Sn S0 ₰ S 8 ☛ OOOO “ 0009000099G 0 5 80 F 2 38 & 98 3 * 9 3 22¾G 9822'82 3 e8 38 1 1 SSs 3 566600065, 4qà, 8 SS 5 Sc 892 Se w— 3 † 8 8 3 erdoosre e 8 S D Kesn 9 „ 992039e9e 899 8. 23) do ch 585d35 e5885 855 885 dd 050 299OdL S 86 1 —⸗ 3 S E d Se eece cee 8 S 88 38 .,— 9, 341 8 S von Thünen's Haken⸗Bflug von 3 2* 38 2 d 9dc G 106000, 60,5,4608 4 Se999909 88888889. 99 Se G 88995288888 82 85 8 ne 9 99020902 9203 99299299999 22,ocoecaedoe 2L2902 SG S Rads 2 2 20 = 6 6 6,—6,— SSe F. G. v. Bodbien. 6 228S22S ii e 9 299Se 888 SS8S —os 6 = S o S 828882 5— 8 05 6G een 1999g99909099 SSs Ssrrd 528-=88620snssssenneeeeeeeense 85 G G 99 e9 1 — 8 Sen 6680˙60 6900603 ggoooooonenes Sewer geeeehagegegeeeee Peereee l A ee e Sse 8 358 3 8₰ 3 8 8 8 8 3 3 3 8 8 9 eeedeeee NS= 9 25 8 5 88 9. G S. N. H. G. F. 68 G 2 Feſed Se 1 Sehne 96292052 83 Ken eederrtraeirreren.Nele RARM 9 e 8 SSeeee eee 33333338 8s 8 ☛ 98 8 e An d d 8 8 lh 7 eeneeeeee 98 ein vorzuͤglicheres Ackerwerkzeug als der gewoͤhnliche Pflug, beſchrieben nach Schumacher und dargeſtellt nach fremden und eigenen funfzigjaͤhrigen Erfahrungen nebſt Notizen über von Thünen'’s Hakenpflug, mit 2 Abbildungen und 29 Figuren in Steindruck von Friederich Gotthard von Boddien, in früheren Jahren ausübendem Landwirthe und Großherzoglich Mecklenburg Schwerinſchem Geheimen Domainenrathe; ſpäterhin Königlich Großbritt.⸗ Hannov. Oekonomie⸗Rathe und zuletzt wirkl. Regierungs⸗Rathe bei der Landdroſtei zu Aurich, Mitgliede mehrerer gelehrten und ökonomiſchen Geſellſchaften und patriotiſchen Vereine des In⸗ und Auslandes. — (Aut kolten des Verkallers zum Belten unbemittelter Ackersleute.) d33 8e e. 83 G ——° A OO 65 23 S Oldenburg. 89 Ox.— BIBLIGTI”-NN ai 13 CHEN gedruckt hei Gerhad Stalſli ue DLEAA — 14 1DrS) Aehl 4 S 1840. E NOGl.IN X— üb Alphabetiſche Subſeribenten⸗Liſte auf die Abhandlung: über den Merklenburgilchen Haken von F. G. von Boddien. d Sein Sein EEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE Befoͤrderer der Herausgabe dieſer Schrift. Durch Unterzeichnungen von 1837 bis 1839. ———— Anzahl der Exemplare. Seine Königliche Hoheit der Herzog von S Hdtd Te⸗ als Durchlauchtigſter Schutzherr..... 1 Seine Majeſtaͤt der Koͤnig von Daͤnemark............ 10 Seine Majeſtaͤt der Koͤnig von Preußen........... 1 Seine Koͤnigliche Hoheit der Großherzog von Baden...... 10 Seine Koͤnigliche Hoheit der Großherzog von Heſſen⸗Darmſtadt 10 Seine Kraliihe Hoheit d der Sroſheazus n von Aelr enbig⸗ Schwerin. 8 10 Seine Koͤnigliche Hohei der Großherzog von Mecklenburg⸗ Strelitz............................. 10 Seine Koͤnigliche Hoheit der Großherzog von Oldenburg. 10 Seine Koͤnigliche Hoheit der Groſßherzog von Sachſen⸗Wei⸗ mar⸗Eiſenach..................... 12 Seine Koͤnigliche Hoheit Prinz Friedrich der Niederlande.. 2 ** —— ——ÿy—————— — —— — — Seine Durchlaucht der Herzog von Anhalt⸗ Bernburg... Seine Durchlaucht der Herzog von Anhat⸗Deſſau..... Seine Durchlaucht der Herzog von Anhalt⸗Köthen........ Seine Durchlaucht der Herzog von Ahrenberg⸗Meppen... Seine Durchlaucht der Herzog von Braunſchweig........ Seine Durchlaucht der Herzog von Sachſen⸗Altenburg-.. Seine Durchlaucht der Fuͤrſt von Bentheim und Steinfurth⸗ Seine Durchlaucht der Fuͤrſt von Lippe⸗Schaumburg.... Seine Durchlaucht der Fuͤrſt von Schwarzburg⸗Sondershauſen Die Durchlauchte Deutſche Bundes⸗ B ſarninn zu Vuane⸗ furt a. M. 50eeeeee eeeeeee eeeeeeee Das Koͤniglich Niederlaͤndiſche Wiiniſterinn)e ent der National⸗Induſtrie im Haag⸗... Das Koni lich Saͤchſiſche zaniſterumn des Innern zu S Die Koͤniglich Hannoveriſche Landdroſtei zu Aurich.... Die Koͤniglich Hannoveriſche Landdroſtei zu Hannover... Die Koͤniglich Hannoveriſche Landdroſtrei zu Hildesheim.. Die Koͤniglich Hannoveriſche Landdroſtei zu Luͤnebuirg... Die Koͤniglich Hannoveriſche Landdroſtei zu Osnabruͤck... Die Koͤniglich Hannoveriſche Landdroſtei zu Stade... Anzahl der Exemplare. 10 6 8 10 20 9 30 10 10 12 10 20 Geſellſchaften und Vereine, welche die ihnen vom Verfaſſer, als Mitgliede, verehrten Exemplare angenommen, und andere, welche ſelbſt mehrere davon entboten haben. Anzahl der Exemplare. Die Koͤnigl. Belgiſche Acker⸗ und Gartenbau⸗ Geſellſchaft zu Gent 1 Der Verein fuͤr Land- und Serwirisſhafe im Braunſchweig⸗ 1 Die Koͤnigl. Daͤn ſche Landhaushalts⸗'Geſellſchaft z zu pehagen 1 Die allgemeine Cameraliſtiſch-Oekonomiſche Societaͤt zu Er. langen-.-....................................... 1 Der Verein fuͤr Garten- und Feldbau zu Frankfurt a. M.— 1 Die Vemgfich Lerneneriſche Veirt ſchents Seſeniihait zu Celle⸗ 3. 20 Die Konigliche Geſellſcheft zur Beförderung des AGerbanen, der Induſtrie 2c. zu Harlem.................... 1 Die Kaiſerlich Koͤnigliche Maͤhriſche Geſellſchaft zur Befoͤrde⸗ rung des Ackerbaues zu Brunn........ 6 Die Koͤniglich Maͤrkiſche Oekonomiſche Geſellſchaft zu Potsdam 1 Der Mecklenburgiſche Patriotiſche Verein fuͤr Ackerbau, In⸗ duſtrie und ſittliche Cultur................... 50 Die Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft zu Mtau. 1 ſchaft zu Oldenburg. Die Ackerbau Societaͤt der Seine zu Paus. Die Oekonomiſche Geſellſchaft zu Philadelphia.. Die Pommerſche Oekonomiſche Geſellſchaft zu Stetten -.-....„ V V . Die Großherzoglich 2l aieRiche Keebewirtt teſihſes⸗ jGeſil⸗ — 8☛ᷣ Die Koͤniglich Preußiſche Landeskuitur⸗Geſellſchaft zu Arensberg Die Oekonomf Se ſeheit u Ranis im erthr heß. Schleitz- 1 Die Dakonomiſche Geſelſchaft im Kbnigrei 2 Sachſen; zu Sereden 1 Die Herzoglich SAesbige Steiiche Ieiat iihr Feſäiſchsf zu Altona⸗. 1 Die Kaiſerlich Koniglich Steiermartiſche L Landwirtfſitzafts⸗ Ge. ſellſchaft zu Graͤtz............................. 1 Die Weſtphaͤliſche Seſeuſchaſs Si Be e win daterlandſcher Cultur zu Minden⸗ Anzahl der Exemplare. Die Kaiſerlich Koͤnigliche Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft zu Wien 1 Die praktiſche Gartenbau⸗Geſellſchaft zu Frauendorf..... 1 Der Gartenbau⸗Verein fuͤr das Koͤnigreich Hannover zu Aurich 1 Der Verein zur Befoͤrderung des Salſenains. in dn enhf, ſchen Staaten zu Berlin⸗... 2 Die Herzoglich Sachſen— Meiningiſche Sod jetaͤt der Forſt⸗ ind Jagdkunde zu Dreißigacker.......................... 1 Der Kunſt- und Handwerks-Verein zu Altenburg..... 1 Der Gewerbe⸗Verein zu Duͤſſeldorrt.. 10 Der Wohlthaͤtigkeits⸗Verein im Haag.......... 3 Die Direktion des Gewerbe⸗Vereins fuͤr das Koͤnigreich Hannover 2 Der Provinzial⸗Vorſtand dieſes Vereins zu Aurich.... 1 Der Provinzial⸗Vorſtand dieſes Vereins zu Hannover... 3 Der Geemeianütie Verein iur das Konigteich Hannover zu Hameln ·............ 1 Die Geſelſſhaft Feli Meritis zu d Ainſte darn y.. 2 Die Naturforſchende Geſellſchaft zu Emden... 1 Die Geſellſchaft zur Befoͤrderung der ſchoͤnen Kuͤnſte und Wiſ⸗ ſenſchaften zu Fraꝛ nkfurt a. M................. 1 Die Naturforſchende Geſellſchaft zu Goͤrl.. 1 Die Geſellſchaft zur Deſs derun dedesuneher Wiſſenſchaf⸗ ten zu Groͤningen................... 1 Die Naturforſchende Geſellſchaft zu Halle................ 1 Die Naturforſchende Geſellſchaft zu Roſtochtͤhtͤ)... 2 Die Kurlaͤndiſche Geſellſchaft fuͤr Litteratur und Kunſt zu Mitau 1 Die Geſellſchaft fuͤr Pommerſche Geſchichte und Alterthums— kunde zu Stettin-................................... 1 Die Philomatiſche Geſellſchaft zu Roſfcch. 2 Die Phyſikaliſche Geſellſchaft zu Leer.... 1 Die Geſellſchaft zur Befoͤrderung wiſſenſchaft! licher Forſchung ngen zu Rotterdamn...... 1 Die Seelaͤndiſche Akademie der Wiſſenſchaften zu Middelburg 1 Die Archaͤologiſche Geſellſchaft zu AIthhnn..... 1 Die Königliche Geſellſchaft fuͤr Nordiſche Alterthuͤmer zu Co— penhagennn 3 Der Verein fuͤr Mecklenburgiſche Geſchichte und Alterthums⸗ kunde zu Schwerrirnn/n/n/n/n/n/n/n 1 Der Hiſtoriſche Verein fuͤr Niederſachſen zu Hannover... 1 Thuͤringiſch⸗Saͤchſiſcher Verein zur Erforſchung vaterlaͤndi⸗ ſchen Alterthums zu Halle... 4 Der Voigtlaͤndiſche Alterthumsforſchende Verein zu Hohenleuben im Fuͤrſtenthum Reiß⸗Schleil........... 1 l der plar. Anzahl der Exemplare Herr Ahrends, G. T. B., Landwirth zu Bingum.... 1 - AUhrends, E., Landwirth zu Soltbororg...... 1 ⸗ Ahrends, Fried., Landbauer zu Mile praierie, im Staate Miſſournnnnnn. 2 Se. Excellenz der Graf von Alten, Koͤniglich Hannoveriſcher General, Staats- und Kriegsminiſter, Erbherr auf Stelle, Warmbuͤchen und Wilkenburg, zu Hannover ꝛc. 2ꝛc...... 1 Herr Angelbeck, Brauer zu Dannenberrgg. 1 ⸗ Alberti, Prediger zu Hohenleuben im Fuͤrſtenthum Reuß⸗ Schleilzlzlllllnnn..... 1 Herr Bar, Koͤniglich Hannoveriſcher Kammerrath zu Hannover 2 Se. Excellenz der Herr von Baßewitz, Koͤniglich Preußiſcher wirklicher Geheimer-Rath und Ober⸗Praͤſident der Provinz Brandenburg ꝛc., zu Potsvuemnm. Se. Excellenz der Herr von Baßewitz, Großherzoglich Meck⸗ lenburgiſcher Geheimer Rath und Landrath, Erbherr auf Schoͤnhoff, Wendorf und Mummendorr.. 1 Herr von Beaulieu-Marconnay, Koͤniglich Hannoveriſcher Ge⸗ neral⸗Major und Wherſincſantäiter n ittshheind y.... 1 Herr Bechner zu Rieſſtet........ 1 ⸗ Becker, Profeſſor der Oekonomie zu Foſock, Diſtrikts⸗ Direktor des Mecklenb. Patriotiſchen Vereins fuͤr Ackerbau ꝛc. Herr Becker, Forſt⸗Inſpektor zu Roͤvershagen in Mecklenb. ⸗ Beckering, Advokat zu Soͤgl.. - Begemann, Landwirth zu Klippet - Begemann, Hauptmann und Vorſteher der Navigations⸗ ſchule zu Emden..... Herr Behnes, Dr., Advocat zu Lathen... „ Bergner, Buchbinder zu Wittmunͤdͤdͤd..... Das Kirchſpiel Berſſen, Amts Haſeluͤden.. Se. Excellenz der Herr Geheime Rath von Bloudoff, Kaſſerl. Ruſſiſcher Miniſter des Innern ꝛc. ꝛc., zu St. Petersburg 1 Herr von Blum, Koͤniglich Hannoveriſcher Amts⸗Aſſeſſor zu Wittmund„.. 1 Herr von Boddien, J. C., Großherzogli h Mecklenburg⸗Schwe⸗ rinſcher General⸗Major, General⸗Adjutant, Kammerherr ———— ———— und Kommandant zu Ludwigsluufßfßfff.. 2 Herr von Boddien, Dr. d. R. und Koͤniglich Niederlaͤndiſcher Domainen und Enregiſtrements⸗Beamter zu Vollenhoven⸗ 2 Herr Boekhoff, O, Landwirth zu Oldendorpr... 1 Boning, Koͤnigl. Hannoveriſcher Steuer⸗Direktor zu Aurich 1 Anzahl der Exemplare. Herr Boͤning, D. H., Landwirth zu Atens ⸗ y.... 3 ⸗ Borchers, e enn zu Holtrop(Düifriesland).... 1 Se. Excellenz Baron van den Boſch, Koͤnigliche Niederlaͤnd. Geveral⸗Lieutenant und Miniſter der Kolonien im Haag ꝛc. ꝛc. 1 Herr Brandis, Koͤniglich Hannoveriſcher Amts⸗Aſſeſſor zu Leer ⸗ Kammerherr von Breitenbauch, Erbherr auf Branten⸗ ſtein, Director der Oekonomiſchen Geſellſchaft zu Ranis im Fuͤrſtenthum Reuß⸗Schleitz............................ 1 Bremervoͤrde, die Herrn Landes⸗Oekonomie⸗Beamte zu,... 5 Herr Broll, Poſtmeiſter zu Grevismuͤhlen den Dheienanra). 1 ⸗ Bruns, Wagenfabrikant zu Aurich............. 1 „ Buck, H. H., Buͤrgermeiſter zu Vörden.. 1 - Bueren, G. W., Dr. d. R. und Stadtſyndikus zu Emden 1 ⸗ Buſch, Oekonom zu Aſel agee......... 1 ⸗ von dem Buſche, imiafice Hannodeiſſcher Derſorſtinei ſter zu Osnabruͤck....... 1 Herr Buſemann, K. H. Landwirih zu B mierſwaldeee 1 - Buͤttner, Koͤnigl. Hannover. Amts⸗Aſſeſſor zu Friedeburg Herr von Orhnehi Senator 7 Emden, Lunteriiee von Wilhelminenholz.... 3 3 Se. Excellenz der Hrre von Garlowiß, Nonaich eian er Staats-Miniſter zu Dresden ꝛc. ꝛc...... 1 Herr Claaßen, Dr. und ausuͤbender Arzt zu Aurich.. 1 2 - Conring, Koͤniglich Hannoveriſcher Amtmann zu Aurich ⸗ Eraan, B., Obergeometer und Inſpector des Kataſters zu Bruͤſſel................ z................... 1 ⸗ Conradi, Koͤnigl. Hannoveriſcher Juſtiz⸗Rath zu Goͤttingen 2 1 Herr van Damm van Ißelt, Mitglied der zweiten Kammer der General⸗Staaten zu utreccch...... 1 Herr Dankwerts, Damainen⸗Pachter zu Schleſin in Mecklenb. 1 Se. Excellenz der Graf von der Decken, Koͤniglich Hannove⸗ riſcher General⸗Feldzeugmeiſter, Majoratsherr auf Ringel⸗ heim, Ooſe und Weehlan dc. c................ 1 Se. Excellenz der Herr Geheime⸗Rath von der Delean Erb⸗ herr auf Ochthauſen, Neuhof und Drochterſen.... 2 Herr von der Decken, S hastath und Witterſchäfis⸗ Praͤſtdent, Erbherr auf Feldhof⸗....... 1 Freiherr Des Tombe, Königlich Nirder audiſcherg enrra und Provinzial⸗Commandant von Gelderland zu Arnheim.. Herr Dirkſen, H. A., Landwirth zu Kritzim... 1 Anzahl der Exemplare. Das Kirchſpiel Dißen, Amts Iburg.... 3 Herr Domeyer, Tandſidits und Vſffr des puriler Colle⸗ gi zu Stade......... 1 ⸗ Hreramaun. G. R., Landwirth zu Midlum..... 1 ⸗ Dreesmann, H. R., Landwirth zu Wiſchenborg..... 1 Herr Droͤvenga, Amtsvogt zu Stickhaufen.... 2 ⸗ von Duͤring, Koͤniglich Hannoveriſcher General⸗Major und Brigadier, Erbherr auf Nottersdorf, zu Hannover. 1 Herr Eckermann, Dr. und Gouverneur Sr. Koͤnigl. Hoheit des Erbgroßherzogs von Sachſen⸗Weimar⸗Eiſenach zu Weimar 1 Herr von Elberfeld, Rittmeiſter, Erbherr auf Langen bei Bentheim Herr Ellermann, Muͤhlenmeiſter zu Breetz bei Dannenberg... 1 ⸗ Engel, C. W., Erbherr auf Gr. Grabow in Mecklenburg, vormals auf Grambzow; und Diſtriktsdirektor des Mecklen⸗ burgiſchen Patriotiſchen Vereins fuͤr Ackerbau ꝛc. ꝛc... 1 Se. Excellenz der Herr van Ewyk, Koͤnigl. Niederlaͤndiſcher Gouverneur der Provinz Drenthe zu Aſſſn...... 3 — Herr F. Fabricius, Landwirth zu Giſchow(in Mecklenburg) 1 ⸗ Graf von Flotow, Koͤniglich Saͤchſiſcher Geheimer Fi⸗ nanzrath, Direktor der Oekonomiſchen Geſdiſchaft fn das Königreich Sachſen, zu Dresden......... 1 Herr Franzius, Koͤnizl. Hannoveriſcher Amts⸗ Affeſſor zu Aurich 1 Herr Frerichs, Großherzoglich Oldenburgiſcher Aſſeſſor zu Jever 1 ⸗ von Freſe, Ritterſchaftlicher Adminiſtrator, Erbherr auf Uiterſtewehr und Hinteoeo. 1 Herr Funke, Ludwig, Amts⸗Aſſeſſor zu Bentheim...... 1 — — Herr von Gadow, Großherzoglich Mecklenburg⸗Schwerinſcher Kammerherr, Erbherr auf Drechow in Neu Vor⸗Pommern Herr Garthe, Forſt-Inſpektor zu Roͤvershagen in Mecklenb. ⸗ Gerdes, Koͤnigl. Hannover. Oberamtmann zu Stickhauſen Herr Anton von Glan, Landwirth zu Marienchor.... Se. Excellenz Herr Graf von Goëß, Oberhofmeiſter Sr. Kaiſerl. Hoheit des Erzherzogs Franz Karl, Nieder⸗Oeſterreichiſcher Landmarſchall; Praͤſident der Kaiſerlich Käntalichim Land⸗ wirthſchafts-Geſellſchaft ꝛc. ꝛc. in Wien..... 1 Herr Goltermann, W., zu Goͤttingen.. ⸗ Goudſchaal, M. G., Landwirth zu Eilingwehr... 1 —,— — Herr Groeneveld, T. M., Jemgummengaſſe. Gropp, Kanigicch Hanoderher mtöehſſide uid Gar⸗ niſons⸗Auditeur zu Aurich⸗. Reichsfreiherr Grote, Gcheger⸗ eegatnerat, Grheer uuf Blekeden und Mandelsloh, zu Hannover.. Reichsfreiherr WRols⸗ Kammerjunker und remier⸗ Wentenant zu Hannover ·.⸗.... ⸗ Herr von Eruben, Koͤniglich Hannoveriſcher Rrgortingsrath erſter Beamter zu Stade, Erbherr auf Kuhlla... Herr Gruis, D. D., Landwirth zu Boͤhmerwaldld.... Herr Haenel, Brauer zu Luͤchowcwcww Hahn, H. W., Koͤniglich Hannoveriſcher Hof⸗Buchhaͤndler zu Hannover eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee Herr von Hake, Koͤniglich Hannoveriſcher Oberforſtmeiſter, Erbherr auf Hasperre. Herr van Hall, Profeſſor der Botanik und Landwirthſchafts⸗ kunde zu Groͤningenn..... Herr Hammelmann, Landesoͤkonomie⸗Conducteur zu Luͤchow. ⸗ Hamberg. Paſtor zu Laer.. - Hanſing, Geometer zu Luͤchowow„o„cw„„ Die Kirchſpiele Haſeluͤne, Herzlake, Holte, Amts Haſeluͤne.. Herr Hauß, Koͤniglich Hannoveriſcher Amts⸗Aſſeſſor zu Iburg ⸗ Hecker, Amtsvogt zu Ankum................... - Hegerſtein, Landwirth zu Kaliß(in Mecklenburg).... Heine, E. e RonN a) Hanenherſchere: Amts⸗ ſeſien zu Berſenbruͤck. Das Kirchſpiel Heiler, Ans Jburg.................... Des Herrn Helwing Koͤniglich Hannoveriſche Hof⸗Buchhand⸗ lung zu Hannover.................. Herr Hensmanns, A., Landwirth zu Kritzumm..... Se. Excellenz der Graf von Heſſenſtein, wirklicher Geheimer⸗ Rath und Großherz. Mecklenb. außerordentlicher Abgeſandter und bevollmaͤchtigter Miniſter am Hofe zu Berlin ꝛc. ꝛc. Herr Heykes, Jan H., Landwirth zu Boͤhmerwoͤrld... ⸗ Heykes, K. U., Landwirth daſelſſt........... Des Herrn Hinſtorff Großherzoglich Mecklenburgiſche Hof⸗ Buchhandlung zu Parchim......... Herr von Hodenberg, Koͤniglich Hannoveriſcher Major der Cavallerie, Erbherr auf Hudemuͤhlen zu Luͤneburg.... Herr von Hodenberg, A., Lieutenant der Koͤniglich Hannove⸗ riſchen Cavallerie zu Aurich....„ w... Anzahl der Exemplare. 1 Se. Excellenz Freiherr von Hormayer Hortenburg, Koͤnigl. Bayeriſcher Kaͤmmerer, Geheimer⸗Rath und Miniſter⸗Reſident, vormals am Hofe zu Hannover, jetzt bei den freien Hanſe— ſtaͤdten ꝛc. ꝛc. zu Hambuugpſfhee... Herr Juſtiz⸗Commiſſair Huͤllesheim, Koͤniglich Preußiſcher Conſul zu Emden l.r........ Herr Janſſen, H. A., Landwirth zu Ukeborg...... v.... Herr Kahle, Paſtor zu Satemin, Amts Luͤchco„o.... - Karſten, Propoſitus zu Vilz, Haupt-Secretaͤr des Meck⸗ lenburgiſchen Patriotiſchen Vereins ꝛc...... y... Herr Kempe, Koͤniglich Hannoveriſcher Amtmann zu Pewſum * Keſtner, H. E. H., Koͤniglich Hannoveriſcher Kammer⸗ rath zu Hannover.............. Herr Keſtner, G. A. C., Koͤnigl. Hannover. Legations⸗Rath und Miniſter Reſident am Paͤpſtlichen Hofe zu Rom ꝛc... Se. Excellenz der? Herr Graf von Kielmansegge, Koͤniglich Hannoveriſcher General⸗Lieutenant und Diviſionair der Ca⸗ vallerie ꝛc. ꝛc. zu Hannover c................ Herr Kleiker, Oekonom zu Haaren(Amts Wittlage).... ⸗Kliefoth, Buchbinder in Teterow in Mecklenburg.... - Klinkenborg, L. J, Landwirth zu Mariencoͤör.. ⸗ von Klitzing, Koͤnigl. Preußiſcher Rittmeiſter zu Potsdam -Kloß, Buchbinder zu Malchin in Mecklenburg.... ⸗ Rath Kneip, Secretaͤr der Koͤnigl. Landdroſtei zu Aurich Herr von dem Kneſebeck, Hauptmann, Erbherr auf Woltersdorf Freiherr Knigge, Koͤniglich Hannoveriſcher Schloßhauptmann auch Landrath, Erbherr auf Leveſte, Bredenbeck und Pattenſen Herr Knobbe, Buchbinder zu Deten..... Freiherr zu Inn⸗ und Knyphauſen, Koͤniglich Preußiſcher Kammerherr, Praͤſident der Oſtfrieſiſchen Ritterſchaft, Erb⸗ herr auf Leer und Jennelt ꝛc. ꝛc. zu Norden... Herr Graf zu Inn- und Knyphauſen, Koͤniglich Hannoveriſcher Regierungs-Aſſeſſor zu Osnabruͤck, Erbherr auf Herrenbehr Herr Koch, G., Landwirth und Deichrichter zu Eppingawehr - von Koͤnemann, Großherzoglich Mecklenburgiſcher Kam⸗ merherr, Landrath, Erbherr Ln reiere Galtenie, Gram⸗ nitz, Warlitz und Goͤrslow.. Herr J. Kops, Profeſſor und Direktor des Asnilich Ka⸗ binets fuͤr Ackerbau⸗Werkzeuge zu Utrecht.... Herr Kosmach, Buchbinder zu Groß Flotow in Mecklenburg Anzahl der Exemplare. ————— 2—— A Anzahl der Exemplare. Herr Kromminga, F., Landwirth zu Eilingwehr...... 1 Kruͤger, D., Großherzoglich Mecklenburgiſcher Poſt⸗Se⸗ kretaͤr zu Hamburg...... ö 6 Herr von Kruſe, Churfuͤrſtlich Heſſiſcher Kammerherr und Hofmarſchall zu Hanau.·...... 1 Se. Erlaucht der Herr Graf von Kuefſtein auf Schloß Vie⸗ hoven in Nieder Oeſtreich, Kaiſerlich Koͤniglicher Kammer⸗ herr, Außerordentlicher Abgeſandter und bevollmaͤchtigter Miniſter am Hofe zu Caſſel ꝛc. ac.... 1 Herr Droſt von Lafſert, Erbherr auf Schwechow in Mecklenb. 1 „ Lange, Kaufmann zu Parchim in Mecklenburr.... 1 ⸗ Lange, Johann Sohns Fr. Wittwe und Comp. zu Bremen 1 „ von Langwerth von Simmern, Koͤniglich Hannoveriſcher Juſtiz⸗Rath, Erbherr auf Wrichtinghauſen, zu Osnabruͤck 1 Herr Lantzius⸗Beninga, Koͤniglich Hannoveriſcher Oberförſter zu Stickelkamp................... 1 Herr van Leſſen, Landwirth zu Jemgummer⸗Geiſe.... 1 „Tiabe van Leſſen, Landwirth und Deichrichter zu Boͤh⸗ merword.......... 1 Se. Excellenz Herr von Levetzow, Großherzoglich Mecklen⸗ burg⸗Schweriaſcher Geheimer⸗Rath und Kammerpraͤſident Erbherr der Guͤter Karnitz, Lelkendorf und Sarmstorf zu Schwerin ꝛc. cfc0..„“.„“y.................. 1 Herr Link, Dr., Koͤniglich Preußiſcher Geheimer Medizinalrath, Profeſſor an der Univerſitaͤt, Director des botaniſchen Gar⸗ tens und des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den Koͤniglich Preußiſchen Staaten, zu Berlliu......... 1 Herr Lodewyks, Wiert E., Landwirth zu Wiſchenborg.. 1 ⸗ von Loen, Herzoglich Anhalt⸗Deſſauiſcher Kammerherr und Hofmarſchall zu Deſͤau.. 1 Herr von der Luͤhe, Hauptmann, Erbherr auf Sildemow in Mecklenburg ͤ.„..... 1 Se. Excellenz Herr von Luͤtzow, Großherzoglich Mecklenburg⸗ Schwerinſcher Geheimer Staats-Miniſter und Regierungs⸗ praͤſident, zu Schwerin ꝛc.ꝛ ctctct..... 1 Herr Baron van Lynden tot Hemmen, Präſident der hohen Adelskammer im Haag ꝛc. ꝛclc.......... 1 Herr Maerker, Penſionar zu Granzien in Mocklenburg.... - von Mansberg, Köaiglich Hannoveriſcher Ober⸗Forſt⸗ meiſter, Erbherr auf Schlingen zu Hony... Herr Mansholt, H. R., Landwirth zu Dizum.... » van Mark, H. O., Landwirth zu Jemaurm... Marquard, Cannonikus und Stifts⸗Syndicus zu Hameln ⸗ Mertens, Koͤniglich Hannover. Regierungs Rath zu Stade Se. Excellenz der Herr Graf von Merveldt, Koͤniglich Han⸗ noveriſcher Geheimer-Rath und Kammerherr auch Landrath, Erbherr auf Eſcherde ꝛc. ꝛcecc....... Herr Meuſel, Rittergutsbeſitzer zu Kuhna bei Goͤrlitz in Sachſen - Meyer, Rentmeiſter zu Huͤnnefeend.dndndl.... ⸗ Meyer, Koͤnigl. HannoveriſcherAmts⸗Aſſeſſor zurtlenburg Herr Meyer, Kaufherr und Koͤniglich Hannoveriſcher Conſul zu Newyork in Nord⸗-Ameriitututut. Herr Meyer, Kaufmann zu Lage in Mecklenbur... Se. Excellenz Freiherr von Minkwitz, Koͤniglich Sächſiſcher Staats-Miniſter, General-Major, außerordentlicher Ge⸗ ſandter und bevollmaͤchtigter Miniſter am Koͤniglichen Hofe zu Hannover ꝛc. ꝛc-cddccb„rp)) o.... Herr Moͤllenbeck, Kaufmann zu Dannenberg.... Se. Excellenz der Herr Graf Moͤrner, Koͤniglich Schwedi⸗ ſcher Staatsrath und Direktor der Königlichen Landwirth⸗ ſchafts⸗-Akademie zu Stockholm ꝛc. ꝛcrc. Herr Moormann, Amtsvogt zu Herzlake......... ⸗ Muͤller, Buchhaͤndler zu Aurichh.. Muͤller, Gutsbeſitzer zu Holldorf in Mecklenburg.... Se. Excellenz der Herr Graf von Muͤnch⸗Bellinghauſen Kai⸗ ſerlich Koͤniglich wirklicher Geheimer-Rath und bevollmaͤch⸗ tigter Miniſter und Kaiſerlich Oeſterreichiſcher Praͤſidial⸗Ge⸗ ſandter bei der deutſchen ſdeswerſeinnhhe zu Frank⸗ furt a. M. ꝛc. 2c„..................... Se. Excellenz der Herr Graf von Muͤnſter, Koͤniglich Groß⸗ brittaniſch⸗Hannoveriſcher Staats⸗ und Kabinets⸗Miniſter, Erblandmarſchall des Köͤnigreichs, Praͤſident der Koͤnigl. Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft zu Celle, Erbherr auf Derne— burg, Dornum und Ledenburg ꝛc. ꝛcrcr... Herr Muͤhlenkamp, H., zu Soglllltͤl.... - Herr Muſtert, H. R., Landwirth zu Nenndorx.... Herr Neddermann, Amtsvogt zu Aurich..... - Nellner, Buchbinder zu Leerr y.... Anzahl der Exemplare. 1 ————— ——— — 0— ᷣ α‿8ı— Herr Oelker, Amtsvogt zu Emsbuͤren......... ⸗ von Oertzen, Großherzoglich Mecklenburgiſcher Buſtidrath, Erbherr auf Leppin........ Herr von Oertzen, Großherzoglich Mecklenburg⸗ Schwreiche Domainenrath, Beamter zu Dobbern.... Herr von Oertzen, Großherzoglich Mecklenburg— Schweriuche Kammerherr, Erbherr auf Groß Stuer.... Herr Oldekop, Koͤniglich Hannover. Kammerrath zu Hahnüen - Ommen, Tiark, Deichrichter zu Funniir..... ⸗ Graf von der Oſten⸗Sacken, Obriſt, Erbherr auf Bel⸗ lin und Marienhof, erſter Haupt-Direktor des Mecklenbur⸗ giſchen patriotiſchen Dereche fuͤr Ackerbau, ſittliche Cultur und Induſtrie............... Herr von der Oſten, Koniglich Hannoveriſcher Ober⸗Appella⸗ tionsgerichts⸗Vice⸗Praͤſident zu Cele..... Herr von der Oſten, Koͤnigl. Hannoveriſcher Juſtiz⸗Rath zuAurich Herr von Pape, Koͤniglich Hannoveriſcher Ober⸗ Amtmann zu Gronau, Erbherr auf Ober Boyen⸗..... Herr Peters, Moor⸗Voigt zu Wittmun]d-d]d. ⸗ Pieper, Landes⸗Oekonomie⸗Commiſſaͤr zu Platee... Poppens, H. P., Landwirth zu Hatzim.. Pratorius, F., Buchhaͤndler zu Leer........ ⸗ von Preen, Regierungs-Praͤſident, Erbherr auf Dum— merstorf in Mecklenbußctc Des Herrn Rackhorſt Buchhandlung zu Osnabruͤk.... Des Herrn Rackebrandt Buchhandlung zu Emden.... Herr Raſch, Koͤniglich Hannoveriſcher Amtmann zu Rethem. Freiherr von Reck, Koͤniglich Preußiſcher Landrath, Erbherr auf Obernfelde................................ Freiherr von Recke, Dr., Kaiſerlich Ruſſiſcher Staatsrath und beſtaͤndiger Secretair der Karlaͤndiſchen Geſellſchaft fuͤr Litteratur und Kunſt zu Mittuauau.......... Herr Rehberg, Koͤniglich Hannoveriſcher Juſtiz⸗Rath zu Goͤt⸗ tingen, Capitular des Stifts zu Bardewohrgk... Freiherr von Reichmeiſter, Erbherr auf Sandfort und Winnethal Se Excellenz Freiherr von Rengers, Roͤniglich Niederlaͤndi⸗ ſcher Staatsrath und Gouverneur der Provinz Groͤningen Herr Baron von Rennenkampf, Großherzoglich Oldenburgiſcher Kammerherr und Vice⸗Oberhofmeiſter zu Oldenburg... Herr Ries, W. T, Amtsdiener zu Jemgumm...... Anzahl der Exemplare. 1 ◻ Anzahl der Exemplare. Se. Excellenz Herr von Rochow, Kdniglich Preußiſcher Ge⸗ heimer Staatsminiſter, Staatsrath, Kammerherr und Dom⸗ herr zu Brandenburg, zu Berlin ꝛc. ꝛ c..... 1 Herr Roelfzema, R. E., Landwirth zu Nenndorp........ 1 Ruͤſſel, Koͤniglich Hannoveriſcher Amts⸗Aſſeſſor zu Soͤgel 1 ⸗ Rumann, Stadt⸗ und Polizei⸗Direktor auch Patron des Waiſenhauſes zu Hannoverwcwre.... 1 Herr von Sandbeck, Erbherr auf Sandbeck und Stuckenborſtel 1 ⸗ Saß, Poſtmeiſter in Schönberg in Mecklenburg.... 1 „ Saſſen, Ober⸗Appellationsgerichts⸗ Naiſ zu Celle.. 2 Sax, Senator zu Emden......... 1 - van Scharrel, Landwirth und Deichrichier zu Midlum 1 ⸗ Schepeler, Koͤniglich Hannoveriſcher Juſtiz⸗Rath zu Aurich 1 ⸗ Schlaͤger, Paſtor Primarius zu Hamen... 1 ⸗ Schmidt, Bürgermeiſter zu Wismnar... 1 ⸗ Schmidt, O. H., Landwirth zu Holtgaſe...... 1 ⸗ Schmidt, Peterſen, Buchbinder zu Weener.... 2 Schmidt, H. A., zu Soͤgll.............. 1 Schmidt, Menne F., Landwirth zu Wiſcherborg.. 1 Schmidt, A., zu Lapitz(in Mecklenbur),... 1 Scholvien, Kaufmann zu Dannenberererr........ 1 Nih von Schrenk, Großherzoglich Oldenburgiſcher Hofrath und Ober-Geometer zu Oldenburg... yH.. 1 Se. Excellenz Herr von Schroͤder, Kaiſerlich Ruſſiſcher Ge⸗ heimer⸗Rath, Außerordentlicher Geſandter und bevollmaͤch— tigter Miniſter am Hofe zu Hannover ꝛcc ꝛc....... 1 Herr Schroͤder, Erbherr auf Groß⸗Nienhagen..... 5 - Schumacher, Amtmann zum Wedigenſten...... 1 ⸗ Dr. Schweitzer, Profeſſor und Direktor der Koͤniglichen Akademie zu Tharand...... 1 Herr Sethe, Koͤnigl. Hannoveriſcher Regierungs⸗Rath zu Aurich ⸗ Settemaier, E. G., Amts⸗Vogt zu Plantluͤne...... 1 ⸗ Siedhof, Rector am Gymnaſio zu Aurich.. 1 „ Baron Sloet, A., tot Oldruitenborgh, Koͤniglich Nieder⸗ laͤndiſcher Kammerherr und General⸗Direktor der Lotterien im Haag ꝛc. cbc..................... 2 Herr Baron Sloet, F. W., van Oldruitenborgh, Koͤniglich Niederlaͤndiſcher Verifikateur des Enregiſtrements und der Domainen zu Vollenhovbvohn.. 1 Herr Soetens, Buchhaͤndler im Haag...... 1 ———— d r ....—. ao... . S 8... SBS 3. 3 3 E S3. 8. S. E.. 8½ 8. : B 3O 2 2 3 FEs 3 5S 5 5 3 2=. 5. E::& 5 . 8 S ·26 S8S S+— 2 2S'. 3— do,.=..=-——4 B - 2 2. 2 ☚ G 2 2. S ZS. S3..=. —.- 8— 8 38.—8ð& 8 4+. G&ꝙ.. 8..3 82 8 8. E., 8 61 E 8 8 8„. 8. 8 8 S.... 8.. 8+. -— 8... 8 8 25...—..⸗... . H 5 3S S 2 8 G.. 8 2.. 57,... 5.: E.:.. .——. ℳ. 8.„. E.—., 2 o.—.—...—.. Ge. . 2 5S5. S E 8 8... 2. 92.. 5. .— 8 2 8. E G x 8 4 7 A 8 4- 6= SͤbS x△ S 2 gE...=V. . C. 1 8 2„ S==S 2. 8 S E......=. .& 2 8—= S”8 2 Sn= 2..„. 2½2=A 88 .=-A 8 2 S S. E 8= 8. 2.8 2= S 1 2.. 8 S. .. 8. G 2 8 8 A. S= 8 S8 S8 R— 8 2 ☛=Z2zZ8A. .+ 3&—. 2 9 S 8 F„SSöSBS=S 2 E 2 8. 8—1 G.—&.—— 8 8*——.3 7 2 ——. 8— ⁵. 8 8 8 3 8 8 E. 2. 2— 8 Gz5„. 2— 2*—.—..+. 5. A. . 1—.. 5 2 2 8 8 8 H„ 8 8 2 28. Z 5 8 2 8 2 S 2S8SE—.— S8. 8 S 2—. . 2*— 3 2 . S8 1 7. 2 L 8- 2 G ,8 8 3 xÆ 2 23& Zz2 8 G. 8= E☛.B 28 60 8 8— 2 ◻ 3 8 3 38„ S8. S K.- .+½..— f. a ſS ρ‿ 2 ☛—.*„ 8 8„ E 8. .+— S8 3 2 E2= S8 S EBS8 SE G.. 8* , 8. 8 2— 8 85SgE. 8/ G.. 8 8..— 8. 8* G. S S8. 5 8 G 8 3 8 8 2 x 8E. 0* 42 3 8. 8᷑—— H O 8= 8 8 8* L x ˙ SZ S 8. 2*. 2 2.. 9, O. 8SE222SgE E S O 85.. 2 G=.8. 2756= 99.223 PE=S8S”SöS 8= G 5. 0 ₰ 2 S82 F: 83 S ESA2A3S3ESEEG. go—. ⅝ B. 3. S8SSE2— 8*2 E 2. S FE E 2 8. &. 8 8 S 3 K 1 8 8 S 3 7 2„ 2 ,=. 5 8 2 2 S 8 R 8E.. ¹ 8 x 8. 5. 5 8ES3 SS2Z S 8G„ 8 8 8 G: R ⸗ ö 5 Z2SE28”8BSB8 8 5 3 S— Z 8. 5 5. 5 5 5F„ 88 8 8R= 2 g. 3 8 8*ͤ2 2 8 4-.+— N——— 8 ODO8— o— 2 2 8 2 S2=SZSSSSS 2 S 5== 8. 2.&ᷣ. S. 8 ʃ ◻ 5 S Z Bl 5= 8 S SS 8 S S&*. 5 2. E 2 2. 8 0 2 5.˖ 3 5 AESBG8 ESG RE 5 5 6 8. 8 8 8S58= — 3„ 2 E 22 3 3 έ 6ꝛ*. 85 G 8o — 2. 2 2 2 8 8— 8——+ 2.—2— 8EA 85 8 2 5’=8SS 2SS8E G 9 d F ͤ 3 8 38S88xX 8— 8— 8 8 88 03 43 ES S= 4 2 S E 8 u B F 222... 8 7 8 E E i N 5 S„ 8 6 8.& 8 c. S8ö 2 S S 88S'g 3 3 S 5 5 8 8.8 N 52 8S8 90*S— 8 5 8 8, 2 SͤS 8 8 8 . 8 8 G S S 5 S G S G 8 82? R5 d 8 5 g 2& R G 88 8 V 32 † 0 2.= SE 8— 2„₰ SZ 8E 8 8 2 63 K 5 898=S=S=S8A8d 8 8 6 8„H⁸ 4. Q 9 69. 9 9 8. 8* 8, 9 O Anzahl der Exemplare⸗ Herr van Vlyten, J. J., Landwirth zu Nenndorp. Freiherr von Voght, Koͤnigl. Daͤniſcher Etatsrath auf Flottbeck Herr Voß, S. T., Landwirth zu Oldendoorp..... ⸗ Voß, Koͤniglich Hannoveriſcher Amts⸗Aſſeſſor zu Wittmund —;——— Herr Wagener, Buchbender in Waren in Mecklenburg.. 1 von Waldkirch, Koͤniglich Niederlaͤndiſcher General⸗ Ma⸗ jor und General⸗ Aeiiiant Sr. K. H. des Prinden Friedrich der Niederlanneꝛ........... 1 Herr Walter, Stadt⸗„Sckretäͤr zu Wismar....... ⸗ Warmkes, H. W., Landwirth zu Krizum.. 1 Graf von Wedel⸗Neſſe, Koͤniglich Hannoveriſcher Obriſt⸗ lieutenant, Diſtrikts-Commiſſaͤr, Ordi inaͤr⸗Deputirter der Oſtfrieſiſchen Ritterſchaft zu Auric.... y. 1 Herr Graf von Wedel, F. W, Großherz. O Sldenburgiſcher Kam⸗ merherr, Hauptmann und Brigade⸗ Adjutant zu Oldenburg 1 Herr von Wedemeyer, Hof⸗- und Leg ationsrath, Erbherr der Guͤter Langhagen in Mecklenburg und Schoͤnrade in der Neumark Brandenbuyrgßgß Herr Wendt, S. T., Amts⸗Untervogt zu Jemgum.. ⸗- Landdroſt von Werſebe zu Aurich.... Mesedehs, intalie Hannoveriſcher Forſt⸗Sekretär zu Osnabruͤka................. Herr ueſterhogen. Buchdrucker zu Emden... ⸗ Weſtphal, Koͤniglich Hannoveriſcher Rentmeiſter zu Aurich „ Wiards, Z., Landwirth zu Groothuſena.... ⸗ Wiegrefe, Ober⸗Boniteur zu Goͤttien.. „ Wienguth, Buchbinder in Malchow(in Mecklenburg) ⸗ » Willms, Superintendent zu Etrletltl... Windel, Brauer zu Dannenberg... ⸗ von Winterfeld, vormals auf Stielen in Mecklenburg, gegenwaͤrtig Erbherr der Ritterguͤter Kehrberg und See⸗ feld in der Oſt⸗ Priegnitz.......... 1 Se. Excellenz Herr von der Wiſch, Koͤnigl. Hannover. Sraafs Miniſter des Innern, Erbherr auf Coppel ꝛc. ꝛc. zu Hannover 1 Herr Wuͤbbena, H. B., Landwirth zu Hatzue.... 1 —— ———— ———— Herr Zimmermann, Koͤniglich Hannoveriſcher Ober⸗Amtmann zu Auricch.„ 45... 1 Seine T Uſinge Seine D Der La⸗ Carls Die Ph Die Koͤ ſchaft Herr B Chef Herr v Kam Se. E Stre ſtreli Freiher Land zu( Herr I Herr( gatic nigli Herr( Geſe Nachtrag zur Liſte der Befoͤrderer dieſer Schrift. Anzahl der Exemplare. Seine Durchlaucht der Herlon von Maifäne⸗ Waeurs und Uſingen...... 1 Seine Durchlaucht der Füͤrſt von Renß⸗ Schlei u...... 1 Der Landwirthſchaftliche Verein im Großherzogthum Baden zu Carlsruhe............................·...... 1 Die Phyſikaliſche Geſellſchaft zu Ler.. 1 Die Koͤniglich Preußiſche Thuͤringiſche privilegirte Landwirth⸗ ſchafts⸗Geſellſchaft zu Langenſala 1 Herr Baring, Könie anärinſ ſü Wie und Schwadrons⸗ Chef zu Aurich 1 Herr von Buͤlow⸗ Snchaf zergogkch Brmſehweſgſcher Kammer⸗Praͤſident II. ꝛc. ꝛc. zu Braunſchweig....... 1 Se. Excellenz Herr von Dewitz, Großherzoglich Mecklenburg— Strelitziſcher Staats-Miniſter, Kammerherr ꝛc. ꝛc. zu Neu— ſtrelitz............................................. 1 Freiherr von Ellrichshauſen, Kammerherr und Director des Landwirthſchaftlichen Vereins im Großherzogthum Baden zu Carlsruhe...................................... 1 Herr Dr. Gittermann, Prediger zu Eggelingen in Oſtfriesland 1 Herr Graf von Kielmansegge, Koͤniglich Hannoͤverſcher Le— gations⸗Rath und Major auch Miniſter⸗Reſident beim Koͤ— niglich Franzoſiſchen Hofe zu Paris 1 Herr Graf de Lasterye, Director der Koͤniglichen Ackerbau⸗ Geſellſchaft der Seine zu Paris ꝛc.⸗ c. 1 Herr Niviére, C., Gutsbeſitzer von Payzieux und La Soulſaie, Profeſſor der Agronomie zu Lyon...... Herr von Oerthling, Großherzoglich Mecklenburgiſcher Geheim. Legations⸗Rath und Reſtdent beim Kenigrich Fran⸗ zoͤſiſchen Hofe zu Paris... Se. Excellenz Herr Dr. Schweiter, Großherzoglich Segie Weimar'ſcher Geheimer Rath und Staats-⸗Miniſter ꝛc. zu Weimar..................................... Se. Excellenz Herr von Seebach, Großherzoglich Sachſen⸗ Weimar'ſcher wirklicher Geheimer Rath, erſter Oberſtall⸗ meiſter und General⸗Major ꝛc. ec., zu Weimar..... Freiherr von Selt⸗ Ste meriro, Sihet Ai Lüſchen bei Leipzig⸗...... Se. Erxcellenz Perr von Ziegeler, Fürſtlich Ghwargenihr Sondershauſenſcher EKipnen Nth ꝛc. ꝛc. Sa Sonders⸗ hauſen............ Anzahl der Exemplare. Wi ruͤhmen hier mit Recht ein and'res Eiſen, Als das mit Blut ſich netzt, Das freundlich nur, in ſtill gefuͤhrten Gleiſen Der Erde Schocß verletzt. Es ſtammt ſchon her ſeit ungezaͤhlten Jahren Aus alter grauer Zeit, und hilft in frommer, froher Bruſt bewahren Die deutſche Redlichkeit. Hochſtetter. Or wird das beſte Buch durch andere begraben, Ein Buch, das leben ſoll, muß ſeinen Schutzgeiſt haben! Martial. — Seiner Königlichen Hobeit Adolph Friedrich, Herzoge von Cambridge, Grafen von Tipperary und Baron von Culloden, Koͤniglichem Prinzen von Großbrittanien und Irland 2c. Ic. Ic. auch Patrone der Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft zu Celle dc.. Dem erlauchteſten Beſchuͤtzer alles Guten, Schoͤnen und Gemeinnuͤtzigen, Dem innigſt verehrten Fürſten, widmet, widmet, in ehrfurchtvoller, dankbarer Erinnerung der Liebe und Treue, des Hochſinns und der unbegrenzten Humanitaͤt, wodurch Hoͤchſtderſelbe, als General⸗Gouverneur und Vice⸗-Koͤnig von Hannover, ſo viele Jahre dies Land begluͤckt, und deſſen Einwohner zur Verehrung, Bewunderung und nie erloͤſchen— der treuer Anhaͤnglichkeit verpflichtet hat, und in Gemaͤßheit der von Sr. Königlichen fjoheti huldvoll ertheilten Erlaubniß, dieſen ſchwachen Verſuch der Mitwirkung zur Vervollkommnung des vaterlaͤndiſchen Ackerbaues in tiefſter Ehrerbietung unterthaͤnigſt⸗gehorſamft der Berfaſſer. Vorwort. Wenn man zur treffendſten Bezeichnung des Wiſſens und der Erfahrung, ſo wie der Hauptbeſchaͤftigung eines Men— ſchen ſich des Ausdrucks zu bedienen pflegt:„das iſt ſein Haken und Pflug“, ſo liegt darin auch der Inbegriff des Nutzens, der Unentbehrlichkeit und der hohen Wichtigkeit des Pfluges und des Hakens fuͤr die Ackerkultur, wie dieſes auch von allen Schriftſtellern und ausuͤbenden Landwirthen un— laͤngſt und unbedingt anerkannt iſt. Da aber zwiſchen dem Haken und dem Pfluge in Be— treff der Geſtalt, der Wirkung und der Koſten ſehr weſent— liche Verſchiedenheiten ſtattfinden, und auf die Einfachheit und Dauerhaftigkeit eines Ackerwerkzeuges, auf deſſen voll— kommenere, ſich der Arbeit mit dem Spaten am meiſten naͤhernde Wirkung, auf die Wohlfeilheit deſſelben und end— lich auf die groͤßere Schonung des Arbeitsviehes es bei der Wahl der Ackerwerkzeuge hauptſaͤchtlich ankommt, und es alſo dem rationellen Landbauer, dem es um baare und nach— haltige Vortheile zu thun iſt, nicht gleichguͤltig ſein kann, II wenn er gewahr wird, daß zweierlei, ihm zu Gebot ſtehende, Mittel ungleiche Wirkungen hervorbringen, und es nur daran liegt auszumachen,„welches von beiden durch alle Grade am nüutzlichſten iſt,“ ſo haͤtte es laͤngſt entſchie— den ſein muͤſſen, ob es vortheilhafter ſey, den Haken, oder den gewoͤhnlichen Pflug oder irgend eine andere Gattung von Pfluͤgen zu gebrauchen. Obgleich dieſe Frage ſchon ſeit Jahrhunderten aufgewor⸗ fen und beſonderes in neueren Zeiten, hei Gelegenheit der vielen angeruhmten Verbeſſerungen und neuen Erfindungen von Ackergeraͤthſchaften, von Ackerbauverſtaͤndigen eroͤrtert worden, ſelbſt der Pflug von Bailey der beſtmoͤglichſte genannt iſt, ſo iſt ſie doch bis dahin nicht ganz befriedigend beantwortet; es wird vielmehr noch 1834 in dem von Kirch⸗ hofherausgegebenen Buche: das Ganze der La ndwirth⸗ ſchaft ꝛc. ꝛc. angeſuͤhrt, daß ungeachtet der vielen Proben und Verſuche es noch nicht ausgemacht werden koͤnnen, welche Gattung der mancherlei Pfluͤge die vorzuͤglichſte auf jeder Art von Boden ſei. Es haben wenigſtens dieſe Unterſuchungen fuͤr den Ha— ken, ſo viele Vorzuͤge deſſelben auch klar vor Augen liegen, gleichwohl kein entſcheidendes Reſultat zur Folge gehabt, und dies wahrſcheinlich theils darum nicht, weil auch die voll— ſtaͤndigſte Grundkenntniß ohne Ausuͤbung der Mehrzahl der Landwirthe nicht genugſam einleuchtet, der letzteren aber allenthalben vielfache, beſonders in der Lokalitaͤt, im Clima, im Standpunkt und in den vielleicht beſchraͤnkten Kraͤften deſſen, der den Gebrauch dieſes Werkzeuges zu verbreiten geſucht, liegende Hinderniſſe entgegenſtehn; theils weil Ge— wohnheit, Unkenntniß und Vorurtheil der Landleute gegen III jede Neuerung und Verbeſſerung hier als beſonders hindernd in den Weg treten. Vorall in der letzten Haͤlfte des verfloſſenen Jahrhun⸗ derts haben mehrere theoretiſche und practiſche Agronomen mit der Beſchreibung und Empfehlung des Hakens und Hak— Pfluges als eines bis dahin wenig bekannten, aber ſehr vor— zuͤglichen Ackerwerkzeuges ſich beſchaͤftiget, von deren Schrif— ten ich hier nur die folgenden anfuͤhre: 1) Abhandlung vom Haken als einem vorzuͤglichen Acker⸗ werkzeuge anſtatt des Pfluges mit vielen Kupfern. Herausgegeben von dem Verfaſſer der Abhandlung von dem gerechten Verhaͤltniß der Viehzucht zum Ackerbau (Amtmann Schumacher) Berlin 1774. ein gruͤndliches, vollſtaͤndiges, hoͤchſt ſchaͤtzbares Werk, wo— von Kruͤnitz oͤkonomiſche, technologiſche, Encyklopaͤdie einen drei Bogen langen woͤrtlichen Auszug enthaͤlt; 2) Beſchreibung eines mecklenburgiſchen Ackerinſtruments, der Haken genannt, ſammt einigen Anmerkungen von deſſen Gebrauch ſteht nebſt einer Kupferabbildung im 151 Stuͤck der Berliner Real Schulzeitung vom De⸗ cember 1753 S. 1237. 3) Vom Unterſchiede des gewoͤhnlichen und des Hak-Pfluͤ⸗ gens, dem hoͤchſt betraͤchtlichem Vorzuge des letzteren von dem erſteren, und der daraus entſtehenden unge— meinen Verbeſſerung der Landwirthſchaft, ſteht im 16. Stuͤck der Hannoͤver'ſchen Beitraͤge zum Nutzen und Vergnuͤgen vom Jahre 1760 pag. 241. 4) P. T. B., Ackerbau und Feldbeſtellung im Calenber⸗ giſchen in Gegeneinanderhaltung der anderwaͤrts uͤbli⸗ IV chen Beſtellung und beſonders, der in einigen Gegen⸗ den Luͤneburg's uͤblichen Beſtellung mit dem Haken— pfluge, der durch Ochſen gezogen wird. ſteht im 68ten Stuͤcke der ebengenannten Beitraͤge pro 1761. Seite 1065. 5) Einige Nachrichten von einem der nuͤtzlichſten und doch noch ſehr unbekannten Inſtrumente zum Ackerbau, dem Haken. ſtehen in Ne 30. des Leipziger Intelligenzblattes pro 1767. Seite 295. 6) Vom Hakpfluͤgen ſiehe das 55te Stuͤck der obengenann⸗ ten Hannoͤver'ſchen Beitraͤge vom Jahre 1762 Seite 872. 7) Profeſſors Berch Beſchreibung des in Finnland ge— braͤuchlichen Hakens ſteht nebſt Abbildung im 1 Band der Nov. Act. reg. Soc scient. Upsal 1773. 8) Beſchreibung und Abbildung des im ruppiniſchen Kreiſe gebraͤuchlichen Ochſen-Hakens ſteht in Buͤſching's Be— ſchreibung einer Reiſe von Berlin nach Kyriz in der Prignitz 1780 Seite 210. 9) G. A. Hoffmann's oͤkonomiſch⸗mathematiſche Beſchrei⸗ bung des Haken-Pfluges ſteht im 4ten Theil der oͤko— nomiſch⸗phyſicaliſchen Abhandlungen 1752. Seite 858. 10) Ebendeſſelben Beſchreibung vom Ackerhaken ſteht im 33ten Stuͤck des Leipziger Intelligenzblatts von 1768. Seite 355. und im 34ten Stuͤck Seite 365. 11) An einen teutſchen Kammer-Praͤſidenten vom Kammer⸗ Director und Geh. Regierungs-Rath Springer 1775. Seite 329. v 12) Von dem Haken⸗-Pfluge, ruſſiſch Socha genannt, ſiehe Iw. Lepechin Tagebuch der Reiſe durch verſchiedene Provinzen des ruſſichen Reichs, uͤberſetzt von Haſe 1224. Ir Thl. S. 40. 13) Von den in Sachſen gebraͤuchlichen Haken, die in zwei Claſſen zu theilen ſind, enthalten die XV. Lieferung Seite 92. und die XVI. Lieferung Seite 63. der Ver⸗ handlungen der Oekonomiſchen Geſellſchaft zu Dresden die Beſchreibungen und Abbildungen. Alle dieſe Stimmen, die ſich fuͤr das von den competen— teſten Landwirthen als vorzuͤglich anerkannte Ackerwerkzeug erhoben, ſind indeß laͤngſt verſchollen, das unter Nro. 1. ge- nannte Werk kaum mehr im Buchhandel zu haben, auch mehrere der angefuͤhrten Zeitſchriften wohl nicht einmal zur Kenntniß der Ackerbau treibenden Claſſe gelangt, und der wohlthaͤtige Haken iſt noch gegenwaͤrtig in wenig andern Laͤndern bekannt und gebraͤuchlich, als da, wo er ſeit drei Jahrhunderten einheimiſch geworden; wenigſtens iſt er in Oſtfriesland gar nicht, und in einigen Gegenden des Koͤnig— reichs Hannover, ſo weit ich in Erfahrung habe bringen koͤn⸗ nen, nur unvollkommen bekannt, obgleich derſelbe auch durch mehrere neuere oͤkonomiſche Schriften beruͤhmter glaubwuͤrdi— ger Maͤnner gelegentlich als eines der vorzuͤglichſten Acker— werkzeuge empfohlen worden iſt. Da ich im Buche ſelbſt ge— hoͤrigen Orts darauf zuruͤckkommen werde, ſo begnuͤge ich mich hier mit Anfuͤhrung der Namen einiger meiner Gewaͤhrs⸗ maͤnner, deren Urtheil wohl allgemein als vollguͤltig aner— kannt werden wird, naͤmlich: Schumacher, Karſten, Thaer, Karbe, Friederich Herzog von Holſtein-Beck, Ferber, Engel, Boſe, Weber, Fellenberg, Schnee, Becker, Rozier ꝛc. VI Da nun in Mecklenburg— einem Lande, wo die Acker⸗ Cultur bekanntlich auf einer hohen Stufe ſteht, und der groͤßte Theil einer Bevoͤlkerung von ungeſaͤhr einer halben Million Menſchen darin ſein Hauptbeſtehn findet— der Haken auf 968 ritterſchaftlichen⸗, 730 Domanial⸗, 53 Kloſter- und 25 Stadt⸗Caͤmmerei⸗Guͤtern, ſo wie auf mehr als 1000 Laſten Ausſaat von den Einwohnern der Staͤdte ſelbſt beackerten Landes mit wenigen Ausnahmen faſt aus— ſchließlich im Gebrauch iſt, und, ungeachtet der hinlaͤnglichen Bekanntſchaft mit den neuen verbeſſerten Ackerwerkzeugen, auch fortwaͤhrend bleibt, wie die in der dritten Abtheilung angefuͤhrten mecklenburgiſchen Gutachten unwiderſprechlich nachweiſen; ſo mag man wohl mit Recht behaupten, daß der Werth und die auf ſolche Erfahrungen begruͤndeten Vor⸗ zuͤge dieſes fraglichen Ackerinſtruments entſchieden ſind. Nach dieſer Lage des zu eroͤrternden Gegenſtandes und auf den Grund ſo unwiderſprechlicher Thatſachen darf alſo ich,— als geborner Mecklenburger— deſſen Familie ihre Erhebung in den Reichs-Adelſtand dem Beſitz großer Land⸗ guͤter und deren eigener vortheilhafter Bewirthſchaftung— nach Ausweiſe des Kaiſerlichen Diploms— vorzuͤglich zu verdanken hat, der ich auch ſelbſt den Haken fruͤher wie die Feder gefuͤhrt, und mich ſowohl dabei befunden habe, daß das Horaziſche: „Beatus ille, qui procul negotiis „Ut prisca gens mortalium, „Paterna rura bobus exercet suis, „Solutus omni foenore!!! fuͤglich auf mich angewandt werden konnte— es wohl wa— gen meinen jetzigen Landsleuten den Gebrauch des Hakens VII durch dieſe Schrift in voller Ueberzeugung der damit ver⸗ bundenen Vortheile beſtens zu empfehlen, und muß deßhalb dafuͤr halten, nicht nur dem einzelnen Landbauer, ſondern auch dem ganzen Lande dadurch einen weſentlichen Dienſt zu erzeigen, weil— wie im é6ten Abſchnitt der erſten Ab— theilung dieſer Abhandlung mathematiſch nachgewieſen werden wird— der mit Ochſen beſpannte Haken ungefaͤhr nur ein Dritttheil des mit Pferden beſpannten Pfluges koſtet; ja der Ankaufspreis der beiden Werkzeuge ſelbſt ſogar mehr, als das Zehnfache verſchieden iſt, indem der des Hakens in Mecklen— burg 1 Rthlr. 8 gGr. und der des Pfluges in Oſtfriesland 12 Rthlr. 12 gGr. betraͤgt; wo alſo, wie im ganzen Koͤ— nigreiche Hannover leicht der Fall ſeyn kann, 50,000 Haken anſtatt der bisherigen Pfluͤge in Gang gebracht werden, bei gleicher, wenn nicht beſſerer, Wirkung fuͤr den Acker, eine halbe Million Reichsthaler allein bei der Anſchaffung des ei— nen Ackerwerkzeuges erſpart werden kann. Wahrlich— ab⸗ geſehen von den ſubjektiven Verhaͤltniſſen— ein von keinem Staate zu verwerfendes Object; beſonders dann nicht, wenn die neulichſt von einem Cameraliſten aufgeſtellte Behauptung, „daß heut zu Tage Grundeigenthum an und fuͤr ſich ſelbſt „nur eingebildeten Werth habe, und denſelben vielmehr erſt „durch Induſtrie oder die vollkommenſte Acker-Cultur, naͤm— „lich dadurch erhalte, daß mit den mindeſt moͤglichen Koſten „der groͤßt moͤgliche Ertrag aus demſelben gewonnen werde“ irgendwo bewaͤhrt werden ſollte. Leider iſt es nur zu wahr, daß in manchen Laͤndern, ſelbſt in einigen Diſtricten Oſtfrieslands, Grund und Boden kaum ſoviel aufbringt, wie die Grund-, Deich-, Siehl- und Gemeinde⸗Laſten und die Wirthſchaftskoſten betragen, und der nach dem alten Schlendrian fortwirthſchaftende, verbeſ⸗ —— —— —-———, —— ——— VIII ſerte oͤkonomiſche Einrichtungen und Mittel zur Erhoͤhung des Ertrags nicht in Anwendung bringende Landmann ſein vaͤterliches Erbe verlaſſen muß. Die gnaͤdige, zu den beſten Hoffnungen berechtigende Aufnahme, welche das Hohe Koͤnigl. Miniſterium des In⸗ nern durch das Reſtript vom 26. Decbr. 1835, der Beifall, welchen mehrere Provinzial-Behoͤrden, ſo wie die Direction des Hannoͤverſchen Gewerbe-Vereins meinen zu ihrer Kennt⸗ niß gebrachten Beſtrebungen und Einleitungen zur Einfuͤh— rung des Hakens in die hieſige Landwirthſchaft angedeihen laſſen, deren in dieſer Ruͤckſicht getroffene vorlaͤufige Maß— regeln, ſo wie das durch den Provinzial-Vorſtand des Ge⸗ werbe-Vereins zu Hildesheim abgegebene Gutachten, „daß zur Beurtheilung und Wuͤrdigung des mecklenburgi⸗ „ſchen Hakens und anderer fuͤr die Landwirthſchaft im „Koͤnigreiche Hannover durch mich empfohlenen Geraͤth— „ſchaften es zweckmaͤßig erſcheine, genaue Beſchreibungen „und erlaͤutern de Zeichnungen derſelben anfertigen zu laſſen „und zu veroͤffentlichen;“ weniger nicht die aus zureichenden Gruͤnden zu erwar⸗ tende Beiſtimmung und Unterſtuͤtzung der Koͤnigl. Landwirth⸗ ſchafts-Geſellſchaft zu Celle; ferner die Ueberzugung, daß das wahrhafte Gute und Gemeinnuͤtzige nicht oft genug wiederholt werden kann, vorall wenn es den verdienten Beifall nicht ſofort gefunden, und daß, wenn auch die Einfuͤhrung eines, obgleich vorzuͤglichen, dennoch ungewohnten Ackerwerkzeuges nicht ſo geſchwind und allgemein, wie wuͤnſchenswerth, ſtattfindet, doch durch die Anſicht der Geraͤthe ſelbſt in natuͤrlicher Groͤße und durch das Leſen der Beſchreibung davon dieſe nach und nach deſto ſicherer erwirkt werden duͤrfte.———— IX Alle dieſe beregten, Einfluß habenden, Verhaͤltniſſe wird man hoffentlich als hinreichende Beweggruͤnde zur Abfaſ⸗ ſung der gegenwaͤrtigen Abhandlung gelten laſſen. Ich beſcheide mich ſehr gern, daß mein Verdienſt bei dieſer Arbeit nur gering iſt, indem ich, im Gefuͤhl, nichts Beſ⸗ ſeres uͤber den Bau und den Gebrauch des Hakens geben zu koͤnnen, als ſchon im Jahre 1774 durch den Amtmann Schumacher in dem unter Nro. I. angefuͤhrten Werke ge⸗ ſchehen iſt, und weil dieſes dem Vernehmen nach bereits ver— griffen ſein ſoll, dieſem meinen, um die Verbeſſerung des Ackerbaues hochverdienten Vorgaͤngers, beſonders in den er— ſten Abſchnitten der erſten Abtheilung dieſer Schrift, theils woͤrtlich, theils auszugsweiſe gefolgt bin; und bemerke fer— ner, daß ich aus meiner hollaͤndiſchen Abhandlung uͤber den Ackerbau und die Ackerwerkzeuge aͤlterer und neuerer Zeiten das mir als hieher gehoͤrend Erſcheinende heruͤbergenommen habe, und daß ich dann, beſonders in der zweiten Abtheilung, das— jenige, was auf den Urſprung, den Gebrauch und die Aehn⸗ lichkeit des Hakens mit den alten und neuen Ackerwerkzeugen anderer Laͤnder, ſo wie die neueſten Verſuche zu deſſen Ein— fuͤhrung vorzutragen bemuͤht geweſen bin. Da es nicht zu vermeiden iſt, daß nicht die techniſche Beſchreibung eines Werkzeuges und die Anweiſung zum Ge— brauch deſſelben trocken ausfaͤllt, und daher das Leſen ſolcher Auseinanderſetzungen Manchem langweilig wird, ſo bitte ich zu erwaͤgen, daß bei einem ſolchen Gegenſtande das Nuͤtzliche dem Angenehmen nicht aufgeopfert werden darf; und es wuͤrde mir lieb ſeyn, wenn die Leſer, denen das Mechaniſche und Theoretiſche der erſten Abtheilung zu abſtract iſt, in dem Geſchichtlichen der zweiten und dritten Abtheilung einigen X Erſatz faͤnden; ich wuͤnſche nur, daß ſie dasjenige, was ich von eigenen, mit dieſem Gegenſtande in Bezug ſtehenden, Verſuchen und Verhaͤltniſſen, theils epiſodiſch angefuͤhrt, theils extendirt vorgelegt habe, mit Nachſicht und Unpartheilichkeit beurtheilen moͤgen. Uebrigens bin ich ganz der gelegentlich von Walter Scott ausgeſprochenen Anſicht, daß, wer ein Buch ſchreibt, immer viel wagt, weil nichts ſo unwahrſcheinlich iſt, als daß er eines geſchrieben hat, das ihm den Beifall aller Leſer erwirbt. Weil bei der Abfaſſung dieſer Blaͤtter mich allein der eifrigſte Wunſch beſeelt, ſoviel in meinen Kraͤſten ſteht, zur Vervollkommnung des Ackerbaues durch die Verbreitung des mir als das vollkommenſte erſcheinenden Ackerwerkzeuges bei⸗ zutragen, und damit keine eigennuͤtzige Spekulation, noch ſonſtige, der Sache fremde, Abſichten bei deren Herausgabe vermuthet werden koͤnnen, wird dieſe auf meine Koſten ge— ſchehen, und ich habe den Ueberſchuß dieſer Unternehmung zur gewiſſenhafteſten Vertheilung an diejenigen Oſtfrieſiſchen Anbauer beſtimmt, welche den Haken zu gebrauchen wuͤnſchen, und ſich ihn aus eigenen Mitteln anzuſchaffen nicht vermoͤ— gen; und dieſelben ſollen die nach meiner Anweiſung ange— fertigten Inſtrumente demnaͤchſt, ſo weit der Fonds reicht, unentgeldlich erhalten. Zur richtigen Anwendung der Maße bei Anfertigung des fraglichen Ackerwerkzeuges bemerke ich noch ſchließlich, daß der Maßſtab, nach welchem die einzelnen Theile des Hakens in den anliegenden Tafeln gezeichnet, und die Angabe der Verhaͤltniſſe, ſo wie die verſchiedenen Berechnungen nach XI mecklenburgiſchen Fuß geſchehen ſind, und daß derſelbe 129 Pariſer Linien, der Hannoverſche aber 129 und der oſtfrie⸗ ſiſche 131 ſolcher Linien enthaͤlt. Aurich, im Jahre 1836. Der Verfaſſer. Bemerkung. Die nach Beendigung der beiden erſten Abtheilungen dieſer Schrift uͤber den Gegenſtand derſelben ſtattgefundenen oͤffentlichen Verhandlung gen, und in Betreff der Herausgabe derſelben eingetretenen Verhaͤltniſſe finden ſich in der Einleitung zur dritten Abtheilung angegeben und er⸗ aͤutert. 1 ſ — ———/ꝑ———4 Erste Abtheilung, den Bau und den Gebrauch des Hakens betreffend. — Erſter Abſchnitt. Die Geſtalt und der Bau des Hakens; deſſen einzelne Theile und deren Zuſammenſtellung, nach Verhaͤltniß ſeiner verſchiedenen Beſpannung. §. 1. D. Haken iſt, wie ſchon die bloße Anſicht der Fig. 7. zeigt, ein Ackerwerkzeug, welches ſeiner Geſtalt und Zuſammenſetzung nach mit andern Werkzeugen, welche zu eben dem Endzwecke gebraucht werden, namentlich mit den gewoͤhnlichen und verbeſſerten neueren Pfluͤgen des In- und Auslandes, wenig Aehnlichkeit hat; hingegen finden ſich in den Pfluͤgen der aͤlteren Ackerbau treibenden Voͤlker, der Egypter, Griechen und Roͤmer, den Grundzuͤgen nach, ob⸗ zwar unvollkommner, deſſen ganze Figur und einzelne Theile wieder, wie in der 2ten Abtheilung naͤher dargethan wer⸗ den wird. §. 2. Jeder Haken iſt zuſammengeſetzt: aus einem Hakenbaume, einem Kruͤmmel, einem Hoͤft, dem Sterze, dem Hakenbrette oder Reeſter und dem Hak⸗ eiſen, ferner den Wieden oder Weeden(von gedrehten 2 und geflochtenen Weidenreiſern), Keilen und Stiften, die zur Zuſammenhaltung erforderlich ſind. Die Theile des Hakens, welche das Aufbrechen des Ackers verrichten, ſind ſich immer aͤhnlich, jedoch nur in der Art, wie Hand⸗Werkzeuge es ſeyn koͤnnen, womit ſchwere Arbeiten verrichtet und die ſelten nach genauen Ausmeſſungen aus— gearbeitet werden; denn der Bauer, welcher den Haken ge— woͤhnlich ſelbſt verfertigt, gebraucht dabei nur ſein Augenmaß und die natuͤrliche Biegung und Staͤrke des Holzes, ohne ſonderliche Nacharbeitung, und die Zuſammenfuͤgung geſchieht ziemlich nach Gutduͤnken, woraus unmoͤglich ganz gleiche Gebaͤude entſtehen koͤnnen. Sie enthalten jedoch immer die Hauptſtuͤcke, welche einen Haken ausmachen, und darin be— ſteht die Eigenthuͤmlichkeit und das Unterſcheidende deſſelben. Der Groͤße nach koͤnnen die Theile des Hakens ſich nicht immer gleich ſeyn, denn die Erfahrung hat den Ackers⸗ mann gelehrt, daß, je nachdem der Acker beſchaffen, und je nachdem das Zugvieh ſtark oder ſchwach iſt, die beſon⸗ deren Theile des Hakens bald groͤßer, bald kleiner, und ſelbſt in einigen Faͤllen nach der Beſpannung etwas anders geformt ſeyn muͤſſen. §. 3. Der Hakenbaum Tab. I. Fig. 1. iſt eine einſtaͤm— mige runde Stange von Eichen- oder Birkenholz, am dicken Ende bei dem Hof⸗Haken etwas uͤber 4 Zoll, beim Bauer⸗ Haken etwas darunter, am duͤnnen Ende 3 ½ auch wohl nur 3 Zoll dick, die Laͤnge des Hakenbaums richtet ſich lediglich nach der Groͤße der Zugochſen, und kann von 7 bis 9 Fuß betragen. In dem Baume ſind 2 Fuß vom duͤnnen Ende mehrere Loͤcher fuͤr den Sticken gebohrt, welcher die Kappel⸗Wieden haͤlt, um noͤthigen Falls den Haken von den Ochſen weiter weg, oder ihnen naͤher zu bringen, wie Fig. 7. bei z. zu ſehen iſt. Das dicke Ende des Baumes iſt, wie die Figur zeigt, etwa 2 Fuß bis zur halben Dicke abgeſchraͤgt, damit derſelbe 3 beſſer mit dem Kruͤmmel zuſammengepaßt, auf demſelben durch einen hoͤlzernen Nagel, welcher durch das Loch a. geht, befe⸗ ſtigt, und weiter durch Wieden oder Ringe verbunden wer⸗ den kann. §. 4. Der Hakenkruͤmmel iſt ein krumm gewach⸗ ſenes Stuͤck Holz, welches von einer Spitze zur andern we— nigſtens 3 ½ Fuß halten und eine Kruͤmme haben muß, die 8 bis 9 Zoll oder auch noch mehr ausgebogen iſt. Weil der Kruͤmmel ein Stuͤck des Hakens iſt, worauf der ganze Me— chanismus deſſelben beruht, welches alſo ſtark und dauerhaft ſeyn muß, dann aber auch von allen Theilen dieſes Werk— zeuges am laͤngſten erhalten werden kann, weil es am wenig— ſten verſchleißet, ſo waͤhlt man dazu am liebſten Eichen oder eine ſonſtige feſte Holzart. Der in Tab. I. Fig. 2. abgebildete Kruͤmmel iſt in der Mitte der Biegung bei a. 6 Zoll breit und ebenda à bis A ½ Zoll dick. Unten bei b. faͤllt die Dicke zu 1 ½ bis 1 ¼ Zoll ab, die Breite aber zu 4 bis 4 ¶ Zoll. Die Platte oben, worauf der Hakenbaum liegt, iſt 1 ½ bis 2 Fuß lang und hinten A bis 4 ½ Zoll breit, nach der Spitze c. aber ſchmaͤlert und rundet ſich die Flaͤche aus. In dieſem Hakenkruͤmmel iſt bei d. ein Nagel von Holz, wo⸗ mit der Hakenbaum darauf befeſtigt wird. Sodann ſieht man bei e. und f. zwei in der Dicke ſchraͤg nach unten durchgeſtaͤmmte Loͤcher, in welche das Hakenbrett und der Sterz geſteckt, und darin durch Keile befeſtigt werden. Wegen der Verſchwaͤchung durch die beiden durchgeſtaͤmm⸗ ten Loͤcher iſt es nothwendig, daß der Kruͤmmel an der Stelle, wo das Hakbrett durchgeht, ſoviel dicker, als unten, ſeyn muß. Das Untertheil b. darf aber deshalb nicht dicker ſeyn, als oben angegeben, damit das Sohlholz oder Ha— kenhoͤft, worin es vernagelt wird, durch das eingeſtaͤmmte Zapfenloch weder zu ſchwach, noch zu dick werde, ſondern im gehoͤrigen Verhaͤltniſſe bleibe. Zuweilen kann man auch des Kruͤmmels und des Baumes in einem Stuͤcke habhaft 4 werden, beſonders fuͤr den Pflughaken, wo der auf dem Vor— geſtell ruhende Baum nicht ſo lang zu ſeyn braucht. Hierbei wird aber weiter nichts genommen, als die Wieden und der Nagel, welche dieſe beiden Stuͤcke zuſammen halten; und da— gegen verliert man einen der Hauptvortheile des Stellens zu der tiefen oder flachen Arbeit, wie in§. 6. des zweiten Ab— ſchnitts gezeigt werden wird. §. 5. Das Hakenhoͤft Fig. 3. pflegt an einem Bauerhaken 2 Fuß 2 Zoll oder etwas daruͤber 3— 4 Zoll hoch und 3 Zoll dick zu ſeyn, an einem Hofhaken iſt es bis 3 Fuß lang, die Dicke und Breite aber dieſelbe, wie beim Bauerhaken; im allgemeinen richtet ſich die Laͤnge des Hoͤfts nach dem Kruͤmmel. Bei a., wo das Loch zu dem untern Ende des Kruͤmmels eingeſtaͤmmt iſt, iſt das Hoͤft etwas hoͤ— her, welche Erhoͤhung dazu dient, um einen Kruͤmmel, wel— cher unten abgebrochen iſt, noch gebrauchen zu koͤnnen, indem die Kuͤrze des Letztern durch die Hoͤhe des Erſtern erſetzt wird; beim Bau eines neuen Hakens aber bleibt dieſe Erhoͤhung weg, weil ſonſt der Kruͤmmel zum etwaigen Nachſpitzen gleich zu kurz ſeyn wuͤrde. Bei b. iſt das Loch eingeſtaͤmmt, worin der Sterz feſt— genagelt wird. In dem zugeſchraͤgten Ende c. wird an eini— gen Orten eine Nute gemacht, in welche das Hakbrett mit der Feder— Fig. 5. a. eingeſchoben werden kann, um, wie hernach weiter gezeigt werden wird, das Vorſetzen des Werk— zeuges zu erleichtern; gewoͤhnlich aber wird das Hakenbrett auf das ſchraͤg abgeſtumpfte Hoͤft feſtgenagelt. Da waͤhrend des Gebrauchs des Hakens das Hoͤft be— ſtaͤndig in die Furche an der Erde ſtreichet und dadurch unten und zur Seite ſtark abgenutzt wird, ſo muß bei der Wahl des Holzes beſonders auf deſſen Dauerhaftigkeit Ruͤckſicht ge— nommen werden, und dazu iſt das Rothbuchen Holz, welches zaͤh und leicht iſt, beſonders geſchickt; doch das Hagebuchen— Holz als noch dauerhafter dazu zu empfehlen. Aus dieſem Grunde ſucht der Landmann das Verſchleißen auch wohl durch 5 Unternageln von Blech oder altem Eiſen abzuwenden, aber das Eiſen haͤlt beſonders im Sande nicht lange, und es iſt daher am zweckmaͤßigſten, wenn das Hoͤft abgelaufen und zu ſchwach geworden iſt, es mit einer hoͤlzernen Sohle zu ver⸗ ſehen, welches mit geringen Koſten mehrmals geſchehen kann, ohne den Haken auseinander zu nehmen. 1 §. 6. Der Sterz Fig. d. ein meiſt grades, aber 2 Zoll breites und 1 ½ Zoll dickes abgerundetes, zuweilen auch am Angriffsende, wie bei b. angedeutet, etwas krummes Stuͤck Eichen- oder Eſchenholz, iſt an dem untern Ende, ſoweit es durch den Kruͤmmel geſteckt, und bei a. in dem Hoͤft befeſtig wird, 2 ½ Zoll breit und ½¼ Zoll dick und 2 Fuß 3 Zoll, auch nach Beſchaffenheit des Kruͤmmels wohl nur bis 2 Fuß lang, gleichwie die Laͤnge des andernTheils uͤber dem Kruͤm— mel davon abhaͤngig iſt; je ſpitzer der Winkel iſt, welchen der Sterz mit dem Hoͤft macht, deſto laͤnger muß der obere Theil ſeyn bis zu 4 ½ Fuß, die ganze Laͤnge deſſelben richtet ſich vornehmlich nach der Groͤße des damit Arbeitenden. Der Sterz wird am obern Ende angefaßt und muß dem Haͤker ſo zur Hand liegen, daß er aufrecht ſtehet, und mit etwas gebogenem Arme den Haken durch den Sterz heben und niederlaſſen kann. Auch muß derſelbe ſoweit hinter dem Hoͤft wegreichen, daß der Fuͤhrer einen vollen Schritt austreten kann, ohne mit dem vorderſten Fuß das Hoͤft zu erreichen. §. 7. Das Hakenbrett oder Reeſter Fig. 5 u. 6. iſt das letzte hoͤhzerne Hauptſtuͤck des Hakens. Daſſelbe erfordert bei— nahe eine ſo muͤhſame Ausarbeitung wie der Kruͤmmel. Es hat drei Abtheilungen, naͤmlich: das unterſte ſchmalere Ende a. an welchem das Hakeiſen angeklemmt wird, das Mittel- oder Stuͤrz-Theil b., und die Angel c., welche in dem Kruͤmmel feſtgekeilt wird. Das Maß iſt hiebei ſehr ungleich und un— beſtimmt. Das Reeſter an einem gewoͤhnlichen mittelmaͤßi⸗ gen Haken Pig. 5. iſt in dem untern Theile: a. 9 Zoll lang, 4 bis 4 ½ Zoll breit, der Sturztheil b. 1 ½ Fuß lang und 6 10 bis 11 Zoh breit, die oberſte Angel c. 8 Zoll lang, 2 bis 2 ½ Zoll dick, und%¾ Zoll breit. Die Dicke des Hakbretts betraͤgt in der Mitte etwa 1 Zoll; unten iſt die Flaͤche et— was ausgehoͤhlet und die ſcharfen Kanten ſind abgebrochen, damit die aufgeſchobene Erde beſſer herunter fallen kann. Gewoͤhnlich iſt die oberſte Flache des Reeſters grade oder et— was convex, an einigen Orten aber auch mit einem ſcharfen Ruͤcken verſehen, vid. Fig. 6., wodurch große Erdſchollen, wenn ſie nicht zu naß und zaͤhe ſind, bisweiten gebrochen wer— den. Der Ruͤcken darf aber nicht zu hoch ſeyn, weil ſonſt die geſchmeidigen Erdſchollen ſich auf der einen Seite leicht anlegen, und durch das Schraͤghalten des Hakens ſich auf der andern Seite nicht gut abſtuͤrzen laſſen. Fig. 6. zeigt ein anderes Reeſterbrett, deſſen unterer Theil 12 Zoll lang und 9 Zoll breit, der Stuͤrz⸗Theil aber nur 12 Zoll lang, oben 7 und unten 10 Zoll, die obere Angel aber wie bei Fig. 5. iſt. Dieſer Unterſchied grunder ſich theils darauf, wie groß die Hakeiſen in einer oder der andern Gegend ge— braͤuchlich ſind, theils auf die Beſchaffenheit des Bodens. In ſtrengen, lettigen Feldern haͤlt man die Reeſter Fig. 5. fuͤr beſſer, weil bei naſſer Witterung dieſe Erdart zuſammenhaͤlt, und ſich um die kleinen Reeſterbretter ſo zuſammenklebt, daß der Haken beſchwerlich fort gezogen werden kann, dahingegen die laͤngeren und breiteren Reeſterbretter die aufgebrochene Crde ganz aufnehmen und ſo lange faſſen, bis ſie durch eigene Schwere nach der Seite hinfällt, wo der Haken hingehalten wird. Das Hakbrett muß von gutem Buͤchen⸗Holze ſeyn, es nutzt jedoch auch bald ab, und dauert ſelten uͤber ein Jahr. Durch Benageln der Seitenkanten mit duͤnnem Eiſenblech kann man das Verſchleißen etwas laͤnger abwehren. §. 8. Die vorbeſchriebenen fuͤnf, zum Bau eines Ha— kens erforderlichen Stuͤcke von Holz muß ein guter Land⸗ wirth aus dem Groben gehauen zum Austrocknen durch Luft und Rauch ſtets vorraͤthig haben; und dieſelben werden von dem Landbauer blos mit dem Beile und dem Zugmeſſer ver— —— 7 fertigt; denn kuͤnſtlicher muß kein Ackerwerkzeug ſeyn, das bei der ungleichen Haͤrte und Geſchmeidigkeit des Bodens bei den harten Stoͤßen an Steine und Wurzeln, oder bei ſonſti— gen Vorfaͤllen, durch die Ungeſchicklichkeit des Fuͤhrers oder die Unbaͤndigkeit des Zugviehes immer aushalten, trocken ſeyn und naß werden kann, ohne zu verderben. So einfoͤrmig dieſe beſonderen Stuͤcke des Hakens ſind, ſo leicht iſt auch deren Zuſammenſetzung zu einem Ganzen, wie in Fig. 7. Tab. II. nach einem zur Haͤlfte verkleinerten Maßſtabe im Zuſammenhange abgebildet worden, und es ſind die Nummern nach der Ordnung, wie die Stuͤcke beſchrie⸗ ben, beigeſetzt. Aus der Abbildung des Ganzen iſt ferner erſichtlich, was die Abſchraͤgung des Hakenbaums fuͤr Nutzen hat, und wie er mit dem Stifte d.— Fig. 2 u. 7.—, der in dem Ha⸗ kenkruͤmmel ſteckt, mit dieſem zuſammenhaͤngt; und wie er weiter mit demſelben durch Wieden verbunden iſt, bei o. p. q. zu ſehen. Dieſe Ringe von Weidenzweigen geflochten, oder von Eiſen, klemmen beide Stuͤcke ſo feſt an einander, indem ſie den Kruͤmmel und den Hakenbaum umfaſſen, daß keines ſeitwaͤrts ausweichen kann. Der Gebrauch der Wieden zu dieſer Verbindung iſt dem der eiſernen Ringe darum vorzuziehen, weil ſolche wohlfeiler, und waͤhrend der Arbeit auf dem Felde, im Abgangsfalle leicht zu erſetzen ſind, wohingegen das Springen eines eiſernen Ringes und deſſen Herbeiſchaffung bedeutende Zoͤgerung ver— urſachen kann. §. 9. Die Schaar oder das Hakeiſen, vid. Fig. 8— 11., vollendet die weſentlichen Theile eines Hakens. Daſſelbe be— ſtehet aus ſtarkem Eiſen, das an den meiſten Orten /⅞ Zoll dick iſt und die Form eines Dreiecks hat, Fig. 8.; woran oben bei a. und b., Fig. 9. ein Paar Haken oder Ohren ſitzen, und unten die Spitze etwas verdickt auslaͤuft und ein wenig nach oben gebogen iſt, wie Fig. 10. zeigt. O Den Obertheil des Eiſens, woran die Haken ſitzen, nennt man den Kopf; dieſe Haken werden darnach eingerichtet, daß ſie auf den untern Theil des Reeſters ſo paſſen, daß zur voͤlligen Befeſtigung des Eiſens zwiſchen den an 2 Zoll um— gebogenen Klemmhaken und dem Brette kleine hoͤlzerne Keile eingetrieben werden koͤnnen, wie bei Fig. 15., bei f. zu ſehen. Bei einem großen Haken iſt der Kopf der Schaar, die Dicke des Eiſens mitgerechnet, bis zu 9 Zoll weit, zu beiden Sei— ten ragen die Ecken 2 Zoll uͤber, vid. Fig. 9. c. d., ſo daß die ganze obere Breite 12 bis 14 Zoll betraͤgt, und die ganze Laͤnge des unter Fig. 8 und 10. abgebildeten Haken⸗ eiſens mit platter Spitze iſt 12 Zoll; dieſem giebt man auf ſandigem und leichtem Boden den Vorzug, damit die Urerde nicht durch zu tiefes Haken herauf gebracht werde. Fuͤr leichten Boden, zu deſſen Bearbeitung der Haken uͤber⸗ haupt kleiner und ſchwaͤcher angewandt werden kann, braucht das Hakeiſen auch nur 10 Zoll lang und oben 8 Zoll breit zu ſeyn. Man hat aber auch Hakeiſen, mit einer viereckigen 3 bis 4 Zoll langen Spitze Fig. 11. a. a. und dann betraͤgt die ganze Laͤnge des Eiſens 15 Zoll. Solche Hakeiſen werden Schnabel-Eiſen genannt; ſie reichen unten weiter von dem Hakenbrette heraus und thun beſonders gute Dienſte in ſtren— gem Boden, wo der Acker gebrochen und tief bearbeitet wer⸗ den muß. Die kleinſte Sorte des Hakeneiſens wiegt ungefaͤhr 8 Pfund und die groͤßte 13 Pfund. §. 10. Da der Haken von einem oder zweien Ochſen gezogen, eigentlich geſchoben, oder mit einem, zwei, auch vier Pferden beſpannt werden kann; ſo erfordert dies in al— len gedachten Faͤllen eine verſchiedene Verrichtung, worüber demnaͤchſt das Weitere. Weil indeß der Haken am meiſten mit zwei Ochſen im Jahr gebraucht wird, ſo folagt zuerſt die Beſchreibung dieſes weſentlichen Theils des Ochſen-Hakens wodurch derſelbe ganz allein gezogen wird und worin die 9 ganze Anſpannung der Ochſen beſteht, welche außer dem um die Hoͤrner gelegt werdenden Lenkſeil keines Geſchirrs weiter beduͤrfen. §. 11. Ein Haken⸗Joch fuͤr Ochſen iſt aus ſechs Stuͤcken zuſammengeſetzt, wie Fig. 12. Tab. II. zeigt. Dieſe ſind: der Jochbaum, das Kehlholz, zwei Jochſchei— den und zwei Jochſticken. §. 12. Der Jochbaum Fig. 12. A., welcher an 6 Fuß lang und gegen 3 Zoll dick iſt, ein rundes einſtaͤmmiges Stuͤck Holz, liegt den Ochſen auf dem Halſe, und muß da— her deren ganze Kraft, indem ſie ſchieben, aushalten; man nimmt deshalb gern Eichheſter, jedoch auch wohl anderes zaͤ— hes, aber leichteres Holz dazu, damit die Ochſen auf dem Schuft, wo derſelbe anliegt, weniger beſchwert werden. Durch den Jochbaum gehen eben ſo wie durch das Kehlholz vier Loͤcher fuͤr die Jochſcheiden und Jochſticken. In der Mitte des Jochbaumes iſt ein hoͤlzerner Sticken a., woruͤber die Wiede liegt, welche den Haken und das Joch zuſammen haͤlt, wie in der Fig. 7. des ganzen Hakens bei z deutlicher zu erſehen iſt. Zu beiden Seiten des Stickens koͤn— nen zur Verſetzung, um die Schwere der Arbeit bei unglei— chen Kraͤften der Ochſen gleichmaͤßig zu vertheilen, noch ei— nige Loͤcher gebohrt werden. §. 13. Das Kehlholz Fig. 12. B. iſt der Laͤnge nach allemal dem Jochbaume gleich, jedoch nur 2 Zoll breit und 1 ½ Zoll dick; weil es blos dazu dient, die Ochſen zuſam— men zu ſpannen, und weil keine Laſt darauf liegt, braucht es nicht ſtaͤrker zu ſeyn; es haͤngt lediglich durch die Joch— ſcheiden mit dem Jochbaume zuſammen. §. 44. Die Jochſcheiden Fig. 12. C. ſind zwei Fuß lang, etwas uͤber 2 Zoll breit und gut ½ Zoll dick; ſie ha⸗ ven unten einen Kopf, wie bei a. a. zu ſehen, worauf das 10 Kehlholz hangt, und oben ſind bei b.d. einige Loͤcher durch⸗ gebohrt, um mittelſt eines hoͤlzernen Stickens das Kehlholz hoͤher oder niedriger feſt zu halten. §. 15. Die Jochſticken oder Pinnen, Fig. 12. D., brau⸗ chen nicht ſtark zu ſeyn, weil ſie nur verwehren, daß die Och— ſen den Kopf nicht zur Seite aus dem Joche ziehen; ſie koͤn— nen ganz rund und dann N4 Joll dick, oder auch halb ſo breit wie die Jochſcheiden ſeyn; oberwaͤrts bei b. werden ſie etwas ſtaͤrker gelaſſen, damit ſie nicht durchfallen, doch muͤſ⸗ ſen ſie willig aus- und eingehen, um das An- und Ausſpan— nen der Ochſen nicht aufzuhalten. Die Jochſticken ſind von den Jochſcheiden gewoͤhnlich 8 Zoll entfernt, und die letzteren pflegen von dem Mittel des Jochbaumes 20 Zoll entfernt zu ſeyn; man kann aber auch, wenn die Ochſen gewoͤhnt ſind, mit den Koͤpfen dichter zuſammen geſpannt zu werden, die Scheiden und Sticken dem Mittelpunkt wohl um 4 Zoll naͤ⸗ her bringen. §. 16. Dieſen vorbeſchriebenen Ochſenhaken ſieht man in ſeiner vollſtaͤndigen Zuſammenſetzung und Beſpannung, unter der Leitung des Fuͤhrers, in der Abbildung Tab. III. Fig. II. den Acker bearbeiten. §. 17. Daß der Haken im leichten ſandigen und moorigen Boden von einem Ochſen geſchoben werden kann, leidet gar keinen Zweifel, denn zwei Ochſen, welche im Klei den Haken ſchieben, muͤſſen doppelt ſo viel Kraft anwenden, als ſie im Sande gebrauchen; wenn man die Kraft, welche im Klei erforderlich wird, theilt, und die Haͤlfte davon auf einen allein im Sande arbeitenden Ochſen rechnet, ſo hat der eine nicht mehr Arbeit im Sand, als die beiden im Klei. Die groͤßte Schwierigkeit liegt in der Unpaßlichkeit des gewoͤhnlichen Geſchirrs auf den einzelnen Ochſen; jedoch kann der einſpaͤnnige Pferde⸗-Haken welcher weiter Fig. 17. abgebildet, und demnaͤchſt in§. 20. beſchrieven werden wird, fuͤr einen Ochſen leicht eingerichtet — 11 werden, wenn die Kluft⸗Deichſelbaͤume nach dem Koͤrperbau des Ochſen etwas auswaͤrts gebogen ſind, und dem Ochſen ein Gurt umgelegt wird, in deſſen Schlingen oder Oehſen die vordern Enden derſelben ruhen, wie die Abbildung eines gan— zen, einſpaͤnnigen, arbeitenden Ochſenhakens auf Tag. III. Fig. I. deutlich zeiget; aus welcher ferner das gewoͤhnliche Krummjoch, worin der Ochſe ſchiebt, ſo wie die aus demſelben nach den Schei— den des Kluftdeichſels laufenden Zugſtraͤnge ohne weitere Erklaͤ⸗ rung wahrzunehmen ſind, bei welcher Anſpannung der, bei dem Pferdehaken Fig. 17. i. h. angedeutete Schwengel wegfaͤllt. §. 18. Der, in den§§. 1 bis 9. beſchriebene Ochſen⸗ Haken kann auch ohne Raͤdervorgeſtell mit Pferden beſpannt werden, und wird dann Pferde-Haken genannt; weil aber den Thieren die Laſt da aufgelegt werden muß, wo ſie die meiſte Staͤrke haben, und das Geſchirr ihnen weder laͤſtig noch ſie verletzend ſeyn muß, ſo hat man dem Ochſen das Joch auf die Schultern gelegt, weil der Schuft der ſtaͤrkſte Theil ſeines Koͤrpers und im Fortſchreiten nur eine geringe Bewegung erleidet; die ganz anders gebaueten Pferdehaken ihre Staͤrke in der Bruſt, und anſtatt, daß der Ochſe die Laſt, welche er uͤberwaͤltigt, fortruͤckt, braucht das Pferd ſeine Kraft im Zuge; wenn alſo Pferde vor den Haken gelegt werden ſollen, ſo muß die bei Fuhrwerken gebraͤuchli— che Anſpannungsart angebracht werden; zu dieſem Behuf wird in die Hohlſeite des Kruͤmmels eines gewoͤhn⸗ lichen, vorbeſchriebenen Ochſen-Hakens, dicht uͤber dem Loch, wo die Angel des Reeſters durchgeht, ein nach unten gebogener eiſerner Haken mit Blaͤttern genagelt, um eine gemoͤhnliche Wacht mit zwei Schwengeln daran haͤngen zu koͤn⸗ nen; das Weitere bedarf keiner Beſchreibung, noch Abbildung. . Bei dieſer Beſpannung kommt zum Lager des vorder— Endes des Hakenbaums, noch ein fuͤr die Pferde beſonders ein— gerichtetes Joch hinzu, wie in Fig. 13. Tab. II. abgebildet. Das Kehlholz iſt daſſelbe, wie beim Ochſenhaken; in demſelben befinden ſich aber bei a. b. c. d. vier einge⸗ 12 kerbte Jochſcheiden, von welchen vermittelſt eines Tragrie⸗ mens Fig. 14. das Joch uͤber den Hals der Pferde gehaͤngt wird, und an den Zaͤhnen der Scheiden hoch oder niedrig ge— ſtellt werden kann; auch kann man, um den Hals der Pferde weniger zu ſcheuren, nur zwei Jochſcheiden anwenden und den Tragriemen ſo viel verlaͤngern, daß er mit einer Schlin⸗ ge, wie bei b. angedeutet, uͤber das Kehlholz gehaͤngt wird; auf der Mitte des Kehlholzes iſt ein kleiner Klotz, mit einer Vertiefung und einem Buͤgel angebracht, wie bei e. zu ſe⸗ hen, damit der Hakenbaum beſſer darauf ruhen und nicht ausweichen kann. § 19. Wenn vor den Haken 2 oder 4 Pferde gelegt werden, und anſtatt des Joches ein Vorgeſtell mit Deichſel und Wachten, wie bei dem Pfluge, gebraucht wird, ſo nennt man dies Ackerwerkzeug Pflughaken, oder Hakenpflug. Fig. 15. zeigt einen ſolchen von den kleinſten Verhaͤltniſſen fuͤr ebenen Sandboden, wo nicht tief gehakt werden darf. Der Haken an ſich iſt unveraͤndert, außer daß der Baum, welcher auf dem Rumpf des Vorgeſtells liegt, nur ungefaͤhr 6 Fuß lang zu ſeyn braucht. Das Hakengeſtell iſt mit dem Vordergeſtell durch eine Kette verbunden, a. b. durch welche das Werkzeug vermittelſt mehrerer Loͤcher in dem Baum, fuͤr den, den Koppelring haltenden, Pflock c., kuͤrzer oder laͤnger geſtellt werden kann. Zu der ſelten erforderlichen Anſpannung von 4 Pferden, dient die Deichſel von ge⸗ woͤhnlicher Laͤnge, welche, wie bei d. zu ſehen, jedoch ſo an⸗ gepaßt iſt, daß ſie ſich ſeitwaͤrts bewegen kann. Fuͤr zwei Pferde iſt das in dem Rumpfe befeſtigte Holz e. erforderlich, um die Wacht darauf zu legen. Von dem Vorgeſtell giebt Fig. 15. die Durchſchnitts⸗ Anſicht. Der Hakenbaum ruht bei der kleinern Sorte bei b. in der Hoͤhlung des Rumpfes. Zu groͤßern Haken, und beſonders fuͤr die durch die Winkel des Kruͤmmels hoͤher lie— genden Hakenbaͤumen dient das bewegliche uͤber die aufrecht eingeſetzten Scheiden b. c. gehende Querholz d., welches 2 13 vermittelſt der Loͤcher und Pfloͤcke in den Scheiden hoͤher oder niedriger geſtellt werden kann. Durch den Rumpf und beide Raͤder-Achſen geht eine eiſerne bewegliche Stange e., an den Enden mit einem Vorſtecher-Splint verſehen. Der Pflughaken geht nicht ſo feſt, wie die gewoͤhnlichen Pfluͤge, und es ſind beſondere Handgriffe ſowohl zur Fuͤh⸗ rung, als zur Stellung erforderlich, weshalb der in§. 18. gedachte Pferdehaken ohne Vorgeſtell, und dieſen beiden wie⸗ der jeden, fals der einfache Ochſen-Haken Eig. 7. vorzu⸗ ziehen iſt. 4 1 1 1 1 §. 20. Die Noth, beſonders der durch die Viehſeuche entſtandene temporaire Mangel an Hornvieh hat endlich auch den Gebrauch eines einſpaͤnnigen Pferdehakens ge⸗ lehrt; Fig. 17. Tab. II. enthaͤlt die Abbildung eines ſolchen Werkzeuges. Das Pferd geht zwiſchen den beiden Baͤumen a. b., welche durch die Scheiden c. d. e. f. zuſammen haͤn⸗ gen. Die hinterſte Scheide c. d. iſt in der Mitte etwas dicker, damit fuͤr einen an den Hakenbaum angebrachten run— den Zapfen bei g. ein Loch gebohrt werden kann. Der Ha⸗ ken behaͤlt ſeine gewoͤhnliche Geſtalt, und iſt unterwaͤrts mit dem Schwengel h. i. zur Anſpannung des Pferdes verſehen. Der verkuͤrzte, ungefaͤhr nur 32 Zoll lange Hakenbaum iſt durch Zapfen und Ringe an dem Kruͤmmel befeſtigt, und hat zur Haltung der Kluftdeichſel am hintern Ende den Dreh⸗ zapfen g., auf der vordern Scheide ruht er unter dem Buͤ— gel k. ſo, daß der Haken nicht hin und her ſchlagen kann; damit aber der Hakenbaum ſich nicht vorwaͤrts ſchieben und nicht aus dem Zapfenloche bei g. weichen koͤnne, wird bei J. ein kleiner hoͤlzerner Stift vorgeſchlagen. Das Pferdegeſchirr iſt eben ſo beſchaffen, wie bei einer einſpaͤnnigen Chaiſe, jedoch genuͤgt ein hanfener einfacher Siehlen, an beiden Seiten mit Schlingen oder Schnall⸗ riemen zum Einhaͤngen der Baͤume verſehen. §. 21. Obgleich der gewoͤhnliche Haken vermoͤge ſeiner keilfoͤmmigen Geſtalt und ſeines herzfoͤrmigen Eiſens zum Furchen⸗Ziehen beſſer geſchickt iſt, als jeder Pflug, ſo hat man doch zum Aufziehen der Furchen zwiſchen den Aeckern nach deren Beſtellung, und beſonders zum Zeichen von Waſſer⸗ furchen, zum Trockenlegen der Niederungen in den Feldern und Weiden, dies Werkzeug noch dadurch verbeſſert, daß zu beiden Seiten deſſelben Streichbretter angebracht werden, um die Furchen in beliebiger Breite ziehen und die Seiten zu— gleich glatt ſtreichen zu koͤnnen; die Fig. 18 u. 19. Tab. II. verdeutlichen die Zurichtung dieſes ſogenannten Waſſer— Furchen⸗Hakens. In der perſpectiviſchen Anſicht von oben Fig. 18. ſieht man, wie die Streichbretter A. vorne an das Hoͤft ſchließen und bei b. feſtgenagelt ſind; und in c. c. die hoͤlzernen Stuͤcke, womit dieſelben an den hintern Enden mit dem Kruͤmmel verbunden ſind. Dieſe Streichbretter ſind hinten 10 Zoll hoch und werden nach vorne ſo viel ſchmaͤler, daß ſie unter dem Reeſter durchgehen koͤnnen, ihre Laͤnge betraͤgt gewoͤhnlich zwei Fuß ſechs bis zehn Zoll, ſo, daß ſie hinten mit dem Hoͤft gleich, oder et— was hintenaus ſtehen. Fig. 19. zeigt den Haken-Kruͤm— mel mit den angebrachten Streichbrettern von hinten im Durchſchnitt; vermittelſt der durch den Kruͤmmel gehen— den, dieſelben haltenden, Hoͤlzer c. c. koͤnnen dieſe Bretter eng und weit geſtellt werden, je nachdem man die Breite der Fur⸗ chen verlangt, ſo wie auch durch die Laͤnge der Bretter ſolche ſchon beſtimmt wird. Nan ſieht ferner aus dieſer Zeich⸗ nung, daß die Streichbretter nicht wie das Sturzbrett des Pfluges gebogen, ſondern von gradem Holze, und ſchraͤge nach unten dem Hoͤfte zugerichtet ſind, indem ſie nicht wie das Pflug⸗Reeſter die Erde umwerfen, ſondern nach beiden Seiten wegſtreichen und ebenen ſollen. Da bei dem Ziehen der Furchen die loſe Erde ſich zu beiden Seiten etwas uͤber die Ackerflaͤche aufwirft, ſo pflegt dieſer kleine Ruͤcken gewoͤhnlich mit der Harke geſchlichtet zu —— 15 werden; zur Erſparung dieſer Arbeit kann aber auch dies Werkzeug mit kleinen Harken an den Seiten der Streich⸗ bretter verſehen werden. Dies iſt ein mit eiſernen Naͤgeln verſehenes Knieholz, wie Fig. 20. zeiget, und wie auch in Fig. 18., deſſen Harken⸗Balken d., mit 5 Zinnen und die Befeſtigung der andern Seite des Winkels an den Streich— brettern mittelſt eines hoͤlzernen Knopfpflockes bei e. zu ſehen iſt. Da dieſe kleine Knieharke ſich auf dem runden Pflocke bewegen kann, ſo ſteigt und faͤllt ſie, je nachdem der Haken tief oder flach geht, und es wird alſo fortwaͤhrend der Zweck des Ebenens der aufgeworfenen Erde dadurch erreicht. Das Graben der beſonders in Oſtfriesland ſehr gebraͤuch— lichen Meethen-Schloͤte zur Abwaͤſſerung niedriger Aecker wuͤrde durch gehoͤrige Anwendung des Waſſerfurchen-Hakens wahrſcheinlich ganz wegſallen koͤnnen. §. 22. Zu den Nebengeraͤthen des Hakens gehoͤren außer den Wieden, Keilen und Stiften: ein ſ. g. Staͤcker und ein Schlepp-Holz. Der Staͤcker iſt ein ungefaͤhr vier Fuß langer Stock von der Dicke eines gewoͤhnlichen Hand— ſtocks Fig. 21., an deſſen dickem untern Ende bei a. ein klei⸗ nes geſchaͤrftes Eiſen mit einer Dille befeſtigt iſt, um die ſich an das Hakenbrett zuweilen feſtlegende Erde damit ab— ſtoßen zu koͤnnen, und an dem dünnen Ende iſt bei b. eine Peitſche befeſtigt zum Antreiben der Ochſen. Das Schleppholz Fig. 22. beſteht aus zwei ungefaͤhr 4 Fuß langen 2zoͤlligen Knuͤppeln von zaͤhem Holze, welche oben einen Fuß vom Ende durch einen ſtarken Sticken a. ſo verbunden ſind, daß ſie ſich drehen und ausgeſpreizt werden koͤnnen, um durch den umgelegten Haken zu beiden Seiten des Sterzes ſo ge— ſteckt zu werden, daß das ganze Werkzeug darauf ruht, und von einem Acker zum andern ohne Anſpannung und Anwen— dung einer Schleife bequem geſchleppt werden kann. —j;; 16 Zweiter Abſchnitt. Das Stellen und das Verſetzen des Hakens und die zu deſſen Fuͤhrung erforderlichen Handgriffe. 1 §. 1. Der Haken iſt ſeiner ganzen Bauart nach und in Verbindung ſeiner einzelnen Theile, ſo ungekuͤnſtelt, daß zum Stellen deſſelben gar keine Kunſt gehoͤrt, indem faſt jedes Stuͤck an demſelben, ohne etwas zu zernichten, dazu gebraucht werden kann, ihn tief und flach gehend zu ſtellen. Die Theo— rie dieſes Werkzeuges lehrt, daß es beim Stellen hauptſaͤch⸗ lich auf den Winkel ankommt, den das Hoͤft mit dem Ha⸗ kenbaume macht; dieſer wird bei der Zuſammenſetzung des Hakens zuerſt dadurch beſtimmt, daß, nachdem der Kruͤmmel in das Hoͤft eingeſetzt worden, der Sterz durch den erſtern in das letztere eingeſchoben, und wenn man die nach der Groͤße der Ochſen erforderliche Richtung durch das Vorſchieben deſ— ſelben erhalten zu haben glaubt, mittelſt ſogenannter Schluß— ſticken in dem Kruͤmmel und dem Hoͤft vernagelt wird. §. 2. Das zweite Verſetzen findet durch das Herauf— oder Herunter⸗Schieben des Hakenbretts ſtatt, wenn daſſelbe, wie Abſchn. I.§. 5. geſagt, mit einer Feder Fig. 5. a. in der Nute des Hoͤfts geſchoben werden kann; der zur Hal— tung des Hakenbretts bei der Angel deſſelben an der innern krummen Seite in dem Krümmel geſchlagene Keil Fig. 7. a. bedarf zu dieſem Behuf nur geloͤſet und beliebig wieder ein— getrieben zu werden. §. 3. Iſt das Hakenbrett aber auf dem Hoͤft feſt ge— nagelt, ſo dient der neben der Angel in dem Kruͤmmel ſtecken— de Keil blos, daſſelbe hoͤher oder niedriger zum Sturz zu ſtellen, je nachdem derſelbe unter oder uͤber daſſelbe geſchlagen wird, und in dieſem Falle tritt das dritte Verſtellen des Ha⸗ kens durch das Hakeneiſen ein, indem doſſelbe durch Loͤſung 17 der hoͤlzernen Keile, momit es nach 5. 9. des erſten Abſchnitts an dem untern Theile des Hakenbretts befeſtigt iſt Fig. 15. f. mit leichter Muͤhe hoͤher oder niedriger geſetzt werden kann. §. 4. Die vierte und gebraͤuchlichſte Art, den Haken zu ſtellen, iſt die, daß zwiſchen dem Hakenbaume und dem Kruͤm— mel nach Loͤſung der Wieden oder Ringe hinten bei dem Ver— bindungs⸗Pflocke d. ein breiter hoͤlzerner Keil geſchlagen wird, welchen man weiter hineintreibt, wenn der Haken flach gehen, und ihn zuruͤckzieht, wenn er tiefer gehen ſoll. §. 5. Auch kann fuͤnftens der Haken dadurch tiefer oder flacher gehend geſtellt werden, daß unter das Hoͤft ein hoͤlzer— ner Schuh genagelt wird, welcher vorn oder hinten dicker gemacht, und dadurch den gehoͤrigen Winkel des Hoͤfts gegen den Hakenbaum, obgleich etwas ſchwieriger, gefunden wer— den kann. §. 6. Das ſechſte Mittel, den Haken zu ſtellen, beruht in der Verbindung des Hakenbaums mit dem Jochbaume; wenn der erſtere zum Joch hinausgeſchoben, mithin der Ha— ken dem Joche naͤher gebracht wird, ſo kommt die Spitze des Hakeneiſens hoͤher zu liegen, und das Werkzeug geht alſo fla— cher; bei der Verlaͤngerung des Hakenbaums findet natuͤrlich das Gegentheil ſtatt. Dieſe Verſetzung iſt durch die mehreren in dem Hakenbaume befindlichen Loͤcher, in welche der Stift, der die Koppelwede haͤlt, geſteckt wird, leicht zu bewerkſtelli— gen. Waͤre es gleichguͤltig, wie weit der Haken hinter dem Joche zuruͤckliegt, ſo koͤnnte er durch das vorgedachte Ver— ſetzen des Stickens ganz allein geſtellt werden; aber die Er— fahrung lehrt, daß, wenn die Haken zu kurz geſteckt ſind, ſie den Ochſen leicht die Heſſen und beſonders beim Umkehren die Fuͤße durch die Spitze des Hakeneiſens beſchaͤdigen; ſonſt geht der Haken deſto leichter und feſter, je naͤher das Eiſen den Ochſen liegt.. §. 6. Bei dem Pflughaken findet daſſelbe Mittel der Verlaͤngerung oder Verkuͤrzung der Spannkette, wie vor— 3* 5 — 18 beſchrieben, nicht nur auch Statt, ſondern dieſes Werkzeug kann ferner durch das hoͤher oder tiefer Legen des ad Fig. 16. beſchriebenen Querholzes d. ſehr leicht zum tiefer oder flacher Ackern geſtellt werden. §. 8. Noch verdient hier angefuͤhrt zu werden, daß der Gang des Hakeneiſens zu den verſchiedenen Ackerarbeiten er— leichtert werden kann; naͤmlich wenn Dreeſch- oder Gruͤnland aufgebrochen werden ſoll, werden die Spitzen des Eiſens ſchmaͤler und ſpitzer emporgerichtet und die Seiten mehr ge— ſchaͤrft, um die Arbeit in dem zaͤhen Dreeſch zu mildern, zur Wend- und Saat⸗Fahre aber werden die Spitzen vorne brei⸗ ter ausgeſchmiedet, damit das Eiſen unterwaͤrts mehr Erde faſſe, und dasjenige, was bei der erſten Fahre in der Tiefe vielleicht ſtehen geblieben, vollends aufgeriſſen werde. Dieſe Zurichtung geſchieht am beſten, wenn die nach der urſpruͤng— lichen Form Fig. 8. und 11. angefertigten Eiſen abgenützt ſind und umgeſchmiedet oder verlegt werden müſſen. Bei dem Aufſetzen und Feſtkeilen des Hakeneiſens iſt auch noch die Vorſicht zu gebrauchen, daß die Spitze deſſel— ben ſo weit an dem untern Theil des Hakenbretts herunter reichen muß, daß die Breite des Eiſens das Hoͤft voͤllig deckt. Wird das Eiſen ſoweit herunter gezogen, daß der Kopf nicht dicht an den austretenden Ecken des Hakenbretts ſteht, ſo muß der Zwiſchenraum mit kleinen Keilen ausgefüͤllt werden, damit ſich das Eiſen nicht verſchieben kann; die Spitze eines gut aufgeſetzten Hakeneiſens muß gegen die Mitte des Hoͤfts uͤberliegen, wenn man an dem umgelegten Haken hinunterſieht. §. 9. Die zur Fuͤhrung des Hakens erforderlichen Hand⸗ griffe ſind von einem mit der Pflugarbeit vertrauten Acker⸗ manne leicht zu erkennen und auszuuͤben; in Betreff der Be— ſpannung ſind ſolche bei Pferden die gewoͤhnlichen, bei den Ochſen aber, die ohne weiteres Geſchirr blos in's Joch ge— ſpannt werden, iſt die Lenkung derſelben mit dem Seil, deſ⸗ ſ — 19 ſen Enden um die Hoͤrner der Ochſen gelegt werden, und deſſen Mitte der Haͤker entweder in der einen Hand haͤlt, oder an den Hakenſterz befeſtigt, welchen er mit der andern Hand regiert, ſehr einfach und leicht. Wenn der Ackersmann den Haken gut geſtellt hat, ſo kann ihm die Arbeit damit durchaus nicht ſchwer fallen. Das Werkzeug gehet von ſelbſt in beliebiger Tiefe, und derjenige, welcher es regiert, darf dabei ſeine Kraͤfte nicht weiter anle— gen, als daß er den Sterz ſeitwaͤrts gelehnt feſt haͤlt, und zwar nach der Seite hin, wo die Erde abfallen ſoll. Iſt ihm die umgebrochene oder friſche Furche zur linken Hand, ſo haͤlt er den Sterz mit der Linken, und das Leitſeil, ſo wie den Staͤcker, mit der Rechten; liegt aber der umgebrochene Acker zur rechten Hand, ſo wechſelt er auch mit den Haͤnden. Er tritt bei der Arbeit entweder mit beiden Fuͤßen in die friſche Furche, welche der Haken vor ihm aufwirft, oder er geht mit dem der lenkenden Hand gleichſeitigen Fuß in der Furche und mit dem andern auf dem ebenen Lande. Stoͤßt das Hakeneiſen vor einen Stein, den der Arbeiter nicht ge— wahr geworden, ſo haͤlt er mit dem Leitſeil ſogleich die Och— ſen an, und hebt den Haken ſo hoch, daß er uͤber den Stein weggeht: ſieht er aber den Stein vorher, ſo hebt er aus Vorſicht, ſchon ehe die Spitze denſelben erreicht, den Haken aus der Erde und ſetzt ihn hinter dem Stein wieder ein, ohne die Ochſen anzuhalten. Im raſchen Zuge giebt es man— chen harten Ruck gegen Steine und Wurzeln, aber oft und lange haͤlt der Haken ſolche Stoͤße aus, wobei der Pflug allemal Gefahr leiden wuͤrde. Außer zum Antreiben des Zugviehs gebraucht der Arbeiter den in Fig. 21. beſchriebenen Staͤcker beſonders, um die ſich auf das Hakenbrett zuſammen— ſchiebenden Erdklumpen, welche ſich vorzuͤglich in naſſem, buͤndigem Boden, und beim Aufbrechen des Gruͤnlandes leicht anlegen, damit zu loͤſen und abzuſtoßen. Der Haͤker arbeitet allemal neben der friſch gezogenen Furche die folgende hinauf, indem durch die Haltung des 20 Werkzeuges die aufgebrochene Erde links oder rechts geſtuͤrzt werden kann, und er alſo auf der Stelle umkehrt, anſtatt daß beim Umkehren des Pfluges, welcher die Erde mittelſt des Reſterbretts nur nach einer Seite umlegen kann, von einer Seite des Ackers nach der andern gezogen werden muß, und zu dieſem Behuf an beiden Enden ein Wende-Acker liegen bleibt, welcher bei der Haken-Arbeit gar nicht Statt findet. Dieſer Vorzug des Hakens liegt in der Vollkommenheit ſeiner beſchriebenen Bauart. DBreitter Abſchnitt. Von der verſchiedenen Beſpannung des Hakens. §. 1. Es iſt ſchon in dem erſten Abſchnitte bei der Be— ſchreibung des nur durch ſeine Vorrichtungen verſchiede— nen Hakens gezeigt worden, daß und wie derſelbe mit Och— ſen oder mit Pferden beſpannt werden kann; es bedarf da— her wohl keiner umſtaͤndlichen Eroͤrterung, daß die erſtere Anſpannung ſich beſonders fuͤr dies Ackerwerkzeug eignet und die unendlich wohlfeilere iſt. Von jeher iſt der Haken in Mecklenburg mit Ochſen be— ſpannt gebraucht worden; nur weil der Ackerbau, der Haupt— nahrungszweig der Bewohner dieſes Landes, ſelbſt der hoͤhern Staͤnde iſt, auch die Domainen-Guͤter dieſes Regenten-Hauſes mehr, als den dritten Theil des ganzen Flaͤchen-Inhalts deſ— ſelben ausmachen, ſo iſt es ſehr treffend, daß ein Buͤffel— oder Ochſenkopf, welchen der Chronik nach, die Obotriten zu Ehren von Alexanders Bucephalus ungefaͤhr 300 Jahre vor Chr. als Panier nach Mecklenburg getragen, den erſten Her— zoͤgen von Mecklenburg vom Kaiſer Carl IV. am S8ten Juli 1348 zum Wappen verliehen worden. 8— 22— X 1 21 Ganz in dieſem Sinne iſt der Ausſpruch des Gerechtig— keit liebenden, populairen Herzogs Ulrich von Mecklenburg abgefaßt, welcher im Jahre 1555 zu einem ſeiner Beamten, der wegen ruͤckſtaͤndiger Gefaͤlle das Zugvieh eines Ackermanns zwangsmaͤßig verkaufen laſſen wollte, die merkwuͤrdigen Worte ſprach:„Bedenkt wohl, was Ihr thut! Ich warne Euch, daß, wenn Ihr dem Bauern ſeine Ochſen abpfaͤndet, Ich Euch ſelbſt vor den Pflug ſpannen laſſen werde.“ Es wuͤrde unſtreitig nichts dem Ackerbau zutraͤglicher ſeyn, als wenn der Landwirth zu aller Feldarbeit ausſchließ⸗ lich Rindvieh und nicht bloß Ochſen, ſondern auch die Milch⸗ kuͤhe gebrauchte. Denn in der Fuͤtterung erfordert ein Rind weit weniger, als ein Pferd; die Wartung des erſteren iſt weniger koſtbar; der Dung vom Rindvieh iſt fuͤr die meiſten Ackerſorten beſſer; das Geſchirr fuͤrs Hornvieh iſt hoͤchſt un⸗ bedeutend; der Unterſchied des Ankaufspreiſes eines Ochſen oder eines Pferdes verhaͤlt ſich bei gleicher Guͤte gewoͤhnlich wie 1 zu 3. Das Pferd iſt mehreren Krankheiten und Feh⸗ lern unterworfen, als der Ochſe; ein alter gemaͤſteter Ochſe iſt fuͤr ſich immer noch viel werth, manchmal ſelbſt mehr, als ſein Ankaufspreis betraͤgt; ein altes Pferd aber verliert ſeinen Werth bis dahin, daß es nichts mehr gilt; weil das Rindvieh wiederkaͤuet, ſo kann der Ochſe ohne Futter laͤnger ausdauern, als das Pferd. Daß ſtarke Kuͤhe beſonders in leichtem Boden zum Ackern ſehr gut benutzt werden koͤnnen, ohne daß ſie die Milch einziehen, wenn ihnen nur hinlaͤng— lich Futter gereicht wird, iſt eine erprobte, für junge Land— bauern ſehr wichtige Thatſache, wodurch der Vortheil dieſer Beſpannung gegen die mit Pferden noch vortheilhafter erſcheint, wie im§. 13. des Abſchnitts IV. belegt werden wird. So anſehnlich dieſe Vortheile bei der Anſpannung von Rindern ſind, ſo gut paßt ſich auch der Haken fuͤr den lang— ſamen und feſten Tritt des ſtarkſehnigen Ochſen. Daß das Prinzip des vorzuziehenden Gebrauchs der Och⸗ ſen zur Feldarbeit bereits auch im Hannoͤver'ſchen Eingang 22 gefunden, geht daraus hervor, daß nach den Verhandlungen der Landwirthſchaftlichen Provinzial-Vereine, der Lokal-Ge— werbe-Verein zu Langhagen die Auslobung einer Praͤmie fuͤr diejenigen 6 Hauswirthe im Amte, die bisher 1 oder 2 Pferde zu ihrem Ackerbau gehalten und ſich ſtatt deren des Horn— viehes bedienen werden, beantragt worden, und daß der land— wirthſchaftliche Provinzial-Verein zu Hannover, zu deſſen gutachtlicher Aeußerung dieſe Angelegenheit verſtellt worden, unterm 27. October 1837 den Antrag zur Auslobung einer ſolchen Praͤmie auf ein Quantum von 60 Rthlr. gerichtet hat. §. 2. Die Zubaͤndigung des Ochſen iſt gleichfalls leich⸗ ter, als die des Pferdes. Wenn zwei ungebaͤndigte Ochſen zum erſtenmal zuſammen in's Joch geſpannt werden ſollen, ſo erfordert dies unſtreitig etwas mehr Vorſicht und huͤlfreiche Haͤnde; wird aber ein anzubaͤndigender Ochſe mit einem al— tern gebaͤndigten eingeſpannt, ſo gewoͤhnt er ſich bald zum Schieben; ſollte dies aber dennoch nicht der Fall ſeyn, ſo nuß man zwei gebaͤndigte Ochſen in der Art zu Huͤlſe neh— men, daß ein Joch vorbereitet wird, in welchem drei Ochſen neben einander arbeiten koͤnnen, und der anzubaͤnd igende zwi⸗ ſchen den beiden andern Ochſen in das Dreijoch geſpannt wird. Daß die Anbaͤndigung von Stieren oder vierjaͤhrigen Ochſen nicht im ſtrengen Acker, ſondern im leichten oder Mittel⸗Boden geſchehen muͤſſe, und der junge Ochſe nur zu⸗ weilen und auf kurze Zeit mit vorgelegt, und ſo allmaͤhlig zum Schieben gewoͤhnt werden muͤſſe, iſt ſelbſtredend. §. 3. Die Ordnung und die Dauer der Arbeit erfor— dert demnaͤchſt alle Aufmerkſamkeit des Wirthes. Nach der Landesgewohnheit wird in Mecklenburg der Haken auf zweier— lei Art gebraucht; es bleiben naͤmlich dieſelben Ochſen, welche des Morgens vorgeſpannt worden, waͤhrend der ganzen Tage⸗ arbeit vor dem Haken, oder ſie werden von andern Ochſen nach beſtimmter Stundenarbeit abgeloͤſet. Die letzte Einrich— tung heißt ein Wechſel⸗Haken. 2 23 In großen Wirthſchaften wird der einfach beſpannte Haken nur in den ganz kurzen Tagen zur beſſeren Foͤrde— rung der Arbeit durch mehrere Geſpanne gebraucht; es kommt alſo als ſolcher nur der Bauer- oder Hofdienſthaken in Be— tracht, welcher des Morgens 3 bis 4 Stunden und des Nach— mittags nach drei Stunden Ruhe und Freſſens-Zeit wieder eben ſo lange arbeitet; in langen Tagen und bei ſtarkem Vieh kann aber die Arbeitszeit deſſelben wohl bis zu zehn Stunden des Tages gebracht werden. Der Wechſel-Haken beſchaffet deſto mehr; denn mit Auf— gang der Sonne bei langen Tagen fruͤh um 3, hoͤchſtens 4 Uhr ſpannt der Ochſenknecht an; um 8 Uhr werden 2 fri⸗ ſche Ochſen herbei getrieben, zur Abloͤſung des erſten Ge— ſpanns, und der Arbeiter verzehrt ſein Morgenbrod in einer Viertelſtunde; des Mittags um 12 Uhr kommen die erſten Ochſen, welche inzwiſchen ausgeruht und zur Stallfuͤtterung oder auf die Weide gebracht worden, zur Abloͤſung wieder auf den Acker, und der Haͤker erhaͤlt eine Stunde zum Mittag— Eſſen und Ausruhn; um 4 Uhr Nachmittags findet der dritte Wechſel durch das zweite Ochſengeſpann ſtatt, welches dann bis Abends 8—9 Uhr fortarbeitet. Bei langen Tagen waͤhret alſo die Arbeit Vormittags 8 bis 9 und Nachmittags 7 bis 8 Stunden; ein Wechſel— haken ſchaffet alſo in den laͤngſten Tagen nicht nur mehr, als zwei einzelne Haken, ſondern da der Haken-Knecht nicht abgeloͤſet wird, ſondern, aͤußerſten Falls, taͤglich 17 Stunden in Arbeit ſtehet, ſo iſt auch der Vortheil der Erſparung eines Knechtes dabei bedeutend. Die im fuͤnften Abſchnitte befindliche Tabelle giebt eine genaue Ueberſicht von der Arbeit, welche mit dem einzelnen beſpannten und mit dem Wechſelhaken zu den verſchiedenen Jahreszeiten des Tages beſtritten werden kann. Da in groͤßeren Wirthſchaften gewoͤhnlich mehr, als ein Haken auf demſelben Stuͤcke arbeiten, ſo erwaͤchſ't auch da⸗ 24 durch ein Vortheil bei dem Wechſelhaken, daß der Ochſenhirte, ein Junge oder ein Maͤdchen, ſolche ſaͤmmtlich zur Abloͤſung treibt, und nachdem die Umſpannung in einigen Minuten mittelſt des dazu ſo bequemen Joches geſchehen iſt, die ab— geloͤſeten Ochſen ſofort zur Weide oder zum Stall mit zurück nimmt. Bei der Beſpannung mit Pferden aber kann dieſe Erſparung gar nicht Statt finden. Daß auch ſchon in aͤlteren Zeiten die Ackerwerkzeuge vor⸗ zugsweiſe mit Ochſen beſpannt worden, wird in der zweiten Abtheilung dieſer Abhandlung beſonders erwaͤhnt werden. Vierter Pbſchuitt. Der Gebrauch und die Wirkung des Hakens nach der Grundkenntniß und nach Erfahrung, in Vergleichung mit dem Pfluge. §. 1. AUnſere Voraͤltern gebrauchten den Pflug oder den Haken außer zur Acker-Arbeit auch um den Umkreis neu zu erbauender Stäadte durch eine damit gezogene Furche zu be— ſtimmen, in welchem Falle ſie einen Ochſen und eine Kuh vor denſelben ſpannten und beim Ziehen der Furche da, wo ein Thor gebaut werden ſollte, das Werkzeug auflichteten, ſo daß von dem Werkworte des Tragens oder Aufhebens porto, die Benennung des Thors, porta hergeleitet wird; auch wurde uͤber die Schutthaufen ſolcher zerſtoͤrten Staͤdte, die nicht wieder aufgebaut werden durften, mit dem Pflug ge— zogen. Wir haben hier aber mit dem Haken nur als Werk— zeug fuͤr den Ackerbau zu thun, und zur Erklaͤrung von deſ— ſen Eigenthuͤmlichkeit kann man ſagen, daß der Haken ein Ackerwerkzeug iſt, wodurch die Erde aufgebrochen, zer— kleinert, von Unkraut und wilden Pflanzen ge⸗ 25 reinigt, und ſolchergeſtalt zubereitet wird, daß der Saame von nutzbaren Pflanzen hinein geſtreut werden und darin gedeihen koͤnne. Der Pflug, der auch zu allen den Arbeiten gebraucht wird, welche der Haken verrichtet, iſt von ganz anderer Art, und der Acker, welcher damit beſtellt wird, ſieht auch ganz anders aus; denn der Pflug ſchaͤlt die oberſte Rinde des Erdreichs ab, und legt den abgeſchnittenen Theil der aufge— brochenen Erde vermittelſt des Reeſters umgekehrt und platt zur Seite; der Haken hingegen bricht und ſpaltet das Erd— reich in beliebiger Tiefe, wirft den groͤßten Theil der aufge— brochenen Erde zur einen Seite und etwas davon faͤllt zur andern hin, ſo daß die Ackerkrumme und die von unten auf— gebrachte Erde mehr durcheinander geworfen werden. Wenn der gepfluͤgte Boden eben und dicht liegt, ſo liegen dagegen die tiefern Furchen, welche der Haken macht, ſo offen und neben einander, daß ſie im Durchſchnitte die Geſtalt einer grob gezaͤhnten Saͤge haben, wie Fig 23. zeigt, und grade hierin beſteht der groͤßte Unterſchied der Arbeit mit dem Pfluge und mit dem Haken zum Vortheil des letztern; denn es iſt einleuchtend, daß die ſolchergeſtalt durch die breiten und tie— fen Furchen der Luft und der Witterung uͤberhaupt mehr aus— geſetzte rohe Erde die befruchtenden Stoffe aus der Atmo— ſphaͤre beſſer aufnehmen kann, und jedenfalls mürber und urbarer gemacht wird, als wenn die Ackerflaͤche eben liegt; und ſo wenig, wie die unebene rauhe Flaͤche eines tief um— gebrochenen Ackers dem der Landwirthſchaft Unkundigen gefaͤllt, deſto beſſer faßt die nachfolgende Egge an und vermiſcht den Erdboden zur gleichmaͤßigeren, vollkommneren Erzeugungs— kraft. In Bailey's Abhandlung der beſtmoͤgliche Pflug findet man dies Kennzeichen des guten Pfluͤgens Seite 3fg. mathematiſch erwieſen. Der Herr Cammer⸗Conſulent Stuͤrenburg, welcher in den juͤngſt verfloſſenen Jahren durch ſeine großartige Mu⸗ ſterwirthſchaft auf dem undankbarſten Grund und Boden in — Q˖Q,—᷑—᷑—ỹB—ꝛ—ꝛ—:—:——--—— 26 der Naͤhe von Aurich ſich als rationeller Landwirth ausge— zeichnet, und uͤber oͤkonomiſche Theorien manche belehrende Erfahrungen gemacht hat, theilt ganz die vorſtehenden Anſich— ten, und hat ſich in einem desfallſigen Schreiben an mich woͤrtlich dahin ausgeſprochen: „Sehr wuͤnſchte ich, daß der Haken auf unſerm milden „Marſch-Boden bei Bearbeitung der Brache(Guͤſtfalge) „gebraucht wuͤrde, da es Hauptzweck dieſer Arbeit iſt, die „Ackerkrume recht locker und poroͤs zu machen, um die Ab— „ſorption der atmoſphaͤriſchen Gaſe(Luftduͤngung) zu be⸗ „foͤrdern, wozu die loſen rauhen Furchen und Aufwuͤrfe „des Hakens viel zweckmaͤßiger ſeyn muſſen, als die Pflug— „Schollen, und die durch Eggen geebnete Flaͤche.“ §. 2. Die Tiefe und Breite der Haken-Furchen weicht nach der Beſchaffenheit des Bodens, und ob es im Neubruch, Dreeſch, Wendacker, Stoppeln oder Saat⸗Land iſt, ſehr von einander ab; erſtere betraͤgt nach dieſem Verhaͤltniß 4 bis 7 Zoll und letztere 10 bis 14 Zoll. Der Haken kann jedoch insbeſondere zum Waſſerfurchen ziehn, auch noch tiefer ge— ſtellt werden. Auf die Breite und Tiefe der Ackerfurche nach Verhaͤltniß ihrer Beſtimmung kommt zur guten Beſtellung Alles an, und groß iſt der Unterſchied, wie der Haken bei trockenem oder naſſem Wetter, wie er im ſtrengem Boden, oder in lockerer Erde gebraucht wird. Hat der Acker die gehoͤrige Geſchmeidigkeit, ſo koͤnnen die Hakeneiſen breiter ausgedehnt, und damit auch breitere Furchen gezogen werden, alsdann wird aber auch ein ſtaͤrke— res Geſpann dazu erfordert. Mit ſolchen breitern Eiſen koͤnnen die Furchen aber dennoch dichter oder ſchmaͤler gezogen werden, und es liegt in dem Gefuͤhle des Arbeiters, wie weit von der erſten Fur— che er zur andern den Haken einſetzen muß; wollte man aber mit kleineren Haken-Brett und Eiſen breite Furchen ziehen, ſo wuͤrden Erdbalken dazwiſchen ſtehen bleiben. * 27 §. 3. Soll der Haken in einer gewiſſen gleichfoͤrmigen Tiefe die Erde durchbrechen, ſo muß das Hoͤft ſo tief wie der Haken gehen, ſoll er in der Grundflaͤche mit der Oberflaͤche des Erdbodens parallel laufen; denn, wenn die vordere Spitze hoͤher liegt und fortgefuͤhrt wird, ſo wird der Haken aus der Erde heraus gleiten, liegt ſie aber niedriger, ſo gleitet ſie bei der Fortfuͤhrung uͤber die geſetzte Tiefe hinein und wird ſich ſo lange ſenken, bis die Kraft den Widerſtand nicht mehr uͤberwaͤltigen kann, oder das Werkzeug bricht; wenn das Hoͤft mit der vordern Spitze und dem hintern Haken gleich tief liegt, ſo widerſteht die untere Erde dem weitern Eindrin— gen, und der Widerſtand von oben haͤlt die Spitze in der Erde nieder. Schon nach der keilfoͤrmigen Geſtalt des Ha⸗ kens kann man die Wirkung deſſelben im Acker abnehmen. Die Art, wie der Haken den Acker aufbricht, wird dadurch noch deutlicher, wenn man das Verfahren des Zerſplitterns des Holzes damit in Vergleichung bringt. Der Keil wird oben auf einem Block angeſetzt und ſo lange durch eine aͤußere Kraft nachgetrieben, bis die aͤußere Kraft die Kraft des Zuſammenhaltens uͤberwaͤltigt. Stellt man ſich nun anſtatt des Holzes einen lockern Koͤrper vor, ſo geſchieht bei Aufbrechung des Erdreiches nichts anders, als daß ein Keil am Ende des Ackers eingeſetzt und bis zur Wendung fortgetrieben wird, wodurch denn der obere Theil abſpaltet und ſich ſeitwaͤrts niederlegt. Mit dem Auf— brechen der Erde geht alſo allemal ein Spalten oder Kloͤben vor. Die Richtung der Potenz iſt nur verſchieden; beim Holz Kloͤben liegt ſie in der Regel hinter dem Keile und beim Um— brechen des Ackers jederzeit, bei allen verſchiedenen Vorrich— tungen, dem Keile gegenuͤber. §. 4. Nach den mit Maſchinen nach den Regeln der Mechanik vorgenommenen Proben iſt es theoretiſch gewiß und die Erfahrung bei Verwendung thieriſcher Kraͤfte beſtaͤtigt es vollkommen, daß der gewoͤhnliche Widerſtand, den das Vieh 28 mit dem groͤßten Haken, deſſen Eiſen vor der Krone 12 Zoll breit, zum Loͤſen und 4 Zoll tiefen Aufbrechen der Erde zu überwaͤltigen hat, 224 bis 230 Pfund betraͤgt. Rechnet man den zweiten Widerſtand des Gewichtes, der auf dem Reeſter-Brette liegenden Erde, welche entweder von ſelbſt herunter faͤllt oder theils von den friſch umggebrochenen Stuͤcken herunter geſchoben wird und die durch das Auf- und Abſchieben entſtehende geringe Wirkung hinzu; ſo kann dies 45 bis 50 Pfund ausmachen, indem alle Erde, welche ein großes Reeſter-Brett tragen kann, hoͤchſtens einen halben Ku— bikfuß betraͤgt, und ein Kubikfuß Erde im Durchſchnitte 90 Pfund wiegt. Der ganze Kraftaufwand fuͤr einen ſolchen Ha⸗ ken iſt alſo zu 280 Pfund anzunehmen. §. 5. Die auf aͤhnliche Art mit dem Pflugeiſen eines gewoͤhnlichen mit dem Schaar und dem Sech verſehenen Pflu— ges vorgenommenen Proben haben folgendes Reſultat ergeben: Eine Schaar nicht der groͤßten Art, oben nur 10 Zoll breit, 12 Zoll lang und 3 Zoll dick, erfordert zum Eindringen in die Erde, welche auf beiden Seiten nicht geloͤſet worden, bis zu 360 Pfund Kraft, wenn die Erde aber auf beiden Seiten geloͤſet iſt, nur 358 Pfund. Da bei der Pflugarbeit die Erde auf einer Seite durch das Sech geloͤſet wird, ſo werden fuͤr die Schaar allein nur der Durchſchnitt beider Summen alſo 304 Pfund Kraft zu rechnen ſeyn; das Sech oder Schneide-Eiſen, welches der Form nach zum Eindringen auf 4 Zoll Tiefe kein ſo ſchweres Gewicht zu erfordern ſcheint, bedarf dennoch allein 224 Pfund Kraft, und zwar, weil es nicht, wie die Schaar oder das Hakeneiſen, die Erde loͤſen und abbrechen kann, ſon— dern ſich in die feſt auf beiden Seiten anliegende Erde ein— ſchneiden muß, ſo daß es den Widerſtand von den Seiten ganz erfaͤhrt, und uͤber ſich nur eine geringe ſchmale Oeffnung hat; die dagegen liegende Erde kann ſich nicht einmal ober— waͤrts etwas durchklemmen, ſondern muß ſich zu beiden Sei— ten ſoviel zuſammenpreſſen, als das Sech dick iſt. Die 1 ☛ 29 Schaar und das Sech erfordern alſo zuſammen einen Kraft⸗ aufwand von 528 Pfund. Nimmt man weiter in Betracht, daß das Reeſter am Pfluge wirklich mehr Widerſtand durch die Erdſcholle findet, welche es ſeitwaͤrts niederlegt, als das Reeſter des Hakens, von welchem die gebrochene Erde abfaͤllt, ſo wuͤrden hiefuͤr wohl mehr als 50 Pfund Kraft zu rechnen ſeyn, aber ſchon mit dieſer Summe ergiebt ſich der ganze Kraftaufwand fuͤr den Pflug zu 578 Pfund, alſo mehr, als das Doppelte der nach dem vorhergehenden§. fuͤr den Haken gleicher Schwere, erforderlichen Kraft zu 280 Pfund. Weeitere Schluͤſſe auf den Kraftaufwand der Beſpannung laſſen ſich hiernach leicht machen. §. 7. Zur richtigen Vergleichung der Haken- und der Pflugarbeit verdienen aber auch die Kraͤfte des Menſchen, wel— che zur Fuͤhrung dieſer Ackerwerkzeug angewandt werden muͤſ— ſen, beſondere Aufmerkſamkeit. Ein mittelmaͤßig ſtarker Mann hebt leicht 100 Pfund; dahingegen wird, nach Belidor, die anhaltende Kraft eines Menſchen nur zu 25— 26 Pfund, alſo zum vierten Theil berechnet. Bei der Hakenarbeit kann aber auch dieſer vertheilte Kraftaufwand nicht erforderlich ſeyn, denn ſonſt wuͤrden junge, ſchwache Burſche, welche in der Regel zu Haͤker⸗-Knechten gewaͤhlt werden, die Arbeit mit Ochſen⸗Wechſelhaken nicht taͤglich 16— 17 Stunden aushalten koͤnnen. Daß dem Arbeiter mit den Pferde⸗Pflug ein ſo an⸗ haltendes Tagewerk nicht angeſonnen wird, ſondern daß er in den laͤngſten Tagen nur 12— 13 Stunden ackert, iſt daher unſtreitig der, fuͤr Menſchen und Vieh ſchwereren Pflug⸗ Arbeit zuzuſchreiben. 30 Fünfter Abſchnitt. Vergleichung des Flaͤchenraums, welcher mit dem Ha— ken und mit dem Pfluge nach glaubwuͤrdigen Er⸗ fahrungen taͤglich bearbeitet werden kann. §. 1. Zu den richtigen Angaben dieſes Abſchnitts iſt die vorgaͤngige ſchaͤrfſte Pruͤfung und die großmoͤglichſte Genauig— keit erforderlich, damit den ſich hieruͤber ausſprechenden Land⸗ wirthen nicht der Vorwurf gemacht werden koͤnne, daß auf ihre Erfahrungen nicht zu trauen ſey. Zeit, Raum, Beſchaffenheit des Werkzeuges und des Viehes, die Beſchaffenheit des Bodens, die Jahreszeit und die Witterung, worin die Arbeit geſchieht, ſo wie die Staͤrke der Arbeiter kommen insgeſammt in Betrachtung. Verwickelung iſt bei ſolcher Auseinanderſetzung nicht leicht moͤglich, aber deſto eher eine unſichere Rechnung. Der ſicherſte Weg iſt allemal der, wenn der Beobachter nur auf kurze Zeiten die Strecke und Dauer der Arbeit bemerkt, die Verzoͤgerungen nicht uͤberſchlaͤgt, die Verſu— che oft wiederholt und dann die Rechnung auf die be⸗ ſchaffte Arbeit mit und ohne Verzoͤgerungen macht. Dieſe geben dann den Aufſchluß der Verſchiedenheiten, welche ſich bei groͤßeren Beobachtungen finden. Durch Verglei— chung beider Theile naht man ſich dann der Gewihheit, ſo weit es vei wirthſchaftlichen Beobachtungen moͤglich iſt. §. 2. Auf ſolchen kurzen, oft wiederholten und genau angeſtellten Beobachtungen beruhen die folgenden Berechnun— gen, nach welchen eine achtſtuͤndige Tagesarbeit eines einzeln beſpannten Ochſen⸗Hakens, in ſchwerem Boden das Mindeſte 100 Quadrat⸗Ruthen, das Meiſte 250 Q. Ruthen, ——— 31 in Mittel-Boden das Mindeſte 150 Q. Ruthen, das Meiſte 300 Q. Ruthen. in leichtem Boden das Mindeſte 300 Q. Ruthen, das Meiſte 370 Q. Ruthen betraͤgt 1. Fuͤr den Wechſel-Haken kann die Arbeit weder auf's Mindeſte, noch auf's Aeußerſte auf gleiche Weiſe berechnet werden. Das Zugvieh hat vor dem Wechſelhaken wegen der abwechſelnden Ruhe in kurzen Tagen Vieles voraus, in lan— gen Tagen muß es dagegen deſto ſchwerer arbeiten. Das Ganze genauer zu beſtimmen, wuͤrde man zu hoch rechnen, wenn man das Aeußerſte, was ein einfacher Haken beſtreiten kann, von dem Wechſelhaken durchgehends erwartete, dage⸗ gen wuͤrde man aber nach der mindeſten Arbeit zu wenig rechnen. Das Mittel zwiſchen beiden Aeußerſten giebt daher die paſſendſte Richtſchnur ab. Mithin kommen auf den Wech— ſelhaken in ſchwerem Boden 175 We Rshen im Mittellande.. 225 ⸗ ⸗ auf 8 Stunden. im Sande...... 335 ⸗ ⸗ Bei der bevorſtehenden Berechnung iſt blos von Stun— den-Arbeit und nicht von Tages-Arbeit die Rede, denn na— fuͤrlich ſteigt oder faͤllt nach dem Maße, wie die Tageslaͤnge ſteigt oder faͤllt, auch der bearbeitete Flaͤchenraum. Zur aus— fuͤhrlichen Ueberſicht deſſen dient die folgende Tabelle. T12 lbT81ſbTrI0ee e ee in eSe 4. aunao „zgvjuv 9CL, 692 881 0c9 087 0O9T eOse lhllOe le e*4205 ⸗a quozzvie goae. 39n 64 Surnarn eee Oer LoTbeC Oer Oor ee oeOgr Ool] OP„1L]aurnce vns 3vd„ls Ganz dun u ee ee ee se eſ.OScOuIOo 9E..L Uunbnx ⸗uunsa α ρ uab ue üeee—— euv Unon gun ajng anl c0G 619 967 Oc8]082] b0O80, öéOSCObhlO, LoDe eel alnQ „u lolne znavapR uoren 7D9 e ee ee e ee iee e lt auns uuvg ee de e eee— 5...(6 noe eeeen ie ie e ee ioee iOOL 0OC- lT008 Ni09lOOlLbDe, 1vS dun don3,a dun nne a oe 67. CbE 07L. Lor. Oee. 00OC..4L. OoL St: max. 08 ⁰ 029 0O07hO19 008] 092 O08 OeLO01 Oh bree Lap n—AABEEEE u*☛ uο☛ά☛ ud& 25 5S 8 SS A/ſ2SSS2S8S5 8 uebun ga u 5. 33 3 3. 5 25 avuaals 5 8. buyjge R u ebvT ue zuuvcheg di zunvcdg aee eu zu eeee ee ee ☛—— uuvg ue leg e e eee Pp e ne?„b̃uplgebvT aeg e nuvc e ee i Bunn(p 2 4 3 a2dol ☛ 33 §. 3. Die durch Fortfuͤhrung der vorberechneten Tagar⸗ beiten und deren modificirte Anwendung aufs ganze Arbeits— Jahr ſich ergebenden Summen beweiſen, daß der Satz richtig iſt, den erfahrene Landwirthe von jeher behauptet haben, daß naͤmlich ein Paar Ochſen eine Laſt Ausſaat bezwingen, wenn der Acker 3 Furchen erhaͤlt; und daß zwei Paar Ochſen vor dem Wechſelhaken das Doppelte liefern. Wenn aber die Strenge des Bodens mehrere Fahren erforderlich macht, ſo wird die Ausſaat verhaͤltnißmaͤßig geringer. Die hier zum Grunde gelegte meklenburgiſche Laſt Korn enthaͤlt 96 und, mit dem gebraͤuchlichen Uebermaaß von 1 Faß auf den, 6 Scheffel enthaltenden, Sack, 100 Scheffel, gleich 1060 Pariſer Cubikzollen, alſo ungefaͤhr ¼ groͤßer, als der, 1565 Pariſer Cubikzoll haltenden hannoverſche Himten; und im Durch— ſchnitt nach dem abweichenden oſtfrieſiſchen Getraide— Maß, % kleiner als ein oſtfrieſiſches Vierdup, welches resp. 2386 oder 2806 Pariſer Cubikzoll enthaͤlt. Zur Saat rechnet man in der Regel, in gutem Boden, 60 Q. Ruthen fuͤr einen ſolchen Mecklenburgiſchen Scheffel und im Sandboden bis zu 150 Q. Ruthen und hierauf beruht die obige Angabe von einer Laſt Ausſaat Ackerland fuͤr ein Paar Ochſen. Schon die Roͤmer hatten dieſelbe Anſicht. Cato nimmt cap. 10 füͤr 2 Ochſen 80 und Varo Lib. I. cap. 9 100 jugera Ackerland aufs Jahr an; Columella Libr. II. cap. 13 daß 1 Joch Ochſen mit einem Fuhrer hinreichend iſt fuͤr die Ackerarbeit zu 120 Modii Weitzen, zu eben ſo viel Gemuͤſe⸗ oder Gruͤnfutter und zu 75 Modii Sommerfrucht. Ein römiſcher Modius aber iſt etwas groͤßer, als der vierte Theil eines engliſchen Scheffels, nach des Profeſſors Symonds zu Cambridge Anmerkungen zu Arthur Young Reiſen in Italien. §. 4. In dem vierten Abſchnitt iſt in den§§. 4 u. 5. gezeigt, daß zum Pfluge, der mit gehoͤrigem Eiſen verſehen iſt, und mit dem groͤßten Haken verglichen werden kann, doppelt ſo viel Kraͤfte, als zum Haken gehoͤren; hieraus 4* 34 folgt, daß man vor dem Pfluge in ſchwer zu bearbeitendem Acker keine geringe Anſpannung gebrauchen kann, ſondern die ſtaͤrkſten Pferde anwenden muß, wodurch dann bei dem Pfluge die Erwartung, daß derſelbe gegen den Haken arbeiten koͤnne, ſchon vereitelt wird. Da jedes Geſpann von 4 Pferden gewoͤhnlich einen eigenen Knecht zur Wartung hat, welcher nicht vor 6 Uhr des Morgens mit ihnen aufs Feld zieht, dann Mittags zur Fuͤtterung und zweiſtuͤndiger Raſt nach Hauſe reitet und, wenn die Pferde in der Mittagszeit nicht vorzuͤglich gefuͤttert, fondern bloß geweidet werden, daſſelbe Geſpann nicht alle Tage anhaltend bis Sonnenuntergang zu arbeiten vermag, ſo verliert der Pflug gegen den Wechſelhaken allein durch die Anſpannung im Monat Juli taͤglich ſchon die Arbeit von 3— 4 Stunden, und da in kurzen Tagen die Mittagsruhe zu 2 Stunden auch beibehalten wird, ſo verliert die Pflug— arbeit in Vergleichung mit dem Wechſelhaken taͤglich die dritte Stunde. Der Zeitverluſt beim An- und Ausſpannen der pfluͤgenden Pferde wird deſto merklicher, je weiter die Pferde vom Hauſe oder von der Weidekoppel zu arbeiten haben, weil daſſelbe Geſpann den Weg von den Arbeitsort zur Krippe und von da zuruͤck machen muß, dahingegen bei dem Wechſeln der Ochſen kein Verluſt durch das Abloͤſen entſteht, indem das eine Paar fortarbeitet, waͤhrend das andere weggetrieben oder zuruͤckgebracht wird. §. 5. Nach dem Dafuͤrhalten mehrerer Landwirthe lie⸗ fert der vierſpaͤnnige Pflug im Durchſchnitt taͤglich nicht mehr als 187 Q. Ruthen im Dreſch- oder Brachlande, 203 Q. Ruthen in Stoppellande und 218 Q. Ruthen im Saat⸗ oder andern muͤrben Lande. Verfolgen wir die ad§. 2. angeſtellten Proben, ſo iſt das Reſultat ſolcher Berechnungen, daß das Mindeſte, was —————— 35 ein Aſpaͤnniger Pflug in 8 Stunden leiſtet, 207 O. Ruthen und das Meiſte 375 Q. Ruthen betraͤgt. Reduzirt man die Arbeit von 4 Pferden auf 2 und zieht dann fuͤr eine Stunde, welche die Pferde laͤnger Mittags— ruhe, als die Ochſen genießen, noch 12 Q. Ruthen ab, ſo— bleiben fuͤr die mindeſte Arbeit des Pflugs nur 90 Q. Ruthen und bei der ſtaͤrkſten Beſpannung 175 Q. Ruthen. Wenn nun die mindeſte Arbeit des einzeln beſpannten Hakens zu 100, und die meiſte zu 250 Q. Ruthen im ſchwe⸗ ren Boden vorhin berechnet iſt, man aber auch von dem einzeln beſpannten Ochſenhaken anhaltend die groͤßte Arbeits— ſumme nicht erwarten will, ſondern nur 230 Q. Ruthen dafuͤr annimmt, ſo iſt die Arbeit mit dem Pfluge doch immer ein Merkliches weniger, und das Verhaͤltniß wuͤrde beinahe wie 5 zu 7 anzunehmen ſein. Nach dem Angefuͤhrten kann alſo als feſtſtehend an⸗ genommen werden, daß ein mit 4 Pferden beſpannter Pflug gegen einen mit 2 Ochſen beſpannten Haken in gleicher Zeit mehr Arbeit beſchaffe, dahingegen aber wird durch einen Wech— ſelhaken oder 2 Paar Ochſen gegen einen Pflug oder 2 Paar Pferde mehr Arbeit in gleicher Zeit beſchafft. Nach Beruͤckſichtigung aller Verhaͤltniſſe und Aufhebung des Unterſchiedes der ſtaͤrkſten und ſchwaͤchſten Arbeit liegen die Zahlen 200 zu 166 in der Mitte, naͤmlich 2 Ochſen lie— fern in gleicher Zeit mit dem Haken 200 Q. Ruthen, wenn 2 Pferde mit dem Pfluge nur 166 bringen. Da die vorſtehenden Berechnungen das Reſultat von wiederholt zur Vergleichung angeſtellten Probearbeiten ſind, ſo muß beſonders bemerkt werden, daß der geſchwinde Schritt der Pferde und der langſamere Tritt der Ochſen dabei von ſelbſt mit in Anſchlag gekommen. Sonſt iſt klar, daß, obgleich die Ochſen durch anhalten— des Gewoͤhnen, ohne weitere Anſtrengung, zu einem geſchwin— 36 den Schritt gebracht werden koͤnnen, doch die ſtaͤrkſten Pferde mit den ſtaͤrkſten Ochſen in der Schnelligkeit der Schritte verglichen, ſich wie 10 zu 9 verhalten, oder ein Pferd legt 10 Ruthen zuruͤck, wenn ein Ochſe nur 9 Ruthen geht. Auf Quadratmaße berechnet, giebt dies 100:81, Wenn alſo ein Paar Pferde 100 Q. Ruthen beſtellt haben, ſo wuͤrden von einem Paar gleich ſtarken Ochſen nur 81 Q. Ruthen in gleicher Zeit beſtritten ſein. §. 6. Wenn der Widerſtand beider Werkzeuge nach den angeſtellten, im Aten Abſchnitt§.§. 4. und 5. angefuͤhrten Erfahrungen berechnet wird, ſo ſetzt der Pflug gegen den Haken doppelte Kraͤfte voraus; und es werden die Kraͤfte ſich gegen den Raum verhalten wie 100:2 166 oder 200: 332— und uͤberwaͤltigen 2 Pferde vor dem Pfluge mehr als einmal ſo viel gegen 2 Ochſen vor dem Haken. Das Haken mit 2 Pferden muß alſo dieſen Thieren gegen die Arbeit mit dem Pfluge ungemein leicht fallen. Sechſter Abſchnitt. Zuſammenſtellung der Vorzuͤge des Hakens vor dem Pfluge in verſchiedenen Ruͤckſichten, nach verglei⸗ chenden Berechnungen und nach dem Urtheile com— petenter oͤkonomiſcher Schriftſteller. §. 1. Jur Vermeidung aller Mißdeutungen wird in Betreff der nachfolgenden Angaben und Berechnungen bevorwortet. 37 1. Daß bei allen Vergleichungen, der mit einem Paar Ochſen beſpannte Meklenburgiſche Haken, und der gewoͤhnliche mit einem Paar Pferden beſpannte Pflug, ohne Vorgeſtell oder Raͤder, allein in Betracht gezogen ſind; und daß alſo die Koſten und der Arbeits⸗Ertrag eines vierſpaͤn⸗ nigen Radpfluges und eines Wechſelhakens, vor welchen zwei Paar Ochſen ſich abloͤſen, noch unendlich vor⸗ theilhafter fuüͤr den Haken ausfallen muͤſſen, laͤßt ſich nach dem daruͤber Vorgetragenen leicht weiter ſchließen. 2. Daß im Allgemeinen hierbei die Angaben des Amtmanns Schumacher zum Grunde gelegt, und deshalb deſſen Autoritaͤt nicht weiter, hingegen die Urtheile anderer Oekonomen gelegenen Orts angefuͤhrt ſind. 3. Daß aber bei den Anſchaffungs⸗ und Unterhalts⸗Koſten die hieſigen Preiſe, zur Vergleichung gezogen worden, ſo weit ſie zu ermitteln geweſen. §. 2. Die Anſchaffungskoſten der Werkzeuge betreffend, betragen ſolche, in Mecklenburg A. fuͤr den Haken a) das Holzwerk des Hakens und des Joches 16 ggr. b) das Hakeiſen zu 8 Pfd. a 2 ggr. 16— 1 Rthlr. 8 ggr. Die Forderung oſtfrieſiſcher und oldenburgiſcher Hand⸗ werker betraͤgt, a) fuͤr das Holzwerk des Hakens nebſt dem Joche ‚Rthlr. 8 ggr. Landes⸗Muͤnze b) für das Hakeiſen zu 8 Pfd. à 3 ggr. 4.*. 0* 1 2— 2 2 Rthlr. 8 ggr. Landes⸗Mze. B. fuͤr den Pflug, 38 a) das Holzwerk des Geſtells.. 1 Rthlr.— ggr. L.⸗M. b) eine Wacht mit Schwengels und und eiſernem Beſchlag...— S ⸗ ⸗ c) die Schaar zu 8 Pfd. à 2 ggr.— ⸗ 16 ⸗ ⸗ ⸗ d) das Sech oder Voreiſen zu 10 Pfd.— ⸗ 20 ⸗ ⸗⸗ e) der uͤbrige verſchiedenartige Eiſen⸗ Beſchlag. ⁴. 0 0«.. 1 3— 2 ⸗ Summa 2 Rthlr. 20 ggr. L.⸗M. Die Forderung hieſiger Handwerker iſt, a) fuͤr das Holzwerk eines Pfluges 2 Rthlr. 20 ggr. L.⸗M. b) fuͤr ſaͤmmtliche Eiſen und Beſchlagog ⸗ 16 ⸗ ⸗ ⸗ 2 Summa 12 Rthlr. 12 ggr. L.⸗M. §. 3. Die jaͤhrlichen Unterhaltungskoſten beider Werk— zeuge betragen, wenn man die Abnutzung des Holzwerks fuͤr gleichſtehend rechnet fuͤr die Verbeſſerung, des Aufſtaͤhlens und die Erneuerung der Eiſen. A. fuͤr den Haken hoͤchſtens.„. Thlr. 16 ggr. L.⸗M. B. fur den Pflug wenigſtes 2 ⸗ 12 ⸗ ⸗ ⸗ Die hieſigen Landwirthe berechnen die jaͤhrlichen Unterhaltskoſten des Pfluges nach deſſen gaͤnzlicher, auf 5 Jahre angenommenen, Abnutzung. Da an dem hieſi— gen Pfluge ſehr viel Eiſen, und beſonders die Blech— platte des Streichbretts dem Schleißen ſehr ausgeſetzt iſt, die Schmiede aber dafuͤr und für die Schaar ÄA ggr. à Pfd. nehmen, ſo muͤſſen die jaͤhrlichen Unterhaltsko— ſten dieſes Pfluges ſehr bedeutend ſein— vom Haken laͤßt es ſich hier noch nicht beſtimmen. §. A. Anſchaffungs⸗ und Unterhaltungskoſten des Ge— ſchirrs zur Anſpannung betreffend. A. Die der Ochſen vor dem Haken beſte— hend blos in dem Lenkſeil, wovon 2 aufs Jahr zu rechnen, machen im Ganzen— Rthlr. 8ggr. 39 B. Die der Pferde vor dem Pflug, beſte⸗ hend aus dem Sielen, Zaum, Halskop— pel, Straͤngen, Linie, Alles von Hanf aufs wohlfeilſte zum Ankauf 2 Rthlr. und zum jaͤhrlichen Unterhalt nur die Haͤlfte gerechnet, macht alſo im Ganzen 3 Rthlr.— ggr. wenn aber Sielen und Zaum von Leder angeſchafft werden, ſo koſtet es das Doppelte. Hier koſten die zum Lenkſeil fuͤr die Ochſen erforderlichen 6 Faden..— ⸗ 8 ⸗ und das hanfene Pferdegeſchirr dagegen 2 12 die Abnutzung und Erneuerung auch zur Halfte gerechnet, alſo zuſammen 3 ⸗ 18 ⸗ das Geſchirr von Leder aber koſtet hier auch die Haͤlfte mehr. §. 5. Ankaufskoſten des Zugviehes. A. zwei vierjaͤhrige Ochſen fuͤr den Haken koſte— ten fruͤher in Mecklenburg hoͤchſtens... 60 Rthlr. B. zwei vierjaͤhrige Ackerpferde fuͤr den Pflug aber 120 ⸗ In Oſtfriesland iſt aber das Verhaͤltniß fuͤr die Ochſen nicht ſo vortheilhaft, ſondern weil ſelbige ſeltner zu Ackerar— beit gebraucht, alſo weniger aufgezogen werden, der Preis der Ochſen wohl uͤber die Haͤlfte des Preiſes der Pferde an— zunehmen. §. 6. Unterhaltungs-Koſten des fraglichen Zugviehes. Obgleich in Betreff der Weide für 1 Pferd gewoͤhnlich 2 Kuhweiden gerechnet werden, und 2 Pferde ſo viel Heu zur Fuͤtterung beduͤrfen wie 6 Ochſen, ferner zur Wartung und Fuͤtterung von 4 Pferden 1 Knecht gehalten wird, wo— gegen zum Fuͤttern und Weiden von 40 Ochſen nur 1 Hirte erfordert wird, auch, wie Abtheilung III.§. 3. geſagt, in Betreff des Treibens eine bedeutende Erſparung bei den Ochſen eintritt, ſo ſollen doch die ſich darnach ergebenden Vortheile der Ochſenbeſpannung des Hakens nicht in Sum— men ausgezogen, ſondern nur berechnet werden, daß 40 A. Zwei Ochſen a) außer dem rauhen und gruͤnen Futter nur waͤhrend 3 Monate der Fruͤhjahrs⸗Saatzeit etwas Koͤrnichtes erhalten, naͤmlich woͤchentlich 12 Scheffel Garben— Haͤckerling à 2 ggr. ſo macht dies, wenn das beſſere Futter auch 14 Tage fruͤher anfaͤngt, doch im Gan⸗ zen nur.......... 14 Rthlr. b) die wenigſtens 8 Jahre zugfaͤhigen Ochſen verlieren in dieſer Zeit an Werth gar nichts, ſondern fuͤr den Preis der 12 jaͤhrigen Ochſen koͤnnen gewiß A jaͤhrige wieder angeſchafft werden— B. Zwei Pferde a) verzehren bei der gewoͤhnlichen Stallfuͤtte⸗ V rung jaͤhrlich Stroh, Heu und Klee wie oben nicht veranſchlagt, 2 Laſt Hafer, macht Zum Mittelpreis....... b) Wenn ein vierjaͤhriges Pferd auch 16 Jahre arbeitsfaͤhig bleibt, dann aber nichts mehr werth iſt, ſo kommen auf's Jahr an Werth⸗ verluſt auf jedes Pferd doch ungefaͤhr 4 Rthlr. macht.... —.— 60 ⸗ · 2A.⁴ 4⁴ Summa 68 Rthlr. Lange rechnet in ſeiner Beſchreibung der holſteiniſchen Koppelwirthſchaft, nach Thaer's Annalen des Ackerbaues, 2. Band Seite 288 fuͤr den jaͤhrlichen Verluſt an einem Pferde 2 gar 10 Rthl. §. 7. Arbeitslohn mit dem Haken und Pflug. Wenn das Ackern in Tagelohn verrichtet wird, ſo ſteht die Ausgabe dafuͤr ſich gleich, in großen Wirthſchaften aber werden zur Arbeit mit dem Haken in der Regel juͤngere Leute in Jahresdienſt genommen und ein ſolcher Haͤkerknecht erhaͤlt an baarem Lohn ein Drittel weniger, als ein Pferde⸗ knecht, naͤmlich 41 Erſterer........12 Rthlr. Letzterer... 18 ⸗ und wenn er auch an Koſt und ſonſtigen Emolumenten dem letztern gleich zu rechnen iſt, ſo muß er doch auch in der Zeit, wenn der Haken ruht, andere Arbeit verrichten, die der Pfer⸗ deknecht, welcher mit ſeinem Geſpann Pferde mehr beſchaͤftigt iſt, nicht in der Art zu leiſten vermag. §. 8. Gegeneinanderſtellung ſaͤmmtlicher Koſten nach den erſten Anſaͤtzen. A. Fuͤr den Haken. a) Anſchaffungskoſten des Werkzeuges.. Rthlr. 8ggr. b) deſſelben Unterhaltung.... 1 ⸗ 16 c) Anſchaffung und Unterhalt des Geſchirrs— ⸗ 8 ⸗ 6d) Ankauf von 2 Ochſen. 60 ⸗— c) derſelben jaͤhrlichen Unterhalts-Theil.. 14 ⸗— ⸗ f) Arbeitslohn.......... 12 ⸗=⸗ Summa 89 Rthlr. 8ggr. B. Fuͤr den Pflug. a) Anſchaffungskoſten des Werkzeuges.. 3 Rthlr. 12 ggr. d) deſſelben Unterhalt... 2 ⸗ 12⸗ c) Anſchaffung und Unterhalt des Geſchirrs 3 d) Ankauf von 2 Pferden„.. 120 e) derſelben Unterhalts⸗Theil 68 f†) Arbeitslohn., 18 Summa 215 Rthlr.— ggr. — N K N u V K Die Koſten des Hakens, nebſt der Beſpannung betragen alſo hiernach, etwas mehr, als ein Drittheil von denen des Pfluges. §. 9. Zum Belege hiervon folgen hier noch einige Urtheile landwirthſchaftlicher Schriftſteller. 42 Der Legationsrath Ferber giebt in ſeinen Grundzüͤgen zur Werthſchaͤtzung der Landguͤter im Mecklenburg Seite 221. den Preis eines Hak⸗Ochſen zu 30=40 Rthlr. und den ei⸗ nes Ackerpferdes zu 60=70 Rthlr. an. Nach Thaer's Landwirthſchaftlichen Schriften, iſt der Preis des Erſteren zu 20=40 Rthlr. der des letztern zu 70 Rthlr. anzurechnen. Der engliſche Schriftſteller Diekſon rechnet in ſeiner Ab— handelung uͤber den Ackerbau den Ankaufs-Preis eines Pfer— des zu 17. Pfund Sterling, und den eines Ochſen zur Haͤlfte. Derſelbe ſagt: Seite 458 des II. Theils gedachter Ab— handlung, daß der Unterhaltskoſten aller Art aufs Jahr fuͤr ein Pferd 4 Pfund Sterling 7 Schilling mehr, als fuͤr einen Ochſen betraͤgt. Karbe rechnet in ſeiner Einfuͤhrung der Fruchtwechſel— Wirthſchaft Seite 128 fuͤr 1 Pferd taͤglich 2 Metzen(:16 Scheffel:) Hafer und 1 Metze Rocken oder Erbſen, 12 6 Haͤckſel, 6 Heu, 2 Streuſtroh, und fuͤr einen Ochſen 17 Scheffel Knollgewaͤchſe und 18 46 Haͤckſel, 2 Streuſtroh, und wenn keine Wurzelgewaͤchſe mehr vorhanden, taͤglich an Stroh, Heu und Kaf 30. Der Legations-Rath von Ferber rechnet in ſeinem vor— gedachten Werke auf A Pferde jaͤhrlich an Kornfutter 3 Laſt Hafer. Nach Thaer's Landwirthſchaftlichen Schriften Thl. II. Seite 412. giebt der Oekonomie-Verwalter Albert zu Kro— ſigh bei Halle die jaͤhrlichen Unterhalts-Koſten bei Stallfuͤt⸗ terung, ohne Knechtslohn, auf 6 Ochſen zu 162 Rthlr. 32 Schilling und fuͤr 4 Pferde auf 287 Rthlr. an, und koſten alſo hiernach 6 Ochſen 125 Rthlr. weniger zu unterhalten, als 4 Pferde. 43 Die Angaben des Herzogs Friedrich von Holſteinbeck in ſeinem Werke uͤber die Wechſelwirthſchaft ſtimmen mit den Obigen uͤberein. Weiter fuͤhrt Thaer in dem obgedachten Werke II. Thl. Seite 428. an, daß der Herr Deichmann zu Poggenhagen den Ankaufs-Preis von 4 Pferden nebſt dem Geſchirre zu 350 Rthlr. und den von 4 Ochſen nebſt dem Geſchirre ſpeeificirt S.......... 1706 Rthlr. Fuͤr die Ochſen alſo weniger.. 234 Rthlr. Fuͤr den Unterhalt der Pferde des Geſchirrs und des Arbeiters........ 420 Rthlr. daſſelbe für die Ochſen....... 214— fuͤr die Ochſen alſo weniger.. 206 Rthlr. Der Ankauf der Ochſen koſtet alſo darnach nur ein Dritt— theil von dem der Pferde und der Unterhalt ungefaͤhr die Haͤlfte. Die beiden erſten Vorzuͤge des Hakens vor dem Pfluge beſtehen alſo in der Wohlfeilheit deſſelben ſowohl a, an ſich ſelbſt, als b. in Ruͤckſicht der Beſpannung, wie im Abſchnitt III.§ 1. ſummariſch angefuͤhrt und in den vorſte⸗ henden§§. dieſes Abſchnitts nach den verſchiedenen Ruͤckſich⸗ ten weiter eroͤrtert worden. §. 10. Der dritte Vorzug des Hakens liegt in ſei⸗ ner einfachen Bauart und mechaniſchen Zuſammenſtellung, welche beſonders auf die vortheilhaftere Beſpannung mit Och— ſen berechnet, jedoch auch zu Anwendung der Pferde geſchickt iſt; ſo daß ein nicht ganz ungeſchickter Landbauer ſich das Werkzeug von Holz ſelbſt anfertigen, und es durch geringe Veraͤnderung zu außergewoͤhnlichen Ackerarbeiten zugerichtet werden kann, wie ausfuͤhrlich im erſten Abſchnitt gezeigt werden. 44 Zur Vollkommenheit des Ochſen Hakens gereicht es be— ſonders, daß ſeiner Conſtruction nach er keines Vorgeſtells mit Raͤdern bedarf. Auch Fellenberg aͤußert in ſeiner Ab— handlung uͤber den Ackerbau in der Schweiz die Anſicht, daß ein Ackerwerkzeug mit Raͤdern doppelt ſo viel Kraft, wie ei— nes ohne Raͤder verlangt, und hat nach dieſen Grundſaͤtzen ſeinen, als den vollkommenſten, angeprieſenen Pflug gebauet. Die Vorzuͤge aller Schwing-Pfluͤge vor den Radpfluͤ— gen ſind in Thaers Beſchreibung der nutzbaͤrſten Ackerwerk⸗ zeuge Heft I. pag. 3. bis 9. evident nachgewieſen. §. 11. Der vierte Vorzug des Hakens beſteht darin, daß er leichter und auf vielerlei Weiſe zu der erforderlichen tiefern oder flacheren Arbeit geſtellt und verſetzt werden kann, und die Handgriffe zu deſſen Fuͤhrung leicht zu faſſen ſind, wie der dritte Abſchnitt dargethan. §. 12. Fuͤnftens iſt es ein Vorzug, daß ſowohl die einzelnen Theile des Werkzeuges, als des zuſammenge— ſtellte Ganze ſo ſtark und dauerhaft ſind, daß der Haken beſ— ſer, als der Pflug derbe Stoͤße gegen Steine oder Wurzeln aushalten kann, und die Witterung, wenn er in Regen und Hitze auf dem Felde liegen bleibt, weniger nachtheiligen Ein— fluß auf das Holzwerk hat. Siehe auch Abſchnitt I.§. 8. §. 13. Der ſechſte Vorzug des Hakens vor dem Pfluge iſt der, daß er weit geringeren Kraftaufwand von Men— chen und Vieh erfordert, als der Pflug, nach Ausweis der desfalſigen Berechnungen im Abſchnitt IV.§S§. 4. und 5. und wie auch ſchon daraus hervorgeht, daß die Anſpannung von 2 Ochſen zu jeder Arbeit, und in jedem Boden fuͤr denſel— ben zureichend iſt, und dabei laut Inhalts des Abſchnitts III. noch laͤngere Arbeitsdauer Statt findet. Der Geheime Rath Thaer ſagt in den Landwirthſchaft— lichen Bemerkungen uͤber Mecklenburg in ſeinen Landwirth— 45 ſchaftlichen Schriften Theil I. Seite 712.„Ein großer Vor⸗ „zug des Hakens beſteht darin, daß er minderen Kraftauf⸗ „wand, als der gewoͤhnliche Pflug erfordert, indem auch auf „den ſchwerſten Boden durchaus nur 2 Ochſen dazu gebraucht „werden.“ T. B. Weber ſagt pag. 48 und 137. in ſeinem Buche uͤber den Zuſtand der Landwirthſchaft in dieſer Ruͤckſicht: „Ich kann aus eigener Erfahrung verſichern, daß ſtarke, gut „gefuͤtterte Ochſen den ganzen Tag von 6 bis 11. und von „l bis 6 Uhr im ſchweren Boden recht gut arbeiten, und „auch einen ſcharfen Schritt gehen koͤnnen, wenn ſie nur von „Jugend auf daran gewoͤhnt ſind. Es iſt gar keine Frage „und durch Erfahrung bewieſen, daß der Bauer im leichten „lockern Boden mit Zug-Kuͤhen bei Beſtellung ſeines Ackers „vollkommen auskommen kann— ohne der Milchnutzung „derſelben zu ſchaden, er darf ſie nur immer gut fuͤttern und „eine Kuh nicht mit einem ſtarken Ochſen zuſammen ſpannen.“ Daß der Gebrauch der Kuͤhe zur Ackerarbeit ſich bereits auch im Hannoͤverſchen als vortheihaft bewaͤhrt, findet man im dritten Stuͤck des 1. Bandes der Celliſchen Nachrichten fuͤr Landwirthe Seite 88. als derartigen Betrieb der Stadt Reh⸗ burg nachgewieſen. §. 14. Den ſiebenten Vorzug des Hakens zeigt das Reſultat der in gleicher Zeit und in aͤhnlichen Boden durch den Haken und durch den Pflug umgearbeiteten Acker⸗ fläche, ſich vom Erſteren zum litzteren wie 7 zu 5. verhal⸗ tend, wie im Abſchnitt V. glaubwuͤrdig berechnet und aus⸗ fuͤhrlich nachgewieſen worden. Karbe nimmt in ſeiner Einleitung zur Fruchtwechſel⸗ Wirthſchaft Seite 99. an, daß man zum Tagewerk der Wech⸗ ſel-Ochſen gegen Pferde, ſelbſt wenn beide mit dem Pfluge arbeiten, doch q⅛ tel oder einen Morgen fuͤr Erſtere mehr rechnen koͤnne, naͤmlich 2 Morgen fuͤr den Pferde⸗Pflug und 2 ½ Morgen taͤglich fuͤr den Ochſen⸗Pflug. 46 §. 15. Der achte Vorzug des Hakens zeigt ſich be⸗ ſonders in der vollkommenern Cultur des Ackers, indem er, wie im Abſchnitt IV.§. 1. namhaft gemacht worden, alle er— forderlichen Eigenſchaften, um den Grund gehoͤrig aufzubre— chen, locker zu machen, durch einander zu bringen, und von Unkraut zu reinigen, in dem Maße in ſich vereinigt, wie man es zuſammen bei keinem andern Pfluge findet. Da man dem franzoͤſiſchen Agronomen Rozier beipflich⸗ ten muß, daß dasjenige Ackergeraͤth das vollkommenſte iſt, welches gleich dem Handſpaten das Land umkehrt, ruͤhrt, locker und rein macht, ſo verdient in dieſer Hinſicht der Ha— ken, durch deſſen Arbeit das Geſagte Alles zu gleich erreicht wird, unſtreitig den erſten Platz. von Schoͤnfeldt empfiehlt in ſeinem Werke uͤber die Ver— beſſerung des Ackerbaues den Haken gleichfalls aus dieſen Ruͤckſichten. Der Profeſſor und Geheime Hofrath Karſten zu Roſtock ſagt, in ſeinen Lehrbuche der erſten Gruͤnde der Landwirth— ſchaft, daß der Haken das Unkraut beſonders die Queken beſſer vertilgt, als der Pflug. Dieſem ſtimmt Engel in ſeinem Briefwechſel uͤber die Mecklenburgiſche Landwirthſchaft Theil III. Seite 331. voͤllig bei. Becker fuͤhrt in ſeinem Noth- und Huͤlfsbuͤchlein Theil J. Seite 186. auch an, daß der Haken das Unkraut viel beſſer ausrotte, als der Pflug. §. 16. Der neunte Vorzug des Hakens iſt, daß er in jedem Boden, er mag beſchaffen ſein, wie er will, ſtren— ger Lehm, thonig, ſandig, ſteinig, Berg oder Thal, wenn das Land der Bearbeitung nur irgend faͤhig iſt, allemal ge⸗ braucht werden kann; ſelbſt auf Feldern, die mit loſen Stei⸗ nen gleichſam uͤberſaͤet ſind, ſo daß mit dem Pfluge nichts auszurichten ſein wuͤrde, weil derſelbe die Steine zuſammen ——— 47 ſchiebt, und zwiſchen denſelben leicht zerbricht, macht der Wirth gern Gebrauch von dem Haken, denn derſelbe hebt und ſtoͤßt die Steine bei Seite. Es koͤnnen Berge und An— hoͤhen mit dem Haken bearbeitet werden, die in der Runde laufen und eine Boͤſchung von 45 Grad haben, wo der Pflug gar nicht angewandt werden kann. Faͤllt trocknes Wetter ein, ſo arbeitet man noch mit dem Haken fort, wenn wegen der Haͤrte des duͤrren Erdbodens der Pflug lange ruhet; ſogar im Winter, wenn die oberſte Ackerkrume ſchon etwas gefroren iſt, kann, wenn es Noth thut, noch fort gehakt werden. Boſe ſagt in ſeiner Ueberſicht der ganzen Landwirth— ſchaft 1804. Seite 30.„Der Haken iſt in ſchwerem, ſtoͤckigen „Boden gar nicht zu entbehren, um den Acker gehoͤ⸗ „rig durchzuarbeiten und muͤrbe zu machen, und in leichten „Feldern kann man durch deſſen Gebrauch eine Furche ganz „erſparen, und gewinnt dadurch anſehnlich bei der Ackerar— „beit, denn anſtatt ſolcheu Acker dreimal zu pfluͤgen, braucht „man denſelben nur einmal mit dem Pfluge der Laͤnge nach, „aufzuziehen, und dann, quer uͤber, mit dem Haken ein zwei⸗ „tes Mal zu durchfurchen. Auf dieſe Art werden Pflug und „Haken am zweckmaͤßigſten abwechſelnd zuſammen gebraucht; „da der Haken kein Streichbrett, aber ein herzfoͤrmiges, auf „beiden Seiten ſchneidendes Schaareiſen hat, ſo liegen die „Furchen, die er zieht, wie kleine offene Graͤben da“ wodurch die im Abſchnitt IV.§. 1. erwaͤhnten hier im vorigen§. auf⸗ gezaͤhlten Vortheile entſtehen. Ueber die ganz vorzuͤgliche Anwendbarkeit des Hakens zur Bearbeitung des ſtrengſten Lehm- und ſchwerſten Marſch⸗ Bodens,— welche Eigenſchaft grade von manchen hieſigen Landleuten in Zweifel gezogen wird— finden ſich ſpecielle, Urtheile der gewiß competenten Gutsbeſitzer Mecklenburgs in Nro. V. X. XV. der dritten Abtheilung. 5 48 Daß der Haken beſonders fuͤr ſchweren qneekigten Boden ge⸗ eignet ſei iſt von Ackerbauverſtaͤndigen bereits in fruͤheren Jah— ren als ausgemacht angenommen, weshalb ſchon Zedler im XIten Bande ſeines Univerſal-Lexikons aller Kuͤnſte und Wiſſenſchaften 1735 unter dem Artikel Haaken⸗Pflug Folgendes aufgenommen hat: „Der Haken⸗Pflug iſt eine beſondere Art eines Pfluges, „welcher eine zweiſchneidige Schaar, ſo mit ſeiner Dille „vorne an das Haußt geſteckt wird, aber keine Seiten— „bretter und gemeiniglich nur eine Ruͤſter oder Pflug⸗ „Sterze hat, wiewohl man deren auch mit zwei Ruͤ⸗ „ſtern findet. Dieſer Haken-Pflug wird bei ſtarken, „queekigten Feldern gebraucht, und der gebrachte Acker „der Queere nach damit uͤberfahren und wieder zer— „riſſen.“ §. 17. Der Haken hat zehntes den Vorzug, daß man mit demſelben, wie im§. 9. des Abſchnitts II. geſagt worden, nach beiden Seiten bauen oder die Erde uͤberſtuͤrzen kann, alſo immer an derſelben Furche ackern bleibt, und nicht, wie mit dem Pfluge, uͤber den Wendeacker mit Zeit— verluſt nach der andern Seite des Ackers zu ziehen braucht. Auch kann man durch ſeitwaͤrts Halten des leicht zu hand— habenden Hakens die Furchen dichter an Grabenborte, Hek⸗ ken, Waͤlle, oder Baͤume, als mit dem Pfluge, ziehen. §. 18. Der eilfte Vorzug des Hakens beſteht darin, daß, wie im Abſchnitt IV.§. 1. geſagt worden, alle und jede Ackerarbeit, welche mit dem Pfluge geſchieht, mit demſelben eben ſo gut, und in mancher Ruͤckſicht angemeſſener und voll— kommener, verrichtet werden kann, ſo wie durch die offenlie⸗ genden Furchen des Hakens die Cultur des Bodens beſon⸗ ders befoͤrdert wird. Das von einigen Landwirthen geaͤußerte Bedenken, daß beim Aufbrechen des Dreeſches oder der Weidelande die gruͤne ———————⸗—-————— 2 49 Ackernarbe nicht ſo duͤnne abgeſchaͤlt und eben umgelegt wer⸗ den koͤnne, wie mit dem Pfluge, iſt zwar ſcheinbar, faͤllt aber weg, wenn man mit der Einrichtung, Stellung und Fuͤhrung des Hakens nur erſt naͤher vertraut iſt, und ſich die hiezu er— forderlichen Handgriffe zu eigen gemacht hat, wie auch ſchon im Abſchnitt II.§. 8. angefuhrt worden. In Mecklenburg wird durch geſchickte Arbeiter der Raſen im Dreeſch eben ſo duͤnn abgehakt, wie es mit dem beſten Pflug nur geſchehen kann. Indeß iſt es nicht zu verkennen, daß der Pflug ſeiner ganzen Conſtruction nach und beſonders mittelſt der platt und ſchraͤge liegenden Schaar, ſich vorzuͤglich zu ſolcher fla⸗ chen Arbeit eignet. Das Urtyeil des Veteranen der verbeſ— ſerten deutſchen Landwirthſchaft kann in dieſer Ruͤckſicht wohl fuͤr entſcheidend gelten: Thaer ſagt in ſeinen Landwirthſchaft⸗ lichen Schriften Thl. 1. S. 731: „So viel iſt gewiß, daß im Großen und Allgemeinen ndas eigentliche Ackergeſchaͤft, mit Pflug und Egge, nir— „gends mit mehrerem Fleiße und Aufmerkſamkeit betrieben wird, „wie in Mecklenburg, dies glaube ich, muß jeder anerkennen, „der eine Mecklenburger Brache mit unpartheiiſchen Augen an— „geſehen hat,“— und dies beſtaͤtigt derſelbe in den Grund— ſätzen der rationellen Landwirthſchaft Band 3. Seite A4, wo er ſich folgendermaßen aͤußert: „Man wird nicht leicht einen gegrabenen Gartenboden „muͤrber und reiner als eine Mecklenburgiſche Brache „finden“ und ſelbige wird, wie geſagt, in der Regel mit dem Haken beſtellt. In den vorgedachten Landwirthſchaftlichen Schriften Seite 710 heißt es ferner:„Die zweckmaͤßigſte Anwendung des „Hakens geſchieht ohne allen Zweifel bei der Wendung und „Ruͤhrung des Ackers, und zwar wenn die vorhergehende „Furche im graden oder ſchiefen Winkel durchkreuzt wird. „Auf dieſe Weiſe thut eine Hakenfurche zur Auflockerung 5* 50 3 „des Erdreichs, zur Aushebung und Zerſtoͤrung der Quecken „und anderer einwurzelnder Unkrautsarten unbezweifelt mehr „als zwei Pflugfahren.“ In Thaer's Grundſaͤtzen der natio⸗ nellen Landwirthſchaft 3 Band Seite 42. finden ſich ſehr treffende ausfuͤhrliche Bemerkungen uͤber die Conſtruction, Arbeit und Wirkung des Mecklenburgiſchen Hakens, die im Weſentlichen mit dem von mir Behaupteten uͤbereinſtimmen. §. 19. Die Vorzuͤge des Hakens beſtehen endlich zwoͤlftens darin, daß, wenn derſelbe, wie im Abſchnitte I.§. 21. gezeigt worden, die noͤthige Zurichtung erhaͤlt, die Waſſerfurchen mit dieſem Werkzeuge nicht allein beſſer, als mit dem Pfluge gezogen, ſondern auch das Kartoffeln⸗Pflan⸗ zen und Behaͤufen, ſo wie die Arbeit in den Tabacks-Plan- tagen vorzuͤglicher und vortheilhafter, als mit dem Pfluge verrichtet werden kann. Der Geheime Rath Thaer raͤumt in ſeiner Beſchreibung der nutzbarſten neuen Ackergeraͤthe Heft III. Seite 20. ein, daß die Kartoffel-Hacke keine neue Erfindung von ihm ſei, ſondern daß er das erſte dazu beſtimmte Inſtrument, welches vielen Beifall gefunden und ſchon in ganz Deutſchland ver— breitet iſt, aus einem Mecklenburgiſchen Haken haben verfer⸗ tigen laſſen. Zur Wuͤrdigung des Hakens folgt hier noch eine kurz Angabe aus Kruͤnitz's Oekonomiſcher technologiſcher Ency— klopaͤdie 21. Theil von 1780, welche unter dem Artikel Ha⸗ ken⸗Pflug, Pflughaken oder ſchlechtweg Haken das Weſentliche aus Schumacher's Abhandlung von 1774 faſt woͤrtlich, A4 Seiten durch, aufgenommen hat; und worin ſich nur der irrige Zuſatz findet,„daß dies ſchon von aͤltern „Zeiten her in Mecklenburg bekannte Ackerinſtrument durch „den zuſammengeſetzteren Pflug beinahe ganz verdraͤngt wor⸗ „den iſt;“ denn daß im Jahre 1789 gerade der umgekehrte Fall ſchon ſtatt gefunden— wie im§. 2. des Abſchnitts —2 2—O—O— dd— ⏑—H—HX— 51 III. der zweiten Abtheilung naͤher dargethan werden wird dies iſt eine durch ſich ſelbſt redende Thatſache. Es heißt dann daſelbſt weiter:„der Pflug iſt zwar ſei— „ner Erfindung nach, weit aͤlter als der Haken; dieſer aber „iſt origineller, und provinziell fuͤr die Deutſchen, „er iſt ihre eigene Erfindung, welche auf ihr Land, ihre Art „der Cultur, ihre Beduͤrfniſſe, ihr Temperament und ihre „natuͤrlichen Fertigkeiten paſſet, welche alles dies zuſammen „genommen, den Pflug ſo weit uͤbertrifft, daß wie aus den „einzelnen Anfuͤhrungen ſich ergiebt, die mecklenburger Haken⸗ „Wirthe in 14 Jahren 14 gute Aerndten, die Pflug⸗Wirthe „aber in derſelben Zeit keine 7 gute Aerndten haben; daß „durch den Haken alles Unkraut beſſer ausgerottet und die „Erde lockerer gemacht wird, als durch den Pflug, daß end⸗ „lich der Haken ſelbſt ſowohl durch ſeine Structur, da ſehr „wenig Eiſen dazu kommt, als durch ſeinen Mechanismus „ſich vorzuͤglich empfiehlt, da er mit einem oder zwei Och— „ſen bewegt, kraͤftigere Wirkung hervorbringt, als der mit „zwei oder vier Pferden beſpannte gewoͤhnliche Pflug.“ Der mecklenburgiſche Haken iſt auch unter den Model— len des Muſeums der Kaiſerl. Koͤniglichen Landwirthſchafts— Geſellſchaft zu Wien aufgenommen worden, und in den Er— laͤuterungen derſelben heißt es:(nach Putſche allgem. Ency— clop. II. S. 1053. „Seines alterthuͤmlichen und etwas plumpen Anſehns unge— „achtet iſt dieſer Haken, bei der in ſehr gutem Rufe ſtehen— „den Ackerbeſtellung ſeines Vaterlandes noch immer das „Hauptwerkzeug, und daſelbſt ſo beliebt, daß er noch „immer vor andern Werkzeugen, die empfohlen und verſucht „wurden, den Vorzug behielt. Sein Bau iſt einfach und „von dem Landmann ſelbſt kunſtlos ausgefuͤht,“ nach der nun folgenden kurzen und faßlichen ſehr richti— gen Beſchreibung der einzelnen Theile des Hakens und deren Zuſammenſtellung ſchließt dieſelbe mit den Worten: 52 „Hat der Haken die richtige Stellung erhalten, ſo bleibt „dem Fuͤhrer nichts zu thun uͤbrig, als die Sterze nach der— „jenigen Seite uͤbergelehnt zu halten nach welcher die umge— „riſſene Erde von dem Hakenbrett hinfallen ſoll.“ §. 21. Nach der Aufzaͤhlung ſaͤmmtlicher, erwieſener, Vor⸗ zuͤge des Mecklenburgiſchen Hakens, ſteht die Anfuͤhrung der Maͤngel deſſelben, welche einige neuere oͤkonomiſche Schrift— ſteller bemerkt haben wollen und deren Entgegnung hier wohl nicht am unrechten Platz; indem die beſte Apologie einer Sache mir die zu ſeien ſcheint, wenn man ihr Gutes und Schlechtes zuſammenſtellt und dem unpartheiiſchen Leſer das Urtheil uͤberlaͤßt. Erſtens: In Schnee's Allgemeinem Handbuch fuͤr die Land⸗ und Hauswirthſchaft 1819 Seite 213 wird naͤmlich behauptet: 1) daß der Haken die Wurzeln des Unkrauts zwar auseinander reißt, wodurch ſie aus ihrer Lage gebracht wer— den, und bei trockener Witterung vertrocknen, bei feuchtem Wetter aber gleichſam verpflanzt werden und ſich vervielfaͤl— tigen 2) daß er zum Unterbringen des Miſtes eben ſo we— nig, wie zur Bedeckung der Stoppeln mit Erde geſchickt iſt. 3) daß er loſen Boden zu locker macht und ſchweren, zaͤhen, Boden nicht bezwingt. Da der durch ſeine oͤkonomiſchen Schriften ruͤhmlich bekannte Verfaſſer auf die Autoriaͤt von Schumacher's Abhandlung vom Haken die ſonſtigen Vortheile der Ackerarbeit mit dem Haken uͤbrigens richtig angegeben hat, ſo iſt es unerklaͤrbar, wodurch er ſich hat verleiten laſſen, gegen dieſen ſeinen Gewaͤhrsmann, welcher das Gegentheil nach der Theorie und Praxis in gedachter Schrift gruͤndlich bewieſen, ſolche durchaus ungegruͤndete Behauptung durch ein allgemeines Handbuch zu verbreiten. Obgleich die irrigen, durch keine Beweiſe irgend beglaubigten, Anfuͤhrungen keine beſondere Beruͤckſichtigung verdienen, ſo verweiſe ich ad 1., doch auf§§. 13.15. dieſes Abſchnitts, und gebe weiter zu be⸗ denken, ob es beſſer iſt, wenn die Queken und Unkrauts⸗ 53 Wurzeln, wie mit der Pflugſchaar geſchieht, abgeſchnitten werden und im Lande bleiben, oder wenn der Haken ſie her⸗ ausreißt, ſo daß ſie durch die Egge gefaßt und vertilgt wer⸗ den koͤnnen. Eine ausgeriſſene Queke kann freilich auf ei— ner andern Stelle, wenn ſie liegen bleibt, wieder anwurzeln, aber voͤlliges Ausjaͤten des Unkrauts kann wohl von keinem Ackerwerkzeuge verlangt werden. Zur Widerlegung des ad2. geruͤgten Mangels dient das in dem vierten Abſchnitt der erſten Abtheilung dieſer Ab⸗ handlung und das im§. 18. dieſes Abſchnitts Geſagte. Die Behauptung ad 3. wird ſchon durch den Bau des Hakens und durch die Theorie von der Wirkung deſſelben in Betreff des ſchweren Bodens, wie in dem ebengedachten vier⸗ ten Abſchnitt, und im§. 16. dieſes Abſchnitts gezeigt worden, hinlaͤnglich widerlegt; daß der loſe Boden durch das Beackern mit dem Haken nicht zu locker gemacht werde, dafuͤr iſt im Abſchnitt II. der erſten Abtheilung die noͤthige Anweiſung zum Stellen enthalten, ſo wie auch§. 9. des Abſchnitts J. der erſten Abtheilung erwaͤhnt worden, daß fuͤr leichteren Boden im gan⸗ zen leichtere Haken, beſonders aber kleinere plattere Schaarei⸗ ſen, welche nicht tiefer eingreifen, als das Erdreich es erfor— dert, gebraucht werden. Zweitens, findet ſich in der allgemeinen Oekonomiſchen Zeitung herausgegeben unter Mitwirkung practiſcher Land⸗ wirthe, von Eduard Zimmermann, im zweiten Jahrgang 1836 No. 70. Folgendes: Etwas über den Gebrauch des Pfluges und . des Hakens. Es giebt bekanntlich verſchiedene Haken, die mehr oder weniger von einander abweichen.(a). Man kann es als eine merkwuͤrdige Erſcheinung anſehen, daß waͤhrend der eine oder andere Haken in manchen Gegen⸗ 54 den und vielen Wirthſchaften noch gar nicht im Gebrauche iſt, man dies Werkzeug anderwaͤrts nur zu oft, zu unbedingt, faſt einzig und allein anwendet. Letzteres iſt namentlich in der Gegend von Dresden der Fall, wo der Haken den Pflug faſt ganz verdraͤngt hat. Wo der Haken nicht oder ſelten angewendet wird, kennt man dies Werkzeug entweder gar nicht, oder doch nicht genau, und weiß ſeinen Werth nicht zu ſchaͤtzen, wo man ihn dagegen mehr wie den Pflug gebraucht, wird er uͤberſchaͤtzt. Es iſt dann gewiß, daß man von Vorurtheilen befangen iſt, und von den abweichenden Wirkungen des Pflugs und des Ha— kens keinen klaren Begriff hat. Waͤhrend der Pflug, ein Umwenden des Bodens bewirkt dient der Haken vorzüglich dazu, den Boden zu lockern. Ein guter Pflug bringt das Untere der Ackerkrume auf die Ober⸗ faͤhe, der Haken läßt dagegen die Ackerkrume in ihrer Lage und ſchiebt ſie mehr fort(b). 4A Dieſer Unterſchied in der Wirkung bedingt eigentlich die Anwendung des einen und andern Werkzeuges; es iſt ſich daher nicht fuͤglich auf den Pflug, viel weniger noch auf den Haken allein zu beſchraͤnken, vielmehr iſt es rathſam beide Werkzeuge neben einander zu gebrauchen, um eine moͤglichſt vollkommene Bearbeitung des Bodens zu bewerkſtelligen. Unſtreitig hat der Pflug unter andern weſentliche Vor⸗ zuͤge vor dem Haken 1) bei dem Umbrechen der Stoppeln, 2) bei dem Unterbringen des Miſtes und 3) wenn man rohen Boden der Einwirkung der Sonne, der Luft, des Froſtes ꝛc. ausſetzen will(c). Bekanntlich beſetzen ſich die Stoppeln, beſonders des Wintergetreides nicht ſelten mit Unkraut. Dies geſchieht vornemlich, wenn das Getreide nicht dicht ſtand, die Witte⸗ rung und der Boden mehr feucht, als trocken iſt. Werden 5⁵ die Stoppelfelder auch vom Vieh beweidet, ſo bleiben doch die Stoͤcke des Unkrauts ſtehen. Wird nun mit dem Haken geſtoppelt, ſo iſt es kein Wunder, wenn die Felder bald, oft binnen einigen Wochen, zumal bei feuchter Witterung, gruͤn werden. Die meiſten Grasſtoͤcke werden mit den Haken nur fortgeſchoben, gleichſam verpflanzt, und die Lockerung iſt ihrem Gedeihen nicht ſelten mehr guͤnſtig, als nachtheilig. In der That ſah man auch in dem letztvergangenen September bei Dresden gehakte Stoppelfelder, welche von Unkraut faſt ganz uͤberzogen waren. Dieſe Felder wurden auch wieder zum zweiten male mit dem Haken bearbeitet, und zwar in einer andern Richtung. Hierdurch wurde der Fehler wieder in etwas gut gemacht, aber ganz beſeitigt konnte er nicht werden. Es iſt doch gewiß beſſer, daß ſowohl die Grasſtoͤcke, als auch die Stoppeln umgebrochen und mit Erde bedeckt werden, als daß ſie auf der Oberflaͤche bleiben; denn ſie faulen dann weit leichter, und das Feld kann ſich bei weitem nicht ſo ſchnell wieder mit Unkraut beſetzen und uͤberziehen, als außerdem. Es iſt auch deshalb fehlerhaft, mit dem Haken zu ſtop— peln, weil man nicht weiß, ob Zeit und Witterung das Nuͤhren geſtatten werden. Weit ſicherer und zweckmaͤßi⸗ ger wird verfahren, wenn man die Stoppeln mit dem Pfluge umbricht; die zweite Furche kann dann nach Belieben im Herbſte oder im Fruͤhjahr mit dem Haken gegeben werden. Steht die Regel feſt, zu dem Umbrechen der Stoppelfel⸗ der nicht den Haken, ſondern den Pflug anzuwenden, ſo iſt es ungemein befremdend, bei Dresden das entgegengeſetzte Verfahren beobachtet zu ſehen, und man moͤchte wohl wiſſen, womit dies die dortigen Landwirthe zu entſchuldigen, oder gar zu rechtfertigen ſuchen. Wenn auch ein tiefes Unterbringen des Miſtes nicht gerade als zweckmaͤßig erſcheint, ſo werden doch auch ſelten haltbare Gruͤnde dafuͤr ſprechen, das Feld, nachdem der Miſt 56 gebreitet worden iſt, zu haken und ihn mehr auf der Ober⸗ fiͤche liegen zu laſſen, wie ebenfalls bei Dresden gewoͤhnlich geſchieht. Unter manchen Umſtaͤnden mag es auch von Nutzen ſein, den Miſt eine zeitlang auf der Oberflaͤche liegen zu laſſen, die Regel wird aber dahin lauten, ihn unterzubringen und mehr oder weniger mit Erde zu bedecken. Es hat viel fuͤr ſich, wenn ſeine Zerſetzung in dem Boden vor ſich geht, auch haͤlt er den Boden lockerer, wenn er untergebracht wird, als wenn er großentheils oben aufliegt. Bei ſchwerem Bo— den iſt dieſer Umſtand gar nicht unerheblich. Mit dem Haken kann aber nicht ein eigentliches Unterbringen des Miſtes er— folgen, vielmehr iſt hierzu der Pflug viel beſſer geeignet. Gar nicht ſelten, insbeſonderere auch bei Leipzig, wird der Fehler begangen, den Boden zu ſeicht zu bearbeiten; die— jenigen Landwirthe, welche dieſen Fehler erkannt haben, ſind gewiß darauf bedacht die Ackerkrume zu vertiefen. Eine tiefere Bearbeitung und Lockerung des Bodens iſt allerdings durch den Haken zu bewerkſtelligen, aber der eigentliche Zweck wuͤrde ſich mit dieſem Werkzeuge nur langſam und unvollkommen erreichen laſſen; hierzu iſt der Pflug weit beſſer geeignet(d). Wird die Vorſicht beobachtet, nur wenig von dem rohen Boden auf einmal auf die Oberflaͤche zu bringen, und ge— ſchieht dies wo moͤglich vor Winters bei ſolchen Feldern, die zunaͤchſt nicht beſtellt werden ſollen, oder verbindet man damit eine ſtarke Duͤngung, ſo wird man keine Urſache haben, dies zu bedauern; im Gegentheil wird man um ſo ſicherer, ſowohl bei trockner, als naſſer Witterung auf einen angemeſſenen hohen Ertrag rechnen koͤnnen je tiefer die Ackerkrume iſt(e). Durch vorſtehende Bemerkungen ſoll keinesweges dem Ha— ken zu nahe getreten werden. Der Verfaſſer iſt vielmehr ein Freund dieſes einfachen und nuͤtzlichen Werkzeugs; ſeine Ab⸗ ſicht geht vielmehr dahin, auf einen unzweckmaͤßigen Gebrauch deſſelben aufmerkſam zu machen. Es iſt nicht zu leugnen, 57 daß es von großem Nutzen ſein kann, den Haken neben dem Pfluge in Anwendung zu bringen, und ich will ſchließlich noch einige ſolche Faͤlle naͤher bezeichnen. Wenn die Ackerkrume vertieft werden ſoll, ſo kann der Haken dem Pfluge zweckmaͤßig vorarbeiten; man kann mit dem Haken die Sohle, welche ſich unter der Ackerkrume be⸗ findet, durchbrechen, und dann nach und nach ſoviel davon mittelſt des Pflugs auf die Oberflaͤche bringen, als fuͤr gut gefunden wird(f). Oft ſind die Beete zu hoch aufgetrieben, zu ſehr abge— rundet, ſo daß die Ackerkrume in der Mitte viel hoͤher ſteht, als an den Seiten. Es iſt dies fehlerhaft und hoͤchſtens bei ganz naſſen Feldern als nothwendig anzuſehen. Zur Beſei— tigung dieſes Fehlers dient eine wiederholt Querbearbeitung, wozu der Haken ſich beſſer eignet, als der Pflug. Nicht ſelten ſind auch die Beete nach den oͤrtlichen Um— ſtaͤnden zu breit oder zu ſchmal, oder ſie haben nicht die rechte Richtung. Ehe hier eine Aenderung getroffen werden kann, iſt die Oberflaͤche des Feldes moͤglich zu ebenen. Auch hierzu eignet ſich der Haken beſſer, als der Pflug. Iſt die Ebenung erfolgt, ſo werden dann die Beete in der Richtung und Breite angetrieben, welche ſie haben ſollen. Eine ſorgfaͤltige Vermiſchung des Bodens mit dem Miſte iſt ſtets ſehr erwuͤnſcht. Man erreicht dieſen Zweck gewiß vollkommener, wenn der Miſt mit dem Pfluge untergebracht, und dann das Feld mit dem Haken queruͤber bearbeitet wird, als wenn der Pflug zweimal nach einander in Anwendung kommt. Es iſt dann der Miſt nicht zu tief unter zu pfluͤ⸗ gen, damit er mit dem Haken untergriffen werden kann. Noch werde eines Falles gedacht, wo die Anwendung des Hakens vor dem Pfluge entſchiedene Vortheile gewaͤhren kann. Es iſt naͤmlich der, wenn daran gelegen iſt, die Feuch⸗ — 58 tigkeit in dem Boden mehr zuruͤck zu halten, als eine Aus⸗ trocknung zu beguͤnſtigen. Dieſe Ruͤckſicht iſt ſehr oft bei trocknem Boden und trockner Witterung, insbeſondere bei der Fruͤhjahrsbeſtellung, zu nehmen, und dieſer Umſtand entſchei⸗ det oft uͤber das Gedeihen der Fruͤchte(g). So weit Herr Zimmermann. Da der Verfaſſer der vorſtehenden Angaben ſagt, ein Freund des Hakens zu ſein, auch einige, wenn gleich nicht die wichtigſten Vorzuͤge deſſelben angefuͤhrt hat und zur moͤg— lichſt vollkommenen Bearbeitung des Bodens den Gebrauch des Hakens neben dem Pfluge fuͤr erforderlich haͤlt, ſo ſchei⸗ nen mir folgende Eroͤrterungen zur richtigen Beurtheilung der fraglichen Werkzeuge nicht unangemeſſen, und werden wahrſcheinlich der Redaction der allgemeinen oͤkonomiſchen Zeitung, wenn ſolche ihr zu Geſicht kommen ſollten, nicht unwillkommen ſein. a) Ueber die verſchiedenen Arten des Hakens ſind in dem Vorworte und im§. 2. des dritten Abſchnitts der zweiten Abtheilung dieſer Schrift weitere Nachweiſungen enthalten. b) Die Definition der Arbeit des Hakens ſcheint mir nicht ganz richtig, denn indem derſelbe die abgeſchaͤlten Erd— ſtreifen nicht, wie der Pflug, umkehrt, ſo ſchiebt er die Acker— krume nicht blos fort, und laͤßt ſie nicht in ihrer Lage, ſon— dern bringt ſie augenſcheinlich vielmehr aus ihrer Lage, mehr als der Pflug thut, indem die auf das Reeſter⸗ oder Haken⸗ brett hinaufgeſchobene Erde im Herunterſtuͤrzen zerbroͤckelt und vermengt wird. c) Zur Entkraͤftung der hier unter 1 und 2 aufgeſtellten Behauptungen wird das Anfangs des§. 21. zur Entgegnung der in Schnee's Handbuch der Land- und Hauswirthſchaft befindlichen Anſichten 1 und 2, mit Hinweiſung auf den Inhalt meiner Abhandlung Angefuͤhrte im allgemeinen genuͤ⸗ gen. Ich bemerke indeſſen hier nur in Betreff der Eroͤrte⸗ —— 59 rungen, womit der Verfaſſer obige Behauptungen zu unter⸗ ſtuͤtzen ſucht, daß das angezogene Beiſpiel des Umbrechens der Stoppel mit dem Haken aus der Gegend von Dresden gerade beweiſet, daß die Regel in dieſer Ruͤckſicht nicht feſtſteht, hingegen die dortigen Landwirthe ihre Gewohnheit, welche mit der langjaͤhrigen Erfahrung Mecklenburgs uͤber— einſtimmt, durch den Erfolg hinlaͤnglich wuͤrden rechtfertigen koͤnnen. Da es hier zuerſt zu den Maͤngeln des Hakens gezaͤhlt wird, daß der Miſt durch denſelben nicht tief genug unter— gebracht werden koͤnne, jedoch hernach unter den Vorzuͤgen deſſelben angefuͤhrt wird, daß, wenn der Miſt mit dem Pfluge untergebracht worden, es zur Vermiſchung des Bodens mit demſelben erwuͤnſcht ſei, zur zweiten Querfahre den Haken anzuwenden, ſo kann ich nicht unbemerkt laſſen, daß bei rich— tiger Handhabung des Hakens— wenn naͤmlich das Haken⸗ brett ganz zum Sturz gehalten wird— der gleichmäßig aus— geſtreute Miſt wohl ſo gut, und jedenfalls tiefer, als mit dem Pfluge, untergebracht werden kann, ausgenommen, wenn mit langem Strohmiſt geduͤngt worden, von welchem wohl zu— weilen trockne Halme aus der Furche heraus zu ragen pfle— gen, was indeß als nachtheilig eben nicht in Betracht kommt, indem dieſe keine Duͤngerſtoffe enthalten; dahingegen iſt es von weſentlichem Nutzen fuͤr die Verweſung des friſchen Duͤn— gers und deſſen Vermiſchung mit der Ackerkrume, daß der- ſelbe tiefer mit Erde bedeckt wird, als gewoͤhnlich durch den Pflug geſchieht, und deßhalb kann ich auch der weiter unten vorkommenden Anſicht des Verfaſſers nicht beiſtimmen, daß der Miſt mit der erſten Pflug-Fahre nicht zu tief unter— gebracht werden muͤſſe, damit er durch die folgende Haken⸗ Fahre untergriffen werden koͤnne; denn dergeſtalt wuͤrde er heraufgebracht und der ausziehenden Luft ausgeſetzt werden, ſo daß, ohne den Humus zu verbeſſern, die Fruchtbarmachung des Untergrundes dadurch verloren gehen wuͤrde. 60 Fuͤr das unter 3 Behauptete ſind gar keine Gruͤnde an⸗ gefuͤhrt, und duͤrften auch ſchwerlich zu finden ſein, denn dieſes widerſpricht nicht blos aller Erfahrung, ſondern auch der von Einigen aufgeſtellten Theorie, deren Richtigkeit von Thaer nur in dem Falle eingeraͤumt wird, wenn die durch den Pflug abgeſchaͤlten Streifen nicht gaͤnzlich umgelegt werden, ſondern in ſchraͤger Richtung an einander gelehnt ſtehn blei— ben, welche Lage indeß moͤglicher Weiſe nur beim Zuſammen— pfluͤgen der Aecker den Erdſtreifen der beiden letzten Furchen gegeben, und beim Auseinander⸗Pfluͤgen gar nicht ſtatt finden kann. Einer der groͤßten Vorzuͤge des Hakens beſteht aber gerade darin, daß durch ſeine tieferen, offenen Furchen und die dem Acker gegebene rauhe unebene Oberflaͤche dieſelbe den beregten Einwirkungen mehr ausgeſetzt wird, als durch die Pflugarbeit geſchehen kann; wie es im§. 1. des vierten Ab⸗ ſchnitts der erſten Abtheilung dieſer Schrift ausfuͤhrlich dar— gethan iſt. d) und e) Wenn ausdruͤcklich eingeraͤumt wird, daß durch den Haken eine tiefere Bearbeitung und Lockerung des Bodens zu bewerkſtelligen ſei, auf welchen Grund hat denn weiter geſagt werden koͤnnen, daß der Zweck— die Vertie— fung der Ackerkrume— nur unvollkommen durch den Haken erreicht werden koͤnne, und der Pflug weit beſſer dazu geeig— net ſei; dieſer Schluß erweiſet ſich mithin als unrichtig, und iſt um ſo auffallender, weil ausdruͤcklich, und ganz mit Recht die Vorſicht empfohlen wird, nur wenig von dem rohen Bo— den auf die Oberflaͤche zu bringen, der Haken aber, wie ſo— gleich unter f weiter auseinander geſetzt werden wird, gerade dies Erforderniß vollſtaͤndig erfuͤllt, anſtatt daß die Arbeit des Pfluges zu viel von dem rohen Untergrund auf einmal heraufbringt. f) Die Arbeit zur Verbeſſerung der Ackerkrume geſchieht aufs zweckmaͤßigſte und vollkommenſte vermittelſt des Hakens ſchon allein dadurch, daß derſelbe von dem durch die Spitze „— 61 ſeiner herzfoͤrmigen zweiſchneidigen Schaar losgebrochenen uncultivirten Untergrund, mit der aufgeworfenen Erdmaſſe zugleich, ſo viel nach oben bringt, als zur Vermiſchung mit der vorhandenen Ackerkrume erforderlich iſt; durch das hier empfohlene Heraufbringen der losgebrochenen Erde vermittelſt der nachfolgenden Pflugfahre duͤrfte der Zuſatz von derſelben leicht zu groß werden, wenigſtens ſchwerlich nach Belieben einzurichten ſein. Da nichts Treffenderes uͤber die ſucceſſive, nachhaltige Vermiſchung des Untergrundes mit dem Humus, welche der Haken leiſtet, geſagt werden kann, als wie ſich der Hof- und Legationsrath von Wedemeyer in dem unter Nr. VI. der drit⸗ ten Abtheilung enthaltenen Schreiben ausgeſprochen hat, ſo brauche ich in obiger Ruͤckſicht nur darauf zu verweiſen. g) Da der hier als entſchieden aufgefuͤhrte Vortheil des Hakens ſich nicht anders auslegen laͤßt, als daß durch die Hakenarbeit die Feuchtigkeit zuruͤckgehalten, und die Austrock— nung des Bodens verhindert werden ſoll(womit auch die ad c. 3. beregte unrichtige Anſicht uͤbereinſtimmt), ſo iſt es uner⸗ klaͤrbar, wie gerade in dieſer Ruͤckſicht dem Haken ein Vorzug eingeraͤumt worden, welcher nach einſtimmigen Urtheil erfahrner Landwirthe, bei leichtem Boden, ihm als Mangel angerech— net wird, weil wirklich bei ſandigem, trockenem Boden und bei trockener Witterung die tiefe offen liegende Hakenfurche, auf welche offenbar die Luft mehr einwirken kann, auch mehr geeignet iſt, das Gegentheil von dem hier Behaupteten zu bewirken. In dem einzigen Falle wuͤrde die Behauptung des Verfaſſers etwas fuͤr ſich haben, wenn das Unterbringen des im Fruͤhjahr obenauf geſaͤeten Korns, oder einfahrige Beſtellung, in Betracht kommt, indem die Saat dann durch die tiefere Hakenfurche mehr mit Erde bedeckt werden koͤnnte, als gewoͤhnlich durch den Pflug geſchieht, und in der Art die Austrocknung des Ackers verhindert wuͤrde. 62 Drittens. Der Herr Doctor und Preofeſſor Zierl hat in ſeiner Encyclopaͤdie der Landwirthſchaft Iſte Abtheilung, uͤber den Haken, nach Anfuͤhrung einiger Vorzuͤge und Maͤn— gel deſſelben, folgenden Schluß gemacht: „Betrachtet man die Vor⸗ und Nachtheile des Ha⸗ „kens, ſo gewinnt man bald die Ueberzeugung, daß „der Haken in den meiſten Faͤllen entweder durch „den Pflug oder durch den Extirpator, oder durch „den Gebrauch dieſer beiden Inſtrumente, mit Vor⸗ „theil erſetzt werden kann.“ Zieht man aus dieſen Angaben weitere Schluͤſſe, ſo er— giebt ſich, daß, da der Haken nicht in allen Faͤllen durch den Pflug und den Extirpator erſetzt werden kann, darin auch ſchon der Beweis liegt, daß er in einigen wenigſtens un⸗ entbehrlich iſt, und daß, da dies einfachſte und wohlfeilſte aller Ackerwerkzeuge nur durch zwei andere, ungleich koſtſpie— ligere, erſetzt werden kann, und daſſelbe, bei geſchickter Fuͤh— rung, zu jeder Ackerarbeit tauglich iſt, demſelben unbedingt der Vorzug gebuͤhrt. Daß aber der Extirpator, deſſen Beſtimmung und Wir⸗ kung von der des Hakens ſo ganz verſchieden iſt, dem letzte— ren allein ſollte ſubſtituirt werden koͤnnen, wird Jedem, der dies Inſtrument kennt, oder deſſen Beſchreibung und Be— nutzung in Thaer's Beſchreibung der neueſten nutzbarſten Ackergeraͤthe Heft I. S. 77 ꝛc. nachſehen will, unglaublich erſcheinen. In Betreff der Gebrechen, welche nach Inhalt der obge— dachten Encyclopaͤdie dem Haken ankleben ſollen, naͤmlich: 1) daß nicht jeder Boden damit bearbeitet werden kann; 2) daß eine tiefe Bodenbereitung damit nicht moͤglich iſt; 3) daß nur die ebene Bereitungsform ſtattfindet, und 4) daß er eben ſo viel Zeit, und eben ſo großen, nach Buͤrger noch groͤßeren, Kraftaufwand, als der Pflug erfordert. 63 kann ich ad 1. 2. und 4. lediglich auf die in meiner Schrift enthaltenen, durch vollguͤltige theoretiſche Autoritaͤten und durch die Erfahrungen rationeller Oekonomen belegten Anga— ben verweiſen. Wer dieſe zu leſen nicht verſchmaͤht, wird, wenn er un— beſangen iſt, ſich vollſtaͤndig uͤberzeugen, daß die beregten Maͤngel dem Haken in der That nicht ankleben; ad 3 aber muß ich geſtehen, daß mir der Sinn dieſer Behauptung dunkel iſt; wenn man aber unter ebener Bereitungs⸗ form, wie es am naͤchſten liegt, die Geſtaltung verſtehen darf, welche die Arbeit mit dem Haken den Acker giebt, oder wenn darunter verſtanden werden ſoll, daß nur ebene Felder damit bearbeitet werden koͤnnen, ſo findet bei der Hakenarbeit, wie genugſam aus meiner Schrift hervorgeht, und unlaͤngſt durch die Meinung Aller, welche den Haken beurtheilt haben, beſtaͤtigt wird, gerade das Gegentheil in beiden vorausgeſetzten Faͤllen ſtatt. Wenn nun aber ferner der Herr Dr. Zierl in einem Referat, welches er unterm 15ten Maͤrz 1838 uͤber den Haken an das Koͤnigl. Baierſche Miniſterium als Univerſitaͤts⸗Pro⸗ feſſor abgegeben hat, ſich durchaus auf den im 9ten und 10ten Heft der neuen Annalen der mecklenburgiſchen Landwirthſchaft pro 1837 abgedruckten Bericht bezieht, welchem der engere Ausſchuß der Koͤnigl. Landwirthſchafts-Geſellſchaft an das Koͤnigl. Hannoͤverſche Miniſterium des Innern unterm 30ſten September 1837 uͤber den fraglichen Gegenſtand erſtattet hat; und nachdem er denſelben abſchriftlich angefuͤhrt, mit Bezug— nahme auf das in ſeiner Encyclopaͤdie der Landwirthſchaft Ge— ſagte, erklaͤrt, daß er dem Urtheile des Referenten der Hanns— verſchen Landwirthſchafts-Geſellſchaft unbedingt beiſtimme, und bereit ſey, ſeine Anſicht in jeder oͤffentlichen Zeitſchrift zu vertheidigen und noch naͤher zu entwickeln, ſo wird gewiß jeder Unpartheiiſche ſich wundern und mit mir bedauern, daß der Baierſche Referent die in demſelben Hefte der Annalen be— findlichen mecklenburgiſchen Gutachten und Eröͤrterungen, wel⸗ 6 64 che doch ſo gehaltreich und wenig verwerflich ſind, daß ſie ſpaͤ⸗ terhin vom Koͤnigl. Hannoͤverſchen Miniſterio und der Celliſchen Geſellſchaft nicht unberuͤckſichtigt geblieben, gar keiner Beach⸗ tung gewuͤrdigt hat; und ſo erklaͤre ich ferner hiergegen, daß, nachdem ich mich uͤber den fraglichen Gegenſtand durch mein Abhandlung auch in Betreff der gegen den Haken hin und wie⸗ der verlautbarten Zweifel genuͤgend ausgeſprochen zu haben glaube, ich mich auf keine weitere desfallſige Expectorationen, oder gar oͤffentliche Streitſchriften je einlaſſen werde; und dies um ſo weniger, da ich von einem gelehrten umſichtigen Manne wohl vorausſetzen darf, daß derſelbe demjenigen modificirten Gutachten, welches mir auf meine Reclamation beim Koͤnigl. Miniſterio von der Königl. Landwirthſchafts-Geſellſchaft zu Celle zum Abdruck in meiner Abhandlung unterm 10ten Maͤrz 1838 geworden,(videat. Nro. XVIII. der dritten Abtheilung), und welches auch in den mecklenburgiſchen Annalen der Land⸗ wirthſchaft Jahrgang XXIII. iſtes n. 2tes Heft zu finden iſt, ſeine Zuſtimmung lieber als dem erſtgedachten Berichte gege— ben haben wuͤrde. Sollte indeſſen der Herr Doctor und Univerſitaͤts⸗Profeſſor ſich durch das, was ein mecklenburgiſcher Landwirth im 3ten und Aten Heft der neuen Annalen der mecklenburgiſchen Land⸗ wirthſchaft 1838 Seite 261 gegen die Theorien des Celliſchen Berichterſtatters geaͤußert hat, unangenehm beruͤhrt fuͤhlen, weil er ſich die Anſichten deſſelben unbedingt angeeignet hat, ſo bleibt es ihm uͤberlaſſen, ob und wie er das Urtheil des ſich namhaft gemachten Herrn Gutsbeſitzers von ſich ablehnen will. N ſpa⸗ cen W 4 Zweite Abtheilung, aß, nein den Urſprung und die Verbreitung des Hakens vie betreffend. ſaben onen, 1 Erſter Abſchnitt. rten Abſtammung des Hakens von den Pfluͤgen der Alten, nigl. nach Aehnlichkeit der Geſtalt, Verſchiedenheiten und ie Verbeſſerungen der Ackerwerkzeuge. März ng),„ Lnnd⸗ N en iſt§. 1. achdem in der erſten Abtheilung dieſer Abhandlung egege die mit dem Gebrauch des Hakens verbundenen uͤberwiegenden Vortheile fuͤr die Ackerkultur, wie ich hoffe, genuͤgend darge— ffſſor than worden, laſſe ich, um den nur zu oft aus Voreingenom— ten menheit gegen alle Neuerungen entſpringenden Bedenken man— Land⸗ cher Landwirthe zu begegnen, nun noch einige Angaben folgen, ſchen nach welchen kein Zweifel ferner obwalten wird, daß der Meck⸗ de lenburgiſche Haken keine neue, unerprobte, Erfindung iſt, 1 ſondern daß er ſich der Ehre eines hohen Alterthums und der de ſi Anerkennung der erſten, uns als ackerbautreibend bekannten md. Voͤlker, denen ſelbſt der Gebrauch des Eiſens noch fremd war, zu erfreuen hat. §. 2. Um dies gehoͤrig nachzuweiſen, muß ich im Vor⸗ beigehn etwas aus der aͤlteren Geſchichte des Ackerbaues ſelbſt anfuͤhren. Die aͤlteſten Nachrichten von dem Anfange des Getreide— baues findet man in den Moſaiſchen Schriften; und Meſopo— tamien in Aſien, welches wir darnach als den Wohnplatz der erſten Menſchen annehmen, waͤre da Land, wo zuerſt der 66 Landbau betrieben, und die von Moſes Aram, Saharim ge— nannten Landſchaften machen heutigen Tages die tuͤrkiſchen Provinzen Diarbekir, Diarmudar, Diar'rebia und Diargezira aus. Eben ſo wahrſcheinlich iſt es aber, daß die erſten Menſchen in Armenien oder dem heutigen Georgien, wel ches an Meſopotamien grenzt, wohnten und Ackerbau trieben, weil Georgien, oder ruſſiſch, Gruſien, ſynonym iſt mit agri- cola oder ackerbauend. Die Geſchichte der Egyptier, Griechen, Roͤmer und Ger— manen ſtellt uns die Fortſchritte des Ackerbaus ſelbſt und die Beſchaffenheit der dazu gebrauchten Werkzeuge als nachah— mungswuͤrdig dar. Merkwuͤrdig iſt es fuͤr uns in dieſer Ruͤckſicht, daß das Verdienſt der aͤlteren Civiliſation Egyptens auch in landwirthſchaftlicher Ruͤckſicht, ſich auf unſere deutſchen Vorfahren zuruͤckfuͤhren laͤßt; denn es war ein Atlantiſcher Volksſtamm— die Saiten oder Angelſachſen— indem Sais,(nach Boxhorn origines gallicae, s. hoc verbo) in alt Gauliſcher Sprache; Saxo, anglus, bedeutet, welcher alle Werke, die Egypten ſo fruchtbar und beruͤhmt gemacht, ein— leitete und fortfuͤhrte. Das Ausgraben des Secs Moerts, die Canaͤle und die Schleuſen, um das Waſſer des Nils zu— ruckzuhalten oder abzuleiten, die Erhoͤhung des zu niedrigen Bodens um ihn zur Ackercultur brauchbar zu machen, die Gruͤndung der Stadt Theben, die Pyramiden, das Labyrinth, der Pharus, alle dieſe Wunderwerke ſind zum Theil Fruͤchte ih— res Genies und ihrer Induſtrie. Da aber Egypten ſchon zu Abraham's Zeiten die Kornkammer fuͤr mehrere benachbarte Laͤnder war, ſo laͤßt ſich auch denken, daß die Egyptier den Feldbau fruͤher betrieben, als die Kinder Noah's; oder wenig— ſtens fleißiger waren, wobei ihnen die Ueberſchwemmungen des Nils als Duͤngmittel unſtreitig ſehr zu ſtatten gekommen. Von Egypten aus verbreitete ſich der Landbau nach Eu— ropa und zwar zuerſt unter den Griechen. Wer kennt nicht Ar⸗ kadien, das gluͤcklichſte Land des Alterthums? und ſelbiges bluͤhte vorzuͤglich durch den Landbau, nachdem Danaus 1586 ————⏑ ⏑ m˖łĩ 67 Jahre vor Chriſti Geb. mit ſeinen ſchon vorher in Attika gelan— deten Landsleuten: Cecrops und Cadmus, aus Egypten gekommen war, und die unfruchtbaren, bergigen und moraſti⸗ gen Gegenden Griechenlands, ungeachtet des veraͤnderlichen Clima's cultivirt und fruchtbar gemacht, und die unaufgkklaͤr⸗ ten Einwohner gelehrt hatte, Korn zu ſaͤen und Baͤume zu pflanzen; wodurch bei ihnen die Liebe zum Ackerbau ſo er— weckt und befeſtigt ward, daß dieſelbe bei dieſem Volke allezeit, ſelbſt noch in der Periode ſeines Verfalls, in großem Anſehen blieb, und durch gute Verordnungen, ſelbſt durch gottesdienſt— liche Gebraͤuche vervollkommnet und unterſtuͤtzt wurde. Durch die Griechen ſchon ziemlich verbeſſert, ging der Ackerbau zu den Roͤmern uͤber; aus dem Gebiete der Roͤmer aber pflanzte derſelbe ſich nach Germanien fort, wo er anfangs nicht ſo leichten Eingang wie bei den Roͤmern fand, dem das kriegeriſche Talent der alten Deutſchen beurtheilte den Feldbau als ein entehrendes, nur fuͤr Leibeigene und alte Maͤnner gehoͤ— rendes, Geſchaͤft. Dieſe Abneignng und die Genuͤgſamkeit der Germanier waren laͤnge Zeit ein Hinderniß der Ausbreitung des Landbaues. Die erſten Spuren deſſelben finden wir(nach (Caesar de bello gall.) bei den Menapiern, Sicambieren, Ubiern und Aeſtiern; dieſe kannten ſchon den Pflug und bauten da— mit ihre Aecker zu Gerſte und Hafer. Darauf betrieben zwar die Kloſterherrn ſchon im 15ten Jahrhunderte die Landwirthſchaft, und verbeſſerten dieſelbe, indem ſie goße, beträchtliche Laͤndereien innehatten, und durch die Verbindung des Clerus mit der ganzen bekannten Welt auch in und aus fremden Laͤndern mit nuͤtzlichen Producten und einer nützlicheren Landes-Cultur bekannt wurden, aber blos zu ihrem eigenen Vortheil; und ſie unterhielten hinge— gen die Menge in der ihr anklebenden Unwiſſenheit und in Vorurtheilen gegen den Feldbau, um aus dieſer reichhaltigen Quelle nur fuͤr ſich zu ſchoͤpfen. Nach Fürstenau dissertatio de meritis Lutheri in oeco- nomiam publicam et privatim war unter den Gelehrten des 68 16ten Jahrhunderts der große Reformator Dr. Martin Luther einer der vorzuͤglichſten Befoͤrderer des Ackerbaues in wiſſenſchaftlicher Ruͤckſicht, und der Erſte, der die beregten Anmaßungen der Geiſtlichkeit angriff, und die dadurch ein— geriſſenen Vorurtheile und Mißbraͤuche mit Muth und Stand— haftigkeit zu unterdruͤcken ſuchte; ſo daß durch ſein Beiſpiel die Aufmerkſamkeit der Fuͤrſten und patriotiſcher Staatsmaͤn⸗ ner auf dieſen Gegenſtond gelenkt ward, und ſo demſelben Freunde und Beſchuͤtzer erworben wurden. Was in Folge deſſen und in neuern Zeiten von Regenten, oͤkonomiſchen Vereinen, lehrenden und ausuͤbenden Landwirthen zur Ver— beſſerung des Ackerbaues geſchehen, gehoͤrt weiter nicht hieher; aus dem Angefuͤhrten laͤßt ſich jedoch beilaͤufig entnehmen, daß das kraftvolle Auftreten jenes aufgeklaͤrten Geiſtlichen noch in unſern Zeiten nicht blos fuͤr die Chriſten uͤberhaupt, ſon⸗ dern auch fuͤr die Landbauer ſegensreich fortwirkt. §. 3. Die Beſchreibungen, welche uns die Schriftſteller uͤber den aͤlteren Ackerbau von den dazu gebrauchten Werk— zeugen geben, ſind zum Theil ſehr unvollkommen, und laſſen, beſonders in Betreff der einzelnen Theile und deren Zuſam— menſtellnng, viel zu wuͤnſchen uͤbrig. Es iſt jedoch nicht in Abrede zu nehmen, daß, nach den Schriften des Heſiodus, Xenophon, Cato, Varro, Columella, Plinius, Palladius und Virgilius, die Alten ſchon die meiſten ein— fachen und zuſammengeſetzten Pfluͤge kannten, welche gegenwaͤr⸗ tig in Europa bekannt ſind; wenn gleich deren Conſtructionwe⸗ niger vollkommen geweſen ſeyn mag. Denn ſie hatten Pfluͤge und ohne Streich- oder Sturzbretter, mit und ohne Sech, mit und ohne Raͤder; ſie hatten Schaare mit breiten und ſchmalen, langen Spitzen und mit,— ſelbſt uns nicht be— kannten,— ſchneidenden Ruͤcken. Die getreueſte Angabe aller Theile des Roͤmiſchen Pfluges, worauf ich demnaͤchſt zuruͤck⸗ kommen werde, verdanken wir dem Dichtertalent Virgils. Der Geheime⸗Rath Thaer ſagt in den Anmerkungen zu der Abhandlung von Rozier uͤber die Pfluͤge der Alten, daß 69 ſolche größtentheils mehr Haken, als Pfluͤge und nicht we⸗ niger werth waren als die unſrigen, und da ein Franzoſe gar geſchrieben hat, daß die gegenwaͤrtigen Ackerwagen den Triumphawgen Caͤſar's in Ruͤckſicht des Mechanismus uͤber⸗ treffen, ſo kann man hingegen von unſern Pfluͤgen ſagen, daß, ſeitdem man dieſelben mit Raͤdern verſehen und gleich⸗ ſam Wagen daraus gemacht hat, ſie dadurch durchaus nicht verbeſſert worden ſind. §. 4. Von den Egyptiſchen Pflügen ſind mir keine vollſtaͤndige Abbildungen bekannt, aber der aͤlteſte bekannte Pflug der Griechen, deſſen Erfindung man dem von der Goͤttinn Ceres unterrichteten Triptolemus zuſchreibt, iſt wohl eigentlich nur eine Nachahmung des egyptiſchen Pfluges. Derſelbe beſtand, nach Roͤßig's allgemeiner Geſchichte der Oeconomie, anfangs blos in einem krumm gewachſenen oder krumm gebogenen Baum-Sweige oder Wurzel; und dies Ackergeraͤthe nannten ſie Arotron autogyon. Heſiodus ſagt uns Opp. et D. v. 434., daß fuͤr den griechiſchen Pflug zum Kruͤm⸗ mel(Gyes) ein krumm gewachſenes Stuͤck Holz von Stein⸗ eichen, als beſonders dazu geſchickt, mit Muͤhe geſucht wurde. Hernach verbeſſerten ſie dies Werkzeug durch Zuſammen⸗ ſetzung von drei Stuͤcken, nemlich Deichſel, Kruͤmmel, und Schaarbaume, und dann hieß es: Arotron pecton. Man findet in Gori Museum Etruscum I. pag. 438. ein altes Monument abgebildet und beſchrieben, worin ein hetru— riſcher Pflug vorkommt, wie ihn Fig. 24. zeigt; an demſel⸗ ben ſind, wie in der Abtheilung I.§. A. geſagt, eben ſo wie bei dem Haken der Kruͤmmel(buris) und der Baum(temo) aus einem Stuͤck, und auf eine unvollkommenere Art iſt die Schaar mit Ringen an der untern Spitze befeſtigt. Ebendaſelbſt befindet ſich pag. 155. ein Basrelief von ei⸗ ner hetruriſchen Urne, von welcher uns Winkelmann in ſei⸗ nen Monument. in edit. pag. 105 folgende ſehr genaue Beſchrei⸗ — 70 bung giebt. Es ſtellt den Helden Echetlus vor, welcher den Griechen in der Schlacht bei Marathon erſchien, und mit einem Theil des Pfluges(yer) Echetle genannt, eine große Niederlage unter den Perſern anrichtete, der Held ſchwang das Inſtrument in umgekehrter Lage; wenn man daſſelbe aber in ſeinen natuͤrlichen Standpunkt verſetzt, und die all— zeit damit verbundene Handhabe oder den Sterz(stiva) hin⸗ zufuͤgt, ſo hat man, wie Fig. 25 zeigt, einen dem eben gedach— ten Fig. 24 aͤhnlichen Pflug, an welchem blos die Schaar fehlt, die der Kuͤnſtler, dem es bei dieſer fabelhaften Erzaͤh⸗ lung wohl blos im allgemeinen um die Form der Waffe ſei— nes Helden zu thun war, außer Acht gelaſſen, oder auch da— rum nicht hinzugefuͤgt hat, weil man in einigen dortigen Ge— genden ſich in leichtem Boden eines ſolchen Pfluges blos mit einer Spitze von hartem Holz, ohne Eiſen, bedient. Daß die Morgenlaͤnder, ſo wie in fruͤheren Zeiten, theilweiſe auch noch gegenwaͤrtig, den Acker mit Pfluͤgen ohne Eiſen-Be— ſchlag beſtellen, wird durch die Zeichnung eines Indiſchen Pfluges beſtaͤtigt, welche man in der Schrift uͤber den Acker— bau der Morgenlaͤnder von Paulſen Seite 55. findet, wor⸗ nach derſelbe mit dem Haken im Ganzen, jedoch nicht im Einzelnen, viel Aehnlichkeit hat. §. 5. Ferner findet man in der Dactiliotheque von Gor- lée unter No. 231. einen Carneol, worauf ein Pflug gravirt iſt, welcher mit dem vorgedachten und auch mit dem durch Virgil beſchriebenen viel Aehnliches hat, wie Fig. 26. zeigt. Man ſieht an demſelben den Kruͤmmel(buris) und den Baum (temo) aus einem Stuͤcke, wie vom Haken, Abtheilung 1.§. 4. geſagt worden, es ſcheint ſelbſt, daß auch das Sohlholz(den— tale) mit den beiden erſten Theilen ein Stuͤck ausmacht, es kann aber auch ſein, daß bei einer ſo kleinen Abbildung die Zuſammenfuͤgung nur nicht ſichtbar iſt; der Kruͤmmel iſt freilich nicht gebogen, jedoch in einem fuͤr das Werkzeug paſ— ſenden Winkel geſtellt; hingegen ſieht man deutlich, daß der Sterz,(Ftiva) an dem den Kruͤmmel vorſtellenden Stuͤcke be⸗ 71 feſtigt iſt; die eiſerne Schaar fehlt hier gleichfalls, wahrſchein⸗ lich aus vorgedachten Gruͤnden. Der franzoͤſiſche Ueberſetzer des engliſchen Werkes von Adam Dickſon uͤber den Ackerbau der Alten, welcher die Ab⸗ bildung des gedachten Carneols zur Titel-Vignette des zwei— ten Theils gewaͤhlt hat, nimmt von der allegoriſchen Be— ſpannung dieſes Pfluges Veranlaſſung, die wunderlichen Ein⸗ faͤlle der Anfertiger ſolcher alten und neuen Arabesken und die Nichtigkeit der Bemuͤhungen der Alterthumsforſcher, welche ſolche bizarre Ideen der Kuͤnſtler zu erklaͤren ſuchen, zu be— kritteln. Wenn gleich dieſe Anſicht, beſonders im Betreff der Abbildungen aus dem Herkulaneum oftmals viel fuͤr ſich hat, ſcheint mir doch in dem vorliegenden Falle die Allegorie, ein Ackerwerkzeug mit Kaͤfern zu beſpannen, und durch eine Biene fuͤhren zu laſſen, ſinnreich und wohlgewaͤhlt zu ſein. Zur Unterſtuͤtzung dieſer Behauptung erlaube ich mir, in Ermangelung anderweitiger Auslegung, folgende Erklaͤrung dieſer Gemme hier einzuſchalten, die, wenn ſie auch nicht in allen Ruͤckſichten fuͤr zutreffend erachtet werden ſollte, doch ſoviel beweiſ't, daß in ſolchem Kunſtproduct ſeltſamer Ideen oft mehr Scharfſinn und treffende Andeutungen liegen, als man auf den erſten Anblick vermuthete. Wollte man naͤmlich anſtatt der gewoͤhnlichen Beſpan— nung des Pfluges eine allegoriſche aus dem Reiche der In— ſecten waͤhlen, ſo waren unſtreitig die gefluͤgelten dazu am geſchickteſten, um die Geſchwindigkeit und den guten Fort— gang anzudeuten, und weiter kam dann der Mai- oder Miſt kaͤfer dabei in Betracht, weil derſelbe, ſeiner Natur nach, ſich in die Erde wuͤhlt, und dadurch der Gebrauch des Pfluges ſinnbildlich angedeutet wird, gleichwie denn auch das Kriechen des Kaͤfers am beſten mit dem gleichmaͤßigen, lang— ſamen Schritt der Ochſen uͤbereinkommt. Daß der den Pflug fuͤhrenden Biene auch eine Peitſche, gleich dem Och— ſen Fuͤhrer zugelegt iſt, beweiſ't, daß ſie bei dieſem Geſchaͤfte 72 ſich nicht ihres Stachels bedienen darf, um das Geſpann zu plagen, ſondern nur zur Foͤrderung der Arbeit. Die Wahl der Biene zum Pflugfuͤhrer ſcheint mir eben ſo paſ⸗ ſend, wie die der Beſpannung, denn ſowie die emſige Biene mit bewundernswuͤrdiger Induſtrie ihre Zellen bauet, und zum Hausbedarf die beſten und ſuͤßeſten Nahrungstheile aus den Blumen zieht, ſo muß auch der Landwirth, wenn er iſt, wie er ſein ſoll, das Nuͤtzliche, und Angenehme fuͤr ſeine Wirthſchaft durch den Pflug zu erreichen ſuchen, und ſo liegt in dieſer ſchoͤnen Allegorie der Wahlſpruch: Fleiß und Genuß. §. 6. Von den Beſtandtheilen des Roͤmiſchen Pfluges giebt uns der unſterbliche Agronom und Dichter Virgilius in ſeinem Georgicon Lib. I. vers: 160 ic. die folgende ausfuͤhr⸗ liche Beſchreibung: „Continuo in silvis magna vi flexa domatur „In burim et curvi formam accipit ulmus aratri „Huic ab stirpe pedes temo protentus in octo. „Binae aures duplici aptantur dentalia dorso. „Caeditur et tilia ante iugo levis, altaque fagus „Stiva, quae currus a tergo torqueat imos „Et suspensa focis explorat robora fumus etc. Von unſerm beruͤhmten Idyllen⸗Dichter Voß, wie folgt, uͤberſetzt: „Fruͤhe mit Kraft im Walde gebaͤndigt ſchmiegt ſich zum Kruͤmmel „Schon die Ulm, und empfaͤht die Geſtalt des geboge⸗ nen Pfluges: „Ihr an dem Stamm wird die Deichſel, die vorn acht Fuͤße ſich ausſtreckt, „Auch zwei Ohren gefuͤgt, und mit doppeltem Ruͤcken der Schaarbaum. 73 „Fruͤh auch haut man zum Joche die leichte Lind', und die hohe „Buche zur Sterz, um hinten die untern Raͤder zu lenken; „Haͤngt dann uͤber den Heerd, dem probenden Rauche, die Hoͤlzer. Nach dieſen dichteriſchen Angaben hat uns J. H. Voß in den Erklaͤrungen zu den von ihm uͤberſetzten laͤndlichen Gedichten des Publius Virgilius Maro unter mehreren andern einfachen Pfluͤgen in den verſchiedenen Gegenden Italiens im 1. Bande Seite 100 eine Abbildung des roͤmiſchen Pflu— ges zum Saatfurchen gegeben, wie Virgil ihn wahrſcheinlich bei Mautua geſehen, und demnach, wie oben beſchrieben; Fig. 27. zeigt, daß dies kein einfacher, ſondern vollſtaͤndig zuſammengeſetzter und ſelbſt mit einem Vordergeſtell und Raͤ⸗ dern verſehener Pflug iſt. Das erſte Stuͤck ab iſt das Krummholz, Kruͤmmel(buris), c d zeigen die Deichſel oder den Pflugbaum(temo) an, deſſen Verbindung mit dem Kruͤm— mel durch Pfloͤcke oder Ringe nicht angedeutet, indeß ſichtbar iſt, daß dies zwei verſchiedene zuſammengefuͤgte Stuͤcke ſind, in dem Baume ſteckt e das bei einem ſolchen Radpfluge nicht gewoͤhnliche lange Eiſen, oder Sech(culter). Die Buch⸗ ſtaben feg h zeigen das aus zwei bei h zuſammenlaufende Stuͤcke gebildete Pflughaupt oder den Schaarbaum(dentalia), deſſen beide Haͤlften durch ein, in der Zeichnung ſichtbares jedoch in der Erklaͤrung nicht weiter angegebenes, Querſtuͤck, worauf die Schaar geſteckt wird, zuſammengehalten zu werden ſcheinen; ferner iſt das Pflughaupt durch eine eiſerne Stange, wie man an andern einfachen roͤmiſchen Pfluͤgen auch wahr— nimmt, mit dem Pflugbaum verbunden, welches die Erklaͤ⸗ rung auch nicht weiter nachweiſet. Die Schaar(vomer) i, uͤbergeht Virgil in ſeiner Dichtung gleichfalls, indem ſie nur von dem Holztheilen des Werkzeuges handelt. Der Sterz (Stiva) kl geht durch das Krummholz, und iſt, ſo wie dieſes, mit hoͤlzernen Pfloͤcken in dem Pflughaupte befeſtigt; das 74 obere Ende des Sterzes hat bei k noch eine beſondere Hand— habe(manibula), wie man an den mehrſten roͤmiſchen Pfluͤgen findet; m, n, o zeigen das Vordergeſtell mit zwei Raͤdern von ungleicher Hoͤhe an, auf deren Achſe, woraus 2 Scheiden hervorragen, der Pflugbaum ruht, welcher durch eine Hemm— kette o, o mit dem Vordergeſtell verbunden iſt. Aus der Achſe des kleinen zweiraͤdrigen Wagens(currus imi) geht eine kleine Deichſel, p, hervor, und Servius ver— dient Glauben, daß dieſe, nach Plinius, rhaͤtiſche Sitte auch um Mantua gebraͤuchlich war; und auf dieſe Deichſel ward das von leichtem Lindenholze angefertigte Joch, wie Fig. 28 zeiget, mit einem Pflock befeſtigt. Dieſe Zuſammenſetzung iſt aber nicht naͤher angegeben, ſondern nur geſagt, daß das Joch den Stieren uͤber den Naken lag. Die punctirten Linien von g nach f und von r nach g zeigen die bretternen Ohren(binae aures), an, welche ſich an dem gewoͤhnlichen Pfluge nicht befinden, ſondern nur zur Auffurchung des be⸗ ſaͤtten Ackers oder zum Ziehen von Waſſerfurchen an den Sohlhoͤlzern und dem Kruͤmmel befeſtigt wurden. §. 7. Vergleicht man nun den Mecklenburgiſchen Haken mit den in§.§. 4, 5, ö beſchriebenen Pfluͤgen der Alten, ſo geht uͤberzeugend hervor, daß er dem Hauptbeſtandtheile— naͤmlich dem Kruͤmmel- oder Krummholz nach— wodurch er ſich von allen neueren Ackerpfluͤgen unterſcheidet, und von welchem er wahrſcheinlich den Namen Haken erhalten, von dem griechiſchen Pfluge, und nicht blos nach dieſem Theile, ſondern mehrerer, auch der Zuſammenſetzung und ganzen Ge⸗ ſtalt nach, von dem roͤmiſchen Pfluge abſtammt. Die Abbil— dungen Fig. 24, 25, 26 ad§§. 4 und 5 genügen wohl ohne Erlaͤuterung fuͤr dieſe Behauptung, welcher Thaer im dritten Bande ſeiner Grundſaͤtze der rationellen Landwirthſchaft Seite 412 auch beipflichtet. In Betreff des roͤmiſchen Pfluges Fig 27. glaube ich noch beſonders anfuͤhren zu muͤſſen, daß wohl keine groͤßere Aehnlichkeit Statt finden kann, als zwiſchen den dort beſchriebenen: 1) buris und unſerm Haken⸗Kruͤmmel, 75 2) temo und dem Hakenbaum, 3) dentale und dem Hoͤft oder Hakenhaupt, 4) stiva und dem Haken⸗Sterze, 5) vomer und dem Hakeiſen oder der Schaar; und man alſo alle Theile woraus der Mecklenburgiſche Haken zuſammengeſetzt iſt, in dem roͤmiſchen Pfluge findet, bis auf das Reeſter oder Hak— brett; moͤglich iſt es aber, daß daſſelbe obwohl in der vorlie⸗ genden Abbildung nicht ſichtbar, doch an andern vorhanden geweſen, und durch duplex dorsum, deſſen Virgil auch gedenkt, gemeint ſei, weil einige Reeſter einen hohen Ruͤcken haben und nach beiden Seiten abfallen, ſo wie auch durch die ſchraͤge Haltung des Hakens das Erdreich nach einer von beiden Seiten geſtuͤrzt werden kann. Die Aehnlichkeit erſtreckt ſich ſelbſt bis auf das zur Anſpannung des Zugviehs dienende Joch; die Zeichnung des roͤmiſchen, Fig. 28., iſt nur nicht deutlich genug, enthaͤlt jedoch weſentlich dieſelben Theile, wie das, Fig. 12., abgebildete Hakenjoch. Weiter trifft die Aehn— lichkeit auch darin zu, daß zum Saat⸗ oder Waſſerfurchen⸗ Ziehn die beiden Streichbretter binae aures dem roͤmiſchen Pfluge in eben der Art, wie dem mecklenburgiſchen Waſſer— furchen⸗Haken nach§. 21. der Abtheilung I. Fig. 18. und 19. angelegt wurden. Verſchieden aber iſt der roͤmiſche Pflug von dem Haken darin, daß er, wie geſagt, kein Reeſterbrett, dahingegen aber eine Handhabe an dem Sterze, ein Langei— ſen oder Sech, und eine Verbindungsſtange zwiſchen dem Kruͤmmel und dem Hoͤft oder Schaarbaum hat, und ferner das letztere gedoppelt oder von zwei keilfoͤrmig zuſammenlau— fenden Stuͤcken iſt, endlich darin, daß der Pflug ein Vorder⸗ geſtell mit Raͤdern hat, und wenn dieſes zwar dem Haken nicht eigenthuͤmlich iſt, es doch bei unſerm Pflughaken, wie im Abſchnitt J.§. 10. und durch Fig 15. und 16. gezeigt, auch gebraucht wird; alſo auch in dieſer anzuwendenden Vorrichtung wieder eine anderweite Aehnlichkeit liegt. Selbſt in Betreff der im Abſchnitt I.§. 6. beregten Vorbereitung und Aufbewahrung des Nutzholzes tritt ein guter deutſcher Landwirth nur in die Fußtapfen der Roͤmer, welche der im §. 6 angefuͤhrte 175. Vers Virgil's naͤher angiebt. 76 §. 8. Die nach der ausfuͤhrlichen Darſtellung im dritten Abſchnitt fuͤr den Haken beſonders geeignete Beſpannung mit Ochſen war im ſpaͤteſten Alterthum ſchon gebraͤuchlich und als vortheilhaft anerkannt. In Betreff des Morgenlandes geht dies aus 1. Buch der Koͤnige Kap. 19 Vers 19 hervor, nach welchem Eliſa von 12 Joch Ochſen, eines ſelbſt fuͤhrend, angetroffen worden. Daß die Griechen und Roͤmer den Pflug gleichfalls vorzugs— weiſe mit Ochſen beſpannten, obgleich ſie auch zuweilen Maul— eſel dazu gebrauchten, geht aus Homerus Iliade XIII. V. 703, aus Cato Cap. 10 und 63 und Varro lib. I. Cap. 19. hervor; ſo wie aus IIoratius Epod. II. Beatus ille etc. etc. Auch iſt aus Reiſebeſchreibungen bekannt, daß die In— dianer und Chineſen ſich fruͤher ſchon der Ochſen zum Acker⸗ bau bedienten. Es iſt geſchichtlich, daß die Pferde noch un⸗ gebaͤndigt in der Wildniß umher liefen, wie die Ochſen ſchon zum Landbau und die Eſel zum Laſttragen gebraucht wurden, und die Fabel von Bellerophon, der den Pegaſus gezaͤhmt, ſoll wahrſcheinlich andeuten, daß der Gebrauch der Pferde in Griechenland erſt 14 Jahrhunderte vor der chriſtlichen Zeit⸗ rechnung Statt gefunden. Selbſt das unter Fig. 28. angegebene roͤmiſche Joch eignet ſich nur zur Einſpannung von Ochſen, und obgleich in einigen Provinzen die Ochſen auch an den Hoͤrnern einge⸗ ſpannt wurden, ſo geben doch Columella und Palladius der Anſpannung im Joche bei weitem den Vorzug und Erſterer hat Libr. II. Cap. 222. alle Gruͤnde dafuͤr ſo treffend ent— wickelt, wie es noch von keinem deutſchen Schriftſteller geſchehen. Sogar das Anbaͤndigen eines jungen widerſpenſtigen Stiers geſchah nach Columella bei den Roͤmern, wie bei uns, durch Zuſammenſpannnng mit zweien der Arbeit gewohnten Ochſen in ein ſogenanntes Dreijoch, wie im Abſchnitt III. §. 2. erwaͤhnt. —, 77 Alſo auch in Betreff der Beſpannung herrſcht zwiſchen dem Roͤmiſchen Pfluge und dem Mecklenburgiſchen Haken die groͤßte Aehnlichkeit, und wird dadurch die Abſtammung des Letzteren von dem Erſteren noch glaubwuͤrdiger. Will man einen modernen Beweis uͤber die Anſpannung der Ochſen in Italien mit unſerm Hakenjoch auf dem Halſe und dem Lenkſeil an den Hoͤrnern, ſo werfe man einen Blick auf den erſten niedlichen Stahlſtich von den Scenen aus dem italieniſchen Volksleben in dem Taſchenbuch Penelope fuͤr 1836: „Da geht's fort mit ſtarken Stieren „Auf den alten roͤm'ſchen Wagen, „Wie das Fuhrwerk einſt beſchaffen „Wohl auch in Auguſtus Tagen. Daß dies nützliche roͤmiſche Ackerwerkzeug in Vergeſſen— heit gekommen und Jahrhunderte lang unbenutzt geblieben, erklaͤrt ſich leicht dadurch, daß die barbariſchen Voͤlker, die ſich zu Meiſtern der Truͤmmer des vormaligen, großen roͤmi— ſchen Reichs machten, keine Freunde des Ackerbaues waren, und daher auch wenig Werth auf landwirthſchaftliche Grund⸗ regeln, und erprobte Ackergeraͤthe legten. 1 —ixqAA‚ʒ; Zweiter Abſchnitt. Aehnlichkeit des Hakens mit neueren Ackerwerkzeugen anderer Laͤnder und Vergleichung mit einigen der neu erfundenen, nutzbarſten Ackergeraͤthe; nebſt An— fuͤhrung der neueſten derartigen Erfindungen. §. 1. Wenn gleich es fuͤr Jemand, der mechaniſche Kennt⸗ niſſe beſitzt, ſo ſchwer nicht ſcheint, Verbeſſerungen von Werk⸗ zeugen zu erdenken und anzubringen, ſo ſtehn doch dabei nicht ſelten ſo große Hinderniſſe im Wege, daß ſelbſt ein— 78 ſichtsvolle und nach Verbeſſerung eifrig ſtrebende Maͤnner in fruͤheren Zeiten dadurch abgeſchreckt worden; wenn man je— doch in Betracht zieht, daß bei Ackerwerkzeugen derſelben Art und deſſelben Namens, welche in verſchiedenen Gegenden in Gebrauch, ſich nicht unweſentliche Verſchiedenheiten in der Conſtruction finden, ſo muß man gleichwohl einraͤumen, daß mancher Landbauer auch waͤhrend ſeiner Arbeit uͤber dieſen Gegenſtand nachgedacht, und das Reſultat ſeiner Erfahrung in Anwendung gebracht hat, ohne jedoch eingebildet genug geweſen zu ſeyn, ſich deshalb zum Lehrmeiſter ſeiner Nach— kommen aufwerfen zu wollen. Unſere Zeit iſt hingegen reich an neuen Erfindungen von Saͤe⸗, Dreſch⸗, Flachsbereitungs⸗Maſchinen, ver⸗ beſſerten und doppelten Pfluͤgen aller Art, welche groͤßtentheils aus dem im Maſchinenweſen, und in der Acker⸗ kultur weit fortgeſchrittenen England herſtammen, und wo— von beſonders die Letzteren in Thaer's, des juͤngſten Verbeſ⸗ ſerers der deutſchen Landwirthſchaft, Beſchreibung der nutz⸗ barſten Ackergeraͤthe 3 Hefte 103— 6 zuſammengeſtellt und die beigefuͤgten Zeichnungen erklaͤrt ſind. Aber es iſt noch keinesweges bewieſen, daß durch Ge— brauch dieſer Ackerwerkzeuge ein Halm Korn mehr mit wirklichem Vortheil erzielet worden, denn die mehrſten dieſer angeprieſenen landwirthſchaftlichen Geraͤthe ſind ſo kuͤnſtlich zuſammengeſetzt und ſo koſtbar, wie aus dem Ver— zeichniſſe des Modelleurs und Wallmeiſters Engelken in Han— nover von 1805 in der Anlage A. hervorgeht, daß wenige Landwirthe ſie anſchaffen und in Arbeit ſetzen koͤnnen. So groß alſo auch der verſprochene Gewinn bei Anſchaffung der— ſelben ſeyn mag, deſto vorſichtiger muß man ſeyn, je groͤßer und koſtbarer die Verſuche. Grade aus dieſen Ruͤckſichten iſt daher der Haken ohne Bedenken vor allen andern Ackerwerkzeugen zu empfehlen, weil er naͤmlich das einfachſte und wohlfeilſte, und ſein nach⸗ —,—,—.,.. 79 haltiger Nutzen nicht problematiſch, ſondern auf Erfahrung waͤhrend mehrerer Jahrhunderte begruͤndet iſt. §. 2. Von den neueren vorzuͤglichen Ackergeraͤthen haben der Cultivator, der Waſſerrinnen⸗-Pflug und die einfache Pferde- oder Kartoffeln⸗Hacke, welche in den drei Heften der nutzbarſten Ackergeraͤthe von Thaer abgebildet und I. pag. 63. III. pag. 15 und 20. naͤher beſchrieben ſind, der Geſtalt, be⸗ ſonders aber der Wirkung, nach, die meiſte Aehnlichkeit mit dem Mecklenburgiſchen Haken, welches in Betreff der Kartof⸗ fel⸗Hacke ſehr begreiflich iſt, da, wie ſchon in der VI. Ab⸗ theilung§. 18. geſagt iſt, ſolche dem Haken nachgebildet, und nach der Angabe vom Geheimen Rath Thaer demnaͤchſt noch verbeſſert worden. Vergleicht man die beregten neuern Werk⸗ zeuge, ſo wird man dennoch manche Verſchiedenheiten wahr⸗ nehmen, indem zu dem erſteren ſtatt eines zuweilen zwei Sterze, Raͤder, Stell⸗Buͤgel, verſchiedene Eiſen und beſondere Verrichtungen zwiſchen dem Baum und dem Schaarhaupt hinzugefuͤgt worden ſind, um jedes Werkzeug zu einer beſon⸗ deren Beſtimmung zu vervollkommnen, waͤhrend mit dem ein⸗ facheren und viel wohlfeileren Haken der Mecklenburgiſche Bewirthſchafter großer Landguͤter dieſelben Ackerarbeiten, wie vorgemeldet, mit dem guͤnſtigſten Erfolge verrichtet, und nur ſelten zu den ihn nicht unbekanntem engliſchen und andern neuen, verbeſſert genannten Ackergeraͤthen ſeine Zuflucht nimmt. §. 3. Obgleich, wie Eingangs dieſer Schrift geſagt, der Mecklenburgiſche Haken im allgemeinen wenig Aehnlichkeit mit den neuern Werkzeugen anderer Laͤnder hat, ſo kommt doch der franzoͤſiſche Pflug, araire genannt, deſſen man ſich in leichtem Boden des ſuͤdlichen Frankreichs, beſonders in der Provence, bedient, in manchen Ruͤckſichten mit dem⸗ ſelben uͤberein, ſo wie die vorſtehende Beſchreibung des roͤmi— ſchen Pfluges nach Virgil in vielen Stuͤcken auch auf die araire paßt, und es daher glaublich wird, daß der franzoͤſi⸗ 7 80 ſche Pflug mit dem Mecklenburgiſchen Haken einen und den⸗ ſelben Urſprung habe, und einzelne Theile nur nach der An⸗ ſicht der uͤbertragenden Voͤlker, oder nach dem Lokal⸗Beduͤrf⸗ niß, durch Laͤnge der Zeit, veraͤndert, weggelaſſen oder hinzu— geſetzt worden; ich darf mich in dieſer Ruͤckſicht auf die Zeichnungen beziehen, die ſich im Dictionaire universelle d' Agriculture de Rozier Tome III. pag. 75. findet. Der Kruͤmmel und der Baum ſind wie am Haken nach Abſch. 1. §. 1I. des erſten Theils aus einem Stuͤck. Das Schaarhaupt iſt nicht gerade wie beim Haken, ſondern rund und nach vorn aufſtehend, und die Schaar, welche mehr lanzenfoͤrmig, als das Hakeiſen iſt, wird nicht mit Ohren oder Klemmhaken; ſondern mit einer eiſernen Angel befeſtigt, der aus zwei Stuͤk⸗ ken zuſammengeſetzte Sterz ſcheint niedriger, als beim Ha⸗ ken in dem Kruͤmmel befeſtigt, wie es bei den roͤmiſchen Pfluͤgen mehr gefunden wird; endlich auch ſind Streichbret⸗ ter wie am Haken und roͤmiſchen Pflug angebracht, aber es fehlt, ſo wie am Letzteren das Hakenbrett oder Reſter. Die araire wird ohne Raͤder von Ochſen, Mauleſeln oder Pfer⸗ den gezogen, und auffallend iſt es nur, daß, im Gegenſatz unſerer Gewohnheit, die Ochſen vermittelſt eines Zugholzes vor dem Kopfe, und dagegen die Mauleſel und Pferde in ein Joch, welches unſerm Haken-Joch fuͤr die Ochſen ganz aͤhnlich iſt, angeſpannt werden. §. 4. Da mehrere der vom Haken nachgewieſene Vor⸗ theile auch dem von dem franzoͤſiſchen Ackerknecht Jean Jo⸗ ſeph Grangé erfundenen Pflug, der keinen Fuͤhrer braucht, zugeſchrieben worden, ſo wird dieſer neuen Erfindung und deren Wuͤrdigung hier zuerſt gedacht. Es iſt zwar nicht zu fuͤrchten, daß Jemand durch die Anpreiſungen dieſes Pfluges ſich zu einem unnuͤtzen Koſten⸗Anfwand veranlaßt finden werde, nachdem der engere Ausſchuß der Koͤnigl. Landwirth⸗ ſchafts⸗Geſellſchaft zu Celle in den Nachrichten von ihren Verhandlungen im Jahre 1835 dies Ackerwerkzeug nach reiflicher Pruͤfung des ihr zugegangenen Modells, und auf 81 den Grund des Gutachtens einſichtsvoller Landwirthe dahin gewuͤrdigt hat, „daß die beregte Erfindung gleich mehreren in Frankreich „gebildeten Theorien bei ihrer Anwendung keinen Nutzen „gewaͤhren, viel eher bedeutende Nachtheile hervorbringen „werde.“ Ein verdienteres Veto ſcheint mir lange nicht ausgeſprochen zu ſeyn, denn obgleich dem J. J. Grangé fuͤr die beſagte Er⸗ findung von der Société centrale d' Agriculture de Nancy eine goldene Medaille, 200 Franken an Werth, zum feierlichen Zeugniß der Achtung und Erkenntlichkeit durch Acclamation zugeſtanden worden, und der Koͤnig der Franzoſen das Ver— dienſt dieſer Erfindung ſogar mit Ertheilung des Ordens der Ehrenlegion an den Grangeé gekroͤnt hat, ſo bleiben doch der Pflug ſelbſt und deſſen Werthſchaͤtzung durch die pruͤfenden Behoͤrden aͤcht franzoͤſiſche Waare und Phraſen, fuͤr deut— ſchen Boden und geſunde Begriffe nicht geeignet. Beim Leſen der uns durch C. E. Mayer geſchenkten Ueberſetzung der Beſchreibung des Grangéſchen Pfluges, und der Anſicht der beigefuͤgten Zeichnungen wird es jedem Un⸗ partheiiſchen gleich auffallen, wie theoretiſch unhaltbar un⸗ vollkommen und nicht beweiſend mehrere der betreffenden An⸗ gaben ſind. Gleich die erſte, worauf der Hauptvorzug dieſes Pfluges beruhen ſoll, daß er keinen Fuͤhrer braucht, iſt relativ unrichtig, denn es bedarf zwar eine ſolche auf Raͤdern ruhende und durch verſchiedene Ketten, Regulators, und Hebel im Gleichgewicht erhalten werdende Maſchine, wie der Gran— géſche Pflug, zu gleichmaͤßiger Arbeit keines Fuͤhrers, welcher hinter dem Pfluge hergeht, ſondern, einmal in der Spur, wird ſie, wie ein Wagen fortgezogen, daß aber ein Knabe zur Fuͤhrung von 6 Pferden, womit der Pflug beſpannt wird, ſo wie zum Heben des Hebels und zur Wiedereinſetzung des Werkzeuges beim Umwenden genuͤgen ſoll, wird Niemand glauben, wohingegen es notoriſch iſt, daß der Haken und gut gebrauchte leichte Pfluͤge, welche mit zwei Oohſen oder Pfer⸗ 7 8² den beſpannt, von einem Menſchen zu tuͤchtiger Arbeit ſehr gut gefuͤhrt und gelenkt werden koͤnnen. Daß der beregte Pflug in jeder Art von Grund, mit gleichem Erfolge arbeiten koͤnne, will mir eben ſo wenig einleuchten, denn wenn er, was auch unter ſeinen Vorzuͤgen aufgezaͤhlt wird, regel⸗ maͤßigere Arbeit, wie ein von Menſchenhaͤnden gefuͤhrter Pflug liefert, ſo folgt auch nothwendig daraus, daß in ſteinigem Boden die gleichmaͤßig von den Pferden fortgezogene Ma⸗ ſchine die etwaigen kleineren Steine nur mit uͤbergroßem Kraftaufwand zur Seite ſchieben kann, und von groͤßeren Steinen verſetzt oder gar verletzt werden muß, wenn ſie nicht jedesmal vermittelſt des angebrachten Hebels aus der Erde, gehoben wuͤrde. Wie wird aber der die Pferde lenkende Knabe dies zu rechter Zeit gewahr? wie vermag er, 6 Pferde im raſchen Zuge ſchnell aufzuhalten, und dann den Hebel in Bewegung zu ſetzen? dahingegen der gewoͤhnliche Pflug, be— ſonders aber der Haken in ſolchen Faͤllen mit leichter Muͤhe von dem Fuͤhrer herausgehoben und wieder in die Erde ge⸗ ſetzt werden kann. Eben ſo wenig kann man nach den Re⸗ geln der Mechanik glauben, daß ein, ſo wie geſagt, zuge— richtetes und hochgeprieſenes Werkzeug die Arbeit auf Bergen und abhaͤngigen Feldern ſo gut verrichten koͤnne, wie der leichtere und ſchwaͤcher beſpannte Pflug oder Haken, mit wel⸗ chem letzteren beſonders die gefuͤgigen Ochſen ruhig aufwaͤrts klimmen, und die Abhaͤnge mit ſicherm Tritt umarbeiten. Was uͤbrigens die regelmaͤßige Arbeit betrifft, ſo koͤnnen be— kanntlich der Haken und andere Pfluͤge, wie von erſteren im Abſchnitt II. der erſten Abtheilung gezeigt worden, zu gleich tiefen und breiten Furchen leicht verſetzt werden, und es kommt, wie im Abſchnitt IV. geſagt, nicht allemal darauf an, daß der Acker in geraden Furchen und eben umgelegt werde, ſondern die rauher liegende Oberflaͤche hat, die Saatfurche ausgenommen, entſchiedene Vorzuͤge, wie im IV.§. 2. dieſer Abhandlung gezeigt worden. Daß der Grangéſche Pflug ſchwaͤcherer Beſpannung beduͤrfe, und weniger Kraftaufwand, wie der gewoͤhnliche franzoͤſiſche Landpflug erfordere, geht 83 aus den angefuͤhrten Verſuchen nicht allzudeutlich hervor, denn wenn darnach zur Ueberwaͤltigung einer gleichen Erd⸗ maſſe fuͤr den Grangeſchen Pflug 500 Pfund und fuͤr den andern Pflug 600 Pfund Zugkraft erforderlich gefunden, ſo machen ſchon die Anſicht des zur Erleichterung der Arbeit eben nicht gebaueten Werkzeuges, und dann der Umſtand, daß man dennoch nicht weniger, als 6 Pferde vorgeſpannt, und ſolche in gleicher Friſt nur etwas mehr Ackerarbeit geliefert, dieſen Vorzug zweifelhaft. Folgert man weiter, daß, wenn man auch die mittlere Kraft eines Pferdes, nach der Angabe eines franzoͤſiſchen Theoriſten Saveur nur zu 180 Pfund annimmt, welche von deutſchen Zugpferden im Durchſchnitt zu 200 bis 300 Pfund gerechnet wird, ſo erfordert demnach der ſechsſpaͤnnige Gran⸗ geſche Pflug 1080 Pfund Kraft alſo doppelt ſo viel, wie ein hieſiger Pflug und beinahe den vierfachen Kraftaufwand des Hakens, wie im Abſchnitt IV. der erſten Abtheilung§. 5. dieſer Abhandlung dargethan worden. Die Conſtruction deſſelben wird einfach genannt, und doch hat er mehrere Ketten, Taue, Hebel und Regu⸗ latoren, deren der gewoͤhnliche Pflug nicht bedarf. Der Preis des geruͤhmten Pfluges wird als billig ange— geben, weil er fuͤr alle die ebengenannten Zuſaͤtze zu einem ordinairen Pfluge nur 6 Franken theurer zu ſtehen koͤmmt, als der letztere; da er aber nach der Angabe in den Nach— richten der Koͤnigl. Landwirthſchaft zu Celle 40 bis 50 ko⸗ ſtet, ſo uͤberſteigt er den der hieſigen gewoͤhnlichen Pfluͤge um das Vierfache, und den der neuen verbeſſerten engliſchen Pfluͤge um mehr oder weniger, als das doppelte, wie aus den sub A. anliegenden Verzeichniſſe zu erſehen iſt. Der Ha⸗ ken aber koſtet weniger, als den dreißigſten Theil, wie aus dem Abſchnitt IV.§. 2. hervorgeht. Endlich wird es dem mehrerwaͤhnten Pfluge zum Vor⸗ zuge gerechnet, daß er am Ende der Furche auf eine reine 6 8 4 4 3 1 84 und ſichere Weiſe ſich aus der Erde herausheben und wieder einſetzen laͤßt; da dies jedoch bei demſelben nur vermittelſt eines Hebels geſchehen kann, zu deſſen Bewegung doch auch Menſchenhaͤnde erforderlich ſind, ſo verrichtet der Fuͤhrer des gewoͤhnlichen hieſigen Pfluges und des Mecklenburgiſchen Ha⸗ kens gewiß eben ſo ſicher, weit geſchwinder und mit leichte— rer Muͤhe dies Geſchaͤft durch bloßen Handgriff. Sehr bezeichnend iſt in der angefuͤhrten Schrift uͤber den Grangéſchen Pflug, Seite 59. die Aeußerung: „Weiter beſeitigt der feſte Hebel, welcher den Pflug— „baum mit dem Vordergeſtell verbindet, alle Unbe⸗ „quemlichkeit des Letzteren und macht aus dem Grangé⸗ „ſchen Pfluge einen wahren Haken, wie ein geſchickter „Mechaniker bemerkt hatte; in der That haben wir wahr⸗ „genommen, daß die Raͤder den Boden oft gar nicht „beruͤhrten.“ Hiedurch wird das in dieſer Abhandlung uͤber die Unanwend⸗ barkeit der Vordergeſtelle zu den Pfluͤgen Geſagte nicht nur beſtaͤtigt, ſondern wenn die Raͤder in Schwebung kommen koͤnnen, die geruͤhmte vollkommene Conſtruction und der re— gelmaͤßige Gang des Werkzeuges wenigſtens zweifelhaft; und laͤßt ſich aus der Bemerkung des Mathematikers ſogar fol⸗ gern, daß, wenn auch nicht der Mecklenburgiſche Haken ihm bekannt ſeyn und dabei vorgeſchwebt haben ſollte, er doch einem wie ein Haken geſtalteten Ackergeraͤthe einen wahren Vorzug einraͤumt. Zur Beſtaͤtigung des Vorgeſagten uͤber den Grangéſchen Pflug folgen hier noch einige, nach damit gemachten Verſu— chen, gefaͤllte Urtheile. a) In Sprengel's Zeitſchrift fuͤr die Land- und Forſtwiſ⸗ ſenſchaft, 1826 Ater Band 2tes Heft heißt es in der Revuͤe neuer Ackerwerkzeuge: „Zur richtigen Würdigung dieſes zuerſt uͤber Verdienſt „erhobenen, ſpaͤterhin in ſeinem eigenthuͤmlichen Werthe 85 „eben ſo ungerecht herabgeſetzten Ackerinſtruments moͤge „der nachſtehende Auszug aus dem Protocoll des Com— „mittees des Hollſteiniſch-wagriſchen Landwirthſchaft⸗ „lichen Vereins zur Verbeſſerung der Ackerwerkzeuge „vom 2. Novbr. 1835 dienen: „„Der Grangeſche Pflug lieferte bei einem außer⸗ ordentlich ſichern Gange eine vorzuͤglich accurate Be— arbeitung des Ackers, und hatte vor allen die Ei— 5 genthuͤmlichkeit, daß er ſehr leicht zu regieren, ja faſt ohne alle Leitung des Pfluͤgers ſeine Arbeit verrichtete. Es erforderte aber dieſer Pflug eine Pferdekraft von 300 Pfunden;(der gewoͤhnliche 3 hollſteinſche Pflug mit hoͤlzernem Kopf und Streich— brett erfordert eine ganz gleiche Pferdekraft, wenn aber Kopf und Streichbrett von Eiſen ſind, funf— zig Pfund weniger) und da bei ſelbigem, waͤh— rend er mit zwei Pferden beſpannt, der Fuͤhrer doch jedenfalls da ſeyn mußte, bei einer Beſpan— nung mit 4 Pferden aber auch ein Treiber nicht entbehrt werden konnte; da ferner die mehr zuſam— mengeſetzte Conſtruction deſſelben auch oͤftere Repa⸗ raturen erwarten laͤßt, ſo fand das Committee die Zweckmaͤßigkeit dieſes Pfluges im allgemeinen doch noch ſehr zweifelhaft.““ b) In der allgemeinen Oeſtreichſchen Zeitſchrift fuͤr den Landwirth, Forſtmann und Gaͤrtner, Jahrgang VIII. (1836) wird nach Erwaͤhnung des ungewoͤhnlichen Auf⸗ ſehens, welches der von dem Ackerknecht Grangé erfun⸗ dene Pflug ohne Fuͤhrer uͤberall gemacht, und dieſer Er⸗ findung in Frankreich zu Theil gewordenen Anerkennung und Auszeichnung, von Hrn. C. E. Mayer Folgendes angefuͤhrt: „Dieſe Vorgaͤnge konnten dem benachbarten Deutſch— land nicht lange unbekannt bleiben. Mit Blitzes— ſchnelle verbreitete ſich der Ruf dieſer Erfindung durch alle Laͤnder deutſcher Zunge, deren Brauchbarkeit ent⸗ V 86 „weder mit nach den vorgelegenen Abbildungen verfer⸗ tigten Pfluͤgen, oder mit aus Frankreich ſelbſt ver— ſchriebenen Originalen gewuͤrdigt wurde. Dem be— ſonnenen, ruhigen Urtheile des vorurtheilfreien Deut— ſchen war es jedoch vorbehalten, den wahren Werth einer Sache zu erkennen, die ſchon in der Art ihrer bombaſtiſchen Ankuͤndigung den Schein des Zweifels gegen ſich hatte, und wiederholte genaue Verſuche uͤberzeugten uns bald, daß der Grangéſche Pflug ſchon an und fuͤr ſich bei uns nicht brauchbar ſey, beim Vergleiche der bekannten beſſeren Pfluͤge Deutſch— lands jedoch weit zuruͤckſtehen muͤſſe. Er trat in die Reihe ephemerer Erſcheinungen, welch zwar ein au— genblickliches Intereſſe erregen, aber ſchon am Tage ihrer Geburt wieder ihrem Grabe zueilen. „Die erſte vollſtaͤndige Ueberſetzung der franzoͤ— ſiſchen Berichte uͤber die Grangéſche Erfindung war bekanntlich von Wien ausgegangen. Es konnte daher auch nicht uͤberraſchen, daß die erſten Verſuche im Großen von der Kaiſerl. Koͤnigl. Landwirthſchafts⸗ Geſellſchaft in Wien unternommen worden ſind. Die Ergebniſſe dieſer mit aller Genauigkeit, und unter dem Einfluſſe verſtaͤndiger Maͤnner Statt gehabten Verſu— che ſind den Landwirthſchaftlichen Publikum auf ge— eignetem Wege, vorzugsweiſe durch die Verhandlun— gen der Kaiſerl. Koͤnigl. Geſellſchaft mitgetheilt wor— den. Unternehmende Landwirthe aus verſchiedenen Gegenden, und ſelbſt Landwirthſchaftliche Geſellſchaf⸗ ten des Auslandes, hatten ſich mit dießfaͤlligen An— fragen an die hieſige verwendet, und nicht wenige Exemplare dieſes Pfluges wurden von hier aus nach verſchiedenen Richtungen verſchickt. Die auf mehreren Seiten fortgeſetzten Verſuche haben mit den hieſigen gleiche Reſultate geliefert, und fuͤr die zuerſt aufge⸗ ſtellte obige Anſicht zum erfreulichen Belege gedient.“ 87 c) Der Profeſſor der Landwirthſchaft Herr Michael Stecker hat ſich in der allgemeinen Verſammlung der Kaiſerl. Koͤnigl. Landwirthſchafts-Geſellſchaft zu Wien im April 1837 uͤber den Grangéſchen Pflug folgendermaßen aus— geſprochen: „Die hoͤchſt abweichende Bauart des unentbehrlich⸗ ſten aller Ackergeraͤthe, naͤmlich des Pfluges, welche in den verſchiedenen Laͤndern und Gegenden Statt findet, und die davon abhaͤngenden Leiſtungen bei der Bearbeitung des Bodens, ſind Gegenſtaͤnde, welche die Aufmerkſamkeit denkender Landwirthe, von jeher in Anſpruch genommen haben, weil ein abſolut beſtmoͤglicher Pflug noch eben ſo wenig, als der Stein der Weiſen erfunden iſt. Vor nicht gar langer Zeit hatte bekanntlich ein aus dem Departement der Vogeſen in Frankreich auch zu uns eingewanderter Fremdling unter dem Titel: „der Grangéſche Pflug, welcher keines Fuͤhrers dedarf“ ein nicht unbedeutendes Aufſehn erregt, und zu vielen Ackerungsverſuchen Anlaß gegeben. Das an ihm angebrachte Hebelſyſtem, und der hohe Doppelgalgen auf dem Radgeſtelle, in und an welchem der Gruͤndel(Pflugbaum) eingeklemmt, und unverruͤckbar angeklebt iſt, ließen ſchon beim erſten An— blicke die Anforderungen der Einfachheit, welche man an ein allgemein brauchbares lanwirthſchaftliches Ge— raͤthe zu ſtellen berechtigt iſt, in hohem Grade un— erfuͤllt.— Die ſofort unternommenen Ackerungsproben be⸗ weiſen ſeine Schwerfaͤlligkeit, die bedeutend vermehrte Reibung im Boden durch die gaͤnzliche unſchmiegſame Verbindung des Radgeſtelles mit dem Pflugkoͤrper, und als Folge jener die groͤßere Anſtrengung fuͤr die Zug— thiere.— Wenn man aber auch dieſem Pfluge ſein Verdienſt, keines Fuͤhrers zu beduͤrfen, nicht unbe— dingt abſprechen konnte, ſo zeigte ſich dennoch, daß 88 er es beim Seichtpfluͤgen ſehr ungern erfuͤlle, d. h. keine nach Wunſch reine Arbeit erreichte. Beim tiefen Pfluͤgen erhielt er ſich allerdings ſtaͤtiger in der Fur— che, allein dann ſteigerte ſich die erforderliche Zugkraft ſo ſehr, daß ihn 2 mittelſtarke Zugthiere, auf unun— terbrochen laͤngere Zeit, kaum bedienen koͤnnen, und daß ſomit der Vortheil, keines Fuͤhrers zu beduͤrfen, durch den Nachtheil ſelbſt bei einer mittelmaͤßigen Furchentiefe viel mehr Zugkraft zu benoͤthigen, wieder aufgehoben wurde.— So weit durch die Erfahrung belehrt dispenſirte man den Grangeéſchen Pflug von allen ferneren Dienſtleiſtungen auf den Feldern, und goͤnnt ihm dermalen, gleichſam aus Dankbarkeit, die Moͤglichkeit des Selbſtgehens zuerſt erprobt zu haben, ein Ruheplaͤtzchen in den Landwirthſchaftlichen Ge— raͤthekammern.“ §. 5. Der Aehnlichkeit halber zwiſchen dem, im vorigen §. behandelten neu erfundenen franzoͤſiſchen und einem alten deutſchen Pfluge, in Betreff der Entbehrlichkeit eines Fuͤhrers, und zum Beweiſe, daß die gedachte Erfindung keine neue ſey, laſſe ich hier dasjenige folgen, was in den Landwirth— ſchaftlichen Nachrichten der Kaiſerl. Koͤnigl. Landwirthſchafts⸗ Geſellſchaft zu Wien von 1836 von dem letzteren geſagt wird: „Unvermerkt und zufaͤllig kam im verfloſſenen Som— mer ein wuͤrdiger, ganz titelloſer Rival des Grangéſchen Pfluges zu uns, der nicht blos ohne Fuͤhrer geht, ſondern auch im wahren Wortſinne, wenn man es will, in ſeiner Furche ohne Fuͤhrer laͤuft.— Es iſt der gemeine Pflug aus dem Bacſer Comitate in Ungarn, welcher auf ein Dominium nach Oeſterreich uͤberſiedelte, und von da an die K. K. Landwirthſchafts-Geſellſchaft in Wien gelangte.— Die mit dieſem nachbarlichen Ankoͤmm— ling gemachten Verſuche fielen ſehr befriedigend aus, denn er iſt ein wahrer tutto-solo Pflug, dem man die Sterzen (Handhaben) um ihn waͤhrend ſeines Ganges in der Furche ——Ołñ———⏑—::;;OZBꝛB—⁊OKBFSłcy⸗y 89 vor der Beruͤhrung durch Menſchenhaͤnde gaͤnzlich zu ſchuͤ— tzen, unbedingt abſchneiden kann. Er arbeitet mit Och— ſen oder mit Pferden beſpannt, gleich gut, und verfolgt die Furchenlinie, ſo lange die Thiere von ihrer Bahn nicht abweichen, mit Beharrlichkeit und paralleler Entfer⸗ nung von der Nebenfurche. Waͤhrend ſeines Ganges ge— waltſam aus der Furche geriſſen, und landaus- oder land— einwaͤrts geworfen, wuͤhlte er ſich ohne Beihuͤlfe alſobald wieder in dieſelbe ein. Selbſt die Bewegung der Pferde im ſchnellen Trab vermochte nicht, ihn aus ſeinem gleich— foͤrmigen Nachfolgen zu bringen, wobei nur der Erdballen unvollkommner gewendet wurde, weil er ſich groͤßtentheils zerſtuͤckelte und zerſtaͤubte. Dieſer Bac'ſer Pflug hat durch— aus keine Nebenbeſtandtheile, ſondern ein gewoͤhnliches Vor— dergeſtell, mit einer aus dem Mittel der Achſe nach rechts geſtellten Pflugzunge, und nur am Gruͤndel des eigentlichen Pflugkoͤrpers iſt die Urſache ſeines Alleingehens zu ſuchen. Sein Gruͤndel iſt nemlich von oben halb rund, von unten aber, wo er auf dem Polſterholze des Radgeſtelles aufliegt, brettartig flach, und ſtark 4 Zoll breit, wodurch dem Pfluge jede Neigung nach den Seiten benommen iſt*). Zur Verbindung des Pfluges mit dem Vordergeſtelle dient eine gewoͤhnliche, aber kurze eiſerne Kettenwied, wel— che einen bogenfoͤrmigen Ober- und Unterſpiegel hat, und auf die bekannte Weiſe angelegt wird. So war gleichſam ein neues Ey des Columbus auf die Spitze geſtellt, und es warf ſich nur noch die Frage auf: ob auch ein anderer Ackerpflug mit einem ſo geſtalteten Gruͤndel daſſelbe *) Dutch dieſe Einrichtung gehen indeſſen die weſentlichen Vortheile des Mecklenburgiſchen Hakens mit rundem beweglichem Gruͤn⸗ del, naͤmlich die aufgebrochene Erde durch ſchraͤge Haltung des Reeſterbretts, beliebig rechts oder links ſtuͤrzen, und bei der Wendung ſtets an dieſelbe Furche hinziehn zu koͤnnen, gaͤnzlich bei dieſem, wie bei jedem einſeitigen Pfluge, verloren. b 90 leiſten werde. Zur Erprobung deſſen wurde der Zugmayer⸗ ſche, und ein ganz aus Eiſen gegoſſener Pflug mit ſolchen Flachgruͤndeln verſehen und mit ihren ſeitenzuͤngigen Vor— dergeſtellen angewendet. Das Reſultat mit beiden fiel eben ſo guͤnſtig aus, und es war ſomit der Beweiß hergeſtellt, daß auch jeder andere Ackerpflug durch dieſe kleine Abaͤnderung zum Alleingehen hergerich⸗ tet werden koͤnne. Hieraus ergeben ſich die unverkennbaren Vortheile, daß 1) Jedes Wirthſchafts-Individuum zu dem ſo wichtigen und ſo dringenden Geſchaͤfte des Pfluͤgens verwendet werden koͤnne, weil alle vorlaͤufige Einuͤbung, Gewandtheit und beſondere Achtſamkeit entbehrlich wird, und es ſich nur um die gehoͤrige Leitung der Zugthiere handelt. 2) Daß dadurch auch ſchwaͤchere Perſonen, naͤmlich er⸗ wachſene Kinder und weibliches Geſinde dazu verwendbar ſind, wenn ſie nur ſo viel Kraft beſitzen um den Pflug am Ende der Furche ausheben, und bis zum Anſatze nachtra— gen zu koͤnnen, weil er ſich wegen der Flachheit und Breite ſeines Gruͤndels, und wegen der kurzen Anheftung deſſelben auf dem Polſterholze nicht nach der Seite legen und her⸗ umſchleifen laͤßt; allein dieſes ſcheint auf eine leichte Art erreichbar zu ſeyn. 3) Ergiebt ſich aus dem Geſagten die Moͤglichkeit, daß mit gut abgerichteten Zugthieren, zwei hinter einander ge— hende Pfluͤge mit getrennter Beſpannung durch einen Men— ſchen verſehen werden koͤnne. 4) Wird die Arbeit jedenfalls beſchleunigt, weil der Ar— beiter nicht mehr muͤhſam hinter dem Pfluge in der ſchma— len offenen Furche zu gehen, und denſelben zu leiten braucht, ſondern blos ſeine Zugthiere begleitet, und daher weniger ermuͤdet, weder zu einem zeitgemaͤßen Stillſtehn, noch zu einem ſchlaͤfrigen Gange veranlaßt wird. 5) Da die Pfluͤgung bei dieſer Einrichtung des Geraͤthes 91 nicht ſowohl von dem jedesmaligen Willen und der Laune des Arbeiters, ſondern von der richtigen Stellung des Werk⸗ zeuges abhaͤngt, ſo entfällt in einem und demſelben Boden die Arbeit immer von gleicher Qualitaͤt u. dgl. m.:“ Nach der gefaͤlligen Mittheilung der Kaiſerl. Koͤnigl. Landwirthſchafts-Geſellſchaft vom April 1837, wuͤrde dieſelbe auf Verlangen ein Modell des nach ſeinem Erfinder benann— ten Zugmayerſchen Pfluges, mit einem nach dem Prinzip des Bacſer Pfluges verſehenen Gruͤndel, nebſt Vordergeſtell, wodurch auch dieſer ohne Fuͤhrer anzuwenden iſt, um den maͤßigen Anfertigungspreis von circa 11 Fr C. Mgr. be⸗ ſorgen koͤnnen. Eine ausfuͤhrliche Nachricht uͤber den obberegten Pflug findet man in einer kleinen Abhandlung des Herrn C. E. Mayer unter dem Titel: Ueber einen alten Pflug, der wirk— lich keinen Fuͤhrer braucht, und leiſtet was Grangé nur ver⸗ ſprochen hat. Wien 1837. §. 6. Das gemeinnuͤtzige Gothaiſche Wochenblatt von 178% · enthaͤlt in den Nnmmern XXIV. und XXXII. auch ſchon folgende Nachrichten uͤber einen neu erfundenen Pflug: „Unter die Verbeſſerungen des Ackerbaues rechnet man mit allem Recht verbeſſerte Werkzeuge deſſelben, welche ei— nen Theils dem Zugvieh die Arbeit erleichtern, andern Theils aber den Acker durch Verderbung des Unkrauts beſſer zurecht machen, und als ein ſolches vrrbeſſertes Ackerwerkzeug wird der von der Churpfaͤlziſchen oͤkonomiſchen Geſellſchaft in Kaiſers-Lautern erfundene Haken⸗Pflug geruͤhmt; er ſoll dem Zugvieh die Arbeit ungemein erleichtern, die Erdkloͤße viel beſſer als gewoͤhnlich aus einander reißen, und ſolcher Geſtalt die Wurzeln des Unkrauts mehr entbloͤßen und verderben. Er wird in dieſer Eigenſchaft auch von der Schleſiſchen patriotiſchen Geſellſchaft gelobet, und iſt da⸗ ſelbſt an verſchiedenen Orten eingefuͤhrt. 92 „Der oberwaͤhnte Pflug iſt ſchon ſeit 6 Jahren auf dem graͤflich Wertherſchen Rittergute Neunheilingen ohn— weit Langenſalza mit großem Nutzen in Gebrauch. „Dieſe Art Pfluͤge iſt in der Lauſitz und in der Ge⸗ gend von Meißen gleichfalls ſehr gewoͤhnlich, indeſſen wer— den ſie nur bei naſſen und verquekten Feldern gebraucht. Die Schaar iſt zweiſchneidig, der Bau dieſes Pfluges iſt dem eines gewoͤhnlichen Pfluges ziemlich gleich, nur daß anſtatt des Molchbretts zur rechten Hand des Pfluges, auf beiden Seiten zwei Pfloͤcke von etwa einem Zoll in Qua— drat und 8 Zoll in die Laͤnge ſtehen; dieſe Pfloͤcke reißen die Erdſchollen entzwei, und treiben ſie in die Hoͤhe, ſo daß der Acker wie von Schweinen umgewuͤhlt zu ſeyn ſcheint, und auf dieſe Weiſe verderben die Queken und Wurzeln deſto eher und geſchwinder. Statt der ſonſt ge— woͤhnlichen zwei Pflugſterzen hat dieſer nur einen Hand— griff, und die Pfluglade iſt hoͤher als ſonſt gewoͤhnlich. „Er wird in der Ruͤhre oder der zweiten Art ge— braucht, und der Acker wird nicht blos in der Laͤnge, ſon— dern von einer Ecke zur andern damit gepfluͤgt. Iſt das Stuͤck Land breit wie gewoͤhnlich auf großen Guͤtern, ſo kann man es grade in die Quere haken. Man nimmt mit dieſem Pfluge nicht, wie gewoͤhnlich, ein Stuͤck oder Beet vor, ſondern man wendet gleich an der gepfluͤgten Furche ein, und pfluͤget an derſelben wieder hinan. „Nachdem die Luft und die Sonne die Wurzeln aus— getrocknet haben, ſo beſtreicht man den gehakten Acker fleißig mit einer Egge, und ſieht alsdann mit Vergnuͤgen, welch eine Menge Queken und andere Unkrauts-Wurzeln herausgeegget werden. Pfluͤget man das Land im Herbſte zur Saat, ſo wird es wieder in die Laͤnge zu ordentlichen Beeten gepfluͤgt. „Was uͤbrigens die geruͤhmte Leichtigkeit dieſes Hakens betrifft, und daß derſelbe dem Zugvieh die Arbeit erleich⸗ 93 tern ſoll, ſo hat die hieſige Erfahrung genugſam das Ge⸗ gentheil bewieſen.“ Daß das vorerwaͤhnte Ackerwerkzeug, deſſen Erfindung der oͤkonomiſchen Geſellſchaft zu Lautern zugeſchrieben wird, wo nicht der Mecklenburgiſche in dieſer Abhandlung beſchrie⸗ bene Haken-Pflug ſelbſt, wenigſtens mit einigen Abweichun⸗ gen, eine Nachahmung deſſelben iſt, laͤßt ſich nach den ver— ſchiedenen Angaben wohl nicht bezweifeln, und auffallend iſt es nur, daß die auf dem vorgenannten Gute gemachte Er⸗ fahrung im Betreff des Kraftaufwandes, welchen der Haken und der Haken-Pflug, nach der Theorie und Erfahrung, wie in dieſer Schrift genuͤgend gezeigt worden, weniger wie der gewoͤhnliche Pflug erfordert, dem widerſpricht, da doch ſelbſt mit der Ackerarbeit die ſonſtigen Angaben voͤllig uͤberein⸗ ſtimmen. §. 7. Nach dem Sten Heft der Landwirthſchaftlichen Berichte von Gumprecht 1805 „iſt in den Zeitungen des Departements de'Aube wieder ein neuer zu Luches erfundener Pflug angekuͤndigt, welcher allein geht, naͤmlich keines Pflugfuͤhrers bedarf. Der ge— dachte Pflug iſt einſpaͤnnig, und ein einziger Mann, ja ſogar ein Knabe kann 2, auch 3 ſolcher einſpaͤnnigen Pfluͤge leiten. Dieſer Pflug iſt in jeder Hinſicht ganz von dem Grangéſchen verſchieden. Er iſt weniger complicirt, und vermindert die Laſt des Pferdes in Vergleich mit dem gewoͤhnlichen Pfluge um ⁄tel. „Es iſt weder ein Hebel, noch eine Balanzierſtange, noch eine Druckfeder an demſelben angebracht. Mit einer ſehr einfachen Vorrichtung ſtellt man ihn tiefer oder fla⸗ cher; er weicht nie von ſeiner Richtung ab, weder in ab⸗ haͤngigem, noch in ſteinigem Boden, ja ſogar nicht in fri— ſchem Aufbruch; und gewaͤhrt außerdem den Vortheil, daß man die letzte Furche damit aufraͤumen kann, welches man bisher durch Anbringung von Hebeln nicht moͤglich 94 machen konnte. Er iſt nicht viel theurer, wie ein gewoͤhn⸗ licher Pflug. Leiſtet dieſer Pflug auch nur die Haͤlfte von dem hier Geſagten, ſo wird er Epoche in der Reihe der Erfindungen machen. Die Folge wird ja lehren, was daran iſt.“ §. 8. Nach dem Oppoſitionsblatte von 1820. Nro. 174. „hat Iſidore Martinez, Bauer in dem Dorfe Albalal de Sevgart im Koͤnigreiche Valencia, einen neuen Pflug er— funden, mittelſt welchem er, ohne Thiere dazu noͤ⸗ thig zu haben, taͤglich ſechs Fanegades*)-„ Land ackert. Die Pflugſchaar iſt ſo eingerichtet, daß man ſie abneh— men und an einen Stiel befeſtigt als Grabſcheit gebrau⸗ chen kann.“ §. 9. Nach dem 3ten Heft der Landwirthſchaftlichen Berichte pro 1833 „ſah man auf der Quai von Rouen einen Dampfpflug, der ſo ehen aus England angelangt, und fuͤr die Nach— barſchaft von Paris beſtimmt war. „Da aber die Maſchine ganz auseinander genommen iſt, ſo laͤßt ſich der Mechanismus nicht genau erkennen. Der Keſſel beſteht aus vier parallelen, gebogenen, gußeiſer⸗ nen Roͤhren. Faſt der ganze Apparat iſt aus Gußeiſen, und Schweißeiſen, und wiegt mehrere 1000 Pfund.“ 212! §. 10. Nach der Schleſiſchen Gartenzeitung vom Jahre 1835. Nro. 28. „hat man unter der Direction des Herrn Philips in Lon⸗ don eine Dampf-Maſchine gebaut, welche zur Verrich— tung der Feldarbeit beſtimmt iſt. Dieſe Maſchine iſt ſo hergeſtellt, daß ſie bei jeder Rotations⸗Bewegung zugleich pfluͤget, egget, gleichmacht und ſaͤet, und zwar auf eine Strecke von 10 bis 12 Fuß Breite; ſo daß ſie in einer Stunde 4 bis 5 engliſche Meilen Land beſtellt, * Eine Fanegade iſt ſo viel Land, als mit einer Fanega Getraide, deren 50 eine Amſterdamer Laſt ausmachen, beſaͤet werden kann⸗ 95 Sie kann alſo in einer Stunde 7 bis 8 Morgen Land, oder in einem gewoͤhnlichen Tagwerk mehr als 100 Mor⸗ gen beſtellen und beſaͤen.“!?!? §. 11. Vor allen verdienen, unter der Anfuͤhrung neuer Erfindungen, hier die Verbeſſerungen erwaͤhnt zu werden, welche waͤhrend der Abfaſſung der gegenwaͤrtigen Schrift, durch den bekannten rationellen Landwirth, Herrn Doctor von Thuͤnen auf Tellow, an dem gewoͤhnlichen Mecklenbur— giſchen Haken vorgenommen worden ſind; in welcher Ruͤck⸗ ſicht ich indeß auf die desfallſige ausfuͤhrliche Nachricht von von Thuͤnen ſelbſt in Nro. III. der dritten Abtheilung, als Notizen uͤber den Haken-Pflug, das Weitere verwei⸗- ſen muß. §. 12. Endlich glaube ich zur vollſtaͤndigen Eroͤrterung dieſes Gegenſtandes hier noch das anfuͤhren zu muͤſſen, was in der letzten Verſammlung deutſcher Landwirthe zu Karls⸗ ruhe im September 1838 uͤber einen Raͤder⸗Pflug der neue⸗ ſten Zeit vorgekommen; es heißt naͤmlich in den Mitthei— lungen aus der vierten Sitzung woͤrtlich: „Unter den von der vorigjaͤhrigen Verſammlung geſtellten „Fragen und Aufgaben befand ſich auch eine uͤber den „Werth der verſchiedenen Pfluͤge. Profeſſor Neſtler aus „Ollmuͤtz hielt einen Vortrag uͤber einen in neueſter Zeit „in Boͤhmen, Maͤhren und den uͤbrigen Laͤndern der „Oeſterreichiſchen Monarchie mit reißender Schnelligkeit „verbreiteten Pflug, den die Landleute daſelbſt Ruchalto „oder den Pflug von Obatſchar nennen.“ §. 13. So unvollkommen die in den§§. 8. 9 und 10 enthaltenen Angaben neuerfundener Ackerwerkzeuge auch ſind, und ſo wenig glaublich es insbeſondere erſcheint, daß die im §. 9. und im§. 10. erwaͤhnten ſchwerfaͤlligen Maſchinen practiſch ins Leben treten werden, ſo lange nicht der Dampf, 8 96 der eine ſo große Rolle zu ſpielen angefangen, Menſchen und Dinge ganz aus ihrem bisherigen Wirkungskreiſe ver⸗ ruͤckt haben wird, und die goldene Zeit eintritt, wo Men⸗ ſchenhaͤnde außer zum Schreiben nur noch zur Befoͤrderung der Speiſen zum Munde erforderlich ſeyn werden, und alſo auch fuͤr die ſonſt arbeitende Claſſe das dolce far niente eintreten wird, ſo habe ich doch ſachangemeſſen gehalten, die Ankuͤndigungen der gedachten neueſten Erfindungen von Acker⸗ geraͤthen als Gegenſatze zu dem alten Mecklenburgiſchen Ha⸗ ken, der die Anlegung der Menſchenhand zwar erfordert, die⸗ ſelbe aber auch deſto reichlicher fuͤllt, hier anzufuͤhren; und es bleibt Jedem uͤberlaſſen zu pruͤfen, weiter zu forſchen, zu glauben und zu waͤhlen. 4 .A;:⸗ſ⸗ſ·ſx x xæx—ʒ—O)—- DBritter Abſchnitt. Einfuͤhrung des Hakens in Mecklenburg und deſſen Gebrauch in andern Laͤndern. §. 1. Weachtet man die Erzaͤhlung von Julius Caͤſar (de bello gallico) daß viele der alten germaniſchen Voͤlker, z. B. die Menapier, Sicambier, Ubier ꝛc.(wie ſchon im Ab— ſchnitt II.§. 2. erwaͤhnt) die erſten geweſen, die Ackerbau trieben und den Pflug gebrauchten, daß demnaͤchſt bei der Voͤlkerwanderung am Ende des 5ten Jahrhunderts ein Stamm der großen Slaviſchen Nation— die Wenden— einen Theil Deutſchlands in Beſitz genommen, und daß noch heu⸗ tigen Tages in jenen Laͤndern, welche von den Nachkommen dieſer Voͤlker bewohnt werden, Ackerbau und Viehzucht beſon⸗ ders bluͤhen; ſo erſcheint es ſehr glaubwuͤrdig, daß dieſelben den Haken als Ackerwerkzeug gekannt, und wenn auch nicht erfunden, doch nach den alt roͤmiſchen derartigen Geraͤthſchaf⸗ ten zuſammengeſetzt und verbeſſert haben. ————— ——— 97 Zieht man ferner in Erwaͤgung, daß die Wenden die erſten namhaften Bewohner Mecklenburgs ſind, von deſſen Schickſalen die Geſchichte bis zum 8ten Jahrhundert nichts, und bis zum 12ten Jahrhundert nur wenig Beſtimmtes ſagt, ſo laͤßt ſich faſt nicht bezweifeln, daß dies alte beruͤhmte Volk den Haken im 9ten Jahrhundert nach Chr. Geb. als Acker⸗ werkzeug nach Mecklenburg gebracht hat, gleichwie auch die Dynaſtie der jetzigen regierenden Großherzoge von Mecklen— burg von demſelben, und zwar von Niclot, Koͤnig der Obotriten, der 1130 regierte von ſeinen Zeitgenoſſen major terrae genannt, in gerader Linie abgeleitet wird; denn der Sohn dieſes Fuͤrſten, Pribislav II., der letzte Koͤnig der Obotriten, iſt der Erſte, der ſich 1161 Fuͤrſt der Wenden genannt hat, welchen Titel die jetzigen Großherzoge noch fuͤh— ren. Dieſer Pribislav war auch der erſte wendiſche Fuͤrſt, der ſich zum chriſtlichen Glauben in Folge des vom Herzoge Heinrich dem Loͤwen gegen die unglaͤubigen Wenden im J. 1147 unternommenen Kreuzzuges bekannte. §. 2. Die Mecklenburgiſche Geſchichte ſchweigt ſehr lange von dieſem Ackerwerkzeuge, endlich aber findet man unter den Landes-Geſetzen vom Jahre 1646 eine Geſinde-Ordnung, nach welcher einem Haͤker fuͤr das Jahr 10 Gulden an Lohn und zwei Paar Schuhe zukommen ſollen. Es waren alſo ſchon damals Haͤker oder Dienſtboten, die hauptſaͤchlich zur Fuͤhrung des Hakens angeſtellt wurden, weil in einer allge— meinen Landesverordnung ihrer nicht gedacht ſeyn wuͤrde, wenn damals der Haken kein bekanntes und in dieſem Lande eingefuͤhrtes Werkzeug geweſen waͤre. Auch ſchon das auf dies Ackergeraͤth Bezug habende und vielleicht davon hergeleitete, alte mecklenburgiſche Sprichwort: „Ein guter Haken kruͤmmt ſich bei Zeiten!“ worin man Virgil's im I. Abſchnitt§. 6. erwaͤhnte Vorſchriften wiederfindet, deutet an, daß der Haken in Mecklenburg ſchon fruͤher, als davon geſchrieben, bekaint und beachtet geweſen. 8 98 Gleichwohl hat es lange gedauert, bevor der Haken in allen Gegenden Mecklenburgs, ungeachtet hoher Landesvor⸗ ſchriften und der ruͤhmlichſten auf die unzweifelhafteſten Be⸗ weiſe von deſſen Vorzuͤgen geſtuͤtzten Anordnungen, allgemein aufgenommen wurde, weil die Wahrheit nie uͤberall Eindruck macht, ſelbſt da nicht, wo ſie auf die ſchwache Seite des Wirthes,— den Eigennutz— wirket; denn noch im Jahre 1703, unter der Regierung des Herzogs Friederich Wilhelm wurde von der Herzogl. Kammer ein Befehl an eines der fuͤrſtlichen Domainen⸗Aemter, wo der Haken in Gebrauch war, erlaſſen, innerhalb 14 Tagen einen tuͤchtigen, in der Arbeit mit dem Haken erfahrenen Knecht zu geſtellen, indem hoͤchſten Orts beſchloſſen worden, den Haken in einem an— dern Amte auch einzufuͤhren. Obgleich Zwangsmaßregeln faſt nie zur Ueberzeugung, und ſelten zur vollkommnen Gewaͤhrung fuͤhren, ſo zeigt doch dies Beiſpiel, daß zu rechter Zeit angewandte Energie das allgemeine Beſte oft allein und ſicher befoͤrdern kann; denn die Ausfuͤhrung dieſer und aͤhnlicher Verordnungen iſt fuͤr dies Land von den ſegenreichſten Folgen geweſen, und da der Landmann ſich bei dem Gebrauch des Hakens wohl befand, ſo ſind, nach und nach alle Guts⸗-Beſitzer, Paͤchter und Ver⸗ walter, ſo wie die fuͤrſtlichen Bauern in der Art zu dem Och⸗ ſenhaken uͤbergegangen, daß der Pflug dadurch in dem groͤß— ten Theile Mecklenburgs faſt gaͤnzlich bei Seite geſetzt wor— den, und gegenwaͤrtig nur bei noͤthiger Beſchleunigung der Ackerarbeit zur Aufbrechung des Dreſches im Herbſte, oder wenn die Pferde ſonſt nichts zu thun haben, mit zur Hand genommen wird. Wenn dies in einem Lande der Fall iſt, wo man alle Arten von Boden vom ſchwerſten Klei bis auf den duͤrrſten Sand auf Hoͤhen und in Niederungen, ſo wie zwar keine Oſtfrieſiſche Polder, aber doch auch ſehr fruchtbaren Marſch— boden findet, deſſen Acker-Cultur nach dem oͤffentlichen Zeug— niß aller Wirthſchaftskundiger zu einem hohen Grade gelangt I 99 iſt, ſo daß ſchon im Jahre 1755 der Herr von Engel in ſeinen Briefen uͤber die Landwirthſchaft Theil I. Seite 22. ſagt, daß ſchon dazumal faſt alle Landguͤter in Mecklenburg voͤllig cultivirt waͤren, auch der Profeſſor der Oekonomie Karſten zu Roſtock in der Vorrede zu ſeinem Lehrbuche: Die erſten Gruͤnde der Landwirthſchaft, in ſo fern ſie in Deutſchland anwendbar ſind, 1795. ſich daruͤber, wie folgt, ausdruͤckt: „Wer die mecklenburgiſche Wirthſchaft insbeſondere kennt „und zu beurtheilen verſteht, der wird ſich uͤberzeugen, daß „ſie an manchen Orten einen Grad der Vollkommenheit er⸗ „reicht hat, deſſen ſich wenig andere Gegenden Deutſch— „lands ruͤhmen koͤnnen. Wir haben unter unſern Landwir⸗ „then Maͤnner, die durch Lectuͤre, Nachdenken und Erfahrung „gebildet, in ſo hohem Grade Meiſter ihrer Kunſt ſind, „daß jeder Profeſſor der Oekonomie mit Ehren zu ihnen „in die Schule gehen kann. Es giebt aber auch hier an— „dere, die dies Lob nicht verdienen; dieſe haͤngen zum „Theil denn auch deſto ſeſter und unerſchuͤtterlicher an dem „von Jugend auf erlernten mechaniſchen Gang der Ge— „ſchaͤfte, und bei dieſen werden die geſunden Regeln der „Theorie um ſo weniger Gluͤck machen, da ſie jeden brauch— „baren Vorſchlag fuͤr verdaͤchtig halten, wenn er nicht mit „ihren Erfahrungen uͤbereinſtimmt.“ und da endlich die Mehrzahl der Einwohner Mecklenburgs nur fuͤr und durch den Ackerbau gluͤcklich lebt, ſo verdient ein ſolches dort anerkanntes Vehikel zur Vervollkommnung des Ackerbaues wohl in allen Laͤndern bekannt gemacht und deſ⸗ ſen Anwendung außs eifrigſte betrieben zu werden. §. 3. Und dennoch iſt der Haken nur in ſo wenigen Gegenden bekannt, wenigſtens ſelten einheimiſch geworden. In die an Mecklenburg graͤnzenden Provinzen, Pommern iſt er durch den nachbarlichen Verkehr der Landleute ganz nach der mecklenburgiſchen Bauart uͤbergegangen, ſo daß er daſelbſt neben dem Pfluge gebraucht wird. Auch die Land— 100 wirthe in Holſtein, welche mit den Mecklenburgern in der Cultur des Landes wetteifern, kennen den Haken, und mehrere derſelben gebrauchen ihn. Ich laſſe hier die Angabe einiger mir bekannt gewor— denen Ackerwerkzeuge anderer Gegenden folgen, welche unter der Benennung von Haken oder Haken-Pflug in Gebrauch ſind, und mehr oder weniger Aehnlichkeit mit dem Mecklen⸗ burgiſchen Haken haben. a) Der Schleſiſche Haken iſt, nach Schnee's Handbuch der Landwirthſchaft, von verſchiedener Form. Man hat daſelbſt Haken, die dem mecklenburgiſchen gleich kom⸗ men; andere haben gar kein Hoͤft oder Sohle, ſondern nur ein ſpatenfoͤrmiges Eiſen und hinten Griffe, womit ſie getragen werden muͤſſen, ſie werden abwechſelnd mit dem Pfluge gebraucht. Den in Schleſien gewoͤhnlichen Ackerhaken hat ein gewiſſer Mann geringen Standes, Johann Nawe genannt, auf dem Gute Schloͤgel, dem Freiherrn von Pilati gehoͤrig, welcher von Jugend auf ein Liebhaber der Mechanik geweſen, und nebſt ſei— nem kleinen Ackerbau ſich mit Uhrmachen abgegeben (wie in Kruͤnitz Oek. technologiſche Encyklopaͤdie 21 B. S. 256. angefuͤhrt) verbeſſert. b) Im Saͤchſiſchen Erzgebirge wird ein aͤhnlicher Haken gebraucht; man hat aber mehrere Eiſen zum An⸗ ſtecken. Das erſte iſt dreieckig und vorn ſpitz, das zweite, Andereiſen genannt, gleiht einer breiten Schaufel, ſo wie an den mecklenburgiſchen Haken, laut§. 9. des Ab⸗ ſchnitts I. auch verſchieden geſormte Schaar-Eiſen an— geſteckt werden koͤnnen. c) Der Lieflaͤndiſche Haken, gleichfalls nach der An⸗ gabe von Schnee, wirkt im Boden mit einem ſcheeren⸗ oder gabelfoͤrmigen Eiſen, welches vorwaͤrts gekruͤmmt, mit ſeinen zwei Spitzen in die Erde eingreift, und ſolche auffaͤngt. Vermittelſt eines andern Eiſens, welches an einem Stiele befeſtigt iſt, von der Form eines Pflug— reutels, nur groͤßer, wird die Erde zur Seite wieder 101 i herabgeſchoben. Außer dieſem Voreiſen iſt uͤberall kein und Eiſen und auch keine Verzapfung daran zu finden, das Ganze ſammt der Schaardeichſel iſt mit Seilen verbun⸗ dor⸗ den. Er muß hinten getragen werden, weil er ſonſt zu unter tief in den Boden greifen wuͤrde. Die genauere Beſchrei⸗ auch bung dieſes Werkzeuges, und deſſen Abbildung, findet dlen ſich in der neunzehnten Nachricht von der Landwirth— ſchaftlichen Geſellſchaft in Oldenburg 1837. duch d) Auch iſt in der Weichſelniederung der ſogenann⸗ d hat te Karr⸗Haken in Gebrauch und im zaͤheſten, ſchwerſten bom⸗ Boden ſehr nutzbar; er geht auf Raͤdern und bedarf, dern wenn er einmal in den Boden eingeſetzt iſt, keiner Hal⸗ omit tung; der Fuͤhrer ſetzt ſich aufs Pferd und faͤhrt damit mit fort.— Da haͤtten wir ja alſo ſchon den Pflug, wel⸗ ichen cher keines Fuͤhrers bedarf, deſſen Erfindung, wie ndes, im§. 2. des Abſchnitts II. angeführt worden, dem Fran⸗ gel, zoſen Grangé zugeſchrieben wird.— Es iſt aber ugend wahrſcheinlich nichts anders, als der mecklenburgiſche t ſei⸗ Pflug-Haken oder Hakenpflug, wie er im§. 19. des Ab⸗ geben ſchnitts I. der erſten Abtheilung beſchrieben worden, und 21 jener wird, eben ſo gut, wie dieſer, gefuͤhrt werden muͤſſen, wenn er tuͤchtige Arbeit liefern ſoll. ſcher e) Weber ſagt in ſeinen Bemerkungen uͤber verſchiedene An⸗ Gegenſtaͤnde der Landwirthſchaft, 1819. S. 54.: eite—„Am Rhein, bei Coblenz, Bonn, Coͤln, fand ich ei⸗ , ſo nen ganz ſonderbaren Haken-Pflug, der mir das allge⸗ 3 Tb* meine Feldinſtrument dort zu ſeyn ſchien und nur hie und da mit einigen Abaͤnderungen vorkam, zuweilen auch ganz beſonders gut und fleißig gearbeitet war, und dann än⸗ nothwendig etwas koſtbar ſeyn mußte. Er beſtand hauptſaͤchlich aus zwei Haupttheilen: a) dem Haken— an⸗ 5 baum oder dem vordern Theil, meiſt 4 Berliner Fuß olch lang, und b) dem hintern Theil, nicht ganz 4 Fuß lang, z an an welchem das Schaar angefeſtigt war und mit wel— ſug⸗ chem zugleich, als dem einzigen Sterz, der Pflug ge— 7 1 ſieder fuͤhrt wurde. 102 vor, „Beide Theile waren zuweilen rundlich, mehrentheils aber vierkantig geſchnitten oder bearbeitet und hingen mittelſt einer eiſernen Stange zuſammen.“ „Das Schaar war ſtets ſehr lang(2 Berliner Fuß) ſpitzig, nicht ſehr breit und gewoͤlbt; und hatte hinter ſich an dem Holz, woran es angeſetzt war, eine ei— ſerne, zu beiden Seiten etwas abſtehende Schiene, die wie ein eiſernes Pflughaupt im Gange des Pfluges diente. Im Hakenbaume fand ſich auch ein Sech be— feſtigt, und hie und da ſah ich auch an dieſem Pflug zwei kleine bewegliche Streichbretter angeſetzt:— ver— muthlich zum Anhaͤufeln der behakten Fruͤchte. Ich ſah ſonſt mit ihm ſowohl ruͤhren, als auch zur Saat pfluͤ⸗ gen: und wenn der Hakenbaum nicht zu hoch ſteht, auch das Vordergeſtell nicht zu hoch iſt, ſo kann ich leicht glauben, daß dieſer Pflug leicht und doch tief geht. Ich ſah ihn mit 1 und mit 2 Ochſen fuͤhren. Man lobte ihn ſehr. Der Boden iſt dort freilich nicht eben ſtoͤrrig und ſchwer.“ „Mit dem hoch emporgerichteten Baum, und hohen Vorgeſtell aber, wo er eigentlich der Theorie und Con— ſtruction des bekannten franzoͤſiſchen Guillaumiſchen Pflu— ges ziemlich entſprechen moͤchte, kann ich ihn eben ſo wenig, wie den letzten, loben.“ Aus der obigen Angabe der beigefuͤgten Zeichnung geht her⸗ daß obgleich dieſer Haken-Pflug, der Conſtruction nach, einige Aehnlichkeit mit dem Mecklenburgiſchen hat, ausgenom— men, daß er auch mit einem Sech verſehen, er doch im Gan— zen, beſonders in Betreff der langen ſpitzigen Schaar, mehr der franzoͤſiſchen araire gleicht. f) Vom Unterſchiede des gewoͤhnlichen und des Haken— Pfluges iſt in den Hannoͤverſchen Beitraͤgen zum Nutzen und Vergnuͤgen von den Jahren 1760 bis 1762 bereits die Rede geweſen, ich habe aber der beregten Jahrgaͤnge nicht habhaft werden koͤnnen, und kann deshalb nicht 103 ſagen, in wieweit ſich darnach die Bekanntſchaft mit dem Haken im Koͤnigreiche Hannover erſtreckt. Soviel geht jedoch aus den im Vorwort erwaͤhnten Aufſaͤtzen der Hannoverſchen Beitraͤge hervor, daß der Ackerbeſtel⸗ lung, mit dem Hak⸗Pfluge ein hoͤchſt betraͤchtlicher Vor⸗ zug vor der mit dem gewoͤhnlichen Pfluge eingeraͤumt wird, und daß in einigen Gegenden des Luneburgiſchen der Gebrauch eines mit Ochſen beſpannten Hakenpfluges uͤblich iſt. Nach der gewogentlichſten Mittheilung des Herrn Ge— heimen Raths von der Decken zu Ochtenhauſen vom 25. Decbr. 1835 iſt im Luͤneburgiſchen ein mit einem Pferde beſpannter Pflug⸗Haken in Gebrauch. Da derſelbe als vor— maliger Landdroſt jener Provinz denſelben kennen gelernt, und da im Bremiſchen, wo ſeine Guͤter liegen, nach alter Sitte noch 4, und in ſchwerem Boden ſogar 6 Pferde vor den Pflug geſpannt werden, ſo hat er dies vereinfachte nuͤtz- liche Ackerwerkzeug, welches, wie in§§. 17 und 20. des Ab⸗ ſchnitts I. der erſten Abtheil. geſagt, in leichtem Boden ſehr wohl gebraucht werden kann, auf gedachten ſeinen Beſitzungen einzufuͤhren verſucht. Der durch einen Luͤneburger Ackers⸗ mann daſelbſt mit demſelben gemachten Probe haben die be— nachbarten Bauern auch anfangs einige Aufmerkſamkeit ge— ſchenkt, ſich jedoch nicht zur Nachfolge entſchließen koͤnnen; und weil den Ackersknechten dieſer Guͤter die Arbeit mit dem beregten Pflug-Haken ungewohnt, und ſie ſolche fuͤr die Pferde, entweder aus Voreingenommenheit oder wegen fehlerhafter Behandlung, zu ſchwer gefunden, ſo hat dieſe Art der Be— ackerung daſelbſt leider wieder aufgegeben werden muͤſſen. Ferner habe ich von dem Gutsbeſitzer Herrn A. My— lius zu Neuhaus, welchen ich unter Anlegung einer Zeich— nung des mecklenburgiſchen Hakens nach Fig. 7 u. 12. um Auskunft uͤber dies dort in Gebrauch ſeyn ſollende Inſtru— ment gebeten, ſolche ſehr beſtimmt und woͤrtlich dahin lau— tend erhalten: 104 „Daß der Haken in dortiger Gegend nur auf ſei⸗ „nem Gute Langlingen unweit Celle und zu Mol⸗ „tzen, dem Gute ſeines Bruders, und ſonſt nirgends in „Gebrauch ſey, und er denſelben nur zur Vorarbeit, zur „Saatfurche aber den Pflug, ſein Bruder ihn hingegen „auch zur Saat gebraucht; daß derſelbe beſonders zur „Bearbeitung der Kartoffeln ſowohl zum Einlegen in „die dritte Furche, als zum zweimaligen Behaͤufeln der⸗ „ſelben als das zweckmaͤßigſte Inſtrument anerkannt ſey, „auch das Unkraut zwiſchen den Reihen dadurch zu⸗ „gleich am beſten vertilgt werde, und ſie ſtets den beſten „Erfolg davon gehabt, daß ſeine Leute auch den Gebrauch „dieſes Ackerwerkzeuges immer leicht erlernt hätten.“ „Daß uͤbrigens der Haken, deſſen ſie ſich bedienten, „der ganzen Conſtruction nach, dem Mecklenburgiſchen „voͤllig aͤhnlich ſey,(naͤmlich das Inſtrument ſelbſt, wie „Fig. 7. es zeigt) daſſelbe aber dort mit Pferden be⸗ „ſpannt werde, und deshalb mit der dazu gebraͤuchlichen „Vorrichtung verſehen ſey.“ Aus der mir im November 1836 von dem engeren Aus⸗ ſchuß des Landwirthſchaftlichen Provinzial⸗Vereins fuͤr das Fuͤrſtenthum Luͤneburg zu Celle gewordenen gefaͤlligen Zu— ſchrift, und der mir zugleich verehrten dritten Lieferung deſſen Landwirthſchaftlichen Mittheilungen geht weiter und naͤher hervor, daß der Haken in dieſem Theile des Koͤnigreichs Han⸗ nover mehr bekannt, geachtet und in wirklichem Gebrauch iſt, wie man im Allgemeinen davon Kenntniß hat. Da dieſe Thatſachen und eine ſo motivirte Wuͤrdigung dieſes von mir empfohlenen Ackerwerkzeuges, die im 6ten Ab⸗ ſchnitt der erſten Abtheilung aufgefuͤhrten Vorzuͤge deſſelben groͤßtentheits beſtaͤtigen, und eine ſolche Anerkennung der Landwirthe einer Provinz durch deren Repraͤſentanten, uͤber— wiegenden Einfluß auf die Einfuͤhrung dieſes nuͤtzlichen Acker⸗ geraͤthes in andern Provinzen des Koͤnigreichs haben duͤrfte, 105 3 ſo kann ich diejenigen, welchen die Verbeſſerung der hieſigen im Ackercultur wirklich Ernſt iſt, nur auf den gehaltsvollen Auf— ur ſatz„Ueber den ſogenannten mecklenburgiſchen Haken“ Seite 5 101 der gedachten Mittheilungen verweiſen, und fuͤhre daraus nur 4 das zu dieſem Abſchnitt Gehoͤrende woͤrtlich an, wie folgt: in„Dieſes Ackerwerkzeug iſt nicht nur mehreren Mitgliedern er⸗„des hieſigen Landwirthſchaftlichen Vereins, durch langen eige⸗ ſy,„nen Gebrauch in Mecklenburg und hier, ſehr genau be⸗ zu⸗„kannt, ſondern auch in dem groͤßten Theile des Fuͤrſten⸗ fen„thums Luͤneburg, und namentlich in der hieſigen Um⸗ ch„gegend, von jeher ganz allgemein und ausſchließlich „zur Bearbeitung des Ackerlandes dergeſtalt in Gebrauch, „daß der Gebrauch des Pfluges hier zu den Ausnahmen n,. und in ſehr vielen Ortſchaften uͤberall nicht be— en ‚kannt iſt. Nur in den Marſchen dieſer Provinz in den die„marſchaͤhnlichen Ebenen der Niederungen und auf den he⸗„Feldern von flacher Krume, und der Vegetation nachthei— en„ligem Untergrunde findet man den Pflug allgemein und „ausſchließlich in Gebrauch.“ . Und in dem Begleitungsſchreiben heißt es weiter woͤrtlich: 5„Es geht aus unſern obgedachten Mittheilungen hervor, 3„daß in den Luͤneburgiſchen Aemtern Bodendeich, Ebs⸗ 1„torf, Oldenſtadt, Medingen und Luͤne(auch auf 1„der Geeſt des Amtes Blekede) dies allerdings hoͤchſt ſ⸗„nuͤtzliche Ackerwerkzeug, welches im benachbarten 3„Mecklenburg von jeher, und urſpruͤnglich ausſchließ⸗ G„lich, jedoch ohnlaͤngſt ſchon auch haͤufig mit dem Pfluge g„zugleich gebraucht wird, und ohne Zweifel von dort, bei „dem Zuſammentreffen der Slaviſchen Volksſtaͤmme mit „den Longobardiſchen Bewohnern der hieſigen Gegend, „auch hier ſich verbreitet hat, ebenfalls ſchon ſeit undenk— „lichen Jahren in Gebrauch iſt. In den dieſen Aemtern „gegen Weſten zunaͤchſt gelegenen Aemtern kommt daſſelbe „nur ſelten vor, und bis in die Celliſche Gegend und uͤber 106 „dieſelbe hinaus, ſcheint es uͤberall nicht gekommen zu „ſeyn.“ g) Endlich iſt der Mecklenburgiſche Haken auch in dem gro— ßen ſich durch zwei Welttheile erſtreckenden, Ruſſiſchen Kaiſerreich nicht unbekannt; und zwar nicht allein in den deutſchen Provinzen deſſelben unter der Modifika— tion, wie fruͤher vom Lieflaͤndiſchen Haken erwaͤhnt worden, ſondern ſelbſt in der Umgegend von St. Peters⸗ burg; und die Anwendung dieſes Ackerwerkzeuges in jenen Gegenden iſt unſtreitig ein guͤltiger Beweis fuͤr die uͤberwiegenden, anſprechenden Vorzuͤge deſſelben; „Denn nach der Revue britanique, vom Nov. 1837, „iſt das Ruſſiſche Reich von allen Laͤndern Europa's „dasjenige, in welchem der Ackerbau am entſchiedenſten „vorherrſcht, ſo daß von 50 Millionen Einwohner ſich „47 Mill. mit dem Feldbau beſchaͤftigen(welches doch⸗ „wohl zuviel iſt). Im Suͤden, als den fruchtbarſten „Prvvinzen Rußlands, ſtreift auch der Ackerbau die „alten Vorurtheile mehr und mehr ab, und die rohen „im Innern des Reiches gewoͤhnlichen Werkzeuge wer— „den durch einen Pflug und eine Egge von leichterer „und bequemerer Form erſetzt.“ Weil ferner Jw. Lapechin in ſeinem Tagebuch ei⸗ ner Reiſe durch verſchiedene Provinzen des Ruſſiſchen Reichs im J. 1774. Th.I. Seite 40. bereits des dort un— ter dem ruſſ. Namen Socha gebraͤuchlichen Hakenpfluges erwaͤhnt, welcher mit dem Mecklenburgiſchen verwandt zu ſeyn ſcheint; und weil uͤberhaupt die groͤßtmoͤgliche Verbreitung des fraglichen Ackerwerkzeuges mir von je⸗ her verdienſtlich geſchienen, indem ich als geborner Meck⸗ lenburger bei der Selbſtbewirthſchaftung vaͤterlicher Land⸗ guͤter in meinen beſten Lebensjahren Gelegenheit gehabt, mich von den Vortheilen, welche der Gebrauch des Ha⸗ kens in jeder Ruͤckſicht gewaͤhrt, practiſch zu uͤberzeugen, 107 ſo ſandte ich im Jahre 1813, von hier aus, an den da⸗ maligen Kaiſerlich Ruſſiſchen Miniſter des Innern, Baron Koſodawlew, eine kurze Beſchreibung des Mecklen⸗ burgiſchen Hakens in franzoͤſiſcher Sprache nebſt Abbil⸗ dungen dieſes Ackerwerkzeuges zur Einſicht und Ueber⸗ gabe an die Kaiſerliche Oekonomiſche Geſellſchaft zu St. Petersburg, um davon zur Vervollkommnung des dorti⸗ gen Ackerbaues Gebrauch zu machen, im Fall, daß der Haken dort noch nicht bekannt ſeyn ſollte. Aus der Anlage B., welche die Abſchrift der Antwort des Miniſters Koſodawlew enthaͤlt, geht nun hervor, a) daß der Haken ſeit 60 Jahren in Rußland unter dem Namen Pommerſcher Pflug bekannt iſt, b) daß ſeine Conſtruction, Gebrauch und uͤberwiegende Vorzuͤge vor anderen aͤhnlichen Ackerwerkzeugen im Jahre 1774 durch die Verhandlungen der Kaiſerl. Oekonomiſchen Geſellſchaft ver⸗ oͤffentlicht ſind, und e) daß dies Ackerwerkzeug mit einigen Modifikationen, von den deutſchen Coloniſten in dem Umkreiſe von Petersburg ſeit langer Zeit wirklich in Gebrauch ge⸗ ſetzt worden. §. 4. Mein Bemuͤhen iſt alſo hiernach fuͤr Rußland zu ſpaͤt gekommen, indem wahrſcheinlich die, bei der gegen⸗ waͤrtigen Schrift ganz zum Grunde gelegte, vortreffliche Ab⸗ handlung des Amtmanns Schumacher vom Haken, welche auch 1774 erſchienen, damalen der Ruſſiſchen Geſellſchaft gleich bekannt geworden zu ſeyn ſcheint, und dieſelbe darnach weiter verfahren iſt, dies auch voͤllig genuͤgte, weil bei ei⸗ nem ſo gemeinnuͤtzigen Gegenſtande nur die Ausfuͤhrung der Sache ſelbſt, die Mitwirker aber weniger in Betracht kommen. Erinnert man ſich, daß ſchon die große Kaiſerin Ca⸗ tharina II. in ihrer Instruction pour le Code de loix das Arxiom aufgeſtellt hat: 108 „Die Gewerbe koͤnnen nicht vollkommen werden und „kein dauernder Handel kann beſtehen, wenn der Feld⸗ „bau verachtet oder verſaͤumt wird, denn derſelbe iſt die „erſte und wichtigſte Beſchaͤftigung der Menſchen, „wozu ſie auf alle Weiſe aufgemuntert werden muͤſſen. Erwaͤgt man weiter, welche Fortſchritte, Bildung und Kenntniſſe ſeitdem auch in dieſem, in zwei Welttheilen aus— gedehnten Reiche gemacht haben, und was unter den letzten Selbſtherrſchern zur Ausbreitung des Ackerbaues insbeſondere durch die ſich von der Oſtſee bis zum ſchwarzen Meere ge⸗ bildeten Militaͤr-Colonien geſchehen iſt, wodurch in den Kron— domaͤnen wuͤſte Steppen und Suͤmpfe in fruchtbare Felder und Weiden, wie durch einen Zauberſchlag, umgewandelt wor— den, wie die Bibliothek der neueſten Weltkunde von 1831 ſo anziehend geſchildert hat: ſo darf man faſt nicht zweifeln, daß ein fuͤr den Landbau ſo wichtiges Werkzeug nicht blos die Anerkennung der dortigen Regierung, ſondern auch die Theilnahme der Einwohner erregt hat und behalten wird, und daß der Haken beſonders bei den gedachten Colonie-An— lagen eine Hauptrolle geſpielt, da er ſich wegen ſeiner Ein— fachheit und Wohlfeilheit ganz zu dergleichen Urbarmachungen eignet. Wenigſtens beweiſt jene Erklaͤrung der Petersburger oͤkono⸗ miſchen Geſellſchaft, daß, ſo wie der Theilnahme der Deut— ſchen an der Landeskultur Egyptens bereits im§. 1. des erſten Abſchnitts der ten Abtheil. erwaͤhnt worden, auch die Ruſſen die Bekanntmachung und den Gebrauch des nützlich⸗ ſten der Ackerwerkzeuge denſelben zu verdanken haben. 109 Vierter Abſchnitt. Neueſte Verſuche und Maßregeln, um den Haken allge— meiner bekannt zu machen, und zur Verbeſſerung der Ackerbeſtellung in Anwendung zu bringen. 8. 4. Meein erſter Verſuch zur Einfuͤhrung des Hakens in einem Lande, woer bis dahin nicht bekannt geweſen, geſchah 1808— 1810 in Holland waͤhrend meines Aufenthalts zu Nymwegen, unter der Regierung des Koͤnigs Louis Napoleon, und zwar beſonders auf Veranlaſſung des im Jahre 1805 von der hollaͤndiſchen oͤkonomiſchen Societaͤt zu Harlem auf unbeſtimmte Friſt ausgeſetzten Preiſes „Fuͤr den beſten, durch wiederholte Proben beſtaͤtigten „Erfolg der Bearbeitung des Ackers mit einem Werk— „zeuge, welches bis dahin in Holland nicht in Ge— „brauch, und womit Vortheile verbunden, welche man „bei der bisherigen Beſtellungsweiſe entbehrt.“ Wiie haͤtte mir bei einer ſo geſtellten Einladung nicht ſofort der Mecklenburgiſche Haken einfallen, und der Wunſch in mir erzeugt werden ſollen, nicht nur die Vorzuge dieſes Ackergeraͤths auch dort geltend zu machen, ſondern auch der hollaͤndiſchen verbeſſerten Ackerkultur einen weſentlichen Dienſt durch die Bekanntmachung mit dieſem vortheilhaften Acker⸗ werkzeuge zu erweiſen. Es waltete aber noch ein anderer Beweggrund ob, naͤmlich mich durch dies gemeinnüͤtzige Beſtreben dem hollaͤn— diſchen Gouvernement auf dieſe Art zu empfehlen, indem ich, nach dem Wunſche meiner Schwiegereltern, in hollaͤn⸗ diſche Civildienſte aufgenommen zu werden ſuchte, und in dieſer Angelegenheit von dem Gefandten meines Vaterlandes im Haag, Baron Boſſet, um ſo bereitwilliger officiell vertreten 110 wurde, weil in meinem Patent als Mecklenburgiſcher Gehei⸗ mer Domainen⸗Rath, vorzuͤglich oͤkonomiſche Kenntniſſe als Beweggrund ſolcher Ernennung angefuͤhrt worden. Unter dieſen Verhaͤltniſſen ließ ich von dem Stellmacher van Ellekom zu Nymwegen, nach den Zeichnungen in Schu— macher's Abhandlung vom Haken drei Exemplare deſſelben in natuͤrlicher Groͤße anfertigen; dieſelben wurden zwar unter meiner Anleitung und genauen Aufſicht mechaniſch richtig ausgefuͤhrt, koſteten aber auch das Stuͤck 15 Fl. oder 7 ½ Thlr. Gold, und das Schaareiſen 6 Fl. oder 3 Thlr. Gold; alſo mehr als das Fuͤnffache des urſpruͤnglichen, im 6ten Abſchnitt der erſten Abtheilung§. 2 angegebenen, Preiſes. Das eine Exemplar wurde hierauf waͤhrend 4 Wochen auf dem Rathhauſe zu Nymwegen zur Beſchauung der Land— leute aufgeſtellt, und denſelben die noͤthige Auskunft uͤber die Vortheile, den Bau und den Gebrauch dieſes Ackerwerkzeuges an zweien Tagen in der Woche von mir muͤndlich ertheilt, und dadurch bei Vielen der Wunſch erregt, ſich von den Vor⸗ zuͤgen des Hakens durch deſſen wirklichen Gebrauch auf dem Felde zu uͤberzeugen. Dieſem billigen Verlangen wurde denn auch im Som— mer 1800 in verſchiedenen Gemeinden der Umgegend von Nymwegen, und demnaͤchſt auch auf dem Gute des Baron Lynden zu Hemmen, der ſich durch Verbeſſerung der Acker⸗ kultur beſonders ausgezeichnet, wiederholentlich genuͤgt, in— dem dies eine Exemplar zu dergleichen Verſuchen beſonders beſtimmt war, und ein zweites von benannten Herrn Baron von Lynden eigends dazu beſtellt und geliefert worden. Weil aber in Holland der Gebrauch der Ochſen zur Ackerarbeit nirgends, als in der Meyerei von Herzogenbuſch uͤblich, ſo mußte der Haken bei dieſen Verſuchen mit Pferden beſpannt, und das in Fig. 13 abgebildete Pferdejoch dabei in Anwendung gebracht werden. 111 Der Erfolg dieſer Probearbeiten in unterſchiedenen ſchwe⸗ ren und leichten Bodenarten, im Dreſch-, Stoppel- und Saatland hat durchgehends, jedoch nach Maßgabe des Faſ⸗ ſungsvermoͤgens und der Gewohnheit der bis dahin mit den dazu erforderlichen Handgriffen nicht bekannten Fuͤhrer, die Erwatung mehr oder weniger uͤbertroffen. Das vortheilhafteſte Reſultat lieferten die Verſuche zu Hemmen, deren naͤhere Anfuͤhrung ich indeß, ſo wie die, mehrerer anderer daruͤber aufgenommener Protokolle, uͤbergehe, weil ich das erſte Mal daſelbſt den Haken ſelbſt gefuͤhrt, und daher meine Kenntniß dabei in Anſchlag kommen koͤnnte, und gebe bloß in der Anlage C Abſchrift der desfalſigen ge— richtlichen Erklaͤrung des Ortsvorſtehers Thoonſen von Neerboſch zu Hees, welcher erfahrne Landbauer mit ſeinen Soͤhnen und Nachbarn beſonders mitgewirkt hat, um den Haken dort in Gang zu bringen, wodurch das Vorgeſagte in Betreff der wirklichen vortheilhaften Ausubung hinlaͤnglich beſtaͤtigt wird. §. 2. Das dritte Exemplar des Hakens aber wurde auf die erſte oͤffentliche Ausſtellung der Erzeugniſſe hollaͤndiſcher Nationalinduſtrie, welche im Jahre 18090 zu Amſterdam Statt gefunden, geſchickt, und iſt daſelbſt dieſem nuͤtzlichen Acker— werkzeuge nicht nur die groͤßte Aufmerkſamkeit, ſondern auch oͤffentliche Anerkennung ſeines Werthes zu Theil geworden, indem auf das Gutachten der zur Unterſuchung und Beur⸗ theilung der ausgeſtellten Gegenſtaͤnde niedergeſetzten Special— Commiſſion der Miniſter des Innern in ſeinem Berichte an den Koͤnig vom 27ſten September 1800, laut der Anlage D, von dem Haken als einem ſehr belangreichen Gegenſtande zur Vervollkommnung des Ackerbaues ehrenvolle Erwaͤhnung ge— than; und derſelb in einem uͤber dieſe oͤffentliche Ausſtellung erſchienenen hollaͤndiſchen Gedichte mit mehreren andern vor— zuͤglichen und gekroͤnten Gegenſtaͤnden zwar nicht mit Virgil— ſcher Muſe, jedoch mit dem Ausdruck der vnr den Gebrauch 112 des Hakens fuͤr den hollaͤndiſchen Ackerbau zu hoffenden Ver⸗ vollkommnung beſungen worden. §. 3. Da der damalige Miniſter des Innern Baron Leyden van Weſtbarendregt, unter deſſen Verwaltung ein Cabinet der vorzuͤglichſten Ackerwerkzeuge des In- und Auslandes im Jahre 1808 zu Amſterdam mit einem Fonds von 20000 Fl. errichtet wurde, welches im Jahre 1820 nach Utrecht verlegt und unter Direction des wegen ſeiner oͤkono— miſchen Schriften beruͤhmten Profeſſors Jan Kops geſtellt iſt, und das gegenwaͤrtig ſo ausgebreitet und vollſtaͤndig iſt, wie man weiter wohl nirgends findet, ſich in dem Vortrage die Gruͤndung dieſes hollaͤndiſchen Nationalinſtituts betreffend, laut der Anlage E, uͤber den Einfluß vorzuͤglicher Ackerwerk⸗ zeuge auf die Vervollkommnung des Landbaues und das Verdienſtliche der Bekanntmachung derſelben ſo treffend aus— geſprochen, ſo mußte es mir große Genugthuung gewaͤhren, daß auf deſſen Verfuͤgung der oͤffentlich ausgeſtellte Haken auch fuͤr das beſagte Koͤnigl. Cabinet angekauft wurde, um den hollaͤndiſchen Landwirthen zum Modell zu dienen, und dieſelben zur Nachfolge in deſſen Gebrauch aufzumuntern. §. 4. Nachdem die vorgedachten Reſultate meiner Be— muͤbungen zur Kenntniß der holläͤndiſchen oͤkonomiſchen So⸗ cietaͤt zu Harlem gelangt, und da der im§. 1 dieſes Ab— ſchnitts erwaͤhnte von derſelben im Jahre 1805 ausgeſetzte Preis nicht ertheilt worden, ſo fand dieſelbe ſich im Jahre 1810 veranlaßt, die Praͤmien beſtimmter fuͤr den Gebrauch des Hakens in der Art auszuloben, naͤmlich 1) fuͤr diejenigen Landbauer, welche drei Jahre nacheinander zwei Morgen jaͤhrlich damit umgebracht, die ſilberne Medaille nebſt baaren ſechs hollaͤndiſchen Dukaten. 2) Dem der eine ganze Ge⸗ meinde zu dem Gebrauch des mecklenburgiſchen Hakens mit Ochſen beſpannt, vermoͤgen wuͤrde, ſo daß funfzig Morgen damit geackert wuͤrden, die goldene Medallle, oder baar funf⸗ zig hollaͤndiſche Dukaten, wie die Programmen und Preis— fragen der gedachten Societaͤt naͤher ausweiſen. 9 8 — — — 113 §. 5. Inzwiſchen war meine Beſchreibung des Mecklen— burgiſchen Hakens in hollaͤndiſcher Sprache, die ich zur Em— pfehlung dieſes nuͤtzlichen Ackerwerkzeuges auf hoͤhere Veran— laſſung im Jahre 1808 unternommen, auch vollendet, und ich durfte mich wohl zur Hoffnung des beſten Erfolgs ſowohl in dieſer Ruͤckſicht, als in Betreff meiner gleichzeitig ſollictir— ten Anſtellung als Inſpektor der Koͤnigl. Domaͤnen in Oſt⸗ friesland, damals zu Holland gehoͤrend, berechtigt halten, in— dem, laut der unter F abſchriftlich anliegenden Reſolution nicht nur der Ankauf von 25 Exemplaren jener Abhandlung bewilligt, und durch ein Decret vom 22ſten December 1800 auf 50 Exemplare erhoͤht wurde, um an die verſchiedenen Landbau⸗Commiſſionen vertheilt zu werden, ſondern auch dem General-⸗Intendanten des Koͤniglichen Hauſes beſohlen wurde, auf meine Anſtellung moͤglichſt Bedacht zu nehmen, damit ich in der Verwaltung der Domaͤnen meine Kenntniſſe in Anwendung bringen koͤnne. §. 6. Aber das Veto des Allgewaltigen der damaligen Zeiten traf auch das von ihm geſchaffene Koͤnigreich Holland, und mit der Aufloͤſung deſſelben in franzoͤſiſche Departements aͤnderten ſich auch ſowohl die Gegenſtaͤnde meines Betriebes als meine perſoͤnlichen Ausſichten, indem von den neuen fran⸗ zoͤſiſchen Departemental-Behoͤrden im Jahre 1810 meine ge— ringen Faͤhigkeiten außer fuͤr die Landes-Oekonomie und Do— manial-Verwaltung auch zu mehreren andern Auftraͤgen in Betreff der Kloſterguͤter, der Alterthuͤmer, der Statiſtik und neueren Verwaltung des Departements; ſo wie zu dem Ent⸗ wurf eines Geſetzbuchs fuͤr das Landrecht in Anſpruch genom— men wurden. Ich wurde durch dieſe Beziehungen veranlaßt, dem Kaiſer Napoleon bei ſeiner Durchreiſe durch Nymwegen, eine kurze franzoͤſiſche Beſchreibung des Mecklenburgiſchen Hakens uͤber— geben zu laſſen, und da ich mich fuͤr den Augenblick mit der gnaͤdigen Annahme des Manuſcriptes begnuͤgen mußte, ſo 9* 114 kam mir, um die Vorzuͤge des Hakens auch unter dieſer neuen Dinaſtie geltend zu machen, es ſehr erwuͤnſcht, daß ich laut der Anlage G durch den Neveu und Geheim-Secretair des Praͤfecten des Departements der Rheinmuͤndungen auf— gefordert wurde, ein Verzeichniß aller im Lande gebraͤuchli— chen Pfluͤge nebſt Zubehoͤr anzufertigen, welchem Wunſche denn auch durch die Anlage H von mir moͤglichſt gegnuͤgt wurde, und aus welchem Verzeichniſſe ſich die Wohlfeilheit des Mecklenburgiſchen Hakens, ſelbſt nach dem hohen hollaͤn— diſchen Preiſe, gegen andere Pfluͤge aufs neue ergiebt. Unter dieſen Verhaͤltniſſen fand ich den Praͤfecten, Baron Fremin de Beaumont ſehr geneigt, eine Abſchrift meiner dem Kaiſer uͤbergebenen Beſchreibung des mecklenburgiſchen Hakens auch dem Miniſter des Innern mitzutheilen, um dieſe Ange— legenheit officiell in Anregung und im Lande weiter in den Gang zu bringen. Die unter J und K anliegenden Schreiben des Praͤfecten und des Miniſters des Innern bezeugen nicht allein die eh— renvolle Aufnahme jenes Memoire's, und daß daſſelbe auf Be⸗ fehl des Kaiſers der Ackerbau-Geſellſchaft des Departements der Seine bereits im Auguſt 1810 zur Pruͤfung und zum Gutachten uͤbergeben worden, ſondern geben auch die Aus⸗ kunft, daß in gedachtem Jahre die Geſellſchaft dieſen Gegen— genſtand zwar nicht mehr habe erledigen koͤnnen, ich aber wahrſcheinlich im folgenden Jahre von dem Reſultate Kennt⸗ niß erhalten wuͤrde. Die Ausſicht zur oͤffentlichen Anerken— nung dieſes nuͤtzlichen Ackerwerkzeuges ward noch dadurch be⸗ deutend vermehrt, daß inzwiſchen die Geſellſchaft des Acker— baues zu Paris den Gegenſtand des ihr uͤbergebenen Memoire's fuͤr ſo wichtig gehalten, daß ſie eins ihrer Mitglieder, Herrn Ywart, Profeſſor des landwirthſchafilichen Inſtituts zu Alfort, beauftragt, ſich zur Beſichtigung und Unterſuchung des meck⸗ lenburgiſchen Hakens nach Nymwegen zu begeben, und ich annehmen darf, daß derſelbe ſich von dem Werth dieſes Acker⸗ werkzeuges durch den Augenſchein uͤberzeugt habe, obgleich 115 ich, bei ſeiner Ankunft auf einer Geſchaͤftsreiſe begriffen, leider! verfehlt habe, den Abſichten dieſer Miſſion perſoͤnlich und durch muͤndliche Auskunft zu genuͤgen. Fruͤher ſchon erhielt ich von der Seelaͤndiſchen Akademie der Kuͤnſte und Wiſſenſchaften zu Middelburg die Benachrich⸗ tigung, daß auch dieſelbe eine Commiſſion ernannt habe, um zu unterſuchen, ob und wie der Haken zur Ackerkultur in Seeland aufs vortheilhafteſte in Gebrauch gebracht werden koͤnne; und wurde von derſelben, zur Anerkennung meines desfalſigen Beſtrebens, mit der ſchmeichelhaften Ernennung zu einem ihrer Directoren beehrt. Siehe Anlage L. §. 7. So weit waren meine desfallſigen Bemuͤhungen fortgeſchritten, als ich im December 1810 zum Regiſter-Be— amten(Receveur de Penregistrement) des Cantons Waalwyk ernannt wurde, und bereits im Jahre 1811 in gleicher Ei— genſchaft die Verwaltung des Cantons Lauenburg an der Elbe und Neuhaus im Mecklenburgiſchen mir uͤbertragen, und ich bald darauf, im Jahre 1812, zum Hypothekenbe— wahrer und Enregiſtrements-Einnehmer des Arrondiſſements Bremerlehe befoͤrdert ward. Durch dieſen, meine ganze Arbeitſamkeit in Anſpruch nehmenden, Staatsdienſt und die ſchleunigen Befoͤrderungen, verbunden mit Verſetzungen in verſchiedene Departemente des damaligen ausgedehnten franzoͤſiſchen Reichs wurde ich mei— nen erwaͤhnten Wirkungskreiſe in ſo weit entruͤckt, daß ich meinen Bemuͤhungen zur Einfuͤhrung des Hakens in jenen Gegenden keine thaͤtige Folge mehr geben konnte; und in der Ferne ſpaͤterhin nichts weiter vernommen habe, als daß der Haken auf den Guͤtern des Baron von Lynden zu Hemmen in Gebrauch geblieben. §. 8. Hierauf haben große politiſche Weltbegebenheiten auch auf dieſen einzelnen landwirthſchaftlichen Gegenſtand 116 hemmend eingewirkt, und durch den Wechſel meiner dadurch herbeigefuͤhrten peeſoͤnlichen Verhaͤltniſſe hat der Betrieb die— ſer oͤkonomiſchen Angelegenheit lange Jahre geruht. Denn als der Gluͤcksſtern Napoleons unterging, als deſſen, die bisherigen europaͤiſchen Verfaſſungen erſchuͤtterndes Herrſcher-Genie der vereinten Kraft der verbuͤndeten Heere und der deutſchen Biederkeit unterlag; als die Stunde der Wiedergeburt fruͤherer deutſcher Staatsverhaͤltniſſe geſchlagen hatte, und demzufolge auch fuͤr die althannoͤver'ſchen Staaten die franzoͤſiſche Zwangsherrſchaft aufhoͤrte, da blieb von allen franzoͤſiſchen Officianten ich als Deutſcher allein zu Bremerlehe zuruͤck, indem ich mich einer ausgezeichneten Be— gegnung von den einruͤckenden, engliſchen und ruſſiſchen Mi— litair-Behoͤrden zu erfreuen hatte; und wurde, wie nach Be— endigung der bisherigen Funktionen ich mich den vaterlaͤndi— ſchen Kriegern, denen ich in meiner Jugend als Major an— gehoͤrt, wieder anzuſchließen gedachte, im Jahre 1814 von der neu organiſirten Hannoͤver'ſchen Verwaltungs-Behoͤrde nach Stade gerufen, um als proviſoriſcher Hypothekenbe— wahrer, der tranſitoriſchen Verordnung gemaͤß, das Hypothe— kenweſen der Herzogthuͤmer Bremen und Verden fuͤr die Koͤniglichen Aemter zu ordnen. Nachdem dieſes Geſchaͤft und die von der Koͤnigl. Hanno— ver'ſchen Regierungs-Commiſſion mir aufgetragene Liquidation der den hannoͤver'ſchen Unterthanen an Hospitalkoſten und für demolirte Haͤuſer von Frankreich zukommende Entſchaͤdigung vollendet waren, wurde ich 1815 der Koͤnigl. Hannoͤver'ſchen Beſitznahme⸗Commiſſion von Oſtfriesland beigeordnet, und fand nach deren Aufloͤſung, und nachdem die mir ſpeciell aufgetragenen Communal⸗Rechnungs- und Schuldentilgungs-Geſchaͤfte, ſo wie die Vorarbeiten zu der Liquidation mit der Krone Preußen uͤber Oſtfriesland durch mich beendigt worden, im Jahre 1823 in dieſer Provinz die ehrenvolle Anſtellung als wirklicher Re— gierungsrath bei der neu organiſirten Hannoͤver'ſchen Land⸗ droſtei. 117 Daß waͤhrend dieſer Umwandelungen, die mich auf einen Umweg durch mehrere, Laͤnder unter verſchiedenen Regierungen, — ſonderbar genug— doch nach dem mir,— wie im§. 5. erwaͤhnt— ſchon im Jahre 1810 zum Wirkungskreiſe be— ſtimmten Oſtfriesland fuͤhrten, und bei den mir dadurch ob— liegenden verſchiedenen wichtigeren Geſchaͤften mein Bemuͤhen zur Verbreitung des nuͤtzlichſten aller Ackerwerkzeuge, wovon hier die Rede iſt, einſtweilen in den Hintergrund treten und ganz ruhen mußte, iſt Selbſtfolge. Nachdem ich aber bei herannahendem Alter auf mein Anſuchen in den Ruheſtand verſetzt worden, alſo der oͤffentliche Staatsdienſt meine gerin— gen Kraͤfte nicht weiter in Anſpruch nimmt, ſo iſt mein nie erſtorbener Trieb zu nuͤtzlicher Beſchaͤftigung und der Wunſch meiner juͤngern Jahre, die großen Vorzuͤge des Mecklenbur— giſchen Hakens allgemein anſchaulich zu machen, und beſon— ders den ausuͤbenden Landwirthen dieſer Provinz dadurch ei— nen nachhaltigen Dienſt zu leiſten, aufs neue in mir rege geworden. §. 9. In dieſer Abſicht iſt nun Folgendes von mir ge— ſchehen und eingeleitet: Zuerſt habe ich außer mehreren allhier nicht bekannten landwirthſchaftlichen Werkzeugen den Mecklenburgiſchen Haken in natuͤrlicher Groͤße aus meinem Vaterlande— Mecklenburg — mit nicht unbedeutenden Koſten, kommen laſſen, damit der— ſelbe insbeſondere in der merkwuͤrdigen neuen Wirthſchaft zu Stürenburgshof zum Gebrauch und Muſter diene, und damit ich weiter im Allgemeinen zum verbeſſerten Betrieb des hieſigen Ackerbaues in der Art beitruͤge, wie ſich aus der sub Litt. M. anliegenden Bekanntmachung weiter ergiebt. Der dadurch veranlaßte, unausgeſetzte ſehr zahlreiche Zu— ſpruch der hieſigen Landleute, wovon manche namhafte Oeko— nomen nicht blos zum Anſchaun der Werkzeuge, ſondern auch um uͤber den Gebrauch Auskunft zu erhalten, gekommen zu ſeyn ſchienen, und der dem Haken von ihnen in werkzeuglicher 118 Hinſicht geſchenkte Beifall laſſen einen guten Erfolg in Be⸗ treff der Anwendung hieſelbſt hoffen, und mehrere Landge— braͤucher, beſonders die Beſitzer kleinerer Grundſtuͤcke, haben den lebhaften Wunſch geaͤußert, dies Ackerwerkzeug in Arbeit zu ſehen, und ſelbſt ein ſolches zum Gebrauch zu erhalten. In erſterer Ruͤckſicht iſt dieſem Verlangen dadurch genuͤgt, daß im verfloßnen Spaͤtjahre auf dem Lande des hieſigen Buͤrgers und Bierbrauers Buß mit dem Haken, welcher in Ermangelung von Ochſen mit 2 Pferden beſpannt, und auf einem Naͤdervorgeſtell ruhend durch deſſen Bauknecht Hans geackert worden; und obgleich derſelbe dieſe Arbeit zum erſten⸗ mal verrichtet, er nach einiger Anleitung und dem Ziehen von einigen Furchen dies Werkzeug beinahe ſo gut, wie den Pflug gehandhabt, und gleiche, tiefe Furchen damit gezogen hat, bei welchem Verſuche auf einem ziemlich rauhen Wendeacker ſich die Zuſchauer beſonders von der ganz vorzuͤglichen Wirkung dieſes Werkzeuges zum Herausreißen und Hinaufbringen einer Menge Ouecken uͤberzeugt haben; daß einige Wochen ſpaͤter mit demſelben Inſtrumente auf dem Platze des Folkers zu Extum ein Stuͤck Land, ungeachtet der minderen Geſchick— lichkeit des Fuͤhrers, doch recht gut umgebracht worden; und daß darauf weiter dieſe Verſuche ſowohl mit dem mit Pfer⸗ den, als auch dem mit Ochſen beſpannten Haken in dieſem Fruͤhjahr mit gutem Erfolg auf dem neuen Erbpachtshofe des Herrn Cammer⸗Conſulenten Stuͤrenburg in verſchiede⸗ nem Ackerlande wiederholt ſind, wobei die Arbeit des einfa— chen mit Ochſen beſpannten Hakens nicht ſo guten Fortgang gehabt, wie die mit dem Pferde-Haken, weil die Ochſen an das Schieben im Joch noch nicht gewoͤhnt waren; dahinge— gen die Arbeit mit dem Haken auf dem Moor daſelbſt dem Baumeiſter Weſſels ſo gut gefallen, daß er mit dem Pferde⸗ Haken ein Diemath(450 Quadratruthen) und mit dem Och⸗ fenhaken vier Diemath Moorland zum Buchweizenbau mit einer Furche beſtellen laſſen, wobei die Zweckmaͤßigkeit dieſes Werkzeuges zum Zuſammenſtuͤrzen der aufgebrochenen Gras⸗ 119 narbe oder Raſen ſich ſo bewaͤhrt hat, daß die auf ſolchen Feldern hier uͤbliche Methode des Brennens ohne weiteres Lockern und Zuſammenwerfen der Raſenſtuͤcke reihenweiſe an— gewendet werden koͤnnen, welches bei dem gleichfalls gebrauch⸗ ten Scarrificator nicht der Fall, mit dem die Arbeit des Ab⸗ ſchaͤhens der Moor⸗-Oberflaͤche uͤbrigens noch geſchwinder, als mit dem Haken von Statten gegangen. Der Beſitzer jener Grundſtuͤcke, welche durch außerge⸗ woͤhnliche Anſtrengung und Mittel, ſehr großen Koſtenauf— wand und Ueberwindung aller Hinderniſſe durch ſeltene Aus— dauer in drei Jahren mehr, denn 400 Diemath Sandduͤnen und Moorland in fruchttragende Felder umgeſchaffen hat, in welcher Ruͤckſicht ich auf meine Beſchreibung dieſer Verſuchs— Muſterwirthſchaft— wovon eine Skizze in der Frauendorfer Gartenzeitung pro 1835 Nro. 21 u. 22. und die ausfuͤhrliche Nachricht im 1aàten Bande des Univerſalblatts fuͤr die ge— ſammte Land- und Hauswirthſchaft Nro. 10 ꝛc. pro 1838. abgedruckt iſt— verweiſen muß, hat mir das Vorgeſagte in folgenden Worten ſchriftlich beſtaͤtigt: „Auf meinem Flugſandboden finde ich Bedenken, den „Haken einzufuͤhren, da alle bewaͤhrte landwirthſchaftliche „Schriftſteller daruͤber einverſtanden ſind, daß der Haken „den zu loſen Boden noch mehr in Flug bringe und aus— „trockne, hier alſo der Schollen werfende Pflug rath⸗ „ſam ſey. Dahingegen habe ich den Haken auf dem „Hochmoore behufs Vorbereitung zum Brennen mit „offenbarem Vortheille benutzt, da es hier „grade darauf ankommt, den Boden recht zu lockern, und „der Einwirkung von Wind und Sonne zu oͤffnen.“ In zweiter Ruͤckſicht iſt dem obigen Verlangen dadurch entgegen gekommen, daß ich mit einem Landbeſitzer und Stell⸗ macher zu Zwiſchenahn im Oldenburgiſchen, Namens Meyer, welcher auch hieher gekommen, um dies Ackerwerk⸗ 120 zeug in Augenſchein zu nehmen, den Accord getroffen, daß er einen Ochſen-Haken nebſt dem Joch zu 2 Rthlr. Pr. Cour. und einen Pferde-Haken mit Raͤder-Vorgeſtell zu 3 Rthlr. 12 Ggr. Pr. Cour. ganz nach dem Modelle in Holz anfertiget und frei nach Aurich liefert; von woher ich demnaͤchſt, wenn der Abſatz dieſer Schrift es beguͤnſtiget, die hieſigen Coloniſten mit dieſem vorzuͤglichen Ackergeraͤthe zu verſorgen beabſich⸗ tige, wenn nicht die hieſigen Handwerker, deren Forderung hoͤher iſt, ſich noch zu demſelben Preiſe bequemen. Da der fuͤr die Vervollkommnung der Landwirthſchaft unermuͤdet fortwirkende Cammer-Conſulent Stuͤrenburg den Haken, wie geſagt, nicht allein in ſeiner Verſuchs— Wirthſchaft aufgenommen, und mit dem Pfluge und mehreren engliſchen Ackerwerkzeugen zuſammen ferner zu gebrauchen Vornehmens iſt, ſondern ich fuͤr dieſen thaͤtigen Oekonomen unlaͤngſt einen Ackerknecht aus Mecklenburg verſchrieben habe, ſo iſt nicht zu bezweifeln, daß nach der Anleitung eines er— fahrnen Haͤkers auch die hieſigen Arbeiter ſich die erforderli⸗ chen Handgriffe bald aneignen werden, und die vorzuͤglichere Arbeit des Hakens denn allgemein anerkannt werden wird. Man wird hiernach nicht in Abrede ſtellen, daß die er— ſten practiſchen Schritte zur Einfuͤhrung des Hakens in Oſt— friesland die beſte Ausſicht zu einem ſpaͤteren ausgebreiteten Erfolge gewaͤhren. Da die Bemuͤhungen und das Vorbild Einzelner aber oft fuͤr die Welt verloren gehen und ſelten durchgreifend wir— ken, ſo lange der gute Wille nur der des Einzelnen bleibt, und der Wille der Mehrheit nicht mit ihm zuſammenſtimmt, und weil die Billigung und Unterſtuͤtzung der verwaltenden Hohen Landesbehoͤrden und der pruͤfenden Landwirthſchaft⸗ lichen Vereine, beſonders bei wichtigen, das Wohl der pro⸗ ducirenden Staatsbuͤrger betreffenden, Gegenſtaͤnden den Aus— ſchlag und beſten Impuls geben muͤſſen, und das wirklich anerkannte Gute mit vereintem Wollen und Kraͤften betrieben 121 werden muß, wenn es gelingen ſoll, ſo habe ich nicht nur an das Hohe Koͤnigliche Cabinets-Miniſterium uͤber mein Vornehmen der Einfuͤhrung des Hakens in hieſige Lande, und daß ich zu dieſem Behuf denſelben in natuͤrlicher Groͤße nebſt mehrern andern landwirthſchaftlichen Werkzeugen aus Mecklenburg kommen laſſen, unterthaͤnigſten Bericht erſtattet und die ſo nothwendige hoͤhere Protection erbeten, ſondern auch ſaͤmmtlichen Koͤnigl. Landdroſteien, der Koͤnigl. Landwirth— ſchafts-Geſellſchaft zu Celle und der Direction des Gewerbe— Vereins fuͤr das Koͤnigreich Hannover, ſo wie mehreren Ein— fluß auf die Landes⸗Cultur und die oͤffentliche Meinung ha— benden Maͤnnern und Beſitzern großer Landguͤter Kenntniß von dem Empfange des Hakens und anderer nuͤtzlichen Werk— zeuge aus Mecklenburg gegeben und deren Mitwirkung zur Erreichung des beregten gemeinnuͤtzigen Zwecks in Anſpruch genommen. Als gute Vorbedeutung iſt es wohl anzuſehen, daß mein Unternehmen uͤberall Anklang gefunden, und die hohe Auf⸗ merkſamkeit der Behoͤrden in der Art erregt hat, daß der Ge⸗ genſtand naͤherer Unterſuchung gewuͤrdigt worden, und die dazu dienlichen Maßregeln getroffen ſind. Das Hohe Koͤnigl. Cabinets-Miniſterium hat naͤmlich das Gutachten der Koͤnigl. Landwirthſchafts-Geſellſchaft zu Celle erfordert, „Ob nach der Lage der Sache noch weitere Schritte wegen „Einfuhrung der von mir empfohlenen Werkzeuge in Oſt⸗ „friesland rathſam erſcheinen.“ und ſich die desfallſigen weiteren Mittheilungen an mich, nach Befinden, in dem gnaͤdigſten Reſcripte vom 26. Decbr. 1835 vorbehalten. Die Koͤnigl. Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft zu Celle hat, nach den mir von deren Secretair gewordenen vorlaͤufigen Mittheilungen vom 19. April 1836, den obgedachten Auftrag des Koͤnigl. Cabinets-Miniſteriums und meine desfallſigen 122 Vortraͤge in Circulation geſetzt, indem uͤber einen ſolchen Ge— genſtand nicht ſofort entſchieden werden kann, ſondern deſſen Erledigungen der naͤchſten General-Verſammlung abhaͤngt. Die Direction des Gewerbe⸗Vereins fuͤr das Koͤnigreich Hannover hat mir unterm 16. Decbr. 1835 erwiedert, „daß ſie meine desfallſige Vorſtellung ſammt Anlage durch „Vermittelung der Provinzial-Vorſtaͤnde ſaͤmmtlichen Lokal— „Gewerbe⸗Vereinen des platten Landes mitgetheilt und de⸗ „ren Anſicht daruͤber erbeten habe.“ und mir unterm 19. Januar 1836 das Gutachten des Pro⸗ vinzial-Vorſtandes von Hildesheim in Betreff der Beſchrei— bung und Zeichnung der Mecklenburgiſchen Landwirthſchaftli— chen Geraͤthe, deſſen in der Vorrede erwaͤhnt, zu meiner Er— klaͤrung mitgetheilt. Von den Koͤnigl. Landdroſteien zu Hannover und Stade ſind mir durch die beifaͤlligen Reſcripte vom 13ten u. 14ten Decbr. 1835 die Eroͤffnungen geworden, daß den Vorſtaͤnden der Landwirthſchaftlichen Provinzial-Vereine die von mir ge⸗ machten Vorſchlaͤge zur Erwaͤgung und Benutzung mitge— theilt worden. Die Antworten der hochverehrlichen Staatsmaͤnner und Privaten, welche ich um Theilnahme an den vorliegenden wohlthaͤtigen Bemuͤhungen fuͤr den Ackerbau erſucht, ſind ſo ſchmeichelhaft und aufmunternd fuͤr mich, als Hoffnung ge— bend fuͤr die Sache, indem von denen, welche zugleich Praͤ— ſidenten oͤkonomiſcher Vereine ſind, die moͤglichſte Befoͤrderung dieſer Angelegenheiten nicht nur verſprochen, ſondern von den Gutsbeſitzern ihren Paͤchtern und Verwaltern der Gebrauch des Hakens wegen deſſen anſcheinender Vorzuͤge beſonders empfohlen worden. §. 10. Weiter, wie in dem vorhergehenden Paragraphen angegeben, hat, mit dem beſten Willen und aller Anſtrengung, die Sache des Hakens bis zum Abſchluß dieſer Blaͤtter hier 123 nicht gefoͤrdert werden koͤnnen; indeß berechtigen die bedingte Anerkennung dieſes Verſuchs und die daraus entſprungenen einleitenden Maßregeln zur Einfuͤhrung des Hakens zu der Hoffnung eines guten Reſultats, wozu die Verbreitung dieſer Schrift beizutragen beſtimmt iſt; und ſo ſchließe ich dieſen Abſchnitt mit dem zum Sprichwort gewordenen, und in die— ſer Ruͤckſicht auch wohl zur Anwendung kommenden Gedanken: Gut Ding will Weile haben! Dritte Abtheilung. Abſchrift verſchiedener, an den Verfaſſer gerich⸗ teten, Gutachten und Schreiben in Betreff des mecklenburgiſchen Hakens und anderer Landwirthſchaftlichen Werkzeuge, zur Belegung des von ihm in den beiden erſten Abtheilun⸗ gen Vorgetragenen. Certos feret experientia fructus. Nachſchrift zu dem Vorſtehenden und Einleitung zu dem Folgenden. Ass Zuſatz zu dem Vorworte der beiden erſten Abtheilun— gen im Betreff der Tendenz und des Erfolges dieſer Schrift, und zur Wuͤrdigung der Entſtehung und Abfaſſung der drit— ten Abtheilung derſelben, halte ich mich dem geneigten Leſer zu der folgenden Auskunft verpflichtet; und da der Preis dieſer Schrift deshalb nicht erhoͤhet wird, ſo darf ich von denjenigen Subſcribenten, die vielleicht dieſe Abtheilung un— geleſen laſſen wollen, keinen Vorwurf befuͤrchten. Nach dem Inhalte des mir vom Koͤniglich Hannover— ſchen Miniſterio des Innern auf meinen Vortrag bei Ueber⸗ gabe der Bekanntmachung im Betreff der aus Mecklenburg erhaltenen landwirthſchaftlichen Geraͤthe, gewordenen Reſeripts vom 26ſten December 1835, deſſen Abſchrift ſich unter den Anlagen sub Littr. N. befindet, durfte ich mich in dem Vor⸗ worte wohl einer gnaͤdigen Aufnahme von dieſer hoͤchſten Behoͤrde ruͤhmen, und da ich der Koͤniglichen Landwirth⸗ ſchafts-Geſellſchaft zu Celle dieſe Angelegenheit gleichzeitig mit guten Gruͤnden empfohlen, zuverſichtlich darauf rechnen, daß das Gutachten derſelben ſowohl fuͤr die Gegenſtaͤnde ſelbſt, als fuͤr meine Unternehmung guͤnſtig ausfallen und dieſemnach meine uneigennuͤtzigen patriotiſchen Bemuͤhungen die kraͤftigſte Unterſtuͤtzung von Oben herab erhalten wuͤrden. Sehr unerwartet mußte mir deshalb die, auf wiederholte Anfrage, vom Secretair der Koͤniglichen Landwirthchafts⸗ 10 128 Geſellſchaft zu Celle erſt unterm 27ſten September 1836 an⸗ ſtatt einer Erwiederung von Seiten der Geſellſchaft ſelbſt, erhaltene Auskunft ſein, „daß der engere Ausſchuß ſich zu einer beſondern Be⸗ „guͤnſtigung meines Vorhabens nicht verſtehen zu koͤn⸗ „nen geglaubt, vielmehr nur den Entſchluß gefaßt habe, „im Falle der wirklichen Herausgabe von meiner Schrift, „einige Exemplare fuͤr die Societaͤt acquiriren zu wollen;“ welche Abnahme von Exemplaren ſpaͤterhin auf 40 feſtgeſetzt worden; „und daß der umſtaͤndliche Bericht an das Koͤnigliche „Miniſterium des Innern auf deſſen Reſcript vom 26ſten „December 1835 bald moͤglichſt dahin werde expedirt „werden, wovon er mich beauftragtermaaßen zu benach⸗ „richtigen habe.“ Hierdurch vorbereitet ward ich durch den in dem Re— ſcripte des Koͤniglichen Miniſterii des Innern vom 4ſten No⸗ vember 1836, unter Littr. O. abſchriftlich anliegend, enthal⸗ tenen abſchlaͤgigen Beſcheid zwar empfindlich getroffen, und in meinen Hoffnungen getaͤuſcht, jedoch keinesweges entmu⸗ thigt, da ſelbiger allein durch den Inhalt des mir, nach ge— wohnten gnaͤdigen, offenen Verfahren dieſer hoͤchſten Staats— behoͤrde mitgetheilten Berichts des engeren Ausſchuſſes der Koniglichen Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft zu Celle vom 30ſten September 1836 bedingt worden; und weil ich die in jenem Berichte enthaltenen Angaben und ausgeſprochenen Urtheile üͤber die von mir empfohlenen wirthſchaftlichen Geraͤthe, de— ren Gebrauch in Mecklenburg und deren Anwendung im hie— ſigem Lande, ſo wie im Betreff der mecklenburgiſchen Wirth⸗ ſchaftsführung im Allgemeinen, nach der mir aus eigener Erfahrung beiwohnenden Kenntniß, der mecklenburgiſchen Land⸗ wirthſchaft, in den Hauptſachen durchaus nicht zutreffend finden konnte, ſondern mir getrauen durfte, in manchen Ruͤckſichten das Gegentheil evident nachzuweiſen. 129 Unter dieſen Verhaͤltniſſen fuͤhlte ich mich verbunden, mich beim Koͤniglichen Miniſterio und beim hieſigen Publico zu rechtfertigen. Und da ich glaubte, daß dieſe Abſicht nicht beſſer und vollſtaͤndiger, als durch Einholung desfallſiger Gutachten, des mecklenburgiſchen patriotiſchen Vereins fuͤr Ackerbau ꝛc. und unpartheiiſcher Anſichten einiger competenten rationellen Land⸗ wirthe Mecklenburgs erreicht werden koͤnne, ſo ſchickte ich dem gedachten verehrlichen Vereine, als deſſen langjaͤhriges Mitglied, und mehreren Gutsbeſitzern in verſchiedenen Ge— genden jenes Landes uͤber die zur Frage ſtehenden Gegen— ſtaͤnde ein, das Weſentliche des Berichts des engeren Aus— ſchuſſes der Koͤniglichen Landwirthſchafts-Geſellſchaft zu Celle enthaltendes, Pro Memoria unterm ôéten December 1836 mit, dieſerhalb um Auskunft und Belehrung bittend. Nachdem zu meiner Freude und Genugthuung mir zur Erwiederung auf dies mein Anſuchen, aus Mecklenburg die uͤberzeugendſten Beweiſe der Theilnahme durch mehrere, mich zum bleibenden Danke verpflichtende Gutachten und Briefe geworden, wodurch meinen Angaben im Allgemeinen beige— pflichtet, und die dagegen von der Celliſchen Geſellſchaft ge— machten Ausſtellungen mit haltbaren Gruͤnden widerlegt wor— den, ſo nahm ich keinen Anſtand, dem Koͤniglichen Miniſterio des Innern mit meiner Remonſtrationsſchrift gegen den Aus— ſpruch des engeren Ausſchuſſes der Koͤniglichen Landwirth— ſchafts⸗Geſellſchaft ſaͤmmtliche eingegangene Stuͤcke urſchrift— lich zur Wuͤrdigung der gegenſeitigen Anſichten, und weiteren hohen Verfuͤgung unterm 22ſten April 1837 vorzulegen, und die unterthaͤnigſte Bitte zu erneuern, „die Herausgabe meiner Abhandlung uͤber den mecklen— „burgiſchen Haken durch den Ankauf einer namhaften „Anzahl Exemplare zu befoͤrdern, indem durch die Ver— „breitung dieſer kleinen Schrift ſowohl die Lokalbehoͤr⸗ „den, als das landwirthſchaftliche Publikum den Werth 10*† 130 „oder Unwerth des Hakens ſelbſt zu beurtheilen am „beſten in den Stand geſetzt werden wuͤrden, und zu⸗ „gleich mein Zweck der Unterſtuͤtzung unbemittelter Land⸗ „bauer durch den fuͤr ſie beſtimmten Mehrertrag des ſo „niedrig geſtellten Preiſes der Abhandlung vollkommener „erreicht werde.“ Der Inhalt des mir hierauf vom Koͤniglichen Miniſterio gewordenen Beſcheides vom 16ten Mai, wovon die Abſchrift unter Littr. P. der Anlagen, iſt zwar nicht entſchieden ge— waͤhrend, und enthaͤlt ſelbſt die Mißbilligung, meiner frei— muͤthigen Aeußerungen uber die, nach meiner Anſicht, in dem Berichte des engern Ausſchuſſes bezeigte Geringſchaͤtzung der mecklenburgiſchen Landwirthſchaft und der in Frage ſtehenden Ackergeraͤthe; ich muß jedoch die dadurch ausgeſprochene gnaͤ— dige Anerkennung meines gemeinnuͤtzigen Vorhabens, und die hohe Geneigtheit zur Unterſtuͤtzung meiner Bemüͤhungen, ſo wie das den von mir uͤberreichten Documenten willig beigelegte Gewicht dankbarlichſt erwaͤhnen, und durfte wohl hoffen, daß durch die gruͤndlichen mecklenburgiſchen Gutachten auch bei dem engeren Ausſchuſſe der Koͤniglichen Landwirthſchafts⸗ Geſellſchaft die gewuͤnſchte Ueberzeugung von dem vorzuͤglichen Nutzen und der Anwendbarkeit der empfohlenen wirthſchaft⸗ lichen Geraͤthe auch fuͤr das hannoͤverſche Land herbeigefuͤhrt werden wuͤrde. Inzwiſchen mußte ich unter dieſen Verhäͤltniſſen zur Deckung der Druckkoſten mich zu einer oͤffentlichen Sub⸗ ſcriptions-Einladung entſchließen, durch welche ich denn ge— rathen hielt, als dritte Abtheilung der Abhandlung ſowohl den mehrberegten Bericht der Koͤniglichen Landwirthſchafts⸗ Geſellſchaft, als auch die mecklenburgiſchen Gutachten uͤber den Haken und mehrere wirthſchaftliche Geraͤthe anzukuͤndi— gen, indem man ſich in Mecklenburg dahin ausgeſprochen daß die geſammten Verhandlungen einen ſehr ſchaͤtzbaren Beitrag zur Unterſuchung und Beantwortung der Frage liefere, 131 „ob die Bearbeitung des Ackers mit dem Haken oder „mit dem Pfluge vorzuziehen ſey.“ und deshalb ohne Zweifel fuͤr das Landwirthſchaftliche Publi⸗ kum ein nicht geringes Intereſſe habe. Den desfallſigen Entwurf legte ich der hieſigen Koͤnig⸗ lichen Landdroſtei vor, und unter Genehmigung die⸗ ſer hohen Behoͤrde wurde zur Befoͤrderung dieſes ge— meinnuͤtzigen Unternehmens die gedachte Ankuͤndigung und Einladung zur Subſcription in Nro. 57. des Amtsblatts fuͤr die Provinz Oſtfriesland am 8. Juli 1837 unentgeltlich in⸗ ſerirt, wie ſolche sub Litt. Q. anliegt. Nach ſo genommener Maaßregel konnte es mir, auch in Beruͤckſichtigung der eben angefuͤhrten, lgewiß nicht zu ver⸗ werfenden Anſicht, durchaus nicht in den Sinn kommen, daß gegen die Veroͤffentlichung von Berichten und Gutachten uͤber einen rein wiſſenſchaftlichen Gegenſtand, irgend Bedenken— Statt finden wuͤrden, noch daß weiter hoͤhere Autoriſation dazu erforderlich ſey. Das Koͤnigliche Miniſterium des Innern hat ſich indeſ⸗ fen bewogen gefunden, mir durch das sub Litt. R. abſchrift⸗ lich anliegende Reſcript vom 15. Auguſt 1837 aus den darin angefuͤhrten Gründen den Abdruck des betreffenden Berichts vom 30. September 1836 zu unterſagen und mich zugleich aufzufordern, aus der fraglichen Abhandlung auch diejenigen Gutachten und Erklaͤrungen des Mecklenburgiſchen Patrioti— ſchen Vereins ꝛc. und verſchiedener einzelner Perſonen— in ſo weit ſie eine Beantwortung jenes Berichtes enthalten, oder auf ſolchen ſich aus druͤcklich be⸗ ziehen, wegzulaſſen. Auf meine desfallſige Submiſſions⸗Schrift, worin ich mir unterthaͤnigſt zu bemerken erlaubt, „wie es mit der Tendenz eines Landes⸗-Inſtituts zur „Befoͤrderung landwirthſchaftlicher Verbeſſerungen in „Widerſpruch zu ſtehen ſcheine, daß, wenn daſſelbe ſich nuͤber desfallſige gemachte Vorſchlaͤge durch ſeinen engern „Ausſchuß einmal officiell ausgeſprochen, dies Reſultat „ſeiner Pruͤfung und Berathung nicht auch, ohne Ruͤck— „halt, zur Kenntniß des dabei betheiligten Publicums „gelange;“ und auf meinen fernern Antrag, daß mir wenigſtens geſtat— tet werden moͤge, entweder nur einen Auszug des Weſent— lichſten jenes Berichtes, mit Unterdruͤckung der darin vor⸗ kommenden Perſoͤnlichkeiten, und ohne alle andre Bemerkun- gen, als die, welche zu den fraglichen Behauptungen durch den Mecklenburgiſchen Verein und dortige Oeconomen ge⸗ macht worden; oder aber, ohne Namhaftmachung des engern Ausſchuſſes der Koͤniglichen Landwirthſchafts-Geſellſchaft und deren Berichtserſtatters, bloß eine Zuſammenſtellung derjeni— gen Gruͤnde und Bedenken zu geben, welche neuerdings ge⸗ gen den Haken erhoben worden, um ſolchen die beregten neueſten Gutachten aus dem Mecklenburgiſchen entgegen zu ſtellen, iſt mir unterm 19. November 1837 der sub Litt. S. anliegende Beſcheid vom Koͤniglichen Miniſterio des Innern geworden. Dieſem gemaͤß habe ich denn, da meine beregten An— trage hoͤhern Orts zwar nicht ſtatthaft gefunden, der engere Ausſchuß der Koͤniglichen Landwirthſchafts-Geſellſchaft ſich indeſſen, in Folge der weiteren Verhandlungen und Verfuͤ⸗ gungen des Koͤniglichen Miniſterii, zur Abgabe eines zum Abdrucke beſtimmten Gutachtens bereit erklaͤrt hat, und da mir etwaige Bemerkungen dazu vom Koͤnigli— en Miniſterio ausdruͤcklich eingeraͤumt wor— den, ſofort unterm 24. November 1837 meinen desfall⸗ ſigen Antrag an den engern Ausſchuß der gedachten Geſell⸗ ſchaft gerichtet, und endlich am 6. April d. J. das frag⸗ liche vom 10. Maͤrz 1838 datirte Gutachten erhalten, wovon ſich Abſchrift unter Nro. XVIII., der in dieſer Abtheilung enthaltenen Documente befindet, und worauf ich demnaͤchſt zuruͤck kommen werde. 133 Durch das Vorſtehende werden die geehrten Leſer ſich die von der Ankuͤndigung abweichende, durch ſpaͤter eingetre⸗ tene Verhaltniſſe gebotene Umgeſtaltung der Abfaſſung der dritten Abtheilung dieſer Schrift, wodurch jedoch das zur Wuͤrdigung der fraglichen Gegenſtaͤnde Erforderliche nicht ausgeſchloſſen iſt, gefälligſt erklaͤren; und ich glaube, den des— fallſigen hoͤheren Verfuͤgungen nicht vollſtaͤndiger genuͤgen und zugleich den Erwartungen des oͤconomiſchen Publicums nicht beſſer entſprechen zu koͤnnen, als dadurch, daß ich, nach der im Inhalts⸗Verzeichniſſe bemerkten Ordnung, die verſchiede⸗ nen mecklenburgiſchen Gutachten, Briefe und Aufeſaͤtze, welche mir in Betreff des fraglichen Gegenſtandes, nach Vollendung meiner Abhandlung, mit guͤtiger Erlaubniß zur Mittheilung geworden, als Commentar zu derſelben zuerſt vorlege, nach— dem daraus nicht nur Alles, was als Beantwortung des Berichtes des engern Ausſchuſſes der Koͤnig— lichen Landwirthſchafts-Geſellſchaft, oder als ſich auf ſolchen ausdruͤcklich beziehend, angeſe⸗ hen werden konnte, ſondern auch viele, obgleich hoͤchſt intereſſante und treffende, jedoch nur als vertraulich zu ach⸗ tende Aeußerungen weggelaſſen ſind, weil dadurch zugleich der Wunſch meiner geehrten Herrn Correſpondenten erfuͤllt wird; und daß dann weiter das ſpaͤtere Gutachten des engeren Ausſchuſſes den Beſchluß mache, ſo daß die verſchie⸗ denen Anſichten ohne Bezugnahme neben einander ſtehen. ſachdem das Manunſcript in beſagter Art abgefaßt, und dem Koͤniglichen Miniſterio des Innern, vorſchriftsmaͤßig vorge— legt worden, iſt das Imprimatur unterm 6. Oct. 1838 erfolgt. Zu den verſchiedenen in der dritten Abtheilung vorkom⸗ menden Stuͤcken glaube ich noch bemerken und erlaͤutern zu muͤſſen: Ad Nro. I. In dem Gutachten des Mecklenburgiſchen Patriotiſchen Vereins iſt aus vorgedachten Gruͤnden der Eingang ſachver⸗ 134 haͤltlich abgeaͤndert und ad d. die Anfuͤhrung aus dem Be— richte weggelaſſen. Ad Nro. II. Daß der Herr Doctor von Thuͤnen ſein von ihm, als zweitem Haupt⸗Director des Patriotiſchen Vereins abge⸗ faßtes Gutachten noch durch weitere, ſehr belehrende Bemer— kungen commentirt hat, liefert den ſprechendſten Beweiß, daß mein Verſuch zur Begruͤndung und Verbreitung des Wer⸗ thes des Hakens nicht nur in Mecklenburg allgemeinen An— klang gefunden, ſondern auch die Aufmerkſamkeit eines der ausgezeichneteſten rationellen Landwirthe unſerer Zeit in der Art erregt hat, um mit der groͤßten Unpartheilichkeit und Genauigkeit alle Maͤngel und Vorzuͤge des Hakens zuſam— men zu ſtellen. Ad Nro. III. Durch die Notizen uͤber den Haken⸗Pflug, welche der geehrteſte Herr Verfaſſer, der zu deren Abfaſſung durch mei⸗ ne Mittheilungen und Antraͤge wegen des Mecklenburgiſchen Hakens insbeſondere angeregt worden zu ſeyn ſcheint, ſchon unterm 8. Februar 1837 zu meiner freieſten Dispoſition ge⸗ ſtellt hatte, bevor dieſelbe in den neuern Annalen der Meck⸗ lenburgiſchen Landwirthſchaft, Jahrgang XXI. Otes u. 10tes Heft 1837 noch ausfuͤhrlicher abgedruckt worden, hat ſich derſelbe aufs neue um die Verbeſſerung der Ackerwirthſchaft hochverdient gemacht, und dieſe Abhandlung iſt nicht nur als Schlußſtuͤck zur richtigen Beurtheilung der Arbeit mit dem Haken anzuſehen, ſondern mit voller Ueberzeugung raͤume ich auch derſelben den Vorzug vor Allem, was ich daruͤber in dieſer Schrift vorzutragen verſucht habe, hierdurch gern ein. Ueber dieſe Verbeſſerung des Hakens enthalten die Aus⸗ zuͤge aus dem Diſtricts⸗Protocolle des Mecklenburgiſchen Pa⸗ triotiſchen Vereins Nro. XXIX. pag. 1390.— wie ſchon in 135 Sprengel's Land und Forſtwiſſenſchaftlicher Zeitſchrift, uter Band, 2tes Heft, 1836. erwaͤhnt worden— Folgendes: „Auf der am letzten Tage der vorigjaͤhrigen Thierſchau „zu Guͤſtrow veranſtalteten Ausſtellung von Ak⸗ „kerwerkzeugen hat der von Thuͤnenſche Ha⸗ „ken-Pflug beſondern Beifall gefunden. Dieſes In— „ſtrument, das ſchon fruͤher in Gemeinſchaft mehrere, „Landwirthe in Tellow gepruͤft wurde, zeichnet ſich „beſonders durch ſeine leichte Arbeit fuͤr die Pferde aus, „wie der Kraftmeſſer bei ſeiner Vergleichung mit meh— „rern anderen Haken und Pfluͤgen ſehr genuͤgend nach— „wies. Sein Gang iſt ſo ſicher und feſt, daß es von „einem Kinde oder einer Frau leicht gehandhabt wer⸗ „den kann. Es liefert eine durchaus reine und glatte „Furche, die nach Belieben tief oder flach gegeben wer⸗ „den kann, bei einer Breite von 13 Zoll Luͤbſcher Maaße. „Die Erde wird durch ein Streichbrett von Gußeiſen „auf eine Seite geworfen, und der feſteſte Boden gleich „aufgelockert. Die Koſten fuͤr dieſen Haken ſind nicht „groͤßer, als die fuͤr einen gewoͤhnlichen Haken, außer „daß fuͤr das Streichbrett von Gußeiſen circa 42 ßl. „Neue hinzukommen; nur muß die Arbeit ganz au⸗ „herordentlich ſorgfaͤltig beſchafft werden, da das Brett „in einem ſchiefen Winkel zu ſtehen kommt. Herr En— „gel zu Grambzow findet die Arbeit dieſes ausge⸗ „zeichneten Ackerinſtruments ganz vorzuͤglich empfehlens⸗ „werth bei Bearbeitung der Dreſchfurche, ſo „wie bei jedem feſten Ackerſtuͤcke.“ Ad Nro. IV. und V. Niemand wird in dieſen beiden Schreiben den unermuͤ⸗ deteſten Eifer zur Herbeifuͤhrung glaubwuͤrdiger entſcheidender Urtheile uͤber den fragliche Gegenſtand und die eben ſo gruͤnd⸗ liche, als glaubwuͤrdige Vertretung deſſelben durch einen Han⸗ noveraner von Geburt verkennen. ——— 136 Ad Nro. VI. Dieſe durch ſpaͤtere Guͤterſchau entſtandenen Anſichten des durch die vorhergehende Nummer als competenten Beurthei⸗ ler erſchienenen patriotiſchen Oekonomen beſtaͤtigten die von dem Haken geruͤhmten nachhaltigen Vorzuͤge aufs glaͤnzendſte. Ad Nro. VII. und VIII. Das Gewicht, welches das Gutachten eines Profeſſors der Oeconomie uͤber die dieſem wiſſenſchaftlichen Gewerbe angehoͤrenden Fragen ſchon an und fuͤr ſich ſelbſt hat, wird dadurch noch außerordentlich erhoͤht, daß deſſen gruͤndliche und ſyſtematiſch geordneten Anſichten nicht auf bloßer Theorie und der Autoritaͤt anderer Landwirthe, ſondern auf langjaͤh⸗ riger eigener Erfahrung beruhen. Und die von einem erſt im hohen Alter zum Guͤterbeſitz in Mecklenburg gelangten verehrungswuͤrdigen Landsmanne gewaͤhlte hoͤchſt zweckmaͤßige Maßregel,— mir— einem ihm voͤllig Unbekannten, buͤn— dige Auskunft uͤber die beregten Gegenſtaͤnde zu verſchaf— fen, iſt ein neuer Beweis von der Bereitwilligkeit Unpar⸗ theiiſcher zur Befoͤrderung der guten Sache. Ad Nro. IX. und X. Dieſe Stuͤcke liefern einen abermaligen Beweis der gro⸗ ßen Theilnahme, welche die von mir in Anregung gebrachte Angelegenheit bei dieſen beiden, mir uͤbrigens perſoͤnlich un— bekannten, practiſchen Oekonomen gefunden und Letzteren bei augenblicklicher Verhinderung vermocht hat, andere competente Beurtheiler zur Mitwirkung zu veranlaſſen. Durch dieſe Nummern werden zugleich die Talente und Verdienſte des Herrn Verfaſſers von Nro. I. II. III. um die Landes⸗Oeko⸗ nomie herausgehoben, ſo wie davon auch in Nro. XVI. eh⸗ renvolle Erwaͤhnung geſchieht. Insbeſondere wird das Bedenken, ob der Haken in ſchwerem, bindendem Boden anwendbar ſey, dadurch ——— 137 practiſch entſchieden, daß der bisherige Beſitzer des Gutes Grambzow, welches er inzwiſchen, verkauft und Groß⸗ Grabow wieder gekauft hat, den ſtrengſten huͤgeligen Lehm⸗ boden des erſten Gutes zwanzig Jahre lang, allein mit dem Haken mit beſtem Erfolge bearbeitet hat; und aus fruͤ⸗ heren Jahren, wie Grambzow zu den Beſitzungen meiner Familie gehoͤrte, erinnere ich mich ſehr wohl, daß, obgleich wegen des Transports des Getreides nach einer acht Mei— len entfernten Handelsſtadt, ſtarke Pferdegeſpanne gehalten werden mußten, dennoch der Acker ausſchließlich mit dem Ochſen⸗Haken bearbeitet wurde. 8 Ad Nro. XI., XII. und XIII. Die in dieſen Stuͤcken enthaltenen Anſichten, wodurch die vorhergehenden Urtheile im weſentlchen beſtaͤtigt werden, verdanke ich zwar alten Bekannten und theuren Jugend— freunden, jedoch wird gewiß Niemand darin die groͤßte Un— partheilichkeit vermiſſen, und jeder Unbefangene dieſe Mit— theilungen ſo wuͤrdigen, wie es die Erfahrungen ſolcher in Landesverhaͤltniſſe eingeweiheten Maͤnner verdienen, die nicht nur große Landguͤter in verſchiedenen Diſtricten Mecklenburgs beſitzen, ſondern dieſe auch zum Theil ſelbſt bewirthſchaften. Das Begleitungsſchreiben von Nro. XIII. iſt hier nicht mit aufgenommen, um nicht den Verdacht zu erregen, als wenn ich mit den darin enthaltenen, mich perſoͤnlich betreffenden, nur zu ſchmeichelhaften Aenßerungen, prunken wolle. Ad Nro. XIV. Da aus dem freundlichen Begleitungsſchreiben dieſer Erwiederungen hervorgeht, daß der Herr von Winterfeld ſeine Guͤter in Mecklenburg verkauft hat und jetzt im Preu— ßiſchen anſaͤſſig iſt, ſo erſieht man daraus, daß die richtigen Principe, die derſelbe durch Erfahrung ſich zu eigen gemacht hat, dem einſichtsvollen Manne in alle Laͤnder falgen, und 138 auch gegen einen, ihm übrigens Unbekannten nicht verläug— net werden. Ad Nro. XV. Die durch Bewirthſchaftung mehrerer Landguter in ver⸗ ſchiedenen Gegenden Mecklenburgs geſammelten Erfahrungen und die Reſultate der anhaltenden Anwendung des Hakens, nach richtigen oͤconomiſchen Grundregeln, wie der Herr von Stern ſich daruͤber ausgeſprochen, reden dem Gebrauche des empfohlenen Werkzeuges gleichfalls uͤberzeugend das Wort. Ad Nro. XVI. Wenn ich unter dieſen gutachtlichen Aeußerungen einen Auszug aus dem Briefe meines Bruders aufgenommen; ſo geſchieht dies nicht, um ſie grade fuͤr meine Behauptungen geltend zu machen, ſondern nur um darzuthun, welche Ueber⸗ einſtimmung uͤber die Prinzipien der beſten Ackerbeſtellung bei allen rationellen mecklenburgiſchen Landwirthen herrſcht; und wie Bekannte und Unbekannte ſich bereitwillig verein— baren, um ein richtiges Urtheil uͤber die zur Frage geſtellte Angelegenheit herbeizufuͤhren. Ad Nro. XVII. Aus dieſen Auszuͤgen kann der geneigte Leſer ſich am beſten uͤberzeugen, welche patriotiſche gemeinnützige Ge— ſinnungen den Mann beſeelen, der durch Nro. I. II. III. ſeine ſcharfſinnigen, unpartheiiſchen Anſichten ausgeſprochen hat, und welche relative Wichtigkeit derſelbe in oͤkonomiſcher Ruͤckſicht der gruͤndlichen Eroͤrternng der in Frage ſtehen⸗ den Gegenſtaͤnde beilegt. Ad Nro. XVIII. Durch das Reſcript des Koͤniglichen Miniſterii des In⸗ nern vom 19. November 1837 unter Litt. S. anliegend, iſt 139 mir zwar geſtattet: meine etwaigen Bemerkungen zu den Gutachten des engern Ausſchuſſes der Koͤniglichen Landwirth⸗ ſchafts-Geſellſchaft zu Celle mit abdrucken zu laſſen, ich halte es indeſſen aus folgenden Gruͤnden fuͤr angemeſſen, davon keinen Gebrauch zu machen. Ob ich gleich nun, mit Ausnahme einiger Angaben, den Anſichten des engeren Ausſchuſſes im Betreff der Wuͤrdigung des Hakens und der anderen empfohlenen Werkzeuge an und füͤr ſich ſelbſt, und insbeſondere deren Anwendung auch au— ßerhalb Mecklenburgs, meiner Erfahrung und Ueberzeugung nach, nicht beiſtimmen kann, und manche jener Angaben eben nicht ſchwer zu widerlegen ſeyn duͤrften, ſo muß ich doch be⸗ kennen, daß hingegen Einiges ſo klar und begreiflich ausge⸗ ſprochen iſt, daß ſich durchaus nichts dagegen ſagen laͤßt, . B. ad I. 1. daß Beſitzer kleinerer Grundſtuͤcke im Hanno⸗ verſchen keinesweges in dem Umfange Gelegen— heit zur zweckmaͤßigen Anwendung des Hakens haben wuͤrden, wie ſolche ſich auf den groͤße⸗ ren Guͤtern Mecklenburgs finden mag(oder viel⸗ mehr finden muß.) 8 Ferner ad 5. daß die Heeden⸗Leinen nicht zu dem Preiſe ver⸗ kauft werden koͤnnen, wie die aus Flachs berei⸗ teten. Auch muß ich die nach der Schluß⸗Erklaͤrung dem Gut⸗ achten zum Grunde gelegte Anſicht, daß Wirthſchafts⸗Me⸗ thoden und Geraͤthe durch Lokalitaͤten manchen Modifikatio⸗ nen unterworfen ſind, nicht nur anerkennen, ſondern weiß es auch zu ſchaͤtzen, daß der verehrliche engere Ausſchuß ſich durch die ſchließliche foͤrmliche Verwahrung gegen die Abſicht, ir⸗ gend einen Tadel uber die mecklenburgiſche Wirthſchafts⸗Art oder daſelbſt uͤbliche landwirthſchaftliche Geraͤthe und Ge⸗ 140 braͤuche, der mecklenburgiſchen Landwirthſchaft wenigſtens ne⸗ gative den Standpunkt eingeraͤumt hat, deſſen dieſelbe tyeo— retiſch und practiſch laͤngſt gewuͤrdiget worden. Ferner enthalte ich mich ſpecieller Bemerkungen zu den ausgeſprochenen Anſichten, weil ich glaube, daß die offene Darlegung von dem Fuͤr und Wider, und die Anfuͤhrung beglaubigter Thatſachen genuͤgend ſind, um das Urtheil des mit Einſicht pruͤfenden Theilnehmenden feſtzuſtellen, und weil ich die eigene Anſicht gern Dem unterordne, was in den zur Unterſtuͤtzung meines Vortrages angefuͤhrten competenten Au— toritaͤten, ſo wie in den neuerlichſt abgegebenen mecklenburgi⸗ ſchen Gutachten enthalten iſt, indem ich uͤberzeugt bin, daß von denjenigen, welche es nicht der Muͤhe werth halten, die Beſtaͤtigung meiner Angaben in der Schrift ſelbſt nachzule⸗ ſen, vielmehr durch Vorurtheil oder Gleichguͤltigkeit gegen gute Vorſchlaͤge ſich von eigenen Verſuchen abhalten laſſen, meine etwaigen Bemerkungen zur Entkraͤftung aufgeworfener Zweifel unbeachtet bleiben wuͤrden. Wenn jedoch der engere Ausſchuß der Koͤniglichen Land⸗ wirthſchafts-Geſellſchaft zu Celle nach Nro. A. des erſt be— ruͤhrten Gegenſtandes unter der Clauſel: ſo weit der Inhalt und der Umfang der heraus zu gebenden Schrift aus der fuͤr zetzt erſt vorliegenden Ankuͤndigung beurtheilt werden kann— es dafuͤr haͤlt, daß meine Abhandlung fuͤr das hie— ſige wirthſchaftliche Publicum auch deßhalb entbehrlich ſey, weil in dieſer Ruͤckſicht Dasjenige, was die Direction des Landwirthſchaftlichen Provinzial-Vereins zu Uelzen in der 3ten Lieferung Landwirthſchaftlicher Mittheilungen 1836 habe drucken laſſen, das dieſerhalb Erforderliche enthalte, ſo glaube ich mich in dieſer Ruͤckſicht hier dahin aͤußern zu muͤſſen, daß der verehrliche Provinzialverein zu Uelzen jenem nur zur Auskunft uͤber die vdn der Direction des Gewerbe⸗Vereins für das Koͤnigreich Hannover angeregten Beziehungen ver⸗ faßten Aufſatz, die obgedachte Tendenz wahrſcheinlich ſelbſt nicht beilegt, indem dieſe ſchaͤtzbare Darſtellung zwar die gediegen⸗ 141 ſten, unpartheiiſchen Urtheile, wodurch die Vorzuͤge des Hakens in mehreren Stuͤcken anerkannt wor⸗ den, und zugleich deſſen Anwendbarkeit in hie— ſigen Landen nicht nur eingeraͤumt, ſondern auch die wirkliche Anwendung in einigen Bezirken des Koͤnig⸗ reichs nachgewieſen wird, ſo daß die benannte Direction mich zu ſeiner Zeit auch mit der Zuſendung eines Exemplars jenes Heftes beehrt, ich nicht unterlaſſen habe, dieſe Anſichten in den dritten Abſchnitt der zweiten Abtheilung dieſer Schrift zur Eroͤrterung dankend anzufuͤh⸗ ren— indeß keine Beſchreibung des Werkzeuges, noch An— weiſung zu deſſen Anfertigung und Gebrauch enthaͤlt, ſon— dern hoͤchſt conſequent, in dieſer Ruͤckſicht auf Schuma⸗ cher's Abhandlung uͤber den Haken vom Jahre 1774 hin⸗ weiſet, die indeß beinahe das Dreifache meiner gegenwaͤrtigen kleinen Schrift koſtet, und im Buchhandel ſo ſelten gewor— den iſt, daß, wie ſchon erwaͤhnt, ich mich dadurch mit ver— anlaßt gefunden, die durch dieſen verdienſtvollen Oekonomen aufgeſtellten Theorien und Erfahrungen im Auszuge, und in Verbindung mit dem was mir in Betreff der aͤlteren und neueren Geſchichte dieſes Ackerwerkzeuges wiſſenswerth erſchienen, meinen Zeitgenoſſen ins Gedaͤchtniß zu rufen, und ihnen dergeſtalt etwas Gemeinnuͤtziges darzubringen. Inzwiſchen iſt es mir angenehm, mit Hinweiſung auf das Subſcription⸗Verzeichniß hier noch dankend anführen zu koͤnnen, daß durch die rege Theilnahme, womit mein Verſuch nicht nur, wie vorerwaͤhnt, ſondern auch von mehreren aller- hoͤchſten und hochfuͤrſtlichen Perſonen, hohen Miniſtern und gemeinnuͤtzigen Vereinen des Auslandes, ſowohl durch Ent⸗ bietung einer namhaften Anzahl Exemplare, als auch durch die ſchmeichelhafteſten, theils officiellen Beſcheide, theils ſehr gnaͤdigen Handſchreiben— wowon ich nur die von den Durch⸗ lauchtigſten Souverainen meines theuren Vaterlandes Ihro Koͤniglichen Hoheiten den Großherzoͤgen von Mecklenburg⸗ Schwerin und Strelitz sub Litt. T. und U. als vollguͤltige Schutz⸗ und Empfehlungs⸗Briefe, abſchriftlich anlege,— die 142 Herausgabe der gegenwaͤrtigen Schrift in der Art befoͤrdert worden, daß die Auflage derſelben um die Haͤlfte des erſten Anſchlags hat vergroͤßert werden muͤſſen. Die Urſachen des ſpaͤteren Erſcheinens kann Jeder aus dem Vorſtehenden entnehmen und der Billigdenkende wird mich dieſerhalb hoffentlich entſchuldigen. Im Betreff der gleichfalls von mir empfohlenen und begutachteten mecklenburgiſchen großen Flachs-Breche und Schwinge halte ich mich verbunden, hier endlich noch zu be— merken, daß ich durch die Notizen, welche ich der Direction des Gewerbe-Vereins fuͤr das Koͤnigreich Hannover uͤber dieſe, in der oͤffentlichen Ausſtellung pro 1838 aufgenommenen Flachsbereitungs⸗Handwerkzeuge verſprochen, evident darthun werde, daß bei der Anwendung der fraglichen Breche und Schwinge bedeutend mehr reiner Flachs gewonnen, und we— niger Heede⸗Abfall Statt findet, als bei der hieſigen Berei— tungs⸗Methode, alſo grade das Gegentheil der Be⸗ hauptung des fraglichen Gutachtens ſich ausweiſen wird. Schließlich bemerke ich noch zum Supplement des Aten Abſchnitts der 2ten Abtheilung, daß inzwiſchen von dem Mecklenburgiſchen Haken nach meinem Modell und unter meiner Aufſicht mehrere Exemplare von hieſigen Handwer⸗ kern theils angefertigt und abgeliefert, und theils noch be⸗ ſtellt worden, wovon ein ſolches completes, zur Beſpannung mit Pferden oder mit Ochſen eingerichtetes Ackerwerkzeug an Stellmacher⸗- und Schmiede⸗Arbeit 9 Rthlr. Preuß. Courant koſtet, welcher Preis indeß bei naͤherer Bekanntſchaft mit der Arbeit und bei groͤßerem Abſatz kuͤnftig ein Drittheil verrin⸗ gert werden duͤrfte. Von den erſtgedachten Exemplaren iſt nur eines in Oſt⸗ friesland von dem Guts⸗Paͤchter Herrn Degel zu Weſter⸗ feld in Gebrauch genommen, indem ich zur Arbeit auf Stü⸗ renburgshoff die beiden aus Mecklenburg erhaltenen 143 Exemplare einſtweilig hergegeben habe; ein zweites Exem⸗ plar iſt durch Herrn D. G. Boͤning zu Atens im Ol— denburgiſchen fuͤr mehrere Gutsbeſitzer im Butjadingerlande bezogen, und die anderen beiden haben Se. Durchlaucht der Herzog von Braunſchweig und Se. Durchlaucht der Fuͤrſt von Bentheim erhalten, ſo wie ein anderes nach Copenhagen durch ein Bremer Handelshaus verſandt worden iſt. Die weiteren Beſtellungen ſind von Sr. Durchl. dem Herzoge von Anhalt-Bernburg, vom Koͤnigl. Saͤchſiſchen Miniſterio des Innern und von Sr. Exc. dem Koͤnigl. Niederlaͤndiſchen Gouverneur der Provinz Groͤningen, Herrn Baron von Rengers fuͤr das Cabinet von Ackerwerkzeugen zu Groͤnin— gen geſchehen; auch fuͤr den Koͤnigl. Niederlaͤndiſchen Kam— merherrn und General⸗Director der Lotterien im Haag, Herrn Baron Sloet van Oldruitenburgh wird zum Ge— brauch auf ſeinen Landguͤtern zu Vollenhoven ein Exem— plar naͤchſtens expedirt werden. Aurich, im Jahre 1838. F. G. v. B. 11 Dritte Abtheilung. Nro. I. Gutachten von dem Haupt⸗Directorio des Mecklenburgi⸗ ſchen patriotiſchen Vereins fuͤr Ackerbau, Induſtrie und ſitt⸗ liche Cultur uͤber den Gebrauch des Hakens und einiger an— deren landwirthſchaftlichen Werkzeuge in Mecklenburg. Auf Erſuchen des Herrn Regierungs⸗Raths von Bod⸗ dien zu Aurich werden uͤber die beregten Gegenſtaͤnde nach⸗ ſtehende Bemerkungen mitgetheilt: ad 1. a. und b. des betrefflichen Pro Memoria. Es iſt eine der vorzuͤglichſten Eigenſchaften des Hakens, daß er in ſehr verhaͤrtetem Boden, der fuͤr den Pflug unzugäanglich geworden iſt, noch eindringt. Die durch das Miſtfahren entſtandenen Feldwege, die ſo hart geworden ſind, daß der Pflug ſogleich heraus ſpringt, wer— den hier, ſelbſt auf Lehmboden, mit dem Haken, ob⸗ gleich mit großer Anſtrengung des Zugviehes, umgebrochen. Der Sandboden koͤnnte durch den ſteten Gebrauch des Hakens wohl zu loſe und locker werden, wenn man immer rein abhakte, d. h. keine Balken ſtehen ließe. Da man aber mit dem Haken Furchen von jeder beliebigen Breite nehmen kann, ſo wird die zu große Lockerheit dadurch verhuͤtet, daß man breite Furchen bis zu 1 ½ Fuß nimmt, wo dann nur etwa die Haͤlfte der Erde geruͤhrt und gelockert, und die Arbeit zugleich ungemein gefoͤrdert wird. 11* 146 Zum Umbruch von ſtark benarbten Wieſen iſt der Ha⸗ ken untauglich. ad c. Zur Saatfurche im Herbſt nach voraufgegange⸗ ner Brache iſt der Haken vortrefflich geeignet, beſonders auf bindendem Boden, wenn dieſer im feuchten Zuſtande iſt. Der Haken giebt hier noch loſe Erde, wenn der Pflug zu⸗ ſammenhaͤngende Schollen liefert, und wenn man ſonſt auch Pfluͤge neben dem Haken braucht, werden dann die Pfluͤge doch immer vom Acker entfernt. Im vollen Maaße gilt dies jedoch nur von dem mit Vordergeſtell verſehenen Pferdehaken. Bei den Ochſenhaken, ſo wie den ſogenannten Bauchhaken, geht durch den Tritt des Zugviehes auf dem ſchon gehakten Acker ein Theil dieſes Vorzuges verloren. Laͤßt man aber das Winterkorn nicht nach reiner Brache, ſondern nach einer Vorfrucht folgen, ſo iſt der Haken zur einfurchigen Beſtellung der Winterſaat ſchlecht geeignet, aus⸗ genommen, wenn man Furchen von ½ Fuß Breite nimmt. Man winid hier in der Regel beim Haken zwei Fahren ge⸗ ben muͤſſen, wo man beim Pfluͤgen mit einer Fahre aus⸗ reicht, der Acker wird dann aber durch die zwei Hakenfahren beſſer zubereitet, als durch die eine Pflugfahre. Beim Unterbringen der Sommerſaat iſt es bekanntlich ſehr wichtig, daß der Saame nicht tief, ſondern nur flach mit Erde bedeckt wird;— da nun der Haken die Furche nicht horizontal abſchneidet, ſondern an der Ackerſeite nur etwa 2 Zoll tief geht, wenn er an der Landſeite 4 Zoll ein— dringt, beim Umlegen des Ackers die aufgeſaͤtten Saamen⸗ koͤrner aber zum Theil auf den flach abgeſchaͤlten Theil der Furche fallen, ſo iſt die Gefahr, den Saamen zu vergraben, geringer beim Unterhaken als beim Unterpfluͤgen. Da ferner der Haken die Erde weit mehr zerkruͤmelt als der Pflug, ſo wird das Saamenkorn beim Unterhaken nicht ſo leicht mit Schollen oder großen Erdſtuͤcken, die das Aufkeimen und Em⸗ porſproſſen der jungen Pflanzen hindern, bedeckt werden. y——— 147 Auch hat die Erfahrung gelehrt, daß untergepfluͤgtes Saa⸗ menkorn ſpaͤter und duͤnner auflief als untergehaktes. Bei einer guten Beſtellung der Sommerſaat duͤrfen aber, wenn dieſe nicht oben aufgeſaͤet, ſondern untergebracht werden ſoll, die Furchen nicht uͤber 3 bis A Zoll tief und nicht uber 10 bis 11 Zoll breit genommen werden. In dieſem Fall findet indeß eine große Verſchwendung von Zugkraft ſtatt, indem der Haken ſtatt von zwei Zugthieren, fuͤglich von einem ge— zogen werden koͤnnte. Indeſſen iſt dies da, wo die Saat mit zweiſpaͤnnigen Pfluͤgen untergebracht wird, in nicht viel geringerem Maaße der Fall. Am widerlichſten erſcheint die Arbeit des Hakens beim Aufbruch des Dreeſches. Indeſſen iſt hier der Anblick nicht entſcheidend, ſondern vielmehr ſehr gleichguͤltig, und es gilt hier der Ausſpruch: an den Fruͤch⸗ ten ſollſt du ſie erkennen. Nun zeigt aber der vor⸗ treffliche Zuſtand, worin ſelbſt nach dem Zeugniß der Aus⸗ länder, der Mecklenburgiſche Acker ſich am Ende der Brach— bearbeitung befindet, daß vermittelſt des Hakens der Zweck der Brache, trotz des unvollkommenen Dreeſcheaufbruchs, vollkommen erreicht werden kann. ad d. Der Haken iſt in Mecklenburg keinesweges außer Gebrauch gekommen, im Gegentheil iſt der Pflug nur in dem weſtlichen an Holſtein graͤnzenden Theil von Mecklenburg im Gebrauch. Die Scheidelinie zwiſchen der Gegend, wo der Pflug vorherrſchend im Gebrauch iſt und der Gegend, wo der Haken vorherrſcht, geht nach den an Ort und Stelle eingezogenen Erkundigungen und nach den von den Diſtricts-Directoren des patriotiſchen Vereins im weſtlichen Mecklenburg, in Folge der an ſie gerichteten Anfragen, mitgetheilten Notizen uͤber Gramkow, Grevis— muͤhlen, Schoͤnberg im Ratzeburgiſchen über Hagen ow u. ſ. w. nach der preußiſchen Graͤnze. Oeſtlich dieſer Linie im mittlern Mecklenburg iſt der Haken das vorherrſchende Ackerinſtrument und im oͤſtli⸗ chen Mecklenburg giebt es viele hochcultivirte Guͤter, — — — ————— 148 auf welchen kein einziger Pflug zu finden iſt, waͤhrend einige Guͤter in dieſer Gegend den Pflug zum Um— bruch des Dreeſches und der Stoppel theilweiſe gebrauchen, zu allen uͤbrigen Fahren aber der Haken beibehalten. Da man mit dem Haken, ſobald man Balken ſtehen laͤßt, Furchen von beliebiger Breite nehmen kann, ſo entſchei- det ohne genaue Beſtimmung der Breite und Tiefe der Fur⸗ chen, die Angabe der Flaͤche, die man in einem Tage mit dem Haken bearbeitet, uͤber das Quantum Arbeit, was in einem Tage mit dem Haken verrichtet wird, eigentlich nichts; wollte man hieruͤber einen Vergleich zwiſchen Haken und Pflug anſtellen, ſo muͤßte man die Kubikmaſſe Erde, die je— des Inſtrument in gegebener Zeit umbricht, zum Maaßſtab nehmen. Da bei einem großen Theil der Gutsbeſitzer in der Ge— gend um Guͤſtrow die Arbeits-Ochſen ſchon ſeit mehreren Jahren zur Zufriedenheit derſelben ganz abgeſchafft und nur mit Pferden geackert wird, ſo geſtattet der Haken, ihn zu den Saatfurchen einſpaͤnnig zu benutzen, was in dieſer Gegend, die zum Theil ſchweren Boden hat, vielfach geſchie— het— man haͤlt ſelbſt den ſtrengſten Lehmboden nicht zweckwaͤßig zur Saat vorbereitet, wenn die letzte Furche nicht mit dem Einſpaͤnner-Haken beſtellt werden kann.— Es ge— waͤhrt dies nicht allein: a) den Vortheil, daß man in der Saatzeit mit doppelt ſo viel Haken zur Arbeit gehen kann, ſondern b) auch den ſehr weſentlichen, daß der Saatacker mit Ein⸗ ſpaͤnner⸗Haken beaͤrbeitet gar keinen Tritt des Zugviehes erleidet— nicht wieder feſtgetreten wird, ſondern ſo loſe wie ein gegrabenes Gartenland wird, denn c) in dieſer Gegend wird auch das Saamenkorn an vie— len Orten oben auf die Furche geſaͤet, wodurch nach den von dem Herrn Etatsrath von Vogt, des ehrenvollen 149 Veteranen der rationellen Landwirthſchaft, klar entwickel⸗ ten Gruͤnden die Saat nicht ſchaͤdlicher Weiſe zu tief untergebracht und vergraben wird: Dieſe Beſtellung der Saat auf die Furche gewaͤhrt auch noch endlich d) den Vortheil, daß man den Acker zur Saat im Vor⸗ aus bereiten und die beſte Witterung zur Beſaamung ſelbſt benutzen kann, wo auf Guͤtern bei unguͤnſtiger Saatzeit der Saamen lange oben aufliegt, ohne ihn mit dem Haken unterbringen zu koͤnnen; dann geſtattet der Haken die Bearbeitung des Ackers nach allen Richtungen und bildet keine Beete, was mit dem Pfluge das erſte ſchwie— riger zu beſchaffen, weil das letztere nicht gut zu vermeiden iſt. ad II. a. und b. Durch die Mecklenburgiſche Erndte⸗ methode wird in kurzer Zeit ein großes Arbeitsquantum be— ſchafft; aber der Ausfall an Korn iſt dabei allerdings ſehr bedeutend. Wollte man in Mecklenburg ſtatt des Ausſchwadens das Anhauen des Korns mit der Senſe einfuͤhren, oder ſtatt der Senſe den Siget oder gar die Sichel anwenden; ſo wuͤrde der Kornausfall auf dem einzelnen Fleck, wo die Erndte be⸗ ginnt, viel geringer werden, aber ein großer Theil des Korns wuͤrde dann, weil die Zahl der Arbeiter beſchraͤnkt iſt, zu reif werden, oder nicht zur rechten Zeit eingefahren werden koͤn⸗ nen— und dadurch wuͤrde der Totalverluſt an Korn groͤßer werden als er jetzt iſt. In Laͤndern aber, wo man in der Erndte uͤber eine beliebige Zahl Arbeiter zu etwas erhoͤhtem Tagelohn verfuͤgen kann, wird dieſer ſich durch den vermin— derten Verluſt an Korn reichlich bezahlen. ad c. Roggen⸗ und Weizenſtroh werden beim Dreſchen durch den großen Dreſchflegel ſo wenig zerſchlagen, daß es als Schneide⸗ und Dachſtroh voͤllig brauchbar bleibt. Das ööͤöͤö— 150 Stroh wird in Bunden und nur das Aehrwerk in Buͤgeln weggetragen. Beim Dreſchen des Hafers und der Gerſte werden die Garben aufrecht geſtellt; dadurch wird das Stroh freilich beim Dreſchen geknickt, wodurch es aber an Futter— werth nichts verliert. Auch dieſes Stroh wird in Buͤnden und nicht in Buͤgeln weggetragen. ad III. Daß die Flachscultur in Mecklenburg in Ver⸗ gleich mit der im Hannoͤverſchen noch ſehr zuruͤck iſt, leidet wohl keinen Zweifel. Jedoch wird aus dem in Mecklenburg gebauten Flachs nicht blos grobe Leinewand gemacht, ſon⸗ dern man findet faſt in allen groͤßeren Haushaltungen auf dem Lande feinen Damaſt, der aus Mecklenburg'ſchem Flachs verfertigt iſt. ad IV./ Da die Pfannen oder Hohlziegel bedeutend theu⸗ rer ſind, als die Zungenſteine, ſo kann bei der Angabe:„daß das Dach von Zungenſteinen ungleich theurer zu ſtehen kaͤme und das Gebaͤude weit mehr belaſte, als das Pfannendach“ — nur die Vorausſetzung zum Grunde liegen, daß die Zun— genſteine doppelt gelegt werden muͤſſen. Seitdem aber die Boͤhmiſche Art zu decken, wobei die Fugen zwiſchen den Steinen durch Kalk ausgefuͤllt werden, ſich in Mecklenburg mehr und mehr verbreitet hat, wird das doppelte Steindach mehr und mehr entbehrlich und ein auf dieſe Weiſe gelegtes Dach iſt nicht blos wohlfeiler und leich⸗ ter, ſondern zugleich minder feuergefaͤhrlich, als ein mit un— tergelegten Strohdocken verfertigtes Pfannendach. In Mecklenburg, wenigſtens in dem oͤſtlichen Theil deſ— ſelben, werden mit hoͤchſt ſeltenen Ausnahmen alle neuen Gebaͤude mit Zungenſteinen gedeckt und die Hohlziegel ſind auf den Ziegeleien faſt nirgends zu haben, wenn ſie nicht eigends beſtellt werden. Marienhof und Tellow im Januar 1837. —e— 151 Haupt-Directorium des Mecklenburgiſchen patriotiſchen Vereins fuͤr Ackerbau, Induſtrie und ſittliche Cul⸗ tur ꝛc. ꝛc. (L.S.) Graf v. d. Oſten Sacken. Erſter Hauptdirector. (L.S.) Dr. J. H. v. Thuͤnen. Zweiter Hauptdirector. H. L. J. Karſten als Haupt⸗Secretair des Vereins. Sr. Hochwohlgeberen Dem Großherzoglich Mecklenburgiſchen Geheimen Domainenrathe und Koͤnig— lich Großbritaniſch Hannoͤverſchen Re⸗ gierunngs⸗Rathe Herrn von Boddien zu Aurich. Nro. II. Weitere Bemerkungen uͤber den Mecklenburgiſchen Ha— ken von dem Herrn Dr. von Thuͤnen auf Tellow, zwei⸗ tem Haupt⸗Director des Mecklenburgiſchen patriotiſchen Ver⸗ eins ꝛc. ꝛc. Der Auslaͤnder, an die ſaubere Arbeit des von geſchick— ten Pfluͤgern geleiteten Pflugs gewoͤhnt, wird immer geneigt ſeyn, ſobald er die Arbett des Hakens ſieht, den Haken fuͤr ein verwerfliches Inſtrument zu erklaͤren. Die Maͤngel des Hakens, welche ſogleich in die Augen fallen, ſind hauptſaͤchlich folgende: 15² 1) die mit demſelben gezogenen Furchen werden nicht ho⸗ rizontal abgeſchnitten, ſondern bleiben an der Ackerſeite etwa 2 Zoll flacher, als an der Landſeite*). 2) Der Haken wendet den Acker nicht um, ſo daß die un⸗ tere Seite der Fahre, oben zu liegen kommt, ſondern bricht die Erde nur los und laͤßt ſie wieder fallen. Bei genauerer Unterſuchung findet man deßhalb auch, daß die ſtets mit dem Haken bearbeitete Ackerkrume von un⸗ gleicher Faͤrbung iſt, ſo daß, wenn die obern 3 Zoll ſchwarzgrau ausſehen, der vierte und fuͤnfte Zoll viel blaſſer von Farbe ſind, und der ſechste Zoll ſich ſchon der Farbe des Untergrundes naͤhert; ein Beweis, daß der Dung nicht der ganzen Ackerkrume gleichmaͤßig zu— getheilt wird. 3) Da der Haken kein Vordereiſen oder Sech hat, ſo kann die Erde nicht abgeſchnitten, ſondern nur losge— brochen werden, was im Vergleich mit dem Abſchneiden einen groͤßern Kraftaufwand erfordert. 4) Der Haken bringt nicht alle losgebrochene Erde nach der Ackerſeite, ſondern laͤßt einen Theil derſelben wieder nach der Landſeite fallen, welche dann vom Haken zum zweiten mal gehoben und weggeſchafft werden muß. 5) Beim Unterhaken des Miſtes bleibt derſelbe zum Theil oben aufliegen und iſt in dieſer Lage fortwaͤhrend der Luft exponirt. 6) Der Haken bildet nur eine ſchmale und ſpitze offene Furche, und Haͤker und Pferde haben in derſelben einen ſchwierigen und unſichern Gang, welches nothwendig —— *) Die Rinne, die der Haken bei der Arbeit zuruͤcklaͤßt, nenne ich „Furche;“ den Erdſtreifen, den der Haken losbricht, nenne ich dagegen„Fahre.“ 153 eine Verminderung der Schnelligkeit des Zuges zur Folge hat. 7) Wird mit Ochſen am Joch gehakt, ſo geht der eine Ochſe auf dem Acker und tritt einen großen Theil der ſo eben gelockerten Erde wieder feſt, was beſonders in der Saatfurche bei naſſer Witterung von nachtheiligen Folgen iſt. 8) Der Haken dringt bei gleicher Stellung tiefer in loſen als in feſten Boden ein. Dies zeigt ſich beſonders auf den Spitzen der Lehmhuͤgel, welche in der Regel nur 3 bis 4 Zoll Krume haben, waͤhrend der umgebende Acker 6 Zoll Krume beſitzt. Ein Inſtrument, welches in glei⸗ cher Tiefe fortginge, wuͤrde auf ô Zoll tief geſtellt, auf den Huͤgelſpitzen 2 bis 3 Zoll rohe Erde herauf bringen und dadurch eine gelockerte Krume von ô Zoll ſchaffen und trotz des Abſpuͤlens der Erde in dieſer Tiefe erhal— ten, was durch den Haken nicht geſchieht. 9) Um den Nachtheil, den es hervorbringt, daß der Haken die Furche nicht horizontal abſchneidet, moͤglichſt zu min— dern, muß das Laͤngs und Queer haken ſtets abwech⸗ ſeln, ſo daß bei der zweiten Bearbeitung die Furchen moͤglichſt ſenkrecht durch die fruͤheren gehen. Auf einem durch viele Graͤben und Wieſen durchſchnittenen Terrain entſtehen dadurch haͤufig kurze Wendungen, bei welchen die Arbeit weit weniger ſchafft als bei langen Wendungen. Dieſe in die Augen fallenden Maͤngel, ſo wie die un— ſaubere Arbeit, die der Haken beim Aufbruch des Dreeſches macht, haben ſchon viele Landwirthe zu dem Verſuche ver— anlaßt, den Pflug an die Stelle des Hakens zu ſetzen. So ergriff z. B. der ſeelige Domainenrath Pogge, einer der denkendſten und ſcharfſinnigſten Landwirthe, nicht blos Mecklenburgs, ſondern aller Laͤnder und Zeiten, noch im ſpaͤtern Alter mit Enthuſiasmus die Idee, den Pflug an 154 die Stelle des Hakens zu ſetzen, und ſchrieb eine Abhand⸗ lung uͤber den Vorzug des Pfluges. Es wurden Braun⸗ ſchweiger und Bayleyſche Pfluͤge angeſchafft, die Menſchen an die Fuͤhrung derſelben gewoͤhnt, und der Gebrauch des Pfluges mit Beharrlichkeit fortgeſetzt. Einige Jahre ſpaͤter, nachdem Menſchen und Zugvieh eingeuͤbt und alles im beſten Gange zu ſeyn ſchien, geſtand aber der Domainenrath Pogge, mit der ihm eigenen Offenheit dem Unterzeichneten, daß er ſich uͤber die Vorzuͤge des Pfluges ſehr getaͤuſcht habe. Der Pflug kam dann mit jedem Jahre mehr außer Gebrauch, und in ſeinen letzten Lebensjahren ließ er außer den Wieſen nur noch einen Theil der Stoppel und etwas Dreeſch mit dem Pflug umbrechen. Auch bei ſeinen Soͤhnen, dem Herrn F. Pogge auf Zierstorf und G. Pogge auf Roggow, wird nach ei⸗ ner ſchriftlichen Mittheilung des Letztern, jetzt nicht mehr gepfluͤgt, hoͤchſtens ausnahmsweiſe etwas Dreeſch bei ſehr zaͤher Narbe, und ſelbſt hier ſelten, weil, wenn man eine ſolche Narbe mit dem Raſenſchneider vorher laͤngs und quer durchſchneidet, das Haken darin ſehr gut gehet, und der Egge mehr Gelegenheit zum Wirken verſchafft wird. Das auffallendſte Beiſpiel in dieſer Art iſt aber, daß ein intelligenter Landwirth in der hieſigen Gegend, Hannovera— ner von Geburt*), der mit großer Vorliebe fuͤr den Pflug denſelben in ſeiner Wirthſchaft einfuͤhrte, jetzt nach mehrjaͤh— rigem Gebrauch dem Pfluge untreu geworden und zum Haken uͤbergegangen iſt. Der Unterzeichnete machte ſchon vor vielen Jahren ei— nen Verſuch mit der Einfuͤhrung des Bayleyſchen und Small— ſchen Pfluges. Ueberzeugt, daß jede Einfuͤhrung eines neuen Ackerinſtruments, ſey es auch noch ſo vorzuͤglich, an dem Widerwillen und der Ungeuͤbtheit der Arbeiter ſcheitern muͤſſe, *) Videat. Nro. IV. und V. dieſer Abtheilung. 155 wenn der Gebrauch nicht beharrlich fortgeſetzt werde, beſchloß er einen Bayleyſchen in Moͤgelin verfertigten, mit Ochſen beſpannten Pflug den ganzen Sommer hindurch neben dem mit Ochſen beſpannten Haken gehen zu laſſen. Ein verſtaͤn⸗ diger, mit dem Gebrauch des Pfluges ſchon bekannter Mann wurde zum Fuͤhrer deſſelben gewaͤhlt— und ihm aufgegeben, mit den Haͤkern ſtets gleichen Schritt zu halten. Die Kla— gen, daß der Pflug viel ſchwerer gehe, als der Haken, begannen ſehr bald, wurden aber von dem Unterzeichneten mit der Vertroͤſtung, daß ſich dies ſchon geben wuͤrde, be⸗ harrlich zuruͤckgewieſen. Indeſſen wurden die Ochſen, die den Pflug zogen, in Vergleich mit denen, die vor dem Ha— ken gingen, ſichtlich mager— und nach Verlauf von etwa 3 Monaten waren ſie ſo abgemagert, daß der Verſuch nicht weiter fortgeſetzt werden konnte, ſondern aufgegeben werden mußte. Die Pflugfurchen wurden an der Landſeite etwas flacher, an der Ackerſeite etwas tiefer als die Hakenfurchen. Letztere waren aber etwas breiter als erſtere— und im Gan— zen wird die kubiſche Maſſe der Hakenfurche und der Pflug⸗ furche ungefaͤhr gleich groß geweſen ſeyn. Seitdem wird hier nur noch der Dreeſch theilweiſe mit dem Pfluge um⸗ gebrochen. Daß der Haken eine geringere Zugkraft erfordert, als die beſten engliſchen Pfluͤge, wird hiedurch beſtaͤtigt, ſo wie dies auch aus dem mit dem Kraftmeſſer angeſtellten Verſu— chen hervorgehet. Wenn aber dieſe und viele andere Verſuche, den Haken durch den Pflug zu verdraͤngen, fruchtlos geblieben ſind, ſo draͤngt ſich die Frage auf: welche Vorzuͤge der Haken beſitzt, durch die ſeine anerkannten Maͤngel compenſirt und uͤberwogen werden. Zu den Vorzuͤgen des Hakens in Vergleichung mit dem Pflug rechne ich hauptſaͤchlich folgende: 156 1) der Haken iſt wohlfeiler und ſeine Unterhaltung koſtet weniger als die des Pfluges. 2) Bei gleichen Erdmaſſen der gezogenen Furchen refordert der Haken weniger Zugkraft, wenn die Furchentiefe nicht uͤber 5 bis 6 Zoll betraͤgt. 3) Der Haken dringt in ſehr harte Erde ein, welche durch den Pflug nicht mehr bearbeitet werden kann. 44) Der Haken beſitzt kein Sech oder Pflugmeſſer, deſſen richtige Stellung beim Pfluge ſo ſchwierig und zeitrau⸗ bend iſt, daß dadurch bei oft verruͤckter Lage deſſelben auf Boden, der Steine enthaͤlt, ein großer Theil der Arbeitszeit verloren geht. 5) Mit dem Haken laͤßt ſich langer Dung ſehr gut un— terbringen, welches beim Pflug durch das Vorſchieben des langen Dungs auf das Sech mit großen Schwie⸗ rigkeiten und mit Zeitverluſt verbunden iſt. 6) Beim Haken wird die Erde auf das Hakenbret geſcho⸗ ben und faͤllt von dieſem wieder herunter, wodurch einestheils dieſelbe weit mehr zerbroͤckelt und zerkruͤmelt, als dies beim Pfluͤgen durch das Umwenden des Pflugſtreifens geſchieht, und andern Theils die Eggen tiefer eingreifen, weßhalb das Eggen hier von ungemei⸗ ner Wirkſamkeit iſt. 7) Der Haken verſetzt die losgebrochenen Erdſtuͤcke in eine hoͤchſt irregulaire Lage und dadurch wird der moͤglichſt groͤßte Theil der Ackerkrume mit der Atmoſphaͤre in un— mittelbare Beruͤhrung gebracht. Dies hat nun die zweifache Wirkung: a) daß der Einfluß der Witterung auf den mechaniſchen Zuſtand des Bodens durch die Abwechſelung von Trock⸗ niß und Naͤſſe— welche zur Pulverung und Lockerung des Bodens ſo viel beitraͤgt— hier wirkſam iſt, und ———² —— 157 b) daß die Bildung der directen Pflanzennahrung aus dem Humus, oder die Entwickelung der Fruchtbarkeit im von Wulffenſchen Sinn— hier raſcher von ſtatten geht. Die beiden ad 6 und 7. erwaͤhnten Punkte verdienen einer beſondern Aufmerkſamkeit und naͤhere Eroͤrterung. Es iſt allgemein bekannt und anerkannt, daß die Beſtellung des Ackers, und namentlich die der Brache, in Mecklenburg vorzuͤglich iſt, und dieſe Bearbeitung geſchieht mit dem Haken. Minder bekannt und paradox ſcheinend, aber durch viele Thatſachen bewaͤhrt, iſt es, daß der Dreeſch viel fruͤher muͤrbe und zur Aufnahme einer andern Saat geſchickt gemacht wird, wenn er im Herbſt gehakt, als wenn er gepfluͤgt wird— und daß man im Herbſt den Dreeſch nicht mit dem Pflug, ſondern mit dem Haken umbrechen muß, wenn man im folgenden Fruͤhjahr Kartoffeln, Flachs oder Wicken darin bauen will. Dieſer Erfolg der Bearbeitung im Ganzen bei der ent⸗ ſchieden unvollkommenen Arbeit, die der Haken liefert, wird nur dadurch erklaͤrlich und begreiflich, daß auf dem gehakten Acker, welcher eine ſehr rauhe unebene Oberflaͤche darbietet, das Eggen mit eiſernen und hoͤlzernen Eggen von ſo großer Wirkſamkeit iſt. Waͤhrend auf dem gepfluͤgten Dreeſch die Eg⸗ gen kaum die Oberflaͤche ritzen, kann auf dem gehakten Dreeſch alles, was der Haken losgebrochen hat, von den eiſernen Eg⸗ gen gefaßt und zerſtuͤckt, und koͤnnen dann die Quecken und Graswurzeln durch das Rundeggen mit hoͤlzernen Eggen von Erde entbloͤßt und dem Verdorren uͤberliefert werden. Die Chemie lehrt uns, daß bei der Bildung des Ex⸗ tractivſtoffs(directe Pflanzennahrung) aus dem Hnmus ſtets Sauerſtoffgas abſorbirt wird, und, daß ohne Zutritt der at⸗ moſphaͤriſchen Luft keine Entwickelung von Extractivſtoff aus 158 dem Humus ſtatt findet. Es wird alſo auch jene Entwicke— lung um ſo ſchneller vor ſich gehen, je mehr jede Partikel der Ackerkrume mit der Atmoſphaͤre in Beruͤhrung kommt. Hieraus duͤrfen wir nun mit Wahrſcheinlichkeit folgern: 1) daß der Boden einen beſtimmten Grad von Thaͤtigkeit durch die Bearbeitung mit dem Haken in kuͤrzerer Zeit erlangt, als durch die mit dem Pflug, und 2) daß bei gleicher Zeitdauer der Bearbeitung, der gehakte Boden einen hoͤhern Grad von Thaͤtigkeit erlangt, als der gepfluͤgte, folg⸗ lich auch bei gleichem Gehalt an Dung und Humus eine groͤßere Erndte giebt. Ein im Großen angeſtelltes und mit Genauigkeit durch⸗ gefuͤhrtes Experiment, wie ſich auf gleichem Boden und bei ſonſt gleichen Umſtaͤnden die Erndte des mit dem Haken be— arbeiteten Feldes, zu der, des mit dem Pfluge bearbeiteten verhaͤlt, wuͤrde hoͤchſt intereſſant und belehrend ſeyn, aber ein ſolches Experiment iſt leider noch nicht angeſtellt. Die Vergleichung des Kornertrags eines mit dem Haken bearbeiteten Guts in Mecklenburg mit dem Kornertrage eines in einem andern Lande mit dem Pfluge beſtellten Guts kann nicht entſcheidend ſeyn, weil Boden, Klima, Dunggehalt ꝛc. bei der Beſtimmung der Groͤße des Ertrags, einen nicht minder wichtigen Einfluß ausuͤben, als die Bearbeitung. Da aber der ſchoͤnſte und reichſte Boden unter den guͤn⸗ ſtigſten klimatiſchen Einfluͤſſen keine vorzuͤgliche Erndte lie— fert, wenn er ſchlecht bearbeitet wird, ſo kann umgekehrt aus einem hohen Ertrag gefolgert werden, daß die Zuberei⸗ tung und Bearbeitung des Ackers nicht ſchlecht geweſen ſey. In dieſer Beziehung nun theile ich den Durchſchnitts⸗ ertrag, den der Weizen auf einem Gute, von dem ſeit 26 Jahren genaue Rechnungen vorliegen und auf welchem die ————— ——,— 159 Beſtellung des Ackers bis zum Jahre 1835 faſt aus— ſchließlich mit dem Haken geſchehen iſt, hier mit: Auf dieſem Gute hat der Weizen von 1810 bis 1835 excl. im 25jaͤhrigen Durchſchnitt von 100 Mecklenburgiſchen Quadr. Ruthen 107 ⁄60 Berliner Scheffel, vom Magdeburger Morgen, alſo 12 Berliner Scheffel Ertrag gegeben. Der Boden dieſes Guts iſt nicht durchgaͤngig gut und auf Guͤ⸗ tern von gleichmaͤßigerem Boden mag der Ertrag noch hoͤher geweſen ſeyn. Ein Inſtrument, deſſen Anwendung unter gegebenen Um⸗ ſtaͤnden einen ſolchen Kornertrag geſtattet, und das vor dem Pfluge allemal den Vorzug hat, daß es weniger Zug⸗ kraft erfordert und weniger koſtet, darf wohl in kei— nem Lande, ſelbſt nicht in England und Belgien, mit Nichtachtung angeſehen und behandelt werden, zumal da es nicht ſchwer iſt, ſeinen Maͤngeln abzuhelfen, wenn ſeiner Verbeſſerung nur die Aufmerkſamkeit gewidmet wird, die dem Pfluge ſchon ſo lange zu Theil geworden iſt. Tellow, im Januar 1837. (gez.) J. H. v. Thünen. ——— Nro. III. Notizen von Demſelben uͤber den Hakenpflug. [— Die mit Vorliebe fuͤr den Pflug ſeit mehr als zwanzig Jahren gemachten Verſuche, den Haken durch Einfuͤhrung von Smallſchen, Engliſchen und Belgiſchen Pfluͤgen zu ver⸗ draͤngen, waren fruchtlos geblieben. Es hatte ſich er— geben, daß der Haken, ſo ſchlecht und roh er auch in der Regel gearbeitet iſt, und ſo kraftverſchwendend er in manchen ſeinen Eigenſchaften— z. B. dem Losbrechen der Erdſcholle, 12 160 dem Ueberwerfen der Erde nach beiden Seiten u. ſ. w.— ſey, dennoch leichter gehe, das iſt, weniger Zugkraft erfordere, als die beſten Pfluͤge; ferner hatte ſich ergeben, daß die Arbeit des Hakens, obgleich im Einzelnen ſo mangelhaft, in ſeinem End⸗Reſultate, der guten Zubereitung des Bodens fuͤr die Saat, und des Einfluſſes auf die Groͤße der Erndten der Ar⸗ beit des Pflugs mindeſtens gleich komme, vielleicht uͤbertreffe. Andrerſeits lagen die Maͤngel des Hakens theils in Be— zug auf Verſchwendung von Zugkraft in einzelnen Punkten, theils in Bezug auf die Guͤte der Arbeit, im Einzelnen ſo klar und entſchieden vor, daß es dem Unterzeichneten lange unbegreiflich blieb, wie jenes Reſultat hervorgehen koͤnne— und erſt ſpaͤt gelangte er zu der Ueberzeugung, daß das keil⸗ foͤrmige Eindringen des Hakens in die Erde in Bezug auf die Leichtigkeit des Zugs und das Zerbroͤkeln der Erde in Be⸗ ziehung auf die gute Zubereitung des Ackers von ſo entſchiedener Wichtigkeit ſind, daß dadurch alle Maͤngel, die der Haken im Vergleich mit dem Pfluge ſonſt wirklich hat, aufgehoben, oder auch uͤberwogen werden. Hieran knuͤpfte ſich nun die Unterſuchung, ob es nicht moͤglich ſey, den Maͤn— geln des Hakens abzuhelfen, ohne ſeine weſentlichen Vorzuͤge anfzuheben. Nach einer laͤngern, dieſem Gegenſtande gewidmeten Auf⸗ merkſamkeit, ſchien es dem Referenten wahrſcheinlich zu ſeyn, ¹) daß durch Verlaͤngerung des Hakeiſens nach der Ak⸗ kerſeite hin, die Furche horizontal abgeſchnitten werden koͤnne; 2) daß das Hakeiſen, wenn es ſtatt nach beiden Seiten abzufallen, eine Ebene bilde, an der Landſeite hoch ge— nug zu ſtehen komme, um den Erdſtreifen abzuſchneiden, ſtatt loszubrechen, und ſo die Stelle des Pflugmeſſers erſetzen koͤnne; 3) daß, wenn das Hakenbrett aus einer Ebene beſtaͤnde 161 und ſtatt des rechten Winkels einen ſpitzen Winkelz mit dem Hakenkruͤmmel bildete, das Heruͤberfallen der Erde nach der Landſeite vermieden und vielleicht ein Umwen— den des Erdſtreifens hervorgebracht werden koͤnne; 4) daß durch Belegung des Hakenbretts mit einer gegoſ⸗ ſenen eiſernen Plate, und durch Verwendung zweier ei⸗ ſener Hakenſohlen— die eine unter dem Hoͤft, die an— dere an der Landſeite des Hoͤfts— wodurch die Erde uͤberall nur mit Eiſen nirgends mit Holz in Beruͤhrung kaͤme, die Friction ſo betraͤchtlich vermindert werden wuͤrde, daß die Umwendung der durch den horizontalen Schnitt ſehr vergroͤßerten Erdmaſſe doch keine vermehrte Zugkraft noͤthig machen wuͤrde. Im Fruͤhjahr 1834 kam nach vielen Verſuchen und Ab⸗ aͤnderungen ein ſolcher Hakenpflug zu Stande, welcher, ob⸗ gleich er noch manche Unvollkommenheiten an ſich trug, z. B. ſtatt des gegoſſenen nur ein geſchmiedetes, minder glat⸗ tes eiſernes Streichbrett hatte, doch deutlich zeigte, daß die Idee realiſirbar ſey. Es wurde beſchloſſen, dieſen Hakenpflug den ganzen Sommer hindurch mit und neben den gewoͤhnlichen, mit ei— nem Vordergeſtell verſehenen und mit Pferden beſpannten Haken gehen zu laſſen, damit eine taͤgliche vergleichende Pruͤ⸗ fung angeſtellt werden koͤnne, und die Arbeiter ſelbſt ſich uͤber den Werth oder Unwerth des Inſtruments ein Urtheil bilden koͤnnten. In dieſem Sommer ergab ſich als Reſultat, daß die Pferde vor dem gewoͤhnlichen Haken mit denen vor dem Ha⸗ kenpfluge nicht gleichen Schritt halten konnten, und daß letz⸗ tere am Ende des Sommers reichlich ſo gut im Stande wv⸗ ren, als erſtere, obgleich mit dem Hakenpfluge eine weit groͤ⸗ ßere Erdmaſſe umgebrochen war, indem mit demſelben brei— tere Furchen genommen, und dieſe bei gleicher Tiefe mit der Hakenfurche an der Landſeite, horizontal ahgeſchnülten waren. 12 162 Ermuntert durch dieſen Erfolg, ließ ich im Fruͤhjahr 1835 mehrere Hakenpfluͤge verfertigen, und nun die Hakenbretter mit gußeiſernen Platen belegen. In dieſem Sommer ſollte neben den Hakenpfluͤgen noch ein gewoͤhnlicher Haken in Arbeit bleiben, um die Vergleichung zwiſchen beiden fortzuſetzen. Aber die Knechte ſtritten ſich immer daruͤber, wer den Haken nehmen ſolle, da keiner von ihnen freiwillig damit arbeiten wollte, und es wurde deshalb noch ein Hakenpflug angeſchafft. Seitdem iſt hier nur noch ein uͤber beide Haͤnde gehen⸗ der Haken mit Vordergeſtell im Gebrauch geblieben, mit welchem 1) die Anwendungen gehakt werden, weil es hier vorzuzie⸗ hen iſt, die Erde oͤfterer von den Graͤben ab- als an— zuſtuͤrzen; und 2) die letzten Fahren der Pflugkabeln ausgehakt werden, weil der Hakenpflug, ſo wie der Pflug, hier eine zu breite offene Furche macht. Außerdem wird beim Unterhaken der Kartoffeln, um das Zer⸗ treten derſelben zu vermeiden, der Bauchhaken gebraucht, bei welchem die Pferde die Furche nicht betreten. Zu allen uͤbri⸗ gen Pflugarbeiten iſt aber ausſchließend nur der Hakenpflug angewandt. Die Arbeit des Hakenpflugs. Das Hakeiſen und die Hakenplate(Streichbrett) liegen in einer Ebene, und beide vereint bilden eine zwiefach ge— neigte ſchiefe Ebene. Die vom Hakeiſen ausgehobene Erde wird beim Zuge auf das Streichbrett geſchoben, und fallt, da dies Streichbrett eine Steigung nach der linken Seite hat, von dieſem wieder herunter. Hierbei faͤllt der Theil des ——⁴¹——— t 163 Erdſtreifens, welcher der offenen Furche am naͤchſten iſt, gleich hinter dem Hakeiſen wieder nieder, der entferntere Theil des Erdſtreifens ſteigt hoͤher an das Streichbrett auf, und wird, da das Streichbrett nach oben breiter iſt, weiter links geſchoben, ehe die Erde abfaͤllt. Dadurch entſteht nun eine Umdrehung des Erdſtreifens um ſeine eigene Axe, und ſo wird hierdurch das bloße Herabfallen von einer geneigten Ebene, das Umwenden der Erde bewirkt, wozu die engli— ſchen Pfluͤge durch das uͤbergebogene Streichbrett ſo viele Zugkraft verwenden. Im Dreeſch und im feſten Stoppelacker iſt dieſe Um— wendung der Erde bei guter Fuͤhrung des Hakenpflugs eine vollſtaͤndige, im Lockern ſchon bearbeiteten Acker wird zwar auch alle oben gelegene Erde durch die aus der Tiefe heraufge⸗ brachte bedeckt, aber es kruͤmelt etwas Erde in die Furche zuruͤck. Einem an die ſaubere Pflugarbeit gewoͤhnten Auge wuͤrde dies wahrſcheinlich anſtoͤßig ſeyn, obgleich es im Re— ſultat wohl ohne Nachtheil iſt. Die Furche bleibt jedoch weit genug offen, um dem Pflugfuͤhrer und dem Zugvieh einen bequemen Gang zu gewaͤhren. Da die Erde auf das glatte Streichbrett hoch aufſteigt, und dann von oben niederfaͤllt, ſo erlangt der Acker durch die Bearbeitung mit dieſem Inſtrument eine anßerordentliche Lockerheit, welche ſelbſt durch den Haken nicht in dieſem Grade bewirkt wird. Auf Sandboden koͤnnte dies, wenn man nicht eine Fur⸗ che weniger giebt, als mit den andern Inſtrumenten, wohl nachtheilig werden. Iſt der Acker im trockenen Zuſtande, ſo koͤmmt die Erde nicht blos locker zu liegen, ſondern wird beim Herunterfallen vom Streichbrett auch ſehr zerbroͤckelt. Im feuchten Zuſtande iſt aber auf lehmigem Boden der Zuſammenhang der Erd 164 zu ſtark, um durch den Fall vom Streichbrett geloͤſt wer— den zu koͤnnen; hier bildet der Hakenpflug Schollen, die obgleich nicht feſt gedruͤckt wie beim Pfluͤgen, doch groͤßer und zuſammenhaͤngender ſind als beim Haken. Daß der Haken den Boden im naſſen Zuſtande mehr zerbroͤhelt, hat wohl darin ſeinen Grund, daß derſelbe die Erde nach allen Seiten fallen laͤßt, und daß die Reibung auf dem Holz weit groͤßer iſt, als auf dem glatten Eiſen. In der Saatfurche, bei ſo naſſer Witterung, wie im Herbſt 1836 Statt fand, liefert der Haken deshalb einen fuͤr die Saat beſſer zubereiteten Acker als der Hakenpflug. In der Stellung, worin der Hakenpflug bei der Arbeit gehalten wird, iſt die obere Spitze der rechten Seite des Hakeiſens 9 ½ Zoll uͤber der Sohle der Furche erhoben, und bei Furchen bis zu dieſer Tiefe ſchneidet das Hakeiſen den Erdſtreifen los, und vertritt die Stelle des Pflugmeſſers. Zu einer tieferen Ackerung als 9 ½ Zoll— die hier ganz ungewoͤhnlich iſt— iſt deshalb das Inſtrument in ſeinem jetzigen Zuſtande nicht geeignet. Durch eine Verlaͤngerung des Hakeiſens nach der rechten Seite hin, wuͤrde man aber dieſem Mangel wahrſcheinlich abhelfen koͤnnen. In ſehr feſtem Boden dringt der Hakenpflug mindeſtens eben ſo gut ein als der Haken, und ſein Gang iſt daſelbſt ſtetiger, ſeine Arbeit viel beſſer. In den Sommern 1835 und 356 ſind hier alle durch das Miſtfahren entſtandene Feldwege damit umgebrochen. Der Hakenpflug hat die unerwartete Eigenſchaft gezeigt, daß er bei gegebener Stellung in muͤrben und in feſten Bo— den gleich tief eindringt, und nicht wie der Haken gehoben wird, wenn dieſer auf einen harten Untergrund ſtoͤßt. Bei einer Furche von 6 Zoll tief bringt er hier deshalb auf den ———— 165 Lehmhügelſpitzen mit flacher Ackerkrume einen Theil roher Erde herauf, welche hier dann noch eine eigne Duͤngung erhaͤlt. Nach den Beobachtungen des Referenten kann den Lehm— huͤgelſpitzen, die durch ihre abhaͤngige Lage faſt immer an Duͤrre leiden, durch wiederholte ſtarke Duͤngungen, ohne Ver⸗ tiefung der Ackerkrume, nur eine momentan erhoͤhte, aber keine ausdauernd hohe Fruchtbarkeit ertheilt werden. Eine Vertiefung der Krume, wodurch der Acker die Faͤhigkeit er⸗ haͤlt, eine großere Quantitaͤt Waſſer und Dung in ſich auf⸗ zunehmen und zu bewahren ſcheint hier allein zum Ziel zu fuͤhren. Die erwaͤhnte Eigenſchaft des Hakenpflugs iſt hier deshalb ſehr willkommen; auf Guͤtern, die bei einem ungleichartigen Boden Mangel an Dung haben, moͤchte ſie ais nachtheilig erſcheinen. Auch zum Umbruch von, mit Erde befahrnen, ſtark be⸗ narbten, aber ebenen Wieſen— wird hier der Hakenpflug mit Erfolg benutzt. Zu dieſer Arbeit reicht aber die Schaͤrfe, welche der Schneide des Hakeiſens durch den Schmidt gege— ben wird, nicht aus, ſondern das Hakeiſen muß hierzu auf einem Schleifſtein ſcharf geſchliffen werden. Der Hakenpflug legt in den Wieſen die Furche nicht ſo gut um, als der Smallſche Pflug, auch fallen einzelne Ra⸗ ſenſtuͤcke in die Furche zuruͤck,(was jedoch, wenn nicht ein ſehr geſchickter Fuͤhrer da iſt, beim Schmallſchen Pflug eben— falls Statt findet) und es muß deshalb jedem Pfluͤger eine Frau folgen, die dieſe Stuͤcke zurecht legt. Auf dieſen Wie— ſen wird aber durch den Hakenpflug mit nicht groͤßerer An⸗ ſtrengung der Pferde eine ſehr viel groͤßere Flaͤche umgebro— chen, als durch den Smallſchen Pflug. Die durch den Hakenpflug umgewendeten Raſenſtreifen bleiben hohl liegen, ſind in dieſer Lage dem Angriff der Eg— gen ſtark ausgeſetzt, und ſeit zwey Jahren ſind ſtark benarbte 166 Wieſen durch vier Fahren in einem einzigen Brachjahr muͤrbe und zur Beſaͤung mit Raps geſchickt gemacht, wo— zu fruͤher beim Gebrauch des Pflugs zwei Brachjahre gehoͤr⸗ ten. Mit dem Pflughaken werden, wenn er 6 Zoll tief geht, in der Regel Fahren von 13 Zoll Luͤbecker Maaß(12 Zoll Rheinlaͤndiſch) breit genommen, die Fahre wird vollig hori— zontal abgeſchnitten, und bei der Breite derſelben von 13 Zoll bleibt keine Spur von Balken ſtehen. Der Querſchnitt oder das Profil der Furche betraͤgt als⸗ dann 6513=78 Q. Zoll. Wenn die Furche des gewoͤhnlichen Hakens an der Land⸗ ſeite 6 Zoll tief iſt, ſo wird die Erde an der Ackerſeite nur 4 Zoll tief abgeſchnitten, die mittlere Furchentiefe betraͤgt alſo 5 Zoll. Sollen keine Balken ſtehen bleiben, ſo kann der Haken bei dieſer Stellung nur Fahren von 12 Zoll Breite nehmen, und auch dies nur im Fruͤhjahre, wenn die Haken— eiſen noch nicht abgeſchliffen ſind und ihre volle Breite haben. Das Poofil der Fahre betraͤgt alsdann 512= 60 Q. Zoll. Um die Zugkraft zu ermitteln, welche verſchiedene Ackerin⸗ ſtrumente erfordern, wurden hier im Fruͤhjahr 1835 Verſuche mit dem Kraftmeſſer in Gegenwart mehrerer Landwirthe an— geſtellt. Es ſchien ſich daraus zu ergeben, daß der Haken— pflug und der gewoͤhnliche Pferdehaken mit Vordergeſtell gleiche Zugkraft erforderten, wenn die Fahre des erſtern 72 Q. Zoll, und die des letztern 60 Q. Zoll im Profil maßen. Da aber der Kraftmeſſer ſelbſt in Unordnung war, und dieſe Verſuche nicht in verſchiedenen Zuſtaͤnden des Ackers, ſondern nur einmal angeſtellt ſind, ſo laſſen ſie keine weiteren Folge— rungen daran knuͤpfen. Weit mehr entſcheidet hieruͤber der Zuſtand der Zugthiere, wenn ſie unausgeſetzt mit einem Inſtrumente arbeiten. In 167 dieſer Beziehung hat ſich nun auf dem hieſigen, huͤgeligen, zum Theil aus Lehmboden beſtehenden Felde in den Som— mern 1835 und 36 ergeben, daß die Pferde, welche taͤglich vor dem Hakenpflug gingen, mit welchen Fahren von 5 bis 6 Zoll Tiefe und 12 bis 13 Zoll Breite genommen wurden, nicht abmagerten, ſondern ungefaͤhr in demſelben Zuſtande blieben. In den Sommern 1836 und 37 hat ſich in Tellow er⸗ geben, daß die pro Tag mit dem Hakenpflug umgebrochene Flaͤche in einem auffallenden und unerwarteten Grad groͤßer geweſen iſt, als die in fruͤhern Jahren mit dem Haken ge— ackerte Flaͤche. Die einzelnen Facta wird Referent vielleicht in den Meck— lenburgiſchen Annalen mittheilen.*) Angabe einiger Haupt-Dimenſionen des Hakenpflugs. Es iſt nicht meine Abſicht, eine vollſtaͤndige Beſchrei— bung des Hakenpflugs zu liefern, da dieſe ſelbſt von den beſten Zeichnungen begleitet, doch faſt nie ausreichen wuͤrde, um ein Exemplar darnach verfertigen zu laſſen. Ich muß deshalb die Kenntniß des gewoͤhnlichen mecklenburgiſchen Pfer— dehakens mit Vordergeſtell vorausſetzen, und werde von dem Hakenpfluge nur die Dimenſionen der Theile, welche von denen des Hakens abweichen, angeben. Hoͤft, Kruͤmmel, Hakenbaum und Sterz werden auf die⸗ ſelbe Weiſe, wie beim Haken, zuſammengefuͤgt und muͤſſen in einer Ebene liegen. Wird dies Geſtel— das Hoͤft nach unten— auf ei— nem ebenen Boden ſenkrecht aufgeſtellt, und der Hakenbaum *) vid. XXI. Jahrgang 1837. 9tes und 10tes Heft pag. 597, 168 in einer Laͤnge von 6 Fuß abgeſchnitten, ſo muß die untere Spitze des Hakenbaums 3 Fuß uͤber dem Boden erhoben ſeyn; der obern Spitze des Erdpunkts der Sterze wird hier gewoͤhnlich eine Hoͤhe von 3 Fuß 3 Zoll gegeben; die iſt je— doch kein beſtimmtes Maaß, indem es nach der Groͤße des Pfluͤgers veraͤndert werden muß, wenn dieſem die Fuͤhrung bequem ſeyn ſoll. Das Zapfloch im Kruͤmmel, worin der Zapfen des Ha— kenbretts faßt, muß in der Hoͤhe angebracht werden, daß ein Perpendikel von dem Punkt, wo oberwaͤrts das Hakenbrett den Kruͤmmel beruͤhrt, auf den Boden gefaͤllt, genau 18 Zoll mißt. Die Laͤnge des Hakenbretts, welches nur 10 bis 12 Zoll Breite zu haben braucht, muß genau 30 Zoll betragen; hieran wird der untere Theil zur Zunge, auf welche das Hak⸗— eiſen geſchoben wird, ausgeſchnitten, die eine Laͤnge von 10 Zoll und eine Breite von 6 Zoll haben muß. Das Hoͤft wird nach vorne ſo abgeſchnitten, daß der Endpunkt des darauf ruhenden 30 Zoll langen Hakenbretts den Boden beruͤhrt. Der Winkel, den das Hakenbrett und die Sohle des Hoͤfts unter dieſer Bedingung mit einander bilden, iſt 37 Grad. Die Laͤnge des Hoͤfts iſt unbeſtimmt, indem dieſe von der ſtaͤrkern oder geringern Kruͤmmung des Hakenkruͤmmels abhaͤngig iſt, ſie muß 4 Zoll betragen. Das Hakenbrett hat, wie ſchon fruͤher erwaͤhnt iſt, eine Neigung nach der linken Seite, und es bildet mit der durch den Kruͤmmel und das Hoͤft gelegten Ebene einen Winkel von 76⁰*). Dieſe ſchiefe Lage wird dem Hakenbrett dadurch *) In der Lage, worin der Hakenpflug bei der Arbeit gehalten wird, und wobei das Hakeiſen einen horizontalen Schnitt macht, bildet(nach dem Durchſchnitt mehrerer Meſſungen) die durch den Kruͤmmel und Hoͤft gelegte Ebene mit dem Horizont einen Winkel von 670⁰. Verlaͤngert man die Ebene des Hakenbretts, —yõ—y — ——— 169 gegeben, daß der Zapfen des Hakenbretts, welcher in das Zapfloch des Kruͤmmels einfaßt, ſchief ausgeſchnitten wird, ſo daß er mit dem Hakenbrett ſelbſt den Winkel von 76° bildet. Iſt der Zapfen des Hakenbretts in den Kruͤmmel einge— laſſen, ſo wird das untere Ende des Streichbretts durch einen Nagel mit dem Hoͤft verbunden. Dieſer Nagel muß aber ſtark und lang ſeyn, denn wenn er loslaͤßt, bricht der Ha— ken. Eine Schraube moͤchte hier noch zweckmaͤßiger ſeyn. Das gußeiſerne Streichbrett wird dann durch 4 Schrau⸗ ben an das Hakenbrett feſt geſchroben. Die Form und die Dimenſionen des Streichbretts, ſo wie des Hakeiſens, zeigt die anliegende Zeichnung(videat. Ei. 20.)) bis ſie den Horizont trifft, ſo bildet ſie mit demſelben einen Winkel von 180⁰— 760,67 ⁰)= 370, alſo grade denſelben Win⸗ kel, den Streichbrett und Hoͤft mit einander machen. Bei die⸗ ſem Neigungswinkel haben die Seiten des rechtwinklichten Drei⸗ ecks, welches entſteht, wenn man vom Endpunkte der ſchiefen Ebene ein Perpendikel fällt, das rationale Verhaͤltniß, 3. 4. 5. Da die Groͤße der zwiefachen Neigung des Hakenbretts nicht der Idee entnommen, ſondern nach faſt unzaͤhligen Proben und Abanderungen, erſt diejenige Neigung, bei welcher die Arbeit am vollkommenſten wurde, angenommen und feſtgehalten iſt, und dann erſt die Groͤße der Neigungswinkel aufgeſucht wurde; ſo iſt Hes allerdings auffallend und merkwuͤrdig, daß fuͤr beide Neigun⸗ gen des Hakenbretts— nach vorne und nach der linken Seite— ſich ein und derſelbe Winkel ergiebt, und daß dieſer Winkel grade derjenige iſt, bei welchem die Seiten des rechtwinklichen Dreiecks ein rationales Verhaͤltniß gegen einander haben. *) Es iſt merkwuͤrdig, wie ſenſible das Inſtrument fuͤr jede Aende⸗ rung der Breite des Streichbretts iſt. Das zuerſt gegoſſene breitere Streichbrett warf die Erde zu weit weg und erſchwerte den Zug, ein zweites ſchmaͤleres ließ die Erde zu fruͤh fallen und gab keine offene Furche, und erſt das nach einem vierten Modell gegoſſene Streichbrett erfuͤllte die gemachten Forderungen. 170 Die Linie h. d. von der Spitze des Hakeiſens h. nach d., dem Punkte, wo die obere Seite des Hakenbretts die Mitte des Kruͤmmels beruͤhrt, zeigt, welche Lage Streichbrett und Hakeiſen gegen Hoͤft und Kruͤmmel haben muͤſſen. Am ſchwierigſten iſt es nun, die Zunge, worauf das Hakeiſen geſchoben wird, ſo auszuſchneiden, daß Streichbrett und Hakeiſen die richtige Stellung erhalten. Durch Befol— gung nachſtehender Vorſchrift wird dies aber erreicht. Links von d. und 2 ½¼ Zoll davon entfernt wird ein anderer Punkter genommen; von dieſem Punkt zieht man nach der Mitte der Spitze des Hoͤfts eine grade Linie. Dieſe Linie, welche die Linie k. J. halbirt und ſenkrecht darauf ſteht, ergiebt die Richtung und zugleich die Mitte der Zunge, die dann 10 Zoll lang und 6 Zoll breit ausgeſchnitten wird. Das Hakeiſen mit dem Kopf deſſelben 14 ½ Zoll hoch, ragt, wenn es auf die 10 Zoll lange Zunge geſteckt wird, 4 ½ Zoll uͤber das Hakenbrett hinuͤber. Laͤge es nun gleich Anfangs platt an demſelben, ſo wuͤrde ſeine Spitze zu tief in die Erde dringen, es muß deshalb zuerſt ein kleiner Keil zwiſchengeſchoben werden, welcher aber wieder wegge— nommen wird, wenn das Hakeiſen durch Abſchleifen etwas von ſeiner Laͤnge verloren hat. Wenn nun das Hakeiſen aufgeſchlagen iſt, ſo wird das Geſtell nach der linken Seite heruͤber gebogen, ſo daß die linke Seite des Hakeiſens uͤberall den Boden beruͤhrt und den Haken ſelbſt ſtuͤtzt. In dieſer Lage des Hakens muß die Spitze c. des Hakeiſens 9 ½ Zoll und die Spitze q. des Streichbretts 10 ½ Zoll uͤber dem Boden erhoben ſeyn. Sind bei Verfertigung des Inſtruments alle angegebenen Di— menſionen genau befolgt, ſo iſt dies zugleich die Stellung, worin der Hakenpflug bei der Arbeit gehalten wird. Als⸗ dann wird die untere ſcharfe Kante des Hoͤfts, worauf der Haken bei dieſer Lage ruht, ſo weit weggeſchnitten, daß ſich eine Flaͤche von 1 ½ Zoll breit, welche ſich dem ebenen Bo⸗ —— 8——— 171 den uͤberall genau anſchließt, bildet. Hierauf wird in dieſer Flaͤche eine Hoͤhlung ausgefalzt, welche 1½ Zoll breit und hinten ½ Zoll tief iſt, nach vorne aber auslaͤuft; in dieſe Hoͤhlung wird dann die Hakenſohle, welche 2 Fuß 10 Zoll lang, 1 ½ Zoll breit, hinten ¾ Zoll und vorne ½ Zoll dick iſt, eingeſchroben. Die andere Kante an der Landſeite des Hoͤfts wird auf gleiche Weiſe, aber ſenkrecht abgeſtumpft, und der ganzen Laͤnge nach auf ½ Zoll tief und 1 ½ Zoll breit ausgefalzt und dann mit einem Eiſenſtreifen von gleicher Laͤnge und Breite, wie die Hakenſohle, aber von gleichmaͤßiger zoͤlli⸗ ger Staͤrke belegt. Die beiden Eiſenſtreifen ragen dann ½ Zoll uͤber dem Holz hervor, und von dem ganzen Pflugkoͤrper kommen nur dieſe zwei ſchmalen Streifen Eiſen mit der Erde in Beruͤhrung. Das gewoͤhnliche Vordergeſtell des Pferdehakens iſt fuͤr den Hakenpflug beibehalten, nur ſind die Scheiden, auf wel— chem das Joch ruht, ſtark uͤberhaͤngend ſenkrecht geſtellt. Die Kette, welche das Vordergeſtell mit dem Haken ver— bindet, iſt um den Kruͤmmel geſchlagen und bildet einen Kno⸗ ten, welcher ſich verſchieben laͤßt. Liegt der Knoten an der rechten Seite des Kruͤmmels, ſo wird dadurch der Haken nach der Landſeite hinuͤber gezogen; anderſeits aber draͤngt die auf dem Streichbrett ruhende Erdmaſſe den Haken nach der Ackerſeite hinuͤber. Beide Kraͤfte wirken ſich alſo entgegen, und durch eine geſchickte Stellung des Knotens der Kette kann es dahin gebracht werden, daß beide Kraͤfte ſich das Gleichgewicht halten und der Haͤker das Inſtrument ohne Anſtrengung fuͤhren kann. Je tiefer der Haken geht, je groͤ⸗ ßer alſo die auf das Streichbrett druͤckende Erdmaſſe iſt, deſto mehr muß der Knoten der Kette an der rechten Seite des Kruͤmmels in die Hoͤhe geſchoben werden, um dem Druck der Erde das Gleichgewicht zu halten. 172 Das Hakeiſen muß ſo geſtellt werden, daß eine die un— tere Seite des Hoͤfts halbirende Linie, wenn man ſie ver— laͤngert, die Spitze des Hakeiſens trifft. Dies iſt eine un— erlaͤßliche Bedingung zum geregelten Gange des Inſtruments. Da aber die Mitte des Hoͤfts nach Unterlegung der Sohle nicht genau zu erkennen iſt, ſo muß dieſe Linie vorher gezo— gen und die Endpunkte derſelben durch eingeſchlagene Naͤgel bezeichnet werden. 1 Berechnung der Koſten eines Hakenpfluges. (Nach dem wirklichen Koſtenbetrage von vier Hakenpfluͤgen im Durchſchnitt berechnet.) a) Der Hakenpflug an ſich. 1) An den Schmied: fuͤr das Hakeiſen, 16 1 fg a 4 16 ß. 1 6 24 ß. „ zwei Hakenringe, 3 ⅞—a4ß. 1— 15 ¾⸗ s ein Baumſticken......—— 41 ⸗ ⸗» ein Nagel durch das Hakenbrett.— 1½⸗ (Eine Schraube ſtatt des Nagels waͤre haltbarer und deßhalb zweckmaͤßiger.) 2) Fuͤr Holz: der Halentrumme........ 16 ⸗ Hakenhaum.....—— 2 2 Hakenſterz. 5 Das Hakenbretktk—— z ⸗ Hakenhöft.— 2 3) Fuͤr Gußeiſen: Das Streichbrett, 17 GGa3ß. 1vS 4 ⸗ Zwei Hakenſohlen.......— 23 ½⸗ Latus 4 26 ¾ ß. —ᷣᷣᷣᷣ: 173 hro 4 26 ¾. 4) Fuͤr zwoͤlf Schrauben.-— 4 ⸗ (naͤmlich 4 zur Befeſtigung des Streich⸗ bretts und 8 zur Befeſtigung der bei⸗ den Sohlen.) 5) An den Tiſchler fuͤr Weiſe s des Hakenpflugs..... 1—— Koſten des Hakenpflugs an ſich 5 30 ½ ß. b) Koſten des Vordergeſtells. 1) An den Schmied: fuͤr 2 Reifen um die Hakenraͤder, 12 ¾ G 4 3 ß..„ 1220 3 5. 2 2 kleine Ringea 36., und 4 Wücſen a 2 ß.....—— 32 2 ⸗ 1 Hakenwelle, 7 ½ t,-....— 28 2⸗ 1 doppeltes Splint azu—— 2 ⸗ 2 Klammern um die Achſe, 316 G6—— 13 ³⸗ 2 kleine Klammern auf der Ache—— 6 ⸗ 16 Naͤgel zu dem Reifen und 20 zu d Klammern.....„— 5 2) Fuͤr Holz:. die Planke zum Vordergeſtell, von eiche⸗ nem Holze..=— 12 ⸗ 2 Scheiden, ebenfalls von ihenjas—— 3 ⸗ Das Jochh....— 2 ⸗ Die Zunge..—— 1 ⸗ 3) An den Rademacher fer 2 Hakenrader 1— 16 ⸗ (Das in der Furche gehende Rad hat 2 Fuß 2 Zoll im Durchmeſſer, das an⸗ dere Rad 2 Fuß.) 4) An den Tiſchler fuͤr Patſertirnn des Vordergeſtells..— 416 ⸗ Koſten des Berdergefeſs 4 ¼☛ 43%¾ ß. 174 c) Koſten der Verbindungskette zwiſchen dem Haken und dem Vordergeſtell- x 28 ß. Die Kette iſt 6 Fuß 8 Zoll lang und wiegt 4 ft, iſt aber etwas zu ſchwach. Es iſt beſſer, wenn ſie 7 Fuß lang iſt und die Glieder etwas ſtaͤrker ſind, ſie wird dann circa 5 fſt wiegen und 33 ß. koſten. Wiederholung. Koſten des Hakenpflugs an ſich. 56 30 1 ß. ⸗. Vordergeſtells...... 4— 43 M1⸗ ⸗ der Verbindungskette..—— 28 ⸗ Summa der Koſten des Hakenpflugs 10 ◻ 33 ½ ß. Anmerkung. Der Tiſchlermeiſter Geeſt zu Tenze, Poſtſtation Te⸗ terow, verfertigt den Hakenpflug auf ſeine Rechnung fuͤr 11 ½*◻☛ N. 2 tel. Ich erſuche deshalb diejenigen Herren, die geneigt ſeyn moͤchten, ſich einen Hakenpflug anzuſchaffen, ſich nicht an mich, ſondern direct an genannten Tiſchlermei⸗ ſter zu wenden. Bisher ſind die von ihm verfertigten Ha⸗ kenpfluͤge zum groͤßten Theile hier erſt probirt und die Maͤn— gel, die ſich an ſeiner Arbeit fanden, dann vor der Abſendung des Inſtruments von ihm abgeholfen worden. So lange die Beſtellungen ſich nicht zu ſehr haͤufen, werde ich dies gerne fortſetzen, kann es jedoch nicht dauernd verſprechen. Im Fall der Gebrauch des Hakenpflugs ſich aber bedeu⸗ tend verbreiten ſollte, waͤre es wuͤnſchenswerth, daß in jeder der groͤßern Staͤdte Mecklenburgs ſich ein geſchickter Hand— werker faͤnde, der ſich der Verfertigung dieſes Inſtruments ausſchließend oder groͤßtentheils widmete; denn nur durch die Concurrenz koͤnnen gute Arbeit und billige Preiſe geſichert werden. Gerne werde ich einen ſolchen Handwerker auf ſein Verlangen die etwa gewuͤnſchte naͤhere Auskunft und An— weiſung geben. 1 2 175 Dagegen kann ich durchaus nicht dazu rathen, wegen anſcheinender Koſtenerſparung, dies Inſtrument von den Gutsſtellmachern, die in der Regel nur nach dem Augenſchein, nicht nach genau beſtimmter Maaße arbeiten, verfertigen zu laſſen. Ich bin ſo ſehr uͤberzeugt, daß die Koſtenerſparung in dieſem Punkte eine Verſchwendung iſt, daß ich von meinem Stellmacher, der doch die erſten Exemplare des Hakenpflugs ſelbſt angefertigt hat, jetzt keinen mehr machen laſſe; und er ſelbſt getraut ſich nicht, nach ſo genau beſtimmten Dimen— ſionen zu arbeiten. Uebrigens habe ich auch gefunden, daß bei feinern Ar⸗ beiten der geuͤbte Handwerker in einem Tage eben ſo viele und beſſere Arbeit zu Stande bringt, als der an mannigfal— tige, grobe und ungenaue Arbeit gewoͤhnte Gutsſtellmacher in drei Tagen, daß alſo die Koſtenerſparung mehr eine ſchein— bare als wirkliche iſt. Wenn mit einem Haken im Jahre 120 Tage gearbeitet wird, und das Tagewerk des Hakens, nach der oben nachge⸗ wieſenen Berechnung auf 30 ⅛ ß. zu ſtehen kommt, ſo be— tragen die Koſten der Arbeit, die mit einem Haken im Jahre verrichtet wird 120 39 ⅛ ß.= 98 Thlr. 16 ß. Wird nun durch die unrichtige oder ungenaue Conſtruction des In— ſtruments die Quantitaͤt oder auch die Guͤte und der Werth der Arbeit um%0 vermindert, ſo verurſacht dies einen jaͤhr⸗ lichen Verluſt von beinahe 10 Thlr. In Nordamerika werden die Pfluͤge nach den beſten Muſtern fabrikmaͤßig im Großen verfertigt, wodurch neben der Guͤte und Gleichmaͤßigkeit des Fabrikats zugleich auch der moͤglichſt niedrigſte Preis bewirkt wird. Da die Fortſchritte im Landbau, wie in den Fabriken, mit der Vervollkommnung der Werkzeuge und Maſchinen Hand in Hand gehen, ja in mancher Beziehung durch dieſe bedingt ſind: ſo wuͤrden die Fortſchritte der Amerikaner ſehr viel langſamer geweſen ſein, wenn ſie iher denniene mit 176 den roh und ungenau gearbeiteten Werkzeugen, die noch in einem großen Theile der alten Welt— aber nicht in Eng⸗ land und Belgien— uͤblich ſind, begonnen haͤtten. Der Gewerbsſtand, welcher ſich ausſchließend mit der Fabrikation der Ackerwerkzeuge beſchaͤftigt, iſt in Mecklenburg leider noch nicht vorhanden, ſondern muß erſt gebildet werden. Manche Gewerbe, die naturgemaͤß auf das Land gehoͤ⸗ ren, ſind bei uns gewaltſam in die Staͤdte gezwaͤngt. Da— gegen gehoͤrt, meiner Ueberzeugung nach, das Gewerbe der Verfertigung der Ackerwerkzeuge, was jetzt uͤber das ganze Land verzettelt iſt, in die Staͤdte, weil nur bei einem groͤßern Marktgebiet mehrere Menſchen ſich einzig dieſem Geſchaͤfte wid⸗ men koͤnnen, weil die Handwerker, die gemeinſchaftlich daran arbeiten muͤſſen, dort zuſammen wohnen, und weil nur durch die Concurrenz gute Arbeit und angemeſſene Preiſe zu erlan⸗ gen ſind. Zur Erlaͤuterung der Fig. 20. 1) Litt. d. iſt der Punkt wo die obere Seite des Ha— kenbretts die Mitte des Kruͤmmels beruͤhrt. 2) Dimenſionen des eiſernen Streichbretts: a. p. o. q. b. m. 1. k. i. b—0=— 14 ½ 2 *—— 2[ ⸗ 4— b= 22½ ⸗ b— m= 1 ½ ⸗ m—! — 2. K 1= 7 ½ ⸗ i— a= 11/1 2 a— b= ⸗ 177 3) Dimenſionen des Hakeiſens: h. c. i. k. I. m. g. h— Cc— 14 2 2 — 1 82 — N — — 8⁸υ 1¼ Nr. IV. Gutachtliches Schreiben des Herrn Hof- und Canzleiraths von Wedemeyer auf und zu Langhagen ꝛc. im Amte Sta— venhagen an den Herrn Grafen von der Oſten Sacken, enthaltend nachfuͤgliche Bemerkungen zu Nr. 1. Hochgeborner Herr Graf Hochzuehrender Herr Obriſt. Ew. Hochgeboren haben mich mit dem Auftrage beehrt, den Aufſaͤtzen uͤber Pflug und Haken, datirt Marienhof und Tellow im Januar 1837, entworfen von dem verehrlichen Hauptdirectorium des Mecklenburgiſchen patriotiſchen Vereines und vom Herrn Doctor von Thuͤnen auf Tellow, wenn moͤglich noch einiges hinzuzufuͤgen. Waͤhrend ich Alles unterzeichne was beide trefflichen Ar⸗ beiten enthalten, bekenne ich, daß ich den Gegenſtand fuͤr ſo gruͤndlich eroͤrtert halte, daß mir nur eine noch nicht aufge⸗ nommene Bemerkung und eine geringe Erweiterung zweier, ſchon von Herrn Thuͤnen gemachten Bemerkungen uͤbrig bleiben. Als noch nicht angeführt habe ich die, fuͤr den oͤſtlichen huͤgligen Theil von Mecklenburg und alle aͤhnliche Locglitaͤ⸗ ten unſchaͤtzbare Eigenſchaft des Hakens hervor, das 13* 178 man mit demſelben nach beiden Seiten beliebig die Furche hinwerfen kann— waͤhrend man mit dem Pfluge nur nach der Seite des Streichbrettes die losgebrochene Erde hinzu— wenden vermag. Aus dieſer Eigenheit des Pfluges folgt, daß, wollte man die Erde auf einem zu pfluͤgendeu Felde nur nach einer Seite hingeworfen haben, man jederzeit den Pflug unthaͤtig vom Ende der Furche bis zu deren Anfange hinſchleifen, dann die zweite Furche ziehen und ſo fortfahren mußte— wodurch dann die Haͤlfte der Zeit verſchwendet werden wuͤrde. Es wird hiedurch die Nothwendigkeit erzeugt, den Acker entweder zuſammen oder auseinander zu pfluͤgen. Da⸗ hingegen kann man mit dem Haken, ſobald man die erſte Furche vollendet hat, auf der Stelle umdrehen, und dadurch, daß man die Hakenſterze nach eben der Seite ſich hinneigen laͤßt, wohin ſie bei der erſten Furche geneigt war— nach eben dieſer Seite die losgebrochene Erde hinſtuͤrzen. Es iſt dieſes fuͤr einen großen Theil der lohnendſten und fruchtbarſten Gegenden Mecklenburgs von aͤußerſter Wichtigkeit, weil da— durch die Moͤglichkeit gegeben wird, den natuͤrlichen Einfluͤſſen, welche die gute Erde den Hoͤhen zu entziehen und den Nie— derungen zuzufuͤhren ſtreben, mit Erfolg entgegen zu arbeiten. Man denke ſich eine ſchraͤge Flaͤche Alfi Laͤßt man hier die Furche von b nach a a ſtuͤrzen, ſo wirft das Ackerinſtrument die loſe Erde 16 Zoll nach a abwaͤrts, laͤßt man die loſe Erde von a nach b ſtuͤrzen, ſo bringt man die loſe Erde um 4 bis 6 Zoll aufwaͤrts. Es werden da⸗ durch nicht nur die natuͤrlichen Nachtheile einer zu ſchraͤgen Lage entkraͤftet, ſondern es wird jaͤhrlich von dem Ueberfluſſe des unterhalb liegenden beſſeren Bodens der Hoͤhe ein Zu— wachs zugefuͤhrt. Die Bemerkung, daß auf allen alten Wirthſchaften, die zunaͤchſt dem Hofe oder Dorfe gelegenen Hoͤhen, ſich durch Unfruchtbarkeit auszeichneten, waͤhrend die unterhalb belegenen Gruͤnde nur Lagerkorn hervorbrachten; die Beobachtung, daß, weil es bequemer und ſchafflicher geht, herunterzuſtuͤrzen, dieſes allenthalben geſchah, und dadurch 179 b jene nachtheilige Erſcheinung herbeigefuͤhrt werden mußte, hat mich veranlaßt, ſeit einigen 20 Jahren, mit Ausnahme der Dreeſchfurche, nur anſtuͤrzen zu laſſen, und den Erfolg, einen 6 gleichmaͤßigen Stand des Getreides uͤber Berg und Thal erlangt zu haben, meſſe ich groͤßtentheils dieſer Maßregel bei. Mit welchem andern Ackerinſtrumente ließe ſich dieſe Operation vollfuͤhren? n 8 Was Herr von Thuͤnen unter Nr. 8 ausgefuͤhrt, macht en außerdem den Haken fuͤr huͤgeliges Ackerland ſchon ⸗ ganz unentbehrlich. Ein geſchickter Arbeiter laͤßt auf le ein paar Ruthen Laͤnge das naͤmliche Inſtrument ohne irgend h. V eine Veraͤnderung der Stellung 8 Zoll tief gehen; die naͤchſt— n V folgenden Ruthen aber nur 4 Zoll. Ein geſchickter Arbei⸗ h ter hakt ohne Zoͤgerung die verſchiedenartigſten Biegungen, ſt rechts und links, und vollfüͤhrt ſein Geſchaͤft inmitten von 1 Hinderniſſen, erzeugt durch Baumſtaͤmme und Lagerſteine, d⸗ unter Umſtaͤnden, welche die Anwendbarkeit des Pfluges ,, gänzlich ausſchließen. Mit einem Worte, der Haken ⸗ iſt in der Hand eines geſchickten Arbeiters, was der Meißel 1 in der Hand eines geſchickten Bildhauers iſt. Es laͤßt ſich Alles mit ihm machen, allein ihn geſchickt zu fuͤhren, bedarf es weit mehr Uebung und Geſchicklichkeit, vielleicht auch etwas ft mehr Koͤrperkraft, als zur Fuͤhrung des Pfluges. 6, Ich habe aus dem Hannoͤverſchen und Preußiſchen meh— nan rere verſchiedenartige Pfluͤge mitgebracht— es fehlt mir nicht da⸗ b an Leuten, welche damit umzugehen wiſſen, allein ich bediene gen mich ihrer nur zum Umbringen von Wieſen und habe iſſe V ihre voͤllige Unbrauchbarkeit fuͤr mein Huͤgelland zu⸗ nicht erſt zu erproben noͤthig gehabt. 1 V In Beziehung auf den Schluß des von Thuͤnenſchen die Aufſatzes darf ich bezeugen, daß der Haken von einzelnen en; Gutsbeſitzern, ſo ſehr vervollkommt worden iſt, daß er meiner eht, Meinung nach, die beſondern Eigenſchaften des Hakens und ucch des Pfluges in einem Grade vereinigt, daß er alles hinter 180 laͤßt, was irgend auswaͤrtigen Inſtrumenten nachzuruͤhmen iſt. Sobald auf der Thierſchau der Be⸗ ſichtigung und Pruͤfung von Ackerinſtrumenten die noͤthige Muße wird gewidmet werden koͤnnen, hoffe ich dieſe meine Anſicht beſtaͤtigt und als richtig anerkannt zu ſehen. Indem ich Ew. Hochgeboren dieſe eiligen und kurzen Bemerkungen ſammt den mir zugegangenen Einlagen uͤber⸗ reiche, habe ich die Ehre in hochachtungsvollſter Ergebenheit zu verharren Ew. Hochgeboren ganz gehorſamſter Diener Langhagen, den 30. Januar gez. 1837. v. Wedemeyer No. V. Begleitungsſchreiben der vorigen Nummer von den Herrn Grafen von der Oſten Sacken, Obriſt und Beſitzer der Güͤter Bellin und Marienhoff im Amte Guͤſtrow, Hauptdirektor des mecklenburgiſchen patriotiſchen Vereins. An den Herrn Regierungsrath von Boddien. — Hochwohlgeborner Hochzuehrender Herr Regierungsrath! Die von Ew. Hochwohlgeboren mit dem P. M. vom 7. December 1836 dem Mecklenburgiſchen patriotiſchen Verein zur Beantwortung vorgelegten Fragen, vorzuͤglich betreffend: die Benutzung des Hakens ꝛc. wird Ihnen bereits von Sei⸗ ten des Hauptdirektorii zugegangen ſein. Ich hatte mich ver⸗ anlaßt gefunden, das gedachte P. M. dem Herrn Hof- und Canzleirath von Wedemeyer auf Langhagen mitzuthei⸗ len, und hieruͤber um ſo mehr auch deſſen Anſicht zu erbitten, als der Herr ꝛc. von Wedemeyer, Hanoveraner von Ge⸗ burt, uͤberall bekannt als ein ausgezeichneter Landwirth und 181 ſpeciell bekannt, mit allen Wirthſchaftsverhaͤltniſſen in Hano⸗ ver und den dort benutzten Ackerinſtrumenten, ſich gewiß am unpartheiiſchten uͤber die Benutzung des Hakens, als eines ihm erſt in Mecklenburg bekannt gewordenen Ackerinſtruments, und deſſen Anwendung in die Hannoͤverſchen Wirthſchaften, ausſprechen wuͤrde. Indem ich das mir von dem Hof⸗- und Canzleirath von Wedemeyer auf Langhagen gewordene Antwortſchreiben originaliter hier anſchließe und deſſen Benutzung zu Ihrer Dispoſition verſtelle, unterzeichne ich mich ꝛc. Ew. Hochwohlgebornen Marienhof bei Guͤſtrow ganz ergebenſter Diener d. 1. Februar 1837. gez. von der Oſten Sacken. Nr. VI. Schreiben des Herrn Hof- und Canzleiraths von Wede⸗ meyer auf und zu Langhagen an den Herrn Regierungsrath von Boddien. — Hochwohlgeborner Herr Hochgeehrteſter Herr Regierungsrath. Ew. Hochwohlgeboren geehrteſtes vom 1. Auguſt hat hier laͤngere Zeit gelegen, ehe ich daſſelbe hier vorzufinden das Vergnuͤgen hatte. Ich war naͤmlich mehrere Wochen abwe— ſend, um das von mir angekaufte in der Neumark Bran⸗ denburg belegene Gut Schoͤnrode in Beſitz zu nehmen und deſſen Adminiſtration zu ordnen. Aus dieſem Grunde iſt es mir erſt jetzt vergoͤnnt, Ew. Hochwohlgeboren fuͤr Ihr geehrtes allzuverbindliches Schreiben den verbindlichſten Dank zu ſagen. Ew. Hochwohlgeboren bitte ich, mich unter die 182 Zahl der Subſcribenten gütigſt mit zwei Exemplaren aufzu⸗ nehmen. Der Haken hat, durch die auf meinen Reiſen in den Marken und in Pommern gemachten Beobachtungen bei mir an Werthſchaͤtzung noch ſehr gewonnen. Es iſt auffal⸗ lend, welche Duͤnnheit die an ſich vortreffliche auf Lehm ruhende Ackerkrume in manchen huͤgligen Gegenden der Preußiſchen Marken beſitzt, in welchen man ſeit uralter Zeit mit den Pfluge nur 2 hoͤchſtens 3 Zoll tief zu ackern pflegte, und ſtets flacher zu ackern gezwungen werden duͤrfte, ſo wie die Einwirkung der Elemente und der Cultur die Ackerkrume vermindern. Es giebt in jenen Gegenden Boden des taͤu— ſchendſten Anſehns, welchen man nach Miſchung und Farbe ſeiner Oberflaͤche und nach Beſchaffenheit des Untergrundes auf den erſten Blick fuͤr ganz erwuͤnſcht halten, bei genauerer Pruͤfung aber fuͤr ſchlecht erkennen muß, weil er nur 2, oft nur 1 Zoll Ackerkrume beſitzt und dann ſofort todter Lehm folgt. Ich moͤchte als Haupturſache dieſer fortſchreitenden Verduͤnnung der Ackerkrume den Gebrauch des Pfluges anſe— hen. Wollen dortige Wirthe ihre Pfluͤge ſo tief ſtellen, daß auch nur ½ Zoll Untergrund mit umgebracht wuͤrde, ſo wuͤrde das auf zwei Zoll Ackerkrume ſchon einen Zuſatz von 20 pCt. todten Bodens, und von dieſer Art wahrſcheinlich zu viel liefern, um ohne Nachtheil zu bleiben fuͤr die naͤchſten Saa— ten. Waͤre dahingegen der Mecklenburgiſche Ha⸗ ken ſeit Jahrhunderten gebraucht, ſo wuͤrde bei jeder Furche durch die Spitze des Hakens von dem Untergrunde etwas hervorgeholt und davon der Ackerkrume jedesmal etwa 1 bis 2 pCt. auf eine fuͤr den Augenblick unſchaͤdliche Weiſe zugemiſcht, dieſe aber durch einen ſolchen ſich ſtets wiederholenden Zuſatz im Laufe der Jahrhunderte ſehr vertieft und verbeſſert ſein. Aus dieſem Grunde moͤgte ich glauben, daß ganze Provinzen einen großen Theil ihres Wohl⸗ ſtandes dem Mecklenburgiſchen Haken zu ver⸗ danken haben; und freue mich, daß Ew. Hochwohlgeboren 183 den Vorzuͤgen dieſes einfachen Inſtrumentes, durch ein eignes Werk allgemeinere Anerkennung, und hoffentlich weitere Ver⸗ breitung zu verſchaffen, ſich das Verdienſt erwerben wollen. In hochachtungsvollſter Ergebenheit habe ich die Ehre zu verharren Ew. Hochwohlgeboren ganz gehorſamſter Diener Langhagen bei Guͤſtrow gez. v. Wedemeyer. 14. October 1837. No. VII. Gutachten des Herrn Profeſſors der Oekonomie Becker zu Roſtock uͤber den Mecklenburgiſchen Haken, und andere Wirthſchaftsgegenſtaͤnde, an den Herrn Regierungs Praͤſident von Preen auf Dummersdorf. — Hochwohlgeborner Herr Hochzuverehrender Herr Regierungs⸗Praͤſident. Das von Ew. Hochwohlgeboren mir gewogentlich mit— getheilte Promemoria unſeres Landsmannes des Herrn Regie— rungsrathes von Boddien zu Aurich erregt um ſo mehr mein beſonderes Intereſſe, als es ſich mit eini— gen zwar oft beſprochenen, aber wie die Erfahrung lehrt, noch nicht genuͤgend aufgeklaͤrten Gegenſtaͤnden der Oekonomie be— ſchaͤftigt, die einer einſeitigen Auffaſſung unterworfen, dadurch zu allerlei Mißverſtaͤndniſſen Veranlaſſung geben, deren Auf— klaͤrung nicht ohne Einfluß auf die Foͤrderung des oͤkono— miſchen Wiſſens bleiben kann. Indem ich es daher hoͤchſt dankbar erkenne, daß Ew. Hochwohlgeboren mir Gelegenheit geben, dazu in dem vorliegenden intereſſanten Falle mein Scherflein beizutragen, erlaube ich es mir nur noch, vorauszuſetzen, daß Dieſelben es fuͤr angemeſſen erachten wer— den, wenn ich mich bei Beantwortung der zur Frage geſtellten 184 Punkte weniger auf fremde Auctoritaͤten, als auf eigene 16jaͤhrige Beobachtungen und Erfahrungen berufe. Was nun zunaͤchſt den mecklenburgiſchen Haken betrifft, ſo iſt es allerdings bekannt, daß er in einem Theile des ſuͤd— lichen Mecklenburgs wenig Anwendung findet, in dem groͤß⸗ ten Theil unſers Landes aber noch immer das gangbarſte Ackerwerkzeug iſt. Es ſcheint im Aus— lande wenig bekannt zu ſein, daß man den Haken auch mit Pferden beſpannt und ihn dann theils mit einen Vorgeſtell verſieht, theils als Jochhaken benutzt, ihn unter geeigneten Umſtaͤnden auch mit einem Pferde beſpannt und dadurch in der Saatzeit den großen Vortheil genießt, in wenigen Tagen große Flaͤchen beſtellen zu koͤnnen; ich benutze den Haken ſeit 10 Jahren auf vorgedachte dreifache Weiſe, wie die mei⸗ ſten mecklenburgiſche Wirthe, welche es fuͤr angemeſſen gehal⸗ ten haben, den Ackerbau ausſchließlich mit Pferden zu betrei— ben. Die Beſpannung mit Ochſen iſt gewiß nicht unter allen Umſtaͤnden die vortheilhafteſte, woruͤber unfere meiſten Landwirthe einverſtanden zu ſein ſcheinen, und kann die Be⸗ hauptung, daß in Mecklenburg die Ochſen mit dem Haken abgeſchafft worden, in ihrer Allgemeinheit nur auf einem Fehlſchluß beruhen, ſo wie die Annahme, daß die hier uͤbliche Anſpannungsart der Ochſen nicht auf Eggen anwendlich ſei, wozu ſie nicht ſelten bei uns benutzt wird. Hierauf kommt demnach weniger an, als man im Auslande zu glauben ſcheint, dagegen gewaͤhrt unſer Haken eigenthuͤmliche von der An⸗ ſpannungsart unabhaͤngige Vortheile, die keine Art der Pfluge darbietet. Zu den wichtigſten duͤrften zu rech⸗ nen ſein 1) daß der Haken bei gleicher Zugkraft einen feſten Ackerboden tiefer lockert, als die meiſten Pfluͤge, 2) daß man nach Belieben damit platt pfluͤgen und den Acker in Beete legen kann, indem der Haken, wie der mecklenburgiſche Landwirth ſagt, uͤber beide 185 Haͤnde geht und die aufgelockerte Erde, nachdem er vom Arbeiter gehalten wird, rechts oder links wirft, der Pflug hingegen dieſelbe nur nach einer Seite wirft und daher nicht, wie der Haken, an der zuletzt gezogenen Furche zuruͤckkehren kann. Hierin liegt es wohl hauptſaͤchlich, daß bei gleicher Beſpannung mit dem Haken unter geeigneten Umſtaͤnden eine groͤßere Ackerflaͤche, als mit dem Pfluge umgearbeitet wird; wobei noch in Betracht fommt, daß der Ha⸗ ken ohne Vorgeſtell kuͤrzer geſpannt werden kann, als der Pflug, ſo daß die Gewende dadurch um mehrere Fuß laͤnger werden, mithin weniger An— wendefurchen zu ziehen ſind, als beim Gebrauch des Pfluges— ein Vortheil, der bei kleinen Ackerſtuͤcken, wie ſie auf ſehr durchſchnittenen Feldern haͤuſig vor⸗ kommen, Beachtung verdient. 3) daß der Haken bei einer der Kultur uͤberhaupt noch zugaͤnglichen ſteilen Abdachung des Bodens noch eine gute Arbeit liefert, waͤhrend der Pflug kaum mehr gebraucht werden kann, in dem der gegen den Huͤgel aufwaͤrts geworfene Erdſtreifen ſowohl leicht zuruͤck⸗ faͤllt, als auch die Arbeit durch das beſtaͤndige Heben deſſelben weit mehr Kraftaufwand erfordert; 4) daß vermittelſt des Hakens ein ſteiniger Boden, der dem Pfluge unüberwindliche Hinderniſſe entgegen⸗ ſtellt, noch bearbeitet werden kann. Alle dieſe Eigenthuͤmlichkeiten des Hakens laſſen ihn fuͤr manche Localitaͤten als nunerſetzlich erſcheinen und wenn namentlich der verdienſtvolle Bürger in ſeinem ſchatz⸗ baren Lehrbuche der Landwirthſchaft, wie wohl er alle jene Eigenthuͤmlichkeiten kennt, dem Haken im Allgemeinen nicht das Wort redet, ſo wird es wahrſcheinlich, daß derſelbe, wie manche andere Schriftſteller, welche unſer beliebteſtes Ackerwerkzeug geringſchaͤtzen, nicht Gelegenheit gehabt hat, es 186 oft, richtig conſtruirt und behandelt, anwenden zu ſehen. Behaupten zu wollen, daß der Haken unter allen Um— ſtaͤnden das brauchbarſte Ackerwerkzeug ſei, wuͤrde große Einſeitigkeit verrathen; wo es ſich aber darum handelt, einen feſten reinen Boden, wie er in vielen Gegenden Mecklenburgs gefunden wird, moͤglichſt zu pulvern, trage ich kein Bedenken, ihn dafuͤr zu halten. Wird ſolche genaue Pulverung nicht beabſichtigt, wie bei manchen Sandbodenarten, oder iſt ein tiefgruͤndiger Humusreicher mit Graswurzeln ſtark durchwach⸗ ſener oder torfartiger Boden zu bearbeiten, ſo findet kaum eine Vergleichung ſtatt, dahin gehoͤrt nur der Pflug. Ich habe mit einem vom ſeligen Staatsrath Thaer zum Geſchenk erhaltenen Baileyſchen mit zwei Pferden beſpannten Pfluge zaͤhen Wieſenboden mit Leichtigkeit pfluͤgen laſſen, der mit dem Haken gar nicht bearbeitet werden konnte, dagegen habe ich mit demſelben Pfluge zur Winterſaat beſtimmten reinen und feſten Boden wenden laſſen und bemerkt, daß die Pferde dabei in Schweiß geriethen, waͤhrend ſie dieſelbe Arbeit mit dem Haken ohne beſondere Anſtrengung verrichteten.— Der Theorie nach, welche aber im Allgemeinen durch Erfahrung nicht beſtaͤtigt ſein duͤrfte, ſollte der mit dem Pfluge beſtellte Boden den athmoſphaͤriſchen Einwirkungen mehr ausgeſetzt ſein und dadurch fruchtbarer gemacht werden, als der mit dem Haken bearbeitete; indeſſen iſt namentlich Thaer der Mei⸗ nung, daß die abgepfluͤgten Streifen nicht gaͤnzlich umſchlagen, ſondern in ſchraͤger Richtung gegen die Horizontalflaͤche an an einander gelehnt ſtehen bleiben muͤſſen, in welchem Falle, dem Pfluge nur inſofern ein Vorzug zugeſtanden werden kann, als er den abzuloͤſenden Erdſtreifen oben und unten gleich breit abſchneidet und keine ſogenannte Balken am Grunde ſtehen laͤßt wie der Haken, die indeſſen durch die kreuzweiſe Beackerung mit dieſem Werkzeuge meiſtens unſchaͤd⸗ lich gemacht werden. Daß ſie den Ertrag nicht ſchmaͤlern, wird kein Landwirth bezweifeln, der vergleichende Verſuche mit beiden Werkzeugen angeſtellt hat. Es befinden ſich in Mecklenburg und Neuvorpommern Landguͤter, die bei An⸗ 187 wendung des Hakens in guten Jahren durchſchnittlich einen 12faͤltigen Getraideertrag von den meiſten Getreidearten bei einer Ausſaat von etwa 120 Pfd. Koͤrner auf den Hannoͤve⸗ riſchen Morgen gewaͤhren, auch gehoͤren 1 4faͤltige Ertraͤge nicht zu den Seltenheiten. Daß bei Anwendung des Pfluges und einer Duͤngung von ô6 bis S vierſpaͤnnigen Fuder ge— woͤhnlichen Stallmiſtes auf den Morgen, wie ſie mehrentheils fuͤr 3 bis 4 Saaten gegeben wird, mehr Getreide irgendwo ſollte gewonnen werden, iſt mir nicht bekannt geworden.— Ich kann nicht umhin, hier noch zu erwaͤhnen, daß bei ſol— chen Bodenarten, welche eine ſehr flache Unterbringsart der Saamenkoͤrner nicht erfordern, vielmehr eine etwas ſtaͤrkere Erdbedeckung verlangen, wie die meiſten lockeren Bodenarten, der Haken ſich zur Unterbringung des ausgeſaͤeten Getreides gar ſehr eignet; denn waͤhrend er den Boden tief lockert, ſchiebt er die loſe Erde zur Seite, ſo daß die Saamenkoͤrner nicht in die Tiefe der Furche fallen, ſondern meiſtentheils nur etwa einen Zoll hoch mit Erde bedeckt werden, wenn anders der Haͤker nicht zu breite Furchen zieht.— Es iſt ein ziem— lich verbreiteter Irrthum, daß eine flache Bearbeitung des Saatackers zum Zweck der Unterbringung des Saamens mit dem Haken nothwendig ſei, der ſich auf der unrichtigen Vor⸗ ausſetzung gruͤndet, daß die Getreidekoͤrner ſo tief mit Erde bedeckt werden, als der Haken den Boden lockert; daß dies nicht der Fall ſei, wird keinem aufmerkſamen Beobachter ent— gehen, und erklaͤrt es ſich hieraus, daß da wo uͤberhaupt eine tiefere Lockerung des Bodens zulaͤſſig iſt, ſolche vorzugsweiſe bei der Saatbeſtellung ſich wirkſam erweiſet, indem ſie offen— bar ein ſchnelles Keimen des Saames und eine ſchnelle Ent— wickelung der jungen Pflanzen beguͤnſtigt. Die große Hakenſenſe iſt ohne Zweifel zum Maͤhen des Sommergetreides das beſte bekannte Werkzeug, dagegen zum Maͤhen des Wintergetreides, wozu ſie nicht uͤberall in Meck⸗ lenburg angewendet wird, nur dann zu empfehlen, wenn daſſelbe ſich nicht gelegt haben ſollte, weil in dieſem gewoͤhn⸗ 188 lichen Falle durch die Haken wie uͤberhaupt beim Ausſchwa— des Getreides, mancher im ſtehen bleibenden Getreide liegende Halm, mit Gewalt herausgeriſſen, und dadurch ein unver⸗ meidlicher Koͤrnerverluſt veranlaßt wird; dieſer Verluſt laͤßt ſich durch das auf manchen Guͤtern in Mecklenburg und in Neuvor⸗ pommern uͤbliche ſogenannte Beihauen faſt gaͤnzlich vermeiden. Man bedient ſich dazu der gewoͤhnlichen ſogenannten Buͤgelſen— ſen, womit das Getreide ſo abgeſchnitten wird, daß es keine ganz niederliegende Schwaden bildet, ſondern in etwas ſchraͤger Lage an der abgeſchnittenen Stelle ſtehen bleibt, wobei der Maͤ— her eine viel leichtere, die ihm auf dem Fuße folgende Binderin eine wenig muͤhſamere Arbeit hat, als beim Ausſchwaden. Sind die Maͤher aufmerkſam und geſchickt, ſo liegt es nicht an ihnen, wenn die große Stoppelharke noch viel zuſammenbringt, ſondern nur an den Binderinnen; vielmehr liegen die Schwa⸗ den im Sommergetreide, wenn es anders gut gerathen war, oft ſo regelmaͤßig, daß bei vorſichtigen Binden nur einzelne Halme in der Stoppel liegen bleiben, die aber auch kein ſparſamer Wirth unbenutzt laſſen, und daher die Stoppelharke anwenden wird. Wollte man uͤbrigens auf unſeren Landguͤ⸗ tern ſo genau verfahren, ſo wuͤrde man mit den zu Gebote ſtehenden Arbeitskraͤften bei regnigten Erndtewetter nicht aus⸗ reichen, viel groͤßere Erndtekoſten haben, und durch Zeitverluſt nicht ſelten einen bedeutenden Theil des Einſchnitts verlieren, oder doch nur verdorben einbringen koͤnnen, die Stoppelharke iſt daher fuͤr die hieſigen Verhaͤltniſſe ebenfalls ein unerſetzli— ches Werkzeug. Bekanntlich enthaͤlt Mecklenburg eine nicht unbedeutende Anzahl von Landguͤtern, auf denen man jaͤhrlich mehr als tauſend Fuder Getreide erndtet; dort wuͤrde man es fuͤr Scherz halten, wenn jemand kleinere Dreſchflegel als die jetzt faſt allgemein eingefuhrten groöͤßeren, empfehlen wollte. Erſtere kennt man nur noch in Bauerdoͤrfern, wo Frauen und Kinder ſich ihrer bedienen, und Niemand denkt daran, daß 189 durch die Anwendung großer Dreſchflegel das Stroh zerſchla⸗ gen werden koͤnne, auch iſt es mir noch nicht vorgekommen, daß das Stroh des Wintergetreides, mit Ausnahme des ſo— genannten Krummſtrohes, welches im Durchſchnitt den zehnten Theil vom Ganzen betragen mag, anders als in platten Buͤnden von der Tenne getragen wird. Wenn gleich die groͤßeren Wirthſchaften in Mecklenburg es im Allgemeinen nicht ihrem Intereſſe angemeſſen finden, Flachsbau im Gw— ßen zu treiben, ſo giebt es doch manche die 5 bis 6 Morgen Land und daruͤber mit Leinſaamen beſaͤen und aus dem Er— trage, außer dem Wirthſchaftsbedarf, nicht unbedeutende baare Einnahme beziehen.— Die Waſſerroͤtte iſt in Mecklenburg nicht unbekannt; vergleichende Verſuche haben aber bewieſen, daß der mit Waſſer geroͤttete Flachs eine ſproͤdere Beſchaffen— heit annimmt, als der im Thau geroͤttete, und ſich daher we⸗ niger bricht und feiner ſpinnen laͤßt als letzterer; wohl haupt— ſaͤchlich aus dieſem Grunde iſt die Waſſerroͤtte bei uns mehr aus dem Gebrauch gekommen. Ein großer Theil des gewon⸗ nenen Flachſes wird allerdings zu grober Leinwand verarbeitet, indeſſen fehlt es auch nicht an feinen Geſpinſten und daraus gewebten ſehr feiner Leinewand, die ſich durch eine beſondere Haltbarkeit auszeichnet.— Daß unſere Flachsbraken und Schwingen groͤßer ſind, als in benachbarten Laͤndern, duͤrfte darin ſeinen Grund haben, daß die Mecklenburgiſchen Arbei⸗ ter ſtaͤrker arbeiten, indem ſie mehr Halme zur Zeit nehmen, als ihre vielleicht weniger kraͤftigen oder fleißigen Nachbarn, wofuͤr im Allgemeinen der Gebrauch groͤßerer Werkzeuge zu ſprechen ſcheint. Ob fuͤr Landgebaͤude Zungen⸗ oder Pfannendaͤcher den Vorzug verdienen, daruͤber getraue ich mir nicht zu urtheilen. Koſtbarer ſind erſtere ohne Zweifel, weil die Zungenſteine eine um%⁄tel engere Verlattung erfordern und nur doppelt gelegt ein hinreichend dichtes Dach bilden, auch eben ſowohl wie die Pfannenſteine verſtrichen werden muͤſſen, wenn gleich dies 190 mit weniger Arbeit und Material geſchehen kann, als das Verſtreichen der Pfannendaͤcher. Bei gleicher Guͤte der Steine duͤrften die Zungendaͤcher nicht vorzuziehen ſein. Hoffentlich werden die vorſtehenden Bemerkungen, welche ich vielleicht ſchon zu weit ausgedehnt habe, dazu beitragen, die zur Frage geſtellten Punkte etwas mehr aufzuklaͤren und die nicht ſelten angegriffene Ehre unſerer Mecklenburgi⸗ ſchen Landwirthſchaft auch diesmal mit Erfolg zu ver⸗ theidigen, weccher der groͤßte, freilich nicht mehr unter den Lebenden befindliche Hannoͤveriſche Agronom bei naͤherer Be— kanntſchaft alle Gerechtigkeit widerfahren ließ. In groͤßter Hochachtung habe ich die Ehre mich zu un⸗ terzeichnen als Ew. Hochwohlgeboren Roſtock gehorſamſter am 15. Februar(gez.) 1837 Becker. No. VIII. Begleitungsſchreiben der vorgedachten Nummer von dem be⸗ nannten Herrn Regierungs⸗Praͤſidenten an den Verfaſſer. Hochwohlgeborner Herr Hochverehrter Herr Regierungsrath. Die Verbindungen in welchen Ew. Hochwohlgeboren vor Zeiten mit meinem Vetter, dem Kammerherrn von Preen dahier geſtanden haben, moͤgen wahrſcheinlich die Veranlaſſung ſein, daß ich mit Dero ſchmeichelhaften Schreiben vom 9ten December v. J. beehrt worden bin. Ich muß aber gleich 191 zum Eingange geſtehn, daß ich das ihm geſchenkte Vertrauen nicht verdiene, da ich ſeit 16 Jahren zwar ſein Lehnsfolger, aber vorhin 50 Jahre in auswaͤrtigen Dienſten geſtanden, und ſomit allen oͤkonomiſchen Kenntniſſen entfernt geblieben bin; deshalb habe ich geglaubt, Ew. Hochwohlgebornen Ab— ſicht am beſten zu erreichen, wenn ich an andere erfahrne Oeconomen mich wendete, und ſo hat denn der Herr Pro⸗ feſſor Becker zu Roſtock, der dort als Profeſſor der Land⸗ wirthſchaft angeſtellt, wegen ſeiner Kenntniß und Erfahrung allgemein anerkannt und ein ſehr thaͤtiger Mitarbeiter an den Annalen der Mecklenburgiſchen Landwirthſchafts Geſellſchaft iſt, es uͤbernommen, in den angelegten Schreiben an mich das begehrte Erachten uͤber alle in dem P. M. enthaltenen Punkte zu ſtellen. Ich wuͤnſche daß daſſelbe Ew. Hochwohlgebornen Bei— fall erhalten, auch daß Dieſelben mit meinem Benehmen zu— frieden ſein moͤgen, der ich die Ehre habe mit der groͤßten Hochachtung zu ſein Ew. Hochwohlgeboren Dummerstorf gehorſamſter Diener den 25. Februar 1837.(gez.) von Preen. BNéͦ⅜ℳ˖:˖AgÖ— Nro. IX. Gutachten des Herrn Held, Erbherrn auf Klein Roge, im Betreff der in Nro. I. beregten Gegenſtaͤnde. — In Folge der geehrten Aufforderung, das Promemorig des Herrn Regierungsraths von Boddien zu pruͤfen, er⸗ laube ich mir zuvoͤrderſt, die Punkte, die uͤber den Haken vom Herrn Regierungsrath von Boddien angefuͤhrt, nach mei⸗ nen Kenntniſſen practiſch zu beleuchten. 14 192 P. M. I. ad 1. Der Haken koſtet allerdings ſehr bedeutend viel weniger, wie der Pflug; er beſteht aus Haupt, Kruͤmmel, Sterz, Baum, Brett; dieſe Theile koſten hier im rohen Material 12, 8, 8, 8, 12 ß. Summa 1 Thlr.— ß. Die Zuſammenſtellung, wenn ſie nicht von dem Haͤker ſelbſt beſchafft wird, wie dies an vielen Orten der Fall, wo derſelbe dieſe Verrichtung mit im Accord hat, koſtet gewoͤhnlichh.. 1 ⸗— ⸗ incl. der Bereitung des Jochs zum Ochſenha⸗ ken, wozu das Holz noch etwa den Werth Hal von......... 16 ⸗ es wuͤrde alſo ein fertiger Ochſenhaken beim Stellmacher koſten incl. Material.... 2 ⸗ 416 ⸗ dazu kommt an Schmiedearbeit a) das Schaareiſen. 18 fg ſchwer, à ſ6 4 ß. 1 ⸗ 24 ⸗ b) die Kuppel, welche Joch und Baum ver⸗ bindet, 6 Pfd....... ⸗ 24 ⸗ c) der Beſchlag unter dem Haupt, 2 auch 1 gußeiſerner Schirm...=— 10 d) die drei Ringe, welche den Baum auf den Krümmel beſeſtigen.......= ⸗ 24. Summa 5 Thlr. 2ß. ad 2. Iſt kein weiteres Geſchirr als im Lenkſtiel noͤ— thig, welches den Ochſen um die Hoͤrner geſchlungen wird. ad 3. Die Beſpannung des Hakens mit Ochſen moͤchte nur relativ wohlfeiler ſein, wie mit Pferden; es ſcheint ſich ſogar die Meinung nach und nach fuͤr die Pferde immer mehr zu beſtimmen. Der Vortheil liegt auf Seiten der Pferde beſonders darin, daß 2 Pferde reichlich ſo viel Acker mit dem Haken umbringen, wie A Ochſen, die wechſeln, die Pferde das ganze Jahr hindurch zu jeder Arbeit gebraucht werden koͤnnen, und das fuͤr den Ochſen noͤthige gute Rauhfutter zur h⸗ 193 uͤbrigen Viehhaltung mit mehr Nutzen angewandt werden kann; doch iſt man uͤber dieſen Punkt noch wenig geeinigt, und moͤchte hier oft die Perſoͤnlichkeit des Ackerbauers den Ausſchlag geben. Die mecklenburgiſchen landwirthſchaftlichen Annalen enthalten daruͤber Manches pro et contra. ad 4. Das Tagewerk eines Ochſenhakens moͤchte, wenn von einem Pflug mit A Ochſen beſpannt die Rede ſein kann, groͤßer ſein, wie mit dieſem, weil das Umwenden mit A Och— ſen viel Zeit erfordert, jedoch moͤchte ich dem Pfluge mit Pferden dies nicht beſchuldigen, welches in der raſchen Be⸗ wegung des Pferdes liegt. ad 5. Die Arbeitskraft, durch den Kraftmeſſer beſtimmt, fiel bei mehreren Pruͤfungen zum Vortheil des Hakens aus; ein guter Haken giebt eine Furche von 14 Zoll gleichmaͤßig, ein mit gleicher Arbeitskraft beſpannter Pflug nicht ſo viel, wenigſtens nicht mehr. ad 6. Der Haken ſtuͤrzt den Acker mehr in die hohe Kante, wie der Pflug, macht ihn loſer und fuͤr die Luft und Sonnenſtrahlen empfaͤnglicher, alſo auch zur Bearbeitung mit der Egge faͤhiger, wie der Pflug, der zwar das Oberſte nach unten kehrt, aber auch bei irgend feuchter Witterung ſo glatt niederfallen laͤßt, daß die Einwirkung der Athmosphaͤre nur geringe ſein, und alſo auch dieſe noͤthige Austrocknung, und nur darauf durch atmosphaͤriſche Feuch— tigkeit bewirkte Loͤſchung der Ackerkrume, unvollkommener und ſchwieriger ſein wird, wie bei der durch den Haken ge— wonnenen Ackerkrume. Ein vom Herrn Doctor von Thuͤnen auf Tellow conſtruirten Haken, der von dem gewoͤhnlichen nur in der genau berechneten Stellung des Brettes, worauf das Schaar— eiſen befeſtigt und dieſes in ſeiner Form darnach beſtimmt, abweicht, vereinigt auf eine vollkommene Weiſe die Wirkung 14 194 des Hakens und Pfluges in ſich, indem er den Acker um— ſtuͤrzt und ſtark auflockert und iſt vielleicht das gedie— gendſte Ackerinſtrument unſerer Zeit, welches die groͤßte Aufmerkſamkeit verdient. ad 7. Mit dem Haken wird hier der ſtärkſte Lehm⸗ boden bearbeitet und uͤbertrifft er in ſeinem gewoͤhnli— chen Bau bei der Duͤrre alle bis jetzt bekannten neuen Ackerwerkzeuge. ad 8. Zum Waſſerfurchen, Kartoffelpflanzen und Be⸗ haͤufeln wird hier jeder Haken mit unbedeutenden Veraͤn⸗ derungen gebraucht, und zum Behaͤufeln gewoͤhnlich mit einem Pferde beſpannt. Dieſe Haken mit einem Pferde werden faſt allgemein, auch auf ſchwerem Boden, von kleinen Wirthen gebraucht, die nur geringe Ackerflaͤche haben und nur zur Zeit der Ackerung ſich ein altes Pferd als Zugvieh anſchaffen, doch auch zum Unterbringen der Saat wird der Einſpaͤnner oft in den groͤßten Wirthſchaften gebraucht, beſonders an⸗ wendbar iſt er auf Sandboden, wo ein gutes Pferd beinahe ſo viel umbringt, wie zwei Ochſen. Selten wird hinter den Raͤdern ein anderes Inſtrument gefunden, als unſer alter 200 jaͤhriger Ochſenhaken, der nun mit ſeinem Baum ſtatt auf dem Halſe der Ochſen, auf dem Pflugbock ruht, das Einzige, was wir vom Pflug behielten, um den Haken nicht ſo nahe hinter die Pferde zu bringen; jedoch hat dieſes Raͤderwerk auch nur den Nutzen, daß die Pferde geſichert ſind nicht in die Beine gehakt zu werden und ſie, ſtets in der Furche gehend, keine Spuren auf den loſen Acker treten. Leichter und noch einfacher iſt es, wenn der Baum des Hakens zwiſchen den Pferden, wie bei den Ochſen auf einem Joch ruht, welches ſie unter dem Bauch an Gurten uͤber dem Ruͤcken mit kleinen Ketten oder Euden ſteif befeſtigt tragen. Dieſer Haken wird immer allgemeiner und verdraͤngt auch das beſte Andenken, den Vorwagen, an 195 den Pflug, der nur noch gebraucht wird, um viel⸗ leicht einmal eine ſtark benarbte Wieſe umzu⸗ brechen, wozu ſeine Tauglichkeit ihm nicht abzuſprechen, ſobald ſolche auf der Pflugfurche beſaͤet liegen bleiben ſoll; iſt aber die Abſicht, ſie muͤrbe zu machen, ſo verdient auch hier der Haken den Vorzug. In Gegenden, wo man in Mecklenburg noch die wirklichen alten Pfluͤge findet, in eini— gen Stadt- und Bauerwirthſchaften ſieht man die Cultur auch noch im veralteten Stande zuruͤck. Der Haken paßt in Mecklenburg für jeden Boden und für jede Furche, ſchwer wuͤrde der Mecklenburger zu uͤberzeugen ſein, durch den Pflug reichere Erndten zu gewinnen, wie er es durch den Haken bisher that, wenn er ſich auch nicht von der Wahrheit, daß bis jetzt der Haken oben auſteht, durch die Probe mit allen bekannten Ackerinſtru⸗ menten uͤberzeugt haͤtte.— Neuerer, die die verworfe⸗ nen Pfluge wieder hervorgeſucht haben, moͤgen ihnen die gute Cultur ihres Bodens zuſchreiben, die aber auch in an— dern zufaͤlligen Umſtaͤnden ihren Grund haben moͤchte. P. M. II. Hinſichtlich unſerer Aberndtungsart des Ge⸗ treides mit der hier bei uns uͤblichen Hakenſenſe, Binde- und Stoppelharke, erlaube ich mir Folgendes zu bemerken: a) Mit der Hakenſenſe kann ein Mann den Tag uͤber 250 bis 300 Ruthen im ſtehenden ſtarken Winterkorn abmaͤhen. b) Mit der Bindeharke bindet eine Frau in derſelben Zeit, wie das Getreide abgemaͤht, ſolches in Garben von etwa 10 Zoll im Bande, ſo viel wie drei Frauen bin⸗ den, kann ein Mann in derſelben Zeit in Haufen, Hocken, auch Stiegen ſetzen. Dieſe Arbeit geſchieht ohne das Stroh im geringſten zu verwirren, oder es laͤge dies an Unbehuͤlflichkeit der Arbeiter. Bei ſo beſchaffter Arbeit bleibt ungefaͤhr der fuͤnfzigſte Halm in der Stoppel lie— gen; um dieſe Halmen zuſammen zu ſchaffen, wird die 196 große Pferde⸗Stoppelharke gebraucht; dieſe reinigt das Feld vollkommen von liegen gebliebenen Halmen, und zwar auf den Tag dreitauſend Q.⸗Ruthen Flaͤche; dieſe zuſammengezogenen Halme ſetzt eine Frau in eben der Zeit in kleine Haufen neben den Stigen oder Hocken. Beim Einbringen werden Garben und Loos, ſo nennt man das mit der Harke zuſammengezogene Halmwerk, durcheinander auf den Wagen geladen. c) Beim Dreſchen mit dem großen Dreſchflegel kommt das Getreide eben ſo wieder auf die Scheuertenne; nachdem die Koͤrner ausgetroſchen ſind, wird vom Winterkorn der 6te, hoͤchſtens der 5te Theil als verwirrtes Stroh, alles uͤbrige aber brauchbar zu Schneide⸗ oder Dachſtroh, an ſeinen beſtimmten Platz gebracht. Ein Mann kann taͤglich 60 bis 70 Garben ausdreſchen, dieſe geben in der Regel 3 bis 3 ½ Berliner Scheffel. P M. III. Die Mecklenburgiſchen Flachsbraken und Schwin⸗ gen ſind im Stande, den Flachs ſo zu bereiten, daß eine gute Hausfrau und Mutter ihren Dienſtleuten alljaͤhrlich einen Theil des Lohns mit ſtarker davon gefertigter Leinwand abtraͤgt, ihren Toͤchtern, indem ſie heranwachſen, die Koffer damit fuͤllt, auch von feinerem Geſpinſt, oft von ihrer eigenen Hand Damaſtgedecke hinzulegt, die ihrer Dauerhaftigkeit wegen ſich bis auf die Urenkel hin vererben. Solche, hier eigengemachte Leinwand wird der auslaͤndiſchen, welche man kauft, von Kennern ſtets vorgezogen. Die Roͤtung des Flachſes ge— ſchieht hier gemeinlich im Thau, weil dieſe Methode nicht ſo großer Aufſicht bedarf; jedoch iſt die Roͤtung im Waſſer doch auch allgemein bekannt, aber auch, daß ſie den Baſt mehr angreift, wie die Thauroͤte, die Bleiche, welche er durch jene Bereitung erhaͤlt, ſpart allenfalls eine Buͤcke bei Berei⸗ tung der Leinewand, der einzige wirkliche Vortheil. Der Flachsbau beſchraͤnkt ſich aber allerdings nur auf eigenen —————— 2—————— 197 Bedarf, da er hier die ſchlechteſte Bodenrente giebt und nicht ſowohl durch ſich ſelbſt, als weil er eine faſt immer mißliche Vorfrucht iſt. P. M. IV. Die Bedachung der Ziegelſteindaͤcher ſind hier gewoͤhnlich ſogenannte Ritterdaͤcher, oder mit Zungenſteinen doppelt behaͤngte; Pfannen ſieht man nur auf ganz alten Gebaͤuden aus der Vorzeit. Ein Beweis, daß dieſe Art der Bedachung hier fruͤher nicht unbekannt war, aber außer Credit kam. Mehrere, die in neuerer Zeit Verſuche mit Pfannen machten, haben bis jetzt ihre Lobſpruͤche zuruͤck— gehalten. Sie ſollen leichter, wie die Ritterdaͤcher, aber ſchwer gegen Schnee zu ſichern ſein. Eine ſehr beliebte Art Daͤcher ſind die hier in neuerer Zeit ſehr viel angewandten einfacher, ſogenannten Boͤhmiſchen Daͤcher, wo die Zungenſteine einfach in Kalk gelegt werden, ſolche ſind leichter, wohlfeiler und wahr— ſcheinlich eben ſo dauerhaft, wie Pfannen. Kl. Roge im Januar 1837. (gez.) Held. Nro. X. Ueberſendungsſchreiben des Gutachtens Nro. IX. nebſt Be⸗ merkungen von dem Gutsbeſitzer Herrn Engel auf Gramb— zow, Diſtricts⸗Direktor des Mecklenburgiſchen Patriotiſchen Vereins, an den Verfaſſer. Hochwohlgeborner Herr Hochzuehrender Herr Regierungsrath. Ew. Hochwohlgeboren wollen geneigen, zuvoͤrderſt meine Entſchuldigung anzuhoͤren daruͤber, daß ich erſt heute das mir unterm 15ten December angeehrte Schreiben beantworte, daſſelbe traf yier ein, als ich an einer ſehr ſchweren Krankheit ——;— 198 danieder lag. Sobald ich mich einigermaßen erholt hatte, mußte ich mich zu meiner Betruͤbniß bald uͤberzeugen, daß mir fuͤrs Erſte jegliche Kopfarbeit ſehr ſchwer, icezit un⸗ moͤglich ſein wuͤrde. Der Inhalt Ew. Hochwohlgebornen mir angeehrtes Schreibens, durch welches Dieſelben ſich jedem Freund des Mecklenburgiſchen Landes unend⸗ lich verpflichtet haben, verlangt indeſſen meine volle Thaͤtigkeit, und ſo benutzte ich, ſobald es mir irgend moͤglich war, meine jetzige Stellung, als Director des Te⸗ terower Diſtricts des Patriotiſchen Vereines, mehrere praktiſch anerkannte Mitglieder des Diſtricts zur Beantwortung des Schreibens aufzufordern, namentlich den Herrn Dr. von Thuͤnen, Herrn Held auf Kl. Roge und Herr Berk⸗ holz auf Vogelſang. Von dem Erſteren erhielt ich ſofort die Antwort zuruͤck, daß er, in dieſer Angelegenheit, bereits anderweitig aufgefordert, eine Erwiederung ausgearbeitet und fortgeſendet haͤtte. Die beiden andern Herrn ſind, wie ich erſt kuͤrzlich erfahren, ſelbſt krank geweſen, und erſt in der vorigen Woche erhielt ich das Erachten des Herrn Held. Ich hoffte mehrere Tage vergeblich auf irgend eine Mittheilung des Herrn Berkholz, ſehe mich indeſſen genoͤthigt, um in Ew. Hochwohlgeboren Augen nicht allzu unartig zu erſcheinen, jenes Erachten des Herrn Held, das auch ganz meine An— ſicht ausſpricht, anliegend ganz gehorſamſt zu uͤberreichen. Ich habe demſelben nichts weiter hinzuzuſuͤgen, als daß ich ad I. ſeit 20 Jahren Bewirthſchafter eines der ſchwer⸗ ſten Guͤter des hieſigen Landes die vollſte Ueberzeugung mir gewonnen habe, daß der hieſige Haken allein den Er— forderniſſen entſpricht, welche ich zur guten und kraͤftigen Beackerung dieſes ſehr ſchweren und bindenden Lehm— bodens verlangen muß; nachdem ich vorher zu meinem eigenen Nachtheile, unter bedeutendem Koſtenaufwande, faſt ſaͤmmtliche jetzt bekannte Ackerinſtrumente, alſo auch die mehr⸗ uin der empfohlenen Pfluͤge, ohne allen Nutzen verſucht atte. 199 Daß der Haken gleichviel mit Ochſen oder Pferden be⸗ ſpannt,— außer demjenigen mit der letzteren Beſpannung, welcher mit einem Vordergeſtelle verſehen iſt, und manche Un⸗ bequemlichkeit darbietet,— beſonders auf einem mit vielen Graͤben durchzogenen Felde, den einzigen Nachtheil zeigt, daß das eine Thier der Beſpannung ſtets den bereits umgebrochenen Acker betritt und auf demſelben ſeine Spuren zuruͤcklaͤßt; ein Uebelſtand, welchem vollkommen abgeholfen iſt durch den in neuerer Zeit von dem Herrn Dr. von Thuͤnen conſtruirten Haken, welcher, bei ſorgfaͤltiger und möglichſt richtiger Zu— ſammenſtellung, Alles dasjenige in groͤßter Vollkommenheit leiſtet, was ein denkender Landwirth nur immerhin verlangen und erwarten darf, um ſich eine gehoͤrig lockere und gleich— maͤßige Ackerkrume zu bereiten. Sein Koſtenaufwand moͤchte ſich, nach der vom Herrn Held aufgeſtellten Berechnung etwa um 32 ß. vermehren, durch das an demſelben ange⸗ brachte Brett von Gußeiſen. Kein noch ſo ſchwerer Boden, im Trockenen oder naſſen Zuſtande, widerſteht ihm oben auf oder unter in der Erde, bei ſehr geringer Belaͤſtigung des Zugviehes. Daß ad III. da der Flachsbau ſich ſehr wenig fuͤr den Mecklenburgiſchen Boden eignet und auch in den beſten Jahren eine ſehr geringe Aernte liefert, derſelbe hier nur als Neben— und Nothſache betrieben wird, wir aber, wenn es auf naͤhere Unterſuchung ankommt, ein Product zu liefern uͤbernehmen, welches mit den Producten jeglichen Auslandes wetteifert, und manche Ortſchaften das Vorzuͤglichſte in dieſer Beziehung aufzuweiſen im Stande ſind; und daß der Mecklenburgiſche Landwirth, wenn er auch nicht im Mindeſten Anſpruch dar⸗ auf macht und ſich einbildet die hoͤchſte Intelligenz erreicht zu haben, ſich fortwaͤhrender Ausbildung befleißiget, und ſich durchweg den Grundſatz angeeignet hat, ſtets das Em⸗ pfohlene ſorgfaͤltig zu pruͤfen und ſich das Beſ⸗ ſere ohne Vorurtheil anzueignen. 200 Um ſo mehr fühle ich mich berufen, Ew Hochwohlgeboren auch meinen perſönlichen Dank auszuſprechen, daß Dieſelben ſich veran⸗ laßt gefunden haben, auch im Auslande die Ehre und den guten Ruf der Mecklenburgi⸗ ſchen Landwirthſchaft zu vertreten, und benutze ich gern dieſe Gelegenheit, Ew. Hochwohlgeboren, auch unbekann— ter Weiſe, diejenige ausgezeichnete Hochachtung zu verſichern, in welcher ich mich zu meiner Ehre bekenne fuͤr Ew. Hochwohlgeboren Grantzow ganz ergebenſten den 10. Februar 1837.(gez.) Engel. Nro. XI. Gutachtliches Schreiben des Herrn von Leers, Erbherrn auf Groß-Eichſen, Goddin, Muͤhlen-Eichſen, Vietluͤbbe und Schoͤnfeld in den Aemtern Schwerin und Gadebuſch, an den Verfaſſer in Betreff des Hakens ꝛc. Hochwohlgeborner Herr Hochzuverehrender Herr Regierungsrath! Die in Ew. Hochwohlgeboren geehrte Zuſchrift aufge— ſtellten Anfragen bin ich gerne bereit zu beantworten und folge ich in dieſer Beziehung dem Ihrem Schreiben angefuͤgte P. M. der Reihe nach. I. Der Haken wird noch faſt in ganz Meck— lenburg als eines der nuͤtzlichſten Ackerinſtru⸗— mente anerkannt und angewendet. Nur allein weſt⸗ lich von Grevis Muͤhlen nach Kluͤtz zu, namentlich in dem ſogenannten Kluͤtzer Ort wendet man ihn nicht zur Ackerbeſtellung an, ſondern bedient ſich ausſchließlich des Pflu⸗ ges. In der Gegend von Wismar und Gadebuſch bis —— 201 einige Meilen von Kroͤplin und Guͤſtrow zu bedient man ſich abwechſelnd des Hakens und des Pfluges, und zwar den letzteren vorzuͤglich zum Aufbruch des Dreeſches und zum Strecken derjenigen Stoppeln, welche im naͤchſten Fruͤhjahr gewendet und mit Gerſte beſtellt werden ſollen. Alle uͤbrigen Furchen werden groͤßtentheils mit dem Haken ge⸗ geben. Von der zuletzt bezeichneten Gegend aber an, ſieht man den Pflug nur ſehr ſelten ja wohl faſt gar nicht mehr, und geht die Meinung des dortigen Landwirths dahin, daß es auch vortheilhafter ſei, den Dreeſch mit dem Haken aufzu— brechen, weil die durch den Haken in der hohen Kante ge— brachten Grasſoden im Fruͤhjahre zeitiger aufgruͤnen, als die in plattniedergelegter Pflugfurche. Korn waͤchſt uͤbrigens nach der Beſtellung mit beiden Ackerinſtrumenten wohl gleich viel, wenn nur die eiſernen Eggen, als die, meiner Meinung nach, Hauptinſtrumente, gehoͤrig angewendet werden. Localitaͤten und die Gewohnheit einer Gegend muͤſſen aber vorzuͤglich uͤber die Anwendung verſchiedenartiger Ackerinſtrumente ent— ſcheiden. Daß der Haken uͤbrigens wegen ſeiner großen Leichtigkeit im Ganzen und Wohffeilheit (er verurſacht nur hoͤchſtens ⅛ der Koſten eines hieſigen Pfluges) als eins der nuͤtzlichſten Ackerinſtrumente Mecklenburgs anzuſehen iſt, auch ſo angeſehen wird, kann wohl Niemand bezweifeln, der ſich mit deſſen Gebrauch gehoͤrig bekannt gemacht hat. Dieſe Anerkennung ſpricht ſich hier vorzuͤglich noch dadurch aus, daß man ſich bemuͤht hat, eine Anſpannung fuͤr Pferde zu erfin⸗ den, welche das ſonſt gebraͤuchliche, den Gang des Hakens erſchwerende Vordergeſtell unnoͤthig macht. Dieſe Erfindung beſteht darin, daß man den Hakenbaum auf ein Querholz legt, welches unter dem Bauche der Pferde geht, und mit kleinen Ketten an den Kammdeckel befeſtigt iſt. So vertritt daſſelbe die Stelle des untern Jochbaumes bei Ochſen. Dieſe Er— findung, faſt eben ſo wohlfeil als das Joch der Ochſen, iſt deshalb um ſo nuͤtzlicher, weil man in vielen Ortſchaften die Ochſen ganz abgeſchafft hat, und alſo die Afkerbeſtellung 202 allein mit Pferden betreibt. Unter den Landwirthen Mecklen⸗ burgs findet aber noch eine große Verſchiedenheit der Anſich⸗ ten ſtatt daruͤber: ob es vortheilhafter ſei, ſich zur Ackerbe— ſtellung der Pferde allein, oder zum Theil dieſer und zum Theil der Ochſen zu bedienen. Dieſe Anſichten werden ſich wohl nie ganz ausgleichen, da die Lokalitaͤten hieruͤber ent⸗ ſcheiden werden und entſcheiden muͤſſen. Weite Entfernung von den Abſatzorten, Mangel an Wieſenheu bei den Grund— ſtuͤcken u. ſ. w. ſprechen fuͤr die Pferdewirthſchaft, dagegen bergige und ſteinige Felder, reichlicher Wieſenheu Gewinnſt ꝛc. der Mithaltung der Ochſen das Wort reden. II. Die große Hakenſenſe wirkt in geuͤbter Hand dort, wo das Getreide ſich nicht gelagert, ſondern ſtehen geblieben iſt, mit ſchaffender Kraft, und in dieſem Falle giebt ſie bei der großen Wirkung doch ein ebenes Schwad und eine kurze Stoppel. Wird dann nur darauf geſehen, daß die Binder das gemaͤhte Getreide rein zuſammen harken und gut auf⸗ binden, ſo bleibt nur ſehr wenig fuͤr die ſonſt ſehr praktiſche Hungerharke liegen. Was das Dreſchen anbetrifft, ſo findet hierin in den verſchiedenen Gegenden Mecklenburgs auch eine große Ver⸗ ſchiedenheit ſtatt. Nicht allenthalben ſind die großen ſchwe⸗ ren Dreſchflegel, mit denen die Arbeit immer am mehrſten gefoͤrdert wird, gebraͤuchlich, ſondern man bedient ſich auch der kleineren mit laͤngern Stielen. Wenn die Getreidegarben nun auch nicht mit pedantiſcher Sorge zuſammengelegt und gebunden werden, welches wegen der Schnelligkeit, mit der die Erndte in Mecklenburg beſchafft werden muß, nicht wohl moͤglich iſt, ſo geht man doch ſehr ſorgſam mit den Garben um, und erlaubt nicht, dieſelben als Krumſtroh zu behandeln; denn wo ſollte man ſonſt das viele benoͤthigte Stroh zu den Dachſchoͤfen bekommen? Niemals habe ich aber bemerkt, daß der große Dreſchflegel das Stroh ſo zermalmt haͤtte, als wenn es durch eine Dreſchmaſchine gegangen ſei. 203 III. Wenn der Flachsbau im Allgemeinen auch noch nicht in großer Ausdehnung getrieben wird, ſo faͤngt man hin und wieder doch ſchon an, demſelben mehr Aufmerkſam⸗ keit zu ſchenken, und ſind mir viele Oeconomieen bekannt aus denen bedeutende Quantitaͤten Flachs verkauft werden. So vielen und guten Flachs baut aber doch wohl jeder Meck— lenburgiſche Landwirth, um ſein Leinwands-Inventarium, ſelbſt das beſſere und feinere, wenn auch nicht das feinſte, aus eigner Production completiren, und um nach und nach die Ausſteuer, welche hier in Mecklenburg nicht unbedeutend ſein darf, fuͤr die Toͤchter, zuſammen weben laſſen zu koͤnnen. IV. Die Zungendaͤcher, und zumal die doppelten Zun⸗ gendaͤcher, haben ſich faſt allgemein verbreitet, und dies gewiß mit Recht. Dieſelben haben waͤhrend der Sturm⸗ nacht von dem 20. auf den 30. November d. J. noch wie⸗ derum ihre Guͤte gegen die Pfannendaͤcher bewaͤhrt. Der Wind hat die Zungenſteine, wegen ihrer feſten, platten Lage, nicht ſo leicht unterfaſſen koͤnnen, wie die mehr hohlliegenden Pfannenſteine. Auch gewaͤhren die Zungendaͤcher bei weitem mehr Sicherheit gegen das Durchregnen und vorzuͤglich gegen das Durchſchneien. Schwerer mag ein doppeltes Zungen⸗ dach wohl etwas ſein, denn eine Flaͤche die mit 13 Pfan⸗ nenſteine bedeckt wird erfordert circa 22 Zungenſteine. Jedoch iſt der einzelne Zungenſtein wiederum nicht voll ſo ſchwer, als der Pfannenſtein. Koſtbarer wird das doppelte Zungendach hier in Mecklenburg wohl nicht, wie das Pfannendach, wenn das Mauerlohn fuͤr erſteres auch theuer zu ſtehen kommt, denn man zahlt hier fuͤr das Tauſend Zungenſteine 6 Thlr. 28 ß. N. ⅛, und fuͤr das Tauſend Pfannenſteine 12 Thlr. 20 ß. N.%¼. Da ich nun recht wohl fuͤhle, wie unvollkommen ich Ihre Anfrage beantwortet habe, ſo kann ich nur bitten, den guten Willen fuͤr die That anzunehmen, Sich aber verſichert zu halten, daß es mir ſehr angenehm war, von einem ſo alten —— — —,— 204 Bekannten, als Sie es mir ſind, einmal etwas wieder erfah⸗ ren zu haben. Mit der vorzuͤglichſten Hochachtung habe ich die Ehre zu ſein Ew. Hochwohlgeboren ꝛc. Schoͤnfeld, am 30. Decbr.(gez.) v. Leers. 1836. No. XII. Gutachtliches Schreiben des Herrn Geheimenraths und Land⸗ raths von Basſewitz, Erbherrn auf Schoͤnhof, Wen⸗ dorf nnd Mummersdorf im Amte Grevesmuͤhlen an den Verfaſſer uͤber den fraglichen Gegenſtand. — Dein freundſchaftliches Schreiben vom 9. December er⸗ hielt ich, als ich mich ſo eben von einer langwierigen, wohl kann ich ſagen ſchweren Krankheit, ſo etwas zu erholen an— fing. Begluͤckt fuͤhlte ich mich, daß Du nach ſo langen Jahren Dich meiner noch ſo freundlich erinnert. Erhalte mir, dies iſt mein recht herzlicher Wunſch, auch noch ferner dieſe Deine Guͤte und Freundſchaft. Das Weihnachtsfeſt und darauf der heilige Antonius brachten mir, wie Du leicht denken kannſt, Stoͤrungen und Arbeiten, und gewiß erſt heute wird mir ſo viel Zeit, um Deinem Verlangen nach meinen beſten Kraͤften zu genuͤgen. I. Im Betreff des Hakens. Bevorworten muß ich, daß ſich die Ackerverhaͤltniſſe in Mecklenburg, ſeitdem Du das Vaterland verlaſſen, ſehr geaͤn⸗ dert haben. Die Erfahrung, daß der Mergel auf das Ge⸗ deihen der Fruͤchte einen ſo entſcheidend vortheilhaften Einfluß hat, beſtimmte ſchon ſeit Jahren, wohl kann man ſagen den — 205 groͤßten Theil der Landwirthe, die Ochſen abzuſchaffen, um mit der groͤßern Pferdeanſpannung das Bemergeln der Felder raſcher und leichter ins Werk richten zu koͤnnen. Dadurch iſt aber der Haken, dort wo er fruͤher zu Deiner Zeit ge— braucht wurde, nicht abgeſchafft, man hakt jetzt mit Pferden, und zwar mit zwei Pferden, die natuͤrlich nicht gewechſelt werden, und bedient ſich dazu eines ſogenannten Kurrhakens, bei welchem der Hakenbaum auf einem dem Pfluge aͤhnliches aber mit hoͤheren Raͤdern verſehenes Geſtell ruht, oder eines Jochhakens, bei welchem die Pferde vermittelſt eines unter dem Vorderleibe der beiden Pferde weggehenden und mit dem Ha— kenbaum kreuzweis verbundenen Baumes, die Laſt fortbewe— gen. So wird alſo auch jetzt noch der Haken haupt⸗ ſaͤchlich in der Malchin-Tetrow-Guͤſtrower Ge— gend beinahe ausſchließlich gebraucht; weiter hinauf zur See iſt der Pflug ſchon bekannter geworden, man pfluͤgt die Dreſchfurche gerne, denn der Pflug kann ſicherer ſo geſtellt werden, das er grade die Grasnarben mit ihren Wurzeln nur abſchaͤlt, und auf dieſe Weiſe durch Froſt, Regen, Sonn und Wind ſelbige zur Gaͤhrung und Aufloͤſung bis zum Fruͤhjahr hinfuͤhrt. In dortiger Gegend werden dann die ſpaͤteren Furchen durch den Haken beſchafft, der die tiefere Erdkrume unbedingt beſſer als der Pflug herauf zu brin⸗ gen, und mit der zergangenen Dreeſchnarbe durcheinander zu miſchen im Stande iſt. Hier in der Gegend, wo ich wohne, ward ſchon ſo lange ich denken kann, Haken und Pflug gleichmaͤßig gebraucht, hauptſaͤchlich aber nur der Haken zur dritten Furche, als der Wendfurche genutzt. Man pfluͤgt und hakt hier mit zwei Ochſen, oder auch mit zwei Pferden; ich habe die Ochſen nicht abgeſchafft, weil bei meinem ſo ſchwe— ren Boden das Ackern mit Ochſen bei recht trockner Zeit, ſicherer als mit Pferden von Statten geht, denn bei dem ploͤtzlichen Anziehen der Pferde geht, wenn der Acker recht hart iſt, das Handwerkzeug leicht in Stuͤcken, der Ochſe er— reicht ruhiger, aber freilich langſamer, ſeinen Zweck, und bei den vielen Graͤben auf meinem Felde iſt das Heranackern 206 und Umwenden an und bei ſelbigen mit Ochſen leichter als mit Pferden zu erreichen. Ganz abweichend von dem Vorhergeſagten verfaͤhrt man in dem Theil unſers Amtes Grevismuͤhlen, welcher der Kluͤßer Ort genannt wird, und der, wohl kann man ſagen zwar nicht den ſchwerſten und ſtrengſten, doch gewiß den mildeſten und fruchtbarſten Boden in Mecklenburg beſitzt. So weit die jetzige Geſchichte des Hakens in Mecklenburg, und muß ich auch nur noch bemerken, daß wir auch einen Erdtoffel⸗Hakenpflug haben, und daß ich meine Ochſen nicht nur zum Haken und Pfluͤgen, ſondern auch zum Duͤngerfah— ren gebrauche, und daß nur, wenn es ſehr warm iſt, ich den Ochſen bei dringender Arbeit einen Wechſel geſtatte, daß ſie ſonſt bei einer und einer halben Stunde Mittagsfutter, den ganzen Tag arbeiten muͤſſen; nur die Erndtezeit ruhig auf der Weide, ohne zu arbeiten, gehn, die uͤbrige Zeit ſtehen ſie beſtaͤndig auf den Stall, und werden, wenn ſie arbeiten, kraͤftigſt mit Korn gefuͤttert. II. Im Betreff der Senſe mit Haken oder Buͤgel. Da wo ſtarkes Korn gebauet wird, findet ſich auch ſtets mehr oder weniger Lagerkorn, bei letzterem kann die Senſe mit Haken nur nachtheilig gebraucht werden, die Senſe mit dem Buͤgel legt, wenn der Maͤher nur ſeine Pflicht thut, das ſtarke, nicht ganz gerade ſtehende Korn regelmaͤßiger hin, deshalb brauche ich gewoͤhnlich bei Winterkorn und beim liegenden Sommerkorn, die Senſe mit dem großen Bügel, uͤbrigens aber beim ſtehenden Korn, viel lieber die Senſe mit dem Haken, denn der Maͤher kann unbedingt ein groͤßeres Schwad nehmen und wenn er ſeine Pflicht thut, muß ſelbiges auch regelmaͤßig zu liegen kommen; bei Lagerkorn kann nie ein regulaͤres Schwad entſtehen. —+⁸O—+—— 207 III. Die Pferde⸗Stoppelharke kann aus vori⸗ gen Gruͤnden, beſonders bei Lagerkorn, nicht entbehrt wer— den. Bei guten Erndten fahren viele, und vielleicht, moͤchte ich ſagen, unſere rationellſten Landwirthe das aufgeharkte Loos nicht mit den Garben in die Scheune, ſondern es kommt directe zum Viehfutter. Die bisher ſtattgehabten niedern Kornpreiſe rechtfertigen dies Verfahren, denn jetzt giebt Viehbenutzung den hoͤchſten Ertrag. IV. Der große Dreſchflegel. Kann bei uns nicht entbehrt werden. Erinnerlich wer⸗ den auf der Dreſchdiele die ſchieren Garben auf der einen Seite, und das Loos auf der andern Seite der Dreſchlage gelegt. Man legt bei uns dicker an, als in andern Laͤndern nur der ſchwere Flegel kann durchdringen, da wo die Garben liegen werden die Aehren hauptſaͤchlich nur gezuͤchtigt, das Loos muß genauer beruͤckſichtigt werden. Wollten wir dunner anlegen, wuͤrden wir nicht Menſchen⸗ haͤnde genug haben, oder Dreſchmaſchinen noͤthiger werden, gegen welche aber auch manches einzuwenden ſein moͤchte. Uebrigens wird das ſchiere Winterſtroh allerdings auch in Bunde gebunden, und ſo zu ſeinen Zwecken aſſervirt, nur das Krummſtroh wird dem Vieh zum Durchfreſſen directe vorgeworfen. Haͤtten wir in Mecklenburg kein ſchieres Stroh, koͤnnten wir ja auch nicht mit Stroh decken. V. Freilich ſind wir mit dem Flachsbau in Mecklen⸗ burg noch ſehr weit zuruück. Der innere Bedarf wird nicht durchgehends gebaut. Auch der Linnenbedarf zum ordinaͤren Gebrauch wird nicht ganz im Einlande erzeugt. VI. In Mecklenburg ſind die Zungenſteine bei wei⸗ tem wohlfeiler, als die Pfannen- oder Hohlziegel. Es wer⸗ den aber bei einem doppelten Dache mindeſtens fuͤnfzig Pro⸗ cent mehr Zungenſteine als Pfannen Wüinhi⸗ welche letztere —————— — —— —— — — ———— 208 aber nur einfach gelegt werden. Ein einfach gelegtes Dach von Zungenſteinen kann nur ſehr enge verlattet werden und rann nur Nutzen gewaͤhren, wenn es auf boͤhmiſche Weiſe in Kalk gelegt wird. Die damit verknuͤpften Koſten kommen denen eines doppelten Daches ziemlich nahe, es werden frei⸗ lich weniger Steine, aber mehr Latten gebraucht. Ohne einen Kalkunterſtrich kann ein Dach von Zungenſteinen, es mag nun einfach oder doppelt gelegt werden, nie von Nutzen ſein. An mehreren Orten in Mecklenburg deckt man wieder viel mit Pfannen, hauptſaͤchlich in der Gegend bei Luͤbeck und Roſtock. Ein doppeltes Zungendach iſt ſchwerer als ein Pfannendach. Im Vorſtehenden erhaͤlſt Du, mein wertheſter Freund, meine, vielleicht ſehr unvollkommenen Anſichten uͤber die zur Frage geſtellten Gegenſtaͤnde. Fuͤnf und zwanzig Jahre meines Lebens widmete ich mich der Domaͤnenadminiſtration in Mecklenburg; ſeit acht⸗ zehn Jahren bin ich ſelbſt Landwirth; dieſe letzte Uebung hat mich beſonders gelehrt, daß in der Praxis ſo manches ſich ganz anders zeigt, als es uns ſonſt theoretiſch einzuleuchten ſchien, und daß der rationelle Wirth, die jedesmal gegebenen Verhaͤltniſſe ſtets wohl zu beruͤckſichtigen hat, wenn er mit dem mindeſten Koſtenaufwande das Hoͤchſte erreichen will, und dies iſt ja unſere einzige Aufgabe. Willſt Du beſſer und gruͤndlicher uͤber Mecklenburgs landwirthſchaftliche Ver⸗ haͤltniſſe unterrichtet ſein, ſo wende Dich an die Direction unſeres Mecklenburgiſchen Patriotiſchen Vereins zu Roſtock. Dein Schoͤnhof bei Wismar recht aufrichtiger Freund den 23. Januar 1837.(gez.) von Baßewitz. ——.—— 209 Nr. XIII. Anſichten des Kammerherrn und Landraths von Koͤnemann Erbherrn auf Pritzier, Goldenitz, Gramnitz, War⸗ litz, Neuerrode und Goͤßelow in den Aemtern Wit⸗ temberg und Sternberg in Betreff des P. M. des Ke⸗ niglich Hannoͤverſchen Regierungsraths von Boddien zu Aurich. Und zwar ſpeciell: adI. uͤber den Gebrauch des Hakens als Acker⸗ werkzeugs. Der Gebrauch des ſogenannten Hakens hat allerdings in vielen Gegenden Mecklenburgs dadurch eine Abaͤnderung erlitten, daß mancher Landwirth es ſeinem Manipulations⸗ Intereſſe angemeſſen erachtete, die fruͤherhin vorzugsweiſe zur Beakerung adhibirten Ochſengeſpanne theilweiſe oder ganz abzuſchaffen und Pferdegeſpanne an ihre Stelle treten zu laſſen. Dies veraͤnderte Syſtem aber findet keineswe⸗ ges, daß man den Haken, als der zunehmenden Ackerkultur nicht mehr entſprechend, mit andern Beackerungswerkzeugen zu vertauſchen fuͤr nothwendig erachtete. Nein! der Ha⸗ ken bleibt anerkannt ein zweckmaͤßiges Beacke— rungsinſtrument, das nur ausnahmsweiſe, und beſonders aus Gruͤnden der Areal⸗Lokalitaͤten nicht adhibirt wird, z. B. wo die humoſe Ackeroberflaͤche von ſo geringer Staͤrke iſt, daß die Spitze des Hakeiſens leichter als die des Pflugeiſens die ſogenannte todte Erde ergreift, wenn— wie es bei Meck⸗ lenburgs großen Ackerflaͤchen unvermeidlich iſt— die Fuͤh⸗ rung nicht allemal geuͤbten Haͤnden anvertraut werden kann, welche ſonſt erfahrungsmaͤßig im Stande ſind den Haken voͤlig dem Pfluge gleich zu handhaben. Die vorſtehende Behauptung rechtfertigt ſich auch durch den faktiſchen Um— ſtand, daß— vielleicht mit wenigen Ausnahmen— diejeni— gen großentheils ſehr rationell⸗practiſchen Landwirthe, welche 15* —— —.— 210 Pferdekraft an die Stelle der Ochſenkraft treten ließen, kei— nesweges den Haken abſchafften, ſondern nur in einen Pferdehaken ihn umſchafften, indem die Abſchaffung oder Verminderung der Ochſengeſpanne nicht durch eine Verwerflichkeit des Hakens, ſondern nur dadurch moti⸗ virt erſcheint, daß als Folge vermehrter Ackerkultur auch die okonomiſchen Arbeiten ſich mehren, mithin der mehrbeſchaffen⸗ den Bearbeitung mit Pferden der Vorzug gegeben werden nußte, um ſo mehr als zu den Zwecken eines vergroͤßerten Kornverkaufs auch vermehrte Transportmittel erforderlich wer⸗ den, die in manchen Gegenden ohnehin eine Abaͤnderung darin fanden daß die Spanndienſte der Bauern ceſſirten. Es ſei ferne behaupten zu wollen, daß im Allgemeinen die altherkommliche in der Regel jetzt richtig modificirte Ma— nipulation bei der Ackerbeſtellung in Mecklenburg unver⸗ beſſerlich ſei; erweislich aber gewinnt ſie in ihren Reſul⸗ taten gegen die, wo nur nach neuen Theorieen ope⸗ rirt wird, ohne dieſe der alten bewaͤhrten Praris wirklich rationell anzupaſſen, welche nach den Verhaͤltniſſen der Bonitaͤt und der Umfaͤnglichkeit des Areals, ſo wie der Con— juncturen bei Verſilberung der Producte nicht bloß den Koͤr— nerertrag, ſondern auch den der Schaf- und Viehweiden im Auge behalten muß; in deren Verbeſſerung ein Hauptſchritt zur verbeſſerten Ackerkultur gethan wird. Was nun die Be⸗ merkungen uͤber dieſen ſpeciellen Gegenſtand betrifft, ſo glaubt der Unterzeichnete, nach ſeiner mehr denn dreißigjaͤhrigen Praris nachſtehendermaßen daruͤber ſich aͤußern zu duͤrfen. ad a) Daß die Zweckmaͤßigkeit der Anwendung des Hakens als Ackerwerkzeug nicht allemal eine beſondere Bo⸗ denart vorausſetze, vielmehr— in Mecklenburg mit wenigen Ausnahmen— bei richtiger Hand⸗ habung für jede Bodenart ſich eigne, und daß eine Ruͤckſichtnahme auf die Koſten eines ſolchen Ackerwerkzeuges— bei deſſen Einfachheit und Wohl⸗ 211 feilheit— einer ſonſt geeigneten Adhibirung ſchwer— lich hindernd entgegenſtehen moͤge. ad b) Daß deſſen Anwendung in Mecklenburg mit Vor⸗ theil auch im ſteifſten Lehmboden ſuaatt findet. ad c) Daß auch einſichtsvolle Landwirthe Mecklen⸗ burgs des Hakens ſich bedienen beim erſten Um— wenden des Dreeſches und der Stoppel, ſo wie zur Saatfurche. ad d) Daß auch in den cultivirteſten Gegenden Mecklen— burgs der Haken nicht bloß ausnahmsweiſe ſondern als Regel adhibirt und ſomit factiſch widerlegt wird, als ob dieſes Ackerinſtrument mit der zunehmenden Ackerkultur außer Gebrauch gekommen ſei und kommen muͤſſe. ad e) Daß— wie bereits im Eingange dieſes geſagt iſt— die Abſchaffung der Ochſengeſpanne nur in einzeln Faͤllen eine Abſchaffung des Hakens mit ſich im Gefolge hatte, vielmehr derſelben im Allgemeinen ganz andere oͤkonomiſche Gruͤnde unterzulegen ſein duͤrften. ad f) Daß, ſo wie der jetzige Pferdehaken einer Jochan⸗ ſpannung nicht unbedingt bedarf, auch die Anſpan— nungsart der Ochſen zu andern Zwecken, ſehr leicht zu dem Zwecke des Hakens zur Anwendung zu brin— gen ſein duͤrfte. Pritzier im Februar 1837. der Landrath von Koͤnemann. 212 Nr. XIV. Erwiederung des Herrn von Winterfeld, vormals auf Stieten, jetzigen Beſitzers der Guͤter Kehrberg und See⸗ feld in der Oſt Prignitz auf das von dem Herrn Regie⸗ rungsrath von Boddien uͤberſandte P. M. wegen Mecklenburgiſcher Ackergeraͤthſchaften ꝛc. — ad I. Der in Mecklenburg noch allgemein ge⸗ braͤuchliche Ochſenhaken iſt ein hoͤchſt einfaches und wohlfeiles Ackergeraͤth, welches incl. der Schmiedearbeit, etwa 3 bis A Thlr. Gold koſtet, wovon die Holzarbeit gewoͤhnlich von eigenen Leuten auf den Guͤtern verfertigt wird. Es iſt ein großer Irthum, wenn man glaubt, daß dieſer Haken abgeſchafft, oder nur noch wenig, und zwar nur in einigen Gegenden Mecklenburgs gebraucht werde, viel⸗ mehr wird ſolcher noch allgemein angewandt, wenn gleich man in einigen Gegenden, z. B. im Amte Hagenow, wegen des ſchlechten Untergrunds, dem Pfluge den Vorzug giebt, im Amte Grevismuͤhlen ſoll aber der Pflug auch gebraucht wer— den, obgleich der Boden dort gut iſt. Im allgemeinen wird in Mecklenburg alles mit Ochſen— haken beſtellt, und kann der ſtrengſte Boden damit gut bearbeitet werden, nur muß das Zugvieh bei letz⸗ terem ſtark ſein, ſo wie ſolches uͤberhaupt, ſelbſt auch bei leichterm Boden, auf den Guͤtern ſtets gewechſelt wird. In neuerer Zeit hat man auch angefangen, mit Pferden zu haken, wovon aber die mehrſten ſchon zuruͤckgekommen, weil die Pferde dabei ſehr angegriffen werden, auch die Ackerbeſtellung im Ganzen doch nicht ſo gut wird, als mit dem Ochſenhaken. Daß man ſelbigen hier ganz abſchaffen ſollte, daran iſt gar nicht zu denken. 2) Bei den Ochſenhaken iſt blos nur noch das Lenkſeil erforderlich. 213 3) Die Beſpannung mit Ochſen haͤlt man ungleich wohl— feiler als mit den Pferden. 4) Das Tagewerk eines mit 2 Ochſen beſpannten Ha⸗ kens, welche gewechſelt werden(mithin 4 Ochſen), kann etwa zu 4 Scheffel Mecklenburgiſche Maaß Roggen, den Scheffel zu 60 Pfd. gerechnet, betragen, wenn der Boden nicht zu ſtrenge iſt, bei der Saͤatfurche iſt das Tagewerk noch groͤßer, beim Aufbruch der Dreeſchweide aber kleiner*). 5) Die Arbeit mit dem Haken iſt leichter als wie mit dem Pfluge, und kann ſolche, wo der Boden nicht zu ſtrenge, mit erſterem ein halbherangewachſener junger Menſch verrichten. 6) Es iſt außer Zweifel, daß der Acker mit dem Ochſen— haken allemal beſſer werde, als wie mit dem Pfluge wenigſtens ſo viel man hier die Bodenarten kennt. 7) Das Haken, wenn gleich nur bei geringem Froſt, wuͤrde ich ganz wiederrathen, weil, wenn auch der Haken den Froſt durchbricht, doch fuͤr die Ochſen zu beſchwerlich iſt. 8) Beim Kartoffelpflanzen darf der Haken nicht veraͤn— dert werden, da ſolche nur ſo in der Furche hinter den Haken eingeworfen werden. Beim Waſſerfurchenziehen bedarf der— ſelbe eine geringe Umaͤnderung. Der Pflug, außer in den oben erwaͤhnten beiden Aem— tern, iſt in Mecklenburg nur noch wenig im Gebrauch, etwa beim Aufbruch der Dreeſchweide, und zwar mit zweiſpaͤnnigem. ad II. Durch den Dreſchflegel(welcher etwa 6 Pfund wiegt) wird das Stroh nicht in einen ſolchen Zuſtand geſetzt, als wenn es durch eine Dreſchmaſchine gegangen, ſondern es kann daraus auch Dach- und Schneideſtroh, welches gerade *) Bei Beſtimmung des Tagewerks ad 4, wird vorausgeſetzt, daß von Sonnenaufgang bis zu deren Untergang im Sommer ge⸗ hakt werde. 214 und ſchier ſein muß, genommen werden, welches gewoͤhnlich zum Bedarf des Gutes geſchieht. III. Man kann nicht annehmen, daß die Flachskultur in Mecklenburg ſehr zuruͤck iſt, denn es werden faſt alle Sor⸗ ten von Leinewand nicht nur hier bereitet, ſondern man fer⸗ tigt auch damaſtne Tiſchgedecke; da aber der Flachsbau dem Kornbau nachtheilig iſt, ſo ſieht man dabei kei— nen Vortheil, beſchraͤnkt ſich daher auf eigenen Bedarf. IV. Obgleich die Pfannendaͤcher in Hamburg, Luͤ⸗ bek, Wismar und Roſtock faſt allgemein ſind, ſo findet man ſolche in Mecklenburg auf dem Lande doch nur ſelten. Das Zungendach belaſtet weit mehr und iſt auch theurer (naͤmlich ein auf 12 Zoll gelattetes doppeltes Dach), da die Dachpfannen, wenn gleich nach Zahl theuer, doch viel weiter reichen als Zungendachſteine, letztere aber dem Winde mehr wiederſtehen koͤnnen, und fuͤr Schnee ganz dicht zu machen ſind. Es kommt alſo nur darauf an, daß das Gebaͤude ſo ſtark verbunden iſt, daß es ein ſo ſchweres Dach tragen kann, da ich es denn beſſer als das Pfannendach halte, da es auch dem Winde mehr widerſteht. Die Hohlziegel ſind hier nicht im Gebrauch, auf alten Kirchen findet man ſolche noch hin und wieder aus alten Zeiten her.— Seefeld, 16. Februar 1837. (gez.) L. A. J. v. Winterfeld⸗ 215 No. XV. Gutachtliches Schreiben uͤber die mehr beregten Gegenſtaͤnde von dem Herrn von Stern, Erbherrn auf Tuͤſchow und Granzien, Großlwelzien und Bergfeld in den Aem⸗ tern Wittenburg und Sternberg an den Verfaſſer. —— Hochwohlgeborner Herr Hochzuverehrter Herr Regierungsrath. Ew. Hoch⸗ und Wohlgeboren werden ſich mit Recht ſehr gewundert haben, daß ich Ihr geehrtes Schreiben vom vori— gen Jahre noch nicht beantwortet habe. Ich erhielt Ihren Brief aber erſt in dieſem Jahre, indem ich ſchon ſeit vier Jahren Brockhuſen verkauft habe, und nun der Brief wieder nach Hamburg und von dort nach meinem von mir nicht bewohnten Gute Tuͤſchow ging, und von dort erſt hierher. Dazu kam Familien- und Landestrauer, und bedeu— tende Krankheitsfaͤlle in meiner Familie, entſchuldigen Sie daher mein langes Schweigen. Mit dem groͤßten Vergnuͤgen gebe ich Ihnen auf Ihre vorgelegten Fragen, der Wahrheit gemäß, die gewiſſenhafteſte Antwort, da ich mehrere Guͤter beſeſſen und noch beſitze, auch das Gluͤck gehabt habe, bei jedem Wechſel zu verdienen, und dieſes, ohne mich ruͤh— men zu wollen, durch die Verbeſſerung der Guͤter ge— ſchehen iſt, dieſe Verbeſſerung des Ackers aber wohl durch den hier jetzt allgemein eingefuͤhr⸗ ten Haken geſchehn iſt. Ich habe in der Roſtocker, Schweriner, Wittenburger und Boitzenburger Gegend gewohnt, mithin ſehr verſchiedenen Acker zu bearbeiten gehabt. Wo ich den Pflug allein vorfand, ſchaffte ich ſofort den Haken an, und brauchte den Pflug nur noch zur Dreeſcharbeit in Nothfaͤllen. Jeder Ackerarbeiter ſchafft mit dem Haken bei weitem mehr, und er iſt fuͤr Menſchen und Vieh leichter zu 216 regieren. Die Anſchaffung des Hakens iſt bei weitem billiger; die Ausbeſſerung leichter gemacht, auch koͤnnen unerfahrne Leute leichter damit arbeiten, und zur Arbeit ſtellen. Der mit dem Haken bearbeitete Acker wird leichter muͤrbe, und mengt ſich beſſer, feuchtet im Winter auch beſſer durch. Die vor dem Haken geſpannten Ochſen koͤnnen zum Eggen wie zum Fahren gebraucht werden, wie es hier an vielen Orten geſchieht. Es giebt hier in Mecklenburg Guͤter von verſchiedenem Boden, die gar keinen Pflug kennen. In dem ſchweren Lehmboden iſt der Pflug ohne Nutzen. Eine reine Waſſerfurche, wie ein Behaken der Kartoffeln, kann nur zweckmaͤßig mit dem Haken geſchehn. Die Stoppelbear⸗ beitung mit dem Haken geſchieht raſcher, und die Stoppel iſt dann im Fruͤhjahr leichter zu bearbeiten. In Mecklenburg wird, wenn nur darnach geſehen wird, gewiß ein eben ſo reines Schwad gemaͤht, wie in andern Laͤndern, und mit unſerer Senſe ſehr ſchafflich; ſelbſt da wo ſchlecht gemaͤht wird, kann man die Stoppel, wenn man nicht haken will, umpfluͤgen. Wollten wir unſern Leuten den Verdienſt nicht goͤnnen, indem alles um Lohn gedroſchen wird, ſo wird, wo nur Auf— ſicht iſt, unſer Korn ſo eingebracht, daß wir es auch mit kleinen Dreſchflegeln ausſchlagen koͤnnten; das meiſte Stroh wird bei uns auch gebunden. Der Flachsbau gewinnt ſeit Jahren bei uns ſehr, und obgleich der Flachs nicht bei uns im Waſſer liegt, wird der⸗ ſelbe gut; jedoch ſehn wir beim Flachsverkauf keinen Vortheil, indem der Flachsbau den Acker auszieht und leicht Quecken erzeugt. Die Zungendaͤcher erhaten deshalb bei uns den Vorzug, weil dieſelben billiger ſind, und die Gebaͤude mehr gegen das Eindringen des Schnees und Regens ſchuͤtzen. 217 Ew. Hochwohlgeboren haben hiedurch hoffentlich, in der Kuͤrze, eine Beantwortung Ihrer vorgelegten Fragen. Mit der groͤßten Hochachtung unterzeichne ich mich als Ew. Hochwohlgeboren Gr. Welzien gehorſamſter den. 26. Februar 1837.(gez.) Ludolph von Stern. No. XVI. Auszug aus einem Brief des Herrn General Majors von Boddien, Erbherrn auf Weiſin im Amte Luͤbs in Be⸗ treff der zur Frage geſtellten Gegenſtaͤnde vom 19. Januar 1837. — Anlangend Deine Haken⸗ und Pflug⸗Angelegenheiten, ſo bin ich, ſo weit meine Erfahrung und agronomiſchen Kennt⸗ niſſe die Frage zu beurtheilen vermoͤgen, ganz der Meinung, daß Alles, was Du von den Vorzuͤgen unſers vaterlaͤndiſchen Ackerinſtruments behaupteſt, rationell richtig dargeſtellt iſt; denn wer unter den Landbauern wuͤrde ableugnen koͤnnen, daß der Haken beſonders beim Aufbruch des Dreeſches und der Stoppel fuͤr das Fruͤhjahr, durch die rauhe Furche, welche er bildet, und ſo den Acker mehrſeitig der athmosphaͤriſchen Einwirkung ausſetzt, dieſen zu groͤßerer Fruchtbarkeit vorbe⸗ reitet, ihn vollſtaͤndiger kruͤmelt, auflockert u. ſ. w. als der Pflug, welcher gewiſſermaßen die obere Narbe umkehrt, und als ebene Flaͤche niederlegt. Mehrere Landleute, mit denen ich hieruͤber geſprochen, theilen voͤllig dieſe Anſicht, wenn gleich einige zugeben, daß auch, unter gewiſſen Umſtaͤnden, die Be⸗ ſchaffenheit des Bodens und die Gattung der darauf erzielt werdenden Fruͤchte den Pflug als vortheilhaft erſcheinen laſſe. — * 3 „7 9 „ G h — —õmumu ———— ———————— ———— —— —— —õ— —— 218 Ich darf hoffen, daß mein Schwager Baßewitz und Baron von Schmidt, mit welchen ich hieruͤber auf Deine an ſie eingegangene Schreiben anfaͤnglich geſprochen, im We⸗ ſentlichen ein Gleiches erwiedern werden. Letzterer hat, um Dir gruͤndliches Urtheil zu verſchaffen, ſich mit der Sache an den Director unſers patriotiſchen Ver⸗ eins, den als Schriftſteller und ausgezeichneteſten Land⸗ wirth hochgeachteten Herrn von Thuͤnen auf Tellow gewendet. Mein alter Inſpector zu Weiſin iſt ein tuͤchtiger treuer, praktiſcher Ackerwirth und Haushalter, aber in litteris total unbewandert und des Schreibens nur ſo viel maͤchtig, als zur Berechnung und der gewoͤhnlichen Geſchaͤftskorreſpon⸗ denz erforderlich, von ihm iſt daher auch kein oſtenſibles Akten⸗ ſtuͤck fuüͤr Dich zu erwarten. Uebrigens ſchwoͤrt aber auch er bei unſerm Haken, und er hat in ſeiner langen Praxis zu Maſſow, Konow, Hanſtorff und andern Orten mit dem Pfluge zu operiren niemals fuͤr dienlich gefunden. unterz. J. von Boddien. Nro. XVII. Auszug aus den Briefen des Herrn Dr. von Thuͤnen auf Tellow an den Verfaſſer, vom 10. Januar und 8. Februar 1837. — Hochwohlgeborner Hochgeehrter Herr Regierungsrath. Einige Tage vorher, ehe ich das Schreiben empfing, wo— mit Ew. Hochwohlgeboren mich beehrt haben, erhielt ich durch Herrn Praͤpoſitus Karſten Ihre an das Hauptdirekto⸗ rium des Vereins gerichteten Mittheilungen. —Q——— — — 219 Herr Praͤpoſitus Karſten erſuchte mich zugleich, dieſe Schriften zweien Landwirthen zur Abfaſſung eines Erachtens uͤber den fraglichen Gegenſtand zu uͤbergeben, wenn ich dies nicht ſelbſt uͤbernehmen wollte. Durch mein Verhaͤltniß zum Verein hielt ich mich zur Uebernahme dieſer Arbeit verpflich— tet, zugleich aber fuͤhlte ich mich dazu aufgefordert, indem es mich indignirte, daß den gemeinnuͤtzigen Beſtrebungen Ew. Hoch⸗ wohlgeboren durch Behauptungen, die theilweiſe ganz unrichtig ſind, aber unter den obwaltenden Umſtaͤnden doch eine Bedeutung erhalten, entgegen gewirkt werde. Das Erachten nebſt einem Aufſatz, weitere Bemerkungen uͤber den Mecklenburgiſchen Haken enthaltend, habe ich geſtern dem Herrn Praͤpoſitus Karſten uͤbergeben, welcher daſſelbe nun dem erſten Hauptdirektor des Vereins, Herrn Grafen von der Oſten Sacken, mittheilen wird. Vorlaͤufig fuͤhre ich aus dem Exrachten nur an: Daß weſtlich einer Linie, die durch Gramkow, Gre⸗ vismuͤhlen, Schoͤnberg, Hagenow u. ſ. w. geht, der Gebrauch des Pfluges, oͤſtlich dieſer Linie aber der Gebrauch des Hakens vorherrſcht, und daß es im oͤſtlichen Mecklenburg, namentlich in der hieſigen Gegend, mehrere hochkulti⸗ virte Guͤter giebt, auf welchen auch nicht ein ein⸗ ziger Pflug zu finden iſt ꝛc. ꝛc. Tellow den 10. Januar 1837. Fuͤr Ihre geehrte Zuſchrift, welche mir uͤber Ludwigsluſt richtig zugekommen, danke ich Ew. Hochwohlgeboren ver⸗ bindlichſt. Gar ſehr wuͤrde es mich freun, wenn das Erachten und die beiden Aufſaͤtze, die nun ſchon in Ihren Haͤnden ſein wer— den, Ihnen zuſagend waͤren, und wenn ſie dazu beitragen koͤnnten, unbegruͤndete Angriffe zuruͤckzuweiſen. 220 Die von Ew. Hochwohlgeboren ausgeſprochene Vermu⸗ thung, daß der Hakenpflug aus der Verbeſſerung des Hakens hervorgegangen iſt, werden Dieſelben in den Notizen beſtaͤtigt gefunden haben. Da ich, in Folge Ihrer geehrten Aufforderung mich ein⸗ mal mit dieſem Gegenſtande beſchaͤftigte, ſo habe ich dieſe Arbeit fortgeſetzt und die Data welche mir zur Vergleichung des Arbeitsquantums von Haken und Hakenpflug vorlagen, zuſammengetragen— wozu ich ohne den von Ew. Hochwohl⸗ geboren gegebenen Anſtoß in dieſem Winter ſchwerlich gelangt waͤre. Sollte in den Aufſaͤtzen, die ich Ew. Hochwohlgebo⸗ ren zugeſandt, Etwas enthalten ſein, was Sie zur Aufnahme in Ihrer Schrift uͤber den Haken fuͤr zweckmaͤßig und geeignet halten, ſo ſtelle ich dieſe zur freieſten Dispoſition anheim ꝛc. ꝛc. Tellow, den 8. Februar 1837. Nro. XVIII. Gutachten des engern Ausſchuſſes der Koͤniglichen Landwirth— ſchaftsgeſellſchaft zu Celle uͤber die von dem Herrn Regie⸗ rungsrath von Boddien zu Aurich empfohlene Einfuͤh⸗ rung einiger Mecklenburgiſchen landwirthſchaftlichen Geraͤthe im hieſigen Koͤnigreich. Der Herr Regierungsrath von Bodien zu Aurich beabſichtigte, die Einfuͤhrung einiger in Mecklenburg uͤblichen Landwirthſchaftlichen Geraͤthe, namentlich: 1) des Mecklenburger Ochſen- und Pferdehakens, 2) der großen Pferde Stoppelharke, 3) der großen Kornſenſe, 289—— ⏑ᷣ Q⏑ 221 4) des großen Dreſchflegels, 5) der doppelten Flachs⸗Brache und Schwinge, 6) der Zungen⸗Dachziegel den Landleuten des hieſigen Koͤnigreichs durch eine gedruckte Abhandlung zu empfehlen, und es war von demſelben bei dem Koͤniglichen Miniſterium des Innern darauf angetragen, daß eine namhafte Anzahl von Exemplaren dieſer Abhandlung, zur Vertheilung an die Behoͤrden und Gemeinden des Koͤ— nigreichs, auf oͤffentliche Koſten angekauft werden moͤge. Nachdem das Koͤnigliche Miniſterium des Innern aber, nach eingeholtem Gutachten der Koͤniglichen Landwirthſchafts⸗ geſellſchaft, dieſem Antrage Staͤtt zu geben, fuͤr angemeſſen nicht erachtet, und der Herr Regierungsrath von Boddien ſodann den engeren Ausſchuß der Koͤniglichen Landwirth⸗ ſchafts-Geſellſchaft erſucht hat, ſich uͤber dieſen Gegenſtand anderweit gutachtlich zu aͤußern, um dieſes Gutachten in die herauszugebende Abhandlung mit aufzunehmen, ſo hat der engere Ausſchuß kein Bedenken finden koͤnnen, dieſem Wun⸗ ſche in Folgendem zu entſprechen. So viel 1) den Mecklenburger Haken betrifft, ſo werden die weſentlichen Vorzuͤge deſſelben vor dem Pfluge nur in der Guͤte der damit beſchafften Arbeit zu finden ſein. Denn wenn gleich der Ochſen-Haken, wegen ſeiner einfachen Conſtruction und wegen der Einfachheit der in Mecklenburg uͤblichen Anſpannungsart, wolfeiler iſt, als ein gewoͤhnlicher Pflug, ſo kommen dieſe Vorzuͤge doch hier in ſo fern weniger in Betracht, als in den hieſigen Landen verhaͤltnißmaͤßig weni⸗ ger mit Ochſen geackert wird, als mit Pferden, der Pferde⸗ Haaken mit Raͤder-Geſtell aber nicht erheblich wohlfeiler iſt, als ein gewoͤhnlicher Pflug. Selbſt in denjenigen hieſigen Gegenden aber, wo Och⸗ ſenanſpannung uͤblich iſt, moͤchte die Mecklenburgiſche An⸗ ſpannungsart nicht angemeſſen ſein, weil ſie nur fuͤr den 222 Haken geeignet iſt, wozu in Mecklenburg die Ochſen auch nur benutzt zu werden pflegen, waͤhrend die hieſigen kleinern Landleute, wenn ſie uͤberhaupt mit Ochſen ackern, auch das Eggen und Fahren mit Ochſen verrichten muͤſſen. Schwer⸗ lich wuͤrde es aber practiſch ausfuͤhrbar ſein, die Ochſen vor dem Haken, im Joch mit dem Wider⸗Riß, vor der Egge und dem Wagen aber, nach der hier uͤblichen Anſpannungsart, mit der Stirn, oder im Kummet mit den Schultern, ſchie— ben laſſen zu wollen. Ein anderer dem Haken beigemeſſener Vorzug, Daß ein Tagewerk groͤßer ſei, als das eines Pfluges, moͤchte nur ſcheinbar ſein, da das Tagewerk eines Hakens nur dann groͤßer ſein wird, wenn zwiſchen zwei Furchen ſtets ein Balken ſtehen bleibt, der mit Erde bedeckt wird, waͤh— rend mit dem Pfluge die ganze Oberflaͤche der Ackerkrume umgewendet wird. Es werden daher dieſe minder weſentliche Vorzuͤge des Hakens in der vorliegenden Beziehung, zu uͤbergehen, und nur ſeine weſentlichen Vorzuͤge, die Guͤte ſeiner Arbeit, einer naͤheren Erwaͤgung zu unterziehen ſein. Dieſe weſent— lichen Vorzuͤge des Hakens werden den gebildeteren groͤßeren Landwirthen bekannt ſein, zumal in verſchiedenen Gegenden des Koͤnigreiches, und namentlich des Luͤneburgſchen, dieſes Werkzeug noch jetzt im Gebrauch und von dem Mecklenbur— ger Haken nicht weſentlich verſchieden iſt. Die in Thaers Grundſaͤtzen der rationellen Landwirth⸗ ſchaft B. 3§. 126 dem Mecklenburger Haken zugeſtandenen Vorzuͤge, daß er das Land beſſer durcharbeitet, zerkruͤmelt und das Unkraut heraushebt, als ſolches mit dem Pfluge bewirkt werden kann, ſind unbeſtreitbar. Dieſe Vorzuͤge bewaͤhrt der Haken vorzuͤglich bei der Bearbeitung der —;—ͦ—ͦ n☛& ˙ᷣ—— ⁸△ 223 reinen Brache, und inſonderheit dann, wenn der Acker einige Jahre zur Weide gelegen hat, und dadurch mehr oder weniger verraſet iſt. Fuͤr dieſe Brachbearbeitung wird dem Haken unbedingt der Vorzug vor dem Pfluge zugeſtanden werden muͤſſen, wiewohl mit Ausnahme des Sandbodens, auf der eine zu große Auflockerung nur nachtheilig wirken wuͤrde. Dagegen wird der Pflug den Vorzug vor dem Haken verdienen fuͤr diejenigen Pflugarten, bei denen ein ſorgfaͤl⸗ tigeres Umlegen der Furche erforderlich iſt, namentlich fuͤr das erſte Umwenden oder flache Abſchaͤlen des Weidedreeſches, das Umwenden der Stoppel(fulipa*) im Herbſte, das Unter⸗ bringen des Duͤngers, und fuͤr die Saatfurche. Fuͤr die dem Sommerfelde im Fruͤhjahr zu gebenden Wendefurchen moͤchte dem Haken nur unter geeigneten Bo⸗ denverhaͤltniſſen der Vorzug vor dem Pfluge zu geben ſein, da gerade die durch den Haken bewirkte groͤßere Auflockerung des Bodens in trocknen Jahren und in ſolchen Gegenden, die haͤufig am ſogenannten Auswurmen der Sommerſaat lei⸗ den, ſehr nachtheilig wirken koͤnnte. Wenn gleich das in Mecklenburg eingefuͤhrte Syſtem der Wechſelwirthſchaft, bei welchem ein Theil des Ackers einige Jahre zur Weide liegt, und dann rein gebrachet wird, haͤufi⸗ ger die Gelegenheit zur zweckmaͤßigern Anwendung des Ha— kens darbietet, ſo iſt doch in mehreren Gegenden Mecklenburgs der Haken in neuerer Zeit mehr oder weniger außer Gebrauch gekommen und durch den Pflug verdraͤngt, wahrſcheinlich deshalb, weil man ſich auch dort, wie in andern Gegenden, wo urſpruͤnglich nur mit den Haken geackert wurde, uͤber— zeugt haben wird, daß fuͤr gewiſſe, dem Acker zu gebende Pflugarten, der Pflug das geeignetere Werkzeug ſei, und weil der gleichzeitigen Anwendung des Hakens und des Pfluges— eines jeden zu den fuͤr ihn geeigneteren Arbeiten— *) Soll wohl stipula heißen? Anmerk. des Verfaſſers. 16 224 erhebliche Schwierigkeiten entgegenſtehen, nicht ſowohl in der unterhaltung gedoppelter Werkzeuge(welche der groͤßere in⸗ duſtriellere Landwirth allenfalls nicht beachten wuͤrde) als vielmehr die Schwierigkeit, Arbeiter zu finden, welche beide Werkzeuge gleich geſchickt zu fuͤhren verſtehen. Fuͤr Wirthſchaftsverhaͤltniſſe, wie ſie in Mecklenburg be⸗ ſtehen, wird daher der Acker durch die angedeutete abwech⸗ ſelnde Anwendung beider Werkzeuge, zwar am vollkom⸗ menſten bearbeitet werden koͤnnen; wenn aber nur das eine der beiden Werkzeuge angewendet werden ſollte oder koͤnnte, ſo wird der Haken entbehrlicher ſein als der Pflug, eben weil die Pflugarten, welche beſſer mit dem Pfluge ge⸗ geben werden koͤnnen, haͤufiger vorkommen, als diejenigen, welche fuͤr den Haken geſchickter iſt, und weil ſelbſt die Letzteren doch noch beſſer und einer guten Ackercultur entſpre⸗ chend, auch mit dem Pfluge verrichtet werden koͤnnen, als umgekeyrt, die Erſteren mit Haken. Inſonderheit ſcheint der Haken zu den Brachbeſaͤmerungs-Arbeiten— zur Unter⸗ bringung des Duͤngers, wie zur Saatfurche— ſchlecht geeignet. Wenn nun es in Frage geſtellt wird, in wie fern den Landwirthen des hieſigen Koͤnigreiches die Einfuͤhrung des Mecklenburgiſchen Hakens zu empfeh⸗ len ſei? ſo werden zuvoͤrderſt die ganz verſchiedenen hieſigen Wirth⸗ ſchaftsverhaͤltniſſe nicht uͤberſehen werden koͤnnen. 1) Fuͤr diejenigen Gegenden, welche, in Folge von Ver⸗ koppelungen und Gemeinheitstheilungen ſich eines geſchloſſe⸗ nen Grundbeſitzes erfreuen und wo, in Folge von Zehnt⸗ und Weideabloͤſungen, die Wechſelwirthſchaft, mit regelmaͤßi⸗ ger reiner Braachhaltung, hat eingefuͤhrt werden koͤnnen, wuͤrde— mit Ausnahme des Sandbodens— die gleich⸗ zeitige abwechſelnde Anwendung des Hakens und des Pfluges ohne Zweifel nicht minder zweckmaͤßig ſein, wie in Mecklenburg. 8 — * 225 Dieſe Verhaͤltniſſe finden ſich aber in den hieſigen Lan⸗ den zur Zeit nur erſt Ausnahmsweiſe. Der hieſige in der Regel zerſtuͤckelte Landbeſitz und die darauf laſtenden Zehnt- und Weide Servituten ſtehen eben ſo ſehr der Einfuͤhrung der Wechſelwirthſchaft entgegen, als die Bedurfniſſe der ungleich groͤßeren Bevoͤlkerung, im Verhaͤlt⸗ niß zu der cultivirten Ackerflaͤche, eine allgemeine reine Brach⸗ haltung, nach einem geregelten Wirthſchaftsſyſteme, nicht geſtat⸗ ten. Vielmehr wird es immer unvermeidlicher, das Brach— feld zu Huͤlfe zu nehmen, ſowohl zur Production der erfor⸗ derlichen Nahrungsmittel, und gewerblichen Gewaͤchſe fuͤr die groͤßere Bevoͤlkerung, als auch zum Anbau von Futter— gewaͤchſen fuͤr den Viehſtand, nachdem die Stallfuͤtterung des Hornviehes, in Folge der Gemeinheitstheilungen, und vermoͤge des Beduͤrfniſſes einer— der alljaͤhrlichen Benutzung des Ackers angemeſſenen— groͤßeren Duͤngererzeugung auch bei den kleinern Landleuten, zu ihrem unlaͤugbaren Vortheil, immer mehr Eingang gefunden hat. Haͤufiger finden ſich die fuͤr die Mitanwendung des Hakens geeigneten Verhäͤlt— niſſe im Luͤneburgiſchen, in deſſen groͤßerem Theile bisher der Haken, ſeit uralter Zeit, ausſchließlich im Gebrauch war. Selbſt dort aber ſind in der neueren Zeit die mit der aus— ſchließlichen Anwendung dieſes Werkzeuges verbundenen Maͤn— gel nicht unbeachtet geblieben, und als ein Fortſchritt in der Ackerkultur wird es anzuſehen ſein, daß durch die verdienſtli— chen Bemuͤhungen des Landwirthſchaftlichen Provinzialvereins zu Uelzen, und durch das von intelligenteren Landwirthen gegebene Beiſpiel, auch bei den dortigen Landleuten die An— wendung guter Pfluͤge, neben den Haken in geeigneten Faͤllen, Eingang gefunden hat. Um aber auf der andern Seite auch in ſolchen Gegenden, wo der Haken bisher nicht im Gebrauch war, deſſen gleichzeitige Anwendung, neben dem Pfluge, aber nach den oͤrtlichen Verhaͤltniſſen angemeſſen ſcheinen koͤnnte, die Landleute mit dieſem Inſtrumente an⸗ ſchaulich bekannt zu machen, hat der Landwirthſchaftliche Pro⸗ vinzialverein zu Uelzen ſchon vor einigen Wahien zwei 16 —— — ——————————— ÿõÿõʒõʒmäÿʒäüäüä 2 226 Exemplare des im Luͤneburgiſchen ſeit uralter Zelt angewen⸗ deten Hakens— welcher dem mecklenburgſchen Haken gleich iſt— dem Gewerbeverein fuͤr das Koͤnigreich Hannover uͤber⸗ ſendet, und daneben ſeine Anſicht uͤber dieſen Gegenſtand durch ein Gutachten erlaͤutert, welches in der dritten Liefe⸗ rung der Landwirthſchaftlichen Mittheilungen fuͤr das Fuͤr⸗ ſtenthum Luͤneburg vom Jahre 1836 pag. 101 abgedruckt iſt, und denjenigen, welche ſich mit dieſem Ackerwerkzeuge bekannt zu machen wuͤnſchen, zur genuͤgenden Belehrung dienen wird. Nicht weniger koͤnnen durch die gefaͤllige Mitwirkung des ge⸗ dachten Provinzialvereins, Haken, in den verſchiedenſten Ge⸗ ſtalten, aus Uelzen erhalten werden. Der engere Ausſchuß der Koͤniglichen Landwirthſchafts⸗ Geſellſchaft mußte daher dafuͤr halten: 1) Daß die gewoͤhnlichen Landleute im groͤßeren Theile des Koͤnigreiches, bei der Bearbeitung ihres, im Allgemeinen geringeren, Grundbeſitzes zur zweckmaͤßigen Anwendung des Hakens nur ſelten und keinesweges in dem Umfange Gelegenheit haben wuͤrden, wie ſolche ſich auf den groͤßeren Guͤtern Mecklenburgs finden mag. 2) Daß fuͤr die Gegenden des Koͤnigreiches, wo Wech⸗ ſelwirthſchaft ſchon fruͤher beſtand, oder durch veraͤnderte Ver⸗ haͤltniſſe eingefuͤhrt werden kann, die Einfuͤhrung des Meck⸗ lenburgiſchen Hakens doch nicht ausſchließlich, ſondern— wie vorbemerkt— nur neben dem Pfluge zu empfehlen ſein werde, dieſer gleichzeitigen Anwendung beider Inſtrumente aber erhebliche Schwierigkeiten entgegenſtehen wuͤrden. 3) Daß fuͤr die gebildeteren Landwirthe des Koͤnigreiches es einer Empfehlung des Hakens um ſo weniger beduͤrfen koͤnne, jemehr vorauszuſetzen iſt, daß ihnen dieſes Werkzeug, und ſeine Vorzuͤge und ſeine Maͤngel, bekannt ſein werden, daß aber 227 44) fuͤr die gewoͤhnlichen Landleute im groͤßeren Theile des Koͤnigreiches, und inſonderheit in den Gegenden, wo der Haken bisher nicht bekannt, oder doch ſeit un— denklicher Zeit ſchon durch den Pflug verdraͤngt war, der practiſche Nutzen der von dem Herrn von Boddien herauszugebenden gedruckten Abhandlung, ſo weit ihr Inhalt und ihr Umfang aus der fuͤr jetzt erſt vorliegenden Ankuͤn⸗ digung beurtheilt werden kann, keinesweges ſich als ſo un— zweifelhaft darſtelle, daß es angemeſſen ſcheinen koͤnne, im Voraus auf eine— zur Vertheilung an die Behoͤrden und Ge⸗ meinden des Koͤnigreiches erforderliche— Anzahl von Exem⸗ plaren zu ſubſcribiren. In Erwaͤgung dieſer Anſichten hat der engere Ausſchuß der Koͤniglichen Landwirthſchafts Geſellſchaft die von dem Herrn Regierungsrath von Boddien erbetene Mitwirkung der Regierung zur Einfuͤhrung des Mecklenburger Hakens im hieſigen Koͤnigreiche, in der von ihm beantragten Art, um ſo weniger empfehlen koͤnnen, als von den Koͤnig— lichen Landdroſteien zu Hannover und Stade bereits auf 60 Exemplare von der Koͤniglichen Landwirthſchafts Geſell⸗ ſchaft aber auf 40 Exemplare ſubſcribirt war, und dieſe An⸗ zahl hinlaͤnglich ſchien, um das landwirthſchaftliche Publikum der geeigneten Gegenden mit den Vorſchlaͤgen des Herrn Verfaſſers bekannt zu machen, zumal dieſer Zweck zum Theil ſchon durch die gedruckten Mittheilungen des Provinzialver⸗ eins zu Uelzen, vom Jahre 1836, erreicht war. 2) Die in Mecklenburg uͤbliche Pferde Stoppel⸗ Harke iſt fuͤr die daſigen Verhaͤltniſſe hoͤchſt zweckmaͤßig ja unentbehrlich. Bei der dort eintretenden Nothwendigkeit, die Erndtearbeiten mit einer verhaͤltnißmaͤßig oft ſehr beſchraͤnkten Anzahl von Arbeitern, in angemeſſener Zeit, zu vollbringen, koͤnnen dieſe Arbeiten, und namentlich das Maͤhen und Ein— binden des Getreides, dort nicht mit der Sorgfalt verrichtet 228 werden, welche in bevoͤlkerteren Gegenden angewendet werden kann. Es bleiben daher dort mehr Halme auf dem Lande zuruͤck, welche durch die Harke eingeſammelt werden muͤſſen. Es wuͤrde aber unmoͤglich ſein, dieſes Nachharken, auf ſo großen Landflaͤchen, mit den in andern Gegenden uͤblichen ſogenannten Hungerhaken, durch Menſchenhaͤnde verrichten zu laſſen. Es iſt daher die Mecklenburgiſche Pferde-Stoppelharke auch ſchon in den hieſigen Landen auf einigen groͤßeren Oeco⸗ nomien eingefuͤhrt und ihre Anwendung kann mit Recht allen groͤßeren Oeconomieen, inſonderheit in ſolchen Gegenden em— pfohlen werden, wo nach den einmal uͤblichen Erndtewerk⸗ zeugen und Erndtearbeiten, beim Aufnehmen und Einbinden des Getreides zu viel Halme in den Stoppeln zuruͤckbleiben. Dagegen wird das Beduͤrfniß dieſes Werkzeuges weg— fallen, wo durch die Anwendung der Sichel oder des ſoge⸗ nannten Siegts zum Niederlegen des Getreides, und durch ſorgfaͤltigere Arbeit nur ſo wenige Halme in den Stoppeln zuruͤckbleiben, daß deren Aufſammlung die Verwendung eines Pferdes und eines Arbeiters, in der Erndtezeit, nicht beloh⸗ nen wuͤrde. Die hieſigen kleinen Landleute werden von dieſer Stop⸗ pelharke nur ſelten Gebrauch machen koͤnnen, theils weil ſie ihre Erndtearbeiten ſorgfaͤltiger zu verrichten pflegen und da— her das Beduͤrfniß dieſes Werkzeuges wegfaͤllt, theils weil ſie zu dieſer Arbeit, waͤhrend der Erndtezeit, nur ſelten ein Pferd werden abmuͤßigen koͤnnen, theils endlich, weil dieſe Harke auf ſchmalen Landſtuͤcken, und da, wo das Land keine ebene Flaͤche bildet, ſondern ſogenannte Mittelſtuͤcken gehalten wer⸗ den, uͤberall nicht angewendet werden kann. 229 3) Die Mecklenburgſchen großen Senſen unterſchei⸗ den ſich von den hier uͤblichen durch ihre groͤßere Laͤnge, welche es einem ruͤſtigen Arbeiter geſtattet, ein Tagewerk zu vollbringen, welches mit den hieſigen kleineren Senſen un⸗ moͤglich ſein wuͤrde. Wenn gleich das Niederlegen des Getreides mit dieſen groͤßeren Senſen nicht ſo ſorgfaͤltig geſchehen kann, wie mit kleineren Senſen, und noch weniger, wie mit der Sichel und dem Siegt, ſo entſpricht dieſe große Senſe doch dem in Mecklenburg ſtattfindenden Beduͤrfniſſe, große Land dflaͤchen mit verhaͤltnißmaͤßig wenigen Arbeitern in moͤglichſt kurzer Zeit abzuerndten. Je weniger aber in den hieſigen Landen im Allgemeinen ein Mangel an Menſchenhaͤnden eintritt, um ſo weniger moͤchte es zweckmaͤßig ſein, durch Einfuͤhrung der großen Mecklenburger Senſen ein groͤßeres Arbeitsmaaß auf Koſten der Guͤte der Arbeit erlangen zu wollen; vielmehr wuͤrde es in allen den Gegenden, wo es an Menſchenhaͤn⸗ den nicht fehlt, im Intereſſe der Landbauer, wie der arbei⸗ tenden Claſſe, liegen, wenn ſelbſt ſtatt der hieſigen kleine⸗ ren Senſen, die Sichel und das Siegt, und eine immer ſorg⸗ faͤltigere Erndtearbeit eingefuͤhrt werden koͤnnte. Die in Mecklenburg uͤblichen Dreſchflegel ſind von den hier uͤblichen verſchieden, durch ihre laͤngeren und ſchwe⸗ reren Flegel und ihren kuͤrzeren Stiel. Dieſe ſchweren Flegel ſind dort zweckmaͤßig, weil nach der dort uͤblichen Erndteart mehr Aehren ſich in die Mitte der Garben, im Stroh verſteckt, befinden, und daher beim Dreſchen eine groͤßere Kraft erforderlich iſt, um dieſe von ihrem Gehalt zu befreien. —è—— 230 Daß die Arbeit des Dreſchens durch dieſe ſchweren Fle⸗ gel gefoͤrdert werde, iſt nicht wahrſcheinlich, vielmehr moͤchte eine unpartheiiſche Pruͤfung ergeben, daß nicht allein die hie— ſigen Dreſcher mit ihrem leichteren Flegeln, die ſie in ſchnelle— rem Tacte ſchwingen, daſſelbe Quantum Getreide in einer gegebenen Zeit ausdreſchen, ſondern auch, daß bei der hier uͤblichen Art, das Getreide auf den Tennen duͤnner anzulegen, im Allgemeinen hier mit den leichteren Flegeln das Getreide reiner ausgedroſchen zu werden pflegt, als es in Mecklenburg haͤufig gefunden, und nach daſigen Wirthſchaftsverhaͤltniſſen und der daſigen Art der Viehfuͤtterung vielleicht fuͤr erforder⸗ lich gehalten wird. Bei den hieſigen Landleuten pflegen auch Weiber und halberwachſene Burſchen beim Dreſchen helfen zu muͤſſen, fuͤr welche die ſchwereren Flegel an und fuͤr ſich nicht geeignet ſind. 5) Die in Mecklenburg uͤblichen doppelten Brachen und Schwingen moͤgen allerdings die Flachsbereitungs⸗ Arbeiten foͤrdern, und nach den dortigen Verhaͤltniſſen iſt auch hiebei eine Foͤrderung der Arbeit nicht ohne Werth. Der Flachsbau beſchraͤnkt ſich in Mecklenburg eigentlich nur auf das eigene Beduͤrfniß der Landleute, und iſt dort nicht, wie hier, Gegenſtand der Induſtrie, und die Quelle des Ver⸗ dienſtes und des Lebensunterhalts fuͤr einen ſehr großen Theil der Bevoͤlkerung. Bei der Anwendung der in Mecklenburg uͤblichen Flachs⸗ bereitungswerkzeuge wird verhaͤltnißmaͤßig weniger reiner Flachs, und mehr Heede gewonnen. Die Mecklen⸗ burgiſchen Flachsbauer verlieren dadurch weniger, da ſie auch die Heede fuͤr ihrer Hausbedarf mit Nutzen verarbeiten koͤn⸗ nen. Hier aber wuͤrde die— durch Anwendung jener Werk⸗ zeuge zu erreichende Foͤrderung der Arbeit durch den Verluſt an reinem Flachſe zu theuer erkauft werden, da die Heeden⸗ Fle nöchte 3 hie⸗ nelle⸗ iiner hier dgen, teide ſſen der⸗ 231 Leinen nicht zu dem Preiſe der aus Flachs bereiteten verkauft werden koͤnnen; zumal die ſorgfaͤltigſte Bereitung und Ver— arbeitung des Flachſes, nach den Anforderungen der jedes⸗ maligen Conjuncturen im Leinenhandel, fuͤr einen ſehr großen Theil der Bevoͤlkerung das einzige Mittel iſt, ihre Zeit zu verwerthen, waͤhrend der Monate, wo die Feldarbeit ruhet, und es an Gelegenheit zu anderweiten Verdienſte mangelt. Ganz unbekannt ſind uͤbrigens dieſe Mecklenburgiſchen Ge— raͤthe in den hieſigen Landen nicht. 6) Die in verſchiedenen Gegenden Mecklenburgs uͤblichen Zungen Dachziegel(hier auch Bieberſchwaͤnze genannt) ſind den hifiegen Ziegeleien nicht unbekannt, und wenn ſie auch in neuerer Zeit ſelten mehr gefordert zu werden pflegen, ſo finden ſie ſich doch noch auf aͤlteren Gebaͤuden. Sie ſind in neuerer Zeit durch die Pfannen⸗ und Hohlziegel verdraͤngt, weil der doppelte Belag mit Zungenſteinen das Dach zu ſehr belaſtet und zu koſtbar iſt. Wenn gleich dieſe ſtaͤrkere Belaſtung des Daches ver— mieden werden kann, wenn die Zungen nur einfach gelegt und ſorgfaͤltig mit Kalk verſtrichen werden, ſo iſt doch auch dieſer Kalkverſtrich koſtſpielig, und nach dem Urtheile der Bauverſtaͤndigen ſehr wandelbar, da der Verſtrich zur Win— terszeit und bei heftigen Windſtuͤrmen leicht abbroͤckelt. Der engere Ausſchuß der Koͤniglichen Landwirthſchafts⸗ Geſellſchaft glaubt daher nicht, daß den hieſigen Landleuten die Anwendung der Zungenſteine zu empfehlen ſei. Vielmehr wuͤrde es vielleicht erſprieslichere Folgen haben, ſie mit der ſeit einigen Jahren in Mecklenburg ſchon haͤufig eingefuͤhrten Dornſchen Bedachungsart bekannt zu machen und ſie zu deren Anwendung zu ermuntern, nachdem eine laͤngere Er— fahrung die Haltbarkeit der ſo ſehr viel wohlfeileren und auch hinſichtlich der Feuersgefahr zweckmaͤßigeren Dornſchen Daͤcher bewaͤhrt haben wird. — 232 Der engere Ausſchuß der Koͤniglichen Landwirthſchafts⸗ geſellſchaft ſieht ſich uͤbrigens veranlaßt, ſich gegen die irrige Vorausſetzung zu verwahren, als habe derſelbe im Vorſtehen⸗ den irgend einen Tadel uͤber die Mecklenburgiſche Wirthſchaftsart oder daſelbſt uͤbliche landwirthſchaftliche Geraͤthe und Gebraͤuche ausſprechen wollen; vielmehr iſt derſelbe bei der Aeußerung ſeiner gutachtlichen Anſicht uͤber die Zweckmaͤßigkeit der von dem Herrn Regierungsrath von Boddien beabſichtigten Empfehlung einiger Mecklenburgſchen Geraͤthe, von der Ueber⸗ zeugung ausgegangen, daß die Einfuͤhrung von Wirthſchafts⸗ ſyſtemen und von landwirthſchaftlichen Geraͤthen und Ge— braͤuchen durch die oͤrtlichen Verhaͤltniſſe bedingt werde, und daß dieſe daher vorher um ſo ſorgfaͤltiger erforſcht und erwo⸗ gen zu werden verdienen, als ſie gar wohl in dem einen Lande als die zweckmaͤßigſten ſich bewaͤhrt haben koͤnnen, ohne deshalb den Landleuten eines andern Landes, unter weſentlich verſchiedenen Verhaͤltniſſen, mit Grund empfohlen werden zu koͤnnen. Celle, am 19. Maͤrz 1838. Der engere Ausſchuß der Koͤniglichen Landwirthſchafts⸗ Geſellſchaft. (gez.) M. v. d. Wenſe. Koeler. 233 Anhang. Abſchrift einiger im Beſitz des Verfaſſers befind⸗ lichen Dokumente, worauf in der vorſtehenden Abhandlung Bezug genommen iſt. —; A. 5 Verzeichniß von Ackergeraͤthen und ihren Modellen, welche bei dem Modelleur und Wallmeiſter Engelke in Hannover verfertigt und daſelbſt fuͤr nebenſtehende Preiſe zu haben ſind. Die Piſtole zu 3 4 yih ger. I. Ackergeraͤthe im Großen. Thlr. Gr. Die Pferdeharke mit Kluftdeichſel 7 12 Die verbeſſerte Pferdehacke ohne Kluftdeichſel—. 40— Der Schaufelpflug mit drei Schaufeln.. 15— Derſelbe mit einem Gartenſchaufler combinirt.. 20— Der Schmallſche Pflug. 22 12 Der verbeſſ erte Cultivator oder der leichte Pflug mit einem beweglichen Streichbrett 22 12 Der Pflug mit zwei beweglichen Streichbrettern. 25— Der leichte Schmallſche Pflllllu 15— Der Schaͤlpflug. 15— Der Grabenpflug zum Ziehen der Maſifucen.—. 15— Der Extirpator mit elf Schaufeleiſen... 30— Duckels Drillapparat... 55— — — —j— 234 Der Bohnendriller mit vier Walzen, zu Bohnen, Erbſen, Linſen und Ruͤbſaat ꝛc. Die Thaerſche neue Drillmaſchine, mit Velcher zu⸗ gleich die Reihen gezogen, geſaͤet und zugeegget, womit nach Belieben auch breitwuͤrfig geſaͤet wird mit drei metallenen Walzen.. Dieſelbe mit zroei Balken und zwoͤlf Schaaren. Der Kartoffelausheber....... II. Modelle von Ackergeraͤthen. Die Pferdehacke mit Kluftdeichſel... Die verbeſſerte Pferdehacke ohne Kluftdeichſel. Der Schaufelpflug mit drei Schaufeln. Derſelbe mit einem Gartenſchaufel combinirt. Der Schmallſche Pflug.. Der verbeſſerte Cultivator oder der leichte Pflug mit einem beweglichen Streichbrette. Der Pflug mit zwei beweglichen Streichbrettern. Der leichte Schmallſche Pflgg.. Der Schaͤlpflug.. Der Grabenpflug zum Zichen der Waſſerſur öne Der Rheiniſche Pflugg. Der Ertirpator........... Duckets Drillapparat....... Bohnendriller mit mehreren Waben. Maulwurfsgge.. Der Schottiſche Karn mit allem Zubehör. Die von Thaer angegebene neue Saͤemaſchine welche zugleich Reihen ziehet, ſäaet und zuegget... Ein Steinapparat, welcher zeigt wie ſie nach Belie— ben zu ſpalten ſind mit Cylinder und Bohr Eine Maſchine um darauf Ruͤben und Fikafſeti zu ſchneiden....... Thlr. 15 αᷣA¼ — ω½& R GS C C 25 Fr. 235 B. Monsieur le Baron! Conformément aux désirs, maniféstes dans la lettre, que Vous m'avez fait l'honneur de m'écrire le 1. d'Aodòt de l'année passée, je n'ai pas manqué de transmettre à la Société Impériale économique Votre mémoire sur un instrument aratoire, que vous avez nommé la Charue Vandale(ou des Venèdes) Voici le rapport que je viens de recevoir à se sujet: „La Société libre Impériale économique, après „avoir pris en considération la déscription et le „dessin de Pinstrument aratoire, que Mr. le Baron „de Boddien appelle la Charue Vandale „déclare: pue cet instrument est connu depuis „Plus de 49 ans en Russie, sous le nom de „Charue de Poméranie, et que son emploi „sa construction et ses avantages, bien „Supericurs à des pareils instrumens, „ont été publiés avec les dessins nécessaires en „1774 das le 28. Volume de ses ouvrages pé- „riodiques; il est en outre connu, que cette Cha- „rue, à quelques modifications prés, est employée „depuis longtems par le colons allemands, qui „demeurent aux environs de St. Petersbourg. „Cest pourquoi la dite Société ne juge pas „necessaire de publier la déscription d'un instru- „ment aratoire, qui est en Russie anssi connu et „employé. 236 En Vous communiquant, Monsieur le Baron! le rapport de la Société libre Impériale économique je m'empresse de Vous témoigner en méme tems, combien je suis récommaissant pour le zele, que Vous avez montré pour le perfectionnement de T'agricul- ture en Russie. Je souhaite qu'à l'avenir Vos con- naissances et Vos liaisons avec plusieurs Sociétés litteraires et économiques Vous donnent P'occasion de me mettre dans le cas de Vous prouver par de faits le vif désir, que jai de Vous obliger. En attendant veuillez agréer l'assurance de la haute considération avec la quelle j ai l'honneur d'etre St. Petersbourg le 1426 Avril Votre ect. ect. 1819.(signé) Kosodawlew. A Monsieur le BDaron de Boddien à Aurich dans la Frise Orientale. C. De Ondergetenkende H. Thoonsen Onderschout van Neerbosch te Hees in het Schependom der stad Nymegen verklaaret by en mits deze: „Dat met een hier onbekend Akkerwerktuig, de Mecklenburgsche Haak genoemd, hetwelk de Heer Geheim Domeinraad Baron von Boddien etc. etc. door den Wagenmaker Jan Ellekom te Nymegen heeſt laten vervaardigen en tot het bespannen met paarden geschikt maken, en ik attestant door de tentoonstelling op het stadhuis te Nymegen, en door den mondelingen uitleg van de gemelden Heer zoo W. 1 e 237 hebben leeren kennen, dat ik wenschte daarmede te bouwen, dien ten gevolge op den vierdienden dezer maand, op myn veld te Hees de erste proefneming werkelyk geschied is, en dat dezelve boven verwach- ting goed is uitgevallen, want na dat de daarby tegen- wordig zynde Heer von Bodälien aan myn zoon het vereischte onderwys tot besturing van het werk- tuig kortelyk had gegeven, zoo heeft myn zoon terstond daarmede kunnen bouwen.“ En ik moet verder verklaren: „dat in het byzyn van verscheide byeen gekomen boeren— waarvan byzonder Jasper Scheers en Jan Janssen benevens de Molenauar Klarenbeck van St. Anthonis Molen hunne tevredenheid over het bouwen met den Haak betuigt hebben— met dit werktuig met twee paarden bespannen, in een oneffen zwaren kleigrond in tyd van een half uur omtrent twintig vierkante roede zeer diep zyn om- debouwd, terwyl een daarnaast op hetzelfde stuk land werkende gewone, ok met twee paarden be- spannen ploeg, slechts de helft land, en minder diep had omgeploegd; en dat men duidelyk konde waarnemen, dat de paarden den Haak ligter en ge- makkelyker vorttrokken dan den Ploeg, zoo dat ik van voornemen ben mynen akker verder met dit voordecelige werktuig te bouwen, nadien ik niet twyfel dat een op overmorgen te nemen proef nog beter zal uitvallen; gelyk ook de Landbouwers van dezen omtrek meerdere door den Heer von Boddien beloofde openlyke groote proefnemingen, na den oogst, ver- wachtende zyn, om zich door hunne eigen oogen van de gemakkelyke en voordeelige werking van den Haak to evertuigen.“ 238 In Orkonde der waarheid van het voorstaande heb ik dit declaratoir afgegeven en eigenhandig betekend te Hees den 24 van hooimaand 1809. getekend H. Thoonsen (schout). D. Rapport an Zyne Majesteit den Koning van Holland door hoogstdeszelfs Minister von Eeredienst en binnenlandsche zaken ge- daan den 27. van herfstmaand 1809 betref- fende de in dat jaar plaats gehad hebbende openbare tentoonstelling van de voortbreng- selen der volksvlyt etc. pag. 27. Vorwerpen van Kunst. Een voor den Landbouw zeer belangryk voorwerp leverde deze tentoonstelling op, in den Mecklenburgschen Haak of Wandalschen Ploeg, op voorlichting van den Heer von Boddien, te Nymegen door den wagenmaker Jan Ellekom aldaar, vervardigd. Er is geen twyfel aan, of elk, die dit akker- werktuig nog niet kende, zal hetzelve met belang- stelling gezien hebben etc. etc. getek. van der Capellen. — öy———— han, min wor maa ine bou vo0 worc ran hespe Verv1 tj gst volk nen, verkr ga de ig QQQQQEEEEEEEEEEEEEEE—E—qõ—a 239 E. Voordragt aan Zyne Majesteit den Ko- ning door Hoogstdeszelfs Minister van bin- nenlandsehe zaken gedaan, betreffende de oprigting van een Kabinet van werktuigen voor den landbouw. — De bloei en de welvaart van den Landbouw hangt voor een groot gedeelte af van de meer of min volkomene Werktuigen, die daartoe gebruikt worden; en dezelve kunnen hierom tot zekeren maatstaf verstrekken van de vordering eens Volks in den landbouw. By de vordering der Kunsten heeft ok de land- bouw het voordeel genooten, dat veele werktuigen voor het landwerk aanmerkelyk zyn verbeterd ge- worden, en hierdoor de onderscheiden behoeften van den landbouw met het meeste gemak, de meeste besparing van tyd, en de mindste kosten kunnen vervuld worden. Men zal derhalve den landlieden den gewig- tigsten dienst bewyzen, wanneer man hun de mest- volkomene werktuigen voor het landwerk leert ken- nen, en hen in de gelegenheid stelt om dezelve te verkrygen etc. etc. F. De Minister van binnenlandsche zaken ontvan- gen hebbende een décisie van Z. M. den Koning, 17 2 40 enomen te Amsterdam den 13. December jongst leden, No. 22., op des ministers voordragt by mis- sive van den 28. Novbr. bevorens, No. 14., wor- dende de Minister dien overeenkomstig daarby ge- autoriseerd om voor rekening van het fonds voor den landbouw aantekopen en aan de onderschei- dene Commissien voor den landbouw te distribuéren een aantal von 25 Exemplaren van de Verhande- ling van den Baron von Boddien, Geheim Domein- raad van den Hertog van Mecklenburg etc. in de hollandsche taal mitgegeven, over den Mecklen- burgschen Haakploeg, en het meeste nut dat daar- van voor den hollandschen landbouw zal kunnen getrokken worden. Wordende wyders op gemelde des Ministers rapport daarby gezonden aan den Intendant géné- ral van s' Konings Huys, om daarop het nodig re- guard te slaan, voor zo veel betrefd het verlangen van den Baron von Boddien, om deszelfs kundig- heden te mogen aan den dag leggen in het toezigt van een van Zyner Majesteits domeinen. Brengt de Minister voornoemd den inhoud van opgemelde décisie, by dezen, ter kennisse van den Baron von Boddien, met byvoeging, dat de Mini- ster de in dezen vermelde 25 Exemplaren van des- zelfs uittegeven verhandeling over den Mecklenburg- schen Haakploeg in der tyd zal verwachten. Amsterdam den 20. December 1808. De Directeur général over den waterstaat als belast met het portfeuille van het Mi- nisterie van binnenlandsche zaken. get. A. Twent. ngst mis- vor- ge- Toor nei⸗ eren ade- nein- in de Klen- daar- innen sters gend- ig re- angen mdig- oezigt d van i den Mui- uan des- burg- terstaat nt Mi- 241 G. Mornsieur! Jattends de Votre amitié pour nous, et du zele, que vous mettez à obliger notre excellent Préfé, que vous aurez T'extrème bonté, de lui donner sous très peu de jours: le dessin(au simple trait) de diverses espéces de Charues en usage dans ce pays, ainsi que de tous les autres instrumens aratoires, qu' on y connoit, et qui peuvent offrir puelque chose de rémarquable par leur forme ou par leur usage. Personne mieux que Vous, Monsieur, ne peut remplir à cet égard les intentions du Gouvernement; en démontrant la supériosité de la Charue Vandale Vous avez appris à conitre les avantages et les défauts des autres instrumens aratoires, auxquels Vous voulez substituer cette Charue. Vous joignez au talent, qui sait d'écrire, Pexactitude, qui sait bien observer, et le gout des arts, qui Vous donnent les moyens de présenter dune maniére sensible les objets. que Vous voulez faire connoitre. Vous voyez, Mon- sieur, que nous attendons de Vous dessins et dé- scriptions et nous m'avons cependan que bien peu de tems pour tout celà, car le Minstre nous presse étrangement. Si Vous daignez répondre à son empressement et au nôtre, ce sera un nouveau service, dont Vous obligerez notre réconnaisance; mais avec Vous elle n'est jamais un fardeau! Agréez l'assurance des sentiments extréme- ment distingués, avec lesqucls j'ai hönneur detre etc. signé Michel d'Annoville. 4 Mossieur de Boddien Receveur des droits de Penregistrement à Waalwyk. I 9 I A I — ͤZ9——— 88 242 H. Liste des Charues des divers départemens de la Préfecture des bouehes du Rhin au mois de Septbr. 1811 par le Soussigné. florins No. 1. La Charue de la Zéland sans roues No. 2. La Charue du Pays de Vorne et Putten, tellement construite qu'on peut labourer très profond jusqu' à 18 pouces No. 3. La Charue Flamande usée dans le cidevant Brabant et Flandre françois aussi dans le cidevant Département de Bra- bant hollandois, sans roues, construite à Westmalle en Flandre, dessinée et dé- crite dans Schwarz Belgischen Ackerbau No. 4. la même Charue plus petite No. 5. Charue de la Zélande pour couvrir la garance-== No. 6. Charue angloise de Bailey sans roues et avec deux tenons----— No. 7. Charue avec deux planches mobiles de la Gueldre, suivant Thaer—-— No 8. la Charue de Mecklenbourg, dans la Gueldre, construite à Nymegue— No. 9. la Charue de la Frise avec deux roues inégales et avec un avant train No. 10. Machine à mettre sur la Charue pour la lever en labrurant-= No. 11. Charue avez deux roues inégales et un avant train d'Overyssel--— No. 12. Charue d'Utrecht avec deux roues inégales et un avant train--— No. 13. la Charue de Drenthe avec un soc mobil ou versoir avec deux roues égales 65 39 37 25 67 41 SOus — 19 N 8 19 No. 14. Marteau de Charue d'Ost Frise faisant à l'autre côte un dolaire- 1— No. 15. Beche de la Charue d ⅜Ostfrise— 12 No. 16. La Charue d'Ostfrise sans roues 50— Nr. 17. Traineau pour les charues d'Ostfrise 9 18 No. 18. Traineau d'une autre construction dans la Province d'Utrecht--- 15 7 signé F. G. von Boddien. I. Préfecture des bouches du Rhin Bois le due le Bureau particulier No. 2813. 30. Mars 1811. Le Préfet du Département des bouches du Rhin, Baron de TEmpire Chévalier de le le- gion d honneur etc. . à Monsieur de Boddien à Waal- wyk Président de la Société économique à Nimègue et Di- recteur de lAcademie des Arts et des Sciences en Zélande etc. Monsieur! J'ai Phonneur de Vous adresser une copie de la lettre, que je viens de recevoir de son Excel- lence le Ministre de P'Intérieur. Les éloges qu'il donne à Votre zéle pour T'agriculture, l'importance qu'il attache au Mémoire, que je lui ai fait passer de Votre part sont des encouragemens dignes des moôtifs nobles et détinteressés, qui Vous animent. Agréez, Monsieur Jassurance de ma considé- ration la plus distinguée. signé Fremin de Beaumont. 244 K. 2 Division Paris le 22 Mars 1811. Bureau d Agriculture Le Ministre de l'Interieur, Comte de PEmpire etc. etc. à Monsieur le Baron Fremin de Beaumont, Préfet du Départe- ment des bouches du Rhin à Bois-le-duc. Jai reçu Monsieur le Baron! avec Votre lettre du 4 de ce mois, un Mémoire de Mr. de Boddien sur la Charue Vandale et les avantages qu'elle peut proveurer à l'agriculture. Déjà un pareil Mémoire avoit été présenté à Sa Majesté l'Empereur, qui m'en fit faire le renovi dans les premiers jours du mois d'Aouùt dernier, et je crus devoir le communiquer à la Société d'Agri- culture de la Seine, avec invitation de me rendre compte de cet instrument aratoire, et d'en determi- ner les avantages et l'utilité. La Société n'a pu faire mention de cette Cha- rue lors de sa dernière sdance publique; mais il est probable qu'elle en parlera cette année, et Mr. de Boddien connoitra plus particulièrement les observa- tions, qui auront resulté de l'examen de la Charue, qu'il préconise. Temoignez, je Vous prie, à ce savant estimable la satisraction, que me fait éprouver son zéle pour le perfeetionnement et les progrés de l'agriculture et de Tindustrie. Je le séconderai avec empresse- ment tontes les feis, qu'il s'en présentera l'occasion. Recevez Monsieur, J'assurance etc. etc. signé Montalivet pour Copie conforme signé Fremin de Beaumont. L. Diploma. Het Zeeuwsch Genootscap der Wentenschappen wenscht aan allen, die dezen zullen lezen, of hoo- ren lezen, Heil! Door bevordering van allerleie Letteroefenin- gen, Kunsten en Wetenschappen, aan het Mensch- dom in't algemeen, en aan het Vaderland in't by- zonder nuttig te zyn, is het edel doel, waartoe dit Genootschap is opgericht: doch daar het, ter berei- king van dit oogmerk volstrekt noodzaaklyk is, dat geleerde en kundige Mannen, als Directeuren of Leden, ons duar in ondersteunen, met raad en daad medewerken, en als zoordanig in ons Genootschap worden ingelyfd, zoo hebben wy op den cersten Augustus des jaars 1810 den Hoogedelgeboren Gestrengen Heer Baron F. G. von Boddien, Ridder, Commissaris In- specteur der Domeinen van Z. M. den Keizer en Koning te Nimegen ete. eto. aangesteld tot Directeur gelyk wy doen by dezen openen Brief, bekrachtigd met ons gewoon zegel, in de billyke verwachting, dat Hy volvaardig alles zal willen toebrengen, om ter beryking van het groote oogmerk van dit Genootschap, met ons mede te werken; wartoe de Allerhoogste Hem zynen arbeidl zegene! Gegeven in het Museum te Middeburg den 15. August 1810 en in Namen van het gantsche Genootschap onderteekend door ons 3 S N. C. Lambrechtsen, Président. 6 5 J. de Kanter Phil. Z. Secretaris. — 246 M. Bekanntmachung. — Verſchiedene, als vorzuüͤglich anerkannte Ackerwerkzeuge, worunter: der Mecklenburgiſche Ochſenhaken und der Pferde⸗ haken mit einem Raͤdergeſtell nebſt allem ſonſtigen Zubehoͤr, eine Pferdeſtoppelharke, eine Kornſenſe mit Baum und Ha⸗ kengeſtell, ein großer Dreſchflegel, eine doppelte Flachsbrake oder Breche, ein Flachsſchwingeblock nebſt der Schwinge, ſo wie auch eine eiſerne Form zu Zungendachziegeln, ſind, von kundigen Handwerkern in natuͤrlicher Groͤße angefertigt, mir aus meinem Vaterlande— Mecklenburg— vor einigen Ta— gen geworden. Oſtfrieſiſche Landwirthe, oder wem ſonſt an der Vervoll— kommnung der hieſigen Landwirthſchaft gelegen iſt, koͤnnen dieſe, zum Theil fuͤr die Muſterwirthſchaft zu Stuͤrenburgs⸗ hof beſtimmten Werkzeuge in meiner jetzigen Wohnung Nr. 10. in der Oſterſtraße hieſelbſt, Dienſtags und Freitags von 10 Uhr des Morgens bis 2 Uhr Nachmittags, waͤhrend vier Wo⸗ chen, beliebig in Augenſchein nehmen, und uͤber den Gebrauch derſelben von mir gern naͤhere Auskunft erhalten; ſo wie ſolche demnaͤchſt zu Modellen zu Dienſten ſtehn. Von den in andern Laͤndern anerkannten großen Vor⸗ zuͤgen dieſer Ackergeraͤthe werden diejenigen, welche Verſuche damit machen wollen, durch die Ausuͤbung ſelbſt die beſte Ueberzeugung gewinnen. In Betreff des Ochſenhakens fuͤhre ich indeſſen Folgen⸗ des nachrichtlich an: 1) Das Inſtrument ſelbſt koſtet nicht den vierten Theil eines gewoͤhnlichen Pfluges, und deſſen Conſtruction iſt ſo einfach, daß die Landbauer ſelbiges gewoͤhnlich ſelbſt anferti⸗ gen mit Ausnahme der Schaar oder des Hakeiſens. 247 2) Es iſt gar kein weiteres Geſchirr als ein Lenkſeil dazu erforderlich. 3) Die Beſpannung mit Ochſen iſt in mehreren Ruͤck— ſichten ungleich wohlfeiler, wie die mit Pferden. 4) Das Tagewerk von einem mit zwei Ochſen beſpann⸗ ten Haken faͤllt um den vierten Theil groͤßer aus, wie das eines vierſpaͤnnigen Pfluges. 5) Die Arbeit mit demſelben erfordert weit geringere Kraftanſtrengung, wie die mit dem Pflug. 6) Der Acker wird durch denſelben nicht nur vom Un— kraut geſaͤubert, ſondern auch im Ganzen beſſer wie mit dem vollkommenſten Pfluge urbar gemacht. 7) Mit demſelben kann der ſchwerſte Kleiboden auch bei der Duͤrre, und gleichfalls bei geringem Froſt, wenn der Pflug gar nicht mehr in den Grund kommen kann, noch geackert werden. Die Richtigkeit der obigen Angaben iſt auf die Erfah⸗ rung von mehr denn zweihundert Jahren in Mecklenburg und Pommern begruͤndet, wo der Haken den Pflug faſt gaͤnzlich verdraͤngt hat. Wer die vollſtaͤndige Theorie des Baues und der Wir— kung des Hakens naͤher kennen lernen will, kann ſie in Schumachers Abhandlung vom Haken 1774, in Beckers Noth⸗ und Huͤlfsbuͤchlein 1. Theil 1800 und in meiner hollaͤndiſchen Beſchreibung deſſelben und der Geſchichte des Ackerbaues aͤl— terer Zeiten, 1810, ausfuͤhrlich finden; ſo wie in Thaer's Annalen des Ackerbaues, und in Kops Magazyn van vander- landschen Landbouw deſſelben ruͤhmlich erwaͤhnt iſt. Sollte der hieſigen Landesoͤkonomie durch die Einfuͤhrung dieſer eben ſo einfachen als nuͤtzlichen, bis dahin hier nicht gebraͤuchlichen, landwirthſchaftlichen Werkzeuge irgend ein bleibender Nutzen erwachſen, wie bei vorurtheilsfreier, gehoͤriger ————— ——ꝛ 8 1—— 248 Anwendung faſt nicht zu bezweifeln, und wuͤrden unſere Daͤ⸗ cher durch die Anwendung der Zungenſteine, die weder Docken noch Kalkleiſten beduͤrfen, feſter und dichter werden, wie die bisherigen, in wenig andern Laͤndern mehr angewandten Pfannendaͤcher, ſo wuͤrde die Abſicht in welcher ich die ge⸗ dachten Modellexemplare habe kommen laſſen, nicht nur erreicht ſein, ſondern ich mich auch wegen der bedeutenden Transport⸗ und Eingangskoſten, die den Ankaufspreis der Geraͤthe beinahe erreichen, entſchaͤdigt achten. Aurich, den 14. November 1835. (gez.) von Boddien. N. Es iſt uns angenehm geweſen, aus der Eingabe des Regierungsraths von Boddien vom 2. d. M. und deren An⸗ lagen zu erſehen, daß derſelbe durch Anſchaffung verſchiedene Mecklenburgſcher Ackerwerkzeuge ꝛc. den Bewohnern von Oſt⸗ friesland Gelegenheit gegeben hat, ſich anſchauliche Kenntniſſe von dieſen Geraͤthen zu erwerben. Wir haben das Gutachten der Koͤniglichen Landwirthſchafts-Geſellſchaft zu Celle daruͤber erfordert, ob nach Lage der Sache noch weitere Schritte we⸗ gen Einfuͤhrung jener Werkzeuge in Oſtfriesland rathſam er⸗ ſcheinen, und behalten Wir Uns vor dem Regierungsrathe von Boddien, dem Befinden nach, ſolcherhalb weitere Mit⸗ theilung zu machen. Hannover, den 26. December 1835. Koͤnigliches Großbittanniſch⸗Hannoverſches Miniſterium des Innern. (gez.) von der Wiſch. An den Herrn Regierungsrath von Boddien zu Aurich. 5 249 O. In Bezug auf Unſer Reſcript vom 26. December v. J. theilen Wir dem Regierungs-Rath von Boddien hierneben in Abſchrift zur Nachricht mit, was von dem en— geren Ausſchuſſe der Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft zu Celle uͤber die Einfuͤhrung Mecklenburgſcher Ackergeraͤthe geaͤußert worden iſt. Nach Inhalt dieſes Gutachtens koͤnnen Wir nicht fuͤr angemeſſen halten, daß zu dem ebengedachten Zwecke von Seiten der Regierung Schritte geſchehen. Hannover den 1. November 1836. Koͤnigliches Großbritanniſch⸗Hannoverſches Miniſterium des Innern (gez.) von der Wiſch. An den Regierungsrath von Boddien zu Aurich. P. Das Beſtreben des Regierungsrathes von Boddien zu Aurich, die Einfuͤhrung verſchiedener Mecklenburgſchen Ackergeraͤthe, die derſelbe fuͤr vorzuͤglicher haͤlt, als die hier im Koͤnigreiche gebraͤuchlichen, durch Beiſpiel und Schrift zu befoͤrdern, erkennen Wir, der dabei zum Grunde liegenden Abſicht nach, als loͤblich gern an, und ſind durchaus geneigt, die Bemuͤhungen deſſelben zu unterſtuͤtzen, inſofern Wir die Ueberzeugung von dem Nutzen der Einfuͤhrung jener Geraͤthe 250 gewinnen koͤnnen. Allein durch die, mit der Eingabe des Regierungsrathes von Boddien vom 22. April a. J. Uns vorgelegten Gutachten und Zeugniſſe ſind, obwohl Wir dem— ſelben das gebuͤhrende Gewicht wihig beilegen, Unſre Zweifel dagegen noch keinesweges ganz beſeitigt, und Wir koͤnnen Uns daher auch zur Zeit, ſchon aus dieſem Grunde, zu der von dem Regierungs-Rathe von Boddien gewuͤnſchten Zuſicherung nicht entſchließen, daß von der Beſchreibung des Mecklenburgſchen Hakens, die derſelbe in Drucke herauszuge⸗ ben beabſichtigt, eine nahmhafte Zahl von Exemplaren auf Koſten der oͤffentlichen Caſſe angekauft werden ſolle. Viel⸗ mehr halten Wir zuvor jedenfalls eine weitere Pruͤfung des Gegenſtandes fuͤr noͤthig, und Wir haben daher ein ferneres Gutachten daruͤber von dem engeren Ausſchuſſe der Koͤnigl. Landwirthſchaftsgeſellſchaft zu Celle zu fodern um ſo mehr Uns veranlaßt gefunden, als die Gerechtigkeit erheiſcht, daß dem genannten engern Ausſchuſſe, gegen deſſen Anſichten die Uns uͤberreichten Gutachten und Zeugniſſe gerichtet ſind, Ge⸗ legenheit gegeben werde, uͤber deren Inhalt auch ſeiner Seits ſich wiederum zu aͤußern. Fuͤr jetzt behalten Wir Uns nur vor, nach dem Eingange des verlangten Berichts dem Regie⸗ rungsrathe von Boddien weitere Mittheilung zu machen. Uebrigens koͤnnen Wir zu bemerken nicht umhin, wie es Uns als durchaus unangemeſſen erſcheint, daß in der Ein— gabe des Regierungsraths von Boddien vom 22ſten v. M. S. 2. geaͤußert wird, als ſey der Bericht des engern Ausſchuſſes der Koͤniglichen Landwirthſchaftsgeſellſchaft vom 30. Septbr. v. J. nicht nur zur Herabwuͤrdigung der in Frage ſtehenden Ackergeraͤthe abgefaßt, ſondern auch darin der Betrieb der Mecklenburgſchen Landwirthſchaft herunter zu ſetzen geſucht worden. Denn eine unbefangene Pruͤfung des erwaͤhnten Berichts zeigt, wie unbegruͤndet dieſe Vermuthung uͤber die Abſichten des engern Ausſchuſſes bei Erſtattung ſei— nes Gutachtens iſt; und es haͤtte daher eine ſolche Vermu⸗ thung nicht ausgeſprochen werden ſollen. 251 Die mit dem Buchſtaben C. bezeichneten Anlagen der Vorſtellung vom 22ſten v. M. erfolgen hieneben zuruͤck. Hannover, den 16. Mai 1837. Koͤnigliches Großbritanniſch⸗Hannoverſches Miniſterium des Innern. (gez.) von der Wiſch. An den Regierungsrath von Boddien zu Aurich. Q. Ankuͤndigung und Einladung zur Sabſcription. Von dem mecklenburgiſchen Haken, welchen der unter⸗ ſchriebene laut Bekanntmachung im 9uſten Stuͤcke des Amts— blatts fuͤr die Provinz Oſtfriesland pro 1835 nebſt mehrern Landwirthſchaftlichen Werkzeugen zum Modell hieher kommen laſſen und die damals von vielen Landbauern in Augenſchein, auch von einigen in Gebrauch genommen worden, deſſen Vorzuͤge ſich bei Bearbeitung von 5 Diemathen Moorland hier bereits bewaͤhrt haben, und deſſen Anwendung fuͤr den hieſigen Marſchboden, einem rationellen oſtfrieſiſchen Oecono⸗ men, ſehr wuͤnſchenswerth erſcheint, habe ich, auf Veranlaſ⸗ ſung der Direction des Gewerbe⸗Vereins fuͤr das Koͤnigreich Hannover, eine durch Zeichnungen erlaͤuterte Beſchreibung unter folgendem Titel abgefaßt: 252 Der Meeklenburgiſche Haken ein vorzuͤglicheres Ackerwerkzeug als der gewoͤhnliche Pflug, mit 2 Abbildungen und 20 Figuren in Steindruck. von Friedrich Gotthard von Boddien, in fruͤheren Jahren Gutsbeſitzer und ausuͤbendem Landwirth und Großherzoglich-Mecklenburgiſchen Geheimen Domainen⸗ Rathe, darauf Beigeordnetem der Koͤniglich-Hannoͤverſchen Beſitznahme⸗Commiſſion von Oſtfriesland und zuletzt wirkli⸗ chem Regierungs-Rathe bei der Landdroſtei zu Aurich; Eh⸗ ren⸗Mitgliede des Großherzoglich⸗Mecklenburgiſchen Patrioti⸗ ſchen Vereins fuͤr Ackerbau, Induſtrie und ſittliche Cultur, ordentlichem und correſpondirendem Mitgliede der Koͤniglich⸗ Hannoverſchen Landwirthſchafts-Geſellſchaft zu Celle, und mehrererer anderen gelehrten, oͤconomiſchen und patriotiſchen Geſellſchaften des In- und Auslandes Mitgliede, Director und Praͤdenten. Auf Koſten des Verfaſſers, zum Beſten unbemittelter Ackersleute. 1837. Inhalts⸗Verzeichniß. Dedication an Se. Koͤnigliche Hoheit den Herzog von Cambridge ꝛc. ꝛc. Vorwort. Erſter Theil. Erſter Abſchnitt. Die Geſtalt und der Bau des Hakens, deſſen einzelne Theile und deren Zuſammenfuͤgung nach Verhaͤltniß der Beſpannung. 253 Zweiter Abſchnitt. Das Stellen und Verſetzen des Hakens zu den verſchiedenen Arbeiten, und die dazu Mſor⸗ derlichen Handgriffe. Dritter Abſchnitt. Die Beſpannung des Hakens. Vierter Abſchnitt. Der Gebrauch und die Wirkung des Hakens nach Grundkenntniß und Erfahrung in Verglei⸗ chung mit dem Pfluge. Fuͤnfter Abſchnitt. Vergleichung des Flaͤchenraums, welcher mit dem Pfluge, nach glaubwuͤrdigen Verſuchen, an einem Tage bearbeitet werden kann. Sechster Abſchnitt. Zuſammenfaſſung der Vorzü⸗ ge des Hakens vor dem Pfluge in mehreren Ruͤckſichten, nach vergleichenden Berechnungen und nach dem Urtheile ratio⸗ neller Landwirthe. Zweiter Theil. Erſter Abſchnitt. Abſtammung des Hakens von den Pfluͤgen der Alten nach Aehnlichkeit der Geſtalt; Verſchieden⸗ heiten und Verbeſſerungen dieſer Werkzeuge. Zweiter Abſchnitt. Aehnlichkeit des Hakens mit neueren Ackerwerkzeugen anderer Laͤnder und Vergleichung ei⸗ niger der neu erfundenen nutzbarſten Ackergeraͤthe. Dritter Abſchnitt. Einfuͤhrung des Hakens in Mecklenburg und uͤber den Gebrauch deſſelben in andern Laͤndern. Vierter Abſchnitt. Neueſte Verſuche des Verfaſſers und Maßregeln, um den Haken allgemeiner bekannt zu ma⸗ chen, und zur Verbeſſerung der Ackerbeſtellung in Anwen⸗ dung zu bringen. Anhang. Abſchriften einiger Beweisſtuͤcke der vorge⸗ tragenen Behauptungen, wovon die Urſchriften unter dem Verfaſſer beruhen. ——õ—-————— — Dritter Theil. Erſtlich. Bericht des engern Ausſchuſſes der Koͤnig⸗ lichen Landwirthſchafts-Geſellſchaft zu Celle an das Koͤnigliche Hannoverſche Miniſterium des Innern in Betreff der An⸗ wendbarkeit des Hakens und anderer mecklenburgiſcher wirth⸗ ſchaftlichen Geraͤthe in hieſigen Landen vom 30. Sept. 1836. Zweitens. Gutachten des Mecklenburgiſchen Patrioti⸗ ſchen Vereins fuͤr Ackerbau ꝛc. uͤber die Vorzuͤge und den Gebrauch des Hakens. Januar 1807. Drittens. Weitere Bemerkungen uͤber dieſen Gegen⸗ ſtand von einem der Haupt-Directoren jenes Vereins, dem Herrn Dr. von Thuͤnen auf Tellow. Januar 1837. Viertens. Deſſen Beſchreibung der Verbeſſerung des Hakens durch ihn, unter der Benennung von Haken⸗ Pflug. 1837. Fuͤnftens. Gutachten des Profeſſors der Oeconomie, Herrn Becker zu Roſtock uͤber den Gebrauch des Hakens und die damit verbundenen Vortheile, vom 15. Febr. 1837. Sechstens. Mehrere gutachtliche Schreiben angeſehe⸗ ner rationeller Gutsbeſitzer Mecklenburgs uͤber die Vortreff⸗ lichkeit des Hakens im Allgemeinen und deſſen beſondere Werthſchaͤtzung in Mecklenburg. 1837. ꝛc. ꝛc. Sollten vor dem Druck dieſer Abhandlung noch weitere, entſcheidende Schriften eingehen, ſo werden ſolche gleichfalls aufgenommen werden. Das Werkchen wird, wo moͤglich, noch in dieſem Jahre auf weißem Velin-Druckpapier in groß Octav, 10 bis 12 Bogen ſtark, erſcheinen, wofür der Subſcriptions-Preis, un⸗ geachtet der A Blaͤtter Steindruck, nicht mehr als 12 Gro⸗ ſchen betragen ſoll. 255 Die Koſten einer Auflage von 500 Exemplaren find ſchon vor dieſer Einladung zur Subſcription dadurch groͤß⸗ tentheils gedeckt, daß mir die Koͤnigl. Landdroſteien zu Aurich ⸗⸗ 30 Exemplare zu Hannover ⸗ 10— zu Stade⸗ ⸗ 20— einzuſenden befohlen haben, ſo wie durch die von mir dank⸗ barlichſt entgegengenommene Entbietung von 40 Exemplaren durch die Koͤnigliche Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft zu Celle, einer gleichen Anzahl durch den Mecklenburgiſchen Patrioti⸗ ſchen Verein, von 6 Exemplaren durch die Landwirthſchafts⸗ Geſellſchaft zu Oldenburg, ferner auch durch die mir gewor⸗ dene aͤhnliche Verſicherungen von mehreren auswaͤrtigen Ge— ſellſchaften und hohen Staatsbeamten, mit welchen in Ver— bindung zu ſtehen ich die Ehre habe. Da aber der Ueber ſchuß des Debits der Abhandlung dazu beſtimmt iſt, dies Inſtru⸗ ment ſelbſt, zwelches gebrauchsfertig nicht mehr, als 3 Rthlr. koſtet, den hieſigen, darnach ſehr verlangenden, unbemittelten kleinen Landgebraͤuchern unentgeldlich zu verabreichen, ſo glaube ich, dieſen gemeinnuͤtzigen Zweck nicht vollſtaͤndiger, als da⸗ durch erreichen zu koͤnnen, daß ich meine lieben Landesgenoſ⸗ ſen zur Subſcription mit der Bemerkung hiedurch einlade, daß die Herren Buchhaͤndler, Buchdrucker und Buchbinder der Provinz Oſtfriesland und im Koͤnigreiche Hannover, wel⸗ che auf dies mein freundliches Erſuchen ſich mit der Samm— lung von Einzeichnungen gefaͤlligſt befaſſen wollen, die ge⸗ woͤhnliche Proviſion genießen werden; die Bauermeiſter Oſt— frieslands aber, welche zur Belehrung der Eingeſeſſenen ih— rer Gemeinde uͤber die Vortheile und den Gebrauch des Ha⸗ kens auf die Beſchreibung deſſelben ſubſcribiren, bei der dem— naͤchſtigen unentgeltlichen Austheilung dieſes Ackerwerkzeuges verhaͤltnißmaͤßig bevorzugt werden ſollen. Die Namen meiner geehrteſten Freunde, welche mir muͤndlich oder ſchriftlich ihren Wunſch zur Theilnahme zu er⸗ kennen zu geben geneigt ſeyn wollen, werde ich, wie bis da⸗ 18 256 hin geſchehen, auf die Subſcriptionsliſte ſetzen, welche dem Werke vorgedruckt wird. Aurich, den 8. Juli 1837. (gez.) F. G. von Boddien. Der Haupt⸗Oebit dieſes Werkes iſt fuͤr ganz Oſtfries⸗ land dem Herrn Buchhaͤndler Rakenbrand zu Emden, und für Aurich dem Herrn Ries jun. hierſelbſt, uͤbertragen. Namen Anzal der geehrten Wohnort derſelben. der Subſcribenten. Exemplare. E. Wir erſehen aus der oͤffentlichen Ankuͤndigung des Re⸗ gierungs-Raths von Boddien zu Aurich vom 8ten d. M. daß derſelbe die Abſicht hegt, in der herauszugebenden Ab⸗ handlung uͤber den Meklenburger Haken u. ſ. w., den ihm von Uns mitgetheilten Bericht des engern Ausſchuſſes der Koͤniglichen Landwirthſchafts-Geſellſchaſt zu Celle vom 30ſten Septbr. 1836 abdrucken zu laſſen. Da indeß dieſer Bericht weder urſprünglich zur Veroͤffentlichung durch den Druck be⸗ ſtimmt, noch auch zu ſolchem Zwecke dem Regierungs⸗Rathe von Boddien mitgetheilt worden, und uͤberdies auch dazu ſchon aus dem Grunde nicht voͤllig geeignet iſt, als darin der Name eines einzelnen Mitgliedes des en⸗ gern Ausſchuſſes der Koͤniglichen Landwirth⸗ ſchafts⸗Geſellſchaft mehrmals ſich genannt fin⸗ det: ſo ſehen Wir Uns genoͤthigt, dem Regierungsrathe lche dem Oſtfries⸗ n, und s Re⸗ d. M. n Ab⸗ en iom ſes der 30ſten Bericht fuck be⸗ Rathe ch dazu darin es en— wirth⸗ t fin⸗ gsrathe 257 von Boddien den Abdruck des erwaͤhnten Berichts hie— durch zu unterſagen, und fordern denſelben zugleich auf, aus der fraglichen Abhandlung auch diejenigen Gutachten und Erklaͤrungen des Mecklenburgiſchen patriotiſchen Vereins und verſchiedener einzelner Perſonen, in ſoweit als ſie eine Beantwortung jenes Berichts enthalten oder auf ſolchen ausdruͤcklich ſich beziehen, hin⸗ wegzulaſſen. Sollte uͤbrigens der Regierungsrath von Boddien wuͤnſchen, in ſeiner mehrangefuͤhrten Abhandlung die Anſicht der Koͤniglichen Landwirthſchafts-Geſellſchaft zu Celle uͤber die in Rede ſtehenden Ackergeraͤthe u. ſ. w., bekannt zu ma— chen, ſo wird derſelbe den engern Ausſchuß der Geſellſchaft zu erſuchen haben, ſie zu jenem Zwecke beſonders auszu⸗ ſprechen und ihm mitzutheilen; wobei es jedoch dem Aus⸗ ſchuſſe lediglich uͤberlaſſen bleibt, ob und in wie weit derſelbe einem ſolchen Anſuchen willfahren will. Hannover, den 15. Auguſt 1837. Koͤnigliches Hannoverſches Miniſterium des Innern. Fuͤr den Miniſter (gez.) Hoppenſteit. An den Regierungsrath von Boddien in Aurich. S. Dem Regierungsrath von Boddien eroͤffnen Wir auf die Eingabe vom 17. September d. J. nach eingegangenem fernerem Berichte des engeren Ausſchuſſes der Koͤniglichen Landwirthſchafts-Geſellſchaft zu Celle, daß der Abdruck des Berichts des letztern vom 30. September 1836, die Einfuͤh— rung Mecklenburgſcher Ackergeraͤthe betreffend, weder ſeinem geſammten Inhalte nach, noch in dem vorgelegten Auszuge 258 geſtattet werden kann, daß aber der genannte engere Aus— ſchuß bereit iſt, dem Herrn Regierungsrathe von Boddien, auf deſſen fernerem Antrag, ein zum Abdruck beſtimmtes Gutachten uͤber ſeine Vorſchlaͤge mitzutheilen. Die Aufnahme dieſes Gutachtens mit den etwanigen Bemerkungen des Regierungsraths von Boddien in die angekün⸗ digte Abhandlung durfte dem von dieſem beabſichtigten Zwecke auch weit mehr entſprechen, als die oͤffentliche Eroͤrterung des Berichts vom 30. September 1836, indem die darin enthal⸗ tenen Entwuͤrfe noch uͤberall nicht zur Kenntniß des Publi— kums gekommen ſind, zu ihrer oͤffentlichen Widerlegung alſo keine Veranlaſſung vorhanden iſt, ferner auch ausfuͤhrliche Eroͤrterungen ſolcher Art fuͤr den Landmann, dem die Ab— handlung doch hauptſaͤchlich beſtimmt zu ſein ſcheint, wenig geeignet ſind, und zudem in dem vorgedachten Berichte vom 30. September 1836 ausdruͤcklich geſagt worden iſt, daß dem engern Ausſchuſſe nicht bekannt ſei, ob ſich die zur zweck⸗ maͤßigen Anwendung des Hakens geeignete Bodenart in Oſt— friesland finde. Indem Wir uͤbrigens den Herrn Regierungsrath von Boddien, ſo viel der Abdruck der Gutachten und Erklaͤ⸗ rungen des Mecklenburgiſchen patriotiſchen Vereins und ver⸗ ſchiedener Gutsbeſitzer ꝛc. betrifft, auf den Inhalt des Re— ſcripts vom 15. Auguſt d. J. verweiſen, wollen Wir jeden⸗ falls die Einſendung der beabſichtigten Abhandlung vor dem Abdrucke gewaͤrtigen, und laſſen es bei den, von verſchiedenen Landdroſteien und von der Koͤniglichen Landwirthſchafts-Ge— ſellſchaft bereits erfolgten Unterzeichnungen auf dieſelbe bis auf Weiteres bewenden. Hannover, den 9. November 1837. Koͤnigliches Hannoverſches Miniſterium des Innern. (gez.) von der Wiſch.“ An den Herrn Regierungsrath von Boddien in Aurich. Aus⸗ dien, imtes ahhme ngen gekün⸗ wecke g des nthal⸗ Publi⸗ alſo hrliche Ab⸗ venig vom dem weck⸗ Oſt⸗ T. Hochwohlgeborner Herr Regierungsrath! Ich habe Ihre Zuſchrift vom 20. v. M. nebſt der An⸗ kuͤndigung und Einladung zur Supſcription auf die, unter dem Titel„der Mecklenburgiſche Haken, ein vorzuͤglicheres Ackerwerkzeug als der gewoͤhnliche Pflug,“ von Ihnen heraus⸗ zugebende Abhandlung richtig erhalten, und erwiedere Ihnen darauf: daß Mir die, von Ihnen auch im Auslande be— waͤhrte patriotiſche Geſinnung zur beſonderen Befriedigung gereicht, und Ich die Ueberſendung von zehn Exemplaren Ihrer Abhandlung gern genehmige. Mit vieler Werthſchaͤtzung verbleibe Ich Ihr wohlgeneigter Neuſtrelitz(gez.) Georg. den 5. Februar 1838. Großh. zu Meckl. An des Koͤniglich Hannoͤverſchen Regierungsraths Herrn von Boddien Hochwohlgeboren in Aurich in Oſtfriesland. U. Verehrter Herr Regierungsrath! In Ihrer Zuſchrift vom 10. Januar d. J. deren Beant⸗ wortung durch ein Verſehen in der Expedition bisher liegen blieb, theilen Sie Mir die Ankuͤndigung einer von Ihnen herauszugebenden Schrift„uͤber den Mecklenburgiſchen Haken“ 260 mit. Dieſes fuͤr die Landwirthſchaft uͤberhaupt, und fuͤr die Mecklenburgiſchen Landwirthe insbeſondere ſo nuͤtzliche Unter⸗ nehmen intereſſirt mich ſehr. Ich bitte daher meinen Namen auf die Subſcripkionsliſte dieſes Werkes zu ſetzen, und mir 10 Exemplare zugehen zu laſſen. Ich verbleibe mit aufrichtiger Werthſchaͤtzung Ihr wohlgeneigter Schwerin(gez.) Paul den 17. October 1838. Großherzog zu Meckl. dem Herrn F. G. von Boddien wirklichen Regierungsrath bei der Land⸗ droſtei in Aurich, Oſtfriesland. füͤr die e Unter⸗ Namen und mir Meckl. Inhaltsverzeichniß. Erſte Abtheilung. Den Bau und den Gebrauch des Hakens betreffend. Erſter Abſchnitt. Die Geſtalt und der Bau des Hakens, deſſen ein⸗ zelne Theile und deren Zuſammenfuͤgung, nach Verhaͤltniß der verſchiedenen Beſpannung. Zweiter Abſchnitt. Das Stellen und Verſetzen des Hakens, und die zu deſſen Fuͤhrung erforderlichen Handgriffe. Dritter Abſchnitt. Von der verſchiedenen Beſpannung des Hakens. Vierter Abſchnitt. Der Gebrauch und die Wirkung des Hakens, nach Grundkenntniß und Erfahrung in Vergleichung mit dem Pfluge. Fünfter Abſchnitt. Vergleichung des Flaͤchenraums, welcher mit dem Haken und mit dem Pfluge, nach glaubwuͤrdigen Erfahrungen, taͤglich bearbeitet werden kann. Sechſter Abſchnitt. Zuſammenſtellung der Vorzuͤge des Hakens vor dem Pfluge in verſchiedenen Ruͤckſichten, nach vergleichen⸗ den Berechnungen, und nach dem Urtheile compe⸗ tenter oͤkonomiſcher Schriftſteller. Zweite Abtheilung. Den Urſprung und die Verbreitung des Hakens betreffend. Erſter Abſchnitt. Abſtammung des Hakens von den Pfluͤgen der Al⸗ ten nach Aehnlichkeit der Geſtalt; Verſchiedenheiten und Verbeſſerungen dieſer Ackerwerkzeuge. Zweiter Abſchnitt. Aehnlichkeit des Hakens mit den neueren Ackerwerk— zeugen anderer Laͤnder, und Vergleichung mit eini⸗ gen der neuerfundenen nutzbarſten Ackergeraͤthe, nebſt Anfuͤhrung der neueſten derartigen Erfindungen. Dritter Abſchnitt. Einfuͤhrung des Hakens in Mecklenburg, und uber deſſen Gebrauch in andern Laͤndern. Vierter Abſchnitt. Neueſte Verſuche und Maßregeln, um den Haken allgemeiner bekannt zu machen, und zur Verbeſſe— rung der Ackerbeſtellung in Anwendung zu bringen. Dritte Abtheilung. Abſchriften verſchiedener an den Verfaſſer gerich⸗ teten Gutachten und Schreiben in Betreff des Mecklenburgiſchen Hakens und anderer landwirth⸗ ſchaftlichen Werkzeuge, als Beilage zu den beiden erſten Abtheilungen. Nro. I. Gutachten von dem Hauptdirektorio des Mecklenbur⸗ giſchen patriotiſchen Vereins fuͤr Ackerbau, Induſtrie und ſittliche Cultur uͤber den Gebrauch des Hakens und einiger anderen landwirthſchaftlichen Werkzeuge in Mecklenburg. Januar 1837. N ſeueren Aeen⸗ iicung nii egeräthe rit Erfindunga burg, undüun um dan Fekn d zur Labiſe ung zu trinen. faſſer geit⸗ Betref do landwirt⸗ den bedn es Mecllnbu⸗ au, Inaſie h des heins en Werhlage Nro. II. Nro. III. Nro. IV. Nro. V. Weitere Bemerkungen uͤber den Mecklenburgiſchen Haken von dem Herrn Dr. von Thuͤnen, Erb⸗ herrn auf Tellow, Amis Guͤſtrow, zweitem Hauptdirektor des Mecklenburgiſchen patriotiſchen Vereins. Januar 1837. Die neueſten Verbeſſerungen des Hakens, als Noti⸗ zen von Demſelben uͤber den Hakenpflug. 1837,. Gutachtliches Schreiben des Herrn Hof- und Canz— leiraths von Wedemeier, Erbherrn auf Lang— hagen, Amts Guͤſtrowꝛc. an den Herrn Grafen von der Oſten⸗Sacken, nachfuͤgliche Bemerkun⸗ gen zu Nro. I. enthaltend. Ueberſendungsſchreiben der vorigen Nummer von dem Herrn Grafen von der Oſten-Sacken, Oberſten und Erbherrn auf Bellin, Marien— hof, Amts Goldberg, erſtem Hauptdirector des Mecklenburgiſchen patriotiſchen Vereins, an den Nro. VI. Nro. VII. Nro. VIII. Nro. IX. Verfaſſer. Schreiben des Herrn Hof⸗ und Canzleiraths von Wedemeyer an den Verfaſſer uͤber die Vorzüg⸗ lichkeit des Hakens. Gutachtliches Schreiben des Herrn Profeſſors der Oekonomie Becker zu Roſtock an den Herrn Ne⸗ gierungspraͤſidenten von Pren auf Dummers⸗ torff, Amts Ribnitz uͤber den Mecklenburgiſchen Haken und andere wirthſchaftliche Gegenſtaͤnde. Begleitungsſchreiben der vorgedachten Nummer von dem benannten Herrn Regierungspraͤſidenten an den Verfaſſer. Gutachten des Herrn Held, Erbherrn auf Kl. Roge, Amts Guͤſtrow, in Betreff der in Nro. I. beregten Gegenſtaͤnde. 19 Nro. X. Ueberſendungsſchreiben des Gutachtens nebſt Be⸗ merkungen von dem Gutsbeſitzer Herrn Engel auf Grambzow, Diſtrictsdirector des Mecklenburgi⸗ ſchen patriotiſchen Vereins an den Verfaſſer. Nro. XI. Gutachtliches Schreiben des Herrn von Leers, Erbherrn auf Groß-Eichſen, Goddien, Muͤh⸗ len-Eichſen, Vietlubbe und Schoͤnfeld in den Aemtern Schwerin und Gadebuſch, an den Verfaſſer, in Betreff des Hakens ꝛc. Nro. XII. Gutachtliches Schreiben des Herrn Geheimenraths und Landraths von Basſewitz, Excellenz, Erb⸗ herrn auf Schoͤnhoff, Wendorff und Mum⸗ mendorff im Amte Grevismuͤhlen an den Verfaſſer uͤber die fraglichen Gegenſtaͤnde. Nro. XIII. Anſichten des Herrn Kammerherrn und Landraths von Koͤnemann, Erbherrn auf Pritzier, Goldenitz, Gramnitz, Warlitz, Neuen⸗ rode und Goͤßelow, in den Aemtern Witten⸗ burg und Sternberg, in Betreff des P. M. des Hannoͤverſchen Regierungsrath von Boddien zu Aurich. Nro. XIV. Erwiederung des Herrn von Winterfeld, vor⸗ mals auf Stieten, Amts Sternberg, jetzigen Beſitzers der Guͤter Kehrberg und Seefeld in der Oſt-Pringnitz auf das von den Herrn Re⸗ gierungsrath von Boddien überſandte P. M. we⸗ gen Mecklenburgiſcher Ackergeraͤthſchaften ꝛc. Nro. XV. Gutachtliches Schreiben uͤber die mehrberegten Ge⸗ genſtaͤnde von dem Herrn von Stern, Erbherrn auf Tuͤſchow, Granzien, Groß⸗Welzien und Bergfeld in den Aemtern Wittenburg und Sternberg, an den Verfaſſer. Nro. XVI. Auszug aus einem Briefe des Herrn Generalma⸗ jors und Kammerherrn von Boddien, Erbherrn auf Weiſin, Amts Luͤbs, in Betreff der zur Frage geſtellten Gegenſtaͤnde. Anhang. Abſchrift einiger im Beſitz des Verfaſſers be⸗ findlichen Documente, worauf in der vorſtehen⸗ den Abhandlung Bezug genommen. — ———Q— 6 L. Sð— Imprimatur. Hannover den 6. Oktober 1338. Lehzen, Geh. Canzl. Secr⸗ Wei dem Druck der Schrift des Herrn Regierungsraths von Boddien in Aurich unter dem Titel: Der Mecklenburgiſche Haken, ein vorzuͤglicheres Ackerwerckzeug als der gewoͤhnliche Pflug, iſt in Bezug auf die Bundesbeſchluͤſſe wegen des proviſoriſchen Preßge⸗ ſetzes nichts zu erinnern. Oldenburg 1830. Jun. 27. Der Cenſor C. F. Strackerjan. Druckfehler. Seite III. Zeile 6 v. u. ſtatt von lies vor — 2— 5 v. u.— Kappel⸗Weiden— Koppel⸗Wieden. — 4— 11 v. u.— Vorſetzen— Verſetzen. — 8— 5 v. u.— Verrichtung— Vorrichtung. — 8— 3 v. u.— Jahr— Joch. — 11— 17 v. u.— Pferdehaken— Pferde haben. — 12— 2 v. o.— Hakenbaͤumen— Hakenbaͤume. — 13— 9 v. o.— jeden, fals— jedenfalls. 2— 14— 5 v. o.— Zeichen— Ziehen. Ri.— 25— 13 v. u.— Ackerkrumme— Ackerkrume. — 28— 14 v. o.— 358— 248. — 30— 9 v. o.— ktrauen— bauen. —- 33— 12 v. u.— Varo— Varro. — 33— 14 v. o.— haltenden— haltende. — 34— 5 v. u.— Dreſch— Dreeſch — 34— 12 v. u.— den dem. — 422— 11 v. o. fehlt nach dem Worte daß der Unterſchied. — 43— letzte ſtatt werden lies worden. — 45— 11 v. u.— aͤhnlichen— ahnlichem. — 66— 16 v. u.— Moerts— Meoeris. 57— letzte— privatim privatam. — 68—B 9 v. u. fehlt nach Pfluͤge das Wort mit. ths von— 69— letzte ſtatt in edit. lies inedit. Haken,— 73— 13 v. o.— Mautua— Mantua. — 79— 17 v. o.— Verrichtungen— Vorrichtungen. iſt in— 80— 11 v. u.— nachgewieſene— nachgerſeenen. — 83— 9 v. u. fehlt nach 50 Rthlr. reſge⸗-— 91— 11 v. o. itatt C. Mgr. lies Convts.⸗Mz. —-— 94— 16 v. o.—— dem. — 106— 12 v u.— erehin— eepechin. — 108— 4 v. u.—§. 1.—. 2. — 108— 3 v. u. fehlt zwiſchen der ten die Zahl 2. — 111— 2 p. o. ſtatt Dreſch lies Dreeſch. — 115— 8 v. u.— meinen— meinem. — 128— 13 v. u.— gewohnten— gewohntem. — 129— 8 v. o.— ſchickte— kheilte. — 132— 8 v. u.— en— chen. — 140— 13 v. u.— zetzt— jeßt. — 141— 9 v. u.— Miniſtern— Minniſeerien. — 163— letzte— Erd— Erde. — 178— 5 v. o.— pfluͤgendeu— pfluͤgenden. — 187— 11 v. o.— Unterbringsart— Unterbringungsart. — 188— erſte— Ausſchwa⸗— Ausſchwaden. — 189— 16 v o.— bricht— leicht. — 196— 5 v. o.— Stigen— Stiegen. — 197— 13 v. o.— einfacher— einfachen. — 199— 16 v. u.— unter— unten. — 200— 9 v u.— angefuͤgte— angefuͤgten. 205— 8 v. o.— ahnliches— aͤhnlichen. entſtellen. Seite 205 Zeile — 205— 18 v. o. 205— 10 v. o. — 209— 4 v. o. — 224— 17 v. u. — 235— 15 v. u. — 237— 185 v. u. — 237— letzte — 241— 4 v. o. — 241— 9 v. o. — 241— 15 9. o. — 241— 11 v. u. —-— 241— 12 v. u. — 244— 14 v. o. — 244— 5 v. u — 245— 14 v. o. — 252— 11 v. u. — 254— 9 v. o. — 256— 9 v. 6⸗ 9 v. o. ſtatt verſehenes — — 1l das Sonn Wittenberg Brachbeſaͤmerungs pue debouwd evertuigen Préfé puelque conitre Minster cependan proveurer satisraction feis zoordanig Praͤdenten 1807. Anzal verſehenen. daß. Sonne. Wittenburg. Beſoͤmmerungs. que. gebouwd. overtuigen. Préfet. quelque. connôitre. Ministre. cependant. procurer. satisfaction. fois. zoodanig. Praͤſidenten. 1837. Anzahl. Die Entfernung des Verfaſſers vom Druckorte hat außer den oben aufge⸗ führten vielleicht noch manche andere Druckfehler herbeigeführt, welche der ge⸗ neigte Leſer um ſo mehr entſchuldigen wird, da ſie jedenfalls den Sinn nicht Fig: 10. Fi: 3. ———— — II. — e d 4— a mrmaT—C—C—ꝭ—C—C—C—O—Q—C— nͤ —— “ 8 22* 6 4 “ 4 — sse rpe 7 Ü Melndul. 2 1oee99e9ne9e eeeee Jhae hh ſhhec 5560600060666686000 d 252 8 0 2 5 „ * 8 40 802 Srargesss 6 0006000 S G AX 00000 — 8* 99 5000000000 5 566650040606660606067 890 0000 2 Tie azieeee te Teer eef a 585568686855686E880 2sde 0668686666 388 2 8 5“ 8 1 5 8982997,898989898999 S252 02 88898 e e Fissab Snaekeie SesRi Teeees von Thünen“’s Haken⸗Pflug S F. G. v. Boddien. Grey Control n 3302898s 098822 98928928ee 556585855095555055559880558590538 88— NAA M e 3 Oldenburg, gedruckt bei Gerhard Stalling