5 1 1 . 15 18 3. 8 8 3 1 4 8 3 36 5 3 1 3 81 1 . 4 8 —. 8* * 0 — Q2 2 1 2 5 5 5 2 1 . 5 — 4—— 8 3— 8 3 2— 1 1— r — . 3 5 1 V V 3 8 /03 V K ur zey A briß V eines Unterrichts 5 in der Candwirthſchaft, . zum Gebrauch bei Vorleſungen uͤber dieſelbe. Von — Dr. A. G. Schweitzer, V Profeſſor der Landwirthſchaft in Tharandt und mehrerer gelehrten V Geſellſchaften Mitglied. Zweite und dritte Abtheilung. Viehzucht und Gewerbslehre. 3 BiuLIOTHENI D. K0NIIIEHEN V ACADLMIT. — DSLANDBALES 20 MOEGI. —— IX Dresden und Leipzig, b in der Arnoldiſchen Buchhandlung. b 183 4. „ —— — —— ——— ——— — —— . * „ nes W an d halt konnt wurfe A⁴ Borrede. Hiermit uͤbergebe ich dem Publikum den zweiten Theil meines kleinen Lehrbuches der Landwirthſchaft, zum Gebrauch bei Vor⸗ leſungen uͤber dieſelbe, wovon der erſte Theil, den Ackerbau enthaltend, ſchon vor zwei Jahren in demſelben Verlage er⸗ ſchienen iſt. Die Gruͤnde, welche mich zur Ausarbeitung die⸗ ſes Lehrbuches veranlaßt haben, ſind in der Vorrede zu jenem Theile angegeben, und ich erſuche hiermit diejenigen, welche dem zweiten ihre Aufmerkſamkeit ſchenken. jene Vorrede erſt zu leſen, ehe ſie ein Urtheil uͤber dieſen faͤllen. Ein dreimal wiederholter Vortrag uͤber Viehzucht und Gewerbslehre hat mich das Unangenehme des Diktirens bei dergleichen Vortraͤgen im⸗ mer mehr empfinden laſſen, und den Wunſch, dieſer Geiſt toͤd⸗ tenden Unannehmlichkeit fernerhin uͤberhoben zu ſeyn, nur noch lebhafter in mir erweckt; zu gleicher Zeit aber auch, wie ich mir ſchmeichele, dazu beigetragen, daß der zweite Theil mei⸗ nes Lehrbuches in einer vollkommneren Geſtalt erſcheint, als es der Fall geweſen ſeyn wuͤrde, wenn er mit dem erſten zugleich an das Licht getreten waͤre. Indem ich naͤmlich ſeinen In⸗ halt drei Winter hinter einander meinen Zuhoͤrern diktirt habe, konnte es nicht fehlen, daß mir viele Maͤngel des erſten Ent⸗ wurfes, ſowohl hinſichtlich des Stoffes, als hinſichtlich der **† IV Form, ſichtbar werden und das eifrige Beſtreben in mir erre⸗ gen mußten, von meiner Seite ja Alles, was in meinen Kraͤf⸗ ten ſtuͤnde, anzuwenden, um dem Ganzen durch wiederholte Umarbeitung und beſonders ſorgfaͤltige Ausfeilung den mir zu erreichen moͤglichen Grad von Vollendung und Zweckmaͤßigkeit in Bezug auf ſeine Beſtimmung zu geben. Dabei mag ich keinesweges laͤugnen, daß ich bei der Viehzucht, wie bei dem Ackerbau, hauptſaͤchlich Burger's Lehrbuch, und bei der Gewerbslehre Thaer's Leitfaden zur landwirthſchaftlichen Gewerbslehre, oft ſogar woͤrtlich, benutzt habe; allein ſchon die fluͤchtigſte Vergleichung, ſelbſt des kleinſten Abſchnittes, wird lehren, daß ich dieſe Werke keinesweges bloß ausgeſchrieben, ſondern daneben noch viele andere Horei g Schriften zu Rathe gezog en, ferner da was mir in jenen unrichtig vorkam, berichtigt, und auch nicht wenig Eigenes hin⸗ zugefuͤgt habe, daß ich uͤberhaupt mit beſtaͤndiger Beruͤckſichtig⸗ ung meines vorliegenden Zweckes mit der Zeit fortgegangen bin. Es lag mir indeſſen weniger daran, mit neuen Anſich⸗ ten glaͤnzen zu wollen, als das bewaͤhrte Gute und Richtige kurz, deutlich und einfach, aber vollſtaͤndig, hinzuſtellen. Die muͤndlichen Erlaͤuterungen muͤſſen dann das Fehlende und neu auf die Bahn Gebrachte hinzufuͤgen. Die wichtigſten der bisher in meinen landwirthſchaftlichen Vortraͤgen zu vorliegendem Lehrbuche muͤndlich gegebenen Zu⸗ ſaͤtze und Erlaͤuterungen ſind in meine in der Baumgaͤrtner'⸗ ſchen Buchhandlung zu Leipzig vor kurzem erſchienene Anleit⸗ ung zum Betrieb der Landwirthſchaft uͤbergegangen, in ein Werk, das ich auf vielfaͤltige Aufforderung vorzuͤglich fuͤr ſolche Naͤnner verfaßte, die, anfaͤnglich nicht fuͤr dieſes Gewerbe ge— bildet, und noch ganz unbekannt damit, daſſelbe ſpaͤterhin „* 42 n zur enutzt inſten bloß ichtige Die d neu lichen Zu⸗ tner⸗ Inleit⸗ ein ſolche e gk⸗ terhin v ploͤtzlich kennen lernen wollen. Es kann nicht fehlen, daß mancher Gegenſtand in beiden genannten Werken faſt mit glei⸗ chen Worten beſprochen werden mußte, uͤbrigens aber unter⸗ ſcheiden ſich beide ſchon ihrer verſchiedenen Tendenz nach, we⸗ ſentlich von einander, und bildet jedes ein fuͤr ſich beſtehendes, das andere nicht beeintraͤchtigendes Ganzes. Das Lehrbuch der Landwirthſchaft zum Gebrauch bei Vorleſungen ſoll in ei⸗ ner ſtrengwiſſenſchaftlichen Ordnung die wichtigſten Lehren der Landwirthſchaft kurz, buͤndig und uͤberſichtlich zuſammenſtellen; die Anleitung dagegen in einem mehr erzaͤhlenden, anſprechen⸗ den und gemuͤthlichen Tone eine etwas umſtaͤndliche und deut⸗ liche Anweiſung zum zweckmaͤßigſten Wirthſchaftsbetrieb geben, ohne ſich an eine wiſſenſchaftliche Form und Ordnung zu bin— den. Da ſie aber manchen dort kurz hingeſlelten Satz naͤher, auf die Weiſe, wie es in meinen in den Lehrſtunden gegebenen Zu⸗ ſaͤtzen geſchieht, erlaͤutert, ſo habe ich im vorliegenden zweiten Theile meines Lehrbuches mehrmals, bisweilen nur mit den Anfangsbuchſtaben(Anl. z Betr. d. L.) darauf verwieſen, und ſchmeichele mir, auf dieſe Weiſe, indem ſich nun beide Werke gegenſeitig unterſtuͤtzen, ein Lehrgebaͤude der geſammten Land⸗ wirthſchaft aufgeſtellt zu haben, das dem gegenwaͤrtigen Stand⸗ punkte der Wiſſenſchaft entſprechen und ziemlich vollſtaͤndig ſeyn duͤrfte, da zumal auch in dem kleineren Lehrbuche mehre Gegenſtaͤnde abgehandelt ſind, die in der Anleitung, deren Beſtimmung gemaͤß, kaum dem Namen nach genannt ſeyn konnten. So die Pferdezucht, dann die Lehre von den dem Landwirthe zu Gebote ſtehenden materialen Mitteln, beſonders die Lehre vom Kapital ꝛc.; ſo auch die Artikel uͤber Intelli⸗ genz, techniſche Gewerbe ꝛc. Bei der Bearbeitung der auf die Volkswirthſchaftslehre mehr Bezug habenden Gegenſtaͤnde habe ich beſonders die kleine treffliche Schrift des Hrn. Profeſſors VI Schulze zu Jena:„uͤber volkswirthſchaftliche Begrundung der Gewerbswiſſenſchaften, Jena 1826.“ zu Rathe gezogen, wie ich hiermit noch, um mich nicht mit fremden Federn zu ſchmuͤk⸗ ken, gebuͤhrend bekenne. Wenn nun die Ausfuͤhrung nur einigermaßen dem redli⸗ chen Willen und dem aufgewendeten Fleiße entſpricht, ſo darf ich hoffen, daß die mehrmals genannten beiden landwirthſchaft⸗ lichen Werke fuͤr keine uͤberfluͤſſige Erſcheinung gehalten, ſon— dern ſich eines lohnenden Beifalls zu erfreuen haben werden. Moͤchte dieſe Hoffnung keine vergebliche ſeyn! * Der Verfaſſer. 4 der wie nuͤk⸗ redli⸗ darf haſt⸗ ſon⸗ den. Inhaltsanzeige. A. Erſte Abtheilung. Ackerbau. Einleitung...... Erſtes Hauptſtuͤck. Agronomie..... Zweites Hauptſtuͤck. Agrikultur... Erſter Abſchnitt. Begriff, Zweck und eintheilung der Agrikultur.... Zweiter Abſchnitt. Chemiſche Agrikultur. Erſte Abtheilung Von der Duͤngung.. a. Von den Duͤngermaterialien uͤberhaupt. b. Von der Zubereitung der duͤngenden Sub⸗ ſtanzen, ehe man ſie dem Boden ein— verleibt.... c. Von der vortheilhafteſen Weiſe, die ver⸗ ſchiedenen Duͤngerarten zu verwenden. d. Von dem verhaͤltnißmaͤßigen Werthe und der verſchiedenen Menge der duͤngenden Subſtanzen, die zu einer von ihnen er⸗ warteten beſtimmten Wükung rſöebele lich iſt... Zweite Abtheilung. Von der Veraͤnderung der phyſfſchen Päſebaffenheit des Bodens durch che⸗ miſche Mittel.. a. Vom Sand, a1s Verbeſerungemnitte des Bodens...„.. b. Vom Kalk........ c. Vom Thon.... Dritter Abſchnitt. Mechaniſche Agrikultur.... Erſte Abtheilung. Von der Beackerung. a. Von der Beackerung im Allgemeinen. 1. Von der Wendung des Bodens im Allgemeinen... 2, Von der oberflaͤchlichen Lockerung des Bodens im Allgemeinen.. Von der Reinigung und Ebnung des Bodens im Allgemeinen... 2 §. §. §. 4 1— 20. 21. . 22— 184. . 22— 34. . 42— 90. 91— 106. . 107— 120. 121— 139. 4 140— 147. 142. . 143. 144. . 145— 147. . 148— 184. §. 149— 174. 151— 154. 155— 157. 158. VIII b. Von der Beackerung im Beſondern. 1. Von der Wendung des Bodens in Beſondern.. 2. Von der oberflaͤchlich Bodens im Beſondern. 8. Von der Reinigung und Ebnung d de Bodens im Beſondern.. Zweite Abtheilung. a. Von der Beurbarung an ſich. Von der Beurbarung. . hen Lockerung .* ·* . „* . des . * . * b. Von der Umwandlung eines Bodens in Ackerland.... c. Von der Einfriedigung des Bodens. Drittes Hauptſtuͤck. Pflanzenkultur.... Begriff und Eintheilung der Pflanzenkultur Erſte Aüchetlung. I. Von der Saat..... II. Von der Pflege der Pflanzen.. III. Von der Ernte.... Zweite Abtheilung. Erſter Abſchnitt. artigen Gerſbid epflanzen... 1. Vom Weizen und Spelt. 2,. Vom Roggen..—. 8. Von der Gerſte... 4. Vom Hafer...... 5. Vom Mais..... 6. Von den Hirſenarten... 7. Von den Moorhirſearten. Zweiter Abſchnitt. Von ſenſruͤchte 1. Von den Erbſen.. 2. Von den Bohnen.. 3. Von den Wicken. 4. Von den Linſen..*. 5. Von den Fiſolen. 6. 4 . Allgemeine Pflanzenkultur. . Specielle Pfl lanzenkultur. Von der Kultur der gras⸗ . * „ * * * ⸗* der Kultur der Huͤl * . Von den Kicher⸗ und Platterbſen. Dritter Abſchnitt. tigen Getreidepflanzen; des Buchweizens. Vierter Abſchnitt. Von der Kultur der gewächſe.... A. Von den beſtaͤndigen Futterfel dern. a. Von den Weiden.. b. Von den Wieſen..... 2 . . . . * . 7 7 ·* * . . Von der Kultur der krautar⸗ * Futter⸗ * . * 2 B. Von den temporaͤren Futterfeldern. §. 159— 171. §. 172. 173. §. 174. §. 175— 184. §. 175— 182. §. 183. §. 184, §. 185— 359. §. 185. §. 186— 208. §. 187— 196. §. 197— 202. §. 203— 208. §. 209— 319. §. 211— 246. §. 212— 219. §. 221— 2241. §. 225— 233. §. 234— 239. §. 240. 241. §. 242— 245. §. 245. §. 247— 254 §. 248. §. 249. §. 250. 251, §. 252. §. 253. §. 254. §. 255. 256. §. 257— 301. §. 258— 271. §. 258— 261. §. 262— 271. §. 272— 301. 251. IX a. Von den grasartigen Futterpflanzen.. 1§. 273— 279. b. Von den Futtergewaͤchſen mit Schmetter⸗ lingsblumen, Eiöſent, Wiaen, Klee⸗ arken E...§. 280— 2900. c. Von den kizutartigen Futterpflanz zen, erir⸗ gel u und Buchweizen....§. 291. 292. d. Von den ennendeicſen, 8 Kartoffeln und Topinamburs......§. 293— 294. e. Von den Gemuͤſcarten, dem Kopfkohl zc 2r. J. 295. f. Von den Wurzelgewaͤchſen, Moͤhren, Pa⸗ ſinaken,„ Mankeln, Koyl, und weißen Ruͤben.........§. 296— 300. g. Von den Futterfruͤchten, den Kuͤrbiſſen.§. 301. Fuͤnfter Abſchnitt. Von der Kultur der Handels⸗ gewaächſe......§. 302 319. a. Von den Geſpyinnſtpflanzen, Lein und Hanf.§. 302. 303. b. Von den Oelpflanzen, Raps, Nuͤbſen, Mohn, Leindolter z6.......§. 304— 307. c. Von den Gewuͤrzpflan; zen⸗ Safran, Kuͤm⸗ mel, Fenchel, Anis, Tabak ꝛe. S§. 308— 312. d. Von den Farbepflanzen, Waid, Wau, Krapp und Saftor.....5 e. Von den techniſchen Pflanzen, Weber⸗ karden, Kanarienſaamen ꝛc...§ . 313— 316. . 317— 319. B. Zweite Abtheilung. Viehzucht. Begriff, Eintheilung und Nutzen der Viehzucht. Allgemeine Viehzucht...§. 5— 30. Erſter Abſchnitt. Von der Paarung. K. 6— 16. §. 1—4. S § Zweiter Abſchnitt. Von der Pflegee§. 17— 21. S 5 . . Dritter Abſchnitt. Von der Maſtungg§. 22— 30. Speetelle Viehzuchhtt,,..§. 31— 184. Erſter Abſchnikt. Rindviehzucht.......§. 33— 77. Von den Raſſen des Rindviehs...§. 36— 41. Von der Paarung, Zucht und Pfiege des Rind⸗ vieh......§. 42— 53. Von der Verwendung und Benußz zung des Rindviehs.§. 54— 77. Zweiter Abſchnitt. Schafzuchh.§. 78— 121. Von den Raſſen der Schafe...§. 82— 85. Von der Paarung, Zucht und Pflege der Schafe.§. 86— 106. Von der Benutzung der Schaee... 107— 121. Dritter Abſchnitt. Ziegenzuchhyt 122— 127. Vierter Abſchnitt. Pferde⸗ und Eſelzucht...§. 127— 159. Von den Raſſen der Pferde..§. 129. 139. Von der Eintheilung der Pferde und Pferdezucht.§. 131— 135. Von der Paarung, Zucht und Pflege der Pferde.§. 136— 158. Von der Eſel⸗ und Maulthierzucht... J. 159. Fuͤnfter Abſchnitt. Schweinezuchht.. 160— 176. Von den Raſſen der Schweine..§. 161. Von der Paarung, Zucht und Pns der Schweine....§. 162— 168. Von der Benutzung der Schweine..§. 100— 176. Sechſter Abſchnitt. Gefluͤgelzucht.......§. 177— 183. C. Dritte Abtheilung. Gewerbslehre. Einle tüng⸗... 1— 8. Von der Arbeit und den Arbeitskraͤf ten.§. 8= 20. Vom Kapital.. tt. d. 30= 43. Von der Anlage der Kapitale. ct..§. 44— 55. Vom Preiſe der Produfte.........§. 57— 62. Vom Grund und Boden...... F. 63— 84. Das Landout........... 85— 101. Vom Duͤngerſtand........... F. 102— 106. Pon der Viehhaltung..........§. 107— 116. Von den Wirthſchaftsſyſtemen....§. 117— 140. I. Felderwirthſchaft........§. 123. a. Vierfelderwirthſchaft.... S. 124. b. Dreifelderwirthſchaft...§. 125. 126. II. adpeniethähafe...§. 127. 1G . Holſteinſche Koppelwirth ſchaft..§. 128. 8. Mecklenburg'ſche Koppelwirthſchaft..§. 129. c. Koppelwirthſchaft der Gebirgslaͤnder...§. 130. III. Fruchtwechſelwirthſchaft.......§. 131— 138. a. Fruchtwechſelwirthſchaft mit Weide.§. 136. b. ⸗ ⸗ mit Stallfuͤtterung.§. 137 Naͤhere Befimmung uͤber die Wahl der Wirth⸗ ſchaftsſyſteme....... 199. 140. Intelligenz....5§. 141— 150. Direktion der Wirthſchaft..... 5. 151— 166, Buchfuͤhrung..... S. 167— 179. Ueber die zweckmaͤßigſte Verbindung der techniſchen Gewerbe mit der Wirthſchaft... 180. 1814 ————— ₰ Zweite Abtheilung. ——“m-·-·—-··— ———— — —— 4 —— — 41 — 4 1 1 (Aufh die ſie nach wiech die ſe griffen wenn nannt. 2 lich h Pfiege dieſe; ung de wendig zur vo demnas otliche üchen Reing dern nutzun 3 mein Begriff, Eintheilung und Nutzen der Viehzucht, 1. 1 Viehzucht verſteht man die Paarung, Erziehung (Aufzucht), Pflege und Wartung derjenigen nutzbaren Thiere, die ſich der Menſch, vom Beduͤrfniß getrieben, nach und nach zu Hausthieren gebildet hat. In Bezug auf die Land— wirthſchaft kommen jedoch als ſolche bloß diejenigen in Betracht, die ſchon im gemeinen Leben unter dem Namen„Vieh“ be⸗ griffen werden. Schon die bloße Haltung dieſes Vieh's, auch wenn keine Aufzucht damit verbunden iſt, wird Viehzucht ge⸗ nannt. 2. Die Lehre von der Viehzucht haͤtte es demnach eigent⸗ lich bloß mit den Regeln fuͤr die Paarung, Erziehung, Pflege und Wartung ſolcher Thiere zu thun; da uns aber dieſe zu einem beſtimmten Zwecke dienen, ohne deſſen Erreich⸗ ung der ganze Nutzen der Viehzucht wegſaͤllt, wird es noth⸗ wendig, daß uns die Lehre von derſelben auch eine Anleitung zur vortheilhafteſten Benutzung des Vieh's gebe. Es muß demnach in ihr nicht nur gezeigt werden, wie beſtimmte, den oͤrtlichen Verhaͤltniſſen angemeſſene Raſſen von landwirthſchaft⸗ lichen Hausthieren hervorzubringen, aufzuziehen und in ihrer Reinheit, Form und Eigenthuͤmlichkeit zu erhalten ſind; ſon— dern es duͤrfen auch die Regeln zu deren zweckmaͤßigſter Be— nutzung in ihr nicht fehlen. 3. Die Regeln der Viehzucht ſind entweder allge⸗ meine, auf alle Arten von Vieh gleich anwendbare, oder 1 2 ſpecielle, nur fuͤr beſtimmte Geſchlechter oder Arten von Thieren geltende. 3 Erſtere werden aus den allgemeinen Geſetzen des thier⸗ iſchen Lebens abgeleitet; letztere zeigen die Anwendung der all— gemeinen Lehren bei den verſchiedenen Thierarten, wie ſie durch die Verſchiedenheit von deren eigenthuͤmlicher Natur und von der Lage, in welcher ſich die Thiere befinden, bedingt . dhi wird.. In Folge dieſer Verſchiedenheit der Regeln der Vieh⸗ brn zucht iſt dieſe ſelbſt ebenfalss in die allgemeine und in zeug die ſpecielle abzutheilen. u Die praktiſchen Vorſchriften zur Behandlung der Hausthiere ſind er auf deren ſpecielle Naturgeſchichte und Phyſiologie gegruͤndet. und Daraus ergibt ſich, wie wichtig die Bekanntſchaft mit dieſen Sie Wiſſenſchaften in Bezug auf ſeine Hausthiere,(die Veterinaͤr⸗ der kunde) dem Landwirth ſeyn muß. 4. Der Nutzen der Viehzucht iſt in zweifacher Hin— ſicht zu betrachten; a) in wie fern die Thiere an und fuͤr ſich dem Menſchen Nutzen gewaͤhren; b) in wie fern ſie nebenbei dem Ackerbauer unentbehrlich ſind. Erſteres iſt der Fall ſowohl in ihrem Leben, als nach ihrem Tode 6 durch ihre verſchiedenen Produkte und die Faͤhigkeit, Laſten fort⸗ ſt zubewegen. Letzteres durch ihren Duͤnger und durch die Verricht⸗ En ung der Ackerarbeiten. rerſe Viehzucht kann, wie die Nomaden zeigen, fuͤr ſich allein, Acker⸗ durch bau nie ohne Viehzucht betrieben werden. Aus Allem ergibt ſich verſch die hohe Wichtigkeit der Viehzucht. Ihr ausgebreiteter und ver— durch ſaͤndiger Betrieb iſt nicht ohne Einfluß auf das Gluͤck und die Macht der Staaten. Duiſc auch . dener ſteht Verſc gleich gewoͤh Das eeten von es thier, J der all⸗ wie ſie ntur und „bedingt der Vieh und in thiere ſind gegrundet nit dieſen Veterinär⸗ cher Hin⸗ rund fuͤr fern ſie tem Tode aſten fort⸗ Verricht⸗ in, Acker⸗ rribt ſich und ber⸗ f und die 00 3 Erſte Abtheilung. Allgemeine Viehzucht. 5. Die Lehre von der allgemeinen Viehzucht zeigt, wie Thiere von beſtimmter Form durch die Paarung hervorge— bracht werden koͤnnen, und wie die gegebene oder neu er— zeugte Raſſe in ihrer Reinheit, Form und Eigenthuͤmlichkeit zu erhalten iſt; wie ferner die Thiere in den verſchiedenen Perioden ihres Alters zu verpflegen und zu behandeln ſind, und auf welchen Grundſaͤtzen endlich ihre Maſtung beruht. Sie zerfaͤllt demnach in drei Abſchnitte, in die Lehre von der Paarung, der Pflege und der Maſtung. „ Erſter Abſchnitt. Vonder Paarun g. 6. Thiere derſelben Art weichen hinſichtlich ihrer Groͤße, Geſtalt und Faͤrbung ſehr verſchiedenartig von einander ab, je nachdem die Laͤnder und Gegenden, in denen ſie leben, verſchieden ſind; denn jene Abweichung entſteht hauptſaͤchlich durch die Einwirkung der klimatiſchen Einfluͤſſe, durch die verſchiedene Menge und Beſchaffenheit der Nahrung und durch die verſchiedene Lebensweiſe. — 7. Wenn eine durch genannte Potenzen hervorgebrachte Verſchiedenartigkeit der Thiere einer Art erblich iſt, d⸗ h. auch in ihrer Nachkommenſchaft, ſo lange die Umſtaͤnde, aus denen ſie erfolgte, nur dieſelben bleiben, fortdauert, ſo ent— ſteht eine Abart, Raſſe der Thiere. Iſt dagegen jene Verſchiedenartigkeit nicht bleibend(konſtant), wird ſie unter gleichen Umſtaͤnden nicht vererbt, ſo heißt man die von der gewoͤhnlichen Form abweichenden Thiere:„Spielarten“. Das bleibende eigenthuͤmliche, auf die Nachkommen uͤber⸗ 4* 3 gehende Merkmal einer Raſſe nennt man ihren Charakter, ſat ihren Typus. Be. Frieslaͤnder, Tiroler Kuͤhe verſchiedene Raſſen, Schweine mit unge⸗ auf ſpaltenen Hufen Spielart. V 8. Bringt man die Thiere in Verhaͤltniſſe, die von jung denen, unter welchen ſie und ihre Stammaͤltern erwuchſen, eiß, verſchieden ſind, ſo verlieren ſie von Generation zu Generation ſo immer mehr von ihrer Eigenthuͤmlichkeit und nehmen endlich ter eine Geſtalt und Eigenſchaften an, die ihren neuen Verhaͤlt— und niſſen angemeſſen ſind. Vij Das Ausarten vieler Raſſen, z. B. des arabiſchen Pferdes in mer feuchten Gegenden und bei maſtigem Futter beweiſit das Geſagte ur deutlich, wennzauch oft die Wirkung der veraͤnderten Lebensweiſe d ſpaͤt erſt ſichtbar wird. Daß die aus Spanien zu uns gekomme⸗ nen Merinos ihre wichtigſten Eigenſchaften beibehalten, ſcheint— Knd. zwar dem aufgeſtellten Satz zu widerſprechen, laͤßt ſich aber viel— ten leicht dadurch erklaͤren, daß man annimmt, ſie ſeien keine Abart ma 4 unſers gemeinen Landſchafs, ſondern wirklich eine ganz eigne der Art. Und doch laͤßt ſich auch bei ihnen in ihren verſchiedenen der Staͤmmen der Einfluß einer verſchiedenen Lebensweiſe nicht ver⸗ 35 kennen. Auch darf man nicht vergeſſen, daß derſelbe unter der leitenden Hand des Menſchen, die hier viel zu bewirken vermag, dure ganz ein andrer iſt/ als wenn die Thiere ſich ſelbſt uͤberlaſſen— van ſind. liege 9. Wenn man verſchiedene Arten— Species— von ſch Thieren deſſelben Geſchlechtes— genus— mit einander NhbWia paart, ſo erhaͤlt man eine Nachkommenſchaft, die in der Van Regel halb dem Vater, halb der Mutter gleicht, wie das teth Maulthier zeigt. Eben ſo kommen aus der Paarung verſchie⸗ hervo 5 dene Raſſen— varietas— von Thieren derſelben Art de Blendlinge zum Vorſchein, bei denen Geſtalt, Knochenbau, Dag V Groͤße und Faͤrbung ein Gemenge aus denen der Aeltern blt V ſind. Dabei verfaͤhrt jedoch die Natur nicht immer, wenigſtens gemi V nicht bei jeder Generation, nach beſtimmten Regeln, indem werd V die Nachkommenſchaft bald mehr dem vaͤterlichen, bald mehr entſpt dem muͤtterlichen Thiere gleicht, wahrſcheinlich je nachdem 1 bei dem einen, oder bei dem andern der Begattungstrieb duch * 5 akakter, ſtaͤrker war; jenes wirkt indeſſen meiſtentheils mehr auf die Behaarung und Form des Kopfes(Hoͤrner), dieſes mehr jmit unge auf die Groͤße der Nachkommenſchaft ein. 10. Wird der weibliche Blendling, der aus der Paar⸗ die von ung zweier verſchiedenen Raſſen von Thieren hervorgegangen erwuchſen, iſt, mit einem maͤnnlichen Thiere derſelben Raſſe verbunden, Generation ſo erhaͤlt man eine Nachkommenſchaft, in welcher der Charak— ter des maͤnnlichen Stammthieres ſchon bedeutend vorwaltet, und wenn man vier bis ſechs Generationen hindurch auf dieſe Weiſe verfaͤhrt, die weiblichen Blendlinge jeder Zeugung im—⸗ ferdes in mer wieder mit maͤnnlichen Thieren derjenigen Raſſe, die man ns Geſigte— zur erſten Paarung nahm, zuſammenbringt, ſo verliert ſich zen endlich 1 Verhaͤl⸗ eamni der Charakter der anfaͤnglich gebrauchten weiblichen Form n, ſceint endlich ganz, und man erhaͤlt nun Thiere, die dem gewaͤhl⸗ aber viel⸗ ten maͤnnlichen Stamm vollkommen aͤhnlich ſind. Das Gleiche, kene Watt nur auf langſamere und koſtſpieligere Weiſe erfolgt, wenn gant eigne der maͤnnliche Blendling immer mit einem weiblichen Thiere e der Raſſe, die man darſtellen will, gepaart wird. hede Auf dieſen Grundſaͤtzen beruht die ſogenannte Veredlung en vermag, durch Kreuzung, wenn man durch dieſelbe die totale Um— übenlaſſen wandlung einer gegebenen Raſſe in eine andere, die der vor— liegenden Abſicht beſſer entſpricht, bewirken will. Es laͤßt es= daß ſich der Fortgang dieſer Veredlung recht gut durch Zahlen aus⸗ t einander druͤcken; verfaͤhrt man jedoch dabei nicht vorſichtig, indem ie in der man maͤnnliche Blendlinge der erſten Generationen mit Mut— „wie da terthieren der urſpruͤnglichen Art paart, ſo zeigt die daraus derſbi⸗ hervorgehende Nachkommenſchaft wieder mehr den Charakter .... — Art der letzteren, und jene Umwandlung wird nicht erreicht. Dagegen kann in gewiſſen Verhaͤltniſſen durch dieſes Stehen⸗ nochenbnd⸗ bleiben auf halbem Wege, durch das Paaren von Blendlingen t Püni gemiſchter Form, nicht ſelten eine ganz neue Raſſe gebildet wezi werden, die den vorliegenden Anforderungen am allerbeßten 61 nt entſpricht. nachdem 11. Da die Abarten oder Raſſen der Thiere hauptſachlich ungstrieb durch die im 6.§. angegebenen Einfluͤſſe des Bodens, 6 Klima's, Futters ꝛc. entſtehen, ſo koͤnnen ſie ſich, in andere Gegenden gebracht, nur dann daſelbſt vollkommen in ihrer Form und Reinheit erhalten, wenn gleiche aͤußere Verhaͤltniſſe dauernd auf die Thiere einwirken. Werden dieſe Verhaͤltniſſe veraͤndert, ſo entſteht im Verlaufe der Zeit, wenn auch erſt nach mehren Generationen, eine neue Raſſe, die, unter ſich gepaart, wenigſtens ſo lange konſtant bleibt, als dieſe Ver— haͤltniſſe dauern. 12. Dem Ausarten einer gegebenen Raſſe unter ver⸗ aͤnderten aͤußeren Verhaͤltniſſen kann nur dadurch vorgebeugt werden, daß man oft maͤnnliche und weibliche Originalthiere unter die Herde bringt.(Auffriſchen der Raſſe oder des Blutes). 13. Eine ganz neue Raſſe von beſtimmter Form kann auch aus einer ſchon vorhandenen gebildet werden, wenn man die Nachkommenſchaft einzelner Thiere, welche die verlangten Eigenſchaften, wenigſtens theilweis, an ſich tragen, immer wieder mit ſolchen Thieren paart, an denen dieſe Eigenſchaf— ten ebenfalls in einem vorzuͤglichen Grade zu finden ſind. Der Menſch hat es alſo faſt ganz in ſeiner Gewalt, ſich nene Viehraſſen, ſeinen Anforderungen an ſolche gemaͤß, zu bilden, ſowohl durch die§. 10. und 11. angegebene Weiſe als wie durch die hier bemerklich gemachte; daher kann man mit Recht ſagen, daß die verſchiedenen Raſſen von Vieh, wenn gleich haupfſaͤchlich von den ſchon mehrmals erwaͤhnten aͤußeren Einfluͤſſen ab⸗ haͤngig, doch auch zum großen Theil ein Pro⸗ dukt der menſchlichen Aufmerkſamkeit auf die Paarung ſeien. Dutrch dieſelbe bewirkten die beruͤhmten engliſchen Viehzuͤchter Bakewell, Paget, Fowler c. be⸗ ſonders große Dinge. S. Thaer's engl. Landwirthſchaft B. III. und Begtrup's Bemerkungen uͤber die engliſche Landwirth— ſchaft. B. II. 14. Eine jede Raſſe, ſie ſei nun aus einer andern Ge— gend neu eingefuͤhrt, oder durch Kreuzung mehrer Raſſen neu et aus e unter ihren erhalte jederze ung, waͤhlt Raſſet einer! Bluts dieſer one lichen dachſ Vor) durch alſo ſiimmt bben ſ unter erben, gehöt um in gehen. Peredli ſewaͤhr vartan daſ 1 beſtime nagen n andete in ihrer wchäͤltniſſe erhaltniſſe auch erſt unter ſich dieſe Ver⸗ nter ver⸗ ergebeugt tnalthiere oder des em kann enn man erlangten , immer igenſchaf⸗ ſind. Gewalt, he gemaͤß, ene Weiſe kann man ſen von en ſchon ſſen ab— in Pro— auf die beruͤhmten er w. be⸗ aft B. IIl. andwirth⸗ dern Ge⸗ er Raſſen 7 neu entſtanden, oder durch Auswahl der Zuchtthiere(8. 13.) aus einer ſchon vorhandenen neu gebildet, kann indeſſen, ſelbſt unter gleich bleibenden aͤußeren Verhaͤltniſſen, nur dadurch in ihren eigenthuͤmlichen koͤrperlichen Eigenſchaften unveraͤndert erhalten, wohl auch noch vervollkommnet werden, wenn man jederzeit nur die vollkommenſten Thiere der Raſſe zur Paar⸗ ung, wenigſtens zur Hervorbringung der Stammthiere aus— waͤhlt. 15. So lange man nur eine kleine Anzahl von reinen Raſſethieren hat, muß die Paarung, beſonders bei Darſtellung einer neuen Raſſe zu einem beſtimmten Zweck, in der naͤchſten Blutsverwandtſchaft vorgenommen werden. Iſt die Anzahl dieſer Thiere vergroͤßert, ſo waͤhlt man die vorzuͤglichſten, ohne Ruͤckſicht auf die Verwandtſchaft. Bei gleicher koͤrper⸗ lichen Vollkommenheit verdient jedoch die Paarung in der naͤchſten Blutsverwandtſchaft, die eigentliche Inzucht, den Vorzug, weil man durch ſie die gleiche Form ſichrer, als durch die Paarung entfernter Verwandte, hervorbringt, es alſo mit ihrer Hilfe vornehmlich moͤglich wird, eine be⸗ ſtimmte verlangte Eigenſchaft in einer Herde feſtzuſetzen. Aber eben ſo, wie ſich die beſſeren Eigenſchaften bei der Paarung unter Blutsverwandten ſtaͤrker als bei der unter entfernten ver— erben, iſt ſolches auch mit den ſchlechteren der Fall. Es gehoͤrt demnach bei der Inzucht ein großer Kennerblick dazu, um in der Auswaht der Zuchtthiere keinen Mißgriff zu be— gehen. Iſt man darin gluͤcklich, ſo kann die Inzucht, die Veredlung einer Raſſe in ſich ſelbſt, die erfreulichſten Reſultate gewaͤhren; ungluͤcklich, ſo zeigt ſich nicht ſelten ein der Er— wartung nicht entſprechender Erfolg. Verſchiedene Anſichten uͤber dieſen Gegenſtand. Streitigkeiten dar— uͤber. S. Schmalz, Thierveredlungskunde. S. 82.— Univer⸗ ſalblatt Bd. 3. S. 185. Oekon. Neuigkeiten. 1832. Bd. 2. S. 633. und mehre Schriften. 16. Außerdem, daß die zur Fortpflanzung ihrer Art beſtimmten Thiere den Charakter der Raſſe vollkommen ſan ſich tragen muͤſſen, iſt es auch nothwendig, daß ſie ſich im gehoͤ⸗ rigen Alter befinden, und durch Muth, Kraft, Geſuͤndheit Alter und Munterkeit auszeichnen. deite Einen kraͤftigen Stamm bringt man am ſicherſten hervor, wenn)) man die Zuchtthiere von der Zeit an zulaͤßt, wo ſich bei ihnen der Begattungstrieb wiederholt und ſtark aͤußert, ſie aber nicht. mehr braucht, wenn derſelbe nur noch unkraͤftig und ſelten be⸗ h) merklich iſt; doch darf das Zulaſſen der verſchiedenen Thiere zur Begattung auch nicht in einem zu jugendlichen Alter ſtatt fin⸗ 1) den, weil ſonſt ihre eigne vollkommne koͤrperliche Ausbildung ge⸗ faͤhrdet iſt. 2 Es iſt fuͤr den Landwirth von groͤßter Wichtigkeit, daß er ſich von jeder Viehart, die er zuͤchtet, eine ſolche Raſſe zu verſchaffen ſuche, die den Zweck, wozu er ſie haͤlt, auf die moglich voll— nuh kommenſte Weiſe erfuͤllt und den Verhaͤltniſſen ſeiner Wirthſchaft und angemeſſen iſt. Befindet er ſich noch nicht im Beſitz einer ſol— demn chen Raſſe, dann fuͤhren, nach dem Vorſtehenden drei Wege tethi dazu: 1., die Veredlung der vorhandenen Raſſe durch ſich ſelbſt, n d die Inzucht; 2., das Kreuzen, die Vermiſchung zweier oder mehrer Raſſen unter einander; und 3., die Herbeiſchaff⸗ und ung einer ausgewaͤhlten Raſſe und reine Fortpflanzung derſelben vor von vaͤterlicher und muͤtterlicher Seite. Welches der beßte Weg Dun ſei, laͤßt ſich nicht geradehin beſtimmen, ſondern haͤngt von lich den Verhaͤltniſſen der Wirthſchaft, den Umſtaͤnden und Anſichten des Wirthſchafters und von der Viehart ſelbſt ab. 1. fuͤhrt nicht ſelten am ſicherſten und auf die wohlfeilſte Weiſe zum Ziele, und junge iſt daher namentlich bei dem Rindvieh oft vorzuͤglich zu empfeh⸗ diſe len; 2. muß mit vorzuͤglicher Vorſicht und Conſequenz ausge⸗ ſ . fuͤhrt werden, wenn ein gluͤckliches Reſultat damit verbunden ud ſeyn ſoll, und iſt daher nicht immer rathſam; 3. iſt der kuͤrzeſte lange und ſicherſte, aber auch koſtbarſte Weg und gewaͤhrt dennoch, len, beſonders bei den groͤßeren Vieharten, nicht immer den gehoff⸗ md ten Vortheil, weil man ſich ſehr leicht in der Auswahl der gaug Raſſe taͤuſcht. Bei den Schafen moͤchte er dagegen den beiden anderen ſtets vorzuziehen ſeyn. ih 8 fütter Bewe Zweiter Abſchenitt. Nuth Von der Pflege. z genden 17. Unter der Pflege der Thiere verſteht man deren iigten Ernaͤhrung und Abwartung, die nach ihrem verſchiedenen des eſindhei vor, wenn bei ihnen dber nicht ſelten he⸗ Tiee zr ſntt fin⸗ bildung ge iß er ſich berſchafen giich vol— Liethſchaft einer ſol⸗ tei Wege ſich ſelbſt, ag zweier eiſchaſſ⸗ g derſelben heßte Weg aͤngt von Anſichten fuhrt nicht diele, und zu ewpfeh⸗ enz ausge⸗ betbunden der kürzeſte t dennoch, den gehoff⸗ swahl der den beiden in deren hiedenen 9 Alter auch verſchieden ſeyn muͤſſen, und dem zu Folge in vier Zeitraͤumen zu betrachten ſind. a) in dem Zeitraume, wo ſich das Thier im Koͤrper der Mutter befindet. b) i. d. Z., wo es ſaͤugt und groͤßtentheils von der Mut⸗ ter abhaͤngig iſt. c) i. d. Z. vom Entwoͤhnen bis zur Paarung. d) i. d. Z. ſeines ausgebildeten Koͤrperzuſtandes. 18. Erſter Zeitraum. Schon vor ſeiner Geburt muß das Thier im Koͤrper ſeiner Mutter reichlich genaͤhrt und vor allen Beſchaͤdigungen geſchuͤtzt werden. Man hat demnach vorzuͤglich dafuͤr zu ſorgen, daß das traͤchtige Mut— terthier nach der Haͤlfte der Schwangerſchaft, ja nicht erſt in den letzten Tagen derſelben, ſtaͤrker, als fruͤher gefuͤttert und vor heftigen, erſchuͤtternden Leibesbewegungen, ſo wie vor Schlaͤgen und Stoͤßen auf den Bauch bewahrt werde. Durch letzteres wird das Abortiren oder Verwerfen vornehm— lich verhuͤtet. 19. Zweiter Zeitraum. Nach der Geburt iſt das junge Thier am beßten bei ſeiner Mutter aufgehoben, weil dieſe am zaͤrtlichſten und naturgemaͤßeſten fuͤr daſſelbe ſorgt, und alle ſaͤugenden Thiere, dem Naturgeſetz zu Folge, ſo lange an den Zitzen ihrer Mutter ihre Nahrung ſuchen ſol— len, bis ihre Kau⸗- und Verdauungswerkzeuge zur Zermalmung und Verarbeitung einer feſteren und kraͤftigeren Nahrung ſtark genug geworden ſind. Waͤhrend des Saugens iſt es vorzuͤg— lich nothwendig, das Mutterthier reichlich und kraͤftig zu fuͤttern, und von ſehr anſtrengender Arbeit oder allzu heftigen Bewegungen abzuhalten, weil ſonſt das junge Thier leicht Noth und Schaden leiden kann. Sobald dieſem die Mutter— milch, die immer ſpaͤrlicher zufließt, bei ſeinem allmaͤhlig ſtei— genden Bedarf an Nahrung nicht mehr genuͤgt, faͤngt es aus eignem Antrieb an zu freſſen, und entwoͤhnt ſich ſo von ſelbſt des Saͤugens, ſo daß ſeine fernere Ernaͤhrung keine beſondre 10 Muͤhe verurſacht. Die Wirthſchaftverhaͤltniſſe und noch manche tu andre nothwendig zu nehmende Ruͤckſichten machen aber nicht dieſes ſelten eine ſo naturgemaͤße Erziehung der jungen Thiere un— Nutz vortheilhaft; in dieſem Falle trennt man ſie bald von ihren ethal Muͤttern und ſucht der Natur durch Kunſt zu Hilfe zu kom— men, indem man ihnen, bis ſie feſte Nahrung kauen und Hab verdauen koͤnnen, nur nahrhafte Getraͤnke und leichtes Fut— fm ter reicht. Auf dieſe Weiſe erfordert jedoch das Entwoͤhnen (Abſpaͤhnen, Abſetzen, Abbinden) der jungen Hausthiere un⸗ lchen gleich mehr Muͤhe, Sorgfalt, Vorſicht und Aufmerkſamkeit, b faun als in jenem Falle. V iſäg Es koͤnnen dabei den jungen Thieren, ehe ſie ſich an's Freſſen ge⸗ die J woͤhnen, mancherlei Krankheiten zuſtoßen, und in dem Euter I u e der Mutterthiere Milchverhaͤrtungen entſtehen. Eine allzu raſche Trennung iſt oft fuͤr beide Theile nicht ohne Gefahr. Pferde, den, Schafe und Schweine werden meiſtens naturgemaͤß bei dem Ent⸗ alna woͤhnen behandelt, nicht ſo die Kaͤlber, der Milch wegen. V Giſ 20. Dritter Zeitraum. Nach dem Entwoͤhnen b Frn muß das junge Thier in eine Lage gebracht werden, wo es b eine eine ſeiner Natur angemeſſene Nahrung findet und ſeine koͤr⸗ perlichen Kraͤfte und Eigenſchaften vollkommen entwickeln kann. V ber Es muß verhaͤltnißmaͤßig ſtaͤrker und beſſer genaͤhrt werden, duij als im ausgewachſenen Zuſtande, weil es ſich ſonſt nicht ge— b dff hoͤrig ausbildet und im Wachsthum zuruͤckbleibt; auch bedarf Ddh es mehr Waͤrme und Schutz gegen die Abwechſelungen der A Witterung, als das aͤltere, weil ihm naſſe Kaͤlte und Winde, ſus daher auch das Weiden zeitig im Fruͤhjahr und ſpaͤt im Herbſt, b ui nachtheilig ſind. b ih. Die Dauer dieſes Zeitraums iſt verſchieden, nicht nur nach den verſchiedenen Arten, ſondern ſelbſt nach den ver— ſchiedenen Abarten der Thiere; indem kleinere Raſſen die Faͤhigkeit, ſich fortzupflanzen, fruͤher erlangen, als die groͤßeren. 21. Vierter Zeitraum. Die ausgewachſenen Thiere muͤſſen ſtets ihrer Natur, ihrer Groͤße und ihrem jedes— 5 maligen Bedarf gemaͤß ernaͤhrt, und mit Ruͤckſicht auf ihre ii ohn ch manche aber nicht chiere un⸗ von ihren fe zu kon⸗ kauen und ihtes Fut⸗ Entwohnen thiere un⸗ rkſamkeit, Kreſſen ge⸗ em Euter Azu raſche Pferde, dem Ent⸗ gen. ntwoͤhnen wo es eine kor⸗ In kann. werden, nicht ge⸗ h bedarf igen der —Winde, Herbſt, nicht nur den Nr⸗ Naſſen die großeren. een Thiere em jedes⸗ auf ihre 11 Natur und Geſundheit behandelt werden. Je mehr man dieſes beobachtet, deſto groͤßer und ſtaͤrker werden, deſto mehr NRutzen gewaͤhren, deſto gefuͤnder bleiben, und deſto laͤnger erhalten ſich die verſchiedenen Vieharten. Bereifte Weiden ſind allem Vieh nachtheilig, und im Herbſt kann ſogar ſchon ſtark bethautes Gras Pferden, Scha— fen und Rindern ſchaͤdlich werden. Nachtheilig iſt es ferner, die Thiere bis zu empfind— lichem Hunger Mangel leiden zu laſſen; ploͤtzlicher Ueberfluß kann dann leicht toͤdtlich werden, wenn zumal das Futter ſehr ſaftig oder nahrhaft, wie z. B. Koͤrner, iſt. Auch darf man die Thiere nicht ploͤtzlich von einem bisher gewohnten Futter zu einem in ſeiner Beſchaffenheit ganz entgegengeſetzten brin— gen, ſondern den Uebergang von einem zum andern nur ganz allmaͤhlig zu bewirken ſuchen, weil ſonſt Gefahr fuͤr die Geſundheit entſteht. Die wiederkaͤuenden Thiere beduͤrfen, ehe ſie nach dem Freſſen zu neuer Anſtrengung gebraucht werden koͤnnen, noch einige Zeit Ruhe zum Wiederkaͤuen. Die Nahrung allein, ſelbſt im reichlichſten Maße gege— ben, reicht indeſſen noch nicht hin, das Vieh geſund und bei Kraͤften zu erhalten; man muß auch dafuͤr ſorgen, daß es dieſelbe ſtets reinlich und in einer beſtimmten, regelmaͤßigen Ordnung bekomme und auch ſelbſt reinlich gehalten werde. Außerdem muß man ihm noch reinliche, luftige, helle und trockene Staͤlle zu verſchaffen ſuchen, und endlich nicht mehr Arbeit zumuthen, als es ſeiner Kraft und Groͤße nach fuͤg— lich zu leiſten im Stande iſt. Dritter Abſchnitt. Von der Maſtung. 22. Maſtung iſt diejenige Behandlung der Thiere, durch die ſie vermittelſt mehrer und beſſerer Nahrung, als ſie ge— woͤhnlich erhalten, und noch anderer darauf hinwirkender 12 Mittel in einen feiſten Zuſtand verſetzt, d. h. fett gemacht werden. Man hat dabei einen doppelten Zweck vor Augen: 1. die Maſſe von Fett und wohlſchmeckendem Fleiſch zu vermehren, und 2. den Thieren einen hoͤheren Kaufpreis zu verſchaffen. Es wird demnach dadurch ihr poſitiver Werth ſowohl, wie ihr relativer vermehrt, und deshalb gewaͤhrt die Maſt— ung nicht nur der ganzen menſchlichen Geſellſchaft, ſondern auch dem Landwirth als Gewerbsmann manche Vortheile. 23. Die Mittel zum Maͤſten der Thiere ſind vornehm— lich folgende: a) ſie muͤſſen nicht nur zum Vielfreſſen gereizt, gleichſam gezwungen werden, ſondern auch kraͤftigere Nahrung bekommen, als ſie zur bloßen Erhaltung ihres Lebens beduͤrfen. b) es muß Alles vermieden und von ihnen abgewendet werden, was ſie unruhig machen, oder den Ueberfluß der Saͤfte verringern kann. Erſteres wird erreicht, wenn man ihnen beſonders nahr⸗ hafte Subſtanzen, die ſie vorzuͤglich gern freſſen, oft und abwechſelnd vorſetzt, ſelbigen auch wohl Kochſalz, oder Kali, Kuͤmmel, Enzian und andere bittere Kraͤuter beimengt. Das zweite, wenn die Maſtthiere ihr Futter regelmaͤßig zu einer beſtimmten Zeit erhalten, ſtets ein reinliches und weiches Lager haben, und, von allem Geraͤuſch entfernt, ſo ruhig wie moͤglich, in einem wohl verſchloſſenen, mehr dunkeln als hel⸗ len Stalle, mehr, als gewoͤhnlich, jedoch auch nicht zu warm gehalten werden; denn je ruhiger die Thiere bloß dem Freſo— ſen und Verdauen obliegen, deſto ſchneller geht die Maſtung vor ſich. Das Stopfen des Gefluͤgels iſt in dieſer Hinſicht ſehr belehrend. 24. Je mehr es gelingt, durch Anwendung dieſer Mit⸗ tel, beſonders des erſten, die Maſtung zu beſchleunigen, deſto groͤßer iſt der reine Gewinn, den dieſelbe abwirft. Denn da die: Naht droze wird ung wird des g ſo w ſah der angen dadan mögle ungen vor Stoſ miſe leich di ſonde damit vermi man verfü kumin dann Unber beider wenn t gemacht Augen: Fleiſch 1 haffen. ih ſenvoh. die Mſr „ ſondern eiſe. vornehm⸗ gleichſam Nahrung Lebens gewendet Ueberfluß es nahr⸗ oft und der Koli, gt. Das zu einer weiches uhig wie als hel⸗ zu warm im Freſe Maſtung belehrend, eſer Mü⸗ en, deſt Denn da .88Gq· 2 1—₰◻ die Thiere nur von dem Ueberfluße der zu ſich genommenen Nahrung, von dem, was zum Erſatz der durch den Lebens⸗ prozeß abgenutzten und ausgeſtoßenen Theile nicht erfordert wird, fett werden, muß natuͤrlich der Nutzen bei der Maſt— ung um ſo groͤßer ſeyn, in je kuͤrzerer Zeit ſie vollendet wird, weil bei einer langen Dauer derſelben die Erhaltung des gewoͤhnlichen koͤrperlichen Zuſtandes zu viel koſtet. Aber ſo wichtig es aus dieſem Grunde auch iſt, den Thieren ſo viel Nahrung, als moͤglich beizubringen, ſo muß doch die Menge der auf einmal gegebenen ſtets ihrem Verdauungsvermoͤgen angemeſſen ſeyn, damit nicht etwa eine Unverdaulichkeit und dadurch eine Stockung in der Maſtung entſtehe. Um ſolche moͤglichſt zu vermeiden, muß man auch die gegebenen Nahr⸗ ungsmittel beſonders gedeihlich zu machen ſuchen, indem ſie vor dem Darreichen durch Schneiden, oder Pulvern, oder Stoßen, oder durch die Gaͤhrung zertheilt, auch wohl che— miſch umgeaͤndert, und dadurch den Thieren ſchmackhafter und leichter verdaulich gemacht werden. Die ſchnellſte Maſtung iſt auch ſchon wegen erſparter Intereſſen vom Kapitale die wohlfeilſte. Es laͤßt ſich ſolches leicht durch Rech⸗ nung beweiſen. 25. Die Thiere duͤrfen nicht gleich vom Anfang an, ſondern nur nach und nach das volle Maſtfutter bekommen, damit ihr Magen nicht uͤberladen werde; ihre Verdauungs— werkzeuge muͤſſen ſich erſt allmaͤhlig an die Verarbeitung einer groͤßern Futtermaſſe gewoͤhnen. Eben ſo muß gegen das Ende der Maſtzeit wieder an Futter abgebrochen werden, weil mit dem Fortſchreiten des Fettwerdens die Lebensthaͤtigkeit ſich vermindert, alſo auch die Verdauungskraft abnimmt. Hat man daher mehre Arten von Futter zur Maſtung beſtimmt, ſo verfuͤttert man zuerſt die minder naͤhrenden, waͤſſerigſten, vo— kuminoͤſeſten, groͤßre Verdauungskraft fordernden, und geht dann zu den kraͤftigeren, weniger Raum einnehmenden uͤber. Unbedingt nothwendig iſt jedoch ſolches nicht. Man kann mit beiderlei Arten von Nahrungsmitteln die Maſtung vollenden, wenn man nur von jeder genug gibt. Immerfort mit der 14 Menge des Futters bei dem Maͤſten zu ſteigen, iſt indeſſen nicht möglich; es gibt einen Punkt, uͤber den hinaus man nicht gehen darf, weil ſtaͤrkere Gaben nicht mehr verdaut werden. Hat man dieſen Punkt erreicht und uͤberſchreitet man ihn nicht, ſo geht die Maſtung ſchnell und gleichmaͤßig vor ſich; uͤberſchreitet man ihn aber, ſo werden die Thiere krank. Schwefel und Spießglanz ſind als Befoͤrderungsmittel der Ver⸗ dauung auch Befoͤrderungsmittel der Maſtung. 26. Die Beſchaffenheit der gegebenen Nahrung hat nicht nur auf die Menge, ſondern auch auf den Geſchmack und die Beſchaffenheit des dadurch erzeugten Fleiſches und Fettes einen großen Einfluß, daher iſt die Wahl deſſelben nicht ganz gleichgiltig. Beiſpiele: Enten mit Ruͤben gefuͤttert kein wohlſchmeckendes Fleiſch. Branntweinſpuͤlicht allein kein gutes Maſtfutter. 27. Die Thiere werden zum Fettanſatz vorzuͤglich geeig— net, und bekommen ein zarteres, wohlſchmeckenderes Fleiſch, wenn ſie kaſtrirt, verſchnitten werden. Beſonders iſt ſolches bei den maͤnnlichen Thieren der Fall. 28. Junge und alte Thiere koͤnnen gemaͤſtet werden, nur muͤſſen ſie geſund ſeyn. Die groͤßte Menge von reinem Fett ſetzen jedoch die Thiere nur dann ab, wenn ſie erſt im ausgewachſenen Zuſtande auf die Maſt kommen. Fruͤher durch⸗ waͤchſt das Fett mehr mit dem Fleiſche und bleibt ſehr mit Schleim gemengt. Auch zu jeder Jahreszeit kann man maͤſten. Wer aber die Maſtung nicht als Gewerbe, ſondern nur zum Hausbedarf oder zur Werthserhoͤhung ſeines ausgemerzten Viehes betreibt, waͤhlt dazu immer am liebſten den Winter. 29. Die Thiere werden entweder halb oder ganz ge⸗ maͤſtet. Erſteres geſchieht, um dem fuͤr ſich unpreiswuͤrdigen mageren Vieh einen hoͤheren Werth zu verſchaffen, letzteres, um Fett zu erzeugen. Jenes gewaͤhrt in den meiſten Faͤllen mehr reinen Vortheil, als dieſes, weil die Thiere in der erſten Zeit der Maſtung am meiſten aufnehmen und daher s ortlic man Futte iſt e imme gibt Wa Siche einige waͤge ander gen 4 daß Landt Verke gekom volſte ſie ve Gan, 0 . d allein zum ſen werde 15 w das Futter am beßten bezahlen; doch haͤngt ſolches ſehr von f vemn oͤrtlichen Verhaͤltniſſen ab. ſritt un 30. Wenn Vortheil bei der Maſtung ſeyn ſoll, darf mißig u man eigentlich die Thiere nicht laͤnger maͤſten, als ſie das hire kant Futter noch bezahlen. Um daruͤber zur Gewißheit zu gelangen, iſt es von groͤßter Wichtigkeit, uͤber die Zunahme der Thiere dl der Ver⸗ immer in genauer Kenntniß zu ſeyn. Zu ſolcher zu gelangen gibt es drei Wege, das Befuͤhlen, das Maß und die hrung hat Wage. Erſteres bietet am wenigſten, letztere am meiſten Geſchmack Sicherheit dar. Es ſollte daher in keiner Wirthſchaft von ſchss und einigem Belang eine Wage, auf der man lebendige Thiere deſſelben waͤgen kann, fehlen, da zumal eine ſolche noch zu manchem andern Gebrauch ſehr vortheilhaft und gegenwaͤrtig mit weni— des Fleiſch. gen Koſten herzuſtellen iſt. üch peuig Literatur. zes Fleiſch, jſt ſolches Um Wiederholungen zn vermeiden, ſei hier erwaͤhnt, daß die in der erſten Abtheilung dieſes Unterrichts in der Landwirthſchaft S. 98 genannten groͤßeren landwirthſchaftlichen Werke(mit Ausnahme von 2., das noch nicht ſo weit heraus— gekommen) ebenfalls uͤber Viehzucht bald mehr, bald weniger t werden, dn reinem ir vollſtaͤndig handeln, und daher nicht mehr im Beſondern auf 5 ſie verwieſen werden ſoll. Naͤchſt ihnen ſei noch, als das löhr mi Ganze der Viehzucht beruͤhrend, genannt: Ter aber Theoretiſch⸗praktiſches Handbuch der groͤßern Viehzucht, zuubedrn von Weber. Frankfurt 1810. s betreibt, Bei den einzelnen Vieharten ſoll noch auf einige ihnen allein gewidmete Schriften und auf des Verfaſſers Anleitung zum Betrieb der Landwirthſchaft an paſſenden Stellen verwie— 6 ie ſen und am Schluß ein Verzeichniß mehrer Buͤcher gegeben „letztti werden. ſen Fällen— ere in der und daher ——..——— —————— 16 Zweite Abtheilung. Specielle Viehzucht 31. Die Lehre von der ſpeciellen Viehzucht gibt An⸗ leitung zur Wartung, Pflege, Behandlung und Benutzung der verſchiedenen Arten und Abarten von landwirthſchaftlichen Hausthieren. Zu dieſen gehoͤren bei uns das Rindvieh, das Schaf, das Pferd, der Eſel, das Schwein und mehre Arten von Gefluͤgel. (Verſteht man unter landwirthſchaftlichen Hausthieren alle diejeni— gen, die zum Behuf des Haushalts und der Gewerbthaͤtigkeit der Menſchen gehalten werden, ſo ſind ſtreng genommen auch die Bienen, Seidenwuͤrmer, Kaninchen und zahmen Fiſcharten darunter zu rechnen. Da es aber der Hauptzweck dieſes Vor⸗ trags iſt, die Landwirthſchaft nur innerhalb der Grenzen der gegenſeitigen Bedingung des Ackerbau's und der Viehzucht zu lehren, ſo ſoll hier auch nur von den Thieren gehandelt werden, die mit dem Ackerbau in Verbindung kehen, und ſolches ſind die obengenannten.) 32. Die Thiere ſind, wie die Pflanzen, verſchiedener Natur, d. h. in Hinſicht ihres Beduͤrfniſſes an Waͤrme und Feuchtigkeit, an Menge und Beſchaffenheit der Nahrung ſehr von einander abweichend. Wenn man ihre Zucht mit Gluͤck betreiben und von ihnen in jedem gegebenen Verhaͤltniſſe den moͤglich hoͤchſten Nutzen ziehen will, iſt es unumgaͤnglich noth⸗ wendig, daß man ſich mit ihrer eigenthuͤmlichen Natur be— kannt mache, und deshalb fuͤr den Landwirth das Studium der Naturgeſchichte ſeiner Hausthiere unerlaßlich. Erſter Abſchnitt. Von der Rindviehzucht. 33. Unſer zahmes Rind gehoͤrt zu der Ordnung der wiederkaͤuenden Thiere mit geſpaltenen Hufen, ruminantia hisulc nach! wirth Ninde lichkei deln um; zu C Die .,» tigſter der leicht dieß heſond ter al t gibt An⸗ Denutzung hſchaftlichen ind vieh, bein und alle dieſeni⸗ akigkeit der n auch die Fiſchatten deſes Vor⸗ Etenzen der Liehzucht zu delt werden, ſes ſind die iſchiedener aͤrme und zrung ſehr mit Gluͤck ltniſſe den glich noth⸗ ntur be⸗ udium der dnang der uminantia 17 bisulca, und ſtammt nach einigen von dem Ur⸗ oder Auervieh, nach anderen von dem indiſchen Rinde, Zebu ab. Dem Land⸗— wirth kann es ganz gleich ſeyn, wer die Stammaͤltern ſeines Rindvieh's waren, wenn er nur deſſen Natur und Eigenthuͤm⸗ lichkeiten genau kennt, um zu wiſſen, wie er ſelbiges zu behan— deln habe, und welche Vorkehrungen getroffen werden muͤſſen, um zu verhuͤten, daß es nicht ausarte, nicht erkranke, nicht zu Grunde gehe. Die Abſtammung unſers Rindvieh's vom Auerrinde moͤchte zu be⸗ zweifeln ſeyn, da jenes neun Monate, dieſes nur ſieben Monate traͤchtig geht. S. Iſis 1831. Heft IV. S. 345. Sollte ſich das Stammvieh unſers Rindes nicht ganz unter den verſchiede⸗ nen Raſſen deſſelben verloren haben? Das in Amerika wieder wild gewordene Rindvieh ſcheint dieſe Anſicht zu beſiaͤtigen. 34. Fuͤr die Landwirthſchaft iſt das Rindvieh zum wich⸗ tigſten Hausthier geworden; es liefert kraͤftige, zum Betrieb der Landwirthſchaft vollkommen ausreichende Zugthiere, iſt leicht und ohne große Koſten zu ernaͤhren, und gewaͤhrt uͤber⸗ dieß noch durch ſeine anderweitige Benutzung große Vortheile, beſonders auch, bei dem gewoͤhnlichen Wirthſchaftsgange, un⸗ ter allen Vieharten den meiſten Duͤnger; daher iſt es als die ſicherſte Stuͤtze des Ackerbau's zu betrachten. 35. Im Sommer muß es auf trockenen, hochgraſigen Weiden oder mit gemaͤhetem Gruͤnfutter ernaͤhrt werden. Sumpfpflanzen ſind ihm zuwider. Im Winter ſind ihm ſuͤßes Heu und alles Wurzelwerk angenehm und zutraͤglich, und, wenigſtens bei uns, warme geſchuͤtzte Staͤlle zu ſeinem Aufenthalte nothwendig. Von den Raſſen des Rindvieh's. 36. Die verſchiedenen NRaſſen des Rindvieh's entſtehen, wie die aller anderen Thiere, ſ.§. 7., durch die fortdauernd gleich bleibende Einwirkung des Klima's, der Nahrung und der Lebensweiſe auf die Koͤrperform der Thiere, und koͤnnen noch vermehrt werden durch die Aufmerkſamkeit des Menſchen auf die Paarung verſchiedener Individuen. 2 18 Ueberall, wo reiche Weiden ſind, und wo die Thiere, wenn ſie nicht auf die Weide gehen, reichlich im Stalle ge— fuͤttert werden, findet man großes Rindvieh. Trockene, ma⸗ gere, ſandige Gegenden haben auch kleines mageres Vieh. Großes Vieh in duͤrftige Gegenden auf kaͤrgliches Futter gebracht wird bald klein; kleines dagegen in guͤnſtigen Verhaͤltniſſen nur nach mehren Generationen merklich groͤßer. 37. Die Groͤße, die immer nur von der Menge der Nahrung abhaͤngt, und leicht zu veraͤndern iſt, kann demnach nicht als ein lange Zeit dauerndes Merkmal einer Raſſe ange⸗ ſehen werden; Koͤrperbau und Farbe kommen als bleibendere Raſſezeichen mehr in Betracht. Auf jenen ſcheint die Art und Weiſe, wie ſich in ſeiner Geburtsgegend das Rindvieh im freien Zuſtande ſeine Nahrung von jeher ſuchen mußte, den hauptſaͤchlichſten Einfluß gehabt zu haben, und es laͤßt ſich wohl annehmen, daß dadurch vornehmlich ſaͤmmtliche Rind⸗ viehraſſen auf zwei Hauptraſſen, die Bergraſſe und die Niederungsraſſe zuruͤckgefuͤhrt worden ſeien. Alle uͤbri⸗ gen Raſſen ſtehen zwiſchen ihnen inne. Typus der erſteren iſt das Tiroler Miyedüehz der zweiten das hollaͤndiſche Vieh. 38. Bei der Bergraſſe findet man eine uͤberwiegende Staͤrke in den Hintertheilen, bei der Niederungsraſſe in den Vordertheilen. Ferner iſt bei jener der Korf verhaͤltnißmaͤßig breiter, der Hals kurz und gedrungen, die Hoͤrner nach der Seite geſchweift, der Schwanz hoch angeheftet. Bei der Niederungsraſſe dagegen der Kopf ſpitziger, der Hals laͤnger und duͤnner, die Hoͤrner mehr nach vorn ſtehend, das Kreuz abgeſchliffen und der Schwanz tief angeheftet. Die Urſachen dieſer Unterſcheidungszeichen duͤrften wohl nur in der Lebens⸗ weiſe, in der Art, wie ſich die Thiere auf der Hoͤhe oder in der Tiefe die Nahrung ſuchen muͤſſen und in der verſchiedenen Einwirkung der ſtaͤrkenden Bergluft und der kraͤftigen Alpen— kraͤuter auf den Koͤrper im Gegenſatz zu der erſchlaffenderen Luft und der maſtigen Nahrung in den Niederungen liegen. die Thier Snalle ge⸗ rockene, mar e Dieh. utta galrac Danfäͤtriſen Nenge di ann demnach Raſſe ange⸗ bleibendere t die Att s Nindvie mußte, den es laͤßt ſich ache Nind⸗ ſſe und die Ale uͤbri⸗ zweiten das jberwiegend raſſe in den haltnißmibig er nach der Bei der Hals laͤnge das Kreuh die Urſachen der Lebens⸗ zuhe oder in verſchiedenen igen Ahete ſchlaffenderen ſen liegen. 19 Indem das Rind auf den hohen Bergen ſeine Nahrung, gleichſam kletternd, ſucht und dabei ſtets die ganze Laſt des Koͤrpers auf den Hintertheilen ruht, waͤhrend der Nacken zuruͤckgedruͤckt wird, muͤſſen die Knochen und Muskeln des Hintertheils nothwendig an Staͤrke gewinnen, der Nacken und Hals kuͤrzer und ſtaͤrker wer⸗ den. Dagegen werden die Thiere im ebenen, weichen und oft ſumpfigen Boden zur groͤßern Anſtrengung ihrer Vordertheile aufgefordert und dadurch erhalten hier Knochen und Muskeln mehr Staͤrke, ſo wie ſich auch durch das tiefe Buͤcken, um zum Futter zu gelangen, die Halsmuskeln ausdehnen und dadurch Kopf und Hals duͤnner und ſpitziger werden muͤſſen. Nimmt man nun noch dazu, daß, wie oben ſchon erwaͤhnt, die kraͤftige ſtaͤrkende Bergesluft und Nahrung ganz anders auf den ganzen thieriſchen Organismus einwirken muͤſſen, als die mehr er— ſchlaffende Luft und Nahrung in den Niederungen, ſo erklaͤrt es ſich nicht unſchwer, wie nach und nach durch die dauernd fortgeſetzte Einwirkung der genannten Umſtaͤnde zwei ſo ganz ent— gegengeſetzte Rindviehraſſen, die Hoͤhe- und die Niederungsraſſe entſtehen konnten. S. die Abhandlung: Andeutungen der wich— tigſten Raſſezeichen bei den verſchiedenen dem Oekonomen wich— tigen Hausthiere, von Sturm; in deſſen Jahrbuche der Land⸗ wirthſchaft IV. 2. S. 208. 39. Aus der Vermiſchung dieſer beiden Hauptraſſen, aus der Durchkreuzung der davon erhaltenen verſchiedenartigen Blendlinge, und aus den Einwirkungen, welche die Kultur, die Stallfuͤtterung, die verſchiedene Abwartung, die bald mit, bald ohne Plan und beſtimmten Zweck getroffene Auswahl un— ter den zur Zucht auserſehenen Individuen, ferner die Lieb⸗ haberei hinſichtlich der Farbe und Abzeichnungen auf Größe, Bauart und Faͤrbung des Rindvieh's ausgeuͤbt haben, ſind gegen⸗ waͤrtig eine ſolche Menge verſchiedener Raſſen entſtanden, daß faſt jede Gegend, ja ſelbſt jeder Ort, wo ſtarke Rindviehzucht getrieben wird, eine beſondre, in manchen Stuͤcken ſich aus— zeichnende bekommen hat, und es ganz unmoͤglich ſeyn wuͤrde, ſie alle namentlich aufzufuͤhren, noch weniger ihre beſonderen Kennzeichen, die oft kaum aufzufinden ſind, durch Worte dar— zuſtellen. Ueber die bekannteſten Rindviehraſſen ſ. des Vfs. Anleitung zum Betriebe der Landwirthſchaft. B. 1. S. 220. 2* 20 Abbildungen der Rindviehraſſen auf den Privatguͤtern des Koͤnigs von Wuͤrtemberg. Herausgegeben von Weckherlin und Alterſon. Stuttgart bei Loͤflund 1827— 1830. 40. Was fuͤr eine Raſſe die beßte ſei, laͤßt ſich im Allgemeinen nicht beſtimmen. Bei der in dieſer Hinſicht zu treffenden Wahl ſind vor Allem die Menge und Beſchaffenheit der vorhandenen Nahrung, das Klima, die Wirthſchaftsverhaͤlt— niſſe und die von dieſen abhaͤngige moͤgliche Benutzung des Rind⸗ vieh's zu beruͤckſichtigen. Als Hauptregel gilt, daß diejenige Raſſe die vortheilhafteſte ſei, welche das verzehrte Futter durch Arbeit, Milch und Gewichtszunahme in einem gegebe⸗ nen Zeitraume am beßten bezahlt. Bald kann dieſes durch großes, bald durch kleines Vieh beſſer geſchehen. Im Durch— ſchnitt laͤßt ſich aber wohl annehmen, daß in den gewoͤhn— lichen Wirthſchaftsverhaͤltniſſen, zumal bei Stallfuͤtterung, eine Rindviehraſſe mittlerer Größe, und zwar beſonders eine, die zwiſchen dem entſchiedenen Niederungsvieh, und dem entſchie— denen Hoͤhevieh mitten innen ſteht(Raſſen dieſer Art ſind das Steierſche, Allgauer, Vogtlaͤnder Rindvich), den meiſten Vortheil gewaͤhre; das ganz große, ſchwere Vieh aber nur auf Fettweiden und zu Futteruͤberfluß paſſe. 41. Der Zweck, wozu man Rindvieh haͤlt, muß ſtets auch bei der Auswahl einer Raſſe im Auge behalten werden. Man haͤlt Rindvieh zum Zug, zur Milchbenutzung und zur Maſtung. Welche von dieſen Benutzungsarten in den vorlie— genden Verhältniſſen die wichtigſte iſt, muß bei jener Auswahl den Ausſchlag geben; denn die eine Raſſe eignet ſich mehr zu dieſer, eine andre mehr zu jener; ſo geben z. B. weder die entſchiedenen Hoͤhe⸗, noch die entſchiedenen Niederungsraſſen gute Zugochſen. Wenn nun aber auch die eine Raſſe im Allgemeinen zu einer beſtimmten Benutzungsart Vorzuͤge vor der andern hat, und ſo z. B. die Niederungsraſſe mehr Milch, als die Hoͤheraſſe gibt, ſo iſt doch auch nicht zu verkennen, daß ſich in einer jeden einzelne Individuen befinden, die ſich durch Milchergiebigkeit vor den andern auszeichnen, daß auf dieſe 6 ſchieden Benutz milcher kann. zum 8 zelnen am 1 treme keinesl bei ein der Ve faͤr die Pert). 4 Faſeloe die jun von 17 lich. wegen noch ne men g werdey Um ju c N 1 9 übe Bu 6 Künige Alterſon. ſcch in tſtt jaffenheit ditjenige Futter gegebe⸗ es durch Durc⸗ gewoͤhn⸗ g, eine de, die entſchie⸗ Art ſind dvich), te Vieh uß ſtets werden. und zur nvorlit⸗ luswahl h mehr . weder gsraſſen gaſſe im zuͤge vot T Milh, erkennen, die ſch daß auf 21 dieſe Eigenſchaft Fuͤtterung, Pflege und Wartung einen ent⸗ ſchiedenen Einfluß haben, und daß man durch zweckmaͤßige Benutzung ſolcher Individuen zur Zucht ſich einen beſonders milchergiebigen Stamm in jeder Rindviehraſſe heranbilden kann. Milchergiebigkeit, Maſtungsfaͤhigkeit und Tauglichkeit zum Zug laſſen ſich nie bei einer Raſſe, noch weniger bei ein— zelnen Thieren, im moͤglich hoͤchſten Grade zugleich vereinigen; am wenigſten bei den ganz großen und auf einem der Ex— treme ſtehenden Raſſen. Nur bis zu einem gewiſſen, jedoch keineswegs geringen Grade laͤßt ſich eine ſolche Vereinigung bei einigen von den mittleren Raſſen, z. B. der Steierſchen, r dende ihen ꝛc., herſtellen, und deshalb haben dieſelben r die meiſten Gegenden Deutſchlands einen ganz beſondern Ueber die Kennzeichen eines guten Zuoochſens, einer guten Milch⸗ kuh und eines guten Maſtſtuͤckes ſiehe Anleitung zum Betriebe der Landwirthſchaft. B. 1. S. 214 a. S. 222. Von der Paarung, Zucht und Pflege des Rindvieh's. 42. Der Bulle oder Zuchtochs(auch Bolle, Bruͤllochs, Faſelochs, Reitochs, Springochs, Stier genannt) ſowohl, als die junge Kuh, Kalbe(Ferſe, Starke, Quee) iſt in einem Alter von 12— 2 Jahren ſchon vollkommen zur Fortpflanzung taug— lich. Sie fruͤher zuzulaſſen iſt ihrer vollkommnen Ausbildung wegen zwar nicht deriheilhaſt⸗ aber laͤnger damit zu warten noch nachtheiliger. In einem weiter vorgeruͤckten Alter kom— men gut genaͤhrte Kalben oft nicht mehr zu, und die Bullen werden haͤufig nach dem dritten Jahre ſchon zu ſchwer. Um die Rindviehraſſen zu vergroͤßern, wird haͤufig angerathen, die jungen Thiere vor dem 3. Jahre nicht zur Paarung zu laſſen. Dadurch allein iſt aber gewiß noch keine vergroͤßert worden. Gute Pflege und reichliches Futter ſind dazu wirkſamere Mittel. In Holland, in den deutſchen Marſchgegenden, in der Schweiz, uͤberall, wo man das groͤßte Rindvieh findet, gebraucht man den Bullen mit 1* Jahren und laͤßt man die Kalben im zweiten 22 Jahre zu, ohne daß eine Verkleinerung der Raſſen daraus er⸗ nägich folgte. S. Moͤglinſche Annalen B. 28. S. 54. Arten, 43. Das Alter des Rindvieh's wird aus dem Wechſel b z der Milchzaͤhne und aus der Verlaͤngerung der Hoͤrner er— nen kannt. 6. Das letztgenannte Erkennungszeichen iſt das merklichſte. Alle Jahre, Ha vom dritten Lebensjahre an gerechnet, ſetzt ſich hinten an jedem Ge Horne ein ringfoͤrmiger Wulſt, bei den Kuͤhen ſtaͤrker, als bei den gen Ochſen, an. Man braucht alſo nur dieſe Ringe zu zaͤhlen lund zu Gc der gefundenen Zahl 3 zu addiren, um das Alter des Thiers zu. finden. Kommt eine Kuh in einem Jahre nicht zu, bleibt ſie N.. gelte, dann ſetzt ſie entweder gar keinen oder nur einen ſehr we— Bat nig merklichen Ring ab; dagegen kommt der naͤchſtfolgende in einer 46 groͤßern Entfernung von dem vorhergehenden zu ſtehen⸗ als ge⸗ woͤhnlich. Füüſ in den 44. Die Kuh geht 40— 41 Woch chen traͤchtig, und m bringt gewoͤhnlich nur eins, ſelten zwei, hoͤchſt ſelten drei mche Junge zur Welt. Als die kuͤrzeſte Zeit des Traͤchtigſeyns cert hat man 240, als die laͤngſte 321 und als die Durchſchnitts⸗ fdem zeit 282— 288 Tage bemerkt. hfea 45. Soll ein Kalb aufgezogen werden, ſo iſt es das 4 bequemſte und naturgemaͤßeſte Verfahren, daſſelbe ſechs bis ſen ſon ſieben Wochen lang an der Kuh ſaugen zu laſſen, wo es der des dann von ſelbſt, ohne große Beihilfe, zu freſſen anfaͤngt und b ſ hoͤchſt ſelten verungluͤckt. Da aber dadurch die Mutter ſehr näſe angegriffen wird, und fuͤr eine lange Zeit deren Milchnutz⸗ b ſlt 6 ung verloren geht, ſo findet man dieſes Verfahren fuͤr das b dae ti Abſetzen(Entwoͤhnen, Abſpaͤhnen) der Kaͤlber nur ſelten im d: Gebrauch; ſondern laͤßt ſie entweder gar nicht, oder doch nur b dar zwei bis drei Wochen ſaugen, und ſucht ſie dafuͤr an ein an— V die dres Getraͤnk, als ſie im Euter ihrer Mutter finden, zu An gewoͤhnen. Man erreicht auch auf dieſen beiden Wegen ſeinen 4 Zweck, nur mit einiger Gefahr fuͤr das junge Thier und iet mit ungleich mehr Muͤhe: denn ohne die groͤßte Achtſamkeit ſe in auf die Geſundheit des jungen Thieres, ohne die groͤßte di Ordnung bei dem Reichen des Trankes und ohne hoͤchſt diſ kaus er⸗ Vechſel tner er⸗ in einer als ge⸗ „und e dra tigſeyns chnitts⸗ es das hs bis wo es igt und ter ſehr llchnutz⸗ uͤr das lten im och nur ein an⸗ dn, zu en ſeinen ſier und htſamkei e größte e höcht 23 moͤgliche Reinlichkeit bei Bereitung deſſelben ſchlagen dieſe Arten, die Kaͤlber aufzuziehen, oftmals ſehl. Das Naͤhere uͤber das Verfahren bei dem Abſetzen der Kaͤlber, wenn ſie nicht bei der Mutter bleiben, bis ſie ſich ſelbſt entwoͤh— nen, ſiehe Anleitung zum Betrieb der Landwirthſchaft B. 1. S. 227. Faſt jede Gegend hat ihr eignes Verfahren. In den Hannoͤverſchen Marſchgegenden werden alle Kaͤlber gleich nach der Geburt weggenommen. Siehe Stelzner's Beſchreibung dieſer Ge⸗ genden Moͤglinſche Annalen 28. Band. Das Verfahren der Schweizer in der Gegend von Zuͤrich ſ. Oekon. Neuigkeiten 1833 B. 2. S. 599 Zeitung fuͤr Landwirthſchaft und Gewerbe 1832. Nr. 8. Schottiſches Verfahren mit Heuthee Univerſalblatt Band 4. S. 46. Die beßte Zeit zum Abſetzen der Kaͤlber iſt das Fruͤhjahr, daher man vorzugsweiſe diejenigen auswaͤhlt, die in den Monaten Februar und Maͤrz gebohren werden. Nur wenn ausgezeichnete Kuͤhe, von denen man Nachzucht haben moͤchte, zu einer andern Zeit kalben, macht man hierin gern eine Ausnahme; denn das Abſetzen kann allerdings in jedem Monat geſchehen. Gut iſt es, die Kaͤlber nach dem Abſetzen ganz von den Muͤttern abzuſondern. 47. Iſt das Kalb zum Schlachten beſtimmt, dann muͤſ— ſen ſowohl die Preiſe der Milch und ihrer Produkte, als wie der des Kalbfleiſches beſtimmen, ob es vortheilhafter ſei, das Kalb ſo bald als moͤglich wegzubringen, oder vorher noch zu maͤſten. In den meiſten Faͤllen iſt erſteres vortheilhafter, doch ſollte kein Kalb verkauft werden, das nicht wenigſtens 14 Tage bis 3 Wochen geſaugt hat. Das Maͤſten der Kaͤlber vornehmlich in Holland und bei Hamburg. Dort erhalten ſie neben der Milch Eier, Getreideabkochungen ꝛc. Die Hamburger aber lieben das reine Milchfleiſch. S. Moͤglinſche Annalen B. 28. S. 72. 48. Die Kaͤlber, welche verſchnitten werden ſollen, unter⸗ wirft man dieſer Operation waͤhrend ſie noch ſaugen, weil ſie in ſo zartem Alter am wenigſten davon leiden. Das Verſchneiden, Kaſtriren der Ochſenkaͤlber, findet, um gute Zug⸗ ochſen zu ziehn, haͤufiger ſtatt, als das Verſchneiden der Kuhkäͤlber. 24 49. Wenn die abgeſetzten Thiere einige Monate alt ſind, ten d koͤnnen ſie ohne Nachtheil fuͤr ihre Geſundheit auf die Weide den, gelaſſen werden. Hat man jedoch nicht beſonders ſchickliche, warm gelegene reich bewachſene Weideplaͤtze, wie etwa in den Stteu Marſchgegenden, dann wachſen ſie ſchneller, und werden ſie nehs kraͤftiger, wenn man ſie die beiden erſten Sommer ihres vieſer Lebens auf dem Stalle haͤlt, ſie daſelbſt reichlich fuͤttert und ben, nur von Zeit zu Zeit bei ſchoͤnem Wetter im Freien herum— JI in, ſpringen läßt. Anfangs reicht man ihnen bloß kraͤſtiges Heu ube und nahrhaftes Saufen, dann aber geht man, ſo wie das famm Gruͤnfutter maͤhbar wird, nach und nach mit Vorſicht zu Gro dieſem uͤber, und laͤßt ſie ſich recht ſatt freſſen, ohne jedoch 4 zu viel Gruͤnfutter auf einmal vorzulegen. Das nahrhafte G Saufen darf dabei nie ganz wegfallen. Den Winter hindurch 5 werden die jungen Thiere taͤglich abwechſelnd mit Heu, gutem. 3 Futterſtroh, Scheunenabfall,(Ueberkehr, Abgerechtem) und gut zerkleinertem Wurzelwerk dreimal recht tuͤchtig ſatt geſuͤt⸗ tert und mit einem durch Getreide⸗ oder Oelkuchenmehl nahr⸗ haft gemachten Saufen getraͤnkt. Sorgt man daneben noch faͤr Reinlichkeit im Stalle und fuͤr einen maͤßig warmen, 1 nicht dumpfigen Standort, und ſucht man ſie in den erſten 3 beiden Jahren ihres Lebens vor Kaͤlte und Naͤſſe moͤglichſt. zu bewahren, ſo werden ſie in der Regel gedeihen und zu guten Zucht- und Nutzthieren heranwachſen. du ͤlic Um es vor Kaͤlte und Naͤſſe zu ſchuͤtzen, wird in den Alpenlaͤndern 1 das junge Rindvieh nicht mit auf die hohen Weiden getrieben, ſondern in der Tiefe gehalten, wo es oft unter Schuppen Schutz lnges findet. niolien ..— 1 nütheg 50. Das erwachſene Rindvieh wird den Sommer hin— aud durch entweder theils auf natuͤrlichen, theils kuͤnſtlichen Jüher Weiden gehalten, oder auf dem Stalle mit Gruͤnfutter aller 9n Art, Wieſengras, Klee, Luzerne, Esparſette, Wickfutter, V und; Mais ꝛc. gefuͤttert. V ſürin Was vortheilhafter ſei, läßt ſich geradehin nicht be— lberdi immen, ſondern haͤngt von den Wirthſchaftsverhaͤltniſſen, 6. alt ſind, Weide hſicliche in den erden ſe er ihres ktert und herum⸗ ges Heu wie das ſicht zu e jedoch ahthaſte jindurch gutem darmen, erſten noglichſt und zaͤ elaͤndern zetrieben, Schut ter hin⸗ nſtlichen fer aller cfutter, cht bes tniſſen, 25 von der Ausdehnung und Beſchaffenheit der natuͤrlichen Wei⸗ den, vom Klima und vom Boden 7 Die Stallfuͤtterung im Sommer erfordert mehr Arbeit, Streumaterial und Voranlagen, als der Weidegang des Rind⸗ viehs, aber es iſt nur mit ihrer Hilfe moͤglich, in einem wieſen⸗ und weideloſen Lande uͤberhaupt Wirthſchaft zu trei⸗ ben, auf kleinen Flaͤchen eine ſtarke Viehzucht zu unterhal⸗ ten, alles Futter aufs Zweckmaͤßigſte, ohne Vergeudung zu be⸗ nutzen und faͤmmtlichen erzeugten Duͤnger ohne Verluſt zu ſammeln. Große natuͤrliche auf keinge andere Weiſe zu benutzende Weideraͤume extenſive Wirthſchaften, Gegenden, die keine ahlre iche Bevoͤl kan haben, wo die allgemeine Landeskultur noch zuruͤck iſt, wo der Boden nur einen geringen Werth hat, und zum Futterbau ſich nicht wohl eignet, ſind Bedingungen fuͤr die Weidewirthſchaft Ueberall, wo das Gegentheil ſtatt findet, iſt die Sommerſtall⸗ fuͤtterung vortheilhafter. S. Anleitung zum Betriebe der Landwirthſchaft B. 1. S. 370. Ueber den Weidegang des Rindvieh's in den Miar ſehe gegenden ſ. M Möglin⸗ ſche Anmalen B. 28. S 57. ꝛc. Das Tuͤdern oder Pfloͤcken und die halbe Stallfuͤtterung ſind Uebergaͤnge vom Weidegange zur ganzen Stallfuͤtterung, und koͤnnen, zumal letztere, in man⸗ chen Verhaͤltniſſen, ſehr vortheilhaft ſeyn. 51. Die Winterfuͤtterung des Rindvieh's beſteht in Heu, Stroh, Wurzeln, Knollengewaͤchſen, Getreide, Branntwein⸗ ſpuͤlicht und Traͤbern. Heu und kurzes Stroh werden am beßten ganz gereicht, langes Stroh zu Haͤckſel deieien die anderen Futtermate⸗ rialien, mit Ausnahme der letztgenannten, bei denen es nicht noͤth!g iſt, durch Buhneiden Stampfen, Mahlen zerkleinert, auch wohl durch Bruͤhen oder Kochen oder Gaͤhrung aufloͤs— licher gemacht. Je gedeihlicher ſie auf dieſe Weiſe den Thie— ren geworden ſind, deſto mehr Vortheil ziehen dieſe daraus und deſto mehr koͤnnen verhaͤltnißmaͤßig die Futtergaben be⸗ ſchraͤukt werden. Die Wurzel- und Knollengewaͤchſe muͤſſen uͤberdieß noch vor dem Fuͤttern ſorgfaͤltig gereinigt werden. S. Anleitung zum Betrieb der Landwirthſch. B. 2. S. 142. ꝛc⸗ 26 52. Die Menge der Nahrung, welche man dem erwach⸗ ſenen Rindvieh zu reichen hat, muß ſeiner Groͤße und Benutz— ung, uͤberhaupt ſeiner Ernaͤhrungsfaͤhigkeit angemeſſen ſeyn. Große Thiere brauchen mehr, als kleine, und wenn die Kuͤhe melken, die Ochſen im Zug arbeiten, ſo müſſen ſie reichlicher und beſſer genaͤhrt werden, als wenn erſtere gelt gehen und letztere muͤßig im Stalle ſtehen; auch beduͤrfen die Thiere im Sommer mehr Nahrung, als im Winter. Eine ſehr reichliche Fuͤtterung iſt es zu nennen, wenn ein Stuͤck Rind fuͤr jede 100 Pfund ſeines lebenden Gewichts im Sommer 3 Pfund, im Winter 2 ¾ Pfund Heu oder deſſen Werth als Futter bekommt. Man wird ſelten, bei Naſtung ausgenommen, eine reichlichere Fuͤtterung, in den meiſten Faͤllen kaum die angegebene erreicht finden; aber ſie ſollte ſtets der Zielpunkt ſeyn; bei jungen, noch nicht ausge— wachſenen Thieren iſt ſie nicht einmal hinreichend. Dieſe Fut— terquantitaͤt ſoviel als moͤglich immer erreichen zu koͤnnen, iſt es von Wichtigkeit, den verhaͤltnißmaͤßigen Werth der ver— ſchiedenen Fuͤtterungsmittel kennen zu lernen, weil ſich nur dann die Menge des gegebenen Futters einigermaßen genau beſtimmen laͤßt. Dieſer verhaͤltnißmaͤßige Werth iſt nach den zuverlaͤßigſten Wahrnehmungen folgendermaßen anzunehmen:, 100 Pfund gute Roggenkoͤrner werden bei der Fuͤtterung erſetzt durch 90 Pfund guten Weizen. 105 große Gerſte. 110„ Hafer. 90 ⸗ Erbſen. 90.„ Pferdebohnen. 95.„ Wicken. 105„ Buchweizen. 120. Leinkuchen. 150„ andre gute Oelkuchen. 126„ gute Roggenkleien. 380 ⸗ Leinſaamenſpreu. erwach⸗ denu en ſeyn. ſe Kühe dichicher hen und jiere im „wenn ewichts u oder n, bei in den ber ſie ausge⸗ ſe Jat⸗ en, iſt er ver⸗ ich nur genau ich den men: tterung 27 480 Pfund gute Weizen⸗, Erbſen⸗ und Haferſpreu. 550 400 250 280 300 325 250 300 400 500 500 700 800 500 600 500 650 600 580 1200 A „ Roggen⸗ und Gerſtenſpreu. ⸗ Kleeſaamenſpreu. beßtes, wuͤrziges Bergwieſenheu vor der Bluͤthe gemaͤht und gut eingebracht. dergleichen Grummet. gewoͤhnliches gutes, tadelloſes Wieſenheu, wonach die den Thieren zukom— mende taͤgliche Futterquantitaͤt beſtimmt iſt. gewoͤhnliches gutes Wieſengrummet. gutes Klee⸗ und Esparſetteheu, kurz vor der Bluͤthe gemaͤht und gut eingebracht. gutes Klee⸗, Luzerne⸗, Esparſette⸗ und Wickenheu, zur Zeit der Bluͤthe gemaͤht und gut eingebracht. NB. Wo man, wie gewoͤhnlich, dieſe ver⸗ ſchiedenen Arten Heu nebeneinander hat, kann man ſie alle auf gleiche Weiſe: 3 Pfund gutes, wohleinge⸗ brachtes Heu 1 Pfund Roggenkoͤrner gleich ſetzen. langes, ſchilfiges, aber ſonſt gutes Heu. ſchlechtes, ſchilfiges, ſaures Wieſenheu. gutes Saamenkleeſtroh. von Unkraut reines Weizenſtroh. „ 2 1 ⸗ NRoggenſtroh. „ mit Klee durchwachsnes Gerſtenſtroh. „ von Unktaut reines Gerſten- und Haferſtroh. „ Erbſen⸗ und Wickenſtroh. „ Buchweizenſtroh. „ Ruͤbſenſtroh.— » Naps⸗ und Ruͤbſenkappen. „ gruͤne Futtergewaͤchſe, Klee ꝛc. im Zuſtande ihrer groͤßten Nahrhaftigkeit A und Annehmlichkeit fuͤr das Vieh, kurz vor der Bluͤthe gemaͤht. 1350 Pfund gutes, dieſelben im ſheeis oder aͤltern Zuſtande, jedoch bloß bei natuͤrlicher Feuchtigkeit, nicht vom Regen naß. 600„ gute Kartoffeln. 900 2„ Moͤhren. 1000 ⸗ ⸗ Kohlruͤben ohne Kraut. 1100 3- Nunkeln.— 1600.„ Waſſerruͤben ⸗ 1500 ⸗„ Kopfkohlhaͤupter. 1600 ⸗„ Kopfkohlſtruͤnke. 1700.„ Kopfkohl⸗ und Kohlruͤbenblaͤtter im ſaftreichen Zuſtande. 1850.„ dergleichen Runkelruͤbenblaͤtter. 250 ⸗ ⸗- getrocknete Kohl und Ruͤbenblaͤtter. 200 ⸗ ⸗ getrocknetes Canadiſches Pappellaub. 230.. 3 Lindenlaub. 250 2 2 2 Eichenlaub. 1200 2„ Spuͤlicht von Kartoffelbranntwein. 300.„ desgleichen von Getreidebranntwein. 400.„ Biertraͤbern. S. Anleitung zum Betrieb der Landwirthſchaft B. 2. S. 150. ꝛc. 53. Hinſichtlich der verſchiedenen Futtermaterialien iſt noch zu bemerken: Mit bloßem Heu kann jedes Rind ganz gut erhalten werden; mit bloßem Stroh, bloßen Koͤrnern oder bloßem Wurzelwerk iſt ſolches aber nicht moͤglich. Von bloßem Stroh, auch wenn es in noch groͤßrer Menge gegeben wird, magern die Thiere ab, von bloßem Wurzelwerk werden ſie krank, werden ſie dagegen mit beiden zuſammen in einem ge— rechten Verhaͤltniſſe zu einander ernaͤhrt, dann iſt ihre Erhalt⸗ ung nicht nur ſehr gut moͤglich, ſondern auch das Heu allen— falls ganz zu entbehren. Die Surrogate des Heu's muͤſſen nur immer in einer ſolchen Mengung und Abwechſelung ge— geben werden, daß das beſtimmte Futter weder ein zu großes Polul wie b von d werde wend darf dieſes verur B 7 ſa 23 5 ihte D und ih — — — 5 in ſh V der M di ergi 34 b welche uae 94 kit zu, 29 as Vieh, Volumen, wie z. B. bei bloßem Stroh, noch ein zu kleines, ſ. wie bei bloßem Getreide einnehme. Im erſten Falle kann es der aͤltern von den Magenſaͤften des Thieres nicht vollſtaͤndig aufgeloͤſt ngtuͤrlicher werden, im zweiten findet die zur Saͤttigung der Thiere noth⸗ Negen naß⸗ wendige Anfuͤllung des Magens nicht ſtatt. Noch weniger darf aber die Nahrung bloß aus Wurzelwerk beſtehen, weil dieſes, ohne trocknes Futter, Durchfall und geſtoͤrte Verdauung verurſacht. Block will gefunden haben, daß das Volumen der taͤglichen Fuͤtter⸗ ung eines Rindes, um es bei voller Geſundheit zu bewahren, fuͤr jede 100 Pfund lebendes Gewicht betragen muͤſſe: a. bei gruͤner Sommerfuͤtterung 723— 842 Leipz. Kubikzoll. b. bei der Winterfuͤtterung 623— 700 ⸗. latter im S. deſſen Mittheilungen B. 2. S. 125. ter.—. enite Von der Verwendung und Benutzung des Rindvieh's. appellaub. 1. Bon der Ku h. 54. Die Kuh gewaͤhrt uns Nutzen durch ihre Kaͤlber, untwein. BEZ: ⸗.—„.„ ͤtt 3 ihre Milch, ihre Faͤhigkeit zum Zug, ihr Fleiſch, ihr Fett nutwein. und ihre Haut, und dieſen Nutzen von ihr im moͤglich hoͤch⸗ ſten Grade zu erlangen, muß das Beſtreben des Landwirths 5. 130, v.. ſeyn. In ſo fern ſie beſtimmt iſt, ihre Naſſe fortzupflanzen, jalien it darf nur eine folche zur Paarung verwendet werden, welche 71 die auszeichnenden Raſſeeigenſchaften im vollkommenſten Grade klßen in ſih vereinigt. Wo aber die Benutzung der Kuh bloß in en wird, der Weilch beſteht, ſind alle anderen Eigenſchaften der Milch⸗ eerdin ſe ergiebigkeit untergeordnet. Da jedoch in den meiſten Wirth— Atech ge ſchaften die Kuͤhe ſowohl zur Zucht, als zur Milchbenutzung eintm g⸗ gehalten werden, ſo ſind natuͤrlich diejenigen die geſchaͤtzteſten, 3 ein welche mit den Vollkommenheiten der gewuͤnſchten Raſſe große di⸗ Milchergiebigkeit verbinden. wen 55. Die Kuͤhe nehmen mit jedem Kalbe an Milchergiebig— gje keit zu, bis in ihr ſechſtes, auch wohl achtes Jahr, wo ſie erſt 30 vollkommen ausgewachſen ſind. In den erſten Wochen nach dem Kalben geben ſie die meiſte, aber auch waͤſſerigſte Milch, allmaͤhlig nimmt deren Menge ab, deren Fettigkeit zu, bis ſie am Ende, wenn die Kuh wieder traͤchtig geworden, einige Tage oder Wochen vor dem Kalben ganz verſiegt. Neumel— kende Kuͤhe werden(bei der Stallfuͤtterung wenigſtens) in der Regel dreimal des Tages, altmelkende nur zweimal gemolken. 56. Die Milchergiebigkeit der Kuͤhe haͤngt zum Theil von ihrer Groͤße, Bauart und Raſſe, zum groͤßern Theil je— doch von der Menge und Beſchaffenheit des Futters und von der Zweckmaͤßigkeit der Wartung ab. Nach Verſchiedenheit aller dieſer einwirkenden Urſachen wechſelt der jaͤhrliche Milch⸗ ertrag einer Kuh zwiſchen 1000— 3000 leipz. Kannen. Kuͤhe, die bei gehoͤriger Pflege und milchreichem Futter weniger, als 1000 Kannen geben, verdienen nicht beibehalten zu werden, die uͤber 3000 K. liefern, gehoͤren zu den großen Selten⸗ heiten. Ueber den verſchiedenen Milchertrag der Kuͤhe hat Burger in ſeinem Lehrbuche ſehr intereſſante Daten zuſammengetragen. S. auch Anleit. z. Betrieb der Landwirthſch. II. S. 265. 57. Die Milch, welche im Haushalte nicht verbraucht wird, kommt entweder durch unmittelbaren Verkauf oder durch Umwandlung in Butter und Kaͤſe zur Benutzung. Wo jenen die Verhaͤltniſſe verſtatten, hat man in der Regel mehr Vor⸗ theil von der Milch, als wo man zur letzteren ſchreiten muß. Ob da, wo die Verhaͤltniſſe den friſchen Milchverkauf nicht verſtatten, vorzuͤglich Butter oder Kaͤſe gemacht werden ſolle, kommt ebenfalls auf die Umſtaͤnde an, und kann nur dann feſtgeſetzt werden, wenn man weiß, wie viel eine gege— bene Menge Milch an Butter und Kaͤſe liefert, und zu wel⸗ chen Preiſen das eine oder das andre dieſer Produkte zu ver— kaufen iſt. In den meiſten Faͤllen zeigt ſich die Benutzung der Milch auf beide zugleich nebeneinander am vortheilhafteſten. 58. Die Butter iſt der oͤlige Theil der Milch, der ſich in der Ruhe und bei einer maͤßig warmen Temperatur, am Mil ſcheit den Geri waͤſſ enthe die niedr vid, um ſ gerin ochen nac iſte Micc, it zu, bis den, einige . Neume⸗ ens) in der i gemolten. zum Thel Theil je z und von ſchiedenheit che Mich n. Küͤhe, iger, al u werden, Salten⸗ rin ſeinem .G. auch derbraucht oder durch Vo jenen mehr Lur⸗ eiten muß. ſilchverknuf ht werden kann nur eine geges nd zu wel ükte zu ver Benutzung elhyfeſtn , der ſch tatur, am 31 beßten von 8§— 120 R., von den uͤbrigen Beſtandtheilen der Milch in der Geſtalt einer dicken Haut abſcheidet, die man Rahm, Sahne, Obers, Nidle, Schmand nennt, und aus der man durch Schuͤtteln die feſte Butter bereitet. Nur ſuͤßer Rahm und Reinlichkeit bei der Bereitung liefern gute Butter. Der Gehalt der Milch an Butter iſt hauptſaͤchlich ab— haͤngig von dem Futter der Kuͤhe und ob dieſe alt- oder neu— melkend ſind, ſ.§. 55. Nach Verſchiedenheit dieſer Verhaͤlt⸗ niſſe iſt ein Pfund Butter bald in neun, bald in funfzehn Kannen Milch enthalten. In großen Durchſchnitten kann man auf 10— 11 K. Milch ein Pfund Butter rechnen. Ueber die Behandlung der Milch und die Bereitung der Butter ſ. Anleit. z. Betrieb der Landwirthſchaft I. S. 239 und 399. Zur Entdeckung des Gehalts an Rahm in der Milch taugen Schwere⸗ meſſer nichts, weil die ſpeciſiſche Schwere der Milch verſchieden iſt. Am ſicherſten laͤßt ſich derſelbe in einem eylindriſchen Gefaͤß von Glas mit Gradabtheilungen entdecken. 59. Der Kaͤſe iſt der eiweißaͤhnliche Beſtandtheil der Milch, der ſich bei laͤngerem Stehen von ſelbſt daraus ab— ſcheidet, aber auch durch alle Saͤuren, am beßten jedoch durch den Magenſaft ſaͤugender Kaͤlber, das ſogenannte Lab, zum Gerinnen gebracht wird, und ſich dann von den Molken, einer waͤſſerigen Fluͤſſigkeit, die noch Milchzucker und einige Salze enthaͤlt, abſondert. Solches wird durch die Waͤrme befoͤrdert, die auch noch außerdem, je nachdem ſie in einem hohen oder niedrigen Grade bei der Bereitung des Kaͤfes angewendet wird, auf deſſen Beſchaffenheit großen Einfluß hat. Er wird um ſo feſter und ſproͤder, je hoͤher, und um ſo weicher, je geringer der Waͤrmegrad war, bei dem er bereitet wurde. 60. Die Kaͤſe werden eingetheilt: a) in uͤberfette. Bei dieſen wird der friſchen Milch noch Rahm zugeſetzt und dieſe Miſchung zum Gerinnen gebracht. (Der Stracchino von Gorgonzola.) b) in fette. Dieſe werden aus friſcher, nicht abgerahm⸗ ter Milch bereitet. 100 Pfund friſche Milch geben im Durch— ſchnitt 9— 11 Pf. fetten Kaͤſe, drei Tage nach der Bereitung gewogen. G5 meiten Schweizer und Engliſchen Kaͤſe.) halbfette. Zu dieſen wird halb aögerahmte, halb Haihe Milch genommen. 100 Pfund Milch geben bei dieſem Verfahren ungefaͤhr 1½ Pf. Butter und 8— 9 Pf. Kaͤſe. (Der Parmeſan oder Lodiſaner Kaͤſe, der Hollaͤndiſche Kaͤſe, mehre Engliſche und Schweizer K. gehoͤxen hierher.) d) in magere. Dieſe werden aus ganz abgerahmter Milch bereitet, die man entweder von ſelbſt gerinnen laͤßt, oder, wenn ſie noch ſuͤß iſt, durch Lab zum Gerinnen bringt. Jenes gibt die ſogenannten Quaͤrche oder Sauerkaͤſe, dieſes die ſogenannten Labkaͤſe. Das Lab ſcheidet die Kaͤſematerie nicht vollſtaͤndig ab, ein Theil derſelben, der Zieger, bleibt noch immer in der Fluͤſſigkeit zuruͤck, die in dieſem Zuſtande Syrte, Schotten heißt, und aus der erſt da, wo fette und halbfette Kaͤſe bereitet werden, durch Zuſatz einer ſchaͤrferen Saͤure der Zieger abge— ſchieden wird. 61. Die Guͤte und der eigenthuͤmliche Geſchmack des Kaͤſes haͤngen zwar zum Theil von der Guͤte und Fettigkeit der Milch, mehr aber noch von der eigenthuͤmlichen Art, ihn zu bereiten und aufzubewahren, ab; denn dieſe hat den we— ſentlichſten Einfluß auf ſeine verſchiedene Feſtigkeit, ſeinen groͤßern oder geringern Zuſammenhang und auf ſeine ſpecifiſche Schwere. Der eigenthuͤmliche Geſchmack des Kaͤſes entwickelt ſich fruͤher oder ſpaͤter, ſchaͤrfer oder milder, je nachdem mehr oder weniger Butter darin enthalten iſt, je nachdem die eiweiß⸗ artige Käͤſematerie durch die Hitze mehr oder minder feſt ge— macht, je nachdem die gehitzten Kaͤſetheile bei der Bereitung feſter oder lockerer zuſammengebracht und die Molken mit ge⸗ ringerm oder ſtaͤrken Druck daraus entfäre worden ſind. Ueber die Bereitung des Kaͤſes ſ. Anleit.;3. Betrieb der Landwirth⸗ ſchaft J. S. 409. Auch theoretiſch⸗ draktiſche„Anleitung zu der Kunſt, Butter, ſo wie die beßten und bekannteſten Arten von l. Kaͤſe aller Laͤnder zu fabrieiren, von Hermbſtaͤdt Berlin 1830. die Land den ihm ſonſt uͤbrie in g geve zur als; ſe n und hal ung! digtn Grat 33 Bereiung 62. Außer ihrer Nachzucht und Milchnutzung gewaͤhren die Kuͤhe auch noch durch ihre Tauglichkeit zum Zug dem Landwirth großen Nutzen. Als ſolche ſind ſie vorzuͤglich fuͤr gerihmn, den kleinen Feldbeſitzer von außerordentlichem Werth, weil ſie etan bei ihm die Gelegenheit geben, ſeine Geſpannarbeit faſt ganz um⸗ hF Liſe ſonſt verrichten zu können, indem ſie ihr Futter durch ihre Kiſt nahn uͤbrige Nutzung ziemlich vollſtaͤndig bezahlen. Aber auch ſelbſt in groͤßeren Wirthſchaften ſollte man die Kuͤhe mehr, als es Vauhnn gewoͤhnlich geſchieht, zum Zug benutzen. ai ah 63. Wenn die Kuͤhe nicht mehr traͤchtig werden, oder ſe, diſßs zu alt geworden ſind, oder ſonſt einen Fehler haben, der ſie als Zucht- oder Milchvieh minder brauchbar macht, ſo geben ſie noch als Schlachtvieh einen nicht unerheblichen Nutzen, diß 96, und werden dazu nicht ſelten, nachdem ſie zuvor wenigſtens in der halb gemaͤſtet worden, ziemlich gut verkauft. Schotten iſe bereitet ger ahge⸗ 2. Vom Bollen. 64. Der Bolle wird zur Zucht, zum Zug und zur Maſt⸗ nack des ung benutzt. Fettigkeit Als Zuchtthiere ſind nur ſolche zu gebrauchen, die den Att, ihn eigenthuͤmlichen Charakter der Raſſe in einem ausgezeichneten t den we⸗ Grade an ſich tragen, von wirklichen Raſſethieren abſtammen t, ſeinen und ſich durch Kraft, Muth und Geſundheit auszeichnen. ppeeiſiſch Vom 2. bis 4. Jahre ſind ſie zu dieſem Behuf am taug⸗ entwickelt barſten. em mehr Als Zugthiere ſind ſie ſo lange, als ſie zur Fortpflanzung ie eiveiß⸗ ihres Geſchlechts dienen, nicht wohl zu gebrauchen, theils, t feſt de⸗ weil ſie dazu meiſtens zu wild und unlenkſam ſind, theils aber Bereitung auch, weil durch dieſe Benutzung der Zweck, wozu ſie eigent⸗ en mit gi— lich gehalten werden, gefaͤhrdet iſt. ſind. Sollen ſie ſpaͤterhin dazu dienen, ſo muͤſſen ſie, wenn Landbikt⸗ man ſie nicht mehr zur Paarung verwendet, verſchnitten wer— 3 b den. Sie geben dann ſehr kraͤftige Zugthiere ab, und eignen Arte ſich nach dem Gebrauch einiger Jahre vortrefflich zur Maſt⸗ n 1830.. 3 —— 4 34 ung. Oft iſt es jedoch vortheilhafter, ſie, ſobald ſie nicht mehr zum Springen taugen, unkaſtrirt zu verkaufen. 3. Vom Ochſen. 65. Da man in jeder Wirthſchaft nur wenige Bollen bedarf, und dieſe als Zug⸗ und Maſtthiere einen geringen Werth haben, ſo werden alle maͤnnlichen Kaͤlber, die man nicht ſchlachten, oder zu Bollen gehen laſſen will, in ihrer fruͤhſten Jugend verſchnitten. Dieſe verſchnittenen Ochſen ge— ben nicht nur ſehr gute Zugthiere ab, ſondern eignen ſich auch am beßten zur Maſt, und werfen ſo durch ihr Fleiſch, ihr Fett, ihre Haut, ihre Hoͤrner ꝛc. einen großen Nutzen ab. 66. Sollen ſie als Zug⸗ und ſpaͤterhin als Maſtthiere den moͤglich groͤßten Vortheil gewaͤhren, ſo duͤrfen ſie nicht zu jung eingeſpannt und angeſtrengt werden. Nach vollende⸗ tem zweiten Jahre gewoͤhnt man ſie an das Ziehen, nimmt ſie aber nur zu leichten Feldarbeiten. Erſt nach dem dritten Jahre ſind ſie ohne Schaden an die Deichſel zu ſpannen, und vom vierten an zum ganz ſchweren Zug zu gebrauchen. Die Ochſen werden bis zu ihrem zehnten Jahre immer groͤßer und ſtaͤrker und koͤnnen wohl bis zu ihrem vierzehnten als Zugthiere dienen; da ſie aber in ſpaͤteren Jahren ſehr ſchwerfaͤllig werden, und die junge Nachzucht immer draͤngt, ſo benutzt man ſie nur in den Gegenden, wo keine Zugochſen aufgezogen werden, laͤnger als hoͤchſtens bis nach vollendetem ſiebenten Jahre zum Zug, und macht ſie dann gewoͤhnlich fett. 67. Wenn der Ochſe als Zugthier ſeine volle Kraft aͤußern ſoll, muß er ſo eingeſpannt werden, daß er in deren Ausuͤbung auf keine Weiſe gehindert werde. Solches erreicht man am ſicherſten, wenn man zu ſeiner Anſpannung entwe⸗ der das Kummet oder das bewegliche Stirnjoch waͤhlt; das Nackenjoch, ſo wie das feſte Stirnjoch ſind fuͤr die Thiere hoͤchſt beſchwerlich. 35 iht neßr Der Ochſe vertraͤgt die Hitze nicht gut, und bedarf, weil er wiederkaͤuet, mehr Zeit zum Freſſen, als das Pferd. Caͤhrend der Arbeitszeit muß er kraftigere Nahrungs⸗ mittel erhalten, als wenn er muͤßig im Stalle ſteht, nicht nur, weil er mehr Kraft braucht, ſondern weil er auch zu lange Zeit mit dem Freſſen gehaltloſer Nahrung zubringt. Ueber die Angewoͤhnung, Anſpannung und Abwartung der Zugochſen di ſiehe Anleitung zum Betriebe der Landwirthſchaft I. 214 ꝛc. und ai 369 ꝛc. II. 63 und 136. e Volen Neingen he 68. Die Ochſen werden ſowohl auf Weiden, als in ſch auh Staͤllen entweder mit Gruͤnfutter, oder mit Heu, Wurzelwerk, ſ, ir Knollengewaͤchſen, Oelkuchen, Getreide und Traͤbern fett ge⸗ ma macht. Soll ſolches auf Weiden geſchehen, ſo muͤſſen dieſe reich bewachſen ſeyn, und nur ſolche Pflanzen enthalten, die kaſthiere beſonders angenehm und gedeihlich ſind. Ein Acker, Weide⸗ ſe vicht land iſt im Durchſchnitt wenigſtens zur vollen Ausmaͤſtung vollenden eines Rindes, die ſelten in weniger Zeit, als unter ſechs Mo— „ nimmt naten(vom Monat Mai bis Ende Oectobers) erreicht wird, n dritten erforderlich. ſpannen, Ueber das Maͤſten des Rindvieh's auf Fettweiden ſ. Moͤglinſche uchen. Annalen B. 28. S. 72. re immer 69. Gibt man den zur Maſt beſtimmten Rindern waͤh⸗ tzehnte rend des Sommers im Stalle vollauf Gruͤnfutter, und da⸗ ren ſeßr neben noch etwas Getreideſchrot und Salz ins Saufen, ſo draͤngt, werden ſie eben ſo gut, vielleicht ſchneller fett, als auf Weiden, mgochſen und liefern ſie vorzuͤglich wohlſchmeckendes Fleiſch; vier bis endetem fuͤnf Pfund Heuwerth auf 100 Pf. lebendes Gewicht ſind aber ich fet wenigſtens taͤglich an Gruͤnfutter noͤthig, wenn die Maſtung Erfolg haben ſoll. Nach dem Verbluͤhen abgemaͤhete Wicken l Kraft moͤgen ſich beſonders gut dazu eignen. in deren Vortheil duͤrfte bei dieſer Maſtungsweiſe ſelten ſeyn. uih 70. Die Maſtung der Ochſen mit bloßem Heu im Win— 3 dus ter kann nur in den hoͤchſt ſeltenen Faͤllen Vortheil bringen, hähe wo ein großer natuͤrlicher Graswuchs ſtatt findet und das Heu auf keine andre Weiſe zu benutzen iſt. Ein Ochſe muß auf 3* 36 100 Pfund ſeines lebenden Gewichtes ebenfalls wenigſtens 4— 5 Pfund Heu bekommen, wenn er nach zwanzig Wochen ausgemaͤſtet werden ſoll. 71. Das Heu kann groͤßtentheils, faſt ganz bei der Maſtung entbehrt und dieſe dadurch ungleich vortheilhafter ge⸗ macht, ſogar beſchleunigt werden, wenn man ſteatt deſſelben Wurzel⸗ und Knollengewaͤchſe aller Art, worunter zu dieſem Behuf die Kartoffeln den Vorzug behaupten, und gutes Fut⸗ terſtroh in dem§. 52 angezeigten Verhaͤltniſſe reicht. Die Kartoffeln oder Ruͤben werden kleingeſchnitten, auch wohl in Dampf gekocht und zerdruͤckt, dann mit Spreu(Siede) oder Haͤckſel angemengt, dieſer Miſchung einige Haͤnde voll Ge⸗ treideſchrot und Salz zugeſetzt und daneben nur wenig Heu, aber durch einen Zuſatz von Oelkuchen nahrhaft und wohl⸗ ſchmeckend gemachtes Saufen in hinreichender Menge gereicht. Bei dieſer Fuͤtterungsweiſe, die bis ſechs Pfund Heuwerth auf 100 Pf. lebendes Gewicht taͤglich anſteigen kann, gelangen die Thiere recht bald zu einem gewuͤnſchten Feiſtigkeitszuſtand. 72. In den Gegenden, wo ein ſtarker Oelſaat⸗ oder Flachsbau herrſcht, werden auch wohl bloße Oelkuchen als eigentliches Maſtfutter neben Heu und Stroh angewendet, und zu dem Ende entweder klar geſtoßen mit Haͤckſel oder Siede vermengt als Futter, oder in Waſſer aufgeweicht als Saufen gereicht. Dieſe Maſtungsweiſe, bloß mit Oelkuchen, duͤrfte, aus mehren Gruͤnden, niemals vortheilhaft ſeyn, da⸗ gegen iſt ihre Hilfe, neben anderem Maſtfutter jederzeit ſehr wohlthaͤtig, weil ſie die Thiere zum Saufen anreizen und eine geſunde Verdauung befoͤrdern. 73. Das kraͤftigſte Maſtfutter neben einer hinreichenden Menge von Heu und gutem Futterſtroh, um den Wanſt ge⸗ hoͤrig zu fuͤllen(ſ.§. 53) geben die Getreidekoͤrner. Man waͤhlt dazu diejenige Art, die im Verhältniß zu ihrer naͤhren⸗ den Kraft am wenigſten koſtet, gewoͤhnlich Gerſte, Erbſen, Wicken, Bohnen, Hafer, Mais. Das gewöhnlichſte Verfahren bei dieſer Maſtungsweiſe iſt, das Getreide zu ſchroten, dann — — —ꝑ — ☛ —„/—. „—,———, 37 denigſten⸗ mit Haͤckſel oder Spreu zu vermengen, dieſe Miſchung mit Vochen Salzwaſſer zu benetzen und neben derſelben noch etwas Heu, gutes Futterſtroh und ein gutes nahrhaftes Saufen zu reichen; z bei der es iſt jedoch, wegen Koſtbarkeit des Getreides, nur hoͤchſt haſter ge⸗ ſelten vortheilhaft, daſſelbe zum Hauptmaſtfutter zu machen, t deſſelben dagegen eignet es ſich in kleineren Gaben ganz vorzuͤglich zur zu dieſem Unterſtuͤtzung anderer Maſtungsarten, beſonders der im 71.§. gutes Fur angegebenen, die nur mit ſeiner Hilfe das Verlangte vollkom⸗ iht. Die men zu leiſten vermag. Man gibt es dabei am liebſten wenig wohl in auf einmal zur Haͤlfte in das Saufen, dieſes angenehmer zu d) o machen, zur Haͤlfte an das Futter, damit es lieber gefreſſen vol Ge⸗ werde. nnig Heu, 74. Wie viel man an Getreide den Thieren bei der d wohl⸗ Maſtung zu geben habe, kann nur nach ihrer koͤrperlichen gereicht. Groͤße, nach der Ernaͤhrungsfaͤhigkeit des Getreides, nach dem Heuwerth Zweck, den man mit ſeiner Fuͤtterung erreichen will, nach gelangen ſeinem Preiſe und nach der Art, es zu verwenden, beſtimmt tö,uſtend werden. In letzter Hinſicht kommt es naͤmlich darauf an, ob niß oder man es ganz oder gemahlen, roh, geſotten oder gegohren ver⸗ hen ub fuͤttert. Das Getreide dem Maſtvieh ganz zu geben, bleibt immer eine Verſchwendung, beſonders bei dem Rindvieh, weil dedendel es von ihm in dieſem Zuſtande kaum zur Haͤlfte verdaut wird. Hſ üe Beſonders nahrhaft und gedeihlich iſt ein Trank von geſaͤuertem eich dl Mehlbrei und Waſſer. Man bereitet dieſen Brei, indem man delkuchen, das zur Maſtung beſtimmte Mehl oder geſchrotne Getreide mit eyn, da— Waſſer zu einem dicken Brei anruͤhrt und dieſer Miſchung etwas gei ſehr Sauerteig zuſetzt, wodurch ſie nach 24 Stunden den gehoͤrigen d Grad von Saͤure erhaͤlt. Zwei Theile klar geriebene Kartoffeln hen Un mit einem Theil Getreideſchrot auf angegebene Weiſe zugerichtet, geben ebenfalls ein vortreffliches Maſtfutter. So auch Kugeln aus Getreidemehl, Salz und Waſſer von der Groͤße eines Apfels, ſchenden—. 4 ach die man den Thieren, nachdem ſie ihr eigentliches Futter an Panſt ge Heu, Wurzelwerk gefreſſen, zweimal des Tages Stuͤckweis vor⸗ r. Man gibt, auch wohl einſteckt. haͤhren⸗ 1. 35 75. Die Maſtung mit Traͤbern ſindet ſtatt, wo man 7 2„ e 8* 7 5 Bier oder Branntwein, oder Staͤrke im Großen bereitet. Vetfahren 1, dann Weil das Maſtfutter hier ein bloßer Abfall iſt, indem man / 38 die in Bier, Branntwein ꝛc. verwandelten Felderzeugniſſe die— ſen Produkten anrechnet, ſo gewaͤhrt dieſe Maſtungsweiſe groͤßern Nutzen und mehr reinen Gewinn, als alle anderen. Dieß wuͤrde keineswegs der Fall ſeyn, wenn man die Traͤbern bei der Maſtung nach ihrem wahren innern Werth berechnete. Man nimmt an, daß im Durchſchnitt ein Ochſe an dem Spuͤlicht von 5 Metzen Roggen neben ſechs Metzen Haͤckſel von gutem Stroh und etwas Heu, der mit jenem uͤberbruͤht wird, taͤglich ſein zureichendes Maſtfutter habe, daß daher eine Brennerei, die taͤglich drei Scheffel Roggen verarbeitet, 9— 10 Maſtochſen aufſtellen koͤnne. Der Spuͤlicht anderer Fruͤchte ſoll im Verhaͤltniß ſtehen mit dem Branntwein, den ſie geben. Wenn daher 3 ½ Schffl. Kartoffeln, ſo viel Brannt⸗ wein liefern, wie ein Schffl. Roggen, ſo wuͤrde auch der Spuͤlicht oder die Schlempe von ihnen an naͤhrender Kraft dem von dieſem gleich kommen. Andere wollen jedoch dem Spuͤlicht von Kartoffeln einen verhaͤltnißmaͤßig hoͤhern Futter⸗ werth beilegen. Alle dieſe Berechnungen paſſen jedoch nicht genau, da es ſehr auf den Betrieb der Brennereien ankommt; jemehr man Alkohol zu gewinnen verſteht, deſto nahrungsloſer wird der Abfall. Vorſichtsmaaßregeln bei dem Maͤſten mit Branntweinſpuͤlicht. Die Thiere ſchwitzen dabei ſtark und muͤſſen vor Erkaͤltung in Acht genommen werden. Vorzuͤglich gutes Maſtfutter erhaͤlt man, wenn man geſchnittenes Wurzelwerk mit heißem Spülicht uͤber⸗ gießt, und dieſes Bruͤhfutter wohl durchmengt. Was hier uͤber die Maſtung der Ochſen in mehren§§. zuſammen⸗ geſtellt worden, findet natuͤrlich auch ſeine Anwendung bei dem Maͤſten der Kuͤhe, Kalben, Bollen. Ueber das Verfahren bei der Fuͤtterung ꝛc. ſ. Anleit. z. Betrieb der Landwirthſch. II. S. 163.:c. 76. Ueber den Fortgang jeder Maſtung uͤberzeugt man ſich durch das Wägen, Meſſen und Befuhlen der Thiere. ſ. §. 30. Das ſicherſte Mittel bleibt ſtets das erſtgenannte:; doch kann auch das M eſſen bei gehoͤriger Beruͤckſichtigung der verſchiedenen Raſſen, von denen ſich in dieſer Hinſicht nicht all erket hint ung d' ven nͤ per ſuc line det beſc Qus weſſ des A Eir 7—, nicht 39 8 de alle gleich verhalten, eine ziemliche Sicherheit gewähren. Man ungzwiſe erkennt naͤmlich durch das Meſſen des Umfangs der Thiere 1 andenn. hinter der Bruſt deſſen allmaͤhlige Zunahme waͤhrend der Maſt⸗ di Dihen ung, und durch die Berechnung des kubiſchen Inhalts des · barhnut Thierkoͤrpers kann man deſſen abſolutes Gewicht erforſchen, iſe an dem wenn man das koͤrperliche kennt. Hr. von Strachwitz be⸗ ten Hickſ muͤhte ſich, die laͤngſt bekannte kubiſche Ausmeſſung des Koͤr⸗ üͤberbruͤt pers der Thiere dadurch zu verbeſſern, daß er einen Theiler daß dnße ſuchte, der deren reines Fleiſch⸗ oder Schlaͤchtergewicht in ber⸗ deratbeitt liner Pfunden angaͤbe. Sein Verfahren iſt im 10. Bande ſt anderr der Annalen der Fortſchritte des Ackerbau's von Thaer S. 131 vein, den beſchrieben, und beſteht in folgendem: man multiplicire das Braunt⸗ Quadrat des Diameters der Thiere, hinter den Schultern ge⸗ nuch der meſſen, mit deren Laͤnge vom Schulterpunkt bis zum Ende der Kraft des Hinterbackens, und dividire dieſe Summe mit 54. Der doch dem Quozient gibt das Schlaͤchtergewicht nach berliner Pfunden an. Ein Ochs z. B. halte 49 Zoll Laͤnge und 71,5 Zoll Umfang. ern Futter⸗—. ti Fäier 71,5 Z3. Umfang gibt zum Diameter 22,75 Z. 22, 75 22,75 di) ac— 517, 56, 517, 56 49= 25360, 44= 469, 63. Als der ankommt; 3 angöoſer Ochſe geſchlachtet wurde, war ſein Schlaͤchtergewicht 460 Pfund. Noch andere Faͤlle trafen. Eine Vervollſtaͤndigung dieſes Ver⸗ licht di fahrens iſt mitgetheilt im Univerſalblatt B. 2. S. 110. Fuͤr Eia Leipziger Maaß und Gewicht moͤchte der Diviſor 73 zu waͤh⸗ lict i⸗ len ſeyn. 77. um das Verhaͤltniß des lebenden Gewichts zum uſammen⸗ Schlaͤchtergewicht und das der beſſeren Koͤrpertheile zu den Jbei d minder nuͤtzlichen zu ermitteln, hat man eine große Menge 3 1 von Schlachtproben gemacht, und dadurch gefunden, daß 100 Pfuͤnd lebendes Gewicht geben: a. bei mageren Thieren 50— 54 Pfund Fleiſch. eugt man b. bei halbfetten„ 54— 64 ⸗ thiere. c. bei ſetten 65-70 genannte: 100 Pfund reines Fleiſch geben bei mageren, jedoch geſunden jaung der igung nicht ausgemergelten Thieren 6— 8 Pfund Talg, ſcht nicht — 4—.— ———.———— 4 —=—————„ſ-—ͤÿ 40 bei halbfetten Thieren 9— 12 Pfund Talg, bei ganz fetten ⸗ 13— 20. 7 Die Fleiſchtheile von minderem Werthe, Eingeweide, Kopf und Fuͤße verhalten ſich zum reinen Fleiſche: bei mageren Thieren wie 20— 22 zu 100. „ halbfetten ⸗ 2 15— 20 ⸗ „ ganz fetten ⸗ 312⸗ S. Anleitung zum Betrieb der Landwirthſchaft II. S. 176. Zweiter Abſchnitt. Bonder Schafzucht. 78. Das Schaf gewaͤhrt dem Menſchen durch ſeine Wolle, ſein Fleiſch, ſein Fett und ſeine Haut ſo viele Vor— theile, daß es ihm, nach dem Rindvieh das wichtigſte land⸗ wirthſchaftliche Hausthier iſt, und da, wo die Wirthſchafts⸗ verhaͤltniſſe ſeiner Unterhaltung guͤnſtig ſind, oder ſeine vor— zuͤglicheren Produkte einen hohen Preis haben, nicht ſelten einen groͤßeren Reinertrag abwirſt, als das Rind. Fuͤr den Nomaden ſind die Schafe von vorzuͤglicher Wichtigkeit; ſie liefern ihm faſt alle ſeine Beduͤrfniſſe und er braucht neben ihnen nur wenig ſtaͤrkere Thiere, ſein Gepaͤck zu tragen. Der Ackerbau treibende Menſch kann aber dagegen wohl das Schaf, aber nicht das Rind entbehren. 79. Das Schaf kommt faſt unter jedem Himmelsſtriche fort; man findet es daher in den meiſten unkultivirten Gegen⸗ den, im wilden oder doch verwilderten Zuſtande; doch hat die Verſchiedenheit des Klima's, verbunden mit einer veraͤnderten Lebensweiſe, bedeutenden Einfluß auf ſeine Koͤrperform. Wilde Schafe,(Mouflon), in Corſika, Sardinien, Griechenland, Vorder⸗ und Hinteraſien, Africa. Verwilderte in nordiſchen Klimaten, in Norwegen, Island. Sie ſind hier das ganze Jahr im Freien und zeichnen ſich durch eine eigenthuͤmliche Hoͤr⸗ nerform aus. das Hetroe ale a gedeit mach veni V thiere — der al den i eine g fͤr de (rope gemeſe githei Vole Eige ſor wo trie 41 80. Die Schafe lieben vorzugsweiſe den Aufenthalt auf Huͤgeln und Bergen, auf kurzgraſigen Weideplaͤtzen, die mit ingeweſde Baͤumen hin und wieder beſetzt ſind, unter denen ſie Schatten und Kuͤhlung in den heißen Stunden des Tags und Schutz gegen Regen finden.— In den Bergen beſfinden ſich die Schafe beſſer, als in feuchten Ebenen. Naſſe ſumpfige Weiden ſagen ihnen nicht zu. Das Rarſchſchaf iſt wahrſcheinlich nur nach und nach an ſeine fette 5 Nahrung gewoͤhnt worden. Auch fuͤr Kuͤhle ſind ſie von Natur mehr beſtimmt, als fuͤr große Waͤrme. Sonnenhitze koͤnnen ſie nicht vertragen; Naͤſſe aber iſt ihnen gar toͤdtlich. 81. Das Laub der Buͤſche und jungen Baͤume, und das Gras auf trockenen Wieſen ſind ihnen ſowohl gruͤn, wie getrocknet, die angenehmſte Nahrung, doch freſſen ſie auch alle anderen Futtergewaͤchſe, die dem Rindvieh angenehm und ch ſeine gedeihlich ſind. Sie ſind im Stande, taͤglich weite Reiſen zu aele Vor⸗ machen und freſſen den ganzen Tag uͤber waͤhrend des Gehens. gſte land⸗ Sie trinken zwar nur wenig, und beduͤrfen daher auch tſchafts weniger Waſſer, als die uͤbrigen landwirthſchaftlichen Haus⸗ ine vor⸗ thiere, doch muͤſſen ſie taͤglich getraͤnkt werden. t ſelten 4 Von den Arten und Raſſen der Schafe. üii 82. Alles, was bereits bei der Pflanzenkultur und in en. Der der allgemeinen Viehzucht uͤber Arten und Abarten geſagt wor⸗ s Schaß den iſt, gilt auch bei den Schafen. Es gibt von denſelben eine große Menge von Abarten oder Raſſen, von denen jedoch gkrich fuͤr den Landwirth nur die Intereſſe haben koͤnnen, die in begen⸗ Europa einheimiſch und unſeren klimatiſchen Verhaͤltniſſen an⸗ hat die gemeſſen oder an dieſelben gewoͤhnt ſind. nderten Alle unſere Schafraſſen koͤnnen fuͤglich in zwei Klaſſen getheilt werden; in die mit ſchlichter und die mit gekraͤuſelter henland, Wollo. otdiſchen Eigenthuͤmlichkeit des Wollhaars oder vielmehr Fadens, nicht Kegel— ds gnt ſondern mehr eylinderföͤrmig. Stichelhaare, Hundshaare, Kamm⸗ 7 hi⸗ wolle, Kardaͤtſch-Krempel- oder Walkerwolle. ſ. Anleitung z. Be⸗ trieb d. Landw. II. 203 ꝛc. ——-—.———— 42 83. In die erſte Klaſſe gehoͤrt das Marſchſchaf, das Schaf der Ebenen, mit großem Koͤrper und grober Wolle, wie man es in England und den Marſchgegenden des noͤrd⸗ lichen Deutſchland, auch in Flandern und Holland findet. In die zweite Klaſſe gehoͤrt das Bergſchaf mit einem viel kleineren Koͤrper und dichter, kurzer, krauſer Wolle, wie z. B. das waͤlſche oder Paduaner Schaf. Aus der Vermiſchung dieſer beiden Raſſen ſoll nach eini— gen das gemeine deutſche Landſchaf entſtanden ſeyn, dieſes iſt groͤßer als das Bergſchaf, aber kleiner, als das Marſchſchaf, und traͤgt eine ziemlich lange, bald mehr, bald weniger ge⸗ kraͤuſelte Wolle, die ſich meiſtentheils beſſer zum Kaͤmmen, als zum Krempeln eignet. Viele rechnen daher dieſes Schaf zur erſten Klaſſe, und nehmen an, daß die bisweilen ſtatt fin— dende groͤßere Kraͤuſelung ſeiner Wolle mehr eine Folge der Ernaͤhrung und klimatiſcher Einfluͤſſe, als eine Eigenthuͤmlich— keit der Raſſe ſei. In England gibt es eine Menge Schafraſſen. Culley zaͤhlt in ſeinem Observations on live stock deren funfzehn, worunter einige 9— 12 Pfund Wolle und bis 150 Pf. Fleiſch pro Stuͤck liefern. Sehr ſtechen dagegen hinſichtlich der Groͤße die Heid— ſchnucken und ungarſchen Zackelſchafe ab. Von jenen wiegt oft ein ganzer ausgeſchlachteter Hammel nur 30 Pfund. 84. Das ſpaniſche Schaf, Merinoſchaf gehoͤrt auch zur zweiten Klaſſe, iſt aber hoͤchſt wahrſcheinlich eine ganz eigne Art, die ſich von der gewoͤhnlichen krauswolligen Schaf⸗ art durch Dichtheit des Vließes, große Feinheit der Wolle und die Abſonderung eines harzigen Fettes uͤber dem ganzen mit Wolle bedeckten Theil des Koͤrpers auszeichnet. Die Wid⸗ der haben meiſtens große, ſchneckenfoͤrmig gewundene Hoͤrner. Unterraſſen der Merino's: Electorals(Escurials); Infantados (Negrettis, Imperials). 85. Wo reiche Weiden vorhanden ſind und das fette Schaffleiſch gut bezahlt wird, iſt die Erziehung und Haltung von großen langwolligen Schafen nicht ſelten vortheilhafter, als die kleinerer Thiere mit feinerer Wolle. Jene geben in ſolce zuch hüher riichl Sche man liche man liger uͤbtig auf iher eutſch alles keicht eine dieh Geſch ander zucht bring Nuſe Vell Ad gleich 43 ſüre ſolchen Verhaͤltniſſen viel und fettes Fleiſch und viel, wenn a ds pnn auch nur wohlfeile Wolle, durch deren Geſammtertrag der fnde hoͤhere Preis der Wolle von kleineren und feineren Schafen äni ghn reichlich verguͤtet wird, wie England den Beweis liefert. Wo aber die Weide nicht beſonders reich iſt, und fettes Schaffleiſch nicht ſehr geſucht wird, entſteht die Frage, ob man gewoͤhnliche Landſchafe, oder die feineren, aber auch zaͤrt⸗ ⸗Woll, wie vuu licheren Merinos, und in letzterm Falle, welche Art derſelben man halten ſolle?— Dieſe Frage kann nur nach jedesma— Vrihſtaf liger ſorgfaͤltiger Unterſuchung der vorliegenden Futter- und henigr ge uͤbrigen Verhaͤltniſſe einer Wirthſchaft fuͤr jeden gegebenen Fall mmen, als auf eine paſſende Weiſe beantwortet werden. Hat man ſich Schyf zu aber einmal fuͤr das Halten der einen oder der andern Raſſe ſaatt fi⸗ entſchieden, ſo bleibe man auch konſequent dabei, vermeide Folge der alles Schwanken von der einen zur andern, weil man dadurch enthuͤmlich leicht nur unpreiswuͤrdige Waare erhaͤlt, und beſtrebe ſich, bei einer jeden das Moͤglichvollkommenſte zu erreichen. ley zühlt in 7, worunte i Sit Von der Paarung, Zucht und Pflege n wiegt iſt der Ochafe. 86. Das Alter der Schafe wird, wie das des Rind⸗ thört aud vieh's, am Wechſel der Schneidezaͤhne erkannt. eine ganz Mit achtzehn Monaten ſind ſie zur Fortpflanzung ihres en Schaß Geſchlechts hinlaͤnglich ausgebildet; doch laͤßt man ſie, wegen der Wolle anderer Ruͤckſichten, gewoͤhnlich aͤlter werden, ehe man ſie zur im ganzen Zucht gebraucht, wenigſtens die maͤnnlichen Thiere. die Wi⸗ Das Mutterſchaf geht 21— 23 Wochen traͤchtig und Hoͤrner. bringt bei den Marſchſchafen meiſtens zwei, bei den uͤbrigen iintäie Maſſen aber in der Regel nur ein Junges auf einmal zur Welt. Als kuͤrzeſte Zeit des Traͤchtigſeyns wurden 146, als laͤngſte 161 8 19 Tage bemerkt. A halheſt⸗ 87. Im natuͤrlichen Zuſtande paaren ſich die Schafe geben in gleich den uͤbrigen Thieren zu einer ſolchen Jahreszeit, daß ——— — — —— 44 ſie bei der Geburt der Jungen eine milde Witterung und ge⸗ nuͤgende Nahrung haben; in der Haushaltung aber ſucht man am liebſten die Lammung zu einer Zeit herbeizufuͤhren, wo die Schafe nicht genoͤthigt ſind, den ganzen Tag herum zu gehen, um ſich ihre Nahrung zu ſuchen, und wo die Auf⸗ merkſamkeit, die man den Schafmuͤttern und ihren Jungen widmen muß, nicht durch andere Geſchaͤfte geſtoͤrt wird. Eine ſolche Zeit iſt der Winter, und es entſteht nun die Frage, ob man die Laͤmmer in der Mitte, oder erſt gegen den Aus— gang des Winters kommen laſſen ſoll? Fuͤr beides ſprechen Gruͤnde, die hauptſaͤchlich in den Ortsverhaͤltniſſen liegen. Dieſe muͤſſen daher vor Allem daruͤber zu Rathe gezogen wer— den, und je nachdem dieſe entſcheiden, laͤßt man die Staͤhre vom July bis in die Mitte des Octobers zu den Mutter— ſchafen. Die Vortheile des Lammens im Stalle ſind groß. Erleichterung einer genauen Ueberſicht und zweckmaͤßigen Vertheilung des Fut⸗ Iters. Die Gruͤnde fuͤr eine ſpaͤte Lammung ſind eben ſo wichtig, wie die fuͤr eine zeitige und nicht ſelten uͤberwiegend. Am vor— theilhafteſten waͤre es wohl, wenn die Schafe im April und Mai bruͤnſtig wuͤrden, und die Laͤmmer im September und Oectober kaͤmen. Jenes iſt aber noch nicht nach Wunſch geſchehen. An⸗ leitung z. Betrieb der Landwirthſchaft. Bd. 2. S. 71.„ 88. Im Ganzen rechnet man auf 40— 50 Muͤtter einen Staͤhr. In beſonderen Faͤllen koͤnnen aber auch achtzig bis hundert und druͤber einem einzigen zugetheilt werden. Dann iſt es jedoch noͤthig, daß derſelbe noch weit beſſer, als in je— nem Falle auf dem Stalle mit Hafer waͤhrend der Sprung— zeit gefuͤttert werde. Die Paarung geſchieht, indem man entweder dem Wid— der das einzelne Schaf vorfuͤhrt(Springen aus der Hand), oder mehren Widdern eine angemeſſene Zahl von Schafen zutheilt, mit denen ſie waͤhrend der Paarungszeit herumgehen. Die erſte Art wird bei den beſſeren, beſonders feinwol—⸗ ligen Herden und zur Erreichung beſtimmter Zwecke bei der ——i heende eineger mannii werirun tegiſter Ddie ſcie dai Ueber 1. 9 einem, befruch tinen d ing und ge⸗ ſucht man ſhten, wo g trum zu wo die Auf ten Jungen wird. Cine t die Frage, 7 den Aus⸗ es ſorechen ſen(egen. togen wer⸗ die Stähte Mutter⸗ rleichterung ng des Fot⸗ wſo wichtig, A. Att bor⸗ (l und Mai d Oettober then. An⸗ 1 ütter einen ahtzig bis n. Dann als in jen Sprung⸗ dm Vid⸗ aus der Zahl von arungezet z feinwol⸗ bei der — 45 Zucht angewendet; die zweite dagegen iſt die bei grobwolligen Herden und einer minder ſorgſamen Schafzucht gewoͤhnliche. Eine Verbindung beider Manieren findet ſtatt, wenn man jeden Staͤhr mit den ihm zugetheilten Schafen allein weiden laͤßt. Bei der erſten Manier kann ein Staͤhr mehr Schafe zugetheilt be⸗ kommen, als bei der zweiten. Anl. z. Betr. d. Landw. B. 2. S. 74.. 89. Um bei der Paarung ein zweckmaͤßiges Verfahren einſchlagen, durch eine paſſende Auswahl und Verbindung von Schafmuͤttern und Staͤhren eine den Anforderungen entſpre— chende Nachzucht hervorbringen zu koͤnnen, iſt vornehmlich dreierlei nothwendig: 1., daß man uͤber den Zweck, den man in den vorliegen⸗ den Wirthſchaftsverhaͤltniſſen bei der Schafzucht zu erreichen gedenkt, vollkommen mit ſich einig ſei, und denſelben konſe⸗ quent verfolge. 2., daß man eine genaue und vollkommene Schaf⸗ und Wollkenntniß beſitze. 3, daß man uͤber den Erfolg der Paarung genaue Beob⸗ achtungen ſammele, um darauf Regeln fuͤr die Zukunft be⸗ gruͤnden und mit ihrer Hilfe die Veredlung einer an ſich ſchon vortrefflichen Herde immer hoͤher treiben zu koͤnnen. Um dieſen Anforderungen zu genuͤgen, ſind erforderlich: eine genaue Bonitirung und Klaſſificirung ſaͤmmtlicher Zuchtthiere, maͤnnlicher ſowohl, als weiblicher; eine Bezeichnung und Nu— merirung der Schafmuͤtter und Staͤhre; genaue Geſchlechts⸗ regiſter und puͤnktlich gefuͤhrte Paarungs- oder Sprungliſten. Die Bezeichnung und Numerirung der Schafe geſchieht auf ver⸗ ſchiedne Weiſe. Bei den Staͤhren am beßten an den Hoͤrnern; bei den Schafmuͤttern durch das ſogenannte Taͤtowiren.⸗ Ueber dieſe Gegenſtaͤnde, die Kenntniß der Wolle ꝛc. ſ. Anleitung z. Betrieb der Landwirthſchaft B. 2. S. 200— 238. 90. Die untadelhaften weiblichen Thiere werden von einem, wenn es ſeyn kann, eben ſo untadelhaften maͤnnlichen befruchtet; die duͤnnwolligen von einem ſolchen, deſſen Wolle einen dichtern Stand hat, ohne jedoch in ihren Eigenſchaften 46 zu ſehr von derjenigen abzuweichen, welche die weiblichen Thiere tragen; die dichtwolligen groͤberen Schafe mit einem Staͤhr, deſſen Wolle feiner, aber doch auch moͤglichſt dicht iſt. Maͤnnliche Zuchtthiere mit entſchiedenen Wollfehlern duͤrfen niemals zur Zucht gebraucht werden, und weibliche Thiere mit fehlerhafter Wolle muß man mit ſolchen Staͤhren paaren, deren Wolle von den Fehlern jener ganz frei, in ihren Haupt⸗ eigenſchaften aber derſelben aͤhnlich iſt. S. Anleit. z. Betr. d. L. B. 2. S. 239. 91. Unmittelbar nach der Paarung tritt, wenn dieſel⸗ ben, wie immer vorausgeſetzt wird, uͤberhaupt zweckmaͤßig be— handelt werden, keine Veraͤnderung in der Verpflegung der Mutterſchafe ein; aber in den letzten vier oder ſechs Wochen der Traͤchtigkeit muß man fuͤr ihre beſſere Ernaͤhrung ſorgen, um die Milchabſonderung zu befoͤrdern. Dieſen Zuſatz zu ihrem gewoͤhnlichen Futter darf man ihnen auch waͤhrend der ganzen Saͤugezeit keinen Augenblick entziehen, weil ſie durch das Saͤugen, zumal bei ſtrenger Froſtkaͤlte, ungemein ange⸗ griffen werden. Indeſſen iſt es keineswegs vortheilhaft, ſehr nahrhaftes Futter, z. B. Kleeheu und Getreidekoͤrner in er⸗ heblicher Menge zu reichen, weil dadurch leicht die Milch zu fett und zu nahrhaft wird, dieſes aber nach allen Erfahrungen die verhaßte Krankheit der Laͤmmerlaͤhme zur Folge haben kann. Gutes Wieſenheu, feines gut eingebrachtes Futterſtroh, Kartoffeln und ein duͤnner Oelkuchentrank gelten fuͤr die beß— ten Nahrungsmittel ſaͤugender Mutterſchafe, die uͤberdieß noch, wie ſchon fruͤher im Zuſtand des Traͤchtigſeyns, fortwaͤhrend eine ruhige, ſanfte Behandlung genießen muͤſſen. 92. Da die Schafe in den Staͤllen mitten unter einer großen Anzahl von Thieren lammen, ſo iſt es nothwendig, fuͤr das Junge Sorge zu tragen, damit es von den uͤbrigen Schafen nicht Schaden leide, oder ſeine Mutter verliere. Deshalb werden die Schafe, welche gelammt haben, mit ihren neugebohrnen Jungen in einen abgeſonderten Stall gethan. Wollen ſie daſelbſt letztere etwa nicht gleich ſaugen laſſen, ſo ſertt ſogenal 9 mtn angegr man ſ Maͤtte ſelben Horde, daß wo konnen fir ſie ſeines, hafer nach T nehme Die Ne 9 im vor. werden ſich, ſo abgeſet bis nac und düͤ Vede eine gu dem An ſütterun jichen, futter! als wer Otalffü Vorrath bei Reg 47 e weibli Tr. vallihe ſperrt man Mutter und Lamm in ein kleines Behaͤltniß, eine edei ſogenannte Koje ein, damit ſie ſich an einander gewoͤhnen. dicht iſ. ſen düfn 93. Wenn die Laͤmmer 2— 3 Wochen alt ſind, ſucht man ſie, damit die Muͤtter durch das Saͤugen nicht zu ſehr üice dhe deie angegriffen werden, ſchon an das Futter zu gewoͤhnen, indem iten zupt man ſie entweder taͤglich ein paar Stunden ganz von ihren Muͤttern trennt, oder von dem Stall, worin ſie ſich mit der— ſelben befinden, eine kleinen Theil fuͤr ſie abſcheidet durch eine Horde,(deren Sproſſen ſo weit von einander entfernt ſind, benn dieſel⸗ daß wohl die Laͤmmer, aber nicht die Schafe durchkommen ecmaͤßig be⸗ koͤnnen. In dieſen abgeſchiednen Theil legt man den Laͤmmern pflegung der fuͤr ſie paſſendes Futter, junges blaͤtterreiches Kleeheu, kurzes, hs Wochen feines, gutgetrocknetes Wieſenheu, auch wohl einige Koͤrner ing ſorgen, Hafer oder gequellte Erbſen, Malz ꝛc, vor, damit ſie davon Zuſat zu nach Belieben, in Abwechſelung mit der Muttermilch, zu ſich ahrend der nehmen koͤnnen. eil ſie durch Die Koͤrnerfuͤtterung darf als zu koſtbar nicht uͤbertrieben werden. emein ange⸗ Ueber die Lammzucht ſ. Anl. z. Betr. d. Lw. B. 2 S. 193. ꝛc. haſ, ſir 94. Wenn die Laͤmmer drei Monate alt und auf die wen dl im vor.§. angegebne Weiſe zeitig an das Futter gewoͤhnt ſind, Näch z werden ſie ganz von den Muͤttern getrennt; aber nicht ploͤtz⸗ erfahrungn lich, ſondern nur nach und nach des Saͤugens völlig entwoͤhnt— olge haben abgeſetzt.— Iſt dieſes geſchehen, dann werden ſie entweder Jutterſh bis nach der Ernte auf dem Stalle mit Wurzelwerk, gruͤnem ir die beß und duͤrren Futter ernaͤhrt, oder auf einer reichen geſunden dieß noc, Weide fuͤr ſich gehuͤtet. Wo es nicht wohl moͤglich iſt, ſich attwährend eine gute Laͤmmerweide zu verſchaffen, oder wo der Boden dem Anbau des gruͤnen Maͤhefutters ſehr zuſagt, iſt die Stall— unter eier fuͤtterung, zumal mit gruͤnem Klee ꝛc. dem Weidegang vorzu⸗ nothwendih ziehen, ſchon deshalb, weil man von derſelben Flaͤche Maͤhe⸗ en übrihn futter ungleich mehr Stuͤck auf dem Stalle ernaͤhren kann, er vrtlire als wenn man ſie darauf weidet. Sowohl bei der gruͤnen nit ihren Stallfuͤtterung als bei dem Weidegang iſt es gut, auf einen 1! gehan⸗ Vorrath von gutem duͤrren Futter zu halten, um den Laͤmmern uſſe, ſ bei Regenwetter zur Bewahrung ihrer Geſundheit davon vor⸗ ————————— 48 legen zu koͤnnen. Bei dem Weidegang iſt jedoch ſolches noch noͤthiger, als bei der Stallfuͤtterung; denn der naſſe Klee iſt⸗ den Laͤmmern nicht ſo nachtheilig, wie eine naſſe Weide, weil ſie ihn im Trocknen verzehren, und wird ihnen ganz un— ſchaͤdlich, wenn man nur etwas gutes trockenes Futterſtroh da— neben vorlegt. E. Anl.* Bet. d. Ow. B. 1. S. 3ss. B. 2. S. 18 95, Die aͤlteren Schafe werden im Sommer ebenfalls entweder auf Weiden, oder mit gruͤnem Futter auf dem Stalle ernaͤhrt. Außer d der„Weide in Suͤmpfen⸗ und in dichten Waͤldern ſagen den Schafen alle Arten von Weiden zu, wenn ſie nur nicht zu kaͤrglich, und nicht mit ſolchen Pflanzen bewachſen ſind, die ihnen unangenehm oder gar ſchaͤdlich ſind. Die beßte, ihnen angenehmſte, nahrhafteſte und geſun, deſte Weide finden jedoch die Schafe auf Stoppelfeldern und auf mehrjaͤhrigen, mit guten Weidepflanzen angeſaͤeten kuͤnſt⸗ lichen Weiden, Dreiſchweiden(ſ. Ackerbau S. 128.) Nach dieſen kommt die Brachweide, die durch Beſaamung mit wei⸗ ßem Klee ſehr verbeſſert werden kann; dann die auf den Wie⸗ ſen im Fruͤhjahre und Herbſte, dann die auf gepfluͤgten Brach— aͤckern, dann die auf gut gepflegten, von nachtheiliger Ver⸗ ſumpfung befreiten beſtaͤndigen Weidediſtrikten; die ſchlechteſte iſt die in Holzungen und auf ausgedehnten, vernachlaͤßigten Gemeindeaͤngern. Jene hat nur dann Werth, wenn viel Heide und Bocksbart darin wachſen, die bei naſſer Witterung eine geſunde Nahrung gewaͤhren. 96. Den Uebergang von der duͤrren Winterfuͤtterung zur gruͤnen, ſie geſchehe auf dem Stalle, oder auf der Weide, macht man allmaͤhlig. Da die Schafe vorzugsweiſe das junge Gras lieben, das aͤltere ganz verſchmaͤhen, darf man ſie nicht zu ſpaͤt auf die Weide bringen. Das Gras auf einer dulen Schafweide muß immer kurz gehalten werden. Eine Hauptregel bei dem Weiden der Schafe iſt ferner, daß man ſie nie zwinge, naſſes Gras zu freſſen, bevor ſie nicht! daher, Thau Regen doch Heu auch, ſonder werde I Taſſer hei an die Se ftuͤh läßt, sihe iſt ih fir i nicht; ſuͤcke, pfigen auf ve grißter Unte lau Anl. 9. det nat ſeinet Virth Wede hinlan b in den u ſorg wird. 49 aches hoch nicht wenigſtens etwas trocknes genoſſen haben. Man laͤßt ſie iſe Klee iſ daher, zumal im Herbſt, nicht gern eher hinaus, als bis der Näde, vel Thau etwas abgetrocknet iſt, und behaͤlt ſie bei anhaltendem Na un Regenwetter entweder ganz auf dem Stalle, oder treibt ſie atteſoh da⸗ doch nicht eher hinaus, als bis ſie ein trocknes Futter von Heu oder Stroh zu ſich genommen haben. Man vermeidet 195. auch gern ſoviel als moͤglich das Naßwerden der Schafe, be— der ehe el ſonders im Herbſt, wo die Tage immer kuͤrzer und kuͤhler ebenfale werden. dem Stall Wenn man nun uͤberdieß noch jedes ſtehende, pfulichte Waſſer und alle ſogenannten Gailſtellen, die vorzuͤglich leicht bei anhaltend trocknem Wetter gefaͤhrlich ſind) vermeidet, und die Schafe taͤglich ihren Durſt, des Sommers am liebſten fruͤh vor dem Austreiben, mit reinem geſunden Waſſer ſtillen laͤßt, auch dafuͤr ſorgt, daß ſie auf der Weide nicht umher⸗ gehetzt und ohne Noth von den Hunden gejagt werden, ſo iſt ihre Erhaltuͤng auf der Weide ſicher und ohne alle Gefahr en Wildern enn ſie nur bewachſen und geſan⸗ Meldern und Ke ns fuͤr ihre Geſundheit; indeſſen doch nur dann, wenn ſie auf u mit wei nicht zu entfernte, uͤberſichtliche, geſunde und privative Grund⸗ f dn Wie ſtuͤcke getrieben werden(ſ. d. vor.§.); bei der Weide in dum⸗ Brac⸗ pfigen Waldungen, auf entfernten fremden Feldmarken und der uuf auf verwahrloſten Gemeinweiden iſt dagegen, ſelbſt bei der ſine groͤßten Vorſicht, viel Gefahr fuͤr ſie vorhanden. iin Unter den ſchaͤblichen Weidepflanzen ſoll nach Block das Sumpf⸗ 1 laͤuſekraut(Pedicularis palustris) oben an ſtehen. 3 Anl. z. Betr. der Lw. B. 1. S. 229. u. 384 ꝛc. B. 2. S. 67. 97. Das Beduͤrfniß der Weideflaͤche iſt verſchieden nach erfütterung der natuͤrlichen Beſchaffenheit des Bodens und dem Zuſtande der Wide, ſeiner Kultur; da indeſſen, wenn die Herden der Groͤße der das junge Wirthſchaft angemeſſen ſind, waͤhrend des groͤßten Theils der 3 4 Weidezeit die abgeernteten Felder und Wieſen in der Regel Hſ hinlaͤnglichen Weideraum darbieten, und man eigentlich nur in den Monaten May, Juny und July fuͤr beſondre Weide zu ſorgen hat, nie von ſo großem Belang, als es oft gewaͤhnt ſe faner 4 wird. Wenige Acker guter beſaamter Ackerweide reichen oft , 4 —-— 50 fuͤr eine ziemliche große Herde hin, da in guͤnſtigen Verhaͤlt⸗ niſſen 1 Acker ſolcher Weide 20— 30 Schafe waͤhrend der genannten drei Monate ernaͤhren kann und mehr werth iſt, als 10— 15 Acker entfernte Außentriften in Waldungen und auf ſchlechtbehandelten Weideaͤngern. Anl. z. Betrieb d. Lw. B. 1. S. 387. 98. Die Vortheile des Weidegangs der Schafe ſind im Allgemeinen ſo groß, als daß die Sommerſtallfuͤtterung derſelben, bei welcher der Arbeitsaufwand und der Streubedarf im Ver⸗ haͤltniß zu dem was jener daran erfordert, zu groß ſind, je⸗ mals zur allgemeinen Regel werden koͤnnte; wiewohl Faͤlle denkbar ſind, wo ſich dieſelbe rechtfertigen laͤßt, und es kei— neswegs zu verkennen iſt, daß man bei ihr die Geſundheit der Schafe am ſicherſten bewahren kann. Wenn aber auch die ganze Sommer⸗Stallfuͤtterung nur ſelten Vortheil bringen moͤchte, ſo duͤrfte doch oͤfter, als man glaubt, eine theilweiſe Stallf. zur Unterſtuͤtzung des Weidegangs raͤthlich ſeyn; zu— mal in Gegenden, wo der Boden koſtbar und zum Futterbau geeignet iſt. Anleitung zum Betrieb der Lw. Bd. 1. S. 388. Die Faͤlle, wo die Sommerſtallfuͤtterung nuͤtzlich werden kann, ſind ſehr gut auseinandergeſetzt in Block's Mittheilungen Bd. 2. S. 290. Elsner's Handbuch der veredelten Schafzucht S. 45. Ueber die beruͤhmte Stallfuͤtterungs-Schaͤferei zu Rochsburg ſ. des Grafen Schoͤnburg⸗Rochsburg handſchriftliche Nachrichten uͤber ſeine Wirthſchaftsfuͤhrung; herausgegeben vom Profeſſor Dr. Weber. Halle 1828. 99. Die Winterfuͤtterung der Schafe beſteht in Heu und Stroh aller Art, in Baumlaub, Knollen- und Wurzelge— waͤchſen, und Branntweinſpuͤlicht. Kein Vieh frißt das Stroh ſo gern, und zieht daraus ſo viel Nahrung, wie die Schafe. Man kann daher in einer Wirthſchaft das Stroh auf keine Weiſe beſſer verwerthen, als wenn man es an dieſe Thiere verfuͤttert. Wenn es gut eingebracht worden iſt, und etwa gar von nicht ganz zur Reife gekommenen Fruͤchten herruͤhrt, ſo hat man neben demſelben nur noch wenig Heu oder andres Futter heinge haltur Wenn ſen, Gelty den, fuͤtter aber manſie wird kann lntt d (ein a riſſe jedem gut g. Die jf terfüͤtt Stroho ſehen 51 en Verſle Futter noͤthig, um eine Herde gut durch den Winter zu ahrend der bringen. t netgh iſ Ein feinwolliges Schaf bedarf taͤglich zu ſeiner guten Er⸗ dungen und haltung zwei Pfund Heu erſter Qualitaͤt oder deſſen Werth. Wenn auch die Mutterſchafe wirklich etwas mehr haben muͤſ⸗ ſen, ſo kann dafuͤr ohne Nachtheil den Hammeln und dem afe ſid in Geltvieh an der angezeigten Quantitaͤt etwas abgebrochen wer⸗ den, ſo daß dieſelbe immer als zweckmaͤßigſter Durchſchnitts⸗ m derſel ien futterſatz fuͤr eine ganze Herde anzunehmen iſt. Kann man ſid, e⸗ aber einem Schafe taͤglich nur ein Pfund Heu geben, reicht vohl Fill man ihm aber daneben noch zwei Pfund gutes Futterſtroh, ſo und es ke wird es ſich eben ſo gut, vielleicht beſſer halten. Ja man geſundhei kann bei gutem Stroh das Heu ganz erſparen, wenn man aler auch ſtatt deſſen Kartoffeln oder andre nahrhafte Futtermaterialien Aebeingen(ein andres Kraftfutter) in dem ihm entſprechenden Verhaͤlt⸗ cheilveſ niſſe ſ. S. 52, gibt; beſſer iſt 65 indeſſen immer, wenn man ſehn; zu jedem Stuͤck taͤglich wenigſtens 2 Pfund wirkliches Heu oder Futtrbuu gut getrocknetes Baumlaub zu geben trachtet. Die angegebene Futterquantitaͤt von zwei Pfund Heu auf den Kopf iſt natuͤrlich nur fuͤr ein Schaf mittler Groͤße, gewoͤhnliche Land⸗ ſchafe und Merinos, paſſend. Kleinere Thiere, Heideſchnucken kann, ſind z. B., beduͤrfen weniger; große Marſchſchafe mehr. Vielleicht Bd. 2. G. ſind auch hier auf 100 Pfund lebendes Gewicht 2 Pfund Heu 4. oder deren Werth taͤglich zu rechnen. enei 100. Fuͤttert man bloß duͤrres Futter und Stroh, ſo ng iſt es am gerathenſten, das Futter in drei Portionen taͤglich, fruͤh, Mittags und Abends, vorzulegen. Gut iſt es dabei, un H Heu und Stroh ſorgfaͤltig unter einander zu miſchen; man ti He gibt dann nur den traͤchtigen und ſaͤugenden Mutterſchafen, Vunzg⸗ auch wohl Jaͤhrlingen, taͤglich ein reines Heufutter. Da das as Steh Stroh gegen das Ende des Winters unaufloͤslicher zu wer— de Scaſt den, und dadurch an nahrhafter Kraft zu verlieren ſcheint, auf kän iſt es uͤberdieß noch rathſam, das Heu am Anfange der Win⸗ iſſ Thia terfuͤtterung zu ſparen, um gegen das Fruͤhjahr hin die und diͤe Strohquantitaͤt verringern, und durch ſtaͤrkere Heugaben er⸗ n henihen ſetzen zu koͤnnen. dder andtes 4* 32 101. Werden Knollen⸗ oder Wurzelgewaͤchſe gefuͤttert, dann vertheilt man das Futter am liebſten auf fuͤnf Mahl— zeiten. Fruͤh Duͤrrfutter(Heu oder Stroh), ſpaͤter Kartof— feln ꝛc, Mittags wieder Duͤrrfutter, Nachmittags wieder Kart. ꝛc. und Abends noch einmal Duͤrrfutter. Es iſt rath— ſamer, die Knollen- und Wurzelgewaͤchſe allein zu fuͤttern, als Haͤckſel darunter zu mengen. Die Schafe freſſen bei dieſer Fuͤtterung das ganze Stroh lieber. Auch iſt es nur dann, wenn ſie ſchmutzig ſind, nothwendig, jene Futtergewaͤchſe zu waſchen; noͤthig aber iſt es, ſie nur kurz vor dem Fuͤttern nicht zu klar zu ſchneiden oder zu ſtampfen, damit ſie nicht ſchmierig werden. 102. Die reine Koͤrnerfuͤtterung der Schafe, neben bloßem Stroh, das ihnen zur Ausfuͤllung des Magens bei dieſer Fuͤtterung am wenigſten fehlen darf, kann bei dem jetzi— gen Stande der Wollpreiſe nur ausnahmweiſe rathſam ſeyn. Findet man ſich dazu bewogen, dann ſoll es nach einigen am vortheilhafteſten ſeyn, Hafer oder Wickhafer ungedroſchen vor— zulegen. Aus mehren Gruͤnden ſcheint es aber beſſer, die ausgedroſchenen Koͤrner zu geben. Gerſte und Hafer koͤnnen ohne Haͤckſel gegeben werden; bei anderen Getreidearten iſt jedoch dieſer Zuſatz nicht wohl zu entbehren. Das raͤthlichſte Verfahren bei ihrer Verfutterung iſt, ſelbige zu ſchroten, und mit feuchtgemachtem Haͤckſel zu mengen. Wenn aber auch eine vollſtaͤndige Körnerfuͤtterung nicht rathſam iſt, ſo macht ſich doch oft ein kleiner Zuſchuß von Koͤrnern neben anderem Kraftfutter, beſonders neben Kartof⸗ feln, oft recht gut bezahlt, zumal bei den Jaͤhrlingen und Mutterſchaſen. 103. Der Branntweinſpuͤlicht iſt ein gutes und geſun⸗ des Schaffutter, wenn es nicht im Uebermaaß gegeben wird; denn in dieſem wirkt es, ſtatt vortheilhaft, nur nachtheilig auf die Geſundheit der Thiere ein. Der Spuͤlicht von 60— 80 Pfund Getreideſchrot oder von 1— 1 ¾ Schffl. Kartoffeln ſcheint fuͤr 100 Stuͤck Schafe das paſſendſte Maaß taͤglich zu ſeyn. it es elbſt Otal theite fuͤtten wann aber lich nn Uebe 5. von 3 kuhe, votzüg Naſenn zem(W vnd J und von d uͤbrige das E dig, n ſelben 53 ſe grfütnrt finf Nahl daet Kartof⸗ aags winder 104. Sehr wichtige Regeln bei der Winterfuͤtterung, ſie geſchehe auf welche Weiſe ſie wolle, ſind folgende: a) man fange dieſelbe nicht zu ſpaͤt im Herbſte an, ſon⸗ Ei j ui⸗ dern ſtelle das Vieh auf, ſobald ernſtlicher Froſt eintritt fülrn, a6 und es nicht mehr genuͤgende Nahrung auf der Weide findet. mn lä diſe b) Man ſorge dafuͤr, daß die Fuͤtterung immer dem Zu— ſtande der Schafe angemeſſen und, mit Ruͤckſicht auf dieſen, gleichmaͤßig, nicht bald ſchwach, bald ſtark ſei. Eine ſolche Ungleichmäͤßigkeit der Fuͤtterung iſt weit nachtheiliger, als eine fortwaͤhrend ſchwache, wenn nur ſonſt die Nahrungsmittel gut ſind.. c) Man laſſe es nie am Traͤnken fehlen. Am beßten ffe, nrin iſt es wohl, immer fuͤr reines und geſundes Waſſer im Stalle Uagens kei ſelbſt zu ſorgen. Das Fuͤhren zur Traͤnke außerhalb des den ſebi Stalles iſt, zumal an kalten Wintertagen, mit manchen Nach⸗ aſam ſenn. theilen verbunden. Bei reinem Heu-, Stroh? und Koͤrner— ⁵ nur dunn, gewaͤchſe zu em Füͤttern nit ſie nicht ingen an futter kann man es den Schafen unbedenklich ſelbſt uͤberlaſſen, rjſhen 19 wann und wie viel ſie, nach ihrem Beduͤrfniß, ſaufen wollen; bheſet, de aber bei der Kartoffelfuͤtterung laͤßt man ſie am liebſten taͤg— xfer können lich nur einmal, fruͤh nach dem erſten trocknen Futter ſaufen. deatten iſ Ueber die Behandlung der Schafe im Winter ſ. Anleitung zum z eathlüchſt Betrieb der Landwirthſch. B. 2. S. und r.; Noten, 105. Die Schafe lieben das Salz ungemein, und geben von Zeit zu Zeit das Verlangen danach durch eine gewiſſe Un⸗ run nict ruhe, durch Lecken an Lehmwaͤnden ꝛe deutlich zu erkennen, üſcuß von vorzuͤglich bei hohen trockenen Ackerweiden, ſeltner bei humoſer in Kurto Raſenweide. Man mache ihnen dann eine Lecke von ſchwar— iingen und zem(unreinen) Salz, Theer, Wachholderbeeren, Wermuth und Rainfarn, auch wohl feingeſiebter trockner Aſche zurecht, ond geſun⸗ und gebe ihnen ſolche am beßten Abends nach der Heimkehr geben wird; von der Weide. Auf 100 Stuͤck 4— 6 Pfund Salz; die nachtheilt uͤbrigen Zuthaten nach Willkaͤhr. Im Sommer ſcheint ihnen von 60 das Salz zur Erhaltung ihrer Geſundheit vorzuͤglich nothwen⸗ . Kanffeln dig, man gebe es ihnen alſo wenigſtens dreimal waͤhrend des⸗ glchzuſi ſelben, noch beſſer alle Monate. Auch im Winter iſt ihnen — ꝑꝑ—.y——————— 54 das Salz nuͤtzlich, aber nicht ſo nothwendig. Manche machen ihnen eine beſtaͤndige Lecke im Stalle zurecht, wozu ſich Steinſalz vorzuͤglich gut eignet. Anleitung zum Betrieb der Landwirthſchaft B. 1. S. 392. 106. Da die Schafe durch ihre Wolle gegen Kaͤlte ge— ſchuͤtzt ſind, und mehr Waͤrme als das Rindvieh erzeugen, ſo duͤrfen ihre Staͤlle nicht niedrig, finſter und zu ſehr geſchloſ⸗ ſen ſeyn, weil ſie ſonſt zu warm werden, und verdorbne Luft einathmen muͤſſen, wodurch ſie entweder wirklich krank, oder doch zu Krankheiten disponirt werden. Auch reinlich muß der Stall, d. h. ſo eingerichtet ſeyn, daß eine Vernnreinigung der Vließe nicht wohl ſtatt finden koͤnne. Zur Verhuͤtung der letztern traͤgt weſentlich auch eine zweckmaͤßige Einrichtung der Futterraufen bei. Da eine ſolche uͤberdieß noch manche andere Vortheile darbietet, ſo darf man dieſelben keineswegs als einen unbedeutenden Gegenſtand gering achten. Anleit. z. Betrieb der Landw. B. 2. S. 241. Von der Benutzung der Schafe. 107. Die Schafe gewaͤhren Nutzen durch ihre Nach⸗ zucht, ihre Wolle, ihre Milch, den Pferch und, als Maſt⸗ thiere, durch ihren ganzen Koͤrper. 108. Wenn die Zucht der Schafe den hoͤchſten Grad von Vollkommenheit erreichen, und Thiere zu einem vor— theilhaften Verkauf liefern ſoll, ſo muͤſſen immer nur die voll⸗ kommenſten Individuen der zur Zucht gewaͤhlten Raſſe mit einander gepaart werden. Fuͤr die vollkommenſten ſind aber im Allgemeinen die zu halten, welche den Charakter der Raſſe in hohem Grade an ſich tragen und zu gleicher Zeit verhaͤlt— nißmaͤßig die meiſte feinſte Wolle liefern. Dieß gilt ſowohl von den ſchlicht⸗, als von den krauswolligen. Was nun die Groͤße der Nachzucht anbetrifft, auf die man im Durchſchnitt rechnen kann, ſo laſſen ſich von hundert Mutterſchafen, die man zum Staͤhr laͤßt, ſelbſt bei der ſorg— filtig met nich mer der Fein einer Mari W meng die W ——.——, J —. ũſk- pf— Cdcye- —-—-—— —2 99 nihe nathen faͤltigſten Pflege nur achtzig, hoͤchſtens fuͤnf und achtzig Läm⸗ dohn ſcch mer rechnen. Ein Theil der Mutterſchafe kommt jedesmal nicht zu(bleibt gelte), ein andrer verwirft, und viele Laͤm⸗ 6. we mer ſterben in der Regel bei oder kurz nach der Geburt. gen Kilt ge⸗ 109. Die Wolle iſt der weſentlichſte Theil der Benutzung etzeugen, ſo der Schafe, vornehmlich der feinwolligen. ſehr gſchlſ Diejenige Wolle hat den groͤßten Werth, welche die hoͤchſte erdorbne diſ Feinheit des einzelnen Fadens mit dem groͤßten Glanze und kaank, oder einer angemeſſenen Laͤnge und Schnellkraft verbindet. Ein ich muß der Maximum von Feinheit ſcheint immer mit Schwaͤche des cinigung de Thiers verbunden zu feyn, und nur auf Koſten der Woll⸗ rhüͤtung der menge entſtehen zu koͤnnen. richtung der Die Kenntniß der Wolle, ein ſo wichtiger Gegenſtand zur richtigen nche andere Beurtheilung der Schafe als Wollentraͤger, iſt nicht aus Buͤchern, ſondern nur durch Selbſtanſchauung und Vergleichung zu erwer⸗ ben. Sie iſt neuerer Zeit, wenigſtens in Hinſicht der feinen, mehr fuͤr die Krempel, als fuͤr den Kamm geeigneten Merino⸗ wolle, zu einer ganz eignen Wiſſenſchaft ausgebildet worden, mit einer Menge von Kunſtausdruͤcken, die man kennen muß, wenn man das, was andere uͤber eine beſtimmte Wolle ſagen, ver⸗ ſtehen will. Alles was ſchriftlich uͤber dieſen Gegenſtand ſich mit⸗ theilen laſſen duͤrfte, iſt ſorgfaͤltig zuſammengetragen in der An⸗ ihre Nach⸗ leitung zum Betrieb der Landwirthſchaft B. 2. S. 210 ꝛc. Ver⸗ Ils M⸗ gleiche Thierveredlungskunde von Schmalz. S. 236 ꝛc. und die kleine Schrift von Weſtphal:„Anleitung zur Kenntniß der Schafwolle und deren Sortirung.“ Berlin 1830. Man muß ſten Grad nicht nur die Wolle im ungewaſchnen Zuſtande auf dem Koͤrper der Thiere, ſondern auch im gewaſchnen Zuſtande nach der Schur d als einen 3 u 1. als Verkaufswaare beurtheilen koͤnnen. Es kommt dabei nicht nur auf das Haar, oder vielmehr den Faden an ſich an, ſon⸗ Naſſe mit dern auch auf die Bildung der Stapel(wie man die buͤſchelfoͤr⸗ nſind aber migen Vereinigungen mehrer Faͤden, aus denen ein ganzes Vließ t der Ruſſe zuſammengeſetzt iſt, zu nennen pflegt), ſo wie auf manche andre zii vahit⸗ Eigenſchaften der Wolle, die nicht nothwendig mit der Feinheit 2 verbunden ſind, an. Die wichtigſten guten Eigenſchaften neben öiit ſen der Feinheit ſind: Geſchmeidigkeit, Weichheit, ſanfte Elaſtieitaͤt, Dehnbarkeit, Gleichheit im Stapel(Klarheit), guter Zug, Sei⸗ ft, auf die denglanz ꝛe. Fehler der Wolle ſind dagegen vornehmlich: Spitzen, voß funder platte Haare, Zwirnen, Filzen, Bodigſeyn, Ungleichheit im Stapel(Unklarheit), ſtarre Elaſtieitaͤt ꝛc. letztere beſonders fuͤr bej der ſor Tuchwolle. Ueberhaupt darf man bei Beurtheilung der Wolle nie aus den Augen verlieren, wozu ſie beſtimmt iſt, ob fuͤr den Kamm, oder fuͤr die Krempel; denn durch deren Verwendung wird manches anders modificirr. 110. Die Wolle iſt nicht auf allen Theilen des Koͤrpers der Schafe gleich fein. Sie iſt am feinſten an den Seiten des Koͤrpers, laͤngs des Ruͤckens hin; ſo wie an den Seiten des Halſes; minder fein an den Hinterſchenkeln, am Kopf und am Genicke; am groͤbſten an den Beinen, dem Schwanze und, bei den Infantados, an der Wamme, dem Goder oder Kother. Je gleichartiger die Wolle eines Thiers auf den verſchiedenen Theilen ſeines Koͤrpers neben hoher Feinheit iſt, deſto vor⸗ zuͤglicher iſt dieſes Thier; man heißt es dann ein ausgeglich⸗ nes Thier. Eine ausgeglichne Schaͤferei aber nennt man eine ſolche, in welcher die einzelnen Thiere ſelbſt, in Hinſicht ihrer Wolle, ſo viel als moͤglich gleich ſind. Zwei ſchlimme Stellen an dem Koͤrper der Schafe ſind das Wider⸗ riſt und die Schwanzwurzel. Wenn an dieſen beiden Stellen die Wolle fein und tadellos iſt, iſt ſie es gewoͤhnlich auch uͤber dem ganzen Koͤrper. Dort zeigt ſich vornehmlich die Neigung zum Zwirnen, hier der Mangel an Ausgeglichenheit. 111. Die Wolle muß gewaſchen, und der Schmutz und Unrath, die darin enthalten ſind, und oft faſt die Haͤlfte ihres Gewichts betragen, von ihr abgeſondert werden. Sie wird entweder auf den Koͤrpern der Thiere vder nach der Schur in eigenen Waſchhaͤuſern gewaſchen. Erſteres iſt bei uns das gewoͤhnlichſte und den Kaͤufern lieber, als das letztere, fuͤr die Thiere ſelbſt dagegen nachtheiliger. Man unternimmt die Schur der einſchuͤrigen Schafe im Fruͤhjahr bei warmem trocknen Wetter, damit die ihrer Vließe beraubten Thiere durch den Mangel an Bedeckung nicht er— kranken. Die erſte Schur der zweiſchuͤrigen Schafe erfolgte ſonſt etwas zeitiger im Fruͤhjahre, als jene, und die zweite im September oder October. Nach den jetzigen Vorſchlaͤgen, feine Schafe zweiſchuͤrig zu behandeln, ſoll aber die erſte Schur Ende Juny's oder Anfang July's mit gewaſchen, die 4 V zweit Stale Mar und vor von gen, Vließ uutze Wol 57 der Pall ni 5 zweite gegen Weihnachten mit ungewaſchenen Schafen im Trnandung Stalle vorgenommen werden. 112. Um die Wolle als preiswuͤrdige Waare auf den Markt zu bringen, muß man dieſelbe durch aͤußere Haltung dir hee und zweckmaͤßige Behandlung bei dem Waſchen und der Schur ein i vor jedem Makel zu bewahren ſuchen. Dieß gilt vorzuͤglich u n n von den hochfeinen Wollen. Um nun ſolches zu bewerkſtelli⸗ 9j und gen, iſt folgendes zu beobachten: Gwanze und, a) Es muß dafuͤr geſorgt werden, daß in die Wollpelze, der Kerſe Vließe, kein Futter falle. derſciedenen b) Die Waͤſche der Schafe muß mit Fleiß und Sorg⸗ „deſto von falt, nie bei kalter Lufttemperatur geſchehen. ausgeglice c) Nach der Waͤſche muß dem Einfallen des Staubes 1 man eine vorgebeugt werden. nſich ihrer d) Die Schafſchur darf nicht eher beginnen, als bis die Wolle trocken iſt. ddas Ver⸗ e) Bei der Schur iſt dem Zerreißen der Vließe möglichſt n Srllen d vorzubeugen. Lh in f) Das Einbinden der abgeſchornen Wolle muß nach dem gang dan Ausleſen jeder Unreinigkeit kunſtmaͤßig in Bindfaden, Woll— ſchnure, geſchehen. chmutz und Bei dem Einbinden der Wolle werden zweierlei Manieren befolgt. Hälfteihre 1. Binden in große Buͤndel. 2. Binden in kleine, verbunden Sie wid mit Eintreten in Saͤcke. Das Klaſſificiren der Wolle nichts fuͤr Ocur i den Landwirth; nur Abtheilung der Sorten bei einer gemiſchten zinz s Schaͤferei. Anleitung zum Betrieb der Landwirthſchaft Bd. 1. te, fuͤr die 3 113. Die Schur ſelbſt geſchieht entweder gegen Tage⸗ Schafe im lohn oder gegen Bezahlung nach der Stuͤckzahl. Erſteres iſt ſrer Vishe hinſichtlich der Guͤte der Schur und der Behandlung der g nit er Schafe vorzuziehen; bei letzterem Verfahren geht aber die efegflt Sache geſchwinder. die zwii 114. Der Ertrag der Schafe an Wolle iſt ſehr verſchie⸗ Vorſchign, den, je nachdem ſie ſchlichte oder krauſe, grobe oder feine er die aſſe Wolle tragen, von großer oder kleiner Raſſe, beſſer oder aſtn, de ſchlechter genaͤhrt ſind. Im Durchſchnitte einer ganzen Herde, ——,— 58 alle Alters⸗ und Geſchlechtsklaſſen unter einander geſchoren, gibt ein Marſchſchaf mit ſchlichter Wolle 6— 9 Pfund; ein Landſchaf 2 ½— 3½¾ Pfund; ein Merinoſchaf von Infantado⸗ raſſe wohl eben ſo viel, eins von Elektoralraſſe höchſtens 2— ½ Pfund am Leibe gewaſchne Wolle. 115. Die Milch der Schafe enthaͤlt mehr Butter⸗ und Kaͤſetheile, als die Kuhmilch, wird aber nur in ſo geringer Menge abgeſondert, daß man waͤhrend des Saͤugens des Lamms gar nichts wegnehmen darf. Die Schafe werden da⸗ her erſt nach dem Entwoͤhnen gemolken, das deshalb da, wo das Melken uͤblich iſt, eher ſtatt findet, als es ſich mit einer guten, regelmaͤßigen Lammzucht vertraͤgt. Man haͤlt daher das Melken bloß bei den Schafen fuͤr vortheilhaft, deren Wolle einen ſo geringen Werth hat, daß der Verluſt an Menge, der durch das Melken entſteht, durch die Milch erſetzt wird. In der Naͤhe großer Staͤdte verlohnt es ſich bisweilen, die Schafe melken zu laſſen. Vom alten Maytag bis acht Wochen nach Jacobi, die gewoͤhnliche Zeit des Schafmelkens, ſoll ein Mutterſchaf nicht mehr als 9— 10 Kannen Milch liefern. Man zahlte ehedem vom Schafe 8— 10 Groſchen Milchpacht jaͤhrlich. S. des Grafen von Podewils Wirthſchaftserfahrungen. Burger, Lehrbuch der Landwirthſchaft Bd. 2. 116. Die Maſtung der Schafe geht bei einer angemeß⸗ nen Behandlung weit ſchneller vor ſich, als die des Rindviehs, und muͤßte daher mehr Vortheil, als dieſe gewaͤhren, wenn das fette Schaſvieh ſich eben ſo leicht verkaufen ließe, wie das fette Rindvieh, und im Verhaͤltniß eben ſo gut bezahlt wuͤrde. In England ſtellt ſich das Verhaͤltniß anders, weil dort das fette Schafvieh weit mehr geſucht iſt. 117. Alle Arten von Schafen laſſen ſich maͤſten, Laͤm⸗ mer, junge und alte Schafmuͤtter oder Hammel, und Staͤhre; aͤltere Thiere nehmen jedoch nicht ſo ſchnell auf, und liefern kein ſo ſaftiges Fleiſch, wie juͤngere von 3— 4 Jahren, und die Staͤhre muͤſſen laͤngere Zeit vor dem Maͤſten abgebunden (caſtrirt) werden, wenn ihr Fleiſch genießbar werden ſoll. Laͤmmermaſt vorzuͤglich in der Naͤhe großer Staͤdte. 1 Muͤtte tete T ader it 7 haſteſt naſſe den, unb 4 gülich 1 ter zu dhiere gewäͤſte Stale vnd ab, chem tert w dieſelbe Nainli den ei auf die ſind, dingung — een loh di 59 der geſch. geſhoren, 118. Die Laͤmmer werden am leichteſten fett, wenn ihre .„ 65 Muͤtter eine vorzuͤglich gute, kraͤftige Fuͤtterung erhalten. Ael⸗ ſütſtes 2— tere Thiere maͤſtet man entweder auf einer nahrhaften Weide, oder im Stalle mit verſchiedenen Nahrungsmitteln. Bur, nd Die Maſtung auf der Weide iſt die leichteſte, vortheil⸗ hafteſte und gewoͤhnlichſte. Es koͤnnen dazu fette, ſelbſt etwas naſſe Hutungsplaͤtze, die dem Zuchtvieh nachtheilig ſeyn wuͤr⸗ den, oft mit Vortheil benutzt werden. Kuͤnſtliche Kleeweiden und Wieſen nach einer zeitigen Grummeternte maͤſten vor⸗ zuͤglich. Die Schafe auf dem Stalle im Sommer mit Gruͤnfut⸗ ter zu maͤſten, kann nur da Vortheil bringen, wo pur einzelne Thiere, denen man fuͤr ſich keine Fettweiden einraͤumen kann, in ſo geringe Säugens de e werden da halb da, wo ſch mit einer mhäͤlt daher haft, deren d Nenge gemaͤſtet werden ſollen. Dagegen wirft die Maſtung auf dem ſe widd. Stalle waͤhrend des Winters mit Heu, Wurzelwerk, Getreide de Sälie und Branntweinſpuͤlicht bisweilen einen nicht geringen Gewinn ab, beſonders mit letztgenanntem Futtermaterial, neben wel⸗ chem jedoch jederzeit noch etwas Heu oder gutes Stroh gefuͤt— tert werden muß. act lihrich Die Regeln bei der Schafmaſtung ſind in der Hauptſache dieſelben, die bei der Rindviehmaſtung angegeben wurden. Reinlichkeit und Ordnung im Austheilen des Futters ſind ne⸗ j gewohnlice nehr a66 9— er angemeh ben einer hinreichenden Quantitaͤt des letztern, das ihnen ganz Rindviehe, auf dieſelbe Weiſe, als wenn ſie wie gewoͤhnlich aufgeſtallt ken, wenn ſind, nur in ſtaͤrkeren Gaben gereicht wird, weſentliche Be— 5 uie dat dingungen, wenn die Maſt gelingen ſoll. inwinr Laͤnger, als 6— 8 Wochen die Schafe zu maͤſten, iſt ſel— t ten lohnend, weil zu fettes Schaffleiſch nicht geliebt wird. Die Schafe nehmen auf fetter Weide oder bei einem ſonſt guten ii, Ui Maſtfutter außerordentlich ſchnell zu. Man hat Beiſpiele, daß nd Sihrs ſich das Gewicht derſelben in acht Wochen faſt verdoppelte. S. und lefen Petri, das Ganze der Schafzucht. S. 203. ten, und Pan 119. Zu den Nutzungen der Schafe gehoͤrt auch noch en ſil ihr Pferch; ſ. 1. Abtheilung dieſes Werkes, den Ackerbau, S. 40. Viele halten das Hordenliegen der Schafe fuͤr nach⸗ ———— —— 60 theilig, weil es ihrer Geſundheit ſchaͤdlich ſei, und die Wolle verderbe. Geſchieht ſolches jedoch mit der gehoͤrigen Vorſicht, ſo iſt in beider Hinſicht nichts zu fuͤrchten und es den Schafen vielmehr zutraͤglich, wenn ſie bei trocknem warmen Wetter und in einem nicht feuchten Klima des Nachts auf einem trocknen Acker oder einer trocknen Wieſe liegen. Keineswegs darf je⸗ doch dieſes bis ſpaͤt in den Herbſt hinein und bei naßkaltem Wetter ſtatt finden. Auch kann es ihnen in feuchten Thäͤlern, wo die Naͤchte beſonders kuͤhl ſind, und haͤufig ſtarke Nebel aufſteigen, leicht gefaͤhrlich werden. „ Von den Krankheiten der Schafe. 120. Das Streben des Landwirths muß mehr darauf gerichtet ſeyn, die Krankheiten der Schafe durch eine zweck⸗ maͤßige Behandlung zu vermeiden, als in ihrer Heilung ſich Fertigkeit zu erwerben; denn letztere iſt ſchwierig und ſelten lohnend, da der Werth des einzelnen Thieres nicht groß genug iſt, bedeutende Kurkoſten darauf zu verwenden, und weil mei— ſtens die Stuͤckzahl der kranken Thiere ſo groß wird, daß man nur mit der aͤußerſten Muͤhe und Sorgfalt, bei einer vorgenommen Kur durchkommen kann. Die Regeln zu einer zweckmaͤßigen, Krankheit verhuͤten⸗ den Behandlung der Schafe ſind vornehmlich folgende: a) Man ſorge fuͤr eine gleichmaͤßige Nahrung derſelben. Ungleichmaͤßige hat oft den Tod zur Folge. b) Man ſetze dieſelben nie den Einwirkungen anhaltender Naͤſſe aus. c) Man treibe ſie nicht auf verſchlaͤmmte Weiden und lege ihnen nur geſundes, ja niemals verdorbenes Futter vor. d) Endlich vermeide man die Beruͤhrung mit anderen Herden, bevor man ſich genau unterrichtet hat, ob letztere frei von anſteckenden Krankheiten ſind, oder nicht. Wer mit dieſen beſonderen Regeln die allgemeinen einer verſtaͤndigen Nutzviehhaltung und die bei der Fuͤtterung der Schafe bereits gegebenen verbindet, wird vielen Krankheiten dr dr He koch b Kur d cen ſ boſtſi die Uu woͤhnl geſebte halt t 1 de, ul Unte 1) de In Sch. bekann ung n tiude 0 Eine! angera ſurei den der vir in geſchrie b Klau⸗ eine b b vorne 4 dhirre Sie iſ ud die Vole ſigen Vorſcht, sde Scheſn en Vetter und einen tracke wegs df ſe bei neſtatem ſchten Däͤen, ſtarke Mebe afe⸗ mehr darauf eine zweck⸗ Hailang ſich ig und ſelte t groß genug d weil mei wird, daß bei einer eit verhuttn ende: i derſelben anhaltender Veiden und zuttet Re wit anderin glettere ſi meinen eiet ätterung der Knnkhelten 61 der Schafe vorbeugen; doch muß ein jeder Landwirth ſich mit der Heilung derjenigen, die trotz der aͤnglichſten Vorſorge den⸗ noch bisweilen zum Vorſchein kommen, genauer, als mit der Kur der Krankheiten der groͤßeren Vieharten bekannt zu ma— chen ſuchen, weil es bei den Schafen meiſt zu ſchwierig und koſtſpielig iſt, die Hilfe eines Thierarztes herbeizurufen, und die Unwiſſenheit, der Aberglaube und die Klugthuerei der ge⸗ woͤhnlichen Schaͤfer oft viel Unheil anrichten, wenn ihr Vor⸗ geſetzter ihren Pfuſchereien durch beſſere Einſicht keinen Ein⸗ halt thun kann. 121. Die Schafkrankheiten ſind einzutheilen in anſtecken⸗ de, und in ſolche, die ohne Anſteckung entſtehen. Unter jenen verdienen vorzuͤglich bemerkt zu werden: a) Die Blattern oder Pocken. Dagegen anzurathen die Impfung. Schutz⸗ und Nothimpfung. b) Die Raͤude. Das ſicherſte Mittel unter den vielen bekannten ſcheint das brenzlich-thieriſche Oel in einer Verbind— ung mit ſcharfer Lauge.(Natur und Behandlung der Schaf⸗ raͤude von Walz. Stuttgart 1809.) c) Die boͤsartige Klauenſeuche. Klauenkrebs. Eine boͤſe verdrießliche Krankheit. Unter den vielen dagegen angerathenen Mitteln verdienen wohl die Salz- und Salpeter⸗ ſaͤure in Verbindung mit Holzeſſig neben ſorgſamem Ausſchnei— den der kranken Fuͤße den Vorzug. Ueber dieſe Krankheit, die wir in Deutſchland erſt ſeit 1813 kennen, iſt ungemein viel geſchrieben worden. d) Die gutartige Klauenſeuche. Maul⸗ und Klauenſeuche. Gute Nahrung und Behandlung fuͤhren eine baldige Heilung herbei. Zu den Krankheiten, die ohne Anſteckung entſtehen, ſind vornehmlich zu rechnen: a) Die Drehkrankheit, welche vorzugsweiſe junge Thiere bis zu einem Alter von hoͤchſtens drei Jahren befaͤllt. Sie iſt wahrſcheinlich Folge einer vorangegangenen, vielleicht 62 kaum merklichen Gehirnentzuͤndung, bis jetzt unheilbar geblieben, aber durch eine gute, naturgemaͤße, jede Erhitzung verhuͤtende Behandlung der Laͤmmer meiſtens gluͤcklich, jedoch nicht immer ganz zu vermeiden.(Beſchreibung ſieben verwandter Schaf⸗ krankheiten vom Dr. Stoͤrig. Berlin.) b) Die Traberkrankheit, Gnubberkrankheit, Kreuzdrehe. Ebenfalls unheilbar und ein Raͤthſel fuͤr den Phyſiologen. c) Die Trommelſucht, das Aufblaͤhen. Beßtes und leichteſtes Mittel dagegen die Javelliſche Lauge.(Univer⸗ ſalbl. B. IV. Nr. 12. S. 155.) d) Die Bleichſucht, Faͤule. Diejenige Krankheit, welche die meiſten Schafe, oft ganze Herden wegrafft. Sie wird durch Naͤſſe, verdorbnes Futter, feuchte Weiden, unbeſon⸗ nenes Huͤten(das ſogenannte Verhuͤten) erzeugt und iſt leich⸗ ter durch zweckmaͤßige Verpflegung und Abwartung der Schafe zu vermeiden, als zu kuriren. Als ſicheres Mittel dagegen empfiehlt Block trocknes Gerſtenfutter und einen Laugentrank, wozu man bei weiterem Vorgeruͤcktſeyn der Krankheit noch Kreide oder Kalk ſetzen ſoll. S. Block's Mittheilungen land⸗ wirthſchaftl. Erfahrungen Bd. 1. S. 401. Anleitung zum Betrieb der Landwirthſchaft Bd. 2. S. 69 und S. 243. Als bewaͤhrt ſoll ſich auch Chinarinde gezeigt haben. In der Behandlung und Heilung der uͤbrigen Krankhei⸗ ten der Schafe, als des Blutſchlags, der Anthraxkrankheit, der Gedaͤrmentzuͤndung iſt die Thierheilkunde noch ſo zuruͤck, daß vielleicht noch kein Fall exiſtirt, wo durch Behandlung ei— nes Thierarztes ein Schaf gerettet worden waͤre. Der Blut— ſchlag oder Bettel, welcher manchmal bei vorzuͤglich kraͤf⸗ tiger Weide, beſonders nach vorhergegangenen Zeiten der Noth, viele Thiere wegrafft, moͤchte, wenn man nach einigen etwa ſchon eingetretenen Todesfaͤllen Verheerung von ihm zu be— fuͤrchten hat, durch Aderlaͤſſe und ſtarke wiederholte Gaben von Koch- und Glauberſalz zu vermeiden ſeyn. Als aͤußere zufaͤllige Krankheit kommen bei den Schafen nicht ſelten Beinbruͤche vor, die jedoch ſehr leicht zu heilen ſind. 1 Thierg Kinngt ben K. koͤnnen im Fre die Rit ungen Veehar⸗ an de lleit drei nur ein auf dem ae Paa wird, loſe, f die mit angewie 2 1 Sta wm ſſe ber glleben, ns vethütende jrict innet andte Schſ⸗ tkrantheit athſe für den en, Veßtes ze.(Univer⸗ ze Krantheit fgrafft. Sit en, Unbeſon⸗ ad it leich⸗ der Schafe ittel dagegen Laugentrank, inkheit noch ungen land⸗ eitung zum . Al n Krankhei⸗ rarkrankheit ſo zurüͤck, andlung ei⸗ der Blut⸗ iglich kraͤf⸗ der Roth, jnigen eiwe ihm zu be⸗ Gaben von den Schafer haln ſnd 63 Dritter Abſchnitt. Von der Ziegenzucht. 121. Die Ziegen gehoͤren mit den Schafen zu einem Thiergeſchlecht, unterſcheiden ſich aber von ihnen durch Baͤrte, Kinnglocken und ſchlichte grobe Haare Nicht alle Ziegen ha⸗ ben Hoͤrner. Ihre Farbe und Groͤße iſt verſchieden. Sie koͤnnen in den rauheſten Gegenden den ganzen Winter hindurch im Freien leben. Ihre Lieblingsnahrung ſind das Laub und die Rinde junger Laubhoͤlzer; doch verſchmaͤhen ſie auch die jungen Sproſſen der Nadelbaͤume ſo wenig, wie die anderen Vieharten gereichten Fuͤtterungsmittel. In den Gebirgslaͤndern des ſuͤdlichen Deutſchlandes und der Schweiz bleiben Ziegen, die ſich verlaufen haben, oft den Winter uͤber im Freien, ohne umzukomwen. Von der Paarung, Zucht und Pflege der Ziegen. 122. Die Ziegen ſind mit 1 ½ Jahren zeugungsfaͤhig, ge⸗ hen eben ſo ſange, wie die Schafe traͤchtig und bringen 1—3, auch wohl vier Junge zur Welt. Da, wo regelmaͤßige Zie⸗ genzucht ſtatt findet, werden ſie im Spaͤtherbſt gepaart, damit die Jungen zu einer Zeit auf die Welt kommen, wo die Muͤt— ter auf den Weiden genuͤgliche Nahrung finden. Wo aber nur einzelne Ziegen neben Kuͤhen gehalten und mit dieſen meiſt auf dem Stalle gefuͤttert werden, iſt es ganz gleichgiltig, wann die Paarung vor ſich gehet. 123. In den Gegenden, wo ſtarke Ziegenzucht getrieben wird, erhalten ſie zur Sommernahrung meiſtentheils waſſer— loſe, felſige, mit Straͤuchen und Geſtripp bewachſene Plaͤtze, die mit keiner andern Viehart gut zu benutzen ſind, zur Weide angewieſen. Werden aber nur wenige Ziegen in den Wirthſchaften, wo Stallfuͤtterung des Rindviehs uͤblich iſt, gehalten, ſo koͤn— nen ſie entweder mit den Schafen auf die Weide gehen, oder 64 gruͤnes Futter auf dem Stalle erhalten. Letzteres iſt, ihrer Benutzung wegen, vortheilhafter; doch iſt es ihnen dabei ſehr wohlthaͤtig, wenn ſie viel frei herumgehen koͤnnen; das An— haͤngen ſagt ihnen nicht zu. In Salzburg, Tyrol, Krain, Kaͤrnthen, der Schweiz, Iſtrien und ſelbſt auf dem Rieſengebirge, dem Thuͤringer Walde, findet man ſtarke Ziegenzucht, und ſie iſt hier nicht ſelten vortheilhafter als die Schafzucht. 1 124. Im WVinter werden ſie mit trocknem Laube, mit Heu, Stroh und Wurzelwerk, wie die Schafe gefuͤttert; ſie ſind zwar nicht ekel im Futter, beduͤrfen aber mehr als die Schafe, weil ſie viel davon verwuͤſten, wenn es ihnen zumal nicht in kleinen Portionen zum oͤftern vorgelegt wird. Das Salz lieben ſie eben ſo ſehr, wie die Schafe, und darf ihnen, zumal im Winter, nicht ganz entzogen werden. Waͤhrend dieſer Jahreszeit bekommt ihnen auch ein nahrhaftes ſchleimiges Getraͤnk, wie es die Milchkuͤhe erhalten, ihre Milchergiebigkeit befoͤrdernd, ſehr gut. Im Ganzen beduͤrfen ſie aber nur wenig Saufen. Von der Benutzung der Ziegen. 125. Die Ziegen nuͤtzen durch ihre Zucht, ihre Milch und ihren ganzen Koͤrper als Schlachtvieh. Weil ſie eben ſo fruͤh, wie die Schafe zur Fortpflanzung tauglich werden, nicht laͤnger, als dieſe, traͤchtig gehen und mehr Junge zur Welt bringen, ſo vermehren ſie ſich ſchneller und erzeugen in derſelben Zeit mehr thieriſchen Stoff, als das Rindvieh und ſelbſt die Schafe. Auch geben ſie, im Verhaͤltniß zur Schwere ihres Koͤr⸗ pers, ungleich mehr Milch, als die Schafe und ſelbſt mehr, als die Kuͤhe. Dieſe Milch iſt von großer Fettigkeit und ei⸗ genthuͤmlichem Geſchmack. Im Durchſchnitt gibt eine Ziege waͤhrend des Sommers taͤglich 2— 2 Kanne Milch. 100 Pfund Milch geben 18— 20 Pfund Kaͤſe, 2—3 Pfund Ziegerbutter und eben ſo viel Zieger(Geis⸗ gugger). Das Das d Das 1. diegen hamme faſt ebe hamme genbaͤce kaſtrirt! der letzt A Haar ſe Cachemit ſich der wendun von A eine V in mane 15, durc ſe durch ſei einen ge dieß m des dur ferner i ſaß es, Krankhe We nd leich 65 ti it, ihrer Das ſpezifiſche Gewicht der Kuhmilch iſt nach den neueſten Unter⸗ dn dbei ſeßt ſuchungen 1,028— 1,0324. ſen; das An⸗ Das der Schafmilch 1,035— 1,0409. Das der Ziegenmilch 1,0341. eit, eien und 126. Als Schlachtvieh ſind die jungen Zickelchen, die de, frdtt man Ziegen und beſonders die jung kaſtrirten Boͤcke, die Ziegen⸗ ſottheiheſ a hammel, ſehr gut zu benutzen. Das Fleiſch der letzteren iſt faſt eben ſo muͤrbe und wohlſchmeckend, wie das der Schaf— 7 Laube, mi hammel; dagegen das der aͤlteren zur Zucht gebrauchten Zie— gefüttert, ſe genboͤcke, ſelbſt wenn ſie ein halbes Jahr vor dem Schlachten nehr als die kaſtrirt werden, kaum genießbar. Dafuͤr aber wird die Haut ihnen zum der letzteren ungleich beſſer, als die der Ziegenhammel, bezahlt. vird. Auch die haarige Bekleidung der Ziegen, ſowohl das Schafe, und Haar ſelbſt, als beſonders der bei einigen, nicht nur bei den gen werden. Cachemir-, ſondern auch bei unſeren Landziegen, im Winter nahthaſtes ſich darunter befindliche Flaum iſt einer mannichfaltigen Ver⸗ halten, ihe wendung faͤhig, und es verdiente daher vielleicht die Zuͤchtung zen bedlrfn von Angora⸗, Thibet⸗ und Cachemirziegen, ſo wie eine Veredlung unſerer Landziegen durch genannte Arten, wohl in manchen Lokalitaͤten einige Beachtung. n. „ihre Nc VBierter Abſchnitt. erh fem un Von der Pferdezucht. gihen un 127. Weil das Pferd dem Landwirth hauptſaͤchlich nur ſch ſchneler durch ſeine Arbeit und Nachzucht, aber nicht nach ſeinem Tode vf, als das durch ſeinen Koͤrper viel Nutzen bringt, ſo hat es auch fuͤr ihn einen geringern Werth, als das Rindvieh. Dieſer wird uͤber— ißtes Jur dieß noch ſehr dadurch vermindert, daß der Preis des Pfer⸗ ſebſ nahr des durch Schoͤnheitsfehler ungemein herabgeſetzt wird, daß er gkeit und e ferner immer mehr ſinkt, je mehr es an Jahren zunimmt, und daß es, jung oder alt, faſt ganz werthlos iſt, wenn es durch umas tüüij Krankheit oder ſonſt einen Zufall unbrauchbar wird. 8-10 8 Weil aber die Pferde große, kraͤftige, ſehr gelehrige zeun(Gli⸗ und leicht zu zaͤhmende Thiere, gegen Hitze, Kaͤlte und Feuch⸗ J 66 tigkeit weniger empfindlich, als das Rind, und zum Fortbrin— gen von Laſten eben ſo geſchickt ſind; weil ſie ferner einen ſchnelleren Gang haben, und, nicht wiederkaͤuend, weniger Zeit zur Ruhe und Fuͤtterang beduͤrfen, ſo gewaͤhren ſie der menſch— lichen Geſellſchaft als Fracht-, Kutſch- und Reitpferde ſo viele und ſo große Vortheile, daß ſie immer in hohem Preiſe ſte— hen, und deßhalb ihre Zucht dem Landwirth nicht ſelten einen großen reinen Gewinn abwerfen kann. 128. Die urſpruͤngliche Heimath der Pferde ſind hoͤchſt wahrſcheinlich die vielen menſchenleeren Steppen von Aſien, wo man ſie noch im wilden Zuſtande ſinden ſoll. Verwildert werden ſie aber auch in großen Herden noch in anderen Ge— genden angetroffen, wo ſie das ganze Jahr hindurch hinlaͤng— lich Weide haben, und durch Menſchen oder reißende Thiere nicht geſtoͤrt werden; z. B. in Suͤdamerika. Sie lieben be— ſonders trockene Weiden, wo ſie Schatten und Waſſer finden. Sumpfpflanzen ſind auch den Pferden von Natur nicht angenehm, ſie werden aber davon nicht krank, wie andere Vieharten, und gewoͤhnen ſich daher eher daran; deshalb ſind ſumpfige Weiden immer noch am beßten mit Pferden zu benutzen. Von den Raſſen der Pferde. 129. Die Koͤrperform und das Temperament des Pfer⸗ des werden durch dauernd gleichmaͤßig einwirkende klimatiſche Verhaͤltniſſe, durch die Menge und Beſchaffenheit der Nah⸗ rung, durch ſeine Lebensweiſe und durch den Einfluß, den der Menſch auf ſeine Paarung und Zucht ausuͤbt, vielfaͤltig abge— aͤndert. Daher findet man eine ſo große Menge von Pferde— abarten oder Raſſen. Das waͤrmere Klima bringt ein regeres, thaͤtigeres, behenderes Pferd hervor; das kuͤhlere ein traͤgeres. In den noͤrdlichen und feuchten Laͤndern, wo das Klima den Graswuchs ſehr befoͤrdert, und die Pferde nicht nur den Sommer uͤber auf reichen Weiden uͤberfluͤſſige Nahrung finden, ſondern auch im Winter reichlich auf dem Stalle gefuͤttert wer⸗ den, gibt es die groͤßten und ſchwerſten Thiere dieſer Art. C kleiner Lieht Abarte lichen, anßerer icht, wird, dere Außſic ſiche durch geſtalte 5 in Rei N duͤnnſt Mann V leichte 8 iig gel keit in zum Fortörin funer einen tpſede ſo di em Priſſ ſe it ſeltn inen tde ſind höch n von Aſien Vervildin anderen Gi⸗ durch hinlang hende Thien ie lieben be⸗ aſſer ſinden, ſicht angenehl Vieharten, und nxſige Weiden 5 K ent des Pie de klimalſct eit der Nai fuß, den der effältig abge von Pferde⸗ tein vegeres eein naͤgete vo das Kim nicht nur d ahrung finde grüumn ver dieſe Ait 67 Je mehr die Ergiebigkeit der Weiden abnimmt, deſto kleiner wird auch die Landesraſſe. Die arabiſchen, berberiſchen, tuͤrkiſchen, ſpaniſchen und neapolitani⸗ ſchen Pferde haben mehr Feuer, als die ſchoͤnſten engliſchen. Die daͤniſchen, holſteinſchen, hollaͤndiſchen, oſtfrieſiſchen und Salz— burgiſchen Pferde, ſo wie die engliſchen Karrenpferde ſind aner⸗ kannt die groͤßten. Die kroatiſchen, ungarſchen, polniſchen, ſo wie alle aſiatiſchen und afrikaniſchen Pferde ſind ungleich kleiner. Ueber die Raſſen der Pferde ſ. Ammon's Zucht und Veredlung der Pferde. Berlin 1818. D'Alton's Naturgeſchichte des Pferdes. Schmalz's Thierveredlungskunde. Koͤnigsberg 1832. 30. Da die verſchiedenen Raſſen der Pferde, wie alle Viehraſſen uͤberhaupt, nicht verſchiedene Arten, ſondern nur Abarten deſſelben Thieres ſind, ſo koͤnnen ſie den eigenthuͤm⸗ lichen, die Raſſe bezeichnenden Charakter unter veraͤnderten aͤußeren Verhaͤltniſſen nicht gleichmaͤßig fortbehalten, ſelbſt dann nicht, wenn die Raſſe immerfort bloß in ſich fortgepflanzt wird. Daher die Erſcheinung, daß beſtimmte Raſſen, in an— dere Laͤnder verſetzt, nach und nach, ſelbſt bei der groͤßten Aufſicht auf Reinheit, in eine neue, vielleicht eben ſo vorzuͤg— liche und den vorliegenden Verhaͤltniſſen anpaſſendere, aber durch die Einwirkung des Klima's, der Fuͤtterung ꝛc. anders geſtaltete Raſſe ausarten. Das engliſche Vollblutpferd und das edle ſpaniſche Pferd ſtammen beide vom arabiſchen. Eintheilung der Pferde. 131. Die Pferde werden nach ihrem Gebrauch eingetheilt in Reit⸗, Kutſch⸗, Fracht; und Wirthſchaftspferde. Reitpferde nennt man die kleineren, feingebauten, duͤnnfuͤßigen, aber kraͤftigen Thiere, die ſtark genug ſind, einen Mann laufend wegtragen zu koͤnnen. Sie werden wieder in leichte und ſchwere unterſchieden. Kutſchpferde heißt man die groͤßeren, ſchoͤn und kraͤf⸗ tig gebauten Thiere aller Raſſen, die Staͤrke und Schnellig— keit in dem Grade in ſich vereinigen, daß ſie nicht zu große * ◻ G 68 Laſten mit bedeutender Geſchwindigkeit ſortzuziehen im Stande ſind. Unter Frachtpferden verſteht man jene großen, ſehr ſtarken und ſchwerfaͤlligen Pferde, die große Laſten, aber nur im langſamen Schritt fortbringen. Wirthſchaftspferde endlich nennt man die zum Be⸗ triebe des Ackerbau's verwendeten Pferde. Sie muͤſſen kraͤf⸗ tiger, als Reitpferde, aber nicht ſo groß und ſtark, wie Fracht⸗ pferde ſeyn, Ausdauer und Behendigkeit in ihren Bewegungen befitzen, und ſich, ſelbſt bei nicht ſorgfaͤltiger Pflege, gut hal⸗ ten, hart ſeyn. Eintheilung der Pferdezucht. 132. Die Pferde werden entweder in eigenen Geſtuͤten, oder in Landwirthſchaften gezogen. Erſtere heißen Geſtuͤt⸗, letztere Landpferde. 133. Die Geſtuͤte ſind entweder wild, oder halb⸗ wild oder zahm. Wilde Geſtuͤte ſind die, wo ſich die Pferde das ganze Jahr ſelbſt uͤberlaſſen bleiben und hinſichtlich ihrer Paarung von Seiten des Menſchen nichts geſchieht. Halbwilde die, wo die Pferde waͤhrend des Som— mers auf den ihnen beſtimmten Weideplaͤtzen herumgetrieben, und im Winter entweder im Freien oder unter Schoppen ge⸗ fuͤttert werden; zugleich auch die Paarung unter Aufſicht vor ſich geht, indem nur ausgewaͤhlte Thiere zur Zucht gelaſſen werden. Zahme die, wo die Pferde hinſichtlich ihrer Paarung, ihrer Ernaͤhrung und ihrer Pflege ganz vom Menſchen ab— haͤngen. 134. Wird in einer Landwirthſchaft Pferdezucht getrie— ben, ſo haͤlt man die Mutterpferde nicht bloß der Nachzucht wegen, ſondern verlangt von ihnen zugleich noch Arbeit. In den Geſtuͤten dagegen arbeiten die Zuchtthiere nicht, ſondern ihre gal die Erz Stutere ma un alſo die theil g⸗ reien v Naſeen uteien; bau in hangen durf an inmer naddne Pferde Haupt, Grunde ſndero uahſ gemein Reit⸗ Erziehu Witthſe von den welchem Erihru die Pfer Stukere 13 ogen w die man ni 69 im Othnde ihre ganze Benutzung beſteht in ihrer Nachzucht. Daher kann Reßen, ſiht die Erziehung gemeiner Pferde nur in wilden und halbwilden ſen, aber mn Stutereien in menſchenleeren Gegenden mit einem milden Kli— ma und weit ausgedehnten angemeſſenen Weideraͤumen, wo die zam Be alſo die Ernaͤhrung der Pferde ſehr wohlfeil iſt, einigen Vor⸗ enſn tif theil gewaͤhren; dagegen der Aufwand, welchen zahme Stute— i vie Fnch reien verlangen, nur durch die Erziehung ausgezeichneter, edler Bevegunge Raſſen allenfalls gedeckt werden. ge, gut hal 135. Die Pferdezucht in wilden und halbwilden Stu⸗ tereien iſt ein eigner Wirthſchaftszweig, der mit dem Acker⸗ bau in gar keiner Verbindung ſteht; die zahmen Stutereien haͤngen aber in ſo fern mit ihm zufammen, als ſie ihren Be⸗ darf an Futter und Streu von ihm erhalten; doch bleiben jene immer die Hauptſache und der Ackerbau ihnen immer unter⸗ ſen Geſtten, geordnet. Anders verhaͤlt es ſich da, wo die Erziehung der Kiisit⸗ Pferde in der Wirthſchaft geſchieht; hier iſt der Ackerbau der Hauptzweck, die Pferdezucht ihm untergeordnet. Aus dieſem oder Halb Grunde kann in zahmen Stutereien nur die Auferziehung be— ſonders theurer Thiere Nutzen bringen, waͤhrend bei der land⸗ das ganze wirthſchaftlichen Pferdezucht ſchon die Auferziehung guter, all⸗ * Paarung gemein brauchbarer und doch nicht zu koſtſpieliger Kutſch⸗, Reit-⸗ und Ackerpferde Vortheil abwirft. Uebrigens weicht die des Son⸗ Erziehung der Pferde in zahmen Stutereien von der in der mgetrieben, Wirthſchaft im Weſentlichen nicht ab, und es haͤngt daher nur hoppen ge⸗ von den oͤrtlichen Umſtaͤnden, ſo wie von dem Verhaͤltniſſe, in Gufſicht vor welchem der Werth der Weiden und die Preiſe der uͤbrigen ͤt gelaſſe Ernaͤhrungsmittel zu dem Preiſe der Pferde ſtehen, ab, ob die Pferdezucht uͤberhaupt Vortheil bringen, und ob die in Padevng, Stutereien, oder die in Wirthſchaften vortheilhafter ſeyn ſoll. enſchen ab⸗ Von der Paarung, Zucht und Pflege . der Pferde. ucht getrie⸗ Pf Nadzuct 136. Welche Raſſen von Pferden in den Stutereien ge⸗ ltbeit. J zogen werden ſollen, haͤngt von den beſonderen Zwecken ab, zt, ſondet die man erreichen will, und verdient daher in einem bloß die 70 landwirthſchaftliche Viehzucht beruͤckſichtigenden Vortrage keine Unterſuchung. In den Wirthſchaften aber ſollen vornehmlich ſolche Pferde erzogen werden, die Kraft, Behendigkeit und ein ſchoͤnes Ebenmaaß ihrer Koͤrpertheile ſo in ſich vereinigen, daß ſie alle bei dem Ackerbau vorkommenden Arbeiten leicht voll⸗ fuͤhren und nebſtbei Kutſch-, auch wohl ſtarke Reitpferde, be— ſonders fuͤr den Militaͤrdienſt, abgeben koͤnnen. Fuͤr die Wirthſchaft paſſen weder ſehr große, noch ſehr kleine Pferde; ein kraͤftiger Mittelſchlag vereinigt die Eigenſchaften, welche man bei einem Ackerpferde anzutreffen wuͤnſcht, am ſicherſten. Da es nun aber, hinſichtlich der Koſten, ganz gleichgiltig iſt, ob man ein ſchoͤn gebautes oder ein uͤbel geſtaltetes Pferd auf⸗ zieht, jenes indeſſen jederzeit, wenn es ſonſt fehlerfrei, beſſer bezahlt wird, als dieſes, und daher bei einem Verkauf dieſe Koſten ſicherer, oft ſogar mit nicht geringem Gewinn wieder erſtattet, ſo erheiſchen es ſchon die Grundſaͤtze des Gewerbbe— triebs, daß man auch bei der landwirthſchaftlichen Pferdezucht ſich der Darſtellung edler Thiere befleißige, um diejenigen, die man nicht ſelbſt gebraucht, entweder als Kutſch⸗- oder als ſchwere Reitpferde vortheilhaft verkaufen zu koͤnnen, wenn ſie auch fuͤr den Frachtfuhrmann zu leicht, fuͤr Staatspferde zu klein und fuͤr Jagdpferde zu ſchwer ſind. 137. Die zum Betriebe der Landwirthſchaft nothwendi⸗ gen Pferde werden indeſſen nur ſelten ſelbſt gezogen, meiſtens erkauft. Da nun der Werth der Pferde durch ihr Alter weit mehr veraͤndert wird, als der Werth der uͤbrigen landwirth⸗ ſchaftlichen Hausthiere, ſo iſt auch die Kenntniß von den Merk— malen ihres Alters fuͤr den Landwirth unerlaßlich. Daſſelbe laͤßt ſich in fruͤheren Jahren am ſicherſten aus dem Wechſel, und ſpaͤterhin aus der Abnutzung der Oberflaͤche der Schneide— zaͤhne erkennen. So wie die Kenntniß von den Merkmalen des Alters der Pferde iſt den Beſitzern derſelben, beſonders denjenigen, welche ſich mit ihrer Zucht befaſſen wollen, auch eine gruͤndliche Kenntniß der koͤrperlichen Eigenſchaften noͤthig, welche dieſe nuͤtzlichen Thiere beſitzen muͤſſen, um zu den verſchiedenen Zwecken tauglich zu ſeyn, V zu e Kenn⸗ liche retiſ den 13 hinlängl werden weil m färchtet. dA ti; doch tragen. b den ling Tahet 15 muß, arbeiten wie ein beiten d Vurthſch guten I muß me mit aller zumal in ue. Be on ſeine Feddarbei b einzurich mit ſie den von Befund ſchaf V Such ſind, mehr kertrg kin vornehmüch ſigkiit und in vereinigen, dh ten leicht vole Neitpfnde, be en. Fär de kleine Pferde ften, welche am ſicherſten. ſeichgiltig iſ ts Pſerd ai exftei, beſſn derkauf dieſe winn wieder Gewerbbe⸗ n Pferdezuct tjenigen, de h⸗ oder als n, wenn ſi atopferde zu t nothwende zen, meiſten r Alter weit landwirth⸗ mden Merk⸗ h. Daſfelbe ere Vechſi der Schnedde ets der Nid welche ſih nit Kenntnis de üßlicen Thie naplih irſeh 71 zu welchen ſie verwendet werden koöonnen. Eine ſolche genau⸗ Kenntniß iſt jedoch nicht leicht, am wenigſten bloß durch ſchrift⸗ liche Belehrung zu erwerben; es gehoͤrt dazu ein gruͤndlicher theo retiſcher Unterricht und eine haͤufige praktiſche Anwendung deſſel⸗ ben durch genaue Betrachtung vieler Pferde. 138. Die Pferde ſind ſchon im vollendeten dritten Jahre hinlaͤnglich zur Fortpflanzung ihres Geſchlechtes ausgebildet, werden aber gewoͤhnlich erſt mit dem vierten Jahre gepaart, weil man durch fruͤheres Zulaſſen ihrem Wuchſe zu ſchaden fuͤrchtet. Die Stuten gehen in der Regel 49— 30 Wochen traͤch⸗ tig; doch hat man auch Beiſpiele, daß ſie laͤnger, als ein Jahr tragen. 322 Tage hat man ats den kuͤrzeſten, 419 Tage als den laͤngſten und 351 Tage als den mittleren Termin der Tragzeit gefunden. 139. Der Landwirth, welcher Pferdezucht treiben will, muß, wenn ſie ihm Vortheil bringen ſoll, ſeine Zuchtſtuten arbeiten laſſen. Daß eine ſolche nicht ſo viel leiſten koͤnne, wie ein anderes Pferd, iſt natuͤrlich; aber bei den leichten Ar— beiten des Pfluͤgens und Eggens, ſo wie bei den gewoͤhnlichen Wirthſchaftsfuhren in ebenen Gegenden verrichten dieſelben in guten Wegen nicht viel weniger, als andere Ackerpferde; doch muß man ſie mit ſchweren Ladungen auf weiten Reiſen und mit allen anderen Fuhren auf moraſtigen, holprichten Wegen, zumal in den letzten drei Monaten ihrer Traͤchtigkeit verſcho⸗ nen. Beachtet man dieſe Regeln, dann kann man alljaͤhrlich von ſeinen Arbeitsſtuten Fuͤllen ziehen, ohne dadurch in der Feldarbeit ſehr beſchraͤnkt zu werden, man muß es nur ſo einzurichten ſuchen, daß ſie im Februar oder Maͤrz ſohlen, da⸗ mit ſie zur Zeit der Fruͤhjahrsarbeit taͤglich ſchon mehre Stun⸗ den von ihren Jungen getrennt werden koͤnnen. Beſonders leicht macht ſich die Pferdezucht in den groͤßeren Wirth— ſchaften, wo mehre Geſpanne gehalten werden, und alſo die aus Zuchtſtuten beſtehenden neben anderen immer leichter zu ſchonen ſind. Manche Ortsverhaͤltniſſe beguͤnſtigen die Pferdezucht weit mehr als andere. 140. Um nun den angedeuteten Zweck der landwirth⸗ ſchaftlichen Pferdezucht zu erreichen, iſt vor Allem eine dem— ſelben entſprechende Auswahl der Zuchtpferde nothwendig. Wollte der Landwirth ſich bei dem Ankauf ſeiner Zuchtſtuten gleich in den Beſitz edler, aus orientaliſchem Blute abſtam⸗ mender zu verſetzen ſuchen, ſo wuͤrde ihm ſolches freilich in den meiſten Faͤllen zu theuer zu ſtehen kommen; aber er muß doch Zuchtſtuten auswaͤhlen, die einen regelmaͤßigen, wohlge⸗ faͤligen Bau und Gang haben, frei von Erbfehlern ſind und eine anſehnliche Groͤße beſitzen; iſt ſchon etwas edles Blut in ihnen, deſto beſſer. Ganz irrig iſt es, zu glauben, daß man auch von der ſchlechteſten Stute ein gutes Fohlen ziehen koͤnne, wenn ſie nur von einem edlen ausgezeichneten Hengſte belegt wuͤrde. S. Koppe's Unterricht im Ackerbau und der Viehzucht Bd. 3. S. 106. Anleitung zur Pferdezucht zum Unterrichte und Gebrauche fuͤr die Landwirthe des Koͤnigreichs Sachſen. Dresden 1833. S. 6. 141. Zur Zucht taugliche Stuten der angegebenen Art muß man mit einem Hengſte bedecken laſſen, der entſchiedene Zeichen einer edleren Abkunft hat, und nicht nur voͤllig regel— maͤßig gebaut iſt, ſondern auch ſo viele Eigenſchaften einer edleren Abkunft in ſich vereinigt, daß man auf eine ſichere Vererbung derſelben auf ſeine Nachkommen rechnen darf; der⸗ ſelbe muß uͤberdieß noch frei von Erb⸗ und Temperamentsfeh⸗ lern, zwar lebhaft und feurig, aber dabei fromm und gut— muͤthig ſeyn; denn das Temperament vererbt ſich eben ſo ſicher auf die Nachkommen, als die Formen des Koͤrpers. Die ſogenannte engliſche Halbblutraſſe, welche das vor⸗ treffliche Jagdpferd liefert, bietet auch die beßten Hengſte fuͤr die landwirthſchaftliche Pferdezucht dar, indem aus der Paar⸗ ung derſelben mit ſehlerfreien gutgebauten Stuten einer ge⸗ meineren Raſſe die brauchbarſte Nachzucht hervorgeht, man muß nur bei der Auswahl der Hengſte verſtaͤndig zu Werke gehen und nicht etwa Thiere nehmen, die in ihrem Bau und ihrer Statur zu auffallend von den zu bedeckenden Stuten ab— weichen. Ein Fehler hierbei iſt es, wenn man ſich als Ideal tin fein ſucht, 1 zige de Iandpf hen, ſtehen, Tjiere Ausda I. Rückſch ſo wird denen verkaufe falls gut wieder Siamy zu Ge kommt. ſchtlih nan ſi Kuſſch Landwi nicht fe ren mit Er ziſt 40- nur waͤh durch kr ſegt u 14 lich ihr ſchon in zu erker litzlich, gen ſteh 0 79 m rit ein feinknochiges, leichtes Thier denkt, und nach einem ſolchen ben em⸗ ſucht, um gemeine Arbeitspferde damit zu veredeln. Die Vor— k laſunndi zuͤge des zu allen Verrichtungen gleich brauchbaren engliſchen duiun Jagdpferdes beſtehen nicht in feinen Gliedern, ſondern in ſol— Saane adſtem chen, die im ſchoͤnſten Verhaͤltniſſe zu dem ganzen Koͤrper us füüt 1 ſtehen, und vermoͤge dieſer Uebereinſtimmung im Bau dem ; üet R nuß Thiere die Faͤhigkeit geben, Geſchwindigkeit mit Kraft und igen, wohlge Ausdauer zu verbinden. 142. Wenn man in dieſem Sinne und nach ſolchen Ruͤckſichten den Hengſt zur Begattung der Arbeitsſtuten waͤhlt, ſo wird man in der Regel brauchbare Fuͤllen erhalten, von denen einige dem Vater mehr gleichen werden, und theuer zi verkaufen ſind. Die meiſten Nachkommen geben aber jeden⸗ falls gute Arbeitspferde, unter denen man die beſſeren immer w wieder zu Zuchtſtuten waͤhlen und ſo nach und nach ſeinen 833, 8, Stamm immer mehr veredeln kann, indem von Generation zu Generation mehr edles Blut in ihnen zum Dorſchein ghene in kommt. Auch hat man bei dem angedeuteten Verfahren hin⸗ antichieden ſichtlich der Auswahl der Zuchthengſte nicht zu befuͤrchten, daß rülig rtgel man ſolche Thiere erhalte, die weder als Acker⸗ noch als haſten einer Kutſch, oder Reitpferde brauchbar ſind, wie es haͤufig den dine ſccere Landwirthen geht, die den Hengſt fuͤr ihre gemeinen Stuten n darf; der nicht fein genug bekommen koͤnnen, und vorzuͤglich nach Thie— eramentsfe⸗ ren mit feinen Gliedmaßen ſtreben. m und gut Ein kraͤftiger, gut genaͤhrter Hengſt kann in einer Sprung en ſo ſicher zeit 40— 50 Stuten fruchtbar decken. Er muß aber nicht nur waͤhrend derſelben, ſondern ſchon ſechs Wochen vorher 4 das ber durch kraͤftiges Koͤrnerfutter geſtaͤrkt und fortwaͤhrend gut ge— janje i pflegt und abgewartet werden. der Paar⸗ dn 6 143. Wohlgenaͤhrte und gehaltene Stuten geben gewoͤhn— raht, mu lich ihren Begattungstrieb bei Annaͤherung des Fruͤhjahrs, oft uu Vet ſchon im Monat Februar, durch das ſogenannte Roſſigſeyn n Bau un zu erkennen. Sie ſind naͤmlich unruhig und ungewoͤhnlich Sun d kitzlich, wiehern haͤufig, heben den Schweif empor, bleiben a6 Jhel gern ſtehen, wenn ſie in die Naͤhe anderer Pferde kommen, ſtallen oft und aus dem Geburtsgliede(dem Wurſe), das ſehr geroͤthet, wohl auch etwas geſchwollen iſt, fließt ein zaͤher, weißlicher Schleim. Nur wenn dieſer Zuſtand, der ungefaͤhr zwei bis drei Wochen anhaͤlt und erſt nach einiger Zeit wie⸗ derkehrt, ſeinen hoͤchſten Grad erreicht hat oder unmittelbar voruͤber iſt, nimmt die Stute den Hengſt an, und kann man mit Sicherheit auf deren Befruchtung rechnen. Ehe man ſie belegen laͤßt, muß ſie probirt, d. h. in die Naͤhe eines Hengſtes gebracht werden, um zu ſehen, ob ſie ſich deſſen Liebkoſungen gefallen laͤßt oder ihn abſchlaͤgt. Sehr ſelten wird eine Stute gleich vom erſten Sprunge traͤchtig, man muß ſie daher den neunten Tag nach demſelben wieder probiren und, wenn ſie den Hengſt nicht abſchlaͤgt, noch einmal belegen laſſen, damit auch alle neun Tage ſo lange fortfahren, bis ſie den Hengſt abſchlaͤgt. Nur wenn dieß er— folgt, kann man mit ziemlicher Gewißheit annehmen, daß ſie zugekommen ſei(aufgenommen habe). Gewoͤhnlich bleibt nun ſpäͤterhin der Begattungstrieb aus, und man kann dieſes in der Regel als ein Kennzeichen des Traͤchtigſeyns annehmen; doch ereignet es ſich als Ausnahme zuweilen, daß auch eine traͤchtige Stute nach einiger Zeit wieder roſſig wird, und den Hengſt noch einmal annimmt; aber dieſer Zuſtand dauert nicht lange. Eine traͤchtig gewordene Stute wird nach und nach etwas traͤger und faͤngt nach drei Monaten an, ſtaͤrker zu freſſen. Vom ſechsten Monate der Traͤchtigkeit an wird ihr Bauch immer weiter, und wenn man von dieſer Zeit an, waͤhrend ſie ſaͤuft, die flache Hand unter den Bauch legt, verſpuͤrt man ein Zucken oder Klopfen, das durch das Fuͤllen verurſacht wird. Wenn eine Stute alle Jahre ein Junges werfen ſoll, bringt man ſie ſchon den neunten Tag nach der Geburt wieder zum Hengſt, weil man bemerkt hat, daß ſie an dieſem Tage beſonders ſicher empfaͤngt, man muß aber dabei ihr Fohlen ſo halten, daß ſie es ſehen kann, weil ſie ſonſt unruhig und dadurch die Neigung fuͤr den Hengſt unterdruͤckt wird. 14 derer und ei vothͤg henden nen, anſtren drei k Deichſ trocknen ſch Ue vor der men lo Anſchwe bennen fuͤr d giht! zuemli Stuten ten, t kommen der G Dieſes Mutter wittel ſäßt me richteten kommt, enande luſſen, denklich ſo kan lauſen laſſung werden geht di 75 eſe) das ſ 1 fh 144. Eine traͤchtig gewordene Stute muß mit beſon⸗ edin derer Sorgfalt abgewartet werden, wenn ſie geſund bleiben igt z 8 und eiſ kraͤftiges Fohlen bekommen ſoll. Dazu gehoͤrt nun V unnüt vorzuͤglich, daß ſie geſunde kraͤftige, keine blnterhitzenden, blaͤ⸗ und umn nn henden und erſchlaffenden Nahrungsmittel, wie Roggen, Boh⸗ 3 nen, Trebern, Branntweinſpuͤlicht ꝛc., erhalte; daß ſie mit Ehr din ſ anſtrengender Arbeit verſchont und beſonders in den letzten ds öngſts drei bis vier Monaten der Schwangerſchaft nicht an die allteſingn Deichſel geſpannt werde; daß ſie in einem hellen, luftigen, trocknen und geraͤumigen Stalle ſtehe und daß ſie vor dem ſten Sprunge ſich Ueberfreſſen, wozu ihre Gefraͤßigkeit in der letzten Zeit ach demſalben vor der Niederkunft leicht Veranlaſſung gibt, in Acht genom⸗ t abſchlaͤgt men werde. Wenn die Zeit der Geburt, die ſich durch das koge ſo lange Anſchwellen des Euters und der Geburtstheile deutlich zu er— enn dieß er⸗ kennen gibt, herannahet, haͤlt man einen geraͤumigen Stand wen, daß ſe fuͤr die Stute bereit, in welchem ſie unangehalftert herum— ch bleibt nun geht und eine trockene reichliche Streu findet, um ihrer Be⸗ ann dieſes in quemlichkeit pflegen zu koͤnnen. In der Regel bringen die zannehwen. Stuten die Fuͤllen liegend. Schwere und ungluͤckliche Gebur⸗ aß auch eine ten, welche die Hilfe eines verſtaͤndigen Roßarztes erheiſchen, ied, und den kommen im Ganzen ſelten vor. Die Stute ſteht bald nach ſtand drutt der Geburt auf, und leckt das Fuͤllen, damit es trocken werde. Dieſes richtet ſich auch bald auf und ſucht das Euter der uus im Mutter, ſo daß man nur ausnahmweiſe hier durch Kunſt⸗ nach etbos mittel zu Hilfe zu kommen braucht. In den erſten Wochen laͤßt man das Alte ſammt dem Jungen in dem dazu einge⸗ richteten Verſchlage und bringt ſie, wenn der Sommer heran⸗ kommt, und man die Stute nicht arbeiten laſſen will, mit zu fteſſen. ihr Bauch , waͤhrend eipüit man einander auf die Weide. Will man aber die Stuten arbeiten a veyſſich laſſen, was man ſchon wenige Tage nach der Geburt unbe— denklich, jedoch, anfangs wenigſtens, nur maͤßig thun darf, jöttingt m ſo kann man zwar auch das Fuͤllen mitnehmen und nebenher zum Hengi laufen laſſen, allein da dieſes zu vielen Stoͤrungen Veran⸗ eſond fhe laſſung gibt und die Fuͤllen dabei uͤber Gebuͤhr angegriffen „n, daß ſie ds 5 1 4— ewng werden, iſt es rathſamer, dieſelben im Stalle zu laſſen. Es ie Reg geht dieſes anfangs freilich nicht ohne Sehnſucht von beiden 76 Theilen ab; aber ſie gewoͤhnen ſich bald daran, und wenn man die Jungen nach einem Alter von ſechs Wochen ſpielend an den Genuß des Hafers gewoͤhnt, ſo vertreiben ſie ſich waͤhrend der Abweſenheit ihrer Mutter die Zeit recht wohl damit. Saͤugende Stuten duͤrfen durch die Arbeit nicht in Erhitzung kommen. Waͤre ſolches ja einmal geſchehen, ſo ſorgt man dafuͤr, daß die Fuͤllen nicht eher ſaugen, als bis ſie wieder abgekuͤhlt ſind. 145. Wenn die Fuͤllen zwei bis drei Monate alt ſind, ſo verzehren ſie ſchon taͤglich 3— 4 Pfund Hafer, und je fruͤher ſie daran Geſchmack bekommen, deſto eher kann man ſie ganz abſetzen. Bei der landwirthſchaftlichen Pferdezucht, wo die Mutterſtuten arbeiten, geſchieht ſolches nach drei Mo— naten. Bei Stutereipferden oder doch ſolchen, wo die Muͤt— ter mit ihren Jungen auf die Weide gehen, wie es bei mancher landwirthſchaftlichen Pferdezucht der Fall iſt, geſchieht das Entwoͤhnen etwas ſpaͤter. In letzterm Falle erhalten die Fuͤllen ofmals keinen Hafer; es iſt dieß aber falſch; denn die Erfahrung hat bewieſen, daß die Pferde um ſo ſchneller wachſen und ſich um ſo kraͤftiger ausbilden, je mehr man ihnen im erſten Lebensjahre mit Hafer zu Hilfe kommt, und daß in dieſem Jahre 3— 4 Pfund Hafer des Tages auf das Stuͤck in dieſer Hinſicht mehr bewirken, als ſpaͤterhin das Drei⸗ und Vierfache genannter Portion. 146. Hat man die Fuͤllen auf die angegebene Art bei dem Saͤugen bereits an das Haferfreſſen gewoͤhnt, ſo hat man die Hauptſchwierigkeit bei dem Entwoͤhnen gehoben. Wenn man nach demſelben die Stuten entfernt von den Fuͤllen haͤlt, daß ſie einander nicht hoͤren koͤnnen, ſo iſt bei letzteren in einigen Tagen die Muttermilch vergeſſen. Man gibt ihnen nun recht reinen, geſunden ſchweren Hafer unvermiſcht, faͤngt mit vier Pfund taͤglich an, und ſteigt, wenn ſie mehr verzeh⸗ ren, bis acht Pfund. Daß man den Fullen vieles Heu reiche, ſcheint nicht erforderlich, ja nicht einmal rathſam. Zwei bis drei Pfund gut gewonnenes Heu ſind neben jenem Hafer de de Aahte. V unterble Weizen V ſen, kat 5 Mittag ſotgfäͤl und ein einem t bewegen an, er 14 Aebensja vortreff wartun Somm ten ſell Füͤlen? ftuͤher einige? dibt gen gro Gruüͤnfat labes; iro die j thume zur ditig gen eranlaßt junges— — 14 und wenn des Tages vollkommen hinreichend fuͤr ein Fuͤllen im erſten cin ſpicled Jahre. Auch der Zuſatz von Haͤckſel zu den Koͤrnern kann täben ſe ſch unterbleiben, wenn man ihnen daneben geſundes Gerſten⸗- oder it ticht uiſ Weizenſtroh in die Raufen legt. Was ſie davon nicht freſ— tbett nit in ſen, kann man zum Einſtreuen verwenden. ziſczeſa, ſ Den Hafer gibt man den Fuͤllen taͤglich dreimal, fruͤh, 7 b ſ Mittags und Abends in der gewoͤhnlichen Fuͤtterzeit, die man ſorgfaͤltig innehalten muß, und ſorgt nebenbei fuͤr friſche Luft te alt in und ein reinliches Lager, ſo wie dafuͤr, daß ſie ſich auf r, und ſ einem trocknen Platze, ſelbſt im Winter, recht viel im Freien kann mmn bewegen koͤnnen. Krippen und Raufen bringt man etwas hoch pfedzzut an, erſtere duͤrfen jedoch nicht zu enge ſeyn. dre M⸗ 147. Fuͤllen, die man auf dieſe Weiſe in ihrem erſten die Mͤt⸗ Lebensjahre ernaͤhrt hat, ſind im naͤchſten Fruͤhjahre in einem Ae es bei vortrefflichen Zuſtande; in ihrer fernern Ernaͤhrung und Ab⸗ ſt, geſchießt wartung macht es nun aber einen Unterſchied, ob ſie ihre ethalten dit Sommernahrung auf der Weide ſuchen oder im Stalle erhal— ſſch; denn ten ſollen. In erſterm Falle waͤhlt man fuͤr die einjaͤhrigen do ſchneler Fuͤllen die trockenſte und beßte Weide aus, und laͤßt ſie nicht man ihnen fruͤher darauf, als bis ſie ſich belegt und das Gras ſchon und daß in einige Laͤnge erreicht hat. Sollte anhaltende Naͤſſe eintreten, das Stitk ſo gibt man eine Zubuße an Hafer; iſt aber die Weide we⸗ Drei und gen großer Duͤrre nicht ausreichend, ſo iſt ein Zuſchuß von Gruͤnfutter oder die Einraͤumung eines feuchteren Weide— platzes zu empfehlen, ſo daß niemals ein Zeitpunkt eintritt, n Art bei wo die jungen Thiere wegen mangelnder Nahrung im Wachs— hat man thume zuruͤckbleiben. Vorzuͤglich wichtig iſt, daß ſie im Herbſt . Wenn zeitig genug auf den Stall kommen. Eine durch Geiz haͤufig ülen hält veranlaßte Vernachlaͤßigung der letzten Regel hat ſchon manches lezteren in junges Pferd zu Grunde gerichtet, oder doch in ihnen die An— gibt ihnen lage zu Krankheiten entwickelt. ſct, fim Im zweiten Winter ihres Lebens kann man ihnen nun ehr venc ſchon eher eine geringere Quantitaͤt Hafer und dafuͤr mehr dieles b Rauchfutter, Heu, Stroh ꝛc. geben; doch iſt es nicht rathſam, an. Jvei das Koͤrnerfutter ganz zu entziehen, wenn man Freude an nem Hafet 78 ſeiner Pferdezucht erleben will. 4 Pfund guten Hafer und 8— 10 Pfund gutes Heu muß ein zweijaͤhriges Fuͤllen min⸗ deſtens taͤglich haben. Rathſam iſt es, in Landwirthſchaften, wo man die Ge— ſchlechter nicht getrennt halten kann, die Hengſtfuͤllen dieſes Alters kaſtriren zu laſſen. 1 148. Hat man keine paſſenden Weideplaͤtze, oder iſt das Land zu koſtbar dazu, ſo kann die Sommerernaͤhrung der jungen Pferde, wie es in England faſt allgemein geſchieht, auf weit kleineren Flaͤchen mit gemaͤhtem Gruͤnfutter und Hafer recht gut vor ſich gehen. Dabei iſt es jedoch noͤthig, daß man ihnen einen umzaͤunten Platz eingebe, wo ſie ſich nach Willkuͤhr herumtummeln koͤnnen; denn ſie unangehalftert auf dem Stalle ſtehen und nur von Zeit zu Zeit heraus zu laſſen, iſt nicht rathſam, weil ſie dadurch leicht ſteif und zu Krankheiten disponirt werden; ſie verſtehen ſich, wie man zu ſagen pflegt. Auf jenen Plaͤtzen, wo man ſie frei herumlau— fen laͤßt, wird, wenn die Pferdezucht einigermaßen erheblich iſt, am beßten ein an den Seiten offener, oben zugedeckter Schoppen angebracht, unter den die jungen Thiere bei Re— genwetter fluͤchten, und wo ſie aus den darunter aufgeſchlage— nen Krippen und Raufen ſich nach Willkuͤhr Futter holen koͤn— nen. Dabei muß jedoch darauf geſehen werden, daß ihnen ſolches in nicht zu großen Portionen auf einmal und immer friſch und gut vorgelegt werde. Das Gruͤnfutter, bei Regenwetter auch wohl etwas Heu, darf in den Raufen nie, oder doch nur ſelten ganz fehlen; aber den Hafer gibt man ihnen zu be— ſtimmten Futterſtunden unter Aufſicht, damit jedes Thier ſein richtiges Maaß erhalte. Uebrigens bleibt die Behandlung, wie es im vorigen§. angegeben worden, und hiinſichtlich der Winterernaͤhrung tritt kein Unterſchied ein, es moͤge das Fuͤllen auf der Weide oder mit Gruͤnfutter den Sommer hin— durch erhalten worden ſeyn. 149. Im dritten Lebensjahre iſt, hinſichtlich der Halt— ung und Futterordnung, keine Veraͤnderung vorzunehmen, die anlock Dabei Beſch oder gen,( woria Fahne bewaht Pärter und S 1 die ju herhin Im d Gebran Auſſtal Ateerr Stroh nerpor ſer des bis al den neb die Ra bei wer V fottgeſ feil ge ungen wenn! N jungen V aufet und Fülen min⸗ man die Ge ſtſälen ditſe oder t des rnäheung de ein geſchih! nfutter und edoch nothig, wo ſie ſih rangehalfter t heraus zu ſeif und w die wan z ei herumlau hen erheblich zugedeckte ſere bei Ren aufgeſchlage e holen kin „ daß ihnen imwerfriſh Nagenwette er doch nur nen zu be⸗ Thier ſein Sehondlang, hirſchtic s mige do donmer hi h der ful⸗ nleftnen, d 79 jungen Thiere moͤgen den Sommer hindurch auf der Weide bleiben, oder mit Gruͤnfutter ernaͤhrt werden. Die Waͤrter muͤſſen nun aber Alles anwenden, dieſelben an die Menſchen zu gewoͤhnen, damit ſie nicht ſcheu werden. Zu dem Ende muͤſſen ſie ſich nun mit den Fuͤllen viel zu thun machen, ſie anlocken und daran gewoͤhnen, daß ſie ſich anfaſſen laſſen. Dabei hebt man ihnen oft die Beine auf, um ſie auf das Beſchlagen vorzubereiten. Man thut ſogar wohl, im Stalle oder auf dem Bewegungsplatze bisweilen die Trommel ſchla⸗ gen, Gewehre in ihrer Naͤhe losſchießen und auf der Bucht, worin ſie ſich bewegen, von Zeit zu Zeit Tuͤcher oder eine Fahne flattern zu laſſen, um ſie vor dem Scheuwerden zu bewahren. Vor Allem aber muß man darauf ſehen, daß die Waͤrter den jungen Thieren durch Neckereien nicht das Beißen und Schlagen angewoͤhnen. 150. Die erſte Haͤlfte des vierten Lebensjahres bringen die jungen Pferde am zweckmaͤßigſten noch ganz ſo, wie fruͤ⸗ herhin, entweder auf der Weide oder bei Gruͤnfutter ꝛc. zu. Im darauf folgenden Winter muß man ſie aber zu ihrem Gebrauch vorbereiten. Zu dem Ende werden ſie nun bei dem Aufſtallen angehalftert und ernſtlich geputzt, was bis zu dieſem Alter meiſtens unterbleibt und ſich hoͤchſtens auf ein Abreiben mit Stroh beſchraͤnkt. Auch muͤſſen ſie nunmehr eine ſtaͤrkere Koͤr— nerportion, nach Verhaͤltniß ihrer Groͤße 8— 10 Pfund Ha— fer des Tages, bekommen, dagegen kann die Heugabe fuͤglich bis auf fuͤnf Pfund taͤglich beſchraͤnkt werden, wenn man ih⸗ nen nebenbei eine genuͤgende Menge Stroh entweder ganz in die Raufen oder zu feinem Haͤckſel geſchnitten vorlegt. Da⸗ bei werden die Uebungen mit dem Aufheben der Fuͤße fleißig fortgeſetzt und von Zeit zu Zeit die jungen Thiere an ein Leit— ſeil genommen, um ſie laufen zu laſſen. Bei dieſen Beweg— ungen muß die ruhigſte und ſanfteſte Behandlung ſtatt finden, wenn man den Zweck nicht verfehlen will. Nachdem auf dieſe Weiſe durch Fuͤhren und Laufen die jungen Pferde waͤhrend des Winters noch mehr an Menſchen — — — — 80 gewoͤhnt ſind, ſo faͤngt man im Fruͤhſahre an, ſie fuͤr ihre eigentliche Beſtimmung als Reit⸗ oder Wagenpferde einzuuͤben, ſo daß ſie mit dem vollendeten vierten Jahre entweder rittig gemacht oder eingeſpannt werden. Will man indeſſen recht dauerhafte Pferde erziehen, die viele Jahre brauchbar bleiben ſollen, ſo muß man ſie bis nach vollendetem fuͤnften Jahre noch vor allen großen Anſtrengungen bewahren. Das Beſchlagen der Pferde wird nicht fruͤher vorgenom— men, als bis man ſie zur Arbeit braucht. Bei Arbeitspfer— den einen ſchweren plumpen Beſchlag mit ſtarken Stollen und Griffen anzubringen, iſt nicht nothwendig; doch kommt ſol— ches ſehr auf den Boden und die Wege an, worauf die Pferde gehen müſſen. 151. Die ausgewachſenen und zur Arbeit beſtimmten Pferde werden in der Regel das ganze Jahr hindurch auf dem Stalle gefuͤttert. Die Menge der ihnen gereichten Nahr⸗ ung muß ſich nach ihrer Groͤße und Staͤrke, ſo wie nach der von ihnen geleiſteten Arbeit richten, d. h. um ſo groͤßer wer⸗ den, je mehr dieſe Dinge zunehmen. Das gewoͤhnlichſte Pferdefutter beſteht aus Hafer, Heu und Stroh, und allerdings vereinigt der Hafer mehr Eigen— ſchaften, die ihn zum beßten Koͤrnerfutter fuͤr die Pferde machen; indeſſen iſt es durch die Erfahrung vielfaͤltig bewie— ſen, daß ſich dieſelben mit jeder anderen Kornart und bloßem Stroh ohne Heu, bei geringer Anſtrengung ſogar bloß mit Gruͤnfutter, Wurzelwerk, Heu und Stroh, ohne alle Koͤr⸗ ner, recht gut erhalten laſſen, wenn dabei die gehoͤrige Vor⸗ ſicht angewendet wird. 152. Fuͤttert man groͤbere, haͤrtere und ſchwerere Koͤr— ner, als Hafer, dann darf man ſie nicht in gleichem Maaße, ſondern nur in gleichem Gewichte reichen, und wird ein ſtaͤr⸗ kerer Zuſatz von Haͤckſel noͤthig, weil ſie weniger Huͤlſen ent— halten, und daher, ohne einen ſolchen leicht Ueberladungen und nachtheilige Verſtopfungen veranlaſſen koͤnnen. Gut iſt es, ſolche ſchwere Koͤrner vor dem Verfuͤttern einzuquellen, oder noch beſſer, ſie groͤblich zu zerſchroten. dern un gewiß wozu ſ tn eign Kirnerſt b darf ihr nicht vom t und vo ſiecken mal ver te Tor Bd A 15 Kartoffe dDaß die unhech der ſein ſeht za Knechte und die hr mah 3 die n dage Na 81 un Futreit nran kein Heu, oder doch nur wenig, etwa 2— 3 ſüd dun Pfund des Tags einem Pferde, dann muß man drei Pfund hee l des an der gewoͤhnlichen Gabe fehlenden Heu's durch ein niſen it Pfund Koͤrner und 1— 2 Pfund gutes Stroh, theils zu olun late Haͤckſel geſchnitten, theils ganz in die Raufen geſteckt, zu er— unfen ahe ſetzen ſuchen. Vorſichtsmaaßregeln bei dem Quellfutter und uͤberhaupt bei der Fuͤt⸗ t botgenom terung anderer Subſtanzen, als Hafer und Heu. Aiüelcgſe 153. Im Sommer, wenn keine ſehr anſtrengenden, ſon⸗ tulln und dern nur gewoͤhnliche Wirthſchaftsarbeiten vorkommen, iſt es tonmt ſl gewiß rathſam, den Pferden eine Zeit lang gruͤnes Futter, die Pfad wozu ſich Luzerne, Klee, Esparſette und Futterwicken am beß— ten eignen, ſtatt des Heu's zu geben. Man kann dabei das bhetimmten Koͤrnerfutter ſehr, auf mehr als die Haͤlfte beſchraͤnken, aber nurch auf darf ihnen ſolches nicht ganz entziehen und das Gruͤnfutter den Naht⸗ nicht zu jung vorlegen. Auch muß man bei dem Uebergange die nach der vom trocknen zum gruͤnen Futter vorſichtig zu Werke gehen, groͤßer ben und vorzuͤglich darauf ſehen, daß ſich letzteres vor dem Auf— ſtecken nicht erwaͤrme und nicht in zu großen Maſſen auf ein— gfer, Heu mal verabreicht werde. eht Eigen⸗ Ueber die gruͤne Fuͤtterung der Pferde und der dabei nothwendigen die Pferde Vorſichtsmaaßregeln, ſ. Anleitung z. Betrieb der Landwirthſch. „Tueß Bd. 1. S. 365. Gut iſt es, bloß fruͤh Koͤrner, Mittags und de Abends nur Gruͤnfutter zu geben. aus n 154. Ueber die Fuͤtterung der Pferde mit Wurzelwerk, all Kör Kartoffeln, Ruͤben ꝛc. ſind die Meinungen noch ſehr getheilt. ige Vr⸗ Daß dieſelbe ſehr wohl angehe, iſt entſchieden, aber ob ſie vortheilhaft oder nicht, das iſt die Frage. Der kleine Wirth, der ſein Vieh ſelbſt beſorgt, kann damit ſeine Pferde gewiß ſehr gut und wohlfeil erhalten, wo aber die Fuͤtterung durch Knechte geſchieht, iſt dabei die groͤßte Aufmerkſamkeit noͤthig, grere Koͤr⸗ a Maaße, d ein ſi dan rie e 8. 14 2 r und die Einfuͤhrung dieſer Fuͤtterungsweiſe ſchwierig, weil mit ) 6 6 7 7. e* ram ihr mehr Arbeit, als mit der Haferfuͤtterung verbunden iſt, G e 3—.. n und die Leute nicht daran gewoͤhnt ſind, alſo einen Widerwil— len dagegen haben, der leicht nachtheilig werden kann. Nach allen Erfahrungen iſt es beſſer, dergleichen Futter⸗ 6 nzaquulen, —— ,.—— — 82 gewaͤchſe, Kartoffeln ꝛc. roh zu fuͤttern, als ſie vorher zu ko— chen; aber ganz rein gewaſchen muͤſſen ſie werden, und vor dem Zerkleinern, das nie ſehr fein geſchehen darf, voͤllig ab— trocknen. Ueberhaupt iſt bei dieſer Art von Fuͤtterung die groͤßte Reinlichkeit nothwendig, weil ſonſt das Pferd, anerkannt das reinlichſte und ekelſte Thier, nichts davon frißt. Auch wird neben derſelben ein groͤßerer Zuſatz von trocknem Futter, Heu oder Stroh erfordert, als neben der Koͤrnerfuͤtterung Ganze Koͤrner neben den Wurzel⸗ und Knollengewaͤchſen zu fuͤttern, haben einige vortheilhaft, andere ſchaͤdlich gefunden. Soll es jenes ſeyn, dann duͤrfen wohl beide Futtermaterialien nicht gleichzeitig gefuͤttert werden. Dagegen mag es gut ſeyn, dem zerſchnittenen Wurzelwerk ſtets etwas Getreideſchrot, auch wohl etwas Salz zuzuſetzen. Ueber die neuerer Zeit zur Sprache gekommenen Fuͤtterungsarten mit Brot oder gekochter Gerſte laͤßt ſich noch nichts Beſtimmtes ſagen; die daruͤber gemachten Erfahrungen ſind noch zu jung und ſich widerſprechend. Unter paſſenden Weruileniſfen duͤrften beide nicht unzweckmaͤßig ſeyn. Ueber Kartoffelfuͤtterung ſ. Block's Mitthei lungen landwirthſchaftlicher Erfahrungen. B. 2. S. 51. Koppe a. a. O. Bd. 2 S. 124¼. Anleitung z. Betr. der Landw. Bd. 2. S. 427. 155. Nach dieſen Vorausbeſtimmungen uͤber die ver— ſchiedenen Futterweiſen der Pferde laſſen ſich nun die dazu noͤthigen Futterquantitaͤten naͤher angeben. Ein Wirthſchaftspferd bedarf in den Wintermonaten, wo es nur geringe Arbeit hat, des Tages 9 Pfund Hafer, 3 Pf. Stroh zu Haͤckſel und 8 Pfund Hen; waͤhrend der Arbeits— zeit aber, zumal waͤhrend der Fruͤhjahrsbeſtellung, mindeſtens 12 Pf. Hafer, 4 Pf. Stroh und 8— 10 Pf. Heu. Reit⸗ und Kutſchpferde beduͤrfen bei gleicher Menge Hafer kaum 6— 8 Pfund He, aber das ganze Jahr hindurch gleich ſtarke Fuͤtterung; ein Frachtpferd dagegen, welches taͤglich 15— 20 Centner 4—5 Meilen weit ziehen ſoll, muß 12— 15 Pfund Heu und 18— 24 Pf. Hafer des Tags erhalten. Dabei ver⸗ ſteht es ſich, daß alle gereichten Nahrungsmittel gut, rein und geſund ſeien. Sollen ſtatt ihrer andere gefuͤttert werden, ——;— ſo iſt di verhalln 15 ihm gel ſo noth rechten Mittag wenne Es mul ner Arb eine aus gungen von der ſu. a6,: den enn zu bom D in klein nicht 1 — — ſemmte auf ein 6 eingebra tett ver Ko raͤnken igſtens fimer ve derſcha 83 othet zu ko en, un ſo iſt die Reduktion nach den im§. 52 angegebenen Werths⸗ und w. f. wigin 6 verhaltniſſen leicht zu machen. 1. eüd 156. Es reicht aber nicht allein hin, daß das Pferd die Süͤtterung di⸗— 3 8 rh i u ihm gebuͤhrende Menge von Futter erhalte, es iſt auch eben f 5 ſo noͤthig, daß es dieſelbe in einer richtigen Ordnung und zur feißt, Audh kan rechten Zeit, am beßten taͤglich in drei Hauptmahltzeiten, fruͤh, Anen dut Mittags und Abends, mit mehren Unterabtheilungen bekomme, nerſte wenn es dabei gedeihen und nicht von Kraͤften kommen ſoll. gewichſen; Es muß ferner richtig abgewartet, gehoͤrig geputzt und bei ſei— rinden ner Arbeit zweckmaͤßig behandelt werden, wenn man von ihm aanseidi eine ausdauernde Leiſtung verlangt. Erfuͤllt man dieſe Bedin— dö gut ſon gungen puͤnktlich, und weicht man ohne dringende Noth nicht ſchrot, auch von der einmal eingefuͤhrten Ordnung hinſichtlich des Fuͤtterns ꝛc. ab, dann kann ein gutes Ackerpferd taͤglich 10— 12 Stun⸗ weatten mit den ernſtlich arbeiten, ohne dadurch von Fleiſch und Kraͤften nmnes ſän zu kommen. dir Das Koͤrnerfutter muß gleichmaͤßig mit Haͤckſel vermengt nks Mirt in kleinen Portionen gegeben werden. Eine neue Gabe darf . Folpen nicht eher erfolgen, als bis die erſte ausgefreſſen iſt, dann aber dw. Bd. 2. auch keinen Augenblick verzoͤgert werden. Nichts iſt na Eehthe liger, als wenn das Einſchuͤtten des fuͤr eine Mahlzeit be— er die ver⸗ ſtimmten Koͤrner- oder andern Futters unregelmaͤßig, gde gar n die dazl auf einmal geſchieht. Statt des Haͤckſels koͤnnen oft mit großem Vortheil gut onaten, bo eingebrachte, ja nicht dumpfig gewordene Ruͤbſenkappen gefuͤt⸗ fer, 3 Pf tert werden. er Arbeits⸗ Kommen die Pferde von der Arbeit erhitzt nach Hauſe, windeſtens ſo darf ihnen ihr Futter nicht gleich, ſondern erſt nach Ver— eu. Neit⸗ lauf einer halben Stunde geſchuͤttet werden; man ſteckt ihnen afet Kaum lieber fuͤr's Erſte ein bischen Heu auf. Im Sommer iſt in glaic ſatte ſolchen Faͤllen das Gruͤnfutter ſehr gut. 4 15-A Ein wichtiger Gegenſtand der Beachtung iſt nun noch das .15 Pfad Traͤnken der Pferde. Sie muͤſſen nach vollbrachter Arbeit we— Dibejuer nigſtens eine Stunde im Stalle ſtehen, ehe ihnen der Traͤnk— la, wan eimer vorgeſetzt wird, und duͤrfen nie ſehr kaltes, ſondern nur uͤberſchlagenes Waſſer zum Saufen bekommen, beſonders auch at warden tat werden, 6 7 84 im Winter nicht, weil ſie ſich ſonſt nicht ſatt ſaufen und ihnen dann das Futter nicht gedeiht. Heilſam iſt in letztgenannter Jahreszeit ein Zuſatz von Leinoͤlkuchen in's Waſſer, zumal ge— gen das Fruͤhjahr hin. 157. Das Putzen, Waſchen und Schwemmen der Pferde geſchieht zwar meiſtens nur, um ihnen ein reinliches gefaͤlliges Anſehn zu geben, doch dient es auch, zumal in heißen Ta— gen, weſentlich zur Erhaltung ihrer Geſundheit. Ein einma— liges gruͤndliches Putzen des Tages reicht in der Regel hin; doch kann bisweilen außerdem noch ein Abwiſchen oder Abwe⸗ deln von Nutzen ſeyn. Bei dem Schwemmen muß man jede Erkaͤltung zu vermeiden ſuchen, und es ſollte daher eigentlich nur bei ſehr warmen Wetter und nie an den Abenden der Arbeits- tage, ſondern lieber des Morgens geſchehen. 158. Wenn man ſich einer ſo zweck- und naturgemaͤßen Abwartung der Pferde befleißigt, bleiben ſie meiſt geſund, und kann man etwas von ihnen verlangen, ohne daß es noͤthig wird, ſie uͤber die gewoͤhnlichen Arbeitsſtunden gehen zu laſſen, oder durch uͤbermaͤßige Ladungen und Anſtrengungen uͤber die Gebuͤhr anzugreifen. Solches muß man auf jede Weiſe zu vermeiden ſuchen, denn durch uͤbermaͤßige Anſtrengungen wird nicht nur das Geſchirr ruinirt, ſondern auch den Pferden oft in einer halben Stunde mehr Schaden zugefuͤgt, als durch gewoͤhnliche Arbeiten in einem halben Jahre. Zur Erleichterung bei der Arbeit dient den Pferden vor⸗ zuͤglich auch ein zweckmaͤßiges Geſchirr. Unſinn iſt es, den Ackerpferden große, plumpe Kummete und uͤberhaupt ſchwere Geſchirre aufzulegen; darauf aber muß man ſehen, daß es be— quem, dauerhaft und immer in gutem Stande ſei. Zu ſeiner Erhaltung dienen ein oftmaliges Einſchmieren, gehoͤrige Luf— tung und Abtrocknung, wenn es vom Pferdeſchweiß durchnaͤßt iſt. Man darf es ſchon deshalb, vorzuͤglich aber der Erleich— terung der Pferde wegen, waͤhrend der warmen Jahreszeit in den Mittagsſtunden nicht auf ihnen liegen laſſen. Ueber die zweckmaͤßigſte Abwartung der Pferde, die Futterordnung dieſer die Auf der Ha. Fälen! ſleiſen b und nbe und feſt müͤthigk⸗ Muleſe henaſte, dem Eſ von der genden vortheil 8. Uni 160 ichs Th ere Ver dung me dirthſch ols Hau Jequato Das i do d b dung en und ihne zc. ſ. Anleit. z. Betrieb der Landw. Bd. 1. S. 207— 365. B. 2. leztenannte, S. 62 und S. 127. t, zumal ge Zuſatz uͤber Eſel- und Maulthierzucht. 3 in gin 159. Fuͤr den Landwirth in Deutſchland hat die Zucht iis gllig dieſer Thiere eigentlich nur ein hiſtorifches Intereſſe, wiewohl 1 hüha d die Auferziehung derſelben, beſonders der Maulthiere, die in Ein ium der Hauptſache mit der der Pferde uͤbereinſtimmt, in manchen Norl ſin Faͤllen nicht unvortheilhaft ſeyn duͤrfte; denn die Maulthiere dde Abwe⸗ leiſten bei der Feldarbeit faſt eben ſo viel, wie die Pferde, p man jede und uͤbertreffen dieſelben an Haͤrte, Ausdauer, Genuͤgſamkeit igentlich nur und feſten Fuͤßen, ſtehen ihnen aber nach an Schoͤnheit, Gut⸗ der Arbeits muͤthigkeit und Gelehrigkeit. Der kleinere, aber ſchoͤner gebaute Mauleſel, der Baſtard von der Eſelſtute und dem Pferde⸗ torgemäͤß hengſte, iſt ſeltner und nicht ſo brauchbar, wie das groͤßere dem Eſel im Gebaͤude mehr aͤhnelnde Maulthier, der Baſtard von der Pferdeſtute und dem Eſelhengſte. In mehrern Ge⸗ genden Frankreichs haͤlt man die Zucht der Maulthiere fuͤr vortheilhafter, als die Zucht des Rindviehs und der Pferde. S. Univerſalblatt Band 4. S. 9. geſund, und Fes nüthig i zu laſſe en uͤber die Veiſe zu ungen wird Pferden oft—2. Fuͤnſter Abſchnikl. als durch I f ſch Von der Schweinezucht. ferden vor⸗ t es, den 160. Das Schwein iſt dem Menſchen ein uͤberaus nuͤtz⸗ ot ſchwere liches Thier, das durch ſein ſchnelleres Wachsthum, ſeine ſtaͤr— daß es be⸗ kere Vermehrung und durch die Eigenſchaft, die genoſſene Nah— Zu ſeiner rung mehr in Fett zu verwandeln, ſich vor den andern land⸗ thorige di wirthſchaftlichen Hausthieren auffallend auszeichnet. Es wird p durchnäßt als Hausthier in allen Klimaten, im wilden Zuſtande vom der Erleih⸗ Aequator bis an die Kuͤſten der Oſt-⸗ und Nordſee angetroffen. Inhrezi Das wilde Schwein liebt ſchattige, waldige und ſumpfige Gegenden, 1 wo es Gras, Wurzeln, Samen, Inſekten ꝛc. zu ſeiner Nah⸗ fterordnung rung findet. fte 86 Das Hausſchwein iſt ebenfalls auf ſumpfigen Weiden und mit man⸗ cherlei Wirthſchaftsabfaͤllen leicht zu erhalten; wenn es aber gleich in Suͤmpfen ſeine Nahrung ſucht und ſich gern in Schlamm legt, ſo kann es doch nicht naſſe Kaͤlte vertragen. 161. Aus dem gemeinen wilden Schweine ſind durch Umwandlung ſeiner Lebensart, durch Verſchiedenheit der Er— naͤhrung und der klimatiſchen Einfluͤſſe ꝛc. in den verſchiedenen Laͤndern auch ſehr verſchiedene Raſſen von Hausſchweinen ge⸗ bildet worden, die nicht nur an Groͤße und Bau, ſondern auch an Farbe und andern Eigenſchaften merklich von einan— der abweichen. Man findet Schweine mit einem langen und geſtreckten, ſo wie mit einem kurzen Koͤrper; die Beine ſind bald ſehr kurz, bald wieder etwas laͤnger; die Ohren ſind bei einigen aufgerichtet, bei anderen haͤngend; es gibt weiße, ſchwarze graue, rothbraune und verſchiedenartig gefleckte Schweine. Das ſtruppige, wollenartig gekrauſ'te Haar iſt das Kenn— zeichen einer halbwilden Raſſe; das ſchlichte dasjenige einer mehr kultivirten. Große Schweineraſſen findet man in den Laͤndern, wo auf ihre reichliche Fuͤtterung und gute Pflege viel Aufmerkſamkeit verwendet wird, und ein mildes nicht heißes Klima ihre Außzucht beguͤnſtigt. Kleine Schweine da, wo dieſe Bedingungen fehlen. 7 Die Zahl der Schweineraſſen iſt ſo groß, daß ſie gar nicht alle zu nennen ſind, da zumal durch Kreuzung, Inzucht und beſonders ſorgliche Pflege immer neue entſtehen. Bei keiner Viehart ſind die Einwirkungen der menſchlichen Sorgfalt und der verſchiedenen aͤußeren Verhaͤltniſſe auf die Raſſenbildung ſo ſichtbar, wie bei den Schweinen. Zu den halbwilden mit gekrauſ'tem Haar ſind die Ungar'ſchen, Bosniſchen und Sirmiſchen Schweine zu rechnen; als beſonders kultivirte erſcheinen das Champagner Schwein und mehre engliſche Raſſen; unter den großen zeichnen ſich vorzuͤglich die Oſtfrieſiſchen, die bis 700 Pfund ſchwer werden, ſ. Moͤglin⸗ ſche Annalen B. 28. S. 144, auch die Altenburg'ſchen, Thuͤring'⸗ ſchen ꝛc. aus. Ganz eigenthuͤmlich iſt das chineſiſche oder viel⸗ mehr das von den Suͤdſeeinſeln ſtammende Schwein. halbe Jahr werd ſie ij uͤber zum futter käne in u. vieh werd b ſinl zeht fuͤgli mal Kilte Mitt hringe V venn dieſ ſii, ſorte b aber V als; ſeden Leben und mit man⸗ Renn es a mniin Sthomn ſne ſud durc enheit der E wverſchiedenen ſchweinen 1 Bau, ſonden von einan. d geſtreckte nd bald ſeſt bei einigen e, ſchwarze, Gweine. ſt das Kenn genige eine man in dar Pflege vie nicht heißes ne da, we nicht alle u ind heſondes Viehart ſind berſchiedenen bar, wie b n Hagt ſin e zu rechnen; Schwein und ſih voniiͤlch „ ſ. Mogli⸗ en Thürin che oar lie⸗ . —, „ ◻ — Von der Paarung, Zucht und Pflege der Schweine. 162. Man theilt die Schweinezucht ein in die wilde, halbwilde und zahme, oder die Hauszucht. Wild wird ſie genannt, wenn die Schweine das ganze Jahr ſich ſelbſt uͤberlaſſen bleiben, und nur in ſo weit gehuͤtet werden, daß ſie ſich nicht verlaufen oder weggetrieben werden; ſie iſt zu finden im ſuͤdlichen Ungarn, Bosnien, Servien. Halbwild heißt ſie, wenn die Schweine den Sommer uͤber geweidet und waͤhrend des Winters in eingefriedigten, zum Theil gedeckten Oertern in beſondern Abtheilungen ge— fuͤttert werden, uͤbrigens aber auf ihre Paarung und Pflege keine beſondere Aufmerkſamkeit gewendet wird; ſolches geſchieht in mehren Gegenden von Ungarn, Boͤhmen, Maͤhren. Die Hauszucht der Schweine iſt die, wo ſie als Nutz— vieh im Haushalt mit Aufmerkſamkeit und Sorgfalt erzogen werden. Von dieſer nur iſt hier die Rede. 163. Mit acht Monaten ſind gut gehaltene Schweine hinlaͤnglich zu ihrer Fortpflanzung ausgebildet. Das Schwein geht 16— 18 Wochen(109— 143 Tage) traͤchtig und kann fuͤglich in einem Jahre zweimal, ja in zwei Jahren wohl fuͤnf— mal ferkeln. Da aber den jungen Schweinen(Ferkeln) die Kaͤlte ſehr nachtheilig iſt, ſo ſucht man gern die Paarung der Muͤtter ſo einzurichten, daß ſie ihre Jungen zu einer Zeit bringen, wo keine heſtige Kaͤlte zu befuͤrchten iſt; das geſchieht, wenn die Paarung im Mai und November vor ſich geht, wo dann die Ferkel im Maͤrz und Auguſt ankommen. Es iſt nur ſchwie— rig, die Einrichtung ſo zu treffen, und noch ſchwieriger, ſie fortwaͤhrend zu beobachten. Die Schweine koͤnnen 2— 20 Junge zur Welt bringen, aber wegen Mangel an Zitzen(Strichen, Spaͤnen) ſelten mehr, als zwoͤlf aufziehen. Im großen Durchſchnitte rechnet man auf jeden der beiden erſten Wuͤrfe, die ein Mutterſchwein in ſeinem Leben thut, ſechs, auf jeden der uͤbrigen 7—8 Ferkel. 88 164. Die traͤchtige Mutterſau muß einen geraͤumigen, trocknen Stall(Kofe) und reichliche Streu erhalten, gut ge— naͤhrt, aber nicht gemaͤſtet werden. Auch waͤhrend des Saͤu⸗ gens taugt eine uͤberreichliche Fuͤtterung nichts. Am beßten eignen ſich dazu gekochte und mit Waſſer und Milch oder Molken zu einem duͤnnen Brei geruͤhrte Kartoffeln oder Moͤh⸗ ren, woran man noch etwas Getreideſchrot oder Kleien mengt. Branntweinſpuͤlicht iſt ein unpaſſendes Futter fuͤr Mutter— ſchweine. Die Jungen laͤßt man gewoͤhnlich ohne weitere Vorſorge gegen vier Wochen bei den Muͤttern, dann ſucht man ſie an das Freſſen neben der Muttermilch zu gewoͤhnen. Die beßten Nahrungsmittel fuͤr ſelbige ſind Milch und ganze Getreidekoͤr— ner, beſonders Gerſte; Schrot und Mehl ſind ihnen oft nach— theilig. Man gibt ihnen auch wohl Brot. Die nicht zur Zucht beſtimmten Schweine werden gewoͤhn⸗ lich waͤhrend des Saugens verſchnitten, ſowohl Muͤtter, als Eber. Bei dem Werfen der Schweine iſt darauf zu ſehen, daß ſie ſich ordentlich reinigen und die Nachgeburt nicht freſſen. Schieferzaͤhne der jungen Schweine.— Das Verfahren, ſie zu entwoͤhnen, iſt ſehr verſchieden. S. Anleit. zum Betrieb der Landwirthſchaft B. 4. S. 233.. 165. Haben ſich nun die jungen Schweine etwas an das Freſſen neben dem Saugen gewoͤhnt, dann werden ſie, nach etwa 6— 7 Wochen, ganz von den Muͤttern entfernt, und fuͤr ſich mit einem ihnen angenehmen, nahrhaften und kraͤftigen Futter ernaͤhrt, damit ſie nicht von Kraͤften kommen oder gar ſterben. Milch und ganze Getreidekoͤrner bleiben auch jetzt noch das beßte und hauptſaͤchlichſte Futter fuͤr ſie. Aber nicht nur eine reichliche Fuͤtterung, ſondern auch ganz beſon⸗ ders Reinlichkeit, Ordnung und Sorgſamkeit ſind zu ihrem Gedeihen weſentlich nothwendig. 166. Wenn die jungen Schweine drei Monate alt ge⸗ worden und durch Kornfutter zu gutem Gedeihen und Wachs⸗ thum gebracht worden, ſo koͤnnen ſie ein geringeres Futter, ſtaͤnde geräumigen ten, gut ge⸗ d des Sin⸗ An beſt Nh ahr n dder Ni Alein nant fiir Nuter te Vorſorge man ſie ag Die beſßten Getreidebr. noft nach⸗ en Rodhy⸗ Nuͤtter, als daß ſie ſch Schiefergihne wöhnen, iſ gthſchaft B. etwas a werden ſie nentfernt, aften und n kommen ſeiben auch ſee. Aber anz beſor A ihten ate alt g Und Vach⸗ ekeo Futter, 89 gekochte Kartoffeln, Biertraͤbern, auch wohl etwas Brannt⸗ weinſpuͤlicht erhalten, doch duͤrfen ihnen die Koͤrner nicht ganz entzogen werden. Spreu von Leinſamen und Oelgewaͤchſen, von Roggen und anderem Getreide nimmt man im Winter, Unkraͤuter aus dem Garten und gruͤne Pflanzen mancherlei Art, beſonders jungen Klee im Sommer zur wohlfeilen Er— naͤhrung der jungen Schweine dieſes Alters mit zu Hilfe. Schweine von ſechs bis neun Monaten und daruͤber kann man im Sommer ganz ohne mehlige Subſtanzen erhalten, wenn man ihnen nur ſaftige ſchwammige Pflanzen, z. B. Garten⸗ unkraut, Salat, Kraut und Runkelblaͤtter, jungen Klee, Lu— zerne ꝛc. zur vollen Saͤttigung reicht. Im Winter muß man dagegen Kartoffeln, Moͤhren oder andere Wurzeln, am beßten gekocht und mit Spreu zuſammengebruͤht, zu Schweinefutter anwenden. Kartoffeln bleiben jedem andern Futter vorzuziehen. Fuͤr Schweine von neunmonatlichem Alter iſt, wenn ſie bis dahin gut erzogen worden, Branntweinſpuͤlicht ein vor— treffliches Futter. Sie erlangen bei demſelben nicht nur eine bedeutende Groͤße, ſondern auch einen ziemlichen Grad von Feiſtigkeit; ſchwere Speckſchweine ſind jedoch durch dieſes Fut— ter allein nicht wohl herzuſtellen. Fuͤr ausgewachſene Schweine bleibt fortwaͤhrend die fuͤr die von 6— 9 Monat Alter angegebene Fuͤtterung die zuſagendſte. 167. Uebrigens geſchieht die Fuͤtterung der Schweine, wie aller landwirthſchaftlichen Hausthiere, am beßten in drei Hauptmahlzeiten, fruͤh, Mittags und Abends, wovon jede wieder, nach Befinden der Umſtaͤnde, in zwei bis drei Unter— abtheilungen zu bringen iſt. Im Winter gibt man ſehr haͤu— fig bei jeder Mahlzeit zuerſt ein dickes, breiaͤhnliches Futter, und dann ein duͤnneres Saufen; im Sommer dreimal des Tages ein nahrhaftes Saufen, und dann Gruͤnzeug den gan— zen Tag uͤber, wie man dazu kommt, nicht zu viel auf einmal. Was ein Schwein taͤglich an Futter bedarf, iſt nicht ge— nau anzugeben, da deren Groͤße ſo verſchieden iſt, viele Um— ſtaͤnde zu Veraͤnderungen Veranlaſſung geben koͤnnen und das 90 lebende Gewicht bei dieſen Thieren einen weniger feſten An⸗ haltpunkt, als bei den Schafen und dem Rindvieh darzubieten ſcheint. Als ungefaͤhren Maaßſtab kann man etwa annehmen, daß ein Schwein großer Art, das in einem Alter von einem Jahre 180—= 200 Pfund Schlachtgewicht gibt, nach dem Ab— ſetzen zwei Monate lang taͤglich 2½¾ Kannen Milch, 3 Pf. Ge⸗ treide und 3 Pfund Kartoffeln, in den darauf folgenden zwei Monaten taͤglich 1 Pfund Kartoffeln mehr, in den naͤchſten zwei Monaten 1 Pfund Getreide und 3 Pfund Kartoffeln, auch etwas weniges Milch mehr erhalten, und mit dieſen Fut⸗ tergaben in aͤhnlichen Verhaͤltniſſen fortgeſtiegen werden muͤſſe, bis endlich ein ausgewachſenes Mutterſchwein taͤglich 3— 4 Kannen Milch, 2— 3 Pf. Getreide und 12 Pf. Kartoffeln, oder, wie es ſich von ſelbſt verſteht, den Werth dieſes Fut— ters an anderen Nahrungsmitteln(§. 52.) bekommt. 1 Ueber die Fuͤtterung und Behandlung der Schweine ſ. Anleit. zum Betrieb der Landwirthſchaft B. 1. S. 231 und 396. B. 2. S. 77 und 246.— Block's Mittheilungen landwirthſch. Erfahrungen Bd. 2. GSG. 168. Sehr haͤufig werden die Schweine den Sommer hindurch geweidet. Ohne Zuſchuß an anderem Futter iſt es jedoch nur ſelten moͤglich, dieſelben bis zur Ernte bloß auf dieſe Weiſe erhalten zu koͤnnen; die Weiden muͤßten denn von einer ſehr guten, ihnen beſonders zuſagenden Beſchaffenheit ſeyn. Nach der Ernte dagegen, wo ſie viel auf den Feldern finden, wird es moͤglich, ſie bloß auf der Weide zu ernaͤhren; indeſſen kommt das Weiden derſelben bei ſteigender Landeskultur immer mehr ab, da es ſich zumal erwieſen hat, daß ſie in den meiſten Faͤllen im Hofe wohlfeiler und vor Krankheiten ge— ſicherter zu erhalten ſind.. Eine beſondere Art von Weiden genießen die Schweine in den Gegenden, wo es große Eichen- und Buchenwaͤlder gibt; die Schweine muͤſſen aber von Jugend auf an das Wald⸗ futter gewoͤhnt ſeyn, wenn ſie dabei gedeihen ſollen. —— ſten; zarte man len; erzie Ma fetter mind Nel ſeſten An⸗ dargabieten donnehma, von einem ach den , 19e genden zwei den nchſen Fartofet dieſen Fute aden muͤſſe, glich 3-4 FKartoffel⸗ dieſes Fu⸗ Mit. zun 6. B. 2( Erfagrunge n Sommer utter iſt es te bloß auf en denn vod eſchaffenheit den Feldern ernahren; andeskultur ſie in den ſchenen ge⸗ die Schwein Puchenwie an das Lü len. 91 Von der Benutzung der Schweine. 169. Die Schweine bringen dem Landwirth Nutzen durch ihre Nachzucht und durch die Maſtung. Jene kann großen Vortheil in den Gegenden gewaͤhren, wo der Abſatz junger Schweine ſicher und eintraͤglich iſt. Durch dieſe aber bezahlen die Schweine ihr Futter beſſer, als jede andere Viehart, weil ſie die genoſſene Nahrung weit ſchneller und vollkommner in Fett verwandeln. Bei fetten Ochſen fallen auf 1 Theil Fett wenigſtens 5 Theile Fleiſch; fette Schweine dagegen haben nicht ſelten eben ſo viel reines Fett, wie Fleiſch. 170. Man kann ſie in jedem Alter ihres Lebens maͤ— ſten; wenn man aber dabei vorzuͤglich die Erzeugung eines zarten mit Fett durchwachſenen Fleiſches beabſichtigt, ſo muß man junge Schweine von hoͤchſtens einjaͤhrigem Alter aufſtel— len; will man dagegen vorzuͤglich Speck und feſten Schmer erzielen, dann iſt es nothwendig, wenigſtens zweijaͤhrige zur Maſt zu waͤhlen. Noch aͤltere werden zwar groͤßer, ſchwerer, fetter und ſpeckreicher, geben aber gewoͤhnlich ein grobfaſeriges, minder ſchmackhaftes Fleiſch. Aeltere Schweine ſetzen feſtes nicht ſchleimiges Fett zwiſchen der Haut und den Muskeln(den Speck) und in der Verdoppelung des Bauchfelles(den Schmer), juͤngere dagegen ein mehr ſchlei— miges Fett auch in allen Zwiſchenraͤumen der Muskeln ab(das Fleiſch iſt bei ihnen mit Fett durchwachſen). Wenn man letztere zu lange maͤſtet, wird aus dieſem Grunde ihr Fleiſch vor Ueber— fluß an Fett oft kaum genießbar. Es iſt daher nie vortheilhaft, juͤngere ganz und aͤltere halb zu maͤſten, weil bei letzteren Speck und Schmer mehr Werth als das Fleiſch haben. 171. Ehe man die Schweine zur Maſt auſſtellt, muͤſſen ſie, wenigſtens die maͤnnlichen, verſchnitten werden; es bleibt jedoch immer vortheilhaft, dieſe Operation auch an den weib⸗ lichen Thieren vornehmen zu laſſen. Jung, waͤhrend ſie noch ſaugen, uͤberſtehen ſie dieſelbe am leichteſten und ſicherſten. Kunſtmittel bei unverſchnittenen Mutterſchweinen den Paarungs⸗ trieb, der die Maſtung vereitelt, zu unterdruͤcken, das Traͤnken mit einer Abkochung von Simſenwurzeln. 92 172. In den erſten Wochen der Maſtung nehmen die Schweine mehr an Gewicht zu, als in den letzten; daher wuͤr⸗ de die halbe Maſtung ſtets mehr Vortheil, als die ganze brin— gen, wenn nicht das Produkt der letzteren, Speck und Schmer, einen ungleich hoͤheren Werth, als das Fkeiſch haͤtten. Des— halb maͤſtet man gewoͤhnlich nur die juͤngeren, noch nicht uͤber ein Jahr alten Schweine halb, die aͤlteren, ausgewachſenen, ganz. 173. Hat man die Abſicht, die Schweine nur halb zu maͤſten, ſo kann man dieſes mit jeder Fuͤtterung bewirken, mit Klee, Kartoffeln, Kuͤrbiſſen ꝛc. wenn man ſie nur reichlich gibt; ſollen aber die Schweine ganz gemaͤſtet werden, ſo muͤſſen ſie neben den Wurzel- und Knollengewaͤchſen ꝛc noch Getreide— körner bekommen, oder bloß mit Getreide gefuͤttert werden. Letzteres iſt gemeiniglich unvortheilhaft; gewoͤhnlich gibt man vom Anfange der Maſtung an bloß die vorgenannten Futter⸗ materialien, und vollendet dieſelbe, nachdem ſie davon halbfett geworden, ausgefleiſcht ſind, durch einen reichlichen Zuſatz von Getreide, das man entweder ganz oder gemahlen, gequellt, gekocht, gegohren gibt. Ganze Koͤrner ohne Vorbereitung, gleichviel welche, zu geben, iſt jedoch ſehr unvortheilhaft. Je— des Mittel, welches dazu beitraͤgt, daß dieſe koſtbaren Fuͤtte— rungsmittel voͤllig verdaut und in thieriſchen Stoff umgewan— delt werden, bezahlt ſich. Das Schroten deſſelben iſt das vortheilhafteſte. Alle Arten von Getreide koͤnnen zur Schweinemaſtung be— nutzt werden, doch iſt immer diejenige zu dieſer Verwendung am geeignetſten, die im Verhaͤltniß zu ihren naͤhrenden Eigen— ſchaften am wohffeilſten iſt. 174. Die Bereitung und Zutheilung des Maſtfutters fuͤr die Schweine geſchieht in der Hauptſache ganz auf dieſelbe Weiſe, wie die des gewöhnlichen Futters, nur daß jenes in ſtaͤrkeren und haͤufigeren Gaben vorgelegt wird. Ein Zuſatz von Salz verbeſſert das Maſtfutter ſehr und ſoll auf die Guͤte des Fleiſches vortheilhaft einwirken. Fuͤr ſich allein iſt jedoch ein reichliches Futter nicht im Stande, ein Schwein fett zu mache der T keit i durch in 3 Auße lich berei Unre⸗ aus L der toffel beſſer ſhaft als di maͤſte wenn Schw lei ra daß m Fetiſch Juſatz lichke wie der und wichts vnglei nehmen die Rher wuͤr „Ianze brin. und Schmer itten. Des⸗ c nict iler gewachſeney, tur holb zu virken, mit ſchch gitt, müͤſſen ſe „ Getreiden t werden. gibt wan ten Futter⸗ von halbſet duſatz von , gequell, rbertitung, haft. Ie⸗ aren Fͤtte⸗ umgewan⸗ en iſt das aſtung be⸗ erwendung den Eigen⸗ Maſifotters auj dieelt iß jees in Ein duſth uf di Glit in ik ſdoch wein fetth 93 machen; es gehoͤrt außerdem noch die groͤßte Reinlichkeit bei der Bereitung und die groͤßtmoͤgliche Ordnung und Puͤnktlich— keit in dem Vertheilen des Futters dazu; das Fuͤttern muß durchaus regelmaͤßig, Tag fuͤr Tag zur beſtimmten Stunde, in Zwiſchenraͤumen von fuͤnf bis ſechs Stunden geſchehen. Außerdem iſt noch noͤthig, daß der Stall des Schweines rein— lich gehalten, ihm auch immer ein reinliches trocknes Lager bereitet werde. Man nennt in der That das Schwein mit Unrecht ein unreinliches Thier; es waͤlzt ſich nicht im Kothe aus Liebe zu ihm, ſondern aus Beduͤrfniß der Abkuͤhlung. Ueber die Maſtung der Schweine ſ. Anleit, zum Betrieb der Land— wirthſch. B. 2. S. 249. Das vom Paſtor Schroͤder angegebene Maſtfutter der Schweine ſ. Schwerz's Beſchreibung der Elſaſſer Landwirthſchaft S. 88. Intereſſant die Schweinemaſtung zu Maurs in Frankreich, Univerſalblatt B. 4. 175. Ein ſehr gewoͤhnliches Maſtfutter fuͤr Schweine iſt der Branntweinſpuͤlicht, ſowohl von Getreide, als von Kar— toffeln. Die damit gemaͤſteten Schweine eignen ſich jedoch beſſer zum Verkauf an die Schlaͤchter, als zum hauswirth— ſchaftlichen Gebrauch, weil ſie minder gutes Fleiſch und Fett, als die mit Wurzel- oder Knollengewaͤchſen und Getreide ge— maͤſteten geben. Am vortheilhafteſten benutzt man den Branntweinſpuͤlicht, wenn man junge, magere, bei geringem Futter erzogene Schweine, die dieſes Futter in der Regel gern freſſen und da⸗ bei raſch zunehmen, ankauft und ſie damit halb maͤſtet, ſo daß man ſie alle 3— 4 Monate in's Geld ſetzen kann. Starke Fettſchweine ſind mit dieſem Futter allein ohne einen ſtarken Zuſatz von Getreide nicht zu erziehen. Ordnung und Rein— lichkeit ſind uͤbrigens bei dieſer Fuͤtterungsweiſe ſo nothwendig, wie bei jeder andern; auch muß man noch dafuͤr ſorgen, daß der Branntweinſpuͤlicht(die Schlempe) ſtets friſch gefuͤttert und nicht mit Waſſer verduͤnnt werde. 176. Bei den Schweinen iſt das Verhaͤltniß des Ge⸗ wichts des reinen Fleiſches und Fettes zum lebenden Gewichte ungleich groͤßer, als bei den uͤbrigen Hausthieren; noch groͤßer 94 aber das Verhaͤltniß des Fettes, des Speckes und Schmeres zu den Fleiſchtheilen; denn es iſt nichts Seltnes, daß ein ganz gemaͤſtetes Schwein mehr Fett als Fleiſch, dem Gewichte nach, hat. So wie daher die Schweine fetter werden, erhoͤht ſich auch der Werth eines Pfundes lebenden Gewichts, und je groͤßer und ſchwerer ſie im ausgemaͤſteten Zuſtande ſind, deſto mehr ſteigt das Verhaͤltniß des Fettes zu den Fleiſchtheilen. Burger erzaͤhlt in ſeinem Lehrbuche, daß in Steyermark bisweilen Schweine erzogen wurden, wovon das Stuͤck 200— 250 Pfund Speck liefert. Sechſter Abſchnitt. Von der Gefluͤgelzucht. 177. Obgleich das zahme Gefluͤgel, das Federvieh, man⸗ chen Nutzen gewaͤhrt, ſo bringt eine ſtarke Federviehzucht doch nur da dem Landwirth allenfalls Vortheil, wo ſich eine guͤn⸗ ſtige Gelegenheit zum Abſatz ihrer Produkte darbietet. Daher iſt es in den meiſten Faͤllen rathſam, ſie nicht weiter auszu— dehnen, als es der eigne Bedarf an Eiern, Fleiſch und Fe—⸗ dern erfordert. Die Federviehzucht gehoͤrt zwar mehr zur Hauswirthſchaft, alſo ei⸗ gentlich zum weiblichen Departement der landwirthſchaftlichen Ge⸗ ſchaͤfte; aber dennoch darf ein tuͤchtiger Landwirth dieſelbe ſo we⸗ nig, wie irgend etwas aus dieſem Departement ſeiner Aufmerk⸗ ſamkeit fuͤr unwerth erachten; im Gegentheil erfordert es ſein eig— ner Vortheil, alles was dazu gehoͤrt, genau kennen zu lernen. 178. Das gemeine oder Haushuhn, Phasianus gallus, ſtammt wahrſcheinlich aus Oſtindien, und hat eine Menge Abarten, unter denen das gemeine Bauerhuhn deshalb den Vorzug verdient, weil es am haͤrteſten iſt und das Futter am beßten bezahlt. Eine Henne kann jaͤhrlich 100— 150 Eier legen. Auf 16— 20 Hennen iſt ein Hahn noͤthig. Den tuͤchtigen Hahn bezeichnet ein ſtarker Koͤrperbau, Geſundheit und Munterkeit. korner gruͤne koͤnne Mau ſie ne binn Die Henr topf in ein jiehen Funt mit endli ſaß d ſonder Mit nen Mh. G gen ihren ſehen — die ge Keneit 95 Sijmtte Die eigentliche Nahrung der Huͤhner beſteht in Getreide— dß ei gug koͤrnern, doch lieben ſie auch Inſekten, z B Matkaͤfer, und rnihte neh gruͤne Kraͤuter; ſelbſt gehacktes Wurzelwerk und Kartoffeln jtiit ſ koͤnnen zu ihrer Unterhaltung benutzt werden. hts, un-... 7 un; Eine gute Henne legt vom Februar an bis zur Zeit ihrer eſad, dſ Manſe, und nach dieſer wieder bis in den Herbſt hinein, wenn iſihai ſie nicht zum Bruͤten benutzt wird. Sie bruͤtet 16— 20 Eier rark biemeiln binnen 20— 21 Tagen aus; die Eier muͤſſen aber friſch ſeyn. -2 Pünd Die beßte Bruͤtezeit iſt im Fruͤhjahre. Die Jungen werden, ſo wie ſie auskommen, unter der Henne weggenommen und Anfangs in einem warmen Feder⸗ topf gehalten; ſpaͤterhin der Mutter, die ſehr daruͤber haͤlt, in einer warmen Stube uͤberlaſſen. Sie laſſen ſich leicht auf— ziehen. Hartgeſottene klargehackte Eier ſind Anfangs das beßte Futter fuͤr ſie, darauf folgt junger Kaͤſe(Kaͤſematz, Quarch) Kdieh, mar⸗ mit Gruͤnwerk, beſonders Schnittlauch, geriebenes Brot und ſehzucht doch endlich Koͤrner. h eine gün⸗ Um das Fleiſch wohlſchmeckender zu machen und den An⸗ tet. Daher ſatz des Fettes zu befoͤrdern, werden die jungen Huͤhner, be— iter auszu⸗ ſonders die Haͤhne, häufig verſchnitten(Kapaunen, Poularden). h und de Mit Getreide koͤnnen ſie leicht gemaͤſtet werden, beſonders eig— nen ſich dazu Hirſe und Mais; auch mit Stopfnudeln aus t, alſo di Mehl, Waſſer und Butter. ffüchen Ge Die Huͤhner muͤſſen gegen Raubthiere und im Winter ſo we⸗ kerk⸗ , gegen die Kaͤlte verwahrt, ſtets rein gehalten und deshalb in zer Anfch. 7 C ſin eig ihren Staͤllen mit hinlaͤnglicher Streu, beſonders Sand, ver— g lunen. ſehen werden. Unter den Krankheiten ſind der Schnupfen und der Pips die gewoͤhnlichſten. Auch an Laͤuſen leiden ſie. Phasionus d hat eint deshab ſuhn de das dutte 179. Das Perlhuhn, Numida Meleagris, kam von Afrika zuerſt nach Frankreich und von da in die uͤbrigen Laͤnder Europa's. Es legt viel und wohlſchmeckende Eier und liefert gutes Fleiſch; aber dennoch haͤlt man es mehr des Vergnuͤgens, als des Nutzens wegen. Seine Aufzucht gleicht ganz der des semeinen Huhns. nf ſegen. Af tigen Hih Munuakkit —,———— 96 180. Das welſche Huhn, indianiſche Huhn, calecutiſche Huhn, Truthuhn, Puter, Meleagris Gallopavo, iſt zwar zaͤrtlicher und ſchwerer aufzuziehen, als das gemeine Huhn, belohnt aber dennoch bisweilen die Auf⸗ zucht recht gut. Beide Geſchlechter taugen nur bis nach dem dritten Jahre zur Zucht, dann aber noch immer gut zum Maͤſten und Schlachten. Auf einen Truthahn rechnet man hoͤchſtens acht Huͤhner. Eine Henne bruͤtet 12— 18, hoͤchſtens 20 Eier bin⸗ nen vier Wochen mit raſtloſer Geduld aus. Die Jungen ſind in den erſten Tagen ihres Lebens ſehr empfindlich; ſie verlan— gen ausgewaͤhltes Futter(am beßten gedeihen ſie bei friſchem mit klar geſchnittnem Schnittlauch vermengten jungen Kaͤſe), reines Waſſer, Waͤrme und Trockenheit. Kaͤlte und naſſe Wit terung iſt ihnen zuwider. Truthuͤhner werden nur ſelten verſchnitten, weil ſie ſich ohnehin leicht maͤſten laſſen. Nudeln von geſchrotenem Ge— treide oder Malz, in Bier geweichtes Brot, beſonders aber Wallnuͤſſe nebſt ſuͤßer Milch ſind fuͤr ſie ein ſchnell und vor— zuͤglich maͤſtendes Futter. 181. Die zahme Gans, Anser anas domesticus, ſtammt von der wilden ab, und wird, wenn ſie gleich unter allem Federvieh nicht nur am theuerſten zu unterhalten iſt, ſondern auch den meiſten Schaden anrichtet, des Fleiſches, des Fettes und der Federn wegen doch haͤufig, und ſelbſt bisweilen nicht ohne Vortheil, aufgezogen. Beide Geſchlechter ſollen nicht laͤnger, als vier Jahre zur Zucht tauglich ſeyn. Sehr oft haͤlt man zu jeder Gans einen Gaͤnſerich, obgleich eigentlich nur zu 4—5 Gaͤnſen einer noͤ— thig iſt. Die Gans legt jedes Fruͤhjahr 18— 20 Eier, kann aber nicht wohl mehr, als zwoͤlf in 28— 30 Tagen ausbruͤten. Die Jungen erfordern viel Muͤhe und Sorgfalt. Hart geſot— tene Eier, mit Weizenkleien und allerlei klar gehacktem Gruͤn— zeug, beſonders mit Brennneſſeln vermengt, ſind das gedeih— lichſte Futter fuͤr ſie, bis ſie zu einer ſolchen Groͤße erwachſen ſind, daß ſie anderes Futter, gekochte Koͤrner, Kartoffeln ꝛc. vertrage ſie an Kälte: ſe üͤbe Gaͤnſe zeit, Tabake wie ge in das nuſh O des I⸗ nuſt a ten Gu Erbſen oder n reitete mehr V 1d lich un rußſe Ente d iht, a jede nan ihr veiden erſten 4d Arten tuben, tzuben 97 ſſche Huhn, tt, Moenn vertragen koͤnnen. Bei ſchoͤnen ſonnigen Tagen möuͤſſen NMoleagri 8 gjuiän ſie an die Luft auf einen gruͤnen Raſen gebracht, bei riin ien Kaͤlte und Regen aber in der Stube gehalten werden, bis d Alſ ſie uͤber den ganzen Koͤrper Federn erhalten haben. Junge Gaͤnſe ſind vielen Unfaͤllen unterworfen, beſonders um die 1Mita Jü Zeit, wo ſie die großen Fluͤgelfedern bekommen. Salz und Miſ und Tabaksaſche in das Futter geſtreut, ſoll dagegen ſchuͤtzen, ſo hücſens ach wie gegen die Drehkrankheit, die man fuͤr die Wirkung eines 5 Eirr lir in das Ohr kriechenden Inſekts haͤlt, das Bepinſeln der Ohr⸗ „Juga ſe muſchel im Juny und July mit Lorbeeroͤl. dn dhn Die ausgewachſenen Gaͤnſe werden in der Regel zweimal Vnog aiſ des Jahres vor ihrer Mauſe, der Slaumenſedern wegen, ge⸗ nuſt Wi rauft; es muß ſolches jedoch mit Vorſicht geſchehen. Zur Maſtung waͤhlt man die ſtaͤrkſten noch kein Jahr al⸗ del ſe ſü ten Gaͤnſe aus. Entweder fuͤttert man ſie nur mit Hafer, Erbſen, Moͤhren, Kuͤrbiſſen, tuͤrkiſchem Weizen, Kleien, Schrot ꝛc., hrotenem Ge oder man ſtopft ſie mit eigens dazu aus Mehl und Waſſer be⸗ eſonders aber I und gr reiteten Nudeln. Jenes gibt wohlſchmeckenderes Fleiſch, dieſes mehr Fett und groͤßere Lebern. neſies 182. Die Enten, anas boschus, ſind nicht ſo ſchaͤd⸗ geich unn lich und zaͤrtlich wie die Gaͤnſe. Sie laſſen ſich uͤberaus leicht bhie 4 aufziehen, wenn man nur Waſſer oder Sumpf hat. Fleiſches, des 3 jſt bisweile Ein Entrich iſt fuͤr 10— 12 Enten hinreichend, Eine Ente legt bis zwanzig Eier zur erſten Brut, nachher noch mehr, kann aber nur 15— 18 ausbruͤten, in vier Wochen. Jahre zur Da jedoch die Enten zum Ausbruͤten zu ungeduldig ſind, legt gen den man ihre Eier lieber Truthuͤhnern unter. Die jungen Enten —Cjer, kan werden wie die Gaͤnſe aufgezogen, beduͤrfen aber nur in den n nuerümn erſten Tagen eine ſorgfaͤltige Wartung. Hatt dehi 183. Tauben, columba domestica. Unter den vielen dktm Gtü Arten von Tauben ſind die ſogenannten Feldfluͤchter oder Feld⸗ das gad tauben, welche monatlich bruͤten und deshalb auch Monats⸗ Se errhſi tauben genannt werden, fuͤr den Landwirth die nutzbarſten, Kartoffln ⸗ 7 98 da ſie viel Junge ausbringen und nur wenig Abwartung, bloß Schutz und im Winter eine Unterſtuͤtzung an Futter, beduͤrfen. Die Aufßucht ſchoͤner Tauben iſt bloß Sache der Liebhaberei. 184 Die gefaͤhrlichſten Feinde des geſammten Feder⸗ viehs ſind Fuͤchſe, Marder, Wieſel, Iltiſſe, Katzen, Ratten und Raubvoͤgel. Deren Nachſtellungen unmoͤglich zu machen, dienen gute Staͤlle und Aufmerkſamkeit auf ihren Fang. 3 Aüneruung ad in Futter ſaß dache de ammie geh Katen, Rrte ich zu mchn en gang. —„„ 99 Literatur. Der fruͤher gegebenen Zuſage gemaͤß ſoll hier noch auf einige Werke aufmerkſam gemacht werden, welche die Auf⸗ merkſamkeit des Landwirths verdienen, ohne jedoch damit ſa⸗ gen zu wollen, daß ſolche die einzigen in unſrer reichen deut⸗ ſchen landwirthſchaftlichen Literatur waͤren, die darauf An⸗ ſpruch machen koͤnnten. A. In Bezug auf die Rindviehzucht: Anleitung zur Rindviehzucht und zur verſchiedenartigen Benutzung des Hornviehs. Von Pabſt. Stuttgart, 1829.. B. In Bezug auf die Schafzucht: Das Ganze der Schafzucht, von Germershauſen. Neu herausgegeben vom Prof. Pohl. Leipzig, 1818. Das Ganze der Schafzucht in Hinſicht auf unſer deutſches Klima, von Petri. Wien, mehre Auflagen. Anleitung zur Kenntniß, Zucht und Pflege der Merinos, von Koppe. Berlin, 1827. Handbuch der veredelten Schafzucht, von Elsner. Stutt⸗ gart und Tuͤbingen 1832. Anleitung zur Kenntniß der Schafwolle und deren Sor⸗ tirung, von Weſtphal. Berlin 1830. Moehre ſehr leſenswerthe Abhandlungen uͤber die Schaf— zucht, Wollkenntniß ꝛc. finden ſich in den Moͤglin'ſchen Annalen der Landwirthſchaft von 1817 an und in den oͤkonomiſchen Neuigkeiten und Verhandlungen, die in Prag herauskommen. C. In Bezug auf die Pferdezucht iſt vornehmlich auf die Schriften von Tenneckers und Dietrichs aufmerkſam zu machen. D. In Bezug auf die Schweinezucht kenne ich kein Werk, das dieſelbe allein mit Gluͤck behandelte. Viel Gutes 7* 100 daruͤber ſteht, außer in den mehrmals angefuͤhrten groͤße⸗ ren landwirthſchaftlichen Werken, in Gericke's Anleitung zur Fuͤhrung der Wirthſchaftsgeſchaͤfte. B. 1. S. 203 ꝛc. E. In Bezug auf die Federviehzucht: Das Ganze der Federviehzucht, von Gotthardt. Erfurth 1798. Die Hausmutter, von Germershauſen. Bd. 4. F. In Bezug auf die Maſtung: V V Die Anleitung zum Maͤſten der Hausthiere, von Leuchh. Nuͤrnberg. Neue Auflage. — tülſeen gr des Tulätun à1 S.VA hardt Erirt 85. 4 5 Dritte Abtheilung..—. re. Zewerbsle Landwirthſchaftliche Ge a Einleitung. 1) Di landwirthſchaftliche Gewerbslehre umfaßt alle auf den Betrieb der Landwirthſchaft als Gewerbe Bezug habende Gegenſtaͤnde, und lehrt die Anordnungen und Verhaͤltniſſe kennen und wuͤrdigen, durch welche der Zweck derſelben im Allgemeinen und im Einzelnen unter gegebenen Umſtaͤnden auf das Moͤglichvollkommenſte zu erreichen iſt. Jedes Gewerbe iſt eine Richtung der menſchlichen Thaͤtigkeit un⸗ mittelbar auf die aͤußere Natur, um dieſe zu zwingen, daß ſie uns mit ihren Gegenſtaͤnden diene, uns Guͤter liefere. Es iſt alſo gewiſſermaßen mit jedem einzelnen Gewerbe ein Kampf ver⸗ bunden, den der Menſch mit der aͤußeren Natur zu beſtehen hat, um 1) entweder der Erde gewiſſe fuͤr das menſchliche Leben taug— liche Naturkoͤrper abzugewinnen(Landbau, mit Einſchluß des Wald- und Bergbaus, der Jagd ꝛc.); oder um 2) rohe Naturkoͤrper durch anderweitige Bearbeitung fuͤr die Menſchen nutzbarer zu machen(techniſche Gewerbe, Handwerke ꝛc.); oder um 8) rohe und verarbeitete Naturprodukte durch gegenſeitigen Austauſch allen Voͤlkern gleichmaͤßig zu verſchaffen(Handel). 2) Die landw. Gewerbsl. iſt auch die hoͤhere Landwirth— ſchaftswiſſenſchaft genannt worden, weil ſie unter die ange⸗ wandten Vernunft⸗ oder Erfahrungswiſſenſchaften, unter die Theorieen zu rechnen iſt. 3) Sie macht einen Haupttheil derjenigen Kenntniſſe aus, die man mit dem Namen:„Kam eralwiſſenſchaften“ belegt, und ſollte nicht nur von dem eigentlichen Landwirthe, ſondern auch von jedem Kameraliſten, ja eigentlich von jedem Staatsmann ſtudirt werden. zu Gebote ſtehen, 104 4) Da die Landwirthſchaft ein Gewerbe iſt, ſo hat ſie auch mit jedem andern Gewerbe den Endzweck gemein, daß durch ihren Betrieb ein Einkommen erworben werde. Die Wiſſenſchaft derſelben muß alſo den moͤglich hoͤchſten Erwerb aus ihrem Betriebe als Ideal und oberſtes Princip aufſtellen, und demnach entwickeln, wie man durch zweck⸗ maͤßige Einrichtungen unter den jedesmaligen beſonderen Ver⸗ haͤltniſſen und Umſtaͤnden den hoͤchſt moͤglichen Gewinn erreichen koͤnne. Eigentlich iſt der Zweck der Landwirthſchaft ein doppelter, ein allge⸗ meiner und ein beſonderer. S. Abtheil. 1.§. 2. In der land⸗ wirthſchaftlichen Gewerbslehre kann nur von dem letzteren die Rede ſeyn; der allgemeine Zweck iſt mehr Gegenſtand des Acker⸗ bau's und der Viehzucht. Die vollkommenſte Wirthſchaft iſt diejenige, welche nach Verhaͤltniß des auf ſie verwendeten Kapitals ꝛc., ſo wie der Umſtaͤnde, unter denen ſie gefuͤhrt wird, den moͤglich groͤßten Gewinn nachhaltig abwirft. Dieſer moͤglich groͤßte Gewinn iſt nun zwar ſelten auch mit der moͤglich hoͤchſten Produktion verbunden; der nach Voll⸗ kommenheit ſtrebende Landwirth muß ſich aber doch bemuͤhen, beide mit einander, ſo viel es nur geht, zu vereinigen, um ſo auch fuͤr den allgemeinen Zweck ſeines Gewerbes aufs beßte zu ſorgen. 5) Wie in ihrem obern Grundſatze, ſo kommen auch alle Gewerbe hinſichtlich der zur Guͤtererzeugung ihnen zu Ge⸗ bote ſtehenden materialen Mittel uͤberein. Diefe ſind: 1) Arbeit. 2) Kapital oder Verlag. 3) Aeußere Natur. Rohes Material. Land. Grund und Boden. Die von den Gewerbsleuten mit Hilfe dieſer materialen Mittel be⸗ wirkte Guͤtererzeugung beſteht nun darin, daß ſie, durch ihre Ar⸗ beit und vermittelſt des Verlags, der aͤußeren Natur gewiſſe fuͤr das menſchliche Leben als tauglich anerkannte Gegenſtaͤnde ab⸗ nehmen, und manche davon noch dadurch brauchbarer machen, daß ſie ihre Form und Miſchung veraͤndern, ſie verarbeiten. 6) Die materialen Mittel, welche einer Landwirthſchaft laſſen ſich in einem ſolchen Verhaͤltniſſe zu ſir hal Ent der der figer t, ſo hat ſ Vmen, daß eude. doic ſücfe eiſts rina — durc zwech ſonderen Per winn ariica ter, ein alle⸗ In der land⸗ lezteten die in) des Aen⸗ h Tethältniß Kaͤnde, anter inn nachhalig ar ſeiten auch er noch Lol— emüͤhen, beid um ſo auch te zu ſotgen. mmen auch hnen zu Ge ind: d. Grund 1 Mittel be⸗ urch ihre Ar⸗ d' gewiſt füt gentände e⸗ atet mache, arbeiten. adwirthſciſt rhiſtiſt 9 105 einander denken, wie es zur Erreichung des abſolut Voll⸗ kommenſten erforderlich iſt. Da wir aber dieſes richtigſte Verhaͤltniß nur ſelten herſtellen, ſondern das einmal gegebene mehrentheils wenig, oft gar nicht abaͤndern koͤnnen, ſo muͤſſen wir uns meiſtentheils mit dem relativ Vollkommenſten begnuͤgen. 7) Das Verhaͤltniß des Kapitals und der Arbeit zum Grund und Boden beſtimmt den Unterſchied zwiſchen inten⸗ ſiver und extenſiver Wirthſchaft, wovon bald die eine, bald die andere zweckmaͤßiger, mithin vollkommner, ſeyn kann. Die Arbeit. 8) Die auf die Landwirthſchaft zweckmaͤßig verwendete Arbeit belohnt ſich hoͤher, als jede andere kunſtloſe Arbeit, weil ſie ihr Produkt nicht unmittelbar ſelbſt hervorbringt, ſon— dern dasſelbe nur durch die Benutzung und Leitung der bil— denden Naturkraͤfte erzeugt, mithin der Antheil, den letztere daran haben, noch uͤbrig bleibt, nachdem die Arbeit ſchon be⸗ zahlt worden. Je ſtaͤrker die Naturkraͤfte ſind, deſto groͤßer iſt auch dieſer Ueberſchuß. Daher bezahlt ſich die landwirthſchaftliche Arbeit auf einem frucht⸗ baren Boden beſſer, als auf einem duͤrftigen, der auch aus die⸗ ſem Grunde in den Gegenden, wo es noch an Arbeit mangelt, unbearbeitet bleibt. 9) Arbeit wird von keinem Menſchen umſonſt verrichtet. Entweder will er das dadurch erzeugte Produkt ſelbſt benutzen, oder er arbeitet um Lohn, den er von demjenigen empfaͤngt, der ſich das Produkt aneignen will. Letzteres geſchieht haͤu— figer, als erſteres. Miethen und Vermiethen der Arbeiter. 10) Daher bildet ſich ein Preis der Arbeit auf dieſelbe Weiſe, wie der Marktpreis jeder Sache durch das Verhaͤlt⸗ niß der Nachfrage zum Angebot. Er iſt mithin veraͤnderlich, wie dieſes Verhaͤltniß. 106 11) So wie aber der Preis einer jeden Sache einen Punkt hat, worauf er zuruͤckzukommen ſtrebt, weil ſich bei demſelben Nachfrage und Angebot ins Gleichgewicht ſetzen, den man daher den natuͤrlichen oder Produktions⸗Preis einer Sache nennt, ſo iſt ſolches auch hier der Fall. Der Preis der Arbeit erreicht dieſen Punkt dann, wenn er ſo hoch ſteht, daß dabei der kunſtlos und unangeſtrengt ar⸗ beitende Menſch ſich und wenigſtens zwei Kinder erhalten und ernaͤhren koͤnne. 12) Daher ſteht dieſer Arbeitspreis faſt immer im direk⸗ teſten Verhaͤltniſſe mit dem wichtigſten und unentbehrlichſten Lebensmittel(bei uns dem Roggen) und iſt ſich darin zu al⸗ len Zeiten und bei allen Nationen, wo ſich die buͤrgerliche Verfaſſung auf die gewoͤhnliche Weiſe bereits ausgebildet hatte, ziemlich gleich geblieben. Denn die Preiſe aller uͤbrigen Le⸗ bensbeduͤrfniſſe des arbeitenden Menſchen ſtehen mit dem dieſes wichtigſten ebenfalls faſt immer im Verhaͤltniß, das Brenn— material ausgenommen, welches daher auch auf den Arbeits⸗ preis einen mitwirkenden Einfluß hat. In jungen Staaten, bei neuen Anſtedelungen mag ſich allerdings ein anderes Verhaͤltniß geſtalten, und findet daher der oben aufgeſtellte Satz nicht ſeine volle Anwendung. 13) Da das Angebot der Arbeit in der Regel dringen⸗ der, als die Nachfrage iſt, ſo ſinkt auch ihr Preis gewoͤhn— lich auf das Minimum deſſen herab, was zur Erhaltung des arbeitenden Menſchen erforderlich iſt. Nur in ſeltenen Faͤllen, ſo in der Naͤhe großer Staͤdte, findet davon eine Ausnahme ſtatt. 14) Weil auch außer dem Arbeitslohn die meiſten Ein⸗ nahmen und Ausgaben des Landwirths im Allgemeinen und auf die Dauer in einem gleichbleibenderen Verhaͤltniſſe mit dem Preiſe des Getreides, als mit dem Nominalpreis des Geldes ſtehen, ſo kann jenes auch nach einem beſtimmten Maaße beſſer, als dieſes zum Preismaaßſtabe dienen. Des— halb iſt es auch bei allen in dieſem Werkchen vorkommenden 107 Sache einen dell ſcch bei t ſahn den „Priis aner Berechnungen zum Preismaaßſtabe angenommen, und 22 Dresd. Schfl. oder ½ Metze Roggen als Preiseinheit, die mit dem Zeichen † bezeichnet werden ſoll, feſtgeſetzt worden. Die Re⸗ duktion auf Geld kann dann leicht geſchehen. 15) Der Tagelohn eines Mannes bei kunſtloſer, unan⸗ den u geſtrengter laͤndlicher Arbeit ſchwankt in verſchiedenen Gegen— ku. den und Zeiten zwiſchen 3 und 5. Wo er geringer oder ajalin id hoͤher iſt, treten ganz beſondere Umſtaͤnde ein, die es wieder ausgleichen. Als den gewoͤhnlichſten kann man 4 oder 2½ er in ditek⸗ Schfl. Roggen annehmen. Der Tagelohn eines Weibes und ntbehrlichſte ſchwaͤcheren Menſchen ſchwankt zwiſchen 2 und 4 †; der ge⸗ driin zu al⸗ woͤhnlichſte iſt 3 †. ürgerlih 16) Es ſteigt und faͤllt der Arbeitslohn zwar nicht gleich bidet hatte mit dem temporaͤren Marktpreis des Getreides; allein dieſe dbrigen d Abweichungen gleichen ſich bald wieder aus, und wenn der dem dieſes Arbeitslohn eine Zeit lang in zu geringem Verhaͤltniſſe gegen das Bren⸗ den Getreidepreis geſtanden hat, ſo ſteigt er wieder daruͤber den Atbeits, hinaus. Es iſt dieſes auch noͤthig, damit ſich die Arbeiter erholen und das Zugeſetzte wieder anſchaffen koͤnnen. ich alerdinge 17) Eine wider die Ordnung durch beſondere Umſtaͤnde ha der lhen bewirkte Steigerung des Arbeitslohns iſt, eine ſtaͤrkere Con⸗ ſumtion erzeugend, fuͤr den Landwirth immer vortheilhaft, egel dringen wenn ſie nicht die Folge eines durch allgemeine Ungluͤcksfaͤlle dis gewuhn⸗ herbeigefuͤhrten Menſchenmangels iſt. In letzterem Falle hat jaſtung des ſie jedoch nur ſelten lange Dauer, weil ſich die Menſchen in nen Fällen, den Gegenden, wo es Nahrungsmittel und Gelegenheit, ſolche Auenahme durch Arbeit zu verdienen, gibt, mit erſtaunlicher Schnellig— keit vermehren, und dann durch Coneurrenz der Arbeitslohn neſten Eir wieder herabgedruͤckt wird. zmeinen und 18) Unbegruͤndet iſt die Beſorgniß, daß durch das Auf⸗ fälniſe mi hoͤren der gezwungenen Frohnarbeit der Arbeitslohn hoch ſtei— nalpreis de gen werde. Im Gegentheil muß dadurch, weil der freie Ar⸗ btſtimmtei beiter mehr leiſtet, als der gezwungene, auch ein groͤßeres enen. O6 Arbeitserzeugniß erfolgen, demnach ein Uebermaaß an Arbeits⸗ rrhmmenden kraft entſtehen, und dadurch ſelbſt auch die Arbeit wohlfeiler ———— 108 werden; es waͤre denn, daß deren Verwendung ſich vermehre. Letzteres iſt zwar ſehr wahrſcheinlich und muß ſogar bei im— mer ſteigender Kultur, ſo auch ſchon durch das Zerſchlagen der großen Guͤter, geſchehen; aber immer wird es nur all⸗ maͤhlig ſtatt finden, und in gleichem Maaße eine Vermehrung der Menſchen und ſomit auch der Lohnarbeiter eintreten. Dadurch aber wird der zu großen Steigerung des Arbeits⸗ lohns entgegengewirkt; denn an der Stelle eines Lohnarbei⸗ ters, der ſich zum Landeigenthuͤmer erhebt, erſcheinen bald zwei andere, die ebenfalls mehr verdienen wollen, als zum bloßen Lebensunterhalt gehoͤrt, um auch Landeigenthaͤmer wer⸗ den zu koͤnnen. 19) Die moͤglich vortheilhafteſte Verwendung der ihm zu Gebote ſtehenden Arbeit iſt fuͤr den Landwirth die wichtigſte Aufgabe, wichtiger ſelbſt, als die vortheilhafteſte Benutzung des Bodens, welche leichter, als jene zu erlernen iſt. Dar⸗ aus erhellt, wie nothwendig es fuͤr jeden Landwirth iſt, die Leiſtungen der Geſpanne und der Handarbeiter nach Qualitaͤt und Quantitaͤt richtig beurtheilen zu koͤnnen. Betr. d. LW. B. 2. S. 324. 20) Der Effekt der Arbeit wird erſtaunlich vermehrt durch zwei maͤchtige Hebel: Theilung der Arbeit und Maſchinen. 21) Beide Hebel koͤnnen in großen Wirthſchaften leichter und vortheilhafter angewendet werden, als in kleinen. Da⸗ durch wird der Vortheil, der den letztern aus der perſoͤnlichen Anſtrengung des Eigenthuͤmers und ſeiner Familie erwaͤchſt, mehrentheils uͤberwogen, ſo daß erſtere wohlfeiler produciren und in demſelben Verhaͤltniſſe zu letzteren ſtehen, wie Fabriken zu Handwerken. 22) Die landwirthſchaftlichen Arbeiter ſtehen in Hinſicht ihrer Haltung und Loͤhnung in folgenden drei Klaſſen: 1) Solche, die ihre Kraͤfte auf eine beſtimmte Zeit aus— ſchließlich vermiethen und dafuͤr Lohn und Unterhalt empfangen. S. Anleit. z., ——⏑ʒ——— Ö⏑Q:A9:OB:—V—.;— t uummehte dod bei in⸗ s deitſagen ) et nnt al Vemeung ter eintreten des Atbeits es Lohnatte ſcheinen bad als zum haͤmer wer⸗ der ihm zu e wichtigſte Benutzung K. Dar⸗ nth iſt, di ch Qualitit Anleit. h derwehrt ebeit und ften leicher men. Da geronlichen e etwaͤchſt prodleiren ie dabrien in Hinſcct ſen: te Zätt alb lurrxal 109 a) eigentliches Geſinde. b) Deputatiſten. 2) Lohnarbeiter, die tageweis oder nach einer beſtimmten Quantitaͤt der gemachten Arbeit, bei einigen Geſchaͤften nach einer gewiſſen Quote bezahlt werden. Sie zerfal⸗ len wieder a) in die eigentlichen freien Tageloͤhner und b) in die ſogenannten Dreſcher, Gaͤrtner, Einlieger, Inſten, Haͤusler ꝛc. 3) Dienſtleute, Froͤhner, Scharwerker, Robotter, Leib⸗ eigene ꝛc. Da von letzter Klaſſe von Arbeitern in allen beſſer kultivirten Laͤn⸗ dern bald nichts mehr zu hoͤren ſeyn wird, ſo ſey ihrer auch fernerhin nicht mehr gedacht, und nur bemerkt, daß man da, wo es noch Froͤhner gibt, ſehr zufrieden ſeyn kann, wenn vier Froͤhner ſo viel leiſten, wie drei Lohnarbeiter; oft iſt das Ver⸗ haͤltniß wie drei zu zwei, und uͤberdieß wird von ihnen die Ar⸗ beit meiſt noch ſchlecht verrichtet. S. Anleit. z. Betrieb der Landwirthſchaft B. 2. S. 325. 23) Es iſt fuͤr den Erfolg des Wirthſchaftsbetriebes von großer Wichtigkeit, in jedem beſondern Falle genau zu er⸗ mitteln, in welchem Verhaͤltniß die Koſten der erſten beiden Klaſſen von Arbeitern zu den von ihnen zu erwartenden Leiſt⸗ ungen ſtehen, um beſtimmen zu koͤnnen, welche Klaſſe die Arbeiten am wohlfeilſten verrichtet und daher vorzugsweiſe zu beguͤnſtigen iſt. Man muß dabei Ruͤckſicht nehmen auf die beſonderen Geſchaͤfte, die in der Regel der einen oder der an— dern Klaſſe uͤbertragen werden, und wozu ſie am beßten paßt; dann auf die oͤrtlichen Obſervanzen, und geſetzlichen Beſtimm⸗ ungen, auf die Sitten und den Charakter des Volks. Unter⸗ laͤßt man dieſes, ſo kann man nur zu leicht durch eine bloße Koſtenberechnung zu einer fehlerhaften, fuͤr den vorliegenden Fall nicht paſſenden Einrichtung in dieſer Hinſicht veranlaßt werden. Allgemeine beſtimmte Regeln laſſen ſich daher fuͤr die zweckmaͤßigſte Vertheilung der landwirthſchaftlichen Arbei⸗ ten unter die verſchiedenen Klaſſen der ſie Leiſtenden nicht an⸗ 110 geben, ſondern nur Andeutungen. Meiſtens iſt es am vor⸗ theilhafteſten, die Zahl der Deputatiſten und andern Dienſt— boten ſo viel, als es ſich thun laͤßt, zu beſchraͤnken, und da— fuͤr deſto mehr Tagloͤhner zu halten. S. Anleitung z. Betrieb der Landwirthſchaft B. 2. S. 326. Koppe's Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht B. 1. S. 42. 24) Bei vielen durch Taglhner zu verrichtenden Arbei⸗ ten tritt die Wahl zwiſchen Tage, und Stuͤcklohn(Verding⸗ oder Accordarbeit) ein. Bei gehoͤriger Einſicht iſt letzgenannte Ablohnung fuͤr beide Theile in den meiſten Faͤllen vortheil— hafter. 25) Die Arbeit wird durch Werkzeuge verrichtet. Das Zugvieh ſelbſt iſt als lebendiges Werkzeug der Menſchen zu betrachten. Man bedient ſich vorzuͤglich der Pferde und der Ochſen. Beide haben ihre Vorzuͤge und ihre Nachtheile; es laͤßt ſich daher keineswegs geradehin beſtimmen, ob es vor— theilhafter ſey, dieſe oder jene Art von Spannvieh allein oder in groͤßerer Anzahl zu halten. Daruͤber koͤnnen bloß die be— ſonderen Verhaͤltniſſe einer Gegend ſowohl, als einer Wirth⸗ ſchaft im Beſondern entſcheiden, und alle fruͤher mit ſo vieler Lebhaftigkeit uͤber dieſen Gegenſtand gefuͤhrten Streitigkeiten entſprangen groͤßtentheils aus Einſeitigkeit und Unbekannt⸗ ſchaft mit den verſchiedenen Ortsverhaͤltniſſen. Das Einſpannen der Kuͤhe, die haͤufig das wohlfeilſte Spannvieh abgeben, ſollte oͤfter, zumal in kleineren Wirthſchaften, exereirt werden. S. 2. Abtheil.§. 6. 26) Um in dieſer Angelegenheit zu einem richtigen Re⸗ ſultate zu kommen, und ſonach fuͤr jeden gegebenen Fall die zweckmaͤßigſte Einrichtung treffen zu koͤnnen, iſt es ſehr rath— ſam, nach den beſonderen oͤrtlichen Verhaͤltniſſen genau zu un⸗ terſuchen, was ein Geſpann Ochſen oder Pferde zu erhalten koſte, dann auszumitteln, welche Arbeit ſie das ganze Jahr hindurch beſchaffen koͤnnen, und wie hoch dieſelbe zu ſtehen kommt, endlich einen genauen Ueberſchlag zu machen, welche Geſpannarbeiten in den landwirthſchaftlichen Jahreszeiten, zur Frihſa Pinter richtun maͤßig kein uͤ Veran den C = A 11¹1 un Fruͤhlahrsbeſtellung, in der Ernte zur Herbſtbeſtellung und im in, ud d Winter nach Dertlichkeit und den beſtehenden Wirthſchaftsein⸗ da richtungen nothwendig und nuͤtzlich ſind, damit keine zweck⸗ unri maͤßige Arbeit zur rechten Zeit unvollfuͤhrt bleibe, aber auch ſ kein uͤberfluͤſſiges Geſpann gehalten werde. Solche Ueber⸗ oder Veranſchlaͤge belehren uͤber die am zweckmaͤßigſten zu treffen⸗ tunden Arte den Einrichtungen und zeigen die Grenze zwiſchen Sparſam⸗ n(Dadi keit und Geiz.— lezoenaunte ln urthel Vorſichtsmaaßregeln, die bei dergleichen Anſchlaͤgen zu beobachten drthel⸗ ſind. Gewoͤhnlich nimmt man 180 Arbeitstage im Jahre fuͤr ein Pferd an, und vertheilt ſolche folgendermaßen: 60— 64 auf das Fruͤhjahr, 80 auf den Sommer, 70— 75 auf den Herbſt, die ſichtet Ds anderen auf den Winter. Auf einen Ochſen rechnet man ge⸗ Menſchen z) woͤhnlich 150 Arbeitstage im Jahre, und zwar im Fruͤhling, Som— de und der mer und Herbſt eben ſo viel, wie dort, aber im Winter weni— üohelle, es ger. Diejenige Jahreszeit, welche die meiſten Geſpannarbeits⸗ kraͤfte in Anſpruch nimmt, gewoͤhnlich das Fruͤhjahr, beſtimmt 4 8 die Zahl des nothwendigen Geſpanns. anß de e 27. Nothwendige Data zur Entwerfung ſolcher Veran⸗ 6 5 ſchlaͤge und Arbeitsberechnungen: eunhm Die Koſten der Geſpannarbeiten ſind aus folgenden Be⸗ Unbetanne ſtandtheilen zuſammengeſetzt: 1) Aus den Zinſen von dem Ankaufspreiſe oder dem Werths⸗ d Erannvic kapitale des Viehs. ſen, ereteit 2) Aus der Verminderung dieſes Kapitals durch Abgang und Abnutzung des Viehs. hgen Re⸗ 3) Aus den Zinſen von dem Werthskapitale des Geſchirrs en Fall die und der Stallutenſilien. z ſäht ni⸗ 4) Aus den Unterhaltungskoſten des Geſchirrs, der Acker⸗ genau zu l werkzeuge ꝛc. 11 tjuln 5) Aus den Koſten, welche die Waͤrter des Viehs und die ganze Ji damit arbeitenden Leute verurſachen. 4 ſht 6) Aus den Futterkoſten. / tzin gn 7) Aus den Aſſekuranz⸗ und Hurkoſten, 112 Die jaͤhrlichen Koſten eines Pferdezweigeſpanns moͤchten demnach jetzt bei uns folgendermaßen zu veranſchlagen ſeyn: Zu 1) Zwei Pferde, jedes zum Preiß von 20 Schfl. Roggen oder 960 †= 1920 †. Davon betragen die jaͤhrlichen Intereſſen zu 55.. 906 45 Zu 2) Es iſt anzunehmen, daß auf acht Pferde jaͤhrlich eins zugekauft werden muß; dem⸗ nach betruͤgen die jaͤhrlichen Abnutzungskoſten emes Zweigeſpanns'„ 240 ⸗ Zu 3) An Geſchirr iſt erforderlich: a) 1 Wagen mit Ernte⸗, Miſt⸗ und Holzleiten.„— 800 †t b) Da zu zwei Geſpannen drei Wagen, um im Wechſel fahren zu koͤnnen, vorhan⸗ den ſeyn muͤſſen, ſo kommt noch die Haͤlfte eines an⸗ dern Wagens in Anrech⸗ nung..„— 400 c) Zwei Pfluͤge à 144+ Ö ⸗288⸗ d) Zwei leichte eiſerne Eg⸗ gen à 48 b„ 85 ⸗. 5 96 2 e) Eine ſchwere dergl.. 96⸗ 0) Zwei hoͤlzerne Eggen à 20 ⸗ 40 ⸗ g) Eine Wale„ 40⸗ h) Ein Schlitten..„ 64⸗ i) Das Geſchirr auf zwei Pferde.. 352 ⸗ k) Die Stallutenſilien„ 144 ⸗ 2320 ††. Davon betragen die jaͤhrlichen Intereſ⸗ ſen zu 535..... 116 ⸗ Latus 452 † 81 3*) 113 ans nͤche Transport 452 †f jenn ſgn Zu 4) Die Inſtanderhaltung des Geſchirrs, die Wa— Soſ Rug genſchmiere, das Schaͤrfen der Schare, der ragen Eggen, der Hufbeſchlag verurſachen nach Ver⸗ .. t haͤltniß des Bodens, der Wege, der Preiſe frde des Eiſens ꝛc. ſehr verſchiedene Koſten; bei uns moͤchten ſie im Durchſchnitt fuͤr zwei 3 2 Pferde zu berechnen ſeyn auf 640⸗ 200⸗ Zu 5) Lohn(circa 400) und Unterhalt, Bekoͤſtig⸗ ung ꝛc.(circa 960 †) eines Pferdeknechts be⸗ tragen zuſammen.. 1360⸗ Zu 6) 80 Schfl. Hafer zu 24 †= 1920 4 60 Centner Heu⸗ 6⸗= 360 ⸗ — 2280 ⸗ Haͤckſel und Streuſtroh ſind gegen den Duͤnger aufzurechnen; auf wohlfeilere Futterungs⸗ mittel, Klee, Kartoffeln ꝛc. bei ſolchen Rechnungen nicht Ruͤckſicht zu nehmen. Zu 7) Der Preis der Pferde war 1920 †† .„ des Geſchirrs⸗. 2320 ⸗ 1 ⸗ des Knechtbettes. 160 ⸗ 1„ des Futters ⸗ 2280⸗ Sa. 6680 ⸗ Davon betragen die Aſſe⸗ 5 kuranzkoſten u 13—= 66,8 † z Dazu die Kurkoſten. 33,2 ⸗ 100⸗ 8 Die jaͤhrlichen Unterhaltungskoſten eines Pferde— zweigeſpannes betruͤgen demnach zuſammen:. 4832 † . Demnach wuͤrde ein Arbeitstag deſſelben, wenn man 280 . 1 fuͤr ein Jahr annimmt, zu ſtehen kommen auf: 17,25 †f Jreſ Rechnet man dazu noch die Intereſſen und Abnutzung „ 1l⸗ von den Werkzeugen des verfeinerten Ackerbaues, den Pferde⸗ hacken, Haͤufelpfluͤgen, Exſtirpatoren ꝛc., auf die, der Kuͤrze 8 114 wegen, hier nicht Ruͤckſicht genommen worden, die aber auf ein Pferdezweigeſpann wenigſtens 124 †† zu ſtehen kommen duͤrften, dann kaͤme ein Arbeitstag deſſelben 17,7. Man welle die hier gegebene Rechnung ja nicht als eine feſtſtehende, fuͤr alle Verhaͤltniſſe paſſende Norm betrachten. Es koͤnnen der Veraͤnderungen, z. B durch wohlfeilere Futterkoſten ꝛc hervorge⸗ bracht, gar viele ſtatt finden. Hier ſollte nur gezeigt werden, wie eine ſolche Rechnung anzulegen ſei. 28) Will man nun mit den Koſten der Pferde die der Ochſen vergleichen, ſo kommt es ſehr darauf an, wie letztere ge— halten werden, und wie man mit ihnen arbeitet. Die Orts— verhaͤltniſſe, Sitten und Gebraͤuche der verſchiedenen Gegenden machen hierin einen großen Unterſchied, ohne daß man ſagen koͤnnte, die eine oder die andere Weiſe ſei geradehin die vor— theilhafteſte. S. Anleit. z. Betr. der Landw. B. 2. S. 333. In nachfolgender Berechnung iſt angenommen worden, daß zu jedem Ochſengeſpann ein Knecht gehalten, und mit ih— nen nicht im Wechſel, ſondern wie mit den Pferden den gan zen Tag gearbeitet werde. Es kommen dieſelben ſieben Punkte in Betracht, wie bei den Pferden: Zu 1) Zwei Ochſen, jeder zu 15 Schfl Roggen oder 720 k in Ankauf, betragen 1440 t. Davon machen die Intereſſen zu 58— 72 Zu 2) Eine jaͤhrliche Abnutzung iſt bei den Ochſen zwar nicht wirklich anzunehmen; aber fuͤr die bei ihrer Haltung ſtatt findende Gefahr doch 53 des Ankaufspreiſes zu rechnen,.. Zu 3) Die Werkzeuge moͤchten bei einem ſtarken Och⸗ ſengeſpanne, von dem man faſt dieſelbe Ar— beit, wie von Pferden verlangt, auch eben ſo hoch zu veranſchlagen, nur der Betrag des Laſtſchlittens und einer Egge wegzulaſſen Latus 144 † ₰ — 115 die aber auf Transport 144 Haena ſeyn; demnach betruͤgen die Koſten derſel⸗ 1 ſ. ben—= 1664 1f. jeie iftjan Dazu das Geſchirr zum Anſpannen 160⸗ „E ummm Die Stallutenſilten 86;, öſten fentre 1910 † tghzeigt wadden Davon machen die Zinſen zu 55... 95,5⸗ Zu 4) Hier finden zwar dieſelben Beruͤckſichtigungen Pferhe die de ſtatt, wie bei den Pferden; doch iſt bei den wie letztere ge Ochſen ¾ weniger zu rechnen, weil der Huf⸗ t. Die Qtte beſchlag groͤßtentheils wegfaͤllt, das Geſchirr eenen Gegnde weniger koſtet und die Abnutzung nicht ſo ß man ſoga ſtark iſt..— 480, . 3 1 Zu 5) Lohn und Unterhalt eines Ochſenknechts, 1200 ⸗ .2. O. 00 2 Zu 6) Das Futter der Zugochſen beſteht mmen worde,. 8 in der Regel waͤhrend fuͤnf Winter⸗ 1 Mdh monaten aus Kartoffeln, oder an⸗ Idn 3 1 derm Wurzelwerk, Heu und etwas ſeben Puute Stroh; ſieben Monate aus Heu, oder Gruͤnfutter und etwas Getreide⸗ oggen ſchrot. In Hinſicht der Koſten fin— 9 ¼. det kein großer Unterſchied ſtatt, und — 2½ kann man ungefaͤhr die jaͤhrliche Fuͤt— öfe terung für zwei Ochſen alſo veran— 3 ſchlagen: d9 72 Cntr. Heu à 6 ℛ= 432 90 30 Schfl. Kartoffeln à 6:=— 180⸗ 4 20 ⸗ Hafer. à 24„= 480⸗ di⸗ 1092⸗ 1 Das Stroh zu Futter und Streu wird ge⸗ eben gen den Duͤnger aufgerechnet. Erhalten des die Ochſen im Sommer gruͤnen Klee oder , anderes Gruͤnfutter, ſo kommt ihre Unter⸗ aſten— uu A4 Latus 3011,5 † 8* * Transport 3011, 5 ꝓ† haltung etwas niedriger zu ſtehen, aber dar⸗ auf nimmt man bei dergleichen Veran⸗ ſchlaͤgen nicht gern Ruͤckſicht. Zu 7) Der Preis der Ochſen iſt: 1440 I „ des Geſchirrs- 1910 ⸗ ⸗„ des Bettes fuͤr den Knecht 160 ⸗ , des Futters 1092 ⸗- 4602 ½ Davon betragen die Aſſekuranzkoſten Su 12... 46,02 Dazu Arznei⸗ und Kurkoſten. 14,48 ⸗ 60,5 ⸗ Demnach waͤren die jaͤhrlichen Koſten eines Ochſenzweigeſpannes...... 3072 und ein Arbeitstag desſelben wuͤrde, jaͤhrlich 250 angenom⸗ men, ungefaͤhr 12,3 koſten. 29) Um nun aber eine richtige Vorausberechnung der in einer Wirthſchaft nothwendigen Arbeitskraͤfte anlegen, und das Maaß der geleiſteten Arbeit richtig beurtheilen zu koͤnnen,(ſ.§. 19.) muß man das, was ein Geſpann oder ein Handarbeiter taͤglich zu leiſten vermag, genau wiſſen. Es finden hierin zwar bedeutende Abweichungen ſtatt, je nachdem Boden, Klima, Landesſitte und Gewohnheit den Auf⸗ wand an Arbeitskraft vermehren oder vermindern, im Haupt⸗ ſaͤchlichſten iſt aber doch eine ziemliche Uebereinſtimmung nicht zu vermiſſen. S. Anl. z. Betr. d. Landw. B. 2. S. 336.— Koppe's Unterricht im Ackerbau und in der Baie utht B. 1. S. 31 ke. Hier ſtehe, der leichtern Ueberſicht wegen, nur das Wich⸗ tigſte. A. Leiſtungen der Geſpanne. a. Fuhren. Die Ladung fuͤr zwei Pferde iſt bei leid⸗ ſich Ent die wer der tra 1b. 4 noe den der fär liſ nich anne meh t. Er .. AMt Böh angenon echnung der i legen, Und des zu koanen,( n Handarbale Itgen ſtatt, nheit den Ai a, im Haupt ſimmung nich 2. O.336. ehzucht. d. nur das Ji ne⸗ b. d. 2 ·* 117 lichen Wegen 15— 20 Cntr., fuͤr vier Pferde 25— 30 Cntr.; auf Chauſſeen etwas mehr. Die groͤßte Entfernung, die bei Marktfuhren in einem Tage hin⸗ und zuruͤckgemacht werden kann, iſt fuͤnf Stunden; ſollen zwei Fuhren geſchehen, dann darf die Entfernung nicht uͤber zwei Stunden be⸗ tragen. Pflugarbeit. Bei dieſer iſt die Leiſtung verſchieden nach der verſchiedenen Bindung des Bodens, der verſchie— denen Breite der Pflugſchnitte und der verſchiedenen Laͤnge der Tage. Alle Umſtaͤnde zuſammengenommen kann man fuͤr jede Pflugart und fuͤr jede Tageslaͤnge als Durchſchnitts— leiſtung fuͤr ein Zweigeſpann auf einem mehr bindigen, jedoch nicht allzu ſtrengen und ziemlich muͤrben Boden des Tags annehmen 3½ ſaͤchſ. Acker— 2 magdeb. Mg, auf einem mehr ſandigen Boden 1 Acker. Mit dem Ruhrhaken kann etwas weniges mehr beſchickt werden. S. I. Abtheilung§. 151 ꝛc. .Eggenarbeit. Mitt einer gut gebauten einſpaͤnnigen kann ein Pferd des Tags im Durchſchnitt einmal uͤberziehen 4 Acker. Zwei Pferde machen mit einer zweiſp. Egge nicht viel mehr. Das Walzen. Ein Pferd taͤglich... 5— 6 Acker. Arbeiten des verfeinerten Ackerbau's: a. Zwei Pferde mit einem ſiebenſcharigen Schnitt⸗ oder Schaufelpflug täglich gegen.. 4 Acker. 8. Bei dem Legen der Kartoffeln beſchicken zwei Pferde tagkich.... 4. 1 Acker. y. Bei dem Behacken und Behaͤufeln der Hackfruͤchte fertigt ein Pferd taͤglich ab 2— 2 ¾ Acker. d. Bei dem Auspfluͤgen der Kartoffeln mit dem Pfluge iſt die taͤgliche Leiſtung eines Zweigeſpanns 4—1 Acker. Mit dem Haken etwas mehr. Ernte⸗ und Duͤngerfuhren. Bei dem Einfahren — 118 des Getreides kann ein Zweigeſpann mit Wechſelwagen im Durchſchnitt taͤglich fahren... 10 Fuder. Bei Oelſaat, Heu und Grummet nur 8 ⸗ Die Ladung eines Fuders iſt zu 12— 20 Centner anzu⸗ nehmen, je nachdem die Wege ſind. Bei dem Miſtfahren ſind als Durchſchnittsleiſtung eines Tages auf ein Zweigeſpann mit Wechſelwagen 10 Fuder à 15 Centner. Bei dem Einfahren der Kartoffeln, Ruͤben ꝛc. kann man im Durchſchnitt auf ein Zweigeſpann taͤglich 10 Fuder à 12 — 15 Schfl. rechnen. Um nach dieſen Arbeitsſaͤtzen auch die Leiſtungen der Och⸗ ſen berechnen zu koͤnnen, iſt das Kuͤrzeſte, vier Ochſen drei Pferden gleich zu ſetzen. B. Hand arbeiten. a. Arbeiten bei der Feldbeſtellung. Bei dem Kartoffellegen beſchicken taͤglich 3— 4 Weiber 1 Acker. Bei dem Pflanzen der Kohl⸗ und Ruͤbengewaͤchſe taͤglich 10— 12 Weiber 1 Acker. Bei dem Behacken der Hackfruͤchte mit der Hand 64 Weiber 1 Acker. Zur Nachhilfe dagegen bei dem Behacken derſelben mit Pferdehacken ſind auf 1 Acker Kartoffeln nur erforderlich 2— 3 Weiber. ⸗ 1 ⸗ Ruͤben ꝛc. 4— 3 ⸗ Bei dem Saͤen des Getreides 8— 10 Acker ein Maͤnner⸗ arbeitstag. Den Duͤnger in die Furchen zu ziehen auf 1 Geſpann 1 Weib oder 1 Kind. b. Arbeiten bei der Duͤngerfuhre. Zehn Fuder Duͤnger zu laden im Durchſchnitt 1 Maͤnnertag. Zehn Fuder zu ſtreen. . 1 Weibertag. 119 tßiaugm n 12— 15 Schfl. Kalk zu ſtreien. 1 Maͤnnertag. l die 8 Schfl. Gips zu ſtreuen.. 1 dla c. Erntearbeiten. d n 4— 1 Acker Wieſe zu maͤhen... 1 Maͤnnertag. 14— 4 ⸗„ zu Heu ꝛc. zu trocknen. 1 Weibertag. Rtliſtng in Bei dem Einfahren des duͤrren Futters kann den 10 Sdn. man auf jedes Geſpann im Durchſchnitt zum Auf⸗ und Abladen rechnen 13 Maͤnner⸗ und 1 ½ Weibertag. mac. kun ma 4— 1 Acker Klee, Wicken ꝛc. zu maͤhen. 1 Maͤnnertag. 10 Suder à1 1— 11 ⸗ 1„ zu doͤrren.. 1 Weibertag. 1 Acker Sommergetreide abzuhauen im Durch⸗ ſchnitt.......... Maͤnnertag. 1 1— 1 ½⅞ Acker Wintergetreide anzuhauen.. 1 1 Acker Huͤlſenfruͤchte abzumachen... 1 Tagewerk. 1 ⸗ Ruͤbſen abzuhauen. 1 Maͤnnertag. ungen der Oi er Ochſen dai 3 1— Acker Wintergetreide oder Raps zu llung. ſchneiden.. 1 Maͤnner⸗ oder Weibertag. 3 4 Pebe Das angehauene Wintergetreide abzuraffen, auf jeden Maͤher 1 Weib. twichſe täglch 1 Acker Getreide ꝛc. zu ſammeln und aufzubinden im Durch⸗ ſchnitt.. 1 Manner⸗ und x Weibertag. Zum Nachharken der angehauenen Winterfrucht wird auf ſechs Senſen eine Perſon gerechnet. Bei dem Einfahren des Getreides ꝛc. ſind zum Auf- und Ab⸗ der Hand 6. berfbe 3 laden ꝛc. im Durchſchnitt erforderlich auf jedes Geſpann ur ie 1 ½ Manner⸗ und 1 ½ Weibertag. — Webe Zum Aufnehmen der Kartoffeln werden, wenn man ſie nicht 4— 4 auspfluͤgt, auf 1 Acker erfordert 5 Maͤnner⸗ u. 25 Weibertage; er in Näm werden ſie aber ausgepfluͤgt, auf dieſelbe Flaͤche nur 2 Maͤn— han! ner⸗ und 12— 15 Weibertage. 11enf 1 Acker Kohl⸗ und Ruͤbengewaͤchſe zu ernten 2— 3 Maͤnner⸗ und 7— 8 Weibertage. a d. Allgemeine Arbeiten. 1 Btbetag Wenn einſpaͤnnig gearbeitet wird, iſt in der Regel auf 120 jedes nicht vom Knecht gefuͤhrte Pferd ein maͤnnlicher Tagloͤh⸗ ner zu rechnen. Bei dem Behacken der Kartoffeln, Kohl⸗ und Ruͤbenge⸗ waͤchſe ꝛe. iſt außerdem oft noch auf jedes einzeln gehende Zugthier ein Fuͤhrer, gewoͤhnlich ein Knabe, erforderlich. Zur Aufraͤumung der Gruben und Waſſerfurchen, zur Her⸗ ſtellung der Zaͤune ꝛc., zur Ausbeſſerung entſtandener Schaͤden und der Wege iſt, je nachdem die Menge der Graͤben ꝛc. iſt, auf jeden Acker der Flur, mit Einſchluß der Wieſen 1— 1 ½ Maͤnnertagwerk jaͤhrlich zu rechnen. Meliorationsarbeiten koͤnnen nicht im Voraus berechnet werden. Das Dreſchen geſchieht in der Regel gegen eine Quote. 30— 50 Stuͤck Schafe rein zu waſchen 1 Maͤnnertag. 20— 30 ⸗„ gut zu ſcheren 1 Perſon. Auf 20— 30 Scherer werden erfordert: 1 Mann zum Zutragen der Schafe; 4 Maͤnner zum Wollbinden, und eine ſchwaͤchere Perſon zum Aufleſen der Locken. C. Von der Geſindehaltung. Auf zwei Pferde wird ein Knecht erfordert, man halte Viergeſpanne oder Zweigeſpanne. Letztere indeſſen in den mei— ſten Verhaͤltniſſen gewiß vortheilhafter. Bei der Ochſenhaltung kommt entweder auf jedes Ge— ſpann ein Knecht, oder erſt auf mehre einer, wo dann Tag⸗ loͤhner mit ihnen arbeiten. Werden die Kuͤhe geweidet, ſo wird auf 50— 100 Stuͤck ein Hirte gehalten. Das Melken beſorgen Maͤgde; auf 20— 30 neben dem Hirten eine. Bei der Stallfuͤtterung ſind zu 20 Stuͤcken Rindvieh und 3— 4 Mutterſauen zwei Maͤgde; zu 30 St. Rindvieh und 5 Sauen drei Maͤgde, und bei einer Steigerung von 15 St. Rindvieh nebſt verhaͤltnißmaͤßiger Schweinehaltung jedesmal tine genug neſſt mehr geben groß⸗ A 19 kom Umſ queme waht ſotg ſchle knech gehal - 1 geme knech Gege mit; mehre 4 lag, werbe 1) ſonde 2 die ſee feiten ſiche duli⸗ und Rübenge inzeln geheg orderlch rhen, zu hi. dener Schiden Gräͤhen u. ſ iſen 1— 1 aus berechne eine Quote, Maͤnnertag. Mſon. Mann zun en, und eine , man hilt Hin den mis f jedes Ge dann Tag⸗ -100 Stich 6; auf O- Rindvich ud lindvich und von 15 Er ung ſtrene. 12 eine Magd mehr noͤthig; es bleibt ihnen dann aber noch Zeit genug zu anderen Arbeiten uͤbrig. Bei großer Schweinezucht wird bisweilen ein Schweine⸗ meiſter gehalten, der bei einiger Unterſtuͤtzung fuͤr 20 und mehr Mutterſchweine ſammt Nachzucht hinreicht. Oben ange— gebene Abwartungsart derſelben hat in manchen Verhaͤltniſſen große Vorzuͤge. Bei der Maſtung des Rindviehs mit Hackfruͤchten iſt auf 20 Stuͤck, bei der mit Branntweinſpuͤlicht auf 40 St. nur 1 Perſon noͤthig, wenn ſie bei dem Ausmiſten Hilfe be— kommt. Bei der Schafzucht kann eine Perſon nach Verhaͤltniß der Umſtaͤnde, der Fuͤtterungsweiſe und der mehr oder weniger be— quemen Einrichtung 350— 500 Sruͤck beſorgen, wenn ſie waͤhrend der Lammzeit einige Unterſtuͤtzung erhaͤlt, Zur Be— ſorgung einer Herde von 900— 1200 Stuͤcken aller Ge⸗ ſchlechts- und Altersklaſſen werden gewoͤhnlich drei Schaf— knechte, und im Sommer auch wohl noch ein Laͤmmerjunge gehalten. Außer dieſem Geſinde werden in groͤßeren Wirthſchaften gemeiniglich noch Ackervoͤgte, Hofmeiſter, Schirrmeiſter, Haus⸗ knechte ꝛc. gehalten. Die Obſervanz hat hierauf in mancher Gegend viel Einfluß, und nicht ſelten waͤre die Geſindehaltung mit Vortheil zu beſchraͤnken, die Zahl der Tagloͤhner zu ver— mehren. Kapital. 30) Unter Kapital verſteht man im Allgemeinen den Ver⸗ lag, der zur Guͤtererzeugung nothwendig, alſo bei keinem Ge— werbe zu entbehren iſt, weil: 1) die Guͤtererzeugung nicht ſchnell bewirkt werden kann, ſondern oft erſt in langen Zwiſchenraͤumen möͤglich iſt; 2) der aͤußeren Natur oft ſolche Dinge abgewonnen werden, die ſie nicht zu jeder Zeit, ſondern bloß in gewiſſen Jahres— zeiten liefert; und 122 3) die Geſchaͤfte und Laͤndereien unter mehre Perſonen ver⸗ theilt ſind, von denen jede nur gewiſſe Guͤter erzeugt, in de⸗ ren Beſitz ſich andere erſt durch Eintauſch ſetzen koͤnnen. Aus dieſen drei Urſachen ſind zu jeder Guͤtererzeugung mancherlei Vorauslagen und Ausgaben verſchiedener Art er⸗ forderlich. 31) Das Kapital eines ganzen Volkes, ſo wie jedes ein— zelnen Gewerbsmanns hat folgende Beſtandtheile: 1) Vorraͤthe von Genußguͤtern. 2) Vorraͤthe von rohen Stoffen. 3) Vorraͤthe von Hilfsguͤtern; bei den Gewerben z. B. Brennholz ꝛc. 4) Werkzeuge und Maſchinen. 5) Vieh— Arbeits- und Nutzvieh. 6) Gebaͤude zum Gewerbsbetrieb. 7) Vorraͤthe von ſertigen Waaren. 8) Vorraͤthe von Geld und Muͤnzen? — 32) Soll ein Gewerbe ungeſtoͤrten Fortgang haben, ſo muß ſein Kapital in gutem Stande erhalten werden. Die darauf verwandten Guͤter heißen Kapitalauslagen. 33) Durch Kapital muß jede Arbeit unterhalten werden. Auch der fuͤr ſich ſelbſt arbeitende Menſch kann nicht ohne Ka— pital beſtehen, wodurch er ſich ſo lange ernaͤhrt, bis er das Produkt ſeiner Arbeit genießen kann. Die Summe der Kapitale, welche kleine ſelbſtarbeitende Eigen— thuͤmer beſitzen muͤſſen, uͤberſteigt bei gleicher Ackerflaͤche und gleicher Produktion oft dasjenige Kapital, das zu großen Wirthſchaften er— forderlich iſt. Darum iſt ein Staat, wo das Grundeigenthum ſich in einer zweckmaͤßigen Vertheilung in kleinere Beſitzungen befindet, mehrentheils reicher, als der, wo es faſt nur in großen Maſſen zu— ſammengehaͤuft iſt. Der Wilde, welcher bloß von Auſtern und Fruͤchten lebt, hat vielleicht kein Kapital; ſo wie er aber Jaͤger wird, bedarf er ſchon des Kapitals. 34) Jedes Kapital entſteht durch die Vergroͤßerung des reinen Einkommens vermittelſt des Fleißes und der Sparſam⸗ rein auſg auf ſe iino nur ditale daß Dergi wie 9 Nerſonen der Rpagt, in de i oanen. Gütetrengn iedene At a d wie jäes eh ang haben, werden. A n. halten werde nicht ohne Je⸗ t, bis er di iitende Eigen⸗ de wnd glichn dirtiſchaften a deigenthum ſch tungen befrde ſßen Mſen u on Auſern dn edr dher Jile tgrieun ie de Erujm 123 keit. Durch Fleiß wird das reine Einkommen vergroͤßer:, durch Sparſamkeit ein Theil desſelben dem Verbrauch entzo— gen, und fuͤr kuͤnftige Beduͤrfniſſe zuruͤck- oder zum Vetrieb⸗ von Gewerben angelegt. Kapital jeder Art iſt demnach nichts weiter, als das aufgehaͤufte oder geſammelte Produkt vorhergegangenen Kunſtfleißes. Adam Smith, ein Schotte, hat zuerſt einen richtigen Begriff von Kapital zu geben verſucht. 35) Da ohne Kapital kein Gewerbe betrieben werden kann, ſo muß auch die Groͤße der Gewerbsbetriebe und des reinen Einkommens(der Ueberſchuß des Gewinns uͤber die aufgewendeten Koſten) natuͤrlicherweiſe von der Groͤße der dar— auf verwendeten Kapitale und von der Art und Weiſe, wie ſie vertheilt ſind oder angewendet werden, hauptſaͤchlich ab⸗ haͤngen. Der Profit, den Verlagskapitale geben, iſt entweder relativ oder abſolut. 36) Kapitale an ſich ſind kein Geld, ſtehen auch keines⸗ wegs mit dem in einem Lande umlaufenden Gelde im Ver— haͤltniß; aber ihre Groͤße wird gewoͤhnlich in Geld ausgeſpro— chen, und ihr Beſitz von einem auf den andern durch ſelbige uͤbergetragen; daher iſt der Begriff des Geldes zum Verſtaͤndniß der Gewerbslehre nothwendig. Ueber den Begriff des Geldes ſ. die Schriften uͤber Volkswirth⸗ ſchaftslehre. Es ſei jedoch hier bloß verwieſen auf Thaer's land⸗ wirthſchaftliche Gewerbslehre. Berlin 1812. S. 17. Lotz, Handbuch der Staatswirthſchaft. Erlangen 1821. B. 1. S. 374. Mac⸗Culloch, Grundſaͤtze der politiſchen Oekonomie, uͤberſetzt v. Weber. Stuttgart 1831. S. 109. 37) Jedes auf ein Gewerbe verwendete Kapital muß nicht nur ſeinem Beſitzer einen Zins, den eigentlichen reinen Ka— pitalgewinn, abwerfen, ſondern auch noch fuͤr die Gefahr, daß dasſelbe ganz oder zum Theil verloren gehen koͤnne, eine Verguͤtung gewaͤhren, der man den Namen Verſicherungspraͤ⸗ mie gegeben hat. 124 Den geſammten Kapitalgewinn kann man daher einen ge⸗ miſchten nennen; er zerfaͤllt: 1) in den eigentlichen oder reinen Kapitalgewinn, 2) in die Verſicherungspraͤmie. Letztere muß um ſo groͤßer ſeyn, je groͤßer die Gefahr bei Anlage des Kapitals. 38) Wer ein Kapital nicht zum Betriebe eines Gewerbes auf eigne Rechnung anlegen will, verleiht es an einen andern, der ihm von dem Profit, den er damit durch den Gewerbsbe⸗ trieb macht, Zinſen zahlt, damit jener doch einigen Nutzen von ſeinem Kapitale ziehe. Anleihen, zum Verzehren gemacht, fuͤhren in der Regel zum Bankrott, und bringen dem Darleiher Gefahr, dem Borger Verderben. 39) Die Zinſen koͤnnen in der Regel nie ſo hoch ſeyn, wie der durch die Benutzung des Kapitals zu machende Ge— winn, weil man es ſonſt nicht borgen wuͤrde. Sie ſteigen, wenn weniger Kapitale angeboten, oder wenn mehre geſucht werden, und die Hoffnung, einen bedeutenden Gewinn damit zu machen, an Sicherheit zunimmt; ſie fallen, wenn mehre angeboten, aber weniger geſucht werden, weil ſie minder vor⸗ theilhaft anzulegen ſind. Es ſetzt ſich daher in einem Lande und zu manchen Zeiten ein gewoͤhnlicher Zinsfuß feſt, der nur in einzelnen Faͤllen je nach der Sicherheit und Bequem— lichkeit des Verleihers und dem Beduͤrfniß des Borgers eine Abaͤnderung erleidet. Ein niedriger Zinsfuß zur Erweiterung der Gewerbsthaͤtigkeit guͤn⸗ ſtig. Geſetzliche Beſtimmungen desſelben, um ſeine Steigerung zu verhuͤten, vergeblich, auch wohl nachtheilig. Ein wucherhafter Geldverkehr mit hohen Zinſen verdient in einer Gewerbslehre keine Beruͤckſichtigung. 40) Dem Ausleiher eines Kapitals kann eigentlich uur der wirkliche reine Kapitalgewinn zu Theil werden; die Ver⸗ ſicherungspraͤmie dagegen muß dem Borger, oder dem, der die meiſte Gefahr bei einem ganzen oder theilweiſen Verluſte zu nimn wahe dli win einen ſelbe der naͤn man daß den desha Theil her ſten Han häͤlt bei d die p et einen ge. 1 rdie Gefäf nes Gewete einen andem, Gewethobe⸗ Natzen von um Bankot, erhen, doch ſehn, achende Ge Sie ſteigen ehre geſuct winn danit penn mehre winder vor⸗ einem Lande ß ſeſt, der d Vequem otgets ein züntät git⸗ Steigerung d ient in eine gentlch l 3 die der em, dr e Vullſe d befuͤrchten hat, zu gute kommen. Jener iſt das, was das Ka⸗ pital an ſich, ohne Arbeit abwirft, dieſe kann nur durch Ar⸗ beitsanfwand und verſtaͤndige Anlage des Kapitals in einem Gewerbe errungen werden. Bloß wenn der Darleiher einen Theil der Gefahr mit uͤbernimmt, hat er auch das Recht, auf einen Theil der Verſicherungspraͤmie Anſpruch zu machen. 41. Es koͤnnen demnach drei verſchiedene Faͤlle bei dem Darleihen und Borgen von Kapitalen eintreten: a) Der Borgende uͤbernimmt die Gefahr ganz. b) Der Darleiher uͤbernimmt ſie. c) Beide uͤbernehmen ſie gemeinſchaftlich. Der erſte Fall kommt vor, wenn ein Landwirth Geld auf— nimmt, und dagegen vollkommene hypothekariſche Sicherheit ge— waͤhrt. Hier findet der niedrigſte Kapitalzins ſtatt, indem der voͤllig ſicher geſtellte Darleiher nur auf den reinen Kapitalge⸗ winn Anſpruch machen kann.* Der zweite Fall kommt vor, wenn Jemand ein Gebaͤude an einen Gewerbsmann vermiethet, und alle Gefahren, denen das— ſelbe ausgeſetzt iſt, uͤbernimmt. Hier gebuͤhrt ihm nicht nur der reine Kapitalgewinn, ſondern auch die volle Verſicherungs⸗ praͤmie. Der dritte Fall endlich findet ſtatt, wenn ein Gewerbs— mann ein Kapital borgt, ohne volle Sicherheit zu geben, ſo daß ſich der Darleiher auf die Rechtlichkeit des Borgers und den gluͤcklichen Fortgang von deſſen Gewerbe verlaſſen muß, deshalb aber auch fuͤr die damit verbundene Gefahr auf einen Theil der Verſicherungspraͤmie Anſpruch zu machen hat. Da— her wird hier eine Steigerung des Kapitalzinſes gegen den er⸗ ſten Fall nothwendig, wie es ſich auch bei den gegen bloße Handſchrift oder Wechſel aufgenommenen Kapitalen im Ver⸗ haͤltniß zu den gegen Conſens aufgenommenen wirklich verhaͤlt. 42) Durch die im vorigen§. bemerklich gemachten Faͤlle bei dem Darleihen und Erborgen der Kapitale werden auch die verſchiedenen Arten von Credit beſtimmt, worunter man 126 die Sicherheit verſteht, welche der Erborger dem Darleiher fuͤr die Ruͤckzahlung des Kapitals gewaͤhrt, und ohne die in der Regel Niemand ein Kapital verleiht. Man unterſcheidet naͤmlich: 1) hypothekariſchen Credit, der durch die Verpfaͤndung ei⸗ ner Sache hervorgebracht wird. 2) Perſoͤnlichen Credit, der auf den Umſtaͤnden und der Perſoͤnlichkeit des Erborgers beruht. Jener findet in dem erſten der vorhin angegebenen Faͤlle ſtatt und gewaͤhrt dem Darleiher die vollkommenſte Sicherheit. Dieſer kommt in dem dritten jener Faͤlle vor und gibt nie eine dem vorigen gleiche Sicherheit, ſondern bleibt immer mit einiger Gefahr verbunden, daher eben ein darauf erborg⸗ tes Kapital einen hoͤhern Zins zahlen muß. 43) Der hypothekariſche Credit findet vorzuͤglich bei den Beſitzern von Grundſtuͤcken ſtatt, und gewaͤhrt ihnen uͤberaus große Vortheile, weil durch die Verpfaͤndung eines Grund— ſtuͤcks die Benutzung dieſes Pfandes nicht verhindert wird. Durch den hypothek. Credit iſt das im Grunddbeſitz ſteckende Ka⸗ pital erſt recht benutzbar, disponibel gemacht worden. Daher die Wichtigkeit eines zweckmaͤßigen Hypothekenweſens Das Borgen auf Fauſtpfaͤnder gewaͤhrt dagegen dem Borger kei⸗ nen erheblichen Vortheil, weil dabei die Benutzung des Pfandes ver⸗ loren geht. Anlage der Kapitale. 44) Die Verwendung aller Kapitale und der damit zu machende Erwerb geſchieht nur auf drei Hauptwegen. Dieſe ſind: a) der Landbau;(Acker⸗, Wald⸗, Bergbau zc.) b) Handwerks⸗, Kunſt⸗, Manufakturbetrieb. c) Handel. Keine dieſer Verwendungen darf in einem Staate fehlen, keine vor der andern beguͤnſtigt werden, wenn ſich die Nation zu hoͤherem Wohlſtande erheben ſoll, weil jede derſelben den G beſtin zzum V und( mm or oder getrie faltur haufi 4 angele ffend V V G unger malige tal, a nigen vern detihe fit dhw die in unteiſhddet tpfändung 6 den und der febenen Fäl Sicherſeit or und git bleibt immer rauf etborg duch bei de nen uͤberaue ines Grund ert wird. feckende Ka⸗ Daher die Borger kei⸗ Pfandes der damit zu gi. Dieſe taate ſchln, die Metin erſlben den ——· 127 Beiſtand der beiden anderen zu ihrem Gedeihen und zu ihrer Erweiterung noͤthig hat. Agrikulturſyſtem. Phyſiokraten. Oekonomiſten. Manufaktur⸗ oder Merkantilſyſtem. 45) Bei voͤllig freiſtehender Wahl eines Gewerbes gibt es Gruͤnde genug, die den Einzelnen fuͤr die Landwirthſchaft beſtimmen koͤnnen. Bei keinem andern gewaͤhren die Mittel zum Zweck ſo viel Vergnuͤgen, ſo viel Befriedigung des Geiſtes und Gemuͤthes; nur iſt bei der Landwirthſchaft die Ausſicht zu großem Gewinn von einer gleichen Kapitalanlage nicht, oder doch nur ſelten ſo glaͤnzend, wie bei anderen ins Große getriebenen Gewerben, beſonders wie bei Handel und Manu⸗ fakturen; daher ſchnelles auffallendes Reichwerden dabei nicht haͤufig ſtatt findet. Anleitung zum Betrieb der Landwirthſchaft. B. 1. S. 3 ꝛc. 46) Man unterſcheidet das in einem Gewerbsbetrieb ſelbſt angelegte Kapital in das ſtehende und in das umlau⸗— fende. Erſteres beſteht aus den Verlagsgegenſtaͤnden, welche von langer Dauer ſind, ſo daß ihre Tauglichkeit nicht durch ein— maligen Gebrauch verſchwindet. Das umlaufende Kapi⸗ tal, auch Betriebskapital genannt, wird dagegen durch dieje— nigen Verlagsgegenſtaͤnde gebildet, die nur einmal gebraucht werden koͤnnen. Man ſpricht auch haͤufig von einem Grundkapitale, und ſagt, daß Grund und Boden ebenfalls als ein Kapital anzuſehen ſeien. S. Thaer's Leitfaden zur landwirthſchaftl. Gewerbslehre S. 31 c. Wenn man aber, wie es bei jedem viſſenſchaftlichen Vortrag ſeyn ſollte, mit einem beſtimmten Worte ſtets auch, um Mißverſaͤndniſſe zu vermeiden, einen beſtimmten Begriff zu verbinden ſucht, und unter Kapital nur das verſteht, was im vorigen dazu gerechnet wurde, ſ. §. 31, ſo kann es, ſtreng genommen, kein Grund-Kapital im obi— gen Sinne des Wortes geben; denn der Grund und Boden laͤßt ſich in gewerblicher Hinſicht nur als drittes materiales Mittel, das zum Gewerbsbetrieb neben Arbeit und Kapital noͤthig iſt, keineswegs als zu letzterem ſelbſt gehoͤrig betrachten. Man kann nur ſagen, daß 128 aufgehaͤufte Kapitale zu deſſen Erwerb zu benutzen ſeien, die dann, mit den gegen hypothekariſche Sicherheit verliehenen in einer Reihe ſtehend, als Zins nur den reinen Kapitalgewinn, nicht noch eine Verſicherungspraͤmie abwerfen koͤnnen. S. Schulze, uͤber volkswirth⸗ ſchaftliche Begruͤndung der Gewerbswiſſenſchaften. Jena 1826. S. 45. 47) Zum ſtehenden Kapitale, gewoͤhnlich Inventa⸗ rium, auch Beſatz genannt, gehoͤrt nun nach oben angege⸗ bener Beſtimmung das ſaͤmmtliche Arbeits- und bleibende Nutzvieh; ferner die ſaͤmmtlichen im Gebrauche beſindlichen und etwa in Vorrath vorhandenen Geſchirre und Werkzeuge. Von manchen wird auch wohl das erforderliche Saatkorn und ſelbſt die gemachte Feldbeſtellung dahin gerechnet, und man unterſcheidet dann Vieh⸗, Geſchirr- und Feldinventarium. Streng genommen, kann es aber letzteres nicht geben; der Ausdruck iſt entſtanden, weil man mit dem Worte Inven⸗ tarium im gemeinen Leben meiſtens verſchiedene Begriffe ver— bindet. Eher waͤren Saatkorn und Feldbeſtellung zum umlau— fenden Kapitale zu rechnen. 48) Man rechnet haͤufig das Inventarium mit zur Sub— ſtanz der Landguͤter. Dieß iſt aber irrig, verwirrend und mißleitend, weil es, im Verhaͤltniß zu ſeiner Groͤße, einen un⸗ gleich wichtigeren Einfluß, als der Boden(die aͤußere Natur) auf den Ertrag eines Landgutes hat; weil es ferner ungleich wandelbarer und mehren Gefahren ausgeſetzt iſt, als dieſer, und es daher auch ſeinem Beſitzer außer dem reinen Kapital⸗ gewinn noch eine bedeutende Verſicherungspraͤmie abwerfen muß. Man rechnet jetzt mindeſtens noch 68 Zinſen von ihm; ſo wie der reine Kapitalgewinn waͤchſt, muͤſſen dieſe ſteigen. Fehlerhaftigkeit der gewoͤhnlichen Gutsanſchlaͤge. 49) Ein dem Landgute angemeſſenes, vollſtaͤndiges und in ſeiner Art die hoͤchſtmoͤgliche Vollkommenheit erreichendes In⸗ ventarium iſt zu einem hoͤheren zweckmaͤßigen Wirthſchaftsbe⸗ triebe ein weſentliches Erforderniß. Der Reinertrag eines damit ſra u gluͤcks Schw fehlert tath, lichen und Brenn Jungy enden ieſe gſett, 5t en, al gluͤckic maͤßige uch ni ſiter, derſich inſen 3 die dinn n iinr Reiſ nu tuh ene üben ultin Kt 8 6,8 Inentn ohben angege dbleibende ſe befidlicen d Verhag. iche Smntkt rechnet, und inventariun. gehen, der borte Invwn Dediife in zum umle nit zur Sul dirrend und öße, einen u uißete 7 Im erner unglei 1 als dieſ nen Kavitnl ie abwerfen n ihw; ſo n ndiges undi reichendes 3 Vithihriet lnannag dne 129 Landgutes von geringerer Bodenguͤte und niedrigerem Ankaufs⸗ preiſe kann durch ein angemeſſenes ſtehendes Kapital ſo hoch gehoben werden, daß er den eines an ſich beſſeren und theue— rern Landgutes uͤberſteigt, ſobald letzteres mit einem mangel— haften, unangemeßnen Inventarium bewirthſchaftet werden muß. Daraus ergibt ſich, wie nothwendig es iſt, auf den Ankauf eines Gutes nicht ſoviel baares Vermoͤgen zu verwenden, daß davon nicht genug zu einem angemeßnen ſtehenden und umlaufenden Kapitale uͤbrig bleibt. 50. Das Betriebs⸗ oder umlaufende Kapital iſt das, wodurch die Wirthſchaft in Bewegung geſetzt und der eigentliche Ertrag des landwirthſchaftlichen Gewerbes, als ſolches, bewirkt wird. Es muß daher ſo ſtark erhalten wer— den, als es die Verhaͤltniſſe der Wirthſchaft irgend erfordern, damit der Wirth ſich zu jeder Zeit und bei jeder Gelegenheit frei und kraͤftig regen, jeden Vortheil benutzen und jedem Un— gluͤcksfalle leichter begegnen koͤnne. Es wuͤrde ſelbſt eine Schwaͤchung dieſes Kapitals durch ein zu ſtarkes Inventarium fehlerhaft ſeyn. Es gehoͤren zu ſelbigem nicht bloß der baare Kaſſenvor— rath, ſondern auch alle Naturalvorraͤthe, womit die ſaͤmmt— lichen Arbeiter, Tagloͤhner und Geſinde, desgleichen das Zug— und Nutzvieh unterhalten werden;(als Getreide, Futter, Brennholz ꝛc.) ferner alles zum Verkauf ſtehende Maſt- und Jungvieh, uͤberhaupt ſaͤmmtliche zum Verkauf vorraͤthig lie⸗ genden und dazu beſtimmten Produkte. Auch muͤſſen durch dieſes Kapital die abgenutzten Inventarienſtaͤcke reparirt oder erſetzt, und die wirthſchaftlichen Gebaͤude erhalten werden. 51. Da das umlaufende Kapital ungleich mehr Gefah⸗ ren, als das ſtehende, ausgeſetzt iſt, die Hauptbedingung eines gluͤcklichen Gewerbsbetriebs ausmacht, und zu ſeiner zweck— maͤßigen Verwendung nicht nur große Aufmerkſamkeit, ſondern auch nicht geringe Kenntniſſe erfordert, ſo muß es ſeinem Be— ſitzer, außer dem reinen Kapitalgewinn, eine beſonders hohe Verſicherungspraͤmie abwerfen. Man kann dieſelbe Gewerbs— zinſen nennen, weil ſie demjenigen Profit entſpricht, den man 9 130 auch in jedem anderen Gewerbe von verſtaͤndig angelegten Kapitalen erwarten kann. 52. Wenn demnach ein Eigenthuͤmer ſein Gut ſelbſt bewirthſchaftet, ſo muß er wohl unterſcheiden, wie er den Er— trag ſeines Gutes, als Rente von ſeinem aufgewendeten Ka⸗ pitale, zu berechnen habe. Das auf den Ankauf des Gutes verwendete, oder darin ſteckende Kapital iſt ganz wie ein ſolches zu betrachten, das gegen vollkommen hypothekariſche Sicherheit, deshalb fuͤr einen ſehr niedrigen Zins, ausgeliehen wurde. Dieſer Zins wuͤrde auch erfolgen, wenn der Eigenthuͤmer ſein Gut verpachtete oder verkaufte, und in letzterm Falle das dafuͤr erhaltene Geld anderwaͤrts gleich ſicher unterbraͤchte. Eben ſo wuͤrde er den fuͤr das ſtehende Kapital zu berechnenden Zins erhalten, wenn er den Betrag deſſelben an einen Gewerbsmann zu einer ziemlich gefaͤhrlichen Unternehmung darliehe, und ſich deshalb von ihm einen ſo hohen Zins bezahlen ließe, als nach§. 48 fuͤr das ſtehende Kapital zu rechnen iſt. Erſt wenn die Zinſen jener beiden Kapitale von dem Ge— ſammtertrage einer Wirthſchaft abgezogen ſind, ergibt ſich der Reinertrag der eigentlichen Wirthſchaftsfuͤhrung oder der Zins des angelegten Betriebskapitals, der, wenn nicht beſondere Ungluͤcksfaͤlle eintreten und es mit Fleiß und Sachkenntniß angewendet wird, doch immer noch 8— 10 5 jaͤhrlich betragen ſollte. Fehlen freilich letztere, dann wird ſelbſt das groͤßte Betriebskapital keinen Nutzen abwerfen. Durch dieſe genaue Sonderung der durch einen Wirthſchaftsbetrieb zu erringenden Zinſen wird der hoͤchſt fehlerhafte Schluß vom Er⸗ trage eines Landgutes auf deſſen Kaufpreis vermieden, und we— der das Schwankende in den Erwartungen, die man ſich nach dem auf den Beſitz eines Landgutes verwendeten Kapitale von dem Ertrage der Wirthſchaft macht, feſter beſtimmt. 53. Wie groß das ſtehende Kapital und das Betriebs⸗ kapital im Verhaͤltniß zur Größe des zu bewirthſchaftenden Gutes ſeyn und in welchem Verhaͤltniſſe zu einander ſie ſtehen ſollen, laͤßt ſich im Allgemeinen nicht beſtimmen, ſondern nur 5 man i mit g. und d ſeyn n andgu enn liehen ſem 4 der da inge, 8 iß das Pachter eyn m (das 3 Betriet ſahlung nun ab der Ge⸗ leibt. 131 ſig engelege in jedem einzelnen Falle nach genauer Erwaͤgung der Orts⸗ und Wirthſchaftsverhaͤltniſſe. Nur Folgendes iſt wohl zu be⸗ ſin Gut ſabe achten: vie a dn. Wer kein großes Vermoͤgen beſitzt, wird als Landwirth geuendetn 7. um ſo beſſer fahren, jemehr er davon zum Betriebskapitale zuruͤckbehaͤlt und deshalb ſelbſt nicht zuviel auf das Inventa⸗ te, on din rium verwendet; denn der Ertrag einer Wirthſchaft richtet etractn, n ſich weniger nach ihrem Umfange, als nach dem Betrag des halb fik ine auf ihren Betrieb verwendeten Kapitals; doch iſt auch nicht zu vergeſſen, daß dieſe Verwendung ihre Grenze in der na— tuͤrlichen Fruchtbarkeit des Bodens hat, die uͤber einen gewiſ— ſen Grad hinaus nicht vermehrt werden kann. Wenn dieſer erreicht iſt, macht ſich ein noch groͤßeres Betriebskapital nicht mehr bezahlt, es wird unproduktiv. e dins wüd ut derpachte erhaltene Gd wuͤrde er in jalten, wem ena wu eine 54. Bei unſeren landwirthſchaftlichen Verhaͤltniſſen kann d ſich deeßu man im Allgemeinen annehmen, daß, ſobald eine Wirthſchaft 1s nach.4 mit gluͤcklichem Erfolg betrieben werden ſoll, das Inventarium und das Betriebskapital zuſammengenommen 6— 9mal ſo groß ron dem ſeyn muͤſſen, als die Zinſen, welche das auf den Beſitz eines ergibt ſich a Landgutes verwendete Kapital landesuͤblich abwerfen wuͤrde, ddtt der Zin wenn es gegen vollkommen hypothekariſche Sicherheit ausge— vicht beſendn liehen waͤre. Dabei verſteht es ſich von ſelbſt, daß von die— Saͤchkenni ſem Kapital zuvor derjenige Theil abgezogen werden muͤſſe, hrlich bekragn der davon auf die nicht zum Landwirthſchaftsbetrieb gehoͤrigen ſt das gii Dinge, auf Holzungen, Gericht, Zinsgefaͤlle ꝛc. zu rechnen iſt. Bei einer Pachtung laͤßt ſich mit Gewißheit feſtſetzen, athſchftebetti daß das zu deren Uebernahme nothwendige Kapital, um dem Scluß vom Pachter einen gluͤcklichen Erſolg zu ſichern, wenigſtens ſo groß den, und ne ſeyn muͤſſe, daß damit die ganze Wirthſchaft in Stand geſetzt e man ſich na en Aewitaleu ut. (das Inventarium angeſchafft) und alle Arbeiten, welche deren Betrieb ein Jahr laͤng erfordert, ſo wie die einjaͤhrige Pacht, 5 zahlung beſtritten werden koͤnnen. Die Zinſen davon ſollen das ant nun aber auch eigentlich ſo hoch ſeyn, daß, außer der Deckung nitiſtuinne der Gefahr, noch ein billiger Gewinn fuͤr den Pachter uͤbrig mne ſeſin bleibt. i, ſöndenn ni 9* 13³² In den Faͤllen, wo dem Pachter, wie es bei uns regelmaͤßig ge— ſchieht, ein bedeutendes Inventarium mit uͤbergeben wird, iſt na— tuͤrlich eine geringere Summe noͤthig, als da, wo das Inven— tarium ſein Eigenthum iſt. 55. Das Verhaͤltniß, in welchem das Betriebskapital zum ſtehenden ſich befinden ſoll, laͤßt ſich nicht genau, fuͤr alle Faͤlle paſſend, angeben; doch kann man im Allgemeinen an—⸗ nehmen, daß erſteres ungefaͤhr halb ſo groß, wie das zweite ſeyn muͤße. Iſt das Vermoͤgen beſchraͤnkt, ſo iſt es immer beſſer, dieſes, als jenes zu verkuͤrzen, jedoch daruͤber nicht etwa ſelbſt an den noͤthigſten Inventarienſtuͤcken es fehlen zu laſſen. 56. Die Anlage von Kapitalen wird dem Landwirth, wie jedem andern Gewerbsmann bald mit groͤßerem, bald mit geringerem Profit bezahlt durch den Preis der Produkte. Dar⸗ um erfordert das Entſtehen und die Ordnung deſſelben ſeine beſondre Aufmerkſamkeit und ſind ihm klare Begriffe davon ſehr nuͤtzlich. 57. Preis nennen wir das, was man im Handel fuͤr das Erhaltene hing bt, oder fuͤr das Hingegebene erhaͤlt. Preis kann demnach nur ein ſolches Ding haben, das im Handel vorkommt, und hierzu ſind folgende Eigenſchaften noͤthig: a) Das Ding muß fuͤr mehre Perſonen Werth haben; b) es muß in dem Rechtsgebiete liegen und ſolches ver— laſſen koͤnnen, veraͤußerlich ſeyn. 58. Der Begriff Preis bezieht ſich ſonach auf das Verhaͤltniß zweier Dinge, die im Handel gegen einander hin— gegeben werden. Er iſt eine extenſive Groͤße, d. h. er laͤßt ſich in Zahlen ausdruͤcken, mathematiſch beſtimmen. Dadurch unterſcheidet ſich der Preis vom Werthe. Letzterer kann nur gedacht werden, er beruht auf der Vorſtell⸗ ung, die wir uns von der groͤßeren oder geringeren Wichtig⸗ keit irgend eines Gegenſtandes fuͤr uns machen, er iſt ſonach eine intenſive Groͤße, d. h. er laͤßt ſich nicht in Zahlen aus⸗ druͤcken, nicht mathematiſch abmeſſen, ſondern nur nach Gra— den ausdruͤcken. bn, d 5 d( den) veraͤnd * vofuͤr erkauf rei verden rreffen inande 6 kunft fuͤr ih en ge as T Begehl D E 62 Arusge gens de durch r behrliche Urſachen um deſt gteiſe he ſhm, uns ruiiñi nin ir Alles, was einen Preis hat, muß auch einen Werth ha— Ata ben, aber nicht umgekehrt. sSt 59. Man unterſcheidet Sachpreis(Realpreis) t genu, ft g und Geldpreis(Nominalpreis). Letzterer, der durch Algentien den Preis der edeln Metalle beſtimmt wird, kann ſich ſehr vi ds ei veraͤndert haben und jener dennoch gleich geblieben ſeyn. ſo iſt es inne 60. Ferner unterſcheidet man noch den Marktpreis, ruͤher nict an wofuͤr eine gangbare Waare zu der Zeit gerade gekauft oder ehlen zu laſen verkauft wird, und den natuͤrlichen, oder Produktions⸗ Preis, wofuͤr dieſelbe Waare nachhaltig erzeugt und verkauft werden kann. Beide weichen temporaͤr ſehr von einander ab, treſſen aber in einem Durchſchnitt vieler Jahre regelmaͤßig mit einander wieder zuſammen. den Landwir zerem, bad ni Produkte. Dn deſſelben ſein degrife dun 61. Der Marktpreis wird gebildet durch die Ueberein— kunft der Kaͤufer und Verkaͤufer, nachdem dieſe das Hoͤchſte in Sutlſ fuͤr ihre Waare zu erhalten, jene das Geringſte dafuͤr zu zah— ene eüät len geſtrebt haben. Dieſe Uebereinkunft wird beſtimmt durch ſ huhn, d das Verhaͤltniß, in welchem das Angebot einer Waare zum Begehr derſelben ſteht. Der Preis einer Waare ſteigt demnach: Teuih ſuin. a) wenn ihre vorhandene Menge abnimmt; b) wenn ſie bei gleicher Menge mehr verlangt wird. de Eigenſchaſe und ſolches w Er ſinkt dagegen: vnach auf d a) wenn ein groͤßerer Vorrath da iſt und ausgeboten wird; einander hir b) wenn weniger davon begehrt wird. dh. d lij 62. Bei bloß annehmlichen, aber entbehrlichen Waaren, nen. Luxusgegenſtaͤnden ꝛc. wirken die Urſachen a und b des Stei⸗ om Leriſ gens den Urſachen b und a des Fallens entgegen, und da⸗ uſ der uſe durch wird ein Mittelpreis hervorgebracht. Aber bei unent⸗ ngern Vitn behrlichen oder ſehr wuͤnſchenswerthen Dingen wirken beide „ver ſt ſrit Urſachen des Steigens oder Fallens oft vereint, und daher in dhler ui um deſto ſtaͤrker. Dadurch kann ein ſolches Fallen der Markt— rur uc Gn preiſe hervorgebracht werden, daß die Verkaͤufer ſich genoͤthigt ſehen, ihre Waare unter dem natuͤrlichen Preiſe hinzugeben. —— 134 Dieſes kann indeſſen auf die Dauer nicht ohne das Verderben des Gewerbsmann's Beſtand haben, weil ihm nur bei dem Verkauf ſeiner Waare fuͤr den natuͤrlichen oder Produktions⸗ preis ſeine Arbeit und die Zinſen von dem aufgewendeten Ka⸗ pitale bezahlt werden. Hat daher der Marktpreis eine Zeit lang unter dem Produktionspreiſe geſtanden, ſo ſteigt er ge— woͤhnlich bald nachher wieder daruͤber hinaus, um die Oid⸗ nung der Dinge wieder herzuſtellen. Angemeſſen heißt der Marktpreis eines Dinges oder Gutes, wenn er mit deſſen Produktionskoſten oder Erzeugegebuͤhren uͤberein⸗ ſtimmt. Sorgfaͤltig ſind hohe Preiſe von theuren, niedrige von wohlfeilen zu unterſcheiden. Hohe und niedrige Preiſe werden durch Maaß, Zeit und Ort, theure und wohlfeile aber durch ihr Verhaͤltniß zu den Produktionskoſten beſtimmt. Die naͤheren Gr⸗ oͤrterungen gehoͤren in die Volkswirthſchaftslehre. Grund und Boden. 63. Der Grund und Boden, das Land oder die aͤußere Natur gibt nach§. 6. das dritte dem Landwirth als Gewerbs⸗ mann zu Gebote ſtehende materiale Mittel ab. Man hat ihn auch das rohe Material, den Urproduktivſtoff genannt; allein dieſer Ausdruck iſt nicht ganz paſſend; denn wenn auch nicht zu verkennen, daß er dem Landwirth faſt daſſelbe iſt, was dem Fabrikanten ſein rohes Material, ſo zeichnet er ſich doch dadurch vor ſelbigem weſentlich aus, daß er durch die Bearbeitung des Landmann's in keine andre Geſtalt verwan⸗ delt wird, ſondern immer Grund und Boden bleibt, waͤhrend der Fabrikant nur durch Umformung ſeines rohen Materials demſelben neue Produkte abgewinnt. Der Boden kann alſo nur als materiales Mittel, als der Gegenſtand betrachtet werden, an dem der Landwirth ſeine Kraft uͤbt. 64. Die phyſiſche Beſchaffenheit und chemiſchen Eigen⸗ ſchaften des Bodens kommen bei der Landwirthſchaft als Ge⸗ werbe weniger in Betracht, als das Werthsverhaͤltniß der verſchiedenen Bodenarten zu einander. Daſſelbe geht aus dem Niine if da 9 legun her, trage ung Vo mittel der aber Indu ſeinze höher Gew Lohn betra ſo ho Es G benen ſo m bei der aher i ſiimme Rn g wo ei landaͤ ſchiede de Varderie ar bei den dt Nadukthes gevendetn en preis eine zi ſo ſtit e An die r Gates, un gühten ülerii niedtigt m ge Treiſe wan e eher dunt i ſe nheren d der die iuſer als Gevet . Man h ſeof genanm enn wenn ald ſt daſſbe t eichnet tr ſ jer durch ſtalt verwwan ꝗer, wuͤhren hen Materiut den boun 10 and beratlt michm Ein ſchſt aſ Ga vethitij de geſt aus d ——— 135 Reinertrage, den ein Boden gibt, hervor; der Reinertrag aber iſt das Reſultat der Ertragsfaͤhigkeit eines Bodens nach Ab⸗ zug ſeiner Beſtellungskoſten. 65. Wenn Arbeit und Kapital mit Einſicht und Ueber⸗ legung, d. h. mit Intelligenz, in reicherem Maaße, als bis⸗ her, auf einen Boden verwendet werden, ſo nimmt deſſen Er⸗ tragsfaͤhigkeit zu, ſo daß, ſelbſt wenn jene hoͤhere Verwend— ung bezahlt iſt, doch noch ein größerer Reinertrag uͤbrig bleibt. Wo eine ſolche Verwendung der genanten materialen Gewerbs— mittel(der Arbeit und des Kapitals) landuͤblich iſt, ſteigen der Werth und damit auch der Kaufpreis des Bodens; beide aber fallen, wo jene in einem geringen Grade ſtatt findet. Wenn nun in einem Lande, wo die landwirthſchaftliche Induſtrie im Ganzen auf einer niedrigen Stufe ſteht, der einzelne durch groͤßere Verwendung derſelben dem Boden einen hoͤheren Reinertrag abgewinnt, ſo iſt der Ueberſchuß uͤber das Gewoͤhnliche als hoͤherer Kapital- und Arbeitsgewinn, als Lohn der Intelligenz, keineswegs als hoͤhere Bodenrente zu betrachten; denn in anderen Haͤnden wuͤrde dieſer Boden einen ſo hohen Reinertrag nicht gewaͤhren. Es iſt dieſes ein Gegenſtand, der bei Bodenabſchaͤtzungen zum Be⸗ huf einer Grundſteuerregulirung nicht genug zu beachten iſt. 66. Wenn daher der Werth des Bodens in einer gege⸗ benen Gegend mit dem in einer andern verglichen werden ſoll, ſo muß ſolches nach demjenigen Reinertrage geſchehen, den er bei der gegenwaͤrtigen landuͤblichen Kultur gewaͤhrt. Da dieſe aber in einzelnen Faͤllen immer abweicht, ſo kann jene Be⸗ ſtimmung nur nach den Ergebniſſen der geſammten Erfahrun⸗ gen geſchehen, wobei man diejenigen Faͤlle bei Seite ſetzt, wo eine ausgezeichnet beſſere oder ſchlechtere Kultur, als die landuͤbliche, ſtatt findet. Vom Ackerland. 67. Die Natur der Bodenarten iſt zwar unendlich ver⸗ ſchieden, ſie laſſen ſich aber dennoch hinſichtlich ihrer Ertrags⸗ 136 faͤhigkeit ſo in Klaſſen und Ordnungen abtheilen, daß ſich in Anſehung derſelben die in eine Klaſſe geſtellten ziemlich gleich kommen, wenn man zumal in den Klaſſen ſelbſt noch Abſtuf⸗ ungen annimmt, vermittelſt welcher jede Bodenart einer hoͤ— heren oder niedrigeren Klaſſe genaͤhert werden kann. Die Beſtimmung dieſer Klaſſen iſt auf mannichfache Weiſe verſucht worden, aber es iſt noch nicht gelungen, eine aufzu⸗ finden, die allen Anforderungen entſpraͤche, weil gar zu viele, uͤberall ſich anders ſtellende, Ruͤckſichten zu nehmen ſind. 68. Eine der gewoͤhnlichſten iſt die, wo man nur drei Arten von Boden, guten, mittlern und ſchlechten, oder auch ſchweren, mittlern und leichten oder lockern annimmt; dieſe Klaſſifikation iſt jedoch hoͤchſt unbefriedigend und nur auf einen beſtimmten Landſtrich, wo der Boden nicht ſehr verſchieden iſt, relativ anwendbar. Eine gute richtige Bodenklaſſifikation muß aber in jeder Gegend, und in allen Verhaͤltniſſen gleich anwendbar ſeyn. 69. Um eine ſolche genaue oͤkonomiſche Bodenklaſſifika⸗ tion ſicher begruͤnden zu koͤnnen, iſt es durchaus nothwendig, die verſchiedenen vorkommenden Bodenarten zuvor in mehre phyſikaliſche Klaſſen zu bringen, weil darauf erſt jene zu ſtuͤtzen iſt. Hierzu gibt die Agronomie die Anleitung. Man theilt in dieſer Hinſicht die verſchiedenen Bodenarten gewoͤhn— lich ein in: Thonboden, Lehmboden, Sandboden, Humusboden, Kalk⸗ und Mergelboden, und gibt einer jeden dieſer Bodenarten noch drei bis vier Unterabtheilungen. 70. Die oͤkonomiſche Wichtigkeit der natuͤrlichen Erd— mengung in der Ackerkrume und dem zu Folge auch der Werth des Bodens in jedem einzelnen Falle werden erhoͤht oder er⸗ niedrigt: a) durch den Untergrund, b) durch die Tiefe der Ackerkrume, c) durch die Form der Oberflaͤche, d) durch die Lage der Grundſtuͤcke hinſichtlich des Lichts und der Winde, im ſtaͤnd Elen niſſe katio gen Neir der Bode Bode tn ihre nige ein Den Klaf ten ſchie nur V hau- alsfit die zu l ſchwi liche Jah zuſte men derſe hei 8 3 ſch i e) durch die klimatiſchen Verhaͤltniſſe, aih dih f) durch die Lage des Ackers zum Wirthſchaftshofe, a dhi g) durch die Folgen der fruͤheren Kultur. enart einer ha⸗ kann. 1 71. Die phyſiſche Beſchaffenheit des Bodens und die nichfche Wi im vorigen§. genannten auf ſeinen Werth einwirkenden Um⸗ 7, ein uje ſtande ſind nun die von jedem Landwirth wohl zu beachtenden lgar zuzit Elemente, worauf ſich durch eine, den jedesmaligen Beduͤrf⸗ en ſi niſſen angepaßte Ertragsberechnung eine oͤkonomiſche Klaſſifi⸗ kation des Ackerbodens gruͤnden laͤßt, indem man alle diejeni⸗ nmn nut dei gen Ackerlaͤndereien in eine Klaſſe bringt, die einen gleichen ſchlechten Reinertrag geben; denn dieſer iſt, wie ſchon erwaͤhnt, hier oder lockern der Maaßſtab, nicht mehr die phyſiſche Beſchaffenheit des inbeſtiedigem Bodens ſelbſt. Letztere wird nur gebraucht, um diejenigen Boden nich Bodenarten, die, wenn ſie auch in ihren uͤbrigen Eigenſchaf⸗ zutt richige ten ganz von einander unterſchieden ſind, doch in Anſehung und in alln ihres Reinertrags zuſammengehoͤren, bezeichnen und mit we⸗ nigen Worten ſo beſchreiben zu koͤnnen, daß gleich ein jeder odenkeſf ein richtiges Bild von der vorliegenden Bodenart erhaͤlt. nutzundi Denn aus der Angabe der durch den Reinertras beſtimmten d in mihr Klaſſen geht ein ſolches nicht hervor, indem es ſich nicht ſel— neyen ten trifft, daß die in phyſiſcher und chemiſcher Hinſicht ver⸗ ſchiedenartigſten Bodenarten in eine Klaſſe kommen, ſobald ſie narhit nur einen gleichen Reinertrag gewaͤhren. hi zandboden 72. Um den jaͤhrlichen Reinertrag eines Grundſtuͤcks ge⸗ und göt ein nau berechnen, und demnach die Werthsſtufe dieſes Grundſtuͤcks iunzen ausfindig machen zu koͤnnen, iſt es vor Allem nothwendig, lchen Erd⸗ die Erzeugniſſe, welche daſſelbe im Durchſchnitt jedes Jahr h der Vertf zu liefern vermag, auszumitteln. Dieſes iſt aber ein ſehr aht oder e ſchwieriges und unſicheres Geſchaͤft, weil nicht nur die natuͤr⸗ liche Beſchaffenheit des Bodens, ſondern auch das Klima, die Jahreswitterung, die Art des Ackerbau's, der fruͤhere Kultur⸗ zuſtand, und noch manche andere Umſtaͤnde zuſammengenom⸗ men, die Fruchtbarkeit vielfaͤltig abaͤndern und die QAuellen derſelben verdunkeln. Es iſt aber dringend nothwendig, daß ſchllih de.. d2 no e, uſc bei der Schaͤtzung des Bodens die aus ſeinen natuͤrlichen 138 Verhaͤltniſſen hervorgehende Faͤhigkeit zur Fruchterzeugung aus⸗ gemittelt, und der Einfluß, den guͤnſtige Witterung und ein mit Vermoͤgen und Kenntniſſen ausgeruͤſteter Beſitzer auf den Rohertrag ausuͤben, nicht mit jener natuͤrlichen Faͤhigkeit ver— mengt werde. Zu dem Ende muß man ſich mit den Urſachen der Fruchtbarkeit bekannt machen, und den Wirthſchaftsgang bis in ſeine kleinſten Theile kennen lernen. 73. Die genaue Angabe der verſchiedenen auf dieſe bis— her angegebenen Elemente gegruͤndeten oͤkonomiſchen Klaſſiſika— tionen gehoͤrt nicht in die Gewerbslehre, die nur auf die Wichtigkeit derſelben aufmerkſam zu machen hat. Sie iſt Gegenſtand der Agronomie und Taxationswirthſchaft. Es ſei daher hier nur erwaͤhnt, daß man jetzt gemeiniglich zehn ver⸗ ſchiedene Bodenklaſſen annimmt, die nach verſchiedenen Ab⸗ ſtufungen in einander uͤbergehen koͤnnen, und deren jaͤhrlichen Reinertrag Koppe(ſ. deſſen Anleitung zu einem vortheilhaf⸗ ten Betrieb der Landwirthſchaft B. 1. X. Berlin 1829.) fol⸗ gendermaßen vom ſaͤchſ. Acker berechnet: Erſte Klaſſe 269,3 †† Zweite ⸗ 233,7 †† Dritte 2 211 Vierte ⸗ 490 Fuͤnfte 3 100,6 †f Sechſte ⸗ 84,2 Siebente ⸗ 357,2 t Achte 2 44,3 † Neunte ⸗ 34,4 † Zehnte ⸗ 18,6 ◻† S. uͤber dieſen Gegenſtand noch: Thaer's Verſuch einer Ausmittelung des Reinertrages der produk⸗ tiven Grundſtuͤcke. Berlin 1813. v. Flotow's Verſuch einer Anleitung zur Abſchaͤtzung der Grund⸗ ſtuͤkke nach Klaſſen, beſonders zum Behuf einer Grundſteuerrekti⸗ fikation. Leipzig 1820. Schmalz's Verſuch einer Anleitung zum Bonitiren und Klaſſificiren des Bodens. Leipzig 1824. 139 zeugung aus 1 1n 74. Der Landwirth, welcher damit umgeht, ſich in den ditn ai dn Beſitz von Ackerland, ſei's als Pachter oder als Eigenthuͤmer Fihiget un zu verſetzen, oder uͤberhaupt die Bewirthſchaftung eines gege⸗ den leade benen Stuͤckes Land zu uͤbernehmen geſonnen iſt, muß daſ⸗ uhjſzſtgn ſelbe genau beurtheilen lernen, wenn er ſich nicht Taͤuſchungen, die nicht ſelten zu ſeinem großen Nachtheil ausſchlagen koͤnnen, ausſetzen will. Dazu iſt nicht nur noͤthig, daß er ſich mit auf diſt li den phyſiſchen und chemiſchen Beſtandtheilen der verſchiedenen en Ahiſft Bodenarten bekannt mache, ſondern er muß auch die in der nut auf die Gegend uͤbliche oͤkonomiſche Klaſſifikation, ſo wie eine der beſ⸗ t. Sie it ſeren auf richtige Grundſaͤtze baſirten kennen, uͤberhaupt mit haſt. Es ſi dem Wirthſchaftsbetrieb vertraut ſeyn, und bereits einige ch zehn der Uebung in der Beurtheilung des Bodens erlangt haben. Iſt iedenen Al⸗ dieß nicht der Fall, ſo muß er ſich auf das Urtheil anderer, a ſährüchen Einſichtsvoller verlaſſen, und ihrem Rathe Folge leiſten. wortheihaſ rüwhi Von den Wieſen. 75. Die Ermittelung des Reinertrags iſt bei den Wie⸗ ſen leichter, als bei den Ackerlaͤndereien, weil derſelbe bei der gewoͤhnlichen Wieſenwirthſchaft nur von ihren natuͤrlichen Ver⸗ haͤltniſſen und von der Jahreswitterung abhaͤngig iſt, indem die Art der Behandlung nur einen geringen, ſelten einen dauernden Einfluß auf ihren Ertrag hat. 76. Wenn die Menge des duͤrren Futters, das auf einer Wieſe gewonnen wird, bekannt iſt, dann kommt jedoch noch, ehe ihr Ertrag berechnet werden kann, die Guͤte deſſel⸗ ben in Betracht. Hierin findet eine außerordentliche Verſchie⸗ denheit ſtatt. Manche Heuſorte iſt kaum halb ſo viel werth, zder redu⸗ als eine andre; ſo daß, wenn man den Centner des beßten Heu's zu 10 in Rechnung bringt, der Centner des ſchlech— da Gnnd teſten hoͤchſtens zu 5—† anzuſetzen ſeyn wuͤrde; wobei nach mdiennä Beſchaffenheit der Umſtaͤnde natuͤrlich noch Zwiſchenſaͤtze gelten euffin muͤſſen. Dabei wird die moͤglich beßte Heugewinnung ſtets vorausgeſetzt und nur die Guͤte des Heu's in Betrachtung gezogen, welche aus der natuͤrlichen Beſchaffenheit der Wieſen hervorgeht, die durch die Bodenmiſchung, und die Lage der Wieſe in Bezug auf die Um⸗ gebung, die Lichtausſetzung und das Waſſer beſtimmt wird. 77. Wenn die Guͤte und die Menge des auf einem Acker Wieſenland gewonnenen Duͤrrfutters bekannt ſind, dann ergibt ſich nach Abzug der Kultur- und Werbungskoſten der Reinertrag und mithin der Werth einer Wieſe. Dabei darf jedoch der Betrag der Fruͤhjahrs- und Herbſtweide auf den Wieſen, der bei zweiſchuͤrigen Wieſen zu 103, auf den ein⸗ ſchuͤrigen Wieſen zu 15 3 des Rohertrags zu berechnen iſt, auch nicht vergeſſen werden. 78. Man nimmt jetzt gewoͤhnlich ſechs Klaſſen von Wieſen an, die nach ihrem ohne beſondere Kunſtmittel gewonnenen Rohertrage auf folgende Art begrenzt werden. 1. Klaſſe Wieſen von 40— 50 Cntr. Heuertrag vom Acker. 2.„ 4 5 30— 40 ⸗ 2 2 3 3.„ 25— 30„⸗ 3„ 4. 2 5 3 20— 25 9 9 2 3 5. 4 s 15— 20„⸗ e ⸗ 3 6. ⸗ 4 deren Heuertrag unter 15 Centner vom Acker betraͤgt, und die nur in dem Falle Wieſen bleiben ſollten, wenn ſie auf keine andre Weiſe zu benutzen ſind. Die erſten drei Klaſſen ſind in der Regel zweiſchuͤrig, die andern drei einſchuͤrig. Jede Klaſſe zerſaͤllt uͤberdieß noch in zwei oder mehre durch die Guͤte des Heu's beſtimmte Unterabtheilungen. Von den Weiden. 79. Der Werth der Weiden wird durch den Nutzen beſtimmt, den das darauf gehaltene Vieh bringt. Wenn die ſaͤmmtlichen Unterhaltungskoſten ſammt dem Betrage der Win⸗ terfuͤtterung, mit Ausſchluß des gegen den Duͤnger aufzurech⸗ nenden Stroh's, vom Ertrage eines Stuͤckes Weidevieh abge⸗ zogen ſind, dann iſt das Uebrige fuͤr die Weide zu rechnen. Kähe Rege Man Kuh wicht —A— Bei zu n Bode Vei⸗ 141 zlät zue de Da man nun Koſten und Ertrag am genaueſten von den de den die Kuͤhen kennt, ſo wird die Weide anderer Vieharten in der aiu Regel auf Kuhweiden nach gewiſſen Vehaͤltniſſen reducirt. 4 Man rechnet naͤmlich, daß ſich auf dem Raume, wo eine s auf eitem Kuh mittleren Schlages von 500— 600 Pfund lebendem Ge⸗ t ſind, dann wicht zureichende Sommernahrung findet, naͤhren koͤnnen: noskoſin der 3 Pferde. Dabei dif 2 Zugochſe. ide auf den 4 Fuͤllen. uf den ein⸗ 2 Stuͤcken junges Rindvieh. erechnen iſ 10 Schafe. 8 Schweine. . 24 Gaͤnſe. uen Viſ Der Jahresbetrag einer ſolchen Kuhweide iſt etwa zu 72 edondenen zu veranſchlagen. Wird das Vieh ſchwerer und ſtaͤrker, dann iſt auch ein groͤßrer Weideraum noͤthig. vom Acka. Obiges Verhaͤltniß paßt nur fuͤr Weiden, die allem Vieh gleich gut zuſagen. 80. Da die Weide auf Feldern, Wieſen und Holzgrund⸗ ſtuͤkken bei der von ihnen zu machenden Ertragsberechnung mit in Anſchlag gebracht wird, ſo kann hier nur von den beſtaͤn⸗ 5 Lentner 23. — digen Weideraͤumen die Rede ſeyn, die ſich in fuͤnf Klaſſen banu bringen laſſen: weſtütz 1. Fettweiden an Stroͤmen und Fluͤſſen. 2. Gewöͤhnliche Niederungsweiden. der neje 3. Gebirgsweiden(Alpen). 4. Haideweiden. 5. Weiden, welche wegen Berechtigungen anderer dieſer Benutzung Preis gegeben werden muͤſſen(Weide— aͤnger, Gemeinweiden, Allmaͤnden). en Tuber Bei der Veranſchlagung der Weiden iſt ſehr darauf Ruͤckſicht Penn die zu nehmen, ob ſie privativ oder commun ſind; auf eignem ede Wy Boden oder fremden ſtatt finden. außyata- 81. Kuͤchen⸗, Obſt⸗, Hopfen⸗, Graſegaͤrten, evith Weinberge nc. koͤnnen nur dann, wenn ſie ſich in einem aus⸗ —jy yy· 11²2 gezeichnet hohen Kulturzuſtande befinden und einen hohen Er⸗ trag mit Sicherheit gewaͤhren, bedeutend hoͤher, als Ackerland von gleicher natuͤrlicher Beſchaffenheit geſchaͤtzt werden; mei— ſtens kaum hoͤher. Graſegaͤrten ſind eigentlich nur als Wie— ſen zu betrachten, die wegen ihrer groͤßern Naͤhe vielleicht einen etwas hoͤhern Wereh haben. 82. Die Benutzung der Gewaͤſſer laͤßt ſich nur bei der regulaͤren ſogenannten zahmen Teichfiſcherei nach gewiſſen all⸗ gemeinen Grundſaͤtzen wuͤrdigen; die wilde Fiſcherei bloß nach ihrem Durchſchnittsertrage. Die Teiche ſchaͤtzt man nach der Zahl der Setzkarpfen, die man auf einen Acker Teichfläche bringen kann, und nach ihrem Nutzen, den ſie der Ackerwirth⸗ ſchaft gewaͤhren koͤnnen. Sie haben ſelten einen hohen Werth. 83. Die Abſchaͤtzung der Holzungen iſt Sache des Forſtmann's. Sie kann auf zweierlei Weiſe geſchehen, die eigentlich forſtwirthſchaftliche und die merkantili⸗ ſche. Bei jener wird berechnet, wie viel in einem abzuſchaͤz⸗ zenden Walde alljaͤhrlich Holz geſchlagen werden kann, wenn es durch den jaͤhrlichen Zuwachs wieder gedeckt, der Forſt alſo in gleichem Zuſtande erhalten werden ſoll. Bei dieſer dagegen wird der Preis des ſaͤmmtlichen jetzt anſtehenden Holzes be⸗ rechnet, annehmend, daß es niedergeſchlagen und verkauft wer— den ſolle, wo dann der Betrag des Bodens, nachdem er ab⸗ geholzt, noch bleibt. Das Reſultat beider Schaͤtzungen kann ſehr verſchieden ſeyn, und wenn viel ſchlagbares Holz vorhan⸗ den, zu Gunſten der letztern ausfallen. 84. Torfmoore, Braun⸗ und Steinkohlen⸗ lager, Gips⸗, Kalk⸗ und Steinbruͤche gehoͤren eben⸗ falls zum Grund und Boden, haben aber fuͤr den Landwirth da, wo ſich ihre Benutzung noch nicht durch die Erfahrung feſtgeſtellt hat, nur einen geringen Werth. Am wenigſten darf ſich ein Landwirth mit ſchwachem Betriebskapital an ſolche Unternehmungen wagen, wenn ſie noch nicht in Gang gebracht ſind. Q———Õꝗ́ᷓ́ᷓ————— 2 1 —2 ————————— den; triebe Fal, ſohen Er⸗ is ennand elden, mei nur als Die ihe villicht ˖nur bei dei gewiſen al⸗ ei boß nach an nach der Diächſäche Acerwirh⸗ ihen Vent. Sache des hehen, de erkantili⸗ m alzuſi kann, wem er Forſt ald ſſer dagegen Hohei be erkauft wer dem er db⸗ Ungen kann ah vothan⸗ nkohlen⸗ hbemn eber⸗ wLandviec Sffahrung wenigſte kkrpital a ht in bin 143 In der landwirthſchaftlichen Gewerbslehre, deren Aufgabe es iſt, Alles bemerklich zu machen, was zu einem gluͤcklichen Betriebe der Landwirthſchaft unter allen Verhaͤltniſſen erfordert wird, kann uͤber die Abſchaͤtzung der verſchiedenen zu einem Landgute gehoͤri⸗ gen Grundſtuͤcke nicht ausfuͤhrlicher geſprochen werden; ſie iſt Ge⸗ genſtand einer beſondern Lehre, die im Sommer jedes Jahres in Tharand in Verbindung mit der Anweiſung zur Verfertigung landwirthſchaftlicher Anſchlaͤge vorgetragen wird. Wer ſich mit dieſem Gegenſtande naͤher bekannt machen und uͤber die Eigen— thuͤmlichkeiten des Grundes und Bodens auefuͤhrlicher belehren will, wird in vielen Werken Befriedigung finden. Außer den im§. 73. genannten Werken ſei noch auf folgende aufmerkſam gemacht: Meyer's Gemeinheitstheilung. Celle, 1801. Deſſen Grundſaͤtze zur Verfertigung richtiger Pachtanſchlaͤge. Han⸗ nover, 1809. v. Flotow's Anleitung zur Fertigung der Ertrags⸗Anſchlaͤge. Leip⸗ zig, 1820. Crome, der Boden und ſein Verhaͤltniß zu den Gewaͤchſen. Han⸗ nover, 1812. Das Landgut. 85. Ein zum Betriebe der Landwirthſchaft aus mehr oder weniger verſchiedenen Grundſtuͤcken zuſammengeſetztes, nach dem gewöhnlichen Begriff mit den dazu erforderlichen Gebaͤuden verſehenes, als Einheit gedachtes Ganzes wird ein Landgut genannt. Auch die einem ſolchen anklebenden Be⸗ rechtigungen rechnet man in der Regel mit dazu. 86. Eine richtige Lage des Wirthſchaftshofes, an wel⸗ chem alle Haupttheile der Feldmark in beinahe gleicher Ent⸗ fernung liegen, und von welchem ab die geradeſten Wege zu allen fuͤhren, iſt von großer Wichtigkeit. Beſchwerden einer andern Lage. 87. Auf ein richtiges Verhaͤltniß der Wieſen und Wei, den zum Ackerlande legt man gewoͤhnlich ein großes, oft uͤber⸗ triebenes Gewicht. Sonſt war dieſes jedoch noch mehr der Fall, als jetzt, wo man einſehen gelernt hat, daß eine gute 144 landwirthſchaftliche Einrichtung und zweckmaͤßige Ackerkultur die Wieſen entbehrlich machen kann. 88. Eine zuſammenhaͤngende Lage der Grundſtuͤcke, be⸗ ſonders der gleichartigen, iſt von großer Wichtigkeit. Durch eine Zerſtuͤckelung und Vermengung derſelben mit anderen wer— den Zeit und Arbeit verſchwendet, die Benutzung beſchraͤnkt, Kultur und Melioration gehindert. 89. Ein gleichmaͤßiger fruchtbarer Acker erleichtert die Bewirthſchaftung ſehr. Doch kann auch nicht ſelten eine Ver— ſchiedenheit in der Natur des Bodens erwuͤnſcht ſeyn, beſon— ders fuͤr den verſtaͤndigen und aufmerkſamen Landwirth, der jeden Theil gehoͤrig zu benutzen weiß, und nicht unbedingt nach einem Leiſten wirthſchaften will. Fuͤr einen ſolchen hat ſogar bisweilen ein Boden von minderer natuͤrlichen Guͤte einen hoͤhern individuellen Werth, als ein beſonders frucht— barer. 90. Kleine Landguͤter nennt man ſolche, wo der Wirth allein oder mit ſeinem Geſinde die meiſten vorkommen⸗ den Arbeiten verrichtet. Mittlere ſolche, wo der Wirth nur die Anordnung macht und die Aufſicht fuͤhrt, dazu aber bei gehoͤriger Thaͤtig— keit hinreicht, hoͤchſtens nur einen Gehilfen oder Verwalter braucht, der alle Zweige der Wirthſchaft mit ihm vereint, jedoch unter ſeiner Oberleitung, gleichmaͤßig beaufſichtigt. Große endlich ſolche, wo mehre Aufſeher, von denen jeder einem beſondern Zweige allein vorſteht, unter der Direk⸗ tion des Wirthes noͤthig ſind. Wie viel an Areal zu einer jeden Klaſſe dieſer Guͤter nöthig ſei, laͤßt ſich nicht fuͤr alle Faͤlle paſſend, ſondern nur oͤrtlich beſtimmen, da es nicht bloß auf die Flaͤche ankommt, ſondern die Guͤte und die Lage der Grundſtuͤcke ebenfalls eiuen großen Einfluß darauf haben. Im Allgemeinen nimmt man jedoch an, daß alle Landguͤter unter 50 Acker ſaͤchſ. Ackerland zu den kleinen; diejenigen, welche 50— 300 Acker haben, zu den mittleren und alle groͤßeren zu den großen zu rechnen ſeien. Stnoͤ Einfü lei d unmit J nur denn tiſchen kauf gierut übrige diem. endg ebenfe frei A 4 auszuüt V beſonde buͤrge derden 3 145 8 2 ſerle Die Frage, welche Groͤße fuͤr den Nationalwohlſtand die vortheilhafteſte ſei?— laͤßt ſich nicht geradehin beantworten. andüc, be Am beßten duͤrfte das Nebeneinanderbeſtehen von Guͤtern aller ſoiet Dut Groͤßen ſeyn. andemn un S. Univerſalblatt. B. 5. S. 2. ꝛc. ung beſcant, 91. Zureichendes Waſſer, mannichfach zu benutzende Stroͤme, Baͤche und Teiche ꝛc. haben einen nicht geringen eleihun 1 Einfluß auf den Betrieb der Wirthſchaft, und verdienen daher ken tie Ne bei der Beurtheilung eines Landguts, wenn ſie auch keinen ſegn, beſd unmittelbaren Ertrag geben, beſondere Ruͤckſicht. ndwirth, de ſit unbedtg 92. Die geographiſche Lage eines Landgutes iſt nicht hcen h nur wegen ihres Einflußes auf den Abſatz der Produkte, ſon⸗ ichen Elle dern auch wegen der nicht ſelten von ihr abhaͤngenden klima⸗ nders ſuct tiſchen Verhaͤltniſſe von Wichtigkeit. So wie, bei dem An⸗ kauf eines Landgutes nach freier Wahl, der Kultur⸗ und Re⸗ gierungszuſtand des Staates, worin man ein ſeinen Wuͤnſchen ſlche, u uͤbrigens angemeßnes gefunden hat, wohl Beruͤckſichtigung ver⸗ mvorionnin dient. 93. Die Rechtsverhaͤltniſſe, die auf den Beſitz eines Wätin Landgutes Bezug haben, ſind, bei der Erwerbung eines ſolchen, uigr Cin ebenfalls wohl zu beachten. Dieſer Beſitz iſt entweder voͤllig k Aanun frei oder mehr oder minder beſchraͤnkt. then Allodium. Lehnsverhaͤltniſſe. von denen 94) In Hinſicht der Gerechtſame, die ein Landgut bald der Ditet auszuuͤben, bald zu erleiden oder zu befriedigen hat, muͤſſen beſonders die ſogenannten adeligen, baͤuerlichen und daſer Gite buͤrgerlichenoder freien, auch geiſtlichen unterſchieden ſondern ni werden. he ontemn 95. Zu den adeligen Guͤtern gehoͤren: benils n a) die Domainen⸗, Staats⸗, Kronen⸗, Kam⸗ rinnt na merguͤter, fſ. Atain b) die Schatullen⸗, fuͤrſtlichen Guͤter. t heln it c) die Ritterguͤter. rachuan ſe 10 146 Unter den Bauerguͤtern kommen in einigen Laͤndern noch immer folgende Unterſchiede vor: a) Pachtbauerguͤter, b) Laſtbauerguͤter, c) Erb⸗ oder freie Bauerguͤtcer, deren bei fort⸗ ſchreitender Erhebung des Ackerbau's immer mehre werden. Die freien Guͤter ſind entweder Abtrennungen ad⸗ licher und Domainenguͤter, oder von allen Verpflichtungen ge⸗ gen ein andres Gut freigegebene Bauerguͤter. 96. Unter den Rechten, welche die adlichen Guͤter ge— woͤhnlich zu fordern und die Bauerguͤter zu leiſten haben, ſtehn die Frohnen(Herrendienſt, Hofdienſt, Robot, Scharwerk), oben an. Sie werden abgetheilt in Geſpann⸗ und Handdienſte und ſind entweder gemeſſen oder ungemeſſen, Die Frohnen fſind eine fuͤr die jetzigen Verhaͤltniſſe durchaus nicht mehr paſſende, der Verbeſſerung des Landbau's ſchadende Ein⸗ richtung. 97. Ein zweites Recht dieſer Art iſt der Dienſtzwang, der ſich, obgleich wahrſcheinlich ein Ueberbleibſel der Leibeigen⸗ ſchafts⸗ oder Unterthaͤnigkeitsverhaͤltniſſe, noch in manchen Ge⸗ genden, wo dieſe laͤngſt aufgehoben, erhalten hat, aber noch weniger, als die Frohnen taugt. 98. Minder erhebliche Berechtigungen ſind das Los⸗ kaufungs⸗ und Abzugsgeld, die Bier⸗ und Brannt⸗ weinſchankgerechtigkeit, Muͤhlengerechtigkeit ec. 99. Naͤchſt den Frohndienſten ſind Zinsgefaͤlle am wichtigſten. Sie werden abgetheilt in Geld- und Natural⸗ zinſen. Ihnen verwandt ſind auch die Gerichtsnutz⸗ 1 ungen und Lehngelder. Dieſe und die Zinsgefaͤlle ma— chen bisweilen die Haupteinkuͤnfte manches Landgutes aus. 100. Ohne Bezug auf das gutsherrliche und baͤuerliche Verhaͤltniß, obwohl zuweilen in Verbindung mit ſelbigem, 1 werden beſondere Gerechtſame auf des andern Grundſtuͤcke und deren Produktion ausgeuͤbt. Dahin gehoͤrt: V tuten und Unge und? traͤr Vor hie neht le G b b b 4 147 de nac a) das Recht des Zehnten, die gehaͤßigſte und ſchaͤdlichſte Abgabe fuͤr das landwirthſchaftliche Ge⸗ werbe. b) Die Hut⸗ und Weideberechtigung auf nicht edan lif eigenthuͤmlichem Boden: s imne meſ. 44 3. 1. auf ſolchem, der keines Eigenthum iſt. t 2. auf ſolchem, der in Hinſicht der Hauptbenutz⸗ entungm ung das privative Eigenthum eines andern iſt. öſicungn c. Die Schaͤfereigerechtigkeit. 101. Nach allgemeinen Geſetzen, oder provinziellen Sta⸗ /uͤn in g tuten und Obſervanzen, oder nach beſonderem Uebereinkommen kiien hin und verjaͤhrtem Beſitz finden auch noch mancherlei Berechtig⸗ aif Joln ungen der Guͤter auf fremdem Boden ſtatt; z B. Holz⸗ tin ebam und Torfgerechtigkeit; die Trift⸗, Wege⸗, Vieh⸗ à unmiſſ traͤnke⸗, Waſſerleitungs⸗, Waſſerſtauungs⸗, edurtzu n Vorfluths⸗, Waldſtreu⸗, Haide⸗, und Plaggen⸗ zuͤnnre hiebs⸗Gorechtigkeit ꝛc., die in jedem einzelnen Falle mehrentheils ihre eigenen Beſtimmungen hat. tenſtzweng Ueber Landguͤter ſiehe: dr leibeig Thaer's rationelle Landwirthſchaft B. 1. S. 31. mancen Ge⸗ Des Vfs. Anleit. z. Betr. d. Lw. B. 1. S. 10. zat, aber vod Kretzſchmer’s Oeconomia forensis. Berlin 1833. B. II. J C nd das Lts Duͤngerſtand. nd Brannt 102. Wenn der Landwirth von den zu einem Landgute ftigkeit*e gehoͤrigen Laͤndereien Nutzen ziehen will, muß er ſie nach der geaͤlle mn in der Lehre vom Ackerbau(I. Abtheilung dieſes Werks) ge⸗ d Natural gebenen Anweiſung gut bearbeiten, und ihre Triebkraft durch trichtsnuh Duͤnger zu erhalten, oder gar noch zu erhoͤhen ſuchen. negfülen Es gibt(ſ.§.§. 37. 38. 39. ꝛc. der erſten Abtheilung) gute l animaliſche, vegetabiliſche und mineraliſche Dungmittel, und und hurtt es iſt eine der wichtigſten Aufgaben fuͤr den Landwirth, dieſe ri ſtm verſchiedenen Dungmittel aufs zweckmaͤßigſte zu benutzen. Aber zunſünnd nur auf eines unter allen kann er jederzeit und unter allen Umſtaͤnden ſicher rechnen, nur auf eines ſeine Wirthſchafts⸗ 10* —e——————— 148 einrichtung begruͤnden; nur eines haͤngt hinſichtlich ſeiner Er⸗ zeugung faſt lediglich von ihm ab, und dieſes iſt der in der Wirthſchaft ſelbſt erzeugte Stallmiſt, der, wenn er in hinrei⸗ chender Menge gewonnen wird, alle anderen entbehrlich macht. Es kann demnach in der landwirthſchaftlichen Gewerbslehre auch nur die fuͤr jeden Fall nothwendige Produktion deſſelben ins Auge gefaßt und auf ihn allein bei den verſchiedenen Wirthſchaftseinrichtungen Ruͤckſicht genommen werden. Die anderen ſind nur als zufaͤllige Beihilfe zu betrachten, dieſelbe kann zwar bisweilen das Mittel zur moͤglich hoͤchſten Frucht— erzeugung darbieten und verdient deshalb alle Achtung; aber keinem einſichtsvollen Landwirth wird es beikommen, ſeine Wirthſchaftseinrichtung darauf begruͤnden zu wollen. Selbſt der meiſte erkaͤufliche Duͤnger iſt ſolcher Stallmiſt, an anderen Orten erzeugt. 103. Ehedem ſuchte man den in einer Wirthſchaft zu erzeugenden Stallmiſt nach der Stuͤck- oder Kopfzahl des ge— haltenen Vieh's zu berechnen. Dieſe Rechnungsweiſe iſt aber falſch und irreleitend; denn da die Menge des zu gewinnen⸗ den Miſtes keineswegs von der Menge des gehaltenen Vieh's, ſondern einzig von der Menge des demſelben gegebenen Fut⸗ ters und der zum Auffangen der Exkremente verwendeten Streu abhaͤngt, iſt es auch natuͤrlich, daß ſich jene weit ſich⸗ rer direkt aus dieſer, als aus der Stuͤckzahl des gehaltenen Vieh's folgern laſſen, und ein ſchlechtgenaͤhrtes Thier weniger (auch ſchlechteren) Miſt geben muͤſſe, als ein reichlich genaͤhr⸗ tes derſelben Art. Dieſes erkennend, hat man ſich denn auch bemuͤht, eine Verfahrungsart und Formeln fuͤr ſolche Berechnungen aufzu⸗ ſuchen. Als die richtigſte hat ſich bis jetzt die folgende be⸗ waͤhrt: Heu und Stroh aller Art, ſo wie die verfuͤtterten Koͤrner werden, bei einer Duͤngerberechnung nach der Menge der verwendeten Futter⸗ und Streumaterialien, nach ihrem wah⸗ ren Gewicht in Anſatz gebracht; dagegen die ſaͤmmtlichen im 149 ſic ſeier g de d ſaftigen Zuſtande verabreichten Futtergewaͤchſe zuvor auf ihr ſtwri 19 3 trocknes Gewicht reducirt/ und dieſes dann zu jenem addirt. behu wit Die auf dieſe Weiſe gefundene Menge der aufgewendeten enaza trockenen Futter⸗ und Streumaterialien wird hierauf mit 2 Aust multiplicirt, und die ſo gefundene Zahl gibt das Gewicht lktien deſtlbn — des zu erhaltenden Miſtes an. zverſciidenn Nach dieſer Berechnungsweiſe geben denn alſo: gopd berden. de Ad. trn, diſet 100 Pfund Heu und Stroh aller Art 200 Pf. Miſt. iſlen fuch 100 ⸗ Koͤrner 200 ⸗ üuung; dhn 400„ ſaftig verfuͤtterte Kartoffeln 200 ⸗. mwan, ſii 540 ⸗„ Runkeln mit Kraut 200 ⸗. alen. Stli 500 3 ⸗Kohlruͤben⸗ ⸗ 200 ⸗. a afderf 590 ⸗ ¹ Waſſerruͤben⸗ ⸗ 200 . 480 ⸗. ⸗ Moͤhren⸗ 200 ⸗ 7 600 ⸗ ⸗.» Kohl—— 200 ⸗ 2 Dethſcheſt 450„Klee, Gras, Luzern ꝛc. 200 ⸗ ßahl des 400 ⸗ verbrautes Getreide, wahrſcheinlich 200 ⸗ 42 weiſe iſt ahe 300 ⸗ zu Branntwein verwandtes Getr. 200 ⸗ 22 zu gewinner 800 ⸗ 2 3 Kart 200 ⸗ 2 2 icenen Liſe⸗ 100 ⸗ Oelkuchen. 200 ⸗ ſetbenen dl Daß das durch ſolche Berechnungen gefundene Gewicht des zu er— e verwendete haltenden Miſtes nicht bis auf das Pfund genau mit der Wirk⸗ ene viitſch lichkeit uͤbereinſtimmen koͤnne, iſt natuͤrlich, wenn man die große zur Berechnung kommende Maſſe und die vielen Umſtaͤnde er— ts gehatin waͤgt, die auf das Duͤngererzeugniß bald mehrend, bald mindernd hier wenige einwirken koͤnnen. Wenn man ſich aber die Zahl der ausgebrach⸗ lich geniht⸗ ten Fuder anmerkt, und das Durchſchnittsgewicht, das gewoͤhn⸗ lich von einem vierſp. Fuder 24¼, von einem zweiſp. 15 Centner betraͤgt, kennt, ſo wird man finden, daß das durch Berechnung genäͤht, ti gefundene Reſultat oft bis zur Verwunderung genau mit der rungen auftl⸗ Wirklichkeit uͤbereinſtimmt; oft betraͤgt die Differenz zwiſchen bei— folgede be den kaum einige Fuder, und eine groͤßere Genauigkeit iſt hier nicht vonnoͤthen. Dabei wird jedoch erfordert, daß das zu Futter und Streu verwendete Stroh dem Gewicht nach nicht mehr als terten Kürnt hoͤchſtens 4 der ganzen in Miſt verwandelten trocknen Maſſe be⸗ er Mungt N trage, und daß der Miſt in keinem weiter vorgeruͤckten Zuſtande h unn ui der Verrottung auf das Feld gebracht werde, als§.§. 103. u. 104. z der erſten Abtheilung angegeben iſt. Auch darf das den Zugthieren imniüin in ————— 150 gegebene Futter nicht voͤllig mit in Rechnung gebracht werden, weil ein großer Theil ihrer Exrkremente waͤhrend der Arbeit fuͤr die Duͤngererzeugung verloren geht. Die weniger ſubſtanzioͤſen Nahrungsmittel, Milch, Molken, Mehl, Kleien ꝛc. die nicht in großer Menge ins Saufen kommen, bringt man lieber gar nicht in Anſatz. Noch verdient der Schafmiſt eine Bemerkung. Die Schafe liefern allerdings von derſelben Futter- und Streuquanti⸗ taͤt dem Gewichte nach nicht ſo vielen Miſt, wie die andern Vieharten, aber um eben ſo viel, als er leichter iſt, iſt er auch wirkſamer; es braucht daher bei einer Duͤngerberechnung darauf nicht Ruͤckſicht genommen zu werden. Gleiche Mengen Futter und Streu liefern hinſichtlich der Wirkſamkeit auch gleiche Mengen von Miſt, ſie moͤgen von dieſer oder jener Viehart konſumirt werden. 104. Um nun nach dieſen Saͤtzen in einem Voranſchlage, der fuͤr jeden Landwirth, welcher im Begriffe ſteht, ſeiner Wirthſchaft die zweckmaͤßigſte Einrichtung zu geben, von der groͤßten Wichtigkeit iſt, eine Duͤngerberechnung anlegen zu koͤnnen, muß der Ertrag, den eine beſtimmte Flaͤche an Stroh und Futter von den wichtigſten landwirthſchaftlichen Gewaͤch⸗ ſen unter den jedesmal vorliegenden Verhaͤltniſſen zu geben vermag, bekannt ſeyn. In der erſten Abtheilung dieſes Werks iſt bei der Lehre von dem Anbau der verſchiedenen Gewaͤchſe davon bereits die Rede geweſen; um jedoch eine Vergleichung moͤglich zu machen, und die Ueberſicht zu erleichtern, ſollen nachſtehend die ohne beſondre Veranlaſſung moͤglichen Extreme der verſchiedenen Ertraͤge angegeben werden, wobei jedoch zu bemerken iſt, daß der Ertrag der gruͤnen Futtergewaͤchſe zur Erleichterung der Duͤngerberechnung, lieber gleich nach dem Heugewicht, das ſie geben, als nach dem Gewicht des von ihnen erhaltenen Gruͤnfutters anzunehmen iſt. 1 Acker Winter⸗Weizen liefert 24— 50 Centner Stroh. 1 Spelz. 25— 54 2.. 1 ⸗ Winterroggen 28— 70 ⸗. 1 ⸗ Wintergerſte 3 20— 30 3 1„ Sommerweizen— 20— 40 3 3 1 ⸗ Sommerroggen ⸗ 24— 48.. — nau V ſchnit ſchla von Str hinn an! zu der 151 eimn. 1 Acker Gerſe Gefert 18- 40 Ceniner Seeoh⸗ 1 ſinni 1 ⸗ Hafer 4 13— 45* 4 rw irn 182 Feſe. e.. lieber gat nit 4 Mais 3 50 90*: emen, di 1 ⸗ Erbſen. 24— 60 3* nh Ernunm 1„ WVicken. 20— 50„. nie di nim 1 ⸗ Linſen. 15— 1 3 4, 1: vanw. he; wr Firrm 1, Dohnen 18 2. litt Nenn 14⸗ Winterrode 20 0ob.. hat kenſawit 1 Vin8terruͤbſen 4 12— 20 8 1 ⸗ Sommerrabs. 8— 20 ₰ 1 zeayhh 1 ⸗ Kartoffeln 120— 400 Centner Maſſe. 2e 1 ⸗ Nunkeln 3 3 250— 600„ 1 eit, ſene 1 Kohlruͤben b en, don de 1 1 Noͤhren u. Paſtinaken ⸗ 100— 400 ⸗ 4 a antegn i 1 weeiße Ruͤben ⸗ 200— 600* 4 t an Str 1 ⸗ Kohl 300— 800 ⸗. den Geuich⸗ 1, Klee ¹ 40— 100 Heu ſen zu gäe 1 ⸗ Luzerne 3 50— 100 ³ 3 dieſe Vetz 1 Evpparſette ⸗ 20— 50 1 zen Gewächſe 1 ⸗ weißer Klee ⸗ 15— 30 1 2 Dergleichung 1 ⸗ Wickfutter— 20— 50 ⸗ ͤtern, ſole 1 ⸗ Wieſen. 15— 60 2 den Die Mittelzahl aus beiden Extremen wird ziemlich ge⸗ nau das in guͤnſtigen Verhaͤltniſſen zu erwartende Durch⸗ kiti ſchnittsgewicht von den gewoͤhnlichſten Produktionen angeben. iöt des vun 105. Nach dieſen Angaben laͤßt ſich nun der Voran⸗ ſchlag des Duͤngers, den man in einer geordneten Wirthſchaft von dem erbauten und mit dem Vieh konſumirten Futter und nnn ent Stroh im Durchſchnitt erwarten kann, machen, ſo wie auch 7 hinwiederum beſtimmen, wie viel in einer ſolchen Wirthſchaft an Futter und Streu jaͤhrlich gewonnen werden muß, um den zu einem gewuͤnſchten Fruchterzeugniß in jedem gegebenen Verhältniſſe nothwendigen Duͤnger zu erhalten. Zwei Gegen⸗ 2 ſaͤnde von der groͤßten Wichtigkeit fuͤr jeden Landwirth, zumal aber fuͤr einen ſolchen, der ſeine Wirthſchaft erſt antritt, und derſelben eine fuͤr nothwendig erachtete beſſere Einrichtung ge— ben, uͤberhaupt nach dem Hoͤheren ſtreben will. Bei dieſen Duͤngerberechnungen iſt nun aber noch der Weideduͤnger, den das Vieh, wenn es des Nachts heim⸗ kommt, auf den Hof oder das Feld bringt, nicht zu vergef— ſen. Derſelbe betraͤgt von einem Stuͤck Rindvieh mittlerer Groͤße ungefaͤhr 15 Pfund, von einem Schafe 1 ½ Pfund in einer Nacht, wenn naͤmlich die Weide gut war. Bei der Pferchduͤngung nimmt man gewoͤhnlich an, daß in einer Nacht 6000 Stuͤck Schafe einen Acker ſtark, 4500 Stuͤck mittel⸗ maͤßig, 3000 Stuͤck ſchwach duͤngen koͤnnen. Anleitung zum Betrieb der Landwirthſchaft. B. II. S. 300. ꝛc. 106. Der Erzeugungs, oder Koſtenpreis des Miſtes, den zu erfahren dem rechnenden Landwirth nicht unwichtig ſeyn kann, iſt in der Regel ungleich hoͤher, als der Kaufpreis desſelben da, wo er einmal zum Verkauf kommt, und laͤßt ſich am genaueſten auf folgende Weiſe beſtimmen: Der Be—⸗ trag der Faͤtterung, der Einſtreuung und ſaͤmmtlicher anderen Koſten der Viehhaltung wird mit einem billigen Verlagsprofit auf der einen Seite, die anderweitige Benutzung des Vieh's auf der andern Seite berechnet. Die letztere erreicht jenen in der Regel nicht, und das, was ſie weniger betraͤgt, gibt den Erzeugungspreis des Miſtes an, um deſſenwillen das Vieh in dieſem Falle hauptſaͤchlich gehalten wird, und der deshalb jenes Deficit decken muß. Dieſe Rechnungsweiſe iſt indeſſen etwas umſtaͤndlich und mit manchen Schwierigkeiten verbunden; man kann daher in den meiſten Faͤllen folgende leichtere und dennoch bei den gewoͤhnlichen Wirthſchaftsver⸗ haͤltniſſen faſt eben ſo genaue Berechnungsweiſe waͤhlen, naͤm— lich annehmen, daß die uͤbrigen Fuͤtterungs⸗ und Erhaltungs⸗ koſten des Vieh's durch deſſen Benutzung, das Stroh aber durch den Miſt bezahlt werden, Stroh und Miſt alſo gegen einander aufgehen.— gleich Maſſ ger d haltu welch ſict Pirt demſe benden den Maſſ Ertra und ölig ung ander nen n hältni geres das J den, 4 d Hepaß beßter velche 153 uvin zune aſ unit, und Viehhaltung. ds Aatäan 9. 107. Da es hinſichtlich der Duͤngererzeugung ziemlich gleichgiltig iſt, mit welcher Art von Vieh die vorhandene aber toch de Maſſe an Futter und Streu konſumiret wird, und der Duͤn— Nati hein ger doch der wichtigſte Zweck des Futterbau's und der Vieh⸗ nicht zu vetg haltung iſt, ſo moͤchte es in dieſer Hinſicht gleich ſeyn, auf dvieh mittenn welche Art von Vieh die Wahl fiele. In gewerblicher Hin— 1I Pfund i ſicht ſind dabei aber noch andere Ruͤckſichten zu nehmen. d. dei de Zuvoͤrderſt iſt zu berechnen, wie viel in einer gegebenen m eine Nat Wirthſchaft an Zugvieh noͤthig iſt, und erſt wenn fuͤr die, Stit nin demſelben zuzutheilenden Futter- und Streumaterialien geſorgt iſt, kann man zur Wahl des zur Konſumtion der uͤbrigblei⸗ E 3. benden zu haltenden Nutzvieh's ſchreiten. des Miſts 108. Hier gilt nun als allgemeine Regel, daß die Art icht unwichi den Vorzug verdiene, welche neben dem Duͤnger die groͤßte der Kaufprit Maſſe anderweitiger Produkte liefert, deshalb den meiſten mt, und liſt Ertrag abwirft und folglich jenen am wohlfeilſten producirt. 4 Du de In dieſer Hinſicht kommen nun vorzugsweiſe die Schafe ihr ann und das Rindvieh in Betracht, und es findet ſehr oft eine Vanayexuſt vollig freie Wahl zwiſchen ihnen ſtatt, wenigſtens in Anſeh⸗ J de Lüße ung des groͤßten Theils, den man von dem einen oder den eriicht ſan andern zu halten ſich veranlaßt ſehen kann. beträgt, gitt nuilen i Welche von dieſen Vieharten eine Beguͤnſtigung verdie— nen moͤge, iſt im Allgemeinen nicht zu beſtimmen. Ortsver— d, und der 5.—. teniſ ſ haͤltniſſe und individuelle Anſichten haben darauf Einfluß. Laͤn⸗ die bitn gere Zeit hat faſt allgemein eine bis zur Ungerechtigkeit gegen derh das Rindvieh getriebene Vorliebe fuͤr die Schafe ſtatt gefun— ar den, die jetzt billigerweiſe etwas nachgelaſſen hat. rth byei⸗ 1 ühlen ne⸗ Das Richtigſte, was ſich hieruͤber ſagen laͤßt, iſt wohl, Elhaltunge⸗ daß ſich in der Regel ein jedem Wirthſchaftsverhaͤltniſſe an⸗ gepaßtes ſorgfaͤltiges Nebeneinanderhalten beider Vieharten am beßten bezahlt mache, und nun die Lokalitaͤt entſcheiden muͤſſe, welcher von ihnen das Uebergewicht zu geben ſei. Stroh tn talſ ahn 154 Die Pferdezucht iſt nur in wenigen Lokalitaͤten als fuͤr den Landwirth beſonders vortheilhaft zu betrachten, daher man ſie auch bei dem gewoͤhnlichen Kalkuͤl, der ſich nur mit dem befaßt, was zur Erhaltung einer Wirthſchaft wirklich noth— wendig iſt, meiſtentheils ganz außer Acht laͤßt. In den Ver⸗ haͤltniſſen jedoch, wo ſie hinpaßt, und einen ſichern Ertrag abwirft, darf ſie ebenfalls nicht unbeachtet bleiben. Die Schweinezucht wird, da ſie zur Erhaltung einer Wirthſchaft ebenfalls nicht nothwendig iſt, und ihre Ausdehn— ung in wirthſchaftlicher Hinſicht am zweckmaͤßigſten von der Staͤrke der Rindviehhaltung beſtimmt wird, immer nur als wenig Beachtung verdienender Nebenzweig betrachtet, wiewohl ſie in manchen Lokalitaͤten einen nicht unerheblichen und ſichern Ertrag abwirft. 3 109. Bei der Beſtimmung der von einer jeden Vieh⸗ art zu haltenden Zahl muß man ſich nach ihrem Futterbeduͤrf⸗ niß richten, wie es in der Lehre von der Viehzucht angegeben worden. Nichts iſt thoͤrichter, als der Wahn, daß die Vieh— nutzung jeder Art durch die Kopfzahl oder die Groͤße des Viehes beſtimmt werde. Sobald man auf eine gegebene Menge Futter mehr Vieh haͤlt, als reichlich damit ernaͤhrt werden kann, ſo vermindert ſich nicht nur der aus dem Futter zu ziehende baare Vortheil, ſondern man erhaͤlt auch minder gu— ten Duͤnger(ſ.§. 46. 48. 49. der erſten Abtheil.) Indeſſen hat doch die Futtermenge, die von einem Stuͤcke Vieh gewiſſer Staͤrke mit Vortheil verzehrt werden kann, auch ihre Grenzen, und man koͤnnte am Ende wohl ſo viel geben, daß die Verdauungskraͤfte nicht mehr hinreichen, es in Saft und Kraft zu verwandeln. Es gibt daher ein gewiſſes Maaß von Futter, das nicht wohl uͤberſchritten werden darf, und wo es vortheilhafter wird, bei groͤßerm Futterreichthum, als gewoͤhnlich, einige Stuͤcke Vieh mehr zu halten, als wie den— ſelben an das ſchon vorhandene zu vertheilen, vorausgeſetzt naͤmlich, daß dasſelbe ohnedieß wohl genaͤhrt wird. Das loſe N werden. 410 dlſd, d den Fut ſoorangel ameſſen ſen hinr ſchaft vo 4 ſchaft k wie vie vorgeſtec mittelt, ſ E nd ha dieſer 5 was da ggeben Beruͤckſ len. J halten, thig iſt eine A als dir berih den; de ihm die verſtand — nun vo Verhäͤll ſtimmte V achtende f altten als ſir i uſer 8 bloße Nutzvieh darf nicht gemaͤſtet, ſondern nur gut gefuͤttert wnt dn werden. 1 niih ue 110. Aus dem in vorſtehenden§§. Geſagten ergibt ſich . Jh du pa⸗ alſo, daß die Beſtimmung und Berechnung des zu erzeugen⸗ ſcchn En den Futters immer der Beſtimmung des zu haltenden Viehes en. vorangehen muͤſſe; denn letzteres laͤßt ſich viel leichter in an— gemeſſener Menge und Art anſchaffen, als erſteres, auf deſ⸗ thaltung ei Jnnung tiu ſen hinreichende Produktion bei der Einrichtung einer Wirth⸗ ij Uüühir ſchaft vorzuͤglich mit Ruͤckſicht genommen werden muß. igſten von der amet nur ace 111. Bei dem Antritt oder der Einrichtung einer Wirth⸗ ſchtet, wieveſ. ſchaft kommt es naͤmlich vor Allem darauf an, zu unterſuchen, en und ſchen wie viel jaͤhrlich zu deren Fortſetzung und zur Erreichung des vorgeſteckten Zieles an Duͤnger erforderlich ſei. Iſt dieſes er— mittelt, dann wird berechnet, wie viel an Futter und Streu ſdden di zur Erzeugung dieſer Duͤngermaſſe producirt werden muͤſſe, dutterbedin und hat man ſolches gefunden, dann ſucht man den Vorrath icht angegtön dieſer Futter- und Streumaterialien, nach Abzug desjenigen, daß die Ich⸗ was davon zur Erhaltung des nothwendigen Spannvieh's ab— e Größe des gegeben werden muß, an die verſchiedenen Nutzvieharten mit zebene Venge Beruͤckſichtigung der Lokalitaͤt aufs Vortheilhafteſte zu verthei— nähet werden len. In der Regel bringt es keinen Vortheil, mehr Vieh zu em Futter zu halten, als zur Erreichung des oben angegebenen Zweckes noͤ— h minder go⸗ thig iſt. Nur wenige beſondere Verhaͤltniſſe koͤnnen hierin ) eine Ausnahme machen; ſonſt muß der Ackerbau gewoͤhnlich als die Hauptſache, die Viehzucht nur als Mittel zum Zweck inem Eticke„dr e.C. 3 betrachtet, und dadurch ihr Verhaͤltniß zu jenem feſtgeſtellt wer— in zi den; doch iſt es immer nutzbarer, den Futterbau, und mit ri Kin ihm die Viehzucht etwas zu verſtaͤrken, als beide aus uͤbel— hhnuns verſtandnem Geiz zu beſchraͤnken. wiſſs n darf, und 112. Zur Loͤſung der im vor.§. geſtellten Aufgabe iſt icthun, 1 nun vor Allem noͤthig, zu unterſuchen, wie groß in jedem als wie dey Verhaͤltniſſe der Bedarf an Duͤnger ſeyn muͤſſe, um ein be— vorauchtſe ſtimmtes Ziel zu erreichen. Darauf haben mehre wohl zu be⸗ wid. Dai achtende Umſtaͤnde einen nicht geringen Einfluß. Beſonders a) die Beſchaffenheit des Bodens. Hieeruͤber ſ. 1. Abtheil.§. 123. b) Das Klima. S. ebendaſelbſt. c) Die Auswahl der anzubauenden Pflanzen. S. 1. Ab⸗ theilung§. 124. d) Die Unterſtuͤtzung, welche die aufgebrachte Duͤngung durch die im Boden zuruͤckgebliebenen Ueberreſte fruͤher darauf geſtandener Vegetabilien erhaͤlt. e) Die Bewahrung und Erhoͤhung der Bodenkraft ꝛc. 113. Letzte drei Punkte kommen vorzuͤglich bei der ſo— genannten Statik des Ackerbaues in Betracht, und ver⸗ dienen daher noch eine naͤhere Unterſuchung. Die Statik des Ackerbaues hat es zur Aufgabe, das Verhaͤltniß, welches zwiſchen der Dungkraft im Boden und den davon erhaltenen Ernten ſtatt findet, aufzuſuchen, und uns daruͤber zu belehren, in welchem Maahße jene durch dieſe erſchoͤpft wird, um darauf die Staͤrke der Duͤngungen zu einem beſtimmten Zwecke begruͤnden zu koͤnnen. Daß es ein Verhaͤltniß zwiſchen den Ernten und der Dungkraft gebe, daß letztere durch jene erſchoͤpft werde, und daß in der Duͤngung das einzige Mittel enthalten ſei, welches dem Landwirth zu Gebote ſteht, um auf zwei uͤbrigens ganz gleich gearteten und behandelten Aeckern doch einen verſchie⸗ denen Ertrag von einer und derſelben Frucht zu erzielen, alles dieß ſind unlaͤugbare Wahrheiten. Waͤhrend der Landwirth die maͤchtigen Einwirkungen des Klima's und der Jahreswitterung auf das Pflanzenwachsthum wenig oder gar nicht abzuaͤndern vermag, ſteht ihm das Maaß der Duͤngung ganz zu Gebote, und vermag er damit manches auszugleichen.— In ſo fern nun die Statik des Ackerbau's fuͤr dieſes Verhaͤltniß zwiſchen Duͤngung und Ertrag, ſo wie uͤber den durch letztern bedingten nothwendigen Erſatz von je— nem in Bezug auf die verſchiedenen landwirthſchaftlichen Ge⸗ waͤchſe, welche die Dungkraft nicht alle auf gleiche Weiſe rſumite ſe die 2 kennen i glicher lingen ſend au⸗ 11 die hier 2) Kraſt, ſprechen )) . wohl d0 1 Kuͤrwe ertand ) und K die nich 9) rein ur abgema ) wenn ſ wiederg H Juſtond dicht un Ruͤckſ u dem B 1 ſaͤnde ſo kann —O—:Aõõö—— 157 konſumiren, ſichere Regeln aufzuſuchen ſich beſtrebt, verdient ſie die Beachtung jedes Landwirths, wiewohl nicht zu ver⸗ kennen iſt, daß es, wegen der vielen und nicht immer in n. E.1. K. gleicher Staͤrke mitwirkenden Urſachen, ſchwerlich jemals ge— lingen werde, dieſe Regeln untruͤglich und fuͤr alle Faͤlle paſ— Düngun duh ſend aufzuſtellen. efruͤher drnf 114. Indeſſen gibt es doch mehre ſichere Erfahrungen, — die hieruͤber einige nuͤtzliche Fingerzeige geben: Kajit a) Alle Halmfruͤchte entnehmen dem Boden die meiſte h ba der ſe⸗ Kraft, und zwar in einem der Groͤße ihres Ertrags ent⸗ acht, und ven ſprechenden Verhaͤltniſſe. b) Nach ihnen kommen die verſchiedenen Oelgewaͤchſe, ur Aufhabe, wohl auch alle zur Sommerreife gelangenden Handelsgewaͤchſe, im Doden Kuͤmmel, Anis ꝛc. Wahrſcheinlich auch Hanf, Lein und We⸗ arfzulchn berkarden. zhe jen durt c) Hierauf folgen die Kartoffeln und anderen Wurzel⸗ Däͤngungen und Knollengewaͤchſe, ſo wie die meiſten Handelsgewaͤchſe, V die nicht zur Saamenreife kommen, Krepp, Waid ꝛc. ten und der d) Nach dieſen die reif werdenden Huͤlſenfruͤchte, wenn ſie wetde, und rein und geſchloſſen ſtehen, ſo wie wahrſcheinlich die gruͤn rſii wachts abgemachten Halmfruͤchte und Saamenklee. brigens gaz e) Nach dieſen die gruͤn gemaͤhten Huͤlſenfruͤchte, die, nnen verſchi⸗ wenn ſie rein und uͤppig ſtehen, dem Boden eher etwas mehr zialen, ales wiedergeben, als entnehmen. f) Dieſen endlich die Kleearten und anderen im unreifen donge de Zuſtande abgemaͤheten Futtergewaͤchſe, die dann, wenn ſie rein, enwachsthun dicht und geſchloſſen ſtehen, dem Boden jedesmal durch ihre m das Nash Ruͤckſtaͤnde mehr wiedergeben, als ſie ihm nahmen. amit manche Uebrigens ſteht der Grundſatz feſt, daß jede Produktion Acubnus dem Boden etwas nimmt, nur die eine mehr, als die andre. hh 115. Was die Bereicherung des Bodens durch die Ruͤck⸗ trſatz von ſe ſtaͤnde der darauf wachſenden Pflanzen anbetrifft, ſ.§. 112. d., ¼ hen 6 3 füch ſo kann man „, Niiſ lics Wiſ ũũſ-‚˖Q————— a) die Ruͤckſtaͤnde eines gut und dicht beſtandenen einjaͤh⸗ rigen Kleefeldes, wenn der letzte Ausſchlag im Jahre untergepfluͤgt, nicht abgeweidet wird, einer Duͤngung von zwei Fudern Miſt à 15 Cntr. pro Acker gleichſetzen. b) Die Ruͤckſtaͤnde jedes ferneren Benutzungsjahres eines Kleefeldes jedoch nur ſolchem Fuder Miſt gleich. Ein zehnjaͤhriges Luzernefeld gibt daher nur 5 ¾ Fuder Be⸗ reicherung. c) Ein Dreiſchjahr einem ſolchen Fuder gleichſetzen. d) Ein Brachjahr nur dann ſo hoch, wie ein Dreiſchjahr rechnen, wenn ein ſtarker Saamen-Unkrautswuchs ſtatt findet. e) Die Ruͤckſtaͤnde einer zum Behuf der gruͤnen Duͤngung ausgeſaͤeten Pflanze etwa einer Duͤngermaſſe gleichſetzen, die an Gewicht um die Haͤlfte mehr betraͤgt, als die untergepfluͤgte Pflanze im getrockneten Fuſthude haben wuͤrde. 116. Die Bodenkraft wird bewahrt, wenn man dem Boden gerade ſo viel Duͤnger wieder gibt, als ihm durch die Ernten entzogen wurde; erhoͤht wird ſie, wenn man ihm mehr Duͤnger gibt⸗ Hier aber findet nun eben die große Schwierigkeit ſtatt, daß wir keinen ganz ſichern Maaßſtab fuͤr die Maſſe des Ent⸗ zogenen haben. Das im§. 114. Geſagte, in Verbindung mit den in der ſpeciellen Pflanzenkultur Abtheil. 1 angegebenen Regeln uͤber den Anbau der verſchiedenen Pflanzen, duͤrfte je⸗ doch, als Ergebniß aller bisher daruͤber gemachten Erfahrungen, hinreichen, daruͤber einen Aufſchluß zu geben, wie er bei dem jetzigen Stand der Wiſſenſchaft ſich nur erwarten laͤßt. S. Abtheil. 1.§. 128. u. 129. Ueber Statik des Ackerbau's ſ. Anl. z. Betr. d. Landw. B. II. S. 315. ꝛc. Thaer's rationelle Landwirthſchaft I. 240. II. IV. v. Wuffens Vorſchule der Statik des Ackerbau's. Magdeburg, 1830. Vogh Burger Block d Pohls Sobal vorli nur Duͤr nen herh zur diei Cu. wah eine vird 159 ddeno„ie. Aden einſi v. Voghts Anſicht der Statik des Ackerbau's. Hamburg, 1824. tin in Jiſr Burger's Lehrbuch der Landwirthſchaft. II. einer D Dingung Block's Mittheilungen. 1. S. 185. Acker gläcſeten Pohl's Archiv der Landwirthſchaft. Jahrgang 1831. S. 119. noeſaßtes eine Sobald man mit ſich daruͤber einig iſt, was man fuͤr Fruͤchte, dem iit glit, n vorliegenden Boden angemeſſen, kultiviren will, ſo braucht man Frie nur in der Anweiſung zu ihrem Anbau nachzuſehen, wie viel R dda Oe Duͤnger dazu erfordert wird, danach den Bedarf daran zu berech⸗ nen, und nun die Mittel zu deſſen Erzeugung, Futter und Streu, hſeten. herbeizuſchaffen. Einen an ſich nicht kraftloſen Boden kann man zur moͤglich ſtaͤrkſten Fruchterzeugung bringen, wenn man ihm alle a Driſſhjähr drei Jahre eine Duͤngung von 25— 30 Normalfudern Miſt à 15 atowuchs ſe Ctr. pro Acker reicht; man muß aber ſchon einen ſchonendern waͤhlen, wenn man dieſe Duͤngung auf vier Jahre vertdeile, und einen noch ſchonenderen, im Fall ſie auf fuͤnf Jahre ausgedehnt nen Düͤngung wird. e gleichſetzen, agt, als de.:. Die Wirthſchafts⸗ oder Feldſyſteme. uſtonde haben 117. uUnter Wirthſchafts⸗ oder Feldſyſtem(auch Acker⸗ umlauf, Feldeintheilung, Rotation der Fruͤchte, Roulirung, demn m d Turnus der Felder) verſteht man hauptſaͤchlich die Eintheilung ihmm durq di der Ackerlaͤndereien in Bezug auf die Ordnung und das Ver⸗ enn ma ihm haͤltniß, in welchem ſie geduͤngt, mit verſchiedenen Fruͤchten beſtellt und benutzt werden ſollen. zerigkeit ſitt 1 Verwechſelt wird oft Wirthſchaftsſyſtem mit Fruchtfolge; beide ſind Naſſe des Er⸗ aber weſentlich von einander verſchieden. Die Lehre von der Perbindung Fruchtfolge gibt die landwirthſchaftlichen Gewaͤchſe an, die mit Beruͤckſichtigung des Verhaͤltniſſes ihrer Beſchaffenheit zu der des engattan vorliegenden Bodens und Klima's mit Erfolg zu erbauen ſind, R daaſss ſe⸗ ſo wie die Ordnung, in welcher ſie, in Bezug auf ihre mehr Erfahrungen oder minder große Vertraͤglichkeit mit ſich ſelbſt und mit anderen zie er bei den Gewaͤchſen, auf einander folgen koͤnnen. Dieſe Lehre gruͤndet ſich demnach hauptſaͤchlich auf die Natur der Dinge.— Die Lehre von der Feldeintheilung dagegen gibt die Quantitaͤt an, in wel⸗ cher wir die durch die Fruchtfolge bezeichneten Gewaͤchſe anzubauen gandt. 5. haben, um bei gehoͤriger Schonung und Reinhaltung des Bo⸗ * dens, dieſem anhaltend den groͤßten Reinertrag abzugewinnen, und dabei zugleich ein genaues Verhaͤltniß zwiſchen Krafterſchoͤpf⸗ ung und Krafterzeugung handhaben, und die Wirthſchaft in ten lißt. E. rapddun, 6 160 Gang und Ordnung erhalten zu koͤnnen. Dieſe Lehre gruͤndet mäſiß 9. ſich groͤßtentheils auf Zufaͤlligkeiten, Orts⸗, Zeit⸗ und uͤbrige ob⸗ atbeitende jektive und ſubjektive Wirthſchaftsverhaͤltniſſe. nutbar 118. Die Hauptruͤckſicht bei jedem Feldſyſtem iſt, hin⸗ 12 V reichendes Material(Futter und Streu) zur Erzeugung derje⸗ mannicht 1 nigen Duͤngermaſſe zu erzielen, die nach Verhaͤltniß der zu Veachtu nehmenden Ernten zur Erhaltung, auch wohl Vermehrung der ſud nut Bodenkraft erforderlich iſt. ſyſteme 119. Ein Theil dieſes Materials, das Stroh, wurde dehen von jeher zugleich mit den zur Ernaͤhrung der Menſchen be— uin. ſtimmten mehlhaltigen Koͤrnern, die ſtets als Hauptzweck des 4 Ackerbau's galt, auf dem Acker erbaut. Dasſelbe reichte je⸗ be di 1 doch hoͤchſtens zur Streu, ſelten auch zum Futter hin, und gethet daher mußte fuͤr dieſes auf andere Weiſe geſorgt werden. Man erzielte es entweder auf ausſchließlich dazu beſtimmten W 3 Grundſtuͤcken, den Wieſen und Weiden, oder auf dem Acker 1 ſelbſt, im Wechſel mit anderen Fruͤchten. Ob das eine oder das andre ausſchließlich oder doch V hauptſaͤchlich geſchehe, macht den Hauptunterſchied zwiſchen den Wirthſchaftsſyſtemen aus. In jenem Falle nennt man es 12 Feldwirthſchaft, in dieſem Wechſelwirthſchaft. Unterabt 120. Ein zweiter Unterſchied der Wirthſchaftsſyſteme be⸗ Dudd ruht darauf, ob ſie a) ihr Vieh(vorzugsweiſe hier das Rind⸗ vieh) im Sommer weiden oder b) auf dem Stalle fuͤttern. S. 2. Abtheil. der Lehre von der Rindviehzucht. Ein dritter Unterſchied beruht auf dem Wechſel der Fruͤchte.— Der vierte endlich darauf, ob ſie Brache halten oder 12 nicht. Ueber die Brache ſ. erſte Abtheil.§. 168. Anleitung Brache, zum Betrieb der Landw. B. 1. S. 294.„ ALrinter⸗ 121. Naͤchſt der§. 118. angegebenen bei Begruͤndung Prnſü der Wirthſchaftsſyſteme zu nehmenden Hauptruͤckſicht kommt ¹ auch noch die Arbeit und ihre Vertheilung nach Ort und Zeit ha aͤnd in Betracht. Dieſelbe muß das ganze Jahr hindurch gleich⸗ 161 maͤßig geſchehen, damit der moͤglich geringſte Aufwand fuͤr arbeitende Kraͤfte zu jeder Zeit ausreiche, und dieſe immer nutzbar beſchaͤftigt werden. it aße gind ae id i ⸗ Pſim ſt, ſer 122. Aus den angegebenen Verſchiedenheiten und ihren Srzeugang dene mannichfachen Zuſammenſetzungen, verbunden mit gehoͤriger rhältniß dr Beachtung der im vor.§. angegebenen wichtigen Ruͤckſicht, Vemeheung de ſind nun alle die bisher bekannten verſchiedenen Wirthſchafts⸗ ſyſteme entſtanden, die man nach ihren Haupttendenzen mit Str, ültbe verſchiedenen Namen belegt und in beſtimmte Claſſen mit Mrrſchn be mehren Unterabtheilungen zu bringen geſucht hat. hauxtzek de Die anſprechendſte Klaſſificirung ſcheint die zu ſeyn, nach elbe rachr ſ der die verſchiedenen Wirthſchaftsſyſteme folgendermaßen ab⸗ teer fin, un getheilt ſind: poegt verden. I. in Felderwirthſchaften. d däönmtn II. in Koppelwirthſchaften(Wechſelwirthſchaft). auf dn Aer III, in Fruchtwechſelwirthſchaften. eßlich on dah I. Felderwirthſchaft. tſchied zoiche telat Nan 6 123. Das Charakteriſtiſche derſelben ſ.§. 119. Ihre Taaf Unterabtheilungen ſind a) die Vierfelderwirthſchaft; b) die tthſchafte— SIr Dreifelderwirthſchaft; letztere zerfaͤllt wieder hrſtoſſim aMin die mit reiner Brache und Weidegang des Rind⸗ hitt das Iid viehs(reine Dreifelderwirthſchaft). Stale füttnn 8 in die mit angebauter Brache und Stallfuͤtterung 1 des Rindviehs, verbeſſerte oder ſaͤchſiſche Dreifel⸗ Wechſel der derwirthſchaft. 124. Die Vierfelderwirthſchaft haͤlt im erſten Jahre te üe.. ſe hü Brache, laͤßt darauf im zweiten Wintergetreide; im dritten 1sd, Viläm Winter⸗ oder Sommergetreide folgen. Ein ſehr mangelhaftes Wirthſchaftsſyſtem. ei Segrindlg 125. Die reine Dreifelderwirthſchaft iſt rückſcht kneh nur ſelten noch zu finden. Sie hat das erſte Jahr reine Ott uo t vollſtaͤddige Brache, das zweite Jahr eine zcerhalmſrudt, hindur ſäch ———— ————,— 182 und das dritte Jahr eine Sommerhalmfrucht, worauf die Brache wiederkehrt. Daher Brach⸗, Winter⸗, und Sommerfeld. Wenn ſie die Brache jedesmal, alſo alle drei Jahre, duͤngen kann, wie es anfaͤnglich Regel war, ſo haͤlt ſie ſich in Kraft und liefert ſie bedeutende Kornernten. Dieſe Duͤng⸗ ung wurde indeſſen mit der Zeit immer unmoͤglicher, da man, um den Koͤrnerbau zu vermehren, den Umbruch vieler Wieſen und Weiden vornahm, und ſo ſah man ſich genoͤ⸗ thigt, nach und nach zu einer ſechsjaͤhrigen, mit einem Theil des Landes ſogar zu einer neunjaͤhrigen zu ſchreiten. In dieſer Geſtalt gibt ſie einen klaͤglichen Ertrag, der durch den Anbau mancher Gewaͤchſe, anfaͤnglich vorzugs⸗ weiſe der Erbſen, ſtatt der Brache etwas gehoben wurde. (Außen⸗ und Binnenland.) 126. Verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft. Der Anbau verſchiedener Gewaͤchſe ſtatt der Brache(Brach⸗ fruͤchte, Sommerungsfruͤchte), dem man den Namen Beſoͤm⸗ mern gab, nahm immer mehr uͤberhand, ſeit zumal der Klee⸗ bau aufkam, und man darin einen vollkommenen Stellvertre⸗ ter der Brache, wiewohl irrigerweiſe, gefunden zu haben glaubte, und gab Veranlaſſung zur Sommerſtallfuͤtterung des Rindviehs, weil er die Brachweide groͤßtentheils verdraͤngte. Es war dieſes eine hoͤchſt wohlthaͤtige Verbeſſerung dieſes Wirthſchaftsſyſtems. Grundbedingung bleibt bei ihr jedoch noch immer, daß zwei Jahre hintereinander auf demſelben Felde Halmfruͤchte, und nur im dritten Jahre ſtatt eines Theils der Brache mehre andere Gewaͤchſe gebaut werden. Klee, Huͤlſenfruͤchte, Wurzel- und Knollengewaͤchſe, Lein, Hanf, Ruͤbſen und andere Handelsgewaͤchſe. Durch die Auswahl und Menge derſelben, ſo wie durch groͤßere oder geringere Flaͤche des immer noch Brache liegen bleibenden Landes, werden eine Menge von Abaͤnderungen begruͤndet. Dieſe Wirthſchaftsweiſe, gegenwaͤrtig in einem großen Theile von Deutſchland die allgemeinſte, fuͤhrt, mit Eyſcht in den me 12 wechſeln terbau b ſteft 9 beſtaͤndig ſchaſt ſ zum Ac ſie, obgl früchten Land de welche; Ei iſt, daß wo nich wenigen ttiv ſei. terabthe kurgiſ 12* ach ih erbeſſerr it ihr die Hau nut her ſtelung Weidelan ſchs H denigſter Gras, 163 e tenuf dint Einſicht betrieben, gewiß zu einem hohen Ertrage, iſt aber 5 dte, und in den meiſten Faͤllen noch großer Verbeſſerungen faͤhig. de dea gi ſ dät ſeſt II. Koppelwirthſchaft. . Diſe ding nnmͤglihee, d 127. Das Weſentlichſte derſelben iſt, daß daſſelbe Land Umbruch di wechſelsweiſe zum Fruchtbau und zur Weide, auch wohl Fut⸗ nun ſch gno terbau benutzt wird, daher man ſie auch Wechſelwirth⸗ en, mit aiden ſchaft geradehin nennt. Sie hat demnach nur noch ſelten gu ſcrirn. beſtaͤndige Weideaͤnger, die bei der reinen Dreifelderwirth⸗ en Etrg, ſchaft ſo noͤthig ſind, ſondern zieht dieſelben meiſtentheils mit zum Ackerland, deſſen Flaͤche dadurch ſo vermehrt wird, daß ſie, obgleich in der Regel nur die Haͤlfte deſſelben mit Halm— fruͤchten beſtellend, doch mehr, oder wenigſtens eben ſo viel Land denſelben widmet, wie die reine Dreifelderwirthſchaft, wirthſchef⸗ welche zwei Drittheile ihres Ackerlandes damit beſaͤet. Brache(duu Namen Siin zumal derK glich vorzu en wurde. Eine unerlaßliche Bedingung bei der Koppelwirthſchaft iſt, daß ſaͤmmtliches zu einem Landgute gehoͤrige Ackerland, wo nicht in einer einzigen ungetrennten Flaͤche, doch nur in nen Eiltemn wenigen großen Gebreiten zuſammenliege, und voͤllig priva⸗ unden z ſü tiv ſei. Sie zerfaͤllt wieder in drei merklich verſchiedene Un— allüüttnng d terabtheilungen, a) die Holſteinſche, b) die Mecklen⸗ eis vedrin burgiſche, e) die der Gebirgslaͤnder. eſſerung diſt ihr jevoch ne 128. Die Holſteinſche Koppelwirthſchaft. anſelben Fedd Nach ihrem aͤlteren Charakter(neuerer Zeit haben manche t üͤnes Thei verbeſſernde Landwirthe Holſtein's bedeutende Veraͤnderungen verden. A mit ihr vorgenommen), betrachtet ſie die Rindviehnuͤtzung als an, Huj die Hauptſache und den Ackerbau gewiſſermaßen als aus ihr nur hervorgehend, richtet ſich auch bei ihrer ganzen Feldbe⸗ ſtellung bloß nach dieſer Anſicht. Nach dem Aufbruch des p bie dut 97 8 e „ Weidelandes nimmt ſie gewoͤhnlich eine Reihe von vier bis he legn ri uwe ſechs Halmfruchternten nacheinander und laͤßt dann das Land andehhhh, 5 Vnsm wenigſtens eben ſo lange, wohl noch laͤnger, wieder zu 9, 3 r Gras, Dreiſch, liegen. te 11.* -——— — 5 1—* S. 8——————————— E 2————-—————— ——“— 164 Die Koppeln oder Feldeintheilungen ſind mit Waͤllen, worauf ſtarke Hecken, die ſogenannten Knicke, von verſchie⸗ denen Holzarten ſtehen, umgeben. Die Zahl dieſer Koppeln wechſelt gewoͤhnlich zwiſchen zehn und vierzehn. Die Frucht⸗ folge dabei iſt mehrentheils folgende: 1) Brache geduͤngt; 2) Wintergetreide; 3) Sommergetreide; 4) Winter⸗ und Sommergetreide; 5) Sommergetreide; 6)— 10) Weide, (Dreiſch). Hat man mehr Koppeln, ſo hat man noch ein Saatjahr und nach Befinden ein oder zwei Weidejahre mehr. Neuere Verbeſſerungen: Verringerung der Koppeln; Anlage von Ne⸗ benkoppeln; Mergeln; beſſere Bodenkultur; Rapsbau; Ausſaat von Klee. 1) Dreiſchhafer; 2) Brache geduͤngt; 3) Raps; 4) Wintergetreide; 5) u. 6) Sommergezreide; 7) Klee; 8)— 10) Weide. 129. Die Mecklenburgiſche Koppelwirthchaft iſt aus der Holſteinſchen entſtanden, und unterſcheidet ſich von dieſer vornehmlich dadurch, daß ſie mehr auf den Korn⸗ bau Ruͤckſicht nimmt, das Nutzvieh nur als ein nothwendiges Uebel, ohne das es keinen Duͤnger gibt, betrachtet; es da⸗ her ſo knapp wie moͤglich haͤlt, und nur mit wenig Aufmerk— ſamkeit behandelt, dagegen das Ackerwerk, beſonders bei der Brache, uͤberaus ſorgſam, nur etwas einſeitig betreibt. Was der Holſteiner Koppel nennt, heißt der Mecklen— burger:„Schlag“ weil er ſeine Feldabtheilungen nicht mit Hecken umgibt, nicht verkoppelt. Die Zahl dieſer Schlaͤge iſt ſehr verſchieden, und es iſt viel und lange daruͤber ge⸗ ſtritten worden, welches die vortheilhafteſte ſei; doch findet man nie weniger, als ſechs, und ſelten mehr, als zwoͤlf. Die Wirthſchaften, welche neun Schlaͤge und daruͤber haben, begnuͤgen ſich in der Regel nicht mit einer Brache, ſondern haben deren zwei, wovon die erſte nach dem Umbruch des Dreiſches nicht geduͤngt, und Aufbruchs-Dreiſch, rauhe Brache genannt wird; wenn nach dieſer der Acker einige Ern— ten getragen hat, erhaͤlt er die zweite, geduͤngte Brache, die Miſt⸗Mittel⸗ oder muͤrbe Brache. Als erſte Frucht nach jeder Brache nimmt man ſtets Wintergetreide, als zweite eine Eo ſclagft Neuerer g den Beiſpiele Siebenſe Oo öhrſh mer Sor V Auß groͤßten nehmen, Reben⸗ das ern Daͤngerr Außenla es auf Koppelt nende 4 zu 2 zunächt ſtand ſi Gegenden 8 den ekanaten benden Lein, Ko So vor der doch aue heſſerung fg zu ſchaſen. 105 üd nt Diln eine Sommerhalmfrucht, als dritte die ſogenannte Nach⸗ kt lmmſti ſchlagfrucht, Hafer, Erbſen, auch wohl etwas Roggen. ſldi Kovel Neuerer Zeit werden die Wirthſchaften mit einer Brache haͤu⸗ in. d t Nruc fſig den mit zwei Brachen vorgezogen; vielleicht mit Unrecht. Srac ehünn. Beiſpiele. ) Lin, u Siebenſchlaͤgig: 1) Miſtbrache; 2) Wintergetreide; 3) — 10 Tii Sommerhalmfrucht; 4) Nachſchlag; 5)— 7) Weide. nngthe Zehnſchlaͤgig: 1) Dreiſchbrache; 2) Wintergetreide; 3) Som⸗ d u merhalmfrucht; 4) Miſtbrache; 5) Wintergetreide; 6) 4 n Sommerhalmfrucht; 7) Nachſchlag; 8)— 10) Weide. üngt; 3) Aew, Außer den Haupt⸗ oder Binnenſchlaͤgen, die den ) Kle, 9- groͤßten Theil des zu einem Gute gehoͤrigen Ackerlandes ein⸗ nehmen, findet man faſt allemal noch Außenſchlaͤge und (wirthchft Neben⸗ oder Hauskoppeln. Zu erſteren nimmt man das erntferntere, an ſich ſchlechtere, auch wohl nur, wegen Duͤngermangel, bei der fruͤheren Dreifelderwirthſchaft als Außenland liegen gebliebene Ackerland, und bewirthſchaftet es auf eine fuͤr ſich beſtehende, jedoch den Grundſaͤtzen der merſchedet ſit rauf den Kor⸗ in nothwendige 9 von a Koppelwirthſchaft entſprechende, bald mehr bald weniger ſcho⸗ giundes hr nende Weiſe, je nachdem man im Stande iſt, ihm mit Duͤn⸗ g brrit ger zu Hilfe zu kommen oder nicht. eiſt d Mim Zu den Hauskoppeln waͤhlt man dagegen das dem Hof zunaͤchſt gelegene und deßhalb gewoͤhnlich im beßten Duͤnger— R richt mi 2— 3 üing ſtand ſich befindende Land. Sie entſprechen den in anderen l di eüh Gegenden, wo gewoͤhnlich Dreifelderwirthſchaft getrieben wird, angr nür unter dem Namen Wöhrten, Kaͤmpe, Graſegaͤrten ij uj ſn bekannten, beſſer gepflegten, das ſogenannte Gartenrecht ha— neßt, n benden Grundſtuͤcken, und werden zum Anbau von Kartoffeln, dyritaſü Lein, Kohl, auch wohl verſchiedenen Futtergewaͤchſen, benutzt. Bracht, ſonde nta W So entſchiedene Vorzuͤge dieſes Wirthſchaftſyſtem auch em Um vor der reinen Dreifelderwirthſchaft beſitzt, ſo hat es iſch taute en z63 les, doch auch weſentliche Fehler, die eine Aenderung und Ver⸗ uda 3 beſſerung wuͤnſchenswerth machen, wie ſie ihr auch ſchon haͤu— 1 eäm huñ ſig zu Theil wird. S. weiterhin bei den Fruchtwechſelwirth⸗ lls ni riĩd 33 b wei ſchaften. 3 2——————— .„-—— 166 E. 130. Die Koppelwirthſchaft der Gebirgslaͤn⸗ der findet ſich in mehren Gebirgsgegenden des ſuͤdlichen Deutſchlands, in Salzburg, Steiermark, Kaͤrnthen, und unterſcheidet ſich von den vorigen dadurch, daß ſie einen kuͤrzeren Umlauf hat, auf kleinen Flaͤchen betrieben wird, keine Brache haͤlt, und viel oͤfter, auch jedesmal vor der letz⸗ ten Frucht, duͤngt, dadurch aber in dem feuchten, dem Gras⸗ wuchs foͤrdernden Klima, wo ſie zu finden iſt, einen ſo uͤppi⸗ gen Graswuchs herxvorbringt, daß, ſelbſt ohne Anſaat von Klee, doch gleich im erſten Jahre das zu Gras niedergelegte Land, welches hier nicht Dreiſch, ſondern Egarten oder vielmehr Oedgarten genannt wird,(daher auch der Name: „Egartenwirthſchaft“) einen vollen Heuſchnitt liefert. Fruchtfolgen dieſer Art ſind: a. 1) Winterroggen geduͤngt; 2) Saemineneizen geduͤngt; 3) u. 4) Egarten. b. 1) Sommerweizen ungeduͤngt; 2) Hafer ungedütegt 3) Winterroggen geduͤngt; 4)— 6) Egarten. Auch im ſaͤchſiſchen! Erzgebirge findet etwas Aehnliches Statt, indem man das entferntere, nicht bequem gelegene Land laͤngere Zeit unter dem Namen Lehden oder Legden, auch Driſchland un⸗ bebaut liegen laͤßt, es waͤhrend dieſer Zeit als Wieſe und Weide benutzt, und dann wieder mehre Jahre hintereinander mit ver⸗ ſchiedenen Fruͤchten beſtellt. Es geſchieht ſolches jedoch nicht re⸗ gelmaͤßig genug, um dieſe Wirthſchaftsweiſe mit unter die Kop⸗ pelwirthſchaften ſtellen zu koͤnnen. III, Fruchtwechſelwirthſchaften. 131. Die Fruchtwechſelwirthſchaften ſind auf die Regel des Fruchtwechſels gegruͤndet; dieſe aber beſteht darin, daß wo moͤglich nie zwei Gewaͤchſe gleicher Art, am wenigſten zwei Halmfruͤchte, unmittelbar hintereinander angebaut, ſon⸗ dern dazwiſchen Gewaͤchſe anderer Natur gebracht werden ſol⸗ len, die hinſichtlich ihrer Ernaͤhrung andere Anforderungen machen, oder den Boden in einem Zuſtande zuruͤcklaſſen, in welchem er mit geringerer Muͤhe zur Aufnahme der folgenden 2 halmfu haungen mitzum Pfanze fen, di nach Pflan 1833, 4832. der F der C ger, auf ei ſtande wenn Saat gen W Verwi 1 neben lchen Att ei gar n tereine beiſch maſſe daß leicht drach 167 debitggn Halmfrucht geſchickt zu machen iſt, als wenn er eben eine en de ſiblche getragen hat. t, Länthen, Geleitet wurde man auf dieſe Regel durch Beobachtung c, daß ſtäae und Erfahrung im Kleinen, wie im Großen, bei der Gaͤrt⸗ lettitn vi nerei, dem Feld⸗, Obſt“ und Waldbau, wo man entſchieden zmal dor derh gefunden hat, daß ein Wechſel in den verſchiedenen angebau⸗ iten, dn Gi ten Gewaͤchſen deren Gedeihen foͤrdert. Der Grund davon iſt t, tinen ſ in noch nicht genau ermittelt; es ſcheinen mehre Urſachen dazu ſne Anſaat u mitzuwirken; ein verſchiedenes Anſaugungsvermoͤgen der tas niedergeleg Pflanzen zu den im Boden befindlichen Pflanzennahrungsſtof⸗ Egarten ar fen, eine ſtaͤrkere oder ſchwaͤchere Blatt- und Waͤrzelthaͤtigkeit, auch der Rane nach neueren Beobachtungen auch die Ausſcheidungen der tuſchnitt lie Pflanzen.(S. Reum's Oekonomiſche Botanik, Dresden, 1833. S. 23. Physiologie végétale par de Candolle, Paris. wenn dͤüng 1832. S. 248 u. S. 1495 ꝛc.) So viel iſt gewiß, daß der Fruchtwechſel ſchon an ſich vortheilhaft auf das Gedeihen rungedlrg) der Gewaͤchſe einwirkt, nicht bloß wie manche, z. B. Bur⸗ en. ger, meinen, dadurch, daß es mit ſeiner Hilfe moͤglich werde, Aehnlchs ei auf eine leichtere Weiſe den Acker in einem kulturfaͤhigen Zu⸗ eene lmn ſtande zu erhalten, und daß er voͤllig entbehrt werden koͤnne, uch diſclnd m wenn man alljaͤhrlich duͤnge, und zwiſchen der Ernte und der Die m Vide Saat einer folgenden Frucht hinlaͤnglich Zeit zur zweckmaͤßi⸗ keinande wi; ananin ni gen Vorbereitung des Bodens vor ſich habe, alſo leicht der r demuurin Verwilderung des Ackers durch Unkraut vorbeugen koͤnne. 132. Die Hauptruͤckſicht bei der Wahl der verſchiedenen neben den Halmfeuͤchten, als den wichtigſten landwirthſchaft⸗ Ken. lichen Erzeugniſſen, anzubauenden und zwiſchen ſie in der Art einzuſchiebenden Gewaͤchſe, daß jene ſowohl, wie ſie ſelbſt, d anf 14 9 gar nicht, oder doch nur hoͤchſt ſelten zweimal unmittelbar hin- ſeht dnin, tereinander auf dieſelbe Stelle zu ſtehen kommen, iſt die Her— , am waltzt beiſchaffung des zur Erzeugung der nothwendigen Duͤnger⸗ r ascant ſ maſſe erforderlichen Materials. Die zweite Ruͤckſicht dann, nach vend 3 daß der Boden ſtets in einem tiefgelockerten, von der Luft e Arftttane leicht zu durchdringenden und reinen Zuſtand, ſelbſt ohne zraückaſs, Brache, die nur durch den Fruchtwechſel ganz entbehrlich zu ne ddr ſtban 168 machen iſt, erhalten werde. Dieſes geſchieht theils durch einen zweckmaͤßigen Fruchtwechſel ſelbſt, theils und zwar vor⸗ zuͤglich durch den regelmaͤßig und zur rechten Zeit wiederkeh⸗ renden Hackfruchtbau. 133. Es iſt keineswegs noͤthig, daß die Zwiſchenfruͤchte bloß zu Futter dienen, im Gegentheil koͤnnen ſie, bei ſonſt guͤnſtigen Verhaͤltniſſen, zum großen Theile in die Klaſſe der Handelsgewaͤchſe gehoͤren, und vorzugsweiſe zur Erhoͤhung des Geldertrags einer Wirthſchaft beitragen. Denn jede Wirthſchaft verdient den Namen Fruchtwechſelwirthſchaft mit vollem Rechte, welche Halmfruͤchte, Futter⸗ und Handels⸗ gewaͤchſe im vortheilhafteſten, fuͤr jeden Fall paſſendſten Ge⸗ miſch erzeugt, und dieſe Gewaͤchſe ſo aufeinander folgen und mit einander abwechſeln laͤßt, daß immer das eine zum Vor⸗ theil des andern arbeitet, keines dem andern ſchadet, und je— des bei dem geringſten Koſtenaufwande doch den groͤßten Nutzen gewaͤhrt. Daraus folgt, daß die Fruchtwechſelwirth⸗ ſchaft der mannichfaltigſten Abaͤnderungen faͤhig iſt, an jedes Verhaͤltniß ſich anſchmiegt, und in jedem gegebenen Falle die Moͤglichkeit an die Hand gibt, nicht nur das noͤthige Mate⸗ rial zur Erzeugung der erforderlichen Duͤngermaſſe herbeizu⸗ ſchaffen, ſondern auch den moͤglich hoͤchſten Reinertrag heraus zu wirthſchaften. 134. Die Zahl der Gewaͤchſe, die neben und zwiſchen den Halmfruͤchten angebaut werden koͤnnen, iſt ſehr groß, ſo daß eine weite Auswahl und Abwechſelung unter denſelben nach den jedesmaligen Verhaͤltniſſen moͤglich wird. Wie ſie anzubauen und in welche landwirthſchaftliche Klaſſe ſie zu ſtel— len ſind, iſt bereits in der Lehre vom Ackerbau, 1ſte Abtheil. v. S. 116. an, angegeben worden; hier kommt es darauf an, zu unterſuchen, welche von ihnen ſich am beßten zu Vorfruͤch⸗ ten fuͤr Wintergetreide eignen, auf welche mit mehr Vortheil Sommerhalmfruͤchte folgen, und welche als Hackfruͤchte zu bauen ſind. Letzteres ſoll bei der nun folgenden Aufzaͤhlung dieſer Gewaͤchſe durch ein* angedeutet werden. weiße 50 25 5 d5 d teteten ander geſchie in der 1 Schla deſen 169 ud grr u A. Vorfruͤchte zu Wintergetreide. d daetti⸗ Die verſchiedenen Huͤlſenfruͤchte, Bohnen*, Erbſen ꝛc. Die Kleearten, beſonders der rothe Kopfklee und der ,ne 1 W 3 wiſtaftich weiße Weideklee. Der Spoͤrgel. 8 Der Tabak.* Der Waid und Saflor.* Der Wau.*† Der Kuͤmmel,* Fenchel,* Anis und Koriander.* — ſſ, li ſo die Kaſe d zur Etjähung Denn fibe vitthſchaft mi Viſihem Der Winterraps“* und Ruͤbſen. 1— Atdi Die Sommeroͤlſaat, Raps, Nuͤbſen, Senf, Leindotter. paſſendſten Ge Der Mohn.* hn. 3 hna Der Lein, der Hanf. de lu Jor Die Weberkarden.* ad, Wd je⸗ den gräͤßte mchſhn B. Vorfruͤchte fuͤr Sommerhalnfruͤchte. iſt, 6 8 5 6 i 45 8 Kartoffeln, Runkeln, Waſſerruͤben, Moͤhren, Paſtinaken, Kopfkohl, Kohl⸗ und Steckruͤben, ſaͤmmtlich* der Krapp,* der Mais.* Damit iſt jedoch nicht geſagt, daß nach jenen jedesmal Win⸗ tergetreide, nach dieſen jedesmal Sommergetreide folgen muͤſſe. Umſtaͤnde koͤnnen hierin oft eine Aenderung machen, und der nithige Tun⸗ naſſe hebeu⸗ nertag hadas und zrich Meiſter bewaͤhrt ſich eben in richtiger Erfaſſung der Umſtaͤnde. ſihr groj, b. Als allgemeine Regel wird ſich indeſſen jene Angabe faſt immer ter denſelben geltend machen.. d We ſ 135. Die nach den Regeln des Fruchtwechſels eingerich⸗ ſe ſe zu ſi teteten Wirthſchaften koͤnnen nun in zwei weſentlich von ein— ſſe Aüi ander unterſchiedenen Hauptformen erſcheinen; in der einen ds drufn geſchieht die Ernaͤhrung des Viehs vorzugsweiſe auf der Weide, zu Vffich in der andern auf dem Stalle. nehr dorhi⸗ Hackfeuͤchte en Aühißleg 136. Erſtere wird von manchen zu den Koppel⸗ vder Schlagwirthſchaften gerechnet, weil der Uebergang zu ihr aus dieſen ſehr leicht und haͤufig ſchon ausgefuͤhrt iſt; aber, wenn 170 man ſtreng unterſcheiden will, gehoͤrt ſie hier her. Man be⸗ ſaͤet bei ihr, nachdem der Acker eine Reihe von Fruͤchten in einer zweckmaͤßigen Abwechſelung getragen hat, denſelben im noch vollen Kraftzuſtande mit einem Gemiſch von ro⸗ them und weißen Klee, von Raigras und wohl noch andern Weidepflanzen, und laͤßt ihn nur wenige, hoͤchſtens vier Jahre, zur Weide liegen. Der Klee waͤchſt bei dieſem Ver⸗ fahren ſo uͤppig, daß man von ihm, wenn man ſonſt will, im erſten Jahre einen vollen Schnitt zu Heu oder Gruͤnſutter nehmen kann. Hat nun der Acker auf dieſe Weiſe einige Jahre ruhig gelegen, ſo wird er wieder zum Fruchtbau gezo⸗ gen, und entweder zuerſt einfurchig mit Hafer, auch wohl Lein beſaͤet, oder als Brache behandelt. Die großen Vor⸗ zuͤge dieſer Wirthſchaftsart vor der gewoͤhnlichen Koppelwirth⸗ ſchaft beſtehen vornehmlich darin, daß ſie, ohne dem Getrei— debau Abbruch zu thun, weit mehr Futtergewaͤchſe zur Win⸗ terfuͤtterung und reichlichen Duͤngererzeugung erzielt, ferner den Acker nicht in einem erſchoͤpften, ſondern in vollem Kraft⸗ Zuſtande zur Weide niederlegt, und dadurch dieſe ſo futterreich macht, daß eine weit geringere Flaͤche zur beſſeren Ernaͤhrung des Viehs zureichend iſt. Dadurch aber, verbunden mit der groͤßern Menge daraufgefallenen Weideduͤngers, wird die Fruchtbarkeit des Bodens wieder ſo vermehrt, daß man nach dem Aufbruche ungleich reichlichere Ernten, als fruͤher von ihm erwarten kann. Dieſem Wirthſchaftsſyſtem allein verdankt England ſeinen Ueberfluß an Nahrungsmitteln. Auch in Deutſchland uͤber⸗ zeugt man ſich immer mehr von ſeiner Nutzbarkeit, beſonders in der Mark Brandenburg, wo es bald allgemein ſeyn wird. Man nennt es daher auch wohl die maͤrkiſche Koppel⸗ wirthſchaft mit Hackfruchtbau, weil es ſich vorzuͤg— lich durch einen ſtarken Kartoffelbau auszeichnet. Es iſt vor allem dem mehr ſandigen Boden angemeſſen, dem das zur Weide Liegen eine beſondre Bindung und Erfriſchung verleiht. Es begruͤndet mit vorzuͤglicher Sicherheit eine edle Schaßßucht, iſt mit Stallfuͤtterung des Rindviehs ſehr wohl zu verbinden, nnd ka dutbeht chere beguͤn lands; kleinen Fruch ſonde lichen der chen, word Kop) wir ſch ſchei Tend Nlach 171 d. Man be n üttn i und kann ſelbſt auf ſehr geringem Boden die Wieſen ganz „beiſte in entbehren. Daher gibt es gewiß keine beſſere und eintraͤgli— rmiſh in ne chere Wirthſchaftsweiſe fuͤr die großen von der Natur wenig l noch aden beguͤnſtigten Guͤter des noͤrdlichen und nordoͤſtlichen Deutſch⸗ hüchhes vin lands; Thorheit wuͤrde es dagegen ſeyn, wenn man ſie auf R dieſn de kleinen Beſitzungen mit gutem Boden einfuͤhren wollte. nan ſonſt wil Beiſpiele: tr Griniut a) neunſchlaͤgig. 1) Dreiſchbrache; 2) Winterge⸗ Waſbe einge treide; 3) Sommergetreide; 4) Kartoffeln und Brache uchtm ge geduͤngt; 5) Gerſte und Roggen; 6) Erbſen und Hafer ., auch woh mit weißem Klee; 7)— 9) Weide. groſen Aur b) eilfſchlaͤgig. 1) Dreiſchbrache; 2) Wintergetreide; Kopyelliit 3) Kartoffeln und Ruͤben geduͤngt; 4) Gerſte; 5) dem Getrei⸗ Maͤheklee, auch wohl Huͤlſenfruͤchte; 6) Wintergetreide; ſſe ger Vin 7) Erbſen und Brache geduͤngt; 8) Wintergetreide; 9) giat, fene Hafer mit weißem Klee; 10) u. 11) Weide. vollem Knſt c) Zwoͤlf⸗ und Dreizehnſchlaͤgig. 1) Dreiſchbrache; ſo futterrach 2) Wintergetreide; 3) Sommergetreide; 4) Kartoffeln en Emiftun geduͤngt; 5) Gerſte; 6) Erbſen und Buchweizen; 7) Inen ri Wintergetreide; 8) Brache und Kartoffeln geduͤngt; 9) a, un di Wintergetreide und Gerſte; 10) Hafer und Maͤheklee; daß nen nt 11) 12) oder 13) Weide. zfͤher wa 137. Die Wirthſchaftsarten nach den Geſetzen des Fruchtwechſels, welche keine mehrjaͤhrige Weide liegen laſſen, dland ſennn ſondern die Ernaͤhrung ihres Viehs, wenigſtens des ſaͤmmt⸗ jland iher⸗ lichen Rindviehs,(meiſtentheils auch eines Theils der Schafe, buderz der Laͤmmer) im Sommer auf dem Stalle zu ermoͤglichen ſu— inſen vid chen, ſind oft Wechſelwirthſchaften geradehin genannt de Koypel worden, ob man ſie gleich, da dieſer Ausdruck mehr den z ſch wrſi Koppelwirthſchaften zukommt, richtiger Fruchtwechſel⸗ .Es iſ th wirthſchaft geradehin, oder Fruchtwechſelwirth⸗ dem das z ſchaft mit Stallfuͤtterung nennen ſollte. Sie unter⸗ fung u ſcheidet ſich von der vorigen nicht nur durch ihre verſchiedene ldage Tendenz, ſondern auch noch dadurch, daß ſie auf den kleinſten berbuden, Flaͤchen, wie auf den groͤßten, mit Vortheil eingefuͤhrt werden 172 kann, aber einen an ſich beſſeren, dem Anbau des Maͤhefut⸗ ters mehr zu ſagenden Boden verlangt. Sie macht jedoch kei⸗ neswegs auf einen ausgezeichneten Anſpruch, ſondern iſt ſelbſt auf einem erſchoͤpften ausfuͤhrbar, und gibt, richtig angewen— det, die gruͤndlichſten Mittel zu ſeiner Verbeſſerung an die Hand, nur darf derſelbe nicht ſo loſe ſeyn, daß der Bau der abzumaͤhenden Futtergewaͤchſe und damit auch die Stallffuͤtter⸗ ung mißlich wird. Der Klee wird bei ihr nur ein, hoͤchſtens zwei Jahre zum Maͤhen benutzt und allemal nur dann geſaͤet, wenn der Acker durch eine vorhergegangene Hackfrucht, oder eine Brachbearbeitung, die auch ohne eine wirkliche Brache, z. B. nach Ruͤbſen Statt finden kann, eine vollkommne tiefe Lockerung und Reinigung, daneben auch eine kraͤftige Duͤng⸗ ung erhalten hat. Dadurch wird ſein Gedeihen, mithin auch die Sommerſtallfuͤtterung, ſelbſt auf einem fuͤr den Klee an ſich nicht beſonders paſſenden Boden, geſichert. Die Ein— ſchaltung der den Klee unterſtuͤtzenden Saaten gibt dieſer uͤberdieß noch eine Haltung, die ſie bei der verbeſſerten Drei⸗ felderwirthſchaft nur hoͤchſt ſelten auf den ausgezeichnetſten Bodenarten erlangt. Reine Brache wird eigentlich nie bei ihr gehalten, wohl aber kann es bisweilen vortheilhaft werden, ein Stuͤck Land einen Sommer hindurch unbeſtellt liegen zu laſſen; dann iſt es jedoch ſtets raͤthlich, daſſelbe mit weißem Klee ꝛc. zur Schafweide anzuſaͤen, weil man bei dieſer Wirthſchaftsweiſe, wo immer eine Frucht der andern vorarbeitet, nicht ſo aͤngſt— lich, wie bei anderen auf die Lockerung und Reinigung des Bodens durch außerordentliche Mittel bedacht zu ſeyn braucht. Auf einem minder guten Boden kann es wohl, wenig⸗ ſtens anfaͤnglich, bisweilen zur Erhaltung der ganzen Wirth⸗ ſchaft noͤthig werden, die Haͤlfte des Ackerlandes mit Futter⸗ gewaͤchſen zu beſtellen; allein auf einem an ſich beſſeren, oder nach und nach mehr in Kraft gekommenen Boden wuͤrde dieß unzweckmaͤßig ſeyn, weil auf ſolchem eine geringere Flaͤche hinreicht, das noͤthige Futter zu erzielen. Selbſt die allzu ſtrenge Befolgung des Hauptgeſetzes bei dem Fruchtwechſel, nie bei 5 mer an haft d ung Somn. hen; hoͤtige und n Kultut daraus daher men t de Nihefu ait ſac ki ndern ſ ſ ſat htig angebene ſerung in die der Du der e Onnliütte in, hächtens dann geſtet ftucſt, ode lich Drache, kommne iift iſtihe Dung ſen, miithin d den Alee Da LEi gitt dieſe ſerten Dri gezeichnetſen — halten, woh Srüͤck and en, dann iß Klee we zr ſchaftsweiſe ſt ſo angſe⸗ nigung des aa brochte hl, wenig zen With⸗ mit Futter iſſeren, odr wünde dis nget: düc ſſt dieh tyecſ i —— 8—————— 173 zwei Halmfruͤchte auf einander folgen zu laſſen, iſt nicht im— mer anzurathen; im Gegentheil kann es nicht ſelten vortheil— haft werden, von dieſer Regel abzuweichen, da eine Verſtaͤrk⸗ ung des Koͤrnerbau's haͤufig wuͤnſchenswerth iſt, und die Sommerhalmfruͤchte oft ſehr gut nach Wintergetreide gedei⸗ hen; indeſſen darf eine ſolche Abweichung immer nur mit ge— hoͤriger Beruͤckſichtigung der geſammten Wirthſchaftsverhaͤltniſſe und nur dann geſchehen, wenn der Boden in Kraft und guter Kultur iſt, auch durch die uͤbrige Wirthſchaftseinrichtung jeder daraus entſpringenden Verwilderung vorgebeugt werden kann; daher ſie gewoͤhnlich nur am Ende eines Umlaufs vorgenom⸗ men wird. Beiſpiele, die jedoch keineswegs als Norm dienen ſollen. a) Vier Felder oder Schlaͤge. 1) Behackte Fruͤchte, ſtark geduͤngt; 2) Gerſte; 3) Klee; 4) Wintergetreide. b) Sieben Felder. 1) Beh. Fr. ſt. ged.; 2) Gerſte; 3) Klee; 4) Wintergetreide; 5) Huͤlſenfruͤchte; 6) Win— tergetreide; 7) Sommerhalmfrucht. ce) Acht Felder. 1) Beh. Fr. ſt. ged.; 2) Gerſte; 3) Klee und Schafweide; 4) Raps oder Nuͤbſen oder Win⸗ tergetr. ged.; 5) Wintergetreide oder Sommerhalmfrucht; 6) Klee und Huͤlſenfruͤchte; 7) Wintergetreide; 8) Sommerhalmfrucht. d) Neun Felder. 1) Beh. Fr. ged.; 2) Sommer⸗ halmfruͤchte; 3) Klee oder Huͤlſenfruͤchte; 4) Winterge— treide; 5) Schafweide; 6) Winteroͤlſaat, oder andere Handelsgewaͤchſe oder Wintergetr. ged.; 7) Winter⸗ oder Sommerhalmfrucht; 8) Klee oder Huͤlſenfruͤchte; 9) Wintergetreide. e) Zehn Felder. Wie die büdigs⸗ nur nach 9) nach 10) Sommerhalmfrucht; oder: 1) Beh. F ſt. ged.; 2) Gerſte; 3) Klee; 4) Klee; 5) Winteroͤlſaat, ged.; 6) Wintergetreide; 7) Sommerhalmfrucht; 8) Schafweide oder Huͤlſenfrucht; 9) Wintergetr. ged.; 10) Sommer⸗ halmfrucht. —— h Eilf Felder. 1) Beh. Fr. ged.; 2) Gerſte; 3) Klee oder Huͤlſenfruͤchte; 4) Wintergetr. ged.; 5) Som⸗ merhalmfrucht; 6) Schafweide: 7) Winteroͤlſaat ged. 8) Wintergetr.; 9) Klee; 10) Wintergetreide; 11) Sommerhalmfrucht. Mannichfaltige Abaͤnderungen dieſer Fruchtfolgen. Unter behackten Fruͤchten ſind nicht bloß ſolche, die zu Futter dienen, wie Kar⸗ toffeln ꝛc., zu verſtehen, ſondern auch mehre behackte Handelsge⸗ gewaͤchſe, Mohn, Tabak ꝛc. gehoͤren hierher. Auch in die Stelle der Huͤlſenfruͤchte koͤnnen, wenn es der Kraft- und Duͤngerſtand der Wirthſchaft erlaubt, manche Handelsgewaͤchſe, Ruͤbſen, Hanf, Lein, Anis ꝛc. genommen werden. Unter Schafweide iſt immer mit weißem Klee angeſaͤetes, eine nicht wollſtaͤndige Brachbearbeitung erhaltendes Land zu verſtehen. 138. Unumgaͤnglich nothwendig zur Einfuͤhrung einer ſolchen Fruchtwechſelwirthſchaft iſt, daß man frei und unge⸗ hindert uͤber ſeinen Boden verfuͤgen koͤnne, und derſelbe eine gute, nicht zu zerſtuͤckelte Lage habe. Servitute aller Art, Triftzwang, Zehentpflichtigkeit, gemeinſchaftliche Weidebenutz— ung mit anderen, denen zu Folge das Feld zu einer beſtimm— ten Zeit Brache liegen und Wintergetreide tragen muß, laſſen ſich nicht damit vereinigen. In dieſen Faͤllen bietet die ver⸗ beſſerte Dreifelderwirthſchaft, die ohnedieß in manchen Ver⸗ haͤltniſſen ganz paſſend iſt, ein Auskunftsmittel dar, durch das ſich ſelbſt ſolche Hinderniſſe einer beſſern Kultur minder ſchaͤdlich machen laſſen. Man darf nur bisweilen eine Som⸗ merhalmfrucht aufopfern, an ihrer Stelle eine ſogenannte Brachfrucht, Klee, Kartoffeln, Erbſen ꝛc. nehmen, und dieſer im eigentlichen Brachfelde eine zweite folgen laſſen. Auf dieſe Weiſe wird es moͤglich, die Felder ſelbſt ohne Brache, wenn nicht etwa des fremden Viehs wegen welche gehalten wer— den muß, beſtaͤndig locker und rein zu halten, ſo viel Futter, wie nur irgend noͤthig, zu bauen, und nebenbei noch viele eintraͤgliche Handelsgewaͤchſe zu ziehen. Etwa auf folgende Weiſe: 1)(Winterfeld) Wintergetreide; 2)(Sommerfeld) Sommerhalmfrucht; 3)(Brachfeld) Huͤlfenfruͤchte oder Han— delsgewaͤchſe; 4)(Winterf.) Wintergetreide; 5)(Sommerf.) ————’-ꝗ— Somme Brache (Somn Die ſcho in Eine det lich tiſc bon din G ne ſol gen im 1 Bode V ſchafts V jſtem ſchaff Vahl aus d ſuͤcke b hältni lichen den Oe treiben noͤthig Und vo n n V V —— ſſ —— 175 ) Ga en 3 Sommerhalmfrucht; 6)(Brachf.) Kartoffeln, Nuͤben ꝛc. hena 3 Brache; 7)(Winterf.) Winter⸗ und Sommerhalmfrucht; 8) ad 1(Sommerf.) Klee; 9)(Brachfeld) Klee, Raps, Ruͤbſen ꝛc. N Die Fruchtwechſelwirthſchaft iſt in vielen Gegenden Deutſchlands ſchon lange uͤblich. Beiſpiele ſonderbarer Fruchtfolgen ſindet man Unta lantten in der Pfalz, in Rheinheſſen ꝛc. enen, wi Fer. Eine ſogenannte freie Wirthſchaft, die ſich an gar kein Syſtem bin⸗ dcte Handela det, iſt nur in ſehr wenigen, beſonders gluͤcklichen Lagen moͤg⸗ jjin die enle lich, und, genau betrachtet, eigentlich ein Unding. Ein Syſtema⸗ 0 Dänarimd tiſches Verfahren ſchließt aber keineswegs eine, wenn auch nur jüüſen hunf von Zeit zu Zeit unternommene, durch beſondere Umſtaͤnde be⸗ dingte Abweichung in einzelnen Stuͤcken und Zweigen aus; im tes eine nich Gegentheile wird ſie jeder thaͤtige und denkende Landwirth oft vor⸗ terfefen nehmen. Er muß nur dabei uͤberlegen, welche Einwirkung eine ſolche etwa auf das Ganze habe, und das dadurch geſtoͤrte Gleich⸗ tung eine gewicht durch eine andere Veraͤnderung wieder herſtellen, folglich Wdmae⸗ immer ſeine geſammten Wirthſchaftsverhaͤltniſſe im Auge behalten. derſelbe eine 139. Eine nicht unwichtige Frage iſt nun: auf welchem ute allr An Boden und in welchen Verhaͤltniſſen iſt dieſes oder jenes Wirth⸗ Weidebenu⸗ ſchaftsſiſtem das zweckmaͤßigſte? iner beſtirm Eine Hauptruͤckſicht bey der Auswahl eines Wirthſchafts⸗ muß, laſſe ſyſtems und der in ihm anzubauenden Gewaͤchſe iſt die Be⸗ bietet diever ſchaffenheit des Bodens und des Klima's. Andere bei dieſer manchen Da Wahl ebenfalls nicht zu vernachlaͤſſigende Ruͤckſichten gehen tdar, durc aus der Groͤße der Guͤter, aus der Lage der einzelnen Grund⸗ zultur minder ſtuͤcke, aus der Zahl der anzulegenden Arbeiter, aus dem Ver⸗ neine Lom hältniſſe des Grundbeſitzes zum Verlag, uͤberhaupt aus faͤmmt⸗ eſoyenamn lichen Verhaͤltniſſen ſowohl des Unternehmers, als der vorliegen „und dieſer den Oertlichkei thervor. Wo die Grundbeſitzungen groß, die Guͤte „ Auj diſe des Bodens nicht ausgezeichnet, die Zahl der Arbeiter nicht hne Drach, uͤberfluͤſſig, das aufzuwendende Kapital im Verhaͤltniß zur geholtin vin Flaͤche gering, und der Abſatz vieler landwirthſchaftlichen Pro⸗ dukte mißlich ſind, muß man Arbeit und Kapital auf eine große Flaͤche verwenden; man muß extenſive Wirthſchaft treiben. Wo aber gerade das Gegentheil eintritt, wird es noͤthig, Arbeit und Kapital einer kleinen Flaͤche zuzuwenden, und von dieſer die moͤglich hoͤchſte Produktion zu erſtreben; man muß inten ſive Wirthſchaft treiben; es darf hier ſ viel Fute bei nec uü nuf ſtbhe (Sonmafi te odrr di⸗ ) Suuai 176 wo moͤglich kein Stuͤck Land dem jaͤhrlichen Fruchtbau ent⸗ zogen werden. Unter jenen Verhaͤltniſſen bietet in der Regel eine Frucht⸗ wechſelwirthſchaft mit Weide ſ.§. 136. in dieſen eine derglei⸗ chen mit Stallfuͤtterung§. 137., bisweilen auch eine verbeſ⸗ ſerte Dreifelderwirthſchaft das ſicherſte Mittel zur Erreichung des Zweckes dar.. Etwas beſtimmteres laͤßt ſich nicht angeben. Nachdenken, Bekanntſchaft mit den Verhaͤltniſſen muß die Wahl leiten. Ein Wirthſchaftsſyſtem darf durchaus nicht als ein nach Will⸗ kuͤhr zu waͤhlender Leiſten angeſehen werden. Auch iſt es kei— neswegs nothwendig, nicht einmal immer rathſam, daß eine Wirthſchaft jedesmal nur ein einziges Wirthſchaftsſyſtem be⸗ folge; vielmehr erreicht bisweilen eine Verbindung mehrer, beſonders bei Verſchiedenheit des Bodens und entfernter Lage einzelner Grundſtuͤcke, das Relativvollkommenſte am ſicherſten. 140. Der Uebergang von einem Syſtem zum andern erfordert einen hohen Grad von Einſicht und Ueberlegung, iſt aber, auf einem ganz erſchoͤpften, an ſich ſchon unfruchtbaren Boden etwa ausgenommen, keineswegs ſo ſchwierig, wie es oft gemacht wird. Auf einem einigermaßen dankbaren, nicht ganz entkraͤfteten Boden, der wenigſtens faͤhig iſt, eine leid⸗ liche Wickfutterernte ohne friſche Miſtduͤngung, jedoch bei zweckmaͤßiger Kultur, hervorzubringen, thut man am beßten, ſolche Uebergaͤnge, wenn einmal die Feldeintheilung getroffen, ſo ſchnell wie moͤglich zu bewerkſtelligen. Zu verkennen iſt je⸗ doch nicht, daß man, vom Anfang an, gar manche Ruͤckſich⸗ ten zu nehmen hat, und oft nicht gleich alle die Fruͤchte bauen darf, die das Ziel der neuen Einrichtung ſind. Ueber die Wirthſchaftsſyſteme ſ. Anl. z. Betr. d. Landw. B. II. S. 350 ꝛc. Schwerz's Unterricht fuͤr Anfaͤnger in der Landwirth⸗ ſchaft uͤber Natur, Wahl und Werth aller bekannten Feldſy⸗ ſteme. Stuttgart 1828. 14 die dem teterzeu hen koͤ zweckme haͤngt genz. tener at wohl i Anwen 1 als Gec werden W den, b und a lernun und de S durch die P. Wirkli V beſtehe es ſein V T welches V ſtets d aus d 1 der K Auefu⸗ eine ſa ———— . 177 uclbau en Intelligenz. Kgel intt ſen ein daüi⸗ uch ein unte 141. Arbeit, Kapital und Land oder aͤußere Natur ſind die dem Landwirth, wie jedem andern Gewerbsmanne, zur Guͤ— ar Enihn tererzeugung zu Gebote ſtehenden materialen Mittel. Dieſel⸗ ben koͤnnen aber keinen Erfolg gewaͤhren, wenn ſie nicht zweckmaͤßig benutzt werden. Dieſe zweckmaͤßige Benutzung V Uafunt haͤngt ab von der darauf verwendeten Einſicht oder Intelli⸗ Vyjl leien genz. In keinem Gewerbe wird dieſelbe im Allgemeinen ſel⸗ an nach Wil⸗ tener angetroffen, als in der Landwirthſchaft, und doch gleich— duc ſt i wohl iſt ſie in keinem ſo wichtig, ſo unbegrenzt in ihrer fim diß eine Anwendung. Deßhalb verdient ſie eine naͤhere Betrachtung. di e 142. Die Landwirthſchaft kann, wie jedes Gewerbe, 7 als Handwerk, als Kunſt und als Wiſſenſchaft betrieben Mernaer Lage den am ſccherſtn wenden. Der Handwerker macht nach, was ihm vorgemacht wor— n zum anden den, und wozu er abgerichtet iſt, ohne daruͤber nachzudenken ſeberlegung, i und auf den Grund ſeines Wirkens zuruͤckzugehen. Die Er⸗ unfeuchtbare lernung des Handwerks beſteht in der Uebung der Handgriffe vierig, wie e und des Augenmaaßes. nbamn, iit Der Kuͤnſtler hat die Idee ſeines Wirkens, die ihm itein ld durch die Wiſſenſchaft, bei aͤſthetiſchen Kuͤnſten oft bloß durch , Rdoch bi die Phantaſie, gegeben wird, vor Augen, und ſtellt ſie in der mn am beßten Wirklichkeit dar. Iſt die Idee fehlerhaft, d. h. unter den ung getrofen, beſtehenden Verhaͤltniſſen dem Zweck nicht angemeſſen, ſo iſt fennen il ſe⸗ es ſeine Schuld als Kuͤnſtler nicht. ice Räſch Die Wiſſenſchaft erfindet die Idee des Auszufuͤhrenden, Fuücht brun welches nach gegebenen Orts-, Zeit- und Kraftverhaͤltniſſen ſtets das erreichbar Vollkommenſte ſeyn ſoll. tr. d Lan Wiſſenſchaft gibt das Geſetz, die Regel; Kunſt fuͤhrt ſie aus durch die Hand des Handwerkers. et Audyith 143. Wiſſenſchaft erfordert einen vollſtaͤndigen Begriff nanten dedd der Kunſt und des Handwerks; denn ohne die Mittel der Ausfuͤhrung zu kennen, und zu berechnen, ergreift ſie leicht eine falſche Idee. Daher iſt Theorie ohne Praxis in allen 12 ——.—— ꝗ— — 5 E—— ————— ————— 178 Wiſſenſchaften, die auf Erfahrung beruhen und Ausfuͤhrung bezwecken, nicht lebendige, Fruchtbringende Wiſſenſchaft, ſon⸗ dern todte Gelehrſamkeit; dergleichen Wiſſenſchaften konnten deßhalb nur durch ſolche Koͤpfe weitergebracht und vervoll⸗ kommnet werden, in denen ſich Theorie und Praxis vereinigten. 144. Der bloße Kuͤnſtler muß die ihm gegebene Idee rich⸗ tig aufnehmen und ausfuͤhren, wie ſie ihm gegeben worden, wenn er auch fuͤhlte, daß ſie unzweckmaͤßig ſey. Ohne Wiſ⸗ ſenſchaft darf er ſie nicht abaͤndern, weil er nicht ſicher iſt, noch Schlechteres zu machen, wofür er dann verantwortlich wuͤrde.. 145. Allgemeine poſitive Regeln koͤnnen aber der Kunſt von der Wiſſenſchaft nicht fuͤr jeden moͤglicherweiſe vorkom⸗ menden Fall gegeben werden, weil dann die unendliche Ver⸗ ſchiedenheit der Verhaͤltniſſe und Umſtaͤnde eine ſolche Menge von Regeln nothwendig machen wuͤrde, daß ſie das Gedaͤcht— niß nicht zu faſſen, oder doch die Erinnerung die in jedem Fall paſſende ſchwerlich gleich aufzufinden im Stande ſeyn wuͤrde. Daher kann jeder bloß kunſtmaͤßige Unterricht in ſei⸗ ner Anwendung nur auf einen Ort oder doch gleiche Orts⸗ verhaͤltniſſe ſich beſchraͤnken. Sogar der bloß handwerksmaͤ⸗ ßige kann in ſeiner Wirkſamkeit eine weitere Ausdehnung haben. 146. Nur die Wiſſenſchaft kann durch die Sprache ge— lehrt und durch das Ohr aufgenommen werden; Erlernung der Kunſt und der Handgriffe iſt die Anſchauung nothwendig. Die Erlernung beider iſt jedoch unerlaßliche Be⸗ dingung zur Ausbildung eines vollkommenen Landwirths. 147. Die Kunſt, welche nothwendig den Handgriff mit in ſich faßt, kann nur durch Uebung, am beßten durch Selbſt⸗ angreifen und Mitwirkung in einer mit Regſamkeit betriebenen Wirthſchaft erlernt werden. Eine gute Anweiſung von Seiten des Lehrenden iſt dazu erforderlich; noch mehr aber Thaͤtigkeit von Seiten des Schuͤlers. Es gehoͤrt dazu phyſiſche Gewoͤhn⸗ ung, Abhaͤrtung und Ausdauer, eine gewiße abgemeſſene, je— doch nicht traͤge Geduld und Maͤßigung; Schaͤrfung des aber zur Beobacht ziit, R ihter I ſie wirk in Bew tenden? 14 ſchaft d Schwier nicht d V dieſes Vervol b ung tuͤ Landwir vorgege ſind ne ſenſcha habend ſen de leicht t griffn ohne genſta Zuſtan wie n zu die betanat 1 V von 3 b V V V V b ſie als Mittel Man! ſammt Kapita Intelii ſi ſ 179 nin Beobachtungsgeiſtes und Bildung eines ſicheren Maaßſtabes fuͤr ſtrin unnn Zeit, Raum und Kraft, genaue Kenntniß der Werkzenge und ji un aun ihrer Wirkung nach Verſchiedenheit des Materials, worauf ſie wirken, ſo wie der Arbeitskraͤfte, durch welche dieſelben ceis veinigtn in Bewegung geſetzt werden, alſo genaue Kenntniß der arbei⸗ gebene Jde i tenden Menſchen und der Zugthiere. gegeben worde, 148. Die wiiſſenſchaftliche Erlernung der Landwirth⸗ y. Ohre Vie ſchaft war noch vor nicht gar langer Zeit mit den groͤßten nicht ſcher iſ Schwierigkeiten verknuͤpft, weil die Landwirthſchaft ſelbſt noch Waaarworläc nicht als Wiſſenſchaft behandelt war. Neuerer Zeit iſt nun dieſes geſchehen, und dadurch ein großer Schritt ſowohl zur Vervollkommnung dieſes Gewerbes ſelbſt, als auch zur Bild⸗ ung tuͤchtiger, in allen Lagen und Verhaͤltniſſen brauchbarer Landwirthe gethan worden. Ein Uebel iſt jedoch daraus her⸗ aber der Kunt weiſe vorkon Rendüche Wer⸗ eſülce Nng vorgegangen, das wahi eine Berüͤckſlehtiguns verdient. Es 1 ds Geditt ſind naͤmlich ſeit der Zeit, daß die Landwirthſchaft mehr wiſ⸗ uwn 86 ſenſchaftlich behandelt wird, eine ſolche Menge darauf Bezug vrnde ſe habende Schriften erſchienen, daß durch ein unbeſonnenes Le⸗ „ ſen derſelben, ohne Auswahl und Urtheil, der Kopf nur zu un iñt 3 i leicht mit verworrenen, dunkeln und ſich widerſprechenden Be⸗ glact zi. griffen angefuͤllt wird. Um mit Nutzen, oder vielmehr um nduitani ohne Nachtheil zu leſen, muß man nicht nur mit dem Ge⸗ dehnng ſa genſtande ſelbſt, ſondern auch mit der Geſchichte oder dem de Syrache g Zuſtande dieſer Literatur in ihren verſchiedenen Perioden, ſo en; aber zu wie mit den Anſichten, Vorurtheilen und Streitigkeiten, die ie Jrichauung zu dieſer oder jener Zeit geherrſcht haben, ſchon einigermaßen dlsglche e⸗ bekannt ſeyn. witths. 149. Weil die Intelligenz nur durch einen Aufwand von Zeit, Geld und Muͤhe erworben werden kann, hat man ſie als eine Art von Kapital oder als das vierte materiale Mittel des Gewerbsmanns betrachten zu muͤſſen geglaubt⸗ Man hat dann auch wohl den Verlag, das Land und den ge— Handxrif ni rdurc Sil keit beriebenn ung vot Site dba Thüi ſammten Vorrath von Kenntniſſen, die Intelligenz, zuſammen ſt Gmiſ Kapital genannt. Aber hierin liegt ein arger Irrthum. Die gemiſin je Intelligenz kann in ihrer Wirkſamkeit bei den Gewerben nicht 2zitun d fuͤr ſich beſtehend, ſondern nur in Be bedunh er Arbeit und — 1= 5 —— ñ mo—— 180 Kapital, zu deren zweckmaͤßigſter Benutzung und Verwendung ſie die Anleitung gibt, gedacht werden. Sie iſt alſo kein ma⸗ teriales Mittel, ſondern vielmlhr die Summe aller formalen Mittel oder Regeln zum zweckmaͤßigſten Gebrauch der materialen Mittel. 150. Der Aufwand an Zeit, Arbeit und Kapital, den die Erlernung eines Gewerbes koſtet, ſteht im Verhaͤltniß: 1) mit der Schwierigkeit des gewaͤhlten Gewerbes; 2) mit den verſchiedenen Graden von Geſchicklichkeit, die man darin erlangen will, und 3) mit der minderen oder haͤufigeren Gelegenheit, die man zu dieſer Erlernung in einem Lande findet. Beſonders iſt dieſes bei der Landwirthſchaft der Fall; ſolches wird jedoch zur Zeit noch nicht allgemein genug aner⸗ kannt, und daraus folgt der ungluͤckſelige Umſtand, daß die jungen Leute, welche ſich dieſem Gewerbe widmen, und daſ⸗ ſelbe kunſtfertig und wiſſenſchaftlich vollkommen zu erlernen ſich bemuͤhen, noch wenig Anerkennung und dann, wenn ſie, weil ihnen ihre Verhaͤltniſſe nicht gleich den Antritt einer eignen Wirthſchaft erlauben, eine Anſtellung ſuchen, ſelten einen beſ— ſeren Lohn fuͤr ihren gemachten Aufwand zu erwarten haben als ſolche, die mit ſpaͤrlicherem Wiſſen und Koͤnnen ſich begnuͤ⸗ gend, einen weit geringeren machten. Dadurch faͤllt zur Zeit noch ein großer Anreiz zu einem ſorgfaͤltigeren Studium der Landwirthſchaft weg; denn die Liebe zur Sache allein vermag denſelben nur ſelten zu verleihen. Dieſes muß aber anders werden, wenn die Landwirthſchaft ſelbſt den gegenwaͤrtigen Kampf mit den unguͤnſtigen Zeitverhaͤltniſſen ſiegreich beſtehen ſoll, und wird anders werden, wenn nur einmal mehr ſolche wirklich wiſſenſchaftlich gebildete, nicht halb gebildete und doch fuͤr ſich eingenommene junge Landwirthe vorhanden ſind, und es klar geworden iſt, wie viel dieſelben mehr als andere Halb⸗ wiſſer leiſten. Um jedoch viel zu leiſten, reicht das Wiſſen allein nicht hin; das Koͤnnen und das Wollen ſind dazu eben ſo noͤthig, vor Allem aber auch Unſtraͤflichkeit des Wandels und empfehlende Beſcheidenheit, zumal in ſubordinirten Ver⸗ haͤltniſſen. wird a Wirth Krͤfte angem benutze anwben menn und muß Gang einige Wide beſſer auch, waͤre, der Juth⸗ Ein ohne abzud b Gehil 1 V ſelbſt Titt b ben; mehte nannt der T werde und d ˙‧2ö“ 5 ⅓ —— 8 5—— 181 Fane Ein junger Landwirth, der dieß Alles gluͤcklich vereinigt, femian wird auch faͤhig ſeyn zur atetinen Titn Direktion der Wirthſchaft. d Kmwit, den 151. Die Forderung, welche an den Direktor einer Vahäͤlni Wirthſchaft ergeht, iſt, daß er jedes Maaß und jede Art von verbes, Kraͤften in die nachhaltig groͤßte, zur Erreichung des Zweckes hickſctit, i angemeſſenſte Thaͤtigkeit verſetze, Alles auf das vortheilhafteſte benutze, und jedes ihm zu Gebote ſtehende rechtliche Mittel et, de man anwende, um den moͤglich hoͤchſten Reinertrag hervorzubringen. G 152. Da zu dieſem Zweck Alles eingreifend und zuſam⸗ heſt der zul, menwirkend geordnet ſeyn muß, ſo iſt Einheit des Willens genug aner und der Befehle durchaus erforderlich. Von einem Punkte and, daß die muß Alles ausgehen, und in demſelben ſich die Ueberſicht des den, vnd die Ganzen, mithin auch des Einzelnen, in jedem Momente ver— zu erlernen ſ einigen. Nichts iſt daher nachtheiliger, als Trennung und venn ſee, ue Widerſpruch, die ſogleich entſtehen, wenn der eine etwas ver⸗ tt einer einn beſſern will, was der andere angeordnet hat, angenommen dlten enen be auch, daß es fuͤr den Augenblick eine wirkliche Verbeſſerung ewarten labn waͤre. Dieſes faͤllt am haͤufigſten vor, wenn der Eigenthuͤmer nen ſc b der Wirthſchaft und derjenige, der ſie in der Regel ohne jenes fäll ar zi Zuthun dirigiren ſoll, zwei verſchiedene Perſonen ſind. Ein Stddiun dr Eigenthuͤmer, der ſich in der Anordnung des Betriebes etwas, allin umg ohne freie Zuſtimmung des ſogenannten Wirthſchaftsdirektors, F ober anda abzuaͤndern vorbehaͤlt, iſt ſelbſt Direktor, und jener nur ſein wenenriirgn Gehilfe, ſein Auſſeher, Inſpektor. racch böehnn 153. Unter Direktor iſt demnach jedesmal der Wirth al mehr ſol ſelbſt zu verſtehen, er ſey nun wirklich der Eigenthuͤmer der dete und duf Wirthſchaft, oder habe nur die Leitung und Anordnung derſel— en ſid, u ben zum Vortheil eines andern, aber unbeſchraͤnkt, zu fuͤhren. zander hub 154. In jeder groͤßern, komplicirten Wirthſchaft ſind tt de Viſ mehre Unteraufſeher,(Unterverwalter, auch wohl Schreiber ge⸗ ſi d in nannt) noͤthig, die zur Aufſicht, entweder uͤber beſondere Zweige Seh der Wirhſchaft⸗ oder uͤber abgeſonderte Vorwerke, gebraucht dinitn ber werden. Ihr Wirkungskreis muß ihnen genau vorgeſchrieben, und der Spielraum ihrer Willkuͤhr beſtimmt ſeyn. Ueber den⸗ 182 ſelben duͤrfen ſie, ohne ausdruͤckiche Einwilligung des Direktors, nicht hinausgehen, auch von deſſen poſitiven Vorſchriften nicht abweichen, ſelbſt dann nicht, wenn ſie Gelegenheit, etwas beſ⸗ ſer zu machen, faͤnden; denn weil ſie die Ueberſicht des Gan⸗ zen nicht haben, kann daraus leicht ein anderweitiger Nach⸗ theil entſtehen. Solche Unterverwalter brauchen zwar gerade keine Wiſſenſchaft, ſon⸗ dern nur Kunſtfertigkeit, wie ſie fuͤr die vorliegende Oertlichkeit paßt, zu beſitzen; aber wirklich wiſſenſchaftlich gebildete Landwir⸗ the, die zu gleicher Zeit innig vertraut mit den verſchiedenen Handgriffen ſind, leiſten doch auch in dieſer Stellung am mei— ſten, und es iſt jedem jungen Landwirth, der die Wiſſenſchaft ſeines Gewerbes ſich zu eigen zu machen ſuchte, anzurathen, ſich eine Zeit lang zuvor, ehe er eine eigne Wirthſchaft antritt, in ein ſolches ſubordinirtes Verhaͤltniß zu begeben, wenn er nicht ſchon vor der Erlernung der Wiſſenſchaft darin ſtand; denn es gibt ihm ſolches die beßte Gelegenheit zur Erlangung einer groͤ⸗ ßern Kunſtfertigkeit und eines gewiſſen Wirthſchafttaktes, der bei der Direktion von großem Nutzen iſt, und vielen jungen Anfaͤn⸗ gern fehlt. Es gehoͤrt indeſſen allerdings fuͤr den hoͤher in der Bildung Stehenden oft ein großer Grad von Reſignation und Beſcheidenheit dazu, um ſich in einem ſolchen untergeordneten Verhaͤltniſſe wohl zu befinden, allein auch dieſe Eigenſchaften ſind von hohem Werth und wohl dem, der ſie ſich, wenn auch viel— leicht in unangenehmer Schule, zu eigen machte, er hat darin einen Schatz fuͤr ſeine ganze Lebenszeit gewonnen. 155. In einigen großen Wirthſchaften ſtehen dem Di— rektor zur Seite ein Kaſſirer oder Kaſtner, der die Vorraͤthe unter Verſchluß haͤlt, auch ein Reviſor oder Buchfuͤhrer, und wohl noch mehre Perſonen, die, wenn jener nicht Eigenthuͤ— mer iſt, ihm und ſich einander zur Kontrole dienen ſollten. Es fuͤhrt ein ſolches Verhaͤltniß nur zu leicht zu Mißhellig⸗ keiten und Verdrießlichkeiten, zu gegenſeitigen Anfeindungen und ſelbſt zu manchem erheblichen Verluſte, wodurch der gu⸗ ten Sache mehr geſchadet, als genutzt wird. Es iſt daher, wenn wegen Groͤße der Wirthſchaft oder anderer Verhaͤltniſſe Beamte dieſer Art nothwendig ſind, beſſer, dieſelben dem Di⸗ rektor unter⸗, als ſie ihm beizuordnen⸗ 1 ſer,? Viehn meiſte bei ih den! Haus weſen Auſſi oder Aus, ſtand degs die auf und bei! als! wilit duͤrfe bar Vorg bo d V ſteht, wegfa Vorſc daß ſ V ſtell lung ſchen zunei Aunei Tenn ——;—;—C⸗—⸗—⸗———ł'— 183 d driun⸗ 156. Die Vorarbeiter, Meier, Hofmeiſter, Schirrmei⸗ rſchitn iht ſter, Voͤgte, Meiſter- oder Oberknechte ꝛc. genannt, auch die het tttde de Viehmeiſter und Hirten(Schweinemeiſter, Kuhhirte, Schaf⸗ ſſcht de Gi meiſter) ſind dem Geſinde und den Lohnarbeitern unmittelbar rueüige Nac⸗ bei ihren Geſchaͤften vorgeſetzt und ſtehen in der Regel unter⸗ den Unterverwaltern. 157. Das weibliche Geſinde, ſo wie die Fuͤhrung der viſenſe, ſa⸗ 1d Hauswirthſchaft, die Bekoͤſtigung des Geſindes, das Molken⸗ gende Oerlihkei ſihete Landwit⸗ weſen, die Beſorgung des kleinen Vieh's ꝛc. ſtehen unter der en daſchddenen Aufſicht der Wirthſchafterin, die, wenn es die Eigenthuͤmerin, ellng dn ni⸗ oder eines von ihren Angehoͤrigen nicht ſelbſt iſt, Haushaͤlterin, de Wſſeſtn Ausgeberin, Schaffnerin, Schließerin ꝛc. genannt wird. nzurathen, ſch Tantrit, in ann d vicht Dieſe Hauswirthſchaft wird ſehr haͤufig als ein Gegen— ſtand von geringer Wichtigkeit angeſehen, iſt es aber keines— nd; denn es wegs. Mancher Landwirth ward ruinirt, weil er ihr nicht zung äner gi⸗ die verdiente Aufmerkſamkeit ſchenkte. Es kommt nicht bloß tits, deti auf das Erwerben, ſondern auch auf das Zuſammenhalten an, üungn nir und dazu traͤgt eine ſorgſame Fuͤhrung der innern Wirthſchaft, häher in d.. Vänaim 0 bei der ſo vieles nutzlos verſchleudert werden kann, mehr bei, jnterreönetn als man nur zu oft ſich vorſtellt. arſtrſen ſd 158. Wo ein groͤßeres Perſonal gehalten wird, iſt eine denn auh un militaͤriſche Subordination durchaus nothwendig. Die Befehle tr hat daie duͤrfen, ohne einen Grad zu uͤberſpringen, nur dem unmittel— bar Untergeordneten gegeben, nicht etwa vom Direktor den hen den Di Vorarbeitern, oder dem Geſinde etwas befohlen werden, wo— „ Verräthe von der Unterverwalter nichts weiß, weil ſonſt Unordnung ent⸗ ſtre ud ſteht, und die Veranwortlichkeit eines jeden fuͤr ſeinen Zweig t Eizenthü wegfaͤllt. Auch muß man es, ſo viel als moͤglich, vermeiden, jenen ſelle Vorſchriften durch einen dritten geben zu laffen, es waͤre denn, Nifeli⸗ daß ſolcher als Gehilfe des Direktors beſonders dazu ange— ſtellt und autoriſirt waͤre. 159. Eine ſtrenge, barſche, entfernt haltende Behand⸗ lung des Geſindes und der Tagloͤhner wird von vielen prakti⸗ ſchen Landwirthen empfohlen; eine mehr anziehende, mehr Zuneigung erweckende als fruchtlos und zweckwidrig verworfen. Wenn man aber unbefangen beobachtet, wird man immer fin⸗ Anfeindungen urch der g“ Es it dier Vathälnſt zen dm 4 ———Jͤͤ· 184 den, daß letztere ihren Zweck auf die Dauer und im Ganzen vollſtaͤndiger erreicht. Freilich muß ſie verſtaͤndig angewendet werden; man muß ſtreng und nachſichtig zu gleicher Zeit zu ſeyn verſtehen, feſt darauf halten, daß das Befohlene geſchehe, aber auch nichts befehlen, was nicht gut auszufuͤhren iſt, und die geforderte Arbeit hinſichtlich der Guͤte und Menge genau zu beurtheilen wiſſen, vor Allem aber mit einem guten Bei— ſpiele vorangehen, und ſelbſt fleißig, ſittlich, puͤnklich und or— dentlich ſeyn. 160. Es muß dem Geſinde und anderen dienſtthuenden Leuten puͤnktlich gehalten werden, was ihnen verſprochen wor⸗ den, und was ſie nach der Obſervanz der Gegend, die man deshalb genau kennen lernen muß, erwarten kann. Aber es darf ihnen, ohne dringende Veranlaſſung, durchaus nicht mehr zugeſtanden werden; denn das fuͤhrt immer weiter. Das ver⸗ derblichſte Mittel, die Leute zu groͤßer Thaͤtigkeit anzureizen, iſt Branntwein im groͤßern Maaße. 161. Ueber das Verhaͤltniß der nach der Groͤße und Einrichtung der Wirthſchaft zu haltenden Arbeitskraͤfte iſt ſchon fruͤherhin das Noͤthigſte geſagt worden. Ein Voranſchlag der Arbeiten in jeder Periode iſt hoͤchſt nuͤtzlich, je zuſammenge⸗ ſetzter zumal die Wirthſchaft iſt; aber er reicht allein nicht aus. indem die Anſtellung der vorhandenen Kraͤfte und ihre moͤg⸗ lich beßte Benutzung dennoch die taͤgliche, ja ſtuͤndliche Auf⸗ merkſamkeit des Wirthes erfordert, weil Witterung und andere Zufaͤlligkeiten haͤufige Abaͤnderungen noͤthig machen. Der Er⸗ folg gewiſſer Geſchaͤfte iſt naͤmlich ſo von der Witterung ab⸗ haͤngig, daß fuͤr ſie dieſelbe beſonders wahrgenommen und die guͤnſtige mit aller Kraft benutzt werden muß. Es iſt nothwendig, die Stufenfolge der Wichtigkeit der verſchiedenen Arbeiten in jedem Momente vor Augen zu ha— ben; denn da die arbeitenden Kraͤfte immer beſchraͤnkt ſind, ſo muß dem dringend Nothwendigen oft das Noͤthige, dem Noͤ⸗ thigen das Nuͤtzliche nachgeſetzt werden, ſo ungern auch der betriebſame Landwirth das letztere verabſaͤumt. ͤͤ —————— 185 unr unt w ers 162. Hat man die zu jederzeit noͤthigen und nuͤtzlichen Kſändi nnn, Arbeiten beſtaͤndig im Auge, ſo koͤnnen manche, insbeſondere 1 leich, die kleineren, mit betraͤchtlicher Erſparung an Zeit und Kraft Geſeßlen 99 uözufliſen ausgefuͤhrt und die in jedem Momente disponiblen Kraͤfte auf's beßte benutzt werden. Es darf auch nicht die geringſte Zoͤ⸗ und Mi en gerung bei ihrer Anſtellung Statt finden; wenn auch das, eiten gann d was geſchehen ſoll, nicht eilig waͤre, ſo muß doch Alles „Aürkich nh eilig und unauſſchieblich ſcheinen, weil ſonſt die Untergebenen glauben, der Traͤgheit nachhaͤngen zu duͤrfen. Um alſo kei⸗ nen Augenblick in Verlegenheit zu kommen, im Fall eine Ar⸗ beit unerwartet fruͤher beendet waͤre, muß man der Erinnerung durch Anzeichnungen im Taſchenbuche von allen den, woͤchent⸗ lich und taͤglich vorzunehmenden Arbeiten zu Hilfe kom⸗ en denſizdenden verſprochen den fend, oͤje un ·7. Ahtr 5 men. Beſonders wichtig iſt dieſes in Betreff ſolcher kleinen vicht meße Arbeiten, die nebenbei in Zwiſchenzeiten verrichtet werden koͤn⸗ n. Das der⸗ nen, und wenn dieſes nicht geſchieht, oft recht ungelegen kommen. kit anzureihn 163. Die Arbeiten muͤſſen ferner an die Menſchen ſo— wohl, wie an das Zugvieh ſo vertheilt werden, wie ſie ſich fuͤr tr Ghiße un ihre Kraͤfte und ihre Gewandtheit am beßten ſchicken. Daher iſt es von Wichtigkeit, die Kraft und Geſchicklichkeit, ſelbſt auch die Neigung ſeiner gewoͤhnlichen Arbeiter zu kennen. 164. Die Anſtellung der Arbeiter muß im richtigen Ver⸗ haͤltniſſe ſtehen mit dem, was durch ſie ausgerichtet werden ſoll. In der Regel iſt es nicht rathſam, große Arbeiten mit einem geringen Maaß von Kraͤften anzugreifen und bei klei⸗ nen viele anzuſtellen. Jene verlohnen eine beſondere Aufſicht, dieſe nicht; doch darf man auch nicht ohne Noth die Zahl der Arbeiter uͤbertreiben, weil ſich wenige hinſichtlich der Menge und Guͤte ihre Leiſtungen beſſer uͤberſehen laſſen. Auch muß man die Arbeiten nach Zeit und Ort immer ſo zu ordnen ſu⸗ chen, daß die Aufſicht uͤber mehre zugleich und leicht zu fuͤh⸗ kräfte iſt ſhon oranſchlag der ezuſanwenge ſein nicht au⸗ nd ihte mig aͤndliche Auf fund andere . Der Ern Datterung ab zmen und die chtigkit de ren iſt; deshalb muß man auch, beſonders auf abgelegenen lugen zu hy Flaͤchen, die Kraͤfte zu koncentriren und die Arbeiten zu beei⸗ ränkt ſud, ſ len ſuchen. he dn R 165. Die Abbrechung angefangener Arbeiten iſt, wenn zemn auc der ſolche nicht durch die Witterung oder andere dringende Urſa⸗ 13 8——=—— 5 5 5—— — 8———— 186 chen geboten wird, durchaus zu vermeiden; eben ſo auch eine unnoͤthige Abwechſelung in der Art der Arbeit und der In⸗ ſtrumente, nicht nur bei den Menſchen, ſondern auch bei den Thieren. Der Vortheil der Arbeitstheilung, der bei ener⸗ giſch betriebenen Wirthſchaften oft von Belang iſt, muß ſo viel, wie nur moͤglich wahrgenommen, und uͤberhaupt dahin geſtrebt werden, daß ſelbſt mit geringen Kraͤften doch immer viel ausgerichtet werde. Ein ſehr wirkſames Mittel iſt in letzter Hinſicht das Verdingen aller ſolcher Arbeiten, die ſich leicht nach einem beſtimmten Maaße verrichten laſſen. 166. Die Direktion einer Wirhſchaft erfordert, außer der Intelligenz, einen feſten Charakter, der Ordnungsgeiſt, Thaͤtigkeit und Entſchloſſenheit mit Ruhe des Gemuͤths ver— bindet. Ein angſtliches, hypochondriſches Weſen taugt nicht fuͤr die Landwirthſchaft. Die moͤglich vortheilhafteſte Benutzung aller Produkte und Materialien; Sparſamkeit ohne Geiz; der Erſatz eines in hohem Preiſe ſtehenden Artikels durch einen andern wohl⸗ feileren von gleichem Nutzungswerthe, die Sorge fuͤr ei⸗ nen zureichenden Vorrath jedes Bedarfes, auch der Baarſchaft in der Kaſſe und die Wahrnehmung guͤnſtiger Handelsverhaͤlt⸗ niſſe, ſind alles Dinge, die zum Ziele fuͤhren, und die daher ein tuͤchtiger Wirthſchaftsdirektor nie aus den Augen verlieren darf. Nichts befoͤrdert die Erfuͤllung ſaͤmmtlicher an ihn ge— machten Anforderungen ſo ſicher, als eine wohlgeordnete Buchfuͤhrung. 167. Es haben viele Landwirthe ihre Wirthſchaften oh⸗ ne eine ordentliche und vollſtaͤndige Buchhaltung, hoͤchſtens mit einer einfachen Aufzeichnung der gehabten Geld⸗Einnah⸗ men und Ausgaben gefuͤhrt, und dennoch ſich Vermoͤgen dabei erworben. Manche ſuchen dadurch noch jetzt ihre eigene Ver⸗ nachlaͤſſigung einer ordentlichen Rechnungsfuͤhrung gegen ſich ſelbſt und andere zu entſchuldigen, bedenken aber nicht, daß dis R eines beſon⸗ war, erreic ten u hebut beſtri nen Nur einze Wirt theil war, ten, bette fg ein ſtigt Ver den Hau nun, beſte den Akten des enth ſeine eine beig meh gena in i u in t und de Ie in auch ba dn der bei ene ig iſt, nuſ ſ öethoupt dahig ten doch ime 8 Mittel ſt in beien, di ſ aſe. ffordat, außer Ordnungszeſt Gemths ven tauot hict zler Prodakte er Erſat eines andern wohh Sorge fͤt ei der Baarſchaft zandelsverhalt⸗ und die daher lugen verlieren r an ihn ge kordhäte ethſchſte dh⸗ tung, hähſſens a Gäd⸗Ennch Vernogen dali ihre eigene de ihrung gegn ſt abet rich, h 187 das Reichwerden jener Landwirthe in der Regel nicht die Folge eines zweckmaͤßigen Wirthſchaftsbetriebes, ſondern mancher beſonderen Gluͤcksfaͤlle und einer oft uͤbertriebenen Sparſamkeit war, und daß ſie dennoch faſt niemals das Erreichbarhoͤchſte erreicht haben. Auf ſolche Gluͤcksfaͤlle iſt aber in unſeren Zei⸗ ten nicht mehr Rechnung zu machen, und wo nun, nach Auf⸗ hebung der Frohndienſte, die geſammte Arbeit mit Kapital beſtritten werden muß, wird genaues Aufzeichnen und Berech— nen dem Landwirth eben ſo noͤthig, wie dem Kaufmann. Nur dadurch kann er eine klare Ueberſicht bekommen, wie die einzelnen Theile den Erfolg des Ganzen bewirken, welcher Wirthſchaftszweig den meiſten, welcher den geringſten Vor— theil brachte, mit welchem vielleicht gar Nachtheil verbunden war; welcher daher mehr auszudehnen, welcher zu beſchraͤn⸗ ken, welcher ganz aufzugeben oder doch auf andere Weiſe zu betreiben iſt. Ohne eine richtige Buchfuͤhrung truͤgt hier haͤu— fig die Anſicht; durch dieſelbe erkennt man oftmals erſt, daß ein Zweig, der angenehme Fruͤchte trug, und deshalb beguͤn— ſtigt wurde, ſeinen Ertrag nur auf Koſten anderer und mit Verluſt fuͤr das Ganze abwarf, und daß dagegen ein anderer, den man fuͤr unfruchtbar hielt, gerade die uͤbrigen ernaͤhrte. 168. Man muß eigentlich die Buchfuͤhrung in zwei Haupttheile, eine bleibende und eine jaͤhrliche Wirthſchaftsrech⸗ nung unterſcheiden. Jene wird nur alljaͤhrlich ergaͤnzt und beſteht aus dem ſogenannten Grund⸗ oder Lagerbuche nebſt den dazu gehoͤrigen Vemeſſungskarten, Bonitirungsregiſtern, Akten und Dokumenten. Dieſes Grundbuch muß eine vollſtaͤndige Beſchreibung des Gutes im Ganzen und in allen ſeinen einzelnen Theilen enthalten, die Berechtigungen und Verpflichtungen deſſelben, ſeine Verhaͤltniſſe gegen andere ꝛc. Mit Nutzen kann ihm oft eine Chronik von den Zeitereigniſſen in Bezug auf den Ort beigefuͤgt werden. 169. Dieſe bleibende Buchhaltung iſt zur Zeit faſt noch mehr vernachlaͤſſigt, als die jaͤhrliche, und doch iſt eine ſolche genaue Beſchreibung und Darſtellung eines Gutes von der groͤßten 13* 188 Wichtigkeit. Sie gibt dem gegenwaͤrtigen Beſitzer die ſicherſte Anleitung zur zweckmaͤßigſten Bewirthſchaftung desſelben, und verhuͤtet manche Irrungen und Mißverſtaͤndniſſe mit ſeinen Unteraufſehern. Noch wichtiger aber iſt ſie faßt fuͤr einen Nachfolger und Neuantretenden, der nur danach die etwa vor⸗ zunehmenden Abaͤnderungen mit Sicherheit treffen und hin— ſichtlich ihres Erfolgs berechnen kann; nur durch ſie von uͤber— eilten und unzweckmaͤßigen Neuerungen, auf die man leicht verfaͤllt, wenn man den Grund des Beſtehenden nicht klar uͤberſieht, abgehalten wird. 170. Der zweite Theil, die jaͤhrliche Wirthſchaftsrech⸗ nung, zerfaͤllt in die Journale und das Hauptbuch. Den Journalen kann man mancherlei Abtheilungen ge⸗ ben; es kommt dabei auf die Groͤße und Einrichtung der Wirthſchaft, ſo wie auf die Abtheilung der Geſchaͤfte unter den Verwaltern und Schreibern an, da jeder am beßten ſein eignes fuͤhrt. Die weſentlichſten, wohl in jeder Wirthſchaft von eini⸗ gem Belang vorkommenden Abtheilungen der Journale ſind folgendee 171.(1.) Das Geldjournal, Kaſſenbuch. In demſelben werden alle Geld⸗Einnahmen und Ausgaben, ſo wie ſie vorfallen, unmittelbar und in einzelnen, auch noch ſo klei⸗ nen Poſten mit Hinweiſung auf die numerirten Belege ein⸗ getragen. Es muß nothwendig von dem, der die Kaſſe unter den Haͤnden hat, gefuͤhrt werden. 172.(2.) Das Naturalienjournal. Dasſelbe kann auf verſchiedene Weiſe gefuͤhrt werden. Die tabellariſche Form hat manche Annehmlichkeit, ſie darf aber nicht zu kom⸗ plicirt und die Ueberſicht erſchwerend ſeyn. Dieſes wird am ſicherſten vermieden, wenn man jeder Art von Vorraͤthen ein beſonderes Blatt anweiſet. Ein beſonderes Ernte⸗, Scheunen⸗ und Druſch⸗Regiſter wird damit verbunden. 173.(3.) Das Viehjournal. In dieſem wird der Abgang und Zugang des Viehs angezeichnet, dann aber auch ſänt R inen! aber h 6 werden auch h moͤgli von d turab in de fuͤhrt. muſſen d tigkei Verw merkſ leicht nehm die T Lokal getrac fuͤht daoſel Seak berſich 1 rei, ſelhſt, 1 einma die Thaͤti zutrag⸗ V 189 ſcherſte 3im und ſeine Fuͤtterung und Weide bemerkt. Was es aus den Maga⸗ Kt ſtnen zinen bekommt, ſteht zwar ſchon im Naturalienjournale, kann Sfä ena aber hier noch einmal kontranotirt werden. catwa vor Die Produkte, welche vom Vieh zum Verkauf kommen, Zund hit. werden meiſtens im Geldjournal berechnet, verdienen jedoch I von ile, auch hier eine kurze Anmerkung, und uͤber die Molkerei muß wo an lich moͤglich ein beſonderes Regiſter, am beßten auch taͤbellariſch, nit la von der Aufſeherin gefuͤhrt werden. Die Miſtausfuhr kann in dieſem Journale oder im Na⸗ Jyſtärt turalienjournale eingezeichnet werden. Beide werden, ſelbſt 4 dißn groͤßten Wirthſchaft, gewoͤhnlich von einer Perſon ge⸗ — uͤhrt. Lungen gu 174.(4.) Das Arbeitsjournal. In demſelben ttung der Sſu vmter Meßten ſein muͤſſen ſaͤmmtliche Hand- und Geſpannarbeiten nach Art, Ort und Zeit aufgezeichnet werden. Es iſt von der groͤßten Wich— tigkeit, indem es die ſicherſte Ueberſicht uͤber die zweckmaͤßigſte b Verwendung der Kraͤfte gibt. Es laͤßt ſich bei gehoͤriger Auf⸗ ee vorn ein merkſamkeit, die dadurch ſelbſt rege gehalten wird, tabellariſch 2 Trale ſi leicht fuͤhren. 175.(5.) Ein Beobachtungsjournal, worin vor⸗ uch. 4 nehmlich Beobachtungen uͤber den Einfluß der Witterung auf en, ſ u die Vegetation und den Ertrag nebſt anderen praktiſchen auf 0 ſo li Lokal⸗ und Zeitverhaͤltniſſe Bezug habenden Bemerkungen ein— telege ein getragen werden, wird zwar nur ſelten mit Konſequenz ge⸗ Daſſe unte fuͤhrt, bleibt aber fuͤr die Folge ſehr intereſſant. Man kann dasſelbe noch mit einem beſonderen Feldbeſtellungs-, Duͤnger⸗, Dasſele Saat⸗ und Ernteregiſter verbinden, das zu jeder Zeit eine Ue⸗ keͤdeſcht berſicht uͤber den Stand und Gang der Wirthſchaft gewaͤhrt. t zu kom⸗ 176. Wenn mit einer Wirthſchaft Nebengewerbe, Braue— 1 wird am rei, Brennerei ꝛc. verbunden ſind, ſo verſteht es ſich von Arathin ii ſelbſt, daß ein jedes ſein beſonderes Journal haben muͤſſe. 177. Die Fuͤhrung ſaͤmmtlicher Journale hat, wenn ſie 8*)⸗Ryſt einmal eingerichtet iſt, gar keine Schwierigkeiten, erhaͤlt aber die Aufmerkſamkeit der Wirthſchaftsofficianten auf Alles in vitd Thaͤtigkeit, da ohne viel Schreiberei jeder am Abend kurz ein⸗ 1 düx ul zutragen hat, was an jedem Tag in ſeinem Wirkungskreis 14 190 vorgefallen iſt. Er muß ſich freilich gleich auf der Stelle Alles, was vorkommt, in ſeinem Taſchenbuche anmerken, hat aber auch hierzu waͤhrend der Beſorgung ſeiner Geſchaͤfte hin⸗ laͤnglich Zeit. Der Direktor, wenn er nicht, wie in den klei⸗ neren Wirthſchaften es haͤufig der Fall iſt, die Journale ſelbſt fuͤhrt, hat nun ſtreng darauf zu halten, daß die Eintragun⸗ gen in ſelbige taͤglich zu beſtimmter Zeit geſchehen, und darf keine Verſaͤumniß darin geſtatten, weil ſelbſt die geringſte Nach⸗ laͤſſigkeit hierin zu Unordnungen Veroulaund gibt, und ſchwer zu ergaͤnzen iſt. 178. Die in dieſen Journalen enthaltenen Notizen muͤſ⸗ ſen nun in dem Hauptbuche ſo geordnet und zuſammengeſtellt werden, daß ſich aus demſelben erſehen laͤßt, welchen reinen Ueberſchuß jeder Wirthſchaftszweig gewaͤhrt hat. Die Fuͤhrung des Hauptbuches iſt durchaus die Sache des Wirthſchaftsdiretors, und ſelbſt wenn er einen beſondern Rechnungsfuͤhrer haͤtte, duͤrfte er dieſem nur das Einſchreiben und Rechnen nach ſeiner ſpeciellen Angabe und unter ſeinen Augen uͤbertragen. Denn eben die Fuͤhrung dieſes Buches gibt dem Wirthſchaftsfuͤhrer die klarſte Ueberſicht uͤber alle Verhaͤltniſſe und zeigt ihm die Verbeſſerungen an, welche in dem Wirthſchaftsbetriebe ſelbſt noch anzubringen ſeyn moͤchten. Die monatlich abgeſchloſſenen Journale geben ihm zwar die ſaͤmmtlichen Data zum Eintragen an die Hand, indeſſen ſind doch noch immer einige Erkundigungen einzuziehen und muͤſſen deshalb zu der Zeit, wo dieſes Geſchaͤft vorgenommen wird, ſaͤmmliche Wirthſchaftsofficianten in der Naͤhe ſeyn. dan nimmt dieſes Eintragen am zweckmaͤßigſten nur einmal im Jahre vor, und zwar waͤhrend des Winters, wo mehr Zeit zum Stubenſitzen uͤbrig iſt; auch wenn der eigentliche Rechnungsabſchluß Ende Juni's iſt, welchen Zeitpunkt man allgemein als den paſſendſten erkannt hat. Fruͤher wurde das monatliche Eintragen in das Hauptbuch empfohlen, dieſes macht aber zu viel Arbeit, ohne die Ueberſicht zu erleichtern und ein klareres Reſultat zu geben. — 11 auf me Die ð Iweck gewiß kaufme und 3 vor a einzell jeden macht bemer Mitte daß k Miß⸗ wende Geſet ſtellt und! 191 1 179. Die Einrichtung und Form des Hauptbuches iſt „e hät auf mancherlei Weiſe vorgeſchlagen und ausgefuͤhrt worden. 3 1 Die Form iſt auch in der That ganz gleichgiltig, wenn nur der Zweck einer guten Buchfuͤhrung erreicht wird; indeſſen hat T ſeliſ gewiß unter allen Formen die der doppelten Buchhaltung nach agun⸗ kaufmaͤnniſcher Art, jedoch mit verſchiedenen dem Gegenſtande nd dif und Zwecke angemeſſenen Modiſikationen, einen großen Vorzug n e Nach vor allen anderen. Sie gibt von der Wechſelwirkung aller ſchuer einzelnen Theile auf einander und von der Einwirkung eines jeden auf das Ganze eine ſo klare und ſo beſtimmte Anſicht; An mſ⸗ macht jeden Fehler der Einrichtung, jedes Mißverhaͤltniß ſo ngeſtelt bemerklich; erhaͤlt die Aufmerkſamkeit ſo lebendig und zeigt die 2 teinen Mittel, den entdeckten Maͤngeln abzuhelfen, ſo beſtimmt an, daß keine Taͤuſchung, kein Fehlgriff moͤglich bleibt. Jeder 7 Tahe Miß⸗ oder Nichtgebrauch der Kraͤfte, jede unvortheilhafte Ver⸗ rrſonden wendung muß in die Augen fallen und jede Uebertretung des D ureim Geſetzes wahrer Sparſamkeit ſich von ſelbſt ergeben. Dagegen der ſenen ſtellt ſie den Effekt einer richtigen Verwendung belehrend dar, 7 duche und bringt den Geiz zum Schweigen. 3 ber ale Eine naͤhere Anweiſung zur Rechnungsfuͤhrung paßt in ein Werk üche in dieſes geringen Umfanges nicht, weil ſie nur mit ſehr vielen Wor⸗ ten einigermaßen verſtaͤndlich zu geben iſt. Hier kam es nur dar⸗ 2 nchten⸗ auf an, die Wichtigkeit einer guten Rechnungsfuͤhrung und die dabei zu beruͤckſichtigenden Umſtaͤnde bemerklich zu machen. Auch ee bhi zän reicht eine ſchriftliche Anweiſung darin nur in ſehr ſeltenen Faͤl⸗ *r indeſen len aus. Selbſtanſchauung, Uebung und eignes Nachdenken fuͤh⸗ en und ren ſicherer zum Ziele. So viel es ſich thun laͤßt, wird bei den adommen Vorleſungen uͤber landwirthſchaftliche Gewerbslehre in Tharandt 2 chn. durch muͤndliche Belehrung uͤber Buchhaltung, durch Vorlegung von Formularen verſchiedener Art ꝛc. eine innige Bekanntſchaft S ſten vut der jungen Leute mit dieſem hochwichtigen Gegenſtande zu erſtre⸗ Ders, wo ben geſucht. Naͤhere Belehrung daruͤber findet man: 1igertiche 4 Anleitung zum Betrieb der Landwirthſchaft. B. II. S. 390. ukt mun Leitfaden zur allsemeinen landwirthſchaftlichen Gewerbslehre, von Pun d Thaer. Berlin 1815. rN ¹ Mittheilungen aus dem Gebiete der Landwirthſchaft. B. 2. ditſes Leipzig, bei Gleditſch 1819. 1 erlächun Koppe's Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. Berlin 1829. B. 1. S. 86. 14* 192 Ueber die zweckmaͤßige Verbindung der techni⸗ ſchen Gewerbe mit der Landwirthſchaft. 180. Der Ertrag der Landwirthſchaft kann in ſehr vie⸗ len Faͤllen ungemein durch die mit ihr in Verbindung geſetzte Anlage von techniſchen Gewerben gehoben werden. Darunter ſind jedoch vorzugsweiſe nur diejenigen zu verſtehen, welche ſich mit der Verarbeitung landwirthſchaftlicher Produkte befaſ⸗ ſen, oder doch auf eine fuͤr ihn vortheilhafte Art mit dem Be— trieb der Landwirthſchaft in Verbindung zu bringen ſind; z. B. Brauerei, Branntweinbrennerei, Staͤrkefa⸗ brik, Runkelzuckerfabrikation, Ziegeleien ꝛc. Andere Fabrikanlagen paſſen fuͤr den Landwirth, als ſolchen, nicht, und koͤnnen, ſeine Aufmerkſamkeit und ſein Kapital dem Hauptunternehmen entziehend, ſeinen Ruin herbeifuͤhren. Selbſt jene techniſchen Gewerbe bringen oft nicht den erwar— teten Gewinn, weil ihr Ertrag durch das haͤufige Mißlingen der Fabrikate, durch die Schwierigkeit des Abſatzes, durch un⸗ vermeidliche Verluſte bei dem Verkauf und durch die große Abnutzung der dazu nothwendigen Gebaͤude und Geraͤthſchaf⸗ ten nicht ſelten ſehr herabgeſetzt wird, wenn ſie zumal im Ganzen nicht zweckmaͤßig betrieben werden. 181. Die Klugheit gebietet demnach jedem Landwirth, ſich nur mit ſolchen Gewerben einzulaſſen, wozu 1) ſein Vermoͤ⸗ gen hinreicht, die 2) die Gelegenheit zu einer hoͤheren Acker⸗ benutzung darbieten, 3) einen guͤnſtigen Einfluß auf die Duͤn⸗ gererzeugung ausuͤben und 4) die volle Beſchaͤftigung der Ar— beiter zu einer Zeit geſtatten, wo der gewoͤhnliche Ackerbau nicht dazu ausreicht. Daraus ergeben ſich folgende wichtige Regeln fuͤr den Landwieth bei der Anlage techniſcher Gewerbsbetriebe neben der Landwirthſchaft:. a) er mache ſich mit dem Gewerbe, das er betreiben will, theoretiſch und praktiſch vollſtaͤndig bekannt;“ b) er waͤhle nur ſolche Fabrikationen, die auf irgend eine Weiſe vortheilhaft fuͤr die uͤbrigen Wirthſchaftszweige ſeyn koͤnnen; c) er huͤte ſich, große geliehene Kapitale auf techniſche Gewerbe zu verwenden, wenn zumal ſeine Exiſtenz ohne⸗ dieß ſchon gefaͤhrdet iſt. Solches iſt gefaͤhrlicher als das Hazardſpiel, ——y—— 4 det d 5 Kt ⸗ ſſchaft Rin ſäjti dum aite b dem hen, helche dukte lefſ mit den oe en ſud,. Stärkef leien ze, als ſolchen, ein Kapital rheifühten. den erwar Näͤlängn darch un: die große beräthſchaf zumal in Landwitth, ein Vermö⸗ eren Acker⸗ die Duͤn⸗ ig der Ar Ackerbau —— wfür der ’e nelen iben wil, rgend eine weige ſeyn ftechiüche ſterz bhle⸗ 5 her als N —— Colour& Grey Goriroſ Chart Blue Cyan Green Vellow HNed Magenta Wnite Grey 1 Grey 2 Grey 3 Grey 4 Black