Univ.-Bibl. SGiessen —— — 2— — 9 4 I 3 13 Kurzer Abriß„ eines 1 4 8 Unterrichts in der Landwirthſchaft, z um Gebrauch bei Vorleſungen uͤber dieſelbe. Von Dr. A. G. Schweitzer, Profeſſor der Landwirthſchaft in Tharandt und mehrerer gelehrten Geſellſchaften Mitglied. Er ſte Abtheilun g. Ackerba p. 51 p, BBLIOTM Dresden und Leipzig, 4 in der Arnoldiſchen Buchhandlung. 1.8 3 1. ‿ ꝑ————Qꝑ́ꝑ——.— —— Boörrvedeoe, Un bei meinen an der hieſigen Lehranſtalt zu hal⸗ tenden Vortraͤgen uͤber die geſammte Landwirth— ſchaft das als ſehr laͤſtig erkannte Diktiren derje⸗ nigen Hauptſaͤtze, mit denen ſich, um ſie beſſer zu merken, die Zuhoͤrer woͤrtlich bekannt machen muͤſ⸗ ſen, zu erſparen, ſchien es mir am gerathenſten, dieſe Saͤtze drucken zu laſſen, und ſo iſt ein kurzer Abriß eines Unterrichts in dem Ackerbau, der Vieh⸗ zucht und der landwirthſchaftlichen Gewerbslehre, welche die Anweiſung ertheilt, wie jene beiden am vortheilhafteſten zuſammen zu ſtellen ſind, wenn der Zweck der Landwirthſchaft erreicht werden ſoll, ent— ſtanden, wovon einſtweilen die erſte Abtheilung, der Ackerbau, dem groͤßern Publikum uͤbergeben wird. Nicht eitle Autorſucht, ſondern der wirkliche Mangel eines Lehrbuchs, wie es fuͤr meinen Zweck paßt, hat dieſes Werkchen zu Tage gefoͤrdert. Um mich daruͤber zu rechtfertigen, und Mißdeutun⸗ gen zu vermeiden, bin ich jedoch denjenigen, die es der genauern Betrachtung werth halten ſollten, eine naͤhere Erklaͤrung ſchuldig, die leicht, weil mehreres zur Sprache zu bringen iſt, die Grenzen einer gewoͤhnlichen Vorrede uͤberſchreiten duͤrfte, was der geneigte Leſer guͤtigſt entſchuldigen moͤge. *¼ ——————— IV Es iſt mir bei dem Unterrichte in der Land⸗ 4 wirthſchaft ſehr zweckmaͤßig vorgekommen, diejeni⸗ balt gen Gegenſtaͤnde, Regeln und Vorſchriften, auf u die es bei ihrem Betrieb vorzuͤglich ankommt, uͤber 1 ir deren Richtigkeit und Unumſtoͤßlichkeit die allgemeine 6 Erfahrung entſchieden hat, und welche einer baldi— ſ gen Umwandlung nicht leicht unterworfen ſeyn 6 moͤchten, einfach, klar und beſtimmt, ohne weitlaͤu— fige Anfuͤhrung der Gruͤnde, anzugeben und nieder— kin ſchreiben zu laſſen. Man vermeidet dadurch Miß⸗ gem verſtaͤndniſſe in wichtigen Dingen, und die jungen beh Leute bekommen feſte Haltpunkte, woran ſich naͤ— de here Betrachtungen, Geſpraͤche, gruͤndliche Entwik⸗ Wül kelung des Vorgetragenen, ſokratiſche Unterhal— d tungen daruͤber anknuͤpfen laſſen. du l Beweiſe und Erlaͤuterungen des Geſagten, Bei—„ ſpiele, noch problematiſche Anſichten, noch nicht villn voͤllig beſtaͤtigte Waͤhrnehmungen und Beobachtun— ſt gen, neue, aber noch nicht genuͤgend gepruͤfte Ver— baidi fahrungsarten ꝛc. koͤnnen dann im ſchnelleren muͤnd⸗ hinſie lichen Vortrage hinzugefuͤgt werden. Die Zuhoͤrer und moͤgen ſich davon nach Willkuͤhr das Wichtigſte d, ſchriftlich anmerken, oder nur im Gedaͤchtniß be⸗ ſind halten, dieß gilt gleich, wenn ſie es nur faſſen, 1 daruͤber nachdenken, und bei ſich gehoͤrig verarbei— nem ten, woruͤber von Zeit zu Zeit Pruͤfungen anzu⸗ tandt ſtellen ſind. nen Jene Hauptſaͤtze, Haltpunkte bei dem Unter⸗ Rlehn richte, koͤnnen nach meinem Ermeſſen auch nur den witth Inhalt eines zum oͤffentlichen Unterrichte in der Land⸗ 2 wirthſchaft beſtimmten Lehrbuchs derſelben ausma⸗* aruet. chen; die naͤheren Erlaͤuterungen aber, die bei dem meine raſtloſen Fortſchreiten der Wiſſenſchaft faſt alljaͤhr- ſtimm, lich Abaͤnderungen erleiden, das neu Erforſchte, wäili Aufgefundene, Bemerkte auch mit beruͤhren muͤſſen, ſie m ſind kein Gegenſtand fuͤr ſelbiges. Sollte auch die⸗ ig A ————. 5—* ————,ſ1—,ÿ——————————————— 3 4 —————————— —— and⸗ ſes darin enthalten ſeyn, dann muͤßte es ſehr oft jjeni⸗ umgearbeitet werden. Aus eben dieſem Grunde auf halte ich es nicht fuͤr gut, einem ſolchen Werke uͤber eine weitlaͤufige Literatur beizufuͤgen;z denn dieſe neine wuͤrde fortwaͤhrend muͤndlich zu gebende Nachtraͤge aldi⸗ erfordern. Nur die anerkannt beßten und wichtig— ſeyn ſten Werke duͤrften darin anzufuͤhren ſeyn. tlaͤu⸗ So geſtaltet gibt es aber, meines Wiſſens, jeder⸗ kein dem jetzigen Standpunkt der Wiſſenſchaft an⸗ Niß⸗ gemeſſenes Lehrbuch der Landwirthſchaft. Die mir bekannten geben bald zu wenig, bald zu viel fuͤr ingen dis den angezeigten Zweck. Anfangs war es mein twik⸗ Wille, meinem Unterricht in der Landwirthſchaft rhal⸗ das treffliche Burger'ſche Lehrbuch zum Grunde zu legen, weil es nach meinem Ermeſſen wo nicht Bei⸗* das beßte, doch eins der vorzuͤglichſten von den nicht vielen vorhandenen landwirthſchaftlichen Lehrbuͤchern htun⸗ iſt; aber ich fand bald, daß das Obengeruͤgte auch Ver⸗ bei dieſem ſtatt finde, zumal bei den in Tharandt ünd⸗ hinſichtlich des Unterrichts obwaltenden Verhaͤltniſſen, horer und daß es mir daher faſt unmoͤglich werden wuͤr⸗ tigſt de, meine Vortraͤge ihm anzupaſſen. Folgendes zbe⸗ ſind die Gruͤnde von dem Geſagte: iſen 1) Das Burger ſche Lehrbuch enthaͤlt in ſei⸗ deir nem erſten Hauptſtuͤcke die Agronomie, die in Tha⸗ Tbfi⸗ randt von der Landwirthſchaft getrennt, in eige⸗ määe nen Vortraͤgen fuͤr Forſt- und Landwirthe zugleich gelehrt wird, und alſo von dem Lehrer der Land⸗ nter⸗ wirthſchaft nur nebenbei beruͤhrt werden kann. da 2) Die in demſelben mit groͤßerer Schrift ge— and⸗. druckten Saͤtze, meiſt ſolche Hauptſaͤtze, wie ich Emma⸗ meine, ſind zwar in ihrer Mehrzahl richtig, be⸗ dem ſtimmt und genuͤgend, zum Theil aber auch zu jähr⸗ weitlaͤufig und zu umſtaͤndlich; ferner enthalten ſcht⸗ ſie manches Ueberfluͤſſige, manches jetzt als unrich⸗ iſſen, tig Anerkannte, manches, was meinen Anſichten und h die⸗ —ͤͤͤͤͤͤͤͤͤͤſͤſͤſͤ VI am Erfahrungen widerſtreitet. Dagegen fehlt darin 35 wieder mehreres, was nach meiner Meinung eben⸗ ten falls erwaͤhnt zu werden verdient, was in unſerer zuar Oertlichkeit von Wichtigkeit iſt, was neuerer Zeit gr entdeckt und richtig befunden worden iſt. in d 3) Derſelbe Fall, nur in einem noch weit hoͤ— de heren Grade, findet bei den mit kleinerer Schrift fn gedruckten Saͤtzen ſtatt. Sie enthalten die naͤhe— cen ren Erlaͤuterungen und Beweiſe, die zwar meiſtens ß auf eine ſehr geiſtreiche Weiſe gegeben werden, aber he nach meinem Dafuͤrhalten fuͤr ein bloß zu Vorle—„ ſungen beſtimmtes Lehrbuch der Landwirthſchaft nicht fi paſſend ſind. Auch iſt mehreres darin aufgenom⸗ dt men, womit ich durchaus nicht uͤbereinſtimmen kann, un dagegen vermiſſe ich viele, beſonders fuͤr unſere Oert— ſ9 lichkeit hoͤchſt wichtige Gegenſtaͤnde, ſo daß ſie fuͤr de. meinen Zweck theilweiſe einer gaͤnzlichen Umarbei⸗* ec tung bedurft haͤtten. ſti Waͤre nun dieſes Lehrbuch meinem Unterrichte 5 zum Grund gelegt worden, ſo wuͤrde mein Vor— 3 trag durch die zu machenden Zuſaͤtze, Abaͤnderun⸗ nin gen, Widerlegungen des Geſagten ſo verworren ing und ſchwer zu faſſen geworden ſeyn, daß ich Miß⸗ glet verſtaͤndniſſe ohne Zahl und daraus hervorgehende Koß Erfolgloſigkeit meines Unterrichtes zu befuͤrchten Knl. gehabt haͤtte. Zu dem kommt noch, daß ſelbiges ih als ein bloßes Lehrbuch der Landwirthſchaft bei dem algg oͤffentlichen Unterrichte, an dem Viele, ſelbſt Unbe— ihne mittelte Theil nehmen, zu theuer und weeitllaͤufig laſ iſt, daß ferner die darin gebrauchten in Sachſen diel ungewoͤhnlichen Maaße und Gewichte eine Menge 4 ſolch Reduktionen nothwendig machen, und daß man ſaft darin mehrere Provinzialismen findet, die Vielen dad unverſtaͤndlich ſind. nich Dieſe Urſachen, unterſtuͤtzt von dem Umſtande, ds d daß die anderen von mir gepruͤften Lehrbuͤcher der nig —— ——· VII darin Landwirthſchaft, ſo trefflich ſie auch an ſich ſeyn moͤ⸗ eben⸗ gen, meiner Abſicht ebenfalls nicht entſprechen, beſtimm⸗ nſerer ten mich, mir fuͤr meinen Zweck ein eigenes aus— rZeit zuarbeiten. Bei demſelben habe ich jedoch das Bur— 8 ger'ſche zum Grund gelegt und deſſen Anordnung it hoͤ⸗ in der Hauptſache befolgt, nur in der Bezeichnung Schrift der Paragraphen iſt eine andere Einrichtung getrof⸗ naͤhe⸗ fen worden, die mir das Nachſchlagen und Aufſu⸗ ſeiſtens chen zu erleichtern ſcheint. Auch bekenne ich gern, aber daß ſehr viele von den in dem genannten Lehrbu⸗ Vorle⸗ che enthaltenen, mit großer Schrift gedruckten Saͤz⸗ tricht ze, wenn ſie mit meiner Anſicht uͤbereinſtimmten, faſt woͤrtlich beibehalten worden ſind; denn ich ſehe ſe nicht ein, warum ich etwas anderes wie Burger Oert⸗ ſagen ſoll, wenn ich es nicht beſſer oder kuͤrzer ſa⸗ ſe für gen kann. Ich hoffe dieſes Verfahrens wegen kei⸗ narbe* nes Plagiats beſchuldigt zu werden, und dafuͤr . ſelbſt von dem trefflichen hochverehrten Verfaſſer erichte guͤtige Verzeihung zu erhalten. Vor⸗. Es waͤre indeſſen doch wohl moͤglich, daß die derun⸗ woͤrtliche Benutzung des Burger'ſchen Lehrbuchs aͤngſtlicher vermieden worden waͤre, wenn es erſt Vndee gleich im Plane gelegen haͤtte, dieſen Abriß dem Miß⸗ groͤßern Publikum zu uͤbergeben. Er war anfangs ſehende nur zum Diktiren in den Lehrſtunden beſtimmt; da ürchten ich aber ſolches wie ſchon fruͤher erwaͤhnt, zu un— elbiges angenehm und zeitraubend fand, entſchloß ich mich, ei dem ihn als Manuſcript fuͤr meine Zuhoͤrer drucken zu Unbe⸗ laſſen. Einige meiner Bekannten meinten indeſſen, tläufg vielleicht zu guͤnſtig fuͤr mich urtheilend, daß ein zachſen. ſolches Buͤchelchen auch bei dem groͤßern landwirth— Menge— ſchaftlichen Publikum eine geneigte Aufnahme fin⸗ 3 man den duͤrfte, und dadurch veranlaßt, entſchloß ich Vielen mich, es in den öͤffentlichen Buchhandel, fuͤr den es eigentlich nicht beſtimmt war, zu geben. Doch ſſtande, moͤge die Aufnahme, welche dieſe Abtheilung findet, her der —— ꝗ— 2 VIII 1 daruͤber entſcheiden, ob auch die anderen dieſen 4 33 Weg gehen ſollen... am Noch finde ich mich veranlaßt, einige Worte uͤber Pflanzennahrung, wovon in vorliegendem Werk⸗ 4 bn chen mehrmahls die Rede iſt, in landwirthſchaft⸗ 3 10 licher Hinſicht zu ſagen. Wohl weiß ich, daß die m Naturkundigen noch keinesweges daruͤber einig ſind, llrn wie die Ernaͤhrung der Pflanzen vor ſich gehe. U ichü Die aͤltere, von tuͤchtigen und aufmerkſamen Na— turbeobachtern, Sauſſure und mehreren auf die un Bahn gebrachte Erklaͤrungsweiſe, nach welcher die der· Pflanzen vermittelſt ihrer Wurzeln einen großen dn Theil ihrer Nahrung aus dem Boden ziehen*), a und dazu vorzuͤglich die vom Waſſer bewirkten Auf⸗ nur loͤßſungen des Humus und aufgebrachten Duͤngers zuged benutzen, wird von Vielen verworfen. Ob dieß. ganj mit ganz uͤberzeugenden, auf reine Naturbeobacht⸗ 2 ertis ung geſtuͤtzten Gruͤnden geſchieht, wage ich nicht, ah zu entſcheiden, da ich zu wenig Naturforſcher bin. Laͤugnen kann ich aber nicht, daß ich fuͤr meinen gen, Theil dieſe Erklaͤrungsweiſe nicht gern aufgebe, weil der alle Erſcheinungen des Pflanzenwachsthums, des 5 inj . *) Daß dieß doch wirklich geſchehe, dafuͤr ſcheinen die in, von dem Hofrath Vogel in Muͤnchen und vom Pro— md; feſſor Heine in Berlin waͤhrend der Verſammlung der rechne deutſchen Naturforſcher zu Heidelberg, im Jahre V ſeinen 1829 mitgetheilten Verſuche und Beobachtungen Erfat deutlich zu ſprechen. S. Iſis, Heft 5., 6. und 7. dan v. Jahr 1830. Letzterer ſagt S. 508: Das Or⸗ V aun gan, welches die fuͤr das Gewaͤchs noͤthige Feuch— II be tigkeit aus dem Boden aufnimmt, iſt die Rinde der 4 Man Wurzeln. Ferner S. 511: Das Waſſer iſt das 3 vriſ Mittel, durch welches die Kohlenſaͤure, das bedeu— rtendſte Nahrungsmittel der Gewaͤchſe in dieſelben ein— nur d gefuͤhrt und in allen Theilen derſelben verbreitet wird.— arten Dadurch wird fruͤher Geſagtes uͤber dieſen Gegen⸗ der ſtand neu beſtaͤtigt. 8 das = IX . jeſen Erfolgs der verſchiedenen Duͤngungen, der Ver⸗ aͤnderungen, welche dieſe im Boden erleiden ꝛc. ſo orte genau damit harmoniren, wie eine jede ruhige, be⸗ erk⸗ 1 ſonnene, ohne vorgefaßte Meinung unternommene aft⸗ V Beobachtung zeigt. Hiermit will ich jedoch keines⸗ de weges die Behauptung aufſtellen, daß neuere Er— ſind, klaͤrungen uͤber die Ernaͤhrung der Pflanzen nicht ehe. richtiger ſeyn koͤnnten, und freudig werde ich mich Na⸗ zu einer jeden andern bekennen, wenn ſie feſt be— die gruͤndet iſt, und mich vollkommen uͤberzeugt. In die der jetzt daruͤber noch herrſchenden Ungewißheit, bei yßen dem ewigen Schwanken der Anſichten, halte ich es, 4), als Lehrer der Landwirthſchaft, am gerathenſten, Auf. nur die wirklichen Erſcheinungen und Erfolge an— gers zugeben, ihr Wie aber, ſo weit es nur moͤglich iſt, dieß ganz aus der Acht zu laſſen. Daher iſt auch im icht: f vorliegenden Buche gar nichts uͤber die Pflanzen⸗ icht, ernaͤhrung geſagt worden, was zu deren Erklaͤr— bin ung dienen ſoll; indeſſen war es, der Kuͤrze we⸗ inen gen, nicht moͤglich, die Woͤrter:„Nahrung weil b der Pflanzen, Pflanzennahrung' des V ganz zu vermeiden. Der Landwirth betrachtet den Duͤnger als ſolche, und muß ihn als ſolche betrach— ten, weil er mit ihm bei ſeinen Pflanzen daſſelbe wbi und zwar eben ſo ſicher, auf eben ſo genau zu be— der rechnende Weiſe bewirkt, was er durch Futter bei ahre ſeinem Vieh zu Wege bringt. Dieß beweiſtt die ngen Erfahrung taͤglich. Wie aber der Duͤnger wirke, 7. darum braucht ſich der Landwirth, als ſolcher, nicht 4 zu bekuͤmmern. Moͤge er nun wirklich von den der 4 Pflanzen verzehrt werden, oder nur durch einen gal— das vaniſchen oder andern Reiz im Boden, oder gar deu⸗ nur durch Schwaͤngerung der Atmoſphaͤre mit Gas⸗ ein⸗ arten(woher aber dann, bei der ewigen Bewegung d. der Luft, die beſchraͤnkte Wirkung des Duͤngers auf den. das Stuͤck Land, ja die einzelne Pflanze, velchen ——— 4 8———— 2 △———= ——————— X man ihn gibt?) ſo große Dinge thun, das gilt ihm gleich. Eine Erklaͤrung dieſer Erſcheinungen hat nur in ſo fern fuͤr ihn Intereſſe, als ihm, dem denkenden und fuͤhlenden Mann, die Erforſchung der geſammten Naturerſcheinungen wichtig und an— genehm iſt. In Bezug auf ſein Gewerbe genuͤgt ihm, zu wiſſen, was er mit dem Duͤnger zu er— zeugen vermag, wie er ihn behandeln muͤſſe, um das Gewuͤnſchte hervorzubringen, und wie er es anzufangen habe, um die durch die Pflanzenpro— duktion im Boden verringerte Duͤngerquantitaͤt wie— der zu erſetzen. In dieſer Beziehung wird es hof— fentlich bei allen Pflanzenphyſiologen, Naturphi— loſophen und anderen Naturkundigen Entſchuldig— ung verdienen, wenn der Duͤnger vom Landwirth als Pflanzennahrung betrachtet, und mancher eine gute, kraͤftige, anderer eine geringere, fuͤr die oder jene Frucht nicht paſſende genannt wird. Auch uͤber andere naturwiſſenſchaftliche, chemi— ſche und phyſikaliſche Gegenſtaͤnde iſt im vorliegen— den Werkchen jede Erklaͤrung ſo viel als moͤglich vermieden worden, weil ſolche nicht in ein Lehr— buch der Landwirthſchaft zu paſſen ſcheint, ſondern bei der Lehre ihrer Hilfswiſſenſchaften gegeben werden muß. Daher findet man darin nichts uͤber die mehrmals erwaͤhnten Bedingungen der Gaͤhr— ung, nichts uͤber das Weſen der Waͤrme, des Lichts, der Luft; uͤber die Eigenthuͤmlichkeiten der organiſchen und unorganiſchen Naturkoͤrper, woruͤ⸗ ber Burger in ſeinem, aus wohl begruͤndeten Urſachen umfaſſendern Lehrbuche ſo viel beibringt. Alles dieß ſind Gegenſtaͤnde der Chemie, Phyſik und eigentlichen Naturgeſchichte, deren Wichtigkeit fuͤr den Landwirth aus dieſer gewaͤhlten Art des Unterrichts in ſeinem eigentlichen Fache deſto mehr hervorleuchten moͤchte. Dagegen habe ich mich be⸗ - —————— müͤht, vollſt was ſen,j vorlieg As Darſt hande ſtellu Zwech höchſ Umfa Fotm mache Beſtr jedes men nicht lich halb cheln, zun ſchied E Fille manc ſelbſt Din hinre cher de. wend bei ner und tafel muͤht, in allen rein landwirthſchaftlichen Dingen ſo vollſtaͤndig wie moͤglich zu ſeyn, und ja nichts, was darauf Bezug haben kann, unberuͤhrt zu laſ— ſen, jedoch immer nur mit der Ruͤckſicht, daß das vorliegende Buch ein bloßes Kompendium ſeyn ſoll. Als ſolches hat es die Aufgabe, eine gedraͤngte Darſtellung des Gegenſtandes, um den es ſich handelt, ohne Streben nach Schoͤnheit der Dar— ſtellung, aber mit beſtaͤndiger Beruͤckſichtigung des Zwecks der Belehrung zu liefern. Es ſoll die hoͤchſten und reifſten Reſultate der Wiſſenſchaft im Umfange der engſten und dennoch verſtaͤndlichſten Form enthalten. Dieſen an ein Kompendium zu machenden Anforderungen nahe zu kommen, iſt mein Beſtreben geweſen, und ich darf verſichern, daß jedes Wort, auch wenn es von Anderen aufgenom— men wurde, erſt nach ſorgfaͤltiger Pruͤfung, ob es nicht etwa uͤberfluͤſſig ſei, oder das Gewollte wirk— lich ausdruͤcke, niedergeſchrieben worden iſt. Deß— halb koͤnnte ich mir wohl mit der Hoffnung ſchmei⸗ cheln, daß es mir gelungen ſei, weder zu viel noch zu wenig zu ſagen; indeſſen die Anſichten ſind ver— ſchieden und des Menſchen Werke unvollkommen. Es kann daher wohl ſeyn, daß ich von meinem Ziele fern geblieben, manchem zu unſtaͤndlich, manchem nicht genuͤgend erſcheine. So fuͤhle ich ſelbſt, daß bei der Aufzaͤhlung der verſchiedenen Duͤngermaterialien die bloße Benennung derſelben hinreichend, die ausfuͤhrlichere Beſchreibung man— cher Verfahrungsart zu entbehren geweſen ſeyn wuͤr— de. Aber ich gebe bisweilen mehr, als das Noth— wendigſte aus zwei Gruͤnden; einmal wollte ich bei meinen Zuhoͤrern jegliches Mißverſtaͤndniß mei— ner bloß muͤndlich geſprochenen Worte vermeiden, und ihnen in dieſem Buche eine treue Gedaͤchtniß⸗ tafel des Gehoͤrten uͤberliefern. Dann ſchien es XII mir nothwendig, bisweilen etwas ausfuͤhrlicher zu ſeyn, um das groͤßere landwirthſchaftliche Publi— kum uͤber meine Anſichten nicht in Ungewißheit zu laſſen, und manchem durch mein Werkchen einen vielleicht nicht unwillkommenen, kurzen Leitfaden bei dem Betrieb ſeines Gewerbes an die Hand zu geben. Moͤge mir mein redliches Streben, ein brauch⸗ bares Buch zu liefern, nur einigermaßen gelungen ſeyn! Tharandt, am 25. December 1830. Der Verfaſſer. —— weg. D. wichte 4 „— B hen zu che in ſchaftii nicht a ſe mit ren in Verglei hinreich ber ein efen auch gungen 4 XIII Nachricht wegen der in dieſem Buche gebrauchten Maße und Gewichte. De in dieſem Werkchen angegebenen Maße und Ge⸗ wichte ſind die im Koͤnigreiche Sachſen gebraͤuchlichen. Der Saͤchſ. Acker enthaͤlt 300 Quadratruthen zu 7 Ellen 14 Zoll. Die Elle 1 2 Fuß. Der Fuß ¹ 12 Zoll. Der Zoll„ 10,5 Par. Linien. Der Dresdener Scheffel haͤlt 4 Viertel. Das Viertel„ 4 Metzen. Die Metze 7 Kanne. Die Kanne 47 Par. Kubikzoll. Die Leipziger Kanne, welche ebenfalls in man— chen Gegenden gebraͤuchlich iſt, haͤlt jedoch 60 Par. Kubikzoll, und iſt daher noch etwas groͤßer als das Berliner Quart, welches 59 Par. Kubikzoll hat. Der Saͤchſiſche Centner haͤlt 110 Pfund. Das Pfund ⸗ 32 Loth. Das Loth„ 303,62... Holl. Aſſe. Eine genaue Vergleichung mit vielen anderen Maa— ßen zu geben, iſt keinesweges meine Abſicht, da eine ſol— che in mehreren Werken, ſelbſt in mehreren landwirth⸗ ſchaftlichen, bereits zu finden iſt; indeſſen moͤchte es doch nicht am unrechten Orte ſeyn, die oben angegebenen Maa⸗ ße mit einigen der wichtigeren in Deutſchland und ande⸗ ren in Sachſen vorkommenden nur in einer annaͤhernden Vergleichung, wie ſie jedoch bei oͤkonomiſchen Rechnungen hinreichend iſt, zuſammenzuſtellen, um ſo mehr, da daruͤ— ber einige Unrichtigkeiten herrſchend ſind. XIV 1. Vergleichung der im Koͤnigreiche Sachſen uͤblichen Maaße mit den Preußiſchen. 6 Saͤchſ. Acker ſind gleich: 13 Magdeburg. Morgen, 1 Dresd Schffl. ⸗. 2 Berlin. Schffln. 131 Saͤchſ.(Leipz.) Pfunde: 130 Berlin. Pfunden. 5 Dresd. Kannen ſind gleich: 4 Berl. Quart. 2. Vergleichung der Saͤchſiſchen Maaße mit den Oeſterreichiſchen. 44 Saͤchſ. Acker ſind gleich: 46 Wiener Jochen. „, Dresd. Schffl. ⸗. 1 Wiener Metze. 8 2 2 2 87 16 2 2 47 2 2 54 Boͤhmiſchen Strichen. 11 Saͤchſ. Pfunde 3 9 Wiener Pfunden. 6 Dresd. Kannen 4 ¾1) Maßen. 3. Vergleichung der Maaße des Koͤnigreichs Sachſen mit denen im Groß— herzogthume Weimar. 1 Saͤchſiſcher Acker iſt gleich:! 2 Weimariſchen Ackern. Der Weimariſche Acker haͤlt 140 Quadratruthen zu 8 Ellen. 7 Dresd. Scheffel ſind gleich: 10 Weimariſchen Schffln. Die uͤbrigen Maaße und Gewichte ſind einander gleich. 4. Vergleichung der Maaße im Koͤnigreiche Sachſen mit denen im Herzog— thume Altenburg. 13 Saͤchſ. Acker ſind gleich: 15 neuen Altenb. Ackern. Der neue Altenb. Acker haͤlt 200 Quadratruthen à 10 Ellen. 4 Dresd. Scheffel ſind gleich: 3 Altenburg. Schffln. Die anderen Maaße und Gewichte ſind einander gleich, nur iſt im Altenburgiſchen die Leipziger Kanne im Gebrauch. orgen. Erſt e Abtheilun g. hrichen. 4 Der Ack er bau. Groß⸗ ſckern. en zu chffin. gleich. erzog⸗ ckern. ruthen hffin. ander ne im Beg. 9 ſaft, von Pf 2. ter; ei die eig ſchaff, j Bezueml Jhiere; des auf werbes, (Die höch gher, „Worte des Fremden belehren nicht, wenn, durch ſie geweckt und geleitet, der Geiſt ſich nicht ſelbſt belehret.“ Herder. 1 b ½ ——— und Einleitung. I. Begriff und Zweck der Landwirthſchaft. 1. Diee Landwirthſchaft iſt diejenige Wiſſen⸗ ſchaft, welche zur Erziehung und nuͤtzlichen Verwendung von Pflanzen und Thieren Anleitung gibt. 2. Der Zweck der Landwirthſchaft iſt ein doppel⸗ ter; ein allgemeiner und ein beſondrer. Jener, die eigentliche Veranlaſſung zur geſammten Landwirth⸗ ſchaft, iſt die Erziehung der zur Nahrung, Kleidung und Bequemlichkeit der Menſchen dienenden Pflanzen und Thiere; dieſer(der beſondre) die vortheilhafteſte Benutzung des auf den Betrieb der Landwirthſchaft, als eines Ge⸗ werbes, verwendeten Kapitals. (Die Erreichung des letztern Zwecks iſt nicht immer mit der hoͤchſt moͤglichen Produktion verbunden; dieſe Verbindung aber, ſo weit ſie in der Menſchen Gewalt, zu erſtreben.) II. Von der Natur der lebenden Koͤpper. 3. Da ſich die Landwirthſchaft haupiſchlich mit der Erzeugung, Pflege und Verwendung von Pflanzen 1 —— ——— 2 und Thieren abgibt, ſo kann ſie, ohne eine genaue Kennt⸗ niß von der Natur der Pflanzen und Thiere, oder der lebenden Koͤrper uͤberhaupt, nicht mit Erfolg betrieben werden. 4. Es iſt demnach vor allem noͤthig, die Bedingun⸗ gen zu kennen, unter denen es moͤglich iſt, daß das Le⸗ ben der Pflanzen und Thiere fortbeſtehe. 5. Die wichtigſte dieſer Bedingungen iſt eine ihnen zuſagende Nahrung, und der Landwirth muß daher vor⸗ nehmlich dahin ſtreben, ihnen eine ſolche zu verſchaffen. 6. Wenn Thiere und Pflanzen ein ſchnelles und zugleich großes Wachsthum aͤußern, d. h. in einem gege⸗ benen Zeitraume viel organiſche Maſſe hervorbringen ſollen, ſo muß fuͤr ihre reichliche und zweckmaͤßige Ernaͤh— rung geſorgt werden, ſonſt bleiben ſie klein und duͤrftig. 7. Viele und große Thiere ſind daher nur in den Gegenden denkbar, wo die Natur reichlich fuͤr ihre Er⸗ naͤhrung geſorgt hat. Da nun die meiſten vierfuͤßigen Thiere nur von Pflanzen leben, findet man dieſelben von Natur auch nur da von ausgezeichneter Groͤße und in Menge verbreitet, wo ausgedehnte, pflanzenreiche Weiden ihre Erhaltung und Vermehrung beguͤnſtigen. So muß in der Haushaltung des Menſchen die Kultur der Wei— den, Wieſen und Futterkraͤuter erſt die Unterhaltung ſei— ner Hausthiere begruͤnden, ehe auf deren Vermehrung, Vergroͤßerung und beſſere Benutzung zu denken iſt. — III. Abtheilung und Ueberſicht der Lehre von der Landwirthſchaft. 8. Die Lehre von der Landwirthſchaft zerfaͤllt in die Lehre von der Kultur der Pflanzen(Ackerbau) und in die von der Kultur der Thiere(Viehzucht). 9. hhiere der zu Pfaanze lähre dheile 1 den d ſene nen, w 1 rüßgiſe ſum T yyyſſch And wi 11 dens ſimmt 1 gügſit theiber mie), hen L 1 gen un Vachet befdrde fäͤguch ſorung ſtimmte ſin; ſi hierun tung, Vorte dichige 3 3 9. Da der Menſch groͤßtentheils, und ſeine Haus⸗ R der thiere faſt bloß von Pflanzen leben, ſo iſt die Kenntniß trieben der zu dieſem Behufe anwendbaren und vorzuͤglichſten Pflanzen und ihrer eigenthuͤmlichen Natur, ſo wie die ingun⸗ Lehre von ihrer Pflege und Verwendung der wichtigſte as Le⸗ Theil der Landwirthſchaft. 10. Ehe aber die Lehre von der Pflege dieſer Pflan— eihnen zen abgehandelt werden kann, iſt es nothwendig, zuvor er vor⸗ jene Subſtanz naͤher zu unterſuchen und kennen zu ler— ffen. nen, worin ihr Wachsthum vor ſich geht, naͤmlich die Erde. s und 11. Grundſaͤtze fuͤr den Ackerbau koͤnnen nicht eher gege⸗ aufgeſtellt werden, als bis man weiß, was der Boden öringen zum Wachsthum der Pflanzen beitraͤgt, in wie fern ſeine Ernaͤh⸗ phyſiſche Beſchaffenheit von ſeinen Beſtandtheilen abhaͤngt, rrftig. und wie ſelbige umgeaͤndert werden kann. . 12. Durch die Kenntniß der Beſtandtheile des Bo— 9 den dens laͤßt ſich ſeine phyſiſche Beſchaffenheit unter be— hre Er ſtimmten klimatiſchen Verhaͤltniſſen erklaͤren. b5 13. Die Lehre von der Kenntniß der Beſtandtheile, ind in phyſiſchen Eigenſchaften und dadurch begruͤndeten Ein⸗ Vädden theilung und Werthſchaͤtzung des Bodens(die Agrono— mie), iſt nothwendig der Grund alles landwirthſchaftli— o mlß. Wii⸗ chen Wiſſens. ung ſei⸗ 14. Weil aber der Boden allein durch ſeine erdi— gen und metalliſchen Beſtandtheile nur mittelbar zum Wachsthum der Pflanzen beizutragen ſcheint, die Haupt⸗ befoͤrderungsmittel dieſes Wachsthums dagegen, die man fuͤglich ihre Nahrung nennen kann, meiſt organiſchen Ur⸗ ſprungs ſind, und den Pflanzen, die man an einem be— von ſtimmten Orte wachſen laſſen will, zugefuͤhrt werden muͤſ⸗ ſen; ſo iſt die Kenntniß derjenigen Subſtanzen, welche hierzu mit Vortheil benutzt werden, ferner ihre Zuberei⸗ ehrung faͤllt in tung, Verwendung und ihr relativer Werth, mit einem rbau) Worte die Lehre von der Duͤngung, nach jener die icht). wichtigſte. 1* — 4 V 15. Oft hat der Boden eine fehlerhafte Erdmi⸗ 10. ſchung, und ſeine davon abhaͤngenden phyſiſchen Eigen⸗ meine ſchaften ſind der Natur der Pflanzen, die auf ihm kulti⸗ Di virt werden ſollen, nicht ganz zuſagend. Wie ſolcher ſibe, d Boden der vorliegenden Abſicht entſprechender zu machen mannich ſey, zeigt die Lehre von der Verbeſſerung des Bo⸗ usthi dens. die 16. Damit die in der Folge auf dem Boden zu der alg erziehenden Pflanzen ſich ungehindert und nach Willkuͤhr unter ſ darin ausbreiten und die in ihm befindliche Nahrung ſich b 20 zueignen koͤnnen, muß er von fremden Pflanzen, Stei⸗ ieeneinen nen, ſtehendem Waſſer und dergleichen Hinderniſſen be⸗ eden, freit, auf eine angemeßne Tiefe gelockert, und mit dem meeinander zugefuͤhrten Duͤnger oder den zu ſeiner Verbeſſerung be⸗ einigung ſtimmten Erdarten gemengt werden. Wie dieß anzuſtel⸗ rii Ge len ſey, zeigt die Lehre von der Bearbeitung des der lan. Bodens und ſeiner Beurbarung. lche 17. Die Lehre von der Duͤngung, Verbeſſerung, ds duf Bearbeitung und Beurbarung des Bodens macht eine de lande Hauptabtheilung der geſammten Ackerbaulehre aus, und Vithſch wird mit dem Namen:„Agrikultur“ belegt. Nach den verſchiedenen Mitteln, die dabei angewendet werden, wird dieſelbe eingetheilt in die chemiſche und die me⸗ chaniſche. 18. Iſt der Boden geduͤngt, gereinigt und gelockert, dann iſt er zur Aufnahme der darin zu wachſen beſtimm⸗ ten Pflanzen vorbereitet, und nun wird die Pflanzen⸗ kultur vorgetragen, welche in die allgemeine und in die ſpecielle abzutheilen iſt. Erſtere umfaßt die Lehren von der Saat, der Pflanzung, der Pflege und der Ernte der Pflan⸗ zen, in ſo fern dieſelben auf alle Pflanzen anwendbar, d. h. allgemein ſind. Letztere zeigt die eigenthuͤmliche. Pflege, welche die verſchiedenen landwirthſchaftlichen Ge⸗ waͤchſe nach ihrer verſchiedenen Natur erheiſchen. V 5 te Erdmi. den Eigen⸗ ihm kulti⸗ zie ſolcher zu machen 19. Die Viehzucht zerfaͤllt ebenfalls in die allge⸗ meine und die beſondre. Die allgemeine Viehzucht enthaͤlt die Grund⸗ ſaͤtze, die bei der Paarung, Zucht, Wartung und mannichfaltigen Benutzung der landwirthſchaftlichen des Bo— Hausthiere zu befolgen ſind. Die beſondre Viehzucht lehrt die Anwendung doden zu der allgemeinen Regeln auf die ihrer Natur nach ſo ſehr Willuͤhr unter ſich verſchiedenen Hausthiere. rung ſich 20. Weil endlich Ackerbau und Viehzucht im All⸗ n, Stii⸗ gemeinen unzertrennlich ſind, ſo muß ſchließlich gezeigt niſſen be⸗ werden, wie dieſe beiden Zweige der Landwirthſchaft mit mit dem einander verbunden werden muͤſſen, wenn aus dieſer Ver⸗ ſerung be⸗ einigung in jedem gegebenen Falle der moͤglich groͤßte anzuſtel⸗ reine Gewinn hervorgehn ſoll. Es geſchieht ſolches in ng des der landwirthſchaftlichen Gewerbslehre, in velcher außerdem noch von der zweckmaͤßigen Benutzung kbeſſerung, des auf die Landwirthſchaft verwendeten Kapitals, von acht eine der landwirthſchaftlichen Buchhaltung, der Direktion der us, und Wirthſchaft ꝛc. gehandelt wird⸗ t. Nach t werden, 6 die me⸗. gelockert, beſtimm⸗ anzen— e und in at, der Pflan⸗ bbar, d.h. uͤmliche ichen Ge⸗ ———— Erſtes Hauptſtuͤck. Agronomie. 21. Da in Tharandt die Agronomie fuͤr ſich, mit der Bodenkunde vereint, gelehrt wird, ſo faͤllt ſie aus dem landwirthſchaftlichen Vortrage daſelbſt weg. * Zweites Hauptſtuͤck. Agrikultuv. Erſter Abſchnitt. Begriff, Zweck und Eintheilung der Agrikultur. 22. Was unter Agrikultur verſtanden wird, lehren die 99. 14— 18. —————ÿy· 3 die otga rigen hheils Pad Sch Sal 23. Das Wachsthum der Pflanzen wird in einem Bedingun gegebenen Boden um ſo lebhafter vor ſich gehen, als ſie zaueneenan⸗ in demſelben eine groͤßere Menge von Nahrung antreffen, zenwachs⸗ und Waſſer, Waͤrme, Luft und Licht in einem ſchicklichen Verhaͤltniſſe auf ſie einwirken. 24. Die Nahrung, oder, wenn man dieſen Aus⸗ Pfanzen, druck lieber will, die Befoͤrderungsmittel ihres Wachs⸗gannie gör⸗ — thums, welche die Pflanzen im Boden finden muͤſſen, be⸗ ver. ſtehen groͤßtentheils aus organiſchen Koͤrpern, die entwe— der ſchon an und fuͤr ſich im Waſſer aufloͤslich und des⸗ halb wahrſcheinlich ſogleich naͤhrend ſind, oder erſt durch die Faͤulniß in dieſen Zuſtand verſetzt werden. 25. Außer dieſen ſind aber auch noch mehrere an⸗Anorganiſche 8,. 1— Beförde⸗ organiſche Stoffe hierher zu zaͤhlen, die nach den bishe— runomttet ſich, mit rigen Wahrnehmungen ebenfalls, theils Faͤulniß beſördornd, de dienan⸗ .„. wachsthums. aus den theils auch wohl durch andere Wechſelwirkungen auf das Lchorn Wachsthum der Pflanzen einwirken. Dahin gehoͤren: Schwefel, ſchwefel-, ſalpeter⸗ und ſalzſaure Salze, Kalk, Alkalien tc. 26. Die Pflanzen erhalten genuͤgende und jaͤhrlich Erſaß der ſich mehrende Nahrung, wenn ihre abſterbenden Theile den zonden im Boden bleiben und auf keine Weiſe weggefuͤhrt wer- Pfanzen⸗ den. Geſchieht letzteres, ſo muß ihnen das Entzogene naztunge durch duͤngende Stoffe, die man in den Boden bringt, erſetzt werden. Außerdem erhalten ſie auch noch duͤngende Subſtanzen durch Ueberſchwemmungen. 27. Waſſer, Waͤrme, Luft und Licht werden Mittel, die .. Einwirkun⸗ von außen gegeben, und es liegt nicht in der Macht des Einwam Menſchen, ſie zu mehren oder zu mindern. Weil aber Waſſer, von der Miſchung und von der Lockerheit oder Feſtigkeit ärun⸗ des Bodens das laͤngere oder kuͤrzere Verweilen des Waſ⸗Licht auf den ſers in demſelben und davon ſeine ſchnellere und groͤßere, Padeaunc oder ſeine langſamere und geringere Erwaͤrmungsfaͤhigkeit, modißeiren. ſo wie auch die ſtaͤrkere oder mindere Einwirkung der d, lehren. 1,.; , lch Luft und des Lichts abhaͤngig ſind; ſo liegt hierin die 8 Moͤglichkeit, durch Umaͤnderung der phyſiſchen Beſchaffen⸗ heit des Bodens die den Pflanzen zuſtroͤmende Menge von Waſſer, Waͤrme, Luft und Licht einigermaßen abzu⸗ aͤndern. 28. Es gibt zweierlei Mittel, die phyſiſche Beſchaf⸗ fenheit des Bodens umzuaͤndern: chemiſche und me⸗ chaniſche. Chemiſche Chemiſche Mittel ſind die Beſtandtheile des Anitstrhen Bodens ſelbſt: Sand, Thon, Kalk und Humus, der phyſi- oder halbzerſetzte organiſche Subſtanzen(Miſt ꝛc.). Sie Weit edee veraͤndern die Kohaͤſion, die waſſerhaltende Kraft und die des Bodens. Erwaͤrmungsfaͤhigkeit des Bodens. Mechaniſche Mechaniſche Mittel ſind die Wendung, Locke⸗ Mittet. rung und verſchiedenartige Bildung der Oberflaͤche des Bodens, wodurch der dem Wachsthum der Pflanzen nach⸗ theilige Zuſammenhang ſeiner Beſtandtheile aufgehoben, ſein ſchnelleres oder langſameres Erwaͤrmen befoͤrdert und das Abfließen und Verdunſten des Waſſers beſchleunigt wird. Wenſäſtdenf 29. Die Pflanzen ſind verſchiedener Natur, einige Pfaanzen, verlangen Feuchtigkeit, andere koͤnnen Trockenheit vertra— genz einige fordern mehr, andere weniger Waͤrme; einige gedeihen nur in einem humusreichen Boden, andere nehe men mit einem aͤrmeren vorlieb; einige kommen nur im Sand-, andere nur im Thon-, viele nur im Kalkboden gut fort. Sollen daher beſtimmte Pflanzen in einem beſtimmten Boden kultivirt werden, ſo muͤſſen die chemi— ſche Miſchung und die phyſiſche Beſchaffenheit des Bo— dens der Natur der Pflanzen gleich angemeſſen ſeyn. znermnauns 30. Nicht immer entſpricht die Miſchung und Be— DBoden feh⸗ ſchaffenheit des Bodens der Natur derjenigen landwirth⸗ lenden Be⸗ ſchaftlichen Gewaͤchſe, die auf ihm gebaut werden ſollen, andtheile, und dann gilt es, einen Verſuch mit der Verbeſſerung dieſes Fehlers durch die Beimengung der ihm mangeln⸗ — den Beſtandtheile zu unternehmen; ſ. 9. 15. 6 4 dens angen thum ein T lichen 6 0 Stiit muͤſß gen 3 Kältan fiſt o rung volle dern, hen un 3 Tetbe tar in Suhſ ulkni dettere lockern, zu verſe D theilan Lehre durch d. Untetad o fenn 1 b ——————⅛ d—— 8 8——Ü— 9 iſchaffen⸗ ſchaffen⸗ 31. 7 Noch haͤufiger aber iſt die Miſchung des Bo⸗ Düngung. Menge dens hinſichtlich der erdigen Beſtandtheile der Pflanzen angemeſſen, und es mangelt dieſen zum lebhaften Wachs— thum nur eine hinreichende Menge von Nahrung, oder i abzu⸗ Geſchaf⸗ ein Mittel, den im Boden befindlichen alten ſchweraufloͤs— d me⸗ lichen Humus zur ſchnellern Aufloͤſung zu bringen. 32. Oft iſt der Boden mit unnuͤtzen Pflanzen, mit Neinigen des ile des Steinen, Waſſer ꝛc. angefuͤllt, die erſt weggeſchafft werden Bodens von umus, muͤſſen, wenn die zu kultivirenden Gewaͤchſe einen gehoͤri— S Sie gen Standort finden ſollen. nd di⸗ 33. Endlich wird der Boden oft bloß deshalb zur Lockerung d Kultur der Ackerpſlanzen feblerhaft, weil ſeine Theile zu nd e dar he des feſt auf Girande liegen; in dieſenn Falle reicht die Locke⸗ Bodens. rung und Wendung(Ackerung, Bearbeitung) nicht ſelten vollkommen hin, ſeine phyſiſche Beſchaffenheit umzuaͤn— hoben, dern, und ihn zum paſſendſten Standort fuͤr dieſe Pflan⸗ t und zen umzubilden. eunigt 34. Nach den Mitteln, die der Landwirth zur Chemiſche 33 Verbeſſexung ſeiner Felder anwendet, zerfaͤllt die Agrikul— Eedeneehe. einige tur in die chemiſche und die mechaniſche, ſ. 9. 28. kultur. vertta⸗ Erſtere lehrt, wie der Boden mit pflanzennaͤhrenden einige Subſtanzen bereichert, und ſeine fuͤr die gegebenen Ver— e neh⸗ haͤltniſſe fehlerhafte Mengung verbeſſert werden kann. ur im Letztere zeigt, wie der Boden zu bearbeiten, zu wenden, kboden lockern, pulvern, reinigen, und in einen urbaren Zuſtand einem zu verſetzen iſt. chemi⸗ Die chemiſche Agrikultur hat zwei Unterab⸗ 5 Bo⸗ theilungen: die Lehre von der Duͤngung und die . Lehre von der Verbeſſerung des Bodens d Be⸗ durch chemiſche Mittel. witth⸗ Die mechaniſche Agrikultur zerfaͤllt ebenfalls in zwei ſollen, Unterabtheilungen: in die Bearbeitung und in die ſerung Beurbarung. angeln⸗— F re—„—————— i.—————y———— ——————,— Zweiter Abſchnitr. Chemiſche Agrikultur. Erſte Abtheilung. Von der Duͤngung⸗ Weiad verneht 35. Unter Duͤnger verſteht man im Allgemeinen Dünger. jeden Koͤrper, der das Wachsthum der Pflanzen ſicht⸗ bar befoͤrdert, alſo unmittelbar zu ihrer Ernaͤhrung beizutragen ſcheint. 8 düngen⸗ 36. Die Erfahrung lehrt, daß ſaͤmmtliche als Duͤn— dannee mefe ger aufgebrachte und dem Boden einverleibte Subſtanzen 35 n rte ur dann die erwartete Wirkung aͤußern, wenn ſie im ſeyn. Waſſer aufloͤslich ſind, und daß ſie, im Fall ſie ſolches an ſich nicht ſind, erſt durch die Einwirkung einer andern Subſtanz zerſetzt und in einer neuen Miſchungsform im Waſſer aufloͤslich geworden ſeyn muͤſſen, ehe ſie als Duͤn— ger betrachtet werden koͤnnen. Die todte or⸗ 37. Die todte organiſche Materie iſt die kraͤftigſte rlche Nahrung fuͤr Thiere und Pflanzen, wahrſcheinlich, weil ſie alle die Beſtandtheile enthaͤlt, mit denen die lebende derſelben Art zuſammengeſetzt iſt. Aber nicht alle orga— niſchen Subſtanzen enthalten dieſelben Urſtoffe und ſelbige in ſehr verſchiedenen Miſchungsverhaͤltniſſen. Diejenigen, welche aus der groͤßten Menge von Urſtoffen beſtehen, zerſetzen ſich am ſchnellſten, und geben eine vollkommen befriedigende und reichliche Nahrung, wahrſcheinlich, weil in ihnen alle Beſtandtheile der Materie vorhanden ſind, aus denen der lebende Koͤrper ſich ergaͤnzt und neu geſtal— tet. Organiſche Subſtanzen dagegen, die nur 3— 4 Ur⸗ ſtoffe enthalten, zerſetzen ſich nur ſchwer, zumal, wenn ihr Zuſammenhang ſehr feſt iſt, und gewaͤhren daher keine ſo kraͤftige Nahrung weder fuͤr Thiere, noch fuͤr Pflanzen. — 11 38. Die anorganiſchen Subſtanzen, die als Duͤnger Anorgani⸗ 1 gebraucht werden, Schwefel, Phosphor, Kalk, ſihe ule Alkalien und mehrere Salze, befoͤrdern das Pflan⸗ als Dunger zenwachsthum ungleich weniger, und zwar wohl mehr da— raach durch, daß ſie die Aufloͤſung der organiſchen befoͤrdern, ung⸗ als wie durch unmittelbare Ernaͤhrung der Pflanzen, ob man gleich aus dem Umſtande, daß ſie bei der Analyſe emeinen der organiſchen Koͤrper darin angetroffen werden, und ſicht- alſo zu ihren weſentlichen Beſtandtheilen mit gehoͤren, naͤhtung ſchließen will, daß ſie auch an ſich naͤhrend ſeyn muͤßten. 39. Von den zwei Hauptklaſſen der organiſchen Verbreitung 3 Duͤm⸗ Koͤrper, den Thieren und Pflanzen, ſind erſtere, im Ver⸗ gin nhrper bſtanzen haͤltniß zu den letzteren, nur ſparſam uͤber die Erde ver- auf der ſie im breitet, auch werden ſie groͤßtentheils nach ihrem Tode Eide ſolches von anderen Thieren aufgezehrt und nur ein geringer andern Theil derſelben kommt den Pflanzen als Nahrung un— dorm im mittelbar zu gute. ls Duͤn⸗ Die Pflanzen dagegen bedecken die Oberflaͤche der Erde, und gewaͤhren nicht nur dem groͤßten Theile der gſtigte Thiere, ſondern auch ſich ſelbſt die erforderliche Nahrung, c, wel indem das folgende Geſchlecht die Ueberreſte des erſtern ebende aufnimmt. he orga⸗ Die pflanzennaͤhrende Materie, die man im Humus ſelbige antrifft, oder die man den Aeckern zufuͤhrt, beſteht daher genigen, groͤßtentheils aus vegetabiliſchen Stoffen, denen nur ein beſtehen, geringer Antheil animaliſcher beigemengt iſt. kommen 40. Welche Mittel dem Landwirth zu Gebote ſte- Wichtigkeit ich, wail hen, die Maſſe der pflanzennaͤhrenden Materie im Boden dee h den ſind, zu vermehren, und welchen Werth die dazu benutzten dungenden eu geſtal Subſtanzen gegenſeitig fuͤr die Ernaͤhrung der Pflanzen fi den — 4 Ur⸗ haben, dann welche Veraͤnderung die todte organiſche Ma⸗ Landwirrd. l, wenn terie zuvor erleiden muß, ehe ſie als Nahrung fuͤr die en daher Pflanzen betrachtet werden kann, ſind die wichtigſten Un⸗ noch füͤt terſuchungen, nicht nur dieſes Abſchnitts, ſondern der Landwirthſchaft uͤberhaupt; denn da der Ertrag der Felder 12 bei uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden immer nur in dem Ver⸗ 1 haͤltniß groͤßer iſt, als dieſelben reicher an Humus oder V ſtaͤrker geduͤngt ſind, ſo zeigt dieß deutlich, daß die Lehre, T welche die duͤngenden Subſtanzen nach ihrem verſchiede⸗ 26 nen Werthe kennen lehrt, und uͤber ihre zweckmaͤßigſte u Behandlung und Verwendung Aufſchluß gibt, den groͤßten d Einfluß auf den Vortheil der Wirthſchaft haben muͤſſe, ti und die angeſtrengteſte Aufmerkſamkeit des Landwirths verdiene. 5 Abtheilung 41. Die Lehre von der Duͤngung handelt 7 den dir demnach: V zur Dünguns. a.) Von den Duͤngermaterialien. V and b.) Von der Zubereitung der duͤngenden Subſtanzen, ehe man ſie dem Boden b einverleibt. dir c.) Von der vortheilhafteſten Art ihrer b e Verwendung. d.) Von ihrem verhaͤltnißmaͤßigen Werthe b chi und der verſchiedenen Menge, die er⸗ f forderlich iſt, um von ihnen beſtimmte Wirkungen zu erhalten. a.) Von den Duͤngermaterialien, b den organiſchen und anorganiſchen oder V mineraliſchen. dea OSn V N I. Organiſche Duͤngermaterialien. 1 „. Thieriſche Koͤrper und Auswuͤrfe. V Organiſche 42. Jeder animaliſche und vegetabiliſche Koͤrper, V terzalien. oder naͤhere Beſtandtheil deſſelben iſt im Stande, den Pflanzen zur Nahrung zu dienen, und muß daher als ii; Duͤngermaterial betrachtet werden. Indeſſen koͤnnen in Mu der Praxis der Landwirthſchaft nur diejenigen Thier⸗ und ſebun ——y——————————-y— 13 4ℳ Ver⸗ Pflanzenkoͤrper dazu gerechnet werden, die keiner andern, oder beſſern Verwendung faͤhig ſind. Lehre, Die meiſten thieriſchen Subſtanzen haben fuͤr den Hiede⸗ Menſchen einen ſo großen Werth, daß er ſie ſorgfaͤltig Gigſte zu Rathe haͤlt, und auf jede andere Weiſe hoͤher benutzt, düten als zu Duͤnger. Nur die thieriſchen Auswuͤrfe haben uͤſſe, keinen andern Werth als den, ein Duͤngermaterial abzu— irths geben, und da ſie zugleich in ſehr großer Menge zu ha— ben ſind, ſo eignen ſie ſich vorzuͤglich dazu. del 1 Sie beſtehen aus einem Gemenge von den Ueber⸗ bleibſeln der genoſſenen Nahrung und Getraͤnke mit den zur Aufloͤſung derſelben beigemiſchten thieriſchen Saͤften und den verbrauchten, in dem Darmkanal abgeſetzten den Stoffen des animaliſchen Koͤrpers. den 43. Die Auswuͤrfe der pflanzenfreſſenden Thiere Auswürfe wirken als Duͤnger bei weitem nicht ſo kraͤftig als die een⸗ rer zer fleiſchverzehrenden, weil ſie weniger animaliſche Stoffe Thiere. nthalten; ſie ſind aber auch noch unter ſich ſelbſt ver— the ſchieden nach der Natur der Thiere, und wieder bei den— er⸗ ſelben Thieren nach der Natur der genoſſenen Nahrung. mie(Je reichlicher und beſſer die Thiere genaͤhrt werden, deſto kraͤftiger iſt ihr Duͤnger. Koͤrner freſſende oder auf der Maſt ſtehende liefern daher wirkſameren Duͤnger als an⸗ dere.) 44. Die Auswuͤrfe des Rindvieh's machen in Mengenver er den meiſten Wirthſchaften den groͤßten Beſtandtheil des ſitn der Duͤngers aus. Der Menge nach folgen hierauf in der ticeiſhen Regel die Auswuͤrfe der Schafe, Pferde, Schwei⸗ Auswürfe. ne, Menſchen und endlich die des Gefluͤgels. fe. 1. Auswuͤrfe des Rindvieh's. per, 45. Dieſelben ſind immer breiartig und ſehr waͤſſe⸗ Auswürfe den rig; deshalb vor allen geeignet, ſich mit einer großen des Niud t als Menge von Streu zu verbinden, wodurch ihre eigne Zer— ihe en in ſetzung aufgehalten, die der Streu aber befoͤrdert wird. und — 2— 8 d— ☛‿ 1— ————————————————————Bęę—— Verſchieden⸗ heit des Rindvieh⸗ miſtes. Auswürfe der Schafe und Ziegen. 14 Sie geben, ſowohl in feſter, als fluͤſſiger Form, ſelbſt wenn ſie von Maſtthieren kommen, nur einen geringen ammoniakaliſchen Geruch von ſich, und gehen, fuͤr ſich al— lein den Bedingungen der Gaͤhrung uͤberlaſſen, nicht raſch in Faͤulniß uͤber, weswegen dabei nur eine ſehr geringe Erwaͤrmung zu bemerken iſt. 46. Wenn das Rindvieh im Winter groͤßtentheils mit Stroh gefuͤttert wird, dann iſt ſein Duͤnger von un— gleich geringerem Werthe, als wenn es Heu oder gar Koͤrner erhaͤlt. Immer zeigt jedoch derſelbe auf dem Acker eine minder raſche Wirkung als der von Pferden und Schafen, weil in dieſem gewoͤhnlich weniger Streu enthalten iſt. Nur der im Sommer von den Schweinen gewonnene iſt von noch geringerer Wirkung als der Rind— viehmiſt. Daß ſich dafuͤr dieſer mehrere Jahre wirkſam zeigt, als der von Pferden und Schafen, iſt bloß der ihm in der Regel beigemengten groͤßeren Menge von minder leicht aufloͤslichen vegetabiliſchen Subſtanzen(Stroh und anderen Streumaterialien) zuzuſchreiben, da dieſe nur all— maͤhlig verfaulen, und erſt im zweiten oder dritten Jahre den Pflanzen Nahrung geben, waͤhrend das Thieriſche im Duͤnger faſt immer im erſten Jahre verzehrt wird. 2.) Auswuͤrfe der Schafe und Ziegen. 47. Der Miſt von dieſen Thieren geht in keine mit großer Erwaͤrmung verbundene Gaͤhrung uͤber; denn es fehlen ihm ſowohl die Pflanzentheile, die unter den Bedingungen der Gaͤhrung ſich erwaͤrmen, als auch die dazu noͤthige Feuchtigkeit und Lockerheit. Die Auswuͤrfe dieſer Thiere laſſen ſich naͤmlich nur ſchwer und unvollkommen mit Streu mengen; es befindet ſich daher immer nur eine geringe Menge von groͤbern Pflanzentheilen im Schafmiſt; er beſteht faſt nur aus den fein zertheilten Ueberreſten der genoſſenen Pflanzen und den zu ihrer Aufloͤſung beigemiſchten thieriſchen Saͤf⸗ Daues wind mehr ſind, alsgeſe vielet Mi. zenwa die Pf ——j—ͤ 15 ſebſt ten. Deshalb zeigt er unter allen in der Wirthſchaft eringen ſelbſt hervorgebrachten Duͤngerarten die groͤßte Wirk— ſich al ſamkeit. t raſch A 48. Da die thieriſchen und der groͤßte Theil der Wirkſamkeit eri 772 A... 3.. es Schaf⸗ Kerse vegetabiliſchen Beſtandtheile des Schafmiſtes ſich in einem d er Siha aufloͤslichen Zuſtande befinden, iſt es natuͤrlich, daß ſeine ntheils Wirkung als Duͤnger auf einmal zwar ſehr groß ſeyn d w muͤſſe, aber nicht ſo lange anhalten koͤnne, als die des er gar Rindviehmiſtes. Doch iſt ſeine Wirkſamkeit keineswegs f dem ſo vergaͤnglich, wie von vielen geglaubt wird, und deren ferden Dauer ſehr abhaͤngig von der Beſchaffenheit des Bodens, Streu auf dem er angewendet wird, ſo wie von der Fuͤtterung veinen der Thiere. Rind⸗(Auf Thonboden iſt die Wirkung des Schafmiſtes ungleich rkſam nachhaltiger als auf Sandboden, je loſer zumal dieſer er ihm wird. Je kraͤftiger die Schafe gefuͤttert werden, deſto kraͤf⸗ ninder tiger und nachhaltiger wirkt ihr Miſt.) h und ur al⸗ 3.) Auswuͤrfe der Pferde, Eſel und Iahre Maulthiere. he im 49. Dieſe Auswuͤrfe beſtehen aus Kugeln, die einen Answürfe minder feſten Zuſammenhang als die der Schafe haben, der Pferde mehr Feuchtigkeit in ſich enthalten und ſpeeifiſch leichter n. ſind. Der Harn der genannten Thiere unterſcheidet ſich von dem anderer ſowohl durch ſeine truͤbe roͤthliche Farbe, 8 als durch ſeinen eigenthuͤmlichen Geruch. er den Ihres groͤßern Zuſammenhangs wegen laſſen ſich die ich die Auswuͤrfe der Pferde ꝛc. nicht ſo leicht mit Streu miſchen, wie die des Rindvieh's, werden ſie aber mit einer maͤßi— b fur gen Menge von Streu den Bedingungen der Gaͤhrung findet ausgeſetzt, ſo geht dieſe ſehr raſch und mit Entwickelung roͤbern vieler Waͤrme vor ſich. Der auf dieſe Weiſe gewonnene 1 16 Miſt zeigt ſich ſehr wirkſam zur Befoͤrderung des Pflan⸗ lanzen zenwachsthums, und zwar um ſo wirkſamer, je ſtaͤrker die Pferde mit Koͤrnern gefuͤttert werden; aber er ſcheint n Saͤf⸗ —————.—————— ——————————— 16 fuͤr ſich allein unter allen gewoͤhnlich in einer Landwirth⸗ ſchaft erzeugten Duͤngerarten die geringſte Nachhaltigkeit in ſeiner Wirkſamkeit zu beſitzen. 4.) Auswuͤrfe der Schweine. anälir 50. Dieſe ſind, wie die des Rindvieh's, aufgeloͤſt, Shatese breiartig und mit ſehr waͤſſerigem Harn vermiſcht. Der Schweinemiſt aus den Staͤllen zerſetzt ſich nur ſehr langſam, und aͤußert daher auf dem Felde ſchwaͤchere Wirkung als die fruͤher genannten Duͤngerarten. Der von Maſtſchweinen gewonnene iſt jedoch etwas wirkſamer als der von gewoͤhnlich gefuͤtterten, weil in ihm die Ue— berreſte einer kraͤftigern Nahrung enthalten ſind. 2. 5.) Auswuͤrfe der Menſchen. „ Nenſchliche 51. Unter allen thieriſchen Auswuͤrfen aͤußern dieſe, Erkremente. wegen ihrer vorwaltenden animaliſchen Natur, den ſtaͤrk⸗ ſten Einfluß auf das Pflanzenwachsthum, ihre Wirkung geht aber ſchnell voruͤber. Dieſes Duͤngermaterial verdient alle Beruͤckſichtigung, gewoͤhnlich wird aber davon in jeder Haushaltung nur ſo wenig geſammelt, daß bei dem Ackerbau ſelten darauf ge— rechnet werden kann. 6.) Auswuͤrfe des Gefluͤgels. 52. Das Gefuuͤgel lebt groͤßtentheils von Inſekten und Koͤrnern, nur zum Theil von gruͤnen Pflanzen. Seine Auswuͤrfe ſind daher leicht zerſetzbar und befoͤrdern das Wachsthum der Pflanzen auf eine ſehr kraͤftige Weiſe, ihre Menge iſt aber in den meiſten Wirthſchaften noch geringer als die der menſchlichen Exkremente. Auswürfe des G efl n⸗ gels. 6. Vegetabiliſche Körper. Pflanzen und Pflan⸗ 53. Alle Pflanzen und Pfaanzentheile koͤnnen zu zentheile als Duͤnger verwendet werd den, und liefern, bei der geringen Duͤnger materal. M denge thieriſcher Duͤngermaterialien, dem Landwirth den loſe ler! dingu beß ſogle verſet Jerſet ſelbſt Datbe herri ſinͤ kraut Torf, deren kraut faͤlle Landwitth⸗ achhaltigkeit waufgeloſ, ht. it ſch nur eſchwaͤchere rten. Der wirkſamer m die Ue⸗ d. ern dieſe, den ſtaͤrk⸗ eWirkung p ſſichtigung, ng nur ſo darauf ge⸗ Inſekten n. Seine ardern das ige Weiſt, aften noch r. koͤnnen zu r geringen dwirth den 17 groͤßten Theil ſeines großen Duͤngerbedarfs. Mit Vor⸗ theil werden jedoch nur diejenigen Pflanzen, ganz oͤder nur theilweis, zu Duͤnger benutzt, die keiner andern, einen groͤßern Vortheil gewaͤhrenden Verwendung faͤhig ſind. Hierher gehoͤren nicht nur alle todte Pflanzen— theile, ſondern auch mehrere lebende Pflanzen ſelbſt. 54. Die verſchiedenen Pflanzen und Pflanzentheile Verſchieden⸗ l haben, nach Verſchiedenheit ihrer Natur und des Zuſtan— 2 tiedeeßs des ihrer Ausbildung, eine verſchiedene Miſchung und Tarfne einen mannichfaltig von einander abweichenden Zuſam⸗ menhang. Je einfacher und feſter zuſammenhaͤn⸗ gend ſie ſind, deſto ſchwerer und langſamer zer⸗ ſetzen ſie ſich. Je zuſammengeſetzter ſie dagegen ſind, je loſer ihr phyſiſcher Zuſammenhang iſt, deſto ſchnel⸗ ler und leichter geht ihre Zerſetzung unter den Be— dingungen der Gaͤhrung vor ſich, deſto mehr und deſto beßere Nahrung geben ſie den Pflanzen. Erſtere muͤſſen, wenn ſie, in den Acker gebracht, ſogleich als Duͤnger wirken ſollen, vorher in eine Lage verſetzt werden, wo ſie alle Bedingungen finden, die ihre Zerſetzung beguͤnſtigen; letztere dagegen zerſetzen ſich von ſelbſt ſchnell genug im Boden, und beduͤrfen dazu keiner Vorbereitung. 55. Solche vegetabiliſche oder von Vegetabilien Bsgetabät⸗ herruͤhrende Koͤrper, die zur Duͤngung verwendet werden, die Furder⸗ ſind: Stroh, Laub(Nadeln), Schilf, Haide⸗ gung ver⸗ kraut; Haideboden, Ginſter, Farrenkraut, ender wer⸗ Torf, Raſen, Saͤgeſpaͤne, Gerberlohe, Mo⸗ dererde, Teichſchlamm, Moos, Kartoffel⸗ kraut, Unkraͤuter und gruͤne Pflanzenab⸗ faͤlle aller Art, Tang, Oelkuchen, Malzſtaub⸗ 2 ‿ — 18 Trebern, Scheunen⸗ und Heubodenahfall, Ruß ꝛc. Außer den genannten Pflanzentheilen und Abgaͤngen werden auch noch haͤufig ganze gruͤnende Pflanzen zur Duͤn⸗ gung angewendet und oft bloß zu dieſem Behuf angeſaͤet.— Vegetabi⸗ 56. Beſteht die duͤngende Materie bloß aus todten chen Pflanzentheilen, ſo nennt man ſie vegetabiliſchen Stallmiſt. Duͤnger; iſt ſie ein Gemenge von Pflanzentheilen mit wien thieriſchen Auswuͤrfen, dann heißt ſie Stallmiſt, Stallduͤnger, und hat man dazu gruͤnende Pflanzen verwendet, ſo erhaͤlt ſie den Namen gruͤne Duͤngung. Eigenthüm⸗ 57. Es iſt nothwendig, die genannten vegetabili— Kichteinen ſchen Koͤrper in Bezug auf ihre hier angezeigte Benu— zu Dunger tzung naͤher kennen zu lernen, um zu erfahren, in wie arencdetre fern ſie geeignet ſind, das Pflanzenwachsthum zu befoͤr⸗ chen Körper. dern, und welche Wirkung man ſich von ihnen verſpre⸗ chen darf, wenn ſie zur Beduͤngung der Felder verwen⸗ det werden. Stroyh. 58. 1.) Das Stroh der Getraidearten wird faſt uͤberall in großer Menge gewonnen, und groͤßtentheils, als vorzuͤglichſtes Streumaterial, zur Vermehrung des Stall⸗ duͤngers benutzt, weil es einer vortheilhaftern Verwen⸗ dung im Großen nicht faͤhig iſt. Es enthaͤlt noch Schleim und Zucker als Beſtand— theile, und der Zuſammenhang der Holzfaſer darin iſt nur gering; daher geht es, unter den erforderlichen Bedin— gungen, ſchnell in Gaͤhrung uͤber. Je nahrhafter fuͤr die Thiere ſich das Stroh irgend einer Getraideart erweiſet, deſto mehr befoͤrdert es auch, wie unbefangene Beobachtungen deutlich zeigen, das Wachsthum der Pflanzen auf dem Acker. Laub 59. 2.) Das Laub der Baͤume iſt, naͤchſt dem eln Stroh, die ergiebigſte Quelle, die Aecker mit pflanzen⸗ naͤhrender Materie zu bereichern. V ſch 1 9 don: duͤrfte bloß wit i in or. Verwe nu er bau ke ſammt aon b die Ste 19 nabfall, Es iſt in Hinſicht ſeiner Form und ſeiner Beſtand⸗ theile unter ſich ſehr verſchieden; als Duͤngermaterial zeigt Abgingen ſich aber kein merklicher Unterſchied, man mag das Laub zur Daͤn⸗ von Nadel⸗ oder Blaͤtterbaͤumen dazu verwenden. Jenes geeſaͤet.— duͤrfte jedoch einigen Vorzug verdienen, wenn man nicht bloß die Nadeln, ſondern auch das kleingehackte Reiſig zus todten. mit in den Duͤnger bringt. eiliſchen theilen wit Das Laub zerſetzt ſich nicht ſo geſchwind wie das tallmiſt, Stroh; und es iſt deßhalb eine groͤßere Menge des von Pfanzen ihm gewonnenen Duͤngers zur Hervorbringung eines be⸗ ungung. ſtimmten Erzeugniſſes nothwendig; dafuͤr aber haͤlt ſeine vegtunbil⸗ Wirkung etwas laͤnger an. gte Benu⸗ 60. 3.) Das Schilf iſt in ſumpfigen Gegenden Scilf in wie in großer Menge vorhanden, und da es keiner beſſern zu befoͤ⸗ Verwendung faͤhig iſt, ſeine Blaͤtter aber ſich alljaͤhrlich en verſpre⸗ neu erzeugen, ſo gewaͤhrt es in ſolchen Lagen dem Acker— rverwen⸗ bau keine geringe Unterſtuͤtzung. Es zerſetzt ſich, gruͤn abgeſchnitten, leicht, denn ſein Gefuͤge iſt loſe und nmeine deßwegen wird aber auch von einer großen Maſſe Schilf nur eine geringe Menge Duͤnger. Wenn es erſt nach ſeiner Reife geſchnitten wird, zerſetzt es ſich zu ſchwer, als daß es noch mit Vortheil zu Duͤnger verwendet werden koͤnnte. Beſtand⸗ 61. 4) Das Haidekraut iſt ein ſchwer zerſetz⸗ Haide⸗ in iſt nur barer Koͤrper, der aber dennoch in mehreren ſandigen un— kamt in Bedin⸗ fruchtbaren Ebenen, wo es faſt das einzige Streumittel abgibt, fuͤr den Betrieb des Ackerbau's einen ſehr hohen Werth hat. wird faſt heils, als des Stal⸗ r Verwen⸗ roh irgend t es auch 62. 5.) Der Haideboden oder die Haide⸗ Haide⸗ gen, das plaggen, wie dieſes Duͤngermaterial im noͤrdlichen Peden. Deutſchland heißt, ſind ganze Stuͤcke Boden, die man ſammt dem darauf ſtehenden Haidekraut vermittelſt einer eigens dazu eingerichteten Haue abſchaͤlt, um nicht bloß die Stengel der Haide, ſondern auch ihre Wurzeln und 9*& aͤchſt dem pflanzen⸗ ————— Genſt. Ginſter. Farren⸗ kraut. Torf. —————————ͤͤdͤdIIZIZöͤͤͤnͤnͤnnͤnͤͤe 20 den alten, in der daran haͤngenden Erde befindlichen Hu⸗ mus dem Acker als Duͤnger zuzuwenden. Fuͤr ſich in Haufen gelegt, brauchen dieſe Plaggen lange Zeit, um ſo weit zu zergehen, daß ſie, hinlaͤng— lich zerkleinert, untergepfluͤgt werden koͤnnen. Werden ſie aber mit thieriſchen Exkrementen gemengt, ſo zergehen ſie, ſowohl des Ferments, als der groͤßern Lockerheit des Haufens wegen, fruͤher. Solcher Duͤnger muß aber in großen Maſſen aufgefahren werden, wenn man davon eine auffallende Wirkung wahrnehmen will, weil dieſelbe wegen der beigemengten Erde, wegen der geringen Menge damit verbundener thieriſcher Exkremente und wegen der ſchwer zerſetzbaren Haideſtengel nicht ſehr groß ſeyn kann. 63. 6.) Der Genſt, Ginſter(genista tinctoria und Spartium Scoparium) eignet ſich nicht nur fuͤr ſich zu einem guten Duͤnger, ſondern liefert auch, als Streu— mittel verwendet, einen ganz vorzuͤglichen Stallmiſt. 64. 7.) Das Farrenkraut wird auf ſchattigen Weideplaͤtzen und in gelichteten Waͤldern oft ſo haͤufig angetroffen, daß es ſich verlohnt, ſolches, noch ehe es abſtirbt, abzumaͤhen, um es entweder fuͤr ſich allein, oder, als Streu benutzt, in Vermengung mit thieriſchen Exkrementen zur Duͤngung zu verwenden. Da keine an— dere Pflanze ſo viel kaliſche Theile enthaͤlt, und ſie ſich uͤberaus ſchnell zerſetzt, duͤrfte der von ihr gewonnene Stallduͤnger ſelbſt den Strohmiſt uͤbertreffen. 65. 8.) Der Torf wird zwar im Allgemeinen mit groͤßerem Vortheil zur Feuerung verwendet; indeſſen gibt es doch Faͤlle, wo man ihn auch als Duͤngermate⸗ rial mit vielem Nutzen gebrauchen kann. Bringt man zerfallenen Torf fuͤr ſich allein auf den Acker, ſo kann er, abgeſehen von ſeiner Wirkung als Duͤnger, auf Thonboden durch die Verminderung der Kohaͤſion, auf Sandboden durch ſeine waſſeranziehende Eigenſchaft oft Nutzen bringen. Vermehrt wird dieſer ſdoch wend NAſce ſaͤtten witte zeihen langſe brauch dienen verwe jiemüic Tirk von al ſoſet, jederz Verbr 1 Pfanze von der mit be erſpieg ktocken ——y—y————————— 21 lichen Hu⸗ jedoch bedeutend, wenn man den Torf vor ſeiner Ver⸗ wendung mit thieriſchen; Auswuͤrfen, oder mit Kalk, eſe Nlaggen Aſche ꝛc. vermengt. e, hinlaͤng—— huning 66. 9.) Der Raſen(die abgeſtochene Grasnarbe Raſen. Werden ſe ſo zergehen kerheit des uß aber in man dadon zeeil dieſelbe gen Menge von Wieſen und unnuͤtzen Grasplaͤtzen) kann, wie der Torf, fuͤr ſich, oder als Auffaſſungsmittel thieriſcher Aus— wuͤrfe oft mit großem Vortheil als Duͤnger benutzt wer⸗ den, und uͤbertrifft an Wirkſamkeit die meiſten anderen dazu verwendeten Vegetabilien. 67. 10.) Die Saͤgeſpaͤne gewaͤhren, als Streu Säge⸗ wegen der benutzt, oder in die Jauchenbehaͤlter und auf die Miſt⸗ Päne ſon kunn. ſtaͤtten gebracht, ein nicht zu verachtendes Vermehrungs— mittel des Duͤngers. Fuͤr ſich allein dazu verwendet, Wctoria und zeigen ſie indeſſen nur wenig Wirkung, weil ſie ſich zu fuͤr ſich zu langſam zerſetzen. Groͤbere, zur Feuerung nicht mehr als Streu⸗ brauchbare, Holzſpaͤne werden, wenn ſie zur Duͤngung miſt. dienen ſollen, am beſten langſam verbrannt, und in Aſche f ſchattigen verwandelt. ſo haͤuſig 68. 11.) Die Gerberlohe kann ebenfalls mit Sehheei occh ehe es Vortheil zur Vermehrung der Duͤngermaſſe gebraucht wer— ſich allein, den. Den Thieren untergeſtreut, oder mit Jauche ge— thieriſchm traͤnkt, oder mit Seifenſiederaſche in Haufen zuſammen— nkeine an⸗ geſchlagen, geht ſie unter den Bedingungen der Gaͤhrung nd ſie ſich ziemlich leicht und ſchnell in Faͤulniß uͤber. Ihre eigene gewonnene Wirkung als Duͤngung iſt indeſſen ſehr gering, weil die von allen naͤheren Pflanzenbeſtandtheilen befreite Holz⸗ lägemeinen faſer, die in der Gerberlohe nur noch enthalten iſt, ſich t; indeſſen jederzeit höchſt unwirkſam als Pflanzennahrung zeigt⸗ dingetmat Verbrannt wuͤrde ſie vielleicht, als Aſche, mehr wirken. 4 69. 12.) Modererde, Moder, heißt man den Moder⸗ in auf den Pflanzenhumus, der ſich unter Waſſer bildete oder Li dt von demſelben zuſammengeſchwemmt wurde und lange da— mit bedeckt geweſen iſt, jetzt aber keinen beſtaͤndigen Waſ— ſerſpiegel uͤber ſich hat, ſondern bei trockenem Wetter trocken liegt, und mit einer Art von Raſen uͤberzogen irkung als derung der eranziehende wird dieſer ———————— — ——— De ich⸗ ſchlamm. —— 22 iſt. Am Boden von trocken gelegten Teichen, Pfuͤtzen, alten Graͤben, uͤberhaupt in Sinken und Vertiefungen zwiſchen Ackerlaͤndereien, ſo wie in Niederungen, die ent— weder periodiſch uͤberſchwemmt werden, oder ſehr lange unter Waſſer geſtanden haben, vormals vielleicht Sumpf geweſen ſind, findet man den Moder in mehr oder weni— ger maͤchtigen Schichten, bald mit viel, bald mit wenig Erde gemengt. Er unterſcheidet ſich vom Torf darin, daß ſich dieſer uͤber dem Waſſer bildete, keine Erde, oder nur zufaͤllig etwas davon in ſich enthaͤlt, und, wenig— ſtens in ſeinen obern Schichten, noch die Pflanzen⸗ . theile erkennen laͤßt, aus denen er zuſammengeſetzt iſt, waͤhrend der Moder ſich nur unter dem Waſſer bildete, mittelſt deſſelben ſich angehaͤuft hat und immer mit Erde gemengt gefunden wird. Er iſt eine ſtark verkohlte Sub⸗ ſtanz, die meiſtentheils Saͤure enthaͤlt, und fuͤr ſich im Waſſer unaufloͤslich iſt, aber, mit Waͤrme, Luft und Licht in Beruͤhrung geſetzt, und vom Ueberfluſſe des Waſ⸗ ſers befreit, bald aufloͤslich wird, und in dieſem Zuſtande ein gutes Duͤngermaterial abgibt. 60. 13.) Der Teichſchlamm hat mit dem Mo⸗ der viel Aehnlichkeit, nur unterſcheidet er ſich dadurch von ihm, daß er ſich in gangbaren Teichen, die regel⸗ maͤßig ab⸗ und angelaſſen werden, fortwaͤhrend neu bildet durch den Niederſchlag aus dem zuſtroͤmenden Waſſer, daß er ferner haͤufig noch viele unzerſetzte Pflanzenfaſern, meiſtens auch einige animaliſche Ueberreſte, und gewoͤhn⸗ lich noch mehr Erdtheile als der Moder enthaͤlt. Er iſt in der Regel ein kraͤftigeres Duͤngungsmittel, als dieſer; doch haͤngt dieſes ſehr von der Lage der Teiche ab. (Der Deichſchlamm und in gewiſſer Hinſicht auch der Mo⸗ der, iſt nur in ſo fern unter den vegetabiliſchen Duͤnger⸗ materialien aufzufuͤhren, als das duͤngende Princip in ihm groͤßtentheils vegetabiliſchen Urſprungs iſt. Gewoͤhnlich vereinigt es Duͤngerſtoffe aller drei Naturreiche in ſich⸗ animaliſche, vegetabiliſche und mineraliſche.) ———ͤſſͤ 23 da 7I. 14.) Das Moos wird hie und da häͤufig Moos. 6 de zur Sereu benutzt, und kann weſentlich zur Verwahrung 1 ſn der Duͤngermaſſe beitragen; der davon gewonnene Miſt „lehr lange iſt aber ſehr ſchwer zerſetzbar. icht Sumpf 72. 15.) Das Kartoffelkraut eignet ſich, wahr⸗ ois ſcheinlich wegen ſeines ſtarken Gehalts an Eiweißſtoff, ganz vorzuͤglich zu Duͤnger, ſowohl fuͤr ſich allein, be— ſonders auf Wieſen, als auch im Gemenge mit thieriſchen Auswuͤrfen. Soll es jedoch auf erſtere Weiſe angewendet oder weni⸗ mit wenig Erde, oder d, wenig⸗ If werden, ſo muß es noch im gruͤnen Zuſtande ſeyn. engeſetzt iſt, 73. 16) Alle durch Jaͤten oder ſonſt auf eine Weiſe Unkr du⸗ aſſer bildete, gewonnene Unkraͤuter, alle gruͤnen Pflanzenabfaͤlle, in der er. er mit Edde Kuͤche oder ſonſt im Hausweſen, koͤnnen, fuͤr ſich zuſam— kohllte Sub⸗ menfaulend oder mit anderen Duͤngſtoffen in Mengung fär ſch im gebracht, weſentlich zur Vermehrung der Duͤngermaſſe bei⸗ Luft und tragen, und ſollten daher in keiner Wirthſchaft dazu un⸗ ſe des Waſ benutzt gelaſſen werden. em Zuſtande 74. 17.) Der Tang beſteht aus einigen See⸗ Tans⸗ pflanzen der Geſchlechter Fucus, ceramium, alga etc. die durch die Fluth oft in ſolcher Maſſe an das Meeres⸗ t dem Me⸗ ufer geworfen werden, daß ſie mit leichter Muͤhe in gro— ſich doduic ßer Menge geſammelt und mit Vortheil zur Vermehrung die regel⸗ des Duͤngers benutzt werden koͤnnen. Sie gehen ſehr neu bildet ſchnell in Verweſung uͤber und laſſen nur einen geringen en Vaſſa, Ruͤckſtand, ſind daher als Duͤnger gerade nicht von gro⸗ anzenfaſern, ßer Wirkung. Da ſie aber ſo wohlfeil und in Fuͤlle zu d gewoͤhne haben ſind, bekommt dieſes Duͤngermaterial fuͤr die Wirth⸗ nthält. Er ſchaften am Meere einen ſehr hohen Werth. mittil, d 75. 18.) Die Oelkuchen, Ruͤckſtaͤnde der aus— 60 Slen. reihe al. gepreßten Oelſamen, enthalten eine große Menge Schleim, ich der Ro⸗ etwas eiweißartige Subſtanz und eine geringe Menge den Duͤnget⸗ Oel; ſie gewaͤhren daher ein ſehr nahrhaftes Viehfutter, ineid in ihu und werden auch dazu in der Regel mit mehr Vortheil Gerihuih als zur Duͤngung verwendet. Doch iſt, wahrſcheinlich ſich⸗ ihe in ſ ebenfalls ihres Gehalts an obengenannten Subſtanzen we⸗ ———————— — Trebern. Scheunen⸗ und Heu⸗ hodenabfall. 24 gen, ihre Wirkung als ſolcher ſo groß, daß man es nicht ſelten gerathen findet, letztere Benutzung der erſtern vor— zuziehen. (v. Schwerz, Belgiſche Landwirthſchaft, an mehren Stel⸗ len. Deſſen Anleitung zum praktiſchen Ackerbau I. 102. 76. 19.) Die unter dem Namen Malzſtaub be— kannten Abgaͤnge des Malzes, meiſtens aus den bei dem Darren und Umſchaufeln deſſelben ſich abſtoßenden Wur⸗ zelkeimen beſtehend, gewaͤhren einen ſehr guten, ſchnell⸗ wirkenden Duͤnger, beſonders fuͤr Wieſen, wahrſcheinlich in Folge der in ihnen enthaltenen Schleim- und Zucker— theile; aber nur ſehr ſelten ſind ſie in einiger Quantitaͤt zu haben. 77. 20.) Alle Trebern oder Treſtern, Abgaͤnge vom Bierbrauen, Branntweinbrennen, Weinbereiten ꝛc. gewaͤhren einen guten Duͤnger, koͤnnen aber nur ſelten mit Vortheil dazu verwendet werden, weil ſie als Vieh— futter beſſer zu benutzen ſind. Bloß die Abgaͤnge bei der Obſtweinbereitung, die als Viehfutter nur einen geringen Werth haben, duͤrften vielleicht als Duͤnger groͤßern Nu— tzen bringen. 78. 21.) Die Abfaͤlle vom Heuboden und in der Scheune ſind, wenn ſie nicht zu Viehfutter taugen, nur auf Wieſen mit einigem Vortheil als Duͤnger brauchbar, weil gewoͤhnlich viel Unkrautſamen darin enthalten iſt. Mehr Werth zu dieſem Behufe haben die Abgaͤnge man⸗ cher Handelsgewaͤchſe, der Abdruſch der Leinknoten, des Hanfſamens ꝛc. Selbſt die unter der Breche hervorge— henden Abfaͤlle des Leins und Hanfes, die ſogenannten Brechannen, Acheln, Schaͤben, duͤrfen als Beitrag zur Duͤngervermehrung nicht vernachlaͤßigt werden. Beide Gewaͤchſe zeigen ſich noch beſonders wirkſam als Wieſen⸗ duͤngung, wenn ſie zum Roͤſten, oder zum Trocknen nach der Waſſerroͤſte auf den Raſen gebreitet werden. mit an und ſe Mon haup. 6 zen 7 um de brachte V Acker gen, u auf de Werden genõ Dingu 8 ſo brin hew, ſelben vorde das T Vitten Aeer p ſo ger unterge cer ————õ—:yüy———————— nan es nicht ti Einen ganz vorzuͤglichen Duͤnger geben auch die hier Tabakſten⸗ tern vor⸗ . e el. mit aufzufuͤhrenden Tabakſtengei. 3 79. 22.) Der Ruß aus den Rauchfaͤngen, aus Ruß. jehren Sta⸗⸗ 3. en Etal halbverbrannten Holztheilen und brenzlichem Oele beſte— au I. 102. 4 hend, iſt ebenfalls unter den vegetabiliſchen Duͤngermate— ſtaub be rialien aufzufuͤhren, unter denen er wegen ſeiner kraͤftigen en bei dem und ſchnellen Wirkung, wenn er zur Ueberduͤngung der enden Vnr Pflanzen verwendet wird, einen vorzuͤglichen Rang be— . auptet. n, ſchnel⸗ hauf hrſcheinlich 80. Wenn man die auf dem Acker wachſenden gan⸗ Grüne und Jucker⸗ zen Pflanzen oder vegetirenden Pflanzentheile unterpfluͤgt, Pfanzen. 8 8 8 6. ittelbar h in d Bod Grüne Auantitäͤt um dadurch einer unmittelbar danach in den Boden ge— Duͤngung⸗ brachten Saat Nahrung zu verſchaffen, gibt man dem Acker eine ſogenannte gruͤne Duͤngung. Die Pflan⸗ 77,4— 2 „Abgaͤnge zen, welche man dazu benutzt, wachſen entweder von ſelbſt ereiten de. auf dem Felde, oder werden eigens dazu angeſaͤet; ſie nut ſelten werden ferner entweder ganz oder nur zum Theil unter— als Vieh⸗ 5 a15. Sien gepfluͤgt. nge bei der Je groͤßer und ſchwerer das Volumen der Pflanzen n geringen oder Pflanzentheile iſt, die man dem Acker einverleibt; ößern Nu⸗ je zuſammengeſetzter und leichter in Faͤulniß uͤbergehend dieſelben ferner ſind, deſto groͤßer muß auch, bei uͤbri— dät der gens gleichen Verhaͤltniſſen, die Wirkung einer ſolchen nd in d 8 Duͤngung ſeyn. gen, nur gung ſoy brauchbar, 81. Wenn man einen Acker unbeſtellt liegen laͤßt, Selbſiwach⸗ alten iſt. ſo bringt er Pflanzen aller Art in deſto groͤßerer Menge faͤnzen. inge man⸗ hervor, je weniger die Beſamung und Bewurzelung der— woten, des ſelben durch die vorhergehende Kultur des Bodens geſtoͤrt e hervorge⸗ worden iſt, je mehr dieſer Humus enthaͤlt, und jemehr genanaten das Wachsthum der Pflanzen vom Klima und von der 9 1 1. e„— zeitrag zur Witterung beguͤnſtigt wird. Stuͤrzt man dann dieſen 4 Ar 2 7— e e 1. Beide Acker zu der Zeit, wo er ſich uͤber und uͤber begruͤnt hat, s Wieſer⸗ ſo gewaͤhrt das Produkt der Faͤulniß der auf dieſe Weiſe 15— untergepfluͤgten Pflanzen einer andern in den naͤmlichen knen nach 1. 167 F Acker geſaͤeten in demſelben Verhaͤltniſſe Nahrung, als 26 ihre Menge groß war, und ſie leichter oder ſchwerer auf⸗ loͤslich ſind. (Aelteſte Wirthſchaftsweiſe. Koppelwirthſchaft.) Jur grünen 82. Weil aber das Bewachſen eines ſolchen Ackers Inrenbete nur zufaͤllig iſt, und die Pflanzen, womit es geſchieht, Pfanzen. nicht immer in hinreichender Menge und in einem paf⸗ ſenden Verhaͤltniſſe hervorkommen, ſo iſt es rathſamer, den Acker, den man durch eine gruͤne Duͤngung berei— chern will, gefliſſentlich mit ſolchen Pflanzen zu beſaͤen, die dem Boden und Klima angemeſſen ſind, in einem beſtimmten Zeitraume die groͤßte organiſche Maſſe liefern, ſich unter den Bedingungen der Faͤulniß leicht zerſetzen, und deßhalb reichliche und gute Pflanzennahrung gewaͤh⸗ ren. Wenn ſolche Pflanzen den an ſie zu machenden For⸗ derungen ganz entſprechen ſollen, muͤſſen ſie ſich ferner mehr von den Beſtandtheilen der Luft und des Waſſers, als vom Humus im Boden naͤhren, alſo auch noch auf einem kraftloſen Boden nicht ganz kuͤmmerlich wachſen und laͤngſtens in einem Sommer zur vollen Ausbildung gelangen. Fuͤr ein Klima, wo der Wein ohne große Plage gedeiht, iſt die Lupine, lupinus albus, zu dieſem Be⸗ — hufe die wichtigſte Pflanze. In kaͤlteren Gegenden auf bindigem Boden Wicken, Erbſen, Raps und Ruͤb⸗ ſen; auf leichtem Boden Spoͤrgel, Buchweizen. Eine gruͤne Duͤngung erhaͤlt der Acker zufaͤllig durch Futterpflauzen mit großen und ſaftigen Wurzeln, die, un— gtergepfluͤgt, in Faͤulniß gerathen, und die folgende Saat reichlich naͤhren. Hierher gehoͤren der Klee, die Lu— zerne, die Esparfette. Auch dadurch gibt man dem Acker eine gruͤne Duͤn— gung, wenn man gruͤne vegetabiliſche Koͤrper, die anderswo gewachſen ſind, auf ihn bringt, um ſie unterzupfluͤgen. (In Elſaß, namentlich im Dorfe Hoͤrdt, geſchieht ſolches haͤufig mit dem Kraute der Stoppelruͤben. S. Schwerz's Beſchreibung der Landwirthſchaft in Elſaß.) Hum 5.Z merkt 27 hwertr auf⸗ 83. So wie die Staͤrke, haͤngt auch die Dauer Dauer der ; ⸗ e grüͤnen einer gruͤnen Duͤngung von deren Maſſe und Zerſetzbarkeit Düngung. ab; lang nachhaltend iſt jedoch dieſelbe niemals. chen Ackets z geſchicht 7. Mineraliſche Duͤngermaterialien. einem paß 84. Alle mineraliſchen Koͤrper, welche Schwe⸗ Wraren l tathſamer, fel, Kalk, Laugenſalze, Salpeter⸗ und Kochſalzſaͤure in mittel. ngung berei⸗ ſich enthalten und im Waſſer oder in den Beſtandtheilen zu beſcen, des zerſetzten Waſſers aufloͤslich ſind, oder es bald wer— in einem den, ſind ebenfalls als Duͤngermaterialien zu betrachten, aſe liefern, und zwar 1.) als poſitiv duͤngend, in ſo fern ſie it zerſetzen, anſcheinend unmittelbar auf das Pflanzenwachsthum ein⸗ ung gewih⸗ wirken, und 2.) als Duͤnger⸗ oder nahrungvermit⸗ henden For telnd, in ſo fern ſie bloß den im Boden beſindlichen Humus in einen aufloͤslichen Zuſtand verſetzen. S. §. 25 und 38) Nachſtehende verdienen unter ihnen be— merkt zu werden. ſich ferner es Waſſers, h noch auf ich wachſen 85. 1.) Der Schwefel, der ſich unter ſeine Auf⸗ Schwefel. Ausbildung loͤßſung beguͤnſtigenden Verhaͤltniſſen als ein kraͤftiges Be— foͤrderungsmittel des Pflanzenwachsthums erweiſt, aber roße Plage fuͤr ſich zu koſtbar zu einem einigermaßen ausgedehnten dieſem Be⸗ Gebrauch als Duͤnger iſt. genden auf 86. 2.) Unter den ſchwefelhaltigen Mineralien hat Gids. und Ruͤb⸗ man bis jetzt nur den Gips und vitriolhaltige deizen. Steinkohlen⸗ und Torfarten mit Vortheil bei dem ällig durch Ackerbau als Duͤnger angewendet; es leidet aber keinen a, die, un⸗ Zweifel, daß andere, z. B. Schwefelkieſe, Glauderſalz ꝛe. gende Saat ſich eben ſo wirkſam zeigen wuͤrden, wenn ihr Gebrauch e, die Lu⸗ nicht durch Koſtbarkeit und Seltenheit gehindert wuͤrde. Die Wirkungen des Gipſes, wenn er bei hinlaͤng— ruͤne Duͤn⸗ lich warmen und feuchtem Wetter uͤber gewiſſe Pflanzen ee anderswo geſtreut wird, ſind ſo auffallend groß, daß ſie faſt an das upfluͤgen. Wunderbare grenzen, und mit der geringen Groͤße der hieht ſolches aufgewendeten Maſſe gar nicht im Verhaͤltniß ſtehen. 5. Schren Doch ſind dieſelben hauptſaͤchlich nur bei allen Gewaͤchſen —— Kalk. Laugen⸗ ſalze. Aſchenarten. 28 aus der 17. Linné'ſchen Pflanzenklaſſe mit Schmetterling⸗ blumen(Kleearten, Huͤlſenfruͤchten ꝛc.) ſichtbar, naͤchſt dieſen bei den Oelgewaͤchſen und Kohlarten; den Halm— fruͤchten aber gewaͤhrt eine Gipsduͤngung unmittelbar kei— nen Nutzen. Die ſchwefelhaltigen Kohlen- und Torfarten wirken dem Gips faſt ganz gleich. 87. 3) Der Kalk als Duͤngungsmittel wirkt ver⸗ ſchieden, je nachdem er im reinen aͤtzenden Zuſtande, alſo gebrannt, oder im kohlenſauren Zuſtande da⸗ zu verwendet wird. Der aͤtzende, durch Loͤſchen mit Waſſer oder an der Luft zu Pulver zerfallene Kalk bringt, in dieſem Zuſtande als Duͤnger angewendet, nicht ſelten eine Wirkung her— vor, die der einer Duͤngung mit Stallmiſt ziemlich nahe kommt. Es iſt dieß auf jeden Fall Folge ſeiner ſtarken Einwirkung auf den im Boden befindlichen Humus, den er auch dann, wenn ſolcher ſtark verkohlt oder ſauer iſt, im Waſſer aufloͤslich und zur Pflanzennahrung geſchickt macht. Je weniger Humus er im Boden findet, deſto geringer wird ſeine Wirkung, und wenn mit ſeinem oͤf— teren Gebrauche keine zweckmaͤßigen Miſtduͤngungen ver— bunden werden, fuͤhrt dieſer zur gaͤnzlichen Erſchoͤpfung und Unfruchtbarkeit, da der Kalk an ſich ſelbſt zu wenig poſitiv duͤngend ſich erweiſt, wohl aber ſo lange aufloͤſt, als er noch etwas aufzuloͤſen findet. Der kohlenſaure Kalk,(Kreide, Mergel, Bauſchutt) befoͤrdert ebenfalls das Pflanzenwachsthum⸗ zumal auf einem Boden, der an ſich keinen Kalk haͤlt; dieß muß jedoch, da er nicht zerſetzend auf den Humus einwirkt, wohl vorzuͤglich der durch ihn bewirkten Ver— aͤnderung der chemiſchen, und phyſiſchen Beſchaffenheit des Bodens zugeſchrieben werden. 88. 4.) Die Laugenſalze aͤußern eine ungleich groͤßer aufloͤſende Wirkung auf den Humus, als der Kalk, weil ſie denſelben nicht nur im aͤtzenden, ſondern auch in k Kslic Laut 2= imme entce Seffe Gewe dush wan Dun den i leuten reien de n lchkeit Seife V gewoͤhl naci durch ſied hoch des 8. Mure alle a kohle 29 nettrlige im kohlenſauren Zuſtande zerſetzen und im Waſſer auf⸗ d, au loͤslich machen. 1* 7 e...„ ie bur 6 Zur Duͤngung nimmt man nicht die gereinigten . Laugenſalze(Potaſche und Soda), ſondern entweder Torfarten die Holzaſche, ſowohl im ausgelaugten, als im unausgelaugten Zuſtande, oder die Steinkohlen⸗, wirkt ver⸗ Torf⸗ und Braunkohlenaſche. Inſand 3.. Iuſtande, a. Holzaſche. Die unausgelaugte Holzaſche ge⸗ ſtande da waͤhrt ein vortreffliches Dungmittel vorzuͤglich zum Ueber— duͤngen der Wieſen und Kleefelder; ſie wird aber nur er an der ſelten in dieſem Zuſtande dazu verwendet, weil es faſt Juſtande immer vortheilhafter iſt, ihren Gehalt an Laugenſalzen rkung her⸗ entweder zu mannichfachem haͤuslichen Gebrauch(Waſchen, glich nahe Seifeſieden) oder fuͤr manche Fabrikationen und techniſche er ſtarken Gewerbe(Salpeterſiedereien, Glasfabriken, Faͤrbereien ꝛc.) nus, den auszuziehen. Aber ſelbſt wenn dieſes geſchehen, behaͤlt ſauer iſt, man noch an der ausgelaugten Aſche ein ſehr ſchaͤtzbares g geſchickt Duͤngermaterial uͤbrig, deſſen Werth jedoch ſehr verſchie⸗ det, deſto den iſt, je nachdem man es von verſchiedenen Gewerbs⸗ ſeinem oͤf⸗ leuten bezieht. ungen ver⸗ Wird naͤmlich die Aſche in Potaſche, Salpeterſieder— erſchoͤpfung reien ꝛc. rein ausgelaugt, ſo bleibt eine Subſtanz uͤbrig, zu wenig die mit der Torfaſche in aller Hinſicht die groͤßte Aehn— ge aufloͤſt, lichkeit hat. Erhaͤlt man aber die ausgelaugte Aſche von Seifenſiedern, Bleichern ꝛc., ſo bekommt man nebſt den gewoͤhnlichen Beſtandtheilen der Aſche auch noch eine be— traͤchtliche Quantitaͤt kohlenſauren und aͤtzenden Kalk, wo— durch ihre Wirkſamkeit ſehr erhoͤht wird. Zur Seifen— ſiederaſche(Aeſcher, Ausſchlag) kommen außerdem noch die in der Lauge unaufgeloͤſt gebliebenen Fleiſchtheile des Fettes und die mit kohligen Stoffen geſchwaͤngerte Mutterlauge, wodurch ſie einen weit groͤßern Werth als alle anderen Aſchenarten erhaͤlt. b. Die Torf⸗, Steinkohlen⸗ und Braun⸗ kohlenaſche unterſcheidet ſich von der Holzaſche da— Nergel, achsthum⸗ Roſt haͤlt; en Humus rkten Ver⸗ haffenheit e ungleich der Kalk, ndern auch ——————,— Salze. Lehm⸗ wand. 30 durch, daß ſie kein oder doch nur aͤußerſt wenig Laugen— ſalz enthaͤlt. Sie iſt deßhalb zu nichts anderm als zum Duͤngen zu gebrauchen; dabei haͤngt jedoch ihre Wirkung ſehr von ihrem Gehalt an Gips oder anderen Verbin— dungen der Schwefel⸗ und Phosphorſaͤure mit Laugen— ſalzen und Erden ab. (Es gibt mehrere Aſchen dieſer Art, die hinſichtlich ihrer duͤngenden Wirkung dem Gips voͤllig gleich kommen, da⸗ her ihn erſetzen koͤnnen; waͤhrend andere faſt gar keine Wirkung, oder gar eine ſchaͤdliche zeigen.) 89. 5.) Alle ſalpeter⸗ und kochſalzſaueren Salze haben, wie Verſuche im Kleinen gezeigt, bei maͤßiger Anwendung eine guͤnſtige Wirkſamkeit auf das Pflanzenwachsthum, ſind aber zu koſtoar, als daß ſie bei dem Ackerbau im Großen mit Erfolg gebraucht werden koͤnnten. Das ſogenannte Duͤngeſalz, welches von den Gradirhaͤuſern und in den Pfannen der Salinen, dort als Dorn⸗, hier als Pfannenſtein gewonnen wird, muß zwar hier auch mit in Betracht kommen; daſſelbe iſt jedoch keinesweges ein kochſalzſaures Salz, ſondern meiſtens nichts als Gips, dem ein wenig kochſalz⸗ ſaures Natrum und dergleichen Bittererde beige— mengt iſt. Es wirkt daher auch faſt nur wie Gips. Daſſelbe gilt von mehreren kuͤnſtlichen Duͤngeſalzen, un⸗ ter denen das von Lampadius in Freiberg erfundene und im Großen bereitete den Vorzug verdienen moͤchte. 90. 6.) Unter den mineraliſchen Duͤngungsmateria⸗ lien verdient ſchließlich noch der alte Lehm, den man von alten Lehmmauern und ſogenannten Wellerwaͤnden er— haͤlt, einige Erwaͤhnung. Derſelbe zeigt eine auffallende, die der Miſtduͤngung oft uͤbertreffende, langanhaltende Wirkung. Das ihm gewoͤhnlich in großer Menge beige⸗ mengte Stroh, vielleicht auch der darin ſich bildende Salpeter moͤgen daran großen Antheil haben. Danau ſe im thieriſ deſe ten, ſ zu b rachnet 9 ſihr zu ſan de auf da D In G. und d Subſt urrhind 1 93 ger 3 Dflan dener ner For deſtandt 94 hfi ie Abſt iig Laugen⸗ n als zum re Wirkung en Verbin⸗ it Laugen⸗ ötlich ihrer mmen, da⸗ ſt gar keine ſaueren zeigt, bei it auf das daß ſie bei cht werden von den nen witd, daſſelbe „ ſondern kochſal⸗ de beige⸗ vie Gips. lzen, un⸗ erfundene moͤchte. noswateria⸗ — den man waͤnden er⸗ auffallende, anhaltende engt beige⸗ h bildende —— 31 b.) Von der Zubereitung der duͤngenden Subſtanzen, ehe man ſie dem Boden einverleibt. 91. Da die Pflanzen nur dann von den zu ihrer Nothwendig⸗ Duͤngung aufgebrachten Subſtanzen Vortheil ziehen, wenn Perentnnngene ſie im kalten Waſſer aufloͤslich ſind, die dazu verwendeten dungenden S,., 25„ Subſtanzen. thieriſchen und vegetabiliſchen Stoffe aber groͤßtentheils dieſe Aufloͤslichkeit erſt durch den Prozeß der Faͤulniß erhal— ten, ſo ergibt es ſich, wie nothwendig es ſei, dieſen Prozeß zu befoͤrdern und zweckmaͤßig zu leiten. Die darauf be— rechneten verſchiedenen Operationen nennt man die Zube— reitung der duͤngenden Subſtanzen. I. Thieriſche Koͤrper. 92. Alle thieriſchen Subſtanzen gehen, als Zubereitung ſehr zuſammengeſetzte, ſchnell in Faͤulniß uͤber, und änfeſchen irper. ſern demnach im kuͤrzeſten Zeitraume die groͤßte Wirkung auf das Pflanzenwachsthum, ohne erſt zur Verwendung als Duͤnger einer beſondern Vorbereitung zu beduͤrfen. Im Gegentheil muß man, da ſie ſo leicht zerſetzbar ſind, und der Prozeß der Zerſetzung und Faͤulniß immer mit Subſtanzverluſt verbunden iſt, ihre Faͤulniß ſo lange zu verhindern ſuchen, bis man ſie in den Boden gebracht hat⸗ II. Vegetabiliſche Koͤrper. 93. Die vegetabiliſchen Koͤrper, die man als Duͤn- Arten der ger gebraucht, ſind entweder(ſ. H. 53— 83) gruͤ nende edeinuee Pflanzen oder Koͤrner, oder Humus von verſchie⸗ dener Natur, oder trockene Pfanzen von verſchiede⸗ ner Form, verſchiedenem Zuſammenhang und verſchiedenen Beſtandtheilen. 94. Indem man die gruͤnenden Pflanzen und Pflan⸗ Zubereitung zentheile unterpfluͤgt und mit Erde bedeckt, erreicht man er athiden die Abſicht, durch ihre Zerſetzung im Boden das Wachs— ———————— 32 thum einer andern Pflanze zu befoͤrdern, moͤglichſt voll⸗ kommen. Einige gruͤnende Pflanzenkoͤrper unterwirft man je— doch, wenn man ſie fuͤr ſich als Duͤnger gebraucht, gern einer Zubereitung. So laͤßt man Unkraͤuter und andere gruͤne Pflanzenabfaͤlle zuvor auf Haufen zuſammenfaulen, oder bringt ſie auf die Miſtſtaͤtte, in Kompoſthaufen ꝛc. Gruͤn abgeſchnittenes Schilf, mit aͤtzendem Kalk in Haͤuf⸗ chen gebracht, wird ſchnell zerſetzbar und weit duͤngkraͤf⸗ tiger, als ohne dieſe Vorbereitung in den Boden gebracht. Zubereitung 95. Als Koͤrner, die zur Duͤngung verwendet wer— de Kioſ den, kommen vorzuͤglich die unter dem Namen Oelkuchen bekannten Ruͤckſtaͤnde der Oelfabrikation in Betracht. Die— ſelben muͤſſen vor ihrem Gebrauch entweder fein gepuͤlvert, oder, wie es in Flandern geſchieht, in die Jauchenbe— haͤlter zum Zerweichen geworfen werden. Die Anwendung dieſes Duͤngers findet vornehmlich in England und den Niederlanden ſtatt. Andere Samenkoͤrner werden nur hoͤchſt ſelten, weil ſie dazu meiſt zu koſtbar ſind, als Duͤngmittel gebraucht, obwohl ſie als ſolches eine ſehr kraͤftige Wirkung aͤußern; ſie muͤſſen nur vor ihrem Ge— brauch zu Mehl vermahlen, oder auf ſonſt eine Weiſe um ihre Keimkraft gebracht werden, wo ſie dann, in die Erde vergraben, ſchnell faulen. (Duͤngen kraͤnkelnder Pomeranzenbaͤume in Italien mit ge⸗ roͤſteten Lupinenkoͤrnern.) 4 Zubereitung 96. Der Teichſchlamm bedarf ſelten einer an⸗ dnniihe dern Vorbereitung, um als Duͤnger dienen zu koͤnnen, als daß man ihn einige Monate der Luft auf einem trockenen Orte, am beßten in kleinen Haͤufchen, ausgeſetzt laͤßt. Aus manchen Teichen enthaͤlt jedoch der Schlamm ſo viel ſauren unaufloͤslichen Humus, daß die Luftaus— ſetzung ſehr lange dauern muß, ehe dieſe uͤble Eigenſchaft verloren geht. In einem ſolchen Falle iſt es, um dieſes zu befoͤrdern, rathſam, den Schlamm in groͤßere Haufen — glichſt voll⸗ ſt man je⸗ bucht, gern und andere menfaulen, thaufen ꝛc. in Haͤuf⸗ it duͤngkraͤf en gebracht. dendet wer⸗ Helkuchen racht. Die⸗ gepuͤlvett, Jauchenbe⸗ Anwendung nd und den verden nur ſind, als s eine ſehr ihrem Ge⸗ eine Weiſt ann, in die lien mit ge⸗ n einer an⸗ izu koͤnnen, auf einem 1, ausgeſetzt r Schlamm die Luftaut⸗ eEigenſchaft s, um dieſes eͤßere Haufen 2— —— 33 zuſammenzubringen, dieſen kaliſche Koͤrper oder thieriſche Auswuͤrſe zuzuſetzen und dieſe Mengung vor dem Ge⸗ brauche als Duͤnger einigemal umzuſtechen. Zubereitung 97. Der Moder muß eben ſo, wie der Teich⸗ ſchlamm, eine Zeit lang in Haufen der Luft ausgeſetzt bleiben; n er aber in der Regel mehr Saͤure und mehr unaufloͤslichen Humus enthaͤlt, muß dieſe Luftausſetzung bei ihm laͤnger, als bei jenem dauern, wenn man ihn nicht, auf oben angegebene Weiſe, in groͤßere Haufen mit Kalk, oder Aſche oder Miſt zuſammenſetzt, und dieſe mehrmals umſticht. ₰ 98. Der Torf iſt an und fuͤr ſich noch unaufloͤr⸗ Zur licher, als der Moder und enthaͤlt gewoͤhnlich noch eine der Braun⸗ ſehr große Menge von zuſammenhaͤngenden Blaͤttern und ee ee Wurzeln; ſeine Zerſetzung geht daher fuͤr ſich ſelbſ ſo langſam vor ſich, daß er gewoͤhnlich nur dann mit Vor— theil als Duͤnger dereaht werden kann, wenn er, wie der Moder mit kaliſchen Koͤrpern einige Zeit in Haufen nneniſihe P t gelegen hat, wodurch die Menge des ichen Humus in ihm durch eine neue Gaͤhrung nehrt wird. Noch ſchneller geſchieht dieß, wenn man n mit thieriſch en Auswuͤrfen zuſammenbringt. Er kann daher mit Vortheil als Streumaterial in den Staͤllen benutzt, oder zu einer Unterlage auf den Miſtſtaͤtten ge— braucht, oder mit Stallmiſt auf Haufen zuſammengeſetzt T werden, die mehrmals umzuſtechen und, am beßten mit uche. zu begießen ſind. Der klare Abfall der Braunkohle iſt fuͤr ſich allein ſchon als Duͤnger zu gebrauchen, wird aber als ſolcher durch obige Vorbereitung wirkſamer. Auch der klare Torf⸗ ſtaub ſoll, nach den Erfahrungen der Englaͤnder, ohne alle Vorbereitung ein vortreffliches teberduͤngungsmittel abgeben. Der Raſen iſt wie der Torf zu behandeln, und liefert in kuͤrzerer Zeit einen ungleich wirkſamern Duͤnger. —.=D Ae — 2 ◻ — 3 Moders. Zubereitung der trocknen Pflanzen. Streu. Streumate⸗ riglien, 34 (Teichſchlamm, Moder, Torf ꝛc. wirken auf dem Acker nicht nur unmittelbar durch ihre duͤngenden Eigenſchaften, ſondern auch mittelbar durch ihren Einfluß auf die phyſi— ſche Beſchaffenheit des Bodens, und ſind daher fuͤr den Landwirth, wenn er ſie haben kann, viel werth.) 99. Trockene, unzerſetzte Pflanzen und dilsdaeurhenſe ſind die gewoͤhnlichſten und haͤufig— ſten Duͤngermaterialien. Hierher gehoͤren: Stroh, Laub, Schilf, Heidekraut, Farrenkraut, Gin⸗ ſter, Gerberlohe, Saͤgeſpaͤne, Moos, Tang ꝛc. Alle dieſe Vegetabilien enthalten nur eine geringe Menge im kalten Waſſer aufloͤsliche, aber deſto mehr unaufloͤsliche, vorzuͤglich holzige Subſtanz. Fuͤr ſich al— lein in die Oberflaͤche des Bodens gebracht, befoͤrdern ſie das Pflanzenwachsthum nicht eher, als bis ſie durch die Faͤulniß zerſetzt und aufloͤslich gemacht worden ſind. Weil aber die Faͤulniß den meiſten dieſer Koͤrper, wenn ſie der Erde oberflaͤchlich beigemengt werden, nur ſehr langſam vor ſich geht, und ihre Vermengung mit der Ackerkrume nur dadurch moͤglich wird, daß man ſie vorher muͤhſam zerkleinert und in die Pflugfurche einlegt, ſo iſt es vor— theilhafter, ihre Faͤulniß ſchon beginnen zu laſſen, ehe man ſie in den Boden bringt; ſie werden dadurch zum groͤßern Theile aufloͤslich, zerſetzen ſich dann ſchneller und laſſen ſich leichter und vollkommner mit der Ackerkrume vermengen. 100. Dieſer Zweck wird am beßten erreicht, wenn die vegetabiliſchen Duͤngermaterialien mit thieriſchen Ex— krementen gemengt und ſo in ſchicklich großen Haufen den Bedingungen der Gaͤhrung ausgeſetzt werden. Daraus folgt, daß alle Vegetabilien, die man nicht verfuͤttern, oder geradezu als Duͤnger auf den Acker bringen kann, dadurch am beßten in einen kraͤftigen Duͤn⸗ ger zu verwandeln ſind, daß man ſie dem Vieh unter⸗ ſtreut, woraus auch noch der Vortheil hervorgeht, daß deſes Atbeit vollörit 8 man die 1 in eine ſchiede Thier nach (Or und W 1 ühieriſc 6 lich da die fan Zuſaw loren gähtun ſowohl jemehr einwitt b Duͤnger —————————y 35 dem Acke dieſes ein trocknes und reinliches Lager erhaͤlt, und die ſigenſchaſten Arbeit der Mengung ſeiner Exkremente mit Streu ſelbſt if die poyſ⸗ vollöringen kann. 1 aher fuͤr den—— th.) Wegen dieſer Verwendung ſolcher Vegetabilien nennt man dieſelben auch Streu oder Streumaterialien. nzen und—.. * 101. Die Art, die Streu mit den Exkrementen Mengung And haͤufig⸗..... 4 der Streu in eine moͤglichſt genaue Mengung zu bringen, iſt ver- mit den u drh ſchieden nach der groͤßern oder geringern Freiheit der Er eemien 2 Thiere hinſichtlich ihrer Bewegung in den Staͤllen, und Laßg r. nach der Menge und Verſchiedenheit der Streu. ne geime(Groͤßere Freiheit, vollkommnere Mengung. Bei reichlicher deſd weßr und holziger Streu weniger innige Mengung, als bei we⸗ Fuͤt ſich al nig und weicher Streu.) befordern ſe ge durch die 102. Die Mengung der Streumaterialien mit den Stalmmißt ſind. Weil thieriſchen Auswuͤrfen heißt:„Miſt“, und in ſo fern ſie venn ſie der in den Staͤllen hervorgebracht wird: Stallmiſt. ehr langſam Den Namen:„Duͤnger“, erhaͤlt derſelbe gewoͤhn⸗ Dünger. Ackerkrume lich dann erſt, wenn die beigemengten Vegetabilien bereits zer muͤhſam die faulige Gaͤhrung begonnen, und durch dieſelbe ihren iſt es vor⸗ Zuſammenhang entweder ſchon ganz oder zum Theil ver⸗ laſſen, ehe loren haben. Es ereignet ſich ſolches um ſo ſchneller, je dadurch zum gaͤhrungsfaͤhiger und zerſetzbarer die thieriſchen Exkremente cneller und ſowohl, als die beigemengten Streumaterialien ſind, und Ackerkrume jemehr die Bedingungen der Gaͤhrung auf dieſe Mengung einwirken. Die zur Verwandlung des Stallmiſtes in Duͤnger nothwendige Zerſetzung deſſelben geſchieht entwe— der ſchon in den Staͤllen, oder auf der Miſtſtaͤtte, wo⸗ hin er zu dem Ende geſchafft wird. CErſteres findet faſt immer Statt mit dem Schafmiſte; mit dem Rindviehmiſte nur in mehreren Gebirgslaͤndern, und e man nicht in Belgien in eigens dazu eingerichteten Staͤllen. S. Acker Burgers Lehrbuch I. 150. Schwerz's belg. Landwirth⸗ f den ſchaft II. 294. Immer iſt es gut, den Miſt laͤngere Zeit eicht, wenn jeriſchen Er⸗ Haufen den 20 Duͤn⸗—.; aͤftigen Du unter den Thieren zu laſſen, nur iſt viel Streu dazu Wich untet noͤthig.) doß 3* worgeft, ——-————— Anforderun⸗ 103. Damit letzteres ſo zweckmaͤßig, wie moͤglich hilaus innätte, geſchehen koͤnne, muͤſſen Lage und Form der Miſtſeaͤtte dher in angemeſſen ſeyn. Der Miſt muß leicht dahin geſchafft V fͤr Sor und ohne beſondre Anſtrengung auch wieder weggefuͤhrt b tenna 1 werden koͤnnen; es muß die Sonne ſo viel als moͤglich nd Begieſen abgehalten, jeder Verluſt an Jauche ſorgfaͤltig vermieden und der Zufluß von Waſſer verhindert werden. Auf einer dieſen Anforderungen entſprechenden Miſt Paſſer etdigen ſtaͤtte iſt der Stallmiſt ſo zu ordnen, daß er gleichmaͤßig däuat dicht und feſt uͤbereinander zu liegen komme. ſit 4. In dieſer Lage werden, nach Verſchiedenheit der mine Exkremente, der verwendeten Streu, der Witterung und euſäne der Beſchaffenheit des Duͤngerhaufens, die demſelben bei— iüe gemengten Streumaterialien bald fruͤher, bald ſpaͤter ſo(duſ muͤrbe, daß ſie ihren Zuſammenhang faſt ganz verlieren, A indeſſen doch noch ſo viel behalten, daß ſich ihr Gefuͤge ram erkennen und die ganze Maſſe bequem mit der Gabel auf rald den Wagen laden laͤßt. ka Schicklche 104. Daß es durchaus nicht rathſam ſey, den b b 15 zur Dunger⸗Duͤnger eher auf das Feld zu bringen, als bis er dieſen dn Wai ausfuhr. Zeitpunkt erreicht habe, war ſonſt allgemeiner feſter diaten Grundſatz, und in mehrerer Hinſicht wird auch wohl qwffr dieſer Zeitpunkt der zweckmaͤßigſte bleiben. Unbedingt gurene nothwendig iſt es aber nicht, daß man ihn erwarte, im bätern e Gegentheil zeigt ſich oft, zumal auf ſchweren Bodenar— ſbrrie ten, der erſt aus dem Stall gekommene, ſogenannte rohe he d Miſt, wenn nur Streu und Exkremente innig darin ge— 4 mengt ſind, und erſtere nicht zu lang und unfuͤgſam iſt (deßhalb das Zerhacken des zum Einſtreuen verwendeten langen Strohes vor dem Gebrauch immer anzurathen) V nittel, d am wirkſamſten; auf jeden Fall gewinnt man bei der böl Anwendung ſolchen Miſtes ſehr an Maſſe. 1 PMhaunge (Jache, Dagegen iſt es hoͤchſt nachtheilig und ſehr großen Verluſt an Quantitaͤt herbeifuͤhrend, wenn die Gaͤhrung 100 — 2 e. 00, und Zerſetzung des Duͤngers uͤber den angezeigten Zuſtand — Pengedt ——————— 37 ſo Kſ7.. 2 c ‿ 3. die woͤglich hinaus auf der Miſtſtaͤtte vor ſich geht. Kann man ihn Miſſſhits A.F ,,—2. 4.: 7 3 Miſtſaäͤtte daher in demſelben nicht hinausfahren, ſo muß man da⸗ din geſchaff fuͤr Sorge tragen, daß der Fortgang der Gaͤhrung ge⸗ weggefuhte hemmt oder doch gemaͤßigt werde. Dazu beitragende als moͤglich Mittel ſind: Feſttreten der Duͤngerhaufen durch Thiere, vermieden Begießen derſelben bei heißer trockner Witterung mit er Jauche, Vermiſchung des Stallmiſtes mit enden Miſt erdigen oder ſchweraufloͤslichen vegetabiliſchen Subſtanzen. Letzteres Mittel iſt immer umſtaͤndlich und leichter ge— ſagt, als ausgefuͤhrt; am beßten wird ſtets der Zweck er— reicht, wenn man den Duͤnger alle 6— 8 Wochen hin⸗ ausfaͤhrt und ſogleich ſtreut, wodurch ſeine Gaͤhrung am Waſſer od od gleichmaͤßig enheit de J K0 ſicherſten gehemmt wird. ſpaͤter(Der ſchwarze ſpeckige, ganz verrottete Miſt, den man ſonſt wereeren fuͤr den beßten hielt, hat wenig Werth. Bei großen Guͤ⸗ . 11 tern iſt die Anlage zweier Miſthaufen auf einer Duͤngerſtaͤtte hr Gefuͤge anzurathen. Das Hohlliegen des Miſtes iſt zu vermeiden, Gabel auf weil dadurch nachtheiliges, Wirkung ſchwaͤchendes Modern bewirkt wird.) ſeh, den 105. Die aus den Staͤllen kommende und von Jauche. s er dieſen den Miſthaufen ſich herabziehende Jauche muß in waſſer⸗ Büüie einer ſeſter dichten Behaͤltern ſorgfaͤltig geſammelt werden, weil es auch wohl großer Verluſt waͤre, wenn man dieſes vorzuͤgliche Duͤn— Unbedingt gungsmittel umkommen laſſen wollte. Aus dieſen Be— warte, im haͤltern(Jauchenloͤchern) muß ſie durch Pumpen oder Bodenal⸗ Schneckenwerke leicht herausgehoben werden koͤnnen, wenn annte kohe man ſie brauchen will. Erhaͤlt ſie darin einen Zuſatz von darin ge⸗ Waſſer, und wird in ihr die von Exkrementen durch⸗ wfägſam iſt drungene Streu ausgewaſchen, dann entſteht das in der Schweiz unter dem Namen Guͤlle bekannte Duͤngungs⸗ anzurathen) mittel, das erſt, nachdem es einen gewiſſen Grad der un bei der Gaͤhrung erreicht hat, angewendet wird. (Jauche, Pfuhl⸗ Guͤlle, Verſchiedenheit derſelben.) verwendeten ſehr großen e Gaͤhrune 106. Hier verdient auch noch der Kompoſt⸗ oder Kompoſt. 9 ten Juſtand Mengeduͤnger Erwaͤhnung. Man verſteht darunter enn—j eA—— 1 ———ꝛÿõõ—;—/———————ÿ————Oͦ·—B— 38 einen aus mehreren organiſchen und unorganiſchen Stoffen entſtandenen, aufs innigſte gemengten, vollkommen ver— weſeten, klaren broͤcklichen Duͤnger, der ſchnell wirkt und ſich vorzuͤglich zum Ueberduͤngen eignet. Die auf falſchen Anſichten beruhende fruͤhere Vorliebe fuͤr dieſen Duͤnger iſt groͤßtentheils verſchwunden; doch ſeine Bereitung fuͤr unvorhergeſehene Faͤlle aus Duͤngermaterialien, die fuͤr ſich allein nicht ſo gut wirken, oder ſonſt vielleicht gar nicht als ſolche zur Benutzung kommen wuͤrden, in jeder Wirthſchaft nebenbei zu empfehlen. Nur nehme man keinen beſſer anzuwendenden Stallmiſt dazu, ſondern bloß Unrath aller Art, Auskehricht, Unkraͤuter, Scheunenab⸗ fall, Straßenkoth, Schurmiſt(vor den Scheunen zuſam— mengeſchaufelter), ſchwer zerſetzbare Pflanzenuͤberreſte, Torf, Moder, zaͤhe Raſen aus alten Graͤben ꝛc., die man, wie es kommt, ohne beſondere Auswahl mit Kalk, Aſche ꝛc. vielleicht auch menſchlichen Exkrementen ſchicht— weis auf Haufen bringt, ſolche mehrmals umſticht, wie— der zuſammenſetzt und mit Jauche begießt, bis endlich der Mengeduͤnger zum Gebrauch fertig iſt. (Pondrette, Urate, Zuckererde.) III. Mineraliſche Koͤrper. Sbriünn 107. Die mineraliſchen Duͤngermateria⸗ er mineral.„ 4 e. 2 1 Düngerma⸗ lien(§. 84— 90.) beduͤrfen vor ihrem Gebrauch keiner teriglien. anderen Vorbereitung, als daß ſie ſo fein, wie moͤglich ge⸗ pulvert werden. c.) Von der vortheilhafteſten Weiſe, die verſchiedenen Duͤngerarten zu ver⸗ wenden. I. Thieriſche Koͤrper.. Anwendung 108. Die reit ieri Aeidei nthieriſchen Subſtanzen, die dann Subſtanzen, und wann zur Duͤngung verwendet werden(Hornſpaͤne, Kyochent kung, w ſäͤche de ſͤen 8 werden. vürfen, iin Aun Väiſt üͤber d und G auf ds 100 Wäilliu mwit dem drette V ſteng 9 A Thier V Waſſer brndt ner de Streu Vihu if. N. anwend ſnm d Sotget Dmei geword nicht d angewe (Klefeld tichtet handen 115 39 heen Stofe Knochenmehl ꝛc.) aͤußern in der Regel die meiſte Wir— kommen dr. kung, wenn ſie bloß, ſorgſam vertheilt, auf die Ober⸗ ell wirtt und faͤhhe des zu duͤngenden Landes gebracht werden. Auf e ruf fuſhen jeden Fall duͤrfen ſie nur ganz flach mit Erde bedeckt ſieſen Dunae werden. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit den thieriſchen Aus⸗ Hereitang fir wuͤrfen, die ohne anderweitige Beimiſchung als Duͤnger en, die fůt in Anwendung kommen. Solches findet auf dreierlei diclecht aat Weiſe ſtatt; entweder werden ſie im gepulverten Zuſtande den, i p aͤber die Saaten geſtreut, oder im fluͤßigen als Jauche „ und Guͤlle daruͤber gegoſſen, oder von den Thieren ſelbſt 8 auf das Feld getragen. 109. Die erſtere Art iſt mit vielen Unkoſten und Düngung Weitlaͤufigkeiten verbunden, und findet bei uns faſt nur mit veindn mit dem Federviehmiſt Statt.(Die Anwendung der Pou⸗ Auswurfen. drette, Urate, des Taphe's der Chineſen gehort, vaurheaün ſtreng genommen, nicht einmal hieher.) Pferch. Die zweite Art, wo die fluͤßigen Exkremente der Thiere, der Harn, entweder fuͤr ſich(Jauche) oder mit Waſſer verduͤnnt und mit den feſteren in Aufloͤſung ge⸗— bracht(Guͤlle) uͤber die Pflanzen verbreitet werden, iſt nur da im Großen vortheilhaft, wo man Mangel an Streu hat und der Zweck der Landwirthſchaft mehr auf Viehzucht und Wieſenkultur, als auf Ackerbau gerichtet iſt. Wo dagegen dieſer der Hauptzweck iſt, bringt die Anwendung des Streuduͤngers groͤßern Vortheil, muß man deßhalb fuͤr die Vermehrung deſſelben am meiſten Sorge tragen, und iſt daher die Jauche vorzugsweiſe zur Bereitung von Mengeduͤnger und zum Begießen der trocken gewordenen Duͤngerhaufen zu benutzen. Was davon aber geiſe, die nicht dazu gebraucht wird, kann auf keine Weiſe beſſer 1 angewendet werden, als zum Begießen der Wieſen und rmateria⸗ rauch keiner moͤglich ge⸗ zu ber⸗ 1, Kleefelder, wozu in jeder Wirthſchaft eigens dazu einge⸗ richtete Jauchenfaͤſſer, die auf Wagen gelegt werden, vor⸗ handen ſeyn muͤſſen. n, die dann Die dritte Art findet Statt, wenn man Thiere, die ICanſbit ———————·——·— ĩõmemõmo-o·˖-——— 40 ſich bei Tage anderswo genaͤhrt haben, uͤber Nacht auf Numuillͦ dem zu duͤngenden Felde einſperrt. Man nennt dieß Biſät Pferchen oder Horden, und bedient ſich dazu faſt Be nur der Schafe. Noder Vortheile 110. Der Vortheil des Pferchens beſteht darin, b enüi Pfühens 10 daß die Thiere den Acker duͤngen, ohne daß es noͤthig eni iſt, ihren Miſt in den Staͤllen zu ſammeln und von da Nalzſ auf das Feld zu fahren; 2.) daß dieſelbe Zahl von Thie⸗ 1' ren in derſelben Zeit durch ihren Pferch eine groͤßere f. 5 Flaͤche, wenigſtens fuͤr eine Frucht, kräͤftiger duͤngt, als durch durch ihren Stallmiſt. Dagegen ſind aber wieder Nach⸗ b Nrrtaul theile damit, vorzuͤglich fuͤr die Irſenhe der Schafe, ANMaſiche verbunden, die nur einen ſehr vorſichtigen Gebrauch die⸗ b nnd ent ſer Duͤngungsweiſe rathſam machen. isweile Nühen 111. Da der Pferchduͤnger bloß in den Exkremen⸗ 4 pferchdüng⸗ten der Schafe ꝛc. beſteht, und ſich demnach auf der uliamme uns. Oberflaͤche des Ackers hin! aͤnglich zerſetzt, ſo gewaͤhrt er, Aihe auf derſelben liegend, den Pflanzen mehr Nutzen, als ſähn be wenn man ihn unterpfluͤgt. Da aber letzteres, wegen zuec vieler anderer bei dem Ackerbau zu nehmender Ruͤckſich⸗ iuns ten, nicht immer zu umgehen iſt, muß man wenigſtens V chen auf dafuͤr ſorgen, daß er nur ſo flach, wie moͤg glich, unter V ſorgfalti die Oberflaͤche komme. Dabei iſt es noch nothwendig, G daß er voͤllig gleichmaͤßig auf derſelben verbreitet werde. aler noch Solches geſchieht, wenn man die Schafe in den Horden T G. a gedraͤngt ſtehen, und ſie auf jeder Stelle des Ackers, wo ubrie die Horden aufgeſchlagen worden ſind, nach Verhaͤltniß ſe dun der genoſſenen Nahrung, eine gleiche Anzahl von Stun— tignt, den darin verweilen laͤßt. ſur E V und uen II. Vegetabiliſche Koͤrper. acer üidendün 112. Die vegetabiliſchen Subſtanzen, welche man 1 tiſchen als Duͤnger anwendet, ſind entweder in einem zerſetzten eiſtetr) Diiere oder in einem unzerſetzten Zuſtande, bebäre wieder ent—(-.§. 99 weder feſt zuſammenhaͤngend und im Waſſer faſt ganz llet aber —— 8Zö—öhöſͤſͤſͤͤnͤnnͤoͤöͤͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤſ 41 Racht uuf unaufloͤslich, oder gepulvert und zum großen Theil im dne hi Waſſer aufloͤslich. h dazu fiſt Bereits zerſetzte, in Humus verwandelte ſind: Torf, Moder und Teichſchlamm, Ganze unzerſetzte ve⸗ eht darin, getabiliſche Subſtanzen der erſtern Art, ſind: Stroh, es nothig Laub ꝛc.(ſ.§. 99-, der letztern Art, Oelkuchen, id von da Malzſtaub, Ruß von Thie⸗ 1l e⸗ 113. Torf und Moder(deren Vorbereitung Anwendung ſe dröͤſere—— 4 2 des Torfs ꝛc⸗ ne dedhete ſ.§. 97. 98.) werden meiſtentheils untergepfluͤgt und d 94 als urch mehrmaliges Pfluͤgen und Eggen innig mit der der Nach⸗ Ackerkrume gemengt; indeſſen ſcheint es, nach mehreren Schaſt, Verſuchen, nicht unwahrſcheinlich, daß ſie, gut vorbereitet tauch die⸗ und entſaͤuert, im Fruͤhjahr uͤber die Saaten geſtreut, bisweilen eine groͤßere Wirkung hervorbringen duͤrften. Erkremen⸗ 114. Der Teichſchlamm haͤngt immer zu feſt ndandans auf der zuſammen, als daß er zum Ueberſtreuen mit leichter ſchlamms. vährt er, Muͤhe fein genug gepulvert werden koͤnnte. Man ver⸗ ten, als faͤhrt bei ſeinem Gebruhr als Duͤnger gewoͤhnlich am s, wegen zweckmaͤßigſten auf folgende Weiſe: waͤhrend des Win⸗ Ruͤckſich ters wird er, wenn er— zu roh iſt, in kleinen Haͤuf⸗ venig chen auf das Feld gefahren, bei Anbeginn des Sommers ch, unter ſorgfaͤltig geſtreut, und dann durch mehrmaliges Pfluͤgen thwendig, und Eggen innig mit der Ackerkrume gemengt. Iſt er et werde. aber noch zu roh, dann muß vor ſeinem Aufbringen die a Horden§. 96. angegebene Borbereitung in Anwendung kommen; kers, wo uͤbrigens bleibt ſeine Behandlung die angegebene. Wird erhaͤltniß er dagegen zur Wieſenduͤngung, wozu er ſich vorzuͤglich en Stun⸗ eignet, benutzt, ſo muß man ihn nach dem Streuen durch Eggen, Wenthen und Klopfen ſo klar als moͤglich und vermittelſt Rechen in die Grasnarbe hineinzubringen ſuchen. elche man 115. Alle unzerſetzten vegetabiliſchen Subſtanze ei ennd 4, ten erſterer Art muͤſſen vor ihrer Verwendung erſt in Duͤnger Oelkuchen A. Aglt(ſ.§. 99 u. 100) verwandelt werden. Die der andern fatem Art aber, wie Oelkuchen, Malzſtaub, Ruß ꝛc. d n 8 g ——y—.— Anwendung des Stall⸗ miſtes. Wann kann der Stall⸗ miſt unein⸗ geackert lie⸗ gen bleiben? Soll der Stallmiſt gleich nach dem Streu⸗ en unterge⸗ ackert wer⸗ den, oder eine Zeit lang gebrei⸗dingt das Beſſere zu ſeyn. 42 werden, als leicht aufloͤsliche Koͤrper, nicht untergepfluͤgt, ſondern ſo fein, als moͤglich gepulvert und dann uͤber die Pflanzen, deren Wachsthum ſie befoͤrdern ſollen, geſtreut oder leicht mit dem Samen eingeeggt. III. Stallmi ſt. 116. Bei der Verwendung des Stallmiſtes(. 102) iſt zu unterſuchen, ob er, auf den Acker gebracht, ſo— gleich unterzupfluͤgen, oder lieber eine Zeit lang daſelbſt ausgebreitet liegen zu laſſen ſei, oder ob er nicht etwa am vortheilhafteſten bloß zum Ueberſtreuen der Saaten, ohne ihn unterzupfluͤgen, benutzt werden koͤnne?— Die Beſchaffenheit des Klima's und des Duͤngers, ſo wie noch mehrere andere bei dem Ackerbau zu nehmende Ruͤck— ſichten koͤnnen allein entſcheiden, welche von dieſen Ver⸗ fahrungsarten zu waͤhlen ſei. 117. Je mehr der Duͤnger aus bloß animaliſchen Subſtanzen beſteht, und jemehr ſich die beigemengte Streu auf der Miſtſtaͤtte bereits darin zerſetzt hat, deſto groͤßern Vortheil koͤnnte man, zumal in einem feuchten Klima, von demſelben fuͤr die Saaten erwarten, wenn er nur uͤber dieſe geſtreut, und erſt nach den auf dieſe Weiſe ein Jahr geleiſteten Dienſten untergepfluͤgt wuͤrde. Aber die Beſchaffenheit des Duͤngers zur nothwendigen Zeit der Ausfuhr und andere Umſtaͤnde erlauben nur ſel— ten dieſes Verfahren. In den meiſten Faͤllen muß er gleich im erſten Jahre untergeackert werden, und dann iſt nur dafuͤr zu ſorgen, daß er der Oberflaͤche des Bodens ſo nahe, wie moͤglich bleibe. 118. Bei dieſem Verfahren kommt nun die Frage in Betracht, ob es beſſer ſei, ihn ſogleich unterzupfluͤgen, oder eine Zeit lang auf dem Acker ausgebreitet liegen zu laſſen. Iſt das Feld eben und der Duͤnger von der§. 103 angegebenen Beſchaffenheit, dann ſcheint letzteres unbe— Ohne Nachtheil, eher zum vorthei zen T außert terpflüg nockner Uatetas den; 9 edem vülli ſchen Erde geſchwe Auch Auetro äiß üb Pulſe Verfen ſowohl in de luſt a Ungleie ausfuh dadder ———————— 43 atergepflägt, nn uͤber die Vortheil, kann Duͤnger mehrere Wochen, ſelbſt den gan⸗ det iea .....— bleihen? en, geſkent zen Winter hindurch, ausgebreitet liegen bleiben. Er aͤußert oft die meiſte Dungkraft, wenn er bei dem Un⸗ terpfluͤgen ganz gruͤn durchwachſen war. Nur bei heißer, trockner Sommerwitterung wollen einige ein ſofortiges Unterackern des eben geſtreuten Duͤngers raͤthlicher fin— den; auf einem ſandigen Boden vielleicht mehr, als auf einem thonigen. Iſt dagegen das Feld abhaͤngig, oder der Miſt noch voͤllig roh, mehr aus Streumaterialien, als aus thieri⸗ ſchen Exkrementen beſtehend, dann muß er ſogleich mit Erde bedeckt werden, weil er ſonſt von Regenguͤſſen weg— geſchwemmt, oder von den Winden verweht werden koͤnnte. Auch wuͤrde Miſt der letztern Art, nach ſeinem voͤlligen Austrocknen untergepfluͤgt, zu langſam im Boden in Faͤul— niß uͤbergehen, und dadurch einen großen Theil ſeiner 6s(g. 102) bracht, ſo⸗ lang daſelbſt nicht etwa er Saaten, 1— Die 3, ſo wie mende Ruͤck⸗ dieſen Ver⸗ animaliſchen Wirkſamkeit verlieren. beigemengie 119. Ein ganz fehlerhaftes, hoͤchſt nachtheiliges Der Stalt⸗ 3 miſt darf 89 de. e e.. 0 hat, deſto Verfahren iſt es, den Duͤnger laͤngere Zeit in Haufen, nicht in Hau⸗ eim feuchten ſowohl großen als kleinen ſtehen zu laſſen, weil er ſich fen ſtehen reene wenn in denſelben ſchnell zerſetzt, und dadurch ein großer Ver— blecdn. en auf dieſe luſt an Maſſe und, wenigſtens bei kleinen Haufen, eine fͤgt wurde. ungleiche Duͤngung bewirkt wird. Nur bei der Duͤnger— tthwendigen ausfuhr in kalten Wintertagen auf entfernte abhaͤngige den nur ſel⸗ Felder findet dieſes Verfahren Entſchuldigung. uß er gleich ann iſt nur IV. Mineraliſche Koͤrper.. „Bodens ſo.— 3 3 120. Die mineraliſchen Duͤngungsmittel, welche Die mine— . C.— · 1 raliſche vorzuͤglich durch ihre Einwirkung auf das Blattorgan der Dal ceh 2 G 99⸗ un die Frage Pflanzen deren Wachsthum zu befoͤrdern ſcheinen, und mittel ſind terzupflügen, nur in geringer Quantitaͤt angewendet werden, chſe ech Vren tet liegen zu Schwefel, Gips und alle Verbindungen der Schwe⸗ Natur ver⸗ der§. 103 fel, Salpeter- und Salzſaͤure mit Laugenſal⸗ſöhi deugem tzteres unbe zen und Erden, ferner Torf⸗, Steinkohlen⸗ il, eher z Braunkohlen⸗ und ausgelaugte Holzaſche, ——-———— ÿ————— ——— Werth der Düngun mittet. Was ver⸗ ſteht man unter einer Duüungung 2 44 zeigen ſich nur dann nuͤtzlich, wenn ſie uͤber die gruͤnen⸗ den Pflanzen ausgeſtreut und nicht mit Erde bedeckt werden. Diejenigen aber, welche vorzuͤglich auch humusauf— loͤſend ſind, oder die phyſiſche Beſchaffenheit des Bodens vortheilhaft umwandeln, und deßhalb in groͤßerer Menge aufgebracht werden, wie Kalk im reinen und koh⸗ lenſauren Zuſtande, Bauſchutt, alte Lehm⸗ waͤnde, unausgelaugte Holz⸗ und Seifenſie— deraſche muͤſſen oberflaͤchlich mit der Ackererde gemengt werden, damit ſie mit den Koͤrpern, auf die ſie einwir⸗ ken ſollen, in naͤhere Verbindung kommen. Werden letzt— genannte jedoch zur Ueberduͤngung von Graslaͤndereien verwendet, ſo gewaͤhren ſie auch, bloß oben aufgeſtreut, großen Nutzen. d.) Von dem dar hältu enaßäigen Werthe und der verſchiedenen Menge der duͤngen⸗ den Subſtanzen, die zu einer von ihnen erwarteten beſtimmten Wirlung er⸗ forderlich iſt. em bisher Vorgetragenen ergibt ſich be⸗ d neu reits, daß unter den verſchiedenen duͤngenden Subſtanzen die rein thieriſchen den hoͤchſten Werth haben; ihnen folgen in dieſer Hinſicht die gemiſchten, die animaliſch— vegetabiliſchen, der Stallmiſt; dieſen die reit getabiliſchen, und dieſen endlich die mineraliſchen, ie fuͤr ſich allein die organiſche Materie als Dungmittel nie ganz zu erſetzen im Stande ſind, von dieſer aber bei dem Ackerbau entbehrlich zendah werden koͤnnen. ſ 122. Es reicht indeſſen nicht hin, bloß im Allge— meinen zu wiſſen, welches Werthsverhaͤltniß die verſchie⸗ denen duͤngenden Subſtanzen unter ſich haben, es iſt auch nothwendig, von jeder derſelben die abſolute Menge, dem Maße und Gewichte nach, zu kennen, welches er⸗ fotderli beſtimn arten did, Thatt Cen. Frucht G.— organiſe ſt, diſ dängen (Eige felo 45 die rü—⸗ e— 38 B forderlich iſt, wenn unter beſtimmten Verhaͤltniſſen eine nde behi beſtimmte Wirkung erfolgen ſoll.„ Was zu dem Ende von den verſchiedenen Duͤnger⸗ arten auf einmal auf eine beſtimmte Flaͤche verwendet wird, heißt: eine Duͤngung. Dieſelbe iſt bald ſtark, bald mittelmaͤßig, bald ſchwach, nach Verhaͤltniß der im Boden befindlichen Kraft, der Zeit, welche die Duͤngung dauern ſoll; der Thaͤtigkeit des Bodens, des Klima's und endlich der a domen... e Geinenge Fruͤchte, die man erzeugen will. ſie einwi⸗ h humuszuf des Bodens herer Menge n und koh⸗ lte Lehm⸗ Jeifenſie⸗ eden ltt 123. Ein in Kraft gehaltener Boden bedarf keiner Mür iſ derde st⸗ alles hei der ſehr ſtarken naͤhrenden Duͤngung auf einmal. In einen Anwendung elunde urhen erſchoͤpften, Mis gofs genen und uͤberdieß noch bindigen d ae Boden, der die Zerſetzung des Duͤngers hindert,(un⸗ den anima⸗ thaͤtig iſt), muß dagegen eine reichliche Duͤngung Biſ ben Ve⸗ . einmal gebracht werden, wenn man eine betraͤchtliche und ani Verthe Wirkung davon wahrnehmen will. Richvigea⸗ duͤngen⸗ bi Soll ferner die Duͤngung nur fuͤr eine Frucht dauern, Düngun⸗ ihne zen, yin⸗ d ze ſo kann dieſelbe ungleich ſchwaͤcher ſeyn, als wenn ſie fuͤr achrlich igret g e⸗ mehrere anhalten foll; dafuͤr muß aber der nur fuͤr eine Seärke zu Frucht beſtimmte Duͤnger ſehr leicht aufloͤslich ſeyn, und e ſdche iöt ſich be⸗ ganz gleichmaͤßig uͤber den Boden vertheilt werden. Subſtanzen Sandiger, kalkiger, lockerer Boden beguͤnſtigt die e; ihnen Zerſetzung des Duͤngers weit mehr, als der thonige, ge— naliſch⸗ bundene(iſt thaͤtiger). Eine kleinere Menge von Duͤn— rein ve⸗ ger muß daher in Boden jener Art, eine groͤßere in liſchen, den der letztern auf einmal gebracht werden; dafuͤr aber dungwittel wird es noͤthig, dort die Duͤngung oͤfter zu wieder eholen, raber bei als hier. en. Die Waͤrme traͤgt am meiſten zur Zerſetzung der in Alle organiſchen Materie bei. Je waͤrmer daher das Klima . iſt, deſto ſchwaͤcher auf einmal, aber deſto oͤfter muß man 5 ſ duͤngen, umgekehrt, je kaͤlter es iſt. (Eigenthuͤmlichkeit der ſogenannten alten Kraft im Boden, ſelbſt nach einer nur maͤßigen Duͤngung alle angebauten WM„449 te Menge, zoſches er⸗ elches el ————— Gewaͤchſe in groͤßerer Vollkommenheit hervorzubringen, als ſie auf einem unkraͤftigen nach der ſuaͤrkſten nicht er— reichen. Es laͤßt ſich annehmen, daß ſich, bei einmal er⸗ teichter hoher Kultur, kleinere aber oͤftere Duͤngungen beſſer bezahlt machen, als ſehr ſtarke in laͤngeren Zwi⸗ ſchenraͤumen.) Einfiuß der 124. Die Gewaͤchſe erheiſchen nach ihrer Natur annvauen eine verſchiedene Menge von Duͤnger. Manche wachſen deut die groß, ſchnell, und bringen viele Koͤrner oder ſehr große Düngungen. Blaͤtter, Wurzeln ꝛc. hervor, wozu ſie vielen und leicht aufloͤslichen Duͤnger beduͤrfen.(Der Mais, Raps, Hanf, Hirſen, Kopfkohl, Runkeln ꝛc.) Andere wachſen lang⸗ ſam und weniger uͤppig, oder bleiben niedrig, oder er— zeugen weniger Koͤrner, oder haben das Vermoͤgen, mehr Luftnahrung ſich anzueignen, weßhalb ſie mit einer ge— ringern Menge von Duͤnger auskommen.(Die Erbſen, Wicken, Linſen, Lupinen, der Buchweizen ꝛc.) Daher muß in einem Fruchtwechſel, wo mehr Pflanzen der er⸗ ſtern Art vorkommen, ſtaͤrker geduͤngt werden, als in einem, wo letztere haͤufiger ſtehen. 5 Siett 125. Endlich muß auch die Menge des Duͤngers, gung muß den der Acker jaͤhrlich, oder nach einer Reihe von Jah— 8— veautt ren erhaͤlt, der Groͤße des Erzeugniſſes angemeſſen ſeyn, der Größe das man von ihm in einer dem Boden und Klima ent⸗ des Pro⸗ ſprechenden Weiſe verlangt. dukts. (Bewahrung der Produktionskraft eines Ackers in ihrem ge— genwaͤrtigen Zuſtande und Erhoͤhung derſelben durch Auf— wendung einer groͤßern Menge von Duͤnger, als er ſelbſt erzeugte.) Menge der Wie vi E Iuce he 126. Wie viel man von den menſchlichen Ekkre⸗ Exkremente. menten im gepulverten oder mit Waſſer verduͤnnten Zu— ſtande fuͤr 1 Acker Land auf einmal mit Vortheil ver— wenden koͤnne, iſt noch nicht ermittelt, weil man dieſen Duͤnger bis jetzt nur in Gaͤrten angewendet hat. Menge der 127. Wie viel man von dem fluͤßigen, meiſt vom Rindvieh kommenden Duͤnger, der Jauche oder Guͤlle Jauche. auffähr von T b richt el einer be Mage (Nach 11 enihit V ſind, d Je meſ nengt, voͤhnlie ſes R die B Und n aindern dung nat nan der eines K. berrig nimmt gelegen 2-1 Normalf Und zor maͤßig ung, d eine von —————————————— 47 rorzubringen, igen nicht er⸗ auffuͤhren ſoll, haͤngt von der groͤßern oder kleinern Menge bei einmal er⸗ von Waſſer ab, die darin enthalten iſt; deßhalb laͤßt ſich re Dunaunnee„. e—. ¹ Dungungen nicht eher etwas Sicheres daruͤber feſtſetzen, als bis man lingeren Joi⸗. 4 geren Zui⸗ einer beſtimmten Menge von Exkrementen eine beſtimmte Menge von Waſſer beimiſſcht. ihrer Nunr anche wachſen er ſehr großt (Nach v. Schwerz's Beſchreibung der Fellenberg'ſchen Wirth⸗ ſchaft kommen auf ein Pfund Harn 2 Pf. Waſſer, und von dieſer Fluͤſſigkeit werden gegen 640 Eimer à 125 Pf. en und leicht auf den ſaͤchſ. Acker gefahren. Von gewoͤhnlicher, weni⸗ Raps, Hanf ger Waſſer haltenden Jauche duͤrfte eine geringere Quan⸗ achſen lang⸗ titaͤt hinreichend ſeyn.) ig, oder er⸗ noͤgen, mehr nit einer ge⸗ Die Erbſen, e.) Daher azen der er⸗ den, als in 128. Je mehr der Stallmiſt thieriſche Exkremente Menge enthaͤlt, und je trockener und ſpecifiſch ſchwerer dieſelben Snrngdeß ſind, deſto wirkſamer iſt ein beſtimmtes Gewicht von ihm. Je mehr ihm dagegen vegetabiliſche Subſtanzen beige— mengt, und je roher und ſchwerer zerſetzbar dieſe ſind, deſto mehr iſt von ihm zu einer gleichen Wirkung noͤthig— Man berechnet die Quantitaͤt des Stallmiſtes ge— woͤhnlich nach Fudern; aber nichts iſt ſo unſicher, als die— ſes Maaß, weil die Groͤße und Staͤrke der Zugthiere, die Beſchaffenheit der Wege, der Zuſtand des Miſtes und noch manche andere Dinge daſſelbe mannichfach ab— aͤndern koͤnnen. Ganz genau kann die Groͤße der Duͤng— ung nach Fudern nur dann angegeben werden, wenn es Duͤngers, emeſſen ſeyn, Klima ent⸗ i rehen. man den kubiſchen Inhalt der Fuder und das Gewicht duir fabß eines Kubikfußes Miſt, das gewoͤhnlich 40— 50 Pfund 3 betraͤgt, zugleich in Anſchlag bringt.— Gewoͤhnlich nimmt man an, daß ein vierſpaͤnniges Fuder maͤßig ab— lichn Erkte⸗ gelegenen Stallmiſtes 20— 24 Centner wiege, ein 2ſp. duͤnnten Zu⸗ 12— 15 Cntr. Ein zweiſp. Fuder zu 15 Cntr., als Cortheil ver⸗ Normalfuder in dieſem Werke, angenommen, bilden fuͤnf man dieſen und zwanzig ſolche Fuder eine gewoͤhnliche mittel— hat. maͤßige Duͤngung fuͤr einen ſaͤchſ. Acker. Eine Duͤng— meiſt vom ung, die weniger Fuder verwendet, heißt ſchwach; oder Guͤll eine von mehr Fudern ſtark. Wiederkehr der Düngungen. Menge des Moders. Menge des T Menge d des Teich ſchlamm's. orfs. — Menge der ⁴₰ Frrr Oelkuch hoe He U. 129. Aus dem, was dem Acker auf einmal als Duͤnger zugefuͤhrt wird, laͤßt ſich indeſſen die Kraft und Produktionsfaͤhigkeit deſſelben nicht entnehmen, wenn man nicht zugleich auch angibt, wie oft eine ſolche Duͤngung wiederkehrt. Fuͤnf und zwanzig Fuder alle drei Jahre auf 1 Acker Land gebracht, geben eine ſtarke, alle vier Jahre eine mittelmaͤßige, alle fuͤnf Jahre eine ſchwache Duͤngung. Letztere kann aber dennoch bei be⸗ ſonderen Umſtaͤnden, einem ſchonenden Fruchtwechſel ꝛc. den Boden oft mehr in Kraft bringen, als jene. (Von gutem Schafmiſt ſind, wenn er gleich ſpeeifiſch leich⸗ ter iſt, nicht ſo viel Fuder zu einer ſtarken Duͤngung noͤthig; das Verhaͤltniß iſt ungefaͤhr anzunehmen, wie 4: 3. 130. Die Quantitaͤt des Moders, welche fuͤr 1 Acker Land erforderlich iſt, haͤngt ab von der Menge und Guͤte des in ihm enthaltenen Humus und von tur des Bodens, auf den er gebracht wird. Auf boden hat man oft eine ungeheure Menge, wo Ctr. pr. Acker, aufgewendet und dadurch eine weſentliche Verbeſſerung der phyſiſchen Beſchaffenheit eines ſolchen bindigen Bodens bewirkt. Auf ſandigem Boden iſt eine viel kleinere, 600— 700 Ctr. fuͤr hinreichend erachtet worden.— 131. Der Torf wird faſt uͤberall nur zur Bild⸗ ung von Kompoſt oder als Streu, nur ſelten fuͤr ſich allein als Duͤnger verwendet; man findet daher uͤber die etwa dazu erforderliche Quantitaͤt von ihm keine Angabe. —— 132. Vom Teichſchlamm haͤlt man dafuͤr, daß von ihm wenigſtens 200 Karrenladungen von 10 Kubik⸗ fuß auf ein Acker erforderlich ſeien, wenn man von ihm eine merkliche Wirkung verſpuͤren wollte. 133. Von den Oelkuchen beerea man in England 12— 15 Dresdener Scheffel Mehl auf den ſaͤchſ. Acker. In Flandern 300— 400 Pfund. V Jauche außgeloͤſt natuͤrlich weniger. iſt ſeh fein gei Suſäten verten u hheilhai 11 ec vatmi meht 9 auf ſeit aſche, auch in 10 ungende n————————r————— 49 feinmal als 134. Vom Ruße, wenn er wohl zerkleinert iſt, Weewee ie Kuaft und wendet man in England 8— 16 Scheffel pr. Acker an. Rußes. n, wenn man Steinkohlenruß wird hoͤher als Holzruß geachtet. che Duͤngun 135. Vom Kompoſt braucht man hoͤchſtens die Menge drei Jahr halbe Fuderzahl einer gewoͤhnlichen Miſtduͤngung, um Kores ke, alle vier fuͤr eine Frucht daſſelbe zu bewirken; aber die Dauer f Jahre eine iſt kuͤrzer. anah bi be 136. Die auf 1 Acker gebrauchte Quantitaͤt Gips Menge achuwecjſil d iſt ſehr verſchieden, je nachdem er mehr oder weniger Giss. jene. fein gepulvert, mehr oder weniger frei von unwirkſamen eiſſch leic⸗ Zuſaͤtzen iſt. Die geringſte Quantitaͤt reinen, feingepul⸗ 1n Vungbi verten ungebrannten(gebrannten anzuwenden, iſt nicht vor⸗ . theilhaft) Eipſes, die auf 1 Acker gebracht wird, iſt welche für! 1 Schfl. 2— 3 Schfl. die gewoͤ hlichſte und wohl auch Menge und zweckmaͤßigſte. Iſt jedoch der d s minder gut, ſo muß n der Na⸗ mehr genommen werden. Wi rutg und Klima haben Auf Thom⸗ auf ſeine Wirkung großen Einſarß wohl 0000 e weſentliche. 3 Schwefel⸗ aͤhrt man 20 93 25 Schfl. auf 1 Acker, wenn zu Ge⸗ koyl 137. Von d r Op ppelsdorfer Schwefelkohle Menge det f 5 Sch hle. treide, Flachs, Kohl damit geduͤngt werden ſoll. Zu 3 4 Klee, Wicken, Erbſen ꝛc. haͤlt man die Haͤlfte fuͤr hin⸗ teud enach reichend. 138. Unausgelaugte Holzaſche, zur Ueberduͤngung Menge zur Vibd⸗ der Wieſen und Kleefelder angewendet, bringt ſchon in dehünee ten fuͤr ſch dem geringen Maaße von 2— 4 Schfl. pr. Acker guͤn⸗ er uͤber die ſtige Wirkung hervor; ſoll ſie aber mit der Ackerkrume ine Angabe. gemiſcht werden, dann iſt wenigſtens zwei- bis dreimal dafäͤr, daß mehr von ihr noͤthig. Stein⸗ und Braunkohlen⸗ n 10 Kubik⸗ aſche, den Kleewuchs gipsaͤhnlich befoͤrdernd, wird zu jau von ihm 20— 25 Schfl. pr. Acker verwendet. Torfaſche zu gleichem Zweck in ſehr verſchiedenen Gaben, von 15— 40 Schfl. pr. Acker. Gewoͤhnliche ausgelaugte Holzaſche muß wohl auch in großer Menge angewendet werden, wenn ſie ge— nuͤgende Wirkung hervorbringen ſoll. Von der Seiſen⸗ 4 ſaͤchſ. Ace iche aufgeloſt 2——————— 50 ſiederaſche findet man ſehr verſchiedene Quantitaͤten in Anwendung, 30— 70 Schfl. ſechs vierſp. Fuder, 200 bis 300 Ctr. im feuchten Zuſtande auf 1 Acker. Auch auf Sandfeldern die geringe Gabe von zwei vierſpaͤnni— gen Fudern pr. Acker. Die Wirkungen ſolcher Aſcheduͤn⸗ gungen ſind oft wundervoll. Menge 139. Vom gebranten Kalke werden 20— 40 Schfl. Sde3 Falts, auf den Acker gebracht, wenn die Wirkung der Erwart⸗ ten Lehms. ung entſprechen ſoll. Das Auffuͤhren des ungebrannten Kalkes auf die Aecker kann nicht als eine Duͤngung derſelben, ſondern mehr als ein Beitrag zur Veraͤnderung der phyſiſchen Beſchaffenheit ihres Bodens betrachtet werden, daher auch erſt im folgenden Kapitel die Rede davon ſeyn wird. Auch der Bauſchutt wirkt mehr in letzterer als in erſterer Hinſicht, wenigſtens muß man von ihm eine ſehr große Menge aufbringen, wenn man duͤngende Wirkung ſehen will. Von alten Lehmwaͤnden dagegen braucht man nur zwei⸗ bis dreimal mehr, als von gutem Stallmiſt zu einer ſtarken Duͤngung noͤthig iſt, aufzubringen, um den— ſelben Erfolg, vielleicht noch dauernder, zu erlangen. Zweite Abrheilun g. Von der Veraͤnderung der phyſiſchen Be⸗ ſchaffenheit des Bodens durch chemiſche Mittel. Wann wird 140. Wenn die Miſchung des Bodens unter gege⸗ euna der benen Verhaͤltniſſen dem Gedeihen der beſſeren und ein⸗ piyſiſchen traͤglichen Gewaͤchſe nicht angemeſſen iſt, ſo heißt ſie V ih ſt⸗„fehlerhaft“. Solches iſt der Fall, wenn ſie entwe— wendig. der zu loſe, zu wenig zuſammenhaͤngend, oder wenn ſie zu bindig, zu feſt zuſammonhaͤngend iſt. Erſteres entſteht entweder durch einen zu geringen Antheil an Thon, bei dem Sandboden, oder durch V V —— —— Mange durch niß zu bodel O D V Tho = 7 aach t V werden itl pra V her wo durch und le ſolchen ten ſind ſn aus b ſührde Thone Boden und m V Ung v. ter wir gen à 2˙28ſſſſ—— 51 dunttttten Mangel an Endrheilen. bei dem Torfboden; das zweite dudet, M. durch eine zu große Beimiſchung von Thon im Verhaͤlt⸗ ce Aut niß zum Sand oder Kalk, bei dem ſtrengen Thon— vierſpaͤnni⸗ boden. r Aſchair Der Sandboden wird verbeſſert, wenn man ihm Thon beimengt; der Torfboden durch jede Erdart, ſelbſt -4 Scf durch bloßen Sand; der Thonboden durch Sand oder er Erwart⸗ Kalk, oder durch beide zuſammen. (Nachtheile eines zu loſen und eines zu bindigen Bodens.) z auf die — ſondern Mittel, wodurch die phyſiſche Beſchaffenheit eines Bodens, Beſcaffen⸗ phyſlſchen ſeine Kohaͤſion und ſeine waſſerhaltende, wahrſcheinlich beit des n, dahe auch waſſeranſaugende Eigenſchaft vortheilhaft umgeaͤndert he feyn wind. werden koͤnnen. Oft iſt aber die Anwendung dieſer Mit— enſetel tel praktiſch nicht ausfuͤhrbar, d. h. zu koſtbar, was vor⸗ ſehr große her wohl zu uͤberlegen iſt. kung ſehen t man nur 141. Sand, Kalk und Thon ſind demnach die Mittel⸗ die phyſiſe ſche tallmiſt zu a. Vom Sand als Verbeſſerungsmittel um den⸗ des Bodens. angen. 142. Es iſt allerdings moͤglich, ſtrengen hantaden wehee taugt durch Aufbringen einer großen Menge von Sand milder Ver niaer. un und leichter bearbeitbar zu machen; aber die mit einer des Thon⸗ odens als ſolchen Operation verbundenen Koſten und Schwierigkei⸗” des Var 49 Be ten ſind gemeiniglich ſo groß, daß ſie ſich ſelten im Gro- bodens. niſche ßen ausfuͤhren laͤßt. Beſonders muͤhſelig, oft kaum aus— fuͤhrbar iſt die innige Mengung des Sandes mit dem mnier gege⸗ Thone. Zur Verbeſſerung des torfigen und moorigen n und ein⸗ Bodens iſt dagegen der Sand von entſchiedenem Nutzen heißt ſie und mit mehr Vortheil anzuwenden, weil hier die Meng— ſe entwe⸗ ung von der Natur beguͤnſtigt und dadurch ungleich leich⸗ end, oder ter wird. Es ſind 400— 500 einſpaͤnnige Karrenladun⸗ gend it⸗ gen à 10 Kubikf. auf 1 Acker noͤthig u geringen oder durch 4* ————4————————B—ꝛ—ꝛ————— Aetzender Kalk taugt nicht zur Veränder⸗ ung der phyſiſchen Beſchaffen⸗ heit des Bodens, wohl aber der kohlen⸗ ſaure. Verfahren bei dem Auf⸗ fahren von Nergel und Kreide. 52 b. Vom Kalke als Verbeſſerungsmittel des Bodens. 143. Aetzenden Kalk zur Umaͤnderung der phy⸗ ſiſchen Beſchaffenheit des Bodens, nicht bloß zur Duͤn— gung, verwenden zu wollen, wuͤrde viel zu koſtbar ſeyn, da wenigſtens 200— 400 Schfl. davon auf 1 Acker zu dieſem Zwecke nothwendig ſeyn wuͤrden. Man bedient ſich alſo dazu nur des kohlenſauren Kalkes, der wohlfeiler iſt und in dieſer Hinſicht daſſelbe leiſtet. Vor— zuͤglich iſt es der Mergel, zumal der erdige, der zu dieſem Behufe verwendet wird. Jemehr Kalk in demſelben enthalten iſt, deſto beſſer eignet er ſich zur Verbeſſerung des Thonbodens, und nur nach dieſem Kalkgehalt, ſo wie nach dem Gehalt an pul⸗ verfoͤrmigem Thon im Acker kann die Quantitaͤt des auf— zubringenden Mergels beſtimmt werden. Dieſelbe muß aber in einem ſolchen Falle immer wenigſtens 300— 400 Ladungen à 10 Kubikfuß pr. Acker betragen. Iſt der Thongehalt im Mergel uͤberwiegend, ſo kann ſein Auf— bringen auf Thonboden eher nachtheilig, als nuͤtzlich werden. G Auch Kreide wird zu gleichem Zwecke an vielen Orten, zumal in England, angewendet. 100— 140 La⸗ dungen zu 18 Schachteimern(2) auf 1 ſaͤchſ. Acker. 144. Kreide und Mergel zerfallen nur allmaͤhlig an der Luft; ſie muͤſſen daher auf dem Feld bald geſtreut und dann ſo lange liegen bleiben, bis ſie groͤßtentheils zerfallen ſind, was man durch Eggen, Walzen und Klo— pfen mit dem Kloshammer zu befoͤrdern ſucht. Dann werden ſie untergepfluͤgt und durch mehrmaliges Ackern und Eggen innig mit der Ackerkrume gemengt. (Dauer und Wiederholung der Mergelung eines Thonbo⸗ dens 10— 20 Jahre.) 1 bodens 53 domittel c. Vom Thone als Verbeſſerungsmittel des Bodens. 1 ung der phr⸗ 145. Dieſelben Urſachen, die nach§. 142 das Neiner ß zur Din⸗ Aufbringen des Sandes auf Thonboden nicht raͤthlich doh nigt koſtbae ſeyn machen, ſind auch dem Auffuͤhren des reinen Thons auf wohl zur 1 Ackar zu Sandboden hind erlich, doch moͤchte ſich letzteres noch eher Werie her Man bedient hier und da mit Vortheil bewerkſtelligen laſſen. Dagegen Sandbo⸗ alkes, der bietet aber der Mergel, durch Fune Thongehalt, eben⸗ vner we eiſtet. Vor⸗ falls ein treffliches, oft wohlſeiles Mittel zur Verbeſſer⸗Thonmergel. ge, der zu ung der phyſiſchen Beſchaffenheit des Sandbodens dar. Die O r antitaͤt, die zu dem Ende von ihm auf eine be⸗ laͤche aufgefahren werden muß, haͤngt von der Menge der Thonerde ab, die ſowohl in dem zu verbeſ⸗ ſernden Boden, als im Mergel enthalten iſt. Da aber 8 zeſſer ſtimm nte 1s, vnd vor halt an pul⸗ at des alf die Thonerde ſchon in einer ſehr geringen Beimiſchung iſelbe mi den Sandboden um vieles waſſerhaltender macht, ſo iſt nergel hinreichend, einen Sand dboden weſentlich zu ver— beſſern. Wenn man ſo viel reine Thonerde in den Bo⸗ bringt daß die zugefuͤhrte nebſt der im Boden be⸗ reits vorhandenen 0,07 betraͤgt, ſo hat der Boden ge⸗ woͤhnlich Bindung genug, um in unſerm Klima die meiſten e nur eine verhaͤltnißmaͤßig geringe Menge von Thon— den , 1 9) lich vielen 7 3 5. 3 ) I Getreidearten tragen zu koͤnnen. Es ſind dazu ſelten mehr— A als 200— 250 einſpännige Karrenladungen von obenange⸗ A Acker. 7;* gebener Groͤße noͤthig.(Behandlung des Mergels ſ.§. 144.) allmaͤhlig(Das Mergeln des Sa undbodens s bringt in der Regel einen d geſtreut ungleich groͤßern und nachhaltigern Nutzen, als das Mer⸗ * atheils geln des Tbonbodens. Seine Wiederholung kann, wenn uey ſonſt richtig dabei verfahren wird, nach einer laͤngern und Klo⸗ Reihe von Jahren raͤthlich werden. Ueber das Verfahren ht. Daun bei dem Mergeln ſ. Koppe's Unt erricht im Ackerbau und zdes Ackern in der Viehzucht. Berlin 1830 II. S. 17.— Schwerz's Anleitung zum praktiſchen Ackerbau. Stuttgardt 1823 I. 249. Thaenr's rationelle Landwirthſchaft II. 246.) 146. Bisweilen kann der Thongehalt eines Sand⸗ Wrudhe bodens mit Vortheil durch tieferes Pfluͤgen vermehrt wer⸗ Thongehalts ͤͤöͤöͤöͤͤͤͤͤeeeeennnnnnnnnnBxV————V:—— im Sand⸗ boden durch Pftügen. Das Erdefahren. 54 den, wenn naͤmlich unter der ſandigen Ackerkrume, wie tieferes es nicht ſelten der Fall iſt, ein thoniger Untergrund liegt. Es mit iſt ſedoch dieſes tiefere Pfluͤgen nur allmaͤhlig und Vorſicht zu unternehmen. 147. Unter die hier namhaft gemachten Verbeßer⸗ ungsmittel des Bodens iſt auch noch das ſogenannte Erde— fahren zu zaͤhlen. Es wird dabei keineswegs eine andre Erdart auf den Acker gebracht, ſondern eine der Acker- krume in ihren Beſtandtheilen gleiche, oder doch ſehr aͤhnliche, nur gewoͤhnlich etwas humusreichere, die man an ſolchen Orten findet, wo ſie ſich durch das Pfluͤgen, oder durch das Abſchwemmen bei Regenguͤſſen und an⸗ deren Waſſerfluthen, oder durch andere Ereigniſſe un— noͤthigerweiſe angehaͤuft hat; alſo auf den Angewaͤnden (Vorarten), Erdfaͤngen ꝛc. den unteren Theilen abhaͤngiger Felder, in Es iſt demnach auf ein ſorgfaͤltiges Mi— ſchen der aufgebrachten Erdart mit der Ackerkrume nicht ſo aͤngſtlich Bedacht zu nehmen. Durch dieſes Erdefah— ren wird vorzuͤglich ein Vertiefen der Ackerkrume und die leichtere Ableitung des ſtehenbleibenden Waſſers bewirkt; es kann alſo weſentlich zur Verbeſſerung eines Feldes bei— tragen. Wie viel Erde auf den Acker zu bringen ſei, laͤßt ſich nicht genau beſtimmen, da ſolches ſehr verſchie— den iſt, und von dem beabſichtigten Zweck, der vorraͤthi— gen Erde und der Beſchaffenheit des Bodens abhaͤngt. Unter 200 Karr adungen angezeigter Groͤße moͤchten wohl nie auf den Acker zu fahren ſeyn; aber man findet auch Altenburgiſche Landwirthſchaft. 300— 400 Karren angewendet. S. Schmalz's Leipzig 1820. S. 149. (Das in Oſtfriesland und anderen Marſchgegenden uͤbliche Wuͤhlen, Klaygraben und Kuhlen iſt ebenfalls hierher zu rechnen, nur durch ſeine Eigenthuͤmlichkeit merkwuͤrdig und bloß in wenigen ſeltenen Gegenden ausfuͤhrbar. In⸗ tereſſant iſt die naͤhere Beſchreibung deſſelben in den Moͤg— linſchen Annalen B. 25. S. 324 ꝛc. in Stelzner's Be⸗ ſchreibung der Marſchgegenden im Koͤnigreich Hannover. e in ſc Rei nen; gtzei der dach belſ gewiſ ſchied laſſn dung und ( ——— leit, eerkrume, vi Die paſſendſten Jahreszeiten zum Erdefahren, ſo wie zum Mergeln und allen dergleichen Operationen ſind der tergrund liet. Sommer und der Winter, wenn er nicht gar zu ſtreng iſt. allmählig und N. ten Verbeſi genannte Ci D r i t t e r A b ſ ch n i t t. s eine andre Mechaniſche Agrikultur. 1 ſ † ne der Acka. er doch ſeſr 148. Die mechaniſche Agrikultur faßt die Backeruns re, die man Lehren von der Beackerung und Beurbarung nndrdn. das Pfuͤgen, in ſich. ſet und aß⸗ In der erſten wird dee Wendung, Lockerung, eigniſſ un, Reinigung und Ebnung des Bodens im Allgemei⸗ Angewänden nen und im Beſondern abgehandelt. In der letztern wird Felder, in gezeigt, wie die Hinderniſſe wegzuraͤumen ſeien, die ſich ſaͤltiges Mi⸗ der Kultur der vorzuͤglicheren landwirthſchaftlichen Ge⸗ rkrume vicht waͤchſe entgegenſetzen. eſes Erd fah⸗ ume und die Erſte Abtheilung. es bewitt Von der Beackerung. z Fedes ber Was ver⸗ 149. Unter Beackerung werden alle die Arbeiten .. ſteht man verſtanden, durch welche die Beſtandtheile des Bodens unter gemiſcht und gelockert werden, und ſeine Oberflaͤche ver— Beackerung. ſchiedentlich geformt, gereinigt und geebnet wird. Sie laſſen ſich fuüglich in drei Klaſſen abtheilen: 1.) die Wen⸗ dung, 2.) die oberflaͤchliche Lockerung, 3.) die Reinigung und Ebnung des Bodens. (Ueber die vorzuͤglichſten Vortheile, die durch die zweckmaͤ⸗ ßige Beackerung erreicht werden koͤnnen. Miſchung und 1 ingen ſei, t verſchie⸗ 5 ch er vorraͤthi⸗ ns abhaͤngt. ße moͤchten wan findet . Schwalz' 4. S. 149. emnden ülliche Lockerung des Bodens. Vertiefen deſſelben. Unterbringen ale hierher iu des Duͤngers, des Samens ꝛc. Vertilgung des Un⸗ . merkwurdig krauts ꝛc. füͤhrbar. u⸗ in den Nig 150. Wendung des Bodens iſt diejenige Ar⸗ Wendung ſteners S. beit, mittelſt welcher die Oberflaͤche deſſelben ſtreifenweis Bodens. Hannober. ————— 4 ————— Ebnung des 56 zerſchnitten und jeder Streifen ſo umgedreht wird, daß die jetzt obenaufliegende Flaͤche ganz oder groͤßtentheils in die Tiefe, dafuͤr aber die untere in die Hoͤhe kommt. Cunterſchied zwiſchen Furche und Pflugſtreifen, die haͤufig verwechſelt werden.) äch⸗ Die hetſ lchliche Lockerung des Bodens be⸗ ung. zweckt bloß die Zertheilung und Auflocker ung ſeiner Ober⸗ 3 flaͤche. Reini⸗ Durch die Reinigung und Ebnung des gung und Bodens bewirkt man die Wegraͤumung der obenaufliegen⸗ Bodens. den Hinderniſſe des Wachsthums und einer leichtern, ſchleunigern Ernte, ſo wie die Ebnung der unebnen Oberflaͤche. Von der Beackerung im Allgemeinen. 1. Von der Wendung des Bodens im All⸗ gemeinen. Rdercheee 151. Zur Wendung des Bodens bedient man ſich ung des entweder des Spatens oder des Pfluges. Erſtge⸗ Bodens. nanntes Werkzeug, als zu koſtbar bei dem Gebrauch, kommt jedoch bei dem Ackerbau nur wenig in Betracht; „deſto mehr letzteres. Daſſelbe, der Pflug, iſt ein hori— zoutaler, gegen den Boden geneigter Keil, deſſen Spitze die Erde ſpaltet, und deſſen hinteres Ende ſie umdreht. Man verlangt von ihm, daß er einen Erdſtreifen von einer beſtimmten Breite zu einer beſtimmten T Tiefe ſenk⸗ recht vom Lande und wagerecht vom Untergrände ab⸗ ſchneide, und ſo umwende, daß ſeine untere Flaͤche zuͤr obern werde. ing und 152. Die Form der Pfluͤge iſt hoͤchſt mannichfal— Paken. tig, doch laſſen ſich alle in zu vei Hauptklaſſen bringen; 1.) in Pfluͤge, 8 einen halden Keil, ein rechtwinkliges Dreieck, darſtellen; 2.) in Pfluͤge, die einen ganzen Keil bilden und einem dreiſe therkiigen a Dreieck ſich naͤhern. Jene heißen Pfluͤge geradehin, dieſe Haken oder Aadl. zee dcho einer ——————————— 57 tartarſ, 153. Die Beſtandtheile des Pfluges werden einge⸗ Beſand⸗ tentheils,.2 theile des mihtlis i theilt in wirkende, nothwendige und in leitende, Dfnges⸗ ue nicht nothwendige. Jene ſind Schar, Sok hlen⸗ 1mg ſtuͤck oder Pflughaupt, Grindel, Griesſaͤule, Badens Haudeha b⸗ Ruͤſt ſter, Sterze) Streichbret und feler De,⸗ Lolter, Pflugmeßer). 1 Sech(K neherpen Ein nicht nothwendiger iſt das Vordergeſtell, das — 9, entweder aus einem zweiraͤdrigen Wagen,(dem Pflug— Uh dos s G☛ʒ&A 18 E. ·„ des aͤchs Lihen⸗ nſcndneeß oder nur einem Rade, oder heißen Schwin g⸗ Schwing⸗ aͤderpfluͤge, ein⸗ pfilige. 0 nderpfluge. und Brechpfluͤgen, treifen auch noch nach wan l ¹ 78 14 ich, B 4 1( 1 1) Ureiſen ein hori⸗ „ Sunlko 18* 1 Sioſor 11 ntopfel W„; 3 dieſen nterfe d Je! 1i 1 zu be 5 5 p 1 fen vor n dol 5, ut pf ſe ſent daß er au en, ſelbſt dem ſteinigſten, wo der 4 6 h 71 r JnRS; ſi annichfal⸗ Gebrauch e mißlich iſt, gute Arbeit lie⸗ brinaen: fert, daß er einen ſtaͤ tern Gan ng hat, daher leichter in 4 I. 9 211 51 gleicher Lieſe zu uf ges vinklges„ ufmorkomkeze g— z 3 weniger Aufmerkiamkeit von Set Ler ei—; A ao en A Die Schwi dagegen m ern. Auge eine reinere Furch G ihnen bei dlancpen Kraftaufwand der Zugthiere tiefe pfluͤgen.) 58 Waiſnafr 154. Weil der Pflug einen halben Keil bildet und. annendbarzdie damit abgeſchnittenen Erdſtreifen(Pflugſchnitte) durch ten f ſein Streichbret auf zwei einander entgegengeſetzte Seiten b Pert geworfen werden; ſo gibt es zwei Faͤlle, wo ſeine An⸗ en 1 wendung nicht wohl ſtatt finden kann: a) wenn man V V einen ſehr ſteilen Bergabhang beackern; b) wenn man ein agher ebnes Feld ohne Beetfurchen pfluͤgen will. der In beiden Faͤllen erreicht man den Zweck entweder durch den Haken, der einen ganzen Keil bildet und mit yf⸗ ſeinen Streichhoͤlzern die Erdſtreifen nach beiden Seiten if legt; oder mit dem Wendepfluge, der ein umzuſtell 7 lendes Streichbret hat; oder mit dem Doppelpfluge, der auch Leitenpflug oder noriſcher Pflug genannt, V ad bei dem zwei Pflugkoͤrper, von denen einer dem Pflugſtreifen V fin rechts, der andere linkswendet, an einen Grindel befeſtigt ſind. Will man mit dem ordentlichen Pfluge etwas aͤhnliches b bewirken, ſo muß man das Ackern ins Gevierte anwenden. n beßte Der Haken iſt ein einfaches, dauerhaftes Werkzeug, 4 womit man einen Acker, der hinlaͤngliche Neigung hat, nen ziemlich gut wenden und umpfluͤgen kann. Im Ganzen paßt er aber doch mehr zur oberflaͤchlichen Lockerung, als b 5 zur eigentlichen Wendung des Bodens. ſhr 4 Der Wendepflug und Doppelpflug ſind keine zu em— as 1 pfehlende Ackerwerkzeuge. V 3 b b muß 2. Von der oberflaͤchlichen Lockerung des flü Bodens im Allgemeinen. 1. gene Wann iſt 155. Das Wenden oder eigentliche Pfluͤgen iſt zwar w 6 dihe iche der wichtigſte Theil der Beackerung; aber der Boden wird 1 ken de dadurch oft zu wenig gelockert und zertheilt. Auch dieſes Vuan nothwendig? dll erreichen, und zugleich das Erhaͤrten und Verwildern V relt deſſelben auf ſeiner Oberflaͤche zu verhuͤten, muß er vor üis und nach der Saat mehrmals wieder zertheilt und auf⸗ ſef gelockert werden. d ———y——nnnnͤ 59 bildet und jnitte) durch eſetzte Seiten vo ſeine An⸗ wenn man denn man ein Dieſes geſchieht entweder mit verſchiedentlich geform⸗ ten Hacken durch Menſchenhaͤnde, oder mit mancherlei Werkzeugen durch Zugthiere. Erſteres iſt im Großen ſel— ten anwendbar, und daher letzteres bei der Landwirthſchaft im Allgemeinen vorzuziehen. Man bedient ſich dazu, außer den Pfluͤgen und Haken, beſonders der Eggen, der Schneid⸗ und Schaufelpfluͤge. ek entweder det und mit den Seitn n umzuſcel, 156. Die Egge dient vorzuͤglich dazu, die von dem oezeh zur oberflach⸗ Pfluge umgewendeten Erdſtreifen zu zertheilen und den üichen Locker⸗ in Furchen aufgeworfenen Acker zu ebnen; ferner auch, ung. Die ᷣ. 2: Egge. lofl den Samen unterzubringen, den verhaͤrteten Acker wieder— elpfluge, 4 dflug oberflaͤchlich aufzulockern und das auf einem gepfluͤgten g genann. — genann und bereits geebneten Acker aufgegangene Unkraut zu zer⸗ ugſtreifen ſtoͤren. Man findet Eggen von ſehr verſchiedener Bauart, mit eiſernen und hoͤlzernen Zinken. Diejenige iſt die del befeſtigt s aͤhnliches anwenden.. 4 4. beßte, welche die von ihr geforderte Arbeit in jedem ge— Werßelh, gebenen Falle am beßten vollfuͤhrt. Es ſind daher nicht eigung hat, immer gleichartige, bald ſchwere, bald leichte, anzuwenden. m Ganzen — 157. Mittelſt der Egge kann man indeſſen nur eine Der Schnei⸗ kerung, als ſehr oberflaͤchliche, kaum ein paar Zoll tiefe Lockerung be— Beenin wirken. Wenn daher ein bereits einmal gepfluͤgter und piug. geeggter Acker ſpaͤterhin wieder, ohne den Pflug oder Ha— ken anzuwenden, vollkommen aufgelockert werden ſoll, ſo muß man ſich dazu der Schneide- oder Schaufel⸗ pfluͤge bedienen. ine zu emg es W9d Erſtere, auch Schroͤpfer und Skarrifikator genannt, zertheilen und lockern, ohne große Anſtrengung, gen iſt zwer den wieder verhaͤrteten Boden bis zu einer maͤßigen Tiefe. Boden witd Letztere, auch Exſtirpator und Grubber ge— Auch dieſes nannt, miſchen, lockern und reinigen die obere Erdſchicht Verwildern vollkommner, als jene, ſind aber nicht ſo geeignet, dieſelbe nuß er vor bis zu einer mehrzolligen Tiefe wieder zu lockern, wenn lt und auf ſie ſehr erhaͤrtet iſt, zumal auf einem ſchweren thonigen Boden. ÿ——— Was kommt bei der Wen⸗ dung des Bo dens in Be⸗ tracht? 60 Der Nutzen beider Werkzeuge iſt ausnehmend groß, da es viel oͤfter nothwendig iſt, den Boden nur oberflaͤch⸗ lich zu lockern und von Unkraut zu reinigen, als ihn zu wenden. Solches kann aber, wenn dieſe Werkzeuge feh— len, nur auf eine weit koſtſpieligere Weiſe durch ſeichtes Pfluͤgen oder Handhacken vollkommen genuͤgend geſchehen. 3. Von der Reinigung und Ebnung des Bodens im Allgemeinen. 158. Die obenaufliegenden Hinderniſſe des Wachs⸗ hums der Wiin den⸗ die durch das hier gemeinte Reit vom Acker weggeſchafft werden ſollen, ſind groͤßere ſe und Unkraͤuter, vorzuͤg— lich Quecken, die durch das Pfluͤgen, Eggen und Exſtir⸗ piren auf die Oberflaͤche gebracht wurden. — A loſe Steine, Stopp din Erdkloͤ „— — Die Steine koͤnnen nur durch Ableſen und Ab⸗ rechen weggeſchafft werden. Die Stoppeln und Unkraͤuter ebenfalls durch Abrechen(Abh harken). G 5 7 hop 7 die Erdkloͤſe aber werden durch die Walze zer⸗ ruͤckt und dadurch zugleich der Boden geebnet. Wo d d die Walze ja nicht ausreicht, muß zur Kloſe, dem Klos⸗ hammer Zuflucht genommen werden. Von der Beackerung im Beſondern. — 1. Von der Wendung des Bodens im Beſon⸗ 159. Bei der Wendung des Bodens kommen vor⸗ zuͤglich folgende Fragen in Betracht: 1) Wie tief ſoll de * 0 ᷣ Boden gewendet werden? 2) Welche Form ſoll femne Oberflaͤche durch die Wendung erhalten? 3) Zu welcher Zeit iſt ſelbige zu unternehmen? der N gllock Mfüg da d zu ihl lichte untero leßten fa R. ud mi Weiſe 8 in der 61 ar onäͤch⸗ a. Wie tief ſoll der Boden gewendet werden? jals ihn zu erkzeuge fih⸗ 160. Die tiefere oder ſeichtere Umwendung und da⸗ Tiefe der ; 3 S Wendung. c ſa durch zu bewirkende Lockerung des Bodens wird bedingt e ulng nd gift durch die Verſchiedenheit der anzubauenden Pflanzen und des Bodens, auf dem ſie gebaut werden ſollen. Pflanzen, die eine große, tief eindringende Bewur— unad zelung haben, erfordern eine tiefere Lockerung des Bodens, als ſolche, die ihre Wurzeln nur ſehr oberflaͤchlich treiben. des Wace⸗(Kartoffeln, Mais, Raps, Klee, Krapp gehoͤren zu den Ge⸗ inte Tent waͤchſen der erſtern Art; Gerſte, Buchweizen zu denen der e en letztern.) ſund großere r, vorzuͤr Der Boden ſelbſt aber hat durch die Tiefe und Maͤch⸗ tigkeit der obern fruchtbaren Erdſchicht(der Dammerde) und durch die Beſchaffenheit des Untergrundes Einfluß auf die Tiefe d e Dratkermdg. und Ab⸗ So tief, als die Dammerde ſteht, ſoll auch iin n er der fall durch der Regel der Doß den fuͤr die Ackergewaͤchſe wenigſt eus der Damm⸗ gelockert werd doch iſt ſolches nicht bei e aluuu 9556. . Pfluͤgen, henden nur dann und wann noͤthig. Waͤre et⸗ jalzt ii wa die Schicht der Dammerde ſo maͤchtig, daß eine bis Vin ⸗ zu ihrer vollen Tiefe gehende Beackerung der Pflanzen Maden nicht erſprießlich waͤre, dann iſt eine ſolche ebenfalls zu unterlaſſen. Wenn dagegen die Schicht der Dammerde nur ſeicht ern. iſt, ſo muß eine Vertiefung derſelben zu bewirken erſtrebt werden, dieß iſt auf zweierlei Weiſe moͤglich: Beſon⸗ a. indem vermittelſt des Spatens oder Pfluges(am beßten durch zwei hintereinandergehende Pfluͤge oder ei— mmen vor⸗ nen Najolpflug) ein Theit des Untergrundes heraufgebracht fſoll der und mit der obern Schicht gemengt wird, um auf dieſe ſoll ſeine Weiſe eine tiefere Ackerkrume zu bilden. zu welcher b. indem man einen Haken dem gewoͤhnlichen Pfluge in der von dieſem geoͤffneten Furche folgen laͤßt, und ſo ————————— ³— ———.————————————V:—:——B—L—L—V—V—V—V—2ʃ—ʃ⅓ꝛ——:— Was iſt eine ſeichte, was eine tiefe Pflugart? Von den Ackerbeeten. 62 den Untergrund auflockert, ohne ihn mit der obern Erd⸗ ſchicht in Mengung zu bringen. Der Vortheil des letztern Verfahrens iſt beſchraͤnkt und immer nur auf feſtgebundenem Boden erheblich. Das erſtgenannte bringt aber den gewuͤnſchten Erfolg hervor, nur muß es mit Vorſicht angewendet werden, damit nicht eine groͤßere Menge vorher noch unfruchtbarer Erde her⸗ aufkomme, als durchduͤngt werden kann. Auch muß dieſe mehrere Monate, am beßten den ganzen Winter hindurch, den Einwirkungen der Luft ausgeſetzt bleiben, daher dieſe Operation am zweckmaͤßigſten im Herbſt vorzunehmen iſt. 161. Wenn der Boden bis fuͤnf Zoll tief gewendet wird, ſo nennt man dieß eine ſeichte, bis ſechs Zoll eine mittelmaͤßig tiefe und jede tiefere eine tiefe Pflugart. Erſtere genuͤgt, wenn der Untergrund durchlaſſend iſt, oder dem Waſſer auf andere Weiſe Abzug verſchafft wer— den kann und nur Pflanzen mit oberflaͤchlicher Bewurze— lung anzubauen ſind. Die zweite iſt hinlaͤnglich fuͤr alle unſere Getreidearten und Futterpflanzen. Ob es vor— theilhaft ſei, den Boden noch mehr zu vertiefen, haͤngt ab von der Beſchaffenheit des Untergrundes und vom Werthe des Bodens. (Vortheile einer tiefen Ackerkrume.) b. Welche Form ſoll die Oberflaͤche des Bo⸗ dens durch das Wenden, eigentliche Pfluͤ⸗ gen, erhalten. 162. Bei der Beackerung mit dem Pfluge muͤſſen jedesmal Beete, durch eine tiefere, breitere Furche von ein— ander getrennte Abtheilungen(Gewende) entſtehen. Da durch Waſſer- und Querfurchen das Waſſer, zu deſſen Ab⸗ leitung man haͤufig die Beetfurchen fuͤr unumgaͤnglich noth— wendig haͤlt, in den meiſten Faͤllen auch von ganz eben— gepfluͤgten Feldern abgeleitet werden kann, ſo ſind dieſe Atetbe gnr t undur V üfu Fedde hange V ttuas 3 tume, hhelche b Voder vielme mm Gt hat au lungen ckern erks 63 obern Ekd⸗ 1.—; erd Ackerbeete an ſich keineswegs nothwendig, wohl aber bei 4b dem Pfluͤgen unvermeidlich, und es entſteht nun die Fra— lſchrzue. t beſchnt ge, ob ſolche breit oder ſchmal, hoch und gewoͤlbt, oder hi Dis flach und eben angelegt werden ſollen— olg herve... e 5. ſ ſenn(Verſchiedene Anſichten und Streit uͤber die zweckmaͤßigſte damit nitt Breite der Beete. Vortheile und Nachtheile der ſchmalen r Ede her⸗ gewoͤlbten Beete. Nachtheile der breiten gewoͤlbten Beete, h muß dieſe die ebenen flachgepfluͤgten breiten Beete dieſenſtets vorzuziehen. Um Mißverſtaͤndniſſe zu vermeiden, ſollte man den Aus— er hindurch 5„ 2. „12. 9 druck:„Beete“ nur fuͤr die gewoͤlbten Ahtheilungen, den vahet diß Ausdruck:„Abtheilung“ fuͤr die flach- und ebengepfluͤgten iehmen iſ. brauchen. Das ſogenannte Ebenpfluͤgen, wo doch am Ende fgewendet auch eine Beetfurche entſtehen muß, kommt mit dem Pfluͤ— ſech 5 gen in breiten ebenen Abtheilungen oder Gewenden ganz ſcchs dul uͤberein. eine tiefe 163. Nur in drei Faͤllen koͤnnen ſchmale Beete von Wo ſind 3— 6 Fuß Breite wirklich weſentlichen Nutzen ſchaffen. nal Ackerbeete laſſend iſt, 1) Wenn die Lage eines Feldes ganz eben, vielleicht wirklich von ſchafft wer⸗ Uc gar keſſelfoͤrmig, der Boden ſehr thonig, der Untergrund ne ih fir all undurchlaſſend, und deshalb auf keine andere Weiſe der vorzuziehen? es vor, Abfluß des Waſſers zu bewirken iſt. efen, haͤngt 2) Bei einer ziemlich ſteil abhaͤngigen Lage eines und vom Feldes mit lockerem Boden, wo durch ſchmale am Ab⸗ hange hinlaufende Beete das Abſchwemmen des Erdreichs etwas vermieden werden kann. 3) Bei einer ganz flachen kaum beackerbaren Acker⸗ des Bo⸗ krume, die durch Anlage von ſchmalen Beeten oft vors Pflü⸗ theilhaft vertieft werden kann. In allen andern Faͤllen, ſelbſt auf thonigem feuchten Boden ſind ſchmale Ackerbeete gewiß nicht nothwendig, vielmehr ſtehen ſie bei einem ſorgſamen Ackerbaubetrieb im Großen den breiten in den meiſten Faͤllen nach. Doch hat auch die allzugroße Breite der Beete, oder Abthei— lungen manche Nachtheile; z B. Verſaͤumniß bei dem Ackern; Erſchwerung der Aufſicht auf die Guͤte des Acker— werks; ſchwierigeres Saͤen mit der Hand. Zehn bis zwoͤlf luge muͤſſen he ven ein⸗ then. Da deſſen Ab⸗ gglich vohf ganz eben, ſind dieſe — 64 * Ellen breite aber ebene Beete moͤchten meiſtentheils die zweckmaͤßigſten ſeyn. (Es gibt zwar'viele Vertheidiger der ſchmalen gewoͤlbten Beete, und darunter tuͤchtige, erfahrene Landwirthe, namentlich v. Schwerz(ſ. deſſen Anleitung zur Kenntniß der bel⸗ giſchen Landwirthſchaft); Block(ſ. deſſen neueſtes Werk: Mittheilungen landwirthſchaftlicher Erfah tungen, Breslau 1850) und Schoͤnleutner, der a. O. den ſogenannten Biffangen, vierfurchigen Beoten⸗ beſonders auf zaͤhem widerſpenſtigen Boden, ſehr das Wort redet. Alle kommen aber doch darin uͤberein, daß die Bearbeitung der Felder in ſchmalen Beeten, wenn ſie das, was man von ihr ver⸗ langt, leiſten ſoll, ungleich mehr Muͤhe, Arbeit und Aceu⸗ rateſſe erfordert, als das ſorgfaͤl tigſte Bearbeiten des Bo⸗ dens in breiteren ebengepfluͤgten Abtheilungen, bei der eine ſolche Verwilderung des Landes nie eintreten kann, wie bei jener, wenn nur Knen etwas dabei verſaͤumt wird. Wenn nun aber dieß der Fall iſt, und durch dieſelbe die Aberntung der Felder, 8 wie der Hackfruchtbau im Gro⸗ ßen erſchwert wird, ohne daß dadurch, wie der Iüohenſihai und die Ertragsangaben deutlich zeigen, ſelbſt bei dem groͤß⸗ ten Fleiße, ein wirklich hoͤhere r Ertrag erlangt witde als durch eine ſo orgfaͤltige Feld beſt ſtellun 19 in bre iten A btheilun gen mit weniger Muͤhe zu erreichen iſt, ſo duͤrfte doch wohl an⸗ zunehmen ſeyn, daß l letzgenannte im Allgemeinen die mei⸗ ſten Vortheile gewaͤhre, wenn nicht etwa ſo eigene Ver⸗ haͤltniſſe, wie in Belgien ſtatt ſinden, die bei der Beet⸗ kultur nothwendigen, vielfachen und zum Theil muͤhſeligen Arbeiten(Schwerz's angefuͤhrtes Werk) erleichtern und be⸗ zahlt machen. Alle die Herren, welche allzneifrig die ſchma⸗ len Beete in Schutz nehmen, as den gewiß noch nie eine tadelfrei voll fuͤhrte B e ſtellung auf enen breiten ² löthe ilun⸗ gen, bei der die Felder ein wahrhaft g artenmaͤßtg es An⸗ 1 ſehn bekommen.— Es iſt indeſſen gewiß, daß man bei ſchmalen Ackerbeete n ein eben ſo auter ndwirlhe ſey koͤn⸗ 1 ne, als bei breiten, wenn man nur ſ aͤumt Eifrige Vertheidiger der letzterer ꝛ ſind: The aer, af deſſen Meiſterwerk: Grundſaͤtze der rationellen Landwirthſchaft, III, 67. Burger, ſ. deſſen Lehrbuch der Landwirthſchaft, I. 232. Sturm, ſ. deſſen Lehrbuch der Landwirthſchaft, I. 136. Koppe, ſ. deſſen Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht, II. 78. und noch viele andere. 1 . richt rallel! demn mit D führen ſhaf den Ä daun r Richtu andere mang dieſe gleich V bei gt Ausa gefuͤh ilg Wrröüg 3 9 65 164. Regeln bei Anlage der Ackerbeete. Ueber die Anlage der a. Auf einigermaßen abhaͤngigen Feldern duͤrfen ſie Beete nicht nach der Richtung des Abhanges, ſondern nur pa⸗ rallel mit ſeiner Grundflaͤche gezogen werden; es waͤre denn der Acker ſehr thonig und waſſerſuͤchtig, wo man ſie denthelt die gen/ Wral mit Vortheil etwas ſich neigend, ſchief am Anhange hin, d eriincn fuͤhren kann, um dem Waſſer beſſern Ausfluß zu ver— W. e le ſchaffen. b. Iſt der Abhang ſo unmerklich, daß kein Scha⸗ den durch das herabſtroͤmende Waſſer zu befuͤrchten iſt, gten des Be⸗ dann muß, zumal auf thonigem Boden, ſeine Neigung die bei der iir Richtung der Ackerbeete beſtimmen. c. Haben weder die Neigung des Abhanges, noch dieſehe die andere Ruͤckſichten, die Form des Feldes ꝛc. auf die Beſtim— au im Gro⸗ mung der Richtung der Ackerbeete Einfluß, ſo legt man Augenſchein dieſe gern nach der Mittagslinie an, damit die Sonne ti dim griſ gleichmaͤßig auf ſie einwirken koͤnne. Dieß iſt jedoch nur bei gewoͤlbten Beeten wichtig. d. Die Furchen zwiſchen ihnen, die Beet- oder Ausackerfurchen, muͤſſen ſo ſchmal und ſeicht wie moͤglich gefuͤhrt werden. ligen e. Wenn man ſie immer eben erhalten will, keine b Erhoͤhung auf ihrer Mitte, Woͤlbung, entſtehen ſoll, iſt es nothwendig, daß ſie bei jedesmaligem Pfluͤgen aus ein— eluge ander geworfen und neu gebildet werden; d. h. die neue 99es Ar Ausackerfurche muß dahin kommen, wo fruͤher die Er— daß man bü hoͤhung war. Ein von Zeit zu Zeit vorzunehmendes Querpfluͤgen, am beßten mit dem Ruhrhaken, oder ein Pfluͤgen ins Gevierte traͤgt zur Ebenerhaltung der Felder vorzuͤglich bei. f. Sie muͤſſen, wenn es nur irgend geht, gleich breit und gerade gemacht werden. 5 ͤͤͤhꝓEEEEEEQEQE—— 3 11 5. ien zur c. Zu welcher Zeit iſt die Wendung des Pe. 8 Acer Bodens vorzunehmen? 2 Ge.— 165. Dieſe Frage zerfaͤllt wieder in drei andere: der 50 Wie oft ſoll der Boden gewendet werden? dA Welches iſt der ſchicklichſte Zeitpunkt dazu: ü 3 1ſl, Uhd Soll er immer gleich tief gewendet werden? att fer it git ſoll 166. Der Boden muß zu jeder Frucht gepfluͤgt und Boden; 3— gewendet gewendet werden; ja der Zweck der Beackerung(§. 149.) werden? wird nicht immer erreicht, wenn dieß nur einmal geſchieht. ei 1 .r, Whaftlt G eine? jchaſta 7 Mehrmals zu einer Frucht muß er bearbeitet werden, v wenn man die zur Verbeſſerung oder Duͤngung auf den dli leche 4 6 6..— dinat u Acker gebrachten Subſtanzen auf's innigſte mit den Be— Udne ſtandtheilen des Bodens mengen, oder das darin uͤber⸗ ſi hand genommene Unkraut voͤllig zerſtoͤren, oder endlich ei⸗ hargjen nem ſchweren thonigen Boden den Grad von Lockerung nag, d und Pulverung geben will, der zum Gedeihen der Saat hinläne 7.. 8 3.. Jg.ſd„ erforderlich, und hier oft nur durch mehrmaliges, in laͤn⸗ did d 5 2. 5.. zird, nn geren Zwiſchenraͤumen wiederholtes Zerſchneiden mit dem witd, u S. 3— zn(Fip 6. Pfluge und Zerſtoßen mit Egge und Walze zu erlangen iſt. ſea Lin 4 3 durch d —.— e— duch d 3 167. In den meiſten Faͤllen iſt zu den genannten füe e Zwecken ein zwei⸗, hoͤchſtens dreimaliges Pfluͤgen, verbun⸗ Näut⸗ den mit umſichtiger Anwendung des Exſtirpators und der he E⸗ in„BsSrioon Bwiſe 1„ ⁴ IIE.„, ſuthehtl gge in gehoͤrigen Zwiſchenraͤnmen, vollkommen hinreichend. : ö. Nur wenn ein ungemein verhaͤrteter, widerſpenſtiger, mit(de Unkraut aller Art angefuͤllter Thonboden hinlaͤnglich ge— niit pulvert und zur Saat vorbereitet werden ſoll, kann, zu⸗ ſalter V mal in naſſen kalten Klimaten, oder naſſen Jahrgaͤngen, b and ein mehrmaliges Pfluͤgen, Eggen und Exſtirpiren noth⸗ i 3 wendig werden. Dazu iſt jedoch nicht ſelten ſo viel Zeit 1 6 erforderlich, daß, um jene Arbeiten gehoͤrig vollfuͤhren zu 3.—„ dender koͤnnen, der Acker einen ganzen Sommer unbeſtellt liegen bütn bleiben muß. b ſda 9 5 12„ dußert, Ueber die 168. Wenn man den Acker im Verlaufe eines Jah⸗ unkt ti Brache. 6 10 † ,7; 6,5„, J.e„ 1: res mehrmals, drei⸗ bis ſechsmal pfluͤgt und eggt, bloß um ben 67 Ang des ihn zur Herbſtſaat vorzubereiten, ſo heißt man dieß: den Acker brachen; das Feld, worauf es geſchieht: Bra— che.— Man unterſcheidet noch: ganze und halbe 1 p K.. nnit oder Hege⸗Brache. werden! nkt dagun Da dieſelbe die koſtſpieligſte Zubereitung des Bodens t werden? iſt, und bei ihr eine nutzloſe Verfluͤchtigung des Duͤngers 9 ſtatt ſindet, ſo darf man nur in den dringendſten Faͤllen gepfluͤgt und 4 7 kergpn ſeine Zuflucht zu ihr nehiden⸗ wenn nicht andere wirth— ſchaftliche Ruͤckſichten dieſelbe rathſam machen. 7 tt vetden, Auf keinem in guter Kultur gehaltenen Boden, er en ſei leicht oder ſchwer, gebunden oder nicht, iſt ſie unbe⸗ dingt noͤthig, auf einem lockern und muͤrben oft nachthei— lig. Man hat meiſtentheils zwiſchen der Ernte der vor— einshenden und der Saat der folgenden Frucht Zeit ge⸗ endlich ei⸗ nug, den Boden durch Pfluͤgen, Eggen und Exſtirpiren Lockerung der Sact hinlaͤnglich zu pulvern und zu reinigen— wenn zumal d das es, in lar⸗ Feld von Zeit zu Zeit kurz vor dem Winter unigerſengt wird, und waͤhrend dieſer Jahreszeit in der rauhen Furche en mit dem den Einwirkungen der Atmoſphaͤre ausgeſetzt bleibt, wo⸗ rlangen iſt. durch daſſelbe nicht ſelten mehr gelockert wird, als durch genannten eine vollſtaͤndige Sommerbrache. Auch die Kultur der en, verbune beha e Fruͤchte bietet ein kraͤftiges Mittel dar, dieſe entbehrlich zu machen. (Die Vortheile der Brache werden von ihren Nachtheilen nieit uͤberwogen. Die Faͤlle, wo ſie rathſam wird, ſind ſelten, naͤmlich in Gegenden, vo eine hohe Kultur herrſcht tiger, mit inglich ge⸗ and, de⸗ und ein angeſtrengter Fruchtbau lohnend iſt. Dr. Fiſcher's ahtgaͤngen Winterbrache.) piren noth⸗ i geit 169. Der ſchicklichſte Zeitpunkt, den Boden zu Ueber den luͤhren zu wenden, iſt, wenn er ſich in dem Feuchtigkeitszuſtande be— Lhielich un rellt liegen findet, wo er den geringſten Grad von Zuf ſammenhang dium Wen⸗ den des Bo⸗ aͤußert, weder zu naß, noch zu trocken iſt. Dieſen Zeit— dens, punkt richtig zu treffen, iſt, vorzuͤglich bei Thonboden, von eines Rh⸗ bloß um großer Wichtigkeit. t, Mlon—. ——————————— Der Boden darf nicht immer zu gleicher Tiefe gewendet werden. 68 (Nur Uebung und Aufmerkſamkeit laſſen die Merkmale des gerechten Feuchtigkeitszuſtandes erkennen. Angabe einiger dabei zu beobachtenden Regeln.) 4 170. Wenn es nothwendig wird, dem Boden durch ein mehrmaliges Pfluͤgen den erforderlichen Grad von Rein— heit und Lockerung zu geben, ſo iſt dabei weder noͤthig, noch vortheilhaft, ihn immer zu gleicher Tiefe zu wenden. Wenn die Beſchaffenheit des Bodens und die Frucht, welche angebaut werden ſoll, nur ein einmaliges ordent⸗ liches Pfluͤgen raͤthlich machen, ſo unternimmt man dieſes zur vollen Tiefe. Dadurch wird der Zweck des Wechſels der Erdſchicht erreicht, der Boden in der Tiefe hinlaͤng— lich gelockert, und die groͤßte Menge von Unkraut zerſtoͤrt. Sollte ſich auch ſpaͤterhin eine wiederholte Bearbeitung noͤthig machen, weil die neue Oberflaͤche noch viel Un⸗ krautsgeſaͤme und vegetirendes Wurzelwerk enthaͤlt, oder, wegen ſtarken Thongehalts, zu feſt zuſammenhaͤngend wird, ſo iſt ſolches ſehr oft durch Schnitt- und Schaufel— pfluͤge am vollkommenſten zu vollfuͤhren, und dadurch viel Zeit zu erſparen. Findet man ſich aber bewogen, dem Acker zwei oder mehr ordentliche Pflugfurchen zu geben, dann darf in der Regel nicht die erſte, ſondern erſt die zweite die volle Tiefe erhalten, zumal wenn mit jener Stoppeln untergepfluͤgt werden, die unter einer flachen Erddecke leichter faulen. Die dritte wird wieder etwas ſeichter gegeben. Auch der Duͤnger darf nicht tief unter⸗ geackert werden. Will man jedoch die Ackerkrume vertie— fen, ſo kann dieß gleich mit der erſten Furche, wenn ſpaͤ— terhin der Pflug auch noch mehrmals angewendet wird, geſchehen, am zweckmaͤßigſten im Spaͤtherbſt auf einem Acker, der das Jahr darauf mit Hackfruͤchten beſtellt wer⸗ den ſoll. (Ein mehr als dreimaliges ordentliches Pfluͤgen iſt bei dem richtigen Gebrauch der Schnitt⸗ und Schaufelpfluͤge nie noͤthig, und durch dieſen ſelbſt das dreimalige ſehr haͤufig, auch in den unguͤnſtigſten Verhaͤltniſſen zu vermeiden; —————— aber hei n 1 arten. ders. toh Brac dritte. ſber Wfülfina ſtrr giſc (NRaht nur dr umn 4 Eüe ſ ſan n ver A Umorr Das l um. in erſt eherſ Egzen, ſchen m und d der ge ſelnde, ———— ⸗——————— 69 aber freilich nur bei der Kultur in breiten ebenen Ab⸗ theilungen; bei hohen ſchmalen Beeten findet die Anwend⸗ ung dieſer nuͤtzlichen Werkzeuge große Schwierigkeiten.) Ooden durch ad von Nei⸗ 171. Benennung der verſchiedenen Pfug⸗ Benennung veder nthi arten. Dieſe iſt ſehr lokal, faſt in jeder Gegend an— der winse ezu venden ders. Das Umbrechen der Stoppeln heißt: Stuͤrzen, — Stoppeln, Felgen. Das Umbrechen der Brache: d die Frucht, Brachen; das zweite Brachpfluͤgen: Wenden; das liges otdent dritte: Ruhren(es ſoll eigentlich mit dem Haken quer man dieſts uͤber geſchehen); das vierte, wenn der Brachacker durch es Wechſels fuͤnfmaliges Pfluͤgen, wovon das erſte ſchen vor dem Win⸗ efe hinläͤng⸗ ter geſchieht, zur Herbſtſaat vorbereitet wird: zweites aut ztrſton. Ruhren. In den Gegenden, wo die Brache landuͤblich Bearbeitung nur dreimal geackert wird, heißt das zweite Pfluͤgen, auch h viel Un⸗ wenn es mit dem Pfluge geſchieht, gewoͤhnlich Ruhren. oält, oder, Eben ſo wird in den meiſten Gegenden das zweite Pfluͤ⸗ menhaͤngend gen zu Sommergetreide und Hackfruͤchten Ruhren, ſelt— d Schaufel⸗ ner Wenden und noch ſeltner Felgen genannt. Das dadurch viel Umbrechen der Kleeſtoppeln heißt haͤufig Kleereißen. ogen, dem Das letzte Pfluͤgen vor der Saat fuͤhrt uͤberall den Na⸗ n zu geben, men: Saatpfluͤgen, Saatfurche. ern erſt die N mit fener 2. Von der oberflaͤchlichen Lockerung des ner flachen Bodens im Beſondern. eder etwas—. 4— tief unter 172. Die Oberflaͤche des Ackers muß vor der Saar une Lit lu0 une dertie ſo oft gelockert werden, als dieſelbe erhaͤrtet, oder noch oberfächlich n5 Unkraut in derſelben vorhanden iſt. gelockert wenn ſoe⸗ werden? Je bindiger der Boden iſt, deſto oͤfter iſt derſelbe in erſter Ruͤckſicht, je verwilderter, deſto oͤfter in zweiter oberflaͤchlich zu bearbeiten. Diefes geſchieht mit Haken, Eggen, Schneide⸗ und Schaufelpfluͤgen. Der Zweck, wel⸗ chen man bei der oberflaͤchlichen Lockerung im Auge hat, ſe di ie und die Natur des Bodens muͤſſen beſtimmen, welches e dift der genannten Werkzeuge anzuwenden ſei. Der abwech⸗ ſelnde, zweckmaͤßige und verſtaͤndige Gebrauch aller fuͤhrt Non. vermeldelli 41†) dendet wird tauf einem heſtellt wer⸗ —————————— ,·—————————— 70 am ſicherſten zum Ziele, und kann oft mit geringeren Ko— ſten ein weit guͤnſtigeres Reſultat bewirken, als der bloße einſeitige Gebrauch des Ackerpflugs und der Egge hervor⸗ zubringen im Stande iſt. Ueber den 173. Sehr wichtig iſt bei der oberflaͤchlichen Locker⸗ 3 Flichgen.. 5 dihfirn ung des Bodens die Wahrnehmung des richtigen Zeit⸗ unkt zu oberfääch- punkts, wo dieſelbe mit dem geringſten Kraftaufwand, Hen Qacker⸗, 2 4.„:.. chees ihrem Zweck entſprechend, zu vollfuͤhren iſt. Es iſt dabei dens. daſſelbe, wie bei der Wendung§. 169 zu beobachten. Beſondere Aufmerkſamkeit verdient in dieſer Hinſicht der Gebrauch der Egge, der nicht ſelten, zumal auf ſchwerem Thonboden, von der Stunde abhaͤngig iſt. 3. Von der oberflaͤchlichen Reinigung und Ebnung des Bodens im Beſondern. 174. Ueber den Zweck dieſer Arbeit und die bei ihr anzuwendenden Werkzeuge iſt bereits§. 157. das Noͤ⸗ thigſte geſagt. Hier iſt nur noch zu erwaͤhnen, daß es auch ber ihr vorzuͤglich auf den paſſendſten Zeitpunkt an— kommt. Beſonders iſt dieſes bei dem Gebrauch der Walze nothwendig, die ja nicht auf feuchtem, ſondern nur auf trocknem, jedoch nicht verhaͤrteten Boden angewendet wer⸗ dem darf. (Anweiſung, die Quecken und anderes dergleichen Unkraut aus dem Boden zu bringen, durch Aufackern ſchmaler Daͤmm⸗ chen vor dem Winter. Riſpen, Strecken, Balkenſtreifen.) Zweite Abtheilung. Von der Beurbarung. Was iſt be⸗ 175. Im Allgemeinen heißt der Boden wild, un— urhan., kultivirt⸗ unbeurbart, der ſich im rohen, natuͤr⸗ lichen Zuſtande befindet; im naͤhern Sinne verſteht man aber hierunter nur einen ſolchen Boden, der ſich zwar in dieſem Zuſtande befindet, daneben aber weder als Wieſe, noch als Wald betrachtet werden kann. „———— 71. Iüingenn Fe Einen Bod beurbare 3: iißt, e t eurbaren, urbar machen: heißt, ee ei alle die Hinderniſſe, die dem Wachsthum, der dem Men⸗ Io heitor⸗ ſchen, oder ſeinen Hausthieren nuͤtzlichen Gewaͤchſe und 1 ihrer Kultur im Wege ſtehen, wegraͤumen und fuͤr ihre chlichen doter dauernde Entfernung Sorge tragen. Aecker, die auf ichtigm deir dieſe Art urbar gemacht werden, nei ugeſchaffen ſind, hei⸗ Kraftaufwand ßen Neubruͤche, Rode en, Neureude, Reut⸗ Es iſt dabe felder. kobachn 176. Der Zweck der Beurbarung beſteht demnach Zwec Dnnſicht de darin, daß dadurch eine gegebene Flaͤche Landes ſo um— Wdicgar. uf ſchwerem geſtaltet werde, daß ihre Benutzung fernerhin mehr Vor⸗ uns. theile, als bisher gewaͤhre. Soll aber die Beur rbarung mit wirklichem Vortheil verbunden ſeyn, ſo muͤſſen die rüng und Koſten derſelben mit dem wahrſcheinlichen kuͤnſtigen Er⸗ dern. trage in einem ſchicklichen Verhaͤltniſſe ſtehen. Iſt d eß ⁸ nicht der Fall, ſo iſt es rathſam, ſolche als nas chtheilig und die bei 2 d1s 9. zu unterlaſſen. en, ne(Werth des Bodens Groͤße der Bevoͤlkerung, Abſatz der „ Produkte, Frucht tbarkeit und gäͤnſtige Lage der zu beurba⸗ wunntt an⸗ renden Laͤnder, Abgabenverhaͤltniſſe ꝛc ſind zu beachten. der Walze 1 nur 4 177. Die Hinderniſſe, welche der beſſern Benutzung⸗ Hindern ne ner beſ ſerl eines gegeheuen Bodens entgegenſtehen, ſind Baͤume Boden nd groͤßere Straͤuche; kinede Straͤuche; benuzung. d, Steine und ſtehendes 2 Waſſer. 178. Baͤume und groͤßere Straͤuche. Bäume. Erſtere zu entfernen, alſo einen Wald urbar zu machen, gibt es zwei Wege, den langſamen und den ſchnel⸗ len. Jener iſt die allmaͤhlige Vertilgung der Baͤume barung. entweder durch kahles Abtreiben oder durch Schwen⸗ den. Letzterer das auf einmal bewirkte Ausroden, wel⸗ e.nan Pi⸗ ches aber haͤufig zu viel Koſten und Ltee verurſacht. den, naldi⸗ Weniger Muͤhe machen die Straͤuche und kleinen aiſteht ma Baͤume. ich zwar⸗ n als Viſs 179. Kleinere Straͤuche, Haide, Ginſter, Kleinere ac.; Sträuch Stachelginſter ꝛc. Dieſe kleineren Straͤuche nehmen ——ÿ—-—ÿ ½½½—q————— ——J—r————:—— Sand. Steine. Stehendes Waſſer. 72 1 oft die groͤßten Flaͤchen ein, und hindern durch ihren dichten Stand das Aufkommen jeder andern Pflanze. Durch oft wiederholtes Abſchneiden, durch Beweiden mit Schafen, durch nachmaliges Umpfluͤgen, durch Verbren⸗ nen, auch durch Zuleitung von Waſſer ſind ſie in kurzem zu vertilgen. 180. Sand. Dieſer iſt nur dann als ein Hin⸗ derniß der Kultur irgend eines Bodens anzuſehen, wenn die benachbarte kultivirte Flaͤche von ihm uͤberdeckt zu werden Gefahr laͤuft. Sand dieſer Art, alſo Flugſand, als Acker benutzen zu wollen, waͤre Thorheit. Sein Verwehen kann verhuͤtet werden durch geflochtene Zaͤune und Beſamung mit Kiefern, Birken, Sandweiden ꝛc. 181. Steine. Es gibt loſe und feſtſitzende Steine. Nur wenn erſtere groß ſind, koͤnnen ſie der Kul— tur hinderlich werden. Man muß ſie wegfuͤhren. Sind ſie dazu zu groß und ſchwer, ſo werden ſie entweder ver— graben oder mit Pulver geſprengt. Feſtſitzende Steine, zu Tage ausgehende Felſen, ſind nur mit Hilfe des Schießpulvers oder von eiſernen Keilen, nicht ſelten auf zu koſtſpielige Weiſe zu entfernen. 182. Stehendes Waſſer. Es gibt zwei Haupt— klaſſen des durch Waſſeruͤberfluß unfruchtbaren Bodens. 1) Solchen, wo das Waſſer uͤber dem Boden ſteht: See, Teich, Werder, Weiher. Solchen, deſſen Oberflaͤche mit Waſſer angefuͤllt iſt: Su mpf, Pfuͤtze, Bruch, Luch, Moor, Moraſt. Teiche ꝛc. bilden ſich entweder auf ſichtliche, oder auf unſichtliche Weiſe. Sichtlich, wenn ein fließendes Waſſer in eine waſſerdichte Vertiefung des Bo— dens einſtroͤmt, und erſt dann wieder ausfließen kann, wenn es dieſe Vertiefung vollgefuͤllt hat. Unſichtlich, wenn in dem Boden des Teiches ꝛc. Quellen ſind, die ihn bis zu ſeinem Rande vollfuͤllen. b daſelbe und d ren we, ſicht kannen leßerſe ihn de b machen unter 1 e ſih vitſe iin eine net T hedatf dicken beihe bruch d enden 8 b Pachs ——=————— — 8 8 S 2 73 durch ihren in M Soll ein ſolcher Teich ganz oder nur zum Theil ab⸗ 1 N ane. veäen ni gezapft und trocken gelegt werden, ſo kann dieß nur chh Tetrn durch zweckmaͤßig angelegte Graͤben geſchehen. ſe in tegn Verſumpfungen entſtehen im Allgemeinen aus denſelben Urſachen; der Unterſchied zwiſchen einem Teiche und einem Sumpfe liegt bloß entweder in der minde— als ein in ren Tiefe des Beckens, worin das Waſſer ſich ſam⸗ then, wemn melt, oder in dem geringeren Waſſerzufluß. uüberdeckt zu Auch die Urſachen einer Verſumpfung ſind theils » Flugſand, ſichtlich, theils unſichtlich. Man muß ſie genau deit. Sein kennen zu lernen ſuchen, ehe man es unternimmt, den tene Zäͤune Ueberfluß des Waſſers aus dem Boden abzufuͤhren, um eiden ꝛc. ihn dadurch trocken zu legen und der Kultur faͤhig zu machen. Mittel dazu ſind: offene Waſſergraͤben, Fſihend.. 3. . unterirdiſche Waſſerabzuͤge, das Durchſchla— der Kul⸗ gen oder Durchbohren der waſſerdichten Un⸗ en. Sind terlage. Ihre Anwendung erfordert Umſicht, genaue Unterſuchung und Kenntniſſe mancherlei Art.(Nivelliren ꝛc.). S. Thaer's rationelle Landwirthſchaft. 3. B. weder ver⸗ de Steine, Hilfe des ſelten auf. 4 äüt aud Von der Umwandlung eines Bodens in Ackerland. dei Houpt⸗ P.. 183. Wenn die Hinderniſſe weggeraͤumt ſind, wel⸗ umwand— Bodens. — che ſich dem Wachsthum der landwirthſchaftlichen Ge⸗ uns des 4 ſeh: waͤchſe entgegenſetzen, ſo iſt der Boden entweder ſogleich Ackerland. / deſſe in einem ſolchen Zuſtande, daß er nach vorausgegange— Pfuͤtze, ner Beackerung alsbald beſaͤet werden kann, oder er bedarf zuvor noch einer beſondern Vorbereitung. chtlicht, Ein nicht allzu ſchwerer Boden mit einer duͤnnen oder wenn ein dicken Grasnarbe und einigem Gehalt an mildem auf— des Bo⸗ loͤslichen Humus kann nach im Herbſt geſchehenem Auf⸗ ſen kann, bruch das Fruͤhjahr darauf ſogleich mit einer ihm zuſa— nſichtlch genden Frucht, mit Hafer, Lein, Hirſe, Kartoffeln, be— ſind, di ſtellt werden; denn nichts hindert in dieſem Falle das Wachsthum der Pflanzen. Beſſer thut man indeſſen — —————:·—— Einfriedig⸗ „ ung des Bodens. 74 mehrentheils, wenn man ſolchen Boden durch eine Brach⸗ bearbeitung zu Roggen vorbereitet. Iſt aber der Boden feſt und bindig, frei von mil⸗ dem Humus, beſteht ferner die Eraethe aus einem Geflechte grober, ſchwer ſich zerſetzender Wurzeln, ſo muß man ſeiner Maͤrbung und eccan⸗ durch mehrmaliges Pfluͤgen, und einen Zuſatz von aͤtzendem Kalk oder Miſt zu Hilfe kommen, oder, was haͤufig noch wirkſamer iſt, die Grasnarbe verbrennen und die dadurch gewonnene Aſche mit dem uͤbrigen Erdreich durch ſeichtes Pfluͤgen und Eggen innig miſchen, worauf ſogleich geſaͤet werden kann. (Letzteres Verfahren nennen die Englaͤnder: paring and burning. Ueber Urbarmachungen ꝛc. Thaer's engliſche Landwirthſchaft III. 597 ꝛc. Deſſen rationelle Landwirth⸗ III. 105. Koppe's Unterricht 11. 3. Mittheilungen aus dem Gebiete der Landwirthſchaft. Leipzig 1818. I. 194. Von der Einfriedigung des Bodens. 184. Darunter verſteht man die Schutzwehr, die man rings um ein Geundſtuͤck aufſtellt, um daſſelbe in Frieden zu erhalten, d. h. vor dem Anl 3 ztafe der Thiere und Menſchen zu bewahren. Dieſer Schutz iſt der we⸗ ſentlichſte Nutzen der Einfriedigungen, doch duͤrfen die uͤbrigen Nebenvortheile, welche damit verbunden ſind, e auch nicht uͤberſehen werden. Dieſelben beſtehen haupt⸗ ſaͤchlich in folgenden: a) ſie halten die kaͤltenden und austrocknenden Winde ab, 85 bewahren dadurch einem eingehegten Boden Waͤrme und Frnchtigkent fuͤr laͤngere Zeit; b) ſie erleichtern auf einem ſolchen Boden, der be⸗ ſtaͤndig oder nur von Zeit zu Zeit als Weide benutzt wird, das Huͤten des Viehs, weil ſie einen Hirten ent⸗ behrlich machen. Es zeigt dieß, daß der Nutzen der Einfriedigungen um Wieſen ꝛc. immer ſehr groß ſeyn muͤſſe, bei Acker⸗ land aber iſt es noch zu bezweifeln, ob daſſelbe unbedingt — uzühe — — unger einan unnd g Vaͤll nigſter ne, zux E — ſen ſ 5 vor ub . hleun he ſp ————————— ⸗ anzunehmen ſei, weil auch manche Nachtheile mit ihnen d ieſe beſtehen darin, daß ſie? 8 vielen 0) — verbun den ſi nd ⸗* Raum wegnehmen, b) die Abtrocknung des Bodens hin⸗ dern; c) zu Schneeanhaͤufungen Veranlaſſung geben; d) dem Unkraute zur Pflanzſchule, den Inſekten, Maͤnſen und Voͤgeln zum Aufenthalte dienen und e) der Beacker⸗ lk oder Mit ung im Wege ſtehen. Vor der Anlage von Einffiedig⸗ virtſomer ſſt ungen ſind daher Vortheile und Nachtheile wohl gegen— gewonnene einander abzuwaͤgen. ſet w 1 niſeh* o 62 re— det werden und gemiſchte. Zu den erſteren gehoͤren: Holzzaͤune, Waͤlle mit Graͤben, Mauern; diefe ſind am we⸗ ring and nigſten zu empfehlen. Zu den zweiten: lebendige Zaͤu⸗ ne, Hecken, zu den dritten: 5 a lle mit Hecken, die nden ſind, zen haupt⸗ · 1 As und en un arch einen Begriff und Eintheilung der Pflanzen⸗ de benust 185. Pflanzenkultur nennt man das Verfah⸗ zirten ent⸗ ren, beſtimmte Pflanzen auf einem gegebenen Boden her⸗ vorzubringen, ihr Wachsthum zu vergroͤßern und zu be⸗ en ſchleunigen. bei Ake Sie wird eingetheilt in die allgemeine und in „unbtoingt die ſpecielle. ——————— Erſtere enthaͤlt die Regeln der Kultur, ſo weit ſie allgemein und allen Pflanzen gleich angemeſ⸗ ſen ſind. Letztere lehrt die Anwendung der allgemeinen Regeln bei den verſchiedenen Pflanzen mit Ruͤckſicht auf deren eigenthuͤmliche Natur. Erſte Abtheilung. Allg emeine Pflanzenkultur. ntan, 186. Soll die§. 185. angegebene Abſicht der den den Pflanzenkultur erreicht werden, ſo muß man wiſſen, wie Pfanzenkul⸗ die Pflanzen in den Boden zu bringen ſind, und wo— ln b durch waͤhrend ihres Lebens die Beſchleunigung ihres Wachsthums und die Vergroͤßerung ihres koͤrperlichen Vo— lumens befoͤrdert werden kann. Es zerfaͤllt daher die Lehre der atigimeihen Pflanzenkultur in die Lehre von der Saat und in die Lehre von der Pflege der Pflanzen. Da aber die verſchiedenen kultivirten Gewaͤchſe, nachdem ihr Gebrauch, entweder im Zuſtande der vollen Reife, oder ſchon vorher von den Feldern weggebracht, und ihre nuͤtzlichen Theile von den unnuͤtzen oder minder nuͤtzlichen geſchieden, aufbewahrt und vor Verderben ge⸗ ſchuͤtzt werden muͤſſen, ſo iſt es auch nothwendig, die verſchiedenen, ſolches am zweckmaͤßigſten bewirkenden Ver⸗ fahrungsarten kennen zu lernen. Dieſes iſt der Gegen— ſtand der Lehre von der Ernte der Pflanzen. IL. Bon der Saat. Saat und Wrgnan 187. Wenn der Boden mit einer zureichenden ungen der Menge von pflanzennaͤhrenden Subſtanzen verſehen, in ſund r a allen ſeinen Beſtandtheilen wohl gemengt, zu einer ange— Gewächſe. meßnen Tiefe gelockert und jedes Hinderniß des Gedeihens der Pflanzen entfernt iſt; ſo ſind die Vorarbeiten voll— endet, zen k werder der d ( döthei 9 b kenfü komme von Griß lürige Dertii Seit d 6 Fälen ſäintt andere fiiht 8 Samer von d gewiß erwach —————————— —————— 1—— 77 ſo weit ſe endet, welche die Pflanzenkultur erheiſcht, und die Pflan— angemef zen koͤnnen nunmehr auf das ſo zubereitete Land gebracht werden. Solches geſchieht entweder durch die Saat, einen Nexin oder durch das Verpflanzen, Verſetzen. jt auf daen Die Lehre von der Saat zerfaͤllt in folgende Unter⸗ abtheilungen. a.) Von der Auswahl des Samens. b.) Von der Tiefe, zu welcher das Samenkorn unter . die Erde zu bringen. Aüſcht d c.) Von der Anzahl der Samenkoͤrner, die erfordert duht der werden. wiſſen, wie d.) Von dem zweckmaͤßigſten Verfahren, den Samen „ und wo,.: gung ihre in die Erde zu bringen. lichen Vo⸗ e.) Von der Zeit der Saat. f.) Von den Vortheilen des Verpflanzens und dem ſemeinen Verfahren dabei. er Saat 188. Der zur Ausſaat beſtimmte Samen muß Von der dpflanzen. keimfaͤhig, d. h. lebendig ſeyn, alle Kennzeichen der voll⸗ Beſchaffen⸗ waͤchſe, je kommnen Ausbildung und Geſundheit an ſich tragen, und Sameus. der vollen von Pflanzen genommen werden, die ſich durch ihre veggebracht, Groͤße, Staͤrke und vollkommene Ausbildung vor den der minder uͤbrigen auszeichnen; er muß ferner dem Klima und der derben ge⸗ Oertlichkeit angemeſſen, vollkommen gereinigt und bis zur ndig, die Zeit der Saat zweckmaͤßig aufbewahrt werden. nden Ver⸗ Selbſt erzeugtes Samengetreide iſt in den meiſten er Gegen⸗ Faͤllen das beßte, nicht, weil es das vollkommenſte in anzen. ſeiner Art, ſondern weil es dem Klima, dem Boden und anderen Verhaͤltniſſen angemeſſen iſt, und man ſeine Keim— faͤhigkeit und individuelle Vollkommenheit am ſicherſten kennen kann. Machen Umſtaͤnde es raͤthlich, fremdes reichenden. L 2. reiche Samengetreide zu ſaͤen, ſo waͤhle man nur ja ſolches, ſhe in.„ e.. 8 ſehen, 4 von deſſen Vollkommenheit und Keimfaͤhigkeit man ſich ide 3 gewiß uͤberzeugt hat, und das in einem Boden und Klima Gedeiheho — erwachſen iſt, die von denen, wo man Gebrauch von ihm beiten vol⸗ ———— korn unter die Erde bring en? au 78) machen will, nicht auffallend abweichen; wenigſtens nehme man nie welches aus einer waͤrmeren und fruchtbareren Gegend, ſondern lieber aus einer kaͤlteren unfruchtbarern. Mit Brandſtaub verunreinigtes Samengetreide taugt nicht zur Saat. Die beßten und vernuͤnftigſten Mittel gegen den Brand ſind: eine gute Bearbeitung des Bo⸗ dens, Befreiung deſſelben von ſtauendem Waſſer, ſruͤhe Saat, und auserleſener, ein Jahr alter Samen. Min⸗ der ſicher ſind die vielen vorgeſchlagenen Beizen. (Block's neue Theorie uͤber den Brand. 65 deſſen Mittheil⸗ ungen ꝛe. S. 39.— Boden, der viel Eiſenoxyd ent⸗ haͤlt, ſoll den Brand beguüͤnigen). 189. Jedes Saamenkorn muß ſo tief in die Erde gelegt werden, daß es alle die Bedingungen erfuͤllt findet, von denen das Keimen ſowohl, als das Fortwachſen der Pflanze abhaͤngt; anfangs ein ſchickliches Maaß von Waſ⸗ fer, Waͤrme und Luft; ſpaͤterhin noch Licht und Nahrung. Daraus folgt, daß nicht alle Samenkoͤrner zu glei⸗ cher Tiefe in das Erdreich gelegt werden duͤrfen, ſondern daß dieſe, nach Verſchiedenheit ihres Bedarfs an Feuch— tigkeit und Waͤrme, ſo wie nach Verſchiedenheit des Bo— dens, des Klima's und der Saatzeit, auch verſchieden ſeyn muͤſſe, wenn ſie ſo ſchleunig als moͤglich keimen und fortwachſen ſollen. Im allgemeinen kann man annehmen, daß die Sa— menkoͤrner um ſo ſeichter in die Erde kommen muͤſſen, je kleiner ſie ſind, je bindiger und feuchter der Boden, je eſden Klima und Witterung, je unguͤn⸗ ſtiger die Saatzeit iſt; dagegen um ſo tiefer, je mehr der entgegengeſetzte Fall eintritt. In den meiſten Faͤllen wird jedoch eine mehr ſeichte Saat den Vorzug vor einer ſehr tiefen behalten. Eine ſeichte Saat iſt die, welche mit einer ⁊ Zoll dicken Erdſchicht bedeckt wird; eine mitteltiefe, wo de Er 2-4 find, die an Dieſe ell eſel chen wachſe und. den ſe S 2 derſel Bealb d Se thuns der ſen 9 Nah d ihneg man e un Se M ———.———— 79 die Erddecke 1— 2 Zoll, und eine tiefe, wo dieſelbe 2—- 4 Zoll betraͤgt. Die erſte paßt fuͤr die kleinkoͤrnigen Saaten, Klee ꝛc.; die zweite fuͤr die meiſten Getreidear⸗ ten; die dritte nur fuͤr Huͤlſenfruͤchte und die groͤßeren Getreidekoͤrner in einem warmen Klima und auf leichtem lockern Boden. 16„ bihe 190. Die Zahl der Samenkoͤrner, die einer ge⸗ Wie eroß 4 ne äe gebenen Flaͤche anvertraut werden ſollen, muß ſo qroß e den 2 ſeyn, daß daraus ſo viel Pflanzen erwachſen, als noͤthig Sem⸗ ſen Nitzjel ſind, um den Boden damit zu bedecken, ohne daß eine hnett orpd ent die andere an ihrer vollkommenen Ausbildung hindert. Raum ſeyn! Dieſelbe haͤngt daher ab von dem Uimfange, wel⸗ in die Erde chen jede einzelne aus dem ügkſfreuen Samen er— t wachſende Pflanze zur Entwickelung ihrer Wurzeln, Aeſte vachſen der und Blaͤtter bedarf; alſo von dem relativen Raume, von Waf⸗ den ſie einnimmt und den man daher kennen lernen muß. Licht un Dieſer relative Raum iſt jedoch ſelbſt bei einer und derſelben Pflanze verſchieden, je achden die Guͤte und zu glei⸗ Bearbeitung des Bodens, die Zeit der Ausſaat, die Art ſandern des Samenunterbringens, die Pflege waͤhrend des Wachs⸗ an Feuch⸗ thums, das Klima und die Witterung, ſo wie die Guͤte t des Bo der Samenkoͤrner ihrem Gedeihen mehr oder weniger verſchieden guͤnſtig ſind. eimen und Man muß demnach duͤnner faͤen, je reicher, muͤrber, reiner und beſſer zugerichtet der Acker die Sa⸗ und je guͤnſtiger die Zeit der Ausſaat iſt; jemehr en wäſſer, man Sorge traͤgt, den Samen durch die Art des chterd Unterbringens in eine ſeinem Keimen und Wach⸗ eunguͤn⸗ ſen guͤnſtige Lage zu verſetzen; je groͤßere Pflege r emehr man den Pflanzen waͤhrend ihres Wachsthums durch 91 Fäͤlen Behacken, Jaͤten ꝛc. angedeihen laſſen will; jemehr dit einer ihnen Klima und Witterung zuſagen und jemehr 5 man Sorgfalt auf die Auswahl von gutem und rei⸗ miaf nen Samen verwendet. f, 9 Man muß dagegen ſtets etwas dicker ſaͤen, je . — Welches Verfahren iſt das zweck⸗ mäßigſte, die Samen⸗ körner un⸗ ter die Erde zu br'ngen? Breitwürfi⸗ ge Saat. 80 weniger eine von dieſen Bedingungen ſtatt findet. Auch iſt bei der Saat noch darauf Ruͤckſicht zu nehmen, daß, in Folge mannigfacher unguͤnſtiger Einwirkungen, jedesmal mehrere Pflanzen zu Grunde gehen. Dem da—⸗ durch entſtehenden Verluſt muß man durch einen ange— meßnen Ueberſchuß an Samen, den man der berechne— ten Saatquantitaͤt hinzufuͤgt, zu begegnen ſuchen, damit der Acker gleichmaͤßig beſetzt werde, und keine leeren Stellen zum Vorſchein kommen. Die Groͤße dieſes Sa⸗ menzuſchuſſes iſt verſchieden, je nachdem der Samen ſeine Keimfaͤhigkeit leichter verliert, oder die Pflanzen hinfaͤlliger ſind, oder je nachdem durch die Art des Un— terbringens der Saat ihr Keimen und Wachſen erleich— tert oder erſchwert wird. Er kann 3,, ja* des ganzen berechneten Saatquantums betragen. 191. Die Saamenkoͤrner muͤſſen im Boden in ei⸗ ner den Umſtaͤnden angemeßnen Tiefe und gleichfoͤrmigen Entfernung unter ſich ſo vertheilt liegen, daß die empor— wachſenden Pflanzen zwar hinlaͤnglichen Raum zu ihrer Entwickelung haben, denſelben aber auch ganz ausfuͤllen. Das Santverfahren alſo, welches dieſen Forderun— gen voͤllig Genuͤge leiſtet, iſt das abſolut vollkom— menſte. Weil aber ein ſolches(das Legen der einzel⸗ nen Samenkoͤrner in beſonders dazu gemachte Loͤcher) im Großen nicht ausfuͤhrbar iſt, ſo hat fuͤr den Land— wirth dasjenige Verfahren bei der Saat, welches dieſen Forderungen groͤßtentheils entſpricht, und den moͤglich hoͤchſten Reinertrag beguͤnſtigt, den groͤßten Werth. 192. Das Ausſtreuen des Samens uͤber die Ober⸗ flaͤche des Ackers vermittelſt der Hand, welches man breitwuͤrfigſaͤen nennt, iſt die ſchnellſte, einfachſte und allgemeinſte Art, die Saat zu beſchicken; auch wohl uͤberall, wo der Ackerbau in ziemlicher Ausdehnung und nicht mit einem beſondern Aufwand von Hilfsmitteln be⸗ trieben wird, bei den meiſten Gewaͤchſen die vortheilhafteſte. O 9„ fl u felyf zeuge achtſau o d läßt ſ ge d higes 1 ſchickt ſolche, ausgeſt bringen Siera D ₰ letztern beit, mehr har d beitt, Bei d ihi ſa die E⸗ keden. 19. Insd D nen in ten he linder, Pr Co d bei der ſihrung 1 Ahßte? 8 d ſintt findet. t zu vhmen, Einwittung, n. Dem d⸗ heinen anae⸗ der berehin ſuchen, damit keine leeten e dieſes Sn der Samen ie Pflanzen Art des Un⸗ hſen erleich⸗ des ganzu oden in ei⸗ eichformign jdie empor⸗ n Forderum⸗ vollkom der einzel⸗ te Löcher) den Land⸗ ches dieſen —n moͤglich Lerth er die Obn elches man , einfachſte auch wohl hnung 1nd zmitteln b nus ———————————— 81 Die breitwuͤrfige Saat wird entweder mit dem Pflug oder mit der Egge oder mit einem Schau⸗ felpfluge unter die Erde gebracht. Jedes dieſer Werk⸗ zeuge hat fuͤr beſondere Faͤlle ſeine Vorzuͤge, und der achtſame Landwirth muß jedes da zu gebrauchen wiſſen, wo es den meiſten Vortheil gewaͤhrt. Im Allgemeinen laͤßt ſich jedoch annehmen, daß der Pflug das Unterbrin— gen der Saat am wenigſten gut, der Schaufelpflug ſel⸗ biges am beßten vollfuͤhre. 193. Vollkommner wird allerdings die Saat be— ſchickt durch Saͤemaſchinen, und zwar beſonders durch ſolche, die nicht bloß ſaͤen, ſondern auch zugleich den ausgeſtreuten Samen zur angemeſſenſten Tiefe unter— bringen.— Die Fellenberg'ſche und Ugazy'ſche Saͤemaſchine. Der Gebrauch der Saͤemaſchinen, beſonders der der letztern Art, erfordert aber nicht nur mehr Zeit und Ar— beit, als das breitwuͤrfige Saͤen, ſondern auch ungleich mehr Aufmerkſamkeit und Achtſamkeit. Auch ſind ſie. nur dann anwendbar, wenn der Boden ganz gut bear⸗ beitet, frei von Steinen, Unkraut und Stoppeln iſt. Bei dem jetzigen Zuſtande des Ackerbau's und dem auf ihm laſtenden Druck iſt es daher kaum zu erwarten, daß die Saͤemaſchinen in allgemeine Anwendung kommen werden. 194. Die vollkommenſte Art der Saatbeſtellung iſt das Drillen⸗ wobei der Samen vermitt elſt Maſchi⸗ nen in Reihen geſaͤet und nachmals mi Dferdeirimene ten behackt wird. Es iſt dieß die Dr idtultur der Eng laͤnder, die mehre dazu dienende Saͤemaſchinen keſtſen. Von Coke, Duket ꝛc.) Sie iſt das Ideal des Acker⸗ bau's, die auf den Acker uͤbergetragene Gartenkultur; bei dem Bau der Halmfruͤchte aber ihre allgemeine Ein⸗ fuͤhrung kaum jemals denkbar, da zumal nicht immer der groͤßte Reinertrag damit verbunden ſeyn duͤrfte. Wir 6 ——;——— Maſchinen⸗ ſaat. — s 4 8 ————— 3 Wann muß 195. 82 naͤhern uns ihr jedoch ſchon in jeder guten Wirthſchaft einigermaßen, wenn wir Kartoffeln, Ruͤben, Kohl, Raps, Bohnen, Mais, auch wohl Erbſen, in Reihen bringen und mit Pferdeinſtrumenten bearbeiten. Die Zeit der Saat wird hauptſaͤchlich durch werden; die Natur der zu kultivirenden Pflanzen und das Klima, dann aber auch noch durch die Witterung und die Be⸗ ſchaffenheit des Bodens beſtimmt. Die zu kultivirenden Pflanzen ſind entweder Som— mer⸗ oder Wintergewaͤchſe; entweder einjaͤhrige oder zweijaͤhrige; Sommer⸗ und Winterge⸗ treide. Das Wintergetreide hat vor dem Sommergetreide den ſehr weſentlichen Vorzug, daß es bei gleichen uͤbrigen Verhaͤltniſſen im Durchſchnitt einen hoͤheren Ertrag ab⸗ wirft. Die Kultur beider neben einander macht ſich aber in jeder Wirthſchaft nothwendig, und hat beſonders das Gute, daß dadurch die Arbeiten der Saat und der Ernte getheilt werden. Der hoͤhere Ertrag des Wintergetreides haͤngt von dem laͤngern Zeitraume ab, den es zur Entwickelung von Wurzeln, Blaͤttern und Halmanſaͤtzen verwenden kann. Je fruͤher daher im Herbſte die Saat beſtellt wird, und jemehr demnach zu dieſer Entwickelung Zeit vorhanden iſt, deſto kraͤftiger und ſtaͤrker werden die Pflanzen vor dem Winter, deſto ſicherer uͤberſtehen ſie dieſen ſowohl, wie Naͤſſe und Blachfroſt, deſto kraͤftiger iſt ihr Wachs— thum im folgenden Fruͤhlinge und deſto reichlicher lohnen ſie in der Regel. Ob nun aber gleich eine fruͤhere Saat des Wintergetreides jederzeit Vorzuͤge vor einer ſpaͤten hat, ſo darf ſie doch auch nicht zu fruͤh geſchehen, da— mit ſich die Pflanzen nicht uͤberwachſen, d. h. durch zu große Fortſchritte im Wachsthum nicht weichlich werden, und dadurch die Kraft, dem Froſt zu widerſtehen, ver⸗ lieren. A beren dihen lle gſ dr danen manch len d fenh wandt ſatt t T nnch Kraſtz tel le Atrede 4 die i und n Somn bar d verſpe lett, Agge geſcheh den zur analer Dinge dürfen ter un Oonet gepfien tragen darin, in Witſchſ Kahl Naps Reihen huingn otſächlich darg und das Klima, J und die Be⸗ tweder Som einjaͤhrin Wintergt ommergetreibe ichen uͤbrigen Ertrag ab⸗ icht ſich abe beſonders das nd der Eme es haͤngt vor vwickelung ver wenden kam⸗ wird, und t vorhanden Oflanzen dor eſen ſowoh! tr Wache⸗ hlicher loßten fruͤhere Enn einer ſpaͤten ſchehen, da⸗ h. durch zu lüc werden, eſtehen, der 83³ Auch das Sommergetreide, ſo wie die meiſten an— deren Sommergewaͤchſe, die der Landwirth anbaut, ge⸗ deihen in der Regel um ſo beſſer, je zeitiger im Jahre ſie geſaͤtt werden, weil ſie ſich dann vor dem Eintritt der Sommerwaͤrme hinlaͤnglich beſtocken und kraͤftigen koͤnnen. Nur die noch zu erwartenden Nachtfroͤſte, welche manche Pflanzen nicht vertragen koͤnnen, machen biswei⸗ len eine ſpaͤtere Ausſaat nothwendig. Auch die Beſchaf— fenheit der Witterung und des Bodens hat dann und wann auf deren Verſpaͤtigung Einfluß, indem nicht ge— ſaͤtt werden darf, wenn ſie zu naß oder zu trocken ſind. Die verſchiedenen Aecker in einer Wirthſchaft muͤſſen nach Verhaͤltniß ihrer Erwaͤrmungsfaͤhigkeit und ihres Kraftzuſtandes beſaͤet werden; die waͤrmeren und kraͤftige⸗ ren bei dem Wintergetreide zuletzt, bei dem Sommer⸗ getreide zuerſt. 196. Wenn ſolche Pflanzen kultivirt werden ſollen, und mehr Zeit zu ihrer Ausbildung beduͤrfen, als unſer Sommer gewaͤhrt, ſo wird ihr Samen nicht unmittel⸗ bar auf den Acker geſaͤet, weil dadurch die Saat zu ſehr verſpaͤtigt werden wuͤrde, ſondern auf ein eigenes Samen⸗ beet, das eine natuͤrlich oder kuͤnſtlich geſchuͤtzte, warme Lage hat. Hier kann die Saat zeitig genug im Jahre geſchehen, und dadurch wird es moͤglich, erwachſene Pflan⸗ zen zum Verſetzen auf den Acker ſchon zu einer Zeit zu erzielen, wo derſelbe bei dem gewoͤhnlichen Gange der Dinge kaum zu beſaͤen ſeyn wuͤrde.(Tabak ꝛc.) Auch ſolche Pflanzen, die weite Zwiſchenraͤume be⸗ duͤrfen, langſam wachſen und im erſten Jahre bloß Blaͤt⸗ ter und Wurzeln entwickeln, werden gleicherweiſe auf Samenbeeten erzogen und erſt ſpaͤterhin auf den Acker gepflanzt, ſelbſt wenn ſie in ihrer Jugend die Kaͤlte ver— tragen koͤnnen. Die Vortheile dieſes Verfahrens beſtehen darin, daß man eine um ſo groͤßere Ernte erhaͤlt, je 6* ———— ſ—· Von dem Verſetzen der die in ihrer Jugend gegen den Froſt empfindlich ſind, Pflanzen. 1 55 „ Das Behacken der Pflanzen. 84 fruͤher dieſe Pflanzen geſaͤet werden und jemehr ſie Zeit haben, ihre Blaͤtter oder Wurzeln zu vergroͤßern; und daß man um ſo moehr reinen Ertrag von ihrer Kultur hat, je weniger Muͤhe dieſe verurſacht. Solches kann aber nur durch das Verpflanzen erreicht werden. Damit die Pflanzen bei Anbeginn des Sommers die zum Verſetzen erforderliche Groͤße und Staͤrke erlangen, iſt es nothwendig, fuͤr die Samenbeete eine ſchickliche Lage zu waͤhlen und ihnen eine gehoͤrige Vorbereitung zu geben. Aus derſelben werden die Pflanzen genom— men, ſobald ſie die gehoͤrige Ausbildung erreicht haben, und ſogleich auf das Feld verpflanzt. Sind ſie nur ge⸗ ring bewurzelt, ſo geſchieht das Ausnehmen mit der Hand, ſonſt mit dem Spaten; das Verpflanzen entweder mit dem Setzholz(Stichel), oder mit dem Finger oder mit der Hacke. II. Von der Pflege der Pflanzen. 197. Unter Pflege der Pflanzen begreift man alle die Arbeiten, deren Zweck die Befoͤrderung ihres Wachs⸗ thums iſt. Dieſelben ſind: a.) das Behacken; b.) das Walzen; c.) das Be⸗ haͤufeln; d.) das Jaͤten. 198. Unter Behacken verſteht man die Locker⸗ ung des Bodens rings um die wachſende Pflanze. Es geſchieht entweder durch Menſchenhaͤnde vermit— telſt verſchiedener Arten von Hacken, oder durch Zug⸗ thiere, die verſchiedentlich geformte, aͤhnlich wirkende Werkzeuge durch und uͤber die Saaten hinweg ziehen. Jene nennt man Hand⸗, dieſe Pferdehacken. Mit erſteren koͤnnen die Pflanzen uͤberall und voll⸗ ſtaͤndig, ohne Verletzung zu befuͤrchten, behackt werden, ſie moͤgen in einem Zuſtande der Groͤße ſeyn, in welchem ſie wollen, oder in irgend einer beliebigen Ordnung ſtehen. ——— —ᷣ—˖ę—ęQꝭQ—QQ—˖——Q—Q—OF—CQ—Q—Q—Q—V—VQCQCQO⸗Q—Q—ʒ—ʒ—ʒ—BꝛñBjnO———B—B—C—C—C—L—L—LLLL—L’—’—’LLLL—B—BL—B—’’OO—:oA Eͤllen nuͤſen b einande zwar n iihtet = — —2 uh N. einigen Großet nn g ds E ſit, ſ auch u ſtelige ſagt in 1 Aces das I das K dr E. duech de in eine die Hi des Be A der wo⸗ hi ufe. 8 Pferdei ſhehen er Art ——— yöö——————— 85 miht ſie Zeit Irdßern; und Sollen ſie aber mit Pferdehacken bearbeitet werden, ſo ih g muͤſſen ſie reihenweis in gleich weiten Entfernungen von Meet Kälhr einander geſaͤet oder gepflanzt ſeyn, Das Behacken kann vah lan zwar mit der Handhacke vollkommener und kraͤftiger ver⸗ . richtet werden, als mit Pferdehacken; aber es iſt auf Sonmas di jene Weiſe ungleich koſtſpieliger und in vielen Faͤllen ate eringen, kaum ausfuͤhrbar; daher letzteres im Großen weit vorzu— 49 ſtikict ziehen, wenn auch der beabſichtigte Zweck dadurch nicht Vorberatun ſo vollſtaͤndig erreicht werden ſollte. nzen genon⸗ a9 Da das Saͤen in Reihen und nachmalige Bearbei⸗ reicht haben, ten mit Pferdehacken in Deutſchland bis jetzt nur bei je nar ge einigen landwirthſchaftlichen Gewaͤchſen, ſ.§. 194, im di nit de Großen ſtattfindet, bei dem Getreide aber nur hoͤchſt ſel— en euipeh ten angewendet wird, dieſem jedoch eine Auflockerung Eicheriß des Erdreichs um die Pflanzen herum ebenfalls nuͤtzlich iſt, ſo iſt es nicht ſelten vortheilhaft, eine ſolche, wenn nzen. auch nur unvollkommen, vermittelſt der Egge zu bewerk— ſtelligen. Das Auf- oder Uebereggen der Weizen⸗ ift man ale ſaat im Fruͤhjahre. res Wachs⸗ 2 6 6 4 199. Das Zuſammendruͤcken der Oberflaͤche des Das 5.— 8, 1 1 We der Ackers vermittelſt der Walze iſt in ſo fern ein Mittel, Aaden der 2) das B. das Wachsthum der Pflanzen zu befoͤrdern, als dadurch Wihin das Keimen des Samens beſchleunigt, das Fortwachſen eLocker⸗ der Saat in einem zu lockeren Boden beguͤnſtigt, die achſende durch den Froſt aus der Erde gezogenen Pflanzen wieder in eine naͤhere Beruͤhrung mit derſelben gebracht, und de vermit die Halmknoten des Sommergetreides zur Befoͤrderung durch Jus des Beſtockens an den Boden gedruͤckt werden koͤnnen. 9 wirkende 200. Wenn man die Erde rings um den Stamm Von dem veg ziehen. der wachſenden Pflanze anhaͤuft, ſo heißt man dieß Be⸗ ehanteln ken. haͤufeln, Anhaͤufeln, Beſchuͤtten, Erde geben. Pfanzen. und voll⸗ Es kann ebenfalls ſowohl mit Handhacken, als mit kt werden, Pferdeinſtrumenten(Haͤufelpfluͤgen, Pferdehacken) ge— in welchen ſchehen und zwar mit beiden gleich vollkommen. Zu die⸗ ung ſtefen. ſer Arbeit verdienen alſo letztere in allen Faͤllen und un⸗ Ueber den richtigen Zeitpunkt der zur Pflege der Pflanzen nothwen⸗ digen Arbei⸗ ten. Vom Jaten. Ernte der Pflanzen. 86 bedingt den Vorzug, weil ſie mit ihnen kaum àX ſo viel zu verrichten koſtet, wie mit Handhacken; nur iſt zu ih⸗ rem Gebrauch ebenfalls das Saͤen oder Stecken der Pflanzen in gleich weit von einander entfernten Reihen unumgaͤnglich nothwendig. Das Behaͤufeln der Pflanzen iſt mit manchen Vor⸗ theilen verbunden; der weſentlichſte beſteht jedoch darin, daß die Erde, die von den Pflanzenwurzeln nicht erreicht werden kann, dadurch in ihren Bereich gebracht wird, und nun ebenfalls zur Vermehrung des Pflanzenwachs⸗ thums beitragen muß. Auch wirkt es kraͤftig zur Unter⸗ druͤckung des Unkrauts und zur Lockerung des Bodens. 201. Bei dem Behaͤufeln ſowohl, als bei den an⸗ deren zur Pflege der Pflanzen dienenden Arbeiten iſt es von großer Wichtigkeit, eine paſſende Zeit, wo das Erd⸗ reich weder zu trocken, noch zu naß iſt, zu treffen. Den vollen Nutzen, den das Behacken und Behaͤufeln haben koͤnnen, gewaͤhren ſie nur dann, wenn nach ihrer Beendigung einige Tage trockenes Wetter einfaͤllt. 202. Das Jaͤten, Herausraufen aller Unkraͤuter mit der Hand, iſt unſtreitig das kraͤftigſte Mittel, dieſe gaͤnzlich zu vertilgen und die Saaten vollſtaͤndig zu reini⸗ gen; aber auch das koſtſpieligſte. Man muß ſich daher bemuͤhen, durch uͤbrigens zweckmaͤßige Bearbeitung des Bodens, daſſelbe ſo viel, wie moͤglich, unnoͤthig zu machen. II. Von der Ernte. 203. Unter Ernte verſteht man gewoͤhnlich nur alle die Arbeiten, welche zum Wegbringen der Pflanzen vom Felde dienen. Streng genommen muͤſſen aber auch die dazu gerechnet werden, welche das Enttkoͤrnen und Aufbewahren der geernteten Fruͤchte verurſachen. Dem— nach handelt die Lehre von der Ernte von folgenden: 4)b dehalm nockene gen un A uſtan ſe na nige entw Pul) loch a Futter das( auf d Hdibe, Alcn ſind, dra von 4 det) Acht Nis vach uach atwi b’s ſe und men gen Hhaup ſſe ſe ſoit dr ———— 2 un 1 ſ viel ur ſtw i er Suten der fernen Rehe manchen De ͤt jedoch dii ln nicht era⸗ gebracht wi Pflanzenwot tig zur Unn des Bodens. bei den ue lrbeiten iſt d wo das Erd d veffen und Behüͤff denn nach iſe infaͤllt. aller Unkäue Mittel, dſ indig zu vine nuß ſich diher karbeitung d unnoͤthig z e. wößnlih nur ber Pflanzen en aber auch atkoͤrnen und cchen. Dam⸗ folgenden: 87 a.) vom Schnitte; b.) von der Trocknung der Getrei⸗ dehalmen ꝛc.; c.) von der Aufbewahrung der Garben und trockenen Futterpflanzen; d.) von dem Dreſchen, Reini⸗ gen und Aufbewahren des Getreides und anderer Koͤrner⸗ 204. Die Pflanzen werden in einem verſchiedenen Zuſtande ihrer Ausbildung von dem Felde weggebracht, je nachdem die Benutzung ihrer Theile ſtatt findet. Ei⸗ nige werden geerntet, wenn ſie ihre Blaͤtter vollſtaͤndig entwickelt haben, z. B. der Kopfkohl; andere, wenn ihre Wurzeln ausgebildet ſind, z. B. Ruͤben, Moͤhren ꝛc.; noch andere zur Zeit ihrer Bluͤthe, z. B. die Graͤſer und Futtergewaͤchſe, auch einige Farbe⸗ und Gewuͤrzpflanzen; das Getreide aber und die Oelfruͤchte bleiben ſo lange auf dem Acker ſtehen, bis die Koͤrner vollkommen ausge⸗ bildet, reif ſind. Man erkennt dieſes, wenn ſelbige ihre vollſtaͤndige Groͤße erreicht haben, mehr hart, als weich ſind, ſich nur ſchwer zerdruͤcken laſſen und bei dem Zer⸗ druͤcken weder eine milchige, noch waͤſſerige Feuchtigkeit von ſich geben. Bei einigen Arten dieſer Pflanzen werden die Koͤr⸗ ner zu gleicher Zeit reif, wie bei den grasartigen mit Aehren, Roggen, Weizen, Gerſte. Aber bei dem Rispentragenden Getreide und den Oelge⸗ waͤchſen werden die Koͤrner in demſelben Verhaͤltniſſe nach einander reif, als ſich nach und nach ihre Bluͤthen entwickelten. Hier darf man die Ernte nicht verſchieben, bis ſie ſaͤmmtlich reif ſind, weil ſonſt die erſtgereiften und vollkommenſten ausfallen wuͤrden; ſie muß vorgenom⸗ men werden, wenn der groͤßere Theil reif, und die uͤbri⸗ gen voͤllig ausgebildet, nur noch nicht trocken ſind. Ueber— haupt laͤßt ſich annehmen, daß es bei allen Fruͤchten beſ— ſer ſei, ein paar Tage zu fruͤh, als ein paar Tage zu ſpaͤt zu ernten. 205. Die Ernte der Futtergewaͤchſe geſchieht mit Erntewerk⸗ der gewoͤhnlichen Senſe. Zur Ernte des Getreides Zeit der Ernte. zeuge. ꝓA* 5 Trocknen der Früchte. Aufbewah⸗ ren der Ernten. 88 und anderer abzuſchneidenden Pflanzen aber bedient man ſich entweder der Senſe, bald mit, bald ohne Ge— ruͤſte(Korb, Buͤgel, Gabel), oder der Sichel oder des Sigets(der Hauſenſe.) Im Allgemeinen verdient dasjenige Ernteinſtrument den Vorzug, welches bei gleicher Vollkommenheit der ver⸗ richteten Arbeit die wenigſte Zeit und Kraft erheiſcht. Demnach wird die Senſe faſt in allen Faͤllen der Sichel und dem Siget vorzuziehen ſeyn; nur dann nicht, wenn ſich das Getreide platt gelagert hat, der Raps ſehr ſtark iſt ꝛr. 206. Die abgeſchnittenen Getreidehalme muͤſſen vor dem Einſcheuern hinlaͤnglich trocken ſeyn, um in der Folge nicht in Gaͤhrung und Verderbniß uͤberzugehen. Das Abtrocknen derſelben geſchieht entweder in Schwa— den oder in Garben. Welches vorzuziehen ſei, dar⸗ uͤber ſind die Meinungen noch getheilt. In Schwaden kann ſaͤmmtliches Getreide abge⸗ trocknet werden, und alles dasjenige, welches viel gruͤnes Unkraut enthaͤlt, oder ſelbſt noch ſaftige Stengel und Blaͤtter hat, oder in feuchtem Wetter geſchnitten wird, nuß darin bis zu ſeiner Abtrocknung liegen bleiben. In Garben dagegen kann nur ſolches getrocknet werden, welches rein und reif iſt, und in trockenem Wetter ge— ſchnitten wird. Auch die Oelgewaͤchſe muͤſſen groͤßtentheils entweder in Garben oder in Haufen, nicht in Schwaden trocknen. (Jaſt jede Pflanze hat hierin ihre Eigenthuͤmlichkeiten, auf die in der ſpeciellen Pflanzenkultur aufmerkſam gemacht werden ſoll.) 207. Iſt das Getreide oder die Futterpflanze ꝛc. im Freien endlich ſo weit aus sgetrocknet, daß man ſie ohne Gefahr einer nachtheiligen Gaͤhrung aufhaͤufen kann, ſo werden ſie entweder in Scheunen oder auf Boͤden gebracht, oder im Freien, auf Feimen(Mieten, Triſten Fauct 8u ſc 89 geſetzt, aufbewahrt. Beide Aufbewahrungsarten haben ihre Vortheile. Im Allgemeinen mdͤchte jedoch erſtere wohl den Vorzug verdienen und letztere nur als ein 1 Nothbehelf anzuſehen ſeyn..** errite(Scheunen von der Erfindung des Bauraths Trieſt, ein Mittel zwiſchen beiden.) raft Hoſ— 2* len dr Sicel 208. Die Koͤrner der Getreidearten, Oelgewaͤchſe Das . 1 2 Dreſchen n nicht, wenn ꝛc, werden auf mancherlei Weiſe aus ihrer Verbindung und Naps ſeßt mit den Aehren oder Huͤlſen gebracht, entweder durch Aufbewah⸗ ren der Handdreſchen, oder durch Austreten mit Thie⸗ Kärner. ren oder durch daa rc, deren es jetzt dreierlei gibt: Dreſchwalzen, Dreſchſtampfen und Dreſch⸗ nein der. 2A m uͤhlen oder eigentliche Dreſe Hmaſchinen Uberzugehen. in Schwar(Das Han dreſchen paßt vorzuͤglich fuͤr kleine Wirthſchaften 9 und volkreiche G zegenden, wo es auch, um des allgemei⸗ a ſei Ar⸗* 2„ 1 75: u Pre nt nen Wohls willen, nicht ſelten in den gröft en Wirthſchaf⸗ ten beizubehalten ſein moͤchte, wenn gleich die Dreſchma⸗ ſchinen⸗ vorzuͤglich die letztgenannten, manchen großen Vortheil gewaͤhren. t Das ausgedroſchene Getreide ꝛc. wird von der Spreu nitten wird, gereinigt, entweder auf einer Fegemuͤhle oder durch en. I das Wurfen. Die gleich ſchweren Unkrautſamen muͤſ⸗ jet werden, ſen durch Siebe abgeſchieden werden. Wetter ge⸗ Die gereinigten Koͤrner werden, nachdem ſie hin— rößtentheits laͤnglich abgetrocknet ſind, aufbewahrt, um ſie vor der Schwaden Feuchtigkeit und vor raͤuberiſchen Thieren und Menſchen zu ſchuͤtzen. kaͤten, all Jede Art, wodurch dieſer Zweck erreicht wird, iſt ſam gemach gut, die aber die vortheilhafteſte, bei welcher dieſes mit den verhaͤltnißmaͤßig geringſten Koſten geſchieht. Das Aufbewahren findet ſtatt, entweder auf Schuͤtt⸗ ekpflanze 1. 4„ an ſie ohne boͤden oder in Getreidekaͤſten, oder in unter⸗ kann, ſ irdiſchen Gruben(Silos). Jede Art hat Vortheile f Boͤden und Nachtheile⸗ en, Tr iſen ————,ÿy———. Was iſt bei der ſpeciellen Pflanzenkul⸗ tur zu beobachten? Eintheilung der land⸗ wirthſchaft⸗ lichen Gewächſe. Zweite Abtheilung. Specielle Pflanzenkultur. 209. Unter ſpecieller Pflanzenkultur verſteht man die eigenthuͤmliche Pflege, welche jede Pflanze erheiſcht, wenn ſie unter den gegebenen Verhaͤltniſſen den groͤßtmoͤg⸗ lichen Ertrag abwerfen ſoll. Dazu reicht es nicht hin, zu wiſſen, welche Be— dingungen der Boden den Pflanzen gewaͤhre und wie ihr lebhaftes Wachsthum, ihre vollkommene Ausbildung zu befoͤrdern ſei. Es iſt auch nothwendig, die eigenthuͤm— liche Natur jeder einzelnen anzubauenden Pflanze, den Grad von Waͤrme und Feuchtigkeit, den ſie erfordert, den Umfang, welchen ſie unter verſchiedenen Verhaͤltniſ⸗ ſen erreichen kann, die Laͤnge ihrer Lebensdauer, den Er— trag, welcher von ihr in Quantitaͤt und Qualitaͤt zu er— warten iſt ꝛc. zu kennen, damit man im Stande ſei, die allgemeinen Lehren zweckmaͤßig anzuwenden. 210. Die landwirthſchaftlichen Gewaͤchſe werden eingetheilt in Getreide-, Futter- und Handels⸗ pflanzen. Unter Getreide verſteht man alle jene Pflanzen, deren Samen den Menſchen und Thieren zur Nahrung dient. Man unterſcheidet ſelbige in grasartige(das eigentliche Getreide, Halmfruͤchte, Cerealien), in huͤl— ſentragende(die Huͤlſenfruͤchte), und in krautar⸗ tige. Futterpflanzen ſind ſolche, deren Blaͤtter, Stengel, Wurzeln oder Knollen entweder ganz oder doch groͤßtentheils zur Nahrung der Thiere dienen. Handelspflanzen werden die genannt, die man nicht ſowohl zur Ernaͤhrung der Menſchen und Thiere, als wie zu irgend einem andern Behufe anbaut. Von Griſ lehr ſch noc V ihn nd und V tn! ——————-õ—— 91 ltur, Erſter Abſchnitt. Von der Kultur der grasartigen Getreidepflanzen. verſteht nan anze etheiſh den giftni 211. Die botaniſchen Kennzeichen der geſammten balmfrüchte. 9 imdh⸗ Graͤſer und ſomit anch der grasartigen Getreidepflanzen lehrt die Botanik. Fuͤr den Landwirth unterſcheiden ſie ſich aber nicht nur durch ihre aͤußere Form, ſondern auch noch dadurch, daß die Blaͤtter und Wurzeln einiger von „ welche Be und wie ht usbildung g ihnen den heftigſten Froſt Monate lang uͤberſtehen, waͤh— eigenthuͤm, rend andere nur einen leichten kurzen vertragen koͤnnen, s„. fanpe, den und noch andere von dem geringſten getoͤdtet werden. ſie erfordert, Verhaͤltniſ er, den Erz lität va er⸗ Stande ſei en. Zu den grasartigen Getreidepflanzen, Halmfruͤchten, der erſtern Art gehoͤren der Winterweizen und Win⸗ terroggen. Zu denen der zweiten Art: Gerſte, Hafer, Som⸗ merweizen und Sommerroggen. Zu denen der dritten Art, der Mais, die Hirſe— ichſe werden und Moorhirſearten. Handeltz Der Landwirth nennt die der erſten Art: Winter⸗ getreide, die der andern beiden Arten: Sommer⸗ ne Pfanzen getreide. te Naßrung Alle Gattungen, genera, der Pflanzen uͤberhaupt gen,. z pt, ttige Oas alſo auch der Getreidepflanzen, haben Arten, Species, „in huͤb und Abarten, varietates.— Die Arten haben nicht krautar⸗ nur gleichbleibende Abweichungen in der aͤußern Form, en Dlütter ſie unterſcheiden ſich auch noch dadurch untereinander, nz oder doc daß einige mehr, andere weniger Waͤrme oder Feuchtigkeit — zur Ausbildung beduͤrfen, daß einige mehr, andere we— int, die man niger Kaͤlte vertragen koͤnnen, einige ſchneller, andere und Thiere, langſamer reifen, und daß hinſichtlich ihres Werthes ein ut. großer Unterſchied unter ihnen ſtatt findet. Wer daher ſeinen Boden auf das zweckmaͤßigſte benutzen will, muß die eigenthuͤmliche Natur der verſchiedenen Pflanzenarten auf das genaueſte kennen, um nur ſolche zu kultiviren, 92 die dem Klima und Boden ſowohl, als auch den Wirth⸗ ſchaftsverhaͤltniſſen die angemeſſenſten ſind. 3 1.) Vom Weizen. das. MWhhes 212. Der Weizen iſt die edelſte und vorzuͤglichſte Luunj Getreideart. Es gibt ſieben verſchiedene Arten von ihm; m. aber nur zwei werden als gewoͤhnliche Ackerfruͤchte haͤufig angebaut, fuͤnf kommen ſelten vor und ſcheinen nicht vor— läd theilhaft. Jene ſind: he a.) der gemeine Weizen, triticum vulgare, der 1n. als Winterfrucht(trit. vulg. hibernum) und als iges Sommerfrucht trit. vulg. aestivum), angebaut wird, Sip 6 b.) der Dinkel oder Spelz, triticum Spelta, eben⸗ b ihye falls als Winter⸗ und als Sommerfrucht. V Oac Die weniger angebauten ſind: framn c.) der polniſche Weizen, triticum polonicum, einem d.) der vielaͤhrige Weizen, triticum compositum, tmn wo; e.) das Einkorn, St. Peterskorn, triticum wß moll0OC0CCOIl, verme f.) der Emmer, tritieum dicoccon, Ertte g.) der dickaͤhrige, oder tuneſer Weizen, dnn triticum turgidum. lihkeit Alle Weizenarten werden um ſo hoͤher, großaͤhriger clgen und vollkoͤrniger, jemehr das Klima und der Reichthum auyſt des Bodens ihrem Wachsthum guͤnſtig ſind; und um ſo friche niedriger, kleinaͤhriger und kleinkoͤrniger, je rauher das Klima und je aͤrmer der Boden iſt. ſwen a. Der gemeine Weizen als Winterfrucht. richt Winterwei⸗ 213. Der Winterweizen kann nur da mit Sicher— h dene Soden’ heit kultivirt werden, wo der Schnee nicht viel uͤber drei 9 Worſeiihis Monate den Boden bedeckt. In rauheren Gegenden iſt eden Beſteuung. Sommerweizen ſicherer. culgare, ae m) und alz ggebaut witd pella, eben ht. Solonicum, compositum- 1, triticum Weizen, „A 7„p 1 roßaͤhriger Reichthum . und um ſo auher dao au! un? 3 frucht. nit Sicher⸗ (uͤber drei egendin ſſ 93 Er verlangt einen mehr bindigen, thonigen oder lehmigen Boden und kommt in einem wenig zuſammen— haͤngenden, lockeren, ſandigen nur dann gut fort, wenn das Klima feucht und maͤßig warm iſt, und der Acker durch die Vorbereitung ihm, dem Weizen, zuſagend ge— macht wird.(Durch Dreiſchliegen, Klee ꝛz.) Er verlangt ferner einen kraͤftigen Boden; d. h. er bedarf viele und leicht aufloͤsliche duͤngende Theile; doch hat er es, ſobald er nach anderen Fruͤchten folgt, nicht gern, wenn zu ihm friſch, erſt zur Saatfurche, geduͤngt wird. Er gedeiht beſſer, wenn ſeine Vorfruͤcht den Duͤn— ger erhielt, und er nun in ein von fruͤher Duͤngung kraͤf— tiges Land kommt. Nur nach Klee, wenn man deſſen Stoppeln allein nicht fuͤr dungkraͤftig genug haͤlt, kann ohne Nachtheil unmittelbar zum Weizen geduͤngt werden. Doch waͤchſt er auch ungeduͤngt nach Klee vortrefflich, wenn dieſer nur gut und dicht ſtand und das Feld in einem erwuͤnſchten Kulturzuſtande ſich befindet. Am beß— ten und ſicherſten gedeiht er jedoch nach reiner Brache, wo zwar Duͤnger zu ihm aufgebracht, dieſer aber durch mehrmaliges Pfluͤgen und Eggen mit dem Boden innig vermengt wird. Einen faſt eben ſo hohen und ſicheren Ertrag erhaͤlt man vom Weizen nach Raps und Ruͤbſen; dann kommen als Vorfruͤchte fuͤr ihn, nach ihrer Taug— lichkeit geordnet, Klee, Tabak, Hanf, Bohnen, gruͤn abgemaͤhte Wicken, reifgewordene andere Huͤlſenfruͤchte, Kopfkohl, Ruͤben, Kartoffeln, reif gewordene Halm⸗ fruͤchte. Die Zubereitung des Bodens zur Weizenſaat iſt, wenn derſelbe uͤberhaupt in gutem Zuſtande ſich befindet, ſehr einfach. Nach den meiſten der genannten Vorfruͤchte reicht, ſo bald ſie, wie es verlangt wird, rein und ge— ſchloſſen ſtanden, ein einmaliges aber ſorgfaͤltiges Pfluͤ— gen, mit kraͤftigem Eggen verbunden, vollkommen dazu hin. Nur wenn das Feld ſehr verunkrautet iſt, kann bisweilen ein oͤfteres Pfluͤgen nothwendig werden; dazu Saat und Pflege des Winterwei⸗ zens. ſchiedener Richtung unter die Erde zu bringen. Dieſes 94 ſind indeſſen der Schnitt⸗ und Schaufelpflug in den mei⸗ ſten Faͤllen vollkommen ausreichend. Nach Raps und Ruͤbſen pfluͤgt man jedoch gern zweimal ordentlich zum Weizen, das erſte Mal ganz flach, das andere Mal zur vollen Tiefe. Nach Brache wird drei bis viermal, nach Beſchaffenheit des Bodens, zu ihm geackert, und zwiſchen jeder Furche, wie es immer geſchehen muß, einmal tuͤch— tig geeggt(geſchlichtet, gebuſet). Sehr rathſam iſt es, den Weizen nicht auf die friſche Furche zu ſaͤen, ſondern das Land nach dem letz⸗ ten Pfluͤgen wenigſtens 8— 14 Tagage liegen zu laſſen, ehe man es beſaͤet. (Letzteres iſt eine Regel, die zu den wenigen gehoͤren moͤchte, die keine Ausnahme haben. In allen, ſelbſt den verſchie⸗ denartigſten Gegenden, hat ſich dem aufmerkſamen Land⸗ wirth die Richtigkeit derſelben bewaͤhrt. Sogar in den ſchweren gebundenen Marſchlaͤndern des noͤrdlichen Deutſch⸗ lands hat man ſich allgemein davon uͤberzeugt. S. Moͤg⸗ lin'ſche Annalen. 25. B. 414. S.) 214. Die Zeit der Saat muß nach den allgemei— nen Regeln§. 195. beſtimmt werden. Eine fruͤhe Saat hat bei dem Weizen außer den allgemeinen Vortheilen noch den ganz beſondern, daß er dann weniger vom Roſte befallen wird. In Sachſen und faſt ganz Deutſchland iſt die beßte Saatzeit fuͤr den Weizen die letzte Haͤlfte des Septembers und die erſte des Octobers. Das Unterbringen der breitwuͤrfigen Weizenſaat ge⸗ ſchieht entweder vermittelſt der Egge oder vermittelſt eines Schaufelpfluges. Iſt der Acker im Ganzen gut vorbereitet, ziemlich ſchwer und bindig, die Zeit der Saat ſchon etwas weit vorgeruͤckt, ſo verdient jene vor dieſem den Vorzug. Um dabei jedoch einen gleichmaͤßi⸗ gen Stand der Saat hervorzubringen, iſt es rathſam, vor dem Saͤen das Feld eben zu eggen(zu ſchlichten) und dann den Samen durch mehrmaliges Eggen in ver⸗ ———ZOQO—O— Werfe einige Fuuch Defſe des Att, der 95 d ane Verfahren iſt uͤberhaupt bei den Halmfruͤchten auf einem ddentit einigermaßen gebundenen Boden dem Saͤen auf die rauhe de Nu Furche in den meiſten Faͤllen vorzuztehen ditrn. nt Die Quantitaͤt der Ausſaat iſt verſchieden, nach und zwſth Verſchiedenheit der Groͤße des Korns, der Beſchaffenheit amu des Bodens, der fruͤhern oder ſpaͤtern Saatzeit und der 1 Art, den Samen unterzubringen, ſ.§. 187 ꝛc. Bei der breitwuͤrfigen Saat findet man, nach Verhaͤltniß die⸗ nicht duf de ſer Umſtaͤnde, 14 Mtz.— 1 ¾ Schfl. pr. Acker ausge⸗ ach dem le ſaͤt; die zweckmaͤßigſte Samenmenge moͤchte ungefaͤhr en za laſſen, 1 Schfl., eine ſtaͤrkere nur unter dem Weizenbau nicht guͤnſtigen Vorkenntniſſen noͤthig ſeyn. Bei der Drillſaat thren machte iſt vielleicht mit 8— 12 Mtzn. auszukommen. aui iche Der breitwuͤrfig oder in ſchmalen Reihen geſaͤete zact 1u den Weizen laͤßt nur wenig, durch Anwendung der Egge im den Deutſc⸗ Fruͤhjahre zu ſeiner Pflege geſchehen, der in weiten Rei— gt. S. Nig⸗ hen gedrillte aber verlangt ein mehrmaliges Behacken. Waͤchſt er im Fruͤhjahr zu uͤppig, ſo kann er mit den algemer den Schafen abgehuͤtet werden, um das Lagern zu ver— frühe Saat hindern. Auch das Abſchneiden der Blaͤtter, das ſoge— a Drrijeiln nannte Schroͤpfen, wird zu gleichem Zweck empfoh— len. Es entſpricht aber nicht immer den Erwartungen, weniger vom 2 und muß mit großer Vorſicht geſchehen. d faſt grz Weizen die 215. Der Weizen kann in einem guͤnſtigen Klima, Ertrag s Octobers. auf ihm zuſagenden Boden und bei zweckmaͤßiger Kultur Wewer zenſaat ge⸗ 10— 12 Schfl. im Durchſchnitt geben. Ein bedeutend verwittelſt groͤßerer Ertrag gehoͤrt unter die Seltenheiten, ein viel im Ganzen niedrigerer, nach paſſenden Vorfruͤchten und bei ſorgfaͤl⸗ tiger Kultur, zeigt, wenn nicht beſonders unguͤnſtige Ein— wirkungen ſtatt fanden, daß der Boden noch nicht fuͤr den Weizen paßt. An Stroh liefert der Acker bei obigem Koͤrnerer⸗ u ſclichn) trag und in guͤnſtigen Verhaͤltniſſen 36— 44 Cntr., Spreu M und Ueberkehr mitgerechnet. Die Berechnung des Stroh⸗ 5 Diſs ertrags nach den gewonnenen Koͤrnern iſt mißlich. die Zeit der ent jene vor leichmaͤhi⸗ es rathſam, —————————————,..—-— Von der Kultur des Sommer⸗ weizens. . 96 b. Gemeiner Weizen als Sommerfrucht. 216. Der Sommerweizen kann noch in ſolchen Ge— genden gebaut werden, wo der Winterweizen wegen lang— anhaltender Winter und kuͤhler Sommer nicht mehr ge— deiht. Dafuͤr aber kommt er in den Gegendeu, die dem Winterweizen gut zuſagen, nur dann zu einer erwuͤnſch⸗ ten Vollkommenheit, wenn es oft regnet; in einem trocknen und heißen Klima oder Jahrgang gedeiht er ſelten. Er verlangt mehr Duͤnger oder Kraft im Boden, als der Winterweizen und gibt den groͤßten Ertrag auf einem durch Humus ſehr gelockerten Aueboden. Er waͤchſt nach allen bei dem Winterweizen angege⸗ benen Vorfruͤchten, am vorzuͤglichſten jedoch nach ſtark— geduͤngten Kartoffeln, Kohl- und Ruͤbengewaͤchſen, wo— nach jener minder ſicher und lohnend iſt. Die bei dem Winterweizen angegebenen Regeln zur Vorbereitung des Bodens und zum Unterbringen des Samens finden in der Hauptſache auch bei dem Som⸗ merweizen ihre Anwendung, nur muß zu ihm faſt jedes— mal zweimal ordentlich, einmal im Herbſt und einmal im Fruͤhjahr, nach vorhergegangenem Eggen, gepfluͤgt werden, weil auf einem entſchiedenen, etwas ſtrengen Weizenboden die Schnitt- und Schaufelpfluͤge allein ſel— ten ausreichen. Dagegen iſt es gut, den letztern genuͤgend allemal zum Unterbringen der auf das ebengeeggte Land geſchehenen Saat zu benutzen. Er muß ſo zeitig, wie moͤglich im Fruͤhjahre, laͤng— ſtens bis Ende Aprils, geſaͤet werden. 18— 20 Mtzn. pr. Acker ſcheint bei breitwuͤrfiger Saat die richtigſte Samenquantitaͤt. Sein Ertrag iſt im Allgemeinen geringer als der des Winterweizens und haͤufiger durch Roſt und Brand gefaͤhrdet, uͤberhaupt unſicherer, daher der Anbau dieſer Frucht im Ganzen nicht ſehr empfehlungswerth. zuhſäge zen, mit komme es hoch ter ver nuß ſ Bodene iit ab Veſe rotzüͤgl duͤlan P daher rict u en ein ennas Aäiar ner m durch ſchmac rr kii lich bei kt au 97 8 Der Duͤrchſchnittsertrag iſt in Junſtigen Verhaͤltniſſen in ſöichen Ce⸗ etwa 6— 8 Schffl. Koͤrner und 24— 32 Ctr. Stroh en wegen(ans vom Acker. deu, die den c. Abarten des gemeinen Weizens. ner ervuſc 217. Abarten des gemeinen Weizens gibt es uns Kultur der 1 A eie zaͤhlige. Man theilt ſie in Bartweizen und Kolbenwei⸗ sende gideit a zen, letztere wieder in ſolche mit glatten und in ſolche Weizens. mit ſammetartigen Spelzen. Hinſichtlich ihrer Kultur im Boden, kommen ſie alle mit einander uͤberein, und von vielen iſt Extrag auf es noch ſehr zweifelhaft, ob ſie konſtant ſind, oder ſich un— en. ter veraͤnderten Umſtaͤnden verwandeln. Der Landwirth eigen angeat muß ſich diejenige Abart zu verſchaffen ſuchen, die ſeiner nach ſtath Bodenart am beßten zuzuſagen ſcheint, und zu gleicher diſen dwo Zeit als Handelswaare geſucht wird. d. Der Spelz. 218. Dieſe Weizenart, auch Spelt, Dinkel, Kultur des Veſen genannt, unterſcheidet ſich vom gemeinen Weizen Spelzes. vorzüglich dadurch, daß bei ihr die Koͤrner mit ihrer Um— 1 huͤllung verwachſen ſind.„ Afin Der Spelz hat ein ſehr feſtes Stroh, lagert ſich — daher nicht ſo leicht, wie anderer Weizen, leidet ferner ein ſelr nicht vom Vogelfraß, und kann unter guͤnſtigen Umſtaͤn⸗ eid den einen ſehr großen Ertrag liefern. Dagegen wird ihm — vorgeworfen, daß ſein Stroh, der Haͤrte wegen, zum Viehfutter untauglich ſei, daß das Vermahlen ſeiner Koͤr⸗ . ner mehr Kunſt und Zeit erfordere, daß ſein Mehl zwar de, durch vorzuͤgliche Weiße ſich auszeichne, aber ein minder —= in ſchmackhaftes Brot, als der Weizen liefere; daß er fer— die tichligle ner keinen uͤberſeeiſchen Handelsartikel abgebe und end— lich bei naſſem Wetter leichter als jede andere Getreide⸗ art auswachſe. Er wird als Winter⸗ und als Sommerfrucht, haͤu⸗ 39 figer jedoch als erſtere angebaut. erth. 7 Die nicht gewöhnlichen„ 9 der Weizen⸗ arten. 98 Hinſichtlich des Bodens, des Klima's, der Vorfruͤchte und der Feldbeſtellung paßt alles bei dem Weizen Ge⸗ ſagte auch auf den Spelz, nur kann letzterer etwas ſpaͤ⸗ ter geſaͤet werden, auch iſt er etwas wenige ekel hinſicht⸗ lich der Vorfruͤchte, dafuͤr aber ſcheint er in einem noͤrd— lichen Klima nicht ſo gut zu gedeihen. Weil er in ſeine Umhuͤllung eingeſchloſſen iſt, ſo braucht man von ihm ein groͤßeres Maß zur Ausſaat, als vom gemeinen Weizen. Es wird bis 3 Schffl. auf den Acker geſaͤet; 2— 2½ Schffl. ſcheint das angemeſſenſte. Der Durchſchnittsertrag vom Spelz iſt unter guͤn⸗ ſtigen Umſtaͤnden ſ.§. 285 anzunehmen: an Koͤrnern zu 15— 20 Schffl. vom Acker, „Stroh zu 36— 48 Ctnr. Zwei und vierzig Schffl. Spelz geben aber erſt ſo viel Mehl, als 18 Schffl. Weizen, indem 41 Schffl. Dinkel erſt 18 Schffl. Korn geben, der Schffl. von dieſem aber etwas weniger Mehl, als ein Schffl. Weizen liefern ſoll. 219. Die nicht gewoͤhnlich angebauten Weizenarten, eniſche Weizen ac. ſ. g. 212, koͤnnen ſaͤmmt⸗ lich„ls Winter⸗ und als Sommerfrucht angebaut wer⸗ den. Ihre Kultur weicht im Weſentlichen von der des gemeinen Weizens nicht ab, verdient aber, die des Em⸗ mers oder Einkorns, unter gewiſſen Umſtaͤnden, etwa ausgenommen, keine Empfehlung, daher ihrer hier nur namentlich gedacht wird. Ueber den Weizenbau ſ. 1. Thaer's rationelle Landwirthſchaft. B. IV. S. 149. 2. Schwerz's Anleitung zum praktiſchen Ackerbau. B. II. S. 48. 3. Koppe's Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht. 3te Auflage. B. II. S. 169. 4. Block's Mittheilungen landwirthſchaftlicher Erfahr⸗ ungen ꝛc. B. I. S. 34. 5. Schmalz's Wirthſchaftserfahrungen. B. III. S. 143. 6. Burger's Lehrbuch der Landwirthſchaft. B. II. S. 8. 7. Sturm's Lehrbuch der Landwirthſchaft. B. I. S. 177. tige ſeinW b gibt! Sem V auch h Vnd ſ a, S „ A hall ſten ſcher verad ſogt nit E V Angem de vo iſt an ſer! nen kann fucht b düdlc Vortt duf T.; Weir 99 en lrſſtn dnüt⸗ Er 8. Kreyßig's Handbuch zu einem natur⸗ und zeitgemaͤßen re 5* Betriebe der Landwirthſchaft. B. I. S. 186. Was ſo⸗ Es koͤnnten aus unſerer reichhaltigen landwirthſchaftlichen Li⸗ teratur noch eine Menge Nachweiſungen uͤber dieſen Ge⸗ in einem nä⸗ genſtand gegeben werden. Um aber Raum zu ſparen, moͤge es mit dieſen genug ſeyn. Aus eben dieſem Grunde ſol— ekel hinſiht — len weiterhin die angefuͤhrten Werke nur mit den hier ne⸗ dloſ ni ben ihnen ſtehenden Zahlen bezeichnet werden. 13 Süſſee 1 2.) Bom Noggen. angemeſint 220. Der Roggen iſt in Deutſchland die wich⸗ Vom „. N ogget iſt unter qi tigſte Getreidefrucht. Seine Kultur iſt die ausgebreitetſte, ssen ſein Bedarf als allgemeines Brotkorn der groͤßte. Es Acker, gibt nur eine Art dieſer Frucht, die als Winter- und als Sommerſrucht gebaut wird. Abarten hat man zwar auch mehrere, aber ſie unterſcheiden ſich nicht auffallend und ſcheinen nicht konſtant. a. Winterroggen. Secale cereale hibernum. 221. Derſelbe iſt im noͤrdlichen Deutſchland deß⸗ Winter . roggen⸗ halb die geſchaͤtzteſte Getreidefrucht, weil er in den kaͤlte⸗ Kuma, So⸗ ſten Gegenden, wo jede andere mehr gefaͤhrdet iſt, noch den, Düng 4.. 3 G ung, Vor⸗ ſicher reif wird, und, wenn bei ſeiner Beſtellung nichts fruchte und verabſaͤumt wurde, faſt niemals mißraͤth. Am beßten Beſtellung. 65 den, etwi ſagt ihm jedoch ein Klima zu, wo auch der Winterweizen lüllben, d”.—;. 22 3:.. mit Sicherheit zur Reife kommt. Hier gibt er in einem angemeſſenen Boden den hoͤchſten Ertrag. Ein Boden, der vom Weizen einen hohen und ſichern Ertrag diee⸗ dwitth 6 77 6, 7, ̈ andwinih iſt auch fuͤr den Roggen der angemeſſenſte; doch liebt die— cebau. 5. ſer weniger als jener einen ſehr thonigen und gelnnde⸗ nen Boden, dagegen mehr einen lockeren ſandigen. Ja er der Veehlucht kann noch auf einem ganz loſen, wo keine andere Halm— frucht mehr gedeiht, bei zweckmaͤßiger Behandlung, vor— zuͤglich wenn ſolcher einige Jahre dreiſch gelegen, mit Vortheil gebaut werden. In einem gleie hen W Boden be⸗ 68 darf er weniger Duͤnger oder weniger alte Kraft, als der B.1.E. MI Weizen, dafuͤr aber ſagt ihm eine friſche Duͤngung, un⸗ 7* 100 mittelbar vor der Saatfurche, beſſer zu. Man kann durch eine ſolche, wenn der Acker nicht beſonders locker, thaͤtig und kraftlos iſt, die ergiebigſten Roggenernten erzielen. Auch die bei dem Weizen angegebenen Vorfruͤchte (§. 213.) ſind im Ganzen fuͤr den Roggen die geeignetſten; nur iſt er ſicherer, als jener, nach reif gewordenen Erbſen und Wicken, mißlicher jedoch nach Kohl- und Ruͤbengewaͤchſen, am mißlichſten nach Kartoffeln; dagegen kann er wieder mit mehr Erfolg nach anderen Halmfruͤchten und ſogar mehrere Male hinter einander nach ſich ſelbſt gebaut wer— den. Die natuͤrliche Beſchaffenheit und der Kulturzuſtand des Bodens koͤnnen indeſſen bewirken, daß nach manchen Vorfruͤchten, z. B. nach ſpaͤt abgeernteten Huͤlſenfruͤchten, der Roggen hier und da nicht gedeiht. Dieß iſt wohl zu beachten. Dagegen kann man nach reiner Brache, Win— teroͤlgewaͤchſen und Klee bei zweckmaͤßiger Behandlung auf allen Bodenarten einen lohnenden Ertrag von ihm er⸗ warten.„ Die Beſtellung des Roggens iſt im Weſentlichen ganz die des Winterweizens, nur verlangt er mehr Lockerheit; jedoch ebenfalls nicht in beſonders hohem Gra— de; auch iſt es bei ihm ebenfalls ſehr rathſam, ihn nicht unmittelbar auf das friſch gepfluͤgte Erdreich zu ſaͤen. Kann man dasſelbe nach der letzten Pflugart 14 Tage, ja 3— 4 Wochen in der rauhen Furche liegen laſſen, ehe man ſaͤet, ſo ſichert man ſich, zumal nach Klee, ein gleichmaͤßigeres Auflaufen des Saamens und ein froͤhliche⸗ res Wachsthum der jungen Saat. Auf ſehr lockeren und milden Bodenarten ausge— nommen, iſt es gut, den Roggen jedesmal mit einer gut gebauten Egge unterzubringen, da er nur eine geringe Bedeckung verlangt und bei dem Unterpfuuͤgen, ſelbſt wenn es mit dem Exſtirpator geſchieht, leicht zu tief unter die Erde kommen kann. Auch iſt es in den meiſten Faͤllen rathſam, vor ſeiner Saat das Feld ebenzueggen, nur ſind de haute 2 uns ve ers. kalten bhrte ganz des! denn beſtoc als da ig iſt zen, m he ſtens ſem, hen. ſchied nat! ſchaf ger? Sant 1 Fuühjn ſchnele wegen Vahe unterd der B 9 ringer gem T ——————————— din tann durch loan, dhitig nten erzicte. nen Vorftiche ie geeignetſen, enen Etbſen u Tihe22e Cubengewachſen, rann er wiede ten und ſchar ſt gebaut un Kulturzuſtne nach manchn zuͤlſenfruͤchn, eß iſt wohlu rache, Win Behandlavg von ihm Weſentlichen gt er mehr hohem Grn⸗ im, ihn miht ich zu ſin. tt 14 Tage, laſſen, ehe Klee, ein in ſroͤhlicht⸗ arten ausge⸗ nit einer gut eine geringe ſelbſt wenn ef unter die eiſten Fälle heggen, lur 101 ſind dann zum Unterbringen des Saamens zweckmaͤßig ge⸗ baute(altenburger oder brabanter) Eggen nothwendig. 222. Die beßte Saatzeit des Winterroggens iſt bei uns von der Mitte Septembens bis zur Mitte des Octo— bers. In beſonders kalten Gegenden und auf beſonders kalten Feldern muß er wo moͤglich noch fruͤher, in umge— kehrten Verhaͤltniſſen kann er ſpaͤter geſaͤtt werden. Eine ganz ſpaͤte Saat iſt oft ſicherer, als eine nach der Mitte des Octobers geſchehene. Eine fruͤhe hat immer Vorzuͤge; denn der Roggen muß wo moͤglich noch im Herbſte ſich beſtocken, da er gewoͤhnlich im Fruͤhjahre zu bald ſchoßt, als daß er es in dieſer Jahreszeit gehoͤrig koͤnnte. Wich— tig iſt es, daß die Saat bei trockenem Wetter geſchehe. Da er uͤberhaupt weniger ſtockt, als der Winterwei⸗ zen, muß er dichter als dieſer geſaͤet werden. Es ſind da⸗ her, dem Maße nach, auf eine beſtimmte Flaͤche wenig⸗ ſtens eben ſo viel Koͤrner von ihm noͤthig, als von die— ſem, wenn dieſelben gleich einen geringern Umfang ha— ben. Die verwendeten Saamenquantitaͤten ſind daher ver⸗ ſchieden; ½— 2 ¼ Schffl. auf den Acker. Erſtere findet nur bei Drillſaat, letztere nur bei unverſtaͤndiger Wirth— ſchaft ſtatt. 1— 1 ½ Schffl. iſt diejenige, die bei gehoͤri⸗ ger Beachtung der Unſtaͤnde zu einer guten breitwuͤrfigen Saat erfordert wird. Das Aufeggen der breitwuͤrfigen Roggenſaat im Fruͤhjahre erweiſet ſich ebenfalls nutzbar, kann aber ihres ſchnellen Schoßens und anderer noch wichtigerer Arbeiten wegen nur ſelten vorgenommen werden; dagegen ſollte das Walzen derſelben, wenn ſie vom Winterfroſt gezogen, nie unterbleiben; doch darf dieß nicht eher geſchehen, als bis der Boden gehoͤrig abgetrocknet iſt. 223. Der Ertrag an Koͤrnern und Stroh iſt ge⸗ ringer in Sandlaͤndern, hoͤher in kraͤftigem, mehr bindi⸗ gem Boden. Saat und Pflege. Ertr dg des Roggens 102 Der Durchſchnittsertrag vom Acker iſt anzunehmen: dort an Koͤrnern zu 4— 6 Scheffeln, hier ⸗ 3 ³ 8— 10 ⸗ dort an Stroh ½ 24— 36 Centnern, hier s ⸗„⸗ 36— 50. Es kann jedoch in guͤnſtigen Verhaͤltniſſen ſteigen bis 15 Schffl. an Koͤrnern und 70 Centn. an Stroh. b. Sommerroggen. Secale cereale aestivum. Von der 224. Er iſt minder ſicher und ergiebig, als der Kultur des ☚ 5ꝙ11.. 3 8. Sommer⸗ Winterroggen, und gedeiht nur in lockeren, gehoͤrig bear⸗ roggens. beiteten, wohlgeduͤngten Aeckern und bei feuchter Fruͤh⸗ lingswitterung gut, am beßten nach Hackfruͤchten, zumal nach Kartoffeln auf kraͤftigem, feuchten Sandboden. Auf ſtrengem thonigen Boden iſt er ſehr haͤufig dem Miß— rathen unterworfen. Fuͤr ſeine Beſtellung gilt das g. 219 bei dem Som⸗ merweizen Geſagte; beſonders iſt darauf zu ſehen, daß er ſehr zeitig im Jahre und nicht zu duͤnn geſaͤet werde; wenigſtens eben ſo dicht, wie der Winterroggen. Sein Ertrag an Koͤrnern kann im Durchſchnitt, ſelbſt bei guter Kultur, hoͤchſtens zu 5— 6 Schffl. vom Acker angenommen werden; dagegen liefert er nicht viel weniger Stroh, als der Winterroggen, mehr, als jedes andere Sommergetreide. Deßhalb und noch in mancher anderen 3 Hinſicht iſt er fuͤr einige Gebirgsgegenden und Sandlaͤnder eine ſehr wichi e Iht 1.) B. IV. S. 2.) B. I 1. G. 126.— 3.) B. II. S. 187.— 45 B. 1 I. S. 51. 5.) B. III. S. 156.— 6.) B. II. S. 27.— 7.) B. 1. S. 184. 8.) B. I. S. 191. 3.) Bon der Gerſte⸗ Nen der 225. Die Gerſte, die aͤlteſte und ausgebreiteſte Berſte. 1 erſte. Halmfrucht, hat vornehmlich ſolgende Vorzuͤge: ſie reift Autet igſten Boden ſicheren ürauch nem ment kähl Erfol gem ——— 103 dununtjman.. alle trei 3 unter allen Getreidearten am ſchnellſten, leidet am we— nigſten von Krankheiten, gibt auf einem ihr zuſagenden Boden bei geringer Anſtrengung einen lohnenden und ſicheren Ertrag, und liefert eine zu mannichfaltigem Ge⸗ brauche dienende hoͤchſt nutzbare Frucht. e fht Man baut mehrere botaniſch und oͤkonomiſch von einander verſchiedene Gerſtenarten an, und zwar: cereale a.) die große zweizeilige Gerſte. Hordeum distichon. b.) die zweizeilige nackte Geſte—— nudum. iebig, abde c.) die Pfauengerſte— zeocriton. gehtig ba d.) die vierzeilige gemeine oder feuchter Frif kleine Gerſte— vulgare. üchten, zumg e.) die vierzeilige nackte oder deeden, d Himmelsgerſte— coeleste. dem WMi †.) die ſechszeilige oder Winter⸗ gerſte— herxastichon. dn Dieſe Gerſtenarten, mit Ausnahme der letztern, kom⸗ eſol Wede men in den noͤrdlichſten Klimaten und auf den hoͤchſten 4 Bergen, wo man nur noch Ackerbau treibt, fort, und ge⸗ „ ſ deihen eben ſo wohl in den waͤrmſten Laͤndern. . ton di⸗ a. Die große zweizeilige Gerſte. je ie 226. Die gewoͤhnlichſte Gerſtenart, geradehin:„große drobe gaer⸗ lee e Gerſte.“ Sie vertraͤgt in ihrer Jugend einen ziemlich Hoden, Dungung, hohen Grad von Kaͤlte, iſt aber ſehr empfindlich gegen Suns die Naͤſſe, wenn dieſelbe zumal mit Kaͤlte verbunden iſt. und Lange anhaltendes Regenwetter kann die ſchoͤnſten Ger⸗Bei ſtenſaaten vernichten. 3) 3,1 E. Sie verlangt einen muͤrben, lockern Boden. Auf ei⸗ nem ſehr thonigen bindigen kann ſie nur in einem war⸗ men trocknen Klima mit Sicherheit, wo dieſes feucht und kuͤhl aber ſelbſt auf ſehr leichtem loſen Boden noch mit Erfolg gebaut werden. Am ſicherſten gedeiht ſie auf e nem ſandigen Lehm- oder noch beſſer auf einem Merge 7 ⸗ 14 17 ausgebreiteſe ge: ſie teift Saat und Pflege der großen Gerſte. 104 boden. Jeder Boden aber, auf dem ſie einen lohnenden Ertrag geben ſoll, muß kraͤftig, jedoch nicht durch fri⸗ ſche, ſondern durch fruͤhere Duͤngung kraͤftig, uͤberaus fein zertheilt und von allem Unkraut durch gute Kultur moͤglichſt befreit ſeyn. Jedes Feld, das nicht ſo geeigen— ſchaftet, ſondern noch in einem einigermaßen rohen Zu— ſtande iſt, taugt nicht zu dieſer Frucht, ſondern kann mit einer andern beſſer benutzt werden. Daher gedeiht ſie ganz vorzuͤglich nach geduͤngten und gut bearbeiteten Hack⸗ fruͤchten, und namentlich nach Kartoffeln, die ihre paſ⸗ ſendſten Vorfruͤchte ſind und einen ſelbſt unpaſſenden Bo⸗ den fuͤr ſie geeignet machen koͤnnen. Auf gut kultivirten, ihr von Natur zuſagenden, kraͤftigen Feldern gibt ſie je⸗ doch nach rein und gut ſtehendem Wintergetreide kaum einen geringern Ertrag, beſonders nach Roggen. Auch nach Oelſaat, Klee, Huͤlſenfruͤchten ꝛc. iſt ſie mit Erfolg zu bauen, doch geſchieht ſolches ſelten, weil dieſe Vor⸗ fruͤchte mit mehr Vortheil zu Wintergetreide zu benutzen ſind. Nach Wintergetreide ſollte ſtets dreimal, und zwar wo moͤglich zweimal vor dem Winter und einmal im Fruͤhjahre gepfluͤgt werden. Die erſte Furche iſt dabei ganz flach, die zweite zur vollen Tiefe, die dritte zur Saat mittelmaͤßig tief und ſehr ſorgfaͤltig zu geben. Nach Hackfruͤchten genuͤgt es, einmal im Herbſte zur vollen Tiefe und einmal im Fruͤhjahre zur Saat zu ackern. Dieſes Saatackern kann dort, wie hier, nicht ſelten durch eine Bearbeitung mit dem Exſtirpator erſetzt werden. Die⸗ ſem ſowohl, wie dem Pfluge, muß ſtets die Egge folgen; doch wird die zuletzt vor dem Winter gegebene Furche erſt im Fruͤhlinge ebengeeggt, damit der Acker waͤhrend jener Jahreszeit rauh liegen bleibe. 227. Das Unterbringen der breitwuͤrfigen Saat kann ſowohl mit dem ordentlichen Pfluge, als mit Schau⸗ felpfluͤgen, und auch bloß mit Eggen geſchehen. Erſterer vrdien nem T deren; fioun tben zu tes W mache Re N zuger bis it trocken dieſe leefert kanm ſiet weni in A das r Gerſ kann dom Dei einen ————————— 105 den lohnenden ſict drc fri⸗ ftig, he gute Kulte t ſo geizn, den rohen: verdient auf einem lockeren, faſt loſen Boden bei trocke⸗ nem Wetter den Vorzug; in den uͤbrigen Faͤllen die an— deren Werkzeuge, und beſonders iſt der Erſtirpator em— pfehlungswerth. Gut iſt es, vor der Saat das Feld eben zu eggen und nach der Saat zu walzen; nur feuch— tes Wetter und ſchwerer Boden oͤnnen letzteres mißlich machen. Geſchehen ſollte es aber allemal ſpaͤterhin, wenn die Pflanzen anfangen, den Boden zu belegen. Die beßte Saatzeit iſt bei uns, wenn die Felder gut zugerichtet, der Monat April, doch kann dieſelbe auch bis in die Mitte des May's ausgedehnt werden, und auf trockenem warmen Boden ſchon im Maͤrz beginnen, da en Zo dern kann mit her zadiißt ſe zbbeiteten hat⸗ die ihte zun paſſenden de T t kultiviten, en gibt ſei 5 ühli 5 1 bütſ 1 dieſe Gerſte Fruͤhlingsfroͤſte gut vertraͤgt. Fruͤh geſaͤet, getreide ku⸗ liefert ſie in der Regel einen hoͤheren Ertrag und voll— 1 1 Bgen. d kommnere Koͤrner. le mit Erß eil dieſe 8 Sie muß, dem Maße nach, ſtaͤrker als Weizen ge⸗ ſaͤtt werden, weil ihre Koͤrner groͤßer ſind und ſie ſich weniger beſtockt. Man findet 1¼¾— 3 Schfl. pr. Acker in Anwendung; 1 ½ Schfl. duͤrfte in den meiſten Faͤllen de zu benuher 1, und ztar das richtige ſeyn. Eine zu duͤnne Saat taugt bei der nmal in Gerſte nichts. rche it Ubei k 228. Bei guter Kultur auf ihr zuſagendem Boden dlteler geben. Nt kann man als Durchſchnittsertrag vom Acker annehmen: Gerſe. zur roln a.) nach Wintergetreide 8— 10 Schfl. Koͤrner, zu ackern. 20— 25 Centn. Stroh, ſelten durch b.) nach Hackfruͤchten 10— 12 Schfl. Koͤrner, aden. Die⸗ 25— 30 Centn. Stroh. Egge fölgen; Ihr Koͤrnerertrag kann jedoch bis 20 und 24 Schfl. ebene Furche vom Acker ſteigen. ker waͤhrend b. Die zweizeilige nackte Gerſte. fgen Satt 229. Ihrer herrlichen, ſchweren, mehlreichen, dem Zweizeilige — 2 3. ackte Ger⸗ nit Echau⸗ Weizen nahe kommenden Koͤrner wegen wuͤrde dieſe Gerſte weteer ſte. n. Erſerer einen ſtaͤrkeren Anbau verdienen, wenn ſie einen eben ſo Pfauen⸗ gerſte. 84. Vierzeilige Gerſte. Sandgerſte. Kleine Gerſte. 106 ſicheren Ertrag, wie die vorige, gewaͤhrte, eine eben ſo bekannte Handelswaare waͤre und nicht einen noch beſſe⸗ ren Boden verlangte. Unter dieſen Umſtaͤnden aber wird ihre Kultur wohl nie ſehr um ſich greifen. Dieſe weicht uͤbrigens in nichts von der der vorigen ab. Auch hinſicht⸗ lich des Ertrags kommen beide Gerſtenarten mit einander uͤberein. Sollte letztere auch an Koͤrnern etwas weniger als jene liefern, ſo ſind ſolche von ungleich groͤßerem Werthe. 1 Schfl. nackte Gerſte wiegt 170— 180 Pfund; der Schfl. große Gerſte nur 130— 140 Pfund. c. Die Pfauengerſte. 230. Ihr Anbau wird von vielen empfohlen, weil ſie ſchwerere Koͤrner und mehr Stroh als die gewoͤhnliche große Gerſte geben ſoll. Solches iſt aber nur auf einem ganz ausgezeichneten Boden der Fall; auf einem lockeren, ſandigen iſt ſie mißlich. Ihrer an Groͤße ungleichen Koͤr⸗ ner wegen ſoll ſie zum Bierbrauen nicht wohl tauglich ſeyn. Sie reift um acht Tage ſpaͤter, als die große Ger⸗ ſte, der ſie uͤbrigens hinſichtlich der Kultur und des Er— trags voͤllig gleich kommt. d. Vierzeilige Gerſte. 231. Sie vertraͤgt keinen Froſt im Fruͤhjahre, und muß daher ſpaͤt, Ende May's oder Anfang Juni's ge— ſaͤet werden; iſt aber ſo ſchnellwuͤchſig, daß ihre Ernte oft ſchon neun Wochen nach der Saat faͤllt. Dieſer Ei— genſchaften wegen hat ſie große Vorzuͤge fuͤr manche Ge— genden, z. B. die noͤrdlichen Sandlaͤnder Deutſchlands. Sie vertraͤgt unter allen Gerſtenarten den leichteſten Bo— den, daher der Name:„Sandgerſte“. Hinſichtlich ih⸗ rer Beſtellung kommt ſie mit den vorigen Arten ganz uͤberein. Eine große Lockerung und Pulverung des Bo⸗ dens iſt bei ihr vorzuͤglich wichtig. Oft wird zu ihr im Herbſte gar nicht, ſondern bloß im Fruͤhlinge geackert. ff hingi Durch Auch andere — — — — -—— treid wit auch Sept fige —— 107 eben Ihr Ertrag an Koͤrnern iſt von der Witterung zu ab⸗ c beſes haͤngig und daher ſehr verſchieden. Er laͤßt ſich im köe wid Durchſchnitt kaum zu 6 Schfl. vom Acker annehmen. dewitt Auch ſind ihre Koͤrner leichter und kleiner, als die der ujinſcht⸗ anderen Gerſtenarten; der Schfl. wiegt nur 110— 120 kinander Pfund; daher der Name:„kleine Gerſte“. Sie iſt vor⸗ aveniger zuͤglich zum Bierbrauen. humn An Stroh ſteht ſie anderer Gerſte nicht nach, ſie lie— 5 fert nicht ſelten mehr, weil ſie oft weit hoͤher wird. e. Vierzeilige nackte Gerſte. Himmelsgerſte⸗ 232. In Anſehung der Form und Guͤte der Koͤr⸗ Himmels⸗ 9n, weil ner gleicht ſie der Gerſte b; auch iſt ſie eben ſo ekel und Berlie. Löhnlich unſicher, daher ihr Anbau im Großen nicht zu empfeh— einem len. Hinſichtlich ihrer Kultur und ihres Ertrages kommt zockeren, ſie mit der großen Gerſte voͤllig uͤberein. Jen Kär⸗ d tauglic f. Sechszeilige Gerſte. Wintergerſte. he Gir 233. Soll dieſe Getreideart als Winterfrucht einen Winter⸗ tdes E, hoͤheren Ertrag geben, als Weizen und Roggen, ſo muß erſte. ſie in einen Boden geſaͤet werden, der fuͤr dieſe zu fett und deshalb ihr Lagern darauf zu befuͤrchten iſt. In ge⸗ woͤhnlichen Aeckern, auch wenn friſch dazu geduͤngt wird, 4 und gibt ſie einen ungleich geringeren Reinertrag, da ſie zu— 1 mal auch nur kurzes Stroh liefert. Man findet ſie daher *½ nur in den. Marſchgegenden und in den Niederlanden hen haͤufig angebaut, wo ſie aber auch einen gewaltigen Koͤr— ſ d. nerertrag, im Durchſchnitt 16— 20 Schfl. vom Acker, da 5 liefert, und eine gute Vorfrucht fuͤr anderes Winterge⸗ Aee treide abgibt, da ſie das Feld ſchon Anfang Juli's raͤumt. i 7 Sie wird beſtellt wie anderes Wintergetreide, jedoch en ganz mit vorzuͤglicher Ruͤckſicht auf Lockerung des Bodens; 13 Bo⸗ auch muß ſie ſehr fruͤh, Ende Auguſts oder Anfang ihr im Septembers geſaͤet werden. Ihr Stand in der Frucht⸗ folge iſt gewoͤhnlich nach Brache, Raps, Bohnen und 108 Klee. Sie wintert leicht aus und paßt daher nur fuͤr ein mildes Klima.— Es gibt auch eine ſechszeilige Sommergerſte, die je— doch nur hoͤchſt ſelten angebaut wird, und ſich hinſichtlich der Beſtellung und des Ertrags von den anderen Som— mergerſten nicht zu unterſcheiden ſcheint. 1.) B. IV./ S. 80.— 2.) B. II. S. 179.— 3.) B. II. S. 203.— 4.) B. I. S. 70.— 5.) B. III. S. 176.—, 6.) B. II. S. 37,— 7.) B. I.— 8.) B. I. S. 191. 4.) Vom Hafer. 234. Der Hafer iſt naͤchſt dem Roggen die ſchaͤtz⸗ barſte Halmfrucht in den kaͤlteren, ſo wie in den ſandigen Gegenden von Deutſchland und dem noͤrdlichen Europa. Seine Vorzuͤge beſtehen darin, daß er ſowohl von Trockenheit, als von Naͤſſe und Kaäͤlte weniger leidet, daß er beſſer fuͤr loſen und trockenen, und auch wieder fuͤr ſchweren und feuchten Boden paßt; daß er ferner in demſelben Boden von dergleichen Menge Duͤnger und bei geringerer Kultur ein groͤßeres Pflanzenvolumen hervor— bringt, und daß er endlich durch ſeinen groͤßeren Stroh— ertrag mehr Duͤnger liefert und den Acker kraͤftiger er— haͤlt, die kurzhalmige Gerſte.. e der Hafer auch mit einem ſchlechten Boden allenfalls vorlieb nimmt, und von einem ſolchen einigen Nutzen noch gewaͤhrt, ſo gibt er doch nur auf einem reichen, kraͤftigen, muͤrben und reinen Boden in einem mehr feuchten als trockenen Klima einen ſehr hohen Er— trag. Man baut vom Hafer drei Arten als Getreide an: a.) Riſpens oder Aſthafer, avena sativa, die am haͤufigſten gebaute Art, mit einer Menge, wie es ſcheint, nicht konſtanten Abarten. b.) Fahnenhafer, avena orientalis. hicht fer ader Beſt eirgli Foll, deiro er be lißt, duͤng aber Ertre er ka haut: mäͤrber Haſer Herb einge wenn lockere Hafers Auf muß ggeber 109 tnur füͤr c.) Nackter Hafer, avena muda. Einige nehmen noch eine vierte Art, den Rauh— 5, die ſe⸗ oder Sandhafer an, der aber nur ein verkuͤmmerter Erſichtlich Aſthafer ſeyn moͤchte. 64 S 4 Som, Hinſichtlich ihrer Kultur ꝛc. kommen dieſe Hafer arten mit einander ziemlich uͤberein; es gilt daher das *) V. II. von der erſten Geſagte auch fuͤr die uͤbrigen. III. S. 3) B a. Riſpenhafer. 235. Je kraͤftiger und beſſer vorbereitet, jedoch Riſpenhafer. ;. Boden und nicht allzuſehr gelockert der Boden iſt, den man dem Ha— Deſeltua fer widmet, deſto groͤßer iſt auch ſein Ertrag. Da er 88 aber auch genuͤgſam iſt und ſelbſt nach einer mangelhaften Beſtellung noch lohnt, ſo wird mit Unrecht oft ſehr Mlropa. karglich fuͤr ihn geſorgt. In Belgien iſt das nicht der mül von Fall, man widmet ihm da die ſorglichſte Beſtellung und n leidet, bringt ihn ſogar nicht ſelten nach friſchem Duͤnger, den *) wieder er beſſer als Wintergetreide, das man auf ihn folgen arner in laͤßt, vertraͤgt. Bei uns wird er gewoͤhnlich nach ge— e und bei duͤngtem oder ungeduͤngtem Wintergetreide geſaͤet, er gibt n hervor, aber auch nach jeder andern Vorfrucht einen lohnenden 3 Stroh: Ertrag, vorzuͤglich nach Klee und auf Neubruͤchen; ja Piger er er kann oft mit Vortheil mehrmals nach ſich ſelbſt ge— baut werden. P Deden Auf einem in guter Kultur gehaltenen, kraͤftigen, geinigen muͤrben, wenn auch etwas bindigen Boden gedeiht der enem Hafer in der Regel am beßten, wenn er auf die rauhe an einem Herbſtfurche geſaͤct und mit guten eiſernen Eggen ſcharf hen Er eingeeggt wird; ganz vorzuͤglich iſt dieſe Beſtellungsweiſe, . wenn man im Herbſte zweimal ackerte. Iſt der Boden ide an: lockerer, vielleicht gar loſe, ſo muß das Unterbringen des „die am Hafers mit dem Exſtirpator oder dem Pfluge geſchehen. „wie Auf ſchwerem, thonigen, nicht gut kultivirten Boden muß nach dem Herbſtpfluͤgen, ſelbſt wenn zwei Furchen gegeben wurden, im Fruͤhjahre wenigſtens einmal ordent⸗ Saat und Pflege des Hafers. Ernte und Ertre ag des Hafers. 2 110 lich gepfluͤgt, und dann der Saamen auf die wieder eben⸗ geeggte Furche geſaͤet und eingeeggt, oder beſſer mit dem Exſtirpator und der Egge vereint untergebracht werden. 236. Eine fruͤhe Saat des Hafers hat große Vor⸗ zuͤge vor einer ſpaͤtern, zumal auf trockenem, muͤrben, gu⸗ ten Boden. M kaͤrz und April ſind die guͤnſtigſten Mo⸗ nate dazu; doch kann er auch noch bis Ende Mai's ge⸗ ſaͤet werden. Mit Vortheil geſchieht eine ſolche ſpaͤte Saat auf einem feuchten, quelligen Boden. Das Aufeggen der jungen Haferſaat iſt ſehr er— ſprießlich, und muß geſchehen, wenn bald nach dem Saͤen ein Schlagregen das Feld feſt ſchlug und gute Witterung zu erwarten iſt. Hinſichtlich des Walzens gilt das§. 227 Geſagte. Das Unterpfluͤgen des ſchon gekeimten Hafers iſt mißlich Es werden auf den Acker 1½— 4 Schfl. gelaͤet. 1 ½— 2 Schfl. moͤchten auf gutem Boden bei guter Kul⸗ tur; 2— 3 Schfl. da, wo dieſe minder gut ſind, das zweckmaͤßigſte Samenquantum ſeyn. Auf Neubruͤchen iſt eine vorzuͤglich ſtarke Ausſaat nothwendig. 237. Die Ernte des Hafers muß vorgenommen Pedeell. ſane Koͤrner reif ſind. Fehlerhaft iſt er Gebrauch, ihn vor dem Einſcheuern auf dem Felde roͤſten zu laſſen. Sein Ertrag iſt ſehr verſchieden, weil er ſo verſchie— den behandelt wird. Auf kraͤftigem Boden und bei gu— ter Kultur kann man 20— 25 Schfl. Koͤrner vom Acker im Durchſchnitt erwarten. Auf Sandboden aber, oder bei mangelhafter Kultur und in ausgetragenen Aeckern vielleicht kaum 6— 10 Schfl. Eben ſo iſt es mit dem Stroh; im erſten Falle ſind 30— 40 Centn. vom Acker nichts ſeltenes, in letzterem muß man ſich mit 15— 20 Centn. begnuͤgen. Vel zaͤglic an K Gegen die ein Piieg Sachſ auf be * 111 der eben⸗ b. Fahnenhafer, auch ungariſcher, tatari⸗ mit dem ſcher, aͤgyptiſcher und orientaliſcher averden. Hafer genannt.. afe Vat, 238. Derſelbe wird in einem fetten Boden groͤßer ahee I ten, ge und ergiebiger an Koͤrnern und Stroh, als der vorige; Jſe D auf gewoͤhnlichen Aeckern aber findet nicht dieſes, ſondern ö. eher das Gegentheil ſtatt. Er reift ſpaͤter und liefert Sas ge ungleich leichtere, kraftloſere Koͤrner, als der gewoͤhnliche de yii Kispenhafer. dſehr er, c. Nackter Hafer. eich dem 239. Derſelbe iſt dem gewoͤhnlichen Riſpenhafer im Nackter NM oute Aeußeren aͤhnlich, hat aber nackte, leicht ausfallende Koͤr— Hafer. 2Wahets ner, verlangt einen guten Boden, und gibt, ob er ſich 15 ſchon gleich ſehr beſtockt, nur einen kaͤrglichen Ertrag. „ 1.) B. IV. S. 89.— 2.) B. II. S. 217.— 3.) B. II. geäct. S. 214.— 4A.) B. I. S. 77.— 5.) B. III. S. Suter Kul⸗ 131.— 6.) B. II. S. 49.— 7. B. I. S. 189.— and, das 3) B. 1. S. 205. zauͤcen iſ 4„» 7 5) Vom Mais. Zea mais. eetommen Man baut von dieſer Halmfrucht vorzuͤglich zwei Vom Mais. 8 1 Abarten oder Varietaͤten, eine große ſpaͤtreife und aine in zeld kleine fruͤhreife. 8„ eſche a. Der gemeine große Mais. * 1 240. Der Mais, auch tuͤrkiſcher W eizen, Boden und 1 Welſchkorn und Kukurutz genannt, iſt eine ſehr vor⸗ Klima. zuͤgliche Halmfrucht, die einen ungemein hohen Ertrag an Koͤrnern und Stroh gewaͤhrt, aber leider nur in den mit dem Gegenden alljaͤhrlich mit Sicherheit angebaut werden kann, on Ace die ein ſo warmes Klima beſitzen, daß ohne beſondere Pom? 2 Pflege jedes Jahr der Wein zur Reife kommt. In 415— 2¹ Sachſen und noch weiter gegen Norden iſt er daher nur auf beſonders warm gelegenen, lockeren, humusreichen Som Acker er, oder 8 Aeckern — Düngung zum Mais. Beſtellung und Pflege des Mais. Ernte des Mais. Ertrag des Mais. 112 Aeckern mit einiger Gewißheit zu bauen. Je waͤrmer aber das Klima wird, deſto beſſer ſagt ihm ein bindiger, thoniger Boden zu, und er gewaͤhrt nur auf einem ſolchen und in warmen Laͤndern den moͤglich hoͤchſten Ertrag. Die Stengel werden hier bis 18 Fuß hoch. Er verlangt ein kraͤftiges, friſch und reichlich ge— duͤngtes Erdreich, das entweder durch die vorausgegangene Frucht oder durch mehrmaliges Pfluͤgen im Herbſte und im Fruͤhlinge in einen reinen Zuſtand verſetzt wor⸗ den iſt. Wenn keine Nachtfroͤſte mehr im Fruͤhjahre zu be— fuͤrchten ſind, Ende Aprils oder Anfang Mai's wird er, zu 4— 6 Mtz. pr. Acker, auf das gut zugerichtete Land geſaͤet, und zwar in 2 Fuß von einander entfernten Rei⸗ hen, indem die Saamenkoͤrner entweder in die 2te, auch wehl 3te Pflugfurche, oder in beſonders gezegene Rin⸗ nen, oder in Loͤcher, 4— 6 Zoll weit auseinander ge⸗ legt werden. Sobald die Pflanzenreihen ſichtbar ſind, werdel die Zwiſchenkaͤume mit der Pferdehacke, die Rei⸗ hen ſelbſt mit der Handhacke gelockert und gereinigt, nach 14 Tagen ſolches wiederholt und nach abermals 14 Tagen mit dem Haͤufelpfluge die Bearbeitung vollendet, alles dann noch aufkommende Unkraut mit den Haͤnden herausgerauft⸗ Sobald der Mais verbluͤht hat, werden die maͤnn— lichen Bluͤthenbuͤſchel zu Futter abgeſchnitten, und wenn die Reife der Kolben eintritt, ſelbige nach und nach her— ausgebrochen, das Stroh ſpaͤterhin abgebracht. Die Kol⸗ ben muͤſſen vor dem Dreſchen an einem luftigen Orte aufgehoben werden, damit die Koͤrner vollkommen aus⸗ trocknen. (Eigene Trockenhaͤuſer. Aufhaͤngen. Ausbreiten auf luftigen Boͤden.) Der Mats gibt nach ſtarker Duͤngung und in guͤn— ſtiger Lage 24— 32 Schfl. Koͤrner vom Acker, und wohl reis, ſidlich und w ung v Kältur Reihen, 2 den di der H. P. itali Sangul drei ſi vrrſchied W gebaut baren paßt ſie den iſ, konſaante dende) Gebraum 413 die 70— 80 Ctr. herrliches Stroh mit Einſchluß der Deck⸗ niate blaͤtter und Fruchtboͤden. Errn(1. B. IV. S. 147.— 2. B. II. S. 267.— 3. B. II. S. 223.— 4. B. I. S. 107.— 5. B. III. S. 190.— 6. B. II. S. 57.— 7. B. I. S. 204.) lich ge⸗ gangene b. Gemeiner kleiner Mais. ir ud 241. Dieſe Abart, die in Amerika Dreimonats⸗ Kleiner bt wot, T Oe r ſe;.. Mais, reis, in Italien Cinquantino heißt, wird in den Cinauant. ſuͤdlichen Laͤndern mit Vortheil als zweite Frucht gebaut e zu be⸗ und wuͤrde bei uns, ihrer Sicherheit wegen, Empfehl— witd er, ung verdienen, wenn ihr Ertrag lohnender waͤre. Die ete Land Kultur wie bei dem vorigen, nur engerer Stand in den ten Nei⸗ Reihen. e, auch ee Nin 6. Von den Hirſearten. ſie 3 242. Von dem Pflanzengeſchlechte Panicum were Von den 3 ſid den drei Arten als Getreide kultivirten Parmiliarenm, irſearten. ti i der Hirſen, die Hirſe, Rispen oder Auaſthirſe, wräni P. italicum, der Pfennich, Kolbenhirſe, und P. nas lü sanguinale, Himmelsthau oder Bluthirſe. Alle zalen⸗ drei ſind nicht nur botaniſch, ſondern auch oͤkonomiſch innen verſchieden, und daher jede fuͤr ſich zu betrachten. maͤnn, a. Von der Rispenhirſe. d wand 243. Sie verdient in fuͤr ſie geeiggeten Lagen an⸗ Von der at her gebaut zu werden, weil ſie einen hohen Ertrag an nutz⸗ Rispenhirſe. die da baren Koͤrnern und vorzuͤglichem Stroh gewaͤhrt; doch en Dne paßt ſie, weil ihre Kultur mit vieler Handarbeit verbun— in auu den iſt, nur fuͤr kleinere Wirthſchaften. Es gibt mehrere konſtante, durch die Farbe der Koͤrnerhuͤlle ſich unterſchei⸗ uftigen dende Abarten, die aber in Anſehung des Anbaues und Gebrauchs ſaͤmmtlich mit einander uͤbereinkommen. in gin Sie liefert zwar nur in einem dem Mais zuſagen⸗ Klima nd uoh den Klima den moͤglich hoͤchſten Ertrag, iſt aber auch für die Hirſe 8 Boden, Düngung und Beſtellung für Hirſe. Saat und Pflege der Hirſe. Ernte der Hirſe. 114 in kaͤlteren Gegenden mit großer Sicherheit anzubauen, da ſie zu ihrer Ausbildung nur kurzer Zeit bedarf. Sie vertraͤgt große Trockenheit und Hitze, mehr als jede andre Halmfrucht, und paßt daher vorzuͤglich fuͤr einen kraͤftigen Sandboden; auf einem kalten, ſchweren, feuchten Boden iſt ihr Anbau hoͤchſt mißlich. Das Erd⸗ reich muß zu ihr durch wiederholtes, ſorgfaͤltiges Bear⸗ beiten mit Pflug, Egge und Evxſtirpator in einen moͤg— lichſt reinen und lockeren Zuſtand verſetzt, auch tuͤchtig geduͤngt, oder von kurz vorher gegangener Duͤngung noch recht kraͤftig ſeyn. Letzteres iſt beſſer, denn wenn gleich die Hirſe eine groͤßere Menge Duͤnger als die Halm— fruͤchte mit hohlen Stengeln ertragen kann, ſo gibt man ihr, des ſtaͤrkern Unkrautwuchſes wegen, doch nicht gern eine friſche Duͤngung, am wenigſten erſt im Fruͤhjahre, ſondern bringt ſie lieber in dungkraͤftiges Land. Sie ge⸗ deiht am ſicherſten und mit der wenigſten Muͤhe nach geduͤngten Hackfruͤchten und nach Klee, ganz vorzuͤglich auf humoſen Neubruͤchen. Sie wird geſaͤet, ſobald keine Nachtfroͤſte mehr zu beſorgen ſind; es kann bis Ende Mai's geſchehen; eine fruͤhe Saat liefert jedoch in der Regel die ſchoͤnſten Koͤrner. Die Saat wird entweder mit der Hand breit⸗ wuͤrfig, oder mit der Drillmaſchine in engen Reihen be— ſchickt. Die Saamenquantitaͤt iſt 2— 3 Mtz. auf den Acker. Die Hirſe muß in der Regel gejaͤtet und, wenn ſie nicht gedrillt wurde, zweimal mit der Hand behackt, oder einmal ſcharf geeggt und einmal mit der Hand behackt werden. Auf reinem Boden laͤßt ſich bisweilen das Jaͤ⸗ ten und Handhacken durch zweimaliges ſcharfes Eggen vollſtaͤndig erſetzen. Das dadurch bewirkte Herausreißen mancher Hirſepflanzen ſchadet nichts, weil dieſelbe ohne dieß nicht dicht ſtehen duͤrfen. Die Ernte geſchieht in der Regel mit der Sichel, wenn der groͤßte Theil der Koͤrner reif iſt, und die zu⸗ erſ voh austr 6 ſener B ( des men Bod 6g. 115 uöanen, erſt reif gewordenen auszufallen beginnen. Man laͤßt ge⸗ woͤhnlich das Geerntete ſogleich dreſchen oder vom Vieh ehr als austreten, und dann erſt das Stroh trocken werden. lich fuͤr(Noch andere Erntemethoden und Verfahrungsarten.) uee Der Ertrag an Koͤrnern wechſelt bei einer angemeſ⸗ Lrkun Venr ſenen Kultur zwiſchen 8— 15 Schffl. vom Acker. 25— Hirfe. a nip 26 Schffl. geben 16 Schffl. reinen Hirſen. jtichig(Minken. Brein.) ung noch Der Strohertrag eines gutſtehenden Hirſeackers wird n gleic dem des geduͤngten Winterroggens an Gewicht ziemlich Haln⸗ nahe kommen. Der Futterwerth des Hirſeſtrohs iſt aber üöt man weit groͤßer als der des Roggenſtrohs. S b. Vom Pfennich. (Sie ge⸗ 244. Der Pfennich bedarf ein waͤrmeres Klima Bom ehe nach und einen mehr gebundenen Boden als die Hirſe, kommt Pfennich· ronäulch aber mit dieſer hinſichtlich der Kultur voͤllig uͤberein, nur darf er nicht ſo ſpaͤt geſaͤet werden. Sein Ertrag an ſnehr zu Koͤrnern und Stroh iſt in einer ihm voͤllig zuſagenden Pn; eie Lage groͤßer als der der Rispenhirſe; aber ſeine Koͤrner ſcönn werden nicht ſo geliebt; dagegen hat ſein Stroh einen wd breit hoͤheren Futterwerth als jedes andere Stroh. ine c. Vom Himmeisthau. 245. Dieſe unanſehnliche, ganz wie die Hirſe zu Vom genn ſe kultivirende Pflanze kommt auch in einem minder war⸗ Hinie zukt, ode men Klima fort und begnuͤgt ſich mit einem aͤrmeren 3 ed behoc Boden; ihr Ertrag iſt aber, ſelbſt in den beßten Aeckern, dus Jü ſo gering, daß ſie den Anbau kaum jemals verdient. 6 e 7. Von den Moorhirſearten. zülbe ühne 246. In den waͤrmſten Gegenden des ſuͤdlichen Von den Deutſchlands werden bisweilen der gemeine Moor⸗ Modeheſs r Eiche hirſe oder Sirk, holcus sorghum, und das Beſen⸗ d die zo⸗ kraut, holcus saccharatus angebaut. Sie kommen hin⸗ 8* Von den Hülſenfrüch⸗ ten. 116 ſichtlich der Kultur und des Ertrags ganz mit dem Mais dem ſie auch in ihrer Geſtalt aͤhneln, uͤberein, liefern aber nur ein ſchlechtes, uͤbelſchmeckendes, kaum zum Vieh⸗ futter taugliches Korn, und haben daher fuͤr den Land— wirth des noͤrdlichen Deutſchlands nur ein hiſtoriſches Intereſſe. Zweiter Abſchnitt. Bon der Kultur der Huͤlſenfruͤchte. 247. Alle im Ackerbau aufgenommenen Huͤlſen⸗ fruͤchte ſind einjaͤhrige Gewaͤchſe, die, bis auf die Fiſo— len, wohl einen Reif und leichten Froſt, aber keine tiefer in den Boden dringende und anhaltende Kaͤlte vertragen koͤnnen. Sie haben einen dickeren und ſaftigeren Stengel, mehr und fleiſchigere Blaͤtter und tiefer in den Boden eindringende Wurzeln als die Halmfruͤchte, koͤnnen da— her mehr Feuchtigkeit und Nahrung aus der Luft an— ſaugen, und mehr Trockenheit vertragen. erſchoͤpft deßhalb den Boden weniger, Ihre Kultur und weil ſie in ihren, bei dem Reifen der Frucht abfallenden Blaͤttern und vielen, oft ſehr großen Wurzeln nicht wenig organ— iſche Subſtanzen im Boden zuruͤcklaſſen, auch ihr dich⸗ ter Stand den Acker voͤllig unter Schatten ſetzt und das Aufkommen des Unkrauts, ſo wie die nutzloſe Verfluͤchtig— ung des Humus hindert, ſo gedeihen die Halmfruͤchte, beſonders Wintergetreide, nach ihnen beſſer als nach an— deren Halmfruͤchten. Es werden aus dieſer natuͤrlichen Pflanzenklaſſe meh⸗ rere Geſchlechter mit Arten und Abarten, wirthſchaftlicher Hinſicht nicht mit einander uͤbereinkom— men, angebaut, naͤmlich die Erbſen, die in land⸗ Bohnen, Wicken, Linſen, Fiſolen, Kichern und Platt⸗ erbſen. b fruͤch ſchen tetſtr ringe nehr zum nicht ohne kräͤfte auf Oaar chen voͤhne ſe fee ———.— 2——— —.————— 117 GMai Lee a., Von den Erbſen. jefern 4 aee 248. Die Erbſen verdienen unter allen Huͤlſen⸗ Wohr den dun⸗ fruͤchten den erſten Rang, weil ſie ſehr nahrhafte, Men⸗ Ariſtes ſchen und Vieh gleichgedeihliche Koͤrner, und gutes Fut⸗ 9 terſtroh geben, dazu aber verhaͤltnißmaͤßig nur eine ge— ringe Menge von duͤngenden Stoffen aus dem Boden nehmen. . Es werden zwei Arten davon angebaut; die ge⸗ 3 meine Erbſe, Pisum sativum, mit vielen mehr oder 3te⸗ weniger konſtanten Abarten, und die Kernerbſe, Pisum corymbosum, die ſich jedoch nicht hinſichtlich der Kul⸗ 35 tur, ſondern nur hinſichtlich ihrer Form und ihres Wuch⸗ 3 nisr ſes von einander unterſcheiden. Letztere haben den Vor⸗ ragen zug, daß ſie gleichmaͤßiger reif werden, ſich nicht ſo leicht lagern, und, wenn dieſes auch geſchieht, doch weniger an der Ausbildung ihrer Koͤrner dadurch leiden. 8 Die Erbſen kommen in jedem Klima fort, in wel⸗ Ferfii d h chem der Winterweizen in der Regel bis zur Mitte des i aus Auguſts reif wird. Kun Sie verlangen einen nicht zu loſen Boden, und aderdin wollen auch einen ſchweren wohl muͤrbe gemacht, aber d ſie in ſtern nicht zu ſehr gelockert haben. Auf einem Sandboden ge— Alle!...„— deihen ſie nur dann, wenn er reich an alter Kraft iſt. 39 Am beßten ſagt ihnen ein kalkhaltiger Lehm- oder ein u des Mergelboden zu. uchtig⸗ Eine ſehr ſtarke, friſche Duͤngung bekommt ihnen, Düngung⸗ grüchte, zumal auf einem an ſich ſchon kraͤftigen Felde, oftmals Eüon. ich an⸗ nicht gut; ſie wachſen nach ihr nicht ſelten nur ins Kraut, ohne zu reifen; aber noch weniger gedeihen ſie auf ent— 3' neſ⸗ kraͤfteten Aeckern. Den ſicherſten Ertrag gewaͤhren ſie ait lande auf einem von fruͤherer Duͤngung noch kraͤftigen, von J inkom⸗ Saamenunkraut reinen Boden, und es iſt auf einem ſol⸗ ghner, chen meiſtens vortheilhafter, erſt nach ihnen zu dem ge! olatt⸗ woͤhnlich darauf folgenden Roggen zu duͤngen. Sollen ſie freilich auf einem mehr erſchoͤpften Acker gebaut wer⸗ 118 den, dann iſt eine Miſtduͤngung nothwendig. Auch Kalk⸗ und Gipsduͤngung kann bei ihnen unter gewiſſen Umſtaͤn⸗ den mit Erfolg angewendet werden. Ueber deren Maß ſ.§. 130. 136. Ganz vorzuͤglich gerathen ſie auf einem mit Erde uͤberfahrenen Lande.§. 147. (Nachtheile des Gipſes.) mſendſa Sie koͤnnen nach jeder Frucht mit Erfolg gebaut werden, ihr gewoͤhnlicher Stand in der Fruchtfolge iſt jedoch zwiſchen zwei Halmfruͤchten. Die Vorbereitung des Ackers zu Erbſen iſt ſehr einfach; die zweckmaͤßigſte und kuͤrzeſte folgende: die Stoppeln der Halmfrucht, nach der ſie folgen ſollen, werden im Spaͤtherbſt zur vollen Tiefe geſtuͤrzt; im Fruͤhjahr ſaͤet man dann die Erbſen auf und bringt ſie entweder mit dem Exſtirpator oder durch ſeichtes Pfluͤgen unter; in letzterem Falle muß das Feld vor der Saat mit der Egge geebnet werden. Spaͤ⸗ terhin, am beßten, wenn die Erbſen bereits aufgehen, wird geeggt, auch wohl gewalzt. Auf einem reinen, muͤrben Boden kann man ſie aber auch, nachdem ſie auf die rauhe Herbſtfurche geſaͤet ſind, bloß ſcharf eineggen; auf einem lockeren, ohne im Herbſt zu ſtuͤrzen, im Fruͤhjahre mit den Stoppeln und dem Duͤnger, welcher aufgebracht wurde, zugleich unterackern, und auf einem ſchweren, thonigen, auf die rauhe Fruͤhlingsfurche faͤen und ein— eggen. Immer iſt es gut, den Saamen etwas tieferrals vom Halm⸗Getreide unter die Erde zu bringen, und das Walzen nicht zu verabſaͤumen. Saat und Die Erbſen muͤſſen ſo fruͤh wie moͤglich, im Maͤrz, Pflege der„.... 3.. Erbſen. laͤngſtens bis Ende April, geſaͤet werden. Die Saamen⸗ quantitaͤt iſt bei der breitwuͤrfigen Saat verſchieden, nach der Groͤße der Koͤrner 1— 1 ½ Schfl. pr. Acker. Eine uͤnn e Saat iſt nicht rathſam. Die Dirillſaat in Zwiſchenraͤumen von zwei Fuß erfordert weniger Saamen und wird geruͤhmt, weil ſie das Behacken mit Pferdein— ſtrumenten, und dadurch eine Vertilgung des Unkrauts gell durch doch zen; werde wiht werd wiß hau ſtere zwa ſo e dage wede ————— 119 be geſtatte. Die breitwuͤrfige Saat, bei der man bisweilen een Nij durch Uebereggen das Behacken erſetzen kann, moͤchte aber auf einn doch wohl auf einem geebneten Boden und bei im Gan⸗ zen zweckmaͤßiger Kultur, wo das Unkraut nie herrſchend werden darf, einen hoͤherern und ſicherern Reinertrag ge⸗ waͤhren; nur muß es Geſetz ſeyn, die Erbſen nie reif werden zu laſſen, wenn ſie durch Ungunſt der Witterung b i mißzurathen und das Feld zu verwildern drohen. Ueber⸗ rrbereinng haupt ſind ſie vor ihrer vollen Reife zu ernten. eckmäͤßigſte Sie ſind im Ganzen nicht ſo ſicher wie die Halm⸗ Ertrag der dich, nach fruͤchte, und in ihrem Ertrage mehr von der Witterung Erbfen. zur volen abhaͤngig. Bei guter Kultur und auf einem ihnen zu— die Erbſen ſagenden Boden kann man jedoch im Durchſchnitt 6— 8 ator oder Schffl. vom Acker erwarten, oft mehr als das Doppelte muß das ernten. n. Shias Unter denſelben Verhaͤltniſſen gibt auch der Acker then, wird wenigſtens 30— 40, auch wohl 45 Cntr. Stroh. w) mit Aber nie gewaͤhren ſie einen lohnenden Erxrag, die ruhfe wenn man ſie oͤfter hinter einander auf demſelben Felde auf Kei baut; ſie ſind ſo unvertraͤglich mit ſich ſelbſt, daß ſie üiihre mi kaum alle ſechs, eigentlich nur alle neun Jahre wieder nuſgehrch kommen duͤrfen. ſchweren/ und ein⸗(1. B. IV. S. III.— 2. B. II. S. 315.— 3 B. II. tiffer us S. 236.— 4. B. 1. S. 97.— 6. B. II, S. 75.— . 7. B. I. S. 195.— 8. B. I. S. 196.) ben, und b. Von den Bohnen. Vicia Faba. im Mitz, * Saamer⸗ ſeden, nach Pferdebohne und die großkoͤrnige Saubohne, er⸗ ker. Eine ſtere jedoch in groͤßerer Ausdehnung, angebaut. Sie geben zwar fuͤr Menſchen und Vieh eine kraͤftige, aber keine ſo angenehme Nahrung ab als die Erbſen; gewaͤhren dagegen einen ſicherern und hoͤheren Koͤrnerertrag, jedoch weder ſo viel, noch ſo gutes Stroh. 249. Es werden vornehmlich zwei Arten, die kleinkoͤrnige Von den ohnen. eilloat in er Saamen t Pfetdein s Untrautz ,— —— ——;ʒ—— 120 Kurda 1n Sie kommen in einem jeden Himmelsſtrich zur Reife, San Bohnen. der noch fuͤr den Sommerweizen warm genug iſt; er⸗ fordern aber mehr Feuchtigkeit als die Erbſen, und ge— deihen daher in einem thonigen Boden ungleich ſicherer bein als in einem loſen, trocknen, auf dem ſie nur in einem V feuchten kuͤhlen Klima, oder bei naſſer Jahreswitterung ſm, einen lohnenden Ertrag abwerfen. Ar Däünaung Unter allen Huͤlſenfruͤchten verlangen ſie den meiſten ſaat Bohnen. Duͤnger, daher koͤnnen ſie ohne friſche Duͤngung, die 80s ihnen nicht leicht zu ſtark wird, nur auf humusreichen Neubruͤchen oder auf ausgezeichnet kraͤftigem Lande ge— baut werden. nn. Wenih Ihr Stand in der Fruchtfolge iſt dem der Erbſen 1 der Bohnen. Ileich, auch werden ſie, wenn man ſie breitwuͤrfig ſaͤet, ganz ſo wie dieſe beſtellt, nur daß ſie Duͤnger erhalten muͤſſen, der entweder ſchon im Herbſt, oder beſſer erſt ſiad im Fruͤhjahre, mit dem Saamen zugleich untergepfluͤgt s wird. Vortheilhafter iſt es aber, die Bohnen zu drillen, Jen weil ſie dann leicht behackt werden koͤnnen, wodurch das lii ihnen gefaͤhrlich werdende Unkraut unterdruͤckt, die Ver⸗ unbe wilderung des Bodens verhuͤtet und ihr Ertrag erhoͤhet au wird. Man bewirkt die Drillſaat am leichteſten, wenn ſi man den Saamen in die zweite oder dritte Pflugfurche hnan vermittelſt der Hand oder einer eigenen Saͤemaſchine ſtreut, ut und ſolchen ſammt dem daruͤber weggelegten Duͤnger un— V ſch terpfluͤgt. Geeggt wird erſt, wenn die Bohnen aufgehen, ſelu und kann ſolches zweimal in verſchiedener Richtung mit M ſcharfen, eiſernen Eggen geſchehen. Spaͤterhin werden die Zwiſchenraͤume der Reihen mit der Pferdehacke gelockert men und noch ſpaͤterhin mit dem Haͤufelpflug angehaͤufelt, das Saal in den Reihen ſelbſt ſtehende Unkraut aber mit der Hand indeſf ausgerauft. Alle dieſe Arbeiten ſollen vor Eintritt der duch Bluͤthe vollendet ſeyn. 241 Saat der Je fruͤher die Bohnen geſaͤet werden koͤnnen, deſto Bohnen. beſſer; der ſpaͤteſte Termin iſt die Mitte Aprils. An boden ———————-rõ—⸗—õr—-õ——— 1 8= d 3 121 r Neif Saamen wird pr. Acker gebraucht: bei der Drillſaat iſt; tr 4— 1 Schfl. Pferdebohnen, und ge⸗ 2— 2 ½ ⸗ Saubohnen, j ſchen bei der breitwuͤrfigen Saat die Haͤlfte mehr. aun Werden die Bohnen in einem bindigen, wohlgeduͤng— Eebhngee ten, zweckmaͤßig bearbeiteten Boden angebaut, ſo iſt ihr Durchſchnittsertrag ſpr. Acker anzunehmen bei der Drill— weſſtn ſaat zu 15 Scheffel, bei der breitwuͤrfigen Saat zu 10 ung, die Scheffel. usreichen Der Ertrag an Stroh zu 18— 24 Centner. ande ge⸗ Geerntet muͤſſen ſie werden, ehe ſie vollſtaͤndig reif ſind. erEllſn 3. Von den Wicken. Vicia Sativa. Pai 250. Die Wicken verlangen mehr Feuchtigkeit und Venede iſet eit beduͤrfen weniger Waͤrme als die Erbſen, ſind daher auf Klima, Bo⸗ agexfüg einem trocknen ſandigen Boden kaum anzubauen. Dde ner Rins zu drille gen geben ſie auf einem feuchten Lehm- und Thonboden Beſtellung. urch ds bei guter Bearbeitung oft ſelbſt dann noch einen nicht die Ver unbetraͤchtlichen Ertrag, wenn derſelbe ziemlich mager iſt, Jeiihe auf einem kraͤftigen natuͤrlich einen weit ſtaͤrkern. Nicht t. dan ſelten bezahlen ſie ſogar eine friſche Duͤngung; doch gibt ugfuche man ihnen eine ſolche, wenn ſie zum Reifwerden ange⸗ baut werden, nicht gern. Uebrigens kommen ſie hin— it ſreni ſichtlich ihres Standes in der Fruchtfolge und ihrer Be— daer ie ſtellung ganz mit den Erbſen uͤberein, nur daß die Drill— ühen ſaat bei ihnen gar nicht anwendbar ſeyn moͤchte. er die Man ſaͤet ſie gern ſo fruͤh als moͤglich; doch kom- Saat. geuckt men ſie, im Mai erſt geſaͤet, auch noch zur Reife. Der üfelt, das Saamenbedarf iſt 1— 1¼ Schfl pr. Acker. Gut iſt es der Hand indeſſen, ſie nie allein, ſondern immer mit einer andern nrit der Frucht, am beßten mit Hafer, in dem Verhaͤltniſſe wie 2:1 oder 3:1, gemengt, auszuſaͤen. n, dſ Ihr Durchſchnittsertrag iſt auf einem kraͤftigen Lehm- Ertrag. l. A boden bei zweckmaͤßiger Kultur anzunehmen: tilb. ———————.—————————. 122 an Koͤrnern zu 8— 9 Scheffel pr. Acker, an Stroh zu 24— 30 Centner. Winter⸗ 251. In England wird unter dem Namen Win—⸗ wicken. terwicken eine Abart angebaut, die den Winter uͤber⸗ ſteht, und, im Herbſt geſaͤet, im Fruͤhjahr ein zeitiges Futter gibt. Verſuche, die man mit dieſer Frucht in Deutſchland machte, fielen unguͤnſtig aus. Dagegen er— zaͤhlt Schwerz im 2. B. II. S. 342, daß in den Wal⸗ loniſchen Niederlanden und auf der Wuͤrtemberg'ſchen Alpe haͤufig Wicken unter Wintergetreide im Herbſt geſaͤet wuͤrden, die den Winter ſehr gut uͤberſtaͤnden und einen anſehnlichen Ertrag gaͤben. Sie moͤchten zu zeitigem Gruͤnfutter zu empfehlen ſeyn. (IJ. B. IV. S. 127.— 2. B. II. S. 436.— 3. B. II. S. 242.— 4. B. J. S. 95.— 6. B. II. S. 83.—,— 7. B. I. S. 198.— 8. B. 1. S. 200.) 4. Von den Linſen. Ervum Leus. Von den 252. Ob dieſe Huͤlſenfrucht gleich wohlſchmeckende und Linſen, naͤhrende Koͤrner liefert, ſo wird ſie doch nur in geringer Ausdehnung angebaut, weil ſie einen ſchwachen Ertrag an Koͤrnern und Stroh gewaͤhrt. Man hat davon mehrere Arten, große, kleine und Provenzer⸗Linſen, deren Kultur jedoch gleich iſt. Klima, Bo⸗ Sie verlangen nur wenig Duͤnger und keinen be⸗ den, Düng⸗ſonders kraͤftigen Boden, vertragen auch ein trockneres ung und—. 3 5 Beſtellung Klima als die Wicken, und kommen daher in einem lo— der Linſen, ſen Boden, wo dieſe verdorren wuͤrden, noch gut fort. Ihr Stand in der Fruchtfolge, die Zeit ihrer Saat und die ihnen zu gebende Feldbeſtellung, ſind wie bei den Wicken, nur verlangen ſie mehr Ruͤckſicht wegen des ſie leicht unterdruͤckenden Unkrauts, und muͤſſen deßhalb nicht ſelten gejaͤtet und behackt werden. Dieſes zu vermeiden, iſt es nicht unvortheilhaft, ſie nicht allein, ſondern in dieſes da a weh. einen nich Jah auf (. etwe barer elten gur —õyõyy———— 123 7 einem Gemiſch mit Gerſte zu ſaͤen. Der Saamenbedarf bei reiner Saat iſt 10— 14 Metzen pr. Acker. men Lir⸗ Ihr Durchſchnittsertrag bei zweckmaͤßiger Kultur: Saat und inter uͤber an Koͤrnern 4— 6 Schfl. pr. Acker, Eriag⸗ in zeitiges an Stroh 8— 10 Centner. Linſen. Frucht in Ihr Stroh iſt gutem Heu gleich. Bei der Ernte dagegen er⸗ ſind ſie unter allen Huͤlſenfruͤchten am ekelſten. den Wa(1. B. IV. S. 120.— 2. B. II. S. 344.— 3. B. II. g'ſchen Ahe S. 248.— 6. B. II. S. 85.— 7. B. I. S. 197.) erbſt geſiet und einen 5. Von den Fiſolen. Zwergbohnen. zu pitigem Phaseolus nanus. 253. Von den vielen in Gaͤrten kultivirten Arten Wauhrden .„... iſolen. 3 B. II dieſes Pflanzengeſchlechts wird nur die genannte hier und 1 S. 83.— da auf dem Felde angebaut. Sie koͤnnen keinen Froſt, wohl aber Hitze und Trockenheit gut vertragen; verlangen einen muͤrben, maͤßig gebundenen, wohl, wenn auch ells⸗ nicht friſch geduͤngten Boden, mißrathen in naſſen, kuͤhlen Jahren auf Thon⸗-, in trockenen und heißen Sommern ekende und auf Sandboden, und werden ganz wie die Bohnen in geringe(ſ.§. 249) kultivirt. Der Bedarf an Saamen iſt jedoch hen Erng etwas geringer. Da ihr Ertrag ſehr kaͤrglich iſt und ſelten die dar⸗ „kleine auf gewendete Muͤhe bezahlt, werden ſie minder oft fuͤr hgleich iſ ſich allein, haͤufiger als Zwiſchenfrucht zwiſchen dem Mais Linen be und anderen Gewaͤchſen der Art angebaut. wocknert(4. B. IV. S. 121.— 2. B. II. S. 870.— 6. B. II. nädg 3 S. 87.— 7. B. I. S. 194.) n 1 ch gut fal 6. Von den Kichern, cicer arietinum, und Sant und den Platterbſen, Lathyrus sativus. je bei den tgen des ſ ejhab tict u vermedden, ſondern in 254. Die Huͤlſenfruͤchte werden jetzt, von nutz⸗ Von den .0 iebigere Ine.4, Kichern und bareren und ergiebigeren verdraͤngt, nur noch hoͤchſt platterbſen. ſelten angebaut. Sie haben daher fuͤr den Landwirth nur eine hiſtoriſche Wichtigkeit. Von den krautartigen Getreide⸗ pflanzen. Vom Buchweizen. 124 Ihre Kultur iſt uͤbrigens die der Erbſen und Wicken. (6. B. II. S. 88.— 7. B. I. S. 199.) Dritter Abſchnizl. Von der Kultur der krautartigen Getreidepflanzen. 255. Als ſolche werden bis jetzt nur zwei Arten aus dem Geſchlecht des Knoͤterichs angebaut, und zwar Polygonum fagopyrum, der gemeine Buchweizen und Pol. tataricum, der tatariſche Buchweizen. In der Kul⸗ tur kommen beide voͤllig mit einander uͤberein, aber nur erſtere Art wird im Großen gebaut und verdient die Acht— ſamkeit des Landwirths in hohem Grade. Wir beruͤckſich— tigen daher dieſelbe auch nur allein. 256. Der Buchweizen, auch Heidekorn genannt, iſt eine der wichtigſten Getreidearten, die eine große Menge fuͤr Menſchen und Vieh uͤberaus nahrhafter und gedeihlicher Koͤrner liefert und durch ihr ſchnelles Wachs— thum, ſo wie durch ihren geringen Bedarf an Feuchtig— keit und Duͤnger fuͤr die ſandigen Gegenden der noͤrd— lichen und ſuͤdlichen Laͤnder einen ungemein großen Werth erhaͤlt. Aber er iſt auch zugleich gegen die Kaͤlte und austrocknenden Winde, uͤberhaupt gegen die Abwechs— lungen der Witterung, ſehr empfindlich, und mißraͤth daher haͤufiger als jedes andere Getreide. Weil er ſehr ſchnellwuͤchſig iſt, ſo wird er, ſelbſt in den kurzen Sommern der noͤrdlichen Laͤnder, auch dann noch reif, wenn er erſt in der Mitte Juni's geſaͤet wird, und in den waͤrmeren Gegenden, wo der Schnitt des Wintergetreides in die erſten Tage des Juli faͤllt, kann er ſogar nach dieſem als Nachfrucht, oder als zweite 4 1 Fuucht werden ds J. C ſenfruͦ und m lehmig hochſt von 4 fuͤr d wie v Auf ihm beſſer T mehrw erſt n den b vollkon zweite G zwiſch bereiten haupt durch nigt u denaut 1 ordent dem C nen Fa 8 ausged dnen; nehmen ——— ͦ——————————————— 125 aöſen und Frucht in demſelben Jahre, oft noch mit Vortheil gebaut werden. In dieſem Falle wird er erſt nach der Mitte des Juli geſaͤet. Er eignet ſich noch fuͤr jeden Boden, der fuͤr Huͤl⸗Boden und 3.. 7 Düngung ſenfruͤchte zu loſe iſt; alſo fuͤr jeden ſandigen, torfigen zu Buch⸗ und moorigen Boden; gewaͤhrt aber auf einem kraͤftigen weizen. f lehmigen Sandboden in trockner Lage den ſicherſten und t hoͤchſten Ertrag. Er bedarf zwar nur einer geringen Menge ktigen von Humus im Boden, und paßt daher vorzuͤglich gut fuͤr duͤrftige Sandgegenden, aber ganz ohne Duͤnger, wie viele glauben moͤgen, iſt er keinesweges zu bauen. wei Atten 5— 3 Auf einem kraftloſen Sandboden muß man durchaus zu und zwar—. 4, f ihm duͤngen, auf einem dungkraͤftigen gedeiht er dagegen der Ral beſſer als zweite oder dritte Frucht nach dem Duͤnger. N. 3 Beſtellung aber Nur Wo er als erſte Frucht gebaut wird, pfluͤgt man der enn t die Act⸗ mehrmals, am beßten nach einmal, entweder vor oder weizens. erſt nach dem Winter, mit Sorgfalt geſchehenem Wen— Pieaſ den bloß mit Schaufelpfluͤgen, zu ihm, um den Acker vollkommen zu reinigen und zu lockern. Wo er aber als i zeaaut zweite Frucht gebaut wird, genuͤgt ein einmaliges Pfluͤgen. bunm Sein gewoͤhnlicher Stand in der Fruchtfolge iſt 6 Nach zwiſchen zwei Halmfruͤchten, und als erſte Frucht gebaut, Fruchis bereitet er den Acker gut zu Wintergetreide vor. Ueber⸗ der wurd haupt hat er das Eigene⸗ daß er, bei ſorgſamer Kultur, gyßen durch ſeinen uͤppigen Wuchs das Feld von Unkraut rei⸗ nigt und ſehr muͤrbe macht, ſo daß dadurch lockere Bo⸗ B denarten fuͤr den Roggen leicht zu loſe werden koͤnnen. Das Unterpfluͤgen des Saamens, entweder mit dem ordentlichen oder einem Schaufelpfluge, iſt in der Regel dem Eineggen vorzuziehen; doch kann letzteres in einzel⸗ nen Faͤllen rathſam werden. ad wißrith t, ſalſt in ch dann 4. 3. aen ei Seines unſichern Gedeihens wegen, iſt es bei einem Sher de 6... 2 eſ ausgedehnten Buchweizenbau gut, die Saat zu verſchie— verzens. Schnitt dis Juli fille eabs zweit denen Zeiten, von Ende Mai's bis Mitte Juni's vorzu— nehmen, wo dann doch in der Regel eine Saat reichlich —=—————————— Ertrag des Buch⸗ weizens. Abarten des Buch⸗ weizens. 126 lohnen und fuͤr das Mißrathen der andern einigermaßen entſchaͤdigen wird. An Saamen iſt pr. Acker erforderlich ½— 3 Scheffel. Waͤhrend ſeines Wachsthums bedarf der Buchweizen keiner Pflege.⸗ Es iſt nicht moͤglich, von dieſer Frucht einen Durch⸗ ſchnittsertrag anzugeben, da die Jahreswitterung auf den— ſelben einen gar zu großen Einfluß hat. Selbſt auf ganz paſſendem Boden und bei der beßten Pflege wechſelt er zwiſchen 6 und 24 Schfl. vom Acker. Wird der Buch⸗ weizen als zweite Frucht gebaut, ſo iſt ſein Ertrag noch ungewiſſer und uͤberhaupt nie ſo hoch. An Stroh liefert er ſelten uͤber 12— 15 Centner vom Acker. Ueber den Werth dieſes Strohes zu Futter ſind die Meinungen noch immer ſehr getheilt. Es kommt ſelten duͤrr in die Scheune, da der Buchweizen geerntet werden muß, wenn die unteren Koͤrner reif ſind, wo er oft an den Spitzen noch bluͤht. Es gibt zwei Abarten dieſer Frucht, eine mit groͤße⸗ ren ſcharf dreieckigen, die andere mit mehr gerundeten Koͤrnern. Die letzte ſcheint beſſer. (Sonderbare Wirkungen, die man von dem verfuͤtterten Buchweizenſtroh und den Koͤrnern an den Schafen, Schwei⸗ nen ꝛc. bemerkt hat.) (Merkwuͤrdiger Anbau des Buchweizens auf den Torfmooren des noͤrdlichen Weſtphalens; acht Jahr hintereinander auf derſelben Stelle bei jaͤhrlich wiederholtem Brennen.) CI. B. IV. S. 131.— 2. B. II. S. 376.— 3. B. II. S. 251.— 4. B. I. S. 101.— 6. B. II. S. 89.— 7. B. I. S. 201.) —————ö—— —j—y ͦ’=õ f—— 127 ſigemnaöen Vierter Abſchnitt. Sdhfe Von der Kultur der Futtergewaͤchſe. uchſweien 257. Die Pflanzen, welche entweder ausſchließlich Von den . 2 Futter⸗ oder groͤßtentheils zur Ernaͤhrung der Thiere kultivirt gewächſen. nen Durch werden, heißen Futtergewaͤchſe.— Ihr Anbau ge⸗ g auf den⸗ ſchieht entweder auf immerwaͤhrend, oder doch laͤngere ſt auf gan Zeit damit beſaamt bleibenden Grundſtuͤcken, auf beſtaͤn⸗ vechſit i digen Futterſeldern,(Weiden und Wieſen), der Buch⸗ oder auf dem Acker abwechſelnd mit andern Pflanzen, aung doch alſo auf temporaͤren, wechſelnden Futterfei⸗ dern. 5 Centnet zu Futter A. Von der Kultur der beſtaͤndigen Es tommt Futterfelder. en geerntet a. Von den Weiden. dd, w 258. Man theilt die Weiden ein in natuͤrliche Von den oder wilde, und in kuͤnſtliche oder kultivirte. Eaeden nit güße Erſtere ſind ſolche, die im rohen Naturzuſtande ſich Natürlice peunditn befinden, nicht durch die Kunſt gebildet ſind. Sie neh— jen men in der Regel einen unverhaͤltnißmaͤßig großen Raum tetfittettan ein, und ſind ſelten gut bewachſen. en, Schna Letztere ſind ſolche, wo der Boden, zweckmaͤßig vor— Kiinſiliihe Torfmooren bereitet, entweder von ſelbſt bewaͤchſt, oder mit paſſenden nieeh nandet auf Weidepflanzen beſaͤet wird. Sie gewaͤhren auf dem glei⸗ Anen.) chen Raume weit mehr Nahrung als jene, und ernaͤh— . 5 B. I. ren daher auf einer kleinen Flaͤche dieſelbe Anzahl Thiere 1. C. 49.- beſſer. 259. Die Pflege der natuͤrlichen Weiden beſteht Pfiege der . 4— natürlichen darin, daß man ihre Verwilderung und Verſumpfung Weiden. verhuͤtet, den Pflanzen Zeit laͤßt, ſich neu zu erzeugen und die ſchaͤdlichen oder unnuͤtzen vertilgt. Um dieß zweckmaͤßig zu koͤnnen, wird privativer Beſitz erfordert. ———V—V—V HHO—’—’OMO:——:—V—V2 2 2„2 2„2.— 128 eniegeſun 260. Die kultivirten Weiden ſind entweder mit kultivirer Weidepflanzen ordentlich beſtellt worden(kuͤnſtliche Weiden. Weiden), oder man uͤberlaͤßt das Bewachſen der Aecker mit Weidepflanzen der Natur,(Driſch-, Dreiſch— oder Dreſchfelder; Egarten— Oedgarten?—). Erſtere ſind den letzteren vorzuziehen. 261. Kuͤnſtliche Weiden werden gebildet, wenn man in den wohlvorbereiteten Boden, der, im Fruͤhlinge oder Sommer, mit einer Sommerfrucht beſtellt wird, mit dieſer zugleich Weldepflanzen ſaͤet. Die fernere Kultur der kuͤnſtlichen Weiden beſteht darin, daß man im erſten Jahre nach der Ausſaat kein ſchweres Vieh darauf laͤßt, im Fruͤhling des zweiten Jahres ſie mit einer ſchweren Walze uͤberzieht, und im Spaͤtherbſte mit Seifenſieder— aſche oder Gips beſtreut, nutzloſe, oder gar ſchaͤdliche Pflanzen nicht aufkommen laͤßt, und die durch Maul— wuͤrfe ꝛc. etwa entſtehenden Huͤgel ebnet. (Die vorzuͤglichſten Weidepflanzen ſind weißer Klee, Trifolium repens, und das engliſche Raigras, Lolium perenne, wozu etwas Pimpinelle, Poterium sanguisorba, und Wegerich, Plantago lanceolata, ge- mengt werden kann, 5 Pfund weißer Kleeſaamen, 3 Pf. Pimpinell; 2 Pf. Wegerich und 2 Metzen Raigras auf 1 Acker geſaͤet, geben eine hinlaͤnglich dichte Weide.) (Ueber die Wichtigkeit der Weiden ſ. 3. B. III. S. 39.) b. Von den Wieſen. 262. Man unterſcheidet ſuͤße und ſauere Wieſen. Süße Erſtere ſind ſolche, die niemals an einem nachtheili— Wieſen. gen Waſſeruͤberfluß leiden, und ein dem Vieh angeneh— mes, gedeihliches und nahrhaftes(ſuͤßes) Futter hervor⸗ bringen. Sauere Letztere ſind ſolche, die an nachtheiliger Naͤſſe leiden, hehehe haͤufig verſumpft ſind, und oft zwar viel, aber ein dem Vieh unangenehmes, nicht gedeihliches(faures) Futter tragen. tro⸗ lehten gen! aber Und Acket üͤbere flaͤch komn ſchei Wie ( di ßen, fließe ſch uͤ regul des; nende ebenen ( zu u verme durch heförde gen au beſc 129 uder mit Jene werden wieder abgetheilt in feuchte und ünſliche trockene, wovon ſich erſtere an Fluͤſſen und Baͤchen, der Aeker letztere auf Anhoͤhen, zwiſchen Aeckern, an Bergabhaͤn⸗ dreiſch⸗ gen befinden. Dieſe geben zwar immer das beßte Futter, en?—). aber gemeiniglich nur ſo wenig, daß es oft, ſobald Lage und Verhaͤltniſſe es verſtatten, vortheilhaft wird, ſie in Ackerland zu verwandeln. ein ma den Sauere Wieſen ſind haͤufiger vorhanden, als ſuͤße; vid, nit uͤberall, wo das Waſſer im Boden ſtaut, ohne die Ober⸗ de flte flaͤche zu bedecken, verſchwinden die ſuͤßen Graͤſer, und in eiin kommen ſtatt ihrer Sumpf⸗ und Moorpflanzen zum Vor⸗ naif bß ſchein. Durch Hinwegnahme der eſache ſind ſauere ſvern Wieſen oft mit geringen Koſten in ſuͤße zu verwandeln.— ffenſieden,(Ueber die oͤkonomiſche Klaſſifikation der Wieſen wird an ſhidäche einem andern Orte die Rede ſeyn.) h Maul⸗ 263. Die Kultur der Wieſen, vornehmlich der ſuͤ— Sathne der ßen, beſteht in folgendem: a. das Zuſtroͤmen und Ab— er Klee, fließen des aus den angeſchwollenen Stroͤmen und Baͤchen ggigtas, ſich uͤber ſie ergießenden Waſſers muß ſo viel als moͤglich Poterium regulirt werden, damit es keinen Schaden anrichte. b. Die Oberflaͤche muß vermittelſt der Egge, Walze, ras auf1 des Wieſenhobels, des Rechens und anderer dazu die— de.) nenden Werkzeuge von allen Huͤgeln befreit und in einem 5. 39.) ebenen Zuſtande erhalten werden. c. Alle nichtsnutzigen Pflanzen, Geſtrippe ꝛc. ſind zu vertilgen.— d. Uebermaͤßiges und ungebuͤhrliches Behuͤten zu vermeiden. e. Das Wachsthum der Pflanzen von Zeit zu Zeit durch duͤngende oder Duͤnger vermittelnde Subſtanzen zu befoͤrdern. Letzteres iſt den trockenen, keinen Ueberſchwemmun⸗ Düngen der iſſe leden gen ausgeſetzten Wieſen noͤthiger als den feuchten, und Wieſen. Vie.„. ndm aih geſchieht am wirkſamſten mit Jauche; doch kann man ter tragen. 9 e Wieſen. nachtheili ˖angench⸗ er hervol⸗ —— —— ÿy— ĩ———— Verjüngen der Wieſen. Bewäſſer⸗ ung der Wieſen. Ueber⸗ rieſelung. ——— 130 auch Stallmiſt, Pferch, Compoſt, Gips und Aſche mit Vortheil abwechſelnd dazu brauchen. Am beßten eignet ſich zur Wieſenduͤngung eine Zeit, wo die Vegetation nur gering iſt, oder ganz ſtill ſteht; alſo der Spaͤtherbſt, Winter und Anfang des Fruͤhlings. Jauche und Gips koͤnnen allenfalls auch zwiſchen den beiden Heuſchnitten angewendet werden. Das Ueberfahren der Wieſen mit Teichſchlamm oder anderen erdigen Subſtanzen wirkt ebenfalls bisweilen ſehr wohlthaͤtig auf den Graswuchs.(Das Verjuͤngen der Wieſen.) (S. Pohl uͤber die Wieſenverjuͤngung. Leipzig 1810.) 264. Ungemein verbeſſert koͤnnen alle Wieſen wer⸗ den, wenn es moͤglich iſt, das Wachsthum der Pflanzen auf denſelben durch Zuleitung von Waſſer in einem nie ſtillſtehenden, gleichmaͤßig kraͤftigen Zuſtande zu erhalten. (Bewaͤſſerungswieſen. Kuͤnſtliche Wieſen.) Durch die Bewaͤſſerung der Wieſen ſind gewoͤhnlich zwei Vortheile auf einmal zu erlangen; 1.) daß es moͤg— lich wird, ihnen ſo oft und ſo viel Waſſer zu geben, als ſie deſſen beduͤrfen; 2.) daß ſie, wenn das Waſſer Schlamm oder andere duͤngende Subſtanzen mit ſich fuͤhrt, zugleich geduͤngt werden. 205. Es gibt zwei Arten von Bewaͤſſerung: die Ueberrieſelung und die Ueberſtauung. Erſtere findet ſtatt, wenn die Wieſe eine ſchiefe Flaͤche darſtellt, uͤber die ſich das Waſſer ergießt, ohne irgendwo ſtehen zu bleiben. Die andere, wenn die Wieſe eine faſt wagrechte Ebene bildet. Bei der Ueberrieſelung wird das Waſſer in einem Zuleitungsgraben nach den hoͤchſten Punkten der Wieſen gefuͤhrt, und mittelſt der in dieſem Graben an— gebrachten Schleuſen zum Austreten uͤber denſelben ge⸗ ——õ—————y—y—— Niche mit noͤthigt. Es verſinkt dann entweder ganz in den Boden, ſten tigher oder wird durch einen Abzugsgraben von den Stellen, Vegenntion wo es ſtaut, und zur Verſumpfung Anlaß geben koͤnnte, Loätherlſ weggeleitet. und Gihs Bei der Ueberſtauung wird die Wieſe mit einem Ueber⸗ dauſchnite Damm umgeben, in welchem zwei Schleuſen, eine am ſuung. hoͤchſten, eine am tiefſten Punkte angebracht ſind. Das hlamm der Waſſer wird entweder durch einen Zuleitungsgraben, oder ſweilen ſihr unmittelbar aus dem Strome ꝛc., der daſſelbe hergibt, jͤngen der bei der oberſten Schleuſe eingelaſſen, waͤhrend die untere geſchloſſen iſt. Es ergießt ſich nun uͤber die ganze Flaͤche. 10) Hat es hoch und lange genug(6— 8 Zoll hoch) uͤber derſelben geſtanden, ſo wird die untere Schleuſe geoͤffnet ieſen wer und die obere geſchloſſen. Es ſtroͤmt nun in die tieferen Pflanzen Flaͤchen, um ſie zu bewaͤſſern, oder wird vermittelſt eines anem wie Kanals wieder in den Strom zuruͤckgefuͤhrt. u erhalten(Die Ueberrieſelungswieſen in der Regel den Ueberſtauungs⸗ wieſen vorzuziehen. Letztere nur bei großem Waſſerzufluß gewͤhnlich auszuführen.) 1 aß es nog⸗(Schwemmwieſen. Winterwieſen der Lombarden.) geben, d 266. Wieſen, die oft mit truͤbem Waſſer gewaͤſſert Regeln für r Schlamm werden koͤnnen, beduͤrfen, außer der zweckmaͤßigen An⸗ wwaneruſe t, zugleich wendung des Waſſers, keiner Kultur weiter; alles Duͤn— gen, Eggen ꝛc. iſt Ueberfluß. Wieſen aber, auf die man bloß reines Quellwaſſer bringen kann, geben nur dann einen ungemein hohen Ertrag, wenn man ſie auch zu⸗ weilen duͤngt. Man darf daher nie verſaͤumen, das Waſſer auf die Wieſen zu ſchlagen, ſo oft es Schlamm mit ſich fuͤhrt; außer wenn die Pflanzen ſchon betraͤchtlich erwachſen ſind, weil ſie dann vom Schlamm Nachtheil erleiden. Außer dieſem muß das Waſſer, waͤhrend des Wachs⸗ rung: die giiſe Küch ne irgendibt t uat in ila thums der Pflanzen ſo oft uͤber die Wieſen geleitet wer— nule 1 den, als dieſe Feuchtigkeit beduͤrfen, und vom Regen zalhn ane ltell gis keine erhalten. enſeben 68 4— 5—.— LMN GPKSKFS F F Fpec ſ ſKcc cNRNRKcſeck——;——:—:ʒ3ʒ323ʒ:83;2ʒ—— —* 132 ( Die wichtigſte Zeit zur Bewaͤſſerung iſt die der Fruͤh⸗ jahrs⸗ und Herbſtfluthen. Vorzuͤglich iſt im Spaͤtherbſt V der ſo lange, als es nur geht, das Waſſer auf die Wieſen ſub zu laſſen; doch muͤſſen dieſelben vor Eintritt des Winter⸗? Natſet froſtes trocken gelegt werden. Im Fruͤhjahr laͤßt man V zetrag ſie, nachdem das Thauwaſſer uͤber ſie gegangen, eine Zeit heanſe lang trocken liegen, und faͤngt erſt wieder an zu waͤſſern, nen a wenn die Vegetation begonnen hat, gegen Ende Aprils. Küm Es kann von nun an reichlich bis zum Eintritt der Bluͤthe den geſchehen, ſpaͤterhin beduͤrfen die Pflanzen aber mehr Acer Waͤrme als Waſſer, das ihnen daher bis zur Heuernte An bloß bei großer Trockenheit als Erfriſchung immer nur in ho auf kurze Zeit gegeben wird. Nach der Heuernte waͤſſert b man wieder reichlich, aber nicht gern unmittelbar, ſon— an dy dern erſt 8.— 14 Tage nach ihr, wenn die Stoppeln fiter verdorrt ſind. b na Saamen⸗ 267. Zur Anlage neuer Wieſen und zur Beſaamung zer gewinn zur.. 3 Anlage der bei Anlage von Waͤſſerungswieſen durch Abtragen von Gru Thenen. Huͤgeln und Ausfuͤllen von Vertiefungen kahl gewordenen V. Stellen bedarf man Grasſaamen. Man kann ſich auf mehrerlei Weiſe in den Beſitz deſſelben verſetzen, am lran beßten iſt es aber immer, ihn ſelbſt ſorgfaͤltig, entweder auf guten Wieſen, oder auf beſonderen Anlagen zur Saa— cnd menerziehung zu ſammeln. An ſchnellſten und wohlfeilſten din anr kommt man dazu, wenn man die Pflanzen auf einem. Stuͤck alter guter Wieſe reif werden laͤßt, und ſie dann ſie nach Maßgabe ihrer verſchiedenen Reife zu verſchiedenen Kienth Zeiten abmaͤht und ausdriſcht. Ha (Die beßten Wieſengraͤſer ſind: Alopecurus pratensis, Dacty- geneh lis glomerata. Festuca elatior. Cynosurus cristatus. 9 Avena elatior; die Poa-Arten.— Andere Wieſenpflanzen, 4 durch die erſt das Futter gut wird: Trifolium repens und uuc ¹ pratense. Medicago sativa und lupulina. Lathyrus pra- duͤnſtig tensis. Lotus corniculatus. Poterium sanguisorba. He- warmen dysarum onobrychis. Plantago lanceolata.) ten. 268. Neu angelegte Wieſen duͤrfen im erſten Jahre druͤhjal gar nicht, und im zweiten nur mit Schafen behuͤtet werden. 8. —————————O˖’— 133 dn briſ 269. Eine eigene Art von Wieſen ſind die Brach⸗Brache dden pithabſ oder Oedgartenwieſen, auch Legden oder Lehden genannt, Dahſare e Wiſen die bei manchen Koppel- oder Oedgartenwirthſchaften dann Vint entſtehen, wenn der Boden, nachdem er einige Fruͤchte oͤßt man getragen, zu Gras niedergelegt wird, und ſich von ſelbſt eine Zeit beraſet. Sie geben oft einen nicht geringen Ertrag, koͤn⸗ wiſern, nen aber nur da ſtatt finden, wo ein kuͤhles und feuchtes de Aorid Klima den Graswuchs beſonders beguͤnſtigt, die Viehzucht er Blüthe den vorzuͤglichſten Theil der Wirthſchaft ausmacht, der ber mehr Acker ſich in einem guten Duͤngerſtande befindet, und das Heuernte Ackerwerk nachlaͤßig betrieben wird; kommen alſo faſt nur amer nur in hohen gebirgigen Lagen vor. d wiſſe 270. Das Gras der Wieſen wird entweder gruͤn Benutzuns N, ſode an das Vieh verfuͤttert, oder abgemaͤht und zu Winter⸗der Wieſen. Aopyelt futter getrocknet. Es geſchieht ſolches entweder nur ein— mal jeden Sommer zu Heu, oder haͤufiger zweimal zu ſaamung Heu und Grummet; oder bisweilen dreimal zu Heu, ragen von Grummet und Nachmahd. wordenen Wenn man das Gras nach dem Maͤhen durch Zer⸗ ſch auf ſtreuen und mehrmaliges Wenden ſchnell trocknet und ganz üen, amn duͤrr werden laͤßt, ſo bekommt man ein gruͤnes, wohlrie⸗ Grünes entweder chendes Heu. Wird es aber im halbfeuchten Zuſtande d3 zur Sna⸗ an ſeinen Aufbewahrungsort gebracht, und daſelbſt feſt illiſin zuſammengetreten, ſo erhitzt es ſich, und wird in eine if einem feſte, braune, torfaͤhnliche Maſſe verwandelt, die einen Braunes ſie dann eigenthuͤmlichen, brotaͤhnlichen Geruch hat und braunes Pen. chiedenen Heu genannt wird. Es iſt den Thieren faſt eben ſo an⸗ genehm und gedeihlich, wie das gruͤne. i. wn 271. Der Ertrag der Wieſen iſt ſehr verſchieden Ertras der enpftanzen, nach den das Pflanzenwachsthum mehr oder weniger be— Wirſen. epers lnd guͤnſtigenden Umſtaͤnden. Bewaͤſſerte Wieſen geben in ihnus brr warmen Laͤndern einen viel hoͤheren Ertrag, als in kal— nbs. He ten. Nicht bewaͤſſerte nur dann einen hohen, wenn das in vir Fruͤhjahr warm und feucht war. — Trockene, nicht bewaͤſſerungsfaͤhige und nicht ge— et werden⸗ ———— 134 duͤngte, aber ſonſt gut gelegene Wieſen liefern in zwei Schnitten hoͤchſtens 20— 30 Ctr. duͤrres Futter im Durchſchnitt vom Acker. Trockene, einſchuͤrige oft kaum 12— 15 Ctr. Geduͤngte und vorzuͤglich gelegene Wieſen in zwei Schnitten 30— 60 Ctr. Gewaͤſſerte mindeſtens 40 Ctr., koͤnnen aber, wenn noch Duͤngung dazu kommt, in drei Schnitten bis 80 Ctr. geben. Sauere Wieſen gewaͤhren oft nur einen geringen, haͤufig aber auch einen ſehr hohen Ertrag, der Maſſe nach. Trockene Jahre ſind ihnen guͤnſtig. Vanhirden Der Werth des Heu's iſt eben ſo verſchieden, wie Heuwert)s. der Ertrag der Wieſen. Der erſte Schnitt iſt nahrhafter als der zweite, dieſer nahrhafter als der dritte. Das Heu von trockenen Wieſen iſt kraͤftiger als das von be— waͤſſerten und zwar um ſo vorzuͤglicher, jemehr die beſſe— ren Gras⸗, Klee⸗ und Wickenarten darin vorwalten. Saueres Heu hat im guͤnſtigſten Falle nur die Haͤlfte des Werths vom ſuͤßen. B. Von der Kultur der temporaͤren Futterfelder. Abwechſeln⸗ Pedeetde 272. Temporaͤre, abwechſelnde Futterfelder felder. ſind ſolche, die nicht fuͤr immer zur Erzeugung von Fut⸗ terpflanzen beſtimmt ſind, ſondern dieſelben abwechſelnd mit anderen Fruͤchten tragen. Dergleichen Futtergewaͤchſe ſind theils Graͤſer, theils Pflanzen mit Schmet⸗ terlingsblumen, theils krautartige Pflanzen, theils Knollengewaͤchſe, Gemuͤſearten, Wurzel⸗ gewaͤchſe und Fruͤchte. a. Von der Kultur der grasartigen Futter⸗ pflanzen. Srarddigs 273. Es werden nicht nur mehrere Getreidearten, er⸗.. 2 Kunen. ſondern auch einige perennirende Graͤſer als Futter ange— baut. Von erſterem der Roggen, der Hafer, der —õ 135 1 in zwei Mais, der Pfennich und der Mohar. Von den Fuür in letzteren das franzoͤſiſche Raigras, das Honig⸗ ham gras, der weiße Windhalm tc. ne Wieſe h 274. Der Roggen iſt ſowohl zur Weide im Herbſt Roggen. mindeſt— z dian und Fruͤhling, als zum allerzeitigſten Gruͤnfutter vorzuͤg— 3 lich. Seine Beſtellung ſ.§. 221. Als Futter iſt er ete Wieſen auch änen nur auf kraͤftigem Lande zu bauen. Jahre ſid 275. Der Hafer liefert ein vorzuͤgliches Gruͤn- Hafer. futter, wird aber dazu ſelten allein, ſondern faſt immer tden, vie im Gemenge mit Wicken angebaut, daher von ihm dort nnhehaſt noch die Rede ſeyn wird. itte. Das 276. Der Mais uͤbertrifft alle anderen Futter⸗ Mais. s von bes pflanzen dieſer Art an Menge und Guͤte des Futters. die heſſe⸗ Seine Beſtellung ſ.§. 240; nur muß er zu Futter dich— Sdewalten. ter in der Reihe geſaͤet werden— Wenn die Rispen zu die Haͤlfte bluͤhen anfangen, wird er abgeſchnitten, und liefert wohl 500, im unguͤnſtigſten Falle 300 Ctr. Gruͤnfutter— — 50— 60 Ctr. Heu vom Acker. raͤren 277. Der Pfennich, beſtellt wie§. 244, lie⸗ Pfennich. fert eine große Menge treffliches Futter, beſonders als ütteriber Heu, und verdient dazu vornehmlich in den Gegenden Pwon hur angebaut zu werden⸗ wo er, al zweite Frucht nach Rog⸗ üwechfnd gen geſaͤet, im Herbſt noch bluͤhet. tergewaͤchſ 278. Der Mohar, Panicum germanicum, eine Mohar. Schmet⸗ kaͤrgliche Futterpflanze, die den empfohlenen Anbau nicht ftanßen, verdient.. Purzel⸗ 279. Das franzoͤſiſche Raigras, Avena Gräſer- elatior, das Honiggras, Holcus lanatus, der Wieſen⸗ — ſchwingel, Festuca elatior, das Wieſenlieſch⸗ mFutter⸗ gras, Phleum pratense und noch mehrere andere Gras— arten wurden fruͤher einmal ſehr zum Anbau als Futter ttreidertn empfohlen, und geben auch allerdings auf einem lockeren, zuttr ange⸗ mürben, reichen, gut bearbeiteten Boden, im Fruͤhjahr afet, der mit einer Sommerfrucht ausgeſaͤet, mehrere Jahre hin⸗ 42 13 ter einander einen ziemlich hohen Ertrag. Da ſie aber e darin anderen blattreicheren Gewaͤchſen doch nachſtehen, gruch und vom Vieh nicht beſonders gern gefreſſen werden, hat wiil man ſich uͤberzeugt, daß ſie fuͤr ſich allein zu Futter nur elfut einen geringen Werth haben, und nur im Gemenge mit Ertrag anderen zur Anlage kuͤnſtlicher Wieſen taugbar ſind. fſen (Das ſo viel Aufſehen machende Fieringras, Agrostis alba.—) b 4 (Das Guineagras, Rieſenrohr ꝛc. ſind noch ſehr problema⸗ ſtens tiſch.) ren it ih b. Von der Kultur der Futtergewaͤchſe mit ſe de Schmetterlingsblumen. und Futker⸗ 280. Von ſolchen werden bei uns angebaut: Wik⸗ kaft gewächſe mit Schmetter⸗ ken, Erbſen, Bohnen, mehrere Kleearten, Lu⸗ Dlt. lbo⸗ zerne und Esparſette. founi Wicken. 281. Die Wicken haben als Futtergewaͤchs einen ſtht Wickfutter. großen Werth, werden jedoch als ſolches nicht mit Vor⸗ liche theil allein, ſondern nur im Gemenge mit anderen Pflan⸗ allen zen, Hafer, Gerſte, Erbſen, Bohnen ꝛc. angeſaͤet. Bloß vechſe Hafer darunter zu miſchen, ſcheint am rathſamſten; auf ſten 1 Acker 1 Schffl. Wicken und 4 Schffl. Hafer, oder ſonder 1 Schffl. Hafer und ½ Schffl. Wicken. Ein ſolches ſeine Mengfutter, Wickfutter iſt bei der gruͤnen Stall— umm fuͤtterung als Aushilfe neben dem Klee, zumal wo die felbe Luzerne nicht gedeiht, kaum zu entbehren, und wenn je— vem n ner zufaͤllig einmal auswintert, vorzuͤglich geeignet, eini— 7 gen Erſatz zu gewaͤhren. Die Beſtellung deſſelben ſ.§. 250; 5 der Boden muß jedoch, wenn es einen reichlichen Er⸗ b. trag geben ſoll, friſch geduͤngt, oder doch beſonders kraͤf⸗ 1 tig ſeyn. 1 Gleich nach dem Verbluͤhen zu Heu gemaͤht, gibt an es vom Acker 30— 50 Ctr. Heu; es iſt aber vortheil⸗ be hafter, daſſelbe gruͤn zu verfuͤttern, weil es ſich ſehr te ſchwer trocknen laͤßt. 4., Erbſen. 282. Die Erbſen ſind zwar an ſich nicht ſo gut 137 da ſe ie zu Gruͤnfutter wie die Wicken, dieſen aber als zweite nachehen, Frucht in die Stoppeln des Wintergetreides vorzuziehen, veden, he weil ſie ſchneller wachſen. Sie liefern indeſſen als Stop— Jutter nur pelfutter bei uns immer nur einen geringen und unſichern Tenge mit Ertrag, und werden von mancher Viehart nicht gern ge— ſud. freſſen. lihe.— 283. Die Bohnen kommen als Futterpflanze mei⸗ Bohnen. n nm⸗ ſtens nur mit Wicken und Hafer gemiſcht vor; gewaͤh— ren aber auch fuͤr ſich allein ein gutes Milchfutter; doch ojſe nit iſt ihr Anbau als ſolches nicht gerade zu empfehlen, weil ſie den Wicken an Ergiebigkeit, Sicherheit des Ertrags und Genuͤgſamkeit hinſichtlich der Duͤngung und Boden— nt: Wib kraft weit nachſtehen. ten, La⸗„ 3 zeli Rother Klee 284. Der rothe Klee, Trifolium pratense, auch 2. ſpaniſcher, brabanter, und Kopf⸗Klee genannt, achs einen ſteht unter allen Kleearten oben an, und iſt fuͤr das noͤrd— wit Vor⸗ liche Europa die wichtigſte Futterpflanze, gruͤn getrocknet ren Pfian⸗ allen Vieharten angenehm und gedeihlich, fuͤr jeden Frucht— ſaet. Bloß wechſel paſſend und fuͤr den Acker von dem wohlthaͤtig— iſten; auf ſten Einfluß. Er haͤlt ihn nicht nur muͤrbe und rein, xfer, oder ſondern bereichert ihn durch ſeine abfallenden Blaͤtter und iin ſolches ſeine großen, ſaftigen Wurzeln ſo ſehr, daß jede nach ihm een Stal⸗ kommende Pflanze uͤppiger waͤchſt, als wenn ſie auf daſ⸗ l wo die ſelbe Feld ein Jahr fruͤher geſaͤet worden waͤre. Zu ſei— wenn je⸗ nem moͤglich beßten Gedeihen erfordert jedoch derſelbe: bhe a. ein Klima mit einem feuchten kuͤhlen Fruͤhjahre; 4 .J. 200; b. einen gebundenen Boden. Nur wenn Untergrund und Klima ihm guͤnſtig ſind, kommt er auf einem loſen gut fort; lichen Er, ders kͤf it, g c. einen mit Humus wohl gefuͤllten(in alter Kraft rorhä befindlichen) und tief, jedoch nicht allzutief gelocker— ſch ſh ten Boden; d. einen feuchten, wenn auch nicht undurchlaſſenden, tt n doch Waſſer anhaltenden Untergrund; ——————O— 138 e. einen wohl gereinigten und entweder friſch, oder mit 1 doch im naͤchſt vorhergehenden Jahre geduͤngten breitet Acker; f. eine ſeltene Wiederkehr auf daſſelbe Feldſtuͤck; alle 7 1 neun, hoͤchſtens 6 Jahre. Der Klee vertraͤgt ſich vor— 3 de trefflich mit allen anderen Feldfruͤchten, lebt aber ziſe mit ſich ſelbſt in Feindſchaft. M3 Der Kalk im Boden iſt ihm nur dann guͤnſtig, wenn er nicht in ſolcher Menge darin enthalten iſt, daß ſch d durch ihn das Austrocknen der Ackerkrume befoͤrdert wird. dem Er wird im Fruͤhjahre ſo zeitig wie moͤglich, nie daß d allein, ſondern entweder unter Winter- oder Sommerge⸗ feiner treide, wozu auch Erbſen, Wicken, Buchweizen zu rech— die? nen, geſaͤet, je nachdem der eine oder der andere Acker an des; ſich paſſender oder zweckmaͤßiger vorbereitet iſt. Bei fort⸗ guͤnſti geſetzt guter Kultur hat die Ausſaat unter Wintergetreide V Sr große Vorzuͤge vor der unter Sommergetreide. Von 8 dieſem iſt Gerſte, die nach Hackfruͤchten, oder nach ge— 3 duͤngtem Wintergetreide folgt, die beßte Vorfrucht fuͤr ihn. Die Menge der Ausſaat wechſelt nach der Guͤte des Saamens und der mehr oder weniger guͤnſtigen Beſchaf— tet fenheit des Feldes zwiſchen 15— 24 Pfund pr. Acker. bis Unter Sommergetreide bedarf man weniger Saamen als unter Wintergetreide, doch ſaͤe man immer lieber etwas nict zu dick als zu duͤnn. Er wird breitwuͤrfig geſaͤet und entweder gar nicht, Scn oder nur leicht, vermittelſt der Egge oder Walze, mit Erde dom bedeckt. Das Wachsthum des Klee's wird ſehr befoͤrdert, eben wenn man ihn mit Jauche begießt, oder Kompoſt, Gips, teeide Aſche ꝛc. darauf ſtreut. Die beßte Zeit zum Gipsſtreuen Nihe iſt im Fruͤhjahre, Ende Aprils oder Anfang Mai's, bei woho warmen Wetter, wenn es ſanft geregnet und der Klee der den Boden voͤllig bedeckt hat. Ueber die noͤthige Menge Gips ſ.§. 136. Auch Stallduͤnger wird nicht ſelten tin⸗ —O———ę———— — 139 i 3ſ, oder mit Vortheil waͤhrend des Winters uͤber den Klee ge⸗ geduͤngten breitet. 2. Zu Gruͤnfutter muß man mit dem Maͤhen des Klee's ſtuͤk; ale. 2, ſo zeitig beginnen, als ihn nur die Sichel oder Senſe gt ſich vor⸗ 85 4 tir züe erfaſſen kann, und damit fortfahren, bis er ſo alt iſt, daß ihn das Vieh nicht mehr gern frißt. Er wird dann zu Heu gehauen oder zu Saamen ſtehen gelaſſen. Der zu Heu beſtimmte dagegen wird gemaͤht, wenn ſich die Blumenkoͤpfe groͤßtentheils entwickelt haben. Bei ann gͤnſtig, ten iſt, daß indett witd dem Trocknen muß alle Sorgfalt darauf gerichtet ſeyn, oͤglich, nie daß die dicken, ſaftigen Stengel nicht verderben und die Sommerges feinen Blaͤtter nicht verloren gehen. Uebrigens verurſacht zen zu rech⸗ die Bereitung des Kleeheu's nicht ſo viel Arbeit als die re Acker an des Wieſenheu's, das Wetter muͤßte denn beſonders un— Bei fort⸗ guͤnſtig ſeyn. Die vollkommene Austrocknung ſaͤmmtlicher atetgäteide Stengel iſt nicht weſentlich nothwendig.. dde. Don(Einfache, alte Art der Kleeheubereitung. Klappmayer'ſche der nach ge⸗ Methode. Kleereiter.) ucht fuͤr ihn. 4 Der Ertrag des Klee's an trockenem Futter kann un— er Gite d ter guͤnſtigen Umſtaͤnden in zwei bis drei Schnitten 100 gen Di bis 120 Ctr. vom Acker betragen; im Durchſchnitt darf d pr. Acktr. man aber, ſelbſt auf ihm ganz angemeſſenen Boden, doch nicht mehr als 60— 80 Ctr. pr. Acker rechnen. Zu Saamen laͤßt man am liebſten den zweiten Schnitt ſtehen, und erhaͤlt dann 2, 3, auch wohl 4 Ctr. vom Acker. Saamen als lieber etbas rogat nich, N. wit Ede 2— 3 285. Der weiße Klee, Trifolium repens, wird Weißer leüdꝛn eben ſo wie der rothe unter Sommer- oder Winterge⸗ Klee. lo treide(10 Pf. pr. Acker) geſaͤet, doch nicht ſowohl zu nnufe he Maͤhefutter, als zur Weide(ſ.§. 260) und zu Saamen, Gipsſttenen wovon er einen ſicheren und hoͤheren Ertrag liefert, als 9 bei. Nai, der vorige. d der Kle 1 un eiar Wird er hoch genug, um zu Heu gemaͤht werden zu Vee d koͤnnen, ſo erhaͤlt man ein Heu von ganz vorzuͤglicher n ———/—·—— Incarnat⸗ klee. 140 Guͤte, das ſich ſehr leicht trocknet; der Ertrag davon iſt aber nur gering, kaum 15— 20 Ctr. vom Acker. Er gedeiht bloß auf einem kraͤftigen Acker gut, am beßten auf einem feuchten, fruchtbaren Sandboden, und iſt unſtreitig eine der beßten Weidepflanzen. Selbſt wenn er nur ein Jahr als ſolche benutzt wird, iſt ſeine Kultur lohnend und fuͤr manche Wirthſchaft eine kraͤftige Stuͤtze; den vollen Nutzen aber, den er zu gewaͤhren im Stande iſt, erhaͤlt man nur, wenn er mehrere Jahre hinter ein— ander, am beßten mit einigen Grasarten gemengt, zur Weide ſtehen bleibt. Daher paßt er ſo vorzuͤglich fuͤr alle Weidewirthſchaften. Wird er nur ein Jahr dazu benutzt, ſo kann nach ihm, auf einmal in guter Kultur ſich befindenden Feldern, ſo gut wie nach rothem Klee das Wintergetreide einfaͤhrig beſtellt werden. (Ausſaat des weißen Klee's unter den rothen zu Maͤhefutter.) 286. Der gelbe Klee, Trifolium Alexandrinum, wird ganz wie der vorige angebaut, erfordert nur eine ſtaͤrkere Saamenquantitaͤt, 12— 16 Pfund pr. Acker. Er moͤchte, zumal auf kalkhaltigem Boden, dem weißen Klee als einjaͤhrige Weidepflanze noch vorzuziehen ſeyn. 287. Der Inkarnatklee, Triſol. incarnatum, eine kleine niedrige, nicht ſehr eintraͤgliche und vom Vieh wenig geliebte Pflanze, die bei ihrem Anbau ganz ſo wie die vorigen behandelt wird. Dieſe Kleeart hat das Eigene, daß ſie, ganz zeitig im Fruͤhjahre geſaͤet, noch im Herbſt deſſelben Jahres einen vollen Ertrag gibt, und bei ſpaͤter Saat unter eine Stoppelfrucht im folgenden Fruͤhjahre eher als jede andre Futterpflanze, ein zu der Zeit ſehr erwuͤnſchtes Gruͤnfutter liefert. Nach deſſen Ernte koͤnnen auf demſelben Felde noch Kartoffeln, Kohl— und Ruͤbengewaͤchſe gebaut werden; der Klee ſelbſt gibt nur einen Schnitt. Die noͤthige Saamenquantitaͤt iſt 16— 20 Pfund pr. Acker. Die men Ge lands, d 288 hier und ſogt, m lle, T Baſtadt pfigen ten Erfa Hauftle emyf 990 nats⸗ An) Zae üdte it ſe n Furreyf des non katt iſ, Si Boden; nur auf gleicharti⸗ geringer deiht ſe meſen B⸗ Vorbereit Fleiß geſ befteit w bhu en unter. tothem 8. Sie 1- 3) vie der ro ————————— 141 dab 1.„. e„. M bo iſt Dieſe Futterpffanze paßt mehr fuͤr die trockenen war⸗ 7. men Gegenden der Schweiz und des ſuͤdlichen Deutſch— güt, am lands, als fuͤr den Norden dieſes Landes. den 0 8 7 ⸗*„po 4 und 288. Es gibt noch mehrere Kleearten, die vielleicht Andere lbſt wenn 3 Kleearten. hier und da auf Boden, der dem rothen Klee nicht zu— ſagt, mit Vortheil anzubauen waͤren; z. B. den Berg— klee, Trifolium montanum, auf trockenen Hoͤhen; den Baſtardklee, Tr. hybridum, auf naſſen, jedoch nicht ſum— pfigen Feldern, allein es fehlt zur Zeit noch an beſtimm— ten Erfahrungen hieruͤber. de Kultar Etäe; m Onnde hinter ein⸗ engt/ zur döut fir Hanfklee, Melilotus altissima, wohl nicht zum Anbau zu daht dauu empfehlen.) er Kultur... zen Kle 289. Die Luzerne, Medicago sativa, auch Mo⸗ Luzerne. nats⸗ und ewiger Klee genannt, vertraͤgt einen den rothen 4 Klee toͤdtenden Grad von Hitze und Trockenheit; deßhalb Hnp) iſt ſie nicht nur fuͤr das ſuͤdliche Europa die wichtigſte andtinum, Futterpflanze, ſondern auch in den trockenen Sandebenen tnur eine des nordoͤſtlichen Deutſchlands, wenn es nur nicht zu r. Acker. kalt iſt, zu Maͤhefutter weit ſicherer als der rothe Klee. n weihen Sie waͤchſt auf keinem naſſen und ſehr bindigen then ſen. Boden; noch weniger auf einem flachgruͤndigen, ſondern carnatum, nur auf einem ſolchen, der bis zu einer großen Tiefe dom Vieh gleichartig iſt, waͤre er uͤbrigens auch ſandig und von ganz ſt geringer Guͤte; Duͤnger hilft ſchon nach. Am beßten ge— hat das deiht ſie jedoch auf einem trockenen, tiefen, muͤrben, hu— tt, voch moſen Boden, zumal wenn er etwas Kalk haͤlt. Die gibt, und Vorbereitung des Feldes zu ihr muß jedesmal mit großem folgeden Fleiß geſchehen, damit es moͤglichſt von allem Unkraut in zu der befreit werde; denn die anfangs nur ſpaͤrlich wachſende ah deſtn— Pflanze wird leicht von anderen neben ihr aufkommen⸗ n, Keh den unterdruͤckt; daher ihre Ausſaat im Gemiſch mit aüt zit rothem Klee nicht vortheilhaft. Sie wird vom Anfang Mai's bis in den Auguſt, ) gid 20— 30 Pfund Saamen auf den Acker, breitwuͤrfig, wie der rothe Klee, unter eine andere Frucht, am beßten Esparſette. „ 142 unter Gerſte, nach geduͤngten Hackfruͤchten, oder unter Wickfutter und Buchweizen geſaͤet und nur leicht mit Erde bedeckt. (Drillen der Luzerne.) Ihre Pflege beſteht darin, daß man das Aufkom⸗ men des Unkrauts durch Jaͤten und alljaͤhrliches ſcharfes Uebereggen zu hindern, und ihr Wachsthum durch thier⸗ iſche und mineraliſche Duͤngung zu befoͤrdern ſucht. (Behacken der gedrillten Luzerne.) Der Ertrag der Luzerne haͤngt mehr als der des rothen Klee's vom Klima und vom Boden ab, erreicht erſt vom dritten Jahre an ſeine volle Staͤrke, und iſt von drei Schnitten ſelten ſtaͤrker als der, den ganz voll— kommen gut ſtehender rother Klee auf ihm rvoͤllig zu— ſagenden Boden in zwei Schnitten liefert. Man will je— doch in einzelnen beſonders guͤnſtigen Faͤllen bis 180 Ctr. Heu geerntet haben. Nach acht bis 10 Jahren nimmt der Ertrag gewoͤhnlich wieder ab. Die Bereitung des Luzerneheu's iſt die des Klee— heu's. An Saamen liefert ſie 6— 8 Ctr. vom Acker. Man laͤßt den zweiten Schnitt im dritten und in 3 den folgenden Jahren dazu ſtehen. 290. Die Esparſette, Hedysarum Onobrychis, kommt zwar im Ertrage der Luzerne und dem rothen Klee nicht gleich, gedeiht aber dafuͤr, ganz rauhe Gegen— den ausgenommen, in jedem Klima und auf jedem, ſelbſt ſchlechten, magern, duͤrren, weniger ſorgfaͤltig vorbereite— ten Boden, wenn nur Kalk, ohne den ſtie nicht leben kann, darin enthalten iſt. Die Vorbereitung des Ackers zu ihr, wie zum ro— then Klee. Je kraͤftiger und reiner von Unkraut der Boden iſt, deſto laͤnger dauert ſie, deſto ſtaͤrker iſt ihr Ertrag. 6 2-3 einer al moͤglich D. Ueberdi mit Gi und de 60 5 jaͤhtlich immer ſg gle ten V in den ſt gaa D Huͤgelt rem T unter ¹ felder ] der Er ein Er D Nohih leichter c. V. 7 A iich,( ſchnellw ———— 143 4 ein Sie wird von Mitte Aprils bis Anfang Auguſt's t mi 2— 3 Schfl. pr. Acker breitwuͤrfig, gemeinſchaftlich mit einer andern Frucht, ausgeſaͤet und eingeeggt, auch wo moͤglich noch gewalzt. Auſtem, Durch alljaͤhrliches ſcharfes Eggen im Fruͤhjahre und ſchatfts Ueberduͤngen, abwechſelnd mit Jauche oder Stallmiſt und uich thier mit Gips, Ruß oder Aſche kann die Reinheit, die Dauer iht. und der Ertrag eines Esparſettefeldes ſehr vermehrt werden. In trockenen Jahren und unguͤnſtigen Lagen gibt ſie z der des jaͤhrlich nur einen Schnitt, und ſelbſt in beſſeren iſt nicht „erreicht immer auf zwei vollſtaͤndige zu rechnen, daher man haͤu⸗ e, urd iſt fig gleich vom Anfang die Beſtimmung trifft, den zwei— ganz vols ten Wuchs abhuͤten zu laſſen. Es darf jedoch ſolches äͤllg zu⸗ in den erſten beiden Jahren nicht geſchehen. Die Weide a wil jee, iſt ganz vorzuͤglich. 180 Ct.. Der erſte Schnitt liefert auf duͤrren unfruchtbaren ren nimmt Huͤgeln gegen 20— 30 Ctr. Heu vom Acker, auf beſſe⸗ rem Boden 40 Ctr. und daruͤber. Der zweite iſt ſelbſt unter den guͤnſtigſten Umſtaͤnden um vieles geringer. des Klet b An Saamen geben drei⸗ bis vierjaͤhrige Esparſette— om Ackt felder 16— 24 Schffl. vom Acker. nd in den Nach dem fuͤnften Jahre faͤngt, ohne beſondere Pflege, der Ertrag zu ſinken an; doch kann in guͤnſtigen Faͤllen nohryclis ein Esparſettefeld wohl funfzehn Jahre dauern. im tothen Das Heu von Esparſette uͤbertrifft jedes andere an he Gege Nahrhaftigkeit und Gedeihlichkeit, und laͤßt ſich viel dem, ſült leichter gewinnen, als das von Klee und Luzerne. vorbereite⸗ nict lehn c. Von der Kultur der krautartigen Futter⸗ pflanzen, des Spoͤrgels und des Buchweizens. die zum to— ankraut der 291. Der Spoͤrgel„ Spergula arvensis, Knoͤte⸗ Spörgel. rrir it iſ rich, Gulinkor, Ackerſpark, iſt eine kleine ſaftige, ſo ſchnellwuͤchſige Pflanze, daß ſie ſelbſt im noͤrdlichen Deutſch⸗ —-———-————— mõe·—— Buchweizen. 144 land noch nach Roggen geſaͤet und in demſelben Herbſte Sie iſt dem Vieh uͤberaus an⸗ genehm und gedeihlich, und kommt, ſtrengen Thon aus⸗ genommen, auf jedem Boden, ſelbſt dem loſeſten Sand⸗ wenn derſelbe einigen Duͤnger bekommt, gibt aber freilich nur einen geringen Ertrag. verfuͤttert werden kann. boden, 292. Milchfutter. Futter angebaut zu werden, fort, Der Buchweizen iſt fuͤr trockene ſandige Gegenden eine eben ſo gute Futter⸗ als Getreidepflanze, ergiebiger als der Spoͤrgel, und eben ſo ſchnellwuͤchſig, nur empfindlicher gegen die Kaͤlte und kein ſo gutes Auch auf beſſerem Boden verdient er, als weil er als Nachfrucht in den Getreideſtoppeln den Erbſen vorzuziehen iſt. (Die zu Futtergewaͤchſen anempfohlenen Aſterarten wuͤrden, wenn ſich idre Kultur lohnend zeigt, auch hier mit auf⸗ zufuͤhren ſeyn. d. Von der Kultur der Knollengewaͤchſe, der Kartoffeln und Topinamburs. 293. Die Kartofſeln, Solanum tuberosum, Erdaͤpfel, auch Erdtoffeln, Erdbirnen, Grundbirnen genannt, ſind da ſie ged s vorzuͤglichſte landwirthſchaftliche Gewaͤchs; e eihen in allen Klimaten, wenn nur Gerſte und Hafer noch zur Reife kommen, ſo wie in ſedem Boden, denn nur nicht im Toͤpferthon und im Sumpf; ſie leiden nicht ſehr von der Witterung, beduͤrfen nur einer kunſtloſen Kultur und geben einen Ertrag an Mohl, den ſelbſt die ergiebigſte Getreidefrucht nicht liefert. Ein muͤrber, mehr loſer als bindiger, trockener, tief— gruͤndiger Boden iſt ihnen am zutraͤglichen. Sie erfordern vielen Duͤnger, und ihr Ertrag ſteht in einem gleichen Verhaͤltniſſe mit der Menge und Guͤte deſſelben. Sie geben zwar auf einem kraͤftigen Felde nach einer andern geduͤngten Frucht, auch ohne friſchen Duͤnger, einen ſehr lohnenden Ertrag, aber in den mei⸗ LeLLI n ˙20ooöII——— 145 autſe ſten Faͤllen bleibt es vortheilhafter, ihnen eine Miſtduͤng⸗ aus an⸗ ung, ganz ſtark oder mittelmaͤßig, nach Verhaͤltniß der on aus⸗ vorhandenen Bodenkraft, zu widmen. Nur auf friſch— Snnd⸗ umgebrochenen Wieſen mit gutem Boden, wo ſie vorzuͤg⸗ wſott, lich gedeihen, wuͤrde ſolche eine Verſchwendung ſeyn— Sie werden fortgepflanzt, indem man entweder ganze ſundige Knollen, oder nur Theile derſelben mit mehreren Augen eyflanze, in die Erde legt. Letzteres iſt bei dem Kartoffelbau im ſruͤchſ, Großen vorzuziehen. Auch kann man einzeln ausgeſtochene Hutes Augen legen. er, als(Vorſichtsmaßregeln bei der Auswahl und Zubereitung des rucht in Saamens.) Das Auslegen geſchieht im Fruͤhjahre mit Beruͤck— vürden, ſichtigung des Klima's, in kalten Gegenden ſo zeitig wie it auf moͤglich, in warmen kann es bis in den Juny verſchoben 3 bleiben. Wo Wein regelmaͤßig reif wird, gedeihen ſie jüſ noch als zweite Frucht. üf⸗ Die Vorbereitung des Ackers zu ihnen geſchieht auf ſehr verſchiedene Weiſe. Es wird drei- bis viermal dazu aounn⸗ gepfluͤgt. Je bindiger und roher der Boden iſt, deſto genaant, oͤfter muß es geſchehen. Wo aber die Felder nicht zu ; denn ſchwer und einmal in guter Kultur, muͤrbe ſind, genuͤgt ſte und in der Regel ein zweimaliges vollkommen. Das ein— Boden, fachſte Verfahren iſt dann folgendes. Das dazu beſtimmte n nicht Feld wird im Herbſt zur vollen Tiefe geſtuͤrzt, und da— gſlloſen mit zugleich, wenn es ſeyn kann, der reichlich aufgebrachte doſt die Duͤnger untergepfluͤgt.(Geſchieht dieſes nicht, ſo kann mit dieſer Herbſtfurche zugleich die Ackerkrume vertieft ner, tief⸗ werden). Im Fruͤhjahre wird ſcharf geeggt, und nun, wenn es nicht im Herbſt oder Winter geſchehen, der g ſiht Miſt aufgefahren und ſogleich geſtreut. Hierauf wird auf's d Git⸗ ſorgfaͤltigſte gepfluͤgt. Werden dabei die Kartoffelſtuͤcke Fbe in die zweite oder dritte Pflugfurche 10— 12 Zoll weit füſte auseinandergelegt, und vermittelſt eines neuen Pflugſchnittes in ne mit Erde und Duͤnger, der zur beſſern Vertheilung in 10 —————— 146 die Furche gezogen wird, bedeckt, ſo kommen die Kartof⸗ feln in hinlaͤnglich weit von einander entfernte Reihen zu ſtehen und das Einlegen erfordert die geringſte Muͤhe, ohne den Ertrag zu ſchwaͤchen. An Saamen werden da⸗ bei auf 1 Acker 8— 10 Scohffl. erfordert. (Vorſichtsmaßregeln dabei.) (Anbau der Kartoffeln in aufgepfluͤgten Daͤmmchen, auf erſt umgebrochenem Stoppelfeld, hinter dem Haken, uͤber's Kreuz, mit der Hacke ꝛc.) Die fernere Kultur der Kartoffeln beſteht darin, daß man den Acker erſt dann eggt, wenn die Keime hervor⸗ kommen, dieſes Eggen, wenn der Boden ſchollig, oder unrein waͤre, nach 8— 10 Tagen tuͤchtig in andrer Richt⸗ ung wiederholt, oder auch wohl das Feld mit dem großen Exſtirpator uͤberzieht. Spaͤterhin werden die Zwiſchen— raͤume zwiſchen den Reihen, am beßten mit dem drei⸗ ſcharigen Exſtirpator(dem Schaufelpfluge) behackt, und endlich mit dem Haͤufelpfluge ein⸗ oder zweimal behaͤufelt. Iſt dann in den Reihen ſelbſt noch Unkraut aufgeſchoſſen, ſo muß es durch Menſchenhaͤnde herausgezogen werden. Die paſſendſte Zeit zur Kartoffelernte wird durch das Verdorren der Stengel angezeigt; erfolgt jedoch dieſes in den erſten Tagen des Octobers nicht, ſo darf man nicht darauf warten, ſondern muß zum Herausnehmen der Knollen ſchreiten. Dieſes geſchieht bald mit der Gabel, oder dem Spaten oder dem Karſt(Kartoffelheber), bald durch Ausackern mit dem Pflug oder dem Haken. Letz⸗ teres koſtet weniger Arbeit und Geld, iſt aber nur bei der Reihenkultur moͤglich. (Kartoffelernte im Verding.) Der Ertrag haͤngt von der Duͤngung, der Kultur und der Spielart ab, die man baut. Iſft ſelbige eine ertraͤgliche, duͤngte man gehoͤrig und verabſaͤumte man nichts bei der Kultur, dann kann man wenigſtens auf 100— 150 Schffl. uͤber die Einſaat vom Acker Rechnung machen, 200 Schffl. ſind nichts ſeltnes. 1 ¹ in Fr b 6 Liichti Ertrag Verth beingt d eine i (he⸗ 2 knolli nur in Auf de der§. mehr, die S den V urſacht. 6. nuch I —————————y—ÿ——ꝛꝛꝛꝛ-C/————:—:—⅓—⁊—x—xℳ—0ℳeq”—————— 147 Ltof Aufbewahrt werden ſie in Kellern, oder Gruben, oder ſahßen a im Freien auf Haufen, Mieten. e M.—. e Nihe, Der Werth dieſer Frucht ergibt ſich, wenn man die erden da Leichtigkeit ihrer Kultur, die Sicherheit und Groͤße ihres Ertrags, ihre mannichfache Benutzung und ihren innern Werth im Verhaͤltniß zu dem des Getreides in Anſchlag üin, au bringt. A ai(1 Acker Kartoffeln von 140 Schffl. Ertrag liefert 5170 Pfund trockne Subſtanz an Werth dem Buchweizenmehl gleich, atin/ daß waͤhrend 1 Acker Weizen, ſelbſt bei dem ungewoͤhnlichen ie hervor⸗ Ertrag von 20 Schffl. mit Einſchluß der Kleien nur 3800 lig, dder Pf. trockne Subſtanz gibt.) ter Richt⸗ Aber nicht nur die Knollen haben Werth, ſondern m großen auch das Kraut zu Duͤnger und zu Futter. wiſchen⸗ Der gewoͤhnliche Stand der Kartoffeln in der Frucht⸗ em dreis, folge iſt zwiſchen zwei Halmfruͤchten, ſie koͤnnen aber nach kt, und jeder andern Frucht und ſelbſt mehrmals nach ſich ſelbſt behäufel mit demſelben Erfolg gebaut werden, ſo wie ſie nicht geſchoſſen nur fuͤr alle Sommerhalmfruͤchte, ſondern auch fuͤr Huͤl— werden. ſenfruͤchte und mehrere Hackfruͤchte und Handelsgewaͤchſe did durch eine treffliche Vorfrucht ſind⸗ doch diceſts(Ueber die zahlloſen Varietaͤten der Kartoffeln.) darf man 294. Die Topinamburs, Helianthus tuberosus, Topinam⸗ ihumn der knollige Sonnenroſe, Erdbirnen, Erdartiſchocken, werden hürse er Gnöi, nur in wenigen Gegenden im Großen angebaut(in Elſaß). ſt), bald Auf duͤrren Huͤgeln duͤrfte jedoch ihr Anbau, der dem en. Letz⸗ der Kartoffeln ganz gleich iſt, anzurathen ſeyn, um ſo e nut bi mehr, da ihr Laub ein ſehr gutes Futter, vorzuͤglich fuͤr die Schafe liefert, und ihre Aufbewahrung(ſie koͤnnen den Winter uͤber in der Erde bleiben) keine Muͤhe ver⸗ er Kultut urſacht. ſbigt eine imte um e. Von der Kultur der Gemuͤfearten. gſtens du 295. Der Kopfkohl, Brassica cleracea capitata, Kopffohl. Teinmna auch Weißkraut oder Kraut ſchlechthin genannt, iſt das 10* —— ———BP—————— 148 einzige Gewaͤchs dieſer Klaſſe, das im Großen angebaut wird. In den Gegenden, die ſeiner Natur zuſagen, ver⸗ dient er ſolches, weil er fuͤr Menſchen und Vieh eine angenehme, gedeihliche Nahrung und einen ſehr hohen Ertrag liefert. Er gedeiht am beßten in einem kuͤhlen feuchten Klima und auf einem bindigen, etwas ſchweren Boden. Nur wenn Klima oder Jahreswitterung feucht und kuͤhl ſind, kann er auf einem lockeren ſandigen Boden mit einigem Erfolg gebaut werden. Er verlangt durchaus einen friſch und ſtark geduͤng⸗ ten(am beßten mit Stallmiſt und Pferch zuſammen) und einen gut vorbereiteten Acker. Dieſe Vorbereitung kann auf ſehr verſchiedene Weiſe, einfach und muͤhevoll, geſchehen. Die einfachſte und ſicherſte iſt folgende: Man waͤhle einen mit alter Kraft verſehenen Acker der ange⸗ zeigten Art, und bringe den Miſt ſchon im Herbſte auf, um ihn noch vor dem Winter unterzupfluͤgen. Zeitig im Fruͤhjahr wird ſcharf geeggt, und bald darauf moͤglichſt tief gepfluͤgt(geruhrt), nach einiger Zeit wieder geeggt, und kurz nachher ſorgfaͤltig zu mittlerer Tiefe geackert. Kann mit dieſem Pfluͤgen, das wo moͤglich in der letzten Haͤlfte des Mai's geſchehen muß, eine Duͤngung von Pferch, Kompoſt oder Jauche untergebracht werden, deſto beſſer. Nach ein paar Tagen wird ſcharf geeggt und ge⸗ walzt, damit das Feld ganz klar werde. So bleibt es liegen, bis die Zeit des Pflanzens, der Monat Juni, herankommt. Tritt in dieſem Monat, am beßten gegen ſeine Mitte hin, zum Pflanzen guͤnſtiges feuchtes Wetter ein und haben die Pflanzen auf dem Saamenbeete(§. 196) die gehoͤrige Groͤße erreicht, ſo laſſe man das Feld ſo— gleich mit dem Ruhrhaken pfluͤgen, und die Pflanzen unmittelbar hinter demſelben in das lockere Erdreich ſtecken, und zwar auf eine Furche um die andere. Auf dieſe Weiſe kommen die Kohlpflanzen in 20— 24 Zoll weite Reihen zu ſtehen, wodurch ihre nachmalige Bearbeitung ar — nit. ſernun ſcickli ausge ein, f Dian derſelb wenn Jauch (Ar d d krau letztere (do 6 5 Velſ 149 angebaut mit Pferdeinſtrumenten erleichtert wird. Die beßte Ent⸗ Een, ver fernung in den Reihen iſt 10— 12 Zoll. Tritt zur dith eine ſchicklichen Pflanzzeit, die uͤber den 20. Juni nicht hin⸗ N hohen ausgeſchoben werden darf, kein guͤnſtiges feuchtes Wetter ein, ſo muß zu dem freilich umſtaͤndlichen Angießen der feuchten Pflanzen Zuflucht genommen werden. Das Anwachſen Beden. derſelben wird ſehr befoͤrdert und ihr Verdorren verhuͤtet, und küͤhl wenn man ſie vor dem Stecken in eine Miſchung von goden mit Jauche, Waſſer und Erde taucht. (Andere Bereitungsarten des Kohlfeldes, das Pflanzen auf k geduͤng⸗ Daͤmmchen, auf die zweite Pflugfurche, in mit dem Mar— ſomwen) queur(Linienzieher) gezogene Linien, nach der Schnur, ereitung das Einlegen der Pflaͤnzen in die geoͤffnete Pflugfurche, R wobei ſie eingeackert werden. Auf kraͤftigem Boden wird nüͤiſerol der Miſt bisweilen mit Vortheil erſt vor der letzten Pflug⸗ : Man furche untergebracht und gleich auf dieſe gepflanzt.) d ange⸗ rbſte af Die fernere Kultur des Kohls beſteht darin: wenn Zutg i die Pflanzen angewachſen ſind, und ſich zu breiten an⸗ maͤglicſt fangen, werden die Zwiſchenraͤume zwiſchen den Reihen er gerggt mit einer Pferdehacke bearbeitet, was ſpaͤterhin, nach Erforderniß der Umſtaͤnde, zu wiederholen iſt; noch ſpaͤ⸗ der lebte ter werden die Pflanzenreihen mit einem Haͤufelpflug be⸗ gun gt haͤufelt. Einige Nachhilfe in dieſen ſelbſt mit Jaͤten dn, dſo und Handhacken iſt in den meiſten Faͤllen rathſam. M, geackert. tund ge Wo Boden und Klima dem Kohl zuſagen, der Acker bleibt es ſtark geduͤngt und an ſeiner Kultur nichts verſaͤumt wurde, at Suri, iſt der Ertrag pr. Acker mindeſtens 500— 600 Ctr.— zten gegen 100 Ctr. Heu. In guͤnſtigen Faͤllen kann der Ertrag es Wittet noch groͤßer werden. eG. 190) Man baut vorzuͤglich zwei Abarten an, Strunk—⸗ z Fed ſo⸗ kraut und Kopfkraut, wovon jede ihre Vorzuͤge hat, Pfanzen letztere im Ganzen aber doch vorzuziehen ſeyn moͤchte. cch ſeckn,(Der große oſtfrieslaͤndiſche Baumkohl.) . ie Will man andere Gemuͤſearten, Krauskohl, Kun, Welſchkohl, Kohlrabi ꝛc. im Großen auf dem Felde —————— Möbhren. 150 zum Verkauf etwa ziehen, ſo verfaͤhrt man ganz auf dieſelbe Weiſe. Der Stand aller dieſer Gewaͤchſe in der Fruchtfolge iſt gewoͤhnlich zwiſchen zwei Halmfruͤchten, ſie ſind aber auch nach jeder andern Frucht und mit vorzuͤglichem Er— folg nach Kartoffeln zu bauen. f. Von der Kultur der Wurzelgewaͤchſe. Moͤhren, Paſtinaken, Runkelruͤben, Kohl⸗ ruͤben, weiße Ruͤben. 296. Die Moͤhren, Daucus Carota, auch gelbe Ruͤben genannt, gewaͤhren allem Vieh eine uͤberaus an⸗ genehme, gedeihliche Nahrung, und uͤbertreffen an Nahr— ungsfaͤhigkeit die meiſten anderen Wurzelgewaͤchſe. 3 Pfund ſind gleich 2 Pf. Kartoffeln oder 1 Pf. tadel⸗ freiem Heu. Sie verlangen ein gemaͤßigtes Klima und einen leichten, tiefen, fruchtbaren Boden, der zwar nicht friſch zu ihnen, aber im vorhergehenden Jahre geduͤngt und durch die Kultur der Vorfrucht moͤglichſt vom Unkraut gereinigt iſt. Daher gerathen ſie am beßten nach Kar⸗ toffeln und anderen Hackfruͤchten. Ein reicher, tiefer Mer— gelboden ſagt ihnen ganz beſonders zu. Es wird zu ihnen entweder gegraben, oder ſehr tief gepfluͤgt, was am beßten durch Doppelpfluͤgen zu bewerk— ſtelligen iſt. Ihre Ausſaat geſchieht wo moͤglich im Maͤrz, 6— 8 Pfund Saamen pr. Acker, auf das ebengeeggte und wohlgelockerte Land. Der Saamen wird leicht ein⸗ geeggt oder mit Rechen untergebracht. Sobald man die M3ͤhrenpflanzen erkennen kann, muͤſſen ſie gejaͤtet, und ſpaͤterhin, im Verlauf des Som— mers, wenigſtens einmal, beſſer zweimal, mit der Hand behackt, und dabei gehoͤrig verduͤnnt werden, weil ein dichter Stand nichts taugt. Durch ſcharfes Eggen iſt das Handhacken zum Theil zu erſetzen. eben Mit ſ he ſee m iſt le auch genar hohe ſchwe Vuͤr des Ribe 11 wohl Und — 2) —jjü— 451 at auf Dieſer haͤufigen zu ihrem Gedeihen weſentlich noth⸗ wendigen Handarbeit wegen, kann der Moͤhrenbau nur ruchtge da Vortheil bringen, wo ſolche wohlfeil zu vollfuͤhren iſt⸗ ſind abee(Anbau um die Haͤlfte. Reihenkultur nicht gegluͤckt.) hen Er Der Ertrag iſt 100— 250 Ctr. vom Acker. Sie werden Ende Octobers mit dem Karſt, oder der dreizinkigen Gabel, oder auch wohl mit Pferde⸗ cjſt hacken aus der Erde gehoben, und waͤhrend des Winters Kohb in Kellern oder Gruben, oder im Freien auf Haufen, wie die Kartoffeln, aufbewahrt. nuch gebe(Saamenerziehung.) eraus an⸗ 297. Die Paſtinaken, Pastinaca sativa, liefern paſinaken. in Nahr⸗ ebenfalls ein ſehr gutes, gedeihliches, den Moͤhren an iſe. 3 Nahrhaftigkeit gleich kommendes Futter und einen eben R. dde ſo hohen Ertrag. Auch hinſichtlich der Kultur weichen ſie nicht von den Moͤhren ab, ihre Aufbewahrung aber und einen iſt leichter, weil ſie nicht vom Froſt leiden⸗ jicht friſch 298. Die Runkelruͤben, Beta cicla altissima, Runkel⸗ dͤngt und auch Burgunder⸗, Dick⸗, Zuckerruͤben, Rangers, Runkeln rüben. n Unkraut genannt, gewaͤhren ein vorzuͤgliches Futter und einen nach Kak, hohen Ertrag. Deßhalb, und weil ihre Kultur nicht iefer Mr⸗ ſchwer iſt, auch die Pflanzen weder von Inſekten noch Wuͤrmern leiden,*) verdienen ſie die volle Aufmerkſamkeit des Landwirths. 3— 4 Pfund Ruͤben, oder 6 Pfund ſehr tie ſi ui Ruͤbenblaͤtter, oder 4½ Pfund des ganzen Ertrags— m März, 1 Pfund Heu. bengeeggte Sie verlangen einen an ſich kraͤftigen, aber dennoch leicht ei wohlgeduͤngten, tief gelockerten, etwas gebundenen Boden, und kommen in einem lockern ſandigen nur dann gut fort, nen kann,— des Som⸗*) Dieſen Vorzug ſollen ſie jedoch nach einer im Archiv der Hand der teutſchen Landwirthſchaft Auguſt 1830 von Hrn. Hop⸗ ſtock mitgetheilten Nachricht, nach welcher die Runkel⸗ veil ein P. 11 pflanzen vom Mehlwurm(4) verheert werden, nicht mehr Eyn iſ behaupten. 2 ————.,——. ————VVOH—ꝭ—ͦ—᷑—O——- Kohlrüben. 152 wenn Klima oder Jahreswitterung kuͤhl und feucht ſind. Wo Winterweizen nicht mehr mit Sicherheit, des Kli— ma's wegen, angebaut werden kann, iſt auch ihr Anbau mißlich. Die Vorbereitung des Feldes zu den Runkeln und ihre Kultur ſind ganz ſo, wie es§. 295. bei dem Kopfkohl angegeben worden. Man ſaͤet wohl auch die Koͤrner gleich auf den Acker, wo die Ruͤben erzeugt wer— den ſollen, das Stecken der Pflanzen aber iſt im Allge— meinen vorzuziehen. Nicht nur die Wurzeln, ſondern auch die Blaͤtter liefern ein gutes Futter; nur duͤrfen letztere nicht eher abgenommen werden, als bis ſie zu gelben anfangen und jene voͤllig ausgebildet ſind. Bei guter Kultur und mittelmaͤßigem Boden, aber ſtarker Duͤngung, kann man 350— 400 Ctr. Ruͤben und 100 Ctr. Blaͤtter vom Acker erwarten, auf ausgezeichne⸗ tem Boden noch mehr. Will man ſich mit einem gerin⸗ gern Ertrag begnuͤgen, ſo ſind ſie ſogar als zweite Frucht nach Winterruͤbſen noch mit Erfolg zu bauen. Sie werden mit Karſten oder dreizinkigen Gabeln ausgehoben, und wie die Moͤhren aufbewahrt. (Viele Varietaͤten. Zuckerbereitung, Saamengewinnung.) 299. Die Kohlruͤben, Brassica napobrassica, auch Krautruͤben, Steckruͤben, Dorſchen, Erdkohlrabi ge— nannt, verdienen den Anbau ſowohl wie die Runkeln, und haben den Vorzug, daß ſie haͤrter gegen den Froſt ſind, dafuͤr aber leiden ſie haͤufig von Inſekten, und ge— ben kein ſo gutes, obwohl nahrhafteres, Milchfutter. 4 Pfund Ruͤben und Blaͤtter zuſammen=— 1 Pf. Heu. Hinſichtlich des Klima's, der Feldbeſtellung und ganzen Behandlung kommen ſie vollkommen mit den Run— keln uͤberein, nur beduͤrfen ſie keines ſo tiefen, gebunde— nen und von Natur guten Bodens; ſie kommen auch auf einem duͤrftigen zu großer Vollkommenheit, wenn nur en bei de 4 it ein hoher C wenig Gewd beßtet im F gefreſ 6—7 haͤnge reinen ſogeng frucht rde im 9 Auguſ terruͤb, nur ſe wenigſ Fürche man ſießt 153 t ſn. ſchon im Herbſt ſtark genug geduͤngt wurde. Dieß iſt Aa bei den Runkeln nicht der Fall. zurn 400 Ctr. Ruͤben und 100 Ctr. Blaͤtter vom Acker tei d iſt ein ſehr gewoͤhnlicher, 500— 600 Ctr. Ruͤben ein (anh de hoher Ertrag. eugt ver Ihre Aufbewahrung macht wenig Muͤhe, da ſie nur in Alh⸗ wenig Schutz gegen die Kaͤlte beduͤrfen. In trockenen Gewoͤlben oder leicht bedeckten Gruben halten ſie ſich am beßten. Sie koͤnnen ſogar in nicht zu kalten Wintern im Felde bleiben. (Varietaͤten. Ruta baga. Wichtigkeit der Selbſterziehung eines guten Saamens, wie bei den Runkeln und allen dergleichen Gewaͤchſen.) en, aber 300. Die weißen Ruͤben, Brassica Rapa, auch Weiße iben und Saatruͤben, Waſſerruͤben, Turnips genannt, werden bei Miten wcnt. uns nicht ſelten, jedoch nirgends in ſolcher Ausdehnung dem gerine wie in England, zu Futter angebaut. Sie koͤnnen einen eite Frucht bedeutenden Ertrag geben, werden auch vom Vieh gern gefreſſen, haben aber nur eine geringe Nahrhaftigkeit, n Gabeln 6— 7 Pfund— 1 Pfund Heu. Sie verlangen einen leichten, nur gering zuſammen⸗ nnan) haͤngenden, wohl kultivirten und von Unkraut moͤglichſt reinen Acker, und werden entweder als erſte Frucht, im obrassica, ſogenannten Brachacker, oder als zweite nach einer Halm— glrabi ge⸗ frucht angebaut. In jenem Falle heißen ſie Brach— Runkeln, ruͤben, im zweiten Stoppelruͤben. den Foſt Jene werden nach Verhaͤltniß des Klima's entweder , und ges im Juni oder bis Ende Juli's, auch wohl erſt Anfang ilchfütten Auguſt's geſaͤet, und koͤnnen daher allenfalls nach Win— pf Hu. terruͤbſen oder Wickfutter folgen; doch geſchieht ſolches und nur ſelten. Das Feld muß zu ihnen ſtark geduͤngt und luade wenigſtens dreimal gepfluͤgt und geeggt werden. Die erſte nthar V Furche kann erſt im Fruͤhjahr erfolgen, den Miſt bringt auf uf man meiſtens mit der zweiten unter. Die Saat ge— ten nur ſchieht auf das ebengeeggte und gewalzte Land mit 3— 4 —EEmEEEEQREEn;—— Kürbiſſe. 154 Pfund pr. Acker und wird mit der Egge leicht unterge⸗ bracht. Die Ruͤbenpflanzen muͤſſen waͤhrend ihres Wachs⸗ thums behackt, oder wenigſtens ſcharf geeggt werden. Sollen die Stoppelruͤben einen lohnenden Er⸗ trag geben, ſo muß zu ihnen ebenfalls, wenigſtens mit Jauche, geduͤngt werden, und die Saat laͤngſtens bis zur Mitte des Auguſt's vollendet ſeyn. Beßte Beſtell⸗ ung: gleich nach der Ernte die Stoppeln ſeicht umgebro— chen, geeggt, Miſt aufgefahren, ſolcher untergepfluͤgt, ge⸗ eggt, gewalzt, geſaͤet, Saamen eingeeggt; ſpaͤterhin wer⸗ den die Pflanzen ebenfalls behackt, oder geeggt, wie die Brachruͤben. Der Ertrag der Ruͤben haͤngt von der Menge des darauf verwendeten Duͤngers und der mehr oder weniger ſorgfaͤltigen Kultur ab. Die Brachruͤben geben immer mehr und unter guͤnſtigen Umſtaͤnden wohl 500— 600 Ctr. vom Acker; die Stoppelruͤben 200, hoͤchſtens 400 Centner. Sie muͤſſen in Kellern oder wohlbedeckten Haufen aufbewahrt werden; ein heftiger Froſt zerſtoͤrt ſie. (Zahlreiche Varietaͤten. Saamenerziehung. Teltower Ruͤben.) (Andere Futtergewaͤchſe dieſer Art, deren Anbau vielleicht in beſonderen Verhaͤltniſſen zu empfehlen waͤre, werden im Weſentlichen ſaͤmmtlich behandelt wie von§. 295 an gelehrt wurde.) g. Von der Kultur der Futterfruͤchte. 301. Als ſolche kommen bloß die Kuͤrbiſſe, Curcubita Pepo, in Betracht. Dieſelben gedeihen nur in einem warmen Klima, wo der Wein im Freien noch reif wird, koͤnnen gar keine Kaͤlte vertragen, verlangen einen ſtark geduͤngten, muͤrben, gartenmaͤßig kultivirten Boden, und geben, im Verhaͤltniß zu dem Raume, den eine Pflanze mit ihren Blaͤttern einnimmt, nur einen geringen Ertrag, daher ihr Anbau im Großen auf dem nuͤtzliche als wo bindigen henen? gedüͤngt ſinige 155 t t utterge Felde nicht zu empfehlen iſt, wenn ſie gleich ein ſehr k Bu gutes Futter, beſonders fuͤr Schweine liefern. (Um Raum zu ſparen, ſind die literariſchen Nachweiſungen ſenden E. uͤber den Futterbau nicht einzeln gegeben, ſondern hier lgtens mit zuſammengeſtellt worden. S.§. 209 uͤber die Nummern. ngſtens bis Nr. 1. B. III. S. 180 ꝛc. u. B. IV. S. 206 ꝛc. Nr. 2. ite Biil B. I. S. 360.(uͤber Grasbau ganz vorzuͤglich). B. II. S. 397. Nr. 3. B. II. S. 257 ꝛc. Nr. 4. B. 1I. S. 1 üngädte 127 ꝛc. Nr. 3. B. I. Nr. 6. B. II. S. 94 ꝛc. Nr. epfluht, ge 7. B. I. S. 215 ꝛc. u. 274 ꝛce. Nr. 8. B. I. S. 124. terhin wer⸗ Die Zahl der groͤßern Werke und einzelnen Abhandlungen uͤber dieſen Gegenſtand, worunter des Trefflichen viel, iſt ſo groß, daß es unmoͤglich ſeyn wuͤrde, ſie einzeln anzu— geben, und ſchwierig, eine Auswahl zu treffen. Dieß Menge des bleibe dem muͤndlichen Vortrag uͤberlaſſen, hier moͤgen jene wenigen Angaben genuͤgen. Nur folgendes Werkchen t, wie die kunieh uͤber Hackfruchtbau ſei noch erwaͤhnt. Praktiſche Anweiſ⸗ a miet ung zum Anbau der behackten Brachfruͤchte von Duve. d- b00 Hannover 1830.) hſtens 400 ten Haufen ſe 8.. rJüen) Fuͤnfter Abſchnitt. wer Rübeh.) du oſellißt Von der Kultur der Handelsgewaͤchſe. te, werden V J§. V5 Darunter gehoͤren die Geſpinnſt⸗, Oel⸗, Ge⸗ V wuͤrz⸗ und Farbepflanzen, die Weberdiſteln, der Kanarienſaanien ꝛc. achte. zürbiſſe, a. Von der Kultur der Geſpinnſtpflanzen. RU tdeihen unt 302. Der Lein, Linum usitatissimum, dieſe ſo Der Lein. ſrin foch nuͤtzliche Pflanze liebt ein maͤßig warmes, mehr feuchtes verlanget als trocknes Klima, einen muͤrben, mehr leichten als kultivirten bindigen Boden, und einen reichlich mit Humus verſe⸗ aume, den henen Acker. Ein ſolcher, der im vergangenen Jahre eine ur eiten geduͤngte Hackfrucht, oder Hanf, oder Klee getragen, oder en auf den einige Jahre dreiſch gelegen hat, eignet ſich am beßten — ——·p—-—qq——— 156 zum Lein, beſſer als ein friſchgeduͤngter; doch gedeiht der⸗ ſelbe auch nach allem Getreide, in deſſen Stoppeln er am haͤufigſten geſaͤet wird. Soll zu ihm geduͤngt wer⸗ den, ſo iſt es noͤthig, den Miſt durch mehrmaliges Pfluͤ⸗ gen und Eggen wohl mit der Ackerkrume zu mengen. Ueberhaupt iſt es nothwendig, das zu Lein beſtimmte Land durch oͤfteres Pfluͤgen, Eggen und Walzen in ei⸗ nen ganz reinen und voͤllig gepulverten Zuſtand zu ver⸗ ſetzen. Die Zeit der Saat iſt nach dem Klima und der Zeit, welche die Vorbereitung des Bodens erfordert, ver⸗ ſchieden. Man kann ihn ſaͤen, ſobald keine heftigen Fruͤh⸗ jahrsfroͤſte mehr zu beſorgen ſind, und Ende Juni's iſt es auch noch nicht zu ſpaͤt dazu. Manchmal geraͤth der ſpaͤtere, manchmal der zeitige beſſer. Geduͤngtes Land ſaͤet man gern fruͤh. Man ſaͤet 1 ½— 2 Schffl. Saamen auf den eben⸗ geeggten Acker, und eggt und walzt ihn wohl ein. Je dichter die Saat, deſto feiner wird der Baſt(Flachs.) Die Leinpflanzen muͤſſen waͤhrend ihres Wachsthums durch Jaͤten von allem Unkraut gereinigt werden. Um ihr Lagern zu verhuͤten, uͤberlegt man ſie bisweilen in manchen fruchtbaren Gegenden Cin Belgien) mit einem Gelaͤnder. Will man feinen Flachs, ſo muͤſſen die Leinpflanzen gerauft werden, ſobald ſich die Koͤrner in den Saamen— kapſeln ausgebildet haben, aber noch nicht reif ſind. Groͤ⸗ bern Flachs erhaͤlt man, wenn die Koͤrner zur vollkom⸗ menen Reife gelangen. Damit ſich der Baſt leicht vom Holze loͤſe, laͤßt man die Pflanzen in die erſten Grade der Faͤulniß uͤber⸗ gehen, wobei die Holzfaſern muͤrbe werden. Dieß ge⸗ ſchieht durch das ſogenannte Roͤſten, das entweder im Waſſer, oder an der Luft vorgenommen wird. (Waſſer⸗ und Thauroͤſte. Vorzuͤge bei der Vereinigung bei⸗ der! ſes. Hech Da ſwiſchen und Atb Art aus beguͤnſtit ſchnitt 15 Pf. An ganz tei gegengef Koͤrner (Verij Leld. einen gr iſt noch von eine muͤhvoll ſeßt em Er hinlaͤngli Ioden, d danch Si reichlich b Diche zu, nur t oſt hi Ert ſiet und Söhft 1 Wäh er unterdr 157 deßſ der der Vorſichtsmaßregeln. Fernere Bearbeitung des Flach⸗ doypeln er ſes. Waſchen. Plauen. Darrken. Brechen, Schwingen⸗ duͤng wer⸗ Hecheln.) liges pfü Der Ertrag an rohem Flachs vom Acker wechſelt u wengen. zwiſchen 300— 600 Pfund, je nachdem mehr Duͤnger beſtimmte und Arbeit auf ihn verwendet, oder eine langſtenglichte en in eis Art ausgeſaͤet, oder ſein Wachsthum von der Witterung und zu der: beguͤnſtigt wurde. 100 Pf. roher Flachs geben im Durch⸗ ſchnitt 15 Pf. gehechelten Flachs, 60 Pf. Werrig und a und der 15 Pf. Abgang. tdert, ver⸗ An Saamen erhaͤlt man, wenn man die Pflanzen iigen Fruͤh⸗ ganz reif werden laͤßt, 6— 7 Schffl. v. Acker; im ent⸗ Juni's it gegengeſetzten Falle nur 4— 5 Schffl. minder gute geraͤth der Koͤrner. Land ſtet(Werth des Leinſaamens.) Varietaͤten: Klanglein, Dreſch⸗ lein. Ruſſiſcher(Rigaer, Windauer) Leinſaamen. Selbſt⸗ anziehung des Saamens.) dan in 303. Der Hanf, Cannabis sativa, liefert zwar Det Hanf. lein. J einen groͤbern Spinnſtoff als der Lein, aber ſein Baſt dlag.) iſt noch zu andern Zwecken hoͤchſt brauchbar, ſein Ertrag zachsthums von einer gleichen Flaͤche groͤßer, ſeine Kultur weniger erden. Un muͤhvoll, ſein Anbau daher in manchen Verhaͤltniſſen isweilen in ſehr empfehlungswerth. mit einem Er bedarf zu ſeinem beßten Gedeihen ein mildes hinlaͤnglich feuchtes Klima und einen tiefen, lehmigen einpflanzen Boden, der durch den Pflug wohl und tief gelockert und Saamen⸗ durch Egge und Walze recht klar gemacht und uͤberdieß dad. Gièe reichlich geduͤngt worden iſt. Abgezapfte, trocken gelegte ur volkkome Teiche und andres Land der Art ſagen ihm vorzuͤglich zu, nur kein Torfboden. Bei alljaͤhrlicher Duͤngung iſt lſ chft er oft hintereinander auf einem Felde zu bauen. 7 lniß ibere Er wird im Mai auf das ebengeeggte Erdreich ge⸗ Diej ge ſaͤct und ſcharf eingeeggt. Der Saamenbedarf iſt 1 ½— 2 ntweder in Schffl. pr. Acker. Waͤhrend ſeines Wachsthums bedarf er keiner Pflege, er unterdruͤckt jedes Unkraut. qniguns bei ſedes — ö———ÿ————— Rübſen. 158 Die maͤnnlichen Pflanzen, der Fimmel, geben den feineren Baſt und werden zu dem Ende fuͤr ſich aus⸗ gerauft, ſobald ſie nach dem Verbluͤhen eine gelbliche Farbe bekommen. (Verſchiedene Verfahrungsarten dabei.) Die weiblichen Pflanzen bleiben bis zu ihrer Reife ſtehen, und geben dann einen weit groͤberen Baſt. Sie muͤſſen vor dem Roͤſten getrocknet und abgedroſchen werden. Hinſichtlich des Roͤſtens kommt der Hanf mit dem Lein uͤberein. Die Waſſſerroͤſte meiſtens anwendbarer, noch beſſer eine Verbindung beider Roͤſtarten. Der Ertrag des Hanfes an Baſt betraͤgt 600— 800 Pfund vom Acker, auch wohl etwas mehr. An Saamen erhaͤlt man viel, wenn man wenig und ſchlechten Baſt gewinnt, und ſo umgekehrt. Bei faſt gaͤnzlicher Aufopferung des Baſtes hat man bis 16 Schffl. vom Acker geerntet. Im Durchſchnitt ſind kaum 5— 7 Schffl. anzunehmen. (Benutzung des Hanfſaamens. Noch andere Geſpinnſtpflan⸗ zen. Brennneſſeln, Hanfklee.) b. Von der Kultur der Oelpflanzen, des Ruͤbſens, des Rapſes, des Mohns, des Leindotters ꝛc. 304. Der Ruͤbſen, Lewat, die Ruͤbſaat, wird ſowohl als Winterfrucht wie als Sommerfrucht gebaut. 1.) der Winterruͤbſen, Brassica napus, gedeiht am beßten auf einem kraͤftigen, muͤrben Lehmboden und gibt den moͤglich hoͤchſten Ertrag nach einer ſtarken Duͤng⸗ ung und einer vollſtaͤndigen Brachbearbeitung mit wenig⸗ ſtens drei Furchen. Doch gibt er auch nicht ſelten ohne Duͤhnger und bei einfurchiger Beſtellung einen recht loh⸗ nenden Ertrag nach Klee, nach geduͤngten Huͤlſenfruͤchten (vorzuͤglich nach gruͤn abgemaͤhetem Wickfutter), nach —-—— ———-— Vnnterge tr aber i nothwent Kultur ſ Aaguſt's, geſäet erſtarke, Er ſet und pr. Acke her die geſaͤet Umſtaͤnd 2 maherer campesd Er verlo den Bot gar nich und in wird dre erſt der in den den Duͤn er lidet ſcherſten der ihm ger unte Mai's ſo eine ſe tergetreide ungleich Die ſ, wie d baͤnf iſ 159 lben Wintergetreide und ſelbſt nach Sommerhalmfruͤchten. Soll t ich mnä er aber in dieſer Folge nicht mißrathen, ſo iſt weſentlich ngellich nothwendig, daß der Acker kraͤftig und bereits in guter Kultur ſei, und daß der Ruͤbſen in der letzten Haͤlfte des Auguſt's, laͤngſtens in den erſten Tagen des Septembers Niife geſaͤtt werde, damit er noch vor dem Winter gehoͤrig C. Sie erſtarke, ſonſt wintert er leicht aus. berden. Er wird auf das ebengeeggte und gewalzte Land ge— Anit den ſaͤet und eingeeggt. Die erforderliche Saamenquantitaͤt Andlarer, pr. Acker iſt 12— 15 Pfund, 1— 1 ¼ Mtz. Je fruͤ⸗ her die Saat, je kraͤftiger das Feld, deſto ſchwaͤcher kann ) 30 geſaͤtt werden. Der ſpaͤteſte Saattermin iſt unter allen Umſtaͤnden der Anfang des Septembers. nnig und 2. Der Sommerruͤbſen ſoll nach der Meinung Sennaner faſt mehrerer Botaniker eine ganz andre Pflanze, Brassica ¹¹ ſen. 2 Shfl. campestris, ſeyn. Solches iſt jedoch noch zu bezweifeln. 3n 5-7 Er verlangt zu ſeinem Gedeihen einen fruchtbaren, mil⸗ den Boden, und ſtarke friſche Miſtduͤngung, ohne die er gar nicht gebaut werden kann, auf humoſen Neubruͤchen nſib vhan und in entwaͤſſerten Teichen ausgenommen. Gewoͤhnlich wird dreimal zu ihm gepfluͤgt und mit der letzten Furche an, des erſt der Duͤnger untergebracht; ſeine Saatzeit faͤllt dann d's, in den Monat Juni bis Johannis. Beſſer iſt es jedoch, den Duͤnger mehrmals mit der Ackerkrume zu durchackern; 2 bſaat, er leidet dann auch weniger von den Erdfloͤhen; am aller— erftacht ſicherſten gedeiht er, wenn bereits im Herbſt ein Theil der ihm zukommenden Vorarbeit begonnen und der Duͤn⸗ „ ger untergepfluͤgt wird. Er kann dann ſchon Anfang Jddeih Mai's geſaͤet werden, kommt eher zur Reife und laͤßt t den und ſo eine ſorgfaͤltigere Beſtellung des darauf folgenden Win— n Düng tergetreides, das nach ſo zeitig geſaͤetem Sommerruͤbſen nhem ungleich beſſer als nach ſpaͤtem lohnt, zu. ten o 4 h⸗ Die Saat des Sommerruͤbſens wird uͤbrigens gerade enſtuͤchten ſo, wie die des Winterruͤbſens beſchickt; aber der Saamen⸗ )' nach bedarf iſt geringer, nur 9— 10 Pfund auf den Acker. Rübſen⸗ ernte. 160 Beide Arten Ruͤbſen werden geſchnitten oder gemaͤht, wenn die Koͤrner in den Schoten groͤßtentheils braun, aber noch weich ſind. Man laͤßt die Pflanzen entweder in Bunden, oder ungebunden auf Haufen, duͤrr werden, und faͤhrt ſie dann mit gehoͤriger Vorſicht zur Verhuͤtung des Ausfalls durch untergebreitete Tuͤcher ꝛc. in die Scheune zum ſofortigen Ausdreſchen, oder laͤßt ſie gleich auf dem Felde ausdreſchen oder ausreiten. (Vortheile dieſer verſchiedenen Methoden. Vorſichtsmaß⸗ regeln dabei. Einrichtung der Scheunen fuͤr das Aufbe⸗ wahren des Ruͤbſens. Verfahren bei dem Aufbewahren der Koͤrner ꝛc.) Der Ertrag des Winterruͤbſens wechſelt, ſelbſt bei der beßten Kultur, zwiſchen 10 und 16 Schffl. vom Acker, und betraͤgt in Stoppelfeld und ohne Duͤnger oft kaum 5— 8 Sohffl. Der Sommerruͤbſen gibt ſelbſt nach der ſtaͤrkſten Duͤngung und bei der beßten Behandlung ſelten mehr als 6— 8 Schffl. vom Acker. Das Stroh und die Huͤlſen(Kappen, Haddeln) von beiden Arten Ruͤbſen ſind ein ſehr gutes Futter, be— ſonders fuͤr Schafe, wenn ſie gut und ohne dumpfig zu werden, eingeſcheuert wurden. Auch iſt der Strohertrag, wenigſtens vom Winterruͤbſen, keinesweges gering, wohl 12— 15 Ctr. und daruͤber vom Acker. 2 ½ Schffl. Winterruͤbſen oder 3 Schffl. Sommer⸗ ruͤbſen geben in der Regel 1 Ctr. Oel. (Varietaͤten des Winterruͤbſens. Feinde dieſer Oelſaaten. Landwirthſchaftlicher Werth derſelben.) 305. Der Raps, Brassica oleracea laciniata, auch Kohlſaat genannt, der Schnittkohl der Gaͤrtner, waͤchſt groͤßer und ſtaͤrker, gibt mehr Koͤrner als der Ruͤbſen, und wird ebenfalls als Winter⸗ und als Som⸗ merfrucht gebaut. 2 1 das ih tenen (Au 5 W ker m wirkſe ander ſchtle der A nem! ausge⸗ teſte, ift aͤun e dd zweck hat, tel, Duͤng beſſer aber meiſte deren ihm 6 werigf wohe und g dreim Kleeſt tur ſte zwei Kle, mal p ſenfeͤ 18— i hmißt, heit braun, en entveder uͤrr wenden, Danütung d. in die ißt ſe glich Vörſchtswaß⸗ r das Aufbe⸗ Aufbewahren „ ſelbſt bei chffl. vom duͤnger oft er ſtaͤrkſten ſelten mehr „ Haddelt) Futter, bi⸗ dumpfig zu Stroherttag, ſering, wohl K Soomer⸗ jeſer Odllate racel lacimiat l der Garne Korner ül R und ab ee 161 1. Der Winterraps gedeiht um ſo beſſer, je kraͤftiger Winterraps. das ihm gewidmete Feld iſt, und moͤchte nur in ſehr ſels tenen Faͤllen ohne Duͤnger gebaut werden koͤnnen. (Auf den Oſtfrieslaͤndiſchen Marſchlaͤndereien geſchieht ſolches, S. Moͤglin'ſche Annalen B. 25. S. 363 ꝛc.) Bei uns iſt ihm derſelbe unentbehrlich, und je ſtaͤr— ker man zu ihm duͤngen kann, deſto beſſer iſt es; am wirkſamſten iſt eine Duͤngung von Schafmiſt, oder von anderm Miſt und darauf noch Pferch oder Jauche. Hin⸗ ſichtlich des Bodens aber iſt der Raps ſo wenig wie der Winterruͤbſen beſonders ekel; er waͤchſt zwar auf ei— nem kraͤftigen, muͤrben, tiefen Lehmboden, ſelbſt ohne ausgezeichnet ſtarke Duͤngung, am beßten, aber der ſchlech— teſte, roheſte, magerſte Boden, nur der loſe Sand nicht, iſt durch vielen Miſt fuͤr ihn paſſend zu machen, und er gewaͤhrt auf dieſe Weiſe, wenn man ſich durch eine zweckmaͤßige Wirthſchaftseinrichtung in den Stand geſetzt hat, ihm ſolchen geben zu koͤnnen, ein vorzuͤgliches Mit— tel, Boden angezeigter Art in einen guten Kultur⸗ und Duͤngerzuſtand zu verſetzen, da er zwar wohl zu ſeinem beſſern Gedeihen viel Duͤnger im Boden bedarf, davon aber fuͤr ſich verhaͤltnißmaͤßig nur wenig braucht, das meiſte den folgenden Fruͤchten zuruͤcklaͤßt, daher alle an— deren, beſonders das Wintergetreide, ſo vortrefflich nach ihm gerathen. Die beßte Vorbereitung des Bodens zu ihm iſt eine wenigſtens dreimal, nach Befinden der Umſtaͤnde auch wohl viermal, dann einmal vor dem Winter, geackerte und geeggte, wie auch ſtark geduͤngte Brache, oder eine dreimal gepfluͤgte und ebenfalls ſtark geduͤngte zweijaͤhrige Kleeſtoppel. Doch iſt er auch auf an ſich in guter Kul⸗ tur ſtehenden Feldern mit nicht viel geringerm Erfolg zwei⸗ oder dreifurchig nach Ruͤbſen, oder nach einjaͤhrigem Klee, oder nach Futterwicken, ſelbſt, wenn man ihn zu⸗ mal pflanzen will, nach reif gewordenen Halm⸗ und Huͤl⸗ ſenfruͤchten, jedoch nie ohne Duͤnger, zu bauen. 11 — 162 Er kann breitwuͤrfig geſaͤet, gedrillt, und auch ge⸗ pflanzt werden.. Die breitwuͤrfige Saat, bei der ganz ſo, wie im vor.§. bei dem Winterruͤbſen angegeben worden, ver⸗ fahren wird, iſt die gewoͤhnlichſte. Einen hoͤhern Ertrag gibt er jedoch bei der Drillſaat, die freilich etwas mehr Muͤhe verurſacht. Das Verfahren dabei iſt folgendes: nach der letzten Furche wird das Feld ebengeeggt und gewalzt, darauf vermittelſt eines Marqueurs oder Linienziehers mit 12— 24 Zoll weit voneinander entfernten Linien uͤber⸗ zogen, in die mit einem ſogenannten Ruͤbendriller der Saamen geſtreut wird, den ein leichter Eggezug mit Erde deckt. Wenn die Pflanzenreihen ſichtbar ſind, werden die Zwiſchenraͤume zwiſchen demſelben mit der Pferdehacke aufgelockert, und dann vor dem Einbruch des Winters angehaͤufelt. Dieſes muß im Fruͤhjahr, ſobald das Feld den Pferdetritt vertraͤgt, noch einmal wiederholt werden. Durch dieſe ſorgfaͤltigere Kultur wird der Raps vor dem Ausfrieren mehr geſichert und ein Mehrertrag vom Acker von 1— 12 Schffl. leicht erzielt. (S. Nr. 3. B. II. S. 350. Mittheilungen aus dem Gebiete der Landwirthſchaft. B. II.) Der Saamenbedarf bei der breitwuͤrfigen Saat iſt 14— 18 Pf.(1— 1 ¾ Metze) auf den Acker; bei der Drillſaat 2—3 Pf. weniger. Die Saatzeit Mitte Auguſt's, laͤngſtens 24. Auguſt. Das Pflanzen des Rapſes mag bei beſonders hoher und allgemeiner Feldkultur und guͤnſtigen klimatiſchen Ver⸗ haͤltniſſen, z. B. in Belgien, Vortheile gewaͤhren, ſcheint aber bei uns nicht zu empfehlen. Die Pflanzen werden auf einem im Juli zu beſtellenden Saamenbeete gezogen, und Ende Septembers oder Anfang Octobers gleich hin⸗ ter dem Pfluge gepflanzt. Sie wachſen leicht an. Das Behacken iſt nicht wohl zu entbehren. 2. Der Sommerraps wird wie der Sommer⸗ ruͤbſen beſtellt, muß jedoch wenigſtens im Mai geſaͤet ſnd, nie ei ben R und! keinen ten 4 Jauch Mitte Mohr Pfläg zullen 163 ge ſeyn. Er verlangt ſehr viel Duͤnger, gibt aber unter de guͤnſtigen Umſtaͤnden einen weit hoͤhern Ertrag als der Sommerruͤbſen. 196 Bei der Ernte beider Rapsarten wird wie bei der ttrag des Ruͤbſens verfahren. mehr Der Ertrag des Winterrapſes betraͤgt nach ſtarkge⸗ ndes: duͤngter Brache und zweijaͤhrigem Klee 2—3 Schffl. wuüß vom Acker mehr als der des Winterruͤbſens auf gleichem rhns Standort, in anderen Faͤllen iſt er dieſem hoͤchſtens gleich, ibte oft nachſtehend. t der Der Sommerraps ſoll bis 12 Schffl. vom Acker Ldd geben koͤnnen. n die Zwei Schffl. Winterraps geben ſo viel Oel wie 2 ¾ hacke Schffl. Winterruͤbſen. ers(Varietaͤten vom Winterraps, hoher und niedriger. Feinde ded 8 des Rapſes. Vorzuͤge des Rapſes vor dem Ruͤbſen, und eden. umgekehrt. Unangenehmes Zuſammentreffen der Raps⸗ dem ernte mit der Roggenernte. Bei ausgedehntem Oelſaatbau Aerr die Kultur des Nuͤbſens neben der des Rapſes, ob letztere gleich in der Regel eintraͤglicher, immer zu empfehlen.) zebiete 306. Der Mohn, Papaver Somniferum, liefert der Mohn. nach den Oliven das wohlſchmeckendſte Oel, leidet nicht at jf von Inſekten, die dem Raps und Ruͤbſen ſo verderblich i der ſind, und hat das ſehr Angenehme, daß bei ſeiner Ernte Nite nie ein Ausfall an Koͤrnern ſtatt findet. Er kommt uͤberall fort, wo noch Getreidebau betrie⸗ doher ben wird, aber er verlangt einen muͤrben, ſehr reichen Lrr⸗ und beſonders von allem Unkraut reinen Boden, jedoch ſcheint keinen friſchen Duͤnger. Daher geraͤth er nach geduͤng— heden ten Hackfruͤchten am beßten. Eine Ueberduͤngung mit gemn 3 Jauche wirkt ſehr wohlthaͤtig. hhin⸗ Er muß ſo fruͤh wie moͤglich im Jahre, laͤngſtens Dhs Mitte Aprils, geſaͤet werden. Daher die Zubereitung des Mohnackers ſchon den Herbſt zuvor bis zu einmaligem rune Pfluͤgen, wo moͤglich nur mit einem Schaufelpfluge, voll⸗ gßbe vollendet ſeyn muß. 5 11* Der Leindotter. 164 Der Saamen wird auf das ebengeeggte und ge⸗ walzte Land geſaͤet und nur ganz ſchwach mit Erde be⸗ deckt. Der Bedarf daran iſt ſo gering, daß er gar nicht in Anſchlag zu bringen iſt. Der Mohn muß waͤhrend ſeines Wachsthums ge⸗ jaͤtet und behackt werden, daher die Drillſaat bei ihm in 18— 24 Zoll weiten Raͤumen auf die im vor.§. an⸗ gegebene Weiſe beſonders vortheilhaft iſt. Er gibt vom Acker 6—10 Schffl. Seine Ernte iſt ſehr leicht hinſichtlich des Arbeitaufwandes; ſchwierig hinſichtlich des Zeitpunktes, weil er ungleichmaͤßig reift. Bei dem Anbau im Großen iſt das ordentliche Aus⸗ dreſchen der Koͤpfe dem im Kleinen anwendbaren Auf⸗ ſchneiden vorzuziehen. (Anbau des Mohns in Verbindung mit Moͤhren.) 307. Der Leindotter, Myagrum sativum, auch Dotter, Schmelz genannt, verdient auf einem loſen, ſan— digen und humusarmen Boden, in welchem andere Oel⸗ gewaͤchſe mißrathen, einige Aufmerkſamkeit, weil er von der Trockenheit nicht leidet, von Inſekten nicht ange⸗ griffen wird, und fuͤr die angegebenen Verhaͤltniſſe einen leidlichen Ertrag liefert. Ein Acker, der im vorhergehenden Jahre gut ge⸗ duͤngt worden, iſt fuͤr ihn der angemeſſenſte, doch ver⸗ traͤgt er auch friſchen Miſt. Er wird vom Maͤrz bis Anfang Juni ¾— 1 Mtz. auf den Acker geſaͤet und ganz auf dieſelbe Weiſe wie der Sommerruͤbſen beſtellt, mit dem er auch hinſichtlich der Ernte uͤbereinkommt. Er kann 6— 8 Schffl. vom Acker geben, 4 Schffl. Saamen liefern nicht viel mehr Oel als 2 Schffl. Win⸗ terraps, das Oel iſt aber weit beſſer und fogar zum Speiſen taugbar. (Andere zum Andau empfohlene Oelgewaͤchſe, der Senf (Sinapis alba und nigra), der chineſiſche Oelrettig(Ra- „ rete⸗ fuͤr( verdie keit w R beſon tiefen ſpenſ Egge in F fruch beet Stan allein anf d ſen Very geernt hacken 165 dge⸗ phanus chinensis), die Nachtviole(Hesperis matronalis), de be⸗ die Kohlruͤben ꝛc. haben ſich zur Zeit noch nicht ſo be— rict waͤhrt, daß ſie an die Stelle der genannten geſetzt zu wer⸗ den verdienten. Ihre Beſtellung kommt uͤbrigens ganz mit der bei dem Raps und Ruͤbſen angegebenen uͤberein, 8 ge und verdient daher keiner beſonderen Erwaͤhnung.) ihm 8 all⸗ 8 c. Von ber Kultur der Gewuͤrzoflanzen, des Safrans, Kuͤmmels, Fenchels, Aniſes, Enne Korianders, Tabaks rc. vieri rr. 308. Der Safran, Crocus sativus, iſt ein meh⸗ Safran. Nns⸗ rere Jahre dauerndes Zwiebelgewaͤchs, deſſen Anbau mehr Auf⸗ fuͤr Gaͤrten ſich eignet und bei uns wenig Beachtung verdient. Daher wird ſeiner nur hier der Vollſtaͤndig— keit wegen namentlich gedacht. Der Ertrag vom Acker iſt 10— 12 Pfund, die Ernte muͤhſam. uic(S. der Safranbau von Ulrich Petrack. Wien 1817. Land⸗ 2 an wirthſchaft des oͤſterreichiſchen Kaiſerthums von Herrmann eOel von Heintl. Wien 1812. S. 263. r von anges 309. Der Kuͤmmel, Carum carvi, bedarf kein Kümmel. einen beſonders warmes Klima, aber einen ſtark geduͤngten, tiefen und gebundenen, jedoch nicht ſtrengen und wider⸗ ut ge ſpenſtigen Boden, der durch mehrmaliges Pfluͤgen und jver Eggen gelockert und gereinigt iſt. Er iſt eine zweijaͤhrige Pflanze, die im erſten Jahre Mh. im Fruͤhlinge entweder allein, oder mit einer Sommer⸗ ſe wie frucht breitwuͤrfig auf das Feld, oder auf ein Saamen—⸗ ſctiih beet geſaͤtt wird. Im erſtern Falle bleibt ſie auf ihrem Standort ſtehen, im zweiten wird ſie ſpaͤterhin entweder Schfl 5 allein, oder mit anderen Hackfruͤchten, Kohl, Ruͤben ꝛc. Wir⸗ auf den Acker in Reihen gepflanzt, und daſelbſt im er— t wm ſten Jahre zweimal, im andern einmal behackt. Das Verpflanzen kann auch zeitig im Herbſt nach einer fruͤh— r Sn geernteten Frucht, wie Nuͤbſen, erſt geſchehen. Das Be⸗ tit Ger hacken des gepflanzten Kuͤmmels wird durch Pferdein⸗ —½ ͦᷣ-— Fenchel. Anis und Koriander. Tabak. 166 ſtrumente ſehr erleichtert, das des breitwuͤrfig geſaͤeten zum Theil durch ſcharfes Eggen erſet, (Vielleicht Drillſaat.) Die Reife des Kuͤmmels erfolgt im Juni des zwei⸗ ten Jahres. Er wird dann geſchnitten, getrocknet und gedroſchen. Er kann 12— 15 Ctr. Saamen vom Acker geben, und ſehr eintraͤglich werden. (Laͤnger dauernde Kuͤmmelfelder. S. Moͤglin'ſche Annalen. B. 25. Abhandlung uͤber den Kuͤmmelbau, von Caspari.— Auch gute Futterpflanze.) 310. Der Fenchel, Anethum ſoeniculum, wird gerade ſo wie der Kuͤmmel angebaut, verlangt jedoch ein waͤrmeres Klima, begnuͤgt ſich aber dafuͤr mit einem leichteren, minder kraͤftigen Boden, wenn er nur wohl geduͤngt worden. 311. Der Anis, Pimpinella Anisum und der Koriander, Coriandrum sativum, ſind einjaͤhrige Pflanzen, die zeitig im Fruͤhjahre auf einen kraͤftigen, muͤrben, ſtarkgeduͤngten und wohlbearbeiteten Acker ge— ſaͤct, gejaͤtet, behackt und im Herbſt geerntet werden. Ihr Anbau wie der der Moͤhren. Ihr Ertrag 6— 8 Ctr. Saamen bei 20— 24 Pfund Ausſaat. Koriander iſt ſicherer als Anis. 312. Der Tabak. Man baut mehrere Sorten dieſes Gewaͤchſes an: den virginiſchen Tabak, Nicotiana tabacum; den tuͤrkiſchen N. rustica, auch wohl den braſtlianiſchen N. macrophylla etc., am haͤufigſten erſtge⸗ nannte. Er kommt in jedem Klima, wo der Winterweizen in der Regel im erſten Dritttheil des Auguſt's reif wird, fort, und verlangt einen maͤßig gebundenen, etwas ſan— digen, kraͤftigen, ſehr ſtark, am beßten mit Schafmiſ, geduͤngten Boden, der uͤbrigens zu ihm ganz ſo wie zu Kopfkohl(§. 295) zugerichtet wird. 167 ſen Der Saamen wird, wohl eingequellt, ſo zeitig wie moͤglich im Fruͤhjahre auf ein kaltes Miſtbeet geſaͤet. Die hier gewonnenen Pflanzen verſetzt man wie den ſwei* Kopfkohl, nur noch einmal ſo weit in den Reihen, im und Juni auf das Feld, wo ſie auf gleiche Weiſe behackt, Acker nur nicht behaͤufelt werden. Da ſie das Behaͤufeln nicht vertragen koͤnnen, ſo ſind mehrere wider den Gebrauch der nalen Pferdehacken bei dem Tabakbau, vielleicht mit Unrecht. nri.— Zur Befoͤrderung des Wachsthums der Blaͤtter wer⸗ den die Spitzen der Pflanzen, ausgenommen diejenigen, die Saamen tragen ſollen, ab- und die in den Achſeln d der Blaͤttern neu hervorkommenden Blatttriebe, der Geiz, fer ausgebrochen. voß Wenn die Blaͤtter gelbe Flecke bekommen, ſteif und 1 gekruͤmmt werden, nimmt man ſie ab, bindet ſie in i Buͤſchel und bringt ſie nach Hauſe, wo man ſie mit ei⸗ der nem Faden durchzieht und in luftigen, jedoch ſchattigen äfrige Raͤumen(eigene Trockenhaͤuſer) zum Abtrocknen, das ftigen, moͤglichſt ſchnell bewiekt werden muß, aufhaͤngt. Der et ge⸗ Durchſchnittsertrag an getrockneten Blaͤttern iſt 12— 16 erden. Ctr. vom Acker. —8(Vorſichtsmaßregeln bei dem Tabaksbau. Landwirthſchaft⸗ lander licher Werth deſſelben. Der vielen damit verbundenen Handarbeit wegen nicht fuͤr groͤßere Wirthſchaften und da— her deſſen Betrieb durch ſogenannte Planteurs gegen ei— vrten nen gewiſſen Antheil des Ertrages.— Fernere Bear⸗ OdanA beitung der Blaͤtter; Schwitzen, Vergaͤhren derſelben. den Neueren Erfahrungen zu Folge ſollen junge, vor der ſo⸗ lia⸗ genannten Reife abgebrochene Blaͤtter einen feinern Tabak erſg geben. Mit dieſen genannten Gewuͤrzpflanzen iſt deren Zahl 85* beihen keinesweges vollendet; es werden noch mehrere andere hier und da angebaut und viele gibt es, die vielleicht dereinſt fwird, g 1— noch zum Anbau im Großen kommen duͤrften, jetzt aber 8 ſun hoͤchfens nur in den Gaͤrten gezogen werden. Zu jenen d)— 1 afwit, gehoͤren namentlich mehrere Apothekerpflanzen. Da jedoch ſo wie deren Anbau ſchon der Natur der Sache nach immer nur auf wenige ausgezeichnete Punkte beſchraͤnkt bleiben und in Waid. 168 der Hauptſache ſtets nach den bisher bei den Handelsge⸗ waͤchſen gegebenen Regeln betrieben wird, ſcheint eine weitlaͤufigere Anweiſung dazu hier am unrechten Orte; doch moͤgen der Vollſtaͤndigkeit wegen noch die Namen einiger ſolcher Gewaͤchſe hier ſtehen: Der Schwarz⸗ kuͤmmel(Nigella damascena und sativa), Sieben⸗ zeiten(Trigonella foenum— graecum). Das Suͤßholz (Glycirrhiiza glabra). Wermu th(Artemisia Absin- thium). Kamillen(Anthemis nobilis).* Wer mehr daruͤber zu wiſſen wuͤnſcht, der leſe nach Reichart's Land- und Gartenſchutz in der neuen Bearbeit⸗ ung von Voͤlker B. III. und IV. Der Hopfen, Humulus lupulus, wuͤrde hier auch zu erwaͤhnen ſeyn, wenn es die Abſicht waͤre, eine Anleitung zum Anbau aller gewuͤrzhaften Pflanzen zu geben. Es ſoll „ aber nur von den Gewaͤchſen hier die Rede ſeyn, die wirklich auf dem Acker, im Wechſel mit anderen Pflan⸗ zen, gebaut werden koͤnnen und deßhalb gehoͤrt die Lehre vom Hopfenbau, der mit dem Weinbau in gleichem Ver⸗ haͤltniß ſteht, nicht hierher.) d. Von der Kultur der Farbepflanzen, des Waid's, des Wau's, des Krapp's und des Saflor's. 313. Der Waid, atis tinctoria, iſt eine zwei⸗ jaͤhrige Pflanze, die in allen Gegenden fortkommt, wo man noch Winterweizen baut. Er verlangt einen leich⸗ ten, in guter Kultur ſtehenden, und kraͤftigen Boden. Die Saat geſchieht am beßten ſo fruͤh wie moͤglich im Monat Maͤrz auf den wohlzubereiteten und ſchon im Herbſt zuvor tuͤchtig geduͤngten Acker. Die noͤthige Saamenquantitaͤt iſt 4— 6 Mtz. pr. Acker. Sobald die jungen Pflanzen ſichtbar ſind, muͤſſen ſie durch Jaͤten und Hacken vom Unkraut gereinigt und zu gleicher Zeit verduͤnnt werden, weil ein zu dichter Stand nachtheilig iſt. Da das Behacken weſentlich, und mehrmals zu wie⸗ derholen iſt, waͤre die Drillſaat des Waid's, wie bei dem Raps, gewiß nutzbar. Man kann ihn auch im — ——— 169 3 Herbſt auf das mehrmals gepfluͤgte und ſtarkgeduͤngte Ate, Feld ſaͤen; ſolches iſt jedoch minder vortheilhaft. damen Von dem im Fruͤhjahr geſaͤeten Waid werden die dei 5 Blaͤtter ſchon im erſten Jahre Ende Juni's, wenn ſie zu dul gelben anfangen, einmal, und im Herbſt auch wohl zum 8 zweiten Male abgeſchnitten. Im zweiten Jahre ſchnei⸗ det man ſowohl von dem im Fruͤhjahre, als von dem enac im Herbſt geſaͤeten die Blaͤtter ſo oft ab, als die Bluͤ— nbeit⸗ thenſtengel aufſchießen, was drei- bis viermal der Fall ſeyn kann. Nur die Pflanzen laͤßt man zur Bluͤthe ch g kommen, von denen man den Saamenbedarf ziehen will. r Der Acker kann 300 Ctr. Waidblaͤtter geben. Die die abgeſchnittenen Blaͤtter werden, wenn ſie erdig ſind, ge— ſan⸗ waſchen und entweder friſch oder halbgetrocknet in der ehre. Waidmuͤhle zur verkaͤuflichen Waare gemacht. Na(Anwendung des Waid's. Auch zu Futter tauglich.) 314. Der Wau, Reseda luteola, verlangt einen Wau. 9 muͤrben, fruchtbaren, jedoch nicht friſch geduͤngten Boden, des und ein Klima wie der Waid. Er kann ſchon im Fruͤhling unter Gerſte, die auf geduͤngte Hackfruͤchte folgt, oder unter Buchweizen ꝛc. zwei⸗ wie der Klee, geſaͤet werden; ſicherer aber iſt es, ihn bo im Auguſt oder Anfang Septembers auf ein wohl zu— leich gerichtetes Feld, das ein zeitig abgeerntetes Futtergewaͤchs n. getragen haben kann, zu ſaͤen. Die Saamenquantitaͤt alich iſt 16— 18 Pfund pr. Acker. Die Pflanzen werden ſchon einmal im Herbſt, und einmal im Fruͤhjahr leicht be— üthige hackt, und ſorgfaͤltig von Unkraut gereinigt, weil eine d die Vermiſchung damit der ſchoͤnen Farbe, die der Wau Jite 1 gibt, ſchadet. zeit Wenn die Pflanzen verbluͤht haben, und eine licht⸗ hellg gelbe Farbe bekommen, ſo werden ſie bis auf diejenigen, wie⸗ welche man zu Saamen ſtehen laſſen will, ausgerauft, te lei in kleine Buͤſchel gebunden, und auf dem Acker nur ſo c in lange gelaſſen, bis ſie abgewelkt ſind; hierauf bringt man Krapp⸗ 170 ſie zum voͤlligen Abtrocknen unuter ein Obdach, weil ſol— ches, der Farbe wegen, nicht in der Sonne geſchehen darf. Der Ertrag iſt ſehr unſicher; 15— 40 Ctr. vom Acker. 315. Der Krapp, KRubia tinctoria, auch Faͤrber⸗ roͤthe genannt, eine perennirende Pflanze, kommt in je⸗ dem nicht gar zu rauhen Klima fort, verlangt aber einen, ſei's von Natur, oder durch Kunſt, beſonders tiefen, lehmigen Sandboden, der ſtark geduͤngt und durch mehr— maliges, achwechſelnd ſeichtes und moͤglichſt tiefes Pfluͤ— gen innig mit dem Miſt gemengt und in einen vollkom— men reinen und gepulverten Zuſtand verſetzt worden iſt, den zu erreichen, die Egge, vielleicht auch der Schaufel— pflug, ebenfalls nicht geſchont werden darf. Die Pflanzen werden anfaͤnglich auf eigenen Beeten aus dem Saamen gezogen; iſt man aber einmal in Be⸗ ſitz eines Krappfeldes, dann waͤhlt man lieber die jungen Triebe und Seitenſchoßen der aͤltern Pflanzen zur Fort⸗ pflanzung. Je zeitiger im Fruͤhjahre das Pflanzen vorgenom— men wird, deſto beſſer; es muß demnach die Vorbereit— ung des dazu beſtimmten Feldes, bis auf einmal Pfluͤ⸗ gen, ſchon im Herbſt geſchehen ſeyn. Die Pflanzen wer— den vorſichtig ausgehoben, und, wie der Kohl, ſogleich auf den Acker in 18— 24 Zoll entfernte, mit dem Marqueur oder einem Pflug vorgezeichnete Reihen, 6 bis 8 Zoll weit auseinander ſorgfaͤltig eingelegt. Dieſe Pflanzenreihen werden im erſten Sommer mit der Hand— und Pferdehacke fleißig bearbeitet, und im Herbſt mit dem Haͤufelpflug ſo tief angehaͤuft, daß ſie beinahe ganz mit der Erde uͤberſchuͤttet werden. Das zweite Jahr wird das Behacken der Reihen und Zwiſchenraͤume, ſo oft es nothig, wiederholt und auch das Behaͤufeln nicht vergeſſen. Im Spaͤtherbſte des zweiten Jahres nimmt man gewoͤhnlich die Wurzeln heraus, am leichteſten ge— — d” ſo d ndif. dom irber, in je⸗ einen, tiefen, mehr⸗ Pflü⸗ llkom⸗ en iſt aufel⸗ Kden Be⸗ ſungen Fort⸗ zenom, ereit⸗ pfä⸗ nwer⸗ ogleich t dem ſen, 6 Dieſe Hand iſt mit t ganz Jahr d, ſo nnicht nimmt ien ge⸗ . 171 ſchieht ſolches durch das Auspfluͤgen vermittelſt eines Ha⸗ kens; doch geht auch der Pflug dazu an. Sie werden hierauf ſorgfaͤltig aus der Erde hervorgeſucht, und in leicht aufgeſetzten Haͤufchen ſo weit abgetrocknet, daß ſich die daran haͤngende Erde herunter reiben laͤßt. Nun werden ſie heimgefuͤhrt und entweder vorſichtig auf einer Darre oder an einem luftigen Orte vollends ausgetrock— net, um ſie zum Verkauf oder zum Vermahlen geſchickt zu machen.. Bleiben die Wurzeln bis in's dritte Jahr in der Erde, ſo erhaͤlt man zwar ſchoͤnern Krapp, aber ſelten einen ſo hohen Reinertrag. Soll es geſchehen, ſo iſt im zweiten Herbſt, nachdem die Blaͤtter abgeſchnitten ſind, das Behaͤufeln wieder ſo tief wie im erſten vor— zunehmen, und im dritten Sommer das Behacken und Haͤufeln mehrmals zu wiederholen. Der Ertrag eines Ackers an getrockneten Wurzeln belaͤuft ſich auf 15— 30 Ctr. (Die Wurzeln muͤſſen wenigſtens die Staͤrke eines Gaͤnſe⸗ kiels haben.— Der Krapp bereitet zu mehreren nach ihm ohne friſche Duͤngung folgenden Geywaͤchſen das Feld treff⸗ lich vor.) 316. Der Saflor, Carthamus tinctorius, ein diſtelaͤhnliches Gewaͤchs, deſſen Blumenblaͤtter eine ſchoͤne Roſafarbe liefern, verlangt einen guten lockern, etwas ſandigen Boden, und eine warme Lage, ſelbſt in einem milden Klima. Der Acker wird zu ihm vor Winter tief gepfluͤgt oder gegraben, und damit zugleich der Duͤnger unterge— bracht. Die Ausſaat geſchieht in der Mitte des Aprils, das gepfluͤgte Land wird dazu noch einmal leicht gepfluͤgt und geeggt; bei dem gegrabenen iſt ſolches unnoͤthig. Der Saamen wird ſcharf eingeeggt oder mit der Hand— hacke eingehackt. Die Drillſaat, wie bei dem Raps iſt ſehr zu empfehlen, da der Saflor gejaͤtet und behackt ———— Saflor. Weberkar⸗ den. 172 werden muß, um von Unkraut rein zu bleiben, und nicht dicht ſtehen darf, weßhalb er mit dem Hacken zugleich immer verduͤnnt wird. An Saamen wird auf den Acker erfordert Schffl. Die Bluͤthen werden von der Mitte Juli's an, ſo wie ſie nach und nach eine braunrothe Farbe bekommen, des Morgens mit einem ſtumpfen Meſſer ausgezogen. Es darf ſolches weder bei heißem Wetter, noch bei Naͤſſe geſchehen. Die Bluͤthen werden im Schatten getrocknet. Die Pflanzen ſelbſt bleiben ſtehen bis zu ihrer voͤlligen Reife. Dann rauft man ſie aus, ſtellt ſie, in Buͤndel gebunden, zum Trocknen hin und driſcht dann den Saa— men ab. Dieſer gibt ein gutes Oel und das Stroh ein vortreffliches Schaffutter, und nachdem die Blaͤtter ab⸗ gefreſſen ſind, noch ein gutes Brennmaterial. (Auch noch mehrere Farbepflanzen duͤrften zur Verdraͤngung auslaͤndiſcher nach und nach zum Andau kommen; jetzt kann jedoch noch nicht darauf Ruͤckſicht genommen werden.) e. Von der Kultur dertechniſchen Pflanzen, der Weberkarden und des Kanarienſaamens. 317. Die Weberkarde oder Diſtel, Dipsacus fullonum, iſt eine zweijaͤhrige Pflanze, die im erſten Jahre bloß Blaͤtter, im zweiten mehrere Stengel mit Diſtelkoͤpfen, um derentwillen man ſie anbaut, hervor— treibt. Sie kommt in jedem nicht gar zu rauhen Klima fort, verlangt aber einen trockenen, maͤßig gebundenen, tiefen, an ſich kraͤftigen und auch noch ſtark geduͤngten Boden. Iſt Kalk darin, ſo wird er fuͤr dieſes Gewaͤchs vorzuͤglich paſſend. Man hat mehrere Arten, ſie anzubauen. Sie wird entweder gleich auf das Feld, wo ſie ſtehen bleiben ſoll, geſaͤtt, oder darauf gepflanzt, wozu man die Pflanzen auf einem beſondern Saamenbeete zieht. In beiden Faͤllen muß das Land mehrmals behackt und gereinigt werden. Daher iſt bei der erſten Art, ſie anzubauen, die? auf zura Anfe geſch Kop die Es Vic ſoga allen verſe Vor zu d den, Kor eine den ein Das feilſ bis und reih mitt geſce bis bind ten, Da geſch lufte trock⸗ ———— —— 173 uht die Reihenſaat, wie ſie bei dem Rapsbau angegeben iſt, uglich auf einen eben ſo vorgerichteten Boden, vorzuͤglich an— än. zurathen, nur muß die Saat ſchon im Juni, laͤngſtens — Anfang Juli's geſchehen.— Will man ſie pflanzen, ſo 1, ſp geſchieht es mit dem ſicherſten Erfolg auf ein wie zu amen, Kopfkohl vorgerichtetes Feld im Juli oder Auguſt auf zagen. die bei dem Bau dieſes Gewaͤchſes angegebene Weiſe. Riſe Es kann ſolches auch mit Vortheil nach Raps, Ruͤbſen, ocknet. Wickfutter, in beſonders fruchtbaren milden Gegenden igen ſogar nach fruͤh geerntetem Roggen geſchehen, da ſich ündel allenfalls die Pflanzung bis gegen den September hin Sna⸗ verſchieben laͤßt. Es braucht in dieſen Faͤllen, wenn zur h ein Vorfrucht ſtark geduͤngt war und der Boden krlaͤftig iſt, ah⸗ zu den Karden ſelbſt nicht wieder friſch geduͤngt zu wer— den, indeſſen ſagt ihnen eine Nachhilfe von klarem Miſt, ung— Kompoſt, oder Jauche doch beſonders zu. Auch iſt auf ſeht einem an ſich lockern und in guter Kultur ſtehenden Bo— den.) den bei der Pflanzung nach genannten Vorfruͤchten nur ein einmaliges, aber ſorgfaͤltiges Pfluͤgen erforderlich.— zzen, Das Behacken, welches mit Pferdeinſtrumenten am wohl⸗ ens. feilſten zu verrichten, muß ſchon im erſten Jahre ein— SaclS bis zweimal vorgenommen, im zweiten einmal wiederholt erſte und hierauf noch behaͤufelt werden. In den Pflanzen⸗ mi reihen ſelbſt geſchieht die Vertilgung des Unkrauts ver⸗ ervorz mittelſt der Handhacke, und damit iſt zugleich, wenn Lima geſaͤtt wurde, ein Verduͤnnen der Pflanzen, die nur 8 delen bis 10 Zoll weit von einander ſtehen duͤrfen, zu ver⸗ 5 ingten binden. wichs Die Diſtelkoͤpfe werden im zweiten Jahre abgeſchnit— — ten, ſo wie die Bluͤthe ſich vollſtaͤndig entwickelt hat. ewied Da dieſes nicht gleichzeitig, ſondern nur nach und nach ſel, geſchieht, ſo dauert die Ernte oft mehrere Wochen. Wni Die abgeſchnittenen Diſtelkoͤpfe muͤſſen auf einem hen luftigen Boden, liegend oder haͤngend, vollkommen aus⸗ nt trocknen, dann werden ſie nach ihrer Groͤße ſortirt, und bauen, 1 — iĩ—, ͤͤͤͤöͤö——————.,er—— Kanarien⸗ ſaamen. 174 ſortenweis(große, mittlere und kleine) zum Verkauf in Buͤndel von 100 Stuͤcken zuſammengebunden. Um dieß zu erleichtern, laͤßt man bei der Ernte wenigſtens Elle des Blumenſtengels an ihnen. Der Acker gibt 60,000— 100,000 Diſteln von allen Groͤßen. 318. Der Kanarienſaamen, Phalaris cana- riensis, kommt in ſeinen Anforderungen hinſichtlich des Bodens, der Dungkraft und der Beſtellung ganz mit der Hirſe uͤberein, daher daruͤber weiter nichts zu ſagen iſt, als daß er gemeiniglich auf ein Feld gebracht wird, wo nach der gewoͤhnlichen Ordnung Gerſte hinkommen wuͤrde, und daß auf ein Acker ¼ Schffl. Saamen erfor⸗ derlich iſt. Geerntet wird er, ſobald Stroh und Koͤrner eine gelbe Farbe bekommen; man bindet ihn in kleine Bunde und bringt dieſe in der Scheune auf Haufen, damit ſie ſich ein wenig erhitzen, wodurch das Dreſchen erleichtert wird. 319. Schließlich ſei noch der Cichorie, Cichorium Intybus, gedacht, die in manchen Gegenden, ſonſt haͤufi— ger als jetzt, ſtark angebaut wird. Ihre Beſtellung iſt ganz ſo wie die der Moͤhren, nur vertraͤgt ſie friſche Miſtduͤngung beſſer. An Saamen ſind pr. Acker erforderlich 4— 5 Pfund; geſaͤet wird von Mitte April's bis Ende Mai's. Die Ernte beginnt im Juli, und dauert bis in den September, denn die Wurzeln werden nicht zu gleicher Zeit taugbar, daher mit dem Spaten oder der Gabel nach und nach herausgehoben, ſobald die unteren Blaͤtter anfangen, gelb zu werden. Je tiefer der Boden, deſto reichlicher wird die Ernte. Die Blaͤtter geben ein gutes Viehfutter. dom — —,— A— —————— uj in Der Ertrag an Wurzeln erreicht wohl 200 Centner j vom Acker. d(Aus den am Ende des vorigen Abſchnittes angegebenen — Gruͤnden werden die literariſchen Nachweiſungen uͤber den dn Bau der Handelsgewaͤchſe hier zuſammengeſtellt. Nr. 1. B. IV. S. 149.— Nr. 3. B. II.— Nr. 4. B. I. S. 108.— Nr. 5. B. III. S. 192.—— Nr. 6. B. II. S. 153.— Nr. 7. B. I. S. 238.— Nkr. 8. enn. B. I. S. 160 177. 201. 209.) h des mit ſagen wird, mmen—,— rfor⸗ * eine zunde nit ſie chtert orium haͤuf⸗ jhren, abden wird in den leicher Gabel zlatter deſto gutts Eeite Berichtigungen. Seite VII. Zeile 14 v o. lies anders ſtatt anderes. 2 10. 2 2 v. u. ⸗ aus mit. ⸗ 22,. 2 2 v. u. ⸗ er ⸗ es. 2 293. 2 2 v. o. ⸗ Vermehrung⸗ Verwahrung. . 26. 7 16 v. u. Pflege ⸗ Plage 56. 3 v. u. ⸗ gleichſchenklig- dreiſchenklig. ⸗ 58. 14 v. v. ⸗ den ² dem. 3 61. 13 v. u. ⸗ den ⸗ der. . 64. ⸗ 15 v v. ⸗ dem 2 der. ⸗ 70. 16 v. v. ⸗5 13538 2 157 72. ⸗ 10 v. u.„ iſt die 2) vor Solchen vergeſſen. . 95. ⸗ 7 v. o. ⸗ 189 ſtatt 187. . 96. ⸗ 11 v. u. ſtreich das Wort:„genuͤgend“ aus. . 938. 7 4 v. o. lies weniger ſtatt wenige. 7 98. 12 9 d. ⸗ 215 5 285. 102. 17 v. o. ⸗ 216* 219 116. 2 3 v. o. ſtreich das Wort:„nur“ aus. 117. 9 v. o lies Kronerbſe ſtatt Kernerbſe. 119. ⸗ 3 v. v.⸗ geeignete ⸗ geebnete. ⸗ 122. ⸗ 8 v. v. ⸗ in ⸗ im.(Nro. iſt vergeſſen) 122.. 4 v. u. dieſe 2 die ⸗ 143. ⸗ 2 v u.⸗ Gulinka ⸗ Gulinkor. 146. 4 v. u. ⸗ eintraͤgliche- ertraͤgliche. „ 157. 9 v. o. ⸗ 25 7 13. ———— 3.— 2 . 5„ 18—* ——* 1 8——— 8 5— 8— 8——— ———QQ———————— 2 * 2 1 —————— 8 .—— 5—— 8 7 7 7 1 4 4 ———— A——s— e Goiour&& Grey Corſtrol Chart Ses Blue Cyan Green Vellow HNed Magenta Wnite. Grey l Steya Grey 3 Grey 4 Black