Unir-Bibl. Siessent 1 ——jj4 4— — Einleitung zur Kenntniß engliſchen Landwirthſe chaft ihrer neueren practiſchen und theoretiſchen Fortſchrittee in Ruͤckſicht auf Vervollkommnung von Al brecht teutſcher Landwirthſchaft fuͤr denkende Landwirthe und Cameraliſten Thae r. E r ſt er Band. Dritte verbeſſerte und vermehrte Auflage. Hannover, 1806. Bey den Gebraͤdern Hahn. 24404 4½44,44249949449449944444449474444494444 44494074444444444444444444 S 6 Les Anglois comprirent les premiers, que l'art qui étoit le fondement de tous les autres, étoit le Pivot, sur lequel devoit rouler le commerce. Nuueh Encyclopedie art. Agriculture. 7 h un pütia d durda d lit oun w ran tum hir ſan . 4444944294544 444444449494444299414417242 279474444444140444444444444444494444444 44444† t qui oit le lture. 7744244 — Vorrede. Dieſes Buch war groͤßtentheils ſchon im Jahre 1795 geſchrieben. Nur hinderte mich der Drang wichtigerer Geſchaͤfte damals, et⸗ liche Capitel voͤllig auszuarbeiten. Faſt ſeit einem Jahre iſt indeſſen das Manuſcript ſchon aus meinen Haͤnden. Kenner der neueſten engliſchen landwirthſchaftlichen Schriften wer⸗ den daher vielleicht einige der allerneueſten Nachrichten, welche wir beſonders dem Board of Agriculture zu verdanken haben, ver⸗ miſſen. Zum Theil habe ich ſie zwar waͤh⸗ rend des Abdrucks noch eingeſchaltet, und verſchiedenes aus dieſen Nachrichten berichti⸗ get. Dies vollſtaͤndig zu thun, war aber wegen der Entfernung des Druckorts, und anderer Urſachen wegen, nicht wohl moͤglich. * 2 So bald ich einige Muße habe, werde ich den zweyten Band, wozu die Materialien und der Entwurf bereit liegen, ausarbeiten. Er wird enthalten die Capitel: vom Zug⸗ und Arbeitsvieh, oder von der Pferde⸗ und Rindviehzucht, in Ruͤckſicht auf dieſe Beſtim⸗ mung— Vom Fuhrwerke und Geſchirr— Von Geraͤthſchaften(umſtaͤndlicher wie das 6te Capitel von den Pflugwerkzeugen; dann aber auch von andern Inſtrumenten, z. B. den Dreſchmaſchienen)— Vom Bau einiger Handelsgewaͤchſe, vorzuͤglich der Rapſaat— Von Wirthſchaftsgebaͤuden und Hoͤfen— Von Holzanpflanzungen— Von einigen vorzuͤgli⸗ chen geiſtreichen Wirthſchaften und Wirth⸗ ſchaftsmethoden— Von der wohlfeilſten, nahr⸗ haften und geſunden Bekoͤſtigung und von Erſparungen in der innern Wirthſchaft.— Ferner werde ich darin zu den meiſten Capi⸗ teln dieſes Bandes Nachtraͤge und Anhaͤnge liefern, worin ich uͤberſehene oder erſt neuer⸗ lichſt bekannt gewordene Erfahrungen und Nachrichten aus England nachholen, haupt⸗ ſaͤchlich aber fernere Betrachtungen uͤber teut⸗ ſche Landwirthſchaft, in Vergleichung mit der engliſchen, anſtellen werde. Doch werde ich tatt w i fäih neue umwri urmätn rinm um i rtn w urrhii w NtGn t, rüt duit uit in witan N uucin ſit, Min. zini nüin etn ach. Neüthii gidi mimar enmu wim. Fr ant n n t, w riae an n bden n n i a 1 Mſewet rr in jigiſa int i tn u ig 4 nu nan V erſt erwarten, ob die zur Probe hier gelie⸗ ferten Nachtraͤge zu den drey erſten Capiteln — wovon ich den dritten jedoch als einen partum praematurum anzuſehen bitte— den Beifall der Kenner finden. Bey einer erweiterten oͤconomiſchen Cor⸗ reſpondenz ſind mir, ſeit kurzem, viele Nach⸗ richten von landwirthſchaftlichen Einrichtun⸗ gen, die ſeit langer Zeit, aber nur in kleinen verſteckten Winkeln unſers Vaterlands uͤblich waren, zugekommen. Manche darunter kom⸗ men den Engliſchen gleich, einige uͤbertreffen dieſe ſogar. Ich finde ihrer in keiner oͤcono⸗ miſchen Schrift gedacht, oder es iſt doch nur ſo oberflaͤchlich geſchehen, daß es keine Auf⸗ merkſamkeit erregen und keine klare Idee ge⸗ ben konnte. Wie wichtig waͤre fuͤr Teutſch⸗ land ein Werk, wie Youngs Annalen des Ackerbaues! Freylich wuͤrde die Unterneh⸗ mung weit ſchwieriger, wie in England ſeyn, wenn ſie das ganze Reich umfaſſen ſollte. Aber ſie koͤnnte ſich vorerſt auch nur uͤber einen Theil deſſelben erſtrecken. Einen Board of Agriculture und ſolche Nachrichten, wie dieſer einziehet und bekannt macht, duͤrfen wir wohl nie erwarten. VI Sollte mich jemand mit Nachrichten von ſolchen minder bekannten, aber wirklich uͤbli⸗ chen landwirthſchaftlichen Vorrichtungen, die den Engliſchen an die Seite geſetzt zu werden verdienen, aus irgend einer Gegend Teutſch⸗ lands erfreuen wollen, den verſichere ich vor⸗ laͤufig meiner herzlichen und bey jeder Gele⸗ genheit thaͤtigen Dankbarkeit. Zelle, den zoſten Maͤrz 1798. Der Verfaſſer. r it ſrater — 4 Dmuu n Tth ſeunit nirter vä. uttena be lſwemn gi mng irich ENöi in tein Dar 1 ahr Dement d aden htto⸗ . Frn dera rat wunmimme †. Rac ene Ahenn wre Ah uhmmad ranſten wmtn —— — Vorrede zur zweyten Auflage. D ieſe zweyte Auflage, durch den ſchnellen Abgang der erſten und fortdauernde Nachfrage veranlaßt, hat nur Berichtigungen der Druck⸗ und Schreibfehler vor der erſten voraus. Ich beabſichtigte einige Ver⸗ beſſerungen und Zuſaͤtze; meine Herren Verleger wa⸗ ren aber ſo billig, fuͤr die Beſitzer der erſten Auflage einen beſondern Abdruck derſelben veranſtalten zu wollen. Dies bewog mich, dieſe Zuſaͤtze ausfuͤhrli⸗ cher zu machen, und die Gruͤnde anzugeben, warum ich meine Meynungen in manchen Stuͤcken berich⸗ tigt, hier und da veraͤndert hatte. Nun entſtand aber die große Schwierigkeit, dieſe Verbeſſerungen in den Context hineinzuweben, wenn ich nicht das Buch durch eine gewaltige Menge von Anmerkungen verunſtalten, und den Leſer immer unterbrechen, oder ein ganz neues Werk ſchreiben wollte. Meine Ideen uͤber Landwirthſchaft hatten ſich naͤmlich im Allgemeinen, ſeitdem ich dieſes Buch ſchrieb, durch fortgeſetzte eigene Beobachtungen und Verſuche, durch eine ausgebreitete Correſpondenz und Umgang mit den aufgeklaͤrteſten practiſchen Landwirthen, beſonders durch jaͤhrlich gemachte land⸗ wirthſchaftliche Reiſen, mehr aufgeklaͤrt und berich⸗ tigt. Insbeſondere aber hatten ſich meine Kenntniſſe von der engliſchen Landwirthſchaft erweitern muͤſ⸗ ſen, da ich nun die ſaͤmmtlichen vom Ackerbau⸗Amte herausgegebenen, verbeſſerten, gewiſſermaßen offieiellen Berichte uͤber den landwirthſchaftlichen Zuſtand der einzelnen Diſtriete, nebſt andern Schriften, vor Au⸗ gen hatte,— da ich ferner mit ſcharſſichtigen Goͤnnern VIII und Freunden, die England, theils vor, theils nach der Erſcheinung dieſes Buchs, in landwirthſchaftli⸗ cher Hinſicht durchreiſet waren, in Verbindung zu kommen das Gluͤck hatte,— und endlich durch den Beſitz mehrerer engliſchen Werkzeuge in den Stand geſetzt war, den Gebrauch derſelben und die Hand⸗ griffe naͤher kennen zu lernen. Ich war alſo im Stande, Vieles genauer zu beſchreiben, feſter anzu⸗ geben, und ſchaͤrfer zu beurtheilen, als mirs vor fuͤnf oder ſechs Jahren, wie ich dieſes Buch ſchrieb, moͤg⸗ lich war. Daher habe ich den Entſchluß gefaßt, dieſe Zu⸗ ſaͤtze, Verbeſſerungen, genauere Beſtimmungen und Selbſtkritiken, nach der Ordnung und Veranlaſ⸗ ſung, die dieſes Buch gibt, in einem oder zwey Baͤndchen beſonders herauszugeben. Sie koͤnnen als die zweyte Abtheilung des zweyten Bandes dieſes Buchs, oder als der zweyte Band der Beytraͤge zur Kenntniß der engliſchen Landwirthſchaft, mit Fug und Recht angeſehen werden, und werden daher un⸗ ter beyden Titeln erſcheinen. Sie beziehen ſich aber ganz auf dieſes Buch, oder den erſten Theil, und dooͤnnen ohne ſolchen nicht verſtanden werden. Ich weerde die Seitenzahl beider Auflagen dabey angeben. Ob dieſer Band auf Oſtern oder erſt auf Michgelis erſcheinen werde, kommt auf Umſtaͤnde an, die ich nicht vorauszuſehen vermag. Ich arbeite mit Eifer daran, wuͤnſche ihm aber die moͤglichſte Volſtaͤn⸗ digkeit und Klarheit zu geben, wozu ich ſelbſt noch einige der neueſten Nachrichten und Schriften aus England erwarte. Der Verfaſſer. 2 — — a *. a u wecm 3 4 miün, phanaaa 5 Mte p nach aftli⸗ ig zu h den Stand Dand⸗ ſo im anzu⸗ rfuͤnf moͤg⸗ eZu⸗ und nlaſ⸗ zwey ounen dieſes ge zur Fug r un⸗ aber und Ich eben. gelis le ich Eifer ſaͤn⸗ noch aus er. 42 Vorrede zur dritten Auflage. De zweyte Auflage des erſten und zweyten Theils ward zu ſchnell gefordert, um, auſſer einigen Cor⸗ rekturen, Verbeſſerungen machen zu koͤnnen. Die dritte Auflage erheiſcht nothwendig einige, da Man⸗ ches, was ich in der erſten ſagte, gegen meine jetzige Ueberzeugung iſt. Damit aber die Beſitzer der erſten Auflagen die Verbeſſerungen erfahren moͤgen, ohne ſich dieſe neue anzuſchaffen: ſo habe ich die Veranſtaltung getroffen, daß die Anmerkungen und Zuſaͤtze be⸗ ſonders abgedruckt werden. Vielleicht haͤtte das ganze Werk in allen ſei⸗ nen drey Baͤnden eine voͤllige Umarbeitung und mehr ſyſtematiſche Ordnung verdient. Da ich aber an einem ſyſtematiſchen Werke: den Grund⸗ ſaͤtzen des rationellen Ackerbaues, ſeit laͤngerer Zeit ſchon arbeite, und ich darin auf die⸗ ſes Werk haͤuſig Bezug nehmen werde, ſo ſcheint es nicht nur uͤberfluͤſſig, ſondern wuͤrde auch durch viele dann unvermeidliche Wiederholungen lang⸗ weilig werden. Ich bitte nur, daß mich Jeder mit Anfragen, Widerlegungen, Saamenbeſtellungen u. ſ. w. ver⸗ ſchonen moͤge, der dieſe Zuſaͤtze und Verbeſſerungen nicht geleſen hat. Moͤglin, den 4. Jan. 1806. 4 Uunug lutsiwh ſhtneaan Wiün, Renr. t karnit hir — Einleitung. Seite Veranlaſſung fuͤr den Verfaſſer, Landwirthſchaft prac⸗ tiſch und theoretiſch zu treiben...„.. Vorſtellung, die er ſich von der moͤglichen wiſſenſchaftli⸗ chen Vollkommenheit dieſer Kunſt machte.... Teutſche Schriftſteller uͤber Landwirthſchaft— ihre Claſ⸗ ſen— Oberflaͤchlichkeit der meiſten..... Geringe Erwartungen des Verfaſſers von den Englaͤndern in dieſem Fache............ Werden, bey Leſung der neueſten engliſchen Werke, uͤber Landwirthſchaft, zum Erſtaunen uͤbertroffen... Wie es zugehe, daß ſolche durch Ueberſetzungen ſo wenig in Teutſchland bekannt geworden, und daß man ſich von engliſcher Landwirthſchaft ſo unrichtige Begriffe mache.............. Schwierigkeiten bey der Ueberſetzung ſolcher Werke... Entſchluß des Verfaſſers, die Aufmerkſamkeit teutſcher Landwirthe auf die neuern Engländer, durch dieſe Schrift, zu lenken.......... Verſchiedene Vorerinnerungen.. . 2 I Erſtes Capitel. Seite Verfaſſung der Landwirthſchaft in England.„ 19 Eigenthuͤmliche Beſitzungen und Claſſen der Beſitzer; Pach⸗ tungen und Paͤchter,— auf Willkuͤhr, oder auf be⸗ ſtimmte Jahre............ 20 Ob grobe oder kleine Pachtungen fuͤr den Staat vortheil⸗ hafter ſeyen?........... 25 Simple Farmers und Gentlemen⸗Farmers..... 27 Reizende Beſchreibung des Zuſtandes und der Lebensart eines ſimplen Farmers, nach A. Poung..... 28 Verdienſte der Gentlemen⸗Farmers um die Landwirth⸗ ſchaft... 30 Zweytes Capitel. 1 hJ MA 11 man 3 P ges Vervollkommnung der Landwirthſchaft in mef nua England, als Wiſſenſchaft betrachtet, in den neueſten Zeiten........ 32 Das Korn⸗Einſuhr⸗Verbot unter Carl dem Wweten hob zuerſt den Ackerbau..... 33 Einmiſchung der Gelehrten in dieſe Kunſt.... 34 Abwege, worauf ſie anfangs geriethen...... 35 A. Youngs große Verdienſte um die practiſchen und wiſſen⸗ ſchaftlichen Fortſchritte im Ackerbau..... 3 Seeine Verſuche, ſeine Reiſen und Schriften.... 37 Die Annalen des Ackerbaues........ 39 Landwirthſchafts⸗Geſellſchaften....... 42 Errichtung des Ackerbauamtes— Board of Agricul- ture— Deſſen Geſchichte.... 45 Deſſen Zwecfe............. 49 Seite 25 27 30 Drittes Capitel. Wirthſchaftsarten in England... Nothwendige Bedingungen einer beſſeren Wirthſchaft iſt Gemeinheitstheilung und Verkoppelung oder Geſchloſſen⸗ heit der Felder.* 4. 2*. 2...*. Wie weit es damit in England gekommen, und welche Schwierigkeiten ihr noch an einigen Orten entgegen⸗ ſtehen:............. Mit derſelden muß eine Vergleichung wegen des Natural⸗ zehntens nothwendig verbunden werden.. Mit dieſem kann keine gute Wirthſchaft beſtehen... Dreyerley Hauptarten der Wirthſchaft: 1. Korn⸗ oder Ackerwirthſchaft; 2. Gras⸗ oder Weide⸗Wirthſchaft; 3. Wechſelwirthſchaft.-....... Verhaͤltniß der Acker⸗ und Weidewirthſchaften gegen ein⸗ ander.*+ 4ᷣ 4 4.ᷣ ₰ 2. 4ᷣ.l.l. 2 4.l 2 4.ᷣ Vorzug der erſteren, wenn ſie mit gehoͤriger Energie ge⸗ trieben wird. 2...* 2*.⁴... 2*. 2*. Großer Vorſchuß, der zu einer hochgetriebenen Wirthſchaft in England erfordert wird....... Ackerwirthſchaft auf lockerem Boden, oder die Norfolker. —— aauf Klayboden, oder die Kenter.. Die Graswirthſchaft in den mittellaͤndiſchen Grafſchaften. Die Waechſelwirthſchaft........... Beſſerer Zuſtand der Grafſchaften, wo der Ackerbau das Hauptgewerbe ausmacht, vor denen, wo mehr Fabriken betrieben werden........ Viertes Capitel. Der Erdboden. Verwirrung in den bisher uͤblichen Ausdruͤcken und Begrif⸗ fen vom Boden........... Beſtimmtere werden zu einer wiſſenſchaftlichen Behandlung der Landwirthſchaft unumgaͤnglich erfordert... Genauer ſind die Englaͤnder darin, doch bey weitem noch nicht hinlaͤnglich. 4 2A 2„..* 2 2 2 Seite 55 56 57 58 59 61 62 63 XIV Seite Hauptpunkte, worauf es bey der Unterſuchung und Beſin. mung des Bodens ankommt... 1) Die ackerbare Krume oder Oberflaͤche des Bodens.. Deren Beſtandtheile. Dammerde oder Ruͤckſtand der Faͤulniß. Die Thonerde, die Kieſelerde, die Kalkerde, die Bitter⸗ erde, als voͤllig rein betrachtet..... Eiſentheile, Neutralſalze, Saͤuren.... Verfahren bey der Unterſuchung u. Zerlegung des Bodens. Beſchreibung einer zwar nicht voͤllig genauen, aber leichten und vorerſt hinreichenden Methode, die Weſtandeheile des Erdbodens zu unterſuchen.... Wie die Schwere des Bodens zu beſtimmen?.. Wie man ſeine waſſerhaltende Kraft erforſche?.. Wie man ſeine Beſtandtheile unterſuche?... Wodurch das verſchiedene Verhaäͤltniß der Erdarten im Bo⸗ den einen verſchiedenen Grad von Fruchtbarkeit bewirke. Ruͤckerts Syſtem, nach welchem eine beſondre Erdmi⸗ ſchung zur Ernährung jeder heſondern Fruchtart noth⸗ wendig iſt..... Meinung anderer, nach welchen die Erdmiſchung blos werk⸗ zeuglich und vermoͤge ihrer, die Feuchtigkeit anhaltenden Kraft, verſchiedene Grade der Fruchtbarkeit beſitzet.. Berechnung der anhaleenden Kraft de ſhledene Boden⸗ arten.—.—... Ruͤckertſche Meinung geprüft und widerlegt... 2) Die Tiefe der ackerbaren Oberflaͤche.... 3) Die Beſchaffenheit des Untergrundes.... 4) Die abhaͤngige und horizontale Lage des Bodens und die Himmelsgegend, wohin ſie ſich neiget... 5) Das Clima... 6) Die hohe oder tiefe Lage eines Acees i Verhaͤltniß der umliegenden Gegend...... Pruͤfung und genauere Beſtimmung der Benennungen, wo⸗ mit man gewiſſe Bodenarten belegt.... Der Klayboden........ Der Lehmboden........ 79 80 8¹ 82 84 86 89 9⁰ 90 91 94 95 97 Seite Der Sandboden....... Der mergelartige oder Kalkboden..... Der hitzige und kalte Boden...... Der ſaure Boden....... Der reiche und arme Boden.„... Der unreine Boden.—..... Der ſchwere und leichte Boden..... Ohne beſtimmtere Kenntniß des Bodens bleibt die Lehre von der Bonitirung der Felder ſchwankend... Die Verbeſſerung der Felder, durch Auffahren fremder Erdarten, beruhet auf einer vorlaͤufigen genauen Unter⸗ ſuchung derſelben....... Fuͤnftes Capitel. Vom Duͤnger.. Manche Ungewißheit in dieſer wichtigen Lehre.. Kann zwar allein durch richtige Srſogrängen und Verſuche gehoben werden;.... Dieſe koͤnnen aber nur durch Theorie in zuſammenhang und allgemeine Ueberſicht gebracht werden... Unentbehrlichkeit der Thedese in leder Erſaßrungswiſſen. ſchaft... Die Nahrung, welche ein Körper erfardert, laßt ic auz ſeinen Beſtandtheilen abnehmen.... Beſtandtheile aller Arhanjſchen Kitper nach der neueren Chemie.... Anmerk. Neue Verbindungen, welche die urſcffe unter dem Ein⸗ fluſſe der eigenthümlichen Lebenskraft jedes organiſchen Weſens eingehen, und die ſich nicht auf Phyſiſche und chemiſche Geſetze gruͤnden..... Nach Entweichung der Lebenskraft treten dieſe wieder ein, und dieſe Stoffe ſuchen ſich nach ihrer eigenthuͤmlichen Tendenz wieder mit einander zu vereinigen... Erſcheinungen bey der Gaͤhrung und Faͤulung... Die bey der Faͤulung entwickelten Stoffe ſind die Nahrung neuer organiſcher Koͤrper...... 118 . 120 121 121 121 „ 122 122 124 126 127 127 128 Zweifel, welche neuere Naturforſcher gegen den materiellen Nutzen des Duͤngers aufgeworfen.. Nach ihnen reichet Erde, Waſſer und Atmoſphaͤre den Pflanzen alle erforderliche Nahrung.... Genauere Unterſuchung der Tilletſchen Verſuche, worauf ſich die Meinung gruͤndete, durch Haſſenfraz... Dieſer erweiſt, daß die Pflanzen ihren Kohlenſtoff nicht aus der Atmoſphaͤre, ſondern nur aus dem Dünger er⸗ halten koͤnnen.. Der Kohlenſtoff iſt auch nicht das Einzige⸗ was die Pgan⸗ zen aus dem Duͤnger ziehen... Darum muͤſſen alle fluͤchtige Beſtandtheile des fantenden Duͤngers, ſo viel moͤglich, bey einander gehalten und aufgefangen werden.. Seite . 129 130 131 . 132 134 . 135 Mehrere Aufklaͤrung dieſer Materie iſt bald, beſonders 3 durch die Bemühungen des Board of Agriculture, zu hoffen.. Gehalt an Kohlenſtoff in dem Miſte verſchiedener Thiere. Die Kraft des Miſtes iſt nach dem Zuſtande und der Nah⸗ rung des Viehes verſchieden..... Stall⸗ und Hofmiſt wird von den Englaͤndern unterſchieden. Werth des zur Einſtreuung gebrauchten Strohes. Ob es rathſamer ſey, das Stroh zu verfuttern oder einzuſtreuen? Fluͤſſiger Miſt ohne Einſtreuung. 8... Surrogate des Strohes zur Einſtreuung.... Behandlung des gewoͤhnlichen Strohmiſtes... Befoͤrderung und Moderation der Gaͤhrung.. Zuſatz von lebendigem Kalk und Erde. Compoſt der Eng. laͤnder. 8... Zweckmaͤßige Anlegung der Miſtſtellen.... Zeitpunkt, den Duͤnger in den Boden zu bringen; ver⸗ ſchieden, nach Verſchiedenheit des Bodens... Benutzung des Duͤngers zum eberſirenen der jungen Saat im Fruͤhjahre..... Gruͤnde, welche man in England für dieſe Methode anfuͤhrt. Gruͤnde gegen ihre allgemeine Anwendbarkeit.. Wo eine ſtarke und ſeltene, und wo eine ſchwache und oͤf⸗ tere Duͤngung zutraͤglicher?..... . 136 138 138 139 139 140 142 143 144 144 145 147 148 148 149 152 1 —— A 1 —— inle 4 awinuüſt mn wri Pa — knn Urrita hiir aünitie t ginen degt Vineumg kn.-Arg tmndr a aampe an n mit —— — — — — — — = —= ͤ ☛ Einleitung. Wenn die animaliſche Natur,— die leider! in ihrem kranken Zuſtande der Gegenſtand meiner ern⸗ ſteren Unterſuchungen und Geſchaͤfte iſt— meine Kraͤfte erſchoͤpfet hatte; ſo fand ich, ſeit jeher, bey der geſunden vegetabiliſchen Natur Erholung und Aufheiterung Ich war Botaniker, Blumiſt, Gaͤrtner.— Aber Botanik war mir hier zu ſteril; das Blumenbeet ward mir zu kleinlich; ein Gar⸗ ten zu enge und zu einfoͤrmig. Ich hatte Gelegen⸗ heit, einen betraͤchtlichen, ſchoͤn-gelegenen Platz zu erkaufen, in der Nachbarſchaft des hieſigen frucht⸗ barern Stadtfeldes, und bald darauf mehrere Aecker und Wieſen, die zuſammengenommen eine kleine, aber vollſtaͤndige, Wirthſchaft ausmachen konnten. Alſo ward ich Landwirth in den Stunden meiner Muſſe, und ruhete hinter dem Pfluge aus von meinen Arbeiten. 1 A Allein das Mangelhafte des hieſigen Schlen⸗ drians konnte mich nicht befriedigen. Ich wollte meine Aecker in die moͤglich hoͤchſte Cultur ſetzen, meiner Wirthſchaft einen feſten, regelmaͤßigen Gang geben. Ich ſtudirte einige der beruͤhmteſten landwirthſchaftli⸗ chen Autoren, und zog aͤltere Oeconomen, beſonders einen enthuſiaſtiſchen Verehrer Schubarts von Kleefeld, zu Nathe. Was den Verhaͤltniſſen mei⸗ ner Wirthſchaft angemeſſen ſchien, brachte ich mit großer Anſtrengung in Ausuͤbung, hatte im Fruͤhjahr die hoͤchſten Erwartungen von meinen Operationen, und bey der Erndte gaͤnzlichen Mißwachs.— Zuwei⸗ len haͤtte ich gern in den ſatyriſchen Witz uͤber theore⸗ tiſche und gelehrte Landwirthe, den man oft in Bier⸗ ſchenken und laͤndlichen Klubverſammlungen anhoͤren kann, mit eingeſtimmt. Aber ich beſann mich und lachte nur uͤber mich ſelbſt. Viel zu wenig, ſagte ich mir, haſt du noch die Landwirthſchaft ſtudiryt, viel zu wenig alle Verhaͤlt⸗ niſſe erwogen, um mit gluͤcklichem Erfolge neue Be⸗ ſtellungsarten, neue Fruͤchte einzufuͤhren. Allerdings iſt die Wirthſchaft hieſiger Gegend hoͤchſt unvollkom⸗ men; aber um etwas Beſſeres an ihre Stelle zu ſetzen, muß man erſt das Ganze der Landwirthſchaft kennen, und, mit Ruͤckſicht auf die Beſchaffenheit des Bodens und Localverhaͤltniſſe, es anzuwenden wiſſen. Die Landwirthſchaft muß vor allem eines wiſſenſchaftlichen Syſtems fahig ſeyn. Keine andre Erfahrungswiſſen⸗ ſchaft kann aus den Beobachtungen aller Voͤlker und /—z 4——— 8 4— 5“ 88—— 55 “ 3——. ————— ——= len⸗ neine einer eben. aftli⸗ ners von mei⸗ ˖mit jahr onen, wei⸗ eore⸗ Bier⸗ hoͤren und h die haͤlt⸗ Be⸗ ings kom⸗ etzen, inen, dens Die ichen ſſen⸗ und —.— — 3— aller Zeiten ſo viele Data ſammlen, wie dieſe; keine die etwanigen Luͤcken durch Anſtellung genauer Ver⸗ ſuche ſo leicht ausfuͤllen, wie dieſe. Keine erregt uͤberdas ſo vieles Intereſſe; keine gewaͤhrt dem Fleiße und Talente ſo ſichere, ſo unmittelbare Be⸗ lohnung. Alle Huͤlfswiſſenſchaften, deren ſie bedarf — Naturlehre, Chemie, Kraͤuterkunde, Thierarz⸗ neykunde— haben ſich in unſern Tagen ſo bewun⸗ dernswuͤrdig gehoben.— Ein richtiges, auf reine Erfahrung gegruͤndetes Syſtem muͤßte aber jeden, der Anwendung faͤhigen Kopf in den Stand ſetzen, eine angebauete oder noch wuͤſte Erdflache— nach⸗ dem er ſie gehoͤrig unterſucht— zu dem moͤglichſt hoͤchſtem Ertrage zu bringen. Ein kluger unterrich⸗ teter Landwirth muß dadurch uͤber alle oͤrtliche Gewohnheiten und ſchwankende Empirie weggeſetzyt ſeyn; muß unter allen möglichen Einrichtungen der Wirthſchaft, der Beſtellung, des Viehſtapels, der Anſpannung, die auf irgend einem Flecke des Erd⸗ bodens gebraͤuchlich ſind, grade das fuͤr ſich aus⸗ waͤhlen koͤnnen, was fuͤr ihn am zweckmaigſten iſt. Jeden Staat muß ein ſolches Syſtem lehren, wie er ſeinen Flacheninhalt, die Beſchaffenheit ſei⸗ nes Bodens und die Summe ſeiner arbeitenden Kräfte zum hoͤchſten Wohlſtande des Ganzen be⸗ nutzen koͤnne. Ein ſolches Syſtem ſuchte ich in allen den ſyſtematiſchen Werten, die ich auftreiben donnte. Freilich fand ich Syſteme genug, aber keins, das „ —.———— ——— 1 auf dem feſten Grunde der Erfahrung und genauer nicht fehlen. gemacht hatte. Verſuche beruhete. Vielleicht, dachte ich, haben es gerade die ſchaͤtzbareren Schriftſteller uͤber Landwirthſchaft noch nicht gewagt, ein Syſtem aufzuſtellen. Aber bey allem, was in der letzten Haͤlfte dieſes Jahrhun⸗ derts in Teutſchland uͤber Landwirthſchaft geſchrie⸗ ben, groͤßtentheils von practiſchen Landwirthen ge⸗ ſchrieben iſt, kann es doch an Materialien dazu Alſo las ich nun alles, was in Bibliotheken und Buchlaͤden zu haben war,— nicht blos meiner kleinen Wirthſchaft, ſondern der Wiſ⸗ ſenſchaft, jenes Ideals wegen, was ich mir davon Aber auch hier betrog ich mich in meinen Er⸗ wartungen. Ein Theil teutſcher landwirthſchaft⸗ licher Schriftſteller, und zwar dieſer der gruͤnd⸗ lichſte, beſchrieb Wirthſchaftsarten, die dem Verfaſ⸗ ſer oder ſeiner Gegend eigenthuͤmlich waren. dieſer Gattung haben wir ſehr ſchaͤtbare Werke, beſonders ſolche, die die Mecklenburgiſche und Holſteinſche ſogenannte Koppelwirthſchaft richtig beſchreiben und berechnen, und ihre Modificationen nach Beſchaffenheit des Bodens beſtimmt angeben. Von Fuͤr alle, welche dieſe bequeme Wirthſchaft treiben wollen und koͤnnen, iſt vortrefflich geſorgt. Auch iſt vielleicht nach den ſtatiſtiſchen Verhaͤltniſſen, be⸗ ſonders von Mecklenburg, keine beſſere moͤglich. Daß ſie aber die vollkommenſte unter allen denk⸗ 22 n Er⸗ ſchaft⸗ ruͤnd⸗ erfaſ⸗ Von gerke, und ichtig ionen geben. reiben Auch , be⸗ öglich. denk⸗ — 5— baren, oder nur unter allen wirklich im Großen und in ganzen Provinzen exiſtirenden ſey, koͤnnen nur kurzſichtige Enthuſiaſten behaupten. Eine zweyte Claſſe von Schriftſtellern macht eine einzelne, vielleicht allgemein oder oͤrtlich gute Operation zum Grundpfeiler der ganzen Landwirth⸗ ſchaftskunſt. Sie iſt ihr Eins und Alles. Der vollkommene Stein der Weiſen! Ihr Gebaͤude ſteht nett und ſchoͤn da, wie ein luftiger Tauben⸗ ſchlag. Aber bey jeder zufaͤlligen und unvermeid⸗ lichen Aufhebung des Gleichgewichts, liegt es zer⸗ truͤmmert. Die Stallfuͤtterung— allerdings eine große Erfindung der Teutſchen— und Kleebau in der Brache, ſind bey vielen das non plus ultra der Wirthſchaft. Wer kennt nicht die Bibliotheken von Streitſchriften, die hieruͤber herauskamen, und die Erbitterung der Gegner! Faſt jeder den⸗ kende teutſche Oeconom nahm Parthey fuͤr oder gegen die Sache. Aber wer hat ſie unpartheyiſch unterſucht? Wer hat gezeigt, unter dieſen Ver⸗ haͤltniſſen und Beyhuͤlfen iſt ſie moͤglich, rathſam und ſicher; ohne ſie nicht? Noch iſt es, nach allem Wortwechſel, durch keine zuverlaͤſſige Ver⸗ ſuche ausgemacht, ob der Klee das Land ausſauge oder bereichere? Eine dritte Elaſſe von Schriftſtellern, welche allgemeine Lehrbuͤcher lieferte, beſtand groͤßtentheils aus ſolchen, denen es an eigner Erfahrung oder an Beobachtungsgeiſte mangelte. Wenn ſie nicht ei⸗ ———jjjj—— ———— nem Wirthſchafts⸗Syſtem gehuldiget hatten, ſo ſieht man ihnen das Schwankende und Unſichere beym erſten Anblicke an. Sie widerſprechen ſich auf jedem Bogen, indem ſie, bald hier, bald dort, etwas hernehmen und es nicht zu vereinigen wiſſen. Der practiſche Oeconom wird, ſo wie es mir ging, wenig Troſt bey ihnen finden. In eine vierte, und dies iſt die zahlreichſte Claſſe, ſetze ich diejenigen Schriftſteller, welche das von Einigen aufgeſtellte Problem: mit dem moͤg⸗ lichſt geringſten Aufwande den nach Verhaͤltniß hoͤchſten Ertrag herauszubringen, practiſch geloͤſet haben.— Der geringe Aufwand naͤmlich war— ihre Geiſtes-Kraft; der Ertrag: kaͤrgliches Autoren⸗Tagelohn! Ihr Pflug iſt die Feder, und das Papier ihres Verlegers der Acker, worauf ſie arbeiten. Sie beſitzen eine Gabe von Weit⸗ ſchweifigkeit, womit ſie Materie fuͤr ein Karten⸗ blatt zu dicken Baͤnden aufſchwellen. Der trivialeſte Satz wird, wie in einer langweiligen Symphonie, in hundert Variationen uns vorgeleyert, ohne dar⸗ um mehr Klarheit und Beſtimmtheit zu erhalten. Dieſe Claſſe bekommt gewoͤhnlich die von den zconomiſchen Societaͤten ausgeſetzten literariſchen Preiſe. Hierzu koͤmmt nun noch eine fuͤnfte, gleich⸗ falls zahlreiche Claſſe von Sammlern und Compi⸗ latoren, die, ohne alle vernuͤnftige Auswahl, das wieder abſchreiben, was ihnen das Schickſal darbie⸗ — ee ssgte des — 7— tet. Durch das ſchimmernde Aushaͤnge⸗Schild des Titelblattes wird dann beſonders der nach Kennt⸗ niſſen oft hungrige Landmann mit dieſer loſen, aufgewaͤrmten Speiſe betrogen.*) Ich war, nachdem ich ſo viele Baͤnde uͤber Landwirthſchaft durchgeleſen, in den erſten Grund⸗ ſaͤtzen ungewiſſer, als vorher. Ich fand faſt nir⸗ gends richtig angeſtellete Verſuche, um zu erweiſen, daß dieſe Wirkung nur von jener, und keiner an⸗ dern Urſache herruͤhre. Hoͤchſtens war die totale Wirkung einer Menge theils bekannter, theils un— bekannter Agenten beobachtet. Wi ſie durch Ver⸗ mehrung, Verminderung oder Ermangelung eines oder des andern erhoͤhet, eufgeße oben oder modificirt worden ſey, daruͤber fand ich, auch in Anſehung der wichtigſten Streitfragen, nichts in den Archiven dieſer Kunſt. Viele hundert Rieß Papier wurden aufgeopfert, um eine Streitfrage zu verwirren, die auf einem Acker von etlichen Morgen in wenig Jahren auf immer entſchieden waͤre. Aber von ſolchen Verſuchen, wobey man faſt nichts dem Zu⸗ falle uͤberlaͤßt und der Natur die Antwort auf ») Vergl. hiermit B. 3. S. 815, wo ich mein Urtheil uͤber landwirthſchaftliche Schriftſteller, wie wir ſie bis dahin hatten, theils zuruͤckgenommen, theils gemildert, theils beſtaͤtiget, uͤberhaupt aber eine andere Claſſifica⸗ tion derſelben gemacht habe. eine vorgelegte Frage abzwingt,— wußten unſre gelehrten Oeconomen nichts. Genaue ôconomiſche Berechnungen vermißte ich noch mehr. Der Ertrag des Bodens war faſt immer nur nach der Koͤrner⸗Vermehrung der ungewiſſen Einſaat angegeben. Aber uͤber das Verhaͤltniß der Arbeit und der Beſtellungskoſten zum Ertrage fand ich faſt nichts, weder im Einzelnen, noch im Ganzen. Daß fleiſſiges Bearbeiten eintraͤglichere Erndten gaͤbe, dieſe große Wahrheit fand ich zwar bey einigen. Andre machten ſie ſogar zweifelhaft, denn ſie bil⸗ deten ſich ein, daß das fleiſſigere Bearbeiten nicht anders als widerſinnig angeſtellt werden koͤnne. In welchem Verhaͤltniſſe aber der Ertrag die Ko⸗ ſten mehrerer, zweckmaͤßig angeſtellter Arbeit belohne? das war ſo wenig bey einer beſtimmten Beſtellung eines Morgens ausgemacht, als bey ganzen Wirthſchaften. Wie wuͤrde ſich ein Spann Pferde oder Ochſen, auf dieſem Gute von 800 Morgen Mittelboden mehr gehalten, bezahlen? Das kann man nicht wiſſen; darum laßt es beym Alten! rufen die Kluͤgſten. Wahrlich die Kluͤg⸗ ſten, ſobald alle feſte Grundſaͤtze hieruͤber noch fehlen. Was die Benutzung des Viehes durch Aufzucht, Maſtung, Molkenwerk und den wahren Werth des Duͤngers, und dann wieder den eigent⸗ lichen Werth des Heues, der Futterkraͤuter, des Strohes, in Ruͤckſicht auf die vermehrte Erzeugung anderer Producte, anbetrifft, daruͤber ſind die Ver⸗ unſre e ich nmer wiſſen ß der nd ich nzen. gaͤbe, igen. bil⸗ nicht nne. Ko⸗ rbeit mten bey pann 800 len? deym luͤg⸗ noch durch hren gent⸗ des zung Ver⸗ — 9— haͤltniſſe noch durchaus unbeſtimmt, und man ſchaͤtzt alles dies nach einem ſehr unrichtigen Maaß⸗ ſtabe.*) Bergens vortreffliches Werk uͤber die Ver⸗ beſſerung der Viehzucht war das einzige, woraus *) Ueber landwirthſchaftliche Berechnungen, wie ſie theils zu eigenem Behuf, theils zum Gewinn der Wiſſen⸗ ſchaft angeſtellt werden ſollten, habe ich zwar einige Winke im erſten Aufſatze der zweyten Abtheilung des zweyten Bandes dieſes Werks gegeben; aber ſie ſind viel zu unvollſtaͤndig. Ich geſtehe auch, daß ſich erſt ſeit kurzem meine Ideen uͤber landwirthſchaftliches Rech⸗ nungsweſen, nach mehreren gemachten Verſuchen, ge⸗ hoͤrig geordnet haben, und daß ich erſt ſeitdem auf eine Methode verfallen bin, die eine befriedigende Ueberſicht der Wirthſchaftsverhaͤltniſſe gewaͤhrt, ohne ſehr be⸗ ſchwerlich und weitlaͤuftig zu ſeyn. Ich muß aber ihre Entwickelung auf mein kuͤnftiges groͤßeres Werk: die „Grundſaͤtze des rationellen Ackerbaues,“ verſparen, da ſie erſt im Gefolge anderer Grundſaͤtze gegeben werden kann. Wir haben ſeitdem ein wichtiges Werk, in Hinſicht landwirthſchaftlicher Berechnungen, an des Grafen von Podewils Wirthſchafts⸗ Erfahrungen erhalten, auf welches ich in dem Aufſatze uͤber landwirthſchaftliche Berechnungen an⸗ ſpielte. Ohnerachtet dieſe Berechnungen zu lokal und — ich moͤchte ſagen— zu egoiſtiſch in einem fuͤr das Publikum beſtimmten Werke ſind; ſo ſind ſie doch in Hinſicht auf viele wichtige darin enthaltene Data hoͤchſt ſchaͤzbar, und die ſpaͤte Nachwelt wird meinem ver⸗ ſtorbenen edlen Freunde und Goͤnner noch lange dafuͤr danken. — ——. —,———-——— 24 ich helle und beſtimmte Begriffe uͤber das Ganze der Landwirthſchaft ſchoͤpfte. Ich kann dieſes claſſi⸗ ſche Werk, welches nur einige Berichtigungen und genauere Beſtimmungen erfordert, Anſaͤngern in der Landwirthſchafskunde nicht genug empfehlen. 4) Bey der Durchſuchung des teutſchen Buͤcher⸗ Schatzes, waren mir denn auch Ueberſetzungen aus dem Engliſchen in die Haͤnde gefallen, vom Museum rusticum, von dem compleat body of husbandry und mehreren andern Schriften, aus den funfziger Jahren. Aber die ohne Sach- und Sprach⸗ Kenntniß gemachten Ueberſetzungen verleideten mir das wenige Gute, was dieſe Buͤcher enthielten. Auch waren mir manche Beyſpiele von verungluͤck⸗ ten Nachahmungen der Englaͤnder, aus der Zeit nach dem ſiebenjaͤhrigen Kriege, bekannt, und das Geſpoͤtte uͤber Anglomanie dauerte noch fort. Alſo aus England, glaubte ich, ſey gar nichts fuͤr uns zu holen; die Güte des Bodens mache dort die Fehler der Wirthſchaft,— der Reichthum, den der Handel giebt, die verſchwenderiſchen An⸗ lagen im Landhaushalte, gut. Aber grade wie mein Ekel gegen alle oͤconomi⸗ ſche Lectuͤre aufs hoͤchſte geſtiegen war, erhielt ich einige der neueſten engliſchen Schriften im Originale. *) Ich habe es ſeitdem mit Anme kunden und Zuſaͤtzen neu herausgegeben. ſ — — — — — — — II— Wie ſehr erſtaunte ich, darin die genaueſten Beob⸗ achtungen, die ſorgfaͤltigſt angeſtelleten Verſuche, die bis ins kleinſte Detail eingehenden Berechnungen, die lichtvolleſten Raiſonnements, und die eifrigen Forſchungen nach Wahrheit anzutreffen! Nun ſuchte ich mir ſogleich alle engliſche Werke, die ich als claſſiſch kennen lernte, zu verſchaffen; und fand ſie naͤher als ich glaubte, in der Bibliothek meines guͤtigen Freundes, des Herrn Hofraths v. Hinuͤber zu Marienwerder. Ich habe ſeitdem die engliſche Landwirthſchaft mit ſolcher Aufmerkſamkeit ſtudiret, daß ich vielleicht, ohne in England geweſen zu ſeyn, beſtimmtere Nachrichten davon zu geben im Stande bin, als mancher, der England Jahre lang durchreiſet.*) Die Nachrichten, welche fluͤchtige Reiſende, ſelbſt *) Ich glaube, mir dieſes Verdienſt jetzt mit Recht bey⸗ meſſen zu koͤnnen, da nicht nur ſolche Maͤnner, welche zu wiederholtenmalen jahrelang in England geweſen waren, und nicht blos die Gegend um London geſehen, vielmehr das Land durchreiſet hatten, ſondern auch un. terrichtete Englaͤnder mir dieſes bezeugen.„Sie beur⸗ „theilen England,“ ſchrieb mir ein ſolcher,„als ob „Sie Jahre lang darin zugebracht haͤtten, und nie „hat jemand die Verhaͤltniſſe des Ackerbaues zum In⸗ „duſtrie⸗Zuſtande des Landes mit ſo viel Scharfſinn „aufgefaſſt und dargeſtellt.“ Indeſſen weiß ich, daß ich mich beſonders in dieſem erſten Theile in verſchie⸗ denen Stuͤcken irrete. — 2——— ſolche, die Landwirthſchaft zu ihrem Hauptaugen⸗ merk genommen, daruͤber mitbringen, ſind hoͤchſt einſeitig und widerſprechend. So klein der Umfang Englands gegen das teutſche Reich iſt, ſo giebt es doch in dieſem kaum ſo viele, noch ſo auffallende Verſchiedenheiten in der Wirthſchaftsart, wie in jenem. Es iſt daher nichts widerſinniger, als von Engliſcher Wirthſchaft, ſo wie ſie wirklich ausge⸗ uͤbet wird, im allgemeinen zu ſprechen. Dieſe Verſchiedenheit herrſcht nicht nur in der Ackerbeſtel⸗ lung und Benutzung des Bodens, ſondern vorzuͤg⸗ lich auch in Anſehung der Rindvieh- und. Schaf⸗ zucht. Wer daher von engliſchem Hornvieh und von engliſchen Schafen ſpricht, ſagt ganz etwas Unbeſtimmtes. Auch muß man nicht glaubag, daß die Land⸗ wirthſchaft, in ihrer wirklichen Ausuͤbung, daſelbſt allgemein ſchon einen hohen Grad von Cultur er⸗ reichet haͤtte. Keinesweges! Vielmehr ſchreien die wahren Kenner oft uͤber die Barbarey, worin ſie den Ackerbau in manchen Diſtricten angetroffen. Doch hiervon an einem andern Orte. Dieſer wirklich exiſtirenden Verſchiedenheiten ohnerachtet, giebt es aber doch in England eine gewiſſe, allgemein anerkannte, hoͤhere Landwirth⸗ ſchaft, die, modificirt nach dem Boden und der Lage, groͤßtentheils wirklich ausgeuͤbt wird, und die alles, was wir ſonſt von Ackerbau im Großen ken⸗ nen, uͤbertrifft. Und die Gruͤnde, worauf dieſe . — 13— beruhet, ſind nirgends ſo beſtimmt, ſo feſt, ſo zu⸗ nßange 8 5 be orde„„ 8.. 1 7 ſammenhaͤngend angegeben worden wie in Eng⸗ land; zumal in den neueſten Zeiten. Ohne allen Widerſpruch hat Arthur Young das groͤßte Ver⸗ dienſt hievon. Was auch nicht durch ihn ausge⸗ fuͤhret worden, iſt doch durch ihn veranlaßt. Un⸗ endliche Verdienſte hat er jetzt ſchon um dieſes Reich; unendliche, vermuthlich in der Folge um die ganze Menſchheit. Wie geht es aber zu, daß man bey der uner⸗ ſaͤttlichen Speculation der Teutſchen auf alles, was auslaͤndiſch iſt, namentlich bey der gierigen Ueber⸗ ſetzungsſucht aus dem Engliſchen,— oft in ſolchen Wiſſenſchaften, wo dieſe Nation den Teutſchen ſo ſehr weit nachſtehet, davon in Teutſchland ſo wenig erfahren, kaum etwas geahnet hat? Mirr ſelbſt iſt dies faſt unerklaͤrbar. Vor etlichen Jahren er⸗ ſchien zwar eine Ueberſetzung der beyden erſten Baͤnde der Annals of agriculture, wovon jetzt uͤber 150 Stuͤck heraus ſind, im Auszuge. Son⸗ derbar, daß erſt aus Petersburg, vom Leibarzt Kruſe, eine Aufmunterung dazu kommen mußte. Aber damit hielt man ein. Dieſe Ueberſetzung macht es einigermaaßen begreiflich, warum wir nicht mehreres erhalten. Es iſt keine Handwerks⸗ Arbeit, die um das literariſche Tagelohn geſchehen kann. Man muß mit der Sache, mit dem eng⸗ liſchen Ackerbau ſelbſt bekannt ſeyn, wenn man die Sprache, die vielen Provinziglismen, und die —-— 14— eigenen Ausdruͤcke fuͤr Werkzeuge und Operationen richtig verſtehen und deutlich uͤberſetzen will. Solche abgebrochene Stuͤcke, wie die Annalen enthalten, erfordern vorzuͤglich erlaͤuternde Anmerkungen, die ſich auf Kenntniß der Sache im Zuſammenhange gruͤnden; nicht Verbeſſerungen in Johann Balhorns Manier. Da nun meines Wiſſens bis jetzt kein einziges Werk exiſtirt, welches die vollkommnere Engliſche Wirthſchaft gruͤndlich und im Zuſammen⸗ hange enthielte*)[Adams practical eſsays on agriculture iſt ſchale unpaſſende Compilation]: ſo waͤre ich in großer Verlegenheit, welches ich zuerſt zum Ueberſetzen empfehlen ſollte. Die beſſern Schriften handeln nur einzelne Materien ab, ſind fuͤr practiſche engliſche Landwirthe geſchrieben, und ſetzen alſo ſo vieles als bekannt voraus, was dem teutſchen Landwirthe noch voͤllig fremd iſt. Indeſ⸗ ſen iſt es mir faſt unbegreiflich, wie A. Youngs unlaͤngſt uͤberſetzte Reiſen in den noͤrdlichen Pro⸗ *) Wir haben ein ſolches Werk nun erhalten an„a com- plete system of modern husbandry, with the method of plainting and the management of live-stock. By R. W. Dickson M. D. 2 Vol. 4to 1804.“ welches in England, nachdem die Erwartung lange darauf geſpannt war, mit allgemeinem Beyfall aufgenommen worden. Es iſt eine Ueberſetzung davon unter meiner Direction in Arbeit, die aber, weil das Werk uͤber hundert Kupferplatten enthaͤlt, ſo bald noch nicht erſcheinen kann. ionen bolche alten, die zange horns t kein mnere mmen⸗ 8 on : ſo zuerſt eſeern „ſind und dem indeſ⸗ zungs pro⸗ 8— — 15— vinzen Englands, durch Irrland, und die neuerlich herausgekommene vortreffliche Ueberſetzung von ſei⸗ nen Reiſen durch Frankreich und einen Theil von Italien, nicht mehrere Senſation bey Landwirthen und mehreres Verlangen nach ſeinen landwirth⸗ ſchaftlichen Werken erregt haben. Young iſt in Teutſchland mehr als politiſch⸗ſtatiſtiſcher, wie als practiſch⸗landwirthſchaftlicher Schriftſteller, bekannt geworden; ob er gleich in jenem Fache nur in Ruͤck⸗ ſicht auf letzteres arbeitete. Um aufgeklaͤrtere, nachdenkende Landwirthe, deren Zahl in Teutſchland mit jedem Tage mehr zunimmt, auf engliſche Landwirthſchaft und Schrift⸗ ſteller aufmerkſam zu machen, und die Leſung der⸗ ſelben zu erleichtern, unternahm ich in meinen Er— holungsſtunden dieſe Schrift. Der groͤßte Theil derſelben iſt und ſoll Compilation ſeyn. Nur ſolche, die mit der engliſchen landwirthſchaftlichen Ateratur bekannt ſind, koͤnnen beurtheilen, ob ich bey dieſer, aus mehr als hundert Baͤnden gemach⸗ ten Auswahl und ihrer Zuſammenſtellung einiges Verdienſt habe. Ueberſetzen und Abſchreiben iſt meine Sache nicht; ich habe es alſo nur da, wo es auf Facta und Berechnungen ankam— dann aber deſto gewiſſenhafter— gethan. Das Bekannte, oder das fuͤr uns Teutſche noch gar nicht Anwendbare, beruͤhre ich nur oberflachlich; es ſey denn, daß es zum Verſtaͤndniß der engliſchen Schriftſteller zu wiſſen noͤthig ſey. Dahin gehoͤren die Nachrichten von ihrer veredelten, auf Maſtung berechneten, Rindvieh⸗ und Schaf⸗Zucht. Manches iſt freylich nicht aus den Englaͤndern genommen, ſondern eigene Beobachtung und Nai⸗ ſonnement, wozu mir indeſſen mehrentheils die Eng⸗ laͤnder Veranlaſſung gaben. Dahin gehoͤrt beſon⸗ ders das vierte und fuͤnfte Capitel. Ich hatte anfangs nicht nur mehrere Erfahrungen und Verſuche, die ich theils ſelbſt gemacht, theils von meinen Freunden mitgetheilt erhalten hatte, eingewebt; ſondern auch am Schluſſe jedes Capitels einige Betrachtungen uͤber die Ruͤtzlichkeit und An⸗ wendbarkeit engliſcher Grundſaͤtze, Einrichtungen und Methoden auf unſer Vaterland hinzugefuͤgt. Aber eine ſo lange Unterbrechung des Leſers ſchien mir und meinem Freunde v. H. nicht zweckmaͤßig. Daher beſchloß ich, ſolche in einem Anhange zu jedem Capitel vorzutragen. Eine Probe dieſer Anhaͤnge gebe ich jetzt nur zum erſten und zweyten Capitel. Die Materialien zu den uͤbrigen haben ſich zu ſehr angehaͤuft, als daß ich ſie jetzt gleich ausarbeiten koͤnnte. Beſon⸗ ders fand ich mich bewogen, den Anhang zum drit⸗ ten Capitel, wo ich eine Vergleichung der bekann⸗ teren teutſchen Wirthſchaftsarten mit den engliſchen anſtelle, noch zuruͤckzuhalten und zu vervollkomm⸗ — 17— nen. Auf die dringende Einladung verſchiedener Goͤnner und Freunde, habe ich mir vorgenommen, die Holſtein'ſche und Mecklenburg'ſche Wirthſchaft, die ich nur aus Buͤchern und Nachrichten kenne, und beſonders viele damit vorgenommene Verbeſſe⸗ rungen, mit eigenen Augen zu ſehen. Dieſe An⸗ haͤnge werden, mit noch einigen Capiteln uͤber Eng⸗ liſche Wirthſchaft verbunden, vermuthlich einen ſtaͤr⸗ keren Band, wie der gegenwaͤrtige, ausmachen. Sie werden auch die Reſultate vieler von mir und meinen Freunden in dieſem Jahre vorgenommenen Verſuche enthalten.*) Jeder, der mich und meine Verhaͤltniſſe ken⸗ net, wird es bezeugen, daß ich dieſer Schrift nur ſehr unterbrochene Nebenſtunden widmen konnte. Dies kann freylich keinen Schriftſteller entſchuldi⸗ gen, aber doch, in Anſehung gewiſſer Fehler in der Schreibart und Dispoſition, Nachſicht fuͤr ihn fordern. Die engliſchen Muͤnzen, Maaßen und Gewichte fing ich an, auf Hannoͤveriſche zu reduciren. Da ³) Da ich ſeitdem die Annalen der niederſaͤchſiſchen Land⸗ wirthſchaft, und nachher die Annalen des Ackerbaues herausgab, ſo hatte ich eine andere Gelegenheit, meine Gedanken dem Publikum mitzutheilen, und die hier erwaͤhnten Zuſaͤtze ſind alſo unterblieben. B ich aber hierdurch andern Gegenden die Sache we⸗ nig erleichtert haͤtte; ſo uͤberhob ich mich dieſer ſo weitlaͤuftigen Arbeit, und habe durchgehends die engliſchen beybehalten. Vermoͤge der beygefuͤgten Tabellen, wird jeder ſie leicht in ſeine landesuͤbli⸗ chen reduriren koͤnnen, wo es ihm daran gelegen iſt. a aulte ne u klih, a r Wr kärſf legen Erſtes Capitel. Verfaſſung der Landwirthſchaft in England. Zum Verſtaͤndniß der engliſchen Schriftſteller uͤber die Landwirthſchaft gehoͤrt nothwendig eine Kennt⸗ niß der verſchiedenen Arten von wirthſchaftlicher Ver⸗ faſſung, welche man daſelbſt antrifft. Sie ſetzen dies, natuͤrlich, als bekannt voraus, veranlaſſen dadurch aber bey Auslaͤndern oft unrichtige und verworrene Begriffe. Ich ſehe mich alſo genoͤthiget, hieruͤber in einem beſondern Capitel etwas zu ſagen, und halte dies um ſo zweckmaͤßiger, da es mir ſcheint, als ließe ſich von manchem eine ſehr frucht⸗ bare Anwendung in verſchiedenen Staaten Teutſch⸗ lands machen. Ohne mich auf eine Statiſtik von England einzulaſſen, muß ich vorerſt einiges uͤber die ver⸗ ſchiedenen Arten der Beſitzungen und ihre Rechte, dann uͤber die Elaſſen der Land⸗inhaber und Be⸗ bauer, anfuͤhren. B 2 Die urſpruͤnglichen großen Beſitzungen gehoͤren groͤßtentheils den Lords; einige der Geiſtlichkeit, wenige der Krone. Doch haben auch andre reiche Familien ſehr große Beſitzungen allmaͤlig zuſammen⸗ gekauft. Eigenthuͤmer, die nicht Lords ſind, heißen Freeholders, wenn ſie ihre Laͤndereyen und Haͤuſer uneingeſchraͤnkt beſitzen; oder Copyholders, wenn ſie zwar erbliche Beſitzer ſind, aber doch von der Krone, der Geiſtlichkeit oder einem Lord zu Lehen gehen, und einige, obgleich ſehr geringe, und nicht zu ſteigernde, Gefaͤlle bezahlen. Säi8nd dieſe Beſizungen klein, und werden von dem Eigenthuͤmer mit eigener Hand bebauet, ſo heißt dieſer ein Yeoman, und dieſe Claſſe von Leuten Neomanry. Sind dieſe Beſitzungen groͤßer, oder haben ihre Eigenthuͤmer ſo viel Vermoͤgen, daß ſie auf einem guten Fuß leben, den feinern Ton an⸗ nehmen, und die gute Geſellſchaft mithalten köͤnnen: ſo heißen ſie Gentlemen, auch Country-Squires. Auſſerdem giebt es ſehr viele Cottagers, Haͤus⸗ linge, die nur ein Haus und Garten gemiethet ha⸗ ben oder auch eigenthuͤmlich beſitzen, und in Tage⸗ lohn oder Verdinge arbeiten. Dieſe machen jetzt wol die zahlreichſte Claſſe des Volks aus. Jede Gemeinde iſt verpflichtet, fuͤr ſie zu ſorgen, wenn ſie verarmen. Hauptſaͤchlich aber wird die Landwirthſchaft von Paͤchtern(Farmers) betrieben. Daher nennt man — I 1 e hch d. 4 nen 3 ⁴ 1 1 1 ͤ A 19 9 6 oͤren kkeit, eiche men⸗ eißen aͤuſer wenn der ehen nicht von heißt euten oder jede Landwirthſchaft a farm; Landwirthſchaft treiben to farm, und jeden Landwirth a Farmer, wenn er. auch erblicher Eigenthuͤmer von großen Beſitzungen iſt, wovon er einen Theil ſelbſt adminiſtrirt. Deren giebt es aber ſehr viele. Denn alle große Beſitzungen ſind in mehrere einzelne Farms zertheilt, die nach ihrer Groͤße mit den gehoͤrigen Gebaͤuden verſehen ſind. Ihre Groͤße iſt ſehr ver⸗ ſchieden: man hat ſie zu zwanzig Aeres und zu mehreren Tauſenden. Letztere ſind aber nur in min⸗ der eultivirten Gegenden, wo noch große uneinge⸗ hegte Weide⸗Gaͤnge ſind, und uͤberhaupt ſelten. Die meiſten Farms ſind von 200 bis 800 Acres. Dieſe Farms werden entweder auf eine Pacht⸗ zeit von vierzehn bis funfzig Jahren, oder auf Le⸗ benszeit ausgethan; oder aber es ſteht in der Will⸗ kuͤhr des Gutsherrn, und des Paͤchters, ſich zu kuͤn⸗ digen, wann ſie wollen. Wo letztere Einrichtung iſt, wird indeſſen von Seiten des Eigenthuͤmers, ohne ganz beſondre Urſachen, nicht leicht Gebrauch davon gemacht. Es geſchiehet wol, daß der Eigen⸗ thuͤmer, nach Verhaͤltniß mit den ſteigenden Preiſen der Dinge, die Pacht etwas zu erhoͤhen ſtrebt; aber die alten Paͤchter ſucht er doch vor allen andern bey⸗ zubehalten. In verſchiedenen Gegenden ſiehet der Paͤchter ſeinen Hof als erb⸗ und eigenthuͤmlich an. Er vererbet ihn auf ſeine Kinder, vermacht ihn, ja verkauft ihn ſogar; freylich mit Einwilligung des Gutsherrn, der dieſe aber ſelten verſagt. ft hat der Farmer Verbeſſerungen des Landes oder der Gebaͤude, mit Genehmigung ſeines Gutsherrn, vor⸗ genommen, die dieſer bey ſeinem Abgange bezahlen muͤßte. Wenn dieſes aber auch nicht iſt, ſo wuͤrde ſich in einigen Provinzen ein Gutsbeſitzer die ganze Gegend zum Feinde und alle ſeine Farmers aufſatzig machen, wenn er einem ohne erhebliche Urſache aufkuͤndigte, und es wuͤrden ſich nicht leicht andre bey ihm einfinden. Laͤßt er aber die alten Farmers und ihre Familie im ungeſtoͤhrten Beſitze, ſo lange ſie ihre Pacht ordentlich abtragen, ſich gut auffuͤhren, und ihren Hof in Ordnung halten: ſo ſind ſie ihm auch herzlich ergeben, und betrachten ihn wie ihren Vater. Dieſe Einrichtung erklaͤrt den Einfluß der Großen auf das Landvolk. Von ihren Farmers haͤngt ein Theil der Yeomanry und wieder die ganze Claſſe der Cottagers und Arbeiter ab. Sie hat auch ſonſt viel Gefaͤlliges. Aber die Aufnahme der Landwirth⸗ ſchaft haͤlt ſie zuruͤck. Da das Pachtgeld ſo geſetzet iſt, daß der Paͤchter ganz bequem dabey auskommen kann, ſo bleibt er gern beym alten Schlendrian. Jeder findet neue Einrichtungen und ungewoͤhnliche Anſtrengungen, den Ertrag des Landes zu vermeh⸗ ren, bedenklich; er macht ſich ſeine Nachbaren da⸗ durch zu Feinden. Denn dieſe beſorgen nicht ohne Grund, daß, wenn der Gutsherr die Fortſchritte bemerkte, die einer oder der andere in der Cultur ſeines Landes gemacht, er dies von allen verlangen, n Pen i m in a Nann — die Pacht erhoͤhen, und, wenn ſie ſich dazu nicht bequemen wollten, betriebſamere Paͤchter aus andern Gegenden kommen laſſen wuͤrde. Wenn der alte Herr es auch nicht thut, ſo weiß man doch nicht, wie der junge denkt! A. Young, der, vermoͤge ſeiner Leidenſchaft fuͤr hoͤhere Cultur des Landes, dieſer Einrichtung nicht gut iſt, ſagt daher irgend⸗ wo:„Wenn alles in der Welt ſeinen Nutzen hat: „ſo begrif ich lange nicht, wozu der liebe Gott eine „ gewiſſe Gattung von Geſchopfen, die unter dem „ Namen der reichen Erben bekannt ſind, und im „ Sommer ihre Zeit mit Pferderennen und Parforee⸗ „jagden, im Winter aüf White's Kaffehauſe und „ in Bagnios zubringen, in die Welt geſetzet. Jetzt „ aber bin ich von ihrer Nutzbarkeit völlig uͤberzeugt. „Wenn ſie Gelegenheit gefunden, auf White's „Kaffehauſe in einer Nacht mehr los zu werden, „als ihnen ihre anſehnlichen Beſitzungen das ganze „Jahr eintragen, ſo finden ſie ſich bald von ihren „Creditoren gedraͤngt. Sie gehen alſo mit einem „geſchickten Oeconomen auf ihre Guͤter, und ſtei⸗ „gern die Pacht, ſo viel moͤglich. Wenn die alten „Paͤchter ſo viel nicht geben koͤnnen und wollen, „ſo finden ſich leicht thaͤtigere Leute, die die Farms „auf beſtimmte Jahre und vernuͤnftigere Bedingun⸗ „gen annehmen, und bey verdoppeltem Pachtzins „das Dreyfache herauszubringen verſtehen. Da⸗ „durch haben ſich ſchon manche ſolcher jungen Her⸗ „ren um den Staat und um die Landwirthſchaft „ihres Diſtricts unendlich verdient gemacht.“ — 24— Bey der Verpachtung wird ein Concract(cove- nants) ausgewechſelt. Die Contracts⸗Formel iſt in einigen Gegenden ſeit Jahrhunderten beybehalten worden, und enthaͤlt oft Artikel, die auf den jetzi⸗ gen Zuſtand des Ackerbaues gar nicht mehr paſſen, und deren Beobachtung dem Eigenthuͤmer ſowol als dem Paͤchter nachtheilig iſt. Es giebt einige ſo ei— genſinnige und in der Landwirthſchaft ſo unwiſſende Gutsherren, welche durchaus nicht davon abgehen. Dies ſtehet der Aufnahme des Ackerbaues in man⸗ chen Gegenden ſehr im Wege. Oft wird aber der Contract nach der alten Formel von beyden Seiten unterzeichnet; der Gutsherr, oder ſein Inſpector, nehmen es aber nicht ſo genau damit, und laſſen den Farmer wirthſchaften, wie er will, wenn er und der Hof dabey nur in Aufnahme kommen. Bey den Verpachtungen auf beſtimmte Zeit (Leases) werden die Contracte gewoͤhnlich beſſer ab⸗ gefaßt, aber auch ſtrenger darauf gehalten. Dieſe Art iſt da, wo die Landwirthſchaft hoͤher getrieben wird, allgemein uͤblich. Wo die kleinen Landeigenthuͤmer bemerkten, daß der Paͤchter eines groͤßern Hofes ſich ungleich beſſer ſtand, und mehr Vermoͤgen erwarb, als ſie; entſchloſſen ſie ſich haͤufig, ihr kleines Eigenthum zu verkaufen, und mit dem dafuͤr erhaltenen Capi⸗ tale ſich aufs Pachten zu legen. Sie fanden ſehr leicht Kaͤufer, benachbarte Gutsherren oder andre reiche Leute, die mehrere ſolcher kleinen Hoͤfe zuſam⸗ 4 6 1 a ptria 30 A urd n pmi 1 d fumnn M menkauften und ſie in einen groͤßern Farm zuſam⸗ menzogen. Daher iſt in einigen Gegenden die Elaſſe der Yeomen, oder eigenthuͤmlichen Bauern, faſt ganz erloſchen, und man findet daſelbſt nur Farmers und Cottagers. Man hat viel daruͤber geſtritten, ob es fuͤr den Staat in Ruͤckſicht der Bevoͤlkerung und moͤglichſt hoͤchſten Production nicht nachtheilig ſey, wenn viele einzelne Hoͤfe in einen großen zuſammengezogen wuͤrden? Ja, man hat oft Geſetze dagegen in Vor⸗ ſchlag gebracht! A. Voung machte dieſes zu einem Hauptgegenſtande ſeiner Nachforſchungen, zog aber aus einer großen Menge von Nachrichten, die er uͤber die Bevoͤlkerung, die Cultur und die Groͤße der Farms im Durchſchnitt geſammlet, das Reſultat: daß Farms von 500 und 1000 Acres der Production und Bevoͤlkerung am vortheilhafteſten ſeyn, und er⸗ wies dies auf eine unwiderlegliche Art. Große Paͤchter ſind— wenigſtens in England— gewoͤhn⸗ lich reiche Paͤchter. Wer aber den meiſten Vor⸗ ſchuß hat, wird die vollkommnere Wirthſchaft trei⸗ ben. Eine vollkommnere Wirthſchaft und Verrichtung mehrerer Arbeit iſt gewiſſermaßen einerley. Nun aber iſt die Arbeit, worin eine hoch⸗ getriebene Cultur beſtehet, von der Art, daß man nicht Knechte und Maͤgde darauf haͤlt; ſondern ſie geſchiehet durch Tageloͤhner. Da dieſe gewoͤhnlich verheyrathet ſind, und dazu durch die Ausſicht, daß ihre Kinder ſich fruͤh ihren Unterhalt zu verdienen Gelegenheit haben, aufgemuntert werden: ſo muß nothwendig die Population weit mehr dabey zuneh⸗ men. Wo es hingegen nur kleinere und aͤrmere Paͤchter giebt, da werden faſt gar keine Tageloͤhner gebraucht. Ich weiß auch nicht, daß man dieſen Grundſatz in England neuerlich bezweifelt haͤtte. Indeſſen ward doch 1795 bey der großen Korn⸗Theurung im Oberhauſe behauptet, es ruhre ſolche hauptſaͤchlich von der immer mehr uͤberhand nehmenden Zuſam⸗ menziehung der Hoͤfe her. Die wohlhabenden Far⸗ mers faͤnden ſich im Stande, das Korn zuruͤckzu⸗ halten und die Preiſe aufs hoͤchſte zu treiben. Die Kleineren wuͤrden ſchon gezwungen ſeyn, es zu Markte zu bringen, wenn ſich der Ackerbau nur noch mehr in ihren Haͤnden befaͤnde. Den Lords und großen Landeigenthuͤmern ſollte daher die Ver⸗ pflichtung auferlegt werden, die zuſammengezogenen Farms wieder zu theilen und keinem Farmer mehr als einen zu verpachten. Wie ich glaube, ließ man dieſe Motion von ſelbſt fallen, obgleich mehrere fuͤr ſie redeten. Vermuthlich ſahen die Einſichtsvolleren ein, daß man dadurch grade die Sache ſchlimmer machen und das Eigenthum des Korns, in ſo be⸗ draͤngten Zeiten, ganz in den Haͤnden einer intereſ⸗ ſirteren Claſſe von Menſchen, der Korn⸗Aufkaͤufer und Speculanten, ſehen wuͤrde, die dann gewiß keine billigere Preiſe ſetzen moͤgten. Da man dies in teutſchen Staaten, wo der meiſte Ackerbau von armſeligen Bauern getrieben wird, durch alle Ver⸗ — 1 6 1 6 esp hht frrn, 1 Ss M l pen M. 8 ss M M A eer a * 3 . K 1 pers mine 9ſ 36 4”N M 6 81 4 5 6 44 e H— — — 27— ordnungen und Controllen nicht verhindern kann, wie wuͤrde es in England gehen, wo dergleichen Einſchraͤnkungen im Handel und Wandel unmoͤglich ſind? Bey groͤßern und vermoͤgſamern Landwirthen, die ihr Korn ſelbſt verfahren und von jedem guten Preiſe profitiren, ohne alles auf einmal wegzuſchla⸗ 'gen; die ihr Korn nicht, wie die kleinen, oft ſchon auf dem Halme um Vorſchuß verkaufen, iſt gewiß mehrere Concurrenz zu hoffen. Die Farmers unterſcheiden ſich in ganz kleine, in ſimple und in Gentlemen⸗Farmers. Die ganz kleinen ſind gewoͤhnlich Tageloͤhner gewe⸗ ſen, die ſich ſoviel erworben, daß ſie einen ſolchen kleinen Pachthof antreten koͤnnen. Simple Far⸗ mers und Gentlemen⸗Farmers unterſcheiden ſich aber blos durch ihre Art zu leben von einander. Es giebt ſehr große Farmers, die ein Vermoͤgen von funfzig und mehreren tauſend Pfund beſitzen, und dennoch bey einer einfachen, prunkloſen, aber ſehr bequemen Lebensart geblieben ſind. A. Young ſagt von der Lebensart ſolcher ſimplen Farmers ungefaͤhr folgendes*): Ich habe ſo viel Gelegenheit gehabt, mich in den Haͤuſern von Perſonen aus allen Staͤnden und Claſſen als Gaſt aufzuhalten, daß ich mit einigem Beobach⸗ tungsgeiſte im Stande ſeyn muß, den Grad und *) No. 97 Annals of agriculture. — ——————— 4 3 die Art von Gluͤckſeligkeit ziemlich genau zu ſchäͤtzen, welche man auf den mancherley Wegen des Lebens, die einem zu waͤhlen freyſtehen, antreffen kann: und ich trage nicht das geringſte Bedenken, die Lebensweiſe eines wohlhabenden Paͤchters jeder andern vorzuziehen. Sie iſt ungefaͤhr folgende: Eine große, helle, reinliche Kuͤche, mit einem be⸗ ſtaͤndig praſſelnden Holz⸗Feuer auf dem Heerde; die Decke mit geraͤuchertem Speck, Schinken und Wuͤr⸗ ſten wohl beſpickt. Ein großes weiſſes Zimmer fuͤr den Pachter und ſeine Frau, mit einer Thuͤr in die Kuͤche und darin ein Fenſter, um zu ſehen, ob alles ordentlich zugehe. Wenn Fremde im Hauſe ſind, wird ein gut moͤblirtes Verſammlungs⸗Zimmer geheizt. Auf dem Tiſche ſind wenige, einfache Schuͤſſeln, aber in großem Ueberfluſſe, ſo daß ein paar unerwartete Gaͤſte reichlich ihren Theil finden. Kruͤge mit Porter auf dem Tiſche, und Stuͤckfaͤſſer im Keller. Der Hofmeyer oder der Verwalter, wenn einer gehalten wird, ißt immer mit am Tiſche;— eine ſehr gute Einrichtung, denn da hat er Gelegen⸗ heit, ſich zu unterrichten und liberale Grundſaͤtze von Rechtſchaffenheit und Ehrlichkeit anzunehmen. Zur Aufwartung blos ein reinlich gekleidetes Maͤd⸗ chen; und grade dies macht eine auffallende Scheidungs⸗Linie zwiſchen dieſer Claſſe von Leuten und den Gentlemens. Der ſimple Farmer will nur Bequemlichkeit; wer dieſen Genuß gegen Liverey und Prunk jeder Art vertauſcht, geſellt ſich gleich zu ei⸗ ner andern Gattung von Sterblichen. Kein ver⸗ — erſ i. Fd n „ 99 1n fme bni S e K. ; e ſen n ihi en in wma auſe mer fache Fein den. iſſer venn — gen⸗ von Zur 6 d⸗ ende uten nüͤnftiger Farmer wird dieſen Tauſch verſuchen und die behagliche Sonnenwaͤrme fuͤr blendenden Mond⸗ ſchein aufgeben. In ſeinem Stalle ſteht ein guter Klepper, ein braves Pferd zum Reiten, aber nicht zur Parforcejagd, und ein ſtarker Cariolen⸗Gaul, womit er ſeine Frau zur Kirche und zum Markte faͤhrt. Eine ſolche Lebensweiſe gewaͤhrt vollkommen alle den Genuß und alle die Bequemlichkeiten, welche Perſonen dieſer Art, dieſer Erziehung und von die⸗ ſen Begriffen nur je gewuͤnſchet haben; und was die Hauptſache iſt, ſie genießen ſolche mit der hoͤch⸗ ſten Sicherheit, ihrer nie entbehren zu duͤrfen, wel⸗ che zum freudigen Genuſſe ſo nothwendig gehoͤrt. Keine Art von Gewerbe iſt großen, den Wohlſtand zerſtoͤhrenden Ungluͤcksfaͤllen weniger ausgeſetzt, wie dieſes. Und daß es dem groͤßten Haufen der Men⸗ ſchen angenehm und folglich ſeiner Natur und ſeiner Beſtimmung am angemeſſenſten ſey, beweiſt die Er⸗ fahrung. Jede Elaſſe von Menſchen, der Gelehrte, der große Kaufmann, der Herzog, treibt es zu ſei⸗ nem Vergnuͤgen. Wie oft vertauſcht der reiche Kauf⸗ mann ſein Comtoir gegen einen huͤbſchen Farm; aber nie verließ ein reicher Farmer ſeine Felder fuͤr ein Waaren⸗Lager. „Die mannigfaltigen einzelnen Beobachtun⸗ „gen,“ faͤhrt Young fort,„welche ich zu machen „Gelegenheit hatte, beſtatigen die allgemeine Er⸗ „fahrung. In der groͤßten Anzahl von Farmer⸗ „Familien bemerkte ich ein ſolches Ebenmaaß zwi⸗ — 2— 5 „ſchen Abſicht und Ausfuͤhrung; eine ſolche Harmo⸗ „nie zwiſchen den Vorſtellungen von einer ange⸗ „nehmen Lebensart und ihrer Wirklichkeit; ſo we⸗ „nige Wuͤnſche und ſo viel Genuß, ſolch einen be— „ſtaͤndigen Vorzug der Bequemlichkeit vor dem „Scheine; ein ſolches Verhaͤltniß zwiſchen Verlan⸗ „gen und den Mitteln, es zu befriedigen, daß man „unmoͤglich lange in ihren Haͤuſern ſeyn kann, ohne „ſich zu überzeugen, daß man nirgends mehr Merk⸗ „mahle von wahrer Gluͤckſeligkeit und weniger Spu⸗ „ren von moraliſchen Leiden antreffen koͤnne. Man „werfe dagegen einen forſchenden Blick in den Haͤu⸗ „ſern der ſogenannten beſſeren Claſſe umher, und „bemerke den fuͤrchterlichen Abſtand zwiſchen dem, „was man hier haben moͤgte und was man „hat; die Aengſtlichkeit, den Schein ja zu erhal⸗ „ten; die uͤberſpannten Wuͤnſche und die fade Wirk⸗ „lichkeit; den beleidigten Stolz, den immer regen „Neid, die aͤngſtliche Rangſucht. Ich verlaſſe nie „das Haus eines Mannes, wo die ganze Lebensart „blos auf den Schein berechnet iſt, ohne mich uͤber „Verblendung der Menſchen zu graͤmen, die ſich ſo „theuer jenen Schimmer auf Koſten ihrer Gluͤckſe⸗ „ligkeit und Ruhe erkaufen. Ein ſolcher Anblick „ſollte wahrlich die Meynung rechtfertigen, daß Er⸗ „ziehung und Eultur nur den Geiſt ſchaͤrfe, um „ſich ſelbſt ungluͤcklich zu machen.“ Gentlemen⸗Farmers ſind der Regel nach Leute von anſehnlichem Vermoͤgen und aufgeklaͤrten Be⸗ griffen. Sie treiben zum Theil die Landwirthſchaft 4 ut mch tunnifr weN ſir n In ſahndee t ber ückent mich. armo⸗ ange⸗ we⸗ n be⸗ dem rlan⸗ man ohne Nerk⸗ Spu⸗ Man Haͤu⸗ und dem, man erhal⸗ Wirk⸗ regen e nie sart üͤber h ſo ickſe⸗ blick Er⸗ — 31— nur aus Neigung; daher mit großer Anſtrengung und Vorſchuͤſſen. Sie ſetzen eine Ehre darein, die neuern Erfindungen zuerſt zu verſuchen, zu pruͤfen, die Reſultate davon bekannt zu machen und ſie durch ihr Beyſpiel zu verbreiten. Die groͤßeren Landbe⸗ ſitzer treibt ihr eigenes Intereſſe dazu an, ihren Farmers Beyſpiele von der vollkommenſten Bewirth⸗ ſchaftungsart zu geben, die in ihrer Gegend moͤglich iſt. Durch ſie iſt in manchen Provinzen Englands der Ackerbau zu der Hoͤhe getrieben worden, wor⸗ auf er ſtehet. Sie ſtellen hauptſaͤchlich genaue Ver⸗ ſuche an, machen ſie in den mancherley periodiſchen Schriften bekannt, befoͤrdern die Austauſchungen von Ideen und Erfahrungen, unterſuchen die Rich⸗ tigkeit oder Unrichtigkeit der Angaben, ſtiften und unterhalten landwirthſchaftliche Geſellſchaften, wo Praͤmien fuͤr die beſten Arbeiter ausgeſetzt werden; wo der gemeine Pachter ſo gut wie der Herzog er⸗ ſcheint, und vertraulich mit ihm vom Gedeihen ſei⸗ ner Ochſen und Schweine ſpricht*). *) Ich habe uͤber dieſe Verhaͤltniſſe der landwirthſchaftli⸗ chen Staͤnde und der landwirthſchaftlichen Verfaſſung in des zweyten Bandes zweyter Abtheilung ausfuͤhrli⸗ cher und beſtimmter geredet, und mir dadurch den Weg gebahnet, uͤber das Characteriſtiſche der engliſchen Landwirthſchaft im Verhaͤltniß gegen die teutſche im erſten Aufſatze des dritten Bandes etwas ſagen zu koͤnnen. Auch gehoͤrt hierher die Ueberſetzung von Bell's Verſuch uͤber den Ackerbau, welche mit Zu⸗ ſaͤtzen von mir 1804 herausgegeben worden. — ———— ———— 3 öͤ— Zweytes Capitel. Vervollkommnung der Landwirth⸗ ſchaft in England, als Wiſſen⸗ ſchaft betrachtet, in den neueſten Zeiten. Eine Erfahrungs⸗Wiſſenſchaft kann ſich nicht eher ausbilden, als nachdem ihr Gegenſtand empiriſch ſchon lange betrieben, und als Handwerk oder Kunſt eine gewiſſe Hoͤhe erreicht hat. Die Summe von Erfahrungen, woraus ein wiſſenſchaftliches Gebaͤude errichtet wird, ſchafft nicht ein Menſchen⸗Alter her⸗ bey. Alle voreilige Verſuche von Syſtemen ſind da⸗ her nur Hirngeſpinnſte. So mußte auch der Acker⸗ bau erſt große Fortſchritte gemacht haben, ehe er ſich zu der Wuͤrde einer Wiſſenſchaft erheben konnte. Dieſe practiſchen Fortſchritte bewirkte in Eng⸗ land ohne Zweifel jene merkwuͤrdige Acte unter Carls des 2ten Regierung, wodurch alle Korn⸗Einfuhr ver⸗ boten, die Ausfuhr aber nicht nur erlaubet, ſon⸗ dern durch anſehnliche Praͤmien beguͤnſtigt wurde. Nun ward Speculation, Energie und Vermoͤgen der 4₰ 6 wu ſ ufitt en t dul irn wn in ten — 33— Nation auf den inlaͤndiſchen Ackerbau gerichtet, ſo daß dieſer nicht nur das Reich hinreichend mit Korn und mit einem Ueberfluſſe landwirthſchaftlicher Pro⸗ ducte verſorgte, dadurch den Handel und die Ma⸗ nufacturen hob; ſondern auch jaͤhrlich fuͤr andert⸗ halb bis zwey Millionen Pfund Sterl. Ueberſchuß zur Ausfuhr lieferte. Man fing nun ſelbſt in den unfruchtbarſten Provinzen an, Gemeinheiten zu thei⸗ len und die Laͤndereyen einzuhaͤgen(zu verkoppeln); eine Verrichtung, welche die Baſis aller hoͤhern Lan⸗ des⸗Cultur iſt, und ohne welche ſich keine vollkomm⸗ nere Wirthſchaft denken laͤßt. Von dieſer Zeit an, bis 1766, iſt nur ein einziges Mal, im Jahre 1694, Theurung in Eng⸗ land merklich geweſen*), und der Ackerbau war es, *) Im Jahre 1766 entſtand durch ein Zuſammentreffen mehrerer Umſtaͤnde wieder Theurung, ſo daß man ſich genoͤthiget ſah, zum erſtenmale eine Ausnahme von je⸗ nem wohlthaͤtigen Geſetze zu machen; die Ausfuhr zu verbieten und die Einfuhr zu beguͤnſtigen. Seitdem hat man mit den Geſetzen, welche den Kornhandel re⸗ guliren, haͤufig gewechſelt, und wohlfeilere Preiſe da⸗ durch erkuͤnſteln wollen. Ohne dieſes zu erreichen, hat man dem Ackerbau eine große Wunde beygebracht. Einige ſchreiben den fuͤrchterlichen Korn⸗Mangel in den Jahren 1794 und 95 allein dieſen aͤngſtlichen Abwei⸗ chungen von der Regel, und den Schwierigkeiten, wel⸗ che man einer allgemeinen Verkoppelungs⸗Bill entge⸗ genſetzte, zu. Wahrſcheinlich aber traten mehrere Um⸗ ſtaͤnde zuſammen.— C welcher die gewaltige Maſſe von Menſchen erzeugte, womit England ſeine Kriege fuͤhren, ſeine Schiff⸗ fahrt und Manufacturen betreiben konnte. Je thaͤtiger der Ackerbau betrieben wurde, deſto hoͤher ſtieg der Werth der Laͤndereyen. Man mußte alſo auch darauf denken, ſie vortheilhafter zu be⸗ nutzen. Was ſonſt nur Werk der Haͤnde war, ward zum Gegenſtande der Unterſuchung und des Nach⸗ denkens. Baco von Verulam hatte dem Ackerbau in der Reihe der Wiſſenſchaften ſchon einen vorzuͤglichen Platz angewieſen. Tull aber war es, der in den dreiſſiger Jahren verſuchte, ihn von dieſer Seite zuerſt ins Licht zu ſtellen, und ſyſtematiſch zu lehren. Wir werden von dieſem Manne im Capitel von der Drillwirthſchaft mehreres hoͤren. Sein Sy⸗ ſtem war nicht haltbar, aber es brachte eine Gaͤh⸗ rung in den Koͤpfen hervor. Man erkannte, daß der Ackerbau ein wuͤrdiger Gegenſtand des Verſtan⸗ des und der Unterſuchung ſey, und daß er durch die Verwendung talentvoller Maͤnner zu einer viel groͤßern Hoͤhe und Gewißheit koͤnne getrieben wer⸗ den, als worauf er in den Haͤnden der gewoͤhnlichen Landbebauer ſtand. Reiche und aufgeklaͤrte Landeigenthuͤmer beguͤn⸗ ſtigten dieſe Stimmung durch ihr Anſehen und Ver⸗ moͤgen. Durch Maͤcenatenweſen koͤnnen wiſſen⸗ ſchaftliche Gegenſtaͤnde zuerſt in Anregung gebracht — i m Uim in 3 ih lus 89, m tnen 96 . ch diſmen. e 6b gt 69 chon dden dau — — 35— und eine Menge von Arbeitern herbeygelockt werden. Es erregt einen gewaltigen Wirbel und giebt dem Chaos Leben. Dann muß aber ein Mann kommen, der, mit Geiſt und Kraft ausgeruͤſtet, ſich der Sache aus wahrem innerem Drang annimmt, und die ent⸗ ſtandene Bewegung benutzet.— Viele Gelehrte ſuchten ſich einige Kenntniſſe vom Ackerbau zu erwerben, und ſchufen ſich in ih⸗ rem Studierzimmer oder Gaͤrtchen die Erfahrung, die ihnen gaͤnzlich fehlte. Es kam eine Menge von unverdaueten Betrachtungen, Syſtemen, Chimaͤren und Laͤcherlichkeiten heraus. Dies iſt der Zeitpunkt, auf welchen ſich der uͤble Ruf der engliſchen Land⸗ wirthſchaft, worin ſie noch bey einigen Teutſchen ſtehet, mit einigem Rechte gruͤnden kann. Nun trat aber A. Young auf und zeigte, daß es noch viel zu ſehr an beſtimmten und zuver⸗ laͤſſigen Erfahrungen, an genau angeſtellten Verſu⸗ chen fehle, um die Landwirthſchaft wiſſenſchaft⸗ lich lehren zu koͤnnen. Er zeigte aber auch den Weg, den man einſchlagen muͤſſe, und gieng mit einem unbeſchreiblichen Fleiße und Anſtrengung vor⸗ an. Er fing an, alles zu verſuchen, was ſeiner Aufmerkſamkeit werth ſchien; aber ſo zu verſuchen, wie es noch Keiner vor ihm gethan hat. Alle Ver⸗ ſuche wurden vergleichend angeſtellt, d. h., die neuere Methode und die aͤltere zugleich auf einem Acker. Jeder Verſuch in der Ruͤckſicht, eine beſondre Frage auszumachen; jeder ſo oft und unter ſo ver⸗ C 2 — ———— ſchiedenen Modiſicationen wiederholt, daß eine be⸗ ſtimmte Antwort herauskommen mußte. Jedes Mo⸗ ment war aufgezeichnet; jeder Pfennig angeſchrie⸗ ben; Pferde⸗ und Handarbeit ſtundenweiſe berechnet. Die Pferdearbeit ſchlug er beſonders jedesmal auf eine dreyfache Art an: 1) nach den land⸗uͤblichen Preiſen, wenn man ſie fuͤr Geld thun ließ; 2) nach dem, was ſie nach einem allgemeinen Durchſchnitte koſten wuͤrde; und 3) nach dem, was ſie in jedem Jahre, nach den Futterpreiſen und andern zufaͤlligen Umſtaͤnden, wirklich gekoſtet hatte. Denn ſeine Pferde, Menſchen und Werkzeuge machten keinen Gang, ohne daß er aufgezeichnet waͤre. Poungs Verſuche haben das Wahrheits⸗Ge⸗ praͤge, welches denjenigen, der durch ein aufmerk⸗ ſames Studium der Erfahrungswiſſenſchaften ſich ein gewiſſes Gefuͤhl darauf erworben hat, ſo ſelten truͤgt, wie den wahren Alterthumskenner der aerugo no- bilis. Dies reine Gepraͤge, welches man bey den Erfahrungen und Verſuchen aller Art nur zu oft vermißt, laͤßt ſich nur fuͤhlen, nicht deutlich be⸗ ſchreiben. Indeſſen wird doch jedermann den Youngſchen Verſuchs⸗Erzaͤhlungen es anſehen, daß ſie ſo, wie der Verſuch angeſtellet und der Erfolg beobachtet worden, auf der Stelle niedergeſchrieben ſind. Er giebt ſelbſt ſeine Betrachtungen und Fol⸗ gerungen ſo, wie er ſie in dem Augenblicke aus den vor ihm liegenden Datis zog, und unterdruͤckt ſie nicht, wenn im Verfolge, oder bey der Wiederho⸗ tn r. cheut 6. lle J wſm Roin dafer ine be⸗ eb Mo⸗ eſchrie⸗ echnet. al auf blichen 2) nach ſchnitte jedem llligen ſeine keinen ⸗Ge⸗ ufmerk⸗ ſich ein truͤgt, do no- ey den zu oft ch be⸗ n den 1, daß Erfolg grieben d Fol⸗ us den ickt ſie dderho⸗ — 37— lung des Verſuchs, unerwartete Erſcheinungen ſich aͤuſſern, die ſie gaͤnzlich widerlegen. Zuweilen iſt am Ende das Reſultat allen ſeinen Schluͤſſen und Muthmaßungen entgegen; zuweilen iſt es ganz un⸗ entſcheidend. Solche Verſuche haͤtte er unterdruͤk⸗ ken ſollen, ſagt vielleicht Nancher. Aber dem Ken⸗ ner ſind ſie eben ſo wichtig, wie die, deren Erfolg mertwuͤrdig iſt, weil erſt dieſe durch jene ihren wah⸗ ren Werth erlangen. Nie traue ich dem medieini⸗ ſchen und dem landwirthſchaftlichen Schriftſteller, der allemal den Erfolg gehabt hat, den er erwartete oder wuͤnſchte.— Nicht ſelten erzaͤhlt Voung eine Beobachtung, die alle ſeine vorherigen Schluͤſſe uͤber den Haufen zu werfen ſcheint, eben ſo unbefangen, als ob ſie ſelbige beſtaͤtigte. Es iſt ihm immer gleichguͤltig, auf welcher Seite er die Wahrheit fin⸗ det, wenn er ſich ihr nur naͤhert*). Sein erſtes wichtiges Werf: a Course of ex- perimental agriculture, welches 1770 in zwey ſehr *) Ich kann mich bey Teutſchen, leider! nur auf die Ver⸗ ſuche uͤber den Duͤnger, die in den auszugsweiſe uͤber⸗ ſetzten erſten Theilen der Annalen des Ackerbaues ſtehen, berufen. Wie unerwaxtet war ihm z. B. die duͤngende Kraft der fixen Luft, die er damals, ſeiner Theorie ganz entgegen, anerkennen mußte! Mancher haͤtte einen ſolchen Verſuch unterdruͤckt. Daͤnn waͤre aber ein merkwuͤrdiger Beweis einer Entdeckung verlohren, die erſt lange nachher gemacht wurde. 1 Th. S. 85 bis 104. ſtarken Quartbaͤnden erſchien, enthaͤlt beynahe 2000 Verſuche, die er innerhalb fuͤnf Jahren auf einem Farm von 300 Acres, verſchiedener Bodenart, an⸗ geſtellet hatte.. Er unternahm darauf ſeine, lediglich auf Er⸗ weiterung landwirthſchaftlicher Kenntniſſe abzwek⸗ kende Reiſen. Auch in der Beſchreibung dieſer Rei⸗ ſen giebt er alles ſo, wie er es nach genauer Un⸗ terſuchung an Ort und Stelle fand. Erſt am Ende jedes Werks bringt er die auf merkwuͤrdige Gegen⸗ ſtände Bezug habenden Beobachtungen unter einen allgemeinen Geſichtspunkt, zieht Durchſchnitte und Reſultate daraus, und theilt ſeine Reflexionen dar⸗ uͤber mit. Wir haben auf dieſe Weiſe von ihm bearbeitet: Die Reiſe durch die ſuͤdlichen Theile Englands, in einem Bande. Die Reiſe durch die noͤrdlichen Theile, in vier Baͤnden. Die Reiſe durch die oͤſtlichen Theile, in vier Baͤnden. Die Reiſe durch Irrland, in zwey Baͤnden. Die Reiſe durch Frankreich und einen Theil von Italien iſt in einem verſchiedenen Geſchmacke und zum Theil politiſchen Inhalts. Viele ſpaͤtere kleinere Reiſen enthalten die An⸗ nalen des Ackerbaues. Ich uͤbergehe ſeine uͤbrigen landwirthſchaftlichen Schriften, als: The farmer's letters to the — h0 Iiuts Wel 46 lu ibe (gr ich 50 m Nud d malier nnag. o ge he 2000 f einem tt, an⸗ nf Er⸗ abzwek⸗ ſer Rei⸗ ter Un⸗ n Ende Gegen⸗ einen e und n dar⸗ en ihm glands, in vier in vier n. il von ke und je An⸗ ftlichen o the — 39— people of England— The farmers guide in hiring and stoking farms— On the manage- ment of hogs and on the culture of coleseed for feeding sheep and catle— ſo wie ſeine ſehr geſchaͤtzten politiſchen und ſtaatswirthſchaftlichen Schriften, da ich nicht die Biographie dieſes großen Mannes hier ſchreiben will. Ich komme nur auf die, fuͤr die engliſche— und hoffentlich auch ein— mal fuͤr die teutſche— Landwirthſchaft ſo wichtige Unternehmung der Annalen des Ackerbaues(Annals of agriculture). Es erſchien vorher in England ein aͤhnliches Werk, unter dem Titel: Muſeum ruſticum, wovon auch eine teutſche Ueberſetzung exiſtirt. Voung nahm Theil daran, und einige der vorzuͤglichſten Aufſaͤtze darin, ſind von ihm. Die Verfaſſer und Einſender nannten ſich aber nicht, und unter dem Schutze der Anonymitaͤt liefen eine Menge von Windbeuteleyen und angeblichen Erfahrungen ein: ſo daß dieſes Werk bald alles Zutrauen verlor und aufhoͤrte, zumal da die Society for the encoura- gement of arts, aus deren Archiven die Heraus⸗ geber ſchoͤpften, ihre Transactionen ſelbſt bekannt machte. Young kuͤndigte daher ſeine Annalen des Acker⸗ baues an, und lud alle gelehrte und ungelehrte Landwirthe und Liebhaber der Landwirthſchaft ein, ihm ihre Beobachtungen, Verſuche und Gedanken mitzutheilen. Er machte aber die Unterſchrift des Namens und Wohnortes zur unerlaͤßlichen Bedin⸗ gung fuͤr jeden, der ſeine Aufſaͤtze wollte abgedruckt haben. Ohne dieſes Grundgeſetz haben alle Samm⸗ lungen dieſer Art durchaus keinen Werth. Dennoch war es fuͤr manche ein ſo großer Stein des An⸗ ſtoßes, daß es, blos dieſer Bedingung wegen, dem Herausgeber an Materialien wuͤrde gefehlt haben, wenn er ſich nicht durch ſeine Reiſen und durch ſei⸗ nen offenen Charakter unter den engliſchen Land⸗ wirthen ſo viele Freunde erworben haͤtte. So aber fand er ſich im Stande, nicht nur auf dieſe Bedin⸗ gung zu beſtehen, ſondern er brachte es auch da⸗ hin, daß ein jeder Einſender ſich Widerſpruͤche uͤber Meynungen, Zweifel uͤber Thatſachen, und uͤber⸗ haupt alle Arten von Kritiken gefallen laſſen mußte, deren Verfaſſer aber ebenfalls ſich zu nennen ſchul⸗ dig waren. Er ging darin mit ſeinem Beyſpiele vor, und ließ jeden gegen ihn ſelbſt und gegen die Annalen gerichteten Tadel treulich abdrucken, und beantwortete ihn moͤglichſt beſcheiden und nachge⸗ bend. Hierdurch hat dieſe Sammlung vorzuͤglich einen großen Werth, und die darin bekannt gemach⸗ ten Erfahrungen einen hohen Grad von Glaubwuͤr⸗ digkeit erhalten. Sonſt ſchleichen ſich nur zu leicht Unwahrheiten und Aufſchneidereyen in oͤconomiſche Sammlungen ein. Ungewagt wenigſtens duͤrfen ſie ſich in dieſem Werke nicht blicken laſſen; denn wenn irgend ein Nachbar auftritt, der die Sache zweifelhaft macht, ſo wird ſo lange nachgeforſchet heen wh in enet zun ce ladſc ad üſimn. wiſach 7 9 Bäner rift des Bedin⸗ hedruckt Samm⸗ eennoch An⸗ 1, dem haben, rch ſei⸗ Land⸗ aber Bedin⸗ ch da⸗ euͤber uͤber⸗ mußte, ſchul⸗ yſpiele hen die , und achge⸗ uͤglich mach⸗ bwuͤr⸗ leicht miſche uͤrfen denn Sache orſchet und unterſucht, bis die Wahrheit ziemlich klar her⸗ auskommt. Aber mehrmals ſind auch ſtark ange⸗ fochtene Facta in dieſem Werke zur entſchiedenen Gewißheit gebracht worden. Jetzt ſind 151 Stuͤcke oder 26 Baͤnde davon heraus. Es enthaͤlt dieſes Werk wol das wichtigſte von dem, was ſeit ſeiner Entſtehung, vorzuͤglich in England, dann aber auch in Amerika, Italien, Frankreich, den Niederlanden, in Anſehung der Landwirthſchaft verſucht, erfahren und geſchrieben worden. Daher gehört es gewiß zu den vorzuͤg⸗ lichſten Anſtalten, wodurch landwirthſchaftliche Kennt⸗ niſſe in England ſind befoͤrdert worden. Um indeſſen meine Meynung unpartheyiſch zu ſagen, ſo ſcheint mir dieſes Werk mit den letzteren Baͤnden ins Abnehmen zu gerathen. Dieſe enthal⸗ ten wenig intereſſante Aufſaͤtze, beſchaͤftigen ſich groͤßtentheils mit den Urſachen der letzten Korntheu⸗ rung in England, in Antworten auf des Heraus⸗ gebers Umlaufs⸗Briefe, ohne doch erhebliche Auf⸗ klaͤrung daruͤber zu geben. Auch kommen einige ſehr ſeichte politiſche Aufſaͤtze darin vor, die hier um deſto weniger Eingang finden moͤgten, da ſie des Herausgebers vormaligen, ſehr energiſch geaͤuſ⸗ ſerten politiſchen Meynungen in grader Schnur ent⸗ gegenſtehen. Wahrſcheinlich aber ruͤhrt dies daher, daß die Arbeiten des Boards of agriculture ſeinen Secretaͤr zu ſehr beſchaͤftigen, welches denn frey⸗ 81—ß“ 4 — 4²— lich fuͤr die Landwirthſchaft im Ganzen kein Verluſt waͤre*). Es haben ſich in England nach und nach ſehr viele Societaͤten gebildet, welche die Landwirthſchaft zu ihrem Hauptgegenſtande machen. Die aͤlteſte und vornehmſte darunter iſt die Londoner Societaͤt for the encouragement of arts, manufactures and commerce. Jeder wohlerzogene und bemit⸗ telte Englaͤnder, der das Anſehen eines Befoͤrderers der Kuͤnſte und des Gewerbes haben will, beſon⸗ ders alle Parlements⸗Glieder, laſſen ſich zu Mit⸗ gliedern dieſer Geſellſchaft aufnehmen, und zahlen einen jaͤhrlichen Beytrag von 3 oder 5 Guineen. Dieſe Societaͤt hat alſo ſehr anſehnliche S Einkuͤnfte, die groͤßtentheils auf Präͤmien verwandt werden. *) Ich bin von Englaͤndern und Reiſenden durch England faſt in keinem Stuͤcke widerſprochen worden, als in dem, was ich uͤber A. Young geſagt habe. Ich habe deshalb in der 7ten Abhandl. des 2ten Bandes 2ter Abtheilung meine Meynung uͤber ihn modificirt und mich beſtimmter erklaͤrt. Aber es giebt viele, welche ſeinen eigenen Verſuchen und Beobachtungen den Werth abſprechen wollen, den ich ihnen beymaß, weil er als ein leidenſchaftlicher, voreingenommener Mann zu einer ruhigen Unterſuchung und Beobachtung nicht faͤhig ſey. Dieſes Leidenſchaftliche habe ich allerdings in ſeinen ſpaͤteren Schriften nicht verkennen koͤnnen, und ich muß alſo mein Urtheil dahin geſtellet ſeyn laſſen. 15 nec b derſig vn i dultuts lan 13 n fod ſie Daum. fal n lkenm lch u ſc b86 fen ni he ahene t Mis — ) en nin 9 1 8 d Verluſt ſch ſehr thſchaft älteſte Societat actures bemit⸗ rerers beſon⸗ Mit⸗ zahlen zwineen. nkuͤnfte, werden. — England als in . Jc des 2ter irt und welche (Werth er als zu einer ihig ſeh. n ſeinen und ich e. Sie hat einen allgemeinen Praͤſidenten, jedes Fach aber eine beſondere Direction. Es ſind jetzt 13 Baͤnde ihrer Transactionen heraus, die groͤßtentheils landwirthſchaftlichen Inhalts ſind. Naͤchſt dieſer behauptet wol die Societaͤt zu Bath, melche ſich uͤber Sommerſet, Wilts, Glouceſter, Dorſet, die Stadt und Grafſchaft Briſtol erſtreckt, den Vorzug. Ihre letters and papers on agri- culture and planting enthalten viele ſehr ſchaͤtz⸗ bare Aufſaͤtze. Es ſind davon 7 Bind⸗ heraus. Aehnliche Societaͤten giebt es in York, Sal⸗ ford, Odiham, Kent, Eſſex, Devon, Leiceſter, Durham und an mehreren Orten, die mir nicht bey⸗ fallen*). Wenn gleich ſolche Privat⸗Societaͤten manches Gute bewirken, ſo ſtehen doch ihre Kraͤfte gewoͤhn⸗ lich in keinem Verhäͤftniſſe mit dem Zwecke, den ſich beſonders die erſten Stifter vorſetzen. Sie ha⸗ ben nicht Authoritaͤt und nicht Mittel genug, ihre Plane durchzuſetzen. Daher wird die Thaͤtigkeit ih⸗ rer Mitglieder bald gelaͤhmt. Wenn auch, wie im *) Es giebt jetzt kaum einen Diſtriet in England, wo nicht eine ſolche, aber praktiſche und nicht ſchreibende landwirthſchaftliche Geſell ſchaft zuſammengetreten waͤre. Ich habe uͤber dieſe Societaͤten, auch in Hinſicht ihrer Zweckmaͤßigkeit fuͤr uns, in der erſten Abhandlung des dritten Bandes ausfuͤhrlicher geredet. — 6——jj———— 2— 4 Anfange gewoͤhnlich der Fall iſt, ein oder mehrere Maͤnner an der Spitze ſtehen, die ihre eigenen An⸗ gelegenheiten, ihre Zeit und Kraͤfte der Societaͤt und deren Zwecken unentgeldlich aufopfern, ſo wer⸗ den ſie doch durch die Schwierigkeiten, welche die Ausfuͤhrung mancher guten Idee hindern, durch den Kaltſinn und die Selbſtſucht anderer abgeſchreckt, und ihr Eifer erkaltet. Wenn man ſich erſt ſagt, daß man doch nicht viel nuͤtzliches ausrichten werde, ſo iſt der Enthuſiasmus wenigſtens fort. Mehren⸗ theils wird dann die Leitung der Geſchaͤfte einem beſtaͤndigen Secretaͤr aufgetragen, dem ein Sala⸗ rium es zur Pflicht macht, ſich der Sache anzuneh⸗ men. Wenn dieſer dann auch alles thut, was er zu thun ſchuldig und verbunden iſt, ſo iſt dies doch, in einer Angelegenheit dieſer Art, immer viel zu wenig. Mehrentheils iſt das Salarium viel zu ſchwach, um einen Mann herbeyzuziehen, der alle erforderliche Qualitaͤten zu einem ſolchen Geſchaͤfte beſaͤße, und ſich demſelben einzig widmen koͤnnte. Ferner haben ſolche Societaͤten gewoͤhnlich zu wenig Eingang bey der Regierung des Landes, und finden daher auch zu wenig Unterſtuͤtzung bey den Obrigkeiten und Adminiſtratoren in ihrer Provinz. Dieſe ſehen ſie noch wol obenein als unberufene Controlleurs mit Eiferſucht an. Es wird ihnen da⸗ her ſchwer gemacht, nur einmal Nachrichten zu er⸗ halten, und die Ausfuͤhrung der wohlthaͤtigſten Ver⸗ anſtaltungen, zur Befoͤrderung der Landes⸗Cultur, uih t fenn⸗ 8 7 1 d dnen un bendu ung fähr t 13 115 14 jit if whn ſh udin fuſſen hum t Tane dn ſer gatferd theB Uree e lilent, 2 ſten dler, dnbeee dlgene kerenu Recoun mehrere nen An⸗ Societaͤt ſo wer⸗ ſche die irch den ſchreckt, ſt ſagt, werde, jehren⸗ einem Sala⸗ zuneh⸗ was er es doch, diel zu diel zu der alle eſchafte unte. lich zu 3, und ey den rovinz. erufene nen da⸗ zu er⸗ en Ver⸗ Lultur, wird verhindert, blos weil ſie von der Societaͤt herruͤhren. Daͤher machte Sir John Sinelair, Barronet, einen Entwurf zur Errichtung eines mit der aus⸗ uͤbenden und geſetzgebenden Macht in enger Verbin⸗ dung ſtehenden Boards of Agriculture, unge⸗ faͤhr nach der Art, wie es ſchon laͤngſt einen Board of Trade in England gab⸗ Da dieſer Board of Agriculture vermuthlich nicht blos fuͤr England, ſondern auch fuͤr ganz Eu⸗ ropa Epoche in der Landwirthſchaft machen wird, und in den Zeitungen, wegen des damaligen Ueber⸗ fluſſes intereſſanter Nachrichten, von deſſen Entſte⸗ hung und Einrichtung nur wenig, ſonſt aber in Teutſchland nirgends etwas geſagt worden; ſo wer⸗ den meine Leſer eine gedraͤngte Geſchichte deſſelben hier nicht am unrechten Orte finden. Ich ziehe ſie großentheils aus dem Account of the origin of the Board of agriculture and its progreſs for three Years after its etablifhment, by the Pre- sident. London 1796. Sir John Sinelair, der Stifter deſſelben, war ſchon lange als ein reicher, unabhaͤngiger, talent⸗ voller, fuͤr alles Wahre und Gute aͤuſſerſt thatiger, unternehmender und beharrlicher Mann in England allgemein bekannt. Seine Werke on the public revenue of the Britiſh empire und The statistical account of Scotland, letzteres von 20 Baͤnden, — —“——— ————-— — 4 b hatten ihm als Statiſtiker und Schriftſteller eine große Celebritaͤt erworben. Er unternahm in der Abſicht, ſolche ſtaatswirthſchaftliche Kenntniſſe, die ſeinem Vaterlande nüͤtzlich ſeyn koͤnnten, zu ſam⸗ meln, eine Reiſe durch den, in England minder bekannten, nord⸗oͤſtlichen Theil von Europa, durch Schweden, Polen, Rußland und Teutſchland. Als Mitglied des Parlements ſtimmte er, nachdem die Sache war, bald mit der Miniſterial⸗ bald mit der Oppoſitions⸗Parthey; ward jedoch, da er ſich vom Miniſterium voͤllig unabhaͤngig erhielt, zu letzterer gezaͤhlet. Wie er daher ſeine Idee zur Errichtung eines Boards of Agriculture bekannt werden ließ, glaubte man, daß er am wenigſten ſolche durchſetzen wuͤrde. A. Young, mit dem er ſich daruͤber unterhalten, hatte zum Spaß ein Exemplar ſeiner Annals gegen ein Exemplar des Accounts of Scotland verwettet, daß nichts daraus werden wuͤrde. Wie Sir J. S. ſich vorgenommen hatte, mit den Miniſtern uͤber die Sache zu reden, ſchrieb er an Y.: er ginge jetzt zu M. Pitt, alſo moͤge Y. nur ſeine Annalen nach⸗ gerade zum Buchbinder ſchicken. Young antwortete ihm:„Im Hingehen zu M. Pitt bilden Sie ſich „nur immerhin ein, daß ich die Wette verloren „habe; wenn Sie wieder zuruͤckkommen, habe ich „ſie doch gewonnen. Setzen Sie doch auf die Mi⸗ „niſter nicht mehr Vertrauen als ſie verdienen! „Wenn es noch Manufacturen oder Handel betraͤfe „— aber fuͤr den Pflug haben ſie niemals etwas ,—— ==Z—P Ws n deini Wu lm ler eine in der ſe, die u ſam⸗ minder— „durch d. Als dem die nit der h vom etzterer eines glaubte wuͤrde, thalten, gegen wettet, J. S. üͤber ge jett nach⸗ ortete„. ie ſich rloren be ich l Mi⸗ enen! etrdäae etras „gethan, und werden nie etwas thun. Ihr Board „of Agriculture wird wol im Monde ſeinen Platz „finden. Wenn er auf der Erde zu Stande kommt, „ſo denken Sie daran, daß ich Secretaͤr werde!“ Sinclair theilte nun einen abgedruckten Plan zu dieſem Inſtitute den Parlementsgliedern vorher mit, und that darauf den Antrag im Parlemente. Ehe er aufſtand, um zu reden, verſicherte ihm Pitt, er wuͤrde der Sache nicht entgegen ſeyn, aber ſie auch nicht unterſtuͤtzen, wenn er nicht bemerkte, daß ſie den Beyfall des Hauſes ohnehin haͤtte. Der Staatsſecretaͤr Dundas aber, unerachtet er mit Sinclair, in Anſehung ſeiner politiſchen Meynungen, in beſtaͤndigem Zwiſte war, unterſtuͤtzte ihn mit Waͤrme. Wie die Oppoſition die Miniſter fuͤr den Plan geſtimmt fand, widerſetzte ſie ſich anfangs ſehr lebhaft, weil ſie ein neues Beſtechungsmittel darin zu finden glaubte. Nachmals aber gab She⸗ ridan und andre dem Vorſchlage voͤlligen Beyfall, und ſo ward er mit einer großen Majoritaͤt bewil⸗ liget. Die koͤnigliche Einwilligung und der Stiftungs⸗ brief erfolgte*)— wie dieſes von dem die oͤffent⸗ *) Der Koͤnig ließ nachmals unter dem 6ten Aug. 1794 an Sir J. Sinclair ſchreiben: er bezeuge ihm ſeinen voͤlligen Beyfall uͤber den Eifer, womit er als Praͤſi⸗ dent die Geſchaͤfte des Boards betriebe. Se. Majeſtaͤt ſaͤhen die Vorſchritte des Boards, als weſentlich zur liche Grundlage ſo gern befoͤrdernden und den Acker⸗ bau als deren Grundlage anerkennenden Monarchen nicht anders zu erwarten war— auf die huldreich⸗ ſte Art. Dieſer Stiftungsbrief— Charter— erwaͤhnet, daß die jedesmaligen erſten Staatsbedienten und Mit⸗ glieder des Geheimen Raths, die E Erzbiſchoͤfe u. ſ. f., ſo lange ſie dieſe Staatsbedienungen bekleiden, Mit⸗ glieder des Collegiums ſeyn ſollen, ſo wie auch der jedesmalige Sprecher des Unterhauſes, der Praͤſident der koͤniglichen Societaͤt der Wiſſenſchaften, der Ober⸗ aufſeher der koͤniglichen Forſten und Waldungen und der Aufſeher der Kronlaͤndereyen. Auſſer dieſen ſoll das Collegium aus 30 ordentlichen Mitgliedern be⸗ ſtehen, wozu der Koͤnig, jetzt zum erſtenmal, fol⸗ gende Lords und Herren ernannte: Die Herzoͤge von Grafton, Bedford und Buceleugh, den Marquis von Bath; die Grafen v. Wichelſea, Hopetoun, Fizwil⸗ liam, Egremont, Lonsdale, Moira, Carrysfort, den — Befoͤrderung des gemeinen Beſten an, und Sie wuͤr⸗ den einen jeden, welcher dazu beytruͤge, als einen ſol⸗ chen betrachten, der ſich um das Vaterland verdient mache. Se. Majeſtaͤt wuͤnſchten ſelbſt den Plan des beabſichtigten wichtigen Werks und den Haupt⸗inhalt der Capitel, wenn ſolcher in Ordnung gebrächt, zu ſehen. Auch werde es Sr. Maieſtaͤt ſehr angenehm ſeyn, die Namen aller derer zu erfahren, die zur Aus⸗ fuͤhrung dieſes Werks behuͤlflich waͤren. Annals of agriculture. Vol. XXIII. p. 323. en Acker⸗ onarchen uldreich⸗ wäͤhnet, mnd Mit⸗ u. ſ. f, n, Mit⸗ nuch der raͤſident Ober⸗ gen und eſen ſoll dern be⸗ jäl, fol⸗ zoͤge von zuis von Fizwil⸗ ort, den — zi wuüͤre⸗ inen ſol:- verdient dblan des ͤt⸗inhalt icht, zu ngenehm ur Aus⸗ mals of Biſchof von Landaf, die Lords Hawke, Clive und Sheffield; die Herren Windham, Marsham, Mor⸗ gan, Pulteney, Coke, Powys, Duncombe, Loveden, Southey, Sommerville, Barclay, Smith, Summer, Conyers, Willoughby und Heary. Dieſe haben das Recht, die abgehenden Mitglieder wieder zu erwaͤh⸗ len, ſo wie auch in der Folge den Praͤſidenten und Secretaͤr. Fuͤr jetzt aber ernannte der Koͤnig Sir J. Sinclair zum Praͤſidenten, A. Voung zum Se⸗ cretaͤr und Sir J. Call zum Caſſenmeiſter. Unter⸗ ſecretaͤrs, Schreiber und Officianten werden vom Collegio nach Gutduͤnken angeſetzt. Auch ſtehet es dem Collegio frey, einheimiſche und auswaͤrtige Ehren⸗Mitglieder aufzunehmen, die aber bey den Deliberationen keinen Sitz und Stimme haben. Die erſte Sitzung des Boards ward, um ſich zu conſtituiren, am ten September 1793 gehalten. Die ordentlichen Sitzungen nahmen aber erſt am 23ſten Januar 1794 ihren Anfang. Der Hauptzweck des Boards iſt: eine vervoll⸗ kommnete Ausuͤbung des Ackerbaues in allen Thei⸗ len Großbrittanniens zu bewirken. Alles, was die geſetzgebende und ausuͤbende Macht zur Befoͤrderung deſſelben thun und anordnen kann, wird hier in Vorſchlag gebracht, berechnet, gepruͤft und vorberei⸗ tet. Was dieſes Collegium gebilliget und beſchloſſen hat, kann auf den Beyfall beyder Parlementshaͤuſer 1. D — 50— ſowohl, als der Regierung rechnen, indem es als eine, aus den wichtigen Perſonen beyder beſtehende Committe“ anzuſehen iſt. Sehr weislich ernannte der Koͤnig einen betraͤchtlichen Theil der Mitglieder aus der Oppoſitions⸗Parthey. Um dieſen Zweck zu erreichen, kam es vor allem darauf an, von dem wirklichen jetzigen Zu⸗ ſtande der Landwirthſchaft in allen Theilen des Reichs aufs genaueſte unterrichtet zu ſeyn. Alles Vorzuͤg⸗ liche und Gute, alles Mangelhafte und Schlechte, in allen und jeden Zweigen der Landwirthſchaft, mußte man mit Zuverläͤſſigkeit kennen lernen und alles in einer gehoͤrigen Verbindung dargeſtellet, auͤberſehen koͤnnen, ehe man active Maaßregeln be⸗ ſchloß. Zuerſt glaubte man, ſich dieſe Nachrichten durch Briefwechſel und eireulirende Anfragen verſchaf⸗ fen zu koͤnnen, wobey Sinclair beſonders auf die Landgeiſtlichen rechnete, die ihm bey der ſtatiſtiſchen Ueberſicht von Schottland ſo große Dienſte geleiſtet hatten. Man uͤberzeugte ſich aber bald, daß dieſes Mittel nicht hinlaͤnglich fuͤr den Zweck ſey, den man erreichen wollte. Man waͤhlte daher eine andre Art. Das Reich ward in 80 Diſtricte getheilt, und die Untevſuchung eines jeden Diſtriets trug man ei⸗ nem oder mehreren geſchickten, der Landwirthſchaft kundigen Männern auf, die den Diſtrict bereiſen, alle Verhaͤltniſſe darin unterſuchen und nach einem vorgeſchriebenen Plane beſchreiben mußten. Die Berichte uͤber den Zuſtand der Landwirth⸗ ſchaft in dieſen 80 Diſtricten ſind nicht nur einge⸗ „ — —,— ſ mm h ni) gkti 4 tund diti knct Mate he den d ſſe tm 7 wod h n es als eſteßende ernannte ſditglieder nes vor ggen Zu⸗ es Reichs Vorzug⸗ chlechte, thſchaft, zen und geſtellet, geln be⸗ achrichten verſchaf⸗ Hauf die ttiſtiſchen geleiſtet aß dieſes den man ie andre ilt, und man ei⸗ ethſchaft bereiſen, ch einem ndwirth⸗ ur einge⸗ 2 —-— 51— laufen, ſondern auch durch den Druck— und zwar von verſchiedenen Diſtricten mehrere— bekannt ge⸗ macht. Sie ſind ſaͤmmtlich auf groß Quart in gebrochenen Bogen abgedruckt, und werden ſo, jede in dem Diſtricte, deſſen landwirthſchaftlichen Zu⸗ ſtand ſie beſchreiben, unter allen verſtaͤndigen Land⸗ wirthen ausgetheilt, und dieſe erſucht, ihre Bemer⸗ kungen, etwanige Zweifel und Zuſaͤtze beyzufuͤgen. Nachdem dieſes geſchehen, erhaͤlt der Board die aus⸗ getheilten Exemplare zuruͤck, vergleicht und pruͤfet die gemachten Zuſaͤtze, ordnet ſie und laͤßt den ver⸗ beſſerten und vermehrten Bericht aufs neue abdruk⸗ ken und bekannt machen. Es ſind auch von dieſen wieder aufgelegten Berichten ſchon verſchiedene pu⸗ bliciret. Aus dieſen einzelnen Berichten wird man nun eine allgemeine Ueberſicht des landwirthſchaftlichen Zuſtandes im ganzen Reiche ziehen. Man wird vorzuͤglich diejenigen Hinderniſſe ins Licht ſtellen, die der Vollkommenheit der Landeseultur im Allgemeinen oder an einzelnen Orten im Wege ſtehen und die freye Thaͤtigkeit des Unternehmungsgeiſtes und Fleißes unterdruͤcken. Kennt man dieſe erſt in ihrem gan⸗ zen Umfange ſowohl, als unter allen einzelnen Ver⸗ haͤltniſſen, ſo werden ſich leicht Maaßregeln ange⸗ ben laſſen, wodurch die vereinigten Zweige der öffentlichen Macht ſolche auf immer uͤberwinden koͤnnen. Wenn die Regierung eines jeden Staats nur die Hinderniſſe der Cultur, worunter vor allem jene D 2 Ueberreſte der Barbarey, die gemeinſchaftlichen Vieh⸗ triften, Plaggenhieb und andere erſchlichene Gerech⸗ tigkeiten gehoͤren— wegſchafft; ſo hat ſie das ihrige gethan. Mit befehlender Autoritaͤt darf ſie nicht weiter gehen, ſonſt legte ſie dem Unternehmungs⸗ geiſte, deſſen Graͤnzen ſich nicht beſtimmen laſſen, neue Hinderniſſe in den Weg. Sorgt ſie aber fer⸗ ner fuͤr eine zweckmaͤßige Belehrung des Landwirths, ſo macht ſie ſich um ſo verdienter. Und dies iſt der andere Zweck des Boards of Agriculture. Er wuͤnſcht ſich daher eine vollſtaͤn⸗ dige Kenntniß von alle dem, was nicht nur in Eng⸗ land, ſondern von allen Nationen in der Landwirth⸗ ſchaft geleiſtet worden, zu verſchaffen und ſeine Ar⸗ chive zu einem allgemeinen Repertorium aller land⸗ wirthſchaftlichen Kenntniſſe zu machen. Daher hat er eine ſehr große Correſpondenz mit Gelehrten und einſichtsvollen Kennern der Landwirthſchaft durch ganz Europa errichtet. Sir J. Sinclair ſucht dieſe Correſpondenz einem jeden auf alle moͤgliche Art zu erleichtern und angenehm zu machen. Da Ueber⸗ ſetzer fuͤr alle Sprachen angeſtellet ſind, ſo iſt es gleichguͤltig, in welcher man ſchreibt. Man erhaͤlt nicht nur prompte Antwort, ſondern auch fuͤr das, was man mittheilt, reichlichen Erſatz durch andere intereſſante Mittheilungen, die man verlangt und nicht verlangt hat. Man kann daher dieſes Inſti⸗ tut wie ein allgemeines Buͤreau der Landwirthſchaft fuͤr Europa und Amerika betrachten. en Vieh⸗ Gerech⸗ 8 ihrige ſe nicht mmungs⸗ laſſen, ber fer⸗ erhalt ir das, andere gt und . ₰ Inſt⸗ hſchaft Hierbey hat aber der Board eine große Unter⸗ nehmung zur beſondern Abſicht; eine Unternehmung, wodurch er ſich nicht blos um England, nicht blos um die gegenwaͤrtige Generation, ſondern um die ganze Menſchheit ewig verdient machen wird!— Er will naͤmlich ein allgemeines Werk uͤber die Land⸗ wirthſchaft herausgeben, deſſen Plan ſchon angelegt, deſſen Vollendung aber vielleicht noch weit hinaus⸗ geſetzt iſt, da er ſich beſtrebt, dieſem Werke die moͤglichſte Vollkommenheit zu geben. Es ſoll ſo viel umfaſſend, als im einzelnen genau ſeyn. Alles Ungewiſſe ſoll gepruͤfet, alle Zweifel aufgeloͤſet werden. Man gehet dabey folgendermaaßen zu Werke: Wenn man uͤber eine Materie vorerſt Thatſachen genug geſammelt hat, um eine vorlaͤufige Meynung darauf zu gruͤnden, ſo wird eine Skizze dieſes Ca⸗ pitels ausgearbeitet, abgedruckt und umhergeſandt, um die Bemerkungen und Urtheile aller Stimmfaͤ⸗ higen in England und in ganz Europa zu verneh⸗ men. Die erhaltenen Aufſatze und Beytraͤge, die von einiger Wichtigkeit ſind, werden abgedruckt und wieder in Umlauf gebracht, um daruͤber neue Ur⸗ theile zu hoͤren. Wenn nun zweifelhafte und be⸗ ſtrittene Thatſachen vorkommen, oder ſich noch Luͤk⸗ ken finden, die noch ausgefuͤllt werden, wichtige Punkte, die entſchieden werden muͤſſen, und dieſes durch genaue Verſuche geſchehen kann, ſo werden die Verſuche, auf Koſten und unter der Aufſicht des Boards, von geſchickten Maͤnnern angeſtellet. Ge⸗ — genwaͤrtig wird die Materie vom Dunger auf dieſe Weiſe bearbeitet. Welche Kunſt, welche Nation, welches Zeit⸗ alter wird ein Werk von aͤhnlicher Vollkommenheit aufzuweiſen haben?— Vielleicht kann dereinſt dieſe Art, die Landwirthſchaftskunſt zu bearbeiten, ein Muſter zur Bearbeitung anderer Kuͤnſte und Erfah⸗ rungswiſſenſchaften werden!*) *) In dem Ften Aufſatze der 2ten Abhandlung des 2ten Bandes findet man, wie und warum der Board of Agriculture die großen Erwartungen nicht erfuͤllet hat, die man von ihm haben konnte. Gegenwaͤrtig iſt er effektiv nichts weiter, als eine gewoͤhnliche Landwirth⸗ ſchafts⸗Geſellſchaft. In den gedruckten Schriften deſ⸗ ſelben, Communications to the Board, wovon vier Baͤnde heraus ſind, werden neben einigen guten, ſo ſchlechte Aufſaͤtze und ſo triviale Bemerkungen aufge⸗ nommen, wie wir ſie kaum in einem teutſchen Wochen⸗ blatte finden. Jedoch iſt die Auswahl der Gegenſtaͤnde, worauf der Board Preiſe geſetzt hat, lobenswuͤrdig; vergl. Annalen des Ackerbaues 1 B. S. 284. ruf dieſe s Zeit⸗ nenheit Drittes Capitel. nſt dee— Eri Wirthſchaftsarten in England. Erfah⸗ — Im vorigen Jahrhunderte lag faſt alles Land noch „ offen und in dem barbariſchen Zuſtande, worin es ned leider! jetzt noch in dem groͤßten Theile Teutſchlands llet htt. liegt. Der damals beſſere, trocken liegende Theil b tig iter war Ackerland; der niedrige Boden ward als Wieſen, andwirth und auch dieſe haͤufig gemeinſchaftlich, benutzt; das tifen de V uͤbrige war gemeine Weide. Das Ackerland ward t9 r in drey Feldern beſtellet: Winterfeld, Sommerfeld b 3 a V und Brache. Letztere ward im Sommer als gemeine Vuchmnn Weide mit benutzet, und es war nicht erlaubt, ſie enſtinde, zu beſtellen. Auch wurde die Stoppel der Korn⸗ wüͤrdig; felder behuͤtet. V V England hatte großen Mangel an Korn, und V obgleich alles auf Vieh⸗, beſonders Schafzucht, be⸗ rechnet zu ſeyn ſchien; ſo war dieſe doch in einem, gegen die jetzige Zeit, hoͤchſt elenden Zuſtande. Da man aber um die Mitte dieſes Jahrhun⸗ derts einſah, daß dieſes Ueberbleibſel des Nomaden⸗ Lebens hoͤchſtens nur beym erſten rohen Anfange der Eultur ertraͤglich bleiben koͤnne; ſo fingen viele an, — „———§⏑—- — 1 — 356— Acker⸗, Weide⸗ und Wieſenland einzuſchließen und bald eine ſogenannte Wechſel⸗Wirthſchaft einzufuͤh⸗ ren. Der Nutzen fiel in die Augen, und die Pacht ſtieg ſchnell aufs Doppelte. Da in den meiſten Gegenden der Boden, von Wilhelm des Eroberers Zeiten an, einem Großen gehoͤrte, ſo machte dies wenig Schwierigkeiten. Man ſetzte ſich leicht aus einander, wo gemeinſchaftlicher Beſitz geweſen war, und bald lagen ganze Provinzen in Koppeln. In andern ging es langſamer, und man folgte erſt in der Mitte dieſes Jahrhunderts dem Beyſpiele. In manchen Diſtricten war es aber dem Wun⸗ ſche einiger Kluͤgern nicht ſo leicht, die Sache durch⸗ zuſetzen. Viele Ortſchaften hatten ſich in den Mit⸗ beſitz der vormals wenig geachteten Stoppel⸗ und Braache⸗Behuͤtung, auch eines Theils der Weide, geſetzet. Wenn es zur Theilung kommen ſollte, behaupteten auch die Hauseigenthuͤmer der Staͤdte und Flecken, die das Recht, ein Stuͤck Vieh dahin zu treiben, gehabt zu haben vermeinten, ja ſogar die Eigenthuͤmer wuͤſter, vormals bebaueter Plͤtze, einen Antheil, und oft einen unproportionirten gegen die Landeigenthuͤmer, erhalten zu muͤſſen. Dieſer Fall iſt noch immer in den engliſchen Rechten un⸗ entſchieden, und wenn alſo eine Theilung verlangt wird, und nicht durch guͤtlichen Vergleich oder durch Schiedsrichter zu Stande kommen kann, ſo wird uͤber jede beſondre Theilung eine eigene Parlements⸗ Aete erfordert. Dieſe iſt aber nicht nur aͤußerſt ſen und mzufäͤh⸗ ie Pacht meiſten oberers hte dies cht aus in war, n. In erſt in * 1 Wun⸗ e durch⸗ den Mit⸗ ell⸗ und Wedde, ſollte, Staͤdte dahin ſogar plaßze, gegen Dieſer n uUn⸗ langt durch wird jents⸗ ußerſt koſtbar und mit vielen Weitlaͤuftigkeiten verknuͤpft, ſondern bey dem gaͤnzlichen Mangel aller Grund⸗ ſatze iſt auch niemand ſicher, wie ſie ausfallen werde. Es kommt alles auf den Bericht der Com⸗ miſſion an, die das Parlement ernennet, und wie man vor ſelbiger, durch erlaubte oder unerlaubte Mittel, ſeine Rechte geltend zu machen weiß. Man hat Beyſpiele der groͤßten Ungerechtigkeiten, die da⸗ bey vorgefallen ſind, und daher ſcheuet mancher dieſen Weg ſehr, und vieles Land bleibt offen liegen. Es iſt daher die einhellige Stimme aller Pa⸗ trioten, daß allgemeine Grundſaͤtze uͤber die Theilung durch eine Parlements⸗Acte beſtimmt, und darnach, auf Verlangen eines jeden Intereſſenten, ſofort ver⸗ fahren werden moͤgte. Der Antrag dazu im Par⸗ lemente iſt oft geſchehen, aber noch nicht durchge⸗ gangen, weil der Sprecher, viele Officianten und Commiſſaͤrs dabey verlieren wuͤrden, wenn ſolche Privat⸗Acten nicht mehr noͤthig waͤren. Man ſchuͤtte die Schwierigkeit vor, ſolche allgemeine Grundſatze feſtzuſtellen. Indeſſen iſt es jetzt der vornehmſte Gegenſtand des Boards of Agriculture, eine ſolche Bill nach moͤglichſter Billigkeit zu entwerfen und ſie dann ins Parlement zu bringen. Sie wird nun gewiß durch⸗ gehen, theils weil man die Gefahr des Kornman⸗ gels kennen gelernet hat, und dieſem blos hierdurch auf immer wuͤrde vorgebeugt werden; theils weil der Finanz⸗Miniſter dadurch den Ertrag der Land⸗ Taxe erhoͤhet*). Mit Gemeinheitstheilung und Verkoppelung denkt man ſich in England Aufhebung des Na⸗ tural⸗Zehntens unzertrennlich verbunden. Man iſt uͤberzeugt, daß eine vollkommnere Wirthſchaft bey ſolchem durchaus nicht beſtehen koͤnne. Der Zehnten waͤre zwar als Abgabe vom Lande unbetraͤchtlich und wirklich zweckmaͤßig; aber er faͤllt groͤßtentheils auf die Arbeit, die darauf verwandt worden. In den rohen Zeiten ſeines Urſprungs bedachte man dies nicht; ſonſt haͤtte man gewiß das Widerſinnige ge⸗ l fuͤhlt, den Fleiß zu belaſten und dadurch zu V hemmen. Wenn ich die Arbeit und Beſtellung zu Gelde anſchlage, ſo bekommt der Zehntherr nicht den Zehnten meines Gewinnſtes; er ziehet den Zehnten von meinem Capitale heraus, oft mei⸗ nen ganzen reinen Gewinnſt. Ich werde daher gezwungen, das Capital der Beſtellung, verhaͤltniß⸗ maͤßig gegen die Groͤße meines Ackers, ſo klein wie moͤglich zu machen, mich mit meinem Ackerbaue auf eine große Flaͤche auszubreiten; auf keinem Flecke aber anzuſtrengen. Hieraus folgt nothwendig die elendeſte Beſtellung und die niedrigſte Production des Bodens. Wer von keiner hoͤhern Cultur des *) Vergl. 2ten B. 2te Abtheil. 9te Abhandl. S. 324. Prte Ann Anttal 6 fann ſi Wa telb⸗ uhen 4 ſolage turden dech Füc. dem i a der Land⸗ oppelung es Na⸗ n. Man haft bey Zehnten rächtlich entheils n. In nan dies nige ge⸗ durch zu llung zu err nicht ehet den oft mei⸗ e daher haͤltniß⸗ ein wie aue auf Flecke dig die duetion uur des — zuu 2— Bodens— wie man ſie in vielen Theilen Englands, in ganz Brabant ſiehet, und der man ſich doch al⸗ lenthalben zu naͤhern wuͤnſcht— einen Begriff hat, kann ſich auch hiervon keine deutliche Idee machen. Man denkt immer, dar Zehnten kaͤme doch größten⸗ theils vom Boden; dies iſt aber nur bey einem ganz rohen Ackerbaue der Fall. Es giebt eine Cultur, wo, alles genau ange⸗ ſchlagen, der Morgen Landes 25 Rthlr. Vorſchuß erfordert; vier Morgen alſo 100 Rthlr. Wenn der Werth der Erndte ein Jahr gegen das andre 120 Rthlr. iſt, ſo kann der Landwirth zufrieden ſeyn⸗ denn er hat 20 p. Cent reinen Vortheil. Nun aber kommt der Zehntherr und nimmt 12 Rthlr. davon. Da von der erſten Beſtellung bis zum Ver⸗ kauf der Fruͤchte faſt anderthalb Jahre hingehen, ſo muß er die Zinſen auf dieſe Zeit abrechnen, und ſo behaͤlt er fuͤr Sorgen und Riſiko— 2 p. C. Wer kann das eingehen? Jede Verkoppelung, ohne Vergleich wegen des Zehntens, muß daher ihres Zwecks allemal verfeh⸗ len: deswegen geht man ſie in England gar nicht mehr ein. Die Zehnten gehoͤren daſelbſt faſt ſämmt⸗ lich der Geiſtlichkeit. Man muß ihr nachruͤhmen, daß ſie ſich, im allgemeinen, in Beylegung deſſel⸗ ben ſehr billig ſinden laſſe. Auch iſt, bey einem Uebergange von ſchlechter Cultur zu einer beſſern, nichts leichter, als den Zehntherr ſchadlos zu halten, ja ihm ſelbſt einigen Vortheil zuzugeſtehen. Man — 8 4———— 8 2— — 600— hat ihn entweder mit Lande abgefunden, oder ihm einen Sackzehnten gegeben, oder ſeine Gebuͤhr nach der gewoͤhnlichen Landmiethe beſtimmt. Hier und da hat es indeſſen auch unbillige und eigenſinnige Pfaffen gegeben, die Theilung und Verkoppelung ruͤckgaͤngig gemacht haben. Es wird alſv auch hier⸗ uͤber in der Parlements⸗Bill das Noͤthige feſtgeſetzt werden*). Koppeln nenne ich uͤberhaupt alles, was die Englaͤnder inclosures(Einſchließungen, Hegeland) nennen. Man muß ſich keine beſondere Art von Befriedigung dabey denken; mehrentheils hat man indeſſen in England Hecken, und wo hauptſaͤchlich auf Viehweide Ruͤckſicht genommen iſt, da haben dieſe ihre großen Vorzuͤge. Je loſer der Boden iſt, deſto vortheilhafter findet man enge Koppeln und viele Hecken. Das Gras erhaͤlt dadurch mehr Schutz gegen brennende Sonnenſtrahlen und gegen ausduͤr⸗ rende Winde. Der Sand bekoͤmmt mehr Feſtigkeit und Sicherheit gegen das Verwehen. Bey ſchwerem, feuchtem Boden zieht man Graben vor. Auch muß man ſich unter Verkopvelung keine beſtimmte Art von Wirthſchaft und Beſtellung den⸗ ken. Jeder wird dadurch nur voͤlliger Eigenthuͤmer, beſtellt es uͤbrigens auf die Art, wie es ihm am be⸗ *) Vergl. zten B. S. 89. — as iind ttoͤre ij den tuf ſe weſle in Ge ſteſt kunnte △ Ol b. 14. „ der ihm hr nach jer und nſinnige ppelung ich hier⸗ feſtgeſezt was die geland) Art von hat man utſächlich da haben oden iſt, elln und Schutz ausduͤr⸗ eſtigkeit werem, g keine g den⸗ huͤmer, am be⸗ — — 61— ſten duͤnkt. Indeſſen ſind doch gewiſſe Beſtellungs⸗ und Wirthſchaftsarten vorzuͤglich uͤblich, und von dieſen wird jetzt die Rede ſeyn. Wo noch keine Verkoppelung iſt, kann keine andre als die aushungernde Dreyfelder⸗Wirthſchaft Statt finden. Denn ſelbſt der Bau der Futter⸗ kraͤuter im Brachfelde iſt nicht erlaubt, oder doch unzaͤhligen Vexationen ausgeſetzt. Was aber Er⸗ ſtaunen erregt, und den Beweis giebt, daß Vorur⸗ theile und traͤge Anhaͤnglichkeit an alte Gewohnhei⸗ ten noch in jedem Lande anzutreffen ſind, iſt: daß hin und wieder die Dreyfelder⸗Wirthſchaft noch auf verkoppelten Feldern getrieben wird, und daß man einige Koppeln beſtaͤndig unter dem Pfluge hat, und andre zu Graſe liegen laͤßt. Young fuͤhrt ſelbſt in den Annalen noch ſolche Beyſpiele an, die er auf ſeinen neuern Reiſen, hauptſaͤchlich in den ſuͤd⸗ weſtlichen Provinzen, angetroffen. Doch ſind ſie im Ganzen ſelten. Ich halte mich bey dieſer Wirth⸗ ſchaft nicht auf, da ſie leider unter uns zu be⸗ kannt iſt. Sonſt unterſcheiden ſich die Wirthſchaften haupt⸗ ſaͤchlich in 1I. Korn⸗ oder Ackerwirthſchaften, 2. Gras⸗ oder Weidewirthſchaften, 3. Wechſel⸗ oder gemiſchte Wirthſchaf⸗ ten. ——O-⸗-ↄ jf——— 1 5— 1 — 02— Man muß dies jedoch nicht in dem ſtrengen Sinne nehmen, als ob bey erſteren durchaus kein Land etliche Jahre zu Heu und Weide liegen bleibe, noch bey den Graswirthſchaften uͤberall kein Korn gebauet wuͤrde. Dies geſchiehet allerdings; auch giebt es Gradationen genug, wodurch ſich beyde Wirthſchaftsarten in der dritten, welche ungfeaͤhr gleichviel Land unter dem Pfluge und im Graſe hat, vereinigen. Dieſe verſchiedenen Wirthſchaftsarten richten ſich zum Theil nach dem Boden, zum Theil aber nach den eingefuͤhrten Gebraͤuchen einer Gegend. Dieſe haben zwar ihre Ausnahmen; im Ganzen aber ſind ſie in gewiſſen Diſtricten ziemlich allgemein. Die oͤſtlichen Theile von England haben mehrentheils Ackerwirthſchaft; die noͤrdlichen Wechſel⸗ wirthſchaft; die in der Mitte liegenden und weſtlichen Grafſchaften mehr Graswirthſchaft. Man hielt vovmals die Gegenden und Wirth⸗ ſchaften, wo alles durch den Pflug hervorgebracht werden muß, fuͤr minder vortheilhaft und weniger begluͤckt, als die, wo bey weitem der groͤßte Theil aus dem Viehſtapel, dem Molkenwerk und Fettwei⸗ den gezogen wurde. Alle Paͤchter draͤngten ſich nach dieſen hin, und wenn ſie ſo gluͤcklich waren, daſelbſt anzukommen, ſahen ſie veraͤchtlich auf eine Acker⸗ wirthſchaft herab. Sie betrachteten die Pflugtreiber grade ſo, wie unſre Marſchbewohner die Geeſtleute anſehen, die ſie als arme Hungerleider bedauern. in du hw fagt dr be nen- dee tbhne bſaar dend. baiui darhe ſee m den 3al Emde deche 1 ftrengen aus kein n blelbe, in Korn 8; auch ich beyde ungfeäͤhr raſe hat, ten ſich ber nach Dieſe aber ſind in. Die hrentheils Lechſel⸗ den und ſchaft. V Wirth. gebracht weniger Theil Fettwei⸗ ih nach daſelbſt Acker⸗ gtreiber eeſteute nuern. 1 Es iſt gewiß, daß der Vortheil eines Gewerbes im Durchſchnitt deſto groͤßer werden muß, jemehr die Producte verarbeitet werden, ehe man ſie ver⸗ kauft. Bey der Landwirthſchaft vermehrt ſich daher der Gewinnſt— einige beſondre Faͤlle ausgenom⸗ men—, wenn man einen großen Theil der Pro⸗ ducte erſt durch Nutz⸗ und Maſtvieh veredelt. Ge⸗ woͤnne man nichts dabey, als den Duͤnger und die Erſparung der Fuhren, ſo waͤre dies voͤllig hinrei⸗ chend. Bey einer auf gutes und fettes Fleiſch ſo begierigen Nation, wie die Englaͤnder ſind, iſt der Vortheil vielleicht groͤßer, wie anderswo. Gemaͤ⸗ ſtetes Fleiſch ſtehet, der Regel nach, in einem hoͤhe⸗ ren Verhaͤltniſſe gegen Korn, wie in andern Laͤn⸗ dern. Aber die Norfolker Farmers ſahen bald ein, daß man aus dieſem richtigen Grundſatze, auch bey einer bloßen Ackerwirthſchaft, Nutzen ziehen koͤnne, und lernten bald einem Acker durch den Pflug das vier⸗ und fuͤnffache Viehfutter abgewinnen, was er als Grasland gab. Durch ihre muſterhafte, dem Boden angemeſſene Wirthſchaft, durch ihren Mergel und Duͤngungsart, brachten ſie ihr ſandiges Land bald dahin, daß es die großen Ruͤben⸗ und Klee⸗ Erndten gab; daß ſogar ihre wenigen, vormals in großem Werthe ſtehenden naſſen Wieſen ihnen ent⸗ behrlich wurden, und in der Pacht von 30 Schill. auf 10 Schill. fielen. Der Werth der Wieſen iſt allemal ein ſicherer Maabſtab für die Cultur, worin eine Gegend ſtehet. Iſt er groß, ſo iſt dieſe noch in ihrer Rohheit; je⸗ mehr ſie im Werthe fallen, deſto mehr hat ſich der Ackerbau gehoben*). Mit Futterkraͤutern im Som⸗ mer; Ruͤben, Kartoffeln, Kohl, Wurzeln, vom Herbſt bis zum Fruͤhjahr; und dann Winterwicken gruͤn zu futtern, kann eine Ackerwirthſchaft mehr Vieh naͤhren, als Weideland; ſie nutzt uͤberdem ihr Stroh aufs hoͤchſte, und erhaͤlt Duͤnger fuͤr die reichſten Korn⸗Erndten. Der erſte Grundſatz, worauf eine ſolche Acker⸗ wirthſchaft aber beruhet, iſt der: das Land ein Jahr ums andre mit Viehfutter und mit Korn zu beſtel⸗ *) Ich begreife nicht, wie dieſer Satz das große Mißver⸗ ſtaͤndniß hat erregen koͤnnen, als ob ich den Wieſen allen Werth abſpraͤche. Es iſt hier von dem relativen hohen Werthe, worin die Wieſen in manchen Gegenden ſtehen, die Rede, wo ein Morgen Wieſe oft zehnmal ſo theuer, wie ein Morgen Ackerland bezahlt wird, auf welchem man doch mit einigen Kulturkoſten, dem wah⸗ ren Werthe nach, eine weit groͤßere Maſſe von Vieh⸗ futter gewinnen kann, als auf einem Morgen Wieſe, und zwar als eine nuͤtzliche, den Getreidebau nicht be⸗ ſchraͤnkende, ſondern ihm zutraͤgliche Menſchen⸗Frucht. Wer meine Schriften uͤbrigens geleſen hat, wird mir die Meinung, daß ich Wieſen fuͤr unnuͤtz hielte, nicht beymeſſen, da ich vielmehr auf Wieſenkultur einen gro⸗ ßen Werth ſetze. Wer Wieſen hat, nutze ſie aufs hoͤch⸗ ſte und ſpare nichts zu ihrer Verbeſſerung. Wer aber einen Boden hat, der dem Klee und anderen Futtergen waͤchſen zuſagt, kann allerdings auch ohne Wieſen fer⸗ tig werden. —— hheit; je⸗ it ſich der im Som⸗ eln, vom nterwicken haft mehr erdem ihr r fuͤr die he Acker⸗ ein Jahr u beſtel⸗ — ße Mißver⸗ den Wieſen m relativen Gegenden ft zehnmal wird, auf dem wah⸗ von Vieh⸗ hen Wieſe, nicht be⸗ ⸗Frucht. wird mir te, nicht inen gro⸗ ufs hoͤch⸗ Wer aber Futtergen jeſen fer⸗ —„——— len; ſo daß immer gleichviel fuͤr das Vieh und fuͤr den Menſchen beſtimmet iſt. Hierauf beruhet alles; ohne Befolgung dieſer Regel wird man das beſte Land bald erſchoͤpfen, und außer Stande ſeyn, ihm ſeine Kraͤfte wiederzugeben. Eine ſolche Wirthſchaft erfordert freylich viele Menſchen-Haͤnde; aber eben dadurch iſt ſie fuͤr den Staat und die Bevoͤlkerung ſo erſprießlich. Sie iſt im Stande, ihren Arbeitern reichlichen Unterhalt zu geben; nur erfordert ſie un⸗ ter allen das groͤßte Capital zu ihrer Betreibung. Denn außer dem Vorſchuſſe fuͤr die mannigfaltige Arbeit muß ein großer Stapel von Melk⸗ oder Maſt⸗ vieh angeſchafft werden. Dies hat ſie mit der Fett⸗ weiden⸗ oder Marſchwirthſchaft gemein; die groͤßere Arbeit als Zugabe. Steht das Vermoͤgen daher mit der Groͤße der Wirthſchaft nicht im Verhaͤltniß, ſo bleibt der Paͤchter ein armſeliger Quaͤler. Man rechnet in England gewoͤhnlich, daß der Paͤchter fuͤnf⸗ bis ſechsmal ſo viel in Haͤnden haben muͤſſe, als die jaͤhrliche Pacht betraͤgt. Je geringer die Pacht vom Acre iſt, deſto groͤßer iſt das Verhaͤltniß, weil durch Cultur das erſetzt werden muß, was dem Bo⸗ den an innerer Guͤte abgehet. Hier wird zuweilen das Zehn⸗ und Zwoͤlffache zu dem, was die Eng⸗ laͤnder for stocking, wir das Inventarium nennen, erfordert. Young hat auf das erforderliche Capi⸗ tal, welches zur Uebernahme einer Wirthſchaft, nach den verſchiedenen Arten derſelben und dem Boden, erfordert wird, vorzuͤgliche Aufmerkſamkeit gewandt, und aus allen Gegenden, die er durchreiſet, Berech⸗ 1. E 3———— ——— 14 — 66— nungen daruͤber geliefert*). Ich will hier nur eine zum Beyſpiele geben, welche von den Paͤchtern in der Gegend von Bedford im Jahre 1769 gewoͤhnlich angenommen ward. Ein Farm von 200 Aeres leichten ſandigen Lehmbodens erfordert fuͤr Pachtt.„ Abgaben und Taxen.. 12 Pferde.... Geſchirr...„ 3 Wagen..... 2 breit⸗raͤderige Karren. 2 ſchmale dito.... Verſchiedenes Geraͤth.. 6 Pfluͤge...... 1 großen dito.. 4 Paar große und 2 Paar Eggen. a Walzen..... 8 Kühe...... 10 Maſtochſen. 30 Stuͤck junges Rindvieh 300 Schafe..... 40 Acres Weitzen Ausſaat. „ 20o Pf. St. .. 3o0—— 204—— 24—— .„ 80—— .. 30—— .„ 20—— .. 30—— 2—— .. 5—— kleine .*» 12—— .. 3—— . 56—— .. 80—— .. 90—— .„ 160—— .. 30—— 1061 *) Er berechnete die Total⸗Ausgabe, welche der Betrieb des Ackerbaues in England jaͤhrlich erfordert, im Jahre 1770 auf 65 Millionen Pf. Sterling. * nur eine htern in voͤhnlich andigen Pf. St. Betrieb im Jahre — 6,— Uebertrag— 1061 Pf. St. 80 Acres Gerſten⸗Ausſaat. 40 Acres Turnips..... 40 Acres Klee und Raygras. Bezahlung des Zehntens.. 2 Großknechtet..... 2 Kleinknechte.... 2 Magde........ 2 gewoͤhnliche Tageloͤhner.. Auſſerordentliches Tagelohn für Verbeſſerungs⸗ und Extra⸗Ar⸗ beiten, wozu auch Erndte, Dre⸗ ſchen ꝛc. gehsren..... Zur innern Haushaltung. Hausgeraͤthe, Betten.. Vorſchuß auf das zweyte Jahr. 30 15⁰ 600 — — 2161 pPf. St. etwa 13,000 Rthlr. für einen Paͤchter von 300 Morgen! Hiermit wuͤrde man ſie in Teutſchland nicht pachten, ſondern kaufen. Indeſſen rechnet man doch, daß der engliſche Paͤchter damit, ein Jahr ins andre, ſelbſt Ungluͤcksfaͤlle eingerechnet, 12 p. C. rein verdiene, alſo ſein Vermoͤgen um 1570 Rthlr. jaͤhrlich verbeſſere*). *) Man hat bey uns eine ganz verſchiedene Art zu rech⸗ nen, welche ſich auf unſere Pacht⸗ und Kauf⸗Art gruͤndet. Man ſiehet naͤmlich in der Regel das ganze Inventarium— Ackergeraͤth, Viehſtapel, Einſaat und E 2 — 68— Vorſtehende Berechnung paßt auf die gewoͤhn⸗ liche, aber angeſtrengte Norfolker⸗Wirthſchaftsart, die auf lockerm Boden uͤblich iſt. Ich werde dieſer Wirthſchaftsart ein beſonderes Capitel widmen, da ich ſie, mit einigen Modificationen, fuͤr manche Gegenden Teutſchlands ſo vorzuͤglich anwendbar halte. Hier fuͤhre ich nur an: daß ſie gemeiniglich ſechs Felder habe: 1. Ruͤben, nach fuͤnfmaligem Pfluͤgen, ſtark ge⸗ duͤnget. 2. Gerſte, mit untergeſaͤttem Klee⸗ und Ray⸗ grasſaamen.. die im Felde und Scheuren, oft auch auf den Boͤden beſindlichen Fruͤchte als eiſern an, verkauft oder ver⸗ pachtet ſie mit. Der Paͤchter ſoll es dann in dem Maaße wieder zuruͤckliefern, als er es empfangen hat. Der Englaͤnder verpachtet oder verkauft durchaus nichts als den Grund und Boden und die darauf ſtehenden Gebaͤude, woruͤber ich ausfuͤhrlicher im 2ten Bande 2ter Abtheil. S. 63 u. f. geredet habe. Die Landes⸗ ſitte laͤßt ſich hierin ſchwerlich aͤndern; wenn man gleich nicht verkennen kann, daß in der engliſchen Einrichtung der Keim von Meliorationen, in der unſrigen der Keim von Deteriorationen deutlich liege. Allemal iſt aber der Unterſchied in Hinſicht des zur Pachtung noͤthigen Capitals ſehr groß; groͤßer wie man ihn ſich denkt. Und wenn unſere Art zu verpachten in die engliſche Art umgewandelt wuͤrde, ſo wuͤrden wir mit einem be⸗ traͤchtlich geringeren Pachtgelde zufrieden ſeyn koͤnnen, weil wir ein betraͤchtliches Capital vorher herausziehen konnten. —— gewoͤhn⸗ aftsart, e dieſer ien, da manche vendbar einiglich ark ge⸗ Nay⸗ n Boden der ver⸗ in dem gen hat. s nichts tehenden Bande Landes⸗ n gleich ichtung r Keim ſt aber öthigen denkt. che Art em be⸗ koͤnnen, sziehen 3. Klee, einmal geſchnitten, einmal wenigſtens halb abgeweidet. 4. Raygras, zur Weide. 5. Weitzen. 6. Gerſte. Ein Farm von 240 Acres hat alſo: 40 Acres Ruͤben, oder zum Theil Kohl, Kartof⸗ feln, Carotten u. dgl. 40 Acres Klee. 40 Acres Raygras, worunter wenig Klee mehr zu ſeyn pflegt, zur Weide. 40 Acres Weitzen. 80 Acres Gerſte oder zum Theil Hafer. 240 Eine andre Wirthſchaftsart auf leichtem, jedoch leſ⸗ ſerem Boden, hat vier Felder: 1. Ruͤben u. dergl. 2. Gerſte. 3. Klee. 4. Weitzen. Dieſe erfordert noch ungleich groͤßere Anſtrengung. Wenn nach dem Weitzen Winterwicken geſaͤet wer⸗ den, die man im Fruͤhjahre abfuttert, und dann das Land unmittelbar zu Ruͤben bereitet, ſo hebt ſie ſich noch mehr. Von der Bewirthſchaftung des Klaybodens, als beſtaͤndiges Ackerland, findet man die vortrefflichſten Maſter in der Grafſchaft Kent und auf der Inſel — 70— Thanet. Man hat da, ſchon ſeit undenklichen Zeiten her, die Bohnen in Reihen geſaͤet, und mit der Hand⸗ und Pferdehacke bearbeitet. Auch der Weitzen wird ausgehacket. Darum ſind ſie im Stande, das, was ſie runde Beſtellung(round tilth) nennen, beſtaͤndig fort zu treiben, naͤm⸗ lich: 1. Bohnen. 2. Weitzen. 3. Gerſte*). Seitdem der Klee aber eingefuͤhrt iſt, bauen die Vernuͤnftigern I. Bohnen. 2. Gerſte mit Klee. 3. Klee. 4. Weitzen. Sehr viel werden jetzt die Bohnen⸗Reihen ſo weit auseinander geſetzt, daß Kohl dazwiſchen gepflanzt werden kann. Wenn die Bohnen wegkommen, ſo erhaͤlt der Kohl Luft, ſich auszubreiten, da ihm vorher die Bohnen einen wohlthaͤtigen Schatten gaben. Auf lockererm Boden ſaͤet man, ſtatt des *) Vergl. Zten Band S. 152 u. f. Nur muß man bemerken, daß die Wirthſchaſt, welche beſtaͤndig Koͤr⸗ ner, aber wechſelnd Halmfruͤchte und Duͤnkelphiſten bauet, nur durch das von der See ausgeworfene Kraut, welches einen ſehr kraͤftigen Duͤnger giebt, moͤglich werde. — enklichen und mit uſch der ſie im (round naͤm⸗ jen die ſo weit erflanzt nen, ſo da ihm chatten att des — uß man dig Kor⸗ eelphiſten e Kraut, moͤglich — 71— Kohls, Ruͤben dazwiſchen*). Noch andre bringen in dieſen Fruchtwechſel Rapſaat, Erbſen und Win⸗ terwicken hinein. Es verſteht ſich, daß bey dieſer Wirthſchaft auf das Reinhalten des Ackers die groͤßte Sorgfalt verwandt werden muͤſſe. Dies geſchieht aber auch hier auf alle moͤgliche Weiſe. Auſſer dem Behacken braucht man gleich nach der Erndte ein Werkzeug, das ſie Skim nennen, eine Art von Erdhobel, welches dem gleicht, was wir wol zur Reinigung der Gartenwege brauchen. Es wird aber hinter das Vordergeſtell eines Wagens gehangen und mehrere Pferde vorgeſpannt. Das Eiſen, faſt vier Fuß breit, gehet etliche Zoll unter der Oberflaͤche weg und ſchneidet alle Unkraut⸗Wur⸗ zeln, die etwa ſtehen geblieben, ab. Ich muß in⸗ deſſen bemerken, daß dieſe Wirthſchaften ihr eigenes Gras⸗ und Weideland haben, welches nicht beackert werden kann, weswegen ſie eigentlich nicht unter die reinen Ackerwirthſchaften gerechnet werden koͤn⸗ nen 4*8). Die Gras⸗, Molken⸗ und Fettweiden⸗Wirth⸗ ſchaften ſind hauptſaͤchlich in den mittellaͤndiſchen *) Ich haͤtte das doch nicht als landuͤblich angeben ſollen. Es gehoͤrt zu den Anſtrengungen einzelner, beſonders thaͤtiger Wirthe. *⁵) Sie haben in Kent groͤßtentheils auch keine Wieſen und ſehr weniges Vieh. Das See⸗Kraut ſchafft in einigen Diſtrikten allein den Duͤnger. Grafſchaften zu Hauſe: Chesſhire, Stafford⸗ ſhire, Derbyſhire, Warwikſhire, Leiceſter⸗ ſhire u. ſ. w. Die Wirthſchaft hat viel aͤhnliches mit der holſteinſchen Marſchwirthſchaft. Das Land liegt gewoͤhnlich 6 Jahre zu Graſe; wird dann mit einer Furche aufgebrochen und gleich mit Hafer be⸗ ſaͤet; im zweyten Jahre kommt Weitzen, und dar⸗ auf, nachdem es im Herbſt und Fruͤhjahr fleißig gepfluͤget iſt, was ſie eine Winterbrache, auch Pin fallow, nennen, wird Gerſte mit Grasſaamen ein⸗ geſaͤet, worauf es wieder ſechs Jahre liegen bleibt. Daß bey dieſer Beſtellungsart das Land ſehr unrein bleiben, und der Korn⸗Ertrag daher ſehr geringe ſeyn muͤſſe, daß ſelbſt der mit der Gerſte eingeſaͤete Kleeſaamen wenig Nutzen ſchaffen koͤnne, erhellet von ſelbſt; und von dieſer Seite hat alſo dieſe Wirthſchaft nichts empfehlungswuͤrdiges*). Auch fangen thaͤtigere Farmer an, davon abzuweichen, eine Brache oder behackte Fruͤchte einzuſchieben, und ſich einer Wechſelwirthſchaft zu naͤhern. Was hin⸗ gegen die Viehzucht und Vieh⸗Benutzung anbetrifft, ſo iſt ſolche in dieſen Gegenden aufs Hoͤchſte getrie⸗ ben, wovon ich in der Folge eine ausfuͤhrliche Nach⸗ richt zu geben denke. Die Wechſelwirthſchaft nenne ich die, wo ungefaͤhr die Haͤlfte des Landes unter dem Pfluge *) Vergl. 3ten B. S. 148. ſithe p n uid, NoT nit d tine mal einat rigfal glben rfford⸗ ceſter⸗ nliches as Land unn mit afer be⸗ nd dar⸗ fleißig uch Pin en ein⸗ bleibt. unrein geringe ggeſäͤete erhellet ſſo dieſe . Auch weichen, n, und as hin⸗ betrifft, getrie⸗ Nach⸗ ſtehet, und die andre Haͤlfte zu Graſe lieget, und wo man, ſo wie ein Theil von dieſem aufgebrochen wird, einen gleichen Theil von jenem niederleget*): Alſo Meklenburger Wirthſchaft?— Ja!— nur mit dem kleinen Unterſchiede, daß thaͤtigere Wirthe keine Brache halten, ſondern behackte Fruͤchte, ein⸗ mal Klee, und nicht leicht zweymal Korn hinter einander nehmen. Die Abwechſelungen ſind man⸗ nigfaltig; ich will einige der gebraͤuchlichen an⸗ geben: 1) Hafer in die umgebrochene Narbe. 2) Boh⸗ nen in ſtarken Duͤnger, gedrillet und behacket. 3) Gerſte. 4) Klee. 5) Weitzen. 6) Erbſen. 7) Gerſte mit Klee⸗ und Grasſaamen*). Oder: 1) Kohl, wozu mehreremale gepfluͤget und ſark geduͤnget. 2) Weitzen. 3) Bohnen, behacket. 4) Gerſte. 5) Klee. 6) Weitzen. 7) Hafer mit Grasſaamen. *) Es erhellet hieraus, daß ich unter Wechſelwirth⸗ ſchaft etwas anderes verſtand, als was man in Teutſchland neuerlich ſo genannt hat. Nichts hat im Menſchengeſchlecht ſo viel Streit veranlaßt, wie die verſchiedenen Begriffe, die man mit Woͤrtern verband. Wollen wir die Wiſſenſchaft der Landwirthſchaft foͤr⸗ dern, ſo laßt uns den Sinn der Woͤrter beſtimmen! **) Es verſteht ſich, daß es damit 4 bis 5 Jahre zur Weide liegen blieb. Oder: 1) Wicken, gruͤn gefuͤttert. 2) Rapſaat, be⸗ hacket. 3) Weitzen. 4) Bohnen, behacket. 5) Gerſte. 6) Klee mit Grasſaamen. Oder: 1) Hafer. 2) Nuͤben. 3) Gerſte. 4) Klee. 5) Weitzen. 6) Erbſen oder Bohnen. 7) Gerſte mit Grasſaat. Nur im Nothfalle, oder wenn der Paͤchter ſeinen Hof aufgeben will, und nicht durch den Contract an ein Beſtellungs⸗Syſtem gebunden iſt, nimmt er mehrere Kornerdten hinter einander. Das Gras⸗ land wird groͤßtentheils zur Weide gebraucht; der „Klee und die vielen Futtergewaͤchſe ſind fuͤr den Winter. In welchem Zuſtande hierbey der Vieh⸗ ſtapel und der Maͤſteſtall ſey, wie groß der Duͤn⸗ gerhaufen und welche Erndte die Kornfelder tragen, wird jeder Landwirth von ſelbſt einſehen. 50 Buſhel Weitzen vom Acre, ſind dann ein gewoͤhnlicher Er⸗ trag. Bey dieſen Wechſelwirthſchaften iſt auch an manchen Orten das Abſchaͤlen und Verbrennen der Grasnarbe im Gebrauche, worauf dann gewoͤhnlich Rapſaat oder Ruͤben in die Aſche geſaͤet werden. Von dieſer Verrichtung aber in einem beſondern Capitel. Bey der Verſchiedenheit der Wirthſchaft in den verſchiedenen Provinzen iſt der Umſtand ſehr nat, be⸗ ket. 5) ) Klee. ) Gerſte r ſeinen Contract nimmt 3 Gras⸗ t; der fuͤr den er Veh⸗ der Din⸗ r tragen, 9Buſhel ſcher Er⸗ auch an nen der voͤhnlich werden. ſondern haft in ind ſehr merkwuͤrdig, daß da, wo viele Fabriken ſind, wie in Lancaſhire, Warwikſhire und Glouceſterſhire, der Ackerbau auf eine hoͤchſt elende Art betrieben werde, wogegen er in Kent, wo gar keine ſind, und in Berkſhire, Her⸗ fordſhire, Suffolk und Norfolk, wo ver⸗ haͤltnißmaͤßig wenige ſind, in groͤßtem Flore ſtehet*). Jene fabrik⸗reichen Provinzen erfordern daher eine ſehr große Inportation. Es bleibt daſelbſt alles, beſonders aber das Tagelohn, ſehr theuer, und es giebt dort eine ungeheure Menge von Ar⸗ men, deren man hingegen in den landwirthſchaftli⸗ chen Provinzen nur wenige findet. *) Ich habe mich uͤber dieſes Paradoxon ausfuͤhrlicher im 3ten Bande S. 57 u. f. erklaͤrt. Es ſcheint demnach wirklich, daß hoher Fabriken⸗ und hoher Ackerbetrieb auf demſelben Fleck des Erdbodens nicht wohl beyſam⸗ men beſtehen koͤnnen. Aber freyer Tauſch einer produ⸗ cirenden Provinz mit einer fabrizirenden kann beyde wohlhabend und gluͤcklich machen. Teutſchland und England ſind nicht weiter von einander entfernt, als Norfolk und Lancaſhire. Viertes Capitel. Der Erdboden. Da der Boden im eigentlichſten Verſtande die Grundlage des ganzen Ackerbaues iſt; ſo bleibt es beynahe unbegreiflich, daß man bisher ſo wenig Aufmerkſamkeit auf eine gruͤndliche Unterſuchung und Kenntniß deſſelben verwandt habe. Es beru⸗ het doch auf dieſer Lehre die ganze Kunſt der Land⸗ wirthſchaft, und man muß allen Anſpruch auf eine wiſſenſchaftliche Behandlung derſelben aufgeben, ſo lange man nicht wahre, beſtimmte und deutliche Begriffe vom Boden feſtgeſetzet hat. Die Sprache der Landwirthe vom Boden und ſeinen Eigenſchaften iſt das verworrenſte Geſchwaͤtz, was es in irgend einer Kunſt noch giebt; und nichts kann unbeſtimmter ſeyn, als die Art, wie die Ausdruͤcke von heiſſen, kalten, ſauern, ſuͤßen, ſalpetrigen, leichten, ſchwe⸗ ren u. ſ. f. Boden gewoͤhnlich gebraucht werden. Wenn dieſe Ausdruͤcke auch an ſich richtig ſind, ſo werden ſie noch mehrentheils mit ganz unrichtigen Vorſtellungen verbunden, und ihre Anwendung — trin 666 lüen! , 1* dnur 6f 7der e etr dt ſings nahet ſch zß er d treic ert an ten ſ kande Srand den no nang ſ derden Aͤide u minen den de nn ſahen dagdü 4 4 de die leibt es o werig erſuchung Es beru⸗ der Land⸗ auf eine eben, ſo deutliche ache der n iſt das r Kunſt yn, als alten, ſchwe⸗ werden. ſind, ſo richtigen wendung 2— gruͤndet ſich auf leere Muthmaßungen und unſiche⸗ res Gefuͤhl. Daher iſt, nach der jetzigen gewoͤhn⸗ lichen Lehre von der Landwirthſchaft, nichts unſiche⸗ rer, als die Faͤhigkeit eines gegebenen Bodens zu einer gewiſſen Cultur, einem gewiſſen Fruchtwechſel oder einer gewiſſen Saat zu beurtheilen, oder un⸗ ter dieſen das eintraͤglichſte, ſicherſte und zweck⸗ maͤßigſte auszumitteln. Der vorſichtige Landwirth, der ſeinen Ackerbau gern mit mehrerer Energie und nach einem beſſeren Feldſyſtem betreiben moͤgte, iſt daher gezwungen, erſt eine Reihe von Jahren der Beſtellungsart ſeines Vorweſers und Nachbars blind⸗ lings zu folgen, und nur nach und nach, durch mehrere gewagte und oft fehlſchlagende Verſuche, ſich zu einer beſſeren Cultur zu erheben, ohne daß er vielleicht je die moͤglichſtbeſte fuͤr ſeinen Boden erreichen wird. Waͤre hingegen die Lehre vom Boden erſt aufs Reine und zu der Klarheit gebracht, de⸗ ren ſie gewiß faͤhig iſt, ſo koͤnnte jeder denkende Landwirth, wenigſtens in Jahresfriſt, ſich in den Stand ſetzen, zu beſtimmen, was auf ſeinem Bo⸗ den moͤglich ſey, oder nicht, und in welcher Ord⸗ nung ſeine Felder zum hoͤchſten Ertrage gebracht werden koͤnnen. Erſt dann wuͤrden angeſtellte Ver⸗ ſuche und bekanntgemachte Erfahrungen von allge⸗ meinem Nutzen ſeyn, wenn die Art und Eigenſchaf⸗ ten des Bodens, worauf ſie gemacht worden, be⸗ ſtimmt angegeben waͤren, und jeder, der die Ver⸗ ſuche nachmachen wollte, ſeinen Boden erſt damit vergliche. Es iſt zwar dieſe Materie von den Englaͤndern bey weitem noch nicht voͤllig entwickelt und in ge⸗ hoͤriges Licht geſtellet. Indeſſen verbinden ſie doch mit den Ausdruͤcken, womit ſie eine beſtimmte Bo⸗ den⸗art bezeichnen, feſtere Begriffe, wie wir Teut⸗ ſchen bisher gethan. Dann aber iſt die Wichtig⸗ keit dieſer Lehre hauptſaͤchlich von den Englaͤndern neuerlichſt anerkannt worden, und wir duͤrfen er⸗ warten, daß wir von dorther das erſte Licht uͤber ſelbige erhalten werden. Da in dem großen Werke, welches der Board of Agrieulture beabſichtiget, ein beſonderes Capitel dieſer Materie gewidmet iſt, ſo zweifle ich nicht, daß er ſcharf beobachtende Land⸗ wirthe und gelehrte Chemiſten bereits aufgefordert habe, die Grundlinien deſſelben zu entwerfen und ſelbige dann einer oͤffentlichen Discuſſion auszu⸗ ſetzen*). Es waͤre vielleicht am ſicherſten fuͤr mich, wenn ich meine Leſer hierauf verwieſe und ihnen eine ſchnelle Bekanntmachung der engliſchen Verhandlun⸗ gen verſpraͤche. Als Einleitung dazu moͤge indeſſen folgendes, was, meiner Meinung nach, einige Grund⸗ zuͤge, wornach die Unterſuchung gefuͤhrt werden muß, enthaͤlt, vorlaͤufig dienen. Bey der Unterſuchung und Beſtimmung des Bodens und ſeines Werths kommt es an: *) Davon iſt bisher nichts geſchehen. —, üſe glaͤndern in ge⸗ ſie doch nte Bo⸗ ir Teut⸗ Wichig⸗ glaͤndern irfen er⸗ icht üͤber Werke, get, ein iſt, ſo de Land⸗ gefordert erfen und n auszu⸗ h, wenn nen eine handlun⸗ indeſſen Grund⸗ werden ung des 14 * — 1) auf die Beſtandtheile der Krume oder der ackerbaren Oberflaͤche. 2) Auf die Beſchaffenheit der im Untergrunde befindlichen Erdlagen. 3) Auf eine flache oder abhaͤngige Lage des Ackers, und in letzterem Falle, nach welchem Him⸗ melsſtrich er ſich neige. 4) Auf eine hohe oder tiefe Lage, in Verhaͤlt⸗ niß mit der umliegenden Gegend und beſonders in Verhaͤltniß mit dem Waſſerſtande der nahgelegenen Fluͤſſe, Baͤche und Seen. 5) Auf das Clima, in Ruͤckſicht des in der Gegend gewoͤhnlichen Regenfalles, der herrſchenden Winde, des fruͤheren oder ſpaͤteren Eintritts der warmen oder kalten Jahrszeit, der ſogenannten Wetterſcheiden. 6) Auf die Lage und Verhaͤltniſſe der verſchie⸗ denen Ackertheile gegen einander und gegen die benachbarten. 7) Endlich auf die politiſchen und geographi⸗ ſchen Verhaͤltniſſe, die Bevoͤlkerung, die Gerechtſa⸗ men, die Sitten, die Preiſe, den Abſatz, die Zu⸗ und Abfuhren u. ſ. w. Wer alle dieſe Momente richtig zu unterſuchen im Stande waͤre, der wuͤrde ſich in der Beſtim⸗ mung des Werthes eines gegebenen Bodens nie — 80— truͤgen, und unter allen moͤglichen Behandlungs⸗ arten die zweckmaͤßigſte und ſicherſte auswaͤhlen*). Die ackerbare Krume, oder was man im en⸗ geren Verſtande den Boden nennt, und was die Baſis der Vegetation ausmacht, beſteht aus einer Miſchung verſchiedener Theile, deren Eigenſchaften und verſchiedene Verhaͤltniſſe unter einander vor al⸗ lem die genaueſte Unterſuchung erfordern. Auſſer den groͤberen, gewiſſermaaßen fremd⸗ artigen Theilen, als Steinen, unverweſeten Faſern, iſt ſie hauptſaͤchlich zuſammengeſetzt aus dem Ruͤck— ſtande der animaliſchen und vegetabiliſchen Faͤulniß, den vier gemeineren Erd⸗arten, einigen metalliſchen, beſonders Eiſentheilen, und zuweilen einem geringen Antheile von Salzen. Was den Ruͤckſtand der Faͤulniß anbetrifft, welcher Duͤng⸗erde, Pflanzen⸗erde, Damm⸗erde, Moder genannt wird, und der wol eigentlich die Hauptnahrung der Gewaͤchſe, naͤchſt dem Waſſer, ausmacht; ſo wird davon im folgenden Capitel, vom Duͤnger, ausfuͤhrlicher die Rede ſeyn. Hier *) Im erſten Theile meiner Grundfaͤtze des rationellen Ackerbaues werde ich verſuchen, die Lehre von der Be⸗ urtheilung und Schaͤtzung des Bodens, oder die Agro⸗ nomie, auf ſichere und allgemeinguͤltige Grundſaͤtze zu bauen. tur lo yin t 10 efad eitat ſna Kalhi troedi n der tnend dr wdr d Wi iten — ſanoͤlumgs⸗ nahlen), n im en⸗ was die aus einer enſchaften r vor al⸗ fremd⸗ Faſern, m Ruͤck⸗ Faulniß, etalliſchen, geringen anbetrifft mmaerde, ttlich die Waſſer, Capitel, 1. Hier — rationellen n der Be⸗ die Agro⸗ Grundſätze — 81— nur ſo viel, daß ſein Hauptbeſtandtheil nicht eigent⸗ lich Erde, ſondern dasjenige Principium ſey, was man in der neuern Chemie Kohlenſtoff nen⸗ net*). Die vier Erd-⸗arten aber, welche ſich im Boden befinden, und welche nach ihren Verhaͤltniſſen unter einander die Verſchiedenheit des Bodens ausmachen, ſind: die Thon⸗erde, die Kieſel⸗erde, die Kalk⸗erde, die Bitter⸗erde. Man findet dieſe urſpruͤnglichen, nicht weiter zerlegbaren Erd⸗arten in der Natur faſt nie rein, ſondern immer unter einander oder mit andern Stoffen vermiſcht. Nur durch die Kunſt koͤnnen ſie von einander abgeſondert und rein dargeſtellt, folglich beſtimmet werden, wie viel ein gewiſſer Boden von einer jeden in ſich haͤlt. Wir betrachten ſie jetzt als voͤllig rein, um uns von ihren Miſchungen einen beſtimmten Begriff machen zu koͤnnen. ⁴) In dieſer Dammerde, Gewaͤchserde, vegetabiliſch⸗ani⸗ maliſchen Erde(Humus) iſt zwar der Kohlenſtoff der praͤdominirende Theil. Allein ſie iſt eine beſondere Subſtanz, in welcher ſich noch die beſondern Verhaͤlt⸗ niſſe der durch das thieriſche und vegetabiliſche Leben verbundenen einfachen Stoffe erhalten haben. Sie iſt das Produkt des aufgeloͤſeten Lebens und der Ver⸗ weſung; hat ſelbſt kein Leben, enthaͤlt aber die Nah⸗ rung und die Materie des kuͤnftigen Lebens ſchon vor⸗ bereitet. F Die reine Thon-erde wird von den neuern in Chemiſten, um ſie von dem, was man gewoͤhnlich fe Thon oder Toͤpferthon nennet, zu unterſcheiden, am und weil ſie nicht wohl anders als durch Zerſetzung zr 1 des Alauns rein dargeſtellet werden kann, auch en Alaun⸗erde genannt. Sie iſt eine ſehr ſanft gü und fett anzufuͤhlende Subſtanz, die ſich im Waſſer B fein zertheilet und nicht leicht daraus wieder ab⸗ uf ſetzet, im Feuer ſich ſehr verdichtet, und ſo hart w wird, daß ſie mit dem Stahle Funken giebt und DWmer ſich darnach vom Waſſer nicht wieder zertheilen ger laͤßt. Wir muͤſſen dieſe reine Thon⸗erde vom Thone wohl unterſcheiden. Denn auch ſelbſt der fetteſte Thon enthaͤlt mehr Kieſel⸗ als Thon⸗erde. Nicht alſo des uͤberwiegenden Verhaͤltniſſes wegen, ſon⸗ † dh dern weil die Thon⸗-erde dem Thon ihren eigen⸗ a thuͤmlichen Character und Eigenſchaften mittheilet, wird er zu dieſer Erd⸗art gerechnet. Man findet die Thon⸗erde auch niemals rein oder mit andern Erd⸗arten unvermiſcht in der Natur: diejenige, welche man in dem Garten des halliſchen Paͤdago⸗— giums gefunden hat, war, wie ſich nachher gezeiget, 3 ein Ueberbleibſel der in dieſem Paͤdagogium vormals ſi getriebenen alchemiſchen Sudeleyen, wozu man Alaun 4 uit gebrauchte. Mit der Schwefelſaͤure macht die Thon⸗ rhle erde den Alaun, und mittelſt derſelben laͤßt ſich der d Antheil beſtimmen, den ſie an einem gegebenen Bo⸗ da den hat. Die Kieſel-erde iſt der Hauptbeſtandtheil 1 vieler Stein⸗arten. Der Quarz enthaͤlt ſie am rein⸗ den neuern gewoͤhnlic erſcheiden, gerſetzung n, auch ſehr ſanft in Waſer didder ah⸗ d ſo hart giebt und zertheilen m Thone r fetteſte e. Nicht gen, ſon⸗ ren eigen⸗ mittheilet Nan findet nt andern diejenige, Padago⸗ „gezeiget, vormals an Alaun ie Thon⸗ t ſich der enen Bo⸗ tandtheil am rein⸗ — 33— ſten. In agronomiſcher Ruͤckſicht bietet ſie uns da⸗ her hauptſaͤchlich der Sand dar. Sie iſt im Waſ⸗ ſer unaufloͤsbar, faͤllt darin zu Boden, und kann nur in aͤußerſt feinen Theilen darin ſchweben, da ſie dann, ihrer Durchſichtigkeit wegen, darin auf⸗ geloͤſet ſcheint. Der Sand laͤßt ſich daher vom Thone durch das Schlaͤmmen abſondern; aber nicht die feine Kieſel⸗erde von der Thon⸗erde. Im ſtaͤrk⸗ ſten Feuer bleibt ſie unveraͤndert. Die Saͤuren, außer der Flußſpathſaͤure, greifen ſie gar nicht an. Aber mit Alkalien ſchmilzt ſie im Feuer zu Glaſe. Die Kalk⸗erde findet man zwar oft unver⸗ miſcht mit andern Erden, aber immer in Verbin⸗ dung mit Saͤuren, beſonders mit Kohlenſaͤure. Kohlenſauren Kalk nennt man daher rohen Kalk. Wenn man die Kohlenſaͤure und das Waſſer durch das Brennen ausgetrieben hat, ſo hat man eigent⸗ lich erſt reine Kalk⸗erde. Man nennt dieſe dann gebrannten, ungeloͤſchten, lebendigen, Lederkalk. Iſt die Kalk⸗erde mit Schwefelſaͤure geſaͤttigt, ſo heißt ſie Gyps. Wenn auf den kohlenſauren Kalk eine andre Saͤure gegoſſen wird, ſo wird die Koh⸗ lenſaͤure unter einem Aufbrauſen in Luftgeſtalt als kohlenſaures Gas— fixe Luft— ausgetrieben. An dieſem Aufbrauſen mit Saͤuren iſt die rohe Kalk⸗ erde am leichteſten zu erkennen. Mit Schwefel⸗ ſaͤure wird der Kalk gleich zu Gyps, einem harten Koͤrper. In Salz⸗ oder Salpeterſaͤure bingegen loͤſet er ſich auf. Miſcht man zu dieſer Aufloͤſung F 2 Laugenſalz, ſo ziehet dieſes die Saͤure an, und der Kalk faͤllt ſaͤurefrey zu Boden. Die Bitter⸗erde oder Talk⸗erde unter⸗ ſcheidet ſich zwar weſentlich von der Kalk⸗erde, be⸗ ſonders darin, daß ſie mit den Saͤuren ganz ver⸗ ſchiedene Verbindungen eingehet, mit der Schwefel⸗ ſaͤure nicht Gyps, ſondern Bitterſalz machet, im Waſſer faſt ganz unaufloͤsbar iſt, und keine Aetzbar⸗ keit hat. Indeſſen kommt dieſer Unterſchied in agro⸗ nomiſcher Hinſicht wenig in Betracht, und da ſie ſonſt der Kalk⸗erde ſo aͤhnlich iſt, auch ſich uͤberdas in der Oberflaͤche des Erdbodens nur wenig findet, ſo koͤnnen wir ſie immerhin mit unter der Kalk⸗ erde begreifen. Der Antheil, welchen die Schwer⸗erde und andre neuentdeckte Erd⸗arten an der Miſchung des Bodens haben koͤnnten, iſt ſo geringe, daß er in gar keinen Betracht kommt. Auſſer dieſen Erd⸗arten enthaͤlt der Boden gewoͤhnlich Eiſentheile in halbgeſaͤuertem, verkalktem oder verroſtetem Zuſtande. Ob dieſe Eiſentheile in Anſehung der Frucht⸗ und Unfruchtbarkeit des Bo⸗ dens eine erhebliche Rolle ſpielen, iſt bis jetzt noch ſehr problematiſch. Da das Eiſen den Sauerſtoff anziehet, ſo zerſetzt es dadurch die kohlenſaure Luft und entbindet den Kohlenſtoff. Das Eiſen wird durch fettige Theile wieder in ſeinen vorigen Stand geſetzet. Durch dieſe mit der Temperatur veraͤn⸗ dere en 0 „, Da aͤhend 6 ind in d nacit Saue teranls rufgal an, und e Unter⸗ erde, be⸗ Janz ver⸗ Schwefel⸗ chet, im Aetbar⸗ in agro⸗ d da ſie uͤberdas g findet, er Kalk⸗ erde und ſchung des daß er in er Boden erkalktem ttheile in des Bo⸗ jetzt noch Sauerſtoff zure Luft iſen wird en Stand ür verän⸗ derte Wahl⸗anziehung kann man ſich ſeinen nuͤtzli⸗ chen Einfluß auf die Vegetation moͤglich denken. Dies bleibt aber noch bloße, auf Muthmaßung be⸗ ruhende Hypotheſe. Auf der andern Seite kann es, in der Verbindung des Schwefelkieſes, Vitriol im Boden erzeugen, welcher der Vegetation hoͤchſt nachtheilig iſt, auch nach der Baſis, welche der Sauerſtoff im Acker antrifft, verſchiedene Saͤuren veranlaſſen, welche allemal, indem ſie die Faͤulniß aufhalten, den Pflanzen die Nahrung entziehen*). So viel man von feſten Salzen des Erdbo⸗ dens, beſonders vom Salpeter, den er enthalten ſoll, ſpricht, ſo wenig findet man darin. In den meiſten Erden hat man durchaus kein Neutralſalz entdecken koͤnnen, und wo man etwas weniges ge⸗ ſunden, da ruͤhret ſolches vom Duͤnger oder ver⸗ weſeten Pflanzen her, welche einen, obgleich ſehr geringen, Antheil von Neutralſalzen enthalten. *) Mehrere chemiſche Zerlegungen verſchiedener Boden⸗ arten machen es wahrſcheinlich, daß es nicht allein auf die quantitative Vermengung dieſer einfachen Erden ankomme, ſondern auch auf die formelle Verbindung, welche ſie mit einander eingegangen ſind; eine Verbin⸗ dung, die nicht als eine mechaniſche Mengung, ſon⸗ dern als eine wahre chemiſche Vereinigung zu betrach⸗ ten iſt. Wahrſcheinlich hat auch das Eiſen nach ſeinem verſchiedenen Oxydationszuſtande einen weſentlichen An⸗ theil an dieſer Vereinigung. — —y———-— Der Saͤuren im Erdboden iſt ſchon erwaͤhnet. Es iſt hauptſaͤchlich die Schwefel⸗ oder Vitriol⸗ Saͤure*), welche ſich im Boden erzeuget. Vor⸗ zuͤglich finden ſie ſich im ſumpfigen und moorigen Boden, und werden allemal der Fruchtbarkeit hoͤchſt nachtheilig, indem ſie dem Proceſſe der Verweſung Widerſtand leiſten. Werden ſie aber durch einen Zuſatz von Alkalien oder Kalk gebrochen, ſo kann ein ſolcher Boden zu einem vorzuͤglich hohen Grad von Fruchtbarkeit gebracht werden, indem ſodann die in ſolchem Boden angehaͤuften vegetabiliſchen und animaliſchen Theile in eine ſchnelle Aufloͤſung gehen. 7 Ich wuͤnſche eine Methode angeben zu koͤnnen, wodurch jedem nachdenkenden, aufmerkſamen Land⸗ wirthe die Unterſuchung der Beſtandtheile ſeines Bodens ſo erleichtert wuͤrde, daß er ſie voͤllig und ohne große Schwierigkeit unternehmen koͤnnte. Viel⸗ leicht wuͤrde nichts zur Vervollkommnung der Acker⸗ baukunſt ſo viel beytragen, als wenn jeder wenigſtens, der ſeine Erfahrungen dem Publicum mittheilen wollte, die Beſtandtheile ſeines Bodens anzeigte, *) Die Phosphorſaͤure iſt wahrſcheinlich die haͤufigſte, welche wir im Boden antreffen. Nicht ſelten findet ſich aber auch Eſſigſaͤure darin, und zwar ſehr feſt mit Kohlen⸗ und Extraktivſtoff verbunden, welcher ſie un⸗ aufloͤslich und folglich unfruchtbar zu machen ſcheint. —,. † ———————·—— ·——⏑—— md angen ttü nnd as wecee ſict -—— erwahnet. Vitriol⸗ . Vor⸗ moorigen jeit höchſt eerweſung acch einen ſo kann den Grad ſodann abiliſchen ufloſung zu konnen, men land⸗ eile ſeines böllig und nte. Viel⸗ der Acker⸗ enigſtend, mittheilen anzeigte, — e haͤufigſte, en ſindet ſich chr feſt mit eicher ſie un⸗ hen ſchint 87 und jeder, der Anderer Verfuche nachahmte, den ſeinigen kennete. Eine voͤllige chemiſche Genauig⸗ keit iſt aber mit manchen Schwierigkeiten verknuͤpft, und erfordert Kenntniſſe, Uebung und Werkzeuge, welche ich bey dem groͤßten Theile meiner Leſer nicht vorausſetzen darf. Die von dem beruͤhmten engliſchen Chemiſten Kirwan angegebene Me⸗ thode*) enthaͤlt einige ſchwere Proreduren, und *) Dieſe findet ſich in der vom Herrn Doctor A. G. L. Lentin aus dem zöten Bande der Transactions of the irish Academy uͤberſetzten Beantwortung der Frage: Welches ſind die paßlichſten Duͤngmittel fuͤr die verſchiedenen Arten des Bodens, und welches ſind die Urſa⸗ chen ihrer vorzuͤglichen Wirkſamkeit in jedem beſondern Fall? Goͤttingen, 1796. S. 89 u. f. Zum Nachleſen muß ich dieſe kleine Schrift jedem Landwirthe, den die in dieſem und dem folgenden Capitel abgehandelte Materie intereſſirt, ſehr empfehlen: indem ich hoffe, daß ſie ihm nach Durch⸗ leſung dieſer Capitel verſtaͤndlicher, wie vorher, ſeyn werde. Der Chemiſt Kirwan vergaß zu oft, daß er fuͤr Landwirthe ſchrieb; auch hatte er von practi⸗ ſcher Landwirthſchaft wol nicht genugſame Kenntniſſe. Ueberdas muß ich bemerklich machen, daß das Wort Loam immer durch Dammrerde uberſetzt worden, da es doch Lehm bedeutet; welches ſehr haͤufigen und ſehr erheblichen Mißverſtand veranlaſſet. Unter Dammeerde verſtehen wir entweder Ruͤckſtand der animaliſchen und vegetabiliſchen Faͤulniß, oder die da⸗ mit ſtark durchdrungene Erdkrume jeder Art; aber keine beſondre Erdmiſchung. iſt auf, eine ſolche Art vorgetragen, daß ſie den mei⸗ ſten Landwirthen unverſtaͤndlich geweſen iſt. Selbſt die Rechnungsart iſt noch nicht jedem bekannt. Ich werde, mit Hinweglaſſung verſchiedener Punkte, worauf es dem practiſchen Landwirth weniger an⸗ kommt, ſolche deutlicher vorzutragen mich bemuͤhen. Diejenigen, welche einige Kenntniſſe der Chemie beſitzen, thun beſſer, ſich nach Kirwan zu rich⸗ ten*). *) Als eine voͤllig genaue chemiſche Unterſuchung der Beſtandtheile des Bodens kann die Kirwan'ſche dennoch nicht gelten; denn auf Eiſentheile und Bitter⸗erde iſt gar keine Ruͤckſicht genommen. Letztere iſt in der Agricultur doch wol nicht voͤllig gleichguͤltig. Erſtere ſpielen vielleicht bey der Vegetation keine ganz unbe⸗ deutende Rolle, und wahrſcheinlich koͤnnte dieſe in ein helleres Licht geſetzet werden, wenn das Verhaͤltniß der Eiſentheile im Boden nicht ſo ſchwer auszumitteln waͤre. Ferner fehlt, genau genommen, der Erweis, daß die zur Aufloͤſung des Kalks gebrauchte Salpeter⸗ Saͤure nicht auch etwas Thon mit aufgeloͤſet habe. Denn daß ſie dies thue, habe ich erfahren. Bey der Unterſuchung einer meiner Boden⸗arten wurden 2 Un⸗ zen 5 Quentchen 10 Gran getrockneter Erde mit 3 Un⸗ zen reiner Salpeterſaͤure und 4 Unzen Waſſer uͤbergoſ⸗ ſen und 24 Stunden digerirt. Die Aufloͤſung wurde filtrirt, das unaufgelöͤß'te gehoͤrig ausgeſuͤßt und die Lauge mit reinem kohlenſaurem vegetabiliſchem Laugen⸗ ſalze niedergeſchlagen. Der Niederſchlag wog nach dem Trockenen 78 Gran. Dieſe wuͤrde man nun, nach Kirwan und Andern, fuͤr reinen Kalk haben annehmen Afſeg8 beui dr at bo Geß unn. Enſ den mei⸗ k Selbſt int. Jch Punkte, niger an⸗ bemüͤhen. er Cheme iu ric⸗ ꝛhhung der he dennoch tter⸗erde iſ iſt in der d. Erſtere ganz unbe⸗ deſe in ein Verhaͤltniß zzumitteln er Erweis, Salpeter⸗ zſet habe. Bey der en 2 Un⸗ nit 3 Un⸗ uͤbergoſ⸗ ng wurde und die Laugen⸗ nach dem un, nach annehmen *½ Es gehoͤrt zu dieſer Unterſuchung nichts als einige gute Waagen und Apotheker⸗Gewicht, da dieſes genauer und allgemeingeltender wie das Civil⸗ Gewicht iſt. Ein Apotheker⸗Gewicht hat 12 Unzen oder 24 Loth, die Unze 8 Drachmen, die Drachme 60 Gran, alſo eine Unze 480, 1 Pfund 5760 Gran. Einige loſe Seihe⸗Tuͤcher. Ein glaͤſerner Filtrir⸗Trichter, worein das Fil⸗ trum von Loͤſchpapier geſetzt wird. Etliche Zuckerglaͤſer. Etwa 2 Unzen reine Salpeterſaͤure, die man von einem geſchickten und rechtſchaffenen Apo⸗ theker, zu dieſem Behuf, muß fordern laſſen. Etwa 6 Quart. gemeines deſtillirtes Waſſer. 1) Man ſteche nun bey ziemlich trockenem Wet⸗ ter eine Flaͤche von 12 Zoll ins Gevierte und 6 Zoll muüſſen. Als ſie aber mit 1 ½ Drachme cauſtiſchen Al⸗ kali, in 3 Unzen Waſſer aufgeloͤßt, 24 Stunden dige⸗ rirt wurden, blieben nur 32 Gr. unaufgeloͤß't zuruͤck. Die Salpeterſaͤure hatte alſo 46 Gran Thonn⸗erde auf⸗ geloͤſet. Es fand ſich nachher, daß der Ruͤckſtand meh⸗ rentheils Eiſen war, und nur etwa 2 Gr. Kalk ent⸗ hielt. Doch haͤtte die Salpeterſaͤure vielleicht weniger Thon aufgeloͤſet, wenn ſie mehr Kalk angetroffen, die Miſchung auch nicht digerirt waͤre. Ich wuͤnſchte nur chemiſche Agronomen hierauf aufmerkſam zu machen. — ————— 90— tief, alſo grade einen halben Cubikfuß Erde, an einer von Wurzeln und Stoppeln ziemlich reinen Stelle, oder nachdem man dieſe von der Oberfläche weggenommen, aus, und waͤge ihn. Hiernach laͤßt ſich die ſpeeifike Schwere des Bodens beſtim⸗ men. Fuͤr den Landwirth iſt es aber ſchon genug, wenn er weiß, wie ſchwer ein Eubikfuß ſey. 2) Um die waſſerhaltende Kraft des Bodens— ein Umſtand, der, wie wir nachher hoͤ⸗ ren werden, von großer Wichtigkeit iſt, und der, in Ermangelung einer genauern Unterſuchung, ſchon fuͤr ſich viele Aufklaͤrung geben kann— zu beſtim⸗ men, nehme man 1 Apotheker⸗Pfund dieſer, vor⸗ her wohl durcheinander geriebenen Erde, lege ſolche auf ein moͤglichſt kleines, loſes Seihetuch, welches man vorher gewogen, in einen Durchſchlag, gieße dann allmaͤhlig Waſſer darauf, und knete ſie da⸗ mit tuͤchtig durch, bis alles zu einem weichen Brey geworden. Man laſſe es ſtehen, bis das Waſſer abs zutropfen aufhoͤrt. Dann waͤge man die feuchte Erde mit dem Seihetuche wieder. Wenn man be⸗ nnerne hat, um wie viel ſich das Gewicht vermehret habe, ſo ziehe man das bekannte Gewicht des Seihe⸗ tuchs ab. Wenn man dann das Gewicht des ſchon vorher in der Erde enthalten geweſenen Waſſers, welches man, nach No. 4. findet, hinzuſetzt, ſo weiß man, wie viel Waſſer der Boden enthalten koͤnne, ohne es topfenweiſe fallen zu laſſen. 3) Wenn der Erdboden viele Steine enthaͤlt, die wie eine Haſelnuß groß, oder daruͤber ſind, ſo —.—— Mſ wn En nie d rwenid kubemt riſert ſt wia nid ct Erde, an ch reinen Dberflache nach 1ß aßt beſtim⸗ eon genug, ſey. raft des ſcchher hoͤ⸗ und der, ig, ſchon ubeſtim⸗ eſer, dor⸗ lege ſolche h, welches lag, gieße de ſie da⸗ icheen Brey s Waſer ie feuchte man be⸗ vermehret s Seihe⸗ des ſchon Waſfers, ſo weiß en konne, Benthäͤlt, ſind ſo ſuche man ſolche aus etlichen Apotheker⸗Pfunden heraus, waͤge ſie, und bemerke, wie viel auf ein Pfund kommen. 4) Man nehme alsdann 1 Pfund von dieſer von Steinen gereinigten Erde, laſſe aber ſo viel, wie der ſteinigte Antheil eines Pfundes betraͤgt, davon zuruͤck, thue ſolche etwa in eine reine Eyer⸗ kuchen⸗Pfanne und erhitze ſie unter oͤfterem Um⸗ ruͤhren, eine halbe Stunde lang, ſehr ſtark. Wheun ſie wieder erkaltet iſt, ſo waͤge man ſie, und ma wird finden, wie viel Waſſer abgedampfet iſt, oder wie viel ſie deſſen enthalten habe. 5) Um zu erfahren, wie viel faſerige Theile im Boden enthalten ſind, nehme man 1 Pfund von Steinen gereinigte Erde, wovon man ſo viel, wie der ſteinigte Antheil eines Pfundes betraͤgt, wieder zuruͤckgenommen hat, und koche es mit 6 Pfunden deſtillirten Waſſers eine halbe Stunde lang. Wenn es kalt iſt, gieße man die Lauge durch ein weites Sieb ab, worin die Faſern, deren Gewicht man ſich merkt, zuruͤckbleiben. 6) Um die Salze, den Gyps und Extractiv⸗ ſtoff, die im Boden etwa enthalten ſind, zu erfah⸗ ren, dient dieſe Lauge ebenfalls. Der Proceß iſt aber zu umſtaͤndlich fuͤr einen Landwirth, und ſeine Reſultate vorerſt noch von keinem Einfluſſe auf die Praxis. Wer ſich ihn zu machen berufen fuͤhlt, — ————— f 3 6———— den verweiſe ich auf Kirwans Schrift, S. 93. No. 5. 6. 7 7) Man trocknet nun die ausgekochte Erde nach No. 4. wieder vollkommen aus, und wiegt ſie dann. Nunmehr rechne man erſt zuſammen, was ein Apotheker⸗Pfund an Steinen, Waſſer, Faſern ge⸗ habt, und wie viel uͤberdas der Verluſt beym Auskochen betragen habe. Wir wollen annehmen, es betrage der ſteinigte Aunheid zwey Drachmen oder ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ 120 Gr. Das abgedampfte Waſer 1 Unze 3 Drachmen oder ⸗ ⸗ ⸗ 660— Die Faſern ⸗ ⸗„ 2z8³ 44— Das beim Abkochen verlorne, welches groͤßtentheils Kohlen- oder Extrac⸗ tivſtoff wuͤrde geweſen ſeyn uͤberhaupt 860 Gr. U 36— Dieſe von 5760 Gran, welche ein Apotheker⸗Pfund ausmachen, abgezogen, bleiben 4900 Gran ausge⸗ laugter, reiner, getrockneter Erdtheile zuruͤck. 8) Man nehme hiervon den zehnten Theil, naͤmlich 490 Gr. oder I1 Unze 10 Gr., um zu er⸗ forſchen, wie viel Kalkerde im zehnten Theile eines Pfundes des ganzen Erdbodens befindlich ſey. Die Kalkerde loͤſet ſich bekanntlich in Salpeterſaͤure auf. Daher gebe man 2 Unzen Salpeterſaͤure, mit eben und genen dißter S. 93. hte Erde id wiegt was ein ſern ge⸗ ſt beym nehmen, rachmen 20 Gr. 60— 44— 1 Thel⸗ n zu er⸗ ile eines p. Die zure auf. mit eben ſo vielem Waſſer verduͤnnet, in ein Zuckerglas, und ſchuͤtte die Erde allmaͤhlig hinein. Man laſſe dies 24 Stunden ſtehen. Dann gießt man das aufge⸗ loͤſete durch ein gewogenes Filtrum von Loͤſchpapier, und ſpuͤhlt das unaufgeloͤſete noch oft mit deſtillir⸗ tem Waſſer nach, welches man immer zu dem an⸗ dern durch das Loͤſchpapier laufen laͤßt, bis es ganz geſchmacklos iſt. Die Kalkerde iſt nun rein her⸗ aus, und nachdem man das zuruͤckgebliebene wieder nach No. 4. getrocknet und gewogen hat, erfaͤhrt man, wie viel die ausgeſchiedene Kalkerde betraͤgt. Wenn wir annehmen, daß ſie 79 Gran betruͤge, ſo waͤren in einem Pfunde der ganzen Erdenmaſſe 280 Gran enthalten. 9) Es bleiben alſo noch 412 Gran zuruͤck, und dieſe muͤſſen Thon⸗ und Kieſelerde ſeyn. Eine genaue Abſonderung dieſer beyden iſt am ſchwie⸗ rigſten. Den Sand kann man vom Thone durch ſorg⸗ faͤltiges und oft wiederholtes Abſchlaͤmmen abſon⸗ dern. Der Sand faͤllt naͤmlich zu Boden, wenn es eine Zeitlang geſtanden hat; der Thon aber miſcht ſich mit dem Waſſer und laͤßt ſich abgießen. Man wiederholt dies ſo oft, bis das Waſſer voͤllig klar bleibt. Wiegt man alsdann den getrockneten Sand, ſo weiß man, wie viel Toͤpferthon abge⸗ ſchwemmet worden. Behielte man alſo 212 Gran Sand, ſo waͤren in einem Pfunde der ganzen Bo⸗ — 94— denmaſſe 2120 Gran Sand und 2000 Gr. Toͤpfer⸗ thon enthalten*). Ich halte dieſe Abſcheidung in Ruͤckſicht auf Ackerbau beynahe fuͤr hinreichend. Wenigſtens waͤre ſchon viel gewonnen, wenn man nur viele Boden⸗ arten auf dieſe leichte Art unterſuchen wollte. Aber vollig genau iſt ſie nicht. Denn der abgeſchwemmte Thon iſt bey weitem nicht reine Thonerde, ſondern enthaͤlt gewoͤhnlich feine Kieſelerde, die mit der Thonerde innig vermiſcht iſt. Jenes Verhaͤltniß iſt indeſſen nicht allgemein, und der abgeſchwemmte Thon zuweilen mehr alaun⸗, zuweilen mehr kieſel⸗ erdig. Will man daher genauer gehen, ſo muß man die, nach Abſcheidung des Kalkes, zuruͤckgebliebene Erde nach der von Kirwan, in der angefuͤhrten Schrift, S. 99, No. 12, vorgeſchriebenen Methode behandeln. Dieſen Proceß kann aber nur der un⸗ ternehmen, welcher in ſolchen Arbeiten einigermaßen geuͤbt iſt. Wir wiſſen, daß der Boden nach dem Ver⸗ haͤltniſſe, worin die einfachen in ihm enthaltenen *) Dieſe Methode iſt von der einen Seite zu weitlaͤuftig, von der andern nicht genau genug. Es wuͤrde aber hier, da dieſe Materie eine durchaus neue Bearbeitung erfordert, die ich bald zu geben gedenke, nicht der Ort ſeyn, eine beſſere zu beſchreiben. +— — 5 ſtdes i V Sdart V Wad her e — — — Töpfer⸗ ſcchtt auf ens waͤre Boden⸗ lte. Aber hwemmte „ſondern e mit der iltniß iſt wemmte jr lieſel⸗ nuß man gebliebene ggeführten Mthode der un⸗ germaßen em Ver⸗ thaltenen — veitläuftig, vuͤrde aber earbeitung ht der Ort Erdarten gegen einander ſtehen, einen ſehr verſchie⸗ denen Werth und Fruchtbarkeit habe, und daß man dieſe erhoͤhen koͤnne, wenn man die fehlende Erd⸗ art zuſetzet. Dies giebt jedermann zu; allein ber der Frage, wie dieſes Verhaͤltniß die Fruchtbarkeit befoͤrdere, theilen ſich die wiſſenſchaftlichen Agrono⸗ men hauptſaͤchlich in zwey Partheyen. Die erſtere behauptet: die verſchiedenen Erd⸗ arten ſeyen materiell zur Ernaͤhrung der Pflan⸗ zen erforderlich, indem die Erde nicht nur einen Hauptbeſtandtheil derſelben ausmache, ſondern auch jedes Gewaͤchs ein eigenthuͤmliches Verhaͤltniß der Erdarten in ſich habe und zu ſeiner Nahrung und Wachsthum verlange. Jede Frucht erfordere da⸗ her eine beſondre Miſchung des Bodens, worauf ſie vorzuͤglich gedeihe. Wenn z. B. eine Frucht in ihrem erdigen Ruͤckſtande 30 pr. C. Thonerde, 66 pr. C. Kalkerde und 4 pr. C. Kieſelerde*) ent⸗ halte, ſo werde ſie nur auf einem Boden gut ge⸗ deihen, der ungefaͤhr in ſeiner Miſchung daſſelbe Verhaͤltniß habe: wogegen eine andre, die nur 6 pr. C. Thonerde, 26 Kalkerde und 68 Kieſelerde enthalt**), einen ganz verſchiedenen Boden erfor⸗ dere. Hiervon ruͤhre es her, daß einerley Fruͤchte, mehrere Jahre nach einander gebauet, den Acker ſo *) Nach Ruͤckert, die Kartoffel. )——— der Hafer. —y————— ſehr erſchoͤpften und nicht weiter darauf fortkaͤmen, wenn derſelbe nicht eine ihnen ganz vorzuͤglich an— gemeſſene Miſchung haͤtte; wogegen andre, die von der ausgeſogenen Erdart wenig erforderten, noch immer darauf gediehen. Da ſich nun das abſolute Quantum und die relativen Verhaͤltniſſe der ver⸗ ſchiedenen Erden in einem Acker und in den Ernd⸗ ten beſtimmen laſſe, ſo koͤnne auch die Zeit gefun⸗ den werden, worin ein Acker erſchoͤpfet werden muͤſſe. Man koͤnne dieſe Erſchoͤpfung indeſſen durch ſolchen Duͤnger, der die mangelnde Erdart vorzuͤg⸗ lich enthielte, heben. Die verſchiedenen Arten von Fruͤchten erforderen daher verſchiedene Duͤngarten, die nach dem unterſuchten erdigen Beſtandtheile die⸗ ſer Fruͤchte und der Duͤngarten auszumitteln waͤren. Mehrentheils ſey es die Kalkerde, die zuerſt erſchoͤ⸗ pfet werde, daher der große Nutzen des Kalkens und Mergelns. Der Hauptvertheidiger dieſer Theo⸗ rie iſt Ruͤckert*). Er haͤlt die Beſtandtheile der Pflanzen, mit Ausnahme des Waſſers, ſelbſt ihre Salze, faſt ſaͤmmtlich fuͤr Erden oder erdigen Ur⸗ ſprungs; nur die Harze und Oele laͤßt er aus Phlo⸗ giſton und Feuchtigkeits⸗Stoff entſtehen. Er hat 43 Arten von Feldfruͤchten unterſucht, und giebt das Verhaͤltniß der in ihrer ausgelaugten Aſche be⸗ *) Der Feldbau, chemiſch unterſucht, um ihn zu ſeiner letzten Vollkommenheit zu erheben. Erlangen, 1789. 3 Theile. 18 ſaigc fulis Fffuih darnantt 6 b4 m Sdate Vnn dn 8 Der a darn iin 6 unn dine nen Nu dhe ſaug. rügen 6 b V V V V er b hee —— Joder — — — — ortkäͤmen, glich an⸗ die von n, noch abſolute der ver⸗ en Ernd⸗ üt gefun⸗ werden en durch borzuͤg⸗ ten von garten, heile di⸗ waͤren. ſt erſchi⸗ Kalkens ſer Theo⸗ heile der elbſt ihre gen Ur⸗ 15 Phlo⸗ Er hat d giebt ſche be— findlichen Erdarten an, ohne jedoch auf ihre uͤbrigen Beſtandtheile Ruͤckſicht zu nehmen, und beſtimmt darnach den Acker und die Duͤngmittel, welche je⸗ des Gewaͤchs erfordere, aufs genaueſte. Die andre Meinung iſt dagegen folgende. Der Boden wirkt lediglich als Werkzeug auf den Pflan⸗ zenwachsthum, und iſt blos das Medium, wodurch den Wurzeln der Nahrungsſtoff zugefuͤhrt wird. Der Nahrungsſtoff der Pflanzen beſtehe uͤbrigens worin er wolle, ſo macht das Waſſer darunter doch einen Haupttheil aus. Im Durchſchnitte enthalten alle Pflanzen 3 ihres Gewichts an Waſſer, und ohne Waſſer oder Feuchtigkeit findet keine Vegeta⸗ tion Statt. Wenn gleich einige Pflanzen, ihrer Natur nach, auf ſehr duͤrrem Boden wachſen und daher ihre Feuchtigkeit aus der Atmoſphaͤre einzu⸗ ſaugen ſcheinen; ſo iſt dies doch nur bey ſehr we⸗ nigen, und nicht bey unſern Garten⸗ und Acker⸗ pflanzen der Fall. Sie ziehen den groͤßten Theil ihrer Feuchtigkeit durch die Wurzeln aus dem Boden. Daher beruhet die Fruchtbarkeit des Bodens lediglich auf ſeiner Kraft, das Waſſer genugſam an ſich zu halten. Ein Boden, der es gleich fah⸗ ren, in die Tiefe eindringen, oder in die Atmo⸗ ſphaͤre verdampfen laͤßt, iſt unfruchtbar, wenn ihm nicht Bewaͤſſerungen, eine beſondre Lage, ein waſſer⸗ haltender Untergrund oder ein ſehr regnigtes Clima zu Huͤlfe kommen. Weil aber auch Pflanzen, wel⸗ 1. G 98 che, ihrer Natur nach, nicht im Waſſer wachſen, damit uͤberſaͤttigt werden koͤnnen, ſo daß ihre Wur⸗ zeln, nach Hales Bemerkungen, einzuſaugen auf⸗ hoͤren und dann ſofort zu faulen anfangen: ſo darf der Boden auch nicht uͤberfluͤſſiges Waſſer an ſich halten, ſondern muß ſolches durchlaſſen, widrigen⸗ falls er noch untauglicher zum Ackerbau wird, als der duͤrre Boden. Nun haben die verſchiedenen Erdarten eine verſchiedene Kraft, das Waſſer in ſich aufzunehmen und an ſich zu halten. Dieſe Kraft iſt nach Berg⸗ manns ſchoͤnen Verſuchen genau beſtimmt. Wenn ſie naͤmlich ſo weit damit geſaͤttiget ſind, daß ſie keinen Tropfen fahren laſſen, ſo haͤlt Thonerde 2 mal ihr Gewicht an Waſſer, Bitterde zmal——— Kalkerde kmal———— Kieſelſand gmal———— Derjenige Boden, welchen Bergmann in einer Ebene beſonders fruchtbar fand, enthielt: 4 Theile Toͤpferthon, 3 Theile groͤberen Kieſelſand, 2 Theile Kalk, 1 Theil Bittererde. Da er die Beſtandtheile des Toͤpferthons nicht an⸗ giebt, ſo muͤſſen wir ihn nach ſeiner gewoͤhnlichen Miſchung, naͤmlich ungefaͤhr zu 66 pr. C. feine Kieſelerde und 34 pr. C. reine Thonerde, anneh⸗ men. 165 enthalten alſo 6 reine Thonerde und — — anneher a h. dnK nich mahm r wachſat, ihre Wm⸗ zugen auf⸗ e ſo darf et an ſich vidrigen⸗ wird, als tten eine unehmen Berg⸗ Wenn daß ſe er, in einer ſicht an⸗ hnlichen C. feine anneh⸗ ede und feine Kieſelerde. Daher hielten, genauer be⸗ ſtimmt, 100 Theile des Erdbodens 30 Theile groͤberen Kieſelſand. 26 ⸗ feinere Kieſelerde. 56 2 14 ⸗ reine Thonerde. 20 ⸗ Kalkerde. 10 ⸗ Bittererde. Nach der oben angegebenen waſſerhaltenden Kraft der einfachen Erden wuͤrden dieſe 14 Theile Thonerde an Waſſer halten koͤnnen 35 Theile. 56— Kieſelere——— 14— 20— Kalkerde——— 10— 10— Bitterere——— 15— 100 Theile Boden alſo——— 74 Theile Waſſer. Fuͤr ein mehr regnigtes Clima, wie das ſchwediſche iſt, wuͤrde dieſe waſſerhaltende Kraft von 74 pr. C. ohne Zweifel zu ſtark ſeyn. Die Bittererde ſindet ſich aber auch ſelten anderwaͤrts in betraͤchtlicher Quantitaͤt; und wenn wir ſtatt ſelbiger Kalkerde annehmen, ſo bleibt die waſſerhaltende Kraft nur 64 pr. C. Auf dem gehoͤrigen Grade dieſer waſſerhalten⸗ den Kraft beruhet alſo die Fruchtbarkeit der Boden⸗ miſchung, wenn wir blos auf die Erdarten Ruͤckſicht nehmen. Dieſer Grad aber iſt nach dem EClima G 2 — 100— und der Lage des Ackers ſehr verſchieden, ſo daß eine Bodenmiſchung hier ſehr fruchtbar, dort ſehr unfruchtbar ſeyn kann, wovon nachher ein Meh⸗ reres. Es ſcheint aus dieſer Theorie, werden die Ver⸗ theidiger der erſten Meinung ſagen, zu folgen, daß ein Boden gleich-fruchtbar ſeyn muͤßte, wenn ihm auch eine oder die andre Erdart ganz fehlte; falls nur die Summe ſeiner waſſerhaltenden Kraft bleibe. So muͤßte auf bloßem Kalk eine Frucht ganz gut gedeihen koͤnnen, da ſeine waſſerhaltende Kraft 50 pr. C. ausmacht; und ein Boden, der 18 Theile Thonerde und 82 Theile Kieſelſand enthielte, muͤßte eben ſo fruchtbar ſeyn, als wenn er ſeinen Antheil Kalkerde haͤtte, indem ſeine waſſerhaltende Kraft = 65 3 iſt. Dies iſt aber gegen alle Erfahrung, und beſonders durch die Tillet'ſchen Verſuche*) widerlegt. Wenn ich meine Meinung ſagen ſoll, ſo glaube ich allerdings, daß es bey Beſtimmung der Frucht⸗ barkeit des Bodens hauptſaͤchlich auf ſeine der Lage des Ackers angemeſſene waſſerhaltende Kraft an⸗ komme. Jedoch kommt ein gutes Verhaͤltniß der Erdarten, auch ohne Ruͤckſicht auf jene, in einigen Betracht. Die Kieſelerde, und zwar die grobkoͤr⸗ nige, iſt zur Bewirkung einiger Poroſitaͤt und lok⸗ — *) Memoires de l'academ. des sciences, 1772. — fähn re kann 4 hen A , un t- 1 n, ſo daß dort ſehr ein Meh⸗ die Ver⸗ lgen, daß venn ihm lte; fall ſt bleibe. zanz gut Kraft 50 8 Theile e, mäͤßte n Anthal nde Kraft Erfahrung, erſuche*) ſo glaube r Frucht⸗ der Lage traft an⸗ tniß der n einigen grobkor⸗ und lok⸗ — 774. — 101— keren Textur des Bodens unumgaͤnglich erforderlich. Die Kalkerde traͤgt unlaͤugbar zur groͤßeren Frucht⸗ barkeit des Bodens, nicht blos durch ihre mechani⸗ ſche, ſondern auch durch ihre chemiſche Kraft ſehr viel bey, woruͤber ich mich im folgenden Capitel, wo vom Kalke, als Duͤnger betrachtet, die Rede ſeyn wird, ausfuͤhrlicher erklaͤren werde. Indeſſen kann auch ein Boden, der einen ganz unbetraͤchtli⸗ chen Antheil von Kalkerde— ganz fehlt ſie wol nie, indem ſelbſt das Regenwaſſer Kalkerde ent⸗ haͤlt— beſitzt, ſehr gute Fruͤchte tragen. Die von Ruͤckert vertheidigte Meinung, daß die Erdarten den eigentlichen Nahrungsſtoff und die Hauptbeſtandtheile der Pflanzen ausmachten, daß ein jedes Gewaͤchs ein eigenthuͤmliches Verhaͤltniß der Erdarten erfordere, und ſonſt nicht fortkomme, iſt indeſſen gewiß uͤbertrieben. Er nimmt die Quantitaͤt der Erde uͤberhaupt in den Gewaͤchſen viel zu groß, bis zu 20 pr. C., an. Denn Dr. Watſon zeigt, daß Eichenholz 106 Pf.= 1696 Unzen, 19 Unzen Aſche hinterließen, und von die⸗ ſer, 1½ Unze fuͤr Salz abgezogen, bleiben 17 Unze Erde, welches wenig mehr als 1 pr. C. iſt. Die Commiſſion zur Unterſuchung der Salpeter⸗Fabriken fand beynahe daſſelbe im Eichen⸗, weniger noch im Buͤchen⸗, und erſtaunlich wenig im Fuhren⸗Holze. Im Mays hat man am meiſten, naͤmlich 7 pr. C. Erde gefunden. Im Klee fand Hr. Weſtrumb 475 pr. C. Erde, von welchen 2 Kalk, beynahe 2 Kieſel und * Thon waren. Nach Ruͤckert iſt das Verhaͤltniß ganz anders; er giebt aber im einzelnen nie das Verhaͤltniß der Erde zur ganzen Pflanze, ſondern blos die Verhaͤltniſſe der drey gemeinen Erdarten untereinander an. Waͤren die Nuͤckertſchen Ver⸗ haͤltniſſe allgemein richtig, ſo laͤßt ſich gar nicht begreifen, wie gewiſſe Fruͤchte auf gewiſſen Boden ſo viele Jahre fortkommen ſollten. Ich kenne einen ſehr ſandigen Gartenplatz, deſſen Boden keine Spur von Kalk verraͤth, worauf der Eigenthuͤmer ſeit 12 Jahren immer abwechſelnd Moͤhren und Kartoffeln mit gutem Ertrage gebauet hat. Ich nehme zum mindeſten an, daß auf einer Quadrat⸗Ruthe jaͤhr⸗ lich nur 100 Pf. ohne das Kraut gewachſen ſind. Den erdigen Antheil dieſer Gewaͤchſe will ich nach Ruͤckerts geringſtem Verhaͤltniſſe nur zu 10 pr. C. annehmen, obgleich dieſe Gewaͤchſe wol zu den erd⸗ reicheſten gehoͤren. Hiervon ſind bey den Moͤhren 68 pr. C. und bey den Kartoffeln 66 pr. C. Kalk⸗ erde. Alſo ſind jaͤhrlich 6 Pf., in 12 Jahren 80 Pf. Kalkerde aus einer Quadratruthe herausgezogen. Mit Kalk wird, ſeiner Koſtbarkeit wegen, in un⸗ ſerer Gegend nie geduͤnget. Wo kommt alſo die Kalkerde her, deren Erſchoͤpfung man an der Ve⸗ getation noch nicht merkt? Sagt man, aus dem kurzen Kuhmiſte, womit dieſer Platz reichlich geduͤn⸗ get wird— ſo fiele die practiſche Anwendung der Ruͤckertſchen Theorie, worauf er ſo ſehr dringt, von ſelbſt weg: daß man naͤmlich jedem Gewaͤchſe, nach dem Verhaͤltniſſe ſeiner erdigen Theile, einen Bo⸗ 19 n ſtu Rr g! dunſele as eit hmen V ſä, W V rigtä V Verzäͤltniß 1 mie das ſondern Erdarten en Ver⸗ gar nicht en Boden ane einen ine Spur ſeit 12 artoffeln me zum he jahr⸗ ſen ſind. ich nach 10 pr.(. den erd⸗ Mohren C. Kalk⸗ ahren do gezogen. in un⸗ alſo die der Ve⸗ aus dem gedün⸗ dung der igt, von ſe, nach un Da⸗ — den von gleichen Verhaͤltniſſen geben ſolle, indem ſchon genug davon im Miſte ſteckt. In der That aber enthaͤlt der Kuhmiſt einen gar zu geringen Antheil von Kalkerde, als daß dieſer Abgang dar⸗ aus erſetzt werden koͤnnte. Wir muͤſſen daher an⸗ nehmen, daß die Vegetation die beſondre Kraft habe, eine Erdart in die andre zu verwandeln, oder daß das Verhaltniß der Erdarten den Gewaͤchſen nicht weſentlich ſey, und daß eine Erdart die Stelle der andern bey demſelben Gewaͤchſe vertreten koͤnne. Letzteres ſcheint nach den verſchiedenen Reſultaten, welche die bereits von Mehreren unterſuchten Pflan⸗ zen gegeben haben, am wahrſcheinlichſten zu ſeyn. Und vielleicht ließe ſich hieraus der Unterſchied er⸗ klaren, welchen feine Zungen unter den, auf ver⸗ ſchiedenen Bodenarten gewachſenen Gartenfruͤchten wahrnehmen, unter welchen ſie denen auf Sande gewachſenen einen entſchiedenen Vorzug geben*). ³) Es iſt nun durch neuere Unterſuchungen evident er⸗ wieſen, daß die wenige in den Pflanzen enthaltene Erde ihren Urſprung nicht aus den Erden des Bodens zu nehmen brauche. Nach den Schraderſchen Ver⸗ ſuchen muß man annehmen, daß ſie durch die Lebens⸗ thaͤtigkeit der Pflanzen aus anderen Stoffen gebildet werde, wovon die Moͤglichkeit in Anſehung der Kalk⸗ erde durch die Vauquelinſchen Verſuche mit dem Miſt und Eyern der Huͤner ebenfalls erwieſen iſt. Auch deuten dahin viele Sauſſuͤreſche Beobachtungen bey ſeinen zahlreichen Einaͤſcherungen. Jedoch iſt es mir wahrſcheinlich, daß auch erdige Theile in der beſonderen Die waſſerhaltende Kraft alſo iſt, meiner Ue⸗ berzeugung nach, zwar nicht ganz das einzige, wor⸗ auf es bey dem Verhaͤltniſſe der Erdarten im Bo⸗ den ankommt, aber doch das vornehmſte. Nach der Tiefe der Krume, dem Untergrunde, der ebenen oder abhaͤngigen Lage, dem Himmelsſtriche, wohin ſich der Abhang neiget, dem Clima und der Hoͤhe des Ackers gegen die umliegende Gegend und beſonders gegen den Spiegel eines benachbarten Fluſſes, wird der fruchtbarere Boden ſehr verſchieden in ſeiner Mi⸗ ſchung ſeyn muͤſſen. Daher erfordern dieſe Um⸗ ſtande bey der Beurtheilung des Bodens unſre Auf⸗ merkſamkeit. In Anſehung der Tiefe kann diejenige Mi⸗ ſchung der Erdarten, welche zum Ackerbau tuͤchtig und mit Duͤngertheilen ſchon lange befruchtet iſt, zuweilen nur wenige Zoll, zuweilen mehrere Fuß tief gehen. Wenn der Boden ſonſt von gleicher Verbindung, worin ſie in der Dammerde enthalten ſind, in die Pflanzen mit uͤbergehen. Deſſenohnerachtet iſt es nicht zu laͤugnen, daß die Grundbeſchaffenheit des Bodens Einfluß auf die Bildung der Pflanzen habe. Der eigenthuͤmliche Geſchmack des Weins von gewiſſen Weinbergen, welcher durch keine Kunſt veraͤndert wer⸗ den kann, beweiſt dieſes allein. Wahrſcheinlich iſt dieſer Einfluß aber nur virtuel, nicht materiel. — bes 1 weedech doen zern hie tine meiner le⸗ injige„ wor⸗ ten im Bo⸗ Nach der ebenen oder ohin ſic der edes Ackers ders gegen wird der ſeiner Mi⸗ dieſe Um⸗ nſre Auf⸗ jenige Mi⸗ bau tüͤchtig ruchtet iſt hrere Fuß n gleicher — zalten ſind, rrachtet iſt eenheit des zzen habe. gewiſſen ndert wer⸗ heinlich iſt iel — 105— Guͤte iſt, ſo iſt er ohne Zweifel je tiefer, deſto beſſer. Ja, ein ſchlechterer Boden kann durch ſeine Tiefe den Vorzug vor einem beſſeren, der aber ſehr flach iſt, verdienen. Die Wurzeln vieler Gewaͤchſe gehen mehr oder weniger in die Tiefe, je nachdem ſie fruchtbare Erde finden; ſie ziehen die Nahrungs⸗ theile aus dem Grunde, die ſie in der Oberflaͤche nicht zureichend antreffen. Man hat es zwar meh⸗ rentheils in ſeiner Gewalt, die Tiefe durch die Eul⸗ tur zu vermehren. Es iſt dies aber ein ſchweres Unternehmen, welches große Vorſicht erfordert, und wobey alle Verhaͤltniſſe der Wirthſchaft erwogen werden muͤſſen, indem die groͤßere Tiefe dann erſt durch Duͤngung mit fruchtbaren Theilen beſchwaͤn⸗ gert werden muß. Im Capitel vom Pfluͤgen wird hiervon ausfuͤhrlicher gehandelt werden. Wo daher eine tiefe durchdrungene Krume einmal vorhanden iſt, da hat der Acker große Vorzuͤge. Der Untergrund oder diejenige Erdlage, welche unter der beackerten Krume liegt, iſt bey der Beurtheilung eines Bodens von großer Wichtig⸗ keit. Denn erſtlich giebt es verſchiedene Gewaͤchſe, die mit ihrer Pfahlwurzel viel tiefer als in die ei⸗ gentliche Krume eindringen, und gut oder ſchlecht fortkommen, je nachdem ſie eine ihnen angemeſſene Erdart antreffen. So kommt z. E. die Esparcette nirgends fort, als wo ſie in der Tiefe einen locke⸗ ren Kalkſtein antrifft. — 106— Zweytens kann der Boden ſehr verbeſſert wer⸗ den, wenn der Untergrund von der Art iſt, daß er der Oberflaͤche ſolche Erdtheile abgeben kann, die ihr fehlen. Dies geſchiehet entweder unmerklich, indem durch das Pfluͤgen und Graben einige Theile heraufgebracht werden; oder abſichtlich durch eine darauf abzweckende Arbeit. So kann Sandboden, bey einer Unterlage von Klay oder fettem Lehm, zu einer hohen Fruchtbarkeit gebracht werden. Drittens beſtimmt der Untergrund mit die waſ⸗ ſerhaltende Kraft des Bodens. Ein loſer ſandiger Boden, der auf feſtem Lehm ruhet, iſt der Duͤrre nicht ſo ausgeſetzt, als wenn der Sand bis zu ei⸗ ner großen Tiefe gehet und die Feuchtigkeit ſchnell durchlaͤßt. Dagegen leidet ein Klayboden, der eine lockere Unterlage hat, weniger von der Naͤſſe. Die abhaͤngige oder ebene Lage eines Bo⸗ dens erfordert zu ſeiner Fruchtbarkeit eine mehr oder minder waſſerhaltende Kraft oder Erdmiſchung. Neiget ſich der Abhang gegen Suͤden und Oſten, ſo iſt ein ſtaͤrker anhaltender Boden erwuͤnſchter, als wenn der Abhang weſtlich oder noͤrdlich iſt. Im Allgemeinen iſt der ſuͤd⸗ und öſtliche Abhang dem nord⸗ und weſtlichen vorzuziehen. Das Elima, wohin hauptſaͤchlich die Staͤrke des gewöoͤhnlichen jaͤhrlichen Regenfalles, dann aber auch die herrſchenden durch Gebirge ſtreichenden oder abgehaltenen Winde und Gewitter, der fruͤhere oder —— beffert wer⸗ let iſt, daß kann, die unmerklich, ige Theile durch eine aandboden, em Lehm, den. die waſ⸗ ſandiger er Düͤrre is zu ei⸗ keit ſchnel /, der eine Räſſe. eines Bo⸗ eine mehr dmiſchung. ind Oſten, wüͤttſchter, zedlich iſt. e Abhang ie Stuͤrke dann aber enden oder 1 dor ſpaͤtere Eintritt der Winter⸗ oder Sommerwitterung (Saison) zu rechnen, kann denſelben Boden frucht⸗ barer oder unfruchtbarer machen. Ein anhaltender thonigter Boden iſt in einem warmen und trocknen Clima ſchaͤtzbarer, als in einem kalten und naſſen, wo dagegen ein ſtarker Antheil von Kalkerde den Nachtheil des Clima's verbeſſert. Die hohe oder tiefe Lage eines Ackers, in Verhaͤltniß der umliegenden Gegend, und be⸗ ſonders gegen den Spiegel eines nahgelegenen Fluſſes, hat einen ſehr großen Einfluß auf die groͤßere oder geringere Fruchtbarkeit ſeiner Erdmi⸗ ſchung. Wenn ein Boden bey einer hohen Lage kaum zureichende Thonerde enthielte, ſo kann er deren in der Sinke, wo Zuſammenfluß des Waſſers iſt, viel zu viel haben. Ein ſehr ſandiger, auf einer Anhoͤhe faſt ganz unfruchtbarer, Boden kann aber in einer niedrigen Lage, beſonders wenn er faſt wagerecht mit dem Waſſerſpiegel eines nahen Fluſſes ſtehet, hoͤchſt fruchtbar ſeyn. Ich ſelbſt be⸗ ſitze ein Stuͤck Landes, welches voͤllig in dieſem Falle iſt. Der natuͤrliche Boden iſt bloßer Sand, und jetzt mit Duͤngertheilen ſtark beſchwaͤngert. Es liegt aber wenig hoͤher wie der Waſſerſpiegel des benachbarten Allerfluſſes, gegen deſſen Ueberſtroͤ⸗ mung es doch durch eine dazwiſchenliegende Anhoͤhe, auſſerordentliche Faͤlle ausgenommen, geſichert iſt. Es hat daher von untenauf immer hinreichende Feuchtigkeit. Ich baue auf dieſem, leider! nur zu — 108— V kleinen Stuͤcke Landes jaͤhrlich ſolche Fruͤchte, die e ſonſt einen bindenden, anhaltenden Klayboden er⸗ vin fordern; beſonders großen weißen Kopfkohl. Keine a Frucht ſchlaͤgt mir auf dieſem Boden fehl. Haͤtte tin ich keinen andern Grund, mich gegen die Ruͤckert⸗ 4an L ſche Meinung, von der Nothwendigkeit eines gehoͤ⸗ mmi rigen Verhaͤltniſſes der Erdarten im Boden gegen die darauf zu erbauenden Gewaͤchſe, zu erklaͤren: m ſo wuͤrde mich dieſer Fleck Landes dazu beſtimmen. Gcal Die Thoͤnerde macht nicht 2, die Kalkerde nicht 1 der it pr. C. ſeiner Beſtandtheile aus; aber die Lage er⸗ rrch ſetzt den Mangel ſeiner anhaltenden Kraft. nfi Wie ſehr die politiſchen und geographiſchen Knn 1 Verhaͤltniſſe den Werth des Bodens erhoͤhen und Nachdem wir dieſe Grundſaͤtze zur Schaͤtzung 4 und Unterſuchung eines Bodens vorausgeſchickt, koͤn⸗ nen wir verſuchen, mit den Ausdruͤcken, womit V man gewiſſe Bodenarten im gemeinen Leben und 5 in der gewoͤhnlichen Sprache der practiſchen Land⸗ wirthe bezeichnet, beſtimmtere Begriffe zu verbinden. Eine vollkommne Genauigkeit findet hier zwar nicht Statt, weil es ſo viele Bodenarten geben kann, als ſich verſchiedene Verhaͤltniſſe in der Miſchung der einfachen Erdarten, und in den uͤbrigen Mo⸗ d 2,„ N herabſetzen koͤnnen, und welche Ruͤckſicht ſie bey der d Beſtellungsart erfordern, darf ich hier nur andeuten. V 9 — Es auszufuͤhren, waͤre am unrechten Platze. V 1 1 rüchte, di boden er⸗ l. Keine l. Hätte Niͤckert⸗ nes gehd⸗ den gegen erklaͤren: eſtimmen. e nicht 1 kage er⸗ raohiſchen oöhen und ſie bey der Landeuten. ze. Schäzung ickt, kon⸗ , womit eben und een Land⸗ zerbinden. war nicht ben kann, Miſchung rigen Mo⸗ — 109— menten, worauf es bey Beurtheilung des Bodens ankommt, denken laſſen. Indeſſen laſſen ſich doch die auffallendern Verſchiedenheiten des Bodens durch beſtimmte Namen bezeichnen, und die Schattirungen oder Uebergaͤnge des einen zum andern, durch Zu⸗ ſammenſetzung dieſer Namen andeuten. Der thonigte Boden wird in Niederſachſen, ſo wie von den Englaͤndern, Klay genannt. Ich behalte dieſen altteutſchen Namen bey, um ihn von der einfachen Thonerde und vom Toͤpferthon zu un⸗ terſcheiden. Denn ein ſo thonigter Boden, der zur Toͤpferarbeit geſchickt waͤre, wuͤrde nicht beackert werden koͤnnen. Enthaͤlt er uͤber 30 pr. C. reine Thonerde, ſo iſt er zum Ackerbau ungeſchickt*). Das uͤbrige beſtehet hauptſaͤchlich aus Kieſelerde, Kalk⸗ und Eiſentheilen. Von letzteren erhaͤlt der Klay ſeine grauen, braunrothen, ſchwarzbraunen, gelblichen oder blaͤulichen Farben, je nachdem ſie in groͤßerer Menge und in verſchiedenen Graden der Verkalkung darin enthalten ſind. Der Klay hat *) Wir haben ſehr bindenden Thonboden unterſucht, der nicht uͤber 15 p. C. reine Thonerde enthielt, und ein anderesmal in hinlaͤnglich lockerem Boden mehrere reine Thonerde gefunden. Die Innigkeit der Verbindung zwiſchen Thon⸗ und Kieſelerde ſcheint auf ſeine Bin⸗ digkeit und waſſerhaltende Kraft ſehr zu wirken. Es folgt hieraus, daß ſich die Eigenſchaften des Bodens nicht allein aus dem quantitativen Verhaͤltniſſe ſeiner Beſtandtheile beſtimmen laſſen. ein gewiſſes ſanftes, fettiges Gefuͤhl, je nachdem die Thonerde darin uͤberwiegend iſt. Wenn er feucht gemacht oder angehaucht wird, ſo hat er einen ge⸗ wiſſen pflaſterartigen Geruch. Wenn er trocken iſt, ſo haͤngt er ſich an die Zunge; im Munde zerfließt er, und die Menge der darin enthaltenen Sand⸗ koͤrner laͤßt ſich durch das Knirſchen zwiſchen den Zaͤhnen ungefaͤhr ſchaͤtzen. Feucht haͤngt er ſich hartnaͤckig an alles. Im Feuer erhaͤrtet er und wird zum Ziegel. Wenn er ohne Kalk iſt, braußt er nicht mit Saͤuren. Wenn wir einen Boden Klay nennen, ſo verſteht es ſich von ſelbſt, ſeine Thonerde ſey ſchon in der Maaße mit andern Erdarten und Duͤnger⸗ theilen vermiſcht, daß er beackert werden koͤnne. Indeſſen iſt in einem Boden dieſer Art die Thon⸗ erde oft noch zu uͤberwiegend und zu wenig getren⸗ net, als daß man ihn einen guten fruchtbaren Bo⸗ den nennen koͤnnte. Er heißt dann in der gewoͤhn⸗ lichen Sprache der Landwirthe ein kalter, wider⸗ ſpenſtiger Boden. Bey vegnigter Witterung haͤlt er die Feuchtigkeit ſo an, daß kein Pflug und Wa⸗ gen darauf kommen kann; nachher bleibt er lange feucht und einem Teige gleich, der ſich an den Pflug anhaͤngt, und nur klumpenweiſe herumfaͤllt. Wird er dann trocken, ſo erhaͤrten dieſe Klumpen, und koͤnnen durch Pflug, Walze und oft durch Keulen nur in kleinere Klumpen, kaum jemals in ordent⸗ liche Krume zertheilt werben. Die Beackerung er⸗ nachden er feuuch nen ge⸗ ocken iſt zerftießt n Sand⸗ ſchen den t er ſic er und „ braußt nen, ſo ſey ſchon Duͤnger⸗ en könne⸗ die Ton⸗ ig getren⸗ ſaren Bo. gewöhn⸗ wider⸗ ang bält und Wa⸗ ar lange an Pflug 1 Wird an, und „Keulen ordent⸗ nung ei⸗ — 111— fordert eine vorzuͤglich guͤnſtige Witterung, die oft fehlt und ſchwer zu treffen iſt. Und iſt ein ſolcher Boden auch in ſeiner Art gut beackert und beſtellet, ſo leidet er doch ſowol bey der Duͤrre, die ihm große Riſſe und Spalten giebt, als bey anhalten⸗ der Naͤſſe, ſehr leicht Mißwachs. Vielè Graben, Waſſerfurchen oder verdeckte Abzuͤge erfordert er nothwendig. Aber voͤllig wird er nur durch Ueber⸗ fahren von ſandigen und kalkigten Erden verbeſſert, die dann durch oft wiederholtes flaches Pfluͤgen und ſcharfes Eggen innig mit ihm vermiſcht werden muͤſ⸗ ſen. Der Miſt muß noch im gaͤhrenden Zuſtande und auf einmal in reichlicher Menge dieſem Bo⸗ den gegeben werden, weil die in der Erde dann noch fortdauernde Gaͤhrung zur Zertheilung dieſes Bodens viel beytraͤgt. Wenn die Quantitaͤt des Thons im Boden geringer, die der Kieſelerde oder des Sandes aber groͤßer iſt, ſo daß er grob und rauh anzufuͤhlen, jedoch noch hart und ſteif iſt, feucht ſich nicht aus⸗ dehnen laͤßt, im Waſſer aber leicht zergehet, ſo heißt ein ſolcher Boden Lehm. Er hat immer ver⸗ kalktes Eiſen in ſich, welches ihm eine hellere oder dunklere braune Farbe giebt. Wenn der Antheil des Thons noch ſo groß iſt, daß er ſehr bindet, ſo nennt man ihn klayarti⸗ gen, fetten, ſchweren, ſtarken, ſteifen, auch kalten Lehmboden. Wenn er aber, maͤßig feucht, ſich leicht zerkruͤmeln laͤßt, ſo hat er einen —-— 112— geringern Antheil Thonerde, und heißt alsdann muͤrber, leichter, ſandiger, magerer Lehm⸗ oder Mittelboden. Enthaͤlt er nur ſehr wenig Thon, etwa nur 5 pr. C., ſo heißt er lehmiger Sand, leichter Boden. Der Sand beſtehet aus kleinen abgeſonderten Koͤrnern, welches mehrentheils kleine Kieſel ſind. Zuweilen ſind doch aber Kalk- und Gypsſteinchen, in England beſonders Kreideſtaub, darunter. Kies oder Grand nennt man ihn, wenn die Steinchen groͤßer ſind. Einen geringen Antheil Thonerde ent⸗ haͤlt er mehrentheils. Doch kann auch der bloße Sand durch eine reiche Beymiſchung von Damm⸗ erde ſehr fruchtbar gemacht werden, wenn ihm auf irgend eine Weiſe Feuchtigkeit beſtaͤndig zugefuͤhrt oder erhalten wird, welches durch kuͤnſtliche Bewaͤſ⸗ ſerungen der Wieſen und auch wol des Ackerfeldes geſchiehet. 3 Bey dieſen Bodenarten haben wir nur auf die Thon⸗ und Kieſelerde Ruͤckſicht genommen. Nun kommt es noch darauf an, ob ſie Kalkerde in be⸗ traͤchtlicher Quantitaͤt enthalten. Wenn Kalkerde, mit Thon vermiſcht, etwa die Haͤlfte deſſelben ausmacht, ſo heißt dies Mergel. Ueberwiegt der Kalk die andern Erdtheile, ſo heißt er Kalkmergel. Ueberwiegt hingegen der Thon, ſo nennt man ihn Thonmergel. Iſt eine erhebliche alsdann rLehm⸗ etwa nur lleichter eſonderten eeſel ſind. Iſteinchen, r. Kies zteinchen bede ent⸗ ner bloße Damm⸗ a ihm auf ezugefüher hſe Bewäſ⸗ ckerfeldes auf die n. Nun de in be⸗ derva die Mergel. ſo heißt athon, ſo perhebliche * — Quantitaͤt Sand darunter, ſo heißt er ſandiger Thon⸗ oder Kalkmergel. Wenn hingegen der Kalk 3 oder daruͤber in der Miſchung ausmacht, ſo nennt man ihn thonigten Kalk; im umgekehrten Verhaͤlt⸗ niſſe: kalkigten Thon. Oft iſt auch mit Vitriol⸗ ſaͤure geſaͤttigter Kalk in dieſer Miſchung, da er dann gypſiger Mergel, gypſiger Thon, gypſiger Thonmergel u. ſ. w. genannt wird. Dieſe beſtimm⸗ teren Ausdruͤcke wurden von Andrea zuerſt vorge⸗ ſchlagen, ſind nunmehr aber, ihrer Richtigkeit we⸗ gen, allgemein aufgenommen worden. Jedoch iſt es nicht gebraͤuchlich, einen an der Oberflaͤche lie⸗ genden beackerten Boden Mergel zu nennen, wenn er auch jene Verhaͤltniſſe hat. Man nennt gewoͤhn⸗ lich nur die aus der Tiefe hervorgebrachte, noch todte und feſte Erdart ſo. Eigentlich ſehe ich zwar nicht ein, warum man den oberen beackerten Boden, wenn er obiges Verhaͤltniß an Kalktheilen hat, nicht ebenfalls Mergelboden nennen ſollte. Um ſich in⸗ deſſen nach dem Sprachgebrauche zu bequemen, be⸗ dienen wir uns lieber der Ausdruͤcke von thonig⸗ ten Kalk⸗ oder von kalkigten Thon⸗, von lehmigten Kalk⸗ oder kalkigten Lehmbo⸗ den; von lehmigt⸗kalkigten Sand⸗ oder kalkigt⸗lehmigten Sandboden. Man bedienet ſich haͤufig der Ausdruͤcke von hitzigen, heiſſen oder warmen Boden, und nennt wiederum einen andern Boden kalt. Ich I. H — e 4 —y—— habe zwar gehoͤrt, daß man unter heiſſem Boden nichts weiter als einen hoch liegenden Sand, und unter kaltem Boden einen feuchten Lehm verſtanden hat. Indeſſen habe ich doch gefunden, daß erfahrne Landwirthe, die den Ackerbau in mehreren Gegenden unterſucht und mehrere Bodenarten geſehen hatten, ohne jedoch chemiſch⸗richtige Begriffe von den Erd⸗ arten zu haben, nur einen ſehr kalkigten Boden heiß oder hitzig nannten. Und in der That, wenn man ſich dieſes Ausdrucks bedienen will, ſo paßt er vorzuͤglich auf den Kalk. Denn dieſer aͤußert eine dem Feuer ſehr aͤhnliche Wirkung in ſchneller Zer⸗ ſtoͤrung der mit ihm vermiſchten todten organiſchen Koͤrper, und befoͤrdert eben durch dieſe Zerſtoͤrung die Vegetation ſeiner Fruͤchte deſto lebhafter, beſon⸗ ders wenn die Feuchtigkeit nicht mangelt. Deſto eher wird er aber auch ausgeſogen, d. h. der ani⸗ maliſch⸗vegetabiliſchen Duͤngertheile beraubt, wenn ihm dieſe nicht oft wieder erſetzet werden. Daher muß er haͤufig, aber jedesmal nur ſchwach, mit Miſt verſehen werden. Uebrigens wird vom Kalke und ſeiner Wirkung auf die Vegetation noch im folgenden Capitel die Rede ſeyn. Ob die practiſchen Landwirthe mit dem Aus⸗ drucke kalter Boden einen beſtimmten Begriff verbinden, habe ich noch nicht erfahren koͤnnen. Einige nennen jeden bindenden, die Feuchtigkeit zu ſtark anhaltenden Boden ſo, im Gegenſatze des loſen trockenen Sandbodens, der bey ihnen hitzig heißt. 8 ii Boden 2d, und rſtanden erfahtne degenden hatten, 1 en Erd⸗ 2 Boden 1, weun vaßt er dit eine ar Zer⸗ niſchen Korung t beſon⸗ 4 Deſto per ani⸗ an wenn n Daher m), mit 86 K alle vcch im 6 Aus⸗ egrif nonnen. teit zu loſen 1 heißt. — — 115— Genauere Landwirthe aber verſtehen, wie mir deucht, einen Boden darunter, der nicht grade durch ſeine eigene waſſerhaltende Kraft, ſondern ſeines feſten Untergrundes oder ſeiner Lage wegen, immer zu feucht bleibt. Hierher gehoͤrt beſonders der moorige Boden. In der That wird ein ſolcher Boden weit ſchwerer von der Waͤrme durchdrungen, und haͤlt im Fruͤhjahre Eis und Schnee weit laͤnger als je⸗ der andre*). Auch der Begriff von ſaurem Boden erfordert eine genauere Beſtimmung. Es kann ſich naͤmlich eine Saͤure im Boden ſo anhaͤufen, daß ſie der Vegetation hoͤchſt nachtheilig wird, indem ſie der Aufloͤſung und Verweſung der abgeſtorbenen orga⸗ niſchen Koͤrper widerſtehet. Das Eiſen ſcheint die vornehmſte Veranlaſſung dieſer Saͤure zu ſeyn, in⸗ dem es den Sauerſtoff aus der Luft anziehet, auch wol die Kohlenſaͤure zerſetzet, und dadurch in einen — *) Der feuchtere Boden iſt zwar in der Regel der kaͤltere, weil ihm bey Verdunſtung der Feuchtigkeit immer Waͤrmeſtoff entzogen wird. Sodann hat die Lage und der Abhang nach einem oder dem anderen Himmels⸗ ſtriche einen Einfluß auf die Temperatur des Bodens. Auſſerdem aber ſcheint die Grundmiſchung einen noch nicht genug unterſuchten Einfluß auf dieſe Temperatur zu haben, theils indem er die Waͤrme mehr laͤutert oder mehr anhaͤlt, theils indem durch die darin vorgehenden Zerſetzungen mehr Waͤrmeſtoff frey gemacht oder ge⸗ bunden wird. H 2 — 116— halbverkalkten Zuſtand, den man Roſt nennet, ver⸗ ſetzet wird. Wo mit dieſem Sauerſtoffe ſolche Koͤr⸗ per zuſammentreffen, welche die Grundlage einer beſonderen Saͤure ausmachen, und wodurch der Sauerſtoff erſt zur Saͤure wird, z. B. Schwefel, Kies, auch wol Phosphor, da verbindet er ſich da⸗ mit, und es erzeugt ſich Schwefel⸗ oder Phosphor⸗ ſaͤure im Boden. Dieſe halten, wie geſagt, die Zerſetzung der abgeſtorbenen organiſchen Köoͤrper auf, und verhindern alſo die Hervorbringung neuer. Zwar nicht der eigentliche Torf, aber gewiſſe torf⸗ artige Moore nehmen hieraus ihren Urſprung. Wenn man die Saͤure eines ſolchen Bodens durch Kalk oder Alkalien bricht, ſo gehen die todten Pflanzen ſchnell in Verweſung, und der Boden erlangt nun einen ſehr hohen Grad von Frucht⸗ barkeit, wenn man zugleich das Waſſer, welches faſt immer durch einen eiſenſchuͤſſigen Untergrund aufgehalten wird, ableitet, und den nunmehr zu⸗ ſammenfallenden Erdboden durch Auffahren ſchickli⸗ cher Erdarten erhoͤhet. Die Ausdruͤcke kalter und ſaurer Boden werden daher oft als gleichbedeutend gebraucht, oft aber auch unrichtig angewandt. Koch bedient man ſich der Ausdruͤcke reicher und armer Boden. Die Englaͤnder verbinden da⸗ mit einen beſtimmteren Begriff, als den der groͤße⸗ ren oder geringeren Fruchtbarkeit uͤberhaupt. Ein — reicher Boden heißt bey ihnen ein ſolcher, der viel a, ver⸗ k Hoͤr⸗ un einer 80) der Dpefel, ah da⸗ Cyyhor⸗ tt, de ti auf dreuler. dun torf⸗ Nung. aedurch atodten deden e ruch⸗ relchs K grund töyr zu⸗ achickli⸗ „uoden an, oſt bicher in da⸗ ggroͤfe⸗ 1 Ein der viel animaliſch⸗vegetabiliſchen Moder oder Ruͤckſtand der Faͤulniß in ſich hat; ein armer der, dem dies fehlt. Es wird alſo dabey auf die eigentliche Erd⸗ miſchung des Bodens nicht Ruͤckſicht genommen, und jeder Boden kann reich oder arm, in Kraft oder erſchoͤpfet ſeyn. Ein unreiner Boden heißt ein ſolcher, der viele noch lebende Saamen und Wurzeln des Un⸗ krauts bey ſich hat. Werden dieſe durch gehoͤrige Beackerung und beſonders durch Duͤngung mit ge⸗ branntem Kalk zerſtoͤhrt, ſo gehen ſie in Verwe⸗ ſung, und machen den Boden reich. Ein ſehr un⸗ reiner Boden, auf welchem, wegen des uͤberhand⸗ genommenen Unkrauts, unter den Haͤnden eines ſchlechten Wirths nichts mehr wachſen will, kann ſehr reich ſeyn, und durch eine zweckmaͤßige Behand⸗ lung, faſt ohne Duͤnger, zu großem Ertrage ge⸗ bracht werden. Die Ausdruͤcke ſchwerer oder leichter Bo⸗ den haben, ſo haͤufig ſie auch gebraucht werden⸗ einen ganz unbeſtimmten Begriff. Ihre ſpeciſiſche Schwere ſoll dadurch mehrentheils nicht ange⸗ deutet werden. Oft verſteht man darunter einen bindenden oder lockeren Boden, oft einen frucht⸗ baren oder unfruchtbaren Boden im allgemeinen. Eigentlich ſollten ſie allein auf die ſpecifiſche Schwere deſſelben angewandt werden, die mit der Fruchtbarkeit keineswegs in bekanntem Verhaͤltniſſe ſtehet. — 118— Die Lehre von dem verhaͤltnißmaͤßigen Werthe der Aecker, oder, wie man es gewoͤhnlich nennt, von der Bonitirung, kann nicht eher auf ſichere Gruͤnde zuruͤckgefuͤhret werden, bis man mehrere genaue Unterſuchungen des Bodens angeſtellet und die Fruchtbarkeit deſſelben damit verglichen hat. Bis dahin bleibt alles ſchwankend, oft willkuͤhrlich und taͤuſchend. Es folgt daraus nicht, daß jedesmal eine genaue chemiſche Zerlegung noͤthig ſey, um den Werth des Bodens zu beſtimmen. Wer viele Bodenarten beobachtet und ihre Beſtandtheile meh⸗ reremale unterſuchet hat, der wird im Stande ſeyn, durch die Sinne und einige leichte Proben den Ge⸗ halt eines Bodens ſo genau zu ſchaͤtzen, wie ein erfahrner Bergmann den Metallgehalt der Erze nach ihrem Aeußeren ſchaͤtzt. Erſt muß man aber wiſſen, welche Beſtandtheile ein Boden enthalte, der dieſe und jene in die Sinne fallende Eigenſchaften hat. Die kuͤnſtliche Erſchaffung eines fruchtbaren Bodens durch das Auffahren und Vermiſchung mit Erdarten, die ihm fehlen, iſt wol immer moͤglich, und oft, jedoch nicht jedesmal, wirthſchaftlich. Mehrentheils wird man die erforderlichen Erdarten in der Naͤhe und Tiefe finden, daß die Koſten des Ausgrabens und Anfahrens den erhoͤheten Werth des Ackers nicht uͤberſteigen. Aber nur ſelten darf man erwarten, das angewandte Capital in wenigen Jahren wieder herauszuziehen. Mit guten Zinſen Wetthe t nennt, ſichere Amehrere alet und nt. Bis Alich und dedesmal d„ um er viele tie meh⸗ de ſeyn, ahen Ge⸗ n wie an girze nach 3 wiſen, Ad dieſ den hat. chtbaren auung mit annöglich, haftlich. werdarten ſten de 8 Werth gen darf wenigen 1 Zinſen — — 119— muß man zufrieden ſeyn, da die Verbeſſerung, wenn ſie gehoͤrig gemacht worden, auf ewig iſt. Man muß dann ſo rechnen, als habe man die Summe zugelegt, um ſich einen guten ſtatt eines ſchlechten Ackers zu erkaufen. So leicht, wie manche land⸗ wirthſchaftliche Schriftſteller die Sache machen, iſt ſie bey weitem nicht; und ſie erfordert, ehe man ſie unternimmt, eine genaue Berechnung. Ein zu ſchwaches Ueberfahren iſt mehrentheils ganz frucht⸗ los, da alsdann die aufgefahrne Erdart ſich zuſam⸗ menziehet, und nach etlichen Jahren unterhalb der pflugbaren Furche zu liegen kommt. Wenn hinge⸗ gen die Erde in zureichender Menge aufgefahren, und durch haͤufiges Pfluͤgen und Eggen innig mit der urſpruͤnglichen Erdart und der Dammerde ver⸗ miſcht wird, ſo iſt dieſes nicht zu beſorgen. Ehe man daher dieſe Operation unternimmt, muß man vorher ſeinen Erdboden und die aufzufuͤhrende Erd⸗ art, ihren Beſtandtheilen nach, unterſuchen, und dann berechnen, wie viel Eubikfuß Erde etwa auf eine Quadratruthe erfordert werden, um eine nach der Lage des Feldes fruchtbare Erdmiſchung hervor⸗ zubringen. Wenn man dann ferner die Koſten des Ausgrabens und Anfahrens einer beſtimmten Quan⸗ titat Erde gefunden, ſo wird es ſich ergeben, wie hoch die Verbeſſerung einer gewiſſen Erdflaͤche ſich belaufe. Die Gruͤnde, worauf eine ſolche Feldverbeſſe⸗ rung beruhet, enthaͤlt dieſes Capitel, welches frey⸗ lich, wie ich ſehr wohl anerkenne, uͤber die ganze Materie vom Boden mehr Winke als Aufſchluͤſſe giebt. Fuͤnftes Capitel. Bom Daänger. So allgemein anerkannt es iſt, daß der Duͤnger nuͤtzlich und nothwendig ſey, um die Fruchtbarkeit des Ackers zu befoͤrdern und zu erhalten, ſo finden ſich doch in der Art und dem Maaße ſeiner zweck⸗ maͤßigſten Anwendung viele Widerſpruͤche unter den practiſchen Landwirthen. Sehr oft iſt daher der induͤſtrioͤſe Hausvater, der ſeinen Duͤnger gern auf die vortheilhafteſte Art auf ſeinen Aeckern benutzen moͤgte, zweifelhaft, wie, wann und wo er ſol⸗ ches thun ſolle. Insbeſondere ſind die Grundſaͤtze noch unbeſtimmt, wonach der Werth des Duͤngers zu ſchaͤtzen, und wie viel ein guter Haushalter an⸗ wenden und aufopfern muͤſſe, um ſeinen Duͤnger⸗ vorrath bis zu einer gewiſſen Quantitaͤt zu vermeh⸗ ren. In Anſehung der ungewoͤhnlichern Duͤngungs⸗ mittel iſt man noch zweifelhafter, zuweilen uͤber ihre Nutzbarkeit uͤberhaupt, oͤfter uͤber ihren relati⸗ ven Werth, nach der eigenthuͤmlichen Beſchaffenheit des Ackers und der Einrichtung der Wirthſchaft. ſccläſe 2 müͤnger nharkeit finden 1 zweck⸗ ter den her der arn auf wenußen Mer ſol⸗ Nundſhe dängers gyer an⸗ unger⸗ aurmeh⸗ gungs⸗ uͤber arelati⸗ enheit gſchaft. Die Lehre vom Duͤnger und der Duͤngungsart iſt daher bey weitem noch nicht in das Licht geſtellet, welches man ihr wuͤnſchen moͤgte, und deſſen ſie, allem Anſchein nach, auch faͤhig waͤre. Geſammlete richtige Erfahrungen und genau angeſtellete Verſuche ſind zwar das eigentliche Mit⸗ tel, dieſe Lehre zu vervollkommnen. Um indeſſen dieſe Erfahrungen und Verſuche in eine ſolche Ord⸗ nung zu bringen, daß eine allgemeine Ueberſicht moͤglich werde, und um die Luͤcken zu entdecken, welche noch mehrerer Nachforſchung zu ihrer Aus⸗ uͤbung bedüͤrfen, iſt eine moͤglichſt richtige Theorie unumgaͤnglich erforderlich. Eine abſolute Rich⸗ tigkeit und Wahrheit einer Theorie iſt vielleicht in keiner Erfahrungswiſſenſchaft moͤglich, wenigſtens nie erweislich. So lange ſich aber alle Erſcheinun⸗ gen in ihr aufloͤſen und ſyſtematiſch an einander ketten laſſen, hat ſie relative Wahrheit fuͤr uns, und erfuͤllet unſern Zweck, Einheit in die Mannig⸗ faltigkeit unſerer Erfahrungen zu bringen. Der Inſtinet des Menſchen uͤberhaupt iſt: nach Ver⸗ nunft zu handeln. Er muß ſich bey jeder Erſchei⸗ nung Urſache und Wirkung denken. Es macht ſich daher jeder eine Theorie bey allem, was ſeine Auf⸗ merkſamkeit und Nachdenken erregt. ſtur weiß dies mancher ſelbſt nicht, ſondern verwechſelt ſeine Theorie mit der reinen Erfahrung, um ſo mehr, wenn jene ſchon verjaͤhret und in den Sprachge⸗ brauch des gemeinen Lebens uͤbergegangen iſt. So — 122— theoretiſirt jeder Landmann uͤber den Duͤnger. Der gemeine Bauer nennt ihn in manchen Gegenden den zweyten Herr Gott:— auch eine Theorie, die in ſich richtig, nur mit einem zu gewaltigen Sprunge zum Urquell aller Kraft uͤbergehet, um brauchbar zu ſeyn. Der aufgeklaͤrtere Landwirth ſpricht aber faſt noch allgemein von Oelen und Salzen des Duͤngers; eine Theorie, die faſt unſre ſaͤmmtlichen landwirthſchaftlichen Schriftſteller noch wiederholen, ob es gleich erwieſen iſt, daß in der Dammerde, und ſelbſt im friſchen und ſogenannten fetten Miſte der Thiere, faſt gar kein Oel oder Fett, und ganz aͤußerſt wenig Salze enthalten ſind. Theorien ſind alſo einer jeden Kunſt, ſobald ſie eine wiſſenſchaftliche Form annimmt, uͤberhaupt unentbehrlich. Noch wichtiger aber iſt es, eine ein⸗ gewurzelte, aber erwieſen falſche, oft zu fehlerhaf⸗ ten Verrichtungen verleitende Theorie durch eine richtigere zu verdraͤngen. Practiſche Landwirthe werden es mir daher ver⸗ zeihen, wenn ich mich bey einer neuen Theorie des Duͤngers laͤnger, wie es noͤthig ſcheint und man⸗ chem lieb iſt, aufhalte, ehe ich zum practiſchen Theile dieſes Capitels uͤbergehe. Ich werde mich zwar der Deutlichkeit vor allem zu befleißigen ſuchen. Doch glaube ich nicht, daß ich ſolchen Leſern, wel⸗ che auch nicht eine oberflaͤchliche Kenntniß des neuen Eſt hniy fu hetde amſt falen — der. Der dzegenden Theorie, dvaltigen det, um aandwirth len und tenſt unſre Fler noch f in der nannten nhyel oder onthalten di, ſobal äbergaupt eine ein⸗ ehlerhaf urch eine aaher ber⸗ b orie des and man⸗ geattiſchen erde mich in ſüchen en, wel⸗ des neuen — 123— Soſtems der Chemie und der nach ſelbigem allge⸗ mein verbreiteten Grundſtoffe beſitzen, voͤllig ver⸗ ſtaͤndlich werden koͤnne*). Einige Erlaͤuterungen werde ich als Anmerkungen hinzufuͤgen, derentwe⸗ gen ich Chemiſten, denen dieſes Buch in die Haͤnde fallen moͤgte, um Verzeihung bitte**). *) Durch das neuere antiphlogiſtiſche, Lavoiſier⸗ ſche oder franzoͤſiſche Syſtem iſt dieſe ſonſt ſo ver⸗ worrene und ſchwere Wiſſenſchaft zu einer Klarheit und Deutlichkeit gekommen, welche die Erlernung der⸗ ſelben, im Allgemeinen, jedem aufmerkſamen Kopfe aͤußerſt leicht und angenehm macht. Wenn daher die⸗ ſes Syſtem auch einige Luͤcken hat, ſo gehen doch ſelbſt die, welche ſolche fuͤhlen, immer mehr dazu uͤber, weil es, ſeiner Beſtimmtheit und Brauchbarkeit wegen, alle Syſteme uͤbertrifft. Wenigſtens in Anſehung ſeiner Sprache wird es jetzt von allen beruͤhmten Naturfor⸗ ſchern angenommen. Der Einfluß der Chemie auf alle Kuͤnſte und Gewerbe iſt aber ſo groß, daß man, bey der jetzigen leichten Erlernung, ihre Kenntniß bald unter allen Claſſen verbreitet zu ſehen hoffen darf. *) Ich werde dem theoretiſchen Theile dieſes Capitels keine Anmerkungen hinzufuͤgen und keine Veraͤnderungen darin machen. Es haben ſich meine Anſichten nach Maaßgabe neuerer von uns und von Andern gemach⸗ ten Beobachtungen in manchen Stuͤcken ſeitdem veraͤn⸗ dert, und eine ausfuͤhrliche Entwickelung der ſelben wuͤrde eine ganz neue und lange Bearbeitung dieſer Materie erfordern, die hier am unrechten Orte ſtehen wuͤrde. Die Reſultate bleiben indeſſen in Hinſicht auf die Praxis dieſelben. 4 Um diejenigen Stoffe auszumitteln, welche die Nahrungstheile der organiſchen Koͤrper ausmachen, muͤſſen wir erſt die einfacheren Stoffe, woraus ſie beſtehen, kennen lernen. Dieſe ſind, nach zuver⸗ laͤſſigen Unterſuchungen, theils fluͤchtige: Carbon (Kohlenſtoff) a], Hydrogen(Waſſerſtoff) b], a]), Kohlenſtoff iſt derjenige Theil der Kohle, welcher bey dem Verbrennen in freyer Luft davon gehet, und, verbunden mit dem Sauerſtoff, mittelſt des Waͤr⸗ meſtoffs, die kohlenſaure Luft, Luftſaͤure oder fixe Luft ausmacht. Wenn dieſe Verbrennung in reiner Sauerſtoffluft geſchiehet, und man die entwickelte kohlenſaure Luft im pneumatiſchen Apparat auffaͤngt, ſo wiegt dieſe, nebſt dem Ruͤckſtande der Kohle, genau ſo viel, wie die Kohle, ſammt der beym Verbrennen gebrauchten Sauerſtoffluft, vorher wog. Dieſe kohlenſaure Luft, welche vorhin unter dem Namen fixer Luft bekannt war, iſt faſt allenthalben verbreitet, und entwickelt ſich aus vielen Koͤrpern auch ohne Verbrennung: bey jeder Gaͤhrung und Faͤulung, bey dem Othemholen der Thiere, bey Nacht aus den Pflanzen, aus dem rohen Kalk und Alkalien, wenn man Saͤure darauf gießt. Sie iſt daher immer in der Atmoſphaͤre enthalten, wo ſie ſich, ihrer vorzuͤg⸗ lichen Schwere wegen, zunaͤchſt am Boden aufßhaͤlt. Sie ſetzt ſich im Waſſer, beſonders wenn es kalt, doch nicht gefroren iſt, ab; ſogenannte mineraliſche Waſſer haben einen vorzuͤglichen Antheil davon. b] Das Waſſer iſt— wie wir jetzt mit Zuverlaͤſſigkeit wiſſen— kein einfacher Koͤrper, ſondern laͤßt ſich, nach Lavoiſier, in o,85 Theile Sauerſtoff und 0,15 lche die ahnachen, uts ſie onzuver⸗ Karbon †) d, — d welcher a9, und, 4 1 War⸗ luͤſe oder anting in an die raKpyarat Dinde der ster bern te non er dem n thalben 1rn auch Grulung, 1äus den ail wenn aur in mworzüg⸗ nyfhäͤlt. 1z, doch baſſer aſſigkeit a'' nach 1 0,15 — — 125— Oxygen(Sauerſtoff) c], und Azote(Stick⸗ c. Theile Waſſerſtoffgas zerſetzen, und aus dieſen beyden Gasarten in demſelben Verhaͤltniſſe, durchs Verbrennen, Waſſer darſtellen. Dieſes Waſſer⸗ ſtoffgas wird von Andern leichte inflammable Luft genannt. Da es ſich aus feſten Koͤrpern ent⸗ wickelt, worin es nicht in Luftgeſtalt enthalten ſeyn konnte, ſo muß dieſes Gas eine Baſis haben, die man Waſſerſtoff nennt, und die, mit Waͤrmeſtoff ver⸗ bunden, jene Luftart ausmacht. Der Sauerſtoff iſt an ſich keine Saͤure, aber die Urſache der Saͤure, wenn er ſich mit ſaͤurefaͤhigen Koͤrpern verbindet. Er iſt derjenige Stoff, welcher ſich mit den Metallen verbindet, wenn ſie verkalkt werden, und aus ſeinem Hinzutreten kann man er⸗ klaͤren, warum das Gewicht der Kalke groͤßer ſey, als das Gewicht der Metalle war. Im aͤlteren Stahli⸗ ſchen Syſteme der Chemie nahm man ein anderes We⸗ ſen an, welches man Phlogiſton nannte, und wel⸗ ches bey der Verkalkung davon ginge. Dieſes Weſen mußte alſo eine negative Schwere haben, indem ein Körper nach ſeiner Entfernung ſchwerer wurde. Die neuere Chemie leugnet ein ſolches Weſen, und heißt daher die antiphlogiſtiſche Chemie. Dieſer Sauerſtoff iſt die Baſis der Lebensluft (reinen Luft, dephlogiſtiſirten Luft), wenn er naͤmlich durch Waͤrmeſtoff gasfoͤrmig wird. Dieſe Luft iſt zum Leben der Thiere und Pflanzen, und zur Erhaltung des Feuers, unumgaͤnglich noͤthig, wird aber dadurch verzehret. Sie macht mit der Stickluft die atmoſphaͤ⸗ riſche Luft, in dem Verhaͤltniſſe von 27 zu 73, bis 30 zu 70, aus. —- 126— ſtoff) d];— theils feſte oder feuerbeſtaͤndige: Er⸗ den, Alkali, phosphorſaure Grundlage und ein we⸗ nig Eiſen. Die letzteren machen bey weitem nicht den geringſten Antheil aus. Dieſe Grundſtoffe ſind in den organiſchen Koͤr⸗ pern unter der Herrſchaft der Lebenskraft auf eine vielleicht jeder Gattung von lebenden Koͤrpern ei⸗ genthuͤmliche Art mit einander verbunden, und gehorchen nicht mehr den chemiſchen Geſetzen der Verwandtſchaft oder Wahlanziehung el. Dieſe d] Wenn man durch das Verbrennen eines Koͤrpers die Sauerſtoffluft verzehret hat, ſo bleibt eine Luftart zuruͤck, die man Stickgas(ſonſt phlogiſtiſche, verdorbene, mephitiſche Luft) nennet, in der keine Reſpiration und kein Verbrennen weiter Statt findet. Dieſes Gas ſcheidet ſich aber auch aus ver⸗ ſchiedenen Koͤrpern, beſonders vegetabiliſchen und ani⸗ maliſchen, aus letztern in der groͤßten Menge, ab. Seine Grundlage, welche, in Verbindung mit Waͤr⸗ meſtoff, dieſe Gasart ausmacht, nennt man Stick⸗ ſtoff, Azote. Mit Waſſerſtoff verbunden, macht es fluͤchtiges Alkali. Auch iſt es ein Beſtandtheil der Salpeter ſaͤure. e] So nennt man die Neigung der Koͤrper, ſich unter einander, und mit dieſem lieber, wie mit jenem, zu verbinden. Wenn naͤmlich ein zuſammengeſetzter Koͤr⸗ per a b' mit einem andern o zuſammengebracht wird, und a eine naͤhere Verwandtſchaft mit c, als mit b, hat: ſo wird die Verbindung von a b getrennet, und ein neuer Koͤrper a c hervorgebracht. Hierauf gruͤn⸗ 1 2 ige: En⸗ ein we⸗ um nicht nen Kir⸗ nuf eine dern ei⸗ oon, und zen der 4 Dieſe — Srpers die d Luftart eiſtiſche, art, in der ter Etutt d aus ber und ani⸗ enge, ab. unit Wäͤr⸗ an Stick⸗ un, macht ſtheil der aich unter aanem, zu atter Kör⸗ gcht wird, ls mit b⸗ gatt, und puf rüm⸗ ſcheinen ganz aufgehoben, und neue eingetreten zu ſeyn, die in der todten Natur nicht Statt finden, und daher nach den Grundſaͤtzen der Chemie und Phyſik nicht erklaͤret werden koͤnnen. Wenn aber die Lebenskraft, und mit ihr die Geſetze der orga⸗ niſchen Verbindungen aufhoͤren: ſo treten die che⸗ miſchen Verwandtſchaftstriebe und die Wahlanzie⸗ hung der Stoffe gegen einander wieder ein. Die Urſtoffe verbinden ſich paarweiſe mit einander, und es erzeugt ſich Kohlenſaͤure, Salpeterſaͤure, Ammoniak und gekohltes Waſſerſtoffgas. Zu⸗ folge dieſer natuͤrlichen Zerſetzung wird der organi⸗ ſche Koͤrper weich, veraͤndert die Farbe, verliert ſeine Bindung und Geſtalt, und verbreitet in der Atmoſphaͤre Duͤnſte und Gasarten. Hiervon haͤn⸗ gen alle Phaͤnomene der Faͤulung und Gaͤhrung ab. Aus der Verbindung des Waſſer⸗ und Stick⸗ ſtoffs entſtehet das Ammoniak(fluͤchtige Laugen⸗ ſalz), welches man als das weſentliche Erzeugniß der Faͤulung angeſehen hat. Die Verbindung des Kohlenſtoffs mit dem Sauerſtoff erzeugt das koh⸗ lenſaure Gas(fixe Luft), durch deſſen Entwei⸗ chung man, in den erſten Zeiten der Entdeckung der Luftarten, das Geheimniß der Faͤulung aufzu⸗ decken glaubte. Die Salpeterſaͤure entſteht aus der Verbindung des Sauerſtoffs mit dem Azote, und den ſich alle Zuſammenſetzungen und Zerlegungen i der Chemie. ͤͤ—ͤ—ͤ—ͤͤ — 128— macht demnaͤchſt, mit Alkalien, Salpeter. Das Waſſerſtoffgas entfuͤhrt mit ſich Kohle, Schwefel und Phosphor, und hieraus entſtehen die ekelhaften Geruͤche, und vielleicht das Leuchten faulender Koͤr⸗ per. Wenn ſich die fluͤchtigen Theile paarweiſe mit einander vereiniget haben, und in die Atmoſphaͤre uͤbergegangen ſind, ſo bleibt hauptſaͤchlich Kohle, mit den erdigen Theilen und einigen feuerbeſtaͤndi⸗ gen Salzen verbunden, zuruͤck. Dieſen Ruͤckſtand der Faͤulniß nennt man dann vegetabiliſch⸗animali⸗ ſche Erde, Moder⸗ oder Dammerde. Der Kohlen⸗ ſtoff iſt unter allen Beſtandtheilen der vegetabiliſchen Koͤrper, wenn wir das Waſſer ausnehmen, der vornehmſte. Er iſt der Hauptruͤckſtand der Faͤulniß ſowol, als der langſamen Verbrennung. Die nach der Faͤulung zuruͤckgebliebene Kohle behaͤlt einigen Waſſerſtoff bey ſich, welcher beym Verbrennen weg⸗ geht; und dieſes ſcheint die Urſache ihrer groͤßeren Aufloͤslichkeit zu ſeyn. Die Menge der Kohle iſt nach den Geſchlechtern, dem Alter und der Voll⸗ kommenheit der Pflanzen verſchieden. Holz und Saamen enthalten am meiſten, und † ihres Ge⸗ wichts; doch laͤßt ſich dies nicht genau angeben, da man den beym Verkohlen entwichenen Kohlen⸗ ſtoff nicht wohl beſtimmen kann. Da nun bey der Faͤulung alle die Stoffe, welche zur Bildung und dem Wachsthum vegetabi⸗ liſcher Koͤrper erforderlich ſind, entwickelt und zer⸗ legt werden, daß ein neues organiſches Syſtem ſie — gr. Daß HSchwefel teelhaften dher Kor⸗ heiſe mit moſphäre 4) Kohle, ibeſtänd⸗ ürkſtand eninali⸗ Iohlen⸗ dhiliſchen ahn, der d Fäulviß Die nach Ir ainigen en weg⸗ Kgroͤßeten Mohle ſſt ber Vol⸗ olz und a ues Ge⸗ aungeben, antohlen⸗ 16 Stoffe, negetabi⸗ änd zer⸗ ſtem ſie nur aufzunehmen und ſich zuzueignen braucht: ſo haͤtte man hieraus ſchon a priori ſchließen koͤnnen, es gaͤbe kein wirkſameres Mittel, die Vegetation zu befoͤrdern, als wenn man faulende und verweſende Subſtanzen in ihren Wirkungskreis braͤchte. Aber ſchon laͤngſt war dieſe Wahrheit empiriſch anerkannt, und kein Landwirth bezweifelte die große Wirkung, ja ſelbſt die Unentbehrlichkeit verweſender Koͤrper, zur Hervorbringung vollkommener, reichliche Fruͤchte tragender Gewaͤchſe. Indeſſen ſtanden einige ſcharfſinnige Koͤpfe gegen dieſe allgemein angenommene Meinung auf, und ſuchten den Nutzen des Duͤngers wenigſtens in ſo fern, als aus ihm die Nahrungstheile der Pflan⸗ zen gezogen wurden, zu bezweifeln. Sie geſtanden ihm hoͤchſtens eine inſtrumentelle Wirkung zu, in⸗ dem er dem Erdboden bald mehr Lockerheit und Poroſitaͤt, bald mehr Bindung und Haltbarkeit der Feuchtigkeiten gebe. Da dieſe Zwecke auf eine an⸗ dre Art erreicht werden konnten, ſo etjarten ſie ihn fuͤr entbehrlich. Sie beriefen ſich auf Hel monts bekannten Verſuch, der eine Weide in bloßem Regenwaſſer zu einer anſehnlichen Hoͤhe trieb, und auf ahnliche Verſuche, die du Hamel anſtellete, wobey ſich die Gewaͤchſe zwar erhielten, aber ſchwachen Wachs⸗ thum zeigten. Beſonders aber ſtellete Tillet*) *) Mémoires de Pacadémie dés sciences 1778. 1. J viele Verſuche mit Koͤrner an, die er in verſchie⸗ dene Miſchungen reiner Erdarten und gepulverter Steine in Toͤpfe ſteckte, wo er dann einige Mi⸗ ſchungen ohne allen Miſt fruchtbar fand. Man behauptete alſo: Erde und Waſſer ſey hinreichend, die Pflanzen zu ernaͤhren und zur Voll⸗ kommenheit zu bringen. Jedoch nahm man auf gewiſſe aus der Atmoſphaͤre gezogene Stoffe mit Ruͤckſicht, und ſchrieb ihnen einen Antheil an der Ernaͤhrung der Gewaͤchſe zu. Anfangs hatte man von dieſen Stoffen nur dunkele Begriffe, und ah⸗ nete ſolche faſt nur. Wie ſich aber die Chemie ver⸗ vollkommnete, und die atmoſphaͤriſche Luft ſowol wie andre Gasarten zerlegte und zuſammenſetzte, klaͤrten ſich auch dieſe Begriffe auf. Die drey fluͤch⸗ tigen Beſtandtheile, den Waſſer-, Sauer⸗ und Stickſtoff, erhielten die Pflanzen aus der Zerſetzung des Waſſers und der atmoſphaͤriſchen Luft; und den vierten Beſtandtheil, den Kohlenſtoff, lieferte die Zerſetzung der allenthalben verbreiteten kohlen⸗ ſauren Luft. Die letztere Hypotheſe hob ſich ſehr durch die von Ingenhouß gemachte Entdeckung, daß die Pflanzen im Sonnenſcheine Lebensluft ab⸗ ſonderten; welche Entdeckung durch Senebier noch dahin berichtiget wurde, daß dieſe Abſonde⸗ rung weit ſtaͤrker vor ſich gehe, wenn das Waſſer, worunter die Pflanzen eingeſchloſſen waren, kohlen⸗ ſaure Luft enthielte. Dieſe Kohlenſaͤure, welche aus Kohlenſtoff und Sauerſtoff beſtehet, werde durch Ferſchie⸗ d lverter aſje M⸗ 4 ſer ſey gr Vol⸗ nan auf Dfe mit san der We man nd ah⸗ dhie der⸗ 2. ſowel rneenſeßte e füͤt⸗ ker⸗ und Aetſezung 1t; und G lieferte akoßlen⸗ dch ſehr Deckung⸗ aft ab⸗ Hebier gpſonde⸗ achaſſer, nlehlen⸗ 1 welche e durch die Vegetation zerſetzet: der Kohlenſtoff zur Nah⸗ rung der Pflanze zuruͤckbehalten; der Sauerſtoff aber, nachdem er wie ein Reiz zur Belebung der Vegetation gewirket, mit Waͤrmeſtoff verbunden, als Lebensluft ausgeſchieden. Man erklaͤrte auch hieraus, wo alle die Kohlenſaͤure in der Natur bliebe, die ſich durch Gaͤhrung, Athemholen und Verbrennen, beſonders in ſehr bewohnten Gegenden, taͤglich in ſo großer Menge entwickelt. So ſcharfſinnig dieſe Theorie ſchien, ſo wider⸗ ſprach ſie doch zu ſehr der allgemeinen Erfahrung uͤber den Nutzen und die Unentbehrlichkeit des Mi⸗ ſtes, als daß ſie vielen Glauben haͤtte finden ſollen. Theorien koͤnnen uns oft Richtwege zeigen, wo⸗ durch wir viel ſchneller und mit geringerem Auf⸗ wande zum Zwecke gelangen, als auf der gebahn⸗ ten Straße. Indeſſen iſt es doch rathſam, ſich immer nach dieſer umzuſehen, und mißtrauiſch zu werden, wenn uns jene nach einer ganz entgegen⸗ geſetzten Richtung fuͤhren. Ganz vom Zwecke ab fuͤhrt, in allen auf Erfahrung beruhenden Kuͤnſten, die gebahnte Straße nicht. Jene Theorie mußte durch wiederholte und mit moͤglichſter Genauigkeit angeſtellte Verſuche erſt be⸗ ſtaͤtigt werden, ehe ein denkender Landwirth ſie zu ſeiner Richtſchnur nehmen konnte. Und dieſe Ver⸗ ſuche uͤbernahm der in der Chemie ſo ruͤhmlich be⸗ kannte, ſo wie in der franzoͤſiſchen Revolution uͤbel beruͤchtigte Haſſenfraz. er 92 Er wiederholte naͤmlich die Tilletſchen Ver⸗ ſuche mit denſelben Erdarten; that ſie aber in glaͤ— ſerne Trichter, welche er auf Flaſchen, die mit Waſ⸗ ſer angefuͤllt waren, ſetzte. Die Saamenköoͤrner keimten und entwickelten ſich, aber nur bis zu der Zeit, wo ſie bluͤheten. Nie brachten ſie reifen Saamen hervor. Tillet hingegen hatte ſeine Toͤpfe in Pflanzenerde eingegraben, und da ſie unten Loͤ⸗ cher hatten, ſo war eine Verbindung zwiſchen dieſer und der Erde in den Toͤpfen da. Um die Pflan⸗ zen allen Wirkungen der Atmoſphaͤre auszuſetzen, begoß Tillet ſeine Toͤpfe nie, ſondern ſtellete ſie dem Regen bloß. Bey ſtarken Regenguͤſſen mußte alſo das uͤberfluͤſſige Waſſer aus dem Loche in die Pflanzenerde gehen; dagegen verdunſtete das Waſ⸗ ſer eher aus den Toͤpfen, wenn es trocken war. Alsdann ſogen die Toͤpfe die Feuchtigkeit aus der Pflanzenerde ein, und mit derſelben ſo viel Koh⸗ lenſtoff, wie den Pflanzen nothwendig war. Viel⸗ leicht gingen ſelbſt Haarwurzeln durch die Loͤcher herdurch und in die Pflanzenerde hinein. Hier fin⸗ det ſich alſo der Grund der Verſchiedenheit zwiſchen dem Erfolge der Tilletſchen und Haſſenfraz'⸗ ſchen Verſuche. Haſſenfraz aber ging weiter, um die Quan⸗ titaͤt des Kohlenſtoffes, der ſich in ſolchen, blos in Waſſer und Erde aufgewachſenen Pflanzen befinde, zu beſtimmen. Er waͤhlte ſolche Pflanzen, die ſich am leichteſten im Waſſer allein entwickeln, und hen Ver⸗ in gla⸗ iit Waſ⸗ enkörner zu der ie reifen ine Tüyfe inten li⸗ ten dieſer Pflan⸗ uſezen, llete ſie mußte ein de as Waſ⸗ ken wer. t aus der diel Koh⸗ . VWil⸗ ge köche dier fn wiſchen infra⸗ Quän⸗ blos in befinde die ſich in, und fand Hyacinthen, Vitsbohnen und Kreſſe dazu am beſten. Er wog daher eine Parthey Hyaeinthen⸗ zwiebeln, Vitsbohnen und Kreſſe, zerlegte ſolche, und beſtimmte die Menge von Kohlenſtoff, den jede dieſer Subſtanzen, im Durchſchnitt nach Verhaͤltniß ihres Gewichts, enthielte. Nun nahm er ein beſtimmtes Gewicht von Hyacinthenzwiebeln, Vitsbohnen und Kreſſe, und verfuhr damit, wie oben geſagt. Alle drey Pflan⸗ zen entwickelten ſich; die mehrſten trugen Bluͤthe; aber weiter konnte er es, aller Muͤhe unerachtet, nicht bringen. Wie ſie zu wachſen aufhoͤrten, nahm er ſie heraus, fuͤgte die Blaͤtter hinzu, die ſie waͤhrend des Wachsthums abgeworfen hatten, und zerlegte ſie nun mit vorzuͤglicher Ruͤckſicht auf den Kohlen⸗ ſtoff. b Und da fand er beſtaͤndig, daß die Menge des Kohlenſtoffs in allen den Pflanzen, welche auf dieſe Art gewachſen waren, noch um etwas geringer ſey, als die Menge des Kohlenſtoffs in den Saamen oder Zwiebeln, welche er dazu verwandt hatte, haͤtte ſeyn muͤſſen*). *) Sur la nutrition des végétaux par M. Hassen- fraz. 1er Mémoire. In den Annales de chemie, T. XIII. p. 178. —-— 134— Dieſe Verſuche beweiſen alſo wol unwider⸗ ſprechlich, daß die Pflanzen den zu ihrer vollkom⸗ menen Ausbildung und zum Fruchttragen er⸗ forderlichen Kohlenſtoff nicht aus der Atmoſphaͤre, ſondern blos aus dem Boden ziehen koͤnnen, und daß er darin enthalten ſeyn muͤſſe, wenn ſie Saa⸗ men tragen ſollen. Indeſſen iſt der im Saamen befindliche Kohlenſtoff bey verſchiedenen Pflanzen⸗ arten zureichend, um ſie bis zur Bluͤthe zu ent⸗ wickeln. Ich uͤbergehe die ſehr ſcharfſinnigen Gruͤnde, womit Haſſenfraz in einer andern Abhandlung*) die Zerſetzung der Kohlenſaͤure durch die Vegetation beſtreitet. Bey dieſer Zerſetzung werde naͤmlich Waͤrmeſtoff entbunden, und muͤſſe ſich alſo beym Pflanzenwachsthum Kaͤlte erzeugen; welches doch nicht der Fall ſey u. ſ. f. Sie ſind fuͤr meine landwirthſchaftlichen Leſer zu ſubtil. In einer dritten Abhandlung**) zeigt nun Haſſenfraz, woher die Pflanzen den zu ihrer voͤlligen Entwickelung und beſonders zum Frucht⸗ tragen erforderlichen Kohlenſtoff nehmen, naͤmlich aus den mit dem Boden vermiſchten Ruͤckſtaͤnden der animaliſchen und vegetabiliſchen Faͤulung oder *) II. Mémoire in den Annales de chemie, T. XIII. p. 318. *⁴) Annales de chemie, T. XIV. p. 55. nunwider⸗ vollkom⸗ gen er⸗ oſohäre, n, und tiſie Sga⸗ 1Saamen oſlanzen⸗ i zu ent⸗ Grüͤnde, ſadlung*) Regetation a vaͤmlich aälſo beym lces duc trür meine zeigt um d zu ihrer Frucht⸗ n naͤmlich ccſtänden dung oder — , I. III. — 135— dem Miſte. Dieſer enthaͤlt naͤmlich den Kohlen⸗ ſtoff in reichlicher Menge, und auf eine vom Waſ⸗ ſer unaufloͤsliche Art. Nach manchen Verirrungen der Speculation, waͤren wir alſo zum alten Glauben practiſcher Land⸗ wirthe, daß das Fruchttragen groͤßtentheils vom Duͤnger abhaͤnge, aber nun als zu einer erwieſe⸗ nen Wahrheit, zuruͤckgekehret. Wir werden indeſ⸗ ſen unten hoͤren, daß dem Erdboden allerdings auch Kohlenſtoff auf andre Weiſe mitgetheilt wer⸗ den koͤnne. Unter allen Beſtandtheilen des Duͤngers iſt der Kohlenſtoff gewiß der wichtigſte und unentbehr⸗ lichſte. Man gehet indeſſen zu weit, wenn man ihn zum einzigen machen will, auf den beym Acker⸗ bau und Anwendung des Duͤngers Ruͤckſicht zu nehmen ſey. Dieſe Meinung koͤnnte wieder prac⸗ tiſch ſchaͤblich werden, indem ſchon Einige darauf verfallen ſind, die Verweſung des Duͤngers ſo weit zu treiben, daß bloße Kohle zuruͤckbleibe. Waͤre wirklich nichts wie der Kohlenſtoff im Duͤnger wirk⸗ ſam, ſo muͤßte man 20 Fuder Duͤnger ſo lange verweſen laſſen, bis man ſie auf einem Wagen wegfahren koͤnnte. Allerdings iſt voͤllig verfaulter Duͤnger ungleich wirkſamer, wie eine gleiche Quan⸗ titaͤt friſcherer. Aber unwiderſprechliche Erfahrung lehrt doch den Landwirth, daß er an der Summe der Wirkſamkeit uͤber die Haͤlfte verliere, wenn er ſeinen Düngerhaufen ſo weit zuſammenfallen laͤßt. — 136— Die uͤbrigen fluͤchtigen Beſtandtheile des Duͤngers ſind alſo auch von unbezweifeltem Nutzen fuͤr die Vegetation, und das Hydrogen und Azote, woraus verſchiedene Pflanzentheile gebildet werden, nicht entbehrlich. Vermuthlich wird ſelbſt durch dieſe die Aufloͤslichkeit der Kohle erhalten und ihr Ueber⸗ gang in die Pflanzen befoͤrdert. A. YVoung fand die Fruchtbarkeit des Bodens allemal mit der OQuantitaͤt der ſchweren inflammablen Luft, die er heraustreiben konnte, im Verhaͤltniſſe, und dieſe beſtehet aus Kohlen⸗ und Waſſerſtoffgas. Wir haben alle Urſache zu hoffen, daß wir hieruͤber ſowol, als uͤber die ganze Lehre vom uͤnger, in kurzem noch wichtige Aufſchluͤſſe erhal⸗ ten werden. Schon lange beſchaͤftigte dieſe Ma⸗ terie einige der beruͤhmteſten Chemiſten, beſonders Fourcroix, Haſſenfraz und Kirwan. Nun aber iſt dieſe Unterſuchung beſonders durch den Board of Agrieulture in Anregung gebracht worden, indem dieſer, bey der Ausarbeitung des großen Werks uͤber den Ackerbau, mit dem 15ten Capitel uͤber den Duͤnger den Anfang gemacht hat. Ein erſter Entwurf dieſes Capitels iſt, nebſt vielen Beytraͤgen von Gelehrten ſowol, als practiſchen Landwirthen, bereits abgedruckt. Die Beobachtun⸗ gen und Methoden aufmerkſamer Landwirthe wer⸗ den geſammlet und in einer allgemeinen Ueberſicht den gelehrten Naturforſchern mitgetheilet. Die chemiſch⸗phyſicaliſchen Theorien aber werden in ein⸗ tinfim führe ne ug ſin, 1 Düngers u für die P. worauls zn, nicht Adieſe de 1 Ueber⸗ Kung fand t wit de 1, der Fnd dieſ 1 daß wir ihre wn aſſe echal⸗ Gieſe M⸗ eſonder man. Nun zurch den an gebtach erung des umn Iöten aich. hat. ait veelen zattiſchen fache Winke und Fragen zergliedert, dem Acker⸗ bauer und Gaͤrtner vorgelegt, um von ihm zu er⸗ fahren, ob er ſie mit ſeinen Beobachtungen uͤber⸗ einſtimmend ſinde? Ein Weg, der ſicher zum Ziele fuͤhren muß! Zugleich laͤßt der Board of Agrieul⸗ ture durch den Dr. G. Fordyce Verſuche im Großen zu Gubbins, dem Landſitze des Dr. Hunter, anſtel⸗ len, um dieſe Materie zu erlaͤutern*). Wir gehen nun zum practiſchen Theile dieſes Capitels uͤber. Der gebraͤuchlichſte Duͤnger iſt der, welcher aus den Auswuͤrfen der Thiere, mit Stroh oder mit andern trockenen Kraͤutern vermiſcht, beſtehet. In Anſehung der thieriſchen Auswuͤrfe kommt die Guͤte des Miſtes guf die Art der Thiere, guf ihren Zuſtand und auf die Futterung an, welche ſie erhalten — *) Verſchiedene theoretiſch⸗practiſche Bemerkungen, wel⸗ che ich dem Board of Agriculture uͤber die mir mitge⸗ theilten, die Duͤngungs⸗Lehre betreffende Schriften uͤberſandte, nahm derſelbe ſo guͤtig auf, daß er mir unter dem Siegel des Collegiums ein Dankſagungs⸗ Decret unter dem éten Junius 1797 uͤberſandte, und mich zugleich zum auswaͤrtigen Mitgliede auf⸗ nahm. — 138— Nach Kirwan enthalten 108 Pfund Schafmiſt.... 25, 0 Kohle —— friſcher Kuhmiſt. 3, 75— ——— Pferdemiſt 10, 2— —-—— gekfaulter Kuhmiſt. 10, 0— ———-— Pferdemiſt 18, 75—*) Hiernach waͤre der Schafmiſt der kraͤftigſte unter allen; demnaͤchſt der Pferdemiſt, und der Kuhmiſt der ſchwaͤchſte. Dieſes ſtimmt wol mit der allge⸗ meinen Erfahrung uͤberein, beſonders wenn man auf ihre Wirkung im erſten Jahre ſieht. In An⸗ ſehung der Dauer ihrer Wirkung ſcheinen ſie aber im umgekehrten Verhaͤltniſſe zu ſtehen. Der Ge⸗ halt an gekohlter Waſſerſtoffluft(ſchwerer brenn⸗ barer Luft) iſt nur im gefaulten Kuh⸗ und Pferde⸗ miſte unterſucht, und da hielten 105 Pfund von jenem 1360, von dieſem 164 Kubikzoll dieſer Luft⸗ art. Vermuthlich war der Pferdemiſt in einem hoͤ⸗ heren Grade der Verweſung, wie der Kuhmiſt. 4 Daß der Zuſtand der Feiſtheit, worin ſich die Thiere befinden, ſehr viel zur Güte des Miſtes bey⸗ trage, iſt die einſtimmige Meinung aller Landwirthe. Es iſt wol nicht ausgemacht, ob dieſes von dem ſtaͤrkeren Abſatze der Fett- und Gallen⸗Theile, die *) Ich halte dieſe Angabe doch nicht fuͤr ganz richtig, da Kirwan nicht beſtimmt ſagt, wo er ſie herge⸗ nommen. 0 Kohle 5 9— 0— 5- p ſigſte unter ſer Kuhmit der allge⸗ wenn man M In An⸗ in ſie aber Der Ge⸗ rer brenn⸗ dund Pferde⸗ apfund von : dieſer kuſt⸗ einen hi⸗ ruhtit. in ſih de üüſtes bey⸗ andvirthe. von dem übeile, de han, iichtig⸗ ae ſe herge⸗ — 139— viel Kohlenſtoff enthalten, in den Darm⸗Canal herruͤhre, oder ob es gleichen Grund mit einer an⸗ dern allgemeinen Beobachtung habe, naͤmlich: daß der Miſt der Thiere deſto kraftiger ſey, je nahr⸗ hafter ihr Futter iſt. Beym Kornfutter geben ſie den kraͤftigſten Dung; ſchwaͤchern bey Gras und Heu; den ſchwaͤchſten bey bloßem Stroh. Denn ihre Feiſtigkeit ſtehet mit dieſen Futterungsarten in Verhaltniß. Die Englaͤnder unterſcheiden Stall⸗ und Hof⸗ miſt. Da naͤmlich das Hornvieh bey ihnen, ſelbſt im Winter, gewoͤhnlich nicht in den Stall kommt, ſondern auf einem geſtreueten Viehhofe ſich auf⸗ haͤlt und gefuttert wird, ſo iſt letzterer weit haͤufi⸗ ger. Die Viehhoͤfe ſind aber eng, und wenn ſich eine Parthci Miſt darauf anhaͤufet, ſo wird er zu⸗ ſammen in Haufen gebracht, und es wird wieder friſch eingeſtreuet. Es erfordert dies eine ſehr ſtarke Einſtreuung, wenn das Vieh trocken liegen und nicht vieler Miſt und Urin verloren gehen ſoll. Dennoch geſtehen ſie, daß der Stallmiſt beſſer ſey. A. Young hat viele Data geſammlet, Berech⸗ nungen angeſtellet und Schluͤſſe daraus gezogen, um den eigentlichen Werth des Miſtes, d. h., den Nutzen, welchen er bey einer wohlgeordneten Wirth⸗ ſchaft durch ſeine Befruchtung des Ackers bringt— zu beſtimmen. Sein Reſultat iſt: daß ſtark mit Stroh vermiſchter, mitten in der Gaͤhrung befind⸗ licher Hofduͤnger, das Fuder zu 20 Centner, 5 Schill. werth ſey. Da er ferner ausgemittelt, daß ein Fuder Heu und ein Fuder Stroh von 20 Cent⸗ nern 7 Fuder Duͤnger gebe, und erſteres auf die Benutzung des Viehes zu rechnen, ſo bezahle man ein Fuder Stroh mit 35 Schill. nicht zu theuer. Man muͤſſe daher ſo viel Stroh, wie immer moͤg⸗ lich, einſtreuen, und alles Stroh zur Einſtreuung benutzen*). Der beruͤhmte Bakewell, von dem wir in den Capiteln von der Rindvieh⸗ und Schafzucht mehreres hoͤren werden, braucht dagegen faſt gar kein Stroh zum Einſtreuen, und hatte ſeine Staͤlle ſo eingerichtet, daß er deſſen nicht bedurfte. Er verfutterte es ſaͤmmtlich im Winter; und wenn ſein Vieh es nicht bezwingen konnte, ſo nahm er ma⸗ geres Vieh von Haͤuslingen im Winter unentgeld⸗ lich in den Stall, damit es ſein Stroh verzehre und Miſt daraus mache. Wenn das Stroh durch den thieriſchen Koͤrper gehet, ſo vermiſcht es ſich mit thieriſcher Materie, und wird, in gleichem Ge⸗ wichte, als Duͤnger kraͤftiger, wie eingeſtreuetes Stroh. Was es am Gewichte, durch die Nah⸗ rung, die es den Thieren geben muß, und ihre Ausduͤnſtung verliere, ſey ſo erheblich nicht, wenn *) Vergl. hiermit 2ten Bandes 2te Abtheil. S. 17 u. f., 3ten Band S. 311 und 460, und Annal. des Acker⸗ baues 2ten B. S. 32 u. f. 3 untner, Kelt, daß 0 Cent⸗ Wauf die hle man ih theuer. aer moͤg⸗ aftreuung 4 wir in thafzucht gfaſt gar 7 Srale Arſtt. Er prenn ſin * er ma Pnentge⸗ verjehe Noh duec t es ſch ddyen Ge⸗ akreuetes Nah⸗ aind ihre an, wenn — hr7uf, andes Acer⸗ die Staͤlle nur ſo eingerichtet waͤren, daß nichts von der Jauche umkomme. Um dieſe aufzufangen, muͤſſe man Erde, und, wo er zu haben iſt, Torf herbeyſchaffen, der, durch Jauche in Verweſung gebracht, eine vortreffliche Pflanzenerde gebe. Die Wahrheit liegt wol hier, wie gewoͤhnlich, in der Mitte. Durch gar zu ſtarkes Einſtreuen, im Verhaͤltniſſe des eigentlichen Miſtes, muß der Duͤnger unkraͤftiger werden, und es wuͤrde beſſer ſeyn, mehr Vieh zu halten. Futterung von bloßem Stroh giebt aber auch unkraͤftigen Miſt. Ein ge⸗ hoͤriges Verhaͤltniß zwiſchen Futtergewaͤchſen und Kornbau, welcher Stroh liefert, wird von ſelbſt alles in ein Gleichgewicht bringen. Bakewell benutzte ſein Vieh ſo hoch, daß er nur auf zurei⸗ chendes Futter ſeine ganze Wirthſchaft berechnete, und Kornbau als Nebenſache trieb. Sein Stroh reichte kaum zum noͤthigen Beyfutter zu, und da⸗ her hatte er alle Urſache, auf Erſparung der Ein⸗ ſtreuung zu ſinnen. Seine Futterkraͤuter, Kohl, Ruͤben, Kartoffeln, und obenein die Oelkuchen und Leinſaat, die er verfutterte, erforderten Strohhaͤckſel in großer Menge zum Zuſatze; und der Miſt blieb nahrhaft genug. Wer aber, ohne jene zu bauen, ſein Vieh blos mit Stroh futtern wollte, wuͤrde abgemagertes Vieh und unkraͤftigen Duͤnger haben. Manche haben dem, ohne Einſtreuung gemach⸗ ten, durch Canaͤle und Waſſerzufluß, aus dem Stalle in einen ausgemauerten Behaͤlter geleiteten Miſte den Vorzug vor dem Strohmiſte gegeben. kin, Seine vorzügliche Wirkſamkeit iſt anerkannt, aber ſn man reicht nicht weit damit. Ueberdas hat das unl Ausfahren und eine gleichmaͤßige Vertheilung und nn Vermiſchung deſſelben mit dem Boden große Schwie⸗ MRAdͤen rigkeiten. Er kommt leicht zu ſtark auf einzelne Flecke, und macht Lagerkorn; auch iſt ſeine Wir⸗ da, kung nur von kurzer Dauer. Sein Gebrauch findet ben wol nur in kleineren Wirthſchaften Statt, wo der vace Ackerbau gegen den Viehbeſtand geringe iſt, und wo man auch auf eine genaue Vertheilung dieſes 1 Miſtes viele Sorgfalt wenden kann. Oder auch ha bey ſolchen Wirthſchaften, wo Maſtvieh aufgeſtallet, Ph b und mit angekauftem Futter gemaͤſtet wird, wohin 4 Kae b w Brannteweinbrennereyen und Starke⸗Fabriken ge⸗ 1” hoͤren*). 4 V 1 Mehrentheils denkt man, wo es an Stroh ae zur Einſtreuung mangelt, auf andre Materialien. Das gebraͤuchlichſte darunter iſt die Heide, von de⸗— ren Unentbehrlichkeit man in Heidegegenden ſo uͤber⸗ iu zeugt iſt, daß man ſich aus dieſem Grunde der Aufbrechung der Heide widerſetzet, ohne zu beden⸗ V ſnd E und! ) Hier iſt der Werth dieſer fluͤſſigen Dungung von mir ch zu ſehr herabgewuͤrdiget worden. Auch iſt dieſe Duͤn⸗ den gungsmethode, wenn einmal die erforderlichen Einrich⸗ V tnſe tungen dazu gemacht worden, auf keine Weiſe ſchwie⸗ riger und koſtſpieliger, als die Ausfuhr des Stroh⸗ miſtes. N gegeben. aant, aber hat das hung und 1 Sähwie⸗ i arzelne deine Ve Duuch 4 §, wo der t iſt, und ding dieſes Dder auch anfgeſtalle ndd, wohi zabriten ge an Stroh nrealen de, von de⸗ den ſo iber trunde der zu beden⸗ — — Anng von wit ai dieſe Dun chen Einrich Weiſe ſchwie des Etrah — 143— ken, daß man der Heide nicht weiter beduͤrfe, wenn ſtatt derſelben Korn wuͤchſe. Das wenige Stroh wird in dieſen armen Gegenden voͤllig verfuttert, und kaum kennt man es als Einſtreuung. Dieſer Heidemiſt geht langſam in Verweſung uͤber, und muß vorher, mit Plaggen vermiſcht, in Haufen lie⸗ gen, weil er ſonſt den leichten Boden noch mehr lockern, und bey trockener Witterung voͤlligen Miß⸗ wachs hervorbringen wuͤrde. Das Farrenkraut wird in England mehr ge⸗ braucht, und hat ohne Zweifel Vorzuͤge vor der Heide, wenn es haͤufig genug zu haben iſt. Dies iſt aber ſelten der Fall, da man es aus geſchloſſenen Holzungen nicht gern wegfuͤhren laͤßt. In Anſe⸗ hung des Baumlaubes tritt daſſelbe ein. Schilf und Riedgras ſind in einigen Gegenden leicht zu erhaltende und ſehr gute Einſtreuungen. Wo alle Einſtreuungs⸗Materialien fehlen, be⸗ ſonders in Staͤdten, bringt man auch wol Sand in die Staͤlle. In Yarmouth nimmt man See⸗ ſand dazu. Wenn der erſte naß iſt, ſo wird fri⸗ ſcher hinzugebracht; und nachdem alles vom Miſte und Urin wohl durchdrungen iſt, wird er heraus⸗ geſchafft. Dieſer Duͤnger wird von den Landwir⸗ then doch ſehr geſchaͤtt, und aus der Stadt gegen anſehnliche Bezahlung herausgeholet. Der Strohmiſt bleibt indeſſen in eigentlichen Ackerwirthſchaften der allgemeinſte, und auch wol — 144— der vorzuͤglichſte Duͤnger. Die Art, ihn zu behan⸗ deln und anzuwenden, hat den groͤßten Einfluß auf die Fruchtbarkeit, die er hervorbringt, und daher iſt dies einer der wichtigſten Puncte in der ganzen Lehre von der Landwirthſchaft. Durch eine nachlaͤſ⸗ ſige oder zweckwidrige Behandlung kann der Miſt wenigſtens die Haͤlfte ſeines Werths verlieren, und der Wirthſchaft dadurch ein unerſetzlicher Scha⸗ den zugefuͤgt werden. Eine Hauptregel iſt folgende: man muß die Gaͤhrung oder die Zerſetzung der animaliſchen und vegetabiliſchen Koͤrper, die man zur Duͤngung ge⸗ brauchen will, gehoͤrig zu moderiren, im ganzen Haufen aber ſo viel moͤglich gleichfoͤrmig und gleich⸗ zeitig zu machen ſuchen. Man befoͤrdert die Gaͤhrung, indem man den Duͤngerhaufen feucht, aber nicht naß erhaͤlt. Zu trockener Duͤnger verweſet langſam, im Waſſer aber thut er es gar nicht. Daher darf der Duͤnger we⸗ der auf einer Anhoͤhe, wo die Jauche gleich ab⸗ fließt, noch in einer Grube, worin ſich Waſſer ſammlet, liegen; es ſey denn, daß man der Grube Abzuͤge gebe. Ein Mittel, die Verweſung des Duͤngers vor⸗ zuͤglich ſchnell zu befoͤrdern, iſt die Beymiſchung des ungeloͤſchten Kalks. Man wuͤrde dadurch aber einen großen Theil der wirkſamen Subſtanzen, die in gasfoͤrmiger Geſtalt in die Luft gehen, verlieren, — .—— i hühan rinfluß an nd daßen nter ganen de nachli a der Mi „Geren, und Ner Sir⸗ an muß die anhen und iung ge⸗ amnxen gind gleih⸗ 18 umn dal Hüt. 3ü eſer aber A inger we⸗ Ahleich al⸗ Vrſer dar Grube alers bot⸗ aGriſchung tulcch aber erlieren/ und vielleicht nicht mehr, als nach dem Verbren⸗ nen, behalten, wenn man nicht, nach der in Eng⸗ land gebraͤuchlichen Methode, eine doppelte Quan⸗ titaͤt Erde zuſetzte, welcher ſich dieſe Subſtanzen, wenigſtens zum groͤßten Theile, anhaͤngen. Eine ſolche Miſchung aus Stallmiſt, einer gleichen oder doppelten Quantitaͤt Erde und etwa dem zwanzig⸗ ſten Theile ungeloͤſchten Kalk, nennen die Englaͤn⸗ der Compost. Sie muß oft und fleißig verarbeitet werden, und wird dann entweder auf das gepfluͤgte Land gebracht, und durch Eggen ſorgfaͤltig damit vermiſcht, oder auf die junge Saat geſtreuet; wo⸗ von nachher ein Mehreres. Es iſt gewiß, daß die Wirkung eines ſolchen Compoſts ſich ſchneller und auffallender zeigt, da er ſich gleich innig mit dem Erdboden vermiſcht, und ſich allenthalben den Pflan⸗ zenwurzeln zu ſeiner Aufnahme darbietet. Dagegen wird er aber auch durch die beyden erſten Erndten beynahe voͤllig erſchoͤpft. Da die Vermoderung des Duͤngers in ganzen Haufen moͤglichſt gleichfoͤrmig ſeyn muß, ſo iſt ein oͤfteres Umſtechen des Duͤngerhaufens ſehr nuͤtzlich. Es iſt gewiß, daß keine Arbeit in der Landwirth⸗ ſchaft ſich in der Folge beſſer bezahlt, als die auf eine gute Behandlung des Duͤngers verwandt wird. Eine zu ſchnelle Gaͤhrung und Vermoderung des Duͤngers gleicht beynahe einer Verbrennung, wobey ſo viele nutzbare Theile verfliegen. Es iſt daher rathſam, ſolche Duͤngearten, die in eine ſtarke 1. K — ͦ— —— ————— — 146— Hitze uͤbergehen und dann ſchnell vermodern, mit anderen kaͤlteren zu verſetzen. Es iſt daher die auf den meiſten Hoͤfen gebraͤuchliche Art, den Pferde⸗, Kuh⸗ und Schweinemiſt durch einander zu bringen, allerdings richtig. Die im Stallmiſt enthaltene Feuchtigkeit, ſammt der abfließenden Jauche, wird allemal hinreichend ſeyn, um den Duͤnger in die noͤthige Gaͤhrung zu ſetzen, wenn ihr Abfluß geſtopfet und ſie mit dem Duͤnger gemiſchet wird. Alles von auſſen hinzu⸗ kommende Waſſer iſt uͤberfluͤſſig und nachtheilig. Daher hat man in den geiſtvollern engliſchen Wirth⸗ ſchaften bedeckte Miſtſtellen. Der Boden iſt mit Steinen oder Thon belegt. In demſelben ſind Abzuͤge, die in ein nahgelegenes Reſervoir geleitet werden, wohin auch die Jauche aus den Staͤllen fließt. Umher iſt der Platz mit einer, etliche Fuß hohen Mauer umgeben, die an der Suͤdſeite aber noch hoͤher hinaufgefuͤhrt iſt, um den Duͤnger ge⸗ gen die Mittags⸗Sonne zu ſchuͤtzen. Auf dieſer Mauer ſtehen Staͤnder, welche ein leichtes uͤber⸗ ſtehendes Strohdach tragen, welches den Regen abhaͤlt. Wenn der Miſt duͤrre zu werden ſcheint, ſo wird die Jauche aus dem Reſervoir darauf ge⸗ goſſen, oder mit einer darin angebrachten Pumpe heraufgepumpet. Solcher Duͤngſtellen hat man mehrere auf einem Hofe, und man faͤhrt immer diejenige aus, welche auf den gehoͤrigen Grad ihrer Verweſung gekommen iſt. — Vodern, mt iher die af en Pferde gu beingen Geet, ſaum t hinraicen ührung; zr mit dem den hinzu⸗ tndthellg⸗ pen Virh⸗ Gn iſt wit gelben ſnd Porr geleit en Stäͤllen a tliche Fuß N dſate abe rünger ge auf deſr Ates übet⸗ don Negen aun ſcheint, aatauf ge⸗ dnn Pumpe nalhat man att inmer t rad ihrer — 147— Auf ſchwererem bindendem Klay⸗ und Lehm⸗ boden wenigſtens hat ſolcher Duͤnger, der ſeine Gaͤhrung noch nicht uͤberſtanden, und ſelbſt noch in einiger Waͤrme iſt, entſchiedenen Vorzug. Wenn die Hitze mehrentheils voruͤber, das Stroh muͤrbe iſt, und die ganze Maſſe eine gleichfoͤrmige brey⸗ artige Conſiſtenz annimmt, ſo iſt es im Allgemei⸗ nen Zeit, den Duͤnger mit dem Boden zu vermi⸗ ſchen, da dann die uͤbrige Gaͤhrung, zum groͤßten Vortheil des Bodens, innerhalb deſſelben vollendet werden wird. Der Zeitpunct, wo der Duͤnger eine breyartige Conſiſtenz hat, iſt ſelbſt fuͤr leichteren Boden der paßlichſte, um ihn damit zu vermiſchen. Je feuchter und bindender er iſt, um deſto mehr kann man dieſen Zeitpunct anticipiren. Jedoch muß die Gaͤhrung allemal ſchon ihren Anfang ge⸗ nommen haben*). ⁴) Es iſt neuerlich Vieles fuͤr die Anwendung des ganz friſchen Miſtes, ſo wie er aus dem Stalle kommt, auf den Acker gefahren und untergepfluͤgt, geſagt worden. Man beruft ſich auf entſcheidende Erfahrungen; aber es iſt gewiß, daß andere Erfahrungen dagegen ſind. Dadurch, daß man ſaͤgt: der friſche Miſt ſey dem gebundenen, der verweſete dem lockeren Boden zutraͤg⸗ licher, ſind die Widerſpruͤche noch nicht aufgeloͤſet, und die Sache erfordert eine genauere Unterſuchung, die aber nicht ſo leicht iſt, wie ſie Manchem ſcheinen moͤgte. K 2 In England, wo man groͤßtentheils doch die Methode, Eompoſt zu machen, vorzieht, iſt in ei⸗ nigen Gegenden, z. B. in Herkfordſhire, Berkſhire und Bedfordſhire, ein großer Theil deſſelben ſchon ſeit langer Zeit nicht zum Vermiſchen mit dem Erdboden vor der Saat, ſondern zum Ueberduͤngen derſelben im Fruͤhjahre, welches man Topdreſſing nennt, angewandt worden. Der Board of Agrieulture empftehlt, im vorlaͤufigen Abriſſe des Eapitels vom Dunger, dieſes Topdreſſing vor jeder andern Duͤngungsmethode, ſehr dringend und ſehr allgemein, und zwar aus folgenden Gruͤnden: Beym Unterpfluͤgen des Duͤngers werde ein großer und vorzuͤglicher Theil deſſelben vom Regenwaſſer in die Tiefe geſpuͤhlt, und dadurch nicht nur fuͤr die jetzige Saat, ſondern bey einer lockeren Textur des Bodens ſogar atff beſtäͤndig verloren. Beym Ueberſtreuen oder Topdreſſing hingegen muͤffe er, beym Eindringen, ſaͤmmtlich die Wurzeln der Pflanzen beruͤhren, und ſeine ganze wohlthaͤtige Wirkung auf ſelbige aͤuſſern, ſo daß faſt nichts davon verloren gehen koͤnne. Man brauche daher bey dieſer Mothode ungleich weniger Duͤnger, und welde doch groͤßere Wirkung davon wahrnehmen. Die Haͤlfte, behauptet man, ſey hinlaͤnglich, und man koͤnne ſtatt 50 Aecker 100 beduͤngen. Die Erfahrung habe die Landwirthe in vorbenannten Gegenden ſchon ſeit undenklichen Zei⸗ ten gelehret, daß es keine vortheilhaftere Art, den Duͤnger zu benutzen, gebe, wie dieſe. Die Top⸗ 1 doch de ſdiſt in u derkyſit ſde ſcho nd den Ferindn delſing 2add if 3g abtife Kateſſing heingend alcenden uns weide Ha doc ar Naduh rbh düt ehefändi areſſing „ütau Grne ganze as ſo diß ah Man inveniger aut davon 1 in, ſeh s eer 100 tahthe in en Zer⸗ t, den 2 Do⸗ drefſinmgs erſetzten. nicht nur den Mangel der Vor⸗ duͤngung, ſondern ſie gaͤben ſchwachen und duͤnnen Saagten, die durch ſchlechte Sagtzeit, durch Froſt, ſodten Schnee u. dergl. gelitten, neue Kraft, ſich zu beſtauden, und braͤchten ſie oft beym uͤbelſten An⸗ ſchein zu unglaublicher Vollkommenheit. Die Hert⸗ fordſhiver Farmers wuͤßten von keinen fehlſchlagen⸗ den Erndten, und verdankten ſie blos der magiſchen Kraft ihre. Top dreſfings. Die Wirkung des Duͤngers trete hier grade in dem Augenblicke ein, wo die wiederkehrende Waͤrme die Lebenskraft der Pflanzen vege macht, und wo ſie einer veichen Nah⸗ rung am meiſten beduͤrfen. Ich bin von der großen Wirkung einer ſolchen Fruͤhjahrs⸗Ueberduͤngung ſehr uͤberzeugt; und jede gute Wirthſchaft ſollte einen Vorrath ſolches mit Kalk in voͤllige Verweſung gebrachten und mit Erde innigſt vermiſchten Duͤngers in Bereitſchaft halten, um kuͤmmernden Saaten damit aufzuhelfen. Ins⸗ beſondere iſt dieſe Methode fuͤr leichten ſandigen Boden vortrefflich, und auf ſelbigem immer an⸗ wendbar. Allen Dunger aber, und ohne Unterſchied des Bodens, auf dieſe Weiſe verwenden zu wollen, ſcheint mir zu weit getrieben zu ſeyn, und ich kann in der allgemeinen Empfehlung dieſer Methode dem Boardof Agrieculture nicht beyſtimmen. Was die Beſorgniß anbetrifft, daß die kraͤf⸗ igſten. Duͤngertheile durch die Winterfeuchtigkei — 150— tiefer, als die Wirkung der Pflanzen⸗Wurzeln reicht, hinuntergeſpuͤhlet werden: ſo halte ich ſolche fuͤr ungegruͤndet, beſonders wenn man den Duͤnger nicht mit der letzten Furche zur vollen Tiefe, ſon⸗ dern ſchon, mit einer fruͤheren, flach untergepfluͤgt. Man findet etliche Zoll unter der beackerten Krume nie eine Spur von beygemiſchten Duͤngertheilen; ſelbſt nicht im leichteſten Sandboden. Die Schei⸗ dung, wie weit der Boden mit Dammerde durch⸗ drungen, zeigt ſich ganz beſtimmt. Eine Erfahrung, die ich im vorigen Jahre auf der Miſtſtelle meines Viehhofes machte, uͤberzeugt mich noch mehr davon. Seit acht Jahren hatte Duͤnger auf dieſem Platze gelegen, und aller Abfluß aus den Staͤllen ſamm⸗ lete ſich da. Ich befahl, dieſen Platz ſo tief aus⸗ zugraben, als die Erde vom Miſte gefaͤrbt waͤre, um ſolche auf ein Lehmfeld zu bringen. Allein es fand ſich nur auf einen und einen halben Fuß ſchwarze Erde; etliche Zoll tiefer war reiner, weißer Sand, ſo rein, wie er aus der Tiefe der Erde ge⸗ graben werden kann. Hat nun dieſe Anhaͤufung von Duͤnger und Ueberfluß von Jauche in ſo vielen Jahren nicht tiefer eindringen koͤnnen, ſo wird es eine gewoͤhnliche Duͤngung noch weniger thun!— Wenn man einen Blumentopf, der die fetteſte Duͤngererde enthaͤlt, mit mehrerem Waſſer begießt, als ſolche an ſich halten kann, ſo laͤuft das Waſſer aus den Loͤchern des Bodens heller und reiner ab, wie man es darauf gegoſſen. Vieleicht laͤßt ſich dies aus der bekannten Kraft der Kohle, ſchleimige — ſäche annehe weEn kennen ſti 1 vicke kann ur ugeln ritt wholche für dfe, ſon⸗ unh geyfluͤgt. etn Keome mätthlen; e Schei⸗ nitde durch⸗ uftyrung, düf weines an ir davon. idn Plaze aren ſamm⸗ tief ans⸗ Dröt wite en Alein es lben gui Aer, weſſer Erde ge⸗ Inhäufung ſo vielen widd es apun!— z fetteſte n begießt, 6s Waſer gbeiner ab, an läßt ſich jcleimige —-— 151— und ſalzige Stoffe anzuziehen, erklaͤren. Man weiß naͤmlich, daß man mit Kohlenpulver faules Waſſer und Seewaſſer trinkbar machen kann. Alſo wird das, was durch die fruchtbare Krume des Ackers hindurchdringt, bloßes Waſſer ſeyn, die Duͤngertheile aber darinn bleiben! Wie lange muͤßte nicht auch ſchon die Fruchtbarkeit der Ober⸗ fläche des Erdbodens erſchoͤpfet ſeyn, wenn wir annehmen, daß die fruchtbar machenden Stoffe in die Eingeweide der Erde hinabgeſchwemmet werden können? Vielmehr iſt es wol ausgemacht, daß ſich jeder Acker durch eine gehoͤrige Cultur aus ſich ſelbſt bereichere. Die allgemeine Erfahrung bezeuget, daß dem bindenden Klay⸗ und ſtarken Lehmboden langer Duͤnger, oder ſolcher, der ſeine Gaͤhrung erſt an⸗ gefangen hat, vorzuͤglich gut bekomme, wenn er in zureichender Menge auf einmal untergebracht wird. Durch die fortdauernde Gaͤhrung wird ein ſolcher Boden am beſten gelockert und mit den ſich ent⸗ wickelnden Gasarten geſchwaͤngert. Dieſer Zweck kann nicht durch Compoſt, und am wenigſten, wenn er zum Ueberduͤngen gebraucht wird, erreicht werden. Auf einem ſolchen Boden wuͤrde auch das Auffahren des Duͤngers auf die junge Saat bey naſſen Fruͤhjahren hoͤchſt nachtheilig ſeyn. Bey leichtem ſandigen Boden ginge dies zwar immer an. Dagegen beſorge ich, daß bey trok⸗ kener Fruͤhjahrs⸗Witterung die Ueberduͤngung von ſehr geringer Wirkung ſeyn, und die Saat alſo, ohne etwas unter dem Fuße zu haben, ſehr leiden wuͤrde. Endlich aber wuͤrde es jeder Wirthſchaft un⸗ moͤglich ſeyn, die ganze Duͤnger⸗Ausfuhr, zugleich mit der Fruͤhjahrs⸗Beſtellung, zu beſchaffen. Je thonigter und bindender der Boden iſt, deſto ſtaͤrker muß die Duͤngung auf einmal ſeyn. Eine ſchwache Duͤngung iſt darin ganz verloren, weil dieſe nicht Kraft hat, durch ihre Gaͤhrung den Widerſtand deſſelben ganz zu uͤberwaͤltigen, ſondern gebunden und unkraͤftig im Thone gleich⸗ ſam verhaͤrtet*). Eine ſtarke Duͤngung hingegen uͤberwaͤltigt durch ihre fortdauernde Gaͤhrung die bindende Kraft, macht den Boden locker, und durchdringt ihn ganz. Zwanzig Fuder Duͤnger auf einmal auf einen ſolchen Acker gebracht, haben *) Die Verbindung des Duͤngers mit dem Thon iſt wahr⸗ ſcheinlich nicht blos mechaniſch, ſondern wirklich che⸗ miſch. Der Thon ſcheint eine wahre chemiſche Anzie⸗ hung fuͤr den hydrsgeniſirten Kohlenſtoff zu haben. Er erfordert vermuthlich einen Grad von Saͤttigung, be⸗ vor er ihn wieder abgiebt. Rohe Thonerde iſt daher ſo aͤuſſerſt ſchwer mit Duͤnger zu ſaͤttigen und frucht⸗ bar zu machen, behaͤlt dann aber auch die Duͤnger⸗ Materie um ſo langer an ſich. * daße 1 dottun ſander tber t gung ten Waat alſe deehr leiden iſoei Un⸗ s, zuglech öſen. Woden iſ, iial ſeyn. aa verloren, G Gihrung tcrilligen, wone glaih⸗ 3 hingege ihrung di per, ind D Dinge Aicht, haben — un iſt wahr⸗ wirklich che. ziſche Anzit⸗ ir haben. Er Peigung, be⸗ de iſt daher und fruch⸗ di Duͤnger⸗ — 153— daher ſtaͤrkere und anhaltendere Wirkung gethan, als dreyßig Fuder zu verſchiedenen Zeiten. Auf lockerem Boden verhaͤlt ſich's umgekehrt. Insbe⸗ ſondere erfordert ein kalkigter Boden eine oͤftere, aber ſchwache, Duͤngung. Viele der beſten practiſchen Landwirthe in England bringen ihren Duͤnger vor Winter auf das Land, was entweder mit Brachfruͤchten oder mit Sommerkorn beſtellet werden ſoll, und pfluͤ⸗ gen ihn flach unter. Je oͤfter er alsdann im Fruͤh⸗ jahr und Sommer durchgepfluͤget wird, deſto beſ⸗ ſer iſt es, weil er ſich inniger mit dem Boden vermiſcht, und alles Unkraut ſchneller zum iuſen und Keimen bringt. Andre ſind der Meinung, daß man vor Win⸗ ter den Duͤnger auf das Land ſtreuen und oben⸗ auf liegen laſſen, dann aber mit eintretendem Fruͤhjahre gleich unterpfluͤgen ſolle. Meine Erfah⸗ rung ſcheint mir dieſe Meinung zu beſtaͤtigen. Alle aber ſind darin einſtimmig, daß es hoͤchſt nachtheilig ſey, den Duͤnger im Sommer auf dem Felde ununtergepfluͤgt liegen zu laſſen.*) *) Ich habe nachher die Pruͤfung dieſer Meinung in mei⸗ nen Annalen mehrmals empfohlen, Verſuche vorge⸗ ſchlagen und Verſuche angeſtellt. Das Reſultat iſt geweſen: daß ſolcher Miſt, welcher den erſten Grad — 154— So viel moͤglich, duͤngt der aufgeklaͤrte engli⸗ ſche Landwirth nur zu Brachfruͤchten, die entweder behacket, oder gruͤn gemaͤhet werden. Der Duͤn⸗ ger ſetzt das im Acker befindliche Unkraut jeder Art in Bewegung und Vegetation, und durch ſolche Fruͤchte wird es auf eine oder die andre Art zerſtoͤret. Ueberdies erfordern alle behackte Fruͤchte viele und dieſelben Koſten, ſie moͤgen geduͤnget ſeyn oder nicht. Ihr Ertrag aber iſt doppelt und drey⸗ fach, wenn ſie auf Duͤnger wachſen. Unbearbeitete Saaten von Huͤlſenfruͤchten uͤberziehen den Acker mit einem ſo dichten Gebuͤſch, daß alles Unkraut darunter erſticken muß, wenn ſie geduͤnget worden. Auch iſt es ſicherlich Vorurtheil, daß ſie geduͤngt weniger Ertrag, wie ungeduͤngt geben, wenn man nicht auf einzelne Bunde, ſondern auf das ganze Feld ſiehet. Das auf dieſe Fruͤchte folgende Ge⸗ traide wird dagegen reiner und eben ſo reich an Koͤrnern ſeyn, als wenn es den Duͤnger unmit⸗ telbar erhalten haͤtte. der Verweſung uͤberſtanden, fuͤr die naͤchſte Frucht we⸗ nigſtens, mehr Wirkſamkeit geaͤuſſert, wenn er 3 bis 4 Wochen in der ſtaͤrkſten Sonnenhitze obenauf gelegen und voͤllig ausgetrocknet worden, als wenn er gleich untergepfluͤgt war. Verſuche unter der Glasklocke haben uns gezeigt, daß der Miſt gewaltig Sauerſtoff anziehe, beyweitem mehr, als er an Kohlenſaͤure ab⸗ giebt. Vergl. Hermbſtaͤdts Archiv fuͤr die Agricultur⸗Chemie, 1. B. 2tes Heft. — — af irte engli⸗ entweder er Duͤn⸗ aut jeder d durch indre Act Feuüchte nget ſeyn V nd dreſf rrbeitete Acer Inkraut vorden. gedungt n man s ganze de Ge⸗ eich an unmit⸗ Auſſer dem Stall⸗ und Hofmiſte ſind alle zur Verweſung geeignete Subſtanzen beyder orga⸗ niſchen Reiche als Duͤngungsmittel brauchbar. Aus dem Thierreiche kommen vorzuͤglich fol⸗ gende in Betrachtung: Die Hornſpaͤhne. Da dieſe vorzuͤglich reich an Kohlenſtoff und Azote ſind, ſo laͤßt es ſich erklaͤren, warum ſie eine vorzuͤgliche Duͤn⸗ gungskraft beſitzen, und in geringer Quantitaͤt große Wirkung thun. Sie muͤſſen erſt in Haufen gelegt und durch Feuchtigkeit in Gaͤhrung geſetzt werden. Auf 2 Himten Einfall rechnet man 16 Himten. Dann ſtreuet man ſie auf das Land aus, wo dieſe Gaͤhrung ferner vollendet wird. Die Haare und Wolle kommen dieſen faſt gleich, und thun eine große Wirkung. Das fau⸗ lende Blut und Fleiſch der Thiere iſt ein nuͤtz⸗ licher Beytrag zum Duͤngerhaufen. Durch Zuſatz von Kalk befoͤrdert man deren Verweſung ſchnell. Es iſt ein ſonderbares und hoͤchſt nachtheiliges Vorurtheil, welches, mit wenigen Ausnahmen, bey den meiſten Voͤlkern Europens gegen den Ge⸗ brauch der menſchlichen Excremente als Duͤnger herrſcht. Wuͤrden dieſe ſorgfaͤltig auf⸗ bewahrt, mit Vegetabilien vermiſcht, und im ge⸗ rechten Zeitpunkte der Gaͤhrung auf den Acker ge⸗ bracht, ſo koͤnnten ſie zur Noth allen andern Duͤn⸗ — 156— ger entbehrlich machen. In Ehina und Japan wird bey der hohen Eultur der Felder faſt kein anderer gebraucht. Daher ruͤhrt es, daß man auf den Feldern daſelbſt einzig und allein die Frucht, die ſie tragen ſollen, und kein Unkraut ſiehet. Es laͤßt ſich wohl annehmen, daß ein jeder Menſch ſo viel Duͤnger macht, als zur Befruchtung des Landes, was er zu ſeiner Ernaͤhrung bedarf, hin⸗ reichend iſt. Blos die Niederlaͤnder wiſſen in Eu⸗ ropa dieſen Duͤnger zu ſchaͤtzen, und holen ihn gus den Staͤdten gegen anſehnliche Bezablung. Kalk ſetzt die Excremente ſchnell in ſolche Verwe⸗ ſung, daß ſie den uͤbeln Geruch verliehren. Mit Erde vermiſcht, iſt dann der menſchliche Duͤnger beſonders zum Ueberduͤngen vortrefflich zu gebrau⸗ chen. 10 Fuder Erde, 2 Fuder Miſt, 1 Fuder Kalk, machen einen kraͤftigen Eompoſt. Noch ein aus dem Thierreiche herſtammender Duͤnger, der von Einigen in England mit goßem Nutzen iſt gebraucht worden, iſt der Thran. Er beſtehet aus Kohlen⸗ und Waſſerſtoff, und reicht alſo zwey der wichtigſten Nahrungsſtoffe dar. In⸗ deſſen haben Andre ſehr nachtheilige Wirkungen davon geſehen, Es iſt vermuthlich noͤthig, daß er, ſo wie andere Oele, eyſt durch eine Gaͤhrung, die durch den Zuſatz von andern vegetabiliſchen und auimaliſchen Subſtanzen, oder, noch beſſer, durch Kalk bewirkt werden kann, dekomponirt werde, 63 m Fat (bant 1 unh 5 m 8,R ſd An V I nl dee 681 ſns dähet d Japan fiſt kein W mam auf de Frucht, ait ſehe. e Mſh ktung des b Auf, hin⸗ ain in Elr⸗ blen ihn ahlung. Verwe Mit Dünger gebrau⸗ 5 Fuder Aunende grſen dr. Er teicht 4 N⸗ Jungen 433 en, n, die 9 und durch averdt⸗ — 157— ehe er zum Uebergange in die Pflangen geſchickt iſt. Auch hat man verfaukte Fiſche nüutzlich als Důnger gebraucht. Zerſtoſſene Knochen ſind ſehr wirkſam als Duͤnger gebraucht worden. Auf kalkigtem Boden hat man gefunden, daß ſſie ſich von ſelbſt aufloͤfen. Auf Lehm und Klay aber muß muan ſie, nachdem ſie gepulvert ſind, erſt mit Alkali und lebendigem Kalk vermengen, ehe man ſie Atls⸗ ſtreuet. Sie werden mehrentheils nicht zum Un⸗ terpfluͤgen, ſondern zum Beſtretten der Saaten ge⸗ braucht. Gebrannte Knochen haben die Wir⸗ kumg des Kalks. Von vegetabiliſchen Duͤngungsmitteln wer⸗ den, auſſer den allgemein bekanntken, folgende in England oft angewandt: Oellkuchenz ſie werden zu Pulver geſtoßen und uͤber die Saat geſtreust. Will man ſie auf Klayboden brauchen, ſo worden ſie voſt mit etwas lebendigem Kalk vermiſchet. Auf tuockneren Bodun braucht man dies nicht. Man hat bemerket, daß diejenigen, woraus das Oel ſtauk ausgeprußt wor⸗ den, eben ſo, oder faſt noch wirkſamer goweſen ſind, als diejenigen, welche noch mehr oͤligte Theile in ſich behalten. Es ſcheint ulſo vorzuͤglich der Schleim zu ſeyn, welcher die duͤngende Kraft beſitzet. Man häͤlt 10 Centner auf einen Aere zu⸗ reichend, und bezahlt 20 Centner mit 4 Pf. Sterl. Man braucht dieſe Duͤngungsart freylich nur, wo ſonſt großer Mangel an Duͤngung iſt. Auch waͤre es wol immer wirthſchaftlicher, die Oelkuchen zu verfuttern und auf die Weiſe eine Duͤngervermeh⸗ rung zu bewirken. Der Malzſtaub wird als Duͤngung ſehr hoch geſchaͤtzet. Es iſt dies naͤmlich der Keim, der vom Malze abfaͤllt, wenn es wieder getrocknet wird. Da es in England eigene Leute giebt, die das Malzen als Gewerbe treiben(Malſters), ſo kann man bey ihnen dieſen Abfall in großer Men⸗ ge haben. Es gehoͤren 48 bis 60 Buſhel auf 1 Acre, 8 Buſhel fuͤr 5 Schill. Er wird auch zum Ueberſtreuen gebraucht. Die Seepflanzen werden an den Kuͤſten mit ſehr großem Nutzen geſammelt. Man macht ſogar Eindammungen von Steinen, um ihre Er⸗ zeugung am Ufer zu vermehren. Einige unter ihnen, beſonders der Fucus saccharinus, enthal⸗ ten einen dem thieriſchen ſich naͤhernden Schleim, und ſind daher ein vorzuͤglich wirkſames Duͤngungs⸗ mittel, nachdem ſie eine Zeitlang auf Haufen ge⸗ legen und in Gaͤhrung gegangen ſind. In einigen Gegenden Englands iſt die Landpacht aufs Sechs⸗ fache geſtiegen, ſeitdem man den Gebrauch dieſes Duͤngers und eine leichte Art, ihn zu erhalten, gelernet hat. In der Grafſchaft Heddington be⸗ ſonders giebt es einige Pachtungen, die vormals 10 Schill. der Acre thaten, und die ſeitdem auf diſe thi unn nn in wi da be d grch Dune un,ne den ungt ih he Van nißn aee fligcs ih ſann aji Ni 8 — nter d hat 1s dahm nur. 1 luch waͤre ucen zu levermeh⸗ ung ſehr geim, der detrocknet pöt, die 88), ſo Men⸗ mauf 1 gich zum Käüͦͤſten 2n macht Aihre Er⸗ te unter denthal⸗ pöchleim, Ipungs⸗ een ge⸗ inigen Pechs⸗ dieſes alten, n he⸗ rmals in auf — 159— 2 Pf. St. 10 Schill. bis 3 Guinen geſtiegen ſind. Beſonders thun ſie große Wirkung auf dem Boden, der eine Unterlage von Kalkſtein hat. Das Unterpfluͤgen gruͤner Saaten, als der Erbſen, Wicken, des Buchweitzens, Klees und Spoͤrgels, iſt gewiß eine der vortheilhafteſten Methoden, wo Mangel an Duͤnger iſt, oder wo man das Land nicht anders, als mittelſt einer Brache rein krigen kann. Es geſchiehet, wenn dieſe Saaten in voller Bluͤthe ſtehen, weil ſie dann am meiſten Saft haben. Auſſer den gerin⸗ gen Koſten der Ausſaat hat man, wo doch gebra⸗ chet werden ſollte, gar keine. Die Wirkung dieſes Duͤngers iſt ſo augenſcheinlich, daß ich nicht be⸗ greife, wie man nicht allenthalben, wo man uͤber Duͤngermangel klagt, ſie haͤufiger braucht. Ein unzeitiger Geiz verhindert wol die Allgemeinheit dieſer Methode. Seitdem ich die Wirkung dieſes Unterpfluͤgens aus eigener Erfahrung kenne, habe ich mir feſt vorgenommen, jede Saat von Erbſen, Wicken und Buchweitzen, die bey der Bluͤthe zu mißrathen ſcheint, ſogleich niederwalzen und unter⸗ pfluͤgen zu laſſen. Buchweitzen insbeſondere ſaͤe ich jetzt nicht anders, als mit dem Gedanken, ihn auf jeden Fall, wo er bey der Bluͤthe nicht alle Merkmale einer vortrefflichen Erndte von ſich giebt, unterpfluͤgen zu laſſen. Daher ſaͤe ich ihn allemal ſpaͤt gegen die Mitte des Junius, um ihn nur gegen die Nachtfroͤſte zu ſichern. Steht er nicht — 160— rein, ſo iſt ſein Urtheil gleich geſprochen. Sonſt muß man rechnen, daß man einmal eine Brache gepfluͤget. Die Wirkung kommt immer 6 Fudern guten Duͤnger gleich, und das Land iſt auf viele Jahre gereiniget.*) Zu den Duͤngern, die das Pflanzenreich giebt, gehoͤrt noch Sood oder Ruß. Alle Landwirthe ſind einſtimmig uͤber deſſen gute Wirkung, wo man es in einiger Quantitaͤt haben kann. Er enthaͤlt die weſentlichen Stoffe der Pflanzen⸗Nahrung in einer concentrwten Geſtalt. Durch Zuſetzung von lebendigem Kalk loͤſet man ihn ſchneller in ſeine Beſtandtheile auf, die ſonſt durch die harzige Ma⸗ terie, welche er enthaͤlt, ziemlich feſt gebunden ſind. Um aber dieſe Beſtandtheile zu behalten, muß man auch ſogleich Erde zuſetzen. Zwey Theile Sood, zwey Theile friſch gebrannter Kalk und zehn Theile Erde ſind eine zweckmaͤßige Miſchung, die entweder uͤber junge Saaten geſtreuet, oder zugleich mit den Saamen eingeeget wird. Der Sood ſcheint uͤber⸗ das eins der wirkſamſten Mittel gegen Inſekten zu ſeyn. *) Vor allem ſchickt ſich zu einer duͤngenden Ausſaat der Spoͤrgel, wegen der Wohlfeilheit ſeines Saamens, und ſeines der thieriſchen Natur analogen Weſens; vergl. 3ten Band, S. 513. Ueber die Duͤngung mit gruͤnen Saaten vergl. Hermbſtaͤdts Lehre der Agricultur⸗Chemie, 1. Bd. S. 71;% und Annalen der Riederſaͤchſ. Land⸗ wirthſchaft 5ten Jahrg. Ztes St. S. 151. „8 ſtaſt u u d 0 teau en. Dut n bra d der ihr Tit an dn m whuen tn Sn noh wi 3 gelthe w g Uelah 3t mann Du hdeſen u n 1gi ſtnat roci uid Nraee 1 22 — — — ——— 1. Sonſt nne Brache 16 Fudern auf viele keich giebt, landvithe r enthit rung in aung von din ſeine ige Ma⸗ den ſind. pnuß man 1he Sood, an Theite K entweder 3 mi den Inmr iber⸗ Jetten zu — F ſaat der aens, und aiz vergl. 11 grüͤnen AChemie, Pa. Land⸗ 31 — 161— Die Aſche von Holz iſt ein wirkſamer Duͤn⸗ ger, nicht auf leichtem, trockenem, ſondern auf ſchwerem feuchtem Klayboden und auf ſolchen Wie⸗ ſen vorzuͤglich, die Saͤure in ihrem Boden haben. Da ſie aber zur Lauge allenthalben nuͤtzlicher ge⸗ braucht wird, ſo wendet man ſie wol ſelten zum Duͤnger an. Von den zu Pulver geſtoßenen ge⸗ brannten Kohlen verſprach man ſich, ſchon nach der Prieſtley'ſchen Theorie vom Phlogiſton, große Wirkung. Man fand ſelbige aber, wenigſtens in den erſten Jahren, ſehr unbetraͤchtlich. Vermuth⸗ lich ruͤhrt dies von der Unaufloͤslichkeit der gebrann⸗ ten Kohle her, wofuͤr es, außer der Schwefelleber, noch kein bekanntes Aufloͤſungsmittel giebt. Die Torf⸗Aſche iſt dagegen als Duͤnger gebraͤuchlicher, ihre Wirkung bekannt und unbe⸗ zweifelt. Indeſſen wird ſie gewoͤhnlich nur als Ueberbleibſel des Ofen⸗ oder Heerdfeuers benutzet. Ich weiß nicht, daß irgendwo in Teutſchland bey manchen ungeheuren Torfmooren der Torf, blos des Duͤngers wegen, zu Aſche gebrannt wuͤrde, wie dieſes in Bedfordſhire geſchiehet. Es werden dann ſehr große Haufen gemacht und bey einem moͤglichſt langſamen Feuer verbrannt, weil man weiß, daß die Aſche um deſto wirkſamer iſt, je ſchwaͤcher das Feuer geweſen. Wenn daher der trockene Torf einmal in Gluth geſetzt worden, ſo wird naſſer daruͤber gebracht. Es gehen auf den Proceß wol ſechs bis acht Wochen hin. Der Buſhel wird auf dem Platze, wo die Aſche verbrannt wird, I.— L — 162— mit 1 ½ Pence bezahlt, und auf 10 bis 12 engli⸗ ſche Meilen weit hingeholet.(Aus einem Berichte an den Board of Agriculture.) Dieſe Sache ſcheint mir in ſolchen Gegenden, wo große unbenutzte Torf⸗ moore ſind, und wo es ſehr an Duͤnger zu fehlen pflegt, der Nachahmung ſehr werth zu ſeyn. Der Torf ſelbſt kann aber auch ſehr nuͤtzlich zum Duͤn⸗ ger verwandt werden, wenn man die vegetabiliſchen Faſern, woraus er beſtehet, in Verweſung ſetzet. Die Saͤure und, in manchen Torfarten, ein An⸗ theil von Erdharz haͤlt dieſe Verweſung auf. Un⸗ geloͤſchter Kalk und Miſtjauche aber brechen ſie, und ſo vermodert der Torf ſehr geſchwind. Man bringt ihn daher um und unter die Miſtſtellen, und macht mit ungeloͤſchtem Kalk einen ſehr wirkſamen Com⸗ poſt daraus. Die ausgelaugte Seifenſieder⸗Aſche, wenn ſie gleich kein alkaliſches Salz mehr enthaͤlt, und der Kalk wieder mit Kohlenſaͤure geſaͤttiget iſt, be⸗ zeigt ſich doch als ein ſehr wirkſamer Duͤnger, ſo⸗ wol auf Grasland gebracht, als in einer Vermi⸗ ſchung von Miſt und Erde mit der Saat einge⸗ egget. Worin ihre duͤngende Kraft eigentlich liege, halte ich noch nicht fuͤr ausgemacht, da ſie eine bloße, hauptſaͤchlich kalkige Erde zu ſeyn ſcheint. Gewiß thut ſie aber mehr Wirkung, wie eine ſol⸗ che*). *) Die ſtark duͤngende, und die Vegetation maͤchtig be⸗ foͤrdernde Wirkung der Aſche laͤßt ſich nicht aus den einzelnen darin enthaltenen und blos gemengten Erden — 1 zun tſn gärin lä pe Flotk Grih n Ind fngan landm bng an u E wf th gen ne — na engle n Teriche ſche ſcheint atte Torf⸗ zu fehlen iyn. Der um Din⸗ tabiliſchen ung ſezet. ein An⸗ uf. Un⸗ ſie, und an bringt und macht nen Com⸗ ihe, wenn ält, und et iſt, bes nger, ſo⸗ Vermi⸗ nt einge ih lige, 9 ſcheint. eine ſol⸗ — aͤchtig be⸗ aus den tten Erden ſie eine — 163— Der Modder aus der See, aus Graben und Teichen, iſt als ein ſehr wohlthaͤtiger und lange daurender Duͤnger zwar allgemein anerkannt; in⸗ deſſen iſt doch die Wirkung, die man davon ver⸗ ſpuͤret, nicht allemal gleich⸗groß und augenſchein⸗ lich geweſen. Derjenige, welcher ſich durch die Fluth und Ebbe an den Seeufern auf niedrigen Gruͤnden abgeſetzet, iſt unter allen der wirkſamſte, und als ſolcher einſtimmig anerkannt. Von dem⸗ jenigen aber, der aus Graben und Teichen aufs Land gefahren, hat man zuweilen ſehr wenig Wir⸗ kung bemerkt. Ich ſelbſt ließ aus einem Graben, wo alle Abfluͤſſe aus der Stadt ſich vereinigen, und wo ſich dieſer Modder ſeit Jahrhunderten an⸗ gehaͤuft hatte, eine große Menge auf einen ſandi⸗ gen Acker fahren. Ein anderesmal verſuchte ich erklaͤren. Eben ſo wenig aus dem darin enthaltenen Kali und wenigem Neutral⸗Salze; weil auch die voͤllig ausgelaugte, beſonders die Seifenſieder⸗Aſche, der un⸗ ausgelaugten wenig in ihrer Wirkſamkeit nachſtehet. Wir muͤſſen annehmen, daß eine beſondere formelle, aus dem Leben der Pflanzenkoͤrper noch herſtammende und durch die Verbrennung nicht voͤllig geſtoͤrte, dem neuen Pflanzenleben aber beſonders zutraͤgliche Vereini⸗ gung der erſten Beſtandtheile oder Urſtoffe in der Aſche vorhanden ſey; wenn ſich nicht Mitehels(Profeſſors in Neuyork) in einem Briefe an Pearſon geaͤuſſerte Behauptung, daß in der Aſche eine beſondere Sub⸗ ſtanz, von jeder anderen Erdart weſentlich verſchieden, und das Mittel zwiſchen Kali und Kalk haltend, ent: halten ſey, beſtaͤtigen ſollte: in Tillochs philosophi- cal magazine, Vol. VII. p. 273. L 2 — 164— den, welcher aus einem Fiſchteiche, wohin faſt alles Waſſer aus einem fruchtbaren und ſtark geduͤngten Lehmfelde zuſammenfließt, genommen war. Er hatte beynahe ein Jahr in Haufen gelegen, ehe er ausgeſtreuet ward. Die Wirkung war aber von beyden ſehr geringe, und jetzt, nach acht oder zehn Jahren, finde ich nicht, daß die damit geduͤngten Felder einen merklichen Vorzug haben. Dieſer Modder verdiente eine genauere chemiſche Unterſu⸗ chung. Er ſcheint mir groͤßtentheils aus Kohle zu beſtehen, woraus aber alle andere Theile ſo aus⸗ gewaſchen ſind, daß ſie unaufloͤslich wird, wie ge— brannte Kohle. Vielleicht haͤngt ihm auch eine Saͤure an, die ſeiner Wirkſamkeit entgegen ſtehet. Vermuthlich iſt derjenige wirkſamer, uͤber den nicht immer friſches Waſſer wegfließt, ſondern der ab⸗ wechſelnd trocken wird, und in Gaͤhrung kommen kann, ſo lange er noch der Gaͤhrung faͤhige Theile enthaͤlt. Eine Gaͤhrung habe ich, da er in Haufen lag, nicht beobachtet; er gab keine merkliche Duͤnſte von ſich, zerfiel aber allmaͤhlig zu Pulver. Ich werde ihn, wenn ich wieder einen Verſuch damit mache, genauer unterſuchen, ihn mit Stallmiſt und ungeloͤſchtem Kalk vermiſchen, und dann als Ueber⸗ duͤngung brauchen. Dies iſt auch die Methode, welche von den Englaͤndern empfohlen wird*). *) Ueber Modder und Teichſchlamm findet man die Reſul⸗ tate meiner neueren Beobachtungen angegeben in den Annalen des Ackerbaues, 1. B. S. 674. — *„ herche mrt len a ung faſt all 1 iudn gar. Er m ehe er aber von lder zehn gedüngten 4 Dieſer Unterſü- Kohle zu iſo aus⸗ wie ge⸗ zuch eine n ſtehet. den vicht t der ab⸗ kommen he Theile Haufen Duͤnſte eer. Ich ) damit zriſt und Ueber⸗ zethode, n*). — vie Reſu⸗ on in den 4 — 165— Es kommen nun noch die mineraliſchen Duͤn⸗ ger in Betracht, und dieſe beruhen hauptſaͤchlich auf Kalk*). Denn die Aufbringung anderer Erd⸗ arten iſt wol als Verbeſſerung des Bodens zu be⸗ trachten, nicht aber als eigentliche Duͤngung. Die Duͤngung mit gebranntem Kalk iſt ein ſehr wichtiger, aber hoͤchſt verwickelter und bis hie⸗ her noch nicht voͤllig aufgeklaͤrter Gegenſtand der Landwirthſchaft. Man hat den Kalk zuweilen mit dem groͤßten und lange daurendem Nutzen angewandt. Zuwei⸗ len hat man gefunden, daß ſehr mittelmaͤßiges Land danach etliche luxurioͤſe Erndten gegeben, dann aber zu einer weit groͤßeren Unfruchtbarkeit, wie vorher, herabgeſunken ſey, die durch abermaliges Kalken nur noch aͤrger gemacht worden. In einigen Faͤl⸗ len hat man uͤberall keine, oder gar widrige Wir⸗ kung davon verſpuͤret. Dieſe verſchiedenen Erſcheinungen laſſen ſich ei⸗ nigermaßen erklaͤren, wenn man die Wirkung, die der Kalk hat, genauer unterſucht. *) Ich habe die Lehre von der Duͤngung mit Kalk und kalkhaltigen Subſtanzen, Mergel und Gyps, ausfuͤhr⸗ licher vorgetragen in den Annalen der niederſaͤchſ. Land⸗ wirthſchaft 4ten Jahrg. 4tes St. S. 255. — 166— Er hat erſtlich die Kraft, alle organiſche ab⸗ geſtorbene Koͤrper anzugreifen, ſie ſchnell zu zerſtoͤ⸗ ren und in ihre Beſtandtheile aufzuloͤſen, wenn er in zuxeichender Menge angebracht wird. Daher loͤſet er im Boden alle darin noch beſindliche Ueber⸗ bleibſel ſolcher Koͤrper, die einer voͤlligen Verwe⸗ ſung bisher entgangen ſind, ſchnell auf, und macht ſie faͤhig, in die Pflanzen üͤberzugehen. Zweitens bricht er die im Boden zuweilen be⸗ findliche uͤberfluͤſſige Saͤure, verbindet ſich mit der⸗ ſelben, und laͤßt dagegen die mit ihm verbundene Kohlenſaͤure fahren. Drittens greift er ſelbſt noch lebende, aber weichlich gewordene, Pflanzen an, und zerſtoͤret da⸗ her unter einer gehoͤrigen Behandlung das Unkraut. Vorzuͤglich wirkſam iſt er auf ſolche Saamen, die Oeltheile enthalten, und toͤdtet ſolche faſt allge⸗ mein. Aus dieſen bekannten Kraͤften des Kalkes laͤßt ſich der gute, uͤbele und gleichguͤltige Erfolg, den man, nach Verſchiedenheit ſeiner Verhaͤltniſſe zum Boden, und der Art ſeiner Anwendung wahrge⸗ nommen hat, erklaͤren. Auch laſſen ſich daraus Regeln ziehen, wie man mit dem Gebrauche des Kalkes zu verfahren und das gekalkte Land nachher zu behandeln habe. Damit der Kalk ſeine Wirkung thun koͤnne, iſt es vor allen Dingen noͤthig, daß er, ſobald wie — ,— nt der A i& Kng wn in kunnäc ſtane ſanlts ſo mi En iſ ne ein riſcheß bmiſis dar d wih Stt geng wert hab 1 ſſ en niſche äb⸗ izu zerſto⸗ wenn er Dnher he Ueber⸗ ni Verwe⸗ und macht veilen be⸗ mit der⸗ bundene Ide, aber gſtatet da⸗ Unkraut. amen, de ffaſt alge⸗ ealkes lißt efolg, den griſſe zum wahrge⸗ h daraus auche des ad nachher in konte, ſobald wie — 167— moͤglich, und ehe er von der Luftſaͤure voͤllig wie⸗ der geſaͤttiget worden, in fein gepulvertem Zuſtande auf den Acker verbreitet und mit dem Boden ſo innig wie moͤglich gemiſchet werde. Koͤnnte man den gebrannten Kalk, ſo wie er aus dem Ofen kommt, gleich pulvern und mit dem Boden vermi⸗ ſchen: ſo wuͤrde er, ohne allen Zweifel, am wirk⸗ ſamſten ſeyn. Da dies aber nicht wohl moͤglich iſt, ſo muß man, durch Beſprengen mit Feuchtigkeit, ihn in dieſen feinen Pulverſtand verſetzen, und ſo wie er ganz darin zerfallen, mit dem Boden ver⸗ miſchen. Freylich wird er hiedurch bis auf einen gewiſſen Grad geloͤſchet, und zieht einen Theil ſei⸗ ner Luftſaͤure wieder an ſich; jedoch bleibt er noch wirkſam genug. Wollte man ihn unzerfallen in Stuͤcken auf dem Acker ausſtreuen und unterpfluͤ⸗ gen, ſo wuͤrden harte Klumpen von Moͤrtel daraus werden, und er wenig Wirkung auf den Boden haben. Wegen der erforderlichen innigen Vermiſchung iſt es immer am rathſamſten, ihn auf die Brache zu bringen. Wenn ſolche rauh gepfluͤget worden, wird er daruͤber ausgeſtreuet und unmittelbar tuͤch⸗ tig durchgeegget, dann moͤglichſt flach eingepfluͤget, und ſo wenigſtens dreymal damit durchgepfluͤget und geegget. Auf die Weiſe verbindet er ſich mit dem Boden innig, und ſetzt alle darin enthaltene Un⸗ kraut⸗Saamen und Wurzeln, die durch das haͤu⸗ fige Pfluͤgen zum Keimen kommen oder weich ge⸗ macht werden, in Verweſung. — 168— Jede andre Methode, den Kalk aufzubringen, iſt unvollkommen, und verfehlt ihres Zweckes großentheils. Die QOuantitaͤt des aufzubringenden Kalkes richtet ſich nach der Beſchaffenheit des Bodens. Je ſchwerer und bindender, je tiefer, je reicher und je unreiner ein Acker iſt, deſto mehr muß darauf. Von einer zu kleinen Quantitaͤt Kalk bemerkt man, beſonders auf ſchwerem Klayboden, nicht die ge⸗ ringſte Wirkung. Wenn man das Kalken auch oft wiederholen, aber nie eine zureichende Quantitaͤt darauf bringen wollte, ſo wuͤrde es nichts helfen. Denn der Kalk, von dem vorherigen Ueberfahren, iſt nun unwirkſam geworden, und voͤllig geloͤſchet, kann daher dem friſchaufgebrachten, in Befoͤrderung der erforderlichen Gaͤhrung, nicht zu Huͤlfe kommen. Auf Erregung dieſer Gaͤhrung, wodurch aller Duͤn⸗ gungsſtoff, der im Acker liegt, in Bewegung geſetzt wird, kommt aber alles an. Der bindende Boden widerſteht dieſer Gaͤhrung mehr wie ein anderer, wenn ſie nicht mit zureichender Kraft rege gemacht wird. Auf einen Aecre ſchweren Klaybodens werden England oft 4 bis 500 Buſßhel gebracht, welche denn aber auch bewundernswuͤrdigen Effect hervor⸗ bringen*). —— *) Oft haben mir Landwirthe geſagt, daß ſie das Kalken vergeblich verſuchet. Aber ſie hatten etwa 15 Himten auf einen Morgen gebracht. — —— 11 nen L Nerg s de Ki dig jeneres wetd 1 der a fu leben hefind n Matert de Kan den Ir dch, ſ Siuten ſezt de Aaſe heigen ubringen, Zweckes Kalkes ens. Je er und je jdarauf. erkt man, de ge⸗ auch oft uantitctt helfen. rfahren, geläſchtt, forderung kommen. iler Dün⸗ aig geſeßt he Boden anderer, gemacht werden welche bervor⸗ — — ans Kalken u5 Himten — 169— Je leichter und lockerer der Boden iſt, deſto mehr muß die Quantitaͤt vermindert werden. In einer geringen Maaße, thut er auf leichtem, aber reichem Boden oft ſehr große Dienſte. Auf ſolchen Feldern hingegen, die einen duͤn⸗ nen Boden haben, und auf Kalkſtein, Kreide oder Mergel liegen, alſo Kalktheile genug beſitzen, iſt die Kalkduͤngung allemal nachtheilig befunden. Wo die Oberflaͤche eines Feldes ungleich iſt, Erhoͤhungen und Vertiefungen hat, muß man hier⸗ auf Ruͤckſicht nehmen. Denn der hoͤher liegende Boden iſt gewoͤhnlich leichter und magerer, der nie⸗ drig liegende feſter und fetter. Daher muß auf jenen der Kalk ſchwaͤcher, auf dieſen ſtaͤrker gebracht werden. Die allergroͤßte und daurendſte Wirkung hat der Kalk auf abgewaͤſſerten Torfmoor⸗Boden, der faſt ganz aus lauter vegetabiliſchen, todten und lebenden Faſern beſtehet, die aber, wegen der darin befindlichen Saͤure und einem Antheile harziger Materie, nicht in Verweſung gehen. Wenn nun der Kalk in zureichender Quantitaͤt auf ſol⸗ chen Boden kommt, und damit, ſoviel wie moͤg⸗ lich, innig vermiſcht wird, ſo neutraliſirt er die Saͤure, laͤßt dagegen ſeine Luftſaͤure fahren, zer⸗ ſetzt die harzigen Theile, und bringt in der ganzen Maſſe Gaͤhrung und Verweſung hervor. Die bis⸗ herigen Moorpflanzen ſterben, bey der veraͤnderten ——— 1 Natur des Bodens, ab, und es entſteht nun die reichſte vegetabiliſche Krume, die ſo bald durch aus⸗ ſaugende Erndten nicht erſchoͤpft werden kann. Jeder andre zureichend gekalkte Boden muß, wenn man ſich auf den Kalk allein verlaͤßt, und mehrere ausſaugende Erndten nach einander davon nimmt, bald erſchoͤpfet werden. Alle darin befind⸗ liche Nahrungstheile ſind aufgeloͤſet, und faͤhig ge⸗ macht, in die Frucht uͤberzugehen. Der Boden iſt gelockert, ſo daß die Wurzeln ihn allenthalben durchdringen koͤnnen. Alles was darin iſt, wird daher bald herausgezogen. Wer alſo ſeinen gekalk⸗ ten Acker nicht erſchoͤpfen will, der muß ihn um deſto mehr mit anderem Duͤnger wieder nachhelfen und eine regelmaͤßige Fruchtfolge von abwechſelnden Korn⸗ und gruͤnen Erndten beobachten. Der ungebrannte, zu Pulver zermalmte Kalkſtein, iſt nicht ohne alle Wirkung, kommt aber dem gebrannten nicht gleic. Wenn Saͤure im Boden iſt, ſo kann er ſie brechen; auch lockert er den zu gebundenen Boden, und befoͤrdert die Verweſung organiſcher Theile. Der Mergel hat vor dem ungebrannten Kalkſtein die großen Vorzuͤge, daß er an der Luft, beſonders im Winterfroſte, von ſelbſt zerfaͤllt, daß ſeine Kalktheile feiner getrennet ſind, als es beym Zermalmen moͤglich iſt, und daß er ſich daher in⸗ niger mit dem Boden vermiſchet. Seiner verſchie⸗ = e Wathſ mehren dieſer Boder ſoll miſchun Nrten diſer tvergeh Duer velcher rügic racht. Neg dcht — t nun de durch aus⸗ ann. den muß, ißt„ und der davon in befind⸗ fähig ge⸗ Boden iſt enthalben ſt, wird gekalk⸗ lihn un kachhelfen dechſelnden zermalmte u, kommt en Sääͤre c lockut ddert die nrangten ver Luft, all, das des beym gaher in⸗ verſcii⸗ — 121— denen Zuſammenſetzung iſt im vorigen Capitel er⸗ waͤhnet. Je mehr Kalk er in ſich hat, deſto kraͤfti⸗ ger iſt er, und deſto weniger wird erfordert. Seine Wirkung iſt am Ende der des gebrannten Kalkes gleich; nur iſt ſie ſchwaͤcher und langſamer. Denn obgleich der in ihm enthaltene Kalk nicht cauſtiſch, ſondern milde iſt, folglich die organiſchen Theile nicht angreifend zerſtoͤrt, ſo befoͤrdert er doch ihre Aufloͤſung. Die ſaͤure⸗brechende und auflockernde Kraft beſitzt er ebenfalls. Hieraus laͤßt ſich dann ſein Nutzen ſowohl, als ſein hin und wieder verſpuͤrter Nachtheil erklaͤ⸗ ren. Letzterer iſt lediglich die Folge einer ſchlechten Wirthſchaft und vernachlaͤſſigter Miſtduͤngung. Je mehrern Mergel man aufbringt, und je kalkigter dieſer iſt, deſto ſtaͤrker muß man duͤngen, wenn der Boden nicht nach einiger Zeit erſchoͤpfet werden ſoll. Die groͤßtentheils aus Thon beſtehende Bey⸗ miſchung des Mergels traͤgt aber ſehr vieles zur Verbeſſerung des leichten Sandbodens bey. In dieſer Ruͤckſicht iſt das Mergeln dieſes Bodens von unvergaͤnglichem Nutzen. Wenn man auf die Dauer ſehen will, ſo iſt fuͤr denſelben der Mergel, welcher die geringſte Quantitaͤt Kalk enthaͤlt, der nuͤtzlichſte, falls er in genugſamer Menge aufge⸗ bracht wird. Daher ziehet man in Norfolk ſolchen Mergel, der faſt gar nicht braußt, aber im Waſſer leicht zerfaͤllt, allem andern vor. Das Auffahren — 172— eines ſolchen Mergels kann man dann weniger als Duͤngung, ſondern mehr als Verbeſſerung des Bo⸗ dens, betrachten. Auf ſchweren bindenden Boden wird hingegen ein Mergel erfordert, der wenigſtens gleiche, noch beſſer, uͤberwiegende Kalktheile hat. Von der Unterſuchungs⸗Methode der Beſtand⸗ theile des Bodens habe ich im vorigen Capitel ge⸗ redet. Wenn der Landwirth indeſſen wiſſen will, wie reich ein gefundener Mergel an Kalktheilen ſey, ſo wird folgender einfachere Verſuch ihm ſol⸗ ches, zu ſeinem Zweck, beſtimmt genug angeben. Man nehme ein beſtimmtes Gewicht von dem fein gepulverten, an der Sonne oder in einer Pfanne auf dem Feuer getrockneten Mergel, ver⸗ miſche ihn mit Waſſer, und troͤpfle ſo viel Tropfen Salpeterſaͤure hinzu, bis die Aufbrauſung zu Ende iſt. Alsdann thue man eben ſo viel Tropfen Sal⸗ peterſaͤure, mit Waſſer vermiſcht, in ein Glas, und miſche von ungebranntem, moͤglichſt reinem Kalk⸗ ſteine, oder Kreide, in feines Pulver zerſtoßen, den man vorher gewogen, unter oͤfterem Umſchuͤtteln, ſo viel hinzu, bis das Aufbrauſen aufhoͤrt. Da eine gleiche Menge Saͤure eine gleiche Menge Kalk ſaͤttiget, ſo muß die Quantitaͤt des im Mergel ent⸗ haltenen Kalkes der gleich ſeyn, welche im zwei⸗ ten Theile des Verſuchs gebraucht worden. 4+ widen feinct Klee⸗ 9 9 Netur menen widd j ſo vieht als zurn ih ifl. dünger; nach wen Auf deſe Jadens gen Hoc dien M dogemi deniger als 9 des Ba⸗ hingegen ſiche, noch Beſtand⸗ dvitel ge⸗ een will ſktheilen hm ſol⸗ ggehen. von dem lin einer lhel, ber⸗ Tropfen zu Ende en Sal⸗ 8, und Kalk⸗ in, den aäͤtteln, . Da he Kalk gel ent⸗ n zwei⸗ . — 133— Da der Mergel an der Luft am beſten zer⸗ fallt, ſo wird er auf das Land gefahren, und bleibt den Winter hindurch liegen. Steinartiger Mergel erfordert mehr als einen Winter, um voͤllig zu zerfallen, und man bringt ihn daher in England am liebſten auf Aecker, die zu Graſe liegen. Er vermehrt den Graswuchs ſehr, und vertilget doch verſchiedene Arten von Unkraut, insbeſondere den wilden Sauerampfer. Mittelſt des Thonmergels bringt man hohes trocknes Land zu einem reichen Klee⸗ und Gras⸗Ertrage, beſonders wenn noch Stallduͤnger hinzukommt. Auch iſt es in England haͤufig im Gebrauche, Compoſt mit Mergel zu machen, und dann dieſes als Topdreſſing zu brauchen. Keine Gegend, die Mergel hat, iſt von der Natur verabſaͤumet, ſondern allemal einer vollkom⸗ menen Cultur faͤhig! Durch das erſte Mergeln wird jeder Boden, der nur Heide trug, faͤhig ſeyn, ſo viel Gras und Futterkraͤuter hervorzubringen, als zur erſten Subſiſtenz des Viehſtapels erforder⸗ lich iſt. Dieſer wird dann bald den zureichenden Duͤnger liefern, und auf dieſe Weiſe der Boden nach wenigen Jahren zum reichen Ertrage kommen. Auf dieſe Weiſe iſt die Cultur des oͤden, ſandigen Bodens im oͤſtlichen Norfolk zu ihrer gegenwaͤrti⸗ gen Hoͤhe geſtiegen. Wo man aber, nach dem erſten Mergeln, dem Acker mehrere Kornerndten abzugewinnen ſucht, bevor man den noͤthigen Duͤn⸗ — 124— b w ger anſchaffen kann, da iſt die Sache auf ein and g Jahrhundert verdorben. Die wenige Dammerde, en die ſich ſeit undenklichen Zeiten auf der Wuͤſte er⸗ ͤnn zeugt hatte, wird durch die Kalktheile des Mer⸗ ingut gels in Bewegung geſetzt und durch die Kornſaat nahiheſ erſchoͤpfet. Das bloße Stroh kann ſie nicht wie⸗ dle dergeben, und man ſieht ſich bald genoͤthigt, den St ausgemergelten Ausbruch zu verlaſſen. ftig, rt, un Hieraus erhellet von ſelbſt, in wie fern das ahn unbeſtimmte Lob und der unbeſtimmte Tadel des MWglän Mergels richtig ſey. NVNnckai Vorzuͤglich groß und daurend iſt die Wirkung m. jedes Kalkes und kalkigter Erde auf ſolchen Boden, ſ denir der die, der Vegetation ſo nachtheilige Vitriol⸗ unda oder Schwefelſaͤure in einigem Uebermaaße enthaͤlt. n 4 Er vertilget dieſe nicht nur, wenn er in zureichen⸗ 4 der Quantitaͤt aufgebracht wird, gaͤnzlich, ſondern V dauſe ſetzt auch die darin befindlichen, zur Duͤngung ge⸗ ſenn eigneten Theile in eine Verweſung, welche durch DMaun die Saͤure lange aufgehalten worden, und entwik⸗ diin, kelt dagegen ſeine Luftſaͤure, die dem Boden wohl⸗ hen. thätig iſt. Daher iſt der Mergel denn auch auf unde ſolchem Boden vom auffallendſten Nutzen.«]mttff WRuer Der Gyps iſt ein— nicht mit Luft⸗, ſon⸗ de dern mit Schwefel⸗Saͤure verbundener Kalk. Wi⸗ retehnt derſprechender und unbeſtimmter ſind vielleicht bey gaizen. keinem Gegenſtande der Landwirthſchaft die Erfah⸗ 3s rungen und Nachrichten, als die, uͤber den Nutzen nanen d auf ein hammerde, Wüſte el⸗ des Mer⸗ Kornſaat nicht wie⸗ Ahigt, den 4 tfenn das tadel des Wikung en Boden, Vri⸗ 6 rie enthalt räten ſondern Eigung ge⸗ ſce dur ) eutvit⸗ den wohl⸗ auch auf ft⸗, ſon⸗ alk. Wi⸗ leicht beh ſie Erfah⸗ en Nuützen und Gebrauch des Gypſes. Wenn Einige bewun⸗ dernswuͤrdige Wirkungen davon geſehen haben, ſo verſichern Andre, daß ſie das mit großen Erwar⸗ tungen unternommene Gypſen völlig fruchtlos, oft nachtheilig befunden haͤtten. In England ſtimmen faſt alle Nachrichten dahin uͤberein: daß es mehr Schaden als Vortheil thue, ohnerachtet es viel⸗ faͤltig, und unter der Hoffnung des beſten Erfol⸗ ges, von manchen vorurtheilsfreyen Landwirthen verſuchet worden. Die Nachrichten, welche die Englaͤnder uͤber den großen Nutzen deſſelben aus Amerika erhielten, machten ſie vorzuͤglich aufmerk⸗ ſam. Und da die Amerikaner ihren Gyps aus Frankreich kommen ließen, ſo verſchrieben die Eng⸗ laͤnder von demſelben. Aber er that ſo wenig, wie der einheimiſche! Die vortrefflichen Wirkungen, welche wir in Teutſchland vom Gypſen des Klees und der Huͤl⸗ ſenfruͤchte geſehen haben, werden faſt einſtimmig anerkannt. Indeſſen giebt es auch verſchiedene, die dieſem, nach ihrer Erfahrung, gradezu widerſpre⸗ chen. Ich habe uͤber die Sache nichts Beſtimmte⸗ res und Unpartheyiſcheres gehoͤrt, als was mir ein vortrefflicher, ſcharfſinniger Landwirth aus dem Bauernſtande, Namens Schwanneke zu Lopke, in der Amtsvoigtei Ilten, daruͤber ſagte. Es verlohnt ſich der Muͤhe, ſeine Ausſage ganz her⸗ zuſetzen. Ich beſuchte, ſagte er, vor mehreren Jahren meinen Schwiegervater, zwey Meilen von uns, — 176— beſahe ein Kleeſtuͤck, und fand den Klee im April ſo duͤnne und elend ſtehen, daß ich ihm anrieth, es wieder umzupfluͤgen. Komm nur in 3 Wochen wieder, antwortete er; bey naͤchſtem feuchten Wet⸗ ter will ich es dukſen(ſo nennt man dort das Ueberſtreuen mit gemahlnem Gyps), dann ſollſt du anders ſprechen. Ich ging wirklich nach vier Wochen wieder hin, und fand ein ſo ſchoͤnes Klee⸗ feld, daß ich faſt nicht glauben konnte, es ſey daſ⸗ ſelbe. Ich hatte nichts Eiligeres zu thun, als mir gleich etliche Saͤcke gemahlnen Gypſes zu holen, und ſolchen auf meinen Klee zu ſaͤen. Aber der ge⸗ gypſte Klee ward bey mir nicht um ein Haar beſ⸗ ſer, wie der andere. Ich ließ mich nicht abſchrek⸗ ken, ſondern wiederholte es noch zwey Jahre mit aller Sorgfalt, nach meines Schwiegervaters Vor⸗ ſchrift, aber vergeblich; da ich doch bey jenem im⸗ mer den groͤßten Nutzen davon ſahe. Sein Land, fuhr er fort, iſt von eben der Art, wie meines, guter Klay. Aber wir mergeln; dort thun ſie das nicht; haben aber mehr Miſt wie wir. Darin muß der Unterſchied liegen. Wahrlich ein wichtiger Aufſchluß, Freund Schwanneke! Das gemergelte Land hat Kalk⸗ theile genug, um den eigentlichen Nahrungsſtoff der Pflanzen in Bewegung zu ſetzen. Bey ſeinem Schwiegervater fehlen dieſe dem gut durchduͤngten Acker, und darum thut der Gyps ſo große Wir⸗ kung. eben do Nue d Lu füll. heſthel ſät dun tieet tzeuget Bewegug ſerzorgch 9 Ghpſeh Ved ſaure Marndet in Aheit n antiet, VWochen ſten Wet⸗ t dott das. zann ſollſt Nnach vie nes Kler⸗ 8 ſey daß als mir den, und der ge⸗ Waar beſ⸗ Imabſchet⸗ tahre wit gers Vor enen in dain land, . mäines athun ſi 4 Dꝛrin Freund it Kalk⸗ aingsſtoff g ſeinem duͤngten 3 he Wir⸗ — 177— Steht England und Amerika nicht vielleicht in eben dem Verhaͤltniſſe, wie Schwannekens und ſeines Schwiegervaters Aecker? Dort iſt der Boden wol allenthalben durch Kunſt oder Natur mit Kalkerde zureichend ange⸗ fuͤllt. In Amerika fehlt der Kalk, aber der Boden beſtehet faſt aus lauter vegetabiliſcher Erde, die, ſeit der Schoͤpfung her, aus den verweſenden und wieder aufwachſenden Kraͤutern und Baͤumen ſich erzeuget hatte. Durch Kalk wird dieſe in machtige Bewegung geſetzt, und ein luxurioͤſer Wachsthum hervorgebracht*). Es bleiben aber noch uͤber die Wirkung des Gypſes viele, bis jetzt noch unaufloͤsliche, Zweifel. Wird der Kalk durch die Saͤttigung mit Schwefel⸗ ſaͤure, die man ſonſt der Vegetation nachtheilig findet, wirkſamer?**) Iſt alſo der damit vollſtaͤndig geſaͤttigte, oder nur halb geſaͤttigte, Gyps zutraͤglicher? *) Daß ich mich hierin irrete, zeigt die Abhandlung uͤber Kalkduͤngung in den Annalen der niederſaͤchſiſchen Land⸗ wirthſchaft. **⁴) Man weiß jetzt allerdings, daß die Schwefelſaͤure der Vegetation unter gewiſſen Bedingungen vortheilhafter ſey, und einige haben ſie fuͤr eins der kraͤftigſten und praktiſch⸗anwendbaren Duͤngungsmittel erklaͤrt. I. M — 178— Daß nicht aller Gyps gleich⸗fruchtbringend ſey, weiß man; es iſt mir aber nicht bekannt, daß man die Sache von dieſer Seite unterſuchet. Der Gyps wird bekanntlich ungebrannt, in feinen Staub zermalmet, im Fruͤhjahre, zur Zeit der lebhafteſten Vegetation, bey feuchter Witterung uͤber Klee und Huͤlſenfruͤchte ausgeſaͤet. Denn auf dieſe thut er die groͤßte Wirkung. Wenn der Staub die jungen feuchten Blaͤtter uͤberziehet, und weder durch duͤrren Wind weggeblaſen, noch durch ſtarke Regenguͤſſe abgeſpuͤhlet wird, ſo iſt ſeine Kraft auffallend wahrzunehmen. Nach acht Tagen hat der gegypſete Klee, vor anderm, ein lebhaftes dunkelgruͤnes Anſehen, hat ſich mit dicken Stengeln und großen Blaͤttern uͤber das Feld verbreitet, und zugleich einen merklichen Vorſprung in der Hoͤhe gewonnen. Hiernach ſcheint es, als wirke der Gyps mehr wie ein reizendes, die Vegetations⸗Kraft erregendes Mittel auf den Stamm und die Blaͤtter gewiſſer Pflanzen, als auf den Boden und die Wurzel. Dies wird mir um ſo wahrſcheinlicher, weil ich be⸗ merkt zu haben glaube, daß der zweyte Wuchs des Klees, wenn er nicht wieder gegypſet worden, um deſto ſchwaͤcher geweſen. Hat jemand den Verſuch gemacht, gebrannten zu Pulver zerfallenen Kalk auf eben die Weiſe an⸗ zuwenden, und mit welchem Erfolge? „ ₰ Gidt nüt geütht ſoce n nich menfet terie ganze Einful nithe gu dern s d wirk nam Nach zum der ingend e, t daß man 1 nnnt, in d zur Zeit Witerung Denn auf eenn der bhet, und gich durch ſſt ſeine tt Tagen lebhafte Stengeln zder hähe vus meßt ertgendes dgeviſſer Wurzel. 1 ich be⸗ ichs des gen, um rannten geiſe ane — 179— Ich ſelbſt wage es nicht, bis jetzt in der Sache nur muthmaßlich etwas zu beſtimmen, da es mir ſeit mehreren Jahren an Gyps und Kalk gefehlt hat, um meine ſchon lange intendirten Ver⸗ ſuche auszufuͤhren. Auf kuͤnftiges Jahr werde ich mich auf alle Weiſe damit zu verſorgen, und ge⸗ meinfchaftlich mit etlichen Freunden uͤber dieſe Ma⸗ terie mehr Licht zu verbreiten ſuchen, die auf die ganze Lehre vom Pflanzenwachsthum und Duͤnger Einfluß hat. Ich lade aber alle aufmerkſame Land⸗ wirthe ein, ihre Beobachtungen mit den meinigen zu vereinigen. Auf eben dieſe Weiſe wie der Gyps, naͤmlich als ein die Vegetationskraft aufreizendes Mittel, wirken ohne Zweifel gewiſſe Salze. Es ſind dies nämlich die Abfaͤlle aus Kochſalzwerken, die in der Nachbarſchaft derſelben mit augenſcheinlichem Nutzen zum Ueberſtreuen junger Fruͤchte, beſonders aus der Claſſe der Diadelphiſten, gebraucht werden. Dieſe vom Kochſalz abgeſchiedene Salze ſind, wie der Gyps, ſchwefel⸗ oder vitriol⸗ſauer. Doch er⸗ fordert es noch genauere Beobachtungen und Ver⸗ ſuche, um den Grad und die Art ihrer Wirkſamkeit zu beſtimmen. Die eigentliche Befruchtung des Erdbodens zur Nahrung der Pflanzen wird alſo durch die Bey⸗ miſchung verweſender organiſcher Koͤrper bewirket. Die mineraliſchen Beymiſchungen dienen entweder M 2 nur: dem Erdboden eine beſſere Conſiſtenz zu ge⸗ ben, oder ſie wirken als aufloͤſende und Verwe⸗ ſung befoͤrdernde Mittel, die allemal ſolche Be⸗ ſtandtheile, welche aufgeloͤſet und zur Pflanzen⸗ Nahrung verwandt werden koͤnnen, vorausſetzen. Es giebt noch ein Befruchtungsmittel, wel⸗ ches die Atmoſphaͤre darreichet. Ich rede jetzt nicht von der Wirkung der Luft, des Licht⸗ und Waͤrmeſtoffes auf die Pflanzen ſelbſt, ſondern nur von ihrer Wirkung auf den Boden. Jene gehen den practiſchen Landwirth nicht viel an, da er ſie zu wenig in ſeiner Gewalt hat. Man nennt den in der Tiefe liegenden Erd⸗ boden todt, weil man weiß, daß er zum Leben und Wachsthum der Pflanzen wenig geſchickt iſt, bis die Atmoſphaͤre auf ihn gewirket hat. Nach⸗ dem dieſe Erde aber der Einwirkung der Luft, in moͤglich groͤßter Oberflaͤche, eine geraume Zeit aus⸗ geſetzt worden, wird ſie ohne allen Duͤnger faͤhig, Ppflanzen zu ernaͤhren; ja, ſie erlanget, wenn ſie in Waͤllen und Erdmauern viele Jahre geſtanden hat, einen hohen Grad von Fruchtbarkeit. Es weiß ferner jeder aufmerkſame Landwirth, daß beſonders der ſchwere Boden an Fruchtbarkeit ſehr gewinne, wenn man ihn in rauhe, hohe Fur⸗ chen aufpfluͤgt, und ſo den Winter hindurch liegen laͤßt. Auch erkennt jeder unbefangene Beobachter an, daß ein beſtaͤndiges Lockerhalten der Oberflaͤche ——— — ₰ ds5 Jäl b ſal ſe zur ſce dil dch Dünge lich d geih that de dnd u d ſogen und lichen den und Haupt d ſ fonner dW ſe. bec ſa zu g⸗ Verwe⸗ lche Be⸗ ſtanzen⸗ usſeßen. el, wel⸗ der luft, in ſelbſt Boden. it viel ſt. ten Erd⸗ n leben hick iſt Nac⸗ luft, in deit aus⸗ r fühig ſſe in in ht, witth, barkeit Fur⸗ liegen zachter ffläche 181 des Bodens, ſo daß die Luft in ſeine Poren und Zellen leicht eindringen koͤnne, die Fruchtbarkeit deſſelben ſehr vermehre, und den Abgang des Duͤn⸗ gers zum Theil erſetze. Man weiß, daß die Tulli⸗ ſche Drillwirthſchaft hierauf ſo ſehr rechnete, daß ſie, durch die fleißige Auflockerung des Bodens, des Duͤngers entbehren zu koͤnnen glaubte, und wirk⸗ lich die Moͤglichkeit davon erwies. Wenn es nun gleich uͤbertriebene Syſtemſucht iſt, ſich der Wohl⸗ that des Duͤngers ganz berauben zu wollen, ſo verraͤth es wieder eine große Indolenz, wenn man die Luftduͤngung ganz vernachlaͤſſiget. Um die Wirkung der Luft auf die Befruch⸗ tung des Bodens zu erklaͤren, mußte man vormals zu verborgenen Qualitaͤten ſeine Zuflucht nehmen. Seitdem man aber die Natur der vormals ſogenannten fixen Luft naͤher kennen gelernet, und erwieſen hat, daß Kohlenſtoff ihren weſent⸗ lichen Beſtandtheil ausmache, man ihr daher auch den Namen der kohlenſauren Luft beigeleget; und es ferner anerkannt iſt, daß Kohlenſtoff ein Hauptbeſtandtheil aller organiſchen Koͤrper ſey, daß ſolche ohne Kohlenſtoff nicht ernaͤhrt werden koͤnnen, und daß in dieſem hauptſaͤchlich die Kraft des Duͤngers beſtehe, iſt man der Sache viel naͤ⸗ her gekommen. Man weiß, daß dieſe kohlenſaure Luft ſich bey jeder Gaͤhrung erzeuge; daß ſie mit dem Athem der Thiere ausgeſtoßen werde, daß ſie ſich aus dem rohen Kalke und den Allalien entwickele, wenn man Saͤure darauf gießt; daß ſie in allen, beſonders aber in den mineraliſchen Waſſern, enthalten ſey, und aus verſchiedenen Dunſthoͤhlen aufſteige. Beſonders entwickelt ſie ſich beym Verbrennen der Kohle zu Aſche, indem der ganze Antheil von Kohlenſtoff in Luftgeſtalt davongehet. Sie iſt daher allenthalben verbreitet und in der Atmoſphaͤre immer enthalten; mehr in ſtark— bewohnten Gegenden. Zwar findet man bey Zer⸗ legung der atmoſphaͤriſchen Luft ihren Antheil an kohlenſaurer Luft nur ſehr geringe; weit gerin⸗ ger, wie man nach dem Vorgeſagten erwarten ſoll⸗ te. Aber ſo wie ſie ſich faſt aus allen feſten Koͤr⸗ pern entwickelt, ſo groß iſt auch ihre Neigung, ſich darin wieder abzuſetzen. Vorzuͤglich ſetzt ſie ſich auf Waſſer und Thonerde gern ab. Ihrer vorzuͤglichen Schwere wegen, haͤlt ſie ſich zunaͤchſt am Boden und mehr in Gruͤnden, als auf An⸗ hoͤhen auf. Wenn nun gleich, wie wir oben gehoͤret ha⸗ ben, Haſſenfraz die Zerſetzung der Kohlenſaͤure durch die Vegetation, aus Gruͤnden, die vornehm⸗ lich auf der Entweichung des Waͤrmeſtoffs beruhen, widerlegt zu haben ſcheint: ſo folgt daraus nicht, daß dieſe Zexlegung im Erdboden ſelbſt nicht vor ſa Erin linſn fallt; geaßen At, fiimm. tin, kohlen falbar: nun d lxxoſer lahe ſe adce fim der wand dß ſich aus ntwickele, in allen, Laſfern, ſtlen rbrennen heil von und in 1 ſtark⸗ ey Jet⸗ Antheil it gerin⸗ ten ſol⸗ en Kör⸗ eigung, ſett ſee Jhte zunachſt uf An⸗ get ha⸗ nſäure nehm⸗ ruhen, . nicht, ht vor — 183— ſich gehe. Dieſes laͤßt ſich vielmehr aus manchen Gruͤnden behaupten. Die Kunſt hat ſchon die koh⸗ lenſaure Luft zerleget, und Kohle aus ihr darge⸗ ſtellet; wie vielmehr wird dieſes die Natur in ihrem großen Laboratorium, aber nach ihrer gewohnten Art, durch langſamere Proceſſe, thun! Hiermit ſtimmen auch die Reſultate neuerer Verſuche uͤber⸗ ein, nach welchen die Pflanzen unter einer mit kohlenſaurer Luft angefuͤlleten Glocke zwar unmit⸗ telbar abſtarben, hingegen ſtaͤrker wuchſen, wenn man den Erdboden*) oder das Waſſer, womit ſie begoſſen wurden, damit beſchwaͤngerte. Und ſo ließe ſich dann auch erklaͤren, wo die große Menge taͤglich entwickelter Kohlenſaͤure bleibt. Sie wird naͤmlich im Erdboden abgeſetzt, darin zerlegt, und der Kohlenſtoff zur Nahrung der Pflanzen ver⸗ wandt. Es iſt daher wol außer allen Zweifel geſetzt, daß es vorzuͤglich dieſes Princip ſey, was der, der *) Eine Reihe ſich hierauf beziehender Verſuche findet man in dem uͤberſetzten 1ſten Theile der Annalen des Acker⸗ baues, S. 85— 104, von A. Poung ſelbſt ange⸗ ſtellet. Ich muß nur bemerken, daß ſelbiger die Prieſt⸗ leyſche Theorie uͤber das Phlogiſton damals annahm, und ſich daher ſehr uͤber die gute Wirkung der fixen — jetzt kohlenſauren— Luft wunderte. Sie bewei⸗ ſen zugleich die Nuͤtzlichkeit des Hydrogens im Miſte. Atmoſphaͤre ausgeſetzte Erdboden aufnimmt, und wodurch er mehrere Fruchtbarkeit erlanget*). Um dem Acker dieſe Luftduͤngung zu verſchaf⸗ fen, ſetzet man ihn entweder der Atmoſphaͤre in moͤglichſt groͤßter Oberflaͤche aus, oder man ſucht ihn doch locker zu erhalten. Je hoͤher die Furchen ſind, worin er den Winter hindurch aufgepfluͤgt liegt, deſto mehr Wirkung kann man ſich davon verſprechen. Dem beſtellten Acker verſchafft man dieſen Vortheil durch haͤufiges Behacken. „ )Die ſtarke Anziehung des Sauerſtoffs, wo nicht nach des großen v. Humbolds Behauptung durch die reine Thonerde(denn dies wird nach mehreren ange⸗ ſtellten Verſuchen zweifelhaft), doch durch die Damm⸗ erde und das faſt in jeder Erde enthaltene Eiſen, kommt aber vielleicht noch mehr als die Anziehung der Kohlen⸗ ſaͤure in Betracht, um die anerkannt große Wirkung der Luftausſetzung auf Vermehrung der Fruchtbarkeit des Erdbodens zu erklaͤren. und N ket u geweſ Gach aizug ſehn Suß land! earin (ole läcct! dint, un 1 9. verſchaf⸗ mhare in ban ſucht Furchen fgeuſtigt th davon ufft man — cht nach murch die Nen ange⸗ b. Danm⸗ n, kommt d. Kohlen. Wikung Sötbarkeit — 185— Sechstes Capitel. Vom Applaggen und Brennen des Raſens)). (Paring and burning, Sodburning.) Es iſt dies eine, in manchem Betracht hoͤchſt merk⸗ wuͤrdige, in vielen Gegenden Englands(auch Frank⸗ reichs) ſehr gebraͤuchliche Vorrichtung, altes Gras⸗ und Weideland aufzubrechen, uͤber deren Nutzbar⸗ keit und Schaͤdlichkeit die Meinungen lange getheilt geweſen ſind. Ehe ich das fuͤr und wider die Sache neben einander ſtelle, und die Verhaͤltniſſe anzugeben ſuche, unter welchen ſie zweckmaͤßig zu ſeyn ſcheint, will ich die Methode ſelbſt beſchreiben. Die Soden werden einen Fuß breit und drey Fuß lang abgeſtochen. Es geſchiehet dies in Eng⸗ land mit einer ſtarken Bruſtſchaufel(breast-plough, paring-ſpade). Unſre, an das Plaggenhauen (Poltenheuen) gewoͤhnte Arbeiter wuͤrden es viel⸗ leicht beſſer mit einer Plaggenhacke verrichten. Die *) Ich habe dieſe in England und in einigen Theilen Frank⸗ reichs ſo beruͤhmte Operation im 3. B. S. 597 aus⸗ fuͤhrlicher, jedoch mit Bezug auf dieſes Capitel, abge⸗ handelt, weswegen beydes mit einander verglichen wer⸗ den muß. — 186— Dicke der Soden iſt gewoͤhnlich 1 Zoll; doch muß eine rauhe ſchwammige Narbe etwas dicker, eine ſehr feſte, dichte, etwas flacher abgenommen wer⸗ den. Die Arbeit geſchiehet im Verdinge, und der Acre koſtet 10 bis 12 Schill. Man muß aber da⸗ hin ſehen, daß die Arbeiter die Enden rein weg⸗ nehmen, den Soden die gehoͤrige Laͤnge und Dicke geben. Wo die Arbeit im Großen geſchiehet, da hat man auch wol Inſtrumente, um ſie mit Pfer⸗ den verrichten zu laſſen: naͤmlich eine ſchwere Walze mit eiſernen Reiffen, und auf dieſen ein 6 Zoll hohes ſtarkes, ſchneidendes Eiſen, womit das Land die Laͤnge und die Queer uͤberzogen, und ſo die Soden in ihrer gehoͤrigen Laͤnge und Breite abge⸗ ſchnitten werden. Dieſer Schneide⸗Walze folgt dann ein Pflug mit einem breiten platten Schaar, welcher den Raſen abſchaͤlet und herumwirft*). Man waͤhlt, wo moͤglich, trockenes Wetter dazu, im May oder Junius. Iſt die Witterung feucht, ſo muͤſſen die Soden aufrecht geſtellet wer⸗ den, damit ſie austrocknen. Dann werden ſie in kleine Haufen auf die Kante geſtellet und oben zugelegt, doch aber ſo, *½) Ein beſonders dazu eingerichteter Pflug iſt unter dem Namen des Schaͤhl⸗Pfluges im Zten Heft mei⸗ ner Abbildungen von Ackerwerkzeugen beſchrieben und abgebildet. ten, ſ nit E genu ftiſch Uebe fen die? fen i deR und n gahe rnne de Aice gleit — 187— dheg n daß eine kleine Oeffnung bleibe. An der Wind⸗ dt, ein ſeite wird etwas trockenes Reiſig, Heidekraut oder agen wer⸗ Stroh hineingeſteckt, um ſie anzuzuͤnden. Sie adund der kommen ein Klafter weit von einander zu ſtehen, unde da⸗ woraus ſich die Groͤße derſelben ungefaͤhr ergibt. ktin weg⸗ Ein Theil bleibt bey jedem Haufen liegen, und Ind Dic wird hineingeworfen, wenn er brennt. Auf das ht, d Brennen kommt ſehr viel an. Es muß langſam, G dit pfer mehr glimmend, als in voller Flamme, Vahh geſchehen. Die Aſche darf nicht ganz weiß bren⸗ 1 8 6 Zoll nen, ſondern muß eine graue oder roͤthliche Farbe, ts Land mit Schwarz gemiſcht, behalten. Man muß daher ſo die genau auf das Brennen achten. Anefaͤnglich wird Ge abgt⸗ der ganze Haufen ſchwaͤrzlich und dunkel ausſehen, We falgt 5 dann fangen die Raſen an zu krachen und in Stuͤcke Schaar, zu zerfallen. Wenn dies geſchiehet, ſo iſt es bald Pt*), genug. Die Gluth wird durch das Hinzuwerfen 1 Vit friſcher Raſen gedaͤmpft, und am Ende durch das ereg Ueberwerfen von Erde geloͤſchet. Brennt der Hau⸗ h vr⸗ fen in voller Gluth und zu lange, ſo verliert die Aſche den groͤßten Theil ihrer Kraft. Am be⸗ ſten iſt es, wenn er nur ſo langſam brennet, daß zuuf die die Raſen nicht ganz zerſtoͤrt werden, nur in Stuͤcke pper ſo, e⸗ und nicht in Pulver zerfallen. Da man bemerket, daß die Stellen unter und — nahe um den Haufen eine uͤbermaͤßige Fruchtbarkeit „ unte annehmen, ſo nimmt man daſelbſt die Erde auf i ue drey oder vier Zoll weg, und vermiſchet ſie mit der pen und Aſche, um ſo die Fruchtbarkeit uͤber das ganze Feld gleich zu vertheilen. Sobald der Haufen kalt 7 4 5 — 188— geworden, ſtreuet man nun alles, moͤglichſt gleich⸗ maͤßig, uͤber das Feld aus, und pfluͤget es ganz flach ein. Beſſer iſt es jedoch, wenn man die abgeſtoche⸗ nen Raſen erſt auf die Seite bringt und das abge⸗ plaggete Land umpfluͤget; dann die Raſen wieder heraufbringet, verbrennet, und nun die Aſche zu⸗ gleich mit der Saat einegget. Gewoͤhnlich werden Ruͤben oder Rapſaat hin⸗ eingeſaͤet. Man hat ſolches Land aber auch noch mit Gerſte beſtellet. Man hat dieſe Operation, theoretiſch, fuͤr hoͤchſt nachtheilig erklaͤrt, weil ein großer Theil des Bodens dadurch in die Luft gejagt wuͤrde, derſelbe alſo dadurch jedesmal duͤnner werden muͤſſe. Man hat practiſch geantwortet: daß an vielen Orten dieſe Methode unzaͤhlige Mahle wiederholt worden, daß ſie daſelbſt uralt ſey, wie aus alten Nachrichten zu erweiſen, und daß hinfolglich von der Erdkrume nichts uͤbrig geblieben ſeyn wuͤrde. Man finde dies aber nicht, vielmehr wuͤrde die Krume durch das Brennen ſchwammiger und dicker, wie vorher. Alle, welche mit der Sache aus Erfahrung be⸗ kannt ſind, kommen darin uͤberein, daß danach drey ſehr reiche Erndten von Gerſte, Weitzen und Hafer, oder von Winterſaat, Weitzen und Gerſte, ohne Duͤn⸗ 24 en nu aer oher wäre Tad worte ſch, des ande 1es gan ageftoch⸗ Ins abge. 4 widder dlſſch zl⸗ dit hin⸗ th noch Syricte ykuunne wye dies c das n. ung be⸗ ich drey hafer, Din⸗ — 189— gung, gezogen werden koͤnnen. Aber auch darin ſtimmen ſie uͤberein, daß nach drey ſolchen Erndten das Land durch keinen Duͤnger zu weiterem Ertrage gebracht werden koͤnne; daß ſelbſt der mit der letz⸗ ten Frucht eingeſtreuete Grasſaamen erſt nach meh⸗ reren Jahren das Land wieder mit einer Grasnarbe beziehe, die es dann allmaͤhlig wieder zu einer gu⸗ ten Weide mache, wonach in 12 Jahren die Ope⸗ ration des Brennens wieder vorgenommen werden koͤnne. Wie tadelnswuͤrdig, ſagen daher die Geg⸗ ner, iſt eine ſolche Methode, die innerhalb 15 Jah⸗ ren nur drey, obgleich gute Erndten gibt, dann aber erſt nach mehreren Jahren das Land wieder zu einer magern Viehweide macht! Wie viel beſſer waͤre eine Sommerbrache fuͤr den neuen Aufbruch? Tadelnswuͤrdig iſt allerdings dieſes Verfahren, ant⸗ wortet YVoung; aber nicht das Sodenbrennen an ſich, ſondern das unbarmherzige Ausſaugen des Lan⸗ des durch drey ungeduͤngte Korn⸗Erndten nach ein⸗ ander. Waͤhlet einen vernuͤnftigen Fruchtwechſel, und ihr werdet finden, daß das Land voller Kraft bleibe! In die Aſche muͤſſen Ruͤben geſaͤet, und dieſe von den Schaafen ausgefreſſen werden. Oder man ſaͤe auch Nuͤbſaamen, laſſe dieſen aber nicht reifen, ſondern abfreſſen. Dann ſaͤe man Gerſte mit Kleeſaamen. Den Klee huͤte man wieder ab; oder noch beſſer, man ſchneide ihn, gebe aber dem Lande den Duͤnger zuruͤck, welcher durch ihn erhal⸗ ten wird. In die Kleeſtoppel werde Weitzen ge⸗ ſaͤt und mit dieſem Grasſaamen, wenn man das — 190— Land wieder liegen laſſen will. So wird ein ſtaͤr⸗ kerer Graswuchs gleich im erſten Jahre ſich zeigen, wie vor dem Brennen, und in vier oder fuͤnf Jah⸗ ren wird man es wiederholen koͤnnen. Wo dieſe Methode befolgt worden, ſagt Young, da iſt das Land von Jahr zu Jahren in Guͤte und Pacht ge⸗ ſtiegen. Wenn ich indeſſen alles zuſammen nehme, was ich bey den Englaͤndern uͤber dieſes Verfahren be⸗ merket und geſagt finde: ſo werde ich ſolches doch keiner gut⸗formirten Wirthſchaft, wo hinreichender Duͤnger gemacht wird, empfehlen. Der in dem Raſen enthaltene Nahrungsſtoff wird durch das Brennen ſchnell zerlegt und zum Uebergange in neue Pflanzen tuͤchtig gemacht. Vielleicht traͤgt das Feuer ſelbſt zur Befruchtung des Bodens etwas bey. Aber es ſcheinet mir doch unleugbar, daß viele ſehr nutz⸗ bare Theile, auch bey dem langſamſten Brennen, in die Luft gehen, die im Boden erhalten waͤren, wenn man die Narbe durch Faͤulniß langſamer zer⸗ ſtoͤret haͤtte. Wollte ich altes Grasland ſchnell zu ſtarkem Ertrage bringen, ohne eine Braache daran zu wenden, ſo wuͤrde ich die Plaggen mit friſchem Miſt in einen Haufen bringen, und nach ihrer Rot⸗ tung aufs abgeplaggete Land wieder vertheilen. Allein fuͤr neu⸗ aufzubrechendes Land und neu angelegte Wirthſchaften, wo erſt Futter⸗Stroh und Duͤnger zu ſchaffen, verdient dieſe Methode die groͤßte Aufmerkſamkeit. Vielleicht iſt ſie das einzige Ei yf tin poc alte ment Nein ſtit⸗ i) jeiyen din Jaſ⸗ v dieſe tr iſ das dhaht ge die, was Pren he⸗ ſes doch chender Iin dem dcch das Hin neue d Feuer Aber ie n reune ninn, durr ze⸗ drell zu a daran triſchem e Rot⸗ n. 0d neu 9h und ade die geinzige Mittel, ſolches Land ſchnell in Cultur und Ertrag zu bringen. Nur muß man freylich in den erſten 10 Jahren faſt ganz auf Futterbau ſehen, und nur wenige Kornerndten nehmen. Siebentes Capitel. Das pflagenu. Eine der verwickeltſten Materien iſt gewiß die vom Pfluͤgen. Sie vollſtaͤndig abzuhandeln, erforderte ein eigenes Werk; und ſie voͤllig ins Licht zu ſtellen, noch die Beobachtungen und Verſuche eines Menſchen⸗ alters. Ich werde nur einige der wichtigſten Mo⸗ mente oberflaͤchlich beruͤhren. Was die Werkzeuge anbetrifft, ſo iſt es ſelbſt in England noch nicht ausgemacht, welche Gattung der mancherley daſelbſt eingefuͤhrten und neuerlich erfundenen Pfluͤge die vorzuͤglichſte auf jeder Art von Boden ſey. Gewiß aber iſt es, daß die Eng⸗ laͤnder es in der Conſtruction ihrer Pfluͤge weiter gebracht haben, wie wir. Es kommt alles darauf an, daß ein Pflug erſtlich ohne viele Beyhuͤlfe des Fuͤhrers ſein Werk gehoͤrig verrichte, doch in gerader Linie und gleicher Tiefe bleibe, und die eingeſchnit⸗ tene Furche voͤllig und gleich umwerfe; zweytens, daß er den moͤglich geringſten Kraftaufwand zum Fortziehen erfordere. Drittens, daß er ſich hoch und niedrig, zu breiten und zu ſchmalen Furchen, auf eine leichte Art ſtellen laſſe; und viertens end⸗ lich, daß er dauerhaft ſey. Der Hausvater, der vortrefflich, und unter den Teutſchen wol am gruͤndlichſten, uͤber den Pflug geſchrieben hat, for⸗ dert außer einigen andern Qualitaͤten, die ſchon mit in dem Obigen enthalten ſind, noch, daß er leicht und wohlfeil ſey. Was die Leichtigkeit anbetrifft, ſo iſt es a priori und a posteriori in England hinlaͤnglich ausgemacht, daß es darauf ſehr wenig ankomme. Die Groͤße der zum Fortziehen erforderlichen Kraft beruhet auf dem Widerſtande der umzuwerfenden Erde; und dieſer wird nur durch die gehoͤrigen Verhaͤltniſſe des Pfluges moͤglichſt ge⸗ hoben. Die Schwere des Pfluges ſelbſt iſt ſogar oft vortheilhaft, und macht, indem ſie ihm mehrere Staͤtigkeit giebt, daß er leichter geht. Dies lieſſe ſich leicht mathematiſch, nach Grundſaͤtzen der Me⸗ chanik, erweiſen; es iſt aber augenfaͤlliger durch Verſuche gezeigt, die man mittelſt einer Federwage angeſtellee.— Man kennet ſolche Federwagen bei uns im Kleinen: das Gewicht wird durch die Span⸗ nung einer in einer Kapſel liegenden Feder be⸗ ſtimmt.— Dieſe Federwage wird am Pfluge oder — hüffe de n gerader Ige ſchnit⸗ eytens. dand zun. ſich hoch Furchen, eens end⸗ bater, dwol an it, for⸗ ge ſchon à daß er chugkeit vrriort in Kraufſeßt vrzithen eande der dir durc rich ge⸗ dſt ſogar yejeer a lieſſe ar Me⸗ 1 durch erwage ggen bei Span⸗ her be⸗ dge oder Fuhrwerke befeſtiget, und an ihr die Pferde, mit⸗ telſt des Schwengels, gehaͤnget, wodurch man in den Stand geſetzt wird, die angewandte Kraft der⸗ ſelben, nach dem Gewichte, ſehr leicht zu beſtimmen. Die Commiſſion des Ackerbaues der Londoner Societaͤt ließ hierdurch eine große Anzahl von Pfluͤgen unterſuchen, und es fand ſich, daß ver⸗ ſchiedene Arten von Pfluͤgen leichter gingen, wenn man ſie mit mehrerm Gewichte belaſtete*). Die Wohlkfeilheit waͤre allerdings eine Empfeh⸗ lung, wenn ſie nicht auf Koſten der Zweckmaͤßigkeit und Haltbarkeit erlangt iſt. Wenn aber der theu⸗ rere Pflug ſeine Arbeit beſſer und durch geringern Kraft⸗aufwand verrichtet und zugleich dauerhafter iſt, ſo iſt die Erſparung offenbar auf ſeiner Seite. Daher giebt man in England dem Suffolker Pfluge, der ganz von gegoſſenem Eiſen und ohne Raͤder iſt, auf ſchwerem Boden vor allen gebraͤuchlichen Arten den Vorzug**). Der Hauptfehler unſerer gewoͤhnlichen teutſchen Pfluͤge, wenn man ſie mit den beſſern engliſchen vergleicht, liegt im Streichbrette. Dies muß bey ſeiner graden Bauart entweder zu lang ſeyn, *) Annals of agricult. Vol. I. Ueberſetzung S. 28. *3) Pearce View of the agriculture of Berkshire, P. 66, wo er ſo, wie er mit zwey Ochſen gezogen wird, abgebildet iſt. 1. N oder in einem zu ſtumpfen Winkel abſtehen, ſonſt wirft es die Furche nicht gehoͤrig um. In beyden Fäͤllen hat es zu viel Friction und Widerſtand zu üͤberwinden, erſchwert den Gang erſtaunlich und macht ihn unſicher. Auch ſcheint mir die Schuld großentheils am Streichbrette zu liegen, daß unſere Pfluͤge die Furche nie gleich, ſondern an der Land⸗ ſeite immer tiefer, wie an der Streichbrettſeite, herauspfluͤgen. Die engliſchen guten Streichbretter, die von Eiſen oder doch damit ſtark beſchlagen ſind, ſind viel kuͤrzer und ſtehen mit ihrem hintern Win⸗ kel nie weiter vom Pfluge ab, als die hintere Spitze des Schaars. Das Schaar ſteigt in einer gewiſſen Wölbung in die Hoͤhe, die ſich in die Schweifung der Streichbretter ſanft verliert. Statt daß unſre Streichbretter die Erde herumſchieben muͤſſen, wird ſie von den engliſchen, ſo wie ſie abgeſchnitten iſt, in die Hoͤhe gehoben und gleich herumgeworfen. Dadurch erlangt auch der Pflug mehrere Feſtigkeit und wird auf den Boden niedergehalten. Man darf einen ſolchen engliſchen Pflug nur neben einem teutſchen wirken ſehen, um die Leichtigkeit des er⸗ ſtern gleich zu fuͤhlen. Vergeblich wuͤrde ich mich anſtrengen, hier deutlicher zu werden; es forderte eine große Weitlaͤuftigkeit und eine Menge von Zeich⸗ nungen und Figuren, um von den Verhaͤltniſſen der Schweifungen, die Schaar und Streichbrett haben muͤſſen, eine klare Idee zu geben. Ar⸗ buthnot hat ſie in einer Abhandlung, die Voung dem zweyten Bande ſeiner oͤſtlichen Reiſen an⸗ — — 6) 7 n, ſonſ in beyden I ftand zu hlich und 1e Stuld haß unſere dr lan Honetſeit, Sichbrette. Ipgen ſind, aimn Vin⸗ ie Syize igewiſſn adwoſfung Sdaß unſte wen, wid Aniten it tryevorfen. S Feſiset 1 Mu en ainen 6 des er⸗ wich mich forderte An Jäich⸗ Kältniſſen Peeicchbrett 9 A⸗ 3 Young giſen mm⸗ — 195— gehaͤnget, ſehr genau und mathematiſch angegeben, und die Figuren auf der neunzehnten und zwanzig⸗ ſten Tafel machen ſie deutlich*). Man braucht uͤbrigens in England faſt eben ſo viele Pfluͤge ohne Raͤder(swing-ploughs) als mit Raͤdern. Bey erſtern kommt es ſehr viel auf die gehoͤrige Zuglinie an. Nach der Hoͤhe der Pferde oder Ochſen veraͤndert ſich dieſe, und die Stellung erfordert große Aufmerkſamkeit. Es gehoͤrt uͤber⸗ haupt ein weit geſchickterer Pflugmann dazu. In Anſehung der Leichtigkeit und Dauerhaftigkeit haben ſie ſonſt merkliche Vorzuͤge. Man hat ſie von maſ⸗ ſivem Eiſen und von Holz. Von letzterer Art iſt einer in den Oeconomiſchen Heften, Zten Bandes 1s Heft, abgebildet**). *) Tour trough the East. T. II. Small on ploughs and Wheel-carriages, Edimb. 1794, ſchreibt hier⸗ uͤber ausfuͤhrlich. **) Ich habe mich nun uͤber die Theorie des Pfluges aus⸗ fuͤhrlicher in dem erſten Hefte der Abbildungen von Acker⸗ werkzeugen erklaͤrt, und mancherley Arten von eng⸗ liſchen Pfluͤgen daſelbſt abbilden laſſen; denjenigen aber, den ich zum gewoͤhnlichen Gebrauch fuͤr den beſten halte, und deſſen ich mich jetzt vorzuͤglich bediene, habe ich nicht beſchrieben, weil eine engliſche Abhandlung daruͤber mit einer Abbildung ins Teutſche uͤberſetzt worden iſt, unter dem Titel: der beſt⸗ moͤgliche Pflug, auf Erfahrung und ma⸗ N 2 Von den pfluͤgen mit Raͤdern iſt der Norfolker auf leichtem Boden, und der Rotherammer— nicht Rotterdamer, wie der Ueberſetzer der Annalen ihn nennt; in Rotterdam wiſſen ſie wol kaum, was ein Pflug iſt— auf ſchwerem Boden der ge⸗ braͤuchlichſte. Die Raͤder ſind immer von Eiſen, der Grindel mehrentheils gekruͤmmet und ruhet auf einer im Galgen beweglichen Platte, wodurch der Pflug ſehr leicht geſtellet werden kann. Ich ſage nichts von den zuſammengeſetzteren Ppfluͤgen, die man in England hat, und die zu ge⸗ wiſſen Verrichtungen nuͤtzlich zu gebrauchen ſind. Man hat Doppelpfluͤge, die zwey Furchen auf ein⸗ mal ziehen. Sie ſollen nicht voͤllig die doppelte Anſpannung erfordern, und man hat da, wo doch ein Treiber erfordert wird, einen Mann dabey zu erſparen geſucht. Man hat andre Doppelpfluͤge, die uͤber die erſte flache Furche eine zweyte aus der Tiefe herausgeholte heruͤberwerfen, und alſo eine Reyolarbeit verrichten. Dieſes Pflugs bediene ich mich haͤufig. Er gehet auf ſechszehn Zoll mit ſechs Pferden ziemlich leicht. Auch hat man einen ein⸗ fachen Reyolpflug(trenching-plough), der hinter einem gewoͤhnlichen hergehet. Die Pfluͤge mit dop⸗ peltem beweglichem Streichbrette, welche man auch in vielen Gegenden Teutſchlands kennet, hat man — thematiſche Grundſätze geſtuͤtzt, von Bai⸗ ley. Vergl. Annalen des Ackerbaues 2. B. S. 351. in Er tülges g ſciver, gat, 1 meſun dorfolker — n nalen kaum, der ge⸗ Eiſen, het auf rch der zteren l ge⸗ ſind. f ein⸗ oütelte do doch bey z ſflüge, ds der ſ eine ne ich ſache ein⸗ inter dop⸗ auch man in England ſehr ſchoͤn*). Man erhaͤlt dadurch eine voͤllige ebene Flaͤche ohne Furchen. Genug von den Pflugwerkzeugen! Es iſt ſehr ſchwer, ein fremdes, etwas componirtes Ackerwerk⸗ zeug, auch bey den genaueſten Beſchreibungen, Aus⸗ meſſungen und Zeichnungen, nachmachen zu laſſen. *) In Anſehung der ſogenannten Wendepfluͤge, an wel⸗ chen man das Streichbrett herumſetzt, ſo daß ſie nun die Erde auf die linke Seite werfen, wenn ſie ſolche vorher auf die rechte Seite geworfen hatten, mit wel⸗ chen man folglich dicht an der gezogenen Furche wieder hinabpfluͤget, und alſo gar keine Furche im Acker hin⸗ terlaͤßt, muß ich das zuruͤcknehmen. Auch die eng⸗ liſchen Pfluͤge dieſer Art ſind ungehobelte, ſchwere Werkzeuge, z. B. der Kentiſche, welcher vier ſtarke Pferde erfordert. In Teutſchland hat man ſie in den Rheingegenden, und ſo, daß ſie auf leichtem Bo⸗ den recht gut von zwey Pferden gezogen werden koͤn⸗ nen. Aber auf feſtem oder gebundenem Boden wuͤrde es nicht gehen. Auch laͤßt ſich ein vollkommner Pflug dieſer Art kaum denken, indem der Landſeite die voͤllige ebene Flaͤche und die gehoͤrige Richtung nicht gegeben werden kann, wenn man das Streichbrett bald auf der einen, bald auf der andern Seite haben will. Wenn mir daran gelegen waͤre, auf dieſe Weiſe zu pfluͤgen, ſo wuͤrde ich zwey Pfluͤge fuͤr jedes Pflug⸗ geſpann nehmen, den einen auf der andern Seite des Ackergewendes ſtehen laſſen, und es ſo einrichten, daß der Schwengel ſehr leicht von einem Pfluge an den an⸗ dern gehangen werden koͤnnte, welches wol nicht mehr Zeit, als die Umſetzung des Streichbrettes, erfordern wuͤrde. —— Selbſt Modelle ſind, wo man nicht ſehr geſchickte Arbeiter hat, unzureichend. Es giebt faſt kein an⸗ deres Mittel, ſich ſolche zu verſchaffen, als daß man ſie im Großen kommen laſſe. Sehr oft waͤre es dann aber noͤthig, einen Knecht, der daran gewohnt iſt, mitkommen zu laſſen. Sonſt findet der Ge⸗ brauch unendliche Schwierigkeiten, und das Inſtru⸗ ment iſt bald verdorben*). Von den Pfluͤgen, welche zur Drillwirthſchaft und zum Bau beſonderer Gewaͤchſe gehoͤren, werde ich an ihrem Orte reden. Ueber die Zeit, die Art, die Tiefe und Wie⸗ derholung des Pfluͤgens, hat man von jeher eine Menge von Fragen und Zweifeln aufgeworfen, die zum Theil noch nicht erlediget ſind. Ich werde meine Meinung uͤber einige der wichtigſten ſagen. Soll man das Land vor oder nach dem Winter umbrechen? Man hat faſt all⸗ gemein, der Theorie nach, das erſte behauptet, und, der Erfahrung zufolge, das letzte gethan. *) Mit einiger Geduld und der Gabe, Menſchen zu be⸗ handeln, geht es doch. Wenn die Leute nur erſt die die Vorzuͤge des beſſeren Inſtruments zu fuͤhlen an⸗ fangen, ſo gewoͤhnen ſie ſich gern daran. das He keut hacet 6 d dor N chicke an⸗ man te es vohnt t Ge⸗ nſiru⸗ lügen, nderer eden. We⸗ er eine i, die werde ſagen. nach 1 il⸗ üptet, Die Theoretiker berufen ſich auf die Frucht⸗ barkeit, welche die Winterluft dem Lande gebe, wenn es ihr in msoglichſt groͤßter Oberflaͤche aus⸗ geſetzet wird. Den ſteifen Boden mache der Froſt uͤberdas muͤrbe; der lockere ziehe um deſto mehr die Feuchtigkeiten an ſich, je rauher er liege. Dies iſt gewiß richtig und in der Natur der Dinge be⸗ gruͤndet. Aber der gewoͤhnliche Landwirth beruft ſich auf ſeine Erfahrung zu Gunſten des Fruͤh⸗ jahrspfluͤgens; und bey vergleichenden Verſuchen hat man gefunden, daß er nicht ganz Unrecht habe*). Dies ruͤhret wahrſcheinlich daher, weil das Unkraut im Herbſte nicht zum Keimen kommt, ſo bleibt es ungeſtoͤrt in der Erde liegen. Voraus⸗ geſetzt, daß man alſo dem Lande nur uͤberhaupt zwey Pflugarten giebt, wird es beſſer durch zwey im Fruͤhjahre zerſtoͤrt, als wenn eine davon im Herbſt gegeben wird. Der Nachtheil des Unkrauts wiegt aber den Vortheil der mehrern Fruchtbarkeit auf. Dies wird um deſto wahrſcheinlicher, da man durch vergleichende Verſuche gefunden hat, daß das Herbſtpfluͤgen ſolchen Fruͤchten, denen das Un⸗ kraut nicht nachtheilig werden kann, weil ſie be⸗ hacket werden, allemal vortheilhafter ſey. Wer ſeinem Lande, außer der Umbrechung vor Winter, noch zwey Pflugarten im Fruͤhjahre *) Young's experiment. agricult. Vol. 2. p. 310. geben kann und will, der wird ſich fuͤr jenes hin⸗ reichend belohnt finden. Ich muß indeſſen aus meiner eigenen Erfahrung ſagen, daß dies bey feuchterem Boden, der eine anhaltende Unterlage hat, nicht immer moͤglich ſey. Das im Herbſte gepfluͤgte Land bleibt oft im Fruͤhjahre ſo feucht, daß vor der Mitte des Aprils kein Pflug darauf kommen kann, wenn das ungepfluͤgte ſchon ganz trocken iſt*). Da iſt denn an kein zweymaliges Pfluͤgen weiter zu denken. In dieſem Falle hat das Herbſtpfluͤgen, eine Furche um die andre, was man bey uns Strekken— in England rice bal- king— nennt, große Vorzuͤge; denn da laͤuft das Waſſer geſchwind ab. Wo das Land entweder von der vorigjaͤhrigen Beſtellung ſehr rein iſt, oder wo man eine Frucht bauen will, bey der man dem Unkraute kein Auf⸗ kommen verſtattet: da pfluͤge man allemal vor Winter, wenn man auch uͤberhaupt nur zwey Fur⸗ chen geben will. Eine Brache, oder ſpaͤt zu be⸗ ſtellendes Land, zu Kohl, Ruͤben, Rapſaat, ſollte allemal im Herbſte umgebrochen werden. Ferner iſt es nothwendig, vor Winter zu pfluͤgen, wenn man mit dem Pfluge tiefer gehen will, wie vorher, *) Dies iſt wol der einzige haltbare Grund gegen das Herbſtſtoppeln, es ſey denn an bergigten Feldern, wo das Waſſer die Erde herabſpuͤhlen kann. —,— nes hin⸗ ſen aus ſes bey ſterlage Herbſte fuct, darauf ſon ganz maliges ulle hat 2, was de ball. n Uuft ajjäheige de Fruct den duf⸗ Aral dot oeh Fr⸗ ir zu be , olle us rner d wenn zorher, — 201— und rohe Erde heraufbringt, der die Einwirkung der Luft zu ihrer Fruchtbarkeit hoͤchſt noͤthig iſt*). Wenn aber, bey einer ſchlechten Wirthſchafts⸗ art, Korn auf Korn folget, und man im Fruͤh⸗ jahre, außer der Herbſtfurche, nicht noch zwey Furchen geben kann, ſo unterlaſſe man jene. Bey ſehr loſem ſandigem Boden, der dem⸗ Winde ausgeſetzt iſt, pfluͤge man im Herbſte auch nicht ſpaͤt. Wenn trockener Froſt mit ſtrengem Winde kommt, ſo wird der Boden zu ſtark verwe⸗ hen, wenn er ſich vorher nicht geſetzet hat. Da wird denn der im Herbſte nicht umgebrochene Acker den Vorzug haben. Die Frage: wie oft ſoll man pfluͤgen? beantwortet ſich leicht.— Je oͤfter man kann, deſto beſſer iſt es! Wenn man aber fraͤgt: wird mir der um etwas groͤßere Ertrag auch jedesmal die mehreren Koſten bezahlen? ſo wird die Antwort ſchwer zu geben. Es kommt hierbey ſo viel auf Witterung, Jahrszeit und andre zufaͤllige Umſtaͤnde an, daß ſich im Allgemeinen keine Regel feſtſetzen laͤßt: wie oft man in einer beſtimmten Zeit und *) Auch eine Dreeſch⸗Brache, und jeder Raſen muß vor Winter umgebrochen werden. ——-———:ʒ;8ͤ— zu gewiſſen Fruͤchten pfluͤgen ſolle? Nur mache man es ſich zum Grundſatze, ſo oft zu pfluͤgen, als das Land ſich mit Unkraut uͤberziehet, wenn es der Witterung wegen angeht, und man es mit ſei⸗ nem Geſpann zwingen kann. Gewiß bezahlt es ſich dann reichlich, wo nicht in dieſem, doch in den zu⸗ kuͤnftigen Jahren. Es iſt daher allemal haushaͤl⸗ teriſch, etwas Geſpann mehr, als durchaus noth⸗ wendig iſt, zu halten, wenn man auf nüuͤtzliche Nebenarbeiten, wozu ſich allenthalben Gelegenheit findet, denket. Man hat geſagt, vieles Pfluͤgen werde dem leichten Boden nachtheilig. Ich kann dies aus mei⸗ ner eigenen zehnjaͤhrigen Erfahrung widerlegen. Meine Sandfelder, die ſeitdem immer beſtellet, und zu Ruͤben u. dergl. oft gepfluͤgt worden, ſtehen in der groͤßten Fruchtbarkeit, die man ſich bey Sand⸗ lande nur denken kann. Ich laſſe aber jedesmal dem Pfluge die Walze folgen*). *) Ich muß dieſes doch zuruͤcknehmen; denn ich habe nach⸗ mals gefunden, daß ich meinen ſandigen Boden durch zu vieles Pfluͤgen zu loſe gemacht hatte, und die Walze konnte dieſes nicht erſetzen. Ich bin jetzt uͤberzeugt, daß man ſelbſt einen lehmigen Boden zu muͤrbe und zu poroͤs machen kann, da ich gefunden habe, daß das Getreide auf einem Theile des Feldes, dem ich eine Pflugfurche weniger gegeben, ſtatt derſelben aber mit dem Erſtirpator uͤberzogen hatte, beſſer gerieth. 88 W 12 Streit wotder ſo n gränd ſuche do] dari’ Tutzu wwſte A in man wenn kuft ftuc dens, ſe m ſicht md ſineer defne tuf üd n r mache ufluͤhen, venn es nit ſei⸗ t s ſch den zu⸗ Haushäl⸗ 1 hoth⸗ driglich genheit de dem S ä alegen. alet, und nießen in Smd⸗ Gjedeönan be nach⸗ — 1' durch ate Walzt gherzeugt, a und zu d daß das ich äine aaber nit ' — Die verwickelſte aller Fragen iſt die: wegen des Tief⸗ und Flachpfluͤgens. Man weiß, was hieruͤber unter den teutſchen Oeconomen fuͤr Streitigkeiten gefuͤhret, und wie wenig ausgemacht worden. Unter den Englaͤndern iſt die Sache eben ſo wenig entſchieden, aber, wie es mir ſcheint, gruͤndlicher behandelt, und durch vergleichende Ver⸗ ſuche in ein helleres Licht geſtellet. Ich will ſuchen, das Merkwuͤrdigſte, was ſich theoretiſch und practiſch daruͤber ſagen laßt, kurz und im Zuſammenhange darzuſtellen. Man erlaube mir, es in einem Dialog, zwiſchen Mir und Ihm, zu thun. Ich. Je tiefer die Krume iſt, deſto mehr Nahrungstheile fuͤr Pflanzenwachsthum koͤnnen dar⸗ in enthalten ſeyn. Durch tiefes Pfluͤgen bringt man eine tiefe Krume hervor; denn alle rohe Erde, wenn ſie nicht ganz widerſpenſtig iſt, wird an der Luft und durch hinlaͤngliches Bearbeiten zu guter, fruchtbarer Erde. Er. Richtig! Aber die Faͤhigkeit des Bo⸗ dens, Nahrungstheile aufzunehmen, iſt nicht genug; ſie muͤſſen wirklich darin ſeyn. Nun koͤnnen ſie nicht anders hineinkommen, als durch Duͤngung und durch die Luft. Iſt aber mein Duͤnger nur hinreichend, den Boden vier Zoll tief gehoͤrig zu befruchten, ſo werde ich ſehr thoͤrigt handeln, ihn auf eine Tiefe von zwoͤlf Zoll zu vertheilen, weil ich nicht weiß, ob er mir da zu nutze kommt, und ob meine Pflanzen, aus Mangel an Nahrung, nicht abſterben, ehe ſie mit ihren Wurzeln ſo tief eindringen. Eine dreymal ſtaͤrkere Duͤngung wuͤrde, hoͤchſtens nur nach einer langen Reihe von Jahren, hinreichen, der zwöͤlfzölligen Krume die Guͤte zu geben, die eine vierzoͤllige vorher hatte. Denn dieſe hatte von jeder Duͤngung, die ſie ſeit Jahr⸗ hunderten genoſſen, doch einige Theile zuruͤckbe⸗ halten. Ich. Kenneſt Du den Inſtinct der Pflanzen⸗ wurzeln nicht, eine fruchtbare Erde, ſelbſt in der Ferne, zu wittern und ihr nachzugehen? Man hat ja bemerket, daß Hecken, Straͤuche, die an ei⸗ nem Graben ſtanden, auf deſſen anderer Seite fruchtbarerer Boden war, ihre Wurzeln, unter dem Graben weg, wieder in die Hoͤhe getrieben und ſie da in dem Boden ausgebreitet haben. Eine Buche auf meinem Garten trieb ihre Wurzeln aus der Erde heraus in einen Erdduͤngerhaufen hinein, der in ihrer Atmoſphaͤre lag. So werden auch die jungen Pfahlwurzeln, die aus dem Saamen ſchla⸗ gen, ſchon in die Tiefe gehen und ihre Nahrung da nachſuchen, wo ſie ſolche finden. Er. Ich gebe das zu, faſt bey allen Claſſen vollkommnerer Pflanzen, nur nicht bey den Graͤſern, wozu bekanntlich die Kornarten gehoͤren. Nachdem ſie eine kurze Stabwurzel geſchlagen, treiben ſie lauter horizontale aus ihren Knoten; jene vergeht, und dieſe breiten ſich nahe an der Oberflaͤche aus. Selbſt in einem Blumentopfe bilden ſie ein Ge⸗ — ſo tie würde, dahren, üte z Denn Jäͤht⸗ d Arüͤckhe⸗ Hanzzen⸗ din der Man an i⸗ 4 Selte er en Jund ſe 3 Buche pus der An, de ac de ai ſhla⸗ egrun, aälaſſe dſern, achdem ben ſee mergeß. ahe aub. 'in G⸗ 205 ſpinnſt auf der Oberflaͤche, und gehen ſelten einige Zoll in die Tiefe. Ich. Dieſe beſondere Natur der grasartigen Pflanzen kann ich Dir freylich nicht ablaͤugnen. Ich erklaͤre es mir daher, wie Youngs vergleichende Verſuche, die er uͤber das Tief⸗ und Flachpfluͤgen anſtellete*), bey den Kornarten allgemein nach⸗ theilig fuͤr erſteres ausfielen; wogegen beym Kohl, Ruͤben, Carotten und Klee das zehn⸗ bis zwoͤlf⸗ zoͤllige Pfluͤgen ſich ſo nuͤtzlich erwies. Da aber eine gute Wirthſchaft nur bey einer Abwechſelung des Kornbaues mit ſolchen Fruͤchten Statt finden kann, ſo wirſt Du mir wenigſtens den Nutzen des Tiefpfluͤgens bey dieſer nicht ſtreitig machen. Er. Nein, bey dieſer, leider aber noch zu ſeltenen und unter meinen Verhaͤltniſſen noch un⸗ moͤglichen Wirthſchaft, will ich es nicht; vorausge⸗ ſetzt, daß Du wegen des drepfachen Duͤngers Rath ſchaffeſt, ſonſt leidet wenigſtens das Korn. Ich. Den Duͤnger giebt dieſe Wirthſchaft, wenn ſie gehoͤrig betrieben wird. Du erwaͤhnteſt vorher aber des Luftduͤngers. Hier wirſt Du mir doch zugeben, daß ſich mehr von dem befruchtenden *) Experimental agriculture. Vol, 2. p. 320. Arbuthnot beſtaͤtigt daſſelbe. Tour through the East. X. I. p. 434· — 206— Princip in eine tiefe, der Luft geoͤffnete Krume ab⸗ ſetzen koͤnne, als in eine flache. In 99 Fudern praͤparirter Salpetererde wird doch mehr Salpeter generiret, als in 33 Fudern, ſagt ſchon Schoͤn⸗ feld*). Er. Ohne mich darauf einzulaſſen, ob das befruchtende Princip der Luft gerade daſſelbe ſey, was mit dem Azote und den Alkalien der Erde den Salpeter erzeugt, ſo laͤßt ſich doch hieraus die Ab⸗ ſetzung der Lufttheile erlaͤutern. Nun gebe ich aber Dir, oder Schoͤnfeld, nichts weiter zu, als daß die 99 Fuder grade ſo viel mehr Salpeter erzeugen, als ſie der Atmoſphaͤre mehr Oberflaͤche darbieten, wie die 33 Fuder. Dies iſt aber nicht der Fall mit Deinem tiefer gepfluͤgten Boden; er bietet nur grade ſo viel Oberflaͤche dar, als der ſeichte. Die Luft ſetzt nur in Verhaͤltniß der Flache ab, womit ſie beruͤhret. Ich. Sollte die Luft nicht mehr abſetzen, wenn ich ihr oft eine neue, noch nicht impraͤgnirte, noch nicht ſaturirte Oberflaͤche anbiete, wie ich dies bey meiner tiefen Krume thun kann? Aber wir kommen zu tief in die Theorie. Eins wirſt Du mir doch zugeben? daß in meinem tiefgelockerten Boden ſich mehr Feuchtigkeit anhaͤufen und halten koͤnne, als in *) Landwirthſchaft, S. 746. eume a⸗ Fudern Halpeter Hahon⸗ I Glbe ſyp dirde den andie N⸗ aich aber anls daß eugen, Acteten, dher dal J ettt ner Ffe Die 8, voni Sn, benn dte, ncj ſes bey wommen wir doch hen ſch at als in — † — 207— dem flachen? und dieſe iſt doch wol die Hauptnahrung der Pflanzen? Er. Nicht ſo allgemein gebe ich Dir dies zu. Du erinnerſt Dich, was der ſcharfſinnige Beobachter Marſhal von der feſten Borke, die ſich in der ge⸗ woͤhnlichen Pflugtiefe unter dem Norfolker Boden ge⸗ ſetzt hat, ſagt*), die man dort mit dem beſondern Ausdrucke the pan benennet. Unter derſelben liegt ein unergruͤndliches Sandmeer. Wenn dieſer Pan aus Unachtſamkeit durchgebrochen ward, ſo war das Land auf lange Zeit verdorben, denn alle Feuchtig⸗ keit ſenkte ſich gleich in den durſtigen Sand. Die Norfolker halten daher ihren Pan heilig, und brau⸗ chen alle moͤgliche Vorkehrungen, ihn bey naſſem Wetter nicht zu durchbrechen. Sie nehmen ſich dann ſehr in Acht, mit ihrem Pfluge nur auf die gewoͤhn⸗ liche Tiefe zu kommen. Vielleicht wuͤrde ſich eine ſolche Borke oͤfter unter ſandigem Boden antreffen laſſen, wenn wir mehrere ſo aufmerkſame Wirthe, wie die Norfolker, und mehrere ſolche Beobachter, wie Marſhal, haͤtten. Ich. Dieſe Bemerkung iſt ſehr richtig, und erfordert große Aufmerkſamkeit. Ich glaube aber, daß dieſer Norfolker Pan nur durch die Kunſt er⸗ zeuget iſt, und von dem vielen Thonmergel herruͤh⸗ ret, den ſie dort auffahren. Dieſer ſenket ſich bis *) Rural Oeconomy of Norfolk. T. I. p. 11. — 208— auf eine gewiſſe Tiefe, und bildet da dieſe Borke. Es hat aber, duͤnkt mich, keinen Zweifel, daß der Boden da, wo ſie auf einen Fuß tief laͤge, beſſer ſeyn wuͤrde, als wo ſie auf vier Zoll liegt. Dies ſcheint mir wirklich der Fall zu ſeyn; denn wenn Young, auf ſeinen Reiſen durch dieſe Gegenden, vom vorzuͤglichen Acker, der hohe Pacht thut, ſpricht: ſo nennt er ihn immer einen tiefen Boden. Kann man nun dem Sandlande durch die Kunſt allmaͤhlig eine ſolche, die Feuchtigkeit anhaltende Unterlage geben: ſo thut man doch beſſer, ſie tiefer, als zu flach zu legen. Und ſo bliebe es doch im Allgemeinen richtig, daß man dem Sandlande eine tiefe, mit Duͤn⸗ ger, und, wo moͤglich, mit andern Erdtheilen durch⸗ drungene Krume geben muͤſſe, um ihn zu hoͤherer Fruchtbarkeit zu bringen. Er. Ich gebe Dir zu, daß tiefes Pfluͤgen fuͤr den rathſam ſey, der Duͤnger genug hat, eine tiefe Krume damit zu verbeſſern, und der Futtergewaͤchſe abwechſelnd mit Korn bauen will. Nur gehe er nicht ploͤtzlich, ſondern allmaͤhlig tiefer, bringe die Unter⸗ lage allemal im Herbſte herauf, und baue nie zum erſtenmale Korn darauf. Wer aber keinen Ueberfluß an Duͤnger bey der gewoͤhnlichen Wirthſchaft hat, blos Korn bauen oder mit Graſe abwechſeln will, der gehe wenigſtens ſehr vorſichtig damit um*). *) Es hat ſich auch durch die Erfahrungen der Englaͤnder, beſonders des beruͤhmten Duckets(vergl. Zten Band ——q————— —„———-—s ſe Borke daß der beſſer Dies in wenn egerden, ſorich. 8 Kann dlmähli rterlage Nals zu Hneinen K Din⸗ 8 — daduc n höhera uͤxun fü für peige tefe a evitſe 8 el rich de Unter⸗ ete zu abey der Ien oder anns ſehr — aegländer, läta Band Die Anlegung der Ackerbeete iſt eine Sache von großer Wichtigkeit. Bey trockenem lockerem Boden iſt es allgemein anerkannt, daß man ſie ſo flach und ſo breit, wie moͤglich, machen muͤſſe. Wo aber dieſer Boden Anhoͤhen und kleine Berge hat, iſt allgemein der Fehler begangen, die Richtung der Felder an die Anhoͤhe hinauf gehen zu laſſen. Da laͤuft denn die dem Boden ſo noͤthige Feuchtigkeit gleich in den Furchen herab, ſpuͤhlt einen großen Theil des Duͤn⸗ gers und der fruchtbaren Erde mit herunter. Die Arbeit iſt dem Zugviehe ſehr beſchwerlich; es greift ſich an, den Huͤgel hinaufzukommen, und arbeitet ſich auſſer Odem. Man hat dieſen Fehler in York⸗ ſhire zuerſt eingeſehen, und an einigen Orten gleich nach der Verkoppelung die Beete umgelegt, ſo daß ſie jetzt auf loſerem Boden parallel am Huͤ⸗ S. 178), beſtaͤtiget, daß in der Ackertheorie des ver⸗ dienſtvollen Probſt Luͤders in Schleswig viel Richti⸗ ges war. Er empfahl, nach einer Reihe von Jahren etwas tiefer zu pfluͤgen, wie zum letztenmale geſchehen war, dann aber die heraufgebrachte friſche Erde deſto ſtaͤrker zu durchduͤngen und nun eine Reihe von Jahren hindurch wieder ganz flach zu pfluͤgen. Nach 5 bis 6 Jahren ſolle man dann wieder um etwas tiefer, wie das vorigemal, gehen. Thoͤrigt war hingegen Kretſch⸗ mars Ackerſyſtem, der alle Jahre ſo tief pfluͤgen wollte, daß eine andere Lage von Erde herauf, die obere aber hinunter gebracht wuͤrde, um ſich auszu⸗ ruhen. I. 3 O gel herumlaufen. Dies hat im Anfange allerdings einige Muͤhe gekoſtet, und erfordert ſehr gute Werk⸗ zeuge und einen geſchikten Pflugmann, um die Fur⸗ chen gehoͤrig zu legen. Man hat Pfluͤge mit um⸗ klappendem Streichbrette dazu gebraucht, den Bee⸗ ten zuerſt die gehoͤrige Form zu geben. Nun lie⸗ gen ſie zum Theil wie niedrige Terraſſen am Huͤ⸗ gel herum. Man macht einige Querfurchen, um den zu ſtarken Regenguͤſſen Abfluß zu geben. Der Ertrag ſolcher Aecker iſt, blos hierdurch, aufs Dop⸗ pelte geſtiegen*). Bey naſſem, die Feuchtigkeit anhaltendem Bo⸗ den iſt man faſt allgemein auf die hohen gewoͤlb⸗ ten Ackerbeete verfallen. Man konnte ſich auch in der gemeinen Feldflur, wo die Aecker unter ein⸗ ander lagen, nicht anders helfen. An Abzugs⸗ graben, in gehoͤriger Richtung angelegt, war hier nicht zu denken, da jeder ſich ſtraͤubte, von ſeinem Lande ſo viel herzugeben, wie des Falles wegen erforderlich war, und ſeinen Acker in zwey Theile ſchneiden zu laſſen. Eben ſo wenig konnte man ſich wegen des Aufraͤumens der Graben vereinigen. Es iſt traurig anzuſehen, wie in ſolchen Feldfluren der Acker nur zum dritten Theile auf der Hoͤhe des Ruͤckens gehoͤrige Fruͤchte traͤgt, die abhangen⸗ den Seiten aber nur einzelne Halme aus einem — *) Marshal Yorkshire. T. I. p. 325. Graf Pode⸗ wibs Ueberſetzung 1.B. S. 350. ſalleding dte Wert die Fur⸗ imt m⸗ hen Bee⸗ Nun le am Hi den. D is Do⸗ tem Bo⸗ agewilb⸗ auch i Kanter ein Ahug⸗ dvr ſin ann ſähen 4 degen dey Thyeie dnte nm teeiniet. lhfluren aur Hüße aähangen⸗ 6 einem — ff pode⸗ ſ,n V nur bedauren. — 211— Wuſte von Unkraut in die Hoͤhe kommen laſſen. Der beſte Duͤnger fließt in den Furchen ungenutzt herunter. Die Beſitzer ſolcher Aecker kann man Aber was ſoll man ſagen, wenn man ganze Koppeln oder Flagen antrifft, die ei⸗ nem Eigenthuͤmer oder Paͤchter gehoͤren, die mit wenigen Graben und Waſſerfurchen trocken gelegt werden konnten, und ſie noch auf dieſe barbariſche Art beackert findet? Ueber die Waſſerableitungen werde ich in ei⸗ nem beſondern Capitel ſprechen. Jetzt nur ſo viel: es giebt keinen ſo naſſen Boden, wo man ſich nicht ohne ſolche muldenfoͤrmige Beete helfen koͤnnte. Freylich, wenn die Beete ſeit vielen Jahren in die⸗ ſer Form gelegen haben, und man ſie nun herab⸗ pfluͤget, ſo erhaͤlt man in der Mitte halb todte Erde, deren Ertrag in den erſten Jahren zuruͤckſchlaͤgt, wenn man ſich nicht bemuͤhet, durch Dung und Winterpfluͤgen ihr Leben zu geben*). Ein Grund, der auf allen Seiten mit Anhoͤ⸗ hen umgeben iſt, wird beſſer zu Grasland benutzt. Wo der Boden die Feuchtigkeit gar zu ſtark anhaͤlt, da mache man ſchmale Beete von zwey bis drey Ellen *) Eine ſehr gute Beſchreibung der Methode, die hohen Ackerruͤcken allmaͤhlig zu ebnen, findet man von Herrn Deichmann in den Annalen der niederſaͤchſ. Land⸗ wirthſchaft Zten Jahrg. 2ten St. S. 352. O 2 — 212— breit, aber ganz flach, wie in Kent und Eſſex haͤu⸗ ſig geſchiehet. Die Furchen werden ſorgfaͤltig aus⸗ gepfluͤgt. Wenn das Korn in die Hoͤhe gehet, ſo ſiehet man die Furchen nicht weiter: ſo ſtark lehnen ſich die Halme an einander. Der große Werth des Querpfluͤgens iſt auch von den Englaͤndern faſt allgemein anerkannt. So oft mehrere Male gepfluͤget wird, unterlaͤßt man faſt nie, die zweyte Furche ins Kreuz zu geben. Man braucht hieruͤber weiter nichts zu ſagen; denn jeder, der es gethan, jeder, der es geſehen hat, muß den Vortheil dieſer Methode und ihre Wirk⸗ ſamkeit, den Boden ſanft und muͤrbe zu machen, und die Quecken zu zerſtoͤren, unwiderſprechlich an⸗ erkennen. Auch kenne ich keinen, der ſie ableug⸗ net, aber noch viele, die aus Indolenz und Nei⸗ gung zum Schlendrian es unterlaſſen, ſelbſt wenn ſie anſehnliche Breiten haben. Das hierzu vorzuͤglich geſchickte altteutſche Werk⸗ zeug, den Haken, kennen die Englaͤnder nicht. Er iſt zu dieſer Arbeit unuͤbertrefflich in jedem Be⸗ trachte. Zwey Furchen in die Laͤnge, und eine dazwiſchen in die Quer, bereiten das Land gewiß beſſer, als das Grabſcheit. Und ich bin daher nicht der Mei⸗ nung, daß man die Cultur nicht eher ganz vollkom⸗ men nennen koͤnne, als bis dieſes alle Pfluͤge ver⸗ de pate 9 4 llher ₰⁹ virt Me 109' Ace hen! uch fätke nacher 08 wen So an zoi ſca zu fuhr ſſer hin tig aui⸗ ehet, ſo klehnen ſens it jerkannt. ißt man ageben. denn den hat, 4 Wit⸗ rnachen, lih h⸗ t alleug⸗ und Ni⸗ ſt wenn ne Wa dr niht. im Be⸗ viſcen er, als tr Mei⸗ oolkom⸗ ige ber⸗ draͤnget habe. Ein ſehr ſchaͤtzbarer, von wahrhaft patriotiſchem Geiſte beſeelter Schriftſteller, Herr L. H. H. v. Engel, empfiehlt in ſeinen Briefen uͤber die Maaßregeln, welche der Land⸗ wirth bey der immer mehr ſteigenden Menſchenmenge zu nehmen hat; Freyberg, 1797,— neuerlichſt wieder das Bearbeiten des Ackers durchs Grabſcheit. Die Vorzuͤge des gegrabe⸗ nen Ackers vor dem gepfluͤgten, beruhen aber gewiß auch nicht auf das Graben ſelbſt, ſondern auf die ſtaͤrkere Beduͤngung, die beſſere Fruchtfolge und die nachmalige Sorgfalt auf die heranwachſenden Fruͤch⸗ te— auf das, was die Englaͤnder vegetating pro- cels nennen, und wovon man in Teutſchland noch wenig im Großen weiß.— Hierdurch koͤnnten im Sommer noch einmal ſo viel Menſchen, wie jetzt an den meiſten Orten zu haben ſind, und zwar zum unmittelbaren Vortheile des Landwirths, be⸗ ſchaͤftiget werden, ohne die Pfluͤge abzuſchaffen, wo⸗ zu doch das Spannwerk, der Duͤnger⸗ und Erndte⸗ fuhren wegen, gehalten werden muß. Achtes Capitel. Das Eggen und Walzen. — Der Nutzen des Eggens zur Zertheilung des feſten Bodens, zur Bedeckung der Saat, zur Ebnung des Ackers und zur Zerſtoͤrung des Unkrauts, iſt be⸗ kannt. Es finden daruͤber beynahe keine Wider⸗ ſpruͤche Statt. Der einzige Punkt, woruͤber bey den Englaͤndern verſchiedene Meinungen herrſchen, iſt der: ob man nach dem Braachpfluͤgen unmittel⸗ bar eggen, oder bis kurz vor der naͤchſten Furche damit warten ſolle? Je laͤnger das Land in rauher Oberflaͤche liegt, deſto mehr iſt es den wohlthaͤtigen Einfluͤſſen der Atmoſphaͤre ausgeſetzt, von deren Nutzen jeder auf⸗ merkſame Landwirth, nach allgemeiner Erfahrung, eben ſo ſicher uͤberzeugt iſt, wie jeder Naturkundige nach vollguͤltigen Gruͤnden. Daher laſſen manche die Egge erſt unmittelbar vor dem naͤchſten Pfluge hergehen. Andere hingegen glauben von der Zerſtoͤrung des Unkrauts, welches durch fruͤhes Eggen bewirket 12 g fäſten ang des R be Dda aͤber be gheriſhen dunmite⸗ da dac che legt iſer ax der auf hang V— kundge 1 manche Tfuge iſtrung 1 bewirket — 215— werde, ungleich mehr Nutzen erwarten zu duͤrfen. Es iſt gewiß, daß, ſo lange der Boden von der Egge unzermalmet liegt, wenig Unkrautsſaamen kei⸗ men; daß ſie hingegen auf fein geeggetem, unrei⸗ nem Lande wie eine dichte Saat hervorkommen, und dann durch den folgenden Pflug zerſtoͤret werden. Aber auch das Unkraut mit rankender Wurzel, be⸗ ſonders die Quecken, glaubt man durch fruͤhes Eg⸗ gen, ehe ſie wieder feſt gewachſen ſind, heraus⸗ bringen zu koͤnnen. Letzteres bezweifle ich! Freylich kommt ein Theil der Quecken heraus; dagegen wird aber der uͤbrige in lauter kleine Pflaͤnzlinge zerſchnitten, ſo ordent⸗ lich und innig mit der feinen Krume vereiniget, und ſo in ſeinem Wachsthume beguͤnſtiget, daß man es nicht kuͤnſtlicher anfangen koͤnnte, wenn man ein Queckenbeet anlegen wollte. Als ich von der Gaͤrtnerey zum Feldbau uͤber⸗ ging, war die Quecke mein Hauptfeind. Ich wollte ſie auf eben die Weiſe aus dem Acker vertilgen, wie man ſie zur Noth aus einem Gartenbeete heraus⸗ bringt. Ich fand, daß das Eggen ins Kreuz und in der Schlangenlinie, unmittelbar nach dem Pfluge, am meiſten Quecke herausbraͤchte, unterließ dieſes daher nie. Dann ließ ich die Quecke zuſammen⸗ harken und abfahren, oder verbrennen. Nach ei⸗ niger Zeit ließ ich den Acker noch wohl mit Forken uͤbergehen, und die Quecke, welche ſich feſtgeſetzet, herausheben. Allein wenn ich, nach ſechs Wochen — 216— ungefaͤhr, meinen Acker wieder umpfluͤgte, ſo fand ich ihn voll von ellenlangen jungen Quecken⸗Aus⸗ ſchuͤſſfen. Auch wandte ich vergeblich verſchiedene Arten von Queckenpfluͤgen an. Meine erfahrnen Ackerknechte verſicherten mir, daß alle die Arbeiten und Koſten vergebens ſeyn; es dauerte aber lange, ehe mich eigene Erfahrung, nachdem ich viel Lehr⸗ geld bezahlet, belehrte, daß dies die unrechte und zweckwidrigſte Methode ſey. Dagegen fand ich, daß nichts den Quecken mehr zuwider ſey, als wenn man das Land in moͤglichſt unebener Oberflaͤche erhalte, und daß der Pflug, ohne alles Engen, Abfahren, oder Verbrennen, ſie voͤllig zu zerſtoͤren im Stande ſey. Unterbrechung des Zuſammenhanges im Acker, oder weit abſtehende Furchen, ſcheinen ſie durchaus nicht vertragen zu koͤnnen. Da man dieſes aber nur auf der oberſten Flaͤche in ſeiner Gewalt hat, ſo muß man ſie anfangs nicht in die Tiefe bringen. Einen Acker mittelſt einer Sommerbraache queckenrein zu machen, iſt keine Kunſt. Ich will hier aber eine Methode angeben, wie man, ſelbſt im Herbſt und Fruͤhjahr, ein Feld davon reinigen koͤnne, ohne alles Abfahren und Verbrennen oder Queckenpfluͤge noͤthig zu haben. Man wird dieſes zwar hier nicht ſuchen; aber jeder Freund des rein⸗ lichen Feldbaues wird mir es danken, es hier ge⸗ funden zu haben. Gleich nach der Erndte wird die Stoppel ge⸗ ſtrecket, geriſpet, d. h. eine Furche um die andre ſte lit. biwin ri ſf fehen be b pun deſer d9 nun ui wind e llait en ter welc Vil mas nan den ſein dor gehott and mi einen Ge he feiſi fand . Yll⸗ edene henen beiten 4⁴ lange, 1 leht⸗ V ite und 4, daß Amen datt, hren, Nande Ntie. Rrhau ser tur at, ſ temn praache ſvil ſelbſt vigen awoder heſes bein⸗ ige⸗ — — 9 g⸗ dadee ſehr flach gepfluͤget, und auf die ſtehenbleibende ge⸗ legt. Spaͤt im Herbſt wird dieſe Furche durch die Egge zertheilet, und das Feld eben gemacht. Dann wird ſofort die andre Furche, welche das erſtemal ſtehen blieb, herumgepfluͤget, und ſo bleibt es rauh bis zum Fruͤhjahre liegen. Das Land wird bey dieſer Methode viel fruͤher trocken ſeyn, als wenn man vor Winter ordentlich gepfluͤget hat. Im Maͤrz wird es geebnet und nun ganz durchgepfluͤget. So⸗ bleibt es wieder rauh liegen bis zur Saatfurche, vor welcher ich leichteres Land gar nicht eggen laſſe. Will man es mit Sommerkorn beſtellen, ſo thue man dies nur etwas ſpaͤt, im May, und man wird ſein Land faſt voͤllig queckenrein finden*). Eigentlich gehoͤrt aber eine Braache⸗ oder Huͤlſenfrucht hinein, und mit dieſer werden dann alle Quecken voͤllig ver⸗ tilget und zum groͤßten Vortheil des Ackers vermo⸗ dert ſeyn. Dieſe Methode des Streckens(Rispens) iſt in vielen Gegenden bey dem gemeinen Landmanne em⸗ piriſch ſehr beliebt. Man ſiehet ſie aber hoͤchſtens als einen Behelf zur Erſparung der Arbeit an; und man⸗ che fleiſſigere Landwirthe haben dieſes halbe Pfluͤgen *) Bey gaͤnſtiger trockener Witterung iſt mir dies freylich etlichemale gelungen, aber bey naſſer nachher auch fehlgeſchlagen. Nur mit Huͤlfe gepferdehackter Fruͤchte habe ich meinen Boden von Quecken rein genug er hal⸗ ten koͤnnen, ohne Braache. — 218— ganz verworfen. Ich bin aber jetzt uͤberzeugt, daß ſie von großem weſentlichen Nutzen zur Vertilgung der Quecken ſey, die durch ein tiefes Pfluͤgen vor Winter unvertilgbar werden. Auſſerdem aber hat es auf feuchterem Boden den Vorzug, daß das Land im Fruͤhjahre bald trocken wird; und auf leichtem Sand⸗ boden den, daß das Erdreich von trockenen Winden nicht verwehet. Auch wird dadurch der Atmoſphaͤre eine ſehr rauhe Oberflaͤche dargeboten. Wo es hingegen auf Vertilgung des Saamen⸗ Unkrauts ankommt, da iſt freylich fleißiges Eggen von großer Wichtigkeit. Denn in der rauhen Furche und unzertheiltem Boden kommen dieſe wenig hervor. Ohne voͤllige Sommerbraache oder behackte Fruͤchte erreicht man aber dieſen Zweck nicht leicht. Will man bey einer Braache beydes erreichen, ſo verfahre man im Herbſte eben ſo, wie oben beſchrieben worden. Auch laſſe man die erſte tiefe Furche im Sommer lange rauh liegen. Die uͤbrigen aber egge man bald nach dem Pfluge moͤglichſt klar, und walze ſie auch. Dann wird man Saaten von Unkraut, als wohlthaͤ⸗ tigen Duͤnger fuͤr das Land, unterpfluͤgen, und wenn man den Boden in verſchiedener Tiefe der Luft aus⸗ geſetzet, ihn voͤllig davon befreyen koͤnnen. Die engliſchen Eggen ſind im Durchſchnitt klei⸗ ner wie die unſrigen. Sie haben vorwaͤrts gekruͤmmte über angelc kl zut denn t Süie: Seſt ſote lang leicht nehi an G. zt, diß illgung en vor hat es nd im Sand⸗ noinden g ſchän imen⸗ iggen urche ahecdok. derücte wil man tte um Sdtorden. e'onmer ten bad dä'e ach Nohlihi⸗ 1 ½ went 1 aub⸗ Zinken, die beym Fortgehen tief eingreifen und den Boden kraͤftig zerreiſſen. Wenn nur leicht, nach der Saat, geegget werden ſoll, ſo werden ſie umgekehrt, da ſie denn nur wenig eingreifen. Man hat eine Art ganz kleiner Eggen, die nicht voͤllig drey Fuß im Quadrat halten. Dieſe werden aber nicht in der Breite, ſondern in einem Winkel angehaͤngt, und die Zinken ſind alle nach dieſem Win⸗ kel zu gekruͤmmet. Man nennt ſie Schlangeneggen; denn wenn ſie fortgehen, ſchlaͤngeln ſie ſich von einer Seite zur andern, und ſpringen auf und nieder. Sie ſind von ungemeiner Wirkſamkeit, und das fe⸗ ſteſte Land widerſtehet ihnen nicht. Nur muß man lange Straͤnge haben, indem ſie ſonſt den Pferden leicht in die Hacken fahren koͤnnen. Auch werden mehrere dieſer Eggen an einen Balken gehaͤngt, wor⸗ an Schwengel fuͤr die Pferde befindlich ſind. Sehr haͤufig eggen die Englaͤnder im Trabe. Wenn ſie naͤmlich das Feld einmal im Schritte heraufgezogen haben, ſo geht es im Trabe wieder hinunter. Die Walze haͤlt man in England faſt durch⸗ gehends fuͤr eben ſo unentbehrlich, wie die Egge. Wer ihren Gebrauch unterließe, wuͤrde fuͤr thoͤrigt gehalten werden. Ihr Nutzen iſt mannigfaltig. Leichtes Land preßt ſie zuſammen, und bringt ſeine Theile in naͤhere Beruͤhrung; ſie verhuͤtet das Ver⸗ wehen bey trocknen Winden, und erhaͤlt die Feuchtig⸗ keit darin. Auf bindendem Boden zermalmt ſie die Kloͤße, welche der Egge widerſtanden, und ebnet die Oberflaͤche. Man walzet theils vor der Saat, da⸗ mit dieſe eben und gleich vertheilt allenthalben falle, worauf ſie untergepfluͤgt wird; theils nach der Saat, damit keine Rauhigkeit bleibe, und beſonders, damit ſich die Erde feſter an die Saatkoͤrner anlege, und dieſe ſicherer und ſchneller zum Keimen kommen. Eine gewalzte Saat laͤuft faſt immer um drey Tage fruͤher auf, als eine ungewalzte. Ein wichtiger Vor⸗ ſprung um dieſe Zeit! Auch walzt man eine ſchon gelaufene Saat auf lockerem Boden bey trockener Witterung mit dem beſten Erfolge, um dadurch das Erdreich feſter an die Wurzeln zu druͤcken. Das Walzen des Rockens auf leichtem Boden, im Fruͤh⸗ jahre, iſt ihm ſehr wohlthaͤtig, um die vom Froſte losgemachten Pflanzen wieder mit dem Erdreiche zu verbinden. Der Gebrauch der Stachelwalze iſt auf ſchwerem, widerſpenſtigem Klayboden, nach jeder Pflugart, von groͤßter Wirkung. Die Erdklumpen, die dem Pfluge und der ſchwerſten Egge widerſtehen, und ſonſt nur durch Keulen zerſchlagen werden koͤnnen, zermalmet ſie auf eine leichte Art. Man hat ſie aber auch auf gelaufener Haferſaat, die voll Unkraut war, nuͤtzlich angewandt, indem ſie dieſe zarten Pflanzen zerſtoͤrt, dro Ver ichtig⸗ ie die tt die da fale Zaat, damit d und nen. — 221— ohne dem nicht leicht zerſtoͤrbaren Hafer Schaden zu thun*). Neuntes Capitel. Trockenlegung des Ackers durch Waſ⸗ ſerableitungen unter der Erde (Underdrains)*). Dieſe wichtige landwirhſchaftliche Operation iſt zwar in einigen Gegenden Teutſchlands nicht ganz unbe⸗ kannt. Man hat ſie wohl zur Trockenlegung feuchter, *) Dieſe Stachelwalze muß aber nicht wie ein Igel mit duͤnnen Stacheln dicht beſetzt ſeyn. Denn in ſolche Walzen ſetzt ſich die Erde gleich feſt, und man rollet dann nur einen Klumpen Erde herum. Die Stacheln oder vielmehr keilfoͤrmige Eiſen muͤſſen in groͤßerer Entfernung darauf vertheilet ſeyn. *9) Ich habe dieſe hoͤchſt wichtige, in England allgemein verbreitete, in Teutſchland nur ſehr unvollkommen bekannte und ausgefuͤhrte Operation in der erſten Ab⸗ handlung des zweyten Bandes ausfuͤhrlicher beſchrieben. Koͤnnten wir von den Englaͤndern nichts lernen, wie dies, ſo wuͤrde dennoch die Kenntniß der engliſchen Landwirthſchaft zur Vervollkommung der teutſchen viel beytragen. — 222— ſogenannter kaltgruͤndiger Wieſen angewandt. Auch hierzu braucht man ſie in England, vorzuͤglich aber zur Verbeſſerung des feuchten, thonigten, leimigen Ackerlandes*). Dieſes haͤlt im Fruͤhjahre die Win⸗ terfeuchtigkeit ſo lange zuruͤck, daß man mit keinem Pfluge darauf kommen kann: und wenn dann die trockenen Maͤrzwinde kommen, ſo wird es zu einer feſten Leimdiele, die der Pflug mit großer Muͤhe nur in grobe Schollen zermalmen kann. Das Winter⸗ korn wittert darauf aus, und macht ſchaͤdlichen Un⸗ kraͤutern Platz. Graben und Waſſerfurchen helfen etwas, aber nicht genug, und nicht zu jeder Zeit; ſie erfordern eine beſtaͤndige Aufmerkſamkeit, und koͤnnen nicht immer offen gehalten werden. Dieſe Anſtalt aber verbeſſert das Land auf ſehr lange Zeit, macht, daß im Winter und Herbſt keine uͤberfluͤſſige Feuchtigkeit ſich darin anhaͤuft, daß es mit dem erſten Fruͤhjahre ſchon trocken, warm, dem Pfluge zugaͤng⸗ lich und nachgiebig ſey. Das Winterkorn, was vor⸗ her ſo lange ſtockte, kommt in fruͤhe Vegetation. Kurz, die ganze Unart und fehlerhafte Natur eines ſolchen Bodens wird dadurch veraͤndert. Eine große Wirkung! Aber vermuthlich ſehr koſtbar? hoͤre ich ſchon fragen.— So wenig koſt⸗ *) Im Hannoveriſchen Amte Lauenau iſt ſie doch be⸗ kannt, und an manchen Orten gebraͤuchlich, wenn ſie gleich nicht mit engliſcher Aufmerſamkeit bewerkſtelliget wird. bal, puch ſttr kyöke, Fahe wis zo nt holket werde! gehen n Aah duh abe Amigen Wi⸗ mnanem n de 8 einer E he nar Ninter⸗ anl Un⸗ ublfen atzgeit; a wnd Deſ ael Jit, üllüſige a aen ad gint — 45 lot⸗ vetun 1 eine eer ankoſ⸗ bar, daß in Eſſex und Hertfordſhire kein Pachter ſie unterlaͤßt, falls ſie noͤthig, wenn er ſicher iſt, daß ſeine Pachtzeit nur noch drey Jahre daure. Oft hat ſie ihre Koſten ſchon im erſten Jahre bezahlt, immer im zweyten, und das dritte iſt reiner Vortheil. Ihr Nutzen aber dauert 30 bis 50 und mehrere Jahre, wenn nur etwas nachge⸗ holfen wird. So viel nur vorlaͤufig! Nachher werde ich die genauern Berechnungen der Koſten geben. Jetzt erſt die Beſchreibung der Anlage ſelbſt! Ich muß mich dabey auf beyſtehende Figur beziehen. 7„ 7 1* A,„„ 3 8.„„.„ 4 3„ 8 X„ 7 7 8. 17„ 4„ 1 N 4 T.„ ö, e 4 2 „ 2.„. N„ . 75 2 1.æ 1 2 4A 8 . N 3 1 J, ,„,..„„— 5* 81„„* 8 X„ 7 4 d /⸗ 1 N 84 8 1,7 d 1 ,F * 2 24— . 3 XI 1 „xNV„„ 7—⸗— 8 1, 1 X* X 7 2 4„ V 8 3 8 ,⸗⸗*„. “ N ⸗P. N 12 A B. Sie ſtelle eine Koppel von ungefaͤhr 50 Acres vor. A— B iſt ein Graben oder Bach, welcher das Waſ⸗ ſer aufnehmen kann; CH. DG. El. ſind die Haupt⸗ leitungen; die da hineinlaufenden heißen Neben⸗ leitungen, oder, wie ſie die Englaͤnder nennen, Fluͤgel. Bey der Anlage der Hauptleitungen kommt es darauf an, ob das Land voͤllig eben ſey, oder Anhoͤhen und Vertiefungen habe. Iſt es voͤllig eben, ſo waͤre auf einer ſolchen Koppel eine Haupt⸗ leitung, oder hoͤchſtens zwey, genug, die dann aber deſto mehr Fluͤgel haben muͤſſen. Wenn hin⸗ gegen Vertiefungen da ſind, ſo iſt es beſſer, dieſe zu nutzen, und darin herunter Hauptleitungen an⸗ zulegen, von den Anhoͤhen aber Fluͤgel in ſie her⸗ abzuleiten. Denn die Hauptleitungen muͤſſen um etwas tiefer liegen, als die Fluͤgel, und ſo wie ſie ſich dem Abſchluſſe naͤhern, etwa von x an, noch mehr Fall bekommen. Wenn man alſo mit den Hauptleitungen durch Anhoͤhen herdurch wollte, ſo muͤßte man ſehr tief ausgraben. Man macht auch in die Nebenleitungen wieder andre, wenn die Erhoͤhungen und Vertiefungen des Landes es ſo ver⸗ langen. Die Fluͤgel kommen, nach Beſchaffenheit des Landes, etwa 20 bis 30 Fuß von einander. Wenn man die Richtung der Leitungen nach dem Waſſerfall vorſichtig beſtimmt und abgeſteckt hat, ſo ziehet man mit einem Pflug hinauf und wieder her⸗ unter, ſo daß ein ſchmaler Balken ſtehen bleibt. Dann hebt man dieſen mit einem tiefer gehenden Pfluge heraus, und wirft ihn mit dem Spaten an die Seite. Nun bedient man ſich eines Spatens, der 13 Zoll lang, oben 7 Zoll und unten nur 4 Zoll breit iſt, und ſticht, die Erde durch zwey Stiche, — ⸗⸗⸗—-—— nen Ne gekrme Gange tölig hi hindurct * 5 etfotde änennen,. artungen dien ſe ſt eöllg athruut⸗ ann In hi⸗ 1a, diſ aupet an⸗ niee ſer⸗ inn bieſe u loch 1K d e t, ſo It uioh n a K we⸗ Fsſinſeit tn. bt den n he— eäleit. 9 enden a8 al Ntend, an Jel eüiche — 225— neben einander, damit heraus. Nach dieſem erſten Stich, der nur ſo breit zu ſeyn braucht, daß der Arbeiter darin ſtehen kann, nimmt man einen an⸗ dern Spaten, der ebenfalls 13 Zoll lang, oben aber nur 4 Zoll und unten 1 ½ Zoll breit iſt. Zu⸗ letzt nimmt man eine, etwa 2 Zoll breite, etwas uͤber einen Fuß lange Schaufel, ungefahr wie ein Stuͤck einer Dachrenne geſtaltet, mit einem geboge⸗ nen Handgriff, womit man die Erde, die hinein⸗ gekruͤmelt, heraushebt. Iſt das Land in dem Gange dieſer Leitung eben, ſo ſind 2 Fuß Tiefe voͤllig hinlaͤnglich; wo man aber durch eine Anhoͤhe hindurch muß, wird natuͤrlich eine groͤßere Tiefe erfordert. Ein ganz geringer Fall muß bis zum Ausfluſſe immer beobachtet werden, und die Haupt⸗ leitung muß nur 1 bis 2 Zoll tiefer, wie die Neben⸗ leitungen, ſeyn. Nach der Tiefe richtet ſich die Breite oben; ſie muß nur ſo ſeyn, daß die Arbeit geſchehen kann. Unten laͤuft ſie auf 4 Zoll zu. Wenn die Leitungen ausgegraben ſind, ſo fuͤllt man ſie mit zuſammengebundenem friſchem Reis⸗ werk aus. Unten kommen dickere Stuͤcke Holz, einzeln hineingelegt; nach oben immer duͤnneres. Einige legen Steine dazwiſchen. Wo man viele rauhe Steine hat, ſind ſie auch wol mit Steinen angefuͤllet worden. Man haͤlt jetzt aber Holz fuͤr weit beſſer, weil man gefunden, daß ſie ſich da⸗ mit weit weniger verſtopfen. Poroͤſes, waͤſſeriges Holz, Ellern, Weiden u. dgl., hat man am beſten I. P — 226— und am dauerhafteſten befunden; doch nimmt man, was man haben kann. Man hat Beyſpiele, daß ſolche Leitungen ſich uͤber hundert Jahre gut erhal⸗ ten haben. Ueber das Holz kommt eine Lage Stroh, damit die Erde ſich erſt feſtſetze und nicht zwiſchen das Reiſig kruͤmele. Dann wird alles feſtgetreten, die gute Erde wieder heruͤber gebracht, und mit einer ſchweren Walze feſtgewalzet. Die uͤbrige Erde wird auf das Feld vertheilt, und, nachdem fe ausge⸗ wittert, untergepfluͤgt. Die Koſten dieſer Vorrichtung koͤnnen wir ohne Zweifel am beſten aus den Antworten abnehmen, die Lord Petre von ſeinen Farmers auf die ihnen daruͤber vorgelegten Fragen erhalten hat*). Es iſt wenigſtens nicht wahrſcheinlich, daß ein Paͤchter ſeine Verbeſſerungen zu geringe anſchlage. Wir erhalten hieraus folgende Data: Die Pflugarbeit, um die erſten Furchen herauszuheben, welches aber doch nur auf Lande, was zu Graſe gelegen, gut angehet, rechnet man auf 1 Acre 18 Pence. Ein Rod(1 ½ Ruthe) auszuſtechen, bezahlt man mit 2½ Pence. Ein Fuder Reisbuͤndel von 120 Bund iſt un⸗ gefaͤhr 14 Schill. werth;— ein Fuder Stroh von 120 Bund 18 Schill. *) Ann. of Agricult. T. IV. P. 289- 1 priin in A gnn eith D emn ühne p ſcht, üihr, Eiſ Neiſg nan d ſchlaga heiden und bi daß ie e tant un, ele, diß ait erhal⸗ 1 Stroſ anzwiſcen fhetreten, mwaiteiner ahdde wid h audge⸗ nirohge a phwen, iu ihnen i Git P ur ſim di m uheten 1nu Geſſ 1 NM Damit fuͤllt man 360 Rod aus. Nach dieſen Preiſen muß man rechnen, daß ein Acre 12 Schill. an Ausfuͤllungsmaterialien koſte, wenn die Leitun⸗ gen ein Rod von einander abſtehen. Die ſaͤmmtlichen Koſten belaufen ſich auf 1 Acre, wenn der Pflug gebraucht wird, auf 35 Schill., ohne Pflug aber auf 427 Schilling Sterl.; die Auf⸗ ſicht, welche der Herr oder der Verwalter dabey fuͤhrt, ungerechnet. Ein großer Theil der Ausgabe beſtehet alſo in Reiſig und Stroh. An den meiſten Orten wird man ein Fuder Reisbuͤndel wol nicht ſo hoch an⸗ ſchlagen koͤnnen; und anſtatt des Strohes paßt Heide, wo man ſie haben kann, wol eben ſo gut, und vielleicht beſſer. Ueberdas muß ich bemerken, daß Tage⸗ und Arbeitslohn in Eſſex und Hertford⸗ ſhire grade am hoͤchſten ſtehen; erſteres im Durch⸗ ſchnitt o— 10 Schill. die Woche. Daher iſt denn auch dieſe Arbeit theurer, als ſie anderswo ſeyn wuͤrde. Joung hat in der Experimental⸗Agrieul⸗ ture“) viele Verſuche beſchrieben, die er blos, um die Koſten dieſer Operation zu beſtimmen, ange— ſtellet. Er verſtand aber, wie man deutlich ſiehet, T. II. p. 384. — 228— die Arbeit anfangs nicht; denn er legte die Leitungen 4 ½ Fuß tief. Dies iſt aber in jedem Falle, wo man nicht durch eine Anhoͤhe hindurch muß, nicht nur unnoͤthig, ſondern wirklich nachtheilig. Die Abzuͤge muͤſſen grade da liegen, wo das Waſſer auf einer harten Thonſchicht ſtockt und nicht einziehen kann. Dann thun ſie weit mehr Wirkung, als wenn ſie in den Thon ſelbſt hineingearbeitet ſind. Dieſe Schicht liegt aber ſelten tiefer als 2 Fuß. Er bemerkte dies ſelbſt beym 13ten Verſuche. Der Durchſchnitt aller Verſuche, die aber groͤßtentheils unnoͤthig koſtbar angeſtellet worden, betraͤgt 1 Pfund 11 Schill. auf den Acre. Auch kannte er den Ge⸗ brauch des Pfluges, die erſten Furchen auszuſtechen, noch nicht. Wo es angeht, legt man die Ableitungen ſo, daß ſie ſich mit der Lage der Ackerbeete kreuzen. Sie ſollen dann ſtaͤrkere Wirkung thun. Ein 1 ejchyſt hauet Fruct andeel Frutt einern einen mehre Leitunge allo, no ß, nicht g. Dee Juſſer auf ſdigjehen ung, a eite ſnd. 2 Fuß. de. Der tteniheil lphfund den Ge⸗ teöuſtece, tungen ſ en. de Zehntes Capitel. Braache und Fruchtwechſel). Ein jeder Landwirth weiß, daß das Land ſich bald erſchoͤpſt, wenn immer einerley Frucht darauf ge⸗ bauet wird. Auch hat er wol bemerkt, daß eine Frucht eine beſonders gute Vorbereitung fuͤr eine andre Saat ſey; daß das Land, welches einige Fruchtarten nicht mehr tragen will, doch noch zu einer andern Saat geſchickt ſey, und daß man durch einen wohlgewahlten Wechſel dem Lande ungleich mehr abgewinnen kann, als wenn man dieſen ver⸗ *) Einen Nachtrag zur Erlaͤuterung dieſes wichtigen Capi⸗ tels habe ich im zten Bande dieſes Werkes S. 830 gegeben, welchen ich, zur Verhuͤtung von Mißver⸗ ſtaͤndniſſen, beſonders in Anſehung der Braache, da⸗ mit zu verbinden bitte. Die Annalen der niederſaͤchſ. Landwirthſchaft(von deren drey erſten Jahrgaͤngen eine in mancher Hinſicht verbeſſerte Auflage, unter dem Titel: vermiſchte landwirthſchaftliche Schriften aus dieſen Annalen, herausge⸗ kommen, von den drey letzteren Jahrgaͤngen aber noch Vorrath iſt) enthalten mehrere hierauf bezughabende Abhandlungen. — 230— nachlaͤſſiget. Indeſſen ſind dies nur ſo oberflaͤchliche Bemerkungen, die allenfalls bey dem Einen oder dem Andern eine Meinung, aber keine allgemein guͤltige Ueberzeugung, begruͤnden. außer Reichard, keines deutſchen Oekonomen, der dieſem Gegenſtande eine beſondere Aufmerkſam⸗ keit gewidmet, viel weniger hieruͤber uͤberzeugende und vergleichende Verſuche angeſtellet haͤtte. Was der alte Reichard hieruͤber ſagt, haͤtte doch, mei⸗ enes Erachtens, um ſo mehr Eindruck machen ſollen, da ſeine neidiſchen Erfurter Mitbuͤrger, die er ziem⸗ lich bitter behandelt, ſeine 18jaͤhrige Feldbeſtellung nach einer ſtarken Duͤngung bezeugen mußten. Aber er war ein bloßer Ackerbuͤrger, den kein großer Gutsbeſitzer ſeiner Aufmerkſamkeit werth achtete. Man verlachte ſein Gartenſyſtem, und fand es un⸗ anwendbar in großen Haushaltungen. Freylich konnte es daſelbſt nicht ganz ſo nachgeahmet wer⸗ den, wie er es, ſeiner ſonderbaren Convenienz nach, trieb. Aber man haͤtte doch allgemeine Reſultate aus ſeiner Erfahrung ziehen koͤnnen, die allent⸗ halben ihre Anwendung fanden. Gugenmus und Schubart machten viel richtige Bemerkungen uͤber die Wirkung des Klees auf die folgende Saat. Aber Klee war ihr Eins und Alles; und man er⸗ kannte doch, daß er dies nicht ſeyn, ſo oft nicht wiederkommen duͤrfe. Die Englaͤnder hingegen haben in den neueſten Zeiten auf den, jeder Art des Bodens angemeſſenen, . Ich erinnere mich, eine nutſ hicht M Fanian! iͤriebel erorde puge 70 dh dier Pnge 3 nedden. de aüf ſorienn Mant Lande aandn terſun gſſter Ma Verſun hauer f da g vi wiſen. hichen und u hier 1E; lchliche er den güͤlge mih,. nomen, eetſam⸗ engende Da , mei⸗ ſollen ziem⸗ elung ußten. großer ctet. dnn⸗ Frexlch het wer n hach eſültee alent⸗ 1s Und Füber Sat. ch er⸗ nicht duſten ſenen, eintraͤglichſten Fruchtwechſel eine erſtaunliche Auf⸗ merkſamkeit verwandt, und uͤber die Sache ein helles Licht verbreitet. Es iſt in England uͤber dieſen Ge⸗ genſtand erſtaunend viel beobachtet, verſucht, ge⸗ ſchrieben, geſtritten; ſo, daß es ein eigenes Werk erforderte, wenn man das Erheblichſte nur im Aus⸗ zuge mittheilen wollte. Es kam vor allem darauf an, zu beſtimmen, ob die Braache noͤthig oder unnoͤthig ſey? Eine lange Zeit hindurch konnte man hieruͤber nicht einig werden. Die Streiter beyder Partheien fuͤllten faſt die acht erſten Baͤnde der Annalen des Ackerbaues, die Schriften der Londoner, Odiham⸗ und Bath⸗ ſocietaͤt, mit ihren Gruͤnden und Gegengruͤnden an. Man forderte jeden beobachtenden und denkenden Landwirth auf, ſeine Meinung uͤber dieſen Gegen⸗ ſtand oͤffentlich bekannt zu machen; man ſtellte Un⸗ terſuchungsreiſen an, hoͤrte Zeugen ab, ſah die Re⸗ giſter von einer langen Reihe von Jahren nach. Man machte Verſuche auf großen Feldern, und Verſuche unter der Glasklocke. Es war dem Acker⸗ bauer ſelbſt, noch mehr dem Staate, am meiſten den großen Landeigenthuͤmern, daran gelegen, dieſe Frage auf eine zuverlaͤſſige Art ausgemacht zu wiſſen. Denn in vielen Gegenden ſchrieb man den Paͤchtern die Haltung eines gewiſſen Braachjahres, und unſere gewoͤhnliche Dreyfelder⸗Wirthſchaft vor. Hier war denn aber die Pacht ſehr geringe, 5 bis 10 Schill. vom Acre; da an andern Orten gleicher — 332— Boden, aber eingeheget und unter einem beſſeren Feldſyſtem, auf 30 bis 40 Schill. geſtiegen war. ganche altere Landeigenthuͤmer fuͤrchteten ſich noch immer, doppelte und dreyfache Pacht anzunehmen, wenn ſie ihnen unter der Bedingung einer andern Bewirthſchaftung angetragen wurde, weil ſie beſorg⸗ ten, ihr Land werde nach einer Pachtzeit erſchoͤpfet und verwildert, und ihre Paͤchter noch dabey zu Grunde gerichtet ſeyn. Lange blieb der Streit zwiſchen den Verthei⸗ digern und Gegnern der Braache unentſchieden. Young ſelbſt erklaͤrte ſich anfangs zweifelhaft, und ſuchte den Streit mehr anzufachen, als beyzulegen. Indem er den Streitern theils ihre Anzuͤglichkeiten und Perſonalitaͤten verwies, theils das Gewicht, was ſie auf einen einzelnen Beweis legten, ent⸗ kraͤftete, riß er den Sieg dem wieder aus den Haͤn⸗ den, der ihn ſchon zu halten ſchien. Seine Neider und die Enthuſiaſten beyder Partheien beſchuldigten ihn, er ſtelle ſich nur darum zweifelhaft, damit er Stoff fuͤr ſeine Annalen behalte; ſo wie man ihn jetzt deſſelben, in Anſehung der verbeſſerten Drill⸗ wirthſchaft, beſchuldiget. Wenn auch dies ein Neben⸗ motiv bey ihm geweſen ſeyn mag, ſo war ſeine Haupt⸗ abſicht doch. gewiß die, daß eine ſo wichtige Streit⸗ frage erſt nach langer Unterſuchung, dann aber auch mit Zuverlaͤſſigkeit, zur endlichen Entſcheidung ge⸗ bracht werde. Sehr viel, muß man indeſſen geſtehen, hat der ſchwankende Begriff, den auch einige engliſche , deun Brach3 ui bhg njtä dc, was di Auär Sraacit nen M Praachf de Dnt feiem ſacher h Rten. diget heſſeren ſen war. ſch noc jehmen, andern ebeſorg⸗ erſcöyfet dabey 1 Jerther⸗ hieden. ., und alegen. cheten Genich d, en⸗ den hih⸗ e Neder ldigre damt er dan ihn Dril⸗ Neben⸗ aupt⸗ ötreit⸗ 5 zuch ig ge⸗ 3 hat glſche Oeconomen, ſo wie die teutſchen, mit dem Worte Braache verbanden, zur Verlaͤngerung des Strei⸗ tes beygetragen. Braache heißt eigentlich die ein ganzes Jahr, oder doch den ganzen Sommer hin⸗ durch, wiederholte Beackerung des Feldes, ohne et⸗ was darauf zu ſaͤen, oder davon zu erndten. Die Ausdruͤcke: beſtellte oder geſommerte Braache; Braachfruͤchte; Kleebraache, enthalten eigentlich ei⸗ nen Widerſpruch. Wenn man dergleichen unter Braache verſtehet, ſo findet kein Streit Statt; denn die Vertheidiger des Feldſyſtems ohne Braache be⸗ ſtehen vorzuͤglich auf eine jaͤhrliche Abwechſelung ſolcher ſogenannten Braachfruͤchte mit den Korn⸗ arten. Die Gruͤnde, womit man die Braache verthei⸗ diget, beſtehen hauptſaͤchlich in folgendem: I. Es giebt ſo ſchweren, bindenden und dabey naß liegenden Boden, daß er, ohne ein wiederholtes Sommerpfluͤgen, durchaus nicht muͤrbe gemacht wer⸗ den kann. Das Fruͤhjahr⸗ und Herbſtpfluͤgen iſt bey ihm, der Naͤſſe wegen, von keiner Wirkung. Nach etlichen Kornerndten wird er hart, wie Stein, und die Wurzeln koͤnnen ihn nicht durchdringen. 2. Der leichtere Boden iſt der Verwilderung durch Unkraut dagegen mehr ausgeſetzt. Und hier iſt auch kein anderes Mittel, als die Braache; da⸗ durch werden die Saamen an die Luft und zum Keimen gebracht, und dann zerſtoͤret. Die fort⸗ — 234— kriechenden Wurzeln anderer Unkraͤuter werden auch oft ſo geruͤhret, daß ſie nicht wieder aufwachſen koͤnnen, ſondern in Faͤulniß uͤbergehen muͤſſen. Alſo iſt die Wiederholung der Braache um ſo oͤfter noͤthig, da ſich das Land geſchwinder verunreiniget. 3. Der Boden wird durch mehrere auf einan⸗ der folgende Erndten ausgeſogen, das heißt, die eigentlichen Nahrungstheile der Pflanzen werden erſchoͤpfet. Daher kommen die Gewaͤchſe darauf nicht mehr zu ihrer Vollkommenheit. Wenn ſie auch ins Kraut wachſen, ſo geben ſie doch ſchlechte Koͤrner, wie man dies an den beſtaͤndig beſaͤeten Feldern in der Nachbarſchaft großer Staͤdte ſiehet, wo man es durch den Ueberfluß an Duͤnger zwingen zu koͤnnen glaubt. Daher muß der Boden, wie man ſagt, ausruhen. 4. Der Nutzen dieſer Erholung iſt aber nicht blos negativ, ſondern die Erde ziehet die befruch⸗ tenden Principien der Sommerluft und des Son⸗ nenſcheins, die Duͤnſte, den Thau, in ſich, und wird um deſto ſtaͤrker damit beſchwaͤngert, je mehr ſie zertheilet, und je ſicherer jedes Staͤubchen der Einwirkung der Atmoſphaͤre ausgeſetzt wird. Dieſe Luftduͤngung erſetzet 5. den Mangel an aufzufahrendem Duͤnger; denn wenn dieſer gleich die Unterlaſſung der Braa⸗ che und ihren Nutzen zum Theil erſetzen koͤnnte, ſo wird doch eine Wirthſchaft, wo man keine Braa⸗ te ſ fin in 6,1 gur delr Gen ſtehen t nnbet, tenien tun it Portgeit uuß. d 2 1* aler n d imunt ind, ſtafe ſiele gewor Von! ſheft den auc ffdachſen mͤſſen. öͤfter dainigtt. if einan⸗ eißt, die mwerden darauf enn ſe ſchlechte deſäeten ſehe zwiagen dn, we Pher niht befeuch⸗ 13 Sen⸗ , und e tleyr een der Dieſe *7 — 235— che haͤlt, nie den erforderlichen Dünger herbeyſchaf⸗ fen koͤnnen. 6. Eine Wirthſchaft ohne Braache erfordert zur Fruͤhjahrs⸗ und Herbſtbeſtellungszeit erſtaunend viel Geſpann, welches in der Zwiſchenzeit muͤßig ſtehen muͤßte. Bey der Braache aber faͤllt die Acker⸗ arbeit, und beſonders die Duͤngerfuhren, in die bequemſte Zeit, wo fuͤr das Zugvieh ſonſt nichts zu thun iſt. Es kann aber nie bey einer Wirthſchaft Vortheil ſeyn, wozu viel Geſpann gehalten werden muß. Endlich hat 7. die Braache die Erfahrung aller Zeiten und aller Länder fuͤr ſich. Sie ſtammt aus dem graue⸗ ſten Alterthume her, und hat ſich allenthalben in ununterbrochener Zeitfolge erhalten. Der Neuerer ſind, gegen das Ganze, nur wenige, die ſie abge⸗ ſchaffet haben. Und man hat ungleich mehr Bey⸗ ſpiele von Landwirthen, die bey der Braache reich geworden ſind, als von ſolchen, die ſie verwarfen. Von letzteren haben ſchon verſchiedene ihre Wirth⸗ ſchaft aufgeben muͤſſen. Dies ſind die wichtigſten Gruͤnde der Braach⸗ vertheidiger. Nun wollen wir ihre Gegner hoͤren: Wir geben euch, ſagen ſie, die Principien faſt alle zu, worauf ihr die Nothwendigkeit der Braache gruͤndet. Es iſt wahr, daß der bindende Boden locker, der naſſe trocken gemacht werden muß; wahr⸗ daß man beſtaͤndig auf Vertilgung des Unkrauts — 236— arbeiten ſoll; wahr, daß das Korn den Boden er⸗ ſchoͤpft; wahr, daß der Boden aus der Atmoſphaͤre befruchtende Theile aufnimmt; wahr, daß uͤberfluͤſ⸗ ſiges Geſpann, welches nicht beſtaͤndig zu nuͤtzlicher Arbeit gebraucht wird, der T utſthaft hoͤchſt nach⸗ theilig wird. Wenn wir aber alle Zwecke eurer Braache beſ⸗ ſer erreichen koͤnnen, wie ihr, ohne daß wir unſer theures Land ums dritte und vierte Jahr unbenutzt laſſen; wenn unſere, nur zuweilen groͤßere Arbeit uns mit reichen Zinſen wieder bezahlt wird: ſo werden wir darum nicht braachen, weil Ebraͤer, Roͤmer und Araber es gethan haben. Daß Land⸗ wirthe bey der Braache reich geworden, wenn ſie ihre Wirthſchaft unter vortheilhaften Bedingungen angenommen, und gut hausgehalten haben, bewei⸗ ſet nichts fuͤr euch; ſo wie es nichts gegen uns beweiſet, daß einige Stuͤmper, die die Sache nicht verſtanden, oder kein zureichendes Capital in Haͤn⸗ den gehabt, bankerot geworden. Bekannt iſt es, daß in vielen Gegenden, ſeitdem die Felder verkop⸗ pelt und die fortlaufende Feldbeſtellung eingefuͤhrt worden, die Pacht aufs Dreyfache geſtiegen, und daß es daſelbſt ſchon Beyſpiele von ſolchen Pachtern giebt, die ſich blos durch Landwirthſchaft ein Ver⸗ moͤgen von 60⸗ bis 80000 Pfund erworben. Ihr nuüs aber unſer Syſtem nebſt den Gruͤn⸗ den und Erfahrungen, worauf es beruhet, erſt in ſeinem ganzen Zuſammenhange kennen lernen, ehe —— d Sa wornfägl faugen gleih g Porke, llaih ſa kummen. ir Kor ſtöxhw Aarauf allen ſten a wchs heit be nöͤgend Fuuchn wid de dderi d e goden e⸗ moſpßre t iiberflj nutzlicer fhſ nach⸗ g zache leſ ubir unſer dunbenugt iin Arbeit nd: ſo Sbrier, 1 Land⸗ mxenn ſt R ingungen , bni⸗ R eye dnd Arne nict tein Hir Ptt it6 verklu⸗ egefihr c, und— atachtern 52 We⸗ m. Gein⸗ pett in den, ehe ihr daruͤber urtheilen koͤnnet. Folgendes iſt ſeine Grundlage: Es iſt eine von den Gegnern anerkannte Wahr⸗ heit, daß die Getreidearten, das heißt, alle gras⸗ artige oder halmtragende, nach voͤlliger Reifung des Saamens abzuerndtende Gewaͤchſe, den Boden vorzuͤglich erſchoͤpfen. Ihre feinen Faſerwurzeln ſaugen den Boden aus, und verſchließen ihn zu⸗ gleich gegen die Einwirkung der Luft durch die feſte Borke, welche ſie auf der Oberflaͤche bilden. Zu⸗ gleich laſſen ſie das Unkraut leicht unter ſich auf⸗ kommen. Je ſchwerer, mehl⸗ und nahrungsreicher ihr Korn iſt, deſto mehr erſchoͤpfen ſie. Dieſe Er⸗ ſchoͤpfung iſt um ſo groͤßer, je laͤnger die Gewaͤchſe darauf ſtehen, ehe ſie zur Reife kommen. Unter allen zehrt daher der Weitzen das Land am ſtaͤrk⸗ ſten aus. Es hat ferner keinen Zweifel, daß jedes Ge⸗ waͤchs einige mehr eigenthuͤmliche Partikeln, oder wenigſtens ein ſehr verſchiedenes Verhaͤltniß der Ur⸗ ſtoffe zu ſeiner Vegetation erfordert; daß daher der Boden, der eine Art nicht mehr zur Vollkommen⸗ heit bringen kann, eine andere noch zu tragen ver⸗ moͤgend iſt. Je naͤher die auf einander folgenden Fruchtarten mit einander verwandt ſind, deſto eher wird der Boden entkraͤftet. Je ungleichartiger ſie aber ihrer Natur nach ſind, deſto laͤnger ertraͤgt das Land ihre Folge. Ferner weiß man nach zuverlaͤſſigen Verſuchen, daß die Pflanzen, ehe ſie Saamen anſetzen, einen — 238— großen Theil ihrer Nahrung aus der Luft ziehen, und ſelbige ſogar dem Erdboden zufuͤhren. Wenn aber der Saamen anſetzt, ſo hoͤrt dieſe Einſaugung auf, und die ganze Nahrung, beſonders diejenigen Theile, welche die mehlige Subſtanz bilden, wer⸗ den aller Wahrſcheinlichkeit nach aus der Erde ge⸗ zogen; daher erſchoͤpfen diejenigen Pflanzen, welche in ihrem gruͤnen und lebhaften Zuſtande, vor Bil⸗ dung des Saamens, abgeerndtet werden, den Bo⸗ den faſt gar nicht. Haſſenfraz fand, daß die Pflanzen in bloßer Erde und Waſſer ſich bis zur Bluͤthe ausbildeten. Aber ohne Duͤnger oder Koh⸗ lenſtoff im Boden anzutreffen, ſetzten ſie keinen Saamen an. Sehr natuͤrlich! da der Saamen einen uͤberwiegenden Antheil Kohlenſtoff enthaͤlt. Hierauf beruhet alſo der Grundſatz, daß man niemals zwey, noch weniger mehrere Jahre hinter einander, eigentliche Kornarten, am wenigſten die⸗ ſelben Kornarten, bauen muͤſſe. Je groͤßer die Zwiſchenzeit iſt, nach welcher dieſelbe Art wieder kommt, deſto beſſer wird ſie gerathen. Da indeſſen alle zu reifem Saamen kommende Gewaͤchſe den Boden erſchoͤpfen, ſo bleibt er um deſto laͤnger in Kraft, je oͤfter eine gruͤn abzuerndtende Frucht da⸗ zwiſchen kommt. Wird dieſe Frucht nicht davon gefahren, ſondern vom Vieh auf dem Lande ver⸗ zehret, und der daraus erfolgende Duͤnger, ehe er verwittert, und einen wichtigen Theil ſeiner be⸗ fruchtenden Principien verliert, untergepfluͤget: ſo wid trſiſ 2 ſie nue Nac e, nſaugung hjijenigen ſen, wer⸗ Erde gee ünn, nalt d wor Bi⸗ t den B⸗ deß he ls zar nter Koh⸗ 7 fenen 4 Suwer ahnthäl. dch na iee hun iſten die⸗ Puſet de dt wieder A nndeſen aiſe den ahger in ttt da⸗ davon — 239— wird die Fruchtbarkeit des Landes von Jahr zu Jahr erhoͤhet. Daher iſt es eine Hauptregel dieſes Syſtems, nie zwey Jahre hinter einander Korn, Weitzen, Rocken, Gerſte oder Hafer zu bauen, ſondern zwi⸗ ſchen dieſen grasartigen Fruͤchten wenigſtens eine Huͤlſenfrucht, oder, auf leichtem Boden, Buch⸗ weitzen zu ſaͤen. Weil aber auch dieſe gewoͤhnlich erſt in voller Reife abgeerndtet werden, ſo muß da⸗ zwiſchen noch oft eine gruͤne Erndte genommen wer⸗ den— abzufutternde Wicken, Klee, Ruͤben, Ca⸗ rotten, Kohl oder Kohlruͤben u. dgl. Le un Ferner muß, wenn die Drillwirthſchaft nicht uͤberhaupt eingefuͤhret iſt, doch die Pferde⸗ oder Handhacke, wo es nur moͤglich, gebraucht werden, um den Boden in beſtaͤndiger Lockerheit zu erhalten, und alles Unkraut zu vertilgen. Es erfordert allerdings Erfahrung und Ueber⸗ legung, den moͤglichſtbeſten Fruchtwechſel fuͤr jede Art des Bodens zu waͤhlen. Jene Hauptregeln muͤſſen allgemein beobachtet werden; aber es laſſen ſich doch mancherley Veraͤnderungen machen, die mehr oder minder zweckmaͤßig ſind. Auf ſehr ſtar⸗ kem Boden hat man eine beſtaͤndige Abwechſelung zwiſchen Bohnen und Weitzen ſehr bewaͤhrt gefun⸗ den. Die Bohnen werden aber in Reihen zwey Fuß aus einander geſaͤet, und mit der Pſerdehacke dreymal bearbeitet, dann die Reihen noch einmal — 240— mit der Handhacke oder durchs Ausziehen gereiniget. Bey dieſer Wirthſchaft hat man in Kent im Durch⸗ ſchnitt ao Buſh. Weitzen und 32 Buſh. Bohnen vom Acre. Folgende Fruchtfolge wird aber doch vor⸗ gezogen: . Kohl, behacket; Weitzen, einfaͤhrig; Weitzen. Auf nicht voͤllig ſo ſtarkem Boden waͤhlet man folgende Ordnung: 1. Bohnen; 2. Gerſte; 3. Klee; 4. Weitzen; 5. Erbſen; 6. Hafer; 7. Kartoffeln; 8§. Gerſte. 2. Gerſte; 3. Klee; 4. 5. Bohnen, behacket; 6. Mr Onley, ein ſehr beruͤhmter Landwirth und genauer Beobachter, hat ein Feld leichteren Bodens 21 Jahre nach einander ohne Duͤngung auf folgend Weiſe beſtellet: 1. Gerſte; 2. Klee; 3. Weitzen; 4. Turnips; 5. Hafer; 6. Bohnen; 7. Gerſte; 8. Erbſen; 9. Weitzen; 10. Wicken; I11. Gerſte; 12. Klee; 13. Weitzen; 14. Turnips; 15. Hafer; 16. Erb⸗ ſen.; 17. Weitzen; 18. Wicken; 19. Gerſte; 20. Bohnen; 21. Weitzen. Die Erbſen und Bohnen wurden aber in Reihen ge⸗ ſaͤet und behackt; die Turnips ebenfalls behackt. Und dieſe wurden, ſo wie die Wicken und der Klee, auf dem Felde verfuttert. Der Ertrag war im Durchſchnitt von Weitzen 23 Buſh., von Gerſte 36 Buſh., von Bohnen 24 Buſh., von Erbſen 24 Buſh. in h 7 jäh Aun Gcül Mr d mi 1.( 4 Ci 8. Al MA of Hun. ton der deielter dA ſtarke z Bu 48 A gedin Ertrag abſaul unter d Er thne ſe hen ägefat 3 gereiniget Fim Durc⸗ gnen tom 1 doch vor⸗ Alee, 4. Iuitt, 5. Kühlet man Weihen; Gerſte nLorch und chn Nahden Rüf folere Turnis; 61 † Ltiſa, 1e Ale, I b. Er⸗ 1 Belſe, 10 hen ge⸗ daßbehackt aner Klee, at war im anzerſte 36 4duſ von Hafer 32 Buſh. vom Acre. Den Klee ſchlaͤgt er jaͤhrlich, auf dem Felde verfuttert, zu 2 Pf. St., die Turnips eben ſo hoch, und die Wicken zu 30 Schill. an. Mr. Will. Hall in Kent bauet auf fettem Bo⸗ den mit ſehr großem Ertrage: 1. Canarienſaamen; 2. Bohnen; 3. Weitzen; 4. Erbſen; 5. Weitzen; 6. Bohnen; 7. Hafer; 8. Klee und Raygras, 2 Jahre. Maxwell, in ſeinem View of the agriculture of Huntington, p. 30, hat folgende Erfahrung von dem Ertrage eines Acre eines folgendermaßen beſtellten Feldes: 1. Rapſaat, mit Schafen abgehuͤtet; 2. Gerſte, 1 ½ Buſh. Einſaat, 48 Buſh. Ertrag; 3. Klee, 2 ſtarke Heuerndten; 4. Bohnen, 3 Buſh. Ausſaat, 56 Buſh. Ertrag; 5. Gerſte, 1 ⅞ Buſh. Ausſaat, 48 Buſh. Ertrag; 6. Napſaat, tief gepfluͤgt und geduͤngt; 7. Gerſte, 1 ½ Buſh. Ausſaat, 40 Buſh. Ertrag, weil ſie ſich lagerte und an manchen Stellen abfaulte; 8. Klee, eine ſchlechte Erndte, weil er unter der liegenden Gerſte verdorben war. Er tadelt hier die Duͤngung zu Nr. 6 ſehr; ohne ſie wuͤrde die Gerſte und der Klee beſſer ge⸗ rathen ſeyn. Ob die Rapſaat auf Nr. 6 wieder abgefuttert, iſt nicht bemerkt. Auf dem leichten ſandigen Boden der Grafſchaft (Norfolk, wo dieſes Syſtem hauptſaͤchlich herſtammt, und jetzt ganz allgemein angenommen iſt, hat man die beruͤhmte Turnips⸗Wirthſchaft, die auch unter dem Namen des Sechsfelder⸗Syſtems bekannt iſt, mit verſchiedenen Abwechſelungen. Die gewoͤhn⸗ lichſte und aͤlteſte Art iſt folgende: 1. Weitzen; 2. Gerſte; 3. Turnips; 4. Ger⸗ ſte, mit untergeſaͤetem Klee und Raygras; 5. Klee; 6. Gras, um Jacobi umgebrochen. Die aufgeklaͤr⸗ teren Landwirthe tadeln aber die beyden Kornſaaten Nr. I und 2 nach einander, und beſtellen folgen⸗ dermaßen: 1. Turnips; 2⸗ Gerſte; 3. Klee; 4. Weitzen; 3. Erbſen; 6. Gerſte oder Hafer. Oder: 1. Turnips; 2. Gerſte; 3. Klee; 4. Raygras⸗ Legde; 5. Weitzen; 6. Kartoffeln, Erbſen, Lein; 7· Getreide. — ſchaft Norfolk hat man nur 4 Felder: . Weitzen; 2. Turnips; 3. Gerſte; 4. Klee. In dem angraͤnzenden Suffolk, und jetzt auch ſchon in Norfolk, haben die Carotten die Turnips zum Theil verdraͤngt. Doch davon an einem an⸗ dern Orte. M Manche ſaͤen auch im Herbſte, nach zweymali gem Pfluͤgen, in das Weitzenfeld Winterwicken, die im May abgefuttert werden, und in die Stoppel Turnips. Um ſich von dem Nutzen dieſes Syſtems prak⸗ tiſch zu uͤberzeugen, oder um die beſte Fruchtfolge auf einem gegebenen Boden zu beſtimmen, hat man Auf dem ſtaͤrkeren und tieferen Boden der Graf⸗ haͤufig Verſuche, ungefaͤhr auf folgende Art, gemacht: p n Ei ewd mn. de diie n den der Turnipt dna diſn Nen vrfe dir 8 ekannt in⸗ 1 gewöhn⸗ 4. Ger⸗ 15 Klee; aufgektte Kornſaaten n folgen⸗ Vetzen; dafg. a, dn, 1e de rii 4 Ne t fi un unnhe an len h⸗ weymai⸗ an, die nd toydel es pea⸗ g dtfulge atnn nrenachn Man theilte ein ebenes Quadratfeld in etwa 12 Stuͤcke von Norden nach Suͤden ein, beſtellte jedes ungefaͤhr nach folgendem Schema. Das folgende Jahr pfluͤgte man die Stuͤcke von Oſten nach Weſten auf, und beſtellte ſie wieder mit den verſchiedenen Fruchtarten. rſtes Jahr 1.1. ll Fr Kee I Iir. Kle IIIII Broacdehe 1l1 11 Turnips 1 1 14 Bohnen 11iI Erbſen lIIII Ee Weitzen 1 11 3 1.1 Gerſte l Hafer Buchweihen 1 8 41 1. 1 1 11 53 3 8 8 ⁸ 5 /⁸ 3 5., E s. 3 9 2 Im zten Jahre wurden die Stuͤcke wieder von Norden nach Suͤden, im Aten von Oſten nach We⸗ ſten gelegt, und jedesmal mit verſchiedenen Fruͤch⸗ ten beſtellet. Verſuche dieſer Art ſind haͤufig in England, auch von Mouron*) bey Calais, aufs genaueſte angeſtellee. Man hat den Ertrag aller merkwuͤrdigen Quadrate gewogen und mit einander verglichen. Die Reſultate ſind allemal zum Vor⸗ theil dieſes Syſtems und zur Beſtaͤtigung obiger Principien ausgefallen. Man wird nach dieſen Vorausſetzungen einſehen koͤnnen, wie alle Zwecke der Braache, auch ohne ſie, durch dieſes Syſtem auf eine weniger koſtſpielige und vollkommnere Art erreicht werden koͤnnen. Wir wollen indeſſen die Gruͤnde der Braach⸗ vertheidiger noch einmal beſonders beantworten: 1. Die Sommerbraache erfuͤllt den Zweck, den feſten Klayboden zu zertheilen, in manchem Som⸗ mer nur unvollkommen. Wenn brennende Sonnen⸗ hitze ohne Regen die aufgeworfene Furche faſt zu Stein verhaͤrtet hat, ſo giebt es kein Mittel, ſie voͤllig zu zermalmen. Die verhaͤrteten Klumpen werden untergepfluͤget, und bleiben eine rohe Maſſe, die den feinen Wurzeln nur Widerſtand, keine Nah⸗ *) Young's Annalen des Ackerbaues, ar Th. S. 252 der Ueberſetzung. 1 run geſten Flan 3 undhar Phſtter dun ſet nor un 1 fih gej ſeiutd thte ve ochen neh d — 9 tem gber eöen Prui denn, fellan Fiie, ingeſ ſttt id ihn Et glbens tuf n bäche fote Adieder doh Nnach W Nien Frit⸗ häufig in dis, aufs ertag aleer git einander in zum Vor⸗ iiing ohige nn ainſehen pohneſſe, ege wed in. deer Buag⸗ . zezuet, de njen Sm⸗ n Sonnin⸗ Jtr füt u nittl, ſie lumyen aue Maſe, rine Nh⸗ — z. 6.254 — 245— rung giebt. Unter dem Schatten einer in Reihen geſaͤeten Bohnen⸗ oder dichten Wickenſaat bleibt der Klay aber muͤrbe. Bey jener kann die Pferde⸗ und Handhacke ihn zur feinſten Krume machen. Nach Abfutterung der gruͤnen Wicken findet man ihn aber von ſelbſt muͤrbe und zerfallen genug, wenn man nur unmittelbar den Pflug der Senſe folgen laͤßt. Iſt der Boden zu feucht, als daß man ihn fruͤh genug zu einer ſolchen Saat bearbeiten koͤnnte, ſo erfordert er freylich bedeckte Abzuͤge(under- drains), ohne welche ein ſolcher Boden doch nie zu ſichern und reichen Erndten zu bringen iſt. Doch hiedon an ei⸗ nem andern Orte. 2. Die Vertilgung des Unkrauts wird auf ſchwe⸗ rem Boden durch eben dieſe Cultur, auf leichterem aber hauptſaͤchlich durch den Ruͤben⸗ und Kleebau, eben ſo gut, und vielleicht beſſer, als durch die reine Braache bewiite 3. Die Erſchoͤpfung des Erdbodens zu verhin⸗ dern, iſt der Hauptgrund dieſer alternirenden Be⸗ ſtellungsart. Daß der Erdboden aber, wie ein Thier, von ſeiner Arbeit ausruhen muͤſſe, iſt ein Hirngeſpinnſt, welches ſich auf nichts gruͤndet. Man hat indeſſen den Verſuch verſchiedentlich angeſtellet, ein Stuͤck Landes einige Sommer nach einander ver⸗ gebens zu pfluͤgen oder zu braachen, hat aber dar⸗ auf nur eine ſehr mittelmaͤßige Erndte erhalten, welche doch, dieſer Theorie nach, ganz vorzuͤglich haͤtte ausfallen müſſen.. — 246— a. Ueber den Einfluß der Luft, der Gasarten und des Lichtſtoffes auf die Vegetation iſt im 4ten Capitel geredet. Es iſt ſehr wahrſcheinlich, daß das befruchtende Principium der Atmoſphaͤre im Schatten, und un⸗ ter dem Schutze gegen Wind, ſich weit beſſer mit⸗ theile oder der Erde erhalten werde, als wenn ſie den brennenden Sonnenſtrahlen und dem Winde frey ausgeſetzt iſt; angenommen, daß der Erdboden locker und offen erhalten werde. Dies geſchieht un⸗ ter einer dicht und rein ſtehenden Saat von Huͤlſen⸗ fruͤchten und Futterkraͤutern aus der Claſſe der Dia⸗ delphiſten. Unter dem Schatten dieſer Gewaͤchſe findet man den Boden, wenn er vom Unkraut rein iſt, immer locker und feucht, und es ſcheint unter ſelbigem eine beſtaͤndig fruchtbringende Gaͤhrung, wie man aus dem Geruche ſchließen muß, vorzugehen. Auch findet man die Vegetation nirgends lebhafter, als zwiſchen der Stoppel einer ſolchen, beſonders gruͤn abgemaͤheten Frucht. In wenigen Tagen iſt der Boden wieder ganz gruͤn, und es iſt daher die Regel, einen ſolchen Boden bald umzubrechen, wenn man ihn nicht mit Unkraut will uͤberzogen haben. Sind nur einige Keime von Quecken darin, ſo ſchlagen ſie gleich alle lange Wurzeln. Dies beweiſet dem minder raiſonnirenden Land⸗ wirthe ſchon genug, daß der Boden durch eine ſolche Frucht eher verbeſſert, als ausgezehret wird. Solche Saaten werden daher bey den Englaͤndern verbeſ⸗ —— 86 ezarten in amn udtende und un⸗ tiſe mi⸗ i venn ſe t Ninxe dd y johen M ißt Mh⸗ 40 Hülſen⸗ ſher da⸗ 3 zenäche Ii aant vin Titt uner Rung wi wehehn. A lebhafte, jeſonder 1Skagen ſ dußer de art, wentt a haben. gin, ſo 9n land⸗ zete ſolche ag Solce vebeſ — 247— ſernde(meliorating crops) genannt, im Gegen⸗ ſatze der erſchoͤpfenden(exhausting crops)*). Ebenfalls erfuͤllen dieſen Zweck diejenigen Ge⸗ waͤchſe, welche zu ihrem Bau den mehrmaligen Ge⸗ *) Man hat mich hier mißverſtanden, oder abſichtlich mißverſtehen wollen, und hat geſagt, daß eine jede Frucht, die vom Acker genommen wuͤrde, erſchoͤpfend ſey. An ſich gebe ich das zu. Aber der Englaͤnder entfuͤhrt manche Frucht dem Acker nicht, ſondern laͤßt ſie vom Viehe darauf verzehren, und pfluͤgt ihre Ueber⸗ bleibſel mit dem Miſte wieder unter. Wir thun das in der Regel nicht, ſondern verfuttern dieſe Fruͤchte auf dem Hofe, und der aus dieſen Fruͤchten gewonnene Miſt kommt nicht gerade wieder auf den Fleck, wo jene gewachſen waren. Wenn wir aber auf das Ganze der Wirthſchaft ſehen, ſo iſt das einerley, und wir koͤnnen auch bey unſerer Methode alle die Fruͤchte ver⸗ beſſernd, bereichernd in Hinſicht auf unſre ganze Acker⸗ flur nennen, die wir lediglich zur Verfutterung bauen. Auſſerdem aber verbeſſert eine Frucht den Acker relativ fuͤr eine andere, wenn ſie ihn gleich poſitiv erſchoͤpfen mag. Nach dem Klee waͤchſt das Getreide beſſer, als in der Getreideſtoppel, geraͤth um ſo vorzuͤglicher, je ſtaͤrker der Kleeſchnitt war, den man davon gefuͤhrt hatte. Nach Moͤhren geraͤth die Gerſte ſchlecht, die Erbſe aber ſehr gut, und in dieſer Erbsſtoppel bauet man wieder gute Gerſte.(Ann. des Ackerbaues 1. B. S. 205.) Weitzen auf Weiten geraͤth ſchlecht, wenn man gleich friſch dazu duͤnget; kommen Bohnen da⸗ zwiſchen, ſo kann, wie die alte Erfahrung in Kent lehrt, ein Jahr ums andere Weitzen immerfort ge⸗ bauet werden. brauch der Hacke und die Auflockerung des Bodens verlangen, hernach aber den Boden mit ihren Blaͤt⸗ tern dicht uͤberziehen. 5. Der Braachwirthſchaft muß es allemal an Duͤnger fehlen; die unſrige hat ihn reichlich. Denn es werden in 6 Jahren wenigſtens zweymal ſolche Früchte gebauet, die hauptſaͤchlich fuͤr das Maſt⸗ und Milchvieh beſtimmt ſind, und die jeder gute Wirth auf dieſe Art benutzet. Dagegen ergiebt die Braach⸗ wirthſchaft in dieſen zwey Jahren nichts, als etliche armſelige Halme fuͤr die Schaafe, deren Duͤnger, inſofern er hieraus erfolgt, gar in keinen Anſchlag zu bringen iſt. Haͤtten wir nicht mehrern Duͤnger wie die Braacher, ſo wuͤrde unſer Land doch, wie aus dem Vorhergehenden erhellet, in beſſerer Kraft bleiben. Da wir dieſen aber im Ueberfluß machen koͤnnen, ſo folgt natuͤrlich, daß unſer Land mit je⸗ dem Umlaufe merklich an Fruchtbarkeit und Werthe zunehme, ſtatt daß bey der Braachwirthſchaft, der allgemeinen Klage nach, der Boden ſich immer mehr erſchoͤpft. 6. Die Angabe der Braachvertheidiger, daß un⸗ ſer Feldſyſtem mehr Geſpann erfordere, weil ſich die Arbeit zu gewiſſen Zeiten vervielfaͤltige, und daß zu andern Zeiten das Geſpann muͤßig ſtehe, iſt durch⸗ aus falſch, und kann nur auf einem Mangel an Kenntniß von unſerer Wirthſchaft beruhen. Die Beſtellung derjenigen Fruͤchte, welche wir ſtatt der Braache bauen, erfordert keinesweges mehr Geſpann⸗ beitung tn inüefer ſtbeit der En n de forde de, gar fürd nen, fahre Badems den Blät⸗ dnul an ile Denn 9 gal ſolche atuſt ud a ee Vi i Draach⸗ 4 etliche nhüͤnger, unnnſchag undinge 8, we a a Kuii i nrten 2 ni j⸗ is Werte th as uer en araß Un⸗ an ſich die d daß 13 durch⸗ Ehgel an 130 dih aatt der ſoann⸗ 5 r —— arbeit, als eine gehoͤrig behandelte Braache. Und dieſe Arbeit faͤllt in eine eben ſo bequeme Zeit, als die Braacharbeit. Auf ſchwerem Boden, wo der Bohnen⸗ und Kohlbau zu Hauſe gehoͤrt, wird zu erſterm nur einmal gepfluͤget, zu derſelben Zeit, wenn die Braache umgebrochen wird. Die Bear⸗ beitung der in Reihen geſaͤeten Bohnen faͤllt in die Zeit nach der Fruͤhjahrsbeſtellung, und verhaͤlt ſich, inſofern ſie mit Geſpann geſchiehet, zur Braach⸗ arbeit, wie 1 zu 2. Die Bohnenſtoppel muß nach der Erndte ſo rein und muͤrbe ſeyn, daß der Weitzen in die erſte Furche geſaͤet werden kann. Der Kohl erfordert hoͤchſtens ſo viele Pflugarten, wie die Braa⸗ che, und zu bequemer Zeit. Der Klee erfordert gar keine Arbeit, und ſeine Stoppel nur eine Furche fuͤr den Weitzen. Der Duͤnger wird zu den Boh⸗ nen, wenn man ihn geben will, im Winter aufge⸗ fahren, und zu dem Kohle Anfangs Junii. — doch von dieſer werden wir im T4ten Denanf re⸗ reden, und der Leſer wird dann von ſelbſt einſehen, wie bequem die Arbeiten auf emander folgen. Daß aber dieſe Wirthſchaft mehr Handarbeit und Tageloͤhner erfordere, hat keinen Zweifel. Wo Mangel an Menſchen iſt, in einem Lande, wie Meklenburg, da iſt ſie freylich nicht auszufuͤhren. Sonſt bezahlt ſie die Auslagen, wenn das Tage⸗ lohn auch noch ſo hoch iſt, mit reichlichen Zinſen. Und wer nicht ſo viel in der Caſſe hat, um dieſe — 250— Auslage machen zu kannen, wird immer ein arm⸗ ſeliger Wirth bleiben. Auſſer Reichard haben teutſche landwirth⸗ ſchaftliche Schriftſteller wenig Ruͤckſicht auf einen zweckmaͤßigen Umlauf der Saaten genommen, ob⸗ gleich der große Nutzen derſelben von Landwirthen oft beobachtet iſt. Unter den Berichten, welche K. Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft aus dem Churbraun⸗ ſchweig⸗Luͤneburgiſchen Lande erhalten, befindet ſich einer vom Herrn Buͤrgermeiſter Hauptmann uͤber den Zuſtand des Ackerbaues bey der Stadt Elbin⸗ gerode am Harze. Nachdem er Landpacht, Duͤn⸗ ger und Beſtellungskoſten berechnet, zeigt der Ver⸗ faſſer, daß beym Ackerbau wenig Vortheil heraus⸗ komme, ſetzt aber hinzu:„Inzwiſchen ſtehet dieſer „Satz auf dem Punkte, widerruflich zu werden, „nachdem der Ackermann J. A. Hartmann durch „mehrjaͤhrige Verſuche dargethan hat, daß ein Acker „zehnmal tragen kann. Die Nothwendigkeit war „auch hier ſeine Lehrmeiſterin. Es fehlte ihm an „Duͤnger; gleichwol verlangte die Ordnung ſeiner „Oeconomie noch die Beſtellung eines Stuͤcks mit „Winterrocken. Er pfluͤgt daher ein Braachſtuͤck, „das bereits ſechsmal getragen hat, viermal; egget „es ſorgfaltig, und beſtellet ſolches mit Winter⸗ „rocken. Die Erndte hievon hat im Sten „Jahre 13 Schock 1 Mandel betragen, und der „Ausdruſch, à Schock 8 Himten l(uͤberhaupt alſo „106 Himten), macht auf den Morgen 35 Him⸗ „ten. Im gten Jahre hat er dieſen Acker mit „ Mau umi nfihen „hiſe o w „duA abh drfelbſ kn ode 6 linſe Ma Nelle d al Schr gegen etn ein aem⸗ ünduitt⸗ uf einen ngen, db⸗ duithen trelche K. urbraun⸗ iidtt ſih ninn uͤben aniE bin⸗ uc, Dͤn⸗ viher Ver⸗ in heraus⸗ tther dieſe A erden, te nn durch ein Aeer rSckei wer Is ihnn Gg ſeine ch mi g ahſtu antz egget uͤmbinter⸗ in Kten and der nat ali . 1 him⸗ gtr n „Mangkorn, im 1oten mit Wicken, und im I1ten „mit Hafer, mit dem beſten Erfolge beſtellet. Es „folgen nun jaͤhrlich mehrere Ackerleute nach. Sollte „dieſe Beſtellungsart im Ganzen ſich begruͤnden, „ſo wuͤrde der Gewinn auſſerordentlich ſeyn, da „der Ackermann nun Duͤnger fuͤr die Wieſen uͤbrig „behielte u. ſ. w.“ Der bisherige Fruchtwechſel daſelbſt war folgender: 1. Winter⸗Ruͤbſen; 2. Rok⸗ ken oder Weitzen; 3. Gerſte; 4. Erbſen; 5. Hafer; 6. Linſen; nun kommt hinzu: 7. Braache; 8. Rocken; 9. Mangkorn; 10. Wicken; I1. Hafer. Dieſe Ackerleute haben ſich alſo einen Fruchtwechſel aus⸗ gedacht, der in jedem Betrachte als muſterhaft auf⸗ geſtellt werden kann, und wodurch ſie allein die Schwierigkeiten, die der Landwirthſchaft dort ent⸗ gegenſtehen, uͤberwinden koͤnnen. Elftes Capitel. Die Norfolker Wirthſchaft). Unter allen, den engliſchen Provinzen eigenthuͤm⸗ lichen, und daſelbſt faſt allgemein eingefuͤhrten . *) Marſhalls ausfuͤhrliche Beſchreibung dieſer Wirth⸗ ſchaft haben wir nun durch den Grafen v. Podewils uͤberſetzt erhalten; aber, wie ich mehrmals bemerkt habe, nur in Anſehung der landuͤblichen Methode der — 252— Wirthſchaften iſt die Norfolker die, welche un⸗ ſre groͤßte Aufmerkſamkeit verdient. Durch ſie iſt ein duͤrrer, ſandiger, vormals wuͤſter, nur zu einer magern Schaaftrift und zum Caninchen⸗Berge be⸗ ſtimmter Strich Landes zu einer Eultur und Frucht⸗ barkeit gediehen, die faſt nirgends ihres Gleichen findet. Außer der ſehr großen Bevoͤlkerung des platten Landes ernaͤhret dieſe Grafſchaft 50,000 Ma⸗ nufakturiſten, und 6000 Seeleute, die auf die Fi⸗ ſcherei ausgehen. Die jaͤhrliche Kornausfuhr be⸗ rechnet Kent aus den Zollregiſtern, nachdem er die jaͤhrliche Einfuhr des Hafers und deſſen, was aus Suffolk durch die Norfolker Hafen weggehet, zu⸗ ruͤckgeſchlagen, auf 901,521 Pf. St. 9 Schill. Und an fetten Ochſen gingen im Jahr 1793 20594 Stuͤck nach Smithfield und Islington, und unge⸗ faͤhr 3000 Stuͤck nach St. Jives*). Wo in der Welt iſt ein Land, welches dieſem es gleich thaͤte? Nicht in ganz Norfolk wird jene eigentliche Norfolker Wirthſchaft getrieben. Der weſtliche Theil hat noch große Heiden, Moore und offene Schaaftriften. Indeſſen nehmen die Verkoppelun⸗ gen auch daſelbſt merklich zu. Der ſuͤdliche Theil, gemeinen Farmers, die ſich nun nach dem Beyſpiele der aufgeklaͤrteren ſeitdem auch ſehr verbeſſert haben ſoll. *) N. 121. Ann,. of agriculture, p. 34— 41. 8 de auf ¹ um,, if u Ru humü ſt nic ſeli demſel m ein kondon und n 1 nt hen, faſt Fen halte gena grißt V ſer g iihkeit ügt iſ rnte Sie Jſtig ſch 6 ſit eelche Un In zu einer terge be⸗ 1* Kuuche— ulechen lSeng de 8 00 M⸗ ¹ gf die F⸗ untühr he⸗ den er de KHas aus Bet, w N l. Vnd 28 Süt 1dmy⸗ iwr Ab fbät a entlche Sleſllche uofm iueldmn⸗ 1 — myſviel Nh hben 4! 8 der einen natuͤrlich fruchtbarern Boden hat, wird auf eine verſchiedene Art, mehrentheils in 4 Fel⸗ dern, cultiviret. Die wahre Norfolker Wirthſchaft 1 4 iſt in dem nordoͤſtlichen trockenen, ſandigen Theile zu Hauſe. Zuvoͤrderſt muͤſſen wir einige Eigen⸗ thuͤmlichkeiten dieſes Diſtricts bemerken. Das Clima iſt nichts weniger als guͤnſtig; Marſhall ſagt, es ſey kaͤlter als in andern Provinzen Englands unter demſelben 53ſten Grade, und der Fruͤhling komme um eine Woche bis zehn Tage ſpaͤter, wie in der Londoner Gegend. Das Land iſt uͤbrigens flach, und nur an dem Seeufer maleriſch⸗ſchoͤn. Faſt alles liegt in Koppeln, die nur klein und mit hohen Hecken, in welchen oft Baͤume aufſchie⸗ ßen, eingeſchloſſen ſind. Anderes Holz hat das Land faſt gar nicht. Dennoch ſiehet die Gegend in der Ferne aus, als waͤre ſie ein Wald. Der Boden iſt in dieſer Gegend ein etwas Lehm haltender Sand, ſehr flach; unter ſelbigem der ſo⸗ genannte Pan, und wenn dieſer durchgeſtochen wird, groͤßtentheils ein unergruͤndliches Sandmoor. Die⸗ ſer Pan iſt fuͤr die Norfolker von aͤußerſter Wich⸗ tigkeit, da es durch zuverlaͤſſige Erfahrungen beſtaͤ⸗ tigt iſt, daß der Acker auf lange Zeit alle Frucht⸗ barkeit verliert, wenn er heraufgepfluͤget worden. Sie ſchreiben ihm daher zum Theil eine beſondere giftige Eigenſchaft zu, wenn er mit der Erdkrume ſich vermiſchet. Es kann ſeyn, daß in dieſer Borke ſeit Jahrhunderten ſich eine Menge von Unkrauts⸗ ſaamen angehaͤuft, die feſt darin vergraben liegen, aber zum Keimen kommen, wenn ſie gelockert wird, und daß dadurch ihre Verbindung mit der Krume nachtheilig werde. Aber der eigentliche Schaden entſpringt daher, daß die Feuchtigkeit, wenn dieſe Borke zerſtoͤret iſt, ſich in den trockenen, einſaugen⸗ den Boden ſchnell verlieret, und eine duͤrre Ober⸗ flaͤche hinterlaͤßt. Dieſe Borke iſt hoͤchſt wahrſcheinlich nicht von Natur vorhanden, ſondern durch die lange Cultur und den immer gleichen Gang des Pfluges entſtan⸗ den. Durch das beſtaͤndige Reiben ſeines Unter⸗ theils und das Treten der Pferde ſind die auf der unteren Flaͤche der Krume niedergeſenkten, mehr bindenden Theile zu einer Art von Lehmdiele gebil⸗ det. Der aufgefahrne Thonmergel hat vermuthlich großen Antheil daran. Wie alles in Norfolk, ſcheint mir auch die⸗ ſer Umſtand die groͤßte Aufmerkſamkeit teutſcher Oeconomen in ſandigen Gegenden zu verdienen. Findet ſich eine ſolche Borke nicht auch bey uns, wo man immer ſehr eben und immer in derſelben Tiefe zu pfluͤgen gewohnt iſt? Oder vielmehr nicht da, mo man ſeit langer Zeit gemergelt hat? Denn Mergel iſt in Norfolk ſeit undenklichen Seiten gebraucht worden. 4 Wenn der Norfolker Boden der Natur faſt nichts, alles hingegen der Kunſt zu verdanken hat, 84 b V V poti tigki andu finmi den. ten ſo ſie um erbeite eſcti guthun. leren Anbe. ſondern Däce Tad nauie daß teiff. komm auf Shhl für u M deran knder föüte e At L S thn liegen, Vapfert witd, 11 Frume düajaden ann dieſe ⸗ hrſeugen⸗ 4 u Dier⸗ dihict bon an Cuttur dentſin. is Unter⸗ t tanf de dn. wahr terle gil mulih rdund die⸗ S teuxſce wiimmn dir nh, u ſelben uh licht 1 danklichen W fuſt unen het, Kinder ſo fruͤhe wie möglich zu benußen. Wenn — 255— ſo fraͤgt es ſich: woher die bewundernswuͤrdige Thaͤ⸗ tigkeit und wohlgeordnete Lebhaftigkeit des dortigen Landvolks ruͤhre? Denn dieſe hat, nach dem ein⸗ ſtimmigen Urtheil aller Beobachter, nicht ihres Glei⸗ chen. Nirgends kann man mit ſo wenigen Arbei⸗ tern ſo viel ausrichten, wie dort. Selbſt wenn ſie um Tagelohn, was ſonſt nicht gewoͤhnlich iſt, arbeiten, ſetzen ſie eine Ehre darein, recht viel zu beſchicken, und Einer ſucht es dem Andern zuvor⸗ zuthun. Nie ſieht man ein Spann mit einem leeren Wagen dort im Schritt, ſondern immer im Trabe. Niee ſetzt ſich ein Knecht darauf nieder, ſondern ſteht immer mit einem ſtolzen, muthigen Blicke auf ſeinen Beinen, oder laͤuft im vollen Trabe beyher. Alle Arbeiten gehen mit einer Ge⸗ nauigkeit und Puͤnktlichkeit im Zeithalten vor ſich, daß man nie Einen auf den Andern wartend an⸗ trifft. Wenn ein Wagen mit Miſt abfaͤhrt, ſo kommt der zweyte auf den Hof, indeß der dritte auf dem Felde abwirft; und ſo geht es in allem, Schlag auf Schlag. Die gewoͤhnliche Tagarbeit fuͤr zwey Pferde und einen Kerl iſt: zwey Aeres zu pfluͤgen. Ochſen werden zur Arbeit gar nicht gebraucht. Bewirkt dies das Clima, oder die be⸗ V ſondere Race von Menſchen, oder vielmehr die fruͤhe Uebung und das Beyſpiel, welche ſie ſchon halz Kinder erhalten? Weil es dort Arbeiten aller Art im Ueberfluß giebt, ſo ſucht man ſchon die der Junge die Hacke heben kann, ſo arbeitet er —— — 256— neben ſeinem Vater auf dem Turnipsacker. Faſt alle Arbeiten geſchehen im Verdinge; ſelbſt Miſt⸗ und Mergel⸗Aufladen wird fuderweiſe bezahlt. Dies ſetzt in Thaͤtigkeit, und macht ſchnelles Arbeiten zur Gewohnheit. Lebt und webt ein ſolcher Geiſt einmal durch ein Volk, ſo pflanzt er ſich durch Beyſpiel, vielleicht ſelbſt phyſiſch, fort. Ich komme auf die Wirthſchaft ſelbſt. Alles Land liegt zwar, der Regel nach, in ſechs Schlaͤ⸗ gen oder Feldern. Die Zahl der kleinen Koppeln, oder Kaͤmpe, iſt aber bey mittelmaͤßigen Farms vier⸗ oder fuͤnfmal ſo groß. Denn man haͤlt viel auf ſolche kleine Einhaͤgungen. Bey einem naſſen anhaltenden Boden wuͤrde dies ohne Zweifel ein großer Fehler ſeyn; bey dieſem lockern, ſandigen Boden aber iſt man uͤberzeugt, daß der Vortheil der vielen Hecken ihren Nachtheil ſehr uͤberwiegt. (Es iſt wenigſtens ausgemacht, daß ein ſolcher Bo⸗ den anfangs nur durch viele Hecken in Cultur und zu einiger Feſtigkeit zu bringen ſteht. Da hier uͤbrigens alles auf Betreibung des Ackerlandes mit Hofe gehoren, nicht in ſechs aufgehet, ſo behaͤlt Maſtvieh ankommt, ſo wird dies durch die vielen Abtheilungen ſehr beguͤnſtigt. Jede Gattung von Ochſen oder Schaafen bekommt nun das Ruͤben⸗ feld oder die Weide⸗Koppel, die man ihr nach der bezweckten ſchnelleren oder langſameren Maſtung beſtimmet. Ueberdas findet das Vieh Schutz gegen Sonnenſtrahlen und gegen rauhe Winde. Wenn die Zahl der Koppeln, die zu einem niſſe Auön Norfo men ſenhaf malg ander ſeinen antem on al aand ſh a. F Jgſt Mie tellt. Die aNäteien i er Geſt 1S ich ducch 80 . Ales A Seli⸗ V nndoppel„ e Farns nnilt die n nuſſn K ff en er ſandigen d Arttel evii the h Jtt m da ha ahe ni oleen adelj bvon Fatlüben⸗ ch der waſtung 68 gege T ausz einem 4 hehit — 257— man die uͤbrigen in Ruͤckhalt, wenn man einmal gezwungen wuͤrde, bey den andern eine Veraͤnde⸗ rung in dem regulaͤren Fruchtwechſel zu machen, und beſtellt ſie ſonſt mit Wicken, Erbſen, Buch⸗ weitzen oder Kartoffeln. Die Folge der Fruͤchte: I. Ruͤben, 2. Gerſte, 3. Klee, 4. Raygras⸗Legde, 5. Weitzen, 6. Gerſte, muͤſſen wir, einige in den neuern Zeiten gemachte Ausnahmen ungerechnet, als das Weſentliche der Norfolker Wirthſchaft betrachten. Werden Ausnah⸗ men gemacht, ſo beobachtet man doch aufs Gewiſ⸗ ſenhafteſte den Grundſatz, in ſechs Jahren nur drey⸗ mal Korn, und nie mehr⸗ als zweymal hinter ein⸗ ander zu bauen. Sollte etwa ein Farmer, der ſeinen Hof verlaſſen wollte, es verſtohlner Weiſe unternehmen, oͤfter Korn zu bauen, ſo wuͤrde er voon allen ſeinen Mitbruͤdern als der niedertrachtigſte und ſchaͤndlichſte Menſch verſchrieen, und aus aller⸗ geſellſchaftlichen Verbindung ausgeſtoßen werden. Der Bau der Ruͤben wird im folgenden Ca⸗ pitel ausfuͤhrlicher beſchrieben werden; ich verweile nur bey einem Umſtande, den man in Norfolk vor⸗ zuͤglich beobachtet hat. I. R — 258— Einige ſehr nachdenkende und genau beobach⸗ tende Norfolker Farmers geben zu, daß man mit den Ruͤben in der Maſtung ungleich weiter reiche, und die Koſten uͤberfluͤſſig bezahlt erhalte, wenn man ſie auf dem Hofe verfuttere; daß man auch das Land gewiß um den Miſt nicht betruͤge, wenn man ſolchen im beſten Zeitpuncete ſeiner Vermode⸗ rung wieder auffahren laſſe; ſie bleiben aber den⸗ noch bey der alten Weiſe, ſolche wenigſtens groͤßten⸗ theils auf dem Lande ſelbſt zu verfuttern, und berufen ſich auf ihre Erfahrung und angeſtel⸗ leten Verſuche, wonach ſie es beſſer gefunden. Siee ſchreiben naͤmlich dem Viehlager, welches ſie mit dem eigenthuͤmlichen Provinzial⸗Namen Teathe belegen, auf dem gelockerten Ruͤbenfelde eine ganz beſondre fruchtbarmachende Eigenſchaft zu, die durch nichts erſetzt werden koͤnne. Nicht bloß der Miſt und Urin, auch nicht bloß der Tritt des Viehes ſey es; denn dieſem koͤnne durch Duͤngung, durch Walzen, nachgeholfen werden: ſondern die Aus⸗ duͤnſtung und der Odem des Viehes muͤſſe einen vorzuͤglichen Antheil haben. Je fetter das Vieh, deſto fruchtbringender ſey es; mehrere magere Stuͤcke, am Gewichte einer geringern Anzahl von fetten uͤberlegen, thun nicht daſſelbe. Es habe dies Ein⸗ fluß auf alle folgende Erndten. In der That eine merkwuͤrdige Beobachtung! Ihre Erklaͤrung ſcheint mir keinesweges außer den Graͤnzen unſerer phyſi⸗ caliſchen Theorie zu liegen; doch uͤberlaſſe ich es meinen Leſern, hiervon ſelbſt die Anwendung zu machen. dan beobe d man ni al er reiche, nh, wenn ſas an auc he, wenn V At Permode Sdaber der Ai grüßten mhtttern, tmgeſtel⸗ Ffunden. 1Kides ſe 1n TLeathe z „ 1 „ — 4 Aeie an . 1 der W 8 Daes zerug, duc 1ndie Aur⸗ ttſſe enn n ECt ni, nat eine ung ſceint im. ihyſ⸗ 13 ich es anyung zu Auf die Ruͤben folgt Gerſte. Dieſe Korn⸗ art iſt dem Boden ſo vorzuͤglich angemeſſen, daß ſie in jedem Umlaufe zweymal kommt, denn ſie giebt die eintraͤglichſte und faſt nie fehlſchlagende Erndte. Man pfluͤgt das Ruͤbenland dreymal dazu. Wenn es vor Winter geſchehen kann, ſo wird mit einer ſtehenbleibenden Furche geſtrecket. Im Fruͤhjahre wird ganz umgebrochen, das erſtemal aber immer flach, das zweytemal zur vollen Tiefe; das drittemal wird die Gerſte flach untergepfluͤget. Wenn zwiſchen dieſen drey Pflugarten auch nur eine Woche Zeit iſt, ſo werden ſie von guten Wirthen doch nicht unterlaſſen. Dies ſcheint wi⸗ derſinnig, da ein ſo bald wiederholtes Pfluͤgen auf das Unkraut keine Wirkung haben kann, und zu⸗ mal bey dem loſen Boden, der in der austrocknen⸗ den Fruͤhjahrszeit ſeine Feuchtigkeit dadurch verliert. Allein wir muͤſſen hierin der Einſicht der Norfolker Farmers trauen, die ſich auf den Gerſtenbau ſo vorrzuͤglich verſtehen, und behaupten: das Land koͤnne fuͤr die zarten Wurzeln der Gerſte nicht locker genug ſeyn. Bey Stoppel⸗Gerſte haͤlt man es fuͤr ſo nothwendig nicht, da das Land durch Verrottung derſelben ſchon locker iſt; doch aber allemal fuͤr beſſer. Die Saatzeit richtet ſich gewoͤhnlich, und ſeit alter Zeit, nach dem Ausbrechen der Eiche. Der Acker wird mit Egge und Walze eben gemacht, R 2 . — 260— dann beſaͤet und untergepfluͤget. Jeder gute Wirth laͤßt ſeine Gerſte jaͤten, welches, je nachdem ſie un⸗ rein iſt, fuͤnf bis acht Schill. der Acre koſtet. Der Klee, faſt immer mit Raygras vermiſcht, wird nicht unmittelbar nach der Gerſte, ſondern in der Zwiſchenzeit der Saat und des Auflaufens, ge⸗ ſaͤet und loſe eingeegget. Warum nicht gleich in das lockere feuchte Land, nach der Gerſte? Ver⸗ muthlich, damit er nicht zu fruͤh laufe, und die zarten Keime bey eintretender Duͤrre wieder ver⸗ trocknen, was nicht zu beſorgen ſtehet, wenn der Saamen liegt, bis wieder naſſe Witterung ein⸗ tritt. Nach der Gerſten⸗Erndte verſchont man ihn ſorgfaͤltig mit Schaafen; Rindvieh laͤßt man aber darauf. Das Kleefeld des dritten Jahrs wird entwe⸗ der zweymal zu Heu gemaͤhet, oder haͤufiger nur einmal, und zum zweytenmale abgehuͤtet, oder gar, was doch ſelten geſchiehet, blos als Pferde⸗ und Rindvieh⸗Weide benutzet. Dann werden die Thiere geteddert(tedder'd— welch eine Aehnlichkeit zwi⸗ ſchen den meiſten engliſchen Ackerbau⸗Ausdruͤcken mit den teutſchen gewiſſer Provinzen!). Man hat in Norfolk dieſelbe unangenehme Erfahrung gemacht, wie in Meklenburg, daß das Land des rothen Klees muͤde werde, wenn er ſelbſt in dieſem ſechsjaͤhrigen Umlaufe ſchon oft darauf ſgebe des tr dl nnüt (ito egrui tin 9 halme gras ] nder tend. ſern greif Scht ten- tüct für! Grcſ tinen ſche an die 6 m — 261— 1 te Vi gebauet worden. Er laͤuft ſehr gut; wenn aber 6 ſe 6 die Zeit kommt, wo er ſich beſtauden ſoll, ſo gehet 1 er aus. Daher hat man ſich auf einigen Aeckern aurmniſht genoͤthiget geſehen, andere Kleearten, den weiſſen xm n(trifolium repens) und den gelben(trifolium uhm, g. agrarium), darunter zu ſaͤen. tirlechn Nie haͤlt ſich der Klee in Norfolk laͤnger als in W. ein Jahr. Im zweyten ſiehet man kaum einzelne and e Halme mehr davon. Dann aber hat das Ray⸗ at ver⸗ gras das Land voͤllig uͤberzogen. tan dr Man hat uͤber dieſes bey den Englaͤndern, be⸗ anth en⸗ ſonders den Norfolkern, ſo beliebte Gras in Teutſch⸗ land genug geſpottet, es beynahe unter den Graͤ⸗ umann igh ſern fuͤr das allerſchlechteſte erklaͤrt, und nicht be⸗ dn at greifen koͤnnen, wie die Englaͤnder mit einem Schnitte dieſes Graſes— denn mehr giebt es ſel— ten— zufrieden ſeyn koͤnnen. Um ſchoͤne Raſen⸗ d an atn⸗ ſtuͤcke in den Parks zu machen, moͤge es gut ſeyn; 4 1e m fuͤr den Landwirth ſey es ein Unkraut, was beſſern tder m. Graͤſern den Platz raube. Ja man hat es faſt als em. einen Beweis der Unwiſſenheit und Vorurtheile eng⸗ 1 ſir liſcher Landwirthe angefuͤhrt, daß ſie noch immer 1 aitt zn⸗ 8 an dieſem Graſe klebten. Andre haben gemeint, u Wrickn es muͤſſe der Wieſenhafer, Avena elatior, welches die Franzoſen Raygras nennen, oder eine andere nbtehne eeſſere Grasart, darunter verſtanden werden. Es iſt 1 1enns das aber nichts anderes, als das Lolium perenne. d ne ſebt Wer dieſes Gras zu dem Zwecke, wozu man ia darauf in Teutſchland gewoͤhnlich Futterkraͤuter erbauet, ——%& ‧ͤ — 262— auswaͤhlen wollte, der wuͤrde freylich ſehr thoͤrigt handeln. Seine Ei genſchaften ſind folgende: Es kommt ſehr fruͤh, und ſehr dicht hervor; es bleibt aber ſehr niedrig, und verdorret unten, wenn es nach Johannis in Halme gehet. Es iſt ungemein nahrhaft und ſuͤß, bringt aber wenig vor die Senſe. Wenn es ſeinen Fruͤhjahrswuchs vollendet, ſo ſchießt es kaum vor dem ſpaͤten Herbſt wieder aus. V Die Norfolker wollen von dieſem Graſe aber nichts weiter, als Weide fuͤr ihr Maſtvieh, vom ſerſten Fruͤhjahre an bis zu Ende Junii, haben. In dieſer Abſicht finden ſie nun nichts, was dem Raygraſe gleich komme. Je ſtaͤrker es niedergehalten wird, deſto dichter ſproſſet es hervor. Und dabey finden ſie, daß es an Nahrhaftigkeit alle andere Futtergewaͤchſe uͤbertrifft, und daß das Maſtvieh bey keinem ſo ſchnell vorwaͤrts kommt. Bald nach Johannis aber, wenn der einmal b zemißin⸗ Klee wieder zu gruͤnen anfaͤngt, wird das 1 Maſtvieh darauf gebracht, und nun dieſe zweyjaͤh⸗ rige Legde flach umgepfluͤgt, oder auch nur geſtrecket. So liegt das Land, bis die Haupterndte⸗Geſchaͤfte beendigt ſind; dann wird es zur vollen Tiefe in die OQuer gepfluͤget. Hierauf wird der kurze Duͤnger gebracht, und ſolcher unmittelbar darauf ſehr flach untergepfluͤget. Dieſer dritten Pflugart ſchreibt man einen großen Nutzen zu, das Land voͤllig muͤrbe zu machen. In dieſem Zuſtande bleibt es bis zur Saatzeit liegen, wo es geegget, gewalzet, Ni thöri be: Es den bleibt penn es emein Senſe. po ſohieg m Nſ cher doß wom aben. 1 p den uä habten 1Nf de anee Gh by enmi id w Jdrujjij nackt. ſchifte usn de V münger är fach mhralt an uüllg leit 66 wilzä, — 263— dann mit Weitzen beſaͤet und dieſer nun in ſechs⸗ bis zehnfurchige Beete untergepfluͤget wird. Dies geſchiehet in Norfolk faſt nie vor Ende Octobers, und man faͤhrt damit bis im December fort. Der Weitzen wird, ſo wie die Gerſte, ge⸗ jaͤtet. Auf die Weitzen⸗Stoppel bringt man ſehr gern wieder Maſtvieh, um das Land die Wohlthat des Viehlagers genießen zu laſſen, und faͤhrt ihnen Ruͤben zu, um ſie darauf zu verzehren. Man bricht dann die Stoppel zur Gerſte um, und behandelt ſie ungefaͤhr eben ſo, wie nach den Ruͤben. Wir muͤſſen jetzt noch Einiges uͤber die Behand⸗ lung ihres Viehſtapels bemerken. Vormals, ſcheint es mir, hielt man in Nor⸗ folk mehr auf Schaafe; jedoch gab man ſich in dem cultivirteren Diſtricte nicht mit Aufzucht der⸗ ſelben, ſondern nur mit der Maſtung ab. Man kaufte naͤmlich die Schaafe gegen das dritte Jahr aus dem wuͤſteren weſtlichen Diſtriete, auch auſſer⸗ halb der Provinz nordwaͤrts auf, trieb ſie auf die Raygras⸗ und Klee⸗Legde, und vollendete ſie auf den Ruͤbenfeldern. Marſhall ſagt aber, die Schaafe haͤtten ſich faſt ganz verloren, und man ſaͤhe hoͤchſt ſelten eine erhebliche Heerde in den Koppeln. Die Urſache, warum man in Norfolk — 264— von dieſer, in anderen Gegenden Englands ſo vor⸗ theilhaften Schaafwirthſchaft abgegangen, ſcheint mir hauptſaͤchlich in der ſchlechten Gattung von Schaafen zu liegen, welche hier, von der roheren CEultur her, einheimiſch war. Eine beſſere Zuzucht ſelbſt zu befoͤrdern, war den wirthſchaftlichen Ver⸗ haͤltniſſen der Norfolker Farmers wol nicht ange⸗ meſſen. Jetzt werden hoͤchſtens nur Schaafe gehal⸗ ten, um den Ochſen auf der Weide zu folgen, und ihre Ueberbleibſel zu verzehren. Aus Kuͤhen macht man ſich ſehr wenig, we⸗ nigſtens in Anſehung der Molkerey. Sie werden faſt allein zur Zuzucht gehalten, und da laͤßt man das Kalb mit der Mutter auf die Weide gehen, und nach Gefallen freſſen und ſaugen. Die Haupt⸗ ſache ſind die Maſtochſen. Ein Theil davon wird in der Provinz ſelbſt aufgezogen. Dieſes iſt eine kleine feinknochige, kurzbeinige, wohlgewoͤlbte, breit⸗ huͤftige, kleinkoͤpfige Art, die den, in England ſo hoch geſchaͤtzten, Vorzug hat, im dritten Jahre voll⸗ kommen fett zu werden, und deren Fleiſch in Lon⸗ don, wegen ſeiner Zartheit ſowol, als wegen der wenigen Knochen, vorzuͤglich im Preiſe ſtehet. Das mittlere Gewicht, was ſie erlangen, ſind 560— 600 Pfund. Ein großer Theil kommt aber mager aus Schottland, auch wol aus Lincoln⸗ und York⸗ ſhire. Das Vieh wird in drey Claſſen getheilt: Iſtens dasjenige, was in vollem Triebe ſtehet; 2tens 4 de, Sun ther ſeſe — tuf folger Nuyc finer wid; d Nerfe Me Lage Enr tur! leich gend tuͤrl Nurf lenau demd Fäeen. tt ſö td ſcheint niag von ad oheren 13 zazuch idin Ner⸗ t ahge⸗ mat ghal⸗ Ii, nd un, we⸗ dedden Wa al ochn, 8 hruxt 1„ ni ſoſt än ae, bri⸗ J lan She ul⸗ Nur lin mu der Des igo- nnnager uu Porf⸗ heilt: 99 ens — 265— das, wobey die Maſtung anfaͤngt; und 3tens das Zuzucht⸗Vieh. So wie die erſte Claſſe eine Gras⸗ oder Ruͤben⸗Koppel verlaͤßt, folgt die zweyte, und dieſer die dritte Claſſe nach. Man rechnet einen Acre Ruͤben gewoͤhnlich auf einen Maſtochſen, der dann aber ſeinem Nach⸗ folger, welcher erſt bey den Ruͤben anſetzen, beym Raygraſe aber vollendet werden ſoll, einen Theil hinterlaͤßt. Der Gewinnſt auf einen ſolchen Ochſen wird zu 5 Pf. St. im Durchſchnitte angeſchlagen. Dies ſind die Grundzuͤge der gewoͤhnlichen Norfolker Wirthſchaft, wodurch dieſer, unter der Mittelmaͤßigkeit ſtehende, jedoch mit reichem Mergel⸗ Lager begabte Boden, zu einer Cultur und zu einem Ertrage gebracht worden, die, wenige von der Na⸗ tur vorzuͤglich beguͤnſtigte Flecke ausgenommen, viel⸗ leicht in Europa nicht ihres Gleichen haben. Verdiente ſie daher nicht in verſchiedenen Ge⸗ genden Teutſchlands, die, in Anſehung ihrer na⸗ tuͤrlichen Beſchaffenheit und Verhaͤltniſſe, mit Norfolk ſehr viel aͤhnliches haben, eine moͤglichſt genaue Nachahmung? Ich werde mich daruͤber in dem Nachtrage zu dieſem Capitel ausfuͤhrlicher er⸗ klaͤren. — 3 —— ——yyõõ——— n Zwoͤlftes Capitel. Der Ruͤbenbau. ui Viele teutſche landwirthſchaftliche Schriftſteller ha⸗ tin ben die Turnips der Englaͤnder fuͤr eine ganz be⸗ ſondere Art von Nuͤben gehalten. Der eine hat m geglaubt, es ſeyen unſere Kohl⸗ oder Steckruͤben; V der andere, die Runkelruͤbe oder Mangoldwurzeln. 4 Allein Turnip heißt Ruͤbe; und alles, was wir Teutſchen, beſonders Niederſachſen, unter dieſem Namen verſtehen, begreifen die Englaͤnder unter jenem. Die Steckruͤbe heißt bey ihnen turnip rooted cabbage, die Runkelruͤbe aber the scar- city root. Ein Franzoſe hat das teutſche Wort: 3 Mangoldwurzel, durch Racine de disette uͤber⸗ ſetzt, in der ſanguiniſchen Hoffnung, allem Mangel damit abhelfen zu koͤnnen. Die Englaͤnder haben den Sinn des franzoͤſiſchen Namens wieder in ihre Sprache uͤbertragen. Unter Turnip, ſchlechtweg, V verſtehen ſie unſere gewoͤhnliche Feldruͤbe(brassica rapa Linn.). Man weiß, daß dieſe mancherley Abartungen habe; die Hauptverſchiedenheiten ſind die lange und die runde zipollenfoͤrmige Art. Eine Mittelgattung zwiſchen dieſen beyden, die man auch —————?——— le⸗ t hat aS lden; anrann. Socs wi art diſen hr unr arturin e zeu. in Per. S2i' ltr a 1 5 d itweg nassica m cherley 11 ſind 9 Eihe apan auc — 267— in Teutſchland an manchen Orten antrifft, ſcheint die gewoͤhnlichſte in Norfolk zu ſeyn*). Mar⸗ ſhall fuͤhrt in ſeiner Beſchreibung des Ackerbaues von Norfolk vier Gattungen an. 1. Die gemeine weiße Ruͤbe, white loaf, white round, white rind genannt. 2. Die rothe. Dieſe iſt in ihrer Geſtalt der vorigen gleich, aber ihre Rinde iſt won dunkelpur⸗ purrother Farbe. Sie iſt gewoͤhnlich kleiner, aber von einer feſtern Conſiſtenz, wießijene. Sie haͤlt *) Nathaniel Kennt ſagt in ſeinem Berichte an den Board of Agriculture, der Ruͤbenbau ſey zuerſt durch den Lord Viſcount Townſend in Norfolk eingefuͤhrt worden. Dieſer habe die Ruͤben aus Hannover, wo er als Staatsſecretaͤr bey Georg dem Erſten geweſen, mit⸗ gebracht, und ſie ſeinen Paͤchtern empfohlen, indem er bemerket, daß ſein Boden mit dem Boden eines Theils des Churfuͤrſtenthums viel Gleiches habe. Kennt glaubte daher, man muͤſſe dieſen Bau im Hanndveri⸗ ſchen zu großer Vollkommenheit gebracht haben, er haͤtte daher Gelegenheit genommen, einen hanndͤveri⸗ ſchen Edelmann zu Windſor darum zu befragen, habe aber wol bemerkt, daß man dort nicht viel davon wiſſe, welches ihn ſehr in Verwunderung geſetzt, indem er nicht begreife, wie ein ſo wichtiger Artikel, wenn er einmal bekannt geweſen, wieder in Vergeſſenheit gera⸗ then, oder doch zu keiner groͤßern Vollkommenheit ge⸗ bracht werden koͤnne. Annals of agriculture, N. 121. P. 24. — 268— den Winter beſſer aus, und bleibt feſter und ſafti⸗ ger bis zum Fruͤhjahre. Doch ſcheint ſie das Vieh weniger zu lieben. 3. Die gruͤne Art; iſt eben ſo geſtaltet, nur die Rinde gruͤnlich. Sonſt iſt ſie der weiſſen gleich, wird aber von Manchen ihr vorgezogen. 4. Die wulſtige Art, pudding stock, auch Tankard turnip genannt. Dieſe unterſcheidet ſich ſehr, und ſcheint eine beſondere Art zu ſeyn. Sie ſtehet nicht flach auf oder unter dem Boden, ſon⸗ dern ſie tritt in eylinderiſcher Form acht bis zehn Zoll aus der Erde hervor. In Anſehung der Farbe und Conſiſtenz gleicht ſie der weiſſen. Um fruͤh geſaͤet und im Herbſte verfuttert zu werden, hat ſie große Vorzuͤge. Sie waͤchſt ſehr geſchwind, wird ſehr groß, und da ſie ſo aus der Erde her⸗ auswaͤchſt, kann ſie leichter aufgezogen werden. Sie darf aber zum Wintergebrauche nicht im Lande bleiben, indem ſie dem Froſte ſo ſehr ausgeſetzt iſt*). Sie erfordern einen ſandigen, oder wenigſtens mit Sand vermiſchten Boden. Auf einem ſchweren Klayboden gerathen ſie nicht leicht. Indeſſen kann *) Die ſchwediſche Ruͤbe, Rota-baga genannt, faͤngt nun an, dieſe waͤſſerigen Ruͤben in England ſehr zu verdraͤngen. Vergl. 3. B. S. 434. —,.,— ti Bath⸗ luem ſ 8 nt gro da de SAchua Heraud iher. Anderdo rivbernd dahnen don we her me licen ben. ihren dgun Klcyt beite engli Ind ſafte A Vie i 3, hur is gleih, V 69, duc A Se a it vin à g Prb ſcſ ¹en, ſc 1 öen an ſe⸗ anr ſtene u amoeren n hß kann — —— ang fängt aaſſch zu nudn te lnne aget 269 man ihn doch durch Mergel und durch vieles Auf⸗ lockern dazu geſchickt machen. Im 2ten Theile der Bath-society's papers ſtehet eine Nachricht von einem ſehr guten Oekonomen, F. Anderdon, der ſie mit großem Nutzen zwiſchen gedrillete Bohnen, nach⸗ dem dieſe etlichemal behacket worden, geſaͤet. Die Bohnen machten den Ruͤben nachher Platz. Die Herausgeber dieſer Schriften erregten Zweifel hier⸗ uͤber. Land, was zu Bohnen paſſend ſey, wie Hrn. Anderdons Land, koͤnne unmoͤglich eine reiche Tur⸗ nipserndte geben. Weißkohl ſchicke ſich zwiſchen Bohnen, in Reihen von drey Fuß, beſſer. Ander⸗ don vertheidigte ſich hiergegen, und es liefen nach⸗ her mehrere Schriften ein, die Nachrichten von aͤhn⸗ lichen, ſehr gluͤcklich eingeſchlagenen Verſuchen ga⸗ ben. Die Herausgeber nahmen alſo im 3ten Theile ihren Tadel zuruͤck, nachdem ſie genauere Erkun⸗ digungen eingezogen und ſich uͤberzeugt hatten, daß Klayboden, durch die Pferdehacke hinlaͤnglich bear⸗ beitet, ſchoͤne Ruͤbenerndten gebe. In den neueſten engliſchen Schriften finde ich, daß es ſehr gebraͤuch⸗ lich ſey, Ruͤben unter gedrillete Bohnen zu ſaͤen. Die Stoppel wird zu den Ruͤben gewoͤhnlich um Weihnachten aufgebrochen, und zwar nicht, nach dem in Norfolk ſonſt allgemeinen Gebrauche, zum erſtenmal ganz flach zu pfluͤgen, ſondern gleich zur vollen Tiefe, damit die volle Krume dem Ein⸗ fluſſe der Winterluft ausgeſetzt werde. Erlaubt es die Zeit, vor Winter zweymal zu pfluͤgen, ſo ge⸗ ſchieht es zum erſtenmale flach. Die zweite Furche — 240— im Fruͤhjahre wird nun nicht, wie ſonſt gewoͤhnlich, ins Kreuz gegeben, ſondern wieder in die Laͤnge, weil der Pflug, wegen der voͤlligen Tiefe der vori⸗ gen, keine Haltung haben wuͤrde. Man ſucht die⸗ ſen unangenehmen Umſtand wol dadurch zu heben, daß man Maſtochſen auf ein ſolches Feld treibt, und ſie Ruͤben von einem andern Felde darauf ver⸗ zehren laͤßt. Sie treten das Land wieder feſt, und erlauben die ſo wichtig gehaltene Kreuzfurche. So weit muͤſſen die Ruͤbenfelder vor der Zeit der Fruͤhjahrsſaat fertig ſeyn, waͤhrend welcher ſie dann ruhen. Sobald dieſe aber beendigt worden, iſt von der Mitte May bis Anfangs Julii, alles Geſpann mit Duͤngerwagen, Pfluge und Egge auf den Ruͤbenfeldern beſchaͤftiget. Sie erhalten nun die dritte Pflugart. Alsdann wird der kurze, mit Erde kvermiſchte Duͤnger aufgefahren, und dieſer wird viertens untergepfluͤgt, aber nur ſo flach, daß er, vermittelſt der Egge, innig mit der Erde verbun⸗ den werden koͤnne. Gewoͤhnlich kommen zehn bis funfzehn Fuder ſolches Compoſts auf einen Acre. Dann wird fuͤnftens zu gehoͤriger Zeit zur Saat gepfluͤgt. Man faͤngt mit der Saat gewoͤhnlich in der Mitte des Junius an, und faͤhrt bis zum achten Julius damit fort. Die erſte Saat iſt zum Herbſt⸗, die ſpaͤtere zum Wintergebrauch. Die ſpaͤter geſaͤe⸗ ten Ruͤben halten viel ſich beſſer durch den Winter; man wuͤrde alſo uͤberhaupt ſpaͤter ſaͤen, wenn man 1 u Grun von d dieſee if, ſ folen, T Egge einem htberoe drey pf eigeegg A, d Sdach ianfer dieſem nicht, giif, kanbe: 8 rüynlich ne Länge ger vor⸗ wollcht de⸗ itt heben, 8 vett 1 zauf ber 1 Wöſt, und n rar geit n au her ſee athrden, d un ale nnn nin i ni n u duſſ 1 do⸗ 1 3 Deethu⸗ 9 wareyh 6 M us Nr 3 Saut h. dänht der s ianzcten imoht⸗ us geie m inter; un nan A ngee uf — 271— von dem Aufkommen jeder Ausſaat ſicher waͤre. Da dieſe Saat aber ſo vielen Ungluͤcksfaͤllen ausgeſetzt iſt, ſo behaͤlt man Zeit, die Ausſaat zu wieder⸗ holen, falls die erſte, beſonders von der Erdfliege, zu Grunde gerichtet wuͤrde. Wenn die Saatfurche einmal leicht mit einer Egge uͤberzogen worden, ſo wird der Saame mit einem weiten hohen Wurfe, und unter zweymaligem Uebergehen des Feldes, ausgeworfen. Zwey bis drey Pfund auf den Acre. Der Saame wird dann eingeegget, und zwar auf die in Norfolk gewoͤhnliche Art, daß die Pferde einmal im Schritt auf einem Strich hinaufgehen, und im Trabe wieder herunter laufen. Da aber die engliſchen Eggen gewoͤhnlich vorwaͤrts gebogene Zacken haben, ſo werden ſie zu dieſem Behufe herumgekehrt, damit ſie den Saamen nicht zu tief vergraben. Wir kommen jetzt auf den wichtigſten Hand⸗ griff, auf das Behacken, und die dadurch zu bewir⸗ kende Vereinzelung und moͤglichſt gleich entfernte Ausſetzung der Ruͤben. Dieſe Arbeit iſt leichter zu verrichten als zu beſchreiben. Faſt kein guter Land⸗ wirth in England, und kein einziger Norfolker, un⸗ terlaͤßt ſie. Lieber wuͤrde er ſeinen Ruͤbenacker wie⸗ der umpfluͤgen, als mit dem ſchlechten Ertrage einer unbehackten Saat vorlieb nehmen, und nach ſo ſorgfaͤltiger Bearbeitung ſein Land wieder ver⸗ wildern laſſen. — 172— Zuvoͤrderſt kommt es ſehr darauf an, den rech⸗ ten Zeitpunkt des erſten Behackens zu treffen. Zu fruͤh:— dann werden die jungen Pflanzen, welche man ausſetzt, zu leicht mit Erde uͤberſchuͤttet, und in ihrer erſten Vegetation geſtoͤret. Zu ſpaͤt:— ſo draͤngen ſich die Ruͤben in die Hoͤhe, da ſie ihr Kraut flach an der Erde ausbreiten muͤſſen, wenn ſie recht ſtark werden ſollen, und man kann ſie dann einzeln nicht leicht mehr unterſcheiden. Wenn das Kraut ſich ungefaͤhr in der Groͤße einer flachen Hand ausgebreitet, ſagt Marſhall, ſo ſoll man be⸗ hacken. Sollte ſich indeſſen viel Unkraut zeigen, ſo muß man fruͤher daran gehen. Es kommt darauf an, daß die ganze Oberflaͤche des Bodens gelockert, alles Unkraut vertilgt, und die Pflanzen einzeln in gehoͤriger Entfernung ausge⸗ ſetzt werden. Dazu gehoͤrt ein richtiges Augenmaaß und eine Fertigkeit der Hand, die ſich die Ruͤben⸗ hacker, welche faſt von Kindheit auf dieſe Arbeit getrieben, in einem hohen Grade erworben. Jeder hat uͤbrigens ſeine eigenen Handgriffe, und ſelbſt die Inſtrumente ſind ſehr verſchieden. Die recht zeülten Arbeiter haben Hacken zehn Zoll breit, um die Arbeit, welche faſt allgemein im Verdinge ge⸗ ſchiehet, deſto geſchwinder zu verrichten. Sie ſetzen die Ruͤben gleich zum erſtenmale funfzehn bis acht⸗ zehn Zoll weit auseinander. Sonſt könnten ſie auch bey dem geringen Preiſe von 6 Schill., den man fuͤr zweymaliges Behacken eines Acres in den rech⸗ — auzene pelte t N tut m acen de ſech 3 het nem Hacke in der nur e geſchw die au hatten nnden rei⸗ Unn. 3. 1ain nelce 2 act, und 1ä.- ir um an acsſſe dam 1 Jnn das er dah Hand 1alhn he it utäigen, „ 1 edlöhe udh arht, ud un ddge di enach 2 dlb — id Whä 1n 38 Nehe f a fl 7, dut ol um — te ge .d ſeßen In ach⸗ in impe auch l. Öan man um uh⸗ — 2723— ten Ruͤbengegenden bezahlt, nicht beſtehen. Man geſtehet aber ein, daß dieſe Entfernung, beſonders auf nicht ſehr reichem Boden, und bey ſpaͤterer Aus⸗ ſaat, zu groß ſey, und daß der groͤßere Ertrag es reichlich belohne, wenn die Ruͤben nur einen Fuß auseinander kommen, und das Peh rten das Dop⸗ pelte koſtet. Wenn man daher keine geuͤbte Hacker hat, ſo thut man beſſer, ſie im Tagelohn, mit ſchmaleren Hacken bearbeiten, und zum erſtenmal alle Ruͤben, die ſechs Zoll Spielraum haben, ſtehen zu laſſen. Ich habe mir, nach der Beſchreibung, die ich in einem engliſchen Schriftſteller fand, dreyeckige Hacken machen laſſen, die vorn ſpitz zulaufen, und in der Baſis fuͤnf Zoll breit ſind. nur eine Elle lang. Hiermit lernten meine Leute geſchwind arbeiten; mit der Spitze fuhren ſie um die auszuſetzenden Ruͤben herum, und wo ſie Raum hatten, arbeiteten ſie mit den breitern Seiten. Da die Ruͤbenſaat ſelten ganz gleichfoͤrmig laͤuft, und immer leere Pläͤtze bleiben: ſo muß man auch darauf Ruͤckſicht nehmen. Wenn zwey oder drey Ruͤben nur vier bis fuͤnf Zoll auseinander ſte⸗ hen, auf allen Seiten aber einen weitern freyen Platz haben, ſo muß man ſie ſtehen laſſen. Wenn ſie ſich bey ihrem Wachsthume auch unmittelbar be⸗ ruͤhren, ſo werden ſie auf der einen Seite platt, auf der andern dehnen ſie ſich aber deſto ſtaͤrker aus, 1. Der Stiel iſt — 274— in eben dem Verhaͤltniſſe, wie ihr Kraut ſich dahin ausbreitet. Nach drey Wochen ungefaͤhr, ehe ſich die Blaͤt⸗ ter ſo ausgebreitet, daß man die Pflanzen nicht mehr unterſcheiden kann, und je nachdem das Unkraut wieder aufſchlaͤgt, geſchiehet das zweyte Behacken. Auch dies unterlaͤßt kein guter Wirth. Der Boden muß nochmals ganz aufgelockert, alles Unkraut vertilgt, und jede uͤberfluͤſſige Pflanze weggehauen werden. Bey dieſem zweyten Behacken kann man es weit beſſer erkennen, welche Pflanze zu ſchonen und welche wegzunehmen ſey. Daher iſt es am rathſamſten, das regulaͤre Ausſetzen der Ruͤben dieſer zweyten Hacke zu uͤberlaſſen, und ſich bey der erſten nur auf die Vertilgung des Un⸗ krauts und einige Verduͤnnung der Pflanzen einzu⸗ ſchraͤnken*). Zuweilen, jedoch nur auf den Fall, daß die Zubereitung des Landes oder das vorige Behacken nicht ordentlich geſchehen, iſt noch ein drittes noͤthig. Wenn aber aufſchlagendes Unkraut es zu verlangen *) Dieſe muͤhfame Handbehackung wird nun durch die Drillmethode und Pferdehacke ziemlich verdraͤngt, da man die Vorzuͤge der letzteren, nach den neueſten engli⸗ ſchen Nachrichten, immer mehr anerkennt. Vergl. Zten B. S. 428 u. 301. Die Maſchine zum Ruͤben⸗ drillen ſ. Abbild. der Ackerwerkzeuge 2tes Heft, Taf. 8. ——„ A eätri keber tnge Hand der jehe Aa anrt uha R ſc Slt.. t a tmht 90 ſakr dut Aäehacke. inz dug lackn, t aiſoſlanze ent amhakken w hſäanze 1 94 Däher ir uhe dr) m 4 mit ardhes l⸗ I ddmuech de mn unen ig. d im D. G t Jlh 6 6 duf. 9. ſcheint, ſo waͤre es keinesweges oöͤconomiſch, es zu/ erſparen. Den Saamen nimmt man entweder von Ruͤ⸗ ben, die man im Winter hindurch auf dem Felde hat ſtehen laſſen, oder von aufgenommenen und im Fruͤhjahre wieder eingepflanzten. Man hat bemerkt, daß der Saame von dieſen vollkommner werde, und groͤßere Ruͤben gebe. Dagegen ſollen dieſe aber auch waͤſſriger und weichlicher gegen den Froſt wer⸗ den. Viele machen es ſich daher zur Regel, ein Jahr ums andere von erſteren und von letzteren den Saamen aufzunehmen. Sollte dies nicht die Ur⸗ ſache ſeyn, warum bey uns die Ruͤben den Winter im Lande weniger aushalten, da man faſt allgemein den Saamen von aufgenommenen, im Keller ver⸗ wahrten Ruͤben erziehet? Wenn auf dem Ruͤbenfelde, wie ſich dies denn gemeiniglich zutraͤgt, viele leere Platze ſind, ſo ver⸗ pflanzen Einige die uͤberfluͤſſigen dahin. Auf die gewoͤhnliche Weiſe geht dies aber nicht. Die Ruͤbe ertraͤgt das Andruͤcken nicht; ſie bleibt vielleicht am Leben, aber ſie kuͤmmert. Man hat daher ſolche eylinderiſche Verſetzer, ungefähr wie die Blumengaͤrtner, aber mit langen Handgriffen. Man hat dazu zwey Leute noͤthig. Der Erſte ſetzt das Inſtrument auf eine Ruͤbe, und ziehet ſie im Drehen mit der Erde heraus. Der Andere nimmt mit einem gleichen Inſtrumente auf S 2 2276 dem Fleck, wo ſie hin ſoll, die Erde heraus. Der Erſte ſetzt dann die Ruͤbe hinein, der Andere druͤckt die Erde wieder in die Oeffnung. Der groͤßte Feind der Ruͤben iſt der Erdfloh, oder die kleine Fliege, welche gleich die erſten Saa⸗ menblaͤtter befaͤllt, und mit ſelbigen die ganze Pflanze zerſtoͤrt. Man haͤlt ſie in Norfolk fuͤr die aͤrgſte Landplage, da man Jahre gehabt, wo man durchaus keine Ruͤbenſaat, wenn ſie auch zwey⸗ bis dreymal wiederholet, davor hat aufbringen koͤn⸗ nen. Es ſind unzaͤhlige Mittel dagegen. Das Ueberziehen mit Hollunderſtraͤuchen(ein Ueberſetzer verteutſcht Elder-tree durch Ellernſtrauch) iſt ein⸗ mal fuͤr ein ſehr ſicheres Mittel gehalten. Man hat dieſe Buͤſche auch mit ſtinkendem Aſand und mit Taback geraͤuchert. Andere vermiſchen den Saamen vorher in Bouteillen mit Schwefel und andern ſtin⸗ kenden Dingen. Andere nehmen halb alten, halb neuen Saamen, und weichen die Haͤlfte von jedem ein, die andere Haͤlfte nicht. Dann laufe der Saame nicht auf einmal, und wenn der zuerſt laufende abgefreſſen werde: ſo bleibe der andere doch gut. Das Beſtreuen der Saat mit Gyps, Aſche, Sod und Kalk, iſt in England auch geruͤhmet. Einer glaubt, die Fliege komme nach dem Duͤnger, und widerraͤth das Duͤngen. Noch ein Anderer raͤth, man ſolle ſo dicht ſaͤen, daß die Fliege doch etwas verſchonen muͤſſe. Aber aufmerkſame Beobachter haben alle dieſe Mittel unbewaͤhrt gefunden. Man — ů hungen ſch hir ſrewe Ding noͤglch ſ biuß ſeint filt ſe un Der 2 druͤckt adlah, 11 Saa⸗ * dnn lt für Ft, wo ast Jvej⸗ nth böt⸗ a Das ar rezer (d ein⸗ d nit paumen 1 ſtin⸗ n, halb 8 jedem 6 zuxrſt irre doch Aſche, ap bmet. 12 uͤnger, anderer ac etwas Sbachter Mu an hat kuͤndiget auch in England manche abſurde Mittel und Methoden in der Landwirthſchaft mit noch groͤßerem Laͤrmen, wie bey uns, an. Aber bey der Communication, worin die aufgeklaͤrteren Land⸗ wirthe von einer Ecke des Reichs bis zur andern mit einander ſtehen, wird bald widerſprochen, genau verſucht, gepruͤft, und ſo kommt die Wahrheit ans Licht. Bey uns wird der Irrthum aus einer Schrift in die andere uͤbertragen, fortgepflanzt, oft aner⸗ kannt verbreitet, um nur die oͤconomiſchen Samm⸗ lungen zu fuͤllen. Der practiſche Landwirth findet ſich hintergangen, ſchweigt aber geduldig, oder freuet ſich gar, wenn auch Andere Lehrgeld geben. Der Himmel kann der Fliege durch einfallende Regenſchauer bald Maaß und Ziel ſetzen. Sie kann ſolche theils nicht wohl ertragen, theils entwachſen ihr die Ruͤben dabey. Haben ſie einmal ein rauhes Blatt, ſo ſind ſie geborgen. Alles, was daher der Menſch gegen ſie thun kann, iſt, daß er die erſte Vegetation des Keims moͤglichſt zu befoͤrdern ſuche; und das geſchiehet, wenn der Boden mit kurzem Duͤnger wohl vermiſcht iſt, und wenn man ſo viel als moͤglich beym Anſchein zum Regen ſaͤet. Ein anderer, doch minder gefaͤhrlicher und nicht ſo haͤufiger Feind der Ruͤben, iſt eine Raupe. Sie ſcheint dieſer Pflanze eigenthuͤmlich zu ſeyn; ſie be⸗ faͤllt ſie allein, und verſchont ſogar den ſo nahe ver⸗ wandten Hedderich. Sie kommt erſt ſpaͤter, wenn die Ruͤben zum Behacken herangewachſen ſind. Das — 228— Eagen mit Dornenbuͤſchen, und das mehrmalige Ueberziehen mit der Walze, was den Ruͤben wenig Nachtheil bringet, hilft merklich. Auch treibt man eine Trift Enten auf das Feld, die ſie begierig ver⸗ ſchlucken. Man muß ſie aber nicht laͤnger darauf laſſen, als bis ſie ihren Appetit an den Raupen be⸗ friedigt, ſonſt greifen ſie die Ruͤben an. Die Koſten dieſes Baues ſind nach dem Durch⸗ ſchnitte der mancherley Angaben ungefaͤhr folgende vom Acre: mal zu pfluͤgen o Pf. St. 15 Schill. o Pence. 6mal eggen⸗⸗O— 1— 6— Saamen⸗⸗⸗O— 0— 6— Saͤen-⸗⸗⸗⸗O— 0— 3— amal zu behackeno— 8— 0— Duͤnger⸗⸗⸗⸗ I— 4— 0— Landzins⸗⸗⸗⸗ I— 0— 0— =3— 9— 3— Da jeder Landwirth in den Provinzen, wo der Ruͤbenbau haͤufig iſt, ungleich mehr Ruͤben bauet, als er fuͤr ſein Vieh bedarf: ſo werden die meiſten auf dem Felde an ſolche Leute, die Vieh⸗ maſtung im Großen treiben, verkauft. Dies ge⸗ ſchiehet gewoͤhnlich mit dem Bedinge, daß die Ruͤben auf dem Felde verfuttert werden, mit Schaafen, Rindvieh oder Schweinen. Dann iſt der mittlere Preis eines Acres 2 Pf. St. 10 Schill. Alſo ein Verluſt faſt von 1 Pf. St. 4 erſte enni herſoue ch werig Aſo eeſpare ſens Nrae dwalige wenig it man dg ver⸗ darauf jeen be⸗ Durch⸗ algende yence. 1— dn, w 1. Nüben arden die 1 Veeh⸗ es ge⸗ d Rüben J aafen/ aniittlere lſo ein Freylich ein baarer Verluſt, aber doch ein erſtaunender Gewinn! Denn erſtlich muß man erwaͤgen, daß von dem Duͤnger ganz und gar nichts verloren werde, ſondern daß ihn das Maſtvieh, dem noch Stroh und Streu zugefahren werden muß, wenigſtens verdoppele. Zweitens iſt dies wol die allervollkommenſte Braache, die ſich denken laßt. Bey dem fuͤnfmaligen pfluͤgen und Eggen, und dem zweymaligen Be⸗ hacken, kommt auch jedes Staͤubchen an die Luft, und wird mit den befruchtenden Theilen derſelben beſchwaͤngert. Keine Zaſer von Unkrautswurzeln, kein Saamenkoͤrnchen kann unzerſtoͤrt darin bleiben. Drittens wird das Nachtheilige, was eine Braache bey leichtem Boden zuweilen haben ſoll, das zu ſtarke Auflockern deſſelben, durch das Treten und Liegen des Maſtviehes wieder verbeſſert. Eine Braache wuͤrde koſten: amal zu pfluͤgen o Pf. St. 12 Schill. o Pence. eben der Duͤnger— 4— 0o— Landzins 222 I— 0— 0— Alſo werden 1 Pf. St. 17 Schill. durch die Ruͤben erſpart, und der Vortheil fuͤr das Land iſt wenig⸗ ſtens noch um 1 Pf. St. groͤßer als bey der reinen Braache. — 280— Ziehet man aber die Ruͤben auf einmal, oder ſo wie man ſie gebraucht, auf, und faͤhrt ſie nach Hauſe, wie auch oft geſchiehet, ſo erhaͤlt man vom Acre im Durchſchnitt 700 Centner. Nach andern 1000 Ct.*). Es iſt ausgemacht, daß man dann dreymal ſo viel Vieh damit maͤſten koͤnne, als wenn ſie auf dem Felde verzehret werden. Nach Abzug der mehrern Koſten, kann man dann den Werth eines Acres auf 6 bis 7 Pf. St. annehmen. Und wenn der auf dem Hofe gemachte Duͤnger dem Lande wieder gegeben wird, ſo hat es keinen Zweifel, daß auch dies dabey noch Gewinn iſt. Aber im Allge⸗ meinen geht dies bey dem Norfolker Farmer, der den ſechsten Theil ſeines Landes, im Durchſchnitt 40 Acres, mit Ruͤben beſtellet, nicht an. In Suffolk und Yorkſhire ziehet man die groͤß⸗ ten Ruͤben auf, und faͤhrt ſie nach dem Hofe, wo ſie mit Stroh in Feimen gebracht werden. Die kleinern laͤßt man von den Schaafen ausfreſſen. Alles Vieh, was bey den Ruͤben recht fett werden ſoll, muß doch von der gruͤnen Fuͤtterung ſchon in guten Zug gekommen ſeyn, ſonſt ſchlagen ſie nicht recht an. Uebrigens bezahlen die Londoner Schlaͤchter einen mit Ruͤben gemaͤſteten Ochſen oder Hammel theurer als einen anderen von demſelben Gewichte und Bau. *) Bath papers, T. II. p. 101. E deſes ſemr Neyr de, Tur Thei und r, oder mrie nach in vom deandern itt dann wenn 2 Ahhug 18 Vett an Und ad Lande nnh, daß n llige⸗ rn, der ruſchvitt Fle größ⸗ mfe, wo 4. De Sn. ct fett 2 tteerung Nichlagen Andoner den oder d iſelben —— Dreyzehntes Capitel. Der Möohrrenbau. So wichtig und unentbehrlich die weiſſe Ruͤbe fuͤr dieſes Norfolker Wirthſchaftsſyſtem auch zu ſeyn ſcheint, ſo ſind doch viele neuere Englaͤnder der Meynung, daß es ungleich vortheilhafter ſeyn wuͤr⸗ de, wenn man die Moͤhre, Carotte oder gelbe Wurzel an ihre Stelle treten ließe. In einem Theile von Suffolk iſt dieſes auch ſchon allgemein, und ſelbſt in die benachbarten Gegenden von Nor⸗ folk uͤbergegangen. A. Young haͤlt die allge⸗ meine Einfuͤhrung des Moͤhrenbaues fuͤr eins der gluͤcklichſten Ereigniſſe, die den Ackerbau, ja ſelbſt den Staat von England treffen koͤnnten. Manchem teutſchen Landwirthe wird es ſon⸗ derbar genug ſcheinen, wie ein ſo allgemein be⸗ kanntes, ſeit der Einfuͤhrung des Kartoffelnbaues faſt vergeſſenes, Product in der hoͤheren engliſchen Landwirthſchaft eine ſo große Rolle ſpielen koͤnne? Freylich erinnert man ſich wohl, daß ein kleiner, ſandiger, zu allem andern faſt untauglicher Platz —— —— ren Englaͤnder hoͤren. — manche ehrliche Schuͤſſel auf den Tiſch, und fuͤr das Vieh obenein manchen Abfall, als Leckerbiſſen, geliefert. Wenn bey der Duͤrre alles daniederlag; wenn Raupen und Mehlthau jedes gruͤne Blatt zerſtoͤrten; wenn bey anhaltendem kaltem Regen alles ſtockte und an der Erde wegfaulte: ſo verließ uns das Moͤhrenfeldchen nicht. Das iſt wahr!— im Kleinen iſt es ein vortheilhaftes Ding! Aber ſollte man wol im Großen verhaͤltnißmaͤßig eben den Vortheil davon ziehen koͤnnen? Iſt der Bau nicht zu umſtaͤndlich, zu kleinlich? Wird das Jaͤ⸗ ten nicht zu viel koſten? Wird der Ertrag dies hinreichend bezahlen?— Und was ſollen wir dann mit der Menge von Moͤhren anfangen? Was koͤn⸗ nen ſie uns werth ſeyn, wenn wir keinen nahen Markt dafuͤr haben? Ueber alle dieſe Fragen wollen wir die neue⸗ Sie glauben eben ſo feſt, aus den Moͤhren Gold machen zu koͤnnen, wie un⸗ ſere Kinder, wenn ſie Dukaten daraus ſchneiden. Dieſe Materie ſcheint mir um ſo mehr Auf⸗ merkſamkeit zu verdienen, da unſere teutſchen oͤco⸗ nomiſchen Schriftſteller uͤber dieſen Bau nachlaͤſſig weggehen, wenn ich den einzigen Bergen, in ſei⸗ ner Anleitung zur Verbeſſerung der Viehzucht, aus⸗ nehme. In England ſelbſt iſt jedoch die allgemeine Auf⸗ merkſamkeit auf dieſe Frucht erſt in den neueren dn did Ne ein, wür trag anff trock len nicht und j hfeihe geſan gen, dande hem and fät Abiſſen, nerlag; ni Blatt ahſtegen ij eerließ m r!- e Ner di eben 6 Bau 46 Fi⸗ ntt dies in dann & an⸗ 2n nahen rau⸗ 3 o feſ, wiein⸗ dd eir Af⸗ Narn öco⸗ ubläſig n in ſei⸗ di, aud⸗ e Auf⸗ neueren — 283— Zeiten erregt worden, und ihr Bau wird nur von einzelnen, vorzuͤglichen Landwirthen, aus nachher anzufuͤhrenden Urſachen, im Großen betrieben; auſ⸗ ſer in dem oͤſtlichen Theile von Suffolk um Woodbridge, wo er ſchon ſeit vielen Jahren all⸗ gemein geweſen. Hier lernte Young dieſe Saat erſt recht kennen, und es iſt vorzuͤglich ſeinen Nach⸗ forſchungen, ſeinen Verſuchen, Berechnungen und Belehrungen zu verdanken, daß der engliſche Acker⸗ bau ſich an mehreren Orten mit dieſem Gewaͤchſe bereichert. Ich will zuvoͤrderſt den Bau, ſo wie er von den vorzuͤglichſten Landwirthen in England betrieben wird, und wie er, nach den aus mannigfaltigen Verſuchen gezogenen Reſultaten am vortheilhafteſten einzurichten iſt, beſchreiben, und nachher die merk⸗ wuͤrdigſten Erfahrungen und Verſuche, um den Er⸗ trag, den Werth und die Benutzung zu beſtimmen, anfuͤhren. Der eigentliche Boden fuͤr die Moͤhren iſt ein trocken liegendes, muͤrbes, ſandiges und ſandig⸗ lehmigtes Erdreich. Der feſte Klayboden taugt nicht dazu. Je reicher aber jenes an Dammerde und je tiefer es damit durchdrungen iſt, deſto vor⸗ theilhafter iſt der Bau. Young hat aus ſeinen geſammelten Beobachtungen folgende Tabelle gezo⸗ gen, um das Verhaͤltniß zwiſchen dem Werthe des Landes und dem Vortheile des Carottenbaues zu be⸗ ſtimmen. „IIIESlIIIIPE ſin 2 ſo bhe 3aensRSSe e= 1 9 8 5 S32 5=1SS82B ᷣ ſitge 9=S2SS35=g 2— 5 SSSSABSZZA 32 ſch ſeh ⁸ 3 S&——— A u u n vu A 2..+. beſeeet 8 C N 8 n V s u 8 kn, uA u u n u Au u Jhele ſe=roroOonndd 12 Al 5 2 d S= K d OC0OS80Of OO80G eS ſchausf ₰ 00 8”0 0 00 0⏑0 0.2 uack 8 cüärn . 2. M =eleITEel oe o 36 e 3 S. 2 32 ſert a 2— IpDA ESE S 4 SrAlel! 58 V 8 85˙3 ſece [ocloll3eleee ch eaum SISASSS83 3 2 6 3 ſ . u 85 dauet 85 0O00 F ORS0OOOO 8 Ertrag O 00 08 ρ O00 0S0 0*39 lach 5. male, fIzlislllrRllg. a 6„ — SIIalll=elle: n] 2 6, l8lllooelloo 2 uſh. A C 1 er da Es erhellet aus dieſer Tabelle, daß der Vor⸗ Kmina theil des Moͤhrenbaues im Ganzen deſto groͤßer ſey, di ſtle „.. e. R. je theurer, oder je reicher und tiefer, muͤrber Bo⸗ ſüſt he den iſt. Mr. Hiltons Boden zu Feversham iſt ein nmeqtal dunkelſchwarzer, tiefer, muͤrber Lehmboden, daher A, w der Aere auch vier Pf. St. Pacht thut. Dennoch ah 31,743 — . 5 S 22E moa Sugauvg ——— — 11 92au˙ o 4232 1 1es- 8¹* S * aa e. 2B v 34 832 1 —-— 285— iſt der Boden zu Woodbridge und Saxmundham, ſo wie der von Mr. Fellowes und Acton, zu einem ſehr großen Moͤhren⸗Ertrage gebracht, ob er gleich an ſich ſehr geringe iſt. Der Boden zu Woodbridge beſtehet aus einem dunkelrothen, und wenn er trok⸗ ken, laufendem Sande, der nur wenig bindende Theile bey ſich fuͤhrt. Der Vortheil des Moͤhrenbaues im Ganzen laͤßt ſich aus folgender, von Noung gemachten Bemerkung erklaͤren. Da er auf ſeinem erſten Farm wenig zum Moͤhrenbau ſich qualificirendes Sandland hatte, ſo ſaͤete er im folgenden Jahre die Moͤhren wieder auf daſſelbe Feld, jedoch nach maͤßiger Duͤngung. Er erwartete, nach oͤconomiſchen Geſetzen, einen Ab⸗ ſchlag von dieſer zum zweytenmale nach einander ge⸗ baueten Frucht, fand ſich aber durch einen hoͤheren Ertrag uͤberraſcht. Nun verſuchte er es zum dritten⸗ male, und erhielt noch mehr. Die erſte Saat gab naͤmlich 249, die zweyte 468, und die dritte 570 Buſh. Weiter konnte er den Verſuch nicht fortſetzen, da er den Farm verließ. Vielleicht wird daher auch an jenen Orten, durch den haͤufigen Moͤhrenbau, das ſchlechte Land immer dazu faͤhiger. Young ſelbſt ſcheint jenen Verſuch, den er in ſeiner expe- rimental agriculture erzaͤhlt, bey der oͤſtlichen Reiſe, wo er ſich uͤber den großen Moͤhren⸗Ertrag des ſchlechten Landes wundert, vergeſſen zu haben. Ich ſelbſt kenne einen Mann, der ſeit zwoͤlf Jahren ein Stuͤck Gartenland abwechſelnd immer mit Kartoffeln und mit Moͤhren beſtellet. Zu jenen duͤngt er, zu dieſen nicht. Er findet, daß die Wurzeln mit je⸗ dem Jahre beſſer werden, die Kartoffeln aber im Ertrage ſehr abnehmen. Auf ſchwerem bindendem Klayboden hat Young die Moͤhren auch verſucht. Er findet aber, daß ſich der Ertrag auf dieſem gegen den auf leichtem Bo⸗ den verhalte, wie vier zu funfzehn. Das Land muß aber vom Unkraute, und beſon⸗ ders von Quecken, moͤglichſt rein ſeyn. Sie muͤſſen daher auf eine Saat folgen, wodurch das Land voll⸗ kommen gereiniget worden. Entweder auf eine ge⸗ drillete und mit der Pferdehacke bearbeitete Frucht, oder auf gut behackte Ruͤben, Kartoffeln, Kohl, reinen Lein. Mr. Stovin beſtimmte eine Legde dazu, die er nach der Methode des paring and burning behan⸗ deln wollte. Weil aber ſehr naſſe Witterung ein⸗ trat, ſo konnte er dies nicht vollfuͤhren, und das ganze Feld war mit Quecken uͤberzogen. Das Land wird von Einigen nur einmal um Weihnachten mit einem doppelten Pfluge, zehn bis zwoͤlf Zoll tief, herumgebracht. Beſſer aber iſt es, die Stoppel im Herbſte zu ſtuͤrzen, dann kurz vor Winter mit zwey hintereinander gehenden oder ei⸗ — nen tollen legen; nochmal ditd de unterge Vrn ei K tofeln dher, zu ahnit je⸗ niher im dc houng Kah ſch nc Ba⸗ lau eſon⸗ Sraͤſſen 7 a wl⸗ uine ge⸗ 1e Feuch, 4 2 Kohl, 1n, den ei behan⸗ aanmg ein⸗ — nd das miwal um en bü 7-1 ſſt 6s, mutz vor ngodet ei⸗ — 287— nem zuſammengeſetzten Doppelpfluge das Land einen vollen Fuß tief umzuarbeiten, es im Winter rauh liegen zu laſſen, dann Ende Maͤrz zu eggen und nochmals einfach zu pfluͤgen. Mit dieſer Furche wird dann der Duͤnger, wenn man ihn geben will, untergebracht*). Die vortheilhafte Anwendung des Duͤngers zu Moͤhren hat Young ſowol durch eigne Verſuche, als durch die auf ſeinen Reiſen geſammelten Be⸗ merkungen, ſehr ins Licht geſetzt. Nach neun Verſuchen hat er im Durchſchnitt erhalten: Auf den geduͤngten Feldern vom Acre 490 B. Auf den ungeduͤngten ⸗ 260— Auf den geduͤngten alſo mehr 230— Den Buſhel zu 8 Pence gerechnet, betraͤgt diis ⸗ 2 Pf. St. 13 Schill. 4 Pence. Den Duͤnger berech⸗ net er zu- 1— 13— 3— Man gewinnt alſo durch den Duͤnger 6— 0— 1— *) Dies muß ich widerrufen. Man hat das mehr⸗ malige Pfluͤgen den Moͤhren nachtheilig befunden, und nach einmaligem Pfluͤgen zu voller Tiefe im Herbſt oder im Fruͤhjahr ſind ſie am deſten gerathen. — 288— Wo in aller Welt, ſagt er, kann der Duͤnger ſo theuer ſeyn, daß man ihn zu dieſem Preiſe nicht anwenden ſollte? Man muß aber bemerken, daß hier von ver⸗ rottetem, mit Erde, auch wol mit Kalk vermiſchtem Duͤnger(compost) die Rede iſt, und daß dieſes alſo mit der Meinung der teutſchen Gaͤrtner: man duͤrfe unter Moͤhren keinen langen Duͤnger bringen, in keinem Widerſpruche ſtehe. Das Land wird nun ſehr rein geegget, leicht gewalzet und wieder geegget. Dann wird der Saa⸗ men bey windſtillem Wetter ſorgfaͤltig ausgeſaͤet. Vier Pfund ſind auf dem Aecre hinreichend; doch gehet man ſicherer, wenn man ein Pfund mehr nimmt. Darauf wird wieder ſtark gewalzet, und hernach mit einer leichten Egge uͤberzogen. In Anſehung der vorzuͤglichſten Beſtellungszeit ſind die Meinungen getheilt. Einige ſaͤen ſo fruͤh, wie es die Witterung nur immer erlaubt. Die Wurzel kann nicht lange genug wachſen, ſagen ſie; je fruͤher geſaͤet, deſto ſtaͤrker wird ſie werden. An⸗ dere ſind fuͤr die ſpaͤtere Beſtellung im April: der Saame liege bey kalter Witterung doch nur in der Erde, ohne zu keimen; die trocknen Fruͤhjahrswinde verwehen ihn; das Unkraut hingegen wachſe fruͤher, und uͤberziehe den Acker, ehe ſich die Wurzeln zei— gen. Allgemein wird ſich hieruͤber wol nichts ent⸗ ſcheiden laſſen, da es von der zufaͤlligen Witterung —— —— taut m das 3. Mitel kein d Algen 1 6 ſauen ſ heruti üen de Warze undm ſchiden künnte Iteer ſo sge nich an der⸗ weiſqten 1 dieſes Ir: man a jingen, naleicht 28 Saa⸗ 36 Var ad acha nmmnt. 1 nͦt a ängszei 2 frih, 8 de en ſe; 2dr An⸗ mah: der unin der daßzwinde ſdffrüher auuln zei⸗ intts ent⸗ Wtterung abhaͤngt, ob die fruͤhe oder die ſpaͤte Saat beſſer gerathe. Die Meiſten ſaͤen gegen Ende des Maͤrzes. Das fruͤh vor den Wurzeln erſcheinende Un⸗ kraut macht die meiſte Schwierigkeit bey dieſem Bau. Das Jaͤten iſt das ſicherſte, aber ein ſehr müͤhſames Mittel dagegen. Es machen ſich daher die Meiſten kein Bedenken, ſobald ſich Unkraut zeigt, tuͤchtig eggen zu laſſen, und dieſes ſo oft zu wiederholen, als es wieder hervorkommt*). Es ſchade nichts, ſagen ſie, daß vielleicht manche Wurzel, die eben hervorkeimen will, damit zerſtoͤret werde; es blei⸗ ben derſelben doch uͤberfluͤſſig. Wenn ſich aber die Wurzeln mit ihrem feinen Kraute in Menge zeigen, und man ſie doch nicht ſo deutlich vom Unkraute unter⸗ ſcheiden kann, daß man gleich die Hacke brauchen koͤnnte, ſo ſcheint das Jaͤten unentbehrlich zu werden. Einige haben auch mit einer Pferdehacke die Moͤhren gleich in eine Entfernung von 9 Zoll geſetzt. *) Ein dreiſtes Eggen der jungen Moͤhren empfiehlt neuer⸗ lichſt Karl Slevogt in Denſo's dconomi⸗ ſchen Beytraͤgen, 2tes Hft. S. 73. Er⸗glaubt, daß man dadurch alles Jaͤten und Behacken er ſparen koͤnne; worin ich ihm indeſſen nicht beypflichte. We⸗ nigſtens wird der Ertrag die hierauf verwandten Koſten dreyfach erſetzen. Hrn. Den ſo' s Beytraͤge zaͤhle ich uͤbrigens unter die ſchaͤtzbarſten neuen oͤconomiſchen Schriften, da ſie eigenthuͤmliche Gedanken und Erfah⸗ rungen enthalten. T — 290— Zu dieſem Endzwecke ſcheint mir indeſſen das In⸗ vwir ſtrument, welches Reichard im dritten Theile ſei⸗ teis nes Land- und Gartenſchatzes, S. 11, beſchreibt, Den brauchbarer zu ſeyn. Nur muͤßten die ſogenannten fn Jaͤtehaͤcklein breiter ſeyn, wie er ſie angiebt. † gärge deher Man muß ſich ja nicht irre machen laſſen, wenn 6 die Moͤhren ſpaͤt, nach der Mitte des May, noch u nicht gelaufen ſind. Sie erſcheinen oft erſt zu Ende in dieſes Monats, und manchmal erſt im Junius, wenn TèVur der May trocken iſt. Wenn man nur ſicher iſt, giua ana ten Saamen erhalten zu haben, ſo bleiben ſie ge⸗ 8 wiß nicht aus. mny aah Wenn die Moͤhren deutlich zu unterſcheiden ſind4, aß und ihr krauſes Blatt haben, ſo iſt es Zeit zum Be⸗ bätr hacken. Die Hacke muß allemal ſchmaler ſeyn, wie die Nuͤbenhacke. Beym erſten Behacken iſt es am ſicherſten, die Wurzeln nur fuͤnf bis ſechs Zoll aus ſüs einander zu ſetzen; beym zweyten aber, was nach 1 vier Wochen ungefaͤhr geſchiehet, muͤſſen ſie zehn auͤhe bis zwoͤlf Zoll Zwiſchenraum haben. 1ng 1 Kafi Der reichliche Ertrag beruhet ganz auf dieſem geni Behacken. Nichts iſt hier ſo nachtheilig, als die in, Schonung uͤberfluͤſſiger Pflanzen. Es haͤlt ſchwer bey uns, Anfaͤngern in dieſer Arbeit das Mitleid zu benehmen, was ſie gegen jede friſch⸗ſtehende dü Moͤhre fuͤhlen. Sie moͤchten ſie ſo gern zum Ver⸗ 6 ſpeiſen aufziehen. Aber dieſe Oeconomie taugt nicht, 6 1has ar⸗ z eile ſei⸗ ſchreibt, „Gannten dil. Tfs, wenn G, noch ſenu Ende um wenn uf, gu⸗ udſte ge⸗ ten ſid⸗ gun Be rayn, wie un al au vas nach Fiſe zehn n dieſem Plals die dt ſchwer 06 Miled b ſtebende mum Per⸗ a ggt nicht wuͤrde theils die Arbeit ins Unendliche verzoͤgern, theils aber dem Moͤhrenfelde nachtheilig werden. Denn unſere Gaͤrtner haben ſchon die Bemerkung gemacht, daß die Moͤhren, von welchen man auf⸗ gezogen, vor Herbſt wurmſtichig werden. Es muß daher friſch vor der Fauſt weggehauen werden, was dem andern die Nahrung entzieht. Man hat es auch laͤngſt bey uns erfahren, daß ein Moͤhrenfeld im Kuͤchengarten, welches ſehr dicht ſtehet, zum Wintergebrauch einen ſchlechten Ertrag gegeben; wo⸗ gegen ein anderes, was man wegen der wenigen Pflanzen im Fruͤhjahre umzugraben im Begriffe war, im Herbſte reichlich lohnte. So bekannt dies aber auch jedem Tageloͤhner iſt, ſo weiß ich doch nicht, daß man dieſe Bemerkung bey uns gehoͤrig benutzet haͤtte. Zuweilen, wenn ſich abermals nach fuͤnf bis ſechs Wochen Unkraut oder uͤberfluͤſſige junge Wur⸗ zeln zeigen, muß das Behacken zum drittenmale wiederholet werden. Dies gehet dann aber leicht und geſchwind, koſtet nur wenig, traͤgt aber zur Verſtaͤrkung der Wurzeln und zur vollkommenſten Reinigung des Landes, auch auf die folgenden Saa⸗ ten, ſehr viel bey. Man hat bey uns ein Vorurtheil gegen das Behacken und Schaufeln auf ſandigem Boden, wel⸗ ches ſich, wie ſo viele andere Dinge, angeblich auf Erfahrung, in der That aber auf ein oberflaͤchliches T 2 und falſches Raiſonnement gruͤndet. Man entziehe dadurch, ſagt man, dem Lande die Frucht; bey trockenem Wetter behackte Kartoffeln welkten augen⸗ blicklich, und ſo auch andere Pflanzen. Aber man beobachte doch nur genau und unbefangen, entſchließe ſich, einige leichte Verſuche anzuſtellen, und man wird ſich bald vom Gegentheile uͤberzeugen. Bey brennendem Sonnenſcheine ſieht freylich die Ober⸗ flaͤche eines gelockerten Feldes duͤrrer aus, wie die feſte Borke eines andern. Jeden Morgen aber wird man ſich durch das Auge und durch den Finger uͤber⸗ zeugen koͤnnen, daß das gelockerte Land die Nacht hindurch mit ungleich mehr Feuchtigkeit beſchwaͤngert worden, als das feſte. Selbſt im Mittage wird man in der Tiefe von etlichen Zollen gelockertes Land feuchter finden, als gebundenes. Um ſich von dem friſcherem Wachsthume der Pflanzen und ihrer groͤ⸗ ßeren Dauerhaftigkeit bey der Hitze zu uͤberzeugen, behacke man doch nur die Haͤlfte eines ſonſt gleichen Feldes auf eine ſchickliche Art, und laſſe die andere Haͤlfte liegen. Man wird bald die Vorzuͤge des erſteren ſehen. Daß man Kartoffeln und andern Gewaͤchſen, die ihre Haarwurzeln horizontal in der Oberflaͤche verbreiten, durch ein tiefes unzeitiges Be⸗ hacken und Anhaͤufen ſchaden koͤnne, hat keinen Zweifel, weil man ihnen die Wurzeln zu einer Zeit abreißt, wo ſie wegen Mangel an Frucht keine friſche ſchlagen koͤnnen. Bey ſolchen Gewaͤchſen aber, die ihre Hauptwurzel perpendiculaͤr in die Erde treiben, hat dieſes keine Gefahr. fama Gerte ſerin —* keante de wachſe de! jahre eng vn U Vacer 8 u bl frih ſo na toffel aus Ven △̈ un entzieße uuſt; bey faugen⸗ E er man iichließe man 1et Sey 4* Oher⸗ Awie die ttr wird rnii. üͤber⸗ 1Nacht todagert vslge wid d ates kand a Foon dem Ghter gl⸗ r rzeugen 1o glechen eander GFäe des an andern ael in der aages Be⸗ 3 känen unner Zeit I ee friſch neöber, die an treiben, Daß das Behacken der Moͤhren ungleich muͤh⸗ ſamer und koſtſpieliger ſey, wie das der Ruͤben, verſteht ſich von ſelbſt. Das Ruͤbenland wird vor⸗ her im Fruͤhjahre oft gepfluͤget, der gekeimte Un⸗ krautsſaamen zerſtoͤrt, und die ſtaͤrkſte Vegetation der Unkraͤuter iſt nach Johannis vorbey; die Ruͤben wachſen dann geſchwind mit ihrem Kraute empor. Die Moͤhren muͤſſen hingegen am erſten im Fruͤh⸗ jahre geſaͤt werden, wo alles Unkraut in Bewe⸗ gung kommt, kommen ſehr ſpaͤt hervor, und laſſen dem Unkraute einen Vorſprung von neun bis zehn Wochen. Man laͤßt die Moͤhren ſtehen, bis das Kraut zu bleichen und zu verwelken anfaͤngt. Das Kraut fruͤher zum Viehfutter abzuſchneiden, ſcheint nicht ſo nachtheilig zu ſeyn, als es ſolches fuͤr den Kar⸗ toffelnertrag iſt, wenn man ihr noch ſaftiges Kraut aus falſcher Oeconomie zum Viehfutter brauchen will. Wenigſtens wird in Nr. 134 der Ann. of agricult., S. 40, ein Verſuch beſchrieben, wo ſie dreymal ohne Nachtheil gemaͤhet ſind. Man hat in England verſchiedene ſehr gluͤck⸗ liche Verſuche gemacht, die Moͤhren den Winter uͤber in der Erde zu laſſen, und dann im Fruͤhjahre, wo das Futter ſo ſelten iſt, zu verbrauchen. So ließ Mr. Onley die ſeinigen in ziemlich feuchtem Lande einen kalten Winter hindurch ſtehen, und fand ſie im April im beſten Zuſtande. Annals of agri- culture, B. 3. S. 217. — 294— Es iſt auch bey uns bekannt, daß Moͤhren den Winter in der Erde oft ſehr gut aushalten. In⸗ deſſen bliebe es doch ein Wageſtuͤck; und einen Winter, wie der von 1794 und 1795 war, wo ſo oft Thauwetter und heftiger Froſt abwechſelten, wuͤrden ſie gewiß nicht ertragen. Es iſt alſo am ſicherſten, ſie im Herbſte auszunehmen. Dies ge⸗ ſchiehet am beſten mit einer gewoͤhnlichen dreyzacki⸗ gen Miſtforke. Es wird dann der Kopf gleich ab⸗ geſchnitten, der Abfall fuͤr das Vieh gebraucht, und die Wurzeln nach Hauſe gefahren. Sie werden dann in der Scheure mit Sand verpackt, oder mit Stroh in Fiemen gebracht, wie die Ruͤben, oder in die Erde vergraben. In letzterem Falle duͤrfen aber die Gruben nicht tief ſeyn, und muͤſſen durch ein auf die Moͤhren geſetztes und aus der Erde herausſtehendes Schoff Stroh etwas Luft behalten: ſonſt faulen ſie. Die Koſten, welche dieſe Cultur erfordert, be⸗ laufen ſich hoch. Und wo man keinen vortheilhaf⸗ ten Markt und einen großen Ueberfluß hat, iſt es damit noch nicht gethan. Die nuͤtzlichſte und ein⸗ traͤglichſte Verwendung iſt zur Maſtung von Rind⸗ vieh und Schweinen. Die Anſchaffung dieſes Vie⸗ hes erfordert alſo wenigſtens noch einen halbjaͤhri⸗ gen Vorſchuß. Dies iſt die Urſache, warum dieſer Bau ſich ſelbſt in England noch nicht allgemeiner verbreitet hat, obgleich jeder eingeſtehet, daß es nichts Vortheilhafteres gebe. Erſparungen ſind bey eul ———„ ͥ— Flean den 1l. Ir⸗ it einen og wo ſo öhſette, 8 alſo am s ge⸗ ei ſich ab⸗ ant, und doerden t mit ol, odet Un düfen Enn durch Ser Ende rFehaltn: pt, be 1 hheilhef⸗ , jſt es Aund ein⸗ 4„ Rind⸗ d ſes Vie⸗ 1 zulbjähri⸗ mmum dieſer d zemeiner 19 daß es 32 ſind bey dieſem Artikel hoͤchſt nachtheilig. Wird ein Be⸗ hacken unterlaſſen, oder nicht gehoͤrig vollfuͤhrt, ſo kommt wenig heraus. Die Koſten ſind, wie aus der oben mitgetheil⸗ ten Youngſchen Tabelle erhellet, verſchieden. Dieſe Verſchiedenheit beruhet, außer dem ungleichen Land⸗ zins, vorzuͤglich darauf: ob man geuͤbte oder unge⸗ uͤbte Hacker habe. In Gegenden, wo dieſer oder der Ruͤbenbau eingefuͤhrt iſt, und jeder Burſche be⸗ hacket, ſobald er die Hacke fuͤhren kann, ſind ſie viel geringer. Folgendes ſind einige Koſtenrech⸗ nungen. G Aus Youngs experimental agri- 8 2. 3 culture: 24 Ein Doppelpfluͤgen⸗⸗⸗⸗⸗ 00ᷣ7 0 Zuah gewohnliche Pflugarten-⸗⸗ 0O0̃)6 0 uͤnfmaliges Eggen-⸗⸗⸗⸗ 0hſ2 6 Saamen und Saen⸗⸗⸗⸗ O04 9 Duͤnger⸗⸗ ⸗⸗⸗ ⸗ 018 7 Erſtes Behacken-⸗⸗ ⸗[1 4 6 Zweytes Behacken⸗⸗⸗⸗⸗ O9 2 Drittes Behacke⸗⸗⸗⸗⸗ ⸗ O 5 6 Viertes Behacke⸗⸗⸗⸗⸗⸗ Oſ2 3 Aufrodee⸗⸗⸗ ⸗ ⸗ O176 Abſchneiden, Wegfahren, Auflegen 017 4 Landzins⸗⸗ ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ 0I = 611111 — 296 Von Mr. Cope zu Nottingham: Landzins Landtaxen Saamen Saen ⸗ Dreymaliges pfluͤgen. Zweymaliges Eggen⸗ ⸗ Behacken und Jaͤten⸗ ⸗ Aufnehmen, Wegfahren u. Duͤnger„ ⸗7 ⸗ 22 7⸗ N U U AN N N N U U U ANU nu N AU ðNA 2 N U NnU u U U u U U U S N N N N U UNUnUUuUANUnuAN b 4 AleSnO=oOdoo D ch SS — OO O=OO S uach 0o O00 60000 0 Ein Moͤhrenfeld von 1 ½ Morgen Calenb., reicher Sandboden, koſtete mir im Jahre Für zweymal einfaches Pfluͤgen. ein Doppelpfluͤgen... viermal zu eggen... — Saamen..... — Saͤen.. — Walzen.... — Erdduͤnger.... Zu jaͤten....... Erſtes Behacken..... Zweytes Behacken.... Drittes Behacken. 4 4 4* Aufnehmen und Reinigen.. Wegfahren 4 4 4 4 4 4 1796 /2 88S oD EI I. 119 4 ch d Mit geuͤbteren Hackern haͤtte ich vielleicht das Jaͤten erſparen, und auch das Hacken wohlfeiler haben koͤnnen. Nun den Ertrag! Wir finden dieſen bey den Englaͤndern bald nach der Maaße, bald nach dem Gewichte angegeben. Da aber zwey Buſhel einen Centner wiegen, ſo laſſen ſich alle Angaben leicht auf Buſhel reduciren. In Youngs experimental agriculture iſt der Durchſchnitt des verſchiedenen Ertrags 345 Buſhel vom Acre. Es ſind aber verſchiedene mißrathene Verſuche auf naſſem Klayboden, die wenig ein⸗ trugen, mit aufgenommen. In Youngs oͤſtlicher Reiſe finden wir folgende Nachrichten vom Ertrage eines Acre: Bey Mr. Cope zu Arnold ⸗⸗ 440 Buſhel —— Melliſh zu Blyth⸗⸗ 800— —— Warthon zu Carhouſe⸗ 800— —— Moody zu Betford ⸗ 900— —— Fellowes zu Shotterham 575— Um Saxmundham⸗⸗⸗ ⸗ ⸗ 800— Bey Mr. Acton zu Branford ⸗ 862— —— LTaylor zu Befrons ⸗ 440— —— Hilton zu Feversham⸗ 1000— —— Legrand zu Afh ⸗ ⸗ 1000— —— Mill 7 7 27 2 700— A4 Dies waͤren ungefaͤhr im Durchſchnitt 790 Buſhel. In der Gegend von Woodbridge, wo dieſer Bau ſeit langen Jahren haͤufig getrieben wird, er⸗ kundigte ſich Young vorzuͤglich nach dem Ertrage. Es Lommen hier die Moͤhren in den regulaͤren Feld⸗ wechſel. Man bauet naͤmlich: 1. Ruͤben; 2. Gerſte; 3. Klee, oder gedrillte und behackte Bohnen; 4. Weitzen; 5. Moͤhren. Alſo nur zweymal Korn in fuͤnf Jahren. Zu den Moͤhren wird nicht geduͤngt, ſondern zu den Ruͤben. Von der Gerſte haben ſie bey dieſem Feld⸗ wechſel und ſtarker Duͤngung 48 bis 56 Buſhel. Und doch iſt ihr Boden nur ein dunkelrother lau⸗ fender Sand, der wenig bindende Theile mit ſich fuͤhrt. Ein Wunder, ſagt Poung, welches die hoͤchſte Cultur und ein ſolcher Fruchtwechſel thun kann! 1 In Anſehung des Moͤhren⸗Ertrages erfuhr er folgendes: r. Ein Rod giebt wenigſtens 4 Buſh.(oft auch 6 Buſh.), macht vom Aere„...... 720 Buſh. 2. Von 1 Acre werden im Durch⸗ ſchnitt 15 Fuder zu 40 Buſh. an⸗ gefahren, macht..... 600 Buſh. 3. Die Wurzeln wiegen im Durch— ſchnitt wenigſtens 1 Pfund; auf jedem Quadratfuße ſtehet ordent⸗ lich 1 Stuͤck; 56 Pfund machen 1 Buſh.; alſo gilt der Arre... 775 Buſh. ſte 6b ſe teit ders — 299— Der Durchſchnitt, den dieſe Data ge⸗ ben, iſt* 4 4 4 4 1 4 4 698 Buſh. Ich bin nicht im Stande, den Ertrag meines Moͤhrenfeldes genau zu beſtimmen. Gewiß war er aber uͤber 600 Himten. Um den eigentlichen Werth der Moͤhren zu beſtimmen, hat Young ſehr viele Erkundigungen angeſtellet, und Nachrichten geſammelt. Indeſſen bleibt er noch ſehr unbeſtimmt; der Buſhel wird von Einigen zu ſechs Pence, von einem Andern zu zwey Schill. geſchaͤtzt. Zu Woodbridge wird er zu 6 bis 8 Pence verkauft. Zu dieſem Preiſe holen ſie aber ſolche Leute, die Viehmaſtung im Großen treiben, nach entfernten Gegenden hin, und beſon⸗ ders die Londoner Aufkaͤufer. Ein guter Landwirth verkauft ſie nicht dafuͤr. Dieſer beſtimmt den Werth eines ſolchen Artikels lediglich nach dem Vortheile, den er bey der Viehfutterung und Maſtung giebt. In Anſehung der Moͤhren fehlt es aber nech an ſo genau angeſtellten Verſuchen, wie man ſie von verſchiedenen andern Futtergewaͤchſen hat. Um ei⸗ nen ſolchen Verſuch zu machen, muß man einen Stapel mageres Vieh kaufen, und lebendig waͤgen, wie dieſes in England haͤufig geſchiehet. Ihr Haupt⸗ futter muß nur aus dieſem einzigen Gewaͤchſe be⸗ ſtehen, welches man genau mißt oder waͤget. Das nothwendige Nebenfutter, ſammt Streuung, muß aber auch berechnet werden. Wenn das Vieh dann auf den gehoͤrigen Grad gemaͤſtet iſt, ſo wird es ͤͤͤ —— — — 3005 p„ wieder lebendig gewogen und verkauft. Und nun laͤßt ſich der Werth des Maſtfutters genau berech⸗ nen, wobey jedoch auch der Duͤnger in Anſchlag zu bringen iſt. Man hat durch ſolche Verſuche den Werth der meiſten Futterwaͤchſe zu einem hohen Grade von Beſtimmtheit gebracht. In Anſehung der Moͤhren iſt dieſes aber, ſo viel ich finden kann, noch nicht geſchehen, welches wol daher ruͤhret, weil die beruͤhmten und aufmerkſamen Viehmaͤſter in ſolchen Gegenden wohnen, wo der Moͤhrenbau, des Klaybodens wegen, nicht betrieben werden kann. Das Merkwuͤrdigſte, was ich uͤber das Vor⸗ hergehende gefunden, iſt von Mr. Moody zu Ret⸗ fort, in Nottinghamſhire, der im Winter eine große Ochſenmaſtung mit Oelkuchen treibt, die er das Fuder von 20 Centner mit 4 Pf. St. 15 Schill. bezahlt. Bey der Maſtung ſelbſt hat er keinen baaren Vortheil, wenn er alles berechnet. Aber er gewinnt in der Maſtungszeit, vom Anfang No⸗ vembers bis Ende Maͤrzes, auf jedes Stuͤck 1 Pf. St. 13 Schill. Werth am Duͤnger, und bloß die⸗ ſerwegen treibt er Maſtung. Er fing an Carotten zu bauen, und 3 Acres erſparten ihm gerade 70 Pf. St. an Oelkuchen. Fuͤr die Melkkuͤhe ſind die Moͤhren eine der ſchoͤnſten Futterungsarten. Sie geben reichliche und vorzuͤglich ſchoͤne Milch. Young und verſchiedene andere ſtrenge rechnende engliſche Landwirthe behaupten aber, es ſey bey jeder Winterfutterung von Melkkuͤhen offenbarer ad nun wrech⸗ W hlag adi den nehen eälung tNann, a yret, aäsiſſer angau, at den Spbot⸗ P Rer⸗ er xoße 4 das til ilten Abr n N⸗ n Nf. A die⸗ Dtten in 70 äbind aten. kailch. bzende N bey pparer Schaden, wenn man das Pfund Butter nicht zu drey Schill. verkaufen koͤnnte. Man ſollte ſie da⸗ her bloß mit Stroh durch den Winter bringen, und alles uͤbrige an das Maſtvieh wenden. Mr. Harvey zu Hartleburg erzaͤhlt indeſſen im vierten Bande der Annals of agriculture ſeine Methode, Melkkuͤhe im Winter durch Kohl und Moͤhren zu einem reichlichern Ertrage zu bringen, als ſie im Sommer auf der beſten Weide geben. Kohl allein gebe der Milch einen uͤbeln Geſchmack, aber mit Moͤhren verbunden, ſey die Milch und Butter wie im May. Die Maſtung der Schweine mit Moͤhren wird ſehr haͤufig betrieben. Sie machen fuͤr ſich ſehr gute Fleiſchſchweine; zur Speckmaſtung aber koͤnnen ſie nur als Vorbereitung dienen. Sie haben einen auffallenden Vorzug vor den Kartoffeln. Mr. Stovin giebt zu dieſem Behuf den Werth eines Buſhels Moͤhren, wenn ſie gekocht werden, auf zwey Schill. an. Dies ſcheint uͤbertrieben, indeſ⸗ ſen glaubt Young, daß der Verſuch merkwuͤrdig ſey, und daß das Kochen ihre Maſtungskraft ſehr vermehre. Nach Sir J. Mills Verſuchen iſt der Buſhel Moͤhren in der Schweinemaſtung roh acht Pence werth. Eine hoͤchſt merkwuͤrdige, in England taͤglich allgemeiner werdende Benutzung der Moͤhren iſt aber die zur Pferdefutterung. Schon lange weiß man, daß die Pferde ſie gern freſſen, und daß ſie — 302— ihnen vortrefflich bekommen. Man hat ſie auch als ein Mittel gegen den Dampf, die Druſe, und manche andere Krankheiten, angeruͤhmet. Daß ſie aber eine voͤllig hinreichende Futterung fuͤr die ſchwerſten Arbeitspferde, ohne alles Korn, und, wenn man will, ohne alles Heu, abgeben, iſt erſt in den neueren Zeiten in England anerkannt wor⸗ den. In Sufeolk wird die ſchoͤne, unterſetzige, unglaublich ſtarke Race von Pferden, bey der ſchwerſten Arbeit von Michaelis bis Oſtern, damit unterhalten. Einige geben Heu dabey, andere nicht, ſondern nur etwas Stroh, um die Zaͤhne zu ſcheuern, und den Durchfall, den ſie ſonſt da⸗ bey bekommen, zu verhindern. Hafer wird nur von ſehr Wenigen dabey gefuͤttert; die Pferde laſſen ihn auch liegen, wenn ſie Moͤhren vollauf haben, und ſich erſt daran gewoͤhnt. Da die beyden erſten Theile von den Annalen des Ackerbaues uͤberſetzt, und hoffentlich in den Haͤnden eines jeden lehrbe⸗ gierigen Landwirths ſind, im zweyten Theile aber*), in der Beſchreibung einer, dieſer Pferdefutterung wegen, beſonders von Young unternommenen Reiſe durch Suffolk, das Weſentlichſte daruͤber angefuͤhrt iſt: ſo enthalte ich mich eines weitlaͤuftigern Aus⸗ *) S. 84 der Ueberſetzung. In demſelben Theile findet man auch eines Herrn Carter Einwuͤrfe gegen den Moͤhrenbau zur Pferdefutterung, nebſt Poungs Ant⸗ wort. S. 214. 28 ng wocht 518 Und hiet 5 deg heri Duh deſ n undae reinſg ” glei kandg Veßl Sie s A; Ihteng ſe eine vnd eih u vff * nüſige 1 als und A ſe de nn und, erſ er wor⸗ Ipezige de amit Kdere Khne d⸗ ar vut I laſſen a haben, zc erſten meſet thtte S et*) Ferung art Reiſe anfhrt nalus⸗ — 2 findet a m den us Ank⸗ zuges. Die Quantitaͤt Moͤhren, welche ein Pferd woͤchentlich erhaͤlt, iſt ſehr verſchieden, von 7 bis 15 Buſh., je nachdem es ſchwere Arbeit thun muß, und ihm dabey Heu oder anderes Nebenfutter ge⸗ reicht wird. So viel iſt ausgemacht, daß man mit 1 Acre Moͤhren wenigſtens eben ſo weit kommt, wie mit 4 Acres des beſten Hafers. Obgleich Young, nach allen ſeinen geſammel⸗ ten Nachrichten, der Meinung iſt, daß man den Werth eines Buſh. Moͤhren bey gewoͤhnlichen Prei⸗ ſen zu 1 Schilling annehmen kann: ſo will ich ihn hier doch, nach der geringſten Berechnung, die ich bey den engliſchen Schriftſtellern finde, nur zu acht Pence anſetzen. Wenn nun aber ein Acre im Durchſchnitt 600 Buſhel giebt, ſo iſt der Ertrag deſſelben ⸗. ⸗ 20 Pf. St. und nach Abzug der Koſten 6— 14 Pf. St. Welcher Bau, welcher Betrieb kommt dieſem gleich! Und dann iſt es eine Saat, welche das Land keinesweges erſchoͤpft, wie dies Kartoffeln und Weißkohl, nach zuverlaͤſſigen Erfahrungen, thun. Sie verbeſſert vielmehr das Land von Jahr zu Jahren, macht es zum tiefen, reichen Gartenboden, und vertilget alles Unkraut. Insbeſondere ſichert ſie eine reiche Gerſtenerndte auf das folgende Jahr, und ein vortreffliches Kleefeld auf das dritte Jahr, in deſſen untergepfluͤgte Stoppel dann auf mittel⸗ maͤßigem Boden Weitzen vorzuͤglich geraͤth. NU reiner Vortheil ⸗. N Und, wenn die Moͤhren benutzt werden, wie jedes Produkt dieſer Art benutzt werden ſollte,— nicht zum unmittelbaren Verkauf, ſondern zur Win⸗ termaſtung; welch' eine Menge von Duͤnger, und welche Verbeſſerung der ganzen Wirthſchaft iſt da⸗ von zu hoffen! Obenein iſt unter allen Gewaͤchſen keins, was dem Mißrathen weniger ausgeſetzt waͤre, wie dieſes. Es haͤlt ſich in jeder Witterung, und leidet von keinem Inſekte. Wenn der Saamen nur gut iſt, ſo kann kein Unfall es weiter treffen. Und in dem einzigen Falle, daß der Saamen nichts taugte, hat man doch nichts weiter als dieſen verloren, und man hat noch Zeit genug, das Feld mit Kartof⸗ feln oder Ruͤben zu beſtellen*). *) Der Moͤhrenbau giebt in der That ein ſehr großes Produkt und bezahlt dadurch ſeine Koſten reichlich auf lockerem gut durchduͤngten Boden. Aber wegen der vielen Handarbeit, die er erfordert, wird er doch nicht leicht allgemein und im Großen betrieben werden köͤn⸗ nen; es ſey denn, daß man die Drillmethode, nach der im Zten Bande S. 304 beſchriebenen Art, anwende. Den Saamen auf eine andere Weiſe in Reihen zu ſaͤen, geht nicht gut, weil er ſich zu ſtark aneinander haͤngt. Ain, wie 1 fe,— 8 Win⸗ on, und frit Vierzehntes Capitel. 8, vas Der Kohlbanu)). chjieſes. as von kif. Zu den Gewaͤchſen, welche in England zur Vieh⸗ i dem futterung im Großen gebauet werden, gehoͤrt vor⸗ on hat zuͤglich der Weißkohl oder das Weißkraut. Die⸗ an d jenige Art aber, welche daſelbſt zu dieſem Zwecke rhaarxufe vorzuͤglich im Gebrauch iſt, kennen wir in Teutſch⸗ b land, meines Wiſſens, noch nicht. Die Englaͤnder 2 rößes. 4. li uf*) Ich habe uͤber den Kohlbau Mehreres im dritten In 4 Bande S. 416 geſagt. Es giebt Gegenden in Teutſch⸗ 4 land, wo der Kohlbau zur Viehfutterung auch haͤufig Pens betrieben und ſehr vortheilhaft befunden wird. An 7 1 den meiſten Orten bauet man ihn aber nur zum Ver⸗ *. kauf, und glaubt, daß er zur Futterung nicht vor⸗ ande. theilhaft ſey. Allerdings wird man ihn zur Futterung Ken 1 nicht halb ſo hoch benutzen, als wenn man ihn ohne na dander zu weite Fuhren verkaufen kann. Aber dennoch wird die Futterung des Kohls ſehr vortheilhaft ſeyn, wenn man ihn nur nach den Koſten, die er macht, anſchlaͤgt, vorausgeſeßt, daß man einen ihm angemeſſenen Boden habe. u nennen ihn den großen Schottiſchen Kohl. Er erreicht auf ſtarkem reichem Lande eine erſtaunliche Groͤße, im Durchſchnitt 20 Pfund der Kopf. Da⸗ bey hat er den Vorzug, daß er allem Froſte wider⸗ ſtehet, und ſich, wie Einige behaupten, bis zu Ende Aprils hinhaͤlt; nur ſeine aͤußern Blaͤtter werden etwas beſchaͤdiget. Die Erndten von einem Aecre werden nach dem Gewichte zu 30 bis 54 Tons à 20 Centner angegeben. Young nimmt den Er⸗ trag vom Acre, auch die mißrathenen und auf min⸗ der ſchicklichem Boden gezogenen Erndten mitge⸗ rechnet, im Durchſchnitt zu 36 Tons oder 720 Centner an. Eine noch groͤßere Art, welche man die Ame⸗ rikaniſche nennt, hat man in England zu bauen angefangen. Die Koͤpfe deſſelben erlangen ein Gewicht von 50 bis 70 Pfund, und der Ertrag eines Acres wird zu 1400 Centner angegeben. Ich kenne dieſe Kohlarten bis jetzt nicht, hoffe aber bald daruͤber etwas aus eigener Erfahrung ſagen zu koͤnnen, indem ich Saamen davon er⸗ warte. Mit dieſem großen Ertrage ſtehet der ange⸗ nommene Werth eines Acres Kohl in keinem Ver⸗ haͤltniſſe. Dieſer Werth wird zwar lediglich nach der Benutzung in der Viehmaſtung beſtimmt. In⸗ deſſen muͤßte er doch hoͤher ſeyn, als er nach den von Young auf ſeinen Reiſen geſammelten An⸗ dariff dm it Re ſähre it a de Thag weddhe de ſh Geſt wes ſ weng leßt und g hüreg 50 5, Segai heſtim a foc eied — hl. Er 8 aunliche 24. Da⸗ 28 wider⸗ d u Ende at werden a m Acre 44 Tons nden Er⸗ auf min⸗ aimitge⸗ a r 0 ane Ame⸗ bauen A gen ein 1(ttray aen. e, foff hrung on er⸗ ange⸗ am Ver⸗ ach nach ant. Jw za ach den enten An⸗ gaben erſcheinet. In ſeiner Reiſe durch die noͤrd⸗ lichen Gegenden iſt er zu 10 bis 21 Pf. St., im Durchſchnitt zu 14 Pf. St., angegeben; in der Reiſe durch die oͤſtlichen Gegenden aber nur im Durchſchnitt zu 7 ½ Pf. St. Young glaubt die Urſache dieſes Widerſpruchs darin zu finden, daß man den Kohl, beſonders in den oͤſtlichen Gegenden, nur als ein Surrogat fuͤr die Ruͤben, als eine Huͤlfe, wenn dieſe im Fruͤh⸗ jahre fehlten, angeſehen habe. Man ſpare ihn bis zu dieſer Zeit auf, verliere dann aber einen großen Theil der Blaͤtter durch Froſt und Faͤulniß. Auch werde wol unvermerkt ein anſehnlicher Theil fuͤr die Milchkuͤhe, die Schweine und anderes von dem Geſinde vorzuͤglich beguͤnſtigtes Vieh weggeholet, weswegen er dann dem Maſtvieh im Fruͤhjahre weniger zu gute kommen koͤnne. Hieraus allein ließen ſich ſolche Widerſpruͤche erklaͤren, wie er hin und wieder, z. E. bey einem Mr. Crowle, ge⸗ hoͤret. Dieſer verſicherte naͤmlich: daß er vom Aere 50 Tons erhalte, daß aber bey dem Bau doch kein Segen waͤre. Um den wahren Werth des Kohls zu beſtimmen, muͤſſe man ihn gleich im Herbſte, wo er noch alle beyſammen und unbeſchaͤdiget iſt, mit beſonders dazu aufgeſtelletem Maſtviehe verfuttern. Sirr Robert Burdet, zu Formark bey Trent, bauet großen Amerikaniſchen Kohl, und verfuttert ihn gleich mit Maſtvieh. Auf dieſe Weiſe ſchlaͤgt u 2 er die Benutzung eines Acres auf 30 Pf. St. 8 Schill. an*). Nach einer Beſchreibung des Kohlbaues in den Schriften der Bath⸗Societaͤt**), giebt ein Aere 54 Tons. Ein Maſtochſe frißt taͤglich 200 Pfund, daher koͤnnen 20 Stuͤck uͤber vier Wochen mit einem Acre erhalten werden. Das Stuͤck woͤchentlich, exclusive des Miſtes, 5 Schill., macht 20 Pf. St. Ich muß indeſſen geſtehen, daß mir die An⸗ gaben des Gewichts, was ein Acre geben ſoll, uͤber⸗ trieben vorkommen, und daß die Wahrheit in der Mitte zu liegen ſcheine. Bey einem ſo enormen Ertrage muͤßte ſich der Kohlbau in England in 10 Jahren ſehr gehoben und vermehrt haben. Aus manchen Nachrichten ſcheint mir aber das Gegentheil zu erhellen. Mr. Onley ſagt**sn), man truͤge in Suffolk Beden⸗ ken, viel Kohl zu bauen, weil man gefunden, daß die darauf folgende Gerſten⸗Erndte und der Klee im dritten Jahre darnach zuruͤckſchluͤgen. Bey ei⸗ nem geringen Ertrage des Kohls waͤre dieſes Be⸗ denken allerdings gegruͤndet; mit dem Miſte von *) Tour through the East. T. I. p. 178. **) I. II. p. 103. ***) Bath papers. T. III. p. 302. ücte etine unſit qber ds genderlt A getür In Ni ud5 Faühec ſchman Mitt don dine an li daß nder, Angeg nider gfenze t, ſat „vin den n Are Dfund, teinem d dentlich, 928)f. St. ahe An⸗ de üͤber⸗ tsgin der ſich de ggeeſohen Thrichen I. Me. Beͤden⸗ un, dß Ger Kler .By ei A ⁵ Bge⸗ von — 8 20 Maſtochſen, in 4 Wochen, laͤßt ſich aber, mei⸗ nes Beduͤnkens, einem Acre ſchon Kraft wieder⸗ geben. Der Kohlbau erfordert vor allen andern Braach⸗ fruͤchten, nach engliſcher Art behandelt, wol den geringſten Aufwand. Die Bearbeitung iſt nicht viel umſtaͤndlicher, wie bey der Kartoffel; die Erndte aber um ſo viel leichter. Man verfaͤhrt damit fol⸗ gendergeſtalt: Der Kohlacker wird allemal vor Winter tief geſtuͤrzet, und bleibt in rauhen Furchen liegen. Im Fruͤhjahre wird er noch dreymal in die Laͤnge und Quere gepfluͤget, alsdann, wenn es nicht ſchon fruͤher geſchehen, ſtark mit Miſt befahren, und in ſchmale Beete von vier Fuß aufgepfluͤget. Auf die Mitte dieſer Beete werden die Pflanzen zwey Fuß von einander geſetzet. Etwa nach 14 Tagen wird eine Furche, mit einem kleinen einſpaͤnnigen Pfluge, an beyden Seiten der Kohlreihen abgepfluͤget, ſo daß nur ein ſchmaler Streifen ſtehen bleibet. Nach andern 14 Tagen wird dann dieſe Furche wieder angepfluͤget. Letzteres wird nun noch etlichemale wiederholet, ſo daß immer mehr Erde an die Kohl⸗ pflanzen angebracht und der uͤbrige Theil des Bee⸗ tes, ſammt den Furchen, beſtaͤndig rein gehalten werde. Die Zwiſchenraͤume in den Reihen werden mit der Handhacke einmal durchgearbeitet. Die Koſten eines Acres Kohl berechnet man folgendermaaßen: ꝓpf. St. Schill. Pence. Fuͤnfmal zu pfluͤgen.. 1 0 Zweymal zu eggen.. 15 dreyſpaͤnnige Fuder Miſt Saamen und Saamenbeet Pflanzen...... Nachpflanzen.... Pferdehacken. Handhacken..... Schneiden und Wegfahren Landpacht... Sa. 0 ◻ -O 0O 6 606 60 O d OG — O&&᷑ 0( CO060660 S8S0O SS0Go0 ◻ 90 Die ſchoͤne Bearbeitung, welche der Klay⸗ boden, der allein dem Kohlbau angemeſſen iſt, hierdurch erhaͤlt, kommt allerdings der folgenden Saat zu gute. Die Duͤngung verzehrt der Kohl aber wol allein. Je luxurioͤſer ſein Wuchs iſt, — deſto ſtaͤrker muß nothwendig die Auszehrung des Bodens ſeyn; alſo auch ſtaͤrker bey dem großen engliſchen Kohl, als bey dem unſrigen. Daß ſie aber auch ſchon bey dem unſrigen nicht geringe ſey, davon bin ich aus eigener Erfahrung feſt uͤberzeugt. Daher wird ein erheblicher Kohlbau, zum Verfahren und Verkauf, der Wirthſchaft in der Folge allemal nachtheilig werden, wenn gleich der Vortheil Anfangs ſehr anlockend ſcheint. Ein guter Wirth darf ſich ſolchen nie anders erlau⸗ — d S beym Maſu ſicenn heden! ſergen beſond welcher der in ſtnien d 8 nit an Mt pence. 960 Klah⸗ arren iſt cenden 1Kohl te ſi IAng des ne grofen D eringe ergy fiſt un zum nn der ech der 7 Ein a erlal⸗ — 311— ben, als in dem Falle, wo er ſich Miſt fuͤr Geld wieder verſchaffen kann. Alſo nur in der Nach⸗ barſchaft von Staͤdten, wo jedes zu Markt ge⸗ brachte Fuder Kohl ein Fuder Miſt wieder her⸗ ausbringen kann. Anders verhaͤlt es ſich mit dem Verfuttern des Kohls auf dem Hofe. Hier wird der Acker beym Kohlbau nicht leiden, und dieſer wird durch Maſtung und Molkenwerk allemal einen anſehn⸗ lichen reinen Ertrag abwerfen, wenn anders der Boden zum Kohlbau geeignet iſt. In Anſehung der Futterung des Milchviehes ſtimmen zwar alle darin uͤberein, daß er die Milch ſehr vermehre und zugleich fetter mache, auch den Kuͤhen ſehr zutraͤglich ſey. Viele aber geben ihm Schuld, daß er der Milch und Butter einen wi⸗ drigen Beyſchmack gebe. Dies, behaupten Andere, ruͤhre lediglich von angefaulten Blaͤttern her, und man koͤnne es voͤllig verhuͤten, wenn man dieſe ſorgfaͤltig abloͤſen laſſe. Auch ſey es nicht zu be⸗ ſorgen, wenn Kohl vermiſcht mit anderem Futter, beſonders mit Moͤhren, gegeben werde; als bey welcher Futterung Milch und Butter im Winter der im Sommer voͤllig gleich komme. Bey mir iſt nie der geringſte Beyſchmack an der Butter und Milch verſpuͤret worden, wenn die Kuͤhe zu En. des Sommers den Abfall des Kohls, freylich mit anderm gutem Futter vermiſcht, erhielten. Mit Kohlkoͤpfen ſelbſt habe ich nur einen Winter — 312— im Jahre 1795 gefuttert, da bey meiner Wirth⸗ ſchaft, nahe bey der Stadt, der Verkauf derſel⸗ ben vortheihafter iſt. Die Milch hatte keinen Beyſchmack, aber der Kohl ward auch bey mei⸗ ner Winterbruͤhfutterung gekocht und ſo uͤber das Haͤckſel gegeben. Einer in England auf ſchwerem Boden ſehr gebraͤuchlichen Art, Kohl zu bauen, muß ich noch erwaͤhnen. Wenn naͤmlich die Bohnen, die in einer Entfernung von 3 bis 4 Fuß gedrillet wer⸗ den, etlichemale bearbeitet ſind, ſo pflanzt man Kohl in die Zwiſchenraͤume. Wenn die Bohnen wegkommen, ſo erhaͤlt der Kohl Luft, und die Bohnenreihen werden nur mit dem leichten Pfluge bearbeitet und allmaͤhlig an die Kohlkoͤpfe gebracht. Erreicht dieſer Kohl nun gleich nicht die Groͤße des allein gebaueten, ſo giebt er doch einen betraͤcht⸗ lichen Zuwachs im Ertrage des Bohnenfeldes*). Ich bediene mich beym Kohlbau der Kartof⸗ feln⸗Pferdehacke, womit ich die Erde allmaͤhlig ſtäcker an die Koͤpfe anbringe. Pflanzt man den Kohl nicht im Verbande oder ſogenannten Quin⸗ cunx, ſondern in Quadraten: ſo kann man mit *) Das muß jedoch die große fruͤhe Windſor⸗Bohne ſeyn. Unſere gewoͤhnliche Feldbohne reift zu ſpaͤt. Und ſelbſt jene muß vor ihrer vöͤlligen Reife geſchnit⸗ . ten werden. 8 Wirh⸗ int derſel⸗ an keinen 1 wei⸗ er das 2Sn ſehr Auch nac en die in unt wer⸗ un man Mohnen a de 22 Pfuge ebracht ) oße des erräch⸗ 2 ſes ¹) 2g Kartof slmähli an den an Quin⸗ a un mit — aae⸗Bohne Fzu ſost. 27 geſchait dieſem Inſtrumente den Kohl von allen Seiten an⸗ haͤufen, und jeden Zwiſchenraum bearbeiten, wo⸗ durch die Handhacke faſt ganz entbehrlich wird. Dies wird hinreichend ſeyn, um meinen Leſern vom Kohlbau mit der Pferdehacke, nach der Me⸗ thode der Englaͤnder, einen deutlichen Begriff zu machen. In naher Verwandtſchaft mit dem Kohle ſte⸗ het die Kohlruͤbe, Kohlrabe oder Steckruͤbe, von den Englaͤndern Turnip rooted cabbage genannt. Sie wird von den Englaͤndern als Viehfutter um ſo hoͤher geſchaͤtzt, da ſie ſich bis ſpaͤt in das Fruͤh⸗ jahr hinein erhalten laͤßt, und ein ſolches Futter fuͤr das noch nicht vollendete Maſtvieh von großer Wichtigkeit iſt. Sie wird auf dieſelbe Art, wie der Kohl, gebauet und behandelt. Ihr Ertrag iſt hin und wieder ſehr hoch, zu 33 bis 40 Tons, angegeben. Der Durchſchnitt der Angaben in Youngs noͤrdlicher Reiſe iſt aber nur 17 Tons. D Funfzehntes Capitel. i e Kartoffeln»). Wenn in Teutſchland jeder Tageloͤhner den Kar⸗ toffelnbau von Grund aus zu verſtehen glaubt, und ein großer Theil der Landwirthe und oͤconomiſchen Schriftſteller es faſt unter ihrer Wuͤrde halten, viel daruͤber zu ſagen: ſo ſind die Englaͤnder faſt in An⸗ ſehung keiner Frucht ſo zweifelhaft, und halten keine *) Seitdem ich dieſes Capitel ſchrieb, naͤmlich ſeit 1794, hat ſich der Kartoffelbau im Großen ungemein verbrei⸗ tet. Ich wohne insbeſondere jetzt in einer Gegend, wo er in einer Ausdehnung getrieben wird, die kaum ihres Gleichen finden moͤgte. Im Oderbruche ſowol als auf der Hoͤhe des Oberbarnimſchen Kreiſes der Churmark macht der Kartoffelbau einen Hauptpfeiler der Wirthſchaft auf manchen großen Guͤtern aus, und es giebt viele, auf denen in der Regel 5 bis 600 Wiſpel gebauet werden, groͤßtentheils zum Behuf der Ochſen⸗Maſtung. Durch die Menge des hieraus er⸗ folgenden Duͤngers hat die Wirthſchaft hier einen maͤch⸗ tigen Schwung bekommen, und der auf der Hoͤhe vor⸗ hin ſehr erſchoͤpfte Boden faͤngt an, neue Kraft zu — n de u 3e war und g der ein a Kat⸗ 3u und mnſchen 21] di Frn Ar⸗ A kine —— „ 179½¼ a verbre⸗ 1a begend, . e kaum 17 ſowol n“s der acpfeller ap, und 3 6⁰0 Kuf der 110 aus er⸗ anz maͤch⸗ 1bhe vor⸗ a raft zu — 315— einer ferneren Aufmerkſamkeit und Unterſuchung ſo werth, wie grade dieſe. Jeder Landwirth weiß, wie erſtaunend verſchieden der Ertrag eines Kartoffeln⸗ feldes ſey, und keiner wagt es, vorher zu beſtimmen, was er ungefaͤhr davon erndten wird. Man hat zu Zeiten dreihundert Himten vom Morgen gehabt, zu Zeiten kaum funfzig. Der Acker und der Bau war doch das eine Mal ungefaͤhr wie das andere, und an der Witterung lag es auch nicht ganz, denn der eine Nachbar erndtete viel, der andere wenig.— Wenn man ein Kartoffelnfeld aufnimmt, ſo findet man Stoͤcke, die zehn Pfund, und andere, die kaum ſo viel Lothe unter ſich haben, neben einander. Welch einen Unterſchied muͤßte es machen, wenn alle von dieſer oder wenn ſie von jener Art waͤren! Man bemerkt dies, und laͤßt es gut ſeyn. Aber * zeigen. Die großen Schwierigkeiten, welche man in anderen Gegenden bey groͤßerer Ausdehnung dieſes Baues zu finden glaubt, ſchrecken hier nicht mehr ab. Und wenn gleich in dieſem Jahre(1805) die allerunguͤnſtigſte Witterung die Korn⸗ und Nachheu⸗Erndte, und mit derſelben die Winterbeſtellung verſpaͤtete, und ein faſt unerhoͤrt fruͤher anhaltender Froſt im October eintrat, wozu noch ein durch die Mobilmachung der Armee ver⸗ mehrter Menſchenmangel kam, ſo daß wirklich ein Theil der Kartoffeln in der Erde bleiben mußte, und wenige ganz unbeſchaͤdigt herauskamen: ſo ſiehet dies jeder⸗ mann doch wie ein ungewoͤhnliches Ereigniß an, und wird ſich dadurch vom Kartoffelnbau ſo wenig, wie vom Kornbau, abſchrecken laſſen. eine Urſache muß es doch haben; und waͤre es nicht der Muͤhe werth, ſie zu erforſchen, und ein Mittel auszufinden, um lauter Stoͤcke der vollkommenſten Art auf ſeinem Acker zu haben? Der Unterſchied einer großen und einer ſchlechten Kartoffel⸗Erndte be⸗ traͤgt auf einem Morgen Landes leicht 50 Rthlr., bey faſt gleichen Koſten, und uͤberdas hinterlaͤßt eine gute Erndte immer reines, der Braache gleiches Land; eine ſchlechte, verquecketes. Ehrwuͤrdig iſt mir daher ein James Ander⸗ ſon, der eine genaue Unterſuchung des Kartoffeln⸗ baues anfing, und mit wahrem philoſophiſchem Geiſte einen Plan zu dieſer Unterſuchung anlegte, der faſt das Vermoͤgen eines Privatmannes und das laͤngſte Lebensalter eines Menſchen uͤberſteigt*). Es iſt auch bey weitem nicht alles uͤber den Kartoffelnbau in England aufs Reine gebracht. In⸗ deſſen glaube ich die folgenden Seiten nicht unnütz⸗ lich zu verwenden, wenn ich, in Anſehung der wich⸗ tigſten Momente, die Reſultate der engliſchen Be— obachtungen mittheile, und damit meine eigenen, die ich ſeit zehn Jahren gemacht habe, verbinde. Die Abarten der Kartoffeln gehen faſt ins Unendliche. Es entſtehen nicht nur aus dem Saamen neue Arten, ſondern ſie veraͤn⸗ *) Bath-papers, Vol. IV. —— — und e hüheri hende li g weſſe den. artur keine hinge Kart halte in ein gnügen manni durher dijeni Kuref ſteden 1 aaſi nict minüittel atunſten etſſchied mie be⸗ Othlr. at eine 2and; Pher⸗ eneeln⸗ inyeſſte 1 it Saingſte ir r den N⸗ tnii⸗ (Grvi⸗ 51 Be⸗ enen/ ate. 1 mim t nur M vrtin⸗ kugelfoͤrmig, oder herz⸗ und epfoͤrmig, oder aber — 31,— dern ſich auch allmaͤhlig nach dem Erdboden, wor⸗ auf ſie gebauet werden. Ich habe ſelbſt geſehen, daß die allerdunkelſte ſchwarzrothe Art ſich in eine weiße veraͤnderte. Daß die Einwirkung des Blu⸗ menſtaubes der Kartoffeln ſich auch auf die Wurzeln und Bollen erſtrecke, wie Herr Amtmann Spring und Herr Pfarrer Simon behauptet haben, bleibt mir ſo lange unglaublich, bis es durch zuverlaͤſſige reine Erfahrungen und Verſuche erwieſen worden; und es iſt mir nicht hinreichend, dieſes, von allen bisherigen Erſcheinungen im Pflanzenreiche abwei⸗ chende, Phaͤnomen ſchon deswegen fuͤr wahrſchein⸗ lich zu halten, weil man die Unmoͤglichkeit nicht er— weiſen kann. Ich bezweifle darum gar nicht die von den Herren Simon und Spring bemerkte Aus⸗ artung; allein ich habe ſie erfolgen geſehen, wo an keinen fremden Saamenſtaub zu denken war; und hingegen verſchiedene dicht neben einander ſtehende Kartoffelnfelder unveraͤndert, jede in ihrer Art, er⸗ halten gefunden. Um die mannigfaltigen Abarten der Kartoffeln in einige Ordnung zu bringen, muͤſſen wir uns be⸗ gnuͤgen, die Extreme zu bemerken, welche durch mannigfaltige Abſtuffungen in einander uͤbergehen. Vorher muͤſſen wir aber einige Aufmerkſamkeit auf diejenigen Eigenſchaften richten, wodurch ſich die Kartoffelarten hauptſaͤchlich von einander unter⸗ ſcheiden. 1. Die Form der Bollen iſt entweder faſt — 318— laͤnglich, in welchem Falle ſie mehrentheils ge⸗ kruͤmmte Spitzen, wie Hoͤrner, haben. 2. Die Farbe der Haut iſt entweder weiß oder roth. Letztere Farbe geht aus Dunkelſchwarz⸗ roth in Fleiſchfarbe, erſtere von Gelbbraͤunlich zu Weiß uͤber. 3. Die Conſiſtenz und der Geſchmack. Man hat naͤmlich ſehr waͤſſrige, weiche, leichte, ſchnell in Brey zerkochende; und andere mehlreiche, feſte, ſchwere, haͤrtere Arten. Erſtere haben, zumal ge⸗ gen das Fruͤhjahr, einen gewiſſen galſtrigen Ge⸗ ſchmack; letztere aber ſchmecken angenehm, und die vollkommenſten kommen faſt den Caſtanien gleich. Doch kann man von dieſen nicht ſo viel, wie von jenen, eſſen. Auch geben dieſe mehr Staͤrkmehl, und folglich auch mehr Nahrung. 4. Das Kraut iſt entweder feiner, und kommt mit vielen kleinen Spitzen aus der Erde, haͤlt ſich aber auf ſeinen duͤnnen Stielen immer aufrecht ſte⸗ hend. Oder es kommt nur mit wenigen Spitzen aus der Erde; dieſe aber werden ſtark, haben groͤ⸗ bere, breitere Blaͤtter, und legen ſich nach der Bluͤ⸗ the nieder. 5. Die Bluͤthe geht in mannigfaltigen S G chat⸗ tirungen von Weiß zu Hochroth, und von Weiß durch Hellblau zu Dunkelblau und Violet uöber⸗ 6. Die Art, wie ſich die Bollen an⸗ ſetzen, macht eine merkwuͤrdige Verſchiedenheit aus. ———— ———— Ftil g⸗ Bey einigen ſetzen ſie ſich naͤmlich dicht am Stamm, und draͤngen ſich, wenn ſie ſtark werden, einander as weiß aus der Erde heraus, ſo daß ſie uͤber die Oberflaͤche iywuré derſelben wuͤrden zu liegen kommen„wenn man ſie ali zu f nicht anhaͤufte. Bey andern verbreiten ſie ſich wei⸗ ter umher, und man findet oft Kartoffeln in ziem⸗ licher Entfernung vom Stamme. Amack. ac ſchnel 7. Sie vermehren ſich entweder der Zahl c feſte oder der Maaße nach ſtaͤrker. Diejenigen Arten, auzil ge⸗ welche recht viele anſetzen, ſind gewoͤhnlich klein. 1ng zen, ai Ge⸗ Die, welche wenigere Stuͤcke unter ſich haben, annd dee ſcheffeln beſſer. ahgletc. S u ien Dieſe Erſcheinungen ſind es, meiner Einſicht nach, vorzuͤglich, worauf wir zu achten haben, wenn Bneh, wir die mancherley Abarten beſtimmen wollen*). a knmt Malt ſih*) Ich hatte in der erſten Ausgabe die gebraͤuchlichſten artt ſe⸗ engliſchen Kartoffelarten angegeben, und ſie mit den Soizen in Niederſachſen gebaueten verglichen. Allein ich habe 85 ſchon im dritten Theile dieſes Werkes, S. 327, an⸗ 4 ni gezeigt, daß ich mich darin geirret habe, und laſſe des⸗ 11e Blü⸗ halb dasjenige, was ich uͤber einige beſondere Arten 8 ſagte, weg, indem ich mich nicht im Stande fuͤhle, daruͤber etwas Zuverlaͤſſiges beyzubringen, bevor ein asSchat⸗ dieſen Unterſuchungen gewachſener Liebhaber den im 190 Weiß dritten Bande S. 325 geſchehenen Vorſchlag realiſirt. er. Was ich indeſſen daſelbſt S. 328 und hier uͤber das Verhaͤltniß der Kartoffelnarten gegen einander geſagt Rhn Nan⸗ habe, finde ich durch die Erfahrung immer mehr be⸗ it beſtaͤtiget, indem es ſich in meiner jetzigen Gegend, wo 19 320 Wenn man ein Kartoffelfeld, welches nicht friſch geduͤnget iſt, und auf welchem man einen Fleck aus keiner Urſache fuͤr fruchtbarer halten kann, wie den andern, wo ſie in gleicher Entfernung ſte⸗ hen, und gleich fleißig bearbeitet ſind— aufnimmt, ſo findet man Pflanzen, die drey⸗ bis viermal ſo viel unter ſich haben, als andre. Es iſt ſehr glaub⸗ lich, daß dieſe groͤßere Ergiebigkeit in der Natur einzelner Pflanzkarkoffeln liege, und es verlohnte ſich alſo der Muͤhe, ſolche Pflanzen auszuzeichnen und ſie wieder vor andern zu pflanzen. Ich habe mir dieſes ſo oft vorgenommen, es iſt aber immer bey der Eile, womit meine große Kartoffeln⸗Erndte betrieben werden muß, verſaͤumt worden. ich ganz andere Kartoffelnarten, wie in Niederſachſen, angetroffen habe, eben ſo damit verhaͤlt. Eine hier gebauete laͤngliche rothe Art iſt, nach Einhofs Unter⸗ ſuchungen, ungemein mehlreich, und beſitzt zugleich ei⸗ nen betraͤchtlichen Antheil von glutinoͤſem Eyweißſtoff. Auch finden ſie die Menſchen vorzuͤglich nahrhaft oder ſaͤttigend. Allein ſie giebt, der Maſſe nach, einen geringern Ertrag, wie andere Arten. Ich kann daher nicht umhin, nochmals zu wiederholen, daß man ſich ſehr truͤge, wenn man ſich bey der Auswahl der Kar⸗ toffelnart blos durch ihre groͤßere Eintraͤglichkeit beſtim⸗ men laͤßt; es ſey denn, daß man ſie zum Verkauf baue, und die Kaͤufer eben ſo wenig ihre Guͤte zu unterſcheiden wiſſen. — toffe ſtellu Ertra der r jenig und ſlich wiede fen, anſeh die ande ßer den mat fuͤr dah mer Me auß her Daß von 5s niht arm einen altn kann, mang ſte⸗ un ummt, * mal ſo 2 glaut⸗ 38 Natur Klohnte addichnen d habe ummer alörndte — +—— I Gn hier . nta⸗ 18 gleic i⸗ 1 weeißſof⸗ aft ohr Sa, einen äsn doher us zun ſich 1ghr Ku⸗ beſtim⸗ un Verkouf 32vüte zu — Die Vorbereitung des Ackers zu Kar⸗ toffeln iſt mannigfaltig angegeben. Es giebt Be⸗ ſtellungsarten, die gewiß einen uͤberwiegend⸗großen Ertrag geben; aber nach Abzug der Koſten bleibt der reine Vortheil nur geringe. Dahin gehoͤrt die⸗ jenige Art, wo man die Pflanzkartoffel nur flach in den Boden hineindruͤckt, oder auch nur obenauflegt und ſie erſt mit Duͤnger, dann mit einem Spaden⸗ ſtich Erde bedeckt. So wie ſie hervorkommt, wird wieder Erde aus den Zwiſchenraͤumen darauf gewor⸗ fen, und dies ſo oft wiederholt, bis ſie in einen anſehnlichen Huͤgel zu liegen kommt. Wenn gleich die Kartoffeln bey dieſer Methode ſehr weit ausein⸗ ander liegen muͤſſen, ſo iſt ihr doch ein ſehr gro⸗ ßer Ertrag nicht abzuſprechen. Und uͤberdas hat ſie den Vortheil, daß man fruͤh pflanzen kann, weil man den Froſt, bey der immer neuen Bedeckung, fuͤr die Keime nicht zu fuͤrchten hat. Sie kommen daher fruͤher zur Reife. Wenn man aber die Auf⸗ merkſamkeit und taͤgliche Arbeit, welche zu dieſer Methode gehoͤrt, erwaͤgt: ſo wird man leicht vor⸗ ausſehen, daß ſie ſich nur durch den Verkauf fruͤ⸗ her Kartoffeln im Kleinen bezahlt machen koͤnne. Daß ſie nur auf ſchwerern Boden paßt, verſteht ſich von ſelbſt. Manche einſichtsvolle Oeconomen haben uͤbri⸗ gens beym Kartoffelnbau dem Spaden den Vorzug vor dem Pfluge gegeben, uͤberzeugt, daß der hoͤhere Ertrag die mehrern Koſten reichlich bezahle. Man bemerkte in der That faſt allgemein, daß Kartoffeln 1. X — — ¾ —— —— — ſſſ — 322— auf gegrabenem Lande ungleich beſſer zutruͤgen, als auf gepfluͤgtem. So fand Young auf ſeiner noͤrd⸗ lichen Reiſe, daß die Erndten, uͤber 500 Buſhel vom Aere, ſaͤmmtlich auf gegrabenem Lande gezo⸗ gen waren, wogegen das gepfluͤgte nur Erndten von 150 bis 300 Buſhel gegeben. Auf der oͤſtlichen Reiſe iſt dieſer Unterſchied aber ſo erheblich nicht. Ich finde da nur eine Erndte von 544 Buſhel auf gegrabenem Lande zu Glaſtonbury. Alle uͤbri⸗ gen Kartoffelnbauer hatten gepfluͤgt, und es ſind Erndten von 600 Buſhel darunter. Der Durch⸗ ſchnitt aller iſt 427 Buſhel. Dieſes erklaͤrt ſich, wenn man weiß, daß die Farmers im oͤſtlichen Theile von England den Pflug ungleich beſſer zu brauchen verſtehen, als im noͤrdlichen. Bey uns iſt der erſte Anſchein ebenfalls fuͤr den Spaden. Jeder wird ſich erinnern, im Durchſchnitt mehr gute Kartoffeln auf gegrabenem als gepfluͤg⸗ tem Lande geſehen zu haben. Allein wir gerathen hier wieder in Gefahr, zwey zufaͤllig verbundene Dinge als Urſach und Wirkung anzuſehen, die bey genauerer Unterſuchung nicht in dieſem Verhaͤltniſſe gegen einander ſtehen. Diejenigen, welche zu den Kartoffeln graben, wenden im Allgemeinen mehr Fleiß darauf, als die, welche dazu pfluͤgen. Jene waͤhlen beſſeres, ge⸗ reinigtes, vielleicht ſchon lange in Gartenkultur ge⸗ ſtandenes Land dazu, oder ſolches, was lange in Raſen gelegen. Geumeiniglich geben ſie reichlich —,—— Fern, als arun ord⸗ o Guſhel eth gezo⸗ teran von 18 ichen Gle nicht. achel uf 8 übri⸗ uc ſid Tmurch⸗ dW ſih, 1 wädſheile d1aMauchen 1 , 1 für dn I Whſhnit eufle⸗ ertthen er undene a die bey atlltniſe f ncheaben, Fl die e ug, N⸗ aMur ge⸗ änge W reiclic — 323— Duͤnger. Sie behacken und jaͤten die Kartoffeln fleißig. So wie ſie aber die Meiſten bey uns nach dem Pfluge bauen, wird erſchoͤpftes, unreines, ſchwach geduͤngtes Land dazu genommen; die Pflug⸗ arbeit geſchiehet nachlaͤſſig und unuͤberlegt; die Pflanzkartoffeln werden uͤbereilt eingeworfen und nachher mehrentheils ihrem Schickſale uͤberlaſſen. Hier kommen ſo viele Umſtaͤnde zuſammen, die je⸗ nen den Vorzug vor dieſen geben muͤſſen, daß der Unterſchied zwiſchen Spaden und Pflug weiter in keinen Betracht kommen kann. Dagegen haben aber comparative Verſuche, die man unter uͤbrigens voͤllig gleichen Umſtaͤnden an⸗ geſtellet, zum Vortheil des Pfluges entſchieden, wenn er auf die gehoͤrige und zweckmaͤßige Art gebraucht worden. Es giebt hierzu drey Methoden*). Die erſte iſt die gewoͤhnliche, allenthalben ziemlich bekannte, **) Ich habe mich im 3ten Bande S. 332 u. f. uͤber die auf jeder Bodenart zu waͤhlende Methode des Kartoffeln⸗ baues ausfuͤhrlicher erklaͤrt, und verweiſe deshalb dahin. Indeſſen giebt es noch eine Methode, derer beſonders reicher, mir ſeitdem bekannt gewordener Ertrag mich be⸗ wegt, ſie hier zu beſchreiben, und mit der am Schluſſe dieſes erſten Bandes beygefuͤgten Figur zu erlaͤutern; zumal weil dadurch ein bindender und unreiner Acker auf eine vorzuͤgliche Weiſe gelockert und gereiniget wer⸗ den kann. Nachdem der Acker vorbereitet und der + 2 und auf leichterem Boden ſchickliche Art. Nachdem das Land vor Winter tief umgepfluͤget, und, ſo⸗ bald der Froſt aus der Erde, nochmals geruͤhret worden, wird der Duͤnger aufgefahren, nicht voͤllig auseinander geſtreuet, ſondern in Reihen gelegt. Nun laͤßt man zwey oder drey Pfluͤge, je nachdem die Kartoffelnreihen naͤher oder weiter von einander kommen ſollen, ſich folgen, und ſtellet eine hin⸗ laͤngliche Anzahl von Leuten an, die die Kartoffeln gleich hinter dem Pfluge in die Furche legen. Je⸗ der von dieſen hat einen andern hinter ſich, der auf jede Kartoffel mit der Forke, oder noch beſſer mit der Hand, Miſt legt. Nur in leichtem Sandboden Duͤnger in kleinen Haͤufchen abgeſtoßen worden, wird mit der Kartoffelnhacke, oder dem doppelten Streich⸗ bretts⸗Pfluge, eine Furche gezogen, welche die Geſtalt von No. 1 hat. In ſelbige wird der Miſt eingelegt, wie No. 2 zeigt; darauf die Kartoffeln geſetzt, wie in No. 3. Nun wird mit einem kleinen leichten Pfluge, wie der, welcher im erſten Hefte meiner Ackergeraͤthe abgebildet iſt, erſt von der einen Seite, wie in No. 4, dann von der andern Seite, wie in No. 5, ein Strei⸗ fen Erde daruͤber geworfen. So wie das Kartoffeln⸗ kraut hervorkommt, wird dann ganz dicht an der Reihe, wie No. 6 zeigt, ein Streifen Erde von beyden Sei⸗ ten abgepfluͤgt. Nachdem dieſe acht Tage gelegen hat, das Unkraut abgeſtorben und die Erde geluͤftet iſt, wird ſie mit demſelben oder dem doppelten Streichbretts⸗ Pfluge wieder angeworfen, und dann die fernere An⸗ — haͤufung mit demſelben nach gehoͤriger Zwiſchenzeit ver⸗ richtet. achden 1nd, ſo⸗ erüͤhret iin völlig taügelegt. 1 achdem treinander ine hin⸗ d evyffln 30 ⸗ her auf Mbe mit Odboden — „gen, wird 15 Etrit⸗ 1 Geſtlt Lingzlegt 1ne, nei tain Pfur .ageräth jenn Ro. 4, 1 Etrei⸗ nrtoffln⸗ hk Reihe, ad ten Sei⸗ 2 vgen hat, ußtiſt wird ichbtetts⸗ nere An⸗ nnzeit ver — 325— iſt kurzer verfaulter Miſt vorzuziehen. Auf ſchwe⸗ rem Boden iſt langer Strohmiſt beſſer, indem die Kartoffel gern locker liegt. Die zweyte Methode unterſcheidet ſich darin, daß man auf dem nochmals gepfluͤgten Lande die Saatfurchen in gehoͤriger Entfernung beſonders zieht, nach etlichen Tagen die Kartoffeln und den Miſt daruͤber einleget, und ſodann die Furche wie⸗ der herumwendet. Es gehoͤrt hierzu einige Uebung und Geſchicklichkeit, die Furchen in gehoͤriger Ent⸗ fernung zu ziehen. Sonſt hat dieſe Methode in manchem Betracht Vorzuͤge. Zu der dritten Methode gehoͤrt ein Pflug mit doppeltem Streichbrette, der nachmals zur Bearbei⸗ tung der Kartoffeln unumgaͤnglich erfordert wird. Man pfluͤgt damit noch vor Winter das ſchon muͤrbe gearbeitete Land in Furchen und hohen Ruͤcken auf, ſo daß es, wenn man darauf hinunterſieht, ohn⸗ gefaͤhr folgendergeſtalt anzuſehen iſt: —ℳz:=BVN- Jede Furche iſt 2 bis 3 Fuß aus einander. Im Fruͤhjahr werden die Ruͤcken geſpalten, dann im April die Furchen wieder aufgepfluͤgt, Kartoffeln und Miſt eingelegt, und ſolche durch eine aberma⸗ lige Spaltung der Ruͤcken bedeckt. Dieſe Methode hat beſonders auf ſchwerem Boden den großen Vor⸗ theil, daß ſie das Land in moͤglichſt groͤßter Ober⸗ — ⸗ —— — ——— — ————— — er Rene Rueewe Seewenoeer eree — 326— flaͤhe der Atmoſphaͤre den ganzen Winter hindurch ausſetzet, und vornehmlich die Erde, worin die Kar⸗ toffeln zu liegen kommen, mit befruchtenden Luft⸗ partikeln ſchwaͤngert. Nach welcher von dieſen drey Methoden die Kartoffeln auch eingelegt ſind, ſo werden ſie, wenn ſie aus der Erde hervorkommen, tuͤchtig mit einer eingreifenden Egge bearbeitet. Bald nachher braucht man aber den leichten Pflug mit doppeltem Streich⸗ brette, der auch Kartoffel⸗Pferdehacke genannt wird. Die engliſchen leichten Pfluͤge, die ich geſehen, ſcheinen mir doch ſaͤmmtlich zu ſchwer und zu com⸗ ponirt. Ich ließ mir daher nach der Form eines gewoͤhnlichen Hakens mit der Kluftdeichſel einen ma⸗ chen, wovon ich im Anhange zu dieſem Capitel eine Beſchreibung und Abbildung geben will*). Dieſer erfordert ſo wenig Kraft, daß ein ſchwaches Pferd ſpielend damit arbeitet; er laͤßt ſich leicht fuͤhren, und macht ſein Werk ſo ſauber, wie es mit keiner Handhacke geſchehen kann. Er zerſtoͤrt in einem ſehr unreinen Felde die Quecken voͤllig, indem er ſie, ohne ſie abzuſchneiden, heraushebt. Bald nachher gehet man die Reihen mit der Handhacke durch, um das in ſelbigen zuruͤckgeblie⸗ *) Er iſt nachmals in Bergens Anleitung zur Viehzucht, auf eine verbeſſerte Weiſe aber im 3ten Hefte meiner Ackergeraͤthe, abgebildet worden. aindurch ne Kar⸗ dn Luft⸗ en die ft wenn uit einer 1 rraucht ntreich⸗ anh wird. gehen, oom⸗ 7ai dnes 2 an wa⸗ a nel eine A Deſer führen t keiner inem em er mit der ungeblie⸗ — — A eehzuth 4 meiner bene Unkraut zu vertilgen, welches alsdann eine ſehr leichte Arbeit iſt. Nach 14 Tagen etwa wird das Pferdehacken nochmals wiederholet. Selten bleibt dann Unkraut. Indeſſen iſt es immer rathſam, im Julius oder Au⸗ guſt die Reihen nochmals durchzugehen, damit, wenn etwa eine Unkrautspflanze nicht zerſtoͤrt worden, ſondern in Saamen gehen wollte, ſolche ausgeriſſen werde. Auf eine fruͤhe und vollſtaͤndige Zerſtoͤrung des Unkrauts kommt der Kartoffeln⸗Ertrag hauptſaͤchlich an. Daher muß die Arbeit zu rechter Zeit geſche⸗ hen, und nicht verſchoben werden. Auch wuͤrde man bey den Kartoffeln, die ihre Wurzeln und Bollen weit um ſich her verbreiten, leicht ſchaden, wenn man die Pferdehacke zu ſpaͤt brauchen wollte*). Die Auswahl der Pflanzkartoffeln und die Entfernung, worin ſie zu legen, iſt eine andere wichtige Frage. Ehemals ſuchte man die kleinſten und ſchlechteſten Kartoffeln zur Saat aus, und Manche bleiben noch bey dieſer widerſin⸗ *) Dies hat doch bey gut gebaueten Pferdehacken, wie mich Erfahrung gelehret, nichts zu bedeuten, weil ſie unten nur eine ſehr ſpitze Furche machen. — 328— nigen Methode. Der groͤßte Theil unſerer Land⸗ wirthe iſt indeſſen, nach genereller Beobachtung, uͤberzeugt, daß große Kartoffeln groͤßere und alſo einen ſtarkern Ertrag, als kleine, hervorbringen. Daß man auf kleine Kartoffeln, derſelben Art, in England verfallen ſey, finde ich nicht; wol aber hat man ſie in vier bis ſechs Stuͤcke zerſchnitten ge⸗ legt, um dadurch einen großen Theil der Einlagen zu erſparen. Anderſons Verſuche, dieſe Frage zu ent⸗ ſcheiden, ſind von ihm, ſeinem Plan gemaͤß, zwar bey weitem nicht ganz ausgefuͤhrt*), aber ſie ent⸗ ſcheiden doch fuͤr die ganzen Kartoffeln ſehr be⸗ ſtimmt, falls ſie in hinlaͤnglich weiten Zwiſchen⸗ raͤumen gelegt werden. Dieſe Verſuche leiden, lei⸗ der! keinen Auszug, und die Frage moͤchte man⸗ chem teutſchen Landwirthe zu unwichtig ſcheinen, um 102 Seiten Verſuchs⸗Erzaͤhlungen zu leſen. Sie ſind ſonſt ein vollkommenes Muſter, wie Verſuche anzuſtellen ſind, um eine Streitfrage in der Land⸗ wirthſchaft zur unwiderſprechlichen Entſcheidung zu bringen. Ganze Kartoffeln, in einer Entfernung von 2 Fuß aus einander gepflanzt, geben den groͤß⸗ ten Ertrag von einer beſtimmten Flaͤche; zerſchnit⸗ tene, in gleicher Entfernung, geben den geringſten. Zerſchnittene, die aber naͤher an einander gepflanzt ſind, geben mehr als die vorigen. Sir Thomas *) Bath-papers, T. IV. 2 Jochtung, en ad alſo 9 cingen. At, in t. l aber etn ge vinlagen r apu ent⸗ gen zwar a nmn ent⸗ fr ichhr be⸗ d hiccen⸗ en, la⸗ Se mar⸗ en, im 1 ⁵ A yerjüch and⸗ Mung zu WDeunung Hu gröſf⸗ d ſchnit⸗ 9 ggſten. zaflanzt a homas 113. Land⸗ Beevor wiederholte dieſe Verſuche zum Theil, und erhielt folgendes Reſultat. Auf einem ſtarken, reichen, ſorgfaͤltig praͤpa⸗ rirten, aber nicht friſch geduͤngten Boden gaben B. P. Ganze Kartoffeln, auf 2 Fß. nach Verhaͤltn. zum Acre 1356 2 Ganze K.— 1 Fß. ⸗ ⸗ 756 1 In 2St. zerſchnitt.— 2 Fß.: 363 3 In 2St. zerſchnitt.— 1 Fß. ⸗— 2 487 1 In ZStuͤcke⸗— 1I Fß. ⸗ 7 ⸗ 887 1 Alſo ein, Manchem bis dahin unwichtig ſchei⸗ nender Umſtand ergab, im Ertrage auf 1 Acre, ei⸗ nen Unterſchied von 993 Buſhel. Sehr reicher Bo⸗ den iſt dies freylich geweſen. Ein Freund, dem ich dieſen Verſuch vorlas, aͤußerte ſeinen Zweifel uͤber den hohen Ertrag der unzerſchnittenen Kartoffeln uͤberhaupt. Er iſt ungewoͤhnlich, aber nicht bey⸗ ſpiellos. Ich habe ſelbſt auf reichem Gartenboden acht gehaͤufte Himten, die mit ſo viel geſtrichenen Buſheln uͤbereinkommen, von einer Quadratruthe gehabt, und dies wuͤrde auf einem Acrre noch faſt 100 Himten mehr betragen). *) Die Frage uͤber den Vorzug der ganzen oder zertheilten Kartoffeln iſt doch noch nicht entſchieden. Auſſer dem, was ich im 3ten Bande S. 352 daruͤber geſagt habe, enthalten die Annalen der niederſaͤchſiſchen Landwirth⸗ ſchaft und die Annalen des Ackerbaues manche dahin gehoͤrige, zum Theil ſich widerſprechende Beobachtungen. — 330— Ich uͤbergehe die vielen Anderſonſchen Ver⸗ ſuche, die er mit einzelnen Augen gemacht hat, da ſie noch nicht vollſtändig genug ſind, um practiſchen Nutzen daraus ziehen zu koͤnnen. Merkwuͤrdig aber ſind die, welche er mit dem Abſchneiden des Krautes gemacht hat. Er ſchnitt zaͤmlich aus den Mittelreihen eines gleichſtehenden Feldes einer beſtimmten Anzahl von Kartoffeln das Kraut ab, und zwar in folgenden Tagen: den 2. Auguſt, wie ſie eben aufbluͤheten; — 10. Auguſt, — 17. Auguſt, — 22. Auguſt, — 29. Auguſt, wie ſich die Saamenaͤpfel gebildet; — 5. September, wie das Kraut anfing, trocken zu werden, und der Saamen reifte. Am 28. October nahm er dieſe abgeſchnittenen Kartoffeln heraus, und eine gleiche Anzahl von un⸗ abgeſchnittenen in der Naͤhe. Er wog ſie ſorgfaͤltig, und der Verſuch gab folgendes Reſultat: Schneidet man das Kraut ſo verliert man auf 1 Acre an folgenden Tagen ab: an Pfunden] an Buſhel, 2. Auguſt ⸗ ⸗— 35000— 624 10.— ⸗ ⸗z— 28650— 511 17.— ⸗ ⸗— 26691— 4276 22.— 2 ⸗— 15750— 281 29.— ⸗„— 12031— 214 mber N 5. Septe— 5250— 95. ſo Pn Per⸗ m Toat, da aeg ttiſchen ]) ſänitt ch henden aeln das ih an h„Widtt; d er trcken dpaamen 1 üttenen Gyen w⸗ 1sgfättg : dn TAre nnuſhel 221 Sul —5 — 281 — 24 — 95 8 ait dem. Auch nahm er an denſelben Tagen, wo er je⸗ nen Kartoffeln das Kraut abſchnitt, eben ſo viel Kartoffeln aus der Erde und wog ſie. Nach den Reſultaten dieſes Verſuchs wachſen zwar die abge⸗ ſchnittenen Kartoffeln noch etwas, aber nur ſehr wenig. Es erhellet hieraus, wie nachtheilig die Wirth⸗ ſchaftlichkeit ſey, das Kartoffelnkraut zur Viehfut⸗ terung abzuſchneiden, und wie unentbehrlich dieſes zur Ernaͤhrung der Knollen ſey. Ein fruͤheres Aufnehmen der Kartoffeln, um ſie zu hoͤherem Preiſe zu verkaufen, iſt nach Anderſon's Verſuchen immer verluſtbringend, wenn auch der Preis dreymal ſo hoch waͤre, als er ſechs Wochen nachher, wenn ſie zu ihrer voͤlligen Reife gelangt ſind, ſeyn wuͤrde. Es iſt allemal rathſamer, ſie ſo lange ſtehen zu laſſen, bis das Kraut abſtirbt; denn ſo lange wachſen ſie. Als im Jahre 1795 der Kornmangel in Eng⸗ land ſo fuͤrchterlich ward, gab der Board of agri- culture ein Blatt, mit der Inſchrift: Hints re- specting the use and culture of potatoes, her⸗ aus. Außer einer allgemeinen Aufmunterung zum Kartoffelnbau, enthaͤlt es eine Anweiſung, ſehr fruͤhe Kartoffeln zu erziehen, und ſogar auf dem⸗ ſelben Lande zwey Erndten in einem Jahre zu er⸗ halten, wie in Kornwallis uͤblich iſt. Man ſoll die Pflanzkartoffeln einer fruͤhern Art an einen war⸗ men, doch luftigen, Ort legen, damit ſie Anfangs — —-—— —— 2 —————4—y——.—— — — 332— Maͤrz ſchon keimen, ſie dann ohngefaͤhr auf die Weiſe, welche im Anfange des Abſchnitts von der Vorbereitung des Ackers zu Kartoffeln beſchrieben worden, behandeln. Dieſe, heißt es daſelbſt, wuͤrden ſchon im May eine Erndte geben, nach welcher man ſogleich andre, die man ebenfalls ſchon keimen laſſen, pflanzen koͤnne. Die damalige Furcht vor Hungersnoth konnte die Empfehlung einer ſolchen Methode rathſam ma⸗ chen. Außerdem iſt ſie hoͤchſtens im Kleinen an⸗ wendbar und vortheilhaft. Nie wuͤrde ich indeſſen zum zweytenmale auf demſelben Lande in einem Jahre Kartoffeln bauen, ſondern lieber eine andere Frucht folgen laſſen. Dagegen findet man Viele, die eine ſpaͤte Pflanzung empfehlen, ſelbſt noch zu Anfange des Junius. Es iſt gewiß, daß man davon in naſſen Sommern und bey ſpaͤtem Froſte ſehr gute und beſ⸗ ſere Erndten, wie von fruͤheren, gehabt. Bey un⸗ guͤnſtiger Witterung weiß ich aber auch, daß wenig daraus geworden iſt. Hat man indeſſen ſehr un⸗ reines Land, ſo iſt es ganz rathſam, bis nach der Mitte May's zu warten, und dem Lande noch eine Furche mehr zu geben, die ſo ſpaͤt zur Vertilgung des Unkrauts ſehr wirkſam iſt. Die Pflanzkartoffeln muͤſſen dann aber ſchon Keime geſchlagen haben. Auch hat man in England, nach der Abfutterung der Winterwicken, oft ſehr gute Kartoffeln gebauet. Zu Wimbleton, unweit London, pflanzt man ſogar Kartoffeln nach fruͤhen Garten⸗Erbſen, und ——·, ͤͤ ff die on der rrfeln ißt es Foheben, ccpfall ieonnte r ma⸗ anhl an⸗ n teſſen ainem andere ac veni t Un⸗ tch der m eine algung mäpffeln maben. urterung bauet. mlt man 3r, und behauptet, daß dieſe vorzuͤglich ſchmackhaft ſeyn ſollen. Ueber die Koſten des Kartoffelnbaues finde ich viele Berechnungen bey den Englaͤndern: ſie ſind aber ſehr verſchieden, ſo daß ſich kaum ein Durch⸗ ſchnitt daraus ziehen laͤßt. Ich will daher die Be⸗ rechnung von dem, was ſie mir, faſt in jedem Jahre gleich, koſten, herſetzen. Drey Morgen— ein ein⸗ zelner Morgen wuͤrde immer etwas hoͤher kommen— koſten: 2mal zu pfluͤgen 2„ 2 Zu eggen ⸗ ⸗ ⸗. 30 zweyſpaͤnnige Fuder Duͤnger, à 30 Mgr., zur Haͤlfte auf die Kar⸗ toffeln berechnet ⸗ ⸗ 44 Himten Kartoffeln, à 10 Mgr. Einzulegen in die Furche ⸗ Das Land kurz vor dem Auflaufen der Kartoffeln mit dem Arndti⸗ ſchen vierſchaarigen Saatpfluge bearbeitet ⸗ Erſtes Bearbeiten mit der Pferdehacke Nacharbeiten mit der Handhacke 2tes Bearbeiten mit der Pferdehacke Ausreiſſen einiges Unkrauts Aufzunehmen Abfahren ⸗ Ausſuchen ⸗ 4 Saͤcke, Ausmeſſen beym Verkauf, zum Theil ans Markt zu fahren N u m A NU N R n 5 2 2 A A un nn n uozſh — — 1 — 334— Ertrag habe ich von der oben beſchriebenen, der Zuckerkartoffel ſich mehr, als der Engliſchen, naͤ⸗ hernden Art im Durchſchnitt 200 Himten vom Mor⸗ gen, worunter 20 Himten kleiner Ausſchuß, alſo von 3 Morgen: Rthlr. Mgr. 540 Himten, à 10 Mgr..„ 150— 50 Himten kleine, à 5 Mgr.„ 3 12 b 158 12 2 2 2 63 17 *- 94 31 Alſo à Morgen ohngefaͤhr 31 Rthlr. 13 ¾ Mgr. Dennoch iſt dieſer Ertrag ſehr geringe. Ich bin nach Verſuchen im Kleinen uͤberzeugt, daß ich einen Morgen auf 300 bis 350 Himten bringen koͤnnte, und zwar durch eine Furche mehr ins Kreuz gege⸗ ben, und durch 25 Fuder Duͤnger, ſtatt 10 Fudern. Aber die Verhaͤltniſſe meiner Wirthſchaft litten das bis jetzt im Großen nicht*). Koſten 2 Reiner Vortheil N A Eine ſehr reiche Duͤngung zu Kartoffeln iſt⸗ wo ſie anzuſchaffen ſteht, allemal hoͤchſt vortheilhaft. — *) Die Arbeit beym Kartoffelnbau ſowol, als den davon zu erwartenden Ertrag, ſamt deſſen relativem Werthe, habe ich im dritten Bande genauer zu beſtimmen ver⸗ ſucht. „en, der G, na⸗ 24. Mor⸗ 46, alſo 1*.. Mr. 82— 12 —— 1 I o 17 31 1 Mr. It din räc einen e nnte Fdu geg⸗ 1 Fuden. Ftten di Mn en daben Werthe, Paemen tu — 335— Der hoͤhere Ertrag der Kartoffeln bezahlt ſie ſchon vollkommen, ſie wirket aber bey einem guten Frucht⸗ wechſel auf eine lange Reihe von Jahren. Alle uͤbrige Koſten bleiben voͤllig dieſelben, man mag ſtark oder gar nicht geduͤnget haben, und der Er⸗ trag verdoppelt ſich. Dabey ſind die Kartoffeln un⸗ ter gehoͤriger Bearbeitung eine ſo reinigende Frucht, daß man alle Urſach hat, das Unkraut im Acker in die ſtaͤrkſte Vegetation zu ſetzen, um es zu zerſtoͤ⸗ ren. Ie geiler es aufſchlaͤgt, deſto leichter toͤdtet man es. Dagegen iſt zu manchen andern Fruͤch⸗ ten, die ſich nicht ſo leicht reinigen laſſen, eine ſtarke Duͤngung, wegen des Unkrauts, oft von uͤbeln Folgen. Dennoch habe ich in practiſchen Schriftſtellern gefunden, man ſoll Kartoffeln in aus⸗ getragenes Land pflanzen; ſie wuͤrden zwar nicht viel eintragen, aber immer doch etwas; ſo lange noch Kraft im Lande ſtecke, muͤſſe man ſie durch Korn⸗Erndten zu benutzen ſuchen. Kartoffeln gar in friſchen Duͤnger zu pflanzen, ſey unverantwortlich. — Ich moͤchte die Kartoffelnfelder ſolcher Wirthe wol ſehen! Unmoͤglich kann die Erndte, die ſie ſich davon verſprechen duͤrfen, die Koſten einer gehoͤrigen Bearbeitung bezahlen. Da werden denn beym Auf⸗ nehmen die Kartoffeln muͤhſam und ſelten genug unter den Quecken hervorgeſucht werden muͤſſen, und die Arbeit des Aufnehmens, wenigſtens in manchen Jahren, den Werth der Erndte uͤberſteigen. Eine duͤnger⸗fordernde und duͤnger⸗freſſende Frucht ſind Kartoffeln allemal. Ich glaube nicht — 336— zu irren, wenn ich annehme, daß ſie die Haͤlfte des Duͤngers verzehren. Will man alſo das Land in voͤlliger Kraft fuͤr die folgende Saaten behalten, ſo muß man ihnen den doppelten Duͤnger geben. Wer nicht zu Duͤnger Anſtalt zu machen weiß, der ſchraͤnke ſich mit ihrem Bau auf den Kuͤchengarten ein. Als Futterung in der Wirthſchaft verbraucht, geben ſie ihren conſumirten Duͤnger zwar reichlich wieder; zum Verkaufe hingegen leidet, des anſchei⸗ nenden großen Vortheils ungeachtet, jede Wirthſchaft darunter, die nicht aus einer nahen Stadt Miſt kau⸗ fen kann, oder ſonſtige Quellen dafuͤr hat. Kann man ihn kaufen, ſo iſt ein zweyſpaͤnniges Fuder auf dem Felde zu 1 Rthlr. 12 Mgr. nicht zu theuer. Hiernach wird ſich dann auch die Verſchieden⸗ heit der Meinungen uͤber die Wuͤrkung der Kartoffeln aufs Land und die folgenden Fruͤchte leichter vereinigen laſſen. Ungeduͤngte und ſchlecht bearbeitete Kartoffeln muͤſſen das Land in dem allerelendeſten Zuſtande, ſowol entkraͤftet, als unrein, hinterlaſſen. Maͤßig geduͤngtes, aber gut bearbeitetes, Kartoffelnland traͤgt eine ſehr gute Erndte von ſolchen Fruͤchten, die mehr reines und lockeres, als ſtarkes und rei⸗ ches Land verlangen. Daher ſo viele Nachrichten in den Annals o. A., daß man vortreffliche Gerſten⸗, die Häͤlf das Land behalten, Ner geben. weiß der cdhengarten werbraucht, reiclich Phes anſchei⸗ sdirthſchat n Miſt kau⸗ at. Kann a Füder auf theuer. zerſchitden⸗ rrung der olgenden as fartoffln aiuſtande, Nißg aaß ffelnland 34 Frächten, und rei⸗ 1 pe Gerſten⸗ — 332— aber ſchlechte Weitzen⸗Erndten davon gehabt*). Da die Kartoffeln aber nicht nur ſelbſt vielen Duͤnger herausnehmen, ſondern auch, gehoͤrig bearbeitet, das Land in einem ſo muͤrben und der Vegetation zutraͤglichen Stande hinterlaſſen, daß die naͤchſtfol⸗ gende Frucht ſich des uͤbriggebliebenen voͤllig bemaͤch⸗ tigen kann: ſo wird eine Kartoffeln⸗Erndte in ei⸗ nem Umlaufe eine doppelte Duͤngung allemal erfor⸗ dern, oder das Land in eine große Erſchoͤpfung ver⸗ ſetzen. *) Eine unzählige Menge von Erfahrungen vereinigen ſich nun dahin, daß uͤberhaupt Wintergetreide nach Kartof⸗ feln ſchlecht gerathe; Weitzen freilich noch ſchlechter, wie Rocken. Einige ſchieben dies blos auf die ſpaͤtere Be⸗ ſtellung. Dies kann etwas beytragen, iſt aber gewiß die alleinige Urſache nicht. Auch iſt es wol nicht die zu große Lockerheit des Bodens; denn man machte die Bemerkung auf lehmigem Boden, der fuͤr Rocken nicht leicht zu locker wird, haͤuſiger wie auf Sandboden. Wir werden vorerſt ſicherer gehen, wenn wir uns in Anſehung der Wirkungen der Fruchtfolge lediglich auf Beobachtungen einſchraͤnken, und vorerſt alle Theorie und alle Erklaͤrungen weglaſſen, weil uns dieſe leicht zu unrichtigen Schluͤſſen verleiten, und der unbefange⸗ nen Beobachtung Eintrag thun koͤnnten. Gegen die allgemeine Erfahrung, daß nach Kartoffeln ſchlechte Winterung gebauet werde, habe ich nur Widerſpruͤche auf ſandigen, aber ſtark und alle zwey Jahre geduͤng⸗ ten, Stadtfeldern gehoͤrt. Es waren aber Felder, auf denen nicht wohl etwas anderes, als Rocken, gebauet werden konnte, und wo man mit einem ſehr maͤßigen T. N 4—5 — 338— Insbeſondere hat man in England in den Gras⸗ wirthſchaften großen Nachtheil davon verſpuͤhret, wenn man die umgebrochene Narbe mit Kartoffeln beſtellet, obgleich ſie da enormen Ertrag gegeben. Und auch dies hatte mich vorläͤngſt eigne Erfahrung gelehret. Der ſonſt ſo ſcharffinnige Bergen em⸗ pfiehlt, als die vortheilhafteſte Methode, Grasland umzubrechen, es graben und mit Kartoffeln beſtellen zu laſſen. Ich verfuhr nach ſeinem Rathe, hatte eine ſehr ſchoͤne Erndte, im zweyten Jahre ziemlich gute Gerſte; aber aus dem darunter geſaͤeten Klee Korn Ertrag ſchon zufrieden war, wenn man nur Stroh erhielt. Nur im umgebrochenen alten Dreeſch habe ich nach Kartoffeln guten Rocken geſehen, der je⸗ doch auch nicht ſo viel im Korne gab, als er nach der Staͤrke des Strohes verſprach. Ich ſahe vor etlichen Jahren einen zum Kuͤchengarten benutzten Platz, der ganz mit Rocken beſtellet war, zur Zeit der Reife an, und fand auf einer Stelle die Aehren faſt ſaͤmmtlich aufrecht ſtehend, da ſich die uͤbrigen ſtark neigten. Auf meine Frage, was daſelbſt im vorigen Jahre gewachſen waͤre, ſagte man: Kartoffeln.— Deshalb paſſen Kartof⸗ feln durchaus nicht in die Braache beym Dreyfelder Syſtem. Man muß ſie da in das Winterfeld nehmen und wird dieſes ohne nachhaltigen Verluſt thun, wenn man einen Fleck auswaͤhlt, wo ſich nach ſchlecht gera⸗ thenem Klee oder Erbſen Quecken im Lande erzeugt ha⸗ ben, Andere nehmen ſie ins Sommerfeld, und laſſen dann Erbſen darauf folgen, was auch nicht unrichtig iſt, wenn zu jenen geduͤnget wird; denn Erbſen wer⸗ den nach Kartoffeln ſehr gut. den Graz. derſpuͤhret, mMartoffeln as gegeben. rtetfahrung Igen em⸗ 26 Grasland Ftn beſtellen ce, hatte al ziemlich adten Klee nen un u 1lte Dreech 2 hen, der je er nach der 2 vor ttüchen 1e Paah, der *eife an, und ar lih aufrect Ins Auf mein 4 tzſen wäre, a een fartof⸗ aa Orefelder anhld nehmen nNun, wenn chylecht gera⸗ annerzeugt he⸗ 2is und laſſen a itt unihti ierkrbſen wer ward nichts. Ich beſtellte es daher im dritten Jahre, nachdem ich es zuvor geduͤnget, mit Hafer, und ſaͤete Thimothy⸗ und Hafergras darunter. Der Hafer fiel maͤßig aus; aber nun wollte das Gras nicht wach⸗ ſen. Erſt nach etlichen Jahren brachte ich das Land durch Seifenſieder⸗Aſche wieder in guten Wieſen⸗ ſtand. Man hat in England vielfaͤltig uͤber den Vor⸗ zug des Kohls, der Kartoffeln, oder der Ruͤben und Wurzelgewaͤchſe, als reinigende, zur Viehfut⸗ terung beſtimmte Zwiſchenfruͤchte, geſtritten. Der Kohl hat ohne Zweifel auf tauglichem Boden den Vorzug der Zutraͤglichkeit, die Kartoffeln den der Nahrhaftigkeit und Haltbarkeit bis zum Sommer; die Ruͤben aber den des mindeſten Ausſaugens. Im Jahre 1795 hatte ich ein Sandfeld zu Rüͤ⸗ ben beſtimmt, und Anfangs May den Duͤnger ſchon unterpfluͤgen laſſen. Mein Verwalter, ein großer Freund des Kartoffelnbaues, hatte Pflanzkartoffeln uͤbrig behalten, und drang in mich, es damit be⸗ legen zu laſſen. Ich willigte bis auf ½ des Feldes ein, welches zu Ende Junius mit Ruͤben beſaͤet wurde. Mein Verwalter gloriirte uͤber den wol doppelten Werth des Kartoffel⸗Ertrages, obgleich die Ruͤben ganz gut geriethen. Ich ließ ihm die Freude, und ordnete nur an, daß das ganze Feld auf einem Tag mit Rocken beſtellt werden ſollte. Im May zeigte ſich die Scheidelinie zwiſchen dem Kartoſfel⸗ und Ruͤbenfelde wie abgeſchnitten; ſo viel Y 3 3 — 340— ſtaͤrker war die Vegetation auf dieſem. Ich machte viele meiner Freunde darauf aufmerkſam, die es kaum glauben wollten, daß jener Umſtand lediglich die große Verſchiedenheit mache. Bey der Erndte verhielt ſich der Ertrag wie 7 zu 4. Mein Ver⸗ walter bekehrte ſich. Manche haben geſagt: alles Unheil, welches Amerika durch ſein Gold, durch ſeine Krankheiten, und vielleicht gar neuerlichſt durch ſeine Freyheits⸗ Grundſaͤtze, uͤber Europa verbreitet habe, wuͤrde durch das Geſchenk, welches es uns mit der Kar⸗ toffel gemacht hat, reichlich aufgewogen. Dagegen zaͤhlen Andre dieſe Frucht mit in der Reihe von Uebeln auf, die wir der Entdeckung von Amerika ſchuldig ſind. Dieſe behaupten naͤmlich, daß eine Menge von Krankheiten, die in neuern Zeiten— oft freylich nur dem Namen nach— ſich ungleich haͤufiger aͤuſ⸗ ſern, wie ehemals, als da ſind Skrofeln und ein vermeintes Skrofelgift— ein Ding, was niemand kennt, niemand definirt hat, wogegen faſt jede Buͤchſe im modernen Arzeney⸗Apparat empfohlen wird, aber eigentlich kein Mittel aus der Apotheke helfen will— Abzehrungen mancherley Art, Eng⸗ liſche Krankheit, Haut⸗Ausſchlaͤge, Wuͤrmer, Bleich⸗ ſucht, weiſſer Fluß, Kraͤmpfe, Gicht, Rheumatis⸗ men, Bruͤche, Schleimfieber und Verſchleimungen, er hmachte in die es eulediglich 4 Erndte Pin Ver⸗ din welches mnkheiten, Kehheitz⸗ 3o wͤdde innder Kar⸗ an Dagegen Rihe don *Nwrerke aw enge boh ſt ſteylih eußcer iuſ da und ei n niemand ag fäſt jede mempfohlen 41 Aokheke galrt, Eng⸗ V n er, Bleic⸗ Kheumatb a leimungen. — 341— allgemeine Traͤgheit und Erſchlaffung, Neigung zur Selbſtbefleckung— kurz, faſt alle die Krankheiten und Uebel, wogegen die Essentia miraculosa coronata in den Hamburger Zeitungen hilft— von dem haͤufigen Genuſſe der Kartoffeln herruͤhren. Auf die Gefahr, mich mit einigen meiner Amtsbruͤder hieruͤber zu entzweyen, muß ich zur Beruhigung meiner Mitbruͤder, der Landwirthe (Farming brothers), und, meiner Ueberzeugung nach, zur Rettung der Kartoffeln, von dieſem Vor⸗ wurfe etwas ſagen, da es allerdings fuͤr die Land⸗ wirthſchaft in manchem Betrachte hoͤchſt wichtig iſt, ob man die Kartoffeln fuͤr ein gutes oder fuͤr ein ungeſundes Nahrungsmittel halten ſoll? Der erſte Verdacht, welchen die Aerzte auf die Kartoffeln warfen, ruͤhrte wol daher, daß ſie nach ihrem botaniſchen Character zu einem Pflanzen⸗ Geſchlechte gehoͤrten, welches mehrere Arten ent⸗ hielt, die auf die Rerven des thieriſchen Koͤrpers eine betaͤubende Wirkung aͤuſſern. Man findet zwar zuweilen, daß mit einer botaniſchen Verwandtſchaft einige Aehnlichkeit in dieſen Wirkungen verbunden iſt; aber dies iſt bey weitem nicht immer der Fall. Sonſt gaͤbe es ſo viele Gewaͤchſe, welche aus un⸗ ſerer Kuͤche verbannet werden muͤßten, wo wir ſie als die mildeſten Nahrungsmittel kennen. Selbſt die ſanfte, milde Lactuke ſteht im botaniſchen Syſteme nahe bey einer der giftigſten Pflanzen, dr lactuca virosa. Peterſilie, Kerbel, Paſtinak, 342— Sellerie, ſelbſt die Moͤhren, waͤren hoͤchſt verdaͤch⸗ tig, denn die Aehnlichkeit ihres ganzen Wuchſes und beſonders ihrer Befruchtungsorganen mit den Schier⸗ lingsarten, iſt gewiß eben ſo groß, wie die der Kartoffeln mit andern Nachtſchatten. Da nun noch Niemand einen Schatten von giftiger, ſcharfer oder narcotiſcher Wirkung auf den thieriſchen Koͤr⸗ per an den Kartoffeln hat bemerken koͤnnen, ſo laͤßt man dieſen Vorwurf einer unehrlichen botaniſchen Verwandtſchaft ziemlich fallen, ohne ihn jedoch ganz aufzugeben. Dagegen beſchuldigt man ſie um deſto mehr ihres mehligten, kleiſterartigen Beſtandtheils wegen. Dieſer ſoll nicht allein die Gedaͤrme und die ſich darin oͤffnenden einſaugenden Milchgefäße verklei⸗ ſtern, ſondern ſelbſt in andere Gefaͤße, Druͤſen und Abſonderungsorgane uͤbergehen und ſolche verſtopfen, dadurch dann jenes Heer von Krankheiten erzeugen. Dieſe, aus der veralteten Theorie vom gluti⸗- nosa spontaneo und viscido entſprungene, mit der ſich immer mehr aufklaͤrenden pathologiſchen Phyſiologie unertraͤgliche Beſchuldigung, wird noch haͤufig von Aerzten wiederholet, deren uͤbrigen Ein⸗ ſichten und reifer Beurtheilungskraft man ſo etwas kaum zutrauen ſollte. Das Staͤrkmehl, dieſer Haupt⸗ ſtoff der thieriſchen Nahrung, ſoll alſo unverdau⸗ lich, der Animaliſation unfaͤhig erklaͤrt und als eine fremde, vom Lebensprincip unbezwingbare Subſtanz aus unſern Nahrungsmitteln herausgeſchafft werden! 8 eddich⸗ des und Z5chier⸗ nie der a nun acharfer 1 Kör⸗ t ſolißt dniſchen jedoch meht Invegen. rie ſch Jeerkli⸗ Lun und ¹ topfen, rjeugen. 4 gluti⸗ gie, mit P ſſchen d noch ren Ein⸗ n etwas Hauxt⸗ berdau⸗ gals eine ubſtanz werde — 343— Man nehme uns nun die noch mehr verkleiſternde animaliſch⸗vegetabiliſche Colla dazu, und wir werden an keiner Krankheit weiter leiden, ſondern— vor Hunger ſterben! „Aber die Erfahrung zeigt doch die nachthei⸗ ligen Folgen des haͤufigen Kartoffeln⸗Eſſens nur zu deutlich. Man ſieht dies, ſagt man, beſonders in ſolchen Staͤdten, wo die gemeine Claſſe des Volks ſich kuͤmmerlich mit Manufaktur⸗Arbeiten naͤhrt, und die Haͤlfte des Jahrs taͤglich Kartoffeln ißt. Jene Krankheiten nehmen daſelbſt, beſonders unter den Kindern, ſo uͤberhand, daß man wenig geſunde mehr ſieht.“ Aber, liebe Collegen! Eſſen dieſe Leute nicht auch taͤglich Brod, trinken ſie nicht auch Waſſer? — Warum ſchiebt ihr es nicht ſo gut darauf, wie auf die Kartoffeln?— Mirr deucht, dies beweiſe nichts, als daß dieſe ſo wenig wie jene im Stande ſind, alle jene atoniſchen Krankheiten zu verhuͤten und ihren mannigfaltigen Urſachen entgegen zu ar⸗ beiten. Sind die unreine Luft, der Schmutz, die faulenden Ausduͤnſtungen, der Kummer, die ſitzende Lebensart, der Mangel an freyer, die koͤrperlichen Kraͤfte erhebender Bewegung, und mancher anderer Staͤrkung, deren dieſe Claſſe entbehren muß, nicht Urſache genug zu jenen Uebeln? Nehmt ihnen noch die Huͤlfe und den Troſt, welchen ihnen jenes wohlfeile Nahrungsmittel giebt, und ſie werden voͤllig verkuͤmmern! — 344— Es iſt ſchon gegen Analogie, daß der Inſtinct zu Nahrungsmitteln ſo truͤgen ſollte. Faſt jeder unverwoͤhnte Gaumen liebt dieſes Gewaͤchs vorzuͤg⸗ lich, und beſondes eſſen es Kinder und junge Leute, nicht ein oder anderes Mahl, ſondern faſt taͤglich, mit dem groͤßten Vergnuͤgen, und ziehen es, auf die Dauer, jeder anderen Speiſe vor. Man bemerket ferner von einem ſtarken Genuſſe der Kartoffeln, vorausgeſetzt, daß ſie gahr gekocht und nicht durch fehlerhafte Zumiſchungen unverdau⸗ licher gemacht werden, durchaus keine unmittel⸗ bar uͤble Folgen; man eſſe ſie zum erſten oder zum tauſendſtenmale. Die Natur warnt uns doch ſonſt bey Allem, was uns auf die Folge ſchaͤdlich werden kann, durch einige, unmittelbar darauf fol⸗ gende Beſchwerden. Dies geſchiehet hier uͤberall nicht. Vielmehr wird keine vegetabiliſche Nahrung von ſchwaͤcheren Verdauungskraͤften leichter und mit weniger Unbequemlichkeit bezwungen, als dieſe. Sie erregt weniger Gaͤhrung, Aufblaͤhung und Saͤure, als irgend eine. In meiner 25jäͤhrigen Praxis er⸗ innere ich mich keines Beyſpiels, wo ich wegen zu viel genoſſener Kartoffeln ein Recept haͤtte verſchrei⸗ ben muͤſſen. Und doch weiß ich mehrere Fäͤlle, wo junge Burſchen, beſonders zu der Zeit, wo Kartof⸗ feln noch nicht auf den Tiſch der Eltern kommen, ſich auf dem Markte welche gekauft, ſolche ſelbſt abgekocht und zum Vesperbrodte ganz unmaͤßig da⸗ von gegeſſen haben, ohne daß es ihnen etwas ge⸗ ſchadet hat. 4— Anſtinet 3jedet üorzüg⸗ h keute, d, auf ashenuſe dugekocht aj erdau⸗ anttel⸗ oder ts doch 2eddlüch guf fol⸗ 4e üͤberol 3ahrung aand mit 4*. Si * Säun⸗, aris er⸗ dgen zu ghrſchrei⸗ Re, wo artof⸗ mumen, ch ſelhſ nſig da⸗ pds gl⸗ — 345— Endlich ſind mir viele zahlreiche Familien be⸗ kannt, wo Erwachſene und Kinder ſechs Monate im Jahre mehr Kartoffeln, wie irgend eine andere Speiſe, genießen. Und dieſe Familien(wo aber ſonſt auf alles geachtet wird, was der Erhaltung und Ausbildung des Koͤrpers nachtheilig oder wohl⸗ thaͤtig ſeyn kann) ſind ſehr geſund, und grade von allen den Uebeln frey, die einige Aerzte den Kar⸗ toffeln zuſchreiben wollen. Es giebt hier unter an⸗ dern eine große und beruͤhmte Erziehungsanſtalt, wo die Kartoffeln die Haͤlfte des Jahrs den Haupt⸗ theil der vegetabiliſchen Nahrung ausmachen, weil die jungen Leute faſt jedes andere Gemuͤſe mit Un⸗ willen auf den Tiſch kommen ſehen. Und dennoch ſind oder werden dieſe jungen Leute in dieſem In⸗ ſtitute ſo geſund, daß jedermann ihr friſches mun⸗ teres Anſehen bewundert. Die Krankheiten, die vorfallen, ſind hitziger Art, und jene atoniſchen Uebel machen mir hoͤchſtens nur bey neuen An⸗ koͤmmlingen Muͤhe. Geſichert durch aufmerkſame Beobachtung, gebe ich ſogar Reconvalescenten Kartoffeln zu, wenn ihr Appetit darauf verfaͤllt, wie dieſes bey krankgewe⸗ ſenen Kindern haͤufig der Fall iſt. Ich thue das ſogar nach ſogenannten Schleimſtebern, wenn die. Zunge noch belegt iſt, ohne allen Nachtheil, ob⸗ gleich Manche dieſe Fieber ſelbſt den Kartoffeln beymeſſen. Man verzeihe es mir, wenn ich hier vielleicht einen Augenblick vergaß, daß ich jetzt nicht Arzt, ſondern Landwirth ſey. Vermuthlich verdankt es mir Mancher, daß er ſeine Kartoffeln in der Folge getroſteren Muthes genießet und ſie ſeinem Geſinde vorſetzet*). In gleicher Maaße enthaͤlt die Kartoffel frey⸗ lich weniger Staͤrkmehl und noch weniger von der⸗ jenigen vegetabiliſch-animaliſchen Materie, die wir Colla oder Gluten nennen, wie die Getreidearten**). Wenn ſie daher gleich weniger nahrhaft iſt, auch das Unternehmen, Brod aus ihr allein zu backen, mit vielen Schwierigkeiten verknuͤpft iſt: ſo hat ſie doch, wenn wir auf die Maſſe von Nahrung ſehen, welche man durch ſie einer beſtimmten Flaͤche des Ackers abgewinnet, wol vor jeder andern Frucht entſchiedenen Vorzug. Daher iſt ihr Gebrauch zur Futterung und Maſtung des Viehes auch ſo allge⸗ mein geworden. Wenn wir bedenken, daß ein Morgen gehoͤrig gebaueter Kartoffeln leicht ſo viel Nahrungsſtoff fuͤrs Vieh giebt, wie acht Morgen des beſten Weidelandes, und in eben dem Ver⸗ — *) Mehrere Beweiſe fuͤr die Nahrhaftigkeit der Kartoffeln findet man im zten Bande S. 374 u. f. **) Nach voͤlliger Austrocknung enthaͤlt die Kartoffel, dem Gewichte nach, mehr Staͤrkemehl, als ſelbſt der Weitzen, und zwar nicht gerade denſelben Klober, den der Weitzen enthaͤlt, aber viel von dem ſehr homogenen Eyweiß⸗ ſtoff. ankt es a Folge yeſinde t frey⸗ Iyn der⸗ Wwie wir gen**). t, auch z acken, faat ſie an ſehen, 3 de de Fruct unh jr Ho allge⸗ daß en ſo vil P Nurgen n Veu⸗ — — wurtoffeln affel/ dem 1 Wäißen, n⸗Weiten t Ehwäß⸗ — 342— haͤltniſſe zur Erhaltung und Vermehrung der buͤr⸗ gerlichen Geſellſchaft beytragt, indem ſie ſogleich durch Vermehrung des Duͤngers die Quelle neuer Cultur wird: ſo erſtaunen wir uͤber den Zuwachs, den dieſe Frucht dem Menſchengeſchlechte und der Staͤrke den Staaten zu bringen vermoͤgend iſt.— Doch ich will meine practiſch⸗oͤconomiſchen Leſer nicht mit einer politiſchen Digreſſion ungeduldig machen, nachdem ich ſie vielleicht durch eine medi⸗ ciniſche ermuͤdet. In England werden ſehr viele Ochſen mit Kartoffeln gemaͤſtet. Man rechnet auf einen Ochſen von 800 bis 1000 Pfund taglich einen Buſhel und dann nur 10 Pfund Heu. Mit Acre maͤſtet man einen Ochſen aus. Einen Buſßhel Kartoffeln halten die meiſten zu dieſem Behuf 10 Pence werth. In denjenigen Theilen Teutſchlands, wo die Brannte⸗ weinbrennerey ſo haͤufig, wie in Niederſachſen, ge⸗ trieben wird, wuͤrde man ſie bey dieſer Anwendung nicht ſo hoch benutzen*). *) Ohnerachtet auch in dem Theile der Mark, wo ich jetzt wohne, Brannteweinbrennerey ſtark betrieben wird, ſo hat ſich doch der Kartoffelnbau zum Behuf der Ochſenmaſtung ſo ſehr vermehrt, daß auf vielen Guͤtern 7— 800 Wiſpel blos zu dieſem Zwecke er⸗ bauet werden. Von der ſchlechten Viehkartoffel iſt der Wiſpel auf der Stelle zu 5 ⅞ bis 6 Rthlr. zu dieſem Zwecke verkauft worden. — 348— Als Futterung fuͤr Milchkuͤhe ſind ſie hergegen bey uns mehr, wie in England, uͤblich. Auf dieſe Weiſe benutze ich ſie nun ſeit 10 Jahren, und habe als Oeconom bey den Kuͤhen eben ſo wenig uͤble Folgen davon wahrgenommen, wie als Arzt bey den Menſchen. In manchen Jahren ſind ſie von der Mitte des Septembers bis zur Mitte May's mein Hauptfutter geweſen, doch nicht ohne Verbindung von Heu, Stroh, Ruͤben, auch wol Korn, wenn daſſelbe in geringem Preiſe ſtand. Die Milch⸗Er⸗ giebigkeit leugnet niemand. Aber die Abmagerung und⸗Kraͤnklichkeit der Kuͤhe im Fruͤhjahre, die Man⸗ che darauf ſchieben, habe ich bey meinem Viehe nie erfahren. Nach mehrmaligen Verſuchen, die Kartoffeln im Waſſer und im Dampfe zu kochen, bin ich zu der Methode, ſie roh zu fuͤttern, zuruͤckgekehrt, weil ich gefunden, daß das Vieh ſie lieber roh frißt. Mir wuͤrde es ſonſt nicht mehrere Koſten verurſa⸗ chen, da das Haͤckſel immer mit kochendem Waſſer den Winter hindurch angebruͤhet wird. Auf dieſes Haͤckſel werden die rohen Kartoffeln gemiſcht. Eine Benutzung der Kartoffeln, welche die groͤßte Aufmerkſamkeit verdient, iſt wol die fuͤr die Pferde. In Teutſchland hat Benkendorf hierauf, meines Wiſſens, allein aufmerkſam ge⸗ macht*). Es iſt vielleicht haͤufiger in Ausuͤbung — *) Berliner, Beytraͤge. Th. 7. S. 47. —,— vrrgegen dieſe habe au üble bey Frie von Fls mai Vidung 8e venn K h⸗Er⸗ antierung 1 NMan⸗ Ry wee 2 uffln 3 iih zu e nekehr fi rrerürſa⸗ ae Wuſer dieſes . age die für wöndorf ann ge⸗ W übung — — 349— gebracht, als man weiß, wenn Futtermangel vor⸗ handen geweſen. Bey den Englaͤndern kommen viele Erfahrungen daruͤber vor. Sie ſind aber doch nicht ſo beſtimmt angegeben, daß ſich etwas Zuverlaͤſſiges von dem Erfolge ſagen ließe. Ich habe es, wegen des Widerwillens der Knechte da⸗ gegen, noch nicht verſuchen koͤnnen, welche doch die Moͤhren ſehr gern fuͤttern. Man haͤlt in England taͤglich 1 Peck(½ Buſhel) fuͤr ein Arbeitspferd hin⸗ reichend, welches mir zu wenig zu ſeyn ſcheint. Die Sache iſt wahrlich einer oͤffentlichen Unterſu⸗ chung ſo werth, wie irgend eine. Denn es waͤre fuͤr die Landwirthſchaft und die ganze buͤrgerliche Geſellſchaft von erſtaunlichem Werthe, wenn eine ſo wohlfeile Futterungsart der Pferde moͤglich waͤre. Als Schweine⸗Maſtung erhalten ſie von den Englaͤndern ihr gebuͤhrendes Lob. Fleiſchſchweine werden damit allein zur Vollſtaͤndigkeit gebracht, und man zieht dies Fleiſch anderm vor. Aber Speckſchweine damit allein ausgemaͤſtet zu haben, finde ich von keinem Englaͤnder behauptet. Ver⸗ miſcht mit Korn und Huͤlſenfruͤchten, iſt die Speck⸗ maſtung vortheilhafter ausgefallen, als mit dieſen allein. Das Kuͤhlende, Waͤſſrige der Kartoffeln mindert die innere Hitze, welche Kornfruͤchte bey den Schweinen leicht erregen. Folgende Methode, die ich mir aus den Bemerkungen der Englaͤnder abſtrahiret, habe ich nun mehrere Jahre bey der Schweine⸗Maſtung ſehr vortheilhaft befunden. Es werden 10 Himten zu Brey gekochter Kartoffeln mit 4 Himten ebenfalls gekochter oder geſchrotener Erbſen oder Bohnen durchgeruͤhret. Dieſe Miſchung bleibt etliche Tage ſtehen, bis ſie ſaͤuert. Denn das Saͤuern iſt bey jeder Schweine⸗Maſtung eine Sache von Wichtigkeit, indem dadurch, nach Youngs und Anderer Verſuchen, die Gedeihlichkeit des Futters ſehr befoͤrdert wird. So wie man dieſe Miſchung anbricht, bereitet man daher eine neue. Ich glaube nicht, daß es eine vortheilhaftere Art, ſtarke Speck⸗ ſchweine zu maͤſten, gebe, wie dieſe. Ueber die Maſtung der Schaafe und deren Winterfutterung mit Kartoffeln, ſind die Meinun⸗ gen unter den Englaͤndern getheilt. Einige haben ſie mit großem Erfolge, Andre mit ſehr ſchlechtem dazu angewandt. In Suſſex iſt indeſſen die Win⸗ terfutterung der Schaafe mit Kartoffeln ſehr ge⸗ braͤuchlich, und auſſer allen Zweifel geſetzt. Gene⸗ ral Murrey hat jaͤhrlich 70 Acres Kartoffeln, die im Durchſchnitt 400 Buſhel, alſo 28000 Buſßel, geben, und die groͤßtentheils zur Winterfutterung der Schaafe gebraucht werden. Er hat uͤberhaupt 1667 Aecres, alles Weideland, wie ſich in England verſteht, mit eingeſchloſſen. Darauf haͤlt er 4425 Schaafe und uͤberdas 200 Stuͤck Rindvieh, alles von vorzuͤglicher Art. A. Young, der eine ſehr genaue Unterſuchung ſeiner Wirthſchaft angeſtellet hat, beweiſet, daß nur die Kartoffeln dieſes Ver⸗ —— ——UC Aln mit AErbſen ai bleibt u das an Sache tns und Seutters ſchung P laube dezpeck⸗ un deren einun⸗ i hoben wcem ge Wi⸗ erhr g⸗ rs Gene⸗ anln, di Whuſbe raterung d thaupt autgland 1 4425 ang alles aie ſehr eſtelet 24 Ve⸗⸗ haͤltniß moͤglich machen, indem ſie ihm 9000 Cent⸗ ner Heu erſparen*). Kartoffeln mißrathen bey einer ordentlichen Behandlung nicht leicht; es iſt aber doch zu viel geſagt, wenn Manche behaupten, ſie thuen es nie⸗ mals. In England hat man haͤuſig eine Krank⸗ heit an ihnen bemerkt, die man Curl nennet; da⸗ von ich aber in teutſchen Schriften nichts erwaͤhnet finde, und die ich alſo nur in England einheimiſch glauben wuͤrde, wenn ich ſie im Jahre 90 nicht ſelbſt, obwol nur auf einem Flecke, geſehen haͤtte. Wenn die Kartoffeln in voller Kraft ſtehen und bald bluͤhen wollen, ſo ſchrumpft auf einmal das Kraut zuſammen, welket und trocknet. Es giebt dann eine ſehr kaͤrgliche Erndte. Man hat die wahre Urſache dieſer Krankheit noch nicht entdeckt. So viel iſt aber ausgemacht, daß ſie nicht im Bo⸗ den, in einer gewiſſen Behandlungsart, oder in der Witterung liege; ſondern in der Pflanzkartoffel. Sobald dieſer Curl ſich ein Jahr nur an etlichen Pflanzen zeigt, muß man ſich durchaus anderswo⸗ her neue Pflanzkartoffeln kommen laſſen, ſonſt hat *) Annals of agriculture, Vol. XI. p. 262— 286.— Ausfuͤhrlicher habe ich von der Benutzung der Kartof⸗ feln fuͤr alle Hausthiere im 3ten Bande S. 389 ge⸗ redet. — 352— man ſie im naͤchſten Jahre uͤberall. Es iſt ſehr wahrſcheinlich, daß ein Inſekt, welches ſeinen Saa⸗ men in die Kartoffel legt, der aber nicht entdeck⸗ bar iſt, Schuld daran ſey. Es ſind von vielen engliſchen Societaͤten Preiſe auf die Unterſuchung dieſes Uebels und Verhuͤtungsmethode ausgeſetzt, und eine große Menge Schriften eingelaufen*), aber alle Meinungen und Erfahrungen ſind noch widerſprechend. Die rothen Arten ſind dieſem Uebel faſt gar nicht ausgeſetzt. 4 Man hatte geglaubt, die Krankheit zu verhuͤ⸗ ten, wenn man junge, aus Saamen erzogene Kar⸗ toffeln pflanzte. Aber dieſe ſind am aͤrgſten mit⸗ genommen. Recht große, geſunde, von ſolchen Or⸗ ten hergeholte Kartoffeln, wo man das Uebel noch nicht kannte, hielten ſich aber immer gut. Des⸗ wegen laſſen Viele jaͤhrlich neue kommen. Die Erziehung aus Saamen iſt in England haͤufig verſucht. Auch habe ich ſelbſt vor zwoͤlf Jahren im Garten der Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft hieſelbſt mancherley Verſuche damit angeſtellet, ſo⸗ wol mit Saamen, der vor aller fremden Befruch⸗ *) In den Bath papers, T. 1, ſind allein die Auszuͤge von 18 Schriften, welche dieſe Societaͤt daruͤber er⸗ hielt, abgedruckt.. —,— 9 i ſeht Sſen San⸗ bi entdeck⸗ 1 dielen tleuung Auggeſeßt, „dufen 9) rund noch un lebel nuthü⸗ asnne Kar⸗ men mi⸗ en O⸗⸗ Setel noh 1. Des⸗ 9 Ergland dyr zwol aſellſchaft aplet, ſo⸗ zabbefruch⸗ — — me Auszüge garüͤber er — 353— tung moͤglichſt geſichert ward, als mit anderm, der abſichtlich fremden Saamenſtaub erhalten. Neue Arten erhaͤlt man zuverlaͤſſig dadurch; ob man aber jemals beſſere dadurch bekommen werde, iſt ſehr zweifelhaft. Bis jetzt iſt dies nicht geſchehen. Uebrigens iſt dieſe Methode keineswegs vortheilhaft, und die Kartoffeln, welche erſt im dritten Jahre ihre voͤllige Groͤße erhalten, kommen wenigſtens um die Haͤlfte theurer zu ſtehen, wie andre. Oft mißraͤth die daraus gezogene Art voͤllig. Eine Art, die ich aus dem reinen Saamen der Zuckerkartoffel zog, hatte die Sonderbarkeit, daß die Kartoffeln zu ganzen Klumpen in allerley Geſtalten an ein⸗ ander wuchſen, jede einzelne aber ſehr klein blieb. Sie waren vorzuͤglich gut von Geſchmack, wenn man ſich die Muͤhe gab, die Haut abzuziehen. Wegen der Weitläuftigkeit dieſer Arbeit waren ſie aber gar nicht zu brauchen. Ich pflanzte ſie bis ins fuͤnfte Jaͤhr fort; da ſie aber dieſe Unart nicht verloren, warf ich ſie weg. Groͤßtentheils erhaͤlt man dieſelbe Sorte wieder, von der man den Saa⸗ men aufgenommen. Ich habe aber nie bemerkt, was Einige davon geruͤhmt haben, daß ſie dann eine beſonders lebhafte Vegetation erhielten. Eher moͤchte ich behaupten, daß ſie kleiner bleiben. In England, wo man ſich vorlaͤngſt viel davon ver⸗ ſprach, iſt man ganz davon zuruͤckgekommen. — 354— Vor vier Jahren hatten wir hier auf Sand⸗ feldern und Gaͤrten ein ſonderbares Mißrathen der Kartoffeln. Es trat naͤmlich in der Mitte des Sommers eine ſehr anhaltende Duͤrre ein. Das Kartoffelkraut vertrocknete voͤllig. Wie nun Regen fiel, trieben lauter junge Schuͤſſe aus der Erde, und die Felder wurden aufs neue ganz gruͤn. Wie man die Kartoffeln aufnahm, fand man eine große Menge ganz kleiner junger Kartoffeln neben aͤlteren. Dieſe aber hatten ein beſonderes Anſehen, beſtan⸗ den aus einem glasartigen Schieime, dem faſt alle Mehltheile entzogen waren. Sie waren ſelbſt fuͤr das Vieh unbrauchbar, indem uͤberall keine Nah⸗ rungskraft mehr darin war. Die neue Vegetation hatte ihnen alles Mehl entzogen. Sobald man alſo bemerkt, daß duͤrre gewordene Kartoffeln aus der Wurzel wieder austreiben, muß man unter⸗ ſuchen, ob es der Muͤhe werth ſey, ſie ſofort auf⸗ zunehmen. Mehrentheils wird es aber am rath⸗ ſamſten ſeyn, ſie gleich unterzupfluͤgen. Eine Berechnung des relativen Werths der vier abgehandelten gebraͤuchlichſten Futtergewaͤchſe gegen einander und gegen unſer gewoͤhnliches Futterungs⸗ mittel, das Heu, muß jedem practiſchen Landwirthe hoͤchſt intereſſant ſeyn. Wir finden dazu faſt un⸗- zaͤhlbre Data bey den Englaͤndern. Hier wuͤrde es mich aber zu weit fuͤhren, die merkwuͤrdigſten derſelben anzugeben und einen Durchſchnitt aus —„“ aif Sand⸗ düthen der itte des 1 Das 1 n Negen Ser Erde, n. Wie rrine große 38 dlteren. ac leſtan⸗ notfaſt alle nelöſt füͤr e Nah⸗ 7Agetation Dald wan feln aus n unte⸗ I fort auf⸗ iHam rath⸗ . tn der vier ace gegen 5 erungs⸗ ndwitthe zifaſt un⸗ e wirde urdi gſten ſtt aus 3 V — — 355— denſelben zu ziehen; ich verſpare es daher auf eine andre Gelegenheit, dieſes ausfuͤhrlicher zu thun. Indeſſen ſcheinen mir Montagu Bourgoyne's und des Capit. Midleton Erfahrungen und Ver⸗ ſuche mit ſo großer Genauigkeit angeſtellet zu ſeyn, und unter allen Angaben ſo das Mittel zu halten, daß ich glaube, hiernach ſchon eine ziemlich zutref⸗ fende Berechnung anſtellen zu koͤnnen. Erſterer hat naͤmlich nach ſeinen, in guͤnſtigen und unguͤnſtigen Jahren angeſtelleten Beobachtun⸗ gen gefunden, daß ein Acre im Durchſchnitt gebe: an roͤthlichen weiſſen Ruͤben.. 20,944 Pfund. weiſſen Ruͤben..... 24,080— Kohl-„ 55,125— Möhren....... 4r, 600— rothen Karkoffeln 26,800— Capitain Midleton hat dagegen bey ſeinen, mit aufgeſtalletem Rindvieh angeſtelleten Verſuchen gefunden, daß 8 Tonnen(à 2240 pf.) weiſſe Ruͤben ohne Kraut, 8 ⅞ Tonne weiſſe Ruͤben mit Kraut, 6 Tonnen ſchottiſchen Kohls, 3 Tonnen Moͤhren, 1100 Pf. Leinoͤlkuchen, jedes, in der Futterung, einer Tonne(2240 Pf.) guten Heues gleich kamen. 3 2 — —— — — ——— ——— — 2 —— — — 355— Nach den Verſuchen verſchiedener Anderer, ſind 2 ½ Tonne(5600 Pf.) L. Howards Kartoffeln in der Futterung 1 Tonne Heu gleich. Wenn nun, nach dem gewoͤhnlichen engliſchen Anſchlage, 1 Acre guten natuͤrlichen, oder beſaam⸗ ten Wieſenlandes 2800 Pf. Heu giebt, und 50 Behill werth iſt, ſo iſt 1 Aere weiſſer Ruͤben in der Futterung werth 60 ½ Scil. —— Kohl..... 133½ —— Moͤhren..277 ½— —— Kartoffeen 214 ½— In Anſehung der Kartoffeln muß man bemer⸗ ken, daß M. Bourgoyne von rothen, vermuthlich feſteren Kartoffeln, ſpricht, daß aber bey den Ver⸗ ſuchen, in Anſehung der Futterung, von den großen, weiſſen die Rede iſt*). Ich uͤberlaſſe meinen Leſern, die ferneren Re⸗ ſultate hieraus zu ziehen. Um den relativen Vor⸗ theil, der bey dem Bau dieſer Gewaͤchſe zu erwar⸗ ten iſt, zu beſtimmen, muß man die Koſten ihres Baues, mit Einſchluß der Landpacht, abziehen. *) Mehreres uͤber das Verhaͤltniß dieſer Futterungsmittel im Zten Bande S. 442 u. f. Eine ges in E Hier waͤrte iſt in Zwec ſelbſt eu ſchrieb ſind u giebt zen v eine komm Weeer, ſi Keofeln i gengiſhen a beſaam⸗ 1n 5o Schl. 8- 1 8- r in bechet⸗ V emuthlich 28 den Ver eren großen, † jeten R Aten Wor Tduu ertbar⸗ d iun ihtes In ehen. — azungsmitte Sechszehntes Capitel. Allgemeine Bemerkungen uͤber die Getreide⸗Arten und deren Bau. Eine Beſchreibung des Kornbaues iſt hier keines⸗ weges meine Abſicht. Das Auszeichnende deſſelben in England, iſt in andern Capiteln angegeben. Hier will ich nur dasjenige nachholen, was ander⸗ waͤrts keinen Platz findet. Der Weitzen iſt in England das wichtigſte Korn und der erſte Zweck des Ackerbaues, indem man bekanntlich da⸗ ſelbſt nichts anderes zum Brodte nimmt. Die Varietaͤten deſſelben, welche ich bey den Englaͤndern angegeben, aber nirgends beſtimmt be⸗ ſchrieben, vielmehr als bekannt angenommen finde, ſind unzaͤhlbar, wenigſtens fuͤr uns. Vermuthlich giebt man ihnen aber in den verſchiedenen Provin⸗ zen verſchiedene Namen, und wahrſcheinlich artet eine Gattung aus, wenn ſie auf andern Boden kommt. Ich ſetze demnach die Namen her, welche — 358— ich in den beſten und gruͤndlichſten Schriftſtellern am haͤufigſten angefuͤhrt ſinde. I. Red lammas oder Rentish red, rother Au⸗ guſt⸗Weitzen.. 2. RKentish red straw, Kentiſch rothes Stroh. 3. Kentish white straw, Kentiſch weißes Stroh. 4. Bearded, baͤrtiger. 5. White egg-shell, weiſſer eyerſchaliger. 6. Red velvit, rother ſammtartiger. 7. White velvit oder hoary white, weiſſer ſammtartiger. 8. Yellow lammas, gelber Auguſt⸗Weitzen. 9. Brown lammas, Essex dun. 10. Fulham u. ſ. w. Die drey erſten Arten werden auf thonigem niedrigem Boden am haͤufigſten gebauet. N. 4. iſt vermuthlich eine Ausartung von N. 1, wenn dieſer auf leichteren Boden kommt. N. 5. wird fuͤr vorzuͤglich auf leichterem ſandig⸗ lehmigem Boden gehalten, wird fruͤher reif⸗ und hat vorzuͤglich weiſſes Mehl. N. 6 und* haben eine feine baumwollenartige Rauhigkeit an den Aehren. finde 7 2 dern, entdech merkſe ten R Weit Arbut fältig an. und d Mah rein bers. fortd und auf lung ſechs Aere größe — —,— tothe er be Wtſeellern ln eer Au⸗ (7i weſes al. 1 an weſtt 12 sihen. 7 ſu hengen ₰ N.I. natt. ze ſandig⸗ erlenartige 33 Stulh. 359— Ueber die Vorzuͤge einer Art vor der andern finde ich viel Widerſprechendes. Young giebt N. 7. white velvit entſchieden den Vorzug vor an⸗ dern, und bauet dieſe Art allein. Arbuthnot entdeckte ſechs Aehren, deren Sammt ſeine Auf⸗ merkſamkeit auf ſich zog. Er zeigte ſie etlichen al— ten Farmers, die verſicherten, ſie kenneten dieſen Weitzen ſehr gut; er ſey aber jetzt ganz verloren. Arbuthnot pflanzte ihn alſo, Korn bey Korn, ſorg⸗ faͤltig aus, zog ſo ſein Saatkorn ſaͤmmtlich davon an. Dieſe Saat war bey ihm bald ſehr geſucht, und verbreitete ſich ſchnell in mehreren Gegenden des Reichs. Dennoch hatte YVoung(im Jahre 1779) Muͤhe, ihn wieder aufzufinden, und traf ihn nur rein bey einem Schuͤler Arbuthnots, Mr. Cham⸗ bers. In den Jahren 1780 bis 1784 ſtellete Voung fortdauernd vergleichende Verſuche zwiſchen dieſem und dem gewoͤhnlichen rothen Weitzen an, und hatte auf demſelben Felde und unter derſelben Behand⸗ lung und Umſtaͤnden immer einen, um zwey bis ſechs Buſhel groͤßeren Ertrag vom velvit auf dem Aere. Aber die groͤßere Guͤte uͤberwiegt noch den groͤßeren Ertrag; denn Young verkaufte im Durch⸗ ſchnitt, in allen dieſen Jahren, das Comb von dieſem um 2 Schill. theurer. Sogar wenn der rothe nur eine Beymiſchung von dieſem hatte, ging er beſſer ab. Ein Feld von dieſem Weitzen ſteht voͤllig gleich, ein Halm ſo hoch wie der andre. Die Aehren ſcheinen kurz zu ſeyn, enthalten aber eben ſo viel Koͤrner, wie andre lange, weil dieſe ———————— — 360— dicht auf einander ſitzen. Wenn er reif iſt, ſieht das Stroh hellweiß aus, die Aehre aber roͤthlich. Die Huͤlſe iſt ſehr duͤnne. Nie, ſagt Young, werde ich jetzt andern ſaͤen*). Ddieſe Vorzuͤge des white velvit wurden faſt zugleich durch die Verſuche eines Mr. Boys in Kent beſtaͤtiget. Um mich zu uͤberzeugen, ſagte er**), welche Art von Weitzen auf meinem trock⸗ nen, lehmigen, guten Boden die beſte ſey, machte ich folgende beyden Verſuche. Im Herbſt 1776 ſaͤete ich fuͤnf verſchiedene Arten Weitzen auf fuͤnf halbe Acres, in der Mitte eines Feldes von vier⸗ zehn Acres, auf voͤllig ebenem und gleichem Boden in die umgebrochene Klee⸗Stoppel. Sie wurden alle an demſelben Tage geſaͤet, auf dieſelbe Weiſe behandelt, abgeſondert in die Scheure gebracht, ſorgfaͤltig gedroſchen und gemeſſen. Wie daſſelbe Feld im Herbſt 1781 wieder an die Reihe zum Weitzen, aber nach Bohnen, kam, maaß ich, da kein gelber lammas vorraͤthig war, vier halbe Acres grade auf demſelben Platze aus. *) Annals of agricult. T. IV. p. 132. *) Transact. of the London Society. T. III. e —,— — 00 Im Jahre 1777 Arten: Hoary white- Fulham- in die Klee⸗ White straw-- Stoppel. 1782 Yellow Lammas Red Lammas-— [Hoary white- SFulham in die Bohnen⸗ White straw- Stoppel. [Red Lammas- Ertrag auf dem Aecre. F gall. O † Werth des Quarters. Scill. Werth des Acres. Schill. 19 4 10 1² —————— — 362— Die Preiſe ſind ſo angegeben, wie ſie zu der Zeit, als gedroſchen wurde, auf dem Markte ſtan⸗ den. Die Erndte des vorigen Jahrs war wegen des naſſen Sommers, der Boy's trocknem Lande gut bekam, eine der reichlichſten. Es erhellet aus dieſen Verſuchen, daß der hoary white, wenigſtens auf ſolchem Boden, der vortheilhafteſte ſey, und ſehr viel beſſer, wie der red lammas, der am haͤufigſten geſaͤet wird. Der Fulham giebt ohngefaͤhr dieſelbe Erndte, iſt aber ein grober Weitzen mit einer dicken Huͤlſe, alſo viel geringer im Werth. Uebrigens beſtaͤtiget dieſer Verſuch den Vorzug der Bohnen, als Vorbereitung zum Weitzen. Man hat aber auch andre Weitzenarten ſehr verbeſſert, indem man die ſchoͤnſten und ſtaͤrkſten Aehren herausgeſuchet, die Koͤrner einzeln geſtecket und daraus Saatkorn gezogen*). Man darf ſolche Saamenbeete nur nicht in Gaͤrten und in der Nach⸗ barſchaft der Wohnungen anlegen, ſonſt behaͤlt man wenig Korn vor den Voͤgeln. Welche Art man uͤbrigens in Teutſchland unter dem Namen des engliſchen Weitzens verſtehe, weiß *) Marshal Yorkshire. T. I. p. 7. —,— N zu der mewegen 13t Lande 66 der aen, der Sie der 10 Kendte, n hüͤlſe, torzug mmt ſehr Gaärkfen rrefttkt d ſalce d Nac⸗ 4e man un unter — — 363— ich nicht. Sollte irgend jemand in Teutſchland engliſchen Saat⸗Weitzen kommen laſſen wollen, ſo muͤßte es die white velvit oder white hoary Art ſeyn*). White egg-shell iſt zwar vortrefflich, beſonders auf leichterem Boden; faͤllt aber leicht aus, wenn ſie nicht genau im Zeitpunkt ihrer Reife gemaͤhet wird**). Die Englaͤnder haben auch Sommer⸗Weitzen. Ich habe aber nichts uͤber mehrere Ab⸗Arten deſſel⸗ ben gefunden, die man doch in Teutſchland hat. In den mittellaͤndiſchen Diſtrieten hat man bemer⸗ ket, daß er ſchrumpfliches Korn bekomme, wenn *) Ich habe dieſen Weitzen jetzt von einem Freunde er⸗ halten. **) Es kommen in England faſt jaͤhrlich neue Namen von Weißen⸗Arten zum Vorſchein, ohne daß deutlich ange⸗ geben wird, wodurch ſie ſich auszeichnen. Der hier empfohlne weiſſe Weitzen, der ſich durch eine ſammt⸗ arrige Spelze auszeichnet, hat ſich nun in Teutſchland ſehr verbreitet, und ſoll im Deſſauiſchen vorzuͤglich gebauet werden. Ob dieſer weiſſe Weitzen im Winter 18⁰¾, wo der polniſche weiſſe Weitzen mehrentheils erfror, auch erfroren ſey, habe ich nicht beſtimmt er⸗ fahren koͤnnen, weil letzterer von Vielen auch faͤlſchlich engliſcher Weitzen genannt wird. In England erin⸗ nert man gegen ihn, daß die rauhe Spelze die Feuch⸗ tigkeit zu ſtark anziehe, daß er bey naſſer Erndte ſchwer trockne und nicht leicht aus dem Stroh gehe; weshalb er nur auf Hoͤhen, nicht in feuchten Niede⸗ rungen, zu empfehlen ſey. ——— man ihn fruͤh ſaͤet; daß er aber viel voller werde, wenn er Ende Aprils oder im May geſaͤet wird: ein Beweis, daß er vom Winterweitzen, ſeiner Na⸗ tur nach, ſehr verſchieden ſey*). Man hielt in England vormals viel auf das Einweichen oder Einbeitzen des Saamens in Salz⸗ oder Salpeter⸗Sohle, in Aſchen⸗ oder Kalklauge, in Urin, in Blut oder Duͤngerjauche; theils um dadurch eine lebhaftere Vegetation in den Pflanzen hervorzubringen, theils um dem Brand, Roſt und Reigung zum Mehlthau, deren Urſachen man ſchon im Saamenkorne ſuchte, vorzubeugen. In letzterer Abſicht hat man ſogar giftige Beitzen, ſelbſt Arſe⸗ nik, vorgeſchlagen und verſuchet; vermuthlich, weil man dieſe Krankheiten ſchon im Saamen praͤexiſti⸗ renden Inſekten zuſchrieb, oder ſich doch eine aͤhnliche Theorie nach unverdaueten Ideen machte. Alle dieſe Vorſchlaͤge, die aus dem Halb⸗Lichte der Hy⸗ potheſenzeit herſtammen, ſind, nach angeſtelleten genauern Verſuchen und unbefangenen Beobachtun⸗ gen, von denkenden Wirthen gaͤnzlich verworfen. Freylich giebt es ſonſt noch manche fuͤr ſich gute Wirthe, die daran hangen. Wenn ein oder meh⸗ rere Farmers in einem Diſtricte ein ſolches Mittel einmal gebraucht, und nun durch Zufall oder ſon⸗ *) Marshal Yorkshire. T. I. p. 7. 3 werde, ann wird: 81 Na⸗ onh ſchon kihterer 1 Arfe⸗ A., vell urrſſi⸗ Aynlihe 16 Ale ar Hy⸗ Weleta a shtun⸗ avvfen. d gute aameh⸗ ſättel ig ſon⸗ ſtige gute Beſtellung eine Reihe von guten Erndten gehabt haben, ſo laſſen ſie ſich dies Mittel nicht leicht rauben. So bleiben noch viele bey dem Ein⸗ kalken des Weitzens, andre bey dem Einweichen in Salzwaſſer, wornach ſie ihn wol obendrein mit zerfallenem Kalk beſtreuen. Aber es ſind Verſuche und Beobachtungen genug vorhanden, daß dieſes gegen Brand und Roſt nichts geholfen, und wieder andre, daß ungekuͤnſtelt ausgeſaͤeter Weitzen davon voͤllig verſchont geblieben. Mit Zuverlaͤſſigkeit hat man die Urſache jener Krankheiten noch nicht entdeckt; denn ſie liegen auch nicht in der Anſteckung des Saamens, indem Verſuche gezeigt haben, daß eine ganz mit Brand⸗ und Roſtſtaub uͤberzogene Ausſaat, lauter geſunde Aehren gebracht hat. Eine abwechſelnde feucht⸗ warme und wieder kalte Witterung befoͤrdert dieſe Krankheit gewiß; aber man hat doch gefunden, daß einige Aecker voͤllig davon verſchonet geblieben, wenn andere ſehr daran gelitten haben. Zuweilen ſcheinen Hecken und Schutz vor den Winden ſie abgehalten, zur andern Zeit ſie befoͤrdert zu haben. Eine Saat, die auf kraftreichem, muͤrbem, aber nicht durch friſchen Duͤnger zu geilem Lande nicht uͤbermaͤßig dicht, aber auch nicht zu duͤnne ſtehet, bleibt gewoͤhnlich damit verſchonet. Das gedrillete Korn iſt ihr, nach mehreren Beobachtungen, haͤufi⸗ ger, wie anderes, unterworfen. Dem Schwemmen des Saamens, welches ge⸗ woͤhnlich bey dem Einkalken zugleich geſchiehet, kann man indeſſen nicht allen Nutzen abſprechen, indem ſch unvollkommene, ſchrumpfliche Koͤrner wirklich ſchwaͤ⸗ ſce chere Pflanzen geben, die den beſſeren nur den Ein Platz rauben*). en kr I diel Die Quantitaͤt der Einſaat auf einer gewiſſen li Flaͤche Landes genau zu beſtimmen, iſt wol eins d der wichtigſten Probleme in der Landwirthſchaft. V dn Man kann leicht auf beyden Seiten, durch zu V 33 *) Viele Rieß Papier faſſen das nicht, was uͤber den Brand im Weitzen geſchrieben worden, ohne daß etwas 18 daruͤber ausgemacht iſt. Jeder hat nur auf ſeine V eigenen Erfahrungen geſehen, und nicht darauf geach⸗ tet, daß die eben ſo guͤltigen Erfahrungen Anderer ihm widerſpraͤchen, ſobald er darauf allgemeine Saͤtze uͤber die Entſtehung und Verhuͤtung des Brandes gruͤn⸗ dete. Der Brand entſtehet ohne Zweifel von einer gewiſſen Kraͤnklichkeit der Pflanze, von einer Schwaͤche mit Vollſaͤftigkeit verbunden. Um dieſe Krankheit zu erzeugen, muß Mehreres zuſammenkommen: Unvoll⸗ kommenheit des Saamens, Boden und Witterung. Iſt der Saamen vollkommen, ſo entſteht kein Brand; aber es giebt auch Boden, der ſo geſund iſt, daß ſich kein Brand aus hoͤchſt unvollkommenem brandigen Saamen erzeugt, wie unter andern zu Guſow ſowol der aͤltere als der juͤngere Graf v. Podewils be⸗ merkt haben. Endlich giebt es Jahre, wo auf dem⸗ ſelben Boden und bey derſelben Vorſicht mit dem Saamen viel—, andere Jahre, wo faſt gar kein Brand entſteht; woraus erhellet, daß auch die Wit⸗ 49 indem ih ſchwa⸗ mir den wiſſen tl eins anſchaft. dch zu — Ker da 1a etwas uuf ſäine nitf zuc ander er Eize ins grün⸗ n aher hwiche 1 5 heit zu rrallnvoll W erung. ti rand; i ſch M digen ahn ſowol upls be⸗ maf dem⸗ mt dem Prr kein e Wi⸗ ſchwache oder durch zu ſtarke Einſaat, fehlen. Es ſcheint, daß bey letzterer nicht nur die uͤberfluͤſſige Einſaat weggeworfen ſey, ſondern daß ſelbſt der Ertrag, ohne Ruͤckſicht auf jene, dadurch verlieren koͤnne. Eine ſehr geringe Einſaat iſt nach Theorie vielfaͤltig empfohlen worden. Man berechnete naͤm⸗ lich, wie viel Raum eine Pflanze zu ihrer vollſtaͤn⸗ digen Nahrung erfordere, und wie viel Pflanzen danach ein Acker enthalten koͤnne. Wenn aus je⸗ dem Korne eine Pflanze wuͤrde, ſo waͤre der achte Theil der gewoͤhnlichen Einſaat ſchon uͤberfluͤſſig. terung ihren Antheil daran habe. Auf den Saamen koͤnnen wir bisher allein wirken, und es iſt mit Er⸗ folg geſchehen. Ein voͤllig reifer, trocken eingeſcheuer⸗ ter, bald abgedroſchener, beym Wurfeln ſcharf abgeſon⸗ derter, luftig aufbewahrter Saamen hat ohne weitere Vorbereitung ſelten Brand gegeben; ſo auch guter uͤberjaͤhriger Saamen. Unvollkommener, vom Brande inficirter Saamen kann durch Schwemmen und durch Beitzen verbeſſert werden, und zwar geſchiehet das, meiner bisherigen Ueberzeugung nach, indem durch je⸗ nes die ſchwachen, leichten Koͤrner abgeſondert, durch dieſe getoͤdtet werden. Ich gebe dies aber fuͤr bloße Meinung aus, die ich denen, welche mit Brande viel zu ſchaffen haben, zu genauerer Pruͤfung vorlege. Denn ich ſelbſt bin ſo gluͤcklich, keine Verſuche mit dem Brande anſtellen zu muͤſſen, da auch mein hieſiger Boden ſo geſund ſeyn ſoll, daß ſich keiner darauf er⸗ zeugt. Aber ſo viel iſt gewiß, daß Einbeißungen ſehr kraͤftig ſeyn muͤſſen, wenn ſie auf gewiſſem Boden helfen ſollen. Dis einfache Kalkbeitze hat an manchen Eine ſo uͤberhaͤufte Menge von Pflanzen, ſagte man, muͤſſe alſo ſich einander die Nahrung rau⸗ ben, und keine die andere zur Vollkommenheit kommen laſſen. Allein man bedachte nicht, daß es unmoͤglich ſey, die Koͤrner ſo gleichmaͤßig zu ver⸗ theilen, daß auf jeden Fleck ſo viel Pflanzen kaͤ⸗ men, als er tragen koͤnnte. Und dann vergaß man das Unkraut, welches um deſto mehr emporkommt, je mehr die Saat ihm Platz laͤßt. Die Drillwirth⸗ ſchaft hat gewiſſermaaßen beyden vorgebeugt; aber hier iſt noch die Rede allein von der Wurfausſaat. — Orten durchaus nichts geholfen. Allein die Miſchung von Kalk, Aſche, Kuͤchenſalz und Miſtjauche, gehoͤrig angewandt, ſo daß alle dieſe Subſtanzen in ihrer Ver⸗ bindung mit einander auf jedes Korn wirken koͤnnen, hat nicht nur beym Herrn Conſiſtorial⸗Aſſeſſor Leo⸗ pold(deſſen Abhandlung uͤber den Brand im 2ten Bande der Annalen des Ackerbaues S. 562 wol eine der vorzuͤglichſten uͤber dieſe Materie iſt), ſondern auch bey den Englaͤndern— die ſo ſehr vom Brande leiden und ſo große Aufmerkſamkeit darauf wenden— nach neueren Erfahrungen allemal ſicher und vollkommen geholfen. Aus dieſer Miſchung entſteht aber eine ſehr ſtarke Beitze, welche, wenn man zu weit damit gehet und die Miſchung feucht erhaͤlt, leicht alle Koͤrner toͤdten kann. So habe ich meine Meinung uͤber den Brand, die ich vor zehn Jahren niederſchrieb, hierdurch berich⸗ rigen wollen. Auch iſt die nachgeſprochene Sage, daß gedrilleter Weitzen dem Brande mehr ausgeſetzt ſeyn ſoll, voͤllig unrichtig. at, ſagte nqng ral⸗ admenheit mt, daß äau ver⸗ hftzen kaͤ⸗ „daß man aerkommt 104 lwitth⸗ 1anh; aber aauleſaat. ——;— Uis düſchung den ghörig I rer Ver a n kännen, Wſer Leo⸗ um in te he vel ei p rrn auh dde liden A— nach eamman an ihe ſehr aitt gehet dn Korner 28 Brand, uch berih⸗ 9 agge, daß Autt ſeon — 369— Young ſahe ein, daß die wichtige Streit⸗ frage uͤber die Staͤrke der Einſaat nicht anders, als durch mannigfaltige Verſuche und durch eine große Sammlung von Beobachtungen, entſchieden werden koͤnne. Einzelne Verſuche erwieſen wenig; weil es zu viel auf Verſchiedenheit des Bodens und ſeiner Cultur, auf Saatzeit, und beſonders auf Witterung ankomme. Er ſtellte alſo vier Jahre lang: 1764, 65, 66, 62, eine große Mannigfal⸗ tigkeit von Verſuchen, auf ſchwererm und leichterm Boden, und nach verſchiedenen Vorbereitungen des Ackers, nach Braache, nach Klee, nach Huͤlſen⸗ fruͤchten an*). So merkwuͤrdig dieſe Verſuche auch in ihrem Detaille ſind, ſo muß ich doch be⸗ ſorgen, mein Publicum durch ſieben oder acht Bo⸗ gen voll Zahlen und Berechnungen, die wenig⸗ ſtens, um einen genauen Begriff davon zu geben, erfordert wuͤrden, zu ermuͤden. Ich begnuͤge mich daher, die Reſultate nur im Allgemeinen und im Durchſchnitte zu geben. Er nahm zu jedem Verſuche 10 Abſchnitte, und beſaͤete dieſe nach folgenden Verhaͤltniſſen: Nr. 1.* Buſhel auf den Acre. — 2. 1——— *) Experiment. agriculture, T. I, p. 203, wo ſie 62 große Quartſeiten einnehmen. I. Al a — 370— 3. 1 ½ Buſßhel auf den Aere. 4. 2— — 5⸗ 2 ½ 8 6 — 1I1 1 I Die Witterung in dieſen vier Jahren war ſehr verſchieden. 1764 war ein ſehr kalter Sommer mit ſpaͤten Nachtfroͤſten, 1765 ein ſehr warmer trockener, 1766 ein aͤußerſt naſſer mit Mißwachs fuͤr naſſen Boden, 1767 mit faſt allgemeinem Miß⸗ wachſe fuͤr England. Der Ueberſchuß des Ertrages, nach Abzug der Einſaat, war im Durchſchnitte von den ver⸗ ſchiedenen Feldern: 1766 7— 1767„ 7¾— Durchſchnitt 6 Buſßhel. Von 1 Buſßhel 1754 44— 1765 114¾— 1766„ 11¾4— 1767„ 10 ¾— Durchſchnitt 9 ¾ Buſhel NA ——8-8„ b— 371— 8 Von 1 ½ Buſhel 1764 9— 1765 194— 1766 ⸗ 16 ½— 1767 ⸗ 14 ½— Durchſchnitt 15 Buſſel. Von 2 Buſhel 1764* 18— 17665 237— 1766„ 193— upvor ſeßr 1767 ⸗ 15 ½— Durchſchnitt 19 Buſhel. iSommer 1ih warwer Von 2 ⅞ Buſhel un iöwachs 1764* 20— anen Nä⸗ 1765 25— 1706*20 ½— 1767 ⸗ 18— Durehſchnitt 20½ Buſhel. s Aus Von 3 Buſhel de du wa⸗ 1764 21 ¾— 4 1705 2 21— 1766 ⸗ 17— 1767„ 16— Durchſchnitt 19 Buſhel. Von 3 ⅞ Buſhel — 176 2 174— 1 ALuſſal raen— 173— 17657 ⸗ 11 ¾— Durchſchnitt 13 ¾ Buſhel. Von 4 Buſhel b 1765* 13— 1766 ⸗ 10 ¾— b 1267 ⸗ 8— Durchſchnitt 10 ¾ Buſhel. Ag 2 Von 4 ½ Buſhel 1765 10— 1766 8— 1767 6— Durchſchnitt 8 Buſhel. Von 5 Buſhel 17605 ⸗ 71— 1766 ⸗ 5— 1767 ⸗ 4¾— Durchſchnitt 6 Buſhel. Es verſteht ſich, daß man, um den wirklichen Er⸗ trag eines Acres zu wiſſen, nur die Einſaat dem Ertrage wieder zuzuſetzen braucht. Es erhellet hieraus deutlich, daß 2 ½ Buſh. auf 1 Aere das Vortheilhafteſte ſind, und daß 2 und 3 Buſhel im Durchſchnitte ſich gleich kommen. 3 ½ Buſh. ſind aber noch unvortheilhafter, wie 1 ½. 2½ Buſh. auf 1 Acre verhalten ſich ohngefaͤhr wie 1 Braun⸗ ſchweiger Himten auf 1 Calenberger Morgen von 120 Quadratruthen*). Man ſollte glauben, daß in einem trockenen Jahre eine ſehr dichte Ausſaat vor einer ſehr duͤn⸗ nen den Vorzug haben muͤßte. Allein dies war im Jahre 1765 doch nicht der Fall. Nur im Jahre 1764, wo die ſchlechte Fruͤhjahrs⸗Witterung und ſpaͤte Nachtfroͤſte der Saat ſchadeten, hatte die dichte Ausſaat Vorzuͤge. *) Dies betraͤgt gerade 1 Berliner Scheffel auf einen Magdeburger Morgen. abnin deſto der der Pror dufhel. duſßel. aiuchen Er⸗ 2Daat dem 3 z uſh. auf 119 3 duſ. a. duſ 11s Baun⸗ QW ryen dan An trockenet nſegr dun⸗ undies war alm 4 ühre 3 Iulung und „atte de — *d⁴ dz 1s auf einn 373— Auf Kleeſtoppel war kein erheblicher Unterſchied mit den Reſultaten, die die Braache gab. Auch machte der ſchwere Klayboden gegen den kieſigten Lehmboden kein anderes Verhaͤltniß merklich. Nicht zufrieden mit dieſen Verſuchen allein, machte YVoung dieſe Sache zu einem Hauptgegen⸗ ſtande ſeiner Erkundigungen auf ſeinen Reiſen. Auf der noͤrdlichen Reiſe ſammelte er 72 Data uͤber die Einſaat und den Ertrag. Das Reſultat hiervon war: daß 3 Buſh. im Durchſchnitt 23 ¾ Buſh., 2 ¼ 2 22 5 ⸗ 2 ⸗ ⸗ 22 gaben. A N A N Wenn man die Einſaat vom Ertrage abzieht, iſt hier der reine Gewinnſt faſt voͤllig gleich. Auf der oͤſtlichen Reiſe erhielt er 4 Data. Von dieſen war das Reſultat folgendes: 3 ¼ u. 3 ½ B. gaben im Durchſchn. 21 Buſhel, 23½ ⸗ 3 2 2 2 2 22 2 21¼ ⸗ 2 ¾⸗ 2 5 2 23* 2 5 5 5 7 24 2 Hier ſteigt alſo der Ertrag, ſo wie die Einſaat abnimmt, und der reine Gewinnſt wird alſo um deſto groͤßer. Dies ruͤhrt nun wol gewiß nicht von der verminderten Einſaat allein her, ſondern von der vorzuͤglichen Wirthſchaft, die in den oͤſtlichen Provinzen herrſcht. Es giebt indeſſen einen Beweis, — 374— daß ſparſame Einſaat mit guter Wirthſchaft verbun⸗ den ſey. Und Young iſt ſeitdem üͤberzeugt, daß bey einer vortrefflichen Cultur 2 Buſhel Einſaat voͤllig zureichend, und ein Mehreres Verſchwendung ſey*). Hiermit ſtimmen meine Erfahrungen voͤllig uͤberein. Auf reichem, reinem und muͤrbem Boden finde ich 1½ Himten Winterkorn, um Michaelis ge⸗ ſaͤct, und mit einem dem Arndtiſchen aͤhnlichen Ppfluge untergebracht, auf einem Calenberger Mor⸗ gen zureichend; da hier ſonſt 3 Himten das Ge⸗ woͤhnliche, und bey ſchlechter Cultur auch wol er⸗ forderlich ſind. YPoung hat aber eine ſehr wichtige Ruͤckſicht, naͤmlich die auf die Saatzeit, vergeſſen. Er be⸗ werkſtelligte ſeine Saat immer Anfangs Octobers. Haͤtte er Anfangs Septembers und wieder zu Ende Novembers geſaͤet, ſo wuͤrde er im erſten Falle bey zwey, im letzten bey drey oder gar 3 ½ Buſhel gro⸗ ßen Vortheil gefunden haben. Dieſe Bemerkung iſt nachher, wo nicht von ihm ſelbſt, doch in ſeinen Annalen, mehrmals gemacht worden. Ueber die ſehr geringe Ausſaat, welche beym Rocken noͤthig waͤre, wenn man ſie im Julius machte, ⁴) Dies betraͤgt 0, 814 Berl. Scheffel auf 1 Mag⸗ deburger Morgen. — — — — — — acht verbun⸗ eüngt, duß on inſaat nvendung ) unn völlg wͤn Boden n iſEbelis ge⸗ ſer nahnlicen el mder Mor⸗ n ncas Ge⸗ t us wol er⸗ 2 ücſict, Jrs Er ke⸗ Otcbet. er zu E'de an Fale aäülhe gt⸗ 3 Femerkung Nad in ſeinen 1 „im he beym 1 dun5 machte, — — 1. f 1 W * — 325 habe ich eine merkwuͤrdige Beobachtung, die ich hier anzufuͤhren nicht unterlaſſen kann. Als ich noch die ſchlechte Wirthſchaft trieb*), Nuͤben in die Rockenſtoppel zu ſaͤen, war ausgefallener Rocken mit untergepfluͤgt. Im Herbſte ſtand ſo vieler Rocken auf dem Felde, daß ich ihn zum Abhuͤten im Fruͤh⸗ jahre beſtimmte; da ich im Fruͤhjahre aber fand, daß er ſich immer mehr beſtaudete, ließ ich ihn auf⸗ ſchießen, und erhielt eine gute Erndte. Ich ahmte im folgenden Jahre(1792) dieſen Zufall nach, und ließ den 10. Julius auf einen gebraachten und gut geduͤngten Morgen 3 Himten Rocken ſaͤen, und Ruͤ⸗ ben daruͤber her. Der Rocken daͤmpfte die Ruͤben, und wurde im Herbſte von den Schafen niederge⸗ halten. Dichter kann kein Rocken ſtehen, wie die⸗ ſer im folgenden Jahre ſtand. Ich hatte 32 Stiege darauf, woraus aber doch nur 28 Himten kamen. Ueber die vorzuͤglichſte Saatzeit hat Voung auch eine große Reihe von Verſuchen gemacht. Das *) Ich weiß ſelbſt nicht recht, wie mir dieſer Ausdruck entfahren iſt; denn ich bin weit entfernt, Ruͤben in Rockenſtoppel durchaus fuͤr ſchlechte Wirthſchaft zu er⸗ klaͤren. Ich hatte vormals haͤufig Stoppelruͤben ge⸗ ſaͤet, bauete nun aber blos Braachruͤben nach engliſcher 3 Art. Der hohe Ertrag, den dieſe gegen jene gaben, ließ mich veraͤchtlich auf jene hinſehen. Unter gewiſſen Verhaͤltniſſen thue ich den Stoppelruͤben eine Ehren⸗ Erklaͤrung. 1 376— Reſultat faͤllt zu Gunſten des Septembers aus. Al⸗ lein der Weitzen war gejaͤtet oder behacket; denn dies erforderte der zu Anfange dieſes Monats oder fruͤher geſaͤete durchaus. Dieſe Pflege iſt in England etwas ſehr Ge⸗ woͤhnliches, ſowol im Herbſte, als im Fruͤhjahre. Es koſtet der Acre gewoͤhnlich nicht mehr als 5 Schill., und dies bezahlt der hoͤhere Ertrag doppelt und dreyfach. Wo man dieſes nicht anwenden kann, da ſind die Englaͤnder faſt einſtimmig fuͤr eine ſpaͤtere Aus⸗ ſaat zu Ende Octobers, damit die Unkrautpflanzen ſich nicht vor Winter abhaͤrten und beſtauden koͤn⸗ nen*). Gerſte iſt naͤchſt dem Weitzen fuͤr die Englaͤnder das wich⸗ tigſte Korn. Vielleicht conſumirt man ſelbſt mehr davon, indem ohne Bier kein Englaͤnder Kraͤfte zu haben glaubt, und dieſes gewoͤhnlich nur aus Gerſte gebrauet wird. Gebraͤuchlich iſt in England nur die gewoͤhnliche zweizeilige Fruͤhjahrsgerſte. Der Wintergerſte finde *) Dies iſt doch nicht ſo allgemein der Fall. Es ſind nur feuchte, warme Gegenden, wo man eine ſpaͤte Ausſaat vorzieht, und nicht die, wo der beſte Acker⸗ bau herrſcht. 9 3. A⸗ an dies a fruͤher (I de Ge⸗ 1 8 jahre 1a als mnpoxpelt Uutha ſid 1 nh Aus⸗ k autanzen Sun bn⸗ apynliche na finde — „s ſind 5* ſäte e Acer⸗ — 327— ich faſt gar nicht erwaͤhnt. Die kleine vierzeilige Gerſte bauet man nur ſehr wenig. Die Verſuche, welche A. Young zur Beſtim⸗ mung der vortheilhafteſten Staͤrke der Ausſaat auf eben die Weiſe, wie bey dem Weitzen, angeſtellet hat, ſind in mancher Ruͤckſicht noch viel merkwuͤr⸗ diger. Die Landwirthe in ſeiner Gegend ſaͤeten ge⸗ woͤhnlich zwiſchen 4 und 5 Buſhel auf den Acre. Andere tadelten ſie uͤber dieſe Verſchwendung, in⸗ dem 2 Buſſhel nicht nur voͤllig hinreichend waͤren, ſondern ſogar einen ſtaͤrkern Ertrag geben wuͤrden. Young, der letzterer Meinung war, fing nun im Jahre 1764 an, zu verſuchen. Voraus muß ich ſagen, daß er einen ausgemagerten Farm antrat, noch in keinem Duͤngervorrath war, und daß die Gerſte in die 3te Art kam. Er fand zu ſeinem Er⸗ ſtaunen, daß der reine Ertrag mit der Vermehrung der Ausſaat immer ſtieg; daß 5 Buſhel immer vor⸗ theilhafter, wie weniger, waren; daß der allgemeine Ertrag, ohne die Einſaat abzuziehen, aber immer ſtieg, je mehr man einſaͤete, wenn es auch bis 12 Buſhel waͤren. Im Jahre 1766 hatte er ſogar auf einigen Verſuchfeldern von 7 ½ Buſhel den groͤßten reinen Ertrag. In demſelben Jahre ſtand aber auf einigen an⸗ dern Verſuchfeldern, welche in beſſerer Kraft und viel verarbeitet waren, der ſteigende Ertrag bey 5 Buſbel ſtill, und verminderte ſich immer, ſo wie die Einſaat ſtaͤrker war. —— ¼ —— —— — 328— Im Jahre 1762 ſtellte er nun Verſuche auf wohl geduͤngten Ruͤbenfeldern und einigen andern noch ſtaͤrker geduͤngten an. Da zeigte es ſich denn deutlich, daß die vortheilhafteſte Quantitaͤt der Ein⸗ ſaat immer im umgekehrten Verhaͤltniſſe mit der Kraft, die im Boden iſt, ſtehe. 2 ½ Buſhel gaben einen hoͤhern Ertrag, wie 3 Buſhel, wenn das Land recht ſtark war. Dennoch war im Allgemei⸗ nen bey 3 Buſhel kein Schaden auf dem Klay⸗ und ſteinigt⸗lehmigen Boden. Das Reſultat der Verſuche im Durchſchnitte iſt folgendes: Ungeduͤngt 2 Buſh., auf den Acre, geben reinen Ertrag 10 ¾ B. 2 2 2 2 2 32— 3 8g 2 3 8 2 2 2 15¾ 2 ⅓ 2 23 2 2 3 2 3 15— 6 2 2„ 3— 4 3 8 2 3 5* 4 19½ 2 2 2 2 19 ¾— * irs 832 8à à Hierunter ein Ruͤbenfeld. 5 Buſh., auf den Aere, geben reinen Ertrag 21 ¾ B. 5 ½ 3 2 2 23 3 3 2 22— u O 4 3 2 bis fücht —b=N d042 05— 4— 1214— —‿ 1— — SX 8 Wuche auf din andern ds ich denn inher Ein⸗ ſumit der ue gaben eenn das millgemei⸗ ay⸗ und ug ſchnitte 379 Die Urſache des ſo viel hoͤhern Ertrages von 10 bis 12 B., gegen den von 9 Buſhel, weiß Voung nicht anzugeben, muß aber zufällig ſeyn. Stark geduͤngt: Buſh., auf den Acre, giebt reinen Ertrag 9 ½ B. 1 2 2 3— 2 2 204— I 2 A» 3 2 ᷣ. 1— 1½ 3 8 2* 2 5 3⁰½ 2 2 2 2 2 2 3 2 34 ¾— 2 ½ 3 2 2 5 23 3 2 45 ½— 8 2 2 2. 1— 3 2 2 2 2 2 3 2 49 ½ 1.„. 7 2 2 3 2— 3 ¾8 ⸗ 2 3 2 2 2 31 ½ 6. 2. 8. 1 4 2₰ 2 3 5 3 274 1 3 2 2 2 3 4— 4* 3 2 2 2 2 3 244 5 2 2 2 3 3 2 2 20— 1„ 4 2 2 1— 5 ⅞ 8 3 2 2 19⅔ 6 3 3 2 2 3 19— 6 ½ 2 ⸗ 3 2 3 2 3 13 ½— Alſo waͤren auf ſtark durchduͤngtem Boden 3 Buſhel Gerſte, auf armem oder magerem aber 5 Buſhel, nach dieſen Verſuchen, die vortheilhafteſte Ausſaat auf 1 Acre. Dies kommt ohngefaͤhr 2 ¾ und 3 Himten auf 1 Morgen Calenb. gleich*). Ueberzeugender, wie dieſe Verſuche, kann aber wol nichts die hoͤchſt falſche, aber in vielen Gegen⸗ den Teutſchlands noch allgemein geltende, Maxime widerlegen: reiches kraͤftiges Land ſtark, armes aber ſchwach zu beſaͤen. Es iſt unbegreiflich, wie ein *) 1, 220 und 2, 033 Berl. Scheffel auf 1 Masdeb. Morgen. — 380— falſches Naiſonnement, aller Erfahrung zum Trotz, ſich ſo verbreiten kann, daß man es als unbezwei⸗ felte Wahrheit annimmt. Starkes Land, ſagte man, kann doch mehr Pflanzen ernaͤhren, wie ar⸗ mes. Darum ſaͤe man ſo viel wie moͤglich auf je⸗ nes, auf dieſes aber ſehr ſparſam. Man hat dieſe falſche Theorie Guͤter⸗Anſchlaͤgen, Bonitirungen und Contributions⸗Cataſtern zum Grunde gelegt, und ſie dadurch zu einem orthodoxen, legalen Grundſatz der Oeconomie erhoben. Und dennoch lehrt Erfahrung, einige Aufmerkſamkeit auf Pflanzen⸗Wachsthum und geſundes Raiſonnement grade das Gegentheil. Man ſiehet jedesmal, daß auf fruchtbarem Lan⸗ de die Kornpflanzen von allen Seiten ausſproſſen, und einen großen Bult machen. Stehen ſie zu dicht bey einander, ſo hat das Kraut ſo wenig Platz auf der Oberflache, wie die Wurzeln im Boden; denn deren Verbreitung im Boden findet man faſt immer der Beſtaudung auf der Oberflaͤche gleich. Auf magerem Boden hingegen ſproſſen die Pflanzen faſt gar nicht aus, und ſtehen ſie nicht dicht an ein⸗ ander, ſo bleiben große Zwiſchenraͤume. Nun iſt es eine ausgemachte Sache, daß, wo auf dem Acker keine ausgeſaͤete Pflanze ſtehet, irgend eine Art von Unkraut hervorkommt. Dies zieht dann den ſchwaͤch⸗ lichen Pflanzen ihre Nahrung voͤllig weg. Man nehme an, daß auf einem Acker, auf der Mitte jedes Quadratfußes*), eine Pflanze ſtehe. *) Einige haben dies ſo mißverſtanden, als wolle ich —„— din Tioh, Nnbezwex an, ſagte twie ar⸗ ddauf j⸗ etſet dieſe anzhen und an und ſe autſaß her d hrung, ttn und amn. vann Lan⸗ un voſſen, n ſe zu re ig plh 1n Boden; r an ſiſ a dlch oſfenzn aran ein An iſ 4 Acer anrtt von aywich D nuf ole ſtehe. — woll ij — 38ö— Iſt das Land ſehr reich, ſo wird die Pflanze bald Kraft genug erhalten, ihren Quadratfuß auszu⸗ fuͤllen. So weit ihr Kraut ſich auf der Oberflaͤche ausdehnt, ſo weit gehen auch ihre Wurzeln in den Boden; jede Pflanze ziehet alſo alle Nahrung her⸗ aus, die in dem Quadratfuße enthalten iſt. Waͤ⸗ ren mehrere Pflanzen da geweſen, ſo haͤtte es an Raume fuͤr Kraut und Wurzeln gefehlt, und eine haͤtte die andre verdraͤngen muͤſſen, bey welchem Kampfe gewiß alle gelitten haͤtten. Auf einem armen Boden verhaͤlt es ſich ganz anders. Jedes Korn keimt auch, und wird eine Pflanze. Aus Mangel an Kraft aber breitet ſie ſich weder im Kraute, noch Wurzeln aus, und nimmt etwa hoͤchſtens 3 Zoll ein. Der uͤbrige Theil des Fußes bleibt alſo unbeſetzt, und giebt wilden Pflan⸗ zen, deren Saamen im Lande liegt, Geledenßeit, hervorzukommen. Wenn wir aber auf reichem Lande einer Korn⸗ pflanze nur 4 Zoll im Quadrat, und auf armem 2 Zoll geben wollen, ſo erhellet dennoch, daß ſie nicht auf einerley Art, viel weniger nach jener un⸗ richtigen Maxime, beſaͤet werden muͤſſen. wirklich nur eine Pflanze auf einen Quadratfuß ha⸗ ben!!— Icch habe uͤbrigens meine Meinung uͤber Verhaͤltniß der Ausſaat ſo oft erklaͤrt, daß es mir un⸗ noͤthig ſcheint, ſie hier noch einmal aus einander zu ſetzen. Von 77 Angaben, die Voung auf ſeiner noͤrd⸗ lichen Reiſe uͤber das Verhaͤltniß des Ertrages zur Ausſaat ſammelte, iſt der Durchſchnitt in Anſehung der Gerſte folgender: Von 1 bis 2 Buſh. inclus. 36 ¾*) —- 2 ½ ½ ⸗ ⸗ 27½ — 3„ 7 2 28 3 3„⸗ 33 — 4*. 30 — 42 und mehr. 30 *) In dieſe Rubrik kommen nur wenige, aber vortreff⸗ liche Wirthſchaften. In der oͤſtlichen Reiſe iſt der Durchſchnitt von 46 Angaben: Von 2 bis 3 Buſh. ⸗ 32 B. — 32— 4 ⸗ 33— — 4 ½— 5 ⸗· 27— A Bey trockner Jahrszeit wird von den Englaͤn⸗ dern das Einweichen und naſſe Ausſaͤen der Gerſte als ein ſehr wichtiger Handgriff empfohlen. Einige nehmen Jauche, Kalk und andre Dinge hiezu: aber die Befoͤrderung des Keimens iſt das Weſent⸗ liche. Man nimmt den 3ten Theil aus dem Sacke heraus, und legt ihn ins Waſſer 24 bis 36 Stun⸗ den lang. Er wird dann fruͤher laufen, und da⸗ —,— Iner non Dages zur im nſehung V 8 8 1 bortref⸗ ennnütt von aenglin 1n Gerſt al Linige nn hiezu: as Weſi⸗ m Catt 8 S⸗ en und d da⸗ — 388— durch dem Unkraute zuvorkommen, worauf bey der Gerſte ſo ſehr viel ankommt*⁴). Young hat uͤber die beſte Saatzeit der Gerſte viele Verſuche gemacht, und die fruͤheſte am ergie⸗ bigſten gefunden. Da ſie aber nur im Kleinen an⸗ geſtellet und die Saamen in Reihen geſaͤet worden, die behacket und gejaͤtet wurden, ſo moͤchte ich we⸗ nig darauf bauen. Die Saamen wilder Kraͤuter, die im Acker liegen, kommen bey der kalten Wit⸗ terung ſchneller zum Keimen und Wachſen, wie die Gerſte, und unterdruͤcken ſie dann. Man haͤlt da⸗ her auch in England dafuͤr, daß auf ſchwerem, naſ⸗ ſem, krautigem Lande die ſpaͤte Saat die beſte ſey. Solches Land wird daher erſt im May, trockenes aber im April, beſtellet. Die Norfolker, die Mei⸗ ſter im Gerſtenbau ſind, richten ſich nach dem Aus⸗ brechen der Eiche. Indeſſen beweiſen die Voung⸗ ſchen Verſuche, daß die Gerſte Schnee und Froſt ſehr gut ertragen koͤnne**). *) Wenn gleich dieſe Methode zur Befoͤrderung des ſchnel⸗ leren Auflaufens einigemale gegluͤckt iſt, und guten Er⸗ folg gehabt hat, wenn zu rechter Zeit Regen einfiel: ſo iſt ſie doch ſehr mißlich, und hat zu anderer Zeit der fruͤher keimenden, aber nun im trockenen Boden ſchmachtenden Saat den voͤlligen Untergang gebracht, weswegen ich ſehr dagegen warne. **) Alle neueren Erfahrungen ſind fuͤr die möglichſt fruͤh⸗ Ausſaat der großen Gerſte, weshalb man ſehr gern —— — 384— Der Hafer. Ich finde bey den Englaͤndern vier Arten erwaͤhnt. I. 2. 3. the Dutsh oder Friezland iſt unſre gewoͤhn⸗ liche Art, die auch in England am haͤufig⸗ ſten gebauet, und jetzt den andern wieder all⸗ gemein vorgezogen wird. Eine ſchwaͤrzliche Abart davon, die aber mit dem teutſchen Rauhhafer nicht zu verwech⸗ ſeln iſt. Der Poland, polniſche Hafer, welcher eine Zeitlang in England haͤufig gebauet, jetzt aber wegen ſeiner dicken Huͤlſe allgemein ver⸗ worfen wird*). the Siberian oder Tartarian, welcher wirk⸗ lich eine beſondre Species iſt, und nicht als den Acker zur Gerſtenſaat im Herbſte voͤllig vorberei⸗ tet, und ihn im Maͤrz oder Anfangs Aprils mit dem Exſtirpator, einem andern Schaufelpfluge, oder der Drillmaſchine ohne weiteres Pfluͤgen unterbringt, wie auch ich mit dem gluͤcklichſten Erfolge nach Kartoffeln verſucht habe. Der von den Englaͤndern Polniſcher genannte Hafer iſt ohne Zweifel derjenige, den wir Engliſchen Hafer nen⸗ nen. Er hat große gelbe Koͤrner, die, wenn er auf trockenem, ſtarkem und warmem Boden gebauet wird, ſchwer und mehlreich, auf naſſem Boden aber leicht und dickhuͤlſigt werden. ——Q————‚ —,— aerwohnt inngevöͤhn⸗ 4ʃ haufig⸗ tieder ale d aber mi berweh⸗ an her eine ucht, jeßt ollnein ver⸗ ns nict i ——— 2 J börberi⸗ W nit dn al oder der mngt, wie zan artoffeln ang Hafer it tashafer nen⸗ menn er a auet wird, 2aber leict — 385— eine Abart von der Avena sativa des Linné angeſehen werden kann. Er hat ein feines und duͤnnhuͤlſigtes Korn, und einen rohr⸗ artigen Halm, weswegen Marſhall vorſchlaͤgt, ihn Avena arundinacea zu nennen. Er fin⸗ det auch wenig Beyfall*). Der meiſte Hafer in England wird in das um⸗ gebrochene Grasland, gleich in die erſte Furche, ge⸗ ſaͤet. Denn, wie ich ſchon oͤfter zu bemerken Ge⸗ legenheit gehabt habe, ſo halten es die Englaͤnder fuͤr eine ſchlechte und verderbliche Wirthſchaft, ihn in die Weitzen⸗ oder Gerſtenſtoppel zu bringen. In den ſchweren und feuchten Gruͤnden einiger Provin⸗ zen ſaͤet man in die umgebrochene Narbe wol drey⸗ mal Hafer hintereinander. Bey dieſer einfurchigen Beſtellung des Hafers gehen Leute hinter dem Pfluge her, welche die in die Hoͤhe ſtehenden und nicht or⸗ dentlich umgelegten Furchen mit der Hand oder mit Forken zurecht legen, und in die Hoͤhlungen werfen. Eine unbetraͤchtliche Koſten veranlaſſende, aber hoͤchſt nuͤtzliche Arbeit, die niemand, der Dreeſch⸗Hafer bauet, verſaͤumen ſollte! Man haͤlt auch ſehr dar⸗ auf, daß die umgebrochene Furche noch denſelben Tag beſaͤet werde**). *) Wahrſcheinlich iſt dies die avena orientalis, Fahnen⸗ oder Kammhafer, deſſen Hauptvorzug darin beſteht, daß er nicht leicht ausfaͤllt, dagegen aber auch ſchwerer abzudreſchen iſt. **) Marshal Midland counties, T. 1. p. 109. I. Bb — 386— Die von A. Young angeſtellten Verſuche, ſeine auf Reiſen geſammelten Data, der allgemeine Gebrauch in den haferbauenden Diſtricten und das einſtimmige Urtheil aller beobachtenden und denken⸗ den Landwirthe in England, ſetzen es auſſer allem Zweifel, daß man mit der Hafer⸗Einſaat nicht ſpa⸗ ren muͤſſe*). Wenigſtens 6 Buſhel gehoͤren auf einen Acre; man fehlet aber nicht, wenn man 7 bis 8 Buſhel nimmt, zumal beym Dreeſch. Der Hafer beſtaudet ſich unter allen Korn-Arten am we⸗ nigſten. Die meiſten bewaͤhrten engliſchen Schriftſteller ſtimmen darin uͤberein, daß man ſich beſonders auf feuchtem, kaltgruͤndigem und krautartigem Boden mit der Haferſaat nicht uͤbereilen, ſondern bis Ende Aprils oder Anfang May's warten ſolle. In Norfolk geraͤth der im Junius geſaͤete Hafer noch ſehr gut. „)= 2, 440 Berliner Scheffel auf 1 Morgen. Bey dieſer ſtarken Hafer⸗Ausſaat der Englaͤnder muß man jedoch Ruͤckſicht darauf nehmen, daß ſie Hafer ſelten anders als in umgebrochenes altes Grasland ſaͤen. Der meiſte Hafer wird in ihren Marſchgegenden, wo das Land lange zur Weide liegt, gewonnen; es wird we⸗ nig dazu gepfluͤgt; der Boden bleibt rauh, und es ge⸗ hen eine Menge Saamenkoͤrner verloren, die entweder zu tief oder nur obenauf zu liegen kommen. Ich habe jetzt dieſelbe Beſtellungsart im Oderbruche vor Augen, wo man bis 3 Berl. Scheffel auf den Morgen ſaͤet. as Verſuche Alllgemeine hund das un denken⸗ un er allem niicht ſda⸗ üren auf uen man n. Der anlam we⸗ z iftſteller aedet anf itm Bedeg 20 dis Ende e.„ Jafer not aSln. B ammuß man afer ſelten mgien. Der ua, wo das widd we⸗ Guand ts de atwaͤer 18 Ic hale t'or Augen aen ſait. — Wenn man Stoppelhafer ſaͤen will, ſo kommt dabey nie anders ein betraͤchtlicher Vortheil heraus, als wenn man ihn in ſtarkem Duͤnger beſtellet. Bey einer geringen Hafer⸗Erndte iſt vielmehr, wenn man auf die Folgen und die ganze Wirthſchaft ſie⸗ het, allemal Schaden. Der geringe reine Ertrag ſchlaͤgt in den folgenden Saaten vielfach zuruͤck. Nur bey einem Ueberfluß von Duͤnger bringt ein guter Wirth Hafer in einen ordentlichen Frucht⸗ wechſel. Ein Wirth in Norfolk hatte die Methode, ſei⸗ nen Hafer erſt ganz flach unterzupfluͤgen, und dann, nachdem er gekeimet, mit einer tiefen Furche herum zu wenden. Er kam bald wieder hervor, beſtaudete ſich weit ſtaͤrker, und gab ſo reiche Erndten, daß Mehrere dieſes nachzuahmen entſchloſſen ſind*). Daß der Keim des Hafers ſich nicht leicht erſticken laſſe, habe ich ſchon vor mehreren Jahren zufaͤllig beobachtet; und ich werde jene Methode in dieſem Jahre verſuchen, da ſie mir in mehrer Rüriht ſehr zweckmaͤßig zu ſeyn ſcheint*). Der Rocken iſt ein in England ſehr wenig gebauetes und, un⸗ billigerweiſe, verachtetes Korn. Wenn die Englaͤn⸗ *) Marshal Norfolk, T. 1. p. 246. ²) Die Meiſten, welche dieſe Methode auf Land, welches mit Hederich angefuͤllet war, verſucht haben, ſind mit dem Erfolge ſehr zufrieden. Bb 2 — ——— — 388— der auch ſelbſt Haferbrodt dem Rockenbrodte vorzie⸗ hen, ſo wundre ich mich doch, daß ſie ihn als Pferde⸗ futter nicht haͤufiger bauen. Denn das Vorurtheil, daß er den Pferden, in gehoͤriger Maaße, mit Haͤck⸗ ſel vermiſcht gegeben, ſchaͤdlich ſey, hat man in England nicht. Der wichtige Vorzug des Rockens beſteht in der groͤßeren Menge und beſſern Quali⸗ taͤt des Strohes, das er vor allen andern Getreide⸗ arten giebt; und hieran fehlt es doch in vielen eng⸗ liſchen Wirthſchaften*). Auch ziehet er weniger Kraft aus dem Lande, wie der Weitzen. Allein dieſer iſt ihnen zu unentbehrlich, und eine doppelte Herbſtbeſtellung paßt nicht in ihre Wirthſchaft. Der einzige Zweck, wozu er in manchen Ge⸗ genden ausgeſaͤet wird, iſt: fruͤhes gruͤnes Futter fuͤr Schaafe zu haben. Er wird im Fruͤhjahr durch dieſe in Hurden abgehuͤtet, und dann gleich umge⸗ brochen. Man laͤßt nicht mehr zur Reife kommen, als man zur kuͤnftigen Ausſaat braucht. In Anſehung des Rockenbaues laͤßt ſich alſo von den Englaͤndern nicht viel lernen. Der Buchweitzen gehoͤrt zwar keinesweges unter die Getreide⸗Arten, und die Englaͤnder ſetzen ihn mehr unter Pulse *) Sein Hauptvorzug iſt eigentlich der: daß er von allen Getreide⸗Arten am wenigſten voͤllig mißraͤth; dann, daß er den Acker weniger, wie der Weitzen, erſchoͤpft. A tSte dorſe 1 pferde⸗ V uutthei⸗ Kit hick, 1 nan in 4 RNocens 11 Dali⸗ a Getreide anlen eng⸗ preniger wan Naein Hai doypelte i nnft. arnhen Ge⸗ s Futte⸗ is kommen, 1 a ſc ⸗Atten, att pulse — ſaner von älln a denn, Nh eeyft — Tahr durch 18 c umg⸗ — 389— (Huͤlſenfruͤchte). Da er aber nicht mehr Recht hat, dort zu ſtehen, wie hier, und man ihn bey uns mehr an dieſem Orte ſuchen wird, ſo nehme ich ihn hier mit. Dieſe Frucht wird in England immer beliebter, nicht als Nahrung fuͤr Menſchen, ſondern als Vieh⸗ futter; hauptſaͤchlich aber als eine das Land ſehr verbeſſernde reinigende Frucht(meliorating crop). Sie ruͤhmen von ihm, daß er durch ſeinen geſchwin⸗ den Wuchs alles Unkraut unterdruͤcke, dem leichten Lande zutraͤglicher wie eine Braache ſey, indem er es locker mache, ohne es in Staub zu verwandeln). Man bereitet das Land ſorgfaͤltig dazu, pfluͤget dreymal, um das Unkraut zu zerſtoͤren, und ſaͤet ihn ſpaͤt im Junius. Eine mich zuerſt ſehr befremdende Methode, den gelaufenen Buchweitzen zu eggen, iſt mir jetzt ſehr merkwuͤrdig; da ich weiß, daß man es auch in Teutſchland mit gutem Erfolge gethan, und daß der Buchweitzen, ſelbſt bey trockner Witterung, nicht darunter leide. In Suffolk braucht man den Buchweitzen haͤu⸗ fig zum Schutze der ausgeſaͤeten Klees, und futtert. ihn ab. Man findet, daß er dem Klee vortrefflich *) Bath papers, I. III. p. 290. den Weg bahne und das Land rein halte, bis der Klee ſich beſtaudet*). Haͤufig aber wird der Buchweitzen auch zum Unterpfluͤgen als Duͤnger geſaͤet, indem er zu die⸗ ſem Zweck die wohlfeilſte Ausſaat, und, wie ich aus eigener und meiner Freunde Erfahrung bezeu⸗ gen kann, von ſehr großer Wirkung iſt. Wenn ich jetzt Buchweitzen ſaͤe, geſchiehet es allemal mit dem feſten Vorſatze, ihn bey dem ge⸗ ringſten Anſcheine von Mißrathen in der Bluͤthe niederwalzen und unterpfluͤgen zu laſſen. Geraͤth der Buchweitzen, ſo iſt es eine der eintraͤglichſten und nach Verhaͤltniß ſehr wenig ausziehenden Fruͤch⸗ te. Kann man aber keine volle Erndte davon hof⸗ fen, ſo gewinnt man bey der folgenden Saat reich⸗ lich das wieder, was man durch das Unterpfluͤgen verliert. Meine Beſtellung des leichten Landes im offenen Felde wird daher beſtaͤndig die ſeyn: Rok⸗ ken und Buchweitzen ein Jahr ums andere abwech⸗ ſeln zu laſſen, und dieſen haͤufig unterzupfluͤgen. Dies iſt der einzige Weg, wobey ſich Wirthſchaften auf leichtem Boden in unverkoppelten Gegenden, de⸗ nen es alſo nothwendig auch an Duͤnger fehlen muß, heben koͤnnen**). *) Dies habe ich auch durch eigene Erfahrung beſtaͤtiget gefunden. Der Klee kommt ungleich dichter darunter auf, wie unter Gerſte und Hafer. 2, Die Erfahrung hat mich aber nachher belehret, daß dies nicht lange gehe, weil das Land zu locker wird, M biz der V dhuch zum n u die⸗ dn wie ic anng bezeu⸗ 4— ad iehet es adhem ge⸗ 3 Alitye Gerith tanzlicſten 1m. Früch⸗ awo hef⸗ maut vaih⸗ I aunſfllgen rrandes im am: Ne⸗ ar aöweh⸗ tnuſlüge Whſchaſten „A den, de⸗ julen muß — — 1 u beſtätiget V ater daruntee lhtet, u 8 bocker wid, — 391— Wenn der Buchweitzen die einzige Zuflucht und ein unſchaͤtzbares Geſchenk der Vorſehung fuͤr Sand⸗ boden iſt: ſo verdient er doch keineswegs die Ver⸗ achtung, womit man in fettern Gegenden auf ihn herab ſiehet. Er giebt da ſehr oft einen Ertrag, dem Gerſte, Hafer und Huͤlſenfruͤchte nicht gleich kommen, und man wuͤrde gewiß in einer Reihe von Jahren einen anſehnlichen Gewinn bemerken, wenn man ihn oͤfter an die Stelle des Sommergetreides braͤchte. In Holſtein erkennet man dies ſchon ſehr, und in England verſchmaͤhet man ihn auf dem ſchwer⸗ ſten Boden nicht. Beſonders ſollte man ihn dann waͤhlen, wenn das Land zu feucht bleibt, um eine gerechte Beſtellung des Sommergetreides zu bewerk⸗ ſtelligen. und nichts mehr tragen will, als Quecken. Sand⸗ boden muß durchaus ruhen, um ſich von dieſem Feinde zu befreyen, und durch Benarbung Feſtigkeit zu er⸗ halten. Auf umgebrochenem Dreeſch geraͤth dann der Buchweizen vortrefflich. Siebzehntes Capitel. Von den Huͤlſenfruͤchten. Da dieſe in der natuͤrlichen Ordnung des Pflanzen⸗ reichs ſehr weit von den Getreide⸗Arten entfernt ſind, ſo laͤßt es ſich, nach den im 10ten Capitel angege⸗ benen Grundſaͤtzen, erklaͤren, wie der Acker bey ei⸗ ner abwechſelnden Beſtellung mit dieſen beyden ſehr verſchiedenen Claſſen von Fruͤchten ſich weit laͤnger in Kraft erhalte, als wenn immer eine Art dar⸗ auf gebauet wird. Ueberdas ſcheint es, daß die Huͤlſenfruͤchte einen Theil ihrer Nahrung weit tiefer aus dem Boden hervorholen, als die Wurzeln der Getreidepflanzen eindringen. Und endlich weiß man, daß ſie mit viel ſtaͤrkeren Einſaugungsorganen von der Natur begabt ſind, und alſo aus der Atmo⸗ ſphaͤre vieles in ſich aufnehmen. Hierzu kommt noch, daß dieſe Fruͤchte, wenn ſie gut gerathen, einen großen Theil des Unkrauts unterdruͤcken, und, durch ihre hinterlaſſenen ſtaͤrkern Wurzeln und ihren Schat⸗ ten, dem Acker Lockerheit und vielleicht auch einigen Duͤnger wiedergeben. Obendrein werden dieſe —— 7 ſhet. Wizzen⸗ af ſind, Mgege⸗ o yeh d⸗ Leln der 1 dß man, uneen von 36 Atmo⸗— ugt noch, ag einen ur, durch 76 Schat⸗ a eitigen 9 dieſe — 303— Fruͤchte bey einer vollkommenen Wirthſchaft in Eng⸗ land mit der Hand⸗ und Pferdehacke ſorgfaͤltig be⸗ arbeitet, dadurch alles Unkraut zerſtoͤrt und die Oberflaͤche des Bodens immer locker erhalten. Aus dem Allen erhellet, daß die engliſchen Schriftſteller dieſen Fruͤchten das Praͤdicat der ver⸗ beſſernden(meliorating crops), im Gegenſatze der erſchoͤpfenden(exhausting crops), nicht mit Unrecht beylegen. Wir begreifen ſie unter dem Namen der Braachfruͤchte, und erkennen dadurch gleichfalls an, daß ſie eine der Braache gleiche Wir⸗ kung, eine Verbeſſerung des Ackers, mit ſich fuͤh⸗ ren. Ich fuͤhre bey ihrem Bau blos das Eigen⸗ thuͤmliche der beſſeren engliſchen Wirthſchaft an. Die Bohnen werden vorzuͤglich auf dem bindenden reichen Klay— boden in den Grafſchaften Kent, Eſſex und Suffolk haͤufig gebauet. Indeſſen iſt ein ſolcher Boden nicht unumgaͤnglich erforderlich. Sie wachſen auch auf lockerem, aber reichem, ſtark durchduͤngtem Lande. Bey Woodbridge traf Young Bohnen auf ſol⸗ chem Boden an, wo er ſeinen Stock zwey Fuß tief ohne alle Muͤhe in die Erde ſtoßen konnte. Den⸗ noch erhalten ſie da 40 bis 60 Buſh. vom Acere, aber bey der allervollkommenſten Behandlung*). ») Tour through the East. T. II. p. 167. 170. — 394— Ich ſelbſt habe nun ſeit zwey Jahren auf meinem, nur 4 Quentchen 24 Gr. Thon in einem Pfund ent⸗ haltenden Sandboden ſie gebauet. Im vorigen Jahre 1706 erhielt ich 56 Himten Pferdebohnen, von drey Morgen, die in 2 Fuß entfernten Reihen gedrillet waren. Die Erndte wuͤrde ungleich groͤßer ausgefallen ſeyn, wenn das Koͤpfen in meiner Ab⸗ weſenheit, als haͤufiger Mehlthau darauf ſiel, nicht verſaͤumt waͤre. Dieſer richtete wenigſtens§ der Pflanzen voͤllig zu Grunde*). Um eine gute Bohnen⸗Erndte zu erhalten, iſt das Behacken derſelben. unumgaͤnglich erforderlich. Es wird dies allgemein von allen Englaͤndern aner⸗ kannt; aber auch hier hat Poung das Verdienſt, es nach zuverlaͤſſigen Erfahrungen mathematiſch er⸗ wieſen zu haben. Er ſammelte auf ſeinen Reiſen alle Faͤlle von behackten und unbehackten Bohnen⸗ Erndten, die ihm vorkamen. Auf der noͤrdlichen Reiſe iſt der Durchſchnitt des Ertrages auf dem Acre aller behackten Bohnen ⸗ ⸗ ⸗ 38 ½ Buſh. aller unbehackten ⸗ ⸗ 24— U alſo mehr ⸗ 2 ⸗„ 14 ½— auf der öͤſtlichen Reiſe, der behackten ⸗ 38— der unbehackten ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ 26— alſo mehr 2 ⸗ 2 ⸗ 12 — *) Im Jahre 1797 habe ich von 3 ⅞ Morgen 94 Him⸗ ten, alſo vom Morgen 26 ½ Himten auf demſelben — ſeinem, dd ent⸗ rigen ynen, neihen drdßer a Ah⸗ ſ vicht d dr a, iſ felch. Maner⸗ P xentt niſch e⸗ n Reiſe pohen⸗ dlichen jn Arr Buſ — 1 94 hin. — 395— Auſſer dieſem hoͤheren Ertrage, der das Behacken, wenn es auch ſehr hoch kommt, doch doppelt erſetzt, iſt der Gewinn, durch die vollkommene Reinigung und Lockerung des Landes, ſehr betraͤchtlich fuͤr die folgenden Saaten. Um aber das Behacken zu erleichtern, und den Bohnen gleich den, zu ihrer Vegetation und reich⸗ lichen Schoten⸗Anſetzung erforderlichen Abſtand zu geben, befolgt man jetzt in England faſt allgemein die in Kent, ſeit mehr als hundert Jahren, uͤb⸗ liche Methode, die Bohnen in Reihen von 2 bis 3 Fuß Entfernung zu legen. Dies geſchieht entweder mit einem Drillpfluge, oder indem man die Bohnen etwa in die dritte Furche eines gewoͤhnlichen Pflu⸗ ges wirft, oder vermittelſt eines ordentlichen Bohnen⸗ treters. Die letzte Art hat bey einer Flaͤche, die man mit Tageloͤhnern zum Loͤchermachen, und Wei⸗ bern und Kindern zum Einwerfen hinlaͤnglich ver— ſehen kann, große Vorzuͤge, indem die Bohnen am ordentlichſten zu ſtehen kommen. In England koſtet ein Acre ſo zu bepflanzen 3 Schill. 8 Pence; mir koſtet der Morgen 22 Mgr. Von der kleinen Pferde⸗ bohne gehen 3 Himten auf 1 Morgen; alſo uͤber⸗ wiegt Erſparung der Einſaat das Arbeitslohn weit. Dieſe in Reihen gepflanzte Bohnen werden dann ſehr leicht mit der Pferdeſchaufel und Pferde⸗ Boden in zweyfuͤßigen Reihen erhalten. Die ganze Ausſaat betrug 3 ½ Himten, hacke rein gehalten, und das etwa in den Reihen aufgeſchoſſene Unkraut leicht ausgeriſſen. Wer im Gebrauche der Pferdehacke nicht ſehr geuͤbt iſt, dem rathe ich doch, zum erſtenmale, wenn die Bohnen eben herausgekommen ſind, die Bruſtſchaufel zu ge⸗ brauchen, welches auf den Morgen etwa 30 Mgr. koſtet. Die moͤglichſt fruͤhe Zerſtoͤrung des Unkrauts iſt von großer Wichtigkeit. So wie ſie heranwach⸗ ſen, kann ihnen die Pferdehacke keinen Schaden thun, und das Pferd haͤlt leicht von ſelbſt die Reihen. Ein Pferd, ein Junge zum Fuͤhren, und ein Kerl, bearbeiten ſehr bequem fuͤnf Morgen in einem Tage. Das Koͤpfen der Bohnen, wenn die unteren Schoten ſich gebildet, iſt vielleicht immer rathſam, bey den geringſten Spuren von Mehlthau aber un⸗ umgaͤnglich noͤthig, und eine ſehr geringe Arbeit, die mit dem Ausreiſſen des in den Reihen aufge⸗ ſchlagenen Unkrauts verbunden werden kann. Keine Braache giebt einen muͤrberen und rei⸗ neren Acker, wie dieſer Bohnenbau. Man kann ihn ohne weitere Vorbereitung zur Weitzenſaat pfluͤgen. Nach meiner Feldordnung kommt aber Gerſte mit Klee hinein, die allemal ganz auſſerordentlich dar⸗ auf gerathen ſind. Durch eine Reihe von Verſuchen hat Young erwieſen, daß in einem Fruchtwechſel, der Bohnen —— .—2 — — — Bo ſo eihen er im dem hnen 1l ge⸗ Ngar. rauts ä vach⸗ aden S dee nund ahn in a tteren rhſom, er un⸗ Oltbet Auixe 2 4d ti⸗ Iin ihn igen. wi mit in der⸗ „ houng exhtan — 392— in ſich begreift, allemal hierzu, und zwar ſo ſtark wie moͤglich, geduͤnget werden muͤſſe. Bohnen in friſchem Duͤnger uͤberwiegen die ungeduͤngten ſo weit, daß der Duͤnger dadurch bezahlet wird, und dennoch entziehen ſie ihn den kuͤnftigen Saaten auf keine merkliche Art. Vielmehr hat die folgende Weitzen⸗ oder Gerſten⸗Saat in einem geduͤngten Bohnenfelde die in einer gleichgeduͤngten Braache uͤbertroffen. Ich ſetze hier die Berechnung der Koſten eines Bohnenfeldes von drey Morgen im Jahre 1796, ſo wie ſie von meinem Verwalter genau aufgezeich⸗ net worden, her. 218 SS Anue zu pfluügen...... 4—— 2 Himten Bohnen⸗Einſaat 2—— Zu pflanzen.. 1 30,— Den 15. May mit der Pferdehacke zu bearbeiten.— 28— (ſtatt deren lieber die Bruſtſchaufel etwas fruͤher haͤtte genommen wer⸗ den ſollen.) Den 25. May zum zweytenmale mit der Pferdeſchaufel.— 28/— Mit der Bruſtſchaufel nachzuarbeiten 1 20— 10 34— — 398— a16„16 abzC5 uaſch abertrag 10 34 Die Reihen auszuhacken.. Den 6. Jun. mit der Pferdehacke zu bearbeitenn— 28 Den 22. Jun. abermals..— 28 Den 1. Jul. Koͤpfen der Bohnen und Ausreiſſen des groben Unkrauts † 1/2 (erſteres geſchahe zu ſpaͤt) Abzuſchneiden und zu binden.. 221 =[18/27 Ertrag 56 Himten à 1 Rthlr. 50 /— Reiner Vorthel. 37 8 1 —2 1 l 24 Fuder Duͤnger, à 24 Mgr., ſind nicht in Aus⸗ gabe gebracht. Denn wenn man auch darauf be⸗ ſtuͤnde, daß die Haͤlfte dieſes Duͤngers den Bohnen zur Laſt fallen ſolle, ſo kaͤme ihnen dagegen die, folgenden Saaten ſo erſprießliche Bearbeitung des Landes, die jenen uͤberwiegt, zu gute. Denn das Land war uͤber alle Vorſtellung voll Wucherblumen und Hederich, wovon keine Pflanze zum Beſaamen gekommen iſt*). n— *) Der Drillbau der Bohnen kann auf eine weit einfachere und minder koſtſpielige Weiſe betrieben werden. Man ſaͤet ſie mit dem im 2ten Hefte der Beſchreibung der Ackerwerkzeuge abgebildeten Bohnen⸗Driller, indem man dieſen hinter dem zweyten oder dritten Pfluge her⸗ rußten en de, 1r ds Du d eclunen umen — 399 Es iſt in England ſehr gebraͤuchlich, die Boh⸗ nen in drey bis vier Fuß entfernte Reihen zu pflan⸗ zen, die Zwiſchenraͤume mit einem Pfluge, ſo daß man bald eine Furche von den Bohnen ab⸗, und bald wieder anwirft, bis Johannis zu bearbeiten. Dann werden entweder Ruͤben darunter geſaͤet, oder Kohl dazwiſchen gepflanzt. Wenn die Boh⸗ nen wegkommen, ſo erhalten dieſe Luft, und voll⸗ enden im Herbſte ihren Wachsthum. Man hat auf dieſe Weiſe von beyden ſehr reichliche Erndten ge⸗ habt, und einen Acre auf 12 bis 16 Pf. Sterl. benutzt. ſchieben laͤßt, und bearbeitet ſie nachher mit dem leich⸗ ten Pfluge oder der einfachen Pferdehacke. Es bedarf dann keiner Handarbeit dabey, wenn man den leichten Pflug nur gehoͤrig und dreiſt gebraucht. Wo man ſich bey der Fruchtfolge ohne Braache mit einem ſtar⸗ ken Kartoffeln⸗ oder Wurzelnbau nicht befaſſen will, da koͤnnen die Bohnen, wenn der Boden anders nicht gar zu loſe und trocken iſt, an die Stelle der ſelben treten, die Braache vollkommen erſetzen und einen weit hoͤheren Ertrag an Viehfutter geben, als man vom Stoppelhafer je erwarten darf. Als Pferdefutter uͤber⸗ treffen ſie ohne Zweifel jedes andere Korn, und die Wettrenner werden in England vorzugsweiſe damit ge⸗ futtert. Das Stroh, wenn es nicht mit Mehlthau befallen und trocken eingeerndtet iſt, wird dem Heu im Werthe gleich geſchaͤtzt. Unter allen Vorfruͤchten fuͤr die Winterung haͤlt man die Bohnen fuͤr die zutraͤg⸗ lichſte. — 400— Die Erbſen werden in England von allen guten Wirthen eben⸗ falls behacket. Denn der groͤßere Ertrag bezahlt die Arbeit reichlich, und eine Erbſenſaat wird da⸗ durch eine deſto vollkommnere Vorbereitung fuͤr das folgende Getreide. Um dieſe Arbeit zu erleichtern, iſt das Reihen⸗ ſaͤen in die Pflugfurche mit dem Treter, oder nach dem Drillpfluge mit dem Saamenkaſten, immer vor⸗ theilhafter. Der Gebrauch der Pferdehacke, ſowol der einfachen als der vielſchaarigen, iſt aber bey Erbſen ſehr mißlich, da ſie gleich in die Zwiſchen⸗ raͤume hineinranken, und jede Verletzung ihnen toͤdtlich iſt. Weit ſicherer geht man dabey mit der Handarbeit. Ein Verſuch, den ich mit Drillen der Erbſen im Jahre 1703 gemacht habe, war zu unvollſtaͤn⸗ dig, als daß ich etwas daruͤber ſagen koͤnnte. Es fehlte mir an Arbeitern zu der Zeit, wie ſie das Behacken noͤthig hatten, und dies ward daher nur auf einem Theile des Erbſenfeldes vollfuͤhret. In⸗ deſſen war der Unterſchied der behackten vor den unbehackten ſo augenſcheinlich, daß ich ſicher den doppelten Ertrag von meinen Feldern gehabt haͤtte, wenn es vollfuͤhret worden waͤre. Der Abſtand der Reihen fuͤr Erbſen iſt 18 Zoll. Sie beziehen demohngeachtet das Feld ſehr dicht*). *) Wenn man mit dem Dilllen erſt etwas in Uebung iſt, ſo geht es auch mit den Erbſen ſehr gut. Ich habe 7 ——— dn eben⸗ t bezaßlt Hird da⸗ ufür das 1 Neihen⸗ der nach her hor⸗ ii ſowol ſſer bey V piſchen⸗ nuß ihnen Fauwit der dr Erhſe alſti är. 6 ſe do gfe tur a. v sor den er den hoalte ſtiſt 18 ald ſehr Mers 4 JIh hile Die Wicken werden von den Englaͤndern faſt allein zum Gruͤn⸗ futtern oder zum Heumachen gebauet; und man laͤßt blos das Beduͤrfniß zur Saat ſtehen. Einige, die ſie beſonders fuͤr Pferde beſtimmen, laſſen ſie bis zum Anſetzen der Schoten ſtehen; Andre maͤhen ſie in der vollen Bluͤthe. Beym erſten Verfahren ſind ſie eintraͤglicher; beym zweyten zeigen ſie als verbeſſernde Saat deſto groͤßere Wirkung. Im vorigen Jahre hatte ich drey Stuͤck Wicken neben einander. Eins ließ ich fruͤh zu Heu maͤhen, das zweyte ſpaͤter, wie die Schoten anſetzten, gruͤn abfuttern, und das dritte zur Saat ſtehen. Jetzt, im May 1792, finde ich einen ſehr augenſcheinli⸗ chen Unterſchied an der Rockenſaat bey uͤbrigens voͤllig gleichen Umſtaͤnden. Ich werde den Ertrag der drey Stuͤcke genau beobachten. Es iſt immer rathſam, den Duͤnger, welchen man fuͤr die folgende Getreideſaat beſtimmt hat, den Wicken ſchon zu gute kommen zu laſſen. Das Reſultat der Youngſchen Verſuche uͤber die Wicken iſt: daß ein Acre geduͤngter Wicken im Durchſchnitt 54 Centner Heu, ein ungeduͤngter 35 Centner gab. ſie mit meiner Maſchine auch auf 9 Zoll gedrillet, und mit der gewoͤhnlichen 6ſchaarigen Kornpferdehacke be⸗ hackt. Wenn auch etliche Erbſen beriehet werden, ſo hat das nichts zu bedeuten. Ee Es iſt aber auſſerdem eine allgemein anerkannte Wahrheit, daß die folgende Getreide-Erndte deſto beſſer iſt, je dichter die Wickenſtoppel war. Die Dichtheit der Beſchattung toͤdtet alles Unkraut, das durch die Kraft des Duͤngers zum Keimen gebracht worden, und erregt eine faulende Gaͤhrung, wo⸗ durch der Acker fruchtbar und ſo muͤrbe wie eine Braache wird. Dagegen befoͤrdert der friſche Duͤn⸗ ger beym Getreide nur das Aufkommen des Un⸗ krauts. Wenn ich neues Land antrete, ſo erhalte ich es gewoͤhnlich im allerunreinſten Zuſtande. Ich beſaͤe es gleich mit Wicken; ſo lange ſie jung ſind, muß man ſie unter dem Wuſte von Unkraut ſuchen. Haben ſie aber Duͤnger unter dem Fuße, ſo uͤber⸗ wachſen ſie das Unkraut bald; und wenn ſie in der Bluͤthe gemaͤhet werden, ſo findet man faſt keine Spur vom Unkraute darunter. Fuͤr unreines Land findet keine eintraͤglichere Verbeſſerungs⸗Saat Statt, wie dieſe. 40 Centner dieſes ſehr guten Heues vom Acre bezahlen das Land und die Koſten reichlich. In Norfolk, wo das Land des Kleetragens muͤde iſt, faͤngt man ſelbſt an, die Wicken ſtatt des Klees in den Fruchtwechſel aufzu⸗ nehmen, und findet, daß der Ertrag eines guten Wickenſchnittes beſſer iſt, als von zwey mittelmaͤßi⸗ gen Kleeſchnitten, und daß das Land reiner dabey bleibt. Außer den Fruͤhjahrswicken, deren es mehrere Ab⸗Arten giebt, haben die Englaͤnder aber noch 6 H — anerkannee Eindte deſr war. Die nkraut, das nen gebracht hrung, wo⸗ be wie eint ftiſche Dun⸗ en des Un⸗ jſo eehalte jande. Ich jung ſind, raut ſuchen. he, ſo üͤber⸗ in ſie in der in faſt ken ainträglicer 40 Centna gien das kand wo das land köſt an, di chſel aufzu⸗ ines guten mittelmäßie reiner dabey es wehter aber noc Winterwicken, worauf ſie ſehr viel halten. Dieſe werden im Herbſt geſaͤet, laufen vor Winter, ertragen den ſtrengſten Froſt, fangen im Fruͤhjahre fruͤh zu treiben an, und ſind im April und May ein ſehr ſchaͤtzbares gruͤnes Futter. Wenn ſie abgemaͤhet ſind, wird das Land gewoͤhnlich zu Ruͤben bereitet. Man hat aber auch Gerſte und Hafer in die Stoppel geſaͤet. Ich habe dieſe Wicken aus England im vori⸗ gen Jahre erhalten, aber ſo ſpaͤt, daß ich ſie erſt im Februar ſaͤen konnte. Die Englaͤnder ſagen faſt allgemein, daß dieſe Art Wicken, auf dieſen Fall, keinen ſonderlichen Ertrag geben, und es iſt wahr, daß ſie jetzt, im May, nicht beſonders ſtehen. Es war mir indeſſen an Vermehrung des Saamens gelegen, und ich hoffe, dieſe doch davon zu erhal⸗ ten. Sie zeigen noch keine Bluͤthe, und ich bin noch nicht im Stande, ihren charakteriſtiſchen Un⸗ terſchied von den Sommerwicken anzugeben, da ich ihn bey den Englaͤndern nirgends angefuͤhrt finde. Wenn dieſe Wicken Unſer Klima ertragen, woran ich nicht zweifle, da ſie in den noͤrdlichſten Gegenden von England gebauet werden: ſo waͤre ihre Einfuͤhrung ſehr wichtig. Sie rauben keiner Frucht den Platz, ſondern nehmen ihn nur ein, wenn ſonſt nichts waͤchſet. Sie ſollen mit ſehr leichtem ſandigem Boden fuͤrlieb nehmen, welches Eex 2 auch ſchon an ſich wahrſcheinlich iſt, da ſie zu einer Zeit wachſen, wo es an Feuchtigkeit nicht fehlet*). Achtzehntes Capitel. Die Drill⸗ oder Pferdehacken⸗ Wirthſchaft*). Dieſe beſondre Art, Korn und Huͤlſenfruͤchte aus⸗ zuſaͤen und zu bearbeiten, erregt nachgrade dem Namen nach die geſpannteſte Aufmerkſamkeit in manchen Gegenden Teutſchlands. Dennoch ſcheint ſelbige, auſſer dem Hannoͤveriſchen, wo an mehre⸗ ren Orten Verſuche damit gemacht ſind, noch voͤl⸗ lig unbekannt zu ſeyn; und das, was in einigen neuern oͤconomiſchen Journalen davon geſagt wor⸗ *) Ich habe mich uͤber die Unzuverlaͤſſigkeit der Winter⸗ wicke in unſerm Clima ſehr oft, und zuletzt im 3. B. S. 520 erklaͤrt. 2) Da ich dieſe Materie ganz neu im 3. Bande S. 219 bearbeitet habe, ſo enthalte ich mich aller Zuſaͤtze und Berichtigungen, laſſe dieſes Capitel aber doch ſtehen, weil es in Verbindung mit vorgenanntem Aufſatze, der um zehn Jahre ſpaͤter ſchrieben iſt, die Sache beſſer erlaͤutern wird. den, in die liche? ihnen „., ſu geb deſer 1 alſo k zverſt Saam von d nieder ſo ve zuleit hew ſchat wird Mate ſchich haben zu vel finde denen Vorth aus d noch g riſche ehe ie ſie zu eine ict ehle) Vacken⸗ früͤchte aus⸗ chgrade dem erfſamkeit in, ennoch ſcheit. wo an mehe⸗ nd, noch val⸗ as in einige n geſagt wor⸗ —:—— eit der Winter⸗ ſeßt in 3. B. zande S. 219 er Zuſäße und er doch ſtehen n Aufſoße, de de Eahe biſir — 405— den, verraͤth die groͤßte Unwiſſenheit der Verfaſſer in dieſem Stuͤcke. Ich werde daher die vermuth⸗ liche Wißbegierde meiner Leſer zu befriedigen, und ihnen einen ſo vollſtaͤndigen Begriff von der Sache zu geben ſuchen, als die Graͤnzen, die ich mir bey dieſer Schrift vorgeſchrieben, es erlauben wollen. To drill heißt bohren, Loͤcher machen; alſo koͤmmt der Name vermuthlich daher, daß man. zuerſt mit einem Pflanzer Loͤcher machte, und die Saamenkoͤrner hineinwarf. Denn daß der Name von der andern Bedeutung dieſes Worts, die dem niederteutſchen Ausdrucke Drillen entſpricht, und ſo viel als antreiben, anreitzen bedeutet, ab⸗ zuleiten ſey, iſt gar nicht wahrſcheinlich. Horse- hewing-husbandry, oder Pferdehacken⸗Wirth⸗ ſchaft, bezeichnet die Sache ungleich beſſer, und wird von den Englaͤndern auch haͤufig gebraucht. Um die engliſchen Schriftſteller uͤber dieſe Materie zu verſtehen, muß man ſich mit der Ge⸗ ſchichte der Drillwirthſchaft etwas bekannter gemacht haben. Wenigſtens ward mir es ſchwer, manches zu verſtehen, ehe ich jener nachgeſpuͤret hatte. Ich finde ſogar, daß die Englaͤnder ſelbſt die verſchie⸗ denen Epochen zuweilen verwechſeln, etwas zum Vortheil oder Nachtheil der jetzigen neuern Methode aus Zeiten und Schriftſtellern anfuͤhren, die dieſe noch gar nicht kannten. Ich muß daher das Hiſto⸗ riſche dieſer Feldwirthſchaft kurz vorhergehen laſſen, ehe ich zu der Sache ſelbſt komme. 1 — 406— Als den erſten Erfinder derſelben verehren die erſi Englaͤnder allgemein den beruͤhmten Tull, den ſie duß, daher den Vater des Drillpflugs nennen. Wir finden andet zwar in aͤlteren ſpaniſchen Schriftſtellern ſcan dis wunde Beſchreibung einer in Reihen ſaͤenden Maſch„ ſden e unter dem Namen eines Sembradors. Auch Eide hatten kleine fleißige Wirthe, ſchon lange vor ihm, angen mit der Hand in Reihen geſaͤet, und ſolche bear⸗ einan beitet. Aber die Ehre, Erfinder der erſten Pferde⸗ der. hacke zu ſeyn, gebuͤhrt ihm doch gewiß. Er gab wurde im Jahre 1733 ein Werk heraus, unter dem Titel: dabei Horse-hewing husbandry, oder uͤber die Pferde⸗ Jahre hacke⸗Wirthſchaft. Er ſuchte darin zu bewei⸗ Gaat ſen, daß der Duͤnger zur Befruchtung des Erdbo⸗. dens nur in ſofern beytrage, als er die Lockerheit f duf des Bodens und die Anziehung der naͤhrenden kan Theile aus der Atmoſphaͤre befoͤrdere. Man koͤnne 4 deſſelben entbehren, behauptete er, wenn man durch ſn haͤufiges Pfluͤgen den Erdboden lockere, und jedes g⸗⸗ Staͤubchen dem Einfluſſe der Luft, des Thaues und P der Sonne ausſetze. Wenn dieſes gehoͤrig bewerk⸗ ½ ſtelliget werde, ſo koͤnne man auch immer dieſelbe, nen natuͤrlich a alſo die eintraͤglichſte Korn⸗-Art, den Wei⸗ Pe zen, Jahr aus Jahr ein darauf bauen. Der ſo— ac aufgelockerte Boden wuͤrde genug befruchtende Theile . aus der Luft ziehen, um dieſe erſchoͤpfende Korn-Art Yerſu beſtaͤndig zu ernaͤhren. küng eine; E Um dieſen Zweck zu erreichen, ſaͤete er einzelne Virt dicke Reihen Weitzen, drey Fuß von einander; oder geſag berehren de ull, den ſe Vir finde n ſchon dee Maſchine, de. Aach ge vor ihm, ſolche hear⸗ ſien Pferde⸗ . Er gab dem Tite: ſePferde⸗ zu bewei⸗ des Enbo⸗ iie Lockerhei r nährenden Man künne un man durc , und jedes Thaues und örig bewei⸗ ner dieſelbe, den Wei⸗ ; Der ſo ende Theile e Korn⸗Art ter einzelne nander; ode ) — 407— er ſaͤete auch doppelte Reihen, die unter ſich einen Fuß, jedes Paar aber vier Fuß Abſtand von dem andern Paare hatten. Dieſe breiten Zwiſchenraͤume wurden dann haͤufig mit einem kleinen leichten Pfluge, den er Cultivator nannte, bearbeitet, und die Erde abwechſelnd von den Reihen ab⸗, und wieder angepfluͤget. Wenn die Reihen paarweiſe nahe an einander ſtanden, ſo ward der Zwiſchenraum mit der Handhacke bearbeitet. Im folgenden Jahre wurden nun die Kornreihen auf die Mitte des be⸗ arbeiteten Zwiſchenraumes geſetzt, und im dritten Jahre ſuchte man den Mittelſtand zwiſchen den Saatreihen der beyden vorigen Jahre zu treffen. So wenig Korn nun auch bey dieſer Methode auf dem Felde ſtand, ſo erhielt er doch einen Er⸗ trag, der das, was die damalige allgemeine Drey⸗ felder-Wirthſchaft in ihrem dreyjaͤhrigen Umlaufe gab, weit uͤberwog; naͤmlich im Durchſchnitt alle Jahr 18 Buſhel Weitzen vom Acre. Daß dieſe Angabe richtig ſey, bezweifeln gleichzeitige Oecono⸗ men nicht, und ſelbſt die Gegner dieſer Methode geben es zu. Auſſerdem erſparte er zwey Drit⸗ theile Einſaat. Allein bey der Menge von Erfahrungen und Verſuchen, die Tull aufgezeichnet, fehlt die Berech⸗ nung der Koſten gaͤnzlich. Er hat nicht einmal eine Bilanz der Ausgabe und Einnahme bey ſeiner Wirthſchaft im Allgemeinen hinterlaſſen. Man hat geſagt, er habe ſein Vermoͤgen bey der Landwirth⸗ — 408— ſchaft zugeſetzet. A. Young aber, ſonſt der ent⸗ ſchiedene Gegner dieſer Art von Drillwirthſchaft, hat es durch Nachforſchungen an Ort und Stelle auſſer allem Zweifel geſetzt, daß dies nicht wahr ſey, ſondern daß er ſein Gut im beſten Stande und ein anſehnliches Vermoͤgen hinterlaſſen habe. Ein ſehr verſchwendriſcher Sohn habe erſt das Ver⸗ moͤgen in London durchgebracht, und das Gut ver⸗ kauft. Indeſſen entſcheidet dies nicht zum Vortheil der Wirthſchaft, weil Tull immer ein vermoͤgender Mann war, der ſein einziges Vergnuͤgen in der Landwirthſchaft ſuchte, und auſſerdem keinen Auf⸗ wand machte. Er konnte ſich alſo ſeine Erndten theuer erkaufen, ohne dadurch merklich zuruͤckzu⸗ kommen. Es fand ſich auch in England bald eine Menge von Nachahmern. Da dieſe die Sache aber nicht mit demſelben Fleiße und Anſtrengung treiben konn⸗ ten und wollten, ſo zeigte ſich bey den meiſten ein ſo ſchlechter Erfolg, daß dieſes Syſtem vielleicht ganz in Vergeſſenheit gerathen waͤre, wenn ſich nicht dͤ Hamel de Monceau in Frankreich, und de Chateauvieux in der Schweiz, deſſelben ſo eifrig angenommen haͤtten. Dieſe beyden Maͤn⸗ ner widmeten ihre Talente und ihre phyſicaliſchen Kenntniſſe ganz der Landwirthſchaft, und empfeh⸗ len vor allem jenes neue Syſtem. Durch ihre ſtark geleſenen Schriften ward es zwar durch ganz Europa beruͤhmt; ſo viel ich aber weiß, ward es nirgend, als in England, im Großen ausgeuͤbt, uſt der en⸗ Uwirthſchat, und Stole nicht wahr ſen Sunnde laſſen habe. iſt das Ver⸗ as Gut ver⸗ un Vorthei jermägender gen in der einen Auf⸗ ne Erndten h phruͤch⸗ eine Mnge he aber nicht treiben konn⸗ meiſten ein kem dielleiht , wenn ſih Frankteic, z, deſelben yden Min⸗ yſtealichen nd empfeh⸗ Durch ihre durch ganz 6, watd e5 n ausgeibt, — 409— wo jene Maͤnner ihm aufs neue viele Anhaͤnger verſchafften. Wenn man jedoch die Reſultate ihrer Ver⸗ ſuche, die vorzuͤglich ihr Freund, Mr. d'Ebene, anſtellete, aufmerkſam erwaͤgt, ſo findet man eben⸗ falls wenig Befriedigung. Arbeit und Koſten ſind hoͤchſt unbeſtimmt angegeben, und den Ertrag ver⸗ gleichen ſie immer mit dem Ertrage der alten, ge⸗ meinen und hoͤchſt ſchlechten Beſtellungsart. Sie nehmen letzteren nur zum dritten bis vierten Korne an, und ums dritte Jahr Braache. Hierbey muß denn freylich der Ertrag jener Methode auf Fel⸗ dern, die ſchon vorher in hoͤhere Cultur geſetzt wa⸗ ren, ſehr in die Augen fallen. Indeſſen ward durch ſie das Syſtem erhalten, und kam von ihnen zuruͤck nach England. Hier hatte ſich ſeit kurzem die Kunſt des Ackerbaues ſehr gehoben. Die Dreyfelderwirthſchaft war von auf⸗ geklaͤrten Wirthen auf verkoppelten Fluren aufge⸗ hoben, eine vernunftmaͤßigere Folge der Saaten eingefuͤhrt, und die Braache abgeſchaffet. Hiermit verbanden nun viele den Drillpflug und die Pferde⸗ hacke. Jedoch vernachläſſigte man die Duͤngung nicht, und bauete auſſer dem Weitzen auch andre Fruͤchte damit, beſonders Erbſen und Bohnen. Ueber dieſe Art von Drillwirthſchaft hat A. Young eine große Menge vergleichender Verſuche angeſtellet, die Koſten nebſt dem Ertrage genau berechnet, und ſo mit denen der gewoͤhnlichen Me⸗ thode zuſammeng geſtellt. Dieſe Verſuche ſind mit unden dnwigrne Genauigkeit angeſtellet, und a der Experim ental-Ag grieultur beſchrieben. De Erfolg war nun noch am beſten bey Weitzen und Gerſte; ſehr ſchlecht bey Hafer und Erbſen. Im Allgemeinen ſiel er ſehr zum Nachtheil dieſer Art von Drillwitrß chaft aus, ausgenommen in Anſehung der Bohnen, bey denen die drey Fuß von einander entfernten Reihen, mit dem leichten Pfluge bearbeitet, jedesmal den groͤßten Ertrag gaben, und das Land in dem vortrefflichſten Stande zuruͤckließen. Youn ng fand, daß auch beym Korne die weitlaͤuftigen Reihen den von Andern angege⸗ benen Ertrag wirklich lieferon⸗ und oft die dicht⸗ befaeten Aecker uͤbertrafen. Nur bezahlte der groͤßere Ertrag nie die groͤßeren Koſten. Indeſſen hat ſelbſt dieſe Art von Drillwirth⸗ ſchaft noch immer ihre Vertheidiger, beſonders Anſtruther und Anderdon, denen Young als einſichtsvollen Landwirthen voͤllige Gerechtigkeit widerfahren laͤßt. D Dieſt behaupten, den groͤßten Nutzen von dieſer Art von Drillwirthſchaft erſt genoſſen zu galen,: nachdem ſie ſolche eine Reihe von Jahren durchgeſetzet, und Young habe ſeine Verſuche nur drey Jahre fortgeſetzet. Anſtruther hat ſie noch im Jahre 1796 in einer beſondern Schrift: Remarks on the Drillhusbandry, warm empfohlen. ſehen die at 463 0 elle⸗ . der ſe grche Fulichen M he ſind mi ſtellet, und heſchrieben. bey Weizen und Grhſen. htheil dieſer enommen in e drey Fuß dem leichten ten Ettrag ſen Stande peym Korne ern angege⸗ ft die diht⸗ eder güßer m Deillvith⸗ t, beſonder nen Young Gerechtigket den grißten thſchaft eſt ein Neihe habe ſeine andry, wartt Man muß dieſe Art von Drillwirthſchaft ſo an⸗ ſehen, als ob hoͤchſtens die Haͤlfte des Landes trage, die andre Haͤlfte aber gebraachet werde. Es iſt alſo eine Braache ein Jahr ums andre, wobey beſonders der ſchwere Klayboden mit ſehr wenigem Duͤnger in großer Cultur erhalten werden kann. Bey kleineren, fleißigeren Landwirthen hatte ſich indeſſen die Methode, das Korn in dichteren Reihen von 9 bis 12 Zoll mit der Hand zu ſtecken oder zu ſaͤen, und ſolches mit der Handhacke oder Bruſtſchaufel zu bearbeiten, in manchen Gegenden ſ hr verbreitet; weil die Erſparung der Einſaat und der hoͤhere Ertrag die Arbeit reichlich belohnte. Die Kinder wurden in dieſen Gegenden bald ſo geuͤbt im Einwerfen des Korns, daß man einen Aere fuͤr 3 Schill. ſo beſtellen laſſen konnte, wobey man oft das Doppelte an Saamen erſparte. Die Arbeit des Behackens und Reinigens ſiel keinem aufmerk⸗ ſamen engliſchen Farmer auf; denn er war laͤngſt gewohnt, auch jede breitwuͤrſige Saat einmal aus⸗ hacken oder jaͤten zu laſſen. Die Reihen erleich⸗ terten dieſe Arbeit ſo ſehr, daß ſie fuͤglich, ſtatt einmal, zweymal geſchehen konnte. Noch jetzt wird dieſe Hand⸗Drillwirthſchaft von Manchem ziemlich ins Große getrieben, und der Pferdehack ken⸗Wirth ſchaft vorgezogen, weil ſie ſicherer ſey. Ihren großen Er⸗ trag und ihre Nuͤtzlichkeit, wo Menſchenhaͤnde ge⸗ nug zu haben ſind, bezweifelt keiner. Sie iſt voͤl⸗ lige Garten-Eultur, ins Feld gebracht. Ihr ausnehmender Ertrag reizte groͤßere Land⸗ wirthe, ſolche Maſchinen zu erfinden, durch welche man mit einem Pferde ſo viel ausrichten konnte, als mit 40 bis 50 Menſchen. Es erſchien bald eine große Mannigfaltigkeit von Werkzeugen, um das Korn in naͤheren Reihen von 9 bis 12 Zoll in groͤ⸗ ßerer Geſchwindigkeit zu ſaͤen, und auch dieſe engen Zwiſchenraͤume durch ein Pferd bearbeiten zu laſſen, — und hiermit alſo die neue Drillwirth⸗ ſchaft. Ich werde nun zuvoͤrderſt etwas uͤber die zu dieſer Beſtellung noͤthigen Inſtrumente und ihren Gebrauch ſagen; dann diejenigen Vortheile, welche ſie, der Theorie und Erfahrung nach, gewaͤhret, er⸗ laͤutern; ferner aber auch die Einwendungen, welche dagegen gemacht werden, anzeigen, und die Schwie⸗ rigkeiten, welche ſich bey ihr ſinden, erwaͤgen; und endlich verſuchen, aus dieſen ſtreitigen Meinungen Reſultate uͤber den Werth und die allgemeine oder oͤrtliche Anwendbarkeit dieſer Wirthſchaft zu ziehen. Von den zu dieſer Bauart erforderlichen Werk⸗ zeugen finden wir bey den Englaͤndern eine unend⸗ liche Verſchiedenheit beſchrieben. Jeder etwas me⸗ chaniſche Kopf erfand ſich anfangs ſeine eigenen, oder jeder ſuchte doch Verbeſſerungen anzubringen. Die erſten Erfindungen waren minder vollkommen, verrichteten die Arbeit nicht ſo genau, oder erfor⸗ derten einen groͤßern Aufwand von Pferde⸗ und Menſchenarbeit. Allmaͤhlig wurden ſie zweckmaͤßiger eingerichtet. geüͤßere kan⸗ durch welche konnte, ach en balh eine en, um das Zoll in gi⸗ j deſe engen en zu laſen, rillwirth⸗ über de zu und ihren ſeile, welch gewähtet, de ungen, welce n die Schwi⸗ erwigen; und en Meinungen llgeweine cher daftz zühen. erlchen Vel⸗ weine unend⸗ er etwes me⸗ zine eigenen, nzubringen. volkkommen, dder efor⸗ hfetde⸗ und gretmihige — 41¹³3— Jetzt werden hauptſaͤchlich zwey Arten gebraucht, naͤmlich die Cookiſchen und die Ducketſchen Ma⸗ ſchinen. Ich werde zuerſt letztere Art beſchreiben. Dazu gehoͤrt erſtlich der ſogenannte Drillpflug. Dieſer hat fuͤnf, vorn ſpitze, hinten breit zulaufen⸗ de, keilfoͤrmige, mit Eiſen beſchlagene Furchhoͤlzer, womit er eben ſo viele Furchen ziehet. Man kann dieſe Furchhoͤlzer umſchrauben, um die Reihen in einer Entfernung von 9, 12 oder 18 Zoll zu ziehen. Erſteres iſt das gewoͤhnlichſte. Auswaͤrts hat er auf jeder Seite ein gekruͤmmtes Eiſen, welches man Marqueur nennt, und welches, indem es in der letzten Furche hergehet, dem Pfluge die gehoͤrige Richtung giebt, ſo daß alle Furchen gleich weit von einander kommen. Er iſt ohne Raͤder. Nachdem das Land voͤllig und moͤglichſt eben zubereitet, be⸗ ſonders recht klar geegget worden, wird dieſer Pflug durch ein Pferd mit langen Zugſtraͤngen an einer recht graden Furche heraufgezogen. Das erſtemal muß die Perſon, welche das Pferd fuͤhrt, vorzuͤg⸗ lich aufmerkſam ſeyn, eine recht grade Linie zu hal⸗ ten; denn nach dieſem Zuge richten ſich alle andre. Dem Dilllpfluge oder Furchenzieher folgt die Saͤemaſchine, die von einer Perſon ſo, daß die bey⸗ den Raͤder in der Furche gehen, ſehr leicht geſcho⸗ ben wird. Ihre Beſchreibung folgt im Anhange neben der Abbildung der von Hrn. Duwe verbeſ⸗ ſerten Drillwerkzeuge. Die beyden aͤuſſeren Tuten, welche ſchraͤg ſitzen, werfen das Korn in die Rille, — — wo das Rad laͤuft,— die mittelſten in die ander drey Nillen. Ehe man anfaͤngt zu ſaͤen, werden jedesmal die Buͤrſtenhoͤlzer herausgeſchroben und rein gemacht. Man ſchraubt ſie dann ſo weit wieder hinein, daß die Buͤrſten ſcharf auf den Draht faſ⸗ ſen, womit die Zellen in der Saͤewelle beſchlagen ſind, welches man ſehen kann, wenn man die Deich⸗ ſel auf die Erde legt. In dieſer Stellung der Buͤr⸗ ſtenhoͤlzer wirft die Welle das Korn ſo aus, wie ſie berechnet iſt. Will man ſtaͤrker ſaͤen, ſo ſchraubt man ſie loſer, umgekehrt feſter an. Dann ſchuͤttet man das Saatkorn in den Kaſten, welches mit ei⸗ nem Handſiebe vorher wohl gereiniget ſeyn muß. Vorher muß man einen Stiuützſtock unter die Deich⸗ ſel ſtellen, damit der Kaſten horizontal ſtehe; denn ſobald man dieſe hernach aufheben wollte, wuͤrde das Korn gleich ausfallen. Dies beobachtet man hernach auch jedesmal, wenn die Maſchine ſtille haͤlt, und legt deswegen einen ſolchen Stuͤtzſtock in den Saamenkaſten. Hinter der Saͤemaſchine folgt eine Egge, und zuletzt die Walze. Bey der Cookiſchen Maſchine iſt Furchenzieher und Saͤekaſten mit einander verbunden. Es iſt in der That eine ſehr zweckmaͤßige, dauerhafte und ſichere Maſchine, ob ſie gleich ſo componirt iſt, daß man ſich aus Abbildungen und Beſchreibungen un⸗ moͤglich einen deutlichen Begriff davon machen kann, weswegen ich mich deren auch enthalte. In großen der zur dern Auft und wir Mei rat ſcha ſein und kom RM. Wo iſt, hal wo⸗ ſin bod ode und ſtan jiehe ſt, ſoba mit in di anden 8 werden tohen und tein welt wieder den Duaht faſ rele beſclagen man die Deih⸗ llung der B⸗ ſo aus, wie —, ſo ſchraut Dann ſchüttet velches mit a t ſehn muß. nter de Deih⸗ nal(ſtehe; denn valle, nüde beobachtet man nſhine file hit Iaiztetk n dr ine Egge, und Farczenziher n. Es ſt in werhaſte und uut ſt, daß teibungen Un⸗ maceen kann, n. Jr gohen — 415— Wirthſchaften hat ſie unleugbar große Vorzuͤge vor der andern, nicht blos dadurch, daß eine Perſon zur Fuͤhrung des Saamenkaſtens erſpart wird, ſon⸗ dern auch, indem ſie ſchneller arbeitet und ſelten Aufenthalt giebt, nicht leicht in Unordnung kommen und ſich nicht verſtopfen kann. Uinter 150 Rthlr. wird man ſie aber nicht wol anſchaffen koͤnnen. Mein verehrungswuͤrdiger Freund, der Herr Hof⸗ rath v. Hinuͤber, hat ſie ſowol in ſeiner Wirth⸗ ſchaft zu Marienwerder bey Hannover, als auf ſeinem Gute Lehmkuhl im Holſteinſchen eingefuͤhrt, und er war wol der erſte, der ſie nach Teutſchland kommen ließ. Die Pferdehacke iſt faſt dieſelbe bey beyd den Maſchinen. Es iſt das Vorderg geſtel eines leichten Wagens, mit einer Kluftdeichſel. An demſelben iſt, mittelſt 3 bis 4 Fuß langer eiſerner, einge⸗ haketer, beweglicher Stangen, ein Balken befeſtiget, worin die Hack-Eiſen eingeſchroben werden. Dieſe ſind zweyerley Art, entweder ſolche, die den Erd⸗ boden blos aufkratzen, Scarrificators, Schröpfer; oder ſolche, die gleichſam eine kleine Furche machen⸗ und die Erde an die Reihen anwerfen. Der Ab⸗ ſtand dieſer Eiſen eorreſpondirt mit dem Furchen⸗ zieher, und es ſind 5 bis 10 Stuͤck an dem Balken. Wenn nun das Korn nur eines Fingers lang iſt, ſo daß man die Reihen deutlich ſehen kann, und ſobald ſich einiges Unkraut zeigt, wird die Pferdehacke mit der erſten Art von Eiſen gebraucht. Dies kann er⸗ — 4¹6— forderlichen Falls dann noch einmal wiederholt werden. Dies iſt, was die Englaͤnder scarrify(ſchröpfen) nennen; im eigentlichern Verſtande, als was man in einigen Gegenden Teutſchlands darunter verſteht. Iſt das Korn aber ſo, daß es in die Hoͤhe ſchießen will, ſo werden die Anhaͤufe⸗Eiſen eingeſchoben, und die Zwiſchenraͤume damit bearbeitet. Eine Perſon ziehet das Pferd; wenn dieſe et⸗ was geuͤbt iſt, ſo kann ſie das Pferd durch Hin⸗ und Herbewegen des Kopfes ſo leiten, daß es nicht auf die Kornreihe tritt, ſondern ſie zwiſchen die Beine nimmt, und die Fuͤße in die Zwiſchenraͤume ſetzt. Indeſſen iſt der Schaden, den der Tritt des Pferdes der Reihe, worauf es hergeht, thut, alle⸗ mal unmerklich. Eine andere Perſon regiert den Balken durch zwey Sterzen, die daran befeſtiget ſind. Dies iſt gar nicht ſchwierig. Wenn man nur ein Eiſen in den Zwiſchenraum haͤlt, ſo bleiben ſie alle darin, und ich habe die Arbeit von mehreren, gleich zum erſtenmale, vollkommen geſchickt verrich⸗ ten ſehen. Nach dem erſten Behacken wird die Saat von Manchen quer mit einer leichten Egge uͤberzogen. Dies iſt nun diejenige Arbeit, welche die Drill⸗ eultur mehr, wie die gewoͤhnliche, erfordert. Man macht ſich aber von ihren Koſten einen groͤßern Be⸗ griff, als dieſe wirklich betragen. Her Veſemeyer, ein ſehr geſchickter Verwalter, der dieſe Cultur im Großen drey Jahre lang in der Wirthſchaft des Herrn v. Graͤvemeyer zu Ohſen betrieben, hat K. Land⸗ wirtt vorge iedergolt veden rik)(ſcrixfe „als was man arunter verſtht. ſe Hähe ſchißen. ngeſchoben, und wenn dieſe ei⸗ ferd durch Hin⸗ n, daß es nicht ie zwiſchen die Zwiſchenräͤume n der Teitt des eht, thut, alle⸗ erſon regiert den edaran befeſiget Venn min nur ilt, ſo bleiben ſe it von mehteten geſchct veri⸗ en wird die Saat Egge iberzogen. weſce de Dril⸗ ſordett. Men en grißern Be⸗ Veſeneyer, deſe Cultur im ſiiſt ds hern e, hat K. Und⸗ 4e wirthſchaftsgeſellſchaft folgende genaue Berechnung vorgelegt. Um 15 Morgen in einem Tage mit den Du⸗ cketſchen Werkzeugen zu drillſaͤen, ſind erforderlich: r. zwey Drillpfluͤge und hierbey 2 Pferde und 4 Perſonen: 2 Pferde à 13 ¾ Mgr.⸗ ⸗ 4 Perſonen K8b— ⸗ ⸗. 2. Zwey Saͤemaſchinen, dabey zwey Maͤn⸗ ner à 8 Mgr., welche aber nur, da das Fauſtſaͤen wenigſtens einen erforderte, zur Haͤlfte zu berechnen ⸗ ⸗ 3. Zwey hoͤlzerne Eggen, wobey ein Pferd und ein Mann noͤthig ſind; erſteres zu 13 ⅞, letzterer zu 7Mgr. ⸗ ⸗ 4. Die Pferdehacke macht taͤglich 12 Mor⸗ gen; hierzu ſind erforderlich: 1 Pferd ⸗ ⸗ 13 Mgr. 4 Pf. A N 2 Perſonen ⸗ ⸗ 12— 25— 4— Selbige Operation zum 2tenmale. 2 25— 4— 1 Rthlr. 15 Mgr.— Betraͤgt auf 15 Morgen 2. 2 „a1a1 8 x E ☛ 8 2* 277— 20] 4 22 2ʃ 35 Uebertrag 35 2 5. Das Capital, welches in den Drillgeraͤthſchaf⸗ ten ſteckt, iſt ppt. 80Rthlr., die Zinſen à 5 p. C. 4 Rthlr. Die Reparation und Ab⸗ nutzung kann man jaͤhrlichh⸗ ⸗[— 21/44 auf 8 Rthlr. anſchlagen. Summa] 4 206½ Alſo uͤberhaupt 12 Rthlr. Drillt man hiermit nun Betraͤgt auf 1 Morgen 300 Morgen jaͤhrlich, ſo 10 Mgr. 78 Pf. betragen die Koſten, auf 15 Morgen repartirt, welche mehrere Koſten durch Erſparung des dritten Theils der Ausſaat, ſelbſt bey ganz wohlfeilen Zei⸗ ten, erſetzt werden. Ich komme jetzt auf die Vortheile, welche man ſich, der Theorie und Erfahrung nach, von dieſer Cultur verſprechen kann. Jeder Kenner und genaue Beobachter des Ackerbaues weiß, daß bey der ge⸗ woͤhnlichen Art, das Korn mchiſen,— welche die Englaͤnder eine breitwuͤrfige Saat, im Gegen⸗ ſatze einer gedrilleten, nennen— nicht nur ein gro⸗ ßer Theil der Koͤrner ganz verloren geht, der ent⸗ weder auf der Oberflaͤche liegen bleibt, oder zu tief ettrag Jase V — 21,43 mma 4 2cſö; ragt auf 1 Morgen oNgr. A f parung dez dite anz woßlfelen Ze⸗ theil, welche man nach, von dieſer enner und genaue duf bey der ge⸗ en,— welce di Zagt, in Gegen⸗ nict nur ein gro⸗ mn geht, der ent geht, der nti verſcharret wird; ſondern daß auch der Saamen auf etliche Flecke ſo dicht faͤllt, daß die jungen Pflan⸗ zen erſticken muͤſſen, an andern aber ſo entfernt von einander, daß das Unkraut vollen Raum zum Wachſen und Kraft genug, das Korn nachmals zu uͤberziehen, behaͤlt. Die ungleiche Tiefe, worin das Korn zu liegen kommt, verurſacht bey unguͤn⸗ ſtiger Witterung wol hauptſaͤchlich das, was man zweylaͤufige Saat nennt. Bey trockner, warmer Witterung fehlt es den, der Oberflaͤche nahe lie⸗ genden Koͤrnern an Frucht zum Keimen und zum Wachſen,— bey naſſer und kalter, den tiefer lie⸗ genden an Waͤrme. Wenn die Witterung ſich zu ihrem Vortheile veraͤndert, ſo wachſen ſie nach; aber das Korn erhaͤlt den gehoͤrigen Grad der Reife zu ungleicher Zeit, und ein Theil geht verloren. Alle dieſe Uebel werden bey der Drillwirthſchaft vermieden. Man hat es in ſeiner Gewalt, die ver⸗ ſchiedenen Arten des Saamens, nach Verſchiedenheit des Bodens und der Witterung, in die angemeſ⸗ ſenſte Tiefe zu legen. Jedes geſunde Korn kommt zum gleichzeitigen Keimen mit dem uͤbrigen. Dann kann aber auch die Entfernung eines jeden Saat⸗ korns vom andern nach der Natur der Frucht und des Bodens beſtimmt und eingerichtet werden. Hierzu kommt die große und jedem aufmerkſa⸗ men Beobachter des Pflanzenwachsthums unleugbare Wirkung des Auflockerns der Zwiſchenraͤume durch die Pferdehacke. Und ferner die dadurch ſo leicht Dd 2 — 420— moͤgliche voͤllige Zerſtoͤrung und Ausrottung albes Unkrauts. Es iſt daher gewiß, daß durch dieſe, mehrere Jahre fortgeſetzte Cultur das Ackerland die Quali⸗ taͤt und Fruchtbarkeit des reinſten und ſorgfaäͤltigſt bearbeiteten Gartenlandes bekomme. Die Stoppel wird zur Aufnahme einer neuen Saat ſchon hin⸗ laͤnglich bereitet ſeyn, wenn ſie nur einmal umge⸗ brochen worden, da das Land ſchon waͤhrend des Wachsthums der vorigen Frucht eine der Braache faſt gleiche Bearbeitung erhalten. Wer es auch nicht geſehen hat, wird ſich hier⸗ aus leicht vorſtellen koͤnnen, daß eine gedrillete und gehoͤrig bearbeitete Saat eine ungleich lebhaftere Ve⸗ getation, ſtaͤrkere und aufrechter ſtehende Halme, groͤßere und wohlgenaͤhrtere Aehren haben muͤſſe. Sobald das Korn in Aehren ſtehet, iſt man nicht mehr im Stande, die Reihen zu unterſcheiden. Ein Halm ſcheint in gleicher Entfernung vom andern zu ſeyn; die Aehren ſind in ihrer Hoͤhe und Staͤrke ſich voͤllig gleich, und die ganze Saat bildet eine ganz ebene Oberflaͤche. Da iſt denn, wenn alles Erforderliche zu rechter Zeit hat geſchehen koͤnnen, auch keine Spur von irgend einem Unkraute zu ent⸗ decken. Die unzaͤhlbaren Nachrichten, welche man in den engliſchen Journalen und Denkſchriften der oͤco⸗ nomiſchen Societaͤten uͤber den Erfolg dieſer Be⸗ Ma Auwrotung alhe th diſſe, mehrere eland die Duali⸗ tund ſorgfältiſt e. Die Stophel Sant ſchon hir ur einmal umge⸗ hon wahrend des eine der Braache t, wid ſch hier ane gedelllte und kech lbhaftere Ve⸗ er ſtehende Halme, hren haben niſſ. het, it man nit anterſcheiden. Ein ng vom andern zu Höße und Stitt Saat bildet eine enn, venn ales echehen können, Unkraute zu ent⸗ welce wan in ſſchrften der beo⸗ erolg deſe de⸗ — 421— ſtellungsart antrifft, beſtaͤtigen die Erwartungen, welche man ſich, der Theorie nach, davon ma⸗ chen muß. Im Jahre 1786 ward von nachfolgenden Wir⸗ then oͤffentlich bezeuget, die beyſtehenden Erndten von dem mit der Cook'ſchen Maſchine] ausgeſaͤeten Korne erhalten zu haben. Lord Viscount Batemann zu Schobdon in Herefordſhire: Weitzen 40 Buſh. vom Acre. Gerſte war augenſcheinlich beſſer als der mit der Fauſt geſaͤete, iſt aber nicht abgeſondert. Marquis von Stafford zu Trentham in Staffordſhire: Weitzen 33 Buſhel vom Acre. Gerſte gedrillt, der Acre 24 Schill. 6 Penee mehr werth, wie der breitwuͤrfige. H. J. Cloſe zu Hillhouſe bey Ipswich: Von 9 Buſh. Ausſaat 400 Buſh. erhalten. Ein vergleichender Verſuch auf armem Lande: gedrillt 33 Buſh. vom Acre; breitwuͤrfig 19 Buſh. Mr. Yeld zu Milton bey Leominſter: Wei⸗ tzen gedrillt 30 Buſh. vom Acre; breitwuͤrfig 25 Buſh. 8 Mr. Boote zu Atherſtonn: Sieben Verſuche uͤberhaupt auf 368 Aeres angeſtellt: Weitzen auf lehmigem Lande vom Acre 47 Buſh. —— Klay⸗ ⸗ 44— 5 Gall. —— kalkgruͤndigem Klay 2 6 25— 1— —— Weitzen, breitwuͤrfig, auf dem⸗. ſelben Lande. ⸗ 9 Buſh. 4 Gall. Erbſen auf leichtem ſandigem Boden.- 7 50— 2— Gerſte auf leichtem Boden 72— 4— Bohnen auf leichtem Lande 36— 2— Mr. Morley bey Woodhall in Norfolk: Weitzen 44 Buſh. vom Acre. Mr. Lees bey Cirenceſter in Glouceſter⸗ ſhire: Weitzen gedrillet 53 Buſh. 4 Gallons, breitwuͤrſig 39 Buſh. vom Acre. Sir Moſes Harper zu Aſtley: Gerſte gedrillet 56 Buſh., breitwuͤrſig 34 Buſh. vom Acre.— Gibt aber zu, daß das breitwuͤrfig beſaͤete Land beſſer im Stande geweſen, wie das gedrillete. Mr. Dummore zu Stanton Wywill: Wei⸗ tzen 45 Buſh.; Gerſte 72 Buſh. 4 Gallons. Mr. Glover zu Burloughton: Gerſte auf leichtem ſandigem Lande, gedrillet 44 Buſh., breitwuͤrfig 37 Buſh. 4 Gallons. Mr. Hett zu Bawtry: Gerſte gedrillet 64 Buſh., breitwuͤrfig 48 Buſh.. Mr. Leecit zu Hanbury Hall: Gedrllleter Weitzen 5 Buſh. vom Acre mehr, wie breit⸗ wuͤrfiger. Mr. Crabb bey Northhampton: Gedrillete Gerſte 6 Buſh. vom Acre mehr, wie breit⸗ wuͤrfige. Co Juſh,„ Gul —.. 1 - 2— n Norfolk: Flouteſter⸗ h. 4 Gallous, Gerſte gedelle . vom Aere.- fig beſäete eand das gedrilen. Wywill: Vi⸗ . 4 Galens. n: Gerſte alf rilt 44 Buſh, 6 ellet 6e Buſh : Gedrileter e, wie bret⸗ a: Gedllete k, me breit Colonel Wilſon zu Dedlington: Gedrllle⸗ ten Weitzen genau noch einmal ſo viel, wie breitwuͤrfigen. Sir Samſon Barber: Von 5 Acres, 3 Perches 27 Quarters 6 Buſh. gedrilleten Weitzen. dr. W. Wright zu Warbays: Eine auſſer⸗ ordentliche Erndte von gedrilleter Gerſte. Mr. Holland bey Louth: Gedrlllete Gerſte 8 Buſh. mehr vom Acre, als breitwuͤrfige. Im Jahre 1787 wurden folgende Erndten be⸗ ſcheiniget: Sir W. Jones zu Rambury⸗Manor: Wei⸗ tzen auf ſteinigem Lehm, in Kleeſtoppel infaͤhrig gedrillt, 25 Buſh. 1 Gallon; breitwuͤrfig 20 Buſh. 3 Gallons. Weitzen in zweyjaͤhrige Klee⸗ ſtoppel gedrillet, 27 Buſh. 2 Gallons; breit⸗ wuͤrfig 25 Buſh. Gerſte, nach Weitzen gedrillt, 22 Buſh.; breitwuͤrfig 22 Buſh. Francis Skyrme zu Lauhaden: Weiten ge⸗ drillet 37 Buſh. 1 Gall.; breitwuͤrfig 48 Buſh. 2 Gall. Gerſte gedrillet 67 Buſh. 2 Gall.; breitwuͤrfig 49 Buſh. vom Acre. Sir John Boote zu Atherſtonn: Eilf Ver⸗ ſuche uͤberhaupt auf 450 Acres Bohnen, ge⸗ drillet auf lehmigtem Sande nach Hafer ⸗.. ⸗ 50 Buſh. Weitzen auf Mergel nach Bohnen 2 2. 36— Weitzen auf lehmigem Sand nach Bohnen ⸗ ⸗ 50 Buſh. 6 Gall. Gerſte auf lehmigem Sande nach Ruͤben. ⸗ 75— Gerſte auf Sand nach Ruͤben 58— Erbſen auf Lehm nach Klee 51— Weitzen auf Lehm nach Bohnen 45— Hafer auf Sand nach Gerſte 57— Hafer auf Lehm nach Gerſte 70— Weitzen auf armem kaltem Klay nach Klee⸗„ 25— 4— Weitzen breitwuͤrfig auf letz⸗ terem Lande ⸗ ⸗ 13— 7— Mr. Boote giebt an, daß er durch das Drillen von 450 Acres in dieſem Jahre 700 Pf. St. mehr, wie gewoͤhnlich, und im vorigen Jahre durch das Drillen von 368 Acres 500 Pf. St. Vortheil gehabt habe. Mr. Clooſe iſt mit dem Fortgange der Drillwirth⸗ ſchaft ſo zufrieden, daß er auf ſeinem Gute von 200 Acres nie wieder etwas breitwuͤrfig ſaͤen will. ³⁴ †̃& Mr. Ascot: gedrillete Gerſte gebe ihm der Acre 16 Schill. mehr, wie breitwuͤrfige. Sir Thomas Kneight: gedrilleter Weiten 4 Buſh. vom Acre mehr gegeben, wie breitwuͤr⸗ figer. Colonel Wilſonn ſeine gedrillete Gerſte und Ha⸗ fer ſey beſſer geweſen, als er je welche gehabt. — ,— —— 1 ch das Diilen. ee o h. E. n dorigen gihe nes Soo pf,E. e der Dellvit⸗ ſeinem Gute bon breitwüͤrfg ſie jim der Ne ge. eter Weizen 4 wie breitvür⸗ Geiſte und H⸗ walhe gehatt — 425— Mr. Luſſington: gedrillete Gerſte habe roshocks vom Acre mehr gegeben, als breitwuͤrfige. Mr. Harper iſt ſo zufrieden mit der Drillwirth⸗ ſchaft, daß er nie wieder breitwuͤrfig ſaͤen will. Mr. Earln: auf zwey an einander ſtoßenden Fel⸗ dern verhielt ſich das gedrillete zum ungedrille⸗ ten, wie 8 zu 7. Und noch eine Menge anderer Herren, die ihre Zu⸗ friedenheit uͤber die mit der Cook'ſchen Maſchine verrichtete Drillſaat bezeugen*). Um meine Leſer nicht zu ermuͤden, enthalte ich mich, mehrere engliſche Erfahrungen anzufuͤhren, ſo viele deren auch noch taͤglich bekannt gemacht werden. Jedoch muß ich etwas von den Erfahrungen und Verſuchen ſagen, die im Hannoͤveriſchen gemacht worden. Zu Ohſen in der Wirthſchaft des Herrn von Graͤvemeyer ſind folgende Verſuche ange⸗ ſtellet worden. Iſter Verſuch mit weißen Erbſen. Den raten April 1794 wurden auf Klayboden 2 Stuͤcke Land, jedes von 1 Morgen, mit weißen Erbſen beſaͤet, der eine aus der Hand, und der an⸗ dere mit der Saͤemaſchine; erſteres mit 2, und letz⸗ teres mit 1 ¾ Himten. Den Zten May wurde das gedrillte Stuͤck bepferdehackt, den 2 2ſten ejusdem *) Bath-papers, T. IV. P. 320. —-— 426— nochmals, und den 6ten Jun. zum letztenmale. Der Ertrag beyder Stuͤcke war ſehr geringe, da die lange, waͤhrend ihrer Bluͤthezeit anhaltende Duͤrre ihnen zu ſehr ſchadete. Von dem gedrillten Stuͤcke wur⸗ den 12 Haufen à 13 Bund, und nach dem Aus⸗ druſch 8 Himten reine Frucht, und von dem an⸗ dern 13 Haufen und 8 ½ Himten reine Frucht ge⸗ wonnen. Allem Anſchein nach wuͤrde das gedrillte Stuͤck das andere im Ertrage uͤbertroffen haben, wenn nicht ſo viele leere Stellen hin und wieder darauf geweſen waͤren. Dieſe entſtanden daher: Als das Land zur Saat gepfluͤgt war, und des an⸗ dern Tages beſaͤet werden ſollte, fiel dazwiſchen ſtarke und anhaltende regnigte Witterung ein, und verhinderte das Saͤen 14 Tage lang. Hierdurch war das nur einmal gepfluͤgte Land zu feſte gewor⸗ den, ſo daß die Reihen mit dem Drillpfluge hin und wieder zu flach ausfielen, und viele Erbſen nicht zum Aufgehn kamen. 2ter Verſuch mit 7 Morgen Hafer. Den 28ſten und 29ſten April 1794 wurden auf ſandigem Lehmboden 7 Morgen Hafer à 2 Himten 2 Metzen gedrillſaͤet, das auf beyden Seiten liegen⸗ de Land aber à Morgen 3 Himten breit geſaͤet. Am Ende des May's wurde der Hafer zum erſten⸗, und am Ende des Jun. zum zweytenmale behackt. Auf dem gedrillten Lande wurden 70 Haufen, und auf danebenliegenden 7 Morgen breitgeſaeten Hafer 69 Haufen geerndtet. btenmale. Dar da die lange, Düne ignen Stüͤcke wuͤr⸗ ach dem Aus don dem an⸗ ine Frucht ge⸗ e das gedrille roffen hahen, und wieder anden daher: und des an⸗ el dazwiſchen ung ein, und 4. Hierdurch zu feſte geuor⸗ Deilhfluge hin d viele Ethſen n Hafer. 4 winden auf rà2 hinten Seiten liegen⸗ breit geſcet. zum erſten⸗, nale behackt n 7o Häufth, bretgeſteten 27 Haufen und Beym Ausdruſch gab der gedrillte Hafer: 39 Mltr. 2 Ht. 1 Mtz. der breitgeſaͤete aber nur 36— 4— ⸗— der erſtere alſo mehr ⸗ 2— 4— 1— Betraͤgt à Morgen 2 Hten. 1½ Mtz. mehr. Zter Verſuch mit 3 Morgen Hafer. Vom 13ten April bis zum 17ten May wurden auf ſandigem Lehmboden im Mittelfelde 70 Morgen Hafer gedrillt, à Morgen 2 Hten., und in deren Mitte 3 Morgen à 3 Hten. breit geſaͤet. Den öten Jun. wurde mit dem erſten, und am Ende Jun. mit dem letzten Behacken der Anfang gemacht. Von dem breit geſaͤeten wurden 24 Haufen, und 14 Mltr. Ausdruſch, und von 3 Morgen daneben liegenden gedrillten Landes 16 Mlktr. Ausdruſch gewonnen; letzter alſo mehr 2 Malter. Betraͤgt à Morgen 4 Himten mehr. 4ter Verſuch mit 8 Morgen Hafer. Den 19ten und 21ſten May wurden auf der Heidbreite unter dem Holze heraus, auf magerm und kaltem Lehmboden, 8 Morgen in Reihen geſaͤet, à Morgen 2 ½ Hten, und nachgehends einmal bepferde⸗ hackt. Hiervon ſind geerndtet 36 Haufen, und auf 8 Morgen des unterher liegenden Landes von gleicher Saltur⸗ aber etwas mehr Guͤte, 34 Haufen. Er⸗ — 428— ſtere gaben 26 Mltr. 2 Hten. 1 Mtz., und letztere 25 Mltr. Es hat alſo jeder gedrillte Morgen 1 Htn. und ½ Mtz. mehr, als der breitgeſaͤete, gegeben. Ster Verſuch mit 3 Morgen Gerſte. Den 22ſten und 23ſten May wurden auf der Hellbreite, auf ſandigem Lehmboden drey Morgen à 1 ⅞ Himten mit Gerſte gedrillſaͤet und nachgehends zweymal behackt. Die gedrillte Gerſte gab 26 Hau⸗ fen, und eben ſo viel danebenliegenden Landes 23 Haufen. Die gedrillten gaben beym Ausdruſch * 2 ⸗ 2 2 2 9 Mltr. 4 Hten und die ungedrillten 8— 4— Letztere alſo mehr— ⸗— Betraͤgt à Morgen 2 Himten mehr. A 6ter Verſuch mit Sommerruͤbſen. Im kleinen Felde, auf etwas kalkgrundigem ſandigem Lehmboden, wurden um Johannis 1794 10 Morgen mit Sommerruͤbſen beſaͤet, 9 Morgen aus der Hand und 1 Morgen mit der Saͤemaſchine, welcher nachher einmal bepferdehackt wurde. Der Ertrag von allen war 6 Malter 2 Himten, wozu der gedrillte Morgen 2 Malter gegeben hatte. Die Witterung war dieſer Saat uͤberhaupt, beſon⸗ ders aber im Anfange, und vorzuͤglich der unge⸗ drillten, ſehr unguͤnſtig. Fin än h, und lezter Mergen 1 9n, e, gegehen. en Gerſt. wurden auf de drey Morgen ind nachgehende e gah 40 Hau⸗ den Landes 23 tom Ausdruſch 9Mtr. 4 ten 34 1— ⸗- 7 nerruͤbſen. g klkgeundigen Jaßanni T93 itt, Norgen Stemaſchine, wunde. Der Hinten, woßu gegten hatte. echaugt, deo glic der ung⸗ 7ter Verſuch. Auf dem großen Kampe, auf Land, welches zuvor Huͤlſenfruͤchte getragen hatte. geſchaß den 19ten September 1794. Die Einſaat 32 35 — △ 2. 2 x—— 5 8 3 2. A 8 A u 8 88 2 — ᷣ — 3. 8 A A 5 F 8ρ‿ d u A 2 — —n 0S „ 0⸗ 0d S.E — — 5. 3.& 8 8 S— E— 8 cn ◻ 8Z — t) G0— A.E A 2 — 5 2 Q8 — 5 ◻☛ 2 15Bb 12. 2 88 „ 2 5 2 1 2 5 0Q O 9 8—Z—. 83 S 2 ‿ Ein Himte gedrillter Weitzen wog 50 Pfund, und ein Himte breitgeſaͤeter ⸗ 49¾— gter Verſuch. Auf dem kleinen Felde, in kaltgruͤndigem feuch⸗ Die Einſaat geſchah 4 82 — η — 12 S — ‿ — — — S — . + △ᷓ — — — E ₰ — —. 9 8 — Q 00 — — —₰ — — X 8 2 —2 Neuer Weitzen. Morgen⸗ Zahl. Einſaat. Himten. Erndte. Stiege. Ausdruſch. Himten. Gedrillſaͤet 2 Breitgeſaͤet daneben Beym gedrilleten Lande auf Betraͤgt auf⸗ minus 3 ⅔ minus 1½ tyrindigem fu denſaat geſhe 19. — u aeneee ———Qͥ 143 vE 112 Bno —xxò—— u IvSnnnS 283— 24AuaSD . n u pInadAsne — 431— 9ter Verſuch. Vom 16ten Septemb. bis 14ten Octob. 1794, wurden auf dem Pfingſtberge, der einen feuchten, hin und wieder ſteinigen und magern rothen Lehm⸗ boden hat, 57 ⅞ Morgen gedrillſaͤet mit 14 Malter 2 Himten, und 62 ¾ Morgen breitgeſaͤet mit 18 Malter 5 Himten. Von dem gedrillten Lande wur⸗ den geerndtet-* 2z 405 Stiege, betraͤgt auf 1 Morgen⸗⸗ ⸗ ⸗ 8,617. St.(UM Von dem breitgeſaͤeten aber 504½ Stiege, betraͤgt auf I Morgen ⸗ 872.—(195) u Jeder gedrillte Morgen gab alſo mehr 27 2 2⸗ O0,545.. Stiege. Gedrillte 4 Stiege gaben 9 Himten 3 Meken, betraͤgt alſo auf 878 St. od. 1 Mrg. 3 Mltr. 3tn. 0,19 Mtz. Breitgeſaͤete 4 Stiege gaben 8 Himt. 3 Mkz. betraͤgt auf 873 ½— od. 1 Mrg. 2— 5— 2630..— Ein gedrillter Morgen alſo mehr— Mltr. 3 Htn. 1,3 89..Mk. Ioter Verſuch. Mit 18 ⅞ Morgen Rocken. Den 1Iſten October 1794 wurden auf der Gierkuhle, jenſeit des Weges, auf ſandigem Lehmboden, 18 ½⅞ Morgen mit Rocken breitbeſaͤtt, auf jeden Morgen 2 Himten; und da⸗ neben den Iſten, Zten und 14ren October 18½ Mor⸗ gen gedrillt, der Morgen mit 1 v Himten. Von dem gedrillten Lande wurden geerndtet ⸗ 240 Stiege, und von dem ungedrillten Lande⸗⸗ 215— Von dem gedrillten Lande alſo mehr⸗ 25 Stiege. Betraͤgt auf einem Morgen gedrillten Landes mehr 13 13. Gedrillte 4 Stiege gaben 16 Himten, macht auf 123 Stiege, oder 1 Morgen, 5 Malter 2 Himten 15½ Metzen. Breitgeſaͤete 4 Stiege gaben 8 ½ Himten; macht auf 115 ¾ Stiege, oder 1 Morgen, 4 Malter— Himten 337 Metzen.. Ein gedrillter Morgen alſo mehr 1 Mltr. 1 Htn. 2 ¾ Metzen. IIter Verſuch. Den abſten und 27ſten September 1794 wur⸗ den auf dem Tuͤnder Anger 16 ½ Morgen mit 4 Mal⸗ ter 3 Himten Rocken gedrillſaͤet, und den 27ſten Sep⸗ tember daneben 10 ⅞ Morgen mit 5 Malter 3 ¼ Him⸗ ten breitgeſaͤtt. Von dem gedrillten Lande wurden geerndtet 125 Stiege, macht auf 1 Morgen 74³ Stiege, und von dem breitgeſaͤeten Lande wurden geerndtet 133 Stiege, macht auf 1 Morgen 2½½ Stiege. 1 Jeder gedrillte Morgen mehr: 8. ℳ Stiege. Gedrillte 4 Stiege gaben 9 Himten 1 Metze, macht auf 7½3 Stiege, oder 1 Morgen, 2 Mltr. 5 Htn. 375 Metzen. * 240 Siig 4 215— * 1 Siige. ten Landes nehr ünten, mact ruf Nalter Hinta Himten, macht 4 Malter— r1 M. 19m. . ember 1wyl tu⸗ dorgen mit Ml den ayte Shr Maler 1 hin⸗ en lane wurden I Mexen 73 Lande wurden 1 Nexgen 18 8. 5 Siege Mhe, madt 2 Mlr. 5 h — 433— Breitgeſaͤete 4 Stiege gaben 9 Himten 2 Metz., macht auf 7 ½¾ ½ Stiege, oder 1 Morgen, 2 Malter 5 Himten 2,818.. Metzen. Jeder gedrillte Morgen alſo weniger S.0,743.ö. Metzen. Ein Htn. gedrillter Rocken wog 45 ½ Pfund, und ein Himte breitgeſaͤtter—— 44 ½— 12ter Verſuch. Auf den Muͤhlen-Aeckern wurden 75 Morgen Hafer im May 1795 gedrillſaͤet, à Morg. 2 Himten, und 20 Morg. daneben breitgeſaͤet, à Morg. 3 Htn. 25 Morgen gedrillt, gaben 739 Haufen, macht auf 1 Morgen 95 ½ Summa 9,853.Haufen. 20 Morgen breitgeſaͤet, gaben 161 Haufen, macht 1 Morg., 825 Summa 8,50... Haufen. Jeder gedrillte Morgen mehr 1,803.D. Haufen. Gedrillte 20 Haufen gaben 62 Himten, macht auf 9⁸ ½ Haufen 30,545.. Himten. Breitgeſaͤete 20 Haufen gaben 50 Htn., macht auf 825 Haufen 22,942..Himten. Jeder gedrillte Morgen alſo mehr 7,603.., Himten. zter Verſuch. Auf dem Tuͤnder-Anger, in Klayboden, im Maymonat 16 Morgen Hafer gedrillt, à Morgen 2 Himten und daneben 16 Morgen breitgeſaet, à Morgen 3 Himten. 1. Ee — 434— Gedrillte 16 Morgen gaben 150 Haufen, macht à Morgen 0½ Haufen, und breitgeſaͤet 16 Morgen, gaben 138 Haufen, macht à Morgen 9 ½ Haufen. Ein gedrillter Morgen alſo 3 Haufen mehr. 9 Haufen gedrillt, gaben 26 Himten, alſo 9 ½ Haufen gaben 271 Himten, und 12 Haufen breitgeſaͤet, gaben 34 Himten, alſo 8 ½ Haufen gaben 242 ½ Htn. Ein Morgen gedrillt mehr 23½3 ½ Himten. Zu Wittenburg, einer herrſchaftlichen Do⸗ maine, welche Se. Majeſtaͤt der Koͤnig ganz zur Anſtellung landwirthſchaftlicher Verſuche gewidmet hat, ſind die Reſultate der unter der Aufſicht des Herrn Oberamtmann Weſtfeld angeſtelleten Ver⸗ ſuche folgende geweſen. Nachricht von der Erndte und dem Ausdruſche des gedrillten und ungedrillten Hafers im Jahre 793. a) gedrillter Hafer. Aus dem kleinen Felde von 6 Morgen 41 Quadrat⸗ Ruthen ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ 108 Stiege. Aus dem Erbſenkampe von 5 Morgen 68 Quadrat⸗Ruthen ⸗ ⸗ 102— Von dieſen 210 Stiegen ſind unge⸗ droſchen verfuttert„ 2 21— Bleiben zum Droͤſchen 189 Stiege. Von dieſen 189 Stiegen ſind auſſer dem Droͤ⸗ ſcherlohn uͤberhaupt aufgemeſſen 59 Malter 2 Htn. N Machſtehen thaͤt ferne (Hia teſ Seite 434.) 50 Haufen, b reitgeſtet 16 Nangen 9½ 2n meht. ht Haufen breitgeſcet n 24 1 tn ktlichen Do⸗ ganz zur gewidmet. ſ de ths Hake Excellenz, dieſem ſdäfſchtde 8 Herrn Geheimen Raths Fübrn 8 „ n welche mir von des alten die deua 3 1ao ehende, ae und Befoͤrderer der Landwirthſchaft, mi itgetheilt worden, enthal aͤtige en Verſucht. rsuuaf ferneren, in den Jahren 1755 und 1796 zuWi ttenburg angeſtelleten vortreflich 1 z in Faher a Qudrat⸗ 99 Eteege 9 Stiege. den dda⸗ Morgenzahl des Landes. — 32 . 8 9 301— 10 30— 20⁄%—— r4 88 84 2 65— 20)30[198 1 12 60— 11 95 11 2—— 8[1011 189 Tab elle 1. Erndte uͤberhaupt. Erndte aus . 8 Berechnung und Vergleichung des 1 Rorgen. ungedrilleten und breitgeſaͤe⸗. 2 Getvicht ten Korns von der Erndteß 3 E 1 eines „ 5 Himten. im Sommer 1795 zu Wit⸗ 8 9[Eüzaesee⸗ tenburg. 5 5 8 5 Himt. Stiege. Himten. Himt. Stiege. Himten. Pfund. — Weitzen. 3 In dem Erbſenkampe und kl. Felde 1 gedrillſaͤtt⸗ ⸗ ⸗ 188·185,500 220,250]2,013 20,050 23,810 50 ¾ Daſelbſt aus freier Hand geſaͤet ⸗ 24[216,500213. 2,341] 21/100 20,780 49½ Beym Drillſaͤen mehr-⸗————- 3,03 1 Weniger⸗—- 0,z28 1,050—— Roggen an den rothen Hollen, im Erbſen⸗ kampe, kleinen Felde Kreutzkamp, gedrillſͤet-⸗⸗⸗ ⸗ ⸗ 41 396,550/649,250 2,050 19,625] 32,462 47 ¾ Daſelbſt aus freier Hand geſaͤet ⸗ 29 3 243,200 361,750 2,016 16,503] 24,553 4⁶ Beym Drillſaͤen mehr⸗——— o,oz4 3,322 7,909 1 weniger⸗————— Gerſte im Wiedhagen und auf dem ſchiefen Kamp gedrillſoͤet ⸗⸗⸗ ⸗ 18 ⅜ 136,300 217,500] 1,960 14,284 22,794 40 ¾ 3ALſ auf den fuͤnf Vorlingen und dem Birkenkampe aus freier Hand geſͤet ⸗⸗⸗ ⸗ ⸗ 42 ½ 328,700456,7502,098 16,232 22,546 40 Beym Drillſaͤen mehr⸗————— 0,248 4 weniger⸗——- o, 138 1,948 Hafer im Wiedhagen gedrillſaͤtt ⸗⸗ ⸗ 6 203,200 387,250]% 2,100] 16,256 30,980 30 ½ Daſelbſt aus freier Hand geſaͤet ⸗26 ¼¾˖ 163,800 ⁄293,375]12,234] 13/,89 1] 24,879 29 Beym Drillſaͤen mehr⸗———— 2,365 6,101 3 weniger⸗——- 0,134 erzſen“—= am langen Wege gedrillſäͤet 2 32 52,650 39,500 1,625 26,325 19,750 53 ½ Am langen Wege auf den 9 Aeckern, im Kreutzkompe aus freier Hand geſaͤet ⸗ 23„ ⸗2 ⸗ ⸗ 173213,100 129,750] 2,000 24,079 14,661 52 Bevm Drillſaͤnn mehr ⸗———-— 2,246] 4,089 1 ³3 weniger⸗——— 0,275 V Erndt macht auf einen Morgen!. undte. 8* Bere 1 dines Gehalt ½ 2A Berechnung und Vergleichung. hinim der 5 5 5 des ungedrilleten und breit⸗ 6 25 S lLaͤnderey. 5 2. 3 32 geſaͤtten Korns von der ☛̈ 8 2 2 982 Erndte im Sommer 1796 8 3 9 28 zu Wittenburg.„ 9 2 2 „fund 5. 18 5 5 3 — 2 23*[23. 3 52. ſ2 3 28 50% 5 58 Himt. Stiege. Himt. Himt. Stiege. Himt. Pfund. 3— Weitzen 1 1 eingedrillt —S 4 6129 7 ½⁴ 85 82 ⅞ auf den 9 Aeckern unter Sorßum in — halbem Huͤrdelager nach rothem Klee und 2maligem Pfluͤgen zum Weitzen 1,85 20,96˙2034 50,35 aus freier Hand geſaͤet 41 11 66 124 25 ½ 217 ¾ 156 an den 9 Aeckern unter Sorßum am 1 146 langen Wege und im Wiedhagen im 1 halben Huͤrdelager nach rothem Klee 1 und zweymaligem Pfluͤgen⸗⸗ ⸗[2,20 18,84 1354 49,25 Roggen eingedrillt 24 54— 45 490 575 im Erbſenkampe, am langen Wege auf den 16, 12 und 9 Aeckern, nach weißen Erbſen und Wicken in 2ter Miſtgaile und nach zweymaligem Pfluͤgen⸗ 2 ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ 1,81] 20,04 2353 46,175 aus freier Hand geſaͤet 12 74 156 28 ¾ 231 ½ 245 ſauf den 16 und 12 Aeckern und am langen Wege; erſterm Lande in vol⸗ ler Miſtgaile, letzterm in 2ter Miſt⸗ . gaile nach Wicken, Erbſen und Flachs . und zweymaligem Pfluͤgen⸗⸗* 2,13] 17,18]1820] 46.. Gerſte eingedrillt 71121122] 14 ½ 129 167 ½ im kleinen Felde und im Erbſenkampe 3 . in zter Miſtgaile⸗⸗⸗ ⸗ ⸗[1,98] 18/15 2354 39½ aus freier Hand geſaͤet 21˙22 183 44 ½ 351 1 ½ 403 ¾ im Erbſenkampe, an dem rothen Hol⸗ len und im kleinen Felde in der zten 14 1 Miſtgaile⸗ʒ⸗ ⸗ ⸗ ⸗ 2,08 16,59 1904] 38 ¾ Tabelle 24 ſ.19640708 uaan6l] gnLl ——— — & Ir6r3 Laͤnderey. Tabelle 2. Fortſetzung. Wittenburg, den 2 9ſten Sept. 1797. haben 25 ⅞ Himten rein Korn gegeben. 82 Stiegen berechnet worden. Bohnen: damit ſind keine Verſuche gemacht worden. Wicken: worden. der Pferdehacke zweymal behackt wor⸗ den. Stiege gedroſchen worden, und dieſe Hiernach iſt denn der Ausfall von den Alle eingedrillte Fruͤchte ſind mit damit ſind keine Verſuche gemacht macht auf einen Morgen. Erndte. 4 Erndte. V 2 ³ Berechnung und Vergleichung ſ= 5 5 8. dees ungedrilleten und breitge⸗.„ 2 8. 5 2 13 ſaeten Korns von der Erndte 58 3 à ½ ☚ [[232 9e im Sommer 1796 zu Wit⸗ 5 35 2 (¶ 28. 2 6 2. 5 5 5 2 /2* tenburg. Q[2 28 8 3 3 5 38. Himt. Stg. Himt. Himt. Stg. Himt. Pfd Hafer eingedrillt 4 28 317 ½ 640 im Erbſenkampe und kl. Felde in 3ter . Miſtgaile 2:⸗ ⸗ ⸗ ⸗ ⸗[198/˙2183,4407 30 aus freier Hand geſaͤet 13 ½ 100[178 im Erbſenkampe u. Kreuzkampe in hal⸗ bem Huͤrdelager nach Zter Miſtgaile 215 1775 2899 29 ¼ Erbſen eingedrillt 5 ½ 88 38 im Wiedhagen in voller Miſtgaile⸗ 175/29 50 1941] 51 ½ aus freier Hand geſäet 7³ 82 46 im Wiedhagen in voller Miſtgaile⸗ 258 2733 1544 50 ½ * 3 Von dieſen Erbſen ſind nur 45 1[ 411. 22ni chiiahee — 435— Dieſemnach wuͤrden 210 Stiege gegeben haben 65 Malter 5 Himten 2 ½ 4 Metzen, macht vom Mor⸗ gen 5/,542² 444 Malter. b) ungedrillter Hafer. Von den rothen Hollen von 6 Morgen 51 Quadrat⸗ Ruthen.... 83 Stiege. Davon ſind mit den Schaafen ver⸗ futtert⸗ 2 ⸗ 5 2 7 2— Bleiben ⸗ ⸗ 76 Stiege. Von obigen 76 Stiegen ſind auſſer dem Droͤ⸗ ſcherlohne aufgemeſſen— 18 Malter 1 Himte. Dieſemnach wuͤrden 83 Stiege gegeben haben 19 Malter 57 Himten, macht vom Morgen 3,086 Malter. 44£ Mein Freund, der Herr von Hinuͤber, hat zu Marienwerder ſeit vier Jahren mit der Cookiſchen Maſchine alle Arten von Feldfruͤchten gedrillſaͤet. Er fing dieſe Beſtellungsart mit der groͤßten Unbe⸗ fangenheit an, und hatte die Abſicht, das Verhaͤlt⸗ niß derſelben zur gewoͤhnlichen, durch, vergleichende Verſuche ins Licht zu ſtellen und von allen Seiten zu beobachten. Allein der Ankauf eines großen Gutes im Holſteinſchen, und deſſen Verbeſſerungen, erforderte ſeine ganze Aufmerkſamkeit und oͤftere Anweſenheit; ſo daß er ſich nicht im Stande findet, die Reſultate ſeiner, anfangs verſuchsweiſe, hernach Ee 2 im Großen betriebenen Drillwirthſchaft genau an⸗ zugeben. Da aber nur die groͤßte Genauigkeit ſeine ſtrenge Wahrheitsliebe befriediget, ſo will er nach ohngefaͤhrem Ueberſchlage gar keine Angaben machen. Nur dieſes iſt im Allgemeinen ſeine auf Erfahrung beruhende Ueberzeugung: beym Weitzen gewaͤhre die Drillwirthſchaft ohne Ausnahme ſo uͤberwiegen⸗ den Vortheil, daß er dieſen, wo es zu zwingen ſtehet, nie auf eine andre Art ausſaͤen will. Der Vorzug derſelben bey den Bohnen ſey eben ſo ent⸗ ſchieden. Gedrillete Gerſte, Hafer, Erbſen und Rocken, auf leichtem Boden, ſcheint ihm nicht jedes⸗ mal und unter allen Umſtaͤnden den Vorzug vor breitwuͤrfigen zu haben. Der gedrillte Buchweitzen ſey immer vorzuͤglich gerathen. Die mehrere Arbeit und Koſten der Drillwirthſchaft werden durch Er⸗ ſparung der Einſaat reichlich erſetzet. Ich habe faſt jaͤhrlich ſeine gedrillten Saaten geſehen, und es iſt gewiß, daß man nichts Vollkommneres, wie dieſe Weitzen⸗Aecker, ſehen konnte. Hier, bey Zelle, hat der Herr Duwe und Herr Stallmeiſter Koch die meiſten Verſuche mit dem Drillſaͤenn gemacht. Sie ſind ſehr zum Vor⸗ theil deſſelben ausgefallen. Da ſie mit den von erſterem erfundenen Werkzeugen gemacht worden, und ich dieſe in einem Anhange zu dieſem Capitel beſonders beſchreiben werde, ſo verſpare ich bis da⸗ hin die genau aufgezeichneten Reſultate um ſo lie⸗ ber, da ich noch die, welche die diesjaͤhrige Erndte geben wird, beyzufuͤgen hoffen kann. —,— In zicht nur hern auch ſielen Luch hie Lapitel koͤnnen. B. lich, de ſungsar noch ge dieſen? wirthen auf ihr neue ſamkeit len au Alles ſchaft Muͤhe nen un maaßen men ke ſollte haupt nur a Stelle thode gehort Einer Ferau an⸗ nkeit ſein⸗ at er nah an naten. tihre di wingen 1l. der 1s ſoent⸗ 2 ſen und ſ n nt jedes⸗ - W ug dor Gnsit G tve diſ 1(Dor und Gche nit V Nam Wor⸗ ween von eichvorden, 1 up Cevite r bis da⸗ Iu o li⸗ in Erndte 4 faheung. ermwiegen⸗ — 437— In dieſem Jahre 97 iſt dieſe Beſtellungsart nicht nur von vorbenannten Herren fortgeſetzet, ſon⸗- dern auch in den Churbraunſchweigſchen Landen in vielen großen Wirthſchaften eingefuͤhret worden. Auch hieruͤber hoffe ich in dem Anhange zu dieſem Capitel eine ausfuͤhrlichere Nachricht geben zu koͤnnen. Bey allem dieſem ſcheint es beynahe unglaub⸗ lich, daß die Nuͤtzlichkeit und Vorzuͤge dieſer Beſtel⸗ lungsart noch bezweifelt werden koͤnnen. Und den⸗ noch geſchiehet dies ſelbſt in England noch bis auf dieſen Tag.— Vielleicht von unwiſſenden Land⸗ wirthen, die, auf ihrem Farm eingeſchraͤnkt, ſtoͤrriſch auf ihren alten Schlendrian beharren, und keine neue Erfindung und Verbeſſerung ihrer Aufmerk⸗ ſamkeit wuͤrdigen?— Nein! es geſchiehet von vie⸗ len aufgeklaͤrten, vorurtheilsfreyen Maͤnnern, die Alles pruͤfen und das Gute behalten; die Landwirth⸗ ſchaft mit Leidenſchaft treiben; keine Koſten und Muͤhe ſparen, um etwas Nutzliches kennen zu ler⸗ nen und auszufuͤhren. Zu dieſen gehoͤrt gewiſſer⸗ maaßen der Große Arthur Young, deſſen Na⸗ men kein Landwirth ohne Ehrerbietung ausſprechen ſollte. Vieles, was er gegen Drillwirthſchaft uͤber⸗ haupt ſagt, beziehet ſich, wie es mir ſcheint, zwar nur auf die aͤltere Art, und er laͤßt in manchen Stellen ſeiner neueſten Schriften der neueren Me⸗ thode Gerechtigkeit widerfahren. Im Allgemeinen gehoͤrt er indeſſen zu den Gegnern des Drillens. Einer der merkwuͤrdigſten iſt, naͤchſt Voung, Mr. ——— ÿ“ — a3s8— Majendin, ein ſehr aufgeklaͤrter, unternehmender und ſcharf beobachtender Landwirth. Er war ein warmer Vertheidiger der Drillwirthſchaft, und dril⸗ lete alle ſeine Fruͤchte auf einem Farm von an⸗ ſehnlicher Groͤße. Er fand nachmals aber, wie er verſichert, daß im Ganzen erheblicher Schaden bey dieſer Wirthſchaft, in Vergleich mit einer uͤbri⸗ gens vollkommenen breitwuͤrfigen Cultur, her⸗ auskomme, und er erklaͤrte noch neuerlich, daß er, auſſer Bohnen, nie einen Acker wieder drillen wuͤrde, nachdem er die Sache lange und reiflich genug unterſuchet haͤtte. Ich muß geſtehen, daß es mir einige Schwie⸗ rigkeiten verurſacht, die Einwuͤrfe der Gegner kurz und beſtimmt vorzutragen, indem ſie ſelbſt nicht ins Detail gehen; die Thatſachen, worauf ſie ihre Mei⸗ nung gruͤnden, nicht deutlich darſtellen; die ver⸗ gleichenden Verſuche, welche zum Vortheil des Dril⸗ lens angeſtellet ſind, nicht ablaͤugnen, ſondern nur im Allgemeinen ſagen: die Sache ſey im Großen nicht anwendbar, oder erſetze wenigſtens die Koſten und Weitlaͤuftigkeiten nicht. Wir haben, ſagen ſie, von breitwuͤrfiger Saat auf reichem Boden, nach gehoͤrigem Frucht⸗ wechſel und guͤnſtiger Witterung, ſo reiche Ernd⸗ ten erhalten, wie die Drillwirthſchaften nur ange⸗ ben koͤnnen. Der einberichtete große Ertrag der Drillwirthſchaft iſt vermuthlich von ſolchen Aeckern geweſen, die vorher ſchon in die hoͤchſte Cultur ge⸗ —,— ſttzt wor zehrende geben, 6 Pen Mann h verden reichen einer Zugd keit hacke das! nicht man Men nicht das Freu daß halt nug muß werd ſcha deehmende wax en Fuund dit rnvon an⸗ [Ncan bey 2ruͤbri⸗ nr,, her 1, duß a, a dillen ah uflch —— 4 n Scwie⸗ 1Anait in Tther Mi⸗ mm di wer⸗ —„ode die den tur 4 Ghoßen Mne fuſen n ader Saat mirucht⸗ ſeune Emd⸗ antt ange⸗ [b!. Nakern ältux ge d, we e 1) nar kr — 439— ſetzt worden, und die man mehrere Jahre mit aus⸗ zehrenden Saaten verſchonet hat. Aber auch zugt⸗ geben, daß, unter uͤbrigens voͤllig gleichen Umſtan⸗ den, ein gedrilleter und ſorgfaͤltig behackter Acker im Allgemeinen etwas mehr gebe, ſo fraͤgt es ſich, ob dieſes nicht durch den Aufwand theuer erkaufet ſey? Die Drillwirthſchafter ſetzen zwar das Drill⸗ ſaͤen und Pferdehacken auf jeden Aere nur zu 1 Schill. 6 Pence gewoͤhnlich an. Wenn ein Pferd und ein Mann 300 Tage des Jahrs drillſaͤeten und pferde⸗ hackten, oder dieſes auf das ganze Jahr vertheilt werden koͤnnte, ſo wuͤrde man damit recht gut aus⸗ reichen. Aber die Arbeit koͤmmt auf einmal, zu einer ſehr ungelegenen Zeit, wo Menſchen und Zugvieh mit andern Arbeiten von hoͤchſter Wichtig⸗ keit beſchaͤftigt ſind. Und dennoch darf das Pferde⸗ hacken nicht zwey Tage ausgeſetzet werden, wenn das Unkraut nicht uͤberhand nehmen, und die Saat nicht groͤßtentheils verloren gehen ſoll: alſo muß man zu dem Pferdeha ken beſondere Pferde und Menſchen halten, und da dieſe zu anderen Zeiten nicht nuͤtzlich genug zu beſchaͤftigen ſind, ſo kommt das Pferdehacken ungleich hoͤher. Die meiſten Freunde der Drillwirthſchaft geben daher auch zu, daß man bey derſelben, auf 10 Pferde, eins mehr halten muͤſſe. Aber dies iſt bey weitem nicht ge⸗ nug, wenn man ſicher gehen will; denn die Arbeit muß bey mißlicher Witterung ſo ſchnell vollfuͤhrt werden, daß ein Pferd bey einer Zehnpferdewirth⸗ ſchaft nicht zureicht. Ein verſaͤumter Tag im May — 440— und Junius— ich rede noch immer die Sprache der Drillgegner— wo Saat und Unkraut im Wachs⸗ thume wetteifern, kann die halbe Erndte vernichten. Denn ſobald das Unkraut, was in den Zwiſchen⸗ raͤumen ſehr uͤppig waͤchſt, eine gewiſſe Staͤrke er⸗ langet, iſt keine Pferdehacke mehr anzubringen. Bey guͤnſtiger Witterung iſt die Sache freylich leicht, die Arbeit bequem und der Erfolg gluͤcklich. Da⸗ her die Berechnungen des geringen Aufwandes und des großen Ertrages. Wenn aber ſo naſſe Witte⸗ rung zur Zeit des Behackens eintritt, daß die Pferde keinen feſten Fuß auf dem Acker faſſen koͤnnen, der Erdboden ſich von den Hacken und Kratzern nicht zertheilen laͤßt, ſondern ſie uͤberſchlammet, die Pferde⸗ hacke ihn alſo vor ſich wegſchieben und die Korn⸗ reihen damit uͤberziehen wuͤrde; oder wenn im Ge⸗ gentheile der Boden, bey einer Duͤrre, die auf Schlagregen folgt, hart, wie eine Dreſchtenne iſt, und die Schaaren der Pferdehacke gar nicht einlaͤßt; ſo iſt eine gedrillte Saat faſt gaͤnzlich verloren, und das Land auf mehrere Jahre verwildert; wo⸗ gegen eine breitwuͤrfige doch noch immer eine mit⸗ telmaͤßige Erndte geben kann. Diejenigen, welche, mit einiger Vorliebe fuͤr das Drillen, vergleichende Verſuche angeſtellet haben, unterdruͤcken dann ſolche nachtheilige Ereigniſſe, und erzaͤhlen nur die gluͤck⸗ lichen.— So weit die Drillgegner.— Wenn gleich ihre Einwendungen etwas uͤber⸗ trieben und unbeſtimmt zu ſeyn ſcheinen; ſo kann 8 — — y 8 man doch jieſe Ai 1 werdet leicht ehlbar dieh un richtung u ſeiner Sonſt ommen beſm Ganze er meh geiten ber di erſorder der Ke ſchen Verme 3 Proc oͤhn rauche anz ſrengt Peget interſt und w 4 Sreae ii Vach⸗ rricten. athwiſcen⸗ tace er⸗. d bngen. tichlact 88st. Da⸗ nndes und V an Wtte⸗ iw pfferde a Mͤen, der h arzun nicht anie Kor⸗ dae in G⸗ N de auf s enne it dan einli daprerporn M cnt, we⸗ n mrie mit⸗ en un welche, „uneichende e Ant ſolch nuhe gläc⸗ ntg lie⸗ men ſo kun dpehferde — 441— man doch nicht laͤugnen, daß ſie von Jedem, der dieſe Wirthſchaft anfangen will, reiflich erwogen zu werden verdienen, damit er ſich die Sache nicht zu leicht und den Erfolg in jedem Jahre als ohn⸗ fehlbar vorſtelle. Gewiß iſt es, daß ein Drillwirth mehr Zug⸗ vieh und mehr Menſchen bey uͤbrigens gleichen Ein⸗ richtungen, beſonders in den Fruͤhjahrs⸗Monaten, zu ſeiner Dispoſition haben muͤſſe, wie ein anderer. Sonſt kann er mit der Arbeit in Verlegenheit kommen. Kann er alſo gewandte Arbeiter und Geſpann nicht in Tagelohn haben, ſo muß er das Ganze ſeiner Wirthſchaft ſo einzurichten wiſſen, daß er mehrere Menſchen und Vieh zu allen Jahrs⸗ zeiten nuͤtzlich beſchaͤftigen koͤnne. Dadurch wird aber die Haushaltung dann noch verwickelter, und erfordert deſto mehr Vorſchuß und Baarſchaft in der Kaſſe. Hieran fehlt es aber gewoͤhnlich teut⸗ ſchen Landwirthen. Denn wenn ſie es auch im Vermoͤgen haben, ſo geben ſie es doch lieber zu 3 Procent auf Zinſen, als daß ſie es zu unge⸗ woͤhnlichen Anſtrengungen in der Wirthſchaft brauchen ſollten, die vermuthlich, aber doch nicht ganz ſo ſicher, 12 Procent eintragen wuͤrden. Ferner gehoͤrt zur Drillwirthſchaft eine ange⸗ ſtrengte Aufmerkſamkeit und Ueberlegung. In den Vegetations⸗Monaten muͤſſen die Felder taͤglich unterſucht werden, um zu beſtimmen, welche Frucht und welche Flur die Pferdehacke zuerſt erfordere. — 442— Wird eine zu lange verſaͤumt, ſo iſt der Schaden unerſetzlich. Und es iſt bekannt, daß in der Land⸗ wirthſchaft uͤberhaupt die Verſpaͤtung einer Arbeit die Verſpaͤtung aller nach ſich ziehe. Sehr oft iſt nach der Pferdehacke noch die Handhacke oder das Jaͤten in den Reihen nothwendig, und da muß dann auch eine hinreichende Menſchenzahl ſchleunig und zweckmaͤßig angeſtellet werden. Daß die Witterung das Pferdehacken ſehr er⸗ ſchweren koͤnne, leidet keinen Zweifel; daher muß der Drillwirth auf ſelbige ſehr aufmerkſam ſeyn, und bey unguͤnſtigem Himmel jede gute Stunde dazu moͤglichſt benutzen. Es laͤßt ſich zwar als moͤglich denken, daß eine ſolche Witterung eintreten koͤnne, wo auch bey der angeſtrengteſten Thaͤtigkeit, beſonders auf ſchwe⸗ rem Boden, mit der Pferdehacke wenig auszurichten ſeyn wuͤrde: aber haben wir nicht Jahre gehabt, wo gerade die am beſten cultivirten Aecker am mei⸗ ſten litten? Wo bey anhaltenden Regenguͤſſen das ſtarkere, dichtere Korn ſich zu fruͤh lagerte, das ſchlechtere ſich aufrecht erhielt? Wo der gute Wirth Mißwachs, der ſchlechte mittelmaͤßigen Ertrag hatte? Iſt darum der ausgezehrte Acker dem reichen; der nachläͤſſige Wirth dem induͤſtrioͤſen vorzuziehen? Jede hoͤhere Cultur kann zufaͤllig einmal verun⸗ gluͤcken; aber nur ſchwache Koͤpfe ziehen Schluͤſſe aus einzelnen Faͤllen. und anzubtin man kein hn. 4 eſehen. Er Drillwi geſetzt aun. beſſer, hrecim hohe A 5 ſich at ior Iſt e der ſe hmen 7 ſig? 18 Shaden Krr Land⸗ dini. Acbeit u8 oft iſt 1) teer das na muß 1IGchleuni a Wehr er⸗ ; ad er muß n hn ſeyn, dimötunde rt be Snf ſe⸗ 7 m zuricten JIIn gehabt im ne⸗ a anſen des ) nne⸗ das el 19„With Enn hute⸗ n inzen; der wanziehen⸗ Htran, — 443— Und ſollte einmal die Pferdehacke gar nicht anzubringen ſeyn, wo ſie hoͤchſt noͤthig iſt; ſo muß man kein Geld ſparen, um ſich Menſchen zu ver⸗ ſchaffen, die mit Hacken und Schaufeln ihre Stelle erſetzen. Endlich verſteht es ſich von ſelbſt, daß der Drillwirth ſeine Felder ſchon vorher in den Stand geſetzt habe, daß Naͤſſe ihnen nicht leicht ſchaden koͤnne. Es muͤſſen Graben, Waſſerfurchen, oder beſſer, Ableitungen unter der Erde, genug und zweckmaͤßig angelegt und offen erhalten ſeyn. Denn hohe Ackerbeete leidet dieſe Wirthſchaft nicht. Widerſpenſtiger Klay⸗ oder Thonboden ſchickt ſich auch zu dieſer Wirthſchaft nicht, ehe er durch Mergel, Kalk und Sand muͤrbe gemacht worden. Iſt er aber einmal in ſolcher Cultur, ſo wird er der Pferdehacke nicht leicht widerſtehen koͤnnen. Aus allem dem, was bisher fuͤr und gegen die Drillwirthſchaft geſagt worden, ſcheint mir zu erhellen: Erſtlich, daß die Drillwirthſchaft dem vermoͤg⸗ ſamen Landwirthe das, zu ihrer Betreibung ange⸗ legte Kapital reichlich verzinſen; den aber, der we⸗ nig Vorlag hat, voͤllig zu Grunde richten koͤnne. Zweytens, daß ſie da, wo die Cultur ſchon hoch getrieben worden, ſelbige auf den moͤglichſt — 444— hoͤchſten Grad der Vollkommenheit bringen werde; daß ſie hingegen da, wo man in der gewoͤhnlichen Beſtellungsart noch ſehr zuruͤck iſt, und manche andre Verbeſſerungen noch nicht vorgenommen wor⸗ den, nur Aufenthalt und Verſaͤumniſſe in wichti⸗ geren Dingen veranlaſſen werde. Drittens, daß ſie dem thaͤtigen und faſt leiden⸗ ſchaftlichen Landwirthe, durch die gartenaͤhnliche Cul⸗ tur ſeiner Felder und den hoͤheren Ertrag ſeiner Erndten, eine ſehr angenehme Beſchaͤftigung, Zu⸗ friedenheit und Belohnung ſeines Fleiſſes verſchaf⸗ fen werde; dem Traͤgen aber und dem, der Land⸗ wirthſchaft nur treibt, weil es einmal ſeine Beſtim⸗ mung iſt, unertraͤgliche Laſt und Sorgen zuziehen koͤnne. Viertens, daß es fuͤr den Staat und die buͤr⸗ gerliche Geſellſchaft wol zu wuͤnſchen ſey, daß dieſe Wirthſchaft, unter vorgedachten Bedingungen, ge⸗ meiner werden moͤge, daß aber der despotiſche Vor⸗ ſchlag eines Franzoſen, Namens Carrard,— durch ein Geſetz die Drillwirthſchaft jedem Landmanne an⸗ zubefehlen,— hoͤchſt thoͤrigt ſey. de lebe d land ſo leicht uͤ etwas daß kei er un je de Schrif glaubt ſo oft täͤuſcht net wo geihick er deſe An werde; adihnlihn nn manche ucen wor⸗ 1 wichti⸗ d tt leiden⸗ 1ace cu⸗ (an ſäner adtg, zu⸗ i dgerſchaf⸗ n i Land⸗ anubeſtim⸗ d 1ataußegen— 1 eende büͤt⸗ gas diſe Rupen, ge⸗ d tesche Vor⸗ 1b- durch Nantne an⸗ — 445— Neunzehntes Capitel. Derroth e Kl ee. Ueber den Bau deſſelben iſt ſeit 30 Jahren in Teutſch⸗ land ſo viel geſchrieben, daß es manchem Leſer viel⸗ leicht uͤberfluͤſſig ſcheint, daruͤber von Auslaͤndern noch etwas zu entlehnen. Ich habe mehrmals gehoͤrt, daß kein Gegenſtand der Landwirthſchaft ausfuͤhrli⸗ cher und vollſtaͤndiger koͤnne abgehandelt werden, wie der Kleebau von den teutſchen oͤconomiſchen Schriftſtellern. Es war eine Zeit, wo ich das ſelbſt glaubte. Als ich aber fand, daß meine Erfahrung ſo oft meine auf Theorie gebaueten Hoffnungen taͤuſchte, fing ich an, viele Luͤcken in dieſer ganzen Lehre zu fuͤhlen, ohne deutlich zu erkennen, wo ſie eigentlich lagen. Je mehr ich mich zu unterrichten ſuchte, deſto mehr Widerſpruͤche fand ich. Einer hielt den Klee fuͤr verbeſſernd, ein Anderer fuͤr ausſaugend. Ei⸗ ner wollte den Acker durch oͤfteren Kleebau immer geſchickter dazu machen; ein Anderer verſicherte, daß er deſſen bald muͤde wuͤrde, und daß er auf einem — 446— Acker, der noch nie welchen getragen, am beſten ge⸗ rathe. Einer beſtand auf eine einjaͤhrige, ein An⸗ derer auf eine zwey- und dreyjaͤhrige Benutzung. Dieſer will die Kleeſtoppel zum Winterkorn durch⸗ aus nur einmal, jener zwey- bis dreymal gepfluͤget haben. Die Meiſten ſaͤen ihn ins Sommerkorn; Andere behaupten, er gerathe unter Weitzen und Rocken viel beſſer. Noch ein Anderer behauptet, das einzige wahre Principium des Futterbaues be⸗ ſtehe darin, daß man den Klee ohne Getreide allein ausſaͤe, und berufk ſich auf ſeine Erfahrungen— im reyolten Gartenboden, und findet es wol gar uͤberfluͤſſig, ihn zu duͤngen. Es ſchien mir ſchon laͤngſt, daß der Platz, wel⸗ cher dem Klee im Feldwechſel gebuͤhret, von den Meiſten unrichtig beſtimmt ſey, und daß daher ein großer Theil der Widerſpruͤche ruͤhre. Die Englaͤnder, insbeſondere der unuͤbertreff⸗ liche Voung, oͤffneten mir, wie in ſo manchen Stuͤcken, auch hier die Augen. Eine vollſtaͤndige Kritik des Kleebaues enthaͤlt folgende, aus einer ſeiner neueſten Schriften gezogene, Stelle*).„Alle „ gute Landwirthe wiſſen in England aus langer Er⸗ „fahrung, daß der rothe Klee kein Freund des rein⸗ „lichen Feldbaues iſt, wenn er mit der zweyten oder ⁴) Reiſen durch Frankreich u. ſ. w. 3ter Theil, 54ſte S. der Ueberſetzung. —— —— „deitte 6 „Nüͤben „bäͤltniſ „werden „die be⸗ „reinig ſo th „Weiß „Ich! „Ordt 23)( „zen, „Unkr daß d „hafte „Klee 1 es be zbeſte wirtt „Rüͤb naͤm 44, behn ge⸗ b„dritten Getreide⸗Erndte geſaͤet wird. In der Ord⸗ dein An⸗„nung, daß man 1) Ruͤben oder Kohl, 2) Gerſte nutzung.„oder Hafer, 3) Klee, 4) Weitzen ſaͤet, wird das ien durch⸗„Land, wie im Garten, behandelt. Wenn aber anzehfluͤget.„nach dieſer vierten Erndte der Landmann auf fol— adnerkor;„gende Art fortfaͤhrt, und 5) Gerſte oder Hafer, W hen und„6) Klee, 7) Weitzen ſaͤet, ſo wird das Land ver⸗ te hauptet„dorben und ausgeſogen werden. Kurz, der Klee⸗ atues be⸗„bau iſt fuͤr einen guten Landwirth, der ſeine Fel⸗ atsde allein„der reinlich beſtellt, nuͤtzlich, blos wenn er mit aänngen-„Ruͤben, Kohl, mit der Braache in gleichem Ver⸗ 8 wol on„haͤltniſſe ſtehet; und er ſollte nie anders geſaͤet „werden, als auf Land, das vorher durch Saaten, „die behackt werden muͤſſen, oder durch Braache ge⸗ Se.„reinigt worden. Was das Braachen anbetrifft, Pu m„ſo thut es kein Franzoſe anders, als blos vor 7„Weitzen; folglich iſt die Ackercultur ausgeſchloſſen. „Ich habe oft geſehen, daß Klee nach folgender ͤdetui⸗„Ordnung geſaͤet worden: 1) Braache, 2) Weitzen, nundan„3) Gerſte, 4) Hafer, 5) Klee, 6) Klee, ⁷) Weit⸗ mKundia„zen, 8) Hafer; und man konnte den Acker vom u eie„Unkraute nicht ſaͤubern. Ich darf wol behaupten, a.„Alc„daß der nach dieſer, ja ſelbſt einer minder tadel⸗ uger E⸗—„haften, aber doch nicht richtigen Ordnung gebauete ayes rei⸗„Klee mehr Schaden als Nutzen bringt, und daß „es beſſer iſt, wenn ein Land mit demſelben nicht „beſtellet wird, als auf dieſe Art. Gute Land⸗ —„wirthe muͤſſen daher nicht mehr Klee bauen, als 6„Ruͤben, Kohl oder eine andere Frucht, die der ſas 5iſeg„naͤmlichen Abſicht entſpricht; ſie duͤrfen ihn nie nn ten oe * — 448— „anders ſaͤen, als mit der erſten Getreideſaat. Da⸗ „durch wird ihr Land rein bleiben, und ſie werden „die Vortheile des Kleebaues genießen, ohne die „gewoͤhnlichen Uebel zu erfahren. Ich habe in ei⸗ „nigen Schriftſtellern geleſen, daß große teutſche „Landwirthe eine ſo unermeßliche Menge Klee baue⸗ „ten, die hinlaͤnglich erwieſe, daß eine gehoͤrige „Zubereitung dazu ganz unmoͤglich waͤre. Mit „dieſem vielem Klee ruͤhmt man ſich dann. Aber „in England wiſſen wir, welcher Werth auf die⸗ „ſen uͤbertriebenen Kleebau zu ſetzen iſt.“ Die vortrefflichen Verſuche aber, welche YVoung in den Stand ſetzten, den Kleebau nachmals ſo rich⸗ tig zu ſchaͤtzen und zu beurtheilen, ſtellte er ſchon in den Jahren 1763, 1764, 1765, 1766 und 1767 mit unermuͤdetem Fleiße und Aufmerkſamkeit an, und beſchrieb ſie in der Experimental agriculture*) auf 110 großen Quartſeiten. Ich habe vergeblich verſucht, ſie abgekuͤrzt darzuſtellen. Sie muͤßten durchaus vollſtaͤndig uͤberſetzt werden, um ſie zu uͤber⸗ ſehen. Ich muß mich daher begnuͤgen, die allge⸗ meinen Reſultate davon mitzutheilen. Er hatte auf ſeinem Farm zweyerley Boden: ſchweren Klay- und einen leichteren kieſigen Lehm⸗ boden(gravelly Loam). Letzterer wuͤrde zwar in *) Bock V. p. 1— 120. —— Sandgeg Gufſolk Wel 1 der N betrager men, L leichter tragen Durch von 1* ſen, Der? Der? Nlo d f. 8 Fſaat. Da ſie werd 4 ohne de dlabe in ei⸗ We tautſche nglee baue⸗ di gehöri te. M n. Nber 3d uf die nt aae Poung ugs ſe rich⸗ Sce er ſton JT und 196. rrit at, und rültune) de verxedit e mäßtn rthe n ibe⸗ nyie allge — dun Boden. aten Lehn⸗ an. zwat i — — — 4419 Sandgegenden feucht heißen, in dieſem Theile von Suffolk hielt man ihn aber fuͤr trocken. Welcher von beyden iſt vortheilhaſter fuͤr den Klee? Nach 10 Verſuchen, auf Klayboden angeſtellet, betragen die Koſten, fuͤr Landpacht 18 Schill., Saa⸗ men, Saͤen, Einerndten u. ſ. w., auf den Acre im Durchſchnitt ⸗ ⸗ 1 Pf. St. 13 Schill. 2 Pen. Der Werth des Ertrages im Durchſchnitt⸗ 2— 11— 1½— Der Vortheil alſo⸗O— 17— 11 ¼— Nach 20 Verſuchen auf leichterem Lehmboden be— tragen die Koſten im Durchſchnitt, Landpacht von 12 Schill. eingeſchloſ⸗ ſen,-⸗ ⸗1Pf. St. 16 Schill. 44 Pen. Der Werth des Ertrages 3— 12— o— Der Vortheil⸗ ⸗ 1— 15— 7½— Alſo der Vortheil des leichteren ſteinigen Lehms, vor dem Klay, 17 Schill. 7 ½ Pence. Von den 5 Sommern, worin dieſe Verſuche angeſtellet worden, waren viere naß und einer trok⸗ ken. Alſo koͤnnte es den Anſchein haben, als ob grade die Witterung das leichtere Land beguͤnſtiget habe. 1765 aber, welches Jahr ſehr trocken war, 1. Ff — 450— ſchlug der Klee auf dem trockneren Boden ſehr we⸗ nig zuruͤck. Young fand immer, daß die Kleeſtoppel auf dem trockneren Boden ſich ſehr muͤrbe umbrechen und als ein Gartenbeet beeggen laſſe, und daß der Klee auf dieſem Lande eine weit beſſere Vorberei⸗ tung fuͤr den Weitzen ſey, wie die Braache, welches auf ſchwerem Boden nicht der Fall war. Wenn ein Wirth daher dieſe beyden Arten von Boden hat, und er nur eine gewiſſe Quantitaͤt Klee beſtellen will, ſo thut er allemal beſſer, den leichteren dazu zu waͤhlen. In welcher Saat nach der Braache iſt es am vortheilhafteſten, den Klee zu ſaͤen? Die Verſuche, dieſes aufzuklaͤren, wurden un⸗ gefaͤhr folgendermaßen angeſtellet. Das Feld A. iſter Theil. 2ter Theil. 3ter Theil. 1762 gebraachet. gebraachet. gebraachet. 1763 Gerſte mit Klee. Weitzen. Gerſte. 1764 Klee. Gerſte mit Klee. Weitzen. 1765 Weitzen. Klee. Gerſte mit Klee. 1766 Weitzen. Weitzen. Klee. —ᷣ— d ſehr we ſtopveluf 3 umarehen Sdd daß de 3 Vorberi⸗ err, welches aan Venn moden hat, In beſeelen diren dazu Dantt iſ nilee ju a den un⸗ dhal azache ehe. Fhen. mit Klle 2 Iſter Theil. 1763 Braache. 1764 Gerſte. 1765 Klee. 1766 Weitzen. 1767 Weitzen. Iſter Theil. 1764 Braache. 1765 Gerſte. 1766 Klee. 1767 Weitzen. Das Feld B. ater Theil. Braache. Weitzen. Gerſte. Klee. Weitzen. Das Feld C. 2ter Theil. Braache. Weitzen. Gerſte. Klee. Zter Theil. Braache. Gerſte. Weitzen. Gerſte. Klee. Alſo ward jaͤhrlich Klee in der 1ſten, in der 2ten und in der Zten Frucht nach der Braache ausgeſaͤet, und im 2ten, 3ten und 4ten Jahre nach der Braache geerndtet. 1763 A. 1 1764 B. 1 1765 C. 1 NA U NA Durchſchnitt 1. 13. 6 ½. Koſten von 1 Acre. A 8 A 8 U N N — ₰ 2 — Der in die erſte Saat geſaͤete: Pf. St. Schill. Pence. 1 13 IT 1 160 9 1 9 11 5 0 7 — — 452— Werth des Ertrages: Pf. St. Schill. Pence. 1764 A. 1 4 4 2» 5 12 6 165 4. 1765 B. 1⸗„ ⸗ 4 15 2 5 8 1766 C. 1 2 2 s 4 18—’ 15! 0 15 5 8 Durchſchnitt 5. 1. 10¼. Dr 8 Vortheil. b D 1764 A. ⸗„*» 3 18 7 V 1765 B. ⸗ 2 2 g* 2 18 5 1Jb5 4 6 1766 C. g 2 6. 2 3 8 I 1 66 B 4 Durchſchnitt 3. 8. 45. V Der in die 2te Saat geſaͤete: Koſten. 3 h Pf. St. Schill. Pence. 3 1 1764 A.242 ⸗„ 1 13 5 1 1765 B. 2 ⸗ ⸗ ⸗ 1 16 I 1706 C. a4⸗y ⸗. 1 9 5 Du 4 18 II Durchſchnitt 1. 12. I11. 3 n Werth des Ertrages: 12 1765 A. 5 2 2 2 19 6 1766 B. K E 2 2 1 6 Durchf 1767 C. ⸗ ⸗ 2 2 14 o Torth 72 15 O0 Durchſchnitt 2. 11. 8. — 453— Vortheil. N jil. Pence. Pf. St. Schill. Pence. . 6 1765 A. 7 2 4 s 1 6 3 1 2 1766 B.„ 2 5 2 0 5 5 12 0 1767 C... 2„ 1 4 7 1 8 2 16 3 Durchſchnitt 18 Schill. 9 Pence. Der in die 3te Saat geſaͤete: 1 Koſten. 1 5 1765 A. 2„ 1 I1 1 b 1 1766 B. 2 2 2 1 8 2 V— 2 19 V Durchſchnitt 1. 9. 7 ½. 2 Werth des Ertrages: 3ü pr. 1766 A. 2 2 2„ 0 16 2 35 1762 B. 4 2 5 2 0 15 8 ½ 6 1 r rI 10 ¾ 9 5 Durchſchnitt 10 Schill. 11 ½ Pence. n Verluſt. 1766 2 2 7 2 06 14 II 17647 ⸗ ⸗.„ O0 17 4 5 1 12 7 14 Durchſchn. 16Schill. 1 3 Pence Verluſt. 4 5 Vortheil bey der erſten Saat„3Z 3 4 ¾ 12— ¹. 2ten Saat- Oo 18 9 15 0 Die erſte beſer 2 9 77 — 454— Vortheil bey der erſten Saat Verluſt bey der Zten Saat Die erſte beſſer Vortheil bey der 2ten Saat Verluſt bey der 3ten Saat Jene beſſer Pf. St. Schill. Pence. ⸗ 3 8 43 ⸗ 0O0 16 14 4. 4 6 ¾ 0 18 9 ⸗ O 16 1 5 1 14 10¾ Nichts kann entſcheidender ſeyn, wie dieſe Ver⸗ gleichung. Die wahre Kleewir thſchaft beſteht alſo darin, ihn gleich in die erſte Saat nach der Braa⸗ che oder Braachfrucht zu ſaͤen. Es iſt daher unbe⸗ greiflich, wie man hierauf nicht eher verfallen iſt, und gewoͤhnlich erſt zwey Korn⸗Erndten vorweg nimmt. Die zweyte Korn⸗Erndte kann n Klees gleich kommen; was aber ie dem Vortheil des die Hauptſache iſt, ſo wird das auf dem Klee folgende Getreide ſo ſehr viel beſſer ſeyn, wenn es in die reiche, dichte, reine Kleeſtoppel kommt, als in eine magere, verqueckete. Hieruͤber giebt Voung folgend Gerſte des Iſten Jahrs bringt rei⸗ nen Vortheil.. Der Klee im 2ten Jahre. Der Weitzen in einer guten Klee⸗ ſtoppel... Ruͤben, welche darauf folgen, In 4 Jahren e Berechnung: Pf. St. Schill. Pence. „ 2 10 O0 3 8 4 4 9 06 1 0 9 10 18 42 Bey geerſte Gerſte die. Der§ Der? Ve ſteh Porth End Allei nimm ſen derw ten doch und geſet uf erſte ill. Pence. 3 2 heſe Der⸗ eht alſo dhr Braa⸗ 1 unbe⸗ zu en iſt, ro g immt. tthell ds vetſahe ſſ, 1e d ſ ſäh ee, reite erpuecket drwg: — 455— Bey der gewoͤhnlichen fehlerhaften Behandlung. Pf. St. Schill. Pence. Gerſte des Iſten Jahrs. 2 10 0 Gerſte des 2ten Jahrs, hoͤchſtens die Haͤlfte,.... 1 5 O Der Klee im dritten Jahre O 18 9 Der Weitzen, welcher allemal im Verhaͤltniß mit der Kleeſtoppel ſteht,..... 1 3 0 In 4 Jahren 5 16 9 Vortheil des erſten Umlaufs am Ende des 4ten Jahrs.. 5 1 3 ¾ Allein dies iſt noch nicht alles. Mit jedem Jahre nimmt es zu; denn jede unſchickliche Saat verſchlim⸗ mert das Land, und bringt es endlich in einen ganz verwilderten Zuſtand. Dann legt man die ſchlech⸗ ten Erndten dem unfruchtbaren Boden zur Laſt, der doch blos durch ſchlechte Wirthſchaft verdorben iſt, und nur allmaͤhlig durch eine gute wieder in Kraft geſetzt werden kann. Oder man ſchiebt es wol gar auf den wohlthäͤtigen Kleebau, was man durch Un⸗ verſtand verſchuldet. Man ſieht freylich oft gute Kleefelder, die in die zweyte Saat geſaͤet worden. Da hat man aber gewoͤhnlich mehr Miſt darauf verwandt, wie die Wirthſchaft ertragen kann; oder der Boden iſt von vorzuͤglicher Guͤte. Immer wuͤrden ſie in der erſten Saat noch viel beſſer gerathen ſeyn, und Verwil⸗ derung des Landes folgt doch darauf*). In wiefern iſt es vortheilhaft, den Klee zu beduͤngen? *) Wenn dieſes Buch zum Vortheil der teutſchen Land⸗ wirthſchaft nichts weiter bemerkt haͤtte, als daß es auf den Unterſchied des reinlichen und unreinlichen Klee⸗ baues aufmerkſam machte: ſo wuͤrde es doch, glaube ich, nicht unter die unnuͤtzen zu zaͤhlen ſeyn. Es war in manchen Gegenden in der That mit dem einjaͤhrigen Kleebau vorbey, weil wegen Verunreinigung des Lan⸗ des die Saaten mißriethen und der Klee nicht weiter fort wollte. Viele der geſcheuteſten Landwirthe fingen an, ihn aus ihrer Rotation zu verbannen, und ſtatt deſſelben wieder reine Braache zu halten. Jekzt hat die Sache eine andere Anſicht gewonnen; man bauet wieder Klee, aber nicht an der Stelle der Braache, ſondern in der erſten Frucht nach derſelben. Wenn es gleich nicht moͤglich iſt, allenthalben zu denjenigen Um⸗ lauf uͤberzugehen, den man Fruchtwechſelwirthſchaft genannt hat, ſo hilft man ſich in jedem Syſteme doch ſo gut man kann, um Klee in reines und kraftvolles Land zu bringen, und dieſes in demſelben Zuſtande von ihm wieder zu erhalten; es ſey denn, daß man in der Koppelwirthſchaft den Acker mit Klee niederlegen wolle. Daß es einige ſo gluͤckliche Flecke Erdbodens giebt, wo der Klee gedeihet, man mache es mit ihm wie man wolle, weiß ich zwar ſehr gut— aber wie kann man jeder ſeltenen Ausnahme erwaͤhnen, wenn man in Hinſicht auf das Gewoͤhnliche ſpricht? waltigen verfaulte Mlſte auf den ſchnit Der W Alo V Viel gexih Koſten der Alſo d 2 Er lie gen; immer her T on d liche eins Oten und g⸗ an fen Land⸗ daß es ancthen Kle⸗ 3 n, glauhe 19s Es war matnjährigen uoh dos Lan⸗ zalicht weittr Antthe ſuge arn und ſtat 1s It ſt ernm drut Praac 1 Vemn 6 as igen Um⸗ ch ittſchſt Rene doch nnaſtrolles A Suſtande 1 nan in zaliederlegen tdbodeno 38 mit Un — aber wie Aen⸗ 8 Alſo Verluſt... wendt — 452— Young ſtellete zwey Verſuche mit einer ge⸗ waltigen Duͤngung an. Im Herbſte brachte er erſt verfaulten Miſt, im Fruͤhjahr Aſche, und dann noch Malzſtaub in großer Menge darauf. Die Koſten auf den Acre betrugen im Durch⸗ Pf. St. Schill. Pence ſchnitt..... S 8 2 Der Werth des Ertrages.„ 8 6 6 0 1§ Vier Verſuche machte er mit gewoͤhnlicher Ueberduͤngung, die Koſten im Durchſchnitt.. 2 14 1 Der Werth des Ertrages.. 5 15 3 Alſo der Vortheil.. 3 1 2 Bey der ſtarken Duͤngung war alſo Verluſt. Er ließ dies Kleefeld aber auf ein zweytes Jahr lie⸗ gen; da beliefen ſich die Koſten— verſteht ſich, immer mit Einſchluß der Landpacht— auf. Pf. St. Schill. Pence. ...... 1 9 5 Der Werth des Ertrages.. 2 3 06 Vortheil. · 5 13 6 Von den Feldern nach gewoͤhn⸗ licher Ueberduͤngung ließ er auch eins liegen; dies koſtete im 2ten Jahre... O 17 0 und gab Ertrag.. 4 O0 0 Vortheil 3 3 0 — 458— Pf. St. Schill. Pence. Der Durchſchnitt aller nicht ge⸗ duͤngten Felder iſt in Anſehung der Koſten...„ 1 14 73 des Ertrages... 3 9 9 Vortheil 15 I Unter letztern ſind indeſſen manche vergleichende Ver⸗ ſuche mit berechnet, die nicht auf die vortheilhafteſte Art angeſtellet waren. Indeſſen erhellet hieraus, daß eine ſtarke Duͤn⸗ gung, wenn ſie ſich gleich im erſten Jahre nicht be⸗ zahlt, ſich doch im zweyten deſto vortheilhafter be⸗ weiſe, und daß die Kraft des Duͤngers bis dahin, und vermuthlich noch viel laͤnger, anhalte. Doch iſt die einfache Duͤngung noch vortheilhafter. Aller Wahrſcheinlichkeit nach dauert die Wirkung einer ſo ſtarken Duͤngung aber noch auf folgende Erndten nach. Wo daher Duͤnger anzuſchaffen ſteht, da bezahlt er ſich durch den hoͤhern Klee⸗Ertrag ſehr gut*). *) Es iſt hier nicht von der Beduͤngung mit Stallmiſt, ſondern mit andern Duͤngungsmitteln, die obenauf ge⸗ ſtreuet werden, die Rede, wohin auch der Gyps ge⸗ hoͤrt. Eins der beſten Duͤngungsmittel fuͤr den Klee iſt ohne Zweifel die Seifenſieder⸗Aſche. Die Wirkung ſolcher auf den Klee geſtreueten Duͤngungsmittel wird fuͤr die folgenden Fruͤchte durch den ſtarken Trieb, den ſie dem Klee geben, noch vermehrt. — —.—— Aill. pena. z aande Ver⸗ rrilhafteſe 1— Din⸗ fl. 1 ler 3 diner r 0 enl denvach. So beyht *t) — in tallniſt, ait mnuf g⸗ 20 Gyps ge den Kle 2 Mirkung araittel wid werib, Nn — 450— Ueber die Benutzung des Klees, 1. Zu Heu gemacht, 2. den zweyten Wuchs zum Saamentragen, 3. zur Abhuͤtung mit Schweinen, 4. zur Abhuͤtung mit Rindvieh, Schafen, Pferden, ſtellte Voung folgende Verſuche an: Pf. St. Schill. Pence. 4 Felder, zu Heu gemacht, ko⸗ ſteten der Aere im Durchſchnitt. 18 2 gaben Ertrag im Durchſchnitt*). 3 13 Vortheil 14 9½ 3 Felder, von deren zweytem Schnitt Saamen aufgenommen wurde, koſteten der Arre.. 2 1 10 ¾ gaben Ertrag.... 4 II 3 Vortheil 2 9 42 4 Felder, mit Schweinen ab⸗ gehuͤtet, koſteten der Acre im Durchſchnitt.... 1 9 9 trugen durch Maſtung ein. 2 17 8 Vortheil — b 6 — —₰ — O *) Der Preis des Heues iſt nach ſeinem jedesmaligen Werthe, im Durchſchnitt die Ton von 20 Centner zu 35 Schill. angenemmen. Der Preis des Saa— mens iſt noch veraͤnderlicher: im Durchſchnitt 1 Buſh. 20 Schill. — 460— Pf. St. Schill. Pence. 4 Felder, mit Rindvieh, Scha⸗ fen und Pferden abgehuͤtet, koſte⸗ ten der Acre im Durchſchnitt. 1 9 8 ½ Ertrag... 2 12 2 Vortheil 1 2 6 Die Koſten von 1 ſind alrſo 1 18 2 ——— 2—.2 1 10 ¼ - 3. 32 9 ½ -=— 4=. 1 9 3 Woraus erhellet, daß die geringſte Ausgabe bey der Abhuͤtung, mehrere beym Heumachen, und die groͤßte beym Saamen⸗Erziehen iſt. Auch muß man bemer⸗ ken, daß das Riſico, in Anſehung der Witterung, in eben der Gradation ſteige. Mit dem Ertrage und dem reinen Vortheile verhaͤlt es ſich aber grade umgekehrt. Saamen⸗ Erzielung giebt den hoͤchſten. Allein es ſind dabey mehrere Bedenklichkeiten. Denn erſtlich läuft man dabey große Gefahr von der Witterung; zweytens iſt der Abſatz und der Preis des Saamens ſo un⸗ gewiß, er faͤllt oft ſchnell auf herab, aus unzu⸗ berechnenden Urſachen; drittens ſchließt er eine gute Korn⸗Erndte in der Stoppel aus, und erfordert eine geduͤngte Braachfrucht, wenn der Acker nicht leiden ſoll. Die Benutzung mit Schweinen fand YVoung um ein Merkliches vortheilhafter, als mit anderm denen ſchon und war, beſtell Koſte thode warne ſchiede zulaf jahre dern niggen wende Jhill. pen. 1K daß bey der oh größte un bewer⸗ 2atterung dsbottſi amen⸗ Sad dibey aft mmn d weytens an ſo n⸗ unzu⸗ nne gut gärfordet er nich Inyoung a andern — 461— Viehe, und empfiehlt ſie ſehr. Die Schweine ver⸗ ließen das Kleefeld nicht, und wuͤhlten, ſo lange Klee genug darauf war, faſt gar nicht. Er em⸗ pfiehlt ſie ſehr. Young kannte aber damals die gruͤne Abfut⸗ terung auf dem Hofe noch gar nicht. In ſeinen nachmaligen Schriften giebt er dieſer allerdings den Vorzug. Man hatte in England auch das Ausſaͤen des Klees ohne Korn empfohlen. Es ſollte aber, we⸗ gen des ſonſt uͤberhandnehmenden Unkrauts, erſt im Nachſommer geſchehen, und bis dahin das Land oft gepfluͤgt und ſorgfaͤltig bereitet werden. Young hatte großes Zutrauen zu dieſer Methode, fand aber, nach Anſtellung mehrerer Verſuche in drey verſchie⸗ denen Jahren, daß die einzelnen Kleepflanzen zwar ſchoͤn und ſtark, allein nicht dicht genug ſtanden, und daß der Ertrag eines Aecres an Heu geringer war, als der von einem auf die gewoͤhnliche Art beſtelleten. Ueberdas aber machten die groͤßeren Koſten und der Verluſt einer Korn⸗Erndte dieſe Me⸗ thode ſo unvortheilhaft, daß er jeden Landwirth wmarnet, ſich durch die Anpreiſungen derſelben, in ver⸗ ſchiedenen Landwirthſchaftsbuͤchern, ja nicht verleiten zu laſſen. Ueber die unvermiſchte Ausſaat im Fruͤh⸗ jahre finde ich gar nichts bey Voung und in an⸗ dern klaſſiſchen Werken der Englaͤnder. Sie iſt nirgends als in reinem reyoltem Gartenboden an⸗ wendbar; auf Feldlande wuͤrde man nur eine reiche —-— 462— Unkrautsſaat, mit etwas Klee vermiſcht, davon zu erwarten haben. Young fand allenthalben die groͤßten Wider⸗ ſpruͤche in Anſehung der Quantitaͤt des Kleeſaamens, welcher auf einen Acre gehoͤre. Einige practiſche Landwirthe behaupteten, man koͤnne nicht zu viel ausſaͤen, und 20 Pfund muͤſſe man allemal auf ei⸗ nem Acre anwenden. Andere hielten 12 Pfund fuͤr hinreichend. Viele Schriftſteller verſicherten dage⸗ gen, 4 bis 5 Pfund ſey hinlaͤnglich; mehreres ſey nicht allein weggeworfen, ſondern dem Ertrage ſchaͤdlich.. Die Verſuche, welche Voung in den, dem Experimentiren ganz gewidmeten, 5 merkwuͤrdigen Jahren hieruͤber anſtellete, ſind ſo vorzuͤglich rein, genau und inſtructiv, daß es mir wahre Ueberwin⸗ dung koſtet, ſie nicht ganz hierher zu ſetzen. Ein Verſuch leitete ihn auf den andern, um die Urſachen eines unerwarteten Erfolgs deutlicher ins Licht zu ſtellen. Sie wurden freylich nur im Kleinen an⸗ geſtellt: ein Feld in 10 oder 15 gleiche Theile ge⸗ theilt, deren Verhaͤltniſſe zu einem Acre beſtimmt waren. Jeder Theil ward nun in dem Verhaͤlt⸗ niſſe von 2 ½ bis zu 40 Pfund Saamen auf dem Acre beſaͤet, und der Heu⸗Ertrag ebenfalls nach dem Verhaͤltniß zum Acre berechnet. Im Jahre vor der Ausſaat war es Braache, Nuͤben⸗, Kartoffeln⸗ oder Kohlfeld geweſen. Die Ausſaat geſchahe immer unter Gerſte. Neun ſolcher Verſuche werden be⸗ ſchrieben ſchnitt g Ein ſ ged Erſt ch davon 1 „. ſenn Vier d ſaamend. M at reres ſe 90 Er trage — mMen, der n hoürdige 7e lic vi llelenie fen.(if ee liſede as Üict 9 weiten an⸗ ſn 4 ab beſi 94 d dnn auf 6 f dem —4. — 463— ſchrieben. Ich kann nur die Reſultate im Durch⸗ ſchnitt geben, wenn ich nicht alles uͤberſetzen will. Ein merkwuͤrdiger Unterſchied fand ſich auf dem ſtark geduͤngten und ungedungten Boden. Erſt alſo der Durchſchnitt vom U 2 Pfund Saamen auf dem Acre, gaben in den meiſten Verſuchen Lar kei⸗ nen, ſonſt ⸗ 5 Pfund Saamen auf den Acre, gaben 7 E 2 2 2 2 2 2 10 2 2 3 3 2 2 12 ½ 2 3 3 2 2 2 15 2 2 3 3 2 2 17 ½ 2 2 2 2 2 2 20 2 2 3 2 2 3 22 ½ 2 2 2 2 3 5 25 2 2 9 3 2 2 27 ½ 2 2 2 2 3 2 30 2 2 2 5 8 2 32 2 2 2 2 2 2 Vom Geduͤngten: 2 ½ Pfund S Saamen auf den Acre, Zaben im Durchſchnitt 2 5 Pfund Saamen auf dem Aere, gaben 7 E 2 2 2 3 2 2 10 2 2 2 23 2 3 12 ½ 2 2 2 2 2 2 15 2 83 8 2 2 2 17 2— 3 3„ 72 5 2 3 2* 2 20 2 2 2 5 2 2 22 3 2 2 5 2 2 25 2 2 8 2 2 2 27 2 2 2 2 2 2 30 2 8 3 2 2 8 1. 32½ 2 5 2 2 2 2 35 2 2 2 2 2. 40 5 3 2 2 3 2 ngeduͤngten: Heu auf dem erſten Schnitt. Ton Cent. Quart. 0 7 2 0 15 0 0 16 0 1 2 0 1 8 0 1 12 0 1 16 0 1 16 2 1 17 1 1 10 3 1 6 2 1 9 0 1 5 0 Heu auf dem erſten Schnitt. Ton. Cent. Quart. 0 0 1 5 1 7 1 16 1 19 2 3 2 0 I 19 1 13 1 12 1 10 1 3 I 8 1 0 1 0 Young ſahe ſich beym Fortgange dieſer Ver⸗ ſuche oft genoͤthiget, ſeine Meinung zu aͤndern, wie man aus den Betrachtungen, die er gleich nach je⸗ dem Verſuche anſtellete und niederſchrieb, ſiehet. Ueberzeugt von der Richtigkeit der, auf Theorie und auf die Anzahl der Koͤrner in einem Pfunde, gegruͤndeten Meinung von der Zulaͤnglichkeit einer ſehr geringen Quantitaͤt, ſchien ſichs bey den erſten Verſuchen zu ergeben, daß man nicht auf die Ko⸗ ſten des Saamens, ſondern blos auf den Ertrag Ruͤckſicht genommen, gar nicht zu weit mit der Einſaat gehen koͤnne. Das Gegentheil zeigte ſich dennoch in der Folge. Das Feld ſahe zwar bey den groͤßten Quantitaͤten wie ein geſchorner Sammt aus; allein der Klee bekam im Wachs⸗ thume einen Stoß, und hob ſich nicht ſo gut. Je ſtaͤrker das Feld geduͤnget war, deſto auffallender war dies. Auf den ungeduͤngten Feldern bleibt der Vor⸗ theil einer ſtaͤrkeren Ausſaat bey 17 ¾ Pfund ſtehen, und faͤllt merklich ab bey 25 Pfund. Auf den ſtark geduͤngten ſteht er am hoͤchſten bey 15 Pfund, und faͤllt ſchon bey 17 ¾ Pfund. Dieſe Ausſaat iſt alſo merklich ſtaͤrker, wie ſie in Teutſchland uͤblich iſt, wo man gewoͤhnlich 8 Pfund auf den Morgen fuͤr hinlaͤnglich haͤlt. Nach dieſen Verſuchen ge⸗ hoͤren auf einen Morgen, der nur zur Braach⸗ frucht geduͤnget worden, ohngefaͤhr 12 Pfund, —,— Fütie laͤnder Teutſe dieſer dies a tefkorn auf B. 4 ſt die v Lande ieſer Ta⸗ andern, we 9 h nach je ch, ſiehen if Theorie ais pfund⸗ annſſeit eier 38 den erſen af de Ke⸗ Nun(tag at mit di aeigte ſch Aße zwn us goſchorge 7 Wai 1d u A a uffllade e dr de d flefn 6r Auf den 82 pfund, tſaat it Mergen Wulhen ge Braad⸗ Nn und auf einen zur Gerſte nochmals geduͤngten, 10 Pfund*). Beyſpiele, wo der Klee unter Winterkorn im Fruͤhjahre ausgeſaͤet worden, finde ich bey den Eng⸗ laͤndern wenig. Dies wird in manchen Gegenden Teutſchlands immer gebraͤuchlicher, und man giebt dieſer Art einen entſchiedenen Vorzug. Es ruͤhrt dies aber ohne Zweifel daher, daß man das Win⸗ terkorn in die Braache ſaͤet, wogegen die Englaͤnder auf Braachfruͤchte faſt immer Gerſte folgen laſſen. Es iſt alſo nicht die Art des Getreides, ſondern die vorhergegangene Braache und Reinigung des Landes, welche dem Klee ſo vortheilhaft iſt. Alle Englaͤnder ſind darin einſtimmig, daß reine Kleeſtoppel, mit einer Furche umgebrochen, die beſte Mutter(Matrix) des Weitzens ſey, ja, daß ſelbſt ſolches Land, was ohne Klee keinen Weitzen tragen wuͤrde, nach ſelbigem gute Erndten gebe. Iſt das Land rein, wenn Klee hineingeſaͤet *) Es kommt bey der Klee⸗Ausſaat, vorausgeſetzt, daß der Acker gut und rein iſt, ſehr viel auf einen guten Saͤemann an, der den Saamen gehoͤrig zu vertheilen verſteht. Hat man dieſen und iſt der Saamen gut, ſo ſind 6 Pfund auf den Morgen voͤllig hinreichend. G g wird, ſagt Marſhall*), ſo wird ſo wenig Zucker⸗ rohr, wie Quecken, darauf wachſen. Hat man aber unreinen Klee gebauet, faͤhrt er fort, ſo giebt es keine elendere, keine verderblichere Wirthſchaft. Will man durchaus Korn darauf bauen, ſo iſt Hafer noch am beſten; eigentlich verlangt aber ein unreines, Kleefeld eine Braachfrucht. Welcher auf⸗ merkſame teutſche Wirth hat nicht daſſelbe beobach⸗ tet, und wie wenig macht man Anfaͤnger darauf aufmerkſam! Mit Sicherheit, ſagen jetzt alle Englaͤnder, duͤrfe man auf Klee nur ein Jahr rechnen. Unter guͤnſtigen Umſtaͤnden halte er ſich zuweilen im zwey⸗ ten Jahre recht gut; es ſey aber ein Zufall. Wer ein Kleefeld auf mehrere Jahre liegen laſſen will, muß Saamen von guten Graͤſern und andre Klee⸗ arten mit ausſaͤen, ſonſt erhaͤlt er leicht eine Erndte von Unkraͤutern. Die Bemerkung, daß der Acker des Kleetra⸗ gens muͤde werde, beſonders wenn er alle 4 Jahre wiederkommt, hat man vorzuͤglich in Norfolk, aber auch auf ſchwererm Boden, gemacht. Die Klee⸗ pflanzen ſtehen im Fruͤhjahre ſehr friſch und ſtark; gehen aber aus, wenn ſie ſich recht beſtauden ſollen. *) Xorkshire, T. II. P. 83- —.,— — thode, brauch aufget komm mehr macht auf Klig Zucker ' Hat man 1 ſo gelt atthſchaft 1„ſo ſte un aber ei P cer a A wüt dier dnuf. Kglander ahen. Unter hhin wer⸗ 8 al. M tenſen ni dddee Kle edine Ern 4 Kleetra⸗ 1 4 Jahe askolk, aber Die Kler fund ſia aiſen olen — — In den Schriften der Bath⸗Societaͤt ward dieſes an mehreren Orten einem Wurme zugeſchrieben, der dem Klee eigenthuͤmlich ſey, und ſich in dem Boden, der oft Klee traͤgt, erzeuge. Einige glau⸗ ben ſogar, er werde den andern Fruͤchten nachthei⸗ lig, wenn er keinen Klee finde; Andre laͤugnen dies. Eine charakteriſtiſche Beſchreibung dieſes Wurms finde ich nicht*). Daß die in England vormals ſo haͤufige Me⸗ thode, den Klee abzuhuͤten, nicht vortheilhaft ſey, braucht man teutſchen Wirthen nicht zu ſagen. Die aufgeklaͤrteren Englaͤnder ſind jetzt aber auch voll⸗ kommen davon uͤberzeugt, und ſie kommt immer mehr ab. Es iſt ſogar unter ihnen jetzt ausge⸗ macht, was vormals ſehr zweifelhaft ſchien, daß auf ſchwerem Boden der darauf folgende Weitzen, . *) Mit dieſem Wurme iſt es wol nur bloße Muthmaßung. Aber die Bemerkung, daß der Klee immer ſchlechter werde und endlich gar nicht fort wolle, wenn er oͤfter, als etwa alle neun Jahre, auf den Acker kommt, iſt faſt allgemein, und gewiß richtig, wenn nur ſchwach geduͤnget und flach gepfluͤget wird. Allein bey tiefe⸗ rem Pflugen und einer dieſer tieferen Krume ange⸗ meſſenen Duͤngung hat es, nach meiner vieljaͤhrigen Be⸗ obachtung, nichts damit zu bedeuten, wovon ich durch viele von meinen Goͤnnern und Freunden mir mitge⸗ theilte Bemerkungen jetzt ſehr feſt uͤberzeugt bin. Gg 2 nach zweymaligem Maͤhen, beſſer gerathe, als nach dem Abhuͤten. Den dichten Schatten und die dar⸗ unter entſtehende Gaͤhrung findet man fuͤr den Bo⸗ den viel vortheilhafter, als den Duͤnger, welchen das Weidevieh darauf fallen laͤßt. Nur auf dem Norfolker leichten Boden findet man das Abweichen eines Wuchſes noch zutraͤglicher. Es gehoͤrt daſelbſt aber auch zum Ganzen ihrer Wirthſchaft. Dies iſt das Ausgezeichnete, was ich bey den Englaͤndern uͤber den Klee finde. Andre ſattſam bekannte Momente bey deſſen Bau uͤbergehe ich. Zwanzigſtes Capitel. Luͤcerne. Esparcette. Futterkraͤuter und Graͤſer. —— Luͤcerne, dies durch ſeinen uralten Ruhm in der Landwirthſchaft ſchon ehrwuͤrdige Futtergewaͤchs, hat in den neueſten Zeiten erſt, aber deſto lebhafter, die Aufmerkſamkeit aller nordiſchen Oeconomen auf ſich gezogen. Es war in Griechenland bekannt, und machte einen Hauptzweig des roͤmiſchen Acker⸗ baues aus. Seine Kenntniß erhielt ſich bey den Einfaͤllen der Barbaren, vermuthlich nicht durch Schriften, ſondern durch Ueberlieferung vom Vater auf S⸗ mer zu noch m reicheh Rämer Clum bauet, haben. 4 erſt de trefflie als ei 1 ſuche tuͤrlich Rihe hitlt land verſie Klee woͤhn ger b des tetk, dig p und det a faſt Tp als mh an die dar⸗ 1 den Bo⸗. ac welchen uälauf den. antwäten dst daſeit ſſt V dbey da 1n ſattſan nat ich. * aſkr in der aw de, hat ahbhafter manten auf anbekannt, un Ack⸗ m bey de t durc en Vaie auf Sohn. Es gehoͤrt daher die Medica der Roͤ⸗ mer zu den wenigen Pflanzen der Alten, die wir noch mit Gewißheit kennen. Im ſuͤdlichen Frank⸗ reiche hat ſich der Anbau dieſes Gewaͤchſes, von der Roͤmer Zeiten her, ununterbrochen erhalten. Zu Columellas Zeiten ward es viel in Spanien ge⸗ bauet, wo es ſich aber nachher ſcheint verloren zu haben. In Teutſchland haben, meines Wiſſens, zu⸗ erſt der Freyherr von Hohenthal und der vor⸗ treffliche Reichard den Anbau dieſes Gewaͤchſes aus eigener Erfahrung beſchrieben und geruͤhmt. In England war Tull der erſte, welcher Ver⸗ ſuche damit machte und es dringend empfahl. Na⸗ tuͤrlicherweiſe bauete er es nicht anders, als in Reihen mit weiten Zwiſchenraͤumen. Lange Zeit hielt man daher auch keine andre Cultur in Eng⸗ land fuͤr moͤglich, bis Mr. Rocques erſchien, und verſicherte, man koͤnne ſie eben ſo, wie den rothen Klee, breitwuͤrfig ausſaͤen, und dies ſey die ge⸗ woͤhnliche Methode in Frankreich. Die Vertheidi⸗ ger beyder Methoden ſtritten ſich noch lebhaft uͤber den Vorzug, als Mr. Harte auftrat und behaup⸗ tete, die einzige ſichere und vorzuͤgliche Art ſey die, die Pflanzen auf einem Saamenbeete zu erziehen und dann auf drey Fuß und etliche Zoll, eine von der andern, in Reihen zu ſetzen. Die breitwuͤrfige Ausſaat iſt in Teutſchland faſt allein uͤblich. In England vereinigen ſich aber ———— ö“ —— jetzt alle Stimmen, daß es die unſicherſte und un⸗ vortheilhafteſte Art fuͤr ein vieljaͤhriges Luͤcerne⸗ Feld ſey, und ſelbſt die alten Vertheidiger dieſer Methode kommen ganz davon zuruͤck*). Unkraut, beſonders Quecken, ſind ein zu uͤbermaͤchtiger Feind fuͤr dieſes Gewaͤchs, als daß es ihm widerſtehen koͤnnte. Es will durchaus einen reinen und beſtaͤn⸗ dig gelockerten Boden haben; ſonſt gehet ein großer Theil der Pflanzen bald aus, und es bleibt nach wenigen Jahren nichts, als ein ſchlechtes Grasfeld mit einzelnen Luͤcern⸗Stauden; viel zu uneintraͤg⸗ lich fuͤr die Koſten, die Geduld und den Boden, welche es erfordert. Wenn hingegen das Feld im⸗ mer rein und locker erhalten wird, ſo breiten ſich die einzelnen Stauden und Reihen von Jahr zu Jahren auf eine erſtaunliche Weiſe aus, ſo daß zuletzt ein ganz dichter Buſch daraus wird, und auch kein Halm von anderem Graſe ſich darunter zeiget. Zu einem ſolchen, alles andere uͤbertreffenden Futterfelde gehoͤren aber Geduld, Aufmerkſamkeit und ein anſehnlicher Vorſchuß bis ins dritte und vierte Jahr. Erſt dann faͤngt es an, die aufge⸗ *) Dies iſt zu viel geſagt; es ſind noch Viele fuͤr die breitwuͤrfige Ausſaat der Luͤcerne. Da uͤbrigens der Anbau derſelben im 3ten Bande S. 491 nochmals abgehandelt, und manches hier Geſagte berichtiget worden, ſo enthalte ich mich weiterer Anmerkungen. wandten beit un briitwi ſchon e Ekwin aler f man d 1 haͤt m zeln n ſagt, gſeiche 5 übertr eine Jhon läh mi Kit Oft ſchich deſto ſe) und un⸗ ad elierne neer dieſe Ankraut, 4 1 2 t hher Feind G ndeiſthe 1and beſti Jin grie ait nad ſe ißörisfe 1 aMheinnii dd as Boden, ·en is eld im⸗ 1 1 Ginn ſch — us ir i un ſ ui 11 8n, und . d. ma J 3defen Naw ana 1eRtte umd Al t g aufge⸗: — We fleu Rarrihens de 9 nachnab gs beihiit erArkunaen — 491— wandten Koſten zu bezahlen. Es gehoͤrt mehr Ar⸗ beit und Geduld dazu, wie zum Spargelfelde. Ein breitwürfig geſaͤetes Luͤcernen-Feld giebt dagegen ſchon einigen Ertrag im erſten Jahre, einigen reinen Gewinn im zweyten, und mehrern im dritten; dann aber faͤngt es wieder an abzunehmen, und bald muß man die Luͤcernenſtauden darauf ſuchen. Ueber den Boden, den dieſe Pflanze erfordert, hat man viel raiſonniret. Weil ſie mit ihren Wur⸗ zeln mehrere Ellen tief eindringt, ſo hat man ge⸗ ſagt, der Boden muͤſſe bis zu dieſer Tiefe ganz gleichartig und gelockert ſeyn, duͤrfe bis dahin keine Naͤſſe und keine Quellen haben. Dies iſt aber uͤbertrieben. Sie waͤchſt ſehr gut auf Boden, der eine fußtiefe Krume, darunter aber die harteſten Thon⸗ oder Mergelſchichte, hat. Sie waͤchſt auf lehmigem Sande und Kies, und einige Feuchtig⸗ keit, die nur Abzug hat, iſt ihr nicht zuwider. Oft dringt ſie mit ihren Pfahlwurzeln harte Erd⸗ ſchichten durch; ſtockt ſie aber darauf, ſo ſchlaͤgt ſie deſto mehr Wurzeln ſeitwaͤrts. Ihre Hauptnahrung zieht ſie doch aus der Oberfläche, ſonſt waͤre die Wirkung des Ueberduͤngens nicht ſo groß auf ſie. Der Vorzug, den das Verpflanzen wirklich hat, be⸗ ruhet ſogar, nach der Meinung Einiger, auf das Abſtutzen der Pfahlwurzeln. Der Acker, den man zum Luͤcernebau beſtim⸗ met, muß im vorigen Jahre gebraachet oder mit einer behackten und ſorgfaͤltig gereinigten Braach⸗ — 422— frucht beſtellet geweſen ſeyn. Der Duͤnger wird vor Winter aufgebracht und untergepfluͤget. Im Fruͤhjahre muß das Land etlichemale fleißig geruͤhret werden. Zu Ende des Aprils pflegt man gewoͤhn⸗ lich zu ſaͤen. Bey der breitwuͤrfigen Saat haben wol Einige die Luͤcerne, eben wie Klee, unter Gerſte ausgeſaͤet. Es iſt aber gewiß ein beſonderer Gluͤcksfall, wenn hieraus ein reinliches und egales Feld erfolgt. Ge⸗ woͤhnlich wird ſie allein ausgeſaͤet, und dann gleich nach dem Auflaufen gejaͤtet, und dies nach drey Wochen wiederholet. Wenn ſie im Nachſommer zum Abmaͤhen hoch genug iſt, ſo wird gleich nach demſelben das Jaͤten und Behacken wiederholet. Will man ſie unter einer andern Frucht, um den jungen Pflanzen Schatten zu geben und dem Ue⸗ berhandnehmen des Unkrauts, ohne ſo vieles Jaͤten, zuvorzukommen, ſaͤen: ſo ſchicken ſich Erbſen am beſten dazu. Sie müͤſſen aber in der Bluͤthe, und ehe ſie ſich legen, gruͤn abgefuttert werden; ſonſt würden ſie die jungen Luͤcernpflanzen ſaͤmmtlich er⸗ ſticken. Dieſe Methode habe ich einmal verſucht, und die Luͤcerne ſtand nach dem Abmaͤhen der Erb⸗ ſen ſehr friſch und ziemlich rein. Bald nachher mußte ich ſie aber jaͤten laſſen. Imm Herbſt oder Fruͤhjahr muß man abermals eine gute Duͤngung nicht ſparen. Denn alles kommt darauf an, daß die Pflanzen ſich ſchnell ſtark beſtauden, ehe Quecken und andre fortrankende Un⸗ — krauter Feld i viel mo duſch Sache uͤbergel wie m mäͤhen zweyte giebt, ſten w hingeg wſefg vurten gleich den d Aufke ohnere die d auf n daher daß e gen fi zlübrech nge: die Be hät, Wergle daß je ohuges er wih Met In ii gerihrt an gewähn, — diEing ai dgeſtt d, wena n gt. G⸗ 3 in glich dch de Konmer d th nach an ahelet. rctam den rtyew le⸗ nerfucht unr Elh⸗ Alhachhſer termad 1 1 alles thl ket an de li⸗ durch nicht. — 433— kraͤuter Fuß faſſen koͤnnen. Dann reißt man das Feld mit ſchweren eiſernen krumzinkigen Eggen, ſo viel moͤglich, auf. Der Luͤcerne ſchadet man da— Auch braucht man wol eine ſtarke Stachelwalze dazu. Wenn die Lucerne treibt, ſo uͤbergeht man ſie mit Hacken, und ſucht ſie ſo viel wie moͤglich zu reinigen. Nach jedesmaligem Ab⸗ maͤhen wird dies wiederßolet. Wenn gleich dies zweyte Jahr, in vier Schnitten, eine gute Erndte giebt, ſo darf man doch nicht erwarten, ſeine Ko⸗ ſten wieder bezahlt zu erhalten. Im dritten Jahre hingegen erfolgt dies, und in dieſem ſtehet breit⸗ wuͤrfig geſaͤete Luͤcerne gemeiniglich am beſten. Im vierten Jahre nimmt ſie ſchon wieder ab. Wenn gleich einige Pflanzen ſich ſtaͤrker beſtauden, ſo wer⸗ den doch andre verdraͤngt. Der Boden wird, alles Aufkratzens mit der Egge und andern Werkzeugen ohnerachtet, mit Graͤſern und Kraͤutern uͤberzogen, die der Luͤcerne die Nahrung wegſaugen, und ſie auf manchen Flecken uͤberwaͤltigen. Das Feld wird daher mit jedem Jahre leerer und ungleicher; ſo daß ein aufmerkſamer Wirth ſich gewoͤhnlich bewo⸗ gen findet, es im fuͤnften oder ſechsten Jahre um⸗ zubrechen. Wenn ihm dieſes Feld dann gleich ei⸗ nige Jahre einen ſehr guten Ertrag geliefert und die Bewunderung aller Neugierigen auf ſich gezogen hat, ſo wird er doch, bey einer angeſtellten genauen Vergleichung des Ertrages und der Koſten finden, daß jener dieſe zwar vielleicht uͤberwiege, daß dem⸗ ohngeachtet aber das Feld, erſt mit rothem Klee — — 44— und herach mit anderen Fruͤchten beſtellet, ſich weit hoͤher wuͤrde verzinſet haben. Ich pflichte alſo auch darin, und zwar nach eigener Erfahrung, dem vor⸗ trefflichen Bergen bey, daß die Luͤcerne, auf die bey uns gewoͤhnliche Art cultivirt, die großen Lob⸗ ſpruͤche nicht verdiene, die ihr von Manchen bey⸗ gelegt werden, und daß ſie ſo dem rothen Klee weit nachſtehe. Ueber die Drill⸗Cultur der Luͦcerne habe ich keine eigene Erfahrung. Die ganze Einrichtung meiner Wirthſchaft erfordert einen ſchnellen Wechſel der Felder. Auch habe ich ſie bey meinen Freunden nicht geſehen. Indeſſen kann ich, nach den be⸗ waͤhrteſten Zeugniſſen der Englaͤnder, jedem dazu rathen, der erſt nach 3 Jahren ſeine angewandten Koſten und Muͤhe bezahlt haben, dann aber auch, ohne viele Umſtaͤnde, 10 und mehrere Jahre reich⸗ lich von einem Felde erndten will. Man hat ſie, nachdem das Land ſorgfaͤltig vor⸗ bereitet worden, in Reihen von ein, zwey bis drey Fuß Entfernung geſaͤet. Die erſtere Art wird dann mit der gewoͤhnlichen Kornpferdehacke nach jedes⸗ maligem Abmaͤhen bearbeitet. Bey der zweyten braucht man die Kartoffelhacke, oder einen Pflug mit doppeltem Streichbrette; bey der dritten aber einen ordentlichen leichten Pflug, womit man ein⸗ mal von den Pflanzen ab⸗, und zum zweytenmale wieder anpfluͤgt. Bey allen braucht man nach etli⸗ chen Tagen die Egge in die Quer. —V B Jahre wie bot hes F Pſanz andre, neben räͤume Etheb Wenn gelocke Boder beſtau zrruͤch fen, und mehr geduͤ der 10 G Viel Reit ſehr enp ſchei E faßr nan 5 3I ſih wi Galſo au Andem vor n auf di pßen lo⸗ Cihen bh 1 ſen K een hohe ic 1 ntichung or Wacſ ei aucreunden „ uanden bi⸗ nnbet ud 98 yre wn whilite n us bis deh bund dam d a y jedes⸗ ey ud zwehten de 9 pfu er ceh dher mnan d 1 greynat angach eie „n du. ah ao wandmn 7 — 475— Bey der erſten Art hat man ſchon im zweyten Jahre einen anſehnlichen Ertrag, einen groͤßern, wie vom breitwuͤrfigen. Dagegen haͤlt ſich ein ſol⸗ ches Feld auch nicht viele Jahre. So wie die Pflanzen ſich ausbreiten, erſticken ſie ſich eine die andre, und finden nicht Nahrung genug ſo dicht neben einander. Je weiter hingegen die Zwiſchen⸗ raͤume ſind, deſto laͤnger dauert es, ehe man etwas Erhebliches erhaͤlt, und deſto groͤßer ſind die Koſten. Wenn aber die Pflanzen erſt in dem ſo trefflich gelockerten, gereinigten und zwiſchendurch geduͤngten Boden, recht in Zug gekommen ſind, und ſich ſo beſtauden, daß ſie durch den Pflug ſelbſt nicht mehr zuruͤckgehalten werden koͤnnen, in einander zu lau⸗ fen, ſo kommt nichts der Dichtigkeit, der Dauer und dem Ertrage eines ſolchen Feldes gleich. Nun⸗ mehr wird es blos noch ſcharf geegget und zuweilen geduͤnget, und giebt, nach manchen Berechnungen, der Aere jaͤhrlich einen reinen Ertrag von 8 bis 10 Pf. Sterl. Ein um das andre Jahr rathen doch Viele, noch einen Pflug mit Gewalt durch die Reihen hindurch zu treiben. Die Methode, welche Harte, ein von Voung ſehr geſchaͤtzter Schriftſteller, nach Chateauvieux empfohlen, wird von Vielen noch neuerlich geruͤhmt, ſcheint aber doch Andern zu umſtaͤndlich zu ſeyn. Es wird voͤllig gaͤrtnermaͤßig mit den Pflanzen ver⸗ fahren. Harte raͤth einjaͤhrige Pflanzen; doch hat man auch mit ſehr gutem Erfolge zwey⸗ und drey⸗ —„6— b jaͤhrige genommen. Die Pflanzung kann im Herbſte ches F oder Fruͤhjahre geſchehen. Es werden Loͤcher in der gaͤngli Laͤnge zwey Fuß und in der Breite drey Fuß aus w A einander gemacht, und in jedes eine Schaufel ver⸗ nögli G faulten Miſts gelegt. Nachdem die Pflanzen her⸗- a. ausgenommen, an Wurzeln und Kraut beſchnitten en worden, wird in jedes Loch eine Pflanze geſetzt, angetreten und angegoſſen. Die Zwiſchenraͤume werden dann die erſten Jahre durch Pferde⸗ und Handhacke fleißig bearbeitet. So widerſinnig mir dieſe Methode vorkam, als ich ſie zum erſtenmale in Millers Gaͤrtner⸗Lexicon las, und noch 5 keine voͤllig ausgewachſene Luͤcernſtaude geſehen hat- ia te; ſo aufmerkſam ward ich darauf, als ich einmal ung V auf einer Blumen-Rabatte eine Lucernſtaude an⸗ Espan traf, die nach einer fluͤchtigen Zaͤhlung, 180 Schuͤſſe, izter mehrentheils 6 Fuß hoch, aus einer Wurzel getrie⸗ V einfac ben hatte, deren Krone wenigſtens 1 ½ Fuß im und Durchmeſſer hatte. Pflanzen, wie dieſe, haͤtten ekrum auf 3 Fuß keinen Raum gehabt, und noch in einer tiſft. Entfernung von 6 Fuß ein undurchdringliches Ge⸗ wenn buͤſche gebildet. komm Ich habe ſeitdem nicht daran gezweifelt, daß* lange b dieſe Art von Luͤrernbau nach 5 oder 6 Jahren eie: we nen gewaltigen Ertrag geben muͤſſe. In den erſten n drey Jahren aber erfordert ſie einen anſehnlichen ohe Zuſchuß, und ein Acre koſtet, bis er voͤllig in ſd 3 Stand kommt, uͤber 10 Pf. St. Nachmals traͤgt h er jaͤhrlich faſt ſo viel ein, und man haͤlt ein ſol— euch 1 Inn Herhſt der in n 8 Tuß u bifel her⸗ Mahen ſe A ſchniten am geſt entäum acge⸗ u) di athiig wi ul m penmale lat a aid voch de an'n her⸗ d n danmal d mde m⸗ ng Z15'iſe au gene⸗ oj in, d Wen d’ 2n eiſten n ing nüchen zwulig i ud? trig meen ſ 4 ches Feld, dey einiger Aufmerkſamkeit, fuͤr unver⸗ gaͤnglich. Wem daran gelegen iſt, ein Futterfeld von moͤglich hoͤchſtem Ertrage nahe beym Hauſe zu ha⸗ ben, dem ließe ſich wol nichts Vollkommneres, als eine ſolche Luͤcerne⸗Anlage, rathen. Esparertt e. Wenn die Luͤcerne das vorzuͤglichſte Futterkraut fuͤr angeſtrengte Cultur, und nahe bey der Woh⸗ nung iſt; ſo giebt es kein nuͤtzlicheres, wie die Esparcette, um es auf abgelegenen, rauhen, ber⸗ gigten Plaͤtzen zu bauen. Seine Cultur iſt hoͤchſt einfach, erfordert geringe Koſten und Wartung, und es kommt in jeder, auch noch ſo flachen, Erd⸗ krume fort, wenn es nur unter derſelben Kalk an⸗ trifft. Dies iſt eine unumgaͤngliche Bedingung, wenn es fortdauern und zu erheblichem Ertrage kommen ſoll. Daher die verſchiedenen Meinungen uͤber den fuͤr die Esparcette tauglichen Boden. So lange man blos auf die Oberflaͤche ſah, behauptete der Eine, ſie komme auf dem allerduͤrreſten, mager⸗ ſten Boden fort; der Andre verſicherte, es werde ohne guten Boden nichts daraus. Beyde beriefen ſich auf Erfahrung, und keiner konnte den andern uͤberzeugen, weil man nicht darauf dachte, zu un⸗ terſuchen, was in der Tiefe lag. — 478— Niemand hat dies genauer unterſucht und mehr auſſer allen Zweifel geſetzt, wie der vortreffliche Beobachter Marſhall*). „Der Diſtrict, wo ich mich jetzt aufhalte, ſagt er, iſt vorzuͤglich geſchickt, eine genaue Unterſuchung uͤber die Esparcette anzuſtellen. Auf einigen Plaͤtzen wird ſie mit dem groͤßten Vortheile gebauet; auf andern hat man ſie oft, aber immer vergeblich, verſucht.“ „Die ſchoͤnſte Esparcette, die ich geſehen habe, waͤchſt in der unmittelbaren Nachbarſchaft von Malton. Man hat 60 Centner Heu vom Acre geerndtet. Die Oberflaͤche beſtehet aus einem trock⸗ nen kalkigten Leim, 10 bis 20 Zoll tief, darunter ein mergelartiger Schutt von 2 bis 3 Fuß Tiefe auf einem Felſen von weichem Kalkſtein. Hundert Gran der oberen Krume enthalten 25 Gran, und 100 Gran der Unterlage 59 Gran Kalk.“ „Bey Brompton waͤchſt auch gute Esparcette, die aber keineswegs der bey Malton gleich kommt. Die obere Krume iſt ein leichter Leim, deſſen 100 Theile 3 Theile Kalk enthalten. Der Untergrund iſt ein kalkigter Leim und hat 5 Theile Kalk. Der Felſen beſteht aus Rothſtein, der mit kalkig⸗ *) Yorkshire, T. II. p. 97. mit e hervo den im Vater 5 einige Bode ein ſ zwey ſtand obgle und gen und In d ping 2 Fu Vi alſo tung. den „ dem dnd m da treffücht e, ſogt. t antlſuchung t ehn plän amht; uf m z Pactlc⸗ hWMr habe, hoe nfnt don Hr n Ace 3h 19 uer⸗ M Fnrunte 8u di u Hhude IA 13 arret. n. deg eemm. in an 100 dr all rgrund 4 99 Kalk er in klig⸗ — 49— ten Koͤrnern untermiſcht iſt, ſo das er ¶ Theile Kalk enthaͤlt. Er iſt poroͤs genug, um die Wurzel⸗ faſern einzulaſſen.“ „In der Nachbarſchaft von Pikering hat man die Esparcette oft genug verſucht, aber nie mit einigem Erfolge. Die Pflanzen kamen gut hervor, aber gaben nie eine Erndte, und verſchwan⸗ den in kurzer Zeit.“ „Ich unterſuchte ein Feld, wo von meinem Vater, vor 50 oder 60 Jahren, Esparcette geſaͤet war, und fand auf einer beſondern Stelle noch einige Pflanzen am Leben. Um die Natur des Bodens zu erforſchen, der dieſen einzelnen Pflanzen ein ſo langes Leben erhalten hatte, ließ ich bey zwey Pflanzen, die etliche Zoll weit von einander ſtanden, eingraben. Die eine war voͤllig geſund, obgleich nicht uͤppig; die andre war im Abnehmen und oben ſchon halb erſtorben. Die Wurzeln gin⸗ gen grade und parallel neben einander herunter, und warfen nur einige duͤnne Seitenfaſern aus. In der Oberflaͤche waren ſie von den Wurzeln der Pimpinell begleitet, aber keine von dieſen ging uͤber 2 Fuß tief. In einer Tiefe von 3 Fuß war die Wurzel der abſterbenden Pflanze abgefault, hatte alſo nichts, wie die Seitenfaſern, zu ihrer Erhal⸗ tung. Vier Fuß tief erreichte die geſunde Pflanze den Felſen, oder vielmehr die loſen Steine auf dem Felſen.“ —-—— — ——————— „Ich konnte deutlich den Nahrungskreiſen dieſer Pflanze nachſpuͤren. Die Pfahlwurzel ging ſpitzzulaufend von oben bis unten, mit kleinen auslaufenden Haarwurzeln an der Seite. Auf zwey Fuß Tiefe warf ſie einige fadenartige Wurzeln in eine duͤnne Lage von gelblichem Klay, und auf drey ein halb Fuß Tiefe aͤhnliche Zweige in eine aͤhnliche Lage. Auf vier Fuß Tiefe theilte ſich die Hauptwurzel in horizontal⸗auslaufende Zweige, die auf einen Stein in eine Lage von noch fahlerem Klay, drey bis vier Zoll dick, ſich ausbreiteten; ein Beweis, daß ſie hier eine Erdart antrafen, die ihrer Natur angemeſſen war. Nur ein Wuͤrzelchen ſuchte tiefer zu dringen.“ „Bey der Unterſuchung des Bodens fand ich, daß blos dieſe Lagen von Klay etwas Kalkartiges . 4.. 3 hatten, die oberſte I.., die mittlere 23 ⁵ und die 100 unterſte ν Kalk. Im uͤbrigen Boden fand ich keine Spur vom kalkigten.“ „Aus allem dieſem zuſammengenommen, und aus jedem beſonders, erhellet, daß die Esparcette allein den kalkigten Boden liebt. Und wir koͤnnen mit Gewißheit annehmen, daß ſie nirgends gedeihen werde, als wo ſie ſolchen antrifft.“ „Es iſt daher thoͤrigt, Saamen, Arbeit und den Ertrag von einigen Jahren zu verſchleudern, wenn man in wenigen Tagen, oder wenigen Stun⸗ — den ſi Espare 5 ſe beſteht Flaͤche ſuchet faͤche der T Schͦ herzu des n keines Kraft aus Mäſ Erde War. nachg alſo gkreiſen T ging kleinen Auf urzeln nd auf in eine ſich die ge, die hlerem iteten; en, die zelchen und ich, kartiges und di and ic 5 And rreette öͤnnen deihen t und udern, Stun⸗ — 481— den ſich uͤberzeugen kann, ob ein Boden fuͤr die Esparcette tauglich ſey oder nicht.“ Der große Vorzug der Esparcette, wodurch ſie ſich von jedem anderem Gewaͤchſe unterſcheidet, beſteht darin, daß ſie ihre Nahrung unterhalb der Flaͤche der gewoͤhnlichen Vegetation hauptſaͤchlich ſuchet, dadurch vegetabiliſche Materie an die Ober⸗ flaͤche bringt, welche ſonſt in Ewigkeit unbenutzt in der Tiefe gelegen haͤtte, und den Landwirth mit Schaͤtzen bereichert, die ohne ihren Beyſtand nie heraufgeholt waͤren. Indem er jaͤhrlich eine Erndte des nahrhafteſten Futters erhaͤlt, wird ſein Boden keineswegs erſchoͤpft, ſondern verſtaͤrkt vielmehr ſeine Kraft zu kuͤnftigen Saaten, und liefert indeſſen aus zwanzig bis dreißig Esparcette⸗Erndten eine Maſſe von Duͤnger, der aus den Eingeweiden der Erde heraufgeholt worden. Zu Malton hat man Wurzeln dieſes Gewaͤchſes bis zu 14 Fuß Tiefe nachgegraben. Zur Benutzung kalkigter Berge iſt dieſe Pflanze alſo ein unſchaͤtzbares Geſchenk, welches die Vorſe⸗ hung dem Landwirthe gegeben hat. Aber der han⸗ delt thoͤrigt, der dieſe Pflanze da treiben will, wo ſie ihrer Natur nach nicht hingehoͤrt. Keine Kunſt, kein Duͤnger kann die natuͤrliche Unſchicklichkeit des Bodens erſetzen. Der Schubartianer, der mein erſter Lehrer in der Landwirthſchaft war, wollte ſie mit Gewalt an einem ſandigen Huͤgel erziehen, und hatte ſeinen Kopf, gegen einen andern, darauf 1. Hh — 482— verwettet. Mein Beutel mußte die Wette bezahlen. Es ward drey Fuß tief rigolet, Duͤnger, Teich⸗ ſchlamm und fetter Lehm ſchichtweiſe hineingebracht. Die Esparcette wuchs im erſten Jahre vortrefflich, im zweyten kuͤmmerte ſie, im dritten war keine Pflanze weiter zu finden, und wir hatten das reichſte Queckenbeet, was man ſehen konnte. Ich finde noch immer Landwirthe, die, durch die unbeſtimmte Verſicherung, daß Esparcette mit dem ſchlechteſten Boden vorlieb nehme, verfuͤhrt, ihren Bau in ſolchen Diſtricten verſuchen wollen, wo es durchaus keinen Kalk giebt. Es geht kein Jahr hin, wo unſre Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft von ſolchen Leuten nicht um Saamen angeſprochen wird. Ihnen zur Warnung ſtelle ich mein Behſdie auf. Der Bau der Esparcette iſt bekannt. Das Land muß durch Braache oder Braachfruͤchte voll⸗ kommen gereinigt ſeyn. Man ſaͤet ſie unter Som⸗ merkorn, oder allein. Sehr wohlthaͤtig iſt es, ſie alle Fruͤhjahre und Herbſte tuͤchtig mit einer ſchwe⸗ ren, eingreifenden Egge zu verarbeiten, ſo daß das Land einer Braache aͤhnlich ſehe. Dadurch zerſtoͤret man das Unkraut, ohne der Esparcette im gering⸗ ſten zu ſchaden. ezahlen. ſebracht. refflich r keine reichſte , durch ette mit erfüͤhrt, wollen, iht kein ellſchaft ſprochen Geyſciel das t vol⸗ Som⸗ es, ſie ſchwe⸗ Fdas ſtoret rring⸗ Teich⸗ A — 483— Das Burnet, Welſche Pimpinelle, Afterblutkraut machte beſonders vor 50 Jahren in England viel Aufſehen. Bey genauerer Unterſuchung entſprach es den großen Erwartungen nicht, die man ſich da⸗ von machte, und Viele verwarfen es ganz. Indeſ⸗ ſen iſt es, als fruͤhe Schaafweide, bey mancher engliſchen Wirthſchaft nicht zu verachten. Es bleibt oft den ganzen Winter hindurch gruͤn, wenn es gleich nicht waͤchſet. Im Maͤrz faͤngt es an zu treiben, und iſt den Schaafen, als ein ſtaͤrkendes, gelinde aromatiſches Futter, vermuthlich ſehr heil⸗ ſam. Wenn es bis Ende May abgehuͤrdet worden, ſo laͤßt man es aufſchießen, und hat eine Heu⸗ Erndte davon. Das Heu iſt dem Viehe nicht vor⸗ zuͤglich angenehm; es frißt es aber doch, und mag, zwiſchendurch gegeben, fuͤr ſeine Geſundheit ſehr heilſam ſeyn. Ich habe es nur einmal gebauet, und nach zwey Jahren wieder umgebrochen*). *) Auf Acker, welcher zur Schaafweide niedergelegt wird, iſt dieſes Poterium sanguisorba, vermiſcht mit weiſ⸗ ſem Klee, Schaafſchwingel und anderen Weidegraͤſern ausgeſaͤet, ein vortreffliches Kraut, beſonders in Hin⸗ ſicht der Winterweide, die ſeine immer gruͤne Blaͤtter geben. Der Saamen iſt leicht zu erziehen. 9 2 — 484— Die Cichorie(Cichorium intybus) hat Young als ein perennirendes Futtergewaͤchs aus Frankreich gebracht und ſehr angeruͤhmet. Ich eilte, es zu verſuchen, werde aber nicht weiter da⸗ mit fortfahren; weil ich nicht mehr als einen, ob⸗ gleich ſehr reichlichen Schnitt jaͤhrlich davon erhalten kann. Es treibt ſehr fruͤh und ſtark im Fruͤhjahre. Wenn man es nach engliſcher Art abhuͤtet, ſo giebt es ohne Zweifel vieles und langdauerndes Futter, und man hat nachher noch eine Erndte zum Trock⸗ nen davon. Wenn es aber einmal gemaͤhet worden und das noch tiefliegende Herz der Pflanze geblie⸗ ben iſt, ſo ſchießen die Bluͤthſtengel mehr als die Blaͤtter in die Hoͤhe, und beym zweyten Abmaͤhen bekoͤmmt man faſt nichts, wie Stengel, die wenig betragen und vom Viehe ungerne gefreſſen werden. Beym Abweiden beißt das Vieh den Herzpoll ohne Zweifel ſo oft heraus, wie er ſich zeigt, und die Blaͤtter ſchießen alsdann vermuthlich deſto ſtarker. Sehr angenehm iſt dies Futter allen Gattungen von Vieh, und hoͤchſt gedeihlich. Auch beſtauden ſich die Pflanzen von Jahr zu Jahr mehr; die Hauptwurzel vergeht und es erzeugen ſich Neben⸗ wurzeln. Es iſt ſchwer, ſie von einem Felde wie⸗ der zu vertilgen. Voung hat, wie er im 15oſten Hefte ſeiner Annalen ſagt, jetzt 5 ½ Acre in Cichorien, die er blos zur Schaafweide benutzet. Da wir in Teutſch⸗ land vors erſte hierzu noch keine Futterkrauter ybus) gewaͤche . 35 ter da⸗ n, oh⸗ thalten hjahre. ſ gubt Fütter, Teock⸗ vorden geblie⸗ ls die maͤhen wenig terden. lohne no die rarker. tungen auden die eben⸗ wie⸗ einer he er iſch⸗ uter — 485— bauen werden*), ſo wird auch der perennirende Cichorienbau zu dieſem Behufe kein Gluͤck bey uns machen. Deſto mehr verbreitet ſich der Bau der Wurzeln als Surrogat des Caffe's. Verſchiedene Kleearten, beſonders das Trifolium repens(der weiſſe) und agrarium(der gelbe Klee), werden auch von den Englaͤndern zu vieljaͤhrigen Legden mit Grasſaamen ausgeſaͤet. Sie ſind auch in Teutſchland genugſam bekannt, und ihr Bau hat nichts beſondres. Der Spoͤrgel. Spark, Sporry, auch Collinka genannt, wird von den Englaͤndern nicht haͤufig, aber doch hin und wieder, auf leichtem ſandigem Boden gebauet. Die⸗ ſes Futterkraut wird zu einer Zeit brauchbar, wo es an andern, deren Ertrag doch im Durchſchnitt reichlicher iſt, nicht fehlt. Auf leichtem, ſandigem Boden hat es ſeine Vorzuͤge, da es von der Duͤrre nicht viel leidet, wenn es nur einmal aufgelaufen iſt. Es erfordert aber ſtarken Duͤnger, wenn es auf ſolchem Boden zu einem reichlichen Ertrage kommen ſoll, und ſehr reines Land. Auch ſcheint es die Kraft aus dem Boden ſehr herauszuziehen. *) Dies iſt doch fruͤher eingetreten, wie ich glaubte. Aber noch iſt mir kein mit der Cichorie gemachter Ver⸗ ſuch bekannt. ———— — 486— Es wird gemaͤhet, wenn es in Bluͤthe ſtehet; dieſe Bluͤthe geht aber ſchnell in Saamen uͤͤber, und dieſer ſtreuet ſich eben ſo ſchnell aus. Daher er⸗ haͤlt man es ſehr leicht wie Unkraut, nicht blos in dem Acker, worauf es geſaͤct worden, ſondern auch in den nahgelegenen. Als Unkraut iſt es dem Buch⸗ weitzen ſehr nachtheilig. Denn der cultivirte Spoͤrgel unterſcheidet ſich von dem wilden wol nur durch die Cultur, und artet in dieſen wieder aus. Ich verweile nicht bey der allgemein bekannten Art, ihn zu bauen*). Kuͤnſtlich gebauete Graͤſer. Zu den Futterkraͤutern, die durch Kunſt in England angebauet werden, gehoͤren noch viele Ar⸗ ten aus der weitlaͤuftigen Claſſe der Graͤſer, ob ſel⸗ bige gleich mehrentheils auch wild bey uns wachſen. Es hat daher bey Manchen Verwunderung erregt, daß man aus dieſen Graͤſern ſo großes Aufhebens mache, und Viele glaubten, ſchon vor dreyßig Jah⸗ ren, eine große Thorheit begangen zu haben, da ſie ſich Grasſaamen aus England verſchrieben, den ſie nachher in Menge auf ihren Wieſen antrafen. Freylich haͤtten ſie ihn bey hinreichender Kenntniß und mit einiger Muͤhe ſelbſt aufnehmen koͤnnen. *) Bekanntlich hat ſich meine Achtung des Spergels nach⸗ her ſehr vermehrt; vergl. 3. B. S. 509. — ——,— ged ten tun ver ein dal lie t; dieſe „, und iher er⸗ blos in en auch n Duch⸗ tivirte wol nur aub. kannten dunft in lele Ar⸗ ob ſel⸗ vachſen. etregt fhehens J⸗ 1, da , den rafen. ntniß onnen. — znach⸗ — 487— Allein es iſt ein ganz anderes Ding mit einem kuͤnſt⸗ lich ausgeſaͤeten und einem wildwachſenden Graſe; denn— jenes ſteht rein, dieſes mit ſchlechten oder nicht angemeſſenen Kraͤutern und Graͤſern vermiſcht. Es kommt naͤmlich ſehr darauf an, daß eine Wieſe oder Weide nur mit ſolchen Kraͤutern beſetzt ſey, welche dem Zwecke, wozu ſie beſtimmt iſt, ent⸗ ſprechen. So ſind gewiſſe Graͤſer beſſer zum Ab⸗ weiden, andere beſſer zum Maͤhen. Jenes ſind ſolche, die ſich an der Erde ſtark beſtauden, und um ſo ſtaͤrker austreiben, je kuͤrzer ſie gehalten werden; zu dieſem Zwecke aber ſchicken ſich andere beſſer, die mit ſtarken ſaftigen Stengeln und Blaͤttern friſch in die Hoͤhe gehen, und viel vor die Senſe brin⸗ gen. Bey beyden Arten kommt es darauf an, fuͤr welche Art von Vieh ſie beſtimmt ſind; ob fuͤr Schaa⸗ fe, fuͤr Hornvieh oder fuͤr Pferde; denn jeder Land⸗ wirth weiß, daß dieſe Thierarten einen verſchiedenen Geſchmack in Anſehung ihrer Lieblingskraͤuter haben. Ferner unterſcheiden ſich die Graͤſer ſehr in Ruͤckſicht auf den Zeitpunkt, wo ſie ihre Reife erreichen, oder vielmehr, wo ſie zu dem Grade ihrer Entwickelung gediehen ſind, in welchem man ſie, mit dem groͤß⸗ ten Vortheile, einerndtet. Stehen mehrere Gat⸗ tungen unter einander, wo dieſer Zeitpunkt ſehr verſchieden iſt, ſo kann es nicht fehlen, daß man einige zu fruͤh, oder andere zu ſpaͤt abmaͤhe, und daher in der Erndte auf eine oder die andre Art ver⸗ liere. Selbſt bey der Weide machen die Grasarten, — 488— in Anſehung der Zeit ihres ſtaͤrkſten Wuchſes, ei⸗ nen betraͤchtlichen Unterſchied. Einige ſind deswegen ſchaͤtbar, weil ſie im Fruͤhjahre ſchnell hervorkom⸗ men, und dem Viehe zu dieſer Jahrszeit, wo es am meiſten darnach verlangt, eine fruͤhe Weide dar⸗ bieten; wenn ſie gleich um die Mitte des Som⸗ mers faſt voͤllig wieder verſchwinden. Endlich kommt es viel darauf an, daß jedes Gras denjenigen Bo⸗ den habe, der fuͤr daſſelbe paßt. Viele Grasarten, die auf feuchtem Boden einen ſtarken, ſaft⸗ und kraftreichen Ertrag geben, rauben auf trocknerm an⸗ dern Graͤſern nur die Nahrung, ohne ſelbſt zu ei⸗ nem betraͤchtlichen Wachsthum zu gelangen. Andre hingegen kuͤmmern bey vieler Feuchtigkeit, oder neh⸗ men einen ſcharfen und dem Viehe unlieblichen Ge⸗ ſchmack an, die, auf trocknerm Boden, mildes und wohlſchmeckendes Futter liefern. Wenn daher eine Wieſe oder Weide auch aus lauter fuͤr ſich guten Kraͤutern beſtehet, ſo kann ſie doch, durch die Miſchung derſelben, fehlerhaft und ſchlecht ſeyn; noch mehr aber, wenn ſchlechte, ſchar⸗ fe, keiner Gattung unſerer Hausthiere wohlthaͤtige, Pflanzenarten dazwiſchen wachſen. Daher macht es bey der guten engliſchen Wechſelwirthſchaft— wo man durch ſtarke Bearbeitung reines, aber noch in volliger Duͤngkraft ſich befindendes Ackerland zu Graſe niederlegt— einen großen Unterſchied, ob man ſolches mit dem ausgefallenen Saamen eines Heubodens beſtreue, oder ob man die Saͤmereyen —õõ——=y y— — 489— 88, ei⸗ ausgewaͤhlter, wohl zu einander paſſender und dem— ewegen Zwecke entſprechender Graͤſer darauf ſaͤ. Daher rfon⸗ haben die thaͤtigeren und einſichtsvolleren engliſchen wo es Landwirthe ſich immer Muͤhe gegeben, den Saa⸗ dedar⸗. men ausgewaͤhlter Graͤſer zu erhalten, und ſolchen Som mit Sorgfalt zu vermehren, damit ſie jede Art fuͤr konnt ſich, oder eine zweckmaͤßige Miſchung derſelben, auf gen Woe ihren niederzulegenden Acker ausſaͤen koͤnnten. bunn So viel mußte ich im Allgemeinen ſagen, um un an⸗ dem Spotte uͤber Anglomanie, Graͤſerjagd und die a i Thorheit, den Saamen ſolcher Graͤſer, die auf un⸗ Andre ſern ſchlechteſten Wieſen wachſen„ von Saamen⸗ deeh haͤndlern kommen zu laſſen— einigermaßen zu be⸗ hen de gegnen. Freylich, wer Kenntniß, Fleiß und Zeit h un hat, ihn ſelbſt aufzunehmen, kann das Geld, was er fuͤr den erſten Fond ſeines Grasſaamens ausgiebt, ſparen. ich aus Die von den Englaͤndern jetzt am meiſten ge⸗ b3 1 ſchaͤtzten Graͤſer ſind folgende: aft un ſcat⸗ 1) Lolium perenne, Luͤlch, Engliſches dtige, Raygras. Dieſes Gras wird in England unter cht es S allen am haͤufigſten ausgeſaͤet, und vorzugsweiſe un⸗ wo ter dem Namen Grasſaat verſtanden. In Teutſch⸗ ich in and haben ſich manche Landwirthe damit betrogen d zu gefunden, die es in der Abſicht, eine eintraͤgliche ,ob Erndte davon zu erhalten, ausſaͤeten. Denn ſo eines dicht und ſo reich es den Boden uͤberzieht, ſo lange reen es noch jung iſt, ſo wenig bringt es vor die Senſe, — 490— wenn es erſt in Halme aufſchießt. Es muß daher lediglich auf ſolchen Plaͤtzen ausgeſaͤet werden, die zum Abweiden beſtimmt ſind. Als Weidegras aber giebt es, bis Johannis, allen Arten von Vieh eine reiche und gedeihliche Nahrung, uͤberziehet den Bo⸗ den ſehr dicht, ohne ihn hart zu machen, und ver⸗ hindert das Aufkommen und Einwurzeln des Un⸗ krauts. Daher wird es auch vor allen andern Gras⸗ arten zur Anlegung der Raſenplaͤtze und zu Einfaſ⸗ ſungen in den Gaͤrten gebraucht. Auf ſolchen Plaͤtzen aber, die man abmaͤhen will, wird es von keinem klugen Wirthe ausgeſaͤet*). 2) Alopecurus pratensis, Wieſen⸗Fuchs⸗ ſchwanz. Dieſes Gras giebt auf feuchtem Boden die reichhaltigſten Erndten. Es erſcheint ſchon ſehr fruͤh, und iſt von ſtarkem und ſchnellem Wachsthume. Auch treibt es geſchwind wieder aus, nachdem es einmal gemaͤhet worden, und giebt zum zweyten⸗ male eine eben ſo reichhaltige Erndte. Wenn man *) Obgleich das engliſche Raygras von Manchen als Maͤhe⸗ gras ſehr herabgeſetzt worden, ſo ſind doch Andere auf lehmigem, warmen Hoͤhe⸗Boden nach großen Verſuchen ſehr davon eingenommen, da es, auſſer der Vor⸗ und Nachweide, einen ſehr reichen Einſchnitt giebt, den Boden dicht uͤberzieht und rein erhaͤlt, vom Vieh aller Art trocken und gruͤn ſehr gern gefreſſen wird, und beſonders, weil der Saamen ſich ſehr leicht aufneh⸗ men laͤßt. —:—— —— F daher n, die as aber ieh eine en Bo⸗ ind ver⸗ des Un⸗ Gras⸗ Einfaſ⸗ Pläten keinem Fuchs⸗ Boden pot ſehr bthume. deem es weyten⸗ un man Mäͤhe⸗ ere auf ſuchen Vor⸗ bt, den 1 aller , und es zu lange ſtehen laͤßt, ſo giebt es indeſſen ein grobes und hartes Futter, und man muß es daher maͤhen, ſobald es in die Bluͤthe getreten iſt. Dann iſt das Heu fein und ſaftreich. Stehet es zwiſchen andern Kraͤutern, wie dies auf unſern Wieſen haͤu⸗ fig der Fall iſt, die ſpaͤter zu ihrer Vollkommenheit kommen, ſo iſt dies ſchoͤne Gras faſt gaͤnzlich ver⸗ loren. Auf trockenem Boden kommt es ſchlecht fort*). 3) Anthoxanthum odoratum, Ruchgras, wohlriechendes Fruͤhlingsgras. Dies Gras iſt ebenfalls eins der fruͤheſten. Es giebt zwar keine ſo reiche Erndten, wie das vorige, aber doch ſtaͤr⸗ kere, wie viele andre Graͤſer. Alle Arten von Vieh lieben es vorzuͤglich. Der angenehme Geruch des Heues ruͤhrt faſt allein von dieſem Graſe her. Wenn man die Blaͤtter zwiſchen den Fingern reibt, ſo thei⸗ len ſie ihnen dieſen angenehmen Geruch gleich mit, *) Nachdem ich von dieſem Graſe mehrere Erfahrung er⸗ langt habe, ziehe ich es auf einem reichen, nur nicht gar zu trockenen, Wieſenboden allen andern Graͤſern entſchieden vor. Es hoͤrt vom Fruͤhjahr bis zum Herbſt nicht auf zu wachſen, und ſogar, wenn ſein Saamen reift, faͤhrt es fort, junge Blaͤtter zu treiben. Die Stengel werden zwar hart, wenn ſie uͤberſtehen, aber die Blaͤtter bleiben immer zart und dem Viehe ange⸗ nehm. Nur viele Damm⸗Erde im Boden verlangt es, ſonſt bedarf es vieler Feuchtigkeit eben nicht mehr als andere Wieſengraͤſer. — 492— welches kein anderes Gras in unſerm Clima thut. Es waͤchſt auf jedem Boden. 4) Poa pratensis, glattes Wieſenvieh⸗ gras, kommt auch fruͤh hervor, ſchießt aber bey⸗ nahe um 14 Tage ſpaͤter in die Bluͤthe, wie die beyden vorhergehenden. Dies Gras vertraͤgt mehr einen trockenen Boden, und haͤlt ſich bey anhalten⸗ der Duͤrre laͤnger, wie irgend ein anderes. Es wachſt auf einer trockenen Anhoͤhe, beſſer indeſſen auf einem maͤßig feuchten Wieſen⸗Grunde. Allein es hat eine fortrankende Wurzel, wie das Quecken⸗ gras, und daher darf man es nur auf ſolchen Plaͤtzen ausſaͤen, die auf mehrere Jahre zu Wieſen oder Wei⸗ den beſtimmt ſind. 5) Poa trivialis, rauhes Wieſen⸗Vieh⸗ gras. Dieſes Gras iſt, dem Anſehen nach, dem vorigen ſehr aͤhnlich, und faſt nur durch das Ge⸗ fuͤhl zu unterſcheiden, wenn man den Halm von beyden durch die Finger zieht. Dieſes hat dann eine rauhe, etwas ſcharfe Oberflaͤche, jenes aber iſt voͤllig glatt und ſanft. Deſto mehr aber unter⸗ ſcheidet ſich dieſe Art von der vorigen, ihrer Natur nach, indem ſie nur auf feuchten Wieſengruͤnden und naſſen Orten waͤchſt, auch gern Schatten liebt. Hier giebt dieſes Gras einen ſehr reichlichen Ertrag, und iſt zugleich ein ſehr angenehmes, weiches und nahrhaftes Futter. Auf einigen, durch ihren rei⸗ chen Ertrag beruͤhmten, natuͤrlichen Wieſen in Eng⸗ land macht es den Hauptſtamm des Graſes aus. „—,— 6) ſes Grat Ruygraſe Es iſt al 1 beſti treiben, angeneh fruͤh her E⸗ waͤch wit auf rauhe A elatior! ſ ſehr gröbes, Saamer na thut. vie h⸗ det bey⸗ wie die gt mehr nhalten⸗ 6. G indeſſen Alein wecken⸗ Plätzen er Wei⸗ Vie ſ⸗ h), dem s Ge⸗ Im von t dann tber iſt unter⸗ hatur inden liebt. trag⸗ und rei⸗ Eng⸗ 6. 6) Festuca ovina, Schaafſchwingel. Die⸗ ſes Gras wird von verſchiedenen Englaͤndern dem Raygraſe vorgezogen, und ſtatt deſſen empfohlen. Es iſt alſo nicht zum Maͤhen, ſondern zum Abwei⸗ den beſtimmt. Es ſoll breitere und ſtaͤrkere Blaͤtter treiben, wie das Raygras, dem Viehe aber eben ſo angenehm und nahrhaft ſeyn. Sein Gruͤn kommt fruͤh hervor, ob es gleich ſpaͤt in die Bluͤthe ſchießt. Es waͤchſt auch auf jedem Boden; auf trockenem, wie auf feuchtem, und iſt hart gegen Kaͤlte und rauhe Winde. Man muß es nicht mit der Festuca elatior verwechſeln, welche, dem Anſehen nach, die⸗ ſer ſehr gleich kommt, aber ein hoͤherwachſendes, grobes, hartes Gras iſt. Die große Menge von Saamen, welche dieſe Grasart giebt, empfiehlt ſie auch ſehr zum haͤufigen Anbau*). *) Daß ich dieſes Gras nicht kannte, und nur unvoll⸗ kommene Beſchreibungen davon geleſen hatte, wird je⸗ der Kenner deſſelben bemerken. Ich weiß ſelbſt nicht, wo ich die Ideen, daß es breitere Blaͤtter wie das Raygras habe, hernahm. Es hat vielmehr ſchmale, pfriemenfoͤrmige, borſtenartige, auf der innern Seite gefurchte Blaͤtter. Auch der Halm iſt ſteif, hart und wird hoͤchſtens einen Fuß hoch; deſſenohnerachtet iſt es ein vortreffliches Weidegras. Schaafe ziehen es allen uͤbrigen vor, und wenn man Acker zur Schaafweide niederlegt, ſo verdient es vorzuͤglich unter die Saamen⸗ miſchung aufgenommen zu werden, zumal da der Saa⸗ men leicht zu gewinnen iſt. Jedoch ſucht es auch das Rindvieh und die Pferde ſehr nach. Die Blaͤtter wach⸗ —— — — 494— 7) Cynosurus cristatus, Kammgras, Hundesſchwanz⸗Gras, wird auch, als ein vor⸗ zuͤgliches Gras, zur kuͤnſtlichen Weide empfohlen. Die Schaafe ſollen es unter allen Graͤſern am mei⸗ ſten lieben, und am ſtaͤrkſten dabey zunehmen. Es waͤchſt auf trocknem Boden, und kommt in feuchten Gruͤnden gar nicht fort. Wenn es aber in die Hoͤhe ſchießt, ſo wird es hart, und vom Viehe ungern ge⸗ freſſen. Dies ſind diejenigen Graͤſer, welche jetzt bey den Englaͤndern am beliebteſten ſind, und am mei⸗ ſten von ihren Schriftſtellern empfohlen werden. Sie nehmen bey ihrer Gras⸗Ausſaat aber mehr Ruͤckſicht auf die Weide, als auf die Erndte; denn zum Maͤhen ziehen ſie die Klee-Arten vor. Daher ſtehen diejenigen Graͤſer, welche von unſern teut⸗ ſchen Schriftſtellern vorzuͤglich ſind empfohlen wor⸗ ſen geſchwind wieder, wenn ſie kurz gehalten werden, und ſo wenig es daher auf einmal zu geben ſcheint, ſo nachhaltig iſt es auf der Weide. Mit der Festuca elatior, einem hohen, ſtarken Wieſengraſe, kann es durchaus nicht verwechſelt werden, um ſo leichter aber mit einigen anderen kleinen Schwingelarten: der ro⸗ then, der haͤrtlichen, der ſpitzaͤhrigen. Dies geſchiehet haͤufig, und ohnerachtet der Schaafſchwingel allenthalben waͤchſt, ſo findet man ihn doch auf Aengern, die ſtark mit Schaafen betrieben werden, ſelten, weil dieſe ihn ganz ausfreſſen, und wenigſtens nicht zum Saamen kommen laſſen. 3 —— —„ afe iſt z prif preiſ Nay⸗ ſed 5 zras ſtaud bro chen teru ſhie Klee wen rung dan⸗ aber tſeff dem 9äwa gjeic und pd dieh es ni igras, ein vor⸗ pfohlen. am mei⸗ ſen. Es feuchten die hihe ngern ge⸗ jeßt bey am mei⸗ werden. er mehr tez den Daßet ern teut⸗ len wor⸗ — z werden, heint, ſo Festuca kann es ter aber der ro⸗ iſchehet thalben die ſtark iſe ihn Saamen — 498— den, bey ihnen in geringer Achtung. Ueber einige derſelben will ich die Urtheile der Englaͤnder, ver⸗ bunden mit meinen eigenen, angeben. 8) Avena elatior, Hafergras, Wieſen⸗ Hafer, Franzoͤſiſches Raygras. Dieſes Gras iſt zuerſt von den Franzoſen, beſonders von dem Praͤſidenten La Tour d'Aigues, mit großen Lob⸗ preiſungen empfohlen worden. Da ſie ſo viel vom Raygraſe der Englaͤnder gehoͤrt hatten, ſo nannten ſie dieſes auch Raygras. Der Franzoſe aber kann vom Englaͤnder nicht verſchiedener ſeyn, wie dieſes Gras von jenem. Es iſt naͤmlich ein ſich wenig be⸗ ſtaudendes, ſchnell in die Hoͤhe gehendes, haͤrtliches Gras. Auf gutem Boden giebt es einen ſehr rei⸗ chen Ertrag vor der Senſe, da es bey guter Wit⸗ terung mehreremale, bis zu etlichen Fuß hoch, auf⸗ ſchießt. Da es um 14 Tage fruͤher, wie der rothe Klee, gemaͤhet werden kann, ſo iſt es in der That, wenn man keine Luͤcerne hat, fuͤr die Stallfutte⸗ rung ſehr zweckmaͤßig. Sein zweyter Schnitt faͤllt dann zwiſchen die beyden Klee⸗Schnitte. Daß es aber, am Ertrage und Kraft, den rothen Klee uͤber⸗ treffe, wie Einige behauptet haben, und daß es auf dem magerſten Boden reiche Erndten gebe, iſt eine gewaltige Uebertreibung. Der Ertrag kommt auf gleichem Boden dem Klee im Gewichte nicht gleich, und ſtehet ihm an Kraft weit nach. Auf magerm Boden iſt es kaum des Aberndtens werth. Rind⸗ vieh allein frißt es gern; Pferde und Schaaft lieben es nicht. — 496— 9) Holcus lanatus, Honiggras, welches von einigen teutſchen Schriftſtellern ſo geprieſen wor⸗ den, wird von den Englaͤndern grade fuͤr das aller⸗ ſchlechteſte Gras und fuͤr ein wahres Unkraut auf den Wieſen gehalten. Es treibt eine Menge Schuͤſſe; dieſe gehen ſehr ſchnell in Halme, und kaum ſind ſie aufgebluͤhet, ſo faͤllt auch der Saamen ſchon ab. Iſt dieſer abgefallen, ſo iſt es duͤrres Stroh. Da⸗ her iſt die Zeit, es zu maͤhen, ſchwer zu treffen, und unter andern Graͤſern iſt es haͤufig ganz ver⸗ loren. Wenn es allein ſtehet, ſo iſt dies der Fall aber nicht. Und da es unter allen Graͤſern mit dem ſchlechteſten Boden vorlieb nimmt, ſo kann es auf ſolchem mit Nutzen angeſaͤet werden. Man ſagt, alles Vieh freſſe es gern. 10) Phleum pratense, Katzenſchwanz, Wieſen⸗, Lieſch⸗, Thimothy⸗Gras. Auf feuchtem Boden giebt dies Gras einen ſtarken Ertrag. Der Qualitaͤt nach, gehoͤrt es aber wol unter die ſchlechteſten. Die Englaͤnder hielten vormals viel darauf, ſind aber jetzt voͤllig davon zuruͤckgekommen. Fuͤr die Pferde iſt es noch wol am beſten. Es ge⸗ hoͤrt unter die ſpaͤten Graͤſer. Auf trockenem Bo⸗ den verliert es ſich bald, und macht dem Unkraute Platz. Uum eine kleine Portion Grasſaamen, den man von den zweckmaͤßigſten Grasarten erhalten hat, zu vermehren, ſaͤe man ihn gegen Ende Auguſts, duͤnn, in Reihen, auf ein gut zubereitetes Gartenbeet. beyfe deſſen ben, 3 welches jeſen wor⸗ das allee ut auf den Schüſe, kaum ſind ſchon 4b. 1 oh. Da⸗ u treffn, anz bet⸗ der Fal ſern mit kann es an ſagt, hwanz, . Af Ertrag. nter de als viel ommen. Es ge⸗ n Bo⸗ kraute nman t, zu dunn, enbeet. — — 497— Dieſes Beet muß weder zu trocken, noch zu naß ſeyn; hat man ein ſolches nicht, ſo muß man jeder Art ihren natuͤrlichen Boden anweiſen. Wenn der Saamen laͤuft, ſo muß er ſorgfaͤltig gejaͤtet werden. Im Herbſte werden ſich die Pflanzen ſchon ſo be⸗ ſtaudet haben, daß ſie verduͤnnet und die ausgezo⸗ genen in mehrere Reihen verſetzt werden koͤnnen. Beym erſten trockenen Wetter im Fruͤhjahre muß man die Pflanzen feſttreten, und ſie dann ſorgfaͤltig rein halten. Wenn ſie in Halme geſchoſſen ſind, muß man auf das Reifen des Saamens Acht geben, und jeden Halm, der reif iſt, abbrechen. Saͤet man dieſen Saamen dann wieder ſo aus, ſo wird man bald zu einem anſehnlichen Vorrath kommen, und eine Ausſaat im Großen davon machen koͤnnen. Man kann dieſe Ausſaat im Großen unter Som⸗ merkorn, beſonders wenn es gedrillet und etlichemal bepferdehacket worden, verrichten. Will man in⸗ deſſen ein recht reines, langjaͤhriges Grasſtuͤck ha⸗ ben, ſo thut man beſſer, das Land, den Sommer hindurch, fleißig Braach zu pfluͤgen, es im Auguſt wohl zu ebnen, und dann den Grasſaamen darauf zu ſaͤen und einzuwalzen. Dann ſpart man auch in England die Koſten des Jaͤtens nicht. Man nimmt eine oder mehrere Grasarten, die ſich aber, in Ruͤckſicht ihres Zwecks und der Zeit ihrer Reife, zu einander und zum Boden paſſen*). *) Vergl. z. B. S. 569 u. f. I. Ji — 498— Alle Reiſende, die in England geweſen ſind, bewundern einſtimmig die Schoͤnheit des Raſens da⸗ ſelbſt. Einige glauben, man muͤſſe beſondre Gras⸗ arten dort haben, Andre ſchieben es blos auf das vorzuͤgliche Clima. Wenige aber bedenken, daß der dortige Raſen⸗ und Weidegrund ſorgfaͤltig eultivirtes und in voller Duͤngkraft niedergelegtes Ackerland ſey, welches mit dem beſten Grasſaamen angeſaͤet worden. Freilich muß ſich daher der Raſen ſehr von unſern vernachlaͤſſigten Gemeinweiden unter⸗ ſcheiden. Ein und zwanzigtes Capitel. Behandlung der Wieſen“). In Anſehung der Benutzung der Wieſen herrſchen in England ſonderbare Meinungen und Vorurtheile, die mir keinesweges im Allgemeinen empfehlungs⸗ wuͤrdig ſcheinen, und auch von aufgeklaͤrten Oeco⸗ *) Da ich dieſe Materie im Zten Bande ausfuͤhrlicher und genauer behandelt habe, ſo verweiſe ich dahin, und werde hier nur einige Berichtigungen angeben. aſen ſind, ſens da⸗ de Gras⸗ lauf das daß der alltivirtes rlckerland Tangeſtet ſeen ſeße ar Unter⸗ — 490— nomen beſtritten und ſcharf getadelt worden ſind. Ich muß ſelbige jedoch anfuͤhren, da ſie in die ganze Wirthſchaftsart eingreifen, und in Ruͤckſicht derſel⸗ ben wol Entſchuldigung verdienen. Man glaubt insgemein, daß eine Wieſe durch eine einzige Heu⸗Erndte jaͤhrlich ſchon zu Grunde ge⸗ richtet werde. Zwey davon zu nehmen, haͤlt man fuͤr ſuͤndlich. Die meiſten Farmers maͤhen ihre Wieſen nur zwey Jahre, und laſſen ſie das drit⸗ te Jahr zur Weide liegen. Noch andere thun dies ein Jahr um das andre. Sie glauben naͤm⸗ lich, heranwachſendes Gras erſchoͤpfe den Wieſen⸗ grund, wie Korn das Ackerland. Als Weide hin⸗ gegen erhole es ſich, theils, weil das Gras nicht heranwachſe, theils durch den Duͤnger, den das Vieh darauf fallen laͤßt. Wenn man das Gras zu alt werden und in Saamen ſchießen ließe, ſo haͤtten ſie ohne allen Zweifel Recht. Man erkennet aber in England, wie mir duͤnkt, ziemlich allgemein das Thoͤrigte die⸗ ſes Verfahrens. Denn man weiß, daß durch zu langes Verzoͤgern der Heu⸗Erndte mehr an der Qua⸗ litaͤt des Heues verloren gehe, als durch die groͤ⸗ ßere Quantitaͤt gewonnen wird. Alle Krafttheile des Graſes gehen in den Saamen uͤber, ſobald die⸗ ſer anſetzt. Die Saamen aber verliert man von den Graͤſern bey der mannigfaltigen Handhabung groͤßtentheils, und behaͤlt dann nur duͤrres Stroh. Und das Land wird dadurch gewiß ausgezehret. Ji1 4 Vielleicht gruͤndet ſich das Vorurtheil, welches man gegen das Heumaͤhen im Allgemeinen hat, auf die Wirthſchaft ſolcher Leute, die Heu verkaufen, und es, um die Quantitaͤt zu vermehren, unbekuͤmmert um die Guͤte, zu lange ſtehen laſſen. Young hat ſich beſonders jener Meinung ſehr entgegen geſtellet, nachdem er durch vergleichende Verſuche ſich uͤberzeuget, daß jaͤhrlich, aber zu rech⸗ ter Zeit, gemaͤhetes Wieſenland in derſelben Kraft bleibe, wie abgeweidetes; daß man aber den durchs Heu gewonnenen Duͤnger als reine Zugabe anſehen köͤnne, indem der einzeln auf die Weide gefallene Miſt und Harn im Sommer, ohne daß er augen⸗ blicklich mit der Erde vereinigt werde, faſt mehr Schaden als Vortheil bringe*). Das zweyte Heu, oder Grumt zu maͤhen, iſt in England ſehr wenig gebraͤuchlich. Theils ſchrecken die Schwierigkeiten, es bey der nebelichten Luft ge⸗ gen den Herbſt zu trocknen, ab; theils leidet es die ganze Wirthſchafts⸗Verfaſſung nicht. Bey einer Koppelwirthſchaft, die keine gemeine Weide und keine Stallfutterung hat, wird auch das Nachgras ohne allen Zweifel vortheilhafter zur Weide benutzet**). *) Experimental agricult. T. II. p. 372. **) Ich glaube ſelbſt bey der Stallfutterung das Nachheu meiner Wieſen in manchen Jahren vortheilhafter abwei⸗ den, als trocknen zu laſſen. Die Arbeit bey der —— ehes man tauf die un, und uͤmmert Lung ſehr Gleichende zu rech⸗ In Kraft m durchs zanſehen gefallene augen⸗ aaſt wehr ihen, it ſchrecken Luft ge⸗ det es de bey einer und keine as ohne zet*). — Daher finde ich auch nirgends, daß die einſichts⸗ volleren Schriftſteller ein zweymaliges Heumaͤhen empfohlen haben. In vielen Gegenden herrſcht aber noch ein ſehr tadelnswuͤrdiges Verfahren, das Heu naͤmlich nicht nach Hauſe zu bringen, ſondern auf der Wieſe in Feimen zu ſchlagen, und es daſelbſt, den Winter uͤber, mit dem Viehe zu verfuttern. Es gehet da⸗ bey erſtaunend viel Heu verloren; oft kann es bey ſehr naſſer Witterung gar nicht zu der Zeit benutzet werden, wenn man es braucht, und zuweilen ver⸗ dirbt es voͤllig. In manchen Gegenden ſind aber die Paͤchter nicht ſo ſehr hieran Schuld, als die Land⸗Eigenthuͤmer, die, noch aus den barbariſchen Zeiten der Landwirthſchaft her, dies zur Bedingung machen; indem ſie ſich einbilden, das Land erhalte durch den Miſt, welchen das Vieh fallen laͤßt, eben ſo viel wieder, als es hergebe. Wenn ſie nur dar⸗ uͤber hielten, daß ihre Paͤchter kein Heu, kein Stroh und keinen Duͤnger verkauften: ſo ſtuͤnde ſich ihr Nutzhe ir abwei⸗ bey der zweyten Heu⸗Erndte nimmt einen großen Theil des Er⸗ trages weg, und der uͤbrigbleibende wird durch den zum Heu, durch die Weide, erſparten Klee reichlich erſetzt. Ueberdies genießt das Stallvieh, wenn es im Nach⸗ ſommer gleich an einen halbtaͤgigen Weidegang gewoͤhnt wird, das nachwachſende Gras bis ſpaͤt in den Herbſt, wo dann die einmal gemaͤheten Wieſen viel laͤnger gruͤn bleiben, als die zweymal gemaͤheten. — 502— Land ſicher am beſten dabey, wenn der Farmer das Heu auf die Art benutzte, welche fuͤr ihn die vor⸗ theilhafteſte iſt. Ueberdies werden die Wieſen durch das Treten des Viehes, wenn ſie einen naſſen Grund haben, im Winter moraſtig und uneben. Die Duͤngung der Wieſen haͤlt man fuͤr ſehr wichtig. Einige ſind der Meinung, daß man Duͤnger auf Grasland ungleich vortheilhafter, als auf Ackerland verwende. Man hat hieruͤber ſogar viel geſtritten. Mir deucht aber, dies heißt die Sache in einen ſo ſchiefen Geſichtspunkt ſtellen, daß ſich gar nichts entſcheiden laͤßt. Duͤnger den Wie⸗ ſen entziehen, die ihn noͤthig haben, um ihn dem Ackerlande deſto reichlicher zu geben, iſt eben ſo fal⸗ ſche Wirthſchaft, als mit dem Duͤnger auf dem Ackerlande zu geizen, um ihn den Wieſen deſto mehr zufuͤhren zu koͤnnen. In Teutſchland fehlt man auf jener Seite haͤufiger; in verſchiedenen Provinzen Englands wol mehr auf dieſer. A. Young ſchaͤtzt ein dreyſpaͤnniges Fuder halb verfaulten Duͤngers, in Vermehrung des Gras⸗Ertrages in 3 Jahren, nach ſeinen Beobachtungen und Verſuchen, auf 8 Schillinge. Die Maulwuͤrfe haͤlt man in Yorkſhire und andern Diſtrieten den Wieſen ſehr nuͤtzlic. Sie trocknen, ſagt man, den zu feuchten Boden aus, machen den Wurzeln der Pflanzen Luft, und brin⸗ gen eine gute Erdkrume herauf, um die Oberflaͤche zu duͤngen. Amuch toͤdten ſie ſchaͤdliches Gewuͤrm. ——— Uner das dvie vor⸗ iin durch „Grund Jun füͤr aaß man arr, als dir ſogar deißt die in, daß n Wie⸗ uhn dem 1 ſo fal⸗ auf dem Iſto meyr aman auf rohinzen aig ſhißt Dünger⸗ Jaßten, auf 8 hite und Sie den aus, ind brin⸗ berfche hewurm. Auf bindendem naſſem Graslande muß man dieſen Nutzen allerdings zugeben; auf lockerem, trockenem uͤberwiegt indeſſen wol ihr Nachtheil. Daß alle Sorgfalt im Zertheilen der Maulwurfshaufen an⸗ gewandt werde, verſteht ſich von ſelbſt; und ſelbi⸗ ges muß mehreremale im Herbſte und Fruͤhjahre ge⸗ ſchehen. Man bedient ſich dazu, und uͤberhaupt um die Wieſe zu lockern und zu ebenen, in groͤße⸗ ren Wirthſchaften eines ſchweren Wieſenhobels*). Aufmerkſame Wirthe verſaͤumen es nicht, im Nachſommer die Wieſen**) mit der Senſe zu uͤber⸗ *) Wenn es keine veraltete Huͤgel ſind, bedarf es gar kei⸗ nes ſchweren Wieſenhobels, ſondern nur des leichten, den ich in der Beſchreibung meiner Ackerwerkzeuge habe abbilden laſſen, und den allenfalls ein Pferd ziehen kann. *⁴) Eigentlich die Weiden, oder zur Abweidung benutte Wieſen. Hier iſt das Abmaͤhen der Felddiſteln und der Docken, die das Vieh ſtehen laͤßt, wenn ſie in Bluͤthe treten, eine Sache von Wichtigkeit, indem nicht nur die fernere Beſaamung dadurch gehindert wird, ſon⸗ dern auch diealte Pflanze ausgehet, indem ſie anfaulet, wenn das Waſſer in den hohlen Stengel dringt. Man muß aber grade den Zeitpunkt der Bluͤthe wahrnehmen; denn wenn es fruͤher geſchiehet, ſo treibt die Staude um ſo ſtaͤrker aus. Die abgemaͤheten und welk ge⸗ wordenen Felddiſteln frißt das Vieh gern. Hirten ſollten zu dem Zwecke um dieſe Zeit ſich immer mit ei⸗ ner kleinen Senſe, Sichel oder Spaten beſchaͤftigen. Ich glaube ſelbſt, daß der Huflattig dadurch vertilgt werden wuͤrde. gehen, damit alles ſtehengebliebene unnuͤtze Kraut, beſonders Diſteln, vertilgt werden, ehe ſie in Saa⸗ men ſchießen. Das Walzen der Wieſen im Herbſt und im Fruͤhjahre war ehemals in England ſehr ublich. A. Young ſagt*):„ich hatte davon eine ſehr guͤn⸗ „ſtige Idee, und das mit vielem Grunde; denn „jedesmal bemerkte ich, daß das Gruͤn der Wieſen „dadurch augenſcheinlich verſchoͤnert wurde. Ich „war von dem Nutzen keiner Verrichtung uͤberzeug⸗ „ ter als dieſer, und ich wunderte mich, daß ſo man⸗ „che Leute es gar nicht thaten. Um nun den Vor⸗ „theil derſelben genau nach dem vermehrten Ge⸗ „wichte des Heues zu beſtimmen, ſtellete ich fol⸗ „gende Verſuche an.“ Nun folget eine Reihe von Verſuchen, wo er eine ausgemeſſene Flaͤche mehr⸗ mals walzte, und eine nebenliegende, von eben der Groͤße, ungewalzt ließ. Jedesmal zeigte das ge⸗ walzte Grasland ein fruͤheres und lebhafteres Gruͤn; aber jedesmal fand er, wenn er das Heu wog, daß das gewalzte 3 bis 4 Centner vom Acre weniger gab. Er raͤth alſo jedem, dem mehr an einer reichen Heu⸗ Erndte, als einer uͤbergehenden Schooͤnheit ſeines Wieſengrundes gelegen iſt, es zu unterlaſſen. ³) Exper, agricult. T. II. p. 375. + E zner ſie k Beyn werk ſond und V derſe hier ſcher gen V dah oeſ 7 4 Kraut, iin Saa⸗ dſt und iblic. Ahr gin⸗ in denn dWieſen JIch kerzeug⸗ dlo man⸗ in Vor⸗ Pn Ge⸗ gich fol⸗ viihe bot ' neht⸗ d ben der das ge⸗ Grän; a-9, de afer gab. T hel⸗ ſeines 1 — Wir kommen jetzt auf die Wieſen⸗Waͤſſerung. Es iſt dieſe wichtige landwirthſchaftliche Operation zwar in vielen Gegenden Teutſchlands bekannt, und ſie kann es nirgends ſeyn, ohne den allgemeinſten Beyfall und die thaͤtigſte Nachahmung ſich zu er⸗ werben. Daher iſt es nicht zu ihrer Empfehlung, ſondern blos um zu zeigen, in wie fern die Methode und die Bemerkungen der Englaͤnder, in Ruͤckſicht derſelben, mit den unſrigen uͤbereinſtimmen, daß ich hier das Merkwuͤrdigſte, was ich daruͤber in engli⸗ ſchen Schriften gefunden, vortrage. Die Englaͤnder erkennen die Wiltſhirer all⸗ gemein als Meiſter in dieſem Stuͤcke an. Ich will daher das, was Thomas Davis*) daruͤber ſehr ſchoͤn geſagt hat, hier in einem Auszuge mittheilen. Dieſe wichtige Verbeſſerung ward hauptſaͤchlich zu Ende des vorigen und Anfang dieſes Jahrhun⸗ derts in Wilts eingefuͤhrt. Jetzt findet man kei⸗ nen Bach in dieſer Grafſchaft, der nicht, ſo gut als moͤglich, dazu benutzt wuͤrde. Die Natur leitere ſelbſt auf die Idee, Wieſen zu bewaͤſſern, da man fand, daß Winter⸗Ueber⸗ *) View of agriculture of the County of Wilts for the Board of agriculture. — 506— ſteoͤmungen, wenn das Waſſer nur nicht gar zu lange auf den Wieſen ſtehen blieb, den Graswuchs ſo maͤchtig befoͤrdere. Die Kunſt brachte es dahin, dem Lande nach Willkuͤhr dieſe Ueberſtroͤmung ver⸗ ſchaffen, und nach Willkuͤhr wieder ableiten zu koͤn⸗ nen. Beobachtung gab die Regeln uͤber Zeit und Dauer derſelben an. Eine gewaͤſſerte Wieſe iſt ein Treibbeet fuͤr das Gras. Die Art, wie das Waſſer aufs Gras wuͤrke, kuͤmmert den Landwirth hier nicht; genug daß er weiß, es verhalte ſich ſo damit. Die Beobachtun⸗ gen uͤber die Wuͤrkung des Waſſers zeigten ihm bald, wann ſeine guten Wuͤrkungen aufhoͤrten, und wann es anfing, nachtheilig zu werden. Dieſe Beobach⸗ tungen beſtimmten alſo die Zeit, wie lange das Waſſer auf dem Lande zu halten ſey; und da dieſe Zeit nach Verſchiedenheit des Landes und der Jahrs⸗ zeit verſchieden war, ſo mußte man eine ſolche Ge⸗ walt uͤber das Waſſer erhalten, daß man es ſofort wieder wegſchaffen konnte, wenn es erforderlich war. Dies brachte allmaͤhlig die Kunſt einer ſo regelmaͤ⸗ ßigen Anlage der Zu⸗ und Ableitungen hervor, daß mittelſt derſelben das Waſſer ſo ſyſtematiſch zu⸗ und abgefuͤhrt werden kann, wie durch Arterien und Ve⸗ nen das Blut im thieriſchen Koͤrper. Die erſte Forderung bey einer Bewaͤſſerungs⸗ Wieſe iſt alſo das Vermoͤgen, das Waſſer nach Will⸗ kuͤhr ab⸗ und zuzulaſſen. Wie dieſes erreichet werde, iſt gleichguͤltig. Es giebt daher mannigfaltige Ein⸗ richtung allen in Land v weyer olches welche ges Catcl verl Flut dieh von muß von nan von Art man dr gat zu aswuch 5 dahin, tang ver⸗ azu kon⸗ meit und Süfür das t würke, in daß er KWachtun⸗ an bald, dwann Jpeobach⸗ ange das da dieſe Jahtö⸗ che Ge⸗ te ſofort Fich war. Jyelni⸗ r, daß rur und and Ve⸗ —— — 507— richtungen, um dieſen Zweck zu erreichen. Bey allen iſt es ein weſentliches Erforderniß, daß das Land voͤllig eben ſey. Hauptſaͤchlich aber giebt es zweyerley Arten von Waͤſſerungs⸗Wieſen: die eine fuͤr ſolches Land, welches an einem Abhange liegt, und welche kleine Baͤche erfordert; die andre fuͤr niedri⸗ ges flaches Land an Fluͤſſen. Die erſte Art nennt man in Wiltſhire Catchwork meadows, Wieſen mit Auffange⸗ werk; die andern heißen Flowing meadows, Fluthwieſen. Letztere Art iſt in dieſem Diſtricte die haͤufigſte*). Es iſt unmoͤglich, eine ſchriftliche Beſchreibung von der Anlegung dieſer Wieſen zu geben. Man muß ſie anſehen, um einen vollſtaͤndigen Begriff da⸗ von zu erhalten. Um indeſſen den Unterſchied der beyden vorbe⸗ nannten Wieſen ins Licht zu ſtellen, und eine Idee von der Lage zu geben, worin eine oder die andre Art anwendbar iſt, wollen wir Folgendes bemerken. Ein Auffangewerk wird angelegt, indem man einen Bach, der eine Anhoͤhe herunterfließt, *) So wie dieſe ganze Materie im Zten Bande uͤberhaupt beſtimmter abgehandelt iſt, ſo habe ich auch daſelbſt richriger und verſtaͤndlicher zwiſchen Ueberrieſelungs⸗ und Ueberſtauungswieſen unterſchieden. — 508— durch eine Schleuſe auffaͤngt und ihn durch einen Canal ſeitwaͤrts, die Anhoͤhe entlang, lenket. Da⸗ durch kann man dann alles Land, was zwiſchen dem neuen Hauptzuleitungs⸗Canal(main carriage) und dem alten Waſſerbette, welches in dieſem Falle der Hauptableitungs⸗Canal(main drain) wird, be⸗ waͤſſern. Dies geſchieht zuweilen blos, indem man den voͤllig wagerechten Zuleitungs⸗Canal auf der andern Seite zumacht, ſo daß das Waſſer allent⸗ halben uͤberfließen muß, wenn er voll iſt. Da aber das Waſſer nicht weit voͤllig gleichfoͤrmig ſließen, ſondern ſich Rinnen aushohlen wuͤrde, ſo macht man den Abhang herunter parallele kleine Graͤben, etwa alle 20 oder 30 Fuß einen, die das Waſſer wieder auffangen, und ſo, wie ſie voll ſind, uͤber den un⸗ terliegenden Theil der Wieſe ergießen, bis es aus dem letzten dann wieder in den Hauptabfuͤhrungs⸗ Canal faͤllt, der es nach einer andern Wieſe hin⸗ fuͤhrt. Um das Waſſer aus dieſen parallelen Graͤben ganz abzufuͤhren, und die Wieſe wieder voͤllig trocken zu legen, geht ein enger, aber tieferer Canal, im rechten Winkel, etwa alle 10 oder 12 Ruthen her⸗ durch, und leitet von dem Hauptzufuͤhrungs⸗ gra⸗ desweges durch die ganze Wieſe zum Hauptabfuͤhrungs⸗ Canal herunter. Dieſer wird mit Raſen zugelegt, ſo lange man waͤſſern will. Die Snlenung einer ſolchen Wiſſerung iſt ſel⸗ ten koſtbar. Da die Baͤche gewoͤhnlich ſchmal ſind, man erford legun mehre Haup wenn ſce mit Haun des bhinge graͤben üuber werden ander! ſtüͤcken S *⁴ Wieſe 1 ch einen Set. Da⸗ Acen dem Aärrigge) em Fall ird„ be⸗ em man pauf der dr alent⸗ R aber nfließen, nht man , etwa weeder Oden un⸗ s aub hrunge⸗ ſe hin⸗ ſ Gräben z trocken al, in in her⸗ „ gra⸗ rungs⸗ gelegt, it ſel⸗ ſind, 4— ſo braucht man nur wenig leichtes Schleuſenwerk. Da das Land abhaͤngig iſt, ſo kann man es, ver⸗ mittelſt des Waſſers ſelbſt, leicht voͤllig eben machen, und der Abzug des Waſſers erfolgt faſt von ſelbſt. Die Koſten, eine ſolche Wieſe anzulegen, belaufen ſich auf 3 bis 5 Pfund fuͤr einen Acre; die Ver⸗ beſſerung des Grundes rechnet man auf 40 bis 50 Schill. Die jaͤhrliche Ausgabe aber, die Leitungen in Ordnung zu halten, rechnet man auf den Acre zu 2 Schill. 6 Pence. Die andre Art von Waͤſſerungs⸗Wieſen, die man Fluth⸗Wieſen(Flowing meadows) nennt, erfordern viel mehr Arbeit und Kunſt bey ihrer An⸗ legung. Da das Land, was ſich hierzu qualifieirt, mehrentheils niedrig und ſumpfigt iſt, ſo iſt die Hauptſache, das Waſſer wieder herunter zu ſchaffen, wenn es einmal darauf iſt. Dies kann ſelten ge⸗ ſchehen, ohne das Land in hohe Beete aufzuwerfen, mit tiefen Graͤben dazwiſchen. Dann wird ein Hauptzufuͤhrungs⸗Canal aus einem ſo hohen Niveau des Fluſſes, daß er die Hoͤhe der Beete beherrſcht, hingeleitet, und dadurch, indem man die Zwiſchen⸗ graͤben an beſtimmten Orten zuſetzet, das Waſſer uͤber die Beete heruͤbergebracht. Wenn ſie geoͤffnet werden, faͤllt es in eine Ableitung, die es wieder andern unterhalb liegenden Wieſen oder Wieſen⸗ ſtuͤcken zufuͤhrt. Man ſiehet leicht ein, daß die Anlage ſolcher Wieſen ungleich koſtbarer ſeyn muͤſſe. Denn auſſer der vielen Handarbeit, erfordern die Schleuſen, bey groͤßeren Stroͤmen, als an welchen dieſe Anlage nur moͤglich iſt, groͤßere Koſten. Man rechnet da⸗ her, daß ein Acre ſolcher Wieſen 12 bis 20 Pf. St. anzulegen koſte. Dagegen kann man auch den Werth dieſer Wieſen, ſchon an ſich betrachtet, jaͤhrlich auf 3 Pf. St. den Acre annehmen. Als ein Theil eines auf Schaafaufzucht eingerichteten Farms(sheep breeding Farm), ſind ſie aber unſchaͤtzbar. Wenn ſie ein⸗ mal gemacht ſind, ſo belaufen ſich die jaͤhrlichen Unkoſten, in Anſehung der Graͤben und des Be⸗ waͤſſerns, nicht uͤber 3 Schill. vom Aecre, die Er⸗ haltung der Schleuſen doch ungerechnet, die in den erſten Zeiten faſt nichts betraͤgt. Dieſer Art Wie⸗ ſen ſind in dem ſuͤdlichen Theile von Wiltſhire zwiſchen 15 bis 20,000 Acres angelegt. Leute, die mit der Sache nicht bekannt ſind, haben geſagt: Waͤſſerungs⸗Wieſen machten eine Ge⸗ gend ungeſund; die taͤgliche Erfahrung beweiſt das Gegentheil in Wiltſhire. Jene Meynung gruͤndet ſich auf die Idee von ſtockendem und faulendem Waſſer. Aber ließe man das Waſſer bis zur Faͤulniß ſtehen, ſo wuͤrde es mit der Vegetation zu Ende ſeyn. Jeder Farmer weiß, daß er das Waſſer augenblicklich ablaſſen muß, ſobald einiger Schaum auf dem Lande ſich zeiget. Dieſer Grund⸗ ſatz bey Waͤſſerungs⸗Wieſen erlaubt durchaus kein ſtehendes Waſſer in ſolchen Gegenden; es wird lſſen, be 4 Anlage net da⸗ apf.St. 3h dieſer S39 zines auf Preeding tie eine hrlichn dtes Be⸗ 9 de Er⸗ in d wirt Wi⸗ Eltſire 1. onnt ſind eine Gi⸗ eiſt das gräͤndet londem dis zur etation eer das einiger Grund⸗ nus lein s wird I vielmehr in beſtaͤndiger Bewegung erhalten. Vor⸗ mals freylich war ein Theil dieſer Gegenden ein faulender, ungeſunder Moraſt; durch Anlegung die⸗ ſer Wieſen iſt das Uebel gehoben. In Wiltſhire haͤlt man dieſe Wieſen fuͤr ſo ganz unentbehrlich, daß man glaubt, ohne ſie koͤnne gar keine Wirthſchaft dort beſtehen. Die Wiltſhirer Wirthſchaft gruͤndet ſich naͤmlich ganz auf Schaaf⸗ zucht; aber auf eine Schaafzucht, die mit groͤßter Energie betrieben wird. Dabey kommt alles auf eine reiche Weide in den erſten Fruͤhjahrs⸗Monaten an, welche den Schaafen die kraͤftige Milch giebt, die zum rechten Gedeihen der Laͤmmer unentbehrlich iſt. Und dieſe Weide koͤnnen nur ſolche bewaͤſſerte Wieſen in zureichendem Maaße geben. Unter uns mag es Manchem ſonderbar ſcheinen, daß man Waͤſ⸗ ſerungs⸗Wieſen hauptſaͤchlich der Schaafzucht we⸗ gen, anlege. Die Behandlung dieſer Wieſen iſt kuͤrzlich fol⸗ gende: Sobald das Nachgras rein abgefreſſen wor⸗ den, faͤngt der Wieſenvorſteher(the Drowner) damit an, die Hauptableitung aufzuraͤumen, dann die Hauptzuleitung, und zuletzt die uͤbrigen Graben — die Wiltſhirer haben fuͤr dies alles Kunſt⸗Aus⸗ druͤcke, die ſich nicht uͤberſetzen laſſen. So nennen ſie dieſe Arbeit to right up the worcks— die Werke aufrichten.— Wenn ein Revier fertig iſt, ſo ſetzt der Drowner es unter Waſſer, und geht bey das zweyte. Wo moͤglich, muß er es ſo — 512— einrichten, daß das Ganze die erſte Fiunh bald nach Michaelis erhalte. Die Dauer dieſer Herbſt⸗Waͤſſerung kann nicht im Allgemeinen beſtimmt werden, da ſie von der Lage und Umſtaͤnden abhaͤngt. Aber die Regel iſt, wenn man es mit dem Waſſer zwingen kann, der Wieſe zum erſtenmale eine recht durchdringende Vaͤſſerung von 14 Tagen bis drey Wochen zu ge⸗ ben, mit einem trockenen Zwiſchenraum von etli⸗ chen Tagen; ſie dann aber ſo trocken als moͤglich zu legen. Dieſe erſte Waͤſſerung hat hauptſaͤchlich den Zweck, das Land recht dicht und feſt zu machen und den Wurzeln Staͤrke zu geben. Dann werden ihm im Herbſte vielleicht noch eine oder zwey Waͤſ⸗ ſerungen von kuͤrzerer Dauer gegeben. Im Fruͤhjahre wird es wieder etlichemale be⸗ waͤſſert, wobey man aber noch aufmerkſamer iſt, das Waſſer abzulaſſen, ſobald ſich einiger Schaum auf dem Lande zeigt, und zwiſchen jeder Waͤſſe⸗ rung es voͤllig trocken werden zu laſſen. Denn im Fruͤhjahre kann zu vieles Waſſer nachtheiliger werden, wie im Herbſte. Der große Zweck der Waͤſſerungs⸗Wieſen in dieſem Diſtricte iſt, wie oben geſagt, die Aufzie⸗ hung fruͤher Laͤmmer. Sobald dieſe alſo mit den Schaafen den Weg machen koͤnnen, etwa in der Mitte des Maͤrzes, weiden ſie auf dieſen Wieſen. Nur muß man die Wieſen etliche Tage vorher ſo trocken, wie moͤglich, machen. milch zweyn nur, es vo 1. Vald nac Iuun nict hſen der Seagl ſt 5 ann, der eunxunde 39 zu ge⸗ non etli⸗ n mäͤglic aitſächlich machen in werden 9 Wiſ⸗. inale he⸗ smer iſt, Scheun 3 Wiſt⸗ 1 Dem theilige eſen in Außzie⸗ nit den in der Wieſen. her ſo Das Gras wird taͤglich zu einer beſtimmten, der Zahl der Schaafe angemeſſenen Portion ausge⸗ huͤrdet. Nur macht man ſolche Oeffnungen in den Huͤrden, daß die munterern Laͤmmer herauskommen, und das friſche Gras etwas voraus genießen koͤn⸗ nen. Ein Aere iſt des Tages hinreichend fuͤr 500 Paar. Man bringt die Schaafe nicht ganz nuͤchtern darauf, auch nicht eher, als bis der Thau ganz weg iſt; etwa um 10 oder 11 Uhr des Morgens. Sie bleiben bis 4 oder 5 Uhr Abends darauf, und werden nun auf das Gerſtenfeld, was um dieſe Jahrszeit gehuͤrdet wird, gebracht. Wenn das erſte Gras von den Schaafen abge⸗ freſſen iſt, ſo wird wieder gewaͤſſert, aber nur wenige Tage, und dann die Wieſe zu einer Heu⸗ Erndte trocken gelegt. Gewoͤhnlich ſind 6 Wochen Wachsthumszeit hinreichend; ja man hat Beyſpiele, daß 5 Wochen zu Hervorbringung großer Erndten zureichend geweſen ſind. Ließe man das Heu auf dieſen fruchtbaren Wieſen zu lange ſtehen, ſo wuͤrde es grob und hart werden; wird es aber jung ge⸗ maͤhet, ſo iſt es von vorzuͤglich nahrhafter und milchreicher Art. Zuweilen bleiben die Wieſen dann zu einer zweyten Heu⸗Erndte liegen. Dies geſchiehet aber— nur, wenn das Heu ſelten iſt. Sonſt benutzt man es vortheilhafter zur Kuhweide, und in dieſer Hin⸗ J. K k ſicht iſt es verhaͤltnißmaͤßig von eben ſo großem Werthe, als im Fruͤhjahre zur Schaafweide. Die Kuͤhe bleiben dann bis zur Zeit der Herbſt⸗Waͤſ⸗ ſerung darauf. Ein loſer ſandiger, einziehender, ſelbſt ein grandiger, aus lauter Feuerſteinen, mit wenig Zu⸗ miſchung von Erdtheilen, beſtehender Boden iſt grade der beſte fuͤr dieſe Waͤſſerungswieſen. Die Narbe braucht nur ſehr duͤnne zu ſeyn, und es kommt vorzuͤglich darauf an, daß der Untergrund das Waſſer nur frey wieder ablaufen laſſe. Die Art der Graͤſer iſt faſt gleichguͤltig; denn ſelbſt die, welche ſonſt unter die ſchlechteſten gehoͤren, werden durch die Waͤſſerung ſaftig und ſtark. Die Frage, welches Waſſer die groͤßte Wir⸗ kung bey der Waͤſſerung thue?— dasjenige naͤm⸗ lich, welches friſch aus der Quelle kommt, oder das⸗ jenige, was ſchon uͤber der Erde einen betraͤchtlichen Weg gefloſſen und andre Zufluͤſſe von Feldern und Miſthoͤfen aufgenommen— iſt in England ſehr ſorgfaͤltig unterſuchet worden. A. Young hatte vormals der Prieſtleyſchen Theorie vom Phlogiſton, als Pflanzen⸗Nahrung, lebhaft und warm ſeinen Beyfall gegeben, und ſolche durch ſeine Erfahrungen und Verſuche zu be⸗ ſtaͤtigen geſucht. Man machte ihm dagegen die Einwendung, daß, nach dieſer Theorie, das friſche 4 o großem jde. Die ellſt ein enig Ju⸗ Zoden iſt n. Die und es tergrund e. Die glöſt die, werden te Wir⸗ ge nam⸗ der das⸗ ſchtlichen ern und d ſehr eyſchen hrung, 1, und zu he⸗ gen die feiſche — 515— Quellwaſſer nicht ſo wirkſam in der Wieſenwaͤſſe⸗ rung ſeyn koͤnne, wie das, was ſchon auf einem weiten Lauf mit phlogiſtiſchen Theilen geſchwaͤngert worden; ja, daß das auf mehrern Wieſen ſchon gebrauchte und wieder aufgefangene Waſſer immer wirkſamer werden muͤſſe. Das Gegentheil aber lehre die Erfahrung in allen den Diſtritten, wo die Waͤſſerung uͤblich und genau beobachtet ſey. Je naͤher am Ouell, deſto beſſer finde man das Waſſer, und diejenigen Wieſen, die es erſt erhiel⸗ ten, nachdem es ſchon mehreremale gebraucht wor⸗ den, haͤtten wenig Nutzen davon. Young maß dieſen Erfahrungen keinen Glau⸗ ben bey. Da aber der groͤßte Theil der in Eng⸗ land aus den wieſenwaͤſſernden Diſtricten eingezo⸗ genen Erkundigungen dahin ausfielen, daß aller⸗ dings das Waſſer um deſto wirkſamer ſey, je fri⸗ ſcher es aus dem Quell komme, hingegen unkraͤf⸗ tiger werde, je oͤfter es ſchon zum Ueberſtroͤmen gebraucht worden; ſo wandte er ſich mit einer ita⸗ lieniſchen und lateiniſchen Anfrage an die Italiener und Teutſchen, um die Sache voͤllig zu ergruͤnden. Ob ihm die Antwort, welche in den groͤßern Schriften der oͤconomiſchen Sorietat zu Leipzig*) darauf ertheilet worden, und welche in der Ueberſetzung des erſten Theils der Annalen des Ackerbaues im Auszuge wieder abgedruckt wor⸗ *) 7 B. S. 36. Kk 2 — 5¹6— den, befriediget habe? daruͤber habe ich nichts ge⸗ funden. Die Bath⸗Societaͤt erhielt beſonders viele Antworten auf ihre daruͤber erlaſſenen An⸗ fragen, die faſt alle, in ſofern ſie auf Erfahrung beruheten, fuͤr die Vorzuͤge des friſchen Waſſers aus Berg⸗Quellen ſtimmten*). An Orten, wo man beydes, ſchlammiges Waſſer aus Fluͤſſen, und klares aus friſchen Quellen, zur Bewaͤſſerung brau⸗ chen kann, erhaͤlt man immer beſſeres Gras nach dieſem, und ziehet es vor, wenn die Quellen nur ergiebig genug ſind. Wo man indeſſen gar kein friſches Quellwaſſer haben kann, ſondern blos aus Fluͤſſen waͤſſert, da ziehet man dieſe vor, wenn ſie recht ſchlammig ſind und nach ſtarken Regenſchauern vielen Zufluß von Duͤngertheilen erhalten haben. Die Nachrichten, welche ich aus dem Fuͤrſten⸗ thum Luͤneburg, wo man die vielen Baͤche immer mehr zu Bewaͤſſerungs⸗Wieſen zu benutzen anfaͤngt, eingezogen habe, ſtimmen ebenfalls darin mit den engliſchen uͤberein, daß man die Baͤche fuͤr deſto fruchtbarer haͤlt, je naͤber ſie ihrer Quelle ſind, und daß ſchon gebrauchtes Waſſer unwirkſamer ſey. Welches eigentlich die bewirkende Urſache dieſer groͤßeren Fruchtbarkeit des friſchen Quellwaſſers ſey, wage ich noch nicht zu entſcheiden. Iſt es die waͤrmere Temperatur, die dieſes Waſſer dem Erd⸗ ⸗) Bath Society's Papers. T. II. p. 135. nichtz ge⸗ fahrung Waſfers tten, wo ſſen, und ung brau⸗ ras nach ellen nur gar kein blos aus wenn ſie nſchauern aben. Färſten he immer anfängt, mit den für deſt le ſind, ner ſey. dieſer waſſers es die m Erd⸗ — beſonders enen An⸗ 2 boden im Fruͤhjahre mittheilet? Enthaͤlt es auf⸗ geloͤſete Kalktheile, die es abſetzet? Oder belebt es die Vegetation durch die fixe Luft, die es mit ſich fuͤhrt?*) Von der Kunſt, Schwemm⸗Wieſen anzulegen, indem man durch das Waſſer große Sandhuͤgel wegſchwemmet und zum fruchtbarſten Wieſengrund macht, finde ich auch bey den Englaͤndern nichts. Dieſe Kunſt ſcheint mir alſo eine hoͤchſt merkwuͤr⸗ dige eigenthuͤmliche Erſindung der Luͤneburger zu ſeyn. Auch finde ich wenig von der Bewaſſerung durch Schoͤpfraͤder angemerkt. *) Ohne Zweifel hat die Waͤrme des Quellwaſſers im Fruͤhjahre eine große Wirkung auf die Ueberrieſelungs⸗ Wieſen. Dann fuͤhret aber das meiſte Quellwaſſer Kalk, in einem Uebermaaß von Kohlenſaͤure aufgeloͤſt, bey ſich. — 518— Zwey und zwanzigſtes Capitel. Die Rindoiehzucht⸗. Man erwarte hier keine vollſtaͤndige Geſchichte der Viehzucht, dieſes wichtigen Zweiges der engliſchen Landwirthſchaft. Es giebt darin eine ſolche Man⸗ nigfaltigkeit und ſo feine Verwickelungen, daß ich — bey allem Beſtreben, mich daruͤber kurz und doch ſo auszudruͤcken, daß man eine allgemeine Ueberſicht davon erhalte— doch beforgen muͤßte, manchem teutſchen Leſer zu weitſchweifig zu werden, wenn nicht die gewaltigen Anſtrengungen der Eng⸗ laͤnder auf dieſen Punet, vielleicht nur der Sonder⸗ barkeit wegen, ſein Intereſſe erregten. Ein Spring⸗ ochſe, der zu 400 Guineen oder 2400 Rthlr. meiſt⸗ bietend verkauft, und ein Schaafbock, der zu eben *) Dieſe Materie iſt ebenfalls im 3ten Bande ſo ſehr berichtiget, daß ich bitte, dieſes und das folgende Ca⸗ pitel nie ohne Verbindung mit dem 11ten des 3ten Bandes zu leſen. der ſche menr viel nen ripn Gen pfu Sie wenꝛ den raue Art lich, zuͤge tel. ht) hichte der engliſchen che Man⸗ , daß ich kurz und allgemeine en maͤßte, u werden, der Eng⸗ Sonder⸗ Soring⸗ t. meiſt zu eben — e ſo ſehr lgende Ca⸗ des zten dem Preiſe, nur auf eine Springzeit, vermiethet worden, wird Manchem in ein Feenmaͤhrchen zu gehoͤren ſcheinen. Und doch iſt ein ſolcher Preis in einigen Provinzen Englands etwas gewoͤhnliches. Man findet einer unendlichen Mannigfaltigkeit von Rindvieharten erwaͤhnet. Jeder Diſtrict hat faſt ſeine beſonders einheimiſche, die durch fremde Vermiſchung wieder Abarten hervorgebracht. Die urſpruͤnglichen Hauptgattungen zeichnen ſich beſon⸗ ders durch die Hoͤrner aus, und daher wird auf dieſe von den Englaͤndern ſo vorzuͤglich geſehen, und die Arten darnach benannt. 1) Die kurzhoͤrnige Art, welche the Hol- derneſs, auch wol the dutch Breed benannt wird, ſcheint aus den Niederlanden nach England gekom⸗ men zu ſeyn, und hat mit dem Frieſiſchen Viehe viele Aehnlichkeit. Sie hat einen dicken Kopf, ei⸗ nen großen Umfang und runde Woͤlbung des Ge⸗ rippes. Sie kann durch die Maſtung zum groͤßten Gewichte gebracht werden, auf 1000 bis 1400 Pfund; ja man hat Beyſpiele von 2100 Pfund. Sie ſetzt viel Talg an. Die Haut iſt duͤnne und wenig behaaret. Das Fleiſch wird vorzuͤglich auf den Schiffen geſchaͤtzt, da es eingeſalzen und ge⸗ raͤuchert ſeinen Saft gut behaͤlt. Die Kuͤhe dieſer Art geben die groͤßte Quantitaͤt, 24 Quart. taͤg⸗ lich, aber duͤnnere Milch. Dies ſind ihre Vor⸗ zuͤge. Dagegen aber hat ſie folgende uͤble Qualitaͤ⸗ ten: Sie iſt weichlich gegen rauhe Winterwitterung, bey welcher das Vieh in England groͤßtentheils drauſſen bleibt. Sie kalbet ſchwer, und es gehen ungleich mehr Kaͤlber dieſer Art verloren, als von andern; zuweilen ſterben gar die Kuͤhe dabey. Wenn ein Maſtochs dieſer Art gleich zu einem großen Gewichte gebracht werden kann, ſo bezahlt er doch ſein Futter nicht ſo gut, wie ein anderer, weil er nach Verhaͤltniß ſeiner Staͤrke um ſo viel mehr verzehret, ehe er ausgemaͤſtet iſt. Auch muß ein Ochſe erſt voͤllig ausgewachſen und im ſechsten Jahre ſeyn, ehe er recht anſetzet. Dann wird ein ſolcher Ochſe, ſeinem Gewichte nach, bey weitem nicht ſo theuer bezahlt, weil ſeine Knochen ſo großen Antheil daran haben, auch das Fleiſch grobfaſerig und hart iſt, daher feineren Gaumen nicht be⸗ hagt. Als Milch-Kuͤhe gewinnt man eben ſo wenig bey dieſer Art. Nur kurzſichtige Wirthinnen ziehen ſie wegen der groͤßeren Quantitaͤt, die ſie geben, vor. Dieſe bedenken dann aber nicht, daß ſie um ſo viel mehr Futter erfordern, und daß man aus demſelben Futter durch eine groͤßere Anzahl anderer Kuͤhe, eben ſo viel Milch hervorbringen wuͤrde. Als Zugvieh haben ſie mehrere Kraft; aber ſie ſind traͤge und dauern nicht aus, ethizen ſich leicht und werden krank. unterf eine d Haare ha ſchwaͤ ſo ar ringe doch weil Schr — — — ‿ e Qunlit⸗ witterung, üßtentheil des gehen , als von ihe dabeh. zu einem ſo bezahlt anderer, zm ſo biel Auch muß ſechoten wird ein ey weitem ſo großen grobfaſerig nicht be⸗ ſo wenig gen ziehen ſee geben, j ſe un nan aus anderer uͤrde. ft; aber izen ſch 2) Die langhoͤrnige(Lancashire) Art unterſcheidet ſich durch ſehr lange Hoͤrner, durch eine dicke, ſtarke Haut und durch dichte und lange Haare. Siei iſt vorzuͤglich ſtark in den Vorder⸗ theilen, im Vergleich mit andern Arten, aber ſchwaͤcher in den Hintertheilen. Dies Vieh iſt nicht ſo ausgedehnt und gewoͤlbt, und im Gewichte ge⸗ ringer als das kurzhoͤrnige. Indeſſen wiegen ſie doch ſchwerer, als man es ihnen anſehen ſollte, weil ihre Subſtanz feſter iſt und mehr ſpecifiſche Schwere hat. Sie geben viel weniger, aber fet⸗ tere Milch, wie die vorige Art. 3) Ganz ohne Hoͤrner, polled oder Gal- loway catle. Es findet ſich zwar bey einigen eine Spur von Hoͤrnern, ſie ſind aber nur etliche Zoll lang und ſitzen ganz loſe. Die meiſten haben gar nichts davon. Dies iſt eine kleine leichte, aber ſehr ſchaͤtzbare Art. In ihrer Form und Verhaͤlt⸗ niſſen kommen ſie der veredelten langhoͤrnigen Art, wovon wir gleich hoͤren werden, nahe, nur ſind ſie viel kuͤrzer. Ihr Gewicht iſt, als Maſtvieh, 550 bis 700 Pfund, doch hat man einzelne Bey⸗ — ſpiele, daß ſie auf 1000 Pfund gebracht worden. Sie ſetzen ihr Fett vorzuͤglich an den ſchaͤtzbarſten Theilen an; ihr Fleiſch iſt von ſchoͤner Conſiſtenz und Farbe, auch mit Fett durchwachſen. Man hat dieſe Art wol hin und wieder in England ein⸗ gefuͤhrt: hauptſaͤchlich aber kommt dieſes Vieh aus Galloway, einem anſehnlichen Diſtricte im ſuͤd⸗ weſtlichen Schottland, von wo es durch Viehhaͤnd⸗ ler auf die Suffolk⸗- und Norfolkſchen Maͤrkte, beſonders in der Jahrszeit, wo die Ruͤbenmaſtung angehet, gebracht wird. Fett werden ſie dann auf dem Smithfield⸗Markte, nach Verhaͤltniß ihres Gewichts, ſehr theuer bezahlet. Auch die Kuͤhe geben, nach Verhaͤltniß des Futters, was ſie verzehren, viele und fette Milch. Auch iſt dies Vieh, als Arbeitsvieh gebraucht, munter und thaͤtig. Man glaubt indeſſen, daß dieſe Race nicht mehr ſo vollkommen ſey, wie ehemals. Verſchie⸗ dene ſind daher bemuͤhet, durch ſorgfaͤltige Auswahl der Zucht, ſie wieder zu heben und zu veredeln, worunter ſich beſonders Lord Selkirk und ſein Sohn Lord Daer auszeichnen. 4) Die Norfolker Art, von welcher ſchon in dem Capitel von dieſer Wirthſchaft das Erheb⸗ lichſte geſagt worden. 5) Eine der Provinz Suffolk eigen⸗ thuͤmliche Art, welches vorzuͤglich gute Milcher ſind. Die Kuͤhe dieſer Art ſind mager, platt, haͤngebaͤuchigt, koͤnnen aber bis auf 24 Quarter Milch gebracht werden. 1 Mehrere kleine Sorten von Vieh, die man in Schottland hat, und vermuthlich Ausartungen Viehhäͤnd en Mirfte benmaſtung e daun auf älmmiß ihres häͤltniß des fette Milc. gebraucht, jace nicht Verſchie⸗ e Auswahl u veredeln, k und ſein ſcher ſchon s Etſeb⸗ k eigen⸗ Miccer , platt, Darter die man zaartungen — 5²3— der Gallowayſchen ſind, uͤbergehe ich, ſo wie die Alderney⸗ oder Franzoͤſiſche Race, die von ſchoͤnen Farben iſt und ſehr fette Milch giebt, da⸗ her von reichen Herren in den Parks gerne gehal⸗ ten wird, um Milch zum Thee zu haben. Wenn man ſich in den Gegenden, wo Acker⸗ bau die Hauptſache ausmachte, mit dem kleineren Vieh gern begnuͤgte, ſo war doch in den fetten Weidegegenden das große, ſchwere Vieh beliebter. Man erkannte aber die Fehler der beyden großen Hauptarten nur zu ſehr, und ſuchte ſie durch Ver⸗ miſchung mit andern Racen, was man Kreutzen (crossing) nennt, zu verbeſſern. Allein man ent⸗ deckte nach vielen Verſuchen, daß dies faſt nie gluͤckte, und daß man, ſtatt die Vorzuͤge der einen Race der andern mitzutheilen, nur die Fehler bey⸗ der vereinige. Es kam ein grober, ſchwerknochigter, ſchlecht proportionirter, viel freſſender und ſchwer anſetzender Schlag von Vieh heraus, und in vielen Gegenden, wo man unbeſonnen damit fortfuhr, verdarb man den Viehſtapel ganz und gar. Die Schlachter in London und andern Staͤdten machen einen großen Unterſchied, nicht nur nach dem Ver⸗ haͤltniſſe der Knochen zum Fleiſche, ſondern auch nach dem Verhaͤltniſſe der Vorder⸗ zum Hinter⸗ viertel. An letzterem beſinden ſich, am Ruͤckgrade herunter, diejenigen Stuͤcke, welche von den Eng⸗ laͤndern ſo vorzuͤglich geſchaͤtzt und zum Braten ge⸗ zraucht werden. Dieſe ſaftigen Stuͤcke werden dreymal theurer wie andre bezahlt, die ſehnigt und trocken ſind. Daher iſt ihnen ein Ochſe, der nach Verhaͤltniß die groͤßte Breite zwiſchen den Huͤft⸗ knochen hat, der angenehmſte. Je laͤnger dann der Ruͤckgrad und je ausgedehnter das Gerippe, je kuͤrzer und kleiner aber der Kopf und Beine, deſto theurer bezahlen ſie ſein Gewicht. Bakewel zu Diſhley in Leiceſterſhire, ein reicher Pachter, war der erſte, der auf folgende Grundſaͤtze in der Viehzucht verfiel: Er behauptete, alles Kreutzen tauge nichts; man muͤſſe bey allen Thieren jede Race nur in ſich ſelbſt veredeln, die vollkommenſten Individuen einer Race zur Zuzucht auswaͤhlen und die Vorzuͤge eines Stuͤcks mit denen eines andern, aber von derſelben Race, zuſammen zu ſetzen ſuchen. Aus der beſten Uebereinſtimmung aller Verhaͤltniſſe eines Hausthiers zu dem Zwecke, wozu man es beſtimmt, macht er ſich das Ideal von Vollkommenheit, welches er zu erreichen ſtrebte. Bey Rindvieh und Schaafen war ſein Zweck haupt⸗ ſächlich Maſtung; die Milch und Wolle nur Neben⸗ ſache, die er indeſſen nicht ganz aus dem Auge ver⸗ lor. Dieſe Grundſaͤtze haben ſich unter dem Na— men des Bakewelſchen Syſtems, oder 8ystem of breeding in and in, beruͤhmt gemacht. In Anſehung des Rindviehes gab er der lang⸗ hoͤrnigen Art den Vorzug. Er machte hierunter aber eine ſolche Auswahl und ſolche Verbindungen, an werden Sigt und er ſach 20 Hifft⸗ r dann— Ewe, j 2,, deſto Aiire, Algende Fenptete, as allen dc, dee auzucht= ie denen is inen ifrnung erwech, 1 Jdeal 1trät dauxt⸗ eben⸗ ul her⸗. 136 Ra⸗ 3 tem — dlang⸗ aumter Iunngen/ daß er eine ganz neue und vorzuͤgliche Art, die un⸗ ter dem Namen der Bakewelſchen oder neuen Leiceſter⸗Race bekannt iſt, hervorbrachte. Dieſe Art hat wirklich alle die Vorzuͤge, welche man fuͤr Maſtvieh wuͤnſchet. Sie iſt kleiner, kommt aber bey wenigerem Futter in kuͤrzerer Zeit zu einem groͤßeren Gewichte, wie jede andre. Sie hat duͤnne Knochen und kurze Beine, feinen Kopf mit maͤßi⸗ gen Hoͤrnern, ein tonnenfoͤrmiges Gerippe, langen NRuͤckgrad, breite Huͤften und ſchmale Bruſt. Sie ſetzt alſo ihre Nahrung an den Theilen ab, die am meiſten geſchaͤtzt werden. Ihre Haut iſt weich und giebt beym Angreifen mit der Hand die beſondre Empfindung, welche als ein charakteriſtiſches Merk⸗ mal der Neigung zum Fettwerden, beſonders den engliſchen Viehmaͤſtern, vor allen andern Zeichen merkwuͤrdig, auch in Teutſchland Vielen bekannt iſt. Sie hat ein angenehmes munteres Anſehen, und lebhafte Augen. Talg hat ſie wenig, aber viel Talg⸗Anſatz haͤlt man in England fuͤr einen Fehler, weil darunter die uͤbrige Maſtung ſehr leide. In der Milch ſtehet ſie gegen andre Arten zuruͤck. Wie ſehr die Guͤte und Zweckmaͤßigkeit dieſer Race anerkannt wird, beweiſen die Preiſe, welche fuͤr vorzuͤgliche Springochſen und Zuchtkuͤhe bezahlt werden. Bakewel ſelbſt verkauft das Hauptzucht⸗ vieh gar nicht, ſondern vermiethet die Springochſen nur. Im Fruͤhjahr 1792 vermiethete er einen Bul⸗ len auf 4 Monate, vom Iſten May bis 1ſten Sep⸗ — 526— tember, fuͤr 152 Guineen. Mr. Fowler, Pajet und einige andere der erſten Nachfolger Bakewels, welche die Race von ihm erhalten, nun aber faſt gleich gekommen ſind, ſtellen oͤffentliche Auctionen an. Den 22ſten Maͤrz 1701 verkaufte Fowler unter andern folgende Stuͤcke zu nebenſtehenden Preiſen: Garrick, einen Sjaͤhrigen Bullen zu 205 Guin. Sultan ⸗ ⸗ ⸗„ ⸗» 210— Waſhington 2 2 295— Young Sultanl⸗⸗ ⸗ 200— einen!l⸗; ⸗„ 145— einen dito ⸗ ⸗ ⸗ 100— Brindled Beauty, eine Kuh ⸗ 260— Waſhingtons Mutter, eine Kuh⸗ 185— Und in Pajets Auction ward ein Springochſe Shakespear, von Mr. Fowler erzielet, zu 400 Guineen verkauft*). Wer ſich etwa vorſtellet, daß dieſe Preiſe be⸗ zahlt werden, um Schlachtvieh davon zu erzielen, der muß die Kaͤufer fuͤr Thoren halten. Dies iſt aber nicht ihre Abſicht; ſie wollen die Race in moͤglichſter Vollkommenheit ſich eigen machen und vermehren, vielleicht mit der Hoffnung, ſie noch mehr zu veredeln, ſie dann wieder an die dritten 5) Annals of agricult. N. 93. p. 395. und N. 125. p. 4†63. Culley on live etock. Pajet feweld, er faſt tionen wwler henden zGuin. —— — — ) — 5 ingochſe let, zu jeiſe be⸗ eazjelen dies iſt ale in n und e noch deitten — N. 135 — 827— und vierten Nachfolger theuer verkaufen, oder die Springochſen vermiethen zu koͤnnen. An den Schlachter kommt noch nichts als der Ausſchuß die⸗ ſer Art, nachdem er verſchnitten iſt. Man koͤnnte glauben, daß der Wetteifer des Ehrgeitzes und der Liebhaberey mit im Spiele waͤren. Dies iſt aber wol nicht der Fall; denn unter den Kaͤufern, de⸗ ren Namen in den Auctionsliſten ſtehen, findet man keine Lords oder Gentlemen, ſondern lauter Farmers. Dieſe hohen Preiſe werden ſo lange dauern, bis die Race endlich ganz allgemein geworden, und ſelbſt dann wird doch die groͤßere Vollkommenheit immer theurer bezahlt werden. Von 1770 bis jetzt ſind ſie immer noch geſtiegen, und ſelbſt die dritten und vierten Nachfolger haben ſich enormes Vermoͤgen damit erworben. Noch weit mehr iſt dies der Fall mit der Bakewelſchen Schaafzucht, wovon hernach die Rede ſeyn wird. Andre haben den Verſuch gemacht, die kurz⸗ hoͤrnige Race auf dieſelbe Weiſe zu veredeln, und es iſt ihnen auch in gewiſſer Ruͤckſicht gegluͤckt. An den Ufern des Tee⸗Fluſſes hat man ſie vor⸗ zuͤglich veredelt. Doch kommt, nach der allgemei⸗ nen Meynung, dieſe Race der Bakewelſchen nicht gleich. Wo bey der Viehzucht hauptſaͤchlich auf das Molkenwerk Ruͤckſicht genommen wird, da empfiehlt ſich dieſe Bakewelſche Art gar nicht. Man hat in England im Allgemeinen den Grundſatz, daß Vieh, welches gut anſetzet, ſchlecht milche, und umge⸗ kehrt. Doch giebt es Einige, die behaupten, es muͤſſe ſich beydes vereinigen laſſen. Meiner Ueber⸗ zeugung nach, wird man dieſe Vereinigung nur bey kleinern Arten, nicht bey den großen ſchweren, be⸗ wirken koͤnnen. Fuͤr die beſten Milchkuͤhe haͤlt man die Suffolker, die zur Maſtung ſich gar nicht em⸗ pfehlen. Sie haben einen langen Koͤrper, glatten Hals, ſchmale Taille und duͤnne Schenkel. Die Maſtung des Rindviehes wird ent⸗ weder blos mit Gras und Heu, oder mit andern Futterarten betrieben. Ich fuͤhre in Anſehung der⸗ ſelben nur einige Punkte an, die mir vorzuͤglich merkwuͤrdig zu ſeyn ſcheinen. Die Viehmaͤſter in den eigentlichen Graslaͤndern haben eine erſtaunliche Uebung, die Maſtfaͤhigkeit eines Thiers durch den Anblick und Angriff zu beurtheilen. Auſſer dem Gebaͤude deſſelben ſehen ſie aufs lebhafte Auge, auf ein dreiſtes Weſen, auf reine Haut und das weiche Anfuͤhlen unter derſelben. Man haͤlt in den Graslaͤndern allgemein da⸗ fuͤr, daß eine Kuh ſich beſſer maͤſten laſſe, wenn ſie ein Kalb im Leibe hat. In einer Koppel, wo Kuͤhe fett gemacht werden, hat man allemal einen hat in „Vah, 1 umge⸗ den, es tleber⸗ nur bey kien, he⸗ väͤlt ma uct em⸗ dglatten 3 1 ad enr⸗ dandern dng der⸗ tzüglic ntlichen 9, de Nublick ebande uf ein eeiche in da⸗ wenn l, wo einen Springochſen dabey, weil ſie ſich dann ruhiger ver⸗ halten. Ueberhaupt maͤſtet man in den eigentlichen Graslaͤndern mehr Kuͤhe, als Ochſen. Wenn die Maſtung ganz auf der Grasweide ſoll vollfuͤhret werden, ſo rechnet man auf ein Stuͤck Rindvieh und zwey Schaafe zwey Acres; in dem beſten Graslande nimmt man auf 20 Acres 15 Kuͤhe und 20 Schaafe. Mit Maptag treibt man das Vieh ein. Man haͤlt ſehr darauf, auf jeder Weidekoppel einen rauhen Pfoſten zu haben, woran ſich das Vieh reiben kann, wenn keine Baͤume da ſind. Eine Methode, die ſich beſonders in feuchten Sommern ſehr nuͤtzlich erwieſen hat, iſt dieſe: man laͤßt das lange, ſtehengebliebene Gras, was ſonſt umkommen wuͤrde, abmaͤhen und ſo liegen. Den erſten Tag ruͤhrt es das Vieh nicht an, den zwey⸗ ten oder dritten Tag aber faͤllt es begierig darauf, und frißt es faſt lieber als das junge Gras. Der gewoͤhnliche Gewinn, den man auf ein Stuͤck Vieh macht, iſt 3 bis 4, zuweilen auch wol 5 Pf. Sterl. Es kommt viel darauf an, daß man den Handel beym Einkaufen und Verkaufen recht verſtehe. I. LI — 330— Eine andre Maſtungsart, welche an manchen Orten mehr im Gebrauche iſt, iſt die: das erſtemal Heu zu machen, und das Vieh erſt aufs Nachgras zu bringen. So wie dieſes dann abnimmt, giebt man ihnen Heu zu. Wenn das Gras zu Ende gehet und die Witterung rauher wird, ſo erhalten ſie entweder das Heu auf den Koppeln, wo es ge⸗ macht und in Feimen gebracht worden. Man giebt es ihnen taͤglich dreymal aus Krippen von grober Korb⸗Arbeit. Dieſe Korbkrippen ſind auf dicke Staken, die 1 Fuß uͤber dem Korb herausſtehen, und 15 Zoll von einander entfernt ſind, geflochten. Hierzwiſchen muß das Vieh ſeinen Kopf ſtecken und gewiſſermaaßen einklemmen, um zu freſſen. Dies verhindert, daß es beym Freſſen nicht mit den Koͤ— pfen umherſchlagen und das Heu verſtreuen kann; auch haͤlt es die ſtaͤrkern ab, umherzulaufen und die ſchwaͤchern zu verjagen. Es bleibt feſter an dem Platze ſtehen, den es einmal gewaͤhlet. Oder das Vieh wird auch auf den Hof oder in eine kleine, nahe beym Hauſe gelegene Koppel gebracht. Der Viehhof iſt gewoͤhnlich ſo angelegt, daß er gegen Norden und Oſten Schutz hat; ſonſt hat das Vieh hoͤchſtens einen offenen Schoppen; oft aber auch dieſen nicht, ſondern nur einen Platz, wo ihm geſtreuet wird und wo es ſich dicht neben einander lagert. Auſſerdem ſtehet es, beſonders vor den Krippen oder Raufen, woraus es ſein Futter erhaͤlt, oft bis uͤber die Knie im Koth. e 1 fanchen ſtemal chgras giebt Ende halten es ge⸗ n giebt grober f dicke ſiehen, ochten. in und Dies jen Ki⸗ kann; oh und jer an „ Odet on eine Ibracht. daß er h hat oft plaß. neben enders ſein 9. Selten wird das Vieh bey dieſer Maſtungsart ganz vollkommen fett, und ſo, daß es da, wo man auf Fleiſch ſehr lecker iſt, Abgang faͤnde. In den Fabrik⸗Staͤdten und fuͤr die Schiffe findet es in⸗ deß immer ſeine Abnehmer. Man treibt aber noch eine andre Maſtung, beſonders fuͤr den Winter, welche neben etwas Heu zuweilen in Korn- und Huͤlſenfruͤchten, hauptſaͤch⸗ lich aber in Oelkuchen und Leinſaat beſtehet. Dieſe Maſtung wird in viehreichen Gegenden von Einigen ſehr im Großen betrieben, und es giebt Farmer, die jaͤhrlich 100 bis 150 Stuͤck auf die Weiſe fett machen. Man verfiel wol zuerſt darauf, um die Oelkuchen vortheilhaft zu benutzen. Dieſe ſtanden vormals in geringem Preiſe, ſtiegen aber, ſo wie dieſe Methode bekannter wurde, ſehr in die Hoͤhe. Vor etlichen Jahren, ſagt Marſhal, haͤtten ihm erfahrne Farmer verſichert, man koͤnne ſie nicht hoͤher als zu 3 Pf. Sterl., die Tonne von 20 Cent⸗ ner, benutzen. Nachher waͤren ſie auf 6 Pf. Sterl. bis 6 Pf. Sterl. 10 Schill. geſtiegen. Bey dieſem hohen Preiſe ſiel man darauf, Leinſaat zu waͤh⸗ len. Dieſe kochte man zu einer Gallerte, nachdem ſie 48 Stunden eingeweicht war, und goß ſie uͤber Hexel und Kaf. Man findet dies ſehr vortheilhaft. Wenn das Quarter, von 8 Buͤſchel zu 50 Pfund, zwey Pf. St. koſtet, ſo haͤlt man dieſes Futter fuͤr vortheilhaft. Wie allgemein dieſes anerkannt wor⸗ den, ſiehet man unter andern daraus, daß auf den . LI 2 Antrag des Board of Agriculture eine zollfreye Ein⸗ fuhr des Amerikaniſchen Leinſaats, zum Vortheil der Viehmaſtung, durch eine Parlements⸗Acte, zu⸗ geſtanden worden.— Man hat aber auch Bohnen, Erbſen, Hafer, Gerſte, Buchweitzen, dazu genommen, und Einige glauben gefunden zu haben, daß es vortheilhafter ſey, dieſe wie die Leinſaat zu kochen, als ſie ſchro⸗ ten zu laſſen, womit meine Erfahrung beym Milch⸗ vieh und der Schweine⸗Maſtung voͤllig uͤberein⸗ ſtimmt. 2* Man rechnet, daß 20 Stuͤck Maſtochſen, bey dieſer Methode, einen Kerl zur Wartung erfor⸗ dern. Gewoͤhnlich faͤngt man die Maſtung im No⸗ vember an, und endiget ſie im May. Das Vieh erhaͤlt Morgens, Mittags und Abends eine Por⸗ tion Heu, und Vor⸗ und Nachmittags das Futter. Wenn ſpaͤter oder zu ſchlecht aufgenommenes Vieh bey dieſer Maſtung nicht voͤllig fett gewor⸗ den, ſo hat man bemerkt, daß es ſehr ſchleunige Fortſchritte gemacht, wenn es im Fruͤhjahr ins Gras gekommen iſt. Es ſcheint mir folgende Be⸗ merkung einiger genaueren Beobachter, welche ich bey dieſer Gelegenheit anfuͤhren will, uͤberhaupt viele Aufmerkſamkeit zu verdienen: daß es naͤmlich rathſam ſey, das zur Maſtung beſtimmte Vieh, nicht nach der gewoͤhnlichen Methode, allmaͤhlig mit nahrhafterem Futter zu behandeln, ſondern — ehe Ein⸗ Vortheil te„ jl⸗ „Hafer, dEinige eilhafter ſe ſchro⸗ Mllh⸗ berein⸗ en, bey 9 erfor⸗ im Na⸗ 3 Voeß ne Por⸗ Futter. mmenes gewol⸗ leulnige ir ins de Be⸗ ſche ich erhaupt namlich Vih, mahlig ſondern v— — 333— ihm gleich im Anfange mit ſtarkem, beſonders meh⸗ ligem Futter zuzuſetzen, wenn man auch nachher ein leichteres dafuͤr beſtimmt hat. Durch jenes wuͤrden die Haargefaͤße und das Zellgewebe ausge⸗ dehnt und zur Fettanſetzung ſchnell disponirt. Der reine Gewinn bey dieſer Maſtungsart kann ziemlich groß ſeyn, wenn man den Handel verſteht, oder eine vorzuͤgliche Sorte von maſtfaͤhigem Vieh beſitzt. Indeſſen iſt der Landwirth ſchon zufrieden, wenn er ſein Heu hierbey gut verfilbert und den Duͤnger zum reinen Vortheil hat. Zuweilen bleibt das Vieh dabey, wie bey der Heumaſtung, auf dem Hofe, oöͤfter wird es jedoch im Stalle angebunden. Diejenigen aber, welche die Sache mit rechtem Ernſte treiben, haben eine beſondre Einrichtung von Schoppen, die eine ge⸗ nauere Beſchreibung zu verdienen ſcheint. Dieſer Schoppen iſt 15 Fuß breit; die Laͤnge richtet ſich nach der Menge der Staͤnde. Auf der Nord⸗ oder Oſtſeite hat er den Tropfenfall, iſt daſelbſt 6 Fuß hoch und iſt zu, auf der Weſt⸗ oder Suͤdſeite iſt er offen und ruhet blos auf Stendern. An der Wand herunter gehet ein ſchmaler Futter⸗ gang 3 ⅞ bis 4 Fuß breit, der blos durch eine Krippe abgetheilt iſt. Die Viehſtaͤnde ſind mit Latten, die von einem Stender zum andern gehen, abgetheilt und etwas uͤber acht Fuß breit. Jeder Stand hat aber ſeinen, ebenfalls mit Latten, leicht — 534— abgetheilten Verſchlag nach dem Hofe heraus; gleich⸗ ſam ſeinen beſondern kleinen Hof, an deſſen aͤuſ⸗ ſerer Seite das Vieh hineingelaſſen wird. In je⸗ dem dieſer Verſchlaͤge iſt ein mit Steinen ausge⸗ ſetztes Loch fuͤr das Waſſer, und dieſe ſind ſaͤmmt⸗ lich durch einen Canal verbunden, ſo daß ſie alle mit einer Pumpe zugleich angefuͤllet werden koͤnnen. Das Vieh kann alſo nach Belieben unter Dach oder im Freyen ſich aufhalten, ſich frey bewegen, ſich lecken, ſaufen, wenn es durſtig iſt, und rein⸗ licher liegen. Ich hatte beynahe dieſelbe Idee von einer ſol⸗ chen Stallung des Viehes, zum Behuf der Sommer⸗ Stallfutterung, ehe ich dieſe Beſchreibung bey den Englaͤndern fand. Es muͤſte zur Klee⸗Futterung⸗ nahe bey den Koppeln angelegt, vortrefflich ſeyn, und wuͤrde ſehr geringe Koſten veranlaſſen. Nooch einer anderen Einrichtung eines Vieh⸗ ſtalles muß ich hier erwaͤhnen, die da, wo Stroh und andre Einſtreuung mangelt, zur Reinhaltung des Viehes ſich empfehlen laͤßt. Dieſe hat naͤmlich der beruͤhmte Bakewel ſelbſt; denn er haͤlt mehr Vieh, als er mit Stroh verſorgen kann. Der Platz, worauf das Vieh ſtehet, iſt acht Zoll hoͤher, wie der uͤbrige Boden des Stalles, und nur grade ſo breit, daß das Vieh mit den Hinterbeinen dar⸗ auf ſtehen kann. Wenn es alſo ſeinen Miſt fallen läͤßt, ſo faͤllt er hinter den Stand und dieſer 1 gleic⸗ en auſ⸗ n je⸗ dausge⸗ ſanmt⸗ lſie alle können. ur Dach bevegen, dd rein⸗ ner ſol⸗ vommer⸗ zbey den terung, ah ſehn, . 3 Vie⸗ galtung raͤmlich mehr Der hoͤher, grade en dau⸗ fallen ˖deſer 535 bleibt immer rein, bedarf alſo wenig oder gar kei⸗ ner Streu*). Ich finde auch einige Beyſpiele von Maſtungen, die im Sommer mit gemaͤhetem gruͤnem Klee, Luͤ⸗ cerne und Esparcette unternommen ſind. A. Young hat ſelbſt einige Verſuche, die er damit gemacht, aufgezeichnet und genau berechnet. Daß dieſe Me⸗ thode um vieles vortheilhafter ſey, als wenn man den Klee abweiden laͤßt, beſtaͤtigen alle dieſe Ver⸗ ſuche. Dies iſt fuͤr uns Teutſche nichts Neues; aber die Englaͤnder koͤnnen nicht aufmerkſam genug darauf gemacht werden. Von der Maſtung mit Ruͤben, die beſonders in Norfolk im Großen, und von der, die mit Kohl, Kartoffeln u. ſ. w. in einzelnen Wirthſchaften ge⸗ trieben wird, iſt an ihrem Orte geredet. Da bey uns faſt alle Maſtung durch Brannteweinbrennereyen betrieben wird; ſo moͤgte eine weitlaͤuftigere Aus⸗ fuͤhrung dieſer Materie fuͤr wenig teutſche Land⸗ wirthe Intereſſe haben*4). ²) Die Einrichtung iſt indeſſen nur fuͤr Kuͤhe, welche den Urin hinter ſich laſſen, nicht fuͤr Ochſen anwendbar. ⸗) Dies glaubte ich damals; ſeitdem ich aber in einer Gegend wohne, wo die Maſtung mit großer Energie und mit ſo betraͤchtlichem Vortheil betrieben wird, daß in manchen Wirthſchaften die Kuͤhe und Molkerey faſt abgeſchafft werden, und alles gewonnene Futter nur mit Maſtochſen zu Nutzen und zu Duͤnger gemacht —-—— 1I — 536— Diejenigen, welche die Maſtung mit beſonderer Aufmerkſamkeit treiben und immer vortheilhaftere Methoden auszuforſchen ſuchen, haben große Waa⸗ gen, wo das Vieh bequem hinaufgehet und lebendig gewogen wird. Man bemerkt dann ſeine Zunahme von Zeit zu Zeit, die es von einer gewiſſen Quan⸗ titaͤt Futter erhalten hat. Da man auch genau weiß, wie ſich das lebende Gewicht zu dem Gewichte in der Winde verhaͤlt, ſo laͤßt ſich der Werth eines Stuͤck Viehes genauer ſchaͤtzen. Dieſes Verhaͤltniß iſt aber nach Verſchiedenheit der Race und des Al⸗ ters verſchieden. Es finden ſich in den engliſchen Schriften viele Verſuche und Berechnungen, die, mittelſt einer ſol⸗ chen Waage, uͤber die Maſtungskraft vieler Futter⸗ gewaͤchſe, Getreidearten und Huͤlſenfruͤchte gemacht ſind. Ein kluger Farmer berechnet darnach gleich, ob es rathſamer ſey, ſeine Produkte roh zu verkau⸗ fen, oder im gemaͤſteten Vieh. Bringt er ſie auf letztere Art auch nicht voͤllig ſo theuer aus, ſo ge⸗ winnt er doch Duͤnger und Fuhrlohn. Da es aber ſo ſehr viel auf die Art des Viehes ankommt, und die Preiſe des Fleiſches ſich in England ſo ver⸗ ſchieden verhalten, ſo glaube ich, daß dieſe Berech⸗ wird, ſind mir die Erfahrungen und Bemerkungen der Englaͤnder hieruͤber um ſo wichtiger geworden: „Die Fleiſch⸗Conſumtion nimmt in Teutſchland be⸗ traͤchtlich zu.“ —— zeſonderer dilhaftere de Waa⸗ Klebendig unahme Qan⸗ h genau Gewiche Stth eine erhaltniß ndes Al⸗ den viele 1 iner ſo Fütte 2 gemach t glech J verkau⸗ r ſie auf ſo g⸗ Da es ankommt, ſo bel⸗ Perech⸗ — gerkungen hland be⸗ — 3532— nungen vorerſt noch von wenig Nutzen fuͤr uns Teutſche ſeyn wuͤrden. Nur iſt die allgemein ge⸗ machte Bemerkung wichtig, daß bey einer taͤglichen Abwechſelung verſchiedener Futterarten Vortheil ſey, denn das Vieh treibt dabey ſchneller, und je ſchnel⸗ ler es treibt, deſto weniger bedarf es im Ganzen. In Anſehung der ganzen Molkenwirthſchaft koͤnnen wir, wie es mir ſcheint, von den Englaͤn⸗ dern nicht viel lernen, es ſey denn, daß man das Kaͤſemachen, was in Chesſhire, Glouceſter⸗ ſhire und den mittellaͤndiſchen Grafſchaften zur groͤßten Vollkommenheit gebracht worden, der Auf⸗ merkſamkeit werth achte. Die Beſchreibung deſſel⸗ ben mit allen kleinen, aber weſentlichen Handgrif⸗ fen, wuͤrde eine ſehr große Weitlaͤuftigkeit erfor⸗ dern, die dem groͤßten Theile meiner Leſer laͤſtig ſeyn moͤchte. Sollte ich erfahren, daß dieſer Um⸗ ſtand von mehreren vermiſſet wuͤrde, ſo koͤnnte ich ſehr leicht eine Ueberſetzung der genauen Beſchrei⸗ bungen und Beobachtungen, welche ſich in den eng⸗ liſchen Schriftſtellern finden, und an Ort und Stelle gemacht worden, beſorgen. Es iſt gewiß, daß in England die Milch durch Kaͤſemachen vortheilhafter, als durchs Buttern benutzet werde. Vielleicht waͤren die Verhaͤltniſſe an manchen Orten Teutſchlands eben ſo, und die Kunſt, ihn zu machen, iſt kein Geheimniß. Dennoch ginge es nicht allenthalben, weil man bemerket, daß eine gewiſſe Miſchung von Kraͤutern auf der Weide zum guten Kaͤſe — 538— erforderlich ſey, daß hingegen einige andre ihn verderbeveen. ſ In Anſehung des Buttermachens, habe ich, ſo viel auch in England daruͤber geſchrieben worden, nichts Ausgezeichnetes bemerket. Dies verſteht man ohne allen Zweifel auf unſern Holſteiniſchen und Meklenburgiſchen Hollaͤndereyen beſſer. Einige klein⸗ liche Huͤlfsmittel, um die Butter zu vermehren, z. E. den letzten Theil der Milch, welche die Kuh im Gitter hat, von der andern abzuſondern, und ihn ganz zum Rohm zu geben, weil dadurch But⸗ ter und Buttermilch vermehrt werden wuͤrde— ha⸗ ben gewiß wieder auf die Guͤte der Butter einen nach⸗ theiligen Einfluß. Der friſche Verkauf der Milch iſt in der Nach⸗ barſchaft von großen Staͤdten, beſonders um Lon⸗ don, ein Artikel von großer Wichtigkeit. Man rech⸗ net, daß eine Kuh nahe um London dem, der ſie haͤlt, jaͤhrlich 41 Pf. St. 1 Schill. einbringt, wenn er die Milch an die Vorkaͤufer, die ſie nicht allein abholen, ſondern auch ausmilchen, verkauft. Die Milch⸗Conſumtion in London wird jaͤhrlich auf 492,600 Pf. Sterl., taͤglich ohngefaͤhr auf 1350 Pf. Sterl. angeſchlagen. Man laͤßt da ſelten eine Kuh begehen; ſie wird, ſo lange ſie noch ihr Fut⸗ ter bezahlt, gemolken und dann verkauft. Die Viehhaͤndler bringen immer friſchmilchende. Die Biertraͤber aus der Stadt ſind ihr beſtaͤndiges Bey⸗ dre i nich, ſo svorden, Siht wan rien und 1e klein⸗ K neyren, Aci Ku 26, und uG) But⸗ dh- ha⸗ 1er nadh NMn⸗ 81 kon⸗ dn red⸗ en der ſ d wenn en alein 1 Die 39 auf 9 1350 In eme är Fut⸗ ) Die 9 Die 16 Bej⸗ futter, auch auf der Weide; ſie erhalten aber auch Korn*). Da beſonders um London der Weidegrund in ſo hohem Preiſe ſtehet, ſo iſt es mir unbegreiflich, wie man daſelbſt noch nicht auf voͤllige Stallfutte⸗ rung verfallen ſey. Ich finde aber nirgends, daß dies geſchehe. Nur zwey Beyſpiele von Stallfutterung finde ich in allen engliſchen Schriften angefuͤhrt. Eine zu Leeds, wo die Kuͤhe im Sommer mit friſchem Graſe und Klee auf dem Stalle gefuttert werden). Und eine andre bey Johnſton zu Hilhouſe bey Kirknewton. Dieſer laͤßt indeſſen die Kuͤhe des NRachts im Sommer auf die Koppel gehen. Im Winter erhalten ſie eine Art Bruͤhfutterung*n). Dasjenige, was ich Sir J. Sinelair uͤber Stallfutterung und deren Einfluß auf das ganze Wirthſchafts⸗Syſtem geſchrieben, hat in England ſehr große Senſation erregt. Wenn man ſich erſt daſelbſt durch Verſuche von der Moͤglichkeit derſelben und beſonders, daß das Vieh geſund dabey bleiben koͤnne, uͤberzeuget, ſo zweifle ich nicht, daß ſie mit großem Nutzen daſelbſt haͤufiger werden wird. Sie *) Baird Agricult. of Midlesex. **) Ann. of-Agricult. N. 24. p. 414 ) Ann. of Agric. N. 138. p. 463- 5— Kaäaͤſe zu 18 G.⸗y ⸗O 9 — 540— paßt ſich zu manchen engliſchen Wirthſchafts⸗Arten ganz vortreflich*). Jetzt iſt es ſogar etwas Seltenes, daß das Milchvieh auch nur im Winter in den Stall komme: Kohl, Ruͤben und Heu werden entweder auf dem offenen Hofe verfuttert, oder das Vieh wird in die Koppeln gebracht, und verzehrt die daſelbſt errichtete Heufeime. Dieſe Feime iſt mit einem Ruͤckwerke geſchuͤtzt, und es wird jedesmal ſo viel Heu, wie es haben ſoll, heruͤbergeworfen. Dieſe verſchwen⸗ deriſche Wirthſchaft wird indeſſen von A. Voung ſehr getadelt. Dieſer und mehrere genaue dcono⸗ miſche Rechner ſind uͤberhaupt gegen Molken⸗ und Kuͤherey⸗Wirthſchaften. Sie behaupten, wol nicht ohne allen Grund, man benutze ſein Futter ungleich beſſer mit Maſtvieh, und erhalte davon mehreren Duͤnger. Wenn der Ertrag einer Kuh in Molken⸗ werk jaͤhrlich nicht uͤber 5 Pf. angenommen werden koͤnne, ſo ſey offenbarer Schaden dabey**). In Yorkſhire iſt die Berechnung des Ertrages einer Kuh folgende: Ein Kalb ⸗. 3 3 Faͤßchen Butter zu 30 S. N 0 15 A Milch und Waddeke fuͤr Schweine 0 10 5 Pf. 14 Sch. *) Ganz neuerlich ſchreibt mir Sir J. Sinclair, daß ver⸗ ſchiedene Perſonen Stallfutterung angefangen. **) Eine ſolche Berechnung findet ſich unter andern in Ann. of Agricult. T. IV. p. 240. O 0O 60 8⸗Arten daß das komme: cauf dem di die deruihtete ückwere au, mie Irſchwen⸗ Lyoung i deono⸗ amn⸗ und yol nicht t unglei anehteun Nulke⸗ a werden 3. Ergs 35 ) ) — 114Sc. — 1 andern in S SO SD 1 daß ver⸗ — 541— In jeder gut angelegten Molkenwirthſchaft, wo gebuttert wird, haͤlt man entweder auf eine Kuh ein Schwein, oder doch auf drey zwey Schweine, welche die dicke Milch erhalten, und dabey bis auf ei⸗ nen gewiſſen Grad fett werden. Es iſt wol gewiß, daß dies die vortheilhafteſte und leichteſte Benutzung des Molken⸗Abfalles ſey. Man ruͤhrt in die ſaure Milch oder Waddeke Bohnen⸗ oder Erbſen⸗Schrot, und laͤßt es ſaͤuren. Drey und zwanzigſtes Capitel. Di e Schaafzucht. So viel man in Teutſchland uͤber engliſche Schaaf⸗ zucht hoͤrt, ſo hat man doch im Allgemeinen von keinem Zweige engliſcher Wirthſchaft verkehrtere Be⸗ griffe, wie von dieſem. Ich muß daher geſtehen, daß mir bey Leſung der Englaͤnder nichts unver⸗ ſtaͤndlicher war, als das, was ich hieruͤber, und beſonders uͤber die, ſeit der Mitte dieſes Jahrhun⸗ derts angenommenen Grundſaͤtze, und uͤber die Ver⸗ edelung der Schaafe, durch die Bakewelſche Nace, zerſtreut in ihren Schriften fand; da ich anfangs nicht auf ſolche Stellen ſiel, welche mehr Licht haͤt⸗ ten geben koͤnnen. Feinheit der Wolle, glaubte — — — 542— ich vormals, ſey das, was die Englaͤnder dabey bezweckten, und ſo konnte ich es mir freylich nicht erklaͤren, wenn ich z. B. fand, daß in Hertford⸗ ſhire die Verbeſſerung der Schaafe großen Ein⸗ gang finde, indem man die Diſhleyiſchen ein⸗ fuͤhre, deren Wolle das Pfund 10 Pence gilt, ſtatt der ſonſt einheimiſchen Ryelaͤnders, deren Wolle der ſpaniſchen faſt gleich kommt, und das Pfund 2 Schill. 9 Pence gilt. Als ich entdeckte, daß es mehr auf den Verkauf des Schaafs an den Schlachter, als auf die Wolle angeſehen ſey, be⸗ griff ich wieder nicht, warum man die ſehr große und ein erſtaunliches Gewicht erlangende Lincoln⸗ ſhire und Tees⸗Water Art gegen die kleinere Diſhleyiſche ſo zuruͤckſetze. Erſt ſpaͤter begriff ich, daß der Englaͤnder nicht fraͤgt: was bringt mir ein Schaaf ein ſondern: durch welche Art von Schaafen bringt mir ein Acre meines Weidegrundes am meiſten ein? Nun ward mir alles einleuchtend. Um die Hauptarten der engliſchen Schaafe und ihre beſondre Qualitaͤten mit einem Blicke zu uͤber⸗ ſehen, war mir nebenſtehende Tabelle, die aus Culley on live Stock in den Annals of Agri- culture abgedruckt war, ſehr nuͤtzlich*). *) Dieſes Buch iſt 1804 recht gut ins Teutſche uͤberſetzt worden. enens ⸗ garg useee e noumunvg ues nog. s Tees- Water.. Dorsetshire.„ 2 keine Hoͤrner dito 10. 11. 12. 13. 24 Arten der Schaafe in Großbrittannien. Dishley neue Leicestersh.] Lincolnshire.. Keine Hoͤrner. Weiſſe Geſichter und Beine. Lange Wole. Dartmore Natts.. Exmoor..„ gehoͤrnt dito dito feine kurze Wolle ſehr feine kurze Wolle South Down„„ dito graue Geſichter und Beine dito Norfolk... grobe Hoͤrner; ſchwarze Geſichter und Beine; feine kurze Wolle Heath... dito dito grobe lange Wolle Herdwick. kleine Hoͤrner; geſprenkelte Geſichter und Beine; kurze Wolle Cheviot dito weiſſe Geſichter und Beine; feine kurze Wolle braune Geſichter und Beine; dito Shretland. dito verſchiedene Farben Hertfordshire Ryelanders dito dito Dunfaced.. dito feine bauntwollenarti⸗ ge Wolle mupicpanG un Ns 120 1 a⸗d S 2 den l 14— G600=SS=SSoSSOSSoc n odhddͤS Oo= S — 8 qunſch v e o gᷣ O 8 SO% fO — 0 ₰ -*a*ααι 1οπομν 5 421G 90u 3 143⸗ mucp panG uun 9121 ꝙ 5 8xͤ ₰ 0O ☛ 0 0 0 6 00 28 uuo a2ſ5 + 8 8RdA dH 0l- eIr dole ol ᷣ d⸗ Holr⸗ ole oles dor4 lrs H 104 . f ASr 8 3 — 544— Um eine vollſtaͤndige Ueberſicht zu geben, feh⸗ len dieſer Tabelle noch drey Rubriken, naͤmlich: erſtlich, welche Art von Weide jede Art erfordere; Ztens, wie viel Stuͤck auf einem Acre zureichende Nahrung finden; Ztens, was das Pfund Fleiſch werth ſey. Der letztere Umſtand iſt von Wichtig⸗ keit, nicht blos precair auf die Leckerheit der Con⸗ ſumenten, ſondern auf das Verhaͤltniß der Knochen zu Fleiſche beruhend. So bezahlt und verkauft je⸗ der Schlachter das Pfund von N. 1. und 3. zu 5 Pence, wenn das von N. a. 4 Pence gilt; oft aber betraͤgt der Unterſchied 50 und mehr p. C., wenn ſchmackhaftes und ſaftiges Hammelfleiſch geſucht wird. In die Augen fallend iſt auf dieſer Tabelle das Verhaͤltniß der Qualitaͤt, die durch den Preis aus⸗ gedruckt wird, zur Quantitaͤt der Wolle. So wie jene hoͤher ſtehet, vermindert ſich dieſe. Ein Schaaf, was ſehr viele und zugleich ſehr feine Wolle truͤge, findet ſich nicht darunter. N. 1. Die Diſhleyiſche oder neue Leiceſter⸗ ſhire⸗Art. Da dies die durch Bakewell erzeugte, ſo hoch geſchaͤtzte Art iſt, die man noch jaͤhrlich zu hoͤ⸗ herer Vollkommenheit zu bringen ſucht, und welche Einige füͤr die einzige halten, die in cultivirten, verkoppelten Gegenden fortgepflanzt zu werden ver⸗ dient: ſo werde ich ihre Geſchichte nachher ausfuͤhr⸗ licher vortragen. N. 2. Die Lincolnſhire⸗Art hat ſtaͤrkere und eben ſo gute Wolle, wie die vorige, erreicht — hehen, feſ naͤmlich erfordere; ureichende und Fleich— n Vihtig⸗ it der Con⸗ der Knochen verkauft je⸗ nd z. zu 5 tt; oft aber *, wenn ſucht witd. Tobell d GPreis auh⸗ So wie ein Schaaf, u etruͤge ee keiteſte⸗ I eugte, Mic zu h⸗ und welche aultivirten, arden ver⸗ d ausfüͤhr⸗ Fat ſtärkere 8, exreicht — 545— aber erſt im dritten Jahre das Gewicht der vorigen zweyjaͤhrigen, auf gleicher Weide. Ihr Gebaͤude iſt zu ſtark von Knochen, ihr Fleiſch zaͤher und we⸗ niger ſaftig, weswegen der Schlachter ſie nur im Nothfall nimmt, und ſie allemal um ½ geringer be⸗ zahlt, wie die vorige. Daher ſtehet der Ertrag bey⸗ der Arten folgendermaßen gegen einander: Ein Lincolnſhirſches dreyjaͤhriges Schaaf bringt ein: Pf. St. Schill. Pene 3 Schur Wolle 33 Pfund, à Dfunh 10 Pence,⸗.. 1 7 6 wird verkauft auf Michaelis zu⸗ 1 15 6 3 9 „. 3) Giebt alſo jaͤhrlichen Ertrag ⸗ 1 1 0 Ein Diſhleyſches zweyjaͤhriges Schaaf bringt ein: Pf. St. Schill. Penee 2 Schur Wolle 18 Pfund, à 10 Pence ⸗ ⸗ ⸗„ o 15 0 wird verkauff auf Michgelis zu 2 3 9 2 18 0 2) Q Gibt alſo jaͤhrlichen Ertrag„ 1 9 das iſt: 8 Schill. mehr wie voriges. Da nun von beyden gleich viel, etwa 6 Stuͤck, auf den Acre gehalten und gemaͤſtet werden koͤnnen, I. Mm ſo wird ein Aere Weidegrund durch N. 1. um 48 Schill. hoͤher benutzt, als durch N. 2. N. 3. Die Tees⸗Water⸗Art. Dies iſt die allergroͤßte Art von Schaafen, die an beyden Sei⸗ ten des Tee⸗Fluſſes auf den dortigen ſehr reichen Weiden einheimiſch iſt. Wer ſie nicht kennet und ſie dort auf den Weiden ſiehet, weiß nicht, was es fuͤr Thiere ſind, denn ſie haben die Groͤße von klei⸗ nem Rindvieh. Wenn ſie zweyjaͤhrig ſind, wiegt das Vierthel oft ſchon 35 Pfund. Vierjaͤhrige aber werden auf 55 Pfund das Vierthel gebracht. Zu Darlington ward um Weyhnachten 1770 ein Hammel dieſer Art geſchlachtet, deſſen vier Vierthel zuſammen 240 Pfund wogen, und 17 Pfund Talg hatten*). Dieſe Schaafe werfen immer zwey, oft auch drey und mehrere Laͤmmer. Ihr Fleiſch iſt ſehr gut und ſtark im Verhaͤltniß der Knochen, werden alſo pfundweiſe ſehr gut bezahlet und geſucht. In⸗ *) Ein faſt eben ſo großer Hammel ward doch von der Lincolnſhirſchen Art, mit der Bakewelſchen veredelt, eben daſelbſt im Maͤrz 1794 geſchlachtet. Es wogen die vier Vierthel ⸗- 232 Pfund. Die Haut 4* 27 ⅞ Pfund Das Geſchlunke. 7 Der Kopf. 6 ¾ ⸗ Talg 2* ½ 24 2 6 5 2 Der ganze Hammel alſo- 297 Pfund. Mit Blut und obigem Abfall„ 325 ½¾ ⸗ Ann. of Agriculture N. 123. p. 338. —— 3 m 4 des iſt de den Sei⸗ eiht teichen Kennet und dt, wases eie vn ll⸗ aed, wiegt seige aber ayt. 3 i 77 ein 2 Veetthel nund Tah t wey, dſt ſt it ijr 8, werden 3 ct. Jr dac don ie Seen veredelt, ar Es wogen 22 Pfund. — 547,— deſſen fangen ſelbſt die Farmers am Tees⸗Fluſſe an, dieſe Race abzuſchaffen, und auſſer ſelbigen will ſie niemand mehr haben, ſo daß ſie ſich bald voͤllig ver⸗ lieren wird. Man ſiehet naͤmlich ein, daß man die Qualitaͤt und Quantitaͤt von Weide, welche ſie er⸗ fordern, durch die Diſßhleyſche Art ungleich hoͤher benutzen koͤnne. Von N. 4. und 6. weiß ich nichts Merkwuͤrdi⸗ ges zu ſagen. Sie werden beyde wenig geſchaͤtzt. N. 6. Die Dorſetſhire⸗Art hat das Be⸗ ſondre, daß ſie zweymal im Jahre lammet, und daß man Laͤmmer von ihr haben kann, wann man will. Daher paßt ſie ſich ſo vorzuͤglich, um die Winter⸗ Laͤmmer, oder Hauslaͤmmer, von ihr zu erhalten. Es wird naͤmlich in London, und auch ſchon an an⸗ dern Orten, von reichen Leuten ein erſtaunender Werth auf fettes Lammfleiſch vor oder um Weyh⸗ nachten geſetzt. Auf dem Londoner Markte wird ein ſolches, im Hauſe bey feinem Grummet aufge⸗ zogenes, gemaͤſtetes Lamm oft mit 2 bis 3 Pfund bezahlt. N. 7. Die Hertfordſhire, gewoͤhnlich Ryelan⸗ der⸗Art, hat ſehr feine Wolle, die der Spaniſchen ſubſtituirt werden kann. Wenn die beſte Spaniſche 3 Schill. gilt, ſo gilt dieſe 2 Schill. Sollte es, wie man in England behauptet, wahr ſeyn, daß die Spaniſchen Schaafe im 14ten Jahrhundert durch Engliſche Boͤcke veredelt worden, und daß die jetzige Mm 2 ————= — 548— Spaniſche Race durch Vermiſchung mehrerer Blut⸗ arten entſtanden ſey, ſo iſt wahrſcheinlich dieſes Blut darunter geweſen. So ſchoͤn ihre Wolle iſt, ſo delicat iſt ihr Fleiſch, und ſie verlangt keine ſehr reiche Weide. Im Winter muß ſie im Stalle ge⸗ halten werden, weil ſie ſehr weichlich iſt. Dies ſcheint den Englaͤndern, die alle andre Arten bey recht ſchlechtem Wetter hoͤchſtens unter offene Schop⸗ pen bringen, außerordentlich. Man findet dieſe Art indeſſen, wegen ihrer ſpaͤten Maſtfaͤhigkeit, ſehr un⸗ eintraͤglich, und ſie wird in Hertfordſhire bey verkoppelten Hoͤfen ganz abgeſchaft und gegen die Diſhleyiſche vertauſcht. N. 3. Die South Dowus ſind eine ſehr ge⸗ drungene, gut proportionirte, harte Art von Schaa⸗ fen, die an den Kalkbergen der Provinz Suſſex be⸗ ſonders einheimiſch iſt. Ihr Fleiſch iſt vortrefflich, und ihre Wolle wird ſehr geſucht. Es iſt A. Voungs Lieblingsart, und er iſt uͤberzeugt, daß ſie vor allen andern ihre Futterung ſehr gut bezahlen. N. 9. Die Norfolker Art iſt hoͤckerig ge⸗ bauet, langbeinig, muthig und hart, und zum Huͤr⸗ denſchlage ſehr geſchickt. Dieſer letzten Qualitaͤt wegen ward ſie ehemals ſehr geſchaͤtzt und in Nor⸗ folk eingefuͤhrt. Jetzt, da man ſich aus dem ei⸗ gentlichen Huͤrdenſchlage im oͤſtlichen Norfolk nichts mehr macht, wird ſie wenig geachtet. N. 10. Die Heath⸗ oder Hayd⸗Art iſt ſehr ſchnell. wild und hart, für die Haydberge ſehr nuͤtzlich. —2 rerer Blut⸗ dieſes Blut le iſt, ſo keine ſehr Stulle ge⸗ ſt. Dies Arte bey ene Schop⸗ it dieſe Irt , ſehr un⸗ hire bey gegen die ſehr ge. In Schaa⸗ tuſſer be⸗ Irtrefflih, Shoungs vor allen 4 eerig ge⸗ un Hür⸗ dualitct 9t Nor⸗ pem ei⸗ nichts giſt ſehr zye ſeht — 5340— N. 11. Die Herdwick⸗Art findet man in den hohen, rauhen, felſigten Gegenden Schottlands. Sie erhalten ſich bey der heftigſten Kaͤlte, Sturm und tiefem Schnee, wo ſie ihre Nahrung unter dem⸗ ſelben herausholen. N. 18. Cheviot⸗Art. Dieſe weidet auf Ber⸗ gen, die feines Gras tragen, und iſt fuͤr ſolche ſehr nuͤtzlich. Man findet einen allmaͤhligen Uebergang der vorigen Arten in dieſe, ſo wie die rauhen Hayd⸗ berge in gruͤne uͤbergehen. N. 13. Die Dunfaced⸗Art iſt ſehr klein und zaͤrtlich, gibt aber eine hoͤchſt feine Wolle. N. 14. Die Schetland⸗Art. Sie gibt eine faſt ſeidenartige Wolle. Ihr Fell wird zu Pelzwerk gebraucht, und gehet ſelbſt nach China. Es iſt da⸗ bey wildes, raſches Vieh. Manche der vorbenannten Arten haben ihre Vorzuͤge in beſondern Gegenden, auf Bergen und andern unangebaueten Diſtricten. Wo aber Ver⸗ koppelungen ſind, verdient, nach dem einſtimmigen Urtheile aller Kenner, die Diſhleyſche neue Art den Vorzug. Nur muß ſie nach Verhaͤltniß des Bodens leichter oder ſchwerer gezogen werden. Der Vortheil, den Leiceſterſhire von dieſer Race ſchonr gehabt hat, iſt ſo groß; das Gewerbe, was damit getrieben wird, ſo ausgebreitet; und die Sache ſelbſt fuͤr die meiſten teutſchen Leſer wahrſcheinlich ſo neu und intereſſant, daß ich nicht beſorgen darf, durch — 350— eine ausfuͤhrliche Geſchichte dieſer Veredelung lang⸗ weilig zu werden. Ich entlehne ſie groͤßtentheils aus Marſhall*), der keinesweges zu den enthuſiaſti⸗ ſchen Verehrern Bakewels und ſeiner Nace ge⸗ hoͤrt, ſondern zur Rettung anderer Racen, die Viele aus patriotiſchem Eifer ganz vertilget ſehen moͤgten, alle Gruͤnde herbeyſuchet. Ob es gleich Tauſende gibt, die noch am Le⸗ ben ſind, und ſich der Entſtehung dieſer Race ſehr wohl erinnern; ja die ſelbſt in der naͤchſten Nach⸗ barſchaft zum Theil Profeſſion von der Zuzucht ma⸗ chen, ſo bleibt die Art und Weiſe, wie Bakewel dieſe Race zuerſt hervorgebracht, bis jetzt doch noch ein Geheimniß. Es wird ſich nun zeigen, ob ſie, wie Manche vermuthet haben, nach ſeinem Tode, der im Jahre 1796 erfolgt iſt, bekannt werden wird. Einige glauben, ſie ſey aus einer Vermiſchung mehrerer Racen entſtanden, und dann iſt wahr⸗ ſcheinlich eine Begattung der Ryelander mit den Lin⸗ colnſhirer ihr Urſprung. Andre ſind der Meinung, daß er wenigſtens nur langwollige Abartungen zu⸗ ſammengebracht, und unter dieſen die Individuen ſo lange und ſo ſorgfaͤltig ausgewaͤhlt habe, bis er ſeinen Zweck erreichet. Man findet naͤmlich zuwei⸗ len, daß unter ſchlechten Racen von Vieh einzelne *) Midland Counties. T. I. p. 382. ing lang⸗ heils aus thuſiaſti⸗ Nate ge⸗ die Viele mͤgten, ch am be⸗ Naee ſehr en Nach⸗ ucht ma⸗ Bakewel doch noch , ob ſie, em Tode, t werden ermiſchung it wahr⸗ t den Lin⸗ Meinung, ngen zu⸗ ndwiduen e, bis er h zuwei⸗ einzelne — vorkommen, die ganz vorzuͤgliche Eigenſchaften haben. Wenn dieſe gehoͤrig erkannt und fortgepflanzet wuͤr⸗ den, ſo koͤnnten große Verbeſſerungen bewirkt wer⸗ den. Bakewels bekannten Grundſaͤtzen, auch bey der Rindvieh⸗ und Pferdezucht, iſt letztere Meinung angemeſſener. So groß jetzt die Anzahl derer iſt, die in der Nachbarſchaft dies Gewerbe der Zuzucht und Ver⸗ edelung betreiben, ſo erkennen ſie ſich doch ſaͤmmt⸗ lich fuͤr Bakewels Schuͤler und Nachfolger, und geſtehen, von ihm die Race zuerſt erhalten zu ha⸗ ben. Die vornehmſten darunter, und die als An⸗ fuͤhrer von denen der zweyten Klaſſe anerkannt wer⸗ den, ſind nach der Ordnung, wie ſie ſich auf das Anziehen der Zuchtboͤcke gelegt haben, oder nach ihrer Anciennetaͤt, folgende: M. Stubbins zu Holm. — Pajet zu Ibstock. — Breedon zu Ruddington. — Stone zu Quarndon. — Buckley zu Normanton. — Walker zu Wolfsthorp. — Bettison zu Holm. — White zu Hoton. — Rnowles zu Nailston. — Deverel zu Clapton. — Princep zu Croxhall. — Burges zu Hacklescot. — Green zu Normanton. —— M. Robinson zu Welford. — Moor zu Thorp. — Astley zu Odston. — Henton zu Hoby. Auf dieſe Haupt⸗Rambreeders, welche die Ver⸗ edelung noch immer weiter zu treiben ſuchen, folgt eine zweyte Klaſſe, die von ihnen die Boͤcke nimmt, und die zum Theil in den Mittellaͤndiſchen Graf⸗ ſchaften, zum Theil durch ganz England zerſtreuet wohnt. Ein merkwuͤrdiger Beweis von der Halsſtarrig⸗ keit der Menſchen und der Anhaͤnglichkeit an Vor⸗ urtheilen findet ſich indeſſen auch hierbey. Nach⸗ dem man die Vorzuͤge dieſer Race durch ganz Eng⸗ land anerkannt hat, und ſie aus Leiceſterſhire al⸗ lenthalben herholet, finden ſich grade in der naͤch⸗ ſten Nachbarſchaft von Diſhley verſchiedene anſehn⸗ liche Farmers, die dieſe Race durchaus nicht an⸗ nehmen, ſondern bey der alten Lincolnſhirer bleiben. Waͤre die Sache ſo in der Stille entſtanden und fortgegangen, ſagt Marſhall, ſo waͤre es un⸗ moͤglich, daß man in dieſer Gegend ein anderes Schaaf, als von dieſer Gattung, ſaͤhe. Aber grade weil ſie von Anfang an ſo viel Aufmerkſamkeit er⸗ regte, ſo finden ſich Einige gedrungen, bey dem Widerſpruche zu beharren, den ſie im Anfange, ohne ſie genau unterſucht zu haben, ihr i in den Wdg legten. Marſhall gibt folgende Beſchreibung eines Schaafs oder Hammels dieſer Race von vorzuͤglicher die Ver⸗ n, folgt nimmt, en Graf⸗ zerſtreuet zſtarrig⸗ in Vor⸗ Nac⸗ unz Eng⸗ ſhire al⸗ der nach⸗ anſehn⸗ nicht an⸗ ebleiben. den und e es un⸗ anderes er grade kkeit er⸗ eh dem e, ohne en Weg g eites ügliche — 553— Guͤte, wenn es zwar in gutem, aber nicht uͤber⸗ maͤßig fettem Stande iſt. Der Kopf lang, aber duͤnne, ohne Horn, mit etwas langen Ohren, die ruͤckwaͤrts ſtehen; die Naſe vorſtehend. Der Hals duͤnne und fein, nach dem Kopfe zu; er erweitert ſich in coniſcher Form nach ſeiner Baſis. Im Ganzen kurz. Die Bruſt breit. Die Schultern, Rippen und Ruͤckgrad ſehr voll. Die Nierenſtuͤcke breit, und der ganze Ruͤk⸗ ken eben. Die Huͤften nach oben voll, nach unten zu duͤnner; im Verhaͤltniß mit den Vordertheilen ſchmal. Die Beine, die vormals ſehr kurz waren, hat man jetzt zu einer maͤßigen Laͤnge gebracht. Alle Knochen außerordentlich fein und duͤnne. Das Gerippe(carcase) nimmt, wenn ſie voͤllig fett ſind, eine ſonderbare Geſtalt an: es iſt merk⸗ lich weiter, als es tief iſt; faſt ſo breit als lang. Voll an den Schultern, am breiteſten an den Rip⸗ pen, geht es in einer krummen Linie ſpitz nach dem Schwanze zu, ohngefaͤhr in der Form einer Schild⸗ kroͤte. Das Fell iſt duͤnn, der Schwanz klein. — 554— Die Wolle iſt kuͤrzer, als bey den andern lang⸗ wolligen Racen; gewoͤhnlich 5 bis 7 Zoll; in An⸗ ſehung der Feinheit und des Gewichts ſehr ver⸗ ſchieden. Die Vorzuͤge dieſer Art werden ſich am deut⸗ lichſten zeigen, wenn wir ſie unter verſchiedenen Ge⸗ ſichtspunkten mit andern in Vergleichung bringen. In Anſehung ihrer Geſtalt iſt ſie ſchoͤn und dem Auge gefallend, da alle Umriſſe durch ſanfte Wellenlinien ohne Hoͤcker und Vertiefungen gebildet ſind. So wenig dies als ein Vorzug in Betracht kommen wuͤrde, wenn es auf Koſten des Nuͤtzlichen erkauft werden muͤßte, ſo behaͤlt die Schoͤnheit der Form doch einigen Werth, wenn ſie zugleich die nuͤtzlichſten und zweckmaͤßigſten Verhaͤltniſſe hat. Dies iſt hier der Fall; der ganze Koͤrper iſt voll, vorzuͤglich aber die Vordertheile. Dieſen Umſtand haben einige Vertheidiger der alten gegen dieſe neue Art benutzen wollen, indem Lenden und Huͤften, nicht Schultern und Bruſt, die ſchaͤtzbarſten Theile waͤren. Allein ſo richtig dies beym Rindvieh iſt, ſo umgekehrt iſt das beſſere Verhaͤltniß bey den Schaafen. Es kommt hier darauf an, wo auf ei⸗ ner gegebenen Quantitaͤt Knochen und anderen Ab⸗ falls der groͤßte Theil Fleiſch ſitze, und dies iſt bey den Schaafen an den Vordertheilen. Da nun die Schaafe hauptſaͤchlich die Nahrung der aͤrmeren Klaſſe ausmachen, ſo kommt es bey dieſer hauptſaͤchlich in Betracht, daß ſie viel Fleiſch auf wenig Knochen — —‧ͤͤſſ ern lang⸗ 3 in An⸗ ſehr ver⸗ ſam deut⸗ denen Ge⸗ lbringen. ſchän und ich ſanfte gebildet Betracht Nützlichen anheit der gleich di kiſee hat. t iſt vol, Umſtand dieſe neue ) Hüffen, en Theile duieß iſt bey den auf ei⸗ erren Ab⸗ z iſt bey nun de en Klaſſe dchlic in Knochen erhalte. Wer die Hintertheile aus Geſchmack mehr liebt, der findet ſie auch bey dieſer Art recht gut, nur minder ſtark als die Vordertheile. Ein ſehr wichtiger Charakter dieſer Art iſt aber die Feinheit und Leichtigkeit ihrer Knochen in Ver⸗ gleichung anderer Arten. Wenn man eine Rippe von dieſen Schaafen mit einer von den Norfolkern vergleicht, ſo findet man dieſe wenigſtens noch ein⸗ mal ſo dick, da doch auf jener wenigſtens dreymal ſo viel Fleiſch ſaß, als auf dieſer. So lange alſo die Menſchen Fleiſch eſſen und Knochen wegwerfen, wird jeder der neuen Art den Vorzug geben. Auch Kopf und Fell iſt leicht. Man behauptet ſogar, daß Blut und Eingeweide bey dieſer Art we⸗ niger am Gewichte betragen ſollen, als bey andern. In ihrem natuͤrlichen Verhaͤltniſſe ſcheint dies nun wol nicht wahrſcheinlich. Wenn aber ein Schaaf dieſer Art ſtark gemaͤſtet iſt, ſo mag es wol im Ver⸗ haͤltniß des ganzen Gewichts weniger ausmachen. Das Fleiſch.— Hieruͤber müſſen wir ein⸗ mal einen Englaͤnder ſelbſt dociren hoͤren; ich will daher Marſhall woͤrtlich uͤberſetzen. „Die Criterien des guten und ſchlechten Flei⸗ ſches ſind, beym Leben des Thiers, verſchie⸗ den nach der Verſchiedenheit der Arten. Um ſie mit voͤlliger Genauigkeit zu beſtimmen, und ſie zu einem ſichern Leitfaden in jedem Grade der Mager⸗ keit und Fettheit zu machen, und Deſinitionen da⸗ — 556— von zu geben, die in jedem Zuſtande verſtaͤndlich und zutreffend waͤren, wuͤrde noch eine Reihe von Verfuchen bey mannigfaltigen Individuen jeder Gat⸗ tung erfordert. Man muͤßte ſie in jedem Grade der Fleiſch⸗Anſetzung bis zur vollkommenſten Ma⸗ ſtung beobachten; ſie vom Weidegrunde in das Schlachthaus, und von da in die Kuͤche und auf den Tiſch verfolgen; und dies mit einer ſo genauen Aufmerkſamkeit, als man vermuthlich noch nicht dar⸗ auf gewandt hat, und wahrſcheinlich nicht anders darauf wenden wird, als wenn es einmal unter der Leitung einer oͤffentlichen Anſtalt zum oͤffentli⸗ chen Nutzen geſchiehet.“ „Demohngeachtet gibt es in dieſer Gegend Maͤnner, die durch den Weg einer langen Erfah⸗ rung ſich zwar vielleicht keinen wiſſenſchaftlichen, aber doch zureichenden Grad von Kenntniß uͤber dieſen Gegenſtand erworben haben, um ſie in den Stand zu ſetzen, beym Leben des Thiers und in deſſen ma⸗ germ Zuſtande durch das Gefuͤhl zu beurtheilen, von welcher Qualitaͤt das Fleiſch ſeyn werde, wenn das Thier gemaͤſtet und geſchlachtet worden: und das zwar mit einem Grade von Genauigkeit, der wenigſtens fuͤr unſern jetzigen Zweck hinreichend iſt; naͤmlich dem der Viehmaſtung Befliſſenen(Student) eine allgemeine Idee zu geben, und die bis jetzt be⸗ kannten Grundſaͤtze derſelben, zum Gebrauche kuͤnf⸗ tiger Erweiterer dieſer Kunſt, aufzuzeichnen.“ „Die Qualitaͤt des Fleiſches beym Rindvieh laͤßt ſich am beſten beſtimmen, wenn das Thier im guten es ſchl dieſem (harsh iſt gewiſſ RNach das T zeht! und 8 hahe ehr E venn ſchaffe dtwas ſpcht + ſ ihren weis, efforſ rſtandlih eihe von der Gat⸗ 21 Grade dn Ma⸗ in das dund auf genauen icht dar⸗ d anders inter der effentli⸗ (Gegend e Erfah⸗ Pn, aber dr dieſen 4 Stand ſen ma⸗ theilen, eindyieh hier im — 557— guten museuloͤſen Stande, aber nicht fett iſt. Wenn es ſchlechtes Fleiſch geben wird, ſo laͤßt es ſich in dieſem Zuſtande hart und gewiſſermaßen rauh (harsh) anfuͤhlen; wird es hingegen gut werden, ſo iſt das Gefuͤhl ſanft und weich, mit einem gewiſſen Grade von Loſigkeit, oder vielmehr Nachgiebigkeit und Biegſamkeit. So wie das Thier in den Zuſtand der Fettigkeit kommt, ſo geht dies in einen gewiſſen Grad von Dichtigkeit und Feſtigkeit uͤber; eine Beſchaffenheit, die ſo nahe an Haͤrte graͤnzt, daß, wenigſtens ein nicht ſehr Erfahrner, eins fuͤr das andre nehmen koͤnnte, wenn er nicht auf den ganzen Zuſtand und die Be⸗ ſchaffenheit des Thiers Ruͤckſicht nimmt.“ „Das Fleiſch der Schaafe wird aber nach etwas verſchiedenen Criterien beurtheilt. Dieſe ſind noch nicht beſtimmt genug. Maͤnner von Profeſſion — ſelbſt Viehzuͤchter der erſten Klaſſe— ſind in ihren Ideen daruͤber noch nicht voͤllig eins: ein Be⸗ weis, daß die Sache noch nicht bis auf den Grund erforſchet iſt.“ „Dennoch geben alle beruͤhmtern Viehzüchter zu, daß Loſigkeit beym Leben eine uͤbele Eigen⸗ ſchaft des Schaaffleiſches ſey; indem es ein Merkmal von Grobkoͤrnigkeit und Schwammigkeit deſſelben, wenn es auf den Tiſch kommt, abgibt.“ „Genau beſtimmt ſind dieſe Merkmale aber noch nicht. Ein beruͤhmter Viehzuͤchter iſt der Meinung, daß das Fleiſch immer gut ſey, wenn es nur nicht loſe iſt, indem das Schaaffleiſch nie die Haͤrte habe, die man bey ſchlechtem Rindfleiſche findet. Dage⸗ gen machen Andre einen vierfachen Unterſchied beym Anfuͤhlen des Schaaffleiſches, naͤmlich Loſigkeit, Weichheit, Dichtheit und Haͤrte. Die erſte und letzte Qualitaͤt halten ſie fuͤr gleich tadelhaft, die zweyte und dritte aber fuͤr gut, und eine gluͤck⸗ liche Miſchung dieſer beyden fuͤr den wahren Punkt der Vollkommenheit.“ „Es iſt bekannt, daß das Schaaffleiſch, ge⸗ ſchlachtet, von verſchiedener Oualitaͤt iſt. Einiges iſt aus breiten groben Faſern(large, coarse grains) zuſammengeſetzt, und dazwiſchen weite leere Poren, gleich einem Schwamme; anderes hat grobe Faſern mit weiten, aber durch Fett ausgefuͤllten Hoͤhlun⸗ gen; noch anderes hat feine dichte Faſern mit klei⸗ neren, fetthaltenden Poren; und ein viertes hat dichte Faſern ohne Fett dazwiſchen.“ „Wenn das Schaaffleiſch zubereitet iſt, weiß man ebenfalls, daß es ſich ſehr verſchieden verhaͤlt. Einiges iſt grob, trocken und unſchmackhaft, wie ein trockner Schwamm, gibt wenig oder gar keinen Saft von irgend einer Farbe. Ein anderes iſt dich⸗ ter, und gibt einen leichtgefaͤrbten Saft. Noch ein anderes iſt derbe, kurz und angenehm, und gibt eine Miſchung von weiſſem und rothem Safte. Ein viertes iſt ebenfalls derbe und gut gefaͤrbt, gibt blos Men Ham artig Haut Han Nace den her, Abſie 8 befd⸗ noch Sie ſucht die wir hau ſell hog. die gelte vorz 1 word s nur nih atte habe 20 Dage⸗ rsied beym igkeit, ie erſte 1ieadelhaſt, rine glüt⸗ neen Puntt küiſch, ge⸗ iniges it es grains) ee Poren, A be Faſein 4 Hohlun⸗ 3 mit kle⸗ wiertes hit f, weiß s verhält. uft, wie aar keinen es iſt dic⸗ Noch „ und gibt gafte. Ein — 550— blos rothen Saft, und dieſen in verſchiedener Menge.“ „Auch bemerkt man, daß einiges zubereitetes Hammelfleiſch mit einer dicken, zaͤhen, pergament⸗ artigen Haut uͤberzogen iſt; bey anderm iſt dieſe Haut fein und nachgebend.“ „Dieſe und einige andre Eigenſchaften des Hammelſleiſches moͤgen vielleicht nicht ganz auf die Race, ſondern zum Theil auch auf das Alter und den Grad der Maſtung beruhen. Ich wuͤnſche da⸗ her, daß man mich ſo verſtehen moͤge, als ſey meine Abſicht hier, mehr die Unterſuchung dieſer Materie befoͤrdern, als ſie entſcheiden zu wollen, indem ſie noch in einer gewiſſen Dunkelheit zu liegen ſcheint. Sie iſt aber gewiß einer wiſſenſchaftlichen Unter⸗ ſuchung werth.“ Das Fett. Von dieſer Seite betrachtet, hat die neue Art gewiß die augenſcheinlichſten Vorzuͤge, wir moͤgen den Grad der Fettheit, deren ſie uͤber⸗ haupt faͤhig iſt, oder ihre beſondre Neigung dazu, ſelbſt in fruͤherem Alter, erwaͤgen. Gewoͤhnlich werden jaͤhrige Hammel(Lamb hogs) zu 27— 28 Schill. das Stuͤck verkauft, da die von der gewoͤhnlichen Art hoͤchſtens 18 Schill. gelten. Man hat aber Beyſpiele, daß, von einer vorzuͤglichen Brut, Hammel im Auguſt, ohngefaͤhr 1½ Jahr alt, zu 35 Schill. das Stuͤck verkauft worden. é — 560— Der Zweck des Viehmaͤſtens iſt ohne Widerrede hauptſaͤchlich der, Vieh zu haben, was geſchwind fett wird; denn wenn man auch annimmt, daß es in der Zeit mehr frißt, wie anderes, das langſam zunimmt, ſo bleibt doch ſchon ein großer Vortheil dabey, es zwey bis drey Wochen fruͤher zu Markte bringen zu koͤnnen. Grashammel werden die erſte Zeit, wenn ſie erſcheinen, viel theurer bezahlt, wie nachher, wo der Markt uͤberhaͤuft davon iſt. Es iſt aber wol ausgemacht, daß ſolche geſchwind zu⸗ nehmende Schaafe weniger Futter koſten, als an⸗ dre, die ſchwerer anſetzen, wenn ſie beyde zu einem gleichen Grade von Feiſtigkeit kommen ſollen. Der Grad von Feiſtigkeit, wozu Thiere dieſer Gattung gebracht werden koͤnnen, iſt unglaublich fuͤr jeden, der nicht Gelegenheit gehabt hat, ſich ſelbſt davon zu uͤberzeugen.„Ich habe zwey⸗ bis drey⸗ jaͤhrige Thiere geſehen, ſagt Marſhal, die kaum einmal herumlaufen konnten, und deren Fett ſo auswaͤrts lag, daß es bey der geringſten Bewegung ſchien, als wolle es ihnen vollends von den Rippen herunterfallen. Ich ſahe zuerſt zu Lichfield ein Vordervierthel, das volle 4 Zoll Fett auf den Rip⸗ pen hatte, nachher eins, was, auſſer einem Zoll durchwachſenen Fleiſches, 5 Zoll Fett uͤber den Rip⸗ pen trug, und man hat bis 6 Zoll darauf gehabt.“ Bey dem hoͤchſten Grade der Feiſtigkeit nehmen die fleiſchigten Theile ab, und werden ſo mit Fett durchwachſen, daß alles wie bloßes Fett ausſiehet, zuma einen nachd und Widerred neſchwind n daß es Alangſamn dortheil Markte ddie erſte zehlt, wie ri. EG Koind zu⸗ nals an⸗ sou einem 1on. 1ee diſ dieſer 1 blic für 3cc ſe bſ miis dreh⸗ iie kaum Fett ſo ewegung 3 Rupen geeld ein dun Rip⸗ am Zoll gen Rip⸗ nehabt.“ 3 nehmen nit Fett Jusſehet — 561— zumal bey aͤlteren Thieren. Ein Nierenſtuͤck von einem Hintervierthel, das 26 Pfund wog, behielt, nachdem alles Fett weggenommen war, nur zwey und ein halb Pfund am Gewichte. Aber, hoͤre ich beſonders teutſche Leſer fragen, wer kann ſolches Hammelfleiſch eſſen, wer es ver⸗ tragen? Das erſtaunlich fette Hammelfleiſch, ant⸗ wortet der Englaͤnder, iſt auch nicht fuͤr die Tafel der Wohlhabenden, ſondern fuͤr den Aermeren. Er reicht damit weiter, wie mit magerem. Und ſtatt fuͤr Speck 8 Pence zu bezahlen, kauft er fetten Hammel fuͤr 5 Pence. Auch hat man es mit dem Einſalzen und Raͤuchern ſo weit gebracht, daß ſelbſt Kenner es eben ſo gern, als Speck und Schinken von Schweinen eſſen, die ſehr viel theurer ſind. Die Wolle. In Anſehung derſelben hat dieſe neue Art gar keine Vorzuͤge, ſondern ſteht gegen die andern langwolligen Arten merklich zuruͤck. Man hat darauf aber abſichtlich bey dieſer Verbeſſ ſexung gar keine Ruͤckſicht genommen, ſondern ſie ganz aufs Fleiſch und Fett berechnet. Je weniger Nahrungs⸗ theile auf den Haarwuchs verwandt werden, ſagen die neuen Schaafzuͤchter, deſto mehr ſetzen ſich zum Fleiſche an, und zwar mit mehrerem Vortheil bey dieſem als bey jenem. Ja, man gehet ſo weit, zu behaupten, daß, wenn man eine Art Schaafe ganz ohne Wolle hervorbringen koͤnnte, ſo muͤßte dies die vortheilhafteſte ſeyn. I. Nn — 562— Solche Uebertreibungen haben der neuen Race grade nur Gegner zugezogen. Man hat geſagt, wenn eins fehlen ſolle, ſo koͤnne ſich die Nation eher ohne Hammelfleiſch, als ohne Wolle behelfen. Dies gehe dem Landwirth als Landwirth nichts an, antworteten einige Breeders; er ſehe darauf, wo⸗ durch er ſein Land am beſten benutzen koͤnne. Fehle die Wolle, ſo wuͤrde ſie im Preiſe ſteigen, und wenn der Landwirth bey dieſer mehr Vortheil als beym Fleiſche faͤnde, ſo koͤnne man bald langwollige Schaafe hervorbringen. Die kaͤlteren Vertheidiger der neuen Art ſagen aber, daß wenn die einzelnen Koͤpfe in der Wolle auch zuruͤckſchluͤgen, ſo wuͤrde doch durch dieſe Art vom Acre wenigſtens eben ſo viel gewonnen, als von der alten Art; folglich die Production des Fleiſches vermehret, ohne dem Ertrage der Wolle zu ſchaden. Nach der Verſchiedenheit dieſer Grundſaͤtze und nach dem Wunſche ihrer Kundleute, verfahren auch die Breeders verſchieden. Einige ſuchen durch die Auswahl der Begattungen die Wolle zu verlaͤngern, andre ſie zu verkuͤrzen. Da man auch in verſchiedenen Gegenden bey dieſer Race nichts auszuſetzen hatte, als daß ihre Beine zu kurz waͤren, um weite Wege zu machen, und man ſie alſo nicht zum Huͤrdenſchlage auf ent⸗ fernteren Feldern brauchen koͤnne; ſo haben die 1e euen Raee at geſagt, te Nation behelfen. iichts an, auf, we⸗ ne. Fehle hen, und theil als ungwollige — aͤrt ſagen zer Wole dieſe Art Inen, als netion des dder Woll ridſäze und gten auch H durch die plaͤngern, enden bey daß ihre 41 machen, auf ent⸗ haben die — meiſten Breeders angefangen, die Beine etwas zu verlaͤngern. Wir kommen nun auf die Art und Weiſe, wie die Zuzucht dieſer Art betrieben wird. Die Boͤcke werden nie verkauft, ſondern nur von einem Breeder an den andern auf eine Spring⸗ zeit verlaſſen. 1 Die Breeders der erſten Klaſſe haben zu dem Ende ihre oͤffentlichen Ausſtellungen, die nach ge⸗ troffener Uebereinkunft den 8ten Junius angehen und bis Michaelis dauern. Einige Wochen lang, nach dem Anfange dieſer Ausſtellungen, haͤlt jeder vorzuͤgliche Breeder of⸗ fenes Haus. Es kommen dann Breeders der zweyten Klaſſe und andre Landwirthe aus allen Ge⸗ genden des Reichs, theils um Boͤcke zu miethen, theils um zu beſehen und zu beurtheilen. Da rei⸗ ſen ſie dann von einem Breeder zum andern. Auch beſuchen ſich die Hauptbreeders unter einander. Wenn dieſe Privat⸗Ausſtellungen geſchloſſen find, ſo iſt eine oͤffentliche am 10ten October zu Leiceſter, wo alle Arten von Boͤcken, gewoͤhnlich doch aber nur von minderer Guͤte, auf Wagen zu⸗ ſammengebracht werden, um ſie zu vermiethen, oder auch wol zu verkaufen. Mit dem Vermiethen der Boͤcke fing in dieſer Gegend Bakewell zuerſt an, und nahm anfangs Nn 2 “ 4 ddͤdödöoͤöoöoöͤoͤoͤͤoͤoͤͤhͤ ——————— ſehr geringe Preiſe. Hieraus iſt jetzt ein Wirth⸗ ſchaftszweig geworden, der dieſer Gegend unge⸗ heure Summen eingebracht hat, und vorerſt noch einbringen wird. Die vornehmſten Breeder ziehen jaͤhrlich zwan⸗ zig, dreißig; vielleicht vierzig junge Boͤcke auf. Sie waͤhlen ſolche blos nach dem Blute und der Ver⸗ wandtſchaft aus, da man ſich auf die Form, ſo jung, nicht verlaſſen darf. Man denkt ſich leicht, daß bey ihrer Aufzucht nichts geſparet wird. Sie werden ſchon im zweyten Jahre verlaſſen. Ueber⸗ haupt werden die Boͤcke vom erſten Fruͤhjahre an, bis zur Zeit der Ausſtellung, aufs beſte verpfleget. Junger Klee, der fruͤh zum erſtenmale gemaͤhet worden, iſt vorzuͤglich ihre Weide. Waͤhrend der Ausſtellung haͤlt man ſie in klei⸗ nen Koppeln, worin ein Verſchlag angebracht wor⸗ den, in welchen ſie gern hineingehen, um ſich be⸗ ſehen und betaſten zu laſſen. Die aͤlteren Boͤcke ſind beſonders ſehr zahm, und ſcheinen die Achtung recht zu fuͤhlen, die man ihnen erweiſet. Der Hauptbreeder Bakewel hat jeden Bock allein ſtehen, und zeigt jeden einzeln vor. Fuͤr die rechten Ken⸗ ner iſt dies ſehr paſſend; Andre aber verlieren da⸗ bey die Huͤlfe der Vergleichung. Diejenigen, welche die Boͤcke miethen, theilen ſich in zwey Klaſſen. Es ſind entweder ſolche, die wieder Zuzucht von Boͤcken treiben wollen, Ram⸗- getters; oder ſolche, die nur ihre eigene Schaaf⸗ — 8 Wirt 3I unge⸗ Feſt noch wan⸗ Si. Sie r Ver⸗ m, ſo leict, 1. Se .n Ueber⸗ göre an, d pfleget. Memäͤhet in kli⸗ woht vor⸗ ea ſich be⸗ 8i Böict Atang Der ae ſtehen, chn Ket⸗ znen da⸗ t theilen che, die 7 Ram- Schaaf⸗ zucht verbeſſern wollen, Weddergetters. Erſtere ſuchen ganz vollkommene Boͤcke, und ſehen auf eine ſehr reine Abſtammung von vaͤterlicher und muͤtter⸗ licher Seite. Die andern nehmen es nicht ſo ge⸗ nau, und ſehen im Allgemeinen auf die Neigung zum Fettanſetzen. Jeder nimmt aber auf die Un⸗ vollkommenheit ſeiner Schaafe beſonders Ruͤckſicht, und ſucht ſich einen Bock aus, der in dem Puncte, welcher ſeinen Schaafen mangelt, vorzuͤgliche Qua⸗ litaͤten hat, wobey denn alles auf gute Beurthei⸗ lung ankommt. Bakewel und einige Andre haben jetzt die Gewohnheit angenommen, gar keinen Preis zu ſetzen und zu fordern. Sie laſſen ſich bieten. Wer am meiſten bietet, erhaͤlt den Bock. Doch wird dabey auf alte Kundſchaft und Freundſchaft NRuͤckſicht ge⸗ nommen; wol aber auch auf die Rivalitaͤt, worin zwey Breeders ſtehen. Ein vorzuͤglicher Breeder wird einen ſehr ſchoͤnen Bock lieber an einen ver⸗ laſſen, deſſen Schaafe noch weit zuruͤckſtehen, als an einen andern, dem nur noch wenig fehlt, um ihm gleich zu kommen. Wenn er nun einen be⸗ ſtimmten Preis ſetzte, ſo koͤnnte er ſeinen Bock nicht zuruͤckhalten, wo er wollte. Geſchriebene Geſetze hat man uͤber dies Geſchaͤft nicht. Es exiſtirt aber eine allgemeine Ueberein⸗ kunft, worauf mit ſeltener Ehrlichkeit gehalten wird. Es wird feſtgeſetzt, daß ein Bock eine gewiſſe Anzahl von Schaafen beſchwaͤngern ſoll. Kann — 566— er das durch Zufall oder Unfaͤhigkeit nicht, ſo wird von dem Preiſe verhaͤltnißmaͤßig abgezogen. Stirbt er in der Zeit, ſo ſtirbt er dem Verlaſſer, voraus⸗ geſetzt, daß der Miether nicht Schuld an ſeinem Tode ſey. Dagegen darf der Miether keine andre als ſeine eigenen Schaafe, und von dieſen nur die be⸗ ſtimmte Anzahl, damit beſpringen laſſen, die dem Alter und den Faͤhigkeiten des Bocks angemeſſen iſt. Auch wird zuweilen ein vorzuͤglicher Bock je⸗ mandem, der blos Hammel aufziehen will, zu ge⸗ ringerm Preiſe verlaſſen, unter der ausdruͤcklichen Bedingung, keine Boͤcke davon zu erziehen. Auf alles dies wird unter den bekanntern Far⸗ mers ſehr gewiſſenhaft gehalten; ein Beweis von der Rechtſchaffenheit, die unter dieſem Theile der Nation herrſcht. Die Preiſe fuͤr die Verlaſſung eines Bocks auf eine Springzeit ſind, beſonders ſeit 1280, ſchnell und erſtaunlich geſtiegen. In dieſem Jahre ver⸗ miethete Bakewel verſchiedene zu 10 Guineen, und ein anderer Mr. Parkinſon einen zu 25 Guineen. Erſterer kam dieſem aber bald wieder vor, und die ſeinigen ſtiegen ſchnell von 10 zu 100 Guineen. 1786 verließ er ſchon einen zu 300 Guineen. Seit der Zeit hat er mehreremale 400 Guineen erhalten. 1789 hat er 1200 Guineen fuͤr drey Boͤcke und 2000 Guineen fuͤr ſieben Boͤcke erhalten. 20 Guineen iſt jetzt das Geringſte, wo⸗ fuͤr er einen Bock austhut; und er behaͤlt ſelten 1, ſo widd 9o. Stirbt ¹ voraus⸗ ön ſeinem nndre als r die be⸗ 7 die den engemeſſen 1 Bock je⸗ 1, zu ge⸗ trüͤcklichen . nrern Far⸗ weis von iheile der „Bocks auf 9, ſchnal ahre der⸗ 1 Grineen, on zu 29 d wieder 9 zu 100 zu 300 drale 400 „Guineen zen Bocke gſte, wo⸗ ſalt ſelten einen uͤbrig. Auſſer ihm giebt es nun noch ſo viele Andre, die große Summen damit machen. Wer nicht an Ort und Stelle geweſen iſt, dem kommen die Preiſe unglaublich vor. Manche haben daher geglaubt, die Preiſe wuͤrden nur an⸗ gegeben, aber nicht wirklich bezahlt. Daß ſich dies aber nicht ſo verhalte, ſondern daß die ausgemachte Summe wirklich bis auf den letzten Heller bezahlt werde, bezweifelt, wie Voung, Marſhal und Culley ſagen, Keiner, der den Handel mit angeſehen und mitgemacht hat. Um die Sache zu begreifen, muß man ſie ſich in ihrem ganzen Zuſammenhange denken. Die hohen Preiſe werden nicht bezahlt, um Nutz⸗Schaafe dadurch zu erhalten, ſondern um wieder Spring⸗ Boͤcke davon zu erziehen, die dann wieder auf eben die Art verlaſſen werden. Sie werden nur von ſolchen gegeben, die ſchon ſehr veredelte Schaafe haben, aber ſie noch zu groͤßerer Vollkommenheit bringen wollen. Derjenige, welcher blos Schaafe haͤlt, um Schlachtvieh zu ziehen, nimmt ſeine Boͤcke von den Breeders der zweyten Klaſſe, und bezahlt 5, zu⸗ weilen doch auch wol bis zehn Guineen fuͤr einen Bock. Angenommen, daß er auch den höͤchſten Preis giebt, 100 Schaafe damit beſpringen laͤßt, und etwas uͤber 100 Lämmer(denn ſehr haͤufig fallen zwey Stuͤck) davon erhaͤlt, ſo betraͤgt dies etwa 2 Schill. auf den Kopf. Und dies iſt eine Kleinigkeit, wenn man die Vorzüge dieſer Race er⸗ waͤgt. Ein zwey⸗ bis drittehalbjaͤhriges Schaaf iſt ſchon 10 bis 15 Schill. mehr werth, als eins von ſchlechterer Art. Man laͤßt einen ſolchen geſchaͤtzten Bock nie⸗ mals zwiſchen der Schaafheerde herumgehen, ſon⸗ dern haͤlt ihn abgeſondert, auf einer kleinen⸗Kop⸗ pel, und giebt ihm nur einige Geſellſchafterinnen, um ihn ruhig zu erhalten. Die Schaafe werden einzeln zu ihm gebracht, und er bedienet jedes nur einmal. Sonſt rechnete man 80 Schaafe auf einen Bock; jetzt ſtehet er 100 bis 120 vor. In Anſehung der Zucht⸗Schaafe ſehen die Breeders auch hauptſaͤchlich auf die Abſtammung. Wenn ſie nicht ſchon hinreichend veredeltes Blut haben, ſo kommt durch den Bock allein nichts Voll⸗ kommenes heraus. Boͤcke, die mit minder veredel⸗ ten Schaafen erzeuget ſind, bringen eine zuruͤck⸗ ſchlagende Nachkommenſchaft hervor, wenn ſie auch aͤuſſerlich noch ſo vorzuͤglich ſcheinen. Die Race⸗ Schaafe werden daher auch ſehr theuer verkauft, zu 10 bis 20 Guineen. Manche aber verkaufen ſie um keinen Preis. Bakewel laͤßt Schaafe ſchlach⸗ ten, die in einer oͤffentlichen Auction zu 50 Guineen verkauft werden koͤnnten. Man hat ſogar auch augefangen, Schaaſe auf eine Lammzeit zu ver⸗ laſſen. Bis jetzt iſt dieſer Betrieb noch immer im Steigen. Die Zeit wird lehren, wie hoch er ge⸗ trieben werden kann, und was am Ende heraus⸗ kommen wird. Schaaf iſ Lreins von wock nie⸗ Ann, ſon⸗ Nan Koh⸗ Perinnen, de werden Hedes nur Ffuf einen then die inmung. :s Blut 3 ſts Vol⸗ t eredel⸗ 3 zürie 8 ſie auch ie Nat⸗ verkauft eaufen ſi S Buineen ar auch zau her⸗ mer im 1) er ge⸗ heraub⸗ In den eigentlichen Graslaͤndern wird die Ma⸗ ſtung der Schaafe faſt blos mit Gras und Heu be⸗ trieben, kuͤnſtliche Futterkraͤuter doch nicht ausge⸗ ſchloſſen. Farmers von groͤßerer Induſtrie bauen aber auch Kohl und Ruͤben zur Wintermaſtung. Auf den Koppeln weiden die Schaafe faſt allge⸗ mein mit den Maſtochſen vermiſcht; auf einen von dieſen, zwey Schaafe. Hiedurch glaubt man den Weidegrund am vortheilhafteſten zu benutzen. Auf manchen Hoͤfen werden 400 Stuͤck Schaafe, die alle innerhalb zwey Jahren fett ſeyn muͤſſen, ge⸗ halten. Auf den fetteſten Weidegruͤnden fuͤrchtet man ſich fuͤr das Faulwerden nicht, wenn nur kein ſte⸗ hendes Waſſer darauf iſt. Fuͤr das Trockenlegen der Weidegruͤnde ſorgt man aber ſehr. Selbſt auf gewaͤſſerten Gruͤnden laͤßt man ſie ohne Be⸗ denken weiden, ſobald das Waſſer voͤllig abge⸗ zogen iſt. Den jung ausſchlagenden rothen Klee haͤlt man fuͤr die geſundeſte und gedeihlichſte Weide fuͤr Schaafe. Man nimmt die Laͤmmer fruͤher von den Schaafen, ehe dieſe ihre Milch voͤllig verlieren. Die Laͤmmer brauchen die Milch nicht ſo lange, und befinden ſich bey der Weide faſt beſſer. Die Mutter wird aber deſto eher fett, je fruͤher die Milch aufſchlaͤgt. Daß kein guter Landwirth die Schaafe melke, verſteht ſich wol von ſelbſt; es moͤgte es denn je⸗ — ——— ——õõ—— — 372— mand, der Schaafe zu ſeinem Vergnuͤgen im Park hielte, aus beſonderer Leckerheit thun. Nach dieſem Allem brauche ich wol nicht zu ſagen, was der Englaͤnder von der gemeinen Schaaf⸗ trift auf ebenem Boden denkt. Selbſt auf unbe⸗ baubaren Bergen iſt ihm Gemeinheit zuwider, und jeder Hof hat ſeinen Weide⸗Diſtriet, den er zu verbeſſern ſucht. Aber die gemeine Weide auf Acker⸗ feldern und fruchtbaren Gruͤnden ſiehet er fuͤr die hoͤchſte Schande der Nation an. In manchen Ge⸗ genden Teutſchlands glaubt man noch, daß ohne ſolche keine Schaafzucht exiſtiren koͤnne, und haͤlt dies fuͤr ein unuͤberſteigliches Hinderniß der Ver⸗ koppelung*). Die Spaniſchen Schaafe haben bis jetzt in England wenig Beyfall gefunden. Die Fehler des Gebaͤudes koͤnnen, nach der einſtimmigen Meynung aller Schaͤferey treibenden Farmers, durch die Fein⸗ heit der Wolle nicht wieder gut gemacht werden. Man benutze durch ſie, wenn auch der Preis der feinen Wolle noch ungleich hoͤher ſtiege, die Schaaf⸗ weide viel geringer, als durch die langwolligen, ) Der Herr Ober⸗ Commiſſaͤr Weſtfeld hat in der Abhandlung: Koͤnnten die Nutzungen der Schaͤfereyen im Hanndveriſchen hoͤher getrieben werden? uns eines beſſern zu beleh⸗ ren geſucht. im Part rnicht zu Schagf⸗ Fiff unbe⸗ enet, und n er zu Af Acer⸗ e fur die anhen Ge⸗ a ohne „and hält Ser Ver⸗ jtzt in aehler de⸗ t Neynung 3 die Fein⸗ w wenden. shreis der Schaaf⸗ volligen,— — — gat in der gen der 1 hoͤher 1 zu beleh⸗ — 521— maſtfaͤhigen Schaafe. Daher haben diejenigen, welche die Einfuͤhrung derſelben, in ſtaatswirth⸗ ſchaftlicher Ruͤckſicht und zum Vortheil der Manu⸗ fakturen, empfehlen wollten, gegen die Gruͤnde der eigentlichen Landwirthe verſtummen muͤſſen. Sin⸗ clair, welcher, ehe er auf die Einrichtung eines Boards of Agriculture dachte, das Intereſſe der Wollen⸗Manufakturen mit dem Intereſſe der Schaͤ⸗ ferey zu vereinigen hoffte, ſtiftete daher ſchon einige Jahre fruͤher eine Societaͤt zur Verbeſſerung der Wolle in Brittannien. Er hat hieruͤber, wie er irgendwo ſagt, eine Correſpondenz mit 1500 Per⸗ ſonen gefuͤhrt, und ſeine Reiſe durch das nordöͤſt⸗ liche Europa hatte hauptſaͤchlich dieſen Zweck. Man hat aber, ſo viel ich weiß, bis jetzt kein Mittel ausfinden koͤnnen, in England die Feinheit der Wolle zu erhoͤhen, ohne den allgemeinen Ertrag der Schaafzucht, oder vielmehr den Ertrag der Weide, durch die Schaafe zu verringern. Einige glauben, es gebe in Spanien wirklich Schaafe, die ein engliſcher Schaafzuͤchter fuͤr gut gebauet erken⸗ nen wuͤrde. Aber dieſe hat man bis jetzt nicht er⸗ halten koͤnnen. Aus der Verbindung der Ryelaͤnders mit den Spaniern, entſtand eine Art, die in Anſehung des Gebaͤudes minder fehlerhaft, wie dieſe, waren, und doch beſſere Wolle, wie jene, trugen. Sie ſchlug aber in den folgenden Generationen wieder zuruͤck, und die Fehler der Spaniſchen Race kamen zu ſtark hervor. ——ſꝑ——— ——— ——— — 572— In Anſehung der Zucht und Behandlung der kurzwolligen, an Bergen und auf den unangebaueten Ebenen— welche der engliſche Patriot uͤberhaupt verwuͤnſcht— weidenden Schaafe, habe ich nichts gefunden, was ſich vor unſerer Schaafzucht aus⸗ zeichnete; es ſey denn, daß man in Anſehung der Zuchtboͤcke und Mutterſchaafe mehr auswaͤhlt, und jede Race in ſich ſelbſt immer zu verbeſſern ſucht. Die Meynung, daß aus einer nahen Ver⸗ wandtſchaft der Boͤcke mit den Muͤttern eine un⸗ edlere Generation erfolge, haͤlt man jetzt fuͤr bloßes Vorurtheil. Vielmehr ſucht man eine vorzuͤgliche Familie in ſich ſelbſt fortzupflanzen. Die Bemer⸗ kung aber, daß die Boͤcke kaltſinniger gegen die Schaafe werden, womit ſie taͤglich ausgehen, und daher bey der Begattung weniger Feuer zeigen, hat ſich beſtaͤtiget, und man haͤlt daher die Boͤcke abgeſondert. nng der aueten ir rhaupt i nichts ust als⸗ Seug der dr. und e ſuch. Me un⸗ Roloße⸗ mau gliche a bemer⸗ aen de 2n, und a ſeigen, iäte Nachtraäaͤge zum erſten, zweyten und dritten Capitel. enn rſtaunli et, ſor durch ſe kolonier ach, Fremde roße S uum à. es in linzen etrieben chluß. biſſer cu⸗ von Voll fiſſung ſch vorz befindet, kommenh eine qus Nachtrag zum erſten Capitel. Wenn wir bedenken, daß England nicht nur die erſtaunliche Menſchenmaſſe, die ſich im Lande befin⸗ det, ſondern die es auch auf den Meeren erhaͤlt, durch ſeine eigenen Produkte reichlich naͤhre; ſeine Colonien zum Theil noch verſorge, und, der Regel nach, noch Korn und andre Landesprodukte an Fremde verkaufe; und obendrein bemerken, daß große Strecken Landes zum Theil noch gar nicht, zum Theil hoͤchſt elend eultivirt werden, auch daß es im Grunde nur die wenigſten und kleinſten Pro⸗ vinzen ſind, die den Ertrag ihrer Aecker ſo hoch getrieben haben: ſo muͤſſen wir ſchon hieraus den Schluß ziehen, daß die Landwirthſchaft in dieſen beſſer cultivirten Gegenden einen ſehr hohen Grad von Vollkommenheit erreichet habe. Iſt jene Ver⸗ faſſung der den Ackerbau betreibenden Klaſſe, die ſich vorzuͤglich in den eultivirteſten Grafſchaften ſo befindet, auch nicht der Hauptgrund dieſer Voll⸗ kommenheit, ſo iſt es doch gewiß eine Bedingung sine qua non derſelben, und man kann anneh⸗ — 340— men, daß ein Staat ſeine Landwirthſchaft nur in dem Grade der Engliſchen annaͤhern koͤnne, in welchem er die Verhaͤltniſſe ſeiner ackerbauenden Klaſſe, denen in England, gleich zu machen im Stande iſt. Wo die Landwirthſchaft in den Haͤn⸗ den großer Guͤterbeſitzer iſt, da wird man eine be⸗ queme, leicht zu uͤberſehende, mit wenig Riſico ver⸗ bundene, und mit moͤglichſt geringem Vorſchuſſe zu beſtreitende Wirthſchaftsart vorziehen. Man fraͤgt da nur, was der Boden eintraͤgt; auf das eigentliche Gewerbe des Ackerbaues rechnet man faſt nichts. In England ſagt man, der Boden dieſes Farms thut 200 Pf. Sterl.; aber durch die Wirth⸗ ſchaft, die darauf gefuͤhrt wird, koͤnnt ihr 20 oder noch 400 Pf. Sterl. verdienen, je nachdem ihr ein Kapital und Kenntniſſe habt. Auch laͤßt ſich in jenen Gegenden, wegen Mangel an Menſchen und Stumpfheit der vorhandenen, nichts ausfuͤhren. Wenn ſolche Guͤterbeſitzer ſchuldenfrey und wohl⸗ habend ſind, ſo laſſen ſie ſich mit dem hergebrach⸗ ten Ertrage begnuͤgen, und verzehren ihn nach ih⸗ rem Geſchmacke; ſind ſie es nicht, ſo fehlt es ih⸗ nen an einem fuͤr die Groͤße der Guͤter verhaͤltniß⸗ maͤßigen Vorlage, eine thaͤtigere Wirthſchaft anzu⸗ fangen. Wird aber der Ackerbau groͤßtentheils nur von Bauern betrieben, und ſtehen dieſe noch unter dem Zwange des Meyerrechts oder gar der Leib⸗ eigenſchaft, und ſind den Plackereyen des Frohn⸗ dienſtes und des Zehntens in Natura unterworfen, ſo ſind ſie viel zu gelaͤhmt an Geiſt und Vermoͤgen, als da hoffen ſich oh nimmt † aſſigke daſelbſt die G daß at rundun 2 nen 3 gen, wenig Ruͤckſ windli vielleie mit in macht. dern machte getheil Zehnte heit, b was er des La bald h Aber d Thaͤtig in ma 8 J. Pt nur it nne, in Hhauenden chen in eien Han⸗. areine be⸗ ſico ver⸗ orſuſſ 8 Man Nauf das Wannan faſt ſatt dieſes 4 Wirth⸗ i W ddet a ihr en drſchin S ten und fͤhren. 5 d wohl⸗ cebrad⸗ uut i Ft ij⸗ u häͤltniß⸗ biſt anzu⸗ anrils nur nicch unter Fer Leib⸗ a Feohn⸗ erworſen, ermöͤgen⸗ — 572— als daß von ihnen irgend eine Betriebſamkeit zu hoffen waͤre. Wo Guͤter⸗ und Bauernwirthſchaften ſich ohngefaͤhr im Beſitze des Landes theilen, da nimmt eins das andre nur zum Muſter der Nach⸗ laͤſſigkeit und des Schlendrians. Gemeiniglich ſind daſelbſt die Aecker ſo untereinander gemiſchet, und die Gemeinheiten und ihre Rechte ſo verworren, daß an keine Auseinanderſetzung und gehoͤrige Ab⸗ rundung der Beſitzungen zu denken iſt. Bey dieſem, in Teutſchland nur zu allgemei⸗ nen Zuſtande der Dinge, werden alle Verordnun⸗ gen, Ermahnungen, Belehrungen und Praͤmien wenig helfen, wenn nicht die ganze Verfaſſung in Ruͤckſicht des Ackerbaues geaͤndert wird. Unuͤber⸗ windliche Schwierigkeiten hat das gewiß nicht, und vielleicht iſt die Zeit nicht ſo entfernt, wo man da⸗ mit in einem oder dem andern Staate den Anfang macht. Hat einer angefangen, ſo muͤſſen die an⸗ dern ſchon folgen; wohl dem, der den Anfang machte! Man verwandle, nachdem Gemeinheiten getheilt worden, Meyergefaͤlle, Frohndienſte und Zehnten in Landzins, und laſſe jedem die Frei⸗ heit, zu kaufen, zu verkaufen und zu verſetzen, was er will; verſteht ſich, immer mit Uebernahme des Landzinſes. Die guten Wirthe werden ſich bald heben; die ſchlechten bald zu Grunde gehen. Aber dafuͤr werden genug andre kommen, die Geld, Thaͤtigkeit und Kenntniſſe mitbringen. Es hat ſich in manchen Gegenden Teutſchlands eine Menge I. Oo — 528— Geldes angehaͤuft, was todt da liegt, weil es an Sicherheit und Gelegenheit, es zu benutzen, fehlt. Denn mit Handel und Manufakturen will es nicht fort, eben weil der Grund, worauf ſie ſich heben koͤnnen, der Ackerbau, und die nur durch ihn her⸗ vorzubringende Bevoͤlkerung, noch darnieder liegt. Nun wird es bald ſeinen Ausweg finden, wenn Laͤndereyen anzukaufen und zu bebauen ſind. Wohl⸗ habende Leute, aus dem Mittelſtande beſonders, werden kaufen, und eins ihrer Kinder der Land⸗ wirthſchaft widmen, oder, ſtatt geringer Zinſen, Pacht aus ihren Hoͤfen ziehen. Dieſer Stand, beſonders in Anſehung der Gelehrten, ſchwillt uͤberhaupt ſo an, daß uͤber kurz oder lang eine Exploſion geſchehen muß, wenn man ihm keine Ableitung ſchaffet. In der Staatspyra⸗ mide waͤchſt hier ein Hoͤcker aus, der dem Gleich⸗ gewichte große Gefahr drohet. Durch immer feſter gezogene Graͤnzen beſchraͤnkt, iſt es nur ein ſeltener Fall, daß ein Individuum in den hoͤheren Stand eindringt. Hingegen iſt der Zudrang von unten ungeheuer. Jeder etwas vermoͤgende Buͤrger und Bauer laͤßt einen Sohn ſtudieren— und wer mag ihm das wehren? Wer hingegen ſeiner Familie einen Ausweg nach unten empfehlen moͤgte, dem ſtehen unendliche Schwierigkeiten entgegen. Die noch immer beſtehenden Zunft⸗ und Gilde⸗Einrich⸗ tungen, der Zwang der Lehrjahre, vertragen ſich nicht mit der liberaleren Erziehung. Darum iſt es, 4. die V keine einem widme meiſte keine beſſer unter alſo! einen dazu bey il wuͤrde Hand nich werder wenn gehaͤu Stand und Er det w kleiner theilet eil es an n, fehlt. es nicht h heben ihn her⸗ er legt. , wenn — Vohl⸗ leſonders, er land⸗ Zinſen, ung der iber kur enn wan matboyra⸗ Gleich⸗ ner feſter ſeltener Stand n unten ger und er mag Familie e, dem . Die Einrich⸗ gen ſich iſt es — 579— die Vorurtheile der Verwandten ungerechnet, faſt keine Moͤglichkeit, daß ein Gelehrter ſeine Kinder einem Handwerke oder einer zunftmaͤßigen Kunſt widme. Im Handel und Manufakturen iſt an den meiſten Orten nichts zu unternehmen; im Militair keine Ausſicht fuͤr den Buͤrgerlichen. Selbſt die beſſeren Stellen im Civilſtande eignet ſich der Adel unter ehrenvolleren Titeln immer mehr zu. Wo alſo hinaus? Gelegenheit, Landwirthſchaft zu treiben, wuͤrde einen ſchleunigen Abzug machen. Die Neigung dazu iſt dem Menſchen angebohren und ſehr leicht bey ihm rege gemacht. Wer nicht kaufen koͤnnte, wuͤrde pachten. Mancher wuͤrde die groͤbeſten Handarbeiten auf dem Lande mit verrichten, wenn er nicht beſorgen muͤßte, von Gecken ausgelacht zu werden. Wie ſehr aber wuͤrde der Ackerbau ſich heben, wenn nicht nur ein Theil des im Mittelſtande an⸗ gehaͤuften Vermoͤgens, ſondern auch die, dieſem Stande vor allen eigene, Thaͤtigkeit, Speculation und Erweiterungstrieb zu ſeiner Aufnahme verwen⸗ det wuͤrde! Auch die landesherrlichen Domainen muͤßten in kleinere Pachthoͤfe von 500 bis 1000 Morgen ver⸗ theilet und darnach bebauet werden. Selbſt die Oo 3 — 580— Beſitzer großer Privatguͤter wuͤrden es dann gera⸗ then finden, hierin nachzufolgen*). Die Aufnahme von Haͤuslingen muͤßte jedem erlaubt ſeyn. Vielleicht muͤßte ſelbſt der Staat im Anfange etwas thun, ſie zu befoͤrdern. Dann wuͤrde Bevoͤlkerung in gleichem Verhaͤltniſſe mit dem Ackerbau ſchleunig ſteigen, und Ueberfluß ge⸗ nug fuͤr ſtehende Heere auswerfen. *) Ohne allen Zweifel wird die Vertheilung der Domainen ſowol als der groͤßeren Ritterguͤter in Erbpachtſtellen von maͤßiger Groͤße in Teutſchland immer mehr Bey⸗ fall finden, da der gluͤckliche Erfolg augenfaͤllig iſt, und alle dagegen angefuͤhrte Scheingruͤnde widerlegt hat. Dann wird unſere Verfaſſung in Hinſicht des land⸗ wirthſchaftlichen Standes das Gute des engliſchen Farmerſyſtems ohne deſſen Nachtheile heben, und der teutſche Ackerbau ſich aus dieſem und mehreren Gruͤnden uͤber den jeder Nation erheben. in gera⸗ jedem ktaat in. Dann iſſe mit Nachtrag zum zweyten Capitel. aifluß ge⸗ ii Idee zur Einrichtung einer Akademie des Acker⸗ Paues, oder Widmung einer betraͤchtlichen Wirthſchaft zu Verſuchen und zum Unter⸗ dhomainen Lahtſtäln Unter allen Huͤlfsmitteln, wodurch Landwirthſchaft 4 theoretiſch und practiſch zu einer hohen Stufe von ugr ha Vollkommenheit gehoben werden koͤnnte, iſt meines ſdes lud Erachtens keines, was mehrere Wirkung thun koͤnnte, Lengliſhen als die Beſtimmung eines anſehnlichen Landguts en, und oder Domaine, blos zu dieſem Zwecke. Im Klei⸗ nehrum nen iſt ein ſolcher Verſuch von dem verdienſtvollen Herrn v. Schoͤnfeld zu Trenowa in Boͤhmen gemacht*). Im Großen iſt es die Sache keines *) Eine Anſtalt dieſer Art, von betraͤchtlichem Umfange, hat der verehrungswuͤrdige Graf von Feſtetitz auf ſeiner Herrſchaft in Ungarn angelegt. Nur geſtehe ich, daß mir die Einrichtung, nach den darüber her⸗ ausgekommenen Programmen, zu wenig praktiſch und faſt zu gelehrt ſcheine. — 3582— Privatmannes. Aber ſollte nicht einmal ein teut⸗ ſcher wahrhaft landesvaͤterlicher Fuͤrſt ſich dazu entſchließen? Die erſte Anlage wuͤrde freylich betraͤchtliche Koſten veranlaſſen; nachher wuͤrde es ſich aber zuverlaͤſſig von ſelbſt erhalten, und die Zinſen ſeiner Anlage wenigſtens eben ſo gut bezah⸗ len, wie manche Bade-Anſtalt. Wie groß der Nutzen fuͤr das Land und ſelbſt fuͤr die herrſchaft⸗ lichen Domainen ſeyn wuͤrde, kann jeder aus den Folgen, die es auf die allgemeine Verbeſſerung der Wirthſchaft haben muͤßte, berechnen. Ich kann mich daher nicht enthalten, hier den erſten Ent⸗ wurf eines Plans zu einem ſolchen Inſtitute, den ich eben im Kopfe habe, niederzuſchreiben*). *) Manche haben gegen das Detail dieſes Plans dieſes oder jenes einzuwenden gefunden. Aber darauf kommt es gar nicht an; ſondern nur auf die Idee im Ganzen und auf die Tendenz. In jeder anderen Stunde haͤtte ich ein anderes Ideal aufgeſtellet. Erſt wenn das Lokal und die Mittel zur Ausfuͤhrung gegeben waͤren, koͤnnte ein beſtimmter Plan vorgeſchlagen, und uͤber deſſen mannigfaltige Modifikation debattirt werden. Wie ich dies ſchrieb, war meine Imagination von eng⸗ liſchen Verhaͤltniſſen vielleicht zu ſehr angefuͤllt. Wenn ich in der Realitaͤt auf teutſchen Boden verſetzt waͤre, ſo wuͤrde ich andere Vorſchlaͤge gethan haben. Fuͤr das noͤrdliche Teutſchland wuͤrde ohne Zweifel ein com⸗ parativer Verſuch zwiſchen Dreyfelder⸗Wirthſchaft, Fruchtwechſel⸗Wirthſchaft mit Stallfutterung, Hol⸗ ſteinſcher Koppelwirthſchaft, Mecklenburgſcher Schlag⸗ Es n ſchun⸗ ſen S findet Ort Einen wo Wege Aber traͤcht othm inge halbe bäͤut rer, nebſt reyen de,( ein telt⸗ ſirſt ſch freylich hüͤrde es unnd die bezah⸗ roß der arrſchaft⸗ dus den dung der h kann an Ent⸗ ſe, den 8). — à dieſes d konmt 6 Ganzen Inde häte venn das d wäͤren, and uͤher werden. von eng⸗ Wenn tt waͤre, 2 Füͤr ein conm⸗ thſchaft gg, hol⸗ Schlag⸗ Ich verlange dazu wenigſtens 4000 Morgen*). Es muͤßte Boden von verſchiedener Guͤte und Mi⸗ ſchung ſeyn, vom zaͤhen Klay bis zum ziemlich lo⸗ ſen Sande. Eine ſolche Verſchiedenheit des Bodens findet ſich oft nahe bey oinander, und ein ſolcher Ort muͤßte, wo moͤglich, ausgewaͤhlet werden. Einen Fleck von dieſer Beſchaffenheit aufzufinden, wo keine andere unuͤberwindliche Hinderniſſe im Wege ſtuͤnden, haͤtte freylich immer Schwierigkeiten. Aber ich glaube, er faͤnde ſich in jeder etwas be⸗ traͤchtlichen Provinz. Es waͤre bequem, aber nicht nothwendig, daß die ganze Flaͤche an einander hinge: die einzelnen Theile koͤnnten immerhin eine halbe Meile vom Mittelpunkte entfernet ſeyn. Hier im Mittelpunkte waͤre das Hauptge⸗ baͤude, als Wohnung fuͤr den Director, die Leh⸗ rer, und fuͤr einen Theil der Zoͤglinge aller Art, nebſt dazu gehoͤrigen Nebengebaͤuden: Bierbraue⸗ reyen zweyerley Art, Brannteweinbrennerey, Schmie⸗ de, Geſtellmacher⸗Wohnung u. ſ. w. Auf einer wirthſchaft und einer Weidewechſelwirthſchaft nach den Grundſaͤtzen der Fruchtfolge am nuͤtzlichſten und am meiſten belehrend ſeyn; in welche Wirthſchaftsarten ſich denn mannigfaltige Nebenverſuche einſchalten ließen. *) Waͤren es auch nur 2000 Morgen, ſo ließe ſich ſchon viel bewirken. Ja, ich habe ſchon einen beſtimmteren Plan fuͤr 500 Morgen gemacht. — 584— Seite ein Kuͤchengarten von 30 Morgen, auf der andern der Baumgarten nebſt Baumſchule, ebenfalls von 30 Morgen. Dann ein oͤkonomiſch⸗ botaniſcher Garten zu ganz kleinen Verſuchen und zur Anziehung fremder Saͤmereyen, von zehn Morgen, dicht vor dem Hauſe. Dann aber noch ein eigentliches Verſuchfeld von 100 Morgen. In einiger Entfernung vom Hauptgebaͤude ein klei⸗ neres, welches unten, in einem feuerfeſten Ge⸗ woͤlbe, ein chemiſches Laboratorium enthaͤlt; dar⸗ uͤber die Zimmer zu Vorleſungen; ein kleines Ca⸗ binet fuͤr die Naturgeſchichte, in ſofern ſie auf die Oeconomie Einfluß hat; und die Bibliothek; oben im Erkener alle Inſtrumente, die zur Meteorologie und Beobachtung der Witterung gehoͤren. In ei⸗ nem beſonderen kleinen Gebaͤude, am Verſuchfelde, waͤren alle Arten von beſonderen Ackergeraͤthſchaften aufgeſtellet, die auf den Hoͤfen nicht in gewoͤhnli⸗ chem Gebrauche ſind. Dann waͤren acht Hoͤfe angelegt, jeder ohn⸗ gefaͤhr von 300 Morgen. Die Wirthſchaftsart waͤre auf jedem ganz verſchieden, und jeder haͤtte ſeinen eigenen Viehſtapel, Geſpann, Haushaltsgebaͤude; ſeinen eigenen Aufſeher, Hofmeyer und erforderli⸗ ches Geſinde. Die Wirthſchaftsart muß dem Bo⸗ den, deſſen Qualitaͤt ich verſchieden, doch auf je⸗ dem Hofe ziemlich gleichfoͤrmig annehme, angemeſ⸗ ſen ſeyn. Nach einer gewiſſen Reihe von Jahren kann ſie veraͤndert, und mit einer anderen vertau⸗ ſchet Arten Pirt nd, emnige gung Wieſ Wir und t en, auf ſchule, miſch⸗ terſuchen In zehn ann noch MRotgen. n klei⸗ ien Ge⸗ t, dar⸗ dues(a⸗ auf die n; oben ſlorologe In ei⸗ Luchfelde, dewohnl⸗ zer oht⸗ rutt wire ſeinen baͤude; lorderli⸗ em Bo⸗ jauf je⸗ ingemeſ⸗ Jahten vertau⸗ jſcafen — 585— ſchet werden. Zuerſt wuͤrde ich ohngefaͤhr folgende Arten angeben. Erſter Hof. Gewoͤhnliche Dreyfelder⸗ Wirthſchaft. Er hat nur 200 Morgen Acker⸗ land, und 100 Morgen beſtaͤndige Weide, die in einiger Entfernung liegen kann. Zur Entſchaͤdi⸗ gung wuͤrden ihm noch 20 Morgen eigenthuͤmliche Wieſen extra zugelegt. Der zweyte Hof, dieſelbe Dreyfelder⸗ Wirthſchaft, aber mit Klee im ſechsten Jahre, und mit Stallfutterung. Der dritte und vierte Hof treibt voll⸗ kommene Meklenburger Wirthſchaft; der eine mit der geringſten, der andre mit der hoͤch⸗ ſten Anzahl von Schlaͤgen; jedoch nach Beſchaffen⸗ heit des Bodens eingerichtet. Der fuͤnfte Hof hat vollkommene Nor⸗ folker Wirthſchaft, halb mit Ochſen, halb mit Schaafen. Der ſechste Hof wird auch ohngefaͤhr nach Norfolker Art beſtellet, hat aber halbe Stallfutterung mit Kuͤhen und Maſtochſen. Der ſiebente Hof ſoll nach Holſtein⸗ ſcher Art behandelt werden. Der achte hat eine Wirthſchaft, welche man die Kenter nennen koͤnnte. I. Weitzen, 2. Boh⸗ — — 586— nen oder Kohl, 3. Gerſte, 4. Klee mit Gras⸗ ſaamen, etliche Jahre zum Weidegange, oder ein Jahr zur Stallfutterung. N. 7 und 8 verlangen den ſtaͤrkſten und feuch⸗ ten Klayboden; N. 1, 2 und 3 einen leichteren; N. 6 einen Mittelboden; N. 5 einen ziemlich leich⸗ ten, ſandigen, worunter doch nicht Flugſand zu verſtehen. Das Drillſaͤen kann bey jeder Wirthſchaftsart verſuchet, und mit dem breitwuͤrfigen in Verglei⸗ chung gebracht werden. Man ſuche einer jeden Wirthſchaftsart, wo moͤglich, einen Verwalter zu geben, der Vorliebe fuͤr ſie hat, und ſie zur moͤglichſten Vollkommen⸗ heit zu bringen ſich beſtrebt. Wir haben jetzt uͤber 2600 Morgen disponirt. Ich wuͤnſche nun 300 Morgen Wieſen, zum Theil, wo moͤglich, an einem Bache, zur kuͤnſtli⸗ chen Bewaͤſſerung, zu haben. 400 Morgen widme ich der Forſteultur, verſteht ſich, mit allen moͤg⸗ lichen gebraͤuchlichen und ungebraͤuchlichen nutzbaren Holzarten. Und ſo behalte ich 700 Morgen zu Gebaͤuden, Wegen, Hofplaͤtzen und zu andern be⸗ liebigen Anlagen und Verſchoͤnerungen, wovon nach⸗ mals ein Mehreres, uͤbrig. Ein Theil wuͤrde viel⸗ leicht einer kleinen Stuͤterey gewidmet, obgleich auch die Pferdezucht auf einigen Hoͤfen mit einzelnen Pferden getrieben wuͤrde. 3 1 nach it ſchaftsa erkſat ch vor bendi 2 nuͤhle ſen H D ſche, Unterr ren Hu Eeome ſolche, ber, F denen Handg zeuge ſummu oßer at igren ſ Amini ten uͤbe V lehrune zeifel kehen, 3 Gras⸗ der ein 1 feuch⸗ eren; 1) leich⸗ Annd zu Paftzart derglei⸗ 5r., wo gotliehe ⸗ Lemma⸗ ccnit. 1 zum a ünſtl⸗ widme ln wöͤj⸗ baren ahn zu inn be⸗ 71 nach⸗ nee viel⸗ 9 auch elnen Daß man uͤbrigens auch alle Racen von Vieh, nach ihrer Schicklichkeit zu den verſchiedenen Wirth⸗ ſchaftsarten, herbeyſchaffe, und die genaueſte Auf⸗ merkſamkeit auf ihre Zweckmaͤßigkeit richte, verſteht ſich von ſelbſt. Eine große Waage, um das Vieh lebendig zu waͤgen, iſt unumgaͤnglich noͤthig. Auch wuͤnſche ich die Anlegung einer Dreſch⸗ muͤhle und jeder anderen Maſchinerien, die in gro⸗ fen Haushaltungen von Nutzen ſeyn koͤnnen. Die Zoͤglinge theilen ſich in mehrere Klaſſen; ſolche, die einen vollkommenen theoretiſch⸗practiſchen Unterricht in der Landwirthſchaftskunſt und allen ih⸗ ren Huͤlfswiſſenſchaften: Chemie, Phyſik, Naturlehre, Geometrie, Mechanik, Rechnenkunſt, begehrten; ſolche, die nur untergeordnete Verwalter, Schrei⸗ ber, Hofmeyer werden wollten; und, mit verſchie⸗ denen Abſtufungen, ſolche, die nur mechaniſche Handgriffe und den Gebrauch gewiſſer Ackerwerk⸗ zeuge lernen ſollten. Sie wohnen nach ihrer Be⸗ ſtimmung, und abwechſelnd, in dem Hauptgebaͤude, oder auf den verſchiedenen Hoͤfen. Nach jener und ihren ſchon erworbenen Kenntniſſen, werden ihnen Adminiſtrationen, Aufſicht, oder mechaniſche Arbei⸗ ten uͤbertragen. Wer kann den erſtaunenden Werth ſolcher Be⸗ lehrungen, wie hier ertheilt werden koͤnnen, be⸗ zweifeln? Hier waͤren nicht todte Buͤcher, ſondern Leben, Wirklichkeit und volle Kraft des Augen⸗ — 588— ſcheins. Es faͤnde kein Mistrauen Statt, ob die Erfahrung auch die Lehre beſtaͤtige, ob ſich derſel⸗ ben nicht Syſtemſucht und leere Traͤume der Spe⸗ culation eingemiſchet? Streitfragen, uͤber die man ſich ein halbes Jahrhundert geſtritten, wuͤrden hier in der letzten vollguͤltigſten Inſtanz von der Natur ſelbſt entſchieden. Und welche Zoͤglinge koͤnnten hier gebildet werden! Jeder Oeconom denke ſich ſelbſt, wie viel es ihm werth geweſen, wenn er auf einer ſolchen Schule etliche Jahre zugebracht, von der Natur unmittelbar, unter der Leitung ein⸗ ſichtsvoller Lehrer, Unterricht genommen haͤtte! Wo wuͤrden junge Leute aus den gebildeten Staͤnden, die als Erben von Landgutern, oder vermoͤge ihrer Erwartung, Beamtenſtellen zu erhalten, ſich dem Landleben gewidmet, entweder die Jahre vor oder gleich nach der Univerſitaͤt beſſer zubringen koͤnnen, wie hier? Nach der jetzigen Treibhaus⸗Erziehung, iſt— oder glaubt man ſich doch— im 16ten Jahre eben ſo fertig fuͤr die Univerſitaͤt, wie ehemals im a24ſten. Die Gefahren des Univerſitaͤtslebens, ehe ſich der Charakter etwas feſtgeſetzet, ſind aber ſo groß, daß manche Eltern durch die Aengſtlichkeit, in der Dienſt⸗Anciennetaͤt etwas zuruͤckzuſtehen, ſich nicht wuͤrden verleiten laſſen, ihre Kinder zu fruͤh hinzuſchicken, wenn ſie nur in dieſer Zeit, wo Muͤſ⸗ ſiggang und Stillſtand in der Erweiterung des Ver⸗ ſtandes grade am gefaͤhrlichſten iſt, eine Beſchaͤfti⸗ gung fuͤr ſie wuͤßten. Es wuͤrde daher Vielen will⸗ kommen ſeyn, wenn es fuͤr jede Lebensart, der ſich —— ein J wo er Gefah is iſt phyſiſe hara ethaͤlt wickel der J Pein ethoͤhe en? g nuſſe iſ grau Alter ſo leich Geiſt, nyhlgec egenſte des K? verhuͤtet Kleinlic andern. halben einſamſt 1 0b de h derſel⸗ der She⸗ chie man V then hier. Natur e künnten anke ſ s wenn er ltucht, aing ein⸗ Jel Wo ttänden, 1age ihtee gſic der ot der P ünnen. Szähung an ühe a nals in A ns, ehe rpjaher ſo aslichkeit ſyen, ſich zäzu fruh Lyb Miſ⸗ wes Ver⸗ özeſchäfti⸗ Slen wil⸗ 9, der ſch — — 389— ein Juͤngling widmet, vorbereitende Inſtitute gaͤbe, wo er ſeine Zeit, nuͤtzlich beſchaͤftigt, und gegen die Gefahren dieſes Alters geſichert, zubringen koͤnnte. Es iſt dies diejenige Zeit, wo der Koͤrper ſeine phyſiſche, der Verſtand ſeine intellectuelle, und der Charakter ſeine moraliſche Entwickelung vorzuͤglich erhaͤlt. Je homogener die Modiſication dieſer Ent⸗ wickelung mit derjenigen Lebensart iſt, zu welcher der Menſch ſich beſtimmt, deſto faͤhiger wird er zu ſeinem Berufe, und deſto zufriedener mit demſelben. Was koͤnnte alſo denen, die fuͤr das Landleben be⸗ ſtimmt ſind, nuͤtzlicher ſeyn, als einige fonſt ver⸗ ſchleuderte Jahre der Bildung zu ihrer kuͤnftigen Beſtimmung zu widmen, ihren Geſchmack dafuͤr zu erhoͤhen, und richtige Kenntniſſe davon zu erlan⸗ gen? Eine mit richtiger Theorie verbundene prac⸗ tiſche Anweiſung, und Geſchaͤftigkeit bey dem Ge⸗ nuſſe der freyen Luft und koͤrperlicher Bewegung, iſt grade, was fuͤr einen jungen Menſchen in dieſem Alter paßt, und was ihn, wenn er es nicht hat, ſo leicht auf Irrwege leitet. Was kann mehr den Geiſt, zugleich mit dem Koͤrper, ſtaͤrken, als eine wohlgeordnete Beſchaͤftigung beyder mit laͤndlichen Gegenſtaͤnden und Arbeiten? Sie giebt Geſundheit des Koͤrpers und Feſtigkeit des Charakters. Sie verhuͤtet weichliche Verzaͤrtelung des einen, den Kleinlichkeitsgeſchmack und die Eitelkeitsſucht des andern. Ein ſo erzogener Mann wird ſich allent⸗ halben vergnuͤgt und zufrieden finden, weil er am einſamſten Orte Gegenſtaͤnde der Unterhaltung an⸗ trifft. Selbſt wenn er nachher fuͤr die große Welt naell⸗ beſtimmt waͤre, wird ihm dieſe Erziehung eine ge⸗ EFſcer wiſſe Wuͤrde und Feſtigkeit geben, die er wahrlich 2 nicht erhaͤlt, wenn man ihn zu fruͤh in die glaͤn⸗ 1. zenden Cirkel großer Staͤdte und Hoͤfe bringt, wo 1 n den er Repraͤſentation und ſogenannten bon ton fuͤr V ſo war das Weſentliche anſehen lernt, und zum Gecken 1 4 wird, den man jetzt, auch mit Stern und Schluͤſſel befßen ausgeſchmuͤckt, nur verlachet. Gottlob! die Zeiten ſchaft, b ſind vorbey, wo jeder beguͤterte Edelmann, der die mil g von der Vorſehung ihm zunaͤchſt ans Herz gelegte dl, we pflicht, ſeine vaͤterlichen Aecker zu bauen und fuͤͤ uſte den Wohlſtand ſeiner Bauern zu ſorgen, erfuͤllte,ł di keb und nicht, mit Aufopferung ſeines Vermoͤgens und 4 ef Verſchuldung ſeiner Guͤter, ſeine beſten Jahre am ſ Hofen V Hofe vertaͤndelt hatte, fuͤr einen Strohjunker galt. balten. Immer finden ſich mehrere Maͤnner vom edelſten odr 1 Charakter und großen Talenten, die ſich ganz dem ajem Berufe eines Hausvaters widmen, und das Wohl wimig des Staats durch erhoͤhete Cultur ihrer Felder und A durch belehrendes Beyſpiel in ihrem Wirkungskreiſe andern foͤrdern. Vielleicht iſt die Zeit nicht fern, wo wir, in einen V gleich den Roͤmern, unſre Staatsmaͤnner und Feld⸗ ein gro herren vom Pfluge abrufen. men werd deie Iſt noch Uebung in alten und neuen Spra⸗ liſchen chen noͤthig, ſo findet man dieſe auch bey der Le⸗ Herr ſi ſung landwirthſchaftlicher Schriften. Und warum mermone ſollte das Latein, was ein Geſchaͤftsmann braucht, der Hoͤfe ſich nicht eben ſo gut aus Cato, Varro, Colu⸗ bey die? voße We Keine ge⸗ wahrlic nie glaͤn⸗ gt, wo Oton fuͤr 8 Gecken cluſel le Zeiten a der die G gelegte zund füͤr werfüͤlte, mens und Pahre am der gat 41 ac edelſte tnz den dr und eirgskreſſ uwo win 4d Feld⸗ NM Spra⸗ der L⸗ d warum t braucht 3 6 olu⸗ — 591— mella und Virgil lernen laſſen, wie aus dem Cicero, Horaz und Ovid? Was die Erziehung junger Burſchen aus den niedern Staͤnden in einer ſolchen Schule anbetrifft, ſo waͤre ſie vielleicht das einzige Mittel, eine Menge von Kenntniſſen, Uebung in Handgriffen, und Ue⸗ berzeugung von der Moͤglichkeit einer beſſern Wirth⸗ ſchaft, unter dem Volke zu verbreiten; da es ein⸗ mal gewiß iſt, daß der Bauer keinem andern trauet, als wer mit ihm einen gleichen Rock traͤgt. Es waͤre nur dahin zu ſehen, daß die Burſchen voͤllig die Lebensart und Sitten ihres Standes beybehiel⸗ ten. Sie muͤßten als Knechte auf den verſchiedenen Hoͤfen dienen, und die gewohnte Bekoͤſtigung er⸗ halten. Man muͤßte allmaͤhlig aus jedem Dorfe oder jeder Gemeinde des Landes einen Sohn aus einem guten Hofe hieher zu ziehen ſuchen, welches wenig Schwierigkeit machen wuͤrde. A. Young legt es ſehr ſchoͤn einem oder dem andern Engliſchen Großen ans Herz, ſeinen Park in einen Experimental⸗Farm zu verwandeln, wobey ein großer Theil der Garten⸗Schoͤnheiten beybehal⸗ ten werden koͤnnte. Auch unſre Anlage waͤre faͤhig, die Schoͤnheiten und Mannigfaltigkeiten eines eng⸗ liſchen Gartens zum Theile anzunehmen, wenn der Herr ſich dort ein Luſtſchloß erbauen und die Som⸗ mermonate daſelbſt zubringen wollte. Die Gebaͤude der Hoͤfe koͤnnten gefaͤllige Formen annehmen, wo⸗ bey die Bauart des Landes, woraus die Wirthſchaft - 392— herſtammt, zu beobachten. Hier waͤre die Mannig⸗ faltigkeit von Anſichten doch, vermittelſt des Zwecks, zur Einheit gebracht, die man bey der Vermengung Chineſiſcher, Tuͤrkiſcher, Gothiſcher und Roͤmiſcher Gebaͤude ſo ganz vermißt. Nur das der Natur⸗ lehre beſtimmte Gebaͤude koͤnnte die erhabenſte Bau⸗ art, als Tempel der Natur, zeigen. Zwiſchen den Hoͤfen ſchlaͤngen ſich angenehme Spazierwege hindurch, die durch kleine Forſt⸗Reviere von ab⸗ wechſelnden Holzarten fuͤhrten, und nach gewiſſen Ruheplaͤtzen braͤchten, von denen ſich maleriſche Ausſichten auf die Koppeln und Gebaͤude oͤffneten. Da Teiche, Baͤche, Wieſen und Weiden ſelbſt zum Nuͤtzlichen und Inſtructiven gehoͤrten, ſo fielen Waſſerparthien und Raſenplaͤtze nicht weg. Frey⸗ lich muͤßte das Schoͤne dem Nuͤtzlichen untergeord⸗ net werden; und manchen ſchoͤnen Anblick muͤßte man aufopfern, um einer Koppel willen.„Aber,“ ſagt A. Voung,„laßt es uns nur bekennen, die „ganze Wirkung einer Garten⸗Parthie iſt doch „nur auf den Fremden berechnet, der auf einige „Tage hieher kommt; fuͤr den Eigenthuͤmer, der „ſie taͤglich ſiehet, iſt ſie verloren. Der Raſen⸗ „platz war geſtern ſo lieblich gruͤn, wie heute; der „Hain gab gerade denſelben Schatten, und die „Roſe duftet jetzt eben ſo, wie im vorigen Junius. „Dieſelben Bilder kommen immer wieder, der An⸗ „blick bleibt ſich beſtaͤndig gleich, und das Ver⸗ „gnuͤgen verliert fuͤr den, der es Jahr aus, Jahr „ein genießt, alles Intereſſe. Mit jeder Wieder⸗ ——— 8 ſie e „zuͤck „ Wir „Ver 5 behenk/ ſol eC Welche die Gre in wele nicht n 71 „ 6 — Manni⸗ Is Zwecz mengung aſoͤmiſcher e Ntur⸗ enſte Bau⸗ * Ivſſchen azierweg 8e von ab⸗ an geviſen Gnaleriſche zwoͤffneten. tzelbſt zum mſo felen 3 der entexeord⸗ Alic mißte 8s„Aber“ Innen, N e iſt doh uf einig rrimer, de r Raſen⸗ eute; der z und die an Junius 8, der An⸗ n das Ver⸗ us, Ja er Wieder⸗ „holung werden die Farben matter in dem Gemaͤl⸗ „de; und was uns zum erſtenmale entzuͤckt, dringt „uns jetzt hoͤchſtens kalten Beyfall ab. Es geht „uns mit einer reizenden Garten⸗Parthie, wie mit „einer ſtummen Schoͤnen. Sie erregt unſere Be⸗ „wunderung im erſten Augenblicke; wir betrachten „ſie mit Entzuͤckung, und fuͤhlen uns bezaubert „von ihren Reizen. Nachdem wir uns von un⸗ „ſerm Erſtaunen erholet, moͤgten wir doch auch ein „Wort mit ihr reden. Aber da finden wir ſie „unfaͤhig zu jeder Unterhaltung, keinen Funken „von Wiß und geſunder Vernunft bey ihr. Weg „iſt der Zauber! Ein ſchoͤnes Geſicht, ſagen wir, „und gaͤhnen.— So eine ſchoͤne Garten⸗Scene. „Iſt der erſte Eindruck aufs Auge erloſchen, ſo „fehlt es an jeder Unterhaltung des Verſtandes; „ſie erregt weiter keine neue Ideen, und die Ent⸗ „zuͤckung macht der Langenweile Platz. Ihre „Wirkung erſtreckt ſich blos auf die Sinne; die „Vernunft geht leer aus.“ Fuͤhlloſer! ruft man mir oder Young zu, du bedenkſt nicht, wie viel Stoff zum Nachdenken eine ſolche Scene dem geben kann, der deſſen faͤhig iſt. Welche Betrachtungen laſſen ſich bey ihr nicht uͤber die Groͤße und Weisheit des Schoͤpfers anſtellen; in welche ſcharfſinnige Unterhaltungen kann ſie uns nicht mit der ganzen vegetabiliſchen und animali⸗ ſchen Natur verflechten!— Eine ſchoͤne Garten⸗Scene, antworte ich, kann meinen Verſtand nur mit Betrachtungen uͤber die 1. Pp — 5394— Anordnung einer Raſen⸗ oder Waſſerflaͤche, uͤber die Gruppirung der Baͤume, und uͤber die liebliche Wendung eines Ganges beſchaͤftigen. Alle andre Betrachtungen ſtelle ich blos an, weil ich die Ma⸗ terialien dazu in meinem Kopfe mitgebracht habe, und eben dazu aufgelegt bin; nicht, weil ich im Garten gehe. Ein einzelner Kornhalm kann mir eben ſo gut Veranlaſſung geben, die Groͤße Gottes in der Vegetation zu bewundern, als die reizendſte Zuſammenſtellung von Baum⸗ und Ra⸗ ſenplaͤtzen; und das Quaken eines Froſches eben ſo gut mein Nachdenken uͤber thieriſche Natur erwecken, wie ein ganzes Heer von Nachtigallen. Wenn mich hingegen bequeme Spaziergaͤnge immer auf etwas hinleiten, was mir mit jedem Jahre, mit jedem Monate neuen Unterricht giebt; wenn ich daſelbſt bis jetzt bezweifelte Facta zu einer Gewißheit bringen kann, die nicht blos mir und meiner Wißbegierde voͤllige Befriedigung giebt, ſon⸗ dern auch eine Kunſt vervollkommnet, deren Erwei⸗ terung mit der Wohlfahrt der Menſchheit in der genaueſten Verbindung ſtehet— welche Nahrung gewaͤhrt das fuͤr Geiſt und Herz! Oder ſind jene Betrachtungen uͤber die Regeln der Gartenkunſt eine edlere Beſchaͤftigung des Verſtandes, als wenn ich die Moͤglichkeit und die Mittel erforſche, dem Bo⸗ den einen dreyfachen Ertrag abzugewinnen, und da⸗ durch einer um eben ſo viel groͤßeren Anzahl von Menſchen Nahrung und andre Bedurfniſſe zu geben? — W Lat we Kir Ma wer traͤ Ide Da⸗ Alle ſtell nalit Aber Sce nach gent Sch feing nur Geg fuͤhl hebi ein willkt keit, jeder Das deln ſchlag Nbe, ibe 1 liblice 2e andre 1 die Ma⸗ weil ich tnlm kun wie Griß t als di duund Na⸗ adh eben ſo uhrwecken, S iergany uit jedem ht giebt; am zu einer 2 nir un Bitt, ſ⸗ d n Erxe⸗ ſeht in der hRayrung zoind jene gnunſt eine n wenn ij a dem W 91 und da⸗ Wuu n Ju geben! Wie nichtig iſt die Verwendung großer Strecken Landes zu Parks, Bosquets und Raſenſtuͤcken, wenn man ſie mit dieſer vergleicht! Ein wahres Kinderſpiel, gegen die Beſchaͤftigung eines thaͤtigen Mannes! Ein richtiges Gefuͤhl wuͤrde nichts verlieren, wenn man hier, ſtatt jener tauſendmal mit unbe⸗ traͤchtlichen Abwechſelungen wiederholten Garten⸗ Ideen, einen ganz neuen Schauplatz fuͤr maleriſche Darſtellung der hoͤchſten Landes⸗Cultur antraͤfe. Alle der Gartenkunſt moͤgliche und natuͤrliche Dar⸗ ſtellungen ſind ſo oft wiederholt, daß alle Origi⸗ nalitaͤt wegfaͤllt; und man laͤuft Gefahr, ins Abentheuerliche zu gerathen, wenn man Natur⸗ Scenen, die fuͤr die Kunſt zu groß ſind, kleinlich nachahmen will. Es giebt ſchon neuere Gaͤrten genug in Teutſchland, wo man Abwechſelung des Schoͤnen und Erhabenen bezweckte, und wo der feinfuͤhlende Reiſende, ſelbſt beym erſten Anblicke, nur vom Gaͤhnen zum Lachen hingeriſſen wird. Gegen ein ſchoͤn bebauetes Feld aber iſt niemand fuͤhllos; es giebt vielleicht keinen Gegenſtand im Gebiete der Kunſt und der Natur, der ſo allge⸗ mein intereſſirte. Man fuͤhlt es dunkel und un⸗ willkuͤhrlich, daß unſre Exiſtenz, unſre Gluͤckſelig⸗ keit, ganz vom Ackerbaue abhange, und daß alſo jeder in der engſten Verbindung mit ihm ſtehe. Das Herz eines Jeden wuͤrde alſo beym Luſtwan⸗ deln auf einem ſo wohlangelegten Boden lebhafter ſchlagen, und innige Dankgefuͤhle wuͤrden aufſtei⸗ Pp 2 gen fuͤr den Wohlthaͤter der Menſchheit, der dieſe Anlage ſchuf*⁴). *) Ich weiß, daß dieſe Rapſodie Eindruck gemacht hat, 1 und hoffe, daß ſie ſolchen noch einmal auf dem rech⸗ ten Flecke machen werde. Wenn die Idee noch nicht u ausgefuͤhrt iſt, ſo zweifele ich doch nicht, daß ſie ein⸗ mal und auf eine weit vollkommnere Weiſe wird aus⸗ gefuͤhrt werden. Jedes Ding, jeder Vorſchlag, je⸗ der Gedanke kommt nur allmaͤhlig zur Reife, und aus dem, was zu ſchnell zur That reift, wird ſelten et⸗ 5 was Gutes und Haltbares. Vieles iſt, ſeitdem ich unſt dieſes Buch ſchrieb, geſchehen, was ich kaum zu ah⸗ lich, nen wagte, und wozu dieſes Buch mitgewirkt hat. 1 ſuche ha; ſchede der diee tnacht hat, dem th⸗ F noch richt oaß ſe ei⸗ Lvird aus H hlag, je a' und aus in ſelten et⸗ Fhidem ich em zu gh⸗ Päirkt het. — Nachtrag zum dritten Kapitel. Ueber Wirthſchaftsarten. Es gibt zwey Hauptwege, die Landwirthſchafts⸗ Kunſt zu ſtudiren und zu vervollkommnen— naͤm⸗ lich, indem man genauere Beobachtungen und Ver⸗ ſuche anſtellet, und daraus allgemeine Reſultate zie⸗ het; oder, indem man die Wirthſchaftsarten ver⸗ ſchiedener Gegenden kennen lernet, und deren Er⸗ *) Die fruͤhere Ausarbeitung dieſer Bemerkungen uͤber verſchiedene beruͤhmte Wirthſchaftsarten ward durch eine Unpaͤßlichkeit, welche mich in der Ausuͤbung mei⸗ ner Berufsgeſchaͤfte hinderte, veranlaßt. Ich hatte ſonſt die Abſicht, Holſtein und Mecklenburg erſt ſelbſt zu ſehen, ehe ich die dortige Wirthſchaft beſchriebe. Dann wuͤrde meine Beſchreibung vollſtaͤndiger und mei⸗ ne Beurtheilung vermuthlich richtiger geweſen ſeyn. Indeſſen haben meine Freunde und Goͤnner in dieſen Gegenden nun um ſo eher Gelegenheit, meine Ideen zu berichtigen, wenn ich ſie beſuche, und ich werde die erſte Gelegenheit wahrnehmen, meine anerkannten Irrthuͤmer meinen Leſern zu geſtehen. — 598— folg pruͤfet. Es fraͤgt ſich, welcher Weg der ſicherſte ſey, und ob einer den andern entbehrlich mache?— Da Landwirthſchaft, wie ihr zugebt, auf Erfahrung beruhet, ſagt einer, ſo iſt nichts entſcheidender, um den Werth einer Wirthſchaftsart zu beſtimmen, als der Erfolg, den ſie in einer Gegend, wo dieſe Wirthſchaftsart allgemein eingefuͤhrt iſt, gehabt hat. Sind die Landwirthe daſelbſt bey dieſer Wirthſchaft im Durchſchnitt wohlhabend, zum Theil auch wol reich geworden; werden daſelbſt nicht nur hinrei⸗ chende Produkte zum Unterhalte der Landes⸗Ein⸗ wohner, ſondern ſelbſt noch zur Ausfuhr, gewon⸗ nen, ſo iſt dies ein unwiderſprechlicher Beweis, daß ſie gut, und, fuͤr dieſe und aͤhnliche Gegenden, un⸗ verbeſſerlich ſey. Was wollen dagegen einzelne und im Kleinen angeſtellete Verſuche ſagen?— Hier iſt ein großer, fortgeſetzter, untruͤglicher Verſuch— nicht von einem, ſondern mehreren Men⸗ ſchen⸗Altern— nicht durch ein Individuum, ſon⸗ dern durch eine Maſſe von Menſchen und Beobach⸗ tern angeſtellt,— deſſen unzaͤhlige, aber immer gleichfoͤrmige Erfolge ein großes unbezweifeltes Re⸗ ſultat geben. Jeder Landmann verbuͤrgt euch mit ſeiner Exiſtenz, ſeiner Wohlhabenheit, ſeinem Reich⸗ thum, die Guͤte dieſer Wirthſchaftsart. Wie haͤtte er ſich ſo gut dabey ſtehen, ſo beharrlich dabey blei⸗ ben, den Werth ſeines Ackers ſo erhoͤhen koͤnnen, wenn die Wirthſchaft nicht vortrefflich, nicht unver⸗ beſſerlich waͤre? Was wollt ihr mit euren kleinen Verſuchen von etlichen Jahren, deren gluͤcklicher Er⸗ — pell jem lung am! oder gefe in ſey, ein mei die chem t ſcenm dache?- fahrung ridendet, aſtimmen, we deſe hadt hat sitthſcaſt KKaudh vol r ſintei⸗ Des⸗Ein⸗ d gewon⸗ Gas, daß Ohen, m.„ elne ind — her iglicher keen Ma⸗ tim, ſon⸗ Beobat⸗ er inmer rrältes Ne⸗ Feuch mit 31 Reich⸗ dee hätte dabey ble⸗ 6i konnen, dt unver en kleinen ellicher Er⸗ V — 599— folg vielleicht blos von einer beſonders guͤnſtigen Witterung abhing? Hier treten Hunderte gegen euch auf, die euch mit ihrer Zufriedenheit beweiſen, daß man nicht beſſer wirthſchaften koͤnne, wie ſie thun. Erzaͤhlt uns immerhin von Gugemnus großer Cultur, und den Wunderdingen, die er aus⸗ fuͤhrte— wir bleiben bey unſerer Weiſe, denn wir ſind reich geworden und er ward— banquerot! Doch laßt uns nur an den gemeinen Menſchenverſtand ap⸗ pelliren, um jene Frage zu entſcheiden! Wenn ſich jemand bey euch erkundigt, ob eine gewiſſe Beſtel⸗ lungsart vortheilhaft ſey; wodurch werdet ihr ihn am meiſten befriedigen, wenn ihr ihm ſagt, daß hier oder da ein Verſuch gemacht worden, der gut aus⸗ gefallen iſt; oder wenn ihr ihm erzaͤhlet, daß ſie in irgend einer Gegend im allgemeinen Gebrauche ſey, und man ſich dort ſehr gut dabey befinde? Es iſt nur, leider! zu wahr, antwortete ein Anderer, daß das Gewoͤhnliche, das Allge⸗ meine, das Gehaͤufte, den ſtaͤrkſten Eindruck auf die Menge mache, aber laßt uns ſehen, mit wel⸗ chem Grunde? Vererſt bitte ich euch, laßt die Wohlhabenheit und den Reichthum der Landwirthe ganz aus dem Spiele, wenn ihr mir vorher nicht erweiſen koͤnnt, daß ſie ſolchen lediglich ihrem Acker⸗ bau und Viehzucht, und nicht andern Nebenumſtaͤnden zu verdanken haben. Haben ſie ihre Guͤter ſehr wohl⸗ feil erkaufet; beſitzen ſie ſolche unter ungewoͤhnlich guten Bedingungen; ſind ſie faſt von allen Auflagen — 600— frey; iſt Dienſt⸗ und Tagelohn bey ihnen ſehr ge⸗ ringe; haben ſie dagegen einen leichten und vor⸗ theilhaften Abſatz der Produkte; treiben ſie eintraͤg⸗ liche Nebengewerbe; beſitzen ſie große Holzungen, woraus ſeit einiger Zeit ſo viel Geld geloͤſet werden kann; iſt ihr innerer Haushalt ſparſam eingerichtet; iſt der Luxus bey ihnen, nach Verhaͤltniß ihrer Guͤ⸗ ter, noch geringe; ſind ſie mit den Ihrigen vor⸗ zuͤglich aufmerkſam und fleißig;— ſo iſt das alles ſehr gut und loͤblich, aber die Guͤte ihrer Wirth⸗ ſchaft— in dem Sinne, worin wir das Wort hier nehmen, naͤmlich der eigentlichen Ackerbeſtellung und Viehzucht— beweiſt es nicht. Wollt ihr denn etwa alles, was ihr auf dem Hofe eines wohlhabenden Landwirths antrefft, fuͤr gut und unverbeſſerlich erklaͤren? Nun ſo will ich euch durch das Fuͤrſtenthum Luͤneburg auf viele Meyerhoͤfe fuͤhren, deren Beſitzer, nach ihrer Art, ſehr reich ſind, wo ihr alles, was man ſich ſonſt als widerſinnig in der Landwirthſchaft denkt, zu⸗ ſammengehaͤuft, antreffen koͤnnt— wo man drey⸗ bis viermal Rocken, dann wol einmal Buchweitzen, und wieder von vorne Rocken ſaͤet; muͤrbes, locke⸗ res Land mit acht oder zehn Ochſen und zwey bis drey Treibern pfluͤgt; das Vieh meilenweit in die Heide und Bruͤche treibt; das Heu auf mehrern Meilen aus Moraͤſten holt, und die ſchoͤnſten Baͤche ungenutzt vorbeyfließen laͤßt; wo das Ackerland ſeit Jahrhunderten ohne Braache und Abwechſelung mit — e tind dor⸗ leintrig⸗ zungen, 6 1l werden Haihtt; Pur Gi⸗ hen vor is alles Vittj⸗ Syort hier diung und Fiauf den eift, fi rall i gf diele ere At, wich ſont gt, zl⸗ an drey⸗ Eweizen, , Cock⸗ grvey bis in die vnehrern zen Vithe dand ſii zung nit „ — ——————————————— — 601— Korn beſtellet worden, an Aufbrechung des Gras⸗ landes aber niemand gedacht hat; wo das Gebuͤſch ins Ackerland hinein wuchert; wo man ganze Mor⸗ gen ungenutzt liegen laͤßt, weil eine alte verolmende Eiche dem Pfluggange im Wege ſtehet! Sagt ihr mir, daß man freylich nicht alles ſo ungepruͤft als gut annehmen duͤrfe; nun ſo lenkt ihr wieder auf meinen Weg ein. So muͤßt ihr die ganze Wirth⸗ ſchaft in einzelne Stuͤcke zerlegen, jeden Theil be⸗ ſonders unterſuchen. Und wie koͤnnt ihr das an⸗ ders, als durch einzelne Verſuche und durch das Raiſonnement, was ihr darauf bauet? Sonſt ge⸗ rathet ihr in Gefahr, das Gute zu verwerfen, und das Schlechte beyzubehalten. In einigen Stuͤcken faͤllt es euch leicht in die Augen, was gut und was ſchlecht ſen;— warum? Weil dies bereits durch ein⸗ zelne Verſuche, die ihr kennet, ausgemacht iſt. Aber bey vielen anderen verwickeltern Fragen iſt dies nicht der Fall. Wenn ihr alſo doch, am Ende, das auf Verſuche begruͤndete Urtheil muͤßt entſchei⸗ den laſſen, warum thut ihr es nicht gleich? Der Ueberfluß von Produkten, den eine Ge⸗ gend erzeugt, ſcheint etwas mehr fuͤr die Guͤte der daſelhſt uͤblichen Wirthſchaftsart zu beweiſen. Allein da muß man erſt den Flaͤchen⸗Inhalt des Ackers und ſeine innere Guͤte mit der Bevoͤlkerung verglei⸗ chen. Wo keine erhebliche Staͤdte, keine Manu⸗ facturen und Gewerbe ſind, wo ſich der Einwoh⸗ ner, auf einer fuͤr ſie viel zu großen Flaͤche, lediglich — 602— 7 V 1 mit dem Ackerbau beſchaͤftigen, da muß leicht Ueber⸗ es fluß an den Produkten des Ackers und Viehſtapels M entſtehen, wenn die Behandlung beyder auch noch ſo ſchlecht waͤre. Sonſt waͤre die Cultur des ehe⸗ fr maligen Polens, welches ſo viel Korn ausfuͤhren+ od konnte, muſterhaft.— Die Beharrlichkeit bey ei⸗ ſc ner eingefuͤhrten Methode,— ach! was beweiſt die 6 weiter, als daß die Macht der Traͤgheit im Men⸗ li ſchen ſeinem Triebe, vorwaͤrts zu kommen, im T 1 Durchſchnitt die Waage haͤlt, und oft uͤberwiegt. ka Wie ware es ſonſt moͤglich, daß gewiſſe Methoden, iin deren Nachtheil, gegen andere, in die Augen ſpringt, V er ſich ſo lange in manchen Gegenden erhalten haͤtten? jo Zum Theil ruͤhrt es aber auch vom Mangel ſiche⸗ w rer, auf Erfahrung und Verſuche beruhender Grund⸗ ſaͤtze in der Landwirthſchafts⸗Kunſt her, wodurch jede n Neuerung zum Wageſtuͤck wird.—— ſei h Die Wahrheit liegt auch hier, wie gewoͤhn⸗ 1 lich, in der Mitte. Die Wirthſchafts⸗Methode ei⸗. ner Gegend blos darum fuͤr unverbeſſerlich anneh⸗ men zu wollen, weil die Landwirthe ſich im Durch⸗ M ſchnitt gut dabey zu ſtehen glauben, und weil viel⸗ 3 V leicht einer oder der andere, der eine Abweichung 2 5 vorgenommen, ſich uͤbel dabey befunden hat, wäre V 9 ſehr oberflaͤchlich geurtheilet. Auf der andern Seite 1 waͤre es aber zu weit getrieben, wenn wir die Leh⸗ au ren, welche die eingefuͤhrte Wirthſchaftsart einer die Gegend uns geben kann, ganz vernachlaͤſſigten. Mit V d V einigem Scharfſinne wird man leicht unterſcheiden V tn 2 lleber Lſapels d h noch 4 the⸗ in ühren 1anoh ⸗ G aiſtde Mu⸗ rrn, in ir wicgt. & hoden, dspringt, anätten? an ſcche⸗ 20 Grund⸗ zouch jed egewah Ahod di 1 annih⸗ 6 Durch⸗ Geil ie⸗ G eichung r, wäͤre an Seite die Leſ⸗ datt einer ſten. Mi erſteiden — 603— koͤnnen, was in jeder Gegend und jeder Wirthſchafts⸗ Methode Aufmerkſamkeit und, unter gehoͤrigen Ver⸗ haͤltniſſen, Nachahmung verdiene. So kann man im Allgemeinen annehmen, daß eine jede Cultur oder Operation, welche vielen Aufwand und Vor⸗ ſchuß, oder Arbeit erfordert, und dennoch in einer Gegend allgemein eingefuͤhrt worden, augenſchein⸗ lich vortheilhaft und bewaͤhrt gefunden ſeyn muͤſſe. Waͤre dies nicht nach langjaͤhriger Erfahrung aner⸗ kannt, ſo wuͤrde ſich die Methode nicht allgemein in dieſem Diſtricte verbreitet, und noch weniger ſich erhalten haben, da ſie mit ſo großer Anſtrengung verbunden iſt. Im entgegengeſetzten Falle hingegen, wo eine Ackerbeſtellung, oder andre wirthſchaftliche Arbeit, mit geringer Muͤhe oder Koſten bewerkſtel⸗ liget werden kann, beweiſt ihre Allgemeinheit in einer Gegend, an ſich, nichts fuͤr ihre Guͤte. Man ſetzt ſie fort, weil ſie ſo leicht iſt, und weil jedes andre, was man an ihre Stelle ſetzen koͤnnte, meh⸗ rere Umſtaͤnde erfordern wuͤrde. Daher, wo man einmal Braache halten will, verlohnt ſichs gewiß der Muͤhe, ſie ſo ſorgfaͤltig und fleißig zu bearbeiten, wie der Mecklenburger thut, weil er es nicht thun wuͤrde, wenn es nicht augen⸗ ſcheinlich vortheilhaft fuͤr ihn waͤre. Aber es beweiſt auch Piemont, die Lombardey, Artois, der Elſaß, die Pfalz, die Niederlande, Kent, Norfolk und an⸗ dre Gegenden, daß das Land alle Jahre Fruͤchte tragen koͤnne, ohne zu ermuͤden oder zu verwildern, ————————— — — 604— wenn man noch mehrere Arbeit daran wenden will. Und grade der groͤßere Aufwand, den dieſe Me⸗ thode erfordert, verbuͤrgt uns den uͤberwiegenden Vortheil; weil ſie ſonſt nie in dieſen Gegenden all⸗ gemein geworden waͤre. Die jaͤhrlich neu angeleg⸗ ten— mehrentheils von Bauren angelegten— Schwemmwieſen im Luͤneburgiſchen, geben den ein⸗ leuchtendſten Beweis, daß der Ertrag derſelben die angewandten Koſten reichlich verzinſe, und daß dies eine der vortheilhafteſten Verrichtungen in der Land⸗ wirthſchaft ſey. Es verlohnt ſich daher allerdings der Muͤhe, die gebraͤuchlichſten und eingefuͤhrten eigenthuͤmlichen Wirthſchaftsarten aller Nationen und Gegenden aufs Genaueſte zu beobachten, ſie in ihre einzelne Theile zu zerlegen, und dieſe zu unterſuchen; dann aber ſie unter einander zu vergleichen, und beſonders die, welche in Ruͤckſicht des Clima's und Bodens, wor⸗ auf ſie getrieben werden, in naher Verbindung ſte⸗ hen, neben einander zu ſtellen. So werden die Vorzuͤge und Maͤngel einer jeden dem unbefangenen Auge unverkennbar ſeyn. Ich fuͤhle mich zu ſchwach und noch zu ununter⸗ richtet, um dieſes Werk, welches vielleicht mehr, wie irgend ein anderes, eine Meiſterhand erfordert, zu unternehmen. Und uͤberdies wuͤrde es uͤber die Graͤnzen hinausfuͤhren, die ich mir bey dieſer Schrift vorgeſetzet habe. Indeſſen will ich es verſuchen, einige der bekannteſten Wirthſchaftsarten in Teutſch⸗ — 605— an wil. 8 land, unter einander und mit den Engliſchen, ober⸗ 1G. M⸗ flaͤchlich zu vergleichen. esnenden naln all⸗ weleg-. n— Die Holſteinſche Wirthſchaft, ſo wie ſie im an ei⸗ Allgemeinen betrieben wird, kommt mit der Wirth⸗ fen de ſchaft, die in den mittleren Grafſchaften Englands, 8 dies ſeit langer Zeit her, uͤblich iſt, ziemlich uͤberein. 1G and⸗ Auch hier liegt das Land 8, 9 bis 10 Jahre, ja b wol laͤnger, zu Graſe, und wird dann mehrentheils 1. 4 Jahre, ohne zu braachen, mit Korn beſtellet. iſſ Man will abſichtlich die Grasnarbe nicht zerſtoͤren, en damit das Land, wenn es die Korn⸗Erndten abge⸗ sn anf tragen hat, ſich deſto ſchneller wieder beraſe. Dieſe Kalhele Wirthſchaft wird aber in England doch nur in rei⸗ che chen Thaͤlern, die einen vollkommnen Marſchhoden 1n de, haben, der dem Graswuchſe aͤuſſerſt zutraͤglich iſt, 8r or dem Pfluge hingegen großen Widerſtand entgegen⸗ 8 ſt⸗ ſetzet, beybehalten. Die Weide iſt hier ſo ergiebig, on i daß der Aere durch Maſt⸗ und Milchvieh, oder durch enn die großen Arten von Schaafen, zu 2, 3 und meh⸗ rern Pf. Sterl. benutzt wird. Ein Boden, wie die atere. Holſteinſche Geeſt iſt, wird in England wol nirgends eh V auf dieſe Weiſe behandelt. Wo der natuͤrliche Gras⸗ Pder wuchs ſo ſchwach iſt, daß 12 Tonne, oder 360 Ar die Quadratruthen Landes, wenigſtens zur Sommer⸗ 4 heiſt weide fuͤr eine Kuh erfordert werden, welche— un⸗ ter der Bedingung, daß man ſie mit Heu und nicht voͤllig ausgedroſchenem Stroh, durch den Winter — 006— fuͤttere, auch uͤberdies dem Pachter allerley Vortheile gewaͤhre— hoͤchſtens 12 Rthlr. Pacht thut; da wuͤrde wol ſchwerlich ein Farmer bey dieſer Wirth⸗ ſchaft bleiben wollen. Gewoͤhnlich liegt der Acker in Holſtein in 11 bis 15 Koppeln. Hiervon werden mehrentheils fuͤnfe mit Getreide beſtellet, die uͤbrigen liegen zur Weide. Um dieſe Wirthſchaft ſolchen meiner Leſer, welche davon keine Kenntniß haben, deutlicher zu machen, will ich einige der gebraͤuchlichſten Beſtellungsarten angeben, und ihren Ertrag berechnen. Eine Tonne Kornmaas haͤlt etwas uͤber 4 Braun⸗ ſchweigſche Himten. Als Flaͤchenmaas verbindet man keine einfache geometriſche Idee damit, ſondern nennt eine Tonne Landes eine Flaͤche, worauf man eine Tonne Rocken oder Weitzen ſaͤet. Nun hatte man ehemals den Grundſatz allgemein angenommen, daß man gutes reiches Land ſtark, und ſchlechten armen Boden ſchwach beſaͤen muͤſſe. Wenn gleich aufmerk⸗ ſame Beobachter. von dieſem falſchen Grundſatze zu⸗ ruͤckgekommen ſind, ſo wird er doch bey der ſoge⸗ nannten Bonitirungs⸗Vermeſſung, in Holſtein ſo⸗ wol, wie in Mecklenburg, noch immer angenom⸗ men, und eine Tonne guten Landes macht eine kleinere Flaͤche, als eine Tonne ſchlechten Landes aus. Erſtere 240 Quadratruthen, letztere bis 300. Die Ertragsbeſtimmung eines Gutes wird durch die⸗ ſes Principium freylich ſehr ſimplificirt. Indeſſen — urtt eut; d 1 in 11 rals fünft 3 valce d nacen, WM gsarten 79 Praun⸗ e det man ern hennt Puun ene atte man Kren, dah an armen deufnei⸗ t ſeße zu ver ſoge⸗ ein ſo⸗ angenom⸗ acht eine d kandes V 9 ti goo. durch die Indeſſen — 607— hat es wol oft beym Kauf und Pachtung zu Taͤu⸗ ſchungen Veranlaſſung gegeben*). Man beſtimmt den Ertrag gewoͤhnlich nach der Koͤrner⸗Vermehrung der Einſaat. Rocken, Weitzen und Gerſte ſaͤet man eine Tonne auf eine Tonne Landes aus. Auch Hafer ſaͤet man, ſo viel ich ver⸗ ſtehe, auf mehrmals gepfluͤgtes Land nicht ſtaͤrker aus. Auf die friſch aufgebrochene Grasnarbe, oder den Dreeſch, ſaͤet man aber 1 ½ Tonne. Von dem Ertrage ziehet man ein Korn fuͤr die Einſaat und ein Korn fuͤr die Wirthſchaft ab, um *) Ich muß dieſes, nach einer ſpaͤter erhaltenen Nach⸗ richt, dahin berichtigen: daß man jetzt in Holſtein, bey der Taxirung der Guͤter, das Meckllenburgiſche Principium— daß nach Verhaͤltniß der Guͤte des Bodens die Einſaat dicker geſchehen muͤſſe— nicht annehme. Wenn in einer Gegend eine Tonne Lan⸗ des 240 Quadratruthen iſt, ſo wird ſie durchgehends dafuͤr angenommen; und da, we ſie, wie im Schleß⸗ wigiſchen und dem daran graͤnzenden noͤrdlichen Hol⸗ ſtein, zu 320 Quadratruthen gerechnet wird, gelten 320 Quadratruthen Marſchland, ſo gut als eine gleiche Groͤße Sandland, fuͤr eine Tonne; welches in Mecklenburg bey einem und demſelben Gute, wobey verſchiedener Boden iſt, nicht Statt hat. Die Ver⸗ ſchiedenheit der Landmaaße, glaubt mein Freund, ruͤhre von dem ſehr verſchiedenen Getreidemaaße her, welches Tonne genannt wird. Dieſer Unterſchied war vor⸗ mals groͤßer, wie jetzt. den reinen Ertrag zu beſtimmen. Letzteres ſcheint mir zu wenig, wenigſtens kann die Wirthſchaft nur unter der Vorausſetzung vieler Hofdienſte und ge⸗ ringen Tagelohns dabey beſtehen. Bey nachfolgenden Wirthſchaftsberechnungen nehme ich jede Koppel zu 90 Tonnen, und daher die Guͤter nach der Anzahl der Koppeln, von ver⸗ ſchiedener Groͤße an. Ich vertheile dann aber den reinen Ertrag auf jede Koppel, weil ſo die Ver⸗ ſchiedenheit deſſelben am beſten in die Augen faͤllt. Von den Weideſchlaͤgen wird allemal einer fuͤr die Pferde, Haushaltskuͤhe und Zuzucht des jungen Viehes abgerechnet. Auf eine Kuh ſind 1 ⅞ Ton⸗ nen zur Weide beſtimmt, alſo kommen 60 Stuͤck auf die Koppel, welche jetzt mehrentheils das Stuͤck 12 Thlr. Pacht thun, welches auf die Weidekoppel 720 Thlr. betraͤgt*). Auf jede Kuh rechne ich 4 große vierſpaͤnnige Fuder Miſt zu 3000 Pfund. Der Miſt, den das Arbeitsvieh gibt, wird wol auf Gaͤrten und Wieſen verwandt werden. *) Mit Fleiß habe ich dieſe hochſte und wol nur ſelten zutreffende Angabe angenommen. ans 18T uoun. 4uluon Oſjo ns aon Sor r ee= uaoh ouuo I Inv 8 1vliS a 2 Wirthſchaft A. Sie hat 11 Schlaͤge, alſo uͤberhaupt 990 Tonnen. Wenn ich den Boden als vorzuͤglich zum Korubau geſchickt annehme, ſo hat ſie folgende Einrichtung: Einſaat. Vermehrung. Reiner Ertrag Werth Ertrag an nach Abzug einer Gelde. von 2 Korn. Tonne. 1. Aufgebrochen und mit Breekhafer oder in die erſte Furche geſaͤet. 135 Tünn⸗ 3tes Korn. 135 Tonnen. 1 Thl. 202 ½ Thl. 2. Geduͤngt mit Weitzen. ötes ⸗ I80 ⸗ 14 ⸗ 030 ⸗ und Rocken. 6tes 180 ⸗ 480 ⸗ 3. Gerſte........ 6tes 360 720 4. Rocken....... 4tes 180 ⸗ 480 ⸗ 5. Hafer...... 4tes 180 ⸗ 270 ⸗ 6. Weidekoppel fuͤr Arbeits⸗ und Zuzuchzrieh Ertrag an Korn ⸗ 2782 ½ Thl. 7— 11. Weidekoppeln fuͤr Milchkuͤhe. Jede thut 720 Thl. Ertrag an Milchvieh 3600 Thl. Ertrag uͤberhaupt ⸗ 6382 ½ Thl. Betraͤgt auf jede Koppel 580 Thl. 305 Stuüͤc Vieh geben 1200 Fuder Miſt; alſo kommt auf 1 Tonne Korn⸗Einſaat fuͤr 5 Erndten 13 ⅞ Fuder. — 8DWrn ee — 610— 11 Buder fuͤr Melft⸗ 5 Erndten 16 Fuder Miſt. trommt auf lede Tonne Korn⸗Einſaat Wirthſchaft B. Sie hat, wie die vorige, 11 Schlaͤge, und iſt daher von derſelben Groͤße. Da ſich der Boden aber weniger zum Kornbaue, als zum Graswuchſe ſchickt, ſo wird ihr folgende Einrichtung gegeben: 1. Aus dem Graſe gebrochen und nach Zmaligem Pfluͤgen mit Buchweitzen 2. Geduͤnget und mit Rocken. 3. Hafer* 2 4* 2 ⁴ 2 4. Hafer. 5. Weidekoppel fuͤr Arbeitsvieh. 6— 11. Sechs Weidekoppeln fuͤr Milchkuͤhe. 4£ 4 4Q r Einſaat. 45 Tonnen — Vermehrung. 6tes Korn. 6tes 6tes 5tes Reiner Ertrag nach Abzug 2er Koͤrner. 180 Tonnen. 360 360 270 Ertrag an Korn ⸗ Jede thut 720 Thl. ⸗ Werth Ertrag einer an Tonne. Gelde. 1½ Thl. 240 Thl. 2— 950— 1 ½— 540— 1 ½—] 455— 2195 Thl. Milchvieh 4320 Thl. 6515— Betraͤgt auf jede Koppel 592* Thl. 360 Kuͤhe geben 1440 Fuder Miſt; alſo kommt auf 1 Tonne Korn⸗Einſaat fuͤr 3 Korn⸗ Erndten— denn die Buchweitzen⸗Erndte kann nicht wohl mit angeſchlagen werden— 16 Fuder. Dieſe Wirthſchaft moͤgte wol einigen Mangel an Stroh haben. Wirthſchaft C. Sie hat 13 Schlaͤge, alſo uͤberhaupt 1170 Tonnen, nach folgender Einrichtung. Einſaat.(Vermehrung. Reiner Ertrag Werth Ertrag 3 nach Abzug einer an 2er Koͤrner. Tonne. Gelde. 1. Aus dem Graſe gebrochen und nach Zmaligem Pfluͤgen mit Buchweitzen 45 Tonn. 6tes Korn. 180 Tonnen. 240 Thl.& 2. Geduͤngt mit Weitzen..— ſötes— r80— 630—= und mit Rocken...— ötes— 180— 480— 2 3. Gerſte........—(tes 360— 720— 4. Halbgeduͤngt, Rocken. 5tes 270— 720— Hafer 4* 4 4 2 4 4 3 4tes 180— 5— 270 Weidekoppel fuͤr Arbeitsvieh. Ertrag an Korn⸗ 3600 Thl. 8— 13. Sechs Weidekoppeln. Jede thut 720 Thl.—— Milchvieh 4320— — uͤberhaupt 7920 Thl. Betraͤgt auf jede Koppel 609 † Thl. 360 Kuͤhe geben 1440 Fuder Miſt, alſo kommt auf jede Tonne Korn⸗Einſaat fuͤr 5 Erndten 16 Fuder Miſt. 4. 1 4 Wirthſchaft B Sie hat, wie die vorige, 1 Schlaäge, und iſt d —. 3 SGe⸗ 1 aher derſelben Grdße⸗ Da ſich der Boden aber weniger zum Kornbaue, als zum Grasmuchie ſchicke, 18 rdbor folgende Einrichtung gegeben: 58 Nprno u — 60612— I. 2. 3. 4. 5. 6. Wirthſchaft D. Hafer in das aufgebrochene Gras⸗ land. Ihre 2* 1 4 4 Geduͤngt, Weißen..— Gerſte. 4* 4 8* Geduͤngt, Rocken.. Gerſte. Hafer. 4 4* 4. 4 4* 4 4 7. Weidekoppel fuͤr Arbeitsvieh. 8— 15. Fuͤnf Weidekoppeln. 6 Erndten 21½ Fuder. 4 * 4 . 4 4 Jede Einſaat. Vermehrung. Reiner Ertrag Werth Ertrag nach Abzug einer an 2er Koͤrner. Tonne. Gelde. 90 Tonn. 5tes Korn. 270 Tonnen. 1 Thl. 405 Thl. 90— 6tes— 360— 3— 1260— 99— tes 45) 2— 900— 90—(6tes— 360— 2— 960— 90— tes— 360— 2— 720— 90— ötes— 360— 11 ⅞— ¹540— Ertrag an Korn ⸗ 42785 Thl. thut 720 Thl.—— Milchvieh 5760— dieſer Wirthſchaft. — Sie hat 15 Schlaͤge, alſo uͤberhaupt 1350 Tonnen Einſaat⸗Land. Einrichtung iſt folgende. uͤberhaupt 10545— Betraͤgt auf jede Koppel 703 Thl. 480 Stuͤck Vieh geben 1920 Fuder Miſt, alſo kommt auf eine Tonne Korn⸗Einſaat fuͤr Daher die groͤßere Koͤrner⸗Vermehrung in ö“ NAvcdaa 38 11115 34 p1 S= I 194= ZovluS 28 daaa as 2S-Sunadauase, du 104 111 Bun nuauue T SSSn Zinnae 1 2a S auvg⸗ zwvlud l6D(ennam HvazaS Ich habe den Ertrag nach den hoͤchſten Anga⸗ ben, die ich ſowol in Schriften gefunden, als durch Privatnachrichten erhalten habe, angenommen. Es gehoͤre ſchon, ſagt man, ein recht guter Boden da⸗ zu, wenn er dieſen Ertrag an Korne liefern ſoll. Und die Pacht von 12 Thlrn. fuͤr eine Milch⸗Kuh war vor einiger Zeit noch etwas ſehr ſeltenes, in⸗ dem ſie im Durchſchnitt nur 8 Thl. that. So hoch ich alſo den Ertrag auch angenommen habe, ſo wird er doch jedem Kenner einer vollkommenen Cultur ſehr geringe ſcheinen. Von einem Boden, wie der Holſteinſche in den beſſern Gegenden iſt, muͤßte bey dem Viehſtapel, welchen beſonders die Wirth⸗ ſchaft B und D, im Verhaͤltniß ihres Ackerlandes, halten, eine Tonne oder 240 Quadrat⸗Ruthen im Durchſchnitt immer 10 Tonnen Getreide liefern, wenn es auch in 11 Jahren ſiebenmal beackert wuͤrde. Auch hat es keinen Zweifel, daß 4 Koppeln mit Futterkraͤutern, zwiſchen den Korn⸗Erndten nach richtigen Principien angeſaͤet, derſelben Anzahl vom Viehe nun reichlichere Weide— der Stallfutterung hier nicht zu gedenken— geben wuͤrden, wie ſie jetzt auf ſechs Koppeln haben. Denn es iſt nicht zu vergeſſen, daß dieſe Wirthſchaften, auſſer den Acker⸗ und Weidekoppeln, eine fuͤr das zu haltende Vieh hinreichende Quantitaͤt Wieſenwachs zur Win⸗ terfutterung haben muͤſſen, auf deſſen Ertrag denn weiter nichts zu rechnen iſt. Ich habe zwar keine Data auffinden koͤnnen, wie viel Heu man in Hol⸗ ſtein fuͤr eine Kuh, den Winter hindurch, rechne: —————— — 614— doch wird ein Fuder von 18 Centnern wol das wenigſte ſeyn, was der Kuh⸗Paͤchter, wenn er 12 Thaler gibt, auf das Stuͤck verlangt. Wenn man den Werth deſſelben nur zu 6 Thaler berechnet, ſo ſinkt die Benutzung der Weidekoppeln ſchon auf die Haͤlfte herunter. Der geringe Koͤrner⸗Ertrag laͤßt ſich bey der Holſteinſchen Wirthſchaft dem Duͤngermangel wol nicht zuſchreiben, wenn man anders mit dem Duͤn⸗ gerhaufen nach richtigen Grundſaͤtzen umgeht. Die Wirthſchaft B und D hat reichlichen Miſt, zumal da man den, waͤhrend der Weide⸗Jahre, verſtreue⸗ ten doch immer in einigen— wenn gleich nicht ſehr hohen— Anſchlag bringen darf. Der Boden iſt da, wo man dieſen Koͤrner⸗Ertrag annimmt, mehr als mittelmaͤßig. Der Fehler muß alſo an der Beackerung und an dem Feldſyſteme liegen. In der That, wenn man bedenkt, daß die aus wilden, einheimiſchen, und daher zaͤhen Kraͤu⸗ tern und Graͤſern erzeugte Narbe, bey der wenigen Bearbeitung, welche dem Lande gegeben wird, in keine Verweſung gehen, und daher den auf einan⸗ der folgenden Korn⸗Erndten, ſtatt ihnen Nahrung zu geben, mehr im Wege ſeyn muß; ſo iſt nichts natuͤrlicher. Beſonders kann da, wo man mit Breekhafer das aufgebrochene Land beſtellet, die Stoppel deſſelben nur ein harter Torf, und nichts weniger, als eine dem Weitzen oder Nocken ange⸗ meſſene Krume ſeyn. Die hierauf folgende Gerſte dan Lan beyb V Kor 5 und Dan baue eine 1 das ann er 1 3 enn man tzerechnet, ntyn uf r bey der rrigel wol Aim Din⸗ nt. Die ull zumal Arſtreue⸗ Ghat ſehr oden ſſ Ir an der 8. 8 dus de dan Kiu⸗ G venigen voitd, in a einan⸗ nahrung dft nichts an mit rfet, de d nicth Bn ange⸗ we Ggerſte — 615— wird eben ſo wenig den gelockerten Boden finden, den dieſe Frucht zu ihrem Gedeihen ſo unumgaͤng⸗ lich fordert. In den folgenden Erndten, die ſaͤmmt⸗ lich ohne Sommer-Bearbeitung des Ackers genom⸗ men werden, muß das Unkraut ſich eher beſtauden und mit dem Korne hervorwachſen, als zerſtoͤrt werden; ſo daß man, am Ende dieſer Fruchtfolge, dann wirklich Urſache hat, ſich uͤber das graswuchſige Land zu freuen. Wenn ich dieſe Methode durchaus beybehalten muͤßte, ſo wuͤrde ich lieber, bey fuͤnf Korn⸗Koppeln, erſt dreimal Hafer hinter einander nehmen, weil dieſe Frucht auf harten Boden waͤchſt, und ſie mit ihren ſtarken Wurzeln durchdringt. Dann erſt wuͤrde ich geduͤngten Weitzen und Rocken bauen, in der feſten Ueberzeugung, auf dieſe Weiſe einen beſſern Ertrag zu erhalten. Faͤngt man mit Buchweitzen an, wozu etliche⸗ mal gepfluͤgt wird, und dieſer geraͤth vollkommen, ſo iſt das Land ohne Zweifel ungleich beſſer zur folgenden Saat vorbereitet. Aber eben das Gera⸗ then des Buchweitzens iſt eine ſo mißliche Sache, und wenn er nicht voͤllig und gleichfoͤrmig dicht ſte⸗ het, ſo macht er das Land keinesweges muͤrbe, ſon⸗ dern es verwildert vielmehr dabey. Wenn man es ſich zum Grundſatze machte, den Buchweitzen, ſo bald er nicht vollkommen gut ſtehet, ſogleich unter⸗ zupfluͤgen, und dann dem Acker eine vollkommene Sommer⸗Braache zu geben: ſo wuͤrde ich der Buch⸗ weitzen⸗Saat meinen voͤlligen Beyfall geben. Thut —yyy— — 616— man dies wol in Holſtein, oder laͤßt man ſich durch einen zweckwidrigen Geiz verleiten, den elenden Er⸗ trag eines ſchlechten Buchweitzen⸗Feldes einzuernd⸗ ten?— Wenn man aber dieſen Grundſatz an⸗ nimmt, ſo wird man ſich vermuthlich oͤfter bewogen finden, den Buchweitzen unterzupfluͤgen, als ihn reifen zu laſſen. Ich weiß, daß man in Holſtein, auch hier und da, dem aufgebrochenen Graslande eine Sommer⸗ Braache giebt*). Wo dies aber geſchieht, da ſehe *) Man thut dies gegenwaͤrtig auf lehmigem Boden in Holſtein wol allgemein, und ich ſprach damals nur von der alten, jetzt faſt allgemein abgeſchafften Bewirth⸗ ſchaftungsart. Wenn man jetzt noch, ſehr richtig, Dreeſchhafer bauet, ſo haͤlt man Braache nach dem⸗ ſelben, oder nimmt die Braache erſetzende Fruͤchte. Wir haben gegenwaͤrtig eine vortreffliche Abhandlung uͤber die neuere Holſteinſche Wirthſchaft in den Anna⸗ len des Ackerbaues 2tem B. von Hrn. Lang erhalten, die alle Zuſaͤtze zu dieſer Beſchreibung uͤberfluͤſſig macht. Manche vorzuͤgliche Wirthe bringen die Grundſaͤtze der Fruchtfolge bey der Schlagwechſel⸗Wirthſchaft in An⸗ wendung, und die Zahl der Weideſchlaͤge hat ſich im Allgemeinen ſehr vermindert. Man findet in Holſtein jetzt eine hohe und vortreffliche Ackercultur wol ſo allge⸗ mein, wie in irgend einer ganzen Provinz Teutſch⸗ lands verbreitet, welcher das Auffahren des mergelig⸗ ten Lehms einen vorzuͤglichen Schwung gegeben hat. Dieſes Holſteinſche Lehmen kann beſonders zur Er⸗ laͤuterung deſſen dienen, was ich oben in der Einlei⸗ tung zu dieſem Aufſatze ſagte. Die allgemeine Ver⸗ klaren auf tung nan ſchaff davol don dern rich durc 8 den Er⸗ 1 etzuernd⸗ urſat an⸗ rhewogen KPal ihn 5 aßier und S hommer⸗ d ſce ———— mmsr)oden in 28 Bevii⸗ richtig Pach dem⸗ 1s Früchte en nur vn undlung I m Anna⸗ d chhaltm d ſig magl. odſäze der 0 tt in An⸗ ſich in ae holſtein u n ſo allge⸗ aig Teutſch⸗ ad mergelig 9 lben hat. ds zur Er⸗ er Einle⸗ Neein Wrr⸗ 617 ich weiter keinen Unterſchied zwiſchen dieſer und der Mecklenburger Wirthſchaft. Dieſe Braache, deucht mir, iſt das einzige Weſentliche, wodurch ſich beyde Wirthſchaftsarten unterſcheiden. Denn das Ver⸗ haͤltniß der Weideſchlaͤge zu den Kornſchlaͤgen iſt in beyden Laͤndern ſehr verſchieden, und alles uͤbrige iſt nicht erheblich genug, um einen Unterſchied zu begruͤnden. Von der Mecklenburger Wirthſchaft wird aber jetzt die Rede ſeyn. Um ſich von der Production derſelben einen klaren Begriff zu machen, muß man ihre Ausſaat auf einer beſtimmten Flaͤche, nach deren Vermeh⸗ rung jene berechnet wird, kennen lernen. Denn man findet in den Schriftſtellern uͤber dieſe Wirth⸗ ſchaftsart und in den Privatnachrichten, die man davon erhaͤlt, nie angegeben, wie viel Scheffel Korn von einer gewiſſen Flaͤche geerndtet werden; ſon⸗ dern immer nur, das wievielſte Korn ſie erhalten, d. h. wie vielmal ſich die Ausſaat vermehrt habe. Wuͤrde auf jeder Art des Bodens gleichviel auf eine beſtimmte Flaͤche ausgeſaͤet, ſo waͤre leicht heraus⸗ zufinden; aber hier findet eine erſtaunliche Ungleich⸗ heit Statt, die auf beſondern und daſelbſt allge⸗ breitung dieſer Operation giebt einen um ſo viel ſtaͤr⸗ keren Beweis von der Guͤte und Zutraͤglichkeit derſel⸗ ben, je mehr Aufwand ſie erfordert. —— — 618— mein angenommenen Principien beruhet. Man ſagt naͤmlich, ſtarkes Land kann viel Frucht ernaͤhren, ſchwaches wenig; darum muß man jenes dicht, die⸗ ſes duͤnne beſaͤen. Wenn ich alſo, um einen Scheffel Korn mit Vortheil einzuſaͤen, dort 75 Quadrat⸗ Ruthen nehme, ſo muß ich ihn hier auf 2⸗ bis 300 Quadrat⸗Ruthen vertheilen. Ich glaube nun zwar nicht, daß dieſer Grundſatz von einem ver⸗ nuͤnftigen und erfahrnen Wirthe je in dieſer Maaße werde ausgeuͤbt werden. Indeſſen verfaͤhrt man bey der Taxation des Landes, zufolge des Mecklen⸗ burgiſchen Landesvergleichs, danach. Dieſer theilt naͤmlich das Land in ſechs Klaſſen, und auf einen Scheffel Ausſaat ſoll gerechnet werden: In der Iſten Klaſſe 75 Quadrat⸗Ruthen. — zten— 75— 9o—— — Zten— 90— 100—— — 4ten— 100— 150—— — 53ten— 150— 200—— —(ten— 200— 300—— Wenn daher, in den Anſchlaͤgen von Guͤtern und Nachrichten von Wirthſchaften, von Scheffeln⸗ Ausſaat geſprochen wird, ſo werden darunter, nach der Guͤte des Ackers, bald 75, bald 300 Quadrat⸗ Ruthen verſtanden. Ich leugne nicht, daß bey der Taxation der Guͤter dieſer Grundſatz ſeine große Bequemlichkeit haben koͤnne, wenn er richtig ange⸗ wandt wird. Denn in der That koͤnnen 75 Qua⸗ drat⸗Ruthen des beſten Bodens wol ſo viel werth —— 4 Nan ſagt dernähren, Sct, de an Sceeffl * 2⸗ bis d ube nun ee der⸗ t er Maze hrt man ehhecklen⸗ nCr theilt n Gf einen 4 — d Gütern acheffeln⸗ aurr, nach Ouadrat⸗ 3c bey der nhe groß arig ange⸗ 3885 ‧ Diel vatt A uadrat⸗ a Nuthen. 3 Qua⸗ ——;’ÿ’O9öö⸗⸗⸗õ———:ᷓ—— — 619— ſeyn, wie 30o des ſchlechteſten. Nur haͤtte man wol einen andern Maaßſtab als die Einſaat anneh⸗ men koͤnnen. Ich meines Orts wuͤrde auf 75 Qua⸗ drat⸗Ruthen des ſchlechteſten Bodens nicht weniger ſaͤen, als auf 75 des beſten. Wie man die Ausſaat wirklich in Mecklen⸗ burg bewerkſtellige, daruͤber habe ich, aller eingezo⸗ genen Erkundigungen ungeachtet, nichts Beſtimmtes erfahren koͤnnen. Ich weiß aber, daß Manche un⸗ gleich ſtaͤrker, als das angegebene hoͤchſte Verhaͤlt⸗ niß iſt, einfaͤen. Auf einem Gute wird 1 Scheffel Weitzen und Rocken auf 60 Quadratruthen in die Braache geſaͤet. Die Ungewißheit der Einſaat waͤre an ſich ſo erheblich nicht, wenn ſich die Angabe der Erndte nur nicht darauf gruͤndete. Auf dem erwaͤhnten Gute, welches vorzuͤglichen Boden hat, wird der Ertrag der Braache zum 8ten Korne an⸗ gegeben, alſo auf 60 Quadratruthen 8 Scheffel. Haͤtte man auf 75 Quadratruthen nur 1 Scheffel geſaͤet, ſo wuͤrde der Ertrag wol eben derſelbe ge⸗ weſen ſeyn, da dieſe Einſaat auf gut zubereitetem Lande voͤllig hinreicht, und man wuͤrde dann zu zehn Koͤrnern geerndtet haben. Dies macht alſo die Berechnungen vom Ertrage der Mecklenburgiſchen Wirthſchaften ſo ſchwierig und unſicher. Wir werden indeſſen wol im Durchſchnitte nicht irren, wenn wir 80 Quadrat⸗Ruthen auf 1 Scheffel Einſaat rechnen, da dies ein auf Erfah⸗ rung begruͤndetes gutes Verhaͤltniß bey wohlzube⸗ —— 4 — 620— reitetem Lande iſt. Drey Mecklenburgiſche Scheffel ſind einer Holſteinſchen Tonne ungefaͤhr gleich. Um daher den Vergleich zwiſchen dieſen beyden Wirth⸗ ſchaften deſto augenfaͤlliger zu machen, nehme ich die Mecklenburger Schlaͤge von gleicher Groͤße, wie die Holſteinſchen, zu 21600 ſechszehnfuͤßigen Qua⸗ dratruthen, oder 270 Scheffel Einſaat an. Den Ertrag vom Braachkorne kann ich, bey dieſer Ein⸗ ſaat, nach allen eingezogenen Nachrichten, zum achten, und bey reichlicher Duͤngung zum zehnten Korne, auf gutem Boden annehmen. Die darauf folgende Gerſte wird ein Korn weniger geben. Folgt darauf wieder ohne Braache und Duͤngung Rocken, ſo wird der Ertrag um drey Koͤrner gerin⸗ ger, wie in der erſten Art ſeyn. Hafer aber, wo⸗ von ein Drittel mehr eingeſaͤet wird, oder doch ein⸗ geſaͤet werden ſollte, wird zu acht- bis neunfacher Vermehrung angenommen werden koͤnnen. In der vierten Art wird das Winterkorn mehr nicht, als die Haͤlfte der erſten Saat geben, Hafer aber ſich ſechsfach produciren. In der fuͤnften Art kann nur Hafer, hoͤchſtens zum fuͤnften Korne, gerechnet werden. Kommt aber zwiſchen dieſen fuͤnf Arten eine geduͤngte ſogenannte Muͤrbe⸗Braache, ſo neh⸗ men wir nach derſelben alles eben ſo hoch, wie nach der erſten Zaͤhe-Braache an. Wird die Muͤrbe⸗ Braache nicht geduͤnget, ſo faͤllt ein Korn ab. Der Holſteiner rechnet zur Beſtimmung des reinen Ertrages, auſſer dem Saatkorne, ein Korn khe Steft keic. Um ten Vitt⸗ nehme ich e 4 Zroße, ſoie Tren Om⸗ win. Den ieſe En, sen, um d ehten e darauf itt: geben. Indüͤngung ker geri⸗ ber, wo⸗ 4 doch ein⸗ rjeuniicer n In de ridt, al 1 aber ſch Veunn nul gerechnet Nren go neh⸗ 1h, wee Mͤrbe⸗ aab. ung des ein Korn —ͤͤͤͤͤſͤͤſſſͤͤöͤöͤöͤööͤöͤͤö— —- 621— fuͤr die Wirthſchaft ab. Dies ſchien faſt zu wenig. Der Mecklenburger rechnet zwey Koͤrner fuͤr die Wirthſchaft. Da der Holſteiner nur eins rechnete, ſo ſchien mir jenes, ungeachtet die Mecklenburger Wirthſchaft mehr Aufwand erfordert, zu viel. Nach folgenden genaueren Angaben iſt es dies, wo keine Hofdienſte vorhanden ſind, nicht. Man rechnet auf jede Laſt(96 Scheffel) Aus⸗ ſaat in die Braache zum mindeſten ein Geſpann und einen Wechſelhaken, oder vier Ochſen. Man nimmt aber dabey an, daß die Auſſenſchlaͤge, welche ein Drittel der Bienenſchlaͤge auszumachen pflegen, von dieſem Spannwerke mit verſehen werden. Wenn ein Gut daher ſieben Schlaͤge, jeden von drey Laſt, uͤberhaupt 2016 Scheffel Land, enthaͤlt, ſo muß es drey Geſpann und noch zwey Neben⸗ oder Karren⸗ Pferde halten. Dieſe koſten jaͤhrlich zu unterhalten ⸗ 468 Thl. Zu dieſer Wirthſchaft gehoͤren: Vier Knechte, an Lohn und Leinen jeder 7 Thl. 2 2 2 2„ 68— Drey Maͤgde, an Lohn und Leinen jede Io Thl.⸗ ⸗ 4 2 30— Ein Voigt, an Lohn und Deputaat ⸗ 44— Ein Stammhaͤcker ⸗..- 40— Der Verwalter 70 bis 80 Thl. ⸗ 75— Die Ausgeberin 20 bis 30 Thl. ⸗* 25— 2 750— — 022— Uebertrag ⸗ 750 Thl. An Tagelohn 2 2- ⸗ ⸗ 600— Geſchirr. 2 2 2 2 30— Wagen 2 2 2 4 2*» 30— Schmiedearbeit.„ 2⸗» 100— Brodtkorn ꝛc. ⸗ 2„ ⸗*½ 100— 1610 Thl. Wenn nun 2 Koͤrner oder 6 Laſt Rocken à 83 ½ Thl. betragen ⸗ ⸗ ⸗. ⸗ 512— 2 Koͤrner oder 6 Laſt Gerſte à 64 Thl.⸗ 384— 2— 6— Hafer à 48— ⸗ 288— So muͤſſen die Auſſenſchlaͤge noch her⸗ geben ⸗ ⸗* ⸗ 2 426— 1610 Thl. Alſo reichen zwey Koͤrner kaum zu. b Auf dieſe Vorausſetzungen gruͤnden ſich die nachfolgenden Berechnungen einiger Wirthſchaften: verſchiedene Kenner der Mecklenburger Wirthſchaft finden den Koͤrner⸗Ertrag noch zu hoch angenommen. Aber erſtlich bitte ich zu bemerken, daß ich unter 1 Scheffel Ausſaat immer 80 Quadratruthen guten Landes verſtehe. Wer auf 50 oder 60 Quadrat⸗ Ruthen einen Scheffel einſaͤet, wird dieſe Koͤrner⸗ vermehrung nicht haben, wenn er ſich gleich ſonſt bey dieſer ſtarken Einſaat gut ſtehen mag. Dann wollte ich aber auch den Ertrag lieber zu hoch als zu geringe annehmen, um nicht in den Verdacht hinre Nec . 1 ſdat⸗ ſchaft Hiern einge dratr ten i Klee buͤrg de er und z von ſcaft 5 ſo viel mit in nigen Hecken cen, ſ den zur⸗ 750 Thl b00— 90— 44+ 1⁰0 100— — 151o Thl 1 en- 13- 8388 7 46— olo Tll. an ſch d Ihſchaftn. a üithſchaf aatommen. uch unter. amn guten uadrat⸗ 1 Korner⸗ eich ouſt r. Dann ſoc il „ Verdacht an — 623— zu kommen, als ſetze ich die Mecklenburger Wirth⸗ ſchaft zu tief herab.— Was die Benutzung der Weidekoppeln durch Milchvieh anlanget, ſo hat man nach denſelben Bonitirungs⸗Grundſaͤtzen angenommen, daß 6 bis 8 Scheffel Ausſaat zur Sommerweide fuͤr eine Kuh hinreichend ſeyn. In dem Briefwechſel uͤber Mecklenburgſche Landwirthſchaft, 1r Theil, S. 170, wird aber gezeigt, daß 6 Scheffel Aus⸗ ſaat⸗Land nicht hinreichend ſey, wenn die Wirth⸗ ſchaft nicht vorzuͤglich ſtarken Wieſenwachs hat. Hiermit ſtimmen alle Nachrichten uͤberein, die ich eingezogen habe, bis auf eine, wo auf 250 Qua⸗ dratruthen, vorzuͤglichen Bodens, eine Kuh gehal⸗ ten wird. Hier wird aber, mit dem letzten Korne, Klee und zwar viel ſtaͤrker, wie ſonſt in Mecklen⸗ burg gebraͤuchlich iſt, ausgeſaͤtt; und dann wird die erſte Weidekoppel zur gruͤnen Nebenfutterung und zum Heu geſchonet; welches eine Abweichung von der gewoͤhnlichen Mecklenburgſchen Wirth⸗ ſchaft iſt. Die Urſache, warum in Mecklenburg die Weide ſo viel ſchlechter, wie in Holſtein iſt, mag vielleicht mit in der Verſchiedenheit des Bodens liegen. Ei⸗ nigen Antheil haben auch wol die Holſteinſchen Hecken oder Knicke, welche die rauhen Winde bre⸗ chen, an der Verbeſſerung der Weide. Wir finden den zureichenden Grund aber ſchon in der verſchie⸗ denen Behandlung des Ackers. Der Mecklenburger zerſtoͤrt alle Wurzeln und Saamen der Kraͤuter und Graͤſer, durch ſeine vollſtaͤndige Braache; der Holſteiner unterduͤckt beydes waͤhrend der Kornjahre nur, laͤßt es aber am Leben. Der Mecklenburger ziehet, durch den ſtaͤrkeren Kornbau, den Nah⸗ rungsſtoff faſt aus; der Holſteiner laͤßt ihn groͤßten⸗ theils fuͤr die Weidejahre zuruͤck. Auſſerdem aber iſt des Holſteiners Stroh mit nahrhaften Kraͤutern nicht nur durchwachſen, ſondern er laͤßt auch meh⸗ rere Koͤrner darin: wodurch das Vieh in den Stand geſetzt wird, die reichliche Begraſung der Weide im Fruͤhjahre abzuwarten. Und man weiß, wie viel hiedurch an der Weide gewonnen wird. Wir muͤſſen daher acht Scheffel Einſaat fuͤr eine Kuh zur Sommer-Weide beſtimmen; und es koͤnnen folglich auf eine Koppel, von oben ange⸗ nommener Groͤße, 34 Stuͤck Hollaͤnder⸗Kuͤhe ge⸗ halten werden. Sie thun zwiſchen 7 und 11 Rthlr. Pacht. Wir nehmen das Mittel, von 9 Rthlr. an. Auſſer dem Heu zur Winterfutterung und den Emolumenten des Kuhyaͤchters, die ſich in Mecklenburg noch hoͤher wie in Holſtein belaufen, muͤſſen wir aber die jaͤhrliche Ergaͤnzung des Vieh⸗ ſtapels in Abrechnung bringen, da bey der Hollaͤn⸗ derey⸗Wirthſchaft kein junges Vieh angezogen wird. 34 Stuͤck erfordern jaͤhrlich wenigſtens 4 Stuͤck zur Ergaͤnzung. Wenn alſo 34 Stuͤck, à 9 Rthlr., an Pacht einbringen 306 Rthlr., ſo gehen fuͤr An⸗ Aklenburge e Kraute Siche; der SKornjahe den Nu⸗ n gruͤßter⸗ a dem aba 1. Krüutetn Nuucj neſ⸗ nin Stand 33 Leide im ſiy wie viel 20 Ainſaat ü d; und es wyen ange 20 Kühe ge raII Rh 89 Rhlr Arung und e ſch in Kabelaufen, ones Veß⸗ 15 Hollin⸗ Gwen widd Kälenburger. kauf von jungem Vieh 40 Rthlr. ab, bleiben alſo 266 Rthlr. Da eine halbe Koppel wenigſtens fuͤr das Ar⸗ beitsvieh beſtimmt werden muß,(wofern man keine Nebenkoppeln hat, die hier aber nicht in Anſchlag kommen koͤnnen) ſo wird eine Weidekoppel nur zu 133 Rthlr. zu berechnen ſeyn. Nach dieſen Vorausſetzungen laͤßt ſich der Er⸗ trag verſchiedener Wirthſchaften, wobey ich die in Mecklenburg uͤblichſten Feld⸗Eintheilungen annehme, ohngefaͤhr uͤberſehen. Scechlechterer DOoreee ůcdlagee??:?: ue— — 2 S 4 2. 4 11 4&— 2v—— 2* nimmt, dann Muͤrbebraache haͤlt, und wieder 2mal Korn ſaet; da dann aber nur 4 Weidekoppeln bleiben. 9 4 4 8 7 Wirthſchaft A. Ein Gut von 1890 Scheffeln, wird in 7 Schlaͤgen auf folgende Weiſe benutzet. Einſaat. Vermehrung. Reiner Ertrag Werth Ertrag nach Abzug eines an zer Koͤrner. Scheffels. Gelde. — 9—— 1. Braache geduͤnget————— 2. Rocken⸗⸗ ⸗ 270 Schfl. Stes Korn. 1350 Schfl. 32 Mgr. 1200 Thl. 3. Gerſte⸗⸗ ⸗ 270 ⸗ Stes[1350 ⸗ 24 ⸗ 900 ⸗ 4. Hafer⸗⸗ ⸗[270 ⸗[Stes ⸗[1350 ⸗ 18 ⸗ 675 ⸗ 5 5—. Weidekoppeln, wovon 2775 Thl. an Korn 3 fuͤr das Arbeitsvieh abgehet, thun an Hollaͤnder-Pacht⸗ 663 ⸗ vom Viehſtapel 3440 ⸗ uͤberhaupt, A betraͤgt auf jeden Schlag 491 Da in dieſer Wirthſchaft, mit Einſchluß des Arbeitsviehes, 102 Stuͤck Vieh gehalten werden koͤnnen, ſo werden— auf jedes Stuͤck 4 vierſpaͤnnige Fuder gerechnet— nur 408 Fuder Miſt gemacht, daher kaum 1 ¾ Fuder auf 1 Scheffel in die Braache kommen. Ohne die Schaͤferey, welche ihre Nah⸗ rung hauptſaͤchlich von den Außenſchlaͤgen und etwanigen Nebenabtriften haben muß, koͤnnte dieſe Wirth⸗ ſchaft nicht beſtehen. Wirthſchaft B. 1. Braache— a. Weitzen ⸗ Gerſte 5 2 Rocken od. Erbſen Hafer 2 2 6— 9 Weidekoppel — — 3. 4. 5. Einſaat. 270 Schfl. 270 270 270 Vermehrung. Reiner Ertrag — ͦ— 10tes Korn. IOtes ⸗ 7tes 2 tes 3 ⅞ Koppel fuͤr Hollaͤnderey⸗ Vieh Hier werden von 136 Stuüͤck Vieh 544 F in die Braache kommen; woher neben dem be— 1 Ohne einen vorzuͤglichen Boden wuͤrden dennoch 4 Korn⸗Erndten nach ein Gras hervorzubringen vermoͤgte. Schlechterer Boden muß in 9 Schlaͤgen ſo bewirthſchaftet werden, daß m nimmt, dann Muͤrbebraache haͤlt, und wieder 2 4 Wirthſchaft A. * 1 4 SEin Gut von 1890 Scheffeln, Weiſe Einſaat. Bermehrung-] Reimerreras nach Abzug Zer Koͤrner. 1890 Schfl. 1890. ⸗ 1080 ‿ — 710 ⸗ Werth eines Scheffels. 24 ⸗ 32 18 — Von 2400 Scheffeln in 9 Schlaͤgen, wird, wenn es vorzuͤglichen Boden hat, folgendermaaßen bewirthſchaftet. Ertrag an Gelde. 2205 Thl. 1260 960 2 335 4725 Thl. an Korn. 931 ⸗ v. Viehſtap. 5706 ⸗ uͤberhaupt; betraͤgt auf die Koppel benuitzet. nach MBane —)B5 Werth einen an nach der Braache mal Korn ſaͤet; da dann aber nur 4 Weidekoppeln 634 Thl. Fuder Miſt gemacht, ſo daß uͤber 2 Fuder Miſt auf 1 Scheffel ſſeren Boden der groͤßere Ertrag dieſer Wirthſchaft erfolgt. ander ihn ſo erſchoͤpfen, daß er kein 2 Erndten 4 wird in 7 Schläagen auf folgende Ertrag ] Derbe- ——õõò — ϊ— 8 B=== Z——=S g==A— ——==—=————g—— 222 g =222Z2==ZS 6 8=S=2SO=Z== —— 4 —— Wirthſchaft C. von 2970 Scheffeln in 11 Schlaͤgen. Einſaat. Vermehrung.) Reiner Ertrag Werth Ertrag nach Abzug eines an Zer Koͤrner. Scheffels. Gelde. 1. Vor⸗ oder Zaͤhe⸗ Braache⸗⸗——————— 2. Weitzen ⸗ ⸗ 270 Schfl. 1otes Korn. 1890 Schfl. 1 Thl. 6 Mgr. 2205 Thl. 3. Gerſte⸗⸗ ⸗ 270 ⸗⸗ 10tes ⸗[1890 ⸗ 2aa ⸗ 1260 ⸗ 4. Mittel⸗ od. Muͤr⸗ 29 be⸗Braache⸗—————————— 5. Rocken⸗⸗ ⸗[270 ⸗ Stes ⸗[1350 ⸗ 32* 1200 ⸗ 6. Gerſte⸗⸗ ⸗ 270 ⸗ S8tes ⸗ 1350 ⸗ 24 ⸗ 900 ⸗ 7. Hafer⸗⸗ ⸗ 270 ⸗ 6tes⸗ 710 ⸗ 18 355 8— 11. Weideſchlaͤge 5920 Thl. an Korn 33 fuͤr Hollaͤnder⸗Vieh, betraͤgt 2 2 2 2 2 931 ⸗ vom Viehſt. 6851 Thl. betraͤgt auf jeden Schlag 6227 ⸗ Da hier von 136 Stuͤck Vieh 544 Fuder Miſt erfolgen, ſo kann die Mittelbraache maͤßig durch⸗ duͤnget werden. Die Zaͤhebraache erhaͤlt nur von au waͤrtsher Hurdenſchlag. —¼ ————— 9plurS — ; 212= OL6z ucg 4v2 1 6nLie Gvu Sban e S SSue Gaaa e☚ 125 pI= I1 112 1 uD Svaza — 629— Es ſcheint hiernach die eilfſchlaͤgige Wirthſchaft, ohnerachtet zwey Koppeln jaͤhrlich unbenutzt liegen, doch die vortheilhafteſte zu ſeyn. Und in der That wird ſie auch immer mehr die Lieblingswirthſchaft der Mecklenburger. Wenn auch Einige die zehn⸗ oder zwoͤlfſchlaͤgige vorziehen, ſo kommen dieſe doch in der Hauptſache, naͤmlich der zweymaligen Braache, damit uͤberein. Die Braache iſt auch das, dem der Recklenburger vor dem Holſteiner ſeinen groͤßeren Koͤrner⸗Ertrag zu verdanken hat. Dagegen fehlt allen dieſen Wirthſchaften der Duͤnger. A. und C. haͤtten auch nicht den noth⸗ duͤrftigſten, und wuͤrden gar nicht beſtehen koͤnnen, wenn ihnen nicht die Schaͤferey zu Huͤlfe kaͤme; die Schaͤferey wuͤrde aber nicht beſtehen koͤnnen, wenn ſie nicht Auſſenſchlaͤge oder andere uncultivirte Weide⸗ plaͤtze haͤte. Das Wenige, was die Braache und die Stoppel den Schaafen an Nahrung gibt, iſt unbetraͤchtlich. Wo Auſſenſchlaͤge ſind, muͤſſen dieſe hauptſaͤchlich das Material zu dem Duͤnger liefern, der im Huͤrdenſchlage der Braachkoppel zugefuͤhrt wird. Man ſtiehlt, wie der Englaͤnder ſagt, durch den Huͤrdenſchlag dem Petrus, um es dem Paulus zu geben. Der Ertrag der Auſſenſchlaͤge, die nur hergeben muͤſſen, ohne etwas wieder zu erhalten, iſt daher erbaͤrmlich, und wird es von Jahr zu Jahr mehr. Wo uncultivirte Abtriften ſind, da faͤllt es ſo nicht auf, wie elend man dieſe Strecken benutzet, die ſich doch immer beſſer benutzen ließen. Der Ertrag der Mecklenburgſchen Schaͤfereyen, an baa⸗ rem Gelde, iſt, wenn man alles, was ſie an Win⸗ terfutterung koſtet, und was der Schaͤfer erhaͤlt, berechnet, faſt unter allem Anſchlage. Blos des Duͤngers wegen, muͤſſen ſie beybehalten werden. Eine Eultur aber, die nicht durch ſich ſelbſt be⸗ ſtehen kann, ſondern zu ihrer Ausfuͤhrung die Bey⸗ huͤlfe ſchlecht oder gar nicht angebaueter Flaͤchen braucht, die ſie ausſaugen muß, um ſich zu erhal⸗ ten, iſt keine vollkommne Cultur. Fuͤr den Eigen⸗ thuͤmer ſelbſt kann ſie ganz vortheilhaft ſeyn, und ihre Zinſen reichlich tragen. Auch die ſchlechteſte thut das oft. Fuͤr das Ganze aber iſt ſie fehler⸗ haft, denn ſie fordert, daß ein Theil des Bodens nicht nur unbefruchtet bleibe, ſondern immer mehr ausgezehret werde, damit ein anderer, oft kleinerer, bebauet werde. Sie verſchlimmert ſich auch jaͤhrlich in ſich ſelbſt, wenn dies auch erſt nach Jahrhun⸗ derten merklich wuͤrde. Denn der Boden, den ſie immer beraubt, ohne ihm etwas wiederzugeben, muß doch endlich aufhoͤren, Nahrungstheile zu produci⸗ ren. Eine vollkommene Wirthſchaft hingegen muß keine ihrer Parcelen auf Koſten der anderen, ſon⸗ dern alle und jede bereichern, indem ſie zugleich abe aufs moͤglichſte nutzt. Von dieſer Seite betrachtet, gebe ich der Hol⸗ ſteinſchen Wirthſchaft, vor der Mecklenburger, ei⸗ nen entſchiedenen Vorzug. Wieſen braucht ſie zwar auch zu ihrer Beyhuͤlfe, ſonſt aber erhaͤlt ſie die —H— 2 Kra in g dere ſehr dgſt beyd daß wen wen verl 1 an hag⸗ Ir Win⸗ di erhält los des den. Nabbſtb die Beſ⸗ 8 Fläczen Hu eta⸗ i Ejgen⸗ N, und tniſe 1 feyler⸗ 7 d Bodens? er uer meßt e kleinere⸗ a jigrlt 1 gahrhun⸗ 10. den ſi K, nuſ 4 rroduii⸗ i gen nuß Fdah, ſon⸗ lech abe der He⸗ , eger, ⸗ t ſie wer 1 aͤtt ſe i — 631 Kraft und den Reichthum ihres Bodens wenigſtens in gleicher Staͤrke, ohne daß ſie noͤthig habe, an⸗ dere Boden auszuhungern. Dagegen verliert ſie zu ſehr am Koͤrner⸗Ertrage, dem erſten und nothwen⸗ digſten Nahrungsmittel der Menſchen. Aber, hoͤre ich fragen, iſt es denn moͤglich, beydes zu vereinigen? Folgt es nicht von ſelbſt, daß der Boden an Nahrungsſtoff verlieren muͤſſe, wenn ich dieſen durch große Korn⸗Erndten, wovon wenigſtens die Koͤrner ſelbſt auf immer fuͤr den Acker verloren ſind, herausziehe? Muß ich daher dieſen Verluſt durch fremden, herbeygefuͤhrten Nahrungs⸗ ſtoff nicht erſetzen, wenn ich dieſelbe Maſſe darin erhalten will? Dieſe Einwuͤrfe haben allerdings vielen An⸗ ſchein, und richtig bleibt es immer, daß man durch zu viele Korn⸗Erndten mehr Nahrungsſtoff entfuͤhre, als die Natur reproduciren kann. Die Einrichtung der Natur iſt aber ohne allen Zweifel ſo, daß durch Vegetation und Animaliſation der Nahrungsſtoff der Pflanzen und Thiere in der Maaße produciret werde, daß, manches Abgangs ungeachtet, doch ein Plus entſtehe. Wenn wir gleich den Proceß, wodurch die Natur dieſes bewirket, noch nicht deutlich haben entdecken koͤnnen, ſo iſt doch die Sache ſelbſt durch Erfahrung genug beſtaͤtiget. Der Reichthum des Ackers hat ſich in manchen Gegenden, wo eine große Cultur herrſcht, einer ſtarken Ausfuhr der Wirth⸗ ſchafts⸗Produkte ohnerachtet, ſehr vermehret. Man —ᷣ—ꝛ—x—x:’---— weiß, daß einem entkraͤfteten Acker neue Staͤrke ge⸗ geben werden kann, wenn man eine Saat, beſon⸗ ders aus der Klaſſe der Diadelphiſten, nachdem ſie bis zur Bluͤthe hervorgewachſen, unterpfluͤgt, und ſie ſo darin vermodern laͤßt. Kommt die thieriſche Natur zu Huͤlfe, ſo iſt dies noch merklicher; denn wer wird es wol bezweifeln, daß ein Kleefeld, deſ⸗ ſen Ertrag ich mit etlichen Stuͤcken Vieh verfuttere, wirklich an Kraft gewinne, wenn ich den daraus erfolgten Miſt dem Felde ſaͤmmtlich wiedergebe, obgleich dieſes Vieh ſelbſt reichliche Nahrung heraus⸗ gezogen hat? Der Uebergang des Nahrungsſtoffes aus dem Boden in die Pflanzen, aus dieſen in die Leiber der Thiere, und die Ruͤckkehr deſſelben in der Geſtalt des Miſtes zum Boden, iſt alſo mit einer merklichen Vermehrung ſeiner ſelbſt verbunden. Hieraus folgt: je ſchneller und oͤfter dieſer Um⸗ lauf geſchiehet, deſto groͤßer muß die Vermehrung ſeyn. So wie es das Problem der Staatswirth⸗ ſchaft iſt, eine ſchnelle Circulation des Geldes her⸗ vorzubringen, und alles vorhandene Vermoͤgen in Thaͤtigkeit zu ſetzen; ſo iſt es auch das Problem der Landwirthſchaft, die Kraft des Ackers moͤglichſt ſchnell und wiederholt zu brauchen. Dies iſt der einzige wahre Weg, das Vermoͤgen des Staats und des Ackers nicht nur aufs hoͤchſte zu benutzen, ſondern auch wahrhaft zu vermehren. Nichts iſt widerſin⸗ niger, wie die Meinung von der Kraft der Ruhe, um den Acker neu zu beleben. Nur die Traͤgheit —— — — ——— ſelbſt! die Ei ſich etr Gras t die O. die Loc tigkeit —— und je weit Wim hic kehmb Feld k tragen Jahre ſey oh aber einen ab. ker, ſ nung Loegle darin, dite, 2 8, beſon⸗ dem ſe at, und A hjierſch dr. denn h, di⸗ Nerfutter, i daraus 4 dergebe, an heraus⸗ umsſtoffes aitr in die dinde ajüt einer ſey ohne Wirkung;— es trage Stroh und Unkraut, dynn. aber kein Korn. Ich beackere jetzt ins 12te Jahr einen Theil meiner Aecker, und erndte ſie jaͤhrlich s ſer Un ab. Mit jedem Jahre werden meine Erndten ſtaͤr⸗ Freßrung ker, ſo daß ich auf das 18te bis 20ſte Korn Rech⸗ Stswirth⸗ nung machen kann, aller Schwierigkeit, die das J de her⸗ Locale macht, ohnerachtet*). Wdögen in dlen de Die Kunſt des hoͤheren Ackerbaues beſteht alſo a ſchnel darin, ihm eine ſchnelle und ſtarke Hervorbringung teinzige aund des. nſendem*) Dies war von den fruchtbaren Jahren 1794, 1795 dderſte und 1796 hergenommen. Doch habe ich ſeitdem im⸗ r Rüße, mer 10 bis 13 Berl. Scheffel von meinen beſſern Fel⸗ eigheit dern geerndtet. ſelbſt konnte zuerſt dieſen Grundſatz erfinden, den die Einfalt nachbetet. Daß ein ausgezehrter Acker ſich etwas erholt, wenn er auch nur kuͤmmerliches Gras traͤgt, welches das Vieh darauf verzehrt; daß . die Quecken darin abſterben und vermodern, wenn die Lockerheit des Bodens aufhoͤrt,— hat ſeine Rich⸗ tigkeit. Aber die Ruhe an ſich hilft ihm nichts; und jene Vortheile laſſen ſich, ohne allen Zweifel, weit wirkſamer erreichen. Als ich meinen n Ackerbau im hieſigen Stadtfelde, einem naſſen, ſandigen Lehmboden, anfing, verſicherte mir jedermann, dies Feld koͤnne hoͤchſtens 4 Jahre mit Erfolg Erndten tragen, muͤſſe dann aber wenigſtens 4, beſſer 6 Jahre zu Graſe liegen und ruhen. Aller Duͤnger Vvurf wien,,, 2=-Aͤer a, 2edeg aer: 4. — u etetee, ie rgs wrhirde, 2 ur e were. i e, 1246 vg — 634— abzunoͤthigen, ihm dann aber einen großen Theil des Hervorgebrachten, nachdem es zur Nahrung des Viehes gedienet, wiederzugeben, und ſogleich eine neue Produktion von ihm zu fordern. Dieſe Aufgabe loͤſet die Holſteinſche und Meck⸗ lenburger Wirthſchaft auf keine Weiſe. Sie uͤber⸗ laͤßt in den Jahren, die zur Nahrung des Viehes beſtimmt ſind, die Hervorbringung derſelben dem Zufalle. Der Holſteiner hat die Wurzeln und Saa⸗ men der im Acker einmal erzeugten Graͤſer zum Theil erhalten, aber ſeinem Korn⸗Ertrage damit geſchadet. Der Mecklenburger hat ſie faſt ganz zerſtoͤret. Die Begraſung geht bey jenem zwar geſchwinder, wie bey dieſem, immer doch aber langſam vor ſich. Die Graͤſer und Kraͤuter ſind keine ausgewaͤhlte, ſon⸗ dern groͤßtentheils ſchlechte. Letztere gewinnen bald uͤber die beſſeren die Oberhand, und im vierten Weidejahre iſt die Graͤſerey wenig mehr werth. Um dieſe dann zu zerſtoͤren, findet der Mecklenburger Ackers noͤthig, wo dieſer nicht nur nichts ein⸗ bringt, ſondern betraͤchtliche Koſten veranlaßt. Nun folgen die Korn⸗Erndten unmittelbar auf einander, und ohne die wohlthaͤtige Abwechſelung mit andern Fruͤchten, welche Erfahrung und Verſuche ſo be⸗ waͤhrt gefunden haben. Oder es kommt zwiſchen ihnen wieder ein verlornes Jahr, und eine, wenig⸗ ſtens fuͤr das Jahr, verlorne Arbeit. So langſam und ſo ſchwach im Ganzen die Produktion iſt, ſo ſchwach iſt natuͤrlich auch die Er⸗ zeugung Dies f die Mo und ſch von n Kornſe meiſten ben da ſie hab⸗ nen, halten Wirth dre ha Geld, bedauc keine wenn und v ee ſaͤet, jenem ßen Thal hrung de V leich eine P0 Nd, .Sie ün ns Veehes lben der Sund Sar⸗ Krun Theil tegeeſchadet eet. Die ger, wie Gich. De mte, ſon⸗ ennen ba ain dierten han th. Un S ent he du b rihtz tn⸗ gaßt. Nm deinander 1¹ t andern Ite ſo be⸗ at zwiſchen de, wenig Gatzen di luc de v zeugung des Viehfutters und Duͤngungs⸗Materials. Dies fehlt dem Mecklenburger beſonders, und wenn die Moddergruben und Auſſenſchlaͤge voͤllig erſchoͤp⸗ fet ſind, wird dieſer Mangel ihm erſt auffallend werden. Ich weiß, daß viele Landwirthe dieſe langſame und ſchlechte Gras⸗Erzeugung, durch Ausſtreuung von weiſſem und rothem Kleeſaamen in die letzte Kornſaat, verbeſſert haben; ja, daß dies von den meiſten thaͤtigen Wirthen geſchehen ſey. Einige ha⸗ ben davon den auffallendſten Nutzen verſpuͤhret; ſie haben nicht nur ihren Viehſtapel vermehren koͤn⸗ nen, ſondern auch hoͤhere Pacht vom Stuͤcke er⸗ halten. Durch ſtaͤrkere Duͤngung hat die ganze Wirthſchaft einen neuen Schwung bekommen. An⸗ dre haben wenig Nutzen davon ver rſpuͤhret, und das Geld, was ſie an Kleeſaamen verwendet hatten, bedauert. Von den letzteren Faͤllen weiß ich zwar keine Partieularia; indeſſen wundert es mich nicht, wenn der Klee auf manchem Boden, in die dritte und vierte Saat und obendrein ſehr geitzig ausge⸗ ſaͤet, oft gaͤnzlich verloren geweſen iſt. Aber bey jenem beſſeren Erfolge moͤchte ich um ſo mehr fra⸗ gen: warum iſt man bey dieſem erſten Schritte ſte⸗ hen geblieben? Mag immerhin ein Theil der großen Landwirthe, in jenen Gegenden, wenn dieſe Blaͤtter ihnen zu Haͤnden kommen ſollten, mich fuͤr einen Stuben⸗ Oeconomen, oder gar fuͤr einen windigen Projekt⸗ macher erklaͤren— ich kann mir unmoͤglich die gluͤck⸗ lichen Verhaͤltniſſe der Mecklenburgiſchen und Hol⸗ ſteinſchen Guͤter denken, ohne mir mehrere Ideen von Wirthſchaftsſyſtemen, wodurch ſie ſo ſehr viel hoͤher benutzt werden koͤnnten, zu machen. Nach 20 oder 30 Jahren wird man mich und dieſe Schrift vergeſſen haben, die Sache aber anders beurtheilen*). Stallfutterung— mit einem guten Feldſyſteme verbunden, gewiß der hoͤchſte Gipfel der Landwirth⸗ ſchaft!— ſagt man, ſey in Mecklenburg und Hol⸗ ſtein nicht moͤglich. Warum nicht?— Die Guͤter ſind zu groß!— Gibt es doch anderwaͤrts manche ſehr große Guͤter, wo ſie eingefuͤhrt iſt, und ſeit 20 und mehreren Jahren beſtehet. Ich will nur des Grafen von der Schulenburg Gut zu Heh⸗ len nennen. Und uͤberhaupt kann ich mir keinen Begriff davon machen, wie das, was bey 1500 Morgen moͤglich iſt, bey 3000 unmoͤglich ſeyn ſoll⸗ te.— Der Boden ſoll nicht tauglich zum Kleebau ſeyn.— Nicht tauglich, wenn er in die 4te Saat *) Ich habe mich nachher richtiger und beſtimmter uͤber Mecklenburgſche Wirthſchaft— in meinen Reiſe⸗Be⸗ merkungen uͤber Holſtein und Mecklenburg, in den er⸗ ſten Jahrgaͤngen meiner Annalen der niederſaͤchſiſchen Landwirthſchaft, die nachher verbeſſert in meinen ver⸗ miſchten Schriften 1. B. abgedruckt worden— erklaͤ⸗ ret. Ich laſſe das Geſagte ſtehen, damit man ſehe, wie ich meine Anſicht berichtiget habe. d die glüt⸗ Kund Hor⸗ nere Jdeen ſehr il b. Nh e Schſt Seheilen*) radſſſem ramdwith. und Hol⸗ e Güter . nhe wanche Fhund ſät D will mu D iu heſ⸗ dtit kaite 1rh 1 ſehn ſil s Kleebau G pe Sai — — ipue ibr— aspeiſe Be⸗ onn den er⸗ aiſächſichn ajeinen ber 1.— clü a man ſi geſaͤet wird; wol aber, wenn er in die erſte Saat, und nicht zu oft, kommt;— da iſt er nach Allem, was ich vom Mecklenburgſchen Boden weiß, vor⸗ trefflich dazu.— Das Clima iſt zu rauh, der Klee moͤgte verfrieren.— Ich habe noch nie Klee erfrieren geſehen!*)— Es ſehlt an Menſchen.— — Ich ſchweige ſtill; denn auf die ſtatiſtiſchen Ver⸗ haͤltniſſe von Mecklenburg und Holſtein kann ich mich nicht einlaſſen**). Was ich auf S. 762 bis 775 der erſten— und S. 740 bis 753 der zweyten Auflage dieſes Werks uͤber die Einrichtung einer zehnſchlaͤgigen Wirthſchaft und uͤber Verbeſſerung der Mecklenbur⸗ giſchen Schlagwirthſchaft durch Anwendung des Ge⸗ ſetzes der Fruchtfolge geſagt hatte, habe ich ſchon mehreremale, und ſelbſt gleich bey der Herausgabe, fuͤr uͤbereilt erklaͤrt. Ich hatte damals zu wenige Begriffe und Erfahrung uͤber Koppelwirthſchaft. *) Ich habe es nachmals doch im Winter 1803 geſehen. Aber da erfror auch Weitzen, und Keiner hat ſich dar⸗ um vom Weienbau abſchrecken laſſen. Und ſelbſt iſt mir und Anderen, die recht dichten Klee nach m inen Grundſaͤtzen baueten, und ihn im erſten Herbſte ſchon⸗ ten, ſo daß er ſich ſelbſt zur Decke gereichte, derſelbe nicht erfroren, ob es gleich anfangs ſo anließ. **) Mit dem Menſchenmangel hat es in guten Wirth⸗ ſchaften daſelbſt gar nichts mehr zu bedeuten. .— begrüͦ Deshalb habe ich in der Zten Auflage des Iſten Bds. M 3 4 5.. Wirt die ganze Stelle geſtrichen, und will dieſe Luͤcke be⸗ nutzen, um den Verſuch zu machen, die Mißver⸗ ————ʒ⸗—:—— — ehalt ſtaͤndniſſe, die uͤber Wirthſchafts⸗Syſteme entſtanden 34 ſind, und die meine Schriften mit veranlaßt haben, genti zum Theil zu heben. faza Man hat uns Teutſchen Syſtemſucht vorgewor⸗ fen. Wahr iſts, wir moͤgen gern alles in Klaſſen,. Ordnungen und Geſchlechter abtheilen, nicht blos ſcle die beſtimmteren Gebilde der Natur, ſondern auch liher „ icher die unſeres Verſtandes. Es hat ſein Gutes und ſein Uebeles; es beſtimmt die Begriffe und verwirrt ſie. Man macht einen Gedanken zu einem Natur⸗ niger weſen, beſchraͤnkt ihn durch eine Definition, und ſ den wundert ſich, wenn er uͤber dieſe Graͤnzen hinaus⸗ gehet. Was ich uͤber die Gruͤnde und Regeln der fu Fruchtfolge geſagt habe, iſt zu einem beſonderen, Dinge, zu einem neuen Wirthſchafts⸗Syſteme gee 8 worden, was der Eine ſo, der Andere anders de⸗ Ver finirt, obgleich, meiner Ueberzeugung nach, das imn der Natur begruͤndete Geſetz der Fruchtfolge auf je⸗ höͤhe des der beſtehenden, eingefuͤhrten Wirthſchaftsſyſte⸗ ſonde me mehr oder minder anwendbar iſt, und hoͤchſtens einen Unterabtheilungen derſelben begruͤnden kann. ſwird Wollen wir ſyſtematiſch eintheilen, ſo koͤnnen ſch wir nur zwey Hauptabtheilungen der Wirthſchafts⸗ find arten machen, in ſo fern ſich dieſe naͤmlich auf die beys nothwendige Verbindung des Fruchtbaues mit Vieh⸗ Thei zucht oder vielmehr mit Futter⸗ und Duͤnger⸗Erzeugung thig 1 llin Bd G Laikele 3 Mißber⸗ reentſtanden eeſt haben In vorgen. San Klaſn nnict ho F dern aud mutes und zu verwin. ion Nin rFfion, un n hinan⸗ riegeln de rSbeſondere ſſteme g Kaanderd d 1g, dwi rege euf j enheſtöſſſ 5 un höͤchſten m. Agn. ſo kona ithſtinte wich ufd begruͤnden. Sonſt konnten wir noch diejenigen Wirthſchaften hinzufuͤgen, die keiner Futter⸗Erzeu⸗ gung beduͤrfen, weil ſie ihren Duͤnger auswaͤrts her erhalten, oder ihr Vieh mit den Abfaͤllen irgend einer Fabrikation ernaͤhren. Jene, welche man ei⸗ gentlich nur als Landwirthſchaften zu betrachten pflegt, erzeugen naͤmlich: a) entweder ihr Futter auf beſonderen Wieſen und Weidegruͤnden, und widmen ihre Aecker aus⸗ ſchließlich dem Fruchtbau, d. h. dem Anbau verkaͤuf⸗ licher Gewaͤchſe; b) oder ſie wechſeln auf allen, zu beydem ei⸗ nigermaßen paſſenden oder dazu in Stand zu ſetzen⸗ den Gruͤnden in verſchiedener Proportion damit ab. Erſtere koͤnnte man, dem alten Sprachgebrauche nach, Felderwirthſchaften, letztere Wechſelwirthſchaf⸗ ten im Allgemeinen nennen; obwol man letzterem Worte neuerlich einen engeren Begriff untergelegt hat. Daß letztere ihren Grund und Boden ungleich hoͤher benutzen, nicht nur eine ſtaͤrkere Produktion, ſondern auch, der vermehrten Arbeit ohnerachtet, einen hoͤheren reinen Ertrag daraus hervorbringen, wird niemand laͤugnen, welcher die Natur in Hin⸗ ſicht auf Ackerbau einigermaßen beobachtet hat. Es findet ſich alſo keine andere Entſchuldigung, jene beyzubehalten, als daß der eine oder der andere Theil des Bodens einer wechſelnden Benutzung nicht faͤhig iſt; es ſey ſeiner phyſiſchen Beſchaffenheit oder — 940 ſeiner rechtlichen Verhaͤltniſſe wegen. Erſtere ſind eine allgemein guͤltige Entſchuldigung; letztere nur fuͤr das Individuum, nicht fuͤr die Commune oder den Staat. Nun gibt es aber allerdings Wirthſchaften, die mit einem Theile ihrer Felder wechſeln, mit ande⸗ ren nicht; beſtaͤndige Wieſen und Weiden haben, aber auch einen Theil ihrer Felder mit Klee und anderen Futtergewaͤchſen beſtellen. Will man dieſe claſſificiren, ſo muß man die Regel beobachten: a potiori fit denominatio. Die Wechſelwirthſchaften theilen ſich in zwey Gattungen. Die eine beſtellet faſt jaͤhrlich— ich ſage faſt, denn ein zweyjaͤhriger Kleebau wuͤrde doch auch hierher zu rechnen ſeyn—, die andere laͤßt das zu Graſe oder Futterkraͤutern niedergelegte Land mehrere Jahre liegen. Erſtere wuͤrde ich die Jahrwechſelwirthſchaft, letztere die Schlagwechſel⸗ wirthſchaft nennen. Die Regeln der Fruchtfolge nun laſſen ſich auf alle drey ſehr verſchiedene Wirthſchaftsarten anwen⸗ den. Sie bezwecken eine ſolche Folge der Saaten oder Fruͤchte, wodurch der Acker von der vorherge⸗ henden im beſtmoͤglichſten Stande fuͤr die nachfol⸗ gende erhalten wird, ſo daß dabey die Braache in der Regel vermieden, und ſomit der moͤglich hoͤchſte Ertrag aus dem Grund und Boden nachhaltend ge⸗ zogen werden kann. tere nu eme ode . Kit ande⸗ ion haben räͤlee und Ninn die daften: 4 bnfin zve⸗ 6- t wnu wüe ie ana ergelegee ee ti agreß ean ſch u unn anwen⸗ 6 Saaten— acotherge⸗ nacffil a raache 1 a i Balten h — 641— Dieſe auf Erfahrung und Theorie, auf Ver⸗ ſuche und allgemeine Naturgeſetze gegruͤndete, nur nach Verſchiedenheit des Bodens und der Wirthſchafts⸗ verhaͤltniſſe mannigfaltig zu modificirenden und ein⸗ zelnen Faͤllen anzupaſſenden Regeln finden bey der Jahrwechſel⸗ und Schlagwechſelwirthſchaft ohne Zwei⸗ fel leichtere Anwendung, als bey der Felderwirth⸗ ſchaft. Wenn dieſe indeſſen den Duͤnger von an⸗ deren Grundſtuͤcken herbeyſchaffen kann, ſo hat es damit keine Schwierigkeit. Die mannigfaltigen Ar⸗ ten von Huͤlſenfruͤchten: Bohnen, Erbſen, Linſen, Wicken, Buchweitzen und Mays, die wichtigen, zur menſchlichen Nahrung faſt unentbehrlich gewordenen Kartoffeln und andere Wurzel⸗ auch Krautgewaͤchſe; die Handelsgewaͤchſe: Lein, Hanf, Taback, Kuͤm⸗ mel, Oelſorten aller Art, Krap und andere Farbe⸗ kraͤuter— verſtatten ohne allen Futterbau eine ſolche Auswahl von Zwiſchenfruͤchten, wodurch die Folge der nahe verwandten halmtragenden, den Boden verſchließenden und das Unkraut beguͤnſtigenden Saa⸗ ten unterbrochen, und der Acker ein Jahr ums an⸗ dere füͤr letztere wieder vorbereitet werden kann, wenn man mit ihrem Anbau richtig verfaͤhrt, und genug⸗ ſamen Duͤnger, anders als durch Wechſelwirthſchaft, herbeyzuſchaffen weiß. Unter letzterer Bedingung wuͤrde die Befolgung der Regeln des Fruchtwechſels keinesweges, wie Manche angegeben haben, die Produktion menſch⸗ licher Nahrungsmittel vermindern, vielmehr ſie be⸗ 1. Ss — 642— traͤchtlich vermehren. Und obendrein wuͤrde eine Menge anderer verkaͤuflicher und jetzt unentbehrlicher Produkte erzeuget werden. Die Ausſaat des Ge⸗ treides verminderte ſich zwar gegen die Dreyfelder⸗ wirthſchaft mit einer Braache von 3 auf 1, aber der reine Ertrag wuͤrde ſich— ich bin es feſt, bin es nach langer Erfahrung uͤberzeugt— auch von die⸗ ſem vermehren, wenn es jedesmal nur nach einer angemeſſenen Vorfrucht gebauet wuͤrde. Auf einem Boden, wo wir jetzt, nach Abzug der Einſaat, im Winter⸗ und Sommerfelde im Durchſchnitt 6 Koͤr⸗ ner erndten, kann man ſicher bey jenem Fruchtwechſel auf 9 Koͤrner reinen Ertrag rechnen, und dies be⸗ traͤgt folglich im Durchſchnitt auf drey Feldern bey jener Wirthſchaft 4 Koͤrner, in dieſer 4 ½ Korn im Ganzen. Dazu aber kommt die große Menge von Huͤlſenfruͤchten und Kartoffeln, die wahrlich nicht minder zur menſchlichen Nahrung beytragen, als das eigentliche Getreide. Die oft mehrere Arbeit, als der Bau der Zwiſchenfruͤchte, erfordernde Braache aber wuͤrde durchaus wegfallen, und das Land den⸗ noch in vollkommener Muͤrbe und Reinheit bleiben. Allein die Erfuͤllung jener Bedingung gehoͤrt unter die hoͤchſt ſeltenen Faͤlle, und laͤßt ſich nur bey einem großen Ueberfluß von Wieſen, die, durch Waſſer geduͤngt, ſelbſt keinen Miſt wieder fordern und zugleich gegen unzeitige Ueberſchwemmungen ge⸗ ſichert, alljaͤhrig ſicher ſind, oder in der Naͤhe gro⸗ ßer Staͤdte gedenken. Auſſerdem wuͤrde dieſe Wirth⸗ de ein Zeehrliche e Ge⸗ fader ber der 8 din es svon di⸗ aach eiher uf einen Dant, in ann Kör⸗ aun wechſel mvies be⸗ enn bih P ſorn in 8nge dn mit üih 8 d g dit, al er Biaahe und der⸗ aG bleben aun gehort hſich nur 1, durch ds fordern enngen ge ihe qr⸗ 2 Wiri⸗ ſchaft auch auf dem fruchtbarſten Boden ſich ſchnell ausbauen und zu Grunde gehen, und zwar die ohne Braache ſchneller, als die mit Braache. Daher wird Wechſelwirthſchaft oder Theilung des Landes zwiſchen Frucht⸗ und Futterbau in der Regel nothwendig. Das Verhaͤltniß beyder auf den eigentlichen Acker wird theils durch die Quantitaͤt und Oualitaͤt der Wieſen oder etwa der beſtaͤndigen Futterfelder, theils durch die natuͤrliche Kraft des Bodens, dann aber auch durch die Art der Frucht⸗ folge— mit oder ohne Braache— beſtimmt. Die Wechſelwirthſchaft hat nun einen Jahr⸗ wechſel oder einen Schlagwechſel. Jener, nach den Regeln der Fruchtfolge geordnet, iſt, wie oben ge⸗ ſagt, das, was man neuerlich vorzugsweiſe Wechſel⸗ wirthſchaft genannt hat; dieſes, was man Koppel⸗ wirthſchaft nennet. Alle, welche ſich gegen jene erklaͤrt haben, wer⸗ fen ihr vor, daß ſie zu viel Land dem Futterbau, und zu wenig dem Bau verkaͤuflicher Fruͤchte widme. Allein ſie gebraucht zu jenem, auf gleichem Boden und unter gleichen Verhaͤltniſſen, weit weniger, wie die Schlagwirthſchaft, die in der Regel die Haͤlfte dazu nimmt, und obendrein noch Braache hat; denn ſie erzeugt auf gleicher Flaͤche weit mehr Futter, als letztere, und bauet einen Theil deſſelben ſtatt der Braache. Nur intenſiv, nicht extenſiv, muß ſie mehr Futter bauen, weil ſie ſtaͤrker duͤngt. Ss 2 ͤͤͤͤͤͤͤͤͤ m 3 1* Was auch fuͤr Geſchrey aus Vorurtheil, Miß⸗ verſtand und Widerſpruchsgeiſt gegen ſie noch erho⸗ ben wird, ſo hat doch die Vernunft bey allen nach⸗ denkenden und unbefangenen Oeconomen laͤngſt fuͤr ſie im Allgemeinen entſchieden. Allein wenn man ſagt, daß ſie nicht allenthalben anwendbar oder vor⸗ theilhaft ſey, ſo hat man vollkommen Recht! Es gibt phyſiſche, es gibt relative Eigenſchaften des Bodens oder der Guͤter; es gibt Verhaͤltniſſe der Adminiſtration, wofuͤr ſie durchaus nicht paßt. Der zu loſe und der zu bindende, feuchte, unart⸗ bare, der zu ſehr erſchoͤpfte Boden laͤßt ſie, ſo lan⸗ ge er in dem Zuſtande iſt, nicht zu, oder macht ſie wenigſtens hoͤchſt unſicher bey unguͤnſtigen Jahren. Ein zu ausgedehntes Areal eines Wirthſchaftshofes oder eine unguͤnſtige Lage der Felder, ſind vollguͤl⸗ tige Gruͤnde, ſie nicht anzunehmen. Vielleicht be⸗ ſchraͤnkt ſie ſich auf Wirthſchaften von hoͤchſtens 1500 Morgen, und dieſe muͤſſen ſchon in einer gu⸗ ten Verbindung unter einander und mit dem Hofe liegen. Sie kann nicht gehoͤrig betrieben werden, wo Menſchenmangel iſt, und wo die Arbeiter kaum zureichen, eine Schlag⸗ oder Dreyfelderwirthſchaft auszufuͤhren, oder wo es dieſen durchaus an Wil⸗ len, Geſchmeidigkeit und Sinn fuͤr das Beſſere fehlt. Sie iſt nicht rathſam, ſo lange die vorhandenen arbeitenden Kraͤfte noch mit wichtigen Meliorationen und Urbarmachungen uͤberfluͤſſig beſchaͤftiget ſind. Sie waͤre uͤbel angebracht, wo(ein jedoch ſeltener bl, N doch erhe len nach⸗ tingt fit thenn man 5 4 oder bor⸗ a Jerſtafte lmſſe ct uaſt. d, unert⸗ , ſolan d mactſe 1in Jabeer Is hajtioit 88 vollgl V 2 lleicht be d huchſen 4 diner g en dem Hei ain wetdet, W iter kium dyitthſchaſt a an Wi⸗ K ſere feſt 1 thandenen Plorinie V D iiht ſnd. 10 ſalener 545 Fall bey richtiger oͤconvmiſch⸗merkantiliſcher Speku⸗ lation) Abſatz der Produkte mangelt. Endlich darf ſie Keiner unternehmen, der nicht ein dem Areal ſeines Guts angemeſſenes Betriebs⸗Capital anlegen kann, ſo wenig wie der, dem es an Kenntniſſen, Erfahrung und Energie dafuͤr fehlt. Daß ſie der Einzelne beym entſchiedenen Widerſpruche rechtlicher Verhaͤltniſſe nicht ausfuͤhren koͤnne, ſollte ſich wol von ſelbſt verſtehen, wenn nicht Manche hieraus ihre allgemeine Unanwendbarkeit haͤtten demonſtri⸗ ren wollen. Aber wo ein regelmaͤßiger Jahrwechſel nach dem Geſetze der Fruchtfolge nicht anwendbar, nicht rath⸗ ſam iſt, da kann jedoch dieſes Geſetz an ſich mehr oder minder befolgt werden. Es iſt in den Anna⸗ len der niederſaͤchſiſchen Landwirthſchaft mehreremale, beſonders vom Herrn Volborth, gezeigt, wie man, ſelbſt bey widerſtrebenden rechtlichen Verhaͤltniſſen, ſolches der Dreyfelderwirthſchaft aneignen koͤnne. Man kann es auch in der Schlag⸗ oder Koppel⸗ wirthſchaft anwenden, und dadurch einem haͤufigen Fehler derſelben, dem Mangel an Futterung und folglich an Duͤngung, abhelfen. Ich habe in die⸗ ſem Bande, S. 83 der erſten Auflage(S. 82 ꝛc. der 2ten Auflage), gezeigt, wie dies in England geſchiehet, und wollte in dieſem Nachtrage angeben, wie es in Mecklenburg geſchehen koͤnne. Ich habe mich daruͤber ferner in meinen Reiſebemerkungen durch Martlen bun[Annal. der niederſaͤchſ. Landw. Jahrg. 3. St. 1. S. 160, oder vermiſchte Schrif⸗ ten B. 1. S. 748] erklaͤrt*). In den Reiſebemerkungen habe ich den Auf⸗ bruch des Graslandes mit Dreeſchhafer— nach Be⸗ ſchaffenheit der Umſtaͤnde einfaͤhrig oder zweyfaͤhrig — angerathen, wie es ſeit alten Zeiten in Holſtein uͤblich war, und ich bin uͤberzeugt, daß dieſer Ha⸗ fer nicht nur einen weit groͤßern Ertrag, wie der in dritter Art gebe— was wol nicht leicht jemand bezweifeln wird—, ſondern daß es auch auf den meiſten Boden⸗Arten fuͤr das Ganze weit zutraͤglicher ſey, weil die Getreide-Saaten nun mehr unter⸗ brochen werden, und das Land in groͤßerer Duͤng⸗ kraft niedergelegt wird. Aber auf dieſen Dreeſch⸗ hafer muß dann eine reine Braache folgen. Sonſt kaͤme die alte Holſteinſche Wirthſchaft heraus, wo⸗ mit es bey erſchoͤpfterem Boden noch ungleich ſchlech⸗ ter ausſehen wuͤrde, wie dort. Auch koͤnnte Win⸗ terung nur ungeduͤngt danach genommen werden, weil es an Zeit zum Auffahren fehlt. Allein folgt nach dem Dreeſchhafer Braache, ſo werden wenige Wirthſchaften den Ausfall der Winterung an Koͤr⸗ nern und Stroh ertragen koͤnnen, und jener Vor⸗ ſchlag duͤrfte deshalb ſelten anwendbar ſeyn. *) und nehme jetzt dieſe Gelegenheit wahr, meine ehe⸗ malige Meinung zu berichtigen, und meine jetzige an⸗ zugeben. D Freund in den ein⸗ od ter nur Diesh von Vi mals e vielen? — ich vergeſſe lenburg und Ro fluß au habt he rungen nen an ſich hat H. genen? nahe el Winter dem moͤ mirathe pfluͤgen Vieh he ger, de wohlfeil Wicken, Schri⸗ en Auf⸗ mach Be⸗ effäͤhrig Hlfen jeſer Ha⸗ wie der t jemand auf den rägliche t untet de Dung. Dueſche . Sonſ us, wo⸗ ic ſclec⸗ ite Win werden, lein folct in wenige dan För⸗ ger Vor⸗— 14. — meine de ejihigem Deshalb habe ich ſchon vor laͤngerer Zeit einem Freunde gerathen, Erbſen und andere Huͤlſenfruͤchte in den Aufbruch, nach Beſchaffenheit des Landes, ein⸗ oder zweyfaͤhrig zu bauen, nachdem er im Win⸗ ter nur ſchwach mit ſtrohigem Duͤnger befahren war. Dies hat den gluͤcklichſten Erfolg gehabt, und iſt von Vielen nachgeahmt worden. Ich habe nach⸗ mals erfahren, daß dieſes ſchon vor langer Zeit auf vielen Mecklenburgſchen Guͤtern uͤblich geweſen, aber — ich weiß nicht, warum?— abgeſchafft und faſt vergeſſen ſey. Eine detaillirtere Geſchichte der Meck⸗ lenburgſchen Wirthſchaft wuͤrde beweiſen, daß Mode und Nachahmungsſucht daſelbſt einen groͤßeren Ein⸗ fluß auf den Ackerbau, wie in anderen Laͤndern, ge⸗ habt hat, und daß man zwar viele gute Umaͤnde⸗ rungen, oft aber auch ſolche gemacht habe, die kei⸗ nen anderen haltbaren Grund, als die Mode, fuͤr ſich hatten. PHoͤchſt ſelten werden Huͤlſenfruͤchte im ausgele⸗ genen Dreeſch misrathen, und dann den Boden bey⸗ nahe eben ſo gut, in einigen Faͤllen noch beſſer, zur Winterung vorbereiten, wie reine Braache. In dem moͤglichen— aber ſeltenen— Falle, daß ſie misrathen, ſo darf man freylich mit dem Unter⸗ pfluͤgen nicht ſaͤumen, nachdem man ſie vielleicht vom Vieh hat abfreſſen laſſen, und ſo wird der Duͤn⸗ ger, den ſie geben, mit der verlornen Saat immer wohlfeil erkauft ſeyn. Deshalb wuͤrde ich Erbſen, Wicken, Pferdebohnen, nach Beſchaffenheit des Lan⸗ des, auf ganz loſem Boden Buchweitzen, dem Dreeſchhafer, nach meiner jetzigen Ueberzeugung, immer vorziehen. Nach demſelben muß 2) Winterung ohne Zwei⸗ fel folgen. Will man nun ferner dem Geſetze der Frucht⸗ folge nachgehen, ſo kommt 3) entweder Klee oder ein anderes Futterkraut, oder es folgen behackte Braachfruͤchte, je nachdem die Zahl der Schlaͤge iſt. Klee duͤrfte nur in dem Falle unter die Winterung geſaͤtt werden, daß die Erbſenſtoppel ſehr quecken⸗ rein war, und daß das Land bey flacher Pflugart ſich daran nicht ausgetragen hat. Sonſt muß man zum Theil gruͤn zu maͤhende Wicken oder Spoͤrgel nehmen, wobey das Land wenigſtens drey Fahren erhaͤlt, und gereinigt wird. Werden Braachfruͤchte genommen, ſo duͤrfen ſie nicht von einer Art ſeyn, wegen der Beſchwerlich⸗ keit der Erndte. Und es muß dazu geduͤngt wer⸗ den. Deshalb wird der Duͤnger den Erbſen nur ſehr ſparlich gegeben, und ſo lange es dennoch an voͤlliger Ausduͤngung dieſes Schlages fehlte, darf er nicht ganz damit beſtellet werden, ſondern man darf nur Wicken zum Abweiden ſaͤen, oder muß den ungeduͤngten Theil braachpfluͤgen. Die Einwendungen gegen den ausgedehnteren Kartoffeln⸗ und Wurzelgewaͤchsbau ſind groͤßtentheils bey dem Gebrauche zweckmaͤßiger Inſtrumente durch dee Erfa ſge be ſtellt zu rer Ben nathig ſͤete un man ko treten riger, zur Ve jeder ge als eine Nur de g terung waͤche 8 die 3 gen, lichſte wendi baues futtert Wirt den K geleg triebſ ich a lium 1, den die Erfahrung gehoben, und man darf nur die hie⸗ eugung, ſige Gegend beſuchen, um große Schlaͤge damit be⸗ ſtellt zu ſehen. Eben ſo wenig iſt man wegen ih— neJue. rer Benutzung in Verlegenheit. Allein es iſt nicht 8 noͤthig, ſich darauf zu beſchraͤnken. In Reihen ge⸗ ſaͤete und gepferdehackte Bohnen und Mays, wenn Fuu⸗ man keine Handelsgewaͤchſe bauen will und darf, Klee de treten an ihre Stelle. Ihre Cultur iſt nicht ſchwie⸗ behackte riger, ihre Erndte iſt leichter und ihre Benutzung tläge ſt zur Viehfutterung gleich vortheilhaft. Der Bau interung jeder gepferdehackten Frucht erfordert weniger Arbeit quecken. als eine gehoͤrige Bearbeitung der reinen Braache. huget Nur verlangen ſie ſtaͤrkere Duͤngung. 8 u 4 Nach Klee, Wicken und Bohnen kann 4) Win⸗ pi terung wieder genommen werden; nach Wurzelge⸗ waͤchſen muß aber Soͤmmerung folgen. Nun kommt es bey der Schlagwirthſchaft auf uin die Zahl der Schlaͤge an. Bey der ſiebenſchlaͤgi⸗ öneii⸗ gen, der jetzt gewoͤhnlichen, aber vielleicht unſchick⸗ ung d. lichſten Wirthſchaft, ſind drey Weideſchlaͤge noth⸗ öſen nu wendig, wenn nicht, vermoͤge des Klee⸗ oder Wicken⸗ 4* V baues, in Nro. 3 eine halbe oder theilweiſe Stall⸗ , 5* futterung betrieben wird. Bey der ſechsſchlaͤgigen en Wirthſchaft ſind zwey Weideſchlaͤge noͤthig. In bey⸗ nuh in 3 den Faͤllen wird alſo das Land zur Weide nieder⸗ gelegt. Wenn dies mit Saamen, wie jeder be⸗ dehrtern b triebſame Wirth es thun wird, geſchiehet; ſo gebe ſtenthit ich als Weidegraͤſern dem engliſchen Raygraſe(lo⸗ ente duch lium perenne) und dem Schaafſchwingel(festuca 2* —õ—õÿÿõ;ʒůł)— öͤͤſͤſͤſͤſſſ““ 5————— — 650— ovina) entſchieden den Vorzug. Sie werden, wie der Klee, unter das letzte Getreide geſaͤtt. Man miſcht ihnen etwas weißen Klee bey; aber den ro⸗ then laͤßt man, wenigſtens in dem Falle, daß er in Nro. 3 gebauet worden, weg. Jene Graͤſer ſind nicht nur ihrer Ausdauer und ihres beſtaͤndigen Aus⸗ triebes, ſondern auch der Saamen⸗Ergiebigkeit we⸗ gen, zu Weidegraͤſern im Großen vor allen zu em⸗ pfehlen. Der Schaafſchwingel iſt zwar das Lieblings⸗ gras der Schaafe, wird aber vom Rindvieh eben ſo gern gefreſſen; und ſo unanſehnlich er iſt, ſo viel betraͤgt ſein beſtaͤndiger Nachwuchs, wenn er immer kurz gehalten wird, und nicht in Halme ſchießt. Bey den mehrſchlaͤgigen Wirthſchaften wird man nach Beſchaffenheit des Bodens unter einer groͤ⸗ ßern Mannigfaltigkeit von Zwiſchenfruͤchten auswaͤh⸗ len koͤnnen. Wenn erſt Duͤnger genug vorhanden iſt, ſo kann bey eilf und zwoͤlf Schlaͤgen einer mit Handelsgewaͤchſen, beſonders mit Nuͤbſen oder Rapp⸗ ſaat, genommen werden. Dieſe geraͤth nach viel⸗ faͤltiger Erfahrung nicht beſſer, als in zweyjaͤhriger Kleeſtoppel, wenn ſolche im zweyten Jahre nach der erſten Aberndtung oder Abweidung um Johannis umgebrochen, und gegen Ende Auguſts damit be⸗ ſaͤet wird. Das Geſetz der Fruchtfolge beſchräͤnkt ſich alſo nicht auf ein Syſtem, ſondern findet allenthalben, bey der Felder⸗, der Jahrwechſel⸗ und der Schlag⸗ wechſelwirthſchaft, ſeine Anwendung. Wenn es auch in eine Ausnal im Ueb Bey de fallende hältniſf het ve worden G mit ein hat ben kauflich Vieh dem L wirthſ mit L ſolche man Wickel ſen, ſigſten Felden rung; wirthſe J alles, ander gehoͤre nige 6 den, wi Mu den ro⸗ daß er in dſer ind gen Aud⸗ gkeit we⸗ n zu em⸗ geblinge h eben ſt ſo viel ar immer ghießt. den wird— iner gri⸗ Gautnih dorhanden einet mi der Naph⸗ dach diel⸗ yführige. nach der ohannie zwit be⸗ ſch ald thalben, Sohlag⸗ nes auch — 651— in einer Reihe von 6 oder 9 Jahren einmal eine Ausnahme erleiden muß, ſo wird ſeine Befolgung im Uebrigen dennoch nicht ganz unbelohnt bleiben. Bey der Jahrwechſelwirthſchaft herrſcht es am auf⸗ fallendſten, und deshalb iſt dieſe, wenn die Ver⸗ haͤltniſſe es erlauben, die eintraͤglichſte, und iſt da⸗ her vorzugsweiſe Fruchtwechſelwirthſchaft genannt worden. Eben ſo wenig iſt Stallfutterung oder Weide mit einem Ackerſyſteme unbedingt verbunden. Man hat bey der reinen Felderwirthſchaft, wo nur ver⸗ kaͤufliche Fruͤchte auf dem Acker gebauet werden, das Vieh von natuͤrlichen oder kuͤnſtlichen Wieſen auf dem Stalle gefuttert. Man hat bey der Schlag⸗ wirthſchaft die Graskoppeln mit hohen Maͤhegraͤſern, mit Luͤcerne und mit Esparcette niedergelegt, und ſolche zur Stallfutterung gebraucht. Dagegen hat man auch bey der Jahrwechſelwirthſchaft die Klee⸗, Wicken- und Ruͤbenſchlaͤge vom Vieh abfreſſen laſ⸗ ſen, und in England ſelbſt geſchiehet dies am haͤu— ſigſten. Man treibt die Schweine ſogar in dieſe Felder. Aber beſſer paßt ohne Zweifel Stallfutte⸗ rung zur Jahrwechſel⸗, Weide zur Schlagwechſel⸗ wirthſchaft. Noch ungegruͤndeter iſt es, wenn Einige, die alles, was zum engliſchen Ackerbau gehoͤrt, mit ein⸗ ander verwechſeln, geglaubt haben, das Drillſaͤen gehoͤre zu jener Fruchtfolge. Vielmehr haben ei⸗ nige Englaͤnder Schwierigkeit gefunden, es damit — 652— zu verbinden, und haben es deshalb verworfen. Groͤßer iſt in der That ſein Nutzen bey der reinen Dreyfelderwirthſchaft, die nur Getreide bauet, weil es die Stoppel reiner, und den Boden gelockerter hinterlaͤßt. Aber eine beſondere Ackermethode hat ſich nach Duckets Beyſpiele ſeit kurzem in England verbreitet und allgemeinen Beyfall erworben. Nach Wurzel⸗ gewaͤchſen und anderen mit der Pferdehacke tief be⸗ arbeiteten Gewaͤchſen pfluͤgt man nicht mehr im Fruͤh⸗ jahr zur Gerſte, ſondern lockert nur die Oberflaͤche mit einem Exſtirpator, Scarrifikator oder Schaufel⸗ pflug, und bringt damit breitwuͤrfig geſaͤete Gerſte unter, oder drillet ſie ein. Hierbey findet man nicht blos eine ſehr große Arbeits⸗Erſparung, ſon⸗ dern erhaͤlt auch vorzuͤgliche Gerſte danach, weil der Acker unten vom vorigen Sommer noch genugſam gelockert und mit Winterfeuchtigkeit angefuͤllet, die Oberflaͤche aber vom Saamenunkraut rein iſt, und ge⸗ rade nur ſo tief geruͤhret und gepulvert wird, daß das Saamenkorn ſeinen erſten Keim in muͤrbe Erde ſchlagen kann. Ich habe ſchon mehreremale erzaͤhlt, daß ich daſſelbe bey Gerſte und Hafer mit ausge⸗ zeichnetem Erfolge that. Dies iſt eine Operation, die nur nach dem Bau behackter Fruͤchte ſtattfindet, aber von ſehr großer Wichtigkeit iſt. Noch muß ich bey dieſer Gelegenheit gewiſſer Proben erwaͤhnen, die man an mehreren Orten mit der vierfeldrigen Jahrwechſelwirthſchaft nach den Re⸗ geln d kleine; Guͤtern ſchaft! groß g man h ſchaft? und T kleinen ihr gi ſeyn w liegt— kein re ſie en Duͤng nach! den e rung ſchen! Erfind Braba und futter hat, Duͤng worfen dr reinen t, weil tockerter eich nach derbreitet „Wurſe⸗ Htief be⸗ dr Früh⸗ etflache aufel⸗ 5 Geſſte ſtt um , ſi Hweilde Grugſen Slet, di aundge d, R t be Eid nretzählt ausge⸗ eation, tfndet, geviſer deten mi — 22 den ⸗ geln der Fruchtfolge gemacht hat. Man hat eine kleine Flaͤche von 60 bis 100 Morgen auf großen Guͤtern dazu ausgeſetzet. Haͤtte man dieſe Wirth⸗ ſchaft voͤllig getrennet, ſo waͤre der Verſuch immer groß genug. Aber dies iſt nicht geſchehen, ſondern man hat zum Theil abſichtlich dieſe kleine Wirth⸗ ſchaft angelegt, um die große Wirthſchaft mit Futter und Duͤnger zu unterſtuͤtzen. Nimmt man dieſer kleinen Wirthſchaft nach Verhaͤltniß mehr als man ihr giebt— wie das wol mehrentheils der Fall ſeyn wird, wenn der Duͤnger auf demſelben Hofe liegt—, oder giebt man ihr auch mehr, ſo iſt das kein reiner Verſuch und kann nichts gegen oder fuͤr ſie entſcheiden. Sie verlangt immer eine ſtaͤrkere Duͤngung, iſt aber ſelbſt die Quelle derſelben, und nach mehreren Rotationen wird ſie auf gutem Bo⸗ den einen Ueberfluß geben. Ich komme nunmehr auf die Stallfutte⸗ rungs⸗Wirthſchaft, dieſen Triumph der Teut⸗ ſchen!— In der That gebuͤhrt ihnen die Ehre der Erfindung und Ausfuͤhrung allein, wenn ich die Brabanter mit zu dieſer Nation rechne. Wenigſtens drey Stuͤck Vieh eben ſo ſtark und eben ſo kraͤftig von derſelben Ackerflaͤche zu futtern, worauf nur ein Stuͤck hinreichende Weide hat, und von jedem dieſer Stuͤcke ungleich mehrern Duͤnger zu erhalten, wie von einem Stuͤcke Weide⸗ vieh— iſt das große Problem, welches dieſe Wirth⸗ ſchaft voͤllig befriedigend aufloͤſet. Welche große, welche unermeßliche Folgen dieſes auf die Landes⸗ Cultur haben muͤſſe, kann jeder uͤberdenken. Sehr unrichtig ſchreiben manche Schriftſteller die Ehre dieſer Wirthſchaft den Englaͤndern zu. Bis auf die allerneueſten Zeiten hatten ſie auch nicht eine Idee von der Moͤglichkeit der Sache; welches bey ihnen um ſo eher zu erklaͤren iſt, da ſie im Allgemeinen auch im Winter das Vieh nicht im Stalle haben. So ſtark ſie auch ſeit langer Zeit den Futtergewaͤchsbau treiben, ſo iſt es doch bey ihnen nur zum Abweiden und zur Winterfutterung beſtimmt. Die teutſchen Schriftſteller haben nun wenig⸗ ſtens einen dreißigjaͤhrigen Krieg uͤber die Nuͤtzlich⸗ keit und die Unmoͤglichkeit dieſer Wirthſchaft gefuͤh⸗ ret. Wenn ein Theil derſelben die allgemeine Ein⸗ fuͤhrung dieſer Wirthſchaft— aber auf eine Art, wobey ſie wenigſtens ſehr mißlich, wo nicht unmoͤg⸗ lich iſt— prediget; ſo beweiſt ein anderer*), daß die Sache gar nicht ausfuͤhrbar und ein leeres Hirn⸗ geſpinſt muͤſſiger Koͤpfe ſey; waͤhrend ſie in der *) Herr Matheſius, uͤber die Theorie der Land⸗ wirthſchaft. Herr v. Wolf, uͤber Anwendbarkeit der Koppel⸗ Wirthſchaft. Pfalz, Halber in Nied ten get T terung die ein des V aber n an Ge Beobach zu uͤbe ſchaft ſterbe, Weide Stallf dentlic nem! Ich he terung mehr der K wo ich da alle tig iſt taͤglich zur T futtern grnen Viit Pfalz, in den Rheingegenden, im Magdeburgſchen, Halberſtaͤdtſchen, Thuͤringen, im Weſtphaͤliſchen und e gro u⸗ in Niederſachſen immer mehr in großen Wirthſchaf⸗ n. ten getrieben wird, und ſich verbreitet. Dafftteler Der ſcheinbarſte Einwurf gegen die Stallfut⸗ Nzu. B terung wird aus den vermeinten uͤbelen Folgen, auch nict die eine beſtaͤndige Aufſtellung auf die Geſundheit a welcee des Viehes haben muͤſſe, hergenommen. Er kann ſe in aber nur auf diejenigen Eindruck machen, denen es sicht in an Gelegenheit oder am Willen fehlt, ſich durch der Zeit Beobachtung und Erkundigungen vom Gegentheil Boh bey zu uͤberzeugen. Bey jeder Stallfutterungs⸗Wirth⸗ Aterun 1 ſchaft wird man ſich uͤberzeugen, daß weniger Vieh ſterbe, oder ausgemerzet werden muͤſſe, als bey der Weide. Einige haben es als ein Uebel bey der t weniy 6 Stallfutterung angegeben, daß die Kuͤhe nicht or⸗ chühlt dentlich begangen wuͤrden. Dies kann nur bey ei⸗ ni git nem Mangel an Aufmerkſamkeit der Fall ſeyn. Ajin Cie Ich habe ihn ſeit zwoͤlf Jahren, da ich Stallfut⸗ 4 /αm ½ ind 1 terung treibe, nicht ein einzigesmal gehabt. Viel⸗☚☚ runndg mehr habe ich es in meiner Gewalt, das Kalben 1), n V der Kuͤhe grade auf den Zeitpunkt zu beſtimmen, 1 hin⸗ wo ich ſie in friſcher Milch haben will; welches mir, ein dei da alle Milch friſch verkauft wird, nicht gleichguͤl⸗ — tig iſt. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Kuͤhe taͤglich einige Stunden auf einen freyen Platz und ir Bnd zur Traͤnke kommen. Das Weſentliche der Stall⸗ futterung iſt uͤbrigens die Zufuͤhrung des ſaͤmmtlichen Frppe⸗ gruͤnen Futters, ohne Weidegang. Ob es dem — 656— Viehe auf dem Stalle oder auf dem Hofe gereichet werde, iſt gleichguͤltig, und ich begreife dieſe Me⸗ thode mit unter dem Namen von Stallfutterung. Ich wuͤrde dieſe unter gewiſſen Verhaͤltniſſen ſelbſt vorziehen, doch nicht grade aus Beſorgniß fuͤr die Geſundheit des Viehes. Die Koſten und Weitlaͤuftigkeiten, womit die erſte Einrichtung der Sommerfutterungs⸗Wirthſchaft verbunden iſt, machen einen weit erheblichern Ein⸗ wurf und zuweilen ein wirkliches Hinderniß aus. Der gehoͤrig eingerichteten Staͤlle nicht zu gedenken, gehoͤren allerdings mehrere Menſchen und Spann⸗ werk dazu. Weil aber dieſe Koſten ſich reichlich verzinſen und nach etlichen Jahren erſetzt werden, ſo kann es, als allgemein guͤltiger Einwurf, nicht angeſehen werden. Eine große Schwierigkeit liegt in der Wider⸗ ſpenſtigkeit und den Vorurtheilen des Geſindes, und beſonders der bisherigen Viehwaͤrter und Hirten. Wenn dieſe Leute nicht eine Ausnahme von der Regel machen, und ſich nicht die Ueberzeugung ih⸗ res Herren zu ihrer eigenen dienen laſſen, ſo muͤſ⸗ ſen ſie ſaͤmmtlich abgeſchaffet, ja wo moͤglich, ganz aus der Haushaltung und dem Orte entfernet wer⸗ den. Die Aufſicht muß man einem ſolchen Menſchen geben, der die Sache ſchon kennet, und von ihrer Nuͤtzlichkeit uͤberzeuget iſt. Ohne eine gute Caſſe und recht feſten Willen zu haben, fange man alſo die Sache nie an. Als — Bewe oft an dabre nſehl 6b en 14 treten ord iſt in nahm beym Wirt ein. 7 3a ſpiel chen hat rung Wirt mag Urſac ſuchen in m des g ſes S 1. gereiht ziſe M⸗ V otterung. den ſellſt t für de omi d V dättzſchat den Ei⸗ iiß aus. adenken, Spann⸗ reihſich werden, nrf, nich Vder⸗ 9des, und Hitm. t von der een 10 muͦſ⸗ a6, ganz anet wer⸗ Nenſchen wog ihee in Vllen an. A Beweis der Unmoͤglichkeit der Stallfutterung wird oft angefuͤhret, daß ſie irgend einer ein oder zwey Jahre getrieben habe, ſie aber wieder, nachdem er anſehnlichen Schaden erlitten, habe aufgeben muͤſſen. Ich bin uͤberzeugt, daß dies im Großen in den bey⸗ den erſten Jahren faſt immer der Fall ſeyn werde, wenn nicht ganz beſonders guͤnſtige Umſtaͤnde ein⸗ treten, und die Sache nicht ſchon lange vorbereitet worden. Aber mit welcher Wirthſchaftsveraͤnderung iſt in den erſten Jahren nicht Verluſt in der Ein⸗ nahme⸗ und Ausgabe⸗Bilanz verbunden? Selbſt beym Anfange der Mecklenburger und Holſteinſchen Wirthſchaft geſtehen ihre eifrigſten Vertheidiger dies ein. Wer Stallfutterungs⸗Wirthſchaft nicht 6 oder 7 Jahre getrieben hat, deſſen Stimme, deſſen Bey⸗ ſpiel kann nicht gelten. Allein ich gebe zu, daß ſie allerdings an man⸗ chen Orten und bey gewiſſen Einrichtungen nicht hat beſtehen, ohne Beyhuͤlfe und andere Aufopfe⸗ rungen nicht hat durchgeſetzt werden koͤnnen. Die Wirthſchaft des Miniſters von Herzberg zu Britz mag allerdings ein Fall dieſer Art ſeyn. Die Urſache hiervon wollen wir jetzt genauer unter⸗ ſuchen. Schubart von Kleefeld, der eifrige, und in manchem Betrachte ſehr verdiente teutſche Apoſtel des Kleebaues und der Stallfutterung, wollte die⸗ ſes Syſtem nur der gewoͤhnlichen Dreyfelder⸗Wirth⸗ 1. Tt 698— ſchaft anpaſſen, und den Klee in und ſtatt der Braache bauen. Das Gerathen des Klees iſt aber nach dieſer Weiſe auf ſolchem Boden, der ihm nicht vorzuͤglich guͤnſtig iſt, ſchon zum erſtenmale mißlich; wenigſtens ſteht er ſelten ganz rein. Man benutzt ihn nach dieſem Syſteme bekanntlich nur Ein Jahr, bricht ihn im Herbſte um, und ſaͤet in die erſte Furche Wintergetreide. Hierauf folgt Sommerkorn, und damit ſollte, nach Schubarts erſtem Plane, wieder Klee ausgeſaͤtt werden. Indeſſen fand Schubart nebſt Andern bald, daß es mit dem Klee alle drey Jahre nicht gehe. Sie nahmen alſo in das ſechste Feld Huͤlſenfruͤchte, und ließen den Klee nur alle ſechs Jahre wiederkommen. Aber auch hierbey verwilderte das Feld ſo, daß die Kornfruͤchte hoͤchſt unrein ſtanden, um die Haͤlfte zuruͤckſchlugen, und der Klee ſelbſt mißrieth. Dies warf die ganze Wirthſchaft um, und der Viehſtapel gerieth in die aͤuſſerſte Noth. Man mußte den Acker durch Som⸗ mer⸗Braachen wieder reinigen, das Kleefeld auf die Haͤlfte reduciren, das Vieh wieder auf die ge⸗ meine Weide treiben. So kam die Klee⸗ und Stallfutterungs⸗Wirthſchaft an manchen Orten in uͤbeln Ruf, und ihre Gegner beſtrebten ſich, dieſen mit Poſaunenton allenthalben zu verbreiten. Allein die Schuld liegt hier nicht an der Stall⸗ futterung, ſondern an der unſeligen Dreyfelder⸗ Wirthſchaft. Die Vierfelder⸗Wirthſchaft, welche man neuerlich im Brandenburgiſchen ſo angeprieſen hat in Ma dan dier wil ſich datt de iſt aber m nicht wißlih; benuzt an Jahr, dee erſe Snerforn, lane, in fand dem Klee nalſo in gen Klee der auch anfrüchte Iſchlugen rie ganze 8h in de c Som⸗ dfeld auf de ge⸗ ee⸗ und aynten in „ dieſen 1 ar Stal⸗ ayfelder⸗ „ velch gexrieſe hat, taugt, ſo wie man ſie dort will, noch weniger in jeder Ruͤckſicht, beſonders aber fuͤr den Kleebau. Man will naͤmlich drey Korn⸗Erndten nehmen, und dann Klee. Kaum ein Marſchboden iſt im Stande, dies zu ertragen, wenigſtens wuͤrde er dabey ver⸗ wildern. Nur folgende Vierfelder⸗Wirthſchaft kann ſich halten: 1. Braache, oder bearbeitete Braachfruͤchte, 2. Sommerkorn, 3. Klee, 4. Winterkorn. Doch erfordert ſie einen guten, dem Klee guͤn⸗ ſtigen Boden, wenn er einen mehrmaligen Umlauf dieſer Art ertragen ſoll. Das Gerathen des Win⸗ terkorns in der Kleeſtoppel haͤngt ganz davon ab, ob der Klee rein und dicht ſtand, welches ſelten der Fall ſeyn wird, wenn er nicht mit der erſten Frucht nach der Braache ausgeſaͤet worden. In allen Wiſſenſchaften haben die ſchwanken⸗ den Begriffe, die man mit den Woͤrtern verbindet, manche unnuͤtze Streitigkeiten veranlaßt. Aber vielleicht iſt es nirgends aͤrger damit, wie in der Landwirthſchaft, vermuthlich, weil es ſo vielen Schriftſtellern uͤber dieſe Kunſt an einer geſunden Logik fehlt. Man nennt Verkoppelung eine Ver⸗ theilung einer gemeinſchaftlichen Feld⸗ und Weide⸗ Flur, wodurch einem Jeden ſeine Aecker neben ein⸗ ander, in einer oder mehrern Breiten, als voͤlliges Eigenthum, zugetheilet werden. Manche aber ver⸗ binden den Nebenbegriff von Einfuͤhrung Holſtein⸗ — ——— — 660— ſcher oder Mecklenburger Koppel⸗Wirthſchaft damit. Daher glauben ſie, Verkoppelung ſtehe dem Klee⸗ baue und der Stallfutterung, und folglich einer angeſtrengteren Landes⸗Cultur und der Bevoͤlkerung, entgegen. Dies iſt aber ſo wenig der Fall, daß dieſe, meiner Ueberzeugung nach, ohne Verkoppe⸗ lung nie im Großen und mit Sicherheit beſtehen koͤnnen. Die Stallfutterungs⸗Wirthſchaft fordert im Durchſchnitte, ſo wie die Wechſelwirthſchaft, daß die Haͤlfte des Ackers fuͤr das Vieh beſtimmt ſey, wenn die andere Haͤlfte Fruͤchte zum Verkaufe und fuͤr die Menſchen liefert. Wenigſtens geht man auf Mittelboden ohne dieſe Verhaͤltniſſe im Anfange nicht ſicher. Auf reichem Marſchboden, wo man weniger Duͤnger braucht, kann ein Viertel, auf tiefem mergelartigen Boden ein Drittel oder zwey Fuͤnftel hinreichend ſeyn. Sobald aber der Boden nicht von dieſen vorzuͤglichen Arten iſt, und nur durch Duͤngung zu reichen Erndten getrieben wer⸗ den kann, ſo beſtimme man die Haͤlfte zum Futter⸗ baue, um erſt das Land, mittelſt des groͤßern Vieh⸗ ſtapels, in volle Kraft zu ſetzen. Hat man einen noch ſchlechtern, ſogenannten hungrigen Boden, der noch ſtaͤrkere Duͤngung verlanget, ſo ſetze man drey Fuͤnftel oder vier Siebentel zum Futter⸗Anbau vorerſt aus. Jenen vierfeldrigen Umlauf, V 1. bearbeitete Braachfruͤchte, 2. Gerſte, 3. Klee, 4. Winterkorn, — habe ſchon zum Der lich, dem tui Klee oder dies erfah vortre Gerar laufe Feld ſetzt die E ſen, ſig ſ gedri beſtel Felde ſeyn, man 5 damt. Klee⸗ einer kerung, , daß tkoppe⸗ veſtehen ett in t, daß ſit ſey, ge und t man nfange do wan il, auf t zwey Bahen d nur an wer⸗ Futter⸗ Veß⸗ enen i, der an drey Anbau 4 Klee — 661— habe ich auf meinem lehmig⸗ſandigen Acker nun ſchon ſo lange getrieben, daß im kuͤnftigen Jahre zum drittenmale Klee auf einem Schlag kommt. Der Ertrag der uͤbrigen Fruͤchte verbeſſert ſich jaͤhr⸗ lich, und ich baue nun groͤßtentheils Weitzen in dem vierten Felde, der ſonſt hier nie wuchs. Der kuͤnftige Sommer 1208 wird es entſcheiden, ob der Klee gegen andere Felder, worauf er zum erſten⸗ oder zweytenmale ſtehet, nicht zuruͤckſchlage, wie dies Manche, wenn er ſo oft wiederkommt, wollen erfahren haben. Im Herbſte hatte er indeſſen das vortrefflichſte Anſehen*).— Wenn und wo das Gerathen des Klees, bey einem vierjaͤhrigen Um⸗ laufe, ſicher iſt, da gibt es kein zweckmaͤßigeres Feldſyſtem fuͤr die Stallfutterung, wie dieſes. Es ſetzt ſchon einen ſolchen Boden voraus, bey welchem die Benutzung der ganzen Braache zu Futtergewaͤch⸗ ſen, Kartoffeln, Ruͤben, Moͤhren, Kohl, uͤberfluͤſ⸗ ſig ſeyn wuͤrde; weswegen man ſie zum Theile mit gedrilleten und behackten Bohnen am fuͤglichſten beſtellen kann. Haͤtte man bey dieſem vierſchlaͤgigen Felde kein Nebenfeld, ſo wird es allemal rathſam ſeyn, in der Braache ſo viel Wicken zu bauen, daß man damit, zwiſchen den zwey Kleeſchnitten, vier⸗ 4 *) Er iſt mir auch in der Folge nie fehlgeſchlagen, wie ich an andern Orten geſagt habe. Aber ich pfluͤgte zu den Braachfruͤchten zuletzt acht Zoll tief, und glaube, daß es ohne das nicht gegangen waͤre. zehn Tage lang gruͤn futtern koͤnne, weil ſonſt der erſte Schnitt zu hart⸗ſtenglicht wird, ehe der zweyte genugſam herangewachſen iſt. Hat man ein Luͤcerne⸗ Feld, ſo iſt dieſes nicht noͤthig. Dieſe Bemerkung mache ich hier ein- fuͤr allemal. Auf den Fall, daß der Klee ausgewintert waͤre— ein Fall, der mir noch nie vorgekommen iſt—*), nimmt man am ſicherſten zu Wicken ſeine Zuflucht, und faͤngt an, ſobald man es im Fruͤhjahre bemerket, von vierzehn zu vierzehn Tagen einen Theil des Klee⸗ feldes damit zu beſaͤen. Auf loſem Boden vertritt Spoͤrgel ihre Stelle. Auf ſchlechterem, loſerem Boden, wo drey Fuͤnftel des Feldes zum Futterbau noͤthig oder rath⸗ ſam ſind, habe ich eine von folgenden Ordnungen gewaͤhlt: 1. behackte Futtergewaͤchſe; a. Sommerkorn; 3. Klee; 4. Winterkorn; 5. Spoͤrgel, nach und nach geſaͤet; oder 1. behackte Futtergewaͤchſe; 2. Sommerkorn; 3. Klee, erſtes Jahr; 4. Klee, zweytes Jahr; 5. Winterkorn. *) Auch nicht im Jahre 1805. Denn ob es gleich ſo ſchien, und ich den groͤßeren Theil zu Erbſen um⸗ pfluͤgte, ſo kam der Klee doch auf dem uͤbrigen wieder hervor, und gab beym zweyten Schnitt eine ſtarke Erndte. 4 Auf Anſt d 4 zveft tiicerne⸗ Jakung 3 Fäl, , der rit man faͤngt ar, don Klee⸗ yertritt zo deey der vit⸗ nungen Grerkorn; 3l, nac rerforn; as Jahr; — — 3 gleich ſ rbſen um⸗ gen widde eine ſtalk Auf ſehr ſandigem Boden habe ich 1. behackte Futtergewaͤchſe; 2. Rocken; 3. Buchweitzen; 4. Rocken; 5. Spoͤrgel. Bey letzterem Fruchtwechſel giebt mir Land, was vor zwoͤlf Jahren bloßer Flugſand war, das zwoͤlfte bis vierzehnte Korn vom Rocken. Es iſt ſeitdem, Jahr aus, Jahr ein, beackert worden. Ein Beweis, wie unnoͤthig Ruhe ſelbſt ſolchem loſen Boden iſt, wenn nur nicht zu oft Erndten von halmtragendem Getreide davon genommen wer⸗ den ⁴). Wenn man vier Siebentel des Feldes zum Futterbau zu beſtimmen Urſache hat, ſo empfehle ich folgende Fruchtfolge: 1. behackte Braachfruͤchte; 2. Sommerkorn; 3. Klee, erſtes Jahr; 4. Klee, zweites Jahr; 5. Winterkorn; 6. Erbſen, Wicken, Spoͤrgel; 2. Sommer⸗ oder Winterkorn. *) Dies muß ich feierlich widerrufen. Es zeigte ſich gleich nachher, daß dieſes Land nichts mehr tragen wollte, und der daran gewandte Duͤnger war weggeworfen. Ich bin uͤberzeugt, daß ſolches Land nur durch Nie⸗ derlegen zu Graſe, und zwar in guter Duͤngkraft, und dann durch Schaafweide, in Waͤrden erhalten werden kann. Es thut mir leid, daß ich, zu vorei⸗ lig, hier eine Unwahrheit geſagt habe, die Manchen verführt haben koͤnnte. Ich habe ſie aber, ſobald ich eines anderen uͤberfuͤhrt war, widerrufen. — 664— Der Schlag 6 wird, nach Beſchaffenheit der Zutraͤglichkeit der uͤbrigen Futterfelder, zum Theile reif eingeerndtet oder abgefuttert. Wenn der zwey⸗ jaͤhrige Klee rein ſtehet, wie er bey dieſer Frucht⸗ folge mehrentheils thun wird, ſo kann man ihn mit zwey Schnitten benutzen, und dann, dem Be⸗ finden nach, mit einer oder mit zwey Furchen, wovon die eine ganz flach, die andere tief gegraben wird, zum Winterkorne bereiten. Sobald er ſich aber unrein zeigt, wird er nach dem erſten Schnitte gleich umgebrochen, und dreymal gepfluͤget. In England ſaͤet man, wenn der Klee zwey Jahre be⸗ nutzet werden ſoll, einen oder den andern Gras⸗ ſaamen zugleich mit ihm aus, damit letzteres den im zweyten Jahre leicht zuruͤckbleibenden Klee an⸗ ſetze. Wenn man dieſen Schlag bey einer halben Stallfutterung— wovon hernach ein Mehreres— zur Weide benutzen will, ſo iſt das engliſche Ray⸗ gras hierzu am beſten. Man hat mir die Einwendung gemacht, daß es dieſer Wirthſchaft an Stroh fehlen werde, in⸗ dem die Stallfutterung viel Einſtreuung gebrauchet. Dies iſt aber in der That nicht der Fall. Der Stroh⸗Ertrag iſt bey dieſer Fruchtfolge und Duͤn⸗ gung ſehr groß; und zur Futterung wird wenig Stroh verwandt— denn des armſeligen Behelfs, den Klee mit Stroh zu Heckerling zu ſchneiden, bedarf es hier nicht—. Die Einſtreuung kann hinreichend beſtritten werden, wenn gleich nicht ſo uͤberf nur mit d beſch angel Vorſ futte ches ſo we halbe binde aufh⸗ Ver⸗ und und ſprec beſit chen koͤnn alſo oder Hofe Stal der Schl geit der iTheil wef⸗ hruche an ihn am Be⸗ eurchen, Jgraben veer ſch wiihntt 8 I He be⸗ 7Gtas⸗ aes den dee an⸗ halben as- d, dß 5:; in⸗ ruche. n De a Din⸗ a wenig jehelf den, 2. kann Pict ſ 665 uͤberfluͤffig, als in ſolchen Wirthſchaften, wo man nur Stroh in Verweſung zu bringen ſucht, um mit dem magern Duͤnger einigermaßen zu reichen. Ich will hier uͤbrigens nicht die Stallfutterung beſchreiben, noch die dabey zu beobachtenden Regeln angeben. Man hat daruͤber viele und ſehr gute Vorſchriften. Da indeſſen die vollkommene Stall⸗ futterung Manchem zu ſchwierig ſcheint, und ſol⸗ ches unter manchen Verhaͤltniſſen auch wirklich iſt: ſo werde ich mich etwas laͤnger bey der ſogenannten halben Stallfutterung, oder vielmehr bey der Ver⸗ bindung einer kuͤnſtlichen Futterung mit der Weide, aufhalten. Die halbe Stallfutterung— im eigentlichen Verſtande— erſpart vor der ganzen an Arbeit und Wartung wenig; ſie erfordert aber mehr Land, und benutzt den Miſt des Viehes ſchlechter. Ich ſpreche hier von keinen Wirthſchaften, die im Mit⸗ beſitz einer gemeinen Weide ſind, ſondern von ſol⸗ chen, die alle ihre Grundſtuͤcke ausſchließlich benutzen koͤnnen, und aufs beſte benutzen wollen, und die alſo die Futterung, welche auf der Weide waͤchſt oder wachſen wuͤrde, auch auf dem Stalle oder Hofe geben koͤnnten. Hier wuͤrde ich, wenn ganze Stallfutterung zu weitlaͤuftig iſt, das Vieh auf der Weidekoppel ſelbſt futtern. Ich nehme bey einer ſolchen Wirthſchaft ſechs Schlaͤge an; naͤmlich — 565— 1. behackte Braachfruͤchte; 2. Gerſte mit unter⸗ geſaͤetem Klee und Raygras oder anderm Gras⸗ Saamen; 3. Klee zum Abfuttern; 4. Klee⸗ und Gras⸗Legde zur Weide; 5. Weitzen; 6. Hafer. Im Fruͤhjahre wird das Vieh auf die Weide⸗ koppel N. 4 gebracht, wo es, wegen des im May vorzuͤglich ſtark treibenden nahrhaften Raygraſes, reiche Weide hat. So wie die Weide nachlaͤßt, iſt der Klee auf N. 3 herangewachſen, der dann an⸗ gefahren, und dem Viehe in ſolchen Korbkrippen, wie im zwey und zwanzigſten Capitel beſchrieben ſind, oder auf leichten Hillen gegeben wird. Auf dieſem Futterungs⸗ und Milch⸗Platze wird Stroh angefahren, worauf ſich das Vieh, welches Tag und Nacht auf dieſer Weidekoppel bleibt, lagern und vorzuͤglich miſten wird. Wenn man will, kann man es ſelbſt an eingeſchlagene Pfoſten, welche durch die Hillen verbunden ſind, anbinden, und von dem Miſte hinter dem Viehſtande einen Wall aufwerfen, wodurch das Vieh mehr Schutz gegen rauhe Winde bekommt*). Wenn der Klee zwey⸗ *) Die Sache iſt im Schleswigſchen verſucht worden, aber es wollte nicht damit gehen, weil das an den freien Weidegang ſchon gewoͤhnte Vieh zu unruhig war. Man muß gleich im Fruͤhjahre damit anfangen, wenn das Vieh zuerſt aus dem Stall kommt, und ſolches in einem Verſchlage futtern. Noch beſſer iſt ———-—— dr Unter⸗ 1 Gras⸗ 4. K lee⸗ Len; 6. 1 Wede⸗ tan May ggrnſe nißt, ü am ah⸗ zrippen, hrieben . n Wal 8 gegen e iveſ⸗ — — 1 wotden, Js an den 1 untuhi 4 nfangen, amt, und 2 biſſr 1 mal abgefuttert iſt, ſo werden von der erſten Kop⸗ pel Ruͤben, Kartoffeln, Kohl, das Kraut der Moͤh⸗ ren, fuͤr das Vieh auf die Weidekoppel angefahren. Gegen die Zeit, daß dieſe beſtellet werden ſoll, welches allemal mit einer Furche geſchehen kann, wird das Vieh auf die Kleekoppel gebracht, wo es nun vorerſt an dem herangewachſenen Klee reiche Nahrung findet, hernach aber mit den Braachfruͤch⸗ ten unterſtuͤtzet wird. Es verſteht ſich, daß der Futterungs⸗ und Lagerplatz nicht mit Weitzen beſtellet werden duͤrfe, ſondern zu Rapſaat, Toback und dergl. beſtimmt werde. Dieſe Methode wuͤrde ich, bey einer, fuͤr ganze Stallfutterung vielleicht zu großen, Wirthſchaft, lieber als halbe Stallfutterung waͤhlen. Ihre Be⸗ quemlichkeit faͤllt von ſelbſt in die Augen, um ſo mehr, wenn die Klee⸗ und die Weidekoppel dicht neben einander liegen. Sie paßt noch beſſer zu der oben angegebenen zehnſchlaͤgigen Wirthſchaft, und vertraͤgt ſich uͤberhaupt mit jeder Schlag⸗Ord⸗ — es, wenn man eine Wand oder dichten Zaun vorziehet, damit das Vieh den Weidegang nicht vor Augen habe, wenn es in dem Verſchlage freſſen ſoll. Daß bey halber Stallfutterung das von der Weide kommende Vieh auf dem Hofe ſehr ruhig und ordentlich frißt, ſiehet man oft. — 668— nung. Der auf der Weidekoppel verſtreuete Miſt kommt ihr mehr zu gut, da er in demſelben Jahre noch untergepfluͤget wird. Der angehaͤufte Stroh⸗ miſt von der Lagerſtelle wird auf die kuͤnftigjaͤhrige Braachfrucht⸗Koppel abgefahren. Ob dieſe meine idealiſche Wirthſchaftsart ir⸗ gendwo in Teutſchland ſchon ausgefuͤhret worden, wuͤnſchte ich ſehr zu wiſſen, und man wuͤrde mich, wenn dies ſeyn ſollte, mit einer Nachricht ſehr ver⸗ pflichten. Die Brabantſche oder Niederlaͤndiſche Was ich in den erſten Auflagen dieſes Werks uͤber Brabantſche und Niederlaͤndiſche Wirthſchaft ge⸗ ſagt hatte, war etwas ſehr Unvollſtaͤndiges, nur aus fluͤchtigen Reiſebemerkungen Hergenommenes. Ich habe ſeitdem in den Annalen der niederſaͤchſi⸗ ſchen Landwirthſchaft(Jahrg. 6. St. 3) die aus⸗ fuͤhrlichere Beſchreibung des Abbé Mann mitge⸗ theilt, und in der landwirthſchaftlichen Zeitung vom Jahr 1805 findet ſich eine vortreffliche Beſchreibung dieſer Wirthſchaft im noͤrdlichen ſandigen Theile die⸗ ſes Landes, von Herrn Schwarz. Jenes iſt alſo voͤllig uͤberfluͤſſig, und ich werde an deſſen Stelle hier nur einige vorzuͤglich auffallende Zuͤge der dor⸗ tigen, zwar nach Verſchiedenheit des Bodens man⸗ nigfal gewiſſ darſtel bare? ter kl 100 dem nicht theils Pacht den Land ſchaft ſtaͤrke vielen liche reicht laubt zuͤge worüͤt Werk ͤußig den maͤßie Groͤß het, denn daß d dte Mit 8 Jahre Stro⸗ iäprige eart it⸗ Jvorden, de wit dehr her⸗ hiſche t Ver raſt ge⸗ i, nut awenes reüitſe ( qllb⸗ nmitge⸗ ang vom pibung Kle die⸗ aſtt alſ FStll det dor⸗ C) nan⸗ * — 669— nigfaltig verſchiedenen, aber doch im Ganzen eine gewiſſe National⸗Aehnlichkeit habenden Wirthſchaft darſtellen, aus welchen ſich einige fuͤr uns anwend⸗ bare Reflexionen ergeben konnen. Alles Land iſt, mit wenigen Ausnahmen, un⸗ ter kleine Hoͤfe vertheilt, ſo daß ein Hof von etwa 100 Morgen ſchon zu den großen, wenigſtens auf dem beſſern Boden, gehoͤrt; die meiſten haben hier nicht mehr wie 30 bis 40 Morgen. Die Hoͤfe ſind theils erblich gegen gewiſſe Gefaͤlle, haͤufiger aber Pachtungen auf 9, 12 bis 18 Jahre, welche jedoch den Inhabern nicht leicht gekuͤndiget werden. Dies Land ſcheint folglich ein Beweis fuͤr kleine Wirth⸗ ſchaften zu ſeyn, indem man vielleicht nirgends eine ſtaͤrkere Produktion antrifft, die zum Unterhalte der vielen großen Staͤdte, welche vormals eine erſtaun⸗ liche Menſchenzahl enthielten, nicht nur voͤllig zu⸗ reicht, ſondern eine ſehr betraͤchtliche Ausfuhr er⸗ laubt. Mir ſcheint es bey der Frage uͤber die Vor⸗ zuͤge der groͤßeren und kleineren Wirthſchaften— woruͤber ich mich in dem 2ten Bde 2ter Abth. dieſes Werks S. 93 u. f. geaͤuſſert habe— auf die vor⸗ laͤufige Frage anzukommen: bey welchen wird nach den jedesmaligen Ortsverhaͤltniſſen der meiſte zweck⸗ maͤßige Fleiß und Capital auf den Acker verwandt? Groͤßere oder kleinere, wo dieſes am meiſten geſchie⸗ het, ſind fuͤr die allgemeine Wohlfahrt die beſten. Denn es hat im Ganzen wol gar keinen Zweifel, daß der Acker da, wo am meiſten auf ihn verwandt wird, nicht blos die hoͤchſte Produktion, ſondern auch den hoͤchſten reinen Ertrag gebe. Niemand wird mir hoffentlich einzelne Faͤlle entgegenſetzen, wo viele Arbeit und Geld an dem Acker verſchwen⸗ det worden.— Dies kann nie allgemein werden, ſchreckt vielmehr ab. Wo man aber in einer gan⸗ zen Gegend ſiehet, daß viel auf den Acker verwandt werde, da kann man mit Sicherheit ſchließen, daß es zweckmaͤßig geſchehe und er ſtark rentire, um ſo mehr, wenn ſich dabey eine verhaͤltnißmaͤßige Wohl⸗ habenheit bey den Ackerbauern zeigt. Hier, wo ich wohne, habe ich beyde Faͤlle vor Augen. Sehe ich nach der Hoͤhe hinauf, ſo finde ich, daß der Bauer und Koſſaͤt hoͤchſt wenig auf ſeinen Acker wendet, und nach ſeinen jetzigen Verhaͤltniſſen wen⸗ den kann. Sein Acker gibt nicht mehreren reinen Ertrag, als daß die Laſten, die darauf ruhen, hoͤch⸗ ſtens getragen werden koͤnnen. Dieſe zuſammen⸗ genommen, machen aber eine ſehr geringe Rente aus, ſo daß jeder Gutsherr den Acker ſeiner Bauern gegen die Praͤſtanda, welche ihm und dem Staate davon geleiſtet werden muͤſſen, gern einziehen wuͤr⸗ de. Der Bauer kann jedoch nicht dabey beſtehen, bekommt die Arbeit, welche er auf ſeinen Acker ver⸗ wendet, mehrentheils ſchlechter bezahlt, als der Ta⸗ geloͤhner, und muß in jedem ſchlechteren Jahre vom Gutsherrn unterſtuͤtzt werden, wenn er nicht ganz zu Grunde gehen ſoll. Der Acker des Gutsherrn rentirt im Durchſchnitt ungleich beſſer, ſobald er naͤmlich einige Aufmerkſamkeit darauf verwendet. Sehe findei ſchaften großen nicht been nen, manch nach? auf v ben, nahme beſißer Bruch dentli nen beweiſ den ſi legen! hinde aber jäͤhrlie beweiſ fur d Parzel Jſonden iemand Piſeten wen⸗ Kverden, Ar gan⸗ a rwandt an, di a un ſo Vohl⸗ , wo ag Sehe Hoaß der 1sn Acer ſren wer⸗ a reinen 1u, höch⸗ 8 ammen⸗ 1 Rente t Bauern Ten aen wlr⸗ dzeſehen, nker ver⸗ ader Ta⸗ hte dom ect gand autshern ſobald er 4 arvendet Sehe ich dagegen in den Oderbruch hinunter, ſo finde ich gerade das Gegentheil: je kleiner die Wirth⸗ ſchaften, deſto hoͤher rentirt offenbar der Acker. Die großen Domainen und Guͤter koͤnnen ihre Aecker nicht ſo hoch benutzen, wie die Erbpaͤchter und groͤ⸗ ßeren Coloniſten; dieſe nicht ſo hoch, wie die klei⸗ nen, die etwa 10 Morgen haben; ohnerachtet jene manche Vorzuͤge beſitzen. Warum?— Sie koͤnnen nach Verhaͤltniß ihrer Ackerflaͤche nicht ſo viel dar⸗ auf verwenden, koͤnnen nicht jaͤten, behacken, gra⸗ ben, abwaͤſſern, wie dieſe. Gibt es hier eine Aus⸗ nahme, ſo beſtaͤtiget ſie die Regel: wenn ein Guts⸗ beſitzer einen außerordentlichen Ertrag von ſeinem Bruchlande hat, ſo ruͤhrt es daher, weil außeror⸗ dentlich viel darauf verwandt wurde. Daß die klei⸗ nen Leute mehr produciren, als ſie ſelbſt conſumiren, beweiſt, ſtatt aller anderen Berechnungen, der Luxus, den ſie nach ihren Verhaͤltniſſen bey manchen Ge⸗ legenheiten treiben, der ſie zwar zum Theil ver⸗ hindert, nach ihrer Art reich zu werden, den ſie aber nicht ausfuͤhren koͤnnten, wenn ſie ſich nicht jaͤhrlich ein disponibeles Capital erwuͤrben. Auch beweiſt es der enorme Kauf⸗ und Pachtpreis, der fuͤr dieſes Land bezahlt wird, wenn es in kleinen Parzelen zu haben iſt. Allerdings ruͤhrt der Unterſchied unmittelbar vom Boden her; aber er faͤllt doch auf die Cultur zuruͤck. Der Oderbruͤcher kann an ſeinen Boden viel wenden, weil er einmal in Kraft iſt, und das — 672— darauf Verwandte in demſelben Jahre wiedergibt. Der Bauer auf der Hoͤhe kann das nicht, weil ſein Boden erſchoͤpft iſt und es einen Vorſchuß auf eine Reihe von Jahren erforderte, den mancher Guts⸗ beſitzer, aber kein Bauer, thun kann. Aber man gebe mir hier einen Bauerhof mit 150 Morgen von dem guten, ſandigen und mergeligten Lehmboden, der hier gewoͤhnlich iſt, aber privativ und neben einander— einen Hof, worauf jetzt kein Bauer fertig werden kann, und das noͤthige Capital. In ſechs bis ſieben Jahren hoffe ich einen Wirth dafuͤr zu finden, der das darauf verwandte Capital mit 6 p. C. verzinſet, die gewoͤhnlichen Laſten traͤgt, den Hofdienſt aber bezahlt und jaͤhrlich etliche hundert Reichsthaler davon eruͤbriget. Denn nun wird der Acker in der Kraft und Ordnung ſeyn, daß er al⸗ les, was ferner darauf verwandt wird, in demſel⸗ ben Jahre wieder bezahlet. Er ſoll in ſeiner fer⸗ neren Cultur dem beſten Gutsacker nichts nachge⸗ ben.— Die dem Ganzen vortheilhafteſte Groͤße der Wirthſchaften wuͤrde ſich von ſelbſt finden, wenn man jedem die Freiheit ließe, zu theilen und zu⸗ ſammenzuziehen, wie es ihm am vortheilhafteſten ſcheint. Der Boden in Brabant iſt ſeiner Grundbe⸗ ſchaffenheit nach zum Theil ſchlecht. Nur die rei⸗ chen Kloͤſter ſetzten ihn nach und nach mit großem Aufwande in Cultur, und uͤbergaben ihn dann fleißigen Wirthen, die ihn nun darin erhielten. 4 ſtarke Diſtri in der den le ken R und den? aus d ſogar holen. 1 Stop gewei zͤglie das? Seils worde der E ſem? fuͤr ei abged Kleeh Sperg wieder male mehre daß ſ ergibt. l ſen feine Gutz⸗ V maen n don hoden, neben Bauer . 9 daft lmit den uUndert d der er al⸗ emſele t fer⸗ achge⸗ Griße wenn d zu⸗ feſten ndbe⸗ teie toßem dann en. Die Baſis der hohen Cultur daſelbſt iſt die ſtarke Duͤngung. Dieſe erfolgt nur in wenigen Diſtrikten von den Wieſen oder Weiden, ſondern in den ſandigern Gegenden vom Spergel⸗ und in den lehmigern vom Kleebau; in beyden vom ſtar⸗ ken Ruͤben⸗, Moͤhren⸗, Kohl⸗ und Kartoffelbau; und dann durch die Emſigkeit, womit dieſe Leute den Abtrittsduͤnger, die Aſche und andere Abfaͤlle aus den niederlaͤndiſchen und hollaͤndiſchen Staͤdten, ſogar aus Calais, in Karren und zu Schiffe holen. Der Spergel wird mehrentheils nur in die Stoppel der Winterung geſaͤet und im Herbſte ab⸗ geweidet, weshalb man in dieſer Jahreszeit die vor⸗ zuͤglicſte Butter macht. Mehrentheils geſchiehet das Abweiden mit getuͤddertem, oder mittelſt eines Seils an einen Pflock, der in die Erde geſchlagen worden, befeſtigtem Viehe. Der Saamen, den der Spergel in großer Menge gibt, wird mit heiſ⸗ ſem Waſſer angebruͤhet, uͤber Haͤckſel gegeben und fuͤr eine der kraͤftigſten Fuͤtterungen gehalten. Das abgedroſchene Stroh des Spergels ſchaͤtzt man dem Kleeheu wenigſtens gleich. In die feſtgetretene Spergelſtoppel wird in dem Sandlande mehrentheils wieder Rocken geſaͤet, und daſſelbe auch zum dritten⸗ male wiederholet. Auf dem lehmigen Boden iſt ihre Fruchtfolge mehrentheils nach der Regel des Wechſels, und ſo, daß ſie der Braache, die man bey ihnen gar nicht 1. Unu antrifft, entbehren koͤnnen. Der Klee kommt in das Feld, welches durch die vorhergehende Frucht vorbereitet war, ſo wie er ſelbſt dem Weitzen wie⸗ der zur Vorfrucht dienet. Ihre uͤbrigen Zwiſchen⸗ fruͤchte ſind hauptſaͤchlich Bohnen und Rapſaat, welche letztere haͤufig gepflanzt wird. Duͤnger gewinnen ſie dadurch, daß ſie das Vieh, wo nicht ganz, doch neun bis zehn Monate im Stalle halten, es ſehr reichlich, im Winter mit gebruͤhetem Futter naͤhren, und den Miſt auf ver⸗ ſchiedene Weiſe, aber ſehr ſorgfaͤltig, aufbewahren und zuſammenhalten, dann aber alles ſammeln und herbeyfahren, was ihn vermehren kann. In den Heidegegenden iſt auch das Plaggen⸗ oder Polten⸗ hauen und Einſtreuen gebraͤuchlich. Deſſenohner⸗ achtet ſparen ſie keine Muͤhe und Koſten, jeden Duͤngerſtoff aus weiter Entfernung anzukaufen und herzufahren, und der Werth des Duͤngers wird vielleicht nirgends ſo hoch, wie von ihnen, ge⸗ ſchaͤtzt. Sie pfluͤgen in ſchmalen Beeten oder Gewen⸗ den, mehrentheils von acht Furchen, die aber we⸗ nig gewoͤlbt, ſondern faſt ganz flach und in der Mitte ohne Kamm oder ſogenannten Eſelsruͤcken gehalten werden. Die Furche wird ausgeſchaufelt und die Erde mit einem Wurf uͤber das Beet ver⸗ theilet. So gut dieſe Methode auf naſſem, waſſer⸗ anhaltendem Boden iſt, wenn ſich die Furchen mit gehoͤrigem Gefaͤlle in Graͤben ausleeren koͤnnen, ſo — 675— wenig kann ich ſie auf trockenem durchlaſſendem Bo⸗ den billigen, und die dafuͤr angefuͤhrten Gruͤnde ſind ſo unbefriedigend, daß man ihre Beybehaltung auf dieſem Boden wol nur allein der Macht der Gewohnheit beymeſſen kann. Auch hat die Erfah⸗ rung in Franken, Schleſien, Suͤd⸗ und Weſtpreußen⸗ wo ſie ehemals allgemein waren, gezeigt, daß man bey ihrer Weglaſſung gewinne. Jedoch gebe ich ihnen in jedem Falle den Vorzug vor den breiten⸗ in der Mitte hochaufgepfluͤgten Beeten.— Die Niederlaͤnder ackern uͤbrigens mit beſonderer Vor⸗ ſicht und Geſchicklichkeit. Ihr Pflug hat keine Raͤder, aber mehrentheils eine Stelze oder Fuß, worauf der Baum vorn ruhet. Er hat betraͤchtliche Vorzuͤge vor vielen anderen Pfluͤgen, und ich bemerkte ſolche am deut⸗ lichſten im Dithmarſchen, wo ihn die Frieslaͤnder, die den neu eingeteichten Kronprinzenkrug anbaue⸗ ten, eingefuͤhrt hatten. Wenn vier Pferde den klotzigen Pflug der dortigen Elbmarſchen kaum zwingen konnten, ſo arbeiteten zwey Pferde mit dieſem. Herr Schwarz hat eine Abbildung da⸗ von in Nro. 18 der landwirthſchaftlichen Zeitung von 1805 geliefert. Er kommt indeſſen den Smallſchen und Bailey'ſchen Pfluͤgen in keiner Hinſicht gleich. Alle Fruͤchte werden bey ihnen gejaͤtet und zum Theil mit der Hand behacket. Bohnen und gepflanzte Rapſaat in Reihen werden zuweilen auch mit dem Pfluge bearbeitet. Uu 2 — 626— Es kann dieſem ganzen Volke in der That ein entſchiedener Vorzug in der Praxis des Ackerbaues vor allen uͤbrigen Nationen nicht abgeſprochen wer⸗ den. Und dieſer gute ausgezeichnete Ackerbau iſt uralt; naͤchſt Italien zuerſt in Europa bey ihnen eingefuͤhrt. Auf dieſen Ackerbau und die dadurch erzeugte Volksmenge gruͤndeten ſich die Manufactu⸗ ren und Fabriken, welche im funfzehnten und ſechs⸗ zehnten Jahrhunderte in dieſem Lande ausſchließlich bluͤheten und damals eben ſo, wie jetzt in England, den Reichthum Europa's an ſich zogen. Dieſe, ſammt dem Handel, ſind mehrentheils verſchwun⸗ den; jener iſt geblieben, iſt bey den fuͤrchterlichen Kriegen, welche auf dieſem Boden gefuͤhrt worden, iſt bey den vielen politiſchen Umwaͤlzungen, welche das Land erlitten, nicht geſunken, und das Volk hat ſich durch dieſe nie verſiegende Quelle ſchnell erholet. Allein dieſes emſige Volk ließ ſich durch den Krieg auch ſo wenig in ſeinem Ackerbau ſtoͤren, daß, wie mir von Augenzeugen erzaͤhlet iſt, im Jahre 1795 ein Theil einer Feldmark beym Vorruͤk⸗ ken und Zuruͤckziehen zweyer feinlichen Corps viermal in einem Sommer niedergetreten und ſogleich wie⸗ der gegraben und beſtellet wurde, ſo daß dieſer Fleck die Aufmerkſamkeit aller Soldaten erregte. Von dieſem Striche Landes ſcheint aller be⸗ triebſamere Ackerbau uͤberdem ausgegangen und ſich von daher durch das noͤrdlichere Europa verbreitet zu haben. Hier erhielt der Ackerbauer zuerſt und allein durch muth nothd Burg wurd bekur dukte daß komn da d ſchehe und einen anne thur halb ſind. wele Eur beſo Aus Beſt habe der dere And mac ling in ein aues wer⸗ miſß hnen durch aetu⸗ echt⸗ eßlich land, dieſe, vun⸗ ichen den, velche Yolb inel durch aören, „im rrük⸗ emol wie⸗ Jlech be⸗ ſch reitet und in einem engbegraͤnzten Diſtrikte, an; z. B. in allein Freiheit und buͤrgerliche Rechte, wie er noch durch das ganze uͤbrige Europa in ſklaviſchem Un⸗ muth und Traͤgheit, ohne Eigenthum, den Acker nothduͤrftig beſtellte, und der Ritter auf ſeiner Burg, zufrieden, wenn ihm ſein Bedarf geliefert wurde, ſich um die Fruchtbarkeit ſeiner Felder nicht bekuͤmmerte. Wie aber der Tauſchwerth der Pro⸗ dukte ſtieg, und die Herren des Landes bemerkten, daß der Acker bey beſſerer Cultur ein baares Ein⸗ kommen gaͤbe, ſuchten ſie ſolche zu befoͤrdern, und da dies durch die abgeſtumpften Bauern nicht ge⸗ ſchehen konnte, ſo zogen ſie aus dem bevoͤlkerten und induſtrievollen Flandern Colonen herbey, die einen Strich Landes gegen einen beſtimmten Zins annahmen, ſich aber perſoͤnliche Freiheit, Eigen⸗ thum und beſondere Rechte vorbehielten, die des⸗ halb unter dem Namen der Flamiſchen bekannt ſind. Der gemeinſchaftliche Urſprung dieſer Colonen, welche man faſt in allen Laͤndern des noͤrdlichen Europa's antrifft, iſt unverkennbar; da ſie ihre beſonderen Rechte, Gebraͤuche, Sitten, einzelne Ausdruͤcke und Kleidung, zuweilen eigenthuͤmliche Beſtellungsart, Werkzeuge, Viehracen beybehalten haben. Vorzuͤglich ſiedelten ſie ſich an den Ufern der Fluͤſſe, den Niederungen oder Marſchen an, deren hohe Fruchtbarkeit ſie kannten, die aber kein Anderer dem Waſſer abzugewinnen und urbar zu machen verſtand. Doch trifft man die Abkoͤmm⸗ linge dieſer Nation auch auf der Hoͤhe, zuweilen — 678— der Preetzer Probſtey in Holſtein. Noch neuerlich uͤbernahmen Frieslaͤnder die Cultur der neuen Ein⸗ deichungen auf der weſtlichen Kuͤſte von Holſtein. Von ihnen ſtammt wol hauptſaͤchlich der Mittelſtand der ackerbautreibenden Claſſe her, da ſie, der Sache kundig und im Beſitz des erforderlichen Vermoͤgens, große Pachtungen uͤbernahmen, die der leibeigene Bauer nicht anzutreten vermogte, der Buͤrger nicht verſtand, der Edelmann unter ſeiner Wuͤrde hielt. Wenigſtens ſind mir mehrere Familien bekannt, die ihre Ahnen als reiche Paͤchter weit hinauf und auf dieſen Urſprung zuruͤckfuͤhren koͤnnen. Auf je⸗ den Fall mußte der beſſere Ackerbau dieſer Colonen als Beyſpiel wirken, wie der Werth des Landes und der Produkte ſtieg, und ſomit der Ackerbau in An⸗ ſehen kam. Lange dauert es indeſſen, ehe ſich beſſerer Acker⸗ bau blos durch Nachahmung verbreitet. Wir finden einzelne Diſtrikte, wo dieſer oder jener Zweig der Wirthſchaft ausgezeichnet gut betrieben wird; aber dieſer Betrieb iſt geographiſch⸗ſcharf begraͤnzt, und daruͤber hinaus findet ſich keine Spur davon, ohn⸗ erachtet Boden und Verhaͤltniſſe ihm nicht minder guͤnſtig waͤren. Man wuͤrde dies a priori kaum glauben, aber die Erfahrung lehrt es. Die Preetzer Probſteyer in Holſtein hatten lange mit dem auf⸗ fallendſten Erfolge Mergel⸗Lehm gefahren, und Kei⸗ ner that es nach. Auf einmal erwachte vor weni⸗ gen Jahren die Aufmerkſamkeit, und nun treibt es Jeder in Holſtein und Schleswig, vom groͤßten bis 4 —— zum Aufm gema ſchrie iſt ni hand thaͤti Geſe gethe die i licher lich zum kleinſten Eigenthuͤmer. Es iſt noͤthig, daß die Ein⸗ Aufmerkſamkeit erregt, die Erfahrungen bekannt tein. gemacht, das Verfahren genauer beobachtet und be⸗ dand ſchrieben, der Erfolg oͤffentlich bezeuget werde; es dache e. iſt noͤthig, das Studium des Ackerbaues ſo zu be⸗ end, handeln, daß er die Aufmerkſamkeit denkender und gene thaͤtiger Maͤnner aus allen Claſſen der buͤrgerlichen nich Geſellſchaft an ſich ziehe. Wenn ich dies durch dieſes Werk einigermaßen gethan habe, ſo gehoͤrt es, der Maͤngel ohnerachtet, die ich ſchon jetzt daran erkenne, zu den verdienſt⸗ lichern unſers Zeitalters. (Hinter Seite 679.) — — 5—— 3 — 3——— 5. — ——— — — ——— 6 8 L Adrhttlalrttllels eehelehrlelelatelehlrlelalrhkgsLt eleLuh fiin11.onnfniHniiſiniiniiinniſſinemmnhanm Rnnuan 12 13 Oem 1 2 3 4 5 6 7 9 10 11