸗ läßt, iſt von der gewöhnlichen Holzkohle nicht verſchieden; ihre Aſche enthält beinahe eben ſo wie jene der letztern, kohlenſauren Kalk, ſehr wenig Eiſen-Oxyd; aber dagegen vergleichungsweiſe mehr Kali, als in der Aſche der weichen Holzarten enthalten iſt. Nach Pearſon wurden aus 1000 gr. Nierenkartof⸗ feln(Kkidney patatoes) 15 gr. Aſche erhalten, welche ungefähr 75 pCt. auflöslicher Beſtandtheile enthielt; im Uebrigen aber aus Eiſen-Oryd, Mangan-Oryd, phosphorſaurem Kalk, Magneſia und ſalzſaurem Natron zu beſtehen ſchien.(S. Scherer's Jour⸗ J. 1802. VIII. 644.) Nach Einhoff gaben 4 Unzen vollig getrocknete Kar— toffeln mit rother Schale und runden oder länglichen Knollen 96 gr. Aſche, enthaltend 64 gr. auflösliche Theile, beſtehend: aus kohlen-, phosphor-, ſchwefel-, und ſalzſaurem Salz; während die im Waſſer unlöslichen 35 Theile aus Kieſelerde, Kalk, Thonerde, Magneſia und Eiſen⸗Oxyd beſtanden.(S. Fech⸗ ner's Pflanzen-Analyſen.) 4 G. Unterſuchung des Kartoffelkrauts. §. 16. Ueberblick der ſinnlichen Eigenſchaftet des, Kartoffel⸗ krautes und der weſentlichſten Beſtandthet e⸗ ſeiner Grundmiſchung. Der Geruch der grünen Stengel, Blätter und Früchte iſt weded der getrockneten und verglimmenden Blätter dem gewöhn⸗ lichen Rauchtaback ſelbſt im Geſchmacke ähnlich. 5 getrocknete Kraut, mit Waſſer aufgegoſſen, färbt letzteres röthlich und ertheilt der Flüſſigkeit einen unangenehmen und krautartigen Geſchmack; Eiſen-Vitriol bringt keine Veränderung in ihr hervor. Ein aus der getrockneten Pflanze eeſten Extrakt iſt ſchwärzlich und etwas klebrig, riecht wie Ma lzaufguß, ſchmeckt ſalzig und ſtichelt die Zunge.(S. Bergen's Mat. Med. 7. p. 138.) Die Beeren beſtehen inwendig aus einem fleiſchigen Weſen, welches ſich bei der Reife in einen ſchleimigen Saft verwandelt, 1 8 a 7 ———— 102 worin gegen 100 und mehr Samenkörner von gelblicher Farbe und vielem Oelgehalte liegen. Nach Otto enthalten Stengel, Blätter und Früchte(Samen— äpfel) ſo viel des Solanins, daß es ohne große Schwierigkeit dar— aus dargeſtellt werden kann. §. 17. Unterſuchung des zu Aſche verbrannten Krautes. Nach Mollerat geben 1000 Pfund Kartoffelblätter an Aſche: zunächſt vor der Blüthe 11,51 Pf. Aſche 6,36 Pf. Pottaſche. ſogleich nach der Blüthe 9,33»„» 5,70 2 2* dieſelben ein Monat ſpäter 6,44» 2 2,01»„ „ zwei Monate ſpäter 9,19»» 2,69»„ Daher geben 100 Pf. Aſche zunächſt v. d. Blüthe 54,38 Pf. Pottaſche. 2 2 100» 2 ſpgleich n. d. Blüthe 61,9 2„ 2 2 100» 2 1 Monat ſpäter 31,05„» 2 2 2 100 2 2 2„ 2 29,26 2 2 (Annal. d. Chem. u. Phyſ. B. II. 1825.) Das Kartoffelkraut von Nemours, auf ſehr trockenem, aus weißem, etwas kalkigem Quarzſande beſtehenden Boden ge— wachſen, zur Zeit der Kartoffelernte eingeſammelt und mehrere Nonate hindurch getrocknet, gab 16,2 pCt. ſehr weiße Aſche die 16,2 auflösliche und 83,8 unlösliche Subſtanzen in 100 Theilen enthielt.— Die auflöslichen S alze enthielten in 100 Theilen kohlenſaur. Kali 20; ſchwefelſaur. Kali 50; ſalzſaur. Kali 30. Die unauflöslichen Salze enthielten in 100 Theilen: gallertartige Kieſelerde und Sand 36,5; phosphorſaur. Kalk 13,0; kohlenſaur. Kalk und kohlenſaur. Magneſia 49,0; Kohle 1,5. (Berthier in d. Annal. d. Chem. und Phyſ. XXXII. 621.) 8 Benuh. Benützit Die in? ſchenk der 1 ferden dan das die drei? bretend uns ungen empſt 1 verden Sowohl toffln füt zusgedehnten grußte Berl⸗ ſegen Hungo deſt und di ſurtzod; Ss itel zur, ſazterung 9 tuf in dsn dekonomie ſt diſſe E⸗ ſevonden, kropds ti Byſteme he verbun auch d es mu Boden d) Konmt nicht d crüchte(m chwierigket Krauten, toffelblatter 6 Pf. Potiſt 0 91») 19 /ã 1s Pf. Pottiſ 2„ 5». 6„ ſehr trockere nden Boden elt und metren r weiße Aſh min 100 Thele in 100 Theln nur. Kali 30. 1 100 Teſc ſaur. Kalk 130 ,; Kohle lu XXII. 621] 1 03 Zweiter Abſchnitt. Benützung der ganzen, unzerlegten Kar⸗ ganz 5 toffeln. §. 18. Benützung der Kartoffel⸗ Wurzelknollen überhaupt. Die knollige Solane oder Kartoffel, dieſes unſchätzbare Ge⸗ ſchenk der Natur, die Manna aller ſandigen und gebirgigen Ge⸗ genden, das Brot der Erde, iſt Millionen ein Nahrungsmittel, das die drei ſeltenen Vorzüge in ſich vereint: wohlnährend, wohl— ſchmeckend und wohlfeil zu ſeyn; uͤberdieß mannigfaltiger Zuberei⸗ tungen empfäaͤnglich und ſelbſt beim täglichen Gexnuſſe nie zum Ekel werdend. Sowohl Land⸗ als Staatswirthe betrachten nun die Kar⸗ toffeln für das nützlichſte unter den europäiſchen Gewächſen, deren ausgedehnten Anbau für die Grundlage, worauf die möglichſt größte Bevölkerung eines Landes beruht; fuͤr das Palladium gegen Hungersnoth, welche früher ſo oft mit dem Gefolge der Peſt und den ſchrecklichſten Seuchen dieſen Welttheil verheerend durchzog;— denn ſie ſind der beſte Erſatz, das vorzüglichſte Mittel zur Erſparung einer großen Menge Getreides, zur Er— leichterung und Erweiterung der Viehzucht; ihre Gemeinnützigkeit tief in das gemeine Leben und in den Wohlſtand der Völker, in Oekonomie und techniſche, induſtrielle Gewerbe eingreifend. So iſt dieſe Solane zu einem unſerer unentbehrlichſten Feldgewächſe geworden, und ihre allgemeine Verbreitung unter den Völkern Europa's rief eine vollkommene Umwälzung in unſerem Ackerbau⸗ Syſteme hervor. Unläugbar ſtehen den Kartoffeln in gewiſſen Hinſichten ſelbſt die Getreidearten nach, indem: a) Der Anbau der Kartoffel mit keinen ſolchen Umtrieben, in Vergleich ihres Ertrages, nur mit wenig Koſten und Mühe verbunden iſt; keine Vorfrucht ihr nachtheilig wird, wie ſie auch der ihr folgenden Saat— mit Ausnahme des Roggens— es nur ſelten wird, da ſie zum Theil ſelbſt den verwilderten Boden zum Getreidebau vorbereitet und tragbarer macht. b) Kommt die Kartoffel faſt in jedem Boden fort, wenn dieſer nicht durch ſtockendes Waſſer zu naß und verſaͤuert iſt. Selbſt 22 4 rnn ——-----———— c) *) in dem dürrſten Sande— der beinahe Flugſand iſt— gibt ſie bei einer reichlichen Düngung einen ziemlichen Ertrag, ſo wie ſie auch im Thonboden, wenn derſelbe nicht gar zu ſtreng und gehörig zubereitet iſt, unter begünſtigenden Umſtänden einen großen Ertrag abwirft: ein leichter, ungedüngter Bo⸗ den läßt ſie ſelbſt noch ſchmackhafter und gedeihlicher als ein fetter ſchwerer und gedüngter werden. Da ſie beinahe weniger Erde unter als über ihren Knollen verlangt, ſo kann ihr eine der allererſten Bedingungen des Pflanzenlebens ſelbſt dort— und zwar nach und nach— zugeführt werden, wo ſie hinreichenden Raum, aber nicht die erforderliche Menge der Ackerkrumme findet. Hierin iſt auch die Möglichkeit gegründet, daß dieſe Pftanze von einer gleich⸗ großen Erdfläche mehr Nahrungsſtoff, als die Getreide- und andere Feldgewächſe Menſchen und Thieren zu liefern im Stande iſt*). d) Sehr genügſam, ganz akklimatiſirt, kommt die knollige Solane, auf rauhen Höhen, wie in fruchtbaren Niederungen gut fort, Nach dem übereinſtimmenden Urtheile aller Oekonomen können auf einem beſtimmten Stück Landes, worauf gewöhnlich ein Metzen Getreide ausgeſäet wird, vier Mal ſo viel Kartoffeln oder auch nur die Keime, oder ſogenannten Augen von vier Metzen dieſer Knollen angebaut werden, und der Ertrag der letztern iſt, ein Jahr in das andere gerechnet, wenigſtens zwölffach, d. h. jeder angebaute Metzen oder aulch nur die angebauten Augen von einem jeden Metzen liefern bei der Ernte wenigſtens 12 Metzen Kartoffeln. Zu Folge der Behauptung anderer, ebenfalls glaubwürdiger Land⸗ wirthe, ſoll man ſogar auf einer beſtimmten Fläche beinahe fünf Mal ſo viel Kartoffeln als Getreide anbauen können, und jeder Metzen Kartoffeln in einem Durchſchnitte von 10 Jahren 14 Metzen jährlich liefern. Nach der geringſten und allgemeinſten Angabe wäre alſo der Ertrag einer Fläche, worauf ein Metzen Getreide angebaut wird, 48 Metzen Kar⸗ toffeln. Rechnet man von dieſer Quantität den wäſſerigen Beſtandtheil weg, welchen dieſe Wurzelknollen bei ihrer Trocknung verlieren(denn nur im trocknen Zuſtande kann man die Kartoffeln mit dem Getreide vergleichen), ſo wäre der Ertrag einer ſoſchen Fläche gegen 17 Metzen getrockneter Kartoffeln, alſo beinahe drei Mal größer, als bei dem Getreide, deſſen Ertrag im Durchſchnitte nie über 6 Metzen ausmacht. Dieſes Verhältniß zwiſchen den Kartoffeln und dem Ge— treide findet nicht nur in Beziehung auf das Maß, ſondern auch auf das Gewicht Statt.(S. Jaßnüger a. a. O. S. 146.) 6 wenn 1 zeit I aur Ne zur! Und in di ein 1 6) It der⸗ verderlt ) Sin b wie d d ihre A verdir Menge und T9 Brand? 9) Ohne? — hindur? jige v) Kattoff. ſclager! aöxeſh üppig in den ihren, den iſt Wahrer Ausſaat er beſt ſand it— ſchen Eit t gar zu ſn nden Unſtin ngedüngtera gedeihlihe, e) r ihren Fun zedingunze ch und nac- „aber nitt Hierin iſ a — N — von einer gei ⸗Getreide⸗w zu liefern ungen gut fit konomen kinn hnlich ein Mr offeln oder uut er Meten diſe tern iſt an J jeder angedan em jeden Mea feln. bwürdiger lan he beinahe ſll men, und ſed hren 11 Nehh alſo der(itug ,48 Metzen gen Beſtandthel verlieren(en t dem Gar läche gegen 1 dal größel, Id eüberb Metzen n und dem b⸗ ſondern auch 5. 140.) 1 wenn nur etwas Erde, es ſei noch ſo ſpärlich, von Zeit zu Zeit um ſie angehäuft wird und es bleibt. Wo der Hafer zur Reife kommt, bilden ſich auch die Kartoffeln noch aus, und in mehreren Gegenden Deutſchlands ſind nur dieſe zwei die einzigen angebauten Feldfrüchte. Iſt deren Ernte ziemlich ſicher geſtellt, weil ſie weder der verderblichen Macht des Hagels, noch der Stürme und Winde, wie das Halmgetreide, ausgeſetzt iſt; regneriſcher Sommer ihre Vegetation mehr fördert als hindert, der trockene nicht verdirbt. Sind die Kartoffeln— dieſe knolligen Behälter einer großen Menge des vortrefflichſten Stärkmehls— weder dem Raube der Vögel oder Feldmäuſe, noch der Ratten oder Hamſter u. d. g. ſo, wie das Halmgetreide bloßgeſtellt; bleiben von Inſekten und Würmern unangegriffen, werden nie an Mehlthau und Brand leidend. Ohne große Schwierigkeit werden die Kartoffeln den Winter hindurch bis zu dieſer Zeit, wo ſie gewöhnlich gelegt wer— den— die Speiſekartoffel ſogar bis Johanni— leicht lebend aufbewahrt und genießbar erhalten. Getrocknet können ſie ſelbſt durch mehrere Jahre unverdorben erhalten werden, ohne in dieſem Zuſtande etwas von ihren nährenden Eigen— ſchaften zu verlieren. Ertheilt ihnen die außerordentliche Reproduktionskraft und das allen Theilen der Pflanze eigenthümliche Fortpflanzungs⸗ vermögen, worin der knolligen Solane keines unſerer heimi— ſchen kultivirten Feldgewächſe gleichkommt, unbeſtreitbare Vor⸗ züge vor dem Getreide; denn es ſei auch das Kraut der Kartoffel vom Frühlingsfroſte verbrannt, vom Hagel ge— ſchlagen, durch Ueberfluthung beſchädigt oder vor der Blüthe abgeſchnitten worden: ſo treibt dennoch dieſe Pflanze wieder üppig von Neuem empor, wenn der Froſt nur nicht zu tief in den Boden gedrungen, das Waſſer mehrere Tage über ihren Knollen geſtanden, alle Lebenskraft in ihr erſtickt wor— den iſt. Während dem einerſeits die Getreide zu ihrer glücklichen Fortpflanzung den geeignetſten ſchönſten Samen zur neuen Ausſaat unbedingt fordern— wodurch eine große Menge der beſten und mehlreichſten Körner als Nahrungsſtoff für m) n) 106 Menſchen und Thiere verloren geht, jeder induſtriellen Ver⸗ wendung entriſſen wird,— reicht es anderſeits ſchon hin, die allerkleinſten, aus Samen gezogenen Kartoffel⸗Wurzelknollen, oder die, welche das wuchernde Pflanzenleben an den Sten— geln über dem Boden erzeugte, wie die kleinſten, in der Erde verborgenen, ſelbſt die nur in der Haut(der Schale oder Schelfe) der Wurzelknollen liegenden ausgeſtochenen Augen oder die bereits ſchon ausgetriebenen Keime u. ſ. w. der Erde anzuvertrauen, wodurch eine ungeheure Maſſe nährender Subſtanz in Erſparniß gebracht wird. Noch behauptet die knollige Solane, im Vergleiche mit un— ſeren Halm- und Schottengetreiden, den, jedoch ganz unbe⸗ achtet gelaſſenen Vorzug, in den verſchiedenen Perioden ihres Wachsthums(daher auch in einer Zeit, wo aufgezehrte Körner⸗ vorräthe und noch ferne Getreideernten, Noth und Theuerung am höchſten ſteigern), gedeihliche und ausgiebige Nahrung hülfreich bieten zu können, während die Getreide dieß nur am Schluſſe ihres Lebens-Cyklus zu leiſten im Stande ſind. (Vergl. d. Analyſe d. Kartoffeln v. verſchied. Alter S. 54.55. 56.) Ueberdieß iſt der Ertrag der Kartoffelpflanze immer reichlich, ſo zwar: daß ihr ſelbſt, ohne viele Mühe, eine doppelte Fechſung in einem Sommer abgedrungen werden kann; dieß nicht nur mittelſt einer wiederholten Saat auf demſelben Raume, ſondern ſogar von einer und derſelben Pflanze. Auch pflegt der Ertrag der Kartoffeln gerade dann um ſo ergiebiger zu ſein, wenn die Ernte des Getreides mißräth; dagegen aber die Noth bei dem Landmanne und den armen Menſchen am höoͤchſten ſteigt, wenn dieſe Wurzelknollen nicht gerathen. Iſt es gewiß nicht einer der geringſten Vorzüge dieſer Knollen, daß ſie keiner beſondern Zubereitung bedürfen, um als Speiſe zu dienen, ſondern blos glimmende Aſche oder hei— ßes Waſſer hierzu benöthigen; daß geringe Mühe und die ein— fachſten Zuſätze ſchon hinreichen, um ſie mannigfaltig zube— reitet ſelbſt dem leckern Gaumen als wohlſchmeckende Gerichte darbieten zu können; ſo dem Reichen wie dem Bettler eine gleich willkommene Speiſe werden. Auch können ſie an und für ſich das Brod entbehrlich machen; allein oder mit ein em Zuſatze von Getreidemehl dazu verbacken werden. So haben wir Beweiſe, daß Kartoffeln ganzen Vöͤlkerſchaften zum vollen Efſ3 len lli ſelbſt ulf faſt alls Srvohe genießen Kartoft aus.* Jsle do von Fr vorzl dien in Anſ gräßte We vergle 44 90' Scheffe wiegt, gleich 2 tofeln: man ar 40 Scheff die E denn ſtebend toffeln Beode vom derſer lichen Brod Tf 4 zuſtriellen 9. ſchon u,) Wurzelknale an den En iinſten, in zut(der 8t ausgeſtoten Keine u geheure M rd. gleiche mi och ganz un Perioden ie gezehrte Konn und Theuenn ebige Nuin etreide dieß im Stande ſi r S. 54.55,36 immer reihſit eine dopen den kann; di auf demſeker en Pflanze e dann un reides mifri und den anen zelknolln ni Vorzüge dieſe bedürfen, n Aſche oder be he und die dir nigfalti 1 kende Gerihi n Bettler in ſie an und fir tein em Juſtt So haben vwie en zum voleen 107 Erſatz des Brodes dienen und daß ſie den Bau der Cerea— lien blos zum Verkauf des Getreides betreiben, während ſie ſelbſt von Kartoffeln leben. Dieſer Gebrauch iſt gegenwärtig faſt allgemein im nördlichen Amerika, in der Schweiz, in Savoyen, in Holland, ſelbſt bei uns im Erz- und Mittel⸗ gebirge, wie in den Sudeten.— Ganz Schottland, faſt ganz Irland und ein großer Theil der Bewohner Englands, genießen gegenwärtig nur wenig Brod, dagegen machen die Kartoffeln in Verbindung mit Fleiſch ihre tägliche Nahrung aus.— Flandern, die Normandie, Pikardie, Artois, ſo wie Isle de France, ja ſelbſt Paris und faſt alle Departements von Frankreich betrachten die Kartoffeln jetzt als ein ganz vorzügliches Nahrungsmittel. Die Kartoffel wird ſonach von allen Lebensmitteln am meiſten in Anſpruch genommen, und es iſt unſtreitig die Noth dort am größten, wo der Vorrathdieſer Wurzelknollen ſchon erſchöpft iſt. Wenn wir die Kartoffeln— ſagt Thaer— mit dem Roggen vergleichen, ſo enthalten gute Kartoffeln dem Gewichte nach 24 pCt. nahrhafte Theile, der Roggen 70 pCt. Wenn ein Scheffel Roggen 82 Pf. und ein Scheffel Kartoffeln 100 Pf. wiegt, ſo ſind dem Maße nach 64 ¾ Scheffel Kartoffeln gleich 24 Scheffel Roggen; demnach wären 12 Metzen Kar⸗ toffeln beinahe einem Scheffel gleich zu ſetzen. Doch kann man auch manchen ſchlechten Kartoffelarten nicht mehr als 20 pCt. nahrhafter Theile zurechnen, ſo daß von dieſen 3 Scheffel nur einem Scheffel Roggen gleich zu ſetzen ſind. Die Erfahrung ſcheint auch dieſe Berechnung zu beſtätigen, denn man hat gefunden, daß eine erwachſene, in Arbeit ſtehende Perſon, wenn ſie ſtatt des Brodes blos von Kar⸗— toffeln lebt, täglich 10 Pf. derſelben verzehrt, oder vom Brode 2 Pf.; demnach jährlich von Kartoffeln 3650 Pf., vom Brode 834% Pf. bedark. Eine erwachſene, arbeitende Perſon würde mithin, weil man 3 Scheffel zu ihrem jähr— lichen Brodbedarf rechnet, und aus einem Scheffel 276 Pf. Brod gebacken werden, 828 Pf. Brod benöthigen und 3650 Pf. Kartoffeln mit 828 Pf. Brod im gleichen Werthe ſtehen. Man hat berechnet, daß die nährende Eigenſchaft von 45 Pf. Kartoffeln gleich ſei: 15 Pf. Brod, 11» Fleiſch ohne Knochen, 108 13» Linſen, Bohnen, Erbſen, Reiß, 24 2 friſchen Hülſenfrüchten, 90 gelben Rüben, 135 2 weißen Rüben, 180» Kohlköpfen. (Centralbl. d. landwirthſ. Vereins in Baiern. J. 1838. p. 375.) Jaßnüger's angeſtellte Verſuche geben folgende Ueberſicht über das quantitative Verhältniß der nähern Beſtandtheile der Getreidearten, denen die Kartoffeln in Rückſicht ihrer Nahrhaftigkeit an die Seite geſetzt ſind.(S. a. a. O. p. 53 und 174, zweite Auflage.) Beſtandtheile in 25 taee Fanteſe in E Lth.(= 6000 Gr.)*) Zuſtande 8= Eiweißſtoff 62, 5 180,9846 104— 142— 49 Zuckerſtoff, ſeröſer 92, 5 267,8571———— dto. ſchleimiger 174,75 506,0328 726 1220— 860— Stärkmehl 1076,25 3116,5541 3734 3392[2949 2902 3236 Kleber(Leim)—— 420 268— 62— Keimſtoff—— 120 120 156 120— Holziger Faſerſtoff 666, 0 1928,5714— ²—[1190—[1170 Hülſen—— 896 1000 1563 2056 1416 Maisſchleim——-———— 129 *) 25 Loth Kartoffeln enthalten im Durchſchnitte feſte Beſtandtheile 2072 gr. „„ 2 3 2 wäſſerige„ 3928 gr. Um einen Vergleich zwiſchen dem Werthe der Kartoffeln und des Weizens ꝛc. ꝛc. anzuſtellen, muß man ſich die erſtern in dem näm— lichen trocknen Zuſtande denken, wie der letztere aufbewahrt und be⸗ nützt wird: (Mehr ſ. Analyſen verſchiedener Kartoffel⸗Varietäten p. 54— 59.) 8 welche chte chre. — . 5 6. 22 H5 5 90 5 — Ffru fru exrjenigen Sülken Saubohne, d-de S gemeine, 7 7 1 Bohne, n n 51 “ 082 — auszumachen pflegen. inſen(BOnn 11041 841 L EBrvunm L-e Perie iniger ausbaltungen Bhfhandn B 4 411 1 1 44 — rofenc T 11. wtcirtee n RNahrungsmittel in den bürgerlichen abellariſch 4 ₰ 9 8 8 ₰ ₰ 8 J 2 ₰ 3 die vorzuüglichen njaog gun uo?i uanp he— bu ap o unzn( Ll—)—„sa] Jodaa,)— a2pjuouvch qun 2bmavdauugapg() — Luvllan= aopebe raee— bmarduigapg(ã2)— ‧95 au 6ue i) ii eee) — 605˙0— 28˙0 9⁰9.............* Unja⸗ 16 — 40˙0—(C) 19˙0 65˙0......... 245 Hanvlaoqagodc. (v1) 86 971 99˙01———..***.....***. 12 l 20% 19/1 29 61 66˙ 1L9...... 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Stickſtoffgehalt der nicht 0,023 0,105 0,110 0,132 0.124 0,0238 0,0229 0,0202 0,0222 1 Verlornes Waſſer wäh— V 20) mit Säuren und Salzen. 149, 18, 17, (16, Sülſenfrüchte enthalten, welche die Subſtanz(Gliadind, des Pflanzenleimsd bei den Getreidearten- eigenthümliche thieriſch⸗vegetabiliſche Kolla(oder Jene Der getrockneten Subſtanz V 0,0037 0,0213 0,0204 0,0176 0.0192 V V 4 V Schmick Weiße vohnen bohnen Mais Erbſen Linſen Verlornes Waſſer wäh— rend des Trocknens beit Stickſtoffgehalt in der ge⸗ Stickſtoffgehalt der nicht 100 0,180 0,167 0,090 0,050 0,079 V V trockneten Subſtanz.— 0,0408 0 0440] 0,0430 0 0550 ¹ getrockneten Subſtanz 0,0164 0,0340 0,0.00 0,0408] 0,0511 Anmerkung. Weil die Kartoffeln, wie die beigefügten verglei— chenden Tabellen nachweiſen*), außer dem Kleber— dem jedoch Michaelis in der neueſten Analyſe der Kartoffeln, ob— ſchon in einem ſehr geringen Verhältniſſe, auch darin gefunden haben will— dieſelben Beſtandtheile wie der Weizen ent— halten; den wäſſerigen Beſtandtheil davon abgerechnet, im Durchſchnitte beinahe eben ſoviel Stärkmehl, faſt zwei Mal ſo viel Eiweiß- und mehr Zuͤckerſtoff als der Weizen beſitzen; und da ſonach dieſe mehligen Wurzelknollen ſelbſt den Mangel an Kleber durch die größere Quantität Zucker- und Eiweiß⸗ ſtoff zum Theil erſetzen, ſo wird es auch erſichtlich, wie die Kartoffeln gleich den Halmgetreiden und Hülſenfrüchten nahr— haft und ſchmackhaft ſeyn können.(S. Jaßnüger 8. 57.) Noch ſind die Kartoffeln bei gehöriger Behandlung im Stande, vortreffliche Erſatzmittel des Getreides in Hinſicht deren mannig⸗ faltiger techniſcher Verwendung abzugeben, wodurch ein außer— ordentlicher Gewinn dieſer Körnerfrüchte zur Nahrung des Menſchen erzielt werden kann. So dient die Kartoffelſtärke ſtatt der des Weizens zur Bereitung des Sprups, Zuckers, 112 b Leiocoms ꝛc., wie die ganzen Wurzelknollen bei gehöriger gſe G- 18. Behandlung und zweckmäßig geleiteter, geiſtiger und ſauerer putten umlt Gährung ſtatt des Roggens zur Darſtellung des Branntweins; Zeckmann, an der Stelle der Gerſte zur Erzeugung des Bieres, wein— In Stuttgatt? ähnlicher Getränke, des Eſſigs u. dgl. m.— p. Da übrigens dieſe Wurzelknollen weit mehr Nahrungsſtoff„&, Arnt als alle bisher bekannten Futterkräuter enthalten, ſo kann nitellehl dadurch ein Theil der zu Viehweiden ſonſt gewidmeten Gründe meines, 2 zur zweckmäßigern Verwendung gelangen, die Viehzucht um man ſögt Vieles vermehrt, ſonach mehr Dünger gewonnen werden, wo⸗ ale do durch der Getreidebau oder die Kultur anderer, größere Vor⸗ de zaſ theile verſprechender Vegetabilien nicht nur zu einer größern aneas Ausdehnung, ſondern auch zu einem viel höheren Ertrag ge⸗ b nu un bracht werden können. ril,jden So würden endlich die Kartoffeln im Vergleiche mit dem ken undg Getreide ein noch viel größeres Uebergewicht an Vorzügen nan cheh behaupten, wenn die Natur nicht ihre Dauer auf ein kaum n, nd volles Jahr beſchränkt hätte, und wenn nicht die in ihnen Wufanf vorwaltende Menge von Vegetations-Waſſer ihren Umfang ri Nem und Gewicht überaus vergröͤßern, die Verfrachtung ebenſo theile, mn wie die Aufbewahrung äußerſt erſchweren, ihre an ſich ſchon des Pauut leichte Zerſtörbarkeit und Verderbniß früher herbeiführen riandi möchte. in ir i Unbeſtritten dürfte es dennoch bleiben, daß die Kartoffel Pia unter den wichtigſten Fabrik-Pflanzen Deutſchlands,»der enn Gerſte, dem Lein, der Runkelrübe und dem Raps,« den jungen 9 erſten Platz behaupte, der mannigfaltigſten induſtriellen Ver—(. Lit arbeitung eben ſo empfänglich, als meiſt lohnend ſei. A ihs hflanzunge §. 19. u Vati .— brochen w A. Benuͤtzung der unzeitigen(jungen) Kartoffeln insbeſondere. rüfiſe Unbezweifelt iſt es eine Frage von nicht geringer Wichtigkeit dung und für die menſchliche Geſellſchaft und ein Gegenſtand, genauerer Unter— iinnitt, ſuchung werth:»ob unzeitige(junge, unausgebildete, ſogenannte wen unreife) Kartoffeln ohne Nachtheil fur die Geſundheit genoſſen ſ ſe werden dürfen, da der Hungersnoth öfters durch den frühzeitigen organiſ Genuß der Kartoffeln Abhilfe geſchaffen werden kann. den Bid Daß auch die unzeitigen Kartoffeln unter gewiſſen Um— ket, inde ſtänden, bei gehöriger Vorſicht genießbar, nährend, gedeihlich ſenzun ade und unſchädlich ſind, erweiſet die voranſtehende chemiſche Ana-— un Nen 9. en bei gehin, iger und ſan⸗ es Branntten 8 Bieres, ne or Nahrunzii thalten, 1 in widmeten G die Vietzuct nen werden, er, größere n zu einer griß heren Erteg, ergleiche mi cht an Worn ter auf ein iu nicht die in ine er ihren Unir frachtung de hre an ſcch ſth her herbeifühe aß die Kattf tſchlands, N em Raps/ nduſtriellen Ae nend ſei n insbeſonden nger Wistictt geenaueter Unter ete, ſogenann ndheit geneſtr den frützetitn inn. ewiſſen Un⸗ rend gedeili hemiſche Ana⸗ 113 lyſe(§. 18. n.), die Analogie und zahlreiche Zeugniſſe vieler be— währten und unbefangenen Beobachter, wie jene des Hofraths Beckmann, des Sanitätsraths Hoppe, des Leibmedikus Jäger in Stuttgart, des Prof. Pfaff, Arnemann*), Vib org**) ) J. Arnemann erklärt ſich darüber in ſeiner praktiſchen Arznei⸗ mittellehre, Wien 1808, auf folgende Art:»Es iſt zwar ein allge⸗ meines, aber gewiß irriges Vorurtheil, daß die jungen, oder wie man ſogt, unreifen Kartoffeln ungeſund ſind Wir genießen ja faſt alle Vegetabilien im Sommer unreif. Eigentlich werden auch nicht die Kartoffeln, ſondern bloß ihre Samen reif.« Viborg ſagt in der Abhandlung von der Unſchädlichkeit der ſoge⸗ nannten unreifen Kartoffeln, daß der Ausdruck:»unreif,« wenn man an Baunmfrüchte denkt, und dieſe mit den Kartoffeln vergleichen will, jedem für den Genuß dergleichen Kartoffeln Widerwillen, Schre— cken und Angſt einjagen muß. Bei genauerer Unterſuchung wird man aber leicht gewahr werden daß es eine unrichtige Vergleichung iſt, und daß die daraus gemachten Schlüſſe eben ſo trüglich ſeyn müſſen. Die Kartoffeln ſind Wurzelfrüchte, und verändern nicht während des Laufes ihres Wachsthums ihren Geſchmack und Geruch, wie die Baumfrüchte. Jene behalten ſtets dieſelbe näheren Beſtand— theile, nur ihr gegenſeitiges Verhältniß in den verſchiedenen Perioden des Wachsthums, iſt Veränderungen unterworfen. Die näheren Beſtandtheile der reifen und unreifen Baumfrüchte ſind dagegen theils in ihrer Natur, theils in ihrem Verhältniſſe verſchieden Es ſollte junge anſtatt unreife Kartoffeln heißen, und nun würde ein jeder, er ſei Arzt oder Nichtarzt, Laie oder Gelehrter, Krieger oder Buͤr— ger, mit eben ſo wenig Bedenken die unreifen Kartoffeln, wie die jungen Möhren, Rüben, Rettig und andere junge Wurzeln eſſen« (S. Viborg a. a. O.) Da übrigens bei dem außerordentlichen Reproductions⸗ und Fort⸗ pflanzungstriebe der knolligen Solane jedes Individuum derſelben, im Verhältniſſe der ihm von der Natur ertheilten Kraft, ununter— brochen nur auf Vermehrung und vollkommenere Ausbildung der kräftigſten Gebilde zur Sicherung ſeiner Fortdauer(jene Verſchmel— zung und Vereinigung vieler Augen und Knollen unter der Erde) hinwirkt, ſie demnach keineswegs alle zugleich zur Entwicklung bringt, eine zahlreiche Brut von Wurzelknollen am Schluſſe ihres Vegeta⸗ tionscyclus darſtellend, mannigfaltig an Größe, verſchieden im Alter: ſo ſchwindet, nach unſerer Anſicht, bei genauerer Erwägung dieſes organiſchen, in allen Perioden des Lebens der Pflanze Statt finden— den Bildungsprozeſſes, noch mehr jede Beſorgniß ihrer Schädlich⸗ keit, indem uns ſonach jede Kartoffelleſe nur ein Gemiſch von jun gen und alten Knollen zur Nahrung bringt, die wir dennoch un— beſchadet der Geſundheit, ungeſondert, fortan ſammt und ſonders in Menge genießen. u. m A., die von ihrem ſelbſt reichlichen Genuſſe nicht die ge— wadin ringſten ſchädlichen Folgen für die Geſundheit einer großen An— als leßte zahl von Menſchen wahrgenommen haben. ¹) Iſt den Nur ein unguünſtiges, irriges Vorurtheil, wie Pfaff und ſmh milder, Viborg meinen, ſucht dieſe Wurzelknollen dem Volke gerade in en lu einer Zeit zu entziehen, wo der Kornvorrath meiſt ganz aufgezehrt, blauen die neue Getreideernte fern, dem dringenden Bedürfniß noch nicht) Penn 1 abgeholfen werden kann, und die Dürftigſten um ihre Nahrung Kartoffen am meiſten verlegen ſind. er in do Doch läͤßt ſich nicht läugnen, daß die jungen Kartoffeln den 0 Wenizer mehr ausgewachſenen, ſowohl ihreroben angegebenen Grundmiſchung, Viborſtt als allen ſinnlichen Eigenſchaften nach, allerdings in jeder Hinſicht Veiſe h nachſtehen müſſen, indem: Säuren 6 3.. tofeln ua 1) der Geruch der im Waſſer gekochten jungen Kartoffeln ſtärker b iſt, dem des Krautes mehr gleicht, als jener der ausge⸗ Püden wachſenen(Viborg). nei 2) Weil ihr Geſchmack nicht angenehmer, ſondern viel mehr fader, hane wäſſeriger, flauer, den Erdapfeln oder Erdartiſchocken(He- Annerku lianthus tuberosus) ähnlich, weniger dagegen dem, welcher bracſen! jeder Abart eigenthümlich iſt, wenn ſie ſich vollkommen aus— ehre 1 gebildet hat, obſchon dieſer Vorwurf die jungen Kartoffeln igte— nicht immer gleich trifft*) fen al — ſchtlch 3) Beſitzen zwar ſelbſt die erſt hervorbrechenden Knollen genug. e des Stärkmehls, um nahrhaft zu ſeyn; dabei iſt ihr damals Kenn verhältnißmäßig überwiegender, jedoch ſehr zarter Faſerſtoff e gleichfalls als nährende Subſtanz in Anſchlag zu bringen; Scß din denn ihr Stärkmehl, Eiweiß- und Faſerſtoff ſind ganz dieſelben dai ihrer⸗ wie in den mehr ausgewachfenen Kartoffeln, jedoch findet aß wetnizt man immer ihren Amylumgehalt viel geringer; daher ſie noth— aſer zun g — Wie wenig endlich die jungen Kartoffelknollen als unreife Früchte*) As Re betrachtet werden können, iſt uns hierin der triftigſte Beweis gege⸗ es knn ben. daß ſelbſt jene kleine Knollen, welche die in feuchten Kellern Knollen getriebenen Keime angeſetzt, ſchon zur Fortpflanzung geeignet ſind. Sheil w S. P. und B. Monogr. S. 32. Scllein *) So haben die holländiſchen wie die Nieren-Kartoffeln, während ſie ſucunge noch jung ſind, deſſen ungeachtet beinahe ſchon die ganze Annehm— eine we⸗ lichkeit der zeitigen; dagegen die dunkelblaue, ſo wie die gemeine aben,; Herbſt⸗Kartoffel beſonders fade ſchmeckt.— Knollen 115 uſſe ni 5.— ſe nit n⸗ wendigerweiſe auch minder nährend und weniger ſchmackhaft mner grſe als letztere ſind*). 6 4) Iſt der Geſchmack des in ihnen vorherrſchenden Schleims Airiie nicht ſchärfer, bitterer und ſtrenger, vielmehr noch etwas 0...„... nk gant milder, ja von ausgezeichneter Süßigkeit in den ganz jungen ganz aufge blauen Kartoffeln. dürfniß nochn unräeg 5) Wenn gleich eine größere Menge Gärbeſtoff in den jungen hre Nahne Kartoffeln liegt, kann dieſer dennoch unbeachtet bleiben, weil er in der Schale der Knollen den Sitz hat.(Mehr ſ.§. 7) 6) Weniger merklich iſt die flüchtige Schärfe(2), nach Viborg, am wenigſten in den weißen Kartoffeln, auf keine Weiſe hervorſtechend in den jungen. Auch iſt von den freien Säuren(der Weinſtein- und Phosphorſäure) der jungen Kar— Kartoffln ſi toffeln um ſo weniger Nachtheil zu befürchten, da ſie in den— felben ſogar im geringern Verhältniſſe als in den vollkom⸗ mener ausgebildeten ſich befinden, überhaupt nur ſehr wenig von dem Gehalte der Kartoffeln ausmachen. en Kartoftn en Grundmiſtu in jeder hin jener der ai n viel meh ſi dartiſchocken( Anmerkung. Die neueſten Unterſuchungen der Kartoffeln gen dem, we brachten den Medizinalrath Michaelis— der ſich mehrere vellono Jahre mit der Analyſe verſchiedener Kartoffelſorten beſchäf⸗ jungen Katti tigte— zu der Folgerung(Reſultat), daß ſowohl die re i⸗ fen als unreifen Knollen ſammtlicher Kartoffeln, hin⸗ ſichtlich ihrer chemiſchen Beſtandtheile, ganz unſchädlich ſind. 1 b 3(S. Erdmannn's Jour. f. prakt. Chemie: B. XIII. H. 3. S. N hen 190, deſſen Analyſe der Kartoffeln.) r zarter Foſeit Daß die jungen Kartoffeln ihrer Grundmiſchung nach, vor⸗ züglich ihrer vorwaltenden Menge Waſſers und Schleims wegen, am zweckmäßigſten in der Aſchenglut zu braten ſind, am wenigſten aber zum Kochen in vielem Waſſer ſich eignen, iſt einleuchtend; hlag zu biine ſind ganz diſe eln, jedoch fn er; daher ſeen *) Als„Reſultat der vergleichenden Verſuche Viborg's ging hervor, es könne mit Siverheit angenommen werden, daß ganz kleine Knollen ungefähr um die Hälfte, und die etwas größeren den dritten Theil weniger Stärkmehl beſitzen, dagegen aber mehr Faſerſtoff und als unreif flüt ftigſte Beweitſ in feuchten Keli tung geulh Schleim enthalten, als die reifen Kartoffeln.— Viborg's Unter— ſuchungen ſcheinen ſogar zu beweiſen, daß die jungen Kartoffeln foffeln, rärin eine weniger ſcharfe Schleimhaut als die vollkommen erwachſenen die ganze Anni haben, und daß die Schärfe zunimmt, je nachdem die Farbe ihrer o wie die geni Knollen ſich erhöhet und dieſe zeitig werden. 8* daher ſie auch, wie Viborg bemerkt, im Dampfe oder mit we⸗ nigem Waſſer gekocht, feſter und ſchmackhafter werden*). So iſt man gedrungen, nach den Reſultaten der chemiſchen Analyſe, direkten Erfahrungen und der Analogie die Unſchädlichkeit der jungen Kartoffeln, wenn gleich nicht unbedingt, als erwieſen anzuerkennen.(M. ſ. Analyſen p. 79.§. 7.) Unter welchen Umſtänden uübrigens der Genuß junger Kar⸗ toffeln der Geſundheit ſchädlich, dem Leben ſogar gefährlich werden kann, ſoll umſtändlicher bei der Unterſuchung der Schadlichkeit dieſer Wurzelknollen nachgewieſen werden. *) Viborg ließ junge Kartoffeln(rothe und weiße Sorten gemiſcht,) in Salzwaſſer kochen, dann mit einer Butter-, Salz- und Pfeffer⸗ Tunke genießen.— Die meiſten Knollen wurden ſammt der Haut gegeſſen, weil dieſe an den jungen und kleinen ſehr fein und müh— ſam abzuſchälen iſt. Vor wie nach dieſer Mahlzeit, welche 32 Per⸗ ſonen, die in? Stunden nichts zu eſſen bekommen hatten, und wor— unter einige von ſchwacher Körperbeſchaffenheit— mager und blaß — geweſen, einzig und allein des Abends zur vollkommenen Sätti⸗ gung bekommen, wurde ein Gläschen Branntwein genommen. Alle Gäſte, obſchon jeder derſelben 3 Pfund Kartoffeln zu ſich genommen hatte, ſchliefen ſehr ruhtg, fanden Morgens ihre Zunge rein, und fühlten nach allgemeiner Verſicherung nicht die geringſte Beſchwerde von dieſen genoſſenen unreifen Kartoffeln. Um genau zu beſtimmen, wie viel Kartoffeln man auf einmal ohne andere Nahrung zu nehmen und ohne den Magen zu überladen, ſpeiſen könne, ließ Viborg mehrere einzelne Perſonen, ſowohl von ſchwacher als ſtarker Leibesbeſchaffenheit zu ſolchen Kartoffelmahl— zeiten einladen, und machte hierdurch die Erfahrung, daß zu einer Mahlzeit für einen Mann von mitkelmäßiger Eßluſt 2 Pfund erfor⸗ Sdeit wer en zdaßsaber ſtarke Perſonen, die ſchwere Arbeit weruig ten, 3 Pfund aufs Mahl verzehren können. Durch dieſe Verſuc 8 hat es ſich auch beſtätigt, daß die Kartoffeln bei dem Kochen im Waſſer oder Dampfe nicht an Gewicht verlieren, dagegen aber bei dem Abſchälen gewöhnlich 6 Loth von jedem Pfunde abgehen. Nimmt man an, daß 30 Pfund Kartoffeln 3 Pfund Kraftmehl geben, ſo erhält die Perſon, welche 3 Pfund Kartoffeln in einer Mahlzeit ſpeiſet, 9⸗ Loth, oder etwas über ½ Pfund Kraffmehl und wenn die Mahlzeit aus jungen Kartoffeln beſteht, die Hälfte oder ½ Theil, das iſt ungefähr 4%, bis 5 Lothe weniger; aber in dieſem letztern Falle genießt er dagegen mehr Waſſer und Schleim, jedoch weniger Faſerſtoff, welcher aber immer als Nahrungsſtoff an— geſehen werden muß. Doch beſteht die weſentlichſte Verſchiedenheit der jungen Kartoffeln nur in ihrem geringern Antheil an Kraft⸗ mehl und in ihrem größern Gehalte an Waſſer.(S. Viborg g. a. O.) Jede ſon aus der mani Koſtoffel⸗Wunj der quanttati nichun berech b 3 b Benuͤtzon ‿ Di volke toffelr*) ſind dignütlihſten Muſchen geſch 1 und w bindung der: . d lichen und ſchne ſeende Bev do Theuerun ir gehörigen in Stande iſt ſo ſerwünſcht Hißterſegung Art alen de beeits beſtehe 3 dei der binſcctlich ihre kdumn niht ſelt tbeligen Svff giltig ſegn, ge hrauce g rügen ſchin, genz, bei de ¼ - Als vollko em Ende ſtrumfen delknollen Scütteln 1 pfe oder ni erden 9. en der teiſ die Unſchäd ingt, als e p 10- enuß j jungen geführlih un Schadlicſet ſe Sorten gem Salz⸗ und hii en ſammt der. ſehr fein undr zeit, welche A en hatten, une — mager und ollkommenen en ein genonnen in zu ſich genenn re Zunge ni 1 geringſte Beſce man auf einna Nagen zu ültnt erſonen, ſovoſ lchen Kattofä hrung, daß n ßluſt? Pfund i were Arb kän Durch dieſe de bei dem Ken 1 n, dagegen dhe unde abg then 3 pfund K. Krai Kartoffln in „Pfund Kue beſteht, de he tengn en dher Vaſſe er und Sche 3 N aßrungäſof chſte Verſcieden r Antheil an 3 ii (S. i Jede ſonſtige Benützungsweiſe der jungen Kartoffeln geht aus der mannigfaltigen Verwendung der vollkommen ausgebildeten Kartoffel⸗Wurzelknollen dieſer Pflanze hervor, muß aber ſtets nach der quantitativen Verſchiedenheit der Verhältniſſe ihrer Grund⸗ miſchung berechnet werden. §. 20. B. Benuͤtzung der zeitigen(reifen, oder ſogenannten alten) Kartoffeln. In diätetiſcher Beziehung. Die vollkommen ausgebildeten(oder reifen, zeitigen) Kar— toffeln*) ſind unbezweifelt nächſt den Halm- und Huͤlfenfruchten die nützlichſten Gebilde der Pflanzenwelt, zum Lebensunterhalte der Menſchen geſchaffen; indem die große und vorwaltende Menge ſehr feinen und weißen Stärkmehls ihrer Wurzelknollen ſie, in Ver⸗ bindung der übrigen Beſtandtheile ihrer Grundmiſchung, insbe⸗ ſondere des Eiweißes, zu einem eben ſo ſättigenden, als gedeih— lichen und ſchmackhaften Nahrungsmittel werden läßt, das auch die ſteigende Bevölkerung der Länder in Mißjahren der Halmfrüchte vor Theuerung und Hungersnoth mit aller Wahrſcheinlichkeit, bei ihrer gehoͤrigen Aufbewahrung aber mit aller Gewißheit zu ſchuͤtzen im Stande iſt. Es wäre daher in ſtaatswirthſchaftlicher Hinſicht ſo erwünſcht als ausführbar und nothwendig, auch Fonde zur Hinterlegung der Kartoffeln von einer Fechſung zur andern in der Art allenthalben zu ſchaffen, wie ſie für die Bikiidehr ihe bereits beſteyen.—„ 4. 9..:„ Bei der großen Verſchiedenheit der Partoffeln, beſbders hinſichtlich ihres Gehaltes an Stärkmehl und Eiweiß, wie der ihnen nicht ſelten eigenthümlichen, bisweilen der Geſundheit nach— theiligen Stoffe, kann es nicht einerlei und eben ſo wenig gleich— giltig ſeyn, von welcher Art und Beſchaffenheit ſie zum Tiſch— gebrauche gewählt werden, obwohl es den Meiſten ſchon zu ge— nügen ſcheint, wenn ſie ſich nur mehlig kochen laſſen, ohne übri⸗ gens, bei der immer größern Ausartung⸗ erſelben, auf ihren *) Als vollkommen zeitig können die Kartoffeln erſt dann gelten, wenn am Ende ihres Lebenscyklus ihr Laub gelb wird, die Stengel ein ſchrumpfen und welken; ie Samenkapſeln abfallen, und die Wur zelknollen nur loſe an den Wurzelfaſern hängen; ſo, daß ſie beim Schütteln leicht abreißen 118 Wohlgeſchmack und eigenthümlichen Duft beſondere Rückſicht zu ubnas nehmen; obſchon dieſe Eigenſchaften ſie erſt genußreicher, gedeih— Kat licher, ſchmackhafter, ſelbſt ſattigender werden laſſen, den größern Un ein‚ oder geringern Werth und Köſtlichkeit der Speiſekartoffeln ei⸗ vother tein g gentlich beſtimmen ſollten.* felt Feſchnite Zum Küchengebrauche empfehlen ſich nach putf che und Ber⸗ up nit koe tuch vorzüglich: die gelbe Frühkartoffel, die edle gelbe Kartoffel, amen die Erdbeerkartoffel, die Zucker- oder Sommerkartoffel, oder ſtatt hu dieſer die kleine Nußkartoffel und die Schottländerkartoffel; er—— ganaämtn ſtere in Suppen und in Butter geſchmort, letztere beſonders zum der fartu Salat. Manczer Mannigfaltig iſt die Zubereitung der Kartoffeln, indem ſie fh de Ei roh, ſaftig(friſch) gebraten, geröſtet, im Waſſer oder Dampf ge— ſdlexra L kocht, roh oder gekocht gedörrt werden.— M..„„. 3 Man koee annigfaltige Zubereitungen der Kartoffeln. ten zut I. Das Braten der rohen, ſaftigen(friſchen) Kartoffeln; Aufſorire dabei zu beobachtendes Verfahren, der gebratenen Kar⸗ grinmüt toffeln Beſchaffenheit und Benützung. Hat mo Die einfachſte der Bereitungsarten, wo die rohen Kartoffeln zeri in Aſche oder auf heien Flächen gebraten, dann geſchält, ohne diten m oder mit dem Zuſatz von Solz und friſcher Butter genoſſen werden, ſe dis zu eignet ſich vorzüͤglich: n a) für junge oder verhältnißmäßig viel Vegetation-Waſſer be⸗ rodnen ſitzende Kartoffeln; 1 nur b) für ſolche, die erſt vom Froſt aufgethaut ſind; 19 4 c) in deren Parenchym viel Fuſelöl liegt, und Stmag d) wenn ſie die Stelle des Brodes erſetzen ſollen. V Todnun Durch das Braten erleiden die Kartoffeln fol— ai gende Veränderungen: Sie verlieren noch mehr als durch nn Gtt das Kochen ihr Vegetations-Waſſer, dagegen iſt ihr Verluſt an da Schleim geringer, und ſie erleiden keinen am Gärbeſtoff ihrer(ner Schalen. Das Eiweiß wird zum Theil koagulirt, das Staͤrkmehl eine zi bei ſtarker Glut der Aſche in einen Gummi—(Leiocom) ahn— d lichen Zuſtand verſetzt. Endlich wird durch die Einwirkung der V Kaffe, alkaliſcen und erdigen Beſtandtheile der Aſche das Fuſelöl V uniſ angegriffen und ihr Aroma zum Theil, bei höherer Temperatur Len verflüchtigt.— Deßhalb kann es auch nicht gleichgiltig ſeyn, ob Kartoff das Braten bedeckt in der Aſche, oder offen auf heißen Eiſenblechen on den oder Platten Statt gefunden hat. V Genin, d, 45 dere Rüͤtſt ußreicher,„ ſen, den ni peiſekarteffn .. Utſche und, artoffe an underkatf ere beſonden, toffeln, ude er oder Dauti r Kartoff hen) Kartoff gebratenen! ützung e rohen Kutf ann geſchalt er genoſen wen etation⸗Viſte ſind; d ollen. Kartoffelr och mehr ab! iſt ihr Verui m Gärbeſtf! rt, das Stärin i⸗(Leibcon)! ie Einwitkun ſche das d öherer Temperi eichgiltig ſeyn, heißen Eſſenblt 119 II Das Röſten(Brennen) der rohen, ſaftigen(friſchen) Kar⸗ toffeln; dabei zu beobachtendes Verfahren; der geröſteten Kartoffeln Beſchaffenheit und Benützung. Um ein kaffeeähnliches Getränk abzugeben, werden, die Knollen vorher rein gewaſchen, die kleinſten ganz, die größeren in Wür— feln geſchnitten, hdrig getrocknet, geröſtet und gemahlen, und dann mit kochendem Waſſer ausgezogen. Namentlich empfiehlt Halle die gekochten, in kleine Würfeln geſchnittenen und an der Luft oder beſſer auf einem warmen Ofen getrockneten, dann auf die gewöhnliche Art geröſteten und gemah⸗ lenen Kartoffeln als ein vortreffliches Kaffee⸗Surrogat*). Manche behaupten, daß die Kartoffeln, als Surrogat des Kaf— fee's, die Cichorien, Moͤhren und andere zu dieſem Zwecke vorge⸗ ſchlagenen Wurzeln weit übertreffen. *) Man kocht eine Quantität der kleinſten Knollen von den ſogenann⸗ ten Zuckerkartoffeln dergeſtalt, daß ſie ſich ſchälen laſſen; bis zum Aufſpringen aber dürfen ſie nicht geſotten werden, weil ſie ſonſt grimmlich werden, und ſich nicht gut in Würfel ſchneiden laſſen.— Hat man ſie auf dieſe Art abgekocht, und noch ein Mal ſo groß, als eine Kaffeebohne iſt, in Würfel geſchnitten, ſo legt man ſie an die Sonne, oder in den Backofen, oder zur Winterszeit auf einen warmen Stubenofen, rührt ſie von Zeit zu Zeit um, und läßt ſie bis zur Häͤlfte welken und dörren So werden ſie in einer Schachtel oder einem Beutel an einem trockenen Orte aufgehangen, um ſie gegen Feuchtigkeit und Mäuſe zu verwahren.— Will man Gebrauch davon machen ſo brennt man die nöthige Menge auf die gewöhnliche Art in einer Pfanne oder Kaffeetrommel(Manche ſetzen noch etwas Butter oder Schmalz zu) bräunlich. Hier zeigt ſich der Nutzen von der guten Trocknung; denn waren ſie nicht aut getrocknet, ſo ſchwitzen ſie in der Kaffeetrommel, kleben an einander und ſind zu dem beſtimm⸗ ten Gebrauche untauglich. Bei dem Mahlen und Kochen verfährt man eben ſo, wie bei dem gewöhnlichen Kaffee, indem man das er⸗ haltene Pulver zur Hälfte(2 Loth) mit gebrannten Kaffeebohnen (1 oder nur ½ Loth) vermiſcht, und nach der gebräulichen Art in einer Filtrirmaſchine mit kochendem Waſſer auszieht. Der auf dieſe Art bereitete Trank iſt von dem gewöhnlichen Kaffee, ſowohl im Geſchmack, als auch in der Farbe faſt gar nicht unterſchieden, und läßt ſich mit etwas Zucker gut trinken. Nimmt man Milch oder Schmetten dazu, ſo wird es ſchwer zu finden ſeyn, welche Sorte den Vorzug verdiene. Kocht man die gebrannten Kartoffelwürfeln allein, ſo kann man den Bodenſatz aufheben, und von demſelven mit einem Zuſatz von Milch, Eiern, Zucker und Gewürze eine Chokoladeſuppe bereiten. 120 b V Nach Lampadius Bemerkung geben die nach ſeiner Vor⸗ ſchrift gedörrten Kartoffeln(S. Aufbewahrung) ein leidliches fäbren 6 Kaffee-Surrogat, wenn man ein Pfund der gedörrten Kartoffeln lnge i mit zwei Quentchen Provenceröl warm mengt und ſodann brennt. giſtnacid Die nicht präparirten geröſteten Kartoffeln hat man auf gleiche n 2 Art zur Bereitung der Chokolade verwendet. gecen Die Veräanderungen, welche die Kartoffeln durch ſ mn das Röſten oder Brennen erleiden, liegen vor Allem in u die N der möglichſten Verflüchtigung ihrer flüſſigen und flüchtigen Be⸗ a ſtandtheile; dann in dem Anbrennen(beenzlich werden) des Eiweiß⸗ ſtoffes und der Stärke, wovon ein Theil der letztern— wie es ie ſcheint nach dem niedern oder höhern angewandten Wärme⸗ ieſe grade, dem ſie ausgeſetzt geweſen, entweder unverändert, oder in b a Leiocom verwandelt, ſelbſt halb verkohlt werden kann.— Nach Körte entſtand bei 2830 Pfund roher Kartoffeln durch 99 12 Röſten eine Gewichtsverminderung von 29,362 pCt., und ſonach b 6 wären 100 Pfund geröſtete= 140 Pfund rohen Kartoffeln. nw „J“E IlI. Das Kochen der rohen, ſaftigen(friſchen) Kartoffeln b 1 im Waſſer oder Dampf; dabei zu beobachtendes Verfahren; e der gekochten Kartoffeln Beſchaffenheit und Benützung. b 2h Dieſe Zubereitung— die gebräuchlichſte nebſt dem Braten— b zerfaͤllt in das Kochen oder Sieden der Kartoffeln: 1. im Waſſer 9 oder 2. beſſer im Dampf. b dühn 1. So einfach auch der Kochungsproceß der Kartoffeln b dung im Waſſer erſcheint, ſo wird er dennoch von den Wenigſten 1 recht vollbracht, und eben dadurch dem Wohlgeſchmack und der 1 Gedeihlichkeit derſelben ausnehmend geſchadet. Insgemein werden große und kleine, junge und alte Kartofſeln in einen Topf ge⸗ nun bracht, mit Waſſer übergoſſen, zum Feuer geſtellt und ſo lange ad. gekocht, bis die erſten aufſpringen und ihre mehlige Subſtanz zeigen. Dieß Verfahren hat aber jedesmal die nachtheilige Folge, daß, im Falle man ſich beim Abnehmen des Topfes vom Feuer len nach den aufgeſprungenen kleinen Kartoffeln richtet, die großen 1 noch hart und faſt ungenießbar ſind; ſo wie im entgegengeſetzten n Falle die kleinen Kartoffeln bereits in Brei verwandelt, oder we⸗ h nigſtens von der großen Menge Waſſers ſo durchzogen worden la ſind, daß ſie Niemand genießen kann.— Ein anderer Fehler, 1 den man häufig beim Kochen begeht, iſt der, daß man den Topf u1 nicht über, ſondern nur an das Feuer ſetzt, mithin verurſacht, daß d nach ſeine ig) ein kaile d. dorrten autn hat man ufe artoffelnh legen vor Aln und flüche, eerden) des n⸗ letztern— i gewandten Un verändert, un n kann. err Kartofelna pCt., und ſi een Kartoffnn chen) Katteſfe endes Verfil und Benützur bſt dem Brete⸗ In: 1. in Veſſ der Kartoft von den Pennt geſchmack und Insgemein vin in einen Tdoi ſtellt und ſo l mehlige Stli nachtheilge d Topfes von d chtet, die gni n entgegengiit wandelt, Oder! durchzogen vond in anderer Fehe aß man den 8 in verurſachte d der Inhalt des Topfes nur an einer Seite kocht, welches Ver— 121 fahren ebenfalls eine ungleiche Gare bewirkt. Auch das allzu⸗ lange Kochen bis zum Aufſpringen der Kartoffeln iſt ihrem Wohl⸗ geſchmacke nachtheilig. Um dieſe Fehler zu vermeiden und den Kartoffeln durch das Kochen die gehörige Gare und den Wohlgeſchmack zu ſichern, muß man a) die Kartoffeln beim Kochen nicht nur ihrer Größe, ſondern auch der Art nach ſortiren*), und jede Sorte beſonders kochen; indem die größeren eine längere Zeit dazu erfordern als die kleinen, und manche Varietät früher als andere gar ge⸗ kocht wird. Ueberhaupt aber ſollte man die ganz großen Kartoffeln nie zu dieſer einfachen Benützungsart wählen, Kartoffelrolle, oder Vorrichtung das Sortiren der Kartoffeln zu erleichtern. Das Abſondern der größeren Kartoffeln von den kleinen iſt in manchem Betrachte eine, wenn gleich nicht unerläßliche, doch nütz⸗ liche Arbeit. Will man Kartoffelmehl bereiten, oder ſie zu andern Fabrikaten verwenden, ſo verdienen wohl die größeren den Vorzug; eben ſo iſt es beim Kochen derſelben nützlich, wenn die Knollen von gleicher Größe ſind, weil ſie nur ſo gleichzeitig weich werden u. ſ.w. Allein bei großen Quantitäten würde das Ausleſen mit der Hand ein langwieriges, viele Zeit raubendes Geſchäft ſeyn, und dasſelbe, auch bei einem geübten Augenmaße, nur ſehr unvollkommen verrich— tet werden; man hat deßhalb eine einfache Vorrichtung unter der Benennung»Kartoffelſieb oder Kartoffelrolle« in Anwendung ge— brant, wodurch die Arbeit nicht nur befördert wird, ſondern ſich auch mit Genauigkeit vollbringen läßt. Eine Perſon kann in einem Tage an 50 Säcke ſortiren. Das Kartoffelſieb beſteht aus einem auf 4 Füßen ruhenden Rah⸗ men, auf welchen hölzerne, paralell neben einander gelegte Stäbchen in ſolchen Entfernungen genagelt werden, daß die kleineren Kar toffeln beim Herabrollen zwiſchen ihnen durchfallen können. Die größere oder kleinere Entfernung, in welcher man die Lattenſtücke anbringt, gibt den Maßſtab an, in wie weit man die Kartoffeln von einander abſondern will. Bei Beſtimmung des Winkels, den der Rahmen erhalten ſoll, kommt es auf den Zuſtand der Kartoffeln an; ſind ſie beim Ausnehmen ſehr trocken, und hängt ihnen wenig Erde an, ſo kann der'Rahmen eine geringere, im entgegengeſetzten Falle eine großere Neigung erhalten. Man könnte die Vorrichtung hinten an den Wagen, auf welchem die Kartoffeln nach Hauſe ge⸗ vracht werden, anſtellen, und ſo die Kartoffeln ſogleich in den Keller oder einen andern Aufbewahrungsort laufen laſſen.(Verhandl. d. f. k. landwirth. Geſellſchaft in Wien B. 6. 1839.) —— ——yyy—————n:——:n;,ͥ 122 V weil ſie innerlich immer noch hart ſind, waͤhrend ihre äußere toffel Seite bereits aufgeſprungen iſt. nuß b) Darf man die Töpfe nur ſo weit mit Waſſer füllen, daß bleib die Kartoffeln eben damit bedeckt werden, weil eine zu große) beha Waſſermenge ihrem Wohlgeſchmacke ſchadet. Da jedoch das Eeinn Waſſer beim Kochen verdunſtet, muß man von Zeit zu Zeit fundt etwas Waſſer nachgießen, indem außerdem das Aufſpringen V der Kartoffeln durchaus nicht verhütet werden kann. erleit c) Der Topf muß ganz über das Feuer geſtellt werden, damit der; er von der Hitze ganz durchdrungen und eine voöllig gleiche Aleiſ Gare erzweckt werde. Es iſt ſonach wohl am beſten, das Gran Kochgefäß auf einen hohen Dreifuß zu ſetzen, oder über das Salz Feuer aufzuhängen. b Knol d) Sobald die Kartoffeln zu kochen anfangen, iſt es zweckmäßig, ſowo hinlänglich Salz zuzuſetzen; indem, wenn ſich dieſes während Vich dem Kochen allmälig in die Knollen zieht, deren Wohl⸗ b Waſ . geſchmack ſehr gewinnt. Alei e) Gewöhnlich haben einige Kartoffeln auch nach dem Kochen deihl noch eine adſtringirende Schärfe, die unangenehm und un— b vort geſund iſt. Um ihnen dieſe zu benehmen, koche man ſie ein— mal mit Waſſer auf, gieße dann dieſes, das alle herben und 90) adſtringirenden Theile herausgezogen hat, ab, und koche ſie in friſch aufgegoſſenem Waſſer vollends gar. Man wird ſo⸗ V dann die Kartoffeln durch dieſe beſſere Art zu kochen wohl— b) ſchmeckender und geſünder finden. f) Die Gare der Kartoffeln wird zwar insgemein an dem Aufſpringen derſelben erkannt; allein ſo lange ſollte man ſie, wie ſchon oben bemerkt worden, eigentlich gar nicht kochen laſſen, weil ſie ſonſt vom Waſſer ganz durchdrungen und unſchmackhaft werden. Eine geſchickte Köchin kann die Zeit V der Gare durch das Gefühl beſtimmen, oder ſie erforſcht dieſe leicht durch's Zerſchneiden einer Knolle. V Dieſe Kochungsart der Kartoffeln im Waſſer iſt zwar die gewöhnlichſte, ſowohl zum Genuſſe des Menſchen, als zur Fütterung der Hausthiere, allein ſie hat gleichwohl ihre großen Mängel. Der Amerikaner Verfahren, Kartoffeln weit wohlſchmeckender zu kochen, beſteht darin: daß man die Kartoffeln 3—4 Minuten lang mit Waſſer und dem Zuſatz von etwas Salz kocht, dann das heiße Waſſer ab-, und kaltes aufgießt, bis das Kochgefäß voll iſt. Wenn ſie hinlänglich gekocht ſind, wird nun auf 8— 10 Pf. Kar⸗ n kann. ach dem üitt enehm und! che man ſee ii alle herben ), und kohe Man widd zu kochen ve gemein an der e ſollte wol „„t kachet gar nicht ko rchdrungen W kann die I. je erforſcht de er iſt zwak! ls zur Futten en Mängel wohlſchmecente 3—4 Minutan kocht, danl n chgefäß del i er — 10 Nf d z 123 toffeln ein Stuͤck ungelöſchter Kalk von der Größe einer Haſel— nuß zugeſetzt, das Waſſer abgegoſſen, und damit ſie abtrocknen, bleibt das Gefäß 3—4 Minuten lang am Feuer ſtehen.— So behandelt, ſollen die Kartoffeln weit ſchmackhafter, und durch die Einwirkung des Kalks auf die ihnen zu Zeiten eigenen, der Ge— ſundheit nachtheiligen Beſtandtheile, auch unſchädlich gemacht werden. Die Veränderungen, welche die Kartoffeln durch das Kochen erleiden, ſind von der Kochungsart(bloß im Waſſer oder Dampf); der Beſchaffenheit des Waſſers oder anderer Flüſſigkeiten, z. B. Fleiſchbrühe; der Dauer des Kochens und dem dabei angewandten Grad der Wärme; dann von der Verſchiedenheit der Zuſätze: Salz, Kalk u. dgl., gleichwie von dem Alter, der Varietät der Knollen und deren ſonſtiger Beſchaffenheit bedingt. So iſt es ſowohl in diätetiſcher als techniſcher Hinſicht von nicht geringer Wichtigkeit, ob die Kartoffeln im harten, weichen oder mineraliſchen Waſſer, mit oder ohne Zuſätze, oder in Flüſſigkeiten anderer Art, Fleiſchbrühen u. dgl. gekocht werden; indem nicht nur ihre Ge— deihlichkeit, ſondern auch ihr Wohlgeſchmack und manche andere vortheilhaftere induſtrielle Benützung davon abhängig gemacht wird. Das Garkochen der Kartoffeln im Waſſer vermag vor Allem: a) Den Zuſammenhang(Kohäſion) ihrer Grundtheile zu ver— andern, dieſen ſelbſt aufzuheben; auch kann es b) die freien Säuren, das widrige und ſchädliche kratzende Prinzip, welches manchen Kartoffeln gegeben iſt, verſchwinden machen. — Daß die Kartoffeln durch's Kochen ihren Gehalt an Solanin verlieren, beſtätigt Otto. Weil dieſes Prinzip aber nicht flüchtig iſt, ſo reicht das Kochen nicht immer zu, ſie davon ganz zu befreien, wie dieſes der kratzende Geſchmack mancher, beſonders aber gekeimter Kartoffeln, welchen ſie auch gekocht behalten, ſchon vermuthen läßt.— Auch wird Gärbeſtoff, doch nur aus ihrer Schale, und Schleim aus ihrem Marke gezogen; dieß alles um ſo mehr dann, wenn ſie geſchält oder vielmehr abgeſchabt und längere Zeit gekocht wurden. Wahrend dem Kochen erlangen die Kartoffelu durch das Ge⸗ rinnen des Eiweißſtoffes die Eigenſchaft, daß ſie ſich mit dem kochenden Waſſer nicht gleichförmig verbinden, auch von den⸗ ſelben für ſich ganz allein, nicht wie das Stärkmehl, in eine Sulze verändert werden; obgleich dieſes den vorwaltendſten, reichhaltigſten Beſtandtheil der Kartoffeln ausmacht. — C) 124 heite Durch dieſe Veränderungen werden die Kartoffeln zu einer hem Maſſe, welche gleichförmig zu ſeyn ſcheint, und die durch mechaniſche miſch Mittel, ſelbſt durch chemiſche Reagentien ſehr ſchwer und nur zum word Theil in die näheren Beſtandtheile der rohen Wurzelknollen zerlegt V ſo le werden kann. Obſchon die gekochten Kartoffeln bei ihrer Trennung Mu weniger Widerſtand leiſten, als die rohen; ſo wird viel doch nehl deren mechaniſche Zertheilung dadurch beinahe noch mehr er⸗ ſene ſchwert; indem die Grundtheilchen der gekochten ſchlupfrig werden, eſt leicht an einander kleben, welches ſich unter jedem Druck noch loch vermehrt. Men Nach Körte's Unterſuchungen über das Gewicht einer a. gleichen Quantität Kartoffeln, die roh, geröſtet, gedaämpft und ge⸗ ſotten wurden, iſt ermittelt worden, daß bei einem Verſuche im Hrdi Großen mit 2830 Pf. roher Kartoffeln durch Kochen im Waſſer dar deren Gewicht 3,844 pCt. gewonnen, durch Dämpfen 2607 Pf. ahte oder 8,20 pCt. verloren.— Nach einer Angabe von Pierre⸗ 1 pont(S. Communicat. of the Board of Agric. V. IV. p. 298) de verloren 60 Pf. bis 6 Pf.— In den an kleinerer Quantität 8 gemachten Verſuchen zeigte ſich aber der Verluſt viel bedeutender, 4. bei kleinen— wie es wahrſcheinlich iſt, unreife enthaltenden— ſand nämlich 20, bei mittleren 15, bei größeren 6 auf 100. de Sonach wären 100 Pf. im Waſſer gekochte Kartoffeln— 96 Pf. rohen, u. b— 100» im Dampf do. do= 112 Pf do. Werden die Kartoffeln länger als bis zum Mürbewerden ge⸗ V 1) kocht; ſo verlieren ſie, beſonders dannz wenn ſie aufſpringen, ſelbſt noch am Gewichte, und wiegen weniger als vor dem Kochen, V indem mehr Schleim aus ihnen gezogen wird, und ein Theil des V w Stärkmehls zu Kleiſter zerkocht. Nicht ganz gier g ekocht, behalten die Kartoffeln nicht nur 1 einen Theil der Kohäſfön, Kelche ihnen im rohen Zuſtande eigen d geweſen, ſondern werden auch zum Theil feſter. Die einmal gekochten, dann der Luft nur auf kurze Zeit ausgeſetzten Kartoffeln ſind auch durch wiederholtes, ſelbſt an— haltendes Kochen um ſo weniger im Waſſer lösbar, je mehr ſie 8 geronnenen Eiweißſtoff enthalten. Wenige Stunden nach ihrem V n Erkalten wird das Stärkmehl der Kartoffeln, je nachdem es mehr 1 oder weniger vom heißen Waſſer durchdrungen, in den Zuſtand des V 6 Kleiſters verſetzt geworden, ſchwer verdaulich gemacht. es Wie übrigens noch von der Art der Kochung, auch das de Wäſſerig-, Mußicht⸗, Mehlig⸗, Riſſigwerden u. m. a. Beſchaffen— eln zu emne ch nechaniſ und nur ge nollen del hrer Trennah ird viel deh och mehr jrfrig wede m Druck m Hewicht ain ampft und g n Verſuche i en in Viſ ffen 2507 N. von Pier .IV. p. 19 rer Quanttit l bedeutende tthaltenden- 100. 6 Pf vfenn 112 Vf do⸗ bewerden ze te aufſorinzer er dem Koche ein Thell de afe nicht n Zuſtande eige uf kurze J es, ſelbſt ar r, je meht ſ en nach Uren hdem es e en Zuſtond 1 ht. ng, a. Veſchofl alch don heiten der Kartoffeln bedingt werden, dieß iſt ſchon unter den chemiſch⸗ analytiſchen Unterſuchungen, namentlich der Grund— miſchung gekochter Kartoffeln(§. 13), deutlich auseinander geſetzt worden. Wäſſerig bleiben junge Kartoffeln, und ſpringen nicht ſo leicht auf, weil in ihnen das Vegetations⸗Waſſer vorwaltet.— Mußicht kochen ſich jene Kartoffelarten, in welchen das Stärk⸗ mehl den Faſerſtoff überwiegt.— Mehlig kochen ſich dagegen jene Arten, in welchen das quantitative? gerhältniß dieſer beiden Beſtandtheile nicht ſehr verſchieden iſt.— Nicht weich zu kochen ſind ſolche Sorten, in denen der Eiweißſtoff in größerer Menge, und weder der Faſerſtoff noch das Stärkmehl überwiegend iſt. Sie bleiben ſtets hart. 2. Wie das Kochen der Kartoffeln im Waſſer eine der ge— meinſten Zubereitungen iſt, ſo erweiſet ſich andererſeits das Dampfkochen derſelben als eine der beſten, aber deſſenunge⸗ achtet immer noch in der Küche als eine der ſeltenſten. In Deutſchland kochten einzelne Branntweinbrenner in Franken die Kartoffeln ſchon in der Hälfte des vorigen Jahrhunderts zur Viehmäſtung, indem ſie die Dämpfe aus der Branntweinblaſe in ein mit Kartoffeln angefülltes Faß leiteten. Neuerdings hat be— ſonderse Pohl die Aufmerkſamkeit auf das Kochen mit Dampf geleitet, und Farüber eine beſondere Schrift herausgegeben. Die Vorzüge des Dampfkochens ſind nachſtehende: a) Die Kartoffeln werden, wenn man ſie nicht zu bald aus dem Topfe nimmt, ganz lotker, wie friſches Backwerk, meh⸗ liger, verdaulicher, und erlangen einen ausgezeichneten Wohl⸗ geſchmack. b) Sie kochen in kürzerer Zeit gar. c) Iſt das Kochen mit Dampf beträchtlich wohlfeiler, da man nur halb ſo viel Holz braucht, als beim gewöhnlichen Kochen. d) Kann man mit hartem Waſſer eben ſo gut kochen, als mit weichem, da die aufſteigenden Dämpfe alle erd igen und ſalzigen Theile zuii eſſne Es gibt verſchiedene Methoden, ſie mehr oder weniger in Waſſerdämpfen zu dargen⸗ Die erſte, aber am wenigſten zweckmäßige, iſt folgende: Man füuüllt das Kochgefäß nur zum vierten Theil mit Waſſer an, legt die Kartoffeln ein, und ſtellt es, mit einer Stürze bedeckt, dergeſtalt über das Feuer, daß nur der Boden von demſelben beſtrichen werden kann. Die zweite, viel beſſere Kochmethode fordert eigene Töpfe, 126 V die ſich vor andern gewöhnlich gebrauchten bloß dadurch unter⸗ did ſcheiden, daß ſie innen noch mit einem beweglichen durchlöcher— dom Voden ten Boden verſehen ſind, den man nach Gefallen herausnehmen kalten konne kann;— noch vorzüglicher als ſolche Dunſt-Töpfe iſt, wenn man Waſfe dnd von Weiß⸗- oder gewöhnlichem Blech ein in den Topf, Kaſſerol lleinen Ji u. dgl. einpaſſendes, mit zwei oder drei Henkeln verſehenes Ein⸗ e N ſatzgefäß verfertigen läßt, deſſen Boden gleich einen Durchſchlag, durcdeingen oder wie der obere Theil in den gebräuchlichen Kaffee-Aufguß⸗ gttr Dat maſchinen durchlöchert iſt*); ſolches wird in das Kochgefäß ſo veil dieſe eingeſetzt, daß es vom Boden, je nach der Größe desſelben, einige genau auf Zoll abſteht, daher mit den Henkeln an dem Rand desſelben auf— dieſer zudi liegt. Man bringt unterhalb des Durchſchlags Waſſer in das Allge Kochgefäß, und auf denſelben legt man die gewaſchenen Kartoffeln, 11. Das J dann verſchließt man das Gefäß mit einem gut paſſenden Deckel, ſordern wobei man bloß die Vorſicht zu beobachten hat, den Deckel ſo Vaſſer aufzulegen, daß der Dampf etwas entweichen kann, da er ſonſt de eine das Gefäß zerſprengen könnte. Sobald das Waſſer zu ſieden'nn anfängt, befinden ſich die Kartoffeln in einer heißen Wolke, und 2. Die werden auf allen Seiten erwärmt; ihre Beſtandtheile vereinigen aber ſich nach und nach, feſtere werden weich und aufgelöst, woraus das, nunte was man Kochen nennt, entſteht; während der ganzen Zeit s aut dünſtet nur ein wenig Feuchtigkeit zum Portheil des Geſchmacks Vaſer aus, und die Kartoffeln kochen auf eine Art und Weiſe, daß ſie de in weder zerfallen, noch wäſſerig werden.— Da bei dieſem Kochen 3. Das ¹ das Feuer nicht an den Seitenwänden des Topfes brennt, ſon—⸗ dern lediglich nur den Boden berührt, ſo wären Töpfe, die oben ſ weiter als unten ſind, beſſer als die gewöhnlichen bauchigen, und Ani flache Kochgefäße am beſten. nen Die einfachſte Vorrichtung dieſer Art im Großen iſt ein ründe eiſerner Topf oder eiſerner Keſſel, in den ein weitläufiger Korb V bol N paßt, der unten ſehr hohe Füße hat, daß er zwei Zoll hoch vom de Dda Boden des Topfessoder Keſſels entfernt ſteht. Dieſen zwei Zoll fall d hohen Raum erfüllt man mit Waſſer, und bedeckt das Kochgefäß mhrar mit einem mehrmal zuſammengelegten Tuche; weit beſſer aber mit dit einem paſſenden Deckel, und ſetzt es übers Feuer**). b nn oder! *) Der Boden des Einſatzgefäßes, oder der durchlöcherte Boden der b die d Dunſt⸗Töpfe muß ſo viel Löcher als möglich haben, damit der riten . Dampf leicht aufſteigen kann. 1 b bemi * Amerikaniſcher Kochtopf. Er beſteht aus einem kupfernen V vfeln verzinnten Keſſel, mit Handhaben und einem genau paſſenden Deckel koten dadurth une durhhluc herausmetr iſt, wenn m Topf, Keſſn erſehenes b nen Durgjſh Kaffe⸗Aihn 8 Kochgefiß desſelben, i desſelben; Paſſet id denen Kartofe aſſenden det den Deül in, da erſe aſſer zu ſar zen Wolke, u theile vereinin st, worenzd er ganzen 9 des Geſthnet Weiſe, daſ tbauchihen, W Großen itt eitlaufder ſe i Zol dl ten ter Die eſen k zwei⸗ et das det ſ beſſer dir 1¹). cherte Bon zaben, damit einem kuxin 1 nnraſt Die Dampfböden oder blechernen Einſatzgefäße müſſen ſo weit vom Boden entfernt ſeyn, daß die Töpfe ſo viel Waſſer ent— halten können, als zum Garkochen nöthig iſt. Dann darf das Waſſer auch nicht bis an dieſelben gehen, ſondern muß einen kleinen Zwiſchenraum übrig laſſen. Je genauer der Deckel auf das Kochgefäß paßt, deſto mehr durchdringen die Waſſerdämpfe die Kartoffeln, und machen ſie zarter. Daher müſſen die eiſernen(beſſer thönernen oder hölzernen, weil dieſe die Wärme nicht ſo ſtark ableiten) Deckel(Stürzen) genau auf das Gefäß gelegt werden, und es iſt am beſten, wenn dieſer zu dieſem Zweck mit einer beſondern Fuge verſehen iſt. Allgemeine Regeln beim Dampfkochen ſind 1. Das Feuer darf nie an den Seiten der Kochgefäße brennen, ſondern muß immer unter denſelben ſeyn, da bloß am Boden Waſſer iſt. Dieß iſt auch in Hinſicht der Erwärmung nützlich, da eine Flamme an ihrer Spitze die meiſte Wärme hat, und von der Seite wenig erwäaärmt. 2. Die Feuerung darf nicht ſo heftig als gewöhnlich ſeyn, muß aber gleich ſtark fortdauern, damit das Waſſer im Gefäße ununterbrochen kocht. Denn wenn es nicht kocht, ſo äußert es auch keine Wirkung auf die Kartoffeln, d da bloß kochendes Waſſer Dampf entwickelt, und bloß dieſer beim Dampfkochen die Knollen gar macht. 3. Das Verdampfungswaſſer muß, im Fall Ses verdampft ſeyn in welchem ſich ein zweiter kleinerer Keſſel befindet, der gleich einem Durchſchlag durchlöchert iſt, und auf drei kleinen angelötheten? Füßen ruht. Beide Keſſel ſtehen am Boden 1—2 Zoll und an den Seiten— wänden Zoll von einander ab. Ihr unterer Zwiſchenraum wird voll Waſſer gegoſſen und ihr Zwiſchenraum an den Seiten iſt für die Dämpfe des kochenden Waſſers beſtimmt. Ein oder zwei gleich— falls durchlöcherte Bleche theilen den innern Keſſel in zwei oder mehrere Abtheilungen, die für verſchiedenerlei Gemüſe, die man zu— gleich kochen will, beſtimmt ſind. Hat man den Boden voll Waſſer gegoſſen, die Gemüſe hinein gethan und den Deckel darüber gedeckt, ſo hängt man den Kochtopf oder Keſſel über das Feuer, das Waſſer kommt ſchnell zum Kochen, die Dämpfe ziehen ſich von allen Seiten durch das Gemüſe, und wirken weit kräftiger als kochendes Waſſer. Zugleich werden die Gemüſe ſchmackhafter.— In einem ähnlichen Keſſel kann man Kar— toffeln u. a. Wurzelgewächſe und Kraut mit Vortheil für das Vieh kochen 128 ſollte, und die Kartoffeln noch nicht gar gekocht ſind, durch J. die ihre neues(am beſten heißes) erſetzt werden. Jedoch wird dieß hiͤltnihn nur ſelten nöthig; denn die Erfahrung lehrt ſchon, wie viel. die eine⸗ Waſſer in den Topf gebracht werden muß, um die Kartoſſeln das in vollkommen zu kochen. ſchuf ij 4. Muß das Salz auf die Kartoffeln gebracht werden, nicht V oder fru aber in das Waſſer am Boden des Topfes. ſſjabt, Die Eigenthümlichkeit der Kartoffeln mit Dampf gekocht, be⸗ Zum K ruht vorzüglich darauf, daß der Waſſergehalt der Knollen, der Tegtiond bis 72 pCt,, im Durchſchnitt 40— 50 pCt., beträgt, an ſich ſchon alögewählt! ſo groß iſt, daß es möglich wird, dieſelben ohne allen weitern 1, die weh fremden Zuſatz in ihrem Waſſer gar zu kochen, weil ſchon jener gen B0 Antheil desſelben hinreicht, welcher während ihres Erhitzens in 4 die ein Dunſtgeſtalt verwandelt wird. Außer dem wäſſerigen Beſtandtheil 3, jene, de können die Kartoffeln, wenn ſie während des Dampfkochens nicht manthalten vom Waſſer berührt werden, keinen der übrigen Beſtandtheile der De Iu Grundmiſchung, mit Ausnahme des flüchtigen Oels(Fuſelöl) we Kartoff u. dgl verlieren. Auch ſcheinen die Waſſerdämpfe mehr in das Die fe Parenchym ihres Zellengewebes eindringen zu können, wodurch iſee mannigf die Kartoffeln mehliger erſcheinen, zarter, ſchmackhafter und ver— focht worden daulicher werden; indem nämlich die weſentlichſten Beſtand—(oſten von! theile ihrer Grundmiſchung: das Stärkmehl, der Eiweißſtoff der Eveck und der Schleim, in die Zellen des Faſergewebes eingeſchloſſen, dhen, ſo ſ während der Erhitzung(Waſſerdämpfe können eine Hitze bis 1800 R. 4 nehr annehmen) dergeſtalt ſich vereinigen, daß die Feuchtigkeit von den Nälch, aſ Stärkmehlkörnern zum Theil aufgeſogen wird, wodurch dieſe auf— lchen euer ſchwellen, der Eiweißſtoff gerinnend ſich an jene anlegt, und auch rit andern die übrigen noch vorhandenen Stoffe mit einſchließt, folglich dann(peit nitch die Kartoffelſubſtanz im Verhältniß ihres größern oder geringern ai zu Jre Gehalts an Stäͤrkmehl ein mehlichtes, grieſichtes, oder beim Vor— Pfarnewitx walten des Eiweißſtoffes ein ſchlüffiges Anſehen erhält. Welche Cſig und de Veränderungen übrigens, vorzüglich die Hüllen der Stärkmehl⸗ den n körnchen und das darin enthaltene Fuſelöl dabei erleiden, iſt vor der Butte Allem ſchon aus der größern Nahrhaftigkeit, Gedeihlichkeit und ſgenunnte dem ausgezeichneten Wohlgeſchmack der im Dampf gekochten Kar⸗— toffeln erſichtlich.) Nicht Nicht alle Kartoffelarten laſſen ſich gleich gut ſi ke kochen im Waſſer oder im Dampf; insbeſondere aber eignet en, wi ſich unter allen Bereitungsarten das Kochen im Waſſer vor— 3 der Vo züglich für ſolche Kartoffelſorten: fm en, ocht ſind, u dedoch wi ſchon, un m die Karif t werden, ampf geiott der Knolen, agt, an ſch h one allen wit⸗ weil ſchon ſ vres Eipzen igen Beſtundt ampfkochenz Beſtandtheie Oels(Bſi ofe mehr ind konnen, woun⸗ kkhafter und u lichſten Beſtn der Eiweſi ves eingeſclt Hitze bis 180 ſchtigkeit von odurch dieſe u anlegt, und un eßt, follit i n oder geting oder bein A erhalt, A der Etirine erleiden, it hedeilichut ff gekochen ſi ich gleich 90 dete aber a m Woſſet un 129 1. die ihre vollkommene Ausbildung erlangt haben; ſonach ver⸗ hältnißmäßig weniger Vegetatians-Waſſer in ſich enthalten; 2. die einen widrigen Geſchmack, eine eigene Schärfe, oder das kratzende Prinzip(Solanin) beſitzen. Die widrig oder ſcharf ſchmeckenden Knollen müſſen in mehr als einem Waſſer oder früher ganz abgeſchält, und an ihrer Oberfläche abge— ſchabt, gekocht werden. Zum Kochen im Dampf, zum Theil aus ihrem eigenen Vegetations-Waſſer entbunden, ſollten vor allen jene Kartoffeln ausgewählt werden: 1. die mehr wäſſerig, wie die jungen(unreifen) und in moori⸗ gem Boden gewachſen ſind; 2. die ein ſehr feſtes Parenchym beſitzen, und 3. jene, deren Stärkmehlkörner viel Fuſelöl in ihren Hüllen enthalten. Die Zubereitung mit Eſſig und Oel fordern insbeſondere jene Kartoffeln, welche einen Solaningehalt vermuthen laſſen. Die fernere Gebrauchsweiſe der gekochten Kartoffeln, ihre mannigfaltige Verbindung und Zuſätze, nachdem ſie gar ge— kocht worden, beruht vorzüglich darauf, daß man ſie am gewöhn⸗ lichſten von der Schale befreit, mit etwas Salz, oder mit Butter, oder Speck genießt. Will man einen Brei aus den Kartoffeln kochen, ſo ſchneidet man ſie in Stuͤcke, kocht dieſe im Dampf zu einem mehr oder weniger trocknen Muße, rührt dann dieſes mit Milch, Waſſer und Salz, und kocht es noch etwas üͤber gewöhn⸗ lichem Feuer. Auch werden ſie in Suppen, Brühen, Saucen, mit andern Nahrungsmitteln aus dem Pflanzen⸗ und Thierreiche (meiſt mit Rind- und Schöpſenfleiſch), ganz oder zerſtückt, geſpeiſt; auch zu Brei gemacht, geſchmalzen; ganz oder in Stücken in der Pfanne mit Butter gebacken; in Scheiben oder Blätter geſchnitten, mit Eſſig und Oel und einem Zuſatz von Pfeffer als Salat ꝛc. genoſſen. Den reinen Kartoffelbrei ſetzt man dem Käſe ſowohl, wie der Butter bei, und erzeugt aus ſolchem innigen Gemenge die ſogenannten Kartoffelkäſe*) und die Kartoffelbutter**), *) Nicht in der Abſicht um die vielen Rezepte, die in der Ausführung ſich keineswegs bewähren und als unerprobt erweiſen, zu vermeh— ren, wird nachſtehende Bereitung von Kartoffelkäſe von der mähriſch ſchleſiſchen Landwirth. Geſellſchaft J. 1836 mitgetheilt; ſondern in der Vorausſetzung, daß ſolche vollkommen praktiſche Anwendung finden, und dadurch mancher Hauswirthſchaft ein weſentlicher Dienſt 9 ͤͤͤoooͤoͤqEEöͤöͤqͤqͤqmlnll“—,—— = welche beſonders für Wirthſchaften und Haushaltungen, wo viele Dienſtleute zu beköſtigen ſind, viel nahrhaftere und ſättigendere Beiſpeiſen abgeben, als der Käſe und die Butter es an ſich ſind. geleiſtet werde. Zu geſagtem Zwecke werden die größten Kartoffeln, und zwar am beſten in Dampf gekocht, jedoch mit der Vorſicht, damit ſie nicht zerberſten, genommen; nachdem ſie abgekühlt ſind, werden ſie rein abgeſchält, auf einem Reibeiſen zerrieben, der erhal— tene Brei in einer Mulde mit einer hölzernen Keule mit dick gewor dener, von der abgeſonderten Molke geſchiedenen Kuh- oder Schaf— milch(Topfen) zuſammengeknetet; jedoch darf ſolche nicht durch das Feuer zu heiß oder dick geworden ſein, weil ſonſt die Käſe ſpröde werden und aufſpringen. Je nach der Qualität und Menge der angewandten Milch kann man Käſe von mancherlei Güte machen, und zwar: Man nimmt entweder auf 5 Pfund des Kartoffelbreis 1 Pfund der beſagten Milch, ſetzt dazu verhältnißmäßig Salz, dann nach Be— lieben Kümmel, Anies u. a. Gewürze, wie zu dem gewöhnlichen Käſe genommen wird, und knetet alles wohl durcheinander.— Oder man nimmt 4 Theile zerriebene Kartoffeln und 2 Theile dicke Milch— oder von beiden Ingredienzien gleiche Theile— ja ſelbſt nur 2 Pfund Kartoffeln und 4 Pfund dicke Kuh- oder Schafmilch, wel— ches alles ſodann gehörig geſalzen, gewürzt und gut durchknetet wird; letzteres Verfahren gibt eine vorzügliche Sorte, das erſtere eine ordinäre, die anderen mittlere Sorten Kartoffelkäſe. Nachdem alles gut durchknetet worden, wird die Mulde zugedeckt, und bleibt im Winter 3— 4, im Sommer aber nur 2—3 Tage ſtehen, wornach man Alles nochmals wohl durcheinander knetet, dann die gewöhnlichen Käſekörbe oder Formen voll mit dem Gemenge an— füllt, die Flüſſigkeit abtropfen läßt; daher die Käſe je nach der Be— ſchaffenheit der Witterung einige Tage lang darinnen bleiben, dann aber auf ein Bret ausgeſtürzt und bei gelinder Wärme(jedoch kei— neswegs an die Sonne oder in die Nähe eines heißen Ofens ge— ſtellt, da ſonſt die Laibe aufſpringen) dem Trocknen überlaſſen wer— den; ſollte Obiges eingetreten ſein, ſo werden ſelbe mit etwas dicker butterhaltiger Milch beſtrichen und wieder zum Trocknen gebracht. Um dieſe Käſe längere Zeit friſch aufzubewahren, bringt man ſie in Fäßchen, auf deren Boden man eine Lage Hollunderblüthen legt und ſo auch jede Schichte mit ſolchen beſtreut, bis ſolches voll geworden iſt, und hält ſie dann an einem kühlen trockenen Orte vorräthig; je älter die Käſe werden, um deſto beſſer ſchmecken ſie. Will man große, fette Käſe, nach Schweizer oder Holländiſcher Art darſtellen, ſo wird auf jedes Pfund des Kartoffelbreies 4 Pfd. dicke Kuh- oder Schafmilch, dann ein verhältnißmäßiger Theil fri— ſcher Rahm zugeſetzt, und weiter wie gewöhnlich verfahren; da dieſe Käſe noch leichter aufſpringen, ſo muß man ſie deſto öfterer mit Bier oder Rahm beſtreichen; ſo wie man ſolche, wenn man ſie „ Der al teige zugeſe eine große! — ſelich ben kant Vil vird di dder S in der Hollund friſcher gegeben Ales drin ein n Auh⸗ aut bleit der gewe ſcharf u ſehen, den mü *ſ Lon gle utter, genannt der But Peſenhei gehörig Muß( in das nun die dieſe Ka und geſa inmer n lecere 6 Aermerer actende ütrigens geößern und 3 Eine friſcher Schwein das Un. gereinigt Sat dur ſcynitene 131 ungen, won Der aus den gekochten Kartoffeln bereitete Brei dem Brod⸗ ünd ſitngn teige zugeſetzt, hülft deſſen nährende Maſſe vermehren, dadurch tes an ſh eine große Menge Getreide in Erſparung bringen; macht aber Hier gelblich oder röthlich haben will, mit etwas Orlean von Außen fär⸗ 3 M ben kann. ſie abgelüſ Will man den ordentlichen Kartoffelkäſe noch lockerer haben, ſo zertieben, de wird die Maſſe aus 1 Theil Kartoffelbrei und 3 Theilen dicker Kuh— eufe mit di oder Schafmilch auf beſagte Art zuſammengemiſcht, Alles 3— 4 Tage 1 Kuh⸗ dere⸗ in der Mulde ſtehen gelaſſen, dann ſchichtenweiſe mit geriebener diche nicht dn Hollunderblüthe, Kümmel und etwas Muskatblüthe, wie auch etwas onſt die Köſe friſcher Butter, in den Käſekorb gebracht, und dann wie früher an— ät und Meu gegeben worden, damit verfahren. herlei Güte ne Alle Sorten des Kartoffelkäſes haben vor dem gemeinen Käſe darin einen Vorzug, daß ſich theils hierin keine Maden wie im fet— toffelbreis 1 l ten Kuh- und Schafkäſe erzeugen, theils ſolche auch Jahr und Tag zalz, dann ncc gut bleiben, und durch das Alter noch beſſer werden, wo hingegen N gewöhnlicen. der gewöhnliche Käſe ſpäter hart und zähe, wohl auch ſchmierig und ander.- ſcharf wird; nur iſt, wie ſchon früher angegeben, darauf zu toffeln und? ſehen, daß ſolche an einem kühlen trockenen Orte aufbewahrt wer— Theile ieſelt den müſſen. der Schafrilh Note zu pag. 129 und gut durtt**) Von gleicher Wichtigkeit iſt auch die Vereinigung von Kartoffeln und Sorte, wie Butter, die eben ſo fälſchlich wie der Kartoffelkäſe Kartoffelbutter pofelkäſe genannt wird; indem das Mark der Wurzelknollen wohl in die Maſſe der Butter und des Käſes eingeht, aber keineswegs auch deren Weſenheit annimmt. Zur Darſtellung müſſen die Kartoffeln vorher gehörig weich gekocht, dann geſchält und in einem Reibenapfe zu Muß(Brei), zerdrückt werden. Dieſe Maſſe wird zu dem Rahm in das Butterfaß geſchüttet und wie gewöhnlich dann gebuttert. Hat nun die Butter ſich innig mit den Kartoffeln verbunden, ſo wird dieſe Kartoffelbutter nach gewöhnlicher Weiſe ausgedrückt, gewaſchen und geſalzen. Gleiche Quantitäten von Rahm und Kartoffeln geben immer noch eine ſehr wohlſchmeckende Butter, und wäre ſie für ur 2-3 Tageſt der knetet, dn dem Gemend daſe je nach di innen blelben, Wärme(edot es heißen Dfiſ inen übetlſne leckere Gaumen auch nicht ſchmackhaft genug, ſo iſt ſie doch für die bbe mit eimd Aermeren, für das Geſinde und für Taglöhner eine nicht zu ver— Trocnen gan achtende Speiſe. Der Zuſatz von zerriebenen Kartoffeln hindert ren, beind Iu⸗ übrigens den Rahm am Butterwerden nicht, und macht auch keinen nderblüthen ul größern Zeitaufwand oder mühſamere Arbeit nöthig.(Putſche's lches vol get und Bertuch's Monographie.) en Orte bollih Eine andere Bereitung der Kartoffelbutter iſt folgende: theils mit hen ſir. friſcher oder alter unſchmackhafter Butter, oder mit Gänſe- oder oder Holän Schweinefett.— Die alte Butter wird in einem Gefäße geſchmolzen, riofflbreies, das Unreine davon mit einem Löffel abgenommen, und 1 Pfd. der zmäßiger De gereinigten Butter mit 1, 2, 3 Pfd. Kartoffelbrei vermiſcht und mit lich verfähtel Salz durchgeknetet. Werden in der alten Butter zugleich klein zer— an ſie deſt üſ ſchnittene Zwiebeln gebraten und klein zerdrückt, ſo erhält die Maſſe ſche, enn nal 9* 132 das Brod ſchluͤffig, zuſammengefallen, nicht lange haltbar, minder Eriſcie wohlſchmeckend und ſchwerer verdaulich; liefert aber deſſen allen fen Johte ungeachtet immer noch eines der beſten Nothbrode, deſſen größern 1 gſchenen oder geringern Werth übrigens die Verſchiedenheit der Getreideart 4 wi und etwa anderer Zuſätze, wie deren Verhältniß, in welchem ſie 9 auf and mit dem Kartoffelbrei in Verbindung geſetzt wurden, dann das us an bei der Brodbereitung und Verbackung beobachtete Verfahren be⸗ 1 hd ſtimmt.(Mehr ſ. S. 151.) 9p vh Aus den im Waſſer oder Dampf gekochten und mit heißem i Waſſer zu einem Brei angeruͤhrten Kartoffeln könnte man, auf die b M 1 beim Bier angegebene Art(ſ. Gährungsprodukte), mit Zuſatz von zäde Rij Zucker und Weinſtein, Wein bereiten. lnerſuln Schnaubert machte auf eine ganz eigenthümliche Benützung df enenn der Kartoffeln aufmerkſam, indem er bemerkt, daß es gewiß vor— a nin theilhafter wäre, in Jahren, wo die Weintrauben nicht reifen, Von de ſolche nicht geradezu auf Eſſig zu verwenden, ſondern ſie erſt mit 1l bekann einer gewiſſen Menge von Kartoffeln zu kochen, und die zucker⸗, ſh atee d- haltige Flüſſigkeit nach der Gaͤhrung zur Bereitung von Wein, Mtode, Branntwein oder Eſſig anzuwenden.(S. Brande's Jour. für ugterſhieden prakt. Chemie. B. VI. S. 355.) Vörfel geſc Wie Einige behaupten, wird der Kaffee, mit einem Waſſer dunn tone aufgegoſſen, womit man gewiſſe Kartoffeln abgekocht hat, wohl— Iäſtonde. R ſchmeckender und eigends duftend. eitern,, de IV. Das Dörren der rohen, ſaftigen(friſchen) Kartoffeln; aäanſänic, dabei zu beobachtendes Verfahren; der gedörrten Kar⸗ Jahne toffeln Beſchaffenheit und Benützung. dis: Penr Nayen ſagt, eine ſehr gute Methode des Aufbewahrens er grofen der Kartoffeln fur ſpätere Zeit beſteht bei den Gebirgsbewohnern in kleitr von Südamerika darin, daß man daſelbſt die Kartoffeln in Schei— ohpe von itr ben ſchneidet, und dieſe zu einer bedeutenden Härte trocknen läßt. 1 rnern Reiſenden ſind dieſe Scheiben ſehr vortheilhaft*).„ dan Derlut 4 Fachioſten den beſten Geſchmack, und kann dem Geſinde und armen Menſchen andern ter recht gut gereicht werden. Wird friſche Butter zur Bereitung ge— den getroch oirfe⸗ ſo kann deſto mehr Kartoffelbrei damit vermengt werden. 1 9 i Dieſe Art Butter läßt ſich lange unverdorben aufbewahren.— Nimmt ſtredem man zur Darſtellung Gänſe- oder Schweinefett, ebenfalls mit Zwie⸗— beln vermiſcht, ſo kann man mit 1 Pfd. wohl 3—4 Pfd. Kartoffel⸗ nach S Bienmnih Weil aber das Schmalz in der Folge leicht einen tofeln Delgeſchmack annimmt, ſo darf man derlei Zuſammenſetzungen nicht Nach S . in großem Vorrathe zubereiten. f ufen ) Hierher müſſen auch die Papa séca und das Chunno der Peruaner,* ſtwinde 133 d haltban, i aber deſen, Entſchieden iſt es eine der beſten Arten, die rohen Kar⸗ de, deſeni toffeln Jahre lang zu conſerviren, wenn man die vorher rein t der Gett gewaſchenen Knollen, deren Schalen abgekratzt werden, in Schei— 5, in welhn ben oder Würfeln zerſchnitten, oder zerrieben und ausgepreßt, urden, dan oder auf andere ähnliche Art behandelt, gehörig dörrt; übrigens ete Verfaitt iſt das Kartoffeldörren in allen, ſelbſt den kleinſten Haushaltun⸗ gen auf dem Ofen im Zimmer, und nach jedesmaligem Brodbacken mund mt im Backofen u. ſ. w. mit geringen Koſten leicht ausführbar. unte man, af Wie das Trocknen der Kartoffeln und das daraus zu erzeu⸗ e), mit zißta gende Mehl am zweckmäßigſten und vortheilhafteſten im Großen bewerkſtelligt werden könne, darüber findet man bei Jaßn uͤger hümliche Bniwe die erforderliche Belehrung.(Mehr ſ. Aufbewahrung der Kartoffeln daß es gepjn im trockenen Zuſtande. Abſchnitt XI. B. Nr. 1— 7.) üben nict un— Von dem Verfahren, welches Jaßnüger ſchon im Jahre ondern ſee en 1800 bekannt gemacht, die Kartoffeln ſo zu bearbeiten, daß ſie , und die g ſich Jahre lang zu jedem Gebrauche verwenden laſſen, iſt die neue eitung von Methode, von Lampadius angegeben, im Weſentlichen darin ande's Jou. unterſchieden, daß er die vorher ſauber gewaſchenen und in Würfel geſchnittenen Kartoffeln mit einer Aſchenlauge auszieht und mit einen 1. dann trocknet.(Mehr ſ. Aufbewahrung der Kartoffeln im trockenen Zuſtande. Nr. 6.) Durch die Lauge wird der braune färbende Stoff entfernt, der die Kartoffeln beim Trocknen zwar ſchwarzbraun und unanſehnlich, aber darum nicht ungenießbar macht. gedorrtenk Jaßnüger bemerkt hinſichtlich des Kartoffeldoͤrrens Folgen⸗— tzung. des: Wenn man erwägt, daß die Trocknung der Kartoffeln in des Aufbewi ſehr großen Quantitäten mit geringen Koſten verknüpft iſt, und Gebitgsbette in kleiner Menge gar nichts koſtet, daß die getrockneten Kartoffeln, ohne von ihrer Nahrhaftigkeit oder ſonſtigem innern Werthe etwas zu verlieren, ſich durch mehrere Jahre aufbewahren und durch den Verluſt ihres wäſſerigen Theiles ſich auch mit viel geringeren Frachtkoſten, als die ſaftigen Kartoffeln von einem Orte in den andern verführen laſſen*); wenn man bedenkt, daß das aus hekocht hat, gen) Kartoff artoffeln in en arte trotnat y. id armen Mni ue nain den getrockneten Kartoffeln bereitete Mehl, mit einem Zuſatze von krenenie Getreidemehl, zum Brodbacken, zu Mehlſpeiſen, zur Erzeugung bewahren- ebenfals ni d 1n 5 1 1 R Kuni ach Dombay's Bericht gezogen werden.(Mehr ſ. gefror Kar— golge leicht en— foftn d 30.) negſezuna e„Nach Blocks Unterſuchungen kommt auf 17 Kubikzoll 1 Pfd. Kar⸗ nmenſetzung toffeln in zerriebenem, zuſammengeguetſchten birzinde didrenet ſchwinden ſie auf 8 Kubikzoll. nno der peruan 134 des Branntweins, auch als ein vorzügliches und ſehr nahrhaftes depattene Futter fuͤr die in der Landwirthſchaft ſo unentbehrlichen Hausthiere erſcteten geeignet iſt, und zu dieſen verſchiedenen Zwecken ſogar viel vor— hen: 1 theilhafter, als die ſaftigen Kartoffeln zu gebraucheu iſt, und Mehls ale wenn man endlich berechnet, wie viel Getreide, welches bis delsgegenſen jetzt mit zur Erzeugnng des Branntweins verwendet wird, durch dalten lin das Kartoffelmehl erſpart werden kann, wie viele Millionen Men— gſat, nt ſchen ſich von dieſem Mehle ſelbſt ernähren können, und wie ſehr tin ſeine die Viehzucht durch dasſelbe erleichtert und erweitert werden Anretden kann: ſo glaube ich mit Grund hoffen zu dürfen, daß Jedermann, neinen M dem es nicht an Gelegenheit mangelt, das menſchliche Elend in deſäben 4 der Nähe zu betrachten, und insbeſondere derjenige, dem die Iphxar Wohlfahrt vieler Tauſende ſeiner Nebenmenſchen anvertraut iſt,** hn dem der bejammernswerthe Zuſtand und die oft ſchrecklichen Fol— ftit uu gen einer Hungersnoth nicht unbekannt ſein dürften, daß mit qrexni einem Worte jeder, dem das Wohl der Menſchheit am Herzen Rtt,eine liegt, ſein Möglichſt s beitragen werde, die Trocknung der Kar⸗ Jenin u toffeln in wohlfeilen Zeiten und die Aufbewahrung derſelben bis dut imer auf jene Jahre zu bewirken, wo durch Mißwachs und andere kgun glaube phyſiſche und moraliſche Uebel eine große Theuerung entſteht. iz Nehl! Bei der in unſeren Zeiten faſt allgemeinen Ueberzeugung von Paürung fü der Gemeinnützigkeit der Kartoffeln überhaupt, und nach dem oft un zeihen geäußerten Wunſche mehrerer Oekonomen, dieſe ſo nützliche Erd— du bitei frucht auch auf Nothfälle aufbewahren zu können, iſt es zwar zurſett, nicht zu vermuthen, daß die Trocknung derſelben ſo vielen Hin—. Nrtüll,ſo derniſſen ausgeſetzt, und daß man daher auch bei der Benutzung faräpert des Kartoffelmehls eben ſo nachdrückliche Mittel anzuwenden iden ſed genöthigt ſein würde, wie bei dem Anbaue der Kartoſſeln ſelbſt. Eſen nit Allein, da dieſer Gegenſtand von ſo großer Wichtigkeit iſt, und de guſte da man in Sachen, welche auf das Wohl der Menſchheit einen Prn, k. unmittelbaren und ſo großen Einfluß haben, nie zu viel thun— de kann, ſo glaube ich, daß es zweckmäßiger ſein werde, wenn die Trocnen Obrigkeiten, ſobald ſie ſich von der leichten Ausführbarkeit und den; je na den großen Vortheilen der Kartoffeltrocknung überzeugt haben, gſchießt zur Einführung dieſer Benutzungsart gleich Hand anlegen, als därück, de wenn ſie erſt eine neue Theuerung abwarten, wo dieſe Einfüh⸗ aüsgezogen rung durch den Drang der Umſtände zwar erleichtert iſt, wo aber dhei füch der augenblicklichen Noth nicht abgeholfen werden kann.(S. Jaß⸗ nnn Geſh nüger a. a. O. p. 114.) NAMah'iſße Sehr treffend hat ſich die Landwirthſchafts-Geſellſchaft des Im let d ſehr nahrhe rlichen Hang en ſogar ii brauchen ſ feide, welch dendet win, ‚ele Milionen, inen, und wi erweitert i n, daß Jeden enſchliche En derjenige, der den anvertraut t ſchreckiche, dürften, di ſchheit an ie rocknung de rung derſebe vachs und m terung entſtit Ueberzeugun! und nach der e ſo nütziße, nen, iſt a en ſo vielen bei der Benni ſittel anzure r Kartoſelt t ichtigkeit iu Menſchheit i nie zu vile werde, wem lusführbatket überzeugt bi and anlegen,! wo diee bii gtett il, noi kann. E. 11 Geſelſhſté 135 Departements de l'Aine unterm 8. Jaäner 1817 in dem von ihr erſtatteten Rapport über dieſen wichtigen Gegenſtand ausgeſpro⸗ chen:»In gewöhnlichen Zeiten würde die leichte Herſtellung des Mehls aus den Kartoffeln einen neuen, ſehr vortheilhaften Han⸗ delsgegenſtand darbieten, den man immer zu einem ſolchen Preiſe halten könnte, daß das Brod, welchem man das Kartoffelmehl zuſetzt, mehr als um ein Drittheil wohlfeiler werden konnte, ohne von ſeiner Qualität zu verlieren. Da dieſe Subſtanz weniger dem Verderben unterworfen zu ſein ſcheint, weit weniger als die ge⸗ meinen Mehlarten; ſo könnte man mit dem größten Vortheile dieſelben von guter Ernte für die Jahre des Mangels aufbe⸗ wahren. So ſcheint die Kartoffel in ihrem natürlichen Zuſtande — d. h. wenig transportabel und der längern Aufbewahrung nicht fähig— auf den Wohlſtand, welchem gegenwärtig ganz Europa entgegenſtrebt, mächtig eingewirkt zu haben; ſie iſt, wir zweifeln nicht, eine der Urſachen, welche dazu beitragen, den Verluſt von Menſchen und Reichthuͤmern zu erſetzen, welcher 23 Jahre hindurch durch innern und äußern Krieg bewirkt worden iſt. Aber man kann glauben, daß die Kartoffel unter dieſer neuen Form d. h. in Mehl verwandelt, in welcher ſie zur Aufbewahrung und Nahrung für die Zukunft dienen kann, unter gleichem Gewichte und gleichem Umfange eine größere nährende Maſſe enthält, als das Getreide, eben ſowohl dem Brode der Reichen als der Armen zugeſetzt, und daher ein leichter und gewöhnlicher Verzehrungs⸗ Artikel, ſowohl fuür die Stadt als das Land wird; eben ſo leicht transportabel als andere Mehl- und Getreidearten; daß ſie, indem ſie das Leben des Volks leichter und wohlfeiler macht, noch einen mächtigern Einfluß auf die Bevölkerung und folglich auf die Kräfte der Staaten haben werde. Gibliot. univers. Juillet. 1817, p. 162.) Die Veränderungen, welche die rohen Kartoffeln durch das Trocknen oder Dörren uüberhaupt zu erleiden haben, ſind verſchie⸗ den; je nachdem dieß blos in der Luft oder durch künſtliche Waͤrme geſchieht. Im erſten Falle bleibt noch immer etwas Feuchtigkeit zuruck; der Eiweißſtoff gerinnt nicht, die Säuren werden nicht ausgezogen, und die flüchtigen Beſtandtheile, namentlich jenes zum Theil flüchtige Oel(Fuſelöl), welches dem Brode den unangeneh⸗ men Geſchmack gibt, bleibt unverflüchtigt; auch verliert ſich das Narkotiſche(Solanin) nicht.— Im letzteren Falle beſtimmt der Grad der Hitze, dem ſie beim 136 Dörren ausgeſetzt geweſen, die in den Kartoffeln vorgegangenen Veränderungen. War die Temperatur ſehr niedrig, ſo kann die Einwirkung der Wärme kaum verſchieden von jener ſein, welche eine warme, heiße Luft auf ſie ausuͤbt. Eine hohe Temperatur, beſonders in Berührung mit heißen Flächen, verſetzt die Kartoffeln zum Theil in den Zuſtand des Röſtens, macht ſie waſſerfreier, bringt ihren Eiweißſtoff zum Gerinnen, umwandelt das Stärkmehl in eine gummiähnliche Subſtanz(Leiocom), und befreit ſie zum Theil von dem Fuſelöle. Immer wird dabei das Kartoffelmark mißfärbig, nicht ſo ſchnell als das der gekochten Knollen getrocknet, wenn es nicht eher durch Auspreſſen von ſeinem Safte befreit geworden, wo es dann ſogar in kürzerer Zeit noch als das der gekochten Kartof⸗ feln trocknet. Zum Genuß kann man die rohen gedörrten Kartoffeln nach vorherigem Abwaſchen mit heißem Waſſer anſetzen und kochen; auch werden ſie, etwas gekocht und nach ihrer Abkuüͤhlung dem Vieh ge— reicht, von Roß-, Schaf⸗-, Horn- und Schwarzvieh willig ange— nommen und verzehrt. Zur Verfälſchu ng des perſiſchen Saleps werden, nach Dr. Krügelſtein's Angabe, kleine Kartoffeln oder große in kleine Stücke zerſchnittene und im Ofen gedörrte(gebackene) Knol— len verwendet; daher man niemals gepülverten Salep kaufen ſollte, weil er dann meiſt mit dem nachgemachten vermiſcht, und der Be⸗ trug ſchwieriger nachzuweiſen iſt. Man unterſcheidet den echten von dem verfaͤlſchten Salep dadurch, daß letzterer leicht bricht und zu Pulver zerrieben wer— den kann; und indem% der echten Salepwurzel mit ½ Drachme Bittererde und 5 Unzen Waſſer eine Maſſe von außerordentlicher Härte geben, welche Erſcheinung aber weder Eiweiß, Tragant, arabiſches Gummi, Stärkmehl, noch andere dem Salep ähnliche Subſtanzen, darbieten. Sehr vortheilhaft wird aus den rohen gedörrten Kartoffeln in Hanſ⸗ oder auf gewöhnlichen Mahlmühlen*) ein zur Nah⸗ *) Will jemand die gedörrten Kartoffeln als Mehl benutzen; ſo laſſe er ſie auf einer gewöhnlichen Getreidemühle, die jedoch nicht friſch ge— ſchärft ſein darf, mahlen. Man kann ſie ſo oft in den Rumpf ſchüt⸗ ten, bis Alles durch den Beutel geſchlagen und in Mehl verwandelt worden iſt;— auch kann man ſich eine große Kaffeemühle verfer— tung füt— de dabei! dle Haust Das zeugte ¹ ſs Geb⸗ dönlch; de volener nuc nich langet duj geſchlagen kamg fahren die durch Kali hirbeſtof, utzaten, welche, we (nach ſeine genießborer Daß! ſiſtben d Waſſer verr pefunden, ſaben konn geſtelt we traktip⸗ 1 lus ihnen jedeitlicer üter auc die Vehaut ungen An heim Troch der Atmo ſtwarzörn nd zſugte M. — ligen Ritd Kar un vorgegen drig, o kar jener ſein, hohe Tenge ſett di zmn t ſie wiſe delt das Eii nd befteit ſe ißfarbig, r t, wenn a geworden,t gekochten ten Kartofft mund koten lung dem A zvieh wilig eps werden, In oder gui (gebackene) Salep kaufen niſcht, und din verfalſchten d ver zerrebent el mit 14 dir taußerordenn Eiwei, din im Salep aile dörrten Kattf *) ein zu enuten; ſ 3 doch nicht fi n den N mr in Mehl herb nhe pfſch 432 rung für Menſchen ſehr brauchbares Mehl erzeugt, wovon ſich die dabei erzeugte Kleie als ein taugliches, haltbares Futter für alle Hausthiere eignet. Das aus rohen gedörrten, nicht zubereiteten Kartoffeln er⸗ zeugte Mehl hat folgende Eigenſchaften: Die weiße Farbe ſpielt ins Gelb-Röthliche oder Graue, der Geruch iſt dem des Roggenmehls aͤhnlich; der Geſchmack nicht unangenehm, ſuͤßlich. Es läßt ſich trockener anfuhlen als das Getreidemehl, fällt beim Andrücken auch nicht wie jenes zuſammen, und kann an einem trockenen Orte länger aufbehalten werden, ohne zu verderben, wenn es in Fäſſer geſchlagen wird. Lampadius glaubt, durch ſein S. 133 angegebenes Ver⸗ fahren die Kartoffeln zur Aufbewahrung beſſer vorzubereiten, ihnen durch Kali und Waſſer ihre freie Säure, den Extraktiv⸗ und Färbeſtoff, ſo wie einen Theil ihres gefärbten Eiweißſtoffes zu entziehen, und behauptet, daß dadurch die getrocknete Maſſe, welche, wenn ſie aus nicht präparirten Kartoffeln verfertigt wird (nach ſeiner Meinung ſogar ungenießbar iſt), ſchmackhafter und genießbarer werde. Daß bei einer gut durchgeführten Dörre d der rohen Kartoffeln, dieſelben von ihren Beſtandtheilen nichts als das Vege tations⸗ Waſſer verloren, und wenn kein Brühen oder Gäͤhren dabei Statt gefunden, auch keine Veränderung in ihrer Grundmiſchung erlitten haben können, iſt allerdings erſichtlich; wie es nicht in Abrede geſtellt werden kann, daß durch Entziehung der Säuren, des Ex⸗ traktiv⸗ und Färbeſtoffes ꝛc. nach Lampadius Methode das aus ihnen bereitete Mehl nothwendigerweiſe wohlſchmeckender und gedeihlicher, durch Verminderung ihres Gehaltes an Eiweißſtoff aber auch minder nahrhaft werden müſſe. Unhaltbar jedoch iſt die Behauptung in jeder Hinſicht und den Verſuchen und Erfah⸗ rungen Anderer widerſprechend, daß diejenigen Beſtandtheile, welche beim Trocknen der Kartoffeln durch Einwirkung des Sauerſtoffes der Atmoſphäre und des Eiſens der Schneidewerkzeuge, dieſe ſchwarzbraun färben, ſie dadurch auch ungenießbarer machen. Unlaugbar iſt es aber, daß das aus rohen Kartoffeln er⸗ zeugte Mehl, ſo brauchbar es, beſonders zum Brodbacken u. m. a tigen laſſen, bei welcher der Kern 2 ½— 3 Zoll im Durchmeſſer hat. Mit dieſer kann man ſich ſein Kartoffelmehl ſehr leicht erzeugen und zKartoffelmehl zu 3 Getreidemehl geben. 138 iſt, doch nicht zu feinem Backwerk und leckerbiſſenartigen Zube⸗ lus 1 7 reitungen, oder zur Stärkebereitung tauge, weil es noch mit zu geißer un viel gefärbten und groben Theilen, dem Faferſtoff oder Paren⸗ Da! chym, feſt verbunden iſt.„ der daral Der hohe Preis des Fuhrlohnes, wenn die Kartoffeln in titz Dwi eine entfernte Gegend verführt werden ſollen, und die Schwierig⸗ chne daß keit ihrer Aufbewahrung, weil ſie ſich nicht leicht über 6 Monate ſpon das nach der Fechſung halten laſſen, wogegen man aus Erfahrung weiß, diſe doi daß das daraus bereitete Mehl 17 Jahre lang unverdorben auf⸗ zaet ha bewahrt werden kann, hatte auch Whately veranlaßt, den umn Bra Irländern im J. 1812 angelegentlichſt zu empfehlen, das ihnen mehl verh fehlende Weizenmehl durch Kartoffelmehl zu erſetzen; auch gab er erſcert. ihnen zu dieſem Behufe eine Maſchine, mittelſt der eine Perſon pfflnehle 15— 17 Ctr. Kartoffeln zu einer weichen Maſſe mahlen könne, duch Kart welche kgetrocknet 2 Ctr. Mehl gibt.(S. Dingler's polytech. ils Erſet Jour. B. XIII. H. 3. März 1824; wo auch Whately's Ma⸗ ſinen. ſchine abgebildet iſt.) 3 JIvei Aus Whately's Verſuchen geht hervor: rlärgi a) Daß das Kartoffelmehl nur— des Gewichtes der Kar⸗ lſefer i toffeln beträgt. bfeln a b) Daß es mehrere Verhältniſſe von Kartoffeln und Kartoffel⸗ ſee fen mehl zu dem Weizenmehl gibt, die ein ſehr ſchmackhaftes 3 Brod liefern. venge tu c) Einige Arten von Kartoffeln liefern eine weit größere ſin d Menge Mehl als andere; einige geben ſogar ¼ und noch o uu mehr. muß dasſe d) Verlieren die Kartoffeln einen Theil ihres Mehlſtoffes, wenn haütr e die Vegetation wieder beginnt. Line e) Geben erfrorne Kartoffeln beinahe eben ſo gutes Mehl als hin andere, vorausgeſetzt, daß man ſie mahlt, ehe ſie an— 3 ſuh fangen zu verderben, und daß, wenn auch die Kartoffeln ſe ein ganzes Jahr über aufbewahrt, ſogar zum Theil da— 5* durch ſchlechter geworden, ſie doch noch immer auf Mehl pAi benutzbar ſind. ⅛ derſelben reicht hin, um alle eben an— t 94 geführten Vortheile zu gewähren. li 3 In dem Verhältniſſe von 2 Theilen Kartoffelmehl auf 3 ba Theile Weizenmehl, oder ſelbſt von 3 Theilen Kartoffelmehl auf 3 fan Theile Weizeumehl, wird ein ſehr guter, ja ſogar beſſerer Zwie— findet— back d s bereitet 2 G araus bereitet, als wenn er blos aus Weizenmehl, beſtünde. dnbei dus 5 Aus 1 Theile Kartoffelmehl und 2 Theilen Weizenmehl iſt er Pu weißer und beſſer als der aus bloßem Weizenmehl. Da das Kartoffelmehl weniger leicht verdirbt, ſo dürfte auch* der daraus bereitete Zwieback ſich länger halten. Man hat be⸗ pffeln in reits Zwieback aus Kartoffelmehl 12 Monate lang aufbewahrt, hwieriy ohne daß er die mindeſte Spur von Verderbniß zeigte. Ob⸗ Moncte ſchon das Kartoffelmehl mehr Feuchtigkeit enthält, ſo wird ung weiß, dieſe doch beim Backen des Zwiebacks weggeſchafft, und der ben auf⸗ Baͤcker hat bei dieſem Mehle noch den Vortheil, daß er dasſelbe aßt, den zum Brode, wie zum Zwieback, naß oder trocken mit dem Weizen— as ihnen mehl verbinden kann, ſo, daß man in vielen Fällen das Trocknen h gab er erſpart. Beim Zwieback erſpart man durch Anwendung des Kar⸗ e Perſon toffelmehls ein volles Drittel an Weizenmehl. Ueberdieß kann en könne, auch Kartoffelmehl als gute und geſunde Koſt auf Schiffen und volytech. als Erſatz oder Abwechſelung für Erbſen, Hafermehl und Reiß y's Ma⸗ dienen. Zwei Loth Kartoffelmehl verdicken beinahe einen Quart Waſſer hinlänglich, und geben mit Zwiebeln, Sellerie, Lauch, Salz und der du⸗ Pfeffer eine ſchmackhafte Waſſerſuppe. Aus 21 Pf. rohen Kar⸗ toffeln erhält man für 28 Perſonen das Mehl zur Suppe, auf artoff jeden Kopf ein ganzes Duart gerechnet. chaftes Auf die gewöhnliche Weiſe genoſſen, würde dieſelbe Kartoffel— ) menge kaum für 10 Perſonen hinreichen.— Kartoffelmehl gibt 5 mit 26 Theilen Waſſer(dem Gewichte nach) einen dicken Schleim. zröbete Wo man immer Kartoffelmehl in eine Gallerte verwandeln will, nd not muß dasſelbe vorläufig mit einem Theile der Flüſſigkeit kalt an⸗ gerührt werden. z, veni Einen Kaffeelöffel voll Kartoffelmehl etwas kalter Milch zu⸗ geſetzt, in derſelben umgerührt und etwas geſotten, gibt ein treff— Nehl als liches Nahrungsmittel. Es ſcheint, daß die bei den Krämern ver⸗ ſie an⸗ käufliche ſogenannte Semolina, die man für Kinder und kränkliche artoffeln Perſonen als Nahrungsmittel empfiehlt, durchaus aus Kartoffel— heil da⸗ mehl beſteht. uf Nehl Schlüßlich führt Whately äarztliche Zeugniſſe fuͤr die Guͤte ben an⸗ ſeines Mehls und Zwiebacks an. Lampadius ließ die, nach vorherigem Ausziehen mit einer aſ s Lauge getrockneten Kartoffelwürfel(ſiehe oben) auf einer großen l auf 3 eiſernen Kaffeemühle— wie man ſie in den Läden der Kaufleute r Zwie⸗ findet— mahlen, und durch ein feines Sieb durchſieben. Es fällt eſunde. dabei das Mehl Nr. 1; das zurückbleibende Schrot mahlt man ——õ—⸗—⸗—⸗ꝛ⸗::::——õ—õů—õ—nrzẽööööö —— ſ 140 nochmals und erhält das Mehl Nr. 2; dabei bleibt das Schrot der in ver oder die Kleie Nr. 3 zurück. bei den d 5 Dreißig Pfund der getrockneten Kartoffeln gaben auf ſeine Schli Weiſe behandelt, 16 Pfund weißes Mehl, 10 Pfund gelblich grau⸗(erxrolth weißes und 3 ¾l Pfund Kleie. ben oder? Der Gebrauch des Mehls iſt durch folgende Verſuche von Frolen, ſ Lampadius bewährt geworden: heſeren d a) Das Mehl Nr. 1 eingnet ſich vortrefflich zum Verſpeiſen, Volumen ſowohl an Fleiſchbrühen als wäſſerigem Milchbrei. Da nach Weiſe beh Rumford alle vegetabiliſchen Stoffe um ſo nahrhafter wir⸗ dung zu l ken, je feiner ſie getheilt ſind; ſo muß dieß auch bei die⸗ oder jern ſem Mehle der Fall ſein.— 4 Loth desſelben geben eine dheil ril Kanne eines nahrhaften Breies, welcher mit Pfeffer und inder de Salz ſehr gut ſchmeckt. ihren dach b) Das Mehl Nr. 2 läßt ſich, mit ½ Roggenmehl vermiſcht, dinz, wie ſehr gut zu Brod verbacken. auch ſace c) Das Mehl Nr. 3 verhält ſich ungefähr eben ſo, noch etwas fahren der ſchlechter. Das Schroten und Mahlen im Großen würde riſe werd wahrſcheinlich noch mehr des beſſern Mehls Nr. 1 geben. und mehr d) Das bloße Schrot der auf die oben angegebene Weiſe be— duch handelten Kartoffeln, läßt ſich recht gut zur Branntwein— M und erzeugung verwenden. Bei einer Probe im Kleinen erhielt fe 8 bet Lampadius aus% Pfund unabgeſiebtem Schrot 5 Loth ke ſnd Branntwein von 40 Graden. Darre d e) Noch bemerkt Lampadius, daß die präparirten Kartoffeln gut ud ein Kaffee-Surrogat geben.(S.§. 20. II.) und de Der Teig, aus dem bloßen Kartoffelmehl bereitet, kann für gröſtethe ſich allein im Waſſer nicht gekocht werden, weil er ſonſt ganz in du eine Sulze verändert würde. Nimmt man aber zur Bereitung anf des Teiges aus Kartoffelmehl Eier, oder ſollte dieſer Teig in he einem fetten Oele geröſtet oder gebacken werden, dann iſt der 1. 23 Zuſatz eines Getreidemehls unnöthig. gedonten In der Miſchung mit Weizen- oder Roggenmehl kann das. Das Kartoffelmehl zu verſchiedenen gekochten und gebratenen Speiſen ſochten verwendet werden. ſer gedi Uebrigens wird die beſtimmtere Benützung des Kartoffelmehls Glei unter dem Artikel: Brod- und Branntweinbereitung, Fütterung ummen, u. ſ. w., angegeben werden nan ſee Die beſte Aufbewahrungsart des Kartoffelmehls, gleichwie. lei einen 141 as Sah. 7 Schrot der in verſchiedenen Formen getrockneten rohen Kartoffeln wird bei den Aufbewahrungsarten erſichtlich. ti e Schluͤßlich muß noch bemerkt werden, daß, wenn es gleich (erprobt) möglich wird, durch das Trocknen der rohen, in Schei⸗ ben oder Wuüͤrfel zerſchnittenen, oder in andere Formen verſetzten ſuche m Knollen, ſie in dieſem Zuſtande zur längeren Aufbewahrung aus beſſeren Fechſungsjahren für eine Nothzeit geſchickt zu machen, ihr Verſpeſen Volumen und Gewicht ſehr zu verringen; doch die auf ſolche . Da unch Weiſe behandelten rohen Kartoffeln nur eine beſchränktere Anwen— hafter wir⸗ dung zu laſſen, weil ſie, beſonders dann, wenn ſie zerſchnitten ch bei d oder zerrieben längere Zeit der Luft ausgeſetzt waren, eines nier eine Theils viel von ihrem Aeußern verlieren und mißfärbig werden, üfeffer und andern Theils mehr oder weniger, ſelbſt im Innern, ſich leicht zu ihrem Nachtheile verändern; und ob man gleich durch Lampa— vermiſct dius, wie oben angegeben wurde, die Mittel kennen gelernt hat, auch ſolchem Uebel zu ſteuern; ſo ſind dennoch bei dieſem Ver⸗ noch etwas fahren der Umtriebe ſo viele, daß dieſe ſelbſt zum neuen Hinder— zen würde niſſe werden, die Trocknung der rohen Kartoffeln zu erleichtern 1 geben. und mehr einzufhren. Weiſ be Auch hat das Verfahren, aus rohen gedörrten Kartoffeln zui wene Mehl und aufbewahrungsfähige Mehlſpeiſen zu erzeugen— wozu en erbiel ſie in letzterer Hinſicht aber viel weniger als die gekochten geeig— z Loth net ſind— das Mißliche, daß das Schälen, Zerſchneiden und Doͤrren der Kartoffeln viel Zeit und Koſten erfordert; ſie, nicht Kartoffel gut und ſtark gedörrt, kum durch die Mühle gehen; das Mehl und die Grütze minder gut und ſchön; Nudeln, Reiß, Sago u. dgl. kann füͤr größtentheils gar nicht daraus erzeugt werden können. ſt ganz in Entſprechender, ſelbſt den ſtrengſten Forderungen in allen Bereitun Beziehungen, iſt dagegen dieſelbe Behandlung und Benützung der Teig in vorher in Waſſer, beſſer aber noch in Dampf gekochten und dann in iſt der gedörrten Kartoffeln(§. 20. V). kann ded V. Das Dörren der vorher in Waſſer oder Dampf gar ge— „ kochten Kartoffeln; dabei zu beobachtendes Verfahren, Spelſe der gedörrten Kartoffeln Beſchaffenheit und Benützung. offlnehls Gleichwie die Methoden, Kartoffeln zu kochen, verſchieden ſein können, ſind es auch die Eigenſchaften der gedörrten; demnach man ſie entweder als die in Waſſer oder in Dampf gekochten, bei einem niedern oder hohen Grad der Temperatur, langſam oder Fütterung geithwie 142 ſchnell ihres Vegetations-Waſſers beraubten zu betrachten und gateiti darnach zu beurtheilen hat. Farofelg Ausgezeichnete Eigenſchaften erlangen die Kartoffeln, wenn niſches o man ſie, nachdem ſie gekocht wurden, dörrt; mehr noch dann, Dandelzen wenn ſie vorher in Dampf gekocht geweſen.— 50 Theile des ge⸗ der Fol iſ trockneten Markes vertreten die Stelle von 200 Theilen Kar⸗ fineitend toffeln.— Die gekochte, dann gehörig getrocknete Kar⸗ ſiht alei toffel iſt gelblich, rein in der Farbe, in Scheiben geſchnitten vein, Eſi durchſichtig, hart wie Horn, leicht zerbrechlich, glaſig im Bruche, iignet ſin äußerſt haltbar, nicht ſo leicht der Verderbniß unterworfen, im die Geſchmack der gekochten ähnlich, und kann in verſchiedenen For— gedörrt men, im Großen wie im Kleinen, leicht verfuührt und verſchickt dorrten (verfrachtet) werden; demnach man die gekocht-gedörrten Kar— 1) Daß toffeln für eines der verläſſigſten und am leichteſten herbei zu⸗ dörr ſchaffenden Mittel anerkennen muß, einer Hungersnoth der Men— verii ſchen wie der Thiere zu ſteuern, ſo wie dem ſchädlichen Genuſſe d keimender und ausgewachſener Kartoffeln im Frühjahre vorzu⸗„. beugen, welchen Noth und Elend der dürftigſten Volksklaſſe auf⸗ 1 dringt; auch wird dadurch eine ungeheure Maſſe Kartoffeln dem. Verderben entriſſen, welches als Folge des Erfrierens, Auswach— ſge ſens, der Gährung, dann der hier und dort ſchnell und unauf⸗ 10 diß haltſam um ſich greifenden Fäulniß oft eintritt.— Endlich iſt erd die Behandlung der Kartoffeln ſo einfach, daß ſie ſicher von Jeder— deſt mann ausgeführt werden kann, und nur eine große Ungeſchick— tet d lichkeit oder Unachtſamkeit dazu gehört, um während dem Kochen hand oder Dämpfen, Zerkleinern und Trocknen einen weſentlichen Feh— lege ler zu begehen, ſo daß ſelbe dann unbrauchbar würden. Eben d) Kon ſo iſt das Verfahren dabei nicht koſtſpielig, da man nur die ge⸗ ſchied wöhnlichen, mit der nicht viel koſtenden einfachen Einſatzvorrich⸗ Sazo tung verſehenen, in jeder Haushaltung vorräthigen Kochgeräth⸗ jede ſchaften, und falls man dieſes in größerem Maßſtabe vornehmen„ beſo will, einen mit genau paſſendem Deckel verſehenen eiſernen Keſſel e) Aach (§. 20. III.), ferner eine Reibvorrichtung oder Trog u. dgl. Zu zum Zerkleinern der gedämpften Kartoffeln; einen Durchſchlag oder vern ſogenannten Reuter; endlich zum Trocknen Breter, Hurden, und Die wenn man die Kartoffel-Subſtanz in kleinere und feinere For⸗ dann ger men gebracht, die Siebe oder Rahmen mit Leinwand oder Papier Bzengene überſpannt, benöthigt; um ein vielfältig brauchbares, vollkommen adern Art genußfähiges Produkt darzuſtellen, mit deſſen Erzeugung ſich ſo— nfen bet wohl jede Haushaltung, als auch beſonders der Landwirth gele⸗ dung ſann 143 ſchten und genheitlich beſchäftigen könnte. So ſollten auch die Darſtellung der Ii, ten Kartvſfolarübd, Nudeln, Sago u. dgl. m. ein ſelbſtſtändiges tech⸗ uß dn Viibe⸗ Gewerbe werden, und jene Erzeugniſſe einen ſtehenden 1. Handelsartikel ausmachen, wie ſolches wirklich in einigen Orten dei d der Fall iſt; wobei noch zu bemerken: daß, wenn ja Mangel an ddn Jn hinreichendem Abſatz Statt finden ſollte, die ſo zubereiteten Kartoffeln 1 dan nicht allein als Viehfutter, ſondern auch zur Erzeugung von Brannt⸗ geſchnitten wein, Eſſig u. dgl., aber nicht zum Stärkmehl, vollkommen ge— n Naußs eignet ſind.(S. mehr öſterreich. Wochenblatt. J. 1835. Nr. 12.) orfen i Die Vorzüge, welche die im Waſſer gekochten, dann enen ir gedörrten Kartoffeln vor den rohen(friſchen) ge⸗ dauſüii dörrten beſitzen, beruhen vorzüglich darin: z a) Daß ſie durch dieſe Behandlung weder mißfärbig durch das der Mer⸗ Dörren werden, noch an ihrem guten Geſchmack wie letztere Geuuſe verlieren. re vvrje b) Daß ihr Parenchym aufgelockerter, ſie demnach im Vergleiche laſſe auf⸗ zu jenen Kartoffeln, welche im rohen Zuſtande getrocknet ffeln den worden, immer mehliger, ſchmackhafter und gedeihlicher er— Auswach⸗ ſcheinen. d unauf c) Daß ihr Eiweißſtoff geronnen, mehr ſchützend iſt, als wenn er bloß getrocknet wäre; indem er die übrigen nährenden Beſtandtheile der Grundmiſchung feſter umſchließt, und ſiche⸗ rer vor Verderbniß bewahrt; daher die Kartoffeln ſo be⸗ ndlich iſt en Jeder⸗ iich handelt, weniger Veränderungen und Zerſetzungen unter⸗ hen pi⸗ liegen, mithin auch einer längeren Aufbewahrung fähig ſind. 7. Elen d) Können ſie auf mannigfaltigere Weiſe verarbeitet, inn ver⸗ r die ge⸗ ſchiedene Formen, namentlich in die der Nudeln, Reiß, ꝛzrorif Sago, Grütze und Mehl gebracht werden, wovon ihnen vcgeritt jede beinahe eine eigenthümliche Benützung gibt und einen ornehmen beſondern Werth ertheilt. en Keſtl e) Auch wird es möglich, ſie im Nothfalle, ohne alle fernere u. d. Zubereituug, in jeder Form unmittelbar zur guten Speiſe hlag oder verwenden zu können. Die Vorzüge, welche die in Dampf gekochten und dann getrockneten Kartoffeln, ſammt allen daraus hervor⸗ gegangenen aufbewahrungsfähigen Erzeugniſſen, vor den beiden den, und rere Jor⸗ gapier er Papi 1. 2 behm andern Arten, nämlich den roh und den im Waſſer gedörrten Kar⸗ ſic ſ⸗ toffeln behaupten, gründen ſich darauf, daß ſie in Verbin— C 4—.. 8.. — dung ſämmtlicher Beſtandtheile der Grundmiſchung bleiben, mit th gele⸗ 144 Ausſchluß des Vegetations-Waſſers und des Fuſelöls, das unter dieſer Behandlung ſchwindet. Dann werden ſie, indem ihr Par— 1 enchym— das ſtärkmehlartige Faſergewebe— noch mehr von der Hitze und Feuchtigkeit durchdrungen und lockerer gemacht wird, viel leichter und ſchneller gedörrt, um vieles mehliger, nahrhafter und wohlſchmeckender; dagegen die blos im Waſſer gekochten Kar— toffeln, beſonders wenn ſie im Kochen überhalten werden und zer—„ ſpringen, ſtets minder ſchmackhaft ſind, und manches von ihren id nährenden Beſtandtheilen verlieren. Die Veränderungen, welche die Kartaffeln durch Dämpfen und Trocknen erfahren, ſind bereits oben,§. 20. III., angedeutet worden. Die Benützung der in Waſſer geko chahen und getrockneten Kartoffeln iſt dieſelbe, wie der im Dampfe gekochten und getrockneten Knollen. Durch die vorbezeichnete Behandlung ſchon an und für ſich gekocht, können die Kartoffeln ohne alle fernere Zuberei— tung nicht nur zur Nahrung der Menſchen, ſondern auch als ein brauchbares Futter für unſere nützlichen Hausthiere verwendet werden. Man gießt nur heißes Waſſer auf ſie, und läßt ſie in gelinder Hitze gar werden. Werden jedoch die auf eine oder die andere Art gekochten Kartoffeln nach dem Uiberkühlen auf die gewöhnliche Weiſe ge— ſchält, die kleineren unzerſtuͤckt, die großen in Scheiben oder Wür— fel von der Hand oder durch Maſchinen geſchnitten, oder dar— aus eine Art Nudeln, Reiß, Gries, Sago oder Mehl erzeugt; ſo erlangen ſie nach den verſchiedenen Formen auch eine eigen— Wuel! thümliche Benützungsweiſe, zum Theil auch einen höheren Werth; durche und Land- und Hauswirthe können das Hausgeſinde, Kinder- und V niegich ſonſt müſſige Hände, beſonders in langen Winterabenden, ſehr ſi nützlich mit deren Erzeugung beſchäftigen, was um ſo wichtiger 2 wird, da das zur Verarbeitung erforderliche Material ſich nach zeit⸗ b 35 llchen, räumlichen und ſonſtigen Verhältniſſen genau bemeſſen läßt. b und ü Im Allgemeinen iſt die Bereitung des Kartoffel⸗ b ſalt! grieſes oder Gruͤtze, des Kartoffelreißes und der Nu⸗ 6 b 49 deln im Kleinen folgende: Die in Waſſer oder Dampf gekochten, ſit ſ geſchälten Kartoffeln werden auf einem Reibeiſen zerkleinert, oder Nan? in eigens hiezu verfertigte ſpritzenähnliche Cylinder mit klein— Zwecke ————— ur Rzitre. Su Wparal Tur Bercilung Aer lirütze ausr liurloc, Lln nace Surntts Rifinduug. das unte in ihr Pa⸗„ Vig. V. — 2 nrr— nact vih(* I nahrhafte jchten gr in und ſe V von ihren 6— 1, Dampfen V 4 1——* 7 langedente 7 B — V. V b 4 V kockneten 6* V chten um V 1 Aic I. V 4. V und fuͤr e I : Zubere⸗ V ch als ein 32* b verwende:*. 8 äßt ſie i*„e. V V— —— gekochten Weiſe ge⸗ der Wir⸗ oder dar⸗ Berzeugt, ine eigen⸗ n Werth, urchlöche in Gro Bereitun (S. Fig. eren Werti Kinder⸗ und ſehr zenden, ſo wicttizer ſich nach ze emeſſen läßt dartoffel der Nu⸗ pf gekochtel einert, oden mit klein— 145 durchlöcherten Seiten und Boden“) gebracht;— bei der Bereitung im Großen aber bringt man ſie in die, in der Schweiz zu dieſen Bereitungen allenthalben verwendete Buriat'ſche Maſchine**). (S. Fig. I. u. II.) Das auf eine oder die andere Art Durchgepreßte *) Die Vorrichtung im Kleinern, wodurch man den gekochten 8*α Kartoffeln die Geſtalt der Nudeln oder des Reißes gibt, beſteht in einem aus verzinntem Bleche verfertigten Cylinder, welcher der Länge nach mit einer Menge kleiner, einige Linien weiter Löcher verſehen iſt. Die untere Oeffnung wird mit einem aus hartem Holz gedreh⸗ ten Propf verſtopft. Der Cylinder kann einen Fuß lang und 3 bis 4 Zoll weit ſein. Die Löcher müſſen mit einem ſogenannten Durch— ſchlag der Klempner verfertigt werden, damit weder innerlich noch äußerlich ein aufgeworfener Rand entſtehe. Der obere Theil des Cylinders wird mit einem trichterförmigen Anſatz verſehen, um die durch den Druck des Stempels hervordringende Maſſe aufzuhalten. Wenn der Cylinder und ein Theil des Trichters mit Kartoffeln an⸗ gefüllt iſt, wird nur ein gelinder Druck des Stempels erfordert, um die Maſſe durch die Löcher zu drängen. Auch kann zu demſelben Behufe ein Drahtſieb, Durchſchlag oder Reuter dienen— wie man ſie in den Küchen zur Abſonderung des Waſſers von gekochten Mehl— ſpeiſen oder Grünzeug hat— wodurch die gekochten Kartoffeln, nach⸗ dem man ſie in einem hölzernen Troge mit eben ſolcher Keule zu einem gleichartigen Brei zerſtoßen, gedrückt werden.„ 8 Um die aufbewahrungsfähigen Erzeugniſſe im Großen zu bereiten, wird mit Erfolg der kleinere Buriat'ſche Apparat angewen⸗ det. Die Maſchine iſt ſehr einfach, und wird von den Schweizer Bauern, bei denen die Maſchine ſehr üblich iſt, ſelbſt verfertigt. Der Apparat beſteht in einem hölzernen Kaſten, in deſſen Mitte ein hohler, aus ſtarkem Eiſenblech beſtehender und durchgängig mit Löchern durchbohrter Cylinder angebracht iſt. In dieſen Cylinder paßt genau ein Klotz, der ſich an einem Zapfen bewegt, und damit er(der Klotz) ſtets ſenkrecht herabhänge, iſt dieſer Zapfen an einem Hebel befeſtigt, welcher ſich um einen Zaofen bewegt; letzterer geht durch einen Mantel(Hülſe), der an einer nicht weit von dem be⸗ weglichen Klotze befindlichen Stelle in dem hölzernen Kaſten befe⸗ ſtigt iſt. Nachdem man die Kartoffeln im Waſſer gekocht hat, werden ſie geſchält, und hierauf ſogleich in den blechernen Cylinder gethan, ſodann hebt man den Klotz auf die Kartoffeln, erfaßt den Hebel, und übt einen ſtarken Druck aus. Die Kartoffeln werden derge⸗ ſtalt durch die kleinen Löcher des Cylinders hindurchgepreßt, und fallen auf den Boden des hölzernen Kaſtens, woraus man ſie in Geſtalt von Grütze oder Faden-Nudeln entfernt. Dieſe Grütze er— hält ſich, nachdem ſie getrocknet worden, lange Zeit unverändert. Man kann ſie auch in Mehl verwandeln, und ſo für verſchiedene Zwecke der Haushaltung verwenden. 10 146 wird auf Bretern, Hurden oder Leinwand in fingerdicken Lagen, dunſelben n die feinſten Formen auf Spannſieben, oder Rahmen mit Papier liſen ſch überſpannt, gehörig gedörrt. Da den Unterſchied des Grieſes vom Reiß und den Nudeln hier Suppe flei — nur das Längenverhältniß beſtimmt, wie ſie auch durch die Vor— Sand richtungen zugleich gemiſcht erzeugt werden, ſo muß dieſes bei der herdort Bereitung derſelben ſogleich berückſichtigt, die verſchiedenen For— b Ein men nach der Trocknung erſt geſondert, und letztere nach Belieben Ma⸗ in erſtere umgewandelt werden. Die Trocknung hat aber bei gün— mit w ſtiger Witterung an der Sonne, in der Luft, ſonſt aber in ge— wir heizten Stuben, Trockenkammern, im Backofen nach herausge— f nommenem Brode zu geſcheheu. Während dem Trocknen ſind Suun die Auflagen öfters umzuwenden und die Trocknung ſo lange un— Sind d g g unterbrochen fortzuſetzen, bis der gedörrte Teig beim Anfühlen Stict unter den Händen rauſcht, wo ſich dann die ſo bereitete Kartoffel— N Rera Grütze, Kartoffel-Reiß, Kartoffel-Nudeln u. dgl. viele Jahre 8 hindurch an einem trockenen Orte, ohne zu verderben, aufbewahren n laſſen. Immer muß jedoch das Trocknen ſchnell geſchehen ſein, man! weil ſonſt die Kartoffeln einen unangenehmen Geſchmack erhalten. Mhl Wird das Gedoͤrrte geſtoßen und das Feine von dem Groben aröle durch ein Sieb getrennt, ſo erhält man feinen Gries oder Grütze.— V n Nicht unbeachtet darf bleiben, daß die Nudelform ſtets eine grö— u ßere Zähigkeit des Kartoffelteiges erfordert, welchen jedoch nur gene die im Dampfe gekochten Kartoffeln zu geben im Stande ſind. Seſſ Der Kartoffelgries*) läßt ſich eben ſo wie der aus 3 Weizen, Speltz, Gerſte und Hafer bereitete gebrauchen, nur mit ſe d dem Unterſchiede wie, Putſche und Bertuch bemerkt, daß man Kuüöd dazl nd *) Die Bereitungsart der Kartoffelgrütze iſt folgende: Die Kartoffeln icht werden ganz leicht gekocht, ſo daß ſie noch ziemlich hart bleiben, lißt aber doch ſich leicht zerſchneiden laſſen. Man ſchält ſie hierauf, und ſtit ſchneidet ſie in Würfel, welche ſodann auf Dörren bei genugſamer eerf Hitze— oder wenn man ſie nur in kleinen Quantitäten bereitet, auf 1 dem heißen Oſen— ſo hart, daß ſie ganz glaſig und durchſichtig ver ſcheinen, gedörrt werden. Iſt dieß geſchehen, und man hat ſo viel pi beiſammen, als man auf ein Mal verfertigen laſſen will, ſo werden ſie geſc in die Mühle geliefert, und dem Müller empfohlen, nach ſeiner Ge— auft ſchicklichkeit grobe und feine Grütze daraus zu verfertigen, wobei As auch noch zweierlei, zu verſchiedenem Gebrauche nützliches Mehl ab— 65 fällt. Hierbei hat der Müller die Vorſicht zu gebrauchen, daß er die Kartoffeln zwar auf eine ſcharfe Mühle ſchütte, dieſe aber von(G 147 diken Laxen mit 8 denſelben nicht ſo lange darf kochen laſſrn. Von dem feinen Gries ie 5. laſſen ſich mit Beimengung von Mehl und eines, Eies in die Suppe kleine Klöſe(Knödeln), Aufläufe und Torten bereiten; Nudeln han rch die Ne⸗ ) e Ier⸗— dieſes beide Sand und Kleien rein ſein muß, weil ſonſt Alles durch den Sand iedenen fu verdorben und beinahe unbrauchbar würde.— nach Velübe Eine andere Bereitung des Kartoffelgrieſes iſt folgende: 1wenl Man kocht gute Kartoffeln. Kann man ſie in Dampf oder nur aber behgiy⸗.. 2...2.- ber beizin mit wenig Waſſer kochen, ſo iſt es aus leicht begreiflichen Urſachen aber in ge⸗ noch vortheilhafter; denn die geriebenen Kartoffeln laſſen ſich leicht ich herauzze dörren und der Gries wird ſchöner und angenehmer. Nach dem Kochen ſchält man die Kartoffeln gleich ab, läßt ſie durch einige Trocknen ſid 1 ,1 Stunden etwas kalt werden und reibt ſie dann auf einem Reibeiſen. ſ ange un⸗..—..—...„„ 5 lunge Sind die Kartoffeln gerieben, ſo gibt man ſie in einer etwas dünnen Aufühle...- α. eim Anfählen Schichte in eine Pfanne von Thon oder Blech, oder auf Papier, ete Kartofi⸗ oder auf ein reinliches Bret, und läßt ſie in einer Ofenröhre oder im Backofen nach dem Brode ſtark dörren. Nachdem ſie gedörrt ſind, viele Jahn. zerdrückt man ſie auf einem harten Tiſchblatte mit einem Nudel— auflenan walker in etwas, ſiebt das Zerdrückte zuerſt durch ein Mehlſieb, wo eſcheen ſen man den feinſten; dann durch ein gröberes Sieb dasjenige, was im nack erhalten Mehlſiebe zurückblieb, wo man gröbern Gries bekommt. Was im dem Groben gröbern Siebe zurückbleibt, zerdrückt man nochmals mit dem Nudel— walker und verfährt wie vorher. Ein ſolcher Gries hat ein ſehr Hrütze.- 2. 2 4 er Griß ſchönes Anſehen, iſt ziemlich gleichkörnig und ſein Gebrauch höchſt ts eine gi mannigfaltig; die davon bereiteten Speiſen erhalten alle einen an— jedoch nu genehmen Geſchmack. Weil er ſchon gekocht iſt, ſo kann man die nde ſind. Speiſen davon ziemlich ſchnell bereiten. So braucht man ihn z. B. 1 zu Suppen gar nicht mehr kochen zu laſſen, weil er dann zerkochen vie der dui würde; man gibt ihn vielmehr erſt in die lautere Suppe, wenn man en, nur mit ſie eben auf den Tiſch tragen will. Es laſſen ſich die vortrefflichſten Knödel(Klöſe daraus machen, wenn man nur etwas wenig Mehl dazu gibt. Ein Ei bewirkt eine beſſere Bindung. Dergleichen Knödel ſind locker, gelb wie von Ciern, mit vielen kleinen Augen verſehen, nicht ſchmierig, ſondern mehr trocken und ſehr ſchmackhaft. Mit Milch läßt ſich ein guter Brei daraus machen. Daß ihn eine etwas ge— ſchickte Hauswirthin zu noch allerhand anderen Speiſen und Back⸗ werken gebrauchen könne, verſteht ſich von ſelbſt. Aus einer böhmiſchen Metze oder ½ böhmiſchem Strich Kartoffeln werden 6 Seidel Gries. Dörrt man ihn auf blechernen oder irdenen Pfannen in der Ofenröhre, ſo kann man neben den andern Haus geſchäften täglich 2— 3 Seidel bereiten. Daß man ihn ſehr lange aufbewahren kann, verſteht ſich von ſelbſt. Er iſt alſo eine gute Aushilfe, wenn entweder die Kartoffeln ſchon ausgekeimt ſind, oder hes Mell t es deren gar keine mehr gibt. n, daß er die(Belehrungsblatt des landwirth. Inſtituts zu Turtſch in Böhmen ꝛe eſe aber von N. 91.— Oekonom. Neuigkeiten N. 92.) kt, daß man Die Kartoffln hart blelben, „ hierauf, und i genugſaner bereitet, uj d durcftli m hat ſo die ſo verden ſ ih ſeiner Ge rtigen, wobe 10* 148 auch kann er in Fleiſchbrühe, Milch gekocht werden. Uibrigens ſind dieſe ſo getrockneten Kartoffeln von ſehr gutem Geſchmack, ſehr nahrhaft, ergiebig und haltbar. Der ſogenannte öͤkonomiſche Reiß iſt vortrefflich zu Suppen, mit Brühen oder Milch gekocht, leicht verdaulich, gut nährend und wohlſchmeckend. Auch wird er mit Butter gebacken. Klar gemahlen, wird er wie die Nudeln zur Verdickung der Brü— hen, der Milchſuppen, der kalten Milch u. dgl. m. verwendet In dieſer Form kann man, nach Erfahrungen, die Kartoffeln leicht 10 Jahre lang unverdorben aufbewahren.— In Frankreich be— reitete Granet durch die vorher angegebene Cylinder-Reib⸗ maſchine den Reiß. Noch ſpäter errichtete Mad. Chauveaux de la Miltiere in Paris eine kleine Fabrik von dieſer Waare, welche ſie ſtatt Salep, Reiß, Sago und Gries zu gebrauchen empfahl. Ein Theil ihres Kartoffelreißes verſchluckt 18 Thl. Waſſer, und iſt daher ein äußerſt ſtark nährendes, kräftiges Nahrungsmittel, das ſie beſonders entkräfteten Perſonen empfiehlt. Sie hat 15 volle Tage blos dieſen Kartoffelreiß(bald mit Milch, bald mit Fleiſchbrühe angemacht) genoſſen, und konnte davon täglich nicht mehr als 4 Unzen eſſen. Uibrigens kann man aus dieſem Reiß Kuchen, Torten, Paſteten und mürbes Brod ꝛc. machen. Die Nudeln werden wie der Kartoffelreiß benützt, und am beſten durch die Cylinder-Reibmaſchine dargeſtellt. Der Kartoffel⸗Sago“) wird eben ſo wie der indiſche (echte) zu Speiſen verwendet; mit Waſſer oder Fleiſchbrühe ge⸗ *) Der Kartoffel⸗Sago wird erhalten, wenn der Kartoffelteig nicht nur gekörnt, ſondern nebſtbei noch mit dem feinſten Stärkmehl ver— bunden wird, wodurch die gekörnte Maſſe die größte Aehnlichkeit mit den echten Sago-Körnern erlangt. Zu dieſem Zwecke kocht man die Kartoffeln, ſchält und reibt ſie auf einem Reibeiſen, oder zerdrückt ſie mit einem Wellholze. Die Maſſt vermiſcht man mit ſo viel trockenem Stärkmehl, als hinreicht, um einen recht feſten Teig daraus zu bilden; dieſen ſchlägt oder formt man dann in fauſt⸗ große Stuͤcke und reibt ſie auf einem gewöhnlichen Küchen-Reibeiſen feiner oder gröber, je nachdem man die Körner ſtärker oder kleiner verlangt. Dieſe zerriebene Maſſe breitet man auf ein glattes Brett aus und reibt ſie mit einem andern, bis die Form der Theile rund erſcheint; worauf man ſie, wenn man wünſcht, daß ſie gleichförmig ſein ſollen, durch ein Sieb ſortirt. Nun läßt man die kleinen Kör— ner trocknen, bringt ſie in eine Wanne, übergießt ſie mit friſchem Waſſer, und reibt ſie gelinde durch, worauf ſie durch künſtliche focht, leiſ gute Dien Surrogirl Eine dämpſte woßl zum es ſeine ſelſt in trocknet — Virn bon Vie verdel bema (oder ſt in Geſch erlan —— —.— 2 . Uührixeg n Geſtnuf, ortrefflch daulih, n tter gebrin ung der i⸗ n. verwendet ttoffeln lech rankreich be⸗ inder⸗Rei⸗ nauyeaur de Vaare, welh ſchen empful Waſſer, un hrungsmitt Sie hat li ), bald mi täglich nict dieſem Rei den. tt, und an der indiſte ſchbruͤhe ge⸗ pfelteig nihl tärkmehl ber⸗ e Aehnlichkti Zwecke bote ibeiſen, vden ſcht man ni recht füttn dann in fuut⸗ en⸗Reibeiſe oder kleine glattes bril Cheile rund gleichfrmg kleinen Kor⸗ mit friſchm rch künſtich kocht, leiſtet er bei Durchfall, Huſten, Harnzwang und Abzehrung gute Dienſte. Er dient allenthalben zur Verfälſchung ſowohl, als Surrogirung der echten Sagokörner. Eine beſondere Beachtung verdient auch das aus dem ge⸗ dämpften und getrockneten Kartoffelmarke erzeugte Mehl, ſo⸗ wohl zum Kuchengebrauche, als zur Bereitung des Brodes; indem es ſeine Vorzüge vor dem aus den roh gedörrten, ſelbſt im Vergleiche mit jenem aus den gekochten und ge⸗ trockneten Kartoffeln, erhaltenen Mehle behauptet*). Wärme vollkommen nnd ſo lange getrocknet werden, bis ein Korn, von einander gebiſſen, nicht mehr nachgibt, ſondern zerſpringt.— Wie ein Sago-Surrogat auch aus reinem Stärkmehl dargeſtellt werden kann, lehrt der§. 28. *) Gemahlen geben die gekochten Kartoffeln ein feines ſtrohgelbes Mehl (oder Gries), welches im Aeußern dem arabiſchen Gummi ähnelt, ſich im Munde auflöſt, das Waſſer ſchleimig macht, und ihm den Geſchmack der gekochten Kartoffeln mittheilt Dieſe Eigenſchaften erlangen die Kartoffeln um ſo mehr, je ſtaͤrker ſie gedörrt werden. Im Vergleiche zum Mehle aus rohen, gedörrten Kartoffeln bereitet, iſt es: a) 1. nicht ſo mißfärbig; 2. wohlſchmeckender und gedeihlicher; 3. kann es für ſich ohne alle Zubereitung im Nothfalle zur Nahrung dienen, und für eine fertige Speiſe angeſehen werden; und 4. läßt es ſih länger aufbewahren. b) In Hinſicht auf das Mehl der blos im Waſſer ge⸗ kochten und gedörrten Kartoffeln, muß das Dampfmehl um ſo mehr an Wohlgeſchmack, Gedeihlichkeit und Nahrhaftig— keit zugenommen haben, als die Hüllen der Stärkmehlkügelchen während dem Kochen im Dampfe vom Fuſelöl befreit geworden, und die Dämpfe auch die Hüllen des Stärkmehls, gleichwie das ganze Parenchym der Kartoffeln mehr aufgelockert, als es das bloße Waſſer vermochte. Das Mehlderaufgethauten, gepreßten, aus gewaſchenen und dann getrockneten Kartoffeln dagegen gehalten, iſt um ſo weniger nahrhaft, je mehr die Knollen gewaſchen, ſchon von der Gährung und Fäulniß ergriffen geweſen waren. Im Geſchmack allen nachſtehend, immer weniger Stärkmehl enthaltend, iſt die gereinigte Maſſe aufgethauter Kartoffeln oft nur für das zurück⸗ gebliebene Faſergewebe der Wurzelknollen anzuſehen, welches ge⸗ mahlen wohl mehr zu ſättigen als zu nähren im Stande iſt. Mit dem Stärkmehl verglichen, ſind ihm die Vorzüge gegeben: 1. daß es nahrhafter, ſättigender, ſchmackhafter und gedeihlicher iſt, indem es nicht wie das Stärkmehl ſein Parenchym, Zucker, Eiweißſtoff und Schleim verloren hat. 150 Werthvoller erſcheint es noch, wenn man es mit dem aus ge⸗ frornen Kartoffeln gezogenen Mehle und mit dem mehr oder weniger reinen Stärkmehl in Vergleichung bringt. Von dem auf einer Kaffeemühle oder gewöhnlichen Mahl⸗ mühle daraus bereiteten Mehle kann man% zu% Getreide⸗ mehl nehmen. Natürlich iſt dabei immer auch die Beſchaffenheit des Mehles ſelbſt maßgebend.(S. Mehl aus rohen gedörrten Kartoffeln§. 20. IV.) Von vorzüglicher Schönheit und Guͤte wird das Kartoffel⸗ mehl, wenn man es aus der auf obige Weiſe erzeugten Kartoffel⸗ grütze, Reiß oder Nudeln bereitet; indem man dieſe Subſtanzen zerſtößt, durch gröbere und feinere Siebe treibt, oder auf kleine Hand⸗ oder große Muͤhlen bringt, wo ſie wie jedes andere Ge— treide, jedoch ungenetzt, gemahlen werden. Geeigneter zur Er— zeugung des Mehls auf Mühlen ſind jedoch die nicht zu weich gekochten, ſondern noch ziemlich harten, in Würfel geſchnittenen und gehörig gedörrten Kartoffeln. 2. Iſt es an und für ſich zur Bereitung des Brodes geeigneter; dagegen das Stärkmehl es nicht im geringſten iſt, ſelbſt nur in größeren Verhältniſſen dem gewöhnlichen Mehle zugeſetzt, das darans verfertigte Brod zu feſt, minder verdaulich und weniger ſchmackhaft macht, indem der Teig zu kurz, nicht ganz locker wird. 3. Enthält das Mehl weniger oder gar kein Fuſelöl, weil es in der Hitze der Dämpfe verflüchtigt geworden, mit den Hüllen des Stärkmehls aber— das bei der Bereitung keiner Hitze ausgeſetzt geweſen— innig verbunden blieb. 4. Iſt das Stärkmehl, obwohl es einerſeits den Vorzug vor dem Mehle beſitzt, zur Erzeugung des Zuckers, Syrups und eines Gummi— Surrogats, dann des Branntweins und Eſſigs verwendet werden zu können, dennoch nicht im Stande, als alleiniges Nahrungsmittel den Menſchen— ohne alle üble Folgen— zu ernähren, wie doch, die Kartoffeln und das daraus bereitete Mehl Millionen Menſchen beinahe einzig und gllein das Leben erhalten. 5. Sicherk die Aufbewahrung der unzerlegten Kartoffeln, ins⸗ beſondere dann, wenn ſie zu jeder beliebigen Verwendung durch's Kochen im Dampfe geeignet werden, immer einen viel größeren Nutzen, als die Erzeugung und Aufbewahrung des Stärkmehls, wenn letzteres nicht etwa an und für ſich durch eine induſtriell techniſche Bearbeitung veredelt, oder es, als einen geſuchten Handelsartikel zu angemeſſenen Preiſen abzuſetzen, Gelegenheit vorhanden iſt, und die bei der Stärkefabrikation erhaltenen Abfallprodukte, wie die ſtärke— mehlhaltige Kartoffelfaſer und die Abſüßwäſſer, als Viehfutter ver⸗ wendet werden können. Gebre Dampf ge Kartoffln tie deſ goſt in we draus in faltige Ar Frod bere ſiegt, viel zasſelbe i Zut u der Mit dacht. Ei ten und d Getteidem deige Br⸗ Kartoffel dr Brod ſaffenes des Brode dieſer ale ki mal daher zun mehl unt die größt Menge 9 Fartoffeln oggen⸗ toffeln je wendig i Kleber ſo ſedoch we goch bei Da belche w berührun da ihnen ſllonmen Srarke( 151 naei VI. Benützung der Kartoffeln zu Brod. A li Gebraten in Aſche oder auf heißen Stellen, im Waſſer oder ichen Nu Dampf gekocht, geſchält und mit etwas Salz genoſſen, ſind die as Gen Kartoffeln ſchon für ſich ſelbſt eine Art Brod, das keiner Bei⸗ Leſtrfen hilfe der Kunſt bedarf, um eine leichte, verdauliche und nahrhafte Koſt zu werden. Allein als mehlige Subſtanz betrachtet, läßt ſich een gedinee. 4 gedunnn daraus in Verbindung mit dem Getreidemehle auf mannig— faltige Art auch ein geſundes, gut nährendes und wohlſchmeckendes 1 zan Brod bereiten, welcher Benützung beſonders die Abſicht zum Grunde ſa liegt, viel Getreide zu erſparen, es entbehrlich zu machen, und e Sülſinn dasſelbe in Mißjahren zu ſurrogiren. d auf iin Zur Bereitung dieſes Nothbrodes hat man ſchon ander 6 in der Mitte des vorigen Jahrhunderts verſchiedene Verſuche ge— Wie zut E⸗ macht. Einige riethen, die zerriebenen rohen, Andere, die gekoch— it in rit ten und dann in Brei verwandelten Knollen dem gewöhnlichen geſchnittene Getreidemehl zuzuſetzen, ſie zu ſäuern, und aus dem gekneteten Teige Brod zu backen; allein, die Erfahrung zeigte, daß die geſottenen Kartoffeln ſich zwar offenbar weit beſſer, als die rohen zerriebenen s geeignete zur Brodbereitung eignen, beide aber dennoch kein gehörig be— ſelbſt nur i ſchaffenes Brod erzeugen, weil als Bedingung zur Darſtellung t, Eidhin des Brodes eine vorausgegangene Gährung des Teiges und zu d ſchmanh dieſer alle Forderungen der Weingährung abſolut nothwendig ſind. ,weil esi Ein mehliger Körper, ohne allen Zuckerſtoff und Pflanzenleim, iſt Hüllen de daher zum Brode eben ſo wenig geeignet, als es das Weizen— ze ausgeſtz mehl unter allen mehligen Subſtanzen am meiſten iſt, weil es die größte Quantität Leim(Kleber) und zugleich eine angemeſſene zug dor en Menge Zuckerſtoff enthält. Um den Mangel an Kleber bei den ſer ſune Kartoffeln zu erſetzen, bedarf es zwar nur des Zuſatzes von hrungsmiteg Roggen⸗ oder Weizenmehl; ſoll jedoch in der Subſtanz der Kar— en, wie doc toffeln jene Gährung erfolgen, welche zur Brodbereitung noth— een Menſczn wendig iſt, ſo müſſen auch die Grundtheilchen derſelben mit dem 3 Kleber ſo viel, als nur möglich iſt, in Berührung kommen, welches toffn u. jedoch weder bei der mechaniſchen Zertheilung der rohen ſaftigen, uihene noch bei den gekochten Kartoffeln der Fall ſein kann. Stärkneh Daher gerathen auch jene Grundtheilchen der Kartoffeln, iel techiſte welche während dem Kneten des Teiges mit dem Kleber in keine delsartikel Berührung kommen, nicht in die gehörige Gährung, und bleiben, iſt, un d da ihnen zur ſauern Gährung keine Zeit gelaſſen wird, eben ſo d dieſtut zuſammengefallen und ſchwer, wie der halbgetrocknete Kleiſter der jſutle ue Stärke(Amylum), ein Fehler, der durch das Backen dieſes Brodes 2. nicht gehoben wird, und der die Urſache iſt, daß es nicht ſo an— genehm ſchmeckt und auch nicht ſo leicht verdaut werden kann. Alle dieſe Fehler und Mängel des Kartoffelbrodes, wie die Schwierigkeiten ſeiner Bereitung, können nach der ſchon im J. 1800 erſchienenen vortrefflichen Anleitung des Dr. Jaßnüger's durch die Anwendung des Kartoffelmehls behoben werden, weil dieſes mit dem Getreidemehl ſehr leicht auf das Innigſte gemengt werden kann. Zur Bereitung des Kartoffelbrodes können folgende Methoden in Anwendung gebracht werden: 1. Aus rohen ſaftigen, mit dem Meſſer abgeſchabten, auf einem Reibeiſen zerriebenen und mit etwas mehr oder weniger als dem gleichen Maße Roggenmehl gemiſchten Knollen Brod zu erzeugen, gibt Hermbſtädt(in ſeinem Bulletin B. XI. p. 260), wie auch Putſche und Bertuch(ſ. deſſen Monographie), eigene, ſehr zweckmäßige und gemeinnützige Anleitungen*). *) Will man Brod von ſauerem Geſchmack hieraus bereiten, ſo wird die zerriebene Maſſe, phne ſolche auszupreſſen, gleich den Abend vorher (wenn man am folgenden Tage backen will) entweder ganz oder zum Theil, nebſt der Haͤlfte des Roggenmehls eingeſäuert, und nun können hiebei die in den Kartoffeln enthaltenen wäſſerigen Theile die Stelle des ſonſt dazu erforderlichen Waſſers vertreten. Am folgenden Morgen vor dem Backen wird dieſe geſäuerte Maſſe mit der noch übrigen Hälfte des Roggenmehls unter den etwa zu⸗ rückgelaſſenen zerriebenen, oder noch jetzt durchzureibenden Kartoffeln, welche aber alsdann etwas ausgedrückt werden müſſen, zu einem recht feſten Teige ausgeknetet, zu Broden geformt und in den Ofen geſchoben. Süßes Brod wird aus den rohen, zerriebenen Kartoffeln erhalten, wenn man am Abend vor dem Bocken blos 3 Metze des zu ver— backenden Roggenmehles einſäuert, am folgenden Morgen aber die übrigen 3 Metzen desſelben nebſt der zerriebenen Kartoffelmaſſe, aus welcher in dieſem Falle die wäſſerigen Theile, damit der Teig gehörig feſt werde, ebenfalls etwas ausgedrückt, oder nur mittelſt eines Durchſchlags abgelaſſen, aber nicht ausgepreßt werden, einge⸗ knetet.— Es gibt dieſes, wenn anders der Teig gehörig verarbeitet und recht feſt ausgeknetet worden, ein gut ausgebackenes, lockeres und ſaftreiches Brod. Nach Putſche und Bertuch ſollen die rohen, gewaſchenen und geſchälten Kartoffeln auf einem Reibeiſen zu Brei zerrieben, und dieſer entweder zwiſchen den Händen, oder— wenn ſolches zu mühſam erſcheinen ſollte— in einem Tuche etwas wenig ausgepreßt werden, um den größten Theil des Vegetation⸗Waſſers, welches in der Rach Aharten, d iorer Griße alen übrige Kochen für nan doch in eiſe davon Geandheit Uiibrij dem Zuſc Zrod ofen denn es it füich, weicht z hott und whehaft, in talt einet, iberzeugte, de Krafte 2. D. fii zetrieh herredemet Irod zub s ferrit Gähru Dieſe wöhnlic bölige Brod a naſſen nach d von 6 Metho Theue *) Ag e ſetzen, Man und ei Vaſel Drte? Heft, Nani 153 nicht ſo a Nach Hermbſtädt können hierzu ſelbſt iene Kartoffel⸗ ved tmn. Abarten, die man ausſchließlich für das Vieh zu beſtimmen pflegt, den wie e ihrer Größe wegen am beſten benutzt werden; denn obgleich dieſe ſhon in; allen übrigen Kartoffelarten weit nachſtehen, daher auch zum aßnüger, Kochen für Menſchen nicht wohl zu benutzen ſind; ſo bemerkt oben werdn man doch im Geſchmack des, nach der angeführten Behandlungs⸗ das Jyiißt weiſe davon zubereiteten Brodes, und ſeines Einfluſſes auf die Geſundheit, auch nicht den mindeſten nachtheiligen Unterſchied. Uibrigens hat das aus zerriebenen Kartoffeln mit dem Zuſatze von Gerſten⸗ oder Roggemehl bereitete Brod offenbar mehrere Vorzüge, als gemeines Gerſtenbrod; denn es iſt weißer oder weniger braun, ſaftiger, erhält ſich länger d de Methrde ſchabten, af t weniger 7 n Vrod friſch, weicht beſſer in der Suppe; die Rinde desſelben wird nie n B. NI.) zu hart und verdirbt deßwegen nicht; auch iſt es nicht weniger konogtapii nahrhaft, indem eine faſt dreijährige Erfahrung über den Unter— en*). halt einer großen Anzahl von Geſinde und Arbeitsleuten Pictet überzeugte, daß es eben ſo gut wie das Weizenbrod nährt und die Kräfte erhält. eiten, ſo vitd Abend vother 2. Die Methode, aus gekochten, geſchalten, dann ſehr anz oder zmn fein zerriebenen Kartoffeln(Karkoffelbrei), mit Zuſatz eines rt, und nmn erigen Theit rtreten. An Getreidemehls und auf gewöhnliche Art eingeſäuerten Teiges*), Brod zu backen, iſt offenbar beſſer und brauchbarer, als die vorige uerte Maſt aus zerriebenen rohen Kartoffeln. den etwa zu⸗ en Kartoffln.. n, zu einen Gährung gewöhnlich den Teig zu dünne macht, davon zu trennen. und in de Dieſe Kartoffelmaſſe wird mit Getreidemehl vermiſcht und auf ge— wöhnliche Art eingeſäuert. Hat nun der Teig in der Nacht ſeine feln ehtn völlige Gährung angenommen, ſo wird er am Morgen geknetet, zu Brod ausgewirkt, und gebacken. Je mehr oder weniger die Kartoffel⸗ maſſe ausgepreßt worden iſt, deſto dicker oder dünner wird der Teig nach der Gährung ſein und einen größern oder geringern Zuſatz von Getreidemehl erfordern. Indeſſen wird doch immer bei dieſer Methode ein Drittel Getreidemehl erſpart, welches zur Zeit einer Theuerung von Bedeutung iſt. *) Als ein erprobtes Mittel, die Bierhefe bei allen Gebäcken zu er⸗ ſetzen, wird nachſtehende Behandlung der Kartoffeln empfohlen. Man zerdrückt nämlich 1 Pf. gekochte Kartoffeln, ſetzt 4 Loth Zucker und einen Eßlöffel voll gute Bierhefe dazu, gießt dann Maß warmes des zu ber⸗ gen aber di artoffelmaſe⸗ nit der dii nur mitteſt erden, einge g verarbelte nes, lockere nſhenen un Waſſer darauf, und läßt die ganze Miſchung an einem warmen rieben, un Orte 24 Stunden lang gehen. So wird 1 Maß der vortreflichſten s zumühſin Hefe, die auch zum Bierbrauen zu gebrauchen iſt.(S. Herings eßt werde Mannigfaltigkeiteu für mittlere Stände. J. 1806.) hes in de —=——— 154 Hermbſtädt und Putſche haben auch über dieſe Brodbe⸗ reitung, den ſtrengeren Forderungen entſprechende Anleitung gegeben. Letzterer ſagt: Reibt man die Kartoffeln, nachdem ſie gekocht und geſchält worden waren, auf einem Reibeiſen klar, und miſcht einen Theil davon beim Einſäuern unter das Mehl, einen andern Theil hernach am folgenden Morgen beim Kneten des Teiges darunter, ſo erhält man auf ſolche Art mit Erſparniß eines Viertels Getreide— mehls, ein gutes, nahrhaftes und wohlſchmeckendes Brod, welches vom gewöhnlichen Roggenbrode blos dadurch zu unterſcheiden iſt, daß einzelne Stücke Kartoffeln, welche auf dem Reibeiſen nicht zermalmt worden, hier und da durchſchimmern. Um dieß zu ver— meiden, ſchälte man die gekochten Kartoffeln und drückte ſie durch ein Drahtſieb oder einen feinen Durchſchlag, und rührte den Kar— toffelbrei in das einzuſäuernde Mehl, mit welchem ſie nach Hinzu⸗ ſetzung des Sauerteiges gehörig verarbeitet wurden. Am folgenden Morgen wurde ſo viel Roggenmehl hinzugethan, als die Auswir— kung des Teiges erforderte, und dieſer auf gewöhnliche Art ge— backen*).— Bei dieſem Verfahren erhielt man zwar ein vor— *) Um aus geſottenen und zu Brei zerriebenen Kartoffeln ein Brod zu bereiten, das die Eigenſchaft hat, nicht nur beſſer als gewöhnliches Brod zu ſättigen, ſondern fich auch länger milde und ohne zu ver— ſchimmeln aufbewahren läßt, ſchlage man folgenden Weg ein. Man macht, wie gewöhnlich, Tags vorher, ehe man backen will, den ſo⸗ genannten Trog mit Mehl ohne Zuſatz von Kartoffeln an. Am andern Tage werden die Knollen weich geſotten, geſchält und ſo klein als möglich gemacht, indem man ſie mit einer hoͤlzernen Hand⸗ walze(der ſogenannten Nudelwalze) zu einem Brei zerdrückt. Dieß muß geſchehen, ſo lange ſie noch warm ſind. Nun wird von dieſem Kartoffelbrei ſo viel dem übrigen Brodmehl(Korn⸗ oder Gerſten⸗ mehl) beigemiſcht, als der vierte Theil desſelben beträgt, d. h. zu Getreidemehl? Kartoffelbrei,— und der Teig nun umgearbeitet und geknetet, welches aber etwas länger und ſtärker, als beim gewöhnlichen Brode geſchehen muß, um die Vermengung der etwa knolligen Kartoffeln mit dem Mehle ſowohl beſſer zu bewirken, als auch das Brod ſelbſt luftfreier zu machen. Auch thut man wohl, wenn man den Teig eiwas mehr ſalzt, als ſonſt, weil die Kartoffeln eine ſtärkere Säuerung verlangen; etwas Kümmel zugethan, erhöht den Wohlgeſchmack. Iſt der ganze Teig ſo gut als möglich durch ein⸗ ander gearbeitet, ſo daß er ſich trocken von der Hand ſchält, dann wirkt man ihn zu gewöhnlichen Laiben oder Wecken aus, die man, wenn man von guten Backöfen verſichert iſt, gegen 5— 6 Zoll dick machen kann; denn dieſes Brod ſchwillt gern auf und verträgt daher auch eine mehr als gewöhnliche Dicke. Doch kann auch die in jedem tafflche bedeutend zn dünn ge Morgen zll geſtyhei zu Nach Jr. 19) 1 Geriht i ſhälter un Pf. Mehl ſohren wei inen Drit gens hat d — Hausw man d Eine ſcäͤltd ſe in k Paſer neues bleibt. thut ſ Kartoff eigen ſo diel manii ſoochen trog. ſo wird einen f dem T könner kiſet Vrod beizun die etwas deig bis e neuen brode ſärker der d 155 eſe Vroͤle ung gegehen gekott m treffliches Brod, allein die Erſparung des Getreidemehls war bedentend geringer, weil der Teig durch die Gährung der Nacht niſtten zu dünn geworden war, und folglich durch das Auskneten am ademah Morgen zu viel Getreidemehl erforderte, um ihm die gehörige R Feſtigkeit zu geben. Nach einer Angabe in den ökonom. Neuigkeiten(J. 1837, Nr. 49) wird ein ſehr gutes Brod dargeſtellt, wenn 20 Pf. (Gewicht im rohen, natürlichen Zuſtande) gekochter, dann ge⸗ ſchälter und ſehr fein zerriebener Kartoffeln in einem aus 15 Pf. Mehl eingemachten Teig gut eingerührt und mit dieſem ge⸗ gohren werden. Doch darf dieſe Maſſe mit nichts mehr als einem Drittheile ſonſtiger Waſſermenge eingemacht werden. Uebri⸗ gens hat das Brod von beigemengten Kartoffeln den Vorzug zes darunte, els Getred⸗ Brod, wlhe erſcheiden i ibeiſen ri dieß zu der kkte ſie dut rte den ga⸗ nach Hing Am folgenden die vn Hausweſen eingeführte Dicke beibehalten werden. Nun verfährt man damit, wie bei dem gewöhnlichen Hausbrode. Eine andere Bereitungsart iſt folgende: Man ſchabt und liche Art ge var emn dor⸗ ſchält die rohen, ungekochten, großen und mehligen Kartoffeln, ſchneidet ſie in kleine Stücke und legt ſie über Nacht in ein Gefäß mit friſchem eln ein Vro Waſſer übergoſſen. Iſt das Waſſer trüb, ſo wird ſolches ab- und gewöhnlihes neues aufgegoſſen, und dieß ſo oft wiederholt, bis das Waſſer rein ohne zu ber bleibt. Den andern Tag nimmt man ſie vor dem Einſäuern heraus, jein. Mu thut ſie in einen Keſſel, ſetzt ſie mit ſo viel Waſſer, daß nur die will, den ſi Kartoffelſchnitten damit bedeckt ſind, zum Feuer, und zerkocht ſie zu En an. Am einem ordentlichen Brei oder Muß. Iſt dieſes erfolgt und derſelbe hält und ſ ſo viel abgekühlt, daß man die Hand darin leiden kann, ſo treibt zernen Hand⸗ man ihn, mit der flachen Hand gerieben, durch ein von Draht ge— drückt, dic flochtenes enges Sieb oder einen engen Durchſchlag in den Back— trog. Sollten die Kartoffeln beim Durchreiben zu trocken werden, ſo wird etwas kaltes Waſſer zugegoſſen. Auf dieſe Art erhält man einen feinen Kartoffelbrei, die Hülſen bleiben im Sieb zurück, welche d von dieſen dder Gerſte d. h. zu Madn dem Vieh in's Tränkwaſſer, oder auf Häckerling gegeben werden gewöhklihn können.— Dem durchgeriebenen Brei wird Abends Sauerteig zu⸗ wa knolile geſetzt, und mit ſo viel Roggenmehl als ſonſt ein gewöhnlicher zaͤher ts auc d Brodteig erfordert, geknetet, ohne jedoch einen Tropfen Waſſer 5 n m beizumengen. Dieſen wohl durchgekneteten Teig läßt man zum Gähren 3 8 tid die Nacht über, etwa 9— 10 Stunden ſtehen Des Morgens wird uiſe a etwas Salz und Kümmel, aber wieder kein Waſſer zugeſetzt, der 1 6 ii⸗ Teig gut durchgearbeitet und ſo viel Roggenmehl hinein geknetet, h dur dm bis er ſeine gehörige Dicke hat. Nun läßt man den Teig von ſcü⸗ neuem etwa 3—4 Stunden lang ſtehen, ehe er ausgewirkt und zu 43, n ne Broden geformt, in den Ofen gebracht wird. Der Ofen muß etwas dic mahe ſtärker geheizt werden, als zum bloßen Mehlteig. Das Abkühlen . auch t der Brode muß ſehr langſam geſchehen. ſee in jeden 136 vor dem aus Kartoffelmehl bereiteten, daß es lange friſch und angenehm feucht bleibt, während das von beigemengtem Kartoffel— mehl zu bald trocknet und dadurch eine unangenehme Sprödigkeit erhält.(S. a. a. O.) Weiße Kartoffeln laſſen ſich nicht ſo leicht zu einem Brei zerreiben als rothe. Der Geſchmack des Brodes aber von weißen Kartoffeln iſt angenehmer als der, welches mit rothen vermiſcht iſt. 3. Am entſprechendſten wird das Brod von roh gedörr⸗ ten und dann gemahlenen Kartoffeln, oder beſſer noch aus dem Mehle gedämpfter und getrockneter Kartoffelſubſtanz bereitet. Nach Jaßnüger's Verſuchen erhält man ein gutes, verdauliches, durch längere Zeit haltbares Brod, welches viel angenehmer als das gewöhnliche Kommißbrod ſchmeckt, am beſten, wenn man entweder gleiche Theile Roggen— und Kartoffelmehl, oder 2 Theile von letzterm mit 1 Theil Weizenmehl ſehr genau vermengt, und zum Kneten anfangs kaltes, dann aber allmälig warmes Waſſer verwendet. Von dem Roggen— mehl muß der Zuſatz deßwegen größer ſein, weil dieſes weniger Pflanzenleim als das Weizenmehl enthält, und das Weizenmehl zu dieſem Gebrauche kann ſogar von der geringſten Weizenart ge⸗ nommen werden, weil eben diejenige, welche die Oekonomen als die geringſte oder ſchlechte Art anſehen, den meiſten Leim(Kleber) in ihrer Miſchung hat. Der Teig zu dieſem Brode muß übrigens etwas lockerer und nicht ſo feſt wie zu dem gewöhnlichen Roggen— oder Weizenbrode, aber fleißiger durchgearbeitet und geknetet werden; er darf nicht zu lange gähren, ſondern muß, ſobald der Umfang desſelben durch die Gährung beiläufig um den dritten Theil zugenommen hat, gebacken werden, ſonſt erhält das Brod einen ſäuerlichen Geſchmack. Auch darf die Hitze des Ofens nicht gar zu ⸗groß ſeing damit das Kartoffelbrod allmählig, nicht zu ſchnell, aber doch ganz durchgebacken werde.(S. Jaßnüger a. a. O. Auch Putſche und Bertuch wollen ohne allen Zuſatz, oder höchſtens mit einem Viertheile, ja ſelbſt mit einem Siebentheile Getreidemehl blos aus Kartoffeln ein ſehr gutes Brod bereiten, wenn dieſe zuvörderſt mittelſt des Real'ſchen Apparats, oder auch nach der oben angegebenen Methode in Mehl verwandelt worden ſind. Dabei kömmt, wie ſie bemerken, die Hauptſache auf guten Sauerteig an; doch muß immer hierbei der Kunſtgriff beobachtet werden, daß man bei dem Verbacken den dritten Theil des Mehls mit ſiedend heißem Waſſer anbrüht, und dann eerſt nach der gwöͤhn r anbrühe!e Alt un5n dihrm s lörig bln NaG 6. 1881 hh N zermer vn goßeriſl du bri etwas L 40! Prodde ſekod 2. 1⁵57 vehd gewöhnlichen Weiſe das übrige Mehl zuſetzt. Denn durch dieſes Anbrühen wird ein Theil der Kartoffelſtärke in Schleim verwan⸗ 4Sprodiſi delt und dadurch beim Zuſatze der Hefe oder des Sauerteigs die Gährung befördert, ſo daß ein ſchönes und ſeine Feuchtigkeit ge— einen d hörig haltendes Brod gewonnen wird*). t von wiße Nach den Mittheilungen der mähriſch-ſchleſiſchen Geſellſchaft verniſttt(J. 1838) iſt es am zweckmäßigſten, 1 Metze Kartoffelmehl mit oh gedin⸗ 1 ½¼ Metzen Roggen⸗ oder 1 ½ Metzen Weizenmehl genau zu der beſſe vermengen, dann auf die gewöhnliche Weiſe, jedoch mit einer etrocknete größern Menge Sauerteig, als ſonſt nöthig iſt, in die Gährnng *s Verſuhhn zu bringen, den Teig auch etwas feſter zu kneten, und das Brod Zeit halthnn etwas länger als ſonſt im Ofen zu laſſen. Kommißtua 4. Parmentier bereitete das feinſte und ſchmackhafteſte heile Rogger Brod, blos aus Kartoffeln, wozu er ſich des Stärkmehls und mit 1 Thel gekochter Kartoffeln zu gleichen Theilen bediente, auf welche ffangs ko den Ngxr ⁵*) Nach einer andern Vorſchrift iſt das eigentliche Verfahren dabei eſes wenngen folgendes: Das Mehl wird am Abend auf gewöhnliche Art—allen— Weizenmei falls kann dazu etwas wärmeres Waſſer, als zu anderm Mehl ge⸗ gei nommen werden— eingeſäuert, und bleibt die Nacht über in einer höhern Temperatur, im Winter am warmen Ofen ſtehen. Dieſer Veizenart gi⸗ eingeſäuerte Teig muß am Morgen von ſeiner Gährungshöhe etwas konomen als in(Klebe gefallen ſein, wenn er geknetet und ausgewirkt werden ſoll. Man C„F.„—.—— uß übrigen bereitet ſodann 3— 4 Maß ſiedend heißes Waſſer, macht auf der hen Roggen⸗ andern Seite des Troges in das neben dem geſäuerten Teig lie⸗ gende Mehl eine Grube, gießt hierauf 2 Maß dieſes ſiedenden Waſſers, nachdem vorher eine Maß kaltes damit vermengt worden, ſobald der 6 2 1— „ſobaldd in die neu gemachte Grube und rührt von dem Mehl ſo viel, als den dritten zu dem heißen Waſſer erforderlich iſt, zu einem dicken Teige an. t das Brod Bis hieher bleibt der eingeſäuerte Teig unverſehrt ſtehen. Sobald aber das nöthige Mehl in dem heißen Waſſer zu einem dicken Teige Ofens nic 1 eingerührt worden, nimmt man noch ſo viel laues Waſſer, als er— 3 forderlich iſt, und ſchüttet es, wie ſonſt gewöhnlich, zu dem einge⸗ iger a.. ſäuerten Teig, hütet ſich aber, daß man nicht zu viel Waſſer auf )Zuſat/ oder einmal nehme und der Teig zu dünn werde. Der ganze Teig wird Siebentheil hierauf gehörig durcheinander gearbeitet. Iſt ſolches geſchehen, ſo od bereite. läßt man ihn wie gewöhnlich gehen(auflaufen) und heizt unter⸗ 1 4 deſſen den Ofen etwas ſtärker, als zu anderm Brodteige. Sobald 5, vden in nun der Teig gehörig aufgegangen iſt— er ſoll jedoch nicht ſo hoch delt worden als ein anderer Teig geſtiegen ſein— bringt man denſelben in den e auf güten Ofen.— Man macht aber nur ein⸗- oder zweipfündige Brode, damit f beobachtt die Rinde nicht zerreiſſe. Iſt Alles gehörig nach obiger Vorſchrift behandelt worden, ſo erhält man ein ſehr gutes Brod, von reinem Geſchmacke, gleich dem Weizenbrode. ldes Mehle ſt nach der 158 Weiſe ein weißes, völlig aufgegangenes und ſehr nahrhaftes Brod, das zwar dem Weizenbrode nachſteht, aber doch dem Roggenbrode völlig gleich zu ſetzen und dem Gerſtenbrode vorzuziehen iſt, erzielt werden kann. Doch iſt nicht zu läugnen, daß Parmentier's Methode zu umſtändlich iſt; daher jenen, wo die zerriebenen rohen Kartoffeln ſogleich mit Getreidemehl eingeſäuert, oder die gedörrten und in Mehl verwandelten Kartoffeln auf gewöhnliche Art wie an⸗ deres Getreidemehl verarbeitet und in Brod verwandelt werden, nach— ſtehen muß.(S. Putſche und Bertuch's Monographie, p. 134.) Nimmt man gut ausgetrocknetes und am beſten gelind ge— röſtetes Kartoffelſtärkmehl zum Brode, ſo muß auf 1 Theil des⸗ ſelben, wenigſtens 2 ½ Theil des Getreidemehls genommen, und nachdem beide genau gemengt ſind, der hieraus dargeſtellte Teig, welcher mit Sorgfalt anzumachen iſt, daß ſich keine Klümpchen bilden, genug lange der Gährung überlaſſen werden(Oeſter. Wochenblatt N. 12. J. 1835). Was Payen in der Sitzung der Societé royale d' horti- culture in Paris am 19. Febr. 1840 über die Verwendung des Kartoffelſtarkmehles zu Brod ſprach, hievon gibt das Echo du monde savant in Nr. 518 folgendes im Auszuge»Brod, dem eine bedeutende Menge Kartoffelſtärkmehl zugeſetzt worden, hat einen ganz anderen Geſchmack, als gewöhnliches Brod; dagegen kann man in Form von gekochten Kartoffeln, in denen das Stärk⸗ mehl noch in den vegetabiliſchen Häuten eingeſchloſſen iſt, dieſelbe Menge ſolches Stärkmehl zuſetzeu, ohne daß man es am Geſchmack erkennt. Man kann dem Brode bis zu 80 pCt. gekochter Kar⸗ toffeln beimengen, und auf dieſe Weiſe nicht blos die 17 pCt. Stärkmehl, welche in den Kartoffeln enthalten ſind, ſondern im Durchſchnitte 27 pCt. derſelben nutzvoll verwenden. Nach den Verſuchen des Bäckers Robine, dem die Société d'encoura- gement unterm 12. Februar 1840 einen Preis von 1000 Franken. zur Aufmunterung zuerkannte, hat dieſe Brodbereitung keine Schwierigkeit, ſelbſt wenn man nur 15 pCt. dazu verwendet. Uebrigens iſt ein Zuſaß von geringen Quantitaͤten Stärkmehl, wie z. B. von 10 pEt. dem Brode nur zuträglich, denn es wird dadurch viel weißer, beſonders wenn das Mehl etwas ſchwarz, aber doch ſehr reich an Kleber iſt. Es gelang Payen dem Stärk⸗ mehle durch Behandlung desſelben mit waſſerfreiem Alkohol den Geſchmack, der es zur Brodbereitung untauglich macht, zu ent— ziehen; doch iſt dieſes Verfahren zu koſtſpielig, als daß es im Gloßen al 1840 B. pict und intere brodes, w Riibeiſen ſtande, in friwiliger einem Sol — ⁴) Voul witthſü reituns ſeiner ẽ Brodii: 5) Klogr. 5⁴= A= t Lot) Kil Paſer)ſ gemor dich geſcht nachdic hinlähe worde degn wie) Klog diſe oif ange Nehn Merg⸗ wöhl maſſn udn ließ habn das ſcon, 159 Nhaftes B, Großen ausführbar wäre*).(Dingler's polytech. Jour. J. Noghenlna 1840 B. LXXVI. H. 3.) hen iſt ej Pictet in Genf machte in den neueſten Zeiten die meiſten rmentier“ und intereſſanteſten Verſuche über die Bereitung des Kartoffel— riebenen u brodes, wozu er bald das Mark d. h. gekochte und auf einem die geddrn Reibeiſen zerriebene Knollen in mehr oder weniger naſſen Zu⸗ he Art wien ſtande, indem ſie entweder blos auf einer ſchiefen Fläche zum t werden, a freiwilligen Abtropfen ihres Vegetations⸗Waſſers gelegt, oder in aphie, y. 139) einem Sacke unter einer Preſſe ausgepreßt wurden, bald ganz ten gelind 72 11 Theil de nommen, un) rgeſtelle di *) Bourdon d'Aiguiſy machte am 9. Juni 1840 vor dem land⸗ wirthſchaftlichen Vereine in Compiegne einige Verſuche über die Be— reitung eines Kartoffelbrodes, worüber das Echo du monde savant in ne Klümgcen ſeiner N. 519 folgende Aufſchlüſſe gibt:»Als Ingredienzien zu dem rden(Diſn Brode wurden genommen: 50 Kilogr.(100 Pfd) Roggenmehl, zu 26,56 Ct. das Kilogr. 13 Fr. 33 25— Kartoffelſatzmehl, im Werthe von 3— 3— ale d dart 20— geſsottene Kartoffeln im Werthe von.—— 48— rwendung d 4 Loth Kochſalzpulver...—— 02— das Eeho du Waſſer, welches mit 6 Kilogr. Kleienmehl und ganz friſch „Brod, di gemahlener Kleie geſättigt worden......—— 60— 18 Fr. 03 Ct. den, hat 1.— torden, Die Kartoffeln wurden mit Waſſer geſotten, abgeſchält, in Stücke zrod; dagege geſchnitten, durch einen Durchſchlag aus Weißblech getrieben, und en das Etit nachdem das Waſſer von ihnen abgeſchieden worden, mit einer iſ, dieſeb⸗ hinlänglichen Menge Waſſer, das mit 3 Kilogr. Kleienmehl verſetzt worden, vermengt. Dieſe Maſſe, welche ſo heiß war, daß man die Hand oben darin zu halten vermochte, wurde auf dieſélbe Weiſe, wie man Erbſen durchzutreiben pflegt, durchgetrieben, und mit 17 am Geſchnu ſekochter Fu⸗ die 17 90 Kilogr. des Roggenmehls vermengt. Um die Gährung des auf ſondern it dieſe Weiſe angeſetzten Häfels zu befördern, warf man ungefähr 4 Nach der Loth Kochſalzpulver darauf. 7 Stunden ſpäter ward hiemit der Teig angemacht, indem man nach und nach die übrigen 33 Kilogr des Tencaun Mehles und die 25 Kilogr Kartoffelſatzmehl, ſo wie eine hinlängliche 9⁰0 Jranla Menge des geſättigten Waſſers zuſetzte. Der Teig wurde wie ge— eitung keine wöhnlich gearbeitet, nur hielt man ihn etwas weicher. Aus der Teig— jverwendet maſſe formirte man 42 Brode zu 1 Kilogr 250 Gr. und 10 Brode arknehl r zu 8 Kilogr. man welche nun, nachdem man ſie 2 Stunden lang gehen tarime ließ, in den Ofen einſchoß. Erſtere brauchten eine, letztere andert— nn es win hab Stunden zum Backen. Man erhielt 128 Kilogr. Brod, wovon was ſchwaty das Kilogr. auf 14,66 Cent. zu ſtehen kam. Die Brode hatten ein dem Stati ſchönes Ausſehen, und waren ſehr wohl⸗ſchmeckend; auch erhielten ſie Alkohol den ſich 10 Tage lang ſehr friſch. Bourdon nährt ſeine Dienſtleute ſeit drei Monaten mit ſolchem Brode, und Alles iſt damit ſehr zufrie⸗ 1 t. zt, zu ein den.(Dingler's polytech Jour. J. 1840. B. LXXVI. H. 2.) daß es in 160 trockenes, bald noch naſſes Kraft- oder Stärkmehl, bald zerriebene, hernach ausgepreßte, getrocknete und anf einer Mühle in Mehl verwandelte Kartoffeln angewendet. In dieſem verſchiedenen Zu⸗ ſtande wurden ſie entweder mit Weizen- oder Gerſten- oder Buch— weizenmehl in ganz verſchiedenen Verhältniſſen gemiſcht und nach obigen Vorſchriften gebacken. Alles wurde vorher gewogen, die Kartoffeln roh und gewaſchen, aber ungeſchält, und eben ſo das hinzugeſetzte Mehl; nach dem Backen aber ließ man das Brod vorher erkalten, ehe man es wog, und auf dieſe Art erhielt man die ſicherſten Reſultate. Dieſe ſind: 18 Pfd. Weizenmehl 9» friiſch geriebene Kartoffeln 27 Pfd. gaben 34 ½ ſehr ſchönes Brod. 4»- Weizenmehl 2» trockenes Stärkmehl 6 Pfd. gaben, mit Milch eingemengt, 9 ½ Pfd. Brod. 70» Gerſtenmehl 30» friſch geriebene Kartoffeln 105 Pfd. gaben 128 Pfd. Brod. ¼» Weizenmehl 4» Sauerteig von demſelben Mehl 3» trockenes Kartoffelmehl 3 ½ Pfd. gaben 4 ½¼ Pfd. ſehr ſchwarzes; aber ſaftiges Brod. 50» Gerſtenmehl 50 p ggeriebene und ausgepreßte Kartoffeln 100 Pfd. gaben 127 Pfd. Brod. 1 2 Weizenmehl 3 getrocknetes Kartoffelmehl 4 Pfd. gaben 6 Pfd. ſchwarzes, aber aufgegangenes Brod von ſehr gutem Geſchmack. 50 2 Bluchweizenmehl 50 p geeriebene und ausgepreßte Kartoffeln 100 Pfd. gaben 135 Pfd. Brod. 8 gekochte und geriebene Kartoffeln 15» Weizenmehl 10» Stärkmehl 33 Pfd. gaben 36 ½ Pfund ſchönes und gutes Brod. 15„ 1 10 5 he — 50 J.g 1, 3 1, ff 1 gl 7M ſ. Aohl 36 Pfd „3 4 4 l 4 11 fd. 161 jbadd eit 1b Mühle 1 25 Pfd. Buchweizenmehl eſchidenen 15„ Kartoffelmehl erſten⸗ dder 10„ gekochte Kartoffeln hemiſcht und 50 Pfd. gaben 69 Pfd. Brod. ſer gewogen,. und eben ſ man dos a 12„ Weizenmehl 12„ Kartoffelmehl 12„ gekochte Kartoffeln ‚Nt erhit— 36 Pfd. gaben 36 ½ Pfd. prächtiges Brod. „ feines Mehl 4„ Stärkmehl „ gekochte Kartoffeln 12 Pfd. gaben 12 ¾l Pfd. Brod. 24„ Gerſtenmehl Pfd. Brod, 12„ Stärkmehl 15„ Kartoffelmehl 8„ gekochte Kartoffeln 59 Pfd. gaben 84 Pfd. Brod. 24„ Weizenmehl 12„ Stärkmehl 12„ Kartoffelmehl r ſaftiges In„ gekochte Kartoffeln 56 Pfd. gaben 76 ½ Pfd. Brod. 30„ Gerſtenmehl 15„ Stärkmehl 15„ gekochte Kartoffeln 60 Pfd. gaben 84— 85 Pfd. Brod. 3 Pr angenes An. gang 50„ Gerſtenmehl 50„ Kartoffelmehl 100 Pfd. gaben 144 Pfd. Brod. Aus dieſen und noch vielen anderen Verſuchen, die ſich weit über hundert beliefen, ergeben ſich noch nachſtehende Folgerungen: a) 100 Pfd. rohe geriebene Kartoffeln gaben 59 Pfd. Brod. Dahingegen erhielt Pictet von 100 Pfd. getrockneter rod. und zu Mehl verwandelter Kartoffeln gegen alle Erwartung 11 162 wartung nur 36 Pfd. Brod.— Dieſer Unterſchied iſt ganz eigen und nur ſchwer zu erklären, aber nach der Menge comparativer Verſuche außer allem Zweifel. b) Wurde das Kartoffelmehl dem Gewichte nach! mit gleicher Quantität Gerſtenmehl vermiſcht, ſo lieferte es 144 1¹2 pCt. Brod. c) Das Stärkmehl gibt nicht ſo viel Brod, als das Kartoffel⸗ mehl, aber es macht das Brod weißer. Der Zuſatz von gekochten Kartoffeln macht das Brod beſſer, lockerer und erhält es läͤnger friſch, aber er macht auch, daß das Mehl nicht ſo viel Waſſer annimmt, als mit dem Gerſtenmehl, und in der Quantität, in welcher ſie angewandt wurden, vermehrten ſie das Gewicht des Brodes nicht merklich. d) Die Miſchung, welche das angenehmſte Reſultat in Hinſicht der Weiße, Lockerheit und aller der Eigenſchaften gab, welche man von dem beſten Brode fordern kann, war die von fei⸗ nem Weizenmehl, Stärkmehl und gekochten Kartoffeln zu gleichem Gewicht. e) Es ergab ſich auch, daß man aus ¾ und ſelbſt% Kar⸗ toffelmehl, ſehr gutes Brod backen kann, wenn man zum Ganzen noch das übrige Weizenmehl hinzuſetzt, um das Brod zum Aufgehen zu bringen. f) Der Buchweizen läßt ſich bekanntlich für ſich nicht zum Brod— backen anwenden; aber mit Kartoffeln vermiſcht, gibt er ein gutes, nahrhaftes Brod*). *) Folgende ſind die von Whateley angeſtellten Verſuche und die hieraus hervorgegangenen Ergebniſſe. I. Verſuch. Nr. Gewicht. Materialien. Gewicht d. Brodes. Anmerkungen. 1. 2 Pf. 8 Unc. Weizenmehl 3 Pf. 6 Unc. Gutes Brod. 2. 2 2„ dto. 2 11 17 dto. 3. 1» 8» Kartoffellmehl 3 2 4» Geſchmack nach rohen 6»—„» Kartoffeln. 4. 2»— Weizenmehl 1 2— Kartoffelmehl 3» 13» Ebenſo. Nr. Gevic 5 1 f. 163 erſchied ſt a M ui de ſ Wie Pictet, wäͤhlte auch Cadet de Vaux in Paris beinahe der Men in derſelben Zeit die Bereitung des Kartoffelbrodes zum Gegen— ch mit lei 65 144 1,; Nr. Gewicht. Materialien. Gewicht d. Brodes. Anmerkungen. 5. 1 Pfd. 8 Unc. Weizenmehl 2»—» Kartoffelmehl 3 dag G. 8 das Kattif 2 2— Geſottene Kartoff. Der Duſ.t— 2 5— Der Juſet 5„ S 5„ 7» Etwas Geſchmack nach ſer, lockerer rohen Kartoffeln. „daß das! Weiße Kruſte. em Gerſte 6. 1* 8» Weizenmehl gewandt wu 1»— Geſottene Kartoff. cht merlii 2 2„ 2» 9» Wohlſchmeckendes Brod. Feucht. ultat in Hi aften gal,a 7.1O— Weizenmehl war die din 1»— Kartoffelmehl en Kartof 3 2— 3»— Eben ſo. 8. 1 ⸗— Weizenmehl Vortreffliches Brod. d ſelbſt. 1— Kartoffelmehl Whateley hält es für vein n 1»— Geſottene Kartoff. vollkommen ſo gut, als al——————;—. t 2„ 3»— 3» 2» wenn es ganz aus Wei⸗ t, un dißs zenmehl wäre. 1 9. 1»— Weizenmehl nicht zun d 1»= Geſottene Kartoff. rmiſcht, g 2»= 1» 13» Schwer gebacken, aber ſehr ſüßes Brod und feucht. Verſuche un II. Verſuch. 1. 2»— Weizenmehl 1»— Geſottene Kartoff. — 3»— 2» 15½» Schwer gebacken, aber Anmertunn nicht unangenehm. es Brod. dto. 2. 1» 8» Weizenmehl hmack nach b 2»— Kartoffelmehl 2 2— Geſottene Kartoff. Kartoffln. 5 1 8u 5» 6» Schwer gebacken. Mittelmäßig. b 11* chym(die Stärkefaſer) der Kartoffeln dazu an, indem er es noch Materialien. Gewicht d. Brodes. Anmerkungen. „ „ L 2 Treffliches Brod. Wird beſſer, wenn es einige Tage liegt. Beinahe überbacken. Dieſes Verhältniß iſt beinahe beſſer als Nr. 3. Das Brod iſt aber bei beiden vortrefflich— Es wird beſſer, wenn es einige Tage aufbewah⸗ ret wird. Beinahe zu naß, aber ſehr feſt und gut; auf— bewahret wird es viel beſſer. Leichtes, angenehmes Brod. Die Farbe iſt dunkel. Schwer, mißfarbig; die Kartoffeln waren 48 Stunden lang ge⸗ rieben. Unangenehmer Geſchmack. Etwas ſchwer, mißfar⸗ big. Geſottene Kar— toffeln ſind offenbar weit beſſer zum Brod als zerriebene. Gutes Brod. Röſtet ſehr gut am Feuer wie alles aus Kartoffeln bereitete Brod. 8 9 1. 9. V ſtande ſeiner Unterſuchungen und wandte vorzüglich das Paren⸗ ' Nr. Gewicht. 3. 2 Pfd.— Unc. Weizenmehl 2»— Kartoffelmehl 25— Geſottene Kartoff. 1 6 2— 6 4. 1» 8„»„ Weizenmehl 1 2— Kartoffelmehl 1»— Geſottene Kartoff. 3 2 8 2 3 — 5. 1»— Weizenmehl 1 2— Kartoffelmehl 1 28 p Geſottene Kartoff. 8 2 8 2 3„* 6. 1— Weizenmehl A 1»— Gerieb. Kartoffeln 1 2 2— 1 p„ I A 4 III. Verſu 1. 2»— Weizenmehl 1 V 2 2— Kartoffelmehl — V 2»— Gerieb. Kartoffeln 6 2— 6» 2. 1» 8 Weizenmehl 1— Kartoffelmehl 1— Gerieb. Kartoffeln 3 2 8 3 2 . W 3. 1 8 Weizenmehl 1»— Kartoffelmehl 12— Geſot. Kartoffeln 3 2 8„ 3 p fir nahrhoft ſen iſt es Mehl u ee Kartofell ge — Gewicht 4 2f. 12— 1* 165 lich da as Pan für nahrhafter als das Kartoffelſtärkmehl hält. Am vortheilhafte⸗ ſten iſt es nach ſeinen Verſicherungen, die Kartoffeln vorher in Mehl zu verwandeln, ehe man ſie dem Teige zuſetzt.— 100 Pfd. dem er es ng Anmerkungn Kartoffeln getrocknet und zu Mehl gemacht, geben deſſen 35 Pfd., fliches Brod 7 1 de inde Nr. Gewicht. Materialien. Gewicht d. Brodes. Anmerkungen. darnda 4. 2 Pf.— Unc. Weizenmehl Etwas ſchwer. Miß⸗ L le ſg. S. deei d 1»— Kartoffelmehl farbig. Kein guter en. 1» Gerieb. Kartoffel Geſchmack. 4»— 4 y— n es Verhähr 5. 2»— Weizenmehl Vortreffliches Brod. ahe beſerqe 1 2— Kartoffelmehl Die Farbe beſſer als an das Bran f 12 234 Geſot. Kartoffeln Nr. 3, und etwas mehr deden Irft 4»— 4» 4» dicht. Dieſe Menge 1 bortref Nojao 9 j midieſgn Weizenmehl allein ſe Tozei würde, wie aus Nr. 6 e Lag her Fanſ erhellet, 2 Pf. 10Uncen 6 Brod gegeben haben, folglich iſt d. Verhält⸗ ahe zu ni ae niß des Produktes der feſt und gul u Kartoffeln an dieſem hret wird ez Laibe 1 Pf. 6 Unc. oder beinahe das Drittel. 6. 2 Pfd.— Weizenmehl 2 Pfd. 10 Unc. Etwas dunkel. Das Anſehen d. Laibes ließ vermuthen, daß die Hefen nicht gut ge— es, angenehmet Die Farbe i . weſen. 7. 2»— Weizenmehl Vortreffliches Brod; —* 8 Kartoffelmehl weißer als aus Weizen⸗ t, mißiuni 2 2 8„ 3» 4» mehb, allein durchaus arttoffeln vun kein Kartoffelgeſchmack unden lang Wurde erſt nach 8 Ta⸗ Unangeneſn gen gebraucht. nack. 8. 2»— Weizenmehl Kommt Nr. 9 nicht ſchwer, mißf—» 8 Kartoffelmehl gleich. Ein Beweis jeſottene Ke— 2* 3 7 Gerieb. Kartoffeln mehr, daß gerieb. Kar— ſind offende 2» 11 3„ 7» toffeln nicht ſehr zu ge⸗ ſer zun Bn brauchen ſind. riebene. 9. 2*»— Weizenmehl Vortreffliches Brod, gd Kößt—» 8 Kartoffelmehl geht bei dem Röſten Brod.„.—» 8 Geſot. Kartoffeln auf, und war nach 7 am zeieen 19— 3» 5» Tagen noch ganz neu— us Kallufe gebacken. Brod. 166 dagegen liefert das nämliche Quantum durch Ausſcheidung des Parenchyms und der Stärke nur 25 Pfd. Mehl. Mit Getreide gemengt, erhält man von dieſem Mehle ein vortreffliches Brod, welches ſich ganze Monate lang friſch erhält. Die Anwendung des Mehls und Parenchyms im feuchten Zuſtande iſt nicht vor— theilhaft, wohl aber die Anwendung beider im trockenen Zuſtande. Man bedarf dazu nur die Hälfte Weizenmehl, und ſelbſt vom Gerſtenmehl iſt nur die Hälfte hinreichend, zur Beimiſchung. Dieſes Brod iſt beſſer als das von reinem Weizenmehle, weil die Stäͤrke das mehr oder weniger verdorbene Mehl verbeſſert. Eine Ver— bindung von 75 Pfd. Weizenmehl und 75 Pfd. Parenchym und Stärke, geben 200 Pfd. Brod.— Eben ſo gaben 15— 18 Pfd. Gerſtenmehl und 9 Pfd. Parenchym 24— 38 Pfd. Brod. Deſſen Beimiſchung benimmt auch dem Gerſtenmehle ſeine Sprödigkeit*). Benuͤtzung der zeitigen(reifen, ſogenannten alten) Kartoffeln; in techniſcher und ſonſtiger Beziehung. Die Kartoffeln können im rohen Zuſtande als ein gutes Verſtärkungsmittel der Hefe dienen; man ſetzt ſie daher mit Nutzen zu ſchwach gährenden Flüſſigkeiten(Leuch's Haus- und Hülfsbuch. J. 1829). Rohe zerriebene Kartoffeln, mit warmem Waſſer angemacht und mit etwas Hefe in Gährung gebracht, geben eine zwar nicht ganz ſo wirkſame, aber ſonſt der Bierhefe gleiche Hefe. Man ſetzt zu 1 Eimer Kartoffelbrei, ehe man ihn gähren läßt, 2 Quentch. gebrannte und geſtoßene Krebsſteine(oder Kreide), eben ſo viel geſtoßenes und gebranntes Hirſchhorn, oder ſtatt der Krebsſteine guten Branntwein.(Eben daſelbſt.)(Siehe S. 309.) »Nach Payen«(im Echo du monde savant. N. 518) findet das Mark der Kartoffeln bei der Pappendeckel⸗Fabrikation der⸗ malen eine ausgedehnte Anwendung. Die Wäſcherinnen bedienen ſich der Kartoffeln häufig zum Waſchen und Bleichen, ſtatt der Seife; doch laſſen ſich zu *) In dem Magazin der neueſten Erfindungen, Verbeſſerung in der Gewerbskunde u. ſ. w. J. 1840, B. 5 S. 153, wird mitgetheilt: man habe in Frankreich Kartoffeln ſelbſt mit Runkelrüben vermiſcht, zum Backen angewendet; das dadurch erhaltene Brod war ſehr gut 18 852 9* H und das Pfund „ 82 Reonnl e„ zu 8 Pfennigen verkauft werden deſen Jo dlauen, ro davon Re 1 nur dui Pe iten url ſidenen 4) alo p V toffen mit) der 6( y) Aé dier jerrie rühtt ſod ſutf Ul ſchue des Flußn falt. 8 ſeidene A ſaune halt S ſch l und daſſen Jeug laſen reini legt ddieſe völli Um d 167 — dieſem Zwecke lediglich die weißen Sorten onvenden, denn die — Merait blauen, rothen und mit marmorirtem Fleiſche, ſind, weil die Wäſche Du d davon Flecke bekommt, untauglich dazu. Eigentlich benutzt man eyAnwende nur das Vegetations-Waſſer, welches vermög der ihm eigenthüm⸗ iſt nitt, lichen Säure allen Schmutz auflöſt, und bedient ſich deſſen in ver— kren Zuie ſchiedenen Formen: und ſellte a) als zerriebene Kartoffeln. Man wäſcht die rohen Kar⸗ ſiſtung d toffeln, zerreibt ſie auf einem Reibeiſen, macht das Zerriebene vei die Sii mit Waſſer zu einem Brei an, und bedient ſich desſelben ſtatt t. Eine! der Seife, indem man das Zeug damit ein- und abreibt, und Parenchn. es ſpäter wieder auswäſcht. A aß b) Als Kartoffelwaſſer. Zur Gewinnung desſelben werden Ded. d die rohen Kartoffeln gewaſchen, geſchält, auf einem Reibeiſen Sprdiſät zerrieben, und der Brei mit Waſſer übergoſſen, gut umge— rührt, und 8— 10 Stunden ſtehen gelaſſen. Den Boden⸗ n) Kartoff ſatz benutzt man als Stärke, und das überſtehende Waſſer ſtatt Seifenwaſſer zum Waſchen. Die Quantität der dazu erforderlichen Kartoffeln richtet in g. als ein utt. 2 . 9. ſich nach der Menge der zu waſchenden Stoffe und der Stärke jr da⸗ des Waſſers, welches zur Reinigung nöthig iſt. Je weniger 3 Hals⸗W.„ 91.„.— 8 Wana Flußwaſſer hinzugeſetzt wird, deſto großer iſt ſeine Wirkſam⸗ keit. Das Waſſer von vier Kartoffeln reicht für drei Paar ſeidene Strümpfe hin. Man muß dieſes Waſſer bald anwenden, weil es ſonſt ſauer wird. Ein Zuſatz von etwas Kochſalz macht es haltbarer. Seidene Strümpfe, Seidenzeuge u. a. feine Stoffe waſchen ſich beſonders gut darin und erhalten eine gewiſſe Steife und einen angenehmen Glanz, daher man das Stärken unter— er angemach e zwar vich fe. Man ſet , 2 Quentt eben ſo nil Krebsſten⸗ ) . 518) iu laſſen kann; auch die zarteſten Farben leiden nicht.— Feine ration Zeuge aber, die ſich der Zuſammenſetzung wegen nicht waſchen laſſen, z. B. Kleider, werden gereiniget, wenn man den zu häͤufig reinigenden Gegenſtand über ein leinenes Tuch auf den Tiſch laſſen ſch legt, einen Schwamm in das Kartoffelwaſſer taucht und mit dieſem den ſchmutzigen Stoff reibt; hat ſich der Schmutz völlig abgelöſt, dann wäſcht man wiederholt mit reinem Waſſer, dminet um den aufgelöſten Schmutz abzuſpülen. ben vermiſh c) Als gekochte Kartoffeln. Man verfährt wie bei a. war ſeßt u Man kann dieſe auch zum Bleichen gebrauchen. Zu dieſem F Rä ſerung in — 168 Zweck wird die Leinwand vorher gewaſchen, in eine Kufe mit kaltem Waſſer gelegt, nach 24 Stunden herausgenommen, gerieben, und zuletzt ausgewunden. Nach dieſer vorläufigen Reinigung kommt ſie eine halbe Stunde in einen Keſſel mit ſiedendem Waſſer und wird leicht ausgewunden, damit das unnöthige Waſſer entfernt wird, und mit Kartoffeln belegt, welche zu dem Ende wie gewöhnlich, doch nicht zu weich ge⸗ kocht und gereinigt wurden, damit die Leinwand keine grau⸗ lichen Flecken bekommt. Die Kartoffeln kommen vorzüglich auf die fetteſten Theile; man legt die Leinwand zuſammen, benetzt ſie etwas mit heißem Waſſer und wäſcht ſie dann in kaltem Waſſer aus. Sollte ſie noch ſchmutzig ſein, ſo belegt man ſie noch ein Mal mit Kartoffeln und taucht ſie vorher in den Keſſel. Die mit Kartoffeln gebleichte Leinwand behält immer einige Steife, wie geſtaͤrkte. d) Als Kartoffelhefe. Man kocht die Kartoffeln mit Waſſer zu einem dünnen Brei, ſetzt, ſobald er abgekühlt iſt, etwas Hefe zu und läßt ihn an einem mäßig warmen Ort gähren. In 3— 4 Tagen iſt er dann Kartoffelhefe, wird mit Waſſer verdünnt, und Garn, Leinwand oder Hanf in ihm eingeweicht, gut gerieben, nach 1— 2 Tagen herausgenommen und in Waſſer ausgewaſchen. Soll es gebleicht werden, ſo kann es 6 Tage darin bleiben und dann nach dem Waſchen durch die Sonne oder durch Chlor gebleicht werden. In dieſem Fall nimmt man auf 100 Pfd. Zeuge 50 Pfd. Kartoffeln»*). (Leuch's Haus- und Hülfsbuch. 1829.) Auf die Eigenſchaft, daß die zerriebenen Kartoffeln eine ſogenannte vegetabiliſche Seife geben, gründet ſich auch die»„von Petri« empfohlene Wollwäſche mittelſt Mehlwaſſer. Man läßt nämlich für 100 Stück Schafe, 10 Pfd. Mehl nach und nach in beiläufig 50 Pfd. ſiedendem Waſſer durch fleißiges Umrühren in einem kleinen Gefäße dergeſtalt auflöſen, daß nicht die mindeſte Spur kleiner kugelförmiger Uiberbleibſel darin zu — ) Mit dieſer Hefe ſoll die Wäſche ſehr weiß werden; auch kommt ſie wohlfeil. Als Viehfutter, mit Mehl oder Kleie und Salz ge— knetet, wird der Rückſtand ſpäter immer noch zu gebrauchen ſein. Ungekochte Kartoffeln ſind gekochte K nicht ſo wirkſam als gekochte, und artoffeln nicht ſo wirkſam als gegohrne. eitdecken! dn auf di 550 Rert die Poll Pohlflheite und Jachen lalten und i taſchungenen Joggen, de und in win zünſtig auin velche dft yerden kor Piſr keinis Pfonom. Nen Haſten zekocht, abi abheſtoßen n ſiife, de, pulver. a tann's Sn leber ds Jour. Seifen⸗) Fett, welch Hnchonf Jpochenfett fidet. 3u Äd zerauet ſ j iin größten, (Non kann Jl. auf— e di 13 dſ ſich d Iis kann dpde lan deh Ering in eine di rausgenonde, ſer vorläuffe inen Keſſe 8 en, damit wj rtoffeln bole jt zu weit, ind keine n. mmen vorzuſh and zuinrn ſcht ſie dan ſein, ſo h ucht ſie vo einwand ba eln mit Viſe ühlt iſt, ei en Ort gän rd mit Wiß hm eingewit ommen unt ſo kann e hen durch die dieſem Fal artoffeln*) artoffeln ein uch die'u ehlwaſſt d. Mehl ut urch fleifi n, daß nit ſel darin . auch komnt und Salz Ne zuchen ſein. kochte, und 169 entdecken ſei. Auch wird die ſortirte Wolle nach der Schur mit dem auf die beſchriebene Art zubereiteten Mehlwaſſer, welches auf 55⁰ R erwärmt worden, gereiniget.— Was dieſes Waſchverfahren, die Wolle mittelſt Mehlwaſſer zu reinigen, beſonders, nebſt der Wohlfeilheit wichtig macht, iſt, daß die natürliche Kraft, Milde und Zartheit der Wolle in einem weit höheren Grade dadurch er— halten und ſolche weniger als durch ätzende Laugen- und Urin- waſchungen angegriffen wird. Comparative Verſuche mit Weizen, Roggen, Gerſte, Hafer und Maismehl, ſo wie auch mit gekochten und in warmem Waſſer fein zerriebenen Kartoffeln, ſielen ſehr günſtig aus, indem die erdigen Salze u. a. heterogene Dinge, welche oft im Waſſer aufgelöſt erhalten ſind, nicht nachtheilig werden können, weil ſich nun bei der Reinwaſchung im kalten Waſſer keine Kalkſeife in der Wolle erzeugt.(Petri in den ökonom. Neuigkeiten. J. 1836 B. I. S. 305.) Paſte(Teig). Weiße und mehlige Kartoffeln werden weich gekocht, abgeſchält, kalt gerieben und mit Mehl oder Eigelb gut abgeſtoßen. Dieſer Teig iſt ein treffliches Surrogat der Mandel— ſeife, der, wie es ſich von ſelbſt verſteht, mit Reißmehl, Veilchen— pulver ꝛc. verſetzt und riechend gemacht werden kann.(Ehr⸗ mann's Schönheitsfreund. 1837.) Ueber die Verfälſchung des Talgs mit Kartoffelbrei berichtet das Jour. de connaissances, daß man in Frankreich das zur Seifen⸗Fabrikation beſtimmte Fett und namentlich jenes Fett, welches in großen Küchen geſammelt wird, ſo wie auch das Knochenfett, öfters mit Kartoffelbrei(wie mit Mehl) verfälſcht findet. Zu dieſem Zwecke kocht man die Kartoffeln im Dampf und zerquetſcht ſie dann mit Walzen zu einem Brei, den man zum größten Nachtheile der Seifenſieder unter das Fette mengt. (Man kann die Kartoffeln unter Talgſeife im Verhältniß von 1 Thl. auf 4 Thl. Talg nehmen.) Dieſe Verfälſchung iſt leicht zu entdecken, denn man braucht das Fett nur einige Stunden im Waſſerbade flüſſig zu erhalten, wo ſich dann der größte Theil des Kartoffelmehles zu Boden ſetzt. Auch kann man das Fett zum Behufe der Prüfung eine Viertel⸗ ſtunde lang mit dem lofochen Gewichte Waſſer ſieden, wodurch das Kartoffelmehl von dem Fette geſchieden und zum Theil auf— gelöst wird, zum Theil aber auch zu Boden fällt. Durch Schmelzen und Abwägen des ausgekochten Fettes, erforſcht man dann zugleich 170 auch das quantitative Verhältniß der fälſchungsweiſe zugeſetzten Subſtanz. Als Surrogat des gewöhnlichen Weizenkleiſters kann in vielen Fällen der aus rohen Kartoffeln bereitete mit Nutzen angewendet werden*). Er leiſtet eben ſo gute Dienſte, wie der aus Getreidemehl und verdient dieſem noch vorgezogen zu werden; auch iſt er weit wohlfeiler als jener: Buchbinder, Tapet enfabrikanteu, Leinwandmanufakturen, Maler u. dgl. werden von dieſem Kartoffelkleiſter einen ſehr ausgedehnten Gebrauch machen können. Die kleiſterartige Flüſſigkeit aus Kartoffeln kann auch als Schlichte zum Steifen der zu verwebenden leinenen und baum— wollenen Garne angewendet werden, führt aber den Nachtheil mit ſich, daß davon, beſonders bei Trockenheit und warmer Temperatur, die Fäden brüchig werden. Der Kleiſter von Kartoffeln eignet ſich ſehr gut zu Anſtreich⸗ farben, obgleich er nicht ganz ſo gut als Milch wirkt. Man ſetzt ihn zu der Milch, oder kocht ihn aus mit Waſſer verdünnter Milch und Mehl. Zu viel darf man nicht nehmen, da ſonſt die Inſekten die Farbe angreifen. Werden Kartoffeln mit Waſſer zu Brei gekocht, dann zur Abſonderung der Schalen durch ein Sieb getrieben; ſo erhält man, wenn dieſer Kartoffelbrei mit Kreide gemiſcht wird, einen ziemlich ſchönen weißen Anſtrich. Auch nachſtehende Miſchung hat man empfohlen: 10 Thl. geronnene Milch mit 2 Thl. friſch gelöſchtem *) Die rohen Kartoffeln(1 Pf.) werden für dieſen Zweck, nachdem ſie gut gewaſchen und geſchält worden, auf einem Reibeiſen zerrieben, und mit dem Zuſatz von 6 Pfd. reinem Waſſer unter ſtetem Um— rühren zu einem Brei gekocht, der dann durch ein Beuteltuch gedrückt wird. Nun ſetzt man nach und nach 1 Loth gepulverten Alaun zu, und rührt das Ganze anhaltend mit einem hölzernen Löffel, und zwar ſo lange um, bis der ſich bildende Kleiſter völlig klar geworden iſt in welchem Zuſtande derſelbe nun angewendet werden kann. Man hat dieſen Kleiſter, nach Hermbſtädt, während 6 Monaten hin— durch mit glücklichem Erfolg in Anwendung geſetzt. Weil dieſe Kleiſterart, wie der Kleiſter aus Stärkmehl und andern mehlartigen Subſtanzen bereitete, leicht von gewiſſen Inſekten an— gegangen wird, die dann das Papier zerfreſſen, ſo iſt rathſam, bei der Kleiſterbereitung als bewährtes Schutzmittel einen Abſud von Koloquinten zuzuſetzen. galt vermi Fattoffeln, werden, ohl Gelunge dos Liſen iberal ogg de Getreid d Anwende dije Meng im ſolchen Un ge dar Samen ſegken, um Nahtung zut wilches end (dläem. lar Eine Werjabren; Fartffl, eni her⸗ tzehen Sif tene 1 (E. Central nd Februr Das Manzen g Gfu Prot Ei 3 umn in di — 8) die A it fa 1ed in d ernen wie m ſett e Stund elchs ſchr nelle 171 ſeiſe zugeſ Vei Kalk vermiſcht; 13 Thl. Farbe und 2 Thl. zu Brei gekochten Kartoffeln eingeruͤhrt. Die Farbe kann Wochenlang fluͤſſig erhalten eri werden, ohne zu verderben.(euch's Hülfsbuch. 155a) Sdi 8 Gelungene Verſuche bewährten, doßaanon mittelſt Kartoſſeln 5 K das Eaſen blech verzinnen könne*), zu welchem Zweike 7 dat uberall Roggen angewendet wird, wodurch nothwendig beim Steigen der Getreidepreiſe auch das Blech geſteigert werden muß. Durch die Anwendung der Kartoffeln dürfte dieſer Nachtheil verhutet und eine Menge Getreide erſpart werden, welches zur Nahrung der in ſolchen Fabriken angeſtellten Arbeiter ſelbſt dienen könnte. ru. dal. ven nten Getn⸗ kann aut Um gefüllte Blumen zu erlangen, hat man empfohlen, den Samen der zu veredelnden Pflanze in eine Kartoffel zu ver— ſenken, um ihm gleich bei ſeiner Entwicklung einen Uiberfluß an Nahrung zuzufuͤhren, dadurch deſſen üppigen Wachsthum zu fördern, welches endlich die Staubfäden in Blumenblätter verwandelt. gut zu Anfn(Allgem. landwirth. Zeitung. 1839. Oktober S. 373.) wirkt. Man ſ enen und en Nachtte mer Tempen Eine neue Art, Bäumezuziehen, beſteht in folgendem Verfahren: Man ſteckt ein Pfropfreis von edler Obſtſorte in eine verdünnter Mc onſtde iche Kartoffel, und verſenkt dieſe ſo in die Erde, daß das Reis nur wenig hervorragt, wo dann die Wurzelknolle dem Reiſe die ge— dh, vn horigen Säfte zuführt, um Wurzeln ſchlagen und zu einem Baume aant a werden zu können, der keiner fernern Veredlung mehr bedarf. einen zieml(S. Centralblatt d. landwirth. Vereins in Baiern, J. 1839, Jänner cung hat n. und Februar.) riſch gelöſtte Das Waſſer von gekochten Kartoffeln(erkaltet) über die Pflanzen geſchüttet, ſoll dieſelben von den Erdflöhen befreien. (Aus d. Protokoll des landwirth. Vereins zu Retſchwitz in Thüringen.) eck, nachden—. dn n Ein Zufall ließ entdecken, daß durch einige Kartoffeln, die unter ſteten man in einen Dampfkeſſel geworfen, das Anſetzen der euteltuch gen zerten Alauli öffel, undn*) Die Art des Verfahrens, mit Kartoffeln Eiſenblech zu verzinnen, ar geworda iſt folgende: Man nimmt anſtatt 0.442 Wien. Metzen Roggen, den kann. Nu 0,663 Wien. Metzen Kartoffeln, und kocht ſie, vorher rein gewaſchen, Monatun im Dampf. Dann zerquetſcht man ſie, oder ſtoßt ſie mit einer höl— G 59 zernen Keule zu Brei, verdünnt dieſen mit warmem Waſſer gerade wie man beim Einmaiſchen derſelben zu Branntwein verfährt, und ſetzt endlich eine hinlängliche Quantität Sauerteig zu. Binnen 24 Stunden nimmt dieſe Maiſche eine ſolche Säure an, daß das Blech, welches verzinnt werden ſoll, hineingeworfen werden kann, und weit ſchneller gebeitzt wird, als von der Roggenbeitze. mehl und ande ſen Inſektel 1 iſt rathſam, ſnen Abſud d 172 erdigen Kruſte(Pfannenſtein oder Waſſerſtein) an deſſen Wänden, durch die ſchleimige Dazwiſchenlagerung, welche das feſte Zuſammen⸗ backen der niedergeſchlagenen Kalkſalze verhindert, ſo ſchwach wurde, daß man ſie ſchnell und mit weniger Gefahr als ſonſt ab⸗ ſondern konnte. So war nach achtwochentlichem Gebrauche durch dieſe Beiſetzung die ſich feſtgeſetzte Kruſte äußerſt gering, im Ver⸗ gleiche mit jener, die ſich aus bloßem Waſſer niederſchlägt, und konnte mittelſt eines ſteifen Beſens abgeſtoßen werden.(Transact. of the Soci. of arts. B. 49. Thl. 2. p. 88.)— Dieſer Entde⸗ ckung folgte aber bald auch die Uiberzeugung, daß dieſes Mittel bei ſehr ſtark mit Kalkſalzen überladenem Waſſer nur eine halbe Abhülfe gewährt, weil die Kartoffeln durch die zähe ſchleimige Kon— ſiſtenz, die ſie dem Waſſer ertheilen, in ſofern nachtheilig wirken, als dadurch die Fluſſigkeit ſtark aufſchäumt, nicht ſelten die Dampf— leitungsröhren verſtopft und dadurch zahlloſe Unannehmlichkeiten herbeiführt und insbeſondere jeder raſchen Benützung der Dampf⸗ keſſel im Wege ſtand. Allen Forderungen entſprechender erweiſet ſich die Thonerde, kurz vor dem Eintritt des Siedens in den Keſſel geworfen.(S. Zeitſchft. für und über Oeſterreichs Induſtrie, N. 5.) Den Farbeſtoff, welchen manche Kartoffeln mit ſich führen, und den die blaue Hornkartoffel am meiſten zu beſitzen ſcheint, hat man zum blau und roth färben, auf die Seite 59 angegebene Weiſe zu benutzen verſucht.(S. Putſche und Bertuch's Monograph.) §. 21. Benutzung der rohen ganzen Kartoffeln zur Bereitung des Stärkemehls oder Kraftmehles(Am ylum). Das Stärkemehl, welches einen Hauptbeſtandtheil aller meh— ligen Körper des Pflanzenreiches, namentlich der Samen und Wurzeln ausmacht, erſcheint als ein weißes, geſchmack- und ge— ruchloſes Pulver, welches aus Körnern beſteht, die nach der Sub— ſtanz, aus welcher es abgeſchieden wurde, eine verſchiedene Gröͤße und Geſtalt beſitzen. Die Kartoffeln liefern dieſen Pflanzenſtoff (S. 64) in großer Menge, und wie wichtig die Ausſcheidung der Stärke aus denſelben iſt, ergibt ſich aus der vielfachen Anwen— dung derſelben als Mehl zu Feingebäcken und Speiſen, deren Umwandlung in eine dem arabiſchen Gummi ähnliche Subſtanz, Syrup und Zuͤcker. Auch iſt neuerer Zeit deren Anwendung als Erſatz eines Theils des Gerſtenmalzes zur Bierbrauberei und zur Branntweinerzeugung lebhaft in Anregung gekommen; während die obfalend beſſer mit g Liehfutter kaun. Ulend langere Aufb Handelerrtie m Brode. Vei de den Kartoff Gewichte n (1n Tbeih von leßteter nefl,? plt. dechib ach beteit aus Bälling in ittes jedoch in den ange men) betragt die trockene liefert durch 1 32— 13,, 1 Len 80 Win. 8 trocknes Et Viehfätter grißte Ausb der Et Arſ der Fart deſtr, Köt den Starke Kuültur ge die ſclecte ſce, Annal Küſte zunverſu⸗ unteſucht in der beſte des vorhande naugteit der 123 deſon Far 8 die abfallende ſtärkeartige Faſer der Karkoſſeln zentweder roh, oder tt, ſ 9 beſſer mit Schrot vermengt und mit heißem Waſſer angerührt als t als ſen Biehfutter und zur Düngervermehrung u. ſ. 1. benutzt werden kann. Uiberdieß iſt die Kartoffelſtärke eine weite Verſendung und ebr che we—— 9... edrauche de längere Aufbewahrung auszuhalten tüchtig, gibt einen ſtehenden zwing im Handelsartikel ab, oder eignet ſich für theuere und Fehljahre daſtligt, zum Brode. dn.(Iru Bei der Beurtheilung des Verhältniſſes der Beſtandtheile Daſe En der Kartoffeln, nimmt man meiſtens an, daß in denſelben dem dieſes M Gewichte nach ungefähr 75 pCt.(3½ Theile) Waſſer und 25 pCt. uun eine i un Theih feſte trockene Subſtanz enthalten ſind(S. 45), und ſchleimigeßn von letzterer kommen durchſchnittlich 14— 15 pCt. auf das Stärke⸗ ſtheilig win mehl, 7 pCt. auf die zurückbleibende noch Stärke haltige Faſer, ten die Dan deshalb auch Stärkefaſer genannt.(S. 63 und 209.) Das Fehlende innehmlicſe beſteht aus Eiweiß, Gummi, Zucker und Salzen. Wie Profeſſor g der Dar Balling in den ökon. Neuigkeiten des J. 1841 N. 37 bemerkt, hender erten iſt es jedoch ſelten der Fall, daß die Beſtandtheile der Kartoffeln s in den diſ in den angegebenen Gewichtstheilen vorkommen, bei uns(in Böh— nduſtrie,. men) beträgt vielmehr der Waſſergehalt zwiſchen 72— 70 pCt. und nit ſich fühe die trockene Subſtanz zwiſchen 28— 30 pCt., und die letztere eſizen ſcheint liefert durchſchnittlich etwa 15,68— 16,8 pCt. Stärke und angegeben, 12,32— 13,92 pCt. Faſer, Eiweiß dc. Monograpt. 1 Wien. Metzen roher Kartoffeln, der im Gewichte etwa 8o Wien. H. Pfd. hat, gibt demnach 12,544— 13,44 Pfd. trocknes Stärkmehl und 9,856— 11,136 Pfd. Abfälle, die als Bereitunn Viehfutter anwendbar ſind.— Nach Girardin kann man als die plum). größte Ausbeute ſogar 18 pCt. Stärkmehl in Rechnung nehmen. Der Stärkmehlgehalt der Kartoffeln iſt überhaupt nach der Art der Kartoffeln, dem Alter und anderen Zuſtänden ſehr wan— delbar. Körte, der 55 Kartoffelarten hinſichtlich des Gehalts der Stärke unterſuchte, die auf demſelben Boden und bei gleicher Kultur gewachſen, fand, daß die beſte trockene Stärke mit 14,90 pCt.⸗ die ſchlechteſte um mehr als das Doppelte übertreffe.(Möglini⸗ eil aller ne Samen u ack⸗ und ach der El jedene Gri Pflanzenit 1 ſche Annal. B. 24.) 1 den Anmr Küſter Geitſch. B. 7. H. 4. S. 236), hat bei Anpflan⸗ zeiſen, denn zungsverſuchen verſchiedener Kartoffelſorten ihren Stärkmehlgehalt Zubſin unterſucht und gefunden, daß in der ſchlechteſten Art 14,25 pCt., 8* Veen d in der beſten aber 22,1 pCt. enthalten war. Die zu große Menge weldin des vorhandenen Stärkmehls läßt allerdings Zweifel in die Ge— — nauigkeit der Analyſe ſetzen, eben ſo wie in die von Sprengel, n; wah 174 welcher von 20 Kartoffelſorten 13,75— 24,75 pCt. Starkemehl erhielt(Zeitſch. 6 B. S. 388). Es läßt ſich folglich vermuthen, daß Beide nur den Gehalt an naſſer Stärke dieſer Knollen ange— geben, weil die Erfolge ihrer Unterſuchungen zu ſehr mit den Analyſen Einhoff's, Davy's, Hermbſtädt's und Körte's (welcher letztere unter 55 Kartoffelſorten und bei ſehr genauem Verfahren, nur in einer 14,90 pCt. fand), im großen Widerſpruch ſtehen. Nach dem Ausfalle der chemiſchen Analyſe läßt ſich über die beſte Benützungsart der verſchiedenen Kartoffelſorten entſcheiden, daß die frühreifen Kartoffeln am tauglichſten zur Ausbeute des Stärkmehles ſind, wenn man ſie lange genug in der Erde läßt. Iſt es aber um eine vorzüglich ſchöne, weiße und feine Stärke zu thun, ſo empfehlen ſich hierzu die Nierenkartoffeln, deren Stärkemehl in allen Eigenſchaften die Weizenſtaͤrke übertrifft.(Siehe Pfaff's Abhandlungen dc. S. 77.) Zur Stärkefabrikation iſt übrigens die Lerchenkartoffel, die peruvianiſche und die engliſche, den übrigen Sorten vorzuziehen, weil ſie nicht nur das meiſte und ſchönſte Stärkmehl liefern, ſondern auch im Ertrage ergiebiger ſind. In der Gegend um Paris benutzt man hierzu vorzüglich die gelben Kartoffeln. Welche Menge Stärkemehl verſchiedene Arten der Kartoffeln in den Perioden ihres Wachsthums nach Pfaff's chemiſcher Unter⸗ ſuchung, ſowohl in 100 Theilen, als auch in Theilen eines Pfundes à 16 Uncen enthalten, zeigt die Uiberſicht der Analyſen, welche Seite 55 angegeben iſt. Die vorliegenden Erfahrungen beſtätigen auch, daß der Nah⸗ rungsgehalt der Kartoffeln von dem Zeitpunkte ihrer Benutzung mit bedingt wird, folglich haben ſie z. B. bei der Viehmaſtung und dem Branntweinbrennen einen ganz verſchiedenen Werth und liefern ein ganz verſchiedenes Erzeugniß, je nachdem ſie früh oder zu ſpät, oder zur rechten Zeit verbraucht werden. Bei der zu frühen Verwendung der Knollen iſt das Stärkmehl noch nicht völlig ausgebildet, ſpäter nimmt es in dem Verhältniß wieder ab, wie das Keimen vorrückt, Aus der Angabe Seite 54, 2. An⸗ merkung, wird erſichtlich, daß die Kartoffeln vom November bis März*) am ergiebigſten ſind und als Maximum 18 pCt. Stärke⸗ *) In Bezug auf den Seite 54 angegebenen Stärkegehalt nach dem Alter der Kartoffeln wird hier die Bemerkung beigefügt, daß nach nehl liefern daj ſee ſore⸗ geſchütt ſee Verminderung gei der funden/ da nt hiareich wſciüſchen von gleichen halten, nänl nißte ſch d di Brächthei Vöſer nu dc zleritren. und wire de wäre das ſpe vinn nämlit dautet. Inden vfmiſſenz n d rictige: der, Rt e Gew. unter 6 190— — eiren â aW Pfd enthalte 8) Folgend ten, wel werden Namende Vichefelder Kläne Mau Gufken⸗Kart Jrihrie engl Uite Karto Feigſe neue S Lange Nieren 175 ( n Ct. Otartenn, glich vermuthe r Knollen anhe mehl liefern können; dabei muß jedoch immer vorausgeſetzt werden, daß ſie ſowohl gegen Froſtkälte, wie gegen Erhitzung und Keimung geſchützt geweſen, weil unter dieſen Umſtänden eine bedeutende ſehr mi und 5 ud Verminderung der mehligen Subſtanz bewirkt wird. Rorte.— i ſehr gennn Bei der Beſtimmung des Stärkmehlgehaltes hat Berg ge— ßen Vderi funden, daß ſich die in den Kartoffeln enthaltene Menge desſelben 4 mit hinreichender Genauigkeit(für den Fabrikanten) aus dem ißt ſich ühe ſpecifiſchen Gewichte der Kartoffeln berechnen läßt, da Kartoffeln von gleichem ſpec. Gewichte auch gleiche Mengen Stärkmehl ent— halten, nämlich um ſo mehr, je größer das ſpec. Gewicht iſt. Es müßte ſich demnach eine Zahl finden laſſen, durch welche man nur den Bruchtheil, um welchen eine gegebene Kartoffel ſchwerer iſt als Waſſer, zu dividiren brauchte, um den Stärkmehlgehalt in Prozenten zu erfahren. Beſtände die Kartoffel nur aus Stärkmehl und Waſſer und wäre das ſpec. Gewicht des naſſen Stärkmehls— 1225, ſo 1125+ 1000(100— X) rten entſcen r Ausbeute der Erdei und feine E artoffeln, d bertriff.( ckefabrikatin die engliſte waͤre das ſpec. Gewicht der Kartoffel— das neß 1000 das meiſte!. folglich x=— 4¾— 1000 trage ergitn — 2, 25 zu vorzüglt i wenn nämlich ½ das gegebene ſpec. Gewicht der Kartoffel be⸗ deutet. Indeſſen zeigte die Erfahrung, daß dieſer letztere Diviſor wenigſtens nicht für jedes ſpec. Gewicht der geriebenen Kartoffeln der richtige war. Bei möglichſt genauer Stärkmehlgewinnung iſt der, der Wahrheit am nächſten kommende Diviſor für ein ſpec. Gew. unter 1. 100= 2. 7.*)(Jour. für prakt. Chemie XII. S. 190— 192.) der Karttfi emiſcher Ante eines Pfund dalyſen, welt „daß der R 2,N einem Aufſatze in dem zu Brüſſel erſcheinenden Jour. l' Hygie, in er Viehmaſ 240 Pfd. Kartoffeln im Monat April nur 38— 28 Pfd. Stärkemehl nen Werth! enthalten ſind. m ſie ftüh*) Folgende Tabelle enthält die ſpec. Gewichte ſämmtlicher Kartoffelſor— „Bei der ten, welche aus dem landwirthſchaft. Inſtitute zu Hohenheim bezogen ehl noch 1 werden können, das ſpec. Gewicht des Waſſers 1000.9 geſetzt. 5 valtniß ve Namen der Kartoffel. Fwicßſt Namen der Ka rtoffeln. Speuif⸗ 3 p Wuchefelder Kartoffeln. 1063.2 Biscuit⸗Kartoffeln 1104.9 eite 51, n1 Kleine Maus.... 1074 Immerblühende Kartoffel 1106.1 November 3 Gurken-Kartoffeln.... 1079.4 Ganz frühe f. amerikaniſche s pEt. Stui⸗ Früheſte engl. Treib⸗Kartoffel 1080.2 Kartoffel. 1106.3 Wilde Kartoffeln. 1086.4 Gelbe Patate..... 1107.5 ut Feine neue Everlaſting.. 1088.8 Rothblaue marmorirte Kar— gehalt ne⸗ Lange Nieren-Kartoffeln 1089.9 foffel....... 1107.9 efügt, daß uch 124. Die Ausmittlung des Stärkgehaltes der Kartoffeln, ſo wie überhaupt in ſtärkehaltigen Vegetabilien gehört nach Dr. Lüder 8⸗ dorf zu den größten Schwierigkeiten, wo von abſoluter Ge⸗ nauigkeit die Rede iſt. Die mechaniſche Trennung gibt die un— ſicherſten Reſultate, da die Stäͤrkekörnchen mit der Pflanzenfaſer eng verbunden ſind, und die ſehr feinen Trümmer des Pflanzen⸗ ſkelets der beim Abſchlemmen niederfallenden Stärke ſehr ſchwer von denſelben zu trennen ſind.— Auch die Trennung auf chemi⸗ ſchem Wege iſt unzuverläßig. Nur zwei Agentien ſtehen hier zu Gebot. Die Schwefelſäure und die Diaſtaſe. Durch beide wird die Stärke als Dertrin oder Zucker, oder durch die Differenz beſtimmbar, allein beide können auch auf die Faſer wirken. Von der Schwefelſäure iſt dieß zu erwarten, von der Diaſtaſe möglich, wofern eine ſogenannte ſtärkeartige Faſer das Skelet bildet. Lüdersdorf bediente ſich zu dieſer Beſtimmung der Dia— ſtaſe, denn, wenn auch dieſe auf den Faſerſtoff der Kartoffeln wirken ſollte, ſo würde dieſe Wirkung doch nur langſam erfolgen, ſie dürfte als— 0 zu ſetzen ſein, wenn man der Einwirkung der ½ Speecif. 9 e Speeif. Namen der Kartoffeln. Swißt Namender Kartoffeln. Geweift Zwitter⸗Kartoffeln.... 1092.5 Hellrothe Pfälzer-Kartoffeln. 1108.7 Falſche Argkatſcha⸗Kartoffel 1092.8 Preis von Holland.... 11092 Fr. f mehlige engl. Kartoffel 1095 Holländiſche Winter-Kartoffel 1 109.3 Rothe Horn⸗Kartoffel. 1095.8 Tannenzapfen⸗Kartoffel. 1109.4 Gelbe Jakobs-Kartoffel.. 1095 9 Corſicaner Kartoffel... 1109.8 Weiße Herz-Kartoffel. 1006 Fugl. mehl. Roaſtbeef. 1109 9 Engl. Spargel⸗Kartoffel 1096.6 Lerchen-Kartoffel.... 1109.9 Engl. Vieh⸗Kartoffel... 1097.4 Sammet⸗Kartoffel.. 1112.3 Schwarze bunte Wachs⸗ oder Preis von Weſterwald... 1113.1 Kaſtanien-Kartoffel.. 1097.7 Erdbeer⸗Kartoffel... 1114.1 Engl. Nieren⸗Kartoffel.. 1098.3 Adelholzer Mandel⸗Kartoffel. 1115.4 Lange blaue Kartoffel.. 1099.2 Große f. Wachholder⸗Kartoffel 1115.6 Schwarze Horn⸗Kartoffel. 1099.3 Peruvianiſche Kartoffel.. 1116.2 Kleine Schottländerin.. 1099.8 Beſte Speiſe-Kartoffel... 1116.5 Frühe f. engl. Mauleys 1100 Gute Waldlerin. 11 16.8 Braſilianiſche Kartoffel. 1100.9 Roks⸗Kartoffel..... 1116.8 Schwarze marmorirte Neger— Zwiebel⸗Kartoffel... 4l. 1122.7 Kartoffel 1101.7 Engliſche Kartoffel 1122.8 Kartoffel von Hamm.. 1102.2 Runde blau marm. Kartoffel. 1123 Vierländer⸗Kartoffel.. 1102.7 Zucker⸗Kartoffel... 1123.2 Echte kleine Seeländer Pommerſche Kartoffel 1123.5 Kartoffel... 1103.6 Runde blaue Filder⸗Kartoffel. 1126.8 Spaniſche Kartoffel.. 1104.4 Weiße Kartoffel..... 1127.2 Dhaſtaſt ſ vetwande ſtinmung wobei biö d.7* befteit, u Paa⸗ t.; woi Unterſuch doh niſchtded ohr bräͤl ſhe d 1 Sunſt de h aunmi nis als: Gu) Däſtaſe u⸗ ſzwathente eine demm Er ſt tffeln vnd⸗ ohn verſhn o s dhfſchen iie Pgs nths Eine t ſille un 13 V Clen d hate vas tathr 9 geten ai fhn 1p lkträgt dn 8 hatvfel Fhaltes einen H —,— die andere, tofel a f Diaſtaid ſo viel Zeit läßt, um die Stärke d Dextringummi i9 deleng verwandeln. Zu dieſem Zwecke wurden die Kartoffeln nach Be⸗ cih 7 ſtimmung des aſclten und ſpecifiſchen Gewichtes einzeln gekocht, 1 giun wobei— ohne daß ſie platzten— eine Gewichtszunahme— o. 6 anzenſ bis 0o. 7 pCt. Statt fand. Sie wurden hierauf von der Schale net Aimn befreit, welche im warmen deſtillt. Waſſer ausgewaſchen, nach dem arde ſehr ſte Trocknen bei 80 Grad nicht mehr betrug als 0. 045 bis 0. 055 nung auf gn pCt.; wobei indeß bemerkt werden muß, daß das Gewicht der in ſtehen hir Unterſuchung genommenen Kartoffeln zwiſchen 3 ½— 4 Loth betrug. durch beiden Die Rückſtande der nach 12 Stunden mittelſt der Diaſtaſe h die Difn geſchiedenen Subſtanz waren durchſcheinend, hornartig, ſehr hart, wirken. von bräunlich grauer Farbe in ſehr geringem Volumen; ſie be⸗ daſtaſe muß ſtanden aus der Faſer und dem Pflanzeneiweiß der Kartoffeln elet biddet(das Summum betrug 4. 1 pCt., das Minimum 5. 3. 5.) mung der? Die erhaltenen Flüſſigkeiten, in denen das erzeugte Derxtrin⸗ der Kartif gummi mit den übrigen aufloͤslichen Beſtandtheilen der Kartoffeln, ngſam erfaln als: Gummi, Salz, Zucker u. ſ. w., ſo wie mit der hinzugefügten Einwirku,) Diaſtaſe vereiniget war, hatten einen gewürzartigen, dabei nur ſchwachen Kartoffelgeruch.— Zum Trocknen gebracht, gaben ſie eine dem Dextringummi aus reiner Stärke ganz ähnliche Maſſe. fais Gm Er fand die erfahrungsmäßige Thatſache, nach welcher Kar— Faen wii toffeln von einer und derſelben Art, aber verſchiedener Größe, dattoft 8 von verſchiedenem Stärkegehalt ſein ſollen, beſtätiget. fl.. illh So ſollte eine rothe Kartoffel von 1768 gr. und 1.122 ſpe⸗ .. t cifiſchem Gewicht, nach der Berechnung einen Trockengehalt von ef.. ilh 31.3 pCt. zeigen, ſie gab aber nach wirklichem Trocknen nur 31 0. .tl- Eine Art von 198.5 gr. und 1.10s ſpecifiſchem Gewicht 4 ſollte an trockener Maſſe 26.5 enthalten, ſie enthielt 26.4. d.. ü Eben ſo deutlich tritt aber auch die Verſchiedenheit der Trocken⸗ ra. gehalte verſchiedener großer Kartoffeln einer und derſelben Art dattoffl 1 hervor. Es enthalten demnach Kartoffeln über 7 Loth weniger ... l trockene Subſtanz, als Kartoffeln zwiſchen 2— 3 Loth; noch t.. weniger aber ſolche, deren Gewicht über 1 Loth bleibt und hier ..1 beträgt der Unterſchied beinahe 5 pCt. ig In gleicher Weiſe verhalten ſich die ſogenannten pockigen „1 Kartoffeln gegen geſunde; doch iſt der Unterſchied des Trocken⸗ rirfil.10 gehaltes beider nicht ſo groß, als zwiſchen mittleren und ganz ... 1i kleinen Kartoffeln. ... td Die Rohankartoffel von 10% Loth auf Höhenboden gewachſen, naſt i die andere eine Nierenkartoffel von 3 Loth gleichfalls von der Höhe. .fpr 12 128 Die Rohankartoffel beſaß ein ſpecifiſches Gewicht von 1.083, ſie ſollte alſo nach der Berechnung an trockener Subſtanz 23.8 pCt. enthalten. Sie enthielt nach wirklicher Trocknung 23.8. Das ſpecifiſche Gewicht der Nierenkartoffel betrug 1.097, ihr Trockenhalt ſollte mithin 24.1 ſein; er war aber 24.9. Dieſe Kartoffel gibt mithin von allen vorſtehend unterſuchten den größ⸗ ten Unterſchied zwiſchen dem berechneten und dem wirklichen Tro— ckengehalt, doch beträgt derſelbe noch von nes ein volles Pro— zent.(Erdmann's Jour. J. 1840. B. XX. H. 7.) Unbezweifelt iſt es am eude ſ die Kartoffeln zu einer Zeit, wo ſie minder Abſatz finden, auf Stärke zu verwenden, weil die Verfütterung der Knollen den Oekonomen zu koſtſpielig wird. Aber nur dann kann die Stärke mit wahrem Vortheil ge— wonnen werden, wenn man die Kartoffeln ſogleich vom Felde dazu verwendet, weil nur dann die Koſten der Aufbewahrung er— ſpart werden, dem Verfaulen und Keimen ausgewichen wird; ferner in dieſem Zeitpunkte die Stärkemehlhaltigkeit am höchſten iſt und die abfallende Kartoffelfaſer zum Winter, in der Zeit des größten Futterbedarfs, als Viehfutterſurrogat benutzt werden kann. Jedoch ſtehen dieſen ökonomiſchen Vortheilen die Schwierig⸗ keiten entgegen: Daß das Zerreiben der rohen Kartoffeln auf einem ge⸗ wöhnlichen Reibeiſen mit den Händen zu langſam und daher zu koſtſpielig iſt, indem jede Kartoffel einzeln zerrieben werden muß. 2. Daß in den kurzen und ſchon kalten Tagen des Oktobers, Novembers und Dezembers, die Arbeiter nicht ohne Schaden für ihre Geſundheit mit freier Hand die Stärke in dem kalten Waſſer durchwaſchen können. 3. Daß, wenn Fröſte eintreten, die ganze Manipulation un— vollendet aufhören müßte, ohne daß der Oekonom ſeinen Bedarf an Futtermaterial gedeckt haͤtte. Zur Beſeitigung dieſer Hinderniſſe kommt es alſo nur dar— auf an, zweckmäßige Maſchinen zur Erleichterung der Erzeugung großer Quantitäten des Stärkemehls im Allgemeinen zu verwenden. Unter andern Einrichtun gen und Verfahrungs⸗ arten, die Kartoffelſtarke leicht und zweckmäßig aus den Kartoffeln auszuſcheiden und im Großen zu bereiten, zeichnen ſich Schumann's und die vom Prof. Völker in der neueſten Zeit angegebenen Methoden als die beſten aus. Zur zweckmäßigſten und vortheilhafteſten Darſtellung im nn ſih ſtat naſchine und lgenzei de gler at habe b dem fertigen 2 ieſer 1 findlihen Fe iber einer devegen des man läft da An dieſe geichmäßiy dinſiht un ſtieden. d wenn man dhn fallen un noch ei man dieſes 159 ht von 1 1,08—2..—. 4 Großen, nicht nur in Hinſicht der Menge, ſondern auch der Rein— 1 lanz 23 3 238 96t.—.—— 2 E— 38 5 heit und Schönheit der Kartoffelſtärke, gab Schumann folgen⸗ der Verfahren an: rug 1,09,. 3 Zum Waſchen der Kartoffeln und zum Zerkleinern bedient — 9 Ud di man ſich ſtatt aller früheren Einrichtungen am beſten der Waſch— maſchine und der cylindriſchen Reibe, wie wir ſie ſchon bei Ge— legenheit der franzöſiſchen Runkelrübenzucker-Fabrikation kennen gelernt haben. Wir beginnen daher die Beſchreibung erſt mit wirklichen d in volles 1 1) dem fertigen Brei. offeln zu in Dieſer fällt aus dem Reibzeug entweder in den unten be— zu verun findlichen Kaſten, wird von da auf ein Sieb gebracht, das ſich zu koſti über einer Kufe befindet, und die Stärke wird unter beſtändigem Vortheit Bewegen des Siebes und Zufluß von Waſſer ausgewaſchen. Oder 3 vom u man läßt das Zerriebene ſogleich durch eine Rinne auf das Sieb bewahrun fallen; dieſes muß eine geneigte Lage, eine länglich viereckige ewichen 14 Form haben, und durch irgend eine Kraft in eine lebhafte, mit it am büiſ leichten Stöſſen verbundene Bewegung gebracht werden. Durch „jin dr Ji dieſe Einrichtung wird nicht nur eine ſchnellere Ausſcheidung der benutt wand Stärke verurſacht, ſondern auch der ausgewaſchene Brei ausge— die Schwiein worfen. Es iſt nicht nur erforderlich, daß ſchon beim Zerreiben der uf einem Kartoffeln eine ziemliche Menge Waſſers auf das Reibzeug fließe, und dahßr, ſondern es muß auch auf das Sieb ein ſtarker Strom fließen. werden n Durch erſteres wird das Zerreiben erleichtert, die Kartoffelmaſſe des O ti gleichmäßig mit Waſſer verdünnt, und ſo das Auswaſchen ſehr be— ⸗Schaden ſ günſtigt und durch letzteres natürlich die Stärke vollſtändig ge— kalten Voſt ſchieden. Ob der Brei vollſtändig ausgewaſchen ſei, erkennt man wenn man etwas von dem abfließenden Waſſer auf die hohle ipulation u Hand fallen und nach einiger Ruhe aus derſelben ausfließen läßt; ſeinen Bai war noch ein Minimum von Stärke in der Fluͤſſigkeit, ſo ſieht man dieſes in der Hand. alſo nur de Um den Siebapparat nicht, wenn die Kufe, in welche hin— er Erzeugun eingeſiebt worden, voll iſt, wegnehmen und auf eine andere Kuſe u verveitn ſetzen zu müſſen, ſo verbindet man mittelſt weiter Röhren mehre fahruni Kufen mit einander, ſo zwar, daß die zweite etwas niedriger Fßi au den ſteht als die erſte, und die dritte niedriger als die zweite u. ſ. f. ter, zeihnmn Die Abwaſchflüſſigkeit kann nun an der fünften und ſechsten Kufe der neueſte unterſucht werden, ob ſie noch Stärke enthält; iſt dieſes nicht der Fall, ſo läßt man das Waſſer wegfließen, es ſoll den Gras⸗ ſtellung in wuchs ungemein befoͤrdern.. 12* Es iſt nicht unzweckmäßig, die ausgewaſchene faſerige Kartoffel⸗ maſſe noch einmal zu bearbeiten, und zu dem Ende iſt ſie auf einem zweiten, mit ſehr feinen Zähnen verſehenen Reibecylinder zu bringen; man gewinnt etwa noch 2— 3 pCt. Stärke. Etwa 8— 12 Stunden nach Beendigung der Reibarbeit hat ſich die Stärke vollkommen abgelagert, und nun ſchreitet man zu ihrer weiteren Reinigung. Man läßt das überſtehende Waſſer, nachdem die Höhe der Stärke durch einen eingetauchten Stab unterſucht worden, durch ſeitlich über einander angebrachte Loͤcher ab, ſchöpft auch wohl die letzten Reſte aus. Die Stärke, die man findet, iſt verunreinigt von etwas durch das Sieb gegange— ner Faſerſubſtanz der Kartoffeln, Sand und Erde, die an der— ſelben hängen blieben, fein zerriebener Haut und auflöslichen Theilen der Kartoffeln, namentlich vegetabiliſchem Eiweißſtoff und Schleim. Auf Entfernung des letztern muß beſonders gedrungen werden, da er an der Luft ſich dunkel färbt und ſo der ſchönſten Stärke ein trübes Anſehen gibt. Jetzt bringt man, wenn man anders die weiteren Arbeiten nicht in den erſten Kufen vollenden will, was aber wegen Unterbrechens der Reibarbeit nicht zweck— mäßig iſt, die unreine Stärke in andere Kufen, füllt ſie zu 11 bis ⅛ an, gießt friſches Waſſer hinzu und rührt ſie auf. Dieſes Aufrühren gelingt am beſten mittelſt eines an einem hölzernen Stiele befeſtigten eiſernen Rührhakens, der etwa 8“ lang und 6“ breit iſt und wie eine Feldhacke mittelſt eines Oehrs unter einem Winkel von etwa 60 Grad mit dem Stiele verbunden wird. Stößt man mit dieſem, wie beim Butterſtoßen, beſtändig nach unten und nur auf die Stärke, und zieht etwas ſchnell in die Höhe, ſo wird die Stärke durch die Bewegung des Waſſers auf⸗ wärts geriſſen und durch das fortgeſetzte Rühren im Schweben erhalten, ſo daß ſie ſich nicht ſetzen kann, bis Alles aufgerührt iſt. Es iſt nothwendig, daß an einer Kufe von 3— 4 Eimern wenig⸗ ſtens zwei Perſonen arbeiten, ſonſt ſetzt ſich die Stärke an der dem Rührer entgegengeſetzten Stelle an; auch darf das Rühren nicht unterbrochen werden, weil ſonſt die Stärke ſich ablagert und die Arbeit wieder von vorn angefangen werden muß. Iſt alle Stärke ſchwebend gemacht, ſo fuͤllt man die Kufe mit Waſſer und überläßt ſie der Ruhe. Nach 10— 12, beſſer nach 24 Stunden ſchreitet man zu weiterer Reinigung. Nachdem durch ſeitliche Oeffnungen das Waſſer abgelaſſen worden, findet man eine mehr oder minder hohe Schichte leichten Zellgewebes mit andern leich⸗ tel Unreimi Stärke mi Sieb und dn Lige ſconer bifnenden! ngls n ſit V dbrigen Une fiſchen Wa nan ſich mit nonmt, elbe die Etirke d Oeßt läßt me ſih herauspre Gtirke mite ſner in 15 nit ei Penn Jand und ſe von diiſ 3 einer he fgeßen! ün. ſc lefnden uid 169 Gand Und( Äden leger Die auf eit feines i Jppuß von lleibt ei ie gegang Es vire in entweder verwandeln, benußen.( — ₰ 1. Trof L „e Deſe 181 erige Keve ten Unreinigkeiten, die man abnimmt, aber nicht wegwirft, weil de iſt ſe ü Stärke mit ihr vermengt iſt; man reinigt ſie durch ein feineres Neibeelin Sieb und erhält noch feine Stärke. Nun folgt eine bedeutende Stärke. Lage ſchöner Stärke; man entfernt durch Abſcharren alle oben ſich Neibarbeit befindenden Unreinigkeiten, rührt ſie auf angegebene Weiſe aber— hreitet man mals mit Waſſer auf, und wiederholt das Ablaſſen, Reinigen von gehende Vaſt etwaigen Unreinigkeiten auf der Oberfläche und Wiederaufrühren mit etauchten en friſchem Waſſer bis das Waſſer keine Färbung mehr annimmt. Wenn gebrachte lit man ſich mit weniger Waſchungen begnügt und die Stärke heraus— ie Stärke, nimmt, ehe das Waſſer ganz klar bleibt, ſo färbt ſich an der Luft Sieb gegun die Stärke durch den zurückgebliebenen Schleim ſchmutzig bläulich. e, die a d Jetzt läßt man die Stärke ſich feſtſetzen, trocknet auch wohl das nd aufläslih ſich herauspreſſende Waſſer mit einem Schwamme auf, ſticht die Eiweißſiof Stärke mit einem Spaten heraus, und bringt ſie zum Trocknen ders gedeunte entweder in die Sonne oder in eine Trockenkammer. Fänden ſich o der ſgunn an den Seiten oder am Boden noch Unreinigkeiten, ſo kann man m, wenn mn ſolche mit einem Meſſer abnehmen. Wenn ſich durch ein ſorgloſes Waſchen der Kartoffeln viel Sand und Erde der Stärke ſollte beigemengt haben, ſo kann man ſie von dieſen ganz reinigen, wenn man die aufgerührte Stärke aus einer höher geſtellten Kufe in eine niederer geſtellte aus— fließen läßt, und zwar ſo, daß man zuerſt ein etwa in der Mitte ſich befindendes Loch öffnet, dann wieder etwas Waſſer zugießt und aufrührt, und nun an tiefer gelegenen Stellen öffnet u. ſ. f. Sand und Erde bleiben als ſpecifiſch ſchwerer größten Theils am Boden liegen. Die auf der Stärke liegenden leichteren Theile werden durch ein feines Sieb, wie bereits bemerkt, geſiebt, und zwar unter Zuguß von vielem Waſſer. Man erhält aus denſelben noch Starke; e doch bleibt ein Quantum von Stärke ſtets in den leichteren, durchs zuiginüin Sieb gegangenen Theilen zurück, die ſich nicht gewinnen läßt. kinern vin Es wäre indeſſen Schade, Alles wegzuwerfen: man könnte ſie entweder füttern oder auch mit Malz oder Schwefelſäure in Syrup verwandeln, durch Hefe in Gährung ſetzen, und auf Branntwein dufen volen eit nicht ſdei⸗ üllt ſie zu ie auf. Dii nem hölzerm 8 laug mn Dehrs untn erbunden vit beſtandig nit ſchnell in d Waſſers ai⸗ im Schw ablagert un 6 3 ablgen benutzen.(Wochenbl. für Land⸗ und Hauswirth. J. 1837 Nr. 28.) uß. It A„1 t Wrſſe m Prof. Völker's Methode der Stärkefabrikation 24 Stunde aus Kartoffeln. dutch ſeitice Dieſe 1832 in Oeſterreich auf 5 Jahre patentirte Methode 6 6 an eine ma bezweckt die Erlangung einer größeren Stärkeausbeute dadur 5 gung groß andern ſeich⸗ 182 daß ſie das Gewebe der Kartoffeln durch Gährung und auf me— chaniſche Weiſe weit vollſtändiger zerſtört als gewöhnlich, und daher auch einen großen Theil der Stärke gewinnt, welche bei der ge⸗ wöhnlichen Stärkfabrikation bei den Rückſtänden bleibt. Die erſte Eigenthümlichkeit dieſer Methode iſt, daß dazu als Material eine Kartoffelſubſtanz angewendet wird, aus welcher das eigenthümliche Vegetations-Waſſer ganz oder wenigſtens größten— theils abgeſchieden worden iſt; als z. B. die bei der gewöhnlichen Kartoffelſtärke⸗Fabrikation abfallende Kartoffelfaſer, ferner die ganze gereinigte Kartoffelſubſtanz, welche z. B. gewonnen wird, wenn rohe, ganze, geſunde(oder auch erfrorne oder ſonſt ſchadhaft ge⸗ wordene) Kartoffeln in Stücke, z. B. in dünne Scheiben ge— ſchnitten werden, und aus dieſen der Kartoffelſaft durch kaltes, oder am beſten warmes Waſſer(jedoch ſo, daß die Temperatur von 50⁰° R. nicht überſtiegen wird) gehörig ausgezogen und aus— gelaugt wird.(So werden einige 20 Pfd. Stärke von 100 Pfd. rohen Kartoffeln gewonnen, und die abfallende chemiſch reine Faſer beträgt nur an 2„Ct.) Zum Zwecke der Kartoffelſtärke-Gewinnung aus obigen Ma— terialien, werden mit Beihülfe geeigneter Vorrichtungen zwei Hauptoperationen angewendet: A. Die Zerſetzung der Kartoffelſubſtanzen zu einer fein zer⸗ theilten Maſſe. B. Die Ausſcheidung der Stärke aus der letztern durch me— chaniſche Mittel. A. Die Zerſetzung der Kartoffelſubſtanzen in eine fein zer⸗ theilte Maſſe. Dieſe wird durch einen chemiſchen Prozeß bewirkt, dem der Erfinder wegen ſeiner Eigenthümlichkeit die beſondere Benennung: Zerrottung oder Zerrottu ngsprozeß beilegt. Wenn nämlich obige vom Vegetationswaſſer gereinigten Kar⸗ toffelſubſtanzen im feuchten Zuſtande, bei hinreichender Einwir⸗ kung von atmoſpäriſcher Luft und Wärme über einander liegen, ſo gehen ſie, in Folge deſſen, daß der Faſerſtoff ſeinen Zuſammen— hang verliert, in eine weiche, teigartige, fein zertheilende Maſſe üͤber; damit aber dieſer beabſichtigte Zweck, die Zerrottung, ſo ſchnell und regelmäßig, wie möglich, erreicht werde, muß die Einwirkung det beim 3 Feuchtigket⸗ zvetkmißh 1. e muß den ange An zweckmäf ncch eben ſo Mſande wi faltsgehalte — von Etatten keit, ſo te hannt, it ſi ſiſich(zuna ſtrnen, und 1 ttmoſphar tdrig hinze kann leicht d ſinnz entfern a der attoffelſuhſt fen Wechſel z ſetr aus, gcpen in eine Ferver dürfer ſondern müſe äleral hinzun 3 Bein Iarottungsyr tafur. In wi Atttoffelmaſſe niht unbeden ſanmengehalt Fortgang des auf der ander nitſt einen z 30und eini Und zur ſchne I Bezn ettung des rihtungen 183 5 und n der zblii errottnn goproßeſſe thätizen 3 Hautpoeenien— der e bei de Feuchtigkeit, der etindſäehäriſchen Luft und der Wärme— durch äbt be zweckmäßige Ein- und Vorrichtungen regulirt werden. 1. Die der Zerrottung zu unterwerfende Kartoffelſubſtanz daß dezu muß den angemeſſenen Grad von Feuchtigkeitsgeha lt beſitzen. us welcher Am zweckmäßigſten iſt, wenn dieſelbe ungefähr dem Gewichte nach gſtens groftr noch eben ſo viel Wäſſerigkeit bei ſich hat, als ſie im trockenen er gewohnlite Zuſtande wiegt. Bei zu geringem oder zu beträchtlichem Feuchtig— ferner die u keitsgehalte geht die Zerrottung landſamer oder gar nicht gehörig n wird, 3 von Statten; denn hält die Kartoffelſubſtanz zu wenig Feuchtig— t ſchadhaft keit, ſo trocknet ſie leicht aus, und die Zerrottung iſt dann ge⸗ Scheiben hemmt; iſt ſie hingegen zu ſtark mit Waſſer geſchwängert, ſo ſetzt ſie ſich(zumal die Kartoffelfaſer der Stärkefabriken) zu dicht zu— ſammen, und es kann dann eine Hauptpotenz der Zerrottung— die atmoſphäriſche Luft— in's Innere der Kartoffelmaſſe nicht gehörig hinzutreten und einwirken. Die überflüſſige Wäſſerigkeit kann leicht durch vorgängiges ſchwaches Auspreſſen aus der Sub⸗ durch kalt ie Tempert ogen und gi von 100. ſch reine zu 4 ſtanz entfernt werden; denn 2. der Luftzutritt zu den der Zerrottung ausgeſetzten s obigen M Kartoffelſubſtanzen muß mäßig und gleichförmig ſein; bei zu ſtar⸗ chtungen i kem Wechſel der Luft, bei Luftzug trocknet die Kartoffelmaſſe leicht zu ſehr aus, wodurch die Zerrottung geſtört wird; welches da— gegen in einer mehr ſtagnirenden Luftſchichte ſchneller vor ſich geht. Ferner dürfen die Kartoffelſubſtanzen nicht zu dicht über einander, ſondern müſſen mehr locker liegen, damit die atmoſphäriſche Luft uͤberall hinzutreten und gleichförmig wirken koͤnne.“ Bei wärmeren atmoſphäriſchen Temperaturen geht de Zerrottungsprozeß ſchneller von Statten, als in kalter Tempe⸗ einer fein; tern durch ne ine fein zu ratur. Inzwiſchen entwickelt ſich bei der Zerrottung, falls die . Kartoffelmaſſen in beträchtlicher Menge über einander liegen, ſelbſt rkt, den 1 nicht unbedeutende Wärme, durch welche, wenn ſie gehörig zu— e Venennu ſammengehalten wird, auch bei kalter Lufttemperatur ein raſcher t. Fortgang des Zerrottungsprozeſſes erzielt wird. Inzwiſchen darf reinigten de auf der andern Seite die innere Erhitzung der K Kartoffelmaſſe auch nder Einri⸗ nicht einen zu hohen Grad erreichen. Eine Temperatur von 20— ander ligen 30 und einigen Graden R. iſt in der Regel am zweckmäßigſten en Juſtnmer und zur ſchnellen Förderung des Zerrottungsprozeſſes ausreichen. eilende M Mſe In Bezug auf vorſtehende Bemerkungen werden nur die zi ung o ſhue Leitung des Zerrottungsprozeſſes erforderlichen Ein⸗ und Vor Einvirkun richtungen am zweckmäßigſten auf folgende Weiſe getroffen. 184 Als Werkſtätte zur Ausführung der Zerrottung der Kartoffel⸗ ſubſtanzen wählt man am beſten ein Behältniß, einen Raum von der Einrichtung, daß durch Verſchließen oder Oeffnen von Fenſtern oder andern Oeffnungen nach Belieben entweder eine mehr ſta⸗ gnirende Luft oder ein freier Luftzug in der Werkſtätte veranlaßt werden kann. Eine ſtagnirende Luft, um den Zerrottungsprozeß durch Erhaltung der Wärme und Feuchtigkeit zu beſchleunigen, zu welchem Zweck man auch die von den Kartoffelſubſtanzen gebil— deten Haufen noch auf der Oberfläche mit Tüchern ꝛc. bedecken kann. Ein Luftwechſel dagegen, wenn die innere Erhitzung der Kartoffelmaſſe einen zu hohen Grad erreichen ſollte, zu deſſen Verhütung auch ein Umſtechen der Kartoffelmaſſe zweckdienlich iſt, damit letztere im Innern ſich leichter durch Abkühlen zu einer zweckmäßigen, niedrigen Temperatur herabſetze. In dieſer Werkſtätte werden die Kartoffelſubſtanzen in der Regel in Haufen von mehreren Fußen in der Höhe aufgeſchichtet, um die innere Selbſterwärmung zu begünſtigen: da inzwiſchen bei hohen Haufen, beſonders der unten liegende Theil der Kartoffel— ſubſtanzen durch das Gewicht der aufliegenden Maſſe leicht zu dicht zuſammengedrückt und dadurch der erforderliche Luftzug ge— hemmt wird(was vorzüglich in dem Falle, wenn die Kartoffel⸗ faſer von der Stärkefabrikation in Arbeit genommen wurde, Statt findet), ſo iſt es zur Verhuͤtung jener Inkonvenienz ſehr zweck— dienlich, wenn man jene Haufen aus abwechſelnden Schichten von Kartoffelſubſtanz und lockern Körpern z. B. Reiſigholz, oder aus Reiſig geflochtenen Horden bildet, welche letztere durch ihre Zwi— ſchenräume der atmoſphäriſchen Luft den erforderlichen Zutritt zu der Kartoffelſubſtanz verſtatten. In den auf dieſe Weiſe der Zerrottung ausgeſetzten Kartoffel⸗ ſubſtanzen tritt unter günſtigen Verhältniſſen, und wenn der Pro⸗ zeß durch die beſchriebenen Ein- und Vorrichtungen den gegebe⸗ nen Erörterungen gemäß geleitet wird, die Zerſetzung des Faſer— ſtoffs ſchon nach einigen Tagen ein, und verbreitet ſich bald regel— mäßig durch die ganze Kartoffelmaſſe, ſo daß der beabſichtigte Endzweck einer vollſtändigen feinen Zertheilung der Kartoffel⸗ ſubſtanz, oft nach Verlauf von s Tagen ſchon befriedigend erreicht iſt; unter minder günſtigen Verhältniſſen verzögert ſich dieſer Er— folg. Uibrigens findet beim Zerrottungsprozeß nicht ſo wie beim Faulen der noch mit ihrem Vegetationswaſſer verſehenen Kartoffeln eine Verminderung der Quantitäͤt des Stärkmehls, auch keine Echalation gehl un nug in entweder dder in t beatt uede beim gattoff Ausſche In der ſoff und fa vacſung und tigartcen G ſt, eine voll prileren und ſeeinete me dieſer Zwe porzüglichz geeignete 1. die hel und dhelle ausge V 4, deg 3 df jeſondert w 1. N D geſſe und ſett gebli ſtiett, inden drch ein g velchen 6 5 m dan hei der We ſogenannte emner Bahn iſttete, in aſsgebreitet Ihenden N de fei tetes Waſer 185 der Kartißt nen Naun u en von Fenien eine mehr n ſätte veranlan Exhalation fauliger Gasarten Statt; doch muß die durch Zerrot— tung in gehörige feine Zertheilung geſetzte Kartoffelmaſſe alsbald entweder zum Ausſcheiden der Stärke in Bearbeitung genommen, oder im trockenen oder feuchten Zuſtande zur Aufbewahrung ge⸗ bracht werden, was durch ähnliche Operationen und Apparate wie trottungsune gelſa 1 tottungspune beim Kartoffelſtärkmehl geſchehen kann. eſhleunigen, ubſtanzen a B. Ausſcheidung des Staͤrkemehls aus der nach A. in feine mn c. bent Fertheilung geſetzten Kartoffelſubſtanz. Erhibum. In der zerrotteten Maſſe befinden ſich Stärkekörner, Faſer⸗ lte, zu di ſtoff und Kartoffelſchalentheile nicht mehr wie früher in feſter Ver— zweckdienltt wachſung und inniger Verbindung, ſondern nur in einem loſen, ühlen zu t teigartigen Gemenge neben einander, daher es nunmehr möglich iſt, eine vollſtändige Ausſcheidung der Stärkemehlkörner von den ſtanzen ind gröberen und feinen Faſerſtoff- und Kartoffelſchalentheilen durch e aufgeſchit geeignete mechaniſche Operationen und Vorrichtungen zu erwirken. z inzwiſchen! Dieſer Zweck kann zwar auf verſchiedenen Wegen erreicht werden; lder Kartef vorzüglich zweckdienlich iſt jedoch nachfolgende Methode, wo durch Naſſe leicht geeignete Apparate: che Luftzug 1. die zerrottete Kartoffelmaſſe vollſtändig in Waſſer zer— die Kartoff theilt und die Kartoffelſchalen und etwa unzerſetzt gebliebenen wurde, Etaj Theile ausgeſchieden werden, dann nz ſehr zwe 2. die gröberen Faſerſtofftheile, und endlich Schichten un 3. die feinſten Faſertheile von den Kartoffelſtärkekoͤrnern ab⸗ polz, oderu geſondert werden. urch ihre gr⸗ 1. Die Zertheilung der zerrotteten KFrtoffel⸗ maſſe und Ausſcheidung der Schalen und etwa unzer⸗ ſetzt gebliebenen Kartoffelſubſtanztheile.— Dieß ge⸗ ſchieht, indem jene Kartoffelmaſſe in Waſſer aufgeweicht und dann durch ein groblöcheriges Siebwerk hindurch getrieben wird, auf welchem dann jene gröberen Theile zurückbleiben. Im Großen iſt für dieſen Zweck vorzüglich gut geeignet die bei der Weizenſtärkefabrikation in vielen Gegenden gebräuchliche ſogenannte Trotte, wo vertikal ſich drehende Mühlſteine auf einer Bahn von durchlöcherten Eiſenplatten umlaufen. Die zer— rottete, im Waſſer aufgeweichte Kartoffelmaſſe kann auf jener Bahn ausgebreitet werden, und wird dann leicht von den darüber hin⸗ gehenden Mühlſteinen zerdrückt. Die feinern Stärke- und Faſertheile werden durch zugelei⸗ tetes Waſſer(es kann dieß allenfalls durch einen Kaſten, wie bei hen Zutrit zten Kartofi⸗ wenn der li⸗ n den gegli⸗ ung des gir ich bald riſ⸗ r beabſihtiſe der Kartfü⸗ digend errit ſich dieſer br ſo wie ben ren Kortoffln auch keile 186 Fig. I geſchehen, den man in Verbindung mit den Müͤhlſteinen eine Kreisbewegung machen läßt; in dieſem Falle kann dann, wenn die Löcher der Bahn fein genug ſind, zugleich der gröbere Faſer⸗ ſtoff auf derſelben zurückgehalten und die folgende Operation(25) erſpart werden) ausgewaſchen, und durch die Löcher der Bahn 7 in ein darunter befindliches Baſſin geführt, während die Schalen und etwa unzerſetzten Kartoffelſubſtanzen auf der Bahn zurückbleiben. 2. Diie Ausſcheidung der gröberen Kartoffel⸗ theile aus der nach(1.) durch das groblöcherige Sieb⸗ werk oder die durchlöcherte Bahn der Trotte mit 3 dem Waſſer hindurch gegangenen Maſſe— kann ge— ſchehen, wenn letztere durch ein Haar- oder Drahtſieb hindurch— ſ d getrieben wird, deſſen Löcher ſo fein ſind, daß nur die Stärke— körner und Faſertheile von gleicher Größe wie jene hindurchgehen, während die groͤberen Faſertheile auf dem Siebe zurückbleiben; da inzwiſchen mit gewöhnlichen Handſieben dieſe Operation etwas langſam von Statten geht, weil die Poren des Siebes durch die— gröberen Faſertheile ſich leicht verſtopfen, ſo verdient folgende Vorrichtung den Vorzug: Uiber den Boden des Siebes wird in einer beträchtlichen Höhe(z. B. von 8— 10 Fuß) ein Behältniß oder Kaſten mit durchlöchertem Boden angebracht. Wenn nun in b demſelben die in Waſſer zertheilte Kartoffelmaſſe eingetragen wird, ſo läuft die Flüſſigkeit durch die Löcher des Bodens ſtrahlenförmig V hindurch auf die Flaͤche des Siebbodens; durch die ſtarke Gewalt des Falles werden die Stärkekörner und feinen Faſertheile durch die Locher des Siebes hindurch geführt, während die gröberen Faſertheile darauf zurück bleiben und weggeſtrichen werden. Die⸗„er vuem ſer Apparat kann für den fabrikmäßigen Gebrauch im Großen ſehr llſpile in! zweckmäßig ſo modiſicirt werden, daß ein durch Walzen bewegtes ein erd Siebwerk ohne Ende angebracht wird.(Fig. I.) nu igeſit 4A der Behälter mit durchlöchertem Boden zur Aufnahme des(ie bei mit Kartoffelmaſſe geſchwängerten Waſſers.(Uibrigens läßt ſich ſch ülrigens ſehr zweckmäßig die Einrichtung treffen, daß die durch die Bahn ſo z. iann der Trotte(ſ. oben) hindurch gegangene, mit Kartoffelmaſſe ge— das lettere i ſchwängerte Flüſſigkeit ſogleich z. B. durch eine Rinne in den Be— del angebta hälter A geleitet wird). B ein ähnlicher Behälter mit durchlöcher⸗ da den Beg tem Boden, in welchen bloß Waſſer zugeführt wird. C das Sieb— ſeiſeden Al V 3 werk ohne Ende, welches uͤber die Walzen DEFG läuft, und auf auſſder Dberf ähnliche Art wie bei der Papierfabrikation ohne Ende die Form V wein ſee den in Bewegung geſetzt werden kann. II ein Behälter, worin ſich eine dünſenoe Aln unr Seitt Sdts n. d's. pe ö nlählſein kann, wen bere Foſer Cation(9) der Vahn kon etwas durch di folgend 3 wird in Behaltni nun ii een wirde enförmi Gewalt le durch röberen n. Die⸗ gen ſehr Q — — — 187 die durch das Siebwerk C gegangene flüſſige Maſſe ergießt. J. ein mit bloßem Waſſer gefuͤllter Behälter, worin ſich das Siebwerk vom aufgeſetzten Faſerſtoff reinigt. Beiſtehende Figur und kurze Beſchreibung wird dem Techniker die Einrichtung dieſer Maſchine ihrem Weſen nach hinreichend dar— ſtellen; inzwiſchen will ich über den Gang derſelben noch einige Bemerkungen beifügen. Wenn die Walzen DEFG mittelſt Kur— beln oder Räderwerk in eine umdrehende Bewegung geſetzt wer— den, ſo rückt ein Theil des Siebwerks nach den andern vorwärts unter die Behälter A und B u. ſ. w. Wenn nun z. B. die Stelle a b des Siebwerks ohne Ende unmittelbar unter A gelangt, ſo fällt aus A das mit Kartoffelmaſſe geſchwängerte Waſſer gewalt⸗ ſam auf. Das Waſſer reißt ſo die Stärke und feinſten Faſer⸗ theile mit ſich durch die Poren des Siebes hindurch und führt dieſelben in den Behälter H, während die gröberen Faſertheile auf der Oberfläche a b liegen bleiben; indem nun ab weiter unter den Waſſerbehälter B rückt, ſo wird durch das aus letzte— rem in Strahlen herabfallende Waſſer der in den gröberen Faſer— theilen noch etwa gebliebene Ruckſtand von Stärke ꝛc. vollends ausgewaſchen und ebenfalls nach H abgeführt. Von da gelangt endlich bei fortruͤckender Bewegung die Stelle a d in das Waſſer⸗ baſſin I, worin die auf der Oberfläche von a b häng en gebliebe— nen größeren Faſerſtofftheile abgeſpült werden, ſo daß hernach a b vollkommen gereinigt von neuem unter A u. ſ. w. fortrückt. Was hier zur Erläuterung von der Stelle a b geſagt iſt, gilt begreiflich von jeder andern Stelle des Siebwerks ohne Ende. Statt daß letzteres von anhängenden groberen Faſertheilen durch 3 Groſe veſßt Abſpülen im Waſſer in I gereinigt wird, kann die Einrichtung ſo getroffen werden, daß die Faſertheile durch eine Bürſtenvorrich— tung abgeſtrichen werden. (Die bei obigem Apparate zu Grunde liegenden Ideen laſſen ſich übrigens auf eine mannigfache abgeänderte Weiſe realiſiren; „de vu ſo z. B. kann ſtatt des oben beſchriebenen Siebwerks ohne Ende 6 dn das letztere in Form einer horizontalen, an einer ſenkrechten Spin— elmaſſe g—. offelma del angebrachten Scheibe dargeſtellt werden, und ſo, daß es unter— e tn den Re ſe! 1 halb den Behältern A und B ſich drehend, der aus letztern herab⸗ durchlohher⸗ 3 durg 1. ſteigenden Flüſſigkeit immer friſche Stellen darbietet, indem die ( das Eleb⸗ auf der Oberfläche des Siebes zurückgebliebenen groben Faſertheile, wenn ſie den Weg unter den Behälter B zurückgelegt haben, durch eine Bürſtenvorrichtung abgeſtrichen werden. Uibrigens kann ein zuft, und olſ de die Fon worin ſih 188 Siebwerk ohne Ende, und namentlich das vorher im Texte be⸗ ſchriebene, auch in den gewöhnlichen Stärkefabriken benutzt wer⸗ den, indem die zerriebene Kartoffelmaſſe unmittelbar auf das um— gehende Siebwerk ohne Ende fällt, und durch das aus einem in der Höhe angebrachten Behälter herabfallende Waſſer die Stärke aus den Faſertheilen herausgewaſchen wird.) Die bei vorbeſchriebenen Apparaten auf dem Siebe bleiben— en größeren Kartoffelfaſern beſtehen aus faſt chemiſch⸗reinem aſerſtoff(wenn der Zerrottungsprozeß gehörig geleitet wurde), das durch das Sieb mit dem Waſſer Hindurchgezogene beſteht aus einem Gemenge von Stärkekörnern und den feinſten Faſertheilen; da jedoch erſtere bei weitem den überwiegenden und vorwaltenden Gemengtheil ausmachen, ſo kann dieſes Gemenge ſchon in vielen Fällen die Stelle der reinen Kartoffelſtärke bei der Nutzanwen⸗ dung vertreten. Inzwiſchen käßt ſich aus demſelben durch Ab— ſcheidung des beigemengten Faſerſtoffes die Kartoffelſtärke in ganz reiner Form darſtellen. Am ſchnellſten und zweckmäßigſten geſchieht dieß 3. durch das Ausſchlemmen mittelſt geeigneter Apparate.— Man kann ſich fuͤr dieſen Zweck ähnlicher Apparate bedienen, wie ſie zum Schlemmen und Waſchen der Mineralien und gepochten Erze auf Bergwerken gebräuchlich ſind, unter dem Namen: Schlemm⸗ Waſchherde oder Gräben. Eine einfache Vorrichtung der Art beſteht z. B. aus einer geneigten Ebene, die an den zwei langen Seiten mit niedrigen Wänden eingefaßt iſt; am oberen Theile wird eine Rinne oder Behälter angebracht, aus welchem ſich das mit jenen Kartoffel⸗ theilen gemengte Waſſer über die geneigte Ebene ergießt, auf der— ſelben langſam herabläuft und die Stärketheile abſetzt, und dann am untern Theile des Plani mit den Faſertheilen, die ſich im Waſſer ſchwebend erhalten, ab- und in einen untergeſetzten Be⸗ hälter fließt. Damit die Stärketheile ſich deſto vollſtaͤndiger ab⸗ ſetzen, können auf der Ebene noch in ſchicklichen Entfernungen von einander parellele, ein Paar Linien hohe Leiſten angebracht werden. Noch beſſer wird der beabſichtigte Zweck mittelſt eines Schlemm— grabens erreicht, welcher mit Raumerſparung auf folgende Art konſtruirt werden kann. Auf einer geneigten Ebene von Bretern mit niedrigen Seitenwänden eingefaßt, werden in Entfernungen z. B. von mehreren Zollen, parallel laufende Unterſchiede a. a von der Höhe einiger Zolle ſo geordnet und angebracht, daß auf der dberfa jehender K ſen er Karto kant de Ei in den ‚ehe Llfgütmmal N 200 zzrend ſe derlben di du nit dem Fa od ch die] en Behält de Damit d neß oözuſet be hemengten auf dem O. ho be ehr(in! en waͤren den me bläübt bei u ſocher Rü T iht dhör. Endlin werden, d b ſeren En werden kar n d 9 tion zu h Etatt. V Durch dng vulſt reiht, ewonnen ſürkefalti f 3 0 „ 1 f lenden— enannten, gen wer tſie gewoh uchten 31 ſan von in Ter a- auf das um. 1 aus einen aſet die ei fffelſt arfe In J ate bedienen, 1 nd gepochten bh on Schlenr. nen: Schlenr en mit niedehe eine Rinne w len, die ſti ntergeſehten 1 vollttendiher: entfernungen gebracht werde leute 1 eines Shl uf folgend! N ene von D Breten mn Entfernunde terſchiede” bracht/ daf erte he n benutt w 189 der Oberfläche der geneigten Ebene ein fortlaufender hin und her ziehender Kanal b ſich bildet, in deſſen obern Theile e das mit jener Kartoffelmenge beladene Waſſer einfließt(ſehr zweckmäßig kann die Einrichtung ſo getroffen werden, daß die durch die Siebe in den Behältern I(Fig. I.) gelangende Fluͤſſigkeit durch einen Abflußkanal ſogleich auf dieſen Apparat(Fig. II.) geleitet wird.)— Waͤhrend ſeines Laufes in den Kanälen ſetzt es auf den Boden derſelben die Stärketheile ab, und fließt endlich am untern Ende durch die Rinne d, annoch mit den Faſerſtofftheilen beladen, in den Behälter e(Fig. II.) ab. Damit bei vorbeſchriebenen Apparaten keine Stärke zugleich mit dem Faſerſtoffe abgeführt werde, muß der Schlemmherd oder Schlemmgraben eine hinreichende Länge erhalten, damit das Waſſer Zeit und Gelegenheit habe, die Stärketheile vollkom— men abzuſetzen. Ferner durch die Waſſermenge im Verhältniß der beigemengten Kartoffeltheile nicht zu gering ſein, weil ſich ſonſt auf dem Schlemmgraben mit der Stärke zugleich etwas Faſerſtoff abſetzt(in welchem Falle dann die Schlemmoperation zu wieder⸗ holen wäre; inzwiſchen iſt eine geringe Beimiſchung von Faſerſtoff bei den meiſten Nutzanwendungen ohne Nachtheil; am leichteſten bleibt bei der aus der Kartoffelfaſer gewonnenen Stärke noch ein ſolcher Rückſtand, wenn der Zerrottungs- oder Schlemmprozeß nicht gehörig geleitet wurde.) Endlich muß dem Herde die zweckmäßige Inclination gegeben werden, welche in jedem Falle leicht durch Keile, die unter dem oberen Ende untergeſchoben werden, ausgemittelt und regulirt werden kann. Wenn der Zug des Waſſers wegen ſtarker Incli⸗ nation zu heftig iſt, ſo werden vom Waſſer außer den Faſertheilen auch Stärketheile mit hinweggenommen. Durch vorbeſchriebene Apparate and Operationen wird eine ganz vollſtändige Ausſcheidung der Stärke aus der Kartoffelſubſtanz erreicht, und daher eine weit größere Ausbeute an Stärkemehl gewonnen, als dieß bei der bisher gebräuchlichen Kartoffel— ſtärkefabrikation der Fall iſt; indem aus der bei der letztern ab— fallenden und gemeiniglich bis jetzt zum Viehfutter benutzten ſo⸗ genannten Kartoffelfaſer noch eine große Menge von Stärke ge⸗ zogen werden kann. Das gewonnene S Stärkemehl kann entweder wie gewöhnlich getrocknet, oder auch für künftige Benutzungen im feuchten Zuſtande unter Waſſer aufbewahrt werden. Letzteres muß man von Zeit zu Zeit erneuern, damit es nicht faulig werde und ——— 190 der Stärke eine ſchlechte Beſchaffenheit mittheile. Die erforder⸗ liche Erneuerung des Waſſers kann auf eine ſehr zweckmäßige und bequeme Weiſe durch folgende Apparate bewirkt werden: man richtet ein Gefäß oder einen Behälter zu, mit einem ſoge— nannten doppelten durchlöcherten Boden, über welchen ein Tuch (am beſten Haartuch) ausgebreitet wird. Hierauf wird die naſſe Stärke eingetragen und die Oberfläche mit Waſſer bedeckt. Soll eine Erneuerung des letztern geſchehen, ſo wird ein am Boden des Gefäßes befindlicher Zapfen gezogen, das alte Waſſer lauft ab, worauf man über das Stärkemehl friſ ches Waſſer gießt. Dieſer Apparat kann auch mit Nutzen zur Aufbewahrung der zerrotteten Kartoffelmaſſe im feuchten Zuſtande angewendet werden. Wenn die gehörig zerrottete Kartoffelmaſſe getrocknet wird(z. B. auf Gypsplatten) und hernach auf der gewö hulichen Mahlmühle ge— mahlen, oder beſſer unter vertikal umlaufenden Muͤhlſteinen zer⸗ drückt wird, ſo läßt ſich daraus durch ein hinreichend feines Beutel— werk ein Mehl abſcheiden, das größtentheils aus Stärke beſteht, die nur mit wenig Faſerſtoff gemengt iſt. (Jahrb. d. k. k. polytech. Inſtituts in Wien. 1839. B. XX p. 818.) Wie in jedem Hauſe ohne beſondere Vorrichtungen, ein kleiner Bedarf des Stärkemehls ganz rein und unvermiſcht von Jedermann ſogleich erzeugt werden kann, zeigt folgende einfache Verfahrungsart. Man wäſcht die Kartoffeln in einer Wanne mit einem Beſen ſo lange ab, bis das Waſſer klar abfließt und keine erdigen Theile mehr mit ſich führt. Auf eine hinlänglich weite und tiefe Schüſſel oder Kufe, welche man zur Hälfte mit friſchem reinen Waſſer angefüllt hat, legt man ein hineinpaſſendes Haarſieb, deſſen nothwendige Beſchaffenheit man leicht aus der Erfahrung findet, und auf dieſes Sieb legt man ein gewöͤhnliches Küchenreibeiſen von Eiſenblech, worauf eine beliebige Menge roher Kartoffeln ſo klein zerrieben werden, wie man Brod oder Meer⸗ rettig zu reiben pflegt. Weil aber dieſes Zerreiben mit den Hän— den nicht nur beſchwerlich iſt, und auch ohne Verletzung der Fin— ger nicht leicht abgeht, ſo kann man dieſen Zweck durch die be— quemere Vorrichtung erreichen, welche ſchon fruͤher(§. 20 V. An— merkung) zum Zerkleinern der Kartoffeln angegeben worden iſt. Der zerriebene Brei fäl lt natürlich in das Sieb und die Feuch— tigkeit auft durch. Hat man die beliebige Quantität Kartoffeln auf dieſe Weiſe zerkleinert, ſo nimmt man das Reibeiſen ab, füllt ds Shiſſ „or hli⸗ Finger den Händ Schalen ind dig zarze ſ Aif befit während mehl zu klar gewo dſ zu B ß do dem 4 b 6 au u Luſt geſtens den Meſſei oder Bretſ trolknet w dieſe richt f vegigtens) Vid indeſſe zun deittelo dag Haarſia ſich nun dan 1 ſet eth, ſr ſo w gegche 10 der vulte zerrüͤckt, d nicht durche damn wide jedſch; zum, eiſtderich fiit Sie 1 Ver da Keüildete 191 6 ee zen die Schüſſel bis an den Rand ſo weit mit Waſſer, daß es einen beniff 4— Finger hoch im Siebe ſteht, und reibt den Kartoffelbrei mit nit da den Händen ſo lange durch⸗ bis allein der Faſerſtoff und die ſ Schalen in dem Siebe zurückbleiben. Dieſen Rückſtand legt man * in nun bei Seite, und bringt eine neue Quantität Kartoffelbrei in 1 wird die if das Sieb, wäſcht dieſe ebenfalls durch, und fährt ſo fort, bis er bedect. die ganze Maſſe rein ausgewaſchen iſt. Das in der Schüſſel oder d ein an d Kufe befindliche Waſſer bleibt nun 5— 6 Stunden ruhig ſtehen; dle Vaſſe e während dieſer Zeit ſetzt ſich das in demſelben ſchwimmende Stärke⸗ her gießt. d mehl zu Boden. Sobald dieſes erfolgt und das Waſſer wieder g der zennt klar geworden iſt, wird dieſes ab- und wieder friſches aufgegoſſen, werden. N das zu Boden ſitzende Stärkmehl aufgeruͤhrt und gleichſam ge— wird( he waſchen. Nach einer abermaligen Pauſe wird das Waſſer ganz Mallnüt von dem zu Boden ſitzenden Stärkemehl abgegoſſen, das Gefäß Mühlſteinen, aber mit einem leichten Tuche bedeckt, damit kein Staub zu der end feines der wohl ausgewaſchenen gelagerten Stärke kommen kann und an die us Stärke lel Luft geſtellt, damit die Stärke in ſo weit abtrocknet, daß ſie mit dem Meſſer in kleine Stücke zerſchnitten herausgehoben, auf Papier n. 1830. B.J oder Breter gelegt und an mäßig warmer Luft vollkommen ge— trocknet werden kann.*) Aus 10 Pfd. Kartoffeln erhält man, wenn riichtunge, dieſe nicht zu früh geerntet und von mehliger Beſchaffenheit ſind, und urrer wenigſtens 40 Loth Stärke, im Durchſchnitt von 10 Pfd. ein Pfd. n, zeigt funn Wird indeſſen die höchſte Feinheit des Stärkemehls verlangt, ſo muß ui eiter m zum dritten Mal friſches reines Waſſer aufgegoſſen, die Stäͤrke lat alfuſt n ſorgfältig aufgeruͤhrt und die Miſchung durch ein feines ſeidenes Sieb getrieben werden, wo dann alle gröberen Theile, welche das Haarſieb noch durchgelaſſen hatte, zurückbleiben werden. Hat ſich nun das abgeſchiedene Stärkemehl von Neuem zu Boden ge⸗ ſetzt, ſo wird das Waſſer abgelaſſen, und nachdem jenes auf oben gedachte Art aus der Schüſſel oder der Kufe genommen, und auf eine binngt zur Halft tmhineinpaſen leicht alo d ⸗iigbnlich ein gewohndc, 5 Papier völlig getrocknet worden iſt, wird es mit einem Wellholze Menge da.——,——, ge zerdrückt, durch ein ſeidenes Sieb geſchlagen; was durch das Sieb nicht durchgeht, mangelt man aber und ſiebt es bis alles zerfallen; h ui fa2 dann wird es in gläſernen Gefäßen ſorgfältig aufbewahrt. Da letung jedoch zum gewöhnlichen Hausbedarf die höchſte Feinheit nicht durc 4 erforderlich iſt, ſo kann man ſich auch ſtatt des ſeidenen eines GG. Te feinen Siebes von Pferdehaaren bedienen. Dieſes feine zum u worden— und diea*) Wer da wlll, der kratze die auf der Oberfläche des Stärkemehls ſich ſü hie gebildete graue Schichte mit einem Löffel ab. 192 Kuchengebrauche beſtimmte Stärkemehl wurde von Einigen Kar— toffel-Weißmehl genannt. Wem es nicht zu umſtändlich ſcheint, der kann auch durch folgendes Verfahren das Stärkemehl in jeder Haushaltung ſchnell bereiten: Nachdem die Kartoffeln gewaſchen und geſchält worden ſind, werden ſie auf einem Reibeiſen zerrieben; hierauf füllt man den zerriebenen Brei mit vielem Waſſer in einen leinenen Sack und drückt ihn aus, welches leicht unter einer Preſſe geſchehen kann. Man öffnet ſodann den Sack, gießt wieder friſches Waſſer hinzu, wiederholt das Preſſen, und ſetzt dieſe Operation ſo lange fort, als das Waſſer vom Gärbeſtoff und Andern noch gefärbt durch den Sack abfließt. Die Hauptſache bei dieſer häuslichen Stärkefabrikation, iſt die höchſte Reinlichkeit. Zu dem Ende müſſen die Kartoffeln recht rein gewaſchen, und— wenn man die Feinheit auf's Hoͤchſte treiben will— geſchält werden. Eben ſo müſſen auch die Ge— fäße vollkommen rein und durchaus nicht von hartem Holze— welches immer noch Gärbeſtoff enthält— ſondern von weichem ver— fertigt ſein. Bei der Trocknung, es ſei an der Sonne, wenigſtens an der freien Luft, oder in Winterszeit auf dem Ofen, muß man ſtets darauf bedacht ſein, daß es nicht verſaͤure oder anbrenne, deßwegen es auch mehrmal umgewendet, auch manchmal in die freie Luft geſtellt werden muß. Daß übrigens nur aus den friſchen Kartoffeln, keineswegs aber aus deren Mehl eine ſchöne blendend weiße Stärke erhalten werden kann, hat ſchon Jaßnüger geſagt. Er erklärt ſich dar— über mit folgenden Worten:„durch längeres Einweichen und flei— ßiges Waſchen, in einem feinen Siebe, läßt ſich nämlich die Stäͤrke von den übrigen Beſtandtheilen des Kartoffelmehls zwar abſon— dern, der Zucker und Eiweißſtoff bleibt auch hier in der Stärke zurück; aber ein nicht geringer Theil des holzigen Faſerſtoffes, jener beſonders, welcher beim Mahlen der getrockneten Kartoffeln am feinſten zerkleinert iſt, ſetzt ſich mit der Stärke zu Boden, kann von derſelben nur äußerſt mühſam und mit beträchtlichem Vekluſte ganz befreit werden, und macht, daß dieſe Stärke bei weitem nicht ſo ſchön und ſo blendend weiß, wie jene aus den friſchen Kartoffeln wird. Aus dieſem Grunde glaube ich einem jeden rathen zu müſſen, das Kartoffelmehl zur Bereitung der Stärke nicht anzuwenden.« (S. a. a. O.) Auch da Kottof fell wie S.71.55. wendet werde in faule 6 laſig wachen, ſtät emehlhal lttn, von Reinigung,“ richen zu k Die che berzits§. 4 koumt unter! C.Büra Ein fat kratzende un widrig, der entpickelte dietpus bere Sällampe. zur gortpfla ſein, neb fannt gewot Es we griſe Erlſer kugſunden, Kaßtoffelr feinen lez, 3u diſ ſie not kei und grün ſa geſoült wend Eaßlocke, Guſken das der Salzlac undjiocht bis diee Kno doch riht 4 193 n Einige u—. 1 na Auch darf nicht außer Acht gelaſſen werden, daß gefrorne Kartoffeln beinahe vortheilhafter noch, als die rohen ie ſriſchen, wie S. 71.88. u.§. 28 dargethan wurde zur Bereitung d er Staͤrke ver— wendet werden können, und daß ſelbſt dann noch, wenn ſie ſchon kann auch d aushaltung ſt ſ geſchalt t won hierauf filt 1 - in faule Gährung geriethen, ſie bloß dieſe Benützung zu⸗ läſſig Rachen, um eines Theils das Stärkemehl, andern Theils das ſtärkemehlhaltige Faſergewebe, welche die Zerſetzung noch nicht er— litten, von der fauligen Maſſe zu ſondern, und nach gcehöriger — ſen leinenen e Preſſe geſh § ftices Reinigung, wenigſtens als ein gutes Nahrungsmittel Thieren dar— peralion ſoln reichen zu koͤnnen.(Mehr ſ.§. 12 S. 96.) ern noth gii Die charakteriſtiſchen Eigenſchaften der Kartoffelſtrke ſind bereits§. 4 angegeben worden, und ihre vielfache Anwendung rkefabriktn kommt unter den Benützungsarten der zerlegten Kartoffeln§. 28 vor. n die Kartf heit aufs hit§. 22. ſen auch die C. Benuͤtzung der keimenden und ausgewachſenen Kartoffeln. hartem Holt⸗ Ein fader und ſüßlicher Geſchmack, wie das durch ſie erregte von weihen, kratzende und brennende Gefühl im Halſe, macht dieſe Kartoffeln Sonne, wenig widrig, der Verluſt an Stärkmehl minder nahrhaft, das in ihnen Ofen, nuh! entwickelte Solanin Menſchen wie Thieren ſchädlich; gleich dem e oder andren hieraus bereiteten Branntwein und der davon zurückgebliebenen manchmal it Schlämpe. Daß die Natur Kartoffeln in dieſem Zuſtande einzig zur Jortpflanzung ihrer Art verwendet haben will, ſcheint gewiß feln, keirer zu ſein, nebſt we lcher Benützung uns nur noch nachſtehende be⸗ kannt geworden. Es werden nämlich die anfänglich nicht größer als große gruͤne Erbſen, nachher in Form der Oliven, bis zur Größe einer kugelrunden Haſelnuß herangewachſenen erſten Gebilde der tls zor 1 Kartoffeln, welche man im Fruͤhjahr an einem warmen Orte , g keimen ließ, wie Oliven eingelegt. 0 en duis Zu dieſem Behufe ſammelt man die kleinen Knollen, wenn hen 5 ſie noch kein ubliü s Anſehen haben, ſondern noch etwas hart kneten gui und grün ſind, zum Einſalzen. Nachdem ſie im Waſſer gut ab⸗ titt u de geſpült werden, legt man ſie in eine abgeſeihete, reine, ſtarke it eriütt Salzlacke, und läßt ſie 48 Stunden darin liegen, damit ſie wie dieſe Uin Gurken das nöthige Salz einziehen. Man nimmt ſie nun aus e jene di der Salzlacke, läßt ſie 12 Stunden in einem Durchſchlage liegen 7 und kocht ſie dann bei mäßigem Feuer in gutem Eſſig ſo lange, athen 1 bis die Knoten beinah halb durchſcheinend, aber durch's Sieden t arzuuend doch nicht zu weich geworden ſind. In den Eſſig, worin ſie ge⸗ 13 194 kocht werden, legt man vorher aromatiſche Kräuter, oder einigen Gewürznelken und Muskatblumen. In Eſtragoneſſig mit ein wenig Muskatblumen gekocht, werden ſie noch wohlſchmecken— der und gedeihlicher. Alsdann wird der Eſſig, während er noch etwas warm iſt, abgeklärt, die Knöllchen aber legt man in ein gläſernes Gefäß, und verwahrt dieſes mit einer Blaſenhaut oder ſtarkem Papier, feſt zugebunden, an einem kühlen Orte. So erhalten ſich jene künſtlichen Oliven ſehr lange und ſelbſt Fein— züngler werden ſie kaum von natürlichen zu unterſcheiden wiſſen. (S. Mine d'or de Reollard de Camousin.) Daß die keimenden Kartoffeln wegen ihres großen Gehalts on Solanin nicht zur Nahrung ſich eignen, wird bei der Unter⸗ ſuchung ihrer Schädlichkeit nachgewieſen. Sollten ſie aber im Falle der Noth dennoch dazu verwendet werden müſſen, ſo wären ſie durch's Kochen in mehreren Wäſſern, dann mit Zuſatz von etwas Eſſig, Oel oder Butter, wie auch Gewürz unſchädlicher zu machen. Auch werden ſie grnußbarer, wenn deren Augen und Keime gänzlich ausgeſtochen werden, ehe man ſie bratet oder kocht. Die langen Kartoffeltriebe oder ſogenannten Auswüchſe der Knollen, ſollen zur Papierfabrikation geeignet ſein. Mehreres ſiehe I. Abſchnitt§. 8. S. 82 und§. 45. §. 23. D. Behandlung und Benuͤtzung der gefrornen und aufgethauten Kartoffeln. Eine genaue Auseinanderſetzung der beſten Benützung erfror— ner, oder nur erſtarrt geweſener und aufgethauter Kartoffeln*) erſcheint als ein Gegenſtand von der größten Wichtigkeit, wenn man erwägt: 1. Daß dieſe Wurzelknollen ſowohl in der Erde bei früh eingetretenen Nachtfröſten, als auch an Orten ihrer Aufbewahrung, gorzüglich in kleinen Oekonomien, die nicht mit den erforderlichen Einrichtungen zur Aufbewahrung, z. B. Keller u. dgl., wie die größeren verſehen ſind, nicht hinreichend vor Kälte geſchützt, dem Erfrieren ſehr unterworfen werden. 2. Daß man eine Unzahl derſelben jedes Jahr in dieſem Zu— *) Die Unterſchiede gefrorner und erfrorner Kartoffeln, insbeſondere ihrer Grundmiſchung ſiehe S. 86. Analytiſch⸗chemiſche Unterſuchung derſelben. ande, wäh meht vder! 3. Du aus Murhel verbohren,“ zu Pinen, wemt es ih derlen in die den gröſt theils auch! 4. Jſt den Verluſte für WVenſchen engfnͤlihert theils die kle lien an ſchut zur Nahrun der Rothzen neiſt noch woſder Lant ſücn giſti dunſt zu hi idazdie no rufert eſt 5. Kon dufg der ge Mmmißen a. ſa ſehſt an V 6 ſſt inſerungen tüige Beha vohren, in, aufgethaut ſüchen und zu llernen, unh Mähe, Veeſchieden zuſkönnen. Velche . duch die C 195 : Aralten Eruane ſtaude, waͤhrend dem Aufthauen, nach Verſchiedenheit der Umſtaͤnde 2.ill mehr vder weniger in ihrer Grundmiſchung zerſetzt findet. 3. Daß die meiſten kleinen Haushaltungen, wie oben geſagt, aus Mangel an Gelegenheit, die Kartoffeln vor dem Erfrieren zu verwahren, wie aus Unkenntniß der Mittel, ſolche gehörig benützen wahrend a⸗ kätl 5 zu können, ſie als ungenießbar und ganz unbrauchbar wegwerfen, Uhlen Ort;..„„ u An wenn es ihnen nicht etwa glückt, ſie noch vor dem völligen Ver⸗ und ſelbſt derben in den niedrigſten Preiſen an Menſchen zu veräußern, die den größten Gewinn in derlei Nothverkäufen ſuchen, und größten— theils auch in deren Verarbeitung zu Branntwein zu finden wiſſen. nterſcheiden a großen i 4. Iſt zu erwägen, daß jeder ſtrenge Winter auf dieſe Weiſe ꝛd bei der U den Verluſt einer ungeheuern Maſſe vortrefflichen Nahrungsſtoffes llten ſie a für Menſchen und Thiere herbeiführt, welcher um ſo größer und müſſen, ſe empfindlicher erſcheint, als man annehmen kann, daß er größten— n mit Zlſig theils die kleinſten, ärmlichſten Haushaltungen und ſolche Fami⸗ erz unſchdii lien am ſchmerzlichſten trifft, denen die Kartoffeln beinahe einzig Augen und zur Nahrung und als Verwahrungsmittel vor dem Hunger in et oder kodt der Nothzeit gegeben ſind. Zum größten Elend wird das Uibel en Auswühſe meiſt noch dadurch geſteigert, wenn es in einer Zeit einbricht, ſein. wo der Landmann ſeinen kleinen Wintervorrath von Lebensmitteln und 9. 45, ſchon größtentheils verzehrt hat daher dem verunglückten Nachbar damit zu Hulfe zu kommen, ſich außer Stand geſetzt ſieht, und wenn überdieß noch jeder Erwerb gegen Tagelohn in dieſer Jahreszeit und aufgelhan außerſt erſchwert, ſelten in der Nähe irgendwo für ihn zu finden iſt⸗ 5. Kommt noch zu erinnern, daß eine unvorſichtige Verwen— dung der gefroren geweſenen Kartoffeln, ſowohl zur Nahrung der Menſchen als der Thiere, zu einer neuen Quelle von Krankheiten, ja ſelbſt an und für ſich zur Urſache ihres Todes werden kann. Es iſt demnach eben ſo nothwendig zu wiſſen, welche Ver⸗ aͤnderungen die Kartoffeln durch den Froſt erleiden, als die ge⸗ hörige Behandlung zu kennen, ſie vor fernerer Verderbniß zu ver⸗ wahren, in die ſie unvermeidlich übergehen müſſen, wenn man ſie Benützung ein ulter Kartoffn Wictigkeit, n er Erde bei rer Aufbewene den nen aufgethaut ſich ſelbſt überläßt, und die aus Beobachtungen, Ver⸗ . döl, un ſuchen und Erfahrung hervorgegangenen Benützungsarten kennen te geſhltt, zu lernen, um die gefrornen Wurzelknollen ohne beſondern Koſten „ und Mühe, überall, im kleinen wie im großen Haushalte, nach der ahr in diſen Verſchiedenheit ihres Zuſtandes, am zweckmäßigſten verwenden zu können. feln, inbefnn Welche Veränderungen die Grundmiſchung der Kartoffeln niſce Unteruttn durch die Einwirkung der Froſtkälte und durch Aufthauen erleiden 13* 196 (S.§. 9.), muß in genaue Erwägung gezogen werden, insbeſon— dere aber, ob ſie blos von einem geringern Kältegrad, etwa 1— 4⁰° R. unter Null getroffen worden, oder ob ſie einer viel größe⸗ ren Kälte ausgeſetzt geweſen, ſteinhart, d. i. erfroren ſind. Im erſtern Falle werden ſie ſuͤßlich im Geſchmack, indem ein Theil ihrer ſchleimigen Subſtanz in Zucker verwandelt wurde; im letztern Falle aber zeigen ſie ſelbſt nach dem Kochen keinen ſüßen Ge— ſchmack, weil ihre Grundmiſchung keine Veränderung erfuhr, jedoch iſt alleLebenskraft in ihnen vernichtet, und zu Folge der Vereiſung ihres Vegetation-Waſſers erlitt das organiſche Gewebe eine Des⸗ organiſation durch die gewaltſame Ausdehnung ihres Paronchyms, Zellen und Hüllen. Dünn ausgebreitet, kann man die gefrornen Kartoffeln den ganzen Winter über, im Freien liegen laſſen. Sie bleiben gut, wenn ſie gleich abwechſelnd aufthauen, bald darauf jedoch wieder gefrieren, und geben ausgepreßt, dann an freier Luft, oder im Backofen getrocknet und gemahlen, ein brauchbares Mehl. Neuerlich will man beobachtet haben, daß die gefrornen Kar— toffeln, wenn ſie im Lichte aufthauen, faulen und an Geſchmack verlieren; läßt man ſie aber ein Paar Tage während des Auf⸗ thauens an einem vollkommen dunkeln Orte aufbewahrt, verlie— ren ſie ſehr wenig von ihrem natürlichen Geſchmack. Das Licht hindert das Keimen und zerſtört dadurch ihre Lebenskraft, die zum Aufthauen nöͤthig iſt.(Allgem. Anzeiger d. Deutſchen. J. 1840 N. 25.) Die vom Froſte einiger Maßen ſtark getroffenen Kartoffeln verlieren, ſo wie es etwas wärmer in ihrer Umgebung wird, einen großen Theil ihres Vegetation⸗Waſſers, werden ſchwarzgrau und gehen bald darauf um ſo leichter in Fäulniß über, in je dichterer und größerer Maſſe ſie beiſammen liegen, und je wärmer die Tem— peratur wird. ſur einfach und minder koſtſpielig ſind die Mittel, um die gefrornen Kartoffeln von jeder fernern Verderbniß zu ſchützen; verſchieden zwar die Behandlung, aber leicht und überall zu finden, ſind die dazu erforderlichen Vorrichtungen(Backöfen, Reib- oder Stampfwerke und Preſſen), mit deren Hülfe man auch nach Be⸗ lieben, Mehl oder Stärke aus ihnen bereiten kann. Folgende Verfahrun gsarten dienen dazu, die gefror⸗ nen und erfrornen Kartoffeln zu verſchiedenem Gebrauche vorzu⸗ bereiten und längere Zeit zu erhalten. Um geſ zu machen, auſthauen zu vom Froſte 9 dbſaufen, ni die Kartoffe ten das Anſ das ſich etw d wo es ſe laifen läßt, dandelt, habe und ſind eben demſelben D Gemüſe: wi it ganz das thauen des Jagn. B. 68 Nan da neſwnen, noch Enigen Kartoffeln 1. Brunnenvoſe daäprch ſehr nüthig, um di gedihlichen N Auf die toffeln ſwar ſo haltbar wi verhrauchen; Iſr ſone rath von Ka kann, dann üüri, als ſi ſüct zu ſhn utfn li verden, ins inahe 2———.. tegrad 1 Um gefrorene Kartoffeln zum Speiſegebrauch wieder tauglich g/ad, etwa l.. 25... 15 zu machen, iſt es wichtig, ſie bei eintretendem Thauwetter nicht einer vill 2 aufthauen zu laſſen. So wie man bemerkt, daß die Kartoffeln froren g llet ſm vom Froſte gelitten haben, lege man die für eine Mahlzeit u. dgl. beſtimmte Quantität in eine Kufe und gieße ſo viel kaltes Waſſer darüber, daß ſie 1— 1 ⅓ Zoll hoch damit bedeckt ſind. Nun war⸗ tet man, bis ſie mit Eis ganz umgeben ſind und das Waſſeer ſelbſt mit einer dünnen Eisſchichte überzogen iſt; läßt dann das Waſſer indem ein? u Nrn 2..— 8. 6 Wein ablaufen, nimmt das Eis mit einem Leintuche weg und trocknet ewehe in,7. 4..„ wt elte die Kartoffeln in einem warmen Zimmer. Die Kartoffeln erhal⸗ ihres Parong 5 2— Rnd ten das Anſehen der Nichtgefrornen und werden von dem Waſſer, das ſich etwa unter der Schale geſammelt hat, befreit, wenn man en Kattoff da, wo es ſich befindet, ein Loch in die Schale ſticht und es ab— / — — Sie bleibe laufen läßt, oder kürzer, wenn man ſie gelinde preßt. So be⸗ rauf jedoh: handelt, haben die Kartoffeln durchaus keinen ſchlechten Geſchmack freier Luſ, und ſind eben ſo gedeihlich, wie die gewöhnlichen Kartoffeln.(Nach ichbares N demſelben Verfahren laſſen ſich auch andere Früchte, Wurzeln und die gefrornn Gemüſe: wie Aepfel, Rüben, Zwiebeln u. dgl. auffrieren. Es und or Geſt iſt ganz dasſelbe Verfahren, welches man in Norden zum Auf⸗ wahrend de thauen des gefrorenen Fleiſches benutzt, ehe man es kocht. Polit. ufbewaztt,: Jour. B. 68. J. 1838 Maiheft.) 2 chmack. Dail Man darf dieſe Behandlung an keinem warmen Orte vor⸗ Lebenskrii nehmen, noch weniger Thauwetter abwarten. Deutſchen. 3 Einige pflegen auch in das kalte Waſſer vorher etwas Salz zu geben,(auf ½ Scheffel drei Hand voll Salz) und laſſen es mit den foffenen Krtf Kartoffeln 12 Stunden ſtehen, wo dann das mit Salz vermiſchte eebung widd, Brunnenwaſſer den Froſt auszieht, und ihr ſuͤßlicher Geſchmack n ſchwerzatul dadurch ſehr vermindert werden ſoll. Dieſer Zuſatz iſt jedoch nicht er, in i nöthig, um die gefrornen Kartoffeln für Menſchen und Thiere zur wärner de gedeihlichen Nahrung werden zu laſſen. Auf dieſe oder jene Art behandelt, ſind die gefrornen Kar⸗ toffeln zwar zur gewöhnlichen Speiſe brauchbar, aber nicht mehr Mittel m bniß zu ſü ſo haltbar wie die nicht gefroren geweſenen, daher man ſie bald rbniß zu ſchc derol u i verbrauchen muß. lberal j ſi—— gfen, Ribb Iſt ſonach der auf dieſe oder andere Weiſe aufgethaute Vor⸗ kofen, Nelb⸗ rath von Kartoffeln ſo groß, daß er nicht bald verbraucht werden kann, dann bleibt in dieſem Falle, um ſie alle zu benützen, nichts übrig, als ſie auseinander zu legen, gleich zu ſchälen, in Würfel— ſtuͤcke zu ſchneiden und ſie ohne Aufenthalt auf dem Ofen oder im Backofen bis zur Härte zu dörren; auch kann man ſie dann zu Mehl 9 an auch noch d bor Gebrauche ven 198 mahleu laſſen. Sie bleiben gut gedörrt, weiß; läßt man ſie aber vor oder nach dem Schneiden ein paar Tage liegen, ſo werden ſie ſchwarz und leiden an der Güte. Man laſſe ſonach nie mehr künſt⸗ lich aufthauen, als man am nämlichen Tage zurecht machen kann.— Die rohen Kartoffeln bleiben aber immer viel ſchwe⸗ rer zu trocknen, und ſind ſpäter als Speiſe gekocht auch nicht ſo gut als die vorher gekochten oder gedämpften, dann geſchälten, zer— ſchnittenen, oder auf dem Reibeiſen zerriebenen, oder auch nur mit den Händen gröblich zerkleinerten und dann getrockneten Wurzel— knollen. Die auf ſolche Weiſe zubereiteten Kartoffeln liefern eine lange Zeit aufbewahrungsfähiges werthvolles Kochmaterial, das ſowohl zu Suppen oder Gemüſe, als auch zu Brei u. dgl. ver⸗ wendet werden kann. Berthoud's Verfahren, iſt: die Kartoffeln auf die gewoͤhn⸗ liche Weiſe vom Froſt natürlich oder künſtlich zu befreien, dann auf⸗ gethaut ſogleich zupreſſen, und das hierin enthaltene Waſſer auszudrücken, welches man ſetzen läßt, um einen Theil des Satz⸗ mehles zu erhalten, das gewöhnlich durch das Preſſen verloren geht. Iſt dieß geſchehen, nimmt man die Kartoffeln heraus, die unter ihrer Haut nichts als nährende Theile mit etwas Feuchtig⸗ keit enthalten, von welcher man ſie durchs Trocknen auf der Hurde (Flechtwerk), um welche die Luft frei zirkulirt, befreit. Die Haut trennt ſich von dieſem Mehle äußerſt leicht, und man iſt vollkom⸗ men gewiß, es Jahre lang aufbewahren zu können.(S. Bullet. d. I. Societ. d'indust. national. An. XI. N. 10)*).— Dieſe Behandlung hat für ſich, daß durch das Auspreſſen die nachfol— gende Trocknung der Kartoffelmaſſe weſentlich gefördert wird. *) Dieſem Verfahren ſehr ähnlich iſt die Anweiſung»Albert's zu Lin⸗ dau bei Zorbſt,« aus gefrornen Kartoffeln ein brauchbares Mehl dar— zuſtellen. Nach deſſen Angabe läßt man die durchaus gefrornen Kartoffeln aufthauen, wodurch ſie weich werden und der Saft ſehr leicht von ſelbſt ausquillt. Nun werden die Kartoffeln von der leicht lösbaren Schale befreiet und dann getrocknet; oder man bringt ſie mit der Schale unter eine Preſſe, preßt den Saft aus, und trocknet ſie dann durchaus an freier Luft, nicht aber auf einem gewöhnlichen Boden. Nach dem Verhältniſſe der Kartoffeln gewinnt man daraus für jeden Berliner Scheffel(— 0.890 Wiener Metzen), 28— 30 Pf. trockenes Mehl.(S. Thaers Annal. d. Ackerb. J. 1806, B. I, S. 390.) Aus dieſer vorſtehenden Behandlung erhellt zugleich, daß aus den gefrornen Kartoffeln, wenigſtens viel leichter und ſchneller, als aus den gut erhaltenen Knollen, reines Stärkmehl erhalten werden kann. 2 pabſt große Quant ncegebenen und trockten in Keler od tec Vorrat taben, Folg Büſten und dis Kattoff oder ſpäteſt ſchnierig zu ale molih haln, nit S zerſeinert, w rucpret und geſteuten E beſchwert, Brühe über Nuy Väſſer zu d tfelngehen ein eſſeres bisſweit in Erſphrung un Jetſtrift f S. 44) / nuigeta undderen pl ſollte Es itt früͤher un ſe dann das au trochren; w diefibe Weiſ kunnzn.— Fartffeln, Tuulgiß heſot 499 läßt manſ Ab! manſſie g 3,.. nerde gun Pabſt räth jenen, die das Unglück betroffen hat, daß ihnen den ſie ſt—.„— 3. mi ſeſ große Quantitäten Kartoffeln erfroren ſind, welche nach den hier mehr!. 2,. 5 angegebenen Verfahrungsarten, ſämmtlich aufthauen, zerkleinern en Tage; TSge nl a 9 9.- 1 und trocknen zu können unmöglich geworden, bevor das Aufthauen aber inmer i— G Kmi im Keller oder in der Grube von ſelbſt eintritt, während ſie doch öcht auch d neuh ihren Vorrath von Laktoſfeln ſpäter zu Verfütterung nothwendig — ah 6 haben⸗ Folgendehs Man ſorgt ſo viel als möglich für Ständer, erafr Bütten und Fäſſer, die an einem kühlen Orte geſtellt werden. des wakteli Die Kartoffeln werden nun entweder noch im erfrornen Zuſtande rrcofen lexr oder ſpäteſtens ſobald ſie anfangen, aufzuthauen— wäſſerig und § Kochmateri ſchmierig zu werden— in Zubern gewaſchen und dann ſo ſchnell zu Brein h als möglich mit einer Schneidmaſchine, oder wo dieſe nicht zu . haben, mit Stoßeiſen, auch mit dem Taſchenmeſſer, in grobe Stücke ffeln auf din zerkleinert, welche man auf einer Aepfelmoſt- oder ſonſtigen Preſſe ubefreien, du auspreßt und nun in die Bütten und Fäſſer mit etwas dazwiſchen erin enthalteen geſtreuten Salz einſtampft, dann mit Brettern bedeckt und Steinen einen Thel de beſchwert, wobei man nur Sorge zu tragen hat, daß ſich die das Preſen n Brühe über die Oberfläche ſtellt, oder ſoviel als nöthig kaltes tartoffeln den Waſſer zu dem Ende zugegoſſen wird. Die ſo angemachten Kar— mit ettz zu toffeln gehen in Säuerung über; ſie ſind aber mit Häckſel angemacht⸗ rocknen afd ein beſſeres, geſunderes Futter, als rohe, unerfrorne, und können t, befreit D bis weit in den Sommer hinein gefüttert werden, wie es die Afßt Erfahrung und im Großern gemachte Verſuche erweiſen.(S. Pabſt's konnen.((. Zeitſchrift f. d. landwirth. Vereine des Großh. Heſſen. J. 1838 7. 10)„-! S. 42.) i es Behandlung der gefrorenen und wieder aufgethauten, oder ſchon in die faule Gaͤhrung uͤbergegangenen Kartoffeln. ſung Albertt Aufgethaute Kartoffeln fordern ſchnelle Vorbeugung der Gährung, brauchberes und deren plötzliche Unterdrückung, wenn ſie ſchon eingetreten ſein die durchus 1. ſollte. Paa my Es iſt am zweckmäßigſten, die aufgethauten Kartoffeln— je t: oder nani früher um ſo vortheilhafter— ſogleich auspreſſen zu laſſen und Saft aus,nie dann das ausgepreßte Mark an der Luft oder im Backofen zu zuf einem geni trocknen; wo ſie dann zu jeder fernern Benutzung, wie die auf mgewinnt mn dieſelbe Weiſe behandelten gewöhnlichen Kartoffeln verwendet werden Nenpe, können.— Jede Verzögerung dieſer Behandlung aufgethauter di da Kartoffeln, läßt immer ihr Verderbniß und den Uibergang in ii ſhut, Fäulniß beſorgen, der vorzubeugen und die Wurzelknollen länger rbzalen nan genießbar zu erhalten, nur die ſchnelle Entziehung ihres Vegetations⸗ Waſſers und vollkommene Austrocknung des Markes im Stande iſt. Man kann die Aufgethauten Kartoffeln auch auf der Maſchine zerſchneiden und die Scheiben im Backofen trocknen, dann in luftigen trocknen Räumen aufbewahren.— Weniger räthlich iſt es, die aufgethauten ganzen Kartoffeln an der freien Luft austrocknen zu wollen, indem die Kartoffeln aufgethaut entweder au einer Tenne, oder einem freien feſtgeſchlagenen Platz ganz dünn ansge⸗ breitet werden, worauf man ſie mit einer genarbten Walze einige Mal überfährt, mit einem eiſernen Rechen oder Egge wieder auf— rührt, und dieß ſo lange fortſetzt, bis man ſich überzeugt hat, daß keine unzerplatzten Knollen mehr darunter ſind. Dieſe Maſſe wird dann zuletzt aufgelockert und durch die Luft und Sonne ſchnell getrocknet. Sind die aufgethauten Kartoffeln ſchon auffallend von der ſauren und faulen Gährung er griffen; ſo iſt es noth— wendig, nicht nur der Fortſetzung derſelben ſchnell Grenzen zu ſetzen, ſondern auch die Erzeugniſſe der Gährung, insbeſondere den fau⸗ lenden Eiweißſtoff u. ſ. w. durch Auspreſſen, Ausſpülen oder Aus⸗ waſchen möglichſt zu entfernen. Wäre hierzu keine Preſſe, ſo kann man ſie mit kaltem Waſſer übergießen, zerſtampfen und das Waſſer ſo oft ablaſſen dann durch reines erſetzen, als es noch übelriechende und farbige Theile in ſich aufgenommen hat. Im Falle aber, daß die aufgethauten Kartoffeln ſchon in faule Gährung übergegangen ſein ſollten und eine Zerſetzung hrer Grundmiſchung— welche ſich durch einen eigenthümlichen Ge— ſtank kund gibt— eingetreten wäre; wo dann nur noch auf die Gewinnung des darin enthaltenen unzerſetzten Stärkmehls zu rechnen iſt, dürfte kaum ein beſſeres Verfahren zu ergreifen ſein, als die fauligen, gefrornen, wie die aufgethauten Kartoffeln in kaltes fließendes Waſſer zu verſenken Tage darin liegen zu laſſen. „»Anders ließ« aufgethaute und ſchon größtentheils in faulige Gährung übergegangene Kartoffeln wieder über die Nacht frieren, den andern Tag im gefrornen Zuſtande in einem Teiche, der immer Zu- und Abfluß von friſchem Waſſer hatte, etwa zwei Fuß unter die Oberfläche des Waſſers verſenken und ungefähr s Tage darin liegen, wo ſie dann herausgehoben,»wie er verſichert,« als geſunde Kartoffeln erſchienen, nur bei großem Druck, Waſſer aus ſich preſſen ließen, nichts weniger als welk, und im Schnitt und ſie durch mehrere wie die geſt heſaßen un d Biiger! geftornen 8 das Woſſer Brei zu (anwand a ein ſehr ſch Trimeſten Anmerku getroch b hehande Mehl, ſeinen haben ſein w Beſtan Almal dr fauligen tit Zurück ſerſtoffes fießenden? jothwendige ztrückgebliel die ge eſchoffenher zerſückt, al Beſtandtheil Vaſſers, od V V der Menſc Fenitzung Ein P de Braten Teiſe(. 2 ſie auch vor 201 ng ihres Venn. Karkes än wie die geſunden erſchienen, keine Spur mehr von fauliger Gährung auch ai den beſaßen und mit Begierde vom Vieh gefreſſen wurden.(S. Mitthl. en, dan d. Briger u. Steinauer ökonom. Vereins J. 1839 N. 19.) räthlih.»Schon Laſtayrie« hat im J. 1813 vorgeſchlagen, die eien iif i gefrornen Kartoffeln 6— 7 Tage in Waſſer mazeriren zu laſſen, lt entwen; das Waſſer von Zeit zu Zeit zu erneuern, bis die Epidermis ſich in Brei zu verwandeln anfangt, ſie dann in Säcken von grober Leinwand auszupreſſen und den Rückſtand zu trocknen, der dann dor(C„ ein ſehr ſchönes(Stärke-) Mehl gibt.(S. Decade v J. 4— 3. an ſch i 7 Trimeſter und N. 7 des Moniteur v. J. 1813.) ter ſind. d Anmerkung. Wenn man gefrorne Kartoffeln auspreßt, ehe ſie die Luft m getrocknet werden, beſonders die nach Laſtay rie's Methode behandelt worden ſind; ſo liefern ſie unläugbar ein ſolches auffallend Mehl, welches größten Theils nur aus Amylum beſteht; ffen; ſoſt indem es durch das Weichen, Ausſpülen und Auspreſſen, nell Grenzen ſeinen Eiweiß-, Schleim- und Zuckergehalt faſt ganz verloren insbeſonden! haben muß; daher auch weniger nahrhaft und wohlſchmeckend 1, Aus ſein wird, als das Mehl der in der Grundmiſchung ihrer erzu keine Beſtandtheile unverändert erhaltenen Kartoffeln. „zerſtamy Allmäliges Aufthauen der noch gefrornen, gänzliche Hemmung erſetzen, der fauligen Gährung, das Ausſpülen der zerſetzten fauligen Stoffe mit Zurücklaſſung des reinen Stärkmehls und ſtärkmehlhaltigen Kartoff! Faſerſtoffes der Kartoffeln, iſt der Erfolg dieſer Behandlung im ten und en fließenden Waſſer, der zur reinen Darſtellung der mehligen Theile nothwendigerweiſe die gehörige Trocknung und Sonderung der zurückgebliebenen Maſſe erfordert. e tartwellsi Benuͤtzung der gefrornen Kartoffeln. Die gefrornen Kartoffeln koͤnnen nach ihrer verſchiedenen 1„ Beſchaffenheit und Behandlung, friſch oder getrocknet, ganz oder Ind ljenne zerſtückt, als breiartige oder mehlige Maſſe, im Verein der geſammten Beſtandtheile ihrer Grundmiſchung, mit Ausſchluß des Vegetation⸗ dg Waſſers, oder nur der werthvollſten derſelben, ſowohl zur Nahrung ene. der Menſchen und Thiere, wie zu anderer, ſelbſt induſtrieller it eiten de Benützung verwendet werden. Ein Mittel verluſtloſer Verwendung gefrorner Kartoffeln iſt das Braten, Kochen oder Dämpfen derſelben auf die bekannte uae Weiſe(§. 20.). Beim Kochen werden erfrorne Kartoffeln, wenn üſen 4 ſie auch vor dem Gefrieren ſehr ſtärkmehlhaltig waren, ſchlüffig; ———Q——— 202 die durch ſtarken Froſt getödteten zerfallen beim Aufkochen zu einem Brei. Gefrorne(aber nicht erfrorne) Kartoffeln, woraus— wie man zu ſagen pflegt— der Froſt mittelſt kaltem Waſſer gezogen wurde, können wie die gewöhnlichen, ſelbſt zur Fortpflanzung benutzt werden; auch ſind ſie— bevor ſie wieder aufgethaut— beſonders dann, wenn ſie nur ſchwachen Graden der Kälte(von 1— 40 R.) ausgeſetzt geweſen und ſüß geworden ſind, noch vortheil⸗ hafter als gewöhnliche Kartoffeln zum Branntweinbrennen zu ver⸗ wenden, nur koſtet das Dampfen etwas mehr Brennmaterial. Sind daher die Kartoffeln in ſo großer Menge gefroren, daß ſie auf die gewöhnliche Art vom Froſt naturlich oder künſtlich nicht befreit werden können, ſo verwendet man ſie zur Branntweinbrennerei. Die Erfahrung, das gefrorne Kartoffeln, doch unter gewiſſen Umſtänden, ¼ Branntwein mehr geben können, iſt als wahr und richtig anzuſehen, wenn man ſie den Beobachtungen Einhoff's gegenüber ſtellt, welche die Veränderungen der Grundmiſchung der Kartoffeln genauer nachweiſen, die der Wechſel der Temperatur in ihnen hervorzubringen im Stande iſt. Die Kartoffeln müſſen nämlich einem mäßigen Froſt, doch ſo ausgeſetzt werden, daß ſie nicht dicht über einander, ſondern ausge— breitet liegen, dann läßt man ſie wieder aufthauen. Dieſes Frieren und Wiederaufthauen geſchieht drei Mal hintereinander, worauf man ſie kocht und wie gewöhnlich behandelt. Durch dieſen Prozeß erzeugt ſich in ihnen eine Art Zuckerſtoff, der bekanntlich bei der Bereitung des Branntweins eine große Rolle ſpielt. Der Brannt— wein aus gefrornen Kartoffeln iſt ſtärker, als jener aus friſchen, und gleicht beinahe dem Rum.(S. Putſche und Bertuch's Monographie.) Mit Zucker, Weinſtein und gewürzten Körpern geben gefrorne Kartoffeln einen angenehmen Wein.(Leuch's Hausbuch.) Ferner wird in Kartoffeln Zucker gebildet, wenn man ſie einer Froſtkälte ausſetzt, die nicht ſo ſtark iſt, daß ſie erfrieren, d. h. daß ihre Lebenskraft getödtet wird. Am beſten iſt es, wenn man abwechſelnd eine Temperatur von 8— 120 über, 1— 20 unter dem Gefrierpunkt(0) auf ſie einwirken läßt. Man wäſcht die Kartoffeln, ſchneidet ſie in dünne Scheiben, preßt und kocht ſie mit Waſſer aus. Den Saft reinigt man zuerſt mit Kohlenſtaub und dann verſiedet man ihn auf die gewöhnliche Art zu Zucker. Der Abgang gewährt ein leidliches Viehfutter und kann auch zum b Düngen ge Art aus ge den Luttſ und Eivei mär Eſſ gefrornen an mit ſch oder wenie geeignet, ſchmect. Von lſſer noch geeintt ſin nnn ſe lit nnttiſt li Stirfenetl der Menſch elen Zwec 91²8.)— b„MNMach unn Kartof d große) icen Karte tockener E Lan, rendung ge ſwies, daß Veiſe benüt als welchen inden wan einige lre Nachricſen — *) Giran geres er die Ddie f reben! ſo iſt es weſchem 203 deim Auffode Düngen gebraucht werden. In England hat man Zucker auf dieſe woraus Art aus gefrorner Kartoffeln bereitet. Der Zucker wird hierbei in em Waſer den Kartoffeln aus den Schleim gebildet, denn Stäarkemehl, Faſer⸗ zur Fortef und Eiweißſtoff bleiben unverändert. Gefrorne Kartoffeln geben mehr Eſſig, als ungefrorne. Deswegen wird die aus den gefrornen Kartoffeln gepreßte Flüſſigkeit, die ihren Antheilen nach, do. eber aufgetzen den der gal⸗ ſind, noh an mit ſich fuͤhrenden Eiweiß, Schleim, Zucker und Stärke, mehr veinbrenne oder weniger gährungsfähig, vorzüglich zur Umwandlung in Eſſig e Ner geeignet, der nur den Fehler hat, daß er nach Kartoffeln Dennmna.— 4 geftor, ſchmeckt. le nſlich nt Von der größten Wichtigkeit iſt es ferner, das die gefrornen, beſſer noch die erfrornen Kartoffeln zur Stärkefabrikation doch in geeignet ſind, obſchon das Reiben ſchwerer vor ſich geht, daher man ſie lieber vorher im Waſſer etwas aufthauen läßt. Dieſes, 21 mittelſt leicht zu bewerkſtelligenden, koſtenloſen Verfahrens erzeugte 0 0 Stärkemehl, kann wie jenes aus ungefrornen Kartoffeln zur Nahrung der Menſchen mannigfaltig zubereitet und zu verſchiedenen induſtri⸗ ellen Zwecken ſeine Anwendung finden.(Mehr ſ. III. Abſchnitt §. 28.)— »Nach der Angabe Girardin's« erhält man aus den gefror— nen Kartoffeln zum wenigſten 10— 12 pCt. Stärkemehl, und die große Menge, welche man in den Fabriken aus den gewöhn— lichen Kartoffeln ausbeutet, uͤberſchreitet in der Regel nicht 18 pCt. trockener Stärke. Lampadius lehrte bereits vor mehreren Jahren die An— wendung gefrorner Kartoffeln zur Bereitung des Stärkemehls, und bewies, daß man nicht allein zufällig gefrorne Kartoffeln auf dieſe Weiſe benützen kann, ſondern daß man auch wohlthue, die Knollen, uf aus welchen man Mehl bereiten will, abſichtlich frieren zu laſſen, ern n indem man ſich dadurch die Mühe des Zerreibens erſpart und l einige Prozente Mehl mehr erhält.(S. Freiberger gemeinnützige Nachrichten J. 1833.*) † daß ſie e eſten iſt ei 20 über, 1-*) Girardin bemerkt auch, er könne kein der Quant tät nach gerin⸗ 4 Man vi geres Produkt an Stärkemehl aus gefrornen Kartoffeln zugeben, da T. ſde er die nämliche Menge aus gefrornen, wie aus ungefrornen erhielt. preft un 4 Die Knollen müſſen aber in einem Möorſer zerſtoßen und nicht ge— t nit Kohlent rieben werden; denn, ſind ſie einmal erweicht und welk geworden, ſo iſt es faſt unmöglich, ſie mittelſt der Reibe gehörig zu zerreißen; Juc Art zu Je welchem unvollkommenen Mittel der Zerkleinerung, nach ſeiner nd kaun aucji 204 Das Probeblatt des Gewerblattes der Grafſchaft Mark ſagt: ſänd daß ſich aus dieſem Mehle, mit dem 4. Theil Getreidmehl ver— u Stun miſcht, ein recht gutes und nahrhaftes Brod bereiten laſſe, das V de den aber ſchnell austrocknet und deßwegen nicht ſo alt werden darf, 4 feermn als gewöhnliches Getreidebrod. Oi Will man die gefrornen Kartoffeln zur Nahrung der Haus⸗ w mnyf thiere ohne Nachtheil ihrer Geſundheit verwenden, ſo läßt man venden, ſie entweder ehe ſie noch aufgethaut ſind, nach der oben angege⸗ liwendd benen Methode durch kaltes Waſſer vom Froſt befreien; oder ſie An werden ſogleich zerrieben oder geſtampft, ausgepreßt, aber ſtatt zut get den Rückſtand zu trocknen, läßt man ihn kochen, während er fornen noch feucht iſt. Die Maſſe, mit etwas Salz verſetzt, wird mit di Begierde von den Thieren verzehrt. Man kann auch das Kochen 7 des Rückſtandes vermeiden und ihn in einem großen Faſſe ab⸗ leſs hereitete Chunn Eäineesa heder Verluſt zuzuſchreiben iſt, welchen Payen und 3 Bdreimal 2 48 eer Stärkemehl⸗Fabrikation erlitten, indem nach deſſen und ih ngabe die Kartoffeln nach dem Aufthauen kaum nan Stärkemehl 14, geben, das überdieß noch von ſehr unangenehmem Geſchmack ſein bie ſoll. Doch auch die letztere Beſchuldigung ſchwindet, wie Girardin Jleiſch behauptet, wenn nur die Stärke gehörig gewaſchen iſt.— Nach und geſ deſſen Angabe werden die gefrornen Kartoffeln zur Ausbeute an beder f Stärkemehl, wenn ſie hart wie Holz ſind, einige Stunden in kaltes ordern Waſſer getaucht, um einen Anfang zur Aufthauung zu bewirken, 4 1 welcher ihre weitere Zerkleinerung befördert; dann bringt man ſie anſe, auf eine Reibmaſchine oder ein Stampfwerk. Sind ſie zu einer dunden feinen und gleichartigen Brühe geworden, wäſcht man dieſen Brei in kleinen Antheilen auf einem über einen Zuber geſtellten Sieb Das 1 Waſſer nimmt das Stärkemehl mit ſich, der gut ausgewaſchene Rückſtand der n wird ausgedrückt, auf Hurden der Luft ausgeſetzt und dann in einen nterwe Backofen gebracht, nachdem das Brod herausgenommen worden iſt. kann zu Einmal getrocknet, läßt es ſich beliebig lange in Fäſſern aufbewahren. dirar! Das am Boden des Zubers abgeſetzte Stärkemehl wird gut aus— G 1 gewaſchen, zum Abtropfen auf Leinwand gebracht und bei gelinder- Gri 8 Wärme getrocknet. vedden Das aus gefrornen Kartoffeln bereitete Stärkemehl hat alle Eigen— Nihh ſchaften des aus nicht gefrornen. Girardin ließ Biskuit u. a. toffeln Backwerk mit Stärkemehl von gefrornen, wie von ungefrornen be— aus de reiten und es war ſchwer, wo nicht unmöglich, eine Verſchiedenheit belch beider wahrzunehmen; ihr Geſchmack iſt derſelbe, und Abbé Goßier 4 hat in ſeiner Küche Stärkemehl von gefrornen Kartoffeln anwenden rudde laſſen, das die davon bereiteten Speiſen eben ſo gut und angenehm ſde ſ erſcheinen machte, als wenn die Stärke aus geſunden und ungefrornen und die Kartoffeln bereitet geweſen wäre.— da No ef g b ſſchaft an l Getre ber eiten 9 ſo alt wen ahrung venden, ſo ch der oben; nen Kart tofein 1 en ſo gut und dl eſunden und! Gnge ——Q—C—⏑⏑—⸗—⸗—/ꝛ—ꝛ--⸗//;;y— 205 wechſelnd mit Kleie und etwas Salz ſchichten. Nach Verlauf von 24 Stunden geht das Gemenge in eine geiſtige Gährung über, die den Thieren ſehr angenehm iſt.(S. Girardin über die ge— frornen Kartoffeln.) Die gefrornen Kartoffeln kann man auch noch wirkſamer als die ungefrornen ſtatt der Seife zum Waſchen der Wäſche ver⸗ wenden, und man verfährt damit, wie§. 20 bei der techniſchen Anwendung unter a und b angegeben worden iſt. Aufgethaute Kartoffeln, die ſchnell gepreßt und dann gut getrocknet worden, ſind zu jeder Benützung wie die unge— frornen geeignet. Die nach Art der Peruvianer, durch wiederholtes Gefriren, Preſſen und Trocknen an der Luft, zur längern Aufbewahrung zu— bereiteten Kartoffeln(S. Aufbewahrungsmethoden), von ihnen Chunno genannt, werden zwiſchen zwei Steinen zermahlen, dann dreimal in friſches Waſſer eingeweicht, j edesmal wohl ausgedrückt und ihnen hierdurch alle Bitterkeit rrisoa; worauf ſie mit Fleiſch— brühe zu einem dicken Brei gekocht und mit kleingeſchnittenem Fleiſch und Käſe vermengt werden, welches eine ſehr nahrhafte und geſchmackvolle Speiſe gewährt.— Daß dieſe Kartoffelmaſſe weder fuͤr das gewöohnliche Kartoffelmehl, noch für eine Stärke, ſondern bloß für ein ſtärkemehl haltiges Parenchym angeſehen werden müſſe, das immer noch etwas Eiweiß und Zuckerſtoff an ſich ge— bunden hält, iſt nicht zu bezweifeln. Das Kartoffelmehl aus gefrornen oder erfrornen, mehr oder weniger aufgethauten Knollen, die man in Säcken der Preſſe unterworfen, dann getrocknet und auf der Mühle gemahlen hat, kann zu Brod, Brei, Suppe und Backwerk benutzt werden.»Nach Girardin»kann es in dem Verhältniſſe von ½¼ oder ⅛ mit Getreidmehl vermiſcht, ſehr gut zur Brodbereitung verwendet werden. Auch erklärt der Klebergehalt des Kartoffelmehls(welchen Michaelisiin ſeinen neueſten chemiſchen Unterſuchungen der Kar⸗ toffeln nebſt Eiweiß in ihnen nachgewieſen hat), die Möglichkeit, aus dem Mehle der gefrornen Kartoffeln Brod backen zu koͤnnen; welcher Verſuch von Einhoff und A. bereits ſchon angeführt worden iſt. Auf dieſe Weiſe können ſonach die gefrornen Kartoffeln eben ſo gut, wie die vor Froſt geſchützten, verwendet werden, und die gefrornen, aber getrockneten Kartoffeln, behaupten ſelbſt den Vorzug vor den gewöhnlichen, daß ſie durch alle Jahrszeiten ———— — 206 reichlich Nahrungsſtoff bieten, während letztere uns nur durch R wenige Monate dazu dienen. in fau Auch kann man die mehr oder weniger aufgethauten Kar— kann toffeln ſelbſt dann noch, wenn deren Zerſetzung nach dem Auf⸗ faſer thauen ſchon ſo weit gediehen iſt, daß ſie faſt zu Brei zergangen viehes ſind und einen ſtarken Geruch verbreiten, vortheilhaft zur Stärke— V fabrikation verwenden. Unter dieſen Umſtänden, wenn ſie nicht gehörig gewaſchen wurden, trifft es ſich aber auch, daß ein unan⸗ genehmer Geruch der Stärke gegeben iſt.—»Nach Girardin« kann man derlei Kartoffeln der nämlichen Behandlung unterwerfen, die er für die gefrornen angegeben hat.(S. die vorige Anmerkung.) b — B. A Um die gefrornen und wieder aufgethauten Kartoffeln am b zweckmäßigſten als Futter der Thiere zu verwenden, werden die, welche man ausgepreßt und getrocknet hat, im gemahlenen Benü Zuſtande oder gebrüht benutzt; jene, die auf der Maſchine in V Scheiben zerſchnitten und getrocknet worden, meiſt mit heißem Waſſer übergoſſen, und die durchs Trocknen an der freien Luft zu gute gemachten ganzen Knollen entweder gebrüht oder geſäuert. Der aus aufgethauten Kartoffeln ausgepreßte Saft kann auch, wenn ſie noch nicht in Gährung übergegangen waren, zur Nahrung der Thiere mit anderem Futter verwendet werden; nicht aber dann, wenn die aufgethauten Knollen zum Theil ſchon in 1 Fäulniß übergegangen, wo derlei Kartoffeln nicht ohne Gefahr, weder von Menſchen noch Thieren genoſſen werden können, und der aus ihnen gepreßte Saft, wie die zu deren Reinigung ver— wendeten Auswaſchwaſſer, am zweckmäßigſten nur zur Duͤngung anzuwenden ſind.*) *) Uiber die Unſchädlichkeit wie Schädlichkeit des Genuſſes gefrorner 9 Kartoffeln ſind immer noch die Meinungen getheilt, jedoch nur in ſo fern, als man die Umſtände nicht genau unterſcheidet und feſt— t geſtellt, unter welchen ſie verderblich ſein können und müſſen; was ſich allerdings nur nach einer genauern Unterſuchung der Veränderungen ihrer Grundmiſchung, welche ſie in ſchnell ſich folgenden Perioden erleiden und deren Kenntniß wir der Phytochemie verdanken, richtig beurtheilen läßt. Ohne einer genauen Berückſichtigung der Verhältniſſe,»„daß völlig vom Froſt getödtete Kartoffeln, nachdem ſie aufgethaut ſind, durch raſch ſich folgende und in einander greifende Prozeſſe geiſtiger und ſaurer Gährung, der Fäulniß zueilen«, kann auch die Behauptung ſtets nur bedingt als wahr anerkannt werden: I 20 ere uns Nür Stärkemehl, welches beſonders aus gefroren geweſenen, ſchon in faulige Zerſetzung übergegangenen Kartoffeln erzeugt wird, kann gleichwie die nach dem Auswaſchen zurückgebliebene Stärke⸗ faſer(Parenchym) zur Futterung der Schweine und des Rind— viehes verwendet werden, die es ſehr lieben, wenn es gekocht iſt. aufgethaute inden, wenn auch, daß en Dritter Abſchnitt. »Nach Gitt andlung unte E. Benuͤtzung der wichtigſten einzelnen Beſtandtheile zerlegter auten Katbfet Kartoffelknollen. §. 24. in gem Benützung des reinen holzigen und ſtärkemehlhaltigen zuf der Mt Faſerſtoffes. , Urſ a) Reiner holziger Faſerſtoff.(§. 4. Nr. 6.) n der frein! Die gedörrten und in Pulverform gebrachten Ka ptoffel⸗ tbrät A ſchalen, ſollen ein frappante Aehnlichkeit mit dem Schnupftabak gepreßte Sij A daß ſ t a) daß gefroren geweſene Kartoffeln eine gleich gute Nahrung wie qgangen die gewöhnlichen abgeben. b) Daß ſie unſchädlich; oder zum Trelſt c) nach der Meinung Anderer, der Geſundheit nachtheilig ſind. . Um hierüber ein richtiges Urtheil fällen zu können, iſt folglich b ri mhi vor Allem zu unterſuchen: werden kon 1. In welchem Zuſtande ſich die Kartoffeln vor dem Gefrieren be— deren Reinzan fanden: ob ſie unverdorben, friſch, keimend, oder ſchon wieder— mnur zur d holt vom Froſte angegriffen geweſen; 2. ob ſie von ſelbſt, ſchnell oder langſam aufgethaut, oder ob dieß und auf welche Weiſe erzwungen worden; 3. ob ſie während dieſem Vorgange die ſaure Gährung oder Fäulniß dez Geruſtst erlitten haben; „tbeiſt 4. wie man ſie zur Nahrung verwendet: ob ihren ganzen Gehalt oder gelhtll,.. bloß das Stärkemehl ihrer Knollen, mehr oder weniger rein; „ ſedo0 t, unniae, 1 5. in welcher Verbindung von Speiſen und Getränken ſie genoſſen . worden; ig 1 einh 6. welcher Grad der Lebensenergie, insbeſondere der Verdauungs⸗ c bane organe, jenen Individuen gegeben war, die ſie genoſſen. mit berdunhe In wie fern die gefrornen Kartoffeln an und für ſich, bloß als eine tr, eißt eiſige Maſſe betrachtet, und als ſolche von den Thieren verſchlungen— ethältniſe, ihnen verderblich werden können, iſt übrigens hier nicht außer Acht aufgethan ii zu laſſen. prauſt uu(Mehr ſ. chemiſch⸗analytiſche Unterſuchung, auch Schädlichkeit der auth die bä Kartoffeln.) haben; ſo, daß der erfahrenſte Tabakliebhaber dadurch getäuſcht wird. Dieſe Anwendung iſt in der Nr. des Temps von 7. Jänner mit dem Beiſatze angezeigt: daß, um dieß erklärbar zu finden, man ſich nur erinnern müſſe, daß die Kartoffeln wie die Tabaks— pflanze, zu der Familie der Solaneen gehöre.(S. Froriep's Notitzen J. 1836 N. 1020) Andere empfehlen die Kartoffelſchalen auch dem Rauchtabak einzumiſchen. Doch nie werden die Kartoffelſchalen als ein Surrogat des Tabaks ſich behaupten können; indem ihre Grundmiſchung nicht das Geringſte von den weſentlichſten Beſtandtheilen dieſer Pflanze— namentlich weder Nikotianin noch Nikotin— enthält, und kaum eine Spur des Solanins in ihnen zu finden iſt.(Mehreres ſ. chemiſche Unterſ. der Kartoffelſchale I. Abſch.§. 2 a. d.) Die Schalen der Kartoffeln— welche aus einem Gewebe beinahe reiner Holzfaſſern beſtehen— hat man bereits zur Fabri— kation des Papiers mit dem glücklichſten Erfol ge z zu benützen geſucht. Schon Dkt. Schäfer bereitete hieraus ein ſehr brauch— bares Papier, zu welchem Zwecke er die Schalen einige Tage im Waſſer etwas faulen, ſolche dann 24 Stunden lang in Kalk beitzen, endlich in eine Stampfe bringen ließ. Auch hielt er es für wahrſchein— lich, daß ſich aus den Knollen ſelbſt, oder aus dem Parenchym derſelben, eine ſolche durchſichtige Art Papier würde darſtellen laſſen, wie die Japaneſen zu ihren künſtlichen Blumen zu bereiten wiſſen Wirklich ſoll vnach Payen« das Mark der Kartoffeln bei der Tdwrideele dehe etton dermalen eine ausgezeichnete Anwen— dung finden.(S. Dingler's polytech. Jour. J. 1840 B. LXXVI. H. 3.) Nach dem Echo du monde savant N. 518, bildet ein Pariſer Fabrikant aus den Abfällen der Stärkmehlfabriken Kuchen zum Heitzenz ein anderer macht Ziegeln daraus, die er das nächſte Jahr immer als Brennmaterial in ſeiner Fabrik be⸗ nützt.— Dieſe Verwenduug des holzigen Faſerſtoffes im reinen Zuſtande, die dermalen empfohlen wird, hat ſchon Prof. Jaßnüger in Wien(im Jahre 1805 a. a. 0. P. 142) wiederholt mit nach⸗ ſtehenden Worten dargethan:„»bei dem allenthalben überhand nehmenden Holzmangel und bei der gy oßen Theuerung der übrigen Brennmaterialien verdient der holzige aſerſtoff der Kartoffelknollen um ſoviel mehr Aufmerkſamkeit, da die Menge desſelben im Durch— ſchnitt über o. 11 beträgt, und eine Fabrik, wo z. B. 40000 Ctr. dieſer Knollen zur Bereitung der Stärke verbraucht werden, gegen 1.100 6 nachdem iſt, kann uan da bloßes 3 Trocknu hm 1 feinſte 209 8 dadurt gii n 1.400 Ctr. an holzigem Faſerſtoff in getrocknetem Zuſtande liefern ps von 7 an ſainee welches als Brennmateriale eben ſo viel als 290 Klaft. 1 e in Holz Wien. Maß beträgt; eine Quantität, welche den Verbrauch 4 wie de de der Worannateeralien in einer ſolchen Stärkfabrik, ſie mag ſogar 4 6 Fror mit einer Branntweinbrennerei oder Eſſigſiederei verbunden ſein, die Karvfeſte weit uͤberſteigt.— Die Trocknung des holzigen Faſerſtoffes, nachdem er durch das Kochen von dem ſeröſen Zuckerſtoffe getrennt iſt, kann an jedem Orte bloß in der Luft Statt finden, ohne daß man dabei irgend eine Arbeit nöthig hat, außer daß er durch bloßes Ausdrücken von dem überflüſſigen Waſſer befreit, die enthalt, un Trocknung auf dieſe Art befordert, und daß ihm allenfalls die iſt.(Tehn Form eines Ziegels, einer Kugel u. dgl. gegeben werden muß.« §. à 4. G) b) Stärkmehlhaltiger Faſerſtoff(§. 4, N. 6) iſt, wie e aus einen Putſche und Bertuch in ihrer Monographie ſagen(S. 49), bereits zur z. bisher gar nicht benützt und bei der Bereitung der Kartoffelſtärke Erfolge ule faſt immer nur als Unrath weggeworfen worden. aus ein ſhr! Die bei der Stärkebereitung aus den Kartoffeln entfallenden zalen einige d feſten und flüſſigen Reſte und Abfälle ſind jedoch von nicht lang in gat geringem Werthe, erſtere ſelbſt als N ahrungsſtoff fuͤr Menſchen 3f betrachtet. Die Stärkefaſer, das eigentliche Parenchym der Wurzel⸗ knollen, iſt um ſo werthvoller, je mehr ſie des ſeröſen Zucker— ier würde du ſtoffes und Stärkmehls mit ſich führt. Im trockenen Zuſtande be⸗ Blumen u trägt ſie an 8 pCt.; obſchon bei einem vollkommenen Betrieb k der Krtif einer Stärkefabrik, die nur auf die möglichſt größte Ausbeute der sgezeichete d Stärke hinarbeitet, dieſe Rückſtände viel geringer ausfallen, und 1810 8I auch viel minder nahrhaft ſich bewähren müſſen.— Gut getrocknet*) läßt ſich dieſes entfallende Faſergewebe, dem nur ein Theil der „ biidet u feinſten Stärke entriſſen worden, jahrelang unverdorben aufbe— lfobriken wahren und allerdings als ein Nahrungsmittel betrachten, welches dernus, die ban*) Zu dieſem Behufe wird das im Siebe oder im Sacke bei der Be⸗ in ſeinet 7 fes m reitung Stärke(§. 21) Zurückgebliebene, in ein reines Tuch aſerſtoff 8 1— geſchlagen, unter eine Preſſe gebracht, um daraus das Waſſer mög— Jeoſ gaßt 3 Vu 3 hr. 4 lichſt zu Eutſeritent⸗ hernach aus dem Tuche genommen, zerrieben und wiederholt n entweder nach dem Brodbacken in einem Backofen, oder noch beſſer enthalben li an der Sonne gedörrt, Vollkommen gedörrt, kann man dieſ⸗, größten Theils aus den ſarkmehlhaltigen Faſer des Parenchyms zeue erung den beſtehende Maſſe lange auf bewahren, oder, wenn man ſie gleich ver— deratf lie md wenden will, auf einer Salzmühle mahlen oder zerſtampfen Manche desſelbe 19 wollen dieſes parenchymatöſe Gemenge Kartoffel⸗ Schwarz —. 7 6½ B. 4000: mehl genannt und auch als ſolches benützt wiſſen. auhht vetdin, 14 210 Cadet de Vaux für nahrhafter, als die Stärke ſelbſt hält Es hat Aehnlichkeit mit dem Reis, dem Sazo und Salep— nach unſerer Anſicht vielmehr noch mit Hordein—; als Mehl läßt es ſich am beſten zu Brod benutzen, wodurch letzteres auch bedeu— tend beſſer wird*). Anmerkung. Immer wird man den Faſerſtoff als denjenigen Beſtandtheil der Grundmiſchung der Kartoffeln anſehen müſſen, der zwar die geringſte Auflösbarkeit beſitzt, deſſen ungeachtet aber durch die Verdauungskräfte zerlegt und nahrhaft werden kann. Daß Holz, Stärke, Gummi, Pflanzenſchleim und Trauben⸗ zucker in einander übergehen koͤnnen, iſt außer allen Zweifel geſetzt, und es läßt ſich annehmen, daß ähnliche Prozeſſe, wie die der Umwandlung genannter Stoffe in einander auf dem Wege der Kunſt, auch in den Pflanzen ſelbſt wie in dem thieriſchen Organismus, durch die Lebensthätigkeit vor ſich gehen. Daß dieſer Faſerſtoff mehr als irgend eine Holzfaſer durch verdünnte Schwefelſäure in Zucker zu verwandeln wäre und zu dieſer Benützungsart ſich am vortheilhafteſten eigne, iſt gewiß; auch lehren Jaßnüger's Verſuche, daß er bei der Deſtillation des Branntweins aus Kartoffeln ſehr viel zur Bildung desſelben beitragen kann. Anmerkung. Obſchon der durch fleißiges Waſchen von allem daran hängenden Mehle befreite Faſerſtoff nach Jaßnüger's Unterſuchungen keinen merklichen Geruch mehr hatte, behielt er doch einen zwar ſchwachen, aber immer noch merkbaren ſüßen Geſchmack, und vermochte bei einiger feuchten und warmen Temperatur, in der Nähe eines geheizten Ofens, weinicht zu gähren; welche Erſcheinung hinreichend den Beweis gibt, daß ſelbſt in dem mit einer beträchtlichen Quantitaät deſtilltirten Waſſers bereits ausgewaſchenen Faſerſtoffe, noch eine nicht geringe Menge Zuckerſtoffes, enthalten war. Ein ſolcher Faſerſtoff nochmals durch zwei Stunden mit Waſſer gekocht, gab einen Abſud, der in einer Temperatur von 15— 200 R. *) Wie die Stärkmehlfaſer, ihrer grauen Farbe nach zwar ſehr unanſehnlich, kraft ihres Antheiles an Eiweißſtoff und Zucker näh⸗ render und ſchmackhafter, vermöge ihres Faſerſtoffs aber viel ſätti— gender und gedeihlicher als die reine, ſchönſte Stärke ſein müſſe, iſt einleuchtend(M. ſ.§. 4. N. 6). 8 durch g. weins erſchtli 2¹44 elhe und binnen 48 Stunden in Gaährung überging, einen Geruch wie — d Saleg. friſch bereitete Molke(Serum lactus) verbreitete und einen Ne dieſem animaliſchen Produkte ähnlichen Geſchmack angenommen letzteres aut an ahj hatte. Dieſe Erſcheinungen nahmen bis zum vierten Tage dof ſehr zu, ſo zwar, daß man dieſe Flüſſigkeit von der wahren Tſtoff als don,— 6„„ is denſ Molke durch Geruch und Geſchmack kaum unterſcheiden konnte, wobei ſich ein fettes Häutchen auf der Oberfläche dieſer Fluͤſſig⸗ 1 keit bildete und eine beträchtliche Menge eines ſchleimigen und 3— nazätcf Niederſchlags auf den Boden ſetzte, dem nach 8 Tagen ſchon nſchleim und die ſaure Gährung gefolgt war. t außer alen tzt, deſſen nyeg Wie die bei der Stärkmehl-Fabrikation erhaltenen Abfälle durch geiſtige und ſaure Gährung zur Bereitung des Brannt⸗ veins und Eſſigs zu verwenden ſind, wird im IV. Abſchnitte erſichtlich werden. dtoffe in eien 3* flanzen ſelhſ Zur Fuͤtterung des Rindviehes und der Schafe ꝛc. wird die, bei der Bereitung des Stärkmehls abfallende Faſer, wie die eine Hoßßf 1„ G 5— 1 e— dabei zum Auswaſchen des Breies verwendeten Wäſſer(Ausſuß⸗ wandeln. 8— n wäſſer)*) als gedeihlich empfohlen(Mehr ſ.§. 39); übrigens en eigne, e 5 8 ur Bidung*) Das Sauerwaſſer der Stärkefabriken enthält— nach Vauquelin's Anſichten der Weizenſtärkebereitung— folgende fünf Subſtanzen: Eſſigſäure, Ammoniak, phosphorſauren Kalk, einen 3 Waſchen vu animaliſchen Körper und Alkohol. Von allen dieſen Subſtanzen iſt ff nach Jaßtl nur der phosphorſaure Kalk in dem Mehl vor der Gährung ent— a halten; die übrigen ſind blos Reſultate der Verbindung der Beſtand⸗ hh mehr buſs theile des Klebers, des Zuckers und des Stärkemehls nach einer nmer noch neuen Wahlanziehung ihrer nächſten Beſtandtheile. einiger felcin Die Eſſigſänre wird aus dem zuckerartigen Theile gebildet, aus ines geheitnn der Stärke und dem Kleber; aber der Theil, welchen der letztere gibt, wird nicht frei, ſondern zum Theil mit Ammoniak geſättigt, zinrreichend dend—— hinreiche der ſich gleichzeitig bildet. 8 g trachtlichen A Die thieriſche Subſtanz iſt nichts als der rückſtändige Gluten n Faſerſtoff,n(oder Eiweiß), die der Zerlegung entgangen, und welcher der Am⸗ En moniak ſeine Entſtehung verdankt. Um gute und reine Stärke zu gewinnen, iſt durchaus eine Gäh⸗ rung des Weizens, aber nicht der Kartoffeln erforderlich, obgleich tur von 15—9 ein Theil des Stärkemehls dadurch zerſtört wird, und ein Verluſt für den Stärkefabrikanten entſteht; denn ſonſt würde ſich zu wenig Eſſigſäure bilden, und dieſe könnte den Kleber nicht auflöſen und mit Waſet! garbe nit in von der übrigen Stärke trennen. iſtof un zun Der phosphorſaure Kalk hat keine andere Veränderung rſofes dter n erlitten, als daß er von der Eſſigſäure fein zertheilt und zum Theil ſte Stittt ſen aufgelöſt iſt(Vauquelin Annal. d. Chim. T. XXXVIII. p. 248) 14* 21²2 geben die Ablaufwäſſer der Satzmehlfabriken, die ſonſt als ſchaͤdlich betrachtet wurden, nach den Verſuchen von Payen und Dailly, einen ſehr guten Dünger, deſſen Befruchtungskraft 50— 60 pCt. der Kraft des Duüͤngpulvers beträgt. Der Graswuchs ſoll dadurch ungemein befoͤrdert werden. Mann kann die Kraft dieſer Wäſſer ſehr erhöhen, wenn man ihnen 1—4 pCt. Kalk zuſetzt.(S. Ding⸗ ler's polytech. Jour. J. 1840 B. LXXVI. H. 3.) Daß auch der Werth der Abwaſch- oder Ablaufwäſſer bei der Stärkebereitung und deren Benützung von den verſchiedenen Ver— hältniſſen des noch darin enthaltenen Stärkemehls, Eiweißes, Schleim⸗ und Zuckerſtoffes bedingt werde, und nur darnach zu berechnen ſei, iſt hier allerdings zu erwägen. Auch dürfte die vorher empfohlene Verwendung des Ablaufwaſſers als Duͤngungsmittel für die aller— letzt zu ergreifende, aber dann auch für die beſte, anerkannt werden müſſen, wenn zur Bereitung der Stärke ſchlechte(ſcharfe), keimende, odererfroren geweſeneund einigentheils in Fäulniß übergangene Wurzelknollen verwendet worden ſind; wo dann der aus ſolchen Kartoffeln ausgepreßte Saft weniger noch als das Ablaufwaſſer, ihrer anerkannten Schädlichkeit wegen, nicht mehr zur Nahrung der Thiere dienen können. §. 25. Benützung des Eiweißſtoffes(§. 4.) Daß der Eiweißſtoff in den Kartoffeln in einer weit größern Menge liege, als in allen unſeren aus dem Pflanzenreiche bezo⸗ genen Nahrungsmitteln, wollte Jaßnüger behauptet haben. Da das Eiweiß während dem Kochen des Stärkewaſſers in größerer Menge abgeſondert wird, indem eine Stärkefabrik, wo 2. B. der jährliche Verbrauch dieſer Wurzelknollen gegen 40000 Ctr. beträgt, wenigſtens 400 Ctr. Eiweißſtoff zu liefern im Stande iſt, die überdieß noch ohne alle Koſten und mit ſehr wenig Mühe auf— bewahrt werden können; ſo muß es deſto mehr befremden, daß die wichtigſten landwirthſchaftlichen Schriften, ja ſelbſt die über die Kartoffeln bisher erſchienenen Monographien, der Benützung dieſes Stoffes gar nicht erwaͤhnen. Das Sauerwaſſer der Kartoffelſtärke-Fabriken iſt nur in ſo fern von dem, welches bei der Stärkebereitung aus Weizen erhalten wird, verſchieden, als letzterer viel Kleber, die Kartoffeln aber ſtatt dieſem viel Eiweiß beſitzen. V Nac (5.8.0 Pseſond der auft Maſſiſch auge zu durc der d viel llarzen und ätze onſtatt inmer; der N ihn ſog. und ger nannt daß ihr durch Beſtand wenden D dünnt Theils und ng Duſöt ſiches das due des B henutz velche hrann hetrag um der lleichen lichem auch d 213 die ſonſt dſa ſ4 Dayen und, Nach den chemiſchen Verſuchen und Entdeckungen Jaßnügers ungsktrftz.(S. a. a. O.) liefert der, während des Kochens des Stärkewaſſers Yraswuchs ſl abgeſonderte Eiweißſtoff, ſo lange er friſch iſt und keine Spuren ie Kraſt d der anfangenden Fäulniß äußert, eine ſehr gute Nahrung der dalk zuſ 1 Maſtſchweine, und kann mit der heißen Aetzkali- oder Aetznatron— I. H. 3) lauge zu einer guten brauchbaren Seife verwendet werden;— er Ablufrn durch das allmalige Auspreſſen von den anhängenden Waſſertheilchen — ſo viel als möglich befreit, trocknet er an der Luft zu einer ſchwarz den verſchiedn... mn glänzenden Maſſe, und kann ſodann zur Erzeugung des milden und ätzenden flüchtigen Alkalis, beſonders in Salmiakfabriken, e darnach anſtatt des ſo theuern Hirſchhorns und des ſo ſchwer und nicht immer zu erhaltenden Harns, ſehr vortheilhaft benutzt werden.— 8 9 Der Merkwürdigkeit wegen führt Jaßnüger noch an, daß es mimg ihm ſogar gelungen iſt, von dieſem Eiweißſtoff, bei der bekannten hlechte und gewöhnlichſten Verfahrungsart, eine faſt eben ſo gute, ſoge⸗ einigenthibte nannte Blutlauge zu bereiten, wie von dem Blutauszuge, und daß ihn dieß mit nicht weniger Grund glauben mache, daß man weniger ni⸗ durch mehrere Verſuche es dahin bringen könne, dieſen nähern keit wegen, in Beſtandtheil der Pflanzen zur Bereitung des Berlinerblaus anzu— „ wenden.(S. Jaßnüger S. 140.) §. 26. Benützung des ſchleimigen Zuckerſtoffes(§. 4.) in in eine n Da der ſchleimige Zuckerſtoff indem Stärkewaſſer ſehr ver⸗ ew Tfarert dünnt enthalten iſt, ſo könnte hieraus durch Abdampfen eines „ſ igeike Theils desſelben— wo es einen angenehmen Geſchmack erhält— und nachdem der Eiweißſtoff davon getrennt worden, durch den Zuſatz eines angemeſſenen Gährungsmittels, ein gutes weinähn— liches Getränk bereitet werden. Am vortheilhafteſten kann aber das zuckerſtoffhaltige Stärkewaſſer der Kartoffeln bei der Erzeugung 4 in e des Branntweins aus dem Getreide oder aus dem Kartoffelmehl geh es 4 benutzt werden. nen e Wiederholte Verſuche haben dargethan, daß der Vortheil, n, ja ſehſ welchen die Anwendung des Stärkewaſſers der Kartoffeln in der en, der eulh Branntweinbrennerei gewährt, im Durchſchnitt mehr als 0,10 betrage Jaßnüger erhielt nämlich bei allen Verſuchen wenigſtens um den 1oten, oft aber um den 8ten Theil mehr Branntwein von fen it u gleicher Stärke, als bei dem Einmaiſchen des Schrotes mit gewöhn⸗ ung aus Wen lichem Waſſer. Dieſer ſo beträchtliche Unterſchied läßt ſich nach ihm „die Frlzftl auch leicht erklären, wenn man berechnet, daß zu 100 Pfd. geſchro⸗ 214 tenen Roggen wenigſtens 1000 Pfd. Stärkewaſſer zu Bereitung ehande des Maiſches nöthig werden; daß dieſe Quantitat Waſſer den de ſchleimigen Zuckerſtoff von 250 Pfd. ſaftiger Kartoffeln, alſo im ſif 41 Durchſchnitt über 7 Pfd. von dieſem ſüßen Stoffe in reinem h 7 Zuſtande enthalte; und daß dieſer nähere Beſtandtheil der Pflanzen fälien unter allen übrigen am vorzüglichſten zur Weingährung geneigt und h ſei, und daher ſelbſt zu der Zerſetzung und Gährung der übrigen 1 15 Beſtandtheile nicht wenig beiträgt. ſen d. Außer dem kann das Stärkewaſſer der Kartoffeln auch zur Darſtellung des Eſſigs benutzt werden, wenn es nämlich vorher genüt bis zur Hälfte abgedampft, der Eiweißſtoff davon abgeſondert,“ durch Gährungsmittel zur Weingährung gebracht, und nach Voll— endung derſelben die klare weinähnliche Flüſſigkeit von ihrem Boden⸗ ba ſatze getrennt wird, und man ihr endlich jene Subſtanzen beiſetzt, uarbe welche die ſaure oder Eſſiggährung befördern. Der auf dieſe Art aia bereitete Eſſig iſt eben ſo gut, wie der gewöhnliche Obſteſſig, 87 noch haltbaͤrer, als der Getreideeſſig, und kann um ſo viel ſtärker u oder ſaurer gemacht werden, je mehr man das dazu angewandte S 1 Stärkewaſſer abdampfen läßt.(S. Jaßnüger S. 133.) 1 3 Anmerkung. Man darf hier jedoch eben ſo wenig unbeachtet l laſſen, daß manche Kartoffelart nur äußerſt arm an Zucker⸗ c ſtoff iſt, deſſen nicht immer gleich viel enthält, und daß durch Rlin die Einwirkung der Kälte, wenn man ſie nämlich einer Froſt— Funs kälte ausſetzt, die nicht ſo ſtark iſt, daß ſie erfrieren— am uaß beſten einer abwechſelnden Temperatur von 8— 12° R. über V ſae und 1— 20 R. unter dem Gefrierpunkt—, der Zuckergehalt b acß in ihnen vermehrt werden kann.(Mehr ſ.§. 9.) b 8 §. 27. V und 3 Benützung des ſeröſen oder molkenahnlichen Zuckerſtof— eemit fes(§. 4). Ann Dieſer Zuckerſtoff kann mit nicht unbedeutendem Vortheil auf dieſelbe Art wie der vorige verwendet werden. Um allen Zuckerſtoff der Kartoffeln zugleich— ſowohl den ſchleimigen wie den ſeröſen— in einem mehr konzentrirten Zu— ſtande zu erhalten, kann man den ſeroͤſen Zuckerſtoff durch das Stärkewaſſer ſelbſt ausziehen laſſen. Man koche nämlich das Stärkewaſſer einige Zeit in einem Keſſel, ſondere davon mittelſt nict eines großen Seihelöffels den während des Kochens geronnenen der; Eiweißſtoff ab, gebe ſodann den holzigen Faſerſtoff zu dieſem alli fkewaſſer ug ſera kochenden Stärkewaſſer, fahre mit dem Kochen noch eine ganze dſ Stunde fort, und ſcheide endlich nach dem Erkalten den Faſer⸗ mnh ſtoff von dem Stärkewaſſer mittelſt eines Seihekorbes ab. Auf dieſe Art wird das letztere konzentrirt, enthält nicht nur den 4 ſchleimigen, ſondern auch den ſeröſen Zuckerſtoff der Kartoffeln, 1 ddn und kann ſodann ſowohl zur Erzeugung des Branntweins, dngt als des Eſſigs, mit noch größerem Vortheile, als in dem vori— gen§. angezeigt worden, benutzt werden.(S. Jaß nüger, S. 139.) Aantitat g wenn es naulg§. 28. ff davon aig Benützung des aus den Kartoffeln dargeſtellten Stärke⸗ ebracht, und u⸗ mehls(§ 21) ſigkeit von inn I. Benützung zum diätetiſchen Gebrauche. ſene Sulſann Ganz gleich der Weizenſtärke iſt das aus den Kartoffeln ern. Der af ausgebeutete Stärkemehl nicht nur fuͤr Menſchen und Thiere ein 4 r gewöbnlch vorzügliches Nahrungsmittel, ſondern auch eine der Subſtanzen des Pflanzenreiches, welche die mannigfaltigſte Anwendung im gemeinen Leben geſtattet. Wenn es auch gewiß iſt, daß das Stärkemehl der Kartoffeln l 5 3 zur Bereitung des Hausbrodes, beſſer und zweckmäßiger aber als das Mehl zu dem feinſten Backwerke— welches man in den vorzuͤglicheren Kochbüchern umſtändlich beſchrieben findet— ver— wendet werden kann; ſo iſt doch die Anſicht Jener ſehr irrig, welche das Stärkemehl, größtentheils nur der Benennung nach, ſie naämlich? 4 ſe M für das kräftigſte Nahrungsmittel halten, und in dieſer Hinſicht 6 5 d auch deſſen Ausbeute und Darſtellung in moglichſter Neinheit 1 als die beſte und vortheilhafteſte Benutzungsweiſe der Kartoffeln r ſ. 5.4 anſehen; abgeſehen von dem, daß es ſich leichter als das Mehl‚ und Jahre lang, ohne von Milben angegriffen zu werden, auf⸗ bewahren läßt. ähnlichen dur Anmerkung. Noch irriger wäre es, zu glauben, als hätte man durch Trennung des Kraftmehls vom Faſerſtoffe den Nahrungs⸗ nbedeutenden⸗ ſtoff der Kartoffeln ganz ausgezogen, und ihn dadurch ge— werden. deihlicher gemacht; oder gar die Ernährungsfähigkeit dieſer zugleih= Er Wurzelknollen erſt nach Abſchlag ihrer Maſſe an Faſerſubſtanz mehr korzentin beurtheilen zu wollen.(M. ſ.§. 24. b.) n zukeriof Man darf bei der Beurtheilung dieſes Gegenſtandes auch an koche tuni nicht unerwogen laſſen: daß die Stärke, außer dem, daß ſie bis⸗ ſondere duhn! her ziemlich theuer im Erzeugungspreiſe ſteht, dieſelbe für ſich 3 Kothen gen allein gebraucht, wegen ihrer Schwerauflöslichkeit, und weil ſie n geſerſof 216 leicht, wenn ſie nicht ganz rein iſt, in ſaure Gährung übergeht, kaum zu einer Speiſe gleich dem Mehle verwendet werden kann; denn im heißen Waſſer wird ſie zu einer unauflöslichen Sulze, und mit kaltem Waſſer kann gar kein Teig daraus dargeſtellt werden, der ſich wie einer vom Weizenmehle ziehen ließe. Uiber— dieß wird der Ausführung des Vorſchlages, ſtatt den zermahlenen Kartoffeln(oder dem Kartoffelmehle) blos das Stärkemehl zur Nahrung zu verwenden, zum größten Hinderniſſe, daß die übrigen nährenden Beſtandtheile der Kartoffeln, wie der Zucker, Schleim, und vorzüglich Eiweißſtoff, ſo auch das Parenchym, wenigſtens für die Menſchen ganz unbenutzt verloren gehen würd den; ein Verluſt, der um ſo größer ſein müßte, je beträchtlicher das quantitative Verhältniß dieſer Beſtandtheile in der Grundmiſchung der Kartoffeln ſich vorfände, je geeigneter ſie dadurch zur Er⸗ nährung, wohlſchmeckender und gedeihlicher in dieſem T Stoffe ſind Vereine der Ungeachtet dieſer Bemänglungen des Kartoffelſtärkemehls als Nahrungsmittel, kͤnnen— nach Verſuchen— dennoch, ſowohl vom weißen als ſchwarzen Stärkemehl*)« gute Speiſen füͤr die arbeitende Volksklaſſe zu jeder Jahreszeit bereitet werden. So laſſen ſich von dieſem Stärkemehl, ohne Getreidemehl zuzu⸗ miſchen, z. B. Einbrenn und Panadel, und aus einem Gemenge von gleichen Theilen weißen und ſchwarzen Stärkemehl, ohne Frucht⸗ mehl, mancherlei Gerichte, z. B. Kartoffelklöße, verfertigen.— Ebenſo kann man auch mit Thln. weißen oder ſchwarzen Stärkemehl, und s Thl. Getreidemehl, geriebenen T Teig, Klöße u. a. derbe, frugale Speiſen kochen; aus ½ Thln. Stärkemehl und 153 Thl. Getreidemehl einen Teig bereiten, welcher gewälgert zu Span⸗ krapfen und Nudeln verwendet wird, die, wenn ſie auch einige Zeit in der Brühe ſtehen bleiben, doch nicht ſo leicht wie die vom Fruchtmehl erweichen. Leckerbiſſenartige Zubereitungen, wie Auflaufe, Torten, Zu⸗ ckerbäckereien u. dgl. laſſen ſich aus% Thln. weißer Kartoffel⸗ ſtärke und ½ Thl. Weizenmehl verfertigen. Uebrigens bleibt es bei allen dieſen Zubereitungen aus Kar— —; ) Daß unter dem weißen St tärkemehl ein reines, unter dem ſchwarzen aber das mit Parenchym und Eiweiß noch verunreinigte Amylum hier verſtanden werden müſſe, darf nicht unbeachtet bleiben; Letzte⸗ res wird auch Schabeſtärke genannt. ſeffe fel lſta hea dieſe verſchie Getreld wenn nn durch i eben gben ſhneide in eine nen, ſe dder. laufen, es dur korner feines; Le Gahrung dh eniſſ, daß dei Nuk, der Zuch zuut,&. menim, u der bun e ſie dadurc, in dieſem Wa 19 Get 5 dom ie lrelde eißen oder ſt „ 9, 0 enen Leig, No „gewalgert ile wenn ſie alc ht ſo leicher unter dem ſcht verunreinigle Am 5n“ W p fachtel leiben Tden unauflöslien, 217 toffelſtäcke dem Gutdunken gelernter Köche und Bäcker überlaſſen, wie viel Butter, Eier, Salz u. dgl., oder auch nur Waſſer, zu dieſer oder jener Speiſe genommen werden ſoll, gleich wie die verſchiedenen Verhältniſſe der Miſchung von Kartoffelſtärke mit Getreidemehl, woraus ſich alle feinen Backwerke bereiten laſſen, wenn nur bei ſolchen, die durch Hefe aufgehen ſollen, dem Teig durch Eiweiß oder etwas feines Weizenmehl mehr Bindung ge⸗ geben, dann durch Zuſatz von Zucker deſſen Gährung befördert wird. Bei der Bereitung der Kartoffelſpeiſen aus Stärkemehl iſt zu ihrem Wohlgerathen aber weſentlich nothwendig, daß das Stärke⸗ mehl ſehr trocken und allenfalls auf Eiſenblechen u. dgl. zuvor gedörrt worden ſei*). Wird der Chokolade ein Loͤffel voll Kartoffelſtärkemehls zugeſetzt, ſo macht ſie dieſer Zuſatz dicker und gallertartig, und die Eier, welche man ſonſt einzuquirln pflegt, kommen dabei in Eeſtaras Mit Waſſer zu dünnem Teig gemacht, ſtellt die Stärke die Oblaten dar, wenn man ihn zwiſchen heißen eiſerneu Platten ¹ 2 gehörig ausgebacken. Um falſchen Sago, Reiß und Gries zu bereiten, nehme man das Stärkemehl der Kartoffeln, nachdem es gehörig abgewäſſert, und ſich in eine feſte Scheibe geſetzt hat, ſchneide es naß in dünnen Stücken aus, laſſe es auf einem Papier in einem luftigen Orte oder am warmen Ofen vollkommen trock— nen, ſchütte es auf ein Küchenbret, drücke es mit einem Mangel⸗ oder Treibholze ſanft entzwei, laſſe alles durch ein Drahtſieb laufen, mit Oeffnungen von der Größe der Reiskörner dann ſiebe man es durch ein dichteres oder engeres, das die Weite der Sago⸗ körner hat, ferner durch ein drittes und endlich durch ein ganz feines; ſo erhält man Reiß, Sago, Gries und Mehl, wovon be⸗ ſonders der Sago, wenn er bei einer Temperatur von 40—600 R. ſchnell getrocknet und behutſam gekocht wird, dem weißen Sago (einem ebenfalls aus Kartoffelſtärkemehl in Nor damerika verfertigten und unter dem Namen»Tapioka« uns zugeführten Produkte) *) Bei der Trocknung des Stärkemehls, es ſei an der Sonne, in freier Luft, oder in Winterszeit auf dem Ofe n, muß man ſtets darauf bedacht ſein, daß es nicht ſäuere oder anbrenne, deßwegen es auch mehrm laufgerührt, auch manchmal— im letztern Falle— in freie Luft geſtellt werden muß. Iſt die Stärke zum Küchengebrauche beſtimmt, ſo zerdrückt man ſie, ſobald ſie gut getrocknet, mit einer Walze oder Mangelholz, und ſiebt ſie; was durch das Sieb nicht durchge— gangen, wird abermals gemangelt und geſiebt, bis alles zerfallen iſt. 218 an Anſehen und Geſchmack nichts nachgibt. Er iſt leicht verdau— lich und ſehr nährend. Einige wollen, daß das Kartoffelſtärkemehl, wenn es noch ſo feucht iſt, daß es an einander klebt, durch einen weiten Durchſchlag getrieben, und die ausgedrückten Körner nach und nach 4—6 Wochen im Schatten getrocknet werden. Man gibt dem aus Kartoffelſtärke verfertigten Sago mehr das Ausſehen des ausländiſchen, wenn man etwas Butter zerläßt, ſobald dieſe etwas braun geworden iſt, den Tiegel oder die Kaſſerole vom Feuer nimmt, und den Sago behutſam hinein ſchüttet, wo er ſich dann gehörig färben wird.(Pohl.) Uns ſcheint vortheilhafter, ein nicht vollkommen ausgewaſche⸗ nes Kartoffelſtärkmehl, dem noch etwas Eiweißſtoff anhängt, zur Surrogirung des Sagos zu verwenden*). Auch rohe Kartoffeln *) Nach den ökonomiſchen Heften nimmt man zu dieſem Behufe ein gut zubereites Kartoffelſtärkemehl, und richtet dieſes mit reinem Waſſer unter den bekannten Handgriffen, d. h. erſt mit wenigem, und dann mit mehrerem Waſſer, zu einem duͤnnen, weder klumperigen, noch flüſſigen Brei. Ferner wird eine blecherne, ganz flache und rein ge⸗ ſcheuerte Pfanne, die gewöhnlich zu Eierkuchen u. dgl. in der Wirth— ſchaft gebraucht wird, auf das Feuer geſetzt und erhitzt, mit weißem Wachſe dünn ausgeſtrichen(andere Fettigkeiten taugen zum Aus⸗ ſtreichen der Pfanne nicht, weil ſie gewöhnlich dem Sago einen ran— zigen oder brenzlichen Geſchmack mittheilen), und ungefähr ½ Pfd., auch etwas mehr oder weniger, nach der Größe der Pfanne(unge— fähr von 3 Zoll Tiefe und 12 Zoll im Durchmeſſer), von dem dünnen Brei hinein gethan; man läßt ihn ſchnell in der heißen Pfanne dünn herumlaufen, und ſo lange über gelindem Feuer backen, bis ein dünner, halb durchſichtiger, dem Horn ähnlicher Kuchen daraus entſtanden iſt. Dieſer wird nun aus der Pfanne genommen, auf ein Küchenbret zum Erkalten gelegt, und mit Ausſtreichen der Pfanne und dem Backen fortgefahren, bis aller eingerührte Brei auf dieſe Art ver⸗ braucht worden iſt. Nun werden dieſe noch dünnen und biegſamen hornähnlichen Kuchen auf dem Stubenofen auf Sieben, oder in dem Back- oder Bratofen auf Blechen vollends hart getrocknet, im Mörſer geſtoßen, und durch einen der Größe der Körner angemeſſenen Durchſchlag geſiebt. Das Klare wird durch einen engern Durchſchlag oder Sieb abgeſondert, und gibt einen ganz vortrefflichen Gries, welcher mit Suppe oder Fleiſchbrüche gekocht, ſehr ſchmackhaft iſt; die groben Körner geben einen halb durchſichtigen, ſehr weißen, trefflichen Sago, welcher ſich klar und durchſichtig wie Glas kocht, von ausnehmend gutem Geſchmack und nahrhaft iſt. Dieſer Sago muß, wenn er ſeine vollige Durchſichtigkeit erhalten ſoll, ſo lange als die Perlgraupen gekocht werden. Kenner und Leckermäuler haben dieſen Sago für den beſten indiſchen gehalten. Leut! lnlbes ſch rich auſoc ſonder ſie, w wie( 1 8 b Lariö Nabra haltene u. dl F 1 Er iſt leiht te d Kartoffliat. gerieben, in ſiedend heiße Suppen gebracht, geben eine Art der klebt, du Sagoſuppen. drüͤckten gin Die beſte Weiſe, dieſe Sagvart zu kochen, iſt nach Leutner folgende: Es werden 4 Loth von dem Sago in ein halbes Maß(2 Pf.) ſiedende Fleiſchbrühe eingeſtreut, damit er ſich nicht zuſammenſetze, dann läßt man ihn noch ein paarmal aufkochen. Doch darf dieſes nicht zu lange fortgeſetzt werden, ſondern die Körner müſſen noch inwendig weiß ſein; ſo werden ſie, wenn die Suppe auf den Tiſch kommt, vollkommen durchſichtig, wie Glasperln ſein. Daß das Kartoffelſtärkemehl auch in die von Lamory in enet werden rfertigten om etwas Vure llkommen audie weißſtoff anhun Auh ne Paris bereitete Kaiffa— ein vielgerühmtes, leicht verdauliches Auch rohe ga 5„.. 2. Nahrungsmittel— ſo wie in andere, zum Theil noch geheim ge— haltene Bereitungen und Arkana gegen Schwindſuchten, Abzehrung u. dgl Leiden mit eingehe, ſiehe arzneil. Benützung. Uiber die Verwendung des Kartoffelſtärkemehls zu Brod iſt das Wichtigſte bereits bei der Brodbereitung aus Kartoffeln (§. 20. VI.) vorgekommen. in zu dieſem A tdieſes mitrana t mit wenigen, weder klumenn „u fche Lg) ganz flache vnt chen u. dni. In neuerer Zeit iſt die Anwendung der Kartoffelſtärke als t und erhit,n Erſatz eines Theiles des Gerſtenmalzes zur Bier brauerei und küen dharie zur Branntweinerzeugung lebhaft in Anregung gekommen · na gih In erſterer Beziehung hat namentlich Prof. Balling in Prag Graft dr Tiu ſehr glückliche Verſuche angeſtellt.(S. ökonom. Neuigkeiten 1836, tmeſſer), vnnde N. 33, 48 und 49.) Von den Vortheilen bei letzterec hat aber mn der heißen der techniſche Chemiker Ludwig zu Kaltenbergerdorfel bei Wien euer backen bn viel Rühmens gemacht. Kuchen dakalt In Baiern iſt die Verwendung der Kartoffelſtärke zur Bier— ommen, auf eii Fabrikation nicht erlaubt. dor TPfanne! gen der Muuſ⸗—. 5). 4 1.4 Reer ai d Ein Scheffel Kartoffeln(oder circa 3 ⁄¶ Wien. Metz.) gibt „Prei auf be.,—* nt dünnen un im Durchſchnit 50 Pf. Stärke und eben ſo viel Stärkezucker, 30 bair. Maß Branntwein, woraus wenigſtens 240 Maß Eſſig llends! bereitet werden können.(Centralbl. d. landwirth. Vereins in eder Kötnet Baiern(1840). fen auf Eteiit, r ai Nach Richard und Rößler geben 4 Pf. Kartoffelſtärke „ant bortkefll 6 8. 2 gan 4 Pf. Syrup oder 18 Loth Zucker; nach Lampadinus 3 Pf., ocht, ſeht ſhmach dſchkien, nach Flügger 3 ½ Pf. Syrup.(M. ſ. induſtrielle Umwandlun⸗ urchſichig rüch gen des Stärkemehls.§. 28, II. b.) nrhaft it n Benafoux, der die Wirkſamkeit der chineſiſchen Methode, it erhalten i die Seidenwürmer mit Reißmehl zu füttern, beſtatigt ner und ercirmuh gefunden, ging noch weiter, und erhielt die Uiberzeugung, daß dieſe lten 220 Raupen verſchiedene Arten von Mehl und ſelbſt Stärkmehl der Kartoffeln genießen.(S. Froriep's Notizen. B. VII. N. 2.) Die Verfälſchungen von Nahrungsmitteln, wo⸗ zu die Kartoffelſtärke mißbraucht wird, ſind ſehr man⸗ nigfaltig, namentlich zu der des Sago, Arrov-Root, der Cho— kolade, des Weizenmehls ꝛc. Der aus dem Marke mehrerer Palmenarten als ein rundlich etwas erdiges Satzmehl bereitete Sago, Sagu, Sagogrütze, Sagokörner kommt als eine weiße feinkörnige Sorte, Sago— blumen genannt, oder als eine geringere vor, die gelblich grau, röthlich und bräunlich ausſieht; doch wird auch die erſte Sorte durch das Alter braun. Die echten Sagokörner müſſen ganz hart, geſchmack- und geruchlos und halbdurchſichtig ſein, beim Kochen aufquellen, und einen gallertartigen Schleim geben.— Die aus den Kartoffeln(wie von Bohnen und Weizenmehl) dargeſtellten Sagokörner unterſcheiden ſich von den indiſchen dadurch, daß ſie weniger hart und im heißen Waſſer leicht auflöslich, dann mehr ſchleimig und breiartig ſind; auch wird der künſtlich gebräunte Sago durchs Kochen weiß. Der aus dem Stärkemehl der Kar— toffeln bereitete Sago iſt aber nicht leicht von dem echten zu unterſcheiden, jedoch weniger nahrhaft. Das ſpecifiſch Gewicht des Sago aus Palmenarten iſt— 1,450; das des Kartoffelſago= 1,591*). An den Sago reiht ſich zunächſt die Verfälſchung des Pfeilwurzelmehls(Arrow-Root), ein Stärkmehl, welches aus den Wurzeln von Maranta indica und M. arundinacea, einem rohrartigen, auf den weſtindiſchen Inſeln einheimiſchen Gewächſe gewonnen wird. Bei dieſer Verfälſchung zeigen ſich folgende Merk— male: Das Mehl fühlt ſich feiner an, als jenes von Kartoffel⸗ *) Ertrag der Palmen an Mehl oder Sago. Nach Humbold gibt oft ein einziger Stamm der Sagopalme(Sagus Rumphii) in ſeinem 15ten Jahre 600 Pfd. Mehl. 435 Bäume, welche auf einem engliſchen Morgen ſtehen, der nicht ganz 1.2 bair. Morgen hat, geben durch— ſchnitilich 120000, alſo jährlich 8000 engliſche Pfund Mehl, was für den bair. Morgen 5333 bair. Pfund Mehl macht Wenn ein bair. Morgen im Duͤrchſchnitt 3 Scheffel Weizen à 300 Pfund und das Scheffel Weizen 2 Centr. Mehl gibt, ſo verhält ſich die Mehlaus— beute eines Weizenfeldes zu der von Palmen wie 6:53. Ein Kartoffel⸗ feld gibt bei einem Ertrag von 40 Scheffeln und einer Ausbeute von 60 Pfund Mehl vom Scheffel 24 Cent. Mehl pr. Morgen. Die Bananen haben auf der nämlichen Fläche noch mehr Nahrung(Centralbl. d. landw. Vereins in Baiern. J. 1840. Juli und Auguſt). ſtarke feinere perlart kleine laſen. anderel geruchl lenden Kleiſte gießt je nau Root erkannt was b und b ſärke NAutcji V oligen V Nehl der 1 Rüſſi Chokt wenig ſelbſ e gen 2 ſtärke(oder Weizenſtärke), iſt gar nicht ſo weiß, hat aber weit ungs 1 feinere Körner, die unter dem Vergrößerungsglaſe glänzend und Angsmitteln, iid, ſudſt perlartig ausſehen; beim Trdeinen bilden ſich immer eine Mengo eRded d kleine Klumpen. die ſich leicht zwiſchen den Fingern zerbröckeln dn laſſen. Der mit Milch bereitete Brei iſt nicht ſo klebrig, als von anderen Mehlſorten. Mit Waſſer bildet das Arrow-Root einen arte 3 n 5 e..„.— en als ein u geruchloſen Kleiſter, der keineswegs den eigenthümlichen und auffal⸗ agu, Srgogn lenden Geruch des mit Kartoffel- oder Weizenmehl bereiteten ornige Sorte, Kleiſters hat.— Das gekochte Arrow-KRoot, wenn man es aus⸗— vor, die gehlt gießt und abkühlen läßt und aus den Gefäßen ausſchüttet, behaltet, auch die afit je nachdem es beſſerer Art iſt, ſeine Form länger. ner müſſen an Nach Dr. Schmidt wird die Verfälſchung des Arrow- g ſein, bein Root's am beſten durch den eigenthümlichen ameiſenähnlichen Geruch n geben.- d erkannt, der ſich entwickelt, wenn man Salzſäure damit vermiſcht, zenmehl) drgi was beim Arrow-Root nicht der Fall iſt. Auch iſt letzteres trocken, chen dadurc, und backt zwiſchen den Fingern nicht ſo zuſammen, wie Kartofſel⸗ aufloöslich, dur ſtärke.(Archiv f. Pharm. J. 1839. Auguſt.) Daß aber durchs er küͤnſtlich an Ausziehen der in den Hüllen des Kartoffelſt ärkemehls befindlichen Starkenetl öligen Subſtanz, mittelſt des Weingeiſtes, dieſes dem ausländiſchen t von den Stärkemehl ähnlicher gemacht werde und es dann beſſer erſetzen ſper fſd könne, iſt erwieſen. Die Verfälſchung der Chokolade mit Staärke und Mehl verräth ſich, nach Chevallier, wenn man 1 Drach. der zu prüfenden Chokolade mit 8 Unzen Waſſer kocht, die heiße Flüſſigkeit filtrirt und ihr Jod-Tinktur zuſetzt; wo dann mit einer Chokolade eine bräunlichgelbe, mit der verfälſchten eine mehr oder weniger intenſiv blaue Färbung entſteht. Enthält die Chokolade auf das Pfund 4 Drach. Stärke oder eine gleiche Menge Mehl, ſo wird die blaue Farbe der Reaktion durch die bräunlichgelbe des Abſudes modifizirt, beim Mehl indeſſen Nahh Huntin weit weniger; wenn das Pfund Chokolade aber 1 Unze und mehr gus jöuhat Stärke oder Mehl enthält, ſo iſt in der angefuͤhrten Probe die ka t,tmi Färbung ſehr intenſiv Im Winter zeigt die Chokolade übrigens einen glatten und arundilaced, inheimiſchen Ge gen ſich folgen „ t Srgen hal, 9 ePfund Nehſ,n. macht Vem in glänzenden Bruch, im Sommer iſt aber derſelbe körnig und weiß— 4 3ch vaa lich, welcher Unterſchied im Bruche jedoch auf keine Verfälſchung rhält ſich di⸗ ſchließen läßt, denn er hängt allein von der Temperatur ab, ni6:is Sn 3 wodurch die Chokolade im Winter feſter wird, als im Sommer nn gnu bei der Wärme. nifnbes Noch muß hier der widerſprechenden Angabe einiger Schrift⸗ und Auguſ 222 — V ſteller erwähnt werden, daß die Kakaobohne 9— 19 pCt. Stärke V süii enthalte, dagegen des Apothek. Delecher's Unterſuchungen dar⸗ V negs gethan, daß dieſe Bohne kein Amylum in ihrer Grundmiſchung ewhl beſitzt.(S. Chevallier im Jour d. Chem. 2. Sem. IV. 467.)— biges! Was wahr und irrig an dieſer Behauptung ſei, hieruͤber haben aufiude bereits die Nachforſchungen deutſcher Apotheker entſchieden. So verdäch hat Lampadius in den Kakaobohnen von Martinique 10—11 dieſe a pCt. Stärkemehl entdeckt*). Buchner sen. hat in fünf verſchie⸗ der I) denen Kakaoſorten wiederholt nachgewieſen, daß deren wäſſerige lrt vo Abkochungen alle ſchleimig ſind, und mit der alkoholiſchen Jod— durch auflöſung auf der Stelle eine dunkelblaue Farbe annehmen. Deſſen irrker ungeachtet fand Buchner zugleich die Ueberzeugung, daß De zeihen lecher und Eheeiläsen auch Recht haben. Indem nämlich das duß re Stärkemehl der Kakaobohne mit Schleim und Eiweiß ſo feſt ver— Pwiie bunden und umhüllt iſt, daß es nicht durch Filtrirpapier zu gehen untaſ vermag, wogegen das künſtlich zugeſetzte Stärkemehl feiner vor— ier u handen iſt, ſo daß es vom kochenden Waſſer zum Theil aufgelöſt blos und die Solution auch durch Papier filtrirt werden kann; liegt goben daher auch gerade in dieſem Filtriren die Haupturſache und der ohen Grund des ſcheinbaren Widerſpruches, ſo wie das Mittel ſelbſt, ale d um ſich zu überzeugen, ob außer dem natürlichen Stärkemehl⸗ dler gehalt der Kakaobohne noch ein künſtlicher Mehlzuſatz in einer eine Chokolade vorhanden iſt oder nicht.(Mehr ſ. Buchner's Repert.— J. 1839. B. 18. H. 2. S. 166.) Rouſſeau hat erſt kürzlich bekannt gemacht, daß man mittelſt des Dèagométre den Zuſatz von Mehl in der Chokolade zu erkennen im Stande ſei; indem die reine Chokolade iſolirt, was nicht der Fall iſt, wenn ihr dieſer Zuſatz gegeben iſt. V Die Verfälſchung anderer Mehlſorten mit Kartoffel⸗ b ſtärkemehl findet meiſt dort ſtatt, wo das Weizenmehl faſt allgemein V zur Nahrung der Menſchen verwendet wird; dieß beſonders zu b b einer Zeit, wo der hohe Preis dieſer Getreideart zum gewinn— *) Nach Lampadiuns enthält die Kakaobohne 12 pCt. Schalen und 88 Kern. Die Kerne enthatten 53 pCt. Fett; 16— 17 Eieißſtoff (Emulſin?), nebſt Faſerſtoff, welcher kaum 1 pCt. beträgt; 10— 12 1 Stärkemehl; 7— 8 Pflanzenſchleim in kaltem Waſſer löslich; 2 pCt. reine im Waſſer und abſoluten Alkohol löslichen rothen Farbeſtoff nebſt dem eigenthümlichen braunen Farbeſtoff, welcher vom Eiweiß— ſtoff unzertrennlich iſt; 2 pCt. Waſſer nebſt Aroma.(S. a. a. O.) ——QCQOCęℳIP—O— — 19 pKt 8 d ſüchtigen Trug anreizen kann, der, obſchon der Geſundheit keines— wegs nachtheilig, doch ein minder nährendes Mehl, als das des gewöͤhnlichen Weizens ſchafft, demnach auch nur ein weniger ergie⸗ biges und nahrhaftes Brod daraus werden läßt. Dieſen Betrug aufzudecken ſchlug Rodriguez die trockene Deſtillation des verdächtigen Mehles als Prüfungsmittel vor*).— Weil jedoch dieſe analytiſche Verfahrungsart, mittelſt welcher man zur Kenntniß der Zumiſchung gelangt, langwierig und für Perſonen, die in dieſer Art von Unterſuchungen ungeübt ſind, ſchwierig iſt, ſo hat Henry Unterſuchungn iter Grundni ſei, hierüber, ter entſchedn, W. 4 Nartinique li- u tldeſh durch vergleichende Verſuche des Verhaltens eines mit Kartoffel⸗ . innt 1 ſtärkemehl gemengten Weizenmehls mehrere charakteriſtiſche Wahr⸗ et Pazungeh zeichen anzugeben getrachtet. Aus dieſen Vergleichungen ging hervor, Vndem a daß reines Weizenmehl weißgelb von Farbe, auf gefärbtem ipii ſ Papier dem Sonnenlichte ausgeſetzt, keine glänzenden Punkte Jultripoper unterſcheiden ließ; mit der Lupe betrachtet, bemerkte man aber tättemetl in hier und dort einige glänzende Kügelchen darin, welche unſtreitig t zum Tela blos von einer Anhäufung mehrerer Mehltheilchen herrühren Auch t werden hn gaben 2 Theile dieſes Mehls mit 1 Theile Waſſer einen elaſtiſchen zähen Teig, der nach dreiſtündigem Ausſetzen an der Luft nach alle ſeine Eigenſchaften hatte und nach 12 Stunden auf ſeiner Oberfläche eine Kruſte bildete, während der Teig im Innern noch ſeine volle Elaſtizität behielt. *) Reines Weizenmehl liefert, bei ſtarker Hitze aus einer ſteingutenen Retorte deſtillirt, ein neutrales Produkt, im vorgeſchlagenen Waſſer wht dfn aufgefangen. Eben ſo verhält ſich reines Roggenmehl. Dagegen in der dian gaben Weizen- und Kartoffelſtärkemehl ſaure Produkte. So lieferte Chokolade ſin ein Gemenge aus gleichen Theilen Weizen⸗ und Kartoffelſtärke ein eaeben iſt Erzeugniß, deſſen Säure ſich eben ſo verhielt, als wenn man blos das Kartoffelſtärkemehl deſtillirt hätte, nämlich 19, indem 100 Theile Kartoffelſtärkemehl ein ſaures Produkt gaben, welches zu ſeiner Sättigung 38 Abtheilungen von kohlenſaurem Kali erforderte. Da⸗ her, wenn man den Klebergehalt der verſchiedenen Mehlarten, we⸗ eideart zum! nigſtens vergleichungsweiſe kennt, wird auch durch bloße Oeſtillation 1 des Mehles und Sättigung des Produktes leicht dargethan werden können, in welchem Verhältniſſe es mit einer andern bekannten Mehlſubſtanz gemengt worden iſt. Iſt z. B. bekannt, es ſei Kar— toffelſtärkemehl geweſen, welches in das Gemenge eingegangen, und e. ſ⸗ wenn 100 Theile dieſer Miſchung bei der Deſtillation ein ſaures tbn e, Produkt liefern, welches 10 Abtheilungen kohlenſaures Kali zur Sättigung erforderte, ſo wird man durch eine einfache Rechnung 1 e finden, daß es aus 26.3 Kartoffelſtärkemehl und 73.7 Weizenmehl ff, valber un, beſteht. Aroms. E.” ha en rathen in Dagegen ließ ſchon ein genaues Gemenge von 10 Theilen Stärke⸗ mehl und 90 Theilen reinem Weizenmehl, deſſen Farbe übrigens voll— kommen dem letztern gleicht, dem unbewaffneten Auge und bei hellem Himmel Stärkemehlkügelchen wahrnehmen, die mit Hülfe einer Lupe noch ſichtbarer geworden ſind. 2 Theile dieſes Mehls bildeten mit 1 Theile Waſſer einen dem vorigen ganz ähnlichen Teig.— Dieſem beinahe gleich verhielt ſich ein Gemenge von 87,5 Theile reinem Mehl und 12,5 Theilen Stärkemehl; nur gab es einen Teig, der ſchneller austrocknete.— Eine genaue Miſchung von 80 Theilen reinem Mehl und 20 Theilen Kartoffelſtärkemehl iſt mattweiß, und man bemerkt ſehr leicht die Stärkekügelchen, ohne zu ihrer Unterſcheidung die Lupe nöthig zu haben. Der hieraus bereitete Teig, in den obigen Verhältniſſen aus Mehl und Waſſer gemacht, iſt ohne Elaſtizität, zerbricht unter den Fingern, ohne ſich zu dehnen, läßt ſich kneten, trocknet bei dreiſtündiger Aufbewahrung aus, verwandelt ſich nach 12 Stunden in kleine Stücke, und gibt ein grobes Pulver. Ein Gemenge von 75 Theilen reinem Mehl und 25 Theilen Stärkemehl iſt glänzend weiß„und läßt mit dem unbewaffneten Auge alle Kügelchen des Kartoffelſtärkemehls erkennen. Auf obige Art mit Waſſer zu einem Teig geknetet, wird dieſer leicht brüchig, ohne ſich zu dehnen, wohl aber malaxiren zu laſſen. Bei drei⸗ ſtündiger Ruhe zeigte dieſes Gemenge aber ſchneller denſelben Erfolg als das Vorige, mit dem es ſich übrigens ganz gleich verhält. Noch bemerkt Henry, daß, wenn ſelbſt das Kartoffel⸗ ſtärkemehl mit dem Mehle durch Hilfe der Muͤhle gemengt worden wäre, ſo daß ſich kein Stärkemehlkügelchen, weder mit den bloßem Auge, noch unter der Lupe erkennen ließ, immer noch das Waſſer das ſicherſte und unzweideutigſte Mittel bleibe, die Gegenwart dieſes Körpers zu erkennen, im Verhältniß von 1 Theile auf 2 Theile Mehl genommen*).“ *) Man thue jedesmal, wenn ein Zweifel über die Beſchaffenheit eines Weizenmehls entſteht und man Verdacht faßt, daß es mit dem Stärke— mehl der Kartoffeln verfälſcht geworden, zuerſt ein wenig Mehl auf ein gefärbtes Papier, und betrachte es mit bloßem Auge oder mit Hülfe einer Lupe, um ſich zu überzeugen, ob hier und da glänzende Pünktchen darin ſichtbar werden. Sodann bilde man aus 2 Thl. dieſes Mehls und 1 Thl. Waſſer einen recht gleichförmigen Teig. Bietet dieſer die Charaktere dar, welche für das reine Mehl angegeben worden ſind, ſo wird dieſes ein Beweis, daß es unvermengt geweſen. Anmer tat thü We mech lief hätt Aeh met W. bei ein ſich Ma Er V von ni zu ſei Vottg Fatto zu erfor ſo leih bekanae Stark Sieden has re venigſ ſören tehl a hieder Jeitra⸗ E don 10 Thei en Farbe lürin fneten Aug hmen, die — heile die ganzaͤhnliten emenge vongr 1; nur goh 6 nreinem Mal dung die Lupe n en obigen Vait laſtizitt, etit ſch kneten, te lt ſich nach ue ver. m Mehl und u nit dem unbeuf hls erkennen. gens ganzgl n ſelbſt das n Mühle gemengt , weder nit immer nochdit r die Beſcefin 1 ßemin rſt ein wenig M zem Auge dde ni und dag Knzende aus? Thl del Buult ebel W nigen 1 Mehl ungeg gl veſe⸗ nbermengi gech 7 a wt —223 Anmerkung. Ein Gemenge von Weizenmehl und Kartoffel⸗ ſtärke bietet üͤbrigens„wie Rodriguez bemerkt« ganz eigen⸗ thümliche Erſcheinungen dar; indem eine gleiche Menge von Weizenmehl und Kartoffelſtärkmehl, auf die einfachſte Weiſe mechaniſch analyſirt, beinahe ½ des Weizenklebers weniger lieferte; denn anſtatt 13.5—14 Theile, die ſich(in 100 Theile) hätten vorfinden ſollen, wurden nur 9.3 Theile erhalten. Aehnliche Gemenge im Verhältniß von ½, S Kartoffelſtärk⸗ mehl, gaben merklich das nämliche Reſultat, als wenn das Weizenmehl unvermengt geweſen wäre.— Auch ſtellte ſich bei der Behandlung dieſer verſchiedenen Gemenge mit Waſſer eine Erſcheinung dar, welche Aufmerkſamkeit verdient; indem ſich gegen die Mitte des Verfahrens die erſt ziemlich feſte Maſſe in einen dicken und klebrigen Brei zu verwandeln anfangt, der ſich nicht mehr zwiſchen den Händen halten laßt. Wirft man ihn jetzt auf ein feines Sieb und fährt fort, ihn zwiſchen den Fingern zu preſſen, ſo wird er bald vollkommen flüſſig. Nach Verlauf von 15—20 Minuten geht die Maſſe wieder in feſten Zuſtand über, und man kann dann den Waſſerſtrahl verſtärken. Die Erſcheinungen bleiben dieſelben, wenn man Reißmehl oder Weizenſtärkmehl dabei anwendet, aber anders verhält ſich das Mehl von Mais, Bohnen oder Erbſen, wenn es mit dem Weizenmehl gemengt wird. Weil es bei mancher techniſchen Verwendung des Stärkmehls von nicht geringer Wichtigkeit iſt, von deſſen Reinheit überzeugt zu ſein,— in wie fern es nämlich kleberfrei ſei— ſo»hat Böttger« um eine Verfälſchung des Stärkmehls der Kartoffeln mit gewöhnlichem Meble oder Weizenſtärke zu erforſchen, folgendes als eines der zuverläßigſten, und eben ſo leicht als ſchnell in Anwendung zu bringendes Erkennungsmittel bekannt gemacht: Man überſchütte 12 Gran der zu prüfenden Stärke mit 12 Loth deſtillt. Waſſer; erhitze die Miſchung zum Sieden und rühre ſie mittelſt eines Glasſtabes tuͤchtig durch einander; das reine Stärkmehl wird keinen Schaum auf der Oberfläche geben, wenigſtens werden die etwa ſich bildenden Bläschen beim Auf⸗ hören des Rührens verſchwinden; die geringſte Spur von Getreide⸗ mehl aber(alſo auch vom Kleber) verurſacht einen ſtarken, nicht wieder verſchwindenden Schaum beim Unrühren.(Böttger's Beiträge u. ſ. w. S. 15.) Eben ſo wichtig iſt es aber auch anderſeits ein ſicheres Unter⸗ 226 ſcheidungszeichen der Stärke des Weizenmehls zu kennen, da ein gewiſſer leimartiger Stoff, ihr ganz eigne Vorzüge in mancher techniſchen Anwendung ſichert. Zur Unterſcheidung der Kar⸗ toffelſtärke von der Weizenſtärke»hat Marozeauc ein Mittel angegeben, das Zennek erprobt hat. Man nimmt 1 Quentchen der Stärke, miſcht ſie mit ½ Kubikzoll konzentrirter Schwefelſäure, gießt dann noch ½¼ Kub. Zoll Waſſer darauf, worauf ſich dann ein Ameiſenſäure ähnlicher Geruch entwickelt, während er bei der Weizenſtärke ausbleibt. Zennek will jedoch den Geruch nicht ſo wohl für ameiſenartig als vielmehr für faulicht anerkennen und glaubt, daß der faulichte Geruch von dem Fuſeloͤl der Kar— toffeln herrühren dürfte. Daß man mit dieſem Mittel ſelbſt noch , Kartoffelſtärke, die mit Weizenſtärke gemengt wurde, zu er— kennen im Stande ſei»wie Marozeau behauptet«, ſcheint aller— dings an eine Uibertreibung zu grenzen. Uibrigens iſt der Stoff, welcher der Stärke aus Kartoffeln dieſen Geruch ertheilt, von der Art, daß man ihn bei einer Deſtillation von verdünnter Salz— ſäure mit ſolcher Stärke in der Vorlage erhält, und daß das erhaltene Deſtillat nicht ſobald ſeinen Geruch verliert.(S. Zennek's Beiträge in Dingler's Jour. 1840 H. 6 S. 442.) II. Benuͤtzung des Kartoffelſtaͤrkemehls zum techniſchen Ge⸗ brauche. a) Im unveränderten Zuſtande. Das Stärkmehl der Kartoffeln behauptet in Hinſicht marcher techniſchen Verwendung und induſtriellen Verarbeitung in vielen Fällen eigenthümliche Vorzüge vor dem Stärkmehl der Getreide⸗ arten, an deſſen Stelle es, ſeiner leichtern Darſtellung und geringern Preiſes wegen, wo nur immer möglich in Gebrauch gezogen wird.— Um die Kartoffelſtärke allenfalls der Weizenſtärke noch ähnlicher zu machen, bedarf ſie nur vor dem letzten Abſüßen eines Zuſatzes des feinſten, weißeſten Weizenmehls, welches vorher mit kaltem Waſſer abgeſchlämmt worden war, und nachdem man alles recht gut unter einander gearbeitet, wird dann das Aus— preſſen und Trocknen veranſtaltet.(Landwirth. Encyklo. B 3 S. 103.) Vorzüuͤglich gibt man der gekochten Kartoffelſtärke den Vorzug, da ſolche eine beſondere, den Auflöſungen verſchiedener gummigen Subſtanzen, nicht zukommende Klebrigkeit beſitzt; dagegen zieht man wieder in einigen Fällen die Stärke aus dem Weizen jener aus den Kartoffeln vor. Oie wie der biiden, Allen, keinern ſe vom faſe d und der gehr d cer ni der kle zurch! Hacht; ſaften! far vol ſoder die u b, u den au tenz d Nehr. D hehr dorzüg zering die da ingeri 1NI. jehls ehls zu kenne, ne Vorzüge n erſcheidung d ( hat M 2 Kubikzol eane. oll Vaſſer druf ruch entwikt, tek wil jedoh ehr für fauliht in n dem Fuſebil dieſem Müt gemengt wur, behauptete, thn Uibrigens iſ d Geruch erthelt, n von verdünne ge erhalt, un ) 9 h verliert.(S. zuſtande. uptet in Hiſtit Verarbeituns Starkmehl der Darſtellung und. Hebrauch gezegel⸗ r Veizentit vor dem lehil zenmehls, welcts war, Und rochde , wird daln T b. Encykbd 3 toffelſtärke den verſchiedene gur t beſitt; drgexen . Wonzel aus dem Weit Mapoße dt hat. Man e Die Urſache dieſes wechſelſeitigen(relativen) Vorzugs, wie der Hintanſetzung bald der einen, bald der andern dieſer beiden Stärkmehlarten in techniſcher Anwendung, ſchreibt man vor Allen, nachſtehendem zu: Die Weizenſtärke beſteht nämlich aus viel kleinern Körnern mit viel ſchwächern Hüllen(Tegumenten); daher ſie vom Waſſer leichter aufgelöſt wird, eine mehr gleichförmige Maſſe darſtellt, als das Kartoffelſtärkmehl, deſſen Körner größer und deren Hüllen ſtärker ſind; auch enthält die Weizenſtärke immer mehr oder weniger Kleber, jene aus den Kartoffeln geſchiedene aber nie; woher es auch kommt, daß gerade dieſer den Hüllen der kleinern Körner anhängende Kleber, die Weizenſtärke ſchwerer durch Alkalien und Säuern angreifbar, wie auch zerbrechlicher macht; mit kochendem Waſſer keinen ſolchen konſiſtenten dauer— haften Kleiſter gibt, und eine größere Menge ſiedenden Waſſers zur vollkommenen Auflöſung erfordert, wenn daraus eine Sulze (oder Kleiſter) werden ſoll; denn durch Kälte und Ruhe ſetzen ſich die nur in mechaniſcher Vertheilung befindlich geweſenen Hüllen ab, und darüber befindet ſich eine gummiartige Flüſſigkeit, wie den auch die Anweſenheit des Klebers eine größer bleibende Konſi— ſtenz desſelben zur Folge hat.(Oeſterreich. Wochenbl. J. 1836 N. 22. Mehr. ſ. S. 64. N. 7.) Das Kartoffelſtärkmehl, dient ummanchen Farben mehr Körper, verſchiedene Nuancen und Sorten zu geben, vorzüglich für leichte, helle Waare. 3. B zur Erzeugung der geringern Qualitäten von Pariſer-, Berliner- und Mineralblau, die davon 10— 30 pCt. enthalten, wo man ſie auch mit Waſſer angerührt mit dem Blau naß vermahlt.(S. Dingler's Jour. LXI. S. 289— 462.) Eben ſo wird auch die Kartoffelſtärke(wie die Weizenſtärke) zum Träger verſchiedener Waſchfarben, welche leicht den Zeugen eine Farbe ertheilen, ohne daß ſie von Feſtigkeit und Dauer wäre, ſondern nach Willkühr wieder, durch bloßes Waſchen mit Waſſer ausgezogen und vertilgt werden köoͤnnen; welche Art und Weiſe zu färben leicht in jeder Haushaltung in Ausübung zu bringen iſt. Bei allen Handdrucken gibt man der Kartoffelſtärke, mehr aber noch der Weizenſtärke den Vorzug, weil ſie gekocht mehr Klebrigkeit beſitzt, als die Gummiarten, namentlich arabiſches und Tragantgummi. In der Haushaltung wird die Kartoffelſtärke eben ſo, wie 15* 228 die aus Weizen bereitete Stärke zum Steifen und Starker⸗ ducth di machen der Wäſche und verkäuflichen Leinwand angewendet.»Nach b. Hochheimer« unterſcheidet ſich dieſe Stärkeart von allen andern d bei dem Spitzenwaſchen, daß ſie dieſelben nicht nur ſchön vird bi weiß, ſondern auch hinlänglich ſteif und doch nicht kleiſtrig macht, ſeinenen 1 Pfund der Kartoffelſtärke leiſtet nach ihm bei der Wäſche ſo her un viel Dienſte, als 1 ½— 2 Pfund gewöhnlicher Stärke, nur muß 58 die Vorſicht gebraucht werden, daß man bei dem Einrühren der avon Kartoffelſtärke mehr kaltes Waſſer, als zu der gewöhnlichen nimmt. gäden Der Fehler der Wäſche, nach dem Gebrauch dieſer Stärke zu neuetn ſteif und klebrig zu werden, ſoll dadurch verbeſſert werden, wenn 1.3.J man um weniger, als von der ſonſt gebräuchlichen Stärke itrer h verwendet. de d Das Echo du monde savent 1840. N. 567 theilt folgenden der Et neuen Appret fuͤr Zeuge und zum Bügeln, von Gouche aler d in Paris, mit: Man nimmt Kartoffelſtärkmehl der beſten Qualität des K und miſcht ſo viel ſchwefelfauren Indigo zu demſelben, bis man ihrer die gewünſchte Farbennuance hat. Wenn dieſe Miſchung wohl Weben geſchehen und das Mehl gleichförmig gefärbt iſt, dann läßt man kein; ſie 48 Stunden lang an einem warmen Orte trocknen und ſetzt geſett, dann zu einem Kilogramm*) des Pulvers 4 Kilogr. gevulvertes lij de (2) Jungfernwachs; der Zuſatz des letztern gibt einen Glanz,welchen bei de die gewöhnliche Stärke nicht hervorbringt. Zwar hat ſchon die gunz Erfahrung gelehrt, daß alle Stärkmehlarten durch dieſes Ver⸗ ſtarte fahren himmelblau gefärbt werden können; aber dieſe Zuſammen⸗ 5. 9. ſetzung iſt im Handel noch nicht bekannt. Solche Stärke wird hns mit etwas lauwarmem Waſſer angerührt und dann in ſiedendes aber Waſſer geſchüttet. Es bildet ſich bald ein hellblauer Kleiſter, welcher heuer den Stoffen, wenn ſie gebügelt werden, eine glänzende Weiße huſa verleiht. Die Vorzüge dieſes Verfahrens beſtehen in der Erzeugung einer„ Fſphrel homogenen, gleichartig gefärbten und glänzenden Steife, die ſonſt hekan nur durch das Färben des Leinenzeuges mit Bläue(eau bleue) erreicht werden kann. Sie zerfrißt und verdirbt die Stoffe nicht,* macht ſie glänzend weiß, und ſie erhalten ſich etwas länger weiß, und das zugeſetzte Wachs verhindert, indem es ihr Glanz gibt, daß ſie ſich dem Bügeleiſen anhänge; endlich empfiehlt ſie ſich *) Ein franzöſiſches Kilogramm iſt gleich 1.78567 Pf. Wiener Hand⸗ . lungs-Gewicht. —õ——— 2— 4— 229 fen und e Beraese durch die Mäßigkeit thres Preiſes den Hausfrauen.(Dingler's eart von d polyt. Journ. 1840 N. 438.) dis n 2ur kben niht 1 Der aais der Kartoffelſtärke bereitete d ünnflüſſi ge Kleiſter nict feit, wird häufig als Weberſchlichte zum Steifen der zu erwebenden d be h 4 leinenen und baumwollenon Garne angewendet; inzwiſchen hat er, wie der aus Weizenſtärke, oder ſtatt der Starke aus gewöhnlichem her Starte„. eläih Weizen⸗ oder Roggenmehl erzeugte Kleiſter den Nachtheil, daß davon beſonders bei Trockenheit und warmen Temperatur die Fäden ſpröder werden. Dieſen Nachtheil beſeitigen dagegen die in — i neuern Zeiten aus Kanarienſamen, Leinſamenſchleim, isländiſchen beſen vende u. a. Flechten bereiteten Schlichten, welche im Gegentheile vermög gebräuchlizen; ihrer hygroſkopiſchen Eigenſchaften den Faden geſchmeidig erhalten.— Die Weber pflegen ſich beſonders des Abgangs beim Herausnehmen i dem Emizn er gewohnüͤten, uch dieſer 1. 567 theitie der Stärke aus den Kufen zu bedienen*).— Bekanntlich wird ügeln, wn aber die Stärke des Weizenmehls bei dem Stärken der Zeuge der al der beind des Kartoffelſtärkmehls vorgezogen, weil ſie bei feuchter Luft nach denſeben,d ihrer Anwendung mehr Haltbarkeit zeigt als letztere, und die dieſe Mihmn Weber ſchreiben ihr daher im Gegenſatz zur Kartoffelſtärke mehr t iſt, dani Leim zu. Zennek's Unterſuchungen haben auch außer Zweifel drte troimng geſetzt, daß die beſſere Beſchaffenheit der Weizenſtärke wahrſchein⸗ 4 Kilogr. gau lich von dem Pflanzenleime herkömmt, als einem Klebertheil, welcher t einen Elwe bei dem Abſchlämmen des Weizenmehls mit kaltem Waſſer ſich nicht Zuar tit t ganz vollkommen abtrennt.(S. Zennek's Unterſuch. der Weizen⸗ ſtärke in Vergleich mit Kartoffelſtärke. Polytech. Jour. J. 1840. aber diſe zin 6. H. S. 442.) Solche Lu In wenigem ſiedendem Waſſeer ſorgfältig eingeruhrt, nicht aber in der Siedhitze gelaſſen, ſondern das Gefäß nur neben dem en durch dieſ nd dann in 4 1 lauer Flein: Feuer geſetzt, gibt die Kartoffelſtärke den Kleiſter, der zum er Klelſtenn.— ne glänen Zuſammenkleben von Papier, Pappe u. dgl. benutzt wird. ine glatjeltt e »Kally, Buchbinder in London« hat folgendes Verfahren, ſchnell den Buchbinderkleiſter zu bereiten, das zum Theil bekannt, aber doch einige praktiſche Vortheile gewährt, mitgetheilt. der Erzeuzun nden Steie Blaäue ſeal*) Die Schlichte für Baumwollengewebe wird in der Waſſerlinger⸗Fabrik .14 N., Slif auf folgende Art bereitet. Man erwärmt 275 Pf. Waſſer in einem itt de„ kupfernen Keſſel auf 54° R. löſet darin 12 Pf. blauen Vitriol auf, ſ etwas lilit rührt während deſſen 33 Pf. Kartoffelſtärke mit 55 Pfund Waſſer es ihr Gun von 26⁰° R. an, ſchüttet das Gemiſch dann zu der Vitriolauflöſung Feltt ſ und läßt das Ganze Stunde lang unter ſtetem Umrühren mit einem hölzernen Spatel kochen. Das ſchwefelſaure Kupfer ſoll 1 die Schimmelbildung und Gährung verhüten.(Dingler's Journ. z5r V Vima LXIII. S. 238.) Er vermiſcht zuerſt das Stärkmehl mit kaltem Waſſer und macht daraus einen dichten Teig, gießt dann kochend heißes Waſſer, worin genügend viel Alaun,— der kalt mit dem Waſſer angeſetzt und durch Kochen aufgelöſt wurde— ſich befindet, unter beſtän— digem Umrühren auf den Teig. Verliert dann das Stärkmehl ſein Anſehen, ſo gießt er das übrige kochende Waſſer unter ſtarkem Umrühren auf einmal darauf, und erhält ſo auf's ſchnellſte fertigen Kleiſter, während die Bereitung, wobei man die Stärke mit kaltem Waſſer miſcht und dann erſt kocht, ſehr lange braucht, bis alle Stärkklümpchen ſich gehörig verkleinert haben. Der Irländer Mac. Calloch ſetzt dem Stärkmehlkleiſter, um ihn überhaupt bedeutend zu verbeſſern, etwas Zucker und Sublimat in Auflöſung zu. Der Zucker macht den Papp geſchmeidig und hindert deſſen Ab— ſpringen; die Sublimat⸗Auflöſung ſchützt ihn gegen Inſekten und vor Gährung, ſo, daß er Jahre lang friſch bleibt. Jedoch darf von ſolcher durch Sublimat vergifteten Pappe nichts in den Mund kommen. Wird der Kleiſter trocken und hart, ſo darf man ihn nur befeuchten, aber, wie geſagt, nicht mit der Zunge benetzen.— Auch durch eine bedeutende Beimiſchung von Bleizucker ſoll der Kleiſter Monate lang feucht erhalten und zugleich vor Schimmel bewahrt werden. Dem aus der Kartoffelſtärke— wegen ſeiner größeren Menge Waſſer mehr durchſichtigen— Kleiſter macht man aber den Vor⸗ wurf, daß er nach dem Erkalten einen Theil dieſer in ſich enthal— tenen Flüſſigkeit wieder fahren läßt, auch etwas Feuchtigkeit aus der Luft an ſich zu ziehen ſcheint, und die klebende Eigenſchaft in etwas geringerem Grade als der Kleiſter aus Weizenſtärke beſitzt— Hierin liegt auch der Grund, warum die Färber— welche ſich der Stärke ſtatt des ſo theuern Gummi zur Verdickung und Auf⸗ tragung der Druckfarben bedienen(S. oben)— ſo wie die Buch— binder und noch mehr andere Gewerbsleute der Weizenſtärke einen Vorzug geben, von der Kartoffelſtärke dagegen nicht gern Gebrauch machen.— Auf dieſe Eigenſchaften gründet ſich auch»wie Jaß— nüger a. a. O. bemerkt«, daß die Leinen und Baumwollenzeuge bei der Anwendung der Kartoffelſtarke ſchwerer trocknen und weniger ſteif werden. Daß dieſe Beſchuldigungen nur jene Kartoffelſtärke treffen, welche nicht vollkommen gereinigt wurde, haben genauere Unterſuchungen gelehrt*); wie ſie auch dargethan haben, daß ſie *) Daß aber auch die Stäaͤrke von jenem Weizen, welcher eine größere urth ſot tie Länge ich verli Weizente Dad puuiſeb Das einesthei Wachs es damit gießtes, (eeuch und Bet den Etar pun diit deren 6 ſoll 15 die gewe die da wenn ſi —————yyp dem Waſſer un ochend n durch ſorgſames Waſchen, anhaltendes Kochen und ſelbſt durch die Länge der Zeit von dieſen ihr nachtheiligen Eigenſchaften beträcht⸗ lich verliere, ſich dann der Weizenſtärke und dem hieraus bereiteten Weizenkleiſter an Gute und Brauchbarkeit immer mehr nähere. -Duſer un Das Stärkmehl der Kartoffeln, fein gerieben und durch ein dnaufs ſtrae Haarſieb geſchlagen, kann als Haarpuder angewendet werden. an die Stit 1 Das Kartoffelſtärkmehl wird ferner auch angewendet, um Lichter einestheils daraus zu verfertigen. Man rührt nämlich unter gelbes Wachs oder Talg gut ausgetrocknetes feinſtes Stärkmehl, erhält es damit unter Umrühren ſchmelzend in innigerer Verbindung und gießt es, wenn es beinahe zu erſtarren anfängt, in gläſerne Formen*). t dem Vaſe oßnd 1 befindet, unte d. unn das Stirg 6 lange brautt den. Der Iin ion überhaunt ud di(Le uch 5 Haus⸗ u. Huͤlfsbuch J. 1829.)»Nach Putſche 4u und Bertuch« wird zur Verfertigung der Wachskerzen aus 6 gegen qh dem Stärkemehl der Kartoffeln, das Wachs, nachdem es geſchmolzen, ſch bleit, a zum dritten Theil damit auf das genaueſte vermiſcht, und dann appe nigizn deren Guß vorgenommen. Ein ſolches Licht von 6 Loth Schwere hart, ſo daj: ſoll 15— 17 Stunden und dabei viel heller, auch reiner, als eW die gewöhnlichen Wachslichter brennen, und weniger dampfen. Tropfen, von Bleiutn die davon auf Zeuge fallen, geben keine Flecken, ſondern können⸗ dzugleich uur e wenn ſie trocken ſind, abgerieben werden. Da ein ſtärkmehlhaltiges Wachs aber zu vielen Zwecken ganz unanwendbar iſt, ſo unterſuchte Bonnard ein ſolches, und en ſeiner großen acht man aler fand darin 60 Theile Stärkmehl auf 100 Theile angewandten heil dieſer in ſt Wachſes. Durch Auflöſen des Wachſes im Terpentinöl, Dekantiren hetwas ſeutit und Wägen des ungelöͤſt gebliebenen Rückſtandes wurde das Stärk— ie klebende böin. us Vetzenſa Menge Eiweißſtoff und Kleber u. ſ. w. enthält, dieſelben oben er— ie Fäͤrber= N wähnten Eigenſchaften und zwar im geraden Verhältniſſe zu dieſen zur Verdikungu Beſtandtheiten und im verkehrten zur Quantität ſeines Stärkmehis en— ſo ne beſitze— kann nicht geläugnet werden. Vollkommene Reinigung Sn 1 der Stärke von dieſen zufälligen Beimiſchungen hilft allen Bemäng⸗ , der Wezenſ⸗ 5 6.— te der Weihe lungen ſowohl der Weizen-als der Kartoffelſtärke ab. Daher wird gegen nicht gen es nothwendig, das Waſſer von der Stärke noch vorher abzugießen, det ſic auch D ehe nämlich der Eiweißſtoff Zeit gewinnt, ſich an der Oberfläche der⸗ ſelben anzuſetzen, und wird die Stärke ſogleich und alsdann auch — oft mit friſchem, reinem Waſſer begoſſen, worin etwa mit derſelben eret notnenn, verbundene Eweißſtoff auflösbar iſt, ſo muß dieſelbe nothwendig reiner werden, und das um ſo wehr, je öfterer das Waſſer ge⸗ 1 wechſelt wird.(Mehr ſ. Jaßnüger S. 124.) Neäücn taben! Vielleicht wäre es gut, das Stärkmehl vorher ganz mit ſchwacher dargent Salpeterauflöſung, und wenn es ganz trocken iſt, mit etwas Oel zu tränken. en und Baunte nur ſene Farth lenl 9 wurde, be * eizen, veſcl lin 232 mehl quantitativ beſtimmt. Um ein derlei verdächtiges Wachs von dem Stärkmehl zu befreien, hat Bonnard ein ſehr einfaches Verfahren angewandt, welches ſich auch für ſolche Perſonen eignet, die mit chemiſchen Manipulationen nicht vertraut ſind; es gründet ſich darauf, das verdünnte Schwefelſäure in der Wärme auf das Wachs nicht wirkt, während ſie den Stärkmehlkleiſter in Zucker verwandelt und auflöslich macht. Man geht folgendermaßen vor: Nachdem 100 Theile Waſſer mit 2 Theilen Schwefelſäure von 660 Baumé vermiſcht und zum Kochen erhitzt wurden, wirft man das verdächtige Wachs in kleinen Portionen hinein, indem man jedes⸗ mal mit einem neuen Zuſatz wartet, bis er zergangen und das Stärkmehl in Zucker verwandelt iſt; läßt dann alles erkalten, wobei ſich das Wachs in feſter Geſtalt auf der Oberfläche der Flüſſigkeit ſammelt. Um es vollkommen von allenfallſigen Unreinig⸗ keiten zu reinigen, braucht man es dann nur noch einige Zeit in kochendem Waſſer in Fluß zu erhalten.(Dingler's polytech. Jour. J. 1840 B. LXXVI. H. 3.) Aus dem Echo du monde savant N. 518 entnehmen wir, daß»nach Payenc die Kartoffelſtärke eine weitere Benützung in der Papierfabrikation findet. Die ſchͤnſten Papiere ent⸗ halten dermalen 1o— 15 pECt. naſſes, oder 7— 8 pCt. abſo⸗ lutes Stärkmehl. Dabei ſetzt man der Zeugmaſſe, um ſie durch und durch zu leimen, eine Miſchung von Harz und Seife zu. (Eben daſelbſt.)*). *) Zur Leimung des Papieres in der Maſſe, wird nach Canſon's An⸗ gabe ½ Kilog. weißes Wachs in einer Auflöſung von 20 Grammen ätzender Soda oder Pottaſche ſo lange gekocht, bis ſich dieſe Theile vollkommen mit einander vermiſcht haben. Alsdann werden 30— 40 Kilog. kochendes Waſſer hinzugefügt und 3— 4 Kilog. Stärkmehl, die man in kleinen Quantitäten Waſſer zergehen ließ, mit der erſten Miſchung verbunden, und das Ganze unausgeſetzt gerührt, um einen feſten und durchſichtigen Brei zu erhalten. Hierauf wird dieſe Miſchung in den Holländer geſchüttet, welcher eine Menge von zerfaſerten Lumpen enthält, um 30 Kilog. trockenes Papier daraus zu verfertigen, worauf nochz Kilog. Alaun zugefügt werden. Dieſe verſchiedenen Mengen müſſen verhältnißmäßig vermehrt oder verringert werden, je nachdem die Lumpen mehr oder weniger gebleicht oder ungebleicht ſind. Nachdem das Papier der warmen oder kalten Austrockung und hiemit auch dem gewöhnlichen Zurichtungs-Ver— fahren unterworfen wurde, iſt es ohne weitere Bereitung völlig undurchdringlich; mehr als das nach den verſchiedenen bisherigen Me— V ſconce ſchon b züge d ler's ») Eige Benü Ei Fartofe — — —————-— — ———,—yr — l. Umw b aͤhnlit T hißt, ſ Anmid 233 derdäͤchtig g h e de Zu einer ſympathetiſchen Tinte kann die Kartoffel⸗ ſtärke eben ſo, wie die Weizenſtärke in Anwendung gebracht werden; zu dieſem Behufe wird eine kleine Menge Stärkmehl mit weichem Waſſer in einem Löſfſel angeruührt und dieſe Flüſſigkeit als Tinte verwendet. Wenn die Schriftzüge getrocknet ſind, entdeckt man nicht die geringſte Spur davon, wird aber das Papier mit einer ſchwachen Jod-Auflöſung in Weingeiſt behandelt, kommen ſie ſogleich ſchön blau zum Vorſchein. Die mit der Stärke gemachten Schrift— züge können ſelbſt mit Kautſchuk nicht ausgelöſcht werden.(Ding— ler's polyt. Jour. J. 1835 Jänner.) ird ein ſehe, ſolche Perſenn ertraut ſind, ar in der Vätne, metlkleiſe t V t folgendennnn Schwefelſun 1 vurden, wiff nein, inden 2 er zergangené t dann ale b) Eigenthümliche Umwandlungen des Stärkemehls und auf der Deeß Benützung der daraus hervorgegangenen Erzeugniſſe. Kaleenfalligal Eigenthümliche Umwandlungen erleidet das Stärkmehl der nur noch eini Kartoffeln, gleich jenem aus dem Weizen gewonnenen: (Dingler'gn a) durch Hitze(oder das Röſten), wodurch eine dem ara⸗ biſchen Gummi ähnliche Subſtanz(Stärkegummi) erzeugt wird; b) durch chemiſche Einwirkung der Diaſtaſe des Malzes, die daraus den Malzſtärke-Syrup, Malzſtärke-Zucker und Gummi,(Dertrinſyrup, Dextrinzucker und Dextringummi) bildet; c) mittelſt Säuern, namentlich Schwefelſäure oder einer Ver⸗ bindung der Schwefelſäure mit der Diaſtaſe des Malzes, die gleichfalls einen Syrup, den ſogenannten grieſigen oder krümlichen Zucker und ein Gummi-⸗Surrogat, daraus hervorzu⸗ bringen im Stande ſind; eben ſo gehoͤren hierher die Umwand— 1 1 7. 518 entnehwen e weitere Benlt ſchönſten Prvin ugmaſſe, un ſt Harz und 8 vird nach Canſtt lungen der Stärke durch Salpeterfäure in Dextrin und löſung bon Im Pyloidin. ocht, bis ſch diit 3 38 Alsdann ve 1. Umwandlung der Stärke in eine dem arabiſchen Gummi 3-4 Kig di ähnliche Subſtanz(Leiocom); deren Beſchaffenheit und zerzen li, Benützung. ze unausgeit Wird Stärke bis zu ungefähr 1000 C oder 2120° Foder 809° KR er⸗ erhalten. Hi hitzt, ſo zerplatzen theilweiſe die Hüllen ihrer Körner, wo dann das 3 mirun Amidiin durch kaltes Waſſer hieraus gezogen werden kann. Stärker Kilog. todents Alaun zugeflgtn tur⸗ nrg thoden geleimte Papier. Es iſt ohne allem Geruch, läßt ſich länger mau und leichter aufbewahren, eignet ſich ganz vorzüglich zum Gebrauche, he rues um darauf zu ſchreiben und zu malen, und iſt außer dem durch 1 Pnunr und durch geleimt.(S. Allgem. Journal für Induſtrie. Auch — inneröſter. Induſtrie- und Gewerbe⸗Blatt, II. Jahrg. N. 96.) iedenen hiäherder 234 erhitzt wird die Stärke gelb oder braungelb und ändert ſich gänz— lich in eine Art Gummi um. Auf die Wichtigkeit des mittelſt Röſten über Feuer, in ein gummiartiges Produkt verwandelten Stärkmehls, am beſten Kar⸗ toffelſtärke, im Handel gewöhnlich Stärkegummi, am häufigſten Leiocom genannt, von Einigen auch wohl mit dem Ausdrucke Braunſtärkgummi, Brittiſches⸗, auch Kaliko⸗Gummi bezeichnet zhat Schwarz, einer der Erſten in Deutſchland, aufmerkſam gemacht, es fuͤr geröſtetes Stärkmehl anerkannt, und deſſen mannig— faltige Benützung in allen Gewerben nachgewieſen; ſo wie L. Rey, Direktor einer Stärkmehlfabrik in Frankreich, zu deſſen zweck— mäßigſter Bereitung die Anleitung gegeben hat. Zur Darſtellung dieſes Stärkegummis wird die Kartoffelſtärke (wie Stärke überhaupt) am beſten in einer großen, im übrigen aber einer Kaffeetrommel ähnlichen blechernen Brennwalze, die jedoch eine Oeffnung hat, damit die Dünſte entweichen können, unter Umdrehen derſelben über Feuer geröſtet, bis ſie weißgrau gefärbt wird;— oder man röſtet die Stärke ſtark und ſo lange, bis ſie anfängt, Dämpfe auszuſtoßen und braungelb zu werden; dann breitet man das Stärkegummi an der Luft aus, und laßt es erkalten*). Nachdem daher dieſe Verwandlung der Kartoffelſtärke durch Röſtung bei einer Temperatur von 600 bis 700⁰° Fahr. vor ſich *) Nach Leuch's könnte man das Leiocom vielleicht in einer zum Ver— kauf geeigneteren Geſtalt erhalten, wenn man es in Spitzbeuteln oder hohen Cylindern im Waſſer löſen und eintrocknen ließe.(S. Polytech. Zeitung J. 1836 S. 36.) Der bei der Darſtellung Statt findende Verluſt an Stärkmehl hängt überhaupt von der Nuance(Abſtufung) ab, welche das Leiocom haben ſoll. So beträgt er, wenn die Nuancirung ſchön braungelb und ſehr rein iſt, an 16— 18 pCt. Der Preis für 50 Kilogramme(28 Pfund Wiener Gewicht), iſt 45— 60 Franken; je nachdem das Produkt mehr oder weniger ſorgfältig bereitet, d. h. von kohligen Theilen frei iſt. Uibrigens— glaubt Rey— jedem Stärkmehlfabrikanten anrathen zu müſſen, die Bereitung der gummigen Kartoffelſtärke mit der des Getreideſtärkmehls zu verbinden, da nämlich die Zeit, wo das Stärk— mehl aus dem Getreide am vortheilhafteſten gewonnen werden kann, da anfängt, wo die Bereitung der Kartoffelſtärke keinen Vortheil mehr bringt, daher man dann im Stande iſt, fortwährend zu arbei— ten, und ſeine guten Arbeiter beizubehalten. geht, e gefärbt ſecſte Bodenſa Etirke ſchneckt eine bre welche Waſſer und andert ſch ider gaun, nehls, an beſ ummi, an ſuu l mit den Aun ch Kaliko,. deutſchland,a unt, und deſenn wieſen; ſo we⸗ eich, zu dſa hat. wird die Ka r großen, in! rnen Brennti ſte entweihn! ſtet, bis ſier rke ſtark und braungelb zur er Luft aus! er Kartofflſint s 7000 Seh.n elleicht in ener e man es in eit d eintrocknen li erluſt an Etätin welche dblütii ſchön braunzit! ) Kilogranme 6 je nachdem R h. von bößlieſ: lfabrikanted fe mte mel artofelſtar h die zelt wo des n gewonnen nch felſtarke felnen 3 ſſ fortwäßrent 1” ————— 235 geht, erſcheint dieſes Stärkegummi auch bald mehr, bald weniger gefärbt; von der helleſten Nuance oder Sorte iſt ungefähr der ſechſte Theil im kalten Waſſer auflöslich, gibt daher den ſtärkſten Bodenſatz, indem ſie noch eine ſehr große Menge unzerſetzter Starkekörner enthält. Die Auflöſung davon iſt ſchwach gelb gefärbt, ſchmeckt wie eine Gummiauflöſung, und gibt durch Verdunſten eine braungelbe, ſehr ſpröde, brüchige und durchſcheinende Maſſe, welche an der Luft trocken bleibt und ſich im kalten und warmen Waſſer auflöſt*). *) Luzian Ravych beſchuldigt aber die Kartoffelſtärke, daß in dem Zuſtande, wie ſie gewöhnlich von Fabriken geliefert wird, dieſelbe nicht wohl zur Bereitung des Leiocom's geeignet ſei, indem ſie in Trommeln geröſtet in Pulver zerfällt, ſich an ihre Wände anlegt und verkohlt und daher von Kohlenkörnern verunreiniget wird. Die⸗ ſes Uibel wird um ſo größer, je feuchter die Stärke geweſen, wo ſie ſich dann aufbläht, zuſammenbackt und ſehr ſchwindet. Dieſem Nachtheil zu ſteuern, wurde die Röſtung in Keſſeln mit flachen Böden oder in großen Oefen unter beſtändigem Rühren vorgenommen. Nachſtehendes Verfahren macht die Erzeugung des Leiocom's aus Kartoffelſtärke in Kupfer- oder Eiſentrommeln eben ſo gut wie aus Weizenſtärke möglich. Ravych ſetzt jedoch hier die Kenntniß jener Vorrichtungen in den Stärkefabriken voraus, die aus Mühlſteinen beſtehen, welche in tiefen hölzernen Trögen ſich drehen, aber wie es ſcheint, keine durchlöcherten(ſiebähnlichen) Bleche haben, wie die, worin man die Getreideſtärke bereitet, wodurch das getrübte Waſſer abfließt.— Um die Kartoffelſtärke in Leiocom umzuwandeln, beginnt die Vorbereitung damit, daß man 20 Kilogr. friſche Kartoffelſtärke in 25 Liter kalten Waſſers zerrührt, und dann Kilogr. gepulverten Alaun zuſetzt. Die Miſchung wird in einen kupfernen Keſſel, worin ſich 40 Liter heißes Waſſer befinden, gegoſſen, und nachdem man ſie gut zerrührt, wieder ins Sieden gebracht, die Stärkekörner ge— borſten ſind und die Flüſſigkeit ſich etwas verdickt hat, gießt man ſie in eine hölzerne Tonne. Nun legt man in die oben beſchriebenen Tröge friſche Stärke ein, läßt die Mühlſteine darüber rollen, um die Stärkekörner zu zerdrücken, und ſetzt während dem die kleiſter— 7 artige Maſſe allmälig zu, damit ein dünner Brei ſich bilde. Nach z Stunde, da der Kleiſter mit dem Teige ſich genau verbunden, wird dieſer mit trockener Stärke in dem Maße beſtreut, als noth⸗ wendig iſt, damit bei längerem Mahlen der Brei die Dicke erlange, welche eine ſo eben bereitete Stärke zu haben pflegt. Die ausge— trocknete, ſehr dichte und nicht leicht zu zerbrechende Maſſe wird in 8 Centimeter lange und 5 Centimeter breite und dicke Stücke zer— ſchnitten, auf ausgeſpannter Leinwand durch einige Tage an der Luft getrocknet, dann in eine Trockenkammer gebracht, die allmählig bis auf 40° R. geheizt worden. Verräth die zwiſchen den Fingern — 236 Jene Sorte, die durch große Hitze bis zur braungelben Farbe geröſtet worden, löſet ſich ohne Rückſtand im kalten Waſſer auf. Die Aufloſung iſt jedoch brauner und nicht ſo klebrig als die der ſchwach geröſteten Stärke*). Als ein Erſatzmittel des Gummi wird das Leiocom im Zeugdrucke, in der Bandfabrikation, bei Verfertigung bunter Papiere, Tinten, Waſſerfarben»„nach Leuch« beſonders in Sachſen häufig benützt. 5 Theile verdicken ſo viel, als 4 Theile arabiſchen Gummis; dieß mehr und weniger nach Verſchiedenheit der Röſtung. Schwarz hat deſſen vielfachen Gebrauch deutlicher erwieſen. Derſelbe bemerkt Folgendes hierüber: Zum Verdicken der Farben mit denen man auf Wolle, Seide oder Baumwolle drucken will, werden drei Arten von Subſtanzen angewendet: natürliche Stärke, arabiſches Gummi und Tragantgummi. Erſtere kann als der Repräſentant aller ſolcher Verdickungsmittel angeſehen werden, die eine Kleiſterkonſiſtenz haben, ihre Anwendung iſt beinahe in allen feinen Handdruckereien unerläßlich.— Das arabiſche Gummi gibt klebrige aber fließende Auflöſungen und eignet ſich vorzüglich zum Drucken aller Arten von Gründen;— Tragantgummi end— lich ertheilt eine Konſiſtenz, die zwiſchen den beiden vorherge— henden mitten inne ſteht, und findet nur in ſolchen Fällen Anwendung, wo die chemiſchen Eigenſchaften der Stärke oder das Senegalgummi ihrer Anwendung entgegenſtehen. Die im Waſſer aufgelöſte geröſtete Kartoffelſtärke gibt uns noch das treffendſte Beiſpiel einer vollkommenen Uibereinſtimmung mit dem arabiſchen Gummi und doch eines durchaus unähnlichen Verhaltens. Aus den gleichen Eigenſchaften der geröſteten und der weißen Stärke ſieht man, daß letztere beim Röſten ihre chemiſche Natur nicht verändert und wegen des Uibelſtandes, den das Senegal⸗ zerriebene Maſſe keine Feuchte mehr, ſo wird zur Röſtung derſelben geſchritten, die auf dieſelbe Weiſe wie bei der Getreideſtärke vor— zunehmen iſt. Die Trommeln faſſen gewöhnlich 20 Kilogr., werden aber nie ganz gefüllt, damit die eingeſchloſſene Maſſe beweglich bleibe, welche von Zeit zu Zeit auch gerührt werden muß. Das dabei an— zuwendende Feuer muß allmählig verſtärkt werden.(S. Politech. Cen⸗ tralblatt B. III. S. 975.) **) Das geröſtete Stärkmehl von Weizen kommt meiſt dunkler gefärbt vor, was der Stärke anhängende Kleber und die mehr verkohlten Hüllen(Tegumente) erklärbar machen. Junmi lren t Erſtzin zortheih vendet, duch nich Unmer dul mit A Reſerba wendet einiger gedruct die Anc Färbun der Far bringt; das In Au daß das kigenſch auch da Anzahl kann; den me jieſelbe nann⸗ A- anſtat allentha zur braung, uckſtand Win und nihtſ wind das Verfertgun 1 beſondenzn? à 4 Theilen edenheit dag. ch deutliher m Verdit er Baumweleh ngewendet; mi mi. Erſtee i ttel angeſeten ndung iſt bin Das arabiſte eignet ſih i den beiden w een Fällen Aien rtoffelſtite nen Uberenſt durchaus Und jſteten unddin ihre chemitte 3, den dai e ſe Maſſe beneſ Das d mmuß. Do erden. E. — S. Polteh. kler 3”” ef gummi hat, mit den am häufigſten angewendeten Salzen zu koagu⸗ liren, wird man ſchließen, daß die geröſtete Stärke, welche dieſe Erſcheinungen nicht zeigt, in vielen Fällen das erwähnte Gummi vortheilhaft erſetzen könne. Dieß wird auch wirklich bisweilen ange— wendet, vorzüglich aus ökonomiſchen Rückſichten, indeſſen doch auch nicht ſo häufig, als man es erwarten könnte. Anmerkung. Die geröſtete Stärke findet ihre häufigſte Anwen— dung zum Verdicken der Beitzen für echte Farben, welche mit der Hand gedruckt werden(Gelb ausgenommen, weil dieß durch die in der gummiartigen Subſtanz enthaltenen Kohlen⸗ theilchen ein wenig matt gemacht wird); aber gewiſſe Zuſammen— ſetzungen muſſen durchaus ohne geröſtete Stärke aufgedruckt werden, theils in Folge der Unreinigkeiten, welche dieſelbe enthält, theils weil ſie einen ſchaͤdlichen Effekt hervorbringt, wovon der Grund noch nicht hat genügend angegeben werden können. Auch iſt das geröſtete Stärkmehl zum Verdicken mehrerer Reſervagen und Aetzbeitzen anſtatt des arabiſchen Gummi ange⸗ wendet worden; gleichfalls bedient man ſich desſelben zum Verdicken einiger Applikationsfarben, die auf Wolle, Seide und Baumwolle gedruckt werden ſollen, aber eine große Menge derſelben erlauben die Anwendung dieſer Subſtanz nicht, theils in Folge der ſchmutzigen Färbung, die ſie ihnen gibt, theils in Folge der Veränderungen der Farbennuancen, die ſie durch ihre chemiſchen Eigenſchaften hervor- bringt; ſo färbt ſie z. B. die Roſa⸗Nuancen etwas gelb, macht das Indiggrün olivenfarb u. ſ. w. Aus allen von Schwarz gemachten Verſuchen geht hervor, daß das in Rede ſtehende Stäaͤrkegummi ganz dieſelben chemiſchen Eigenſchaften, wie die geröſtete Weizenſtärke beſitzt, und wenn ſie auch das arab. Gummi als Verdickungsmittel bei einer großen Anzahl von Tafelfarben in Folge ihrer geringen Färbung erſetzen kann; ſo vermag ſie dieſelbe doch nicht als Verdickungsmittel bei den meiſten echten Farben zu erſetzen; eben deßwegen, weil ſie dieſelben nicht färbt, was den Druck ſchwieriger macht.(S. Erd— mann's und Schweigger's Jour. B. VI. H. 4.) Auch iſt es außer allem Zweifel geſetzt, daß man das Leiocom anſtatt des arabiſchen Gummi zu vielen Zwecken, beinahe allenthalben, verwenden könne. ————;ÿõ⁶ ⸗õℳℳ——————— Or—V 238 2. Umwan dluug der Stärke in Malzſtärke⸗Zucker von Syrupsform(auch Dextrinſyrup genannt), durch Einwir⸗ kung der Diaſtaſe des Malzes; deſſen Beſchaffenheit und Benützung. Es iſt eine längſt bekannte Erfahrung, daß Malzſchrott, mit Waſſer von einer Temperatur von 50— 600 R angerührt, eine Maſſe gibt, die nach einigen Stunden ruhigen Stehens einen intenſiven ſüßen Geſchmack annimmt, während ſie Anfangs kleiſter— artig, mehlig ſchmeckte; daß ferner der Kartoffelbrei, mit heißem Waſſer angerührt, eine höchſt ſteife, zähe, kleiſterige Maſſe bildet, welche aber durch einen Zuſatz von Gerſtenmalzſchrot ſehr bald dünnflüſſig wird und dann einen ſüßen Geſchmack zeigt*). Allgemein glaubte man, es ſei der Kleber, welcher dieſe Veränderung, näm— lich die Zuckerbildung in den angegebenen ſtärkemehlhaltigen heißen Maſſen, bewirke. In neueſter Zeit iſt aber»durch Payen und Perſoz« ermittelt worden, daß beim Abbrühen des Malzes, bei dem Einmaiſchen und bei dem Keimen der ſtärkmehlhaltigen Getreide— körner der Kleber dieſe Veränderung nicht hervorbringen könne, ſondern daß ſie von einem eigenthümlichen Stoffe abhängig ſei, welcher ſich beim Keimungsprozeß(Wachſen) in dem Samen, alſo auch beim Malzen des Getreides, wahrſcheinlich aus dem Kleber bildet. Dieſen Stoff, der in ganz chemiſch reinem Zuſtande noch nicht gekannt iſt, hat die franzöſiſche Chemie Diaſtaſe genannt, und durch deſſen Einfluß wird ein Produkt erzeugt, für das man den Ausdruck Dextrin gebraucht.— Wirkt mithin gekeimte Gerſte (Luftmalz) auf das Stärkemehl, ſo übt ſie darauf durch die in ihr enthaltene Diaſtaſe eine ähnliche Wirkung wie die Schwefel⸗ *) Schon Dubrunfaut theilte im Jahre 1827 die Thatſache mit, daß Kartoffelſtärke, mit Waſſer zu einem Kleiſter gemacht, durch Zuſatz gekeimter Gerſte ſogleich eine flüſſige Maſſe bei 62— 69° C.(—49. 6⁰°— 55. 2⁰° R.) bilde, die nach einiger Zeit, wenn man die Flüſſigkeit in dieſer Temperatur erhalten, in einem Syrup verwandelt wird, der in Gährung verſetzt, weit mehr Branntwein liefert, als daß bloße Gerſtenmalz liefern konnte; ſo, daß der Reſt nur von dem Stärk— mehl herrühren mochte. Zwar brachten gekeimter Roggen, gekeim— ter Hafer und gekeimter Weizen das Flüſſigwerden und die Erzeu— gung des Zuckers eben ſo wohl hervor, aber ſchwächer als gekeimte Gerſte(ſ. Brande's Archiv). Dubrunfaut benutzte dieſe ſpezifiſche Eigenſchaft der Gerſte bei verſchiedenen Gelegenheiten: beſonders bei der Bereitung des Bieres und Branntweins aus dem Stärk— mehl. ßure und lgneten! Das Einwirkung Säuern al immer ein iünlichen! woher auc nicht eine Maſſe, die aber auch deter Eti und unver de lehtere kaltes Wa bezeichnet ſeüher do Anſt mehrfach desſelben Eturke zu Einwitkun Otärkmehl bewirkt w des Mal darüber nur Dert der angenehm Schwefelſ ) Lini wat eini zwei äuß tere 81 diaſ dert mehl ſtärke zut int), durc nVeſcaff ſäure und die Säuren überhaupt aus, und verwandelt unter ge⸗ eigneten Umſtänden das Stärkmehl in Zucker. Das Dextrin wird auf eine zweifache Art, entweder durch jdaß Mlſhnn Einwirkung gekeimten Gerſtenmalzes, oder durch Einwirkung von 4, Saͤuern auf das Stärkmehl erzeugt, und man hat darunter immer ein Produkt*) zu verſtehen, und zwar einen gummi— aͤhnlichen Körper, der das polariſirte Licht nach rechts ablenkt, * Ui ent 200 30 K angeri, igen Sten nd ſie Arfung rnrfflhre,ni woher auch der Name ſtammt. librigens iſt aber unter Dertrin kiſerige M nicht eine chemiſch reine Verbindung zu verſtehen, ſondern eine Je Mäſe:—. 5 7 enmahſrut, Maſſe, die der Hauptſache nach aus Gummi beſteht, außerdem iſt Fſäſtot ſei aber auch derſelben noch ein aus der Gummiſubſtanz ſich gebil⸗ deter Stärkezucker(auch krüͤmlicher oder Traubenzucker genannt) und unveränderte innere Subſtanz der Stärkekörner beigemengt; die letztere aber— welche von dem Gummi und Zucker durch kaltes Waſſer, in welchem beide ſich auflöſen, zu befreien iſt— bezeichnet man jetzt mit dem Ausdruck Amidin oder Amidon; früher von Payen u. Perſoz Dextrin genannt. nack zeigt*) g eſe Verandern, arkemehlhaltin r durch Pahen rühen des Ma kmehlhaltigen 1 teruoriun Anſtatt der Schwefelſäure hat man in der neueſten Zeit i Hihie ah mehrfach angefangen, Malzſchrot oder einen wäſſerigen Auszug in den ém desſelben, welcher die Diaſtaſe enthält, zur Zuckerfabrikation aus einlih aus inn Stärke zu benutzen; auch iſt es jetzt recht wohl bekannt, daß die reinen ziiu Einwirkung der Diaſtaſe des Malzes, oder die Umwandlung des nie Diaſtoſtt Stärkmehls in Zucker, nur zwiſchen 50 und 600 RK mit Vortheil erzeugt, fir bewirkt wird. Unter der Temperatur läßt dieſe eigentliche Wirkung t mithin geteut des Malzes auf die Stärke nach, und hört auf, wenn die Wärme daruͤber ſteigt. Bei der Temperatur von 800 R, bildet ſich meiſtens 1 nur Dextrin(Gummi) und ſehr wenig Zucker. Der Syrup, mittelſt des Gerſtenmalzes erzeugt, beſitzt eine angenehme Süßigkeit, die indeß nicht ſo intenſiv als die des durch Schwefelſäure bereiteten Syrups iſt, aber er hat nicht den bittern e darauf dur ng wie die r die Thatſccen ter gemact, Me e bei dl= en wenn man duc*) Einige Zeit wurde auch Dextrin als ein Edukt betrachtet, und dieß yrup ternanin zwar ſo lange, als man über die Textur des Stärkemehls nicht ein lefett, d einig war. Man hat nämlich angenommen, daß die Stärke aus feſt nur bon dn. zwei Theilen zuſammengeſetzt ſei, aus einem tegumentöſen(häutigen) keimter Rog, äußern Theil, und aus einem gummiähnlichen(innern) Theil; letz⸗ igwerden und 15 terer wurde dann und wann auch Dextrin genannt. er ſchwäter Weil man zu dieſen Reſultaten nur durch die Einwirkung von ut benuzte deiſ Diaſtaſe gelangte, ſo hat man auf dieſe Art ein Produkt, nämlich Gelegenfeitn 7 Dextrin, erhalten, und die noch nicht veränderte Subſtanz des Stärke⸗ twweins dl Me mehls bildete den tegumentöſen Theil.(S.§. 4. Nr, 7. und§. 28. II.) 240 Nachgeſchmack des letztern, welcher überdieß auch eine merkliche Menge ſchwefelſauren Kalkes(Gyps) enthält, das ſeiner Ver⸗ wendung in manchen Fällen hinderlich iſt. Abgeſehen davon, wäre es auch wünſchenswerth, eine ſo heftig wirkende Säure wie die Schwefelſäure iſt, bei einem hauptſächlich auf dem Lande verbrei⸗ teten Verfahren nicht in Anwendung gebracht zu wiſſen. Daß die Kartoffelſtärke bei dieſer Syrupbereitung eigenthüm⸗ liche Vorzüge vor der verkäuflichen Weizenſtärke beſitzt, iſt erwieſen; die Zuckerbildung geht nämlich mit letzterer nur langſam von Statten und der erhaltene Syrup iſt minder angenehm, auch nicht ſo ſüß, kleiſterartig und weniger flüſſig. Das Verfahren, umden StärkeſyrupdurchGerſten⸗ malz zu bereiten, iſt ein höchſt einfacher Prozeß. Man geht dabei folgendermaßen zu Werke: Trocknes geſchrotenes Gerſten⸗ malz wird im Waſſer bis zu 320 K erhitzt, eingerührt, und mit dem Erhitzen bis zu 480 fortgefahren. Dann wird die Kartoffel⸗ ſtärke vorher mit etwas kaltem Waſſer zur halbflüſſigen Maſſe gemacht, unter beſtändigem Umrühren in das Malzwaſſer eingetragen und darin vollkommen zertheilt; bleibt nun die flüſſige Miſchung in einer Temperatur von 50— 60° R, ſo beginnt die Auflöſung der Stärke. Die Anfangs flüſſige Maſſe wird dick, kleiſterartig, und ihre mehlige Subſtanz iſt entfernt; nach 10— 15 Minuten erhält man zeine dunne und klare Flüſſigkeit, die fade ſchmeckt, und alle gummige Subſtanz des Stärkmehls nebſt etwas Zucker (das Dextrin) enthält. Ueber 600 R darf die Temperatur nicht ſteigen, weil einige Grade über dieſe Erhitzung den Einfluß der Diaſtiaſe auf die Stärke vernichten würde; erhält man jedoch die Flüſſigkeit in dieſer Temperatur ſtatt einigen Minuten, ziemlich 3—4 Stunden lang, ſo iſt die Umwandlung in zuckrige Subſtanz erfolgt. Zur Abſcheidung der Hülſen*) gießt man die zuckerhaltige *) Buran's und Payen's nelleſtes Verfahren⸗Dextrinſyrup zu fabriziren und das Stärkmehl zu reinigen, theilt das Echo du monde savant Nr. 563 mit:— Bei der Fabrikation des Dextrinſyrups beſteht eine der größten Schwierigkeiten darin, die flockige Subſtanz abzuſcheiden, welche der Einwirkung der Diaſtaſe widerſteht, und welche man für die Hülſen des Stärkmehls hielt. Nachdem die beiden Chemiker nun gefunden haben, daß die Ma⸗ terie, welche man Hülſen nannte, blos ein konſiſtentes, durch Kalk⸗ ſalze, weſentliches Oel und eine ſtickſtoffhaltige Subſtanz verun⸗ reinigtes Amidon ſei, gelang es ihnen, auch dieſe fremdartigen Kör— güſigfeitd ſa läßt ſie zukeruüli doch ſtet 1 it, vittel fable Gei Vnpſt din thwack vor keingtdas Wasd een betrift Theil Na — er, we a ab zemach fährt lichm mein, d Säure Stärk. e mit ſalze b nit E. geſcär nun vi dder g ſo gere nittel Qſaure, erbeſſ 6) Lüder leber Iiege läßt. dieſel *9) zur: gende toffel und einen umge⸗ Venn küßlt geg 241 auch ein, e tnit lüſſgkeit durch ein feines Sieb; da dieſelbe ſehr ſohleimig iſt dgeſehen de ſo läßt ſie ſich durch Abſetzenlaſſen nicht klären*). Die erhaltene Zuckerauflöſung beſitzt bei ihrer nicht unbeträchtlichen Süßigkeit doch ſtets einen Malzgeſchmack, von dem ſie aber, wenn es nöthig iſt, mittelſt Filtriren durch friſch ausgeglühte gepulverte Knochen⸗ kohle(Beinſchwarz) größtentheils befreit werden kann. Man dampft dann die Flüſſigkeit, in der bloß der ſchleimig ſuͤße Ge— ſchmack vorherrſcht, zur gehörigen Syrups⸗ Konſiſtenz ab, und bringt das Produkt unter dem Namen Stärkeſyrup in den Handel**). Was das quantitative Verhältniß der anzuwendenden Subſtan⸗ zen betrifft, ſo zeigt ſich als das zweckmäßigſte 8 Theile Stärke, 1 rupdurthn Theil Malzſchrott und 45— 50 Theile Waſſer. Projef. M geſchrotenes d eingerüht, n ende Sännt d f dem(ande ht zu wiſe, pbereitun timn ke beſitzt, ſ n langſam ung⸗ hm, auch nit per, welche nur einige Tauſendtheile ſeines Gewichtes betragen, dar⸗ aus abzuſcheiden, ſo daß faſt alles Uibrige durch Diaſtaſe auflöslich er dis.. 2— 2 2 n wird die zi gemacht wird und unmittelbar klaren Syrup liefert.— Man ver— r halbfläſigen, fährt dabei folgendermaßen: nachdem das Stärkmehl wie gewöhn⸗ lich mit Waſſer ausgewaſchen worden iſt, weicht man es im Waſſer ein, das mit Salzſäure geſchärft iſt(oder auch mit einer andern Säure, welche die Kalkſalze auflöſen kann). Hierauf läßt man das beginnt de i Stärkmehl ſich abſetzen, gießt davon die Flüſſigkeit ab und wäſcht d dick, keiin es mit gewöhnlichem Waſſer aus. Nachdem auf dieſe Art die Kalk— ſalze beſeitigt worden ſind, wäſcht man das Stärkmehl nochmals mit Waſſer aus, welches mit Aetzkali(Aetznatron oder Aetzammoniak, Nalzwaſſ Kalzwaſſer enzen die flüſige M 19— 15 N 8„„ e 1 die fade ſo e e.. 2 4—. , 3 geſchärft iſt, ſodann aber wieder mit gewöhnlichem Waſſer. Es iſt nebſt etbes nun von der flockigen Subſtanz gereinigt und liefert mit rohen ie Temperdtu oder gereinigten Auflöſungen von Diaſtaſe klare Syrupe.— Ein ing den Erii ſo gereinigtes Stärkmehl läßt ſich zur Bereitung von Nahrungs⸗ tbält nun jui mitteln, Appreturmaſſen, zur Syrupfabrikation mittelſt Schwefel⸗ ſäure, zu Kleiſtern u ſ. w. anwenden, wobei alle dieſe Produkte Minten,i verbeſſert werden.(Dingler's polyt. Journ. J. 1840, Septb.) in zucktige E Lüdersdorf rührt deßhalb Ziegelmehl in dieſelbe, oder kocht ſie lieber damit auf, wodurch nach 12 Stunden aller Schleim mit dem Ziegelmehl zu Boden gefallen iſt und die Flüſſigkeit ſich filtriren läßt. Reiner, nicht zu feinkörniger Flußſand wird wahrſcheinlich dieſelben Dienſte leiſten. Zur Darſtellung des Stärkeſyrups geben Bley und Otto fol— „de Füörire gende Vorſchrift: 50 Pfund trockene(oder 100 Pfund naſſe) Kar⸗ j dir 1 dart toffelſtärke werden mit etwas kaltem Waſſer zu einem Brei gerührt erigkäit rd und dieſer mit 200 Maß ſiedendem Waſſer auf bekannte Weiſe zu mwitkung 173 einem Kleiſter gemacht, der bis zur vollſtändigen Gleichförmigkeit des Etifn, umgerührt wird, was einen großen Aufwand von Kraft erfordert. * man die ui ren⸗derttiſt reinigen, * * den, daß N 4 3 OWert Zrt ahddt, e dadre en 1 Wenn nach ſtarkem Umrühren die Maſſe bis auf 40— 50⁰ RR abge⸗ ſäne tan kühlt iſt, werden 12— 14 Pfund halbgetrocknetes gequetſchtes Malz 9„..—— 5 g„ g Eupenas zugegeben. Nach 5— 10 Minuten iſt die Maſſe ſchon faſt ſo dünn iſe ftendon 16 Die Anwendung des Stärkeſyrups, durch Malz bereitet, iſt dieſelbe, wie des durch Schwefelſäure dargeſtellten, und beſchränkt ſich jetzt faſt bloß auf das Verſüßen von Back⸗ wie Waſſer geworden, und während der Verdünnung ſteigt die Tem— peratur um 10— 15°, daher man vorſichtig ſein muß, damit die Maſſe nicht zu heiß werde, weil ſich ſonſt der Kleber loͤſet und die Zuckerbildung verhindert wird. Nachdem die Flüſſigkeit 10— 12 Stunden lang in einer Temperatur von 45⁰0— 55° R geſtanden hat, läßt man ſie durch ein Sieb geſeihet in ein hohes Cylinderfaß gießen damit es ſich abſetzen kann. Nachdem die Klärung durch's Sedimen⸗ tiren vor ſich gegangen, wird die Flüſſigkeit möglichſt hell abge⸗ zogen, zur Konſiſtenz des Syrups verdunſtet und in Fäſſern aufbe⸗ wahrt.— Noch beſſer iſt es, die Flüſſigkeit ſtatt durch ein Sieb, durch einen Spitzbeutel von Filz, Wolle oder Leinenzeug zu filtriren und während des Siedens mit Eiweiß von einigen Eiern, welches man mit Waſſer zu Schaum geſchlagen hat, zu klären. 50 Pfund Stärke geben gegen 70 Pfund Syrup von bedeutender Konſiſtenz und großer Reinheit. Bei einiger Aufmerkſamkeit gelingt dieſer Prozeß in der Regel. Urſachen des Mißlingens ſind gewöhn— lich zu wenig vorher aufgelöſtes Malz oder überhaupt Anwendung einer zu geringen Menge Malzes. Aus 720 Theilen ſehr konzentrirten Malzſyrups wurden erhalten 185 Theile feſter, gelbbrauner kryſtalliſirbarer Zucker und 232 Theile feſtes Gummi; 303 Theile Waſſer blieben zurück. Ein anderer Verſuch zur Darſtellung des Malzſyrups wurde»von Bley und Otto« auf folgende Art unternommen: Auf 10 Pfund friſches gedörrtes Malz, welches zerſtoſſen worden, wurden 602 daß Waſſer von 30° R Temperatur in einen Keſſel gebracht, bis zu 480 erhitzt, hierauf nach und nach 50 Pfund trockenes Stärkmehl einge⸗ rührt. Sobald die Temperatur bis zu 56° geſtiegen war, wurde die Maſſe ſteif, nach 8 Minuten aber wieder dünn; die Zuckerbildung ging ſchnell vor ſich. Nachdem die Maſſe 3 Stunden lang in einer Temperatur bei 50— 60° erhalten war, wurden ½ Pfund gepulverte Knochenkohle eingerührt, eine Weile damit in Berührung gelaſſen und darauf durch ein wollenes Filter gegoſſen. Der Syrup lief ſehr klar, aber langſam durch.— Nach dem Einkochen und Klären mit etwas Eiweiß wurden 45 Pfund eines ſehr ſüßen, reineren Syrups, als nach erſterer Methode erhalten; er beſaß eine Bernſtein farbe(S. Bley und Otto a. a. O.) Zur Erzeugung von reinem Malzſyrup in Großem (ohne Anwendung der Schwefelſäure) gibt Balling nachſtehende Anleitung: Um einen ſchönen gelben, dem Honig in der Farbe ähn— lichen Syrup zu erhalten, wendet man dazu Darrmalz an, welches bei etwa 50° R bereitet worden, da bei geringerer Temperatur ge— dörrtes Malz oder Luftmalz einen dunklern, braunen, unanſehnlichen Syrup geben. Das Verfahren mit dem Malzſchrott und der Kar⸗ werk, ein gleure u. zuckerſtr nie die El Der guket Veſſ bildet in den 30 tch ſſt, nel⸗, Trau aſt, die b Nach dem — üfelſt an 6 ſchnelle (auf 1 in kür Theil 3-4 Karto aufgeh nicht n menten mit Jo Malzt durch, zum) Flüſſe wand, Das b wobei Flocken fäße klar fupfen lung Gef halte geſtel Geru Zu werde ander, und i einen 243 efeſſun de, werk, einiger Speiſen und ſelbſt des Kaffees, der Li⸗ erſißen 9 queure u. dgl. m.; dann auf die Ve rfäalſch ung des Rohr⸗ zuckerſyrups, weil der auch noch ſo gut bereitete Stärkeſyrup nie die Süßigkeit und Wirkſamkeit des Rohrzuckerſyrups hat. ſtig ſen mi d Der Zucker, welcher ſich aus Stäarke auf die angeführte Art und der Küte dit Weiſe bildet, iſt nämlich nicht der kryſtalliſirte Zucker, welcher erdünnung ſen die Flſtth. in dem Zuckerrohre, dem Runkelrüben- und Ahornſaft enthal— 5*— Fekan mten iſt, ſondern die, beſonders unter dem Namen Krüm⸗ hohes Cylindere ei, e K ds Chinache mel-, Trauben- und Stärkezucker bekannte eigenthümliche Zucker⸗ Klärung durte giet nit art, die bei weitem nicht die Süßigkeit des Rohrzuckers hat. geit n. dglicſt ntt und in zi Kach dem Reſultate vergleichender Verſuche verſüßt man mit *und in diſn eit ſtatt durg! der keineneenii toffelſtärke iſt das bereits angegebene, nur wendet man 40— 50 pCt. n einigen Cien, vom Gewichte der Stärke an. Die Auflöſung der Stärke erfolgt nt, zu kläͤren ſchneller, die Flüſſigkeit wird weniger kleiſtrig und früher flüſſig d Syrup dan l(auf 1 Theil Stärke nimmt man am beſten 4 Theile Waſſer), auch ger Aufmerkfer in kürzerer Zeit ſüß; verliert ſchon in einer Stunde den größten Mißlingens ſi Theil der Reaktion mit Jod⸗Tinktur, und nach einer Digeſtion von er überhaupt In 3— 4 Stunden bei einer Temperatur zwiſchen 50— 60° R iſt alle Kartoffelſtärke in Malzſyrup umgebildet, die Reaktion mit Jod hat lzſvrurs wunm aufgehört. Aufgekocht darf die ſüße Flüſſigkeit mit den Malztrebern nreer zuter udal nicht werden, ſonſt löſet ſich noch etwas von den Stärkemehl⸗Tegu⸗ zurück menten auf, und ſie erlangt wieder eine blaue Reaktion auf Stärke Malzorups n mit Jod-Tinktur, ſondern die gelbe ſüße Flüſſigkeit muß von den nommen: U! Malztrebern klar abgegoſſen werden, und dieß gelingt am beſten worden, wunn durch eine Filtrir-Vorrichtung, wie jene iſt, deren ſich die Bierbrauer zum Abziehen der Bierwürze von den Trebern bedienen. Die ſüße Flüſſigkeit muß durch die Treber ſelbſt filtrirt werden; durch Lein— wand, Flanell u. dgl. gelingt dies nicht oder nur unvollkommen Das vollkommen klare Zuckerwaſſer(ſüße Würze) wird abgekocht, wobei es ſchaumt und ſich eine geringe Menge von graulichen . Flocken bilden, die ſich durch Sedimentation in einem flachen Ge⸗ rden uen fäße zu Boden ſetzen; ſo, daß die darunter ſtehende Würze davon it in Beuhn klar abgegoſſen werden kann. Sie wird über freiem Feuer in blanken ſen. Der eimn kupfernen Gefäßen zur beliebigen Konſiſtenz abgedampft. Die Behand deſſel gebrac, ockenes Stäiin geſtiegen i dünn; die Juin 3 Stunden lutl nkochen neſe lung der,Kartoffelſtärke mit dem Malz kann hier auch in kupfernen ſüßen, tinn Gefäßen geſchehen, weil keine Säure dazu verwendet wird. Der er— heſaß eint d haltene Syrup iſt ſüßer als der mit Schwefelſäure und Malz dar⸗ 0 geſtellte, honniggelb und beſitzt auch einen dem Honig ähnlichen lzſyruy in 5 Geruch und Geſchmack. Galling ui Zur Vermeidung eines jeden Mißverſtandes muß hier bemerkt Honig in derdn werden, daß die käufliche, in Großem dargeſtellte Weizenſtärke ein Darrmali i anderes Verhalten zeigt, ſie bleibt nämlich mit dem Malze kleiſtrig ringerer demua und wird nicht flüſſig, mit Schwefelſäure gar gekocht, gibt ſie aber traunen un einen flüſſig bleibenden, jedoch ſtets bitterlichen Syrup. dalzſchrott und der 3 244 12 Theilen Malzſyrup erſt ſo ſtark, als mit 5 Theilen holländi— ſchen Syrup, oder 3 Theilen Meliszucker.(S. Brande's Archiv für Pharmazie 1836, B. VI.) Dem Mehle zugeſetzt, dient der Syrup mit weniger Zucker— antheil zur Verbeſſerung des Geſchmacks. Daß der reine Syrup nur ſchwer in Gährung zu bringen ſei, deſſen konnte ſich Bley und Otto nicht überzeugen. Bei ihrem Fabrikate begann die Gäͤhrung ſchon bei ziemlich niedriger Tem— peratur und durchlief die Gaͤhrungsperiode ſchnell. Bei einer Quantität, welche bei 260 R. angeſtellt worden, war nach 60 Stunden die Gaährung vorüber. Der Malzſyrup hat daher fuͤr die geiſtige Gährung einen beſondern Werth; denn in gehörigem Grade verdunnt und in Gährung verſetzt, liefert er eben ſo viel Weingeiſt als andere Syrupe, obſchon ſeine Süßigkeit und die Koſten ſeiner Darſtellung bedeutend geringer ſind. Bley und Otto haben Malzſyrup, braunen holländiſchen Syrup und Zuckerſyrup auf gleiche Dichtig— keit gebracht und zur Beſtimmung des Alkohols, welchen ſie liefern, durch Hefe in Gährung geſetzt—eine gewogene Menge des Syrups mit der dreifachen Menge Waſſer verdünnt und einem Antheil guter Hefe u. ſ. w. behandelt—; die gewonnenen alkoholiſchen Deſtillate wurden rektifizirt und von allen gleiche Mengen De— ſtillat erhalten. Die Mengen des Alkohols betrugen in 100 Thl. des Deſtillats: vom weißen Syrup.... 1415 Thl. vom braunen holländiſchen Syra 19» vom Malzſyrup........ 10»*) Er empfiehlt ſich deshalb als Zuſatz zur Verſtärku ng der Gährung weinartiger Flüſſigkeiten, als des Weinmoſtes, dem es an Zuckerſtoff fehlt, des Weins aus Obſt, Johannis⸗ beeren u. dgl.— So gibt Lampadius über Stärkezuckerwein im Jour. für prakt. Chemie B. 17. p. 37, folgende Notiz: In den Wintermonaten erhielt er bei einer Zimmertemperatur zwi⸗ *) Wenn nun gleich der reine Stärkezucker bei der Gährung eben ſo viel Branntwein liefert als der Rohrzucker, ſo findet doch dieß nicht mit dem im Handel vorkommenden Stärkeſyrup Statt, weil dieſer noch eine bedeutende Menge Gummi oder Schleim neben dem Zucker enthält, und dieſer nicht der Gährung fähig iſt. Hat man dieſen Uebelſtand zu beſeitigen gelernt, ſo wird der Stärkeſyrup zur Brannt⸗ weinfabrikation eine ſehr ausgedehnte Anwendung erleiden.(S. Otto a. n. O.) ſtin † 15 ſatken Wel zucerſyri, „Loth off ſes Anſöbes tellen des landv. Ver⸗ Rüͤckſi waren die de konigl und Diſe n Zeine verl färkezuer ) Zur de zucherw von 1 zuer Erman hitt, geſett man d pulbe ſchöbft hölzern ahgekü hefe hi iin ge Iagwe Citrol aber, mit a dasſe dieſen Hange klar Voch welche einen noch 245 ſchen+ 15 und 20⁰° K. einen recht angenehmen und ziemlich ſtarken Wein aus folgendem Anſatze: 10 Pfd. recht guten Stärke⸗ zuckerſyrup, 2 Pfd. zerſchnittene Roſinen, 30 Pfd. Waſſer und 2 Loth oft ausgewaſchene Bierhefe. Die langſame Gährung die⸗ ſes Anſatzes war mit dem 30. Tage beendigt und gab 17 Bou⸗ teillen des genannten Weines.(Correſp. Bl. des k. Würtemb. landw. Vereins J. 1840, B. I. H. 2.)*) Rückſichtlich ſeiner Verwendung zur Ver edlung der Weine waren die Reſultate der Unterſuchungen jener Kommiſſion, welche die königl. Geſellſchaft des Ackerbaues und der Künſte der Seine . und Oiſe niedergeſetzt hatte, um zu ermitteln, in wie fern die geiſtige Weine verbeſſert werden können, wenn dem Traubenſaft Kartoffel⸗ n Grademt ſtärkezucker zugeſetzt wird, nachſtehende: 1 Weingeit i up mit wenige Hährung di uberzeugen, d de ſchnel g worden, vn .. 1 koſten ſeiner d*) Zur Darſtellung eines dem Traubenweine ſehr ähnlichen Stärke⸗ tto haben M zuckerweines wird folgende Vorſchrift gegeben. Zu einer Quantität von 125 Berl. Quart(— 99 Wien. Maß) nehme man: 40 Pfund Stärkezucker, ½ Pfund rohen, guten weißen Weinſtein, rup auf glh! hols, welchenſe dono ſſſone ſon⸗ ghene Menge de 2— 4 Loth Ingwer, int und ein 1 Pfund der beſten Roſinen, ewonnenen ai 5 Stück friſche Citronen. Zuerſt werden 125 Berl. Quart reines Regen⸗ oder in deſſen Ermanglung klares Flußwaſſer in einem Keſſel bis zum Sieden er⸗ hitzt; dann werden die geſpaltenen oder zerquetſchten Roſinen zu— Thl. des Deſl geſetzt und ½ Stunde lang darin gekücht. Nach dieſer Zeit ſetzt man den Stärkezucker und wenn dieſer aufgelöſt iſt, den vorher in Pulverform gebrachten Weinſtein zu. Iſt nun alles aufgelöſt, ſo en gleiche „.. 19. ſchöpft oder gießt man die Maſſe durch ein Haarſieb in ein reines .... hölzernes Gefäß, in welchem ſie bis zu einer Temperatur von 140 R ur Verfütt abgekühlt wird. Man mengt dann ½ Quart reine friſche Weißbier⸗ „als des Vi hefe hinzu und füllt die Flüſſigkeit auf ein Faß, auf welchem vorher aus Ohſ, 9 ein geiſtiger Wein gelegen hat; worauf man noch den gepulverten 8 Ingwer und die in Würfel oder dünne Scheiben zerſchnittenen über Sti Citronen hinzuſetzt. Die Gährung darf nicht geſtört werden, hernach „folgende Vei aber, wenn keine Hefe mehr ausgeſtoßen wird, füllt man das Faß mit abgekochtem und wieder abgekühltem Waſſer ganz voll, verſpundet dasſelbe und läßt es 3 Wochen lang im Keller ruhig liegen. Nach bei der Gäftun dieſem Zeitpunkte wird die zu einem geiſtigen Getränke überge— „ſ indet uut gangene Flüſſigkeit auf ein kleines Weinfaß von den Hefen möglichſt prup Statt, 1 klar abgezogen, auf's neue verſpundet und bleibt nun nochmals 6 Schlein nen im Wochen lang ruhig liegen, worauf ſie auf Flaſchen abgezogen wird⸗ ig if. bu nu welche feſt verpicht werden müſſen. Dieſer Wein gewährt jetzt ſchon einen höchſt angenehmen Genuß, doch gewinnt er durch's Liegen noch mehr Stärke.(Putſches und Bertuchs NMonogr.) immertenyuunn Stärkeſttur gar R „„de. wendung ealeden 246 a) In Flaſchen abgezogener Moſt, dem Kartoffelſtärkezucker zu⸗ geſetzt worden, gährt länger als natürlicher oder mit Rohr⸗ zucker verſetzter Moſt. b) Der Kartoffelzucker erzeugt, wenn man 3 Theile davon auf 1 Theil Rohrzucker als dem Preiſe-Aequivalent anſchlägt, mehr Alkohol im Weine als der Rohrzucker und verändert den Geſchmack, die Farbe und die Haltbarkeit des Weins auf eine vortheilhafte Weiſe. c) Der Kartoffelzucker gibt dem Weine der Gegend von Argentail z. B. wegen des größern Alkoholgehaltes gegen den natürlichen Wein einen Mehrwerth von 7 Franc. 12 Cent. pr. Stückfaß. d) Der Rohrzucker verbeſſert, wenn er in einem dem Kartoffel⸗ zucker im Preiſe gleichkommenden Verhältniſſe genommen wird, den Werth des Stückfaſſes um 2 Franc. 70 Cent. e) Die durch den Karroffelzucker bedingte Verbeſſerung iſt an guten Gewächſen merklicher als an ſchlechten. f) Der Mehrwerth der mit Kartoffel- oder Rohrzucker verſetz⸗ ten Weine läßt ſich durch die Zunge, genauer und beſtimm— ter aber durch die Deſtillation und nach dem Gehalt des Alkohols beſtimmen. Die Weine verlieren bald nach dem Abziehen einen Theil ihres Alkohols, ohne jedoch dadurch an Güte einzubüßen: man müßte ſie um ihren ganzen Gehalt an Alkohol zu be— ſtimmen, ein oder zwei Monate nach dem Abziehen deſtil— liren, wie dieß im mittägigen Frankreich zu geſchehen pflegt. Dingler's polyt. Jour. J. 1839. April. Bei einigermaßen hohen Getreidepreiſen dürfte ſich der Zu— ſatz des Malzſyrups beim Bierbrauen ebenfalls ſehr vortheil⸗ haft erweiſen.»Nach Brande's« gibt dieſer Syrup auf Bier benutzt, nur ein leidliches Reſultat. Das Bier ſchmeckt, als ob der Hopfen ſich nicht mit der Wuͤrze vereiniget hätte, ſo, daß man jedes für ſich mittelſt des Geſchmacks wahrnehmen kann.— Den— noch hat man in Bezug auf die Bereitung des Bieres ſchon da— durch ein vortheilhaftes Reſultat erreicht, daß, wenn man der Würze ¾ ihres Gewichtes von dem mit Malz bereiteten Stärkemehl— Syrup zuſetzt, das Bier dadurch viel feiner wird. Daß bei der Bereitung des Biers und einiger andern gei— ſtigen Getränke ein Dextrin in Anwendung gebracht werden müſſee, welches kein unzerſetztes Amidon(Stärkekleiſter) enthält, ſondern aus einer vollſtändigen Umwandlung in zuckerige Subſtanz ent— 92 — ————— ſanden, ſ übeugen, kiit truͤben Anmerku ling, der K malzet zu b giebie ſis weſer V wahre der d ausfü Erſpe herſte Nai d einen 30 dieſen du erhalten. freien, dung des ſetten S Frantreit in Heſſe Mit dung weten nit 3 T und nach fäſſer ei Pharm. cartoffſtänn rlicher dder 1 AL in 3 Thelled Ne nequlvalent g rzuder und Daltbarkeit Gegend vent S gegen den 12 Centgr? in einem du Verhältniſe g m 2 Frm M 7 te Verbeſenn nach den Gi Abziehen ein an Güte enn dem Nazſeher ſch zu geſcen April. dürfte ſich n dürfte benfalls ſer! eſer Spruu u Bier ſchnect et hätte, ſd hmen kann des Bieres t wenn man der⸗ reiteten Eiin vird. einiger enden bracht werde r) enthalt ſcn rige Subſt d —— ———— „*— 2 247 ſtanden, iſt von der größten Wichtigkeit, um einer Fällung vor— zubeugen, welche ſonſt als nicht umgewandelte Theile, die Flüſſig⸗ keit trüben würden. Anmerkung. Dem Prof. der techniſchen Chemie in Prag,⸗ Bal⸗ ling, iſt es ſchon gelungen, mit Anwendung des Stärkemehls der Kartoffeln, als Erſatz des größern Theils des Gerſten— malzes, ein gutes, dem Malzbiere nicht nachſtehendes Bier zu bereiten. Da 9— 10 Metzen Kartoffeln in der Aus⸗ giebigkeit bei der Biererzeugung gleich 3 Metzen Gerſte ge— ſchätzt werden können, ſo würde dieſe Anwendung dem Brau⸗ weſen ſowohl, als der Landwirthſchaft wichtige Vortheile ge— währen; auch iſt dieſe Braumethode in jedem Bräuhauſe bei der daſelbſt beſtehenden Einrichtung mit denſelben Geräthen ausführbar; ſie bedingt eine bedeutende Arbeit-⸗ und Brennſtoff⸗ Erſparniß, und macht nur einen eigens konſtruirten, leicht herſtellbaren Seihebottich von halber Größe, als der beſtehende Maiſchbottich iſt, nothwendig. Wer Kirſchen oder Zw etſchken in Gährung ſetzt und einen Zuſatz von im Waſſer aufgelöſtem Stärkeſyrup macht, wird dieſen durch einen reichlichern Ertrag am Geiſt doppelt bezahlt erhalten. Wenn man überhaupt einen reinen, ganz fuſel— freien, feinen Weingeiſt gewinnen will, ſo iſt die Anwen— dung des mit Waſſer verdünnten und durch Hefe in Gährung ge⸗ ſetzten Stärkeſyrups ſehr zu empfehlen, wie dies auch häufig in Frankreich geſchieht.(Pabſt in der Zeitſchft. f. landw. Verein in Heſſen, 1836.) Mit Vortheil kann der Malzſtärkeſyrup auch zur Berei⸗ tung des Eſſigs verwendet werden. Ein ſtarker angenehm ſchmeckender Eſſig wird daraus erhalten, wenn man 1 Theil Syrup mit 3 Theilen Waſſer verdünnt, mittelſt Hefe in Gährung ſetzt, und nach vollzogener Weingährung, die Flüſſigkeit auf die Gradir⸗ fäſſer einer Schnelleſſigfabrikation bringt.(Brande's Archiv für Pharm. J. 1836. B. VI. O. 2.)*) *) Nach Murrhard(S. deſſen Methoden zur Fabrikation der Stärke. J. 1835), iſt die Darſtellungsart eines dauerhaften Eſſigs aus Stä rkeſyrup, mit geringem Unterſchiede der Quan⸗ titäten dieſelbe, wie nach Döbreiner ein ſolcher Eſſig aus feſtem Stärkezucker erzeugt wird. Es werden nämlich 75 Pfund Stärke⸗ ſyrup mit 180 Quart(142. 56 Wien. Maß) Waſſer, ſiedend heiß aufgelöſt, der Löſung 3 Ppfund Weinſtein bis zur Auflöſung zugegeben, 2.— r Bei der Fütterung der Bienen findet der Malzſtärke⸗ otene ſyrup vor andern Honigſurrogaten ſeinen Platz.»Nach Malherben i de 3 iſt er das beſte Bienenfutter, den man zum Behufe der Verdünnung Honig em mit etwas rothem Wein erwärmt. Man ſoll denſelben ſo zube- Pizen reitet, kalt in kleine Schälchen gießen, und damit ſich die Bienen iterzeugt nicht verkleiſtern, etwas Getreideſpelzen darauf ſtreuen, die ſeiner ſzzrlch Erfahrung nach weit beſſer ſind, als das Darüberbreiten von Ein Kanevas. 1 Pf. Malzſyrup, welches man ſich für 2 Sous bereiten ton groß kann, ſoll beinahe in 1 Pf. guten Honig verwandelt werden. ſdoch, Die Fütterung hat in den Monaten September, Oktober, März eines Bi und April zu geſchehen und die Syrupſchälchen ſollen bei dem etten D obern Theile des Bienenſtockes, den man abſägt, eingetragen, dann fungert die Fugen mit einem breiten Tuch- oder Bandſtreifen verſchloſſen ſetragen werden. Die Bienen ſteigen täglich empor, ſuchen die ihnen dar— bienen z znberührt dann die Flüſſigkeit filtrirt. Iſt ſolche bis auf 20° K abgefkühlt, ſo eeinen ſu werden 2 ½ Pfund Oberhefe darunter gerührt, und nun die beginnende almatli Weingährung bis zu deren Vollendung abgewartet. Die gegohrne r Maſſe wird von der Ober- und Unterhefe abgezogen und ſtellt nun her einen Stärkezuckerwein dar. Er wird mit 15 Quart(11 48 Wien. pchen! Maß) Eſſig und eben ſo viel Branntwein verſetzt, auf das Sauer⸗ luch gle faß in die Säureſtube gebracht, wo ſich dann der Eſſig von ſelbſt ſicht an bildet.— Auch dieſer Stärkezuckerwein mit dem Branntwein ver— Souren ſetzt, kann in größeren Maſſen vorräthig gehalten werden, um ihn, dlste ...—..—„ G wie beim echten Weineſſig, in der Säuerſtube zu behandeln. 3 Wer bei der Zubereitung des beſchriebenen Eſſigs den zugeſetzten n fertigen Eſſig erſparen will, der kann ſich auch eines andern Eſſig— Gemeng ferments bedienen, das auf folgende Weiſe zuſammengeſetzt wird: ſatte. R 4 Pfund Erbſenmehl werden mit einer Auflöſung von 1 Pfund Wein⸗ eſorgn ſtein und 2 Pfund Honig in 6 Pfund ſiedend heißes Waſſer ge⸗ ket bracht, zum dünnen, gleichförmigen Brei angerührt, nachdem die fenaxe Flüſſigkeit vorher bis auf 16° R abgekühlt war, ihr dann noch 1 Pfd. teht zu guter Eſſig zugegeben, und alles an einem mäßig warmen Orte ſich Pach dre ſelbſt überlaſſen. Die Maſſe geht in wenig Tagen in einen ſcharfen wit dem ſauern Brei über, der nun als ſaures oder Eſſigferment ſtatt des vielen Eſſigs ſelbſt gebraucht werden kann, um die oben beſchriebene, wein— 3 gahre Flüſſigkeit dadurch in die Eſſiggährung überzuführen. Es ge⸗ ausge nügt, wenn man dieſem Eſſigferment für jedes Oxthoft zu 3 Eimern ruſtande (= 145.65 Wien. Maß), der weingahren Flüſſigkeit 6 Pfund in An— ihre S. wendung geſetzt werden, die man mit jener vorher gleichförmig zu— wenn er ſammenarbeitet und nun das Gemenge in die Säuerſtube bringt. dberſt Der mit dieſem Ferment bereitete Eſſig beſitzt aber weder die Klar 9 ij heit noch den reinen Geſchmack und Geruch, wie der, welcher mit Stiteg reinem Eſſig bereitet worden iſt.(Mehr. ſ. Gährungsprodukte IV. örund Abſchnitt) Ghorhen 249 indet der ſ .)Nach g gebotene Nahrung auf und ſetzen ſich den daraus erzeugten Honig ehufe der ne in die Zellen ab, ſelbſt wenn die Stöcke bereits über 100 Pf. ſoll denſelen, Honig enthielten. Malherbe will ſich davon durch tägliches damit 64 d. Wägen ſeiner Bienenſtöcke während der Fütterung mit Malzſyrup uͤberzeugt haben; auch verſichert er, daß ihm mancher ſeiner Stöcke Deeſ h jährlich 60— 80 Pf. Honig gebe. höſir ⸗ Ein ſolches Erſatzmittel des Honigs muß dem Bienenzüchter 4 1 von großen Werthe fein. Der Chorherrr Joſeph Stern bemerkt 3 derwand 44 e. jedoch, daß er ſchon von frühern Zeiten her aus den Verſuchen Ahn eines Bienenfreundes wiſſe, daß ſeine Bienen den ihnen vorge— ſetzten Dextrinſyrup nicht angerührt hatten, ſondern eher ver⸗ leen hungert waren, bevor ſie ihn aufgeſogen und in ihre Stöcke ein— andſtreffn getragen hatten. Eigene Erfahrungen lehrten Erſteren, daß die ſuchen de Bienen zweier Stöcke den reinen Dextrinſprup ohne Honigzuſatz .en unberührt ließen. Selbſt 2 Theile dieſes Syrups mit ½ Theil duf WRc reinen flüſſigen Honigs vermengt, wurden zwar von den Bienen allmählig in den Stock eingetragen, jedoch nicht mit dem Zeichen der Freude und mit jener Eile, mit welcher die Bienen ſonſt bei ſolchen Umſtänden ihr Wohlbehagen und ihren Jubel kund geben. verſetzt, uf u Auch gleiche Theile des Dextrinſyrups und Honigs verhielten ſich ann der Eſt nicht anders; überdieß traten bei dieſem wie jenem Gemenge dem Brämd Spuren der Gährung ein, deren Vorboten die Entwicklung kleiner Bläschen geweſen, ungeachtet die Aufbewahrung im Kühlen Statt fand. Ganz dieſelben Erſcheinungen äußerten ſich bei einem anderen rn Gemenge, welchem er zur Verdünnung etwas Waſſer beigemengt zuſammengiit hatte. Rothen Wein verſuchte er jedoch zur Verdünnung aus der ung von kul Beſorgniß nicht, weil dieſer für ſich zur Honigbereitung nichts A beitragen kann, und das Waſſer der Natur der Bienen ſicher mehr zuſagt, als jeder wie immer benannte rothe Wein.— Nach drei Wochen wurden bei jenem Stocke, welcher Dextrinſyrup e in eini mit dem dritten Theil von Honig vermiſcht eingetragen hatte, viele vollkommen ausgebildete junge, todte Bienen ausgetragen, wahrſcheinlich in Folge ihrer Nahrung im Nymphen— über ufüftn. zuſtande, weil ſie nicht ſo viel Kraft hatten nach, ihrer Entwicklung Ortpfran ihre Brutdeckel aufzubeißen. Die Eigenheit des Dertrinſyrups, ſiakeit 6 Tfunt*—..„., ee g5ſg wenn er nur einige Minuten ruhig ſteht, ein Häutchen auf ſeiner Oberfläche zu bilden, was von dem in dem Syrup noch enthaltenen Stärkegummi und Eiweißſtoff herzurühren ſcheint, war auch der wie der, veh Grund des Verunglückens der vielen Bienen nach der Anſicht d zäheurgennan Chorherrn und beſtimmte ihn zu nachſtehendem Verfahren: zu 1 „ 8 9 250 Maß Dertrinſyrup wurde etwas mehr als ½ Maß Waſſer zuge⸗ ſetzt, und die Maſſe des zu Schaum geſchlagen en Eiweißes von zwei Eiern eingerührt, der Syrup aber dann über ein gelindes Feuer geſetzt, durch ½ Stunden langſam aufgekocht, dann der Schaum abgenommen und 1 Maß reiner Landhonig zugegeben, worauf man die Miſchung wieder langſam fortkochen ließ, bis dieſelbe ſich ganz klar zeigte. Nachdem dieſer Futterhonig abgekocht, das darin enthaltene Stärkegummi, der Eiweißſtoff und der Pflanzen⸗ ſchleim(?) abgeſchieden war, bildete ſich über der Maſſe keine Haut mehr, und abgekühlt, wurde er den Bienen als Futter vorgeſetzt. Nachdem ſein Volumen durch das Waſſer noch bedeutend vermehrt blieb, wurde er mit einem Jubel von den Bienen auf— geſogen und in den Stock eingetragen, wie ihn die Bienen nur bei dem reinſten Honig darlegen, wenn man ihnen ſolchen vorſetzt. Auch fand Stern ſpäter keinen Nachtheil von ſolchem genoſſenen Futterhonig. Nach Allem, was die Erfahrung an die Hand gegeben hat, zu ſchließen, darf man dem Dextrinſyrup einen großen Vorzug vor allen andern Honigſurrogaten einräumen, da er gereinigt und in Verbindung mit wirklichem Honig, mit Zucker und Waſſer, den wahren Honig ohne Nachtheil für die Bienen, zum großen Vor— theil für die Bienenzüchter, vollkommen erſetzt. Das Verfahren dieſer Darſtellung iſt folgendes: 2 Pf. ſogenannter Lumpenzucker werden in 2 Maß Waſſer aufgelöſt und 4 Pf. Dextrinſyrup und ½ Maß reiner Landhonig zugemiſcht. In dieſe Miſchung wird das Weiße von 2 Eiern, welches zuvor in Schaum geſchlagen wurde, eingerührt, und das Ganze in einem gut gereinigten Ge— fäße bei ſchwachem Feuer recht langſam bis ſich die größere Menge des Schaums ausgeſchieden hat, gekocht. Nach abgenommenem Schaum wird das Genge bis auf nahe 3 Maß eingekocht, wo dann dasſelbe durchaus kryſtallhell, klar und rein, ohne alle fremde Beſtand⸗ theile ſich zeigt. Dieſe honig-zuckerſüße Flüſſigkeit wird mit finger— langen, meſſerrückendicken breiten Hölzchen dicht bedeckt, vorgeſetzt.— So hat Stern ſeinem honigarmen Volke in Verſuchſtöcken ausge— holfen.(Inneröſterreich. Induſtrie⸗ und Gewerbe⸗Blatt von Franken⸗ ſtein. II. Jahrgang N. 94— 95.) 3. Umwandlung der Stärke in feſten Malzſtärkezucker (auch Dextrinzucker genannt), durch Einwirkung der Dia⸗ ſtaſe des Malzes; deſſen Beſchaffenheit und Benützung. Wird der nach N. 2 bis zur gehörigen Konſiſtenz abgedampfte — Nalzlä ih der als weich Zukker, n lation un entfernt. farbt wem Nimmt! der Stä der auf Da vortheilh ſtt es n berſchede Gebrauch 4 Umwe tringuu N . ucerbi (das d. ſobald d Umrühre einkoche Gerſte verwand durch ei weicher M. aufgeldſ wie Lei Luſt ter aus; ſ erhizt Paſſer von 80 aus ſe fäll. als es ſchlagen 2 nn hs ein gelind t, donn der zugegehen, d en ließ, lis i honig abgeit off und der ber der Mſ Bienen il, Vaſer rohhan von den Bien ihn die Ben ihnen ſolcen i ſolchen zef e Hand geg en großen dr er gereinin! er und Vaſe n, zum grije etzt. Dos W Dextinir dieſe Mic Schaum we gut gereingſ h die größen. Nach abgetore Jeingekohh alle frended gkeit wid ui bedeckt, vorge gerſuchſtötel! „Blatt wong Mal Jiis d und Benhl ſiunz ägnn —— ————————— Malzſtärkeſyrup, mit Weingeiſt von 95 pCt. vermiſcht, ſo löſt ſich der Zucker auf, die gummiähnliche Subſtanz ſetzt ſich aber als weiche Maſſe zu Boden.— Rein erhält man dieſe Art feſten Zucker, wenn man den Weingeiſt der geiſtigen Löſung durch Deſtil— lation und anhaltendes Erhitzen des Rückſtandes bei 60— 700 R entfernt. Durch Behandeln mit Kohlenpulver kann der Zucker ent— färbt werden; übrigens iſt er identiſch mit dem Traubenzucker. Nimmt man ſchwächern Weingeiſt zur Trennung des Zuckers von der Stärke, ſo erhält man einen unkryſtalliſirbaren zähen Syrup, der auf keine Weiſe zur Kryſtalliſation zu bringen iſt. Daß der Malzſtärkezucker in ſeinem reinen Zuſtande techniſch vortheilhaft verwendet werde, iſt bisher nicht bekannt; denn immer iſt es nur jener Verein von Zucker und Gummi(extrin) in verſchiedenen Verhältniſſen, den Malzſyrup bildend, welcher in Gebrauch gezogen wird, und im Handel vorkommt. 4. Umwandlung der Stärke in ein Gummi-Surrogat(Dex⸗ tringummi genaunt), durch Einwirkung der Diaſtaſe des Malzes; deſſen Beſchaffenheit und Benützung. Will man bei der Operation des Malzſyrups(Nr. 2) die Zuckerbildung vermeiden, und bloß nur die gummige Subſtanz (das Dextrin) erhalten, ſo muß man die zuckerhaltige Fluͤſſigkeit, ſobald die Stärkemehlkörner geborſten ſind, unter beſtändigen Umrühren bei der Temperatur von 800 R bis zur Syrupskonſiſtenz einkochen, weil bei dieſer Temperatur die wirkſame Subſtanz Gerſte(Diaſtaſe) die Eigenſchaft verliert, das Dextrin in Zucker zu verwandeln.— Iſt die Kartoffelſtärke ſo vorbereitet, ſo wird durch einen Zuſatz von ſtarkem Weingeiſt das Gummi als ein weicher Körper von dem Zucker abgeſchieden. Man erhält dieſes Gummi rein, wenn es mehrmals im Waſſer aufgelöſt und mit Alkohol gefällt wird. Es iſt ein ähnliches Produkt wie Leiocome, nur weniger gefärbt und noch löslicher. An der Luft trocknet es zu einer zähen, zerbrechlichen, durchſichtigen Maſſe aus; ſeine Auflöſung im Waſſer iſt etwas ſchleimig, geſchmacklos erhitzt man es trocken bei höherer Temperatur, ſo verliert es Waſſer und wird gelb; es iſt in geringer Menge in Weingeiſt von 88 pECt. löslich, in ſtärkerem Weingeiſt und Aether unlöslich; aus ſeinen wäſſerigen Auflöſungen wird es durch Weingeiſt ge— fällt. Von dem arabiſchen Gummi unterſcheidet es ſich in ſo fern, als es durch Bleieſſig und durch Kieſelfeuchtigkeit nicht niederge⸗ ſchlagen wird. Beim Kochen der Auflöſung mit verdünnter Schwefel⸗ 1———ꝑ—— ſäure wird es vollſtaͤndig in Zucker verwandelt und gibt mit Salpeter— ſäure keine Schleimſäure. Durch weitere Erwärmung bei 60° R mit gekeimter Gerſte(Diaſtaſe) wird ein Theil davon, wie das reine Stärkmehl, in Zucker verwandelt. Iſt eine gewiſſe Portion Zucker in der Flüſſigkeit vorhanden, ſo ſcheint dieſe Wirkung auf— zuhören. Schumann iſt der Meinung, daß dieſe Art der Darſtellung des Gummi von großer Wichtigkeit für ökonomiſch-techniſche Zwecke ſei und zu Europas großem Vortheil; indem dadurch das theuere ausländiſche Gummi verdrängt werden kann; auch verſichert er, den Zentner hievon zu 20 Gulden geben zu koöͤnnen, während Gummi⸗Arabicum und Gummi⸗Senegal in Sorten 56 Gulden koſtet.(Buchner's Repert. XLIX. S. 286.) Durch Dumas ſind mehrere Fabrikanten zu Lyon, Nimes, Marſeille veranlaßt worden, das Dextrin zum Appretiren und Drucken der Seidenzeuge zu verſuchen; die hieraus gezogenen glücklichen Reſultate ließen wichtige Verbeſſerungen in dieſem In⸗ duſtriezweige erwarten.(Payen a. a. O. S. 313.)*). *) Unter dem Namen Dextrin wird in Frankreich meiſt das Pro— dukt einer unvollkommenen Einwirkung von Gerſtenmalz auf Kar—⸗ toffelſtärke, in Geſtalt einer durchſichtigen oder durchſcheinenden Maſſe, oder als dicker Syrup in den Handel gebracht. Er ent— hält nebſt Stärkezucker und Gummi, noch eine be⸗ trächtliche Menge unveränderten Stlärkekleiſter (Payen's Amidon). Wie ſolch ein, mehr oder weniger verwan— delter Stärkekleiſter zur Bereitung des Brodes vortheil⸗ haft verwendet werden könne, iſt bereits in Frankreich erwieſen worden. Obſchon Guérin Varey in ſeiner Abhandlung über das Stärkmehl Payen widerſpricht: daß die Abweſenheit der Hüllen (Tegumente) das Stärkmehl wohlſchmeckender mache, indem er ſie für geſchmacklos und frei von dem ihnen zugedachten ekelhaft ſchme— ckenden, flüchtigen Oele hält, iſt er dennoch mit ihm dahin einver— ſtanden, daß ein ſolches Brod dadurch ſchmackhafter, aber kaum ver— daulicher werde, als jenes iſt, dem die Stärke ganz zugeſetzt wor— den. Schmackhafter wird es nämlich als das, was man aus Kar⸗ toffelſtärke macht, weil im erſteren immer eine gewiſſe Menge Zucker enthalten iſt, der eines Theils von der zur Bereitung des Malz— ſyrups angewendeten gekeimten Gerſte herrührt, andern Theils von der Einwirkung der Diaſtaſe auf den Stärkekleiſter; während die Kartoffelſtärke keine zuckerartige Subſtanz enthält. Was die Verdauung anbelangt, ſo kann man nicht behaupten, daß das aus Stärke gemachte Brod weniger leicht zu verdauen wäre, als ſolches, zu deſſen Bereitung ein Kraftmehl verwendet wird, wel— Je Stellvert verſchieder werden. 5. Unwan a) Umwan In lichen Ver fi de E ader doch ging auch burg, G durh Et Wird naͤ auf 760] man in d lich, in getſoße ſauren I Staͤrke Schwefel erleidet! .— Säh Je reiner dieſes Gummi iſt, um ſo mehr kann es einen Stellvertreter des arabiſchen Gummi abgeben, und als ſolches in eite oge verſchiedenen Juduſtriezweigen mit dem beſten Erfolge angewendet e exiſe i werden. dieſe Vitun 5 5. Umwandlung der Stärke durch Einwirkung von Säu⸗ ren, namentlich Schwefelſäure, oder einer Verbindung der Schwefelſäure mit der Diaſtaſe des Malzes; oder Art der Dſ⸗ fe mittelſt Salpeterſäure; deren Beſchaffenheit und nſch ethnſte dadurch de Benützung. ; auch verſce a) Umwandlung der Stärke mittelſt Schwefelſäure in Stärkezucker von zu können, an flüſſiger und trockener Form. Sorten zi h. In der Zeit Napoleoniſcher Kontinentalſperre, wo zur gänz⸗ ) lichen Verdrängung des indiſchen Rohrzuckers ungeheuere Summen mzu Lyon, ne für die Erzeugung eines dem indiſchen Zucker gleichen Zuckers um Aopretie oder doch eines denſelben erſetzenden Surrogats ausgeboten wurden, dieraus g ging auch die merkwürdige Entdeckung Kirchhof's in Peters⸗ ingen in din burg,(J. 1811.) hervor, daß ſich die Stärke beim Kochen mit 313.)*), durch Schwefelſäure eingeſäuertem Waſſer in Zucker verwandle.— Wird nämlich mit verdünnter Schwefelſäure verſetztes Waſſer bis auf 760 K erhitzt und dann Kartoffelſtärke hinzugeſetzt, ſo erhält re ich meit d zarkenud 1 man in der Flüſſigkeit eine im kalten und warmen Waſſer auflös— dder durcſſtn liche, in Alkohol unlösliche Subſtanz, welche»von Biot und gebratt. 1 Perſoz« Dextrin genannt wird. Durch langes Kochen in dieſem 1, 1e e ſauren Waſſer wird aber die Stärke in eine eigene Zuckerart: rui Stärkezucker verwandelt, den man rein erhält, wenn man die roden dor Schwefelſäure wieder wegſchafft.— Eine ähnliche Verwandlung Frankteih m erleidet das Stärkemehl, wenn man es lange mit Waſſer ſtehen Abhandlung un weſenheit de mache, inden! hten ckehſct ches von den Hüllen befreit iſt. Gibt man mit Payen ſelbſt zu, daß die letztern ſchwerer zu verdauen ſind als Stärke, welche davon gereiniget iſt, ſo würden ſie doch eine unmerkliche Wirkung haben tihm duüme müſſen, weil deren Maſſe nur äußerſt gering iſt. Entſchiedener als fter tba lun dieß iſt, daß durch die Veränderung, welche das Stärkmehl wäh— ganz zugeſn rend der Einwirkung der Diaſtaſe erlitten, es überhaupt auch um vas man A vieles nahrhafter geworden. ewiſſe Nangen Uibrigens war Guérin Varey noch bemüht, darzuthun: daß der reitung de Preis des ſo genannten Dextrinbrodes, des Dextrin und andern 2ſae Dextrinſyrups höher ſtehe als der jener Produkte, welche ſie ſter; wählan, erſetzen ſollen; gleichwie, daß die Künſte durch dieſe Entdeckung nichts . gewonnen haben, und daß die meiſten Perſonen, welche ſich mit wricht beßune ſolchen Induſtriezweigen abgegeben, beträchtliche Summen verloren. zu berdauenn hatten. wendet wird, M 254 läßt, denn in dieſem feuchten Zuſtande wird ein kleiner Theil desſelben auch in eine zuckerige Subſtanz umgeändert. Die Umwandlung der Stärke in Zucker beruht auf chemiſcher Verbindung von Waſſer, oder von den Grundbeſtandtheilen des Waſſers mit dem Stärkemehl. Die Schwefelſäure erleichtert oder bewirkt dieß und wird dabei gar nicht zerſetzt; Zutritt der Luft iſt unnöthig, den dieſe Umwandlung geht im luftleeren Raum eben ſo gut von ſtatten. Ein Zuſatz von Salzen verzögert die Zuckerbildung.(Handb. f. Fabrikanten. B. VII. S. 214.) Auch bei dieſer Zuckerbildung erweiſet ſich die Kartoffelſtärke als die vortheilhaftere; denn die gewöhnlich verkäufliche Weizen— ſtärke mit Schwefelſäure gar gekocht, gibt zwar einen flüſſig blei⸗ benden, jedoch ſtets bitterlichen Syrup. Gewöhnlich ſtellt ſich der Zuͤckerfabrikant die Kartoffelſtärke ſelbſt dar; geſchieht dieß, ſo hat er eine vollſtändige Reinigung nicht nöthig und er braucht ſie nicht zu trocknen, ſondern benutzt ſie im feuchten Zuſtande, in welchem ſie ſich auch lange Zeit in Fäſſer geſchlagen aufbewahren läßt. Durch einen Verſuch mit einer kleinen Menge kann das Verhältniß der Feuchtigkeit zur Stärke in dieſer feuchten Maſſe leicht ermittelt werden. Anſtatt die Stärke aus den Kartoffeln auszuſcheiden, iſt auch empfohlen worden, den ganzen zerriebenen Kartoffelbrei, nachdem er durch öfteres Auswaſchen mit Waſſer von allen in dieſer Flüſſigkeit auflöslichen Subſtanzen befreit und dann auf einer Trockenſtube getrocknet worden iſt, wie die Stärke zur Zuckerfabrikation anzuwenden. Dieſe Maſſe unterſcheidet ſich von der reinen Stärke dadurch, daß ſie neben dieſer noch die ſtärkeartige Faſer der Kartoffeln enthält.— Aus in Scheiben zer— ſchnittenen Kartoffeln durch Kochen mit verdünnter Schwefelſäure Zucker zu erhalten, wollte Otto nicht gelingen. Bei der Darſtellung des Zuckers aus Stärke mittelſt Schwefelſäaure kann man drei weſentlich verſchiedene Operationen unterſcheiden, nämlich 1. das Kochen der Stärke mit Schwefelſäure; 2. das Entfernen der Schwefelſäure aus der Flüſſig— keit und 3. das Eindampfen und Reinigen der zuckerhaltigen Flüſſigkeit. Man bringt Waſſer über Holzfeuer zum Sieden und ſetzt demſelben konzentrirte Schwefelſäure*), die man vorher in einem 4) Rauchende Schwefelſäure(rauchendes Vitriolöl) iſt beſſer als andere. Sie muß rein ſein, daher auf einer porzellanenen, über Kohlen ſtehen— den Schale ohne Rückſtand verdunſten. reingutene and nach nan mitte nit etbes und nach! eit ein. zuch darf ſeit der einmal eit dann wier die Eint verden i man das fat einen bis eine . verſett, ſich dann » Das klein Erhi 88) Der an d nen wan ſond dah arti leich eht dem ſer de e/ 5 5 d ein klein 3 Rändert, ſteingutenen Geſchirr mit Waſſer behutſam verduͤnnt hat*), nach beruht auf und nach unter Umruͤhren mit einem Röhrſcheite zu. Hierauf trägt mndbeſtndte man mittelſt eines Haarſiebes die friſch bereitete, noch feuchte und ſäure rün mit etwas wenig kaltem Waſſer breiartig angerührte Stärke nach 3u 3 und nach unter beſtändigem Umrühren in die ſaure kochende Flüſſig— keit ein. Das Kochen darf hierdurch nicht unterbrochen werden; auch darf ſich kein Kleiſter bilden, denn die kleiſterartige Beſchaffen⸗ ll. S amn heit der Flüſſigkeit würde anzeigen, daß man zu viel Stärke auf ch die Futz einmal eingetragen habe; für dieſen letztren Fall ſetzt man erſt ie Karthfe dann wieder neue Portionen Stärke zu, wenn die Maſſe durch die Einwirkung der Säure wieder vollkommen dünnflüſſig ge— worden iſt. Iſt auf dieſe Weiſe alle Stärke eingetragen, ſo ſetzt man das Kochen(nicht zu heftig) ſo lange fort, bis die Flüſſig⸗ dar einen lſt vohnlich ſtelte 2 vähde keit einen rein ſauerlich-ſüßen Geſchmack angenommen hat, oder 1 1 aalh bis eine abfiltirte Probe, über die Hälfte mit ſtarkem Weingeiſt chren alſtt verſetzt, keinen flockigen Niederſchlag von Dextrin mehr gibt, wo ſchlagen aiſa ſich dann das Stärkmehl in Zucker verwandelt hat**).— Iſt in Menge in eſer fuhin*) Das Eintragen der Schwefelſäure in das Waſſer muß langſam, in aus den ſri kleinen Mengen nicht auf einmal geſchehen, weil dabei eine ſtarke n ganzen zen Erhitzung Statt findet, und leicht etwas umhergeſpritzt wird. ) Der Punkt, bei welchem dieſe Verwandlung beendiget iſt läßt ſich an äußern Eigenſchaften der kochenden Flüſſigkeit nicht wohl erken— nen, leicht aber an ihrem chemiſchen Verhalten. Die Stärke, ver— n iſt, wie die wandelt ſich beim Kochen mit Schwefelſäure nicht ſofort in Zucker aſſe unterſcn ſondern allen bisherigen Erfahrungen nach erſt in Gummi; es wird daher die Maſſe, welche beim Eintragen der Stärke eine kleiſter— artige Beſchaffenheit annimmt, zwar ſehr bald dünnflüſſig, indem leicht auflösliches Gummi entſteht, aber erſt nach längerem Kochen waſchen mit! ben dieſer me lus in Stei ünnter Shhf geht dies in Zucker über. Wird etwas der kochenden Flüſſigkeit aus gen. dem Gefäß genommen, abgekühlt und mit dem gleichen Volumen rs aus 5! ſtarken Weingeiſt vermiſcht, ſo entſteht ein zäher zuſammenhängen⸗ der Niederſchlag, wenn in derſelben noch Gummi vorhanden iſt. Iſt eſentit 27 aber die Verwandlung in Zucker vollſtändig erfolgt, ſo entſteht die— hen der Elun ſer Niederſchlag, welcher durch die Unauflöslichkeit des Gummi in aure aus de weingeiſthaltigen Flüſſigkeiten bedingt wurde, nicht, weil der Zucker tkertch in ſo verdünntem Weingeiſte noch auflöslich iſt. Es wird zwar ge— wöhnlich eine geringe Trübung entſtehen; aber dieſe läßt ſich von 1 dem Niederſchlage des Gummi leicht unterſcheiden.— Ein anderes Sieden ln Erkennungsmittel iſt die wäſſerige Auflöſung von Jod(einige Gran an vorher in d” Jod, welche in den Apotheken verkauft wird, werden mit einigen Loth deſtillirten Waſſers in einem mit Glasſtöpſel zu verſchließenden ſt beſer d n Glaſe übergoſſen), die die Eigenſchaft hat, daß durch ihre Einwir— n, iber ohli kung ſogleich eine blaue Färbung hervorgebracht wird, wenn Stärke 256 durch das angeführte Prüfungsmittel die vollſtändige Umwandlung der Stärke in Zucker erkannt worden, ſo iſt nun die nächſte Arbeit die Abſcheidung der Schwefelſäure aus der Flüſſig⸗ keit. Zu dieſem Zwecke läßt man jetzt die Flüſſigkeit bis etwa 60°R abkühlen und fügt ihr hierauf unter beſtändigem Umrühren ſo lange fein geſtoßene kohlenſauere Kalkerde(Kreide) hinzu, als dadurch noch ein Aufbrauſen(von der entweichenden Kohlenſäure der Kreide) erfolgt*). Iſt die Schwefelſäure neutraliſirt, ſo muß *) vorhanden iſt. Das aus der Stärke bei obigem Prozeſſe Anfangs entſtehende Gummi wird durch Jodauflöſung violett oder weinroth gefärbt, der Zucker erleidet aber keine Farbenveränderung. Man darf daher von der kochenden Maſſe aus dem Kochgefäße nur etwas nehmen, es abkühlen und Jodauflöſung zutröpfeln, wo man dann an dem Grad der Färbung leicht den Fortgang der Zuckerbildung erken— nen kann. Entſteht endlich keine Färbung, ſo iſt die Zuckerbildung als beendet anzuſehen. Es leuchtet ein, daß man ſich zum Neutraliſiren der Säure einer Sub⸗ ſtanz bedienen muß, die an ſich ſelbſt unauflöslich oder ſchwerlöslich iſt in wäſſerigen Flüſſigkeiten, und die mit der Schwefelſäure in eine ſich eben ſo verhaltende Verbindung eingeht. Es gibt nun zwar mehrere Subſtanzen, welche ſich ſo verhalten, aber vor allen dieſen zeichnet ſich der kohlenſaure Kalk durch ſeine Wohlfeilheit aus. Er findet ſich in der Natur ziemlich häufig, führt gewöhnlich den Namen Kalkſtein und wird durch Brennen in den gebrannten Kalk verwandelt. Auch der Kalkſpath und die Kreide ſind kohlenſaurer Kalk. Der kohlenſaure Kalk iſt an ſich in neutralen Flüſſigkeiten ſo gut wie unlöslich; kommt er mit der Schwefelſäure zuſammen, ſo verbindet ſich dieſelbe mit dem Kalk zu ſchwefelſaurem Kalk(Gyps), der bekanntlich ſehr ſchwer auf— löslich iſt, und die Kohlenſäure entweicht als Gas und verurſacht das Aufbrauſen. Man ſieht daher leicht, daß nach der Behandlung der Flüſſigkeit mit kohlenſaurem Kalk in derſelben nichts weiter als Zucker zuruͤckbleibt, neben einer geringen Menge Gyps. Von den genannten Arten des kohlenſauren Kalks hat man nun, wie leicht zu begreifen, diejenigen zu wählen, welche am wohffeilſten anzu⸗ ſchaffen ſind. Vor der Anwendung iſt ſie durch Zerſtampfen oder Zermahlen und Sieben in ein feines Pulver zu verwandeln. Die Anwendung geſchieht auf folgende Art: Man zapft die noch ſiedend heiße ſaure Flüſſigkeit aus dem Kochgefäße ab, und gibt ſie in einen hohen hölzernen Bottich Dann ſetzt man ihr in kleinen Portionen den zermahlenen kohlenſauren Kalk zu, ſo lange bis die Flüſſigkeit nicht mehr ſauer reagirt, was an dem Unverändertbleiben eines hineingetauchten Streifen Lackmuspapier leicht erkannt werden kann. Der kohlenſaure Kalk muß in kleinen Portionen zugegeben werden, weil die entweichende Kohlenſäure ein heftiges Aufbrauſen verurſacht und es bei zu ſtarker Entwicklung derſelben leicht geſchieht, daß die nun eine erregen, gelhlich 9 man der! Statke 4- ſhpanz) lat man der mit d aüre Ka zu Boden fiſh u üher ein dn zurüm taliige gl 3 da uenn nich (ſhwefel kohl ſſt dem A brg bran anflü ſein len ſein dur befß vie geh bek zer und 9 der wer indige Un aure aus deg Jlüſigkit eſtändizen bi de(Kreide hine eichenden fege e neutralſit, vigem Prozen h g biolett oder ne benveranderme m Kochgefäßen pfeln, wo ma der Zuckertidden n der Säunt in⸗ ſch oder ſchwend hwefelſaure n, gibt nun zwerr en dieſen zeibne E fundtt it Namen Kalit verwandelt. .Der kohlenſen wie unlöslih, det ſic dieſclten untlich ſeftſten Gas und tn nach der biſ0 lben nichts weie nge Gyds. b man nun, ui mm wohlfeſſtn rch Jerfemin! zl verwanit ayft die nac 4 und gibt ſtite in kleinen dua ge bis die ſGäll randertblebe rkannt werden 3 zugegeben un uförauſen tenn t ghüt, A Kwan iſt nun den nun eine abfiltrirte Probe der Flüſſigkeit einen rein ſuͤßen Geſchmack erregen, vollkommen dünnflüſſig, durchſichtig, oder höchſtens etwas gelblich gefärbt ſein. Um ſie vollkommen farblos darzuſtellen, rührt man der noch heißen Flüſſigkeit auf jede 100 Pf. der angewandten Stärke 4— 5 Pf. gebrannte und fein gepulverte Knochen(Bein— ſchwarz) ein, und erhält das Rühren einige Minuten lang. Hierauf läßt man das Ganze mehrere Stunden ruhig ſtehen, damit ſich der mit dem Kalke der Kreide gebildete ſehr ſchwer lösliche ſchwefel— ſaure Kalk(Gyps) und die Knochenkohlen dem größten Theil nach, zu Boden ſetzen; und ſchöpft jetzt die Flüſſigkeit auf ein ſauberes, friſch ausgewaſchenes und noch feuchtes Tuch von Flanell, welches über ein geräumiges Holzgefäß ausgeſpannt worden iſt, und bringt den zurückbleibenden Bodenſatz, welcher natürlich noch viel zucker— haltige Flüſſigkeit aufgeſogen hat, mit der Vorſicht auf das wollene Tuch, daß die Fluͤſſigkeit möglichſt klar hindurch geht. Zuletzt wenn nichts mehr ablauft, ſpült man den Rückſtand auf dem Flanell (ſchwefelſaure Kalkerde und Kohle) mit reinem Waſſer noch aus*).— Flüſſigkeit über den Rand des Bottichs getrieben wird; deshalb darf dieſer mit der Flüſſigkeit auch nicht ganz angefüllt werden. Die Einwirkung des kohlenſauren Kalks auf die Schwefelſäure ſucht man durch vorſichtiges Umrühren mittelſt eines hölzernen Rührſcheites zu befördern. Da auch die Hitze die Einwirkung befördert, nament— lich das Entweichen der Kohlenſäure begünſtigt, ſo iſt ſtets der kohlenſaure Kalk zuzugeben, während die Flüſſigkeit noch ſehr heiß iſt; ja es kann, wenn der Apparat es geſtattet, derſelbe gleich in dem Kochgefäße zu der ſauren Flüſſigkeit geſetzt werden. Anſtatt des kohlenſauren Kalks hat man auch vorgeſchlagen, ge⸗ brannten(reinen, ätzenden) Kalk zu nehmen. Da aber der ge⸗ brannte Kalk im Waſſer, und beſonders in zuckerhaltigem, etwas auflöslich iſt, in jedem Falle theuerer als der ungebrannte Kalk ſein muß, und in chemiſcher Hinſicht keinen Vorzug vor dem koh— lenſauren Kalk beim Sättigen der Schwefelſäure beſitzt, ſo wird ſeine Anwendung wohl meiſt aufgegeben ſein. Uiberdieß erhält man durch ſeine Einwirkung auf die fremdartigen, in der Flüſſigkeit ſich befindenden organiſchen Beſtandtheile(wahrſcheinlich Kleber) eine viel dünkler gefärbte Auflöſung. Der einzige Vorzug, welchen der gebrannte Kalk vor dem kohlenſauren beſitzt, iſt der, daß der erſtere bekanntlich beim Beſprengen mit Waſſer in ein höchſt feines Pulver zerfällt(gelöſchter Kalk); der letztere aber nur durch Zerſtampfen und Sieben in ein ſolches verwandelt werden kann. *⁴) Der ſo behandelte Gypsbrei kann als Düngungsmaterial verwendet werden. 17 —;j———— 2“ * — * —258 Kach der Entfernung der Schwefelſäure aus der Zucker⸗ auflöſung durch kohlenſauren Kalk und nach Klärung derſelben durch Filtration kann nun zum Eindampfen geſchritten werden. Die klar filtrirte Fluſſigkeit bringt man am beſten in ein flaches Gefäß und dünſtet ſie bei mäßig ſtarker, ſpäter bei ganz gelinder Wärme bis zur Konſiſtenz eines ſtarken Syrups ein(d. h. bis über die Hälfte oder zu 38— 40° Beaume, oder bis zu einem ſpecifiſchen Gewicht von 1.38 bis 1.45.)*). Alsdann ſchöpft man den erhaltenen Syrup in ein mäßig tiefes Holzgefäß aus, läßt ihn darin 24 Stunden und länger ruhig ſtehen, und gießt ihn hierauf von dem, aus den letzten An⸗ theilen des Gypſes beſtehenden Bodenſatze ab**), und ſtellt ihn an einen kühlen Ort. Nach 5— 8 Tagen, wenn nämlich die Konſiſtenz richtig getroffen wurde, wird dieſer Syrup zu einer gelblich-weißen, kryſtalliniſch-körnigen Maſſe, den eigentlichen *) Würde man nuach Analogie des§. 28. II. Nr. 4, das Kochen unter beſtändigem Umrühren ſo lange fortſetzen, bis eine gummiartige Maſſe ſich zeigt, und dieſe dann an einem kühlen Orte erkalten laſ— ſen, ſo erhält man ein Stärkegummi. **xα) Weil bei der Sättigung der Schwefelſäure durch kohlenſauren Kalk der ſich bildende Gyps in der zuckerhaltigen Flüſſigkeit nicht ganz auflöslich iſt, ſo ſcheidet ſich beim Eindampfen in dem Maße, als dieß Waſſer verdampft, der Gyps aus. Außerdem bildet ſich bei der Konzentration von den etwa vorhandenen gummiartigen(eiweiß⸗ und kleberhaltigen) Theilen ein Schaum. Von dieſem und dem Gypſe wird die halbeingekochte Zuckerauflöſung durch Klären gereiniget. Man läßt nämlich die bis zur ganz dünnen Syrups-Konſiſtenz ein— gedampfte Zuckerauflöſung in hölzernen Bottichen ruhig ſtehen, wobei ſich der ſuspendirte Gyps abſetzt. Iſt dieß geſchehen, ſo zapft man die klare Flüſſigkeit vom Bodenſatz ab, und gibt den letztern wie die Schaumtheile auf wollene ausgeſpannte Tücher zum Ablaufen. Man kann ſehr zweckmäßig den halbeingekochten Zuckerſaft noch mit Rindsblut oder Milch klären, indem man demſelben auf je 100 Maß 2 Maß Blut oder Milſch zuſetzt. Das Blut wird vor dem Zumiſchen mit gleichen Theilen Waſſer verdünnt, die Milch aber unverdünnt angewendet. Jetzt bringt man die Maſſe zum Sieden, wo ſich auf der Oberfläche ein feſter Schaum bildet, welcher mit einem Schaumlöffel leicht abgenommen werden kann. Der vollkom— men klare, nur noch gröbere, darin umherſchwimmende Unreinigkeiten enthalten Syrup wird nun zum Abſetzen derſelben in hölzerne, unten ſpitz zulaufende Sedimentirbottiche gegeben, von welchen derſelbe nach einer Ruhe von 12 Stunden in einem erwärmten Zimmer voll⸗ kommen klar abgezapft werden kann. Den am Boden ſitzenden Stoff gibt man zum Ablaufen auf wollene Tücher, Süirfezuc ſo preßt! fießt*) Purd gzemommen Anbrennen ſo gemäßi dir erhalt güczſt ſe ſißen En ſalben vie bkingt ihn Das bi der Uu knn ſehr Petöitri ſh ſchnelle men wird Uaterial nehren h man beſſe Nenge de helchen? agewand Data gen Die Zuch Stärke m doxr Thl. Wa 4 Nl. bi 1001 Vaſer i Hie nit 4— Stärkezucker abgebend erſtarren.— Enthäalt dieſer noch Syrup, ſo preßt man ihn in leinenen Säcken, wodurch der Syrup ab⸗ fließt*). Wurde lange genug gekocht, reine Schwefelſäure und Kreide genommen, und beim Eindampfen des gekl ärten Saftes, um das Anbrennen und das Aufſteigen zu vermeiden, das Feuer immer 1 ſo gemäßigt erhalten, daß der Syrup nur ſchwach ſiede, ſo iſt ... der erhaltene Zucker ſüß, ohne bitterlichen Nebengeſchmack.— . 4 Höchſt ſelten, oder wohl niemals, verwandelt man den geklärten Aldt m ſüßen Saft durch Verſieden in feſten Zucker; man dampft den⸗ h dls ſelben vielmehr nur bis zur gehörigen Syrups⸗Konſiſtenz ab und 8 1 bringt ihn als Stärkezucker-Syrup in den Handel. veged, d Das quantitative Verhältniß der anzuwendenden Subſtanzen dieſer Snu bei der Umwandlung der Stärke in Zucker mittelſt Schwefelſaure aſſe, de kann ſehr verſchieden ſein und richtet ſich nach einigen örtlichen Verhaltniſſen. Als Regel gilt nämlich, daß die Umwandlung um 12 dds ſo ſchneller erfolgt, je mehr Schwefelſäure verhältnißmäßig genom⸗ d en men wird. Wo daher die Schwefelſäure wohlfeil, das Feuerungs⸗ 2 material aber theuer iſt, wird man die Menge der Saure zu ver⸗ durch koülriu mehren haben; wo aber das Feuerungsmaterial wohlfeil iſt, thut en Flüſigktit n man beſſer, namentlich, wenn man ſehr im Großen arbeitet, die fen in den. Menge der Saͤure zu vermindern und längere Zeit zu kochen. In lußerden! welchem Verhaltniſſe die Dauer des Kochens zu der Menge der 1 unma angewandten Säure ſteht, darüber hat ſchon Kirchhoff, einige o Data gegeben, die hier als die vollſtändigſten mitgetheilt werden. Suut⸗m Die Zuckerbildung iſt vollendet bei der Anwendung von 100 Thl. zenm iie Stärke mit ½ Thl. Schwefelſaure und 300 Thl. Waſſer in einigen geſcheher, ſ Tagen; bei 100 Thl. Staärke mit 1 Thl. Schwefelſaure und 400 d gidt de e Thl. Waſſer in 36— 40 Stunden; bei 100 Thl. Starke mit 3 efelſäaure und 400 Thl. Waſſer in 20 Stunden; 2 ½ Thl. Schw 6 bei 100 Stärke mit 10 Thl. Schwefelſaure und 600 Thl. a Int Waſſer in 7— s Stunden. t, di Nt Hiernach dürfte das mittlere Verhältniß von 100 Thl. Stärke die Maſt im? mit 4—5 Thl. Schwefelſaure und 400 Thl. Waſſer, für gewöhn⸗ **) Preßt man den Stärkezucker, um allen Syrup aus ihm zu entfernen, läßt ihn dann von neuem mit äußerſt verdünnter Schwefelſäure und ausgewaſchenen fein gepulverten Knochenkohlen ½ Stunde kochen, von Delh filtrirt ihn, kocht ihn bis zur Syrupskonſiſtenz ein, ſättigt die Säure zinn 46 4 8 8 mlen mit Kreide, ſondert den entſtandenen Gyps ab, und ſtellt ihn zum Boden ſte Kroſtalliſiren hin, ſo erhält man den Zucker ſchneeweiß. 17* 260 liche Fälle das paſſendſte ſein; aber, wie ſchon geſagt, die oben erwähnten Umſtände können es nöthig machen, dasſelbe abzu⸗ ändern. Weil die Schwefelſäure die Metalle angreift, darf in Rück— ſicht auf die Geſundheit nicht unbeachtet bleiben, daß das Kochen der ſauern Flüſſigkeiten nie in einem metallenen Gefäaße vorzu— nehmen ſei, z. B. Blei oder Kupfer; ausgenommen ſolcher, die mit Platina überzogen ſind. Irdene Geſchirre mit gewöhnlicher Bleiglaſur eignen ſich aus demſelben Grunde nicht wohl, da die Schwefelſäure das Blei auflöſt. Brauchbar ſind Gefäße von Porzellan, Steingut, Glas oder Berliner Sanitätsgeſchirre, die ſämmtlich der Säure widerſtehen, und wenn ſie auf die bekannte Art behandelt werden, auch dem Springen wenig unterworfen ſind. Das Kochen in hölzernen Gefäßen durch zugeleitete Dämpfe iſt zum diäätetiſchen Gebrauche das beſte. Man füllt in dieſe die zu kochende Miſchung und leitet durch ein hölzernes Rohr Waſſerdämpfe in ſie, welche ſie erwärmen, indem ſie durch die Flüſſigkeit gehen, und ſich zum Theil in ihr verdichten*). Anmerkung. Die Fabrikation des Zuckers aus Stärke durch Schwefelſäure iſt in neuerer Zeit etwas in den Hintergrund gedrängt worden; dennoch iſt man jetzt in Frankreich von der Bereitung des Malzſtärkeſyrups wieder abgegangen, und auch in Rußland wird viel Kartoffelſtärkeſyrup mittelſt Schwe⸗ felſäure erzeugt(Vergl. Oekon. Neuigkeit. J. 1837. Nr. 61 und 118). Nach dem Echo du monde savant Nr. 518. ſagt Papen über die Verwendung der Kartoffelſtärke, in der Sitzung, welche die Société royale d'horticulture in Paris am 19. Februar 1840 hielt:»Die Verwandlung der *) Man kann, um mit Dampf zu kochen, nachſtehende Einrichtung treffen: Ein Gefäß von weißtannenem Holze(anderes würde die Flüſigkeit färben), das man gut ausgekocht hat, wird mit einem doppelten Boden verſehen, der eine Menge Löcher hat. In dem Raum zwiſchen dieſen und dem echten Boden geht die Mündung eines Rohrs, das die Waſſerdämpfe aus einer benachbarten, in einem Ofen eingemauer— ten Deſtillirblaſe herbeiführt Sie treten hier in die Flüſſigkeit über und dringen an mehreren Punkten durch dieſelbe, indem ſie durch die Löcher des zweiten Bodens gehen. Das Rohr iſt von Holz, ſo weit als es in die Flüſſigkeit taucht(Leuch's Hilfsbuch. 1829). Li ethellet n Magdebu Durchſchn ſartoffel nehl gebe Ghrup od fäche(A 3r Centn eirca du in aleen Noch Ve tlockenen tzi 1 Sötwefelſ (8 Bei unbeachte indiſhe; ſit. er vöhnüich 261 ſchon geſagt 3 nachen, dasſel Kartoffelſtärke in Zucker durch Behandlung mit einem Pro⸗ zent Schwefelſaͤure und durch Wegſchaffung der Säure mit angreift, duf Kreide, gewinnt eine immer größere Ausdehnung. Man leiben, d i arbeitet hierbei mit Dampf, und in einem Bottiche, deſſen tallenen Gii Temperatur man aufmerkſam verfolgt. Die zuckerhaltige Flüſ⸗ Sgenonmen e ſigkeit wird über gekörnte Kohle filtrirt, dann zur Syrups⸗ dicke eingedampft und als ſolcher verkauft; oder man treibt r Bleiglain a die Abdampfung bis zur Trockene und bildet große Brode Schwefeſſun aus der Maſſe. Man verwendet dieſen Zucker, den man jetzt ſehr weiß zu bekommen verſteht, in ſehr großen Mengen n, Steinet zur Verſetzung der an Zucker armen Traubenmoſte, um auf dieſe Weiſe beſſere Weine aus ihnen zu erzielen. Eine nicht e ſämntlich i. minder große Menge wird auch zur Fabrikation von weißeut J., g, A d 6 Bier verwendet.« Wie wichtig dieſe künſtliche Zuckerbereitung i ſt, erhellet nach Hermbſtädt aus nachſtehender Berechnung: Ein Magdeburger Morgen(= 709.5 Wiener ◻ Klafter) liefert im Durchſchnitt 100 Berl. Scheffel(ungefähr 89 Wiener Metzen) Kartoffeln, die als Minimum eine Ausbeute von 1000 Pfd. Stärke⸗ mehl geben. Aus dieſen 1000 Pfd. Stärke kann man 1125 Pfd · Syrup oder 975 Pfd. feſten Zucker bereiten.(Die gleiche Erd— fläche[Magdeb. Morg.] erzeugt dagegen im Durchſchnitt nicht über so Centner Runkelrüben, woraus für den Ctr. 3 Pfd. gerechnet, circa 240 Pfd. Zucker gewonnen werden können, der ſich aber in allen Eigenſchaften dem indiſchen Zucker völlig gleich erhält.)— hen durz n das beſte. N t durch en rmen, inden mihr verdictn ers aus Eiii s in den hit etzt in gruri eſprup nitaſt e13 e Nach Verſuchen von Bruner geben 100 Thl. Stärke 107.10 Thl. 1 neſ trockenen Zucker(S. Poggendorf.)— 100 Thl. der Kartoffel 8 eiſ ſtärke gaben nach Vogel beim Umwandeln in Zucker mittelſt Gtninl Schwefelſäure in mehreren Verſuchen: die Verwondl 1 ge 108.239 de Einritne 106.711 nie 197,01 im Durchſchnitt. ni a(Brande's Jour. für prakt. Chemie B. 4. S. 247.) un ensn Bei der Anwendung des Stärkezuckers darf nicht nem Ofen eit unbeachtet bleiben, daß er nicht auf die gleiche Weiſe, wie der in de ſftn indiſche Rohrzucker, oder der Zucker aus der Runkelrübe kriſtalli⸗ tie, ime ſirt: er kann deshalb auch nicht durch das Raffiniren in den ge— Fohr ſſt hont M Hilfäbuch G. wöhnlichen Handelsartikel, den wir unter Zucker verſtehen, ver⸗ 262 ſtehen, verwandelt werden. Sein Werth iſt alſo in dieſer Hin⸗ ſicht beſchränkt*). Sodann verhält ſich die Süßigkeit des Stärke— zuckers zu der des gewöhnlichen Zuckers noch nicht wie 2 à: 1‧, weil er aber zu einem höchſt geringen Preiſe produzirt werden kann, und gut bereitet ſein Geſchmack nichts Unangenehmes hat, überdieß er auch nährender als der Rohrzucker iſt; ſo kann man ihn dennoch zum häuslichen Gebrauche in vieler Hinſicht ſehr em⸗ pfen.— In ſeinen chemiſchen Qualitäten, namentlich was die Umbildung desſelben in Weingeiſt bei der Gährung angeht, iſt er dem gemeinen Zucker vollig gleich zu ſtellen, ja, er iſt dem— ſelben wegen ſeiner Gleichartigkeit mit dem Traubenzucker und dem Zucker der Obſtarten überhaupt oft vorzuziehen. Die Benützung dieſes mit Hülfe der Schwefelſäure berei— teten Starkezuckers, iſt im Allgemeinen eben dieſelbe, die ſchon beim Stärkemalzſyrup(Nr. 2) angegeben worden. Er eignet ſich wie dieſer zum Kochen und Backen, im Kaffee; zur Bereitung des Lebkuchens**); auch Früchte können damit eingeſotten wer— * Jetzt ſoll der techniſche Chemiker Ludwig zu Kaltenbergerdörfel bei Wien die Zuckerbereitung aus Kartoffeln auf eine Weiſe vervoll— kommnet haben, daß das erzielte Produkt einen in jeder Beziehung makelloſen Stellvertreter des indiſchen Rohrzuckers abgibt. Er ent— deckte nämlich ein neues Zuckerbildungsmittel, das weder aus Mineral⸗ ſäure, noch, nach Payen und Perſoz, aus Diaſtaſe beſteht; es iſt mit einem Worte,„nach Ehrenfels Mittheilung«, eine an ein unſchuldiges Pflanzenſubſtrat gebundene, aber auch raſch und kräftig wirkende bis jetzt in ſeiner Bereitungsart noch unbekannte Säure, rein und klar wie Waſſer, außer der penetranten Säure ohne Bei— geſchmack, und an Menſchen und Thieren verſucht, ohne alle nach— theilige, im Gegentheile die Lebensth ätigkeit ſehr erhöhende Nach— wirkung. Ein ſehr lebhafter Abſatz des Ludwig'ſchen Fabrikats und die Einrichtung von Stärkezuckerfabriken unter ſeiner Leitung nicht nur in Oeſterreich, ſondern auc ch in Mähren, Ungarn und Galizien, ſo wie die gewichtige Bevorwortung ſeines Verfahrens von Männern, wie Ehrenfels, ſprechen allerd dings nicht wenig zu ſeinen Gunſten, während andererſeits die Unterſuchung dieſes flüſſigen Stärkezuckers, von Sachkennern kein erheblich abweichendes Reſultat von dem mit Schwefelſäure erzeugten Stärkeſyrup geliefert haben ſoll. Das ganze Verfahren wird übrigens noch als Geheimniß behandelt, welches indeſſen auch Ausländer gegen ein Honorar von 5000 fl. eintauſchen können.(S. Oekon Neuigkeiten und Verhandlungen J 1836, 1837, namentlich die N. 6. und 80. des J. 1836, und 9. 53. 67. des J. 1837.)(Lengerke landw. Converſat. Lexikon.) Dieſe Verwendung des Stärfezuckers erfordert, daß der ohne wei— **) den*). Gtränte wein/ Ä un ſon zucer ei leſchter a Zur pfehlt ſ Se 263 ſt alſo in dn Lißigkeit dig och nicht die den*). Bei der Bereitung geiſtiger, weinahnlicher mouſirender Getränke: wie bei der Bereitnng von Bier, Wein**), Brannt— reiſe Fan wein, Arrak 12). Md 1), feiner bliger Liqueure ii) verdient er ͤts an 8 ſo mehr Aufmerkſamkeit, weil er den gewöhnlich theueren uckt itz ſ Zucker erſetzen kann und ihm noch vorzuziehen iſt: denn er gährt din leichter als der kryſtalliſirte Rohrzucker. vieler Hingen— Anſit Zur Veredlung der an Zuckerſtoff armen Traubenmoſte em⸗ „ Namentlih 7 2„. 5 5— Gi entit a pfiehlt ſich ein Zuſatz dieſes Stärkezuckers ſehr(S. N. 2). Hahr! Jz—„1 8„„„—. agtung mai Sehr vortheilhaft läßt ſich auch dieſer Syrup wie der trockene elle g—.... en, ſa, er i Zucker zur Bereitung des Eſſigs verwenden ††*†). Bei der Fütte 5 3 8 g Traubenzute 1—— jehen. ſat eingedi üſſi ück 1 4 tern Zuſatz eingedickte Zuckerſtoff ſo wie der flüſſige Rückſtand nach er Schweſellau⸗ der Kryſtalliſation mittelſt der üblichen Handgriffe mit Mehl zu ben dieſelhe, Teig geſchlagen werde, wobei man etwas Honig zumiſchen kann vorden, Erin Das hieraus entſtandene Produkt übertrifft in jeder Hinſicht den gißee, u⸗ 1 gewöhnlichen Leb⸗ oder Pfefferkuchen. 3 131 Pn an*) Vortreffliche Sulzen und eingemaͤchte Früchte erzeugen ſich, wenn amit eingeſotn dieſer Stärkezucker mit den Säften von Himbeeren, Johannisbeeren u. ſ. w. eingedickt wird; ſie erhärten in Zuckerform und kommen an Güte und Dauerhaftigkeit allen andern gleich. **) Der Stärkezucker eignet ſich ſehr gut zu Wein, beſonders als Zu— ſatz zu Früchten. Aus 30 Pf. Stärkezucker, 1 Pf. Roſinen, 6 Loth Weinſtein, 100 Quart kochendem Waſſer, etwas Hefe, Citronen und Kardamom hat man guten Wein erhalten(S. N. 2. Leuch). ***) Um Arrak zu erzeugen, wird Reiß klein geſtoßen, mit verdünntem Syrup heiß gebrüht, nach einiger Zeit mit ſehr verdünntem Syrup — zu Kaltenberyet auf eine Weſtt einen in jeder 8 hrzuckers abg das weder au 1 D. aus Oiaſtaſe l ſdittheilunge,. 1 4 Ir ai rnäm und Waſſer bis zur Milchwärme geſtellt, Hefe hinzugeſetzt und ſo 1 unbfan die weinige Gährung abgewartet. Hierauf zieht man dieſe Maiſche och unbetahne« 2..... 2. — auf einer Blaſe ſo lange ab, bis der Geiſt ſeine gehörige Stärke ranten Säuke h 1 und Reinheit hat, erſuct, n †) Rum wird nach derſelben Anleitung, jedoch ohne Zuſatz von Reiß, ſehr eniin dargeſtellt. Man verdünnt den Syrup mit dem gleichen Theile wig ſhn n Waſſer, ſetzt etwas Weinhefe zu, läßt die Flüſſigkeit gähren und ter ſint ile deſtillirt ſie dann. Hat ſie viel Säure, ſo ſättist man dieſe. — Unaon me †% Die beſten Liqueure aller Art werden bereitet, wenn man Wein— erfahren un geiſt über verſchiedene, zu Liqueuren gewöhnlich verwendete Ingre⸗ enig uu ſnn dienzien, wie Kümmel u. ſ. w., rein abzieht, und dieſen den Syrup, lüſigen Ein welcher bei der Läuterung des Stärkezuckers in der Hutform ſich Jüähi s geſammelt hat, zuſetzt. hunen Dns 4 ½˙¼ Ein noch ſtärkerer und ſchönerer Eſſig, als der von Murrharld 4 rima(§. 28. II. N. 2) ausStärkeſyrup erzeugte, wird„nach Döberiner⸗ un zab ſ aus dem trockenen Stärkezucker durch folgendes Verfahren lungen. gewonnen: Man löſet dieſem Zucker z. B. 100 Pf. in 200— 300 und. 3e Maß Fluß⸗ oder Regenwaſſer auf und ſetzt die Löſung durch Weiß— 1) bierhefen in die weinige Gährung. Dadurch erhält man zuerſt eine n. daß der oße 264 rung von Bienen leiſtet er, nach der Angabe Einiger, die beſten Dienſte; welche Behauptung aber wir um ſo weniger für unbe— dingt wahr gelten laſſen können, je möglicher es iſt, daß ein ſolcher Syrup Schwefelſäure, Gyps, ja ſelbſt Kupfer in ſich enthäͤlt. (M. ſ. Fütterung der Bienen mit Malzſyrup§. 28 II. b. 2.) b) Umwandlung der Stärke mittelſt vereinter Einwirkung der Schwefel⸗ ſäure und der Diaſtaſe des Malzes in Stärkeſyrup. Der Umſtand, daß der mit Hülfe der Schwefelſäure auf die gewöhnliche Art erzeugte Stärkeſyrup in kurzer Zeit, oft in 3— 4 Wochen und im Winter noch ſchneller zum krümmlichen oder grieſigen Zucker erſtarrt, und ſo den Verſchleiß als flüſſige Waare hindert, von der man überdieß als Syrup noch eine Dich— tigkeit von 400 Baumé(oder ein ſpec. Gewicht von 1.38) for⸗ dert, gab auch die Veranlaſſung, den Stärkeſyrup mit dem Ab— fallſurup der Zuckerraffinerien zu vermiſchen, um erſtern dadurch flüſſig zu erhalten. Das Wiederflüſſigmachen desſelben, iſt mit Beſchwerlichkeiten beſonders für den Handelsmann verknüpft. Art Wein, den ſogenannten Stärkewein. Dieſer wird von dem Gährbottiche ſo klar abgezogen, daß aller Bodenſatz zurückbleibt, mit 3 Pf. zu feinſtem Pulver zerſtoßenem weißen Weinſtein und 20 Maß bis zum Kochen erhitzten ſtarken Wein- oder Obſteſſig vermiſcht und mit einem Rührſtabe wohl unter einander gerührt. Dieſe Flüſſigkeit, damit ſie warm bleibt, füllt man nun ſo ſchnell als möglich auf mehrere kleine, vorher mit Eſſig ausgebrühte Fäſſer, oder auf gewöhnliche irdene Eſſigtöpfe; ſo, daß ſolche nur bis zu% ihres Raumes davon gefüllt werden und ſtellt dieſe, nachdem man ſie leicht bedeckt hat, in ein Zimmer, in welchem durch Einheitzen Tag und Nacht eine Temperatur von 18— 20° R. unter⸗ halten wird. Nach mehreren Tagen wird die Flüſſigkeit ſich ſchwach trüben, bald darauf in eine ſanfte innere Bewegung gerathen und endlich einen ſauren Geruch verbreiten. Dieß iſt ein Zeichen, daß die Eſſiggährung nicht nur eingetreten, ſondern ſchon weit vorge— rückt iſt, und man muß ſie nun durch fortgeſetztes gelindes Heitzen der Eſſigſtube noch ſo lange unterbalten, bis die Flüſſigkeit wieder klar geworden und ſich in einen ſtarken Eſſig umgewandelt hat. Iſt dieß der Fall, dann bringe man allen gebildeten Eſſig auf ein einziges Faß, ſetze auf 3 Eimer 1 Maß Franzbranntwein oder in Ermanglung deſſen 1 ½ Maß durch Kohlenpulver entfuſelten Korn— branntwein zu und bewahre ihn ſodann in einem kühlen Keller auf, wo er ſich noch mehr veredeln und einen angenehmen Geruch erhalten wird.(Döbereiners Anleitung zur kunſtmäßigen Be⸗ reitung verſchiedener Eſſigarten. J. 1814.) bewiſe J dee aber ſich ſein Balling bei un de vereit ture auf ſhon dur giefer. 8 Das 1oo f. tiel ob lu lebtre 1 bei A edolt be zehnen) inander ſuetſchn ſihen I hattoffel itt, dar Stun eſindig ſetragen, ſann al Stärke ntis 4 euer d ſeen hwefel üäzte d dempere So wie — Naſſe — Starke, — die inn üſet. D hre mi durchſche Minute be Einigr, ſo weniger i fr licher es it, f ſtu Ppferi in im iiſprup§. Sl Finwir kung der e n S Stärkeſt ſoruo. Schwefäſſun, urzer Zeit, iſ zum vtimm Mlichen Syrup noch aun Hewicht don 1 ürkeſyrup vitu en, um erſen hen desſelben noſz andelsmann wi Dieſer vid w r Bodenſet zmt t weißen Vii / Wein⸗ orrd unter einande füllt man nuſt mit Eſig an öpfe; ſo, dajſt werden und ſl mmer, in vechan von 18-0'k! e Flüſigket ſte Zewegung gerti jeß iſt ein zite dern ſchon vil ſetztes gelide! b di lüſtutent ſig umge ewandl ebildete ten Eſſd anzbranntwint ſver entflſete einem kü in Tangenehme naen ur kund fmihin —,—— —,-—-——y——y— 265 Gewiſſe Mittel, die es gibt, den Stärkeſyrup fluͤſſig zu erhalten, die aber der Geſundheit beim Genuſſe eines ſolchen nicht zuträg— lich ſein können, werden hier als unzuläſſig übergangen. Prof. Balling iſt es gelungen, das einzige Hinderniß, welches bisher bei uns der Verbreitung des Stärkeſyrups entgegenſtand, durch die vereinte Einwirkung des Gerſtenmalzes und der Schwefel— ſäure auf die Kartoffelſtärke zu erwirken, welches Verfahren auch ſchon durch die Mittheilungen für Gewerbe und Handel, J. 1835, Liefer. 8 S. 331, zur allgemeinen Kunde gebracht wurde. Das Verfahren, dieſen Syrup darzuſtellen, iſt folgendes: Auf 100 Pfd. Kartoffelſtärke nimmt man 5— 10 Pfd. Gerſtenmalz(gleich— viel ob lufttrockenes oder ſelbſt feuchtes Malz oder Darrmalz, wenn Letzteres nur bei keiner zu hohen Temperatur getrocknet worden iſt, bei Anwendung von noch naſſem Malz, muß man den Waſſer— gehalt berückſichtigen und dem zu Folge verhältnißmäßig mehr nehmen). Das Malz wird am beſten zwiſchen zwei ganz enge an einander ſtehenden Walzen von Gußeiſen(mittelſt einer Walzen— quetſchmaſchine) zerquetſcht; man kann ſich jedoch auch des gewöhn— lichen Malzſchrotes dazu bedienen. Das Waſſer, in welchem die Kartoffelſtärke aufgelöſt werden ſoll, wird bis zu 45— 50° R er⸗ bühi⸗ dann das Malzſchrot hineingebracht, gut eingeruͤhrt, und nun ½ Stunde in dem warmen Waſſer eingeweicht. Hierauf wird unter beſtändigem Umrühren die Kartoffelſtärke in das Malzwaſſer ein— getragen, dieſe darin ebenfalls zerrührt und vollkommen zertheilt, dann aber das Ganze unter fortwährendem Rühren, damit die Stärke ſich nicht zu Boden ſetzen kann, ſteigend bis zu 600 R erhitzt. Dieſe Operation kann in einem kupfernen Keſſel über freiem Feuer verrichtet werden. Da nun aber aus Sanitätsrückſichten gegenwärtig allgemein das Kochen der Stärke mit verdünnter Schwefelſäure in hölzernen Gefäßen mittelſt Waſſerdampfes ver— richtet wird, ſo läßt ſich dieß hier eben ſo leicht thun und die Temperatur genauer reguliren, als worauf es vorzüglich ankommt. So wie durch die fortgeſetzte Erhitzung die Temperatur der Liſien Maſſe ſich bis auf 520 R erhoben hat, beginnt die Auflöſung d Stärke, indem die Stärkemehlhüllen platzen und ſich das Daunn (die innere Subſtanz der Stärkemehlkörner) in dem heißen Waſſer löſet. Dabei wird die Anfangs flüſſige Maſſe dick und kleiſterartig, ihre milchige Beſchaffenheit verſchwindet, ſie wird graulich und durchſcheinend; doch dauert dieſer Zuſtand nicht lange; nach wenigen Minuten ſchon wird die kleiſterartige Maſſe immer dünner und ————j j.-ꝛ—— ————— 2* 266 durchſcheinender, und hat ſie die Temperatur von 60⁰ RK erreicht, ſo iſt die Maſſe ſo dünnflüſſig wie Waſſer, faſt vollkommen durch— ſichtig, und wenn Luftmalz angewendet worden, auch farblos. Der Geſchmack der Flüſſigkeit iſt nun blos nach Mehl oder ſtärkeartig und nicht ſüß, die Reaktion mit Jod⸗Tinktur iſt dunkelblau. Ueber 60° RR darf man die Erhitzung nicht ſteigern, weil wenige Grade über dieſer Temperatur die eigenthuͤmliche Wirkung des Gerſten— malzes auf die Kartoffelſtärke vernichtet würde. Dieſe Temperatur der Flüſſigkeit von 600 muß nun ziemlich konſtant, etwa 2 Stunden erhalten werden, ſie kann um einige Grade ſich vermindern, aber über 600 darf ſie nicht ſteigen. In dieſer Zeit hat ein Theil der aufgelöſten Stärke eine merkwürdige Veränderung erlitten, er iſt durch einen der Beſtandtheile des Gerſtenmalzes, des durch den Keimprozeß veränderten Klebers der Diaſtaſe(der franzöſ. Che⸗ miker) in flüſſig bleibende Malzſtärke, in Zucker umgeändert worden. Der Geſchmack der Flüſſigkeit iſt nun ſüßlich und die Reaktion derſelben mit Jod-Tinktur iſt ſchwächer, obwohl noch dunkelblau. Ob eine kürzere Zeit als 2 Stunden dauernde Digeſtion der Flüſſig— keit daſſelbe Reſultat in Beziehung auf die Erfolge der folgenden Operationen und die Beſchaffenheit des Produktes hervorbringe, hat Balling nicht ausgemittelt; jedenfalls muß eine gewiſſe Menge Malzſtärkezucker gebildet worden ſein, eine längere Zeit dauernde Digeſtion bringt jedoch keinen weſentlichen Nutzen.— Iſt die Kar— toffelſtärke ſo weit vorbereitet, ſo wird die gebräuchliche Menge verdünnte Schwefelſäure zugeſetzt, und der Stärkezucker nach der üblichen Art fertig gekocht, bis endlich Jod-Tinktur keine Reaktion mehr darin hervorbringt. Bei dem Beginnen des Kochens entſteht ein ſtarkes Aufſchäumen, weßhalb man einige Vorſicht anwenden muß, um ein Ueberſchäumen zu verhindern; es läßt aber bald nach, und dann kocht die Flüſſigkeit ruhig fort. Ueber die Zeitdauer des Kochens bis zur erfolgten Gare kann Balling aus Erfahrung ſagen, daß ſie wie bei der Darſtellung des gemeinen Stärkezuckers von der Menge der angewandten Schwefelſäure abhängt, jedoch kürzer als dieſe iſt. Im Beſondern iſt bei der Anwendung von 3 pCt. Schwefelſäure von dem Gewichte der angewandten Starke nur eine Dauer des Kochens von 5— 6 Stunden nothwendig, während ohne Anwendung von Malz, das Kochen der ſauern Flüſſigkeit s— 9 Stunden unterhalten werden muß; ſo daß hier durch jene Zeit wieder eingebracht wird, die durch das Einweichen — ds Mal 600 Rg Von des Syrl nur wil don den won Fl höhnlich Scwefel entweich ichtigen und der debrannt und Dur Kalk mi ſchnell, Schwefe kanaten de haltene Anſehen er ſchein aber er rinnbare Nabſtä ſtande b Oberfla⸗ wenn ſ Eigenſc Starke mit 10 ton der lbfalls Baum 1 —————— ——y—Q—.——ö——— 262 von 60 N9 faſt rollenne den, auch farl. Mehl oder ſan iſt dunkeſta n, weil venie Witkung d on des Malzſchrotes und die Digeſtion der aufgelöſten Stärke bei 60° R aufgewendet wird. Von nun an iſt das weitere Verfahren bis zur Darſtellung des Syrups das einem jeden Stärkeſyrup-Fabrikanten bekannte; nur will Balling bemerkt haben, daß ſich das Stärkzucker⸗-Waſſer von den Malzhülſen und dem gefällten Gyps durch Spitzbeutel von Flanell ganz gut und vollkommen klar abfiltriren läßt. Ge⸗ wöhnlich wendet man zum Abſtumpfen und dem Neutraliſiren der Schwefelſäure Kreidepulver an, wodurch ein Aufbrauſen, von der de. ND 2 de. Deeſe Lentte ſant, etna 12 4 Lernidn entweichenden Kohlenſäure herrührend, entſteht, und bei einem unvor— Zeit hat ei a ſichtigen Verfahren auch leicht ein Ueberlaufen eintreten kann. Dieß derung eritn, und der Umſtand, daß die Kreide doch viel theuerer iſt als der alhs, des ii gebrannte Kalk, und der letztere ſich durch Löſchen mit Waſſer ſe(der frwniſ und Durchſieben eben ſo leicht als feines Pulver darſtellen läßt, er umgeindetne bewog Balling, blos Kalk hierzu anzuwenden, und er erhielt ch und die R ſtets einen Syrup, der ſich von einem gleichbereiteten, wo jedoch wohl noch di Kreide zum Abſtumpfen der Schwefelſäure angewendet worden, in Digeſionane gar Nichts unterſchied. Balling rührt den geſiebten abgelöſchten Erfolge derf Kalk mit Waſſer zu einer Kalkmilch an, und iſt im Stande, damit oduktes hertet ſchnell, mit Vermeidung des läſtigen Aufſchäumens, vollkommen die uß einegerſt Schwefelſäure zu neutraliſiren, was durch Proben mit den be⸗ ungere geid kannten Reagenspapieren ermittelt wird. tzen.- R Der Syrup(oder das durch das beſchriebene Verfahren er— gebräutlte haltene Produkt) betreffend, ſo unterſcheidet er ſich von äußerm Starkeucn n Anſehen gar nicht von dem gerinnbaren gemeinen Stärkeſyrup; Irkur kane k er ſcheint etwas zähflüſſiger und etwas ſüßer zu ſein als dieſer, des ſafmn n aber er hat die beſondere Eigenſchaft, die Balling an dem ge⸗ rinnbaren gemeinen Stärkeſyrup nicht beobachtete, und die jedem Malzſtärke⸗Syrup zukommt, daß, wenn man ihn in erhitztem Zu⸗ ſtande z. B. von einem Spatel herabtropfen läßt, ſich an der Oberfläche des Tropfens eine dünne Haut bildet, aus welcher, Vorſcct vne läßt aber bohe der die Deiteen 1 ng 1 wenn ſie durchſtochen wird, der Syrup ausfließt. Es könnte dieſe neinen Suin Eigenſchaft ein Unterſcheidungsmittel dieſer beiden Syrupe abgeben. e din Die Groͤße der Syrup-Produktion aus einer gegebenen Menge er Anvendns Stärke betreffend, fand Balling, daß 100 Pfd. Kartoffelſtärke ngewandine mit 10 Pfd. Luftmalz 105 Pfd. flüſſig bleibenden Syrup geben; unden nutn von derſelben Konſiſtenz, die der bei uns im Handel vorkommende ſocen di h Abfalls-Syrup aus den Zuckerraffinerien hat, nämlich von 40⁰ muß; ſo d Baume.— rh das Einvei Fluſſig bleiben, großere Suͤßigkeit auf eine unſchädliche, allge⸗ 268 mein zuläßige Art, ertheilen dieſem rein chemiſchen Produkte eine allgemeine Brauchbarkeit. c. Umwandlung der Stärke mittelſt der Salpeterſäure in ein Gummi— Surrogat. Aus den Repert. of Patent-Inventions. September 1839. p. 164 wird veröffentlicht, daß ſich Ed. Heuze, Kaufmann in London, auf die Verbeſſerung in der Fabrikation von Dextrin am 27. September 1838 ein Patent ertheilen ließ. Heuze ſagt: meine Erfindung beſteht in der Fabrikation von ſogenanntem Dextrin durch Einwirkung von Salpeterſäure auf Kartoffelſtärkmehl, auf Stärkmehl von Weizen, Gerſte u. a. dazu geeigneten mehligen Samen oder Früchten. Ich erhalte hierdurch das Dextrin weit wohlfeiler, und in einem für ver— ſchiedene Fabrikzwecke weit tauglicheren Zuſtande, als nach den bisher gebräuchlichen Methoden.— Mein Verfahren läßt ſich auf verſchiedene Weiſe bewerkſtelligen; am beſten ſcheint mir jedoch folgende Methode, welche ich auch dermalen befolge. Ich nehme trockenes Mehl oder Stärkmehl, und verſetze dieſes mit dem 400ſten Theile ſeines Gewichtes Salpeterſäure von ungefähr 1.4 ſpec. Gew.,, welche ich vorläufig mit ſo viel reinem Waſſer ver— dünne, als zur Befeuchtung des Mehles erforderlich iſt. Die Vermengung der verdünnten Säure mit dem Mehle oder Stärk— mehl muß auf das Innigſte geſchehen, wie bei der Bereitung eines zu Brod beſtimmten Teiges. Obwohl ich es für beſſer halte, das Mehl oder Stärkmehl trocken anzuwenden, ſo iſt dieß doch nicht durchaus nothwendig, ſondern man kann letzteres auch feucht, wie es aus der Stärkmacherbütte kommt, nehmen, in wel— chem Falle aber die Salpeterſäure mit einer geringeren Menge Waſſer verdünnt werden muß. Den auf dieſe Weiſe erzeugten Teig theile ich in Klumpen von gehöriger Größe, z. B. von 25 Pf., welche ich einige Stunden über abtrocknen laſſe, um die überſchüſſige Feuchtigkeit wegzuſchaffen. Nach Ablauf dieſer Zeit laſſe ich die Klumpen mit den Händen in kleine Stücke zerbrö— ckeln, um ſie in dieſem Zuſtande in eine Kammer zu bringen, die nicht über 640 R. erhitzt ſeyn darf. Sind die Stücke vollkommen trocken geworden, was bei der angegebenen Temperatur gewöhn⸗ lich innerhalb 20 Stunden zu geſchehen pflegt, ſo verwandle ich ſie durch Stoßen oder Mahlen und mittelſt eines Siebes oder einer Beutelvorrichtung in ein feines Mehl, welches ich in einem auf 80— 960 R. erhitzten Ofen ſcharf trockne. Die hierzu erfor⸗ derlihe? Stunde! angegeben filt d Um ſgleich a faltem od Paſfers, dder jene Produkt Luflöſun buptſich b Man tol⸗ Le Steien präpetn töſtetes ſur Fab turgie; ſe erſe Senegal unter de licht ge zasſelbe ührt ha Erzeugu zeter au graden. es meh kyloidin 4. Un Br beretet 269 niſchen Prad. ui derliche Zeit wird je nach dem angewendeten Hitzgrade von ½¼ 5 ( Stunde bis zu 5 Minuten wechſeln. Je geringer innerhalb der angegebenen Grenzen der angewendete Hitzgrad iſt, um ſo weißer fällt das Dextrin aus, was vom Vortheil iſt. eſiurt in in us. Septenler 1 euze, Kalfne kation von Dan Um das auf ſolche Art dargeſtellte Dextrin zu einem der ſogleich angegebenen Zwecke zu benützen, muß man dasſelbe mit kaltem oder heißem Waſſer vermengen, wobei die Quantität des Waffers, je nach der Konſiſtenz, die man der Flüſſigkeit in dieſem oder jenem Falle zu geben hat, eine verſchiedene ſein muß. Das Produkt beſteht aus einer ſchleimigen Flüſſigkeit, welche einer Auflöſung von Senegal-Gummi in Waſſer ähnlich iſt, und auch hauptſächlich anſtatt einer ſolchen verwendet wird. Man braucht ſie nämlich beim Drucken von Seiden-, Baum— woll⸗, Leinen⸗ u. a. Zeugen; beim Mahlen mit Waſſerfarben, zum Steifen verſchiedener Fabrikate, wie z. B. der Gaze; zu allen Präparaten, zu denen man früher Stärke, geröſtete Stärke, ge— röſtetes Mehl, oder ſogenanntes brittiſches Gummi verwendete; zur Fabrikation von Klebpflaſtern für den Gebrauch in der Chi— rurgie; zum Glaciren von Viſitenkarten u. a. Papieren. Kurz, ſie erſetzt vollkommen und in allen mir bekannten Fällen das en ließ. t in der gu g von Supen Veizen, Gun rüͤchten. 34 7 d in einen ir tande, als iit erfahren läft en ſcheint mri befolge. 3h etze dieſes ni re von ungii lreinem Vaſe erfderih ſ Senegal-Gummi, und die andern derlei gummiartigen Subſtanzen, Mehſe Ks unter denen ſie bei Weitem im Preiſe ſteht. be 6 in Jede Hitz- oder Trockenkammer und jeder Ofen, mit dem ich Wiw die oben angegebenen Hitzgrade erlangt werden können, eignen wenden, p ſich zu meiner Fabrikation. Ich bemerke nur noch, daß ich mich kann lebtn nicht genau an das beſchriebene Verfahren binde, und daß ich nt, nehnen, d dasſelbe nur als eine der beſten Methoden beiſpielweiſe ange— zerineun führt habe; denn meine Erfindung betrifft im Allgemeinen die eſe Weiſe ein Erzeugung von Dextrin durch Anwendung von verdünnter Sal— Gröfe, 5 peterſäure und mehligen Subſtanzen unter den angegebenen Hitz— knen biſe n graden.(Dingler's polytech. Journ. 1839. B. LXXIV. H. 4.) ablouf diſe Heuze's Dexrtrin iſt ein Dextrin, wie man es gewöhnlich eine Etitk ſ durch Einwirkung der Schwefelſäure auf Stärke erhält, nur muß ner zu brinen es mehr oder weniger ſalpetrige Säure, vielleicht auch etwas Stüke vli Pyloidin enthalten.* emperatr get 4— enn rwrni d. Umwandlung der Stärke mittelſt der Salpeterſäure in Fyloidin. ſo berbanh / Braconnot's Pyloidin wird aus der Stärke der Kartoffeln bereitet, wenn man zerriebene Stärke in einer porzellanenen Schale eines Siehes Die bieru mt 270 mit concentrirter Salpeterſäure übergießt, wo ſich dann eine zaͤhe kleiſterartige Maſſe bildet, die man unter öfterem Umrühren einige Zeit ſtehen läßt, dann eine bedeutende Menge Waſſer zu— gießt, wornach eine weiße käſeartige Maſſe ſich abſcheidet, die gut ausgewaſchen, dann getrocknet und zerrieben, ein weißes Pul— ver darſtellt, welches nicht mehr die Eigenſchaften der Staäͤrke be— ſitzt, daher auch in kochendem Waſſer nur wenig, dagegen in un— verdünnter Salpeterſäure und concentrirter Eſſigſäure auflöslich iſt; womit ſolches einen farbeloſen Firniß darſtellt. Das Pyloidin iſt ſtets ein Produkt, das noch nicht in den Gewerben und Künſten angewendet worden. Man hat es zwar zur Appretur der Stoffe u. dgl. vorgeſchlagen, was jedoch die bedeutenden Koſten ſeiner Darſtellung und andere Eigenſchaften, wie z. B. ſeine Unauflöslichkeit im Waſſer kaum zuläſſig machen, um es im Großen anwenden zu können.— Es wurde aber die Erfahrung gemacht, daß Papier mit dem Pyloidin in der Kartoffel— ſtärke getränkt, vom Feuer wenig angegriffen werde, daher es bei der Bereitung der Raketen insbeſondere mit Vortheil in An— wendung gebracht werden kann. Fünfter Abſchnitt. Gährungs⸗ und Deſtillations-Produkte der Kartoffeln und deren Benützung. Immer größer und allgemeiner wird die Verwendung der Kartoffeln zur Erzeugung von Flüſſigkeiten, die als Produkte der Wein⸗ und Eſſiggährung hervorgehen, namentlich des Biers, Brannt⸗ weins und Eſſigs*). A. Erzeugniſſe der Weingaͤbrung. §. 29. Bereitung und Beſchaffenheit des Biers aus Kartoffeln. Die Bereitung des Biers wie die Bereitung aller geiſtigen Getränke beruht auf der Fähigkeit des Zuckers, in Gahrung über— *) Raj führt in ſeiner Hist. plant. vom J. 1693 an, daß das Verfah⸗ ren, Kartoffeln zur Bereitung geiſtiger Flüſſigkeiten zu verwenden, lange ſchon den Bewohnern Virginiens bekannt geweſen ſei, die ihr Mobbi und Jetici daraus darſtellten. zugehen⸗ de Bran nit fetti in den ſe Mehl für geſjitt rredelben with, we mehl der Prozeß! oder Kei untetbroc gefbtt, zußtze de Eige ſtelen.) wenn me theils zu Menge! Wärze it die drh die eine vort dadurch den Ein in Zucke lnj Wſſer b an ſett tofeln); ſcied, d — *) M. Be Sc 221 ſch dam 1 äftetn l Nenge dn ſch dhſcene ben, en ni zugehen, und dadurch Alkohol zu geben. Die Bierbrauerei hat mit der Branntweinbrennerei das gemein, daß ſie in der Regel nicht mit fertigem Zucker arbeitet, ſondern die Menge des Zuckergehalts in den ſtärkmehlhältigen Getreidekörnern erſt vermehrt, indem das Mehl für ſich allein nur wenig der Weingährung fähig iſt. Es geſchieht dieß auf dem Weg des Keimens(Wachſens) der Ge⸗ treidekörner, wobei die Kleber in Diaſtaſe S. 247. verwandelt aften der ei enig, dagege Eſſigſüue ai wird, welcher Stoff unter begünſtigenden Umſtänden das Stärk— rielt mehl der Getreidearten in Zucker zu verwandeln fähig iſt. Der as noh nitt Prozeß des Bierbrauens gründet ſich darauf, daß das Wachſen Man zut a, oder Keimen der Getreide zur gehörigen Zeit durch das Darren gen, was fdi unterbrochen, ſo ſelbe in Malz verwandelt, dann mit Waſſer aus⸗ andere Eifſtt gekocht, and der Auszug(Würze) mit dem erforderlichen Hopfen⸗ kaum zuläſt n zuſatze der Gährung überlaſſen wird. „Es wunde t Eigentliches Bier läßt ſich daher nur aus Getreidearten dar⸗ din in der ine ſtellen. Aus Kartoffeln kann jedoch kein gutes Bier erhalten werden, en werde, dir wenn man ihnen nicht' theils zur Vermehrung des Zuckerſtoffes, mit Vorthell theils zur Beförderung einer vollkommenen Gährung, eine gewiſſe Menge Weizen⸗ oder Gerſtenmalz zuſetzt, oder ſie mit Zucker oder Würze in lebhafte Gährung bringt. Die raſtloſen Beſtrebungen der Induſtrie haben aber auch durch die Anwendung des Stärkezucker⸗Syrups S. 247. eine vortheilhaftere Bereitung des Bieres gelehrt, welche im Großen dadurch erzweckt wird, daß man die Stärke der Kartoffeln durch Produke! den Einfluß der im gekeimten Gerſtenmalze enthaltenen Diaſtaſe rützung. in Zucker und Gummi umwandelt. Um Kartoffelbier zu bereiten, kocht man die Wurzelknollen im Waſſer oder Dampf, rührt ſie mit heißem Waſſer zu einem Brei an, ſetzt eingemaiſchtes Weizen- oder Gerſtenmalz(v der Kar⸗ toffeln) zu, und verfährt dann wie gewöhnlich, mit dem Unter— ſchied, daß man länger einmaiſcht und länger kocht*). Das ſo e Verwendun je als Predun des Bie,3 id*) Man empfiehlt»nach Leuch« nachſtehendes Verfahren(zu 100 . Berl. Quart— 79.2 Wiener Mas) Kartoffelbier: 2 Berl. aus Karitſt Scheffel— 1.786 Wien. Metz.(200 Pf.) Kartoffeln werden nach ung aler gin gehörigem Waſchen im Waſſer oder Dampf gelocht., bis ſie platzen, in Gitrun gleich darauf ſo heiß als möglich zu einem Brei zerquetſcht, nach und nach zu 160 Berl. Quart kochenden Waſſer geſetzt und mit Ar demſelben ſo lange gekocht, bis eine dünne Flüſſigkeit entſteht. Hierauf werden 12 Pf. bernſteinfarbig geröſtetes Gerſtenmalz mit 8 Quart mäßig warmem Waſſer angemaiſcht, die ſiedendheiße Kar⸗ toffelauflöſung dazu gegoſſen, alles gut durcheinander gearbeitet und in, daß dos 4 eiten zu uman int geweſen ſ0. 222. erzeugte Bier iſt, obſchon leicht und nicht unangenehm ſchmeckend,)) we⸗ auch nahrend und gedeihlich, dennoch h) ſein und die Würze abgezogen. Dieſe wird in den Keſſel zurückgebracht, mit e) in 2 Pf. Runkelrüben⸗Syrup und 1 Pf. gutem Hopfen 1 Stunde ge⸗ Mo kocht und dann durch ein Hopfenſieb in das Kühlfaß geleitet. Die Treber werden nochmals mit 10 Quart kochendem Waſſer gemaiſcht, iit und die darauf abgezogene Flüſſigkeit gleichfalls durch das Hopfen— ſieb zu der erſten ſogenannten Würze geſetzt. Wenn die ſämmtliche tat Flüſſigkeit bis auf 15⁰° R. abgekühlt iſt, wird ſie mit Hefe verſetzt. we das Bier, wenn die Hefendecke anfängt zu ſinken, von der Unter— lr hefe abgezogen und entweder auf kleine Tonnen oder auf Flaſchen 5 gefüllt. Nach wenigen Tagen iſt es trinkbar.(Leuch's Haus- und De Hülfsbuch J. 1829.) zuckerg Ein noch beſtimmteres Verfahren zur Herſtellung nacſtehen des Kartoffelbieres iſt folgendes: in Paſe Um 18. Berl. Tonnen(— 100 Quart) weißes Kartoffelbier zu dnr erhalten, ſind erforderlich 34 Scheffel Kartoffeln, 2 Scheffel weißes 3 Gerſtenmalz und 9 Pf. Hopfen. Die Kartoffeln werden im Dampf di ate gekocht, dann zerrieben oder zerquetſcht, und im Stellbottich zu lih. In einem Brei zerarbeitet. Dieſer Brei wird im nämlichen Bottiche verſchied mit Waſſer von 70° R. gebrüht, ſo daß er zu einer dünnen Suppe ſo hätte wird. Hierzu ſind ungefähr 8 Tonnen Waſſer nöthig. Während ypfen deſſen wird das geſchrotene Gerſtenmalz in einem Fäßchen mit Waſſer 2h,. von 40— 50⁰° R. eingemaiſcht, ſodann mit Waſſer von 75⁰ R. ge⸗ gwrihnü brüht, ſo daß die ganze Maſſe eine Tonne flüſſigen Brei liefert. Beide Suppen maiſcht man demnächſt im Stellbottich zuſammen, gertit und beſorgt während deſſen neues kochendes Waſſer. Dann bringt z man die ganze Maſſe in den Braubottich, der mit Stroh ausgelegt ſein muß, zieht den Zapfen, läßt das überflüſſige Waſſer ab und A thut es zu dem im Keſſel. Da die Kartoffeln in dieſem Zuſtande ſcheidet leicht ſäuern, ſo iſt hierbei Eile zu empfehlen. Sobald das Waſſer zacker (12 Tonnen) kocht, wird es durch den Krahn in den Braubottich ſbt. d gelaſſen, mit der Maſſe umgerührt, dann zugedeckt und 1 ½ Stunde in Ruhe gelaſſen, während deſſen noch 12 Tonnen Waſſer ſiedend näſze gemacht werden. Nucch dieſen 1 ½ Stunden wird die erſte Würze ergcite abgelaſſen, wovon jedoch das, was am Boden geſtanden, zuvörderſt—— zurück in den Braubottich gebracht worden. Die Würze befindet ſich 1 nun in dem Stellbottich, welcher zu dieſem Behufe gereinigt wird. 1 Das Waſſer aus dem Keſſel wird zur zweiten Brühe in den Brau— t bottich gebracht, ebenfalls umgerührt und bleibt eine Stunde lang. zugedeckt ſtehen. Der Hopfen, welcher Tags vorher mit 10— 15 n Quart Waſſer, worin 16 Loth Salz aufgelöſt worden, eingeweicht iſt, 3 kommt nun, nachdem das Waſſer zur letzten Brühe aus dem Keſſel ge⸗ 3 laſſen iſt, in denſelben. Der Keſſel wird zugedeckt, das Feuer gedämpft 4 und der Hopfen eine halbe Stunde zum Ausziehen darin gelaſſen. ſ Es wird nun die erſte und zweite Würze zu dem Höpfen in den 1 273 unangenehn e, a) wegen ſeiner geringen Haltbarkeit, b) ſeines, ſelbſt nach längerer Zeit immer noch treberſauern Keſſe lurükein und rohen Kartoffelgeſchmacks, dann em Hopft enneh c) in der Hinſicht, daß deſſen Bereitung nur in den 6 kältern as Kühfi gei Monaten zu betreiben iſt, indem mit dem Eintritte des Früh— eurhen jahrs die Kartoffeln zu keimen anfangen, und in gleichem zt. Vem w Verhältniſſe zu dieſem ſich immer mehr entwickelnden Vege⸗ wird Lun tations⸗Prozeſſe an Stärkmehl verlieren, demnach auch dann zu iin mi weniger als Material zur Bierbrauerei oder Branntwein⸗ Tonnen de brennerei brauchbar werden, nirgends zur Aufnahme gekommen. dar. Gani Der mit Gerſtenmalz oder mit Schwefelſäure bereitete Stärke⸗ zucker gibt»nach Leuch« auch ein gutes Bier, wozu er ken zut hin nachſtehendes Verfahren empfiehlt: Man löſet nämlich Stärkezucker weißts en im Waſſer auf, kocht ihn geraume Zeit bei ganz gelindem Feuer tofenn 1af mit etwas Weizenmalz und in Dampf gekochten Kartoffeln, kühlt tofeln werden. die erhaltene ſogenannte Würze und verfährt dann wie gewöhn⸗ und im Enl lich. In dieſem Fall erhielte man ein von dem gewöhnlichen wenig d im nanſin! verſchiedenes Bier. Wollte man ein weinartiges Getränke bereiten, daau eint un ni ſo hätte man blos den Stärkezucker im Waſſer aufzulöſen, etwas aſte näſg Hopfen(und Weinſtein) zuzuſetzen, und zuletzt die Gährung wie — gewöhnlich durch Hefe zu erregen(Mehr ſ. S. 238.) te flüſigen b§. 30. Seltelih e Bereitung, Beſchaffenheit und Benützung des Brannt⸗ zVaſer di weins aus Kartoffeln. deme Die Branntweinbereitung(oder Branntweinbrennerei) unter⸗ Tuhn nt ſcheidet ſich von der Bierbrauerei dadurch, daß ſie allen erzeugten en. Sobadeu Zucker in Weingeiſt umzuändern, und beßlern rein zu gewinnen ahn in du l ſtrebt; dieſe dagegen nur eine gewiſſe Menge Weingeiſt erzeugt, ugedekti welchen ſie mit Zucker, Gumint. und den im Waſſer auflöslichen zaute extraktiven Theilen des Getreides in Verbindung läßt. 1 wird die en geſtander,) 1Sng Keſſel gethan, gar gekocht, dann auf ein Kühlſchiff gebracht und bei Bri an 14⁰° R. die Hefen gegeben, welches bei der Geneigtheit der Kar⸗ g deun toffeln zum Gähren die größte Aufmerkſamkeit erfordert. Uebrigens an Bii l iſt das Kartoffelbier gleich anderem Biere zu behandeln, nur darf ler, es nicht zu lange ſtehen und mit dem Zuſpunden nicht vernach— läſſiget werden. In kühlen Kellern hält es ſich ſo gut wie Gerſten— vorden, diß bier.— Will man braunes Kartoffelbier brauen, ſo iſt das Ver— qie an 1 fahren ganz das nämliche, nur muß man dann nicht weißes, ſon⸗ t, d dun 1. der hraun geröſtetes Gerſtenmalz, und ſtatt 9 Pf. Hopfen 15 Pf. iiche Fn— Ä dem 18 224 Zur Erzeugung des Branntweins, der den Menſchen immer mehr zum Bedürfniſſe wird, müßte eine ungeheuere Maſſe Getreides verwendet werden, wenn die Kartoffeln nicht deſſen Stelle ver— treten könnten, woraus ein nicht minder guter Vranntwein— bei verſtändiger Behandlung— gezogen werden kann, und die ſelbſt in den Uiberreſten der dazu verwendeten Knollen, namentlich der Schlämpe oder Spülicht, noch ſoviel Nahrungsſtoff hinterlaſſen, daß dieſe ſogar zur Maſtung einer verhältnißmäßig großen Anzahl Viehes verwendet werden können. Demnach werden die Kartoffeln auch in dieſer Beziehung durch Erſparung einer großen Menge Getreides, eines der erſten Mittel zur Verhütung einer Hungers— noth, zur Erleichterung und Erweiterung der Viehzucht. Aus den verſchiedenen chemiſchen Analyſen der Kartoffeln und Getreide, ergaben ſich in Hinſicht des Durchſchnitts ihres Gehalts an weingährungsfähigen Stoffen, nämlich an Stärke, Zucker, Gummi und Schleim, folgende Reſultate nach Siemens Unterſuchungen: 100 Pfund der ſtärkereichſten Kartoffeln haben 19 Pfund; 100 Pfd. Roggen 49; Gerſte 53,90; Weizen 59,75 der weingährungs⸗ fähigen Stoffe(Mehr ſ. Siemens über Branntweinertrag. Oek. Neuigk. 1840 Nr. 102— 120.) Ein weſentliches Erforderniß zur Bereitung des Kartoffel— branntweins iſt ein gutes friſches Luftmalz. Ferner unterſcheiden ſich dabei die Prozeſſe des Kochens und Zerquetſchens der Kar— toffeln, des Einmaiſchens derſelben, der Gährung der Maiſche, und der Deſtillation der gegohrnen Maiſche.— Vorerſt werden die Kartoffeln von der anhängenden Erde und andern Unreinigkeiten durch Abwaſchen entweder in einem Cylinder aus Latten, welcher zur Hälfte in einen mit Waſſer angefüllten Bottich getaucht und um ſeine Achſe gedreht wird, oder auch in einem gewöhnlichen Bottiche mit doppeltem Boden, von denen der erſte aus einen halben Zoll weit von einander entfernten Latten beſteht, geſäubert. Die ge— reinigten Kartoffeln werden nun in einem offenen Keſſel in Waſſer, oder(was ſeltener geſchieht, jedoch bei Weitem vortheilhafter iſt) durch Waſſerdampf gekocht; dann geſchält und oft auch mit der Schale, in ein großes Faß gegeben, wo ſie ſo lange geſtoßen und zermalmt werden, bis ſie einem dicken Brei ähnlich ſind, und dieß darum, damit ſie in dem Waſſer leichter aufgelöſt, oder wenigſtens mit demſelben verdünnt, und mit den andern hinzukommenden Sub— ſtanzen gleichförmiger vermengt werden können. Die nun folgende Operation des Maiſchens wird auf folgende Weiſe ausgeführt: chrot; di zut durc giſer h geſchroten Poſſer! gebene! uührt wo nittelſt pottich ei techt gut zurcheina zatur der den Ma ſtehen u dieſer nöglichſ ſhieht n ſottiche, ſäufg! lndem n ſeitet* verden Waſer zach de fatur d ſoß ma Subſtar liber appara 225 enere Niß Eine halbe Stunde zuvor, ehe die Kartoffeln gar ſind, gibt man in den Maiſchbottich einige Eimer Waſſer von 30— 35⁰°R und in dieſe, das für die Kartoffelmaſſe erforderliche recht feine Malz— ſchrot; arbeitet mittelſt eines Holzes das Schrot mit dem Waſſer gut durch und ſetzt nach einer Viertelſtunde noch ſo viel kaltes Waſſer hinzu, daß eine trübe Flüſſigkeit entſteht.(auf 100 Pfund za geſchrotenen Getreideſamen kann man in Allem 10— 15 Eimer gutße Waſſer nehmen.) Nachdem das Malzſchrot auf die ſo eben ange— gebene Art in dem ſogenannten Maiſchboktiche mit Waſſer ange⸗ mn rührt worden iſt, werden die breiähnlich zerquetſchten Kartoffeln⸗ icht dſe 89 uter I Yaanntoe fl. kann, und de zaimdm werden dee hutung eine h mittelſt einer hölzernen Schaufel in den zur Hand ſtehenden Maiſch- 6 Jitzu bottich eingetragen, und in dieſem mit dem Malzſchrot, um eine ſen der genf recht gut verarbeitete klumpenloſe Maiſche zu erhalten, tüͤchtig hſchnitz ins durcheinander gearbeitet. Nach beendigtem Maiſchen wird die Tempe⸗ Stärte, zuin ratur der Maſſe ungefähr 53— 55⁰ R betragen. Nun läßt man mens Untrüte den Maiſchbottich mit ſeinem Inhalte 1— 1 ½% Stunde bedeckt ben 19 Tif ſtehen und rührt den letztern ein- oder zwei Mal um. Während 75 der wenn dieſer Zeit muß nun die Umwandlung des Stärkmehls in Zucker ranntweinetu möglichſt vollſtändig erfolgen*).— Das Abkühlen der Maſſe ge— ſchieht nun entweder auf einem ſehr flachen Bottiche, dem Kühl⸗ eitung des in bottiche, auf welchem die Maſſe mittelſt einer hölzernen Krücke häufig umgerührt wird, oder es geſchieht auf künſtlichere Weiſe, rauetſtens n indem man kaltes Waſſer in kupfernen Röhren durch die Maiſche leitet**). Die Temperatur, bis zu welcher die Maiſche abgekühlt Top„u Hpfgp. . Ferner undeh. jahrung der! Pn 1 werden muß, damit ſie nach dem Zugeben der erforderlichen Menge Ahrn dr Waſſer die zum Anſtellen nöthige Temperatur beſitzt, richtet ſich us Lottn nt nach der Menge des zugegebenen Waſſers und nach der Tempe— l5 gtuit ratur desſelben.»Otto bemerkt,« die Erfahrung habe gezeigt' evigitat daß man unbeſchadet des Ertrags das Verhältniß der trocknen Subſtanz zu dem Waſſer wie 1: 6, oder 1:5 nehmen könne. 1 eua Uiber dieſen Punkt entſcheidet übrigens auch der Deſtillations— Füde apparat***). Hinſichtlich der Gährung der Kartoffelmaiſche gibt nen Keſſel i in oorthel d oft ouh*) Eine etwa eingetretene Säuerung läßt ſich durch einen geringen lange geſtee Zuſatz von Pottaſche, auch kohlenſauren Natron leicht entfernen. inlich ſad, un**) Zu dieſer letztern Art der Abkühlung eignet ſich der ſogenannte 8 nir ral Wagemann’ſ che Ap parat am beſten; er iſt überall bekannt. nakuumn nuns znn) In den Werken über Brennereien finden ſich Tabellen, welche an. de rur i geben, bis zu welcher Temperatur die Maſſe durch Umrühren u. ſ. w. abgekühlt werden muß, wenn das ſpäter zugegebene Waſſer Peiſe auchei 18* 226 Otto folgende Vorſchrift: Iſt die Maiſche in dem Kühlbottiche auf die Temperatur von 36— 390 R gekommen, ſo nimmt man auf den Wiſpel Kartoffeln 8 Eimer davon, gibt ſie in den ſoge— nannten Hefenbottich oder das Hefenfaß und bringt ſie durch Zu— ſetzen von kaltem Waſſer auf 22⁰° R. Nun ſetzt man 4— 6 Maß recht gute Bierhefe zu und läßt ſie in Ruhe, bis die übrige Maiſche gehörig abgekühlt und in den Gährungsbottich gelaſſen worden, wo man ihr dann die in Gährung befindliche Maſſe aus dem Hefen— faſſe zugibt. Anſtatt der Bierhefe kann man ſich auch der trocknen, bei der Gährung der Kornmaiſche erhaltenen Hefe bedienen, von welcher man auf obiges Quantum 1— 1 ½ Pfd. nimmt. Iſt die Gährung vollendet, ſo bleibt nur noch übrig, aus der gegohrnen Maiſche den Alkohol durch die Deſtillation abzuſcheiden, wozu man in der neuern Zeit faſt allgemein den Dampf anwendet*) wodurch man eine weit dickere Maiſche verarbeiten kann, das ſo läſtige Anbrennen und Uiberſteigen vermeidet und einen reinern Branntwein erhält**). verſchiedene Temperaturen beſitzt. Eine von den zweckmäßigern dieſer Tabellen iſt die von Gall angegebene. *) Eigenthümliche Apparate und Verfahren zur Branntweinbrennerei mittelſt Waſſerdämpfen gibt es viele, namentlich von Siemens, Kölle, Gall, Piſtorius u. A. Die großen Verdienſte des erſtern um die Vervollkommnung des Kartoffelbranntweinbrennens ſind bekannt. Der Kölleſch'e Apparat iſt wohl nicht ganz zweckmäßig eingerichtet; der Gall'ſche verdient wegen ſeiner ſehr rationellen Einrichtung gewiß größere Beachtung. **) In der Kartoffelbranntweinbrennerei auf der Hſchft. Raiz in Mäh⸗ ren werden zu 240 Pf. Kartoffeln 15 Pf. Weizenmalz genommen, die Kartoffeln werden in einem hölzernen Bottich, der auf einem eiſernen Keſſel aufſitzt, blos mit Dampf gekocht. Dieſer eiſerne Keſſel iſt über dem Feuerherde 12 Zoll hoch aufgeſetzt, von da die Hitze unter die Blaſe geleitet wird. Dieſe 240 Pf. Kartoffeln ent⸗ halten an trockener Subſtanz 60 Pf., an natürlicher Feuchtigkeit 180 Pf. Dazu durch die Dämpfe beim Kochen angenommene Feuchtigkeit 48 Pf., Malzſchrot 15 Pf., Einteigwaſſer zum Schrot, auf 40 R. erwärmt, 60 Pf., dann, wenn der Teig gut durchgearbeitet iſt und dann zum Abkühlen kaltes Waſſer genommen 200 Pf. Iſt die Maiſche bis 18°⁰ oder 20° R. abgekühlt, ſo werden 3 Pf. gute Bierhefen dazu gegeben. Sie wird noch einmal gut durchgearbeitet, der Bottich mit einem gut paſſenden Deckel, der in der Mitte eine 18 Zoll lange und 2 Zoll weite Röhre hat, bedeckt. Die Vollen⸗ dung der Gährung wird abgewartet, welche 40— 50 Stunden dauert. Dann wird die Maiſche noch einmal gut durchgearbeitet und auf V 4 da9 das ſätime verwendet! funden, daß ſo viel öra Stande ſind das! ht der ſir großen Bianntwei a) nach vot welch — e d deriet ter ſch werde gezog mit 5 tritte evin NMß b. 4 en y Areit. beim 4—5 Maß ) die w ſachlic Beſta wenig und aus ausg breni berü Er Stof 50*2 da tung heſta ———u—— F— 2 1——— ☛— 1σα —— E 22 haun 1n Daß auch die Abfälle bei der Stärkebereitung, insbeſondere ͤ das ſtärkmehlhältige Parenchym vortheilhaft zur Branntweinbrennerei 59 mi enende werden törrien, iſt außer Zweifel geſetzt. Man hat ge⸗ böngt ſen funden, daß 32 Pfd. des trocken berechneten Rückſtandes noch eben ſett nan. ſo viel Branntwein als 400 Pfd. friſche Kartoffeln zu liefern im lisde ii Stande ſind.(S. landwirth. Encyklop.) tih gelſt Das Verhältniß der Maſſe ſowohl, als die Beſchaffenheit und Naſe autn, Güte der Kartoffeln, die verſchiedenen Zuſätze u. a. haben einen ſich auchdr ſehr großen Einfluß auf die Menge und Güte des daraus bereiteten n Hefe baͤmn Branntweins, und ändern ihn mannigfaltig ab; und zwar: Pfd. nwn a) nach den Verhältniſſen der Beſtandtheile ihrer Grundmiſchung, g, aus der vor Allem, ihres Gehalts an Stärkmehl und Zuͤckerſtoff, en abzuſcede welcher der Sorte urſprünglich ſchon eigen iſt). n Damgf am— atbeiten km die Blaſe gebracht. Die Deſtillation wird ſo gelinde als möglich betrieben. Der Lutter geht anfangs bis zu 20— 24 nach dem Rich⸗ ter'ſchen Alkoholmeter über. Aus der Maiſche von 240 Pf. Kartoffeln und 15 Pf. Malzſchrott werden 40— 45 Maß Lutter gewonnen. Wird dieſer Lutter ab⸗ gezogen, ſo geht der Branntwein bei gelinder Deſtillation anfangs mit 50 pCt. Alkoholgehalt über. Wird der Branntwein ſo weit ge⸗ det und eine. en zwecmähnn Ir Vronnunn trieben, daß das Ganze im Durchſchnitt 32 pCt. Alkohol enthält, ſo fülch meir gewinnt man von 240 Pf. Kartoffeln und 15 Pf. Malzſchrott 12— 13 nden Maß Branntwein von 32 Grad Stärke. anakrit Die vortreffliche Edlkranziſche Kühlanſtalt iſt angebracht. Es iſt , d e ein viereckiger Kaſten, beinahe eine Klafter lang und einen Schuh lncct zm breit. Beim untern Ende fällt das zufließende Waſſer hinein, und ſeinet ſeſt i beim obern Ende heraus, das ausfließende Waſſer wird ſelten um 4—5 Grad wärmer als das zufließende, welches in einer Minute 6 öſcſt un⸗ Maß beträgt.(Andre's ökono. Neuigkeiten. J. 1811. S. 960 Geizenmah*) Die wahre Ausbeute an Alkohol und Kartoffeln richtet ſich haupt⸗ Zottich, de ſächlich nach dem Gehalte der Stärke derſelben, denn die übrigen kkocht. dei Beſtandtheile als Eiweiß und Faſer tragen zur Branntweinausbeute auffeſeßt un wenig bei, obſchon ſie an 8 pCt. der Grundmiſchung ausmacht 40 Tf Kuuft und nach genaueſter chemiſchen Unterſuchung faſt zur Hälfte noch matüriccer den aus verhärteter Stärke beſteht. Nur bei den noch jungen un— Kochen muene ausgewachſenen Kartoffeln, wenn ſie zu frühzeitig zum Branntwein— ämmaſrm brennen verwendet werden ſollen, iſt der Schleimgehalt noch zu eiggut durche berückſichtigen, der ſich ſpäter erſt in Stärke verwandelt. nomnen? 20 Enthalten die Kartoffeln an 16 pCt. der weingährungsfähigen ſo werdend“ Stoffe, ſo können daher, wenn 1 Pfd. Zucker davon ½ Quart zu aut dur durcgen 50° Tralles gibt, höchſtens 8 Quart zu 50° Tralles gezogen werden. rrin dr In Da aber bei den Einwirkungen der Einmaiſchung und der Gäh— ſin Dil rung von den angeſtellten Maſſen ſich— wie es auch Thomſon Stund n beſtätigt— beträchtliche, noch zur Gährung fähige Theile ſtets da— Buuttit b) c) 25 nach der Verſchiedenheit ihres Zuſtandes in Hinſicht des Alters und der Vegetation: je nachdem ſie mehr oder weniger vollkommen ausgebildet(reif oder unreif*), keimend**), von ausſchließen, und ſelbſt ein Theil des erzeugten Alkohols in Eſſigſäure verwendet wird, ſo darf für die Sicherheit der Rech—, nung nach Siemen nur der gewöhnliche Stärkegehalt unſerer Kartoffeln als die zur weinigen Gährung geeignete Subſtanz zur Alkoholerzeugung hier angenommen werden. So würde'man ſonſt berechtigt ſein, aus 100 Pfd. Kartoffeln etwa 1 Quart mehr zu erwarten. Zum Branntweinbrennen ſind zwar alle Sorten zu gebrauchen; doch haben nach angeſtellten Verſuchen die Gurkenkartoffel, die Peruvianiſche, die Engliſche und die Zwitterkartoffel den meiſten Branntwein geliefert. Wer die Gurkenkartoffel zu dieſer Abſicht baut, kann ſchon gegen das Ende des Julius oder Anfang des Auguſt zu brennen anfangen, welches in Wahrheit kein geringer Vortheil iſt, worauf dann im Oktober die drei andern Sorten fol— gen.(Putſche und Bertuch's Monogr S. 82.) Aus mehreren vergleichenden Verſuchen ging hervor, daß die rothe oder gelbe Frühkartoffel, ferner die Nußkartoffel und der Neger den wenigſten, die große Howards- oder Viehkartoffel und die Schottländerkartoffel, nebſt den vorher von Putſche angeführ⸗ ten, den meiſten Branntwein liefern.— Im Allgemeinen iſt die Beobachtung gemacht, daß die rothen Kartoffeln mehr Mebl⸗ gehalt haben und für Branntweingewinnung vortheilhafter ſind, als die weißen Kartoffeln. (Neue Annal. der Meklenb. landwirth. Geſellſchaft. J. 1840.) Aus Apothek. Petri's Erfahrungen ergibt ſich aber, daß der Unterſchied zwiſchen weißen und rothen Kartoffeln nicht ſehr groß iſt; anders verhält es ſich aber in Hinſicht der blauen, indem ſie wenig Stärkmehlgehalt haben. Nach Siemens liefert die frühe Nierenkartoffel nur 9 pCt., die Zwiebel oder Holländiſche dagegen 18 pCt. Stärke. Daß die Kartoffeln, je jünger ſie ſind, um ſo weniger zur Erzeu— gung des Branntweins ſich eignen, iſt ſchon aus dem Vergleiche der Grundmiſchung der zeitigen mit den unzeitigen klar erſichtlich, (S.§. 7.) Dennoch will Siemens aus gleichem Gewichte un— ausgewachſener Kartoffeln ſtets ein gleiches Quantum Alkohol wie aus den völlig ausgewachſenen gewonnen haben!(S. a. a. O. S. 820.) Obſchon die chemiſche Analyſe nicht nachzuweiſen im Stande iſt, daß aus den Keimen der Kartoffeln das Solanin unzerſetzt in den Branntwein übergeht, haben dennoch Schubarth und andere Chemiker bemerkt, daß ſich unter dem Gährungs⸗ und Deſtillations— Prozeſſe keimender Kartoffeln eine eigene Schärfe erzeuge, die be— ſonders im Vorlauf des Branntweins befindlich iſt, und dem De— ſtillate nacht eilige Eigenſchaften verleiht. die m gehalt e Katto esyd frore 279 So. des in giſt if, d) mehr oder minder der Einwirkung einer Froſtkälte ausgeſetzt geweſen*), oder, e) in die Wein⸗ oder Eſſiggährung, ſelbſt zum Theil in Fäulniß übergegangen ſind**). 0) Ob ſie mit oder ohne Schale***), ganzer oder zerſtuͤckt, zer— Merzeugten S 4 quetſcht oder gemahlen †) zur Bereitung verwendet wurden. le Si r, L herſei M - Efärb, Skarkegezat———— geeignete El⸗ 5 4 Od würdeen, Onart b Aart mehr u *) Stärker iſt der Branntwein aus gefrornen als den gewöhnlichen friſchen Kartoffeln bereitet, er gleicht beinahe dem Rum, auch iſt man ſchen lange von der Richtigkeit der Behauptung überzeugt, daß gefrorne Kartoffeln viel mehr dieſer geiſtigen Flüſſigkeit zu liefern vermögen, indem ſie durch Einwirkung einer Froſtkälte, die nicht ſo ſtark iſt, daß ſie erfrieren, zu einem größeren Zucker— Goörten zu ga te Gurkentrrun for pt,c terkartofe d nnnl ü din gehalt gelangen können(Mehr ſ.§ 9 und 23) wlun Rer N pPetri erhielt aus 10 Simri(— 3.555 Wien. Metzen) gefrornen Wanrheit ken, Kartoffeln in der Regel 1— 1 Maß Branntwein mehr.(S. kor⸗ drii anden n respon. Blatt des würtemberg. landw. Vereins J. 1838. B. II. S. 2.) 5. 82.) Wildberg will bemerkt haben, daß ſich im Branntwein aus ge⸗ ging herdt ſ frorenen Kartoffeln zufällig Blauſäure entwickeln könne. e Nußkarvflen**) In Verderbniß übergegangene Kartofflln ſchwängern das Deſtillat mit einer eigenthümlichen Schärfe, einer fettartigen Subſtanz und von Putſche einem höchſt penetranten Geruche. Berzelius bemerkt, daß dem zm Alqgemeine Branntwein, der aus Kartoffeln gewonnen wird, die zu verderben rtoffeln me. angefangen, ein eigener flüchtiger Stoff mitgetheilt werde, der wie ung bortzeihei eine Auflöſung von Kyangas riecht.(S.§. 31.) ***) Witting meint, er könne aus den Unterſuchungen, welche er mit eſellchaſt 5 3 den Schalen der Kartoffeln ſowohl als auch mit deren Keimen an— geſtellt hat, den Schluß ziehen, daß man dieſen Subſtanzen in der Brennerei eine größere Aufmerkſamkeit widmen müſſe, wie bisher geſchab, da bei einer Temperatur unter der Siedhitze des Waſſers durch die Behandlung mit dieſem einige verdächtige Produkte aus Erſtern hervorgerufen werden.(Mehr ſ. phytochem. Unterſuchungen der ibt ſich aber, ſo weniget w, 4 den UMl on aus den 3 zeitigen kur a gleichem beni 5 gſ Dunmm n Kartoffeln ein bedeutend reinerer Branntwein als aus ungeſchäl⸗ n Eee ten erzeugt werden. veſſn in en*†) Mehr Pranntwein gewinnt man aus Kartoffeln, wenn ſie in Schei— Hanin unints ben oder in Würfelform geſchnitten, gedörrt und hernach auf der ubarth Mühle geſchroten werden, als aus gekochten. Gabelmann, der nqs und di den erſten Verſuch, nach Putſche's und Bertuch's Monographie, häͤrfe erxeug,. mit in Würfelform gedörrten und hernach auf der Mühle geſchro— 7 ud dm 8„ 4 ih ik, uld tenen gemacht haben ſoll, nahm 3 ½ Metzen ſolcher gedörrten und ⁸ 280 9 Von großem Einfluß auf die Menge, Güte und Reinheit des Branntweins iſt auch die Beſchaffenheit ſowohl als das geſchrotenen Kartoffeln, ließ ſie mit 18 Maß halbſiedenden Waſſers anrühren, kurz darauf mit 18 Maß ſiedenden Waſſers abbrühen, nach Verlauf von zwei Stunden aber mit 60 Maß kalten Waſſer abkühlen. Hierauf wurde die Miſchung, als ſich die Wärme bis zu 20⁰° RK. gemindert, oder die Temperatur lauer Milch erlangt hatte, mit 1— 1 ½ Maß guter Hefe angeſtellt. Das übrige Verfahren war wie gewöhnlich. Nach dem Weinen erhielt er 4 Maß ſehr guten und wohlſchmeckenden Branntwein, der in keinem Stücke dem aus Roggen bereiteten etwas nachgab. Viel vortheilhafter iſt aber die Benützung des Mehls aus dieſen Wurzelknollen zur Erzeugung dieſer Flüſſigkeit, wie dieß ſchon Jaßnüger um das Jahr 1800 gründlich dargethan hat. Indem das Mehl der getrockneten Kartoffeln, welche einer faſt noch feinern mechaniſchen Zertheilung als ſelbſt die Getreidekörner empfänglich ſind, ſich ſowohl mit dem Getreidemehle als auch mit der Hefe auf das Innigſte vermengen, mit Waſſer gleichförmig verdünnen, jedes Stäubchen, jeden Grundtheil dieſer Knollen auf dieſe Art mit dem Kleber(Diaſtaſe) der beigeſetzten Halmgetreide in unmittelbare Berührung bringen läßt, geht es daher auch,— wie Verſuche Jaß⸗ nüger überzeugten— mit dem Zuſatze von Weizen⸗ oder Roggen⸗ mehl ꝛc. und der Hefe weit regelmäßiger und vollſtändiger in die Weingährung über, und liefert vergleichungsweiſe viel mehr Alkohol als bei der gewöhnlichen Benützung der gekochten Kartoffeln zu eben dieſem Zwecke. Auch erſcheint das Kartoffelmehl zur Erzeugung des Branntweins in der Rückſicht weit vortheilhafter als die gekochten Knollen, weil man bei dem erſtern die zum Kochen dieſer Wurzeln nöthige, ziemlich beträchtliche Menge an Brennmaterial zum Theil, und die beſchwerliche Arbeit des Zerſtoßens ganz erſpart, außer dem aber noch bei dem Kartoffelmehl den großen Vortheil hat, es das ganze Jahr hindurch erhalten, daher auch immer zur Erzeugung des Branntweins benützen zu können, was bei den ſaftigen Kar⸗ toffeln nicht geſchehen kann. Uiberdieß ſichern die durch Jahre leicht aufzubewahrenden Kartoffeln, wie das davon bereitete Mehl den Gewinn, daß man ſich in den Jahren, wo ſie ge⸗ rathen, wohlfeil und leicht zu erhalten ſind, einen hinreichenden Vorrath davon anſchaffen kann, um ſie dann zur Gewinnung des Branntweins zu verwenden, wenn ſie wegen anhaltender trockener Witterung mißrathen, aus dieſer oder einer andern Urſache theue⸗ rer geworden ſind.(S. Jaßnüger a. a. O.)— Auch Siemens bemerkt, daß die Kartoffeln in unendlicher Theilung— möglichſt pulveriſirt— der Einwirkung der Diaſtaſe ausgeſetzt werden müſſen, wenn dieſe ihr Stärkmehl in Zucker verwandeln ſoll. Dieß läßt ſich aber nach deſſen vieljährigen Erfahrungen dadurch am beſten erzielen, indem worin den I nicht läßt zu üt ſelben eines Umſta toffel *) Als d es beg gekoch Hefen pers vort Dahe vorz derſe Doch fomn denke man di wen oll betr —————— 281 „Gite und fenzei ſed Maß der weſentlichen Zuſätze und ſonſtiger Verbindungen, 4 welche man den Kartoffeln in der Maiſche gegeben*). 4 dälbſenne indem man die Kartoffeln in einen verſchloſſenen Dampfkübel legt, uden Viſen worin die Temperatur der Dämpfe einige Grade über die des kochen— 1 60 Maß uün den Waſſers erhöht wird. Doch iſt die Erhöhung der Temperatur ls ſic de Pi nicht allein erforderlich, ſondern auch die Trockniß derſelben. Jene ler Mich aüu läßt ſich nun leicht durch einen Gegendruck bewirken, den die Dämpfe Das ütrigeg zu überwinden haben, ehe ſie entweichen können; die Trockniß der— erhielt er 4. ſelben aber läßt ſich nur mittelſt eines kräftigen Durchſtreichens der in kan, eines Uibermaßes von Dämpfen hervorbringen; finden ſich dieſe 1 Umſtände in dem Dampfkübel in Wirkſamkeit, ſo zerfallen die Kar— ag des Neha toffeln bei ger ingſter Berührung in Pulver.(S. a. a. O.) ſſigkeit, ri h*) Aus den einleitenden Bemerkungen des vorigen Paragraphs wird dargethan da es begreiflich, daß weder die friſchen, ſaftigen, noch die zuvor ab— he einer fai ni gekochten Kartoffeln für ſich allein, und ſelbſt in Verbindung mit etreidekorner e Hefen, ohne den Zuſatz eines kleber- oder Diaſtaſehältigen Kör⸗ als auc mt pers, welcher die Zuckerbildung und Weingährung bewirkt, zur gleichürmi vortheilhaften Erzeugung des Branntweins benützt werden können. Knollen auf d Daher wird es nothwendig, den Kartoffeln nebſt der Hefe immer eine, ngetreide in un vorzüglich gemalzte Getreideact zuzuſetzen, um mittelſt der Diaſtaſe h,- wie Bi derſelben auf das Stärkmehl der Kartoffeln einwirken zu können. Weiten⸗r Doch läßt ſich, wie Siemens auch bemerkt, unmöglich eine voll— und trltun kommene Einwirkung der Diaſtaſe auf die unzertheilten Kartoffeln zöwefſet denken, wenn dieſe in Zucker verwandelt werden ſollen, ohne daß ochten Futh man ſie möglichſt pulveriſirt. mehl zur Ghau Die Menge des für ein beſtimmtes Quantum Kartoffeln anzu— baſter as li wendenden Schrotes kann ſehr verſchieden groß ſein, im Allgemeinen 1 Kocen diſr! ſoll ſie nicht gern unter 4 pCt. vom Gewichte der Kartoffeln betragen; häufig wendet man 5—6 pCt. an, indem ein zu geringer Zuſatz von Malz Schaden zur Folge haben würde, während der Zuſatz ohne Nachtheil ſo groß, als man immer will, genommen werden kann.— Nach der Einmaiſchungsmethode von J. Kraus (S. deſſen neu erprobte Einmaiſchungsmethode von Herrmann und Langbein 1834), wozu 1600 Pf. Kartoffeln zu 50 Pf. Ge⸗ treideſchrot verwendet werden, erhält man gewöhnlich 75— 90 1 dn Quart Branntwein nach der Tralles'ſchen Alkoholimeterſkale(S. Jühken, 4 Hannov. Magaz. 1836 Lief. 9. S. 147). , einn ſin Auf ein beſtimmtes Maß Kartoffeln wird gewöhnlich ein Zu— n zur Giwine ſatz von Gerſtenmalz genommen. Nach Andern iſt jedoch das Imßaltn geringſte Verhältniß zu 7 Scheffeln Kartoffeln ½ Scheffel Ger⸗ andern Nnun ſtenmalz oder Roggenſchrott. Es kann mehr, darf aber nicht we⸗ )= AMd 5 niger dazu genommen werden.(S. Putſche.)»Paalzow glaubt«, Theiung=I zu 2— 3 Scheffeln Kartoffeln müſſe man 2—3 Metzen Malzſchrott ggeitzt venn von Weizen nehmen;— und derſelbe berechnet, daß von 24 Pf. eln ſell Dic 4 Kartoffeln 6 Pf.(oder 3 Maß) Branntwein gewonnen werden. rch ant heſtel e Eben ſo durfen auch hier die mannigfaltigen Verunreini— gungen und Beimengungen des Kartoffelbranntweins, welche ihm der Zufall, ſo wie die Induſtrie und nicht ſelten auch der Betrug ertheilt, unbeachtet bleiben*). h) Femne iſt zu berückſichtigen, ob die Kartoffeln roh**) oder Iſt ein Schefl 96 Pf. ſchwer, ſo erhält man 12 Maß des ſchön⸗ ſten Branntweins. Aus 100 Berl. Scheffeln Kartoffeln und 1714 Scheffel Gerſtenmalz, werden 5 Ohm zu 120 Quart Branntwein von 35— 38⁰ des Richteriſchen Areometers erhalten.— Whistling erhielt eben ſo viel von derſelben Qualität aus 120 Scheffeln Kartoffeln und 10 Scheffeln Malz. Man will gefunden haben, daß der Zuſatz von Hafer den mei⸗ ſten Branntwein liefere; wobei von 24 Pf. Kartoffeln, welche nach dem Waͤſchen, auf der Reibmaſchine klar gerieben, und mit 15 Pfd. Haferſchrot eingemaiſcht, dann mit 116 Nöſel Hefe angeſtellt wor⸗ den, nach dem Weinen zwei Kannen guten Branntwein erzeugt wurde. Whistling ſagt«, die Erfahrung habe ihm gelehrt, daß, wenn man Kartoffeln mit Runkelrüben oder Möhren mit etwas Malz zuſammenbringt, man mehr und beſſeren Branntwein gewinnt, als wenn man Kartoffeln oder Runkelrüben allein anwendet. Be— ſonders in Hinſicht der Letztern fand er die Lobpreiſungen, die man von ihnen machte, nicht beſtättiget. Durch einen Zuſatz von Möhren wird der Branntwein im Geruch und Geſchmack beſon— ders gut.— Das beſte Verhältniß ſei, daß man ⅜ Kartoffeln und Getreide miſcht. So verſichert derſelbe, aus einer Maiſche von 2 Scheffeln Kartoffeln und 1 Scheffel Getreide 2— 3 Quart Branntwein mehr als gewöhnlich erhalten zu haben, doch muß die Gährung mit Kartoffeln kühler als mit dem Getreide geſchehen.— Weſentliche Verſchiedenheiten des Branntweins können noch durch verſchiedene vegetabiliſche Körper, welche an ſich ſchon eigenthüm— liche heterogene Beſtandtheile auszeichnen, und zur Fabrikation des Branntweins verwendet werden, bedingt ſein. So wird der Kartoffelbranntwein über Kirſchkerne abgezogen, und Anis, Fenchel, Wachholderbeeren u. a. m. der Maiſche zugeſetzt, zur Weingährung mit benutzt, um den Branntwein mit einem ätheriſchen Oele und gewürzhaften Geſchmack zu ſchwängern; verdorbenes Getreide er— theilt ihm modrigen Geſchmack, wie der Same des Lolchs und anderer narkotiſchen Pflanzen ihn betäubender machen. *) Den zufälligen Beimengungen des Branntweins ſind ei⸗ gentlich nur die mineraliſchen Stoffe beizuzählen, die übrigen, namentlich das Fuſelöl, wie jener der Blauſäure ähnliche Stoff und die Eſſigſäure dagegen für Nebenerzeugniſſe der Gährung und De— ſtillation anzuſehen.(Mehr§. 31.) **) Die Verſuche, welche man angeſtellt hat, um bei der Kartoffel⸗ branntweinbrennerei das Kochen der Kartoffeln zu umgehen, haben bis jetzt zu keinem günſtigen Reſultate geführt. 5) Dn. hbewert nicht Blaſe der alein ſchne weng „J tofel ander nunde offen die 1 ſteft deine leich ſe d wert Geu ſchw die aine wch Kar vei ſont erla väh den nich nd fa joen gj gfältigen L felbrannwein, im Waſſer oder Dampf gekocht, zum Branntweinbrennen ver⸗ und nict ſh. wendet worden*). en*). kartoffeln rhe*) Das Kochen der Kartoffeln wird faſt überall durch Waſſerdampf bewerkſtelliget, ſelbſt in den Brennereien, in denen man den Dampf nicht zur Deſtillation anwendet.(Hier benutzt man dann die Blaſe auch als Dampfkeſſel beim Kochen der Kartoffeln.)— Bei der Einrichtung, die Kartoffeln in Dampf zu kochen, wird nicht allein viel Holz erſpart, ſondern die Kartoffeln werden auch ſchneller gar gekocht, und erlangen eine viel beſſere Beſchaffenheit, als man ſ eln Kartofen d 120 Daart grr⸗ erhalten § erhalten.- lat aus l wenn man ſie auf die gewöhnliche Art in Waſſer kocht. ie dn g„»Jaßnüger ſagt hinſichtlich der Eigenſchaften, welche die Kar⸗ 4 tlerc toſſeln durch das Kochen erleiden:»daß dieſes im Grunde keinen Karcftn, n andern Zweck hat, als die Kohäſton der Grundtheilchen zu ver— nberiter,m mindern und größtentheils aufzuheben, und die gekochten Kar— koſel Defe ani toffeln leiſten bei ihrer Trennung viel weniger Widerſtand, als ranniwene die rohen; aber ſie erlangen durch das Kochen andere Eigen— iin geleftt, dj ſchaften, welche die mechaniſche Zertheilung derſelben dennoch und öhren mit er veinahe noch mehr, als bei den rohen, erſchwert. Die Grund— n Branntwi theilchen der gekochten Kartoffeln ſind nämlich ſchlüpfrig, kleben allein anvend leicht an einander, und dieſe Klebrigkeit äußert ſich um ſo mehr, die Lobpriſin je öfterer ſie einem Drucke, wie beim Stoßen derſelben, ausgeſetzt werden, weil durch eben dieſen Druck die Berührungspunkte der Grundtheilchen oft einander noch näher gebracht werden. Noch ſchwerer erfolgt die beabſichtigte, mechaniſche Zertheilung, wenn ſelbe, aus ine die Kartoffeln nicht ganz ausgekocht ſind, weil ſie dann nicht nur Getreide?- einen Theil ihrer vorigen Kohäſion beibehalten, ſondern ſogar u haben, dt noch feſter werden, und doch iſt dieſes bei der Abkochung der t Getrede uit Kartoffeln, die in ſo großer Quantität, wie man ſie in Brannt⸗ eins können i weinhäuſern nöthig hat, beſonders, wenn ſie nicht im Dampf, n ſih ſtm! ſondern im Waſſer ſelbſt geſchieht, nicht zu verhüten. Außer dem und iu erlangen die Kartoffeln durch das Gewinnen ihres Eiweißſtoffes Koſ eht während des Kochens die Eigenſchaft, daß ſie ſich mit dem kochen— den un dn den Waſſer nicht gleichformig verbinden„auch von demſelben 1 ghn nicht, wie das Stärkmehl für ſich allein, ganz in eine Sulze ver— eſebi, nd ändert werden, obgleich dieſes den reichhaltigſten Beſtandtheil der m rtheſtn⸗ Kartoffeln ausmacht. Die einmal gekochten, dann der Luft nur rtans auf kürzere Zeit ausgeſetzten Kartoffeln ſind auch wirklich durch Game dir de ein wiederholtes, ſelbſt anhaltendes Kochen um ſo weniger im Waſſer er macel.. auflösbar, je mehr ſie Eiweißſtoff enthalten. Peanntbeile 3. 1. Brangntel Dieſe durch das Kochen erfolgte Veränderung der Kartoffeln alen die le 5. 5— C lzählen, d iſt auch die Urſache, daß ſie weder durch Stampfwerke, noch we⸗ nereähnlit 2n niger durch das Mahlen, ſo mechaniſch zertheilt werden können, der Gäſeund wie der trockene Same des Getreides, und da ſie überdieß im 9 Waſſer nicht lösbar ſind, ſo iſt es auch natürlich, daß die Miſchung um bei der dä derſelben mit den Hefen und mit dem geſchrotenen Getreide la zu ungehin nicht ſo innig ſein kann, wie ſie ſein müßte, wenn die Grund ft. k An 4) 284 i) Auch iſt die Art und Weiſe der Leitung des Gährungspro— zeſſes und der Deſtillation zu erwägen*). ) Ferner, die Beſchaffenheit und Einrichtnng der zur Fabri— kation des Branntweins erforderlichen Geräthſchaften, be⸗ ſonders des Deſtillir- und Kühlapparats**). merkung. Merkwürdig iſt, daß alle neuen Gefäße, ſie ſeien nun von Kupfer oder von Holz, dem Branntwein einen üblen Beigeſchmack ertheilen, der erſt nach vier wochent— theilchen des Leimes(Kleber) mit jenen der übrigen gährungs⸗ fähigen Beſtandtheile der Kartoffeln ſich häufig unmittelbar be⸗ rühren und auf einander wirken ſollen. Jene Grundtheilchen der Kartoffeln, welche durch die mechaniſche Zertheilung während des Stoßens nicht getrennt wurden, oder nach der Trennung wieder an einander kleben, und daher gehindert ſind, mit dem Leime(Kleber) des Getreidemehls, oder mit dem ſich entwickelnden Hydrogen desſelben, und der Hefen in unmittelbare Berührung zu kommen, können alſo auch nichts zur Weingährung beitragen, und da dieſe unvollkommene mechaniſche Zertheilung bei einem großen Theile der bisher zur Bereitung des Branntweins an— gewandten Kartoffeln der Fall war, ſo muß man ſich auch nicht wundern, wenn die Kartoffeln bisher nicht ſo viel Branntwein lieferten, als man nach dem Verhältniſſe ihrer gährungsfähigen Beſtandtheile mit Recht erwarten konnte.(S. Jaßnünger a. a. O.) Waren die Kartoffeln(oder Getreidearten) unverdorben, oder wur— den keine Zuſätze gewählt, die durch die Gährung zu eigenen Schäd⸗ lichkeiten, z. B. Blauſäure, werden konnten, ſo bietet derſelbe auch keine beſondern Erſcheinungen dar, als nur die Verwandlung der gegohrenen Maiſche in Eſſigſäure, welche letztere dem Deſtillate dann beigemengt iſt, wenn die Erhitzung des Inhalts der Blaſe zu tumultuariſch geſchah, oder die Deſtillation zu lange fortgeſetzt worden. Nach wichtigen Beobachtungen, daß die Bildung des Fuſelöls in höherm Grad nur dann Statt finden kann, wenn die Maiſche bei den Luttern anbrennt, folglich eines ſchlecht geleiteten Deſtillationspro— zeſſes wegen erzeugt ward; iſt es auch in der That erwieſen, daß bei dem Abtreiben des Branntweins durch Dämpfe die Erzeugung des Fuſeöls weniger Statt findet, daher hat ſchon Brandes gelehrt, daß Kartoffelmaiſche, die man durch Dämpfe(im Waſſerbade) er— hitzt, bedeutend weniger Fuſelöl entwickelt Wie ſehr metalliſche Beimengungen von der Konſtruktion der De— ſtillirgefäße abhängen, iſt einleuchtend, ſo wie es anderſeits erwieſen iſt, daß die Bildung des Fuſelöls durch den Einfluß des Kupfers oder vielmehr ſeines Oxides begünſtigt werden könne.(Meh. ſiehe §. 31.) lichem Wenn ausbr ſbaft er nic lieger wird. Zud 1. d Vohlgeſc Iranntwe 5 2, da 3 ſe daltit ſ 4, u 5,8 Schärfe eigen; un 6. i lch, am NMan zuſelble Gährung ung des Gm T †) timg de en Gertzihtt, ats**) teuen Gefife,, em Branntd n iſt nach iin i de der übrigen a häufig unnites Jene Eru ſche Zertzellnen der nach der gehindert ſind, it dem ſich anei unmittelbare i Zertheilung des Brantw nuß man ſcch an ht ſo diel Ien rung zu egmne ſo bietet din die Verumn legtere dn! des Inhalts d in um lug dung des vn un die Muſſten teten Deſllane f That erviit, imyfe die bi don Beandes! (im Paſſekten Konſtrukliol 3 3 anderſelt eenl Einflus de 7 5 Meh ſ könge⸗(, —.— 285 lichem ununterbrochenen Brennen in den Gefäßen verſchwindet. Wenn man die Gefäße noch ſo gut auslaugt, und mit Stroh ausbrennt, ſo kann dieſer Beigeſchmack doch nicht wegge⸗ ſchafft werden, und ſelbſt durch nochmaliges Abziehen des Branntweins mit Schwefelſäure und Kohlenpulver vergeht er nicht. Am beſten iſt es, ihn ein halbes Jahr im Keller liegen zu laſſen, wo er dann durch die Zeit wieder gut wird.(Leuch's Hilfsbuch J. 1829.) Zu den Eigenthümlichkeiten des Kartoffels⸗Branntweins gehört: 1. daß er bei gleichem Gehalt an Alkohol, dennoch an Wohlgeſchmack und Wohlgeruch dem Getreide-, mehr noch dem Franz⸗ Branntwein nachſteht*). 2. daß er ſehr fuſelt, und 3. ſein Fuſelöl ſehr ſcharf, ausgezeichnet widrig, äußerſt ekelhaft ſchmeckt und riecht**); dann 4. unter allen am ſchwerſten zu entfuſeln iſt. 5. Ferner ſind ihm öftere fremde Beſtandtheile: eine eigene Schärfe(Blauſäure?), nicht ſelten Parafin und Metalloxyde, eigen; und 6. iſt er unter allen Branntweinarten am wenigſten gedeih⸗ lich, am meiſten Geſundheit und Leben gefährdend. Mannigfaltig ſind die Mittel, den Kartoffelbranntwein vom Fuſelöle zu reinigen; deſſen Säure, die vor oder während der Gährung ſich gebildet, zu ſättigen; dann einen angebrannten, *) Im Falle als der Branntwein durch Dämpfe abgetrieben wurde, iſt deſſen Geruch und Geſchmack ſtets vortheilhaft ausgezeichnet vor andern Arten, welche auf die gewöhnliche Weiſe bereitet worden ſind.— Iſt jedoch der Kartoffelbranntwein nicht gehörig entfuſelt, ſo zeichnet er ſich dennoch durch den eigenthümlichen Fuſelgeruch aus, der entwickelt wird, wenn man das, ſpäter bei der Nachwei⸗ ſung des Fuſelöls angegebene Verfahren:»die Verſeifung mit Aetz⸗ kalilauge« anwendet. Um dem neuen Branntwein das Anſehen von altem zu geben, gieße man in jede Flaſche 5—6 Tropfen Ammoniak(flüch⸗ tiges Kali). Dieſes benimmt zugleich die Säure(Leuch). **) Weil die Getreidekörner als Zuſatz zum Branntweinbrennen aus Kartoffeln, eine größere Quantität fettes Oel beſitzen, und ſich aus dieſem viel Fuſelöl entwickeln kann, ſo könnte man daraus folgern, daß der größere Gehalt an Fuſelöl dieſer Miſchung bei— zubringen iſt; das Fuſelöl der Kartoffeln hat jedoch hervorſtehen— dere Eigenſchaften, auch eindringendere, heftigere Wirkungen, als jenes der Getreidearten. ———————x—y——— —— 7 A 4 —— und modrig ſchmeckenden Branntwein wieder gut zu machen, und endlich den Kartoffelbranntwein einem guten Franzbranntwein ähn— licher zu machen. I. Branntwein zu entfuſeln. Den Branntwein durch Kohle zu entfuſeln, iſt bis jetzt das wirkſamſte unter den bekannten Mitteln; man kann von der Kohl— ½20, 12 des Branntweins oder mehr nehmen. In ein 33,96 Wien. Maß haltendes reines Faß werden 28,3 Wien. Maß Geiſt von 750° R gegoſſen, hierzu 5 Pf. gut friſch ausgeglühte, vorher durch ein kleines Drahtſieb geſtoßene Holzkohle mit ¼ Pfund gereinigte Pottaſche(Kali) gemengt, eingerührt, und nachdem das Faß verſpundet iſt, dieſes auf das Lager gebracht. Vier Tage ſind nöthig unter öftern täglichen Umſchütteln, ehe der ge— reinigt werden ſollende Branntwein von der Kohle abgelaſſen, und in die Deſtillirblaſe gezogen werden kann. Die zurückgebliebenen feuchten Kohlen koͤnnen fuͤr ſich auf ge— wöhnliche Art deſtillirt, noch auf Lampenſpiritus benutzt werden, wenn dieſe Reinigung in Großen vorgenommen wurde, wo die Koſten der angewandten Feuerung nicht in Anſchlag znu bringen ſind.(Kirſchſtein.) Da die gewöhnliche Kohle nicht ganz rein iſt, ſo iſt es am beſten, wenn man ſie zerſchlägt, feſt in einen Topf oder Tiegel füllt und dieſen ſo lauge glüht, bis die Kohlen nicht mehr brennen, ſondern bloß glimmen.— Kohle von Floß- oder ausgelaugtem Holz iſt wahrſcheinlich beſſer als andere.— Lampadius fand bekanntlich vor einigen Jahren in der Torfkohle ein treffliches Mittel zur Entfuslung des Branntweins(Jour. für tech. Chemie B. II S. 4.) Thieriſche Kohle(von Knochen, Blut ꝛc.) iſt wirkſamer als Pflanzenkohle(Handb. ſ. Fabrik. B. 6, S. 237). Daß durch Chlor, ſowohl das Fuſelöl, als auch die empy— reumatiſche ſcharfe Subſtanz, die ſich aus den verdorbenen Kar⸗ toffeln entwickelt, völlig zerſtoͤrt werden kann, hat ſchon Witting nachgewieſen. Zu dieſem Zwecke wird guter Chlorkalk mit dem fuſeligen Branntwein vermiſcht und hierauf verdünnte Schwefel⸗ ſäure hinzugeſetzt. Doch darf man dabei nicht unbeachtet laſſen, daß darnach meiſt ein Chlorgeruch vorherrſchend bleibt, der erſt durch andere Mittel verbannt werden muß.— Man nimmt für ein großes Faß etwa 4 Loth Chlorkalk und 11½ Loth Schwefel⸗ ſäure, welche vorher durch ſucceſſives Vermengen mit 6 Loth falten Wa wein durd ei Seihet in die Fi einer Kohl nitzen itt Mit 1n Cem verwiſcht, Der Bral ätherartig den Alaul Nit dher in I ſaͤben na⸗ eitfuſet, Goltte di durch Ko Apoth. de mitte Ebem zit Nein b 6) Zu! Va kalt 11% efe zeit Keio ält Lor 2.* die erſt der ſch 88) Mc fle übe M. wei ſei 28* der gut zu na n Franürin kaltem Waſſer verdünnt worden. Der Chlorgeruch kann dem Brannt⸗ ull wein durch thieriſche Kohle entzogen werden, indem letztere auf ein Seihetuch im Trichter, durch welchen das übergehende Deſtillat in die Fäſſer abfließt, gelegt wird. Man wechſelt öfterer mit einer Kohle, die außerdem durch ſtarkes Erhitzen wieder zu be— nutzen iſt.(S. Witting.) in. d 1n Mit Schwefelſäure entfuſelt man den Branntwein, wenn 2 Lin g%oo(dem Gewicht nach) zu den Branntwein geſetzt, damit gut ſch ausgegit vermiſcht, und dieſer dann nach einigen Tagen deſtillirt wird.— lzkohle ntl Der Branntwein wird hierdurch im Geſchmack verbeſſert und etwas ngerihtt, m ätherartig; vollkommen aber das Fuſelöol nicht zerſtört. Ure brachte Lager galne den Alaun in Vorſchlag. mſchütteln, Mit gebranntem Kalk. Man ſetzt ihn fein geſtoßen der Kohle a oder in Waſſer aufgelöſt zu dem Branntwein und deſtillirt den— ann. ſelben nach einigen Tagen.— Der Branntwein wird dadurch können fir thu entfuſelt, erhält aber oft einen herben oder brennenden Geſchmack. piritus hentt! Sollte dieſer von aufgelöſtem Kalk herrühren, ſo koͤnnte man ihn ommen ord, durch Kohlenſäure oder durch Klären mit Eiweiß wegſchaffen. Auch in Arſhlog n Apoth. Ducke fand unter den bekannten Entfuſelungsmethoden die mittelſt des Kalkyhdrats als die beſte*). rein it, ſ Eben ſo wirkt Pottaſche oder Kali**). Auch Milch iſt zur Reinigung gewiß empfehlenswerth***). Serüllas empfahl einen Topf t hlen nich mel oß- Oder alh*) Zu dieſem Behufe beſprengt Ducke 1 Pfund ungelöſchten Kalk mit Waſſer, bis er zu Pulver zerfallen iſt, rührt ihn dann mit 2 Maß kaltem Waſſer zu einer Milch an, bringt dieſe dann nebſt etwa 1 ½ Pfund friſch gegluͤhter geſtoßener Holzkohle in einen Lauter— Lampanit fkohle eu n Jour. flr ih hafen, der 550 Maß hält, und zieht, nachdem er das Ganze eiinge Zeit unter einander gerührt, den Branntwein ab. Der hievon ab⸗ Blut 1o. iſt n gezogene Branntwein iſt waſſerklar, reagirt nicht mehr ſauer, ent— S. 337) hält daher auch kein Kupfer, und iſt vom Fuſelöl gänzlich frei. S. 1 Correſpondenzblatt des K. Würtemb. landwirthſch. Vereins 1840 l is ud 2. B. 2. H. en verdorbenn**) Die leichte Saponifikation des Kartoffelfuſelöls mit Aetzkali macht chon V erſichtlich, welchen Vortheil man durch den Zuſatz von Seifenſie⸗ hat ſcho— derlauge zur Maiſche, dem davon abzüuziehenden Branntwein zu ſichern im Stande iſt. ***) Man empfiehlt den Branntwein mit friſcher Milch und Rind— fleiſch(ohne Fett) zu deſtilliren, und den Verlauf(der noch einen : Ghlorkale verdünnte E it unbendte’ end bleit, N üblen Geruch hat) abzuſondern. Der Fuſelgeſchmack ſoll in der Man nirgt Milch und dem Fleiſche zurückbleiben. Auf 20 Flaſchen Brannt— 1, dcth Shr wein nimmt man 2 Flaſchen Milch und 2—5 Pfund friſches Rind⸗ 112 og,, fleiſch. In China hat man eine Art Branntweiun, der über Schöp⸗ 14 rengen mi d 288 Mandel⸗ und Olivenöl. Waſſer ſcheint die Abſcheidung des Fuſel⸗ öls zu erleichtern. Mit Waſſer vermiſchter Branntwein wird durch Deſtlliren eher gut, als unvermiſchter. 2. Mittel gegen Säure im Branntwein. Siehe§. 31. S. 292. 3. Angebrannten Branntwein wieder gut zu machen*). Nan ſetzt zu 400 Berl. Quart Branntwein Scheffel ge⸗ ſtoßene Kohle und 2 Quart Schwefelſäure, rührt und ſchüttelt ihn gut damit, deſtillirt nach vier Tagen die Hälfte über, ſetzt zu dem Uibergegangenen ⅛ Scheffel Kohle, 50 Quart Waſſer und 25 Quart Eſſig und zieht wieder 200 Onart ab. Dieſe ver⸗ miſcht man mit ebeu ſo viel reinem Branntwein, zieht 230 Quart über und ſetzt zu dieſen die nöthige Menge Waſſer.(C. W. Schmidt.) Andere werfen etwas Kochſalz und Pottaſche in den Brannt⸗ wein, und deſtilliren ihn nach einiger Zeit.— Auch ſetzt man fuſelhaften und brenzlichten Branntwein(auf 20— 40 Maß) eine Handvoll gebranntes Salz, 2 Loth zer⸗ ſchnittenen Meerrettig, ½ Loth zerſchnittene Zwiebeln, zwei Hände voll kleingeſchnittene eichene Späne und 2 Loth Holzkohlen zu, und deſtillirt ihn nach einiger Zeit.(Leuch's Hulfsbuch.) 4. Den Branntwein von modrigem Geſchmack aus ver⸗ dorbenem Getreide ſoll man dadurch reinigen, wenn man 100 Quart mit ungefähr 2 Pfund kohlenſaurer Talkerde deſtillirt.(For— ſter's Branntweinbrennerei.)**). 5. Gewöhnlichen Branntwein dem Franzbrannt⸗ wein ähnlich zu machen. Dieſes kann geſchehen, wenn man ihm etwas Salpeter⸗ ſäure(Scheidewaſſer) zuſetzt und ihn dann überzieht.— Der Branntwein erhält hiedurch eigentlich den Geſchmack des Salpeter— äthers, der dabei durch Verbindung der Salpeterſäure mit Wein⸗ ſenfleiſch abgezogen wird, und auf die Tafel des Kaiſers kommt Er berauſcht ſehr.(Leuch's Hilfsbuch. J. 1829). *) Durch's Alter verliert ſich der brandige Geſchmack nicht.— De— ſtillirt man aber den Branntwein mit ſeines Gewichts Milch, ſo verliert er den beißenden und brandigen Geſchmack größtentheils. **) Gebrannter Kalk allein oder Kalkwaſſer ſtatt der Magneſia an— gewandt, um den Branntwein vom modrigem Geſchmack zu befreien— den er aus verdorbenem Getreide an ſich gezogen, oder ihn von Hydrokyanſäure oder Fuſelöl zu reinigen, ertheilt dem Oeſtillate einen ſehr unangenehmen Geſchmack und Geruch.(Schnaubert.) geit gebide Khnlchen( fann man! nehmen.( entiuſel we Durch eitten F. eubremnt duch werden, b doh fich zermaleners Unſtitens vetbeſert chen. Aan! Durd man 100 8 Pfund gui dis Miſh Ott ſtehen von dem i ſchmeckt ſen wärmen U branntwei und läͤßt vortreffli Ende vokeinte dan Fran⸗ Dartt(iw 5 ſoth K di erſten Wranntwe llöſt) u ſett zule ſtadt.) b Mtene 9 3 ud Ä ſcheidng, Iranntten n in. Siche g,; un wieden untwein! 8 ure, rir irt un I Ohf 9 Quatt al.. ntwein, ſann enge Paſer, ottaſche in dnt chten Braum :8 Sal, 1 e Zwiebeln,ſe Loth Huli h's Hülfßut Geſhnakr gen, vem lkerde deſtln dem Franin etwas 0 nüberzieſt.- ſchmack dedn peterſäuten. fel des Kuüt cnat nih jes eaden eſchmac gh üt der Ih Geſchmattu 1. zoge en, Oder ſhn! that vn d 4 d.(Etrau annii 289 geiſt gebildet wird, und er hat einen dem der Borsdorfer⸗Aepfel ähnlichen Geruch. Auf 1 Berl. Quart(— 0,792 Wien. Maß) kann man 1 Quent. Salpeterſänie und ½ Quent. Schwefelſäure nehmen. Gut iſt es, wenn der Branntwein vorher mit Kohle entfuſelt wat. Durch Gärbeſtoff. Branntwein, der lange auf einem neuen eichenen Faſſe gelegen hat, kommt in Farbe und Geruch dem Franzbranntwein nahe. Durch Kohlen und Reiß kann die Aehnlichkeit bewirkt werden, wenn man zu einem Maß gewöhnlichem Branntwein 7 Loth friſch geglühte und gepulverte Holzkohlen und 9 Loth halb zermahlenen Reiß ſetzt; damit ungefähr 14 Tage bei täglich häufigem Umſchütteln ſtehen läßt und damit filtrirt.— Er iſt dann ſehr verbeſſert, und dem Franzbranntwein ähnlich.(Gratſchef in Crells Annal 1794. B. II. S. 233.) Durch Kohle und Eſſig eſhieht die Verbeſſerung, wenn man 100 Maß Branntwein mit 10 Maß gutem Eſſig und 12—15 Pfund gut ausgeglühten Holzkohlen(gröblich geſtoßen) vermengt, die Miſchung gut umrührt, 3—4 Wochen an einem mäßig warmen Ort ſtehen läßt, dann durch ein Wollentuch filtrirt, und 350 Maß von dem Branntwein überzieht.— Der überzogene Branntwein ſchmeckt ſehr angenehm; man vermiſcht ihn mit 26 Maß reinem warmen Brunnenwaſſer, ſetzt 5— 8 Maß guten weißen Franz⸗ branntwein zu, färbt die Miſchung mit gebranntem Zucker gelb— und läßt ſie einige Monate auf einem Faß liegen. Man erhaͤlt vortrefflichen Franzbranntwein.(Döbereiner.) Endlich gewöhnliche Branntwein auch durch die vereinte Wirkung von Kohle, Schwefelſäure und Eſſig dem Franzbranntwein ähnlich gemacht werden. Auf das Berliner Quart(im Umfang von 2 1½ Pfd. Waſſer) Branntwein, ſetzt man 5 Loth Kohlenpulver, läßt ihn damit 5 Tage liegen, und rüttelt die erſten vier oft um, zapft dann den mandelartig riechenden Branntwein ab, miſcht zu ihm 3 Quent. Salpeter(im Waſſer auf— gelöſt) und 1 Loth Vitriolöl(Schwefelſäure), deſtillirt ihn dann, ſetzt zuletzt 1 Quent. Eſſigäther und 1 Loth Zucker zu.(Hermb⸗ ſtädt.) chem. kann der §. 31. Nebenerzeugniſſe der Weingährung und Oeſtillation der Kartoffeln und deren Benützung. Zu den Erzeugniſſen(Produkten) der Weingährung und De⸗ 19 290 ſtillation gehört nebſt dem Weingeiſte noch das Fuſelsl, und, wie Berzelius behauptet unter gewiſſen Umſtänden, ein eigen⸗ thümlicher, der Blauſäure ähnlicher Stoffz; bei nicht ge⸗ hörig geleiteter Gährung der Maiſche auch Eſſigſäure. Das Fuſelol kann als ein Gemmiſſch eines brenzlich fetten und ätheriſchen Oels angeſehen werden, daß ſich bei ſchlecht ge— leiteter Gährung der Maiſche und deren Deſtillation erzeugt*).— Es ſondert ſich im konzentrirten Zuſtande entweder in der Vorlage und in andern mit dieſer in Verbindung ſtehenden Vorrichtungen ab, und nimmt noch gewiſſe Subſtanzen auf; es hat ein grau— liches, grünliches oder braunes Anſehen und einen ausgezeichnet ſtarken eigenthümlichen Geruch, den man Fuſel nenut. Die Unterſuchungen von Göbel, Brandes u. a. Che⸗ mikern beſtätigen, daß das Fuſelöl durch die Zerſetzung des in der Schale der Kartoffeln(größten Theils?) und in den Hüllen der Stärkemehlkörner, wie Payen und Penſor gezeigt, lie— genden fetten Oels, bei einer, die Südhitze des Waſſers über— ſteigenden Temperatur, entſtehe; die Erfahrung lehrte aber auch, daß ſich geringe Antheile von Fuſelöl ſchon bei einer niedern Tem— peratur erzeugen können, dieß namentlich bei der Darſtellung des Kartoffelbranntweins, die mit Hülfe des Dampfperfahrens voll— bracht wurde. Weil die Kartoffeln nie für ſich, ſondern nothwendig mit den Zuſatze von mehr oder weniger Getreide zum Brennen ver— wendet werden, ſo iſt auch die Bildung des Fuſelöls zum Theil von der Gegenwart der Getreidearten abzuleiten, und da ferner die Getreide, außer den bekannten Beſtandtheilen: wie Stärk— mehl, Gummi, Eiweiß, Kleber und Zuckerſtoff, unter abweichenden Verhältniſſen ein fettes und ätheriſches Oel in viel großerem Maße, als die Kartoffeln beſitzen, wovon erſteres vorzuͤglich im Keime, letzteres in der Hülſe enthalten iſt, ſo müſſen auch dieſe Getreideöle nothwendig auf die Quantität und Qualitaͤt des bei der Darſtellung des Kartoffelbranntweins erzeugten Fuſelöles ent— ſcheidenden Einfluß nehmen und deſſen Beſchaffenheit mit bedingen. Göbel und Luͤdersdorf machten darauf aufmerkſam, daß *) Auch der Branntwein aus Treſtern und Weintrauben erhält durch ein ähnliches Oel einen unangenehmen Geſchmack, und Moſt, der nicht über den Hülſen der Beeren gohr, gibt daher beſſern Branntwein, als der, welcher mit den Beeren gohr.(Handb. für Fabrik B. VII. N. 410.) das vwſl ede des mengte itte Meinung bo De Bi tatt. ¹) Wenn brenn ſtillat Fuſel gohrn nittel Fuſele fette Siedt wand 1) Weit Kei ſod -) Fer öl Ger nach Jewonnen Deſillatie eigenen f Un nſände, 8 Stoff;— h E -. h eines brenaeg daß ſih l e eſtillation di ſtehenden Uun auf; es hi g ind einen ai Fuſel nenut Brandes 1 die Jerjezu *) und in Penſor o he des Vaſas rung lehrte bei einer na dern nottten de zum Srm b Füſelö 3 10 eitten, und of dtheilen: vi? ff, unter üre el in dil gi rſteres borzlo ſo müſen un d Qualtt eugten d Fuſelbe fenheit mit uf aufnerlin, trubem ufl 8 iſchmac, ind d „gitt dafe goht.(an' d h Eſſigſtun das Fuſelöl durch ſeinen fettartigen Antheil ſehr leicht Metall— oxide des Deſtillationsapparates aufnimmt, wähnend das beige⸗ mengte ätheriſche Oel den eigenthümlichen Fuſelgeruch nach ihrer Meinung von ſich gibt. Die Bildung des Fuſelöles findet im höhern Grade dann ſtatt: a) Wenn die Maiſche bei den Luttern(eigent lich Läutern) an- brennt, folglich eines ſchlecht geleiteten, tumultuariſchen De— ſtillationsprozeſſes wegen erzeugt wird; bedeutend weniger Fuſelöl entwickelt ſich dagegen, wenn man uns der ge⸗ gohrnen Maiſche den Branntwein durch die Deſtillation mittelſt Waſſerdampfe abſcheidet. Die größere Menge von Füſelöl erzeugt ſich nur bei höherer Temperatur, indem das fette Kartoffel- wie das Getreideöl bei der überſteigenden Siedhitze des Waſſers, mithin bei 80° K in Fuſelöl ver⸗ wandelt wird. Weil das fette Oel vorzüglich in der Schale enthalten ſein ſoll, ſo ſondert ſich aus ungeſchälten Kartoffeln weniger, aus geſchälten mehr fuſelfreier Branntwein ab. c) Da der größere Gehalt des Branntweins an Fuſelöl, zum Theil dem Zuſatze der Getreidearten zuzumeſſen iſt, ſo muß verhältnißmäßig dann auch mehr, deſſen hierin enthalten ſein, wenn dieſe nur im rohen Zuſtande mit Kartoffeln in Ver— bindung gekommen waren, indem durch das Malzen der Keim, als Hülle des fetten Getreideöls ſich verändert, und ſodann fortgeſchafft wird. Ferner haben Verſuche gelehrt, daß die Bildung des Fuſel— öͤls hauptſächlich von der Deſtillation der r Maiſche in kupfernen Geräthſchaften abhängig iſt, und daß dieſes Metall einen mächtigen Einfluß auf dieſe Umänderung des fetten Getreide— wie Kartoffelöls ausübt; daher auch aus gläſernen Appa— raten ein völlig reines Produkt erzielt werden kann.(S. Witting a. a. O. S. 6.) (Mehreres ſ. S. 76 u. 293.) Was den Blauſäuregehalt des Kartoffelbranntweins be⸗ b. — — — — ₰ trifft, darüber ſagt Berzelius in ſeinem Lehrbuche der Chemie B. III. S. 967 Folgendes: Wird der Branntwein aus Kartoffeln gewonnen, die zu verderben angefangen, ſo ſchwärzt ſich bei der Deſtillation die Blaſe inwendig, und der Branntwein erhält einen eigenen fluͤchtigen Stoff, welcher, wenn man an erwärmtem Brannt⸗ 19* 292 wein riecht, Auge und Naſe reizt, und gerade wie eine Auflöſung von Cyangas in Alkohol riecht. Ob die Blauſäure,»wie Hermbſtädt behauptet« in den erfrornen Kartoffeln ſich vorfindet, iſt immer noch zweifelhaft, und eben ſo fraglich iſt es: ob der Kartoffelbranntwein— wenn er nicht über Kirſchkerne u. dgl. abgezogen wurde— ohne derlei Zu⸗ ſätzen Spuren von Blauſäure darbieten könne oder nicht, möge ſie nun Edukt oder Produkt ſein. Es liegt außer allem Zweifel, daß der mit Kohle entfuſelte Branntwein, oft einen mandelartigen Geruch und Geſchmack er— hält, welches man von entſtandener Blauſäure herleiten wollte; indem bei der Deſtillation desſelben über(thieriſche) Kohle, Spuren davon durch Letzter, dem Deſtillate mitgetheilt werden können. Doch war es ungeachtet aller Nachforſchungen von Hünefeld, Göbel und Witting, nicht gelungen, die Gegenwart des Cyans unter letztern Umſtänden im Kartoffelbranntwein nachzuweiſen. Joß will in dem mit Kohle behandelten Branntwein Parafin enthalten wiſſen. 2 Daß die Säure, die ſich bei der ſauren Gährung der Maiſche bildet, als Nebenerzeugniß bei der Deſtillation mit dem Weingeiſt übergeht und lhm einen ätherartigen, ſäuerlichen Geſchmack er— theilt, auch Eſſigſäure ſein könne, iſt gewiß. Letztere iſt vor— züglich deswegen ſchädlich, weil ſie zugleich das Kupfer der Deſtillir— blaſe angreift, und mit demſelben Grünſpan bildet; wenigſtens ertheilt ſie dann dem Lutter giftige Eigenſchaften. Auch geht etwas davon mit dem Branntwein über, macht dieſen unangenehm ſcharf, und gibt ihm giftige Eigenſchaften. Dieß zu verhindern, ſind mannig⸗ faltige Hülfen bekannt*). Die Branntweinbrenner ſuchen ge— *) Die Mittel, eine etwa eingetretene Säuerung zu entfer⸗ nen, ſind folgende: Iſt die Säure vor der Gährung in der Flüſſigkeit, welche Branntwein liefern ſoll, ſo ſättigt man ſie durch Kalkerde, oder beſſer durch einen geringen Zuſatz von Kali oder kohlenſnurem Na— tron; entſteht ſie erſt während der Gä hrung, ſo ſucht man ihre Entſtehung zu verhindern durch Verhinderung des Luftzutritts und durch Körper, welche die Eſſiggährung hemmen. Gleichartig— keit und vollkommene Miſchung der gährenden Flüſſigkeit trägt auch hierzu bei. Man hängt in die Flüſſgkeit, ehe man ſie in Gährung bringt, klein geſchlagenen Marmor, K reide, oder andere Kalkſteine, die leicht mit Säuren brauſen, und nimmt ſie wieder heraus, wenn wähnlih den eewützhafte: J. dgl. zu be Vont der dukte iſtw ſtiſten nac gelletan' größerer N (Mehreres toffeln.) Andeutun d ufel ls, gehaltes! In wi der Metall entdecken i in Anwend Uiber tein und gſeinen an man f den g ſam, M Bran ühlich ac SAi den? Sali jedoc man ſalls ſioke beföl d die beſte ſetes kohle 293 9p. elaͤde wiee iheg 1 woͤhnlich den unangenehmen Geſchmack der Branntweine durch adt b ehauotte, gewürzhafte Zuſätze, wie z. B. Anis, Fenchel, Wachholderbeeren ſer noch wiiſt u. dgl. zu verdecken. ntwein—nen, Von der Benutzung dieſer abgehandelten Nebenpro⸗ de— ohne n dukte iſt wenig zu ſagen. Faſt einzig nur den ſchädlichen Eigen— önne dder 1n ſchaften nach gekannt, weiß man nur z. B. nach der Angabe Pelletan's, daß das Fuſelöl blos in Fabriken, wo es in der mit gohle, größerer Menge erhalten wird, zur Beleuchtung verwendet werde. uch und aä(Mehreres ſieh. Arzneiliche Benützung und Schädlichkeit der Kar⸗ faur tatin toffeln.) bieriſte) gaß; Andeutungen zur Ermittlung und Nachweiſung des zſetheilt ada Fufelöls, des Solanins, der Blauſäure, des Metall⸗ ggen von din gehaltes und anderer Beimengungen im Kartoffel⸗ e Gedeet branntwein. anntwein müan In wie fern das Fuſelöl, das Solanin, die Blauſäure und en Branntwen! der Metallgehalt durch chemiſche Hülfsmittel im Branntwein zu entdecken iſt, müſſen nachſtehende Mittel und Verfahrungsarten er Gährung in Anwendung gebracht werden. tihn mi daß Uiber die Anweſenheit des Fuſelöls in dem Brannt erlichen Geint wein und dem daraus gezogenen Weingeiſte kaun man im Allge— eaths th meinen annehmen, daß der Geruch und Geſchmack ſchneller und ewiß. Lebke 3 Kupfer derd Kü asſede man findet, daß der größte Theil der Säure geſättigt iſt.(Nach 1 dem Handb. f. Fabriken, B. VI. S. 245, iſt es jedoch ſelten rath— aften. Audhgt ſam, alle Säure zu ſättigen.) en unangenete Man erhält ſo aus ſüßen Flüſſigkeiten, die viel Säure haben, guten Branntwein. Bei ber Rumbereitung in Weſtindien iſt dieß Mittel üblich; da der Zuckerrohrſaft viel Säure enthält.— Statt Kalk kann auch jedes Kali gebraucht werden; jener iſt aber wohlfeiler. Bildet ſich die Säure während der Gährung, ſo hindere man den Zutritt der Luft. Endlich gebraucht man gährungshemmende Salze. Man ſetzt etwas Kochſalz zu der gährenden Flüſſigkeit, der glüſſoka jedoch nicht viel, weil ſonſt die Weingährung gehemmt wird. Oder an bildet; vn rhindern, ſidee einbrenner iit auerung zu durch Kakn man ſetzt etwas kohlenſauren Kalk(Kreide) hinzu.— Glauberſalz der kohlenſten 1 Pfd. auf den Dresd. Scheffel— 1.744 Wien. Metz.) wirdeben⸗ grung, ſ it ſalls empfohlen.— Hierdurch wird auch das Klarwerden der Flüſ— ) g, ſe ſa 4 ſigkeit oder die Abſcheidung der ſchleimigen Theile und der Hefe befördert.(Leuch's Haus⸗ und Hülfsbuch J. 1829.) Da die Kartoffeln leicht in ſaure Gährung übergehen, ſo iſt es nöthig, „4(Aif derung des Aſn” hemmen.(l Kölüſſtii die Gährſtanden öfters zu entſäuern, wozu Apoth. Ducke als das vr Güun d beſte und wohlfeilſte Mittel das Kalkhydrat empfiehlt, welches aber 0 17 bin jedesmal friſch bereitet ſein muß, weil es an der Luft zu bald zu anderr Fe, kohlenſauren Kalk verwandelt wird, und ſo ſeine Wirkung verliert. pfeder ſeraut” 292 ſicherer als chemiſche Reagentien, entſcheiden. Auch iſt es er— wieſen, daß chon geringe Mengen des Fuſelöls m Kartoffel⸗ 4 9 branntwein den eigenthümlichen Geruch und Geſchmack herbei zu führen vermögen, deren unangenehme Einwirkung bei manchen Perſonen Ekel, Eingenommenheit des Kopfes u. dgl. bewirken kann.— Man ſetzt etwas von der zu unterſuchenden Flüſſigkeit in ein Glas warmes Waſſer und rüttelt die Miſchung durch ein— ander; der ſpecifiſche Geruch wird nun hervorſtechend, während er früher mehr verſteckt war. Durch Vermengung der Flüſſigkeit mit kaltem Waſſer wird dieſer Geruch bei Weitem weniger be— merkbar. Auch wird der Fuſelgeruch mehr hervortreten, wenn man ſolchen Branntwein im offenen Gefäße der atmoſphäriſchen Luft einige Zeit ausſetzt; oder wenn man einige Tropfen davon zwiſchen flachen Händen reibt. „»Nach Göbel und Wittingæ charakteriſirt ſich aber ein nicht mit chemiſchen Hulfsmitteln gereinigter Kartoffelbranntwein, und wenn eine wirkliche Zerſtörung des Fuſelöls in ihm nicht Statt fand, in der Regel noch dadurch, daß bei einer Verſeifung mit Aetzkalilauge, Verdunſtung der Flüſſigkeit bis etwa auf 16 des Volumens herab, unter Zuſatz von etwas Schwefelſäure(zur Uiberſättigung des Kaligehaltes) nach dem Erwärmen ein eigen— thümlicher, meiſtens durchdringender Fuſelgeruch entwickelt wird.— Dieſes deutliche Unterſcheidungszeichen des fuſelhaltigen Brannt— weins wird auch bemerkt, wenn man zu etwa 4 Loth Brannt— wein 6 Gran Aetzkali unter Umſchütteln zuſetzt, und die Flüſſig— keit in einer porzellanenen, über Kohlen ſtehenden Schale bis zu 1 ½ Quent. verdunſtet, ſodann den Rückſtand in einem Gläscheu mit einer gleichen Quantität verdünnter Schwefelſäure durch aber— maliges Umſchutteln vermengt; wo bei dem Oeffnen des Glaſes ſogleich der Geruch des Fuſelöls hervortritt. Die mit Hülfe von etwas ſalpeterſaurem Silberoxyd, ſo wie auch durch die Ammoniakſilber-Verbindung angeſtellten Unterſu— chungen zeigten ſich darin übereinſtimmend, daſt ſie durch eine, den Verhältniſſeu nach ſchneller oder etwas ſpäter erfolgende braune Färbung(beſonders unter Mitwirkung des Sonnenlichts) die Gegen— wart der Fuſelöls andeuteten. Doch iſt»wie Witting bemerkt« dieſe Probe nicht ſicher, indem auch andere organiſche Beimen⸗ gungen, wie z. B. ätheriſche Oele, ähnliche Erſcheinungen her— vorbringen. . Eben doß die bet ſih ans der kann; d5 ſnitn the den Brann d8 Getrei In de fiſeldls gel ritgaen Me füſelöl pe gein aus hgeſchied ſmnem abe zeugt 9 der durc Pitting Ale wein nich der Kart f in der e dier nich der in höchſt ſhelche algeleit di ſche ſhe dartfe Whhtoch 295 den Auch i, däſelils 1 be ecmak eta bei manchen 1 . bewirfen in. uchenden düſßt Miſczun n ervorſtechend, nengung der zu Eben ſo äußert ſich ein mit Getreidefuſelol geſchwängerter Branntwein damit übereinſtimmend; wobei nur zu bemerken iſt, daß die Getreide mehr von einem fetten Oele beſitzen, folglich ſich aus denſelben mehr Fuſelöl als aus den Kartoffeln entwickeln kann; das Fuſelöl der Kartoffeln mit ſeinen hervorſtechenden Eigen⸗ ſchaften theilt dieſe aber ſchon bei einer weit geringeren Menge dem Branntwein vielmehr mit, als dieſes eine gleiche Quantität des Getreidefuſelöls zu bewirken im Stande wäre. Zn den Unterſcheidungszeichen des Kartoffel⸗ und Getreide— fuſelöls gehört: daß jenes der Kartoffeln ſchon in einer weit ge— ringarn Menge den Kartoffelbranntwein unangenehme Eigenſchaften ertheilt, wie dieß gegentheilig mit einer gleichen Menge des Getreidefuſelöles nicht der Fall ſein duͤrfte. Auch fand Witting einen Unterſchied bei der Behandlung des Fuſeloͤls mit Aetzkali⸗ flüſſigkeit(oder Seifenſiederlauge) und Schwefelſäure darin, daß 1 das Kartoſſelfuſelol bei gleichen Verhältniſſen wie das Getreide— Krnifelnm fuſelöl penetranter hervortritt. Iſt endlich der Kartoffelbrannt— Guſelöls in wein aus der gegohrnen Maiſche durch die gewoͤhnliche Deſtillation n; ſo zeigt ſich der Fuſelgeruch auffallend, bei Weiten deni vortreten, dyn r atmoſobirſte Tropfen dauen kteriſitt ſch an 3 o; oerer lhn C: jbei einer Ui abgeſchieden worde d eit bis en jenem aber, der durch Erwärmung der Maiſche mittels Dämpfen as Schveflin erzeugt geworden, erſt durch Vermengung mit heißem Waſſer, Erwarman ij oder durch Reaktion mit Kali und Schwefelſäure.(Mehr ſ. uch entwitt Witting a. a. O.) fuſelhalign Allen Unterſuchungen nach iſt das Solanin im Brannt⸗ wa 4 dot wein nicht nachzuweiſen; ſelbſt dann nicht, wenn man die Keime est, und n der Kartoffeln zu deſſen Bereitung mit verwendete; indem dieſe enden Sßte Subſtanz durch die Siedhitze des Waſſers nicht zu verflüchtigen din ein di iſt, und erſt bei einer weit höhern Temperatur zerlegt wird. efelſaure duh Mithin kann das Solanin nicht im Branntwein ſelbſt, ſondern nur Ddeffnen d in der Schlämpe vorhanden angenommen werden. Doch darf man hier nicht unerwogen laſſen, daß das Deſtillat keimender, wie jenes Sübberornd, der in Verderbniß übergegangenen ungeſchälten Kartoffeln, einen ngeſtelten li höchſt penetranten Geruch und eine eigenthümliche Schärfe beſitzt, aſt ſie drt welche Eigenſchaften von einem eigenen flüchtigen Stoffe werfolgendene abgeleitet werden müſſen. niite denn Die Frage: von welcher Art und Weſenheit der eigenthüm— itting hei liche ſcharfe Stoff ſei, der unter beſtimmten Umſtänden in den rgetih Ie Kartoffelbranntwein übergeht, bleibt zu beantworten. Daß die eicheinuge Phytochemiker dieſen Gegenſtand von nicht geringer Wichtigkeit 296 und hohem Intereſſe einer baldigen, genauen Unterſuchung würdigen möchten, iſt ſehr zu wünſchen. Um die Gegenwart der Blauſäure unwiderlegbar nachzu⸗ weiſen, iſt es nothwendig, einen wirklichen Niederſchlag von Ber— linerblau zu erhalten, der ſich auch bei verdünnten blauſäurehaltigen Flüſſigkeiten nach der Reaktion binnen längerer Zeit zeigt. Um ſicherer zu gehen, muß eine größere Menge des Branntweins einer wiederholten Deſtillation unterworfen, und die zuerſt über— gehende Flüſſigkeit mit möglichſter Sorgfalt auf Blauſäure ge— prüft werden. Zu dieſem Zwecke verdient nach Witting folgende Methode den Vorzug. Verſetzt man den zu prüfenden Branntwein mit etwas Aetzkali und fuͤgt dann tropfenweiſe von einer Löſung des ſchwefelſauren Eiſenoxid-Oxiduls(reinen Eiſenvitriol, der im gelöſten Zuſtande einigeZeit der Luft ausgeſetzt geweſen), oder Eiſenchlorid— Chlorürs— unter Umrühren hinzu. Die Flüſſigkeit erſcheint dann meiſtens bräunlich gefärbt, wird jedoch, ſobald etwas Salzſäure hinzugefügt ward, aufgehellt, und die eigenthümliche blaue Färbung des gebildeten Berlinerblaus tritt hervor, wenn Blauſäure zu— gegen war. Düflos hat das ſalpeterſaure Silberoxyd(zur Bildung von Cyanſilber) als Reagens empfohlen, wobei Berzeliuz die äußerſte Vorſicht fordert, um ſich nicht ſelbſt zu täuſchen.— Auch Laſſaigne hat eine eigene Methode zur Ermittlung der Blauſäure vorgeſchlagen, die darin beſteht, daß man der Flüſſigkeit etwas Aetzkali zuſetzt und hierauf vorſichtig tropfen— weiſe unter Umrühren einer Löſung vom ſchwefelſauren Kupfer— oxid, wodurch ein Niederſchlag von Cyankupfer(blauſarem Kupfer) entſteht, der durch etwas Salzſäure(nach Berzelins zweckmäßiger durch Eſſigſäure) wieder aufgelöſt wird. Noch ½ 000 Blauſäure wird hiernach angedeutet. Bei der Anwendung der eben angegebenen Methoden hat man jedoch noch manche Vorſichtsmaßregeln zu beobachten. Die Anweſenheit der metalliſchen Beimengungen im Brauntwein ſind mit viel mehr Sicherheit zu entdecken. Als metalliſche Beimengung kommt die des Kupfers am häufigſten vor, und deſſen Gegenwart läßt ſich ohne vielen Schwierig— keiten und mit Sicherheit im Branntwein auf folgende Art leicht ausmitteln. a) Iſt der Kupfergehalt nicht ſehr groß, ſo ſcheidet er ſich mit dem Fuſelöl ab, und bildet eine pulverförmige oder flockige, ſol de eiſige d Anmorid kät ding 29 Unterſuch dung ai—„„... Jni ſchmierige, ſchmutzig grüne Maſſe, die ſich theilweis auf ein wolle⸗ nes Seihtuch abſetzt. Grünlichblau gefärbter Branntwein erregt allerdings den Verdacht eines Kupfergehaltes, dieß um ſo 1nm mehr, je ſchlechter und fuſeliger er riecht und ſchmeckt. b) Legt man eine Blank polirte eiſerne Meſſerklinge in den ugerer zeit verdächtigen Branntwein, ſo wird, im Fall Kupfer hierin ego dos K. nwe vorhanden war, nach mehreren Stunden ani der Oberfläche it auf ui jenes Metalls Hei brauner Uliberau LRinde) ſich zeigen, ah Rittinn Wliher unter dem Polirſtahl die voͤllige Kupferfarbe erhaͤlt. faden nn c) Die untruͤglichſte Probe, ſelbſt bei den geringſten Quan⸗ „annne titäten von Kupfer, iſt, wenn man den wegen eines Kgpfer- von ein läin gehaltes verdächtigen Branntwein, ſo lange etwas Aetzammo— aA r ei niakflüſſigkeit zutröpfelt und damit vermengt, bis ſich letztere en) dder eſi Lſent durch den hervorſtechenden penetranten Geruch erkennen läßt; üſſigkei ertin Gu einer gewiſſen Menge Branntwein, etwa 4 Loth viel⸗ hald etwes 8 leicht 1½— 2 Quentchen.) Im Falle Kupfertheile vor— ümliche llau i handen waren, nimmt die Flüſſigkeit eine ſchöne blaue Fär— „wenn Ilauſ bung an, und nach der Menge des vorhandenen Kupfer⸗ oxyds von Ultramarinblau bis zum Himmelblau; indem ſich ryd Gur ödn eine im Waſſer lösliche Verbindung des Kupfers mit Ammo⸗ ei Berzelum niak bildet.— Nur wenn das Kupfer eine Verbindung mit ſt zu täuſcen Arſenik(Weißkupfer) iſt, läßt es ſich durch Ammoniak nicht hode zur Emt blau färben. ſteht, daß mn d) Wird etwas blauſaures Eiſenkali(Kaliumeiſencyanur) dem Deſtillate zugeſetzt, ſo erzeugt ſich eine bräunliche Färbung, wenn jedes Metall auch nur ſpurweiſe gegenwärtig ſein ſollte.(S. Wittings chem. Unterſ. der Branntweine.) elins zcit Die Gegenwart des Bleies erkennt man ſchon dadurch, daß G einige Tropfen von Hahnemanns Weinprobe, oder geſchwefelter B an Ammoniakflüſſigkeit der, mit etwas Salzſäure angeſäuerten Fluſſig⸗ keit hinzugeſetzt, in letzterer eine bräunliche Färbung oder Nieder⸗ ſchlag bilden. f vorſichig ie hwefelſaure r( blauſaren de in rh Iſt Zinn im Branntwein, ſo wird durch desſelben Behandlung Ieiutig mit Salzſäure ſein Daſein in der Löſung dadurch angedeutet, daß 1 enetn einige Tropfen von Goldlſung(Goldchlorid) eine purpurrothe ds Kir Färbung veranlaſſen.(Mehr ſ. Witting.) eviln Ehne Wäre Zink für ſich(ohne Kupfer- und Bleioxyd) vorhanden, folgende Iin ſo bewirkt etwas Schwefelwaſſerſtoff-Waſſer hinzugeſetzt, einen 1 ungefärbten Niederſchlag, welcher vor dem Lothrohre auf Kohlen ge— „det er ſih 1 1, heide un glüht, ſich in Zinkmetall umwandelt. . oc mige det ——;—;x’::õ——— 298 Die Beimiſchung ſchwefelſaurer Metallſalze gibt ſich durch eſſigſauren Baryt zu erkennen. Alaun wird durch den Zuſatz von aufgelöstem Kali entdeckt Beimiſchungen des gewöhnlichen Branntweins bei der Deſtilla— tion mit ſcharfen Stoffen, z. B. Pfeffer u. a. hitzigen Sub⸗ ſtanzen, wodurch er brennender wird, ſind nicht ſo leicht zu ent⸗ decken; Geübte aber wiſſen dieſen Zuſatz durch den brennenden Geſchmack auf der Zunge und die brennende Empfindung an den Lippen, die er zurückläßt, zu unterſcheiden. Benützung des Kartoffelbranntweins. Nach gehöriger Reinigung von ihrem eigenthümlichen Fuſel— öole ſind ſich die Branntweine gleich, ſie mögen aus Getreide, Kartoffeln oder Zucker bereitet ſein, und eben ſo kann der aus denſelben dargeſtellte Weingeiſt, Alkohol oder Spiritus zu gleichen Zwecken verwandt werden. Wie Prof. Schubarth an die Société d'encouragement in Paris berichtete, hat die Fabrikation des Kartoffelbranntweins in letzterer Zeit, namentlich in Berlin*), bedeutend zugenommen, und über die Erzeugung des Branntweins aus Getreidearten in ſo weit ausgedehntem Maße die Oberhand gewonnen, daß ſich die zu dieſem Zwecke verwendeten Kartoffeln dem Volumen nach, zu dem in früheren Zeiten dazu benützten Getreide wie 14:7 verhalten. Die ſämmtlichen Provinzen des Preußiſchen Staats erzeugen allein in einem Jahre wenigſtens 150 Milli. Quart(1 Quart= 1,145 Liter), wovon ein Theil als Weingeiſt. Rum u. dgl. ausgeführt, ein großer Theil auf Eſſig verwendet und der Reſt getrunken wird. Die Ausfuhr an rektifizirtem Kartoffelbranntwein uͤber Ham— burg nach Frankreich und England iſt nicht unbedeutend, ja nach England wird ſogar künſtlicher Rum verſendet.(S. Bullet. de la Sociét. d'encourag. J. 1810.) In der allengemeinen Zeitung f. d. deutſchen Land- und Hauswirth, 17. Jahrg. 1840, N. 1 p. 8, wird angegeben: daß im J. 1836 in Böhmen aus 170000 pr. Scheffel Getreide und 800000 Sch. Kartoffeln 7800000 Quart Branntwein bereitet wur⸗ *) Die von dieſem Induſtriezweige erhobene Auflage beträgt gegen 5 Millionen Thaler, welche nicht nach dem Oeſtillate, ſondern nach der verwendeten Maiſche entrichtet werden. Die größte Fabrik zahlt ungefähr 50000 Fra. Auflage. 2 nn. Jn Et 262900 Und worden. Kücſtan! die G Schlampe uas ihre d weil dadurch ar Verdün mehreren G ſcwack des „ 6 nan dieſen Gpülicht do a welchen bottih mit dir im Fre ſtumpfung ſo kommt Gatrung d Branntweit Der) ds Eſigs Sehr weinbrenn viehes,(ſe ſchon bei e dwit ver wendet v ſeinen Ee dunnfüſi Stlamve feſſen T 299 Retallſ ſale 1—„.„ un wird dunh. den. In Schleſien ſind im J. 1834 aus 653000 Sch. Getreide 8 und 2629000 Scheffel Kartoffeln 20 Millionen Quart gewonnen utweins heie worden. fer. 1. d. ſhin,§. 32. nicht ſ leiht, durch den t No ſ. de Enpfnug n. Rückſtand der Deſtillation des Kartoffelbranntweins. Die Grundmiſchung und mannigfaltige Beſchaffenheit der Schlämpe oder des Spllicht iſt S. 94. erſichtlich gemacht worden; was ihre Benützung anbelangt, kann ſie„nach Schnau bert,. anntweinz weil dadurch auffallend die Gährung der Maiſche befördert wird, eigentzünltn; zur Verdünnung und Abkühlung letzterer anſtatt des Waſſers aus mögen us mehreren Gründen empfohlen werden, und wenn ja der Wohlge— ſchmack des Branntweins dadurch etwas verlieren ſollte, ſo wendet man dieſen Nachtheil auf eine andere Weiſe ab. Jedoch muß das Spülicht vor dem Gebrauche ſich gut abgeſetzt und abgekühlt haben, zu welchem Zwecke man es aus der Blaſe in einem offenen Klär— bottich mit über einander befindlichen Zapfenlochern fließen läßt, der im Freien ſteht. Rührt man in das klare Spülicht zur Ab⸗ ſtumpfung ſeiner Säure etwas Holzaſche oder gepulverte Kreide, ſo kommt es ins Brauſen und iſt dann beſonders geeignet, die Gährung der Maiſche zu befördern.(Mehr ſ. Vorſchläge zu d. Branntweinbrenn.) oNonts 111999 edeutend zunn aus Getreſden d gewonnen, h dom Nolunen n dem Voluae Vrirahr Der Branntweinſpülicht iſt, wie der Lutter, zur Bereitung Preuzſta des Eſſigs zu verwenden.(S.§. 34.) 150 Mil 2 Sehr vortheilhaft wird die Schlämpe einer Kartoffelbrannt— als Veingi weinbrennerei zur Fütterung des Rind-, Schaf- und Borſten— Eſig verunn viehes,(ſelten aber der Pferde) verwendet; welche Benützungsart ſchon bei einer mäßigen, kleinen Anſtalt dieſer Art nothwendig anutwein ii damit verbunden werden muß, weil ſonſt unmöglich der höchſt nbedeutend, mögliche Gewinn vom Betriebe dieſes Gewerbes erzielt werden .(S. Bülli kann.(Mehr ſ. Fütterung.) Die arzneiliche Benützung der Schlämpe erſcheint im VII. eutſchen boie Abſchnitt. ird angeyebn Die Schlämpe kann auch als Dünger verwendet werden effel Getnd⸗ Hautmann, Oekonomie-Beſitzer von Miſchenried in Baiern, ver— wein bereine wendet von ſeiner Schlämpe nur den dickern Theil und hat in ſeinen Schlämpegruben eine ſolche Vorrichtung angebracht, daß der — teniyt u dünnflüſſige Theil in die Guͤllegrube laufen kann. Wenn man die Ilate, ſoneen Schlämpe durch Stroh oder Häckſel ſeihen läßt, ſo bleiben alle egnßte bathn feſten Theile zurück, und die Schlämpe fließt ganz waſſerhell durch, 300 allein deſſen ungeachtet enthält dieſe Fluͤſſigkeit noch ſo viel Stoffe für die Ernährung dre Pflanzen aufgelöſt, daß ſie wie der ge— faulte Harn ſehr gute Wirkung als Dünger hervorbringt. Die Schlämpe kann entweder wie die Gülle und Jauche im dünn— flüſſigen Zuſtande angewendet werden, oder man verwendet ſie zur Bereitung von Kompoſt. Haindl in Seefeld hat in dieſer Beziehung eine intereſſante Beobachtung gemacht. Er wendete ganz dicke Schlämpe zur Dün— gung einer Wieſe an und fand, daß dieſelbe keine Wirkung her— vorbrachte. Dieſe Schlämpe nämlich war theils konzentrirt, theils überzog ſie den Boden mit einer ſchlüpfrigen Haut, wodurch der Einfluß der Luft auf die Pflanzen ausgeſchloſſen wurde, während ſie als Kompoſtdünger ſicher die trefflichſten Wirkungen hervorbringt. (Dr. Zierl im Contralbl. des landw. Vereins in Baiern. J. 1840, Juli und Auguſt.) G. 33. Bereitung des Weins aus Kartoffeln und dem Stärke⸗ zucker. Daß aus den gewöhnlichen und gefrornen Kartoffeln, wie auch aus Stärkezucker, Wein bereitet werden könne, geben die §§. 20, 23, 28 zu erkennen, wo die verſchiedenen Bereitungs— arten vorgetragen ſind. B. Erzeugniſſe der Eſſiggährung. Unter der ſauern oder Eſſiggährung verſteht man im engern Sinne die Gährung, welche Eſſigſäure erzeugt. Werden wein— artige Flüſſigkeiten in einem offenen Gefäße und einer Temperatur von 20— 300 R von Neuem dem Zutritt der Luft ausgeſetzt, ſo gehen ſie früher oder ſpäter in eine zweite Gährung über, wodurch die Fluͤſſigkeit wieder trübe wird, alle berauſchende Kraft verliert, und in eine Flüſſigkeit umgeändert wird, die man Eſſig nennt. Der Weingeiſt wird bei der Eſſigbildung zerſetzt, während der Sauerſtoff aus der Luft abſorbirt wird. Nach Döbereiner nehmen 100 Gewichtstheile reiner Al— tohol 69 Theile Sauerſtoffgas auf, und bilden damit 110. 66 Theile Eſſigſäure und 58, 33 Theile Waſſer. Nach Liebig nehmen 100 Pfund Alkohl, 69 Sauerſtoff aus der Luft auf und geben 169 Pfund Eſſigſäure, von welchen 1 Unze 424 Gran kohlenſauren Kali ſättigt.— 100 Pfund Al⸗ kohol(— 63 Liter Branntwein von 508 Tralles mit 2230 Pf. güſer ver Unze 30 9 vocherige. die viel Gi in die Eſi zeite Gäl den Obſte eſg.— ſelhen auf wodurc de bereit 1. 2 ſie geftor un verdie üheraus w Ziit die Bier⸗ dde Kartoffel heißem I ghrung! wlhes i 3t verl dch Mo alzuſond von Bre lihe Eſ ga die dautet ſtain un Man re⸗ und 1 dmit 3 i n. , daß ſie 3 ger hers neordi und Jauche n der man der gen Haut, w hloſſen wurd,n Wirkungen gene oro d Vereins in ae in und den ornen Hartfil den könne, ſchiedene en Dn ſ zeugt. Vennt und einer dann der Luft a eite Gährung le berauſcene ,die man Eſt erſeht/ wehe htstheile dene den daunt ll 69 Sauertif oſhel re, vor wel 100 lim les mit 1131 301 Waſſer verdünnt) geben 2400 Pfund Eſſigſäure, von welcher die Unze 30 gran kohlenſauren Kali ſättigt. Alle Flüſſigkeiten, welche Weingeiſt enthalten, und alle Körper, welche der Weingährung fähig ſind, können daher zur Eſſigbereitung Indeſſen gibt es auch Fälle, wo Eſſig aus Körpern ohne vorherige Weingährung gebildet wird. So gehen jene Körper, die viel Gummi, Stärkmehl und Extraktivſtoff enthalten, ſogleich in die Eſſiggährung über. Aus dem Weine entſteht durch zweite Gährung Weineſſig, aus dem Biere der Biereſſig, aus dem Obſte den Obſteſſig und aus den Kartoffeln der Kartoffel— eſſig.— Soll der fertige Eſſig lange lagern, ſo ſetzt man dem— ſelben auf jeden Eimer etwa 0, 208 Wie. Maß Branntwein zu, wodurch derſelbe ſtärker wird. dienen. §. 34. Bereitung, Beſchaffenheit und Benützung des Eſſigs aus Kartoffeln. 1. Die Erzeugung des Eſſigs aus Kartoffeln, beſonders wenn ſie gefroren ſind, iſt eine ſehr vortheilfafte Verwendung derſelben und verdient als ein für den Haushalt ſowohl, als fuͤr Fabriken überaus wichtiger Gegenſtand, deſto mehr Aufmerkſamkeit je kürzere Zeit die Darſtellung desſelben erfordert. Die Bereitung kommt größten Theils mit der Zurichtung zu Bier- oder Branntwein überein, wenigſtens iſt das Kochen der Kartoffeln in Waſſer oder Dampf, Zermalmen, Anrühren mit heißem Waſſer zu einem Brei und Anſtellen mit Hefen zur Wein— gährung vöͤllig dasſelbe. Sobald die Weingährung vorüber iſt, welches in 48— 72 Stunden zu geſchehen pflegt, darf man keine Zeit verlieren, die Maſſe durch Flanell oder einen Spitzbeutel von Molleten laufen zu laſſen, und alle gröberen Theile davon abzuſondern. Die klare Flüſſigkeit wird hierauf mit einem Zuſatz von Branntwein und kochendem Eſſig vermiſcht und in gewöhn— liche Eſſigtöpfe in einer Temperatur von 17⁰ R geſetzt, bis ſie die gehörige Eſſigſchärfe angenommen hat. Der ganze Prozeß dautet etwa 6— 7 Tage. Zuletzt ſetzt man noch etwas Wein⸗ ſtein und Branntwein zu, wodurch er Stärke und Dauer erhält. Man rechnet auf 3 Wien. Eimer Eſſig 3— 4 Maß Branntwein und 11½— 2 Pfund geſtoßenen Weinſtein. Nachdem Beides damit vermiſcht worden, läßt man den Eſſig 6— s Wochen lang 302 im Keller liegen und zieht ihn hierauf auf ein reines Faß klar ab.(S. Putſche's und Bertuch's Monograp.)*). Dieſer Kartoffeleſſig gleicht dem Obſt- u. a. Eſſig, iſt von gutem Geſchmack und in der Haushaltung, bei Gewerben und als Geſundheitsmittel mannigfaltig und vielfältig zu gebrauchen. 2. Gefrorne Kartoffeln geben meyhr Eſſiig als nicht ge— frorne(§. 23). Man läßt ſie in kaltem Waſſer aufthauen, kocht ſie dann mit Dampf, maiſcht ſie mit etwas Gerſtenmalz ein(wo— bei man Wachholderbeeren, Kochſalz, Zwiebeln und Meerrettig zuſetzen kann), miſcht, ſobald der Brei laulich iſt, Hefe darunter, läßt ihn einige Tage gähren, und verfährt wie gewöhnlich.(Leuch's Hausbuch 1829.) 3. Die Bereitung des Kartoffeleſſigs aus dem Stärke⸗ waſſer, nach Jaßnügers Methode, iſt bereits ſchon bei§. 26 vorgekommen. 4. Eſſig aus dem Sauerwaſſer der Stärkefabrikan⸗ ten. Bei Abſcheidung des Stärkmehls aus Kartoffeln(wie aus dem Getreide) bleiben in dem Waſſer viel ſchleimige und ſüße Theile, Extraktivſtoff und Salze zurück. Läßt man dieſes Waſſer ſtehen, ſo wird es ſauer. Es iſt dann Eſſigſäure in demſelben enthalten. Entfernt man das überflüſſige Waſſer durch Gefrieren**), ſo erhält man ihn von ziemlicher Stärke. Man kann dieſen Eſſig zwar nicht zu Speiſen, aber zu verſchiedenen Zwecken in Fabriken gebrauchen. Schütteln mit Kohle entfernt den üblen Geſchmack, den er oft hat.(Hermbſtädt.) 5. Die Bereitung des Eſſigs aus Malzſtärke⸗Syrup *) Die Erzeugung geſchieht auch, wenn man die Kartoffeln in Dampf oder Waſſer kocht, und ſie zu einem Brei anrührt, dann Zucker und ½. Weinſtein zuſetzt, die Miſchung einige Stunden in mäßiger Wärme ſo ſtehen läßt, daß ſie etwas mehr als lauwarm, beinahe heiß iſt, ſie dann abkühlen läßt, ¶ Hefe von weißem Bier zuſetzt, damit in Gährung bringt und die erhaltene weinige Flüſſigkeit zu Eſſig macht.(Leuch.) **α) Um den Eſſig durch Gefrieren ſehr ſtark zu machen, gießt man denſelben in ein flaches Gefäß, oder ſtellt die Tonne halb ge— füllt der Kälte aus. Sind die wäſſerigen Theile gefroren, ſo nimmt man das Eis heraus, oder bohrt, im Falle man ihn im Faß ge— frieren ließ, mit einem glühenden Eiſen durch das Eis, und füllt das, was flüſſig iſt, auf ein neues Faß. Das Gefrorne läßt man bei etwas gelinder Witterung abtropfen, wobei man noch eine ſäuerliche Flüſſigkeit erhält. nach Mur zucker na 5 ſchon vo als die vorl 6 Be M ehr viel Sſehen an diſe Unbild rungänite hrper, ſo jupleih de . De *) da ei Gahre doch ſigkei nachſ 303 f ein renee enagran) nach Murrhard's Methode, ſo wie die aus trockenem Stärke⸗ *), 9.— 1.. zucker nach Döbereiner's Methode iſt im§. 28. II. Nr. 2 u. d nu 5 5. ſchon vorgetragen worden. Dieſe Eſſige ſind ſtärker und ſchöner efäti 1 3 als die vorhergehenden. . 1an 6. Bereitung des Eſſigs aus Branntwein. Mit Vhe hus ſehr viel Waſſer verdünnter Weingeiſt iſt an ſich fäͤhig, beim Ker autun Stehen an der Luft zu Eſſig zu werden. Indeſſen iſt es gut, à Gerſeenn dieſe Umbildung durch Zuſatz von Eſſig oder einem andern Gäh— rungsmittel(Eſſigmutter)*) zu befördern, und einen feſten Körper, ſo wie Zucker zuzuſetzen. Ein ſolcher Zuſatz erſchwert viebeln und Na lich ſt, Hei M ie gewohnlih zugleich das Verdunſten des Weingeiſtes. Die Darſtellung kann: nach folgenden Arten erzielt werden 3 aus den? a) 100 Maß ſtarken Branntweins verdünnt man mit 800— 900 bereits ſcon *) Da eine weingeiſthaltige Flüſſigkeit an ſich zu Eſſig wird, ſo iſt ein er Staäͤrkeft⸗ Gährungsmittel nicht unumgänglich nöthig, aber es beſchleunigt Kartoftt. doch die Eſſigbildung. Man ſetzt es erſt dann zu, wenn die Flüſ— „ ſigkeit die geiſtige Gährung überſtanden hat. Vorzüglich dienen el ſthleine nachſtehende hierzu: kaßt man diſe Starker Eſſig iſt einer der beſten Erreger der Eſſiggährung. ſſigſaure in Er darf zu dieſem Zwecke nicht geſotten ſein. Am vortheilhafteſten ſer durh biin iſt es, wenn man die Gefäße, in denen man gähren laſſen will, öfters mit Eſſig ausbrüht, und dieſen gut ins Holz einziehen läßt. 14 Die Gefäße wirken dann ſelbſt als Eſſigmutter und ziehen keine n Zwecke un fauligen Gerüche an.— Man kann auch verſchiedene Koͤrper öfters den üblen bit(3— 6 Mal) mit ſtarkem Eſſig befeuchten und trocken werden laſſen, z. B. Brod, Weinſtein, geröſtetes Gerſten- oder Erbſenmehl.— Sehr gut iſt es auch, wenn in der Luft der Eſſigkammer Dünſte von Eſſig und Branntwein ſind. Zu dieſem Zwecke hänge man mit Eſſig und Branntwein befeuchtete Lappen in ſie. Hierdurch wird je Kartoftlnän! die Eſſigbildung ſehr beſchleunigt. . Eſſighefe, d. h. die ſchleimige Haut, die ſich gegen das Ende der Eſſiggährung zu Boden ſetzt.— Weinhefe, beſonders die von Weinen, die viel Weinſtein haben. Sauerteig, recht ſaurer, allein, oder mit geröſtetem Erbſen— mehl, Meerrettig(gerieben, geknetet, in Kugeln geformt und im Ofen getrocknet), Roggenbrod, Laab(von Kälbermägen), Kar— toffeln(gekochte).— Roſinenſtengel. Weinkämme, Weinlaub(zerſtoßen), unreife Weintrauben, unreife Brom⸗- oder Johannisbeeren.— 1 Weinſtein, Nußbaumholz, geröſtete Gerſte, geröſte⸗ nan iſn i ter Roggen.— Döbereiner empfiehlt als Eſſigmutter: h das E,1, 1 Pfd. Hefe, 10 Pfd. Honig, 6 Pfo. feingeſtoßenen Weinſtein, 4 Geftorn lä 6 Maß beſten Eſſig, gut zuſammengemiſcht und 3— 4 Tage in die vobei nun ſua Nähe eines geheizten Stubenofens geſtellt. Man kann diſn nrüßrt, dann ige Stundenut als auwarn, n weiben Sir weinige Jt rk zu natn llt die vomeſ ie geftvrin,i 304 Maß Fluß⸗ oder Regenwaſſer, ſetzt die ganze(unten in der Anmerkung von Döbereiner angegebene) Eſſigmutter und noch 15— 20 Maß Eſſig zu, rührt alles unter ein— ander, vertheilt es auf die Gährungsgefäße, und läßt dieſe zu%⅜l gefüllt in einer Wärme von 18— 20⁰° K. ſtehen. Nach wenig Tagen beginnt die ſaure Gährung, und in 2— 3 Wochen hat man guten Eſſig. Dieſen zieht man mittelſt eines Hebers vom Bodenſatz*) ab, füllt ihn auf Fäſſer, und läßt ihn abklären(Döbereiner). b) Man nimmt 100 Maß Branntwein, 1000 Maß Waſſer, 5 Pfd. Stärkezucker(oder andern Zucker), 1 ½ Pfd. kleine Roſinen, 50 Maß Würze und verfährt eben ſo. Iſt der Eſſig gebildet, ſo zieht man die Flüſſigkeit über Buchen— ſpäne ab, wodurch die hefigen Theile ſich zu Boden ſetzen, und der Eſſig hell wird. c) Man gießt in ein Faß eine Ohm guten Eſſig und eine Ohm Branntwein, vermiſcht beide durch Schütteln, gießt ſpäter 3 Ohm ſiedendes Waſſer zu, bedeckt deu Spund mit einem Schieferſteine(ſo lange dieſer feucht bleibt, dauert die Eſſig— gährung), und heizt die Kammer bis auf 13⁰° R. Nach 6 Wochen iſt der Eſſig fertig. Man zieht dann die Hälfte ab, und gießt zu dem übrigen neuerdings ſo viel Brannt— wein und Waſſer.— Läßt mandas Waſſer ganz weg, ſo er— hält man äußerſt ſtarken Eſſig(Kaſtner). Die neuere Methode der Eſſigfabrikation, die ſo genannte Schnell⸗ Eſſigfabrikation, erleidet in den verſchiedenen Fabriken, eben ſo wie die ältere, langſamere Methode, einzelne mehr oder minder wichtige Modifikationen. Ein? Verfahren, welches ſich vorzugsweiſe durch leichte Ausführbarkeit und geringe Koſt— ſpieligkeit empfiehlt, iſt nachſtehendes**). Man nehme nicht zu kleine Wein- oder Branntweinfäſſer, mindeſtens Orhoftſtücke, ſchlage aus denſelben den einen Boden aus, und ſtelle ſie auf ein Lager. Das 5 Snundloi der Fäſſer wird feſt zugemacht, da es nie ge— *) Der Bodenſatz dient als Eſſigmutter, doch muß man ihm Honig und Weinſtein zuſetzen(auf 100 Maß Flüſſigkeit, welche er zu Eſſig machen ſoll, 1 Pfd. Honig, und ½ Pfd. Weinſtein). *m) Es gründet ſich dasſelbe größtentheils auf eine ältere Erfindung Boerhave's— eines der berühmteſten Aerzte und Chemiker des 18. Jahrhunderts— welchem die Ehre der Vaterſchaft der Schuell— Eſſigfabrikation gebührt. * iffnet wit ein Lng zuſt dem gaſſ bohrt man am it. Hähe de ſſel ungfüür ein ac unten nren Reif 3 ſcß mit eind ah gebohrt enn nicht, r mäſteren Stte 1 Fuß wet giſer nach aariärenden nit Spänen t 1 goll brt dt, dß ſig ſw Zu dis pnkauchbar;f ſt ucht, rin aus ſ fü rockenen ri ii lockena iin werde 5 ſe wit he en ee Geruch krocnet w in d Faß ſauert. Ma ſeihen, an pirlch hoh der Eſig, ind darch ubet de dieſe und ſind. Ha hiten de votnehmen Janzeble 395 die aane naian öffnet wird; dicht uͤber dem untern Boden des Faſſes bohrt man riſt alan ein Loch züis Auſahins ointes Zapf fens oder Hahnes, um die in 1 gide a dem Faſſe beſindliche Fluſſtageit ablaſſen zu können; außerdem aeahn bohrt man im Umkreiſe des Faſſes, ungefähr oder 14 von der Sän Höhe desſelben, zu unten an gemeſſen, 4— 6 gleich große, eſe ungefähr einen halben Zoll weite Löcher, etwas ſchräg von oben nach unten zu(an den rheiniſchen Gebinden muß man deshalb einen Reif abſchlagen) und bedeckt endlich das ſo vorgerichtete Faß mit einem hölzernen Deckel, in deſſen Mitte ein zollweites Loch gebohrt worden iſt. Scheut man einen geringen Koſtenauf⸗ füͤllt ihn uffn , 1000 M .—————— ————ÿõÿ——. —— — 8.*, 1 5 1 1 ucka), 1n wand nicht, ſo läßt man ſich vom Bötticher beſondere Fäſſer aus i bben ſ, mehreren Stäben, und zwar cylindriſch, 5— 7 Fuß hoch und 4 lüſſigkeit un 2 ½ Fuß weit machen. Es iſt klar, daß ſich die Anzahl dieſer e ſich zu don Fäſſer nach der Größe derſelben und nach der Quantität des zu V fabricirenden Eſſigs richtet. Die ſo vorbereiteten Fäſſer füllt man ten Eſig w mit Spänen von Buchenholz, welche man von fußlangen, 1— Schütteln, gi 1 ½ Zoll breiten friſchen Klötzen hat hobeln laſſen, und zwar ſo. deu Spundn dick, daß ſie noch lockenartig gekrümmt, aber doch ſehr elaſtiſch Gleibt, dauettu ſind. Zu dünne ſowohl als auch zu dicke Späne ſind gänzlich t auf 131. unbr rauchbar; erſtere zeigen zu wenig Elaſticität, letztere kräuſeln zieht dann di ſich nicht, und beide ſetzen ſich im Faſſe zu feſt. Die Späne dinzs ſe ut müſſen aus friſchem(grünem)? Buchenholze gehobelt werden, weil aus trockenem Holze ſich Späne von der erforderlichen Dicke nicht gaſſer gotz e— es 1 7 mehr lockenartig kräuſeln. Ehe die Späne aber in das Faß ge⸗ nti. geben werden, müſſen ſie in einer reinen Wanne, oder in einem ˖ion, di 4 Faſſe mit heißem Waſſer ſo lange ausgelaugt werden, bis dieß in den wiß ohne Geruch und Geſchmack abläuft; dann aber wieder vollſtändig e Mäixd, getrocknet werden. Die ſo ausgelaugten, getrockneten und locker Ein Verſtin in das Faß geſchütteten Späne werden nun in demſelben ange— t und geint ſäuert. Man bringt nämlich recht ſtarken reinen Eſſig in Glas⸗ Man u einen flaſchen, am beſten durch Einſtellen in heißes Waſſer, auf eine Orhofttitt ziemlich hohe Temperatur, und gießt denſelben über die Späne. elle ſie aufän Der Eſſig, welcher ſich im untern Theil des Faſſes anſammelt, acht, de 4 1 wird durch den Hahn abgelaſſen und von Neuem, am beſten worm, über die Späne gegoſſen, und damit ſo lange fortgefahren, bis muß man 7 dieſe und die Wände des Faſſes vom Eſſig recht durchdrungen keit, valtg ſind. Hat man piele? Fäſſer anzuſäuern, ſo kann man das Er— inſpinh e hitzen des Eſſigs' auch in einem kupfernen oder uͤberzinnten Keſſel eine Hag vornehmen. Dieſer muß dann aber vor dem Einbringen des Eſſigs deanc ganzeblank geſcheuert werden, und man muß den Eſſiig ſofort, 20 306 nachdem er die erforderliche Temperatur von 60⁰°0— 80⁰ R. an⸗ genommen hat, aus demſelben entfernen, durchaus aber nicht in ihm erkalten laſſen. Die eingeſäuerten Fäſſer, welche man 24 Stunden bedeckt ſtehen läßt, damit der Eſſig möglichſt das Holz durchdringt, ſind nun zur Eſſigfabrikation vollkommen geſchickt ge— macht; man ſtellt ſie in eine Stube ſo hoch auf ein Lager, daß man die Flüſſigkeit durch den Hahn bequem in ein darunter ge— ſtelltes Gefaͤß ablaſſen kann; die Stube muß bei ſtrenger Kälte geheizt werden können. Außer dieſen Säuerungsfäſſern müſſen ſich in der Eſſigſtube ein Faß oder mehrere gewöhnliche Fäſſer befinden, in denen die Miſchung zum Eſſig bereitet wird, und welche zur Aufnahme des noch nicht völlig fertigen Eſſigs dienen. Man poperirt nämlich auf folgende Weiſe: In die letztgenannten Fäſſer gibt man die zu ſäuernde Flüſſigkeit, alſo entweder das Gemiſch aus Branntwein, Waſſer, und ſchon fertigem Eſſig, oder aus ſaurem Bier, Waſſer und Branntwein, oder endlich andere Miſchungen, zu denen man jedoch nur 23 des vorgeſchriebenen Branntweins und weit weniger Eſſig genommen hat. Geſetzt, die Fäſſer zur Miſchung wären Orhoftſtücke, ſo müßte z. B. nach dem Verhältniſſe des Gemiſches zur ältern Methode von 6 Thl. Regen⸗ oder Flußwaſſer, 1 Thl. reinem Branntwein von 50⁰ Tralles und 2 Thl. ſchon fertigem guten Branntweineſſig, wenn dieſes Verhältniß unverändert genommen werden ſollte, in die⸗ ſelben gegeben werden: 27 Maß Branntwein, 54 Maß Eſſig und 162 Maß Fluß⸗ und Regenwaſſer. Man beſchickt nun aber dieſe Orhoft⸗ ſtücke mit einem Gemiſch von 22 Maß Branntwein, 10 Maß Eſſig und 10s Maß Waſſer. Die noch fehlenden 11 Maß Branntwein werden dieſer Miſchung erſt ſpäter zugeſetzt. Es iſt hier auch zweckmäßig, das Waſſer, welches zur Miſchung kommt, etwas zu wärmen, etwa auf 26— 280 R., damit die fertige Miſchung un— gefähr eine Temperatur von 24⁰ R. zeigt. Je nach der Größe der Säuerungsfäſſer gießt man alle halbe Stunden 3— 6 Maß dieſer Miſchung recht gleichförmig über die Späne, entweder aus einer Glasflaſche oder aus einem kleinen Eimer, und bedeckt nach jedesmaligem Aufgießen die Fäſſer wieder gut mit den Deckeln, an denen jedoch die oben angeführte zollweite, in der Mitte be— findliche Oeffnung immer offen gehalten werden muß. Iſt auf dieſe Weiſe alle vorräthige Miſchung durch die Späne gegangen, ſo zapft man den flüſſigen Inhalt der Säuerungsfäſſer durch den dazu vorhandenen Hahn ab, und gibt ſie auf die Fäſſer, in wel⸗ — 7 hen die Mit ddes Orhoftt güſſigkeit gt Velen duuchs zuſabe dien die einmal inen ſchwac⸗ turken, dien lſig dar. 4 niichung al ſet man aul Maß durch unß men in enden Eſit ir Kohle e Bei der —— ſein zuzuſet tſigſcurer C deſetten al mnver gleic lige orgen eigenthün *) Tenn weni könne ſolche zeit Aowa tigen gan 307 von 600 1Sp durchaus z chen die Miſchung gemacht worden war, und in welche man auf Fäſſer, n jedes Oxhoft Rauminhalt 8 Maß Branntwein gegeben hat. Dieſe ſ dche d——...—. 1.—.— Eſig rixicſ Flüſſigkeit gibt man nun auf die angegebene Art und Weiſe von meglſchſt de 8-.— 9. volkonne Neuem durch die Späne und nachdem ſie durchgegangen, mit dem dn yſ och af inln Zuſatze die noch fehlenden 3 Maß Branntwein zum dritten Mal. em in iu e Die einmal durch die Säuerungsfäͤſſer gegangene Flüſſigkeit ſtellt nuß be— einen ſchwachen- die zweimal durchgegangene ſchon einen ziemlich Sauerungiiſ ſtarken, die dre mal durchgegangene aber einen vollkommen guten fere Nridi Eſſig dar. I. Wie man auf die hiex gelehrte Art und Weiſe die ſi be Miſchung aus Branntwein und Waſſer in Eſſig verwandelt, ope⸗ 3 di rirt man auch bei der Bereitung des Eſſigs aus Obſtwein(Cyder) und Bier, wobei es aber nur nöthig iſt, die Flüſſigkeit zwei Mal durch die Späne gehen zu laſſen*). 55 eit, alſo ente— alſo nde 7. Die Bereitung des Eſſigs aus Branntweinlutter fertigen bſ n Se J die leßer 3 ferigen i wird durch das nämliche Verfahren wie mit Branntwein bewirkt. in oder endit Der Branntweinlutter muß wenigſtens ſo ſtark ſein, daß 10 ſz des vagſit Maß durch Abziehen 1 Maß guter Branntwein liefern; außerdem enommen dit muß man ihn durch Branntwein verſtärken. Will man reinſchme⸗ ke, ſo nift ckenden Eſſig erhalten, ſo muß er mit gut und friſchausgebrann— n Methode un ter Kohle entfuſelt werden.(S. 286.) Branntveir Bei dem Branntweinſpütlicht iſt es gut, viel Wein⸗ Branntweinſſ ſtein zuzuſetzen, damit er leichter umſchlägt, wenn man ihn zu verden ſolte eſſigſaurer Gährung bringen will. ein, 51 M Beſchaffenheit des Bran ntweineſſigs. Obgleich die kt nun aber diſd reine Eſſigſäure, ſie mag aus dieſer oder jener in Weingährung verſetzten alkoholhältigen Flüſſigkeit gewonnen worden ſein, ſich immer gleich bleibt, nur der Stärke nach verſchieden, iſt es doch nicht der gebräuchliche Eſſig, da er ſtets einige fremde Beſtand— theile aus den Stoffen annimmt, woraus er bereitet wurde. So enthält der Weineſſig neben der Eſſigſäure noch viele Beſtand⸗ theile des Weines, namentlich noch eine andere, aber nicht fluͤch— tige organiſche Säure, die Wein- oder Weinſteinſäure, dann ein eigenthümliches Aroma ꝛc. ꝛc.; der Obſt⸗ oder Cydereſſig, vein, 10 Mißde 11 M dnur zt. Es iſ ſ ung konnt, e fertige Mitu Je noch tunden 3- Spaͤne, eltte ner, und bedett*) Wenn die Späne bei Flüſſigkeiten, welche keine oder doch nur ſehr lt mit den N wenige fremdartige Subſtanzen enthalten, jahrelang benutzt werden können, ehe ſie einer Reinigung bedürfen, ſo überziehen ſich dagegen 7 m n 1 ſolche bei der Fabrikation von Obſt⸗ oder Biereſſig nach einiger den muß. 4 Zeit mit einer ſchleimigen Subſtanz, wovon ſie demnächſt durch je Späͤnt peha Abwaſchen in warmem Waſſer zu befreien und dann auf einem luf⸗ tigen Boden oder beſſer auf einer Darre zum fernern Gebrauche nosfiſer run Ooen e— u k ganz vollſtändig zu trocknen ſind. die Fſer, n 308 nicht flüchtige Aepfelſäure ꝛc. ꝛc.;— der Bier-, Malze oder Getreideeſſig aus gegohrnem Malzauszuge, führt nebſt der Eſſigſäure noch faſt alle Beſtandtheile des Bieres, insbeſondere Phosphorſäure und viel Extraktivſtoff, von welchem der Biereſſig mehr oder weniger gefärbt iſt, und der ihn durchs Schütteln gleich Seifenwaſſer ſchäumend macht;— der Holzeſſig iſt faſt nie von einem flüchtigen, brenzlichen, ſtark riechenden Oele frei, oft zugleich mit Gallusſäure vermiſcht;— der künſtliche Weineſſig, richtiger Branntweineſſig benannt, beſteht aber faſt blos aus Eſſigſäure und Waſſer, beſonders wenn er nach der neuern, ſchnellern Art bereitet worden iſt.(Mehr ſ. ökonomiſch-techn. Flora Böhmens I. B. 2. Abth. S. 306. 317, wo auch die mannigfaltigen Verfälſchungen des Eſſigs und die Mittel, ſie zu erkennen, genau angegeben ſind.) Benützung des Branntweineſſigs. Der verſchiede⸗ nen Eſſige diätetiſche Anwendung bleibt ſich ſo ziemlich gleich; doch verdient der Weineſſig ſeines Wohlgeſchmacks, wie der Cyder⸗ und Malzeſſig der Gedeihlichkeit nach den Vorzug vor allen. Am wenigſten ſchmackhaft iſt der Holzeſſig; der ſchärfſte und eindrin⸗ gendſte in die Verdauungsorgane der Branntweineſſig, daher man ſich auch deſſen— behufs der Benützung zu Speiſen— häufig be— dient, um ihn mit einigen geeigneten Kräutern und Früchten zu digeriren; wie man gewöhnlich den Himbeer- und Eſtragoneſſig zu bereiten pflegt. So wird ein köſtlicher Himbeereſſig von eigenthümlichem Wohlgeruch und Geſchmack und ſchöner rothen Farbe, wenn man auf 1 Pfd. zerquetſchte und einige Tage lang gegohrne Himbeeren 4— 8 Maß des ſtärkſten Eſſigs gießt, und nach 24ſtündiger Digeſtion das Flüſſige von den feſten Theilen mittelſt eines wol— lenen oder leinenen Tuches trennt. Zur Bereitung des Eſtragoneſſigs übergießt man das vor dem Blühen geſammelte Kraut(Dragun, Artemisia dracunculus) mit einer beliebigen Menge Eſſig, und verfährt dann wie bei dem Himbeereſſig. In Frankreich benützt man zur Bereitung der Salate, zum Einmachen u. ſ. w. Eſſige, welche mit einer großen Mannigfaltigkeit von geeigneten Subſtanzen digerirt worden ſind— wodurch die zuſammengeſetzten Eſſige hervorgebracht werden, welche den Wohlgeſchmack der Speiſen ungemein zu erhöhen im Stande ſind. V V zeſentlich ve Doß de zuſſe zumi „TDo] ſerals.(3. dekon, tachn. 1 Hefe 1 die H aurh die(l ſchaum, we . Hon ſhige ſa hümen Geſeh Un mit) ur Erſparu ſeingen, wül ) Man i Jacker und ſiiſhung 2S tt, gibt ſie V 5. 153.) Eine at ſottofeln Hepfenabſud endünnt, 1 Nühung we d zucker ute Dierhe en, bis ſe heil ſo di Nan Kartoffeln von einen obige Vol henutzt.( Daß hut Par nachſtehen de 309 Bier 1 7 Ml—„.„.. näzuge fe Daß der Branntweineſſig ſeiner Reinheit wegen der brauch⸗ e, Ahrt„— 4⁴-„„——— s Bir 1 barſte zum techniſchen Gebrauche ſein muſſe, ſtellt ſich von ſelbſt 84 res 8, ſ heraus.(Mehr über Nützlichkeit und Schädlichkeit des Eſſigs ſiehe on welchen elchem de— er in Oekon. techn. Flora. S. 308— 317.) hn durgs der Holzeſf 19§. 35. ark rietendad Hefe und Sauerteig aus Kartoffeln darzuſtellen. — dop. g 2 2 7 ⸗ dar Die Hefe, an manchen Orten auch Bärme genannt, iſt ein teſſig lenn durch die Gährung aus dem Biere ſich abſcheidender Satz oder er, leſondes Schaum, welcher im großen Grade die Eigenſchaft hat, gährungs— kworden ſt fähige Körper in Gährung zu bringen. Sie unterſcheidet ſich 2. Ath. 6. weſentlich von dem Sauerteig, da ſie dem Brod keinen unange— en des Eſig. nehmen Geſchmack mittheilt. ſind) Um mit einer geringen Menge Hefe im Nothfall, und auch ſſias. d zur Erſparung größerer Koſten, ſehr viel Teig in Gährung zu i, 18 bringen, wird folgende Vorſchrift empfohlen: ſich ſo zieni ſhnafz ni Man zerdruͤckt 1 Pfund gekochte Kartoffeln, ſetzt 4 Loth Zucker und einen Eßlöffel gute Bierhefe zu, und nachdem dieſe Miſchung 24 Stunden lang an einem warmen Orte gegohren hat, gibt ſie eine vortreffliche Hefe zum Bierbrauen.(S. Note M Rp pör z 83 blzllg M untweineſ eſtc)— S. 153.) Spe iſen— ur 9.„.. 1. 1 Eine aͤhnliche Hefe wird erhalten, wenn man einen Metzen ttern und gul— A Kartoffeln abkocht, zerreibt oder zu Brei kocht, mit 6 Quart „( „ Ler⸗ und Lſth Hopfenabſud(zu dem drei Hände Hopfen genommen werden) verdünnt, und dann ½ Maß Weizenmehl einmiſcht. Zu der 72 5— 3 ig von eiſn Miſchung werden 12 Quart junges Bier(am beſten weißes), 2 Loth hen zuh ord. Zucker(Farin), und wenn ſie nur noch milchwarm iſt, 1 Quart m gazeimn gute Bierhefe geſetzt. Man läßt ſie an einem warmen Orte gäh— und Tuß 30 ren, bis ſie ſtark ſchäumt, und hat dann eine Hefe, von der ein en kiteſ Theil ſo viel wirkt, als 1 ½ Thl. Bierhefe. Sie hält ſich lange. Man kann die Miſchung abändern, und auch 1 ¼1 Metze ſigs te Kartoffeln, 14 Maß jungen Broihan oder Weißbier, das Weiße ſhem von einem Ei und 3 Loth Zucker nehmen, im abrigen aber die Eſg, me obige Vorſchrift befolgen. Auch rohe Kartoffeln werden zur Hefe 1. i ſt benutzt.(Mehr. ſ. S. 166.) utkeih lal Daß aus Kartoffeln ein guter Sauerteig ſich machen laſſe, ſen Eſn hat Parmentier und Andere gelehrt; das Verfahren d dabei iſt nachſtehendes: Die Kartoffeln werden gekocht, dann geſchält, und mit einem Wellholze oder Küchenwelger auf einer Küchenſchuſſel zerdrückt. eigneten Slli ewerdin Vohleiril 310 Von dieſer Kartoffelmaſſe,— welche Parmentier Mark nannte— nimmt man 1¹½ und eben ſo viel Stärkmehl, vermiſcht beides mit 4 Unz. warmen Waſſers und ſtellt dieſe Miſchung an einen warmen Ort. Nach 48 Stunden ſetzt man abermals etwas Mark, Stärk⸗ mehl und warmes Waſſer hinzu, ohne die Miſchung in eine nie⸗ dere Temperatur zu bringen, und wiederholt dieſe Zugabe nach 48 Stunden noch ein Mal. Auf dieſe Art erhält man in Zeit von 6 Tagen einen Sauerteig. In kürzerer Zeit, und zwar in 24 Stunden kann der Sauer⸗ teig dargeſtellt werden, wenn man die gekochten, geſchälten und zu Brei gedrückten oder zerriebenen Kartoffeln mit kochendem Waſſer zu einem Teig anrührt, und dieſen hernach durch hinzuge⸗ goſſenes heißes Waſſer ſo dünn macht, daß die Konſiſtenz des— ſelben etwa den gewöhnlichen Bierhefen gleich kommt, und damit keine Klümpchen darin bleiben, das Ganze durch einen Durch— ſchlag rührt. Zu dieſer Maſſe miſcht man, noch ehe ſie erkaltet, auf jedes Pfund 4 Loth Zucker(oder Syrup) und 2 Cöffel voll Bier— hefen, ſtatt ſie an einen warmen Ort, wo ſie ſehr bald in Gäͤh— rung geräth, ſo, daß man gewöhnlich ſchon nach 24 Stunden damit Brod einſäuern kann. Gewöhnlich erhält man aus 1 Pf. gekochter Kartoffeln 2 Pfund Sauerteig, der ſich mehrere Wochen lang aufbewahren läßt. Fünfter Abſehnitt. §. 36. Benützung des Krautes, der Blüthen und Früchte der Kartoffelpflanze. Die erſten Triebe Gunge Schößlinge) nebſt den an ihnen be— findlichen jungen zarten Blättern, fein zerhackt, gehörig auf- und abgeſotten, können allein oder in Verbindung mit andern Kohl— arten verſpeiſt werden, und man erhält ein Zugemüſe, das— wie Einige behaupten— den Spinat an Wohlgeſchmack übertrifft. Bei dieſer Verwendung des Krautes, hat man aber die Vorſicht zu gebrauchen, ſolches vor dem eigentlichen Garſieden gut auf— wallen, d. h. etwas auskochen zu laſſen, das zu dieſem Behufe aufgegoſſene Waſſer— je nachdem ſich die Triebe verhalten— vei bid dei lufwallen 9 ſthmack verlie Das me atvffäblatt zer in Hinſie wöhnlihet 6 Daß di hereit ung den und E 5. V. S. 5 Eine g gan zur Blu geran befind dune, died rine dauerhe pfort in ſtießen mi druerhaft e Shüttgelb ſen worden. töten auch tten der! gene noch: güͤzen. gungomit ſton bewat Reife des lig abzuſch ausgelaugt kronte ur Dungerſt vegetabili ſeiſtet do dieſes ein virthen nen tie M drin nü ung one eine, nals et was Tha je gyf 4 d wiaen pii Stunden kann dr gekochten, git artoffeln nii n hernach du daß die ſonſt gleich konnt, nze durch ein. toch eh ehe ſieettt und 2(öfel ſie ſehe bahi hon nach ue Herhalt mof au er ſih metnn! tt. n und örit ebſt den n d ckt, geh in ng mit andet 1 zugenüſt,n heiei Umn an aber de 1 Garſeder u 5 zu dieſen R” nil betholte 311 zwei bis drei Mal abzuſchütten— friſches zuzugeben und mit dem Aufwallen gehörig fortzufahren, wodurch ſie den widrigen Ge⸗ ſchmack verlieren, genußbarer und beſſer werden.(Oekon. Hefte.) Das mediziniſche Kollegium in Stockholm erklärte, daß die Kartoffelbl aͤtter, gehörig getrocknet, einen Rau chtabak abgeben, der in Dinſicht auf Geruch und Geſchmack den Schweden als ge⸗ wöhnlicher Landtabak dienen könne. Daß die Blätter und Stengel ein Mittel zur Saffian— bereitung abgeben, wird im Almanach der neueſten Erfahrun⸗ gen und Entdeckungen in Wiſſenſchaften, Künſten ꝛc. von Buſch B. V. S. 545, angezeigt. Eine gelbe Farbe wird aus dem Kraute erhalten, wenn man zur Blüthenzeit die Stengel oben abſchneidet und ſammt den daran befindlichen bluͤhenden Spitzen preßt. Leinwand und Wollen— zeuge, die den Saft 48 Stunden lang eingeſogen haben, erhalten eine dauerhafte, ſehr hohe gelbe Farbe. Taucht man dieſe Zeuge ſofort in eine blaue Farbe, ſo werden ſie ſchön grün und ver— ſchießen nicht*). Mit Zinnauflöſung gebeizte Wolle wird dadurch dauerhaft citronengelb— nach Dambourney-— gefärbt. Auch zu Schüttgelb(durch Kalkwaſſer gefällt) iſt dieſer Farbſtoff empfoh⸗ len worden. Daß Stengel und Blätter einiger wenigen Varie— täten auch eine blaue Farbe liefern, iſt bekannt.(Mehr. ſ. Arten der Kartoffeln S. 33, 34.)— Das Kraut läßt ſich übri⸗ gens noch mit Vortheil bei Errichtung von Salpeterhaufen be— nutzen Daß das Kartoffelkraut übrigens auch ein vortreffliches Dün⸗ gungsmittel, namentlich fuͤr Wieſen iſt, dieß hat ſich vielfach ſchon bewährt. Nach der Anweiſung des Prof. Neſtler iſt es vom Reife des Herbſtes getödtet, jedoch in Stengeln noch etwas ſaf— tig abzuſchneiden, und auf nahe Grasplätze zu bringen, wo ſein ausgelaugter Eiweisſtoff den Graswuchs vermehrt(S. deſſen ge— krönte Preisſchrift über Auswahl, Bereitung und Anwendung der Düngerſtoffe. Brünn. J. 1835).— Schwerz ſagt: was der vegetabiliſche Duͤnger als ſolcher unter der Erdkrumme, dasſelbe leiſtet das Kartoffelkraut oberhalb derſelben. Es empfiehlt ſich dieſes einfache Duͤngermittel um ſo mehr, als es kleinen Land⸗ wirthen ohne den geringſten Aufwand bei Verbeſſerung ihrer *) Dieſe Bemerkung ſtammt von einem Chemiker in Kopenhagen, und findet ſich in den Annals of philo. Januar. 1819. 312 Wieſen, Anger und Grasgärten zu einem vorzüglichen Futter vorrath auf die leichteſte Art behülflich iſt.(Schwerz Beſchreib. d. Landwirth. in Nieder-Elſaß. S. 368.) Auch in der landw. Encyklopedie(VII. B. S. 446) wird mitgetheilt, daß man damit Wieſen und Grasplätze ſo dicht als möglich beſtreue. Nachdem dieſes Kraut im Frühjahre völlig aus⸗ gelaugt wieder weggeräumt wird, benutzt man es ſodann noch⸗ mals als Einſtreu in die Rinderſtälle. Ferner bemerkt Prof. Diebel ebenfalls, daß das Kraut ein leicht verwesliches, ſich mit den Exkrementen der Thiere gut ver⸗ bindendes Streumaterial gibt, womit ein ſehr guter gleichfoͤrmi⸗ ger Dünger erzeugt werden kann. Auf viele Verſuche ſich ſtützend, ſchlägt Lapoſtolle vor, die Kartoffelpflanze zur Zeit ihres vollkommen erreichten Wachs— thums zu entblättern, welches ohne Nachtheil für die Wurzeln geſchehen kann, die Blätter zu trocknen und als Brennmate⸗ rial zu verwenden; die Aſche davon gibt viel Pottaſche*). *) Mollerat's Verſuche über die Pottaſchengewinnung aus dem Kartoffelkraute ſind in phyſiologiſcher ſowohl als ökonomiſcher Hinſicht allerdings wichtig. Er fand nämlich, daß die größte Menge Pottaſche unmittelbar vor dem Blühen des Krautes und die geringſte bei der Reife erhalten wird. Es lieferte ein gut beſtelltes und mit einer Art Kartoffeln(der ſogenannten Potate jaune), welche ſich am meiſten vermehrt, angepflanztes Feld von einem Hektare. (2779.98. Wien.. Klafter.) friſche kohlenſ. Wurzel⸗ Trockenes Kraut Pflanze Salz Kali knollen von dem friſchen. Kilogr. Kilogr. Kilogr. Kilogr. Unmittelbar vor dem Blühen 33333 384 212 4300 0. 125 — nach dem Blühen dto. 311 190 16330 dto. 1 Monat ſpäter.... 35700 230 72 30700 mehr am Gewichte im Vergl. m. d. friſchen. 2——.. 22300 205 60 41700. Das auf dem Felde trocken geword ene Kraut gab noch mehr als das vorige im Ver— gleich mit dem friſchen.(Siehe auch S. 102.) Die Salze, welche das Kali begleiteten, wurden nicht unterſucht. Es würde demnach wenig dabei gewonnen ſein, wenn man Kar— toffelkraut auf Pottaſche benützen wollte, weil durch das frühe Ab⸗ ſchneiden das Wachsthum der Knollen ſehr leiden würde, die, wie man ſieht, eben ſo am Gewichte zunehmen, wie Kraut und Salze abnehmen. Mollerat bemerkt noch, daß thieriſcher Dünger die Kartoffelpflanze mehr noch nach dem Kraut treibt, dem Boden bei— gemengter Gyps aber mehr Knollen erzeugt.(Kaſtner's Archiv für die geſam. Naturlehre. B. V, H. 1. S. 125. J. 1825.) Es behau Süthe Ie lberhouut grilhte Ccrehr ſ.5 Kartofflo auch wie einem, in der Indian ein zweites 2— e d — un dieſem Weineſſig Anſätze d Die Vien und Wach rer Blüth Sin Hüthen ſe defe Bl ſetzen der eine beſſe technol. das, wohl brechen de erwieſen Ber dhen ſit ſich nach den und trockenen wie die wenn ſi kerne ha Rnehme Unter d folgende (VI. 3. 6 9 ) Grazplag im Frü datre bt man es ſar n ſehr gute ömmen erren itin. chtheil für d und üdn N” aſchengewinm er ſowo f aſs iie ich, daß die ginl s Krautes undde ein gut beſtlten 0700 me hr or im Vergln 1700. Dasaufie als das botben 2) vurden nicht ſein, wenn ne eil durch d fü elden würde, M. wie Kraut n thieriſcher Dälue reibl, dent z G fners? 05, 3. 805) dhe h 2132 Es behaupten jedoch Einige, daß dieſes Kraut nur während der Blüthe Pottaſche enthalte, in welcher Zeit das Abſchneiden wie üͤberhaupt vor beendigter Vegetation ſehr ſchade, und einen au— genblicklichen Stillſtand im Wachsthum der Erdfrucht verurſache. (Mehr ſ.§ 64. i.) Hier und dort werden die trocknen Stengel der Pflanze zur Unterhaltung einer Kohlenglut verwendet. Benützung der Blüthen. Wer aus allen Theilen der Kartoffelpflanze den möglichſten Nutzen ziehen will, dem bieten ſich auch, wie Einige wollen, die ſo eben aufbrechenden Blüthen zu einem, in der Weſenheit nichts weniger als analogen Surrogate der Indianiſchen Kreſſe(Tropaeolum majus) an, um wie dieſe ein zweites, nämlich einen Stellvertreter der Kapern abzugeben. Die vor ihrer Entfaltung eingeſammelten Knoſpen werden zu dieſem Gebrauche in ſiedendes Waſſer getaucht, dann mit Weineſſig und Gewürzen eingemacht, was wohl mehr die erſten Anſätze der Samenäpfel als die Blüthenknoſpen gelten könnte. Die Bienen beſuchen zwar die Blüthen und holen Stoff zu Honig und Wachs aus ihnen, doch thun ſie dieß nur bei M angel ande— rer Blüthen.(Abhandl. d. Schwediſch. Akad. B. 34. S. 25. 67.) Sinclaire gibt an, entdeckt zu haben, daß man mit den Blüthen ſehr ſchoͤn gelb zu färben im Stande iſt. Das Abpflücken dieſer Blumen hat überdieß noch den Nutzen, daß es das An⸗ ſetzen der Samenkollen unmöglich macht, wodurch die Kartoffeln eine beien e i iin mit erlangen(Bulletin d. sciences technol. 829).— Uibrigens muß hier bemerkt werden, daß das, wogl nur Behufs der reichern Ertragbarkeit empfohlene Ab⸗ brechen der Kartoffelblüthen ſich als nutzlos, und ſelbſt ſchädlich erwieſen hat.(Mehr ſ.§. 64. h.) Benützung der Samenäpfel der Kartoffeln. Die oben ſitzenden grünen Samenfruͤchte des Kartoffelkrautes, welche ſich nach der Blüthe anzuſetzen pflegen, verſpeiſt man in Schwe— den und in manchen Gegenden Frankreichs zum Rindfleiſch oder Krerene Braten, ſtatt Salz- oder Eſſiggurken, indem man ſie wie die Gurken auf beide Arten— mit Salz oder Pfeffer— wenn ſe noch ganz grün ſind und noch keine zu e groben Samen⸗ kerne haben, einmacht. Sie gewähren d dem Gaumen eine ſehr an⸗ genehme Abwechslung, beſonders mit feinem Tafeloöl aufgetragen. Unter der Benennung deutſche Oliven benutzt man ſie auf folgende Art: Man ſammelt ſie, wenn ſie noch grün und hart 314 ſind, pflückt Kelche und Stengel ab, reibt ſie mit einem leinenen Tuche rein und ſauber, legt ſie ſchichtweiſe dicht neben einander mit grünem Dill, Weinranken, Fenchel und Kirſchblättern in ein Faß und übergießt ſie mit kochendem Waſſer, das vorher mit etwas Kochſalz und etwas Eſſig verſetzt wurde. Nachdem man das Faß mit einem Deckel bedeckt und mit Steinen beſchwert hat, läßt man die ſo eingemachten Früchte in Gährung gerathen. Steht das Faß an einem warmen Orte, ſo wird dieſe bald erfolgen; nach vollendeter Gährung muß es aber an einen kühlen Ort gebracht werden.(Allg. Deutſche Gartenzeitung. J. 1839.) Anmerkung. Obſchon Wildenow und A. bemerkten, daß di Samenäpfel ſchädlich ſind, ſo iſt doch nicht zu beſorgen, d unter der Einwirkung des Eſſigs und des Abbrühens, da allerdings hierin enthaltene narkotiſche Prinzip nicht ausge— zogen und zerſtört werden ſollte. Daß dieſe Samenfrüchte übrigens nicht die geringſte Aehnlichkeit mit den Oliven in ihrer Grundmiſchung haben, abgeſehen davon, daß die Körner viel Oel beſitzen, iſt eben ſo gewiß, als höchſt wahrſcheinlich, daß deren Empfehlung als Surrogat der Oelbaumfrüchte größ— tentheils auf einem Mißverſtändniß beruht.(S. auch S. 193.) Die Samenfrüchte ſollen nach Bergius auch zum Brannt— weinbrennen benutzt werden können, und Putſche fuͤhrt gleich— falls an, daß man daraus Branntwein zu ziehen verſucht hat, und es ſehr glaublich iſt, daß ſie mit Nutzen zu dieſem Behufe angewendet werden können, obgleich ein in ſeiner Nähe ange— ſtellter Verſuch nicht den gehofften Erfolg hatte. Die Gährung geht damit viel ſchneller von Statten, muß folglich genauer be— obachtet werden, und ſo wie ſie vollendet iſt, darf man keinen Augenblick mit dem Uiberziehen ſäumen. Auch als Schlichte in der Weberei hat man dieſe Samen⸗ früchte mit größtem Vortheil angewandt. Die Zubereitung zu dieſem Zwecke iſt ganz dieſelbe, wie die der Wurzelknollen, und nach den Verſicherungen der Weber iſt dieſe Beerenſchlichte— beſonders zu den Schleiern— noch glatter und beſſer, als die von den Wurzelknollen oder dem Stärkmehl. Gewiß eine Erfah— rung, welche hohe Aufmerkſamkeit verdient und den Werth dieſer Pflanze noch um Vieles erhöhet! dieh und d Mich, Bu als ſonſt it jedoch die; und nahrht nebſchei ſen Kircj hat, die Kff brennereien 0 dem Rin des gefreſſen vi und vorthif gemein zun welcher daeh ſolche mi fonnen, d währen, n handen iſt Unt.ſt nut almat ſcheres N 2 2145. tem leinenn. en ein Seehſter Abſchnitt. ttern in din“ vorher ni Benützung der Kartoffelknollen, der Kartoffel— en 3 2 E g.„ hea ſtärkefaſern, der K artoffelbranntweinſchlämpe, — wer p— ³₰△̈ C 3 5 2 ſthen z des Kartoffelkrauts und der Samen äpfel, als . Oteht„ 7, tilg Nahrungsmittel für Thiere. kühlen d§. 37. 1839.) Benützung der Wurzelknollen als Nahrungsmittel für en, daßd verſchiedene Thiergattungen. d urgen, di Im Allgemeinen hat ſich die Kartoffelpflanze für alle Haus⸗ hens, d thiere eben ſo gut zur Fütterung wie zur Mäſtung bewährt; ſie icht aust⸗ erleichtert die Ernährung eines größern Winterſtandes von Nutz⸗ vieh und durch deſſen Mäſtung wird eine viel größere Menge amenfrütte 1 Milch, Butter, Käſe, Fleiſch, Fett, Wolle und Leder erzeugt, die Korte als ſonſt möglich wäre. Unter allen Theilen dieſer Pflanze ſind briceilt jedoch die Wurzelknollen für alle Thiergattungen die angenehmſte ächte giſ⸗ und nahrhafteſte Koſt, und das beſte Erſatzmittel des Heues, nebſtbei ſehr ſättigend. hS. 193) Kirchhof war der erſte, der die Möglichkeit nachgewieſen n Brannt⸗. e— ürt alit hat, die Kartoffeln als Viehfutter höher, als in den Branntwein⸗ h⸗..— 19 1 brennereien zu benutzen.— Frentz ſagt: weil die Kartoffeln von dem Rinde wie Schafe und anderem Viehe mit ſehr großer Begierde im Vehufe 3 Ri gefreſſen werden, und richtig angewandt, ſich als ein nahrhaftes lähe ange⸗ Garun und vortheilhaftes Futter bewähren, ſo werden ſie auch faſt all 111 gemein zur Viehfütterung benützt.— Die große Begierde, mit nautt be⸗ welcher das Vieh die Kartoffeln frißt, gewährt den Vortheil, daß an ſeina ſolche mit einer Menge wenig reizenden Futters vermengt werden können, ohne ſo leicht das Freſſen ſolcher Gemengſeln verſagt e Samel⸗ zu ſehen, weßhalb ſie eine herrliche Aushülfe beſonders da ge⸗ eitung zu währen, wo wenig Heu und nur Stroh zur Winterfütterung vor⸗ llen, und handen iſt. hlichte— An die Einführung dieſer Fütterungsart knüpft ſich aber auch —, als di die Warnung vor Uibertreibung, die nirgends nachtheiliger wirkt ne Erfal⸗ als bei allen Neuen. Statt alſo die Thiere von dem bisher ge⸗ tth dieſe wohnten Futter alſogleich auf die bloße ungewohnte oder ent⸗ woͤhnte Kartoffelfuͤtterung überzufuͤhren, begnüge man ſich, ſie nur allmählig an dieſe Frucht zu gewöhnen, und laſſe ferneres ſicheres Weiterſchreiten von Zeit und Umſtänden abhaͤngen. Weil ferner dieſe Fütterung dem Viehe, wie Whiſtling bemerkt, ſo angenehm iſt, daß es bei der Entbehrung derſelben an kein an res Futter zu bringen iſt, ſelbſt das ihm ehedem ſo wohlſchme⸗ de⸗ ckende Heu verſchmäht und etliche Tage, in der Erwartung, Kartoffeln zu bekommen, hungert, wobei es vom Fleiſch und Milch kommt, ſo iſt erforderlich, daß die Kartoffelfütterung eben ſo allmälig aufhöre, wie ſie begonnen, wenn ſie weder Anfangs noch am Ende den Thieren nachtheilig werden ſoll. Bei dieſer Fütterung und Maſtung muß ferner die Beobach⸗ tung der möglichſten Reinlichkeit dem Geſinde empfohlen werden; daher das Reinwaſchen der Kartoffeln, ehe ſie zum Verbrauch und in Anwendung kommen, und das Reinhalten der Futter— geſchirre und Geräthe, ſammt den Futtertrögen in ſtrengſte Auf— ſicht zu nehmen iſt; weil außerdem dem Vieh die Freßluſt ſowohl benommen, als das fernere Gedeihen geſtört wird; auch ſonſt noch viele Unannehmlichkeiten daraus entſtehen. Zum erſten Be— hufe dient ein Bottich mit doppeltem Boden, wie ſolche in den Pottaſchſiedereien gebräuchlich ſind*); zum zweiten: das jedesmalige Ausräumen des liegen gelaſſenen Futters und das Ausbrühen der Krippen von Zeit zu Zeit mit Lauge, ſo wie Waſchungen mit Kalkwaſſer, wenn ſich ein ſäuerlicher Geruch aus iynen entwickelt; wo dagegen ein fauliger, ſaure Waſchungen nothwendig macht. *) Auf dem feſten Boden des Faſſes oder des Bottichs ſind nämlich vier einige Zoll hohe Klötzchen befeſtigt, auf welchen der zweite bewegliche Boden liegt, ſo, daß alſo zwiſchen beiden Boden ein Zwiſchenraum von ein paar Zoll Höhe iſt. Der bewegliche Boden hat kleine ausgebrannte oder auch nur durchgebohrte Löcher. Zwi⸗ ſchen beiden Böden iſt eine Oeffnung ganz nahe am untern feſten Boden mit einem Zapfen in einer Faßtaufe angebracht, und über dem beweglichen Boden befinden ſich noch einige ſolche Oeffnungen. die ebenfalls mit Zapfen verſehen ſind. Man gießt über die in das Faß geſchütteten Kartoffeln ſo viel reines Waſſer, daß ſol— ches 3 Zoll hoch über ſie bis zur nächſten Fütterung zu ſtehen kommt. Soll nun damit geſüttert werden, ſo zieht man zuerſt einen von den obern Zapfen um das Waſſer über den Kar— toffeln abzulaſſen. Iſt dieſes abgefloſſen, ſo wird der unterſte zwiſchen den beiden Böden vefindliche Zapfen gezogen, damit alles Waſſer gänzlich abfließen kann. Dieſe Ordnung beim Ablaſſen des Waſſers iſt ſehr wichtig, weil ſonſt, wenn die Jauche nicht fruher von oben abgelaſſen würde, ſie mit allem Schmutze auf die Kar— toffeln während der Durchſeihung abgeſetzt werden müßte.(Wirthſchaft. Kalender d. ökonom. patriot. Geſell. Böhmens. J. 1837.) — daß die roh die Halfte gevühnlich rt gebel der Kartofft daß bei den fur einen ſo ſtank a lih 30 Pfr baben wünd beu gleih n ( Naume na ggeben, ale Naume nax Hafer. N. auf dem m. Hafer ernt ſeben ſo vit zu bedenke den fünffa beſcet wor erfordert,; ihren Pre preiſes ber in die Au⸗ toffeln der gleih. toffeln 10 Kartoffel Katofeln gleih, de ſreiben 312 diſtling erehen aß Hinſichtlich des Verhältniſſes, in welchem die Nahrungs⸗ theden ſ 8 kraft der Kar td ff eln in B ezug der Viehfütterung zum Heu n ſteht, iſt durch vielfache Verſuche faſt zur Gewißheit dargethan, daß die rohen Kartoffeln als Futtermittel dem Gewichte nach um rfeljttann 3 die Hälfte dem beſten Wieſenheu gleich ſtehen; ſonach nimmt man ſe ded V gewöhnlich an, daß 2 Pfd. Kartoffel n eben ſo viel Nahrung und dl Alſä Kraft geben, als 1 Pfd. Heu. Viele ſetzen aber den Futterwerth der Kartoffeln noch höher an, und behaupten,— wie Thaer— daß bei der Mäſtung täglich 50 Pfd. Kartoffeln nebſt 5 Pfd. Heu für einen großen Maſtochſen hinreichend ſind, und daß er eben ſo ſtark anſetze, als wenn er täglich 35 Pfd. Heu erhielte; folg— „in der Enan von Fleiſh m uß ferner dien, de empfohlen he ſie zun g eeinhatn w lich 3o Pfd. Heu und 50 Pfd. Kartoffeln gleichen Tütte werig ögeu in ſten haben würden. Daß man wenigſtens 1 Scheffel Kartoffel ½ Ctr. eh die fnzltſ Heu gleich ſetzen könne, wobei jedoch 1 Theil der Fütterung aus kört wid; un Heu oder Stroh beſtehen muß, um die Verdauung zu befördern, hen. Zuu ei ſagt Thaer. en, wie ſolhei Ferner wird angenommen, daß 2 Metzen Kartoffeln dem ze wih Raume nach, dem Pferde und Hornvieh reichlich ſo viel Nahrung nd das Auatel geben, als 1 Metzen Hafer, oder was gleichviel iſt, daß dem wie Paſtun Raume nach 2 Strich Kartoffeln eben ſo gut füttern, als 1 Strch, aus ihnen ete Hafer. Nach dieſer Angabe wird demnach auch 1 Strich Feld, nothwendi ne auf dem man im Durchſchnitt nach Abgang des Samens 5 Strich. Hafer erntet, leicht 50 Strich Kartoffeln geben, und da dieſe eben ſo viel Nahrungskraft beſitzen, wie 25 Strich Hafer, ſo iſt zu bedenken, daß derſelbe Acker mit Kartoffeln angebaut, ungefähr den fuͤnffachen Ertrag an Viehfutter gibt, als wenn er mit Hafer Boltichs ſid n zuf welchen d hen beiden bn Der bewegide beſäet worden waͤre; daher wird weniger als die Hälfte des Ackers gebohrte lihn erfordert, um eine gleiche Futtermaſſe zu erzeugen.(Mehreres ſ. nahe an untni Ertrag der Kartoffeln im IX. Abſchnitt.) angettact, m Möge man daher den Werth der gefütterten Kartoffeln nach ige ſolche Difne tan gießt ütl es Waſer, züterung u ihrem Produktionspreiſe, oder nach dem Verhältniß des Hafer⸗ preiſes berechnen; ſo bleibt auf jeden Fall die große Erſparung in die Augen fallend. Endlich rechnet man auch 300 Pfd. Kar⸗ ſo jictt na toffeln dem abſoluten Futterwerth von 50 Pfd. Roggenkörnern zaſer über N gleich. Wenn 1 Scheffel Roggen 82 Pfd. und 1 Scheffel Kar⸗ ; N 5 8 6, ſ 34 2)(S.c. ) wird zum toffeln 100 Pfd. wiegt, ſo ſind dem Maße nach 64% Scheffel gezogen, Wn Kartoffel=— 24 Scheffel Roggen. Von den ſchlechtern Arten der na 99 1g lu Kartoffeln ſind aber nach Einhoff 3 Scheffel 1 Scheffel Roggen he...——. ge auf di e gleich, da man ihnen nicht mehr als 20 pCt. nahrhafter Theile zu⸗ nute 2 mͤßte(Witſti ſchreiben kann. 3 187) 3 318 Mais, Weizen, Hirſe, Erbſen, Linſen, Bohnen und Wicken maͤſten ſchneller als Hafer; Kartoffeln beſſer als Rüben. Jene Hülſenfrüchte ſind die nahrhafteſten unter den Pflanzenpro— dukten, und man kann mit 1 Metzen von denſelben ſo viel als mit 4 Metzen Kartoffeln bewirken. Hoverden gibt den Futterwerth der Kartoffeln nach ſeinen eigenen und fremden Erfahrungen in folgender Uiberſicht als prak— tiſch bewährt an: 100 Pfd. Kartoffeln ſind an Nahrungsſtoff gleich: 50 Pfd. Heu; 42 Pfd. Kleeheu, 18 Pfd. Weizen, 21 Pfd. Roggen, 22 Pfd. Gerſte, 25 Pfd. Hafer, 30 Pfd. Erbſen, 150 Pfd. Runkelrüben, 200 Pfd. Waſſerrüben.(S. Hoverden's Monographie der Kartoffeln.) Wie verſchieden die Beurtheilung der Ernaͤhrungsfähigkeit der Kartoffeln iſt, erhellet aus der Zuſammenſtellung nachſtehen— der Verhältniſſe: So gleichen 100 Pfd. Roggen 648 Pf. Kar⸗ toffeln nach Block, 600 nach Thaer, Andre, Petri und Kle⸗ ber; 510— 600 nach Pabſt; 412 oder 1 Berl. Scheffel Rog⸗ gen= 3,2 Scheffel Kartoffeln nach Kirchhof; 1 Scheffel Rog⸗ gen=— 2 Scheffel 12 Metzen Kartoffeln nach Einhoff. 300 Pfd. guten Wieſenheues ſind gleich 600 Pfd. Kartoffeln nach Thaer, Petri, Pohl, Kleber, Andre und Einhoff;= 510— 600 nach Pabſt;=— 648 nach Block,=— 561 rohen oder 485 geſottenen nach Dombasle. 118 Pfd. Hafer ſind gleich 648 Pfd. Kartoffeln nach Block, 171 Pfd. Hafer= 600 Pfd. Kartoffeln nach Thaer; 133 Pfd. Hafer= 400 Pfd. Kartoffeln nach Andre. Die pCt. der nährenden Theile betragen nach Einigen 16,69; nach Perny und Vauguelin 25; noch Thaer 24, vorausgeſetzt der guten Art; der Roggen 70. (Mehreres ſ. Vergleichungstabellen S. 108— 10.) Bei der Beurtheilung des Futterwerthes muß man aber auch Rückſicht nehmen, welche Art der Kartoffeln, in wel— chem Zuſtande und Zeitpunkte und auf welche Verfahrungsart ſie zur Fütterung und Mäſtung verwandelt werden; weil nicht jede Art bei einem, wie beim andern Vieh gleich vortheilhaft anſchlägt; denn durch Boden, Düngung, Klima, ſind die Kartoffelſorten manchen Veränderungen in ihrer Eigenſchaften unterworfen. So können auch Kartoffeln, ſogar einerlei Art, nach Verſchieden⸗ heit des Bodens, der Jahrszeit, Witterung und Kultur vom gevitnlih der Beſtan Velle eigne ſih di widde Karten ſeuotmen 6' ſvor Allem⸗ nit Hätſel 3 gutſe ferbetit dölen zufäl ſ beſondert Au we duntt igrer! teilen, vohr und dos ſ Frütjaht zu und deren; niihung di fntenſoen? behitt ſie Viehmaſter 8. 11 wie Nonnten de herſhiedene ten Zeit ve ind: teller, ſo ſ ſpfe glec galze zuch inderten G nachzuweiſe ſof), gleie lngere ze deckt und kartoffeln augtigke tet werde ſatt 281 kugt u 6 319 et als Rühe, inter den Pie denſellen ſ Gewöͤhnlichen abweichen und vorzüglich in quantitativer Hinſicht der Beſtandtheile verſchieden ſein.(Siehe S. 54— 59.) Viele Oekonomen glauben, zur Viehmäſtung und Fütterung eigne ſich vorzüglich die Howards- oder Viehkartoffel und die wilde Kartoffel, wegen ihrer großen Ergiebigkeit beſonders in heuarmen Gegenden, als ein herrliches Erſatzmittel des Heues (vor Allem für Rindvieh und Schafe), wenn ſie klein geſtampft mit Haäkſel vermiſcht werden. Ein beſſeres Futter geben aber Kartoffln nh nder Uiberſtt vefde nach Putſche's Urtheil die peruaniſche, die engliſche und die ſp. Weljen, Lerchenkartoffel; ſind zugleich auch ergiebig und verurſachen jene 30 Pf. Ei üblen Zufälle der Viehkartoffel nicht. In Hinſicht des Extrages .(E. Humn iſt beſonders die engliſche Kartoffel am meiſten zu ſchätzen. Auch wird der Nahrungsgehalt der Kartoffeln nach dem Zeit⸗ er Ernährungi punkte ihrer Benuützung bedingt. Unter den nährenden Beſtand⸗ menſtellung ne theilen, wohin hauptſächlich das Stärkmehl, das Eiweiß, Schleim Roggen as und das ſtärkeartige Faſergewebe gehören, und die ſich gegen das dre, Petriu Fruͤhjahr zu vermindern, iſt die größere Menge des Stärkmehls 1 Berl. Sth und deren Verhältniß zu den übrigen Beſtandtheilen der Grund— hofg 1 Siſf miſchung die Hauptſache, welche die Kartoffeln zu einem ziemlich h Einhoffh intenſiven Nahrungsmittel macht; in dieſer Beziehung ſtellt dieſer Gehalt ſie zwiſchen den Getreideſamen und die ſüßen Wurzeln.— Viehmäſter die ihren Vortheil ſuchen, erfahren nach der Angabe S. 174 wie viel Stärkmehl die Kartoffeln in den verſchiedenen Monaten des Jahres enthalten; daher haben dieſe auch einen ganz verſchiedenen Werth, je nachdem ſie früh oder ſpät, oder zur rech— ten Zeit verbraucht werden.(Siehe auch S. 54— 56. Sind 2 Pf. Kartoffeln im Vorwinter 1 Pf. Heu gleich zu ſtellen, ſo ſind ſie im Nachwinter kaum ½ Pf. Heu im Nahrungs⸗ ſtoffe gleich. Boußingault war bemüht, dieſe Behauptung, artoffeln nac! FEinhoff=i . 561 kohen dh artoffeln noh ch Thaer, 3 tragen nit ; mth Thüe welche auch Block ausgeſprochen hat, als gegrundet in der ver— — aͤnderten Grundmiſchung der Kartoffeln, durch chemiſche Analyſe 168- 19)„ nachzuweiſen, und genau zu beſtimmen, wie viel ſie Azot(Stick⸗ twerthesm ſtoff), gleich wenn ſie aus der Erde gehoben und nachdem ſie Kartvfeln 1 längere Zeit in Gruben oder im Sande vor dem Erfrieren be— Verjäftun deckt und geſchützt gelegen, enthielten. So fand er: daß die en; veil fi Kartoffeln durch das Aufbewahren, während dem ſie auch etwas ztheiheſtindn Feuchtigkeit verlieren, ihr Gehalt an Azot um 37— 28 verrin⸗ die tunf gert werde, demnach in der Ausgleichung zu 100 Pf. Heu 410 unterwufn ſtatt 281 der friſchen, erforderlich ſind. Auch glaubt er ſich über⸗ nuch rii zeugt zu haben, daß— was ſchon vielfache Verſuche bewährten— und fular1 200 Pf. Kartoffeln 100 Pf. Heu in der Fütterung der Kühe er⸗ ſetzen können.(S. Recherches etc. p. Boussingault. Annal. d. Chim. T. 67. April 1838.)— Siehe auch S. 111.) Kröte fand, daß die großen Kartoffeln leichter als kleine ſind. Endlich kommt es beim Verfüttern der Kartoffeln auf die künſtlichen Zubereitungen und Verfahrungsarten, und ihre Ver⸗ miſchung mit mancherlei andern nahrhaften Subſtanzen an, um ſie den Thieren wohlſchmeckender und behaglich zu machen. Zum Behufe der Fütterung pflegt man die Wurzelknollen in folgenden Zuſtänden zu verwenden: roh, angebrüht oder gekocht, getrocknet, gedämpft, gedörrt, durch Gaͤh⸗ rung in ſich ſelbſt gedämpft, ausgepreßt, ſo friſch ver⸗ füttert, oder eingelegt, oder getrocknet, auch blos nur geſtampft und mit etwas Salz in Fäſſer geſchlagen. A. Im rohen Zuſtande zur Fütterung verwendet, ſchei⸗ nen die Kartoffeln wegen des großen Waſſergehaltes ſchwerer ver— daulich zu ſein, weil dadurch die kräftige Einwirkung des Magen— ſaftes auf die Stärke u. ſ. w. verhindert wird; auch ſcheint das Solanin die Haupturſache zu ſein, daß die rohen Kartoffeln man— chen Thieren nicht gut bekommen; am wenigſten dann, wenn ſie zu keimen anfangen. Gewöhnlich werden die Kartoffeln, ehe ſie zum Verbrauch und in Anwendung kommen, ſorgſam gewaſchen, zerkleinert, in Scheiben oder Stücke zerſchnitten, welches im Großen durch die Schneidmaſchine geſchieht, wovon man mehrere Erfindungen hat (S. Aufbewahrung). Gleich nach dem Zerſchneiden müſſen ſie ver— füttert werden; denn, wenn ſie eine Zeitlang der atmoſphäriſchen Luft ausgeſetzt gelegen haben, zumal wenn ſie warm geworden ſind, verändern ſich die Schnittflächen ſo, daß ſie einen Geruch annehmen, der den Thieren anekelt und ihnen dies Futter zu⸗ wider macht. Auch ſollen ſie nie allein, ſondern ſtets, am rath— ſamſten, in Verbindung mit Stroh(Häckſel)h, Spreu(Kaff), Heu oder anderem Futter vermiſcht, den Thieren gereicht werden; be— ſonders muß man aber die rohen Viehkartoffeln, ihrer Strenge cherben Geſchmacks) wegen, gehörig vermengt und mit Vorſicht verfüttern. Daß ſie ohne Zuſatz von Stroh die Kauwerkzeuge zu wenig beſchäftigen, bleibt übrigens ſtets noch zu beachten. B. Das Kochen der Kartoffeln geſchieht, wo es an⸗ gewandt wird, im Großen jetzt allgemein in Dämpfen(S. S. 12⁰) 90. III.), wen der gehüri terdaut ſch ſen, und he elche des g teit der Th uerden.—A. halb gar, ode lre Roheit tfeln mehri vhn 3 zu„ Selbſt turden unten ſdlih, ſond an wenigſtent tet Att, rol⸗ ngefault d ufſinen 0. Jn. Ene un 3 geſchnit dzgenthümlich dr Vätzuct kanze Jatt ſe an zutra ſen, ſebſt Das daraus 0 e iann zur ſen und nut 6s iſ neten Kart ſdder Land geweſſenen gerathen u ſten Haust derben vor Getro thentet keinen der liber nnan d aund eln lechte do 5' der Kartifl sarten, und i nSubſt ſtener ch zu macer t man die u oh, angebri ſedorrt, duß gepreßt, ſof ih blos ni ſ feerung verwende ſerge Einuitinn 1 wird; auh ſt e rohen gattfe enigſten dam iß zeti 5 3 im Großer 1d ehrere Erfnae hneiden i niſen. ng der atne ſ in ſie warngg daß ſie einn ihnen die de ndern ſtett u „ Spreu(guf gereich verde ffeln, ihnn 6 ngt und mi 3 oh die Fadber 321 20. III.), weil dadurch nicht allein Feuerung erſpart, ſondern auch der gehörige Grad der Garheit beſſer erreicht wird. Uiberdieß verdaut ſich eine durch Dämpfe vorgerichtete Nahrung am ſchnell— ſten, und hat noch das für ſich, daß ſelbſt jene Arten Kartoffeln, welche des größern Gehalts an Solanin wegen, auf die Geſund— heit der Thiere nachtheilig wirken, dadurch unſchädlich gemacht werden.— Moll ſagt: In den Vosges koche man die Kartoffeln halb gar, oder brühe ſie auch nur auf, und nehme ihnen dadurch ihre Roheit und ſchädliche Einwirkung. Gekocht nähren die Kar— toffeln mehr als roh,(nach Einigen bei Pferden im Verhältniß von 3 zu 2, nach Andern bei Kühen im Verhältniß von 32 zu 25. Selbſt das Waſſer, worin die Kartoffeln gekocht wurden, unter das Futter gegoſſen, wollen Einige nicht nur un— ſchädlich, ſondern ſtets vortheilhaft gefunden haben, was ſich jedoch am wenigſten dann erwarten läßt, wenn die Kartoffeln von ſchlech⸗ ter Art, rother oder grüner Farbe, kratzendem Geſchmack, keimend, angefault oder ſehr verunreiniget geweſen, und nicht bis zum Aufſpringen gekocht worden ſind.(S. Schädlichkeit.) C. Im getrockneten Zuſtande(§. 20. B. IV. V.) zu Schrot und Mehl gemacht, und gleich anderem Schrot unter das geſchnittene Futter gemengt, erhalten die Kartoffeln den eigenthümlichen Werth, daß ſie zur Erleichterung und Erweiterung der Viehzucht, zur Ernährung oder Fütterung der Hausthiere, das ganze Jahr hindurch verwendet werden können. Auch ſcheinen ſie am zuträglichſten dem meiſten Vieh und zugleich am nährend— ſten, ſelbſt dem gekochten von vielen Thieren vorgezogen zu werden. Das daraus bereitete Mehl, und zwar ſelbſt die geringſte Art desſel— ben kann zur Ernährung, ja ſogar zur Maſtung der unentbehrlich— ſten und nützlichſten Hausthiere dienen. Es iſt außer allem Zweifel geſetzt, daß durch die getrock— neten Kartoffeln und den daraus bereiteten Schrot und Mehl, jeder Landmann— wenn er nämlich einem ſeiner Wirthſchaft an— gemeſſenen Vorrath davon in Jahren anſchafft, wo die Kartoffeln gerathen und häufig wachſen— der Hungersnoth der werthvoll⸗ ſten Hausthiere, und dadurch ſeiner eigenen Verarmung und Ver— derben vorbeugen könne. Getrocknet oder als Kartoffelmehl haben die Kartoffeln die Eigenſchaft trockner ſtärkmehlartiger Körper, z. B. des Mais, und keinen der Nachtheile, die von ihrem Waſſergehalte herrühren. Uiber die Eigenſchaft und den Werth der mnittelſt 21 322 des Dämpfens gekochten, dann getrockneten, in Schrot und Mehl verwandelten Kartoffeln Behufs der Fütter ung, hat der Amtsrath Blockin Schierau ineinem Auf⸗ ſatze vom J. 1835 der Verhandlungen der ſchleſiſchen Geſellſchaft für vaterländiſche Kultur B. 1. H. 1. folgendes bekannt gemacht: 1. Wird die Kartoffel gedämpft, getrocknet und in Mehl verwandelt, dann gibt ſolche ein geſundes Nahrungsmittel für Pferde, Rind- und Schafvieh, welches in einer weit größeren Maſſe ohne Nachtheil, auch ohne Anmengung mit Getreide das ganze Jahr hindurch als Futter an ſämmtliche Hausthiere vortheilhaft verwendet werden kann. Die narkotiſche Schärfe entſchwindet der Kartoſſel vermittelſt des Dampfes. Das Abtrocknen derſelben erfordert zwar viel Brennmaterial und eine dazu eingerichtete Dörr-Anſtalt; jedoch läßt ſich die Dämpf- und Dörr-Anſtalt ſo vereinigen, daß ein und dasſelbe Feuer, welches dämpft, wenig— ſtens größten Theils auch der Doͤrr⸗Anſtalt die erforderliche Hitze verſchafft. 2. Die Prozedur iſt nicht ſchwierig: die Kartoffeln werden gewaſchen, in die Dampf-Tonne gethan, gedämpft, dann klein gemahlen oder geſtoßen(wie ſolches bei den Branntweinbrenne— reien geſchieht) und auf dazu eingerichteten Hurden in die Dörr— Anſtalt gebracht. Die auf dieſe Art getrockneten Kartoffeln laſſen ſich leicht in Schrot und Mehl verwandeln, und können ſowohl ungemahlen, als in Mehl verwandelt mehre Jahre, noch beſſer als Getreide konſervirt werden, da ſolche als eine getrocknete ganz todte Maſſe weit weniger Feuchtigkeit aus der Luft anzie⸗ hen als das Getreide. 3. 1 Pfd. ſolches Kartoffelmehl kann in jeder Wirthſchaft, wo Vieh gehalten wird, eben ſo hoch als 1 Pfd. Hafer ausge— nutzt werden. In mehreren Fällen, z. B. bei dem Anmengen an Getreidemehl, ſo wie beſonders bei der Rindviehzucht und Maſtung, kann 1 Pfd. Kartoffelmehl der Werth von 1 Pfd. Roggen ver⸗ ſchafft werden. 4. 1 Scheffel(oder 100 Pfd.) rohe Kartoffeln gedämpft, ge⸗ trocknet und in Mehl verwandelt, gibt nach Abrechnung der Ver⸗ ſtäubung 27 Pfd. Mehl. 5. 27 Pfd. Mehl(die aus 100 Pfd. Kartoffeln entſtehen), haben ein Volumen von 1050 Kubikzoll, oder 5 1%, Metzen (Preußiſch= 9 ½ Wien. Mäßchen). 6. Wenn nun 1 Scheffel(100 Pfd.) Kartoffeln 2600 Kubik⸗ al und d erthält, ſ 3 n zi 3o Ph. des 11 äls 16 u: 1Sceefel der 13 5) ud⸗ fe keg 5 iieu ſhafft von on 456 ĩ der H d wie das heil aufben gattungen! traglichen, 11. J ſelche aus qyxegpſen ſhheit ſtehen dubiizwl. 1600 Kubi Verwandl ſartoffeln dieſes J hei der th 12.4 als Futten veniger kr väun— 323 n getr dcne, Kartoffeln zoll und das daraus entſtandene Mehl 1050 Kubikzoll Volumen kin Shinan enthält, ſo gibt die rohe Kartoffel, dem Volumen nach gerechnet, RMetaline 40 ⁄6, und dem Gewichte nach gerechnet 27 pCt. an Mehl. 7. Das Kartoffelmehl iſt ſchwerer als das vom Getreide, indem 1 Scheffel(— 28 Wien. Mäßchen) abgeſtrichen gemeſ— ſen 79— 80 Pfd.(= 66 ¾¼, alſo 1 Wien. Metzen 74. 6 Pfd.) wiegt. 8. Um 1 Scheffel Kartoffelmehl zu erhalten ſind 296 ½ Pfd. oder 2 2½6 Scheffel rohe Kartoffeln erforderlich. 9. Ein Scheffel Kartoffelmehl hat, wenn 1 Pfd. Mehl 1 Pfd. Hafer gerechnet wird, den Werth von 80 Pfd. Hafer, und 8o Pfd. des letztern ſind, wenn der Scheffel 59 Pfd. wiegt, ſo ſchleſſchen iſe des bekannt fa getrocknet nh, des Nuru in einer 1 ngung mit oe he Hantzien ti Scharfe enit) as Abttocknn 1 3/ 1 V vnn. viel als 1 Scheffel 9%⅜ Metzen.— Mit Roggen verglichen haben eine dauu e. 4... a—., du Väuch 1%0 Pfd. Hafer den Werth von 1 Pfd. Roggen, mithin hat hr und Det 1 Scheffel(80 Pfd.) Kartoffelmehl einen Werth von 67 4 Pfd. 6 Dahe 53/— 9 welches din oder 13 ⅜ Metzen Roggen. di Aorderde 2 2 g ☛ alt die eindn 10. Das Mehl, welches aus 100 Pfd. rohen Kartoffeln ent— ſteht, beträgt 27 Pfd., und wenn nun 1 ⅞ Pfd. dergleichen Mehl g 750 . e H.eig, C.,. 5— : die Kartifl 1 Pfd. Roggen im Werthe gleich ſind, ſo wird 100 Pfd. roher gg „Hedampft, Kartoffeln vermittelſt der Verwandlung in Mehl ein Werth ver— den Bronntei ſchafft von 22 5 59 Pfd. Roggen— vollgerechnet 23 Pfd., oder 59 2 7 n Hurden in von 4% Metzen Roggen, oder 8 1%3 Metzen Hafer. ſckneten Kathf Der Hauptvortheil iſt aber, daß die getrockneten Kartoffeln, n, und kännn ſo wie das daraus bereitete Mehl mehrere Jahre ohne allen Nach— „u S hre Jahre, wh theil aufbewahrt und in weit größeren Maſſen an ſämmtliche Vieh⸗ e als eine ſ gattungen verwendet, mithin größere Flächen mit dieſer ſo ein⸗ t aus d li träglichen, ſichern Frucht bebaut werden können. 11. Wird zu 1050 Kubikzoll oder zu 27 Pfd. Kartoffelmehl, welche aus 100 Pfd. rohen Kartoffeln entſtanden, ſo viel Waſſer .. ſſ in jeder M 28 angegoſſen, daß ein derber Brei daraus wird, worin das Rühr⸗ Ifd, Haf 8 1 3 ſcheit ſtehen bleibt, ſo hat dann dieſe Maſſe ein Volumen von 3600 viehzuchtune Kubikzoll.— 100 Pfd. rohe Kartoffeln haben ein Volumen von 1 n Funn 2600 Kubikzoll, mithin vermehrt ſich das Volumen mittelſt der 1 Verwandlung in Mehl und der Auflöſung mit Waſſer bei 100 Pfd. d. We Kartoffeln um 1000 Kubikzoll, oder überhaupt um 58 3 pCt. tpfeln hm Dieſes Vergrößern des Volumens bei kräftigen Futtermitteln iſt lbretumm bei der thieriſchen Ernährung von großer Wichtigkeit. 12. Bei der Anwendung des Kartoffel⸗-Schrotes oder Mehls als Futter hat man ganz in der Gewalt, das Futter mehr oder weniger kräftig zu machen: denn nur mittelſt einer Zulage— ein 96 mehreres Anmengen des Schrots an das Strohhäckſel— kann die rofeln aun 21* kti 6 N Fartoffeln d oder 5 79! 324 B— Fuͤtterung bis zur Mäſtung getrieben werden, ohne Getreide⸗ Schrot zu bedürfen. Würde die Kartoffel gedämpft und in Schrot oder Mehl verwandelt, dann könnte man mit Nutzen jedenfalls noch einmal ſo viel Kartoffeln mit dem Viehe konſumiren, mithin bedeutend mehr von Kartoffeln, als von einer ſo ſichern ergiebigen Frucht anbauen und zwar mit einem weit reellern Vortheil für Ackerbau, Viehzucht und den Menſchen, als vermittelſt ihrer Verwandlung in Branntwein. D. Eine vierte Bereitungsmethode, die geſtoßenen Kartoffeln nach geſchehener Vermengung mit Häckſel und Waſſer durch Gaͤh— rung in ſich ſelbſt zu dämpfen, iſt neuerlich ſehr in Auf— nahme gekommen, und der eigentliche Erfinder dieſes Verfahrens iſt Frentz zu Perſelin bei Demmin(S. ökon. Neuigkeit. 1837. N. 11 u. 79).*) Durch dieſe vortheilhafte Fütterungsart werden: 1. Die Kartoffeln dem Vieh gedeihlicher, nicht ſo weichlich und ſchmierig wie die gedämpften, nicht ſo durchfällig ſchwächend und auf eine eigenthümliche Weiſe krankmachend, wie die rohen; daher 2. die Milch auch nach dem Genuſſe der ſo zubereiteten Kartoffeln fetter erſcheint; während die gedämpften etwas mehr, aber weniger fette Milch erzeugen. 3. Werden die gleichzeitig auf ähnliche Art erhitzten Kartof⸗ feln wie Spreu und Stroh, ebenfalls verdaulicher, nährender und ſchmackhafter gemacht. 4. Frißt das Vieh, wenn es daran gewöhnt iſt, ſolches mit der Begierde, daß es alles andere noch ſo gute Futter liegen läßt. 5. Werden die Vortheile dieſer Fütterungsart noch um ſo bedeu— tender dann, wenn ſowohl das Heu wie das Stroh wegen Näſſe oder irgend einer andern Verderbniß weniger nahrhaft geworden, und 6. insbeſondere auch dort, wo Ortsverhältniſſe nicht begün— ſtigend ſind, d. h. ein zweckmäßig eingerichtetes und gut gelegenes Dampfhaus, oder hinreichendes und wohlfeiles Brennmaterial fehlen. 7. Endlich hat mehrjährige Erfahrung bereits entſchieden, daß dieſe Fütterungsart keinem Viehe nachtheilig geworden, auch mit gleichem Nutzen bei den Schafen angewandt werden kann. V*) Die Bereitungsart der Kartoffeln durch Selbſterhitzung geſchieht dergeſtalt, daß man im Viebhauſe vier einzelne Räume von Brettern einrichtet, nicht unähnlich denen, welche man in Pferdeſtällen ſo häufig antrifft, um die Pferde geordnet von ein— ander zu trennen. pohl? beſonders al nichen gec ggjina ſe nvendlarte nſt Scrot; ſ ſolle vo rung als ſp 1nc, in nic Beid Nit und d anden Umſ ahrung der ggbe, vienet ſe die; beſümmt die n geword ſihr genau auerung! den Reiz zu ſh daß es 4 den R üten, ve ſerltet und danit Jeder dage zu el aufnehn hrete 1 V Es ſind d Breite et Häckſel, d nachdem! Kartoffeln gemengt! es beim dei zu vi venigem thut wohl . Naum wh V ————————yy—j—n' 2 325 Pohl erinnert gleichfalls an dieſe Methode und verweiſet beſonders auf die Aufſätze, welche 1832 in dem Märkiſch ökono⸗— miſchen Wochenblatt erſchienen waren, worin ſie ganz genau auf⸗ gezeichnet ſteht. Auch Lud ewig gewährt die Beſtättigung der Anwendbarkeit ſo bereiteter Kartoffeln und ihrer Vermengung n Vortheil mit Schrot zur Maſtung. Kuers erwähnt: daß man den Grund⸗ ttelſt ihrer Ua ſatz ſollte vorwalten laſſen, das Gemenge lieber vor völliger Gäh— rung als ſpäter zu verfüttern; es freſſe das Vieh dieſes Futter die geſtoene auch, in nicht völlig garem Zuſtande ſehr begierig. und Wiſt, he Bei dieſer Fütterungsart, die durch die Laͤnge der 1re 48 Zeit und die den Gährungsprozeß mehr oder weniger begünſti⸗ . d L genden Umſtänden beſtimmt wird, iſt zu beobachten: daß die „ Gahrung der Kartoffeln nicht in verſchloſſenen Gefäßen vor ſich „ gehe, vielmehr müſſen die Räume oben und auf einer Seite offen ſein. Die Zeit des Liegens der Maſſe bis zur Selbſterhitzung beſtimmt die Temperatur; nie darf ſie länger dauern, als bis ſie gar geworden. Auch muß der Zeitpunkt des garen Zuſtandes ſehr genau beobachtet werden, weil die Weingährung bald in Säuerung übergeht; dann dem Vieh nicht gut bekommt, und ihm den Reiz zum Freſſen benimmt.— Sollte zu viel eingemengt ſein, ſo, daß es nicht an einem Tage verfüttert werden kann, ſo wirft man den Reſt auseinander, um ihn am andern Tage kalt zu ver⸗ füttern, wenn gleich das Vieh denſelben nicht gern frißt. Man verfüttert die Maſſe in Trögen auf trockenen Häckſel gegoſſen und damit vermengt. Jeder einzelne Raum iſt ſo groß, daß er das an einem Tage zu verfütternde Quantum Kartoffeln mit dem Häck— ſel aufnehmen kann; dieſe Räume, welche man am leichteſten von Brettern errichtet, werden unten auch mit Brettern ausgelegt. Es ſind dazu etwa 4 Fuß Höhe, gleiche Tiefe, und 3 Fuß 3 und g Breite erforderlich. Darein bringt man den gewöhnlichen — enrmun Häckſel, den man am liebſten mit etwas Spreu(Kaff) vermengt, nachdem man vorher die rohen gewaſchenen und fein geſtoßenen Kartoffeln(die Menge muß ſich nach den Kartoffeln richten) dazu gemengt und das Ganze mit ſo viel Waſſer angefeuchtet hat, daß es beim Anfühlen, ohne zu tropfen, hinlänglich feucht geworden. Bei zu vielem Waſſer geht die Gährung zu langſam vor ſich, bei zu dier einzen wenigem unterliegt jedoch das Futter leicht der Verderbniß. Man thut wohl, jenes Mengen auf einem mit Brettern ausgelegten Raum vorzunehmen, weil ſich der Lehm der Diele leicht auflöſt, 67 —— ———— und das Futter ſchmierig macht. Die ganze Maſſe wird dann in obige Räume dergeſtalt feſtgetreten, daß ſie recht feſt und an der offenen Seite ſteil zu ſtehen kommt, und bleibt ſo lange liegen, bis ſie ſich erhitzt hat, zu dampfen anfängt und in einen ſolchen Wärmegrad übergeht, daß die im Haufen befindlichen Kartoffeln gar ſind. Dieſer Zeitpunkt der Gare tritt gewöhnlich nach drei Mal 24 Stunden,— bei ſehr kaltem Wetter erſt nach vier Mal 24 Stunden, bei gelinderem Wetter ſchon nach zwei Mal 24 Stunden— ein, wo dann das Futter, ſo warm als es iſt, dem Vieh vorgelegt wird. Die Zeit des Liegens wird durch die Tem— peratur beſtimmt. Die Erfahrung lehrt, daß Sommerſtroh ſich früher als Winterſtroh, Heu ſich leichter als Stroh erhitzt. Wenn ſich die Hitze im Raum zu ſehr nach oben entwickelt und man wünſcht, daß ſie ſich gleichmäßiger verbreite, ſo mag man auch die Maſſe, nachdem ſie die Hälfte der Zeit gelegen hat, ſchnell her— ausbringen und ſogleich wieder hineinbringen laſſen. Wird das Glühfutter im Raume weiß oder ſchimmelig, ſo kann man mit Gewißheit annehmen, daß zu der Maſſe nicht Waſſer genug ge— kommen iſt. Hat man beim Mengen des Futters dieß nicht gut bewerkſtelligen kͤnnen, ſo hole man es, nachdem es die Häͤlfte ſeiner Zeit im Raume gelegen hat, heraus, feuchte es noch mit etwas Waſſer an und bringe es ſchnell wieder hinein.— Die kleinſte Quantitat Häckſel, die in Gährung zu brin⸗ gen, iſt, nach in Meklenburg gemachten Erfahrungen, 5 Scheffel (4 ½ Metzen); die größte Quantität Kartoffeln 6 Metzen pr. Scheffel Häckſel, oder 1 Metze Kartoffeln auf 2 ½ Metzen Häck⸗ ſel.— ½ und ½ Heu ohne Kartoffeln mit Waſſer angefeuchtet, erhitzen ſich auch und bekommen dem Vieh ſehr gut. Die im Kaff befindlichen Körner werden durch dieſe Bereitungsmethode gar und dadurch nahrhafter.(Vergl. Frentz a. a. O. u. Lengerke's»Er⸗ fahrungen über Kartoffeln und Kartoffelfütterung« im 10 B. d. Uni⸗ verſalbl. f. d. geſammte Land- und Hauswirthſchaft. N. 10 und 11.) E. Das Auspreſſen der Kartoffeln rühmt beſonders Pictet, und Payen ſagt: das Kartoffelmark, welches für die Thiere ein ſehr gutes Futter iſt, kann man preſſen und mit Salz vermengt, ein Jahr lang in Silos(unterirdiſchen Kornmagazinen) aufbewahren; auch läßt es ſich trocknen. Man hat verſucht, fuͤr Pferde Brod daraus zu bereiten, in welchem Zuſtande es ſeiner chemiſchen Zuſammenſetzung nach dem Hafer nicht unäͤhnlich iſt.(Aus dem Echo du monde savant. N. 518.) Block wahren müͤßte Kattoffln du ſolche in dieſe deſe elundl tilchs ſtets tg iſ, auff Thiſen ohne Re Reſultat 1,1009 ſchbntee, 1 1 iin Leinen grähnichen thffeln wogen fäl an Feuch nun aber ſe ſich halten, ſoch 17„ Pbtrocknen 4. Die gelt ein ledurfte be Poal 3. Da Lurden au 400R ein Kartoffelme duth vr awas Stir ſe gepteft 4. D nen feinen und in fe Naß Ra 318 tedinpfte du bemert a) 10 ei vo 327 t Fect g Block erwaͤhnt eben auch, daß es einen großen Vortheil ge⸗ d b ee ael währen müßte, wenn man die zum Viehfutter täglich beſtimmten eibt ſo la Kartoffeln auf der Reibmaſchine zerreiben, dann auspreſſen und ſolche in dieſem Zuſtande als Futter anwenden möchte. Durch dieſe Behandlung würden die nachtheiligen Wirkungen des Solanin, welches ſtets in den rohen, beſonders den unreifen Knollen enthal— ten iſt, aufgehoben, und man könne ſie daher in weit größeren Maſſen ohne Nachtheil als Futter anwenden. Die Prozedur und das Reſultat hievon iſt folgendes: 1. 100 Pfund rohe Kartoffeln, welche 72 pCt. Feuchtigkeit bei ſich hatten, wurden auf einem Reibeiſen in kleinere Theile gebracht, Ekrii in ein Leinentuch gehüllt, und in dieſem Zuſtande, vermittelſt einer wic gewöhnlichen Wachspreſſe ausgepreßt. Dieſe ausgepreßten Kar— toffeln wogen nun 45 Pfund, mithin waren den 100 Pfund Kartof⸗ feln an Feuchtigkeit durch das Preſſen 55 Pfund entſchwunden. Da nun aber jene 100 Pfund rohe Kartoffeln 72 plt. Feuchtigkeit bei ſich halten, ſo folgt hieraus, daß die 45 Pfund ausgepreßte Maſſe noch 17 Pfund Feuchtigkeit bei ſich haben mußte, welche durch Abtrocknen auf Hurden aus denſelben entfernt werden ſollte. 2. Dieſe 45 Pfund ſchwere, ausgepreßte Kartoffelmaſſe ent⸗ hielt ein Volumen im lockeren Zuſtande von 2500 Kub. Zoll und bedurfte bei einer ⅛ Zoll ſtarken Lage einen Hurdenraum von 3750 ◻ Zoll(oder 26 ◻ Fuß 6— Zoll). 3. Das völlige Trockenwerden der ausgepreßten und auf den Hurden ausgebreiteten Kartoffeln erfordert bei einer Wärme von 40⁰° R. einen Zeitraum von 3 Stunden, und die völlig trockene Kartoffelmaſſe wog Netto 27 Pf. 20 Loth. Das Minus von 12 Loth war dadurch entſtanden, weil beim Anspreſſen der Kartoffeln etwas Stärkmehl mit dem Safte durch die Leinwand, in welcher ſie gepreßt wurden, mit durchgegangen war. 4. Dieſe 27 Pf. 20 Loth trockene Kartoffeln wurden in ei⸗ nen feinen Schrot verwandelt, welcher im lockern Zuſtande 7, und im feſt zuſammengedrückten Zuſtande reichlich 6 preuß. Metzen Maß Raum einnahm. 5. In Anſehung des Verhältniſſes bei dem Trocknen der gedämpften und der rohen ausgepreßten Kartoffeln iſt Folgendes zu bemerken: a) 100 Pf. gedämpfte Kartoffeln bedürfen zum Abtrocknen einen Zeitraum von 10— 12 Stunden bei einer Wärme von 45⁰ R. und einen Hurdenraum von 80 ◻ ſFuß. —,——— ——— ——— —— 328 b) Dagegen bedurfte die ausgepreßte Maſſe von 100 rohen Kartoffeln bis zur völligen Trocknung, nur einen Zeitraum von 3 Stunden bei 400° R. Warme und einen Hurdenraum von 26— 27 ◻᷑ Fuß. c) Die gedämpften und dann getrockneten Kartoffeln müſſen, wenn man ſolche als Futter verwendet, zuvor geſchroten werden, dagegen jene ausgepreßten und getrockneten Kar⸗ toffeln, ohne ſie zu ſchroten, leicht mit der Hand in klei⸗ nere Theile und in einen Zuſtand zu bringen ſind, in welchem ſie als Futter angewendet werden können. d) Den gedämpften und nachher getrockneten Kartoffeln iſt ihre narkotiſche Schärfe durch das Dämpfen entſchwunden, wogegen das Mehl von den roh ausgepreßten noch etwas Narkotiſches bei ſich hat, jedoch deſſen äußerſt wenig, weil den Kartoffeln bei dem Auspreſſen ihres Saftes der größte Theil ihrer nachtheiligen Schärfe entſchwand; auch wahr⸗ ſcheinlich ein ſolcher geringer Antheil nicht mehr ſchädlich bei der thieriſchen Ernährung wirkt. Vermittelſt einer beſſern Preß-Anſtalt muß es auch möglich werden, die zerriebenen rohen Kartoffeln noch weit mehr von ihrem Safte zu befreien, wodurch wahrſcheinlich nicht nur das Narkotiſche ganz aus denſelben entfernt werden könnte, ſondern auch dann die ausgepreßte, weniger Feuchtigkeit enthaltende Maſſe zu ihrer völligen Abtrocknung einen noch kürzeren Zeitraum be⸗ dürfen würde. Bei dem Preſſen der rohen Kartoffeln hat der zuerſt ausgepreßte Saft immer das meiſte Narkotiſche bei ſich, welches die dunkle braune Jauche des Saftes anzeigt; dagegen der ſpätere Saft bei einer ſtärkeren Preſſung weit weniger ge— färbt iſt, mithin auch jene Feuchtigkeit, die noch nach dem Preſſen in den Kartoffeln zurückbleibt und beim Trocknen verdunſtet, nur äußerſt wenig Narkotiſches zurücklaſſen kann.— Wird die Kar— toffel gerieben, ihr Saft aber nicht ausgepreßt, ſo erhält ſolche ein röthliches, ſpäterhin graues, ſchwärzliches Anſehen, welches das mehr oder weniger Vorhandenſein ihrer narkotiſchen Schärfe an— deutet*), dagegen die geriebenen ausgepreßten Kartoffeln nicht ſchmutzig grau werden, ſondern eine weiße, mehlartige Farbe er— halten, welches ein Beweis iſt, daß jener wenige Saft, welcher —Q·—— ·— *) Daß dieß von andern Urſachen herrühre, iſt aus den analytiſch chemiſchen Unterſuchungen im 1. Abſchnitt erſichtlich. u den mni iſches meht Vereins We 6. 149) F. Aud pe boträthi ſampf un. In feln ein 6. As zütterungsn 5 angege metrütige din wwecke Etück Rind nit einem in zwei K Brunnenr icht ſauer dübeln ſte ten, und ur Abbrü Hächſels üine Bla früh und und zud um Vew und wie gzeiſe brau hret, magerte Dekonom die Reſa Gewerde (M 329 in den ausgepreßten Kartoffeln noch verbleibt, nicht viel Narko⸗ tiſches mehr bei ſich haben kann.(Landwirth. Mittheilung. d. Vereins Weſtpreuß. Landwirthe. J. 1837. Oktober. Nro. 10. kneten Kutes S. 148). wendet, n F. Auch die Bereitungsmethode kam in Vorſchlag: ten und 1a die vorräthigen Kartoffeln zur Zeit der neuen Ernte klein t tit dl zu ſtampfen und mit Salz und Waſſer in Fäſſer zu ar 8 thun. Im künftigen Frühjahre ſollen die ſo behandelten Kar— toffeln ein recht gutes Futter für das Rindvieh ſein. G. Als eine neuere, jedoch mit einigen Umtrieben verbundene Fütterungsmethode für das Rindvieh wird folgende als vortheil⸗ haft angegeben. Der Erfinder dieſer Fütterungsart ſagt: Ein mehrjähriger Futtermangel machte es mir zur Nothwendigkeit, auf eine zweckentſprechende Art zu denken. Ich ließ deshalb für 20 G Stück Rindvieh täglich 80 Pf. Kartoffeln ganz klein zerſtoßen, entſchvand, un mit einem Zuſatze von 15 Pfd. Gerſtenſchrot und 4 Pfd. Salz eul n in zwei Kuͤbeln, in jeden zur Hälfte geben, mit 7 Eimer kalten Brunnenwaſſer überſchütten, gehörig umrühren und dann, um es talt muß es u nicht ſauer werden zu laſſen, nur 10— 12 Stunden in dieſen det Kübeln ſtehen, aber während dieſer Zeit noch einigemal umrüh⸗ tſcheinlich nit ren, und nun, ſtatt wie ſonſt klares erwärmtes Brunnenwaſſer erden kont zur Abbrühung des von halb Gerſten- und Kornſtroh geſchnittenen Häckſels anzuwenden, ließ ich jetzt dieſe erwähnte Miſchung in ˖ kürzeren zene einer Blaſe abkochen, und dann den Häckſel in dem Futterkaſten den Kantf fruͤh und Abends abbruͤhen, mit einem Deckel wohl verwahren, te Nackttit und zu der beſtimmten Fütterungszeit dem Vieh geben. Es iſt Zaftes areei zum Bewundern, wie gern das Vieh dieſes Futter zu ſich nimmt, ſung wei! und wie ſehr es demſelben zuſagt. Bei der frühern Fütterungs— noch nach da! weiſe brauchte ich mehr als noch einmal ſo viel Kartoffeln und wyy oa Schrot, und dennoch wollte es das Vieh nicht gern freſſen und 2 magerte dabei merklich ab.— Es wäre zu wünſchen, daß mehr Oekonomen Verſuche mit dieſer Fütterungsmethode machten, und die Reſultate veröffentlichten.(Aus den Akten des Kunſt- und Gewerbevereins in Saalfeld.) (Mehreres ſiehe S. 84, 85, 194— 99, 204— 6 und 7.) §. 38. Die Fütterung der verſchiedenen Thiergattungen. 46 Der Pferdefütterung mit rohen Kartoffeln iſt ſeit lan— f As ger Zeit ſchon in England ſehr gerühmt, während ſie in den mei— ————————— 330 ſten Gegenden Deutſchlands noch zu den Seltenheiten gehört, indem die meiſten Landwirthe der Meinung ſind, daß, wenn es auch möglich ſei, die nicht zu ſtark beſchäftigten Pferde mit ſol— chem Futter durchzuhalten, ſie doch bei einer wäſſerigen, wenig ſtärkenden Nahrung nicht die Kräfte hätten, angeſtrengte Arbeiten zu verrichten. In andern Ländern ſcheint man dagegen zum Theil andere Anſichten zu haben*). Seit Fellenberg das Beiſpiel gegeben, hat der deutſche Landwirth den Eigenſinn, dieſes aner— kannt gedeihliche Pferdefutter nur im gekochten und dann, wie vielfältige Erfahrungen ergeben haben, der Natur der Pferde entgegenſeienden Zuſtande zu verwenden; aber erſt ganz neuer— lich iſt man im nordlichen Deutſchland inne geworden, daß das Ge⸗ heimniß einer glücklichen Kartoffelfütterung mit den Pferden lediglich darin beſtehe, daß man ſie nicht gekocht, ſondern roh und unzerklei⸗ nert gebe. Man kann ſie zwar ohne Schaden auch zerſchnitten reichen, jedoch gleich nach dem Zerſchneiden.(S. A.) Den Nachtheil, daß die Schnittflächen, der Luft ausgeſetzt, den Thieren durch einen Geruch unangenehm werden, hat man bei unzertheilten Kartoffeln nicht zu beſorgen, eben ſo wenig, daß ſie die zu großen Stücke nicht gut zerbeißen möchten; am wenigſten dann, wenn ſie darin erſt einige Uibung erlangt haben. Man gibt ihnen die Kartoffeln gewaſchen und ſchuͤttet ſie ſo in die Krippen. Iſt die Erde, worin die Kartoffeln gewachſen ſind, der Art, daß wenig, zumal kein Sand, der den Zaͤhnen nachtheilig würde, an den Knollen haftet, ſo kann man auch die Arbeit erſparen und ſie ihnen füglich un— gewaſchen geben. So wie man bekannter Maßen überhaupt am beſten thut, ſaftiges Futter und Kornfutter, wenn man beide geben will, auf verſchiedene Mahlzeiten zu vertheilen, ſo iſt dieß auch bei den Kartoffeln beizubehalten. Alle Uibelſtände des Dampf⸗ futters, namentlich Krliken und geſchwächte Verdauung, fallen, nach den bisherigen Erfahrungen, bei der rohen Kartoffelfütterung weg.(Vergl. Allgem. Wochenſchrift für Land- und Hauswirthſchaft —ů—n *) Die Noth, dieſe große Lehrmeiſterin und Feindin aller Vorurtheile hat die Pferdefütterung mit Kartoffeln in Preuß.⸗Schleſien allgemein ge⸗ macht. Nan gibt dort die Kartoffel roh und gekocht, nur immer rein gewaſchen; roh, ganz friſch geſchnitten, theils ohne Körnern, theils mit Schrot, Hafer, Kleien ꝛc. gemiſcht, allemal mit Siede gemengt. Der Erfolg dieſer Fütterungsart ſoll außerordentlich, die Erſparniß groß, die Pferde dabei geſund und kräftig ſein.(Oekon. Neuigkeit. J. 1829. S. 655.) dan Ladig und Hauänt ruugen ihet Auch 3 toffeln für I gbe. Er ſ taung de ſei 4 nordn ſind, zetheiten qnzig it da ds die Pfert zubereit dre Stehen tzuft Metze p bnge e end ſen E.n Im 6 diher Landr hen Hacke puſen dabe burger ſe hringen, de deutſhe L ſagt: er fü feln, wo flgend funden her de gab ſe ihnen Hächſe Yerhe ſonden wie be ben 2 täglich daß K Getrei . 4 ¶cfcfßöäöäöäöäöä— 331 von Ladiges, Jahrg. I. S. 417. Auch Univerſalbl. der Land⸗ und Hauswirthſchaft B. 10. S. 133, von Lengerke's Erfah⸗ ruungen über Kartoffelbau und Fütterung.) Auch der Präſident Benkendorf behauptet, daß die Kar⸗ toffeln fuͤr die Pferde ein gedeihliches und kräftiges Futter ab⸗ geben. Er ſagt: es brauche weiter Nichts, als daß die zur täglichen Fütterung der Pferde beſtimmte Menge, nachdem ſie gehörig rein gewaſchen und mit einem gewöhnlichen Stampfeiſen klein geſtoßen worden ſind, dann den Pferden mit dem dazu bereiteten Häckſel, in zertheilten verhältnißmäßigen Futtern eingeſchüttet werden. Das einzige iſt dabei zu beobachten, daß von den Kartoffeln mehr nicht, als die Pferde zu ihrer Sättigung nöthig haben, klein geſtoßen und zubereitet werde, weil die davon zubereitete Maſſe durch län⸗ geres Stehen, ſehr leicht in Gährung gerathen könnte. Eine ge— häufte Metze wird für ein Bauernpferd in den Mittelgegenden, ſo lange es zu Hausarbeiten gebraucht wird, vollkommen hinrei— chend ſein. (S. deſſen Beiträge zur Landwirthſchaftswiſſenſchaft S. 47.) Im Gailthale, berichtet Berger, füttert ein ſehr verſtän— diger Landwirth nun ſchon mehrere Winter 11 Pferde mit etwas Heu, Häckerling und rohen, zerſchnittenen Kartoffeln; die Pferde müſſen dabei ſchwere Fuhren verrichten und werden nicht magerer. Burger ſetzt aber hinzu: ich konnte meine Pferde nicht dahin bringen, daß ſie Kartoffeln gefreſſen hätten.(Allgem. Zeitung für deutſche Land- und Hauswirthe J. 1839.)— Gott. Hermann ſagt: er fuͤttere ſeine Pferde mit ungeſtampften und rohen Kar— toffeln, wobei ſich dieſelben gut halten.(Eben daſelbſt S. 54.)*) *) Ein Landwirth in Seeland ſagt: Ich habe jetzt in drei auf einander folgenden Wintern meine Pferde mit Kaxrtoffeln gefüttert und ge⸗ funden, daß ſie dabei recht gut gedeihen. Keines davon war vor⸗ her daran gewöhnt; ich ſchnitt ihnen anfänglich einzelne Stücke und gab ſie mit Häckſel; ſie fanden bald Geſchmack daran, und ich gab ihnen nur rein gewaſchene Kartoffeln ganz und zerſchnitten, mit Häckſel vermiſcht. Nach und nach wurde ihnen der Hafer im Verhältniß abgezogen, und zuletzt erhielten ſie gar keinen mehr, ſondern blos Kartoffeln. Bei dieſem Futter hielten ſie ſich ſo gut, wie beim Hafer. Jedes Pferd erhielt täglich nicht völlig einen hal— ben Berl. Scheffel(— 50 Pfd.) Kartoffeln, und dabei gehen ſie täglich 4 Stunden vor der Dreſchmaſchine.— Da ich aber bemerkte. daß Kartoffeln nicht ſo viel Kräfte geben wie Hafer oder anderes Getreide, ſo gebe ich ihnen zu Anfange des Frühlings etwas Hafer, 332 Kirchhof und Andere bemerken, daß Pferde, die mit rohen Kartoffeln gefüttert werden, bei übrigens guter Wartung voll⸗ kommen geſund und bei Kräften bleiben, jedoch leicht bei der Arbeit in Schweiß gerathen und ihr glattes Anſehen verlieren. Auch freſſen nicht alle Pferde die Kartoffeln gern, vielmehr ſind manche nur mit Mühe daran zu gewöhnen, Man kann rechnen, daß dem Raume nach 2 Maß Kartoffeln reichlich eben ſo füttern, als 1 Maß gleichen Gemäßes Hafer. Einige geben die rohen Kartoffeln zu ½ N. Oeſt. Metzen(un⸗ gefähr 22 ½ Pfd.) und 4— 5 Pfd. Heu täglich. Die Pferde müſ⸗ ſen indeß allmälig an dieſe Nahrung gewöhnt werden, nnd gut iſt es, bisweilen mit Hafer abzuwechſeln. Auch können die Kartoffeln als Pferdefutter im gekochten oder gedämpften Zuſtande verwendet werden. Zu dieſem Zwecke waſcht man die Kartoffeln in einem durchbrochenen Ge— fäße, das ſich in einem zur Hälfte mit Waſſer gefüllten vierecki— gen Kaſten bewegt, und kocht ſie dann mit ſo wenig Waſſer als möglich, oder vielmehr noch beſſer in Dampf. Hierauf gibt man ſie den Pferden ganz, jedem ungefähr 10 Pfd. in drei Portionen. Die Pferde freſſen ſie mit großer Begierde. In der Hitze des Sommers bei ſtarker Arbeit, iſt dieſe Fütterung vielleicht nicht ganz hinlänglich; im Herbſte, Winter und Frühjahr aber voll— kommen hinreichend, und die Koſten werden um ein Viertel ver— mindert.(Blätter aus der Gegenwart. J. 1831)*). und während dee Pflugzeit ſo viel von dieſem Korne, wie ſie freſſen wollen. Die Freßwerkzeuge ſchienen mir durch die rohen Kartoffeln angegriffen zu werden, ich laſſe ſie ihnen daher jetzt durch hölzerne Stampfen zerquetſchen, wodurch zugleich eine bedeutende Menge erſpart wird. Pannewitz machte bei der Kartoffelfütterung mit Pferden fol— gende Erfahrungen. Er ſagt: Mein Vater führte, nach dem Bei— ſpiele mehrerer Gutsbeſitzer in der Niederlauſitz, 1837 die Fuͤtterung der Pferde mit gedämpften Kartoffeln ein, worüber man dafür eine ſehr günſtige Rechnung aufſtellte. Hierbei ſtieß er aber auf einige Uibelſtände, welche dem Zwecke oft hindernd entgegen traten, als: 1. Bei warmer Witterung, im Herbſte ſowohl als im Frühjahre, ſtellte ſich in dieſem Futter eine Eſſigſäure ein, was den Pferden den Genuß desſelben verleidete; zwei Stücke waren überhaupt gar nicht dazu zu bringen, und bei andern, kamen öftere Anfälle von Kolik vor. 2. In kalten Wintertagen fror dieſe Maſſe ein, da es an einem 8) Ein get Vrode verfen ſatt des d9 thörigen! 11 ſie l 3. Da ton zweit pott dieſt Kälte, un mden. mmekehit fin der z bemerll Scleſten ahreichen: die rohert auch gat det Gt war. etwas Größe die gede raum n In d hne A Maſſei: nit eine bs an Natione das Fa in dieſen neuen E borigen Rtragen Reſiduu übrigene wirkſann 4½ Ve 10-1 tragen. gehend lypetit att gat theil. mer gur der en 333 Kd Ein gewiſſer Abbé von Maillerey hat aus dem Kartoffelmark Nn Brode verfertigt, und ſolche ohne aller Beimiſchung den Pferden ſtatt des Hafers zu freſſen gegeben. gehörigen warmen Behältniß zur Aufbewahrung gebracht und ſomit war ſie den Pferden abermals nicht genießbar. nach a Wa 3. Da wir hier mit mehren Geſpann in Spiritusfuhren Reiſen AI von zwei und mehr Tagen zu machen haben, ſo war auch der Trans— 1 port dieſes Futters immer ſchwierig, ſowohl in der Wärme als bei N. Oeſt. Kälte, und der umtauſch gegen Körnerfutter war oft nicht zu ver— aglich. Dien meiden. Das Wechſeln des Kartoffelfutters mit Körnern und ſo umgekehrt, hatte zwar den Appetit der Pferde nicht verdorben, mit— hin der Wechſel ohne Nachtheil geſchehen konnte. Die ad 1, 2 und 3 bemerkten Umſtände veranlaßten aber meinen Vater zu einer von utter in Schleſien aus gerühmten Weiſe, den Pferden die Kartoffeln zu ver— werde abreichen, überzugehen, und er faßte das damals neue Syſtem auf: „ die rohen Kartoffeln mittelſt Sauerteigs einzuſäuern, was ihm aber auch gar nicht gefiel, und auch an andern Orten, unter andern in der Grafſchaft Sonnewald, mit ſchlechtem Erfolg verſucht worden t ſo we war. Hierdurch ward er nun auf die Idee geführt, die Sache etwas abgeändert zu verſuchen. Er ließ zwei Fäſſer von gleicher 1g.. Größe verfertigen und zwar ſo, daß außer dem nöthigen Raum für Pfo. I un die gedämpften und zerquetſchten Kartoffeln noch etwas Gährungs⸗ de. In da; raum wie bei den Maiſchbottiſchen in den Brennereien blieb. In das Faß Nr. 1 wurden die zermalmten Kartoffeln gebracht, bie ohne Waſſer, dazu aber ſo viel Hefen hineingearbeitet, um die 2. Maſſe in eine mäßige Gährung zu bringen, weshalb auch das Faß m e. mit einem paſſenden Deckel verſehen wurde So blieb es nun ruhig 1831)¹ bis an den andern Tag Mittags ſtehen, wo es aufgethan und die Rationen an die Knechte ausgegeben wurden. Zu gleicher Zeit ward das Faß Nr. 2 eingerührt und für den nächſten Mittag vorbereitet; in Kortt, n in dieſer Art wird immer fortgefahren. Das Faß wurde bei der jrch die kohen neuen Einmaiſchung nicht ausgewaſchen, ſondern jedesmal von der aher ſezt dnn vorigen Maſſe 10— 12 Quart zur Gährung für das neue Faß über— eine bedeulen getragen, wodurch alſo die neuen Hefen ganz erſpart und jenes Reſiduum wie der Sauerteig beim Brodbacken benutzt.(Wir haben erung ni N übrigens die Gährung mit Bier und mit künſtlicher Hefe als gleich ührte, nid lä wirkſam gefunden.— Es wurden bei uns für 12 Pferde täglich ſis, 187 d 4 ½ Berl. Scheffel Kartoffeln eingemaiſcht und dazu vorerwähnte 10— 12 Quart des vorigen Maiſches als Gährungsmittel überge— tragen.— Bei dieſer Fütterung befanden ſich unſere Pferde durch⸗ 14 gehend ſehr wohl, fraßen das letzte wie das erſte Futter mit beſtem Is in dii Appetit, und ſelbſt die zwei Stücke, denen die frühere Fütterungs— was 11 art ganz widerſtanden, verzehrten letzteres ſehr gern und ohne Nach⸗ naren übrrhal theil. Dieß Futter erhält ſich nach erfolgter Weingährung im Som⸗ Fftere Wfüll mer gut gegen die Uiberſäuerung und widerſteht im Winter vermöge der erzeugten Wärme dem Einfrieren. Auf Reiſen läßt ſich dieſe -334 Am geſundeſten, auch am liebſten von den Pferden gefreſſen, ſind die in Würfel zerſchnittenen, gedörrten Kartoffeln; nur müſſen ſie dann öfters getränkt werden. Die Kartoffelfütterung hat in neuerer Zeit ſich auch bei der Rindviehzucht in erſtaunlichem Grade verbreitet. Bei derſelben iſt zuvörderſt im Allgemeinen zu beobachten, daß wer einmal Kartoffeln füttert, ſeine Einrichtung ſo machen muß, um damit bis an's Ende auszureichen; weil Kühe, die daran ge⸗ wöhnt ſind, nicht gern wieder anderes Futter freſſen, wenn man es ihnen nicht durch Korn oder Schrot angenehm macht. Die Kartoffelfütterung mit Milchvieh muß durchaus im Großen betrie— ben werden, ſo, daß alles Stroh zu Häckerling geſchnitten, und nur das Heu rauh vorgelegt wird. Die Kartoffeln werden roh und gekocht, gedämpft oder geglüht(gebrannt) und überhaupt nach den oben angefuͤhrten Bereitungsarten gegeben. Die Frage über das Vortheilhaftere der rohen oder gekochten Kartoffeln zur Füt— terung nimmt noch fortwährend die Streitſache ehrenwerther, landwirthſchaftlicher Praktiker in Anſpruch. Die Beſtandtheile der Kartoffeln, im rohen Zuſtande ver⸗ Maſſe mit etwas Häckſel vermiſcht zwei Tage gut transportiren und verfüttern. Will man den Pferden noch etwas mehr zukommen laſſen, ſo kann man beim Einmaiſchen einen beliebigen Theil Ge— treideſchrot zuſetzen.— Welchen Gewinn wir hier durch die Kartoffel— Fütterung haben, ſtellt ſich leicht durch eine wöchentliche Berech— nung heraus. a) 12 Pferde à täglich 3 Berl. Metzen Hafer verbrauchen in 7 Tagen 15 Berl. Scheffel, 12 Metz. à 1 Thlr.. 12 Thlr. 22 Sgr. 6 pf. 6 b) 12 Pferde à 5 Metzen Kartoffeln in 7 n Tagen 26 Scheffel 4 Metzen à 10 Sgr. 8— 22— 6— verbleibt Gewinn.. 7 Thlr. Nimmt man den Berl. Scheffel Hafer nun zu 25 Sgr., was er jetzt gilt, an, ſo ſtellt ſich doch immer noch ein Gewinn von 4 Thlr. 11 Gr. 3 Pf. heraus. Obſchon ich nicht der Meinung bin, durch dieſe kleine Mitthei— lung der ökonomiſchen Welt ein neues Licht anzuſtecken, ſo könnte doch wohl Mancher noch wenig oder nur ungünſtige Verſuche in der ſo vielfach beſprochenen und beſtrittenen Kartoffelfütterung ge⸗ macht haben, und ich würde mich ſehr freuen, durch dieſe treu mit— getheilte Erfahrung dem Einen oder Andern nützlich zu ſein, in welcher guten Meinung ich dieſen kleinen Beitrag zur weiteren Prü— fung überlaſſe.(Pohl's Archiv d. deutſch. Landwirthſchaft ꝛc. J. 1840. Februar. S. 147.) fi ttert/ kann bedeutenden. daher weit! laimije Jiti dem Verdauu thensf forde Wedauung b 1 Verdaul Rdurcwid bei alliniger langere geit rer Ynſe in preßluſt des nie bei den ten man di din großen ni auch als für wiehes zutti wiehr als die Mich liefert fir de Haft ſartofeln d 2 pf Her 34 27 Pfd. heit, Milche ſhüren,(S. b) die Kar gleicherm valier dem Ful reichlice Kuhmi — (Tour. 4235 füttert, kann man— wie es Einige erklärbar finden— wegen des bedeutenden Zuckergehaltes ſehr leicht in Gährung bringen, werden daher weit raſcher verdaut als andere Futterarten, weil keine leimige Zähigkeit dieſelbe binden und dadurch eine Zögerung in dem Verdauungsgeſchäfte bewirken kann, und weil kein Wieder— kauen erfordert wird, wodurch feſtere Futterarten zur eigentlichen Verdauung vorbereitet werden. Sie befördern zugleich die ſchnel— lere Verdauung des übrigen im Magen vorhandenen Futters, und dadurch wird bewirkt, daß der Magen nie ſo angefuͤllt bleiben kann, als bei alleiniger Zertheilung ſchwerer zu verdauender Futterarten, die längere Zeit zu ihrer Zerſetzung verlangen, alſo auch ſtets in größe— rer Maſſe im Magen vorhanden ſind. Hieraus läßt ſich die große Freßluſt des Viehes bei Fütterung roher Kartoffeln erklären, ſo wie bei dem Rindvieh namentlich der Anſchein von Magerkeit, wenn man dieſe nach dem Umfange des Magens abmißt. Nicht nur bewährt ſich die rohe Kartoffelfütterung in den großen niederſaäͤchſiſchen Meiereien fortwährend unſchadlich, ſondern auch als für das Wohlſein und die Milchergiebigkeit des Rind— viehes zuträglich*). Wie Kirchhof bemerkt, befördern die rohen mehr als die gekochten Kartoffeln die Milchabſonderung, und die Milch liefert viel und gute Butter.— Die Erfahrung lehrt, daß für die Häfte der Körner, und Heufuüͤtterung ohne Nachtheil rohe Kartoffeln verwandt werden können, und für 1 Pfd. Korn oder 2 Pfd. Heu reichen 4 Pfd. Kartoffeln aus. Man hat ſchon bis zu 27 Pfd. gefüttert, ohne den geringſten Nachtheil für Geſund— heit, Milchertrag und Fleiſchanſatz davon bei den Kühen zu ver— ſpüren.(S. Lengerke's Darſtellung der meklenburg. Landwirth⸗ *) Die Kartoffeln werden von manchen Molkereiwirthen, die Runkeln, gleichermaßen behandelt, noch vorgezogen. Nach Henry und Che⸗ valier iſt bei der Kartoffelfütterung die Milch mehr wäſſerig, bei dem Futter mit Runkelrüben war die Quantität der Milch ſtets reichlicher. Kuhmilch von Kartoffelfutter, von Runkelrübenfutter. Käſeſtoff. 4.20.. 4 3.75 Butter. 3.08.—. 2.75 Milchzucker 5.30... 5.95 Salze. 0.75... 0.68 Waſſer 86.67... 86.87 100 4199— Das Mittel mehrerer vergleichender Verſuche. (Jour. d. Chém, med. 2. Ser. V. 147; u. Jour. d. Pharmac. XXV., 3 33 1 M 2 336 ſchaft. B. I. S. 178 u. ſ. w.) Nach Max iſt bei 1 6 Wiener Metzen Kartoffeln und 8 Pfd. Strohgehäckſel, eine Kuh gut durch den Winter zu bringen; und man gewinnt nach den Verſuchen des Pabſt mit 100 Pfd. Heu nicht mehr Milch als mit 170 Pfd. Kartoffeln; nach Moro ſind aber 420 Pfd. erforderlich. Thaer bemerkt, daß man bei den großen Ochſenmaſtungen, die in ſeiner Gegend betrieben werden, vollkommen überzeugt iſt, daß ½ Schef⸗ fel oder 50 Pfd. Kartoffeln und dabei gewöhnlich 5 Pfd. Heu hinreichen, damit er ſtark aufſetze, und die Viehhändler geben die Ochſen lieber in dieſe Kartoffeln-, als in bloße Heufütterung. Die Fütterungsart mit den durch Gaährung in ſich ſelbſt gedämpften Kartoffeln(D) ergab bei Kühen allerdings eine fettere Milch, ſteht aber doch gegen das Dämpfen zurück. Man iſt bei derſelben, wie uͤberhaupt, an kein Maß oder Verhältniß gebunden; man kann fett oder mager füttern; gibt, was man hat oder geben kann, und ſorgt nur dafür, daß das in größerer Quantität beizumengende trockene Futter einem dem Bieh angenehmen Geruch und Geſchmack der Kartoffeln erhalte; dann wird dieſes Futter vor allem andern mit Begierde gefreſſen. Berlin gab den Kühen im Winter neben etwas Heu und Stroh, jeder täglich beiläufig 2 Metzenmaßel Karkoffeln und 0,893 Wien. Metzen Häckerling, beſtehend aus ½ Stroh und ½ Heu, wobei ſie mehr Milch gegeben haben und beſſer im Stande geweſen ſind als ſonſt, wenn er mehr Heu mit demſelben verfuͤtterte. Gegen den Fruͤhling hat er etwas mehr Kartoffeln gefüttert, ja er hat ſogar jeder Kuh 4— 5 Metzen (3— ½ Metze nmaßl) gegeben, ohne daß ſie darnach larirten. Auch mit Ochſen hat Berlin ein ähnliches Verfahren verſucht, indem er den ihnen beſtimmten Häckerling naß gemacht und ihn 25— 48 Stunden lang in feſtgetretenen Haufen liegen ließ. Als derſelbe anfing warm zu werden, ließ er ihn den Ochſen geben, welche ihn ſehr begierig fraßen. Dem Maſtvieh kommen ſehr fettes gutes Heu und meh— lige Kartoffeln zu Statten, die durch Zerkleinerung, Stampfen oder Schneiden, Anbrühen, Kochen, Dämpfen, Schroten, Mahlen, Gähren, zubereitet ſind; insbeſondere unterſtützt in Dämpfen an— gebruͤhtes, gekochtes oder gegohrenes Futter hauptſaͤchlich den Fett— anſatz. Die Maſtung abwechſelnd mit Kartoffeln, Mais oder Schrot, iſt immer die vorzüglichſte, von welchen erſtern, dem einen oder andern, das Rind 60— 70 Pfd. und 9— 10 Pfd. Heu mit b b b ttwas guten nit deutritis ſhrot bei ho dder aufebe 1 Maſtung R. Nall maſt ohne Bitt 3— 36 Nfäl gggeben mundt Sommerſtroh 1 goquellt odeſt verwiſcht gels haizem Voſſnt ( verfütter gutter vorrit Facſel genue In Irland v Milch gemäſt berähmt iſ. Nebſt nit ſarte ſi lihen Deutſe pe öft nich te Vodens al 45 ed 8 offeln a den ben Geſundheit Sfofiute uhe i 1 ſoſdet d das atß ält, ddel miſchreicht dann den j Kartoffnn 1 lettere Art 1 reih nn das N ¹ verf lang inſei 3, end * — 33 etwas gutem Sommer-Bundſtroh erhalten kann. In Dämpfen mit Heubrühe gekochte Kartoffeln müſſen gewöͤhnlich das Getreide— ſchrot bei hohen Körnerpreiſen vertreten, wobei noch Leinmehl oder aufgeweichte Oelkuchen zu Hülfe genommen werden, um der Maſtung Nachdruck zu geben. In Wirthſchaften, wo die Ochſen— maſt ohne Branntweinſpülicht betrieben wird, können jedem S Stück 30— 36 Pfd. gut gereinigte und in Dampfen gekochte Kartoffeln gegeben und ſolche mit ½ Dresd. Scheffel gutem Häckſel oder Sommerſtroh, Heu, Klee, Wicken oder Bohnen, welche letztere gequellt oder gemahlen vorzuͤglich auf's Fleiſch und Fett legen, vermiſcht gegeben werden. Dieſes angenehme Futter wird mit heißem Waſſer angebrüht, von Zeit zu Zeit öfters umgerührt und lau verfüttert. Weil man gern auf den folgenden Tag dasſelbe Futter vorrichtet, ſo hat es den Nutzen, daß es ſich mit dem Häckſel genauer vermiſcht und beides zuſammen verzehrt wird.— In Irland werden die Kälber mit einem Brei aus Kartoffeln und Milch gemäſtet, weshalb das irländiſche Kalbfleiſch als das beſte berühmt iſt. Nebſt Stroh und Heu iſt die Fuütterung der Schafe mit Kartoffeln ſeit einigen Jahren gebräuchlich gewor den. Im nörd⸗ lichen Deutſchland, in Gegenden, wo gute Wieſen ſelten ſind, der 9. Klee oft nicht gedeiht, und wegen des uͤberfluſſigen, aber ſchlech ten Bodens ein großer Schafſtand gehalten wird, werden viele, auch edle Schäfereien größtentheils, oder auch wohl durchaus mit Kartoffeln ausgehalten. Nur darf es hierbei nicht an hinreichen— dem Stroh fehlen, da dieß dann weſentlich zur Erhaltung der Geſundheit der Schafe erforderlich iſt. Wo es aber an gutem Schaffutter nicht fehlt, doch auch kein Uiberfluß iſt, findet eine theilweiſe Fütterung mit Kartoffeln Statt, indem einerſeits be⸗ ſonders das gelte Vieh gar kein Heu, ſondern blos Kartoffeln rhält; oder and erſeits, indem auch den Mutterſchafen, um ſie milchreicher zu machen und um die Milch etwas zu verdünnen, dann dem jungen Viehe nebſt einer mäßigen Portion Heu etwas Kartoffeln als eine Zugabe gereicht werden Beſonders verdient letztere Art eine Empfehlung; denn 1. reicht man mit dem gewonnenen Her weiter aus, indem man das Wenigere mit Kartoffeln erſetzt; 2. verſchafft man dadurch dem Schafe eine größere Abwechs lung in ſeinem Futter, was ihm ſehr gedeihlich iſt; 3. endlich ſcheint die ſchleimige Fe ruchtigkeit, welche die Kar⸗ ——————— 338 toffel enthalt, die ſaftige Fuͤtterung, an die das Schaf während der Weide gewöhnt iſt, einigermaßen zu erſetzen. So viel iſt gewiß, daß Schäfereien, in welchen neben dem nöthigen Heu und Stroh auch eine mäßige Zugabe von Kartoffeln Statt findet, ſich eines beſondern Geſundheitszuſtandes erfreuen. Auch gewöhnen ſich die Schafe ſehr leicht an den Genuß der Kartoffeln, und ziehen ſie wohl auch dem Heu vor, zumal wenn dieſes nicht vor— zuͤglich gut iſt. Sie liefern bei ſolcher Fütterung kräftige Lämmer, geben viel Wolle und ſetzen auch Fleiſch und Fett an. Man kann die Hammel damit völlig ausmäſten.— Das vorhergehende Waſchen der Kartoffeln iſt immer rathſam, nothwendig aber dann, wenn die Kartoffeln nicht bei trockener Witterung geerntet wurden; ferner iſt die Zerkleinerung derſelben erforderlich; ſie werden dann mit etwas Häckſel vermiſcht, und dadurch, namentlich wenn ſie mit dieſem auf dem Wege der Selbſterhitzung einem Grad der Gährung überlaſſen werden(vergl. darüber lit. D.), noch gedeihlicher. Was die Quantität des täglichen Futterbedarfs anbelangt, ſo hängt ſelbe größtentheils von der Größe und dem damit ver— bundenen Gewichte des Körpers ab, welche wieder theils durch die Race, theils durch das Alter, auch wohl durch das Geſchlecht bedingt ſind. Durch Verſuche, die mit der größten Aufmerkſamkeit und Sorgfalt zur Ermittlung des täglichen Futterbedarfs unter— nommen wurden, hat man gefunden, daß ein geltes Schaf von 55 Pfd. Gewicht zur Lebensunterhaltung 1 Pfd. Heu oder im Verhältniß der Nährkraft zum Heu 2 Pfd. Kartoffeln, zum beſſe— ren Gedeihen aber noch ½ Pfd. Heu oder 1 Pfd. Kartoffeln er⸗ halten wiſe. Max rechnet ½⸗ Wiener Metzen(— 3% Pfd.) Kartoffeln, ½ Pfd. Heu, ¼ Pfd. Futterſtrohhäckſel zur guten Uiber⸗ winterung eines Mutterſchafes.(Oekon. Neuigkeit. J. 1836 S. 165.) Schweine nehmen bei der Kartoffelfütterung zuſehends zu. Man kann ihnen die Kartoffeln ſowohl roh als gekocht reichen, wiewohl ſie ihnen gekocht viel zuträglicher ſind, auch lie— ber von ihnen verzehrt werden*). Uiber die erſte Ernährung *) Ein Freund der Holzerſparniß hat im Winter den Verſuch gemacht, vier Schweine von einem Geheck und zuſammen erzogen, bei der Maſt getheilt und zwei davon mit gekochten, zwei mit rohen Kartoffeln zu mäſten. Bei dem Schlachten waren ſie in Allem gleich geweſen, nur hatten die mit rohen Kartoffeln gefütterten 17 Tage länger an ihrem Quantum gefreſſen. Beide Partheien hatten 23 Ctr. Kartoffeln, in der erſten Zeit mit Runkelblättern, hernach mit 6 8 gerkel th e ehude 1 tl ungzne ggkochte Kar⸗ Mehältniſe Dor iſe en. 2 4„no und nach ſene lih ſelbige a ho me dich gebe m won d Schweinen! Kartoffeln! bekam, ſonn de Hartoffe veewiſchen u Gedot tiget, und; de Maſtung rs6 ,g mſt. Kaff( ehe man ſie Sweinen a 339 der Ferkel theilt ein erfahrener Schweinezüchter: Oberamtmann Schütze zu Achim im Braunſchweigiſchen, folgende ſehr beach— tungswerthe Bemerkungen mit. So vortheilhaft die Fütterung mit gekochten Kartoffeln zur Erhaltung einer Schweinezucht auch iſt, ſo nachtheilig iſt es, junge Ferkel mit Kartoffeln, ſo gern ſie ſolche auch freſſen, zu füttern. Nur mit vieler Vorſicht können zur Fütterung der Ferkel gekochte Kartoffeln mit angewandt werden, d. h. nur wenig, im Verhältniſſe der übrigen Nahrung, und dann ganz zu Brei zer— rieben. Dort, wo es darauf ankommt, die Schweine bald groß und fett zu machen, füttert man mit kleinen Kartoffeln, bis man ſie zu mäſten beginnt. Gab man beim Mäſten der Schweine an— fänglich gebrühtes Kaff mit Kartoffeln, ſo verringere man nach und nach jenes, und vermehre die Quantitaͤt dieſer. bis man end⸗ lich ſelbige allein, und ſpäter wieder mit Schrot vermengt füttert; doch gebe man wohl Acht, daß man den auf Futter wartenden Schweinen die Kartoffelfütterung nicht zu heiß vorſchütte. Weil man die Erſahrung gemacht, daß, wenn die Maſtung blos mit Kartoffeln bewerkſtelligt wurden, das Fett keine feſte Konſiſtenz bekam, ſondern beim Ränchern auströpfte; ſo muß man deshalb die Kartoffeln gegen das Ende der Maſtung mit Gerſtenſchrot vermiſchen und ſie zuletzt blos mit Körnern beendigen. Gedörrt und geſchroten ſind die Kartoffeln noch kräf— tiger, und in dieſem Zuſtande mit Möhren vermiſcht, können ſie die Maſtung noch ſchneller befördern.— Wenn man die Kartoffeln mit'Haff(Spreu) gähren und jene nachher gehörig abkühlen läßt, ehe man ſie verwendet, ſo iſt dieſe Fütterungsart auch bei den Schweinen anwendbar. Nach Bergen'’'s vergleichenden Verſuchen ergab ſich: a) daß die doppelte Quantität Kartoffeln den Körnern das Gleichgewicht halte, und b) die bloße Kartoffelmäſtung mehr Fleiſch und Speck im Ge⸗ wichte gebe, als die bloße Kornmäſtung; weniger aber, wo beides mit einander verbunden werde. Für ein Schwein ſind 1 ½ Metzen Kartoffeln täglich hinreichend, um es in 10 Wochen fett zu machen Scheffeln Gerſte gefreſſen. Da das Kochen der Kartoffeln für die Schweine eine Menge Holz koſtet, ſo frägt er, ol dieſes wirklich erſpart werden könne.(Allgem. Anzeiger d. Deutſchen J. 1840 S. 4647.) ) 4 f 340 In Weſtphalen fuͤttert man die Schweine zuerſt mit rohen, und wenn die eigentliche Maſt angeht, mit gekochten Kartoffeln, die man Schweine mit einem gegohrenen Teige von Kartoffeln und Mehl*). mit Gerſtenmehl zuſammengeknetet werden. Im Elſaß mäſtet *) Die Verwendung der Kartoffeln zur Maſtung der Schweine iſt allgemein; aber eben ſo allgemein iſt die Beobachtung, daß, wenn man die Kartoffeln allein, und ohne Beimengung von ſaurer Milch oder von Mehl irgend einer Getreideart füttert, die Thiere nur langſam dabei fett werden, oder daß ſie dieſelben ganz verſchmähen, und man ſich gezwungen ſieht, ſie mit irgend einer andern Wurzel: Rüben oder Runkeln, oder mit Mehl zu miſchen. Gekochte und geſtoßene Kartoffeln, mat ſaurer Milch gewiſcht und den Schwei⸗ nen drei Mal des Tages warm vorgelegt, ſind ihnen eine ſehr an— genehme und gedeihliche Nahrung. Weil aber in kleinen Haus— haltungen oft nicht ſo viel Milch vorhanden iſt, als die Verdün— nung des Kartoffelbreies erheiſcht, und man ſich Uberzengt hat daß der Genuß ſäuerlicher flüſſiger Nahrungsmittel, ſaure Milch, Küchen— ſpülicht, das in der ſaueren oder im Beginne der wefaulen Gährung iſt, dem Hornvieh ſowohl als den Schweinen angenehm und zuträg— lich iſt, ſo hat man es verſucht, die gekochten und zerkleinerten Kartoffeln erſt in Gährung zu ſetzen, ehe ſie den Thieren vorgelegt werden, und hat ſich überzeugt, daß ſie in dieſem Zuſtande von allen Thieren mit großer Begierde verzehrt werden, und daß ſie in Be— ziehung auf die Maſtung derſelben eine ungleich größere Wirkung hervorbringen’, als wenn ſie ungegohren verfüttert werden. Die Wirkung der Milch auf die Erhöhung der Nahrungsfähigkeit der Kartoffeln mag wohl großentheils ihren Beſtandtheilen, als thieriſches Nahrungsmittel, zum Mat auch der Säure zugeſchrieben werden, wodurch der Geſchmack der an und für ſich faden Kartoffeln ver— beſſert und den Thieren angenehmer gemacht wird; dasſelbe iſt auch der Fall bei dem Küchenſpülicht. Die große Wirkſamkeit des gegohrenen Kartoffelbreies dürfte aber nicht blos dem angenehmen Geſchmack als ſelbſt der höhern Nahrungsfähigkeit der durch die Gährung veränderten Subſtanz der Kartoffeln zugeſchrieben wer⸗ den.— Das Verfahren, die Kartoffeln zur Gahrung zu bringen und zu verfüttern, ſo wie es von einem ſehr bewährten Landwirthe in Ausführung gebracht wird, iſt folgendes: Es wird ein kleines Stückchen von gewöhnlichem Brodſauerteige mit lauem Waſſer in einer Schüſſel voll Mehl zu einem dicken Teige verarbeitet, und dieſer zur Gährung in die Wärine geſtellt. Dadurch gewinnt man eine zureichende Menge Sauerteig, um 1 ½ Met tzen Mehl in Gäh— rung zu bringen. Dieſes Mehl wird in einer großen Kufe mit lauem, aber nicht heißem W Vaſeer, mit jener Schüſſel voll Sauer— teig, zu einem dünnen Teig gemacht, welcher ſeiner Seits bald in auer M p! den; man u — Gäßrung t in danos Im letzte 1” 1 Keſſels halten die Paſſer d ſind, we renden fahrt dal zll behan⸗ gelen we zufügen. 1 ten. Da⸗ Gahrunent ihres Rs großer in Mal anll ſaurer in ſen ihn Zuſatz e Da dal dem Füt wenn m Teigſuvyt nach, etii bei dieſen feſt glein in lezten nd Al Seitenſch und war nahe an. habey. Schweir Schwein Zum Hornvie wird, reien ſe beſtehen tine kur Gahrun 8 ei den aur Die Ziegen können ebenfalls mit Kartoffeln genährt wer⸗ den; man will aber bemerkt haben, daß, wenn ſie blos mit rohen Gährung kommen wird. Während deſſen wird 1 Metzen Kartoffeln im Dampf, oder doch mit ſo wenig Waſſer, als möglich iſt, gekocht. Im letzteren Falle befördert das genaue Schließen der Oeffnungl! des Keſſels mit einem Oeckel das Garwerden derſelben durch das Zurück⸗ halten der Dämpfe. Die gekochten Kartoffeln werden ſogleich ohne Waſſer ſo vollſtändig als möglich zermalmt. So wie ſie zerdrückt ſind, werden ſie, ſo heiß ſie auch immer ſein mögen, in den gäh— renden Teig geſchüttet und damit unter einander gearbeitet. Man fährt dann fort, eine gleiche Quantität Kartoffeln auf diefelbe Weiſe zu behandeln.— Hat man im Anfange mehr genommen, als ange⸗ geben worden iſt, ſo kann man auch nachher mehr Kartoffeln hin— zufügen. In d ß muß man ſich dabei nach der Größe der Kufe rich⸗ ten. Da die Maſſe ſich wenigſtens um den vierten Theil bei der Gährung vermehrt, ſo darf man die Kufe nicht über zwei Drittel ihres Raumes anfüllen, weil ſonſt die Maſſe üb verlaufen würde. Je größer indeſſen die Kufe iſt, je mehr man folglich Teig auf ein Mal anmachen kann, um ſo beſſer iſt es, indem der Teig um ſo ſaurer iſt, als er älter wird; und je ſaurer er iſt, deſto lieber frei— ſen ihn die Schweine, und um ſo mehr iſt er ihnen nützlich. Der Zuſatz einiger Hände vo l Salz thut treffliche Wirkung. Da der Teig aber in dieſem Zuſtande zu dick iſt, ſo muß er bei dem Füttern mit etwas Waſſer oder noch beſſer mit Sauermilch, wenn man ſie hat, verdünnt werden. Im Anfange macht man die Teigſuppe dünner, bei der Fortſetzung der Mäſtung aber, vor und nach, etwas dicker. Man wird ſich wundern, wie ſchnell die Schweine bei dieſem Futter zunehmen, wie ſchmackhaft, zart und zugleich* feſt Fleiſch und Speck dabei werden. Auf die angegebene Art wurde im letzten Winter ein Schwein gemäſtet, das 13 Monate alt war und 200 Pfd. wog. Es gab 8 Pfd. Gekrösſchmalz und 25 Pfd. Seitenſchmalz. Die Zeit der Maſtung währte in allem 14 Wochen, und wäre ſie noch 3 Wochen fort tgeſetzt worden, ſo würde das Schwein nahe an 250 Pfd. gewogen, und an Schmalz das Doppelte gegeben haben. in anderes Mal wog ein auf dieſelbe Art gemäſtetes Schwein, 16 Monate alt, 274 Pfd. und gab 49 Pfd. Schmalz. Alte Schweine 36 überhaupt ungleich mehr Schmalz und Speck an. Zum Schluſſe muß ich noch bemerken, daß dieſes Futter bei dem Hornviehe, das man mäſten will, eben ſo vortheilhaft angewendet wird, wie wir bei der Ochſenmäſtung in den Branntweinbrenne⸗ reien ſehen, wo man die Abfälle, welche aus Kartoffeln und Malz beſtehen, und mit Haͤckerli ig gemengt werden, in großen Bottichen eine kurze Zeit, 24— 48 Stunden, Leen läßt, um ſie in die ſaure Gährung übergehen zu laſſen, ehe ſie den Thieren verfüttert werden. In einigen Gegenden von Ober Sbelerinars geben die Landwirthe den zur Mäſtung aufgeſtellten Ochſen den Mehltrank als Maſtfutter 342 Kartoffeln gefüttert werden; ihre Milch eine dünne und wäſſerige Beſchaffenheit und einen widrigen Geſchmack bekam, welches aber nicht der Fall war, wenn ſie gedörrt und mit Möhren vermiſcht wurden. Geſchnittene Boöcke werden davon ſehr feiſt. Hunde und Katzen freſſen die Kartoffeln, gekocht zuberei— tet, ebenfalls gern, ſogar die abgezogenen Schalen. Alle Arten von Federvieh können mit Knrtoffeln genaͤhrt und gemäſtet werden. So ernährt der Britte unter andern mit gedämpften Kartoffeln das viele und ſehr theuere Federvieh. Man kocht die Kartoffeln ganz zu Brei und vermiſcht ſie mit etwas Salz; auch kann der Kartoffelgries mit großem Nutzen zu dieſer Fütterung verwendet werden. Die Hühner pflegen ſehr häufig beim Genuß derſelben zu legen, beſonders wenn ſie ihnen geröſtet in Würfelform gegeben werden; freſſen ſich aber auch bald davon fett.— Den Truthühnern ſind ſie ebenfalls ein angenehmes Futter und ihre Mäſtung wird überaus ſchnell bewirkt, wenn man ihnen ſolche gekocht, zerdrückt und mit etwas Schrot vermiſcht, vorſetzt. Die Enten ſind kaum damit zu ſättigen, ſo gierig werden ſie von ihnen verſchlungen; jedoch müſſen ſie vorher gekocht wer— den, denn roh verſchmähen ſie ſolche. Junge Enten wachſen bei ihrem Genuſſe ſchnell heran und nehmen an Fleiſch und Fett zu⸗ ſehends zu.— Gänſe ſind das einzige Geflügel, welches ſie im rohen Zuſtande verzehrt, doch geht ihre Maſtung ſchneller von Statten, wenn man ſie ihnen gekocht, mit Hafer vermengt, vor— ſetzt. Mit Roggenmehl und Schrot in einen Teig verwandelt und Nudeln daraus geformt, dienen ſie zum Stopfen derſelben, ſo daß dieſe Thiere in kurzer Zeit den böchſten Grad der Feiſtigkeit erlangen. Wie einheimiſche, welſche Hühner und Kapauner ſie ſelten roh, aber gekocht und zerdrückt deſto lieber freſſen, ſo werden ſie auch von Tauben in dieſer Form mit Begierde genoſſen. Setzt man etwas Anisſamen hinzu, ſo werden ſie ſehr zeitig zum Brü— ten gereizt. im gegohrenen Zuſtande, und behaupten, daß eine langjährige Er— fahrung ſie belehrt habe, daß das Mehl, auf dieſe Art vorbereitet, viel größere Wirkungen hervorbringe, als wenn es auf Häckerling geſtreuet, im trockenen Zuſtande, oder mit Waſſer gemengt, als Trank den Thieren gegeben werde.(Aus dem Wirthſchafts⸗Kalender p. J. 1841, der k. k. Landwirthſch.⸗Geſellſchaft in Wien.) Kana lein gehac EndliW ffen, Sch nüch na Nach V penützun. fälle der Das eonſchene aleitung wieſen ein bei mal Sütkefabr Aurkefaſe ine höcht Aniere we nalten ſ zutter di Nerdauun Das ans Hüͤll dartoffel die Abfe enthalte von 100 noch vol der 56 kannten d. + entwede fann, er ſo Trockn bewah Schich 343 tbee Kanarien⸗ und andern Vögeln miſcht man gekochte und nt u klein gehackte Kartoffeln unter den Hanf. arn Endlich laſſen ſich auch alle Arten Fiſche: Hechte, Kar⸗ pfen, Schleien in Teichen und Haltern mit gekochten Kartoffeln trefflich nähren, beſonders ſetzen Karpfen davon viel Fett an. Nach Whiſtling ſollen auch Krebſe damit gefüttert werden. ere Faa Benützung der Kartoffelſtärkefaſern und übrigen Ab⸗ fälle der Stärkefabriken als Nahrungsmittel der Thiere. Nur Das immer noch an Stärkmehl reiche, nur zum Theil aus⸗ ner pfieden gewaſchene Faſergew ebe(Parenchym), welches bei der Ver⸗ arbeitung der Kartoffeln zu Stärkmehl entfällt(S. 209), iſt er⸗ wieſen ein gutes Viehfutter für Rindvieh, Schafe, Schweine, wie es bei manchen großen, mit Viehzucht in Verbindung ſtehenden Stärkefabrikanten der Fall iſt. Mit Häckſel gemengt, ſind die Stärkefaſern beſonders bei melkendem und altem zahnloſen Vieh eine hoöͤchſt vortheilhafte Fütterung; indem aͤltere ſonſt geſunde Thiere wegen ihrer ausgezeichneten Eigenſchaft dadurch länger zu erhalten ſind, weil dieſes ſehr nahrhafte und leicht verdauliche Futter die Folgen des mangelhaften Gebiſſes und der geſchwächten Verdauungswerkzeuge ſehr vortheilhaft auszugleichen im Stande iſt. Das bei der Stärkebereitung entfallende Viehfutter beſteht aus Hüllen, Faſer, Eiweiß und vorzüglich aus der in unreifen — 7 d Kartoffeln begriffenen, ſo genannten ſchleimigen Halbſtärke; und die Abfälle haben um ſo größern Werth, je mehr ſie Stärkmehl enthalten. Demſcher nimmt an, daß der entſtärkte Kartoffelbrei von 100 Metzen Kartoffeln oder 80 Ctr.(89 Ctr.?) Kartoffeln noch volle zwei Drittheile der verarbeiteten, folglich noch 66 Metzen oder 56 Ctr.(58 Ctr.?) roher Kartoffeln als Futter, nach be⸗ kannten Erfahrungen, gleich komme. Die Verfütterung mit dem entſtärkten Kartoffelbrei geſchieht entweder ſogleich(abgebrüht), oder er wird getrocknet und in die- ſem Zuſtande lange unverderblich vorräthig gehalten; daher er auch für ein radikales Mittel gegen Futternoth angeſehen werden kann, indem ihn der Gewinn der Stärke unentgeltlich liefert, und er ſo wie das Stärkmehl ſelbſt in guten Jahren erzeugt, durch Trocknung für Nothjahre wie Getreideſchrot oder Malz leicht auf— ann. Wie dieſe Faſer, iſt auch die obere, unreine bewahrt werden Schichte der Stärke zu behandeln und zu verwenden. Nach Kuers ———444j—— —————— 344 Jahresbericht, J. 1834, iſt die im polytechn. Journal von Ding⸗ ler im Julihefte 1833 erzählte Methode, aus den Stärke⸗ mehlfaſern der Kartoffeln Brod für die Hausthiere zu backen, ein recht guter Vorſchlag.— Demſcher verweiſet auf die Anwen⸗ dung, den bei der Ausbeute der Stärke entfallenden Kartoffel— brei auf dem Wege der Selbſterhitzung als Brü hfutter am vortheilhafteſten zu benützen*). 6 Nach der Erfahrung der Franzoſen und Deutſchen in neueſter Zeit kann ſogar das bei der Stärkemehl-Bereitung aus dem Kartoffelbrei ausgepreßte viele, bald an der Luft verfärbende Waſſer ohne allen Nachtheil zur Tränke an das Hornvieh ver— wendet werden, ſobald dasſelbe nur einmal im Keſſel über dem Feuer aufgeſotten worden. Es hat einen deſto größern Werth, je mehr mittelſt dieſem Stärkemehl ausgebeutet worden, und es üͤberdieß ſtärkemehlhaltige Faſer, Schleim, Eiweiß und Zucker mit 5 3 ſich führt, je weniger es in ſaure Gährung übergegangen und verunreiniget iſt. Ohne nachtheilige Zerſetzung kann jedoch dieſes Waſſer nicht lange aufbewahrt werden. Das Waſſer beträgt aber ungefähr 75 pCt.; von den übrigen 25 pCt. kommen durchſchnitt⸗ lich 14 auf die Stärke, 7 auf die ſtärkemehlartige Faſer, und das Fehlende beſteht in Eiweiß, Schleim, Zucker und Salzen. Die ſogenannten kleinen Kleien, die ſich bei der Ausbeute der Stärke ergeben, ſind nichts anderes als zerfallenes Parenchym, *) Die Bereitungsart als Brühfutter iſt folgende: Die ganze Menge des Futterſtrohes für das betheiligte Vieh, wird täg— lich zu Häckſel geſchnitten und der friſche Kartoffelbrei ſchichtweiſe damit gemengt, mit Salzwaſſer, worin die ganze ſonſt paſſirte Salz⸗ portion aufgelöſt worden, beſprengt, und dieſe Maſſe wie Kraut zum Säuern eingetreten, ſonſt kein Waſſer mehr zugeſetzt. Das ſo bereitete Mengefutter wird nach beiſäufig 18— 24 Stunden ge⸗ füttert, während welcher Zeit es ſich gerade ſo viel erwärmt, daß es einen ſehr angenehmen weinigen Geruch zeigt, ohne noch zu rauchen oder ſtark erhizt zu ſein. Es iſt im erſten Grad der Gäh— rung. Die früher oder ſpäter eintretende geiſtige Gährung des Kartoffelmengefutters hängt übrigens von verſchiedenen Umſtänden ab. So erwärmt ſich der auf der Reibmaſchine durchaus vollkommen gleich geriebene und ausgewaſchene Kartoffelbrei ſchneller als blos in Scheiben geſchnittene oder nur unvollkommen geſtampfte Kartoffeln; eben ſo trägt die höhere oder niedere Temperatur der Atmoſphäre das Ihrige dazu bei ꝛc. Um der ſauern Gährung mög— lichſt vorzubeugen, läßt man die Maſſe lieber vor völliger Gährung verfüttern. 9 daher 8 welche genomm Aifeucht viſſer d brint dm ſc vünſce ——. daher auch als ſolches zu benützen. Die Auswaſchwäſſer, velche die aufloslichen Beſtandtheile der Kartoffeln in ſich auf— genommen, werden bald als Getränke für das Borſtenv ieh oder zur Anfeuchtung des Häckſels für das Rind verwendet.(Siehe Sauer⸗ der Stärkefabriken. S. 211.) Die Mühe der Stärkeausſcheidung kompenſirt ſich durch den Abfall als Viehfutter, demnach der Werth der Stärke ziemlich Kartoffeln gleicht, woraus ſolche gewonnen wurde, unter er Vorausſetzung einer guten Auswahl der Wurzelknollen, um — größtmöglichſte Quantitäat der St arke, und ſonach den ent⸗ 5 ſprechenden Gewinn daraus ziehen z n können. So bietet die Bereitung der Ckürte dem Landwirthe die Möglichkeit, bei unbedeutenden Vorauslagen, Behufs der Anſchaf— fung einer Wäſch⸗ und Reibvorrichtung, dann einiger Kübel und 33Qu 8 des Kartoffelmehles ſich in guten Jahren G) 2 8 — 2 2 2 3 . 3 6- 2 Z durch deren Ausbeute zu ſichern, durch Trocknung der Abfälle für Noth⸗ jahre Viehfutter zu ſammeln, und auch Dünger*) zu gewinnen, ſo auch ſein Geſinde, wenn es nichts anderes Wichtiges zu thun hat, vortheilhaft mit deren Erzeugung zu beſchäftigen.— Dem zur Folge bringt mſ ſehr richtig und zur Zeit in Anregung: daß r zum ſichern Aufſchwung der Land- und Viehwirthſ ſchaft es ſehr zu wünſchen ſei, daß mit der Aufnahme des Kartoffelbaues auch die Bereitung dieſes wohlfeilen und nahrhaften Futters allgemeiner werde; denn ſo wie die Kartoffel auf jedem Boden gedeiht, eben ſo taugt der entfallende Brei, nachdem der Ei treibskapital an Stärkmehl daraus zurückerhalten, als unentgelt⸗ liche Spreu, auch zum gedeihlichen Futter für die vorzüglichſten Hausthiere, als: Rinder, Schafe, Schweine und Gefluͤgel, um X d em Landwirthe hierdurch jenes Kapital noch reichlich zu verzinſen. Gegen dieſes wohlfeile Beimengfutter bleibt alſo ſelbſt das Futter— *) Zur Vermehrung des Dunges tragen hier nicht blos die Exkremente des Hornviehes, ſondern auch das Waſch⸗ und Vegetations⸗Waſſer der Kartoffeln bei, welches mit den weinſteinartigen ſalzigen und andern löslichen Beſtandtheilen derſelben geſchwängert iſt, und nach ber in Frankreich und andern Orten gemachten Erfahrung ſich als Bewäſſerungsmittel für Wieſen, Gärten u. ſ. w. eignet; doch da deſſen Sammlung und Aufbewahrung ſo großer Mengen Flüſſigkeit bis zum zeitgemäßen Gebrauche Schwierigkeiten hat, ſo wird es, auf den Dunghaufen gegoſſen, die Menge desſeiben nicht nur vortheilhaft vermehren, ſondern ſelbem bis zur Umwandlung ANuüimts 1 na3 ualhich HrA JifühTor Humus unumgaänglich nochig zufüuhren. — . — — — .— 346 gemenge mit ganzer Kartoffelmaſſe, ſo viel Vorzüge dieſes letztere auch haben mag, doch zu theuer, und erſcheint gegen jenes erſte nach allgemeiner Mißernte in Hungerjahren, wo es ſich um haus— hälteriſche Benützung der Viktualien handelt, noch immer eine Art Verſchwendung— weil durch Erſparung des Stärkmehls mehr gewonnen wird, als an Futterkraft verloren geht— wenn man bedenkt, wie vielerlei geſunde und kräftige Nahrungsmittel unter andern aus dem Stärkmehl bereitet werden können.(Mit— theilung. d. Mähriſch-Schleſiſch. Geſellſch. zur Befoͤrderung des Ackerbaues ꝛc. J. 1836. H. 4. S. 409.) (Mehreres ſiehe S. 209— 10.) §. 40. Benützung des Kartoffelbranntweinſpülichts als Nah⸗ rungsmittel für Thiere. Bei dem Spülicht(oder Schlämpe), welches bei eigenem Fabrikbetrieb nicht vortheilhafter als zur Viehfütterung und Mäſtung verwendet werden kann, kommt es ſehr darauf an, welches Ma— terial man zur Erzeugung des Branntweins benutzte, ob Kartof— feln oder Getreidekörner; denn die Schlämpe von einer gewiſſen Quantität Kartoffeln hat einen weit geringern Werth als die mit den Kartoffeln gleichſtehende Menge Getreide. Auch bedingt die Guͤte der Schlämpe die Dicke, in welcher das Einmaiſchen ge— ſchehen, insbeſondere aber deren vorausgegangene Gährung und Deſtillation, in wie ferne ſie mehr oder weniger vollkommen ge— ſchehen iſt oder nicht. In letzterm Falle wird die Schlämpe mehr nahrhafte Theile enthalten, als wo beides, Gaährung und Deſtil— lation, oder auch nur eines, vollkommen Statt gefunden.— Fer⸗ ner kommt es, um die Nahrhaftigkeit der Schlämpe gehörig be— urtheilen zu knnen, auch darauf an, zu wiſſen, welche Art der Kartoffeln, zu welchem Zeitpunkte, in welcher Menge, dann welche Getreideart und in welchem Verhältniſſe dieſe zur Erzeugung des Branntweins verwendet wurde. So bemerkt Dr. Franz, daß die Schlämpe von guten peruvianiſchen Kartoffeln gehaltvoller, mehlreicher, nahrhafter und über ⅛ einträglicher als von unſern gewöhnlichen Frühkartoffeln ſei, ja ſogar ſelbſt etwas mehr näh⸗ rende Kraft, als die vom Roggen enthalte. Uiber alle Nahrungsſtoffe, welche zur Viehfütterung verwendet werden, finden ſich genaue Werthvergleichungen vor, nur über die Schlämpe hat ſich noch kein ökonomiſcher Schriftſteller genü— ſc ſend ausge welch ein* fürzlich eil 2 5 1 Haus⸗ un ds Vertheir qggeneine zorr aus f Vndes wud eraktnn großen Quatt von Brennne Perſteuert w en Einmai⸗ neht Nahrſſ zur noch zu geten Einnu Duantitat in höhern! duckeſtoffe! ſoſt ſein ki diete der Lan peu gleih her Schlan. ingemeſen ſu ſtellen Kopp. don der G. gleich.— E lleih der, gen Erfahrn Schlämpe, tredeſchlan von 1009 dder 160 Kuet til, um d ulich zum 4½ 8 ½ 3 Oaupe beir aee hein 242 . gend ausgeſprochen. Sehr richtig bemerkt in dieſer Beziehung d ſt kürzlich ein einſichtsvoller ſächſicher Landwirth(S. Univerſalbl. d. delt, nih n Haus⸗ und Landwirthſchaft B. 13. S. 15.):»Der Unterſchied des Werthes der Branntweinſchlämpe iſt auch ſo groß, daß ein ge allgemeiner Maßſtab füglich nicht angenommen werden kann, und Nahrunas zwar aus folgenden Gruͤnden: Vor Eintritt des großen Zollver— bandes wurde bei den Brennereien kein Raum verſteuert und das Gewerbe des Branntweinbrennens ſtand noch auf einer ſehr nie— dern Stufe. Jeder maiſchte ſo dünn als möglich ein, in der feſten Uiberzeugung, durch dieſes Verfahren eine möglichſt hohe Ausbeute zu erhalten, ohne aber zu bedenken, daß zum Abbrennen einer großen Quantität ſolcher dünnen Maiſche ein bedeutender Aufwand nſpüligte von Brennmaterial erforderlich ſei. Jetzt, da der Maiſchenraum weiee ere verſteuert wird, ſucht jeder eine Steuererſparniß im möglichſt ſtar⸗ ken Einmaiſchen. Die gleiche Quantität Maiſche enthält daher jetzt mehr Nahrungsſtoff als bei dem alten Verfahren und es dürfte nur noch zu berückſichtigen ſein, daß jetzt durch die vervollkomm⸗ neten Einmaiſchungsmethoden mehr Alkohol aus einer gegebenen Quantität Kartoffeln gezogen wird, und daß daher, durch eine im höhern Grade bewirkte Verwandlung des Stärkemehls und in Wen Zuckerſtoffes in Alkohol, die Schlämpe als Rückſtand minder nahr— haft ſein könne. Schmalz ſetzt(in ſeinen Erfahrungen im Ge⸗ 4s Einn biete der Landwirthſchaft, 2 Bd.), 600 Pfd. Kartoffelſchlämpe 100 Pfd. Heu gleich; es ſcheint mir aber, als wenn derſelbe den Werth G der Schlämpe zu hoch angeſpreochen hätte, und ich glaube, daß es zird die Et angemeſſener ſein dürfte, 10 Pfd. Schlämpe 1 Pfd. Heu gleich . zu ſtellen. fundm⸗ Koppe rechnet 900 Pfd. von der Karroffelſchlämpe, 300 Pfd. moe von der Getreideſchlämpe, dem Werthe von 100 Pfd. Roggen ſen, velz gleich.— Sach ſagt: 100 Pfd. Kartoffeln ſind im Futterwerthe gleich der Schlämpe von 62 ½ Pfd. Getreide. Nach den bisheri⸗ gen Erfahrungen gibt 1 Scheffel(oder 100 Pfd.) Kartoffeln 250 Pf. — Schlämpe, daher erſt 4 Scheffel(400 Pfd.) Kartoffeln, der Ge⸗ „pe ſn lth treideſchlämpe von 100 Pfd. gleich zu ſtellen kommen. Die Schlaͤmpe 3 von 100 Pfd. Getreide ſoll eben ſo gut mäſten, wie 80 Pfd. Heu oder 160 Pfd. Kartoffeln. Kuers bemerkt, die Schlämpe iſt ein ausgezeichnetes Mate⸗ „ rial, um ſchwer lösliche Futterſtoffe nutzbar oder nur leichter ver— fütterung d daulich zu machen, wogegen dieſe die nachtheilige Einwirkung zu vieler gen u, Säure beim reichlichen Genuß der Schlämpe aufzuheben haben, in 3 67 —-—————————— welcher Hinſicht das Stroh beſſer als Heu wirkt. Um daher die Säure der Schlämpe gleichſam zu einem Beſtandtheil des gehäck— ſelten Strohes und anderer dergleichen Futterſtoffe umzuſchaffen, dieſe auflöslicher, verdaulicher, und die Säure in ihrer Einwirkung auf die Organe zu beſchränken und minder angreifend zu machen, hat man auch ſtets anzurathen, die Schlämpe auf dergleichen Futterſtoffe gegoſſen zu verabreichen, ſo daß beide gemeinſchaftlich verzehrt werden müſſen; doch muß ſo viel Häckſel genommen wer— den, daß die ganze Maſſe einen flüſſigen Brei darſtelle, etwa einen halben Raumtbeil Häckſel auf einen Raumtheil Schlämpe. Reine Schlämpe gegeben und das Stroh lang vorgelegt, macht, daß die Flüſſigkeit in den Magen ꝛc. gelangt, ſchnell aufgeſogen wird, ſomit iſt die Einwirkung der Schlämpe auf den Körper unbeſchränkt. Wo viel Säure in der Schlämpe vorwaltet, oder ſie mit ſaurem Heu verfüttert werden muß, kann ſie als Getränk mit Waſſer vermiſcht gegeben werden, welches immer mehr und weni— ger kohlenſauren Kalk enthält, daher es die Säure bindet und in ein Salz verwandel. Je früher die Schlämpe gebraucht wird, deſto beſſer iſt es; hat ſie Säuerung angenommen, ſo wirkt ſie beim Melkvieh nach— theilig auf die Milch; deshalb iſt es am beſten, ſo wie ſie warm aus der Branntweinblaſe kommt, mit Waſſer abzukühlen. Ganz abgekühlte Schlämpe zieht man deswegen vor, weil die im Magen und Darmkanal durch warmes Getränk entſtehende große Empfind— lichkeit die Verdauungswege weichlich macht. Sollte in Folge ſchlechter Gährungsart oder Tage langer Aufbewahrung die Schlämpe ſehr ſauer ſein, dann iſt das Hinein⸗ hängen von Beuteln, die mit Aſche oder auch Kalk(Mergelh) ge⸗ bin ſind, von Vortheil. Zu viele Abſtumpfung der Säure ſchadet edoch in ſo fern, als einige Säure der Schlämpe zur Verähn⸗ lrpun des Strohes wie oben geſagt worden, vortheilhaft wirkt. Durch den Zuſatz von Alkalien erhält die Schlämpe eine grau⸗ ſchmutzige Farbe. Ferner iſt auch bei der Fütterung mit Schlämpe das Anſetzen von Grünſpan in dem Brennapparate ſorgfältig zu verhüten, und überhaupt alle Vorſicht und Aufmerkſamkeit auf die Erhaltung und Reinlichkeit der Gefäße, wie der Schlämpehälter, der Krippeu und Zuleitungsröhren, dann auf die Verwendung mööglichſt friſcher Schlämpe, wie nicht minder auf das Aufgießen derſelben auf ge 7 St Häckſeltes St zur Shidlih Pas di begift, ſo nur für alt vekabtei ichen winigem Ha lgſim und einem Eimer ſchodet die edelter Hace Fürnerftühte Jhtigieit de Wo ma wſelleicht nich Gie wird i diech Röhre ncct gut an ghpvungen, b liher als zu 19 dichgut; Rindoie eh me wentlich abe nin beſonde tar ih eg de beſändhe ſäben haufi einen Maſto dnne mage 6. 323) Bei d Schlampe Naſt, die Sonmer ſo Düſen den nerſcrt un In ꝛurhel 349 häckſeltes Stroh zu verwenden, um ſie nicht auf irgend eine Weiſe zur Schädlichkeit werden zu laſſen. §. 41. Was die Ernährung der verſchiedenen Thiere ſelbſt betrifft, ſo eignet ſich nach„nach Kuers« die Kartoffelſchlämpe nur für alte Pferde gut, ſobald man ſie als Hauptfutter zu verabreichen beabſichtiget; ſie können bei dieſer Fütterung mit wenigem Hafer ziemlich ſchwere Arbeiten verrichten,wiewohl es langſam und träge geſchieht. In mäßiger Menge, höchſtens zu einem Eimer täglich, zum Anwäſſern des Häckſelfutters gebraucht, ſchadet die Schlämpe keinem Pferde unveredelter und wenig ver— edelter Racen. Sir iſt ihnen ſelbſt dienlich, wenn viele ſchwere Körnerfruͤchte gefüttert werden, indem ſie durch ihre Säure die Thätigkeit des Magens erhöht. Wo man friſchen Abſatz für die Melkereihat, kann die Schlämpe vielleicht nicht vortheilhafter als für die Kühe benützt werden. Sie wird über Häckſel gegoſſen, in dazu eingerichteten Ställen durch Röhren gleich in die Krippen geleitet, oder wo ſaures Heu nicht gut anders als mit Rindern Ve ſüittet werden kann, iſt man gen, ehoͤrt it Wa, 3 gezwungen, die Schlämpe, gehorig mit Waſſer verdünnt, nicht reich licher als zu 40— 50 Quart täglich von etwa 8— 10 Metzen Maiſchgut zu verwenden.— Dieſe Fütterung muß indeſſen beim Rindvieh mehr als Nebenfütterung betrachtet und ſehr nnäg ßig(na— mentlich aber in den Sommermonaten, wo das ſchädliche Sola— nin beſonders in den Keimen der verbrannten Kartoffeln enthal— ten iſt) gegeben werden, wenn ſie keinen nachtheiligen Einfluß auf die Geſundheit der Thiere, wie man ihn bei Uibertreibung der— ſelben häufig bemerkt, haben ſoll; man vertheilt die Le auf einen Maſtochſen wenigſtens auf vier Kühe. Auch gibt die Schlämpe dünne magere Milch und wenig ſchlechte Butter.(Thaer a. a. O S. 323.) Bei der Maſtung des Rindviehes ſpielt bekanntlich die Schlämpe eine bedeutende Rolle. Als die wohlreilte und ſchnellſte Maſt, die auch die wenigſte 1n derweiten erfordert, kann ſie im Sommer ſowohl als im Winter betrieben werden. Man kann die Ochſen den Herbſt über mit Gihlunpe⸗ gutem Heu, etwas Kör⸗ nerſchrot und Stroh hinbringen, darauf alsdann im Winter mäſten. — Am vortheilhafteſten wendet man die Schlämpe gleich friſch, wenn 350 ſie aus der Branntweinblaſe kochend heiß kommt, zum Anbrü— hen gehäckſelten Strohes, zum Heu, allerlei Körnerſchrot, Rüben— und Wurzelwerk, zu Oelfrüchten u. a. m. Zum Anbrühen trocke— nen und ſchweren Futters kann ſolches einen halben Tag oder eine Nacht durch ſtehen bleiben, damit es, bevor es verfüttert wird, gehörig erweicht und das eine durch das andere kräftiger und ſchmackhafter wird.— Man verfüttere die Schlämpe weder zu alt und ſauer, noch in zu großen Quantitäten, wo ſie der Milch und Butter und ſogar dem Fleiſch einen üblen Geſchmack gibt. Was die Quantität des täglichen Futterbedarfs anbelangt, ſo braucht ein Maſtochſe mittlerer Größe 40,— 45 Maß Schlämpe, die aus 30— 40 Pfd. Körnern oder drei Mal ſo viel guten Kartoffeln be— reitet worden iſt, worauf ihm noch 8— 10 Pfd. Heu und etliche Pfund Strohhäckſel zuſammengebrüht gegeben werden können. Eine ſolche Maſtungsart kann ungefähr 4— 5 Monate dauern. Wenn das Rauhſutter in gutem Heu und Stroh beſteht, ſo dient es zum Lebensbedarf und zur Erhaltung des Maſtviehes; dagegen die Schlämpe ausſchließlich als Maſtfutter zum Fettanſatz zu betrach— ten iſt. Von der Schlämpe iſt jedoch der vierte Antheil der näh— renden Kraft derjenigen Frucht, der Kartoffeln oder des Roggens und anderer anzunehmen, aus welcher die Schlämpe benutzt wor⸗ den iſt; da die Gährung, welcher die feſte Maſſe unterworfen geweſen iſt, wenn ſie übrigens tadellos war, wenigſtens 3 Theile des Ganzen, als der urſprünglichen Nahrungsſubſtanz in Alkohol (gereinigten Weingeiſt) ſich verwandelt. So ſchnell ſich übrigens auch das Vieh von der Schlämpe mäſtet, ſo iſt es gleichwohl mehr als von einem andern Material ndehiich und ſchwerfällig; auch ſind, wie geſagt, deſſen Produkte, Fleiſch und Fett, aufge— blaſen, ſchwammig und von weit geringerem Gehalt und Werth. Es iſt jedoch allgemein angenommen, unmittelbar nach jenem Maſt⸗ futter, und zwar die letzte Zeit vor dem Schlachten, Grummet, Heu, Runkeln, Schrot- oder Mehltränke zu füttern, um den übeln Geſchmack, den die Schlämpe verurſacht, in einen reinen, lieblichen und natürlichen Fleiſch- und Fettgeſchmack zu verwan⸗ deln.(Dr. Lengerke's landwirth. Konverſat. Lexikon J. 1838.) Den Schafen wird die Schlämpe entweder als Beifutter neben der gewöhnlichen Nahrung aus Heu und Stroh ge egeben, oder ſie macht die Hauptnahrung, das Heu und Stroh dienen aber nur als Nebenfutter. Letzteres iſt meiſtens nur in den nördlichen Ländern, wo die Branntweinbrennereien zuweilen den wichtigſten b 2 uu der Falemal non adenfals ls auch Rrner ſt da⸗ ae de Qu⸗ d bi, die an Jöglin e Gölöne von übich verwer peinten, nit ſ dielem tandrd ee 8 de g raüthe bhn ze tindrh nit feſchahtet w Stlänpe un grauhhih. 1 Jehnjat 9 in Un Jahren Hau ſtien rudge rſache hie iſden dieſe dünnte, vor 1 einen ter lur de n und nach, dögewohnt zuziehen ko luſt nach t nmer gebe ſach hevo diß blos d der a auch 67 (87 Zweig der Wirthſchaft bilden, üblich.— Soll der Genuß der Schlämpe der Geſundheit der Thiere nicht nachtheilig werden, ſo iſt allemal nothwendig, ihnen nebſtbei reichlich trockenes Futter, allenfalls auch nur geſundes Stroh von Sommerfrüchten zu geben. Ferner iſt das Sauerwerden der Schlämpe ſorgfältig zu verhüten. Was die Quantität des Futterbedarfs anbelangt, ſo wird ſie in der Gabe, die Koppe als die nutzbare empfiehlt, in der Gegend von Möglin etwa zu 2 Berl. Quart, oder auf 100 Schafe die Schlämpe von à bis höchſtens 3 Scheffeln Kartoffel-Maiſchgut nützlich verwendet. Wie Kuers bemerkt, gibt es jedoch einige Ausnahmen, indem er geſehen hat, daß 4— 6 Berl. Quart Schlämpe mit ſo vielem Stroh als die Thiere freſſen mochten, den Winter hindurch gefüttert wurden, ohne daß ein Thier erkrankt wäre. Da die Krankheitserſcheinungen(meiſt Leberleiden) beſonders bei min— der ſaurer Schlämpe immer nur langſam hervortreten, ſo können auch Hammel ohne Schaden täglich, und zwar 4— 5 Monate hindurch mit 5 Berl. Quart gefüttert werden, wo ſie aber dann geſchlachtet werden müſſen. So vortheilhaft es auch ſcheint, die Schlämpe auf Häckſel gegoſſen zu geben, iſt dieß doch nicht ge⸗ bräuchlich. Zehnjähriger Erfahrungen Fröhlich's(Pächter auf Cſae⸗ kany in Ungarn) zu Folge zeigten ſich nur in den erſten zwe Jahren Hautausſchläge bei den Schafen und die Feinheit der Wolle ſchien rückgängig zu werden. Nach ſeiner Angabe war jedoch die Urſache hievon einzig die zu große Stärke der Schlämpe geweſen, indem dieſen Nachtheilen, ſeit man ſie mit Waſſer gehörig ver— dünnte, vorgebeugt wurde. Derſelbe gibt täglich für 30 Stück Schafe einen Eimer Schlämpe, ſonſt aber nur Strohfutter. Die Mütter erhalten während der Lammzeit eine Verbeſſerung an Heu. Wenn die Zeit kommt, die Schafe auf die Weide zu bringen, hört die Schlämpefütterung auf; doch darf die Fütterung nur nach und nach, durch Verminderung der Portionen von der Schlämpe abgewohnt werden, indem man ſich ſonſt den groͤßten Schaden zuziehen könnte. Die Schlämpe erzeugt übrigens ſehr viel Freß— luſt nach trockener Fütterung, welche man den Schafen nachher immer geben ſoll.— Daß die Schlämpe bei den Schafen die Klauen— ſeuche hevorbringe, hält Fröhlich fuͤr ungegründet, und ſchreibt dieß blos der Unreinlichkeit und Näſſe in den Stallungen zu, da— her er auch bei der Fütterung der Schlämpe große Sorgſamkeit —⸗-⸗----⸗---ä:ä—ä—⁊⁊=⁊=FJ—————————— 352 in dieſer Hinſicht empfiehlt.(Mittheilungen der mähriſch-ſchleſiſchen Geſellſchaft ꝛc. 1837. H. 2. S. 181.) Für Zuchtſäue iſt die Schlämpe nicht das vortheilhaftere Futter, und es bekommt ihnen nur dann, und ſie gedeihen dabei, wenn ſie völlig daran gewöhnt ſind, und in dieſem Falle, wenn es ſich thun läßt, muß ſie ihnen immer mit geſtampften, geſchnit— teneu oder gekochten Gartengewächſen abwechſelnd gegeben werden. Füttert man die zur Maſt beſtimmten Schweine blos mit Schlämpe, ſo gebe man ihnen allmählig das Dickere und Nahrhaf— tere, und vermenge dieſes auch wohl noch mit Schrot oder ge⸗ kochten Kartoffeln. Man laſſe die Schlämpe nicht ſauer werden, ſondern verbrauche ſie friſch. Sowohl bei dieſer wie bei der Kar— toffelfütterung habe man wohl Acht, daß man das Futter nicht zu heiß vorlege. Die Schweine werden bei der Schlämpe in der Regel mit acht Wochen feiſt; aber dieſe Thiere werden nicht ſo gern gekauft, als die mit Schrot fett gemachten.(Mehr ſ.§. 32 und Schädlichkeit im VIII. Abſchnitt.) §. 42 und 43. Benützung des Kartoffelkrautes und der Samenäpfel als Nahrungsmittel der Thiere. Hat das Kartoffelkraut im Allgemeinen auch nur einen ge— ringen Futterwerth, und iſt ſelbſt das beſte Kraut fuͤr das Vieh keine Lockſpeiſe, und reizt die Freßluſt wenig an, ſo bleibt es doch immer eines der beſſetn Nothfutter, da gewöhnlich um dieſe Zeit, wo das Kraut der Pflanze hierzu verwendet werden kann, es an anderer Nahrung zu mangeln anfangt, daher das Vieh auch den Ekel daran gar bald überwindet und es gern verzehrt. So iſt es auf dem Thüringer Walde eine ſehr gewöhnliche Herbſtfütte— rung, und man ſieht daſelbſt Zugochſen von der Mitte des Sep— tembers bis in die Mitte des Oktobers damit ernähren, dabei ſie munter und kraftvoll bleiben. Villars bemerkt, daß Rinder ſchwer dahin zu bringen ſind, die Pflanze ſo lange ſie friſch iſt und über ihren Knollen ſteht, abzuweiden, ſie aber dann, wenn ſie vom ſchwachen Froſt getrof— fen, ſchlaff und welk geworden, nicht nur von Schweinen, ſondern auch von Pferden und den an das leckerſte Futter gewohnten Hammeln gern gefreſſen wird, bei welchem Futter ſie auch fett werden.(S. deſſen Histor. d. Plant. de Dauphine.) Das Abweiden des Kartoffelkrauts mit Schafen empfiehlt . fei n bold 4 neinen land rre iriſ tanfedder b1 ttengung n trſot gege gr gr Ugetatio'e gr uemi fi bereits ee gart ufds fi lich dieſes Schafe ⁹ hat richt l die fajn be ſe bedd 91 ſfürbt.-ie Waäährunge reen nachtho nin wern die S dann in getrocki mittags V denſelbeh Stunden Riilgter Frrutts ſob ſont der etn komnen. der d einem Mal ih nur ein, wandig, un, Arreinnder, ſelne ga artof 353 Reinbold aus Wpskoc, bei Koſten im Poſen'ſchen in der allge— meinen landwirth. Zeitung, beſonders in Wirthſchaften, wo die Schafe einzig auf die Ackerweide angewieſen ſind, indem es ge— wiß von beſonderem Intereſſe iſt, ſich einen Weidezuſchuß verſchaf— fen zu koͤnnen, ohne irgendwo im Mindeſten geſtört, oder in anderer Hinſicht beeinträchtiget zu werden, vorzüglich, wenn magere Sandfelder bewirthſchaftet werden, welche ſich bei aller Kraft— anſtrengung nicht ſchnell in gute Weideſchläge umſchaffen laſſen. Er ſagt: gegen die Mitte des Septembers, als des letzten Monats der Vegetationsperiode der Kartoffeln, werden den Schafen, allen ohne Ausnahme, die mit Kartoffeln beſtellten Aecker zur Weide eingeräumt. Die alten Schafe kennen dieſe Nahrung ſehr gut, da ſie bereits ſeit einigen Jahren dieſelbe bekommen, und fan— gen bald an, die Spitzen des Krautes abzufreſſen. Sind unter den Kartoffeln einige Graspflanzen, ſo greifen die Lämmer natuͤrlich dieſe zuerſt an, folgen aber bald dem Beiſpiele der andern. Die Schafe genießen das Kraut mit beſonderer Gier und freſſen zuletzt nicht blos die Blätter, ſondern auch die feinern Stengel. Dieſe Weide dauert nur ſo lange, bis das Kraut völlig abge— freſſen iſt, wenn es nicht durch große Dürre oder Nachtfroͤſte fruͤ— her abſtirbt.— Die Thiere haben ſich immer ſehr wohl bei dieſer Weidenährung befunden und in keiner Beziehung hat dieſelbe irgend nachtheilige Wirkungen auf ihren Geſundheitszuſtand ge— äußert, wenn dabei die Regeln genau befolgt wurden: a) die Schafe nie bei Regenwetter und überhaupt ſtets nur dann in die Kartoffeln zu laſſen, wenn der Thau vollig ab— getrocknet iſt; am Beſten alſo in der Zeit von 11 Uhr Vor⸗ mittags bis 3 Uhr Nachmittags; b) denſelben dieſe Weide nie länger als höchſtens eine halbe Stunde anhaltend hintereinander zu geſtatten. Befolgte man dieſe Regeln nicht, ſo würde der Genuß des Krautes ſowohl Durchfall als Auflaufen bewirken.— Zufälle, welche ſonſt, der erſte bei einzelnen Thieren, der zweite gar nicht vor— kommen. Der Ordnung wegen iſt darauf zu halten, daß nicht mit einem Male der ganze Fleck überhütet, ſondern den Schafen täg— lich nur ein gewiſſes Stück aufgegeben werde. Es iſt dieß noth— wendig, um länger mit dieſer Weide auszureichen, und um das Voneinandertreten der Kartoffelkämme zu verhüten, wodurch ein⸗ zelne Kartoffeln von der ſie bedeckenden Erde entblößt werden 23 ——,—————jj————— 354 würden. Bei dem täglichen Darüberziehen mit der Herde müßte dieß endlich erfolgen, und dann würden ſich die Schafe daran gewöhnen, wenn das Kraut abgefreſſen wäre, die Kartoffeln her— aus zu ſcharren. Der Verluſt, welchen man hierdurch unmittelbar an Kartoffeln erleiden dürfte, wäre freilich nicht unbedeutend: aber es bliebe ſo manche Knolle der Einwirkung der Herbſt— fröſte ausgeſetzt, die danu in der Miete oder dem Keller, bei ihrer ſchnellen Fäulniß die uübrigen geſunden Kartoffeln anſtecken, und ſo bedeutenden Schaden herbeiführen könnte*). Um dem Dafürhalten zu begegnen, dieſe Mittheilung ſei nur auf Verſuche, Wahrnehmungen im Kleinen baſirt, glaubt Rein— hold bemerken zu müſſen, daß auf dieſe Herrſchaft jährlich etwa 400— 500 preuß. Morgen mit Kartoffeln beſtellt werden und der Schafviehſtappel ungefähr 4500 Stück groß iſt. Nach den Be— obachtungen und Erfahrungen einiger Jahre glaubt derfelbe dieſe Benützung des Krautes zur Weidenahrung für Schafe empfehlen zu dürfen, indem er die Uiberzeugung erlangt zu haben glaubt, daß der Genuß des Krautes weder auf die Lebensökonomie des Schafes überhaupt— noch insbeſondere auf den Wollwuchs irgend nachtheilige Einwirkung, z. B. etwa Vergröberung oder Spröde— werden der Wolle äußert. Zu beiden iſt die Quantität des Ge— nuſſes zu gering und die Dauer desſelben zu kurz. Uiberdieß leidet das Wachsthum der Kartoffeln durch dieſes Abweiden nicht im geringſten, weil das Kraut zu jener Zeit ohnehin bald ver— trocknet.— Auch iſt Reinhold der Meinung, daß ſich das Kraut als Futter wohl auf keine andere Art beſſer nützen laſſe, indem es für das Rindvieh nur ein erbärmliches Futter ⸗Surrogat iſt, und daß er es ſelbſt bei Schafen keineswegs für eine ſubſtanziöſe Nahrung, ſondern vielmehr für ein Sättigungsmittel anſehe, und zwar zu einer Zeit, wo dieſer Zuſchuß an Weidenahrung ſehr wün— ſchenswerth iſt, und man dadurch bedeutend an anderem Weide— futter erſpart, welches dann bei günſtiger Witterung im Spät— herbſte und zeitigen Frühjahr eine erwünſchte Aushülfe gewährt. Steigern ſich die Vortheile eines ſolchen Abweidens der Kartoffel— äcker um ſo mehr auf ſolchen Gütern, welche Sandboden haben, *) Ein nicht minderer Schaden müßte auch dadurch erwachſen, daß die der Einwirkung des Lichtes ꝛc. bloßgelegten Knollen grün, widrig ſchmeckend und ſelbſt der Geſundheit nachtheilig würden. — fnte Strifu 1 tuudee I Hoperd Sthefe in 1 itrung vüſ iſes grut d iß ſein Sch nden ein t langten, de rernehtte Do hſt der Nu dh, daß die d Mibei vehln nheuge, abes wrftilt er don an die Veit a leefelderr tfruüh ein Kriben, geg nerauf ſe Lan Püi 4 Vr en des Frautie t Vochen! dcholb nich ſteung gegrit tbeiten ſe J. z. 6.) Lutſc⸗ Prrtes gaf dennah zr es— da dien duf freiem tängt ddet Knrtofelku Inſtituts au jſer und da⸗ iht gar ni Jät in der auf dine beſe in beſtgt 8 d 355 h e ſtarke Schafzucht treiben, und mit der Schafweide blos auf den pflugbaren Acker beſchränkt ſind. Hoverden bemerkt über die Weiſe, das Kartoffelkraut den dt Schafen grün zu verfüttern, Folgendes: er fand nach mehrjähriger Einvirf Erfahrung, obſchon er ſeiner Herde— mit Ausnahme der Lämmer— ete ode* dieſes Kraut durch 6 Wochen zwei Mal täglich reichlich vorgelegt, n Krrtes daß ſeine Schafe dadurch ſehr gut genährt worden; ohne fett zu werden, ein recht gedeihliches Ausſehen von dieſer Fütterung er— langten, die Wolle Fettigkeit bekam und der Dünger durch die vermehrte Harnabſonderung ſich ſo vortrefflich gemacht, daß er ſelbſt den Maſtdünger zu übertreffen ſchien. Uibrigens bemerkte er, daß die Schafe das Kraut ſtets mit gleicher Freßluſt genoſſen, dabei wohl reichliche Ausleerungen, beſonders durch die Harn— werkzeuge, aber keinen Durchfall wahrnehmen ließen. Vorzüglich empfiehlt er das grüne Kraut als Stallfutter der Schafe im Herbſte, wenn die Weide knapp zu werden pflegt und man nicht die jun— gen Kleefelder dem Heißhunger der Schafe preisgeben will. Er gibt früh ein Futter Kartoffelkraut, dann wird gegen 12 Uhr aus⸗ getrieben, gegen 5 Uhr wartet ihrer das zweite Kartoffelfutter, er worauf ſie Langſtroh eingelegt bekommen. Da ſeine Kartoffel⸗ , Fechſung 4 Wochen dauert und 14 Tage zuvor mit dem Schnei— den des Krautes angefangen werden kann, ſo dauert dieſe Futter— zeit 6 Wochen. Um dieſes Futter längere Zeit zu haben, bauet er deshalb nicht Frühkartoffeln.(Mehr ſ. Hoverden's auf Er⸗ fahrung gegründete Monograph. u. Mittheil. aus d. Verhandl. u. Arbeiten d. Brieger u. Steinauer ökon. Vereins, J. 1838. Nr. 5. 6.) Putſche und Bertuch bemerken: daß Thiere(Schafe) ge⸗ dörrtes Kartoffelkraut jeder andern Fütterung vorziehen, demnach zur Winterfütterung ſehr brauchbar werde, indem man es— da die Herbſtnebel und Regen deſſen Trocknung nicht leicht auf freiem Felde geſtatten— in Bündel gebunden auf Stangen Witterung hängt oder auf Darren legt.— Hinſichtlich dieſer Benützung des Kartoffelkrautes erſchien in dem Belehrungsblatt des landwirth. Inſtituts zu Turtſch in Böhmen folgender Aufſatz:»Bisher wurde e Sandtore hier und da das Kartoffelkraut ſogar weggeworfen, oder auf eine nicht gar nützliche Weiſe mit dem Vieh grün verfüttert, wo das Vieh an der Milch abbrach und Abweichen bekam. Ich machte auf eine beſſere Benützung des Kartoffelkrautes aufmerkſam, welche darin beſteht, daß man das Kraut trocknet. Man kann es ſo 356 dem Vieh ganz allein oder zu Häckſel geſchnitten unter anderes Futter oder gebruͤht geben; in allen dieſen Fällen fand ich aus eigener Erſahrung: daß das Vieh das getrocknete Kraut eben ſo gern und noch lieber als gutes Heu genieße. Die Milchergiebig— keit verringerte dieſes Futter nach den bisherigen Uiberzeugungen gar nicht; auch wurden nicht die geringſten ſchädlichen Einwirkun— gen auf den Geſundheitszuſtand des Viehes bemerkt.— In einer Gegend, wo der Kartoffelbau etwas ſtärker betrieben wird, iſt die— ſes getrocknete Kraut eine gute Zubuße zur Fütterung, nur muß man mit dem Trocknen etwas vorſichtig ſein. Man ſchneide das Kraut etwas früher ab, etwa wenn es anfangen will, gelb zu werden. Da aber um dieſe Jahrszeit die Witterung ſchon etwas unbeſtändiger iſt, ſo ſchneide man das Kraut nur nach und nach ab, laſſe es auf dem Felde etwas welk werden, und trockne es vollends unter dem Dache*).(Oekon. Neuigkeit. J. 1839. N. 91.) *) Aller Beachtung werth iſt der durch den Brüger und Steinauer ökon. Verein(J. 1839 Nr. 17) mitgetheilte Verſuch, das Kartof— felkraut mittelſt eines Brenn-Böckelhaufens zur Winterfütterung der Schafe als Nothfutter brauchbar zu machen⸗ Es wurde nämlich bei der Dürre des J. 1834 das bereits auf dem Stengel verdorrte und verſengte Kraut mit Senſen abgehauen, in runde, 6 Fuß hohe Brennhaufen zuſammengeſetzt und feſt getreten, gerade ſo, wie man mit dem Klee zu verfahren pflegt. Begünſtigt durch eine fertwährend heitere Witterung, erhitzte ſich der Haufen ſehr regelmäßig, aber langſam. Es fehlte den Stengeln an Saft, und das Kraut ließ ſich eben dieſer holzigen Stengel wegen nicht ſo feſt zuſammentreten wie der Klee. Nach 6 Tagen war indeſſen der richtige Zeitpunkt eingetreten, die Haufen wurden bei klarem Sonnenſchein aus einander genommen und gehörig abgetrocknet auf die Heuboden gebracht. Das Schwinden der Maſſe war nicht be— deutender ſondern eher geringer, als beim Klee, welches wohl in dem holzigen ſtarken Stengel des Kartoffelkrautes ſeinen Grund haben mag. Auch wird das Kraut durch das Brennen ſehr mürbe und gewinnt das angenehme Aroma, welches ein ähnliches Verfah— ren dem Klee ertheilt.— Die Schafe fielen mit ungeheuerer Be— gierde über das Kartoffelkraut her und gaben ihm den Vorzug vor dem Heu, das in ſolchen Jahren allemal ſehr gläſern iſt.— Daß das Brühen, beſonders aber das Abtrocknen von ganz beſonders ſchönem Wetter begünſtiget werden muß, indem das Kraut, je ſafti— ger, um ſo mehr zur Fäulniß geneigt iſt, wenn der Erfolg lohnend werden ſoll, iſt einleuchtend, demnach dieſe Behandlung wohl nur bei drohender Hungersnoth unter folgenden Bedingungen angerathen zu werden verdient: a) bei der Benützung der früheſten Kartoffeln. na. Nl Mäciihenb welche man ge falkrautes aügfrwcen wünner re n, und nen t in Geme⸗ tn, ſowohl 7 Verichterſtat t at trockenen d dn gitterue a Th. Hel- ute noh niiih niht 7 Arelkens qib u Pfd. ffe Jich. Sollut weinete Kars jict beſer nis Jſenz beſtal⸗ finr Gegeniid Pich von je ſtt bei ni ſigt ausdrü: des erſpartes ſelbe witd da dgt, getrocklt tſerth gehalt, den Garten dung des tr) digen, warng wonnen virg gut hedeiht, ) in V troc ſten ) des d) wen ſtitz 3⁵⁷ Prof. Neſtler in Olmütz hat in einem Aufſatze der mähriſch⸗ ſchleſiſchen Geſellſchaftsmittheilungen, J. 1837, über die Einwuürfe, welche man gewöhnlich gegen die Benützung des Kartof⸗ felkrautes im friſchen und trockenen Zuſtande macht, folgendes ausgeſprochen: Aus Oßlowan wird berichtet: eine Herrſchaft im Brunner Kreiſe habe 600 Ctr. trockenes Kartoffelkraut gewon⸗ nen, und man ſei überzeugt, dasſelbe werde im kommenden Win— ter im Gemenge mit andern Futtermitteln zu Häckerling geſchnit— ten, ſowohl dem Rind- als Schafviehe trefflich behagen. Derſelbe Berichterſtatter nimmt mit vieler Wahrſcheinlichkeit den Ertrag an trockenen Kraut von 1 Joch Kartoffelland auf 10 Ctr. und den Fütterungswerth von 100 Pfd. trockenem Kartoffelkraut= 50 Pfd. Heu an. Neſtler war ſogar geneigt, dem trockenen Kraute noch etwas mehr Nahrungsgehalt zuzumuthen, wenn es nämlich nicht auf der Wurzel ſtehend, ſondern im Beginn des Abwelkens abgeſchnitten, getrocknet wird. Gewöhnlich ſchätzt man 200 Pfd. Kartoffeln 100 Pfd. Wieſenheu im Nahrungsgehalte gleich. Sollte nun das zur rechten Zeit abgeſchnittene und ge— trocknete Kartoffelkraut, verglichen mit den waſſerreichen Knollen nicht beſſer nähren als dieſe?— Oberamtmann Demſcher in Biſenz beſtättigt die Verwendung des getrockneten Krautes in ſeiner Gegend nicht blos für futterarme Jahre, ſondern als gemein⸗ üblich von jeher, vielleicht ſeit der Einführung des Kartoffelbaues, ſelbſt bei zureichen dem ſonſtigen Futter. Ja derſelbe ſagt ausdrücklich: der Bauer ſeiner Gegend verkaufe einen Theil des erſparten Heues und futtere dafür das Kartoffelkraut. Das⸗ ſelbe wird dort abgeſchnitten, auf den Kartoffelſtoppeln hohl ge⸗ legt, getrocknet und als Futterkraut ſogar des Stehlens ſo gut werth gehalteu, als der Klee in den Feldern, oder das Obſt in den Gärten. Wohlgemerkt, wir finden dieſe Notiz, die Verwen⸗ dung des trockenen Kartoffelkrautes zu Winterfutter, in einer ſan— digen, warm gelegenen Gegend, wo der beſte mähriſche Wein ge— wonnen wird, wo die nahrungsreiche Maispflanze(Zea mais) gut gedeiht, an den wieſenreichen Ufern des untern March⸗ b) in der Zeit des höchſten Sommers, wo die Atmoſphäre am trockenſten und wärmſten, die heitere Witterung am anhaltend⸗ ſten iſt. c) des am wenigſten ſaftigen Krautes, und d) wenn wo möglich die Brenn- oder Böckelhaufen vor Regen ge⸗ ſchützt aufgeſtellt werden können. — . — 358 gebietes.— In den ſämmtlichen mähriſchen und mähriſch⸗ſchleſiſchen Karpathen- und Sudeten-Ausläufern, deren zahlreiche Einwoh— ner bekanntlich weit ſtärkere Viehzucht als ihre minder zahlreichen Nachbarn im Ebenlande treiben, iſt die Verfütterung des grünen Kartoffelkrautes alle Jahre eine ganz gewöhnliche Sache und in den Alpenausläufern von Oeſterreich mit ihrem üppigen, rothen Klee, mit ihrem ganz vortrefflichen Wieſenhen, mit ihren ſchmackhaften Weidegräſern kann man alljährlich im Herbſte das grüne Kartoffel— kraut als Zubuße an das ſchöne Märzthaler Vieh verabreichen ſehen. Im Brünner Kreiſe fand Neſtler im Herbſte 1830 auf einer mit Schafpvieh ſtark beſetzten Herrſchaft die Schafe in dem, bald zur Ernte kommenden Kartoffellande mehrmal des Tages hin und hergetrieben, und zwar nach jenem Prinzipe, nach welchem man das Uibertreiben der Winterſaaten mit Schafen in Abwechs⸗ lung mit magerer, trockener Weide, oder nach genoſſenem trocke⸗ nen Rauhfutter an vielen Orten regelrichtig vornehmen ſieht. Nach dieſen, aus der Praxis der Landwirthſchaft hervor⸗ gegangenen Citationen ſteht die Erfahrung der Brauchbarkeit des Kartoffelkrautes zur Fütterung ſowohl im ſaftigen und trockenen Zuſtande unwiderſprechlich feſt. Diejenigen Geſchäftsfreunde, welche davon Vorräthe abgetrocknet und eingethan haben, in der Abſicht vielleicht, mit denſelben den Mangel an Streu zu erſetzen werden mehr Gewinn davon haben, dasſelbe in der Futternoth als Futter zu verwenden. Sehen wir doch in dem Laube und Stengeln der Pferdebohne(Vicia faba minor s. equina)— ſind Neſtlers Worte— eine dem Kartoffelkraute ſehr ähnliche Subſtanz all⸗ gemein verfüttern, und wie ich mich oft überzeugt habe, von den Schafen ausgezeichnet gern freſſen. Warum ſollte das trockene Kartoffelkraut zu verſchmähen ſind?— Zwar ſagt die gemeine Erfahrung, daß unſere Hausthiere allerdings begierig über das grüne Kartoffelkraut, als eine neue Koſt, herfallen, aber dasſelbe ſchon nach den erſten drei Tagen ſatt haben, und unter die Füße treten. Mehr oder weniger trifft dieſes Schickſal wohl jedes, etwas gar zu freigebig vorgelegte, oder in dem Stengel ſchon etwas holzige Futter, alſo auch die Kleearten, wenn ſie in jenem Zuſtande der ſchon eingetretenen Verholzung, wie bei dem ver— fehlten Abſchneiden des Kartoffelkrautes, den Thieren vorgelegt werden. Darauf zielt der Wink des Korreſpondenten aus Oßlawa, u Kralt t und auf d2 gelegt, Kn gatle d ſt dlihe 1bg. en, das Id beinbtir⸗ garlagen,! n und angt, renaj blatter, df leien Un igen Futkeuls ung für doiß ar gemeinete lariien alt ſeut ſemmit: pendet, alsd dicts auf do heratts gelbec ſt, nth une frut geſole Eioßeiſen, n der Vrze tretens vor dge vor d faßen wurden So died e wo man eit gefteren;, di geworfen.„ heit, daß d nögen, wer der wiͤrig rung gan beſen ſaur Je mtdem „ und noch di 359 das Kraut nur bis unter die Mitte des Stengels abzuſchneiden und auf den ſtehenbleibenden Stoppeln der Kartoffelſtöcke hohl gelegt, abzutrocknen. Auf eine ganz ähnliche Art ſah ich die Feld— gärtler der hieſigen Nachbarſchaft, welche ihre Kühe an manche köſtliche Abgänge aus der Kultur der Küchengewächſe gewöhnt haben, das Kartoffelkraut zum Zwecke der Aufbewahrung trocknen und heimbringen. Man gebe es in kleinern, dabei aber öfteren Vorlagen, laſſe es mit anderen minder ſaftigen Futterſtoffen ab— wechſeln und man wird damit weiter reichen. Es iſt etwas viel langt, wenn die Kühe neben der ſchmackhaften Koſt der Kraut— blätter, das Kartoffelkraut bleibend auszeichnen ſollen. Unter gleichen Umſtänden werden die Thiere mit manchem anderen faſe— rigen Futter ebenfalls wüſten.« Das Kartoffelkraut eingeſalzen, ſoll nach Rud. André, Verwalter in Raiz, 1819, die vortrefflichſte Winternah⸗ rung für das Rindvieh darbieten. Es wurde nämlich das Kraut der gemeinen rothen unſchmackhaften Viehkartoffel in zwei zehn— eimerigen alten Weinfäſſern zur Probe eingeſäuert, und dazu das Kraut ſammt den Stengeln von jedem Kartoffelſtock ſo weit ver— wendet, als daran noch friſche grüne Blätter waren; man läßt nichts auf dem Felde ſtehen, als die untern dicken Stengel mit bereits gelben Blättern. Beim Einſalzen wird das Kraut, wie es iſt, nach und nach eingetreten und dazwiſchen wie beim Sauer— kraut geſalzen; um es jedoch zu verkleinern, hat jeder Treter ein Stoßeiſen, wie man ſie von der Form eines G zum Zerkleinern der Wurzelgewächſe hat, und zerſtoßt damit während des Ein⸗ tretens vor ſich her das Kraut. Dieſes Einſäuern geſchah 14 Tage vor der Ernte der Kartoffeln; das Kraut in den zwei Ge— fäßen wurde ganz ſo wie Sauerkraut behandelt und eingeſchwert. So blieb es in einer Wagenſchuppe ruhig ſtehen, bis im Januar, wo man es füttern wollte. Die oberſte Schichte war handhoch gefroren; dieß wurde, ohnehin mit Unreinigkeiten vermiſcht, weg— geworfen. Alles übrige war aber von ſo vortrefflicher Beſchaffen— heit, daß das Vieh von Begierde ſich wohl bald hätte überfreſſen mögen, wenn im Vorlegen keine Vorſicht gebraucht worden wäre. Der widrige narkotiſche Kartoffelgeruch hatte ſich durch die Gäh— rung ganz verloren, und das Kraut roch und ſchmeckte wie die beſten ſauren Gurken, und war vollkommen grün geblieben.— Je nachdem die Kartoffeln ſtehen, kann man 8, 10 bis 15 Ctr. und noch viel mehr ſolches geſauertes Kraut von einer Metze Land —, SS—————— — 260 rechnen, wovon eine ſtarke Kuh von 4— 5 Ctr. Gewicht unge⸗ mäſtet, wenn man ihr nichts weiter gibt, 20— 24 Pfd. täglich zu ſich nimmt. Andre räth dieß koſtbare Futter dem Vieh mit reinem Häck⸗ ſel von unverdorbenem Stroh, doch nicht mit Gewächſen, die dem Vieh zuwider ſind, zu vermiſchen. Auch ſoll nie außer Acht ge— laſſen werden, ihn immer 12 Stunden vor dem Verfüttern in Bottichen erweichen zu laſſen, indem man zu 10 Metzn Häckſel einen Eimer Waſſer ſchüttet, dieß zuſammen gut vermiſcht und in dem Bottich feſt eintrit. Den trockenem Häckſel, beſonders wenn er einem leckern Futter zugemiſcht wird, ſchluckt das Vieh ungekaut, hart wie er iſt, hinunter; was nicht geſchehen kann, wenn man langes Stroh füttert, dadurch wird das Wiederkauen ſehr erſchwert und das Vieh leidet ſehr an ſeiner Geſundheit. (Oekon. Neuigkeiten J. 1819. II. S. 187.) Schon Jakob Ludwig ſagte in ſeiner Abhandl. von den Erdäpfeln im J. 1770:»Einige Hauswirthe, die eine ſolche Menge von Kräuterich haben, daß ſie nicht alles grün verfüttern können, ſemmeln dasſelbige und dürren es und legen alſo dem Viehe vor oder brühen es unter der Süde ein. Wieder andere ſtampfen es, wenn es noch grün iſt mit den daran befindlichen grünen Aepfeln klein, machen ſolches mit ein wenig Salzwaſſer in Fäſſern und Tonnen ein, und verfüttern es in dem Vorwinter mit Nutzen.«x(S. a. a. O. S. 164.)— Eben ſo fand ſchon Alſtrömer, daß das Kar⸗ toffelkraut getrocknet, oder wie Sauerkraut eingemacht und kurz vor dem Gebrauche gekocht, ſehr dienlich und milchvermehrend ſei. (S. Abhandl. d. Schwed. Akad. J. 1777. S. 247.) §. 43. Benützung der Samenbeeren als Futtermittel. Die Samenbeeren(Aepfel) können mit Nutzen zum Fut— ter für Schweine verwendet werden. Man ſchüttet ſie ohne wei⸗ tere Zubereitung dieſen Thieren vor; ſie gewöhnen ſich bald an dieſe Nahrung und freſſen ſie dann gern(Putſche). In wie fern aber die Behauptung Einiger gegründet iſt, daß die Beeren für dieſe Thiere eben ſo nährend und mäſtend wie Roggenſchrot ſind, hängt allerdings von dem Zuſtande ihrer Ausbildung und Reife, dann von dem Umſtande ab, ob ſie nicht ſchon in eine faule Gäh⸗ rung übergegangen; im letztern Falle werden ſie gewiß unange— taſtet bleiben, oder nur mehr ſchaden als nützen. deis I8 Uiberb inmer Voch 24 (E. Nahbs Penützune lt So g uffeknoleit dhieren ſüt erveislich? fernungd Augen, p 2 penjp ſchhe holen ſchei— fünnen. L4 güßtentheide Eiweiß undt (Nehr benltzun 2 Sie e. erſt untern⸗ (Sieha⸗ Glei tzeilt die d s Nahru 1 als Heilmi in dieer, 6 datlih in 361 11.30 gn Die zum Branntweinbrennen benützten Samenäpfel werden, tit als Uiberbleibſel in der Schlämpe mit Stroh vermiſcht, dem Viehe in Vehn immer noch eine ſchmackhafte und milchvermehrende Nahrung geben⸗ ſgeai(S. Mayer Landw. von Kupferzell. S. 169.) ſoll ne ai§. 44. vor dem 4 Benützung der keimenden und ausgewachſenen Kartof⸗ n au 10 g, feln als Nahrungsmittel für Thiere. 4 So gewiß es auch iſt, daß während dem Keimen der Kar— nem— toffelknollen ſich viel mehr und viel leichter des, Menſchen und vird 19. Thieren ſchadlichen Solanins in ihnen nachweiſen läßt, eben ſo 3 nict 4 erweislich dürfte es ſein, daß ſie, jedoch erſt nach ſorgſamer Ent— .. fernung nicht nur der Keime, ſvndern auch der Augen, worin während dieſem Vegetationsprozeß jenes mächtige Prinzip ſich abgelagert und aus der ganzen Knolle gezogen zu haben ſcheint— ohne Gefahr zur Nahrung verwendet werden können. Der vermehrte Zuckergehalt keimender Kartoffeln wiegt größtentheils den Verluſt auf, welchen ſie in der Zeit an Gummi, Eiweiß und Stärke erleiden. (Mehreres ſiehe S. 84— 85 und§. 57.) runen de§. 45. n Taſter: Benützung der gefrornen und aufgethauten Kartoffeln als Nahrungsmittel für Thiere. Sie erhellt aus der mannigfaltigen Behandlung, der ſie vor— erſt unterworfen werden müſſen. (Siehe Seite 194— 199. 204— 6— 7.) Siebenter Abſcehnitt. nit N Arzneiliche Benützung der Kartoffeln. §. 46. Gleich den Cerealien uͤber die alte und neue Welt verbreitet, theilt die Kartoffelpflanze auch dasſelbe Loos mit ihnen, überall als Nahrungsmittel geprieſen und geſegnet, aber nur hier und da als Heilmittel gekannt zu ſein. Doch liegen in erſteren nicht, wie in dieſer, Stoffe, deren große Macht ſchon anerkannt für ver⸗ derblich in ihren Wirkungen gehalten und gefürchtet wären. Wie 362 deſſen ungeachtet ſelbſt dieſe, zum Heile der Menſchen und Thiere wirkſam gemacht werden können, ſolches Wiſſen iſt bisher nur aus dem unerſchöpflichen Quell der Volksheilmittel und Empirie ge— ſchöpft, nicht aber aus tiefen Forſchungen hervorgegangen. Das ſo bekannt Gewordene uuter einen Geſichtspunkt zu ſtellen, aus den Verhältniſſen der Familienverwandſchaft dieſer Pflanze, ihrer chemi— ſchen Analyſe, und dem höchſt wandelbaren Charakter ihrer Weſenheit zu deuten, bleibt noch ein Gegenſtand fernerer Unterſuchungen. Mit dem heimiſchen, narkotiſchen Solanum nigrum u. dul- camare und mit dem fremden Sol. toxicapium, album, sodomeum u. a. in eine Gattung geſtellt, den giftigen Atropen, Mandra-— goren, Daturen, HIyosciamen u. ſ. w. angereiht, ſelbſt im Be— ſitze eines ähnlichen Grundſtoffes(Alkaloides)*), und kräftigen Oeles, muthmaßlich auch noch eines eigenthümlichen ſcharfen Prin⸗ zips, wird es einleuchtend, wie das knollige Solanum, abgeſehen von den Salzen, Saäuren und indifferenten Beſtandtheilen u. ſ. w. ſeiner Grundmiſchung, zum Heilmittel in verſchiedenen Krankheiten werden könne. Bei der Beurtheilung deſſen, was dieſe Pflanze zu leiſten vermag, und wie ſie arzneilich zweckmäßig zu verwenden ſei, wird vor Allem nothwendig, zu beachten: a) daß ſie Grundmiſchung ihrer Wurzelknollen, ſich nicht nur in, ſondern auch außer der Erde qualitativ und quantitativ immerfort ändere; b) daß die ſchon an und für ſich ſehr verſchieden ſei nach der Art, dem Alter, der geſtörten oder begünſtigten Vegetation und ihren eigenen krankhaften Zuſtänden; dann auch nach Beſchaffenheit des Bodens und Klimas. Ueberdieß außert ſich ihre Wirkſamkeit anders, je nachdem ſie c) ungeſchält oder geſchält, roh, gebrüht, gekocht, gefroren, kei— mend oder grünend zu arzneilichen Zwecken verwendet werden. (S. 1. Abſchnitt§. 3— 15). Daß der ungewohnte Genuß der Kartoffeln, beſonders wenn ſie in der Schale gebraten oder gekocht, mit Salz genoſſen werden, erregend auf die Sexualorgane einwirke, hat ſchon Cluſius und *) Mehr ſ. Schädlichkeit der Kartoffeln, wo auch des Solanins und Fuſelöls zerſtörende Einwirkung auf das thieriſche Leben genau nachgewieſen wird. 4 6. Baul Jahren H. ei ſunde, ſeio geiihtrüls dienen. 66 ten, daß wird ſedlie Nac das Hirrtt dennoch außern. e leßun de niſhen Afe Ant durc⸗ haben, di: oögleich d doch in hrr bein ſtark hahen ſchoe ſeugung begen dan der das 1. heilmittel. Dr. dauungsf, gar nicht n q 8) NöSh einerg àSSAà allun, 8)- A prach llata ns) Den chem Phos noch darin p Vie 67 1 ? 363 C. Bauhin*)(Sieh. S. 10) vor beinahe dritthalb Hundert Jahren bemerkt. Schwarze bemerkt, daß gute Kartoffeln nicht allein eine ge⸗ ſunde, leicht verdauliche Nahrung geben, ſondern die daraus mit Fleiſchbrühe gekochten Suppen koͤnnen auch Kranken zur Stärkung dienen.(S. deſſen ſyſtemat. Arzneimittellehre.)— Einige behaup⸗ ten, daß ſie ſelbſt abzehrenden Kranken gedeihlich ſind**); dieß wird jedoch von der Zabereitungsart weſentlich mitbedingt. Nach Dr. Nauche's Beobachtungen ſcheint die Kartoffel auf das Hirn- und Nervenſyſtem zwar nur wenig reizend einzuwirken, dennoch aber auf deren Thätigkeit einen beruhigenden Einfluß zu äußern. Ebenſo hat ſie ſich in einigen Fällen von organiſcher Ver— letzung des Herzens, von Waſſerſucht und mehreren andern chro⸗ niſchen Affektionen einigermaßen nützlich bewieſen. Auch will dieſer Arzt durch Verſuche mit dieſen Knollen eine Eigenſchaft entdeckt haben, die er nur ahnete, nämlich: daß ſie abfuͤhrend wirken, und obgleich dieß Vermögen allen Varietäten eigen iſt, findet man es doch im höhern Grade bei jenen von weißer Farbe, und werden beim ſtarken Kochen vernichtet***).— Aeltere Erfahrungen haben ſchon dargethan, daß die Kartoffeln der krankhaften Er— zeugung von Säure in den erſten Wegen, entgegenwirken †).— Gegen das anhaltende Erbrechen der Schwangern hatte Oſian⸗ der das Kartoffeleis in Wien rühmen hören.(S. deſſen Volks⸗ heilmittel.) Dr. Nauche bemerkt: es gebe Magenſchmerzen und Ver— dauungsfehler, deren Beſchaffenheit ſich nur ſchwer oder eigentlich gar nicht mit Beſtimmtheit nachweiſen laſſe. Bald gibt man die Schuld **)»Nostrates« ſind Bauhin's Worte:»aliquando Tuberum modo sub cineribus assant, et cuticula ablata cum Pipere commedunt; alii assatas et mundatas in taleolos dissecant et jus pingue cum Pipere affundunt et commedunt ad Venerem excitandam, semenque augendum. **)— alii et tabidis quoque utiles esse volunt, quod bonum alimentum praebeant, et non minus quam Castaneae et Pastinacae alant, et flatulentae sint.(V. C. Bauhin. I. c.) Den beſten Aufſchluß über die abführende Eigenſchaft gibt die chemiſche Analyſe der Knollen, indem Einhoff freie Weinſtein- und Phosphorſäure; Juch Salpeter, Salmiak und Kochſalz; Andere auch noch ſchwefelſaures und ſalzſaures Kali, nebſt ſalzſaure Kalkerde darin gefunden haben. 2 3 F Vide Amoenitates Academ. V. II. p. 121. 364 einer Schwäche oder chroniſchen Entzündung des Organs, bald einer Störung der Funktionen des Nervenſyſtems oder auch einer fehlerhaften Gallenſekretion. Einer mit dieſer Art Krankheit be⸗ hafteten Perſon, welche von mehreren Aerzten auf ſehr verſchiedene Weiſe ohne Erfolg behandelt worden war, verordnete er ein leichtes Dekokt von Kartoffeln und Süßholz, und bald hatte er das Ver— gnügen, den Kranken hergeſtellt zu ſehen.— Nach deſſen Be⸗ obachtungen wirkt die Kartoffel auch kräftig auf die Leber ein, indem ſie eine bedeutend ſtärkere Gallenſekretion veranlaßt; was man an der Veränderung der Farbe der Darmausleerungen und an der vielen reinen Galle bemerkt, welche von dem mit dieſem Arzneimittel behandelten Patienten abgeht. Er bediente ſich dieſes Mittels mit Vortheil gegen hartnäckige Verſtopfungen, Blähungen und in den Fällen, wo Alles dahin deutete, daß die Leber ſich zu dem krankhaften Zuſtande hinneige, welchen man den adipöſen nennt.— Oſiander ſagt: daß Kartoffeln als Speiſe, z. B. mit Bouillon gekocht, Ruhrkranken ſehr gut bekommen. Bei der Behandlung chroniſcher Leiden der Schleimmembra⸗ nen; z. B. bei eingewurzeltem Katarrh der Lunge, des Darm— kanals, der Harnröhre, und beſonders der Gebärmutter, hat Nauche die Kartoffeln als Heilmittel ſehr bewährt gefunden. Mehrjährige Leiden der letztern Art ſah er auf den Gebrauch einer ſchwachen Abkochung von rothen Kartoffeln und Süßholz als Getränk und als Einſpritzung in den Uterus binnen kurzer Zeit ſchon weichen. Auf die Nieren äußert die Kartoffel eine unverkennbare Wirkung und wurde ſchon von Lobb gegen Steinbeſchwerden empfohlen.(S. Spielmann's Mat. med.) Sie vermehrt die Sekretion des Harns bedeutend, und ertheilt dieſer Flüſſigkeit einen eigenthümlichen etwas ammoniakaliſchen Geruch. Sie macht ihn hellfärbiger, durchſichtiger, und bringt, indem ſie demſelben einen alkaliſchen, Charakter mittheilt, jene pulverartigen und flocki— gen Niederſchläge zum Verſchwinden, welche ſich darin ſo häufig bilden und von einem allzuſtarken Gehalt an Säure herrühren. Vorzüglich in Fällen von Harngries hat Nauche dieſes Mittel heilſam wirken geſehen, wenn blos feine, ſandähnliche Theile oder kleiner Gries, die von überſchüſſiger Harnſäure herrühren, von dem Kranken abgehen. Durch den Gebrauch der Kartoffeln wer— den nach ſeiner Anſicht alle dieſe Zufälle ſchnell gehoben, der Harn dur nndere han Un 4 welche dure bereitet wal dnen Aufg Die I enes Shul e Natvſ V welche nur! Gillespi? lahen bei! guteffen luden Eng⸗ du ſein, in ezte wie dd genamn narere ge⸗ Frantheit a welcher mit heite, bei! worden wa V bebaftete 4 zoſöhrigen Zähne ſic wein ſtind Huſtande d durch einen ſo werklih er ſeine T Chemie n NII. Juni Dr. Cott 1827.— Gejundhe nittel auf ſtaft mic ſtigen un „ e Vauuir 6847 G87 67 5 Cn 62 365 Harn durchſichtig, und eine dauernde Beſſerung bewirkt, als durch andere harntreibende Mittel. Um Anfälle von Gicht zu ſtillen, hat dieſer Arzt eine Tiſane, welche durch eine länger fortgeſetzte Abkochung von Kartoffeln bereitet war, ſo wie um deren Wiederkehr zu verhindern, blos einem Aufguß hiervon in der Zwiſchenzeit angewendet. Die Indier ſollen ſich auf ihren Reiſen der Kartoffeln als eines Schutz- und Heilmittels gegen den Skorbut bedienen, und die Matroſen genießen bei dieſer Krankheit meiſt blos Kartoffeln, welche nur wenig in glühender Aſche gebraten ſind.— Blanc und Gillespie(S. auserleſ. Abhand. für prakt. Aerzte B. XII.), ließen bei einem hohen Grad von Skorbut täglich einige rohe Kartoffeln eſſen und die Kranken wurden in Kurzem wieder her— geſtellt. Dieſe Benützung ſchon vor etwa 40 Jahren, durch dieſe beiden Engländer empfohlen, ſcheint aber wenig beachtet worden zu ſein, in der neueſten Zeit haben aber doch zwei franzöſiſche Aerzte wieder Beiſpiele von der Nützlichkeit dieſer Knollen gegen das genannte Uibel kund gemacht.— Julio Fontenelle führt mehrere Zeugniſſe von der Wirkſamkeit der Kartoffeln gegen dieſe Krankheit an, und beruft ſich beſonders auf den Dr. Boche, welcher mit dieſem Mittel auf der See ſkorbutiſche Matroſen heilte, bei welchen die berühmteſten Mittel vergeblich gebraucht worden waren. Nauche iſt es gelungen, mehrere mit Skorbut behaftete Perſonen herzuſtellen, unter denen insbeſondere eines 5ojährigen Offiziers erwähnt werden muß, deſſen Zahnfleiſch und Zähne ſich im ſchlechteſten Zuſtande befanden, deſſen Athem unge⸗- mein ſtinkend war, der allen Appetit verloren hatte, und ſich im Zuſtande der Abzehrung befand. Schon nach wenig Tagen war durch einen Abſud von ungefähr 2 Unz. rother Kartoffeln eine ſo merkliche Beſſerung im Zuſtande des Kranken eingetreten, daß er ſeine Berufsgeſchäfte wieder übernehmen konnte.(S. Jour. d. Chemie med. de Pharm., et de Toxic. VII. Année N. XI. et XII. Juni 1831.— Offizinelle Eigenſchaft der Kartoffeln von Dr. Cottereau in Froriep's Notiz. B. XVII. N. 9. Mai 1827.)— Uiber den günſtigen Einfluß der Kartoffeln auf die Geſundheit der Mannſchaft von Wallfiſchfängern, als Erhaltungs⸗ mittel auf langdauernden Seereiſen überhaupt, wo ſie der Mann— ſchaft nicht nur als Nahrung dienen, ſondern auch vor Skorbut ſchützen und ihn heilen, wenn er ausgebrochen iſt, führt Roussel de Vauzine. D. M. P. in den Annal. d'hygiena publiq. et de —,.———————. ————᷑—x—:—— —— 366 medic. legale Avril 1834 p. 362, verſchiedene Beweiſe, und unter anderen folgendes an:»Beim Wallfiſchfange ſelbſt werden die Seeleute durch die Zerſtreuungen und die Thätigkeit bei den Arbeiten in Anſpruch genommen, die Zeit verfließt raſch, aber die drei Monate der Rückreiſe dauern lange. Die Leute gehen von der Thätigkeit zur vollkommenen Ruhe und aus einer mäßigen Temperatur zur drückenden Wärme über. Durch die tropiſche Sonne wird der Körper gleichſam aufgelöſt, Anfälle von Melan— cholie und Heimweh üben unvermerkt ihren verderblichen Einfluß. Gewöoͤhnlich bricht dann der Skorbut aus. Dieſer kritiſche Zeit— punkt war jetzt auf unſerer Reiſe gekommen. Einige beklagten ſich über Zuſammenziehung in der Bruſt und Geſchwulſt des Zahn— fleiſches u. ſ. w., aber die Vorzeichen einer fürchterlichen Krank— heit wurden eben ſo ſchnell beſiegt, als bemerkt. Uiber ſieben Monate ſchon aß die Mannſchaft zu jeder Mahlzeit in Waſſer gekochte Kartoffeln. Als dieſes Mittel allein nicht hinreichte, die Geſundheit zu erhalten, ſchritt der Kapitän zu einem äußerſten Mittel, welches ſich durch eine 15jährige Erfahrung bewährt hatte. Auf das Verdeck unten an den Hauptmaſt wurde eine Butte mit rohen Kartoffeln geſtellt, wovon die Leute jederzeit nehmen konnten. Die Wachehaltenden aßen ſogleich davon, als wären es die ſchönſten am Spaliere gezogenen Früchte. Ich ſelbſt fand den Geſchmack dieſer Knollen angenehm, erfriſchend für den Mund und zuckerartig. Nach einigen Tagen bemerkte ich, daß ſich die Geſichtsfarbe der Leute beſſerte, das Zahnfleiſch wurde rein, das Athmen freier und Kräfte und Heiterkeit kehrten zuruͤck. Der Skorbut war ſchon im Keimen unterdrückt worden. Die Butte wurde jeden Morgen gefüllt und war jeden Abend leer, bis wir in vollkommener Geſundheit in Havre ankamen, nachdem wir 10 Monate hindurch, ohne Proviant einzunehmen, in der See geweſen waren*).— Auf der See behaupten die Kartoffeln nach Rou ſ— ſel, den Nutzen vor allen Hülſenfrüchten, welche ſich auch weniger mannigfaltig zubereiten laſſen und bald verderben; ihr Stärkemehl *) Aus den hier genauer angegebenen Umſtänden geht unverkennbar hervor, daß die ſo heilſam ſich bewieſenen Kartoffeln ſchon in einen Zuſtand der Keimung übergegangen waren, wo ſie, wie die Gerſte durch's Malzen Süßigkeit erlangen, ihr Solanin ſich nach den Au— gen und Keimen zieht, und die übrigen Verhältniſſe der Grund— miſchung eben auch eine Veränderung erleiden. zabeſert d dorbenen 9 zeugnij ſen Skorhut in jben Ju n huiton in rfin gegen ſen Johten! prnziſſcher? jeioct ſedon UNoie Sur i haar. d. C. B. Chem. 1 dult 1846) Dde Kaf poäige oder olen Theil⸗ Meayen gelo den Genuß nage alein Vas d Dr Nauhr Eoll der A deſelben d Minuten wendet. Nieren ein nur eit A. fann auch e dann ein E verlunden, Yuf d kräſtig— ſelben Vi inbeſonden fern Vaſch dhmerzen glih nach; Liner toffelbrei „——— 367 verbeſſert die ſchlechte Beſchaffenheit trockener Fruͤchte und ver— dorbenen Fleiſches außerordentlich. Weniger entſcheidend iſt das Zeugniß jener, die ſich zugleich anderer Mittel bedienten, um den Skorbut in der Anlage ſowohl, wie in ſeiner Ausbildung zu ver— M keute, tilgen. Zu dieſen gehört unter Anderem auch jenes von Profeſſor aus einr Guiton in Straßburg, der ebenfalls die Nützlichkeit der Kar— Durc di toffeln gegen dieſe Krankheit beſtätiget. Sie wurden nämlich in mi den Jahren 1810 und 1811 bei Cadir, bei einer großen Anzahl derderblitn franzöſiſcher Kriegsgefangenen angewendet, und zwar im Dampf Dieſer kiit gekocht, jedoch mit China, Zucker und Waſſer gemiſcht, genoſſen. en. Ennig(Note sur l'usage de Pommes de terre contre le Scorbut. Heſchwult Jour. d. Chem. medi. Mars 1826 p. 129, 130.— Jour. fürchtellchn d. Chem. med. 1826, Juni p. 287, 288. Gergens Mai⸗ Juli 1826 p. 86.) Die Kartoffeln finden auch ihre Anwendung, wenn verſchluckte nict dnnu ſpitzige oder ſcharfe Körper: wie Knochen, Gräten, Nadeln in dem obern Theil des Schlundes ſtecken geblieben, oder bis in den Magen gelangt ſind. In dieſem Falle iſt das beſte, ſie durch den Genuß von dickem Kartoffelbrei einzuhüllen, den man bei⸗ nahe allein genießen läßt. Was die Form der Anwendung betrifft, ſo verordnete Dr. Nauche größtentheils nur die im Waſſer abgekochten Knollen. Soll der Abſud erweichend(oder einhüllend) ſein, ſo muß man dieſelben drei bis vier Mal hintereinander, und jedesmal einige Minuten lang kochen, aber nur die letzte Abkochung wird ange— wendet. Will man ſtark auf die Leber, den Darmkanal und die Nieren einwirken, ſo wird eine ganz leichte Abkochung, oder beſſer, nur ein Aufguß der Knollen verordnet.— Nach ſeiner Angabe kann auch ein Syrup, eine weinige, alkoholiſche und Eſſig-Tinktur, dann ein Sauerhonig daraus bereitet und mit andern Heilmitteln er verbunden werden.(S. a. a. O.) toffeln ni Auf das Hautorgan wirkt die Kartoffel nach Nauche ſich un kräftig— reizend und zuſammenziehend— ein, erregt in dem— den; iht n ſelben Wärme und Brennen. Die adſtringirende Wirkung ſoll insbeſondere bei den rothen Arten zu bemerken ſein. In wie fern Waſchungen mit dem Abkochwaſſer der Knollen, rheumatiſche Schmerzen zu lindern und zu heben im Stande ſind, iſt vorzüg⸗ glich nach deſſen Gehalt an Solanin u. ſ. w. zu beurtheilen. Einer neueren Erfahrung zu Folge wurden durch den Kar— toffelbrei unterdrückte Fußſchweiße wieder hergeſtellt, was ————— 1 4 2 b b 3 1 4 V 1 andere bewäͤhrte Mittel durch lange Zeit nicht zu leiſten ver⸗ mochten. Der Kranke wurde unter allen Erſcheinungen der Lungen— ſucht und Abzehrung von ſeinem Arzte faſt für verloren erklärt. Die Breiumſchläge wurden ununterbrochen 4— 5 Mal des Tages, jedes Mal ½ Stunde lang und ſo warm als möglich um die Fußſohlen geſchlagen.(Dr. Stegmann Erhebung des Kartoffel— breies in d. Mat. medica. S. Kleinert's allgem. Repert. 1837. April. S. 98.) Seitdem hat Dr. Frank(zu Oſterode am Harz) einigemal Gelegenheit gehabt, dasſelbe Mittel gegen dieſes Uibel zu verſuchen, und bald nach deſſen Anwendung trat die gewohnte Ausſcheidung und mit dieſer auch Geneſung ein; doch will der— ſelbe nicht behaupten, daß dadurch bereits ſchon ausgebildete Lungenphthiſis d. h. organiſche Fehler des Lungeugewebes, geheilt werden können.(S. Stapf's Archiv f. d. homöopat. Heilkunſt. B. 16. H. 3. S. 114.) Nauche ſetzt die Kartoffeln(höchſt wahrſcheinlich der rothen ſcharfen Art und im rohen Zuſtande) entweder zerrieben oder klein geſchnitten, häufig den Fußbädern bei, und glaubt be⸗ haupten zu können, daß dieſer Zuſatz die Kraft ſolcher Bäder, nach Art des Senfmehles verſtärke. Sie veranlaſſen in dieſem Falle Röthung der Füße, und haben zuweilen Kopfſchmerzen ſchneller zu heben geſchienen, als andere zu dieſem Behufe ge— wöhnlich in Fußbädern angewandten Subſtanzen.— In ähnli— chen Fällen vermiſcht man die Kartoffeln mit Leinöl und bildet daraus reizende Breiumſchläge, die in Anſehung der Wirkungs⸗ art den mit Senfmehl verſetzten ſich nähern ſollen. Zerriebene rohe Kartoffeln werden bei uns häufig als zer⸗ theilendes und ſchmerzſtillendes Mittel angewendet.— Eben ſo werden nicht nur bei oberflächlichen Verbrennungen, ſondern ſelbſt dann, wenn Blaſen entſtanden ſind, die rohen Knollen ſorgfältig abgewaſchen, auf einem Reibeiſen zerrieben, geſchabt oder gequetſcht, als eines der beſten Hausmittel allge⸗ mein bei uns in Böhmen benutzt.(Kahlert.) Um ſich jedoch eine glückliche und ſchnelle Heilung zu verſprechen, iſt erforderlich, daß der Brei, ſobald er ſich erwärmt, gegen einen friſchen(kältern) — anfangs alle 2— 3 Minuten— vertauſcht werde. Bei ſol— chem Verfahren, wird es ſelten nöthig werden, eine entſtandene Blaſe aufzuſtechen. Dr. Preiß ſah nicht nur in Verbrennungen des erſten, ſondern auch des zweiten Grades, von dieſer Anwen⸗ dung glücklichen Erfolg.— Baldige Linderung der Schmerzer und ſohnell 11 V weiten Gra unn der hierzls Das N grei gemocht ſvüre preiß die 9 fät, ſttt des uf Len gralen is ler o girkt, dieſelln faster aufgels Va Dr g und gec örtiches 1. ſe nehr o An de Kl unzirgan ten ſh ausſt piigretei ch: bei Art angeltfter to de Eikn t abgeſen ſ roh m ſreut. Ein‚ Awarten, we⸗ d.— Biſ nendung ali (dlutſeuce) ſeeifſcher bewährten, die fin, werden Sellſtgenuß te Futter tofflkraut n daß di der Shwe 369 und ſchnelle Heilung der erfrornen Stellen im erſten und zweiten Grade, erfolgt nach deſſen Erfahrung, wenn man Knollen von der hierzu geeigneten Beſchaffenheit in Anwendung gebracht hat. Das Mark oder Mehl der Kartoffeln, mit Milch zu einem Brei gemacht, wird in Mähren als Volksheilmittel auf Krebs— geſchwüre gelegt. Bei tiefen Entzündungen benützte Dr. Preiß die geſchälten, weißen Knollen, zu einem dicken Brei ge⸗ kocht, ſtatt der Graupenumſchläge, mit Vortheil, Auf Veranlaſſung Nauche's hat Cadet, durch Mazeration der Knollen in Schmer(dickes Fett), eine Salbe gebildet, die in Fällen, wo die ſogenannte epiſpaſtiſche Pomade zu kräͤftig wirkt, dieſelbe mit Vortheil erſetzen kann, und die durch Blaſen⸗ pflaſter aufgezogenen Stellen ſehr gut in Eiterung erhält. Wie Dr. Haubner bemerkt, ſind die Kartoffeln roh, ge⸗ kocht und gedämpft, ein Nahrungsmittel: aber auch ein kräftiges diätetiſches Heilmittel für das Vieh, und ſollten als ſol— ches mehr als zeither benutzt werden. Sie empfehlen ſich bei allen den Krankheitszuſtänden, wo eine Unthätigkeit der Ver⸗ dauungsorgane und eine Stockung in den Abſonderungen derſel⸗ ben ſich ausſpricht, ſo wie überhaupt da, wo man einen häufigen Abſatz weicher, dünnflüſſiger Exkremente erzielen will; wie nament— lich: bei Appetitloſigkeit, Verſchleimung, ſchlechter Verdauung, mangelhafter Ernährung; überhaupt bei allen den Krankheiten, wo die Exkremente klein geballt, hart, trocken, mit Schleim um— hüllt, abgeſetzt werden. Die Kartoffeln werden zu dieſem Zwecke ſtets roh verfüttert und ganz zweckmäßig mit etwas Salz be⸗ ſtreut. Eine kräftige Wirkung iſt aber nur dann von ihnen zu erwarten, wenn die Thiere an den Genuß derſelben nicht gewöhnt ſind.— Beſonders herausgehoben zu werden verdient deren An⸗ wendung als Vorbauungsmittel gegen den Milzbrand (Blutſeuche) der Schafe, wo ſie ſich von ausgezeichneter, faſt ſpecifiſcher Wirkung erwieſen haben, und ſich da noch hülfreich bewährten, wenn alle übrigen Mittel feuchtlos waren. Die Kartoffeln, am zweckdienlichſten die noch nicht ganz rei⸗ fen, werden zerkleinert den Thieren Morgens und Abends zum Selbſtgenuß hingeſtellt, und außerdem wenig oder gar kein ande⸗ res Futter gegeben, oder nebenbei, wenn es möglich iſt, das Kar⸗ toffelkraut noch abgeweidet.(H au bner's Arzneimittellehre. S. 54.) Daß die Kartoffeln auch als Heilmittel, beim Milzbrand der Schweine, in Anwendung gebracht werden koͤnnen, iſt ſchon 24 ———,— 7—— SAS „ 45 — 3220 durch das Praktiſche Wochenblatt ꝛc. vom J. 1839 S. 260, be⸗ fannt gemacht worden. Nach neuerlichen Erfahrungen glaubwür— diger Landwirthe haben ſich gute, reine, geſunde und ausgeſuchte friſche Kartoffeln, abgeſchält und roh den Schafmüttern zum Futter gereicht, gegen den Durchfall und Ruhr der Lämmer als ein treffliches Vorbauungsmittel erwieſen, wenn nämlich die Milch in den Eutern der Mütter zu häufig erzeugt, von den Lämmern nicht abgeſaugt und daher die zurückbleibende Milch durch ihren längern Aufenthalt zur Gerinnung und Säuerung hinneigt; was mit der älteren Erfahrung der Thierärzte übereinſtimmt, welche die Bitterſüßſtengel(Stip. Solan. Dulcam.) ſchon vor dem das Heilmittel gegen die Lämmerruhr mit Vortheil anwandten. (Prof. Kahlert.) Anmerkung. Daß die Wirkſamkeit der innerlichen und äußern Anwendung der Kartoffeln größtentheils nur von dem Ver— hältniſſe ihres Gehalts an Solanin und Fuſelöl bedingt werde, iſt kaum zu bezweifeln; daher iſt es auch nicht gleich— gültig, welche Kartoffelart und in welchim Zuſtande zur Erreichung dieſes oder jenes Heilzweckes ausgewählt wurde. Die Knollen der ſogenannten rothen, ſcharfen Viehkartoffel, dann ſolche, die erſt im Keimen begriffen ſind, und deren Keime nicht über zwei Zoll hervorgetrieben haben, werden ſich ſonach immer als die kräftigſten bewähren, was ſich ſchon vorhinein aus der chemiſchen Analyſe folgern läßt und die die Erfahrung auch hinreichend beſtättiget. 2. Anwendung der gedörrten(richtiger der geröſteten) Kartoffelknollen. In dieſer Form(ſelbſt zum theil als Futter gereicht), heben die Kartoffeln nach dem Zeugniſſe einiger Landwirthe Durchfälle beim Vieh, die im Sommer nicht ſelten nach dem Genuſſe naſſer Gräſer erfolgen. Ob aber die Wirkſamkeit dieſes Mittels nach der An— ſicht Anderer durch den Zuſatz von etwas Salz erhöht und die Anwendung zweckmäßiger gemacht werde, unterliegt einem Zweifel. 3. Anwendung des Kartoffelſtärkmehles. In Hinſicht der arzneilichen Benützung der Stärke äußerte ſchon Dr. Jaßnüger ſein Befremden über deren Nichtanwen⸗ dung mit folgenden Worten:»Daß die Aerzte, denen man doch von Rechtswegen chemiſche Kenntniſſe zutrauen muß, bisher die Anwendung der Stärke, ſtatt des arabiſchen Gummi, in der renekindeg zern Beſtals jat nicht 90 dir vohlfei⸗ 1 Emſo angezeigt ſe wetden körds rrächtlichen T dugt und die Statke,20 amſtatt des ſit netrer Frankheitende hobee.(S.) dieſe in Panazee d n ſundheitszegr Geheimnißue dr Looth nißvole Pus Kereitung 3 Das außersf fen Gebt ſucht, demme nach groß Austrockn n⸗ Drzend, en verdaulihels ſteint zu ahnlchen ii⸗ mit etwaahn mit halb wahrend) Gaumen fieberloſe u dgl. d) reitung ma Erfolge 1 (Shmeten andere Ge⸗ 4 321 „——— en Erfazrungn, Arzneikunde außer Acht gelaſſen haben, da doch dieſe beiden nä— zeſunde u, hern Beſtandtheile der Pflanzen in chemiſcher Rückſicht wenig oder n Schfnitte gar nicht von einander verſchieden ſind, und der Kleber(Kleiſter) uhr der hin⸗ der wohlfeilen Stärke eben ſo gut, wie der des theuern Gummi, denn nänlih zu Emulſionen, und überall, wo die genannten ſchleimigen Mittel don 9 angezeigt ſind, beſonders bei der ärmeren Volksklaſſe, gebraucht eiende J 14 werden könnte«. Andere Künſtler haben ſich zu ihrem ſehr be— — trächtlichen Vortheile von dieſer chemiſchen Wahrheit bereits über⸗ tte ibereihe zeugt und auch ich kann als ausübender Arzt verſichern, daß ich Dale 4 4 die Starke, oder vielmehr den daraus friſch bereiteten Kleiſter, 1f anſtatt des im Preiſe ſo hoch geſtaͤndenen arabiſchen Gummi ſchon ſeit mehreren Jahren mit dem beſten Erfolge, und in einigen Krankheiten ſogar mit noch mehr Nutzen als jenes verordnet habe«.(S. a. a. 0. S. 131.) Dieſe Winke waren es höchſt wahrſcheinlich auch, welche eine Panazee daraus werden ließen, die(nach der öſterreichiſchen Ge— ſundheitszeitung) durch eine lange Reihe von Jahren ſich als Geheimniß erhielt, und einen reichlichen Gewinn verſchaffte; bis der Apotheker Ringer in Wien bewieſen hat: daß das geheim⸗ nißvolle Pulver größtentheils aus Kartoffelmehl beſtehe, deſſen Bereitung mit jener des Stärkmehls vollkommen übereinkommt. Das äußerſt ſeine Pulver(Stärkmehl) iſt blos für den medizini⸗ ſen bevßte ſchen Gebrauch bei gewiſſen Krankheiten, z. B. bei der Schwind— ſucht, dem Zehrfieber, der Rückenmarkſchwindſucht, bei Entkräftung, — nach großem Blutverluſt u. ſ. w., überhaupt bei Abmagerungen, „ Austrocknungen und Darrſuchten mit oder ohne Eiterung eines K Organs, anwendbar. Es iſt gewiß das ſpecifiſche, am leichteſten verdauliche, reizloſeſte, mildeſte Nahrungsmittel, daher, wie es utter genat ſcheint, zugleich das homogenſte Nahrungs- und Arzneimittel in virthe Du aͤhnlichen Fällen.— Man bereitet es zum Genuß, wenn man es Genuſe n mit etwas kaltem Waſſer zu einem Brei abrührt und ſalzt, dann ds ne mit halb Milch und Waſſer, oder mit Milch allein abkocht, s Salz enzit während des Sudes aber fleißig umrührt. Will man es dem nterliegt eite Gaumen noch angenehmer machen, ſo gibt man etwas Zucker, fuͤr fieberloſe Kranke auch wohl Vaniglie, Zimmt, Kaffee, Chokolade u dgl. dazu. Es gibt Familien in Wien, welche ſich dieſer Be— reitung mit halb Milch und Waſſer zum Frühſtück mit dem beſten Erfolge bedienen. Andere benützen es, wie die beſte Sahne lerzte, denen(Schmetten) zum Kaffee. Man kann dieſer Nahrung auch eine rauen muß, de andere Geſtalt, z. B. eines Getränkes, geben, wenn dieſelbe mit ſhen Gumm 24* 332 Waſſer ſo dünn vermiſcht wird, daß dieſes nur trüb erſcheint; oder eines ſchleimigen Thees, wie auch einer wohlſchmeckenden Bruͤhe(Suppe, Panadel, Brei, Koch); oder einer kalten, auch warmen Sulze. Zum Maßſtabe hierzu diene Folgendes: Auf ein Seidel(1 Pfd.) Flüſſigkeit nehme man einen Kaffeelöffel voll (1 Quentch.) von dem feinen Pulver, laſſe es bei ſtetem Umrühren 2— 5 Minuten lang kochen, ſo erhält man die Konſiſtenz einer dicken Sahne. Mehr Pulver und eine längere Zeit beim Aufkochen, gibt immer der Maſſe eine veränderte Geſtalt, ſo auch umgekehrt. (S. a. a. O.) Auch das mit Eiweiß vermengte gröbere, oder das ſogenannte ſchwarze Kartoffelſtärkmehl, wird mit kaltem Waſſer zu einem Brei angerührt, geſalzen und beim Kochen mit Waſſer umgerührt; dann aber als Suppe, Brei oder Sulze verwendet. Um demſelben einen beſondern Geſchmack zu geben, kann man individuell oder nach Landesſitte, entweder grünes Gewürz, z. B. Selleri, Zwiebeln dgl., oder andere Gewürze: wie Pfeffer(Paprika), dazu geben; auch wird dieſe Nahrung wohlſchmeckender, wenn man ein wenig Fett, beſonders Rindsfett, Abſchöpffett, Butter u. dgl. zuſetzt. Für Menſchen ſoll deſſen Genuß ſo ergiebig ſein, daß ein Pfund bei zwei Mahlzeiten hinreicht, um eine Perſon zu ſättigen; dabei gedeihlich und wohlfeil, kann dieſes ſchwarze Stärkmehl ſonach in Feſtungen, Spitälern, Strafhäuſern, auf Schiffen, und zur Zeit einer Hungersnoth von außerordentlicher Wohlthat ſein.(Mehr ſ. S. 209 und 216.) Anmerkung. Der däniſche Arz zt Wendt, ſo wie Pfaff und Andere, glauben durch das Stärkmehl der Kartoffeln ſelbſt das Arrow⸗Root erſetzen zu können; allein Richter(S. deſſen ſpeciel. Therapie. B. 10. S. 184) will ſich oft über⸗ zeugt haben, daß alle Zubereitungen aus Kartoffelmehl bei weitem weniger angenehm ſind, eine mehr kleiſterartige Be— ſchaffenheit annehmen, dadurch viel leichter ekelhaft werden, den Magen beläſtigen und Verſtopfung machen. Eher möchte nach ſeiner Meinung das in der Gerſte enthaltene, ſägeſpän⸗ artige Stärkmehl(Hordeine genannt) den Arrow-Root erſetzen. Daß das Stärkmehl der Kartoffeln und das Mehl des Manioks am meiſten dem Arrow-Root unterſchoben werde, iſt bekannt.(Siehe S. 220.) Obgleich Einige die Abkochung des Stärkmehls in Ruhren und Durchfällen empfehlen, ſo kann ſolches nach Segnitz Beob⸗ rzeungen d eil s lif grgn ih, und: rühmt? lung de 3 Gabe ke Vf Vavrs de Ruhr: einer Efl und Abendé⸗ oizi vomt fenlö— ts Bei der der Angabe thwüren unt pocnen eird 6 als ein i gleich auch t ndeſen iſt ſunmt auf N dtarinehl, planpen b. beis warn berden noch nict. di jeſonders in Der 1 ſekonmen, elcher bis terden, lie nit Eiweiß Verband de dauer der ledient, wo angelegt un des Diff ffe Kleiſter 373 achtungen doch die Stelle der Pflanzenſchleime nicht vertreten, weil es leicht ſauer wird und verdirbt, was allerdings dann zu beſorgen iſt, wenn es nicht ganz rein gewaſchen wurde.— Hufe⸗ land rühmt das Stärkmehl zur Abreibung und feineren Zerthei⸗ lung des Brechweinſteins, wodurch dieſer ſelbſt in viel kleinerer Gabe kräftiger und ſicherer wirkt. Wavrik empfiehlt die Stärke als bewährtes Mittel gegen die Ruhr der Schafe, ſobald ſich die Krankheit zeigt. Ein kleiner Eßlöffel voll gekochter Stärke wird Morgens, Mittags und Abends, wenigſtens zwei Tage lang, gegeben, und dabei die Schafe vom kalten Trinken ſorgſam abgehalten.(S. Rum y Kemlö— magyariſch-ökon. Zeitſchrift. J. 1837 d. 23.) Bei der äußerlichen Anwendung taugt das Stärkmehl nach der Angabe von Segnitz nicht zum Aufſtreuen in Wunden, Ge— ſchwuren und aufgeſprungenen Warzen, weil es leicht beim Aus⸗ trocknen eine harte Kruſte bildet. In Klyſtieren hingegen kann es als ein einwickelndes und demulcirendes Mittel dienen, ob es gleich auch hier nicht mehr als eine gute Graupen-Abkochung leiſtet. Indeſſen iſt es wohlfeiler und nicht umſtändlich zu bereiten. Man nimmt auf ein Klyſtier fuͤr einen Erwachſenen etwa 1 ½ Drachm. Stärkmehl, miſcht dieß erſt mit wenigem Waſſer, daß es keine Klumpen bildet und ſetzt dann dem Brei unter Umrühren das übrige warme Waſſer hinzu, und läßt ihn ein wenig kochen; dann werden noch ein oder mehrere Lothe ungeſalzene Butter dazu ge⸗ miſcht. Dieſe Stärkemehlklyſtiere empfiehlt Vogler u. m. A. beſonders in der Ruhr und andern ſchmerzhaften Durchfällen. Der Wundarzt Sentin zu Brüſſel iſt auf den Gedanken gekommen, den Larrey' ſchen inammovibeln Beinbruchverband, welcher bis zur völligen Heilung des Bruches, ohne erneuert zu werden, liegen bleibt, ſo zu verändern, daß er ſtatt der Miſchung mit Eiweiß(womit die Binden getränkt werden und wodurch der Verband dann ganz feſt wird; ſo daß die Kranken während der Dauer der Behandlung herumgehen können) ſich des Stärkmehls bedient, wodurch der inammovible Verband außerordentlich leicht angelegt und erneuert werden kann, auch nicht das Schwerfällige des Diffenbach' ſchen Gypsguſſes hat. Das Stärkmehl(d. h. der Kleiſter) klebt nämlich die Leinwandſtreifen mit außerordent- licher Leichtigkeit zuſammen und macht ſie beim Trocknen ſo feſt wie Holz; da es aber mittelſt lauem Waſſer leicht zu erweichen iſt, ſo geſtattet es auch die Erneuerung des Verbandes, was bei ———uÿ-⸗“—, 374 der Larrey'ſchen Zubereitung nicht möglich iſt, ſo oft die Indi— kationen es räthlich machen. Sentin wendet nun ſeinen Verband bei allen Arten von Brüchen ſo an, daß ſeine Kranken während der Dauer der Heilung mittelſt Krücken herumgehen können. So wird es möglich, daß Verwundete nach einem Beinbruche, un⸗ mittelbar nach dem Trockenwerden des Verbandes, mit Kruͤcken leichteren Geſchäften nachzugehen, ja Reiſende ſchon 2— 3 Tage nach der Anlegung des Apparats ihre Reiſe fortzuſetzen vermögen, und daß die in das Spital aufgenommenen, an einfachen Knochen— brüchen leidenden Kranken, nach dem Verbande nur noch wenige Tage unter Beobachtung gehalten, nach Hauſe geſchickt werden können, worauf ſie 5— 6 Wochen ſpäter ſich wieder einſtellen, um den Apparat abnehmen zu laſſen. Gewöhnlich findet man ſie geheilt, vollkommen wohl und ohne die mindeſte Gelenkſteifigkeit, ja ſie ſind im Stande, unmittelbar ihre vorigen Geſchäfte wieder vorzunehmen. Dieſer Stärkeverband wird nun auch wegen ſeiner ſichern Lage und ſeines gleichmäßigen Druckes mit vollkommenem Glücke bei komplicirten Beinbrüchen angewendet, jedoch mit dem Unterſchiede, daß zum Abfließen des Eiters Oeffnungen in die feſte Schale eingeſchnitten werden, wodurch Blutergießung und Entwicklung von Entzündung verhütet wird; auch bedient man ſich ſeiner in ſolchen Fällen, wo ein Verband unverändert liegen bleiben ſoll.— Statt der Anwendung der Stecknadeln werden die Zirkelbinden mit Kleiſter überzogen; z. B. bei Varicen, beim Klumpffuße, bei gewiſſen weißen Geſchwülſten, bei Gelenkkaries, welche durch Anchyloſe heilen ſollen; bei Muskelzittern und Am— putationsſtumpfen u. ſ. w. Velpe au's Verſuche in dem Hoſpital de la Charité beſtätigen die Vortheile des Sentin'ſchen Ver— fahrens.(Mehr ſ. Froriep's neue Notizen aus dem Gebiete der Natur- und Heilkunde, J. 1837 R. 30 und s6.) 4. Anwendung des aus der Stärke erzeugten Gummi und Stärkezuckers. In wie fern das Leiocom das arabiſche Gummi, dann der Starkezucker, mittelſt gekeimter Gerſte oder Schwefelſäure bereitet, den Rohrzucker zu erſetzen im Stande iſt, und zur arzneilichen Anwendung ſich eignet: dieß ergibt ſich aus dem, was Seite 237, 242 und 262 geſagt worden iſt. Serres, Mitglied der königlichen Akademie in Paris, hat nach Payen und Perſoz angegebenen Verfahren, das Dertrin, fatt dem at aſtlogen; unmiteber die Gummi de man auf; dn miß. Daß m neglihen dr Beinbrit geſem Bett ton Waſſer P) taucht nicket ſie! Porſicht, dat den 6— ſ8 bindenlagen hand eine tirt der M valeich zertn duch die obt paiſche, wa und Gasfon dobereim hereitete( ſeiten von heſchwüren; Nehr als nach der A veinhefen, Elieder bed d daß nur Jaſſes eine Etücke E Eiſ 3 Anven 2— 375 ſtatt dem arabiſchen Gummi für die Spitäler zu verwenden vor— geſchlagen; und gegenwärtig bereitet man in den Hoſpitalofficinen unmittelbar aus Stärkmehl mittelſt gekeimter Gerſte eine Tiſane die Gummi und Zucker enthält, was nicht mehr Arbeit koſtet, als die man auf die Bereitung eines gewöhnlichen Trankes verwen⸗ den muß. Daß man das Dertrin ſtatt des Stärkmehls zu dem unbe— weglichen Verbande(Bandages inamovilles) bei der Behandlung der Beinbrüche verwenden könne, hat Velpeau angezeigt. Zu dieſem Behufe rührt man das Dertrin in ein gleiches Gewicht von Waſſer ein, ſchüttet dann eine gleiche Menge Branntwein zu, taucht in dieſe Flüſſigkeit die entrollten Binden, und um— wickelt ſie noch naß um die leidenden Stellen, jedoch mit der Vorſicht, daß der Verband nicht zu enge anliege. So erhält bin— nen 6— 22a Stunden, je nachdem die Dicke der eingetauchten Bindenlagen iſt, und die Luft auf ſie einwirken kann, der Ver⸗ band eine ſolche Härte, als wenn er von Holz wäre. Auch begün⸗ ſtiget der Weingeiſt deſſen ſchnellere Austrocknung, und macht ihn zugleich zertheilend.(Ccad. des Sciences, 16. avril 1838. Vergl. auch die oben angegebene äußerliche Anwendung der Stärke.) 5. Anwendung der Kartoffelmaiſſche. g Daß die bereits in volle weinige Gährung verſetzte Kartoffel— maiſche, während der viel Weingeiſt und Kohlenſäure in Dunſt und Gasform zur Verfluͤchtigung gelangen, eben ſo wie das von Döbereiner in Vorſchlag gebrachte, aus gährendem Gerſtenmalz bereitete Gährbad, in verſchiedenen Nervenleiden und Krank⸗ heiten von Erſchöpfung, zu Blähungen aber in ſkorbutiſchen Geſchwuͤren u. dgl. ſich benützen laſſe, iſt wohl anzunehmen.— Mehr als zu den folgenden Nr. 7 gehören hierher wohl auch nach der Angabe Oſianders die Dunſtbaͤder von Brannt⸗ weinhefen, deren ſich die Ruſſen in Lähmung und Steifigkeit der Glieder bedienen, indem ſie die Kranken in eine Tonne ſetzen, ſo daß nur der Kopf heraus ragt, und dann auf den Boden des Faſſes einen Topf mit der Maiſche ſtellen, in welche glühende Stücke Eiſen verſenkt werden. 6. Anwendung des aus den Kartoffeln bereiteten Branntweins. Die arzneiliche Anwendung des Kartoffelbranutweins und 326 Weingeiſtes, wenn ſie frei von Fuſelöl ſind, iſt von jener aus Getreide und Weintreſtern erzeugten nicht weſentlich verſchieden. 7. Anwendung des Branntweinſpülichts oder der Schlämpe. Die Branntweinſchlämpe wird zu Bädern, deren Bodenſatz zu Breiumſchlägen, auch zur Heilung mancher Krankheiten der Thiere verwendet.— Die Wirkſamkeit der Rückſtände der Brannt⸗ weindeſtillation dürfen jedoch nicht blos nach dem Gehalt der Maiſche an Getreide und Kartoffelknollen ꝛc., ſondern vielmehr nach der Beſchaffenheit der dazu verwendeten Kartoffeln— wie ſchon oben bemerkt worden—, dann nach dem Grade der mehr oder weniger vollkommenen Gährung, welche ſie erlitten haben, und dem Verhältniſſe der, ſich der Zerſetzung noch entzogenen Stärke, Schleim und Eiweißes, wie der in der Schlämpe zurück⸗ gebliebenen Produkte der Gährung, nämlich: des Weingeiſtes, nicht ſelten auch des Eſſigs, insbeſondere aber nach der Menge des darin enthaltenen Solanins, Fuſelöles und ſcharfen Stoffes, der Säuren u. d. m. beurtheilt werden. Bei der Auswahl der Schlämpe zu jenen Heilzwecken muß man folglich immer noch berückſichtigen, in wie fern durch eine tumultuariſche oder lange fortgeſetzte Deſtillation die Maiſche leicht angebrannt, empyreu— matiſch werden könne, und wie das längere Belaſſen der Schlämpe in der Blaſe nach geſchehenem Abtriebe des Branntweins, dieſe abzuändern, ſchaler, ſauerer und kupferhaͤltig zu machen im Stande geweſen ſei. Unter dieſen Vorausſetzungen erſcheinen die Branntwein— ſpülicht-Bäder, wie die aus dem Bodenſatze desſelben bereiteten Breiumſchläge viel wichtiger, als man ſie gewöhnlich hält, und es läßt ſich wünſchen, daß ſie nicht länger blos Volksheilmittel bleiben moͤchten; ſondern nach gehörigen Heilanzeigen, mit ſteter, genauer Berückſichtigung ihrer jedesmaligen Beſchaffenheit, ſowohl in Hinſicht des Gehaltes als der Temperatur, öfterer in Anwen⸗ dung gebracht würden. Die Verſchiedenheit der Beſchaffenheit der Spülichtbäder und Spülichtbreie, ändert auch das Wirkungsvermögen, die Heilſam— keit derſelben mannigfaltig ab. So köͤnnen ſie ihrem größeren Gehalte nach, des von der Gährung noch unzerſetzt gelaſſenen Kartoffelmarkes oder Stärke und Getreideſchrots, zu erweichenden und nährenden; und vermög dem Alkohol und Eſſig, zu ſtärken— dn und zu jen Solani und kranyff rihenden in aß alhemel nt r. 9 een und In de ibeln, z. nan die kre nalbl. d Nac heund des daf wante undernde t dorzäüglih vollen. ln foblenſaure gſche oder Säure abz Entwicklun 8. An Schon er Knolle Mähren Nau über die ſam, veli lichen Ka m. a. nar eine aus — 9) Mie ap Nenriei aete 1p — j— 377 den und zuſammenziehenden, vor allen aber des in ſich enthalte— nen Solanins wegen, zu einem mächtig beſänftigenden, ſchmerz⸗ ichts ahe und krampfſtillenden, wie durch das Fuſel- und brenzliche Oelzzu reizenden äußern Heilmitteln werden.— Man wendet das Spülicht als allgemeines oder örtliches Bad in rheumatiſchen Leiden und 4 1 nach Dr. Hering(Siehe deſſen Hausarzt) bei Verbrennungen, Jud a warm und ſo oft wiederholt an, als ſich die Schmerzen erneuern. 1 ui In der Thierheilkunde wird die Schlämpe in manchen Uibeln, z. B. in der Lämmerlähme anzuwenden empfohlen, indem man die kranken Thiere hierin mehrmalen warm baden läßt.(Cen⸗ noffi- tralbl. d. landwirth. Vereins in Baiern. J. 1840. Mai u. Juni.) Nach Prof. Dietrich und Kahlert läßt ſich der dicke Grund des Spülichts, als erweichender Breiumſchlag, beſonders auf manche ſehr empfindliche, rothe, nur dünnflüſſigen Eiter ab⸗ ſondernde Geſchwüre, nützen. Auch das Waſchen mit lauem Spü— licht oder Bähungen davon können als Heilmittel, wie z. B. in der Mauke oder den Maukengeſchwüren dienen, und ſind ſcharfen ein vorzüglich zu empfehlen, wenn Pferde die Umſchläge nicht dulden wollen. Um das Branntweinſpülicht der Kartoffeln zum Theil als kohlenſaures Gasbad zu benützen, wird es nothwendig, etwas Holz— — 1 aſche oder Lauge denſelben beizuſetzen, um die darin enthaltene ſen der et Säure abzuſtumpfen und das kohlenſaure Gas während dem zur Entwicklung zu bringen. 8. Anwendung des Kartoffelkrautes und der Blüthen. Schon ſeit langer Zeit werden die Blätter, wie das Mehl der Knollen mit Milch zu Brei gemacht, von dem Landmanne in Volksbeilai Mähren auf Krebsgeſchwüre gelegt*). „n. mit ſti Nauche machte in einem im J. 1816 erſchienenen Werke 1r, beit, ſt über die Krankheiten des Uterus auf die Vortheile aufmerk⸗ 4 ſam, welche man durch Anwendung der Stengel der gewöhn⸗ lichen Kartoffel ſtatt des Hyosciamus, des Solan. nigrum u. m. a. narkotiſchen Pflanzen erreichen kann.— Derſelbe hat auch eine aus Bluͤthen bereitete Infuſion, als leichtes beruhigendes gelaſſene*) Hie apponunt(sc. Moraviae in Careinomate vulgari) folia atriplicis Henrici boni et Solani vulgaris tum esculenti, cujus etiam farinam ex lacte apponunt in forma pulti.(S. Sagar's Systema Morborum 1783.) ————— 378 Mittel verordnet, und ſie bilden nach ihm einen brauchbaren Zuſatz zu den Blüthenſorten, welche man in der materia medica und Pharmazie unter dem Namen Bruſt⸗Species oder Bruſt⸗ blumen(Flores pectorales) kennt. 9. Anwendung des Kartoffelkraut⸗Extraktes. Mit dem Extrakte(aus 7 Pfd. Stengeln und Blätter der Kartoffelpflanze wurde ungefähr 1 Pfund erhalten) machte Dr. Latham Verſuche an Kranken, und beobachtete manche günſtige Wirkung davon, namentlich beim Huſten mit Schleimauswurf und bei Rheumatismen; es bewährte ſich überhaupt als ein Narcoticum sopiens. Er gab es zu ½— 2 Gran. Bei verſchiedenen Krampf— zufällen, zumal der Reſpirationsorgane, bewies es ſich als ein kräftiges narkotiſches Mittel und brachte bedeutende Erleichterung.— In einem Falle von Gebärmutterkrebs ſtieg man bis zu 30 Gran, drei Mal täglich, aber ohne bleibenden Nutzen. In allen langwierigen ſchmerzhaften Uibeln ſoll das Extrakt mehr als Bilſenkraut und Schierling zu leiſten im Stande ſein. Bei mehreren Kranken entſtand nach ſeinem Gebrauche zu⸗ weilen Zittern der Glieder und ein Uibelbefinden wie nach dem rothen Fingerhut; wo dann die Gabe vermindert, oder das Mittel einige Tage ausgeſetzt werden muß.(Latham in den Med. Transact. V. VI. p. 90. J. 1820.— Gerson u. Jul. Magi. B. I. S. 167.— Allgem. mediz. Annal. J. 1823. S. 999.) Dr. Warsmann ſteltlte auf Anrathen des Dr. Chapmann ebenfalls Verſuche mit dem Extrakte an, welche aber ſeiner Er— wartung durchaus nicht entſprachen, und er geſteht, daß dieſes Extrakt, auf das Sorgfältigſte bereitet, wenig Heilkräfte beſäße. Zuerſt verſuchte er das Mittel an ſich ſelbſt. Er befand ſich bei beſter Geſundheit und nahm einen Gran Extrakt; ſein Puls machte 70 Schläge. Alle 13 Minuten nahm er neuerdings einen Gran, konnte aber nicht die geringſte Veränderung ſeines Pulſes oder Gemeingefühls wahrnehmen, als er ſelbſt ſchon 30 Gran zu ſich genommen hatte. Er ſetzte den Verſuch nun nicht weiter fort, da nach Latham's Verſicherung bereits 4 Gran bedeutende Be⸗ ſchwerden erregen ſollen. Er ließ deshalb ein neues Extrakt be— reiten, und obgleich er auch von dieſem beinahe 100 Gran nach und nach verbrauchte, ließ ſich bei ihm doch keine Veränderung weder im Pulſe noch im Gemeingefühle wahrnehmen. Ein, von einem Dritten bereitetes Extrakt, von dem Warsmann alle 10 Minuten 3 eicte Uil Mittels be ttwas. Ei Erfolge. Auch! Mittel an ſcien es il es ſich et ſelten die in Anwend mnd Tys- 1828. B.. V Pelche der Karto Shidlihker Zuſtande wenden u laßt: dieß Vir XAA Schadlich 4. Vo — ¹ daß mene dürfen 379 anen drute Minuten 3 Gran nahm und bis zu 100 Gran ſtieg, erregte eine b leichte Uiblichkeit, die er jedoch dem unangenehmen Geſchmack des 3 dher R Mittels beilegt, und verminderte die Frequenz des Pulſes in etwas. Einer ſeiner Freunde verſuchte das Mittel mit gleichem 1. C4,,„ Erfolge. kära Auch in allen den Krankheiten, in welchen Latham das unt Dit Mittel anpries, ward es von Warsmann verſucht; indeſſen tt ſchien es wenig Wirkſamkeit zu haben, und die Fälle, in welchen es ſich etwas wohlthätig bewies, konnten nicht zu Gunſten des— ſelben dienen, weil man gleichzeitig andere Mittel mit denſelben deinJar in Anwendung brachte.(The Philadelphia Jour. of the medic. and phys. Sciences. V. VI. N. 1.— Salzburg. mediz. Zeitung. 1828. B. I. S. 83, 85.)*) de Erleittam⸗ Welche Heilkräfte die mächtigſten Prinzipe der Grund miſchung bis zu u der Kartoffeln, namentlich: das Solanin und Fuſelöl, deren Schädlichkeit man nur zum Theil erſt kennen gelernt hat, im reinen de Zuſtande beſitzen, und wie ſie als ſehr wirkſame Arzneien zu ver— Him Sterde wenden wären, was ſich mit vieler Wahrſcheinlichkeit erwarten läßt: dieß bleibt zu erforſchen, der Zukunft uͤberlaſſen. materia! Ju M Achter Abſchnitt. Schädlichkeit der Kartoffeln als Nahrungs⸗ mittel für Menſchen und Thiere, und Beein⸗ trächtigung des Getreidebaues durch ihren zu krſte beſ großen Anbau. befand ſich—— ein Puls mit iropei 5 Jenſ. an Pund m A. Schaͤdlichkeit des Genuſſes fuͤr Wenſchen. s einen Gi Gran zu Einleitende Bemerkungen. ht weiter ſ Wir glauben hier vorausſetzen zu können, daß alle abſolute cht w Ben z gedeutende d Schädlichkeit der Kartoffelpflanze in Nachſtehendem beruhe: tes Ertratt A. Vor Allem hängt ſie von jenen Bedingungen ab, welche 1o0 Gran ler— „Veranderuns*) Daß dieſe Widerſprüche durch neuere, mit mehr Umſicht vorgenom⸗ 17. mene Unterſuchungen und ſtrengere Prüfungen bald behoben werden †/ n e dürfen, läßt ſich mit Gewißheit annehmen. * 380 die mächtigſten Prinzipe, namentlich: das Solanin, das ſcharfe, ekelhaft ſchmeckende Oel(gewöhnlich Fuſelöl genannt), und jenen eigenthümlichen, noch nicht näher gekannten ſchar— fen Stoff ihrer Grundmiſchung zu mehren und deren In— tenſität zu ſteigern im Stande ſind. Liegt ſie in einer ſchlechten Beſchaffenheit ihrer Knollen, welche der Sorte eigen iſt, von der ſie abſtammen; theils in deren unvollkommenen oder geſtöorten Ausbildung in ei— nem krankhaften Zuſtande; auch in ihrer Verderbniß durch Gährung und faulige Zerſetzung. Auch gehören hierher noch alle Schaͤdlichkeiten, die ſich von außen mit allen Theilen der Pflanze als lebende Organis— men oder todte Subſtanzen in Verbindung ſetzen, folglich auch deren verderbliche Einwirkung für ſich allein begründen können. ad A. Den größeren oder mindern Gehalt der Kartoffel⸗ pflanze an Solanin bedingen: die Individualität mancher Abarten; gewiſſe Perioden ihrer Entwicklung, vor Allem aber die des Keimens; während welcher ſich, als ein ſtetes Erzeugniß dieſes Vegetationsprozeſſes, das Solanin unwiderlegbar und leicht in den Knollen durch chemiſche Analyſe nachweiſen läßt. . Iſt die Einwirkung des Lichtes auf die Knollen, wodurch eine höhere, dem Kraute ſich nähernde Organiſation— das Streben nach der Blattbildung und Erzeugung dieſes Stoffes — in ihnen hervorgerufen wird; dann eine eigenthümliche Beſchaffenheit des Bodens und der Dün⸗ gung, welche der Pflanze bald mehr, bald weniger Elemente zuführen, woraus ſie das Alkaloid erzeugt und ſchädliche Eigenſchaften erhält*); endlich manche krankhafte Zuſtände der Pflanze, wodurch die Ent— wicklung einer groͤßeren Menge des Solanins in den Knollen herbeigeführt wird**). *) Das Verſumpfen des Bodens, feuchter, ſchwerer Letten, viel Bitter— erde, Salpeter uund Eiſenocher in der Erde, ſcheinen die Entſtehung des Solanins ſehr zu begünſtigen. **) So werden die Knollen krauſelkranker Kartoffelpflanzeu unſchmack⸗ haft, ſeifig, für Menſchen und Thiere faſt ungenießbar; laſſen nach dem Genuſſe ein Kratzen im Halſe zurück, und werden ſehr ſchwer verdaulich. ¹ ith vorzüh. kratzende/ 1 zung bon 1 ſmd noh. darcfäll ſehen, die herblihen” de l lung des! poben, ſind Prriiten rfee, b. eitien d hu Rrnollen, d und fuulig hrer Stärl ung von L tarzig und hei genaue biſen Umſt Pirngen uſſtelen.( — Daß kur in man — 1 Nach vie in als ei 4ls 6 entſtan ſetun bei de der. os, brenn und 67. 76 8) Ene 381 7 ii deſän Das Daſein des Solanins in den Kartoffeln charakteriſirt ſaa ſich vorzüglich durch einen eigenthümlichen ſcharfen Geſchmack und kratzende, brennende Empfindung im Halſe, ſo wie durch Erre— gung von eigenthümlichen Bruſtbeſchwerden, welche gewiſſe lungen⸗ kranke Perſonen von deren Genuß zu erleiden haben. Uibrigens ſind noch Druck in der Magengegend, Aufſtoßen, Unterleibsſchmerz, Durchfall und Zwang, wobei die Kartofſeln meiſt unverdaut ab⸗ gehen, die gewoͤhnlichen Wahrzeichen des Solanins in ſeiner ver— nden derblichen Einwirkung.(Mehr ſ. S. 75, 76, 82, 84 u.§. 60.) ., Die Umſtände, welche auf die größere oder geringere Erzeu— eAlt l N gung des ekelhaften, ſcharfen Oeles in den Knollen Einfluß haben, ſind noch nicht bekannt. So viel iſt gewi iß, daß manche Varitäten deſſen mehr als andere beſitzen; daß es bald eine ſchärfere, bald eine mildere Beſchaffenheit hat, und daß die un— zeitigen davon viel weniger als die vollkommen ausgebildeten alt der ſatf enthalten. Weniger gebunden findet man es im Marke jener Knollen, die vom Froſte durchdrungen, oder von der Gährung und fauligen Zerſetzung ergriffen, eine Zerſtörung der Hüllen ihrer Stärkmehlkörner erlitten haben; wo es dann der Einwir— 81 kung von Licht, Luft und Wärme mehr ausgeſetzt, leichter oxidirt, ranzig und ſchärfer wird als es ſonſt der Fall geweſen wäre*). ſe nachweſſ Bei genauerer Unterſuchung dieſes Oeles ſcheint ſich unter ge— wiſſen Umſtänden, einige Aehnlichkeit ſeiner Beſchaffenheit und ſetion- Wirkungen mit jenen des Käſegiftes und des Buchelöles heraus— na dieſes Sii zuſtellen.(Mehr ſ. S. 76, 77 u.§. 54.) Daß eine eigenthümliche Schärfe in den Kartoffeln, jedoch 7 und der nur in manchen Fällen, ſtets aber in einigen Arten derſelben**), *) Nach Stickel iſt das Fuſelöl eben ſo wenig in den Kartoffelknollen, wie in anderen Früchten und Samen fertig ausgebildet, auch nich, als ein erſt durch die Wärme geſchaffenes Zerſetzungsprodukt, oder in den Kud als Gährungserzeugniß zu betrachten; ſondern als eine Miſch ung entſtanden aus dem vorgebildeten ätheriſchen Oele mit den Zer— ſetzungsprodukten des fetten Oeles, welches ſich in großer Menge bei der Deſtillation bildet, wenn dieſe noch fortgeſetzt wird, nachdem ten, vid vin der Branntwein ſchon übergegangen iſt.— Es iſt ſehr flüſſig, farb⸗ die Entte los, klar, von eigenem ſtarken Geruch und bitterem, anhaltend brennendem Geſchmack, kryſtalliſirt bei 18° kocht aber erſt bei 132⁰ R. nzell u ſcrit und hinterläßt auf dem Pafier keinen Fettfleck.(Mehr ſ. S. laſſen nöc 67. 76. 92. 95.) en ſeht ſe**) Eine eigene Schärfe wird folgenden Kartoffelarten zugeſchrieben: 382 zur Entwicklung gelange, die weder dem Solanin, noch dem Fuſel⸗ öle zugeeignet werden kann, vielleicht nur aus deren Zerſetzung a) Der wilden Kartoffel, mit rother Schale und inwendig rothen Ringen, mit ſehr ſcharfem, ſtrengen, wildernden Geſchmack. b) Der Zwitterkartoffel, mit bluthrother Schale, von ſehr garſtigem Geſchmack, der durch's Kochen in Dampf etwas milder wird. c) Der großen Viehkartoffel(Howard's-Kartoffel), mit hellgelber Schale und einem widrigen(wildernden) Geſchmack, der beim Kochen in Dampf zwar ſehr gemäßiget, aber nicht aufgehoben, jedoch durch einen Zuſatz von Aſche vernichtet wird. Sie iſt minder ſcharf als die wilde Kartoffel. d) Die engliſche Kartoffel aus lehmigem Boden, von wilderndem Geſchmack. Dazu gehören auch unbezweifelt jene rothgereiften Kartoffeln, die Parmentier und Brinkmann unterſuchten. Siehe S. 46. 47.78.)— Von dieſer Art iſt die ſogenannte ſchweizer- neumodiſche oder engliſche Kartoffel, äußerlich weiß mit hellrothen Flecken, inwendig, wenn ſie noch unreif iſt, ſatt, doch wäſſerig, weißgelb, und allemal mit blaßröthlichen Zirkeln im Marke untermengt. Die Knollen wachſen im Boden viel häufiger und gleich am Fuße des Stengels näher beiſammen, als bei andern Arten, laſſen ſich deswegen auch leichter ingeſammt mit dem Stengel ausziehen. Roh iſt ſie ohne beſondern Geruch und Geſchmack, wird ſie aber mit der Haut im Waſſer geſchwellt oder in heißer Aſche gebraten, iſt ſie widerlich, un— angenehm von Geruch und Geſchmack. Zu frühzeitig— ſchon im Auguſtmonat— genoſſen, verurſachen dieſe Kertoffeln Magenweh, Erbrechen, Reißen im Leibe, Schwindel und Ohnmacht. Um ſie unſchädlich zu machen, muß man ſie, bevor ſie geſchwellt, gebraten oder gekocht werden, gut abſchaben, die Haut, worin das Schädliche hauptſächlich ſeinen Sitz hat, ganz entfernen, und dann die geſchabten Knollen noch einige Zeit in kaltem Waſſer liegen laſſen.— Im Oktober oder November ausgegraben, ſoll dieſe Art jedoch mehlichter werden und ſicherer zu genießen ſein.»Man kann dieſe Kartoffel— art« heißt es in der Publikation der Stadt Baſel,»daran ſchon er— kennen, daß ſie ein größeres Geſtaude, blaſſes grünes Laub, und drei ſcharfe Ecken hat, die vom Stiel der Blätter dem Stengel nach herunterlaufen, welche blätterige Ecken zwar auch noch an einer Art kleiner, runder, röthlicher Erdäpfel, doch runzlich, nicht glatt, an andern Arten aber gar nicht angetroffen werden.«(S. Rahn's gemeinnützig. medicin. Magaz. 4. Jahrg. 1—3 St.)— Dieß iſt wohl unbezweifelt die wilde oder Büſchelkartoffel Putſche's, welche mit der Howards-Kartoffel ſo oft verwechſelt wird. Dieſe Kartoffelſorte war es, welche die Aufmerkſamkeit des Rathes von Bern 1785, als ſie kaum einige Jahre in dortiger Gegeud bekannt geworden war, auf ſich zog, der, von ihrer Schädlichkeit überzeugt, deren Anbau und Verkauf unterſagte. dervotgegal ſaffen wl: üren dyns in der Fol9 tofeln ohn w ſcalen deſe den Dunſt ¹ ausgeſoroch! Einige wol der Krollens ger, wenig durch Kochis mals abgekta gitig macht —p Nach 48 der Kff und Aohn Kinderli nendes 7 im Hant aus dich geldern, Schaf.. Aufſct: arznei ſuchunge 1y) Aus de ſo wenit gekannn 1. größ b von ¹ meiſ 383 not da hervorgegangen iſt, oder durch die Vegetation in dieſelbe umge— dd beren ze ſchaffen wurde, aber weder ihrer chemiſchen Konſtitution, noch ihrem dynamiſchen Verhalten nach bisher näher gekannt iſt, dürfte un invendi in der Folge erweislich ſein. Dr. Krügelſtein ſagt: alle Kar— tee rtt toffeln ohne Ausnahme verurſachen bei Perſonen, die ſie roh eins eſ ſchalen oder abſchaben, oder zerſchneiden, blos durch ihren ätzen— rfch, ni den Dunſt ein wiederholtes Hüſteln u. ſ. w.; dieſer ſo unbedingt heſcnat ausgeſprochenen Behauptung, können wir aber nicht beiſtimmen.— Einige wollen ſich überzeugt haben, daß zwiſchen den Mehlzellen nichtet din, 5 der Knollen, beſonders zur Zeit der Unreife, ſich ein etwas gifti⸗ ger, wenigſtens ſcharfer Saft befindet, der zwar durch Hitze und durch Kochen entfernt wird, das Waſſer aber, worin ſie mehr— geriitg biſ mals abgekocht oder roh zerrieben angerührt wurden, ſtinkend und 1 giftig macht*). n Flecke in Nach Krügelſtein's Beobachtungen haben beſonders die Arten der Kartoffeln mit feſter Schale nicht nur etwas Erhitzendes t. D und Aetzendes neben ihrem nährenden Stoffe, weshalb ſie ſich zur zuße dee Kinderkoſt nicht eignen; ſondern auch etwas Beißendes und Bren— ſch desr nendes im Nachgeſchmack, was noch viele Stunden nach dem Genuſſe Rr im Halſe unangenehm empfunden wird. Ja, die fahlfarbige iſt ter mit der hu aus dieſem Grunde in trockenen Jahren oder überhaupt von dürren Pie uals Feldern ganz ungenießbar, und macht überdieß einen unruhigen Schlaf.(Krügelſtein über die von Seiten des Staats zu führende rrefel Aufſicht über Nahrungsmittel ꝛc. Henke's Zeitſchr. f. d. Staats⸗ Oönmatt l arzneikunde. 1839. H. 2. u. 1841. H. 2.) Viborg's und Pfaffs Unter 3 49 7 ſuchungen deuten auf dieſelben! Arten.(Mehr ſ. S. 77. 78.) v dac*) Aus den bisherigen Erfahrungen läßt ſich folgern, daß dieſe noch 2er g ſo wenig unterſuchte und in ihrer eigentlichen Weſenheit faſt gar nicht lun.⸗ gekannte Schärfe e a 1. größtentheils an ein rothes Pigment gebunden iſt, dadurch von der übrigen Maſſe der Knollen auch uur ſchwer trennbar, und 2. meiſt gegen die Oberfläche der Knollen zu, und im Innern in rothen Flecken, Streifen und Ringen abgelagert erſcheint. 29 3. Iſt ſie durch Waſſer ausziehbar, wodurch dieſes einen ſcharfen äne 17 0 laugenhaften Geſchmack annimmt. var 44 4 1 4. Scheint ſie durch die Einwirkung der Luft und Kalien zerſtörbar uch n zu ſein. en we 17 5. Das durch ſie verurſachte Brennen auf der Zunge und im Rachen 9 1 puit iſt der Schärfe der ranunkelartigen Pflanzen ähnlich. 6. Das ſcharfe Prinzip ſcheint vielmehr mit dem Solanin als mit dem Oele der Kartoffeln in Verbindung zu ſtehen 7. Nach Prof. Pfaff's Meinung iſt die Schärfe wahrſcheinlich nicht blos, von einem feinen, flüchtigen Prinzip abhängig, ſondern liegt in einem mehr fixen Beſtandtheile. Daß das ſcharfe Prinzip größtentheils von telluriſcher Be⸗ ſchaffenheit bedingt werde, läßt ſich aus mehreren Umſtänden folgern*). ad. B. Wie mannigfaltig die Grundmiſchung der Kartoffeln nicht nur der Quantität, ſondern auch der Qualität ihrer weſent— lichen Beſtandtheile, nach der Verſchiedenheit der Varietät ſein könne, der ſie angehören, und wie ſehr dieſes Verhältniß über ihren Werth als Nahrungsmittel der Menſchen und Thiere zu entſcheiden hat, ihren Wohlgeſchmack und Gedeihlichkeit bedingt, lehrt nicht nur ihre Einwirkung auf Geſundheit und Leben, ſon— dern ſelbſt die chemiſche Analyſe.(Siehe S. 54— 59 und die letzte Note.) Sehr wandelbar ſind die Verhältniſſe der Beſtandtheile der Grundmiſchung einer und derſelben Art dieſer Knollen, ſowohl während des Vegetationscyklus in der Erde, als getrennt von der Mutterpflanze, die ſie erzeugte; immer fort ſich ändernd; der Geſchmack und Geruch wird aber ſtets vom Daſein und der In— tenſität des Solanins und des Oeles und auch vielleicht von dem eigenthümlichen ſcharfen Prinzip bedingt**).(Mehr ſ.§. 6. 7.)— Wie ſehr übrigens krankhafte Zuſtände die nähern Beſtandtheile 8. Tritt ſie immer weniger hervor, je reifer die Knollen werden. 9. Auch ſcheint der, dieſer Schärfe zugedachte ſtarke Geruch nichts weniger als ihr eigenthümlich zu ſein; und 10. mit eben ſo wenig Recht werden ihr außer Magenweh, Reißen im Leibe, Erbrechen und Entzündung auch wohl als Folge ihrer verderblichen Einwirkung: Schwindel, Kraftloſigkeit und Ohnmacht zugeſchrieben; die doch gewiß als Wirkungen des Solanins und des Kartoffelöles anzuſehen ſein dürften. *) Naſſer, thoniger, eiſenhältiger Boden ertheilt den Kartoffeln eine gewiſſe Schärfe, einen widrigen Geſchmack und geringern Mehl— gehalt; dagegen Kalk, Mergel, Gyps, der Auswurf von der Pottaſche und Seifenſiedereien, der Erde eingemengt, ſie wohlſchmeckend macht. Auch hat die Erfahrung bereits außer allem Zweifel geſetzt, daß Kartoffeln in einem mit Schafmiſt oder Menſchenkoth gedüngten Boden gebaut, einen unangenehmen widerlichen Geſchmack, hin⸗ gegen viel beſſern in einem mehr zergangenen als friſchen Miſte erhalten. **) Selbſt von der Zeit des Abwelkens des Krautes und der vollkom⸗ menen Reife der Kartoffelknollen bis zum Monate März findet in denſelben eine fortwährend chemiſche Entwicklung Statt, wodurch ſie immer mehlreicher, von dieſer Zeit an aber wieder ſchleimiger und nahrungsloſer werden. Welche weſentliche quantitative und qualitative owohl der 1 der Karkof Erfahrung 1 31 C.7 Erwägung 6 Inreiigungt Räungen, u4 Shädlich .. Daß der Art, wn beriger Ei heveugt von — Veräͤnll rung ut Qerſichtl In dies die im rd, ei wovond mal au Arün Kolge offln . den L noſſen rünen 51. I. Hierhe die ſcc ſſtwan feſtſet Schm und Au der der ekelhe wird. Gewi in V 8) 385 dreren— ſowohl der Quantität als Qualität nach, umändern, und den Genuß der Kartoffeln ſchädlich machen können, hat uns bisher nur die zung der dns Erfahrung gelehrt*). ltit 4— ad C. Auch jene Beſchaffenheit der Kartoffeln muß hier in der h Erwägung gezogen werden, die ſie durch manche zufällige Ver⸗ 39 14 unreinigung und den Beitritt ganz fremder Stoffe und Körper „. erlangen, und die Schädlichkeiten eigener Art werden**). §. 48. nd d Schädlichkeit des Genuſſes der ausgebildeten, ſogenann⸗ 51- GM ¹ ten reifen Kartoffeln. Daß ſelbſt die Schale der Kartoffel nach Verſchiedenheit der Art, welcher ſie angehört und anderen Umſtänden, mehr oder weniger Eigenheiten beſitzen könne, wodurch ſie ſchädlich wird, als gedenn bezeugt vorzuͤglich jenes Waſſer, womit ungeſchälte Kartoffeln dieleictt Veränderung, ihre Grundmiſchung bei eingetretener Keimung, Gäh— rung u. ſ. w. erleidet, macht die chemiſche Analyſe im I. Abſchnitte 1 erſichtlich. n Weſnt*) In dieſer Beziehung bemerkt Krü gelſtein, daß jene Kartoffeln, die im feuchten Boden gewachſen, weniger mehlreich und innen hohl ſind, eine ſchädliche Nahrung für Menſchen und Thiere abgeben, wovon er ſich im J. 1816 und 17 ſelbſt überzeugte; indem er mehr⸗ arke Gerut mal auf deren Genuß krankhafte Zufälle und Koliken folgen ſah.— Krünitz führt in ſeiner Encyklop. Thl. 35, S. 290, an, daß in Nagenwt Folge des kalten und ſehr naſſen Sommers des J. 1777 die Kar⸗ wohl 4 toffeln größtentheils innen ſchwarz oder gelbfleckig wurden, und an Fraftloſiokal den Orten, wo ſie täglich und nur als eine einfache Speiſe ge⸗ Virkung noſſen wurden, die Ruhr ſich zeigte.—(Von der Schädlichkeit der Fürften grünenden, in Gährung übergegangenen Kartoffeln ꝛc. ſiehe§. 50. 51. 57. 58.) ger*⸗) Hierher gehört beſonders jene Schar von vegetabiliſchen Paraſiten, pon der Loit die ſich nicht nur auf der Oberfläche dieſer Pflanze häufig als Staub⸗ hmeckend nu ſchwämme, Schimmel u. dgl. meiſt kuglig und fädig in ihren Formen fel geſtzt feſtſetzen, ſondern ſogar in ihr Inneres eindringen. Es ſind meiſt Schmarozerpilze aus der Gattung des Brandes(Uredo), Acidien Geſchmac und Buceinien. K fricchen J Auch ziehen die Kartoffeln allerlei widrige Gerüche eben ſo aus — der Erde, wie aus der merphitiſchen Dumpf⸗ und Moderluft ad der volln der Aufbewahrungsräume an ſich, wodurch ſie einen unangenehmen, un f ekelhaften Beigeſchmack erhalten, und ihr Genuß nicht ſelten ſchädlich wird. Daher findet man auch an Orteu, wo die Kartoffeln nach dem ner l- Gewichte verkauft, in feuchten Behältniſſen aufbewahrt oder welk Iliti im Waſſer eingeweicht werden, dieſe dumpfig und ekelhaft ſchmeckend. 25 — 386 mehrmals abgekocht worden ſind. Die Kartoffel wird durch das Kochen zwar gereiniget, aber das abgegoſſene Waſſer iſt dagegen mit verderblichen Stoffen geſchwängert, und deſſen Dampf wirkt oft auffallend betäubend. Decandolle erzählt ein Beiſpiel, wo auf dieſe Weiſe eine ganze Familie das Leben verlor*). Den Aufſchluß darüber gibt die chemiſche Analyſe(ſ. S. 48 und 76). Unbeſtritten dürfte die Behauptung bleiben, daß auch der Genuß vollkommen ausgebildeter(reifer) und unverdorbener Kar— toffeln relativ verderblich werden könne, namentlich dann: wenn ſie die einzige oder Hauptnahrung ausmachen; im Uibermaß, in ſchwer verdaulicher Form, ſchlecht zubereitet, ohne allem Gewürze, mit reizloſen ſchalen Getränken, bei Mangel erforderlicher körper— licher Thätigkeit und hinreichend ſtarken Verdauungskräften, be— ſonders bei der Anlage zu Krankheiten des Unterleibes genoſſen werden Auch bedingt noch Alter, Gemuͤthsſtimmung und manche Zufälligkeit deren größere oder mindere Schädlichkeit, ſo wie nicht ſelten auch ihr gutes Gedeihen. Wenn die Kartoffeln dem Menſchen als Hauptnahrungsmittel dienen, ſo iſt die Folge Blutmangel(wäſſerige Säfte), Muskel⸗ ſchwäche und Kraftloſigkeit.— In Irland lebt zwar das gemeine Volk blos von Kartoffeln, genießt indeſſen auch viel wäſſerigen Branntwein; die Kinder ſind ſehr blühend und geſund, jedoch dauert das ſchöne Anſehen nicht lange und mit dem Zunehmen der Jahre tritt Eingefallenheit, Welkheit des Körpers und Schwäche ein.— Die Traͤgheit der Peruaner ſchreibt man auch dem ſtarken Kartoffelgenuß zu, und Yerlin bemerkt: daß die häufige Kartoffelnahrung der Amerikaner, welche ſie in Aſche gebra⸗ ten genießen, Anſchoppungen verurſache.(S. deſſen Diſſertat. unter d. Vorſitze Linne's J. 1760 und Amoen. Acad. V. VI. *) H. Lemonier»ſagt Decandolle« a vu une pauvre famille empoisonnée par des pommes de terre, qu'on avoit fait cuire dans de l'eau, qui avoit déjà plusieurs fois servi au même usage; cette eau était chargée de tout P'extractiv, qu'elle pouvait dissoudre, et au bout de quel- dues jours, les nouvelles pommes de terre cuites daus cette mème eau, ne puvont plus s'en depouiller. Ce fait, semble indiquer, que les propriétés narcotiques de Solanées tiennent à la matière extrac- tive, et meriterait d'attirer sur cet objet lattention des chimistes (Decandolle Essai sur les propriétés medical. d. Plan. Paris 1804 p. 83.) Se vuns artt d Raulich un n furz in ein fit wer trau nd wi wenig gſten 9 ſe dann w gach ſcheine beniger als ter zubereitſ 8 in V haunt dei ls zum Bt pfeffer und b 34 denn mit dder ee Rnollen mü⸗ *) Dr. Kb ahnlich Meinu Empfin Genera lirs! 88) Campe lediglich lichſten dern a werden Säure harte: aber Art 0 Männ b 1.. ſprung Harlen fhn) Diter 387 S. 121)*).— Der Nachtheile des faſt ausſchließlichen Genuſſes der Kartoffeln erwähnen auch Camper,**) Kahlert***) u. a. Selbſt Kartoffeln der beſten Art werden mehr oder weniger ver— daulich und gedeihlich, ja nachdem ſie gehörig, zu lange oder zu kurz, in einem oder mehreren Wäſſern gekocht werden: zu lange gekocht, werden ſie minder wohlſchmeckend, weniger nährend, klei⸗ ſtrig und wäſſerig; zu wenig gekocht bleiben ſie roh und hart; am wenigſten gedeihlich ſind ſie geſtampft oder breiig zubereitet, weil ſie dann wenig gekaut und mit Speichel kaum vermiſcht werden. Auch ſcheinen ſie mit dem Fette von gebratenem Fleiſche getränkt, weniger als mit anderen Fettarten, am wenigſten aber mit But— ter zubereitet den Magen zu beläſtigen. In einer Speiſe, worin verhältnißmäßig Fluͤſſiges vorwaltet, werden ſie gekochter unver— daulicher als gebacken oder gebraten ihr zugeſetzt; dagegen ſind jene Knollen, welche unter Einflüſſen geſtanden ſind, die die Er⸗ zeugung des Solanins in ihnen begünſtigten, mehr zum Kochen als zum Braten geeignet, und am gedeihlichſten, wenn ſie mit Pfeffer und Eſſig genoſſen werden. Trocken in der Röhre gebacken oder in der Aſche gebraten, dann mit friſcher Butter und etwas Satz verſetzt, oder mit Dillen⸗ oder Majoranſauce, werden ſie am beſten genoſſen. Die ſchliffigen Knollen müſſen beſonders von ſolchen Perſonen gemieden werden, *) Dr. Köchlin eignet den Kartoffeln, nach einer ſonderbaren Anſicht, ähnliche nachtheilige Wirkung zu, wie den Fiſchen, und iſt der Meinung: daß ihr zu häufiger Genuß zu der Schwächlichkeit und Empfindlichkeit im Phyſiſchen und Moraliſchen, welche der jetzigen Generation eigenthümlich ſind, Veranlaſſung gegeben habe.(Köch⸗ lin's Pathologie. Zürch 1822, Thl. I.) **) Camper ſagt: Der gemeine Mann nährt ſich heute zu Tage faſt lediglich von Erdäpfeln(Kartoffeln), die gleichwohl eine der ſchäd— lichſten Speiſen ſind, indem ſie nicht nur ſehr ſchleimicht ſind, ſon— dern auch gar wenig Nahrung geben. Aus dieſer letztern Urſache werden ſie in großer Menge genoſſen, woraus dann Winde und Säure entſtehen. Erwachſene, und hauptſächlich ſolche Perſonen, die harte Arbeit thun müſſen, können dieſelben zwar verdauen; Kinder aber nimmermehr. Daher kommt es dann, daß man unter dieſer Art Leute, bei ihren Kindern, jungen Mägden, Weibern, ja ſogar Männern, ſo viel blaſſe Geſichter, Verſtopfungen des Unterleibs u. a. Krankheiten findet, die in den verſchleimten Säften ihren Ur— ſprung haben, u. ſ. w.(Camper von Behandl. neugebor. Kinder. Harlemer Abth. VII Thl. 2 St. S. 363.) rc) Witterungs⸗ und Krankheitskonſtitution von Prag. Jahrg. 1833. 25* ————õe 388 welche an ſchwacher Verdauung leiden, indem ſie oft unverdaut abgehen. Daß die Kartoffeln unter den erwähnten Umſtänden zu einer neuen Quelle der Krankheiten und des Siechthums des Menſchengeſchlechtes, beſonders im kindlichen Alter, werden, na— mentlich aber das um ſich greifende Skrofelleiden nähren, dasſelbe tiefer einwurzeln und verderblicher machen müſſen,— dieß zwar um ſo mehr, je ausgearteter und ſchlechter ſie ſind,— bezeugt die Er— fahrung*). Es iſt ferner nicht ungegruͤndet, wenn man dem ausſchließlichen Kartoffelgenuſſe in armen Ländern, insbeſondere bei allgemeiner Hungersnoth und Landplagen, dann bei Einflüſſen beſtimmter endemiſcher oder epidemiſcher Schädlichkeiten, das Ent— ſtehen vieler ſelbſt verheerender Krankheiten, unter der ärmeren Volksklaſſe zugeſchrieben hatte, als: die Ruhr, Schleim- und Faulfieber, Wechſelfieber mit den Folgekrankheiten, Atrophien und viele andere Krankheiten der Verdauung und Ernährung. Den Phyſiologen und Pſhychologen müßte die Unterſuchung von hohem Intereſſe ſein, ob und in wiefern ein Volk, das ſich früher von Cerealien nährte, jetzt aber von Kartoffeln lebt, und welches das kräftige Bier mit dem ſcharfen fuſeligen Kartoffel— branntwein vertauſchte, ſowohl der Bildung des Geiſtes, als auch der Entwicklung des Körpers nach, Metamorphoſen erlitt, und welche Folgerungen bezüglich der künftigen Generationen, beim Fortbeſtande erwähnter Schädlichkeiten, ſich ziehen laſſen. §. 49. Schädlichkeit des Genuſſes unausgewachſener(ſogenann⸗ ter unreifer) Kartoffeln. Noch ſind die Meinungen getheilt und unentſchieden, ob und unter welchen Umſtänden der Genuß unausgewachſener Kartoffeln ſchädlich werden könne. Hecker, Pfaff, Viborg, Arnemann *) Schon C. Bauhin bemerkt: man habe ihm berichtet, der Genuß dieſer Knollen wäre in Burgund verboten, weil er eine ausſatz— ähnliche Krankheit verurſache: Tandem relatum sibi erit C. Bauhinus (heißt es in der Hist. plantarum universatis Ebrodunensium v. J. 1651) apud Burgundos, qui ex ramis in terram reclinatis, terraque tectis(scilicet Solanum tuberosum) propagabant, quo plura tubera acquirerent, harum radieum usum interdietum, ut quibus persuasum sit, earum esum lepram causare: et Artiscokos Indicos vocari. Letz⸗ tere Benennung auf die Kartoffelpflanze bezogen, iſt offenbar irrig. u. A. haben fir die menſe Das Enthege Atenzlau, Dr ohachtungen ſanders herd ozr vollenden inommenen gchwidel/ neht entſtan anreifen Knd re nicht n geuuß lange V Dr. St ſte, do herden, ei dopſſcwerz ſeiten, bei dnd andern gin, welche farten l— was zorkommen, tend, daß recheinunge ſothanden ſ geringer ſ die aus vegen ſche Und Auslar Ungea diger der l ſie zwat a zen Unn 389 u. A. haben die Anſicht: daß dieſe Kartoffeln ohne Nachtheil für die menſchliche Geſundheit genoſſen werden können.(§. 19.)— Das Entgegengeſetzte behaupten: Dr. Hein, Dr. Rehfeld in Prenzlau, Dr. Bremer in Berlin u. A. Aus den genauen Be⸗ obachtungen und vieljährigen Erfahrungen Rehfeld's geht be⸗ ſonders hervor, daß in ſehr vielen Fällen von dem Genuſſe der, vor vollendetem Vegetations-Cyklus dieſer Pflanze aus der Erde genommenen Knollen, manche ſchwere Krankheitszufalle: wie Schwindel, Erbrechen, Zuckungen, Zittern der Glieder u. dgl. mehr entſtanden ſind, die aber ſogleich verſchwanden, wenn die unreifen Knollen durch Brechmittel weggeſchafft wurden; wo jedoch dieß nicht mehr möglich war, und zumal nach einem unmäßigen Genuß, lange fortdauerten. Dr. Schachert ſagt: es iſt eine nicht wegzuläugnende That⸗ ſache, daß zur Zeit, wo die erſten jungen Kartoffeln genoſſen werden, einzelne Menſchen nach dem Genuſſe derſelben uber Kopfſchmerz, Gefühl von Druck in der Magengegend und libblich— keiten, bei belegter Zunge klagen, oder wohl gar von Erbrechen und andern ſtürmiſchen Zufällen befallen werden. Das Aſpara⸗ gin, welches in gröͤßeren Gaben dergleichen Erſcheinungen wohl hervorbringen könnte, kann nicht Schuld daran ſein, weil es in zu geringer Menge in den Kartoffeln enthalten iſt. Sollte aber ja— was jedoch mehr als zweifelhaft iſt— Solanin in ihnen vorkommen, ſo iſt deſſen Quantität ebenfalls ſo äußerſt unbedeu— tend, daß ihm ſicher nicht die Schuld der genannten Krankheits⸗ erſcheinungen aufgebürdet werden darf. Dennoch muß ein Grund vorhanden ſein, der die jungen Kartoffeln ſchwer verdaulicher macht als die ausgewachſenen, und dieſer iſt vielleicht der, daß in den unreifen Kartoffeln das Eiweiß und die Stärke noch wenig ent— wickelt ſind, die wäſſerigen Theile aber ſehr vorherrſchen. Vermög des beträchtlichen Waſſergehaltes werden aber während des Kochens die Stärke und der Faſerſtoff mehr aufgelöſt(weshalb die neuen gekochten Kartoffeln immer glitſchrig, faſt kleiſtrig ſind), und des— wegen ſchwerer verdaulich.(Dr. Schmidt's Jahrbüch. d. Inn⸗ und Ausländ. geſammt. Medizin, J. 1840. B. 27. N. VII. H. 1.) Ungeachtet der ſchroffen Widerſprüche geſtehen die Verthei⸗ diger der Unſchädlichkeit unreifer Kartoffeln dennoch ſelbſt ein, daß ſie zwar an ſich nicht ſchädlich ſind, aber dieß unter den nämli⸗ chen Umſtänden, wie die reifen viel leichter werden können. ———— ¹————— ———— 2290. Die Urſachen der Schädlichkeit unreifer Kartoffeln ſind nach unſerer Anſicht größtentheils nur uegativer Art und bedingt: 1) Von der viel geringeren Maſſe ihres ſtärkemehlhaltigen Faſergewebes(Parenchyms) und Stärkemehles, im Verhältniß zu dem Uibermaß des in ihnen enthaltendn Vegetations-Waſſers und vielen Schleims; beſonders dann, wenn ſie in einem naſſen kalten Boden und bei ungünſtiger Witterung erzeugt wurden. Dieſe vorwaltende Menge des Waſſers iſt es auch, welche während dem Kochen junger Kartoffeln die Stärke nebſt dem Faſerſtoff mehr auflöſt, was ſie weicher, wäſſeriger, immer ſchliffig, faſt kleiſterig macht, und wenn ſie genoſſen werden, die Einwirkung des Magen— ſaftes auf die feſten Beſtandtheile der Grundmiſchung, beſonders des Stärkmehls, ſchwächt, und deren Verdauung hindert. Je jünger, deſto weniger ſind die Kartoffeln ſättigend und nährend, im Uibermaß genoſſen werden ſie aber mehr durch Uiberladung des Magens, Unverdaulichkeit, Anſchoppung der Gedärme, als durch eine andere ſchädliche Einwirkung ihrer Beſtandtheile der Geſundheit nachtheilig, und veranlaſſen Erbrechen, Durchfall, Wechſelfieber u. dgl. Als Folgen unzureichender, ſchlechter Nah— rung und dadurch erzeugter Schwäche, bilden ſich dann auch bei Gelegenheitsurſachen um ſo leichter Ruhren, gaſtriſche Fieber und andere Krankheiten aus. 2) Als den wichtigſten Grund der Schwerverdaulichkeit junger Kartoffeln glauben wir uns berechtigt, auch den geltend zu ma— chen, daß ſie von dem eigenthümlichen Oele um ſo weniger be— ſitzen, je wäſſeriger ſie ſind, und je geringer ihr Gehalt an Stärkmehlkörnchen iſt, in deren Hüllen die Natur jene zum Theil den ätheriſchen Oelen angehörige Subſtanz ablagert, da ſie auch als ein eigenthümliches Reizmittel der Verdauungsorgane ange— ſehen werden muß; wodurch deren Lebensthätigkeit erhöht, der Genuß der veredelten Kartoffelarten aber nicht nur gedeihlicher, ſondern auch wohlſchmeckender gemachtwird. Es läßt ſich daher wohl auch nachweiſen, wie durch Verringerung dieſes Beſtandtheiles oder deſſen Indifferenzirung, wenn er nämlich mehr in die Weſen— heit eines fetten Oeles übergegangen iſt, ſolche Knollen den Magen beläſtigender, unverdaulicher, und bezüglich der dadurch größer gewordenen Wirkſamkeit ihrer Säuren und Salze auch der Geſundheit leichter nachtheilig werden können, als die zeitigen. Narkotiſche Wirkungen von dem Genuſſe junger Kartoffeln, ſcheinen nur ſelten einzutreten. Doch läßt ſich nicht läugnen,»wie ſchon Viborg ben ſt und jenen worin junge tirkern Gern iige größele vachſenen K getoffeln a twk ſzidlich mach Diee he errnig der ſeinſäure, do ds vorhande gutofeln, ſe motin M 2 nit ſelten dntſcieden d geniſhe A flndlihen n Kartoff hackt worden giſebt blie dn ſind; w 8 keimen, erden: der in Halſe, ſopfſchmerz putſchel zeigen und künnen; da Schweinen r. B igenſchaft nerkt dabei in Gaunen — 2 391 Viborg bemerkt« daß der Geruch der jungen Kartoffeln ſtärker iſt und jenem des Krautes mehr gleicht; daß ferner das Waſſer, worin junge Kartoffeln gekocht worden, dunkler erſcheint, einen ſtärkern Geruch nach dem Kraute der Pflanze von ſich gibt, und eine größere Menge von Gärbeſtoff als jenes von den ausge— wachſenen Kartoffeln verräth. Was den Solaningehalt in den Kartoffeln allenfalls zu vermehren, dieſes Alkaloid in freiere Wirkſamkeit zu verſetzen im Stande iſt, wird ſie auch leichter ſchädlich machen. Die chemiſche Analyſe liefert den beſtimmten Beweis, wie vermög der freien Säuren, namentlich des Phosphor- und Wein⸗ ſteinſäure, dann mehrerer Salze, bei den geringeren Verhältniſſen des vorhandenen Stärkmehls, Eiweißes und Parenchyms, dieſe Kartoffeln, ſelbſt mäßig genoſſen, ſehr leicht Kolik und Diarrhöe hervorbringen.(Sieh S. 81.) §. 50. Schädlichkeit des Genuſſes grünender und keimender Kartoffeln. Zu den verderblichſten Nahrungsmitteln, wornach aber leider nicht ſelten Hunger und Noth den Menſchen greifen läßt, gehören entſchieden die grunenden und keimenden Kartoffeln, in denen die chemiſche Analyſe das Solanin dieſen dem thieriſchen Leben ſehr feindlichen narkotiſchen Stoff nachgewieſen hat.(Mehr ſ. S. 75, 82.) Kartoffeln, die während ihres Wachsthums nicht gehörig be⸗ hackt worden, oberflächlich liegend dem Lichte und der Luft aus— geſetzt blieben, grüͤn gefärbt bitter und ſcharfſchmeckend gewor— den ſind; welche Beſchaffenheit ſie auch mit der Neigung, früher zu keimen, erlangen, wenn ſie in lichten Räumen aufbewahrt werden: verurſachen ſelbſt in geringerer Menge genoſſen, Kratzen im Halſe, in groͤßerer Anzahl Ekel, Magendrücken, Uiblichkeit, Kopfſchmerz, Schwindel, Erbrechen, Kolik, Stuhlzwang, Diarrhöe. Putſche bemerkt, daß ſogar Thiere gegen ſolche Knollen Abſcheu zeigen und zu deren Genuß, nur durch Hunger gezwungen werden können; daß das Rindvieh davon aufgebläht werde, und trächtige Schweine verwerfen.(S. deſſen Monograp. S. 33.) Dr. Bourgeois führt einige Beobachtungen über die giftige Eigenſchaft junger, noch nicht völlig gereifter Kartoffeln an, be— merkt dabei aber ausdrücklich: daß ſie eine grüne Farbe hatten und im Gaumen eine Schärfe verriethen. Er ſagt: in einem Falle trat —,——-——————— — r———— nach dem Genuß gebratener Kartoffeln dieſer Art eine Auftrei— bung des Magens ein, die Luft ſchien, obgleich es nicht heiß geweſen, dennoch warm, ſchwuͤlheiß und druckend, wie während eines Gewitters; alle Gegenſtände von einem röthlichen Scheine umgeben; die Reſpiration wurde ſehr ſchwer und häufig; die Zunge weniger beweglich; der Gang ſchwankend. In einem andern Falle beobachtete er bei mehreren Perſonen die oben benannten Zufälle.(Jour. général de Med. Juil. 1825.) Daß der Genuß ſolcher Kartoffeln nur durch's Abkochen in mehrmal gewechſeltem Waſſer, dann durch's Abkratzen der grünen Schichte des Markes, oder auch ihre Bereitung mit Butter, Eſſig und Oel, der Ge— ſundheit weniger nachtheilig gemacht werden könne, iſt gewiß. Nach Otto's und A. Unterſuchungen, findet ſich gerade in den kleinen Keimen mit dem Beginn des Frühlings, auch wenn ſie nicht in der Erde liegen, die groͤßte Menge Solanin. Dadurch, der veränderten Grundmiſchung nach, auch minder nahrhaft, werden ſie unbedingt vermög des narkotiſchen Prinzips ſchädlich, weun man ſie ungeſchält im Waſſer kocht, und nicht früher ihre Augen und Keime ſorgſam ausgeſtochen und entfernt hat. In der Beantwortung der Frage:»Unter welchen Umſtän— den kann der Genuß der Kartoffeln ſchädlich werden?« bemerkt Dr. Schachert, daß keimende Kartoffeln, wenn ihrer nicht zu viele genoſſen werden, zuerſt ein Kratzen im Halſe, dann Magen⸗ drücken, Eingenommenheit des Kopfes und Neigung zum Erbre— chen verurſachen; bei dem Genuſſe einer größeren Menge hin— gegen können ſich dieſe Beſchwerden bis zum wirklichen Erbrechen, Bewußtloſigkeit, Konvulſionen und gänzlicher Narkoſe ſteigern. In den Beiträgen zur praktiſchen Heilkunde von Prof. Claurus und Radius(B. 1. H. 2 S. 287 unter XXIX), findet man zwei Fälle der Vergiftung durch gekeimte und verdorbene Kar— toffeln, von Prof. Kahlert, mit dem Bemerken: daß es abge⸗ welkte, bereits im Keimen ſehr vorgeſchrittene, in einer Art von Gäͤhrung begriffene Kartoffeln von der größeren Gattung, be— ſonders von den ſogenannten Viehkartoffeln, deren noch einige in einem feuchten, dumpfigen Winkel der Stube lagen, geweſen, und daß deren Genuß Halskratzen, Schwindel, Erbrechen u. ſ. w., endlich Erſchöpfung der Kräfte, Asphyxie u. dgl. hervorgebracht habe.—»Ich glaube daher«— ſind ſeine Worte—„der Hunger dieſer armen Leute und die darauf erfolgte Sättigung mit dieſen ſchlecht beſchaffenen Kartoffeln habe den leeren Magen derſelben dlzuſet beſc und Kraben Ganglenſiſt tuf ſo heftige dieſe Hufäli Kartoffeln ſi zreriſhe E dach dem Ftelle finden ú taadelt hrtte ſoſſe zuftre gahren gen ſeitsformen llos von H b hidlich Tas d Erfahrung preczen ſn uf den Be Engewandte Franken z dennoch nit tusgebroche — ¹) das g ſcheine gewach Noth Gebilt jeugt der da tofeln V waͤren 4 Aff e KXIW) fr 293. allzuſehr beſchwert, in demſelben und in dem Halſe das Brennen und Kratzen u. ſ. w. verurſacht, und in Rückwirkung auf das Ganglienſyſtem alle jene Zufälle des heftigen Erbrechens, die auf ſo heftige Entleerungen erfolgende Erſchöpfung der Kräfte, dieſe Hinfälligkeit, ſo wie die aus den in der Gährung begriffenen Kartoffeln ſich entwickelnde Fuſelſäure und Solanin, die Betäu— bung, und ſo ferner den ſtarrkrampfähnlichen Zuſtand und den wahren Starrkrampf hervorgebracht. Hier dürfte wohl auch die von Dr. Hartmann beobachtete chroniſche Entwicklung einer Art von Kriebelkrankheit(Raphania) nach dem Genuß von Kartoffeln und Kartoffelbrod die ſchicklichſte Stelle finden*). Dieſe Form krampfhaften Leidens, welche dieſer Arzt ſelbſt einigemal, unter einer weniger heftigen Geſtalt, be— handelt hatte, ſah er immer nur unter der niedrigſten Menſchen— klaſſe auftreten, die in feuchten Wohnungen ſich aufhielten, und blos von Kartoffeln, Cichorienbrühe und Kartoffelbrod ſich zu nähren genöthiget waren.(Hartmann's Therapie akuter Krank⸗ heitsformen ꝛc. 2. Thl. 2. Aufl. S. 66— 246.) §. 51. Schädlichkeit des Genuſſes der gefrorenen Kartoffeln (Sieh. S. 86). Was den Genuß gefrorner Kartoffeln betrifft, ſo zeigt die Erfahrung mehrerer Aerzte, daß ſie nicht vom Verdacht frei zu ſprechen ſind, und Kopfweh, ſtarke Uiblichkeit, Unvermögen, ſich auf den Beinen zu erhalten, ſelbſt Fieber erzeugen können. Durch angewandte Brechmittel wurden ſie in einem Falle, von acht Kranken zugleich, und obſchon erſt den Tag vorher genoſſen, dennoch mit einem höchſt ekelhaften, ranzigen Geruche unverdaut ausgebrochen.(Kahlert u. a. O.)— Nach mehrtägigem Genuß *) Das Hervortreten der die Kriebelkrankheit charakteriſirenden Er⸗ ſcheinungen dürfte hier mit mehr Recht dem ins Mutterkorn aus— gewachſenen Roggen, das große Näſſe in einem Mißjahre ſchuf und Noth dem Kartoffelbrode beizumiſchen zwang, oder kryptogamiſchen Gebilden, welche auf den in Verderbniß gerathenen Kartoffeln er⸗ zeugt worden, und an Kräften jenem Sclerotium clavus gleichen, der das Mutterkorn giftig macht, als blos dem Genuſſe der Kar⸗ toffeln zuzuſchreiben ſein, ſelbſt dann, wenn ſie keimend geweſen wären. ————— ain 394 gefrorner, wäſſriger und bitterſchmeckender Kartoffeln, die von der vorigen Ernte auf den Feldern liegen geblieben waren; bekamen „nach dem Edinburg. medizin. Journal« alle Glieder einer Fa— milie heftige Leibſchmerzen und Durchfall. Ein darunter befind⸗ liches Kind von 19 Monaten wurde außerdem noch vom Scharlach und Waſſerkrebs befallen, jedoch geheilt. Ein anderes Kind bekam gleichfalls den Scharlach und hierauf die Waſſerſucht. Ein drittes wurde von einem Fieber mit nachfolgender Waſſeerſucht ergriffen. Beide ſtarben.(Kleinert's Rep. J. 1835 H. 2. S. 170.) Ungeachtet dieſer traurigen Erfahrungen wäre es dennoch ungerecht, daraus folgern zu wollen, als daß der Genuß gefroren geweſener Kartoffeln erſt dann krankhafte Zufälle erregen könne, wenn ſie ſchon vor dem Gefrieren an ſich ſchlecht oder auf irgend eine Weiſe verdorben geweſen ſind; ſo wie der Genuß auch dann ſchädlich wird, wenn während des meiſt nur langſam vor ſich gehenden Aufthauens, oder mehrmal abwechſelnd ſich gefolgten Wiedergefrierens und Aufthauens, ſie irgend eine Verderbniß durch Zerſetzung ihrer Grundmiſchung, oder durch Fäulniß erlitten haben, in welchem Falle ſie nicht ſelten von verſchiedenen vegetabiliſchen Paraſiten, als: Schimmel, Staubſchwämme u. dgl. befallen wer— den.— Auch wird es einleuchtend, daß, wenn die Kartoffeln einer Froſtkälte ausgeſetzt waren, in der das Faſergewebe des Markes ſowohl wie die Hüllen der Stärkmehlkörner zum Theil zerſtört werden, dann auch die darin enthaltene ölige Subſtanz, minder gebunden, der Einwirkung der Athmoſphäre mehr ausge— ſetzt, beſonders in ſchwachen Verdauungsorganen ſchnell ranzig, leichter ausgeſchieden und wirkſamer werden konne; wobei die übrige Grundmiſchung der Kartoffeln ſelbſt noch manche nach— theilige Veränderung erleidet, und ſo die Neigung erhält, ſchneller in Gährung und faule Zerſetzung überzugehen*). Daß unter die— ſen Umſtänden der Genuß ſolcher faſt immer fade, ſüßlich und widrig ſchmeckender, durchs Kochen ſchliffig werdender Kartoffeln, die überdieß noch der ſchädlichen Einwirkung einer mit faulen Dünſten geſchwängerten Atmoſphäre oft ausgeſetzt, dieſe zum Theil in ſich geſogen haben, üble, ja ſogar gefährliche Zufaälle *) Die Flüſſigkeit gefrorener Kartoffeln hat einen unangenehmen Ge— ruch und ſüßlichen Geſchmack, und gibt durch's Abdampfen ein braunes Extrakt von ekelhaftem Geſchmack und widerlichem Geruch, beinahe wie der des Bilſenkrautes iſt; doch konnte Buchner darin kein Solanin entdecken. enegen komn oft geſtiett zur Hanotna Durcffal, ga und bei Kind S haͤdlich Daß de ir Woht de des gef droſchel Jummer, wor 45 ſollte tagen war, achwindel und hinreiche Jergittungs ſure zuzuſc Unden Kart it.(Berl. Tenn ſchten eine llrſach jene neir auch r Kartoff häben ſol, gpelen der chn ſo ſt tffeln b und faulen der der Su Schaͤdlich! mittelſt Die telfarke, Cgiorkalk 9 der mitel 395 erregen koͤnne, iſt wohl außer Zweifel geſtellt. Hat nun, wie es oft geſchieht, Dürftigkeit und Noth Kartoffeln in dieſem Zuſtande zur Hauptnahrung beſtimmt, ſo entſtehen davon Unverdaulichkeit, Durchfall, gaſtriſche und gallige Fieber, mancherlei Hautausſchläge, — 5 / und bei Kindern Entwicklung der Skrofelkrankheit. d⸗ 35 Schädlichkeit der Ausdünſtung gefrorner Kartoffeln. 6 d . Daß die Ausdünſtung gefrorener Kartoffeln, welche in ge⸗ heizte Wohnſtuben gebracht worden waren, eben ſo ſchädlich wie die des gefrorenen Weißkohls auf Menſchen einwirke, hat Dr. Troſchel in Berlin beobachtet. So erlitten namentlich in einem Zimmer, worin faulende Kartoffeln von unverdorbenen geſondert werden ſollten, ſowohl jene Perſonen, denen dieſes Geſchäft über— tragen war, als auch die übrigen, die ſich im Zimmer befanden, Schwindel, Kopfweh und Erbrechen. Luftwechſel leiſtete ſchnelle und hinreichende Hülfe.— Dr. Linde's Meinung iſt, daß dieſe Vergiftungszufälle vielleicht mehr dem Solanin als der Kohlen⸗ ſäure zuzuſchreiben ſind, die ſich in der gährenden Maſſe der fau— lenden Kartoffeln gebildet und den faulenden Kartoffeln entſtiegen iſt.(Berl. Jahrb. f. d. Pharma. B. 39. H. 2. S. 293.) Wenn es gleich unwahrſcheinlich iſt, daß nach Troſchel's An— ſichten eine ſtarke Entwickelung von Kohlenſäure zunächſt die Urſache jener krankhaften Erſcheinungen geweſen, ſo iſt es um ſo mehr auch die: daß ſich während dieſer eingetretenen Verderbniß der Kartoffeln das Solanin entwickelt oder vielmehr verflüchtigt haben ſoll. Da ſchon Ingenhouß gelehrt hat, daß Wurzeln und Knollen der Pflanzen ſtets nur unathembare Gasarten aushau— chen, ſo iſt man zu der Annahme berechtiget, daß gefrorne Kar— toffeln, beſonders während ihrer raſch vor ſich gehenden Gährung und faulen Zerſetzung, bald einen Dunſtkreis um ſich verbreiten, der der Sumpfluft oder der Malaria gleicht.(Mehr ſ.§. 51.) §. 53. Schädlichkeit des Kartoffelſtärkmehles und des daraus mittelſt der Schwefelſäure bereiteten Stärkezuckers. Die Beſorgniß Einiger, daß die feine Stengel- oder Brö— ckelſtärke, welche man zu den feinen Bäckereien verwendet, mit Chiorkalk gebleicht ſein könnte, ſcheint zu überſpannt. Daß aber der mittelſt Schwefelſäure erzeugte Stärkezucker(ſ. S. 253), ————jj— 2 ———-—O—.:———-— —H— —— 6 2 396 wenn nicht mit gehöriger Sachkenntniß und Sorgfalt gearbeitet wird; einen nicht nur widrigen, etwas zuſammenziehenden Ge⸗ ſchmack, ſondern ſelbſt unangenehmen Geruch erlangt; auch nicht ſelten eine bedeutende Menge Schwefelſäure und ſchwefelſaure Kalkerde enthält, und wenn zum— kupferne Gefaäͤße ver⸗ wendet werden, ſich darin etwas aufgelöſtes Kupfer vorfindet, iſt gewiß. §. 54. Schädlichkeit des Kartoffelbranntweins als bloßes Ge⸗ nußmittel.(Siehe auch S. 91.) Unter den Uibeln, an welchen die heutige moraliſche und phoſiſche Welt krank liegt, iſt der große verderbliche Einfluß des Branntweins(Korn⸗, Wein-, Kirſchen-, Zucker⸗,)(Tofia. Rum), Reiß(Arak), nicht mehr zu verkennen. Wie Viele glauben, könnte man ihn ohne Uibertreibung als die Hauptquelle des Ver⸗ falls und des Elends der Menſchheit anklagen. Wiewohl die Neigung zum Trinken geiſtig gegohrener Flüſſigkeiten, im nörd⸗ lichen Gegenden ſchon von Alters her geherrſcht hat' ſo iſt dieß ſeit Einführung des Branntweins weit mehr der Fall. Wie viele Vöͤlker der heißen Zone ſind von den Europäern ausgerottet wor den, nicht durch das Schwert, ſondern durch den ihnen zugeführ⸗ Branntwein. Mie ſchmälert dieſer nicht noch jedes Jahr die Volkszahl der Eingebornen Nordamerika's und der afrikaniſchen Küſten? Durch ſeinen Gehalt an Weingeiſt und ſeine Beimiſchungen, wird die Art der Wirkung des Branntweins beſtimmt. Auch der reinſte Branntwein nur mäßig getrunken, wirkt reizend, erhitzend, auf das Nerven- und Gefätzſyſtem und vermehrt nach Zimmer⸗ mann*) den Zuſammenhang der organiſchen Materie. Die gewöhnlichen Nachwirkungen ſeines zu lange fortgeſetzten *) Zimmermann ſagt: Der Branntwein verhärtet alle Theile un— ſeres Körpers und zieht ſie zuſammen. Leute, die ihn häufig trinken, ſterben mehrentheils an hitzigen Bruſtkrankheiten, oder an der Engbrüſtigkeit, oder an der Bruſtwaſſerſucht oder an einem Schleim⸗ propf im Herzen, wenn kein Schlagflusß ſie tödtet. Thierry hat in dem Leichnam der Säufer die Aeſte der Luftröhre oft um ein Drittheil verengt gefunden; auch iſt bekannt, daß einige ſchon im Rauſche dieſe Verengung verſpüren. Haller glaubte, die Steine der Gallenblaſe ſeien unter dem Göttingiſchen Pöbel wegen des ibermaßigen Gebrauchs des Branntweins ſo gemein. . 1 Tung „ ndo 1* 42,8; Fſtane 199 397 Gebrauches ſind beſonders die: daß er Trägheit des ſenſibeln Lebens hinterläßt, Zittern der Glieder, Verſtandesſchwäche, De⸗ lirium mit Zittern, Schwäche der Ernährung und krankhafte Ver— änderungen in der organiſchen Terxtur, beſonders Anſchwellungen, Verhärtungen drüſiger Gebilde*), und nicht ſelten enden die Branntweintrinker ihr Leben an der Waſſerſucht oder Auszeh— rung**). Nach Fothergill bemerkt man bei alten Trinkern das ſonderbare Symptom, welches faſt nie trügt, daß ſie über ein beſtändiges Brennen in den Fußſohlen klagen. Vorzuglich iſt der frühzeitige Genuß des Branntweins ſchädlich, indem er die zum Wachsthum nöthige Ausdehnung der Faſer hindert; denn es iſt ja bekannt, daß man junge Hunde und Katzen etwas Brannt— wein trinken läßt, oder ſie häufig damit wäſcht, um ſie klein zu erhalten; mit welcher Kleinheit aber ſowohl bei Menſchen als auch bei Thieren Siechheit und Krüppelhaftigkeit nothwendig und unzertrennlich verbunden ſind***). Dr. Chaufepied ſagt: Ich kenne kein Mittel, das ſo merk— würdigen Einfluß auf den pſychiſchen und phyſiſchen Menſchen hat, wie dieſes, das ſo ſchnell den moraliſchen wie den körperlichen Zuſtand zu verändern vermag. Mit dem Branntwein hebt ſich der Muth, die Frohlichkeit, die Geiſtesthätigkeit und die Kraft, und mit dem nämlichen Mittel ſinkt der Menſch zum Thier herab und wird leblos ꝛc!— Um die Erfindung des Branntweins noch nachtheiliger für die Geſundheit zu machen, hat man in neuerer Zeit eines der nützlichſten und wohlthätigſten Produkte— die Kartoffeln— zu ſeiner Bereitung angewendet. Nicht allein, daß man dadurch ſeine Quantität unendlich vermehrte, man hat auch dadurch ſeine Qualität unendlich verſchlimmert.(Siehe deſſen Vortrag uͤber den Einfluß des Branntweins ꝛc; vorgetragen in der allge— meinen Verſammlung deutſcher Naturforſcher und Aerzte in Prag J. 1837.) *) Van Swieten fand in dem Leichnam eines dem Trunke ergeben geweſenen Weibes die Milz, Leber, Lungen, Pankreas und über⸗ haupt alle Drüſen hart und wie verſteinert. **) Prof. Kahlert führt(in der Witterungs- und Krankheitskonſtit. von Prag) mehre Fälle dieſer Art aus ſeiner Erfahrung an; auch hat er nicht ſelten das Delirium tremens darnach entſtehen geſehen. rn) Auch in Rußland will man den nachtheiligen Einfluß des Brannt⸗ weingenuſſes auf die Größe, Stärke und Ausbildung des Körpers bemerken, und von vielen Perſonen, die dort 100 und mehr Jahre lebten, wird ausdrücklich bemerkt, daß ſie nie Branntwein tranken. ——õ—— ———— 8 398 Als die ſchädlichſte unter allen Branntweinſorten wird aller⸗ dings die aus Kartoffeln bereitete auzuſehen ſein, weil ſie an Fuſelöl mehr als die anderen enthält, und dieſes das ſchärfſte unter allen iſt*). Nebſt dieſem iſt dieſer Sorte nicht ſelten noch eine eigenthümliche Schärfe gegeben. Dieſes widrige Fuſelöl hat einen durchdringenden und auf das Nervenſyſtem ſtark einwirkenden Geruch, welchen Einige der Blauſäure ähnlich finden; Reagentien zeigen jedoch keine an. Der Geruch desſelben iſt manchen Perſonen unerträglich, erregt Huſten und vermag in wenig Augenblicken, nach vorausgegangenem Ekel und Schwindel, eine Ohnmacht von längerer oder kürzerer Dauer herbeizuführen; auf welche eine Lähmung der Nervenkraft, vor⸗ zugsweiſe eine Schwäche in den untern Extremitäten, folgt, welche 12— 24 Stunden dauern kann. Gleichwohl iſt ſeine Wirkung verſchieden und wird von der Empfänglichkeit des Nervenſyſtems, den Kräften und dem Alter der Individuen beſtimmt. Es reizt, innerlich genommen, örtlich die Schleimhaut der Verdauungsorgane weit heftiger als andere ätheriſche Oele, weil es weniger flüchtig und auflöslicher als dieſe iſt; bringt Erbrechen hervor, bewirkt zugleich eine Entzundung des Darmkanals und endlich den Tod. (Jour. de chem. medic. ꝛc. 1826).— In Caspar's Wochen⸗ ſchrift, J. 1840, Nr. 10, wird hinſichtlich der Schädlichkeit des Fuſelöls gleichfalls bemerkt: daß, wenn es auch unerweislich wäre, daß dieſes Oel keine geradezu giftige Wirkung hat, ſo übt es doch gewiß einen ſtarken Reiz auf den Magen aus, indem es nach und nach eine Erſchlaffung desſelben herbeiführt und die Ver— dauung immer mehr und mehr zu Grunde richtet.— Pelletier's Verſuche ſchildern ebenfalls das Fuſelöl des Kartoffelbranntweins als beſonders ſchädlich. Dieſer Chemiker ſagt:»daß ſchon das Einathmen des Dunſtes, oder auch nur ein Tropfen des Oeles auf die Zunge gebracht, Neigung zum Erbrechen, Schwindel und Betäubung hervorbringen könne und kleine Thiere davon unter 7 *) Obgleich ſich das Fuſelöl erſt gegen Ende der Deſtillation in der Maiſche zu bilden ſcheint, ſo wird es doch vermög ſeiner flüchtigen Eigenſchaft hauptſächlich in dem Lutter gefunden, welcher das bei der erſten Deſtillation übergehende produkt iſt, und bei der ge— gewöhnlicheu Deſtillation mit übergeht.— Auch iſt zu bemerken: daß der kratzende Geſchmack und Fuſelgeruch im Lutter mehr her— vorſticht, wie bei dem alkoholreichen Branntwein, indem die wäſſerigen Theile das Fuſelöl mehr hervorheben onvulſionen wird.— Ale Be ibermäfie weins, wegen (Delirium ire etzeuge, wah nur höcht ſe htitsform un nit Epilepſt alsdrücklic: nein enttet gelbſtmord tzte Meinun naützeiiger tprbringe, icgend einen Fündet, un ich der Ei ig ſeiner E nochſtehende 1. Ger käin reines jeem, der in Verderb ſeß als nich wie es ſche wird, in Schärfe in 2. N de Schale de lifern neiſt die( Eiel und 87 399 Konvulſionen getoͤdtet werden, was auch von Andern beſtättiget wird.— Alle Beobachtungen vereinigen ſich darin, daß beſonders der übermäßige Genuß des jungen und ſchlechten Kartoffelbrannt— weins, wegen ſeinem Fuſel, am leichteſten den Säuferwahnſinn (Delirium tremens)— der in neuerer Zeit ſo häufig vorkommt— erzeuge, während ein ſchwelgeriſcher Genuß von Bier und Wein nur hoͤchſt ſelten, vielleicht nie, die Veranlaſſung zu dieſer Krank— heitsform und ihrer höchſten Entwicklung gibt; deren Verbindung mit Epilepſie übrigens nicht ſelten erſcheint. Hühnefeld bemerkt ausdrücklich: daß das Delir. tremens nur von Kartoffelbrannt— wein entſtehe, und dieſer am entſchiedenſten die Neigung zum Selbſtmord veranlaſſe.— Merkwürdig iſt endlich noch, daß dieſe Krankheit, die man als Folge einer langſamen Vergiftung durch(Fuſel) Alkohol an— ſehen kann, große Aehnlichkeit mit der Wirkung einiger narko— tiſchen Gifte, beſonders mit dem Extrakte der Belladonna, hat. (Vergl. Borkhauſen: vom Säuferwahnſinn.) Die weit verbrei⸗ tete Meinung, daß der Branntwein, aus Kartoffeln dargeſtellt, nachtheiligere Wirkungen auf die Geſundheit der Menſchen her— vorbringe, ja ſelbſt dem Leben gefährlicher ſei, als den man aus irgend einer anderen Subſtanz gewonnen habe, iſt nicht unge⸗ gründet, und aus allen bisherigen Angaben erhalten wir hinſicht— lich der Eigenſchaften und des Verhaltens dieſes Branntweins, in ſeiner Einwirkung auf den lebenden thieriſchen Organismus, re Nieeede Reſultate: Genaue Unterſuchungen der Chemiker konnten bis jetzt kein reines Solanin im Branntwein nachweiſen, ſelbſt nicht in jenem, der aus jungen, keimenden, grünenden, ungeſchälten und in Verderbniß übergegangenen Kartoffeln erzeugt wurde; da die⸗ ſes als nicht flüchtig in der Schlämpe zurückbleiben muß, oder, wie es fcheint, unter begunſtigenden Umſtänden zum Theil zerſetzt wird, in neue Verbindungen tritt und als eine eigenthümliche Schärfe in den Branntwein übergeht. 2. Iſt uns die Ueberzeugung geworden, daß das Deſtillat der Schalen und die Hüllen der Stärkmehlkörnchen ein fettiges Oel liefern, deſſen Geruch und Geſchmack widerlich iſt; erſterer greift die Geruchsnerven etwas an, letzterer beurkundet ſich durch Ekel und Kratzen im Schlunde, wenn von dem Deſtille einige ——————— 400 Theelöffel voll verſchluckt werden. Das fette Oel bewirkt dieß bei bei einer ſehr geringen Gabe, g leichfalls.(S. Witing, a. a. O.) 3. Der dertoſeleoantmen iſt in Hinſicht auf Geruch und Geſchmack bei Weitem die ſchlechteſte Branntweinſorte, weil das bei der erſten Deſtillation übergegangene Produkt(der Lutter) immer etwas ſäuerlich und mit dem Fuſelöl verunreiniget iſt, welches bei der gewöhnlichen Deſtillation mit übergeht.— Das Fuſelöl des Getreide-, insbeſondere des Weizen-Branntweins, ſchmeckt minder widrig und ekelhaft, auch iſt es milder in allen ſeinen Einwirkungen auf den thieriſchen Organismus. 4. Der aus Kartoffeln erzeugte Branntwein iſt durchaus bei allen Zubereitungen untauglich, wo reiner Weingeiſt erfordert wird, wenn er nicht durch thieriſche oder Holzkohle, Chlor u. dgl. zuvor gereiniget wurde. 5. Die Menge des Fuſeloͤls im Kartoffelbranntwein wird bedeutend geringer und bei der Deſtillation ein viel reineres Pro⸗ dukt erzielt, wenn er aus geſchälten, geſunden, von einer der beſſeren nicht ſcharf ſchmeckenden Kartoffelarten und mittelſt der Dampfheizung gebrannt wird; dagegen wird der Gehalt des— ſelben deſto größer, wenn der Branntwein aus ungeſchälten, ſchlechten(ſogenannten Viehkartoffeln), gefroren geweſenen Kollen, oder ohne Dampfheizung bei einer ſtarken Erhitzung der Maiſche erzeugt wurde. 6. Iſt der Kartoffelbranntwein um ſo goweſſer ſchädlich, je grünender und keimender die Knollen waren, welche ſammt ihren kurzen und langen Keimen zu deſſen Bereitung verwendet wur— den.— Hinſichtlich der Kartoffeln, die im Frühjahre zu keimen anfangen, bemerkt Schubarth: daß ſich hier mitunter eine eigene Schärfe erzeugt, die beſonders im Vorlaufe des Brannt— weins befindlich iſt und dem Deſtillate nachtheilige Eigenſchaften verleiht.(S. deſſen Elemente der techniſch. Chemie. Thl. 3. S. 541.) Wie Einige wollen, ſollte daher das Brennen aus ge— keimten Kartoffeln ganz verboten ſein*). *) Mit mehr Recht wäre allerdings zu fordern, daß die keimenden Kartoffeln nicht ſammt den Keimen dazu verwendet würden; doch iſt es nicht hinreichend, dieſe blos von den Knollen getrennt zu haben, indem das Solanin in der Zeit auch in ihren Augen liegt. Dr. Preiß ſagt: die reinſten Keime enthalten Giftſtoff; verflechten ſie ſich unter einander und werden faul, dann iſt ſchon ihre Aus— dünſtung allein höchſt ſchädlich. Die Verwendung der Knollen an And der in de ſattoffeln da? vahrgenonme 27 56 rauſcht ſt drker⸗ di ſc nachd (ehrb. d. Ehe §. Wenn de verſchieden zu prüfen, io * ſchr zweifelhal Jder Exfahr iße er ſo⸗ biten zu 6. 139, Nicht ſel ſäure in dem ihn, um den und Geſchmac üßer eine reit biteren Kern Keble,ebuſt eithalte, de doch nichts n Chemie, Vl. 19. Ge elender Gen Spoffe, z. nesden Geſ reibergen; + derfault bleibt 1841 N. —8ůð————— 7. Als Folge der bereits ins Verderben übergegangenen Kartoffeln hat Berzelius einen eigenen flüchtigen ſcharfen Stoff wahrgenommen, deſſen Eigenſchaften ſchon vorher angegeben ſind und der in den Branntwein übergeht. Solcher Branntwein be— rauſcht ſtärker und bewirkt bei den Berauſchten mehr Wildheit, die ſich nachher mehr oder weniger übel befinden.(S. Berzelius geit- Lehrb. d. Chemie. III. S. 967.) zen⸗Lran 8. Wenn gleich Göbel und Witting bei ihren Verſuchen, à mi die verſchiedenen alkoholartigen Flüſſigkeiten auf ihre Abſtammung zu prüfen, keine Blauſäure darin finden konnten, es ſonach auch ſehr zweifelhaft bleibt, ob dieſe, wie Hermb ſtädt behauptet, Meingeſt n in den gefrornen Kartoffeln ſich vorfindet; ſo will Wildberg e, Gglern doch beobachtet haben, daß der Branntwein aus gefrornen Knollen 8 — der Erfahrung nach— Blauſäure zufällig enthalten könne; toffelbrannir deshalb er ſogar das Brennen aus ſolchen Kunollen gänzlich ver- boten zu wiſſen wünſcht.(S. Kleinert's Repert. J. 1836. S. 89.) Nicht ſelten finden ſich auch unverkennbare Spuren von Blau— d der Gettt ſäure in dem Kartoffel-, wie im Getreide-Branntwein, wenn man ihm, um den Fuſel zu maskiren und einen angenehmeren Geruch und Geſchmack zu geben, über blauſäurehaltigen Subſtanzen, z. B dr üͤber eine reichliche Menge von zerquetſchten Kirſch- oder anderen bitteren Kernen, oder bittere Mandeln abgezogen hat. Die Schäd— rewiſer ſti lichkeit des Branntweins muß durch einen ſolchen Zuſatz noth— velche ſur wendig geſteigert werden, wie dieß bei mehreren Liqueuren, nament⸗ lich dem ſogenannten Perſiko, einem der gemeinſten, Statt findet. 9. Jos hat zuerſt bekannt gemacht, daß jeder mittelſt einer Kohle, Behufs der Entfuſelung, behandelte B Branntwein, Paraffin enthalte, deſſen Einwirkung auf den menſihlichen Organismus — doch nichts weniger als indifferent ſein kann.(Jour. f. prakt. „. a 3 Chemie. VI. S. 380.) 10. Gewöhnlich ſuchen auch manche Branntweinbrenner, von elender Gewinnſucht getrieben, durch abſichtliche Zuſätze ſcharfer Stoffe, z. B. ſpaniſchen Pfeffer, dem Branntwein einen bren— nenden Geſchmack zu geben, dadurch ſeine Armuth an Alkohol zu verbergen; oder auch durch gewürzhafte Körper, z. B. Wachholder⸗ „ verfaulten Keimen zum Futter oder Branntweinbrennen, iſt und bleibt Sache des Gewiſſens.(Aufſatz in d. Prag. Zeitung v. J 1841 Nr. 135.) — 402 beeren, Anis u. dgl. den unangenehmen, ekelhaften, fuſeligen Ge⸗ ſchmack und Geruch möglichſt zu decken. 11. Nicht ſelten findet man den Branntwein auch zufällig verunreiniget, meiſt durch ein ſchmutziges und ekelhaftes Ver— fahren bei deſſen Erzeugung im Kleinen; wenn nämlich bei der Deſtillation aus kupfernen, ſchlecht verzinnten oder mit bleihältigem Zinn ꝛc. überzogenen Geräthſchaften ſolche durch Fuſelöl und Eſſig— ſäure angegriffen, und Metalloxyde gebildet werden, die mit dem Deſtillate übergehen; auch ſelbſt die Aufbewahrung des Brannt— weins in derlei Gefäßen ertheilt ihm oft einen Kupfer-, Blei—, Zink oder Zinngehalt, wo dann jedes dieſer Metalle, nach ſeiner eigenthümlichen Art, auf das Leben zerſtörend einwirkt. Die giftigen Eigenſchaften, dadurch wenigſtens dem Lutter ertheilt, wirken in den meiſten Fällen nicht plötzlich, ſondern untergraben die Ge— ſundheit nur nach und nach, aber um deſto gefährlicher, weil man ihre ſchädlichen Wirkungen dann nicht leicht erkennt.— In den Spitälern in Frankreich wurde daher auch aller Branntwein, der nicht aus Wein diſtillirt war, verboten. Man hatte gefunden, daß er, ſelbſt beim äußerlichen Gebrauch, die Wunden verſchlimmert und ätzt. In Paris erlaubte man ſonach ſeine Einfuhr nur dann, wenn er mit ſolchen Subſtanzen verſetzt war, daß er blos zu Firniſſen gebraucht werden konnte.(Leuchs's Haus- und Hilfs⸗ buch. J. 1829.) Dem Chaufpied haben wir es zu danken, daß er, auf die größere Schädlichkeit des jungen Branntweins aufmerkſam gemacht, dieſen wenig gekannten Quell des Uibels zum Verſiegen zu bringen ſucht. Er ſagt: könnten alle Fabrikanten das giftige Prinzip, das Solanin, was vorzüglich der Schale der Kartoffel beiwohnt, davon ſcheiden, und es gänzlich unſchädlich machen; ſo würden ſie ſtets gute und geſunde Waare, und nicht oft das Schlechteſte und den Ausſchuß dazu wählen; ließen ſie ihr Produkt lagern und alt werden, ſo würden manche Nachtheile für die Geſundheit weg— fallen. Denn der junge Kartoffelbranntwein iſt eben ſo ungeſund wie der junge Rum, den man in den Kolonien den Neger⸗ mörder nennt, und deſſen Ausſchank bei hoher Strafe verboten iſt. Der milde, angenehme Geſchmack, der wohlfeile Preis iſt aber zu verführeriſch, und der ſchnelle Abſatz-oft ſo groß, daß die beliebten Fabriken kaum ſo viel verarbeiten können, als zum Verbrauche und zum Verſenden verlangt wird. Demnach iſt es auch klar und deutlich, daß die Güte eines 3 Gennntwein braden einit geingeite,. geliger der nreiner et Nöchte 24 thidenen E deißel der ſudheit p ſhäͤlih zun zar Erreichul ape Allm al grets den li itt in eini tzthen zwat! ſuſt Vaſer Es iſ aber; tohnheiten, nach zurückg: ſilchen alten ſhnelſte gin di ohne die htt un ſo wohnten! Hamilenthee tzazenſchalen Hahne ſtufer waren ir gewohnl ſides Spit Nach und vermehrte; lett vom dieſe Weiſe wohnheit a leſern Geſ und faule( In P V Juni, vird 403 Branntweins und deſſen Gedeihlichkeit ſich nicht blos nach den Graden einer äroſtatiſchen Wage, d. h. nach dem Gehalte an Weingeiſte, berechnen laſſe, und daß deſſen Genuß um ſo nach— theiliger der Geſundheit werden müſſe, je ſchärfer, fuſeliger und unreiner er iſt. Moͤchte es ja den Edlen und Menſchenfreunden der ver— ſchiedenen Staaten Europas gelingen, den Branntwein, dieſe Geißel der Menſchheit, die das Glück, den Frieden und die Ge— ſundheit ſo vieler Einzelneu, wie ganzer Familien vernichtet, un⸗ ſchädlich zu machen, oden gar auszurotten.— Welche Mittel zur Erreichung dieſes großen Zweckes erforderlich ſind, hat uns vor Allem am erſten Amerika gelehrt, wo das Laſter des Trunkes bereits den höchſten Gipfel erreichte; deſſen ungeachtet aber ſchon jetzt in einigen Provinzen kein Branntwein mehr getrunken wird. Die Entwöhnung von geiſtigen Getränken betreffend, ſo rathen zwar viele, dieſe ja nur nach und nach zu wagen, weil ſonſt Waſſerſucht und andere gefährliche Zufälle folgen könnten. Es iſt aber zu bemerken, daß, ſo wie von allen ſchädlichen Ge— wohnheiten, ſo beſonders auch von dieſer noch keiner nach und nach zurückgekommen iſt. Man darf ſich daher gar nicht fürchten, ſolchen alten Trinkern, denen es um Beſſerung zu thun iſt, die ſchnellſte gänzlche Enthaltung zu empfehlen, und ſie zu überzeugen, daß ohne dieſe kein Heil für ſie zu hoffen ſei. Die Entwöhnung geht um ſo beſſer von ſtatten, wenn man zum Erſatz des bisher gewohnten Reizes bittere, magenſtärkende Aufgüſſe, z. B. ſtarken Kamillenthee, oder den wäſſerigen Aufguß von Enzian⸗ und Pome⸗ ranzenſchalen und allenfalls einige Gläſer Wein täglich trinken läßt. Haynemann ſchlug bei ſolchen, die übermäßige Branntwein⸗ ſäufer waren, folgenden Weg ein: Er ließ ſie in den erſten Wochen ihr gewöhnliches Maß trinken, jedoch mit der Bedingung, auf jedes Spitzglas Branntwein im Bierglas Waſſer nachzutrinken. Nach und nach verminderte er die Menge des Branntweins und vermehrte zugleich die Menge des kalten Waſſers, ſo daß ſie zu- letzt vom letztern ſehr viel, vom erſtern ſehr wenig bekamen. Auf dieſe Weiſe wurden Verſchiedene ſowohl von ihrer ſchlimmen Ge— wohnheit abgezogen, als auch beim Leben erhalten und in einen beſſern Geſundheitszuſtand geſetzt.(S. deſſen Anleitung, alte Schäden und faule Geſchwüre gründlich zu heilen.) In Pohls Archiv der deutſchen Landwirthſchaft, J. 1841, Juni, wird folgendes Mittel empfohlen, um Branntweintrinker, 26* denen es um Beſſerung zu hun iſt und deren Neigung zum Trunke noch nicht örtliche 8 Leibeszerſtörungen verurſacht hat,— dieſer ſchlimmen Gewohnheit ſehr leicht und in ziemlich kurzer Zeit zu entwöhnen: Sie müſſen den Kaffeetrank mit Weißbrod, ols tägliche Mittags- oder Hauptkoſt einführen, Abends und Morgens aber ſich auf die gewöhnliche Art mit Gemüſe oder nicht zu fetten Fleiſchſpeiſen begnügen. Schwarzbrod zum Kaffee iſt jedoch wegen edod der bald Widerwillen erregenden Säuerung im Magen durchaus durch unrathſam. Die Wärme und der ſüße Geſchmack des Getränkes ſchwächen den apelit zum Branntwein und Bier unerwartet bald ohne daß ſich ein Widerwillen gegen das gewählte Einerlei einſtellt. Wird dieſe Diät zu leich auf dem Wege häuslicher Ausmittlung 8 8 befolgt, ſo empfiehlt ſie ſich zugleich durch Wohlfeilheit. Schaͤdlichkeit der Kartoffeln als Nahrungsmi ittel fuͤr Thiere i 9 3 Einleitende Bemerkungen. Daß ſelbſt die Fuͤtterung mit vollkommen ausgebildeten un— verdorbenen Kartoffeln, im rohen, gekochten und gedämpften Zu— ſtande, wenn zu ſchnell zu dieſem Futter übergegangen, im Uiber— maß gegen das trockene Futter, Heu und Stroh gereicht und lange fortgeſetzt wird, immer bedenklich, wo nicht höchſt ſchädlich werden könne, hat die Erfahrung gelehrt. Mithin iſt bei ihrer Verfütterung ſtets die Vorſicht nöthig, daß die Thiere nur all— mälig an größere Mengen dieſes Futters gewöhnt und gleich— zeitig Nahrungsmittel angewendet werden, welche deſſen nachthei— ligen Einfluß unſchädlich machen, in welcher Hinſicht ſich das Stroh viel wirkſamer, als das Heu zeigt. Nach Kuers Beobachtung haben die Kartoffeln in allen Wirthſchaften, wo ſie nur immer roh verfüttert wurden, ſich ſtets als ein entkräftendes Futter gezeigt, das bei längerer Anwendung zu lymphatiſchen Leiden Veranlaſſung gab.— Nach Andern ſchreibt man ſogar die neue Rinderkrankheit, welche erſt ſeit eini— gen Jahren wahrgenommen wird, und den Sitz hauptſächlich auf der Zunge hat*), der Ernährung mit dieſen Knollen und ihrem Mehle zu.(Echo du monde savant. J. 1840. N. 560. p. 474.) Aus den geſammten Beobachtungen geht hervor, daß vor⸗ —VV———Q—:O—/O—QnQ—Qnᷓnnnrnrn— (* Das Uibel ſcheint einem Anthraxleiden nicht unähnlich zu ſein. lleibt die daglih dien 9 9 nd milchh as Verwelſ⸗ ocf K iit und S bei Pferden, ten, gedäm zahei das e Sollen⸗ ſewöhnlich giele Stund Schnitt ittflache, ſch färbt un eſchittene zortwährend ſedoch die T keict dieſer diſthon ehr vortheil elche ſich Wwie Kuer gittigung gerfallen, 1 Jartoffeln! Kößten T tchlich Ete dhden de ſt ſtwe 9 übrigen de rohen utbeachtet in Gährun dan ſchäd Getrockn 405 züglich die rohen Kartoffeln beſonders auf die Sexual-(Geſchlechts⸗) und milchabſondernden Organe der Thiere einwirken, daher auch das Verwerfen der Trächtigen leicht verurſachen können. Immer — bleibt die Kartoffelfütterung geeigneter für das Rind- und Schaf— vieh und Schweine; weniger in Anwendung iſt dieſe Fütterung bei Pferden, aber auch dieſe Thiere können zum Theil mit gekoch— ten, gedämpften, auch mit rohen Kartoffeln ernährt werden, wenn 1 dabei das rechte Verfahren angewendet wird. Sollen die Kartoffeln roh benützt werden, ſo läßt man ſie 8 gewöhnlich in Scheiben oder Stücke ſchneiden, was jedoch nicht viele Stunden vor ihrer Anordnung geſchehen darf, weil die Schnittfläche, der Einwirkung der atmoſphäriſchen Luft ausgeſetzt, 1 ſich färbt und übel ſchmeckend wird. Werden die Kartoffeln unzerſchnitten gefüttert, ſo kommt es nicht ſelten vor, daß ſie im Schlunde ſtecken bleiben und ſogar tödtliche Zufälle veranlaſſen, beſonders dann, wenn eeßle un⸗ zerſchnittene zwiſchen den zerſchnittenen Knollen ſich befinden. Fortwährend mit ungeſchnittenen Knollen gefüttert, ger wöhnen ſich jedoch die Thiere bald, ſie vollkommen zu zerkauen, daß alſo nicht leicht dieſer Zufall eintritt. Obſchon das Kochen, beſonders im Dampf, die Kartoffeln Stroh gerit ſehr vortheilhaft umändert, weil dadurch die Schärfe zerſtört wird, welche ſich in den rohen Kartoffeln befindet vertragen dennoch „wie Kuers bemerkt« die Hausthiere nicht leicht eine bis zur 4 Sättigung fuͤhrende Quantität, ohne in Verd auungsſchwäche zu verfallen, was wenigſtens die W Liederkauer erleiden; indem die deſſ Kartoffeln durch dieſe Zubereikng ihre erregend den⸗He ſta idtheile größten Theils verlieren. Auch müſſen die Kartoͤffeln, wie jede 8* reichlich Stärkemehl enthaltende Nahrung, friſch gekocht gefüttert artoffeln werden, damit die gekochte Stärke nicht zuſammen kleiſtern und ſelbſt ſchwerer verdaulich werde, als die rohen.— Um wie leich— ter uͤbrigens in manchen Faͤllen die gekochten Kartoffeln eher als die rohen in verſchiedene Verderbniß übergehen, darf auch nicht unbeachtet bleiben. Uiberk haupt werden die gekochten oder rohen, in Gährung übergegangenen Kartoffeln den Thieren beſonders 1 und dann ſchädlich, wenn ſie eine faulige Zerſetzung erlitten haben. Getrocknete Kartoffeln, wodurch man deren übergroßen, die „ daß l Verdauung leicht ſtörenden Waſſergehalt zu entfernen, ſie gedeih 5 licher zu machen ſucht, werden kaum zerkaubar, indem die Kar⸗ „ un ſeil toffelſcheiben lederartig und zähe werden ———— 406 Nur mit Widerwillen freſſen Thiere jene Kartoffeln, die in einem mit Schafmiſt oder Menſchenkoth gedüngten Acker gewachſen ſind, und verſchmähen vollends jene, deren Knollen eine grüne Färbung angenommen haben, ja in Menge zum Futter vorgelegt, ſchaden letztere ſelbſt dem Vieh. Da die rohe Kartoffel unverkennbar ſcharfe, ſaure Säfte enthält, ſo iſt auch das Stumpfwerden der Zähne eine gewöhnliche Erſcheinung bei der rohen Kartoffelfütterung; übrigens erzeugt „nach Kuers« jedes Kartoffelfutter viel Stein an den Zähnen, wodurch dieſe ſchwärzlich gefärbt werden. Dunal war es, der ſich beſonders mit den Verſuchen be⸗ ſchäftigte, ob das Abkochwaſſer der Kartoffeln, und das bei der Bereitung des Stärkmehls zum Auswaſchen des Breies ver— wendete Waſſer(Auslaugewaſſer), den Thieren ſchädlich ſei, ohne uns jedoch in Keuntniß zu ſetzen, mit welchen Kartoffelſorten die Abkochung und Auslaugung vorgenommen wurde, und in wel— chem Zuſtande ſie geweſen ſind; auch hatte er ſich blos auf die Verſuche an Hunden und Meerſchweinchen beſchränkt. Das Waſſer, womit die Knollen abgekocht worden, war dunkelgrün, ſchmeckte ſüßlich, und ſelbſt wiederholt zur Abkochung immer friſcher Kar— toffeln verwendet, brachte es auch, in großer Menge beigebracht, eben ſo wenig, wie das ſelbſt etwas eingedickte Auslaugewaſſer und das Parenchym der Kartoffeln, eine nachtheilige Wirkung bei den genannten Thieren hervor, demnach ſich derſelbe auch berech— tigt glaubt, Alles, was bisher über die Schädlichkeit dieſer beiden Wäſſer geſagt wurde, nur für bloßes Vorurtheil zu erklären. (S. Dunal's Hist. naturelle médic. et Economiq. d. Solan. Paris 1813.)— Trotz dieſen Behauptungen iſt dennoch die Frage: »ob derlei Wäſſer den Thieren ſchädlich werden?« als nicht be— friedigend beantwortet anzuſehen; auch bezeugen die Erfahrungen Anderer, daß ſelbſt das Waſſer, womit ungeſchälte Kartoffeln ab— gebrüht oder gekocht worden, ſo wie jenes, womit rohe zerriebene Kartoffeln angerührt, oder der Kartoffelbrei ausgewaſchen worden, den Thieren auf irgend eine Weiſe zum Genuß beigebracht, ihnen ſchädlich, ja ſogar tödtlich werden könne. Die Wirkung findet um ſo eher dann Statt, wenn mit einem und demſelben Waſſer ver— ſchiedene Kartoffelarten nacheinander abgekocht wurden; oder wenn die Knollen in einem Zuſtande der Keimung oder Verderbniß ſich befinden und ſchlechten Sorten, wie jenen mit rothen Streifen, G fFingen odel aen Gern pnitt. zhädlich to Nah nan beobac gen Pferd⸗ kandwirtheln nertt, daß ſit geliten iin Beweidf verſäuerte ſtreng darcs und das Ui Un die all Krippen vo nihts ſchad Kuerns futters ſori geſchriebenen Lartoffeln t das Fuſelet mus der„ als die m Thieren d eintitt; ſo Fall; dieſe reichliher daß die u in den Ke Huſten, 9 In dieſer der rohen nit ihnen daten nic Tlieren m genoſſen, lih Utter! 27 e alle. 407 Ringen oder Flecken bezeichnetem Marke(Fleiſch), angehoͤren, deren Geruch und Geſchmack ſcharf und widrig iſt.(Siehe I. Ab⸗ ſchnitt.) §. 56. Schädlichkeit des Genuſſes der ausgebildeten(reifen) Kar⸗ toffeln für verſchiedene Thiergattungen. Nach Putſche und Bertuch(Monograph. S. 111) will man beobachtet haben, daß die lange fortgeſetzte Kartoffelfütterung den Pferden Koliken verurſache; doch haben dagegen erfahrene Landwirthe lange nach dem Anfange dieſer Fütterung nicht be— merkt, daß ein Pferd während der Kartoffelfütterung an der Ko— lik gelitten, oder ſonſt einen Nachtheil gehabt hat; und dieß iſt ein Beweis, daß dieſe Koliken bei Pferden mehr durch unreinliche, verſäuerte und im Uibermaß gereichte Fütterung entſtaͤnden; daher ſtreng darauf zu achten iſt, daß die Krippen immer rein gehalten und das liegengebliebene Futter jedesmal ausgeräumt werde. Um die allenfalls entſtehende Säure zu zerſtören, kann man die Krippen von Zeit zu Zeit mit Kalkwaſſer auswaſchen laſſen, denn nichts ſchadet den Pferden mehr als vegetabiliſche Säuren. Kuers bemerkt jedoch: die große Wäſſerigkeit des Kartoffel— futters ſpricht zu ſehr gegen die dem Pferde von der Natur vor— geſchriebene Norm, als daß es ein geeignetes ſein koͤnnte. Rohe Kartoffeln dürften auch durch ihre Säure und das Solanin(wobei das Fuſelöl nicht zu überſehen iſt) zu erregend fuür den Organis— mus der Pferde ſein; ſie erzeugen mindeſtens einen größeren Reiz als die naturgemäße Nahrung. Wenn nun auch in geſunden Thieren durch dieſelben eine nicht merklich krankhafte Affektion eintritt; ſo iſt es doch mit geſchwächten und kränklichen nicht der Fall; dieſe widerſtehen ſelten lange Zeit, ohne zu unterliegen, reichlicher Fütterung roher Kartoffeln. Doch kann es auch ſein, daß die unvollkommene Verähnlichung der erwähnten Beſtandtheile in den Kartoffeln die auffallenden Kränklichkeiten, als: Drüſen, Huſten, Hautausſchlag, waſſerſüchtig gewordene Füſſe hervorbringt. In dieſer unvollkommenen Verarbeitung des ernährenden Materials der rohen Kartoffeln kann es auch allein begründet ſein, daß die mit ihnen gefutterten Pferde patzen nicht geeignetes Fleiſch anſetzen. In zu großer Maſſe, von Thieren mit unkräftigen oder gar kranken Verdauungsorganen genoſſen, bringen ſie ſehr raſch tödtendes Aufblähen hervor. Oder ein ſchlaffes, zu andauernden Stra— ————»-— 2 — ¹ 9 Al f 1 S 1ſ s 408 gelangte der Futterbrei in den Darmkanal, ſo häuft er ſich nicht ganz ſelten in geſchwächten Verd dauungswerkzeugen bis zum Uiber⸗ maß in deren Blinddarm an, lähmt dieſen nach 3— 4wochent⸗ licher leichter Kolik und tödtet nach deſſen Zerberſtung. Das Füttern gekochter Kartoffeln ſe Hadei wegen ihrer gering erregenden Eigen⸗ ſchaft, des baldigen Verkleiſterns ihrer Staͤrke und Säuerung wegen. Auch verſchleimen ſich leicht die Eingeweide, wenn nicht vieles Salz mitgegeben wird.(Kuer's Diztetik u. ſ. w.) Unſere Landwirthe haben wiederholt beobachtet, daß ein(wenigſtens Anfangs) ununterbrochen fortgeſetzter Genuß der rohen Kartoffeln bei dem damit gefütterten Rindvieh ſtets ein Abführen, nebſt der leichten einem eigenthümlichen Ausſchlag ober den Hufen, nach un gefähr 14 Tagen der begonnenen Fütterung, hervorbringt. Auch be ezeugen Putſche und Bertuch, daß beſonders die ohne Vorſicht und d zu viel auf einmal verfütterte Howard's⸗Kartoffel, leicht einen ſtinkenden und gef fährlichen Durchfall beim Rindvieh erzeuge. Be⸗ ſonders muß man mit dieſem Futter trächtige Kühe verſchonen. Putſche ſagt: mir ſind wenigſtens mehrere Fälle bekannt, wo ſie von dem Genuß derſelben, noch vor der Geburt, um's Leben gekommen ſind. Manches Vieh will ſolche auch gar nicht vertragen, und wird davon wie vom jungen Klee aufgebläht. Die rohen Kartoffeln beläſtigen»nach Kuers« auch dieje⸗ nigen V Verdauungsorgane, welche ſich an ſie nicht gewöhnt haben. Scharfe, zum Madſe hlag der Füſſe*), zur ſo genannten Fußraude, führende Saͤfte en ſich, und vermögen ſogar die Thiere zu dten. Uibri— ſind noch die üblen Folgen der zu ſtarken Er— regung roher Kartoffeln zu beſorgen.— Die gekochten Kar⸗ toffeln in großer Maſſe als Hauptfutter gegeben, haben Verſchlei⸗ mung und damit zuſammenhängende Sachmſchi der Verdauungs⸗ organe, zur ganz beſtimmten Folge(K Kuer's Diätetik). Die Verfütterung der friſchen Karkoffeln wird ſelbſt dann, *) Die ſogenannte Fußräude(die man ſeit der Kartoffelfütterung häufiger als ſonſt bei unſerm Rindvieh wahrnimmt) ſchreibt man iüsbeſondere den ſcharfen ätzenden Beſtandtheilen zu, die ſich in Folge jener itterung in den Auswürfen jener Thiere, in ihrem Harn, Koth u. ſ. f. befinden olle en. Ein äußerſt hartnäckiges Uebel, das oft den be Mitteln trotzt, und nicht eher weicht, als bis. man dieſe Fütterung einſtweilen einſtellt. Prof. Kahlert ver— gleicht ſelbes mit einer Herpes Uibrigens iſt ſeine Natur noch wen ig erforſcht weun mal unwittelbe fen nach Menge Et ein Mal ſe — Einige toffeln er (Dekon.) rung zerkl ſonders S ſelben dur unter An eue S 9. 2 G. ſchlecht verfallen, ſehr nat ſterken, 409 wenn man auch die Vorſicht braucht, daß ſolche nicht eher als unmittelbar vor der Verwendung zerkleinert werden, den Scha⸗ fen naͤchtheilig, wenn ſie nicht zugleich eine verhältnißmäßige Menge Stroh erhalten, deſſen ſie bei dieſer Futterungsart noch ein Mal ſo viel, als beim Körnerfutter und Heu bedürfen.(Petri). — Einige laſſen das Verlammen durch den Genuß roher Kar⸗ toffeln erzeugt werden; Andere dagegen beſorgen keine derlei ſchädlichen Folgen, und laſſen trächtige Schafe auf einem nicht Mofänin abgeraumten— lde nach ihrer Luſt freſſen Oekon. Neuigkeit, J. 1820)*).— 1 Längere Zeit vor der Fütte⸗ A 8 rung zerkleinert, in Säuerung efee werden die Kartoffeln be— ſonders Schafen nicht nur zur widerlichen Nahrung, ſondern den⸗ 2 2 5 ſelben durch eine Verſäuerung des Magens, darauf erfolgendes Abführen und geſtörte Freßluſt auch ſehr ſchädlich(Petri's Ta— ſchenbuch f. Oekon. J. 1824)**). Nach Monteton's Beobachtungen hat die Lämmerlähme unter Andern auch die ſtarke Fuͤtterung der Schafmütter mit ro— hen Kartoffeln zur Urſache; dieß ſelbſt dann, wenn ſie etwa zu 1 Pf. täglich auf das Stück gereicht werden; verderblicher ein— wirkend werden ſie, je ſchwächer und juͤnger die Lämmer geweſen. (Neue Schrift. d. patriot. ökon. Geſellſchaft in Böhmen. B. VI. 7 f f. 91 H. 2, S. 47.)— Daß bei fehlerhafter Aſſimilation der Kartof⸗ feln die viel ſaugenden Thiere durch den Genuß der dadurch ſchlecht gewordenen Milch in Krankheiten, beſonders die Lähme verſallen, iſt nach Kuers einleuchtend. Auch iſt er der Meinung, de die gekochten Kartoffeln gar leicht die Verdauungsorgane er Schafe in erſchlafften, verſchleimten Zuſtand verſetzen, ſobald ſie bis zur Sättigung verfuͤttert werden. Block bemerkt über die Kartoffelfutterung folgendes: Wie ſehr nachtheilig das narkotiſche Weſen der Kartoffeln bei einer ſtarken Fütterung, beſonders wenn es an hinlänglichem gutem *) Daß Erſteres und Letzteres wahr ſei, iſt eben ſo wenig zu bezweifeln, als daß Beides weniger von der Beſchaffenheit der Schafheerde, als von der Kartoffelart, namentlich ihrem Gehalt an Solanin und Fuſelöl bedingt werde. Daß die Kartoffeln, in großer Menge genoſſen, durch die ſich aus ihnen entwickelnde Säure ſchädlich werden können, beweiſet der ſtechende ſauere Geruch der Excremente im Stalle, beſonders im Anfange der Fütterung. . 410 Heu gebricht, auf die Ernährung und Nutzung des Rind- und Schafviehs wirkt, iſt jedem aufmerkſamen Viehzüchter bekannt; denn gibt man z. B. der Kuh und dem Schafe zu dem gewöhn— lichen Kartoffelfutter noch eine Zulage von letzterem ohne eine vergrößerte Gabe an Heu und Schrot, ſo wird man keinen Vor— theil, ſondern nur den Nachtheil dabei finden, daß die Kuh eine ſchlechte Milch liefert und das Schaf einen allzugroßen Drang zum Salzgenuß erhält, welcher ihm nicht leicht geſtillt werden kann. Die Körper der Thiere nehmen nicht zu, und es finden ſich Fehler ein, wie z. B. bei den Schafen das Wollefreſſen u. d. g. Den Schweinen ſoll der Genuß der rohen Kartoffeln die Gedärme mürbe machen(Oekon. Neuigk. 1836), und jene, die allein mit rie Kartoffeln gefüttert werden, geben eine außer— ordentliche Menge Urin von ſich, ſo, daß es faſt unmöglich wird, ihre Ställe trocken zu erhalten. Die Trächtigen laufen bei dieſer Fütterung leicht Gefahr, zu verwerfen(Putſche.)— Junge Ferkeln verſchleimen nach der Fütterung mit rohen Kartoffeln, bekommen dicke Bäuche und wachſen nicht, weil,»wie Schütze glaubt,« die Kartoffeln verhältnißmäßig wenig von ſolchen Stoffen enthalten, die zur Ausbildung des Körpers gehören, und einem jungen, einmal verkümmerten Thiere wieder aufzuhelfen eben ſo mühſam, als koſtſpielig und doch ſelten erreichbar iſt. Kartoffeln allein gefüttert, vollenden die Maſtung der Schweine nicht, auch iſt davon der Speck weicher und gelber. Die Schweine nehmen Anfangs ſchnell zu, ſpäter aber nur langſam. Füttert man aber dann Kartoffeln mit Gerſten- oder Erbſenſchrot in gleichen Theilen mit etwas Salz beſtreut, gemengt, ſo beſchleunigt man ihre Maſtung ſehr, weil dieß Futter den Appetit zum Saufen vermehrt, welches ein Haupterforderniß iſt. Ein Sauerteig von Kartoffeln, welche gedämpft ſind, gibt das nahrhafteſte Beifutter zur Beendigung der Maſt.(Praktiſches Wochenbl. ꝛc. J. 1840 N. 44.) §. 57. Schädlichkeit des Genuſſes grünender und keimender Kartoffeln für Thiere. Daß die grün gefärbten und die zu treiben angefangenen Kartoffeln, letztere vorzüglich, dann wenn ihre Keime kaum über zwei Zoll hervorgeſchoſſen, am meiſten Solanin enthalten, iſt bereits bemerkt worden. Otto's Verſuche mit dieſem Alkaloide haben erwieſen, daß es eine lähmende Wirkung, beſonders auf die zantern Eſſt leußerun iche dunds gurper we zu finden. 1 Ninde, den in Pulver n heit entſte. Haſen in? fallender it leh Thieren 1 verwetren und Rind’e nach dereye Hungers ſt Kartoffelnſſ begrifenern Thiere ma und Keimit ähſchabt, in Solann Iwanr um ſo hän Solanin freigeligen aufgedrung faſt nur an loſes Fleiſ Shadlic und Daß aber dann, Geſchmack füttert we Man heſch zu vielen Gewiß ſſt 411 hintern Extremitäten der Thiere ausübe, große Niedergeſchlagenheit, Aeußerungen zum Erbrechen, wie auch des Schmerzes, durch kläg— liche Töne bezeichnet, hervorbringe. Bei der Eröffnung der todten Körper war jedoch von einer ordentlichen Entzündung keine Spur zu finden. Auch ſah man bei einem mit Kartoffeln gefütterten Rinde, dem nebſtbei eine bedeutende Menge Solanin auf einmal in Pulverform gegeben wurde, eine der Löſerdürre ähnliche Krank— heit entſtehen. Ein Gran des Sulfats von Solanin toͤdtete einen Haſen in 6, einen zweiten drei Gran in 9 Stunden, unter auf⸗ fallender Lähmung der Hinterfüße. Mehr als in vielen andern Fällen iſt der Inſtinkt in den Thieren wach, um ihnen den Genuß grünender Kartoffeln zu verwehren. Selbſt Schweine verſchmähen jene Knollen. Pferde und Rinder werden davon aufgebläht, und daß die Trächtigen nach deren Genuß verwerfen, iſt bekannt. NMur die Macht des Hungers ſcheint den Abſcheu der Thiere vor dem Genuß ſolcher Kartoffeln beſiegen zu können. Doch koͤnnen die in der Keimung begriffenen und grün gefärbten Knollen für die Geſundheit der Thiere minder nachtheilig gemacht werden, wenn man ihre Augen und Keime rein ausſticht und entfernt, die Oberfläche der grünenden abſchabt, oder durch's Abbrühen und Kochen ſie von dem Gehalt an Solanin und andern ſchädlichen Beſtandtheilen reiniget. Zwar werden ſolche Knollen nur ſelten zur Nahrung, dagegen um ſo häufiger zum Branntweinbrennen verwendet, wo ſie das Solanin größtentheils an die Schlämpe abſetzen, die den Thieren freigebiger, aber nur zum Nachtheil ihrer Geſundheit zum Genuß aufgedrungen wird; bei der Maſtung der Schweine z. B. ſolche faſt nur aufſchwemmt, und leider oft nur ein ſchwammiges, kraft⸗ loſes Fleiſch und weichen Speck liefert.(Mehr ſ.§. 60.) Schädlichkeit des Genuſſes erfrorener und durch Gährung und Fäulniß zerſetzter Kartoffeln für Thiere. Daß die gefrorenen Kartoffeln nur in der erſten Zeit, nicht aber dann, wenn ſie ſchon einen unangenehmen Geruch und widrigen Geſchmack erlangt haben, ohne Nachtheil der Geſundheit ver— fuͤttert werden koͤnnen, bezeugen alle bisherigen Erfahrungen.— Man beſchuldigt die gefrorenen Kartoffeln, daß ſie den Grund zu vielen Krankheiten, beſonders zum Verwerfen des Viehes, legen. Gewiß iſt es, daß die Erzeugung von Krankheiten durch die ———— 412 Füͤtterung mit gefrornen und an der Luft wieder aufgethauten Knollen um ſo mehr begünſtiget werde, je länger ſie ſchon auf— gethaut, je dichter ſie auf einander gelegen und je wärmer die Luft und ſonſtige Verhältniſſe geweſen, welche die Fäulniß begün⸗ ſtigen. So verurſachen die gefrorenen oder nicht ganz aufgethaut geweſenen Kartoffeln heftige Erkältung jener Organe, mit denen ſie in unmittelbare Berührung treten, und als Folgen können ſich nicht ſelten krampfhafte Zufälle, Kolikſchmerzen, Durchfall, ja ſelbſt Entzündung bilden. Längere Zeit ſchon aufgethaut und in faule Gährung übergegangen, werden dieſe Knollen um ſo verderblicher, einen je höhern Grad der Verderbniß ſie erlangt haben und die Gattung der Thiere, denen ſie zum Futter aufgedrungen werden, die Anlage zu Krankheiten der Zerſetzung der Säfte in ſich trägt. Eben ſo lehren Beobachtungen, daß Kartoffeln vielmehr noch dann, wenn ſie zugleich zur Geburtsſtätte mannigfaltiger Kryptogamen geworden, nach der Beſchaffenheit dieſer Paraſiten, wie nach dem Grade der Zerſetzung der Knollen in ihrer Grundmiſchung, ſtet den Thieren mehr oder weniger ſchadlich werden. Als eine Urſache Leckſucht des Hornviehes hat Merk ſchmutzige und unreine Futtertröge, worein Kartoffeln gegeben werden, und auf denen die faulen Dienſtboten den alten Schmutz hangen laſſen, öfters angeben hören.(Dietrich's Zeitſchft. f. d. Thierheilkunde ꝛc. B. 6. S 320.) Wie ungeſchälte, bereits in Verderbniß übergegangene Kar— toffeln Thieren nachtheilig, werden können, wird ſchon daraus er— ſichtlich, daß das über ſie abgezogene Waſſer mit einer beſondern Schärfe und durchdringendem Geruch ꝛc, geſchwängert wird.(Mehr ſ. 1. Abſchnitt.) §. 59. Schädlichkeit des Genuffes d er Kartoffelſtärkefaſern de Stärkefabriken für Thiere. Die bei der Ausbeute des Stärkemehls abfallende Faſer wird (Seite 211) zur Fütterung des Rindviehes und der Schafe als gedeihlich empfohlen, und es fehlt auch nicht an Zeugniſſen guter Erfolge dieſer Fütterungsart bei obigen Thieren; doch bemerkt Kuers: Die Stärkefaſern der Stärkefabriken können wie die Knollen Schaden zufügen, denn eine Kuhheerde, die über 30 Stücke zählte, verfiel durch plötzlchen Uibergang von Weidenahrung zu dieſer Koſt in mehrtägige Verd dauungsſchwäche mit Aufblähen. Wie Oberamtmann Demſcher beobachtet hat, verurſachen die Kartoffelabfaͤlle als ſelbſterhitztes Brühfutter, weinig gegohren den Mut .1 lamm. ner! Mutternihn bornen lä reic iglcha m 7 eingetretel 6 h 1 bekamen d dß ſt ſid d ſer d.l. Uiber9 baͤſſer 1 Thiere, N worden, lch des ge lauins ben nicht flüͤchg ſtoffe in d die Maiſt giſtige So dls Haupt athmigkeit zeugenden und dielfät 413 vieder auhhet den Mutterſchafen zum Futter gegeben, den jungen Saͤuge—⸗ anger ſt ſte ſcen lammern leicht Neigung zum Durchfall; dieſer Nachtheil der und ſe wanme Muttermilch zeigte ſich jedoch nicht bei ältern und ſchon ſtark ge— he die Fuuli bornen Lämmern.— Kuer's gibt das Zeugniß, daß bei einer nicht ganz aſn reichlichen w eende des Rückſtandes der Stärkefabriken in Dryane, nt Folge dieſer Fütterung beim Mangel an trockenem Futter, die Folgen finn Egelkrankheit in dem igrößten Theil einer Heerde von 500 Schafen n, Durcful,z eingetreten war, und auch zur Gelbſucht Veranlaſſung gab. gethaut und Schweine mit ſolchen Rückſtanden zu Grignon gefüttert d 9 1 um ſo ved bekamen dicke Bäuche und Unterleibskrankheiten. Man ſetzte daher langt hahen n dem Futter 3 Uncen Gallerte fuͤr jedes Stück zu, und fand, ufgedrunxen e daß ſie ſich bedeutend beſſerten und an Fleiſch zunahmen.(Monats— Säfte in ſt ſchrift d. ökon. Geſellſch. z. Potsdam.) Uiber die Gedeihlichkeit und Schädlichkeit der Ausſüß⸗ atiger Fryon waäſſer bei der te ari des Stärkmehls, als Nahrung für en, wie loh Thiere, iſt Seite 211 und 406 das Nöthige bereits geſagt jrund miſe o, ſ worden Aun §. 60. Schädlichkeit des Genuſſes des Kartoffelbranntwein⸗ ſen, öſters anl ſpülichts oder der Schlämpe für Thiere. 1He b S Iſt es gewiß, wie Fourcroy und Vauquelin hiinſicht⸗ lich des Fuſelöls, Spatzier, Otto und A. in Bezug des So⸗ lanins bewieſen haben, daß erſteres nur zum Theil, letzteres gar it einer bn nicht flüchtig ſei; ſo wird der eine, wie der andere dieſer Grund— ngert wide ſtoffe in dem Waſſer, worin man Kartoffeln geweicht und abge— kocht hat, auch dargethan und deſſen Schädlichkeit nachgewieſen werden können. In wie fern aber das ſcharfe Prinzip in die arkefeſetn! Maiſche und Schlämpe einz zugehen vexmag, iſt hisher nicht er⸗ mittelt worden. lende Füſa Sehr auffallend ſind die krankhaften Erſcheinungen, welche der Shiſt die mit der Schlämpe der Kartoffeln gefütterten Hausthiere dar— geugriſen bieten, insbeſondere aber dann, wenn man keimende Knollen in 7; doch bene die Maiſche eingetragen hat, worin, wie oben gezeigt worden, das onnen wie! giftige Solanin ſich in großer Menge befindet. Alten Pferden giftig 9 e, die ll als Hauptfutter gegeben, bewirkt ſie wie jedes ſaure Futter Kurz— b 4 T geg/ 5 Weienabeut athmigkeit, und die Folgen der erſchlaffenden, ſchlechte Säfte er— it Aufllchel, zeugenden Fütterung treten allmälig ein, ſo, daß auf mehr— derurſoche und vieljaͤhrige Benützung der Thiere nicht zu rechnen iſt. In t, 2 l- 3 6 jnin gegohkel eunig e 414 jüngern und jungen Pferden treten dieſe Wirkungen raſcher und heftiger auf.(Kuer's.) Nach den Beobachtungen der Landwirthe und Thierärzte er— ſcheint auf das Fuͤttern und Tränken mit Schlämpe aus gekeimten Kartoffeln beim Rindvieh ein Ausſchlag, bisweilen am ganzen Körper, meiſt aber an den Klauen, blaſiger, ſchorfiger oder krätziger Art, den die neuern Pathologen mit Fußräude bezeichnen, und als eine Metaſtaſe von den krankhaften Veränderungen ange⸗ ſehen haben wollen, welche eine lange fortgeſetzte Fütterung mit dieſer Schlämpe im Körper hervorbringt*). Otto in Braunſchweig hat über die Fütterung der Kar— toffelbranntweinſchlämpe Folgendes bekannt gemacht: Im Herzog— thum Braunſchweig hat man erſt ungefähr 5 Jahre allgemein angefangen, Branntwein aus Kartoffeln zu brennen und natürlich auch die ſo erhaltene Schlämpe zur Fütterung und zur Maſtung des Rindviehes benutzt. Von dieſer Zeit an haben einige der bedeutendſten Branntweinbrenner an dem Maſtvieh eine Krankheit bemerkt, welche ihnen früher ganz fremd war. Im Monat Juni — denn man fährt ſelbſt im Sommer fort, Branntwein aus Kar— toffeln zu brennen— bekamen dieſe Thiere mehr oder weniger angeſchwollene Füße, bei deren Berühren ſie Schmerzen äußerten; das Haar ſträubte ſich, bei einigen zeigten ſich die Beine bis an den Leib ſtark geröthet und heiß, bei andern außerdem noch Bläs⸗ chen auf der Haut, welche eine gelbliche ätzende Flüſſigkeit ent— hielten, nach und nach aufbrachen und eine Borke bildeten. Die Gliedmaſſen waren ſchwer beweglich und die Thiere konnten ſich nur mit Mühe niederlegen und aufſtehen; in der Gegend der Klaue am Saume waren Geſchwüre vorhanden, die ſich oft ver— größerten, ſo daß man fürchten mußte, die Klauen werden ſich lostrennen. Die Thiere hatten heftige Schmerzen, ließen vom Futter ab, zeigten heftiges Fieber, anfangs entzündlicher Natur, ſpäter auf den höchſten Grad von Schwäche deutend. Wenn auch Anfangs der Miſt noch regelmäßig abging, ſo ſtellte ſich doch nach einigen Tagen ein ſtinkender Durchfall ein und die Thiere wurden ſo ſchwach, daß ſie beſtändig mit ausgeſtreckten Gliedmaſſen lagen, und alle Bemühungen, ſie aufzuheben, vergeblich waren. Die Schleimhäute des Mundes und der Naſe bekamen eine ſehr blaſſe Farbe, aus dem Maule floß ein zäher Speichel, und die Binde— *) Man ſehe die Anmerkung Seite 408. faut der A tiechend w weilen lean des Eheente venn niht als auch dol nit den dhiere, wel Erxizungei Muskeln, i Der Kadat duß die Mi Krantheit an die Kranthe⸗ maſſen ſindin reßluſt unn und Quan geringer A” heit des L aber anfan! man ftiſche! verwendet, natürlich, ableitete, (Jour. f. 6. 58) die f weifen auct des Hinter; geſehen hal toffeln beſt beobachtet, zum Aush weſentlih und genau und die ſe kera) eine und das auch beide Jahlre 415 iekungen tiſhe haut der Augen ſonderte eine Menge Schleim ab, der bald übel— riechend ward. Durch das beſtändige Liegen bildeten ſich bis⸗ weilen brandige Flecke an dem Rücken und an den obern Partien des Schenkels.— Dieß ſind die Symptome der Krankheit, welche, wenn nicht das Futter gewechſelt, und ſowohl entzündungswidrige, als auch darmausleerende Arzneimittel angewendet werden, meiſt mit dem Tode der Thiere enden. Die Sektion zweier ſolcher d ae Thiere, welche geſchlachtet wurden, um die Haut zu retten, zeigten ſette Jittnnn Ergießungen einer wäſſerig gelben Flüſſigkeit zwiſchen Haut und Muskeln, gänzlichen Fettmangel und blaſſe Farbe der Muskeln. und Thierint hlämpe aus gin isweilen an 1 orfiger vder ih de bezeitn, keranderungen Fütterung de ſ Der Kadaver verweste ſehr ſchnell.— Bemerkenswerth iſt noch, emacht: In d daß die Milchkühe bei Weitem weniger, als die Ochſen von dieſer 3 Jahre dm Krankheit angegriffen werden, oder wenn ſie erkrankt ſind, doch ennen und kaint die Krankheit bei ihnen im mindern Grade ſich zeigt; die Glied⸗ g und zur Mi maſſen ſind weniger geſchwollen und geröthet, die Munterkeit und t haben einix Freßluſt nicht ſo geſtört, und die Milch findet ſich in Qualitat ſtvieh eine Fen und Quantität nicht verändert; am Euter der Kuh zeigt ſich ein In Yont geringer Ausſchlag.— Ferner iſt zu bemerken, daß dieſe Krank⸗ anntwein aui heit des Viehes ſich gewöhnlich im Juni einſtellt; vom September meht oder t aber anfangend und den Winter hindurch, nämlich zur Zeit, wo chmerzen duin man friſche und nicht keimende Kartoffeln zur Branntweinbrennerei die Beie verwendet, hört man durchaus nichts davon: es war mithin ganz ſerdem voh natürlich, daß man die Krankheitsurſache von einer Veränderung de Flüſixfät ableitete, welche die Kartoffeln beim Keimungsprozeß erleiden. rke libem!(Jour. f. prakt. Chem. von Erdmann u. Schweigger. B. 1. hiere kominj S. 58.) Die früher angeführten Verſuche Otto's(S.§. 57) be⸗ weiſen auch, daß man die krankhafte Erſcheinung»der Lähmung des Hintertheils« gleichfalls an denjenigen Hausthieren entſtehen geſehen haben will, welche die Schlämpe eines aus gekeimten Kar— toffeln beſtehenden Maiſchgutes genoſſen hatten.— Auch will man beobachtet haben, daß die Löſerdürre meiſt in Branntweinbrennereien zum Ausbruche kommt, wozu die Tranke mit Kartoffelſchlämpe weſentlich beizutragen ſcheint; doch haben allerdings erſt Verſuche und genauere Beobachtungen darzuthun, ob die Solanitis putrida und die ſo genannte orientaliſche Viehpeſt(Lues bovilla pesti-— fera) eine und dieſelbe Krankheit ſind, und was das Solanin und das Fuſelöl der Kartoffeln, nicht nur jedes an ſich, ſondern auch beide in Verbindung geſetzt, zu bewirken im Stande ſind. Zahlreiche, von der Direktion des Gewerbe-Vereins für das der Gegend die ſih dſt allen wetden zen, liefen ündlier te end, Went un lte ſichdocne e Thiere wu liednoſet oo h waren. 8 eine ſesr llöſe und de Binde 2146. Königreich Hannover eingezogene Erkundigungen über die ſchädliche Wirkung der Schlämpe aus gekeimten Kartoffeln als Viehfutter, haben ergeben: a) Daß die ſchädliche Wirkung beim Verfüttern ſolcher Schlämpe allgemein beobachtet worden iſt, und daß das erſte Symptom der Erkrankung des damit gefütterten Rindviehes in einem Anſchwellen der Beine, verbunden mit einem Ausſchlage an denſelben, beſteht, weiterhin aber auch nachtheiligere Zu— fälle eintreten können. b) Daß die nachtheiligen Erſcheinungen ganz oder größtentheils ausbleiben, wenn die Schlämpe nur zu einem geringen An⸗ theile, neben anderem Futter, gegeben wird. c) Daß die Schädlichkeit der Schlämpe deſto auffallender iſt, je längere(2) und zahlreichere Keime an den Kartoffeln ſich befunden haben. 2 d) Daß dagegen gar keine üble Wirkung beobachtet wird, wenn die Kartoffeln vor der Verarbeitung von den Keimen be— freit worden, woraus hervorgeht, daß die Schädlichkeit nur in den Keimen ſelbſt, nicht in den damit behafteten Knollen liegt. Das Entkeimen geſchieht am zweckmäßigſten durch eine ſchon in vielen Brennereien bekannte gebräuchliche Vor— richtung, nämlich eine Art ſchräg aufgeſtellten Gitters von hölzernen Leiſten, auf welche man die Kartoffeln wirft. Das Entkeimen iſt ſchon darum nöthig, weil der aus ſtark aus— gewachſenen, nicht von den Keimen befreiten Kartoffeln er— zeugte Branntwein einen ſcharfen Geſchmack mit ſtechendem Geruch annimmt. e) Daß durch das Kochen der Kartoffeln im Dampf die Schäd⸗ lichkeit der Schlämpe nicht geſtört wird.(Mittheil. d. Ge— werbe⸗Vereins f. d. König. Hannover 1838. 17 Lief. Faſt unbekannt ſind die Wirkungen der öligen Subſtanz der Kartoffeln in ihrer urſprünglichen Reinheit auf dem thieriſchen Organismus, mehr die, wenn während der Gährung und Deſtillation der Maiſche, ſie zum Theil in ihrer Weſenheit verändert, zum eigentlichen Fuſelöle erſt geworden iſt. — Wie nachtheilig das Fuſelol auf Thiere einzuwirken im Stande iſt, ergibt ſich aus den damit gemachten Verſuchen an Kaninchen und andern kleinen S Säugethieren. Kaninchen ertrugen im Allgemeinen 1— 2 2 Kaffeelöffel voll des ihnen eingegoſſenen Fuſelöls ohne be— deutenden Zufällen, wahrſcheinlich weil ſie einen Theil des Oels 3bnſl wieder audh lätmen, n andern klit allgemeine 5 einige a ain nd eitrateni Kbrat. Be Phieren bem Jerdauungs nit Buut. gelche man? a zu großen dah der A u9 de Schl ho die Rin gegen; untes jahre oder n die Säuerun Erod errei aß di Facherie der hrühhigke Walche ener rithſe Hat ül ſeit, ſo ther bulte Karte gleic andern; gromatiſche, ſe eingegen Prof.; vie ſich vor henen, zur gendes: Ein dieſelbe dor fungen auf Lanz unverd — 2— 1. zu vit vitd, ¹, die 7 417 iler di in als d wieder ausbrochen. Eine ſtärkere Doſis bewirkte Schwierigkeit beim 1 Athmen, welche ſchnell zunahm und mit dem Tode endigte. Bei ſolcer et, andern kleinern Thieren bewirkten mehrere Tropfen ſogleich eine dos ert 2 allgemeine Hinfälligkeit, aͤhnlich der Trunkenheit, auf welche bald indoittes 4 einige Zuckungen, Stillſtand des Athmungsprozeſſes und Schein— tod eintraten. Einige wurden durch Aetzammoniak wieder ins Leben gebracht. Bei andern half dieſes Mittel nicht. Bei den geſtorbenen per.. 3S„ 3 Thieren bemerkte man eine größere oder geringere Reizung der vder Verdauungsorgane und Uiberfüllung der Lungen und des Gehirns mit Blut. Einige glauben ſonach, alle dieſe Krankheitszufälle, welche man den Wirkungen des Solanins zuſchreibt, vielmehr den in zu großer Menge verfutterten Kartoffeln zueignen zu müſſen. Lih Nach der Anſicht Anderer zeigten ſich die Zufälle jedoch nur da, dn itiſß wo die Schlaͤmpe ſehr ſauer als Futter gereicht wird; oder aſe wo die Rinder bei ſauerem Futter auf naſſer Streu ſtehen und n liegen; unter dieſen Umſtänden jedoch in jeder Jahrszeit, im Fruͤh— ie her jahre oder Sommer aber nothwendiger Weiſe leichter, indem dann Sti die Säuerung des Futters ſchneller eintritt und einen höheren eheftätn n Grad erreicht. ſiſ Daß durch die nahrungsloſe ſaure Kartoffelſchlämpe auch jene Kachexie der Rinder herbeigeführt wird, welche die Knochen— ten Gikn brüchigkeit begründet, ſcheint Einigen nicht unwahrſcheinlich. feln viſt Welchen Antheil an der ſchädlichen Einwirkung der Schlämpe als ſoi jener räthſelhafte ſcharfe Stoff hat, iſt nicht bekannt. —n Farttfen Hat übrigens das Maiſchgut noch irgend eine üble Beſchaffen— tmit ſteten heit, ſo theilt ſie ſich der Schlämpe mit, daher hinterlaſſen ange— faulte Kartoffeln eine den Thieren ſehr ſchädliche Schlämpe, die mof deEti gleich andern gefaulten Nahrungsmitteln wirkt.— Auch verſchiedene öithell.d aromatiſche, narkotiſche, metalliſche und andere Stoffe koͤnnen in 17 Li ſie eingegangen ſein. Säbſen Prof. Zierl bemerkt über die Fütterung mit Schlämpe— dem thiri wie ſich vorausſetzen läßt von guten, ungekeimten und unverdor⸗ nd Deſillin benen, zur Branntweinbrennerei verwendeten Kartoffeln— Fol— erandert, gendes: Ein ſo ſchätzbares Futter dieſe Schlämpe auch iſt, ſo kann dieſelbe doch bei einem zweckwidrigen Gebrauche nachtheilige Wir⸗ enin Sti kungen auf die Geſundheit der Thiere hervorbringen, ſelbſt wenn ſie en Frnirte ganz unverdorben verfüttert wird. Sie kann nachtheilig wirken, wenn: rällhemeina 1. zu viel Flüſſigkeit im Verhältniſſe zum trocknen Futter gegeben Is ohne h wird, wenn daher Il des Ded 2. die Thiere kein Waſſer mehr trinken, und 418 3. die Nahrungsſtoffe nicht in einer der Geſundheit der Thiere angemeſſenen Miſchung erſcheinen. ad 1. Das Rindvieh verlangt zwar eine bedeutende Quan⸗ tität Waſſer, indeſſen wirkt auch ein Uibermaß nachtheilig. Je wärmer und trockener die Witterung iſt, und je mehr das Vieh Bewegung hat, deſto mehr braucht dasſelbe Waſſer, und man kann annehmen, daß unter ſolchen Verhältniſſen das Vieh die afache Menge von Waſſer im Verhältniß zum Futter, alſo z. B. für 20 Pfd. trockenes Futter 80 Pfd.(oder 40 Maß) Waſſer braucht. Im Winter hingegen, wenn das Vieh in den feuchten Stallungen ſich befindet, kann dasſelbe höchſtens nur die 3fache Menge, alſo für 20 Pfd. trockenes Futter 60 Pfd.(oder 30 Maß) Waſſer brauchen.— Das Vieh erhält das Waſſer entweder ſchon mit der Nahrung, oder es wird beſonders gegeben. Die meiſten unſerer Futtergewächſe, z. B. die Kleearten, das Mengfutter ꝛc., enthalten kaum 1 Thl. feſte Maſſe auf 4 Thl. Feuchtigkeit, daher Vieh, welches bei der Stallfütterung nur mit ſolchen ſaftigen Futtergewächſen genährt wird, nicht nur kein Waſſer mehr zu ſich nimmt, was der Geſundheit nicht zuträglich iſt, ſondern häufig an Abführen leidet. Das Vieh ſoll durchaus nie ſo viel wäſſerige Futterſtoffe erhalten, daß es kein Verlangeu mehr nach friſchem Waſſer hat, ſondern es ſoll im erſten Falle höchſtens 3, im zweiten Falle 2 Th. Waſſer im Futter und noch 1 Thl. Waſſer im friſchen Zuſtande erhalten. Werfen wir einen Blick auf die Branntweinſchlämpe, ſo er— halten wir nachſtehende Reſultate: Ein Scheffel Kartoffeln(im gehäuften Zuſtande) wiegt 320 Pfd. und enthält im Durchſchnitt 80 Pfd. feſte trockene Maſſe. Nimmt man hierzu 4 Pfd. Malz, ſo hat man 84 Pfd. feſte Maſſe, welche beim Maiſchen mit wenig— ſtens 3— 4 Eimern Waſſer verſetzt werden, ſo daß ein Scheffel Kartoffeln, welches 240 Pfd. Waſſer ſchon enthält, noch mit 480 Pfd. Waſſer verſetzt wird, daher auf 84 Pf. feſte Maſſe 720 Pfd. Waſſer treffen. Bei der Gährung gehen von der feſten Maſſe wenigſtens zwei Drittheile, alſo 50 Pfd. verloren, und es bleiben nur 28 Pf. in der Schlämpe zurück(1 Pfd. Stärkmehl gilt 740 Maß Branntwein von 20° Beau., mithin ſind zu einer Maß Branntwein 1440 Pfd. Stärke nothwendig, und wenn Jemand 30 Maß Branntwein vom Scheffel Kartoffeln gewinnt, ſo werden 52 Pfd. Stärke dazu konſumirt).— In der Schlämpe ſind daher in dem angenommenen Falle auf 720 Pfd. Waſſer nur 28 Pfd. iſte deilt fſte Nahrl Paſſer allf anrr Ftter ir ein Stühk un 359 M zellſt wemo dürde die fiindvieh b 24 1. nit mahr i” got den No nehr zu ſcht Thiere einn. allenn die berſorgt, ſin fung auf dd Pydropathe. ſeiten heileſ dhier, wel genießt nichs Schlampe ki dieſe enthen Säͤure(O nuch die J. venn ſe bei nachtheilig d auern dar ſen Lungen, ſann ſolche; zuch Mitun lönnen, al 3. in dem tag jalten ſein. danzen Win ſitrn; al teht aus n iigiih an, 419 ſundheit d,. 2 l feſte Theile enthalten, oder auf 25— 26 Th. Waſſer nur 1 Thl. feſte Nahrung. Will nun jemand dem Viehe nicht mehr als 2 Thl. bede K, 8———.. atane Waſſer auf 1 Thl. ſeſte Nahrung reichen, ſo darf derſelbe bei ernnß ui einer Fütterung von 20 Pfd. täglich nur 20— 21 Maß Schlämpe und ſen für ein Stück geben, und die Schlämpe eines Scheffels Kartoffeln e Vaſt n von 360 Maß würde für 18 Stück Rindvieh hinreichend ſein.— ſer das N Selbſt wenn man 3 Thl. Flüſſigkeit auf 1 Thl. feſte Maſſe füttert, Jülten dſ, wurde die Schlämpe eines Scheffels Kartoffeln auf 12 Stück 49 N Rindvieh hinreichen. 1, ad 2. Daß die meiſten Landwirthe, welche Brennereien haben, h, cang weit mehr Schlämpe füttern, iſt bekannt; allein dieſes Berfahren ſr zn hat den Nachtheil, daß das Vieh wenig oder kein friſches Waſſer der d mehr zu ſich nimmt, was aber nachtheilig auf die Geſundheit der zzyore. Thiere einwirkt.— Daß das Tränken mit friſchem Waſſer nicht di Renhel allein die Thiere mit der nothwendigen Menge von Flüſigkeit Nauttiin verſorgt, ſondern daß dasſelbe noch eine ganz eigenthümliche Wir⸗ t ſihe i kung auf das Wohlſein der Thiere ausübe, werden nicht nur die aſer na ui Hydropathen, d. h. diejenigen, welche mit kaltem Waſſer alle Krank⸗ anden ſin heiten heilen wollen, ſondern alle Menſchen zugeben, und dasjenige ſo dil rſt Thier, welches kein Waſſer im friſchen Zuſtande zu ſich nimmt, ehr nat fit genießt nicht die wohlthätigen Wirkungen dieſes Körpers. Bei der n5 3, in ei Schlämpe kommt aber noch ein anderer Umſtand in Betrachtung. boſee ufi Dieſe enthält immer, ſelbſt bei dem beſten Verfahren, etwas freie Säure(Eſſig-, Citronen- und Phosphorſäure ꝛc.). So gering ſclänpe, b auch die Menge dieſer Säuern zu ſein ſcheint, ſo wirken ſie doch, Fartoffll wenn ſie beſtändig in den Körper gebracht werden, nach langer Dauer un Durtſtr nachtheilig darauf. Nach allen bisherigen Erfahrungen wirken die 4 Pfd. 9 Säuern doppelt nachtheilig auf den Körper ein. a) Daß ſie in zen mit ie den Lungen Koagulationen, Lungenknoten, hervorbringen, welche ß ein Eti dann ſolche Thiere zur Lungenſucht diſponiren, und b) daß ſie noch ni h auch Miturſache der Entſtehung der Knochenbrüchigkeit werden daſe r10 9 können. feta 3 ad 3. Wenn die Thiere ſich geſund erhalten ſollen, ſo muß und a in dem täglichen Futter eine beſtimmte Menge Nahrungsſtoff ent— ni ite halten ſein. Es iſt bekannt, daß ſehr viele Landwirthe ihr Vieh den l 14 8 ganzen Winter hindurch mit nichts als Strohhäckſel und Schlämpe dem Jint füttern; allein daß ein ſolches Verfahren durchaus fehlerhaft ſei, nh ſrai geht aus nachfolgender Berechnung hervor. Wenn eine Kuh z. B. Ge täglich 20 Pfd. Heu zur guten Ernährung braucht, ſo kann man mlr 28 Pf 27* 420 ſtatt des einen Theils Heu z. B. ſtatt 10 Pfd. Heu, Kartoffeln und Stroh geben, auf nachſtehende Weiſe: 10 Pfd. Heu ſind an Nahrhaftigkeit= 10 Pfd. Heu. 12»» Kartoffeln„— n6„»* 12»» Stroh„ 4»„ 20 Pfd. Heu. d. h. durch 10 Pfd. Heu, 12 Pfd. Kartoffeln und 12 Pfd. Stroh erhält die Kuh ſo viel Nahrung, als in 20 Pfd. Heu enthalten ſind. Die Schlämpe enthält, wie ſchon geſagt wurde, in 100 Thl. nur, höchſtens 5 Theile feſte Maſſe; wollte nun Jemand nur Stroh und Schlämpe füttern, ſo müßte er, um die Nahrung von 20 Pfd. Heu in den Körper der Thiere zu bringen, folgende Fütterung anwenden: 60 Pfd. Schlämpe ſind gleich 3 Pfd. Heu. 51» Stroh» 12 13917,1„ 20 Pfd. Heu. Allein es iſt einleuchtend, daß kein Thier 50 Pfd. Stroh ver⸗ zehren kann, weil es einen größern Raum einnimmt, als der Magen faſſen kann. Wenn nun das Thier nur ſo viel Stroh frißt, als der Magen aufnehmen kann, z. B. 20— 25 Pfd., ſo enthalten dieſe nur die Nahrhaftigkeit von 7— 8 Pfd. Heu, und das Thier ſucht nun die fehlende Nahrung durch den Genuß von Schlämpe zu erſetzen, was aber einerſeits wieder nicht möglich iſt, weil es für die fehlenden 12 Pfd. Heu 240 Pfd. Schlämpe verzehren müßte, anderſeits aber durch die zu große Menge an Wüſeerig— keit alle die Nachtheile hervorgehen, die ſchon erörtert wurden. Aus dem Geſagten iſt es einleuchtend, daß nicht die Schlämpe für ſich, ſondern die fehlerhafte Anwendung alle die ſchädlichen Folgen habe, die man bei einer ſolchen Fütterung wahr⸗ nimmt, und man muß ſich nicht wundern, daß ſo viele Krank— heiten unter den Thieren entſtehen, vielmehr darüber, daß nicht mehr entſtehen. Wenn jemand mehr Schlämpe hat, als er ohne Nachtheil für die Thiere verfüttern und den Uiberſchuß nicht ver— kaufen kann, ſo muß er die Schlämpe als Dünger anwenden (S. 299).(Centralbl. d. landw. Vereins in Baiern J. 1840. Juli und Auguſt.) Die Fütterung mit Schlämpe wird überdieß noch beſchuldigt, daß ſowohl das junge als auch das erwachſene Zuchtvieh ſich ſehr leicht damit verwöhne, ſo zwar: daß es bei einer ganz anderen, durc umef und an Kr deß tf ſlettar rroſerend daar) Leſs in meſſeen heben beraſk dünnte Sc⸗ ſe die Eind keit verſe Schlämpe 5 beſonders de ſclecſteruns und ſchon. Sranntweiil ſo genäſte kauft werdo Hannover 7 die dort bt ſo bekanntin viel, als di Mitthl. d.) Noh Schlämpe ſehr nachtt in kupferns man ſie nig hat; oder Schädlich Wenn Gutter nich rahtzeig ſcieht nur der ausſch den landwin von Iahre 421 d d. Hen dauf durch längere Zeit fortgeſetzten Fütterung, erſchlafft, abmagert 1— und an Kräften verliert. 1n J8d ha Daß die Kartoffelſchlämpe die Wolle edler Schafheerden ver— 6 s ſchlechtere, iſt nicht faktiſch feſtgeſtellt. Mehr dieß: Daß ſie in n größerem Maße andauernd verfüttert(nach Koppe etwa zu 2 Berl. ¹0 Pfd Hen Quart), Leberleiden, vorzüglich aber die Gelbſucht befürchten laſſe, und 1 M2. am meiſten dann, ſobald zu wenig Stroh oder ſaures Heu dar⸗ Heu ertteen neben verabreicht wird.(Kuer's.)— Daß die mit Waſſer ver— vud, i n dünnte Schlämpe Schafen dadurch nachtheilig werden könne, weil ſie die Einſaugungs- und Abſonderungs-Organe zu ſehr in Thäͤtig— keit verſetze, beweiſet die ſo vielfache Benützung der verdünnten Schlämpe auf keine Weiſe. Die verſtärkte Fuͤtterung mit Schlämpe, beſonders von Kartoffeln, ſoll die Urſache einer auffallenden Ver⸗ ſchlechterung des Fleiſches, vorzüglich des Schweinefleiſches ſein, . d Jemand nur o abrung von ſolgende zin lſ da und ſchon Thaer fuͤhrt die Erfahrung an, daß die Maſtung mit Branntweinſpülicht nur ein loſes, ſchwammiges Fleiſch gäbe und üf Ha ſo gemäſtetes Vieh in England von Schlächtern nur heimlich ge— Pſd. Era kauft werde, aber nie auf den Markt kommen darf. Auch in nt, als der Hannover ſchreiben viele praktiſche Landwirthe dieſer Fütterung Stroh fiit, die dort bemerkte Verſchlechterung des Fleiſches zu, und dieß ſei ffd, ſo en ſo bekannt, daß die Maſt mit Kartoffelſchlämpe nur mit ½ ſo u, und dosn viel, als die mit Kornbranntwein-Spülicht bezahlt werde.(Landw. — z von Ciſt Mitthl. d. Vereins Weſtpreuß. Landwirthe 1837 S. 131.) ich it, n Noch muß hier die Bemerkung angeführt werden, daß die Schlämpe auch durch ihren Gehalt an Kupferoxid den Thieren hlämpe den ſehr nachtheilig werden kann, wenn ſie nämlich Eſſigſäure enthält, ge an Viſ rtert vun in kupfernen Gefäßen erhitzt wird und darin erkaltet; ferner wenn e hl man ſie nicht verfutterte, ſobald ſie eine laulichte Wärme erlangt die Schlar 1 4 hat; oder dann erſt, bis ſie alt geworden iſt. dung d¹⸗ fütterungt§. 61. hlole 91.. 2—.—„ 16 Schädlichkeit des Genuſſes des Kartoffelkrautes für iber, doß Thiere. als er— 8. 3. Wenn das Karkoffelkraut zu Heu gemacht, gegen das übrige huß jicht—.„. 2. huß n h Futter nicht einen zu großen Theil ausmacht, hat man wohl keinen 3 whend 27,— ee— ger 37 nachtheiligen Erfolg von dieſer Fuͤtterung zu beſorgen. Dieß ge⸗ ſern 5 ſchieht nur dann, wenn es, wie in Zeiten der Roth, im Uibermaß oder ausſchließend ohne eine andere Nahrung gereicht wird. In Anſplat.— 221.„.— 3 2— j beſchuhd dem landwirthſchaftlichen Kalender der mähriſch⸗ſchleſiſchen Geſellſchaft „e gi ſelt 0. 5 3— 5 vieh ſch ſ vom Jahre 1836, erſchien über dieſe Fuͤtterung folgender Aufſatz: ſalt anderel, —oooooo 422 Je eher man damit anfaͤngt, je kleiner, je unvollkommener bleiben die Knollen, und je mehr man davon benutzt, je ſchädlicher iſt es den Thieren. Wird es einigermaßen im Uebermaß gefüttert, ſo bekommt das Rindvieh, beſonders die Kühe, einen Durchfall*), wird leer, und anderes Futter ſchlägt nicht mehr gut an; glücklich, wer ſo durchkommt. In der Regel erhält aber das Rindvieh einen Ausſchlag, welcher an den Feſſeln der hintern Beine beginnt, dann auch an die vordern Beine kommt, an ſolchen hinaufzieht, und wenn man mit dieſer Fütterung nicht nachläßt, ſich am Unterleibe verbreitet. Das Zugvieh wird matt, das Melkvieh läßt mit der Milch nach, und die noch vorhandene Milch hat einen üblen Ge— ſchmack. Jedenfalls verliert man mehr an den Kartoffeln ſelbſt, als man mit dem Füttern des Krautes gewinnt, abgeſehen der Uibelſtände, die man ſich bei ſeinem Viehſtande mehr oder weniger, je nachdem man ſich dieſer Fütterung bedient, zuzieht. Viel nachtheiliger muß dieſes Kraut in der Zeit den Thie⸗ ren werden, wenn ſich das Solanin am ſtärkſten darin entwickelt; da die Pflanze im kranken Zuſtande ſich befindet und von Schma— rozerpflanzen befallen wurde. Eben ſo, wenn das übereinander gehäufte Kraut ſich erhitzt, gebrüht, oder von der Fäulniß er— griffen, hungrigen Thieren zur Nahrung aufgedrungen wird. C. Schaͤdlichkeit des vermehrten Kartoffelbaues fuͤr den Getreidebau. §. 62. §. 62. Wie ſich Koppe ausſpricht, gibt es kaum eine Frucht, die im Laufe eines Sommers ſo viel Miſt verzehrt, als die Kar— toffel; wenigſtens ſcheint es ganz bewieſen, daß keine Halmfrucht den Boden unmittelbar ſo angreift, als eben ſie. Nach uber— wiegenden Erfahrungen ſchlägt im gebundenen Boden die Winte— rung und unter dieſer, beſonders der Roggen nach den Kartoffeln merklich zurück.(Reviſion des Ackerbauſyſtems. S. 129.) Die nachtheilige Wirkung der Kartoffelkultur auf eine nach— *) Sprengel ſagt: Wir ſehen aus der Fütterunz mit Kartoffelkraut, daß es einen ſcharfen uud narkotiſchen Stoff enthalten muß, weil die damit gefütterten Thiere einen heftigen Durchfall bekommen, und dennoch iſt es uns nicht möglich geweſen, den Stoff, welcher dieß veranlaßt, auf chemiſchem Wege nachzuweiſen.(Erdmann's ökon techniſch. Jour 1829.) folo gende dor⸗ diſe Fnolhi auch dari tation von 13 zurüc lißt. ſt auch eil ſeggen nate . dgl.) d dan gämlich ei einf Jlei— A geſteten In doggen keins Winters eins nan die 4 wenn man frt, b Weizen nicn Sdyottenfun n dü in Bohmeni db ein ſehr fucht inner, tiederer Ge hem Gemei! ſchaften un aber dann krzeugten durch ein! Perth des jerhältnißme In de den vermet haues, der dieſe Vefür durch folge den ſtatiſiſ der 27,S Lartoffelba Sczefel an trefen.— 423 ollkon 3 6. mmenn we folgende Halmfrucht, ſcheint nicht allein davon abzuhängen, daß nie dieſe Knollenfrucht dem Boden Nahrungsſtoff entzieht; ſondern tne 0 auch darin zu liegen, daß ſie mittelſt ihrer Wurzeln, der Vege⸗ ku 1 tation von Geteida⸗ ſchädiihs Stoffe ausſcheidet, und im Acker wadn zurück läͤßt. In dieſer Beziehung ſagt Sprengel: Vielleicht »“ idhg iſt auch eine Wurzelausſonderung die Urſache, daß der Winter⸗ Bein ham roggen nach Kartoffeln ſo ſchlecht, der Sommerroggen(Gerſte en hinuſit u. dgl.) dagegen ſehr gut wächſt. Die Kartoffelwurzeln mögen wſch an lun nämlich eine giftige Subſtanz(Solanin?) ausſcheiden, welche dem ellih din gleich— aber gewöhnlich ſpät im Jahre— nach den Kartoffeln at einer ill geſäeten Winterroggen nachtheilig wird, während der Sommer— en Karttflr. roggen keinen Schaden dadurch nehmen kann, da ſie während des nnt, ahxeſen Winters eine Zerſetzung erleidet.« Es iſt nicht zu verneinen, daß mehr er an man die Kartoffeln den auszehrenden Früchten beizählen muß, zuziet wenn man deren Anbau im Großen in der Dreifelderwirthſchaft der heit in beurtheilt, und daß nach den Kartoffeln der Winterroggen oder n dari une Weizen nicht den Ertrag geben, wie nach einer reinen Brache oder t und ve Schottenfrüchten, Klee u. dgl. das ilern In der Monatſchrift der Geſellſchaft des vaterl. Muſeums n der Fli in Boͤhmen(erſter Jahrg. Febr. S. 31) kommt die Frage vor: zungen vid ob ein ſehr weit ausgedehnter Kartoffelbau den Preis des Korns nicht immer herabſetzen wird, wenn keine Mißernte eintritt. Ein baues ſir d niederer Getreidepreis iſt zwar an und für ſich kein Unglück und dem Gemeinwohl nicht nachtheilig, wenn nur übrigens die Feil⸗ ſchaften und der Dienſtlohn im gleichen Verhältniſſe ſtehen; wohl aber dann, wenn die Koſten der Erzeugung dem Werthe des faun i un Erzeugten nahe kommen, oder ihn ſelbſt erreichen, weil dann hier— zrt, a d durch ein Unverhältniß der Grundſteuer erzeugt wird, die den eine durit Werth des Erzeugten überſteigt, und eben darum den Erzeuger ſe. Wän verhältnißmäßig belaſtet. den de de In der Hinſicht als es viele Landwirthe gibt, welche durch de iuti den vermehrten Kartoffelbau eine Verminderung des Getreide— 9) baues, der Streu, des Düngers u. ſ. w. befürchten, hat Zierl affeie dieſe Befuͤrchtungen, wenigſtens in dem größten Theile Baierns, durch folgende Erörterungen widerlegt. Er beweiſet, daß nach e den ſtatiſtiſchen Zuſammenſtellungen v. J. 1831, 857,0 22 Morgen hnazn oder 27,8 pCt. der Brache, oder 9,2 der ganzen Ackerfläche zum ful bekonma Kartoffelbau benützt waren; die Ernte wurde zu 11.282.140 Sbff viti Scheffel angenommen, ſo daß auf das Tagwerk 13 bair. Scheffel Erdmann treffen.— Sicherlich iſt dieſe Durchſchnittsernte zu gering, allein —— nehmen wir an, daß nur der zehnte Theil des Ackerlandes von 9.227.105 Morgen, alſo 922.700 in runder Summe mit Kartof⸗ feln bebaut wird und vom Morgen nur 20 Scheffel geerntet werden, ſo entziffert ſich ein Ertrag von 18.454.000 Scheffeln. Rechnen wir den Bedarf einer Familie jährlich zu 6 Scheffeln Kartoffeln, ſo werden von den 908.000 Familien 5.448.000 Scheffel konſumirt und es verbleiben noch mehr als 13 Millionen Scheffel Kartoffeln für die Nahrung der Thiere und für die tech⸗ niſche Verarbeitung.— Daß die Kartoffel bei Weitem die wichtigſte Braͤchfrucht ſei, deren Kultur am leichteſten und ſicherſten iſt, und für die meiſten klimatiſchen und agronomiſchen Verhältniſſe paßt, wird wohl nicht in Abrede geſtellt werden können, daher die möglichſt größte Ver— mehrung des Kartoffelbaues eines der wichtigſten Momente des fortſchreitenden Ackerbaues iſt. Es haben zwar Einige aus über— triebener Furcht auch in dem vermehrten Kartoffelbau eine Schatten— ſeite dieſer herrlichen Kultur erblickt, nämlich: daß dadurch der Getreidebau beeinträchtigt, der Stroh- und Streubedarf vermindert und daher die Waldſtreu zu ſehr iu Anſpruch genommen werde; allein daß durch den Kartoffelbau der Getreidebau im Allgemeinen nicht vermindert worden ſei, lehrt die Erfahrung, und daß der— ſelbe auch nicht vermindert werden könne, liegt in der Natur der Sache ſelbſt. Eine Verminderung des Getreidebaues könnte nur eintreten, wenn die bisher dem Getreidebau eingeräumte Fläche vermindert und mit Kartoffeln bebaut, oder wenn in Folge des Kartoffelbaues die Fruchtbarkeit des Bodens ſo vermindert wird, daß weniger Getreide als ſonſt wächſt. Es iſt eine anerkannte Wahrheit, daß die ſämmtliche Feldflur Baierns, alſo auch die Brache oder der Anbau von Brachfrüchten zur Reinigung des Feldes vom Unkraut nothwendig iſt, und weil nicht mehr Getreide gebaut werden kann, als Abſatz ſindet. Nach den ſtatiſtiſchen Berichten v. J. 1833 war der Anbau von Kartoffeln folgender: Zahl der mit Kar- Die bebauten Tagwerke toffeln bebauten machten Prozente Tagwerke der Brache d. Feldflur im ehemaligen Iſarkreiſe 51.260—— 10.5—— 3.5 »» Unterdonaukreiſe 61.834—— 18.9—— 6.3 „»„ Regenkreis 142.270—— 30.4—— 10.1 2„ Oberdonaukreiſe 33.103—— 9.2——. 3. 9 Hieraſ mit Ausne tofeln bel nict eingel bau in ein: zugenomme ganzen Lat mit Kartd treidebauc daß t Brachfrücht die Erfah wieſen. R. Kartoffelnen geerntet.) dieſem Kri Baiern. Es nn die Kartof heeintracht und in des verminderg hald dort dem Geſa dehnung d Getreidel Menſchen werden ka welche V Kattoffln Branntwe -125 ͤ Zahl der mit Kar⸗ Die bebauten Tagwerke Summe nit, toffeln bebauten machten Prozente Sheff 94 Tagwerke der Brache d. Feldflur W454,0009 zis im ehemaligen Rezatkreiſe. 106.859—— 25.0—— 8.3 lih a e.„ Obermainkreiſe 149.144—— 42.1—— 14.0 Familie 541„„ Untermainkreiſe 163.685—— 38.1—— 12.7 als 13 g.„„ Rheinkreiſe. 148.597—— 66.2—— 22.0 e and fr i in Baiern..... 857,022—— 27.8—— 9.2 Hieraus iſt einleuchtend, daß im Jahre 1833 in keinem Kreiſe, ſte Vratfuut mit Ausnahme des Rheinkreiſes, die Hälfte der Brache mit Kar⸗ und füt den toffeln bebaut war, alſo eine Beeinträchtigung des Getreidebaues ͤt, vird vegln nicht eingetreten war.— Seit dieſer Zeit hat zwar der Kartoffel⸗ bau in einigen Theilon zum Zwecke der Branntwein⸗-Fabrikation 9 8 3 zugenommen; allein es iſt mit Sicherheit anzunehmen, daß im eErnin i ganzen Lande noch gegenwärtig nicht der dritte Theil der Brache gal efe e mit Kartoffeln beſtellt wird, alſo eine Beeinträchtigung des Ge⸗ treidebaues nicht Statt finden kann. daß diduu ubedorf vemi Daß durch einen zweckmäßigen Anbau der Kartoffeln und der genomnen un Brachfrüchte die Getreideernten nicht vermindert werden, iſt auf an in Alre⸗ die Erfahrung aller Länder und durch das Beiſpiel der Pfalz be⸗ J, und wieſen. In dieſem Kreiſe wird nicht nur die größte Fläche mit 1 der) Kartoffeln bebaut, ſondern auch am meiſten von dieſer Frucht aues köurt geerntet.(S. Centralbl. d. Vereins v. J. 1837 S. 403.) In geriunte dieſem Kreiſe iſt auch die Korner- und Strohernte am größten in in F Baiern.— ennndet: Es mag allerdings ſein, daß in einigen Gegenden Baierns eine anarin die Kartoffeln, in zu großer Menge angebaut, den Getreidebau zu ruch die B beeinträchtigen ſcheinen, allein dieſe Verhältniſſe ſind nur einzeln es Jeldes und in der Regel Folgen der Nothwendigkeit. Man nehme oder etreide g vermindere in ſolchen Gegenden den Kartoffelbau, und man wird bald dort Scenen erleben, wie wir ſie von Irland leſen.— Aus zar der dem Geſagten geht hervor, daß bei einer nicht ſehr großen Aus— dehnung des Kartoffelbaues in Baiern, ohne Beeinträchtigung des auin din Getreidebaues leicht 13 Millionen Scheffel über den Bedarf fuͤr ten Yroun Menſchen übrig bleiben, daß aber dieſer Uiberſchuß leicht verdoppelt ce d. werden kann.— Es kann hier die Frage aufgeworfen werden, T E 3 welche Verwendung der Kartoffeln die vortheilhafteſte ſei. Die Kartoffeln können zur Fütterung, zur Stärke⸗, Zucker⸗, Bier⸗, Branntwein⸗ und Eſſig⸗Fabrikation verwendet werden. ——— —— 426 Ein Scheffel Kartoffeln gibt eine Roheinnahme: für 50 Pfd. Stärke à 6 fl. per Ct.. 3 fl. 2 50o* Zucker...66 2 »„ 30 Eimer Branntwein...3» * 240, Maß Eſſig..... 3 2 Da kein Bier aus Kartoffeln gebraut werden darf, ſo kommt es nicht in Anſchlag. Die Eſſig-Fabrikation gibt den größten Roh— ertrag, allein leider iſt dieſe Fabrikation ſchon ſo hoch geſtiegen, daß eine weitere Verwendung der Kartoffeln zu dieſem Zwecke nicht möglich iſt. Die Fabrikation von Stärke und Stärkezucker iſt ebenfalls ſehr beſchränkt, weil die Stärke und der Stärkezucker wenig Ab— ſatz finden, und es bleibt daher immer nur der Branntwein übrig, zu deſſen Fabrikation die meiſten Kartoffeln eine Verwendung finden. Welche Ausſichten für den Abſatz des Branntweines und des daraus bereiteten Weingeiſtes fuͤr die Zukunft gegeben ſein, und durch welche Mittel der Abſatz von Weingeiſt befördert werden könne, bleibt ein Gegenſtand künftiger Erörterung.(Centralbl d. landw. Vereins in Baiern. J. 1840. Juli und Auguſt.)(Mehr ſ. Ertrag der Kartoffeln§. 64 l.) Möchte ja die Uiberzeugung bald herrſchend werden, daß die größten Vortheile, welche die Benutzung der Kartoffeln zu bieten vermögen, fuͤr Länder und Völker größtentheils verloren gehen, dieſe geſegnete Erdfrucht ihnen dann ſelbſt Verderben bringen müſſe, wenn man ihren Anbau mit immer zunehmender Ausdehnung ins Große betreibt, um die dadurch gewonnene Ausbeute des Bodens faſt gänzlich zur Erzeugung des Branntweins zu ver— wenden. Schon iſt man hier und da zu der Einſicht gelangt, daß bei dem Betriebe großer Branntweinbrennereien, deren Beſitzer ihre Güter dadurch vorzüglich deterioriren, daß ſie bei der dabei erforderlichen, ſehr ausgedehnten Kartoffelkultur, jene benöthigende Menge Strohes ihren Feldern nicht abdringen können, die nicht nur zur Fütterung des Viehes mit der Schlämpe erforderlich iſt, ſondern auch die Stallungen bedürfen, um den Auswurf der damit genährten Thiere ganz in ſich aufzunehmen, und dem Dünger eine gehörige Bindung zu geben. Daß beſonders jene Länder, die ihren Bedarf an Rindern als Schlachtvieh, außerhalb ihren Grenzen zu ſuchen gezwungen ſind, ſich in Folge einer beſſeren Uiberzeugung bald gezwungen ſehen möchten, die Kultur der Kartoffeln unmittelbar der nöthigen V Verweh E Thiere, c. iberals b ſehnlitſ Kultu Geſchil ditt, es n Arten zim tbil, w s auseinarſ derunge T. heit zu dis Dahl Europa a ire Pan ertin geit in 1 funden in die Un genießbaßh Gartent it, ſihs Ausbidu Wäldern feine ban Rihtigke pon 1136 nahne:— 3. Vermehrung der Viehzucht, der Ernaͤhrung und Maſtung jener 6 Thiere, nicht aber einer höchſt übertriebenen, dem Gemeinwohl 32 überaus nachtheiligen Erzeugung des Branntweins zu widmen, iſt . 82 ſehnlichſt zu wünſchen. h geſte zu dieſen 3 Neunter Abſchnitt. zucker iſ dene ezuter vei Kultur, Fortpflanzung und Ertrag der Kar⸗ Branntwen toffeln. eine Verma Branntweies! 1 7 inſt geeber.§. 63. befrden Geſchichtliche Notizen über die Umformung der Kar⸗ ng.(entanh toffeln durch Kultur und Boden. Luout C Wenn bei Pflanzen, die man ſeit einem Jahrtauſend kulti⸗ virt, es zur ſchwerſten Aufgabe wird, ihre Abarten von den wahren werden di Arten zu unterſcheiden; ſo muß dieß bei einem ſo gearteten Vege⸗ toffeln uxle tabil, wie die Kartoffel iſt, vollends unmöglich werden, die ſo weit verloren auseinander ſtehenden, äußerſten Glieder der Reihe ihrer Abän⸗ rderben ben derungen(Varietäten) nachzuweiſen, um jene Urform mit Gewiß⸗ der Ausde heit zu bezeichnen, aus der ſie hervorgegangen iſt. Nushenn Da Niemand anzugeben weiß, wo vor der Eroberung der tweins u Europäer die einheimiſchen Volksſtämme Peru's und Merxiko's ꝛc. t gelanit ihre Papa's gebaut haben, ſo darf man wohl zu der Annahme deren I berechtiget ſein, daß jene knollige Solane, welche man in unſerer bei der d Zeit in der neuen Welt frei und ohne aller Kultur wachſend ge⸗ benüthihe funden hat, einerſeits nur durch Verwilderung und Rückbildung nen, di n in die Urform zurückgekehrt, wie anderſeits die kleine, beinahe un⸗ rforderlih genießbare Kartoffel von Montevideo, durch Verpflanzung in urf der dnn Gartenboden und gehörige Pflege, beſſer und genießbarer geworden Dünger el iſt, ſich wieder allmälig von der Urform entfernt und ihrer Ausbildung und Veredlung zueilt. Daß die Kartoffeln in Pan Ninden Wäldern, auf großen Höhen, Felſen und an Orten, wo man jetzt n gezeunne keine baut, gefunden werden, liefert keinen Beweis gegen die H gezwunge Richtigkeit dieſer Meinung, weil man ſie in Chile auf einer Höhe det nothin von 11388 Wiener Fuß noch immer kultivirt»S. 18). Selbſt in 428 dem Vaterland der Kartoffeln findet man vielerlei Abarten an— gebaut und von Alters her unterſchieden, wie in Chile die Pogni's von den Maglia's, welche letztere nur kleine und bittere Knollen erzeugen; auch eine höchſt geſchätzte kleine, ſüße Kartoffel gehört dahin, welche hauptſächlich zum Röſten im Gebrauche iſt. Dieſe über friſchem Kohlenfeuer geröſtete Kartoffel erhält man in den Städten Puno und Chuquito, an den Ufern des Sees von Titi⸗ caca zu jeder Zeit eben ſo, wie im ſüdlichen Europa die auf gleiche Weiſe behandelten Kaſtanien.— Humboldt empfeehlt eine in Quito und Santa Fe kultivirte Kartoffel, deren Knollen einen Fuß im Durchmeſſer haben, und auch an Güte die des alten Kontinents übertreffen. Nach deſſen Anſichten ſoll auch unſere Kartoffel von der von Molina(Seite 5) beſchriebenen, in Chile wild wachſenden Pflanze abſtammen*). So wenig ſich das Daſein der wilden Kar— toffeln in Chile(die, wie auch Prof. Pöppig bezeugt, von den Eingebornen der kleinen und bittern Knollen wegen Papa cimarona genannt wird) verneinen läßt, ſo iſt dagegen ganz unentſchieden, daß die kultivirten Kartoffeln von ihr abſtammen; denn eine neuere, auf den Chanos⸗Inſeln durch Caldcleugh und Darwin gemachte Entdeckung hat uns ſchon wieder eine andere dort heimiſche wilde Kartoffel zugefuͤhrt, die mit der kultivirten weit mehr übereinſtimmt, ja eine ſo ungemeine Aehnlichkeit mit ihr hat, daß wenn die zahme überhaupt einer jetzt noch lebenden Gattung ihren Urſprung verdankt, derſelbe in dieſem Gewächſe zu ſuchen wäre. Man findet dieſe Kartoffel über den ganzen Chonos-Archipel, ſelbſt auf vereinzelten Felſen; und Cowe hat ſie auch auf der gegen— überliegenden Küſte des feſten Landes, bis nach Trinidad hinab, unter den 50° der Breite gefunden, wo ſie von den daſelbſt le— benden Indianern»Aquina« genannt wird. Das eigentliche Vaterland der Kartoffel wäre ſonach ſüdlich von den 420 der Breite zu ſuchen, wo die Luft ungemein feucht und das Wetter faſt immer ſtürmiſch iſt, und wo vielleicht mehr Regen fällt, als in irgend einem andern Theil der gemäßigten Zonen. Es ſpricht daher auch das beſſere Gedeihen der zahmen Kartoffeln in feuchten als in trockenen Ländern, fün die Herſtammung von der Aquina. (Allgem. Jour. f. Induſtrie, Handel und Schifffahrt. J. 1840, Nr. 39.)— *) Verſuch über die pelitiſchen Zuſtaͤnde des Königreichs Neuſpanien. ſrungkfäht Aequatpt d alenttolbofr einer auf 9 durh zunc derſelben, 7 ſchnel ungi einen übe5 torgendſtän feigt; abitt hervottritls ſtrich undtt und allenre der Grunff mit jedenid qualitatirle Dennoch 12 der altenls rufzunehni Jahrhund Krollen egt rechnen k Knollen ig N fruchtungd anderungn die ſch anr nachweiſenſ die Vermi deren Sag Samen en bon der 9) — Alger, aus San durch die Eienſha Enwitkun Jufäligfe fonnen, w 429 berle bat 1 hil die nd lit 1 Die Fülle der Lebenskraft und die unvergleichbare Akklimati⸗ ſirungsfähigkeit, welche die knollige Solane auf ihrem Zuge vom je gunf Aequator nach den nördlichen Gegenden überall beurkundet und känne allenthalben ihr zweites Vaterland finden läßt; verbunden mit 7 1..„..-„. 212 echilt un, einer auf jede mögliche Weiſe ſeltenen Stärke der Produktivität; halt man i 88 Se durch ganze Wurzelknollen oder nur einzelne Augen und Keime 3 Des bon. voa Neg derſelben, durch Steklinge, Senker oder Samen, ſich fortzupflanzen, enffct ſchnell und üppig vermehreſ zu können; ertheilt dieſer Pflanze Fruln 6 einen überaus unſtäten und wandelbaren Charakter, der am ver⸗ . borgendſten in der Weſenheit und den Formen des Krautes ſich zaten inn zeigt; aber am ſichtbarſten und kenntlichſten in den Wurzelknollen — hervortritt; denn ſelbſt in demſelben Boden, unter gleichem Himmels⸗ offel don n ſtriche und atmoſphäriſcher Einwirkung, bei unveränderter Kultur wild wtſn und allen übrigen Verhältniſſen, bleibt doch die Beſchaffenheit n der uiat der Grundmiſchung der Kartoffelknollen ſich nie vollkommen gleich; bezeuut, n mit jedem Jahre ändert ſich dieſe quantitativ und zum Theil auch n Pana ciu qualitativ, bald vor bald rückwärts ſchreitend an Guͤte und Größe. anz unenſte Dennoch haben Einige behaupten wollen, daß es keine Pflanze in denn einena der alten Welt gibt, die es mit der Treibkraft der Kartoffeln Darwingemn aufzunehmen im Stande wäre, und daß die Keime ihre Knollen rt heiwiſter Jahrhunderte lang unverändert die gleiche Pflanze mit gleichen ehr übereinirr Knollen erzeugen; ſo zwar, daß man mit voller Zuverſicht darauf „ daß bem rechnen könne, dieſelbe Spielart zu erhalten, der die gepflanzten jihren liſe Knollen angehörten. en ware. U Iſt gleich die Meinung unhaltbar, daß der Blüthen⸗(Be⸗ Archipel, fruchtungs⸗-) Staub verſchiedener nahe ſtehender Arten ſtets Ver— auf der ge änderungen in der befruchteten ungleichen Pflanze hervorbringe, erinddad hit die ſich auch in der Beſchaffenheit und Ausbildung ihrer Knollen en daſellſt! nachweiſen laſſen; ſo kann doch nicht geläugnet werden, daß durch das eizenttn die Vermiſchung des Blüthenſtaubes verſchiedener Kartoffelarten, den 1uy deren Same eine Veränderung erleide, und daß die von ſolchen id das Wer Samen erzeugten Pflanzen Knollen hervorbringen, die verſchieden yen fil von der Mutterpflanze ſind, aus deren Samen ſie hervorgegangen. 1— Allgemein iſt nun anerkannt, daß die Erziehung der Kartoffeln aus Samen die mannigfaltigſten Arten hervorbringe; während durch die ſtete Fortpflanzung der Wuͤrzelknollen die gewünſchten Eigenſchaften verloren gehen; ſelbſt abgeſehen von der Macht der Einwirkung des Klima's und Bodens, der Kultur und mancher Zufälligkeiten, welche als eben ſo viele Kräfte angeſehen werden können, wodurch, wie in der ganzen Pflanzenwelt, die verſchiedenen en. Es ſer feln in feucte n der Aalina ſr. J. Neuſtanin , 5 — — 430 Formen mannigfaltig modificirt, und neue Ab⸗ und Spielarten geſchaffen werden. Durch den langjährigen Anbau der Kartoffeln in den ver— ſchiedenartigſten Gegenden, durch ihre häufige Erneuerung aus verſchiedenen Regionen Amerika's und Europa's, ſo wie durch ihre Fortpflanzung aus den Samen der Samenäpfel, mußte demnach eine große Menge verſchiedener Varietäten gebildet werden, welche in Hinſicht der Geſtalt und Farbe, des Krautes, der Blüthen, der Haut(Schale) und des Fleiſches der Knollen; in Hinſicht der Größe und Gedeihlichkeit, der Wäſſerigkeit, der Konſiſtenz, des Mehlgehaltes; dann des größeren oder geringeren Gewichtes und vielen anderen Beziehungen nach, unterſchieden ſind*).(Mehr ſ. S. 3— 19.)— Auch bemerkt Putſche und Bertuch(S. deren Monograp. S. 32) ſehr richtig, daß wenn wir das ameri⸗ kaniſche Klima, aus welchem die Kartoffeln urſpruͤnglich ſtammen, mit unſerem deutſchen vergleichen, dann wohl ſchwerlich den in unſerem Vaterlande erzeugten Kartoffeln ein veredelter Charakter würde zugeſchrieben werden können. Einem engliſchen Schriftſteller zu Folge bezeugt Don Pedro Maldonak, Gouverneur der Provinz Emeraldos im ſpaniſchen Amerika, daß die europäiſchen Kartoffeln mit den amerikaniſchen ſowohl in Hinſicht der Größe als der Güte in keine Vergleichung kommen. §. 64. Kultur und Fortpflanzung der Kartoffeln*). a) Boden und Klima. Wenn gleich, wie die tägliche Er⸗ fahrung zeigt, ein reicher ſandiger Lehmboden den ſicherſten, er— giebigſten Kartoffelacker liefert, ſo hat das Bedürfniß die Kultur *) Aitken ſagt: Die Kartoffel iſt ein Gewächs, deſſen Abarten un— begrenzt ſind. Wenn man den von einer Pflanze genommenen Sa— men ſäet und 100 und 1000 Pflanzen damit erzieht, ſo iſt jede der— ſelben von der Mutterpflanze, und alle ſind wieder unter ſich ver— ſchieden, wenn gleich alle eine gewiſſe Familienähnlichkeit haben. **) Geſammelte Erfahrungen über den Kartoffelban durch Arme in Berlin.— Als man in Berlin den Kartoffelbau durch Arme zur Hülfe derſelben einführte, fielen die erſten Ernten weniger gut aus, bis die bei den erſten Arbeiten gemachten Erfahrungen bei den nächſten Verſuchen einen beſſern Anhalt gaben. Zweckmäßige Wahl und Behandlung des Ackers, ſo wie Anſtellung eines Aufſehers, waren die erſten guten Folgen. Das Land, armen Familien zur der Katto ſe auh hi ungünſixen⸗ Namentichtt dil Pflügen bd in Gruben ſannzen ſete Trockenbeiſt ſaber von ſe die Ernte ausfält;! Grade alle? ſadoth dil „ 2 Dungung“ landereien abgelaſſenſſ Gras⸗ und Gärten ni niemals ſih unzerſetzten Beſtel verthen Dagen nen 1 muß bei den werden den zu⸗ nehmen zu 3. und d der C nöthig gegen Aufſic und n gegen toffelt bon 3 daß ſo den ob Jeitun 431 l⸗ und Soii* der Kartoffeln ſelbſt auf die ſchwerſten Felder verbreitet, woſelbſt offln in den ſie auch bei gehöriger Vorbereitung des Bodens und nicht zu e Erneuernn ungünſtiger Witterung ein recht gutes Gedeihen zu haben pflegen. ſo vie urg Namentlich kann hier die Ergiebigkeit durch wiederholtes tiefes el, mußt d Pflügen oder Rajolen bei trockener Witterung und Bedeckung der ldet vetn,n in Gruben gelegten Saatkartoffeln mit vegetabiliſchen Dungſub⸗ ltes, der Jlie ſtanzen ſehr erhöht werden. Ein ſandiger Boden von verwaltender nollen; in zin. Trockenheit liefert zwar mehlreiche und ſchmackhafte Kartoffeln, eit, der tnn aber von geringer Ergiebigkeit, eben ſo, wie in jedem naſſen Boden rinzeren Gint die Ernte der Kartoffeln qualitativ und quantitativ am ſchlechteſten den ſnd*h n ausfällt; denn ſo nöthig die Feuchtigkeit bis zu einem gewiſſen nd Lertit Grade allen Gewächſen iſt, ſo nachtheilig iſt das Uibermaß. Wird jedoch das quellige Erdreich entwäſſert, ſo gerathen hier bei einiger Dungung alle Arten der Kartoffeln ſehr gut, wie dieß die Moor— ländereien, der aufgebrochene Wald- und Wieſenboden, und die abgelaſſenen Fiſchteiche bezeugen. In einem aufgebrochenen grünen Gras- und Kleeraſen gedeihen die Kartoffeln vorzüglich gut. In Gärten mit vielem urſprünglich thieriſchen Dünger gerathen ſie niemals ſo wohlſchmeckend, als im freien Felde mit weniger noch unzerſetzten, vormaligen thieriſchen Duͤnger. nn wit das en vrünglih ſummn ſchwerlch dnl rredelter Ct ſchen Ehrfidin Gouvernen jdie europiſ iht der Griie Beſtellung mit Kartoffeln angewieſen, wird vermeſſen, zweckmäßig vertheilt und in Parzellen von Morgen jeder Familie zugetheilt. Dagegen liegt derſelben die Pflicht ob, einen ſittlichen und nüchter— offeln), nen Lebenswandel zu führen. Die zur Ausſaat geliehenen Kartoffeln muß ſie bei der Ernte zurückerſtatten. Uibrigeus darf die Familie ſberfen, bei der Bearbeitung in Hinſicht auf die Zeit nicht zu ſehr beſchränkt 4 4 9 werden, ſondern die Kultur iſt als Nebengeſchäft in den Feierſtun— nij die Ku den zu betrachten. Die Arbeit muß aber jede Familie ſelbſt über— nehmen, um ihren Fleiß in Thätigkeit zu erhalten Ein Feldhüter zur Zeit der Ernte kontrolirt nach Angabe des Aufſehers die Ernte die tiglch ſen Abarten! und die Arbeiter und führt darüber eine Liſte. Die Aufbewahrung enommena? der Ernte iſt ebenfalls zu berückſichtigen, und ſorgt der Verein ſo it jen nöthigenfalls für einen Raum, wo die Armen ihre Kartoffeln runter ſch gegen Verderbniß ſchützen können. Nothwendig iſt auch eine genaue hkeit hohn Aufſicht, daß die gewonnenen Kartoffeln auch gehörig verwendet, und nicht etwa verkauft oder verſchwendet werden. Räthlich iſt es, gegen Hagelſchlag zu ſichern. Nach dieſer Einrichtung hat der Kar⸗ toffelbau um Berlin im J. 1838 durchſchnittlich für einen Aufwand von 3 Rthlr. einen Gewinn von 14 gegeben.— Es iſt zu wünſchen, daß ſolche Vereine zum Heil der Armen noch in vielen Orten nach den obwaltenden Verhältniſſen eingerichtet werden möchten.(Allgem. Zeitung f. d. deutſch. Land- und Hauswirth. J. 1839. N. 22.) durch Aunt durch Ane eniger at u6 ungen bei d triir b us Jufſthes zumilen W ————————— 432 Obſchon die Kartoffeln in dem kältern Klima, wo nur noch der Hafer fortkommt, Gedeihen finden, ſo ſind ſie doch gegen den Froſt ſehr empfindlich; derſelbe zerſtört die Keimkraft der Knollen gänzlich, und dieſe, ſo wie das vom Froſt betroffene Kraut faulen bald. Ein mäßiger Froſt ſchadet ihnen jedoch nicht, wenn er ſie in der Erde trifft. Am meiſten lieben ſie ein mäßig feuchtes und warmes Klima, weshalb ſie in Gebirgsgegenden oft am beſten gerathen; auch hat man die Bemerkung gemacht, daß ſie auf den nach Nord ſich abdachenden Feldern beſſer gerathen, als auf den nach Süd zu abhängigen. b) Düngung. Die Kartoffeln vertragen eine ſehr ſtarke Düngung, ſie gedeihen aber auch ohne eine ſolche in einen kräf— tigen Boden und geben einen lohnenden Ertrag. Auf friſch ge⸗ mergelten Boden wächſt dieſe Pflanze ohne Dung recht gut. Die Meinungen, ob man die Kartoffeln in friſchem Miſte bauen ſoll, oder ohne ſolchen, ſind getheilt. Einige empfehlen durchaus das Erſtere und behaupten, daß das Verhältniß des Ertrages nur von der Stärke der Düngung abhänge, und wer daher beim Kar— toffelbau die verwendete Mühe und Arbeit bezahlt haben und Gewinn erlangen will, der müſſe düngen; auch gäben die Kar— toffeln bei einer reichlichen Düngung eine um ſo größere Menge Düngermaterial, ohne den Boden in gleichem Verhältniſſe auszu— ſaugen und truͤgen mithin weſentlich dazu bei, den Bodenreichthum einer Wirthſchaft zu vermehren. Andere behaupten dagegen, wenn der Boden nur einigermaßen kräftig ſei, ſo erzeuge er die Kar— toffeln, in genugſamer Menge; man würde daher beſſer thun, die Miſtdüngung lieber zur Stroherzeugung zu verwenden, weil die Erfahrung gelehrt habe, daß Wirthſchaften, welche viel Miſt auf die Kartoffelerzeugung verwendet hätten, um ſo ſtroharmer ge— worden und im Ganzen im Düngungszuſtande nicht vorwärts, ſondern eher zurückgekommen ſind; denn, wenn auch die Kartoffeln an und für ſich nicht viel Dünger konſumiren(obſchon hierüber die Meinungen getheilt ſind), ſo verfluchtige ſich doch durch die öftere Bearbeitung des Bodens, welche während der Vegetation der Kartoffeln erforderlich ſei, eine um ſo größere Menge von Düngungstheilchen, ohne irgend der Vegetation zu Gute zu kommen. Beide Meinungen haben etwas für ſich, doch wird jede derſelben durch Umſtände, als Wirthſchaftsart, Boden. Klima ꝛc. bedingt. Im Allgemeinen darf man die Kartoffeln zwei Jahre nacheinander, icht ohne7 In ainen! nicht den 4 In einen 1 attoffln'n an pflanze t die Karto! dagegen ol darauf Rih nöglicſteſt Ertrag zut Rutzen zie— Voden wüt de krun 2 Wo der F kommt, un Klee ein dungen.(d genug dünt dingung: wachſen un haupt we n Boden b Iranntwin⸗ *) Viein mit la Stelhe über) an, d ondei⸗ daß 2 Meiſ ande, hat t anden Ger Jählhn hinten dazu, gewo J. A 433 llima, wo un nicht ohne wiederholte(Herbſt-) Düngung des Ackers folgen laſſen*). ſe doch gen, In einem bündigern, kältern Boden wird man ohne Düngung ſeimaft der gu nicht den Gewinn vom Kartoffelbau haben, als durch Düngung tofene graut In einem thätigen Boden kann es dagegen angemeſſen ſein, die nicht, wenn Kartoffeln ohne friſche Duͤngung zu bauen, wenn er nicht zu arm mäßig ien an esenisrende Materie iſt. Im feuchten Boden gedeihen den oft m die Kartoffeln nach friſcher Miſtduͤngung ſtets beſſer; in trocknem ct, daß ſe af dagegen ohne dieſe. Wo man der Wirthſchaftsverhältniſſe wegen cathen, aſs af darauf Rückſicht nehmen muß, den Futterban auf die geringſt möglichſte Fläche zu beſchränken und von dieſer den möglichſt höchſten Ertrag zu erzielen, da kann man vom Kartoffelbau nur dann en eine ſir i Nutzen ziehen, wenn man zu ihnen ſtark düngt. In einem armen iche in eimn n Boden würde man nur eine ſehr geringe Kartoffelernte erzielen, ag. Aifig, die kaum die Kulturkoſten decken würde, wollte man nicht düngen. ung regt n d Wo der Klee nur dann beſonders gut gedeihet, wenn er in Gerſte n Miſte laun kommt, die nach Kartoffeln geſäet worden, muß man, um dem ehlen durcu Klee ein um ſo kräftigeres Land zuzuweiſen, zu den Kartoffeln des Etri düngen. Einige glauben, man könne zu den Kartoffeln nicht ſtark pr daher len! genug düngen; dieß iſt aber ein irriger Glaube; denn zu ſtarke ezuült baln, Duͤngung hat zur Folge, daß die Kartoffeln zu üppig ins Kraut jgiͤlen di wachſen und weniger, auch zu wäſſerige Knollen anſetzen. Uiber⸗ haupt werden die Kartoffeln zum Speiſegebrauch in ungedüngtem Boden beſſer ſein. Thieriſcher Dünger, obſch hon er viel Vieh- und Branntweinkartoffeln liefert, verſchlechtert die Kartoffeln zur Nah— ſo größere N erhältniſe a n Bodenraitt n dagegen, n—— auge er di*) Wie verträglich die Kartoffeln auf einem ihnen angemeſſenen Boden beſſer thun mit ſich ſelbſt ſind, d. h. wie wohl ſie nach einander auf derſelben Stelle gedeihen, ergeht aus den Beobachtungen, die Schwerz hier⸗ über im Elſaß gemacht hat. An einem Orte traf er einzelne Felder enden, weil vil Ni an, die ein Jahr uͤber das andere damit bepflanzt worden; an einem ſtroharner andern bringt man ſie 4— 6 Jabre hinter einander aufs Feld, ohne nicht vorn. daß ihr Ertrag abnimmt; alle zwei Jahre wird dazu gedüngt. Zu die Katt Meiſtratzheim ſprach man von Feldern, die ſechs Jahre hinter ein— ander ungedüngt Kartoffeln getragen haben. Nach ihnen ſhon hien bſchon hat man dann zum Schluſſe noch überaus ſchöne Gerſte. An einem dlpch doth dur andern Orte zeigte man einen Acker, der iu zwanzig Jahren einmal der Vagänn Gerſte und neunzehn Mal Kartoffeln getragen hatte. Dagegen er⸗ de ere Menge n zählte man auch von einem Mann in Würtemberg, der 32 Jahre te iu ernn hinter einander dieſe Frucht auf demſelben Flecke hat und alle Jahre ulle z wiil dazu düngt. Die Kartoffeln waren am Ende nicht dicker als Nüſſe „do derſell——. jede u geworden.(Allg. Zeitung f. d. deutſchen Land- und Hauswirthe mn u bedt J. 1841 Nr. nteinune 5 ———————— 434 rung der Menſchen, grüner Dünger verleiht ihnen dagegen mehr Wohlgeſchmack. Alle Kartoffeln gedeihen beſſer und erlangen zu⸗ gleich einen beſſern Geſchmack, wenn der Boden mit leichtem ſtrohigen Pferdemiſt gedüngt worden, dagegen der Kuhmiſt ihnen einen unangenehmen Geſchmack mittheilt. Außer dem Miſt, kann man zur Düngung auch noch Kalk, Mergel, Gyps, Aſche, Ruß, Kompoſt(aus Miſt und allerlei animaliſchen und vegetabiliſchen Abfällen bereitet), Teichſchlamm, Hornſpäne, wollene Lappen, Knochenmehl u. dgl. verwenden; ſie thun alle eine gute Wirkung. Zur Vermehrung der Kartoffelernte und der Warzelknollen über— haupt, fand Beadel, daß ſich keine Düngung dieſer Gewächſe beſſer bezahlt mache, als fein zerhackte Lappen wollenen abgetragenen Tuches.(Allg. landwirth. Zeitung. J. 1840, N. 3.) In dem Wochenbl. f. Land⸗ und Hauswirthſchaft, Gewerbe und Handel, J. 1840, N. 5, erſchien ein Aufſatz von Renz der die Leimkuchen als Düngungsmittel auch bei dem Kartoffelbau empfiehlt. Er ſagt: Die Leimkuchen(Rückſtände in den Leim— ſiedereien) beſtehen aus thieriſchen Stoffen, die zum Theil durch den in den Leimſiedereien angewendeten Kalk bereits aufgelöſt ſind, zum Theil erſt ſpäter, wie die darin befindlichen Haare, Wolle u. ſ. w. in der Erde aufgelöſt werden; ſie enthalten alſo Stoffe, die alsbald auf die Vegetation wirken und wieder Stoffe, die erſt in der Folge pflanzenernährend werden. Dieſe Leimkuchen eignen ſich beſonders als Streumittel auf magere Saaten, auf Lein und Hanf, und als Dungmittel beim Hopfen-, Wein- und Kartoffelbau. Vor der Anwendung werden die Ballen zerkleinert und wo möglich angefeuchtet, es ſei denn, daß das Wetter naß iſt, und das Anfeuchten ſomit überflüſſig wird. Verſuche, die ich voriges Jahr in meiner Hopfenplantage, ſo wie beim Mohn- und Kartoffelbau machte, haben meine Erwartung übertroffen. Der Hopfen zeigte einen uͤppigen Trieb, wurde früher reif und ſtand ſchöner, als der übrige; der Mohn gab auf Sandboden einen ſehr befriedigenen Ertrag und die Kartoffeln waren auffallend ſchön und reichlich bei der Ernte. Ein Sack Leimkuchen iſt einem zweiſpännigen Wagen Stalldung gleich zu ſetzen, und mit 5 Säcken kann man einen Morgen hinlänglich überſtreuen. Vorzüglich iſt dieſe Düngung auf ſolche Felder zu empfehlen, auf die mit dem Fuhrwerke ſchwer zu kommen iſt, oder die von dem Oekonomie— gebäude weit entfernt ſind, da ein Mann einen halben Sack bequem tragen kann. An manchen Orten, z. B. in Reutlingen, wo jährlich etba 500 bejahlt vi an andern: veil man Mit! oder unmit! — ſ vor Winten empfehlen, badd zerſel und weil! den Froſt im Winter! ſantt fidel⸗ Miſt die A jahröwinden — *) In das theilun zügliee nern fahrun gung! wie fi; 2.. C. vemb dann wird dadun⸗ und u- die Ge ſo bra kann nicht hinzu M richt auf d ſäen Au laſſen Düng Mi ſets: dofeln 435 ihnen d et 86 etwa soo Säcke gewonnen werden und der Sack mit 2— 2 ½ fl zun 3 bezahlt wird, macht man einen ausgedehnten Gebrauch davon, dr guhni an andern itan iſt dieſes Dungmittel weder geſucht noch beliebt, ſerdn Ni weil man ſeine Wirkungen zu wenig kennt»*). Mit Miſt dungt man im Herbſt, im Winter, im Fruͤhjahr oder udmnittelbar vor dem Legen der Saatkartoſſeln. Das Düngen vor Winter iſt beſonders in einem mehr bündigen Boden zu empfehlen, der übrigens reich iſt, und in dem ſich der Miſt nicht bald zerſetzt. Durch die Zerſetzung des untergepfluͤgten Miſtes Gyps, gih, und vegetri , wolcne dun eine gute Ait Vurzektrln. und weil der Boden auf der Miſtſchicht locker liegt, wird er durch ung dieſr ba den Froſt und die Frühlingsluft um ſo mürber. Das Düngen kapper ul im Winter kann ſowohl in mehr leichtem, als bündigem Boden r. N Su! ſtatt finden. In leichtem Boden verhindert der ausgebreitete haft, Gent⸗ Miſt die Verdunſtung der Winterfeuchtigkeit bei den ſcharfen Früh— von Rer i. jahrswinden, was fur das Gedeihen der Kartoffeln von Wichtig— dem hrtf Inde in den *) In den ökonom. Neuigkeiten, J. 1841, Nr. 24, findet ſich die Mit⸗ e zum Thel 3 theilung, daß in Holland die Anwendung der Geniſta als vor— bereit ait zügliches Düngungsmittel beim Kartoffelbau von gediegenen Män⸗ efindlchen hu nern erprobt iſt und angewendet wird. Die angemeſſenſte Ver— ſie enthatn fahrungsweiſe für die Erzeugung und Benutzung der Geniſta⸗Dün⸗ gung iſt nachſtehende:»Auf Land, welches in gewöhnlicher Weiſe nd wieder dii 3 d. It. 1. 4 wie für die Beſtellung mit Roggen gedüngt iſt, wird zwiſchen dem Dieſe(etttu. Viſ ennde 20. September und Ende Dezember(hier wohl nur bis Mitte No— ere Sauten, vember), Geniſta und Roggen in derſelben Furche, erſt Roggen, en⸗, Weinu dann Geniſta geſäet, dann erſt wird geeggt. Im folgenden Jahre wird der Roggen geſchnitten, aber ſo hoch, daß die Geniſta nicht dadurch beſchädigt. Die Geniſta bleibt hierauf noch ein Jahr ſtehen und wird dann im November oder Dezember untergepflügt. Wenn allen zeriei das Wetter! rſuche, die die Geniſta, welche auf einer rheinl. ◻ Ruthe wächſt, 80 Pfd. wiegt, im Mohn⸗ ſo braucht man bei der Unterpflügung keinen Dünger weiter und ertroffn⸗ ¹ kann dann im Frühjahre Kartoffeln darauf ſetzen; wiegt die Geniſta reif und ſe nicht ſo viel, ſo muß man ſo viel Pfund, als fehlen, an Dünger hinzuthun. andöoden Man muß ſehr darauf achten, daß die Kartoffeln beim Ausſäen aren aufi nicht tiefer als einen halben Fuß geſetzt werden, weil ſie ſonſt nicht lchen it ei auf der in Fäulniß übergegangenen Geniſta liegen.— Beim Aus— dnit 5 E ſäen der Geniſta nimmt man 13,— 16 Pfd. auf einen Morgen. Auf die Kartoffeln kann man wieder Roggen mit Geniſta folgen Twine laſſen, und hat dann weniger Düngung nöthig, weil von der Geniſta— f die ni in Düngung noch Humus in der Erde zurückbleibt. em Dekorovi⸗ Mit dem vorſtehend angegebenen dreijährigen Turnus kann man 2rS Sac bealen ſtets ohne Nachtheil fortfahren. Man gewinnt in dieſer Weiſe Kar— 1 vo jürih toffeln von gutem Geſchmack und ein Zwölftel mehr als ſonſt.« 28* 436 keit iſt. Der mehr buͤndige Boden wird dagegen unter der Miſt⸗ decke um ſo lockerer und läßt ſich dann um ſo beſſer zurichten. Dos Unterbringen des Miſtes im Frühjahr iſt in kälterem, naſſen und bündigen Boden zu empfehlen. Man wählt dazu den friſchen, noch wenig zerſetzten Miſt, und beobachtet die Vorſicht, daß derſelbe ganz flach untergebracht wird. Geſchieht das Düngen beim Legen der Kartoffeln, ſo düngt man entweder über das ganze Feld, wie gewöhnlich, oder man bringt den Miſt in die Reihen, in welche die Kartoffeln gelegt werden, oder gar auf den Platz, den ein Kartoffelſtock einnehmen ſoll. Bedarf die nach den Kartoffeln folgende Frucht eines kräftigen Bodens, ſo düngt man gewöhnlich über das ganze Feld. Es geſchieht dieß haupt⸗ ſächlich in dem Falle, wenn man im Herbſt keinen Miſt hat, der zu weiche Boden aber im Frühjahre die Miſtfuhre nicht geſtattet. Will man aber bei mangelndem Miſtvorrathe nur den möglichſt höchſten Ertrag der Kartoffeln berückſichtigen, ſo wählt man das Düngen in den Reihen, welche die Kartoffeln einnehmen ſollen, oder nur an den Stellen, wo die Saatkartoffel gelegt wird. Man bringt dann den Miſt gewöhnlich beim Legen der Kartoffeln ſelbſt mit dieſen unter und hat im feuchten Boden zu beobachten, daß die Saatkartoffeln auf den Miſt kommen, weil dann der, über den Kartoffeln ſich befindende feuchte Boden um ſo beſſer aus— trocknet; in leichtem Boden bringt man aber den Miſt über die Saatkartoffel, weil die Miſtſchicht die Verdunſtung der Feuchtig— keit hindert. Auch wird das Uiberdüngen der Kartoffeln empfohlen, jedoch nur im leichten Boden, und es kann nicht eher erfolgen, als bis die Kartoffeln aufgegangen ſind, einige Zeit vor dem Behäufeln. Was die Stärke der Düngung anbelangt, ſo richtet ſie ſich nach dem Wirthſchaftsſyſteme und nach der bei den Kartoffeln zu beobachtenden Fruchtfolge. Jedenfalls aber iſt, wie ſchon oben geſagt worden, eine zu ſtarke Düngung nicht empfehlungswerth. Uiber eine Reihe vergleichender Verſuche zur Ausmittlung der Düng— kraft, welche verſchiedene Duͤngerſtoffe auf das Wachsthum der Kar— toffeln äͤußern, von Maier, vergl. d. K. Heſſ. Zeitſchr. f. Landw. 1835. 2tes Quartal, oder Centralbl. f. Landw. 1835. S. 284. In ordungs⸗ mäßig geführten Koppelwirthſchaften möchte man in der Regel des Stalldungs pr. böhm. Strich— 800 Wien. ◻ Klftr. Aus⸗ ſaat, 13— 25 Fuder(à 16— 18 Ctr. und 35— 40 Kubik⸗ fß Vol rCslfs Pel Farvffl t —-— 5) In ſh des5 Analt gan toffet gert über ſtantls erſi nich dure? mal ſces hn wa. nieſſt Ven kom undſ fridle ind 432 egen unter d, ſo beſer zuree fuß Volumen pr. Fuder enthaltend) bedürfen; ſo daß alſo auf ſtin kateen, 1 Klafter 2— 2 ½ Pfund Dung zu liegen kommen). hlt dun ho— r 8„.. 1 2 Räl den in Welchen Einfluß die Art des Düngers auf den Ertrag der t die N—..— jdie Lurſct Kartoffeln hat, zeigt am beſten eine vergleichende Ueberſicht. ſchieht das entweder ihe gt den Mſt n*) In der landwirth. Zeitung, J. 1839, wird über die Düngung Folgen⸗ en, oder des mitgetheilt. Ein Hauptfehler wird bei dem Kartoffelbau durch el ha... 2.—— ol. Be 1 Anwendung eines für dieſes Gewächs nicht geeigneten Düngers be⸗ d ſedaf gangen. Der Dünger darf ohne Nachtheil für die gelegten Kar⸗ t Bodens, toffeln in deren Vegetationszeit niemals in ihrer Nähe in Gährung ſeſchieht diß e gerathen, und am wenigſten, wenn er fehlerhafter Weiſe unter oder einen Mieh über den Kartoffeln liegt. Hat der den Kartoffeln in feuchtem Zu— fabre ng ſtande beigegebene Dünger alsdann noch nicht gegohren, ſo pflegt 1 er ſich in einem heißen Boden leicht zu verkohlen und nützt dann 2 nur dan riaih nichts, oder die zu früh erfolgte Gährung beſchädigt die Kartoffeln ſo wahlt un durch die Gaſe, welche dann ſtatt Nahrung Gift ſind. Freilich iſt man jetzt ſehr befliſſen, den geſammelten Dünger einer Landwirth⸗ teinnehmen i ſchaft bedeckt oder feucht zu erhalten, daß er nicht gähren kann, oder dgelgun ihn mit Erde oder mit andern Dungſtoffen in Kompoſt zu ver— der Kartofen wandeln. Wenn der Boden kühl und feucht und die Temperatur zu beobacte. niedrig iſt, ſo kann im Dunghofe die Gährung nicht anfangen. il dann de, Wenn aber hernach der Dünger in eine getrocknete pulverig Erde ſ bſe kommt, und die Hitze entſteht, dann beginnt die Gährung ſchnell ¹e. e. und zerſtört oft die Vegetation, ſtatt ſolche zu unterſtütze, Der den Mit ün friſche Dung zerſtört in der Regel die Vegetation der Ka wffeln, ung der gelt indeß ſie wohlbereiteter Dünger nährt. toffeln emwin tt eher erfl ⸗ Heit vot pt, ſo ricte den Kartif „wie ſchon! wpfehlungire tlung der hsthum der f Landy. 2 — n 4 9 9 1. 6 jot ,SSAS——— 1 i== Se e= Sä ehee=2S5 S 4 = 2 8== 2 S 5.==== 5 23 5 5=BöS5Sö= S==S=SB=ZyS=SSAS'ä=é=gZ Kartoffeln in verſchiedener Dungung. 25 Ausſaat Gewinn von dieſem Dieſer Gewinn reduzirt Die 3 S lächenraum ro Morgen Quantität Bezeichnung 25f Fläch 3 9 3 5 5 an an an an, Nro. der— 4 S Maß mie Maßs Gexicht Maß Gewicht Stärk⸗ 1 ſ 5 S 5 50 1 Waſſ 1 Düngerſorten. 3 Preuß. pPreuß. Preuß mehl Faſer Waſſe⸗ CRut. Metz. Pfd. Scheff./ Metz. Ctr. Pfd. Scheff. Metz. Ctr. Pfd. Prozent 1 Schafdünger.. 224 3 15 1 8 1 34% 108— 99 28 8½ 31 ¼ 60¾ 2 ſpferdedünger. 22 3 15 1 10 1 52 117— 106 4 7 34 ⅜½ 59 0 3 Htindsdünger. 23 3 15 141 6 1 25 Hdo= 88 40 61 29 183 * 4 Schweine dünger. 2 ½ 3 15 1 12 1 614 126— 111 102 9 3 30 ¾¼ 593 5 Strohdüngung. 2½ 3 15 1—— 69 72—-9 62 92 43 30 ⅔ 64 6 Rapsſtrohdüngung 22 3 15 1 3— 106 85 8 69 42 5 ¹⁴ 32 624 V 5 7 ſährl. Düngung 22 3 l 15 1 6 1 3⸗0 991— 96 24 A 33 8 61¾ Zu dieſem Verſuche wurde ein Flächenraum genau vermeſſen von 17 ½ ◻ Ruthen genommen, dieſe in 7 gleiche Theile, kommen 2 ¼ ◻ Ruthe; hierauf wurden mit dem Hacken Furchen gezogen, die von 3 Metzen oder 15 Pfund (ganzen Kartoffeln) gewonnenen Augen 205 Stück ausgelegt, dann die friſche Düngung daraufgebreitet und zuge⸗ richtet. Der Bodengehalt des Ackers, worauf die Kartoffeln von einerlei Sorte gebaut wurden, beſtand aus Sand mit Lehm vermiſcht; die Ackerkrumme war 5— 6 Zoll, der Untergrund Kies und iſt zur 2ten Klaſſe Kornboden zu rechnen. (Mittheilung des ſchleſiſchen ökonom. Vereins. J. 1840. Nr. 1.) 439 c. Platz im Feldbau und Fruchtfolge. Dieß iſt ein — ſehr wichtiger Gegenſtand, welcher nicht erſchöpfend genug be— 9 5 handelt werden könnte, wollte man alle Modifikationen anführen. . Es wird daher hier nur das Weſentlichſte bemerkt. Baut man . bei der Dreifelderwirthſchaft die Kartoffeln ohne friſche Duͤngung, 4 ſo kommen ſie ins Sommerfeld und es bleibt das Verhältniß — 3 der Wirthſchaft ungeſtört. Werden die Kartoffeln aber in friſche Düngung gelegt, ſo iſt ihr Platz anſtatt der Brache, in dieſer. Airnitd Kann nun nach Kartoffeln Winterroggen gebaut werden, was azu Leann wohl auch in vielen Dreifelderwirthſchaften geſchieht, ſo — bleibt man ebenfalls in Ordnung; allein es ſprechen zu viele Er⸗ 5 s fahrungen gegen die Saat des Winterroggens nach Kartoffeln, A beſonders in mehr bündigen Boden, als daß man ſie, wenn nicht 58:— beſondere Umſtände dafür ſprechen, empfehlen koͤnnte. Gewöhn— **. lich bleibt das Kartoffelkorn kurz, und gibt wenig und leichte Körner. Man läßt daher beim Anbau der Kartoffeln in der E Brache nach ihnen lieber eine Sommerfrucht folgen, wozu man 58 a am häufigſten Gerſte, in welche Klee geſäet wird, nimmt. Hauptſäch⸗ V 2* lich beobachtat man dabei folgende Fruchtfolge: Kartoffeln gedüngt; Gerſte mit Klee; Klee; Klee, von dem ein Schnitt genommen wird 92 worauf der Nachwuchs unterpflügt wird und eine förmliche Brach⸗ 8 27 bearbeitung folgt; Weizen, womit man wieder in den Turnus der 1 Dreifelderwirthſchaft hereinkommt. Dieſe Fruchtfolge hat ſich - f hauptſächlich deshalb einer beſonders beifälligen Aufnahme zu er— — freuen gehabt, weil in allem mehr bündigen Boden die Gerſte 1) nach Kartoffeln ein gutes Gedeihen und ein eben ſo gutes der - darauf folgende Klee fand, welcher wieder, wenn er im zweiten Jahre nur einigermaßen dicht ſtand, eine gute Weizenernte zur Folge hatte. In vielen Gegenden hat man nur auf dieſe Weiſe einen ſichern und ergiebigen Kleeertrag erzielt; doch gibt es auch wieder Ausnahmen, beſonders in mehr trocknem und leichtem Boden, weil hier das Land durch die zu klare Beſchaffenheit nach den Kartoffeln weder der Gerſte noch dem Klee zuſagt. Doch gibt es auch noch manche andere Umſtände, welche in Klima, Bo— den und andern Verhältniſſen liegen, die dieſe Fruchtfolge nicht empfehlenswerth machen, die aber jeder Landwirth ſelbſt beurthei— len muß. Um übrigens die Winterung in der Brache nicht auf⸗ zuopfern, pflegen manche Landwirthe die Kartoffeln ins Sommer⸗ feld zu bringen, etwas zu düngen, ſondern Erbſen anſtatt der Brache folgen zu laſſen, und ſäen nach dieſen Winterroggen. uI eee uD uoBaOE OAd JalLnaoa 2ᷣ 3NIZudn Dieſe Fruchtfolge iſt ganz beſonders in einem ſehr verqgueckten unkrautvollen Boden zu empfehlen, weil dadurch das Unkraut ganz vertilgt werden kann. In manchen Gegenden ſäet man nach Kartoffeln Sommerſtaudenroggen, welcher zeitig eingebracht wird und deshalb um ſo beſſer geräth, auch einen anſehnlichen Stroh⸗ ertrag gibt, und bringt in dieſen den Klee. Eben ſo verdient hier folgende, hier und da bei der Dreifelderwirthſchaft gebräuch⸗ liche Fruchtfolge bemerkt zu werden. Kartoffeln mit halber Dün⸗ gung in der Brache, Winterroggen, in welchen im Frühjahr Klee eingeſäet wird; dieſer wird, ſobald der Roggen geerntet iſt, ge— eggt, ſodann ein Stoppelſchnitt genommen, und hierauf Miſt auf— gefahren, dieſer unterpflügt und dann Waiz zen geſaͤet, welcher ein gutes Gedeihen findet.— In der Schlag⸗ und Koppelwirthſchaft, ſo wie in der Wechſelwirthſchaft hat man einen weit größern Spielraum, die Kartoffeln auf dem geeigneten Platze anzubringen. Obwohl die Kartoffeln nicht ſonderlich von ihren Vorfrüchten in der Vegetation bedingt werden, wie andere kultivirte Pflanzen, wenn ſie nur recht viele nährende Stoffe finden, welche ſie ſich aneignen können, und durch Düngung nachhilft, ſo gerathen ſie doch um ſo beſſer, wenn man ſie nach ſolchen Gewächſen in den Acker bringt, die den Boden rein von Unkraut und kraftvoll hinterlaſſen; auch braucht man dann in Hinſicht auf die nach ihnen folgenden Früchte um ſo weniger in Verlegenheit zu ſein. Die Kleenarbe iſt ihnen doch am liebſten, weil ſie hier zu dem Dunger, welchen man ihnen reicht, auch die Raſenfäulniß finden. Die Klage, daß die Kartoffeln die Fruchtbarkeit des Bodens wie keine andere Vorfrucht vernichten, mag wahr ſein, weil allerdings ein Gewächs die Fruchtbarkeit und den vorhandenen Humus eines Bodens mehr angreift, das in ſeinen Knollen ſo viel gedeihlichen Nahrungsſtoff für Menſchen und Thiere ablagert und die Ele— mente hierzu, ſowohl von der Oberfläche wie aus der Tiefe d Erde an ſich zieht.(Siehe auch S. 422.) Gewiß ſind die Frü kartoffeln diejenigen, welche den Boden weniger angreifen, weil ihr vieles grünes Laub der Atmoſphäre viel mehr Nahrung ent⸗ zieht, als die Spätkartoffeln mit einem Laube, welches ſeines Alters halber und wegen Inſektenverletzung dazu unfähiger geworden. 1. Gedüngtes Land erſchöpfen die Kartoffeln im Verhältniſſe mehr als ungedüngtes, weil durch ihre Bearbeitung während der Vege— tation ſich viele Düngſtoffe verflüchtigen In trocknen Jahren, wo ſich das Kraut weniger ausbildet, erſchöp — en ſie im Verhält— kom füge oit Dinſ Geledü in desn dder. Mutann Pflan eigenug. fäſel, vernn pſztt/ 144ʃ 444 em ſehr he M ſadurch das h. niſſe mehr als in mäßig feuchten. Uibrigens haben die Kartoffeln enden ſiet m. das Merkwürdige, daß ſie nicht ſo ſehr wie andere Pflanzen die tig eingebtat Neuheit des Standpunktes ſuchen; die Erfahrung ſagt aber doch, aneznitere daß ſie zwar nach ſich ſelbſt öfters gebaut werden können, dann ' Ehen ſol aber um ſo mehr ausarten, und deshalb wird gerathen, ſie nicht wirhſchſ— unter 3 Jahren auf denſelben Platz zu bringen. eln mt hhe d) Zurichtung des Bodens. Wenn auch die Kartof 3 1 anas faſt in keinem Erdreich verſagen, ſo verlangt doch jedes Kartoffel⸗ geng land ein gehöriges Pflügen und Graben, und eine vo ollkommene erntet 7.„— F— 1 Pulverung, ehe es bepflanzt wird. Die Saatkartoffeln treiben näm⸗ nd 6 1„e Lon r e lich Wurzelſtränge, an denen ſich die jungen Knollen anfänglich in die Größe einer Erbſe und von zarter wie weicher Natur aus— bilden*). Dieſe kleinen Knollen erlangen aber eine beträchtliche geſcet, vet d Fuuriunt einen veit i latze anbyhhn. 5.— ſae ondli-**) Dr. Pr reiß hat in der Prager Zeitung, J. 1841, Nr. 120, über das deen Vorfrutt Entſtehen der Kartoffeln folgende Reflexionen mitgetheilt:»Da der neue Kartoffel kein unmittelbar fortgeſetztes Organ der Wurzel iſt, aber doch allenthalben als Wurzelknollen oder Knollenwurzel vor— kommt, ſo will ich dieſen Benennungen einige Betrachtungen bei⸗ kultivirte Lir den, welche ſe fft, ſo geuie fügen, die mir nicht unbedeutend zu ſein ſcheinen, nämlich: Gewachen i Die Knollen entſtehen vor- und ſeitwärts an und zwiſchen der Gelenk ähnlichen Abſätzen eines wahren Pflanzenauslaufers(Stolo) aut und kti in der Erde, ſelten unmittelbar aus dem Mutterknollen ſelbſt. Dieſer aet auf de 3 aj„ oder dieſe Auslaufer entſpringen nur allein aus dem Keim des legenheit i Mutterknollens, ſo weit er mit Erde bedeckt iſt, der endlich in den lſie hier zu! Pflanzenſtengel übergeht. Früher ſchon bilden ſich an den Keimen enfaulniß fi eigene Wurzeln mit ihren unregelmäßig zerſtreut ſtehenden Saug— fäſerchen, zwiſchen welchen ſich die genannten Auslaufer bilden und verlängern; an jedem dieſer be eiiiden ſich 2 bis 3 kleine Pflanzen⸗ nden, ſtatt Knollen zu tragen, 0 wet alerdi unton uuftge i 1 blättchen, die unter günſtig en Humus ei in Pflanzen übergehen. el gedeihlih An den Gelenk ähnlichen Abſätzen der Auslaufer bilden ſich neue t und del Keimtriebe in geregelten Diſtanzen zum Entſtehen der neuen Knollen, 9 mit mehr oder weniger, faſt quirlförmig daran ſtehenden Wurzel fäſerchen. Es fließt ſonach angreife, Auslau fer, jedes ein anderes Organ ſein müſſe giſche Beſtimmung des Auslaufers ſcheint keine andere zu ſein, als zorg or- MNosrig 3 d Mitr⸗ 8 hieraus der Begriff, baß Kr Wurzel und e, denn die phyſiolo 7 »Nahrung jſeire die Stoffe des Mutterknollens mittelſt ſeines Urkeimes dem Aus— IA laufer zuzuführen, und ſofort an dieſem die neuen Knollen zu bil⸗ kaer gebelehe 15:.„— ö iger ge den, gleichſam wie die Nabelſchnur dem Kinde die Säfte der Mutter thältniſe! d zuführt. ae ſenarneis Mutterkeim, der zum Rhizom wird, ſtreckt allent— „aaßtel halben ſeine Saugwurzeln in die deche worgug that ofrt mer ſene ocknen ſdhle b Stoffe zukommen, die er aus dieſer ziehen kann. ein Lrtit 5 442 Größe, wenn ſie in ihrer Ausbreitung keinen Widerſtand finden; ſetzt ſich ihnen dieſer aber entgegen, ſo bleiben ſie klein. Einen mäßigen Widerſtand uͤberwinden ſie zwar, keineswegs aber den eines ungaren und harten Bodens, und daher iſt es eine unerläß⸗ liche Bedingung, den Boden nicht nur möglichſt von Unkraut, be⸗ ſonders Wurzelunkraut, zu reinigen, ſondern auch möglichſt zu lockern. Wie ſich im Allgemeinen die herbſtliche Düngung ſehr empfiehlt, ebenſo empflehlungswerth iſt die herbſtliche Vorberei— tung des Kartoffellandes. Weil kein Boden eine tiefere Bear— beitung nöthig hat, als der, worauf Kartoffeln gebaut werden; ſo iſt folglich das flache Pflügen oder Graben des Kartoffellandes, der erſte Fehler, daß man ſo häufig die möglichſt größte Ernte Nach dieſen Betrachtungen liefern ſonach zwei verſchiedene Organe auch verſchiedene Säfte in den Stock und in den neuen Knollen, nämlich: Kartoffelſtoffe aus dem Mutterknollen und Erde-, Dünger— oder Humusſtoffe durch die Saugwurzeln aus dem Medium, worin ſie ſich anheften. Hieraus folgt, daß je kleiner die Maſſe des Kar— toffelfleiſches an ſeinem Keime iſt, deſto geringer auch die Quan⸗ tität ſeiner künftigen faulen Gasentwicklungen ausfallen muß, die ſich dem neuen Knollen mittheilen, mithin von dieſer Seite be— trachtet auch die Kartoffeln beſſer werden können, als im entgegen— geſetzten Falle, zumal ein kleines Stückchen des Knollens am Mutter— keime ſchon in der Blüthezeit meiſtens abfault und verzehrt iſt, da hingegen ganze oder große faulende Knollenſtücke bis zur Erntezeit ihre Stoffe dem neuen zuführen. Durch vielfältige Unterſuchungen fand ich immer, daß dem ſtock— treibenden Mutterkeim nur ſo lange einige Baſis nothwendig iſt, bis die Blüthezeit herannaht, nimmt man dann dieſe mehr oder weniger faule Baſis vom Stocke gewaltſam hinweg(gleichſam einige künſt— liche Entbindung), ſo wird ſowohl die Pflanze wie die neuen Knollen blos durch die Einſaugungswurzeln aus ihrem Medium ernährt, worin ſie ſtehen, und ohne Mutterknollen beſtens gedeihen und her— anwachſen. Fehlt die größere Maſſe des faulenden Mutterknollens, waren die Kartoffeln trocken und gut überwintert, und iſt der Humus gut beſtellt, dann kann man auch hoffen, daß vielleicht weniger Cyan—, Fuſel- oder ſumpfluftiger Solaninſtoff(⁷) als ſonſt bei den Kar— toffeln in Anklage ſtand, gezogen werden dürfte, und wir können ohne Peru vielleicht beſſere Kartoffeln erzeugen. Alles Vorangeſagte läßt ſich in Kürze am Kartofeeſſtocke ſelbſt leichter nachweiſen und begreifen, als hier geſagt iſt.— Welche Schlußfolgerungen, vorzüglich die Chemiker, auch Oekonomen hieraus ſchöpfen wollen, muß ich ihnen überlaſſen. Preiß. refect. dem Dung t deit; dahr hei den Guts den Sotgen Fartoffelatt den Stock 5 man anneluftt art zrreihic in gebruns — Durh) nitt ſhlela ſimmte Lot es auch d man aber 97 tung des 76 pelter Spifn tenen Dün Egge es inr nit grün Erdreich zuüs nehr als P fert, ſo iſt 9 31 toffeln 2 eher gelegme füngt. D als möglitS begen gkel ſiariſe ußt mung, nog und der„ Vegetatiorg iſt ibereih ſſen Enton Kälte ern die Käͤlte. gartoffln,n eine Hand Uibertunt, V 443 Bderſtnd verfehlt. Die Kartoffel lebt nicht blos an der Oberfläche von en ſe kein, dem Dung, ſondern ſie verbreitet ihre Wurzeln möglichſt in die ſeineövegs ber Tiefe; daher muß jeder, der viele Kartoffeln erlangen will, wie iſt es eine un, bei den Gurken für einen tief mulligen(leicht zerbröckelnden) Bo— jſt von Untan den Sorge tragen. Auch muß man ſich hier beſonders nach den t auch niglt, Kartoffelarten richten, indem einige mehr, andere weniger unter lich dirzan dem Stocke die Knollen anſetzen. Als eine allgemeine Regel kann Herbſtlite Aag⸗ man annehmen, daß eine zweimalige Bearbeitung für jede Boden— eine tifn g art zureicht; die erſte geſchieht vor dem Winter, die andere aber gebaut va im Februar oder März, kurz vor dem Legen der Saatkartoffeln. des Fartfelc— Durch die Erfahrung iſt man zwar überzeugt worden, daß es glchſt giin nicht ſchlechterdings nothwendig ſei, das zu den Kartoffeln be— ſtimmte Land mit dem Spaten zu umgraben; ſondern daß man es auch durch tüchtiges Pfluͤgen locker genug machen könne; wo jverſchiden d man aber viele Kartoffeln ernten will, iſt jedoch bei der Bearbei— den nan n tung des Landes der Spaten beſſer als der Pflug, weil ein dop— und Gz e pelter Spatenſtich den Boden beſſer aufruͤhrt und mit dem erhal— In eie tenen Dünger miſcht, als der Pflug mit Hülfe der ihm folgenden àr anch e d Egge es vermag. War vor dem Spatenſtich das Kartoffelland ausfulen mi. mit grünen Gewächſen überwachſen, ſo erlangt das gegrabene on dieſer ein Erdreich zugleich eine kleine grüne Duͤngung. Das Graben koſtet 7, als in eltu mehr als das Pflügen; weil jedoch das Graben mehr Knollen lie— wlenz an lin fert, ſo iſt es nutzlicher, den größern Aufwand nicht zu achten. ih wchhi n e) Zeit zur Pflanzung und Vorbereitung der Kar⸗ diinndims toffeln zur Saat. In jedem Klima muß die Saatkartoffel er, daß dem ſti eher gelegt werden, ehe ſie in ihrem Winterlager zu keimen an— rwendig iſ fängt. Das Winterlager ſei gegeu Froſt geſchützt, aber ſo küh Jr oder veni als möglich. Sie gedeihet um ſo beſſer, je weniger ſie vor dem mm einige ſi Legen gekeimt hat. Der erſte Trieb iſt in der Regel immer der Lufäin 4 ſtärkſte; wird ſie frühe gelegt, ſo iſt weder ſie in voreiliger Kei— leha me mung, noch ihr Dünger in einer vorſchnellen Gährung verſetzt, und der von der Natur erwärmte Boden der einzige Reiz zu knollens, vann Vegetation. Dann entwickelt ſich alles in ſeiner Ruhe, und nichts der Humld iſt übereilt. Es liegt in der Natur dieſes Gewächſes, in der er— weniget e ſten Entwicklungsperiode wenig Wärme zu lieben, aber auch keine ſt i u Kälte ertragen zu koͤnnen. Da aber die Kartoffelpflanze gegen un vi a die Kälte ſehr empfindlich iſt, ſo gebe man den früh gelegten vfäſtt ilt Kartoffeln, wenn ſie eben den erſten Keim aus der Erde treiben, ie= Pelhe eine Hand voll Laub, und ihr Kraut wird ſicher nicht erfrieren. mnomen itni Uiberhaupt liegt im trocknen Laube eine magiſche ſchützende Kraft, hreiß 44 junge Pflanzen gegen die Kälte der atmoſphäriſchen Luft in den Monaten April und Mai, in welchen die Nachtfröſte großen Scha⸗ den anrichten, zu bewahren. Verliert die Kartoffel ihren erſten Trieb, ſo erſetzt ihn zwar ein zweiter, oder ein noch ſpäterer, aber ſie zertheilt dann ihre Lebenskraft unter mehrere Triebe, welche unvollkommener ſind, als wenn ſich der erſte Trieb der Natur gemäß frei häͤtte entwickeln können, was für jeden Kar— toffelpflanzer von der größten Wichtigkeit iſt*). Jede durch frühe Triebe erſchöpfte Kartoffel wird weich und ſchwammig. Ihre noch übrige Fortpflanzungskraft wird ſchnell erſchöpft durch den war— men Boden, oder durch den heißen Dünger, worein ſie gelegt wird. In einem ſolchen Zuſtande iſt ſie ſo weich wie friſcher Käſe, und wird ſpäter leicht trocken. In dem ſchwammigen Theil trifft man Würmer an, welche überall gewöhnt ſind, ſich von kränkelnden Gewächſen zu ernähren, und in deren Hohlungen Eier zu legen. Dieſe Gewürme ſind nicht die Urſache, ſondern die Folge der Krankheit.— Bei der zu ſpäten Pflanzung mehrt ſich das Uibel, wenn die erſten Triebe vernichtet werden, die Kartoffel mag ganz oder zerſchnitten gelegt ſein. Die durch frühzeitiges Keimen be— reits kranken Kartoffeln muß man niemals in den heißen Mit⸗ tagsſtunden und auf einem heißen Dünger in einem heißen Bo— den legen. Die Frühkartoſſeln legt man in den Gärten gern ſo zeitig als möglich und wählt dafür warme, gegen Süden liegende Plätze, oder durch Hecken geſchützte Orte aus. In Beziehung auf das Legen der Feldkartoffeln iſt, wenn man nicht Frühkartoffeln zum Speiſegebrauch erzielen will, die allerdings in der Nähe großer Städte ſo gut bezahlt werden, daß die Gefahr des Verluſtes de Ausſaat ſich beim Mißrathen deckt, anzunehmen, daß dieß nicht eher erfolgen dürfe, als bis der Boden gehörig von der Sonne durchwärmt iſt. In Deutſchland ſollte man im Allgemeinen mit dem Legen nie früher als den 10. April anfangen, nie ſpäter als den 20. Mai. In der Regel gerathen die früher gelegten Kar⸗ toffeln beſſer, weil ihr Kraut bis zur trocknen Sommerperiode ſo weit ausgebildet iſt, daß es den Boden um ſo feuchter erhält, *) Die Narziſſe, eine andere Knollenpflanze, lehrt uns, daß, wenn man ihr mehrmals den begonnenen Trieb abbricht und ſie am Ende ins Erdreich legt, ſie entweder gar keine, oder nur ſchlechte Knollen ablegt. 12 Und un ſo werden duhe an der Oiül ben, wohih eine gerauß, ahreszeit he 6 ſe nicht d *) In Etm haen h. der Vis die let Arten Erfolgzs der Kff zu ſchn am fr 1 derſelt und w ließ, einer„ Tagen gleichen welche. d G. und 8) biig. — 445 auſchen(iti und um ſo mehr atmoſphäͤriſche Feuchtigkeit und Nahrung anzieht, Rüſe zin daher die Kartvffeln meiſt ſchon Anfangs Juni reif ſind*). ſurife üre Hinſichtlich der Vorbereitung der Kartoffeln zur tein wogh ſi Saat liefern nach angeſtellten Verſuchen jene Knollen, welche vor der Bildung des Keimes an einem luftigen trockenen Orte ti etwas welk geworden find, nicht nur einen ungleich reichlichern was für ſeden Ertrag als ſolche, die unmittelbar aus dem Winterlager im fri— ). Jede dut ſchen Zuſtande eueiürcge wenn ſie ſich in niedrig gelegenen Or⸗ wammig. Jin ten befinden, welche ihre Vegetation ſehr begünſtigen) gelegt wer⸗ pft durh d den; ſondern ſo dſaud elt⸗ Kartoffeln keimen auch, ſelbſt bei tro— drein ſe gg ckener Witterung, früher und ſicherer. Es wird daher auch allge⸗ e friſcer dih, mein empfohlen, ſobald kein Froſt mehr zu befürchten iſt, di hen Thell uft Saatkartoffeln aus Erdgruben, Mieten und Kellern frühzeitig zu h ſchaffen, auf einen luftigen Ort, z. B. auf Tennen, hohe geräu⸗ ner En mige Stuben u. d. g. zu übertragen, und dünn, allenfalls in der dern die gu Höhe von 2— 3 Knollen, auszubreiten, oft umzuſchaufeln, und ehrt ſch di dort überwelken zu laſſen, ehe ſie gelegt werden. Auf dieſe Weiſe Kartoffl nn werden die dem Lichte und der Luft ausgeſetzten Knollen wohl eitges ger an der Oberfläche zu grünen anfangen, jedoch feſt und voll blei⸗ ben, wohlgenährte, kurze und gefärbte Triebe machen, ſich noch eine geraume Zeit gut erhalten, um in einer etwas vorgerückten Jahreszei ſie nicht den 3 noch immer eine gute Ernte zu liefern; doch durfen 9 8 † 1 te gen ſ den Sonnenſtrahlen ausgeſetzt werden.**) en liegende! tjiecung dc*) In England und Frankreich will man ſehr vortheilhaft gefunden rihkartffelt haben, wechſelweiſe frühe und ſpäte Kartoffeln zu legen, indem hieraus der Nahe gi der Vortheil entſteht, daß, wenn die erſten ausgenommen werden. Verluſtes! die letztern ſich mehr Nahrung zueignen können, zumal ſelten beiden Arten eine gleiche günſtige Witterung zuſagt. **) Erfolgreiches Mittel gegen das Faulen der Kartoffeln. Beim Legen der Kartoffeln haben die Landwirthe die Gewohnheit, ſie in Stücke daß dieß n von der En Allgemeinen zu ſchneiden, und ſogleich zu legen; nun müſſen ſie aber nothwendig „ nie ſpiten am friſchen Schnitte faulen, woher es kommt, daß ein großer Theil 1 glgin derſelben fehlſchlägt. Folgendes Mittel entdeckte ein Gartenliebhaber, und wurde von aufgeklärten Landwirthen bewährt gefunden:»Ich kder 4 ließ,« ſagt derſelbe»die Kartoffeln in Stücke ſchneiden und dieſe in feuchter ei einer Stube ausbreiten, damit der Schnitt trocknen konnte; nach 8 Tagen ließ ich ſie legen, und nicht ein einziges Stück verſagte; zu gleicher Zeit ließ ich auch friſchgeſchnittene in denſelben Boden legen, dMß⸗ rennén welche aber alle faulten.«—(Allgem. Jour. für Induſtrie, Handel ſe mn d Ende ſ und Schifffahrt nebſt einem politechniſchen Beiblatt. Hamburg und Leipzig 1840. Nr. 51.) 446 f) Fortpflanzungsmethoden. Von den verſchiedenartigen Fortpflanzungen ſind folgende zu erwähnen: 1. Fortpflanzung durch Wurzelknollen. Dieſe Art wird als die ſicherſte betrachtet, da unſtreitig in den Knollen das Fortpflanzungsvermögen im überwiegendſten Grade enthalten iſt. Sie iſt auch die älteſte, die leichteſte und in Be— tracht aller Umſtände die angemeſſenſte. Bevor wir aber das Nä⸗ here hierüber abhandeln, können wir nicht umhin, Folgendes zu erwähnen: Es iſt bekannt, daß jede Veränderung der Saat durch Austauſch mit fremden Gegenden auf den Körnerertrag ei— nen großen Einfluß übt, der im Allgemeinen noch viel zu wenig beachtet wird.— Am Anunffeallendſten zeigt ſich dieß bei den Kar— toffeln, ſelbſt wenn ſie oft nur wenige Meilen weit hergeholt werden, und zwar aus wärmerem Boden in kältern. Aber mit der Zeit baut ſich die Kartoffel aus. Sie verliert nach einigen Jah— ren allmälig die guten Eigenſchaften, die ſie aus ihrer Heimath mitbrachte und akklimatiſirt ſich, indem ſie dabei die ſchlechtere Beſchaffenheit annimmt, welche ihr der kältere Boden und andere ſchädliche Einflüſſe ertheilen. Alle Freunde des Kartoffelbaues werden alſo wohl thun, wenn ſie jährlich ihre guten Saatkartof— feln gegen einander austauſchen, damit ſie keine Gefahr laufen, ausgeartete Knollen zu bekommen. Weil aber die angekaufte oder verwechſelte Saat in der Regel ſchon ein ungleichartiges Gemiſch zu ſein pflegt, ſo muß nothwendig auch eine Ausartung dadnrch verurſacht werden, wenn man die verſchiedenen Kartoffelarten frühe und ſpäte, weiße und rothe, ſchlechte und gute, oft auf einem Acker beiſammen pflanzt, beſonders daß man die ſogenann⸗ ten Viehkartoffeln unter und neben die andern legt, denn es kann nicht fehlen, daß während dem Blühen ihr Samenſtaub auf andere gute Stöcke gebracht wird; man wird daher ökonomiſch noch weiter mit den Pflanzkartoffeln kommen, wenn man ſich neue Arten aus den Saamenbeeren(Aepfeh erzeugt. Uiber die Frage, ob man ganze oder zerſchnittene, große, mittlere oder kleine Knollen zur Saat wählen ſoll, walten ſehr verſchiedene Anſichten. Betrachtet man die Sache aus dem natur— gemäßen Geſichtspunkte, ſo möchte ſich Folgendes ergeben, was auch durch die Erfahrung ſachkundiger Beobachter beſtättiget wird. große duh ausgebidet ſe geben ſt der Witterun) lafern ſie nit Nachkommen vuchsz ſie ſi fannen dahe” attoffeln ſtt ſe bidden ve De Beluubi izettrieben latt ſie dien rnden die ſ ſit die geet tenn man die runden! Legt ut he Augent eilicen; 1 Ianze Knol. ds Stockes dr Ernte! brauchbar i 3 legen,; Frollen, d Augen ber goßen San 6 de klei Jhee ſteht (lllgem.lo die⸗ getheilt we⸗ tiffln, di ung Reeig Manzen bim, wenn nätürli ei tidet ha 1 442 Große Knollen, die nicht ſchon ausgewachſen geweſen, ſind mehr ausgebildet als die kleinen; ihre Keime ſind daher kräftiger, und ſie geben ſtärkere Pflanzen, welche den nachtheiligen Einflüſſen der Witterung beſſer widerſtehen, und unter gleichen Umſtänden lknollen. liefern ſie nicht allein eine ſchönere, größere, ſondern auch mehr KNachkommenſchaft. Die kleinen Knollen dagegen ſind der Nach— wuchs; ſie ſind nicht vollkommen reif, die Augen ſind kleiner und können daher keinen ſo kräftigen Keim entwickeln. Ganz kleine Kartoffeln ſind zur Fortpflanzung durchaus nicht zu nehmen, denn da ſid fig et, da untin 1 5, ſ. verwiegendſeng lechteſte un p bi dbe e ſie bilden viel Laub, aber nur ſchwache, klein bleibende Knollen. unhin Folgene Die Belaubung iſt zwar freilich nothwendig, aber ſie darf nicht nderung übertrieben ſein. Je unreifer die Saat war, deſto leichter ver— en Kiörnanna liert ſie die Keimkraft. Nach der Anſicht der meiſten Landwirthe noch rilkan werden die guten mittelgroßen Kartoffeln, die viele Augen haben, h dieß leimt für die geeignetſten zur Saat anerkannt, und man thut wohl, eilen weit ten wenn man dieſe gleich bei der Ernte ausſucht. In der Regel ſind ltern. Aber e die runden Knollen fruchtbarer als die langen. nach einien 1 u1 ter z Legt man ganze Kartoffeln, ſo wird man finden, daß nicht lei di at alle Augen Keime treiben, daß vielmehr die untern gewöhnlich Ke er uf erſticken; auch iſt es eine nicht ſeltene Erſcheinung, daß, wenn ganze Knollen gelegt worden, ſelbſt bei einem reichlichen Anſatze des Stockes, die Mutterkartoffel doch noch ziemlich unverſehrt bei der Ernte zum Vorſchein kommt, ſo daß ſie noch zum Viehfutter ess Kartofebn guten Saniun te Gefahr lein—— 07 hei brauchbar iſt. Sonach iſt es alſo nicht nothwendig ganze, Knollen e angekaufte 4.„+† 5 hrirn zu legen, ſondern vielmehr nur Stücke von großen und ſchönen ges Gen—. ariige Knollen, die ihre volle Reife erlangt haben, und mit mehreren artung dedn. . Augen verſehen ſind. Immer wird der Erfolg lehren, daß die Kartoffelan großen Saatkartoffeln, wenn ſie geſund ſind, mehr Ernte liefern gaüe, 4 als die kleinen, und weniger als beide die zerſchnittenen. Dieſe die ſogele Regel ſteht feſt, wenn in der Kultur nichts verſehen worden iſt. legt,(Allgem. landw. Zeitung, J. 1839.) Samenſtauh Ludans Die Anſichten Aitken's, die im X. Abſchnitt ausführlich mit⸗ man ſhm getheilt werden, beweiſen aber, daß die ſogenannten reifen Kar— toffeln, die man überwachſen läßt, am wenigſten zur Fortpflan— . zung geeignet ſind, ja ſelbſt Krankheiten der durch ſie erzogenen nittene ger Pflanzen herbeiführen. Es verdient alſo nicht unbeachtet zu blei— I, valtan ii ben, wenn derſelbe empfiehlt, zur Saat unreife Kartoffeln(welche us dem nun natürlich eine ſolche Größe erlangt haben, daß ſich die Keimaugen rdelen, ne gebildet haben) zu nehmen, und auch für den Tiſch die Kartoffeln litgi m 448 ſich nicht überwachſen, nicht überreif werden zu laſſen.— To⸗ wers, ein fleißiger landwirth. Schriftſteller Englands, der die Kartoffelkultur zu ſeinem beſonderen Studium gemacht und in einer ſehr umfangreichen Abhandlung die zufſihein und Vorſchlge Ait— kens beſprochen hat, ſtimmt zwar mit dem Letzteren keineswegs in der phyſiologiſchen Bedeutung der Knplie überein, doch aber hinſichtlich der Anwendung von unreifen Knollen zur Saat. Er führt u. a. einen von ihm angeſtellten Verſuch an, und wird da⸗ durch zu dem Schluſſe geleitet, daß die Zerſtörung des Kartoffel⸗ krautes durch Froſt das Reifen der Knollen völlig hemme.»Hier— durch, ſagt er, wird Aitken's Anſicht von der Wirkung des Ab⸗ mähens der Stauden, um unreife Knollen zur Saat zu erhalten, beſtätigt. Um ſich der gehoͤrigen Reife der zum Verſpeiſen be— ſtimmten Kartoffeln zu verſichern, muß man wohl das Kraut reif werden laſſen; zur Saat jedoch ſind unreife Knollen, d. h. ſolche, welche die volle Saftmaſſe behalten, welche ſie genau um die Zeit haben, wo die Blätter anfangen welk,(gelb?) zu wer— den, ohne allen Zweifel vorzuziehen. Es iſt für jeden Landwirth, der ſein Gewerbe zu einer Wiſſenſchaft zu erheben wuüͤnſcht, Pflicht, die von Aitken in Vorſchlag gebrachten Verfahrungsarten zu verſuchen; nichts kann einfacher ſein, und die Wahrheit der vor⸗ getragenen Anſichten muß ſich bald ergeben, ſo, daß es nicht lange zweifelhaft bleiben kann, ob dieſe Mittel ſicher helfen.«(Prakti— ſches Wochenbl. des Neueſten all. J. 1840, N. 24.) Legt man zerſchnittene Kartoffeln, ſo muß man beim Zerſchneiden darauf ſehen, daß das Fleiſchende nicht kegelförmig ſei, weil ſonſt beim Legen der Augen in einer ſchrägen Richtung von unterwärts kommen, wodurch das Keimen erſchwert oder gar gehindert wird. Um nun dieſes zu vermeiden, muß man die Kar— toffelſtücke an den Fleiſchenden gleich ſchneiden, ſo daß ſie beim Legen eine ſolche Richtung bekommen, daß die Augen oberwärts ſtehen. Das Zerſchneiden muß mit einem ſcharfen Meſſer ge— ſchehen, weil der glatte Schnitt weniger leicht in Fäulniß geräth als der ſtumpfe, wenn dadurch Löcher geriſſen werdeu. An jedem Stück müſſen 3— 4 unverletzte Augen ſein, und nach dem Schnitte dürfen die Stücke nicht über 24 Stunden alt werden. In der allgemeinen Zeitung v. J. 1839 wird bemerkt: daß man ſchon früher gekeimte Kartoffeln nie zerſchneiden darf, weil ſie dieß noch mehr ſchwächt, überhaupt ſei das Zerſchneiden immer etwas mißlich. Will man die Kartoffeln aber durchaus zerſchnei⸗ den, ſo mt denn, wenn 3 Saat Dir2 überbaupt t entzeten; A ſleih hinteits göglicſt w n dl begetstionij orſtlag 2 Stunden nanglung hechlch, d deokkenbeit Paſeer geots dieß ſolle 7 können alu⸗ Buſtande 9 Bei ul ſehr auf ſ fer dieſen ,. ts inmer u borziüglihhhe zuf die G Gehalt Rin Erntegeſhun zuch ergieti ſen kleiren in Verhälteg Bein Ern 1 ſch dieſen Der große. der größerg durch das ¹ nauer kann *) Den K Tegeta Nach D Fnollen 449 n zu laſen.„ dizans d den, ſo muß man wenigſtens den Schnitt mit Kalk beſtreuen*); 3 denn, wenn nach der Legung der zerſchnittenen Kartoffeln auf die Saat Dürre folgt, ſo pflegen ſie zu faulen. Die Erde pflegt überhaupt leicht den zerſchnittenen Kartoffeln die Feuchtigkeit zu entziehen; deswegen iſt es überhaupt ſehr rathſam, die Stücke gleich hinter dem Pfluge einzulegen, damit von der Erdfeuchtigkeit möglichſt wenig abdampft. Um dem Uibel ſolcher Saatkartoffeln zu begegnen, deren Vegetationskraft erſchöpft und ſchwach iſt, ſoll man nach Aitken's Vorſchlag die Schnitte der Saatkartoffeln vor dem Auslegen 12 Stunden lang im Waſſer liegen laſſen; das Waſſer füllt in Er— manglung des natürlichen Saftes die Poren der Schnitte ſo reichlich, daß ſie Kraft bekommen, dem Einfluß der Hitze und Trockenheit der Luft zu widerſtehen. Ein wenig Kalk, in das 1 demacht undin fe Knolla, Waſſer geworfen, hat die Wirkung, die Vegetation zu erregen; velche ſi an dieß ſollte nicht unterlaſſen werden. Durch dieſen einfachen Prozeß le, Gelb!hg können alle Kartoffeln, welche noch nicht in einem ſehr ſchlechten ir jden em Zuſtande ſind, gerettet werden. hen vinſtt ſ Bei der Auswahl der Saatkartoffeln kommt es übrigens auch erfahtunzite ſehr auf die Sorte an. Da die verſchiedenen Sorten bald un— Wahrheit der ter dieſen, bald unter jenen Verhältniſſen beſſer gedeihen, ſo iſt daß es nit es immer anzurathen, ſich erſt durch einen Probeanbau von der helfen( Vorzüglichkeit derſelben zu überzeugen. Im Allgemeinen hat man 24.) auf die Größe der Knollen, ihren Ertrag und ihren nährenden ſo muß mont Gehalt Ruͤckſicht zu nehmen. Die größern Knollen erleichtern das nicht kegelin Erntegeſchäft ungemein, welches bei kleinen Sorten, wenn ſie ſhragen Nihn auch ergiebig ſind, ungemein erſchwert wird. Auch bleiben von ſchwert oder den kleinen Knollen, ungeachtet aller Aufmerkſamkeit bei der Ernte, man die im Verhältniß weit mehr im Boden zurück, als von den großen. o daß ſie Beim Ertrag muß man nicht die Me n⸗ der Maſſe, ſondern wie uxen oberui ſich dieſer auf nährende Theile reduzirt verhalte, berückſichtigen. fen Meſir Der größere Mehlgehalt der Kartoſfoln läßt ſich aus der Schwere, Fäulti gi der größern Konſiſtenz, durch die Empfindung auf der Zunge, rdeu. An je durch das Verhältniß, wie ſie ſättigen, ziemlich abnehmen. Ge— und unh nauer kann man die Nahrungsfähigkeit prüfen, wenn man Scheiben It opdel den alt vei eeeei*) Den Kartoffeln ein wenig Kalk auf ihr Lager mitzugeben, um die darf, Wen Vegetation zu erregen, behandeln Viele noch als Geheimniß.— idn im Nach Dr. Sprengels macht der gebrannte Kalk zugleich, daß die hne ell.„. ds eiſtni Knollen mehlreicher als gewöhnlich werden. chaulb zeiſ, ů4 29 450 ſchneidet, dieſe gehörig austrocknet, und mit ihrem vorigen Ge⸗ wichte vergleicht.— Nächſtdem wählt man eine ſolche Sorte, welche bei einem reichlichen Knollenertrage ein ſtarkes Kraut treibt. Die ſtarke Beſchattung des Bodens durch das Kraut vertilgt nicht nur die Unkräuter um ſo leichter, ſondern ſie wirkt auch anderweitig vortheilhaft auf den Boden. Ein ſtärkeres Kraut trägt auch dazu bei, daß die Pflanze mehr atmoſphäriſche Nah⸗ rung an ſich zieht. Sind die Kartoffeln zum Behufe der Pflanzung früher vor— bereitet, d. h. ſind ſie, um das Keimen zu befördern, an einem luftigen trockenen Orte etwas welk geworden(Siehe S. 445), ſo werden ſie in das Kartoffelfeld gelegt. Das Legeu ſelbſt er— folgt auf mancherlei Weiſe. Das Legen im Kleinen mit der Haue oder mit dem Spaten geſchieht auf zweierlei Art: Man macht ordentliche Löcher an den Stellen, wo die Kartoffelpflanzen ſtehen ſollen, in gerader Linie in die Länge und Quere, wirft etwas Dung hinein, legt unmittelbar auf dieſen die Kartoffeln, und macht wieder zu; oder man ſticht mit dem Spaten, oder ſchlägt mit der Haue in den Boden, hebt die Erde ein wenig auf, und läßt von einem Gehülfen eine Saatkartoffel in die dadurch ent— ſtandene Oeffnung werfen, worauf man den Spaten oder die Haue wieder heraushebt und die Erde zurückfallen läßt. Es ver— ſteht ſich, daß dieß in friſch gepflügtem Boden geſchehen muß. In manchen Gegenden werden die Kartoffeln auch mit dem Pfahle gelegt. In den friſch gepflügten oder gegrabenen Boden ſtößt man mit einem 4 Fuß langen, unten 3 Zoll im Durchmeſſer hal— tenden Pfahle, deſſen unteres Ende zugeſpitzt iſt, Löcher, erwei— tert dieſe durch das Ausbiegen desſelben, ſtreut etwas Miſt auf den Boden des Loches, legt die Kartoffel darauf, ſtreut noch etwas Miſt darüber, und hackt dann mit einer Haue lockeres Erdreich darauf, bis das Loch voll iſt. Dieſe Art des Legens, wobei aber die Saatkartoffel tiefer als gewöhnlich kommt, gibt einen ſehr anſehnlichen Ertrag.— Um nicht nur früher reife und beſſere Kartoffeln zu erhalten, ſondern auch viel Arbeit zu er— ſparen, hat man vorgeſchlagen, die Kartoffeln nicht wie gewöhn— lich in tiefe Furchen oder Gruben, ſondern in früher dazu ge— machte Haufen, äahnlich den von Maulwürfen aufgeworfenen Erdhügeln, zu legen. Zu dieſem Behufe wird das zum Anbau der Kartoffeln beſtimmte Feld im Herbſte, und abermal im Früh— ling, ſobald man in die Erde kann, mit langen Spaten umgegra— dn zen, und den Maul und ſo telt dann di 1 de Nitte 8 Fmtofelfel unkraut ain dier ganz die andereili und Nutzel 5 Bei tiefen Fur Hacken 00 tbeidiger. Sg de Kattoff die nach7 gende: Mi welcher ad0 in welchen d0 her die je⸗ deß dieſeln kann ſich lu nicht zu m veiter zu al ſegt man) der ſteherſ man kein 6⸗ dem man ds ſo weit ſe toffeln get man dabeſg Geſpann;; ſe füllen ninnt ein ſind an 1 nehmen u und ſchma, Kartoffeln ſder die, d S die Gaatka it ihrem vorigen eine ſolche&, e ein ſtarkez ns durh das ter, ſondern ſer . Ein ſrkerezg atmoſohitſſe Pfanzung füte befördem, n. den(Siehe C, Das Legen elt einen mit wri ei Art: Wun ttoffelyflma Quere, vift! die Kartofel Spaten, oder t ein wenig uf in die dedurch Spater oder alen läft. Es den geſchehen: hmi den Pff renen Boden r Dürchmeſſe il, Locher, in etwas Miſt auf, ſtreut, r Haue loi Art des l lih konn früher n iel Arbet z icht wie gii früher did faulheratn des un u ermal in Fil rnen unſche ben, und ſobald es ſich thun läßt, werden von der lockern Erde den Maulwurfshuͤgeln faſt ähnliche Haufen dicht neben einander, und ſo hoch und ſpitzig als möglich gemacht, in dieſe werden dann die Kartoffeln einzeln aufgelegt, dann beinahe bis in die Mitte des Hugels eingedrückt. Iſt auf dieſe Weiſe das Kartoffelfeld bepflanzt, ſo braucht es weiter nichts mehr, als das Unkraut auszujäten, alles weitere Anhauen und Häufeln bleibt hier ganz weg. Ein Stück Feld zur Hälfte wie gewöhnlich und die andere Hälfte auf dieſe Art bepflanzt, wird von dem Vortheil und Nutzen die Uiberzeugung geben. Bei dem Anbau im Großen werden die Kartoffeln in die tiefen Furchen oder Reihen des mit dem Pfluge oder mit dem Hacken bearbeiteten Ackers gepflanzt. Beides hat ſeine Ver⸗ theidiger. Die gewöhnlichſte und auch wohl die einfachſte Methode, die Kartoffeln zu legen, die auch einen ſichern Ertrag gibt, iſt die nach dem Hacken. Nach Schubarth's Angabe iſt ſie fol— gende: Man zieht auf dem eben geeggten Acker mit einem Hacken, welcher auf beiden Seiten Streichbretter hat, in dem Abſtande, in welchem die Kartoffelreihen ſtehen, und in der Tiefe, in wel— cher die Kartoffeln gelegt werden ſollen, Rinnen mit Bedacht, daß dieſelben nicht zu breit, ſondern mehr ſchmal werden. Man kann ſich hierzu auch eines gewöhnlichen Ruhrhackens, deſſen Ohren nicht zu weit abſtehen, oder des Behäufelhackens mit enger und weiter zu ſtellenden Streichbretern bedienen. In dieſe Rinnen legt man die Saatkartoffeln und bedeckt ſie durch das Spalten der ſtehengelaſſenen Kämme mit dem gewöhnlichen Hacken, dem man kein Vordergeſtell gibt, oder mit dem Behäufelhacken, von dem man das vordere Rad nimmt, und deſſen Streichbretter man ſo weit ſtellt, daß ſie erforderlich weit abſtreichen, um die Kar— toffeln gehörig mit Erde zu bedecken. Das Verfahren, welches man dabei beobachtet, iſt nachſtehendes: Man zieht mit einem Geſpann zuerſt eine Anzahl ſolcher Rinnen. Sind dieſe gezogen, ſo fuͤllen die Leger ihre Körbe mit den Saatkartoffeln, jeder nimmt eine Rinne ein und legt in dieſe die Kartoſſeln. Letztere ſind an beiden Enden des Gewandes vertheilt, damit das Auf— nehmen um ſo ſchneller erfolgen kann. Iſt das Gewende lang und ſchmal, ſo ladet man auch noch von der Seite desſelben Kartoffeln ab und ſtellt in jede Rinne 2 Einleger, von denen jeder die Hälfte derſelben beſorgt. Ein zweites Geſpann, welches die Saatkartoffeln aufs Feld gebracht und inzwiſchen abgeladen 29* 452 hat, wenn die Leger einmal durchs Gewende durch ſind, folgt mit dem Behäufelhacken und bedeckt die Kartoffeln mit Erde. In einem Boden mit einer ſeichten Krumme verbindet man das Legen durch den Hacken mit dem Pfluge. Man zieht nämlich die Legefurchen mit dem Hacken, überdeckt aber die gelegten Kartoffen mit dem Pfluge, indem man die Hälfte der Kämme gegen ein—⸗ ander ackert, ſo daß die Pflugfurchen einander überſchlagen. Man thut dieß wohl aus dem Grunde, um mehr fruchtbaren Boden über die Kartoffeln zu häufen, als auch hauptſächlich des— wegen, weil bei dem Spalten der Kämme mit dem Ruhrhacken (da dasſelbe der ſeichten Krumme wegen nicht tief erfolgen kann) die Bedeckung der Kartoffeln nicht ſo vollkommen erfolgen würde, als dieß bei dem, die Furche weiter abſtreichenden und dieſelbe überſchlagenden Pfluge geſchieht. Nach Block werden die Kartoffeln auf folgende Art gelegt. Iſt der Stalldung den Winter über ausgebreitet liegen geblieben, ſo wird er im April durch die land⸗ und wirthſchaftsübliche Acke⸗ rung innigſt mit der Krumme vermengt. Sollte der Acker von einmaligem Rühren nicht locker genug ſein, ſo geſchieht dieſelbe Arbeit noch einmal. Mitte oder Ende April werden mit dem Kartoffelſtreichbrettpfluge tiefe Furchen in einer Entfernung von 1 ¾ rheinl. Fuß gefahren; dieſe Furchen werden der Länge nach mit 1— 2 Eggeſtrichen wieder eingeeggt, damit in die tiefen Furchen lockere Erde fällt und die Kartoffeln nicht zu tief zu liegen kommen, welches ſie nicht gut vertragen, ſo gut es auch im Ganzen genommen iſt, ihnen nachher durch das Behäufeln viel Erde über ſich zu geben. Das Vor⸗- und Eineggen der Furchen⸗ ehe die Kartoffeln gelegt werden, darf nicht ſo ſtark geſchehen, daß die Furchen ganz unkenntlich werden, ſondern es muß die Furche noch eine Tiefe von ungefähr 2— 2 ½ Zoll behalten, worin die Kartoffeln in der Entfernung von 1 Fuß gelegt werden. Die zuerſt tief aufgepflügten Fuhren mit dem Streichbretthacken ſehen ungefahr auf folgende Art aus, hund nachdem ſie eingelegt ſind a a a a —S=S== In die ſeichten Krümmungen werden nun die Kartoffeln ganz oder in Stücken geſchnitten, gelegt und dann nach gehöriger Durchſicht, ob alle Furchen vollbelegt ſind, mit dem Streichbrett— hacken tief eingepflügt, wo der Hacken in den untern Kamm a eingeſetzt wird. Nach Verlauf von 14 Tagen bis 3 Wochen werden, ehe die Keime durchkommen, die hohen Furchen wieder ahgeegt, wiedet ErE 9ogf ſioppeln plen, df das moglit voffeln 10E geſpendeta ihn erreic San20 (nie ſoltett fache undtr werden,! Itt es eib⸗ nelage h 9 den Stuh förmig vſs möglich dau ſehr tief mt gegeben 190 Hat ſo euf gelegt we n rathen. beinge Woru Delzo feldes ma⸗ ſelben nin dhläuft, dr läuſt wenz Nachm Kartofelne luſe ma niht ver, halten, d 9 zu legen. zaben, d de durgh ſin, rtoffeln mi derbindet ma an jieht namdt e helegten gane Känne gege, ander ülberſch n mehr feuct h haubtſacht nit dem Futt tief erfolgn en erfolgen Hgeſchieht werden mt r Erfferuung en der Linge mit in die! nicht zu t ſo gut ein s Behaufeln. en der Furche ſtark geſchet n es muß! Joll beha gelegt ne treichrette nd nachder Karvfint prhen nn 45* abgeegt, damit beim künftigen Behäufeln der Pflug den Kartoffeln wieder Erde geben kann. Voght ſchreibt als wichtige Beſtellungsregeln auf den Klee— ſtoppeln(des gedüngten Klees) die zu Kartoffeln benutzt werden ſollen, das Rajolen, oder wo die Krumme nicht tief genug iſt, das möglichſt tiefe Pflügen, im Spätherbſt vor⸗ Wenn die Kar⸗ toffeln auf Mengfutter und Cerealien folgen, ſo darf man den geſpendeten Dünger nur in ſo mäßige Tiefe legen, daß die Knolle ihn erreichen kann. Sandboden ſollte nach im Herbſte umgepflügter Dungſaat (nie ſollte man dieſen Boden unbedeckt laſſen) im Frühjahre eine flache und dann eine tiefe Furche erhalten, immer ſofort geegt werden, und damit begrüuen, um nicht ausgedörrt zu werden. Iſt es ein leichter Sand, der auf 3— 4 Fuß keine lehmige Un— terlage hat, ſo pfluͤge man ſtets auseinander, bis ein Wall zwiſchen den Stücken entſteht, und die Stücke eine concave Form(kugel— förmig vertieft) haben, und dieſes, um die Feuchtigkeit ſo viel möglich aufzuhalten*). Dabei müſſen die erſten 5 oder 6 Furchen ſehr tief, dann nach und nach flacher bis zur Mitte des Stückes gegeben werden, ſonſt wird die Form nicht gehörig concav werden. Hat ſo ein Kartoffelfeld einen Abhang, ſo müſſen die Stücke quer gelegt werden, und dann iſt dieſe Methode ganz beſonders anzu⸗ rathen. Den Dunger halte man möglichſt in der Oberfläche, und bringe ihn kurz vor der Saat in die Erde. Denkende Kartoffelbauer laſſen die Anhöhen des Kartoffel— feldes nie von unten nach oben, ſondern ſtets in rund um den— ſelben hinlaufenden Furchen bepflanzen, weil ſonſt aller Regen abläuft, deſſen die Kartoffeln bedurfen, und der um ſo mehr ab— läuft, wenn ſie mit der Pferdehacke bearbeitet werden. Nach einem ſtarken Regeu ſoll man nicht die Einlegung der Kartoffeln vornehmen, iſt das Kartoffelland dadurch zugedielt, ſo laſſe man ſich ein nochmaliges flaches Durchpflügen des Feldes nicht verdrießen.— Manche Landwirthe pflegen es für beſſer zu halten, die Kartoffeln in den kühlen Morgen- oder Abendſtunden zu legen. Ob die Kartoffeln tief oder flach, weit oder enge von ein— *) Aus derſelben Urſache wird naſſes Land convex(kugelförmig er⸗ haben) gepflügt. ——--———— 454 ander gelegt werden ſollen, dieß hängt von der Ackerkrumme, der Bodenkraft, der Sorte und der Größe der Saatkartoffeln ab. Tiefer als 2— 2 ½ Zoll ſollte die Kartoffel nie gelegt werden, nur in ſehr trocknen, freilich nicht wohl vorher zu beſtimmenden Jahren empfiehlt ſich eine tiefere Unterbringung; aber über 6 Zoll tief darf ſie nicht unterbracht werden, weil dann das Her— vorbrechen des Keimes gefährdet iſt. Diejenigen Arten, welche die Knollen mehr nach unterwärts treiben, verlangen flacher gelegt zu werden, als jene, welche ihre Knollen mehr nach der Ober⸗ fläche des Bodens ausbilden. Was die Entfernung des Legens betrifft, ſo weiß man jetzt, daß die Reihen oder Furchen der Kartoffeln nur 26— 27 Zoll von einander entfernt gefahren werden dürfen. Einige nehmen aber die Entfernung der Reihen bei zerſchnittenen zu 18 Zoll, bei ganzen Kartoffeln zu 24 Zoll an*); ſie weiter von einander zu machen, iſt nicht räthlich, weil ſonſt das Behäufeln mit den Geſpannwerkzeugen nicht ſtattfinden kann. Hinſichtlich der Ent— fernung, in der jede Saatkartoffel von ihrem Nachbar gelegt werden ſoll, herrſchen ſehr verſchiedene Anſichten. Einige legen die Kartoffeln enge an einander und behaupten, wenn auch klei⸗ nere Knollen, dagegen aber im Ganzen um ſo mehr Maſſe zu erhalten; Andere ſind dagegen der Meinung, nur durch ein weites Auseinanderlegen den höchſten Ertrag zu erzielen. Uiber das Eine, wie über das Andere kann jedoch nicht die Meinung, ſon— dern die Berückſichtigung der Umſtände entſcheiden. Der allge— meine Grundſatz, in weniger reichem Boden dichter, in reichem dünner zu ſäen, findet auch bei den Kartoffeln Anwendung. Uibri⸗ gens entſcheidet hierüber auch die Kartoffelart. Im allge meinem ſcheint es auch den Oekonomen in Anſehung des Ertrages nicht angemeſſen, das Individuum als Kunſtprodukt zu betrachten und nach Pfundenzahl zu ermeſſen, ſondern der Ertrag muß nur nach den Haufen, oder den Reihen und deren Entfernung und über— *) Die Engländer legen jetzt die Reihen der Kartoffeln 30— 32 Zoll von einander, wodurch ſie mehr Licht, Luft und Nahrung erlangen. Die Knollen ſind dann größer, ſchwerer und mehlreicher, und man erhält mehr Scheffel, als wenn man ſolche aus Geiz zu nahe an einander legt.(Allgem. landw. Zeitung J. 1840 Nr. 22.)— Auch will man in England und Frankreich die Erfahrung gemacht haben, daß, um die beſte Ernte zu gewinnen, man jeder gelegten Kartoffel eine volle Entfernung von 1 Elle von der andern geben ſoll. zaupt wits auch wem net verden de nilii Huft zut und zwar⸗ 1 veglaufenb un den(it aus der 2 nur, un † dem Ernn lleine Sats Nachbar iot von einan nomither ſt kartoffeln d zu legen li Erträgniſte Dar nachdem 10 weckmäßi 24 Zöll dj großer ga 14— 11 Je näher, je größert Jachhar u die Entfer Wennn legt, als) dher e5„ Sommern, keit aus) genug Fei ſondern au auch das reichen B ſtüſſe bil Vorſetend alln Unſt 455 er)„— ſtainmm haupt wie bei jeder Frucht, beſonders aber bei den Kartoffeln, i nt auch wenn ſie geſchnitten gepflanzt wären, nach der Fläche berech⸗ hr ud 9 un net werden, worauf ſie gebaut werden; denn die Fläche iſt es/ 3 beſiinn die möglichſt hoch genutzt werden ſoll. Ganz gewiß wird der Zung dher u Haufe zuträglicher ſein, der viel Raum hat und behäufelt wird, wei dann dos, und zwar in dem Maße, wie die Kartoffelart weit vom Stamme ngen Arten, w weglaufend wächſt und ſich ausbreitet. Die Sorten aber, welche langen utn, um den Stamm neſterweis zu wachſen pflegen und nach oben eehr nac de aus der Erde wachſen, brauchen gerade die weitere Entfernung nur, um Licht und Luft für den Stengel zu gewinnen.— Nach ſo veiß un dem Ermeſſen alter Kartoffelbauer iſt es am vortheilhafteſten, nur 26— F kleine Saatkartoffeln in einer Entfernung von 6 Zoll von ihrem n. Einigen Nachbar in die offene Furche zu legen, welche Furchen 24 Zoll ttenen zu von einander entfernt ſind. Es iſt mithin in jedem Falle öko— eiter von in nomiſcher, kleine Sorten und eben ſo auch zerſchnittene Saat⸗ Behaufeln ne kartoffeln enger an einander, als große Sorten weiter entfernt inſichtlich ae zu legen; weil der Flächeninhalt in den zwei erſten Fällen mehr m Nahlct, Erträgniß gibt. ken. Einige Da wo man Kartoffeln zerſchnitten legen will, dürfte es je e, wenn alh nachdem ſie von einer größern oder kleinern Art ſind, wohl am ſ wehr ſ zweckmäßigſten ſein, ſie 8— 12 Zoll von einander entfernt, in r durch ein e 24 Zoll auseinander ſtehenden Furchen zu legen. Beim Legen elen. Ui großer ganzer Kartoffeln bringt man ſie in einer Entfernung von e Meinun 12— 18 Zoll auseinander, in Reihen, die 27 Zoll entfernt ſind. dr der Je näher die zu pflanzende Kartoffelart der Viehkartoffel kommt, je größer iſt die Sorte, und um ſo weiter muß ſie von ihrem Nachbar entfernt ſtehen. Je reicher der Boden iſt, deſto größer die Entfernung. Zu reich kann ein Kartoffelboden nicht ſein. Wenn man die Kartoffeln in einem ſehr reichen Boden dichter legt, als es eben bemerkt worden; ſo erlangen ſie viel Laub; ßter, in ret vendung. Ab m alhemeine Ertrages ni betracſten 3— Wr 7 1 nun aber es mangelt ihnen dann Luft und Sonne, und in trockenen muß nut i.. e. 3 und Sommern iſt dieß beſonders ſchädlich, weil dieſes alle Feuchtig— suung und keit aus der Luft anſaugt, aber dann den Knollen doch nicht genug Feuchtigkeit abgibt. Die Schuld liegt dann nicht am Boden, 9 30) 19l 2——.. 1 30 z, ſondern an der fehlerhaften Beſtellung. Aus gleicher Urſache iſt „ndeh ſenn n auch das Dickſaͤen des Weizens und andern Getreides auf einem hagh 1 reichen Boden nachtheilig, weil der Weizen dann keine Neben— r)= ſchüſſe bilden kann. Das Quantum der Saatkartoffeln iſt nach natt ſte Vorſtehendem ſehr verſchieden, jedenfalls wird man aber unter en Kut allen Umſtänden geſichert ſein, wenn man für den Berl. oder ten ſol⸗ Magdeb. Morgen zu 18o0 rheinl. ◻ Ruthen 18 Berl. Scheffel (den Scheffel im Durchſchnitt zu 100 Pfund) an Samenkartoffeln aufhebt. Was man nicht braucht, iſt nicht verloren; indem es zu jeder Zeit noch zu Viehfutter benutzt werden kann. 2. Fortpflanzung durch ausgeſtochene Augen Daß man bei der Fortpflanzung ſtatt ganzen oder zerſtückten Kartoffeln, die Augen mit einem eigends dazu verfertigten In⸗ ſtrumente ausheben und dieſe in die Erde ſetzen kann und da⸗ durch viel erſpart, iſt ſo wie das Werkzeug ſchon häufig bekannt; letzteres iſt ein runder Löffel von Eiſen, mit ganz ſcharfem Rande, von der Größe eines Pfennings, an dem ſich ein eiſerner Stiel befindet, welcher in einen Holzgriff eingelaſſen wird. Zu dieſem Behufe nimmt man immer nur die Augen von großen Kartoffeln, indem dieſe das größte Fortpflanzungsvermögen beſitzen, und ſticht mit dem Inſtrumente die Augen in der Größe eines Pfennigs heraus, von denen aber immer mehrere zuſammengelegt werden müſſen, weil nicht alle fortkommen. In den Reihen werden ſie um die Hälfte enger neben einander gelegt, als die ganzen oder zerſchnittenen Kartoffeln, und oft geben ſie einen ſehr anſehnlichen Ertrag. Die Hauptbedingung bei dieſer Methode iſt, daß der Boden gut bearbeitet, locker, mürbe und feucht ſei. Man glaubt die Erfahrung gemacht zu haben, daß die von den Augen gewon⸗ nenen Knollen(was übrigens auch von den durch Keime fort- gepflanzten gelten ſoll), wenn ſie zerſchnitten werden, einen grö⸗ ßern Ertrag geben, als andere Kartoffeln, welche durch die Knol— len fortgepflanzt ſind. Die Londoner Gartenbau-Geſellſchaft fand, daß die oberſten und unterſten Augen einer Kartoffel beim Anbau entfernt und blos die mittlern Augen benutzt werden ſollen; denn die Spitze und der untere Theil geben ein gleiches Erträgniß, das von dem der mittlern Augen um mehr als ⅛ übertroffen wurde.(Verh. der k. f. landw. Geſell. in Wien B. IX. H. 1.) 2 3. Fortpflanzung durch Keime Durch das gewöhnliche Zerſchneiden der Pflanzkartoffel die in Kellern getrieben, wird oft die Subſtanz ſehr verletzt und ſelbſt der Keim; es wird ſich alſo der Mühe ſehr lohnen, wenn man die Keime im Zirkel mit möglichſt vielem Fleiſche mit dem Meſſer ausſchneidet. Wirklich iſt das Ausſchneiden der Keime auf die an— begebene 2 9 Man wid? als wenn ma frrpiunt arbffel wer nng ſich frei Man k ten und in durfen bein ſteckt werde ſeinen nich tn kommen. 4 5t De T men oder mehrere 3e terſtocke, w lenan ſtehe Purzel feſ grünen Bla der Erde h ſt nothig, eehrt, daß zwei, auch turz vor e deſto mehr gan die v der beim feiner Nad ſen mit zeit unten Pflanzen! dern eben von der Vei Küttt tn Lage des eoſe Dor erſcht; -4⁵⁷ 1s Verl, e6, in Samenknt lern, inden, gegebene Weiſe lohnend und bei einiger Uibung nicht ſchwierig. Man wird durch das Pflanzen der Keime gar ſehr weiter reichen als wenn man die groͤßten Kartoffeln in ihrer ganzen Subſtanz fortpflanzt. Die Rohankartoffel, die irländiſche, die peruvianiſche Kartoffel werden immer am beſten in Keimen fortgepflanzt; man mag ſich freilich der Geſchwindigkeit halber mit Zerkleinern helfen. kann. ne Lugen zen Oder zerſel 124 Man kann auch die kleinen 1—2 Zoll langen Keime abbre— ) 3 chen und in ein gut zugerichtetes Erdreich pflanzen. Die Keime dürfen beim Pflanzen nicht weiter als 6 Zoll von einander ge— zu verfertgne ehen kann on häufg ta n ſ 2 ſteckt werden, weil viele vertrocknen. Iſt auch die Ernte von den Iiz ſcharfem 9,..—. en 9 Keimen nicht reich, ſo kann ſie doch in Zeiten der Noth zu Stat⸗ ein eiſerne G ten kommen. wird. z. rßon Hch.. Kroßen dn 4. Fortpflanzung durch Ableger(Setzlinge). beſitzen, w ße eires h Die Verpflanzung geſchieht ſo, daß man nur mit dem Dau— mmenzelgt men oder Zeigefinger eine oder mehrere Seitenſproſſen, welche Feſter ne mehrere Zoll lang ſein können, mit etwas Wurzel von dem Mut— z di aun terſtocke, welcher ihrer viele hat, abdrückt, und ſie auf einen ne— mds benan ſtehenden leeren Platz ganz ſchräg in die Erde legt, die ode i d n Wurzel feſt eindrückt und Alles mit Erde bedeckt; ſo, daß die ſi Au zu grünen Blätter des Ablegers nur höchſtens einige Zoll hoch uͤber 115 Mon Gä— 7 8 ſ— 9. der Erde hervorſtehen. Das Schräge, faſt Liegende der Ableger urh Kemni iſt nothig, um mehr Stöcke zu gewinnen, denn die Erfahrung Arch Keiche 1 lehrt, daß da, wo ſie gut ſchräg aufliegen, mancher Ableger öfters den, einen g 1 1/ N durc die m en Augen gen zwei, auch drei Stöcke erzeugt. Kann man dieſe Verpflanzung kurz vor einem Regen vornehmen, ſo iſt man des guten Erfolges deſto mehr verſichert; ſollte es aber an Feuchte mangeln, ſo darf man die verſetzten Pflanzen nur einigemal mit Waſſer begießen, oder beim Setzen ſie gleich mit Waſſer einſchlämmen, wo ſie dann keiner Nachhülfe mehr bedürfen. Wunder aber wirkt das Begie— ßen mit Miſtjauche Wird jedoch das Begießen nicht zur rechten Zeit unternommen, ſo iſt das Vertrocknen von einigen ſolchen Pflanzen unvermeidlich. Die Setzlinge müſſen einer von dem an— dern eben ſo entfernt gepflanzt werden, wie jede bepflanzte Reihe von der andern. Fdie oberſten entfernt und un die Söi⸗ „das von de vunde.(De anzfaruf de lczt un ſibſ malt Bei dem Bepflanzen leerer Stellen mit Ableger muß man Rückſicht nehmen auf einen lockern Acker und nicht zu trockene Lage desſelben; langſam wachſende Winterkartoffeln ſind nur mit Vorſicht zu wählen, Viehkartoffeln, wenn man ſie nicht mehrfach en, venn it dm Neſtr ne alf die ol⸗ 458 durchſchneidet, gar nicht. Die Ernte, auf dieſem Wege erhalten, iſt ſehr beträchtlich*). 5. Fortpflanzung durch bloße Stecklinge(Stupfer). Die Erneuerung der Mutterpflanze durch Stecklinge ohne mindeſten Nachtheil derſelben, hat auf die Vervollkommnung der Samen und Früchte den weſentlichſten Einfluß. Schon aus dieſer Urſache dürfte es jedem aufmerkſamen Kartoffelbauer räthlich er— ſcheinen, ſich von einem im Frühjahre aufkeimenden Kartoffelbeete, eigene Vermehrungsbeete durch bloße Stecklinge anzulegen, um ſich vollkommene Saatkartoffeln zu erzeugen, wodurch der frühen Ausartung der Kartoffeln vorgebeugt werden könnte. Das Verfahren beim Pflanzen unterliegt keiner Schwierig— keit: wenn die gelegten Kartoffeln im Mai oder Anfangs Juni ungefähr 9 Zoll hohe Stauden getrieben und an den Stengeln 3— 4 Augen über den Boden angeſetzt haben, werden von jedem Stocke mehrere gegen 5— 6 Zoll lange Stengel abgeſchnitten, und dicht unter dem unterſten Auge verkürzt. Dann verſenkt man die Stecklinge in einem mit der Egge zubereiteten Boden in Reihen oder Furchen von ungefähr 6 Zoll Entfernung, und drückt die Erde mit einem flachen Pflanzſtocke ſorgfältig an. Man bewäſſert ſie beim Verſetzen wie Kraut- und Rübenpflanzen, und behandelt ſie dann wie gewöhnliche Kartoffelſtöcke. Wenn die Kartoffeln von bloßen Setzlingen(Nr. 4) auch gut gedeihen, ſo iſt es einleuchtend, daß man durch Kartoffelſteck— linge das Aufwühlen der angetriebenen Stöcke erſpart und die *) Durch die in Holitſch angeſtellten Verſuche iſt bekannt, daß ſich die Kartoffeln unendlich vermehren laſſen, wenn im Frühjahre nach den Sproſſen einzelne, bereits reichlich mit Wurzeln verſehene Stengel an den Knollen abgelöſt, und wieder verſetzt werden, ſo daß den Knollen nur ein einziger Trieb gelaſſen wird. So behandelt gab im vorigen Jahre eine in Stücken zerſchnittene Rohankartoffel von 36 Loth durch 16 verpflanzte Setzlinge einen Ertrag von 197 ½ Pfund, und darunter Stücke von 2— 3 Pfd. im Gewichte.(Allgem. Zeitung für deutſche Land- und Hauswirthe, J. 1839 Nr. 43.) Sonney, einer der größten Kartoffelbauer mit großem Abſatz nach London, nahm von einer Eſſex-Champion⸗Kartoffel im April 1839 46 Setzlinge und verpflanzte abermals in Mai von dieſen Setzlingen 46. Das Gewicht der Kartoffeln von den erſten 46 Setz— lingen war im Oktober 1839 100 Pfd. 2 Unc. Kartoffeln, und von den zweiten 46 Setzlingen 106 Pfd. 14 Unc.(S. a. a. O.) Macipulti einige Ett wieder ſl et pfer brirene ſock und di eswegs gel⸗ Wienerzeit. In Eiil Pichtigkeit zen und dii Ausſaat er ppäter geſt woßu noch Nitte Mait fann. 6. Fl Eine welcher ſche S. 2, H. erwahnt, un 13 Jahren reichlih dur auch einen zuglich bei darin: Re iſ, werden ſen und in zufteinende dem die ge driche i0. plche ſorgf Zoden eben Boden befe Dieſe ſor ſenkrechte eine Nen wn— ledeck, und noch nicht 459 ——Q——n ſem We. ege ec Manipulation ungemein erleichtert iſt, wenn jeder Stock nur um einige Stengel verkürzt werden darf, die nachtreiben und bald inze tu wieder zu einem deſto buſchigeren Kraut heranwachſen. Die Stu— Kllpf pfer bringen eben ſo ſchöne und häufige Früchte, wie der Mutter— 1rch Stein,..—„ teklin ſtock, und dieſer wird durch den hinweggenommenen Stengel kei— erullenn neswegs geſchwächt, indem alle Seitentriebe dazu taugen.(Allgem. b. Stur asc Wienerzeit.) febaue rüit In England legt man dieſer landwirth. Erfahrung die größte nden Krrvft Wichtigkeit bei, beſonders bei dem herrſchenden Mangel an Wei⸗ uge anzulegn zen und den hohen Brodpreiſen, da ſo viele Kartoffeln an der wodurch drſ Ausſaat erſpart werden, beſonders bei allen Frühſorten, die auch könnte. ſpäter geſtupft, noch immer die reichlichſte Fechſung gewähren; t keiner Ett wozu noch der Vortheil kommt, daß das Land bis Anfang oder oder Anfeng Mitte Mai noch zu einer andern Futterpflanze benutzt werden an den en kann. werden von 6. Fortpflanzung durch Umlegen der Stengel. engel algeſt t. Dann un Eine ſehr bewährte und vortheilhafte Fortpflanzungsmethode, zubereiteten! welcher ſchon Hermbſtädt in ſeinem Archiv der Agrikulturchemie Entfernung B. 2, H. 2, S. 490 und Putſche in ſeiner Monographie S. 93 orgfältig n erwähnt, und die auch General von Arentſchild zu Münden ſeit lbenyfene 13 Jahren verſuchte, deckt die größeren Koſten dabei mehr als . reichlich durch die ſo ſehr vervielfältigte Ernte, und läßt überdieß en(Nr. 1 auch einen Mißwachs gänzlich vermeiden. Sie eignet ſich vor— züglich bei kleinen Landwirthſchaften, und beſteht im Weſentlichen darin: Nachdem das Kartoffelland gehörig gedüngt und geackert iſt, werden die Kartoffeln in 3 Fuß von einander entfernten Rei— hen und in dieſen wieder 3 Fuß von einander gelegt, und das aufkeimende Unkraut zwiſchen ihren Linien zeitig vertilgt. Nach— dem die gelegten Kartoffeln gehackt und gejätet ſind, und ihre rrch Fartoffn erſpart und! unt, daß ſich di jhjahre nachd erſehene Sten den, ſo doß Triebe ¼— 1 Fuß über die Erde herausgeſchoſſen ſind, werden behandelt gil ſolche ſorgfältig radſpeichenartig auseinander gelegt, wagrecht dem kartofel bon Boden eben niedergebogen, mittelſt eines hölzernen Hackens am on d Boden befeſtigt und faſt einen halben Fuß hoch mit Erde bedeckt. (Allgem. 0” Dieſe ſo niedergelegten Pflanzen nehmen an ihren Enden ihre ſenkrechte oder aufrechte Stellung wieder an und geben wieder 3.) roßem Ahih Liian eine Menge Seitentriebe; dieſe werden nach erhaltener Höhe Maj von diſn von ½¼— 1 Fuß gleichfalls wie oben niedergelegt und mit Erde erſen 15S; bedeckt, und dieſe Vorkehrung ſo oft wiederholt, bis die Pflanzen ffeln, und u noch nicht blühen. Auch ſchlagen die Triebe gut an, wenn ſie 4. 9) —-ꝛ——————y——— 460 erſt ein Paar Zoll hoch mit Erde und dann mit Dünger oder Seifenſiederaſche bedeckt werden. Sobald die Blätter erſcheinen, häufelt man die Pflanzen, und läßt ſie bis zur Ernte ruhen.— Das Reſultat bei ſolcher Behandlung war, daß eine ſolche Pflanze 64 für eins abwarf, während blos gejätete und gehackte Kartof— feln's für eins, und mehrmal gejätete und gehackte Pflanzen 13 ½ für eins lieferten. Durch Verbeſſerung und größere Sorgfalt auf dieſe Fortpflanzungsart dürfte der Ertrag noch weit mehr erhöht werden. Freilich iſt dieſe Vorkehrung im Großen nicht leicht aus— zuführen, wo das Kartoffelfeld mit dem Pflug und dem Kultiva— ter bearbeitet wird, und wo man aus Mangel der nöthigen Feld— geräthe, Weiber und Kinder verwenden müßte, und ſie vielleicht nicht vorfände, um die neuen Triebe immer wieder mit friſcher Erde zu bedecken*). *) In Bezug auf dieſe beſondere Fortpflanzungsmethode liefern die Schrift. und Verhandl. der ökon. Geſellſchaft im König. Sachſen, J. 1839, Lief. 24, S. 141, folgenden Aufſatz: Dieſe Kulturmethode hat ſich bei angeſtellten Verſuchen ſehr bewährt und ſcheint beſonders für gewiſſe Verhältniſſe ſehr empfehlungswerth. Arentſchild häl ſich durch ſeine vieljährige Erfahrung überzeugt, daß durch dieſe Methode die Mißernte der Kartoffeln gänzlich vermieden werden würde und von mehreren Seiten werden günſtige Reſultate derſelben gerühmt. Insbeſondere hat Heynich in Freienwalde a. d. O. in der 25. Lief. S. 182 und der 28. Lief. S. 57 und 71 d. Verhandl. d. Gartenbau⸗Vereins zu Berlin, ſeine beherzigenswerthen Erfah— rungen über dieſe Pflanzungsart mitgetheilt und darauf angetragen, daß die Kulturmethode, die für die ärmere Volksklaſſe die wichtig— ſten Erfolge verſpreche, allgemein bekannt gemacht und namentlich durch Vermittlung der Landprediger und Schullehrer dem Volke empfohlen werde.— Heynich theilt in dem vorher angezeigten Aufſatze nachfolgende, bei anzuſtellenden Verſuchen zu berückſichtigen— de Bemerkungen mit. Die Saatkartoffeln werden in der ſchon oben gedachten Entfernung einen Spatenſtich tief gelegt und zwar in jede Grube drei Stück Mittelkartoffeln im Dreieck mit den Enden ſorg— fältig nach oben gekehrt. Unmittelbar darauf wird die Hälfte der Grube mit feuchtem verrottetem Kuhmiſt angefüllt, und dann mit Erde vollends zugeworfen. Sowohl Arentſchild als Heynich haben die Düngung der Kartoffeln von oben unter allen Umſtänden vorzüglicher als die Düngung von unten gefunden. Nachdem die Kartoffelſtengel 10— 12 Zoll hoch gewachſen waren, wurde das Feld mittelſt ſcharfer, tief eingreifender Hacken gereiniget und auf— gelockert. Hierauf wurden die Stengel der Kartoffelſtöcke mit den 7. For di Cn n erſten 3 eit der The en Pfanzkar aif Nieman Herbſte eine fäigen,oufg ſen Eri gleichmäf noch ſo Hüͤgtl Otenge deckung angew. häufelt heran⸗ Kartof wird, nachgeg leicht b Handa ſehr le und g Schef Boden heſonde gründie 461 n mit Düng,. Mler, 7. Fortpflanzung durch Samenbeeren(Aepfel). e Jlätter eii zur Ernte ruhen iß eine ſolche 9 1 und ge gehocte hact e rg großere Gorgfal ch wei nit Die Erziehung der Kartoffeln aus Samen, welche gleich in dem erſten Jahre blühen und eßbare Wurzeln anſetzen, iſt zur Zeit der Theuerung oder wo ſtrenge Winterkälte die aufbewahr— ten Pflanzkartoffeln verdirbt, von großer Wichtigkeit; denn es darf Niemand wegen neuer Ausſaat verlegen ſein, wenn er im Herbſte eine kleine Quantität Samenäpfel die auf die Blüthen folgen, aufgenommen hat*). Außerdem hat dieſe Fortpflanzungs⸗ ritt li g Und den h“ el der natziung Händen auseinander gebreitet, ſo, daß ſie wie die Speichen eines te, und pu Rades auf den trockenen Boden zu ſiegen kommen, und mittelſt ei⸗ nes Spatens 2 Zoll hoch mit Erde bedeckt, doch ſo, daß ihre äußer⸗ wieder ni fii ſten Spitzen davon befreit blieben; hierauf wurde noch Dünger gleichmäßig über die bedeckten Stengel ausgebreitet, und alsdann noch ſo viel Erde darauf geworfen, bis ſich ein 8— 10 Zoll hoher Hügel bildete, der oben nach der Mitte hin abgeplattet wurde. Die Stengelſpitzen wurden darauf wieder von der zufälligen Be⸗ smethode li deckung befreit. Als dieſe Stengelſpitzen wieder 10— 12 Zoll her⸗ im Fuünig ki angewachſen waren, wurden ſie in ihrer aufrechten Stellung be— Dieſe Fälur häufelt, d. h. mit der Hacke ſo viel Erde als möglich an dieſelben heran- und heraufgezogen.— Auf dieſe Weiſe, welche da, wo der Kartoffelbau in lockerem Boden mittelſt Spaten und Hacke betrieben wird, wie dieß bei den ärmeren Landleuten meiſt der Fall iſt, leicht nachgeahmt werden kann, zumal da ſich dergleichen Leute, die viel— leicht bei dem erſten Niederlegen der Kartoffeln etwas vermehrte Handarbeit nicht hoch anrechnen können, wurden auf 10 ◻ Ruthen ſehr leichtem Sandboden 12 Berl. Scheffel außerordentlich ſchöne und große Kartoffeln gewonnen, welches auf den Morgen 516 Berl⸗ Scheffel beträgt, ein Ertrag, der allerdings, zumal auf ſolchem Boden, außerordentlich iſt.— Daß dieſe Kulturmethode ſich ganz beſonders für die ärmeren Leute und haupt ſächlich auf leichtem tief⸗ gründigen Boden eigne, und bei derſelben auf dieſem Boden, wie dieß auch Arentſchild beobachtete, nicht leicht eine Mißernte ſtatt finden könne, iſt wohl zu erkennen; ob ſich aber dieſe Kultur— und ſcheint e .Arentſch gt, daß durt vermleden kwi eReſultate d enwalde a.d. nd 71 d. Vent genswerthen darauf angeltan kloſſe die wic zt und namenl torer dem V dther angezel zu terläſtte methode auch auf ſchwerem Boden in dieſem Grade bewähren und in drſchun den außeroördentlich ſtarken Ertrag gewähren werde, iſt eine andere und zvar Frage. Wäre dieß der Fall, ſo iſt nicht zu verkennen, da iß ſes als den Lnenn ein großer Gewinn für die ganze Landwirthſchaft und beſonders für d die Hün alle die Gegenden unſeres Landes anzuſehen ſein würde, deren , und un hauptſächlichſte Nahrung in der K artoffel beſteht. Es verdient daher id as Hefſ dieſe Methode gewiß weitere Verſuche und gewiſſenhafte Mittheilung alenlmü der Reſultate derſelben. n. Nachden,—*) Von den vorher ſorgfältig kultivirten Stöcken der beſſern Sorten, ren, uunde di deren Fortpflanzung man durch den Samen befördern will werden nnae mn. 1i die Samenäpfel im Herbſte, ſobald ſie eine weißliche, ins Gelbe 1 ſtbd mi d art noch den Vortheil, daß ſolche Kartoffeln friſcher wachſen, und dadurch wird auch nur die Gewißheit gegeben, neue Pflanzen er⸗ zeugen und dieſe durch Abarten verbeſſern zu können. Deshalb wird jeder Landwirth, wenn er auf eine ſorgfältige Auswahl und Geſundheit der Mutterpflanze ſieht, von der der Same genom⸗ men werden ſoll, auch am zuverläßigſten eine Art erhalten, die für ſeinen Boden und ſeine Umſtände angemeſſen iſt. Es tragen jedoch nicht alle Sorten Samen, indem einige und hierunter ganz beſonders die frühzeitigen, nur ſelten blühen und dann zwar Blüthenknoſpen zeigen, aber ſolche, ehe ſie ſich entfal— ten, wieder fallen laſſen*); dergleichen Sorten ſind aber auch zum Blühen und Samentragen zu bringen, wenn man von Zeit zu Zeit und zu Anfang des Sommers von den Wurzeln der Stoͤcke die Erde wegnimmt, und die kleinen Knollen, ſo wie ſie ſich aus⸗ bilden, bis auf einige abtrennt. Die Art des Verfahrens, die Kartoffeln aus Samen zu zie⸗ hen, iſt folgendes: Zur Aufnahme des Samens wählt man ent— weder ein kaltes Miſtbeet, oder ein kräftiges, im Spätherbſte ge— düngtes Gartenbeet, welches vorher gehörig gelockert und vom Unkraut gereinigt worden iſt. Man wählt keinen bündigen, ſon— dern einen mehr lockern, trockenen, nicht zu naſſen und der Ein— wirkung der Sonne gehörig ausgeſetzten Boden. Wenn der Bo— den gehörig abgetrocknet und kein Winterfroſt mehr zu fürchten iſt, ſpielende Farbe annehmen, ehe ſie vom Froſt getroffen werden, ab— gepflückt, zerdrückt und der kleine Same, welcher nach Befreiung von den Schleimtheilen zu Boden ſinkt, durch öfteres Waſchen ab— geſchieden. Manche bringen die Samenäpfel auch, um die Samen deſto leichter von den Schleimtheilen abzuſondern, in Gährung. Der ausgewaſchene Samen wird auf Leinwand oder Löſchpapier ge— trocknet und bis zum künftigen Frühjahre an einem trockenen Orte aufbewahrt. Man reihet auch die Samenäpfeln auf Schnüre, läßt ſie im Zimmer trocken werden und zerkleinert ſie im Frühjahre vor der Saat; allein die mit dem getrockneten Schleim umgebenen Samen gehen ſehr ſchwer auf. *) Manche halten jene Kartoffelarten für die edelſten, welche keine vollkommenen Blüthen entwickeln, indem ſie bald gelb werden und vor ihrer Entfaltung abfallen, welche Eigenſchaft beſonders der Knight's Downton Jam zukommt. Unter dieſen edelſten Sorten be— hauptet immer noch die Nierenkartoffel mit aſchgrauen Blättern den erſten Rang; auch in England wird ſie für die vollkommenſte ge— halten, ſo lange ſie nicht ausartet, was leicht der Fall iſt. zarkt man d ben/ und „eE wei Zol den Sanen! rung nit ei ſucht und un ſammentlo war anfäng bber bald ei inem Nach nd da ver in erſten der man ber Krrict habe twas tiefer Fuß oder gelde gele Wurzeln ni lanzen. in Juni, ſnen. Im etten Kno ünftigen Fr ich erreiche und nur di Land verſe Mittelkarto Eeſten Jahre ſvie de änen anſeh ſie zur Vo muß man V Um ſi einigen; dieß gang büſſer aufh ginzen Es Uber dieſ inſitute zu een Srnen, 463 iin e harkt man den bereits lockern Boden mit einem Rechen klar und enr pflanze eben, und ſtreut den Samen ſo darauf, daß die Samenkerne in K kinen d zwei Zoll Entfernung von einander kommen. Hierauf harkt man ii lätnt den Samen flach ein und klopft das Beet bei trockener Witte— der Sme g rung mit einem Brette zuſammen. Iſt jedoch der Boden noch 8 Art erzaltn feucht und man vermuthet naſſe Witterung, ſo unterläßt man das ſen iſ Zuſammenklopfen. Es treiben bald kleine Blättchen hervor, die —, inden ding zwar anfänglich vom Erdfloh ſehr heimgeſucht werden, demſelben Pſelten llite aber bald entwachſen. Die jungen Pflanzen leiden nicht leicht von ehe ſe ſc einem Nachtfroſte; ſie werden gehörig rein von Unkraut gehalten ten ſind an und da verdünnt, wo ſie zu dicht ſtehen. Man läßt die Pflanzen venn mon un im erſten Jahre in dem Beete, in welches ſie geſäet worden, Wurzeln n oder man verpflanzt ſie dann, wenn ſie etwa die Höhe von 5 Zoll ſo wie ſiſt. erreicht haben, in andere gut zubereitete und gedüngte Beete, etwas tiefer als ſie geſtanden haben, in einer Entfernung von aus Sanen, 1 Fuß oder ſo weit von einander, als die Kartoffeln auf dem ns wißlt n Felde gelegt werden. Man muß die Pflanze, um den feinen im Spittel Wurzeln nicht zu ſchaden, ſorgfältig ausheben und ſie etwas feſt geloat m pflanzen. Die in den Gartenbeeten erzogenen Pflanzen wird man nen bündir, im Juni, die in Miſtbeeten erzogenen ſchon im Mai verpflanzen aſen n v E können. Im Herbſte nimmt man die, an den Wuarzelfaſern ange⸗ L. Anir A ſetzten Knollen heraus, und verwahrt ſie bis zum Legen im eehr zujtttnit künftigen Fruͤhjahre an einem vor Froſt geſchützten Orte. Gewöhn— lich erreichen die Knollen im erſten Jahre nur eine geringe Größe, und nur die in Miſtbeeten erzogenen und in ein ſehr kräftiges trofen wenn Land verſetzten Pflanzen geben Knollen von der Größe einer 7 unh di Mittelkartoffel, die aber noch wäſſerig und ſchliffig ſind. Die im 11 3 erſten Jahre erzeugten Kartoffeln werden nun im zweiten Jahre, 1 in Gäßtun ſo wie die gewoͤhnlichen ins Feld gelegt, und ſie geben dann ſchon r Löſchpovier einen anſehnlichen Ertrag; allein erſt im dritten Jahre gelangen m troteenen d ſie zur Vollkommenheit. Die auf dieſe Weiſe erzeugten Knollen n auf Etm muß man ſorgfältig bis zum dritten Jahre ſortiren. nzd Um ſich das zum Behufe des Erziehens aus Samen übliche eim umgee Reinigen zu erſparen, welches eine beſchwerliche Arbeit iſt, über⸗ dieß ganz gewiß iſt, daß der Same in den Samenäpfeln weit beſſer aufbewahrt werde, als außer denſelben, ſteckt man auch die en, welch Fäin gelb werden ft beſonders ul ganzen Samenäpfeln, wie ſie an der Kartoffelpflanze wachſen. ſten Eortene Uiber dieſes Verfahren wird von dem landwirth. Belehrungs⸗ jen Bättenden inſtitute zu Turtſch in Böhmen Folgendes mitgetheilt: Die geſammel— ie ge— c. ltunmenſt ten Samenäpfel bewahrte ich durch den Winter unter dem Dache auf, gal iſ — — — 464 ohne mich um den Froſt zu bekümmern. Ganz wie ſie waren, ſtekte ich dieſe Samenäpfel zeitlich im Frühjahre auf ein gutes lockeres ſonnenreiches Beet, an einer Mauer gegen Morgen oder Mittag gelegen, in einer Entfernung von 2— 3 Zoll. Auch jeder andere Platz iſt im Nothfalle dazu tauglich. Es dauerte nicht lange, ſo erſchienen die kleinen Pflänzchen gar dicht aneinander gedrängt, wohl 20— 40 und mehr aus einem Samenapfel hervorkommend, Einige wachſen fröhlich in die Höhe und eilen den andern voraus. Haben dieſe Erſtlinge eine Höhe von 3— 4 Zoll, ſo ſind ſie zum Uiberſetzen geeignet. Man beſpritzt das Beet mit etwas Waſſer und zieht die größten Pflanzen behutſam heraus, welches ſehr leicht geht. So erhalten die übrigen Pflanzen wieder Luft und Raum zum Wachſen. In wenig Tagen haben ſie die Größe ihrer weggenommenen Brüder erlangt, wo ſie wieder zum Ausziehen geeignet ſind. Um ſo kann man wohl noch länger als einen ganzen Monat mit dem Ausziehen und Verſetzen fortfahren. Die jungen Kartoffelpflänzchen müſſen beim Uiberſetzen beinahe eben ſo weit auseinander kommen, wie die zu legenden Knollen. Nothwendig iſt, daß man bei trockener Witterung etwas mit Waſſer, noch beſſer mit Miſtjauche zu Hülfe kommt. Uiberaus günſtig iſt die Wirkung des letztern auf Kartoffeln. Verfährt man alſo, ſo ſtehe ich für den äußerſt günſtigen Erfolg. Das Erziehen der Kartoffeln aus Samen iſt aber durchaus keine bloße müßige Spielerei; denn es iſt ſicher, daß die Knollen, wenn immer blos aus ihnen Kar— toffeln gezogen werden, nach und nach an Güte abnehmen. Das haben in den neueſten Zeiten die berühmteſten Gärtner vom Obſte behauptet. Durch die Erzeugung aus Samen erhalten aber die Kartoffeln eine gewiſſe V Verjüngung und gleichſam eine Wieder— geburt. Im Samen bewahren ſie ihre verlorne Güte, ihren Reich— thum auf. Deshalb ſollte man von Zeit zu Zeit immer wieder von Neuem eine Samenerziehung vornehmen.— Eben ſo ſicher iſt es, daß man durch Samen eine reiche Menge von Varietäten erhalten kann. Ich hatte im Jahre 1838 acht längere Beete von Kar⸗ toffeln aus Samen, welche aber ſchon das zweite Jahr gebaut wurden. Taglich faſt ging ich dieſe Beete durch und fand ſchon am Kraute allein ſo auffallende Unterſchiede, daß ich auf dem Papier bereits über 70 Varietäten beſchrieben hatte. Ich erfuhr auch, daß ſich die Varietäten mehr im zweiten, als im erſten Jahre zeigten. Auf die Frage: Wozu ſo viele Varietäten? antworte ich: um die beſte für den Boden, Klima und Gebrauch herauszuwählen. dem Uierſ u; man bet nd Form 1 and verleſſ gäßer, mu; dährt dieß: iie Kartoff aſſen und lü her Knollel nwihnten pon den ſt 1or 8-13 beinahe gara rockene Vi⸗ ducch de df⸗ jauche beg n einem Abhs falteten due ſhaftlichenne für Kartofel Anſehen, id iber einen! zum Theil a legen etweo würdige, aber dihg und zu ſoſd leß, demi die Knolla nhlreicher gezogen w. auf die Sa Erf rlnrunge ohne Nij N. Vari jetaten o bemert iunner ein, h. ſeden denſe 465 cem rit ſen jahre aff in Dem Uiberſetzen ſchreibe ich aber beſonders auffallende Wirkungen egen Mr zu; man bekommt davon wohl keine Varietäten, aber die Güte Morgen 6 — zal. und Form der Kartoffeln ſcheint nach meinen Erfahrungen bedeu— ¹ e. Auch 5— d r lart, tend verbeſſert zu werden. Die Knollen werden nämlich runder, d dalerte nicht. 6. 8 neinalde, z größer, rauher, mehlreicher. Folgender Fall vom Jahre 1838 be⸗ der gede„.—. 1 ¹—. vfel 35 währt dieß: Die Hühner hatten auf einem bedeutenden Raum hervor om die Kartoffeln ganz zerſtört. Dieſen Raum wollte ich nicht leer laſſen und bebaute ihn abermals mit Kartoffeln. In Ermanglung der Knollen zog ich einige Körbe voll Pflanzen von den oben erwähnten 8 Beeten mit zweijährigen Samenkartoffeln aus. Viele von den ſehr dicht ſtehenden Pflanzen hatten ſchon eine Höhe von 8— 12 Zoll. Dieſe Pflanzen ließ ich nicht ſenkrecht, ſondern beinahe ganz horizontal in die Erde bringen, und da anhaltend trockene Witterung darauf folgte, ſo ließ ich einige Wochen hin— durch die eingeſetzten Pflanzen abwechſelnd mit Waſſer und Miſt⸗ jauche begießen. Einige gingen vor Dürre wohl ein, da ſie an einem Abhange gegen Morgen ſtanden. Aber welche Wunder ent⸗ falteten die uͤbrigen! Bauern und meine Zöglinge am landwirth— den andern u Jol, ſo ſi t mit etoz! eraus, welces en wieder(ii ſie die Gi leder; zum lui ger ä eireng ffahren. d einahe ehen nollen. Nett mit Vaſer ſchaftlichen Bildungsinſtitute zu Turtſch wollten dieſe Pflanzen gar nicht aus günſig für Kartoffelpflanzen halten. Die Blätter hatten ein dunkelſchwarzes man Kſi i Anſehen, die Größe eines Nußbaumblattes, die Stengel hatten jehen der kunf uͤber einen Zoll im Durchmeſſer und eine Uippigkeit, daß ſie alle ge Spieln zum Theil etwas lagen. Dazu mochte wohl das horizontale Ein⸗ ss aus inne legen etwas beitragen. Dieſe Pflanzen zeigten noch das Merk— e abnehma d würdige, daß ſie aus der Erde keine Nebentriebe machten, wohl zartner von di aber dicht über der Erde eine reiche Moͤnge derſelben hatten, erhaſten oler und zu ſpät bedauerte ich, daß ich dieſe Setzlinge nicht behäufeln eire Mide ließ, damit dieſe Seitentriebe mit Erde bedeckt worden wären. te, ihren Reit Die Knollen von dieſen Setzlingen waren bei weitem größer und t inwer wid zahlreicher, als an den uͤbrigen Kartoffelpflanzen, die aus Knollen Eben 8 ſch gezogen waren.— Bemerken muß ich loc, daß jenes Feld, wor⸗ von Variet auf die Setzlinge ſtanden, nicht gerade das beſte war. Aus mehreren Beete von Erfahrungen weiß ich aber, daß Miſtjauche bei Kartoffeln über⸗ 1 Jer gu aus gut wirkt, und dieſe bekamen ſie wohl reichlich. Aber auch und fnnd ſtr ohne Miſtjauche ſind ſie mir d Le wahiei— Da ich meine 6 ij auf dn Varietäten von Kartoffeln gewöhnlich ſelbſt aus der Erde nehme, ach ertr ſo bemerkte ich im Augenblicke der Herausnahme an den Kartoffeln un aim dir t immer einen eigenthümlichen ſtarken Bocksgeruch, welcher aber ſehr ,re 9. bald verſchwindet. Ich machte Andere darauf aufmerkſam, welche Tauzurülr eben denſelben Geruch wahrnahmen. 466 Auch der folgende Aufſatz gibt die Beſtätigung, wie vortheil— g 6 g gung haft es iſt, die Kartoffeln aus ganzen Samenäpfeln zu ziehen. Ich laſſe im Herbſt, wenn das Kartoffellaub anfängt dürr zu werden, von den beſten Sorten und größten Stöcken ſo viel Samenäpfeln, als ich haben will, ſammeln; dieſe werden dann in Büſcheln aufgehängt, oder an einen trockenen Ort hingelegt, wo— bei ich gefunden, daß man dazu keinen froſtfreien Raum, wie angerathen worden iſt, gebraucht, da der Same ſeine Keimkraft nicht durch den Froſt zu verlieren ſcheint. Im Februar oder März werden die Samenäpfel entweder ganz oder auch ſtückweiſe in ein kaltes Miſtbeet oder in eine mit Erde angefüllte Kiſte, die man im Viehſtalle oder ſonſt einem froſtfreien Raum aufſtellen kann, auf 6— 8 Zoll ins Quadrat geſteckt. Im Mai werden die Pflanzen, welche dann gegen 4— 6 Zoll herangewachſen ſind, be— hutſam ausgezogen und auf einen gut zubereiteten Boden, auf 15— 18 Zoll ins Quadrat verpflanzt, dieſe dann von Unkraut rein gehalten, einigemal flach behäufelt, und im Herbſte ſo lange, als nur die Witterung es erlaubt, ſtehen gelaſſen, wo man dann nicht allein viele kleine Kartoffeln, ſondern darunter auch ſchon 12 und mehr Loth ſchwere erntet. Im zweiten und folgenden Jahre legt man die jungen Kartoffeln nach gewöhnlicher Art, gibt ihnen aber keinen ſchlechten Boden, da dieſer die Ausbildung ihrer voll— ſtändigen Größe verhindern, oder doch verzögern würde, was übrigens ſonſt in 5— 6 Jahren ſtatt findet, wobei in den letzten Jahren weniger Zunahme als in den erſteren vorkommt. Die Fortbildung oder Vermehrung der aus Samen gezogenen Kartoffeln ſtellt ſich nach meinen Erfahrungen in folgender Art: Von 2 ◻ Ruthen köͤnnen im erſten Jahre ſo viel Kartoffeln geerntet werden, um damit im zweiten Jahre einen Morgen zu belegen. Dann ſind, wenn die Sorte Kartoffeln von der größeren Art iſt, pro Morgen zu gewinnen: im 2. Jahre. gegen 40— 50 Scheffel » 3.„.. 2 60— 70— 2 4. 2„ 75— 85— 2 5. 2 2 90— 95— 2 6-„. 2 95— 100— Hiernächſt ſcheint nun ein Stillſtand der Kartoffeln einzu⸗ treten, und kommen die höheren Erträge von Begünſtigung ihrer Kultur. Zu erfahren, wie lange ſie nun in ihrer vollen Ertrags— dinfeit verſ jehr al ein' Schließl 6 jattoffeln ſ iite längere und je vollels ennen ſee ſt tendung find) hrg. 1840, Uiberro ybau der ff de ſo erzeug Ach in der d af einem ue anem Gewenn ſtrwige Bean pflanzungom zzeugten K ggeben: Beacht .&— ratioffel ſich vodurch der Nitte Auguf ätigung vie wn enapfeln z di ffellaub anfän oßten Stocin dieſe werden d en Drt dinene roſtfreien m Same ſeine r m Fehrun thn er auch ſüßtn, angefülte gf eien Raur aff- Im M' Uer)op AMed! angewatſn ſnd 9 reiteten dan, u e dann dun vin im Herlſteb laſſen, vo wn runter auch ſe und folgende cher Aet, git! bildung imnn ögern würde vobei in den vorkommt. Samen gejegen ir folgende di b viel Kartof inen Morgen, von der größe Sceeffl artfeltveine runüiung itn polen Cttrahi⸗ 46* fähigkeit verbleiben, würde von Intereſſe ſein, dazu mag aber mehr als ein Lebensalter erforderlich ſein. Schließlich bemerke ich noch, daß die aus Samen gezogenen Kartoffeln, ſo lange ſie nicht in ihrer Größe ausgebildet ſind, eine längere Zeit zum Wachsthum, als wie ſpäterhin, gebrauchen, und je vollendeter ihnen dieſe zu Theil wird, deſto eher und höher kommen ſie im Ertrage, was beſonders auf die erſten Jahre An⸗ wendung findet.(Mittheilung des ſchleſiſchen ökonomiſchen Vereins, Jahrg. 1840, Nr. 1.) Uiberraſchend ſind die Erfahrungen Tinzmanns über den Anbau der Kartoffeln aus Samen. Es geht daraus hervor, daß die ſo erzeugten Kartoffeln nicht allein in der Qualität, ſondern auch in der Quantität gewinnen. Alle folgenden Sorten wurden auf einem und demſelben, in der Güte gleichhaltigen Boden auf einem Gewende zur zweiten Tracht erbaut und haben eine gleich— förmige Bearbeitung erhalten. Im Verhältniß der nach alter Fort— pflanzungsmethode aus Knollen und der neuen aus Samenbeeren erzeugten Kartoffeln hat ſich folgendes Reſultat in drei Sorten ergeben: AnGe⸗ pr. wicht Morgen pr. Ertrag Hrüf⸗ Faſer— Waſſer Nr. Kartoffelſorten. mehl ſtoff Scheffel! Ctr. pro Cente ſ ſ 1 Die Futterkartoffel aus Knollen 82 81 61 25 68 2 dto. aus Samen 140 92 9 30 61 3 Die deutſche Speiſekar— V toffel aus Knollen— 92² 82 6 ½ 19 74* 4 Die deutſche Speiſekar— V toffel aus Samen. 104 91 8 23 69 54 Die frühe Nierenkartoffel aus Knollen... 93 92 6 20 74 6 Die frühe Nierenkartoffel V aus Samen 106 I 104 9 25 65¹ Beachtungswerth bleibt, wie die aus Samen erzeugte Nieren— kartoffel ſich durch mehr Mehlſtoff vor allen andern auszeichnet, wodurch deren Anbau noch wichtiger wird. Da dieſe Sorte in der Mitte Auguſt ſchon vollkommen reif iſt, alſo 4— 5 Wochen früher 30* 468 raucht werden. 3 1 rl edarf ve 32 B 18 verandert werden deraneeeeeneneeee — IFeld ht nick tung Lung ar Aus 8 auf einem 1 11 romden Lemnesn mit f G geernteten og ſten Frü nach Kart eln eſtalt 82 13822* immer L N C r ſtufenweiſe Nur pflanze man „1 en. Eue! rzuſt aatkartoffel da S eine um 0 — ρ) —·— 8 — d — — it 4— ◻ 2— ☛ 2 — ‿ ◻⸗ 0 — — 8 2 + 2 —— — 2 — —— ◻ 1 4ꝗ 0 —— — 14— — + 4—— ☛☛ — —;j. 2 2 — + 2 — d 9 8 — — — o — 8 ☛̃ 8 0 · — — utra amen — — — von andern trennt zum man en Irt 4144 ffel u Futter 3 1 an m 1t 1 4* ergieb d chteren rößern un 2 2 g ihres über⸗ ch vermo do die kleinen, Geſchmack 1 1 le ſ von Atterung als, p Vrieget un g.) Behandlung während der Vegetationsperiode. Die Behandlungsart der Kartoffeln während d der Vegetation iſt Kattoffln atten,——— durch Dermit ſt wiegend größern Ertrages, von einer gleichen Flaͤche eine idzer⸗ randert vede,, Menge Futter geben, als die kleinern, minder ergiebigen. Den angenehmſten Geſchmack zur Speiſe für Menſchen haben wohl die erhalten, venn wlanl- hollindiſchen oder Zuckerkartoffeln und die Nierenkartoffeln, ſo igen gewig, h—— — getiß, d wie überhaupt alle kleinen weißen Arten, wohin auch die frühen verandert ben weißen, platten gehören; doch ſchmecken auch mehrere rothe, röth— erfolgt, nn a liche und gelbe ſehr gut, wenn ſie in einem leichten, trockenen Boden gewachſen ſind. Durch ſtarke Düngung verliert der Ge— ſchmack der Kartoffeln, beſonders wird er durch S Schaf-oder Pferde⸗ rn, ſonde 1 3 j ndi miſt unangenehm beißig. In zergangenem Miſt nehmen ſie einen Umſtine n beſſern Geſchmack an, als im ganz friſchen. Die peruvianiſche Kar⸗ r gleichmmge toffel zeichnet ſich vor anderen Kartoffeln dadurch aus, daß ſie ihren verſchiedene guten Geſchmack bis ins folgende Frühjahr behält. Vorzüglich gut ten(i S. u ſchmeckt ſie zu Muß gemacht. Noch wenigbekannt iſt die Lankmamiſche Kartoffel. Nach Putſche ſoll ſie an Ergiebigkeit und Wohlge⸗ ſondern, di ſchmack alle bisher bekannten Sorten übertreffen. Verſuche, welche Pflanzen niſa neuerdings von mehreren Sachfreunden mit den Sorten angeſtellt rnen. Bei ane wurden, die das landwirthſchaftliche Inſtitut zu Hohenheim käuflich dasſele 7 abgibt, führten zu folgenden Bemerkungen: zamenſadt veſi 1. zum Tiſchgebrauch zeigten ſich durch Geſchmack und Konſiſtenz „ hauptſächlich empfehlungswerth: a) von Frühkartoffeln: die Aöle Jiné kleine Schottländerin, gelb, rund, von gutem Ertrag; die ganz Gerd t frühe, feine Amerikanerkartoffel, gelb, rund, reichlich tragend; von den die frühe, feine, mehlige Engliſchekartoffel, gelb, rund, gut trag end; die frühe feine, Engliſche Manley'skartoffel, gelb, rund, reichlich tragend; die rothe Frühkartoffel, unter den Numen Ziegen⸗ oder .„hlldet bond S„. 4 n. Kuhhörner bekannt, roth, lang, ergiebig; b) von Spätkar⸗ ſchon in 3 toffeln: die gelbe Patata, gelb, rund, gut trage nd; der Preis fartoffel 3 J0 von Holland, gelb, rund, gut tragend; die runde Filderkartoffel⸗ Jahre haben blau, rund, ſehr gut tragend; die Kartoffel von Hamm, gelb, rund, t meht gut traͤgend; die echte kleine Seeländerin, gelb, rund, ziemlich Fil in gut tragend; der feine neue Everlaſting, gelb, rund, ſehr gut rtoffeln, geltt tragend; die engliſche Spargelkartoffel, weiß, lang, ſehr gut tra⸗ t, eben tſo bru⸗ gend. Bemerkung verdient, daß man bei den Speiſekartoffeln unterſcheiden muß, ob man ſie zum Eſſen aus der Hand oder zum Salat zu haben wünſcht, indem ſie im erſten Fall mehr mehliger, im zweiten mehr ſpeckiger Natur ſein müſſen. Als Salat ſchien die rothe Hornkartoffel, zum Speiſen aus der Hand der Preis von füuun tuſttit Holland, ſo wie die Everlaſtingkartoffel beſonders empfehlungswerth 1 zu ſein. zteſten n inmet ehufe gehol.„.——.. nu ſtich d 2. Zur Verfütterung empfahlen ſich beſonders wegen ihrer ſehr jalpiſacht 1.,. e; Le(oſi⸗ Sſ 9ͦ1all 11 iſſerigel dn großen Ergiebigkeit: die Lerchenkartoffel; die Adelholzer Mandel— eg— nch b Kartoffel, gelb, rund und länglich; die engliſche Viehkartoffel, gelb, ternäg iſesüt — 470 iſt mannigfaltig, je nachdem ſie gelegt ſind, oder ihre Fortpflan— zung erfolgt iſt. Die Meinungen hierüber ſind ſehr verſchieden; doch kommt es hier weniger auf Meinungen an, als darauf, den Ertrag der Kartoffeln durch eine angemeſſene Behandlung zu ver— mehren. Die Behandlung mit den Handwerkzeugen iſt einfach, die aufgegangenen Pflanzen werden, ſobald ſich Unkraut zeigt, von dieſem gereinigt, dann mit der Handhacke behackt. Ein be— ſonderes Verfahren iſt es, die Kartoffeln dann, wenn ſich ihre Pflanzenſpitzen zeigen, mit Erde zu uüberwerfen, wodurch der Er— trag vermehrt wird. Man hat zur Behandlung mit Handwerk— zeugen auch eine Art Behäuflungshacken erfunden, welche einen verlängerten Grängel hat, und von einem Manne gezogen wird; aber die Handhacke behält doch den Vorzug. Bei dem vermehr— ten Kartoffelbau iſt die Behandlung mit Geſpannwerkzeugen immer allgemeiner geworden; es wird auch bei einem richtigen Verfahren dabei ſtets ein ſo großer Ertrag erzielt, als durch die ſorgfältigſte Behandlung mit Handwerkzeugen, und das Kulturverfahren iſt dabei ungleich wohlfeiler. Obgleich man in dieſer Beziehung ſehr mannigfaltige Verfahrungsarten hat, ſo iſt doch die Kulturart der Kartoffeln in Sachſen unſtreitig am weiteſten gediehen, und es ſei daher des dort befolgten Verfahrens hier auch beſonders mit ge— dacht. Von den Geſpannwerkzeugen kommt zuerſt die Walze in Betracht. Wenn der Boden ſehr leicht iſt, oder wenn derſelbe durch die Zubereitung zu ſehr gelockert und ſeiner Feuchtigkeit beraubt iſt, und wenn um die Zeit des Legens ſehr trockne Wit— terung ſtatt findet, ſo iſt nach der Legung der Kartoffeln, die wie immer geſchehen ſein mag, das Einwalzen des Bodens zu empfeh— len. Hierauf folgt die Egge, womit das Kartoffelfeld öfters über— zogen wird, wodurch nicht nur Lockerung des Bodens und Ver— tilgung des Unkrautes erfolgt, ſondern auch Ebenung der Kämme bezweckt wird, damit bei der nachherigen Behandlung um ſo mehr Erde zum Behäufeln aus den Furchen geſtrichen werden kann. In einem Boden, der bei trockener Witterung leicht erhärtet, eggt man ſchon einige Tage nach dem Legen der Kartoffeln und wie— derholt das Eggen, wenn die Kartoffeln völlig aufgegangen ſind, zum zweiten, wohl auch zum dritten Male. Gewöhnlich wird aber rund; die engliſche Kartoffel, gelb, rund; die peruvianiſche Kartoffel, gelb, rund; die pommerſche Kartoffel, roth, rund; die runde blaue Filderkartoffel. Alle dieſe gehören zu den ſpäten Sorten. nit dem 6 fommen, Un frut zeiſt gehen nan lonzen 7 d iſt dieß d anlaſung 1 In, wo dih ſen. Zum b zernen zu Behandluu? rauh lieg wieder. U Werden. Reihen ſtid es ſcheint is den Erſtirne Kage nachn dee Karto Kämme, r. des Erſtine erfolgt da 6 Joll err Und es t malier Bf dlen nicht gut aufne, des Kam or echen wi 9 Dermehruh nem größ) ſände vone Voden, der Voden ſeen dand nicht zu b 1 , dder ihte— * 70 ſind ſehr i en an, al ene Vehandlun Wwerkaehse, in werkzeugen i ald ſic Uukar hacke behoit t dann, ven rfen, wodud ndlung mi he rfunden, u Nanne geage J. Bei dn! vannverheaun em richtigerii durch dieſnſ 5 Kulturveni dieſer Zezih och die Klenn gediehen, un ih beſonden n zuerſt de du oder vm drile d ſeirer zuunin s ſehr teoin Fartoffeln dr vodens zu emi effeld ofters ul zodens und2 nung der Kir⸗ glung un ſon hen werden in ſicht erhärtet artoffeln und u ufgegangen ſe öhnlch wid ne wieniſe Faruft , die runde h Sorten. 5 Dorauf 471 mit dem Eggen gewartet, bis die Kartoffeln anfangen, herauszu⸗ kommen, und man unternimmt es nur fruͤher, wenn ſich viel Un— kraut zeigt. Obſchon das Eggen der Kartoffeln nach dem Auf⸗ gehen manche Gegner hat, die da behaupten, es würden viele Pflanzen zerſtoͤrt und beſchädigt, wodurch ſie ſchwächlich würden, ſo iſt dieß doch keineswegs in dem Grade der Fall, daß man Ver⸗ anlaſſung nehmen könnte, es aufzugeben; vielmehr ſieht man überall da, wo die Kartoffeln, nachdem ſie aufgegangen, geeggt werden, nichts deſto weniger ſtets ein vollkommen mit Pflanzen beſtande— nes Feld und einen recht freudigen Fortwuchs der jungen Pflan⸗ zen. Zum Eggen ſelbſt wählt man eiſerne Eggen, weil die hoͤl— zernen zu ſehr ſpringen. Nächſt der Egge wendet man bei der Behandluug der Kartoffeln auch den Exſtirpator an. Es über— ziehen nämlich Einige das Feld nach dem erſten Eggen damit, wodurch alles Unkraut zerſtoͤrt wird. Man läßt hierauf das Land rauh liegen, bis alle Kartoffelpflanzen heraus ſind, und eggt wieder. Die Unkrantvertilgung erfolgt dadurch ganz vollſtändig. Werden auch beim Exſtirpiren manche der nicht ganz gerade in den Reihen ſtehenden Pflanzen verſchoben, ſo ſchadet ihnen dieß nicht, es ſcheint ihnen vielmehr wohl zu bekommen. Einige wenden auch den Erſtirpator anſtatt der Egge an, und bringen ihn 8— 10 Tage nach dem Legen in Anwendung. Es müſſen dann aber die Kartoffeln hinter dem Pfluge geeggt worden ſein, weil die Kämme, wenn mit dem Hacken gelegt worden iſt, die Anwendung des Exſtirpators nicht geſtatten. Das Behäufeln der Kartoffeln erfolgt dann, wenn das Kraut der Pflanzen eine Höhe von etwa 6 Zoll erreicht hat, ſo daß es nicht mehr verſchüttet werden kann, und es wird nach Umſtänden mehrmals wiederholt. Bei mehr⸗ maliger Behäuflung iſt jedoch darauf zu achten, daß die Furchen oben nicht ſpitzig werden, weil ſonſt die Furchen den Regen nicht gut aufnehmen, auch die Keime der Kartoffeln nicht in der Mitte des Kammes, ſondern in den Seitenwänden der Furchen durch⸗ brechen würden. So weſentlich auch das Behäufeln, durch die Vermehrung des fruchtbaren Erdreiches über den Stöͤcken, zu ei— nem größern Ertrage von Knollen beiträgt, ſo können doch Um— In trocknem Boden, bei einem warmen und ſebr trocknen Sommer trocknet der Boden durch das Behäufeln zu ſehr aus, und die Kartoffeln ſetzen dann nicht genug an und bleiben klein. Es iſt dann beſſer, nicht zu behäufeln, ſondern dagegen nur flach zu behacken. Eben ſtände vorhanden ſein, die es nicht räthlich machen. 422 ſo iſt bei denjenigen Sorten, welche ihre Wurzeln mehr zur Seite feln ain ausſtoßen, das Behaufeln mehr ſchädlich als nützlich. Kommt ſocen. 7 6 nun dazu noch ein ſchwerer Boden und ein trocknes Jahr, ſo iſt— der Nachtheil des zweiten Behäufelns um ſo größer. In ſolchen eS rü dürren Jahren iſt man froh, wenn nur zuweilen ein Regen er— 4 rütrun folgt; durch das Behäufeln kann er aber nicht einmal den Kar— dn niü toffeln zu Gute kommen, denn das Waſſer fließt von den Käm— Das) men ab, ohne in dieſelben eindringen zu können*). Das Beh häu⸗ des d keit *) Uiber das Behäufeln der Kartoffeln wird in dem praktiſchen Vin Wochenblatt des Neueſten und Wiſſenswürdigſten ꝛc. J. 1840 N. 19 ni folgende Mittheilung gegeben. Die Nützlichkeit des Behäufelns war lſche früher allgemein anerkannt, und es würde als eine Ketzerei ange⸗ zan ſehen worden ſein, wenn man ſie in Zweifel geſtellt hätte. Dennoch Enit trat zunächſt ein engliſcher Landwirth, geſtützt auf zahlreiche That— iman ſachen, mit der Erkt klärung auf, daß das Behäufeln der Kartoffeln züt eine verkehrte und Schaden bringende Operation ſei, weil man durch ſti bloßes Behacken den Ertrag vergrößere und zugleich die Kulturr⸗ nict koſten vermindere. Von da an nahmen Viele für das Nichtbehäufeln rehn Partei, und durch mehr oder weniger anſprechende Theorien ſuchte ben) man die Vortheile oder Nachtheile dieſes Verfahrens ins Licht Iwei zu ſetzen. gewil Die Landwirthſchaft iſt eine Wiſſenſchaft, welche weniger als jede 2. Das andere e Ahiſollans abſoluter Prinzipien geſtattet, und es i iſt auch ſchch nicht möglich, das Behäufeln oder Nichtbehäufeln der Kartoffeln im Wurz Allgemeinen zu empfehlen oder zu verdammen; die Nützlichkeit wie oder Schädlichkeit desſelben wird ſtets durch Umſtände bedingt; was dg; ſich bei dieſem Boden und Wetter!: nützlich erwies, kann bei anderer de V Lokalität und Witterung Nachtheil bringen. onde Den Vortheil des Ni ichtbehäufelns der Kartoffeln darf man nicht in der Arbeiterſparung ſuchen; ein zweites Behacken muß natürlich N an die Stelle desſelben treten. Das Nichtbehäufeln ſoll den Ertrag ſandig erhöhen, vielleicht auch die Qualität verbeſſern, und es fragt ſich dber! nur, ob es dieſen Vortheil auf trockenem und ſandigem oder auf feücht feuchtem und ſchwerem Boden bringt; mit andern Worten, ob man dnſt auf leichtem oder ſchwerem Boden die Kartoffeln behäufeln ſoll förde oder nicht.— Es bleibt hier noch für Verſuche ein weites Feld ferne vien. indeß ſpricht ſich über dieſen Gegenſtand ein franzöſiſcher nich Landwirth uiiterſänen aus: auf »Wir ſehen, daß die Erfahrungen ſich faſt gleich auf beide Seiten Re neigen; die eine Hälfte der Verſuche ſcheint das Behäufeln zu em— Urſa pfehlen, die andere davon abzurathen Es muß hieraus geſchloſſen Knol werden, daß dasſelbe unter gewiſſen Umſtänden nützlich, unter andern eutg unnütz oder ſchädlich iſt. Es iſt alſo nur nöthig zu erforſchen, wel— den che die Lnrſtonde ſind, und um dahin zu gelangen, müſſen wir die ſehre phyſiologiſchen Wirkungen des Behäufelns kennen. Dieſe ſind: dt) urzeln mer. ls näslth feln erfolgt mit dem Pfluge oder mit dem ſogenannten Kartoffel⸗ dlch. h troines J, hacken. Mit dem Pfluge geſchieht es langſam, weil einmal hin— * großer. 4——— v weibn ein Re 1. Es rührt die Ackererde auf, zertheilt ſie, bringt neue Theile in Be— nich t einme rührung, vegünſtigt die chemiſchen Vereinigungen, welche dem Bo⸗ fließt d von de den neue auflosliche Stoffe zur Nahrung für die Pflanzen ertheilen nnen*) Das g Das iſt der erſte Nutzen aller Bearbeitungen und Auflockerungen des Bodens; folglich kann das Behäuſeln, indem es die Fruchtbar— keit des Bodens erhöht, die Vegetation nur begünſtigen. Der Kartoffelſtengel, welcher niedergelegt, wie dieß die Praxis iſt, und mit Erde bedeckt oder behäufelt wird, hat alſo den Vortheil einer reichlicheren Ernährung; aber in dieſem Falle erzeugt er neue Wur⸗ als eine Ka zeln, welche ſich bisweilen mit kleinen Knollen bedecken, die der geſtellt hatt d Entwicklung der eigentlichen Wurzelknollen nur Schaden bringen tt auf zaſtit können. Nun ſind es die Letzteren allein, welche zur rechten Zeit ehäufeln der han Zeit angeſetzt, ihre natürliche Größe, Reife und nährenden Eigen— ton ſei, weil nn ſchaften erlangen koͤnnen. Die Erzeugung der kleinen Knollen(welche d zugleich de nicht Zeit haben auszuwachſen und reif zu werden, und beim Auf⸗ für das Mte nehmen der Kartoffeln größtentheils an den Wurzeln hängen blei⸗ ſhende Theorien ben) muß ihnen großen Nachtheil bringen, und es leidet keinen Verfahrens in Zweifel, daß man eben ſo viel als man an Menge oder Gewicht gewinnt, an Güte verliert. elche venin 2. Das Behäufeln, welches die Dicke der die Wurzeln bedeckenden Erd⸗ kattet, und gi ſchicht vergrößert, vermehrt und erhält auch die Feuchtigkeit um die eln der altih Wurzeln. Nun ſchadet der Mangel an Feuchtigkeit der Knolle, ſo en, die ſisſche Pie der Pflanze uͤberhaupt, indem er dieſel lbe hind ert, ſich vo ollſtän⸗ iſtände banden dig zu entwickeln; die allzugtoße e Näſſe ſchadet ebenfalls, indem ſie es, kann bei d die Entwicklung des Krautes auf Koſten der Größe, Zahl und be— ſonders der Qualität der Knollen befördert. feln darf man ni raen nuuß natune im ſoll den Ertr und es fragt ſ andigem oder Man kann hieraus folgern, daß man auf leichtem, trockenem und ſandigem Boden die Kartoffeln behäufeln muß, um eine maßige, aber unerläßliche Feuchtigkeit zu erhalten; auf ſtrengem, kaltem und feuchtem Boden wird man ſie nicht behäufeln müſſen, um die Ver— warnmdhr dünſtung einer zu großen und daher ſchädlichen Feuchtigkeit zu be— Worten, ob mi eze⸗ G-„ 1W 1 fördern.— Auf ſolchem Boden, wo man behäufeln muß, hat man n behäufeln ſ T. deiſs ferner dahin zu ſehen, daß man die Stengel nicht niederlegt, um eein weites d nicht die Entwicklung neuer Knollen zu begünſtigen, wenn man mehr dein ftatiolſ auf Güte als Menge der Knollen ſieht. Referent gibt dem franz. Theoretiker in dem, was er über die Urſache und Nachtheile der Bildung neuer und klein bleibenden Knollen ſagt, vollkommen Recht; im Uibrigen iſt er Tber gerade entgegengeſetzter Meinung, und hält dafür, daß durch das Behäufeln die Feuchtigkeit des trockenen Bodens(wenn die Kartoffeln nicht ſehr weitläufig gepflanzt und hoch behäufelt werden) zum Nachtheile der Menge und Güte der Knollen vermindert wird, daß dasſelbe ˖auf beide Eeinn Behäufeln zu e ſchloſ 2l gieraus geſch lich, untel ker andern jerforſchen, wel j müſſen wir die dieſe ſind: 474 und zurückgefahren werden muß, ehe ein Kamm entſteht, waͤhrend un ſo ho. der Hacken gleich nach beiden Seiten hinausſtreicht, aber es wird heit den das Unkraut gleich mit erſterem beſſer vertilgt als mit letzterem. zwet, d Mit dem Kartoffelhacken, vor welchen ein Zugvieh vorgeſpannt it daher wird, werden die Reihen der Pflanzen durchfahren, wodurch nicht den Sohſ 8 nur eine Lockerung des Bodens, ſondern auch eine Vertilgung die atten. des Unkrautes und ein Behäufeln erfolgt. Da es gewöhnlich bei Reihen, lr einem Behäufeln nicht bleibt, ſo geſchieht es das erſtemal nur fahren, U flach, und es werden die Ohren oder Streichbreter des Behäufel— gelockert 11 hackens enger geſtellt. Beim zweiten Behäufeln wird nun der die Reiheut Hacken tiefer geſtellt und die Streichbretter kommen weiter aus— Führung f einander; will man drei Mal behäufeln, ſo iſt beim zweiten Be⸗ ſchehen de häufeln darauf Rückſicht zu nehmen, daß der Hacken noch Boden Die mit 1 findet, und es darf daher beim zweiten Behäufeln nicht ſo tief Weiſe beo gearbeitet werden, als wenn man es damit bewenden läßt. Zum der ſteheld erſten Male behäufelt man, wenn die Kartoffelpflanzen eine Höhe dem Pfluiis 4 von 4— 5 Zoll erreicht haben. Das zweite Behäufeln erfolgt, rechts ulde wenn die Pflanzen bereits ſo weit ausgebildet ſind, daß ſie den durch wiee Boden genugſam beſchatten, und wenn drei Mal behäufelt wird, ſo keimte lun⸗ muß das letzte Behäufeln vor dem Eintritt der Blüthenzeit er— Kartoffel un folgt ſein. Man wählt dazu einen Zeitpunkt, wo der Boden und ſo bedech die Witterung mehr trocken ſind; naſſes Behäufeln iſt beſonders pelten Kus in mehr buͤndigem Boden nachtheilig. Man hat dabei darauf zu die Egenl ſehen, daß der Boden aus den Furchen bis an die Pflanzen ge— ſnd, weſ hoben wird. Sind die Kartoffeln der Länge und Quere nach in auch dieſge gleiche Reihen gelegt worden, ſo erfolgt das Behäufeln in die und zw mi Länge und Quere, ſo daß jeder Stock ſeine eigenen Hügel be— näglißſeze kommt. Dieſe Methode iſt nur in mehr bündigem und feuchtem dee Kartn. Boden zu empfehlen. Da übrigens durch das Behäufeln mit ſteken; ſſ Geſpannwerkzeugen das unmittelbar in der Nähe der Pflanzen wo die g. G und deren Reihen befindliche Unkraut nicht ſo genugſam mit Erd— forderlitn reich überſchüttet wird, daß es erſticken müßte, ſo iſt es immer nöthig, das ſtehenbleibende Unkraut mit der Hand zu vernichten. ſ ly ſe Uiberhaupt wird durch die Anwendung des Hackens das Unkraut lun nel mehr erſtickt als vertilgt, und zeigt es ſich in größerer Menge, ſi an I ſo iſt man genöthigt, den Hacken um ſo tiefer zu ſtellen, wodurch 4 berſhe ſüiedene ü I aber für naſſen Boden zur Verminderung der Feuchtigkeit und zur f 4 V Lockerung des Erdreichs unerläßlich iſt. Komparative Verſuche wer—) lie den zeigen, was das Richtige und Vortheilhaftere iſt. de eis 425 in entſteht, n — eict, aber, 4 um ſo höhere und ſchmälere Kämme entſtehen, welches bei Trocken— als nt g 4 heit den Kartoffeln nicht dienlich iſt, und wobei am Ende der Zuguich. Zweck, das Unkraut zu vernichten, doch nicht erreicht wird. Es enii iſt daher zur Vertilgung des Unkrautes die, in mehreren Gegen— den Sachſens gebräuchliche Furchenegge zu empfehlen. Wenn die Kartoffeln mit dem Hacken bearbeitet ſind, ſo werden die Reihen, ſobald ſich Unkraut zeigt, mit dieſer Furchenegge durch⸗ fahren, wodurch das Unkraut vernichtet und zugleich der Boden gelockert wird. Man wendet übrigens die Furchenegge auch an, die Reihen zu idürchfabren⸗ ehe behäufelt wird, und man hat bei Führung derſelben darauf zu ſehen, was ohne Schwierigkeit ge— ſchehen kann, daß Erdreich zwiſchen die Pflanzenſtöoͤcke hineinkommt. Die mit dem Pfluge gelegten Kartoffeln werden auf folgende Weiſe behandelt. Sobald die erſten Keime hervorbrechen, wird fahren, wodar auch eine ui Da es geböhnit es das erſen breter des Ai ufeln wit mn komnen wiin, ſt bein ſwiin Hacken mt haufeln nit ewenden li der ſtehengebliebene Rain mit dem Pfluge getheilt; indem mit elpflaner eng dem Pfluge einmal herauf und herunter gefahren und der Rain halb Vehiufil ne rechts und halb links auf die nächſte Reihe geſchlagen wird. Da— et ſind, di durch wird das Land kräftig erſchüttert und aufgelockert, das ge— behäufelt keimte Unkraut zerſtört und es werden zugleich die keimenden der Blüthenzn Kartoffeln mit Erdreich überdeckt, was deren Ertrag erhöht. Die wo der Boden! ſo bedeckten Kartoffeln brechen bald mit friſcher Kraft und dop— ufeln iſt beſen pelten Keimen hervor. Bald nach dem Aufgehen läßt man gern t dabei drrui die Egge folgen, und wenn die Pflanzen 6 Zoll hoch gewachſen die Pflanzen, ſind, werden ſie mit dem Pfluge angehäufelt. Mehrere bearbeiten nd Quere nah auch die Kartoffeln mit der Pferdehacke zu wiederholten Malen Behaufeln in! und zwar in die Länge und Quere.— Um von dem Lande den genen Hühel möglichſt größten Nutzen zu ziehen, pflegen auch Einige zwiſchen m und feuchten die Kartoffeln Erbſen, Bohnen, Mais, Waſſerrüben u. dgl. zu Behaufeln wi ſtecken; es iſt aber dieſe Vorkehrung wohl nur da zu empfehlen, e der Pflane wo die Kartoffeln im Kleinen angebaut werden, und es an er— nuaſam mitEd⸗ forderlichem Dung nicht fehlt. ſo iſt es inme h) Abpflücken der Kartoffelblüthen. Uiber den Ein⸗ d zu vernichten fluß, welchen das Abpflücken der Blüthenknoſpen von den Kartof— nz das Unktat feln auf den Ertrag ausübe, iſt viel geſchrieben worden. Bei rößerer Nen den verſchiedenen darüber angeſtellten Verſuchen ſind ſehr ver— ſtellen wodutc ſchiedene Reſultate erhalten worden*), indem Einige davon große ichtig K 1*) Uiber das Abbrechen der Kartoffelblüthen hat nach dem Journal: „Verſuche ve 3. 4 ſue de connaiss. us. der Prof. Lenormand auf einem Kartoffelfeld ſſ. 4126 2à 5 ortheile, Andere weder Vortheile noch Nachtheile, noch Andere ndlich Nachtheile wahrgenommen haben wollen. Jedenfalls iſt er große Nutzen problematiſch, und betrachtet man die Sache von em Geſichtspunkte, daß wohl unfehlbar die Ausbildung des amens mehr durch atmoſphäriſche Nahrung, als durch die durch ie Knollen zugeführte, welche vielmehr ebenfalls Na ahrung vom Kraute erhalten, bewerkſtelligt wird, ſo dürfte das zur Vermeh⸗ rung des Ertrages empfohlene Abbrechen ſich als nutzlos und ſelhſſ rühh erweiſen. Of,& 2 2˙G s Kartoffelkrautes*). Wichtiger ) Abſchneiden de als das Abbrechen der Blüthenknoſpen iſt das Abſchneiden des ᷣ im J. 1835 und 1836 mit aller Sorgfalt die bereits mehrfach an— geſtellten Verſuche wiederholt. Als Reſultat hat ſich ergeben a) daß die Kartoffelpflanzen, die man nicht zur Blüthe kommen ließ, Anfangs Oktober noch die lebhafteſte Vegetation zeigten, und da 3 ieder Stock derſelben im Durchſchnitt 30 Pf. ſchöne große Kartoffeln und nur wenig kleine Knöllchen gab. b) Daß jene Pflanzen hingegen, die man abblühen ließ, um dieſelbe Zeit ſchon ganz welk und gelb waren, und im Durchſchnitt nur 4 Pf. Kartoffeln lieferten, wovon überdieß die große Mehrzahl aus ganz kleinen Knollen beſtand. (Bei der Angabe dieſes Verſuches iſt zu bemerken, daß offenbar ein Irrthum obwaltet; denn, wenn ein Kartoffelſtock 30 Pf. Knol⸗ len liefert, müßte ein böhmiſcher Strich Ausſaat in 2 Fuß Ent— fernung bepflanzt, einen Ertrag von circa 192 Ctr. geben.) Um dieſe viel beſprochene Angelegenheit durch Verſuche in's Reine zu bringen, wurden ebenfalls in Hohenheim in Würtemberg zwei vergleichende Verſuche angeſtellt. Im J. 1831 geſchah der Verſuch auf einem mit der engliſchen Viehkartoffel angepflanzten Felde von 2 ½ Morgen. Die eine Hälfte des Feldes, auf welchem die Blüthen zu drei verſchiedenen Malen abgebrochen wurden, lieferte 367 Simmri; die andere Hälfte, auf welcher die Blüthen ſtehen blieben, gab 431 Simmri.— Im J. 1840 wurde der gleiche Verſuch mit der rothen norddeutſchen Kartoffel auf zwei Stücken Feldes wiederholt, pon denen jedes 1304 ◻ Fuß groß, und mit je 130 Stöcken bepflanzt war. Das Stück, auf welchem die Blüthen abgepflückt wurden, gab 13 ½ Simmri(im Gewicht 620 Pf.); das andere Stück trug 13% Simmri(welche 621 Pf. wogen). (Wochenbl. f. Landwirthe.) ) Das Laub der Kartoffeln iſt das Leben und die Nahrung der Knol— len. Die Dicke der Stengel iſt der ſicherſte Vorbote einer guten Ernte. Dicke Stengel ſchießende Pflanzen beweiſen, daß der Keim ſeine volle Entwicklung erhalten hat, und die verhältnißmäßige 3 Frautes u benut wohnheit, ds fndet fs ds Krauſs Stillſtand 1 d gebenn. lic, weil d zu ſeinerit Der Ber zeiig vſtt rimnt, ſil⸗ Auch ſelhp durh denn nem Fo ſein; weds mer zu tie haltend ſte dann und ſam ausm bildung das Krao aus und 6 Knollen h don entgegen Blüthe hn Ernte zun⸗ ung undg die Erdeis oſchneidn ftiſcher Es 5 — Mennn 42⁷ weie mh: Krautes vor beendigter Vegetation, um dasſelbe zu Viehfutter in dedni zu benutzen. In manchen Gegenden herrſcht die ſehr üble Ge— nan die Eit wohnheit, es ſchon im September zu Futter abzuſchneiden, und e Aui däbiden es findet dieſes Verfahren auch ſeine Vertheidiger. Allein wo a6 durh de das Kraut zeitig abgenommen wird, tritt ein augenblicklicher ali Nahrun, Stillſtand im Wachsthum der Knollen ein, dieſe bleiben kleiner das zur Wer und geben einen geringern Ertrag. Es iſt dieß auch ſehr natür— ) als nuglos, lich, weil das Kraut mehr atmoſphäriſche Nahrung anzieht, als es zu ſeiner Fortbildung braucht, und dieſe an die Knollen abgibt. es v). Ah Der Beweis liegt offen am Tage; denn wenn man das Kraut 3 Aüſchede. zeitig abſchneidet, und ſobald es wieder ausſchlägt, abermals weg— nimmt, ſo erhält man nur wenige, kleine und wäſſerige Knollen. Auch ſelbſt diejenigen Kartoffeln, wo nach der Blüthe das Kraut reits mait n durch den Hagel zerſtört wird, geben eine Mißernte. Nur in ſich ergäin einem Falle kann die zeitige Wegnahme des Krautes von Nutzen kie, un ſein; wenn es nämlich durch einen zu feuchten und warmen Som— ge große gun mer zu üppig gewachſen iſt und ſich darauf im September an— haltend feuchte und kalte Witterung einfindet. Der Boden kann ließ, un de dann unter der zu dichten Beſchattung des Krautes nicht genug— Durchſchin ſam austrocknen, und die Kälte und Näſſe hindert eher die Aus— eroße N bildung der Knollen, als ſie dieſelbe befördert. Wird dagegen en eſ das Kraut abgeſchnitten, ſo trocknet der Boden um ſo kichihe en, daß lfin.. aus und wird um ſo eher durch die Sonne erwärmt, wodurch d ock 30¹. tin?2 zud Knollen an Größe zunehmen und ſich in der Qualität dirbi ern⸗ „geben) Hoke folgert aus ſeinen Erfahrungen, die er Thäer u. A. Verſüche ie entgegenſtellt, daß Jene, die das Kraut der Kartoffeln in der Blüthe beſchneiden, wie Jene, die es nicht thun, um eine größere Ernte zu gewinnen, Recht haben mögen. So lange das Kraut 4 jgeſcheh der angepflanzten u win jung und die Blätter ein üppiges Dunkelgrün zeigen, ſich auf hen vund die Erde legen und neue ſenkrechte Triebe machen, iſt wohl das Jde Lüte Abſchneiden nicht zu empfehlen, und letztere ſind vielmehr mit nde der 38 friſcher Erde zu bedecken, um mehr Wurzeln zu bilden*). Schießt fzwei Etück oß, und mü A.— n die Blthe Menge und Stärke der Blätter hervorbringen wird, welche allein t d!) pf) den Knollen aus der Atmoſphäre die Nahrung anziehen und zu⸗ Pf. vane bereiten.— Im Allgemeinen kann man aber annehmen, daß je weniger und dickere Stengel eine Kartoffel treibt, ſie um ſo grö⸗ dr J ßere aber wenigere Knollen geben wird, und einträglicher ſein 1ij. muß, aber weniger zur Menſchennahrung geeignet. te int a*) Welche Vorkehrung ſchon unter S. 459 angegeben worden iſt. dß di Kem Lun m 428 aber das Kraut ſenkrecht in die Höhe, und die untern Blaͤtter fangen an, ihr ſaftiges Dunkelgrün zu verlieren, ſo ſäume man ja nicht, dasſelbe abzuſchneiden, damit die Wurzeln genöthiget werden, friſch zu treiben. Was ſie durch dieſe Anſtrengung ver— lieren, wird ihnen ſpäter zehnfach wieder durch die ſaftigen friſchen Blätter aus der Luft zugeführt, und beſonders dürfte dieß in ſchwerem Boden, der durch anhaltende Dürre gänzlich ausgetrock— net iſt, anzurathen ſein.(Oekonom. Neuigkeiten. Jahrg. 1824. S. 192.) Schredelſecker aus Horchheim ſagt in einem Aufſatze der Zeitſchrift f. d. landwirth. Verein d. Großherzth. Heſſen, J. 1836, über das fruüͤhe Abſchneiden des Krautes Folgendes: Schon im J. 1800 machte ein gewiſſer James Anderſon, ein engliſcher Land— wirth, folgenden Verſuch: Er wählte hierzu ein Stück Feld von einerlei Güte des Bodens und gleichem Kulturzuſtande, theilte es in fünf Reihen, belegte dann jede Reihe zu gleicher Zeit mit Kartoffeln. Um nun ein gewiſſes Ergebniß, zu dem dieſer Ver— ſuch führen ſollte, zu erzielen, ließ er das Kartoffelkraut zu ver— ſchiedenen Zeiten abſchneiden. Am 28. Oktober, als der gewöhn⸗ lichen Zeit des Kartoffelausnehmens, wurden die Kartoffeln aus dem Boden genommen, auf der Wage jede Reihe für ſich beſon— ders gewogen; durch dieſes erhielt er folgende Verhältnißzahlen: Die erſte Reihe ließ derſelbe das Kraut am 2. Auguſt in der Blüthenzeit abſchneiden, und dieſe Reihe lieferte an Gewicht 5.250 Pfund. Die zweite Reihe, abgeſchnitten am 10. Auguſt, als eben die Samenkapſeln ſich am Kraute zeigten, ergab ein Gewicht von 15.750 Pf. Die dritte Reihe, am 17. Auguſt abgeſchnitten, als die ſo— genannten Samenknöllchen eben ſich bildeten, lieferte ein Gewicht von 26.691 Pf. Die vierte Reihe, am 22. Auguſt abgeſchnitten, lieferte 28.690 Pf. Die fünfte Reihe, am 5. September abgeſchnitten, lieferte 28.690 Pf., und zwar als das Kraut anfing zu dorren und der Same reif zu werden. In Anſehung der Menge wäre alſo nach dieſem Verſuche die nachtheilige Folge von dem frühen Abſchneiden als entſchieden zu betracht nüt beingk!⸗ falend, untke ſuches, kan 0 glſchnedden?s zetige dbſct deeß eine 18 de Kattofni leden. A0 Einwirkuno durch das be ruch nichle tene Krautit ſo wohl dio ſach dafüt de Erntezeit ſu Schli ſt Verfahrene gen werdih verhüten, 8 ſch daranis S. 448.) ) die R4 gels, n nie fr ſenen ge daß ſil findet ſie ein kocht,. dura⸗ ſehr tis Lergl n Karto heis Ertrag, wurde uber d das V — die untern 3h 21 3. 9 Jor Nor. der...„ 3e, den, ſo ſinn zu betrachten. Der Vergleich der erſten mit der fuͤnften Reihe gibt beinahe einen 7fachen Mehrbetrag; der Unterſchied iſt auf⸗ fallend, und vorausgeſetzt die Richtigkeit des eben erwähnten Ver— ſuches, kann daher in keinem Falle das nur einigermaßen frühe Abſchneiden des Krautes empfohlen werden.— Durch das früh— zeitige Abſchneiden erhält die Pflanze in ihrer Entwicklung über— dieß eine große Störung, zu Folge des Ganges der Natur muß die Kartoffel in ihrer Ausbildung auch hinſichtlich der Güte Noth leiden. Alle Gewächſe bedürfen zu ihrer Förderung der äußern Lurzeln genit ſe Anſtenzung die ſeſtge 1 ts dürfte diß anzlih dlögen ten. Jahrg, g einem Auſine Einwirkung, der Einſaugung der atmoſphäriſchen Nahrungstheile, Heſer, 45 durch das Abſchneiden entſteht aber Stockung, und es kann die endes: Ettn Frucht nicht vollkommen werden. Erſt wenn das nicht abgeſchnit— in enzlſhrge tene Kraut von ſelbſt anfängt zu dorren, hat die Kartoffel ihre Stic z9 n natürliche und vollkommene Reife erlangt. Es ſpricht alſo eben rzutund,t ſo wohl das aus der Natur abgeleitete Urtheil, als obiger Ver— gleibe zi⸗ ſuch dafur, das Kraut erſt unmittelbar vor der herangekommenen den defr! Erntezeit abzuſchneiden. offelkraut i Schluͤßlich darf hier das von Atiken§. 66. II. b aufgeſtellte als der ge Verfahren, welches theilweiſe Beſtätigung findet, nicht übergan— e Kartofflt gen werden; daß man, um das Uiberwachſen der Kartoffeln zu e für ſih lin verhüten, das Kraut der zur Saat beſtimmten Knollen, ſobald erhaltnihen, ſich daran Keime gebildet haben, abmähen müſſe.(Siehe auch S. 448.) n 2. Anh k) Ernte der Kartoffeln*). Die zeitigen Sorten ge⸗ ree an Ge *) Die Reife der Kartoffeln erkennt man an dem Abſterben des Sten— zuſz als elen gels; wenn ſie zum Tiſchverbrauch beſtimmt ſind, ſollte man ſie Gewicht von nie früher aus dem Boden nehmen, als bis die Wurzelknollen jenen Zeitpunkt erreicht haben. Am beſten wird aber erkannt, „. daß ſie völlig reif ſind, wenn man einige Stöcke auszieht, und , als die ſt findet, daß die Knollen von den Wurzelfaſern leicht abgehen, daß ein Gewitt ſie eine etwas rauhe und dicke Schale haben, und wenn man ſie kocht, nicht ſeifenartig oder ſchliffig, ſondern mehlicht ſind. Je Durch eine volle Reife kann der Ertrag der Kartoffeln nicht nur tten, lifi ſehr vermehrt, ſondern auch der Gehalt ſehr verbeſſert werden. Vergleichende Verſuche haben dargethan, daß die eine Hälfte eines Kartoffelfeldes, welche, nachdem das Kraut oben ſchon größten⸗ theils abgeſtorben war, herausgenommen wurde, bedeutend weniger Ertrag als die andere Hälfte gab, die 14 Tage ſpäter geerntet wurde. So vollkommen reife Kartoffeln halten ſich auch viel beſſer Verſuche über den Winter als die andern, ſind ein kräftigeres Futter für das Vieh, und aufmerkſamen Branntweinbrennern iſt bekannt, daß itten, leftun tren und d ſem s entſiede — 480 langen ſchon im Juli oder Anfangs Auguſt zur Reife; im mittlern Deutſchland wird der Jakobitag— der 25. Juli— als derjenige angenommen, wo Fruͤhkartoffeln als völlig ausgebildet und un— ſchädlich auf den Markt gebracht werden können. Gewöhnlich be— ginnt aber die Ernte Ende Septembers oder Anfangs Oktober, wenn das Kraut gelb, oder von einem— getroffen, ſchwarz wird. Die Ernte länger zu verſchieben, iſt nicht räthlich, weil ſonſt Fröſte eintreten können, welche die Kartoffeln verderben; in Gebirgsgegenden frieren ſie ſogar manchmal zu der Zeit ſchon ein. Wenn die Kartoffeln mit Handwerkzeugen gelegt ſind, ſo werden die reifen Kartoffelſtöcke auch mit ſolchen herausgeho— ben, und man bedient ſich dazu des Spatens, der Hacke oder beſſer einer dreizinkigen großen Miſtgabel. Es erfolgt dadurch zwar ein reines Ausheben der Knollen, doch iſt dieſe Ernteart koſtſpieliger als die mit Geſpannwerkzeugen. Was die letzteren anlangt, ſo kommt zuerſt der Pflug in Betracht. Es wird mit dieſem das erſte Mal dicht an den Kartoffelſtöcken hingefahren, ſo daß ein Theil des, die Kartoffeln bedeckenden Erdreichs, wobei aber noch keine Knollen zum Vorſchein kommen, hinweggenommen wird. Hierauf wird der Pflug auf der entgegengeſetzten Seite der Reihe, nachdem er möglichſt tief geſtellt worden, angeſetzt, die Knollen gehörig untergriffen und ſo heraufgebracht. Die auf— gepflückten Kartoffeln werden mit der Hacke oder mit der Miſt— gabel aus der Erde geſchüttelt und aufgeleſen, was um ſo leich— ter erfolgt, da gewöhnlich der ganze Kartoffelſtock, ohne zerriſſen zu werden, heraufkommt, und die Knollen noch an den Samen— ſträngen hängen. Dieſe Art des Aushebens hat zwar den Vor⸗ theil, daß wenig Knollen zurleen eiben, aber ſie iſt aufhältlich, und es gehören dazu ſehr ordentliche Pflüge und Pflüger, wenn die Knollen nicht ſehr beſchädigt werden ſollen. Die häufi Art des Aushebens, die ſich auch immer mehr verbreitet, iſt n mittelſt des Hackens. Dieſer wird in der Mitte der Kartoffel⸗ reihe angeſetzt und der Kamm ſo geſpalten, daß die Knollen aus der Tiefe herausgehoben und blos gelegt werden. Es kommt hierbei hauptſächlich darauf an, daß die Schaarſpitze des Hackens mehr nach unten zu geht und daß ſie tief genug geſtellt wird, damit ſie pr. Seſter ½— 1 Sch oppen mehr Branntwein, als die halbreif ausgenommenen geben.(Landwirth. Kalender der Mähri ſch⸗Schle ſiſchen- Geſellſchaft. J. 1836.) dle Krolen! von vortt 310 dyxeligende der 9 acke/ väͤblen, und nur zu egl leſen; Andlo durch noch* hocken das 6 und ſtelen t Knollen auc folgen laſſi weiten F zweite Fun V. ſ. w., udt vird nicht zo entweder dih worauf einde möglichſt tn. docken, a ſind, weil, Wo hein ja verden, fö then 3 Aufg auch das(t gebracht. Tag vor ds ner eingeet: im Dktolez könne. Nitl gegeben, 13 ſchieht, je e Man zu ernten 481 alle Knollen gehörig untergriffen und ohne Beſchädigung zu Tage 1— als den gelegt werden. In jeder der aufgepflügten Furchen(das Auf— 8 ie ⸗—.—„. usgebildet u fahren geſchieht Furche und Furche, und es wird dann wieder n. Gewöhnle von vorn angefangen) werden Sammler angeſtellt, welche die zu fArfngs di Tage liegenden Knollen aufleſen, die Seiten der Furche aber mit getrofen, ſ der Hacke, in leichtem Boden auch nur mit den Händen durch⸗ nicht ratlch wühlen, und ſo auch die verdeckten Knollen ſammeln. Sind nun rtoffeln ten die ſämmtlichen Kartoffelreihen aufgefahren und aufgeleſen, ſo lzu der i pflegen Einige, wenn nämlich die Sammler ſchwer aufzubringen, eugen gl der Lohn hoch und die Preiſe der Kartoffeln niedrig ſind, das Land ſolchen benu nur zu eggen und die dadurch heraufgebrachten Knollen aufzu⸗ ns, der ht leſen; Andere aber, was wohl auch in Berückſichtigung, daß da⸗ Es erfolgt e durch noch viele Knollen aufgeſammelt werden, zu empfehlen iſt, iſt diſ on hacken das Land in die Quere über die geweſenen Reihen auf, Was die lih und ſtellen hinter jedem Hacken einige Samnler an, welche die act. Ci n Knollen aufleſen. Man muß dann aber nicht Furche neben Furche doter dini folgen laſſen, ſondern einen Zwiſchenraum zwiſchen der erſten und n Erdreith. zweiten Furche nehmen, welcher Furche um Furche, ſo daß die „binneggen zweite Furche neben der erſten, die dritte neben der zweiten gengeſttn? u. ſ. w., umgehackt wird. Folgt nach den Kartoffeln Winterung, ſo worde un wird nicht gehackt, ſondern gepflügt. Endlich wird noch geeggt, bracht di df entweder die bloße Hackfrucht, oder zur Unterbringung der Saat, — niN i worauf ein nochmaliges Aufleſen erfolgt. Man muß zur Ernte naß mili möglichſt trockene Witterung wählen, und nie mehr Furchen auf— f chi m hacken, als die Leute an demſelben Tage aufzuleſen im Stande dI Er Sm ſind, weil man zu dieſer Jahrszeit wegen Froſt nicht trauen darf. rar Sn Wo beim Kartoffelbau die Kartoffeln ausgepflügt oder ausgehackt werden, können dadurch täglich auf einer Fläche von 600 ◻ Ru⸗ then 5 Aufſtecher und 40 Samnler erſpart werden, zugleich wird auch das Kraut, welches langſam fault, größtentheils mit unter⸗ gebracht. Gern läßt man das Aufackerungsinſtrument ſtets einen Tag vor den Sammlern voraus ſein, damit die Kartoffeln trock⸗ ner eingeerntet werden. Man nimmt an, daß jeder Sammler im Oktober bis nahe an 2 Berl. Morgen Ausſaat aufnehmen iſt aufhaltli Pflüger, wen Die haufih ie Knolen z omut lin könne. Nicht ſelten wird das Geſchäft des Ausmachens in Akkord Hackend n gegeben, wo es dann gegen den 12., 14. oder 16. Scheffel ge⸗ lit vid, d ſchieht, je nachdem Jahreszeit und Witterung Eile gebieten. Ig de hobti Man hat zwar noch verſchiedene andere Arten, die Kartoffeln Mährich⸗hi zu ernten und, es wird dadurch bezweckt, Koſten und Arbeit zu 31 482 erſparen; aber nicht alle erfüllen dieſen Zweck zugleich nebſt reiner Einſammlung der Knollen. Schlüßlich noch folgende nicht unwichtige Bemerkung: man findet in ſehr trocknen Jahren in der zweiten Hälfte des Auguſt an den meiſten Stöcken Kartoffeln von ſehr verſchiedener Größe, z. B. wie Erbſen, Aepfel oder Hühnereier. Natürlich befinden ſie ſich auch in ſehr ungleichen Perioden der Reife; die größern ſind der Reife ſchon ganz nahe, während die kleinern zu ihrer Entwicklung noch mehrere Wochen bedürfen. Tritt um dieſe Zeit feuchte und bald darauf wieder warme Witterung ein, welche die Ausbildung der Wurzelknollen ſehr begünſtiget, ſo ſind die größern Knollen ſchon Anfangs September reif, löſen ſich von dem Wurzel— ſtocke ab, und erſcheinen ſogleich als Mutterkartoffeln, welche neue Triebe bilden und kleine Knollen anſetzen. Nothwendig wird durch dieſe jungen Stöcke die weitere Entwicklung der kleinern unreifen Kartoffeln des ältern Stockes geſtört und der Ertrag des ganzen Feldes beträchtlich vermindert, indem die größten frühreifen Früchte als Mutterkartoffeln verloren gehen, ihre ſpätern Nachkömmlinge nicht mehr zur Reife kommen und auch zugleich die kleinern, von dem erſten Satze abſtammenden Früchte in ihrem Gedeihen ſchmä— lern. Auf großen Gütern, wo der Kartoffelbau ſehr ausgedehnt betrieben wird, iſt dieſem Uibelſtande nicht leicht abzuhelfen. Armen Bauersfamilien aber hat die Noth ein ſehr einfaches Mittel ge⸗ lehrt. Sie räumen die Erde auf beiden Seiten des Stockes weg, nehmen vorſichtig die größten und reifſten Kartoffeln, beſonders die ſchon abgefallenen heraus, und laſſen die kleinen unreifen zu— rück, die ſorgfältig mit lockerer Erde wieder bedeckt, nun Zeit, Raum und Nahrung zu ihrer vollſtändigen Ausbildung gewinnen. (Mehr ſ. S. 486 b.) ) Ertrag der Kartoffeln und beſondere Metho⸗ den, eine doppelte Ernte zu gewinnen. Hier kommt es zunaͤchſt darauf an, wie die Saatkartoffeln*) beſchaffen ſind, wie *) Ertrag der Rohan⸗ und peruvianiſchen Kartoffel.(Siehe S. 29 8 und 37.) Da die ſeit einigen Jahren aus Frankreich nach Deutſchland ge⸗ brachte ſo genannte Rohankartoffel wegen ihres großen Ertrages ſo ſehr gerühmt wird, während wieder von anderer Seite bemerkt ward, daß ſie auf geringem Boden fehlſchlage; da auch die in frü— heren Zeiten ſchon ſo oft gerühmte, am Niederrhein auf's Neue der Ackr U wie — die Wün in Fuls ifeiſt den Ar. Kartof noch 9G war, 171 m offlnl n teſezn T bai. CFf einſpä 31 wat zuh behacttt: dehann 3( 6 16 Es en Karha! lchen rn zu 55, Sand d3 die RKin⸗ und ſag ſer ſfon herz aſt Uim henb 8 ſeßt d herauils Linga g ungemi. Jodeſjg⸗ auf umn woͤhnt) 3 dur(f brauch 3 vianiſe Sorte die 8 für denr ſch d dundwnñ 1483 3 zuglei m der Acker vor⸗ und zubereitet wurde, um welche Zeit man pflanzte, g denetin wie die Witterung während der Vegetationsperiode beſchaffen war; Hihe ih e nene verſhitdene 3 in Ruf gekommene, peruvianiſche Kartoffel bereits die Aufmerk⸗ Nrtiti ſamkeit unſerer Landwirthe in Anſpruch genommen, ſo hielt man g rni 1 den Anbau beider, im Vergleiche zu unſerer hierländiſchen gemeinen 4 ſeife, deg Kartoffel, für intereſſant. Ein magerer Sand, der im Frühjahre die kleinen noch als Haferſtoppel da lag, und dann zwei Mal geackert worden Trüt un 1 war, wurde dazu gewählt, und den 8. Mai zu ¼ mit Rohan⸗, % mit peruvianiſchen, und ½ mit hieſigen runden gelben Kar⸗ rung ein, d EIN 1 3 Jen, u toffeln in die zweite Furche(mit flanderiſchem Pflug genommen) ſo ſind deg beſetzt. Von jeder Sorte ward ½ Malter(100 Malter— 51 ſich von deg bai. Scheffel) verbraucht, und in die Furchen wurden zugleich drei — einſpännige Fuhren Pferdemiſt auf das Stück gelegt. Das Land twemdi 1 war zu rechter Zeit geeggt, ein Mal mit dem dreiſchaarigen Pflug behackt, und ſpäter zur Hälfte mit der Hand behackt, zur Hälfte er hemmai 1 behäufelt; Mitte Oktober fand die Ernte ſtatt, und ſie ergab: Ertrag dn 1) Rohan... 18 Simmer 2 Kumpf(der Malter hat —n frütrefrn Perus. 4 Simmer) 1 2) Peruvianer. 1„ 2„ ſenn Jufin 3) HOrdinäre.. 12„ 1„ h die leim Es zeigt ſich alſo, daß ſowohl die Rohan- als die Peruvianer— m Gedeitr i Kartoffel netto die Hälfte mehr ertragen haben, als die gewöhn— au ſehr ubrden lichen Kartoffeln, und daß man mit dem Ertrage der beiden erſtern dhzuhet irn zu 55 ½ Malter pr. Morgen auf magerem, ſchwach gedüngtem he Sande ſehr zufrieden ſein darf. Beide fremde Sorten, beſonders nfcches Wi die Rohankartoffel, hatten durchgängig ſchöne mittelgroße Knollen, des Stoten und faſt gar keine kleine darunter. Auch ſcheint die Qualität die⸗ toffeln, beſen ſer Kartoffeln gut.(Zeitſchrift f. d. landw. Vereine des Groß— rer unteifn herz. Heſſen. J. 1838. N. 44.) Uiber den Werth der Nohankartoftel iſt in dem prakt. We⸗ oft 8Äl. vih, un chenbl. des Neueſten ꝛc. v. J. 1840 Folgendes zu finden: Nachdem dung gewunne jetzt durch allgemeine Kultur der Werth dieſer Kartoffel ſich ſicherer herausgeſtellt hat, läuft derſelbe etwa auf Nachſtehendes hinaus. dere Metht Einzeln in Garten gepflanzt, bringt dieſe Kartoffel Knollen von ier kommt ungewöhnlicher Größe; im Felde auf ſehr gutem, tief gelockerten dier 4 Boden gepflanzt, liefert ſie mehr Ertrag als andere große Arten; hafen ſind, n auf mittelmäßigem Boden und nicht beſſer behandelt, als die ge⸗ wöhnlichen Sorten, gibt ſie auch kein größeres Produkt, als dieſe.— Zur Speiſe für Menſchen angewendet, iſt ſie aber noch weniger brauchbar, als andere große Sorten, namentlich die echte Peru⸗ vianiſche Kartoffel, die um Johanni und ſpäter, wenn andere Sorten fchon ungenießbar werden, ganz vorzüglich ſchön ſich kocht. Die Rohankartoffel iſt mithin, des vielen Rühmens ungeachtet, für den großen Anbau nicht zu empfehlen. Ihr Verdienſt beſchränkt 9 (Sießt E deutſchn 1 roen Ettlhi Seite bemai 2. 2. 1 9g m in ilt ſich darauf, der Liebhaberei ſolcher Leute zu dienen, welche die h1 affs Ja Landwirthſchaft in ihrem Garten treiben. jel 31* 484 von allen dieſen Punkten iſt jeder einzelne einflußreich genug, um den Ertrag zu bedingen. Da nun auf das Gedeihen der Kar⸗ toffeln die vorſtehenden Punkte einen ſo bedeutenden Einfluß haben, ſo läßt ſich daraus die Verſchiedenheit der Erfahrungen und Angaben in den verſchiedenen Gegenden leicht erklären. Nach Burger lieferte ein Wiener⸗Joch(=— 1600 Wiener ◻ Klafter) in Steiermark: im Jahre 1804— 413 Wien. Metzen „ 1816— 250„ 2 1817— 170» von ganz loſem Boden. In Kärnten im J. 1808— 244 Wien. Metzen 5 4 r 1 1099 eel S„ in kälterer Lage u. graſigem Boden 1810— 218»„ auf reich gedüngtem 1822— 416 2 Boden von der großen gelben Speiſekartoffel aber nur von der 1822— 220 2 frühreifen blauen Kartoffel. Burger nimmt den Durchſchnittsertrag auf nicht gar zu loſem oder bündigem Boden zu 250— 300 Wien. Metzen von einem öſterreich. Joch an. Nach Thäer war der höchſte Ertrag von einem Magdeb. Morgen zu 180 rheinl. ◻᷑ Ruthen(ein Berl. oder Magdeb. Mor⸗ gen—= 709.5 Wien. Klafter.) im Jahre 1809— 120 Berl. Scheffel(ein Berl. Scheffel im Mißjahr 1810— 78„ 2— 0. 893 W. Metz.) in Sand— 80— 90„»„ Iſt zu den Kartoffeln nicht gedüngt worden, ſo iſt eine Durchſchnittsernte von 100 Berl. Scheffeln(der Berl. Scheffel im Durchſchnitt zu 100 Pfund angenommen) vom Magdeb. Mor⸗ gen in einem kräftigen Boden, ſchon eine gute Mittelernte; im weniger kräftigen Boden geben die Kartoffeln eine Durchſchnitts⸗ ernte von 100— 150 Scheffel pr. Morgen. Schlechte und wäſſe⸗ rige Kartoffeln wiegen weniger, gute mehlreiche dagegen mehr. Beiſpiele eines bedeutend höhern Ertrages können nicht als Norm angenommen werden. Man hat vielfältige Berechnungen darüber angeſtellt, welchen Reinertrag die Kartoffeln geben und verſchiedene Reſuttate er— langt. Dieſe Berechnungen gewähren aber keinen andern Aufſchluß, 7 10- as ddion her iſ/ abwirft nach den wollte, 1G eite ſo alſtt an herab; Nimeitt zug der 7s Metzen autl nit 25 un12. trag an Ätt. Verhältuißos fann auf 19 ferung err. Gefahr en: in eine mn weiter vnü Cerealien il ſhen erna ꝛ ſhaftl. bente Art und 3lt 55143382 toffeln ettn⸗ virth. G ſf Einein ſechnologit. ſtocken, dig im Spathe Kartoffeln, dabei iſ zir 4) Dg außer einie roß, hangn ofort nachie derſelben 85 angepfäanztn O. 457) un 485 nilhret zn öedeizen e als daß die Kartoffeln überall, wenn der Boden nicht etwa ein ſol⸗ edeutende 1 cher iſt, welcher einen ſehr großen Körnerertrag des Getreides eit der Efin abwirft, weit mehr einbringen, als das Getreide, wenn man ſie lich ei nach den mit dieſen im Verhältniß ſtehenden Preiſen verkaufen ESuhs wollte. Wäre dieß nicht der Fall, ſo würden die Kartoffeln nicht ) L= 1600„% eine ſo allgemeine Anerkennung vom gelehrten Stubenlandwirth an herab bis zum genauer berechnenden Bauer gefunden haben. Nimmt man den Ertrag der Kartoffeln pr. Joch, nach Ab⸗ zug der Ausſaat mit 250 Cent. und den der Cerealien mit 15 Metzen an, und berechnet man den Mehlgehalt bei den Kartoffeln mit 25 und bei den Cerealien mit 70 pECt.; ſo ſtellt ſich der Er⸗ trag an Nahrung bei den Kartoffeln zu dem der Cerealien in das Verhältniß wie 4: 1(genau 41: 10) d. h. beim Kartoffelbau auf uz auin kann auf einer beſtimmten Fläche eine vier Mal dichtere Bevöl⸗ kerung ernährt werden, als bei der Kultur der Cerealien, oder die Gefahr einer Hungersnoth, als Folge einer Uibervölkerung, wird loſen gode zen cöin m in eine Zukunft hinausgeſchoben, die beim Kartoffelbau vier Mal frühreiin 6) 3 Farvf weiter von der Gegenwart entfernt iſt, als bei der Kultur der auf nit g Cerealien. Mit dem Ertrage von 1 ◻ Meile können 71420 Men⸗ Wien. Ten ſchen ernährt werden. Da Europa 77210 ◻ Meilen landwirth⸗ ſchaftl. benützten Boden(Aecker, Wieſen, Weiden, Gärten aller f eien N Art und Wälder) beſitzt: ſo können auf dieſem Flächenraume 5514338200 Menſchen bei der ausſchließlichen Kultur der Kar⸗ toffeln erhalten werden.(S. Reſultate der Wirkſamkeit der land⸗ wirth. Geſellſch. in Steiermark. J. 1840.)— Eine ganz eigene Kulturmethode iſt von Pohl ſchon im J. 1833 bekannt gemacht worden, und die mehrjährigen Erfahrungen beſtättigen in deſſen Archiv d. deutſchen Landwirthſchaft und landw. er Mandel. „j Berl. Ech 7,893 T. M ſo iſt eir 2 2 1 7, ſ ſ Technologie, J. 1839, S. 414: daß man von denſelben Kartoffel⸗ Schef... 2. 2 1. Bel. St ſtöcken, die Ende Juli oder Anfangs Auguſt reife Knollen liefern, )— M.„.. Nandeb.) im Spätherbſt noch eine zweite Ernte erhalten kann, welche Rättlernte Kartoffeln zur Ausſaat ſo gut ſind, wie andere. Das Verfahren edrtſih dabei iſt zweierlei: echte und t a) Die ausgezogenen Kartoffelſtöcke, an welchen gewöhnlich dagegen außer einigen großen eine Menge kleiner Kartoffeln, wie Erbſen richt ale9 groß, hängen; werden nach dem Abnehmen der größten Knollen, ſofort nach Abdrehung der Hälfte des Krautes, gleich wieder auf geſelt welte derſelben Stelle oder auf einem nebenan ſtehenden leeren Platz ſ Feſuikat eingepflanzt, und ſo behandelt, wie dieß ſchon vorher(bei Nr. 4 ar zuſtli S. 457) vorgeſchrieben worden iſt.— Mit dieſem Ertrage kann 486 man zwar zufrieden ſein, doch iſt dieſe Methode etwas umſtänd⸗ lich, daher iſt eine viel beſſere Art, eine doppelte Ernte von Früh⸗ kartoffeln zu gewinnen, folgende: b) Es werden nämlich zur Zeit der Reife(welche gewöhnlich in der Mitte des Monats Juli anfängt) und bei vollem Wuchſe frank’T des Kartoffelkrautes die Stöcke nicht herausgehoben, um die Kar— toffeln abzunehmen; ſondern der Ausnehmer ſucht von der Seite der Kartoffelkämme mit einer kleinen Hacke— beſſer aber mit den Händen— die größten Kartoffeln hervor, und läßt den Stock mit den noch vielen kleinen angeſetzten Knollen ſtehen, drückt die hervorgeſcharrte Erde wieder heran, und iſt dann der Stock nur Be 18 mit einigen Wurzeln ungeſtört geblieben; ſo wächſt er vor wie den Erd 2 nach fort, und verjüngt ſich gleichſam wieder. Letzteres bewährt ſhen Eil ſich auch dadurch, daß diejenigen Kartoffelſtöcke, die nicht der ſiten Knollen beraubt worden ſind, um Michaeli zur Erntezeit ſchon längſt ippigma die Blätter und Zweige hängen und das Kraut todt iſt, während duen glin dagegen die Stöcke, welche ſchon früher auf die erwähnte Art heit unmr Kartoffeln geliefert haben, ſich in ihrer vollen Kraft erhalten und dann eine kaum bemerkbar geringere Ernte geben, als jene*). ihrer Oumn und imna —— ſcee un d *) In Bezug auf die Wichtigkeit dieſer Vorkehrung beim Kartoffelbau ruͤe ſins erſcheint in dem Belehrungsbl. d. landw. Inſtituts in Turtſch in ſie zu vaden Böhmen folgender Aufſatz:»Ich mache bei den Frühkartoffeln auf Nin eine beſonders ökonomiſche Ernte aufmerkſam. Ich nahm nie die .. ttragei dm. ganzen Kartoffeln aus dem Boden, ſondern ich entblößte auf einem erttagesdm Felde erſt die eine Seite der Kartoffelſtöcke von der Erde, nahm deli Ami ſo täglich die größten Knollen zum Genuſſe heraus, und bedeckte ſtande, ſie wieder mit der Erde. Hatte ich auf dieſe Art allen Kartoffel— doft, jn au ſtöcken auf der einen Seite ihre ſchönſten Kartoffeln genommen, .. 1 2.— noch zu ſo fing ich bei den erſten Stöcken wieder vom Anfange an, ent⸗ mh; 1 blößte die andere Seite, und verfuhr eben ſo. Auf dieſe Weiſe ſe ſin. erhielt ich ſpäter noch eine bedeutende Ernte, indem die kleinen geweſen, 3 Kartoffeln deſto beſſer heranwachſen konnten, da die größern weg⸗ 50 genommen waren, und die Stöcke friſch und gut behäufelt wurden. 1ei 43 Ich muß geſtehen, daß ich manchen Kartoffelſtock oft vier Mal Kartrfelzs nach und nach plünderte, und zwar auf vier Seiten, zwei Mal den furcthar Beeten entlang, und zwei Mal in die Quere. ſeuchena zuell zung 4— wird dag n ſcht des t Aarunger ſtifenhenz hode(twes in eite Emnennn von fe bwehe Zehnter Abſchnitt. gewe bei dolen ¹;„ Saf tzohen, m Krankheiten und Siechthum der Karetoffeln. ſucht vn de — heſſr ün „und laßt en§. 65. 1 d en ſtehen, di dann der en Geſchichtliche Notizen. Bei der ſtets zunehmenden Verbreitung der Kartoffeln über b ien den Erdball, unter den verſchiedenſten telluriſchen und atmoſphäri⸗ it. ſchen Einwirkungen, und den ſo mannigfaltigen, ihrer Natur nicht aue ei ſelten ganz widerſtrebeuden Kultur; theils erzwungene äußerſt üppige, enorme Vegetation; theils gänzliche Vernachläſſigung der t tieihr ihnen gehörigen Pflege, mußte ſich nothwendig auch manche Krank⸗ d en heit und verſchiedenes Siechthum früher nicht gekannter Art, in r tn. ihrer Organiſation entwickeln, die ſchon hier und dort herrſchend hen, als in und immer verderblicher zu werden droht. Daß Pflanzen wie Men— ſchen um ſo mehr zu Krankheiten und Seuchen geneigt ſind, je Tn kanf näher ſie beiſammen wohnen und je mehr man darauf bedacht iſt, itutz in uun ſie zu vermehren, ſcheint keine ungegründete Behauptung zu ſein. Frühtanufie Nicht nur eine ungeheuere Verminderung des Kartoffel⸗ Ih nojn ni ertrages, und oft gänzlicher Verluſt der Saat, ſondern auch eine Viien, derlei Ausartung der Knollen iſt die Folge ihrer krankhaften Zu— rus, und bedat ſtände, daß ſolche minder ſchmackhaft und gedeihlich, weniger nahr⸗ alen Kartoffel haft, ja ſogar ungenießbar werden, und weder zum Viehfutter, feln genommen noch zu irgend einer induſtriellen Verwendung geeignet ſind. Daß rfange aie7 ſie ſchon mehrmal die Urſachen von Epidemieen und Epizotieen ide geweſen, hat leider die Erfahrung gelehrt. die größern/ So übertrieben auch die Beſorgniſſe mancher Freunde des efäufelt w⸗ Kartoffelbaues erſcheinen mögen, welche, von Schreckniſſen einer lai gür furchtbaren Zukunft geängſtiget, der Gedanke beherrſcht: daß durch n, jwet Mnn ſeuchenartige Krankheiten der dürftigſten Volksklaſſe reichſter Lebens⸗ quell zum Verſiegen gebracht werden könnte, eben ſo unerklärbar wird dagegen der Mangel an Theilnahme Einiger, bei der An— ſicht des allmäligen Verderbens dieſes täglichen und allgemeinſten Nahrungsmittels; anderſeits gibt es Leute, welche gegen die Be⸗ ſchaffenheit dieſer Frucht in einem hohen Grade gleichgültig ſind, 488 und mehr in der großen Maſſe derſelben als in deren Gute ihre Befriedigung finden. Eine genauere chronologiſche Zuſammenſtellung der Epochen und Perioden, des Erſcheinens, Herrſchens, Beſtehens und Ver— ſchwindens der Krankheiten der Kartoffelpflanze; dann die Er— forſchung ihrer Weſenheit, ſo wie der Mittel, ihnen zu ſteuern, dürfte in der Folge einen nicht unwichtigen Theil ihrer Geſchichte bilden, wozu wir aber bisher nur eine Skizze zu liefern im Stande ſind. Die erſte Nachricht von einer Kartoffelkrankheit finden wir in Krünitz ökonomiſch⸗techniſcher Encyklop. 35 Thl. S. 290, wo es heißt: im J. 1777 wären in Folge eines kalten und ſehr naſſen Sommers die Kartoffeln größten Theils inwendig ſchwarz oder gelbfleckig geworden;— und im Hannöveriſchen Magaz. vom J. 1779 St. 71, erſcheint die erſte Anzeige jener krank— haften Ausartung der Pflanze, die man die Krauſe nannte. Dieſe Krankheit des Krautes herrſchte in den J. 1780, 81 und 82 ſeuchenartig in Deutſchland, beſonders am Rhein, zeigte ſich ſpäter auch in Preußen und verbreitete ſich in kurzer Zeit weit. Simon hatte ſie im J. 1781, und Stockmann 1801 genau beſchrieben, und Beide glaubten deren Urſache, wie die Mittel dagegen er— forſcht zu haben.(Mehr ſ.§. 66. B.) Nach Dr. J. Ch. Ackermann bewirkte im Voigtlande der ſo äußerſt heiße und trockene Sommer des J. 1783, welcher ſich durch den anhaltenden Höohenrauch auszeichnete, einen Ausſchlag auf den Kartoffeln, wodurch ſie auf der Oberfläche rauh und riſſig, im Innern hohl und ſchwarz wurden; viele Augen der Knollen waren verdorben, ſchwarz, und ließen ſich aus den gekochten Knollen in Geſtalt einer ſchwarzen, halbrunden Erbſe ausheben. Außer dieſer Nachricht finden wir von demſelben noch eine andere Krank— heit aufgezeichnet, welche in eben dieſem Jahre die Kartoffeln be— fallen hatte, und ſich durch ein kränkliches ſchwächliches Anſehen des Krautes, welches auch viel lichter von Farbe war; dann durch kleinere, feſtere, ſchuppige, dem Geſchmack nach wildernde, ge— meiniglich hohle Knollen, zu erkennen gab. Daß die Kartoffeln in naſſen Jahren, wenn ſie in einem niedrigen, feuchten, thonichten Boden angebaut werden, eine Art krätzigen Ausſchlag und einen unangenehmen waͤſſerigen Geſchmack erhalten, bemerkte Viborg(in der mit Pfaff herausgeg. Ab⸗ zondl. iktt ohne ſic heitiſem Pu ten Mono? nach deml0 gehandeltſt. zuſtände 21 ſondern! welche eflr? Pitterurtt Farbe deds anderung. dder Geſt von der ön Volag weit veſti nungen a len bekona⸗ von auß s trocken, ae Schimmud denen ſoc in J. kleire Ar 1837) da. ſogenonnt Schottlantg und ſich a beſten Fir daß man ü verloren ſchon in dieſen of das Uibe 1 ſa ſond - ) Litken' — 1 ſchlage u 489 in deren Git handl. über unreife, früh- und ſpätreife Kartoffeln, J. 1807 S. 121), ohne ſich aber in die weitern Erorterungen der wichtigern Krank— rellung de e J der bi heitsformen einzulaſſen. Seſzens un. Putſche und Bertuch haben(in der von ihnen bearbeite— nie dan ne ten Monograph. 1819, S. 34) nicht nur die Kräuſelkrankheit l, üm ä nach dem Vorgange Simon's und Stockmann's genau ab⸗ hai üner bi gehandelt, und den Roſt, eine der Hauptformen der krankhaften u lefrn men Zuſtände der knolligen Solane, richtiger zu charakteriſiren geſucht; ſondern ſie erwähnen auch noch einer eigenthümlichen Krankheit, rankheit fndn welche erſcheint, wenn man die Kartoffeln im Herbſte bei naſſer 5 Thl. E 30 Witterung zu lange im Felde ſtehen läßt; wo dann ſelbſt die es kalten m Farbe der Schale durch die Witterung und den Boden eine Ver⸗ änderung erleidet, indem ſie aus dem Roth oder Blau ins Weiße növeritn Uun oder Gelbe übergeht. Oft haben ſie beobachtet, daß an einem de de pie beß Stocke nicht nur rothe und weiße Knollen zugleich gehangen, inzeige je 1) zug g g uſe run ſondern ſich auch an ganz rothen Knollen völlig weiße Auswüchſe 1780, 5 von der Größe eines Hühnereies zeigten. d8U,/ 7, zeiſeſt Von hoher Wichtigkeit iſt die in neuer Zeit wahrgenommene j deigfe ſ— 2 14 1 5 2— „„ 7 weit verbreitete Faäulnißkrankheit der Karto eln; die Mei— ſeit weit Ei 1 nungen über die Veranlaſſung ſind aber ſehr getheilt. Die Knol— len bekommen entweder faule oder ſchwarze Flecke, oder ſie ſind von außen den geſunden vollkommen ahnlich, aber im Innern trocken, ſchwarzfleckig, hohl, und in dieſen Höhlen findet man genau hſtrun ättel duxgen Voigtlaned Schimmelbildung oc. Außerdem gibt es noch mehr Geſtalten, in :83, welcer t denen ſich das Verderben dieſer nützlichen Früchte zeigt. Schon nen Ausſchla im J. 1837 erſchien von dem Engländer Will. Aitken eine nuh und tiſiy kleine Abhandlung(The potato rescued from dis. case. Lond. n der Knollen 1837), die uns in Kenntniß ſetzte, daß bereits vor 7 Jahren die ochten Knolle ſogenannte Trockenfäulniß in Europa, namentlich in England, heben, Auf Schottland und Irland epidemiſch auftrat, jährlich wiederkehrte andere Ker und ſich immer weiter ausbreitete, ſich am verderblichſten auf den Kartoffeln beſten Feldern zeigte, und eine ſo allgemeine Unruhe erregte, gliches Anſe daß man befürchten mußte, dieſe ſchätzbaren Früchte werden ganz nat; dann d verloren gehen. Die ſchottiſche landwirth. Geſellſchaft ſetzte daher widdernde/ ſchon im J. 1834 einen Preis für die beſte Abhandlung über dieſen Gegenſtand; doch bleiben die in der Beantwortung gegen 2. das Uibel empfohlenen Mittel nicht nur ohne den gehofften Er— nn ſe it eun d- 8 d At ſatz, ſondern ſie wurden noch verderblicher.— So paradox auch erden, ene“ aun Geſbri⸗ Aitken's Angaben der Urſache dieſer Krankheit, wie die Rath— rigell A Mg. 4— keruage 1 ſchläge und Maßregeln dagegen erſcheinen mögen, verdienen ſie herauoges 490 dennoch alle Beachtung; indem er den Grund dieſer Krankheit, wie der Krauſe, in einer Uiberreife der Saatkartoffeln und im Altern der Pflanzen, von denen ſie genommen wurden, gefunden zu haben glaubt*). *) Nach dieſem landwirthſchaftlichen Schriftſteller iſt die Kartoffel von jedem anderen landwirthſchaft. kultivirten Gewächſe unterſchieden. Halmgetreide, Gräſer, Hülſenfrüchte, eben ſo die übrigen Wurzel⸗ gewächſe, als Feldrüben, Mohrrüben, Runkelrüben, Paſtinak und die Kohlarten, werden jedesmal direkt aus den Samen gezogen, folglich iſt jede Ernte eine neue Generation, ſie kann nicht alt wer— den, und auf ihre Geſundheit kaun die Behandlung, welche die Samen— pflanze im Jahr vorher erfahren, nicht in ſolchem Grade einwirken, als bei der Kartoffel, da dieſe nur dieſelbe jährlich fortgezogene Pflanze iſt, und nicht eine neue Generation. Der aus der Blüthe der Gewächſe entſtehende Samen iſt die einzige Quelle der Erzeugung neuer Pflanzenindividuen und Pflan⸗ zen, welche auf andere Weiſe als durch Stecklinge u. ſ. w. hervor⸗ gebracht werden, ſind nicht durch Zeugung neu entſtanden, und ſie müſſen bei einer fortgehenden Wiederholung ſolcher Mittel in ihrer Konſtitution veraltern, entarten und untergehen. So iſt der Samen den Pflanzen in zweierlei Abſicht gegeben, nämlich zur Erzeugung neuer Pflanzen und zur Verbeſſerung derſelben durch Abarten. In der Jugend zeigt die Kartoffelpflanze die meiſte Lebenskraft, im Stengel, Blüthe und Frucht(Samenäpfeln). Die Knollen grün und ſaftig(wäſſerig), nicht ſo brauchbar als Nahrungsmittel, be— ſitzen eine thätigere Vegetationskraft als in jeder ſpätern Periode. Im reifen Alter werden ſie trockener und beſſer als Nahrungsmittel. So wie ſie ſich dem Alter nähern, werden ſie immer trockener und beſſer zur Nahrung, aber ihr Anbau iſt unſicherer und hängt mehr von dem Einfluſſe der Witterung und des Bodens ab. Wenn die Pflanze wegen geſchwächter Vegetationskraft gar keine Samen mehr trägt, kommen alle Säfte den Knollen zu Gute und ſie werden daher früher reif. Fehlt aber die Blüthe, dann haben die Knollen Vor⸗ theil, ſie nehmen an Größe zu, reifen in trockenen Jahren und auf leichtem Boden früher und ſind ungewöhnlich trocken und mehlig als Speiſe. Die Zunahme der Größe der Knollen, während die Pflanze anderweitig den Anſchein der Kränklichkeit hat, iſt zwar als Beweis für die Dauerhaftigkeit der Pflanze benutzt worden, allein jene Vergrößerung iſt eine Folge der fehlenden Blüthen, die erſte Annäherung an Altersſchwäche. Die ſpätreifen Arten nehmen ſo die Eigenſchaften der frühreifen an, welche keinen Samen bringen. Aber die Vergrößerung iſt nicht allgemein bei alten Kartoffeln, es tritt die Kräuſelkrankheit ein. Pflanzt man nun immer wieder die von kranken Kartoffeln geernteten Knollen aus, ſo iſt die nächſte Folge davon dasjenige Uibel, was man jetzt Trockenfäulniß nennt ze⸗ (S. a. a. O.) In s prorine men, Sls Thüringelr ir Jonme hereits d gezeigt, 8 immer g 73 üͤbergehe ſändig etl in ſo vich und feſtts derſelben /3 get nicht E ſe, de Ne Albi: landw. is. ſächſiſchene! Bezug du Aufgel? vorgeht, z zenommenn! zur Saans Gegend e bei nachi⸗ Ferne(hr Vochen dann hehe zangenen a uf det zr Geſtalt 7 Hervorpln du laſſen aus San heit befan von freiſ votden,, ſit, ſe ſheinende, naunteg 491 1d nd dieſer Ftu utkartofenn 1 n wurden, reie Im Jahre 1837 ſcheint die Trockenfäulniß auch in vielen Provinzen Deutſchlands herrſchend geworden zu ſein. In Böh⸗ men, Sachſen, beſonders im Erzgebirge, im Schönburgiſchen, in Thüringen, im Anhaltiſchen, in der preußiſchen Provinz Sachſen, in Pommern, Meklenburg, und in der baieriſchen Pfalz, hat ſich bereits dieſe Krankheit ſo vielfach und in ſo großer Ausdehnung gezeigt, daß die Klagen der Landwirthe, wie ihre Beſorgniſſe iiſt die Karnfi ſewächſe untet die uͤbrigen auen nn immer größer werden, dieß Uibel ſei nichts weniger als eine vor⸗ den Scnen g übergehende Epidemie und werde ſich viel wahrſcheinlicher ſelbſt⸗ ſe kann ſitt an ſtändig erhalten, wenn es einmal durch alle deutſche Gauen, die ng,welceieen in ſo vielfacher Berührung mit einander ſtehen, ſich eingewurzelt em Gitd inn und feſtgeſetzt haben ſollte; wo dann die gänzliche Ausrottung Jährli ingn derſelben, großen Schwierigkeiten unterliegen dürfte, weil die Trä⸗ ende Einef ger nicht das Kraut, ſondern der ausdauernde Theil des Gewäch⸗ dividnen u ſes, die Knollen ſelbſt ſind. nge u. ſniſ Albert aus Roßlau theilte in Folge einer Aufforderung dem entſtanden, landw. Verein in den Verhandlungen der Wandergeſellſchaft der he iuß ſächſiſchen Landwirthe ꝛc. ſeine Bemerkungen und Thatſachen in nic hg Bezug des unregelmäßigen oder ganz unterbliebenen Aufgehens und Keimens der Kartoffeln mit, woraus her⸗ vorgeht, daß er auch in ſeiner Gegend die Trockenfäulniß wahr— genommen und die traurige Erfahrung gemacht habe, daß von deu zur Saat gewaͤhlten, ſcheinbar ganz geſunden Kartoffeln ſeiner Gegend an 36 p„Ct. ausblieben. Am auffallendſten erſcheinen da⸗ bei nachſtehende Bemerkungen: 1) daß ſelbſt von den aus weiter is Naheungen mer trotaan und Fargt n Ferne gebrachten Kartoffeln, wo man ſie nicht krank kennt, 4 ms al. Venn d Wochen nach dem Legen an 60 pECt. ausgeblieben ſind, und man ne Samun neft dann beim Nachgraben gefunden hat, daß viele der nicht aufge⸗ fewerden daher Knollen Vor⸗ däßren und af gangenen Knollen in Fäulniß gerathen waren; bei andern ſich auf der Mutterkartoffel in der Erde eine kleine Knolle von der inn und mäß Geſtalt einer Krippkugel hervorgedrängt habe, ohne übrigens ein n, wihren d Hervorproſſen des Krautes an irgend einer Stelle wahrnehmen zt, iſ iwar d zu laſſen. 2) Daß auch Kartoffeln, die man erſt vor 3 Jahren vorden, e aus Samen gezogen, eben ſo ſehr wie die alten von der Krank— then, die n nnehmen ſe zamen bringe heit befallen waren, und daß keine Varietät bekannt ſei, die da— von frei geblieben wäre. Ferner iſt ihm ſehr wahrſcheinlich ge— n Karvfeln worden, daß die Gibraltar-Kartoffel, welche an dieſer Krankheit uner vitder litt, ſie auf andere übertragen habe. 3) Manche der geſund iſ die näͤhit ſcheinenden fand er im Innern mit blaulichen Flecken, den ſoge— „ 8 5— 2„ 6— 8. äulniß ienme nannten Stockflecken, beſetzt; welche beim Kochen hart blieben, und von keiner Thierart genoſſen wurden.— Wo die Krankheit herrſcht, hat ſich im Allgemeinen von der Ernte ein Verluſt von 20— 80 pCt. gezeigt. Es gab im J. 1840 Landwirthe, welche 40 Wiſpeln gepflanzter Kartoffeln dieſer Krankheit wegen wieder legen mußten und Tauſende dadurch verloren haben.(Neue Annal. d. Meklenburg. landwirth. Geſellſchaft. J. 1841.) Weil durch die immer mehr überhand nehmende Krankheit der Kartoffeln der Nahrungsſtoff in denſelben zerſtört oder ver— dorben wird, dadurch leicht Krankheiten entſtehen und epidemiſch werden können, iſt ſie deshalb im ſächſiſchen Erzgebirgiſchen ſchon der Gegenſtand polizeilicher Sorge geworden; man hat vor dem Genuſſe von dieſer Krankheit ergriffener Kartoffeln, ſo wie vor dem Verfüttern derſelben ernſtlich und nachdrücklich gewarnt, ja, es nicht minder ſtreng unterſagt, ſolche faulende Kartoffeln auf Wege oder öffentliche Plätze auszuſchütten, weil die durch das Faulen erzeugte Ausdünſtung leicht Schaden bringend werden könnte. Bei den Verhandlungen hierüber in erzgebirgiſchen Blättern iſt beſonders auch die Beſorgniß an den Tag gelegt worden,»ob nicht, wenn die in Fäulniß uͤbergehenden Kartoffeln, um ſie we⸗ nigſtens noch als Düngermittel zu benutzen, auf den Dünger— haufen geworfen werden, der Same, wenn er in einem Felde ge— legt wird in welches ſolcher Dünger eingeackert worden ſei, von dieſem Krankheitsſtoffe angeſteckt zu werden in Gefahr komme, und ob nicht eben dadurch dieſes Uibel nicht allein genährt, ſon— dern ſogar immer weiter verbreitet werde?«(Allgem. Anzeiger d. Deutſchen. J. 1841. Nr. 120.)— Die Urſachen der Fäulniß— krankheit und die dagegen empfohlenen Mittel werden bei der nähern Betrachtung der Krankheitsformen erſichtlich gemacht wer⸗ den.(Siehe S. 495.) Mehr als jemals erheben ſich jetzt auch Klagen über ver— ſchiedene Hautausſchläge der Kartoffeln, die man zwar ver⸗ ſchieden benannt, aber deren Formen weder genau beſtimmt und charakteriſirt, viel weniger noch gehörig unterſchieden hat; insbe— ſondere befürchtet man die Ausbreitung der ſo genannten Pocken (Grind, Schorf?), welche Krankheit um ſo drohender wird, je mehr man ſich überzeugte, daß auch die aus Samen gezogenen Knollen von dieſem Uibel befallen werden.— In der neueſten Zeit ward auch die Frage zum Gegenſtande einer lebhaften Er— oͤrterung in Potsdam geworden: ob man die Bemerkung allge— mein gemn oder oöb zer beſi ddet Grinn und Vontts eine wied toffln d ſelben E5 nehr gel t und vongt ſtzer ſüin ſelben EK dem dißs (Algem. T Formelrs I. Pb Punl tenzen, dc Entartu( hervorel mit odeng und daß. ſeits dern vitkenderJ b das g (Netamig gefährden die vrgang 9 Au 1 wen, Enu⸗ nur durch mach 493 den mein gemacht habe, daß der Mergel dieſe Hautkrankheit erzeuge, in W oder ob dieß nur auf eigenen Bodenarten der Fall ſei. Schwei⸗ 1840 Landn zer beſtättigte nach wiederholten Beobachtungen, daß der Schorf e ürunihet n oder Grind an den Kartoffeln in der Gegend von Weida, Gera btenüm 0 und Ronneburg oft vorkomme, und daß weder neuer Samen noch X 1841) eine wiederholte Duͤngung Etwas dort vermochte, wo die Kar— toffeln durch mehrere Jahre zwölf Mal hintereinander auf der⸗ ſelben Stelle gebaut, ſich die letzte Zeit faſt gar keine Knollen mehr gebildet und die, welche ja anſetzten, voller Grind, wäſſerig hehmende grn zerſtört dhe r und von häͤßlichen Geſchmack zeweſen wären. Erſt als d der Be⸗ 1? wSeh⸗iſ ſitzer ſich entſchloß, ein Paar Jahre keine Knollen mehr auf der⸗ uan dct u ſelben Stelle, ſondern andere Küchengewächſe zu bauen und nach— öfeln, ſym dem dieß geſchehen, gewann er wieder vorzügliche Kartoffeln. ih gexam(Allgem. Zeitung f. d. deutſch. Landwirthe. J. 1841. S. 376.) artoffeln aiſd durch de ne d werden ii§. 66. ſhen Ninn Formen der Krankheiten und mannigfaltiges Siechthum egt worden, der Kartoffeln. fal Me I. Betrachtung der Kartoffelkrankheiten im Allgemeinen. einen ſeg⸗ Wir glauben hier vorausſetzen zu können, daß jene Po— worde un tenzen, die Befruchtung nicht ausgenommen, welche die Aus- und Gefaht ier Entartung*), und mannigfaltige Varietäten der Vegetabilien in genäbtt ſe hervorrufen, dieſelben ſind, die deren Krankheit und Siechthum, lUgem. Anzein mit oder ohne Afterbildungen und Desorganiſationen bedingen; m der Fuullij⸗ und daß nur einerſeits die Macht ihrer Einwirkung, wie ander— rden hei der ſeits der Grad der Energie der auf ſie beſchränkend zurück— gemacht wet⸗ wirkenden Lebenskraft es iſt, welche darüber zu entſcheiden haben, ob das Produkt dieſer Wechſelwirkung blos als eine Umbildung (Metamorphoſe), oder als ein abnormer, Geſundheit und Leben über ber-. 5 5 1 c den iber gefährdender Prozeß, nicht ſelten ſelbſt mechaniſch oder chemiſch zwar ber⸗. 85.., 68 7 die organiſchen Gebilde zerſtörend, hervorgehen ſoll oder nicht. beſtimmt und n hat; i inzhe. int ten Pocen*) Ausartung nennt man die Veränderung vegetabiliſcher Geſchlechter, nder widd wenn ſie ihre Eigenheiten verlieren und dagegen andere annehmen.— Entartung heißt aus der Art ſchlagen und deutet ausſchließlich nur auf eine Verſchlimmerung.— Veredlung heißt aber Pflanzen zwſer 4 durch größere Sorgfalt der Kultur ꝛc. ihrem Zwecke entſprechender lebhaftenl machen. erkung ale⸗ ren gzogenen der reueſtn ——————————— 494 Die Krankheiten der Kartoffeln können nach unſerer Anſicht betrachtet werden, als nothwendige Folgen: a) geſchwächter Lebenskraft, oder Mangel an Lebensenergie; b) eines abnormen Bildungstriebes; c) eines nicht geſundheitsgemäßen Ernährungsprozeſſes; endlich d) als die Wirkung mechaniſcher oder chemiſcher Verletzungen. ad a. Hierher gehört gänzlicher Mangel an Keimkraft, das Schwinden, Verdorren und Ausfaulen der Augen und Keime; die trockene und naſſe Fäulniß der Knollen; die Blüthen-und Samenloſigkeit. ad b. Zu dieſen zählen wir das Pfropfig- und Knolligwerden der Augen, dann den Knollenwucher des Krautes ober der Erde. ad c. Aus dieſem gehen die ſo genannten Haut- oder Aus⸗ ſchlagskrankheiten hervor; mit Riſſigwerden und Abſchuppung oder blaſiger Erhebung der Haut verbunden; mit oder ohne in die Augen fallender Ausſickerung von Säften und deren Verdickung auf der Oberfläche der Knollen, wodurch dieſe ein borkenähn— liches, narbiges, auch warziges Anſehen erhalten; nicht ſelten er— ſcheint offenbarer Subſtanzverluſt in Form von Löchern, Ero— ſionen u. d. gl. ad d. Dieſer Reihe werden beigezählt: Aufätzungen durch Schärfe des Bodens und Düngers hervorgebracht; Verwundungen und Quetſchungen, ſowohl der Knollen wie des Krautes, mit den gewöhnlichen Folgen; dann das Befallenſein derſelben von ver⸗ ſchiedenen vegetabiliſchen und animaliſchen Paraſiten; wie der Sphaeria solani Pers.; galbana Fries; dem Sclerotium semen Tode etc.; und dem Botryosporium diffusum Corda, das je⸗ doch nur auf den Knollen haftet.— Auch ſind ſie dem Angriffe einiger Würmer und Käfer ausgeſetzt: wie der Engerlinge; des Oxytelus rugosus Erichs.; Staphilinus rugosus Fabr; Staph. carinatus Pers.; und Staph. piceus Oli.— Albert beſchuldiget noch die heſſiſche Fliege, und Andere(wie Ackermann) ein dem Mehlwurm ähnliches Thierchen als Urſache einiger Krankheiten, namentlich der Krauſe.— Unter den Sängethieren zählt die Kartoffel die Mäuſe unter ihre größten Feinde. Unentſchieden bleibt es aber noch, in wie fern vegetabiliſche und animaliſche Paraſiten zur urſprünglichen Krankheitsurſache der Kartoffeln werden können; weniger zweifelhaft dagegen iſt es, daß Schwäche, Siechthum und Krankheit, kurz oder lange vorher durch andere Schädlichkeiten herbeigeführt, denſelben eine e erwunſ rünen is herndes 3= theilen) llbrirr rit vonö der Subt 1. 9 4.) Augen Augen nott noch bei fr. wutden 50 ſchon im at ſtörendſluo die ſchol un Keime nt zu welkas Schnittfl n⸗ die Muto⸗ ſind, da ſcheinen; ter faſtom gefloſen ut Sgotf ed 1) lindern Im Knolen ichen, ſcmn mit einenn tryptoguns bemeriba 495 ach unſeter ge erwuͤnſchte Wohnſtätte auf und in dieſen hinſchwindenden Orga— nismen bereiten, ſie in Unzahl herbeilocken, ein üppiges, wu⸗ enbenng cherndes Leben ſichern, und mit ihnen das Werk der Zerſtörung theilen*). Uibrigens iſt zu beachten, daß Verletzungen auch einen Aus⸗ tritt von Säften und Ausſchlagsformen, gleichwie einen Verluſt der Subſtanz, hervorbringen können. in Lel geprazeſtz ſcher Verlezune an Keinfni, Augen un gi die Alttn II. Naͤhere Beſchaffenheit der Krankheitsformen der Kartoffeln. M ſ A. Der Wurzelknollen. jund gylüra tes rberN a. Das Schwinden, Verdorren und Ausfaulen der Hant Augen und Keime, findet theils bei zu jungen Knollen, deren Abſcunnenn Augen noch nicht vollkommen ausgebildet geweſen; vielmehr aber dder wih noch bei den überreifen, die ſich überwachſen und ſpät geerntet deier baih wurden, aus Mangel an hinreichender Lebenskraft, meiſtentheils e ei kiſe ſchon im Boden ſtatt. deſſen Näſſe, Schaͤrfe und Hitze am zer— 1, nin i ſtorendſten auf ſie einwirkt. Dasſelbe Uibel trifft Kartoffeln, 1 diten, die ſchon zu viel auf dem Winterlager getrieben haben, deren Keime früher oder ſpäter verletzt, mehrmals abgebrochen oder zu welk geworden ſind; ſo wie jene Knollenſtücke, deren Schnittflächen von irgend einer Verderbniß ergriffen, oder wie die Mutterkartoffel ſelbſt ſchon in ihrem Marke krank geweſen ſind. Die von einem ſolchen Leiden ergriffenen Kartoffeln er⸗— ſalben ui i ſcheinen auf ihrer Oberfläche wie zerſtochen; die Ränder der Lö— lufäßzunen dur ; Vrraunöunge rrautes, ut dn ſten; wi n cher faſt immer wie angefreſſen, mit den nächſtſtehenden zuſammen— weratium sene gefloſſen, rauh vernarbt, wo ſie dann das Anſehen von einem vrla, dis ⸗ Schorf erhalten. ten Argtife b) Die Trockenfäule(das Vermorſchen), von den Eng⸗ peringe; des ländern Taint, Tailure oder Dryrot genannt, verſetzt die Fabr; Sun Knollen im Innern, in einen dem Trockenmoder des Holzes ähn— tt beſtudd lichen, ſchwammigen und hohlen Zuſtand; die Höhle iſt faſt immer unn) ein de mit einem baumwollähnlichen weißen, hier und da roſenfarbigen roranhein kryptogamiſchen Gebilde ausgefuͤllt; dabei iſt ein dumpfer Geruch nn zihlt d bemerkbar. vegetaiſ*) So verſichert Albert immer gefunden zu haben, daß mitten in der antheitäurſte Höhlung von äußerlich geſund erſcheinenden Gibraltar-Kartoffeln, t dagegen 1 die aber in der Umgebung von vermorſchten gebaut ſind, im Herbſte und Frühjahr ſich Fliegen befinden.(Neue Annal. d. Meklenb. landw. rz oder lauge S 1 Geſellſchft. J. 1841. S. 250.) enſeben dün — — 496 Die ausgelegten Saatkartoffeln, von dieſer Krankheit befallen, werden unfähig zu keimen und Pflanzen hervorzubringen; auch wird dadurch die Kartoffel ungenießbar und eignet ſich weder zur Erzeugung des Branntweins, noch zur vortheilhaften Ausbeute des Stärkemehls. Uiber die Urſachen und Natur dieſer Krankheit herrſchen ver⸗ ſchiedene Anſichten, bis jetzt hat aber das Bemühen, die Urſachen aufzufinden, noch nicht den erwünſchten Erfolg gehabt. Einige glauben, daß ſie in einer nach und nach durch gewiſſe ungünſtige Kultursverhältniſſe veranlaßten Veränderung der Grundmiſchung der Knollen, und in einer parallel damit gehenden Erſchöpfung der Lebenskraft und folgeweiſe des Keimtriebes der Knollen begründet ſei. Sie ſtützen ihre Anſichten auf die Beobachtung, daß die Landwirthe nicht ſorgfältig im Fruchtwechſel ſind, d. h. daß ſie die Kartoffeln zu oft hintereinander in dieſelben Felder bauen, den Boden gänzlich ausbeuten, und nicht Getreidearten und Hülſenfrüchte dazwiſchen in der geeignetſten Aufeinanderfolge kultiviren, um der Erde diejenigen Beſtandtheile wieder zuzu— führen, welche ſie durch einſeitige Benützung auf eine und dieſelbe Fruchtart verloren hat.— Andere ſchreiben die Urſache dem nicht genugſamen Wechſel der Saatkartoffeln zu, daß alſo die Krank⸗ heit gleichſam der allgemeine Ausdruck einer Raceverſchlimmerung aus Mangel an Kreuzung ſei.— Viele ſind aber der Meinung, daß ſich dieſe Krankheit in manchen Gegenden zeige, wo die Zer⸗ theilung der Saatkartoffeln üblich iſt, und die neuen Pflanzen aus den einzelnen Augen der Knollen erzeugt werden, und daß Kartoffeln, in einem ſolchen verletzten Zuſtande in den Boden gebracht, um ſo eher den fäulnißerregenden Einflüſſen ausgeſetzt wären. Doch pflegen Manche die in Stücke oder Scheiben geſchnit— tene Saatkartoffeln ſo friſch als möglich, Andere erſt, wenn ſie nach Tagen welk geworden; auch befeuchtet, oder mit Kal kſtaub deeeſc u. dgl. zu pflanzen, um ſie vor Fäulniß zu bewahren*). Manche Landwirthe leiten endlich dieſes Uibel von Maden, Wür— mern, Fliegen und Käfern ab, welche die Knollen verwunden; Andern ſcheint es, daß es von einem Schimmel herrührt, welcher die Kar— toffeln im Innern durchwächſt. Auch ſollen einige Kartoffelarten mehr als andere, und manche gar nicht dieſer Krankheit unterworfen üe Uiberhaupt aber gebe Veranlaſſung zu dieſer Verderbni *) Siehe Note S. 445. ſchlechte ſ Zaatkatl3 heit der ä Aitt beaupteg Urſachen un liberrei o Hauptuoch G wolln, àe ürſachenn kannter 1 Nur N N ihrer A. ſene ſhoc 2 22 — zut Lte kränkel am ſind u Ffn zur Au zat zeugen gct ſchern. 1 widerſte 1 Kraft ſt reif wen ſtigen.„. ) Aus. ii E 49 niuneh ſchlechte Aufbewahrung, Erhitzung oder unrichtige Behandlung der ſünt ſh b Saatkartoffeln nach dem Zerſchneiden, und vor dem Legen; Trocken— teilrie— heit der Luft während der Pflanzzeit, unpaſſender Dünger u. dgl. mehr. 1 Aitken, einer der ſorgfältigſten Beobachter dieſer Krankheit, behauptet aber, daß ſie nicht aus einer oder der andern dieſer Urſachen unmittelbar entſpringe. Nicht die Unreife, vielmehr die Uiberreife der Saatkartoffeln, iſt nach ſeinen Beobachtungen die Haupturſache dieſes Uibels, ohne damit zugleich behaupten zu wollen, daß die obigen Angaben nicht auch, jedoch nur als Neben— urſachen anzuſehen wären, denn ſelbſt von ihm wird deren aner— kannter, verderblicher Einfluß auf die Saatkartoffeln gedeutet. müͤhen, d olg geholt( h gewiſe une Nur dann, wenn die Kartoffelart jung und im vollen Beſitze fde ihrer Vegetationskraft iſt, wird ſie im Stände ſein, ſich gegen wetſſſſ, jene ſchädlichen Einwirkungen zu behaupten*). d5”n 8 ſin Durch das Uiberreifen und die Krauſe ſcheinen die Kartoffeln 1 Arn zur Trockenfäule vorbereitet zu werden. Uiberreife Kartoffeln l kränkeln und ſterben dahin. Nach den Anſichten des obengenannten Hölö än ſind unreife Kartoffeln der Natur der Kartoffeln angemeſſener Lcens n, zur Ausſaat als die ältern; daher man ſolche abſichtlich zu er— de zeugen ſuchen muß, um die jährliche Geſundheit der Ernte zu H alf0 1 ſichern. Die Kartoffelarten, welche der Krankheit am meiſten widerſtehen, ſind junge, nicht überreife Arten, die voll jugendlicher Kraft ſind; oder ſpät reifende Sorten, und ſolche, die nicht über— reif werden, wenn Jahreswitterung, Boden und Lage dieß begun⸗ ſtigen. Da wo die Kartoffeln nicht überreif werden, zeigt ſich erden, und d 7 den Bode ggeſetz*) Auch Adler, ein einſichtsvoller Landwirth im ſächſiſchen Voigtlande, eiben geſchnit iſt der Meinung, man müſſe die kleinern Kartoffeln bis zur Größe 4 eines Taubeneies zeitig aus dem winterlichen Vorrathe ausleſen; indem ihm dieſe kleinen aus jeder Sorte von Natur zur Saat be— ſtimmt zu ſein ſcheinen; ſie ſind gewöhnlich die geſündeſten, während erſt, wenn mit Kalfſi bewahren“ die großen Knollen ſehr leicht hohl werden, und dann in Fäulniß Maden, P übergehen. Sehr häufig treiben aber dieſe kleinen Knollen, wenn anden; A ſie ungeſchnitten gelegt werden, zu viele dicht an einander ſtehenden d g. Keime und verhindern alsdann die Ausbildung großer Kartoffeln; techer 5 daher eine Verpflanzung dieſer Stöcke bei gehöriger Zeit ſehr zu ofelarten! empfehlen iſt.(Allgem. Zeitung f. d. deutſch. Landwirth. J. 1840, ntervorfet S. 507.) er Verdertn Der Redakteur bemerkt dabei, daß die mittelgroßen Kartoffeln für die vorzüglichſten zur Saat anerkannt werden, weil die kleinen eine ſchwächere Reproduktionskraft beſitzen. 32 Q—————— 2 498 keine Krankheit, und ſie werden ſich lange Jahre einer guten Geſundheit erfreuen.— Das Uiberwachſen kann nur auf gewiſſen Bodenarten und in gewiſſen Jahren eintreten. Daher werden beſſere Saatkartoffeln mehr in hohen als niedrigen Gegenden; auf kaltem als auf warmem Boden; auf neuem als auf altem Lande erzeugt, und man findet ſie eher in einem feuchten Jahre mit frühem Winter, als in einem warmen und trockenen; leichter von neuer als von alter Saat, weil Erſtere weniger reife Kartoffeln als letztere bringt. Man kann jedoch, um das Uiberwachſen zu verhüten, durch ein einfaches Verfahren die Natur künſtlich nachahmen, und zwar: 1. Durch das Abmähen oder Abweiden der zur Saat beſtimmten Kartoffelpflanzen, ſobald die Knollen eine ſolche mittlere Größe erlangt haben, daß ſchon die Keimaugen gebildet ſind.(S. S. 448.) 2. Durch ſpätes Pflanzen, ſo, daß die Kartoffel nicht mehr Zeit hat, ſich zu uüberwachſen und überreif zu werden. 3. Damit die Knollen hinlänglich unreif bleiben, kann man eine hinreichende Menge der zur Saat beſtimmten Kartoffeln früher als gewöhnlich aufnehmen. Die Kartoffeln müſſen in einem ſolchen Zuſtande ſein, daß ſie den vollkommenen gleichen, welche in hoher kalter Gegend gewachſen, oder ſolchen, die in ihrem Wachs— thume durch einem frühen Froſt aufgehalten worden ſind. Auch iſt das Erziehen der Kartoffeln aus Samen mit wohl— berechneter Kreuzung der beſſern Arten durch künſtliche Befruch— tung das verläßigſte Mittel, die Kartoffeln zu verjüngern, immer ſchönere Sorten von Saatkartoffeln zu gewinnen, und der Trocken— fäulniß vorzubeugen; doch muß vor Allem eine ſorgfältige Aus— wahl getroffen, und die Geſundheit der Mutterpflanzen, von denen der Samen genommen wird, beſonders berückſichtiget, dann noch die Beſchaffenheit des Samens ſelbſt, deſſen vollkommene Ausbil— dung und Reife einer eigenen Unterſuchung unterworfen werden. (S. Aitken a. a. O.) Unterrichtete deutſche Landwirthe, die fleißig beobachten, haben theils nach eigenen, theils von Andern vernommenen Erfahrungen folgende Vorſchläge gemacht, um der Fäulnißkrankheit der Kartoffeln zu begegnen: 1. Weil nach ihrer Anſicht ein großer Theil der Schuld von jener Krankheit in dem Umſtande liegt, daß man die Saatkar⸗ toffeln bis in die letzten Tage des Monats Mai, wohl auch An— Oktober de dimat reifem Jum ni mehr d tige Austs ehe man!? terung dlu zu bringet Saat z M bewahrunx werden, G geleern E lich eit ſta Boden ſtoſſenendet um die bu ſuche madn n. Hülfeſg der Zuglt (Siehe( 3, 9 herigen zn Kartoffeln der geſu Punktes ſpürten. niß angeg und zwans Kein fz Fäulniß 1 geſchnitt tung gen faſern din ſoho, g Lebe l frl 1 14 4. a12 von reſſee 499 6. Jahre einer mm ur af fangs Juni in d die Erde bringt, ſolche aber auch unbekuͤmmert, ob ten dir d ſie die gehörige Reife erland haban, Peunoü im Anfange des hn 4 Oktobers einerntet, in der Natur der Saͤchoaber auch liegt, daß dt aif ien die dünnen wäſſerigen Beſtandtheile dieſer vrüchte in nicht ganz faubin ng reifem Zuſtande, ben dichter Anhaͤufung und Waͤrme, der Verderb⸗ rbenen, niß mehr als die reifen ausgeſetzt ſind; ſo empfiehlt ſich das zei— tige Auslegen, damit ſie Zeit haben, vollkommen reif zu werden, ehe man ſie erntet. Ein Jeder ſuche daher, ſobald es die Wit— terung erlaubt, ſeine Kartoffeln ſo zeitig wie möglich in die Erde iger reif de wiu verzlin, zu bringen, und die zuerſt gelegten halte man immer zur künftigen rchahmen uh Saat zi ir ei 2 Muͤſſen die Kartoffeln aus Mangel eines beſſeren Auf— mane gewahonugsotes in feuchten oder dumpfigen Kellern überwintert t ſnd asu werden, ſo ſorge man vor Allem dafür, aus den naſſen feuchten Aarbff ige Kellern die Näſſe durch Abzugsgräben oder andere von der Oert⸗ verden lichkeit gebotene Mittel zu entfernen. Auch iſt anzurathen, den pleien, in: Boden der Keller mit einer Schichte von trockenem Sand, zer— tinmten datf ſtoſſenen Kohlen, trocknen grüͤnen Fichtenäſten u. dgl. zu bedecken, in müſen in um die Feuchtigkeit desſelben abzuhalten; den dumpfigen Kellern n gleicen, ſuche man aber durch Luftzug, vermittelſt angebrachter Luftlöcher e in ihren ae ꝛc. Hülfe zu verſchaffen, und verwahre die Keller durch Verſtopfung rden ſin der haliih nicht eher, als bis es allzugroße Kälte gebietet. Samen uin(Siehe S. 512, die Note.) ünſlige Kn 3. Da es jene Krankheit bedenklich gemacht hat, nach dem zeit— erjüngern, in herigen Verfahren nur allein die abgeſchnittenen Keimaugen der 5J)or Trockel—. Arh N a Kartoffeln als Saat in die Erde zu legen; ſo wird es, um wie— der geſunde Knollen zu erlangen, unter Beobachtung des erſten Punktes für beſſer gefunden, wenn beim Auslegen von den ver— ſpürten krankhaften, jedoch nicht bereits ſichtbar ſchon von Fäul— niß angegriffenen Knollen keine Schnitte, ſondern lieber ganze, orgfältie Aui⸗ fen, von denen t, donn not nmene Aubhi worfen werde und zwara jene von mittlerer Groͤße gewählt werden, denn ein Keim findet dann gewiß in einer ganzen Knolle— die der obachte ho Fäulniß in der Erde nicht ſo ſehr ausgeſetzt iſt, wie das ab— en Erfahrunge geſchnittene Stück mit dem Keimauge— noch ausreichende Nah— der Kutft⸗ rung genug, um ſich bis dahin, wo die ana mit ihren Wurzel— faſern die Erde erfaſſen kann, zum gedeihlichen Emporkommen ihr atuld ur Leben friſch und lebhaft zu erhalten. ESieho S. 445, Note 2.) der Ec——„—— 9 Samkka 4. Zuverläſſig iſt es höchſt nothwendig, durch Einſammeln lauc von reifen Samenäpfeln ſich neue Saatkartoffeln zu verſchaffen. — r—— *4 f 1 — — —— 500 c) Die feuchte Fäule(Vermoderung)*), verſchieden von der gewöhnlichen Fäulniß, verbreitet keinen den faulenden thieri— ſchen Subſtanzen ähnlichen widrigen, ſondern einen mehr ſäuer— lichen, nicht unangenehmen Geruch, und ſtellt ſich ausgetrocknet als eine braun-ſchwarze, ſchwammige, trüffelartig riechende Maſſe dar. Den Beginn dieſer Art von Verderbniß deuten bei ober— flächlich ganz geſund ſcheinenden Kartoffeln die blaulichen Flecke im Marke der Knollen(die ſo genannten Stockflecke) an, welche beim Kochen hart bleiben.— Nach Ackermann iſt das Hohl- und Schwarzwerden der Knollen die Wirkung eines äußerſt heißen und trocknen Sommers(§. 65).— Albert ſah dieſe Fäulniß ſchon in der fünften Woche nach der Ernte entſtehen. Die gemeine Fäulniß, wobei die Kartoffeln weich, brei⸗ artig, braun⸗-ſchwarz und ſtinkend werden, faulenden, thieriſchen Körpern ähnliche Gaſe und Dünſte ausſtoßen, ſcheint von obiger nur darin weſentlich verſchieden zu ſein, daß die ihr unterworfenen Kartoffeln mehr Eiweiß in ihrer Grundmiſchung enthalten, daher auch deren Zerſetzung durch Fäulniß nothwendig andere Erſchei⸗ nungen darbieten muß. d) Das Pfropfigwerden der Augen iſt jene Krank⸗ heitsform, die auf der Oberfläche der Kartoffeln als ſchwarze Flecke erſcheint, von denen aus cylindriſche, 2—3 Linien dicke oder runde, der Kartoffelmaſſe übrigens gleiche, nur in ihrer Subſtanz etwas dichtere, außen ſchwarze Körper in das Mark der Knollen eindringen. Manche der verdorbenen, ſchwarz gewor— denen Augen laſſen ſich in Geſtalt einer ſchwarzen Erbſe aushe— ben.— Das Uiberwachſen als Folge einer verſpäteten Fechſung der Kartoffeln, ſcheint auch eine Urſache dieſes regelwidrigen Ve⸗ getationsprozeſſes zu ſein**). *) Dieſe Krankheitsform dürfte hier und da etwa Fruchtkrebs genannt werden. **) Beſonders auf heißem, ſandigem Boden und in trockenen Jahren leiden die Kartoffeln an einem Uibel, welches darin beſteht, daß ſie verdorbene, fleckige Stellen und propfenartige übelriechende Maſſen enthalten, die den Knollen, je länger je mehr, einen widrigen Ge— ruch und ſehr üblen Geſchmak ertheilen, ſo daß ſie ungenießbar werden. Aitken's Vorſchläge ſcheinen ſehr zweckmäßig dieſen Uebel⸗ ſtand zu heben. Es hat allen Anſchein, als wenn dieſes Uibel nur Folge davon iſt, daß man die Kartoffeln überreif werden, ſich über— wachſen läßt. Denn die erſten, eben reif gewordenen Kartoffeln, die 6) ⁷ Erzeugni weniger veiße 0d0 E ener Erl nit ganz te. zeihneter 4 zen, dun) u Muͤtterk 21 Knollen us langen Un gleihen N der hänge heen verlt⸗ genden d ſenen, daf mung, I dung, jench Aud wachſens„ len, welcad mann. diej us⸗ Vohen der us einend die n⸗ Kartm die o wachel ſind 7 Hrege kenin toffel a ¹) dem vir e bein e ſeinen ausg a der 9 Naphin der 501 *₰., vihh 2) Das Knolligwerden der Augen bezeichnet jene 2 mätr Erzeugniſſe abnormen Bildungstriebes, die als glatte mehr oder ausgene weniger halb- oder ganz kugelförmige, ſehr feinhäutige, völlig 3 nde lnſ weiße oder gelbe, auch gelb⸗bräunliche Saunihem von der Größe. in ef einer Erbſe bis zu der einer Haſelnuß, ſelbſt eines Hühmereies mit ganz glatter oder mit feinen Drüſen ähnlichen Pünktchen be⸗ 8 zeichneter Oberfläche erſcheinen, wovon mehrere nur auf ſehr kur— * der zen, dünnen Stielchen oder Keimfäden höchſt oberflächlich auf der 1 Nii Mutterknolle aufſitzen, ohne tiefer als die Haut ſelbſt iſt, in die Siußn 1 Knollen einzudringen; oder an feinen(haardünnen), 1—5 Zoll diſe i langen Keimfäden mit mehr oder weniger dicker Baſis, in un— An. V gleichen Entfernungen roſenkranzähnlich hinter- oder nebeneinan⸗ on weih der hängen. Jene Keimtriebe, die ſich fadenförmig zu den Knöll⸗ ran, tzit chen verlängern und wieder weiter gehen, heften ſich bei den fol⸗ At von. genden nur höchſt oberflächlich an. Subſtanz und Geſchmack ähnelt Tunterteii jenen, der ſehr jungen Knollen*).— Es iſt eine voreilige Kei— Ithalten, mung, mit raſcher aber gleich anfangs verkümmerter Knollenbil— 2 indere Ci dung, jedoch ohne allem Streben der Augen, in's Kraut zu ſchießen. Auch dieſe Krankheit iſt nur Folge des Alterns und Uiber— r ir fu wachſens der Kartoffeln, und erſcheint beſonders an jenen Knol— F ſh len, welche bei naſſer Witterung über die gehörige Zeit im Felde luir die In in man Anfangs Auguſt aufnimmt, leiden an dieſem Uibel nicht, nur da ud diejenigen ſind demſelben unterworfen, welche man auf trockenem Boden noch längere Zeit wachſen läßt, und erſt im Spätherbſt in balj i der allgemeinen Kartoffelernte aus der Erde nimmt. Es iſt ferner öitlſe auet eine oft beſtättigte Erfahrung, daß Diejenigen auf trockenen Feldern Pen Fechlung die beſten und meiſten Kartoffeln bauen, welche zur Saat ſolche drigen Ie Kartoffeln nehmen, welche im Garten gewachſen ſind. Hier haben die Kartoffeln gewöhnlich einen feuchten, ſchattigen Standpunkt, ſie wachſen langſam, werden ſpät reif, bleiben wohl gar unreif, und ſind daher für den Tiſch, als weich und wäſſerig, nicht zu gebrauchen. irtt genane Ihre Vorzüge für die Saat beweiſen aber die Richtigkeit von Ait— ken's Anſichten, zur Saat nicht überwachſene, nicht überreife Kar— denen Söm toffeln zu nehmen.(Prakt. Wochenbl. des Neueſten ꝛc. J. 1840.) rbeſt di*) Die Kenntniß dieſes krankhaften Zuſtandes der Kartoffeln verdanken ſchende Mit wir Dr. Preiß, k. k. Rathes und Feldſtabsarztes, Unterſuchungen von pidrigen ⸗ beinahe 500 Varietäten keimender Kartoffeln; der ſich auch durch ve ungenihen ſeine Kritik, Reviſion und Beſchreibung der Giftwurzeln, der Her— Udieſenl ausgabe von Tabellen getrockneter und leicht damit zu verwechſeln— eſes llibel na der Wurzeln; dann durch die Bearbeitung einer allgemeinen Rhizo— den, ſch ül⸗ graphie mit 10 in der Natur aufgelegten Tabellen, um das Studium fatoffl⸗ der Pflanzen⸗Toxikologie beſondere Verdienſte erworben hat. geblieben ſind; wo dann auch ſelbſt die beſten an gutem Geſchmack verlieren, und leicht beim Kochen zerplatzen. Putſche bemerkt, daß ſogar die Farbe der Schale durch die Witterung leidet(§. 65). — Pfaff und Viborg ſagen(in ihrer Monograph. S. 25): wenn man die Sommerkartoffeln bis im September(mithin eine frühe Sorte) unter der Erde läßt; ſo wachſen ſie zum Theil in allerhand Knoten aus, werden ſehr groß; nehmen aber einen un— angenehmen, ſtrengen, wildernden Geſchmack an. Dieſe Gebilde müſſen jedoch unterſchieden werden von jenen rauhen, dickkeimigen Knorrenknollen, die mit mehr oder weniger breiter Baſis aus der Subſtanz als unregelmäßig geformte, knopf— oder warzenähnliche, erbſen- und nußgroße, dickhäutige Auswüchſe, als unmittelbare Fortſetzungen der Kartoffeln, ſich herausdrängen, und einigen Arten, z. B. der Rocks- und Wilden⸗Kartoffel eigen— thümlich angehören. Sie unterſcheiden ſich vor Allem vor erſteren, daß ſie ſtarke und kräftige Keimtriebe bilden, die zur Fortpflan— zung dienen. f) Ausſchlagskrankheiten der Wurzelknollen. 1. Die Krankheit der Kartoffeln, Grind, Schorf oder Po⸗ cken genannt*), beſteht in blauen Beulen der Knollen, ſtellt ſich ſchon vor der Reife derſelben ein, vermindert die Nahrungsmaſſe derſelben beträchtlich, und ertheilt ihnen einen ſchlechten Geſchmack. Dieſes Uibel, welches bisweilen in einem ſolchen Grade ſich ein— ſtellt, daß man eine Mißernte hat, ſcheint von Jahr zu Jahr zu— zunehmen. Die Urſache dieſer Krankheit will man im Mergel, Torf— aſche**), im friſchen Dünger, im Auspflanzen unreifer Knollen, im wiederholten Anbau auf einem und demſelben Boden bei re— gelmäßig angewandter Düngung gefunden haben. So beobachtete Schweizer dieſe Krankheit in der Gegend von Weida oc. in ſolchen Gärten der Häusler und Bauern, die alljährlich die Kar⸗ toffeln auf derſelben Stelle pflanzten und dabei ſehr ſtark, beſon⸗ *) Wie ſchwankend übrigens noch der Begriff iſt, den man mit dem Worte Pocke, Flechte, Krätze u. dgl. verbindet, und wie oft man ſich dieſer Benennungen unrichtig bedient, iſt leicht nachzuweiſen. So wird ſelbſt die Vernarbung der von Engerlingen abgenagten Stellen, oder andere Verwundungen, von Einigen ſehr irrig mit einem oder dem andern dieſer Ausdrücke belegt. *u) Inſpektor Knoll hat in einer Schrift nachgewieſen, daß die Pocken weder von Mergel noch von Torfaſche entſtehen. 24 ders mit ſreiben ſhwämme— Dr. S geſcrohen galtdüng K bberreffenn. nung naur naͤmlih 2 entſtehen! nach untbe ſehen wi kleinen FS wird ſcho? wohriche E. (oder F(o für ſeinam. die Kra de meine Lum gegründenns mit gebrſtn Virkung un alle klei welche doß forderlle n bringe. a. gleich, die porgtivens“ werden. Weſc Kalk, w)e dürfte deg höre, erſ z übergeſtr Boden gh⸗ Pockenir, Juni odi ſen von 1 mochte a, (Prait.g 1 503 ban ders mit Kloaken⸗ oder Abtrittsmiſt düngten.(S. 33479 Einige 2 ſchreiben die Urſache Inſektenlarven und einer Art Staub⸗ 9 ſchwämme zu. E. S Dr. Sprengel, der ſich über dieſe Krankheit dahin aus⸗ 2 mithin geſprochen hat, daß ſie durch Inſekten veranlaßt und durch ſtarke 3 n Tha Kalkdüngung, Wechſel der Saatkartoffeln und Legen junger, nicht 1 einen uͤberreifer Knollen, vermieden werden dürfte, ſagt: Meiner Mei⸗ V nung nach rührt die Krankheit von einer Larve her; dieſe nagt —2 vun j nämlich die Oberhaut der Kartoffeln an und aus den hierdurch X(er wen⸗ entſtehenden Oeffnungen ergießt ſich dann der Saft, welcher nun B nte, im nach und nach den ſchorfartigen Uiberzug bildet. Etwas der Art XAuswüc ſehen wir ja auch bei den Baumblättern und Früchten, die von i tödränge kleinen Fliegen oder Weſpen angeſtochen worden ſind. Die Larve Rfel eige wird ſich, nachdem ſie ihre Verwüſtung angerichtet hat, höchſt rnr erſter wahrſcheinlich verpuppen und dann im nächſten Jahre als Käfer 5 Fortfe(oder Fliege) denjenigen Feldern zueilen, wo er wieder Nahrung für ſeine Larve findet. Auf dieſe Weiſe kann alſo auch ſehr gut die Krankheit mit jedem Jahre weiter um ſich greifen.— Sollte meine Vermuthung hinſichtlich der Entſtehungsart der Krankheit gegründet ſein, ſo dürfte eine ſtarke Düngung des Kartoffelfeldes mit gebranntem Kalk(30—40 Scheffel pr. Morgen), die beſte Wirkung thun, indem bekanntlich durch dieſen ätzenden Körper alle kleinen Larven, alſo höchſt wahrſcheinlich auch diejenigen, welche die Kartoffeln benagen, getödtet werden, wozu jedoch er— forderlich iſt, daß man den Kalk recht friſch unter den Boden AI, Tor bringe. Der Kalk wirkt dann auch als Dünger und macht zu— ſa Kwolen, gleich, daß die Kartoffeln(was ich nach darüber angeſtellten com— a3 lei re⸗ parativen Verſuchen behaupten kann) mehlreicher als gewöhnlich gébbadztete werden.« 1„ P n ze i Wenn dieſe Anſichten richtig ſind, und wenn eine Quantität 2) die K Kalk, wie oben angegeben, hinreicht, die Larven zu tödten, ſo f bepr dürfte derſelbe, damit ſeine ätzende Wirkung nicht zu früh auf⸗ höre, erſt zur Zeit des Behackens oder Behäufelns der Kartoffeln übergeſtreut werden müſſen, um durch dieſe Operation in den h min Boden gebracht zu werden. Denn wenn eine Inſektenlarve die 1uth Pockenkrankheit der Kartoffeln verurſacht, ſo erſcheinen ſie erſt im 3 aheniu Juni oder dann, wenn ſich unter den Kartoffelſtauden ſchon Knol⸗ ur irrig ni len von halber Größe ausgebildet haben; früher angewendet, telein möchte alſo der Kalk die beabſichtigte Wirkung nicht äußern. 0 ◻ (Prakt. Wochenbl. d. Neueſten dc. J. 1840 Nr. 24.) 504 Das von Muſſehl herausgegebene landwirth. Wochenblatt enthält über Dr. Sprengel's Meinung, daß die Pocken durch Inſekten verurſacht werden, noch Folgendes: Wer Gelegenheit hatte, dieſes Uibel in vollkommener Ausbildung zu beobachten, kann dieſe Anſicht nicht theilen. Wo nämlich die Pockenflecke der Kartoffelknollen Zeit und Raum haben, ſich vollſtändig auszubil— den, da findet man im Herbſte beim Aufnehmen der Knollen(we— nigſtens hat der Berichterſtatter dieß an Knollen, die in heißem Sandboden gewachſen waren, gefunden) die ſo genannten Pocken— flecke zu kleinen Bläschen ausgebildet, welche mit dunkelfarbigem Staube erfüllt ſind. Es leidet alſo kein Bedenken, daß dieſe Krankheit, die ſich auch auf den Blaͤttern der Kartoffeln zeigt, ein Staubpilz iſt, deſſen Entſtehung denſelben Urſachen beizumeſ— ſen iſt, wie die des Roſtes des Getreides. Es folgt hieraus zu— gleich, daß man zur Verhütung dieſes Uibels dahin zu ſehen hat, kräftige, junge, nicht überwachſene Knollen zur Saat auszulegen und nicht durch unangemeſſene, zu friſche Düngung den Kartoffel— pflanzen eine unpaſſende, namentlich nicht gleichmäßig wirkende Nahrung zu geben.— Hier ſcheint eine Bemerkung, die Stau— diger in Greifswalde zur Entſtehung des Roſtes vortrug, völlig richtig zu ſein; derſelbe ſagt nämlich: der Roſt entſteht beſonders davon, wenn bei zu ſtarker Duͤngung das Wachsthum der Pflanze zu üppig geworden iſt, als daß ſie bis zur völligen Ausbildung der Frucht dieſen übertriebenen Wachsthumprozeß durchführen könnte, d. h. wohl auch der Roſt iſt Folge einer Stockung des Umlaufs der Säfte. Uibrigens zeigen ſich die Pocken der Kar⸗ toffeln auch da, wo man der Düngung gar keinen Einfluß ein⸗ räumen darf, und ſie befallen am häufigſten und ſtärkſten die Kartoffeln, die auf heißem, trockenem Boden wachſen, wo alſo der Witterungswechſel den ſtärkſten Einfluß auf die Temperatur des Bodens übr, und bei eintretender Dürre am erſten eine Stockung der Säfte erfolgt. 2. Die Kleien⸗ oder Schuppenflechte kann man je⸗ nes Hautleiden nennen, wenn die Oberhaut der Knollen ganz oder auch nur theilweiſe riſſig wird und abſtirbt, die ſich dann bei gelindem Reiben in Schuͤppchen oder in großen Stüͤcken ab— löſt. Dieſes Uibel befällt die Kartoffeln beſonders dort, wo ſolche in einem feuchten, thonichten Boden im naſſen Sommer angebaut geweſen; daher auch derlei Knollen einen unangeneh— men wäſſrigen Geſchmack beſitzen(Viborg).— Daß das Schuppig— werden 1& geſund au58 folen ſoE 3. 8 ein AusſcIr den die di ſe in ein Sie ſteiltt Abſchuppit 4. 414 der Knoll den ihrer 12 us.— Schätfen C Schril⸗ nicht ub de Augen de nach allhs der Karuls dem Pretas B. 1)1 The Cuse welche dn ſehern. 9 hier und a deingen, weilen ſtt dberflache tunzlich, u de Farbe Blätter dn Zuſammen lih⸗grün zuſanmen, thau befa betrachet 505 3 a werden zii vielen kleineh Ritzen auf der„Abelage, ſelbſt der der te geſund ausſehenden Knollen, zu Zeiten mit dem Hohlwerden der Knollen ſich zeige, iſt bekannt. d V 3. Die roſtförbige Flechte iſt nach der Anſicht Einiger tindn 4 ein Ausſchlag, der ſich in einzelnen roſtfärbigen Flecken zeigt, und de du dem die Fruͤhreifen- oder Sommerkartoffeln unterliegen, wenn d 1, ſie in einem feuchten, dabei gedüngten Boden gepflanzt geweſen. „ Sie ſcheint uns nicht verſchieden von der Kleienflechte vor ihrer Lun Abſchuppung zu ſein. Fer, 1 4. Die Krätz c. Eigene Ablagerungen auf der Oberſläche carvf der Knollen, mit theilweiſer Verdickung, Rauh⸗ und Borkigwer⸗ den ihrer Oberhaut, macht das Weſentlichſte dieſer Ausſchlagsform ſachen aus.— Ein ſcharfer Dünger oder ſonſtige dem Boden eigene dut 5 Schärfen ſind wohl die Urſachen dieſes Uibels. hiſ Schließlich darf bei den ſogenannten Ausſchlagskrankheiten g dertr nicht überſehen werden, daß Einige von einer Verderbniß der ae 3 V Augen der Knollen unmittelbar ausgehen; Andere dem Anſehen ag Ee nach als Schuppenflechte ſich darſtellend⸗ zum Normalzuſtande vttuch der Kartoffelart gehören, wie ſich dieß bei der Rockskartoffel, rlat in V dem Preis von Weſterwalt u. a. zeigt. Nän B. Krankheiten des Krautes der Kartoffelpflanze. en Kahn eß dutfn V a) Die Krauſe oder Kräuſelkrankheit(die Narren) Stvung The Cunl der Engländer, Frisole der Franzoſen. Die Pflanzen, ker der 4 welche davon befallen werden, haben ein äußerſt dürftiges An⸗ Eiriuß ei ſehen. Der Stengel iſt einfach, bräunlich-grün und buntſchäckig; turfſend hier und da mit Roſtflecken beſetzt, welche bis in's Mark ein— en, wo a dringen, ſo, daß dieſes nicht weiß, ſondern roſtfärbig, und bis— Temperan V weilen ſchwarz ausſieht. Die Blätter ſind nicht glatt auf der erſel i Oberfläche, wie die Blätter anderer Kartoffelſorten; ſondern rauh, runzlich, mager, kraus und verſchrumpft, ſitzen mehr am Stengel. eann unn Die Farbe derſelben iſt uicht bräunlich oder dunkelgrün, wie die dolln i Blätter der geſunden Stöocke, ſondern gleichſam eine abgeſonderte e ſhw Zuſammenſetzung dieſer verſchiedenen Farben, ſo, daß im bräun— gutn lich⸗ grünen, hell⸗ und gelblich⸗grüne Flecken erſcheinen. Das krauſe z der w zuſammengeſchrumpfte Laub ſieht aus, als wenn es vom Mehl⸗ 1 nen thau befallen wäre, und führte ſchon auf die Vermuthung, daß Inatnas ſich Inſekten darauf eingeniſtet haben. Mit bewaffneten Augen Scuud betrachtet, findet man ſie auf der untern Seite verletzt, die Saft— Schuue 506 1 gefäſſe wie zerfreſſen oder abgenagt.— Oftmals findet man das doch dria V Mark ſelbſt ſchon in den Keimen gleichſam verroſtet und aus— krauſen 7 getrocknet. Daher das Verſchrumpfen des kleinen elenden Ge— Etöcken 61 wächſes, welches ſehr früh im Herbſte gelb wird, und zu einer den Bode= G Zeit abſtirbt, wo das ſtärkſte Wachsthum der Frucht in der Erde grankheit T. vorgehen ſoll. Die wenigen, an den Wurzeln befindlichen Knollen dr Pflan ſolcher kranken frühzeitig abgeſtorbenen Kartoffelpflanzen, ſind ver— Schwäche 21 ſchieden gefärbt, zum Theil iſt die Schale braun, zum Theil fahl— tedeutend gelb an einer und eben derſelben, und öfters ſind beide Farben ſennengenr gleichſam unter einander zerfloſſen. Simon nahm drei Klaſſen ſolcher durch die Kräuſelkrankheit ausgearteten Kartoffelpflanzen an. Die erſte iſt die, in welche die ſo eben aufgeſtellte Krankheitsform fällt, und welche nie Blüthen verdel, 15 zur Entwicklung bringt. Die zweite Klaſſe wird aus dem Keime zuuihi der Knollen dieſer kräuſelkranken Kartoffeln erzeugt; doch er— di Benn ſcheint das Uibel ſchon in einiger Rückbildung; denn einige Pflanzen, ud diß 4. aber bei weitem nur der gerinſte Theile blühen ſelbſt in den 4 den i beſten Jahren. Von dieſer Ausartungsart kommen die meiſten hen, hirs vor. Die dritte Klaſſe beſteht aus ſolchen, welche von der llautt mg zweiten ſich nun ſchon wieder mehr zu den(geſunden) Mutter— wenn ſeßen 1) 91 Bläͤttern 8 pflanzen neigen, und ihnen an Farbe und zunehmender Frucht— Pülälenc barkeit näher kommen. Blos die krauſen und ſchmälern, nahe inrr den am Stengel ſitzenden Blätter und nicht vollkommen braunen ii d a Stengel unterſcheiden ſie noch. Pucherunni Dieſer Krankheit ſind im Allgemeinen die runden und langen dräleiheng rothen Kartoffeln mehr als die weißen ausgeſetzt; auf Bergen ſondern? weniger, als in Ebenen unterworfen; ſie pflanzt ſich auf die Nach— ader Vemn kommenſchaft fort, und erliſcht ſelbſt bei ſorgfältiger Kultur erſt Whe. in der vierten oder fünften Generation. dſt ire Die Urſache der Krankheit wollen Einige, wie Ackermann, einen erzag einem dem Mehlwurm ähnlichen Thierchen zuſchreiben, das jedoch trge nichte etwas kleiner als dieſer iſt, und einen rothen Kopf hat. Es iſt neiter und die Larve eines Käfers, der ſeine Eier an die Augen der Kart— dürfte naſ toffeln legt, an denen ſie ſich entwickeln, und ſo lange von dem Mittel d Fleiſche(Mark) derſelben leben, bis es aufgezehrt iſt, dann aber des Kraun das Mark der Stengel angreifen, und ſo die ganze Verheerung 2 1 3 J.— verurſachen(Baldinger's neues Magaz. B. 4. St. 4 S. 368).— Si S zei„ RNfr te 3 Der Simon und Stockmann waren der Meinung, die Befruchtung der —— 5. 3 durch den Samenſtaub der Howard's-Kartoffel wäre die nächſte ds g0 Urſache.— Noch liegt die Urſache dieſer Krankheit ſehr im Dunkeln; 595 tfindet me 44 doch dürfte der Umſtand einiges Licht geben, daß ſich faſt keine kden elen krauſen Stoͤcke zeigten, wenn man Saatkartoffeln von krauſen 3, und Stöcken in Löcher legte, worin Holzaſche und Salz, und über Scht ad den Voden Sägemehl geſtreut geweſen.— Aitken hält dieſe adlihen Krankheit nur für eine Folge des Alters und der Entkräftung Aanzen,i der Pflanze, und ſagt in dieſer Wezrehunch⸗»Wenn des Alters a un de Schwäche einen gewiſſen Grad errreicht, d dann nimmt der Ertrag dei bedeutend ab, die Stengel werden klein, und die Blätter zu⸗ ſammengeſchrumpft, es tritt die ſogenannte Kräuſelkrankheit ein.« räuſeken b) Der Roſt erſcheint mit roſtfarbigen Flecken auf den die, in Blättern, die anfänglich klein, nach und nach aber immer größer che nie de werden, und zuletzt das ganze Blatt einnehmen. Da durch dieſe 7aus den V Krankheit die Ausdünſtung der Blätter gehemmt wird, ſo werden 3it; d die Stengel mager, zehren ſich aus und vertrocknen zuletzt ganz; inixe! wo dieß aber nicht geſchieht, da bekommen doch die Wurzelknollen d ſebt in dem Fleiſche eine Art ſchwarzer Knöpfe, welche Beulen glei— dun d chen, härter und fadiger als das übrige Fleiſch ſind. Insgemein . elh glaubt man, die Krankheit entſtehe von den Strahlen der Sonne, — der wenn ſie durch die, auf den Blättern von einem Regen ſtehen Anen gebliebenen Waſſertropfen fielen, ſich darin brechen, hierauf hinter demſelben in einem Brennpunkte vereinigen und die Ober— haut der Blätter zerſtoͤren. Daß der Roſt, möge er nun in der Wucherung eines Aecidium's, Lycoperdon's*), oder eines andern der gloichen Vegetabils beſtehen, nie ein urſpüngliches Leiden ſei, a nd lu 3 1 1. „ egr ſondern ſtets nur in Folge einer früher eingetretenen Erkrankung alf Velg.. oder Verletzung eines Gewächſes erſcheine, läßt ſich wohl nach— Uf die Nach weiſen. Kultur er Oft iſt dieſe Krankheit nur von kurzer Dauer, und wird durch einen ergiebigen milden Regen wieder geheilt, ſo, daß dem Er— trage nicht ſonderlich Abbruch geſchieht. Sollte jedoch das Uibel weiter um ſich greifen und die Näseden zu zerſtören drohen, ſo dürfte nach Putſche's Anſicht, wohl ſchwerlich ein wirkſameres Mittel dagegen empfohlen werden zene als das Abſchneiden aodermart , das jed hat. Li en der 4 ange von! 1, dam: des Krautes, unter der Vorausſetzung, daß die Stengel noch keine / Verhe /—— S. 368 5*. 2 212 6. 18 3 3*) Der Roſt, an den Stengeln und Blättern der Pflanzen befindlich und Befruc als gelbe oder braune abfärbende Flecken erſcheinend, beſteht nach e die nach der Angabe einiger Botaniker aus einem geſelligen Pilze.(Cacoma, in Dunkil Buccinia und Phragmidium mit ihren Untergattungen.) 508 Blüthenknoſpen angeſetzt haben. Dadurch wird ein neuer Trieb der Stengel bewirkt, die mit erneuerter Kraft hervorbrechen und dem Blüthenſtande entgegen eilen; doch iſt ein Ausfall der Ernte nicht zu vermeiden. S. 67. Als Uibergangsformen zu den Krankheiten dürfte an— geſehen werden: a) Das Ergrünen(oder Grünwerden) der Kartoffeln. Steigen die Knollen über der Erde hervor, oder wird dieſe von Regengüſſen weggeſpült, ſo werden ſie durch die Einwirkung des Lichtes grün gefärbt, und in Folge des in ihnen mehr hervortre— tenden Solaningehaltes wird ihr Geruch widrig, der Geſchmack ekel— haft und der Genuß den Menſchen und Thieren ſchädlich(§. 50 und 57). Verwendet man ſolche Knollen zur Saat, ſo zeigen ſich auch bei der Nachkommenſchaft noch Spuren von ſchlechter Be— ſchaffenheit, welche nur durch fortgeſetzte Kultur überwältiget wer— den kann. Auffallend iſt es, daß die Knollen ſelbſt dann, wenn ſie von der Mutterpflanze getrennt, auf ihrem Lager vom Lichte beſchienen werden, dieſelbe Veränderung erleiden, die grüne Fär⸗ bung jedoch wieder verlieren, wenn man ſie in finſtere Aufbe— wahrungsräume bringt. b) Das Zweiwüchſigwerden der Kunollen(vielleicht beſſer geſagt: das Aufſetzen), macht das früher gewachſene Innere der Knolle verhärtet, während das ſpätere zugewachſene Aeußere beim Kochen ſich locker zeigt.— Es iſt eine Erſcheinung, die nicht ſelten ſtatt findet, und faſt immer vorkommt, wenn der Knollen— wuchs unterbrochen wird. Die Pflanze hat die Eigenthümlichkeit, friſche Triebe zu machen, wenn der Wuchs des Krautes unter— brochen wird. z. B. wenn man das Kraut eher abſchneidet als die Pflanze ihren Wuchs vollendet hat, wobei der Knollenanſatz gleichſam mit einem Mal aufhört, und dann erſt wieder anfängt, wenn ſich die Pflanze gehörig belaubt hat.(Pohl's Archiv. d. deutſch. Landwirthſchaft, J. 1841. Febr.) c) Das Uiberwachſen der Knollen. Bisher wurde ganz überſehen, daß auch die Kartoffeln wie die Wurzelfrüchte, die Feldruͤbe, Mohrrübe u. dgl. die ſchlimme Neigung zum Uiber⸗ wachſen haben. In einem ſolchen überreifen Zuſtande ſind die Fnollen 8 in Markett ſch nicht E Frollen ve nerſchert, 17 zen ſocheßt doockenfä i Die 12 mein, didn und die 12 dieſen Vnt. bohen kal ſ auf w Otatt. 9s Die Verds iſ nach ſti ſpätreifenat an, welefft Altern deſ In us überſehen o arten geh 6) 9 ler Ablann an den in de Größehr tuchs M 8 Hohn dutroch; herabſteigen dung der tzen und halb derz⸗ Vurzel, 1 amſette, ſ. wieder zun der Seiten zu hilden 509 Lein neuen 1 änien Knollen groß, in ihrer Subſtanz hart, ungleichartig, bekommen ſeche neofal im Marke ungeſunde Stellen, faulen in den Gruben und laſſen 4 ſich nicht lange Zeit aufbewahren. Als Nahrungsmittel ſind derlei Knollen von ſchlechter Beſchaffenheit und ungeſund. Wie Aitken verſichert, wären Beweiſe in Menge bekannt, daß dem Auspflan⸗ zen ſolcher Kartoffeln, wenn nicht gänzlich, doch zum Theil die Trockenfaulniß folgte.(Siehe S. 497.) Die Neigung zum Uiberwachſen iſt allen Kartoffelarten ge— liten dirh d Faru mein, diejenigen ausgenommen, welche ſtarke jugendliche Kräfte Lati und die Eigenſchaft beſitzen, ſehr ſpät reif zu werden, wodurch ſie S wird diſ 9 i 4 35 9 dieſem Uibelſtand eine Zeitlang widerſtehen. Auch findet es in ennpwnig hohen kalten Lagen, auf feuchtem Boden, im Neubruch, und eben kehr hene ſo auf warmem reichen Boden, in kaltem, ſpäten Jahr, nicht Gdeſtut Statt. 3 hadlih— 3 in d) Die Bluͤthen⸗ und Samenloſigkeit(Sterilität). „C ſo zelcer. 3 97 1 o Die Vergrößerung der Knollen als Folge der fehlenden Blüthen nent iſt nach Aitken die erſte Annäherung an Alterſchwäche. Die . V ſpätreifen Arten nehmen ſo die Eigenſchaften der frühreifen Sorten ſt dam wen an, welche keinen Samen bringen.— Deſſen Urſache iſt das Fau e Altern der Pflanze. In Bezug auf die Blüthenloſigkeit darf man jedoch nicht uͤberſehen, daß es zu den Eigenthümlichkeiten einiger Kartoffel⸗ arten gehört, ſelten oder gar nicht zu blühen.(Siehe S. 462.) nen(oiee e) Die Luftknollenbildung iſt eine Folge unnorma— rüſene In ler Ablagerungen des Bildungsſaftes, indem ſich über der Erde, rjene Aauhn an den Stengeln„und Blättern Knollen bilden, welche zuweilen di de nh die Größe eines Hühnereies erreichen.(S. Putſche's und Ber— ver Knollen tuch's Monog.) Duhimüchti Höchſt intereſſant ſind die Beobachtungen Knight's und kautes un Dutrochet's über die Bildung der Kartoffelknollen aus dem lſchneddte herabſteigenden Bildungsſafte. Erſterer vermuthete, daß die Bil— nolena dung der Knollen bei den frühen Kartoffeln auf Koſten der Blü⸗ ſeder onſi then und Früchte der Pflanze vor ſich gehe; er pflanzte des— iv. d. dat halb dergleichen Kartoffeln, zerſtörte die Knollenbildung in der Wurzel, worauf die Pflanze lebhaft blühte und jede Blume Früchte anſetzte, ſpäter wurde jedoch der überſchüſſige Bildungsſaft dennoch zisher vin 1 eſät wieder zur Knollenbildung verbraucht, welche ſich an den Spitzen barzelktt—. u M der Seitenzweige anſetzte und ſich vorher öfters in den Knollen 1 zu bilden anfing. Im andern Falle, wo der herabſteigende Strom nde ſud! 510 des Bildungsſaftes aufgehalten wurde, zeigten ſich die Knollen an der Baſis der Blätter, und dieſe Verſuche ſind von mehreren Botanikern wiederholt und beſtättiget worden. Knight machte auch an einer Kartoffelpflanze dicht über der Erde einen Zirkel⸗ ſchnitt, und zwar um die Zeit, als ſie angefangen hatte, Knollen zu bilden. Die Pflanze erhielt ſich längere Zeit ganz vollkommen, die Knollen wuchſen zwar, erhielten aber nicht ihre völlige Größe. Dutrochet entrindete die Kartoffelpflanze dicht über der Erde, durch Zirkelſchnitte, und im Verlaufe von einem Monat zeigten ſich überall in den Blattwinkeln die kleinen Knollen, welche roth oder violett gefärbt und im Innern mit Amylum gefüllt waren. Einige der entrindeten Pflanzen zeigten keine Knollen in der Luft, und hier zeigte die Unterſuchung, daß der entrindete Holzkörper faſt bis auf ſeine Oberfläche hin friſch und ſaftig ge— blieben war; ſo, daß ſich alſo der herabſtrömende Saft zurück— ziehen konnte. Die Thatſache ſteht feſt, daß bei jedem Hinder— niſſe, welches dem Rückſtrom des Bildungsſaftes erſchwert, die Bildung der Erdknollen zurückgehalten wird, und dafür die Bil— dung von Luftknollen beginnt.— Uibrigens iſt bei derlei Ver— ſuchen, wenn ſie gelingen ſollen, eine feuchte Luft erforderlich, damit nicht die Verdünſtung auf der entrindeten Stelle zu ſtark wirke, oder die Pflanze durch Vertrocknung des Gewebes an jenen Stellen getödtet werde.(Meyen's neues Syſtem d. Pflanzen⸗ phy. ſ. J. 1838. B. 2. S. 362.) f) Getödtet werden die Kartoffeln durch große Kälte und Hitze, durch Uiberſtauchung mit Waſſer bei kalter Witterung, wo ſie dann bei eintretender Hitze ſchnell in Fäulniß übergehen; ferner durch ſchwere Verwundungen und Quetſchungen; Zerſtö— rung der Augen u. dgl. Eilfter Abſehnitt. Aufbewahrung der Kartoffeln und des daraus bereiteten Mehles. §. 68. Dieſer Gegenſtand erſcheint von der gröͤßten Wichtigkeit, wenn man erwägt, daß jährlich eine große, ja ungeheure Maſſe eines des beſten vegetabiliſchen Nahrungsſtoffes, ſowohl für Men⸗ 5 ihen, d5 angemeſſne ernaclliſt derben meiſit rung und Fit Verringeru helne Famih lige Klaſſen Hinſicht d große Veſts Die 40 den Hweck 3 ürer Mit iigenthümle derung ſehen, zu? und indun lic bleibe Die f hauer, ſonr. ſetzen, audg fur Fehlhau tottheilhaf halten, dh⸗ Zuchtthier e zu dieſemss Uiberzeugn iretknißi⸗ ſpielg, mir Den. Mittel hie. 1 b55 1 Urne derſelben. 3.Ber⸗ men, dunſte Frollen 1 4. D8 des Laſe toffln ibe 511 dſich died 1Mä ſchen, als für Thiere, theils aus Unkenntniß der den Umſtänden And fruns angemeſſenen Aufbewahrungsweiſe der Kartoffeln; iheils durch rnde eir Vernachläſſigung derſelbon⸗ unbenußt verloren geht; deren Ver⸗ dn batt, derben meiſt durch Froſtkälte und Keindies voreriiet, durch Bäh⸗ I nn an rung und Fäulniß vollendet wird. Daß die dadurch herbeigeführte 1. Verringerung und Vertheuerung der Kartoffeln nicht nur ein— 4* i zelne Familien, ſondern in manchen Jahren die geſammte dürf⸗ .aa tige Klaſſe eines Landes in Noth, ſelbſt die Vermögendern in 34 einen Hinſicht der Haushaltes und der Ernährung der Zuchtthiere, in ar Krolen, große Verlegenheit ſetzen könne, iſt hinlänglich erwieſen. 4 Amylun, Die Aufbewahrung der Kartoffeln hat überhaupt genommen 3i kein t den Zweck, ſie entweder möͤglichſt unverändert und unverdorben 1 der ni ihrer Miſchung und Form nach, lange zu erhalten, oder auf eine 1) und ſi eigenthümliche Art ſo zu behandeln, daß ſie durch manche Aen⸗ t de Sgit derung in den Verhältniſſen ihrer Beſtandtheile und äußeren An— d jeden ſir ſehen, zu der verſchiedenartigen landwirthſchaftlichen, häuslichen und induſtriellen Benützung, viel länger noch als erſtere, taug— lich bleiben.— Die Vorſchläge und Mittel, nicht nur den großen Kartoffel— bauer, ſondern auch jeden kleinen Haushalt in den Stand zu ſetzen, aus geſegneten Fechſungsjahren und bei geringe Preiſe für Fehljahre und Nothzeit den Kartoffelvorrath zweckmäßig und vortheilhaft zu ſchützen, ein auch mehrere Jahre genießbar zu er— halten, dadurch hohen Getreidepreiſen zu ſteuern, Menſchen und Grri ſit u Zuchtthiere vor Hunger zu ſichern, ſind mannigfaltig. Aus den Wüitteng, zu dieſem Behufe angeſtellten Verſuchen hat ſich aber auch die Fiß iban Uiberzeugung ergeben, daß nicht jede Aufbewahrungsart gleich anpen; Ze zweckmäßig anznwenden iſt; weil Manche zu umſtändlich, koſt— ſpielig, minder ausführbar oder unverläſſig ſich zeigte. Den Erfahrungen nach, ſind im Allgemeinen die erprobteſten Mittel hierzu: 1. Hinreichender Schutz vor der Froſtkälte. 2. Unterdrückung der Keimkraft, oder gänzliche Vernichtung derſelben. 3. Bewahrung vor Verderbniß, Gährung und Fäulniß, der in war⸗ men, dunſtigen Orten niedergelegten, oder feucht und naß gewordenen Knollen; gleichwie jener, welche gefroren und erfroren geweſen ſind. 4. Deren gänzliche Austrocknung durch möglichſte Entziehung des Waſſergehaltes, der dem Umfang und das Gewicht der Kar— toffeln überaus vermehrt, die Aufbewahrung ſowohl wie die Fort— des dauni n Wi heheute de eie N ohl fn ft —us —— 512 ſchaffung erſchwert, ſelbſt frühere Zerſtͤrung und Verderbniß her— beiführt.— Dieſes Verfahren d. h. eine gehörige Trocknung der Knollen, iſt es auch, wodurch die Umwandlung derſelben in ein vortreffliches Getreide- und Mehlſurrogat erzielt wird. Orts- und Zeitverhältniſſe, gleichwie die Bewirthſchaftungs— weiſe haben übrigens zu entſcheiden, welche der folgenden Auf— bewahrungsarten als die beſte, und welches dabei zu beobachtende Verfahren als das vortheilhafteſte auszuwählen iſt. A. Aufbewahrungsarten der Kartoffeln im rohen(natuͤrlichen) Zuſtande, nach den Erfahrungen unterrichteter Landwirthe. 1. Aufbewahrung der Kartoffeln für den Winter). Die Art und Weiſe der Winteraufbewahrung der rohen Kar⸗ toffeln iſt ſehr verſchieden. *) Bei allen Methoden, die Kartoffeln in ihrem Naturzuſtande über den Winter gut aufzubewahren, iſt es immer nothwendig, daß ſie zur rechten Zeit aus der Erde genommen werden. In nicht ganz reifem Zuſtande eingeerntet und gleich in den Winteraufbewahrungsort gebracht, beſonders wenn er nicht trocken iſt, gehen die unreifen wäſſerigen Beſtandtheile der Knollen bei Wärme und dichter An— häufung leicht in Gährung und dann in Fäulniß über, und bei die— ſem Uibergange übertragen ſie durch die ihrer Umgebung mitgetheilte Näſſe auf reifere Knollen um ſo mehr die Verderbniß, als ſolche vielleicht ſchon bedeutend naß aus dem Felde genommen, eine Ab— trocknung aber deshalb weniger möglich gemacht wurde, weil ſie überhäuft gelagert waren und bei zeitig eintretenden Fröſten man geeilt hat, die Keller- oder Luftlöcher ſorgfältig zu verſtopfen.— Dr. Preiß bemerkt über dieſen Gegenſtand ganz richtig, daß wenn die Kartoffeln zu früh eingebracht werden und ſolche unreife Früchte in der Folge wieder gepflanzt werden, natürlich eine Ausartung ent— ſtehen muß; werden ſie aber zu lange im dumpfigen oder feuchten Herbſtfelde gelaffen, ſo verlieren ſie eben ſo gewiß an Kraft und Güte, als ſie bei Uiberreifung ſchlechter werden. Schöne Tage, reine trockene Luft, nicht froſtige Witterung, ſind weſentliche Bedingniſſe beim Ausgraben, daher man oft genöthigt iſt, die Kartoffeln nicht auf einmal auszuheben, ſondern nach und nach heitere, trockene Tage abzuwarten. Dr. Preiß ſagt: friſch aus⸗ gegrabene Kartoffeln, ſo wie die meiſten Wurzeln, hauchen bei Tag und Nacht eine ſehr ſchädliche Luft aus. Dieſem Triebe muß man einige Zeit zuwarten, ehe man ſie einwintert; geſchieht dieß zu früh und die Knollen kommen in feuchte, dumpfige Lokale, ſo verlieren ſie an Güte und gewinnen an ſchädlichen Eigenſchaften; ſo beſchaffen 1. Au Sobh und)s — komm den d= Naod nicht 10 müſſe 3 gebren ausgeld. einemif aber) Fauliltt natürſt: winted Bers do 1 faulam ſoglu bhat zu vld wach n guteht. VI etwas dumpf. Luftlö wo dihe iſt, dus nicht 41 trockenn verſchn Sann dufgeh⸗ wind 4 Knoſſe Oder die!: ſchaun und gefun die H Han⸗ ſtanz Kal. ſcch a und; 513 Verdell Kdeßn 1. Wie überhaupt die friſchen Pflanzenkörper(z. B. Aepfel, ng dn Kohl) und noch mehr die abgeſtorbenen, welche, wenn ſie feucht ᷓ... kommen ſie dann mit ihrem Dumpfgeruch in den Topf, bis auf ewirtiſten den Tiſch. ſolgende Naß oder feucht aus der Erde genommen, dürfen ſie wenigſtens rzu beaten nicht zu hoch angehäuft zu liegen kommen; und vor dem Einführen 1 müſſen ſie in kleinen Abtheilungen auf trockener Unterlage dünn aus⸗ gebreitet, oft mit der Schaufel umgewendet, durch mehrere Stunden ausgelüftet und abgetrocknet werden; dieß kann im Nothfalle in un(nxt einem luftigen Boden, einer Scheuer u. d. g. geſchehen.(Man will er Landwir aber die Erfahrung gemacht haben, daß die Kartoffeln leichter in Fäulniß übergehen, wenn ſie von ihrem Waſſergehalte oder ihrer 1 Vinte natürlichen Feuchtigkeit zu viel verloren haben, ehe man ſie in den 1 winterlichen Aufbewahrungsort gebracht hat.) 1 der taſ Bei der Lagerung der Kartoffeln muß darauf geſehen werden, daß die beſchädigten, angehauenen, von Inſekten angefreſſenen, faulen, modrigen, oder auf irgend eine Art verdorbenen Früchte ſogleich entfernt werden.— Auch iſt wo möglich die Vorſicht zu be— kruſintäne obachten, die Spätlinge als Schwächlinge allein zu halten und zuerſt endig, i in zu verbrauchen; ferner jede Vermiſchung der reifen mit den über— „igt eir wachſeuen Knollen, der Früh- und Spätkartoffeln, der ſchlechten und alfiiniſante guten Arten zu vermeiden. eher i min Was die Aufbewahrungsräume ſelbſt betrifft, ſo ſind reine, trockene, e mäctin e etwas luftige, nicht ganz finſtere Lokale vor Allem zu beachten; in rühn m ai i dumpfigen Orten ſuche man aber durch Luftzug mittelſt angebrachter Annanan Luftlöcher u. dgl. jede verdorbene Luft zu entfernen. Auch iſt da, antnd diſut wo die Beſchaffenheit des Raumes vielleicht mehr oder minder feucht ume ün d iſt, dringend anzurathen. die aus der Erde genommenen Kartoffeln wputde, ua nicht geradezu auf den Fußboden zu ſchütten, ſondern ihnen eine den gröſtn trockene Unterlage zu geben. Zur Erreichung dieſes Zweckes gibt es I verkeyfen verſchiedene bewährte Mittel. a) Man nehme reinen trockenen ttig, daß n Sand, am beſten Waſſerſand, der den Sommer über unter Dachung unreife Fi aufgeſchüttet geweſen, und öfters umgearbeitet worden iſt. Dieſer Ausartun wird ein paar Zoll hoch im Keller ꝛc. aufgeſchüttet und dadurch den en oder fun Knollen eine durchaus trockene Unterlage bereitet, auf welcher wenig ʒß an Krid oder gar keine reifen Kartoffeln faulen, beſonders wenn man ſich die Mühe nicht verdrießen läßt, ſie zuweilen mit hölzernen Wurf— Titterone ſchaufeln umzuwenden, ſo daß immer andere oben zu liegen kommen moſt rnit und dem Luſtzuge ausgeſetzt ſind. b) Sehr zweckmäͤßig hat man auch endenn nic gefunden, der Fäulniß zu ſteuern, wenn man den Sand, auf welchen ſagt:ütt die Kartoffeln geſchüttet werden, mit Kohlenſt aub und geſtebtem dauth ih Ham merſchla g, oder auch nur mit einer von dieſen beiden Sub⸗ riebe vi 5c ſtanzen allein vermiſcht. c) Auch eine Schichte grobgeſtoßenen alten t dis uſſ K alkmörtels kann von Nutzen ſein. d) Sehr anwendbar zeigte ſ d ui ſich auch, wenn man den Kartoffeln ein wenigſtens drei Zoll hohes v bütit und dichtes Lager von trockenem grünen Tannen⸗-, Kiefern 1 1, 3 33 4— 2 1 2 8— 3 ——————— 514 ſind, ſtets in unmerklicher Gährung begriffen, immer etwas Wärme entwickeln; ſo ſind auch die Kartoffeln vor dem Froſt hinlänglich geſichert, wenn man das Ausſtrömen ihrer Wärme in die Luft hindert. Dieß geſchieht durch leichte Bedeckungen von geringen Wärmeleitern, z. B. Baſtmatten, Stroh.— In Pommern verwahrt man die Kartoffeln auf dem Boden in Heu, was aber keine hinlängliche Sicherheit vor dem Gefrieren gibt; auch ziehen ſie davan einen graſigen Geſchmack an, der indeſſen dem Viehe nicht ekelhaft iſt. 2. Minder anwendbar iſt es, Kartoffeln, die vor dem Ge⸗ frieren geſichert werden ſollen, in ein Gefäß zu bringen, das man in ein größeres ſetzt, welches mit Waſſer angefüllt iſt, und dieſes erneuert, ſobald es gefriert.— Man ſetzt auch wohl auf die Kartoffeln nach Verhältniß der Menge ein mit kaltem Brunnen— waſſer angefülltes Gefäß, welches, wenn es zugefroren, Morgens und Abends davon genommen, und gleich wieder mit einem andern Waſſer erſetzt wird. Weil das Waſſer bis es gefriert, und beſon— ders in dem Augenblicke, wo es gefriert, Wärme von ſich gibt, ſo ſichert es die Kartoffeln bei ſtrenger Kälte vor Erfrieren. 3. Die einfachſte und natürlichſte Winteraufbewahrung der Kartoffeln, beſonders zur Saat, die ſogar viel Arbeit nicht koſtet, iſt die, daß ſie den Winter über in dem Felde liegen bleiben. Ein erfahrner Landwirth ſagt:»Das klügſte Mittel die Kartoffeln auf's Höchſte zu nutzen, bleibt, wie mich die Er— fahrung gelehrt hat, man mag ſie auf einem Sand- oder auf einem verbeſſerten Thonboden erbauen, ſie im Herbſie zur Hälfte oder Fichtenreiſig bereitete. Dieſes muß jedoch die angegebene Höhe haben, damit jede Wirkung des mehr oder minder feuchten Bodens verhindert werde. e) Eine beliebte und ſich als nützlich be— währte Art der Winteraufbewahrung in England iſt, den Grund der Kartoffelhaufen mit Flachsſchäven zu bedecken, weil dieſe vorzugsweiſe die Feuchtigkeit an ſich ziehen, welche die im Herbſte ausgenommenen, zum Winterverbrauch beſtimmten Kartoffeln abgeben. Uibrigens wenn ja die Aufbewahrungsweiſe es geſtattet, wird es ſehr zweckmäßig ſein, die überwinterten Kartoffelhaufen von Zeit zu Zeit zu unterſuchen und die verdorbenen Knollen ſchnell zu ent— fernen; denn es liegt in der Sache, daß beim Uibergange zur Fäul⸗ niß der ſchädliche Stoff ſich auf die geſunden überträgt, und dann beim Genuſſe leicht die Geſundheit gefährdet. Das Verfahren, wie die überwinterten Kartoffeln zur Saat vor— bereitet werden, iſt ſchon bei der Kultur(Seite 445) angegeben worden. in Neihen, freien Bodels auögenomme 1 naben geblit geihe, undo. eiten. In tt ſeht dann eebliebenen in virft man if ginter übe: itt etwas(i man hat wk rathe, vndf. fürs Vieich Jgahre verlh utreiben it chmecken ün ſch in der d. Feife erlande Die Am⸗ Frätjahr wb Derbrauch 4 rahſen die— dale kann n ſiſen, und z ſonſt; aber ſpielige A dalde ſelbſt, die aus ſola ils diejenigl aufbewahrt, 4. Aug rihlt man⸗ Grund in Lotſen und rol, zviſhe ut etvas Ain rroſt hine in Reihen, die man beliebig beſtimmen kann, auf einem waſſer— — n 4 freien Boden aus der Erde auszunehmen, und mit der Erde von den Lie in de 4 z ausgenommenen Reihen, bedeckt man die Pflanzen der in der Erde an* ſtehen gebliebenen Reihen etwa 1 oder höchſtens 1 2 Fuß hoch. nel, ug, Daher nimmt man nur die 2te und 3te Reihe aus, ſchüttet die t, aih e Erde der ausgenommenen Reihe uͤber die in der Erde gebliebenen rieen dn d Reihe, und macht es hernach mit der 4ten Reihe wie mit der ü erſten. In den Niederungen der 2ten und 3ten Reihe u. ſ. w. neca zieht Ain das Waſſer ab.— So behandelt, werden die im Felde nen ie gebliebenen Kartoffeln vor dem Erfrieren geſichert; im Frühjahr dill i wirft man allmälig die Erde von den Kartoffeln ab, die man den 8ſ Winter über in ihrem Lager ließ, gräbt ſie aus, verbraucht ſie, und zunh kälg hat etwas Gewinn, weil ſie noch in ihrem Winterlager nachwachſen; ſen Vim man hat weniger Mühe mit der Verwahrung der großen Vor⸗ Llren, nn räthe, und kann die im Herbſte geborgenen Kartoffeln, die etwa t einan für's Vieh beſtimmt ſind, neben dem Strohhalter bis zum neuen it, nn li Jahre verbrauchen, denn bis dahin werden ſie gewiß nicht Keime 1 un ſi u treiben anfangen. Die im Felde ſtehen gebliebenen Kartoffeln weefinn ſchmecken im Frühjahr friſch, und ſind geſunde Saatkartoffeln, die 3 erun k ſich in der Vorbereitung zum Keimen noch nicht erſchöpft, die volle Reife erlangt haben.« Die Aufbewahrungsart wird auch in der allgem. landwirth. Zei⸗ tung v. J. 1839, als die Nützlichſte anerkannt. Es heißt dort: Auf ſolche Art hat man vorzüglich eine Menge Saat- und im Frühjahr wohlſchmeckende Speiſekartoffeln zum Verkauf oder zum Verbrauch in der Haushaltung. In weniger harten Wintern wachſen die Kartoffeln etwas unter ſolcher Bedeckung. In dieſem Falle kann man freilich keinen Weizen auf die Kartoffeln folgen de ungegebene edder feuchte! 3 näzich laſſen, und hat von der Aufbewahrung etwas mehr Muͤhe wie , den ömn ſonſt; aber in der Nähe großer Städte bringt dieſe nicht koſt— n, vil N ſpielige Aufbewahrung einen anſehnlichen Gewinn, da dieſe im ie in 5 Felde ſelbſt aufbewahrten Kartoffeln ſtets wohlſchmeckender ſind, und bäna die aus ſolcher Saat erwählten Kartoffeln wohlſchmeckendere Knollen zei ur als diejenigen liefern, welche in heißen Kellern oder Behältern ſtnllur aufbewahrt wurden. nge un i⸗ 4. Aufbewahrung in Erdgruben. Zu dieſem Behufe gt, und wählt man trockene, ſandige Orte, welche hoch liegen, damit ihr ür Säat Grund im Winter nicht zu feucht wird, und füttert dieſe mit ) angegibe Bohlen und trockenem Stroh aus, füllt ſie dann mit Kartoffeln voll, zwiſchen welche Einige noch getrockneten Sand zu ſchütten 33* 516 pflegen, und deckt ſie wieder mit Brettern zu*).— Um derlei Gruben vor dem Eindringen des harten Winterfroſtes zu ſchützen, was die Bedeckung von Stroh und Brettern nicht vermag, wird es nothwendig: einen einige Fuß hohen Erdhügel darauf zu bringen; oder man legt eine hohe Lage Dünger darauf, welcher den Froſt noch ſicherer abhaͤlt. Auch Flachsſchäven kann man zu dieſer Be— deckung anwenden und hoch aufhäufen**).— Dieſe winterliche Aufbewahrung fuhrt jedoch zwei wichtige Uibelſtände mit ſich: Erſtlich gewährt ſie keine Sicherheit, wenn man ſich nicht von der Treue ſeiner Nachbarn und Hausgenoſſen überzeugt halten kann; zweitens hat ſie die Unbequemlichkeit, daß man im Winter bei großem Schnee oder Froſt nicht leicht zukommen kann, um den täglichen Bedarf daraus zu nehmen; daher der Raum und Umfang dieſer Gruben nach dem Vorrathe der Kartoffeln, der in einem Zeitraume verbraucht wird, ſtets eingerichtet ſein muß; denn, iſt eine ſolche Grube einmal geöffnet, muß ſie auch ganz aus— geleert werden, weil ſonſt, wenn Luft und Kälte hineindringen, alle Kartoffeln verderben.— Endlich iſt dieſe Winteraufbewah— rung ſelbſt nicht immer anwendbar, weil oft die Gelegenheit und der nöthige Raum fehlt, derlei Gruben anlegen zu können.— Stets muß das Borſtenvieh fern davon gehalten werden, weil es ſonſt darin wühlt und Löcher macht. Uiber die Winteraufbewahrung der Kartoffeln in Gruben, ſpricht ſich Aitken in dem Aufſatze:»Wie gewinnt man reiche Ernten guter Knollen« folgendermaßen aus: die naturgemäße Aufbewahrung der Kartoffeln während des Winters fordert beſon— dere Aufmerkſamkeit. Die Kartoffeln iſt eine Erdfrucht, ſie an⸗ ders als in ihrem natürlichen Elemente, im geſunden Zuſtande *) Im feſten, trockenen Boden wird aber die Ausfütterung dieſer Räume mit Bohlen weniger nothwendig. **) Während des Winters bewahrt man die Kartoffeln in Holland auf folgende Art auf: An einem erhöhten Orte wird ein ungefähr 4 Fuß tiefes Loch in die Erde gegraben; der Boden und die Wände der Gruben werden ½¼ Fuß dick mit glattem Stroh bedeckt, und darauf die Kartoffeln eingeſchüttet; über dieſe deckt man eine ½ Fuß dicke Lage Stroh und bringt darauf ½ Fuß Erde. Wenn Froſt ein⸗ tritt, bedeckt man die Gruben dick mit dürrem Laube, oder mit einer 1 Fuß ſtarken Erdlage. Auf dieſe Weiſe erhält man die Kartoffeln vollkommen geſund bis zum Frühling.(Praktiſch. Wochenbl. ꝛc. J. 1840 Nr. 17.) erhalten ſ. Anphibiun rewöhnlih ufſhütet t Perden di 7 ſ halten ſt ungen C9l frenge unſt. zahren iſt velken un nt trſchöpft, die Kartoft gebrat, 17 nit EtrohS Raſen⸗ d2 Erde ver ze Wochen li zu laſen;ii als dieß. b in der Gr dem ſie 3 te au Mangar Ende, mehr? Im die Wa li die Gru fndet, daß und ſich ha gebildet ha daß man i ale von d ihrem urſg kaum ein? die Lebens den, Paſta tinem feug daß wenn feuher als ——nn,— 517 4 und erhalten zu wollen, wäre eben ſo unnatürlich, als wenn man ein 2e zu ſ Amphibium, vom Waſſeer entfernt, geſund erhalten wollte. Die 1 vermg, gewöhnliche Methode iſt, daß man die Kartoffeln in große Haufen Suf zuti aufſchüttet, und ſie mit Stroh und darnach mit Erde bedeckt. her den Werden die Kartoffeln frifch und geſund im Oktober aufgeuommen, ein dieſr ſo halten ſie ſich in Menge beiſammen liegend, entweder in Stal— — ſe vine lungen(?) oder in großen Gruben, 3, ja, wenn der Winter Inde ni ſtrenge und anhaltend iſt, wohl 4—5 Monate. In gewöhnlichen * ſich nit Jahren iſt 3 Monate das Aeußerſte; ſpäter fangen ſie an zu tzeugt welken und an Gewicht zu verlieren; überdieß werden ſie an Kraft an in a erſchöpft, und zeigen Anlage zu vorzeitigem Wachsthum. Wenn zeen kn, die Kartoffeln z. B. in eine gewöhnliche, 5— 6 Fuß tiefe Grube Ar Rana gebracht, und darin bis über die Erde aufgeſchüttet, dann dicht Foffeln mit Stroh bedeckt werden, und hierüber eine 8— 10 Zoll dicke n mu n Raſen- oder Erddecke gebracht wird, ſo ſind ſie durchaus nicht mit c n Erde vermiſcht. Einige haben empfohlen, in den Gruben einige Jbineidunn Wochen lang nach dem Einbringen der Kartoffeln Luftlöcher offen = Uterwuite. zu laſſen; allein nichts paßt weniger zu der Natur der Knollen L berbe als dieß. Nicht gleich in der erſten Zeit nach ihrem Einbringen aI king- in der Grube erhitzen ſie ſich, und wachſen aus; ſondern, nach— d znles dem ſie 3 Monate lang ſo aufbewahrt worden ſind, nachdem ſie aus Mangel an Unterhalt aus ihrem natürlichen Elemente, der Erde, mehr oder weniger erſchöpft ſind, fangen ſie an zu wachſen, Ei1nn und demnächſt ſich zu erhitzen, was das Auswachſen noch mehr he u befördert; die Wärme wird aber wird noch vermehrt, indem ſie Ciugnih auch die Strohdecke angreift. So iſt dieß ein gutes Warmbeet, erdet lit um die Wärme zu erhalten, und das Wachsthum zu befördern, tt, ſi an bis die Grube im März oder April geöffnet wird, wo man dann 9 ſtand„ 8.—„ ui Ju findet, daß die Kartoffeln eine zuſammengewachſene Maſſe bilden, und ſich häufig ſchon junge Knollen von beträchtlicher Größe aus— ndieſet Rur gebildet haben. So dicht ſind die Keime in einander geſchlungen, daß man ſie mit Gewalt von einander reiſſen kann, und wenn Ir Hellma alle von den Kartoffeln abgenommen ſind, ſo haben dieſe von in ungiü ihrem urſprünglichen Gewichte— ½¼ verloren. Man kann 5 kaum ein Mittel angeben, welches mehr als dieſes geeignet wäre, dn m die Lebenskraft der Kartoffeln zu zerſtören.— Gärtner empfeh— enn Foti len, Paſtianken, Mohrrüben u. ſ. w. in Sand zu packen und in der mi in einem feuchten Keller aufzubewahren; auch iſt es wohl bekannt, die Fanbft daß wenn Kartoffeln zufällig im Acker bleiben, dieſelben nicht ocenblen früher als im April oder Mai aufwachſen. Hierauf gründe ich —-———— ——-ÿÿ,— 5¹18 meine Art, die Kartoffeln(zur Saat) während des Winters aufzubewahren. Man mache an einem von Grundwaſſer freien Orte eine Grube 1 Fuß tief, 3— 4 Fuß breit. Man breite darin zu unterſt eine nur 4— 5 Zoll dicke Lage Kartoffeln aus, bringe daruͤber eine Schicht lockerer, trockener Erde; hierauf wie der eine eben ſo dicke Lage Kartoffeln, und dann mehr Erde als vorher. Nach einer 3ten oder 4ten Lage Kartoffeln bringe man 8— 10 Zoll Erde auf und runde dieſe gleichförmig ab, ſpitze ſie aber nicht dachförmig zu. Zur Ableitung des Waſſers wird an beiden Längsſeiten ein Graben gezogen. Man muß darauf ſehen, daß an den Kartoffeln, wenn ſie ſo eingepackt werden, keine naſſe Erde hänge und ſie abgetrocknet ſind, denn in einem naſſen Zu— ſtande erhalten ſie ſich nimmer gut Stroh decke man nicht oben auf, denn die Erde oberhalb der Kartoffeln ſoll dem Wechſel der Witterung ausgeſetzt ſein, und wechſelweiſe naß und trocken werden, damit das Kartoffelbeet ſo ſehr als möglich dem natürlichen Zu— ſtande gleiche. Zur Zeit, wo ſtrenger Froſt herrſcht, iſt eine Be— deckung mit Stroh nothwendig; dieſe muß aber weggenoumen werden, wenn die Zeit der ſtrengſten Kälte vorüber iſt, damit die Erde durch die Fruͤhlingsluft getrocknet werde. Die Aufbewahrung der zur Nahrung beſtimmten Kartof⸗ feln iſt ebenfalls ein Gegenſtand von großer Wichtigkeit. Freilich müſſen dieſe Kartoffeln völlig reif geworden ſein, doch muß man ſie gegen das Uiberwachſen ſorgfältig ſchützen. In einem Jahre alſo, wo die Gefahr droht, mähe man die Stengel bei Zeiten ab und laſſe die Knollen lange Zeit in der Erde, ehe man ſie auf⸗ nimmt. Das Uiberwachſen thut der Qualität der Speiſekartoffeln mehr Schaden, als irgend eine mir bekannte unzweckmäßige Behandlung derſelben. Kartoffeln, welche während der Monate April, Mai und Juni verſpeiſet werden ſollen, muß man bis Anfangs April in Erdgruben laſſen und auf einem trockenen Bo— den ausbreiten und überhaupt ſo behandeln, wie S. 445 ange⸗ geben worden iſt. 5. Aufbewahrung der Kartoffeln in Kellern. Häufig und vortheilhaft geſchieht die Winteraufbewahrung in Kel— lern, die theils unter und theils über der Erde nach Hundt'ſcher Bauart mit ſtarken Lehmwänden, nahe bei oder an dem Gebäude, worin ſie verfüttert werden ſollen, aufgeführt ſind. Die Vor⸗ richtung muß jedoch ſo getroffen werden, daß die Kartoffelkarren oder Wägen darauf geleert werden und darüber wegfahren können. Bis zurd 5 L 9 9 dünſtung k“ halten wel! mit Stoh gremn iln für d In Ermaſt hen Gebr zuf dem dungplat? machen les ſchneiden 1 Breite un reſſern ſels indende b ein Bretl Die Seiti ſcen gefu zum Herals lis zu de lange, obes und Brettet terſtutzt, r iherliegen. de Seitenn egt, daß tun die En die Kartofff Kalte gef lcch iſt die wohl ein aus der det Decke derſelben an die 7 binein.— duft ous, die karto Mühe un 519 rend des Wue 4 Serzlnnpeſſtze erder, eubſieneieain dafür ſorgen, daß die Aus— unſ 3 dünſtung der Kartoffeln befördert wird/ und die Haufen kühl er⸗ g Karf halten werden; ſobald der Froſt eintritt, iſt die Kellerdecke gut tdeh fnn mit Stroh und Erde zu verwahren. rde; hieraf ſ mehr En Frenz in Peeſelin theilt über das Aufbewahren der Kartof— vfeln trinen feln für den Winter in Ermanglung guter Keller Folgendes mit: tmig ,ſi In Ermanglung eines Kellers zum Aufbewahren der zum tägli⸗ Waſſers nin chen Gebrauch für das Vieh zu verwendenden Kartoffeln habe ich nuß drruuf g auf dem Hofe an einer bequemen, abſchüſſigen Stelle beim Pferde⸗ derden, kimn dungplatz eine ungefähr 16 Fuß lange und 6 Fuß hohe Bucht rinem nſn machen laſſen. Den gut geebneten Erdboden derſelben durch— man nitn ſchneiden in der Mitte und an den Seiten Rinnen von ½ Fuß oyem Wiſh Breite und 1 Fuß Tiefe, nah dem Gefälle gegraben, mit Holz⸗ dtrockenrnn reiſern feſt ausgelegt und ſo weit verlängert, daß etwa ſich an— Gnatürlihn e findende Feuchtigkeit gehörig abfließen kann. Uiber der Erde liegt eſcht, it eind ein Bretterboden auf ſchmalen Unterlagen von einigen Zoll Höhe. er wegyenuunn Die Seitenwände der Bucht werden wie Zäune von Weidenbü— teer iſt dant ſchen geflochten und an der einen Seite mit einer kleinen Thüre zum Herausnehmen der Kartoffeln verſehen. Als Eingang laufen innter Farbſ bis zu der Thür mit ihr in gleicher Breite und Höhe 5 Fuß Vytitet. grelih lange, oben bedeckte Wände. Die Decke der Bucht bilden Schlote ³ duc nß wen und Bretter, welche durch einige Querhölzer über die Wände un⸗ terſtützt, von einer Seitenwand zur andern der Länge nach flach überliegen. Darauf wird die ganze Bucht, ſowohl die Decke, als die Seiten und der Eingang, auswendig ſo ſtark mit Dung be— legt, daß nirgends Regen und Kälte eindringen kann. Sie hat nun die Eigenſchaft eines guten Kellers; denn der Dung erhält die Kartoffeln ſo warm, daß, wenn auch der Eingang bei ſtrenger Kälte geöffnet wird, dieſelben doch nicht erfrieren. Für gewöhn⸗ lich iſt die Thür verſchloſſen; bei ſtarker Kälte ſetzt man noch wohl ein Bund Stroh davor. Soll der Keller mit Kartoffeln aus der Miete angefullt werden, ſo räumt man von der Mitte der Decke den Dung ſo weit zurück, daß ſich das mittlere Brett derſelben abnehmen läßt, trägt die Kartoffeln auf einem ſchrägen an die Decke gelegten Brett hinauf und ſchüttet ſie von oben hinein.— Dieſer Keller zeichnet ſich beſonders dadurch vortheil— haft aus, daß man ihn überall mit wenig Koſten an den Ort, wo die Kartoffeln gebraucht werden ſollen, anbringen kann. Welche Mühe und Arbeitskoſten in dieſer Hinſicht entlegene Keller ver⸗ in einen Läd n bei Jiten d man ſie di apvelſekarvffen uezwecknaßig der Monai muß man ntrockenen d S. 115 an in Keller, ahrung in” Hundtſchn Hundtſg dem Gehande Par MRor⸗ Pol d. D Fartoffelkann fahren könnel 520 urſachen, iſt bekannt genug.(Monatsbl. der Preuß. märkiſch. ökono. Geſellſch. zu Potsdam. J. 1838. S. 90.) Die Urſache, warum zuweilen die beſten Kartoffeln auf ein— mal faſt ungenießbar werden, iſt darin zu ſuchen, daß man die⸗ ſelben längere Zeit dem Lichte und der Luft, beſonders der Zug— luft im Keller ausſetzt. In ſolchen Kellern, die mit Glasfenſtern verſehen ſind, wodurch im Winter das Licht in dieſelben fällt, halten ſich folglich die Kartoffeln nicht gut, es ſei denn, daß man ſie in verſchloſſenen Käſten, TKöonnen und Gefäßen gelegt und gut bedeckt hätte.— Einige wollen behaupten, daß wenn mit den Kartoffeln zugleich etwas friſche Erde in den Keller gebracht wird, ehe ſie abgetrocknet ſind, ſo würden die Knollen ſüß und gut bleiben*), wenn ſie aber trocken geworden, oder dem Lichte und der Wärme ausgeſetzt geweſen ſind, ſo verlieren ſie ihren natür— lichen guten Geſchmack und die ſaftige Beſchaffenheit. Nach Petit⸗Laffitte ergab ſich aus den zahlreichen Ver⸗ ſuchen, welche hinſichtlich der Aufbewahrung der Kartoffeln in Kellern angeſtellt worden, daß die Methode Baumann's und jene, deren man ſich in der Gegend von Paris bedient, noch am Meiſten für ſich hat. Nach erſterer Methode ſoll man die Kar⸗ toffeln in den Kellern von Zeit zu Zeit mit einer geringen Menge Waſſer beſprengen, um ihnen durch die ſchnelle Verdünſtung des— ſelben eine anſehnliche Menge von Wärmeſtoff zu entziehen, und ſie in einer, der längern Aufbewahrung ſehr günſtigen niedrigen Temperatur zu erhalten.— In der Gegend um Paris bringt man die Kartoffeln nicht eher in den Keller, als bis die erſten Nachtfröſte Gelegenheit gegeben, die Temperatur dieſer Knollen in einem hohen Grade zu erniedrigen, ohne ſie jedoch frieren zu laſſen. Unter einer Temperatur von 13— 40⁰° K. findet näm⸗ lich kein Keimen(Auswachſen) der Kartoffeln Statt. Bei der Befolgung der einen oder der andern dieſer beiden Methoden, läßt ſich das Keimen um 6 Wochen bis 2 Monate verſpäten. (Bullet. d. I. Société de Mühlhausen N. 41.) 6. Eine andere Aufbewahrung der Kartoffeln für den Win— ter geſchieht in kegelförmigen oder prismatiſchen Haufen, den ſo genannten Mieten über der Erde. Daß gewöhnliche Einmieten der Kartoffeln in runder Form geſchieht nach Thäer's Grund⸗ ſätzen B. 4. S. 220 dadurch, daß jener, der die Anlage geräu— *) Die Richtigkeit dieſes Verfahrens unterliegt dem Zweifel. niger und 1 ſähe der, liegt, daß und dir let/ um das Nüf de Kartof geſchüttet, 1 belches du ol dik ſ trockene E. zoll die, warmer Wn inen oberd de Dunſt eintritt, vls nicht bein geſchehen, N Frein rungsart n nen, laſſe ſj gefähr 5 Ff ttwa 3 Zoh⸗⸗ ſutkornſtron Edde ausgu önen undſt lann. Eins richend, Aun zum Abdung ds Froſtes ſemmengelc gebracht, u, legt. der entſtanden, bleiben, au Kälte leich wenn die! den Unter barkeit ein ſelbſt vor 521 lmäͤriiſt miger und tiefer Gruben ſcheut, im Hofe oder im Garten in der Nähe der Gebäude einen Platz ausſucht, der wenigſtens ſo hoch Poffeln a liegt, daß kein Waſſer daſelbſt ſtehen bleibt; einen Kreis abzeich— d9. daß man net, und dieſen runden Raum mit einem kleinen Graben umgibt, ders de um das Regenwaſſer abzuleiten. Auf dieſem Kreiſe werden dann dit Glabfe die Kartoffeln, ſo wie ſie ausgepflügt worden, kegelförmig auf— dieſähe geſchuͤttet, dann der Haufen ringsum mit Schüttenſtroh bedeckt, denn, din welches durch herumgezogene Strohſeile befeſtigt wird; etwa 6 Toelegt w Zoll dick auf die Strohbedeckung bringt man wieder möglichſt wenn ri trockene Erde oder Raſenſtuͤcke ebenfalls einige Zoll dick, und auf 1 gebratte dieſe Erddecke folgt endlich wieder eine Strohbedeckung von 3—4 e ſüß m Zoll Dicke. Die Vorſicht fordert, dieſe Mieten bei fortdauernder em Lit warmer Witterung im Herbſte nicht völlig zu ſchließen, ſondern rre ihren ihnen oben, bis der Froſt eintritt, etwas Luft zu laſſen, damit Pait. die Düuͤnſte ſich entfernen können. Erſt wenn anhaltender Froſt Aahlreißee eintritt, werden ſie feſt geſchloſſen. Uibrigens dürfen dieſe Haufen = Katti nicht bei ſehr kalter Witterung geöffnet werden, iſt dieß aber ja Tumanem geſchehen, müſſen ſie wieder gut bedeckt werden. diem non Frenz in Peeſelin theilt zur Prüfung folgende Aufbewah— ]um i r rungsart mit. Er ſagt: wenn die Kartoffeln aus der Erde kom— erunn enn men, laſſe ich ſie möglichſt nahe heim Hofe in lange Reihen, un— 2 dr d gefähr 5 Fuß hoch, ziemlich ſteil zuſammenſchütten und mit einer z täa w etwa 3 Zoll ſtarken Schichte Stroh, gewöhnlich von dem Winter⸗ üer aem ſaatkornſtroh, bedecken; darauf(wenigſtens 2 ½ Fuß von ihnen) 1 Pori birg Erde ausgraben; die Strohdecke damit belegen und ſie gehörig dii di aſt ebnen und feſtſchlagen, ſo daß der Regen nicht hindurchdringen uefr fnlun kann. Eine 2 Zoll dicke Erdſchichte iſt bei mittelmäßiger Kälte aus⸗ 1 ftieren zu reichend. Auf der Spitze laſſe ich hin und wieder einige Strohbüſchel ändet nän zum Abdunſten der Kartoffeln vorſtehen. Verlangen ſie aber wegen t. Biy des Froſtes eine ſtärkere Decke, ſo wird wiederum eine dicht zu⸗ e Methde ſammengelegte Strohſchichte von ungefähr 9 Zoll Dicke darüber te verſei gebracht, und dieſe mit einer 1½ Fuß ſtarken feſten Erdſchichte be— legt. Der Graben aber, welcher durch die herausgenommene Erde d Vi entſtanden iſt, muß wenigſtens 1 Fuß von den Mieten entfernt ſi der 5 bleiben, auch nicht zu tief gemacht werden, theils weil ſonſt die zufen, den he Einninn er's Gene nlage geru⸗ Kälte leicht von der Seite in die Mieten eindringt, theils auch, wenn die herausgenommene Ackererde ſich mit der ſchlechten aus dem Untergrunde vermiſcht, daraus ſpäter hinſichtlich der Trag— barkeit ein Nachtheil erwächſt.— So ſind die Kartoffeln hinlänglich ſelbſt vor ſolcher Kälte, wie ſie der Winter(1838) brachte, ffel 522 geſchützt, und man ſpart die gewöhnlich zu dieſem Zwecke ver⸗ wandte nicht unbeträchtliche Maſſe Dung, welche dabei größten⸗ theils verloren geht, während das Stroh ſich, unter der Erde lie⸗ gend, gut erhält. Dabei iſt auch der Vortheil zu erwägen, daß die Kartoffeln unter ihrer erſten leichten Decke gehörig kühl liegen; ferner, daß man zur zweiten Decke mit Stroh gewöhnlich ſchon vom Vieh durchfreſſenes Futter vorräthig hat.(Monatsblatt der Preuß. märkiſch. ökono. Geſellſch. zu Potsdam J. 1838, S. 89.) Hinſichtlich der Aufbewahrungsmethode in Mieten werden im Allgemeinen folgende Bemerkungen nöthig: Solche Mieten müſſen in der Grundfläche nicht breiter als 6 Fuß und nicht höher als 4 Fuß ſein, damit ſie nicht zu viel Hitze in ſich erzeugen; wegen zu befürchtender Nachtfröſte müſſen ſie daher im nördlichen Deutſchland bald bedeckt werden. Sehr empfehlungswerth ſcheint die zweimalige Bedeckung, weil a) nicht auf einmal ſo viel Stroh, woran es bei großen Kartoffelernten im Anfange meiſt mangelt, dazu erfordert wird; b) die Kartoffeln unter der einfachen dunnen Decke Anfangs weit kühler liegen, als unter der allgemein üblichen Bedeckung mit 1 Fuß Stroh und 1 Fuß Erde, womit man ſich bald möglichſt von dieſer Arbeit hilft; c) die mit dem Stroh unter der obern Erddecke verſchloſſene Luft, als ſchlechter Wärmeleiter, beſſer gegen die Kälte ſchützt; d) die Kühlung der Kartoffeln im Frühjahr durch das Abnehmen der obern Decke weit leichter zu bezwecken iſt. Das Einmieten der Kartoffeln in gewöhnlicher runder Ge— ſtalt iſt auch in großen Wirthſchaften nicht räthlich, weil es zu viel Stroh und Arbeit erfordert. Man kann die Mieten nicht zu lang machen; ſo lange kein bedeutender Froſt zu befürchten iſt, muß der obere Theil der Miete nicht mit Erde bedeckt werden. Bei dem allen haben die vorhin empfohlenen Keller nach Hundt'ſcher Bauart einen großen Vorzug vor den Mieten. Man kann daraus bei jeder Witterung füttern und das Umſchaufeln, welches im Frühjahre zur Abkühlung oft und ſobald als möglich nothwendig iſt, beſſer bewerkſtelligen; indem die Mieten nach dieſer Arbeit entweder wieder bedeckt oder die Kartoffeln zu dem Ende in ein paſſendes Lokal gebracht werden müſſen, woran es in der Regel fehlt. In einem Keller von 100 Fuß Länge, 12 Fuß Breite und 6 Fuß Oöhe im Lichten können an 35 Laſt Kartoffeln(à 85 Wien. Metz.) aufbewahrt werden, womit 80 Stück Rindvieh und 1000 Schafe auf 3 Monate gefuttert werden können, wenn die Kuh täglich 1. Es wird! für die 3¾ die Sunm dhalern Kt de oſt m große dar 7 A0 Manche üc zuten reit Grubenſene Sonne dl geerntet hexs ott, den 17 3 Juß d 8. Rt die man ill vweniger zu Wohnung: Nlachsſchau richt nur 1 Dingen, ſor dieſſe Art hs Vorrath g. Verſchlage t huls mit G, l Aufbenn Weil peratur den (auswachſe licen Sit hervortrei von ihrem Kartoffeln dem Ver) laufer an funden, d 52 ih täͤglich 1.786 und 50 Schafe 7.144 Wien. Achtel Metz. erhalten. rdes Es wird durch ſolche Keller für das Aufſchaufeln in den Mieten, ed für die Bedeckung und für den doppelten Transport wenigſtens „Ardiha die Summe von s Thalern erſpart; mithin die Zinſen von 160 ig ſü la Thalern Kapital. Uiberdieß gewinnt man Zeit zu andern Arbeiten, ewohnlch die oft mehr Werth haben, als der Taglohn. Daß hier nur der wuuä große Kartoffelbauer berückſichtigt iſt, verſteht ſich von ſelbſt. 8, G.OG nien e 7. Aufbewahrung in trockenen Kammern u. dgl. Manche überwintern den Kartoffelvorrath auf die Art, daß ſie ſich iht lue guten reinen Waſſerſand, oder in deſſen Ermanglung auch nur Grubenſand verſchaffen und denſelben den Sommer durch an der e nicht u— ſiſtſ nn Sonne völlig austrocknen. Nachdem ſie nun die Kartoffeln ein— venen ⸗ V geerntet haben, ſchütten ſie dieſe auf den beſtimmten Aufbewahrungs— den, e 35—. vei ort, den trockenen Sand dazwiſchen, und bedecken ſie wohl 2 bis 1l 1) Nh 5 Fartt V 3 Fuß hoch damit. Kartoffen de fufß 8. Aufbewahrung in Käſten, Tonnen und Gefäßen, weniger zutreten kann, aufſtellt. Je nachdem es der Raum der gler bm b die man in Kellern, Gewölben oder Kammern, wo die äußere Luft tig Wohnung oder des Hauſes geſtattet, ſetzt man Fäſſer ꝛc. auf Stroh, r Krlet hi. 2—.. gülſer Flachsſchäven u. dgl., füllt die Kartoffeln hinein, und bedeckt ſie e wmichoſene..— 1np nicht nur oben wieder mit Stroh und andern Froſt abhaltenden Fäte ſcütt, 1—.. 1e Dingen, ſondern umbindet auch die Gefäße ringsum damit. Au r g das Katebe. 3— dieſe Art halten ſich die Kartoffeln den Winter durch gut. Iſt der 1 d. Vorrath groß, oder fehlt es an Tonnen, ſo kann man viereckige r runder R 2, 1. ſ6 Verſchläge von dünnen Brettern anwenden, und dieſelben eben— „ well es z. 1 1 falls mit Stroh umgeben und bedecken. ten niht zu fürchten it. t d II. Aufbewahrung der Kartoffeln, durch Beſchränkung und i her Zurückhaltung der Keimkraft. dundt'ſte kann drreu Weil die Kartoffeln gegen das Fruhjahr zu, nach der Tem⸗ velhes i peratur der atmoſphäriſchen Luft, bald früher, bald ſpäter keimen rothwen(auswachſen); indem ſich an den Grübchen der Augen, dem eigent— eſer Ai lichen Sitze des zum Keimen geeigneten Organd lange dicke Fäden Ende in hervortreiben, und durch dieſes Streben ſich fortzupflanzen vieles t der d von ihrem Wohlgeſchmack verlieren; auch der weſentlichſte in den Brite n Kartoffeln enthaltene nährende Beſtandtheil(das Stärkemehl) in 85 W dem Verhältniſſe abnimmt, wie das Keimen vorrückt und die Aus— und 1000 läufer an Länge zunehmen; ſo hat man folgende Methoden er— d reß-dri⸗ ganzlt nichto n di f funden, dieß zu unterdrücken, oder gänzlich zu vernichten. 524 a) Das Ausſchneiden der Augen. Dieſes Verfahren wird vorzuͤglich in Holland angewendet; zu dieſem Behufe werden die Vorräthe im Frühjahr unterſucht, und wenn die Knollen in Saft zu treten und auszuwachſen anfangen, werden die Stiele von dem Auge abgeſchnitten, und dieſe Operation ein Monat hin— durch 3— 4 Mal wiederholt. Wäͤhrend dieſer Zeit haben alle Kartoffeln nach und nach ihre Triebe ausgeſtoſſen, die Augen ſich erſchöpft, wornach keine neuen Ausläufer mehr hervorkommen.— In dieſem Zuſtande laſſen ſich die Kartoffeln ferner recht gut auf⸗ bewahren; man will ſogar in Holland die Bemerkung gemacht haben, daß ſie 2 Jahre hindurch aufbewahrt werden können, ohne einen widrigen Geſchmack anzunehmen. b) Vernichtung der Keimkraft durch Eintauchen in ſiedendes Waſſer. Man läßt in einem beliebig großen Keſſel Waſſer ſiedend werden; während deſſen faßt man die auf⸗ zubewahrenden Knollen, deren Keimen verhindert werden ſoll, in einen Korb oder Fiſchernetz— ſo viel der Keſſel faſſen kann— und hält ſie 5— 6 Sekunden lang darin verſenkt. Hierauf wird das Netz nur einen Augenblick in kaltes Waſſer getaucht. Im Winter muß man die Kartoffeln vorher einige Zeit im Zimmer haben, damit ſie nicht zu kalt ſind, und das ſiedende Waſſer un— wirkſam machen. Nach dem Einlaufen ſchüttet man das Netz in einen Korb aus, damit das Waſſer abtropft, und zuletzt bringt man die Kartoffeln auf den Boden, oder einen andern Ort, wo die Zugluft ſtark durchſtreicht, um ſie vollkommen abzutrocknen, und bewahrt ſie dann in einer kühlen Kammer auf.— Es ver— ſteht ſich von ſelbſt, daß die ſo behandelten Kartoffeln zur Fort— pflanzung nicht geeignet ſind; aber zu anderweitigen Benützungen halten ſie ſich an einem trocknen Orte 6— 8 Monate lang. c) Der Engländer Webſter hat neuerer Zeit beobachtet, daß Kartoffeln, welche man 4— 5 Tage lang in verdünnte Am— moniakflüſſigkeit( Unze Ammoniak auf 1 Pinte Waſſer) ein⸗ weicht und wieder trocknet, ihre Keimkraft beinahe ganz verlieren, und ein Jahr lang aufbewahrt werden können. Sie ſollen dabei keine Veränderung erleiden, höchſtens mehliger werden, und nach dem Trocknen keine Spur von Ammoniak enthalten. d) Neuerlich hat man die Erfahrung gemacht, daß die Keime (Ausläufer) der Kartoffeln, wenn ſie einen Fuß tief in die Erde gelegt ſind, zu Ende des Frühlings; wenn ſie zwei Fuß tief gelegen, in der Mitte des Sommers aus der Erde hervor⸗ kommen;. ſegr kutz 2 ich beien Etatt find Haufen 913 nch 1 ethalten.“ Erdſchicht d Mittel wis dorben zu†: Königl. 1it. II. Aufbd2 Raͤumen ſs Geid die mit un ſungen Um Wohnſtutf ſe beſont? geweſen, n ther ſelbſke verden m auch der(ig tethältniſſic rinen, gue in niedern wan eine n olgkohlen Hinſhe veiſung. ſande häug i denen und ale roſh von Mitel an, drten mit it die Ko Win Vaſſer dder ſonſt 525 Lat kommen; wenn ſie aber drei Fuß tief negen⸗ die Keime nur de ul⸗ ſehr kurz vleihen und gar nicht über dem Boden erſcheinonz end⸗ G dee lich bei einer Tiefe von 3, 4 und 5 Fuß gar kein Wachsthum 8 Statt findet. In Folge dieſer Beobachtungen hat man mehrere ennt Haufen Kartoffeln 3 ½ Fuß tief in die Erde gelegt, und ſie 4 düan nach 1— 2 Jahren ohne Keime, friſch, feſt und wohlſchmeckend die Auee erhalten.— Bei übrigens gehöriger Auswahl der Stelle und der etkannn. Erdſchichte kann dieſe Beobachtung das einfachſte und ſicherſte recht gut Mittel werden, die Kartoffeln lange und für alle Zwecke unver— un lenar dorben zu erhalten.(Schlöger's gemeinnütz. Blätter für d. kunm, in Königl. Hannover. 1830. Juni.) intauchen III. Aufbewahrung der Kartoffeln in feuchten, dumpfigen dig groſen Räumen, und Behandlung jener, die ſchon eine Zeit im dan di ai⸗ Waſſer gelegen ſind. anden ſol,i Geſchieht die Aufbewaͤhrung der Kartoffeln in feuchten Orten, iſer ian- die mit Dumpf- und Moderluft, thieriſchen und faulen Ausdün— Hüerxuf en ſtungen erfüllt ſind, wie dieß in kalten Kammern nächſt den ſetoucht. ar Wohnſtuben faſt immer der Fall iſt; ſo lehrt die Erfahrung, daß t in jin ſie beſonders dann, wenn ſie auf irgend eine Art beſchädiget e Wſtr m. geweſen, ſchnell in Gährung und dann in Fäulniß übergehen; ndas Ne it aber ſelbſt ſcheinbar von keinem Verderbniß ergriffene Knollen zulgt bing V werden unter dieſen Umſtänden minder ſchmackhaft, nicht ſelten in di auch der Geſundheit ſchädlich.— In Ermanglung beſſerer Orts— nzutroitn verhältniſſe dürfte hier die Aufbewahrung der Kartoffeln im — Es ver reinen, gut getrockneten, oft gewechſelten Flußſande, beſſer aber I nur Jork⸗ in niedern Schichten, oder kleinen kegelförmigen Haufen, denen enützungen man eine Unterlage und Belege von gut ausgebrannten friſchen lang. Holzkohlen gegeben hat, die zweckmäßigſte ſein. beobachtet Hinſichtlich naſſer Kartoffeln ergibt ſich nachſtehende An— dunnte Ar⸗ weiſung. Weil bei anhaltendem Regenwetter und hohem Waſſer— Vaſer) er ſtande häufig der Fall vorkommt, daß die Keller und andere Räume, 1 verlieren in denen die Kartoffeln aufbewahrt ſind, mit Waſſer angefüllt, plen dale und alle Knollen, welche einmal auf dieſe Weiſe naß geworden, r7, und nh raſch von der Fäulniß ergriffen werden, ſo wende man folgendes Mittel an, welches unter ähnlichen Verhältniſſen an mehreren die gem Orten mit dem beſten Erfolge benutzt wurde: Man bringt näm— lich die Kartoffeln aus dem Keller oder dem Raume, wo ſie ſich im Waſſer befinden, in eine Scheuertenne, oder in eine Schuppe, oder ſonſtigen bedeckten luftigen Ort, und miſcht trockenen Sand in die Ei⸗ ei Fuß ki de hettor 526 oder anderen leichten Grund unter dieſelben, ſo, daß ſie von allen Seiten damit umgeben werden. Außer dieſen kann man hierzu auch Mergel, Kalkſtaub, Sägeſpäne, Aſche oder ſonſt ein trockenes, fein gepulvertes Material anwenden, das die Eigen— ſchaft beſitzt, Feuchtigkeit an ſich zu ziehen.(Siehe Seite 513, die Note.) Die Hauptbedingungen bei dieſem Verfahren ſind: a) Daß die Kartoffeln ſo ſchnell als möglich aus dem Keller oder Gruben gebracht werden, weil ſie, ſobald das Waſſer abgelaufen iſt, ſich erhitzen und ſchnell in Gährung über— gehen. b) Daß das Streumaterial trocken iſt, in hinlänglicher Menge und gleichmäßig angewandt wird. Trockenen Boden kann man immer einige Fuß unter der Erdoberfläche erhalten. c) Daß die Kartoffeln alle 2— 3 Tage ſo lange umgeſchaufelt und wiederholt eingeſtreut werden, als ſie noch Näſſe zeigen. d) Daß die Keller in welche die Kartoffeln wieder kommen, gehörig gereiniget und ausgelüftet werden. e) Weil eine völlige Austrocknung des Kellers im Winter nicht erwartet werden kann, legt man einen hölzernen Roſt, auf welchen dann die auf obige Art getrockneten Kartoffeln zu liegen kommen. Wohlfeil kann ein derlei Roſt errichtet wer— den, wenn man altes, aber nicht faules oder ſchon mit Schwämmen und Schimmel bewachſenes, ſondern trockenes, noch geſundes Bauholz auf den Boden des Kellers legt, und über dieſes alte Brettſtücke, Latten, oder Dauben von Salzſtübchen nagelt. IV. Aufbewahrung gefrorener uͤnd erfrorener Kartoffeln. In dieſer Beziehung S. Aufbewahrungsarten B. Nr. 4 und 6. B. Aufbewahrungsarten der rohen und gekochten Kartoffeln, im getrockneten Fuſtande*). Weil die Kartoffeln im Herbſte gefechſet, ſich nur bis zu ihrem Wiederanbau im nächſten Frühling, in ihrem Naturzuſtande *) Um die in Hinſicht des Gemeinwohls ſo wichtige Trocknung der Kartoffeln im Großen zu erleichtern und mehr einzuführen, wären die Obſtdörren auch zu dieſem Behufe am zweckmäßigſten zu ver— wenden; ſo wie die Backöfen und Flachsdörren nicht minder leicht dazu eingerichtet werden können. auf die ge aufgeſchicht balten laſſe Landleute, und von d gewordene ſungen und eignet zu! Anwendune allein ſie ſnd, insbe angewende ſehenden dewahren nen konne *) Bei dörrt den, 2) Trock⸗ ſten fangen vielleie Art de V 5) 2 vor ſie Knolle *)? den wa Tagen zu ver d) 4 an ein keit an it es oder K die me Luft n dieſelb ſtube, ſehen, man werde da ſen auf die gewöhnliche Weiſe in Kellern und andern ſchicklichen Orten en imn aufgeſchichtet, oder in Gruben aufbewahren und genießbar er— dder ſoft halten laſſen; ſo iſt es ſowohl für wohlhabendere, wie für ärmere 8 die Eh Landleute, in den meiſten Fällen von der höchſten Wichtigkeit ſe Gei und von dem größten Nutzen, die Kartoffeln, das ſo unentbehrlich gewordene Brod- und Viehfutter-Surrogat aus geſegneten Fech— ind: ſungen und bei geringern Preiſen zur längern Aufbewahrung ge— us den eignet zu machen. Die ganz einfachen Methoden, die deshalb in d das Wn Anwendung gebracht werden können, ſind größtentheils nicht neu, ahrung e allein ſie werden, ſogar wenn die Knollen in Uiberfluß vorhanden ſind, insbeſondere von dem minder bemittelten Landmanne ſelten glicher Nan angewendet, weil noch Wenige wiſſen, daß ſich die auf die unten · Bodr in ſtehenden Weiſen getrockneten Kartoffeln mehrere Jahre auf⸗ he erttn bewahren laſſen, zu Mehl gemacht und zur Brodbereitung die⸗ rumgiätit nen können*). 1 Riſe ſin——— nider innn*) Bei der Aufbewahrung der Kartoffeln im getrockneten oder ge⸗ 1 dörrten Zuſtande muß folgenden Bedingungen entſprochen wer⸗ 4 Pirteri den, wenn ſie brauchbar erhalten werden ſollen: den Ni a) Obſchon alle Arten geſunder und friſcher Kartoffeln ſich zur 8 Trocknung eignen, verdienen doch jene den Vorzug, welche am mei— Janfär ſten Stärkmehl enthalten. Die zu keimen oder weich zu werden an— fericter ver fangen, wie auch jene, welche gefroren ſind oder es geweſen, oder er ſtun ni vielleicht ſchon in Fäulniß übergegangen, ſind zur erſten und zweiten rn trodend V Art der Trocknung nicht geeignet. Feler t V b) Die Trocknung der Kartoffeln geht bei Weitem geſchwinder IAlellely deh vor ſich und das daraus bereitete Mahl fällt weißer aus, wenn die Daulen voh Knollen vor der Behandlung von der Schale befreit werden. c) In dem Trocknungszimmer muß man vorzüglich darauf achten, den wäſſerigen Dunſt, entweder durch Lüften der Zimmer an ſonnigen Tagen, oder durch eigene Abzugskanäle, einen Abzug oder Ausweg t. 4 und zu verſchaffen. d) Die Aufbewahrung der getrockneten Kartoffeln muß durchaus Kartoffel an einem ganz trockenen Orte geſchehen, an dem ſich keine Feuchtig— Fanloſfn keit anziehen können. Um ſie trocken und unverändert zu erhalten, iſt es am beſten, ſie in gut verſchloſſenen hölzernen Fäſſern, Tonnen nur bis oder Käſten; minder gut in gewöhnlichen Fruchtſäcken aufzubewahren, 9 die man in ganz trockenen Kammern, in welche die äußere feuchte tturzuſtan Luft weniger Zutritt hat, aufſtellt oder aufhängt. Sehr gut können dieſelben auch in den hölzernen Trögen(Milchſiedeln) der Wohn⸗ rockung di ſtube, die man in Bauernhäuſern antrifft, und die mit Deckeln ver— hren, wärin ſehen, zugleich als Sitzbänke dienen, aufbewahrt werden.— Hat ſſenn zu vi⸗ man eine größere Menge, als in dieſen Behältniſſen aufbewahrt rinder leit werden kann, und keine ganz trockene Kammer im Hauſe, ſo füllt ——-————— —————— 1———ę˖—Q⏑ę—ÿ:õů————— r —— O[Q.—— 8 2 —————— 528 1) Einfaches Trocknen der rohen Kartoffeln. Man legt die Knollen ins Waſſeer, reibt mittelſt eines Beſens alles Unreine ab, ſchneidet die größern in Scheiben oder Wür— fel, nachdem vorher die Schalen abgekratzt worden, und trocknet ſie etwas abgewelkt auf dem Ofen im Zimmer, oder auf der Malzdörre, ſo, daß die Stückchen ganz zerbrechlich, im Innern nicht mehr fleiſchig und weich ſind, und klingend wie trockenes Holz werden. In dieſem Zuſtande bewahrt man ſie zum Gebrauche auf, oder läßt daraus ein dauerhaftes Mehl bereiten. Geſchieht dieß Trocknen ſchnell, jedoch nicht ſo heftig wie beim Obſte, ſo erhält man ein gutes Mehl, das mit Roggenmehl ver— miſcht, ein ſehr brauchbares Brod gibt.(Sieh. S. 133.)— Mei⸗ ſtens ertheilen den auf dieſe Art getrockneten Kartoffeln, die extraktartigen Theile ꝛc. eine dunkle und unangenehme Farbe, und oft verſchlechtert ſich ihr Geſchmack. Uibrigens ſind ſie in dieſem Zuſtande ſehr lange haltbar. Die ökonomiſche Geſellſchaft zu Bath man die getrockneten Kartoffeln in Säcke oder Käſten, und vergräbt dieſe unter das Heu oder Grummet, das man am letzten zu füttern gedenkt, damit keine Feuchtigkeit aus der Luft zutreten kann. Wäre aber auch dieſes Aufbewahrungsmittel nicht anwendbar, ſo ſtellt man die getrockneten Kartoffeln in Käſten, die vorher mit altem Papier ausgelegt und gut geſchloſſen ſind, auf die Schüttböden oder auf den Eſtrich(Hausgang). Die im Kleinen oder Großen aus den Kartoffeln bereiteten aufbewahrungsfähigen Mehlſpeiſen, wie die Grütze, Reiß, Sago u. dgl laſſen ſich gehörig getrocknet, viele Jahre hindurch in Pa— pierſäcken, Schachteln u. ſ. w. in trockenen Orten erhalten. c) Von Zeit zu Zeit, beſonders bei naſſer Witterung, muß dar⸗ nach geſehen werden, ob ſie nicht verderben. Im Falle ſie durch An— ziehen der Feuchtigkeit aus der Luft weich geworden ſein ſollten; ſo füllt man ſie in einen Sack und ſchiebt dieſen nach den Backen des Brodes, in einen Backofen, wo die aufgenommene Feuchtigkeit wieder ausgetrieben wird. Iſt dieß aber nicht thunlich, ſo breitet man ſie an einem ſchönen Tage über Mittag auf ein Tuch, legt ſie in die Sonne, und wiederholt dieß ſo lange, bis die Scheiben, Würfel u. dgl. wieder hart geworden ſind. Auf dieſe Weiſe kann jeder gemeine Mann und jeder Landwirth die rohen oder gekochten getrockneten Kartoffeln von jeder Form lange zur Nahrung für Menſchen aufbewahren, und als ein brauch— bares Futter für das Vieh verwenden. Es iſt ſchon Vortheil genug, wenn der Nutzen auch nur der wäre, daß ſich ärmere Familien dadurch eine geſunde Nahrung auf das Frühjahr und den Sommer ſichern könnten. ließ ſolche ſee nach 3 dieſen hedingung, nicht angel offelſtücke füllt ſie i mend, die Purzelknt ſoffartige angenehme 529 Aui ließ ſolche getrvanete Kartoffeln nach Jamaika gehen, und fand her h ſie nach 3 Jahren, als das Schiſf zurück kad⸗ noch ganz gut. 1 nin Bei dieſem anzuempfehlenden Verfahren iſt je ddch die Haupt⸗ ”) und n bedingung, daß die Kartoffeln recht ſehr ausgetrocknet, aber ja oder af nicht angebrannt werden. Es verſteht ſich, daß man dieſe Kar⸗ c, in toffelſtücke in keinen Keller oder feuchten Orte bringen darf; man 1 wie ti füllt ſie in Papierſäcke u. dgl., und verwahrt ſie wie in der man ſe V Note S. 526 angegeben iſt. „Mail ban Dieſes Verfahren, ſo ſchöne Anſichten es auch darbot, ward eftig een doch bis zum J. 1800 nicht ausgeführt; weil man weder die Art oggenni V kannte, eine größere Quantität dieſer Knollen ohne viele Mühe 1133.)-= zu ſchneiden, noch die Methode wußte, wie man die Stücke ge— rartoft’, hörig trocknen ſoll. Man ſchlug zwar vor, ſie von der Sonne me Frn und freier Luft trocknen zu laſſen, vergaß jedoch darauf, daß im ſie bäh Spätherbſte und im Winter, wo die Kartoffeln eigentlich am häu— Ellſchoft u figſten vorhanden ſind, der Sonnenſchein ſeltener, weniger erwär⸗ mend, die Luft meiſt feucht, und zur Trocknung einer ſo ſaftvollen ha. mn V Wurzelknolle gar nicht geeignet iſt, und daß die Kartoffeln, be— detten urn ſonders wenn ſie zerſchnitten ſind, in der feuchten Luft eher in rte im. d V die Fäulniß übergehen, als getrocknet werden; weil der extraktiv— ok,h feltauſ ſtoffartige Saft, welcher den, den Kartoffeln eigenthümlichen, un— in, V angenehmen Geruch hat, und an der Luft eine braune Farbe an— tüdn cder af nimmt, für ſich leicht in Gährung übergeht, ſchimmelt und ſo das Verderben der Kartoffeln befördert.— Die andere Methode, die ffan deräti. i Kartoffelſcheiben in einem Backofen, nach dem Brodbacken zu trock— t, Rei, Eun Vndurn. V nen, iſt eben ſo wenig ausführbar, weil die ganze Operation viel jalen Zeit und Mühe koſtet, weil die Scheiben von der Aſche des Back— nn muß ofens unrein, und bei der unbeſtimmten Hitze des Ofens oft mehr fni gebraten oder geröſtet, als ausgetrocknet werden; überdieß kann Rn V dieſe Trocknungsart nur in kleinen Quantitäten, nie aber bei größeren n Feuctinn Statt finden. Schon Prof. Jaßnüger, hat eine einfache, wohl— lich, ſ ti feile und dauerhafte Kartoffelſchneidemaſchine*) bekannt gemacht, wdur,— die Etui *) Eine Kartoffelſchneidemaſchine iſt mit diverſen meſſerartigen Klingen er earde. in verſchiedenen Stellungen verſehen, um die darauf geſchütteten, n jider iig vorher ſorgfältig gereinigten Kartoffeln in der Geſtalt von Wür— ſg ein uch feln oder Scheiben zu zerſchneiden. Gemeiniglich wird ſie durch orti uus Menſchenhände mittelſt eines großen Schwungrades in Bewegung 1 geſetzt.— Jaßnüger giübt in ſeinem gemeinnützigen Werke(Siehe S. 544 unter der Seitenzahl 60) eine Beſchreibung und Abbil— dung einer ſolchen Maſchine, womit ein 10jähriger Knabe täglich 34 tere ömün den Somn bereiten kann*). 530 mittelſt der eine große Quantität in kurzer Zeit mit wenig Mühe und geringen Koſten in Scheiben geſchnitten; ſo wie er auch die zweckmäßigſte Art ausgemittelt hat, wie dieſe Scheiben ebenfalls in der kürzeſten Zeit, mit wenig Mühe und Geldaufwand auf die reinlichſte Art ſo getrocknet werden knnen, daß man ſie nicht nur mehrere Jahre aufbewahren, ſondern auch daraus ein gutes und brauchbares, durch längere Zeit ausdauerndes Mehl 35— 40 Wien. Metz., d. i. 28— 32 Ctr. Handl. Gew. ſaftiger Kartoffeln ohne große Anſtrengung in Scheiben von willkührlicher Dicke ſchneiden kann. Mittelſt dieſer Maſchine kann man mehr Kar— toffeln(auch Rüben) ſchneiden, als 10 Perſonen in der nämlichen Zeit auf die gewöhnliche Art zu ſchneiden im Stande ſind. Putſche und Bertuch geben(ſiehe Monograph. S. 122) die Beſchreibung und Abbildung einer von der genannten nur im wenigen verſchiede— nen Vorrichtung.— In neuerer Zeit iſt unter allen Maſchinen die— ſer Art, wohl der ſogenannte doppelte Rüben⸗ oder Kartoffel⸗ wolf als der beſte anerkannt, aber wegen des hohen Preiſes(über 40 Thaler), für den kleinen Landwirth nicht anzuſchaffen; daher die Stein'ſche Maſchine viel empfehlender iſt, deren Herſtellung nur 4 Thaler koſtet, und kaum von der verſchieden iſt, die Putſche empfohlen hat. Sie hat 40 Schnitzermeſſer und zerkleinert in 10 Minuten 1 ½ Wien. Metz. Kartoffeln höchſt vollkommen. Will man die Maſchine ſchärfen, ſo geſchieht dieß mittelſt einer feinen Feile, ohne jene aus der Welle zu nehmen. Eine Perſon dreht dieſe Ma— ſchine im ſchneidenden Zuſtande mit beiden Händen ganz bequem. Eine genaue Abbildung und Beſchreibung derſelben findet ſich im Univerſalblatt f. d. geſammt. Land⸗ und Hauswirthſchaft B. 9 Nr. 12.) *) Was die Trocknung der Kartoffeln anbelangt, ſo geſchieht dieſe nach Jaßnüger auf gemeinen leinenen Netzen, die über hölzerne Rah— men von ¾ Zoll Dicke, 3 ½ Fuß Länge und 2 Fuß Breite Wien. Maß ausgeſpannt werden, worauf die Kartoffelſcheiben neben ein— ander liegen. Weil aber die Netze nicht ſo dauerhaft und etwas koſtſpielig ſind; ſo betreibt man das Trockene vortheilhafter auf Hurden aus Weidenruthen von derſelben Größe, bei denen jedoch das Geflechte nicht wie gewöhnlich enge, ſondern ſo weiitſchichtig iſt, daß eine Ruthe von der andern wenigſtens 1½ Linie entfernt zu liegen kommt. Auf die Weidenhurden legt man die Scheiben neben einander, die Hurden ſelbſt ſtellt man in der Nähe eines täglich drei Mal ziemlich gut geheizten Ofens auf hölzerne, an der Mauer befeſtigte Nägel über einander; ſo daß eine Hurde unter der andern immer in einer Entfernung von 1 kommt, damit auf ſolche Weiſe alle Flächen der auf den Hurden ausgebreiteten Scheiben von der Luft beſtrichen werden können. „ Zoll zu ſtehen 2. T Stuͤcken, — Die na auf ein Durchz dem ſie niſſe n aufbew das Ge im Du des Re 2 Juß zu troc zwei be Hertra dofeln den, 35— in ve Scheil iſt dur jenen ſon zur reichen Wil Malzd gewaſch Luft un das G aufgeſch daß die waren, auf den und un feln w. und wi und 1 Knollen worden mit, th in dieſe Geſellſe ſuch, K näͤren von de und W 531 1 wenig 2. Trocknen der rohen Kartoffeln in ganzen ſe er aut Stuͤcken, nach vorherigem Uibergießen nit ſieden⸗ eiben eber—ÿ—ÿ—ꝛ————— Adaufwan, Die nach dieſer Methode getrockneten Scheiben, werden am beſten daß mf auf einen trockenen kühlen Boden, wo die atmoſphäriſche Luft freien uch den Durchzug hat, ausgeſtreut und einige Tage liegen gelaſſen, während duerndes dem ſie an Trockenheit zunehmen; worauf ſie ſich in einem Behält⸗ dn niſſe wie die gewöhnlichen Schüttkaſten ſind, durch längere Zeit aufbewahren laſſen, ohne die mindeſte Veränderung zu erleiden. Da V das Gewicht der auf einer Hurde liegenden friſchen Kartoffelſcheiben im Durchſchnitt 14 Pfd. betrug, ſo wäre nach genauer Abmeſſung (l Ger.ſin des Raumes, ein Zimmer von 9 ½ Fuß Höhe, 14 Fuß Breite und In wliint 20 Fuß Länge hinreichend, um 85 Ctr. ſaftige Scheiben auf einmal man miya zu trocknen; worin überdieß ein hinlänglicher Raum, nicht nur für zwei beträchtlich große Oefen, ſondern auch zum bequemen Hin- und Hertragen der Hurden übrig bleibt. Selbſt die Trocknung der Kar— toffeln in großer Menge iſt nur mit ſehr geringen Koſten verbun— den, da mit der ſchon oben erwähnten Schneidemaſchine täglich 1 Maſcni de 35— 40 Metzen, den Metzen im Durchſchnitt zu 80 Pfd. gerechnet, der Fattoffe in vier Tagen ſonach 140— 160 Metz. ſaftige Kartoffeln in en hrin itn Scheiben geſchnitten werden können. In dem Trocknungszimmer rafen, whr i iſt durch 3, höchſtens 4 Tage, weil die Kartoffelſcheiben meiſt nur Herſelun, m jenen Zeitraum zur vollkommenen Trocknung erfordern, eine Per— 1i, die Tltſche ſon zur Beſorgung der Heizung, Ordnen der Hurden u. ſ. w. hin⸗ rerkeinnt in 0 reichend.— Anen Vil man Williſch ließ die in Scheiben zerſchnittenen Kartoffeln auf einer irfinen dele Malzdarre im Bräuhauſe trocknen: Nachdem die vorher ſauber rät din R⸗ gewaſchenen, mit Meſſern in flache Scheiben geſchnittenen, an der aN gun dey. Luft unter Dach getrockneten und abgewelkten, dann bei dem für „irdet ſth i das Gerſtenmalz gewöhnlichen Wärmegrade auf die Malzdarre 1B N.) aufgeſchütteten Scheiben durch 24 Stunden ſo gedörrt geworden, e nut daß die Stückchen ganz zerbrechlich und im Innern nicht mehr weich 5 itr waren, brachte er ſie in dieſem Zuſtande wie Getreide aufgeſchüttet ſin g auf den Schüttboden, wo ſie ſelbſt bei naſſer Witterung, gleich trocken a neben di und unverändert blieben. Ein n. ö. Metzen ſo getrockneter Kartof— feln wurde in einer Mahlmühle etwas geſtampft, dann aufgeſchüttet f wa de 35le. jſt und ii und wie Getreide gemahlen, und dieſe Lieferung gab 20 Maßl Mehl theihafte⸗ n und 1 Maßl Kleie. Das Mehl war nicht beſonders weiß, weil die i denen jin Knollen nicht entſchält und auf der Malzdarre unvermeidlich beraucht ſo weiſci worden waren. Doch war das daraus gebackene Brod— theils Line etifn mit, theils ohne Zuſatz des Roggenmehls— für Menſchennahrung n die Shein in dieſem Zuſtand ſchon brauchbar.(Mittheil. d. mähriſch⸗ſchleſiſch⸗ er Nähe i Geſellſchaft ꝛc. J. 1837 S. 53.) Williſch machte ferner den Ver⸗ ölzerne, un ſuch, Kartoffeln in einem gewöhnlichen Obſt-Dörrhäuschen auf ordi⸗ Hurde unl nären Ruthenhurden zu dörren. Er ließ 8 Metzen ſauber gewaſchene, Zoll zu ſi von der Schale mit Meſſern abgekratzte Kartoffeln, in Scheiben uf den Hunti und Würfeln geſchnitten, auf ſolchen Hurden, die zum Ein- und Aus— zerden können 5 den Waſſer.— Um die Kartoffeln für den Sommer aufzube⸗ wahren, bringt man die rein gewaſchenen Knollen in einen großen Kübel, und gießt darüber ſo viel ſiedendes Waſſer, daß dieſes die Kartoffeln reichlich bedeckt und möglichſt heiß bleibt, ſo bald es anfängt kalt zu werden, läßt man es ablaufen, breitet die Kar— toffeln auf einem trockenen Boden aus, und läßt ſie völlig trocken werden; hierauf packt man ſie mit feinem Sande in Tonnen.— Weil durch das Uibergießen mit ſiedendem Waſſer die Vegetations— kraft der Knollen zerſtört wird, ſo halten ſich dieſelben wahrend des ganzen folgenden Sommers ſehr gut, ſie wachſen nicht aus und verlieren daher auch nichts von ihrer Subſtanz durch die Ve— getation. Dieſe Behandlung der Kartoffeln iſt wenig verſchieden von jener, die ſchon ohen bei A, S. 524 angegeben worden. Man kanu auch die ſo behandelten Kartoffeln zerſchneiden und im Ofen trocknen laſſen, wo ſie zwar ſchneller als nach der eben angegebenen erſten Methode trocknen; indeſſen iſt der Unter— ſchied nicht ſo bedeutend, um die Koſten zu lohnen. 3. Trocknen der rohen, zerriebenen und ausge⸗ preßten Kartoffeln.— Dieſes von Millington in London angegebene Verfahren, eine große Menge Kartoffeln in Form von Kuchen auszupreſſen, und das Trocknen ungleich ſchneller zu be⸗ werkſtelligen, weil ſchon eine bedeutende Menge Waſſer aus ihnen entfernt worden; iſt allerdings den beiden vorhergehenden Arten vorzuziehen, jedoch auch umſtändlicher.— Die rohen Kartoffeln werden zu dieſem Zwecke von der Schale befreit zerrieben*), das ſchieben gerichtet und deren 16 Stück vorhanden geweſen— auf⸗ ſchütten, dann langſam durch 48 Stunden mit Verwendung von ½ Klaft. harten Holzes, dörren und während des Dörrens öfters um— rühren. Durch dieſes Dörren ſchwanden 3 Theile, und er erhielt 2 n. ö. Metzen harte Kartoffelſtücke. Davon 1 Mete ſogleich ver— mahlen, gab 22 Maßl ganz brauchbares weißes Mehl und 2 Maßl Kleie. Das hieraus gebackene Brod war dem Auge gefälliger, wie auch zum Genuſſe einladender, für die arbeitende Menſchenklaſſe recht brauchbar. *) Das Zerreiben der Kartoffeln im Großen erreicht man am zweck⸗ mäßigſten und mit dem geringſten Zeitaufwand, wenn man ſich ein etwas großes flaches Reibeiſen verfertigen läßt, das auf einem Brette befeſtiget iſt, dergeſtalt, daß über demſelben ein Kaſten hin und her geſchoben werden kann, der die zu zerreibenden Kartoffeln enthält. Man findet dieſe Vorrichtung bei den Krauthubeln, und ſie iſt hier dieſelbe, nur mit dem Unterſchiede, daß dort der Kaſten über Geriebene ne Säcke gefüllt eine zu hal ſtwert; ſo ſt, und die: vorſteltt. D weil ſie kein⸗ dabei abflieft Menge kaltes dheile Bode⸗ werke brauck. Zum T. Geſimſe; wo man ſee auit auf luftiger, längere Zel oder zu vie „. B. in ein ſtehen ſie a ähnlichen Se Je ſchneller dargeſtellte Naſſe ſonſt kann. Kuchen! dauern nicht 100 Th Nonat Septe 7ö; nach 48 dagen 38;1 theils ſchwärz 100 Th — einem Hi läßt. Mi herſon i reiben zu gute Cyl (von Gr briken B umer aus en Geriebene wird in ein grobes Tuch(Sackleinwand), oder in grobe daß diſg Säcke gefüllt zwiſchen zwei reinen Brettern mit einer Preſſe, wenn t, ſ t eine zu haben iſt, oder in deren Ermanglung mit Steinen be⸗ ceitt i ſchwert; ſo ſtark und lange gepreßt, bis alle Feuchtigkeit entwichen vülit iſt, und die herausgenommene Maſſe eine Art trockenen Kuchen n Tonm. V vorſtellt. Die Kuchen darf man nicht allzu groß und dick machen, e Vexetne V weil ſie keine Dauer haben, wenn Waſſertheile zurückbleiben. Der dben vi dabei abfließende Saft ungefähr 49— 53 pCt. mit der gleichen tſen n Mengo kalten Waſſer vermiſcht, ſebt nach einiger Zeit noch 2— 3 durh de Theile Bodenſatz oder ſehr weiße Stärke ab, welche zu feinem Back— ſj erfin werke brauchbar iſt. n vorden Zum Trocknen ſtellt man dieſe Kuchen wie die Oelkuchen auf närßmie Geſimſe; wo keine künſtliche Wärme angewandt werden kann, läßt 1 nd d. man ſie auf Tüchern an der Sonne, und bei regneriſcher Witterung i drlu auf luftigen Orten trocknen; weil die ſo zubereitete Kartoffelmaſſe längere Zeit feucht liegen kann, ohne ihre weiße Farbe zu verlieren Ind an- oder zu verderben. Sind die Kuchen völlig ausgetrocknet, was gn i ech z. B. in einem geheizten Zimmer in 24 Stunden geſchieht; ſo be⸗ i zun n ſtehen ſie aus ganz weißen, im Bruche dem feinſten Weizenkorn nnär ulb ähnlichen Stücken, die gemahlen ein ziemlich weißes Mehl liefern. ran inr Je ſchneller die Trocknung geſchieht, deſto ſchöner wird das daraus dargeſtellte Mehl; die Wärme muß aber gelinde ſein, weil die Maſſe ſonſt hornartig wird, und nur zum Küchengebrauche dienen kann. Kuchen von ungeſchälten Kartoffeln ſind nicht ſo weiß, und dauern nicht ſo lange. tenden Aeten en Kacufüc eraben⸗) d unn 100 Thl. rohe Kartoffeln in Scheiben geſchnitten und im äftert m Monat September an der Luft getrocknet, wogen nach 12 Stunden und er erhil 76; nach 48 Stunden 50(ſie waren ſchwarz gefärbt); nach 3 e ſogleich be⸗ Tagen 38; nach 6 Tagen 30 Theile, wo ſie erſt ganz trocken und (und 2 J theils ſchwärzlich theils bräunlich gefärbt waren. Tizum 100 Thl. gekochte Kartoffeln, zerrieben und ausgepreßt, M Ui nan an znei einem Hubel, hier über einem Reibeiſen ſich hin und her bewegen in man ſch läßt. Mit einem ſolchen Apparat iſt es leicht, durch eine einzige das auf einen Perſon in 12 Stunden wenigſtens 600 Pfd. Kartoffeln zu Brei zer— ein Kaften i reiben zu laſſen.— In Deutſchland hat man zu dieſem Zwecke eine den Katbfin gute Cylinder⸗Reibmaſchine erfunden, die ſpäter auch in Frankreich pubeln, und ſt(von Granet) angewandt wurde.(Siehe Leuch's Handb. f. Fa⸗ der Kaſtn i briken B. 10, wo die verſchiedenen Reibmaſchinen beſchrieben ſind.) 534 wogen 51 Theile; nach 12 Stunden 37; nach 48 Stunden 29, und waren dann ſchon ganz trocken, hatten ſonach nur zwei Tage nöthig, während die rohen erſt nach 6 Tagen trocken waren. Sie waren weiß, und auch im Aeußern einer Miſchung von Faſern und Stärkmehl ähnlich. Millington nahm 3 ½ Pfd. geſchälte Kartoffeln, preßte mit einer Serviettenpreſſe ungefähr 1 Maß Saft aus, und dieſer mit der nämlichen Menge Waſſer gemiſcht, ſetzte in ungefähr einer Stunde etwas mehr als 60 Gran ſehr weiße Stärke ab. Der Kuchen erhielt ſich über 3 Jahre lang völlig ſuͤß und gut. An Große betrug er etwa den ſechſten Theil von dem Umfange der rohen Kartoffeln; am Gewichte waren ungefähr ¼ vom Kartoffel⸗ gewichte verloren gegangen; dagegen erhielt der Kuchen beim Kochen faſt das nämliche Gewicht und kann ſo viel Sättigung geben, als 3 ½ Pfd. rohe Kartoffeln gewähren, wie ſie gewöhnlich für den Tiſch zubereitet werden. Durch dieſe Mellington'ſche Methode kann man in fruchtbaren Jahren einen ſo wichtigen und dem Verderben ſo ſehr ausgeſetzten Nahrungsſtoff fuͤr Zeiten des Mangels ſparen und Jahre lang gut und ſchmackhaft erhalten. Ein anderer Vorzug iſt noch der, daß die in Kuchenform gebrachten Kartoffeln einen ſechs Mal kleinern Raum einnehmen, als die dazu verwendeten rohen Kartoffeln, mithin auch leichter fortgebracht, auf Schiffen und ſelbſt für Armeen im Felde brauchbarer werden; auch ſind ſie der leichten Aufbewahrung wegen in jeder Hinſicht viel vortheilhafter, für zahlreiche, eng beiſammen wohnende Familien, für Arbeiter in großen Fabriken u. dgl. Endlich kann man in den Zeiten, wo ſchmackhafte Kartoffeln ſelten ſind, allerlei Speiſen daraus zu⸗ bereiten*). *) Wirthſchaftsrath Ochſenbauer, Comité⸗Mitglied der k. k. patr ökon. Geſellſchaft in Böhmen, hat ſich über dieſes bewährte Ver— fahren, Kartoffeln jahrelang brauchbar zu erhalten, auf folgende Weiſe ausgeſprochen: Ich ließ vor 3 Jahren ein gewiſſes Quantum Kartoffeln in einem aus Latten gemachten, beweglichen, in das Waſſer eines halb verſenkten Cylinder rein waſchen, mit der ohnehin be— kannten, im Gebrauche ſtehenden Maſchine ſchneiden, und die ge— ſchnittenen Kartoffeln mittelſt einer einfachen Spindelpreſſe von allen wäſſerigen Theilen befreien. Der entwäſſerte Rückſtand wurde bei heiterer Witterung auf rein gefegtem Raſen binnen 3 Tagen trocken gemacht, was übrigens auch auf Bodenräumen und in Sxveichern nur das Trſ atoffeln d ten Knollen Mehl; dieſt man die Kah und ertrakti wachſene! dieſe Weiſe bei dem erſ haben und! preßte Kar und ſchwas Die die zerſchni an der Luf Vaſſerſchaff erſten Tag geſchehe Pfund durch 3 der get pfundi Zur des Un ſchen S ſundhei dem N mehl v wie m bkon. man it ſchon Als S treffli 535 s Stun 4. Trocknen der rohen zerſchnittenen, mit Waſſer nür zr ausgewaſchenen und dann gepreßten Kartoffeln.— ten nan Nach der eben angegebenen Methode Millington's wird nicht ung vor; nur das Trocknen beſchleuniget, wenn man alle Waſſertheile der Kartoffeln durch Auspreſſen wegſchafft; ſondern die ſo behandel— artofe ten Knollen liefern auch ein weißeres und reiner ſchmeckendes felr aus, I Mehl; dieſen Zweck erreicht man aber beſonders dann, wenn n ungefg man die Kartoffeln ſo lange im Waſſer liegen läßt, bis die eiweiß— Statk. und extraktivartigen Theile etwas zerſetzt wurden. Auch ausge— Starke; 9 8) g ß ud g wachſene und gefrorene Kartoffeln können mit Vortheil auf en Vpf dieſe Weiſe behandelt werden; weil jedoch die rohen Kartoffeln em Urine 5 9 bei dem erſteren Verfahren nur den großen Waſſergehalt verloren 3 91 g er Hun r haben und nicht ausgewaſchen werden; ſo muß man die ausge⸗ vie preßte Kartoffelmaſſe nach Millington's Art für nahrhafter d fe 4 und ſchmackhafter erkennen.— 1 Die Behandlung der Kartoffeln nach dieſer Art iſt folgende: e kan u die zerſchnittenen rohen Kartoffeln werden ſogleich, damit ſie ſich terde an der Luft nicht dunkel färben, in einem Gefäße(Zuber, Kufe, gel Waſſerſchaff) mit Waſſer übergoſſen und ſo ſtehen gelaſſen. Am Vn erſten Tage wird das Waſſer zwei Mal gewechſelt, am zweiten pff 5———— rendeter geſchehen kann. Ein böhmiſcher Strich(oder 1 ½ Metzen) gab 40 zifen wiit Pfund getrocknete Maſſa, welche im Getreideſpeicher aufgehäufelt „der laiten durch 3 Jahre verwahrt wurde.— Um ſich von der Brauchbarkeit du2 der getrockneten Kartoffelſchnitzen zu überzeugen, wurden hievon 40 thelhaſte pfund in der Mühle wie Getreide vermahlen und ich erhielt an Mehl ir Arheiker erſter Sorte. 18 ½ Pfd., m Zeiten, t zweiter» 12„ n daraus„ Kleien⸗*. 5, 2 im Ganzen 36 Pfd. Zur mehreren Sicherheit wurde das Mehl blos in Berückſichtigung 1„ des Umſtandes, daß es aus einer ſo lange aufbewahrten vegetabili— d der ee d⸗ ſchen Subſtanz erzeugt ward, chemiſch unterſucht, und als der Ge— hepaßnt- ſundheit ganz unſchädlich befunden. Deshalb wurde unbedenklich von dem Mehle erſter Sorte ein Theil mit einem gleichen Theile Korn— mehl vermengt, und aus dem Gemenge Brod gebacken. Das Brod, wie man ſich bei der dießjährigen Generalverſammlung der k. k. patr. der ohnes 1 ökon. Geſellſchaft überzeugte, iſt geſchmackvoll und nahrhaft. Will en, und 47 man in Nothjahren hievon Gebrauch machen, ſo iſt es immerhin elpreſe ut ſchon ein großer Gewinn, die Hälfte des Getreidemehls zu erſparen. ſtand wtee Als Schrot verwendet, geben die ſo verwahrten Kartoffeln eine vor— 3 dugeg nn treffliche Nahrung für Thiere, ꝛc. 536 Tage wird dieſes nicht nöthig; doch muß alle 24 Stunden friſches Waſſer ſtatt des alten zugeſetzt werden*), ſobald oben auf dem Waſſer Schaum oder ein ſäuerlicher Geruch wahrzunehmen iſt. Nach 6— 8 Tagen(früher oder ſpäter, je nach der Temperatur der Luft, oder nach der Menge des Waſſers und dem Grade der Gährung), iſt die Einweichung beendiget**). Man kann den wahren Zeitpunkt daran erkennen, daß die Kartoffeln ſich zerſetzen und in eine Art Brei verwandeln; jedoch auch dann, kann man ſie nach einige Tage liegen laſſen, wenn das Waſſer täglich 3— 4 Mal gewechſelt wird. Der üble Geruch, den ſie zu dieſer Zeit bis— weilen annehmen, hat keinen nachtheiligen Einfluß auf das daraus bereitete Mehl, weil er von dem Waſſer, mit dem man es aus— wäſcht, hinweggenommen wird. Die herausgenommene Maſſe hat die gelbe Farbe und den beſondern Kartoffelgeruch verloren und iſt ganz weiß; das fernere Verfahren, ſie zu einem nicht ſehr dicken trockenen Kuchen zu preſſen, und dieſen zu trocken, iſt ganz d ſelbe, wie jenes bei Nr. 3. Bei gefrornen Kartoffeln iſt es ſtets nöthig, ſie mit Waſſer zu uͤbergießen, weil ſie ſonſt ſchwarz werden. Geſchieht dieß, ſo erhält man aus ihnen ein ſchönes Mehl. Man kann die gefrornen auch auf einer abhängigen ſteinernen Tonne dem Regen und Thaue ausgeſetzt liegen laſſen. Das Waſſer fließt mit dem Zucker u. a. auflöslichen Theilen ab, das Stärkemehl und die Faſern bleiben zurück, und können wie oben, geſondert erhalten werden.(Siehe S. 198.) Dieſe Trocknungsart iſt ſtets, und wie ſchon geſagt worden, mit noch etwas größerem Verluſte an nahrhaften Subſtanzen, als die vorhergehende, verbunden. Uibrigens entfernt eine blos me— chaniſche Preſſe den Saft aus den geſchnittenen oder zerriebenen Kartoffeln nicht, wie Jeder ſich leicht überzeugen kann; hingegen leiſtet der Real'ſche Auflöſungsapparat Alles, was man in dieſer Hinſicht wünſchen kann***). *) Das man durch einen Hahn abläßt, der 2 Zoll über den Boden des Gefäßes angebracht und innen mit Stroh belegt iſt, damit er ſich nicht verſtopft. **) Läßt man ſie zu lange einweichen, oder erneuert man das Waſſer nicht gehörig; ſo werden ſie ſauer und ein Theil Stärkmehl wird zerſetzt. ***) Zu demſelben Behufe dient ein Zuber, Kufe oder Schaff von belie— biger Größe, auf einen oder mehr Eimer, je nachdem man eine *△ 5. Tr toffeln(am größere will: jet hoch ſin. gegeneiſ ein run den Kaf wird, ti löcherte⸗ Oeffnun und feſt Oeffnund Rohr we welches Schlau⸗ Röhre paſſent werden genom 2—2 — S.=— .—J 22 E. 2 —;, nach obe der Stö geſetzt. Vaſſer Druck de befindlich und Sch löcherten beladene der im( fängt d Overatic das Gef die her eine Art in kurze (Eine tuch's 532 Stunden fiſte oſe d 5. Trocknen der gekochten Kartoffeln.— Die Kar⸗ mn auf w toffeln(am beſten in Dampf) gekocht, werden nach dem Uiberkühlen miſt N. 9 tur deuamn größere oder geringere Menge Kartoffeln auf einmal bearbeiten den Gng will: jedoch iſt es vortheilhafter, wenn die Gefäße mehr breit als ann den uen hoch ſind. In der Mitte eines ſolchen Gefäßes ſeiner Höhe gerade zerſezen gegeneinander über, werden zwei Löcher gebohrt, und in dieſelben in man ſeh ein runder Stab eingetrieben, welcher ſtark genug iſt, um das mit 9 3 den Kartoffeln angefüllte Gefäß, wenn es in dem Geſtelle eingelegt 1¹ 12S wird, tragen zu können. Dieß Gefäß wird ferner mit einem durch— eeſe hi löcherten Deckel verſehen, welcher mittelſt eines durch die beiden rauf das dan V Oeffnungen der Handhaben durchzuſchiebenden Querholzes angezogen n man d, und feſtgehalten wird. In dem Boden des Gefäßes befindet ſich eine ddenr An Oeffnung, in dieſe paßt ein hölzerner durchbohrter Stöpſel, oder ein Rohr welches mittelſt eines ledernen Schlauches mit dem Waſſergefäße, verlornn welches etwa 10— 12 Fuß hoch ſteht, in Verbindung iſt. Dieſer nicht fhi Schlauch kann oben von Holz ſein, oder aus einer aus Blech gelötheten 2, iſ gun u Röhre beſtehen; nur muß unten uͤber der kurzen, in die Oeffnung paſſenden Röhre, etwa einen Fuß lang, ein lederner Schlauch eingeſetzt — werden, damit die Röhre aus der Oeffnung am Boden des Gefäßes J ſie mi Laſt genommen werden könne, ohne die obere feſte Röhre zu bewegen. ſchieht du Die innere Weite dieſer Röhre kann höchſtens einen Zoll betragen.— Wenn der Apparat zugerichtet iſt, wird die Röhre aus der Oeffnung des Bodens genommen und der gewöhnliche Stöpſel eingeſetzt. Dann wird das Gefäß umgedreht, ſo, daß es in ſeiner natürlichen An die ſeftotnen rgel r und Thaue Zuttr Ä. Lage ſteht, die Kartoffeln hineingefüllt, ſo daß es beinahe ganz voll Phrien Ueben wird, ein zugeſchnittenes Stück grober Sackleinwand darüber ge— Jerden.(Sa deckt, der Deckel aufgelegt und das Querholz durchgeſchoben.— Das ſo angefüllte Gefäß wird nun herumgedreht, ſo daß der Boden nach oben kommt und durch einen beweglichen Hacken feſtgehalten, r'ſagt vorde der Stöpſel aus der Oeffnung genommen und das Rohr dafür ein— nlſtarzen, al geſetzt. Hierauf wird das in der Höhe befindliche Waſſergefäß mit arne blos me⸗ Waſſen angefüllt und der Apparat in Ruhe gelaſſen. Durch den zeriibenen Druck des Waſſers aus dem Gefäße auf die in dem untern Gefäße jhingeger befindliche Kartoffelmaſſe, wird das in dieſer befindlichen Wäſſerige mnn; h ges und S chle mige abgeſondert, und es träufelt unten durch den durch⸗ dnan M dißſe löcherten Boden ein trüber und brauner, mit dem Kartoffelgeruch beladener Saft ab. Nach 12— 24 Stunden, je nachdem die Schichte der im Gefäße enthaltenen Kartoffeln mehr oder weniger hoch iſt, Boden de fängt das Waſſer weniger gefärbt, abzulaufen an; worauf man die den Dod ſh Operation beendiget, indem man nach Herausnahme des Rohres t damiter das Gefäß wieder herumdreht und die Kartoffelmaſſe herausnimmt. Die herausgenommene Maſſe wird nun gepreßt und man erhält eine Art Kuchen, die man an der Luft oder in künſtlicher Wärme ütärkmt nn in kurzer Zeit trocknet. (Eine Abbildung dieſer Woirihtan liefert Putſche's und Ber— tuch's Monog. Taf. 11, Fig. 1, 2, 3.) in das Waſt daf von bell⸗ den man ein 538 wie gewöhnlich geſchält und entweder auf einem Reibeiſen zerrieben, oder in einem hölzernen Troge mit einer ſolchen Keule zu einem gleichartigen Brei zerſtoſſen, den man ſodann durch ein Drahtſieb oder Durchſchlag, wie man ihn in den Küchen zur Abſonderung des Waſſers von gekochten Mehlſpeiſen oder Grünzeug gebraucht, durchdrückt, und ſo in eine fadenförmige oder körnige Form bringt. Die ſo zubereiteten Kartoffeln werden dann auf Spannſiebe, Lein— wand, Bretter oder Hurden ausgebreitet, bei günſtiger Witterung an der Sonnenwärme, ſonſt aber in einer geheizten Stube oder Trockenkammer bei 30° R. Wärme getrocknet. Das Trocknen muß ſchnell geſchehen, weil ſie ſonſt einen unangenehmen Geſchmack erhalten. Sie verlieren dabei in 24 Stunden drei Viertheile ihres Gewichts, werden durchſichtig und hart wie Horn, und laſſen ſich der Erfahrung nach viele Jahre an einem trockenen Orte unver— dorben erhalten(ſiehe Note S. 526); denn man hat ſie in die— ſem Zuſtande ohne der geringſten Verderbniß nach Weſtindien und zurückgebracht.— Läßt man ſie mahlen, ſo erhält man ein feines, ſtrohgelbes Mehl(oder Gries), das im Aeußern dem arabiſchen Gummi ähnelt, und ſich im Munde auflöſt, das Waſſer ſchleimig macht, und ihm den Geſchmack der Kartoffeln ertheilt. Dieſe Aufbewahrungsart in einer faden oder körnigen Form, nämlich: als Grütze, Reiß, Sago, Nudeln, iſt unſtreitig die leichteſte, wohlfeilſte und vortheilhafteſte; die gekochten Kartoffeln trocknen übrigens ſchneller als die rohen.(Siehe S. 500). In kleinen Haushaltungen kann man täglich einen Topf voll Kartoffeln kochen, ſchälen, ſie 24 Stunden lang ausgebreitet trocknen, dann auf einem Reibeiſen reiben, und auf dem Ofen in fingers— dicken Lagen auf Papier oder Weidenhurden dörren, und ſich ſo einen bedeutenden Vorrath nach und nach beiſchaffen. 6. Trocknen der Kartoffeln nach vorherigem Ge⸗ frieren.— Daß man ſich ſelbſt der Froſtkälte als eines der einfachſten Mittels bedienen könne, um Kartoffeln zu trocknen, den weſentlichſten und größten Beſtandtheil ihrer Grundmiſchung ohne viele Schwierigkeiten daraus zu ſcheiden, der als Mehl-Sur— rogat gehörig zubereitet, ſehr gedeihliche und ſchmackhafte Gerichte gibt, iſt ſchon lange bekannt*).— *) Die Peruvianer, welchen die Kartoffeln(von ihnen Choquenara oder Chunno genannt) die meiſte Nahrung liefern, trocknen ſie mittelſt P des Gefrierens auf folgende Art: In den Peruvianiſchen Gebirgen, Man lißt ſie ge einer Kälte höhten Wa irem Waſſ ausgelreiter was gewoh! dagen zu d 1oo Theile Auspreſſen frieren, auf Waſſer ab, trocknet. D mehl ab, v Einig einem hien wiſſe Men ein wenig zum Morg daß ſie ang durchgefror in Bottichen in einigen; gebratenen! den Bottich und ſo ſta — wo mal ſind, ma Morge auf der am and den Fü Tag ül gefrieren wieder! bis dien werden Jahre bereiten d. J.l 539 eiſen zerr dan Man ſchneidet die gewaſchenen größeren Kartoffeln in Stücke, ed lßt ſie gefrieren, dann aufthauen, zu welchem Behufe man ſie Aüſone einer Kälte, die icht unter— 50 iſt und einer bis+ 60 er⸗ 1 däur höhten Wärnle ausſetzt, wo vani die mittelſt einer Preſſe von rFon ir ihrem Waſſergehalte befreiten Kartoffeln anf luftigen Orten flach nfch. ausgel reitet, blos durch Einwirkung dei Luft getrocknet werden, 4 i was gewoͤhnlich, ſelbſt bei einer niedern Temperatur binnen einigen . Tagen zu geſchehen pflegt.— Durch das Gefrieren haben ſich von 5 Snis 100 Theilen ungefähr 30 Theile Waſſer abgeſchieden, die beim lnütnuf Auspreſſen ablaufen. Läßt man die Rückſtände dann nochmals ge— 1 ſ frieren, aufthauen und preſſen, ſo ſcheiden ſich neuerdings 10 Theile rtheile ihtes Waſſer ab, und die Rückſtände werden nun leicht an der Luft ge— trocknet. Das ausgepreßte Waſſer ſetzt nach einiger Zeit Stärke— mehl ab, und kann überdieß zum Düngen benutzt werden.— a laſen ſch taitt unte- 1 ſen de⸗ Rſindien un Einige laſſen, ſobald ſtrenge Winterkälte eingetreten iſt, an weir fänes einem hierzu ſchicklichen Orte den Schnee wegkehren und eine ge— un arüſtn wiſſe Menge Kartoffeln dahin ausbreiten, mittelſt einer Gießkanne e ſu tunt ein wenig mit Waſſer übergießen, und ſo die Nacht hindurch bis fat zum Morgen unter freiem Himmel liegen, wo ſie ſo feſt gefrieren, Lne fomn, daß ſie aneinander geſtoſſen wie Steine klappern. Die vollkommen wa eltükſte, durchgefrornen Kartoffeln werden dann in Körbe aufgeleſen, und r n rrirn in Bottichen mit ſiedend heißem Waſſer gefüllt, geworfen; wo ſie in einigen Minuten ſo weich werden, daß ſie den auf dem Ofen gebratenen Aepfeln gleichen. In dieſem Zuſtande werden ſie aus den Bottichen herausgenommen, auf die Kartoffelpreſſe gebracht und ſo ſtark gepreßt, bis ſie alle Waſſertheile verloren haben ˖ 6 fen Tohf ul itet trocknen 2 in firgers⸗ mund ſch ſ f wo man die meiſten Felder, weil ſie zu keiner andern Frucht dienlich grigen Ge ſind, mit Kartoffeln bebaut, und im Monat Juni es daſelbſt alle 11s eines de Morgen Eis gibt, ſchneidet man die Kartoffeln in Stücke, läßt ſie au trocn auf den Heiden ausgebreitet über Nacht gefrieren, worauf ſie 1 am andern Morgen, wenn ſie von der Sonne aufgethaut ſind, mit örundmichnn den Füſſen getreten werden, um den Saft daraus zu entfernen; den . Mehl'Sl Tag über läßt man ſelbe zum Abtrocknen liegen, des Nachts wieder njafte Gerich gefrieren und am andern Morgen wie den vorhergegangenen Tag wieder abtrocknen. Auf dieſe Weife fährt man 10— 12 Tage fort, bis die Kartoffeln ganz trocken ſind. Die ſo gedörrten Kartoffeln werden in Säcken an luftigen Orten aufbewahrt, wo ſie 2— 3 hoquenard de Jahre gut bleiben.— Wie ſie von den Peruvianern zum Genuſſe zu— 2h0 1—„.. 8 ſe mitteſ bereitet werden, ſiehe S. 205.(W. Bayer's Reiſe nach Peru in nen then Gebirgn d. J. 1794 und Thäer's Annal. d Ackerbau. J. 1807 B. 1, S. 340.) ſchen vens 540 Die feſte Kartoffelmaſſe, welche ſtückweiſe aus der Preſſe heraus⸗ gehauen werden muß, wird ſogleich in einen mäßig warmen Back— ofen(am Beſten nach dem Brodbacken) gebracht, damit vollends alle noch übrige Feuchtigkeit aus ihnen entfernt und ſie vollkommen trocken werde.— Will man daraus Mehl bereiten laſſen, ſo müſſen die Kartoffelklumpen früher auf der Mühle geſchroten werden, welcher Schrot dann gleich anderem Getreide zu Mehl vermahlen werden kann. Das erzeugte Mehl iſt grauweiß, geruch- und ge— ſchmacklos, und läßt ſich wie die erhärtete Kartoffelmaſſe gut auf⸗ bewahren. Bei dieſer Trocknungsart muß mau die Vorſicht brauchen— die Kartoffeln ſorgfältig zu reinigen und ſobald ſie aufgethaut ſind, ohne Zeitverluſt unter die Preſſe zu bringen, indem ſie ſonſt ſchnell in Fäulniß übergehen. Anmerkung. Unterliegt es auch keinem Zweifel, daß dieſe Me⸗ thode ſich ſtets als eine der leichteſten behaupten kann; ſo wird ſie dagegen doch nie als das zweckmäßigſte Mittel an— zuſehen ſein, die Kartoffeln beſtmöglichſt zu benutzen; indem ſie dadurch viel von ihrem Nahrungsſtoffe und Wohlgeſchmack verlieren. Die Meinung Jener iſt folglich ſehr irrig, welche das durch dieſe Methode erhaltene Mehl für beſſer halten als jenes, welches nach dem unter Nr. 1, S. 528 angege⸗ benen Verfahren aus den rohen geſunden Kartoffeln erzeugt werden kann. 7. Trocknen der Kartoffeln nach vorherigem Aus⸗ ziehen mit Aſchenlauge.— Man legt die ſorgfältig gewa⸗ ſchenen und in Wuͤrfeln geſchnittenen Kartoffeln in eine Aſchen— lauge(von 4 Pfd. Holzaſche auf 1 Eimer Waſſer=— 40 Maß), daß ſie völlig damit bedeckt ſind; läßt ſie unter zeitweiſem Um— rühren 24 Stunden darin, wo dann die dunkelbraun gewordene Flüſſigkeit abgegoſſen wird. Nun werden ſie zwei Mal, jedesmal 48 Stunden lang, mit reinem Waſſer gewäſſert, läßt ſie dann ab— tropfen und bei der Ofenwärme(im Großen aber auf einer Darre) trocknen.— 100 Pfd. voigtländiſche friſche Kartoffeln gaben auf dieſe Art 30 Pfd. in Wuͤrfeln getrocknete, die gemahlen ein weißes Mehl lieferten. Dieſes nenere Verfahren, die Kartoffeln lange aufzubewahren und zu jedem Gebrauche anwendbar zu machen, hat Lampadius (1823 in Freiberg) angegeben. Von der Trocknungsmethode Nr. 1, S. 528 und durch, daß! Stoff entzo minder geni C. Aufber Eine bi dörrten, gle blos gekochtn bar erzeugte terſcheidet, Schleims u. Amylum( auch der b Theils aus getrocknet, unverdorben Robin Mehlarten r ſarken Drue Mehl die Fu Lerderbniß! Ungriffe der ton dem Me Eperimente würde in ei Lochen; als von Verderb Mitte eines Durm befan genommen w den das vert lunger Zeit. die Inſekten Eroriep' Dieſer die Kartoff vatnen i amit bolen e volllnne 8 ſen, ſoriſa oten dedn, naſſe gurai ict brauten f aupyetzat em ſie ſant h dieſe Me ten kann, ſ Mittel u⸗ ltzen, inder Lohlgeſcht krg, velce eſer halten ns axgege fain erpun igen Aut⸗ iltig gewa⸗ ne Aſchen⸗ 40 Mah veiſen Un gewotden edesmal e dann t iner Dan gaben 1 ein weiße ubewihen npadin ode Ne. 541 S. 528 unterſcheidet ſich dieſe Behandlung im Weſentlichen da⸗ durch, daß hier den Kartoffeln durch die Lauge der braunfärbende Stoff entzogen wird, der ſie beim Trocknen ſchwarzbraun und minder genießbar macht.(Siehe S. 133.) C. Aufbewaͤhrung des Kartoffelmehles(wie des Mehles uͤberhaupt). Eine beſondere Beachtung verdient das, aus den rohen ge— dörrten, gleichwie gedämpften(im Dampf gekochten) oder auch blos gekochten, dann getrockneten Kartoffeln, mittel- oder unmittel— bar erzeugte Mehl, das ſich allerdings weſentlich von jenem un— terſcheidet, welches durch die Behandlung ſeines Eiweißſtoffes, Schleims u. ſ. w. beraubt, nur für ein mehr oder weniger reines Amylum(Stärke) angeſehen werden muß. Zu den Letztern gehört auch der bei der Stärkefabrikation erhaltene Rückſtand, größten Theils aus dem Parenchym der Knollen beſtehend, der vorſichtig getrocknet, ein Mehl liefert, welches ſorgſam aufbewahrt, ſich lange unverdorben erhalten läßt.(Siehe S. 209.) Robineau gibt folgende Art als die beſte an, um alle Mehlarten vor Verderbniß zu bewahren: Er ſetzt das Mehl einen ſtarken Druck in rechtwinklichen Trögen aus, von welchen das Mehl die Form behält. In dieſem Zuſtande widerſteht es der Verderbniß herbeiführenden Einwirkung der Feuchtigkeit und dem Angriffe der Inſekten am ſicherſten. Er ſcheidet die Kleie nicht von dem Mehle, ehe er dieſes dem Drucke ausſetzt. Folgende Experimente wurden gemacht: Ein ſo zubereiteter Mehlkuchen wurde in einen feuchten Keller gebracht und verblieb darin 6 Wochen; als er wieder heraufgebracht wurde, zeigte er keine Spur von Verderbniß. Ein anderer ſolcher Mehlkuchen wurde in die Mitte eines Haufen Mehles gebracht, worin ſich der Korn-(Mehl—) Wurm befand; nachdem er nach mehreren Tagen wieder heraus⸗ genommen wurde, hatte er den unangenehmen Geruch angenommen, den das verdorbene Mehl hatte, und verlor dieſen erſt nach ſehr langer Zeit. Uibrigens war der Kuchen unverſehrt geblieben und die Inſektenlarven waren nicht ins Innere desſelben gedrungen. (Froriep's neue Notizen J. 1839 B. 9. N. 6.) Dieſer Robineau'ſchen Behandlung entſprechend, werden die Kartoffeln in vollkommenem trockenen Zuſtande gemahlen, nach — — A 8 — dem Mahlen noch einige Zeit an einem gut gelüfteten Orte, mehr⸗ mal durchgeſchaufelt, liegen gelaſſen, dann durchgeſiebt und in Fäſſern von Männern in reinen ledernen Strümpfen, ſo viel möglich, niedergetreten und nebenher zugleich noch geſtampft.— Das Mehl wird dadurch ſo feſt, daß es eine faſt ſteinharte Maſſe bildet, und in dieſem Zuſtande mehrere Jahre gut aufbewahrt werden kann. Zwölfter Abſchnitt. ‿ iteratur der Kartoffelpflanze. §. 69. Sowohl über den Anbau, als auch über die mannigfaltige Benutzung der Kartoffelpflanze ſind mehrere größere und kleinere Werke verfaßt und zahlloſe Abhandlungen geſchrieben worden; diejenigen Schriftſteller, welche ſich in dieſer Hinſicht beſonders verdient machten, ſind in chronologiſcher Ordnung folgende: 1. Tobias Konrad Hoppenss kurzer Bericht von den knolligten und eßbaren Erdäpfeln, oder denen Solanis tuberosis esculentis ete. Wolfenbüttel, 1747. 4. 2. Johann Gottlieb Gleditſchenss vermiſchte phyſi⸗ kaliſch⸗botaniſche und ökonomiſche Abhandlungen und Verſuche uber die Vermehrungsarten der Tartüffelſtaude und ihre darauf gegründete ausnehmende Fruchtbarkeit. Halle, 1765. 8. 3. Johann Adam Ludwig's Abhandlung von den Erd⸗ apfeln. Bern, 1770. 8. 4. J. J. Narpeli Unterricht von Nutzung und Pflanzung der Erdäpfel. Zürch, 1771. 8. 5. P. F. Lüder's Anleitung zum Kartoffelbau. Flensburg, 1772. 12. 6. Die beſte Art, Erdäpfel zu bauen. Bern, 1 — 12 — 22 „N& 8 Und Freunde lde D 8 r p Dorlmund,. 14 Oo 4. De Ar r „ a domiſchen E . n Ll 1 G Ui d. Ul Enalg den 5t Aſchen U. r NM GEAc 4. L 71 7. Unt toffe NDor. 1˙/ * n p. n b 124 8. 18 N 18. den Lande. Lälbin Daft 543 vnni 7. Sam. Engel's Anweiſung und Nachricht uüber den Erd— npin,i aͤpfelbau. 2 Thle. Bern, 1773 und 74. 8. ll 8. Die Kunſt, Brod aus Erdäpfeln zu backen, ohne Ver⸗ Jgefumn miſchung mit irgend einem Getreidemehl, zum Behuf der Bürger nen und Landleute in theuern Zeiten. Aus dem Franzöſiſchen des Herrn dllftetge Parmentier überſetzt. Augsburg, 1779. 8. 9. Oekonomiſche Abhandlungen über einige zur Nahrung die— nende Erdgewächſe, beſonders über die Erdäpfelpflanzung. Wien, 1781. 8. 10. J. D. Simon phyſikaliſch praktiſche Abhandlungen über die Haus- und Landwirthſchaft. Erſter Theil. Von der jetzigen verderblichen Abartung der Kartoffeln ꝛc. Mit 2 illuminirt. Kupfer⸗ tafeln. Frankfurt a. M. 1781. 8. Uze 11. Beſchreibung einer ſehr vortheilhaften Kartoffelmühle, welche hierbei in einem Kupferſtiche befindlich iſt. Bremen, 1782. 8. 12. Uiber den vortheilhaften Anbau der Erdäpfel oder Grundbirnen, und von der Erzeugung des Erdäpfelſamens. Tü— bingen, 1793. 8. 13. Einige theils neue, theils noch nicht bekannte Vorſchläge „feſt Vutfne u einer vortheilhaften Anbauung und Benutzung der Kartoffeln, dir nhder V auch mit Hinſicht auf Branntweinbrennerei. Allen Hausmüttern 24 liuie und Freunden der Oekonomie empfohlen von J. A. A. Möller ec. † Dortmund, 1796. 8. ngade 14. Oekonomiſch praktiſcher Unterricht über den vortheilhaf⸗ iht von da teſten Anbau und die beſte Benutzuug der Kartoffeln. Leipzig, 1795. jlis tüberosi s. Zweite, ganz umgearbeitete und verbeſſerte Auflage von K. F. Bluſchendorf). 1797. 3te vermehrte und verbeſſerte Auflage. 1800. 8. ſchte phyſ 15. Parmentier Abhandlung über die Kultur und die öko⸗ id Verſut nomiſchen Eigenſchaften der Erdäpfel. Augsburg. 1797. 8. hihre datai 16. Uiber den Kartoffelbau in Großbrittanien. Aus dem .3. Engliſchen überſetzt, und für deutſche Landwirthe umgearbeitet von ud 6 M. G. F. Leonhardi. Leipzig, 1797. 8. 17. Unterricht über den Anbau und die Benutzung der Kar— toffeln oder Erdäpfel. Für den Landmann in den Oeſterreich. Provinzen herausgegeben von einem praktiſchen Oekonomen. Wien, 1799. 8. nd Pfanin Flersdud 18. Anleitung zum Kartoffel- oder Erdäpfelbau- Dem Baier⸗ ſchen Landmanne gewidmet von einem Freunde der Landwirth— 714. 12 ſchaft. München, 1800, 8. 772**½ — 524 19. Uiber den verderblichen Mißwachs oder die unfruchtbare Abartung unter den, ſeit langen Zeiten her bekannten Speiſekar— toffeln; deſſen Urſachen, Vertilgung dieſes Uibels und Maßregeln zur Verhütung der Wiederkehr desſelben; ingleichen, wie man den Kartoffelbau im Großen äußerſt vortheilhaft ohne viel Arbeit und Koſten, ſelbſt ohne Nachtheil des Getreidebaues betreiben könne, nach vieljährigen eigenen Erfahrungen von dem Prediger Stock— mar. Kaliſch, 1801. 8. 20. Uiber den Kartoffelbau und die beſten Mittel, fruchtbaren Samen zu erhalten. Leipzig, 1802. s. 21. H. Dippold ec. Uiber einen dreijährigen Anbau der Kartoffeln und Blüthenſamen ꝛc. Berlin, 1803. 8. 22. G. F. Haſe ꝛc. Der Kartoffelbau in Hinterpommern, oder Beiträge zu der Behauptung, daß viele Hinterpommerſche Landgüter durch jetzige Dreifelderwirthſchaft ſehr ſchlecht genutzt werden, ſchnellen Deteriorationen ausgeſetzt ſind, und durch eine Mehrfelderwirthſchaft und den Kartoffelbau ungleich höher genutzt werden könnten ꝛc. Berlin, 1803. gr. 8. 23. Caſterins Auweiſung, aus den Kartoffeln die Hälfte mehr Mehl, als auf die bekannte Weiſe zu gewinnen, und ſie von einer Ernte zur andern aufzubewahren. Leipzig, 1803. Neue Auf⸗ lage, 1805. 8. 24. Jaßnüger's ꝛc. Chymiſche Verſuche und Entdeckungen, zur Erſparung einer großen Menge Getreides, zur Erleichterung und Erweiterung der Viehzucht und zur Verhuͤtung einer Hungers— noth. Mit 1 Kupf. 2te Aufl. Wien 1805. 25. C. H. Pfaff ac. Uiber unreife, fruͤhreife und ſpätreife Kartoffeln, und die verſchiedenen Varietäten der beiden letzteren, vorzüglich in chemiſcher und mediciniſch-polizeilicher Hinſicht, und Prof. E. Viborg zu Kopenhagen von der Unſchädlichkeit der unreifen und der rothen Kartoffeln. Kiel, 1807. 8. 26. Hübner, Beda, vollſtändige Anleitung zur Pflanzung⸗ Verbreitung und Benutzung der Erdäpfel oder Kartoffeln, für geiſtliche und weltliche Vorgeſetzte, Schullehrer, Oekonomen ꝛc. Erſter Theil, welcher die landwirthſch. Pflanzung enthält. Salz⸗ burg, 1807. 8. 27. Th. Walberg. Uiber die Erzeugung der Kartoffeln in unterirdiſchen Behältniſien. Wien, 1811. 8. 28. Die Kartoffelfrucht in Rückſicht ihres mannigfaltigen Küchengebrauchs ꝛc. Zweite, wohlfeilere Ausgabe. Rudolſtadt, 1816. deren verſch wendung, b zus gemacht und herausg gupfertafel. 31. D theilhafteſte Lilhelm 32. D über den 2 83. 1 zu Tieffur 1818. pr. Bertuch zusführliche Charakteriſt genalten un 35. 4 Anbau, ihre Anwendung 36. L kuttoffeln; 37. S 88. K . V lnbaue zu icen Forn ſnbange zu prups aus 10. 2 irer Einſa Anwendunc 19 der Kartof valier be 545 de unfeuth rfrunt 29. Die beſte und neueſte Methode, aus Erdäpfeln, mit oder n ohne Zuſatz von anderem Mehl, ein ſehr ſchönes und ſchmackhaftes „Mähiſu Brod zu verfertigen. Von J. B. Frauenfeld. 1816. 8. ewie mnn 30. Uiber die Kartoffeln, Erdäpfel, Erd- oder Grundbirnen, Del Arbet deren verſchiedene Arten, Anbau und zweckgemäße ökonomiſche An⸗ . iin wendung, beſonders in der Küche. Aus den beſten Schriften, dar⸗ diger en aus gemachten Verſuchen, und aus Selbſterfahrungen geſammelt und herausgegeben von G. Fr. Jacobi. Mit einer ausgemalten dl futtu Kupfertafel. Nuͤrnberg. 1818. 8. 1d 31. Das Ganze des Kartoffelbaues: oder ieſhhis⸗ vor⸗ te Anbeu theilhafteſter Anbau und Benutzung der Kartoffeln. Von Dr. Karl 3 Wilhelm Juch ꝛc. Ulm, 1818. 8. ervomne. 32. Dr. Joh. Burger, Prof., vollſtändige Abhandlung 3 wormeiſte über den Anbau und die Benutzung der Kartoffeln. Peſth, 1818. 8. Jatt unut 33. Dr. K. G. G. Sturm. Einiges über den Kartoffelbau Acd drh ein zu Tieffurth und über die Benutzung derſelben zu Brod ꝛc. Jena, rsüher genutt 1818. Dr. Carl Wilh. Ernſt Putſche und Dr. Fried. Juſt. An de diff Bertuch ꝛc. Verſuch einer Monographie der Kartoffeln, oder 1 Und ſern ausführliche Beſchreibung der Kartoffeln, nach ihrer Geſchichte, 21 Nele Aur⸗ V Charakteriſtik, Kultur und Anwendung in Deutſchland. Mit aus⸗ gemalten und ſchwarzen Kupfern. Weimar, 1819. 4. utdekungen, 35. Die Kartoffel-Frucht, Anleitung zu ihrem zweckmäßigen lchenng Anbau, ihrer Einſammlung und Aufbewahrung, und vortheilhafteſten dur hunzui⸗ Anwendung. 4te Auflage. Rudolſtadt, 1830. 8. 36. Leuch's 117 Vorſchriften den größten Nutzen aus den zund ſöätri Kartoffeln zu ziehen. Nürnberg, 1833. n letteren 37. Schubarth, Feldgewächsbau. aſict, un A 38. Kreyßig, der Kartoffelbau im Großen. Königsberg, 1833. düchkeit N V 39. Wilhelmi, neueſte Methode, die Kartoffeln in ihrem Anbaue zu erweitern und für die Wirthſchaft in jeder nur mög⸗ er Pfaräun lichen Form zu hoher Vollfommenheit zu erheben. Nebſt einem ttofeln, i Anhange zur Branntweinbrennerei und zur Breitung des Zucker— ekonomen" ſyrups aus Kartoffeln. Berlin, 1835. tält 8 40. Anweiſung zum zweckmäßigen Anbau der Kartoffeln, ihrer Einſammlung und Aufbewahrung, ſo wie der vortheilhafteſten Anwendung in der Hauswirthſchaft. Jüterbog, 1835. Putſche ꝛc. Uiber Kultur und mannigfache Anwendung der Kartoffeln. Nach dem Franzöſiſchen von Payen und Che⸗ valier bearbeitet. Ilmenau, 1837. Kartoffan annigfalt tigen olſtadt, 181 546 42. Kartoffelbüchlein u. Kartoffelkochbuch für Reiche und Arme, oder die Kartoffeln in ihrer mehrhundertfältigen erprobten An— wendung zu den mannigfaltigſten Suppen, Gemüſen, Zuſpeiſen, Salaten, Mehlſpeiſen, Backwerken u. a. ſchmackhaften Zubereitungen für die Tafel; wie auch nach ihrer vielfachen Nutzbarkeit für den Viehſtand und bei techniſchen Gewerben, zu Grutze, Sago, Brod, Butter, Käſe, Bier, Wein, Kaffee, Seife, Lichter ꝛc. Nach viel⸗ jähriger eigener Erfahrung herausgegeben von einem Menſchen⸗ freunde. Weimar, 1839. 43. Prüfer. Wie muß der Kartoffelbau betrieben werden, um eine reiche Ernte davon zu erwarten? Nebſt einer deutlichen Anweiſung der ſicherſten und mehrjährig erprobten Methode, wie man in einem Sommer aus Kartoffelſamen⸗Körnern, große, genieß⸗ bare und zur Fortpflanzung vollkommene Kartoffeln erziehen kann, als dem einzigen Mittel, dem Ausarten dieſer Frucht gänzlich vor⸗ zubeugen, und eine ſtets gute und ſehr reichlich tragende Sor Kartoffeln zu bekommen; mit einigen Bemerkungen über die Be— nützung der Kartoffeln. 2te Aufl. Bautzen, 1840. 8. 44. Keller Gf. ꝛc. Vortheile und Fehler beim Kartoffelbau. Auf Veranlaſſung der landwirth. Abtheilung des Erfurter Gewerb⸗ vereins verfaßte Anleitung für den Thüringiſchen Landmann, zur Verbeſſerung des Betriebes der Landwirthſchaft, ꝛc. Sonders⸗ hauſen, 1840. 45. Kahlert Prof. ꝛc. Ein neues Kartoffelbüchlein zu dem alten, mit verſuchsweiſer Beantwortung der Frage: Woher es kommen mag, daß unſere Kartoffeln heutigen Tages nicht mehr ſo haltbar ſind, als ſonſt, leichter faulen und verderben? Nebſt einem Vorſchlage: Wie dieſem Uibel am eheſten abzuhelfen ſein dürfte. Prag, 1841. Eine Uiberſicht der hierher gehörigen phylochemiſchen Schriften und kleinere Aufſätze, findet man im I. Abſchnitte dieſer Mono⸗ graphie, beſonders im§. 3, S. 50. —=08— Seite ſagt: Eine! richten von händler Jo dem Frand topa gebrach wenn gleich ſtellern ube eines bei die Spani toffel verd Knollen, w nach der theils Batc bus bekann detrus 2 (Panis rad Faleigh! dekte, kenn nahrſcheinli gerüſtete Er begleitete; ſo wenig b hielt, und ſeinen Gar blüclicher nähere Beke knollen ver auf die Ve man ihm zu verdang Drake d Nationalze 547 I eiche un exproltn ſen, zui er Zuber 3 1 7 t Ebarkeit V 8 u a e. 1“, Sagy an— t. M riem Menge Seite 8. Zur Geſchichte. In Buͤlau's Jahrbuch wird ge— ſagt: Eine mühevolle Durchſicht und Vergleichung der ältern Nach⸗ nieben ven richten von den Kartoffeln hat ergeben, daß weder dem Sklaven⸗ Liner deuithe händler John Hawkin, noch dem Walther Raleigh, noch eeted,” dem Franz Drake das Verdienſt zukommt, ſie zuerſt nach Eu— ga toße, gem ropa gebracht zu haben, und es iſt mehr als wahrſcheinlich, daß, frieen kn wenn gleich der Kartoffel erſt in den ſpätern ſpaniſchen Schrift— F gndtme ſtellern über Amerika, wie Cieca, Gomara und Acoſta, als Gypende Ent eines bei Quito gebauten Gewächſes erwähnt wird, es dennoch nr iber de d die Spanier waren, denen wir die erſte Nachricht von der Kar⸗ 88. toffel verdanken, und die ſie zuerſt nach Europa brachten. Die 1 Kattofelhne Knollen, welche Hawkin im J. 1565 in Santa Fé erhielt, waren nter Gevet nach der Beſchreibung nicht Kartoffeln, ſondern theils Ananas, ardmunn, zu theils Bataten, welche Letztere ſchon den Gefährten des Kolnm— w. Eynders⸗ bus bekannt geworden waren, und die ſie nach den Briefen des Petrus Martyr, unter der Benennung des Wurzelbrodes F deen ud(Panis radicalis), zu den Wundern der neuen Welt zählten. Daß . ye. Poher Raleigh die Kartoffel auf der Reiſe, auf der er Virginien ent⸗ ts rict n deckte, kennen gelernt haben ſoll, iſt auch nicht möglich; ſondern a rhen? Nel wahrſcheinlich erhielt er ſie erſt durch die ſpätere von ihm aus— gerüſtete Expedition, welche der Mathematiker Thomas Herriot begleitete; denn noch im J. 1586 war ihm die Kartoffelpflanze chen ärit ſo wenig bekannt, daß er die Beeren derſelben für das Eßbare hielt, und wegen des widerlichen Geſchmacks derſelben ſie aus ſeinem Garten zu Younghall in Irland, wollte ausrotten laſſen. 1 Glücklicher Weiſe unterblieb dieß und die bald darauf gemachte nähere Bekanntſchaft mit den vorzüglichen Eigenſchaften der Wurzel— V knollen veranlaßte ihn, ſtatt der beabſichtigten Ausrottung, ſo ſehr auf die Verbreitung der Kartoffelpflanze Ruckſicht zu nehmen, daß man ihm und einem gewiſſen Soulhwel den Anbau derſelben zu verdanken hat. Früher als im J. 1586 ſoll auch Franz Drake die Kartoffeln nicht nach England gebracht haben, ꝛc Nationalzeitung der Deutſch. J. 1841, Febr.)— Auch Meyen 35* eejuhelfen ſei dieſer Mor 548 hat letzteres hinlänglich widerlegt.(Siehe S. 8 Note.)— Daß die erſten Kartoſſeln ſchon zwiſchen den J. 1560 und 70, nach Spanien und auch Italien, mit den Seltenheiten der neuen Welt, welche die Spanier damals gleich nach Rom ſandten, gekommen ſein mögen, iſt höͤchſt wahrſcheinlich. Seite 13, Zeile 4 v. u. Wie Limmer bemerkt, erwarb ſich die allergrößten Verdienſte für immer, nicht allein um die geſammte Menſchheit im Voigtlande, ſondern auch im Erzgebirge und dem übrigen Sachſen, in dem letzten Ende des XVII. Jahrhundertes ein Bauernſohn, aus dem Dorfe Wünſchnitz bei Adorf; der zu dieſer Zeit aus England, wo er ſich einige Zeit aufgehalten, die erſte Kartoffel hierher in dieſe Gegend brachte und dieſe in ſeinem Geburtsorte anpflanzte; von wo aus ſich hernach dieſes Gewächs vom J. 1712 an, nicht nur über das geſammte Voigtland, ſon— dern auch über das Erzgebirge und in dem übrigen Sachſen, unter dem Namen voigtländiſche Knollen verbreitete. Hier und in einem der Theile Sachſens geſchah ihre allgemeine Einführung in Folge ausgezeichneter Bemühungen des General⸗Lieut. von Milkau. Aber erſt vom J. 1740 wurde ſie in Sachſen allge— mein als Nahrungsmittel angepflanzt. Seite 14, Zeile 17 v. o. König Friedrich Wilhelm I. verwendete ſchon die Kartoffeln zum Unterhalte der Armen, in der von ihm am 19. Oktbr. 1826 geſtifteten Charité in Berlin. (Ruſt in d. allg. Zeitung f. d. deutſch. Land- und Hauswirthe. J. 1840. Beilage Nr. 23.) Seite 14, Zeile 13 v. u. Im J. 1738 wurden die Kar⸗ toffelu in's Magdeburgiſche, und 10 Jahre ſpäter nach Schleſien, durch den Miniſter Grafen Schlaberndorf gebracht.(Landwirth. Vereinsbl. J. 1822.) Seite 25, Zeile 5 v. o. Den Theil der Kartoffel, wo der Knollen an der Wurzel hängt, nennt man den Nabel, den ent⸗ gegengeſetzten Theil den Kopf oder die Naſe. Seite 39. Nach den eingezogenen genauen Erkundigungen über die Sommelier-Kartoffel, geht das Urtheil von Kennern, die ſelbſt dieſe Kartoffelart neben der Rohan'ſchen gebaut haben, dahin, daß beide eine und dieſelbe Kartoffelart lieferten.(Prakt. Wochenbl. d. Neueſten ꝛc. J. 1840, Nr. 16.) Seite 60, Nr. 2. Von Waſſeer enthalten die Kartoffeln gleich nach der Ernte 1— 2 pCt. mehr, als im Frühling; auch beträgt bei feuchten Sandboden. Seite ſchlige Kar um den her und die Kat berſetzten E durch friſche eine angenen toffeln. llätter, Pfei ſie auch, we Ppd. rohe4 Seite von der w Spielart i zu ſieden, hart ſind, dusgenomm hinnen ſind dem ſpäter ſo vichtige Scale zuge ſochen zu la denden ſich dofſogleich dooch daß d — 10 M dunſtes die Seite! Pkochten K ſiter Zu⸗ futhwendig In, iſt in d Seite 1841, S. 1 Nehl aus zlerſt durch nige Stüͤcke Stücke liefen 1 549 Note.) 2 ²) und 1), ler neuen Adten, ge bei feuchtem Boden der Waſſergehalt 2— 6 pCt. mehr als bei Sandboden. Seite 116. Werden kleine, junge, unausgewachſene, duͤnn⸗ ſchalige Kartoffeln, gut gewaſchen, mit heißem Waſſer überbrüht, um den herben Theil der Schale zu entfernen, dieß abgegoſſen, ſha erkt, eh p und die Kartoffeln etwas getrocknet; dann mit heißem, mit Salz Am dieg verſetzten Eſſig uͤberſchüttet, dieſer nach einiger Zeit abgegoſſen und Ibitge n durch friſchen erſetzt; ſo halten ſich die Kartoffeln lange und geben 2. Jutzer eine angenehme, die Eſſiggurken erſetzende Speiſe: Saure Kar⸗ = ddunf toffeln.— Man kann als Würze auch etwas Dill, Lorbeer— J ufgehnt blätter, Pfeffer, Koriander u. d. g. zuſetzen. Sehr nahrhaft werden dieſe nſ ſie auch, wenn man zu Mehl gemahlene Knochen(1 Pfd. auf 50 Ddieſes i Pfd. rohe Kartoffeln), zu dem Eſiig ſetzt.(Leipzig. Hauslexikon.) —₰ oiztihie Seite 122 zu f. Friſch ausgenommene Kartoffeln, ſie mögen — Satzſn en von der mehligen oder ſpeckigen Gattung ſein, oder zu welcher ete. Spielart immer gehören, bleiben ſtets etwas ſchwer ganz gleich Erne(ifihnn zu ſieden, ſie ſpringen ſogar auf, während ſie inwendig noch ſtein— a irab(elt, u hart ſind, und doch läßt es ſich nicht immer vermeiden, keine friſch Sanfer alh ausgenommenen Kartoffeln im Kochen zuzuſtellen. Praktiſche Kö⸗ chinnen ſind zwar auf ein Mittel gefallen, dieſen Umſtand zu heben, dem ſpäter durch Aufdünſten nie genügend abzuhelfen iſt, aber der 8 ſo wichtige Vortheil beſteht blos darin: überhaupt alle mit der =n Ba Schale zugeſetzten Kartoffeln ganz langſam ſieden, nie ſtark — kochen zu laſſen, und ſobald nur eine Knolle von den oben lie— genden ſich aufgeſprungen zeigt, das Waſſer abzuſeihen und den Topf ſogleich mit einigen Küchenſervietten zugeſtopft in der Wärme— jedoch daß die Knollen nicht anbrennen können— ungefähr noch 8— 10 Minuten ſtehen zu laſſen, wodurch die Hitze des eigenen Dunſtes die hartgebliebenen erweicht. Seite 132, Zeile 9. Daß nach Simens Angabe aus den A d 7„„ 92 hffel, wo gekochten Kartoffeln durch Einwirkung der Diaſtaſe ein künſt— t der die Ka unß Scleſten (Landwirth Vel, den ü licher Zucker abgeſchieden werden kann; zu dieſem Zwecke aber nothwendig wird, die Kartoffeln möglichſt in Pulverform zu brin— nikkundigung gen, iſt in der Note S. 280 angegeben. „Kennern,d Seite 149. Im allgeme. Anzeiger der Deutſchen vom J. gebaut haben 1841, S. 1481, wird folgendes neue Verfahren mitgetheilt, um rten.(pri Mehl aus Kartoffeln zu gewinnen.— Die Kartoffeln werden zuerſt durch Waſchen vom Schmutz gereinigt, dann in ſcheibenför⸗ tofel glei mige Stücke zerſchnitten, ſo daß jede Kartoffel ungefähr 4— 6 auch betrig Stücke liefert; hierauf in hölzernen Gefäßen mit Waſſer, dem man vorher 1 pCt. ſogenannte engliſche Schwefelſäure*) unter beſtän⸗ digem Umrühren zugeſetzt hat, übergoſſen. In dieſem geſäuerten Waſſer bleiben die Kartoffelſtücke etwa 24 Stunden ſtehen oder uͤberhaupt ſo lange, bis ſie durch ihre ganze Maſſe das wäſſerige Anſehen verloren und eine mehr weiße Farbe angenommen haben. Sobald Letzteres geſchehen iſt, wird das Sauerwaſſer, welches jetzt einen ſehr üblen Geruch beſitzt, abgegoſſen und nun die Kartoffeln ſo lange mit reinem Waſſer abgewaſchen, als ſie noch einen ſauren Geſchmack beſitzen. Unvorbereitete Kartoffelſtücke trocknen bekanntlich ſehr ſchwer, nehmen hierbei eine ſchmutzig gelbe Farbe an, bekommen ein hornartiges Anſehen, laſſen ſich dann nur ſchwierig pulvern, und ſind als Nahrungsſtoff ſo gut als unbrauchbar. Die auf die erwähnte Weiſe zubereiteten Kartoffeln trocknen da— gegen ſehr leicht, ſelbſt ohne Anwendung von Wärme, an der Luft, leichter natürlich in erwärmten Räumen, z. B. in Backſtuben u. ſ. w. Nach dem Trocknen haben ſie ein ſchönes weißes Anſehen, etwa wie Stärke, laſſen ſich leicht zerbröckeln und ohne die min— deſte Veränderung aufbewahren. Auf der Getreidemühle gemahlen geben ſie aber ein feines, ſchön weißes Mehl und nur ſehr wenig Kleie. Dem Gewichte nach erhält man den vierten Theil der an⸗ gewendeten Kartoffeln, Kartoffelmehl oder, dem Maße nach, aus 2 Metzen Kartoffeln 1 Metze Mehl. Pulvert man die getrocknete Maſſe gröblich in einem Mörſer, ſchlägt ſie durch ein Sieb, ſo kann man einen recht brauchbaren Gries oder dem echten Sago ſehr ähnliche Körner darſtellen. Nach dieſem Verfahren iſt es nun möglich, in Jahren, wo die Kartoffeln gut gerathen, Vorräthe der getrockneten Maſſen für künftige Jahre, die eine minder gute Kartoffelernte bieten, aufzubewahren; denn die Koſten bei der Darſtellung ſind höchſt unbedeutend. Auch iſt es nun möglich, das Kartoffelmehl mit pecuniärem Vortheil zu allen den Zwecken zu verwenden, wozu man bisher das Getreidemehl benutzte. In Be⸗ zug auf ſeine Anwendung zum Backen muß jedoch noch bemerkt werden, daß es für ſich allein nur zu Torten und aͤhnlichen Back⸗ werken zu verwenden iſt, zum Brod- und Kuchenbacken u. ſ. w. iſt es nur gemeinſchaftlich mit Weizen- und Roggenmehl zu be⸗ nutzen; indem ihm nämlich der in letztern vorhandene ſogenannte Kleber mangelt.— Sehr zweckmäßig wird ferner das auf die *) Man braucht für jeden Korb(vier Metzen) Kartoffeln,—½ Pfund Schwefelſäure. erwähnte Stäͤrkez! freien Bra nicht nothw delten Kart trocknen, ſe die gewöhn malmt und bis auf 70 der angewe Starkeſyru dickt wird. Centner d Wird der zu einer nur um e Von ſo zubere indem der neter Rei nicht die!; ibertrifft geſtellten ſoirit an d ein beſſere Fabrikatior dos jetzt i ppart wird Im den angef auch die g die ſogene guckerkart Nierenkar nutzt wer vom Nov Da ſäure bei nachtheili ſcließlich )unter ſi erwähnte Weiſe dargeſtellte Kartoffelmehl zur Gewinnung des ſem geſüuen Stärkezuckers und des Stärkeſyrups, ſo wie eines fuſel⸗ en ſtehen a freien Branntweins dienen können. Für beide Zwecke wird es das wſſin nicht nothwendig werden, die mit verdünnter Schwefelſäure behan⸗ tnonmen t delten Kartoffeln nach dem Auswaſchen der Schwefelſäure erſt zu zwaſſer, wi trocknen, ſondern es können die Kartoffelſtücke noch feucht, durch und run die gewöhnlich angewendeten Vorrichtungen, ſogleich zu Brei zer⸗ 1, als ſie malmt und dieſer nach dem Zuſatz der erforderlichen Waſſermenge z Kartofelſi bis auf 70° erhitzt und durch Gerſtenmalzſchrot(auf eine Metze ſchnutig g der angewandten rohen Kartoffeln 20 Loth Gerſtenmalzſchrot) in d ſch dam m Stärkeſyrup umgewandelt werden, der dann durch Einkochen ver⸗ 2 unbrauchn dickt wird. Von 10 Metzen Kartoffeln erhält man ſo einen halben d trockren de Centner dicken wohlſchmeckenden Syrup von weingelber Farbe. nirwe, an der Wird der Syrup noch ſtärker eingekocht, ſo erſtarrt das Ganze „in Baitaben zu einer körnigen Maſſe, dem Stärkezucker, deſſen Gewichtsmenge veißes Arſthe nur um ein höchſt Unbedeutendes geringer, als das des Syrups iſt. Mohne die no Von ungemeinem Vortheil wird aber die Anwendung der züͤhle gend ſo zubereiteten Kartoffeln für die Branntweinbrennerei ſein, anur ſhr n indem der aus denſelben dargeſtellte Branntwein von ausgezeich— „ Theil a neter Reinheit iſt und von dem ſogenannten Kartoffelfuſel auch aße ni nicht die mindeſte Spur zurückbleibt. Ein ſo dargeſtellter Spiritus ndie gettn übertrifft an Reinheit den aus Roggen- oder Gerſtenſchrot dar⸗ c ein h geſtellten und kann in jeder Beziehung dem ſogenannten Wein⸗ ecten d ſpirit an die Seite geſtellt werden. Obgleich aber auf ſolche Weiſe nren iſt eim ein beſſeres Produkt erzielt wird, ſo werden doch dadurch die zben, Vortu Fabrikationskoſten nicht geſteigert, ja vielmehr geringer, indem hier jninder ql das jetzt übliche Kochen der Kartoffeln vor dem Einmaiſchen er— ſpart wird.— Im Allgemeinen ſind zur Darſtellung des Kartoffelmehls nach dem angeführten Verfahren alle Kartoffelſorten anwendbar, ſelbſt auch die gefrornen und gekeimten; das beſte Produckt liefern jedoch die ſogenannteu Zwiebelkartoffeln, nach dieſen die rothe, dann die oſten bei de magüch, d n Zwecken n g zutzte. In wch bemt e— 1 Sr. aönlichen de Zuckerkartoffel u. ſ. w. Am geringſten iſt der Exkrag von den ten u ſ Nierenkartoffeln. Auch iſt die Zeit, in welcher die Kartoffeln be⸗ vn u! nutzt werden, nicht gleichgültig; am vortheilhafteſten iſt die Zeit genmehl z““ K raf vom November bis März. eie ſege Da das Vorurtheil, als ſei die Anwendung der Schwefel⸗ E dan ui ſäure bei der Darſtellung von Nahrungsſtoffen der Geſundheit nachtheilig, vielfach verbreitet iſt, ſo möchte es nicht unnöthig ſein, feln, 5 N ſchließlich noch die Bemerkung beizufuügen, daß die ſtark mit Waſſer 552 verdünnte Schwefelſäure überhaupt der Geſundheit nicht nach— theiliger als jede andere Säure iſt. Bei der Anwendnung der Schwefelſäure zu oben erwähntem Zwecke aber muß dieſelbe durch Waſchen der Kartoffelſtücke mit Waſſer vollſtändig entfernt werden, um ein gutes Produkt zu erhalten. Das gänzliche Auswaſchen der Schwefelſäure geht übrigens ſchnell und leicht von Statten. Seite 151. Zum Brodbacken kann man ſowohl rohe wie gekochte, auch gefrorene Kartoffeln, ſo wie getrocknetes Kartoffel— mehl anwenden; jedoch können die Kartoffeln in Betracht ihres Klebermangels und geringen Schleimgehaltes nicht die Hauptmaſſe zum Brode gewähren; ſondern nur als Zuſatz zum Getreidemehl verwendet werden. Weizenmehl verträgt in Rückſicht ſeines großen Klebergehaltes einen größern Zuſatz von Kartoffeln, als Roggen⸗ oder Gerſtenmehl. Von Sauerteig iſt immer mehr anzuwenden, als beim gewöhnlichen Brodbacken. Seite 152. Bei der Anwendung roher zerriebener Kar⸗ toffeln iſt verhältnißmäßig ein geringerer Zuſatz von Getreidemehl erforderlich, als wenn man gekochte Kartoffeln nimmt; auch hält ſich das Brod länger friſch wie von Letzteren, welche überdieß minder zur Gährung geneigt ſind.— Von großem Vortheile für die Güte des Brodes iſt, wenn man die rohen zerriebenen Kar— toffeln auspreßt, bevor man ſie auswäſcht, und nach dem Aus— waſchen das Waſſer wieder durch Preſſen entfernt; indem dadurch das Brod weißer und wohlſchmeckender wird. Die Gährung muß man ſtets etwas länger als gewöhnlich unterhalten; auch das Brod etwas ſtärker ausbacken laſſen.— Eine franzöſiſche Zeitſchrift hat folgendes Verfahren angege— ben, die rohen Kartoffeln zum Weizenbrode anzuwenden: Rohe Kartoffeln von mehlreicher Art werden, nachdem ſie geſchält oder blos rein gewaſchen worden ſind, mit einem beliebigen Inſtrumente zerrieben, und die zerriebene Maſſe oder den Brei läßt man ſo— gleich von der Reibe in kaltes Waſſer fallen, wo er ſo lange mit friſchem Waſſer ausgewaſchen wird, bis letzteres ungefärbt bleibt (ſonſt fällt das Brod dunkelfärbig aus). Das Auswaſchwaſſer gießt man nicht eher weg, bis ſich das darin enthaltene Stärkmehl in der Ruhe zu Boden geſetzt hat. Hierauf wird der Brei nebſt dem abgeſetzten Stärkmehl, in kleinen Quantitäten auf ein Leinen— tuch gelegt und ſtark ausgepreßt. Auch das Stärkmehl, welches ſich noch aus dem ausgepreßten Waſſer abgeſetzt hat, wird geſammelt und unter den Brei gemengt. Letzterer wird nun in den Back— trog geth etwas ſie und läßt Stunden etwa 6 8 alter zu ſ Lockerheit brei in ei ſich ſhön Verlauf je ſalz, halb macht aus thienweiſe den muß laßt wan den nocht reichen h wiegen.. weiß und ſnd gänz man 50 Loth Kocht föhig. St in anderer den.— J noch der fr brode ſei ewendet: Nittag ge Taſer ge zum Abend braun gew mehl werd alſo beſte Kartoffeln benen Kau gekühlt iſt Kartoffelſ * Durch 55 rien trog gethan. Man ſchüttet dazu den Sauerteig, der zuvor mit deſäbe etwas ſiedendem Waſſer aufgeweicht worden iſt, knetet ſtark durch 6,. und läßt bei einer Temperatur von 15— 160 R., den Teig 6 Lnd Stunden lang gähren. Der Sauerteig muß friſch ſein d. h. er muß uah e etwa 6 Stunden vor ſeinem Verbrauche bereitet worden ſein; Lnatn alter zu ſaurer Sauerteig ſchadet dem milden Geſchmack und der wohl nin Lockerheit des Brodes. Durch dieſe Gährung wird der Kartoffel— 14 Kott V brei in eine gleichartige lockere Maſſe verwandelt, welche gutes Bernit u ſich ſchön backendes und leicht verdauliches Brod liefert. Nach de Hauorni Verlauf jener 6 Stunden nimmt man nebſt dem nöthigen Koch— bertim ſalz, halb ſo viel Weizenmehl, als man Kartoffeln verwendet hat, ſeins gei macht aus dem Ganzen einen gleichmäßigen Teig, den man par— à 3d Poppe. thienweiſe ausknetet und der viel ſtärker und länger geknetet wer— Inäudendn den muß, als der aus reinem Weizenmehle. Nach dem Kneten läßt man denſelben, je nachdem die Temperatur iſt, 2— 3 Stun⸗ Käener dr den nochmals gähren, und bringt ihn dann in den Ofen. 3 Stunden inm reichen hin zum Backen, wenn die Brode höchſtens 15— 16 Pfd. nt; auc lit wiegen. Dieſes Brod iſt von überraſchender Güte, locker, ziemlich ihe lni weiß und angenehm ſchmeckend und die Faſern des Kartoffelmarkes zrthelr it ſind gänzlich verſchwunden. Auf 100 Pfd. rohe Kartoffeln nimmt dterer Kn⸗ man 50 Pfd. Weizenmehl, 3 Pfd. Sauerteig und ungefähr 20 dn Aus⸗ V Loth Kochſalz.— Uibrigens iſt dieß Verfahren mancher Abänderung en ddäuch fähig. Statt Weizenmehl kann man auch Roggenmehl(wiewohl teung ueh in anderem Verhältniß), und ſtatt Sauerteig auch Hefe anwen— h dos ded den.— Michelſen in Ludwigsluſt hat, wenn gleich nicht genau nach der franzöſiſchen Methode, die rohen Kartoffeln zum Roggen— d brode ſeit länger als 10 Jahre, und zwar auf folgende Art an— gewendet:— Wenn morgen gebacken werden ſoll, ſo werden heute Mittag geſchälte rohe Kartoffeln gerieben und in ein Eimer voll en argege⸗ den: Nohe ſcalt oder nſtrument Waſſer geſchüttet. Darin ſtehen die geriebenen Kartoffeln bis 1 man ſo zum Abend, wo eingeſäuert werden ſoll, und nun wird das ganze Hlange ni braun gewordene Waſſer behutſam abgegoſſen. Zu 20 Pfd. Roggen⸗ ferbt bleit mehl werden ungefähr 10 Pfd. geriebene Kartoffeln genommen; waſchwoſt alſo beſteht der dritte Theil der ganzen Maſſe aus geriebenen tärknet Kartoffeln. Des Abends wird kochendes Waſſer auf die zerrie— Bei rehi benen Kartoffeln gegoſſen und wenn dieß bis zur Lauwärme ab— in Leine gekühlt iſt*), ſo läßt man den Sauerteig in dieſer ganz flüſſigen velches ſch Kartoffelſuppe zerfließen, und ſtreut nun ſo viel Roggenmehl hinzu, geſanmel— den Bet⸗*) Durch heißes Waſſer verliert der Sauerteig ſeine Gährkraft. 554 daß der Teig ſeine gehörige Steifigkeit erhält. Die Nacht hindurch gährt der Teig und wird am andern Morgen ausgeknetet, um ge⸗ backen zu werden.— Zuweilen ſind auch die Kartoffeln, um die braune Jauche daraus zu entfernen, erſt des Abends aufgekocht, die Schale abgezogen, dann erſt am andern Morgen gerieben, und bei dem Auskneten des Teiges dazwiſchen gebracht worden; aber es ſcheint, als wenn das Brod dann nicht ſov locker iſt.(Prakt. Wochenbl. d. Neueſten ꝛc. J. 1840, Nr. 13.) Seite 156. Nr. 3. Das Leipziger Hauslexikon gibt eine eigene Anleitung zur Bereitung des Brodes aus dem Mehle der gekochten und getrockneten Kartoffeln: 40 Pfd. Weizenmehl das aber von aller Kleie befreit ſein muß, werden mit 17 Pfd. Kar⸗ toffelmehl vermiſcht, der Sauerteig wie gewöhnlich bereitet, und aus dem Ganzen ein feſter Teig gemacht, welchen man von Abend bis zum andern Morgen gähren läßt. Am Morgen macht man dann den Teig fertig, verwendet dabei aber nicht zu viel Waſſer (welches nach Verhältniß der Jahrszeit mehr oder weniger heiß iſt); damit derſelbe etwas feſter werde, als der gewöhnliche Teig aus bloßem Weizenmehle. Daraus fertigt man nun Brode, die nicht über 6 Pfd. wiegen dürfen, bringt ſolche in Mulden oder Körbchen und dann in den Ofen, den man ½ Stunde lang ver⸗ ſchließt. Sobald das Brod Farbe erhält, öffnet man die Thüre einen Finger breit, und iſt es gebacken, nimmt man es heraus und kehrt es um. Nach ¹½ Stunde bringt man das Brod neuer⸗ dings in den Ofen und läßt es bei offener Thür eine Stunde lang darin*). Man darf das Brod aber erſt dann wieder in den Ofen ſchieben, wenn es ziemlich erkaltet iſt.— Auf dieſe Weiſe wird auch bei der Vermiſchung des Kartoffelmehls mit dem andern Getreide: Roggen ꝛc. verfahren. Das erhaltene Brod iſt vortrefflich und kannn 8— 10 Tage aufgehoben werden, ohne an Güte zu verlieren. 40 Pfd. Weizenmehl und 17 Pfd. Kartoffel⸗ mehl geben etwa 100 Pfd. gebackenes Brod, dem man bei der Bereitung nach dem Geſchmack 6— s Loth Kochſalz auf den Centner zuſetzen kann.(Bemerkung verdient noch, daß nicht alle Kartoffeln ein gleich gutes Brod liefern.) Seite 158. Benützung des Stärkmehls zum Brode. Man hat die wichtige Bemerkung gemacht, daß man von dem Stärk— mehl, welches auf die gewöhnliche Weiſe durch Auswaſchen aus *) Dieſes zweite Einſchieben in den Ofen iſt durchaus nothwendig. friſchen K Mehle der faſt übere treidemehl Stärkmehl mehlkörner wird; wei nimmt. 2 Weizen m ſammen m und Stärt ohne beſot Auch ein Weizen 75 Ul. mehl abe Sei zum Bro auf Mete iſt nicht nicht gün, Leiocon Seite klärung li lch den bis 1,070 dis 1,061. angehören einzelner die Urſach — Die fr Neinung, 1,083, nie legen wei 8. 363 ¹ Seite fabrikation zucker un fernt.(D Seit en friſchen Kartoffeln ausgeſchieden wurde— wiewohl es mit dem fel un Mehle der getrockneten Kartoffeln in der weſentlichen Beſchaffenheit 4 diſeh faſt übereinkommen muß— nur etwa 10— 12 pCt. zum Ge⸗ ber 4 treidemehl zuſetzen kann, vielmehr aber dann, wenn man das getie Stärkmehl hat mahlen laſſen; wo dann die Hüllen der Stärke⸗ as vyng mehlkörner zerriſſen werden, und ihre auflösliche Materie frei riſ ſ wird; weil ſonſt das Kartoffelſtärkmehl das Waſſer nicht gut an— nimmt. Bouchardot und Luynes vermengten ſo 32 Theile . git Weizen mit 25 Theilen Stärkmehl und ließen dieſe Miſchung zu⸗ . Neilr ſammen mahlen, wodnrch ſie ein aus gleichen Theilen Weizenmehl = ihenmaſ und Stärkmehl beſtehendes Mehl erhielten, welches ſich ſehr leicht 717 M ohne beſondere Behandlung, zu ſehr gutem Brode verarbeiten ließ. Auch ein Verhältniß von 33 Theilen Stärkmehl und 21, 75 Thl. khn Weizen oder 25 Thl. Stärkmehl, 15, 75 Thl. Weizen und 15, men 75 Thl. Roggen, fanden ſie noch ſehr gut.— Je mehr Stärk— rn Wi mehl aber vorhanden iſt, deſto kürzer wird der Teig. a venne ei Seite 158 Zeile 10 v. o. und 217. Das Verfahren, das s tulcze dh zum Brode anzuwendende Stärkmehl, vorher ½ Stunde lang t Wrade,d auf Metallplatten ausgebreitet, auf 120— 160⁰ K zu erwärmen, s duder e iſt nicht undienlich; indem dadurch das ſonſt für den Geſchmack 1 dolh ter nicht günſtige Fuſelöl verflüchtigt und die Stärke zum Theil in Ve Shüre Leiocom verwandelt wird. d deru Seite 178. Nach Dr. Lüdersdorf nachträͤglicher Er⸗ (cod leler klärung liegt das ſpec. Gewicht mehrerer Kartoffelarten, ſämmt— nite Stund lich den weißen Sorten angehörig, zwiſchen den Zahlen 1,080 wieder i bis 1,070; das ſpec. Gewicht der Mandeleartoffel reicht ſogar Auf dieſ bis 1,061. Außerdem kommen häufig Kartoffeln vor, welche Arten ly nit dem angehören, deren ſpec. Gewicht bedeutend höher liegt, als das Brod ſ einzelner Exemplare, ohne daß eine Verſchiedenheit in der Größe „, ohne u die Urſache davon iſt, ſondern die ſo genannte Pockenkrankheit. Kartofe— Die früher von denſelben a. a. Orten aufgeſtellte vorgefaßte jan bei 1 Meinung, daß Kartoffeln von einem geringeren ſpec. Gewicht als t auf d 1,083, nicht vorkommen duͤrften, hat ſich nicht beſtättiget, viele F rict i liegen weit darunter.(Mehr ſ. polytech. Jour. J. 1841 B. 75 S. 363 und B. 79 S. 313.) rode. Au Seite 190 Zeile 20 v. o. Jones Verbeſſerung der Stärke⸗ Zucker und Hefen beföͤrdert, und dem Kleber mit Eſſigſäure ent— fernt.(Dingler's polyt. Jour. 1839 B. 74. S. 419.) Seite 202 Zeile 3. v. o. Die gefrornen Kartoffeln werden em Su fabrikation beſteht darin, daß er die Gährung durch Zuſatz von V wendig. 556 oft von Menſchen nicht genoſſen, weil der ſüße Geſchmack anekelt; dieſelben werden aber den Werth wie die ungefrornen haben, wenn man ſie vorerſt in Waſſer bis zum Uiberwallen ſiedet, dieſes erſte Waſſer dann abgießt, ſie mit anderem Waſſer anſetzt und vollends gar kocht. Durch die Behandlung wird man beim Genuſſe kaum noch etwas Süßliches bemerken. Dieß iſt auch der Fall, wenn man die ſüß gewordenen Knollen im Dampf kocht.(Pohl.) Seite 229. Note. Bei der angegebenen Bereitung der Weberſchlichte aus Kartoffelſtärke aus einer Löſung von 2 Thl. Kupfervitriol in 275 Thl. Waſſer, iſt der Zuſatz des Kupfervi⸗ triols weſentlich, da er das Schimmeln verhindert, dem ſonſt die mit Kartoffelſtärke geſchlichteten Zeuge beim Liegen unterworfen ſind.(Poly. Jour. J. 1839 Nr. 10.)— Das Bulletin de la Société industrielle de Mulhausen Nr. 66 liefert über dieſe Benützungsart der Kartoffelſtärke fol— gende Mittheilung: Fries hat über die Bereitung der Schlichte aus Kartoffelſtärke zum mechaniſchen der Baumwollen-Kettenfäden die Aufmerkſamkeit auf die aus der Gegenwart von Metallſalzen, welche man derſelben beizuſetzen pflegt, hervorgehenden Uibelſtände hingelenkt. Fries behauptet zuvörderſt, daß der Zuſatz von Metallſalzen zur Stärkeſchlichte, z. B. ſchwefelſaures Kupfer und Zink, welche man gewöhnlich hierzu benutzt, aus dem Grunde Statt findet, weil die Erfahrung lehrte, daß dieſe Körper die Schlichte flüſſiger, ſchleimiger und geeigneter machen, in den Faden zu dringen und demſelben anzuhängen, vorzuglich aber, weil ſie das Eintrocknen der Schlichte erleichtern, welche ohne dieſen Zu— ſatz, wenn ſie auch eben ſo lange gekocht wird, gallertartig bleibt, nach dem Erkalten gerinnt, und ſich nach dem Auftragen auf den Faden leicht abblättert. Er beweist aber zugleich, daß die Gegen— wart dieſer Salze anderſeits den Uibelſtand herbeiführt, daß das Bleichen des Zeuges erſchwert wird und daß ſie für den zum Druck beſtimmten Zeug von ſchlimmer Folge ſein könne. Die ſchwefelſauren Galze werden nämlich bei dem Bleichen zerſetzt. Die ihnen zur Baſis dienenden Oxide werden frei, verbinden ſich mit den(vom Talg, Oel, von der grünen Seife herrührenden) Fettſäuren, womit der Zeug zufällig an gewiſſen Stellen in größerer oder kleinerer Quantität imprägnirt ſein kann, und bilden mit ihnen Metallſeifen, die oft ſehr ſchwer dem Gewebe zu entziehe glecken ve den Wunſ der Bereit erſetzen zu Wenn unterſucht, in ihnen er ſee entwede ihrer Körn ſelben befr ſauren Sal theils Säur auch müßte ſaure in ſie ihre T ſattigt, un ſtande, nic Davon au dann im C Gramme S Miſhung e Etrke) zu ewandte, ſprechender belhe mit ſiie wäͤhr iiner Miſch Laſſer auf Jlſatz einer brahte ſie herbachtete Etunden le hober, ein zur ungefa tom der C hatte und tuf dieſe etwas zu! nuͤſſeri w 5⁵57 tnat anit zu entziehen ſind, und wenn dieß nicht geſchieht, beim Färben fenen hahn Flecken verurſachen. Dieß iſt der Grund, welcher ſchon längſt Diedet, ij den Wunſch nach einem Mittel erregte, die Metallſalze bei ſanſet 1 der Bereitung der Schlichte hinweglaſſen oder durch etwas anderes rein Geni erſetzen zu können. 1 der Wenn man die Wirkung dieſer Salze auf das Stärkmehl ht.(0 unterſucht, findet man, daß durch längeres Kochen ein Theil der in ihnen enthaltenen Säure auf die Stärke einwirkt, indem er deen ſie entweder theilweiſe in Dextrin umwandelt, oder das Platzen N ui ihrer Kornchen befoͤrdert und dadurch den auflöslichen Theil der⸗ i ſelben befreit.— Dieſes angenommen, daß nämlich die ſchwefel— ulini ſauren Salze nur vermög des während des Kochens abgegebenen An— Anienii theils Säure wirken, er zeugte die Meinung, daß dieſelbe Wirkung auch müßte hervorgebracht werden können, wenn man die Schwefel⸗ P Nlälene ſäure in ganz geringer Menge anwendet, und dieſelbe, nachdem eltit i ſie ihre Wirkung auf die Stärke ausgeübt hat, mit einem Alkali rr etlät ſättigt, um zu vermeiden, daß ſie, ſelbſt in ſehr verdünntem Zu— „ ererin ſtande, nicht in die Länge mehr auf das Gewebe einwirken kann. rjtlige Davon ausgehend machte er zuerſt einige Verſuche im Kleinen, laline dann im Großen, und wendete ſpäter 5 Gramme Säure und 16 Luſs ur Gramme Soda auf 5 Kilogr. Stärke an, wobei er dann aber der 5 n Miſchung eine kleine Menge, etwa 200 Gr. Leiocom(geröſtete Grunde Stärke) zuſetzte. Bei andern Verſuchen, wo er kein Leiocom int anwandte, nahm er 10 ſtatt 5 Gramme Schwefelſäure mit ent— yen Fiden ſprechender Vermehrung des Natronſalzs ꝛc. Die Kommiſſion, vel f welche mit der Unterſuchung dieſer Mittheilungen beauftragt war, eſr z ſtellte während dieſer verſchiedenen Verſuche auch Verſuche mit gleit einer Miſchung von ihrer Erfindung an, welche blos aus in anf den Waſſer aufgelöſter Stärke und Leioco m beſtand, ohne allen t bexr Zuſatz eines Metallſalzes oder einer Säure. Eine Angabe Fries d n brachte ſie auf den Gedanken zu dieſer Miſchung, indem derſelbe Laem beobachtete, daß Stärke allein in Waſſer aufgelöſt und mehrere d Stunden lang gekocht, auch eine gute Schlichte gebe. Sie hoffte bi 23 daher, ein ähnliches Reſultat zu erhalten, indem ſie das Kochen n ziſs nur ungefähr ſo lange wie gewöhnlich dauern ließ, jedoch Leio⸗ indn ſi com der Stärke zuſetzte. Sie fand bald, daß ſie ſich nicht geirrt itrendu hatte und daß ein Kochen, welches höchſtens eine Stunde dauerte, telen 3 auf dieſe Weiſe eine Schlichte lieferte, welche in keiner Beziehung mn, Un etwas zu wünſchen übrig ließ. Während die ſäurehaltige Schlichte Genet wäſſerig wurde und weggeworfen werden mußte, blieb dieſe gummig 558 —Q—Orxz—,·— und behielt alle ihre Eigenſchaften. Es war kein Unterſchied zwi— ſchen den auf dieſe Weiſe geſchlichteten Ketten und jenen mit Zuſatz von ſchwefelſaurem Zink, ſo wie auch den mit Fries Kom⸗ poſition geſchlichteten wahrzunehmen. Dieſe Schlichte zerſetzte ſich nie und erlitt auch ſonſt keine nachtheilige Veränderung. Die ein⸗ zige bei ihrer Bereitung nöthige Vorſicht iſt eine geringe Ver— mehrung des Verhältniſſes des zuzuſetzenden Leiocoms in dem Grade, als die Stärke von geringerer Qualität iſt, um immer den gehörigen Grad von Dicke herauszubringen. Doch muß hinzu⸗ gefügt werden, daß dieſe Vermehrung oder Verminderung des zuzuſetzenden Leiocoms gar nicht nothwendig iſt, wenn man ſich ſogleich und ein- für allemal entſchließt, dasſelbe in dem für die geringſte Sorte der Stärke paſſenden Verhältniſſe, etwa zu 1½16 ihres Gewichts, anzuwenden. Der Koſtenpreis dieſer Schlichte wird durch dieſe gleichbleibende und konſtante Vorſchrift nicht ſehr erhöht werden, weil er im äußerſtem Falle nur um einige Prozente differiren und man am Ende noch eine Erparniß darin finden wird, ſelbſt wenn man den geringen Mehrverbrauch an Brennmaterial in Folge der verlängerten Dauer des Kochens noch in Rechnung zieht; denn man erſpart anderſeits Zink- oder Kupfer— vitriol, oder Schwefelſäure und Soda. Bei folgender Vorſchrift wurde am Ende verblieben. Kartoffelſtärke 5 Kilog(10 Pfd.); Leiocom 500 Gramme (1 Pfd.); Waſſer 50 Liter(100 Pfd.). Die gewöhnliche Dauer des Kochens iſt 60 Minuten über freiem Feuer fuͤr eine Miſchung, welche 5 Hektoliter(1000 Pfd.) Waſſer enthält. So weit gekommen, glaubte die Kommiſſion ihre vier Monate lang fortgeſetzten Verſuche nicht mehr weiter verfolgen zu müſſen. Es ſcheint ſowohl durch das Vorangehende, als durch konſtante Reſultate in der Fabrikanſtalt*), wo dieſe Verſuche angeſtellt wurden, erwieſen, daß die Anwendung der freien Schwefelſäure zur Bereitung der Schlichte aus Kartoffelſtärke, obwohl ſie ſpäter beim Bleichen die Bildung ſchwer zu entfernender Metallſeifen auf dem Zeuge verhindert, doch, ſelbſt in kleiner Menge, nicht ohne Nachtheil Statt finden könne, außer wenn man ganz be⸗ ſonders gute Stärke anwendet, indem die Säure die Zerſetzung *) Die Fabrik hat nämlich jetzt für alle ihre Schlichtmaſchinen die blos aus Kartoffelſtärke und Leiocom bereitete Schlichte eingeführt. dr Schlich enofohlen! diſen, was wendet, we Stüihte di dheratçion wen man! b weldet, zealen un dnes ſchw acfen, ſeidten Aahaltniß ſoſen komn hlichten ſt guz ſicher, ſdurch die Wir gl iiſcuren Sa daß hi Aher aus dichen no in, daß d aahe entfe uten beke 11341, T Seite znmi iſt bir ang 0 Änh.); ur ſinnehl 2 V Seite. du Erzeug ſut Schwe nerin⸗Z ſenerft Pr nd unbra⸗ denden zu Darrey Paſſer; T ———„ 7—, 2 ——yz———7—„— 2„——— 4 559 uteſtin der Schlichte beguͤnſtigt, alſo ihre Anwendung im Großen nicht ad ſenen empfohlen werden kann; daß aber, wenn man in Berückſichtigung „ties deſſen, was vom Bleichen geſagt worden iſt, keine Metallſalze an⸗ te ſerſett wendet, welche bis jetzt als tauglich betrachtet wurden, um der ünnn 8 Schlichte die nothwendigen Eigenſchaften zum Gelingen dieſer geringe, Operation zu ertheilen, man ſeinen Zweck vollkommen erreicht, oms i wenn man blos Leiocom mit der Stärke gemiſcht an⸗ iſſt, um m wendet, ſelbſt wenn letztere von geringer Qualität iſt. Wir ch mß getrauen uns ſogar zu behaupten, daß unter allen Umſtänden, in— Enindemn dem es ſchwer hält, ſich immer Stärke von gleicher Qualität zu wenn ny verſchaffen, dieſe letztere Schlichte den Vorzug vor den bisher an— n den ü gewandten verdient, wofür wir die Gründe und was über das etw g. Verhältniß zu beobachten iſt, oben ſchon angeführt haben. Die eſer däſt Koſten kommen nicht höher. Auch die mit Metallſalzen bereiteten orſceit nt Schlichten ſind von dem Uibelſtande, wäſſerig zu werden, nicht jtur u ani ganz ſicher, und die Bildung von Metallſeifen bei dem Bleichen irperni durr iſt durch dieſe neue Vorſchrift ganz vermieden. Trvertruuh Wir glauben noch hinzufügen zu müſſen, daß, was die ſchwe— 1 Kohers ne felſauren Salze betrifft, das Zinkſalz weniger ſchadet als das Kupfer⸗ Loder Kävje ſalz; daß hingegen der Alaun, deſſen ſich in neuerer Zeit mehrere vrr Aurſcri Weber aus Gründen der Erſparniß zu bedienen ſcheinen, beim Bleichen noch ſchädlicher wirken muß, da es wirklich vorkommen m. kann, daß die Thonerde beim Bleichen nicht mehr ganz aus dem . Zeuge entfernt wird, ſo daß derſelbe beim Färben nothwendig Di Flecken bekommen muß.(Mehr ſ. Dingler's polytech. Journal J. 1841, B. 80, H. 3.) Seite 234, Zeile 13 v. o. Bei der Fabrikation des Stärke⸗ gummi iſt nach Prof. Balling die Temperatur, welche beim Röſten angewendet werden muß 180 210° KR.(437— 504° er Monate zu müſſen heionſtm Fahrh.); und der dabei entſtehende Gewichtsverluſt für Kartoffel⸗ e angeſt ſtärkmehl 25 ſtatt 16— 18 pCt. hwefelſin Seite. 241. Zeile 9. v. u. Hinſichtlich der Vorſchriften, welche ſe ſin zur Erzeugung von Stärkeſyrup mittelſt Gerſtenmalz, Metalſei ſtatt Schwefelſäure nach Payen und Perſoz, Dubrunfaut, cenge, ni Guérin⸗Varrey, Lüdersdorf und Otto gegeben werden, n gakz bemerkt Prof. Balling, daß ſie mehr oder weniger unpraktiſch gerſebun und uubrauchbar ſind. Payen und Perſoz wie Lüdersdorf wenden zu wenig Gerſtenmalz an; Dubrunfaut und Gusrin⸗ Varrey zwar mehr Malz(ſedoch nicht genug), aber viel zu viel ielo. en di Waſſer; Bley und Otto gebrauchen ebenfalls zu wenig Malz ngefüht! V 560 Alle wenden friſches Malz an, was zwar etwas kräftiger wirkt, aber einen unanſehnlichen, weniger haltbaren, nicht angenehm ſchmeckenden Syrup liefert. Gut gekeimtes, hierauf mäßig gedörrtes Malz gibt das beſte Produkt.(Oekon. Neuigkeit. J. 1841, Nr. 15.) Seite 254. Bezüglich der Stärkezuckerfabrikation mittelſt Schwefelſaure noch der Angabe J. Otto’'s(in deſſen heraus⸗ gegebenem Lehrbuche der rationellen Praxis der landwirth. Ge⸗ werbe), hat Prof. Balling nachſtehende Bemerkungen hervor— gehoben, die aus den ökonom. Neuigkeiten f. 1841 Nr. 15 ent⸗ lehnt ſind.— Zur Erzeugung eines ſolchen Syrups wird engliſche Schwefelſäure anzuwenden gelehrt, welche dann dazu zu verwenden iſt, wenn ſie keine arſenige Säure enthält, was oft vorkommt. Nur das Kochen mittelſt einſtrömendem Dampf in hölzernen Ge— fäßen iſt zu empfehlen. Die Jodtinktur zeigt blos die vollendete Umwandlung des Stärkemehls in Gummi; der Weingeiſt aber auch die des Gummi in Zucker an. Immer wird noch die Zeit der Zuckerbildung nach Kirchhof angegeben, welche ſpecielle Angaben nicht unbedingt richtig ſind.— Das beſte Verhältniß zwiſchen Stärkmehl, Waſſer und Schwefelſäure zur Fabrikation für die Dampfkochung iſt auf 100 Pfd. trockene Stärke, 150— 200 Pfd. Waſſer und 1— 3 Pfd. Schwefelſäure, welche Maſſe durch den condenſirten Dampf noch um ½ vermehrt wird. Es ſcheint nicht durch örtliche Verhältniſſe modificirt werden zu ſollen; denn durch portionweiſes Eintragen des mit Waſſer zu dünnem Brei angerührten Stärkmehls in das kochende Sauerwaſſer, wird die Zuckerbildung auch bei Anwendung weniger Schwefelſäure be⸗ ſchleunigt, daher an Brennſtoff ꝛc. erſpart. Die Anwendung von viel Schwefelſäure iſt wegen der großen Menge des dabei erzeugt werdenden Gypſes nicht praktiſch.— Ob bei dieſem Bildungsprozeſſe wirklich blos eine katalytiſche Wirkung der Schwefelſäure Statt hat, iſt ſehr zweifelhaft, weil ſich dabei, wie Jedem bekannt, der ſich dabei beſchäftigt, ein ganz eigenthümlich ſaurer Geruch verbreitet, der doch offenbar von der Verfluͤchtigung irgend einer Subſtanz aus dem Stärkmehl herruͤhrt. Bei der Siedhitze getrocknet, verliert das lufttrockene Kartoffel— ſtärkmehl 18 pCt. ſeines Gewichtes Waſſer, es enthält mithin nur 82 pCt. Stäͤrkmehlſubſtanz, und Erfahrungen im Großen zeigen, daß daraus auch nicht mehr Stärkezucker entſteht. Wie ſich dieß mit andern Reſultaten verträgt, wornach 100 Gewichtstheile ſolcher Stärkmehlſubſtanz ein Mal 111, das andere Mal 107 trockenen falls abe loſen der ſare, 2 men, da faem 3 Gährung vollendete v9 — — x zu Lulve brauſen, fätxlich vüthig; de bei uns ihres höh capacitat, V 1o0 Pfd. u0 Pfd. die inmer mem ei wohlfe bis, wie be der reine Weinmoſte zu erſetzen Seite 1 ELucou Namen D reitungsar den dieſes nittlung d tin aus, briken des it; 2) da beſtreitbar diene, wo ls 50 p, behandeln räftiger t ht angen Ißig gede —. —811, Nr. S ion mitt. Deſſen hen Indwirth, »ungen ben. V 8 Nr. 15 G' — vird enli FI herwend 21' vorkomn. nernen Ge⸗ 8 vlendete Faſt aber uch Odie e et d- 4 le Anget 2 niß wiſe otion fir 7— 00 p Eſe durg en ſchein nit ſſollen, i ünnen M ör, wird d felſäure l dendung bo bei erzeug. zkatalttiſt felhaft, te gt, ein gen V har von d hl herröte eKartoff mithin n ßenz zeige 1 ie ſichd eile ſolte trocken 5 —QC——— —j————— 561 Stärkezucker liefern ſollen, laſſe ich vorläufig dahin geſtellt. Jeden— falls aber geht daraus hervor, daß jene aus den Elementar⸗Ana⸗ lyſen des Staͤrkmehls und Stärkezuckers gezogenen Schlüſſe(Saus⸗ ſure, Brunner) mit der Erfahrung im Großen nicht übereinſtim— men, daher auch nicht richtig ſein können, um ſo mehr, als aus jenem Zucker auch nur die entſprechende Menge Alkohol durch Gährung entſteht.— Zur Neutraliſirung der Schwefelſäure nach vollendeter Zuckerbildung, wird kohlenſau. Kalk empfohlen, weil er im Waſſer unllööslich und wohlfeiler iſt. Das Letztere möchte ich beſtreiten, weil das feine Pulvern des Kalkſteines mehr koſtet, als das Brennen desſelben und Löſchen des gebrannten Kalkes zu Pulver. Der kohlenſau. Kalk verurſacht nebſtdem auch ein Auf⸗ brauſen, wodurch die Operation des Neutraliſirens verzögert und gefährlich wird. Bei der Anwendung beider iſt daher Vorſicht nöthig; der gebrannte Kalk aber führt ſchnell zum Ziele und iſt bei uns wohlfeiler. Bleioxid und Baryt ſind nicht blos wegen ihres höhern Preiſes und wegen ihrer geringeren Sättigungs⸗ capacität, ſondern wegen ihrer giftigen Eigenſchaften ganz verwerflich. 100 Pfd. lufttrockenes Kartoffelſtärkmehl geben nicht mehr als 100 Pfd. Syrup von 400 Beaumé Concentration. Die Stärkezuckerfabrikation mittelſt Schwefelſäure erlangt immer mehr Wichtigkeit, weil dieſes Produkt, zweckmäßig erzeugt, ein wohlfeiles und brauchbares Verſüßungsmittel liefert, und weil, bis, wie bereits in Frankreich, auch bei uns bekannt ſein wird, daß der reine trockene Stärkezucker eines der beſten Mittel iſt, dem Weinmoſte in ſchlechten Jahrgängen den fehlenden Zuckergehalt zu erſetzen, er für dieſe Anwendung auch im Großen erzeugt wird. Seite 268. Die Erkundigungen welche die von der Société d' Encouragement erwählte Comité, hinſichtlich des unter dem Namen Dertrin bekannten Stärkegummis nach Heuze's Be⸗ reitungsart(welche ſich derſelbe in England patentiren ließ), bei den dieſes Dextrin anwendenden Fabrikanten und zwar durch Ver— mittlung des Prof. Girardin in Rouen einholen ließ, fielen da— hin aus, 1) daß Heuze's Dertrin ſeit einem Jahre in den Fa⸗ briken des Departements Seine-Infer bekannt und in Gebrauch iſt; 2) daß es überall zum Appretiren gebraucht wird und es un— beſtreitbar den Vorzug vor allen andern Verdickungsmitteln ver— diene, wobei die Erſparniß durch dasſelbe gegen das Gummi mehr als 50 pCt. ausmache; 3) daß es in mancher Hinſicht leichter zu behandeln iſt, als die Stärke, auch weniger Aufmerkſamkeit bedarf. 36 ————⸗-—-—-——— 5 4 ——= 562 als letztere, welche beſtändig warm erhalten werden muß; daß das Ver⸗ hältniß je nach dem Stoffe leichter abgeändert werden kann; daß es dem Glanze der Farben nicht ſchadet und vor der Stärke den Vor— zug hat, gewiſſe, Stellen des Stoffes nicht zu maskiren; 4) daß man in der Regel höchſtens 250 und wenigſtens 120 Gramme braucht, um ein 65 Meter meſſendes Stück Zeug zu appretiren; 5) daß das Dextrin auch zum Verdicken der Beizen und der Tafeldruck— farben angewandt wird, und daß Rhem ſich desſelben zum Ver— dicken der Aetzfarben bedient; 6) daß alle befragten Fabrikanten dahin übereinſtimmen, daß das Dexrtrin von Heuze anderen Fa⸗ brikaten vorzuziehen, daß es ſorgfältiger bereitet und durchſichtiger als anderes Dextrin ſei, daher auf ſchwarzem Grund gebraucht werden könne, ohne ihm den Glanz zu benehmen; daß die Ar⸗ beiter mit deſſen Anmachung und Anwendung ſchon recht gut um⸗ zugehen wiſſen; daß man, wie ſie ſagen, es einige Tage mit dem Waſſer ſtehen laſſen müſſe, um einen dicken Schleim zu bekommen, ohne welche Maßregel es 3½¾ ſeiner verdickenden Eigenſchaft ver⸗ lieren würde; 7) daß endlich alle eingeholten Erkundigungen ſehr zu Gunſten des Heuze'ſchen Dextrins ſprechen.(Mehr ſ. Ding⸗ ler's polytech. Journal, J. 1841 B. LXXX. H. 4.) Seite 278. Uiber die Vegetationsperiode der Kartoffel. Es dürfte ſich als Regel herausſtellen, daß, je länger eine Kartoffel vegetirt, deſto mehr Mehlgehalt ſie hat und Branntwein liefert, wo— hingegen alle zeitig vegetirenden und die weißen Kartoffelarten weniger Mehlgehalt haben und für die Branntweingewinnung weniger Subſtanz liefern, wenn der Umfang ihres Produktes auch nicht im Verhältniß ſteht. Man kann nicht ſagen, daß die zeitig blühenden und zeitig zur Reife gedeihenden Kartoffeln weniger Maſſe geben. Dieſe Maſſe iſt nur weniger mehlreich und für die Branntwein⸗ gewinnung weniger erträglich. Die zeitig blühenden und reifenden Kartoffeln mögen zum Theil die ſpäter vegetirenden an Maſſe er— reichen und übertreffen, ihre Subſtanz iſt aber weniger mehlreich, weniger nahrungsfähig und gibt weniger Spiritus. Man wird folg— lich den Satz aufſtellen können, daß die Kartoffel um ſo nahrreicher iſt, je mehr ſie Branntwein liefert, und um ſo viel mehr Brannt⸗ wein liefert, als ſie ſpäter aufhört zu vegetiren Die ſpäter grü⸗ nenden Kartoffeln werden ſich, wenn ſie zu den weißen Sorten gehören, als Speiſekartoffeln vor andern auszeichnen, die früher reif werden, wenn ſie ſolche auch an Maſſe nicht erreichen.(Aus den Annal. der Meklenb. landwirth. Geſellſchft. J. 1841.) S Entdeck ooffelſta ſchmecke ben dar wein un durch ch durheſſe wein hat ſtaunt, i holte, fo in dem ferner a Dlivenöl eines K. ſcheres herrühre Branntn konnte d mehr da lüſſigke färbt. E Extrait dieſe Fa 563 P daßdi Seite 280. Zeile 12 v. o. Für Branntweinbrennerei iſt die 4 3 Entdeckung gemacht worden, daß das Kartoffelmehl und die Kar— den. toffelſtärke durch gehörige Gährung, einen ſehr reinen und wohl⸗ ; 4) dja: ſchmeckenden Branntwein liefern. Branntweinhändlern, welchen Pro⸗ Aunme bas V ben davon vorgelegt wurden, konnten ſie kaum vom Franzbrannt⸗ tiren; i wein unterſcheiden, denn ſelbſt der Weingeruch des Cognacs war 5 daft durch chemiſche Beimiſchung nachgeahmt.(Landwirth. Zeitung für ſen zun, Kurheſſen. J. 1841. 1ſtes Quartal.) 1 Fudit Seite 297. Reagentien auf Kupferſalze, von Dr. uni V Aug. Miergues. Vor kurzer Zeit kam ein Gutsbeſitzer mit der n 8 V Bitte zu mir, Branntwein und Käſe zu unterſuchen⸗ ob ſie nicht Kupfer enthalten; denn, ſagte er, nachdem ich Käſe in Brannt⸗ = daß d wein hatte liegen laſſen, war ich am anderen Morgen ſehr er— eecht iw ſtaunt, ihn grün gefärbt zu finden. Als ich dieſen Verſuch wieder— kage in holte, fand ich, daß der butterige Beſtandtheil des Käſes ſich des wu bemn in dem Branntwein enthaltenen Kupfers bemächtiget hatte, daß ' yenſn ferner alle fetten Körper dieſe Eigenſchaft haben und daß das iigungn Olivenöl nicht nur ein gutes Reagens wäre, um die Gegenwart Dehr ſdi eines Kupferſalzes in eine Flüſſigkeit darzuthun, ſondern auch ein -9 ſicheres Mittel, um die Branntweine von allen, von den Keſſeln artoffl herrührenden Kupfertheilen zu befreien; denn nachdem ich dieſen ne Autft Branntwein mit ſeinem 16fachen Gewicht Waſſer verdünnt hatte, P liefert n konnte die Gegenwart des Kupfers durch kohlenſau. Kali nicht frrten wenn mehr dargethan werden; wohl aber wurden einige Tropfen der ung wenn Flüſſigkeit zugeſetzten Oels in ein paar Stunden ſtark grün ge— auch nichtin färbt. Eben ſo bemächtigt ſich das Oel des grünen Farbſtoffes des z Alübende Extrait d' Absynthe und läßt die Flüſſigkeit entfärbt zurück, obwohl aſſe gelen. dieſe Färbung nur von Indigvo herrührt.(Echo du monde savant. ranntwein⸗ 1841 Nr. 629, und Dingler's polyt. Jour. B. LXXX. H. 5.) dreifenden Seite 298. Nachſtehende Uiberſicht der in Böhmen im J. — Maſe er 1836 beſtandenen und auch jetzt noch beſtehenden, theilweiſe bedeu— t mehlreih tend vergrößerten Branntweinbrennereien, nach den verſchiedenen widd fol⸗ Gefällenwache-Inſpektoratsbezirken abgetheilt, zeigt die Wichtigkeit nahrreicen dieſes Induſtriezweiges in dieſem Lande. Es beſtehen nämlich: r Brann, Im Klattauer Inſpektoratsbezif.. 1106 ſpäter guü» Egerer dto.. a ſen Sorte„» Teplitzer dto..... 88 die fta» Leipaer dto. 99 hen G Fürtrag. 11357 1.J). 36* S—,— 3———— —ᷣ—ᷣ—ᷣÿÿÿõö⸗ℳ⸗⸗⸗⸗⸗jõłññꝗõ—; 564 Uibertrag. 357 im Gitſchiner Inſpektoratsbezik.. 101 2 Neuſtädter dto. ee. 49 » Czaslauer dto. wbe e ente T..In273 » Taborer dto.„1.... 270 » Pilſner dto.... 1299 Prager dio. in Praßg..... 102 Prager dto. bei Praa. 44 Zuſammen. 1495 größere und kleinere Branntweinbrennereien, die zum geringſten Theil Kornbranntwein, größtentheils aber Kartoffelbranntwein und Weingeiſt erzeugen, zum Theil nach neuerer Art mit beſſern Ver— fahrungsweiſen und Deſtillirapparaten arbeiten, und aus der reifen Maiſche ſogleich Branntwein oder Weingeiſt ziehen, größtentheils aber nach alter Art erſt Lutter machen und dieſen zu Branntwein rektificiren. Die im J. 1836 vom Rauminhalte der Gährgefäße erhobene Steuer betrug 385089 fl. 4 kr. C. M., was einem verſteuerten Maiſchraume von ungefähr 2060000 W. Eim. entſprechen würde. Hieraus wurden ungefähr 160000 Wien. Eim. Weingeiſt oder 240000 Eim. Branntwein mit einem Aufwande von nahe 1500000 Metz. Kartoffeln(1 Wien. Metz. à 80 Pfd.) und 75000 Metz. Gerſte und Korn erzeugt. Von Getreidebranntwein wird in Böh— men nur wenig mehr producirt.— Um ſich einen Begriff davon zu machen, auf welcher hohen Stufe von Vollkommenheit ſich der Brennereibetrieb in Preußen jetzt allgemein befindet, darf man nur wiſſen, daß in ſämmtlichen Provinzen 13819 größere und kleinere Branntweinbrennereien be— trieben werden, die vom Gährungsraume zuſammen eine Steuer von mehr als 5000000 Thaler oder nahe 7500000 fl. C. M. jährlich zahlen, und wenigſtens 170000000 Quart(=— 3400000 W. Eim.) Branntwein von 20⁰° B erzeugen, wovon ein Theil ausge— führt, ein anderer auf Eſſig verwendet, der Reſt getrunken wird. Es wurden dem Volumen nach zwei Mal ſo viel Kartoffeln als Getreide verarbeitet. Der Eimer Branntwein zahlte gegen 2 fl. 12 kr. C. M. an Steuer. Die größte Brennerei(in Poſen) zahlte jährlich ungefähr 20000 fl. C. M. Steuer!— Vergleicht man die Branntweinproduktion Böhmens mit jener Preußens in Hinſicht auf ihr Verhältniß zur Bevölkerung, ſo er— gibt ſich loonen wein koꝛ auf eine lleichung ſch, daß Branntn haltung geograpl In Pre Böhmen preuß. W in d. ök⸗ Da weinbren Städten 1723, al Brennere Branntw unterdrü dieß iſt Konſumin Scheff.„ ſiclich( Weintreſ Dresd. Gerſte u Sranntw J 1841 Um beſtimmt Regierun von Kar f I 1 d. der Se (öder! 1. Febr. 350 Pf Drittel 565 gibt ſich hieraus, daß in Preußen, deſſen Population mit 14 Mil⸗ lionen Seelen angenommen, auf eine Perſon 9.7 Maß Brannt⸗ wein kommen, während in Böhmen mit 4 Millionen Einwohner auf einen derſelben nur 2. 4 Maß desſelben entfallen. Bei Ver⸗ gleichung der Anzahl der Brennereien mit der Bevölkerung ergiebt ſich, daß es im Verhältniß zu dieſer in Preußen 2. 64 Mal mehr 1 Branntweinbrennereien gibt als in Böhmen, und bei Entgegen— — haltung des Flächeninhalts zeigt es ſich, daß in Böhmen auf eine l.. 1 geograph. ◻ Meile 1.56, in Preußen 2. 71 Brennereien kommen. 8 Rerinir In Preußen erzeugte eine Brennerei im Durchſchnitt 244, in Aintwein Böhmen 160 Eimer Branntwein; folglich ſind im Durchſchnitt die deſern preuß. Brennereien größer als die böhmiſchen.(Prof. Balling 3 derrir in d. ükon. Neuigkeit. J. 1841, Nr. 37.)— tihins Das Königreich Sachſen hat gegenwärtig 4407 Brannt⸗ 1 weinbrennereien, wovon 3493 auf dem Lande und 914 in den . Städten ſich befinden. Gangbar ſind aber nur 1684, während D je anobene V 2723, als die größere Zahl, ſtill ſtehen. Den Stillſtand ſo vieler A erſtueren Brennereien darf man jedoch nicht als Zeichen anſehen, daß das Shen vne Branntweintrinken im Abnehmen ſei. Die kleinern Brennereien ſind Wungeit an unterdrückt, weil ſie neben den großen nicht beſtehen können; über— e 1500od dieß iſt die ſtarke Einfuhr dieſes Getränkes eine andere Urſache.— ooo M Konſumirt wurden 183805 Dresd. Scheffel Körner u. 978557 Dresd. din Wi Scheff. Kartoffeln. Von den 1684 Brennereien haben 525 haupt⸗ ſächlich Getreide, 1135 Kartoffeln und 12 Wein⸗ und Bierhefen, yer bohen Weintreſtern oder Obſt verarbeitet. Dieſelben verarbeiteten 15096 reufen Dresd. Scheffel Weizen, 80760 D. Sch. Roggen, 86047 D. Sch. uurtien Gerſte und 978557 D. Sch. Kartoffeln, woraus ſie 172980 E. kein de Branntwein liefern.(Pohl's Archiv d. deutſchen Landwirthſchaft. Steuer J. 1841) f C.N Um den Anbau der Kartoffeln in Rußland zu befördern, 1609 N. beſtimmt ein Ukas des Kaiſers, daß vom J. 1843 ab der an die i auge Regierung kontraktmäßig alzuliefernde Branntwein eben ſo gut ken wid von Kartoffeln als von Korn bereitet ſein kann.(Allg. Zeitung pfeln at f. d. deutſch. Landwirthe. J. 1841.) gegen 21 Seite 304. Neue Eſſigbereitung aus Kartoffeln en) zahl(oder Reiß). Troubat, Kaufmann in London, ließ ſich am 1. Februar 1841 folgende Bereitungsart des Eſſigs patentiren: nit jener 350 Pfd. rohe, gut zerriebene Kartoffeln; werden mit etwa zwei g ſp er Drittel ihres Gewichts Waſſer und 2 Pfd. Schwefelſäure verſetzt. / ————:ꝙè————— —— —.—— —— —-—————————f.“ —jj yÿꝑ—,—“ — —OO⏑ʒÿ——·ͦę— ⏑Q⏑——ᷣ—:—ꝛ—x::˖QDn— 566 Dieſes Gemiſch wird 6 Stunden lang gekocht, dann läßt man es in einen Kühl-Apparat durch einen Seiher laufen, um die Flüſſig— keit vom Satz zu trennen. Nun wird die klare Flüſſigkeit in ein anderes Gefäß gebracht, welches in einem auf 210 R. erwäarmten Raume ſteht. 2 Loth Potaſche in Waſſer aufgelöſt und 40— 50 Pfd. Hefe werden jetzt der Flüſſigkeit zugeſetzt, um die Gäh— ruug zu bewirken. Ein Gefäß wird hierauf mit Buchenholzſpänen (oder Weintreſtern), die mit ſtarkem Eſſig geſättigt worden, locker gefüllt. 30 Pfd. der gegohrenen Flüſſigkeit ſchüttet man Morgens und Abends hinein, bis das Gefäß voll iſt. Man zieht dann immer 30 Pfd. auf einmal vom Boden des Gefaßes ab und gießt ſie in ein anderes, zur Hälfte mit fertigem Eſſig angefülltes Gefäß, aus welchem die Flüſſigkeit in ein anderes, locker mit Buchenholz— ſpänen gefülltes Gefäß kommt, um ſie abzukühlen und zu klären, worauf der Eſſig zum Gebrauch geeignet iſt. Ein anderes Verfahren beſteht darin, 500 Pfd. kochendes Waſſer über 700 Pfd. gut gewaſchene und zerquetſchte Kartoffeln zu gießen und das Gemenge ſtehen zu laſſen, bis es die Konſi— ſtenz eines dicken Teiges angenommen, worauf man 20 Maß Malz⸗ mehl zuſetzt, um es in zuckerigen Zuſtand überzuführen; es wird ſodann wie oben in Gährung gebracht. Nach einem dritten Verfahren ſollen 50— 60 Pfd. gemah⸗ lener Reiß ſtatt der Kartoffeln angewandt und eben ſo behandelt werden.(Mechanics Magazine Nr. 916 und Inneröſterr. In⸗ duſtrie- und Gewerbeblatt.) Seite 311. Benützung des Kartoffelkrautes.— Ob⸗ gleich die Düngung der Wieſen mit Kartoffelkraut ſehr zur Ver— mehrung des Grasertrages beiträgt, ſo verhindert es doch auch die Herbſtbehütung der Wieſen mit Schafen. Dieſer Uibelſtand führte auf den Verſuch, die junge Roggenſaat mit trocknem Kar⸗ toffelkraut zu überſtreuen, und zum vergleichenden Verſuch Roggen nach Kartoffeln mit beſagtem Kraut gedüngt, und ein anderes gleiches Stück Land in gleicher Lage mit Pfirchſchlag oder Jauche. Mit dem Kraute von einer Breite von 18 Acker Kartoffeln wur⸗ den 12 Acker Roggen mit trocknem Kartoffelkraut über fahren und zeigte ſich der auf dieſe Weiſe behandelte Roggen üppiger als der, wozu mit Jauche oder Pfirch gedüngt war. Von 18 Acker Kartoffeln hatten pr. Acker im Durchſchnitt 96 Säcke(— 48 Kaſſeler Kurheſſen Sei oreußiſch landwirt! Verfahre Jeegelſtei 567 läßt mie Kaſſeler Viertel) Kartoffeln geliefert.(Landwirth. Zeitung für n die güß Kurheſſen 1841.) Tſigkat n Seite 324. D. Einſäuern der Kartoffeln.— Ein 1. erwarn, preußiſcher Landwirth(Knobloch auf Bärwalde) hat, wie das t und G. landwirth. Wochenblatt berichtet, ſchon ſeit 16 Jahren folgendes Im die G Verfahren, Kartoffeln zur Viehfütterung aufzubewahren, angewen— dentolſti det. Es werden Gruben etwa 24 Fuß lang, 16 ½ Fuß breit Jorden, h und 9 Fuß tief, aus denen die auf dem Boden ſich ſammelnde an Mor Flüſſigkeit ablaufen kann, angelegt, durch 1 ½ Fuß ſtarke Mauern nt danninn von gebrannten Steinen, oder durch eingeſchobene Bretterwände rund ziß in Aotheilungen geſondert, und der Boden mit Holz oder mit Lülltes E Ziegelſteinen auf der hohen Kante ausgelegt; das Ganze wird * Butnl mit einem Dache und Eingange im Gibel desſelben verſehen. Die d ain Kartoffeln werden gleich nach der Ernte gedämpft, und ſo heiß V und ſo feſt als möglich in die Gruben eingeſtampft, mit einem Brettdeckel verſehen, und gegen das Eindringen der Luft mit d. Löben Stroh und Erde dicht bedeckt. In acht Wochen geht die Maſſe Ate Karfel in eine ſaure Gährung über, hält ſich ſo mehrere Jahre, und wird E die ſon zur Fütterung der Pferde und zur Mäſtung des Rindviehes und 10 MaßM V der Schweine gebraucht, gewiß aber auch für Zugochſen und Milch— jen; es uh kühe, ſo wie für Schafe, und beſonders Maſthammel zu benutzen ſein.(Allgem. Anzeiger d. Deutſchen. J. 1841. Nr. 95.) Seite 329. Uiber die Fütterung des Viehes, beſon⸗ alſd. geng ders der Schafe, mit Kartoffeln ergab ſich aus den Verhandlungen 1 beem V zu Potsdam, daß dieſelbe, ſo lange keine Maſtfütterung eintrete, Lröſter. ar keinen Nachtheil habe, und daß man 1—3 Pfd. Kartoffeln pr. Schaf geben könne. Dabei führte Freiherr v. Ellrichshauſen an: 4— D⸗ Vor mehreren Jahren ſei er auf einer Reiſe durch das Fichtel— .1 Ver⸗ gebirge paſſirt, und habe dort das Vieh einer Gemeinde ganz Sdoch auh beſonders vor dem anderer Orte ausgezeichnet gefunden. Er habe Ubelſod- der Urſache näher nachgeforſcht und ermittelt, daß erſt, ſeitdem zcknem Ker die Glieder dieſer Gemeinde die Art und Weiſe der Kartoffel⸗ uih Foghe fütterung bei Schafen, Rindvieh und Pferden geändert haben, ihr Vieh augenſcheinlich beſſeres Gedeihen gehabt. Dieſe Ge— meinde nämlich ſei von der bisher gebräuchlichen Art, die Kar— toffeln früh zu verfüttern, und dann ſpäter zu tränken, abgewichen ein anderei der Jauct offeln wur⸗ 1 i und füttere die Kartoffeln, nachdem das Vieh ein, auch zwei über fahlen. ixpigr Nebenfutter erhalten habe, erſt gegen Mittag, und wehre das en ü— 3 nant 1 Vieh ſorgſam mehrere Stunden von dem Tränken ab. Er habe Vo. k g* darauf öftere Beobachtungen angeſtellt, und als Reſultat derſelben — 568 unabänderlich bei Ernährung ſeines Viehſtandes, namentlich der Schafe, feſtgeſetzt, daß das Heu, welches er ſeinem Viehe beſtimme, zum Frühſtückfutter gereicht, und dann ſatt getränkt werde; daß dem ein Strohfutter folge, und erſt dann die Kartoffeln im zer— kleinerten Zuſtande mit Häckerling vermiſcht, gefüttert würden. Getränkt würde aber dann erſt gegen Abend wieder. Auch habe er es ſehr zweckmäßig gefunden, die Kartoffeln, beſonders bei reichlicher Fuütterung, erſt mehrere Stunden auslaugen zu laſſen, und zwar in der Art, daß er auf den Bottich, welcher die zer— kleinerten Kartoffeln enthielte, Waſſer ſtrömen laſſe, welches durch einen Einſchnitt im oberen Theile des Bottichs immer wieder abflöße. Dieſes Waſſer fuͤhre eine Menge narkotiſchen Stoff mit ſich fort, und ſei ſo ſcharf, daß, auf Rüben- und Kohlpflanzen geſprengt, es die Erdflöhe abhalte und vertilge. Die zerkleinerten Kartoffeln habe er immer einige Stunden vor dem Füttern mit Häckerling anmengen und mit dieſem durchziehen laſſen.— Erſt ſeitdem er die Kartoffeln ſo verfüttere, habe er wahrhaft gedeih— liche Wirkungen dieſer Fütterung erfahren; er könne daher mit gutem Gewiſſen und aus innigſter Uiberzeugung dieſe Fuͤtterungs— art empfehlen.— Das hier angegebene Auslaugen der zerklei— nerten Kartoffeln durch Uibergießen mit Waſſer iſt aus Erfahrung auch da ſehr zu empfehlen, wo man Pferde mit rohen Kartoffeln füttert. Nur ſo können die Kartoffeln in Vorrath zerſtoßen oder geſchnitten werden, ohne daß ſie ſich braun färben und den Pfer— den widerlich werden. Ununterbrochen zu- und abfließendes Waſſer iſt zum Auslaugen der Kartoffeln freilich ſehr gut, aber nicht durchaus nothwendig.(Prakt. Wochenblatt des Neueſten und Wiſſenswürdigſten ꝛc. J. 1840 N. 6.) Seite 335. Zeile 19 v. o. Nach den Erfahrungen der brit— tiſchen Landwirthes, erzeugen die rohen Kartoffeln bei der Füt⸗ terung des Viehes mehr Fleiſch, und die gedämpften, in einem Trank für's Milchvieh aufzulöſenden Kartoffeln, mehr Milch. Eine ſtarke engliſche Milchkuh bedarf täglich 3 ½ Metzen Kartoffeln mit 1½s Scheffel Malzſchrot und etwas Heu. Die von der Milch gewonnene Butter ſo gefuͤtterter Kühe iſt vortrefflich.(Prakt. Wo— chenbl. J. 1840 Nro. 13). Seite 336. Bei dem bedeutenden Futtermangel des Winters 1841 hat man an verſchiedenen Orten Rheinheſſens die Methode des Fütterns angewendet, wie ſie im Würtembergiſchen zuweilen ſubſtituirt wird, und zwar mit Erfolg. Die Methode beſteht in Folge toffeln Zuſatz zwei. waren ſauer waͤhre daß des wahn derſe gebri Fütte gern ſagt. 1841 ausb geha begri ſteht. futte eintr Cent hoher keit Reſu mit Art! der E zu be ſpul 1836 569 eäüch 1 Folgendem: fuͤr 20 Stück Rindvieh werden täglich 80 Pfd. Kar⸗ ae ie toffeln ganz klar zerſtoßen, wozu 15 Pfd. Gerſtenſchrot mit einem . Zuſatz von 4 Pfd. Salz gefügt werden. Dieſe Miſchung kam in 4 u zwei Kübel, welche mit 7 Eimern kalten Brunnenwaſſers angefüllt 1 a waren, wurde dann gehörig umgerührt, und blieb, um ſie nicht . Nuh ſauer werden zu laſſen, nur 10—12 Stunden in denſelben ſtehen, kbeſin während welcher Zeit ſie noch einmal umgerührt wurde. Statt Jen zu li daß man ſonſt klares, erwärmtes Brunnenwaſſer zur Abbrühung Acher de des aus Stroh beſtehenden Häckerlings anwandte, wurde die er— weltes nt wähnte Miſchung jetzt in einer Blaſe abgekocht, und dann mit mmer rin derſelben der Häckerling in den Futterkufen fruͤh und Abends ab— zen Stff gebrüht, dieſe mit einem Deckel wohl verſchloſſen und zur beſtimmten 4 Kotline Fütterungszeit dem Vieh gegeben. Es iſt zum Verwundern, wie — zeritunn gern das Vieh dieſes Futter verzehrt und wie gut es ihm zu— * Füttm u ſagt.—(Allg. Zeitung f. d. deutſch. Haus⸗ und Landwirth. J. ſen.-(i 1841 N. 12.) Arhaſt gen Seite 346. Es iſt begreiflich, daß je größer die Weingeiſt— Se daber n ausbeute aus der Maiſche, deſto geringer der verbliebene Extrakt— Fütteruns gehalt(Stärkegummi) iſt, der die Nahrhaftigkeit der Schlämpe Q der zeiie begründet, ſo daß erſtere mit letzterer im verkehrten Verhältniſſe Erfabrun ſteht. Aus dieſem Grunde hat die Schlämpe, als Vieh- und Maſt— 2 Hartofft futter betrachtet, nicht immer gleichen Werth, und es können Fälle ſtoßen wir eintreten, wo 5 Eimer, andere, wo 10 Eimer derſelben einen den Tfe Centner Heu in der Nahrhaftigkeit äquivaliſiren. Für einen ſo Bides Voſſ hohen Grad von Vergährung hat man die geringere Nährfähig— aber nitt keit der Schlämpe noch gar nicht erprobt, und nach bekannten jeſten und Reſultaten iſt eine Verwendung derſelben zur Maſtung der Eimer mit 3 kr. C. M. hinlänglich bezahlt. Das Sacharometer(eine un der brit Art Areometer) iſt das beſte Mittel, um damit jedesmal den in ei der it⸗ der Schlämpe verbliebenen Extraktgehalt und darnach ihren Werth pften, i zu beſtimmen.(Oekono. Neuigkeiten 1841.) mehr Milh Seite 349. Fütterung mit Kartoffelbranntwein⸗ Kartoferr ſpülicht; aus dem Centralb. d. landw. Vereins in Baiern. J. der Mil 1836. Oktb. entlehnt. Der Oekonom Schuh füttert ſein Rindvieh Prakt. We und Schweine ſchon ſeit 16 Jahren mit Schlämpe, ohne daß ihm in dieſem Zeitraume auch nur ein Stück Vieh erkrankt, noch es Virte weniger geſtorben wäre. Er befolgt hierbei folgende Methode: e Nettede 1. Die Kartoffeln, welche auf ſandigem Boden gebaut ſind, werden nach gehöriger Reife bei trocknem Wetter geerntet n zuweilen eh b und wohl gereinigt eingebracht. beſteht i — 570 2. Vor dem Einmaiſchen läßt er die Kartoffeln dämpfen, und die Dampfmaſchine iſt ſo eingerichtet, daß das übelriechende braunfarbige Waſſer abläuft. 3. Nach der Gährung bleiben ſie noch ſo lange ſtehen, bis ſie in Weinſäure übergegangen ſind, und werden dann, ehe ſie in Eſſigſäure übergehen, gebrannt. 4. Das Spülicht darf nicht alt werden und wird dem Vieh gegeben, ſobald es nur eine laulichte Wärme hat. Nur für ganz junges Vieh iſt die Schlämpe nicht ganz geeignet. Seite 431. In dem von F. Pohl herausgegebenen Archiv d. deutſchen Landwirthſchaft, J. 1841, Juli, S. 31, wird darauf aufmerkſam gemacht, daß ein ſehr unterrichteter Landwirth die Mittheilung gemacht habe, daß die Talk⸗ oder Bittererde als Beſtandtheil des Bodens beſonders dem Kartoffelbaue günſtig ſei. Derſelbe nahm die Bemerkung auf, daß die im Erzgebirge und Voigtlande erzeugten Kartoffeln ihren oft gerühmten Wohl⸗ geſchmack lediglich der daſelbſt im Boden befindlichen Bittererde verdanken. Es wäre zu wünſchen, daß auch Andere ihre Bemer⸗ kungen mittheilten. Seite 439 c. Uiber den Kartoffelbau berichtet Möller zu Germerode Folgendes:»Durch mehrjährige Verſuche und durch das davon erhaltene Reſultat bin ich zu der Uiberzeugung gelangt, daß bei einem ausgedehnten Kartoffelbau, wie man dieſen auf bedeutenden Gütern behufs der Branntweinfabrikation antrifft, es ſich als ſehr vortheilhaft herausſtellt, wenn man die Kartoffeln nicht in friſchem Dünger pflanzt und das Land, worauf ſie gebauet wurden, eben ſo wenig mit Roggen beſtellt. Ich pflanze ſeit mehren Jahren die Kartoffeln nach Roggen oder, um mich des techniſchen Ausdrucks zu bedienen, in's Sommerfeld und erhalte vollkommen ſo reichliche Ernten, als früher nach friſch auf⸗ geführtem Dünger. Uiberdieß erhalte ich vorher eine beſſere Roggen— ernte, und der Ertrag der nachfolgenden Sommerfruchtbeſtellung iſt nicht unergiebig, da durch das Bearbeiten der Kartoffeln das Land von allem Unkraut geſäubert wird. Auch kann man das Gerathen des Klee's in dieſer Sommerfrucht mit ziemlicher Ge— wißheit annehmen.«(Landwirth. Zeitung f. Kurheſſen, J. 1841, 1. Quartal.) Seite 448. Zeile 16 v. u. Zu den Beobachtungen beim Legen der Saatkartoffeln verdient erwähnt zu werden, daß die Lage derſelben Einfluß auf die Zeit und Größe der Ernte hat.— hefte der die Lage verſetzt wichtiger reichliche welche, gung de zu dem treiben, mit ihr viel ſch nur der wichte der An mittelſt hörige, ſchen U nur ba ſchaffen eine gl laſſen. dieſer nur da Knoller ſie ſeich durchs Vereins S arbeit (S. 17 ſo hat rath al Mehlwi Verſchl trockn D aus de nach d bricht, 571 dam pfen, M.... itan hat.— Ein erfahrner engliſcher Kultivator macht im Oktober— hefte des Floricultural Magazine die wichtige Bemerkung, daß ſgehen, e die Lage der Kartoffeln, in welche die Knollen zur Keimung „ bſ verſetzt werden, ein keineswegs gleichgültiger, ſondern ein höchſt 8d dann, e wichtiger Umſtand ſei, wenn der Anbauer eine eben ſo zeitige als k) den ſ. reichliche Ernte bekommen will. Schößlinge oder Stengel nämlich, nhat ii welche, anſtatt ſich zu verlängern, dick werden, behalten die Nei— Vanz gun gung der Zweige, ihren Saft zu ihren leitenden Knoſpen, oder teter g zu dem von den Stengeln der Pflanze entfernteſten Punkte zu k win h treiben, wovon ſie einſt Theile bildeten. Legt man nun die Knollen Lartr mit ihren Treibaugen gegen den Grund gerichtet, ſo wird man 4 viel ſchwächere und ſpätere Triebe bekommen, und man wird nicht d nur der Frühzeitigkeit, ſondern auch der Qualität und dem Ge⸗ albau wichte des Erzeugniſſes großen Abbruch thun.— Wird nun bei 1 Enin der Anlage des Samenbeetes darauf geſehen, daß die Kartoffeln mittelſt eines ſtarken Setzholzes in größerer Vertiefung die ge— 1n Biten hörige, aufrechte Stellung bekommen, woze es nur einer prakti— sihre dr ſchen Unterweiſung des Einlegens bedarf, ſo wird man ſich nicht nur bald die früheſten und vollkommenſten Samenkartoffeln ver⸗ rie Näln ſchaffen, ſondern durch den guten Erfolg bald aufgemuntert werden, erſüche n eine gleiche Vorſicht auch beim Anbau im Großen eintreten zu lierzunn laſſen. Es iſt nämlich nur zu einleuchtend, daß das Auswerfen k nan i dieſer Frucht viel zu unbekümmert und ſorglos geſchieht, indem tion antff nur dann der höchſt möglichſte Ertrag zu erwarten iſt, wenn die ke Kartefft Knollen in gröͤßerer Tiefe eine aufrechte Lage erhalten, als wenn „voraufſt ſie ſeicht und verkehrt gelegt werden, ein Nachtheil, dem oft ſelbſt ſellt dh durchs Behäufeln nicht mehr abzuhelfen iſt.(Centralb. d. landw. moder, mn Vereins in Baiern, J. 1841, Jänner und Februar S. 74.) nerfeld un Seite 541 zu C. Aufbewahrung des aus der ver⸗ friſch ui arbeiteten Kartoffelmaſſe gewonnenen Stärkemehls ere Roggel(S. 172 u. ſ. w.).— Will man das Stärkemehl aufbewahren, htbeſtelun ſo hat man dazu zwei Wege, einen naſſen, wodurch der Vor⸗ toffeln de rath aller Beſchädigung durch Mäuſe, Mehlmilben(acarus farinae), n man dai Mehlwürmer(tenebrio molitor), ſelbſt der Menſchen(unter dem nliher be⸗ Verſchluſſe eines Deckels) entzogen werden kann, und einen J. 1841, trocknen. V Der naſſe Weg beſteht darin, daß man das Stärkmehl nen hein aus dem Sammlungsgefäße, welches unter der Reibbank ſteht, daß die nach dem Abgießen der Fluſſigkeit und des Faſerſtoffes heraus— der Ernte. bricht, und in ein größeres ſtehendes, mit guten eiſernen Reifen beſchlagenes Geſchirr bringt, das zur Aufbewahrung der Vorräthe im Großen dienen ſoll. In dieſem Vorrathsgeſchirrre hält man das abgeſetzte, und im ruhigen Waſſer zu Boden geſunkene Stärk⸗ mehl beſtändig unter einer Waſſerſchichte, die immer zu- und ab⸗ fließt. Die Waſſerdecke ſchützt das darunter lagernde Stärkmehl gegen die Veränderungen durch den Luftzutritt, ohne ſelbſt auch die geringſte Veränderung daran und darin zu veranlaſſen. Dieſe Aufbewahrungsart ſtützt ſich auf den Erfahrungsſatz, daß ſich das Stärkemehl im friſchen, immer erneuerten Waſſer durch gewaltſames mechaniſches Aufruhren wohl löſen, aber nicht auflöſen könne. Würde aber das Waſſer ohne Erneuerung über dem Stärkemehl belaſſen werden, ſo würde dasſelbe ſchon an und für ſich, und um ſo mehr in Verbindung mit dem Stärkemehl, nach Maßgabe der äußern Wärme, bald in Fäulniß übergeben. Der trockene Weg zur Aufbewahrung der Stärke beſteht darin, daſt man die reine, feſte, abgeſetzte Stärke nach der Ent— fernung der Nebentheile, auf Hurden bringt, die mit trocknen reinen Tüchern belegt ſind, die Hurden aber ſammt ihrem Inhalte entweder, wenn es die Jahreszeit erlaubt, an einem lufttrocknen Orte, oder auf irgend eine Dörranſtalt in oder außer der Wohnung zum Verdünſten der Feuchtigkeit hinſtellt. Das getrocknete Stärk— mehl kann dann in Fäſſern oder Kiſten gefüllt, und darin ver⸗ ſchloſſen gehalten werden. (Mittheil. über zweckmäßige Aufbewahrung von Nahrungs— mitteln J. 1840.) Seite 542. Zur Aufbewahrung des Mehles. Soll das lufttrockene oder gedörrte Mehl nicht blos auf mehrere Mo⸗ nate, ſondern ſogar auf mehrere Jahre brauchbar erhalten, und ſein großes Volumen auf einen kleinen Raum zuſammengedrängt werden, ſo iſt ein Faß dazu das tauglichſte Geſchirr, und zwar ſind jene Fäſſer die beſten, welche bei größerer Länge einen geringeren Durchmeſſer der Breite haben. Jedoch muß das gewählte Holz allen Beigeſchmack oder Geruch nach den verſchiedenen Be⸗ ſtandtheilen des Holzes, oder nach dem ehemaligen Inhalte ent⸗ weder durch Verdünſtung oder durch künſtliches Röſten im Back— oder Darröfen, oder durch Auslaugen in heißen Waſſerdämpfen vollkommen verloren haben. In den öſterreich. Aerarial-Magazinen wählt man zu den Faßdauben Fichten- und Tannenholz; die Nord— amerikaner wählen Rothbuchenholz. Die Haushalt hergericht fernunger Das Fäſſer er untern S und zule kleidete dichtem ausgepo kleinere eine neu daß ſie mit dem dem Me˖ tiger 3. Mehl be auch rec erregend ſtark au La⸗ Jahr un es bei! bildet. trockene und in Jahre l. weiſe a⸗ Faßdaul das Me oder St drückt d zuletzt i wiederhe 573 u der Vad Die Fäſſer für die Aufnahme des Mehles in den kleinern ere hült Haushalt des Einzelnen werden zweckmäßig von 100— 200 Pfd. unkene ei hergerichtet, damit ſie durch 1— 2 Menſchen auf kleinere Ent— 1. zu⸗ m⸗ fernungen auf- oder abwärts geſchafft werden können. elde Stinn Das trockene Mehl wird in die mit feſten Reifen gebundenen ne ſältt Fäſſer entweder feſt eingetreten, oder aber mit breiten, an den nlaſen, d untern Kanten abgerundeten Stößeln allmählig erſt feſtgedrückt, Aaß ſit! und zuletzt feſtgeſtampft. Das Eintreten geſchieht durch reinlich ge— en Vuiſſ kleidete Leute, die an die Füße eigene, zu dieſem Zwecke aus Ihren t dichtem Zwillich verfertigte, und an der Sohle belederte und etwas r das Ui ausgepolſterte Mehlſtrümpfe anziehen. Er nimmt nur jedesmal den, ſo tuh kleinere Portionen Mehl in das Faß, die er feſttritt, ehe er ſich r Verliid eine neue Zugabe reichen läßt. Die Maſſe muß ſo feſt werden, 2 rme, boh daß ſie einem neuen Fußtritte nicht mehr weicht. Das Faß muß mit dem Mehle vollkommen ausgefüllt ſein, und es darf zwiſchen 2 5tarke den dem Mehle und dem ſorgfältig aufgepaßten Boden kein lufthäl— ach der e tiger Zwiſchenraum bleiben.— Auf eine ähnliche Art wird das 3 mit tr Mehl bei dem Einſtampfen mit den Srößern behandelt, die ſich rthrem Jyit auch recht gut bei größeren Geſchirren ſtatt des immer etwas Ekel A' lufttroiin erregenden Eintretens von Menſchen, die während der Arbeit „der Vohnr ſtark ausduͤnſten, anwenden laſſen. knete eir Lagert eingeſtampftes oder getretenes Mehl in den Fäſſern darin e Jahr und Tag, ſo hat es ſchon eine ſolche Feſtigkeit erlangt, daß es bei dem Oeffnen eine ganz kompakte zuſammenhängende Maſſe 1 Natrug bildet. In dieſem Zuſtande läßt ſich das Mehl auf gewählten trockenen Lagerplätzen, wo die Fäſſer auf Unterlagen hohl gelegt phles. 61 und in mehreren Schichten über einander gerollt werden, viele niehrere N Jahre lang brauchbar erhalten; man ſieht blos darauf, die zeit— „halten, un weiſe abſpringenden Reifen zu erſetzen, und das Aufgehen der mengedri Faßdauben zu verhindern. Wird endlich das Faß geoͤffnet, um , und ſer das Mehl zu verbrauchen, ſo arbeitet man Stücke mit einem Beile einge ein oder Stemmeiſen heraus, bringt ſie auf einen Arbeitstiſch, zer⸗ , dedä druckt die Klöße ſorgfältig mit einem Welgerholze, und ſiebt ſie dnn R zuletzt in einem feinen Siebe aus, bis alles die Mehlform durch Inhalte ent wiederholtes Preſſen und Sieben erlangt hat.(Eben daſelbſt.) Inh ü. Kot, en in Bit ſorda ppfe—— aſſerdan SSA 0 31 T— SSSE— ⸗Magaäin die Notd — ooöoͤͤoͤͤͤͤͤ- ————..—————B;é’—V——.ͤ——— Druckverbeſſerungen. Seite 2 Zeile 15 u. 16 v. u. nach: ſich und hängend, hat das Zeichen— eg wegzubleiben. 5 u. 6 ſtatt: Chili, iſt zu leſen: Chile. 17 Zeile 10 v. o. ſtatt: in, iſt zu leſen: und. —„ 13 v. o.„ den Schafe, iſt zu leſen: der Schafe. 18„ 8 v. u.„ Titicacea, iſt zu leſen: Titicaca. 19„ 10 v. o.„ Labrader, iſt zu leſen: Labrador. 20„ 6 v. o.„ fleiſchfarbig blühen, iſt zu leſen: fleiſchfarbig blühende. 22„ 11 v. u.„ Abb der Wurzelknolle ſ. P. u. B. Monogr. Taf. Fig, iſt hier und auf den folgenden Seiten zu leſen: Sieh die Abbildung der Wurzelknolle in Putſche und Bertuch's Mo— nograph. 32„ 18 v. u.„ Varn-battales, iſt zu leſen: Varn-battates. 41„ 22 v. o.„ kenutlich, iſt zu leſen: kenntlich. 31„ 9 v. u„ Guerin, Varey, iſt zu leſen: Guérin-Varey 54„ S8 v. u. ſoll es in Bezug auf den Stärkmehlgehalt heißen: 240 Pfd. Kartoffeln liefern: 1 v. u. ſtatt: daſselbe, iſt zu leſen: dasſelbe. 84„ 12 v. o.„ niedrigem, iſt zu leſen: widrigem. v. u. nach: Ammoniak kommt ſtatt dem Bindezeichen ein Komma zu ſetzen. „ 18 v. o. ſtatt: gleicht, iſt zu leſen: gleichen. „ v. o.„ Brot, iſt zu leſen: Brod. 108 In der angeführten Tabelle iſt zu leſen, daß in 25 Loth die Beſtandtheile der Kartoffeln in trockenem Zuſtande in fol— gendem Verhältniſſe vorkommen: Eiweißſtoff..... 54 Gran. Zuckerſtoff, ſeröſer.. 78„ „ ſchleimiger.. 174„ Stärkemehl... 11122„ Holziger Faſerſtoff. 678 In dieſer Tabelle iſt ferner zu leſen: die Gerſte enthält ſtatt: 1190 Gr. Faſerſtoff, dieſe Menge ſchlei— migen Zuckerſtoff der Mais 21„ 1470 Gr. dto. dto. 124 Zeile 6 v. o. nach wird, iſt viel wegzuſtreichen. —„ 15 v. o. ſtatt: 2607 Pf., iſt zu leſen: 232.06 Pf. oder 8pCt. 0 Seite 155) 3²0 Seite 125 Zeile 15 v. o. ſtatt: deſſenungeachtet, iſt zu leſen: deſſen unge⸗ achtet. „ 132„ 15 v. u.„ Mayen, iſt zu leſen: Meyen. „ 133„ 4 v. u.„ S§. 30, iſt zu leſen: Seite 205. *„—„ 109 v. u.„ Nr. 6, iſt zu leſen Nr. 7. „ 136„ 6 v. u.„ Hanſ. iſt zu leſen: Hanf. „ 145„ 14 v. u.„ Zaofen, iſt zu leſen: Zapfen; „ 147„ 2 v. o. nach eines, iſt das Komma zu ſtreichen und nach Eies zu ſetzen. das Jäit„ 160„ 18 v. o. ſtatt: 30 Pf. iſt zu leſen: 35 Pf. geriebene Kartoffeln. „—„ 23 v. o.„ 4% Pf., iſt zu leſen: 5 ½ Pf. „ 199„ 2 v. u.„ aauft, iſt zu leſen; lauft. „ 194„ 17 v. o.„ gruußbar, iſt zu leſen: genußbar. Schait„=„ 21 c. do.„ S. 45, iſt zu leſen: 44. r Aca.„—„ 8v. u.„ aorzüglich, iſt zu leſen: vorzüglich. Ror.„ 195„ 2 v. o.„ dder, iſt zu leſen: oder⸗ 1 n. ſtiſt„ 196„ 11 v. o.„ Paronchyms, iſt zu leſen: Parenchyms. „ 200„ 15 v. u.„ hrer, iſt zu leſen: ihrer. TI. B. Nun„ 205„ 8 v. o. nach Anwendung, iſt zu leſen: wie Seite 166. den folnn„ 208„ 13 v. u. ſtatt: Echo, iſt zu leſen: Echo. Satidumn“„—„ 2 v. u.„ o. 11, iſt zu leſen: 0,11 A ertuo„ 209„ 1 v. o. bei der Zahl 4,400 hat das Komma wegzubleiben. „ 213„ 17 v. u. ſtatt: indem, iſt zu leſen: in dem. Kann-uthn„ 234„ 11 v. u.„(8 Pf0, iſt zu leſen:(89. 28 Pf.) 2.„ 243„ 7 v. u.„ honniggelb, iſt zu leſen: honiggelb. sGuérin-ſan„ 250„ 11 v. u.„ Genge, iſt zu leſen: Gemenge. n eſal*„ 263„ 5 v. u.„ Döberiner, iſt zu leſen: Döbereiner. i„ 270 ſtatt: Fünfter Abſchnitt, iſt zu leſen: Vierter Abſchnitt. .„ 273 Zeile 21 v. o. ſtatt: ſ. S. 238, iſt zu leſen: ſ. S. 245 u. 246. 4*„ 282„ 4 v. o. nach: ertheilt, iſt zu leſen: nicht unbeachtet bleiben. n.„ 283„ 16 v. n. ſtatt: Gewinnen, iſt zu leſen: Gerinnen. 5. vnäm„ 287„ 16 v. u.„ eiinge, iſt zu leſen: einige. „=„ 5 v. u.„ Verlauf, iſt zu leſen: Vorlauf. 2„ 290„ 16 v. o.„ Penſor, iſt zu leſen: Perſoz. „ Laiht„ 291„ 2 v. o.„ wähnend, iſt zu leſen: während. eleneen,„ 292„ 21 v. o.„ lhm, iſt zu leſen: ihm. nſande„ 293„ 19 v. o. nach: Brannt, iſt das Theilungszeichen zu ſetzen. 4„ 294„ 2 v. o. ſtatt: chon, iſt zu leſen: ſchon. en.„=„— v. o.„ m, iſt zu ſetzen: im. 297 11 v. o.„ Kgpfer, iſt zu leſen: Kupfer. „ tohol!, iſt zu ſetzen: kohol. V„ 303„ 12 v. o. nach: kann, iſt der Doppelpunkt zu ſtreichen, und V kommt nach werden zu ſetzen. „ 318„ 18 v. u. nach Dombasle's Unterſuchungen ſind 300 Pf. wenae ſcͤl.—. r Mengeſce gutes Wieſenheu im Futterwerthe gleich 561 Pf. gen zuckeſ rohen oder 516 Pf. geſottenen Kartoffeln, vor dem do. Sieden gewogen. „ 320„ 4 v. o ſtatt: Kröte, iſt zu leſen: Körte. pf. oder de — ——— 1 2 „ 324„ „ 335„ b„ 330„ 1 2 341 2 1„ 351 2 „ 360„ „ 362„ 11 2 „ 363„ „ 370 „ 381„ „ 382„ 385„ „ 304„ „ 395„ „ 396„ 2 402„ 2— „ 403„ 417 „ 418„ .„ 423„ „ 424„ 1 428 „ 453„ „, 494, „ 473„ 77 505 77 „ 520„ „ 524„ „, 529„ 1„ 538„ — 17 „ 545„ „ 5406„ „ 557„ I 560„ Zeile 1 v. o. 20. III.), iſt wegzulaſſen. 14 v. o. ſtatt: Perſelin, iſt zu leſen: Preſelin. 14 v. u.„ die Runkeln, iſt zu leſen: den Runkeln. 11 v. o.„ kleinen, iſt zu leſen: keinen. 20 v. oöo.„ frei⸗, iſt zu leſen: fres⸗. 18 v. u.„ zweo, iſt zu leſen: zwei. 19 v. o.„ ſemmeln, iſt zu leſen: ſammeln. 17 v. u.„ daß ſie, iſt zu leſen: daß die. 14 v. u.„ daß die, iſt zu leſen: daß ſie. 18 v. o.„ werden, iſt zu leſen werde. 18 v. o.„ welchim, iſt zu leſen: welchem. 13 v. o.„ Vaaritäten, iſt zu leſen: Varietäten. 14 v. o.„ rwothgereiften, iſt zu leſen: rothgeſtreiften 7 v. o.„ die Schädlichkeiten, iſt zu leſen: die zu Schädlichkeiten. 11 v. o. nach: daraus, iſt zu leſen: mehr. 15 v. u.„Nſich, iſt zu leſen: erſt. 13 v. o. ſtatt: Tofia, iſt zu leſen: Tafia. 18 v. o.„ diſtilirt, iſt zu leſen: deſtillirt. 17 v. u.„ Dem Chaufpied, iſt zu leſen: Hr. Chauf⸗ pied. 15 v. u. nach: Enzian, hat das Bindezeichen wegzubleiben. 1 v. o. ſtatt: ausbrochen, iſt zu leſen: ausbrachen. 6 v. u.„ gilt„o, iſt zu leſen: gibt ⸗ 17 v. u. nach: übrigens, iſt zu leſen: die Preiſe aller Feil— ſchaften 13 v. u.„ Brache, iſt zu leſen: weder phyſiſch noch ökonomiſch mit Getreide bebaut werden, können, weil die Brache oder der 20 v. o. ſtatt: Chanos, iſt zu leſen: Chonos. 1 u. 12 v. o. ſtatt: abgeegt und geegt, iſt zu leſen: abge⸗ eggt und geeggt. 13 v. u. ſtatt: allgemeinen, iſt zu leſen: Allgemeinen. 15 v. u.„ maßige, iſt zu leſen: mäßige. 16 v. u.„ Cunl, iſt zu leſen: Curl. 11 v. u„— 40° R, iſt zu leſen:— 14° R 19 v. u.„ Einlaufen, iſt zu leſen: Eintauchen. 8 v. o.„ S. 526, iſt zu leſen: S. 527. 15 v. o.„ S. 526, iſt zu leſen: S. 527. 16 v. u.„ S. 500, iſt zu leſen: S. 100. 8 v. u.„ Breitung, iſt zu leſen: Bereitung. 17 v. u. Sor, iſt zu leſen: Sorte. 13 v. o.„ er zeugte, iſt zu leſen: erzeugte. 6 v. o.„ nooch der, iſt zu leſen: nach der. —— —— — *. 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