rwittelſ des 1.' n c h( der adens w der„„ 8 b ationellen Landwirthſchaft Von 2— Albrecht Thaer, M. D. Konigl. Preuß. Staatsrathe, der Koͤnigl. Preuß⸗ Akademie der Wiſſenſchaften zu Berlin, der Koͤnigl. Weſtphaͤl. zu Gottingen, des Kaiſerl. Franz. Inſtituts zu Amſterdam, des Ackerbauamts von Britannien, der Geſellſchaft der naturforſchenden Freunde zu Berlin und vieler ökonomiſchen Societaͤten Mitglied. Erbherr auf MRögelig. 4. W Vierter Band. ich der Od⸗ Zweite, wohlfeile Original⸗Ausgabe. 4 berſprungen, 1. 1 1 1 2. nen b Berlin, 1812. 4 1 In der Realſchulbuchhandlung. Wien, be Beck, Scaumburg und Comp., Kupfer, Kaulfuß and Gerold. ¹ Prag, bei Calve und Widtmann. 83 Peſth, bei Kilian.. 3 Klagenfurt, bei Sigmund. 8 Graͤtz, bei Ferſtl. öoooooooſſſ AKachricht Nruum Fuͤr die Beſitzer dieſes vierten Theils iſt zu bemerken: b dung diſes W ¹) Bei dem Gemaͤße und Gewichte iſt das ſchon in dem erſten Theile dieſes Werks angege⸗ 39 ſhn bene Verhaͤltniß beibehalten worden; nur fuͤgt man noch hinzu, daß 10 Verliner Auattzz öſſinſchaßt Wiener Seidel, der Seidel zu 17 4 franz. Kubikzoll, gleich Vien da Pre Begroynger pöchſte, wo die Reduktion der Wi 2) Bei dem Geldverhaͤltniſſe aber hat man jetzt auf 1 Einloͤſungsſcheinen, als Coursverhaͤltniß, den Wiener Gulden zu 84 Gr Lanbenuſn g angenommen. tung dieſes: leebten und! Koppe, w Ackerbau, fordre ich a nochmals a 'tung ihrer ritte der! da Beitrag dann nur n Wens beduͤr b wanes Daß 4 doh ſe lät . warnen, w Waz vohl verm Und die Ere afderlice ' ho Produii Küion konzenteiten ichſten Kra eks angege⸗ Quart 33 dantepapiett ſwentionsgeld Vorrede. Ma dieſem Bande uͤbergebe ich alſo meinen Goͤnnern und Freunden die Vollen⸗ dung dieſes Werkez. Ich ſchmeichle mir den hoͤchſten Standpunkt, worauf die Landwirthſchaft als Wiſſenſchaft jetzt ſtehet, erreicht zu haben. Dieſer aber iſt bei weitem nicht der hoͤchſte, wohin ſie gelangen kann; ſie hat ſchon Fortſchritte waͤhrend der Bearbei⸗ tung dieſes Werks gemacht. Ich werde auf dem Grunde deſſelben mit meinen ge⸗ liebten und treu verbundenen Mitarbeitern am Inſtitute zu Moͤgelin, Crome und Koppe, wovon ſich jener ganz dem naturwiſſenſchaftlichen Fache in Bezug auf den Ackerbau, dieſer dem praktiſch wiſſenſchaftlichen gewidmet hat, ſortarbeiten. Doch fordre ich auch einen jeden Landwirth, der aus Liebe zur Sache die Feder ergreift, nochmals auf, ſich mit uns zur Vervollkommnung der Wiſſenſchaft und zur Berich⸗ tigung ihrer Darſtellung in dieſem Werke zu verbinden. Meine Annalen der Fort⸗ ſchritte der Landwirthſchaft ſollen vor allen dieſer Kritik gewidmet ſeyn; ich werde je⸗ den Beitrag dazu mit Dank erkennen, wenn er mir auch anonym— falls er ſich dann nur nicht auf ſpezielle Thatſachen, die der Buͤrgſchaft wenigſtens eines Na⸗ mens beduͤrfen, gruͤndet— zugeſchickt wuͤrde. Mein Streben geht dahin, die Spur meines Daſeyns im deutſchen Ackerbau fuͤr die Nachwelt zu hinterlaſſen, aber ſo, daß ſie leitend und nicht irre fuͤhrend ſey. Deshalb bitte ich ſo dringend, mich zu warnen, wenn ich ſelbſt irre zu gehen ſcheine. Was die Ausarbeitung dieſes Werkes betrifft, ſo erkenne ich Maͤngel, die ich wohl vermieden haben wuͤrde, wenn nicht die mehrmalige Veraͤnderung meiner Lage und die Ereigniſſe der Zeit zu ſehr auf mein Gemuͤth eingewirkt, und dem Geiſte die erforderliche Heiterkeit und Beſonnenheit oft geraubt haͤtten. Ich hoffe mein Verſprechen, die Lehre von der vegetabiliſchen und thieriſchen Produktion vollſtaͤndig und klar vorzutragen, und ſie dennoch in dieſem Bande zu konzentriren, erfuͤllt zu haben. Meine Abſicht war freilich, noch von den gewoͤhn⸗ lichſten Krankheiten jeder Art und ihrer Behandlung das Noͤthigſte zu ſagen. Da 19. Vorrede. dies aber ohne eine klare Ueberſicht der Lehre von der thieriſchen Natur nicht geſche⸗ hen konnte, ſo fand ich, daß dieſes nicht in der hier erforderlichen Kuͤrze moͤglich ſey, ohne dem groͤßten Theile meiner Leſer dunkel zu bleiben. Wenn ich aber Muße habe, ſo werde ich ein beſonderes kleines Werk uͤber die Thierarzneikunde fuͤr denkende Landwirthe ſchreiben. Ich werde darin einige, auch dem Landwirthe nicht unnüuͤtze Ruͤckblicke auf die mediziniſche Wiſſenſchaft uͤberhaupt, und auf den Zuſtand, wor⸗ in ſie ſich jetzt befindet, werfen, da ich ſie ſeit 40 Jahren nie ganz aus dem Auge verlor. 8 3 X 8—— Doch muß ich erwarten und hoffen, meine Thaͤtigkeit vorerſt mit Gegenſtaͤnden anderer Art beſchaͤftigt zu ſehen. Berlin, den iſten Maͤrz 1812. 5 — Nach ſchrift. Mein Herr Verleger hat mich um meine Einwilligung gebeten, eine wohlfeile Auflage dieſes Werkes fuͤr die Kaiſerlich⸗Oeſtreichiſchen Staaten veranſtalten zu duͤr⸗ fen, wobei er keinen anderen Gewinn erwarte und verlange, als den unbefugten Nach⸗ druck zu beſtrafen und das Publikum vor Schaden zu huͤten.. Ddie Preußiſchen Acker⸗ und Getreidemaaße ſind in dieſer Ausgabe zweckmaͤ⸗ ßig auf die Oeſtreichiſchen reduzirt, waͤhrend die Reduktionen des Nachdrucks nach reiner Willkuͤr voͤllig falſch gemacht ſind, und mit gaͤnzlicher Verkennung meiner Ab⸗ ſicht und des eigentlichen Zweckes. Ich kann daher die gegenwaͤrtige Ausgabe denen, welche im Oeſtreichiſchen die Original⸗Ausgabe nicht kaufen koͤnnen, vor jenem durch⸗ aus unbrauchbaren Nachdruck empfehlen. . A. Thaer. *8 Einleitund Untetſchied hw worauf er b Vegeta Entſtehung aus Volſtändigkeit Eorgfaͤltige Aut Wechſelung oͤde fern ſie nothi Dauer des Sac Reinheit des S Einquellen der Einbeizungen d Saatzeit. 9. Unterbringung! Stärke der Einf Das Saen. 13 Gaͤemaſchinen. Die Was unter Getre Charakter und N Beandtheile der N Gevict. 1. Ihr Eruag. n Vegetation de Durchwinterng Austritt aus de zweifelhafter; Austrieb der S Echoſſen des 6 Aäͤthe des Get as Lagern. 2 Kaantheiten. 2 da deine ſerbleichen Das dindeh Vorbereitung n u Enteareie! nicht geſhe⸗ noglichſg duße habe, denkende d unnäe nnd wor⸗ 5 den Aage genſtaͤnde ine wohffeile lten zu duͤr⸗ ugten Nach⸗ zweckmi⸗ drucks nach meiner A⸗ gabe denen, nem durch⸗ “ Inhaltsverzeichniß des vierten Bandes. 1 Fuͤnftes Hauptſtuͤck Produktion enetabiliſchen Subſtanzen. Einleitung. Unterſchied zwiſchen Produktion und Fabrikation; worauf er beruhe. Seite 3. Vegetabiliſche Produktion. 5. Entſtehung aus Saamen. 5. Vollſtaͤndigkeit des Saamens 5. Sorgfaͤltige Aufbewahrung deſſelben. 6.. Wechſelung oder Erneuerung des Saamens; fern ſie noͤthig. 6. Dauer des Saamens. 7. Reinheit des Saamens. 8. Einquellen der Saat. 9. Einbeizungen der Saat. 9. Saatzeit. 9. Unterbringung der Saat. 10. Staͤrke der Einſaat. 11. Das Saͤen. 13. Saͤemaſchinen. 14. Die Getreidearten. 15. in wie⸗ Was unter Getreide zu verſtehen ſey. 15. Charakter und Natur der Getreidearten. 15. Beſtandtheile der Getreidearten. 16. Ihr Gewicht. 17. Ihr Ertrag. 17.. Jegetation des Getreides, 18. Durchwinterung. 9. Austritt aus dem Winter. 20. Zweifelhafter Zuſtand im Fruͤhjahre. 20. Austrieb der Saat im Fruͤhjahre. 21. Schoſſen des Getreides. 22. Bluͤthe des Getreides. 22. Das Lagern. 22. Krankheiten. 23. Das Verſcheinen. 23. Das Verbleichen 23. Das Befallen. 24. Die Ernte. 25. Vorbereitung zur Ernte. 25. Erntearbeiter. 26. Erntemethoden. 26. Das Abbringen. 27. Das Sammeln und Binden. 27. Verfahren bei naſſer Witterung. 28. Schee en und Feimen. 28. Das Taſſen. 29.. Das Dreſchen. 29. Dreſcherlohn. 29. Dreſchmaſchinen. 30. Aufbewahrung des Korns. 30. Behandlung auf dem Boden. 31. Vertilgung der Inſekten. 31. der Natzen und Maͤuſe. 31. V „ Der Weizen. 33. Arten des Weizens. 33. Ab⸗ oder Spielarten. 34. Wo Weizen den Vorzug vor dem Rocken habe. 35. Weizen in der Brache. 36. — nach anderen Vorfrüͤchten. 36. Saat. 38. ) Zeit der Ausſaat. 38. Unterbringung. 38. Durchwinterung. 38. Begetationsperiode Eggen der jungen Saat. 39. Behacken. z Schroͤpfen. 2769 Tluirkuns der Witterung. 40. — Reife. 41. Ertrag. 41. Werth. 41. Ausſaugende Kraft. 42. Der Sonmereehen — Wohin ſein Anbau paſſe. 3 Der Spen⸗ 44. — 4 3 1 d 42. Das Einkorn. 44. Der Gommer(Triticum polonicum). 45. Der Brand im Weizen. 45. Zuei verſchiedene Arten des Brandes. 45⸗ der Stanbbrand. 45. t. „ Inehealt. Die Zülſenfrüchte 72. Naͤhrende Beſtandtheile dieſer Fruͤchte. 72. Der Kornbrand. 47. Die Haupturſach im Gaamen. 47. Vorkehrungen dagegen. 47. Der Rocken. 48. Abarten des Rockens. 443 Der Boden fuͤr Rocken Vorbereitung und Vorfruchte. 49. Saat. 50. Vegetationsperiode. 51. Reife. 52. Ertrag und Werth. 52. Preis. 52.. Sommerrocken. 53. Die Gerſte. 53. Arten der Gerſte. 53. Boden zur Gerſte. 53. Berbersitung und WRfeuͤchte 54⸗ Saat. Die klaͤe vierzeilige Gerſte. 55. Die große zweizeilige Gerſte. 56. 4„Himmieisgerſte, die vierzeilige nackte Gerſte. duͤ⸗ zweizeilige nackte Gerſte. 57. Die dechszeilige Gerſte, deoddäſh Wintergerſte Die Reißgerſte. 58. Der Hafer. 59. Arten und Abarten. 59. Boden zum Hafer. 60. Vorbereitung. 61. Saat. 61. Vegetationsperiode. 62. Reife. 62. Ertrag und Werth. 62. Die Zeeſer 67 Boden zur Hirſe. 63. Vorbereitung. 61. Reife. 64. Die Mdo hirſe 64. Der Reiß. 64. Der Mais. 65. Die Drill⸗ und Pferdehacken⸗ Kultur des Getreides. 65. Geſchichte derſelben. 65. Maſchinen. 65 Erforderniſſe in Anſehung des Bodens. 66. In wiefern dieſe, Kultut zu verſchiedenen Feldrota⸗ tionen paſſe. Vortheile der Drkultur. 67. Entfernung der Reihen. 68. Anwendung bei den Huͤlfenfruͤchten. 69. Deckung der Koſten durch Erſparung der Einſaat. 60. Hoherer Ertrag. 69. Sie iſt doch nicht allgemein einzufuͤhren. 70. Das Pferdehacken. 70. Pflanzen des Getr reides. 71. 5* 8 z 5 5 Boden. Ernte. 77. Stroh. 78. Ernte. 30. 8 Boden. 8o. Duͤngung. Ernte. 83. Ernte. 85. Boden. 86. Ernte. Wick⸗ V V V V V 9 3 V ſ V V V V V Ab⸗ und Spialarten Ertrag. 78. Abarten. 79. Boden. 79. Ausſaat. 79. Abarten. g0. Ausſaat. 81. Vegetationsperiode. Drill⸗ und Pferdehacken⸗Kultur. 81, Krankheiten. Ertrag und Werth. Die Wicke. 84. Abarten. 84. Boden. 84. Ausſaat. 84. Ausſaat. 87. Wegetatiod panſode. 87. Auch fuͤr die Vegetabilien. 72. In wiefern ſie die Kraft des Bodens minder als 6 treide erſchopfen. 73. Die Erbſen. 73. 73⸗ Ie Piatz 4 den Leldrokationen. 74. ungung. 75 Vorbereitung des Ackers. 75. Ausſaat. 76. Vegetationsperiode. 76. Die Linſen. 79. Ertrag und Werth. 80. Die Faſeolen, Schmink⸗ oder itbahnen. 80. Die äfsedevahne go. 81. 83. Ertrag und Werth. 85. Gebrauch der Koͤrner. 86. Der Buchweizen⸗ das daideken 86. Ertrag un Werth. 88. Als Futterkraut. Siberiſcher Buchweizen. 89. Mengekorn„Gemenge. 89. Weiz⸗ Rocken. 89. Gerſt⸗Hafer. Hafer Erbs⸗Rocken. 90. Rauhzeug. 90. de hack dun ſnn ne d lige mit e Tu Nuͤhre Ah haihau dur Fitigkeit derſel 9 Vrrzeretung des Ar Narqueut d 4 JRrfache Säe⸗ und kziehung der fan lulheden der Pfan Das Pflanzen. 9e⸗ Setzung der Nanzer Die han Allgemeine Bemerku hau. ℳ. Die O Winterra Unterſchied zwiſchen Boden. 10. Duͤngung. 103. Beackerung 10½. Ausſaat. 10½. Durchwinterung. Feinde. 106. Verpflanzungsme Drillmethode. 1 Ernte 106. Abdreſchen in der Stroh 109. uefännuns des 2 Japs, als Futter Jotabaga, ſtatt d Sommerraps 52 Dar chine der 8 Abarten. 11 Boden. 114. 4 Ausſaat. 114. Ventition 11 Ernie. 115. Ertrag. 115. De Gej de Durtheile n Arden. dnd Nar 72. k. 71 mirder als ge⸗ dbanen go. 9. torn. 86. 89. 8— Setzung der Panzen auf aufgepfluͤgten Stuͤcken. 97. Unterſchied zwiſchen Raps und Ruͤbſen. 102. Inhalk. Sein Platz im Feldbau. 117. Saamen. 118. 3 Abarten. 118. Das Roͤtten. 118. Ausdauernder Lein. 120. Der Hackfruchtbau. 91. Nutzen des Behackens. 21. Pie dehaen oder Anhaͤufepfluͤge. 91. ichte Pfluͤge mit einem Streichbrete. 92. Schaufel⸗ und Ruͤhrpfluͤge. 92. 1 Ardeitserſparung durch dieſe Inſtrumente. 93. Der Hanf. 120. Wichtigkeit derſelben bei dieſem Bau. 54. Boden. 120 Vorbereitung des Ackers. 94. Beſtellun 1120. Der Marqueur oder Reihenzieher. 94. 1 Degetation. 8. Einfache Saͤe⸗ und Drillmaſchinen. 95. Erziehung der Pflanzen auf Saamenbeeten. 95. Verſchiedene andre zum Anbau Kvorgeſchla gene Geſpinnſtpflanzen. 121. Ausheben der Phanzen 96. Das Pflanzen. Die ſyriſche Seidenpflanze. 121. Die Brennneſſel. 122. Die Weberkarde, Kardendiſtel. 122. Die Handelsgewaͤchſe. 98. Algemeine Bemerkungen uͤber den Handelsgewaͤchs⸗ au, 98 Die Delgewäͤchſe 102. Winterraps und Ruͤbſen. 102. Die Farbepflanzen. 123. Der Krapp, die Faͤrberroͤthe. 123. Anbanf nach her Ged halchen Art. 123. 6. erbeſſerte Methode. 124— 4 Dinung., 125,. Behandlung nach der Ernte. 124. “ „ Boden 103. — u at. 104. Ausſante tautng. 105. 5 Der Waid. 125. Feinde. 105. Deſſen Anbau iiherhaupt. 125. Verpflanzungsmethode. 105. Abarten. 125. Drillmethode. 106. Boden und Anbau. 125. Ernte und Behandlung. 126. Tdreſ hene Ser e8 1 dreſchen 1n 2 eure. 106. Der Wau. 12 6. Der Saflor. 127. dem Felde. 107. Ertrag. ruf Stroh 1090. Ausſaugung des Bodens 110. Raps, als Futter⸗ und Weidekraut. 110. Rotabaga, ſtatt des Rapſes. 111. 736. Sommerraps oder Sommerruͤbſen. 111. Der Hopfen. 127. Abarten. 127. Anlage des Jopfengartens. 128. Pflanzung. 128. n.. Der Senf. 112. 3 Dee dſenſang. 19 Ertrag. 130. Der chineſiſche Oelrettig. 113. 1 1u3. Der Taback. 131. Der Leindotter. 1 13. Anbau durch Planteurs. 131. t 132. Der Mohn. 114.— deer⸗ Ter. Abarten. 114. 1 Bereitung des Ackers. 133. Boden. 114. 221 Ausſaat. 114. 6* 4. Die Cichorie. 134 Beuſtatinn Ir6.— 3 1 um Kaffee⸗ Suͤrrogat. 134. Ertrag. 115. 2 deh. Als Futterkraut. 134. lI. 135. Die Seinneftonhen⸗ 116. Der Kuͤmmel. 135 Der Leinbau. 116, 4 Der Fenchel. 135. Vortheile und Nachtheile deſſelben. 116.. Boden. 117. hihe d 2 Der Anis. 136. VIII — Die Kartoffeln. 136. . Abarten. 137. Erziehung aus Saameu. 138. Boden. 138. Platz im Felde. 3 Duͤnger. 139. G Setzlinge. 139. 139. — Staͤrke der Einlage. Pflanzungszeit. 142. .. Beſtellung. 142.. Bearbeitung waͤhrend der Vegetation. Ernte 144. Aufbewahrung. 8 Nahrungskraft. Koſtenpreis. 146. 21 Die Runkettbe. 149. Abarken. 149. Boden. 150. Saat. 150. Vegetation. 151. Aufbewahrung. 151. Ertrag. 151. 1 Anbau zur Zuckerbereitung. 152. Die Ruͤbe. Die Saatruͤbe. 153. Abarten. 153. Brachruͤben. 153. Stoppelruͤben. 154. Boden und Beſtellung, 154. 6 Vegetation. 154. Ernte. 155. Gebrauch. 155. Teltower Ruͤben. 155. Aufnehmen des Saamens. 156. 140. 142. 144. 145. — 152⸗ Abarten. Rotabaga. Boden. 156. Beſtellung 157. b Durchwinterung. 157. Ertrag. 158. 2 . Nahrungskraft, 158. Kohlrabi. 18. Der Kopfkohl oder das gorteaui — Abarten. 155 Boden und Beſtellung. Vegetationsperiode. Ernte. 159 Benutzung. 160. Durchwinterung. Unfaͤlle. 160. Die Moͤhren. 160. 156. 156. 1 4 — 159. 159. 4 160. 3 K Abarten. 160 Boden und deſſen Vorbereitung. 16t. 1 Der Futtergewaͤchsbau. 136. Die Kohlruͤben, Steckruͤben, gahteabe 186. 158. J u. h a lt. „ Ausſaat. Vegetationsperiode. 10. Unter andere Fruͤchte geſaͤet. Ernte 162. Durchwinterung. Gebrauch. 163. G Die Paſiinaken. 163. Der Mais, ruͤrkiſcher Weizen. 15 161. 162- 162. Ab⸗ und Spielarten. 164. Boden und Beſtellung. 164. Begelationsderiode. 165. Ernte. 165. Das Stroh. 5 Gebrauch. 166. Nebenfruͤchte 166.. Zucker aus Mais. 167.. Die Futterkraͤuter. 168. — G — Der rothe Fle⸗ 168. 3 — Abarten. 168. Boden. 168. Platz im Feldbau. Nebenfrucht. Ausſaat. 170. Vegetation. 171. 1 Ein⸗ und zweijaͤhriger Klee. 172. Ernten 172. 6 Kleehenu. 173. 9 169. 169. Klapmeyerſche Methode. Andre minder grkchilchr Kathoden. 175. Heuertrag. 176 Aufnehmen des Saamens. Ausbringen des Saamens. 17 Wiederkommen des Klees auf Venſelben Platz m. „ „H 5 Ob Klee ansjauge oder bereichere. 178; 6 Der weiße Klee. 179. 3—— 9 68/ Ansſaat. 179. Saamengewinnung. 180. Der Erdbeerklee. 180. Die Luzerne. 180. Ackerbereſttirg. 182. Ausſaat. 182 Bedeckung mit Miſt. Eggen. 4 lederdüngnng. 183. rnte. 184 S Gebrauch. 184. Ansdauer 184. Platz im Feldſyſteme. 5 Aufnehmen des Saamens. 185. des Luzernefeldes. 15.. 1 Die Esparſette 186. Boden. 186. Vorbereitung. Ausſaat. Heuertrag. 186. 186.. 186. 176. Se 184. Ait 76 ddene antt 6 Ful Kutterkre Die ſhwediſc Der Hoh t Ginſter, 188. Der S 1 ken. 189. den. 189. zamen. 139. nuzung, WHo⸗ kur, 85 . lau des Saamens. d Die Rind agen. 19s. ie? Kane aungsragrn ie Landragen 1¹99. ſe zütländiſche Nac (Gergrage. 200. i Podoliſche und! iddung neuer Nager Die Außucht er Bulle. 202. 3 Kuh. 203. ſter zur Begattung. Uauh eit. 204. nsixii 20%. n 205. Nhfer ſehung der Kaͤl zas Pun 206. Jas dränken. 207. runde für das Saug haltung der Ferſen. zorthal de Luſzucht. Naſtkalbe. no. (ters⸗Kennzüh⸗ Die Ernährune ] uterfütterung mi aA haͤckſelſchneide 1 aneffütterung. 2 enſfem und Bu Nkuchen. 214. Jatzi 214. Aräbfüttaung. 21e Jatteretduung. 217 einttrenung und Aus duue der Vatafüt Keide. 218 das Tädern. a. NeEommerſalfitt Ata dheil N. 165½. 68. den. 175. lben Plat. 175. 78. 79. 0. 96. Berſchiodene andre ſchmetterlingsblumige Futterkraͤuter. 1 87. Die ſchwediſche Luzerne. 187. Der Hopfenklee. 188. 188. Der Ginſter, Der Spoͤrgel. 189. Arten. 1 Boden. Saamen. 189. Benutzung 190. Ertrag. 190 3 1 Heu. 19 Deuutzung des Saamens. 189. 189. 191. 1 1 Sechstes Die V i e Die Rindviehzucht. 1 98. Ragen. 198. Die Niederungsragen. 198. Die Landragen 199. Die Juͤtle aͤndiſche Rage. 200. Die Bergrage. 200 Die Podoliſche und Ungariſche Rage. Bildung neuer Ragen. 202. Die Aufzucht des Rindviehes. 202. Der Bulle. 202.— Die Kuh. 203. Alter zur Begattung. 203. Brunſtzeit. 204. Traͤchtigkeit. 204. Geburt. 205 Sebuc⸗huns der Kaͤlber. 206. Das Saugen. 206.. Das Traͤnken. 207.. Gruͤnde fuͤr das Saugen oder Traͤnken. 208. Haltung der Ferſen. 209. Vortheil der Aufzucht. 209. Maſtkaͤlber. 210. Alters⸗ Kennzeichen. 210. Die Ernäaͤhrung des gemdvießes. 211. Winterfuͤtterung mit Heu und Stroh. 211. Das Hakfelichneiden. 212.— Kornerfuͤtterung. 3 Biertraͤbern und Brauntweinſpüͤlicht. 213, Oelkuchen. 214. Brachfruͤchte. 214· Bruͤhfuͤtterung. 216 Futterordnung. Einſtreuung und Ausmiſtung. Dauer der Winterfuͤtterung. Weide. 218 Das Tuͤdern. 219 Die S Sinennrſtallfätterung⸗ 222. Vierter Theil⸗ 1 201. 4 217. 218. Inhalr. 1 V — 4 H Hochwachſende Graͤfer. 191. Das Raygras. 191. Das Hafergras. 192. Der Wieſenſchwingel. 192. Das Knaulgras 193. Das Kammgras. 193. Das Thimotygras. 193. Das Honiggras. 193. Der Wieſenfuchsſchwanz. 194. Die Wieſenviehgraͤſer. 194. a upt ſtü h z u 4 t. 1935. § Kleefuͤtterung und andere gruͤne Fuͤtterung. 223. 4 Halbe Stallfuͤtterung. 224. 1 Einholen des Futters. 224. Schneiden des Gruͤnfutters. . Futterordnung. 225. Bedarf an Gruͤnfutter. 225. — Trockne Sommerfuͤtterung. Zeit des Kleeſchnitts. 226. 224. 226. Vortheil der Molkerei. 227. Staͤrke der Fuͤtterung. 228. Alter der Kuͤhe. Die Molkerei. 228. Verpachtung der Molkerei. 229. Das Melken. 229. Friſcher Milchverkauf. Das Buttern. 230. 231. 228. 230. Gefaͤße. Aneheien des Rahms. 232. Butterfaß. 232. Regeln beim Buttermachen. 233. Kaͤſebereitung. 233. 4 8 p — — Hauptverſchiedenheit des Kaͤſes. 235. Gerinnungsmittel. 236. Das Kaͤlbermagen⸗Lab. 237. „ K Bereitung beſonderer Kaͤſearten. 238. 4 Die Maſtung des Rindviehes. 238. Vortheil der Maſtung. 238. Beurtheilung des Maſtviehes. 239. Weidemaſtung. 241. Gruͤne Stallmaſtung. 242. Branntweinbrennerei⸗Maſtung. 242. Regeln bei der Stallmaſtung. 343. Heumaſtung. 243⸗ Woſfamaſttune 243. Die Schweinezucht. 246. Wann und wo ſie vortheilhaft ſey. 246. Ragen 247. Benennung der Schweine. 248. Auswahl bei der Zuzucht. 248. Begattung. 249. Stallung 28o0. Das Ferkeln der Saͤue. Das Verſchneiden. 251. Entwoͤhnte Ferkel. 252. Sommernahrung. Weide. 252. Auf dem Stalle. 253. Winternahrung. 253. Schweinebeſtand. 253. Die Maſtung. 254. Mit Futterkraͤutern. 254. Milchmaſt. 254.— Futtermaſt. 254. Wurzelmaſt. 254. Brauereimaſt. 255... Branntweinſpuͤlichtmaſt. 25½. Staͤrkeſchlammmaſt. 256. Getreidemaſt. 255 Allgemeine Regeln bey der Maſt. Waldmaſt. 257. Die Schaafzucht. 2 58. Verhaͤltniſſe der Schaafzucht zur Rindviehzucht. Schaafragen. 259. Das Haidſchaaf. 259. Das Marſchſchaaf. 260. Das deutſche Landſchaaf Die Merinos. 262. Plter zur Begattung. 264.— 250. 2§7. 262. ZInhalt. 8 258. Begattungszeit. 264. Lammzeit. 265. Alter⸗Kennzeichen. 266. Die Schaafweide. 268. Winterfuͤtterung. 271. Koͤrnerfuͤtterung. 273. Wurzelfuͤtterung. 273. Eicheln und Roßkaſtanien. 274. Salz. 274.. Traͤnken. 274. Raufen. 275. Beſtand einer Schaͤferei. 276. Hammel⸗ oder Maſtſchaͤferei. 277. Wie ſie zu betreiben. 278. Die Schäfer. 279. Die Waͤſche. 280. Die Schur. 281. Bedeckung der Stuten. 28½. Geburt des Fuͤllens. 284. Abſetzen deſſelben. 285. Alter der Pferde. 285. Die Koͤrnerfuͤtterung. 286. Heu⸗ und Strohfuͤtterung. 288. Gruͤnfutter. 289. Weide 289. Die Wurzelfuͤtterung. 290. Kaffpferde. 290. Futterordnung. 290. Das Traͤnken. 291. Das Putzen. 291. Hufbeſchlag. 291. Stallung. 222. Arbeit. 292. 1 G — 1 6. V — — 4 3 3 Stall. 274. 8 Wann und wo Hammelmaſtung vortheilhaft ſey. a78 Die Pferde. 282. Jrodut Vietter Theil. Fuͤnftes Haupt ſtuͤck. i. 277.—*— 7 tung vorthelhtt ſey. 278. n Produktion vegetabiliſcher Subſtanzen. L„ 4 Vierter Theil.. A 8 S 8 ————— ar Ma k h dij ſie in phyf en einander b Dodarchaus kein wiirth, in Anſ thuͤmliche ewoͤhnlich a (Grundſitzeb b eid daher pyracen ſ Schon welche man zi nnen Fingen b b ſz ten mit de 3 8.— Nan hh Nreduktion b. Aber Pt didung, zum Der Puadozer herbeiſchaffn kann Produt ihre Produkt Dieſe Aatur, bei! daürkation! wenig Fabrit ſeiner Wilkäͤr Ia, bai alen berei, dr audnen und n 8“ 2 ſen; bei allen denen naͤmlich, wo ein chemiſcher Prozeß erforderlich 1 1 Produktion vegetabiliſcher und thieriſcher Subſtanzen. Einleitun g. Man ſetzt Produktion und Fabrika tion gewoͤhnlich einander entgegen und glaubt, daß ſie in phyſiſcher Hinſicht nicht nur, ſondern auch in oͤkonomiſcher oder gewerblicher derma⸗ ßen einander entgegenſtaͤnden, daß die Grundſaͤtze, die bei letzterer guͤltig ſind, bei erſterer durchaus keine Anwendung faͤnden, und daß folglich der Produzent ſowohl als der Staats⸗ wirth, in Anſehung beider, ganz verſchiedene Maximen annehmen muͤſſe. Verſchieden ſind ſie allerdings und jede hat ihr Eigenthuͤmliches. Aber dies Eigen⸗ Unterſchied zwi⸗ ſchen Produktion und Fabrikation; worauf er beruhe. thuͤmliche iſt nicht ſo antipolariſch und nicht auf eine ſo grelle Weiſe verſchieden, wie man gewoͤhnlich angiebt. Noch weniger iſt der Unterſchied in Anſehung der entgegen geſetzten Grundſaͤtze begruͤndet, die man nur zu haͤufig zum Nachtheil der erſtern angenommen hat. Es wird daher ein Wort uͤber ihre Gleichheit und Verſchiedenheit hier nicht zur unrechten Zeit geſprochen ſeyn.. Schon laͤnger und klarer ſind die Grundſaͤtze und Regeln ausgebildet und dargeſtellt, koͤnnen Fingerzeige fuͤr das Produktions⸗Gewerbe geben, wenn man aus der Aehnlichkeit des letztern mit dem erſtern die Anwendbarkeit jener Regeln auf dieſes folgert. Man hat geſagt: die Fabrikation wandle die Materialien nur um, in eine andre Form; Produktion bringe jene hervor— wie dies in den Worten ſelbſt zu liegen ſcheint. Aber Produktion iſt auch keine neue Schoͤpfung aus Nichts. Das Material zur Aus⸗ bildung, zum Wachsthum und zur Vollendung der Pflanze wie des Thiers muß da ſeyn. Der Produzent wie der Fabrikant muß es aufſuchen, und jener wie dieſer es mehrentheils herbeiſchaffen und oftmals kuͤnſtlich vorbereiten. Nur aus den ſchon verhandenen Stoffen kann Produktion wie Fabrikation, indem ſie ſolche zerſetzt und ihre Produkte erzeugen. welche man zum gluͤcklichen Betriebe des Fabrikweſens angenommen und beobachtet hat. Sie zu neuen Formen umbildete, Dieſe Umbildung aber, ſagt man, geſchehe bei der Produktion durch die Kraft der Natur, bei der Fabrikation nur durch die Kraft und Kunſt der Menſchen. Aber auch bei der Fabrikation wirkt der Menſch nur durch den Gebrauch der Naturkraͤfte, und wuͤrde ohne ſie wenige Fabrikate hervorbringen. Bei einigen leitet er ſie zwar mehr und wendet ſie ganz nach ſeiner Willkuͤr an, bei andern muß er die Natur ganz nach ihren eigenen Geſetzen wirken laſ⸗ iſt, z. B. bei der Faͤr⸗ berei, der Wein⸗, Bier⸗, Branntwein⸗ u. ſ. f. Erzeugung, wo er dieſe Naturwirkung nur ordnen und moderiren kann. A 2 — .„. Sinbderirung. Aber, wird man ſagen, die Natur hat doch an der Produktion einen weit groͤßern An⸗ theil wie an der Fabrikation? Freilich, wenn die Natur nur fuͤr beſchraͤnkte Zwecke und Be⸗ duͤrfniſſe produziren ſoll!— Auf einem menſchenleeren Boden kann die Natur ſo viel produzi⸗ ren, daß die Sammlung der Fruͤchte und die Erlegung des Wildes zureicht, um einzelne um⸗ herſtreifende Horden zu ernaͤhren; aber faſt nur in jenen guͤnſtigen Klimaten, wo der Menſch urſpruͤnglich heimiſch zu ſeyn ſcheint. So wie er das Paradies verließ und ſich mehr uͤber die Erde verbreitete, mußte er mit Dornen und Diſteln kaͤmpfen, und ſein Brod im Schweiße ſeines Angeſichts eſſen, d. h. Arbeit und Kunſt auf die Produktion ſeiner Beduͤrfniſſe ver⸗ wenden. er ſich ſelbſt anſiedelte. Und ſo wie ſeine Beduͤrfniſſe mit ſeiner Vermehrung und ſeiner Kultur ſtiegen, ward immer mehrere Kunſt und Arbeit noͤthig, ſo daß gegenwaͤrtig bei den kultivirte⸗ ren Nationen der Antheil der letzteren an der erzeugten Produktenmaſſe gegen den Antheil der Natur gewiß nicht geringer iſt, wie bei den meiſten Fabrikaten. Und ſo mit faͤllt auch jene Behauptung vom groͤßeren Antheile der Kunſt bei der Fabrikation von ſelbſt weg. Und deßhalb werden, ſo wie die Produktion im Maſſe und Werthe ſteigt, fuͤr den Produzenten dieſelben Geſetze und Regeln eintreten, die bei dem Fabrikationsweſen beobachtet werden muͤſ⸗ ſen. Ich kann daher von meiner einſt dargeſtellten, aber manchen befremdenden Anſicht, wo ich den Grund und Boden als das rohe Material des Landwirths betrachtete, nicht abgehen, wenn das Ackerbau⸗ und Fabrikgewerbe mit einander verglichen werden ſollen, um ſo weni⸗ ger, da mir dieſe Anſicht fruchtbar an den wichtigſten Folgerungen fuͤr den Gewerbobetrieb und die Nationalwirthſchaft duͤnkt. Man kommt dem Scheidungspunkte zwiſchen Fabrikation und Produktion naͤher, wenn man ihn darin ſetzt, daß jene durch Kunſt und Arbeit die Form darſtelle oder darzuſtellen ſuche, willkuͤrlich nach der Idee, die ſie davon gefaßt hat; daß dagegen die Produktion an dieje⸗ nigen Formen gebunden ſey, welche die Natur einmal beſtimmt hat; daß ſie ſelbige zwar auswaͤhlen, aber nie abaͤndern koͤnne. Allein auch dies iſt noch nicht beſtimmt genug, weil naͤmlich gewiſſe Fabrikationen ſich ebenfalls nach den Naturformen richten muͤſſen, wie z. B. die Salzfabrikation, und uͤberhaupt alle, wobei eine Kryſtalliſation oder chemiſcher Prozeß eintritt, und welche auch nur modifizirt werden koͤnnen, nicht ganz von der Willkuͤr, ſondern groͤßtentheils von den Wirkungen der Natur abhangen. Am richtigſten beſtimmt man den Unterſchied in phyſiſcher Hinſicht wohl dadurch, wenn man ſagt: die Produktion bediene ſich zur Bildung ihrer Produkte nur des Saamens und Keimes, und ſey durchaus an die Formen gebunden, welche die Natur darin gelegt hat. Denn jedes Produkt, vegetabiliſches und thieriſches, geht allein aus dem Keime hervor, dem aber die guͤnſtige Gelegenheit zu ſeiner Entwickelung, und das Material zu ſeiner Nahrung, Wachsthum und Vollendung mehrentheils durch die Kunſt gegeben werden muß. Ganz unthaͤtig verhaͤlt ſich indeſſen auch die Kunſt bei der Bildung der im Saamenkeime ſiegenden Form nicht, indem ſie dieſe durch die willkuͤrlich veranſtaltete Begattung der Indi⸗ viduen von verſchiedenen Arten und Racen abzuaͤndern vermag; welches indeſſen mehr bei der thieeiche als begetabiliſchen Produktion in Anwendung kommt. Aus jenen guͤnſtigen Klimaten mußte er die nahrhafteren Kornarten ſo wie ſeine Hausthiere mitnehmen, und mit Sorgfalt und Kunſt ſie an die neue Heimath gewoͤhnen, wo He urſ koumen, geſch Arching de ſhoftlche Pro⸗ des Profeſſr dene Fragment NAnnalen des 9 dem denkenden gen worden. Dia Prod liche, und ich! geimen aber kommt. Bei jed Erhaltung an Unvoll aber immer durch guͤnſti rung uͤberw Saat geſund groͤßer, und machen koͤnn bei Gelegenhe aufſtellte, da Gebrauche, en haͤtten. machen koͤnne Md wenn gle ſant empſehle doch alle auf Koͤrner uͤber erhalten, d faäͤrkerer deruhen zun man ſie mit Sant deſtim vollkonmenſt lich dailohnen meſenen e Nertigung! groͤßern g ſecke und ge⸗ iel rodu⸗ einzelne un⸗ v der Mnſch neh iber die in Sweiße düriniſe er⸗ ſo wi ſäne voͤhnen, wo einer Kuluur kultivirtes Antheil der auch jene weg. Und droduzenten verden muͤſ⸗ nſicht, wo t abgehen, m ſo weni⸗ verhsbetrieb aher, wenn ſtellen ſuche, on an dieje⸗ ſelbige zwar genug, weil „wie z. B. cher Prozeß r, ſondern erch, wenn amens und gelegt hat. hervor, dem er Nahrung, Baamenkeime ung der Indi⸗ mehr bei de Vegetabiliſche Produktion. Vegetabiliſche Produktion. §. I. 4. Die urſpruͤngliche Entſtehung aller vollkommneren Pflanzen, welche hier nur in Betracht kommen, geſchiehet durch den Saamen, welcher duech den Zeugungsakt gebildet wird. In Anſehung des phyſiſchen Theils dieſer Lehre, den ich hier ſonſt mit Ruͤckſicht auf landwirth⸗ ſchaftliche Produktion ausfuͤhren wuͤrde, kann ich mich auf meines geliebten Schwiegerſohns, des Profeſſor Erome Handbuch der Naturgeſchichte fuͤr Landwirthe, ſo wie auch auf verſchie⸗ dene Fragmente meines ſeligen Freundes Einhof, welche ich im 7ten und 8ten Bande meiner Annalen des Ackerbaues habe abdrucken laſſen, beziehen; indem darin dieſe Lehre, ſo wie ſie dem denkenden Landwirthe angemeſſen iſt, und ganz nach meiner Anſicht der Sache, vorgetra⸗ gen worden. Ich gehe deßhalb ſogleich zum Praktiſchen uͤber. Die Produktion aus Saamen iſt nicht nur die urſpruͤngliche, ſondern auch die gewoͤhn⸗ liche, und ich werde daher im Allgemeinen nur von dieſer reden; der Produktion aus andern Entſtehung aus Saamen.* Keimen aber nur bei denjenigen einzelnen Pflanzen erwaͤhnen, wo ſelbige in Anwendung N8 kommt. §. 2. Bei jedem Saamenkorne kommt es auf eine vollſtaͤndige Ausbildung, Reife und geſunde Erhaltung an. Unvollſtaͤndig ausgebildete Saamen koͤnnen zwar Keimkraft haben, es liegt in ihnen aber immer eine Anlage zur Schwaͤche und Kraͤnklichkeit der Pflanze. Zwar kann dieſe Anlage durch guͤnſtige Umſtaͤnde, durch einen vorzuͤglich fuͤr die Pflanze geeigneten Boden und Witte⸗ rung uͤberwunden werden, und es koͤnnen aus einer unvollſtaͤndigen zuſammengeſchrumpften Saat geſunde und ſtarke Fruͤchte hervorgehen; allein die Gefahr des Mißrathens bleibt immer groͤßer, und ſteht in keinem Verhaͤltniſſe mit der Erſparung, die ein Landwirth durch ſolche machen koͤnnte. Ich erinnere dieſes um ſo mehr, da der große engliſche Naturforſcher Banks bei Gelegenheit ſeiner Bemerkungen uͤber das Befallen des Getreides die uͤbereilte Behauptung aufſtellte, daß die eingeſchrumpften Koͤrner dieſes befallenen Getreides zwar wenig zu anderem Gebrauche, aber vollkommen zur Ausſaat geſchickt ſeyn, indem ſie ihre Keimkraft nicht verlo⸗ Vollſtändigkeit des Sagmens. ren haͤtten. Dieſe Meinung des großen Mannes, welche vielen und ſchaͤdlichen Eindruck haͤtte machen koͤnnen, iſt aber ſogleich von mehreren Landwirthen experimentaliſch widerlegt worden. Und wenn gleich einige Landwirthe kleinere und ſchwaͤchere Koͤrner aus dem Grunde zur Ein⸗ ſaat empfohlen haben, weil deren mehrere in einem beſtimmten Maaße ſich befaͤnden, ſo ſind doch alle aufmerkſamere Beobachter von den Vortheilen der moͤglichſt vollſtaͤndigen und groͤßten Koͤrner uͤberzeugt, und man hat nicht ſelten eine vorzuͤgliche und ausgezeichnete Saat dadurch erhalten, daß man durch Auswahl der vollkommenſten Aehren und Koͤrner ſich einen Stamm ſtaͤrkerer Pflanzen verſchaffte, und dieſen durch ſorgfaͤltigere Behandlung erhielt. Hierauf beruhen zum Theil die Vorzuͤge, welche man an auslaͤndiſchen Getreidearten bemerkt, ſo lange man ſie mit beſonderer Sorgfalt auch in Hinſicht der Saamenauswahl behandelt. Die zur Saat beſtimmte Frucht muß alſo gleich an einer ſolchen Stelle gewaͤhlt werden, wo ſie die vollkommenſte Ausbildung erhalten hat, und unter manchen Verhaͤltniſſen wird es ſich reich⸗ lich verlohnen, wenn man ſich ſeinen Saamen auf einem der Pflanzengattung vorzuͤglich ange⸗ meſſenen Felde mit beſonderer Sorgfalt erzieht, und auch waͤhrend der Begetationsperiode die Vertilgung des Unkrauts und die Vereinzelung der Pflanzen zugleich mit der Lockerung des —ö—— 6 Die Saat. Bodens durch das Behacken zu bewirken ſucht, um die Pflanzen und mithin ihren Saamen zur hoͤchſten Vollkommenheit zu bringen. gleichmaͤßigſte Reife des Saamens bewirken. zenart eigen waͤre, ſo wird eine Ausſonderung der voͤllig reifen Aehrenſo oder Saamenkapſel ſich immer verlohnen. S6. 3. Sorgfältige dunſtung gebracht werden. Denn ſobald die Verderbniß, welche man das Dumpfig⸗ oder verloren, und manchmal hat ſelbſt die junge Pflanze ein friſches Anſehn. nern Entwickelung in der Bluͤtezeit aͤußert ſich Schwaͤche und Krankheit, ſo daß die Bluͤte zum Theil ohne Befruchtung abfaͤllt und ſich wenig oder gar keine Koͤrner erzeugen; eine Erfahrung, 8 1 die ich ſehr entſchieden und mit großem Verluſte bei dumpfig gewordenem Hafer gemacht habe. Iſt auch der Erfolg bei einem geringeren Grade der Dumpfigkeit nicht ſo auffallend, ſo wird er doch immer bemerklich ſeyn, und in manchen Faͤllen, wo man ein halbes Dißrathen der Saat andern Urſachen zuſchrieb, lag wahrſcheinlich diele zum Grunde. §. 4. Eine oͤftere Verwechſelung und Erneuerung der Saat, beſonders verſchiedener Getreide⸗ Saamens; in arten, iſt von manchen als eine unumgaͤngliche Bedingung vollkommner Ernten angenommen egn ſie no; worden. Man hat die Vorzuͤge derſelben, beſonders in großen Wirthſchaften, wo alles fa⸗ brikmaͤßig betrieben werden muß, als ausgemacht anerkannt, und ihre Nothwendigkeit iſt daſelbſt zum oͤkonomiſchen Glaubensartikel geworden. Allein meiner Ueberzeugung nach— 4 die ſich bisher, je mehrere Data ich daruͤber ſammelte und pruͤfte, mehr vergroͤßert als ver⸗ mindert hat— ruͤhrt der Vorzug fremder Saat nur daher, daß man die ſeinige nicht ſorgf faͤl⸗ tig genug auswaͤhlte und behandelte. Dies kann zuweilen in der Lokalitaͤt, in der Beſchaffen⸗ heit des Bodens und des Klimas liegen, die der vollkommenen Ausbildung einer Frucht nicht guͤnſtig ſind, und in einem ſolchen Falle iſt es unvermeidlich. Oefterer aber leidet es der ganze Betrieb der Wirthſchaft nicht, daß man auf die Auswahl und Behandlung der zum Saamen beſtimmten Frucht die gehoͤrige Aufmerkſamkeit wende, und insbeſondere das in dieſer Hinſicht 2 immer nachtheilige Schwitzen vermeide. Man hat in allen Gegenden gewiſſe Diſtrikte und Wirthſchaften, welche ſich durch ihre vorzuͤgliche Saat dieſer oder jener Frucht in vorzuͤglichen Ruf geſetzt haben, und ihren ſaͤmmtlichen Gewinn zu hoͤheren Preiſen als Ausſaat verkauften. Hier wird man aber theils einen dieſer Frucht beſonders angemeſſenen Boden, theils eine weit ſorgfaͤltigere Behandlung derſelben antreffen, und bei den Anbauern ſelbſt die Ueberzeugung Wechſelung oder Erneuerung des haben. Wo nun eins oder das andere fehlt, da kann allerdings eine Erneuerung der Saat ſie nicht; bin vielmehr uͤberzeugt, ſelbige geeigneten Boden hat, bei ſich ſelbſt zu immer hoͤherer Vollkommenheit bringen kome, ſo daß ſie dann jede fremde Saat uͤbertreffe. Hierdurch wird man auch die vollſtaͤndigſte und Wenn aber eine ungleiche Reifung der Pflan⸗ Eben ſo wichtig aber iſt eine ſorgfaͤltige Aufbewahrung des Saamenkorns. Jede Feuo⸗ Aufbewahrung. tigkeit, die ihm ſowohl von Natur zu Anfange anhaͤngt oder in der Folge angeſogen wird, muß entfernt und durch düne Verbreitung und oft wiederholte Umruͤhrung ſchnell zur Ver⸗ Mulſtrigwerden nennt, und welche ſich durch den Geruch ſehr deutlich offenbart, in der Saat entſtanden iſt, wird ihr Gebrauch wenigſtens hoͤchſt mißlich. Die Keimkraft geht nicht dabei Aber bei ihrer fer⸗ finden, daß ſie den Ruf ihrer Saat dem letztern eben ſo ſehr wie dem erſtern zu verdanken auch mit betraͤchtlichen Koſten oͤkonomiſch rathſam ſeyn, aber fuͤr unbedingt noͤthig halte ich 3 daß man unvollkommnere Saat, wenn man anders fuͤr S i ini darin feiih, aus eimn nild gunnkorn jed fee Toden, d gtmoſphaͤre un nenkorns zu b welches letztere Boden ſo ſchwe hergiebt, ſod wird Weienſt Satt lefetn, u Es itt uͤbr Gefundheit und zenden forterde Misüch Vorſicht dabei zw ſehen, inde die gelbe Wuch man ſeine Sas ſehn, ſie von die Getſte un Ackerſenf, w in Niederung Einige andre verlierel ger erhalten, kommneren hie der Vorzug, w ſende eine h⸗ m Vollkomme im Saamenke dieſer Hiniic ſehr lange eit denkl lichen Je dieben. Hi kung und alle ſ dange, do⸗ bejunden hab dorgezagen, ſind die mehr ilten ri 4 Die Saat. 7 Lchnn Diejenigen, welche die Ruͤtzlichkeit einer Saatheränderung unbedingt annehmen, ſind der Jir⸗ darin ſtreitig, ob man ſie von einem ſchlechtern oder beſſern, ſchwaͤchern oder ſtaͤrkern Boden, amenkauf aus einem mildern oder rauhern Klima hernehmen ſolle?— Ohne Zweifel daher, wo das dyſeh Saamenkorn jeder Art am vollkommenſten und geſundeſten iſt. Nicht immer iſt dies der ſtaͤr⸗ kere Boden, das mildere Klima; die Frucht ſteht hier oft zu dicht, iſt den Einwirkungen der Atmoſphaͤre und des Lichts zu wenig ausgeſetzt, um die vollkommenſte Ausbildung des Saa⸗ menkorns zu bewirken; das Korn wird hier oft groß, aber ſtaͤrker an Huͤlſe wie an Mehl, ₰ n dui⸗ welches letztere nur die Nahrung des jungen Pflaͤnzchens ausmacht. Wenn dagegen aber der uh nid,„Boden ſo ſchwach iſt, daß er nicht Nahrung genug zur voͤlligen Ausbildung des Saamenkorns iu Ver⸗ hergiebt, ſo wird dieſes ebenfalls zur Reproduktion vollkommener Pflanzen unfaͤhig ſeyn. So npfig⸗ oder wird Weizenſaat von einem Boden, der nur erzwungen Weizen traͤgt, eine unvollkommene der Sant Saat liefern, und eine Erneuerung derſelben von eigentlichem Weizenboden her verlangen. nicht dabei Es iſt uͤbrigens gewiß, daß bei den Pflanzen wie bei den Thieren, Staͤrke und Schwaͤche, ihrer fer⸗ Geſundheit und Krankheit, nicht bloß auf die naͤchſte Generation, ſondern auch auf die fol⸗ Nüte zum genden forterbe, und nur allmaͤhlig durch andere Einwirkungen umgeaͤndert werde. Däehrung, Mißlich bleibt eine Veraͤnderung der Saat immer, wenn man nicht mit der groͤßten nact habe. Vorſicht dabei zu Werke geht. Insbeſondere hat man auf die Reinheit von Unkrautsſaamen d, ſo vidd zu ſehen, indem man ſich ſonſt ein vorher nicht gekanntes, hoͤchſt ſchaͤdliches Unkraut, z. B. brathen dee die gelbe Wucherblume(Chrysanthemum segetum), auf ſeiner Feldmark zuziehen kann. Weiß man ſeine Saat von gewiſſen Unkrautsſaamen nicht zu reinigen, ſo kann dies eine Veranlaſſung ſeyn, ſie von einem andern Orte herzunehmen. So wechſelt man in meiner Gegend haͤuſfig die Gerſte und Hafer zwiſchen Hoͤhe und Niederung, weil die Saat des letzteren nur mit dem er Gettih Ackerſenf, welcher auf der Hoͤhe nicht fortkommt, die von der Hoͤhe mit dem Ackerrettig, der ingenommen in Niederung leicht unterdruͤckt wird, verunreinigt iſt. d 1 vo alles fa⸗ endigkeit iſ§. 5. g nach— Einige Saamen behalten, wenn ſie gut aufbewahrt werden, ihre Keimkraft ſehr lange, Dauer der Saa⸗ tt als ver⸗ andre verlieren ſie ſchnell, und duͤrfen kaum uͤberjaͤhrig werden. Bei denen, welche ſich laͤn⸗ men. üt ſorgfäͤl⸗ ger erhalten, findet man indeſſen, daß nur die vollkommneren Koͤrner es thun, die unvoll⸗ zeſchaffen⸗ kommneren hingegen und kraͤnklichen ſie fruͤher verlieren. Hierauf beruht wohl hauptſaͤchlich zucht nich der Vorzug, welche eine aͤltere Saat bei manchen Gattungen hat, indem aus ſelbiger nur ge⸗ der ganze funde Keime hervorkommen, denen Raum und Nahrung durch Schwaͤchlinge, die doch zu kei⸗ Saamen ner Vollkommenheit kommen, nicht geraubt wird, auch keine Krankheiten, wozu die Anlage er Hinſicht im Saamenkorne liegt, z. B. der Kornbrand im Weizen, entſtehen. Man muß aber auch in ikte ud. ddieſer Hinſicht die Natur der einzelnen Gewaͤchſe kennen. Vollkommnes Getreide kann ſich orzuͤglichen ſehr lange erhalten und man hat Beiſpiele, daß Kornvorraͤthe, welche in Felſenkellern ſeit un⸗ verkauften. denklichen Zeiten aufbewahrt und zufaͤllig wiedergefunden wurden, zur Ausſaat noch tuͤchtig— ſs eine weit blieben. Hierzu gehoͤrt aber vielleicht eine voͤllige Abſchneidung der atmoſphaͤriſchen Einwir⸗ berzeugung kung und aller Feuchtigkeit. Auf gewoͤhnliche Weiſe aufbewahrt haͤlt ſich das Getreide nicht verdanken ſo lange, doch will man fuͤnfjaͤhrigen Weizen und dreijaͤhrigen Rocken zur Saat noch tuͤchtig der Sgaat befunden haben. Ein⸗ und zweijaͤhriger Weizen wird in der Praxis dem friſchen faſt allgemein⸗ zhalte ich vorgezogen, weil er aus vorerwaͤhnter Urſach vom Brande mehrentheils frei iſt. Beim Rocken anders für ſind die mehrſten Landwirthe anderer Meinung, und ziehen die friſche Saat vor, weil ſie von gen koͤne, aͤlterer oder uͤberjaͤhriger mehr nehmen zu muͤſſen glauben, und in der That bei gleichem Maaße weniger davon hervorſticht. Da dieſes aber um ſo geſundere Pflanzen ſind, und dieſe bei der 1 ——— — habe ich mit Erfolg geſaͤet. Reinheit des Saamens. Einquellen der Saat. — 8 Die Saat. gewoͤhnlichen Saat doch immer im Uebermaaße hervorkommen, ſo iſt ein zu duͤnner Stand dennoch nicht zu beſorgen. Die Saat der Huͤlſenfruͤchte erhaͤlt ſich ſehr lange, und ich habe bei zehnjaͤhrigen Wicken durchaus kein Zuruͤckbleiben derſelben verſpuͤrt. Alle oͤlichte Saa⸗ men, wenn nicht Milben hineinkommen, halten ſich lange, und man giebt z. B. dem alten Leinſaamen einen entſchiedenen Vorzug, wogegen man jedoch friſchen Hanfſaamen zu nehmen empfiehlt. Der Kleeſaamen haͤlt ſich, meiner Beobachtung nach, zwei Jahre ſehr gut, ver⸗ liert im dritten und wied im vierten unbrauchbar. Spoͤrgelſaamen, der ſieben Jahr alt war, verdiente aber durch Verſuche und durch Sammlung der bisher daruͤber gemachten Erfahrun⸗ gen genauer ausgemittelt zu werden. 6 88 Da faſt alle vollkommenere Koͤrner ſich wenigſtens ins zweite Jahr erhalten, ſo iſt es ohne Zweifel entſchieden vortheilhaft, einen uͤberjaͤhrigen Saatvorrath, beſonders vom Win⸗ tergetreide zu haben, weil man dadudch zur Wahrnehmung der vortheilhafteſten Saatzeit in Stand geſetzt wird. Es verſteht ſich jedoch, daß man ſie nicht von ſolchen Jahren aufbewah⸗ ren muͤſſe, wo das Getreide unvollkommen geblieben iſt. jahren vorjaͤhrige Saat liegen, ſo iſt der Vortheil um ſo groͤßer, und man kann ſich gegen andre gluͤcklich preiſen. 1 §. 6. Eijne ooͤllige Reinigung der Saat von Unkrautsſaamen und auch von unvollkommenen Koͤrnern iſt von großer Wichtigkeit. Man bewuͤrkt ſie: a) Durch das Wurfeln, indem man nur den Vorſprung zur Saat abſondert. Daſſelbe wird durch eine gut eingerichtete Staube⸗ oder Putzmuͤhle, welche das ſchwerere Korn von dem leichtern und Unkrautsſaamen abſondert, bewuͤrkt. b) Durch Siebe, deren man dann viele von allen Gradationen in der Weite der doͤcher haben muß. Unkrautsſaamen, die kleiner ſind wie die Saat, ſo wie die ſchmaͤchtigen Koͤrner der letztern werden durch Siebe abgeſondert, welche jene durchlaſſen, aber die vollkommnere Saat zuruͤckhalten. Andre fremde Koͤrner, die groͤßer ſind wie die Saat, werden zuruͤckge⸗ halten in Sieben, welche die Saamenkoͤrner durchgehen laſſen. c) Durch das Schwemmen, indem man die Saat in ein ſie umruͤhrt und nun die oben ſchwimmenden fremdartigen Dinge und die leichten Koͤrner mit einem Durchſchlage abnimmt. Man kann hierdurch am beſten die Knoten des Hederichs und den Saamen der Wucherblume, ſo wie mehrere andere abſcheiden. Es verſteht ſich, daß die Saat ſo wie ſie aus dem Waſſer kommt, ſogleich duͤnn ausgebreitet und abgetrocknet werde. (CS. 27. Hiermit iſt das Einquellen der Saat nicht zu verwechſeln, wo man ſie in einem feuchten Zuſtande erhaͤlt, um die Entwickelung des Keims zu befoͤrdern, und ſie hierauf ſogleich auszu⸗ ſaͤen, damit ſie dann um ſo geſchwinder hervorkomme. Denn wenn nun eine fortdauernde Duͤrre dem hervorgelockten Keime alle Feuch⸗ bedenklich. und es wuͤrde un⸗ tigkeit entzogen hat, ſo muß derſelbe oder das junge Pflaͤnzchen verdorren, gleich beſſer geweſen ſeyn, wenn der Saamen ungekeimt bis zu eintretendem Regen in und Die Eigenthuͤmlichkeit eines jeden landwirthſchaftlichen Saamens Hat man aber in ſolchen Mißwachs⸗ Kuͤben mit Waſſer ſchuͤtte, Dieſe Operation, welche von den Gaͤrtnern laͤngſt angewendet worden, hat man auch den Ackerbauern empfohlen, insbeſondere wenn die Erde zur Saatzeit ſehr ausgedoͤrrt iſt. Sie iſt aber gerade in dieſem Falle hoͤchſt der Erde geblieben waͤre. Tritt freilich Feuchtigkeit zu rechter Zeit ein, ſo kann dieſe Operation gelingen, und ſolcheing nie die Griht ülln muvend W suuns iu! Es ſind zungen oder ſo man zur Verh einem andern 9 Meeizen und verſ 12) Miſjar Duͤngunzemittel Wmaiheung geben, bewirken, auch widerſtehen kde gungsmittel ſi denn die erſte und wenn es d zu weit entfer⸗ Nutzen zu zieh vermiſchte, w b) Sa Schwefelſaͤur auch Arſenik und vor der n ſolchen leicht und durch die unſteeitig aber genau angeſtel dens keineswe Schwaͤchlichkei dung dieſet R. auszominteln, Man h ſuhalten oder die giftigen, vuͤrde, waͤre 7 Ide um zu ihrer d fen des gingi rerung waͤhne ſheinlickei, Zweite dh ünner Sianz und ich hohe lichte Sin⸗ dem alten u mehmen gut, der⸗ ahr alt wu en Saanege n Erinheun⸗ t, ſo ite bom Win⸗ zaatzeit in ꝛufbewah⸗ Nißwachs⸗ ſich gegen Ulommenen . Daſelbe e Korn von eder locher lgen Koͤrner Ukommnere n zuruͤckge⸗ Jſchuͤttet, toͤrner mit rrichs und „daß die werde. em feuchten hleich auszu⸗ he von den nobeſondere Halle hoͤcht alle Feuch⸗ wuͤrde un⸗ in der Erde en gelingen, und Die Saat. 9 und ſolche eingeweichte Saat einen Vorſprung vor anderer erlangen; allein der Vortheil wiegt nie die Gefahr auf, welche damit verbunden iſt, und dieſes Mittel iſt hoͤchſtens in ſolchen Faͤllen anzuwenden, wo man ſich mit der Saat verſpaͤtet hatte, und keine voͤllige Ausdoͤrrung des Bodens zu beſorgen iſt S. 83. Es ſind auch zur Befoͤrderung einer ſchnellen und kraͤftigen Keimung mehrere Einbei⸗ zungen oder ſogenannte Beſchwaͤngerungen der Saat empfohlen worden. Von denen, welche man zur Verhuͤtung des Brandes im Weizen und anderer Krankheiten anwendet, an einem andern Orte. Hier reden wir nur von denen, wodurch man die Vegetationskraft auf⸗ reizen und verſtaͤrken will. Man gebraucht dazu: a) Miſtjauche oder Laugen aus Kalk, Aſche und Salz, und betrachtet ſie als wirkſame Duͤngungsmittel, die der jungen Pflanze eine vorzuͤgliche Nahrung in ihrer unmittelbaren Be⸗ ruͤhrung geben, folglich einen lebhaften Trieb, wodurch ſie beſonders dem Unkraute vorkommt, bewirken, auch ihre Kraft und Geſundheit, ſo daß ſie der Einwirkung ſchaͤdlicher Potenzen widerſtehen koͤnne, verſtaͤrken ſolle. Dieſe unmittelbar an den Saamen angebrachte Duͤn⸗ gungsmittel ſind aber der Theorie und unbefangener Erfahrung nach hierzu unvermoͤgend; denn die erſte Nahrung erhaͤlt das junge Pflaͤnzchen aus der Subſtanz ſeines Saamenkorns, und wenn es durch ſeine Wurzeln ſeine Nahrung einzuziehen anfaͤngt, ſo haben ſich dieſe ſchon zu weit entfernt, um von dem Duͤngungsmittel, welches an der Huͤlfe des Saatkorns haftet, Nutzen zu ziehen. Sie koͤnnen alſo nicht mehr bewirken, als wenn man ſie mit dem Boden vermiſchte, wo dann die angewandte Quantitaͤt zu unbedeutend ſeyn wuͤrde. 1 b) Sauerſtoffhaltige und ſelbſt ſaure Mittel: vorzuͤglich iſt opygeniſirte Salzſaͤure, Schwefelſaͤure, Mennig und andere Bleiopyde, Eiſenvitriol, Salpeter und Salpeterſaͤure, auch Arſenik dazu empfohlen worden. Man hat einige dieſer Mittel ſchon zu aͤlteren Zeiten und vor der neueren Entdeckung, daß der Sauerſtoff und die mit Sauerſtoff uͤberſaͤttigten und ſolchen leicht abgebenden Materien die Keimkraft der Saamen lebhaft erweckten, empfohlen, und durch dieſe Entdeckung iſt die Aufmerkſamkeit aufs neue darauf gerichtet worden. So unſtreitig aber die Wirkſamkeit des Sauerſtoffs zur Aufreizung des Keimes iſt, ſo haben doch genau angeſtellte Verſuche gezeigt, daß dieſe Ueberreizung des Keims und des jungen Pflaͤnz⸗ chens keinesweges von guten Folgen ſey, ſondern vielmehr der heranwachſenden Pflanze Schwaͤchlichkeit und Kraͤnklichkeit zuziehe. Eine umſichtige Theorie begruͤndet alſo die Anwen⸗ dung dieſer Mittel nicht mehr, um ſo weniger, da es ſchwer ſeyn wuͤrde, das gerechte Maaß auszumitteln, und es im Großen, ſo daß es jedes Korn treffe, anzuwenden. Man hat zwar auch den Rebenzweck dadurch erreichen wollen, Inſekten und Voͤgel ab⸗ zuhalten oder zu toͤdten, aber auch dies bewirken die gewoͤhnlichen Einbeizungen nicht, und die giftigen, beſonders die arſenikaliſche, in der Staͤrke anzuwenden, daß dieſer Zweck erreicht wuͤrde, waͤre ſehr gefaͤhrlich. §. 9. Jede Frucht hat eine laͤngere oder kuͤrzere Periode, worin ſie ausgeſaͤet werden kann, um zu ihrer vollen Reife zu gelangen. Ihr Erfolg haͤngt ſehr oft von einem gluͤcklichen Tref⸗ Einbeizungen der Saat. Saatzeit. fen des guͤnſtigen Moments in dieſer Periode ab. Da dies aber Bezug auf die kuͤnftige Wit⸗ terung waͤhrend der Vegetationsperiode hat, ſo kann der Landwirth zuweilen, wohl mit Wahr⸗ ſcheinlichkeit, aber nie mit voͤlliger Sicherheit darauf bei der Auswahl dieſes Zeitpunkts Ruͤck⸗ Zweiter Theik. B ¹ — — Unterbringung der Sgat, 2 der großen Gerſte viel. ‧‧V— 8 24 10 Die Saat. ſicht nehmen. Er muß ſich vielmehr nach dem guͤnſtigſten Feuchtigkeits⸗ und Temperaturzu⸗ ſtande des Bodens fuͤr die ihm bekannte Natur einer jeden Fruchtart richten. Manche Saaten lieben einen trocknern und waͤrmern Zuſtand des Bodens bei ihrer erſten Entwickelung, z. B. Rocken, Gerſte, Buchweizen; andre einen feuchtern, wie Weizen und Hafer. Es iſt ſchon viel gewonnen, wenn der Zeitpunkt nur in dieſer Hinſicht getroffen wird, und man ſetzt mit ter unguͤnſtigen in die Erde kam. beſonders guͤnſtig ſey: im Fruͤhjahre, wenn ſie mit Duͤnſten angefuͤllt iſt, die beſonders des Morgens fruͤh beim Sonnenaufgange am außerſten Horizonte die Erſcheinung einer wellenfoͤr⸗ migen Bewegung geben, ſo daß manchmal die hervorkommende Sonne, wie es das Volk Bei dieſer Erſcheinung verſpricht man ſich beſonders fuͤr die Ausſaat nennt, zu tanzen ſcheint. Manche ſchreiben der Beruͤhrung der Saat vom Thau eine große Wirkung zu, und rathen zu dem Ende an, nur gegen Abend auszuſaͤen, und erſt am folgenden Morgen ſelbige unterzubringen, jedoch nur bei warmen Naͤchten. Sind noch Reife zu beſor⸗ gen, ſo ſoll man die Saat vor Abend bedecken.“— Man findet von vielen durchaus angerathen, in der fuͤr jede Frucht beſtimmten Saatpe⸗ riode den fruͤhſten Zeitpunkt wahrzunehmen und mit der Beſtellung deshalb moͤglichſt zu eilen. Eine zu allgemeine Ausdehnung dieſer Maxime iſt aber falſch und nachtheilig, wenn man da⸗ bei alle Ruͤckſicht auf den Zuſtand des Bodens und der Witterung vernachlaͤſſigt. guͤnſtigen Zeitpunkt ergreifen koͤnne; dieſer aber muß dennoch abgewartet werden. Der Eng⸗ laͤnder ſagt gewiß ſehr richtig: You had better to be out of time than dut of temper (ſeyd lieber außer der Zeit als außer der Temperatur). Am verderblichſten aber iſt es, wenn man, um fruͤh zu ſaͤen, die gehoͤrige Vorbereitung vernachlaͤſſigt. Vormals ſpielte der Mond bei der Auswahl der Saatzeit eine große Rolle, und gewiſſe Saamen mußten beim zunehmenden, andere beim abnehmenden Lichte in die Erde gebracht werden. Man hatte die daruͤber angenommenen Regeln beinahe vergeſſen, wie neulich ein erfahrner und geſchickter amerikaniſcher Gaͤrtner nach ſeinen Erfahrungen die Meinungen hier⸗ uͤber wieder in Anregung brachte und mehrere Englaͤnder ihm darin beipflichteten. Ein Phyſiker will dem zu Folge die Wirkung des Mondes dadurch erklaͤren, daß den eben aufkeimenden Pflanzen die ununterbrochene Reizung des Lichtes in mondhellen Raͤchten nachtheilig werden koͤnne, da wir wiſſen, daß allen Pflanzen in dieſem Zuſtande das Licht nicht vortheilhaft ſey Wir warten billig aber mehrere Beſtaͤtigungen durch genaue Beobachtungen und Verſuche ab, bevor wir uns beſondere Ruͤckſicht darauf zu nehmen entſchließen. — §. 10. Jeder Saame darf nur eine ihm angemeſſene Bedeckung mit Erde haben. ihn nicht zu ſtark, ſo liegt er allerdings in einer groͤßeren Vertiefung beſſer, weil er daſelbſt die noͤthige Feuchtigkeit ſindet und auch in ſeinen jungen Wurzeltrieben nicht zu verdorren oder von Erde entbloͤßt oder durch den Froſt herausgehoben zu werden Gefahr läͤuft. Aber eine zu ſtarke Bedeckung kann ſeine Keimung ganz verhindern, oder doch das Hervortreten ſeines Saamenblatts erſchweren und unterdruͤcken. Im allgemeinen kann man annehmen, daß, je groͤßer die Saamenkoͤrner ſind, ſie eine deſto ſtaͤrkere Bedeckung ertragen; wogegen feine Saa⸗ men nur außerſt flach bedeckt werden duͤrfen. Es iſt gew=iz in jedem Falle rathſam, alle Vorbereitungen moͤglichſt ſo einzurichten, daß man den erfſſen Iſt dieſe ft Beil 2) dvS 1 Nu) 1u 8 9 us 4 dher Walzen Recht weit groͤßere Hoffnung auf eine Saat, welche unter ſolchen guͤnſtigen Anſpicien, al unn Heeii Man hat bemerkt, daß ein gewiſſer Luftzuſtand der Ausſaat dc) noch Außer 1 legen kom des Bodens deckt werden ſicht brtren und eine tie koͤnnte. De ſten Saaten facher oder beſondersb Häͤlſenfruͤch zen nur ei feuchte Wi Eini anterzupfl ich dies füͤ an wende indem die Die merkſamke och zu ihl nfig iſ, Atte den Voſt Da die den eineen des gewoͤt und in all neidemao⸗ däͤurger; auch allent Ner wuͤrde„u erſcheinen. ſolchen Au reten Ste nperatna che Saam ung, z. d. s iſt ſchon an ſetzt mit len, als un⸗ der Jusſan⸗ eſonder des er vellfde⸗ 3 das Vol die Ausſaat eine große folgenden zu beſor⸗ ten Saatye⸗ hſt zu eilen. nn man da⸗ Is iſt gewiß den erſten Der Eng⸗ ok temper iſt es, wenn und gewiſe de gebracht neulich ein ungen hier⸗ in Phyſiker fkkeimenden lig werden eilhaft ſey. erſuche ab, gidiee füt il er daſelbſt dorren oder ltber eine zu reten ſeines ü'„ daß, ſe feine Saa⸗ Beim Ackerbau unterſcheidet man daher drei Arten von Unterbringung der Saat, naͤmlich: a) das Unterpfluͤgen, An 3 b) das Aufſaͤen auf die rauhe Pflugfurche und Eineggen, c) das Aufſaͤen nach der abgeeggeten Furche und nochmaliges Ueberziehen mit der Egge oder Walze nach der Ausſaat. Hierzu kann man d) noch das Unterbringen mit dem Exſtirpator oder einer aͤhnlichen Maſchiene zaͤhlen. Außer der Natur des Saamens kommt es aber bei der Tiefe, worin der Saamen zu liegen kommen ſoll, oder bei der Auswahl dieſer Unterbringungsmethoden auf den Zuſtand des Bodens und der Witterung an. Bei der Duͤrre koͤnnte und muͤßte jede Saat ſtaͤrker be⸗ deckt werden als bei der Naͤſſe. Hiernach muß man ſich allerdings richten, jedoch mit Vor⸗ ſicht Extreme vermeiden, weil die Witterung ſich nach der Einſaat ſchleunig umaͤndern kann, und eine tiefer untergebrachte Saat bei neu erfolgenden heftigen Regenguͤſſen erſtickt werden koͤnnte. Der Exſtirpator oder eine aͤhnliche Maſchine gewaͤhrt bei der Unterbringung der mei⸗ ſten Saaten die groͤßte Sicherheit, indem ſie dadurch auch aufs ſchleunigſte und nach Gefallen flacher oder tiefer bewirkt werden kann. Wir werden die Natur jeder Saat in dieſem Stuͤcke beſonders bemerken. Hier fuͤhren wir nur z. B. an, daß unter den gebraͤuchlichſten Saaten, Huͤlſenfruͤchte, Weizen, Gerſte und Hafer eine tiefere Unterbringung, Rocken und Buchwei⸗ zen nur eine flache ertragen koͤnnen, und daß das Unterpfluͤgen der letztern, wenn nachher feuchte Witterung eintritt, immer gefaͤhrlich ſey. Einige haben, um ſicher zu gehen, die Maaßregel angenommen, die Haͤlfte der Saat unterzupfluͤgen und die andere Haͤlfte auf die rauhe Furche zu ſaͤen. Bei der Winterung halte ich dies fuͤr unbedenklich und zuweilen ſelbſt vortheilhaft, wenn man die doppelte Arbeit dar⸗ an wenden will. Bei der Soͤmmerung habe ich aber einen ſehr uͤblen Erfolg davon bemerkt, indem die Saat zweilaͤuſig wurde und in der ganzen Vegetationsperiode zweiwuͤchſig blieb. Die Unterbringung der feinern Saamen, z. B. des Klees, erfordert am meiſten Auf⸗ merkſamkeit, da ſie ſo leicht, ſelbſt mit der Egge, zu tief eingezogen werden koͤnnen und den⸗ noch zu ihrer Keimung einige Umgebung mit Erde, wenn die Witterung ihnen nicht uͤberaus guͤnſtig iſt, erfordern; woruͤber das Weitere in der Lehre vom Anbau ſolcher Fruͤchte. S. 11. 3 eUnter allen Fragen iſt die, uͤber die Staͤrke der Einſaat des Getreides, und unter wel⸗ chen Umſtaͤnden und Bedingungen eine ſtaͤrkere oder ſchwaͤchere rathſam ſey, am ſtreitigſten. Da die Begriffe einer ſtarken und ſchwachen Einſaat nur relativ ſind, ſo muͤſſen wir zuvor den einer mittleren oder gewoͤhnlichen beſtimmen und dies iſt nicht ſchwierig, da wir in Anſehung Stärke der Einſaat⸗ des gewoͤhnlichen Ausſaats⸗Quantum eine unerwartete Uebereinſtimmung bei allen Nationen und in allen Klimaten ſogar antreffen. Die mittlere Ausſaat iſt, wenn wir Acker⸗ und Ge⸗ treidemaaß auf das unſrige reduziren, zwiſchen 18 und 20 Berliner Metzen auf den Mag⸗ deburger Morgen, von allen gewoͤhnlichen Getreidearten bis auf den Hafer, der in der Regel auch allenthalben um ¾ oder um die Haͤlfte ſtaͤrker ausgeſaͤet wird. Wenn wir annehmen duͤrften, daß die Ausſaat gleichmaͤßig uͤber den Acker vertheilt wuͤrde, und daß jedes Korn eine Pflanze gaͤbe, ſo wuͤrde eine ſolche Ausſaat ganz uͤbermaͤßig erſcheinen. Graf Podewills hat in ſeinen Wirthſchafts⸗Erfahrungen berechnet, daß bei einer ſolchen Ausſaat 91 Rockenkoͤrner auf einen Quadratfuß fallen; bei Unterſuchung einer der dich⸗ teſten Stellen fand er aber nur 32 hervorſtechende Spitzen. Daß auch nur dieſe bleiben koͤn⸗ B 2 —cſc———.———— Die Saat. nen, ſcheint mir wegen Mangel an NRaum und Nahrung unmdoͤglich, ſie koͤnnten ſich wenig⸗ ſtens nicht beſtauden und mehrere Halme hervorbringen. Ich habe ſehr haͤufig bemerkt, daß 12 bei Getreide, welches vorzuͤglich dicht in Aehren ſtand, ſich nur eben noch nicht lagerte, und einen Ertrag gab, der den nach der Kraft des Bodens zu erwartenden weit uͤberwog, nicht mehr als 5 bis 6 Pflanzen auf einen Quadratfuß ſtanden, und nach meinen Beobachtungen muß ich einen ſo geraͤumigen Stand der Pflanzen fuͤr eine Bedingung des moͤglich hoͤchſten Er⸗ trages halten. heranwachſen. L Da wir aber bei der gewoͤhnlichen Beſtellungsart eine gleichmoͤßige Vertheilung nicht bewirken, und noch weniger das Gedeihen jeder Pflanze erwarten koͤnnen, ſo duͤrfen wir uns bei unſerer Ausſaat nach dieſen an ſich richtigen Erſcheinungen nicht richten. Es bleibt rathſam ſo dick auszuſaͤen, daß nicht leicht eine Stelle zu duͤnn befallen werde, und dann die noth⸗ wwWendige Verduͤnnung der Pflanzen, wo ſie zu dicht ſtehen, der Natur zu uͤberlaſſen, oder den Ueberfluß vielleicht in der Folge wegzunehmen. Da die allgemeine Erfahrung jenes Ausſaats⸗ maaß bei der gewoͤhnlich en Beſtellung als das ſicherſte beſtaͤtiget hat, und die Saaterſpa⸗ rer, ſo lange ſie dieſe nicht abaͤnderten, im Durchſchnitt nicht glücklich geweſen ſind, ſo ha der Landwirth Gruͤnde genug, dabei zu beharren. Wenn aber eine zweckmaͤßige Abaͤnderung gemacht wird, in der Art des Saͤens ſowohl, wodurch eine gleichmaͤßigere Vertheilung bewirkt wird, als in der Art des Unterbringens, wodurch man jedes Korn in ſeine rechte Lage bringt und ſein Gedeihen mehr ſichert; wenn zu⸗ gleich der Zuſtand des Ackers eine ſtarke Beſtaudung zuſagt; ſo kann, wie von ſelbſt einleuch⸗ tet, und wie unzaͤhlige Erfahrungen beſtaͤtigt haben, eine ſehr große Saaterſparung von mehr 4 als der Haͤlfte gemacht werden. Eine geringere Saaterſparung, ſo daß man nicht mehr als 14 Metzen ausſaet, findet ſtatt, ſobald man nur einer guten Vertheilung, eines ziemlich vollſtaͤndigen Aufgehens und einer guten Beſtaudung ſicher iſt. Iſt das Gegentheil, ſo muß man uͤber das gewoͤhnliche Maaß hinausgehen. Es wird alſo das Weniger oder Mehr der Ausſaat beſtimmt: a) durch die Geſchicklichkeit des Saͤemanns, von welcher man eine mehr oder minder gleichmaͤßige Vertheilung der Saat uͤber alle Stellen erwarten kann. b) Durch die Guͤte der Saat, ob ſie naͤmlich ſo ſey, daß von den bei weitem mehrſien Koͤrnern geſunde und ausdaurende Pflanzen erwartet werden duͤrfen. c) Durch guͤnſtige oder unguͤnſtige Witterung zur Saatzeit, und den der Saat mehr oder weniger angemeſſenen Feuchtigkeitszuſtand. d) Durch die groͤßere oder geringere Gaarheit und Klarheit des Ackers, welche die Keimung und Anwurzelung der Pflanzen mehr oder minder beguͤnſtigt. e) Durch die Kraft des Bodens und ſeine Angemeſſenheit fuͤr die Frucht, in ſo fern dieſe naͤmlich die ſtarke Beſtaudung und das Aufkommen der Pflanzen beguͤnſtigt. f) Durch die fruͤhe oder ſpaͤte Saatzeit, indem naͤmlich jene die Beſtaudung der Pflan⸗ zeu erlaubt, bevor der Trieb zum Schoſſen, bei jeder Pflanze zu einer gewiſſen Jahrszeit, eintritt. im Julius um die Haͤlfte weniger als im Oktober einſaͤen darf. Hiernach wird ſich der verſtaͤndige Landwirth bei der Verminderung oder Vermehrung ſeiner Ausſaat richten, unbekuͤmmert um die Streitfrage, ob man ſtarken Boden ſtark, und ſchwachen Boden ſchwach, oder umgekehrt beſaͤen muͤſſe. Ein großer Theil der Pflanzen alſo wird ausgehen, wenn Linige kraͤftig genug Dieſer Umſtand iſt von ſo großer Wichtigkeit, daß man z. B. vom Stauden⸗Rocken g1 in fnder nun me Chril van don aut vohl dah tiode inmer ei den, daß man zhell der Pfo Fampfe wite tritt, wo ſelc rung ungünſig vother di Ni Pfnzen den 1 theurer Duͤnger ſu einer allgem Ks ane kung des Unkt durch erreicht empor wachſe It Boden ur der ausgeſaͤe behaupten. men. Ich! woͤhnlichen? iſt ſo arg w oder minder nes nicht, n harre bei me Unkraute we handnehmend Saat iſt uͤber und üͤberfluͤſſi Korner in ein Die ſchwerlichd ohne Zweife iinken Seit dem Winde denn ſie voll Wndes und ſey de beſe, mann eine an Daßd ekannt. 3 ſich dai emerkt, dß gerte, und rwog, nict eobachtung hoͤchſten ⸗ kraͤftig aan heilanz uiht fen wirns ibt rathſen die noth⸗ oder den Ausſaats⸗ Saaterſpa⸗ ind, ſo ha⸗ ens ſowohl, erbringens, t; wenn zu⸗ lſt einleuch⸗ no don mehr zſäet, fndet fgehens und gewoͤhnlich der minder n mehrſten Saat mehr welche di , in ſo fern der Pfan⸗ Jahrszeit, den⸗Rocken dermehrung ſtark 1 und Die Saat. 13 Bei den meiſten mechaniſch⸗praktiſchen, ſonſt guten und aufmerkſamen Landwirthen, findet man mehr Neigung ihre Einſaat zu verſtaͤrken als zu vermindern. Dies ruͤhrt zum Theil vom Vorurtheile und von der Maxime, lieber zu viel als zu wenig zu thun, dann aber auch wohl daher, daß eine dichte Saat nach dem Aufgehen und in der erſten Vegetationspe⸗ riode immer ein mehr verſprechendes Anſehen hat, als eine duͤnne. Ich habe immer gefun⸗ den, daß man ſich lebhaft daruͤber freuete, ungeachtet es augenſcheinlich war, daß der groͤßte Theil der Pflanzen unterdruͤckt werden muͤſſe, wenn der kleinere Theil aufkommen ſoll. Im Kampfe mit einander, ezmatten die Pflanzen ſaͤmmtlich; weswegen immer eine Periode ein⸗ tritt, wo ſolche dichtſtehende Felder ein gelbes Anſehen bekommen; und iſt dann die Witte⸗ rung unguͤnſtig, ſo gehen ſie wohl ſammtlich aus, und es entſtehen Fehlſtellen gerade da, wo vorher die Pflanzen am dichteſten gehauft waren. Ich leugne nicht, daß die ausgehenden Pflanzen den uͤbrigbleibenden nachmals als Duͤnger dienen koͤnnen; aber dies iſt immer ein theurer Duͤnger, und nicht ſelten geben ſie, beſonders bei den Winterfaaten, auch Veranlaſſung zu einer allgemeinen Faͤulung. Als einen Hauptgrund einer ſtaͤrkeren Ausſaat, giebt man hauptſaͤchlich die Unterdruͤk⸗ kung des Unkrauts an. Ich hade aber durchaus nicht gefunden, daß man dieſen Zweck da⸗ durch erreicht habe. Eine ſich ſtark beſtaudende den Acker dicht belegende und nachmals ſchuell empor wachſende Frucht, unterdruͤckt das Unkraut, aber nicht eine dicht ausgeſtreuete Saat. Iſt Boden und Witterung dem im Acker oder in der Saat befindlichen Unkraute guͤnſtiger als der ausgeſaͤeten Frucht, ſo wird jenes ſo gut hervortreiben wie dieſe, und ſeinen Platz beſſer behaupten. Die Frucht wird gerade ihres zu dichten Standes wegen nicht ſchnell empor kom⸗ men. Ich habe hier das Oderbruch vor Augen, wo man in der Regel das Doppelte der ge⸗ „ 1* woͤhnlichen Ausſaat, vom Hafer oft uͤber 3 Metzen pro Jochart auswirft; aber das Unkraut iſt ſo arg wie irgendwo, es ſtreitet immer erſt mit dem Getreide, und die das letztere mehr oder minder beguͤnſtigende Witterung entſcheidet, was die Oberhand gewinnen ſoll, wenn je⸗ nes nicht, wie von den kleineren Wirthen gewoͤhnlich geſchiehet, ausgezogen wird. Ich be⸗ harre bei meiner Weiſe um die Haͤlfte ſchwaͤcher wie meine Nachbarn zu ſaͤen, leide aber vom Unkraute wenigſtens nicht mehr wie ſie, und habe noch nicht noͤthig gehabt, um des uͤber⸗ handnehmenden Unkrauts willen einen Acker zu Graſe liegen zu laſſen. Denn die gewoͤhnliche Saat iſt uͤberfluͤſſig zureichend, den Acker ſo zu bedecken, daß auf jedem Flecke Pflanzen genug und uͤberfluͤſſig ſtehen. Nur den einfurchigen Dreſchhafer ſaͤe ich ſtaͤrker aus, weil nicht alle Koͤrner in eine zum Keimen guͤnſtige Lage kommen.. §. 12. Die Handgriffe des Saͤens ſind mannichfaltig verſchieden und laſſen ſich durch Worte . ſinnlichen. Im Alggemeinen ſind ſie keineswegs gleichguͤltig, und derjenige iſt c beſte, wo der Saͤemann beim Heraufgehen mit der rechten Hand nach der eim He ehen mit der linken Hand nach der rechten Seite, oder immer mit irft, und ſeinen Tritt an die Grenze des vorigen Wurfs gehoͤrig anſchließt— l nausgefuͤhrt wird. Es kommt aber hierbei viel auf genaue Beachtung des z und ſeiner Stärke an. In jedem concreten Falle kann man ſagen, diejenige Methode ſey die beſte, worin der Szemann am geubteſten iſt; und es iſt ſehr bedenklich, einem Saͤe⸗ mann eine andere Methode vorzuſchreiben, bevor man ſie ihn voͤllig hat erlernen und uͤben laſſen. Daß der Saͤemann der wichtigſte Handarbeiter in einer Wirthſchaft ſey, iſt ziemlich an⸗ erkannt. Indeſſen ſind manche in der Wahl deſſelben ſehr leichtſinnig, und vertrauen dieſes * ———————— —————— Das Särn⸗ ——— Saͤemaſchinen. Reihen legen, bahnen ſie den verſchiedenen Hack⸗Inſtrumenten den Weg. auch des Bodens und der Witterung⸗ fruͤher oder ſpaͤter. 14 Die Saat.. Geſchaͤft jedem Tageloͤhner oder Froͤhner an. Sie ſchreiben ihm dann wohl gar als Tagesar⸗ beit ein Maaß von Getreide vor, welches er ausſaͤen ſoll. ihm ſehr bequem eine große Menge Saat wegzuwer fen. In ſolchen Wirthſchaften ergiebt ſich dann eine erſtaunliche Ausſaat im Verhaͤltniß ihrer Ackerftaͤche, und es muß allerdings ſtark ausgeſaͤet werden, weil ſchlecht ausgeſaͤet wird. Wenn man etwas beſtimmen will, ſo be⸗ ſtimme man doch nur die Flaͤche, die beſaͤet werden ſoll. Es iſt haͤuſig gefragt worden, wie viel ein Saͤemann taͤglich beſchicken koͤnne? von MNaͤnchha uſen hat es im 1ſten Stuͤck ſeines Hausvaters nach Wuͤrfen und nach Minuten be⸗ rechnet. Aber man ſey zufrieden, wenn er taͤglich 18 Jochart beſaͤet. Dies iſt freilich das Minimum, was einer bei maͤßiger Thaͤtigkeit leiſten kann, und ich weiß, das raſche und ge⸗ ſchickte Saͤer das Doppelte beſchicken koͤnnen. Allein auf die Dauer iſt das Saͤen eine angrei⸗ und ein Saͤemann, der durch gute Vertheilung, mithin durch Erſparung der Saat fende Arbeit; ſo großen Vortheil bringen kann, muß bei guter Laune erhalten werden. Vernachlaͤſſigt er ſich aber, ſo muß man ihn abſchaffen. Denn es iſt allerdings wichtig zu wiſſen, was man von den Saͤern erwarten kann, weil man dadurch die Anſtellang mehrerer und die zum Untet⸗ bringen erforderlichen Arbeiten eineichten muß. Es iſt in groͤßeren Wirthſchaften haͤufig der Gebrauch zwei Saͤer neben einander gehen zu laſſen. Sie muͤſſen ſehr gut zuſammen eingeuͤbt ſeyn, wenn dies guten Erfolg haben ſoll. Ich gebe lieber jedem ſeine beſondre Flaͤche. Das Ausſaͤen feinerer Saamen, die in kleiner Maſſe ſehr gleichmaͤßig vertheilt werden muͤſſen, erfordert noch groͤßere Geſchicklichkeit und Aufmerkſamkeit als das Ausſrn des Ge- treides, und darf nur erpro obten Lenteſ anvertrauet werden. §. 13. Die Schwierigkeit in manchen Lokalitaͤten gute Saͤeleute zu erhalten, hat Szemaſchi⸗ nen beſonders wuͤnſchenswerth gemacht. Es ſind deren manche erfunden und angeruͤhmt wor⸗ den, ich kenne aber keine gleichverbreitende Saͤemaſchine nach eigner Anſicht ihrer Wirkung, ſondern nur nach Zeichnungen und Modellen, und habe keine Wirthſchaft geſehen, wo eine oder die andre eingefuͤhrt waͤre. Man hat Saͤemaſchinen erſonnen, die bloß die Saat aus⸗ ſtreuen; andre, die ſie zugleich unterbringen. Erſtere koͤnnen ſehr einfach, und wie es mir ſcheint, zweckmaͤßig ſeyn. Letztere ſind ſehr zuſammengeſetzt, wandelbar und ſichern die gleich⸗ maͤßige Vertheilung der Saat nicht genug. Ichzweifle indeſſen, daß irgend eine Maſchine den Auswurf eines geſchickten Saͤers zbertreffe, gebe aber zu, daß ſie vor ungeſchickten große Vorzuͤge haben koͤnne. Etwas anderes ſind die Drill⸗ oder R Indem ſie die Saat in Ohne dieſe wuͤrde die Reihenſaat hoͤchſt fehlerhaft ſeyn, indem die Pflanzen nicht gleichmaͤßig vertheilt, ſondern in den Reihen zuſammengedraͤngt ſind. Nur durch die Wohlthat des Behackens und Heran⸗ bringung der Erde wird dieſer Nachtheil bei weitem uͤberwogen. ſtellungsmethode unten das Wichtigſte anfuͤhren, nachdem ich von der gewoͤhnlichen Beſtel⸗ lungsart der Getreidearten gehandelt habe. Das Hervorkommen der Saat geſchiehet nach Beſchaffenheit ihrer Natur, dann aber Alle Pflanzen treten hervor eihen⸗Saͤemaſchinen. * Hiermit dient er gern, denn es iſt Aber man ſuche vor allem einen gu⸗ ten Saͤemann auf, halte ihn in Ehren und uͤbereile ihn nicht. 1 Ich werde uͤber dieſe Be⸗ entweder m 9 tyitn e uwn denen grasartigen zi bauen. Andre ner wegen haup worin ſie untere Getreide beſt frichte beſſer u Das W dinziel einer A daſelbſt ausme in Frankreich aand der Hafe faͤndniſen V meinen Leben Man! Leres den M Obu Denn, daß n gleichen darin find, den Ha verſchiedene de Vor an mehchaltigeren artig in ſoner rung benuh, Sie ſe nur einige d Reifung nich Sie beſtocken, au ben, beſonde wird. Durch und zur Vid Durch Zamnan als Taxen 1, denneſt en ergieht ſi erdings ſart vil, ſo h lem einen g koͤnne! den Minmten des freilich des che und ge⸗ jine angrei⸗ der Sat hlaͤſſigt er was man dam Unter⸗ nder gehen haben ſol. heilt werden aen des Ge⸗ Stennſhi⸗ ühmt wor⸗ Virkung, „wo eine Saat aus⸗: vie es mir die gleich⸗ aſchine den ckten große die Saat in dieſe wuͤrde ſt, ſondern und Heran⸗ dieſe Be⸗ den Beſte⸗ dann aber zten hervor Getreidearten. 15 entweder mit einem zuſammengewickelten pfriemenfoͤrmigen Blatte, oder mit zwei Saamen⸗ koͤpfchen. Erſteres thun alle Graͤſer und folglich 5 die Getreidearten §. 14.. von denen wir nun zuvoͤrderſt reden, und erſt im Allgemeinen etwas daruͤber ſagen. Im engern Sinne des Worts werden unter Getreide nur die halmtragenden oder Was unter Getreide zu n 5l1 grasartigen Fruͤchte verſtanden, die wir ihrer groͤßern und nahrhaftern Saamenkoͤrner wegen rftehen fen bauen. Andre begreifen zwar die ſaͤmmtlichen Fruͤchte darunter, welche der nahrhaften Koͤr⸗ ner wegen hauptſaͤchlich angebauet werden; da indeſſen jene eine ausgezeichnete Ratur haben, worin ſie untereinander mehr als mit den uͤbrigen uͤbereinſtimmen, ſo eignen wir das Wort Getreide beſtimmter den grasartigen Kornfruͤchten an, und begreifen die ſaͤmmtlichen Korn⸗ fruͤchte beſſer unter dem Namen Korn oder Koͤrner. Das Wort Korn, oder das gleichbedeutende in anderen Sprachen, wird zwar oft pro⸗ vinziel einer Art ausſchließlich beigelegt, naͤmlich derjenigen, welche die allgemeinſte Nahrung daſelbſt ausmacht. So heißt im nordoͤſtlichen Deutſchlande der Rocken, im ſuͤdweſtlichen und in Frankreich der Weizen, in andern Provinzen der Spelz, beſonders der enthuͤlſete, in Schott⸗ land der Hafer, in Amerika der Mais, Korn. Es iſt aber unrichtig und giebt zu Mißver⸗ ſaͤndniſſen Veranlaſſung, wenn man dieſes Wort, anders als in der Provinzialſprache des ge⸗ meinen Lebens, in dieſem Sinne gebraucht. Man hat dieſe Fruͤchte auch Cerealien genannt, weil ſie, nach den alten Mythen, Ceres den Menſchen kennen gelehrt oder geſchenkt hatte. . 15. 1 Ob und wo ſie wild wachſen, und wo folglich ihr Vaterland ſey, iſt noch zweifelhaft. Thafsae e, Denn, daß man ſie an einigen Orten ohne Kultur angetroffen habe, beweiſt nichts. Sie rreidearten. gleichen darin, und daß ſie vielleicht eben ſo ſehr von ihrem natuͤrlichen Zuſtande abgewichen ſind, den Hausthieren, die mit ihnen dem Menſchen in alle Klimate folgten, und ſich an verſchiedene Lebensweiſe gewoͤhnten. Vor anderen Graͤſern unterſcheiden ſie ſich okonomiſch durch ihren groͤßeren oder mehlhaltigeren Saamen, und dieſer iſt der Grund ihres Anbaues. Denn nahrhaft und gleich⸗ artig in ſeiner Natur iſt der Saame vieler anderen Graͤſer auch, und wird wirklich zur Rah⸗ rung benutzt, wie der Saame der Trespe und des Schwadens. Sie ſcheinen alle urſpruͤnglich und in waͤrmern Klimaten einjaͤhrig zu ſeyn, und es ſind nur einige durch die Kultur an Durchwinterung gewoͤhnt, da die Sommerzeit bei uns zu ihrer Reifung nicht zureichte. Sie haben mit den meiſten Graͤſern die Reigung gemein, ſich zu beſtauden oder zu beſtocken, aus ihren untern Knoten Wurzeln, und ſodann neue Sproſſen und Halme zu trei⸗ ben, beſonders wenn an dieſe Knoten friſche Erde gebracht, und ihr Schoſſen aufgehalten wird. Durch ſorgfaͤltige Verhinderung des letztern kann man ſie ſogar mehrere Jahre erhalten und zur Vildung eines dichten Raſens noͤthigen.— 8— Durch Befoͤrderung ihres Beſtaudens und Abtrennung der Sproſſen kann man ihren Saamenertrag zu einer enormen Vermehrung bringen. So brachte der Irlaͤnder Miller. 1 16 Getreidearten. 8 Raums, des Bodens und der Kultur, reden zu hoͤren. 7 dieſe durch das dichte Gewebe derſelben, gehen jedoch auch betraͤchtlich Lockerheit und Nahrungsſtoff daſelbſt finden.. 3 Beſtandtheile keſ. ſchieden ſind:— a) Kleber oder Gluten. feſter mit dem Staͤrkemehle verbunden, vorhanden. Dieſe Subſtanz ſtimmt ganz findlich iſt. Ihr Verhaͤltniß iſt aber auch in derſelben Getreideart ſehr verſchieden. ſo wie auch ſelbſt der Menſch, allen andern Nahrungsmitteln vor. Maſtvieh nicht ſelten beobachtet hat. wird. Sie macht das Getreide zur weinigen und auch zur Eſſiggaͤhrung faͤhiger. einander gemengt. nigt und koͤnnen danach nicht mehr getrennt werden. verdaulicher macht. .) Die Huͤlſen, aromatiſche Materie, und uͤbertreffen in ihrer Nahrhaftigkeit wenigſtens das Stroh. e) Feuchtigkeit, welche auch in dem trockenſten Getreide vorhanden iſt, 4 4 1 8 wicht der Maſſe vermehrt, aber doch das ſpecifiſche Gewicht vermindert. Sie giebt aus einem Weizenkorn— welches er im Junius ſteckte, indem er im Herbſte und im folgenden Fruͤhjahre mehreremal Ableger davon machte und verpflanzte— in einem Jahre 21,1090 3 Aehren, und in ſelbigen 576,840 Koͤrner hervor, und glaubt, daß er dieſes noch weiter haͤtte treiben koͤnnen. Mehrere andere haben bei minderer Sorgfalt doch 40,000 Koͤrner aus einem in einer Jahresfriſt hervorgebracht, weswegen es lacherlich iſt, von einer 80 bis 1oofaͤltigen Vermehrung gewiſſer Kornarten, als etwas bewundernswuͤrdigem, ohne näaͤhere Angabe des Sie verbreiten einen Theil ihrer Wurzeln immer in der Oberflaͤche, und verſchließen in die Tiefe, wenn (Vergl. uͤber den allgemeinen Charakter der Graͤſer, Crome's Handbuch der Naturgeſchichte fuͤr Landwirthe, Th. II. Bd. I. S. 150. und den deſondern der Getreidearten, daſelbſt S. 347.) Alle Getreidearten haben gleichartige naͤhere Beſtandtheile, die aber in ihrem quantita⸗ der Gerreidear⸗ tiven Verhaͤltniſſe, und gewiſſermaßen in ihrer Verbindung, bei den verſchiedenen Arten ver⸗ Er ward zuerſt im Weizen dargeſtellt und ihm allein bei⸗ gemeſſen. Er iſt aber auch in den andern Getreidearten, obwohl in geringerer Menge und mit der thieriſchen Materie uͤberein, iſt aus denſelben Urſtoffen, wie dieſe zuſammengeſetzt, und ver⸗ haͤlt ſich in der Gaͤhrung und im Feuer eben ſo. Sie iſt daher wohl das kraͤftigſte Nahrungs⸗ mittel fuͤr den thieriſchen Koͤrper, und die Nahrungskraft des Getreides haͤngt, auch bei gleichem Gewichte ſeines Mehls, von der Quantitaͤt ab, worin dieſe Subſtanz in ſelbigen be⸗ b) Staͤrkemehl. Es ſteht zwar dem Kleber in ſeiner Nahrhaftigkeit wahrſcheinlich nach, iſt jedoch ſehr naͤhrend und ſcheint die Verdaulichkeit des Klebers zu befoͤrdern. Ein Inſtinkt reizt alle Thierarten zu ſeinem Genuſſe maͤchtig an, und ſie ziehen es auf die Dauer, Bloßer Kleber wird den Thieren bald widrig und macht ſie krank, wie man an den bei Staͤrkefabriken aufgeſtellten c) Eine ſuͤße ſchleimige Materie, die nur in geringerer Menge im Getreide vor⸗ handen iſt, aber durch das Keimen oder Matzen vermehrt und aus dem Staͤrkemehl gebildet Sie ſcheint in ihrer Nahrungskraft dem Staͤrkemehle gleich zu kommen und die Verdaulichkeit des Klebers und der Staͤrke zu befoͤrdern. Im natuͤrlichen Zuſtande ſind dieſe drei Beſtandtheile nur mit⸗ Durch das Kochen und Brodbacken werden ſie inniger mit einander verei⸗ Durch das Kochen entſteht eine kleiſter⸗ artige Maſſe, beim Brode aber geht eine Gaͤhrung vor, welche Kohlenſaͤure erzeugt und alles welche aus Faſerſtoff hauptſaͤchlich beſtehen, der von der Verdauung unaufloͤslich ſcheint. Indeſſen enthalten ſie doch noch etwas aufloͤsliche und gewiſſermaßen das Ge⸗ keine Nah⸗ Nahrutg un Getreid neh Austrocung, 1 muniuhich iſ, ingwoßen Hauf fann. Das un Noangerährt werd zerdunſten kdan ſhneidung ders ds vorher ohne Dieſe Leſ derſelben Ait 9t Refegrad, Ernt terung gewachſer geingeres Gewi merkt worden, deſſer nähre wi Die Nal gewichte uͤber es nach ſeinem der Branntwe nur nach dem Dan Waagen, d Das Gewic Der Er der in Boden Fhäll, entzie nerdermehrung durch die in Nan ha daͤndeen ruszu ſud hſ i auf einzelne 8 Daeter Thei Getreidearten. 67 wuhn Nahrung und bringt keinen Rutzen, befoͤrdert aber im groͤßern Maaße das Verderben des nen ji Getreides, weshalb es moͤglichſt trocken gehalten werden muß. Die kuͤnſtliche und ſtaͤrkere he d. Austrocknung, wie ſie in den noͤrdlichen Oſtſeeiſchen Gegenden vermittelſt der Darrſcheuern ffe gebraͤuchlich iſt, bewirkt, daß ſich ſolches Getreide lange halten kann, insbeſondere wenn es 6 gen in großen Haufen aufgeſchuͤttet wird, in welchem es weniger Feuchtigkeit wieder anziehen ⸗Vhohe ds kann. Das ungedoͤrrte Getreide muß dagegen luftig und in flachen Lagern aufbewahrt und oft 8 umgeruͤhrt werden, damit die Feuchtigkeit, welche es natuͤrlich hat und immer wieder anzieht, aiſieh verdunſten koͤnne. Es iſt nach verſchiedenen Bemerkungen glaublich, daß durch voͤllige Ab⸗ Täije, dim ſchneidung der atmoſphaͤriſchen Luft Getreide unverderblich gemacht werden koͤnne, jedoch muß es vorher ohne Zweifel ſehr ausgetrocknet ſeyn. 1 aenegeſhitt Ddieſe Beſtandtheile ſind nicht nur in den verſchiedenen Getreidearten, ſondern auch in 3 7) derſelben Art quantitativiſch verſchieden. Jahres⸗-Witterung, Boden und Duͤngungsart, Reifegrad, Ernte, bewirken dieſen Unterſchied. Das auf naſſem Boden und bei naſſer Wit⸗ terung gewachſene Getreide hat eine ſtaͤrkere Huͤlfe, und dem zufolge in gleichem Volumen ein quantita⸗ eee.* uandi geringeres Gewicht. Aber auch die uͤbrigen Beſtandtheile koͤnnen, wie ſchon beim Kleber be⸗ 4 merkt worden, verſchieden ſeyn. Daher die Erfahrung, daß in einem Jahre das Getreide malein bei beſſer naͤhre wie im andern. 883 Menge und§. 17. 3 53 de Ddie Nahrhaftigkeit des Getreides ſtimmt zwar nicht voͤllig, aber doch ziemlich mit ſeinem Gewicht. zun her⸗ Gewichte uͤberein und weit mehr als mit ſeinem Volumen, weswegen es viel richtiger waͤre, 1 quns es nach ſeinem Gewichte als nach ſeinem Maaße zu kaufen, zu ſchaͤtzen und anzuwenden. Bei ie A der Branntweinbrennerei hat man dies endlich begriffen, und verſtaͤndige Brenner meiſchen 1 ien de nur nach dem Gewichte ein. 8 8„ Da man gewoͤhnlich nur Maahe und keine Waagen zur Hand hat, ſo ſind die klei 2 ahrſcheiniich Waagen, die man in Berlin ſehr genau verfertigt haben tain, ner bequem. enen Prohe rdern. Ein 4 die Dauer, Das Gewicht der Getreidearten ſchwankt per Berliner Scheffel: ae wird den beim Weizen zwiſchen..... 84 und 96 Pfd. aufgeſtelten beim Rocken zwiſchen... 76 ⸗ 36 ⸗ bei der zweizeiligen Gerſte zwiſche 65 ⸗ 84 ⸗ etreide bor⸗ bei der kleinen Gerſte zwiſchhn 53 ⸗70 ⸗ eil gebidet bei der Himmelsgerſte zwiſche 74 ⸗ 86 ⸗ Sie ſczein beim Hafer zwiſchen...... 42* 56 des Klebers 8. 18. üie nur 3 Der Ertrag der Getreidearten richtet ſich bei gleich fruchtbarer Jahreswitterung nach eetras. auten⸗ 4 der im Boden befindlichen Kraft; und nach Verhaͤltniß ihrer Maſſe und ihrer nahrungsfaͤhigen ene lh Theile, entziehen ſie wiederum dem Boden ſeine Kraft, indem ihr Wachsthum und ihre Koͤr⸗ tand alles nervermehrung zwar nicht allein, aber doch zu einem großen, noch nicht beſtimmbaren Theile, dopun durch die im Boden befindlichen vegetabiliſchen Nahrungsſtoffe bewirkt wird. edau. 5 22.. 3 dnra Man hat den Koͤrnerertrag der verſchiedenen Getreidearten in ganzen Provinzen und Laͤndern auszumitteln geſucht, allein die Data, woraus man die Durchſchnitte gezogen hat, 1A 3 das Ge ſind hoͤchſt truͤglich und geben folglich kein glaubwuͤrdiges Reſultat, koͤnnen aber noch weniger k,1 keine auf einzelne Faͤlle und beſondere Kulturarten ruͤckwaͤrts wieder angewandt werden. Nach den C W Rh⸗ Vierter Theil. ————;—— 2——4ʃ— 18 Getreidearten. Umſtaͤnden ſind die Ertraͤge zuweilen in der Wirklichkeit weit unter, zuweilen weit uͤber jene Reſultate, ſelbſt im Durchſchnitt der Jahre.„ Im noͤrdlichen Deutſchlande nimmt man gewoͤhnlich bei der Dreifelder⸗Wirthſchaft an: vom Weizen 7 Scheffel Ae vom Rocken. 6.2*2— von der Gerſte 6„ vom Hafer... 5 ⸗ mit Ruͤckſicht naͤmlich auf die Tracht nach der Duͤngung, worin dieſe Fruͤchte in der Regel gebauet werden. 8 Im Durchſchnitt ganzer Laͤnder, wo ein großer Theil des Ackers ſchlecht beſtellet wird, kann man aber ſo viel nicht annehmen, ſondern im Durchſchnitt nur 5 Scheffel per Morgen. Schwerz nimmt in Belgien nach ſeinen Noten— die aber, um ſolche Reſultate zu ziehen, nicht zureichend ſeyn moͤchten— per Magdeburger Morgen an: vom Weizen 11,80 Berl. Scheffel vom Rocken 12,9 8 ⸗ ⸗ von der Wintergerſte 17,95 ⸗. vom Hafer. 24,76„⸗. Belgiſche Landwirthſchaft, Bd. I. S. 316. Er vergleicht damit die Reſultate, welche ſich aus den Fraktionen der vielen Youngſchen Annotationen auf deſſen noͤrdlichen, oͤſtlichen und ſuͤdlichen Reiſen durch England ergeben, 3 und berechnet das Medium generale des Ertrags in England— zu den damaligen Zeiten 1760 bis 1770— auf den Magdeburger Morgen vom Weizen zu 9,3 Berl. Scheffel vom Rocken zu 9,5 8„ ⸗ voon der Sommergerſte zu 12,50 ⸗. vom Hafer zu 14,38 ⸗ ⸗ Er beweiſet daraus den Vorzug der Belgiſchen landuͤblichen Landwirthſchaft vor der Engliſchen. Dieſen wird ihm im Concreto niemand abſprechen, ſelbſt die Englaͤnder nicht. Wenn er aber den, nur in einigen kleinen Diſtrikten Englands von Alters her gebraͤuchlichen und erſt neuerlich von den verſtaͤndigern Landwirthen allgemeiner angenommenen Fruchtwechſel hier mit ins Spiel bringt, und aus jenen Datis beweiſen will, daß dieſer nicht ſo gut ſey, als ein andrer; ſo iſt dies hoͤchſt incon⸗ ſecquent und zeigt, daß er Young nicht aufmerkſam geleſen und ſeine Tendenz nicht begriffen habe, welche gerade dahin gehet, zu zeigen, daß die gewoͤhnliche Wirthſchaft der durchreiſeten Gegenden nooch ſehr unvollkommen ſey, und durch ein beſſeres Ackerſyſtem vervollkommnet werden koͤnne und muͤſſe. Haͤtte er den Durchſchnittsertrag, den Young von den verbeſſerten Wirthſchaften angiebt,— beſonders in ſeinen ſpaͤtern Reiſen, wo es ſchon mehrere ſolcher gab— ausgezogen, ſo wuͤrde das Reſultat ungefaͤhr geweſen ſeyn:— 4 85 gen vom Weizen.. von der Gerſte.. vom Hafer 24 ⸗. Rocken wird hier nicht gebaut. 15 Schfl. per Morgen 18 27 2 2— 2 Ueber die Werthsverhaͤltniſſe der Getreidearten und ihre ausſaugende Eigenſchaft iſt Bd. 1. S. 235— 249 und Bd. II. in den vorſtehenden Bemerkungen geredet worden. §. 19. Vegetation des reides. Geireide kehrungen zu beachten und anzuwenden. 3 In der Vegetationsperiode des Getreides ſind folgende Umſtaͤnde, Vorfaͤlle und Vor⸗ Eh altnj t. u,wan günli Witte Pem ungewdhe kommt, ſo kan heilg/ als in der zu Ende erde, und bie wuͤrde ein gedrl jahrs hätte bte Der Som Unkrautenich u Es iſt ve Konmt ſie alwe haftes an. Ue dieſe ſich in F Der aus braͤunlich, bei Saat an, die Die ſich zeif und elaſt Nach C dieſer berſtet het, um deſto Dieſe E herabhaͤngen! es nennt, den nit hellgruͤner ten, noch im geſehen; eine! änzich ausgen aähmaͤßig geger Weiſe, dor W ihre Blaͤtter i teſund, und Die S. wellen eben h tondet. Wäß ſehen. In der achten komte; war im Feühh die anfangs w Getreidearten. 19 weit ütn me Bei der Winterung haͤlt man es gut, wenn ſie nicht ſchnell hervorſticht, ſondern nach Verhaͤltniß der Temperatur lange in der Erde bleibt, weil ſich alsdann der untere Theil ihres ethſchaſ n. Keims, die Wurzel, mehr entwickelt und verſtaͤrkt. Ich habe bemerkt, daß die Saat bei guͤnſtiger Witterung auf tieferem Boden um drei Tage ſpaͤter hervorkam, als auf flachem. Wenn ungewoͤhnliche Duͤrre des Bodens Urſach iſt, daß der Saame lange nicht zum Keimen kommt, ſo kann man dies zwar nicht als vortheilhaft annehmen; es iſt jedoch auch nicht nach⸗ theilig, als in ſofern die Vegetation dadurch zu ſehr verſpaͤtet wird. Im Herbſte 1810 lief der zu Ende Auguſts geſaͤete Rocken erſt zu Ende des Oktobers, lag 7 bis 8 Wochen in der Erde, und viele verzweifelten an ſeinem Aufkommen. Er lief aber nachher dicht genug und wuͤrde ein gedrungen ſtehendes Feld gegeben haben, wenn er ſich bei minderer Duͤrre des Fruͤh⸗ e in dadage beſtellet wid, 7. per Moxxa jahrs haͤtte beſtauden koͤnnen.— Der Sommerung wuͤnſcht man dagegen ein ſchnelles Hervorkommen, damit ſie vom Reſultate g Unkraute nicht uͤberwachſen werde. Es iſt von guter Bedeutung, wenn die Saat gleichzeitig und gleichartig hervorſticht. Kommt ſie allmaͤhlig und von ungleicher Staͤrke und Farbe hervor, ſo zeigt dies etwas fehler⸗ haftes an. Uebler iſt eine zweilaͤufige Saat bei der Soͤmmerung als bei der Winterung, weil dieſe ſich im Fruͤhjahr eher ausgleicht, jene aber ungleich bleibt. Der austreibende Keim muß von dunkler Farbe, beim Rocken rothbraun, beim Weizen braͤunlich, bei der Soͤmmerung dunkelgruͤn, nicht gelblich ſeyn; letzteres zeigt eine kraͤnkliche ingeungſchen Saat an, die ſich ſelten wieder erholt. Die dunkle Farbe der Saat muß ſich lange erhalten. lend zagäden Die ſich entwickelnden erſten Blaͤtter muͤſſen kurz, maſtig, ziemlich ſtumpf an der Spitze, mäügn Ziten ſteif und elaſtiſch ſeyn, und ſich kraͤuſelnd winden. 1 Nach Entwickelung der erſten Blaͤtter bildet der Stamm uͤber der Wurzel einen Knoten; dieſer berſtet auf, und es treiben nach allen Seiten Nebenſproſſen aus. Je mehr dies geſchie⸗ het, um deſto ſtaͤrkere Frucht kann man erwarten. Dieſe Sproſſen muͤſſen nicht ſchnell in die Hoͤhe treiben, noch weniger ihre Blaͤtter ſchlaff herabhaͤngen laſſen, ſondern ſich ſteif und elaſtiſch uͤber der Erde ausbreiten, und, wie man es nennt, den Boden belegen. Ein ſchnelles und ſtarkes in die⸗Hoͤhe⸗Treiben der Winterung der Englicha. mit hellgruͤner Farbe habe ich mehreremale als die Folge einer kurz vor der Saat untergebrach⸗ in er aber dan, ten, noch im Gaͤhrungszuſtande befindlichen Duͤngung, bei feuchtem und warmen Herbſtwetter eſch an an geſehen; eine Ueppigkeit, welche die nachtheiligſten Folgen hatte, und im Fruͤhjahr ein faſt g höchſt ineon⸗ gaͤnzlich ausgewintertes Feld hinterließ. Solche Pflanzen ſcheinen mit Waſſerſtoff unverhaͤlt⸗ eneih nißmaͤßig gegen den Kohlenſtoff uͤberſaͤttigt zu ſeyn. Ein ſtarkes Belegen der Saat auf jene rden konne un Weiſe, vor Winter, ſcheint mir aber nie nachtheilig werden zu koͤnnen, und wenn dann auch ten angzelt,— ihre Blaͤtter im Winter abfaulen, ſo bleibt doch der Stamm mit der Anlage der Nebenſproſſen eſe din ni geſund, und treibt im Fruͤhjahr ſchnell wieder aus. 4 §. 20. Die Saat kommt in verſchiedenem Zuſtande in den Winter, zuweilen ungekeimt, zu⸗ Durchwinte⸗ weilen eben hervorſtechend, in regulairen Wirthſchaften wohl immer mehr oder minder be⸗ rung. chaft iſt Bd. ſtaudet. Waͤhrend des eigentlichen Winterfroſtes habe ich ſie in keinem Zuſtande erfrieren ſehen. In dem heftigſten aller Blach⸗(ſchneeloſen) Froͤſte 180¾ that es keine, die ich beob⸗ achten konnte; aber weißen Weizen hatte ich nicht Gelegenheit zu ſehen. Alle Saat hatte zwar im Fruͤhjahr ein kuͤmmerliches Anſehen, die beſtaudete hatte alle ihre Blaͤtter verloren, die anfangs weiß, nachher halb verfault auf dem Acker lagen; von den juͤngern ſahe man gar C 2½ alle und Vor⸗ — ——— —— ——jjjjj4“—“ ter haben faſt immer die ſtaͤrkſten Winterungsernten zur Folge gehabt. Austritt aus dem Winter⸗ 20 Mais, ehe er friſche gruͤne Triebe zeigte. weilen aber iſt es unmoͤglich. Waſſer einziehen werde, bevor die Pflanze Erſtickt wird; aber nicht wenn der Froſt tiefi in den Untergrund eingedrungen iſt. Gerredearten. nichts. Auch dauerte es mit dem Rocken bis zu Ende Aprils, mit dem Weizen bis zu end gedrungen, und zog allen Waͤrmeſtoff an, den die Atmoſphaͤre abſetzte. Dann aber trieben die Pflanzen ſchnell und kraͤftig wieder aus. Nur wo der Boden Riſſe bekommen hatte, in welchen man das Bein zu brechen Gefahr lief, gab es Fehlſtellen, die ſich aber doch ziemlich wieder ausglichen; und dann war der Rocken auf Sandruͤcken weg, wo er ſich nicht vor Win— ter beſtaudet hatte, der ſtrenge Oſtwind mit dem Sande ſpielte, und die Wurzeln voͤllig entbl loͤßte. Unter einer Schneedecke haͤlt ſich die Saat freilich immer beſſer, beſonders wenn die Oberflaͤche, bevor der Schnee faͤllt, etwas erſtarrt iſt. Sie waͤchſt dann darunter fort, und die kurz zuvor eingebrachte kommt darunter heraus. Der Winterfroſt mag ſo ſtrenge und ſo anhaltend ſeyn, wie er wolle, ſo leidet die bedeckte Saat nicht dabei, und die ſtrengſten Win⸗ Gelinde und ſehr wechſelnde Winter ſind ihr auf feuchtem Boden gefaͤhrlicher; aber dieſe. Gefahr wird durch gute Abwaͤſſerung auch gehoben. Jedoch kann ſie es durchaus nicht ertragen, daß der Schnee zu⸗ ſammen gepreßt werde, und wo auf hohem Schnee ein Fahrweg oder Fußſteig daruͤber gemacht worden, gehet ſie größtentheils weg. §. 21. Weit gefährlicher, und die gefaͤhrlichſte unter allen, iſt die Periode des Aufgehens des Schnees und Froſtes fuͤr die Saat. Sie kann erſaͤuft werden, wenn der Schnee ſchnell mit Regen aufgehet, das Waſſer in Keſſeln gar keinen Abzug hat oder die Graben von gefrornem Schnee ſo voll ſind, daß man ſie nicht zum Zuge bringen kann. Hier rettet oft die groͤßte Thaͤtigkeit des Landwirths nur, wenn er mit allen Kraͤften den Abzug derruſelte ſucht; zu⸗ Auf durchlaſſendem Boden kann man zuweilen hoffen, daß das Aber noch gefaͤhrlicher wird die Aufthouungsperiode der Saat, wenn es langſam und wechſelnd damit geht; beim Sonnenſchein am Tage und Froſt in der Nacht, und um ſo mehr, wenn dazwiſchen noch Schnee faͤllt, der bald von der Sonne weggeſchmolzen wird. Die oberſte aufgethauete Erdlage wird vom Waſſer uͤberfuͤllt, welches des Froſtes wegen nicht tiefer einzie⸗ hen kann; es gefriert des Nachts, hebt die Erdrinde in die Hoͤhe und mit derſelben die Pflanze. Bei Tage thauet es wieder auf, die Erde ſenkt ſich wieder, aber die leichtere Pflanze bleibt her⸗ vorſtehend. In den folgenden Naͤchten und Tagen geſchiehet das wieder und die Pflanze iſt nun mit ihren Wurzeln ganz herausgehoben, und dieſe ſind auch wohl abgeriſſen, wenn der tiefere Froſt ihre Spitzen feſt hielt. nicht widerſtehen, jedoch eine ſtark beſtaudete beſſer als eine ſchwache. Die Gefahr iſt um ſo groͤßer, je poroͤſer der Boden iſt. Eine ſolche Thauzeit hatten wir im Maͤrz 1804, und das war die einzige Urſach des Mißwachſes und des Kormangels in dieſem ſonſt der Vegetation guͤnſtigen Jahre. Zweiſelhaſter Iuſtand im Frühjahre. §. 22. M an wird im Fruͤhjahre, wenn die Saat ſich nicht deutlich oder zu duͤnne zeigt, icht zu ſehr beſorgt, daß ſie ganz oder doch zu viel ausgewintert ſey, um ein eintraͤgliches Frucht⸗ feld zu geben, und entſchließt ſich dann uͤbereilt zum Umpfluͤgen. In keinem Jahre ſind die Landwirthe, meines Gedenkens, ſo beſergt und ſo unentſchloſſen geweſen, was ſie dabei thun — Denn der Froſt war uͤber 3 Fuß tief in die Erde Einer ſolchen Witterung kann auch die kraͤftigſte Saat 8 8 ſollen, 1 einſaen, 4 ſrkmn Eitlag Aaltänden ſelte den ängeegget jenem abe Es ſind khelle der An merkwuͤrdig (8 Nan ha b im Frihuh der ſchwachen Pohlthat, we geſchehen, da Eggen. Es aus der Erde trockner und Sommerſaat Auch treiben, ſich ſunden ſtark aber die Wi bigt ſeyn, u dichtem und angewandte die jungen2 Austriebe der wenigen Haln render hoher dicht, undw ſo werden de tende Aehre gleichmaͤßig angen wird u Anfange ſoii die F dem es am ren dardietet beherzigt ha eiien grih nale von. en bis uehe tief in de ade nn aher raba men hatte, i zer doh jenſih nick tor Pi⸗ vällgentlſt. ders van de nter fon, ud ſtrenge undſ rengſten Vu⸗ de und ſihr d durch gute Schnee zu⸗ ader gemacht kufgehens des nee ſchnell mit don gefrornem oft die groͤßte leen ſucht; zu⸗ pfen, daß das feoſt tief in den langſam und d um ſo meht, d. Die oberſte t tiefer einzie en die Pflanze ze bleibt her⸗ die Pflanze it en, wenn der räftigſte Suut ffahr iſt un ſo 804, und das der Tegetation e zeigt, leict liches Frucht⸗ Jahre ſind die ſi dabei thun aus der Erde herausgehoben werden, male von Kraft und Austriehs⸗Neigung haben. Getreidearten. 21 ſollten, als 1803. Es fand ſich aber nachher, daß die meiſten, die umpfluͤgten und Gerſte einſaͤeten, es nachher bereueten, indem die ſtehend gebliebene Winterung noch immer einen ſtaͤrkern Ertrag gab, als die an ihre Stelle getretene Gerſte, von welcher man unter dieſen Umſtaͤnden ſelten einen erheblichen Ertrag hatte; wogegen Hafer beſſer gerieth.— Den Hafer hat man zuweilen uͤber ein ausgewintert ſcheinendes Weizenfeld geſaͤet und ſcharf eingeegget, den Weizen und Hafer zuſammen geerntet, eine gute Ernte im Ganzen gemacht, von jenem aber doch mehr als von dieſem gewonnen. Es ſind deshalb die Erfahrungen Mecklenburgiſcher Landwirthe, welche in dem zweiten Theile der Annalen der Mecklenburgiſchen Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft aufbewahrt ſind, ſehr merkwuͤrdig.. (Vergl. Annalen des Ackerbaues, Bd. V. S. 191.)— Man hat auch daſelbſt das kraͤftige Aufeggen der Saat nach Abtrocknung des Bodens im Fruͤhjahr ſehr wirkſam befunden; unerachtet die Leute beſorgten, daß dadurch der Reſt der ſchwachen Pflanzen nun ooͤllig zerſtoͤrt werden wuͤrde. Dies iſt ohne Zweifel die hoͤchſte Wohlthat, welche man jeder Winterung angedeihen laſſen kann. Es muß aber ſo kraͤftig geſchehen, daß der ganze Acker mit einer friſchen Krume bedeckt werde und alſo mit eiſernen Es iſt in jedem Falle anwendbar, außer in dem oben erwaͤhnten, wo die Pflanzen in welchem vielmehr das Walzen anzuwenden iſt. Ein trockner und milder Maͤrz— Maͤrzſtaub— iſt den Winterſaaten und der Vorbereitung zu den Eggen. Sommerſaaten uͤberaus guͤnſtig. § 23. Auch im Fruͤhjahre muß eine gute Saat mehr in Nebenſchuͤſſe als in die Hoͤhe Austrieb der treiben, ſich auf dem Boden verbreiten und erſtarken. ſunden ſtarken Saat, welche ſchon im Herbſt ſich zu beſtauden angefangen hatte, vieles bei; aber die Witterung muß guͤnſtig, die Waͤrme im April und im Anfange des Mais ſehr gemaͤ⸗ ßigt ſeyn, und Regen nicht fehlen, wenn es aufs vollkommenſte geſchehen und der Grund zu dichtem und ſtarkhalmigen Getreide gelegt werden ſoll. Durch die gehoͤrig und zu rechter Zeit angewandte Operation des Eggens wird es ſehr befoͤrdert, indem die friſche Krume, in welche die jungen Wurzeln einſchlagen koͤnnen und die leichte Verwundung der Pflanzen die jungen Austriebe der Rebenſproſſen hervorlocken. Treiben dagegen die Pflanzen jetzt mit einem oder wenigen Halmen ſchnell und, wie man es nennt, ſpitz in die Hoͤhe, wie dies bei ſchnell eintre⸗ tender hoher Temperatur und Mangel an Regen zu geſchehen pflegt, ſo wird die Saat nie dicht, und wenn nun auch in der Folge Nebenhalme, ſogenannte Maipflanzen, nachkommen, Hierzu traͤgt zwar die Natur einer ge⸗ Frihlabre. ſo werden doch dieſe, wenn ſie einmal gegen die Haupthalme zuruͤckgeblieben ſind, nie bedeu⸗ tende Aehren tragen. Nicht der dichte Stand der Pflanzen, ſondern dieſes Verbreiten und gleichmaͤßige Aufſchießen der Sproſſen, entſcheidet uͤber die Staͤrke, welche das Getreide er⸗ angen wird, und hier aͤndert ſich der Anſchein oft ploͤtzlich. Ein dicht mit Pflanzen beſetzter zu Anfange des Mais hervorſcheinender Acker, geht oft, gerade des dichten Standes wegen, ſpitz in die Hoͤhe und zeigt im Junius einen ſchwachen Beſatz an Aehren, wogegen ein anderer, dem es am Pflanzenſtamme zu fehlen ſchien, nun einen gedraͤngten Stand der Halme und Aeh⸗ ren darbietet— eine Erfahrung, welche gewiß die meiſten Landwirthe gemacht, aber wenige beherzigt haben; indem die meiſten nur recht gedraͤngt ſtehende Pflanzen im ‚Herbſte und im erſten Fruͤhjahre wuͤnſchen, unbekuͤmmert, ob dieſe Pflanzen, einzeln betrachtet, die Merk⸗ Der entfernte Anblick eines Saatfeldes truͤgt 2² Getreidearten, daher gewaltig, nur die Uebergehung deſſelben, den Blick auf einzelne Pflanzen gerichtet, kann ein ſicheres Urtheil uͤber ſeine Ergiebigkeit begruͤnden. §. 24. Schoſſendees Je angfamer das s Aufſchießen der Halme und das Hervortreiben der Aehre geſchiehet Getreides. deſto beſſer iſt es. Eine darin voreilende Saat wird nie die ergiebigſte werden. Das Austrei⸗ ben der Aehren muß dann aber gleichmaͤßig uͤber das ganze Feld geſchehen; weswegen man ei⸗ nen kuͤhlen und feuchten Mai wohlthaͤtig fuͤr die Saaten haͤlt. In dem Zeitpunkte, wo ſich die Aehre zeigt, hat das Getreide die Haͤlfte ſeiner kuͤnftigen Hoͤhe erreicht; wenigſtens hab⸗ ich das beim Rocken immer zutreffend gefunden. Es kommt aber eben ſo ſehr auf die Staͤrke der Halme, beſonders an dem untern dheile, als auf die Hoͤhe an. Nur unter der Bedingung, daß die Halme auch verhaͤltnißmaͤßig ſtark ſind, ſteht die Laͤnge der Aehre mit der Laͤnge des Strohes im Verhaͤltniß, ſo daß die Aehre ungefaͤhr ſo viele Zolle als der ganze Halm Fuße hat. Duͤnne ſchmaͤchtige Halme erreichen oft leeine betraͤchtliche Groͤße, tragen aber kleine Aehren. Die Knoten des Halmes muͤſſen dick und braun, die Blaͤtter maſtig, dunkelgruͤn und ſteif ſeyn. Beim ferneren Austreiben der Aehren und dem Eintritte der Bluͤthe, muß das Getreide eine ebene Flaͤche mit den Spitzen ſeiner Aehren bilden. Einzelne hervorragende und andere zuruͤckbleibende Aehren ſind von ſchlechter Vorbedeutung fuͤr den Ertrag. 5. 25. Blüthe des Die Bluͤthezeit iſt eine abermalige kritiſche Periode fuͤr das Getreide. Bei anhaltender Geneides. feuchter Witterung geht die Befruchtung ſchwer und unvollkommen vor. Darum ſſt trockene und warme Witterung, nur durch einzelne Gewitterregen unterbrochen, im Junius erwuͤnſcht. Vor allen hat ſie Einfluß auf den Rocken, weswegen ich beſonders davon reden werde. In⸗ deſſen iſt es zu bewundern, wie ſehr kraͤftiges Getreide auch dieſer Widerwaͤrtigkeit gegen ſchwaͤcheres widerſtehe. In und nach der Bluͤthezeit tritt die Gefahr des Lagerns ein. Wenn ſich Getreide fruͤher lagert, ohne von ſtuͤrmiſchen Platzregen oder Schloſſen niedergeworfen zu ſeyn, ſo ruͤhrt es von ubertriebener Geilheit des Bodens her, die der verſtaͤndige Landwirth vermeidet. Iſt es ge⸗ waltſam niedergeſchlagen, ſo hat es vor der Bluͤthe wenig zu bedeuten; es richtet ſch: wieder auf, indem es ein Knie macht. §. 26. Lagern. Das Lagern, welches von gewoͤhnlichem Regen erfolgt, iſt ſum ſo ſchlimmer je fruͤher es geſchiehet. Es iſt nicht immer der dichte Stand der Halme, ſondern auch eine Schwaͤche und Kraͤnklichkeit der Pflanze daran Schuld. Denn man findet oft ein ſchwaͤcher beſetztes Feld ge⸗ lagert, wenn ein dichter beſetztes daneben aufrecht ſtehet. Starke Duͤngung mit mangelhafter und flacher Beackerung, ſehr dichte Saat, giebt am haͤufigſten Lagergetreide; wogegen ein recht gut und tief bearbeiteter Acker und mehr beſtaudete, als in der Jugend gedraͤngte Pflanzen da⸗ gegen ſchuͤtzen. Hier hat der Stamm des Halmes unten mehrere Staͤrke, dort iſt er zu ſchnell in die Höhe getrieben und hat ſeine Laͤnge und vielleicht die Staͤrke ſeiner Blaͤtter auf Koſten ſeiner Staͤrke am Stamme bekommen; alles geile Getreide zeigt ein Ueberverhaͤltniß des Waſ⸗ ſerſtoffs gegen den Kohlenſtoff und folglch Schwaͤche an. zimm worden/ 1 6 ſn enin das Untet d zen, doch in! ſchſten und? Das V oder gelbe har heilwe Nachtfroͤſtenn Anhohen der umgebenen d Erkaltung t Ein au auf duͤrrem ſondern meh merfort bea⸗ ſtellung duͤn es in jeden fur unverm ſtreuen der Vergl. Es g verſchieden i trockenen Ste Keine ſchnel der hfanzen achtet habe Fußen dlei weiß und ſo weiß und i jenem S dnige ſchobe gung an den (lekteiſher; zwiſchen den brechendes Kangſt einen en gerict, de geſchihe, Das guene⸗ dgen non ei⸗ ntn, de n nigtens had ntern Theile, zmaͤßig ſtark jdie Aehre erreichen oft ſen dc und b das Getreit e und andere j anhaltender niſt trockene is erwuͤnſcht. werde. In⸗ igkeit gegen reide fruͤher uͤhrt es von Iſt es ge⸗ ſich wieder je fruͤher 5 chwaͤche und gtes Feld ge⸗ nangechafter zn ein recht fanzen da⸗ erzu ſchnel auf Koſten ß des Boſe Getreidearten. 23 Bei dem vorgeſagten iſt zwar hauptſaͤchlich Ruͤckſicht auf das Wintergetreide genommen worden, es findet aber ebenfalls in den meiſten Punkten ſeine Anwendung auf das Sommer⸗ getreide. Das beſondere wird bei jeder Getreideart bemerkt werden. §. 27. Unter den verſchiedenen Krankheiten, welche das Getreide, ſo wie manche andere Pflan⸗ Kranrheiten. zen, doch in verſchiedener Form, waͤhrend ihrer Vegetation treffen, ſind folgende die gewoͤhn⸗ lichſten und die merkwuͤrdigſten. 3 Das Verſcheinen und Verbleichen der Saat, wo die Pflanzen ploͤtzlich eine weiße oder gelbe Farbe, wie bei ihrer voͤlligen Reifung annehmen, und bald ganz duͤrre werden. §. 28. Theilweiſe am Gipfel der Pflanze oder an der Aehre erfolgt dies zuweilen von ſpaͤten das Deeſdor⸗ Nachtfroͤſten und Reifen. Dieſer Gefahr ſind die dem Nordwinde ausgeſetzten Seiten und nen. Anhoͤhen der Felder unterworfen; noch mehr aber feuchte Gruͤnde und vor allem die mit Holz umgebenen Felder, wo gefrorne Duͤnſte ſich am ſtaͤrkſten niederſchlagen und durch ploͤtzliche Erkaͤltung toͤdtlich auf die jungen Aehren wirken. Ein anderes Verbleichen der ganzen Pflanze oder das eigentliche Verſcheinen erfolgt auf duͤrrem Boden von ſtarker Hitze beim Regenmangel. Es trifft nicht immer die ſandigſten, ſondern mehr ſolche Felder, die nur ſehr flach gepfluͤgt ſind, aber gar nicht ruhen, ſondern im⸗ merfort beackert werden, und die man dabei ſtark und mehrentheils friſch, kurz vor der Be⸗ ſtellung duͤngt; am allermeiſten wenn es mit Pferdemiſt geſchiehet. Ich kenne Feldfluren, wo es in jedem trockenen Sommer das Schickſal des Rockens iſt, welches die Ackerleute daſelbſt fuͤr unvermeidlich halten. Ruhe oder Eindreiſchen des Ackers, tieferes Pfluͤgen und Ueber⸗ ſtreuen der Saat mit Duͤnger wuͤrden aber unfehlbare Mittel dagegen ſeyn. Vergl. Wilrich uͤber das Verſcheinen der Saaten, Niederſaͤchſ. Annalen Jahrg. IV. St. III, S. 54. §. 29. Es giebt aber ein Verbleichen des Getreides, welches von dem Verſcheinen ganz Das Verblei⸗ verſchieden iſt und bei uns nicht haͤufig, nur in gewiſſen Jahren und mehr auf feuchten als auf Sen. trockenen Stellen vorkommt. Die Englaͤnder nennen es the Blight, die Franzoſen la Coulure. Es iſt eine ſchnelle Laͤhmung der Lebensthaͤtigkeit, ein ploͤtzliches Abſterben, ein toͤdtlicher Schlagfluß der Pflanzen. So wie ich dieſe Krankheit in dem regnigen aber warmen Sommer 1802 beob⸗ achtet habe, entſtand ſie fleckweiſe an feuchteren Stellen; heute war eine Stelle von einigen Fußen bleich geworden, morgen 30 bis 40 Quadratruthen umher. Die Pflanze war ganz weiß und voͤllig duͤrre, ließ ſich leicht aus der Erde ziehen mit ihren großen Wurzeln, die eben ſo weiß und ſo duͤrre waren; aber die feinen Haarwurzeln blieben in der Erde. Es zeigte ſich in jenem Sommer das Uebel auf andern Feldmarken noch haͤufiger wie auf der meinigen, und einige ſchoben es auf ein gewiſſes Inſekt. Ich habe aber durchaus kein Inſekt oder Beſchaͤdi⸗ gung an den Pflanzen gefunden, woraus ich das ſchnelle Abſterben haͤtte erklaͤren koͤnnen. Ein elektriſcher Zuſtand der Luft oder ein ſchnelles Wechſeln der poſitiven und negativen Elektricitaͤt zwiſchen den Luftſtroͤmen und der Erde, den manche Anzeigen verriethen, unerachtet kein aus⸗ brechendes Gewitter nahe war, ſchien mir die Urſach zu ſeyn. Dem Wetterleuchten hat man laͤngſt eine nachtheilige Wirkung auf alle Saaten, beſonders in der Bluͤthezeit beigemeſſen. Oas Befallen. 24 Getreidearten. §. 30.— Der Honigthau, das Befallen, die Lohe, der Roſt, ſcheinen mir nahe ver⸗ wandte Krankheiten oder doch wenigſtens eines Urſprungs zu ſeyn. Landwirthe verſtehen unter dem Befallen und Lohe, den Honigthau und den Roſt, und auch mir ſcheint letzterer immer eine Folge des erſtern zu ſeyn. Der Honigthau iſt eine klebrige, ſuͤße, dem Honig ſehr aͤhn⸗ liche, und folglich auch den Bienen ſehr angenehme Feuchtigkeit, die aus den Pflanzen aus⸗ ſchwitzt. Denn daß ſie vom Himmel herabfalle, wird jetzt wohl niemand mehr glauben, da ſie ein Gewaͤchs ganz uͤberzieht und ein dicht daneben ſtehendes voͤllig frei davon iſt. Indeſſen liegt die veranlaſſende Urſach ohne Zweifel in der Atmoſphaͤre, und das Uebel entſteht, wenn in der Mitte des Sommers und bei dem vollſaftigen Zuſtande der Pflanzen, in und nach der Bluͤthe, ſchneller Wechſel der Luft vorgehet, auf Waͤrme ploͤtzlich Kaͤlte folgt, und iſt eine Erkaͤltungskrankheit der Pflanzen. Auf einigen Pflanzen, z. B. auf den Bohnen, erzeugen ſich dann ſogleich eine Menge von Inſekten, Aphiden, die wohl unbezweifelt die Folge, aber nicht die Urſach der Krankheit ſind. Bei dem Getreide bemerkt man nur ein kleines rothes Inſekt, aber nicht haͤufig. An der ganzen Pflanze aͤußert ſich aber eine Entkraͤftung, ihre Vegetation und fernere Ausbildung ſtockt. Erfolgt bald eine guͤnſtigere Witterung und beſonders ein wohlthaͤtiger Regen, ſo erholt ſich die Pflanze manchmal wieder. Jedoch bekoͤmmt ſie ge⸗ woͤhnlich gelbe Flecke an den Stengeln und Blaͤttern, die immer brauner werden, dann platzen und einen braunen Staub von ſich geben. Dies nennt man eigentlich den Roſt, und ich habe ihn faſt immer als Folge des Honigthaues gefunden. Die Botaniker haben ihn laͤngſt fuͤr kleine Blattſchwaͤmme gehalten, und der Praͤſident der engl. Akademie der Wiſſenſchaften, Joſeph Banks, hat dieſes Uebel, welches oft, beſonders in dem Jahre 1804, ſo große Verwuͤſtungen in England anrichtete, in Anſehung ſeiner Geſtalt neuerlich beſchrieben, und unter ſtarker Vergroͤßerung genau abbilden laſſen, in welcher man freilich die Form der Schwaͤmme erkennt.(Die Abhandlung ſteht uͤberſetzt in No. 1. der Landwirthſchaftlichen Zeitung vom Jahre 1806). Die Botaniker halten es fuͤr ein jeder Pflanzenart eigenes para⸗ ſitiſches Gewaͤchs, Aecidium genannt. Mir iſt es bis jetzt noch wahrſcheinlicher, daß es eine Hautkrankheit ſey, die bei den Pflanzen, wie bei den Thieren, ihre determinirte Form ha⸗ ben. Nimmt die Krankheit uͤberhand, ſo zehrt die Pflanze ab, und ſetzt keine oder ſehr zu⸗ ſammengeſchrumpfte Koͤrner an. Die große Hoffnung, welche man auf eine Frucht ſetzte, geht ploͤtzlich verloren. Die Krankheit iſt in gewiſſen Klimaten und Gegenden haͤufiger, beſonders in ſolchen, wo es viele Nebel giebt. Gewiſſe Feldmarken, die an Mooren angrenzen, werden davon faſt alljaͤhrig heimgeſucht. Aber ſonderbar iſt es, daß der Berberitzenſtrauch dieſes Uebel, oder doch ein ſehr aͤhnliches, in ſeiner Nachbarſchaft auf einem ſehr weiten Umfange erzeugt. Die Thatſache iſt nicht zu bezweifeln, denn es ſtimmen gar zu viele Beobachtungen aus allen Zeiten und von allen Nationen darin uͤberein. Aber wie die Berberitze wirke, iſt noch nicht befrie⸗ digend erklaͤrt. Mein ſeliger Freund Einhof hat hier viele Verſuche angeſtellt, Getreide mit dem Aecidium zu inficiren, indem er ganz damit bedeckte Zweige der Berberitze, friſch abge⸗ ſchnitten, uͤber das Getreide ſchuͤttelte, oder ſie dazwiſchen ſteckte; aber er hat nie ſeinen Zweck erreicht. Es iſt alſo nicht die Mittheilung dieſes Staubes, ſondern das wirkliche Wach⸗ ſen der Berberitze in der Naͤhe eines Kornfeldes, was die Krankheit hervorbringt. Auch hat man das Uebel nicht bemeret, wenn junge Berberitzenhecken gepflanzt waren, ſondern erſt nachdem ſie heranwuchſen, und dann vermehrte es ſich in ſeinem Umfange von Jahr zu Jah⸗ ren, bis man die Berberitzen ausrottete. Nun war es gleich weg.— Der Drr M ſich bej am gel lrac mit dem ji ihn ausgeſt ſes, ſicht die Ganz be wirthe hatten; ganzen Umfange haͤufgg it aber, Jett beſoege ich zwiſchen den Kr daruber zu ſager Otte reden. So uͤbe anderen Saate nauer zu beſtir zten Theile ſe warten, als! des Getreides und wir betra auf das kleine doch hier nicht Die Hau der Ausfall de trocken einkom Praxis lader: Um all Varkehrunger eung der Unte durſt ſu erfor nichtz fehle, Deſeitgang al Die Ve bor der Ernte ngnes Ste Vierter dhe Getreidearten. 25 Der Mehlthau, wo die Pflanzen mit einem weißen Anfluge befallen werden, aͤußert nir naße ben„ 3 4 vane ſich bei dem Getreide nicht, aber deſto oͤfter bei den Huͤlſenfruͤchten, und ſcheint eine gleiche zrer inmet Urſach mit dem Honigthau zu haben, wird auch im Namen oft damit verwechſelt. Er befaͤllt ig dhr in die ihm ausgeſetzten Gewaͤchſe aber nicht in ihrer Jugend, ſondern im reifern Alter, und die⸗ ünzen 49 ſes, nicht die Jahreszeit, ſcheint die Pflanze fuͤr die Krankheit empfaͤnglich zu machen. Janen d§. 31. iſ. M„„. ſ. Rüa Ganz berichtigt ſind die Begriffe von den Krankheiten der Pflanzen noch nicht. Land⸗ tſteht, wemn..;;; 5. ſeht wirthe hatten nicht den Sinn, Naturforſcher nicht die Gelegenheit, keiner die Muße, ſie im uad ganzen Umfange ihrer Erſcheinungen zu beobachten. Einer hat dem andern nachgeſprochen, rjeugen ſ haͤufig iſt aber, durch Verwechſelung der Begriffe und Namen, alles auch mißverſtanden. ahar nict Jetzt beſorge ich, daß man auf einen neuen Jrrweg verfalle, wenn man zu viele Analogie des Jnckt zwiſchen den Krankheiten der Pflanzen und Thiere ſinden will. Ich enthalte mich alſo mehr Weoeation daruͤber zu ſagen. Von den Krankheiten, welche gewiſſe Koͤrner befallen, werde ich an ihrem Orte reden. So uͤbergehe ich auch die Inſekten, welche oft große Verwuͤſtungen im Getreide und anderen Saaten machten. Mein geliebter Schwiegerſohn Crome iſt jetzt beſchaͤftigt ſie ge⸗ Gſonders ein mmt ſie ge⸗ erden, dann Noß, und nauer zu beſtimmen, und die Weiſe ihres Lebens zu unterſuchen; und wir haben daruͤber im erihn längk zten Theile ſeines Handbuchs der Naturgeſchichte fuͤr Landwirthe etwas vollſtaͤndigeres zu er⸗ giſenſceſten, warten, als wir bisher hatten. 04, ſo große 4 hrieben, und 3„ die Fotm der Die Ernte rthſchaftüchen§. 32. eigenes para⸗...... daß es ein des Getreides und der Kornfruͤchte iſt allerdings die weſentlichſte Operation des Ackerbaues, te Form ha⸗ und wir betrachten hier ſummariſch die Hauptmomente, worauf es dabei ankoͤmmt, ohne uns der ſehr zu⸗ auf das kleinere Detail, welches entweder jedem Leſer ſchon bekannt ſeyn wird, oder ihm ſette, geht doch hier nicht gelehrt werden kann, einzulaſſen.— Die Hauptbedingungen eines guten Erntegeſchaͤftes ſind: daß es geſchwind gehe, daß in ſolchen, der Ausfall der Koͤrner vermieden werde, daß die Fruͤchte in ihrem gehoͤrigen Reifegrade davon faſt trocken einkommen. Dieſe Bedingungen, beſonders die erſte und die zweite, ſtehen ſich in der Uebel, oder Praxis leider oft einander entgegen. zeugt. Die kale Zeita§. 33.. nicht beftie⸗ Um allen Aufenthalt und Hinderniſſe in der Ernte zu vermeiden, muß der Landwirth alle„ bere runs geteide mit Vorkehrungen dazu zeitig genug treffen: Ausbeſſerung und Ausluͤftung der Scheuren, Erneue⸗ zur Ernte. fuſſch abge⸗ rung der Unterlagen in den Taſſen, Inſtandſetzung alles Geſchirres, wovon mehr als die Noth⸗ tnie ſeinen durft zu erfordern ſcheint, vorhanden ſeyn muß; Einrichtungen im innern Haushalt, damit liche Wach⸗ nichts fehle, und mit Aufenthalt der Erntearbeiten herbeigeſchafft werden muͤſſe; vorherige Auch hat Beſeitigung aller anderen unaufſchieblichen Arbeiten. ſondern erſt Die Verfertigung der Strohſeile oder anderer Baͤnde aus Schilf oder Weiden, muß ahr ſu Jah⸗ vor der Ernte ſo geſchehen, daß ſie in genugſamer Menge vorhanden ſeyen; denn das Gebinde in eignes Stroh zu binden, wird kein aufmerkſamer Landwirth geſtatten. der Vierter Theil. D Die Ernte. §. 34. Die Herbeiſchafung der noͤthigen Arbeiter iſt die Hauptſorge in den meiſten größern Wirthſchaften, welche keine oder wenige Handfrohnen haben; ſie iſt um ſo groͤßer, je weniger regulaire Arbeiter außer der Zeit gebraucht werden. In ſolchen Faͤllen muß man einen ſicher zureichenden Ueberſchlag machen, von der Zahl die man gebraucht und ſich dieſe auf jede Weiſe zu ſichern ſuchen. Das gewoͤhnlichſte Mittel iſt, den Arbeitern Land zu vermiethen, um es mit gewiſſen Fruͤchten, Kartoffeln, Lein, Taback u. ſ. f. zu beſtellen, unter der Bedingung, daß ſie die Landmiethe in der Ernte nach bedungenen Saͤtzen abarbeiten ſollen, widrigenfalls die Fruͤchte verfallen ſeyen. Es iſt, genau berechnet, mehrenthells koſtſpielig, aber oft das einzig zuverlaͤſſige. In Anſehung des Voranſchlages der Erntearbeit hat man mancherlei allgemeine Annah⸗ men, die aber nur oͤrtlich zutreffen koͤnnen. So nimmt man an, daß auf 300 Jochart, wovon* mit Winterung, ¾ mit Soͤmmerung beſtellt ſind, 6 Maͤnner und 8 Weiber erfor⸗ derlich ſind. Hierbe nimmt man als Arbeitsſaͤtze an, daß ein Mann taͤglich 3 Jochart von ſtaͤrkerem, 3 ½ Jochart von ſchwaͤcherem Getreide und 2 Jochart Erbſen maͤhe. Zum Harken und Binden werden, nachdem das Getreide ſtark oder ſchwach iſt, 3 bis 5 Weiber auf 3 Jochart erfordert. Ein Geſpann von vier Pferden faͤhrt taͤglich 8o Mandeln Winrerung und 100 Mandeln Soͤmmerung ſtarken Bundes ein, bei maͤßiger Entfernung des Feldes und mit Wechſelwagen. Zum Aufladen und Nachharken werden auf 2 Geſpann 1 Mann und 1 Frau erfordert; zum Abladen und Taſſen 3 Maͤnner und 3 Frauen. Indeſſen leiden dieſe Saͤtze nach der Thaͤtigkeit der Menſchen und nach den verſchiedenen mehr auf Sorgfalt oder mehr auf Schnell gkeit berechneten Methoden große Abaͤnderungen, und man kann ſie in concreten il len nur nach der Lokalitaͤt beſtimmen. Auch kommt es bei der Zahl der Menſchen, die ma gebraucht, ſehr auf die Witterung an, ob ſie eine Beſchleunigung der Ernte erfordert, ader ſie verzögert. §. 35. Erntemethoden. Die Methoden der Ernte ſind ferner ſehr verſchieden und dann ſchwer abänderlich, wenn man nicht eben unter fremden, ſogenannteu Schnitter⸗Jahnen die Wahl hat, ſondern die Ernte mit Einheimiſchen verrichten muß. Sie ſind keineswegs gleichguͤltig, und eine hat be⸗ ſonders in dieſen, andere in jenen Stuͤcken einen Vorzug. Allein die einzelnen Operattonen des Abbringens, Sammlens, Harkens, Bindens, Aufſetzens, Ladens und Taſſens, greifen oft in einander, daß man alles abaͤndern muß, wenn eines abgeaͤndert wird. Wenmgſtens iſt dies wohl zu erwaͤgen, und dann: daß bei dieſem Geſchaͤfte keine Uebung der Arbeiter in ———— den ihnen ungewohnten, wenn gleich wirklich leichteren Handgriffen ſtatt finde. Ferner: daß man den Frohſinn der Menſchen, der ihnen in der Ernte die angeſtrengteſte Arbeit ertraͤg⸗ lich macht, gewoͤhnlich durch jede Neuerung erſticke und ſie verdroſſen mache. Sie haben bei ihrer gewohnten Art zu verfahren hundert kleine Spaͤße, die ſie munter erhalten und die man ihnen nimmt, wenn man etwas anderes, wobei ſie freilich in anderen Gegenden eben ſo luſtig ſind, aufdringt. Findet man es aber dennoch gerathen, etwas anderes in der Ern⸗ temethode einzufuͤhr ren, ſo ſorge man wenigſtens dafuͤr, daß die Vorarbeiter ſchon darin ein⸗ geuͤbt ſeyen, und daß insbeſondere der Arbeitsaufſeher die Sache aus dem Grunde und in Anſehung jedes kleinen Handgriffs verſtehe. Wir werden uns nicht bei der Beſchreibung der verſchiedenen Methoden und Handgriffe aufhalten, da dieſe immer nur ſehr unvollkommen gegeben und verſtanden werden koͤnnte; 7 leictſe Hauytunm 4 Das 4 ni der Ser Behandlung vird— das fel, daß beſ wiege undd ter genugh ſchehen konn Getreideart fal witd oft Auch kommt Etroh in T wonnen wi lich iſt. Das bon der re⸗ oder mit d beim Abhe folgt, der ſweite Me weit wenig und das fo Geringes g den groͤßte N ſolche erleich wand Da dem es in Getreide auf dem einen Reg ſtatke nich der Bunde Vorzüge, leidet, al lange ſteh⸗ Ganbe be neſten gtißn er, je wenge dan einen ſcher alf jede Weſe ſiethen, un es er Boͤiggung, widuigenjuld aber oft das reine Annah⸗ 90 Jochart, geiber erfor⸗ Jochart von Jum Harken Deidet auf; Linterung und eldes und mit und 1 Frau en dieſe Sätze oder mehr auf conereten Faͤ⸗ ſchen, dee man rfordert, der derlich, wenn „ſondern die eine hat be⸗ Operattonen ſens, greifen Wenngſtens er Ardeiterin nde. Ferner: Arbeit ertaaͤg⸗ Sie haben b zaſten und die genden eben ſo iin der Ern⸗ oon darin ein⸗ runde und in nd Handgeiff eiden koate; wird— das zweite den der Schnelligkeit und Arbeitserſparung. Die Ernte. 22 ſo leicht ſie durch eigene Anſicht begriffen und erlernt werden koͤnnen. Ich werde nur der Hauptarten erwaͤhnen. §. 36. Das Abbringen des Getreides geſchiehet mit der Sichel durch das Schneiden, und Das Abtragen. mit der Senſe durch das Maͤhen oder Hauen. Das erſtere hat den Vorzug der ſchonendern Behandlung wegen des Ausfalls— wenn es anders von geſchickten Leuten gehoͤrig verrichtet Es hat wohl keinen Zwei⸗ fel, daß beſonders bei ſtarkem, halbgelagerten und verworrenen Getreide jener dieſen uͤber— wiege und die Erſparung des Ausfalles die mehreren Koſten reichlich decke, wenn man Schnit⸗ ter genug hat und das Abbringen ſo ſchnell als es noͤthig iſt, und als es mit der Senſe ge⸗ ſchehen koͤnnte, vollfuͤhren kann. Allein wo man, um des Schneidens willen, eine oder andre Getreideart uͤberreif werden laſſen muß, da geht dieſer Vortheil ganz verloren, und der Aus⸗ fall wird oft ſtaͤrker, als beim Maͤhen, wenn dieſes in gerechter Zeit ſchnell vollfuͤhrt waͤre. Auch kommt allerdings beim Schneiden die zuruͤckbleibende hoͤhere Stoppel und der Verluſt an Stroh in Betracht; weniger jedoch auf ſtarkem und ſchwerem Boden, wo reichlich Stroh ge⸗ wonnen wird, und wo die untergepfluͤgte ſtarke Stoppel fuͤr die Lockerung des Bodens nuͤtz⸗ lich iſt. Das Maͤhen mit der Senſe geſchiehet auf zweierlei Art: mit der Geſtellſenſe, womit von der rechten Seite eingehauen und das Getreide zur linken Seite in Schwaden gelegt wird; oder mit der einfachen Senſe, wo der Maͤher das Getreide zur linken Hand nimmt und ſolches beim Abhauen an das ſtehende Getreide anlegt; wo dem Maͤher dann ſogleich ein Abnehmer folgt, der es abnimmt und es in Froͤſchen zur Seite legt, manchmal auch ſogleich bindet. Die zweite Methode findet nur bei ſtaͤrkerem Getreide ſtatt, und hat den Vorzug, daß demſelben weit weniger Gewalt geſchiehet, beim Hauen ſowohl, als durch die Erſparung des Harkens, und das folglich zum Ausfall geneigtes Korn weit weniger verliert. Die Arbeit iſt nur um ein Geringes groͤßer, als bei der erſten Methode, weil der Abnehmer das Harken aus den Schwa⸗ den groͤßtentheils erſpart. 5 Man hat auch zum Abbringen des Getreides Maſchinen erſinden wollen, und auch in der That ſolche zu Stande gebracht, die es bewirkten. Es fand ſich aber, daß die Arbeit dadurch ſo wenig erleichkert, das Getreide aber ſo ſehr beſchaͤdigt wurde, daß ſie auf keine Weiſe mit Vortheil ange⸗ wandt werden konnten. §. 37. Das Sammlen und Binden des Getreides geſchiehet gleich hinter der Senſe, oder nach⸗Das Sammlen dem es in Schwaden oder Froͤſchen abgetrocknet iſt. Jenes findet nur bei wenig krautigem und Binden. Getreide ſtatt. Man laͤßt es dann in Haufen, auf verſchiedene Weiſe zuſammengeſetzt, noch auf dem Felde ſtehen, und einige machen es ſich zur Regel, wo moͤglich abzuwarten, bis es einen Regen bekommen habe. Dann duͤrfen aber nur kleine Bunde gemacht werden, weil ſtarke nicht leicht wieder austrocknen wuͤrden; dies nimmt mehrere Zeit weg, da die Anzahl der Bunde drei⸗ und vierfach groͤßer iſt, hat uͤbrigens unter dieſer Bedingung unbezweifelte Vorzuͤge, indem das aufgebundene und aufrechtſtehende Getreide von der Feuchtigkeit weniger leidet, als das liegende. Wo man es, wie um des Zehenten willen zuweilen geſchehen muß, lange ſtehen laͤßt, ſetzt man eine ſogenannte Kappe oder Haube, welche in einer ausgeſpreitzten Garbe beſtehet, uͤber jeden Haufen, welche gegen anhaltenden Regen ſichert. Bei der Me⸗ D 2 Verfahren bei naſſer Witte⸗ rung. Scheuren und Feimen. Dach zu bringen. 28 Die Ernte. thode mit den großen Garben muß man dagegen nach dem Binden mit dem Einfahren eilen, und man macht es ſich zur Regel, keinen Haufen uͤber Nacht ſtehen zu laſſen. Wenn man ſich durch Schriften vom Detail mehrerer Erntemethoden unterrichten will, ſo fin⸗ det man ſie am vollſtaͤndigſten zuſammengetragen in Kruͤnitz Eneyklopaͤdie, Th. XI. S. 367. Auch hat Gericke das Geſchaͤft der Ernte im zten Bande ſeiner Anleitung zur Wirthſchaftsfuͤhrung nach der dort uͤblichen Art, nebſt allem dahin gehoͤrigen, ſehr ausfuͤhrlich behandelt. §. 38.. Eine naſſe und zugleich warme Erntewitterung, wobei das Getreide ſo leicht auswaͤchſt, iſt das verdrießlichſte, was einen Landwirth treffen kann. Um ſo mehr muß er den Kopf oben zu erhalten ſuchen, und ſich keine Anſtrengung und Koſten verdrießen laſſen. Wer nur Muth und Thaͤtigkeit behaͤlt, dem gluͤckt es endlich doch, ſein Getreide ziemlich unbeſchaͤdigt unter Verdrießliche Laune laͤhmt aber alles, und macht die Arbeiter, die ſonſt an der Ernte lebhaften Antheil nehmen, verdroſſen. Manche vorgeſchlagene Vorrichtungen, Trockengeruͤſte, Trockenſcheuren und Garbendarren finden nur bei ſeltenen Lokalitaͤten ſtatt. Wo das Getreide in Schwaden gelegt iſt, iſt keine andere Huͤlfe als oͤfteres Wenden und Auf⸗ ſtochern dieſer Schwaden moͤglich, damit ſich die Aehren nur nicht an der Erde feſt legen, ſondern immer dem Luftzuge ausgeſetzt bleiben. Jeder Augenblick, wo eine nur maͤßige Ab⸗ trocknung erfolgt iſt, muß zum Binden und Einfahren mit aller Kraft ergriffen werden. Zu⸗ weilen wird eine mehrmalige Umlegung des Getreides in den Scheuren, indem man es auf die Tennen herabwirft, durchluͤften laͤßt und dann wieder banſet, noͤthig. Wird das Ge⸗ treide gleich gebundeu, ſo darf man nur in trocknen Stunden maͤhen und dann iſt die Aufſetzung in kleinen Haufen, und die Bedeckung mit einer ausgeſpreitzten Garbe allerdings das ſicherſte, indem man nun das Getreide bis zu beſſerer Witterung ſtehen laſſen kann, ohne Auswachſen zu beſorgen. Einige ſetzen Haufen, ohne das Getreide zu binden, und legen es nur armvoll bei armvoll an einander, und ſetzen dann eine ausgeſpreitzte Garbe daruͤber. Wo man das Bedecken mit Garben wegen Ungeſchicklichkeit der Arbeiter nicht bewuͤrken zu koͤnnen glaubt, da muß man ſehr ſchwache Garben von 8 bis 10 Pfund binden, und dieſe aufrecht gegen ein⸗ ander ſetzen laſſen, ſo daß der Wind durchgehen kann; weil in dieſem luftigen Stande das Getreide viel Regen aushalten kann. Einiges hieruͤber Annalen des Ackerbaues. Bd. IV. S. 82. Anzeigen der Leipziger okonomiſchen Societaͤt, Michaelis⸗Meſſe 1785. S. 50 Untruͤgliche Weiſe bei regnigter Witterung die Feldfruͤchte in Sicherheit 55 bringen. Weimar, 1801.. §. 39. Bei uns wird das Getreide in der Regel in Scheuren, bis es ausgedroſchen worden, aufbewahrt, und man errichtet nur Noth⸗Feimen, wenn es an Scheurenraum fehlt. Von dieſen unſern Noth⸗Feimen, welche große Unbequemlichkeiten und Verluſt nach ſich ziehen, muß man die regelmaͤßig und mit großer Vorſicht angelegten Feimen der Englaͤnder wohl un⸗ terſcheiden, welche in meiner engliſchen Landwirthſchaft Bd. II. Th. I. beſchrieben worden. In dieſen wird in England in der Regel alles Getreide unbeſchaͤdigt und underdorben aufbe⸗ wahrt. Ihre Einfuͤhrung wuͤrde jedoch bei uns große Schwierigkeiten machen, und ſie findet auch nur bei Schnittergarben ſtatt. Ein, meiner Anſicht nach zweckmaͤßiges, zwiſchen Scheu⸗ ren und Feimen mitten innen ſtehendes Gebaͤude hat der Regierungsrath Trieſt dargeſtellt. Anleitung zu einer holzerſparenden, raumgewinnenden und wohlfeilen Konſtruktion bei den Scheuren. Berlin, 1808. Mit 4 Kupfertafeln. Heberhi langleuinien, Dit hun der ſc beſonders gorn der Ten grohen Reihe nur mit drei? ſchieden, und der Mäͤhe bh darum bzudn alles aufgebun aufgebunden w Bo de dicht und dol Konſerdation zage läften u und erhäͤlt ſi Das mit Pferden mit Schlitte Aber in der Geſta bei der Erne anderes auft Das des Matgen theilweiſe b) 8 ben feſtgeſe ſicht auf d c) i großeren und ſichert Rlchns.. di muß, Ver fahren än, en vil, S. z6, Nacj ftsfäͤrun nach ct orsitg den Kopf oden er nur Nath haͤdigt unte r, die ſont richtungen, taten ſtatt. en und Auf⸗ e feſ legen, mäͤßige Ah⸗ verden. Zu⸗ man es auf ard das Ge⸗ die Aufſetzung z das ſicherſte, ſe Auswochſen s nur aemvoll Wo man das innen glaubt, t gegen ein⸗ Stande das en. Weimar, ſchen worden, fehlt Von ch ſich jiehen, der wohl un⸗ eben worden. oorben aufbe⸗ und ſie findet ſchen Scheu⸗ argeſtellt zuktion bei den Die Ernte. 29 Ueber die beſte Form der Scheuren und beſonders ob die in der Mitte oder an den Seiten langlaufenden, oder aber die Quertennen den Vorzug verdienen, ſind die Meinungen getheilt. Dieſe Form der Scheuren modifizirt aber ſchon den Gang des Erntegeſchaͤftes, und dieſes muß ſich, beſonders in Anſehung des Einfahrens, nach ſelbiger, ſo wie bei neuer Konſtruktion die Form der Tennen nach der uͤblichen Methode, richten. Bei den Langtennen kann mit einer großen Reihe von Wagen in eine Banſe eingefahren werden; bei den Quertennen aber hoͤchſtens nur mit drei Wagen. Der Vorzug wird alſo m. E. bloß durch den eingefuͤhrten Gebrauch ent⸗ ſchieden, und der Vortheil der einen oder der andern iſt wenigſtens nicht ſo groß, daß es ſich der Muͤhe lohnte, die Einrichtung der Scheuren und den Gang des Erntegeſchaͤftes zugleich darum abzuaͤndern. Die Langtennen findet man mehrentheils, wo eingefahren wird, nachdem alles aufgebunden worden; die Quertennen; wo ſogleich eingefahren wird, wenn ein Theil aufgebunden worden. §. 40. Bei dem Taſſen oder Banſen des Getreides kommt es vorzuͤglich darauf an, daß es Oas Taſſen. dicht und vollgelegt werde, nicht bloß zur Erſparung des Raums, ſondern auch zur beſſeren Konſervation des Getreides. Es iſt nichts falſcher, als Getreide und Heu mittelſt der Durch⸗ zuͤge luͤften und von Duͤnſten befreien zu wollen; denn gerade an ſolchen Stellen ſchimmelt es, und erhaͤlt ſich dagegen um ſo beſſer, je dichter es liegt. §. Ar. Das Abdreſchen des Getreides wird auf mannigfaltige Weiſe bewirkt. Des Ausreitens Das Dreſchen. mit Pferden, des Ausfahrens mit Wagen, die zehn bis zwanzig⸗eckige Raͤder haben, oder mit Schlitten, oder mit koniſchen Dreſchwalzen erwaͤhne ich hier nur. Eine ſehr vollſtaͤndige Beſchreibung dieſer bei uns ungebraͤuchlichen Methoden ſindet man in Kruͤnitz Encyklopaͤdie Bd. IX. mit vielen Abbildungen. 3— Aber auch bei dem gewoͤhnlichen Dreſchen mit Flegeln giebt es manche Abaͤnderungen in der Geſtalt dieſer Flegel und in der Art ſie zu fuͤhren. Es tritt dabei daſſelbe ein, was ich bei der Ernte geſagt habe: keines hat ſo entſchiedene Vorzuͤge, daß man den Arbeitern ein anderes aufdringen muͤßte, als weſſen ſie gewohnt ſind; zumal wenn ſie um eine Quote dreſchen. §F. 42. Das Dreſchen geſchiehet a) in kleinen Wirthſchaften durch eigenes Geſinde, beſonders Dreſcherlohn. des Morgens fruͤh und des Abends ſpaͤt; findet aber in groͤßeren ſelten und hoͤchſtens nur theilweiſe ſtatt. b) Im Tagelohn, wobei jedoch gewoͤhnlich von jeder Getreideart eine Anzahl von Gar⸗ ben feſtgeſetzt iſt, die abgedroſchen werden muß. Es erfordert vorzuͤglich eine beſondere Auf⸗ ſicht auf das Reinausdreſchen. 1 c) Fuͤr die Dreſchergarbe oder eine Quote von dem abgedroſchenen Getreide. Dies iſt in groͤßeren Wirthſchaften, wo beſtaͤndige Lohnarbeiter gehalten werden, das gewoͤhnlichſte, und ſichert dieſen in theuren Jahren allein ihr Auskommen, ohne ſchnelle Steigerung des Ta⸗ gelohns. Das hoͤchſte was gegehen wird, iſt der 12te Scheffel, das geringſte iſt der 18te. S. 43. Die Beachtung des reinen Ausdreſchens, deſſen Mangelhaftigkeit ſtrenge verpoͤnet ſeyn muß, Verhuͤtung der Schmuggeleien, Erhaltung der Ordnung, Anzeichnung der angelegten ————ÿ—“ Dre ſchiaſchi⸗ Ben. Aufbewahrung des Korns. 7 30 Die Ernte. Gebinde, dann die gehoͤrige Reintgung des Getreides, endlich das Aufmeſſen und Auföringen auf den Boden, erfordern die ſtrengſte Aufſicht des Landwirths oder des hiermit beauftragten Auflehers⸗ Vergleiche Berliner Betrig zur Landwirthſchafts⸗ Wi ſſenſchaft Bd. II. S. 192. emert ſens Hausvater Bd. II. S. 3 35. §6. 44. Der rDreſchmaſchinen hat man viele erfunden und mehrere mit Nutzen ausgefthe. Alle aͤlteren findet man am vollſtaͤndigſten beſchrieben und abgebildet in Kruͤnitz Eneyklopaͤdie Bd. IX. Die Peßlerſche erregte neuerlich die groͤßte Aufmerkſamkeit. Vergleiche Peßlers vollſtaͤndige Beſchreibung und Abbildung einer neuen Dreſchmaſchine. Braun⸗ ſchweig 1797. ward von dem wuͤrdigen Profeſſor Karſten ausgefuͤhrt und verbeſſert. Die Peßlerſche Oreſchmaſchine nach Thedrir und Erfahrung beurtheilt von F. C. L. Karßeen. Celle 1799. Man hat ſie wohl anwendbar, aber wenig genuͤgend befunden. Allein die in Schottland erfundene immer mehr verbeſſerte und verſchieden uodißzirte Dreſchmaſchine, welche mit cannelirten Walzen das Getreide ergreift, das Korn durch eine umlaufende mit Schlaͤgern beſetzte Welle, gegen einen dieſe Welle auf 3 umfaſſenden Schirm oder Trommel auspreßt, dann das ſchwere und leichte Korn, die, Spreu und das Stroh ſon⸗ dert, hat allgemeinen Beifall gefunden. Man hat ſie von ſehr verſchiedener Staͤrke, und zum Triebe mit Waſſer, mit Wind, mit 6, 4 und 2 Pferden eingerichtet. iſt complizirt, aber dauerhaft. Deshalb iſt ſie koſtbar jedoch zu ſehr billigen Preiſen zu Fri⸗ drichswerk auf Seeland ausgeboten; naͤmlich die groͤßte und complizirteſte Art zu 6 Pferden fuͤr 510 Rthlr., die kleinſte zu 2 Pferden fuͤr 180 Rthlr. Sie driſcht ſehr rein und nach Verhaͤltniß ihrer verſchiedenen Staͤrke ſehr ſchnell aus. iſt, daß ſie das Stroh zerknickt, wodurch es aber zur Fuͤtterung kund Einſtreuung eher verbeſ⸗ ſert als verſchlechtert und nur zu anderm Gebrauch untauglich wird. Bei der Organiſation unſerer Wirthſchaften, wo das Dreſchen ein nothwendiger Wintererwerb unſerer Arbeiter bleiben muß, koͤnnen Dreſchmuͤhlen freilich nur zum Addreſchen eines Theils gebraucht, aber zur Foͤrderung der Arbeit in gewiſſen Zeiten doch hoͤchſt nutzbar werden. §. 45. Die Aufbewahrung des Korns geſchiehet bei uns auf Boͤden. die mehrentheils uͤber Wohngebaͤude, am beſten uͤber offene Schuppen angelegt ſind. In ſehr großen Wirthſchaften hat man beſondere Magazingebaͤude. Ueber ihre Einrichtung ſiehe: Die beſte Art Kornmagazine und Fruchtboden anzulegen ꝛc. eine Preisſchrift(von Dillinger). Hannover 1768. Cancrin vom Bau der vortheilhafteſten den Wurmfraß nicht ausgeſetzten Fruchtmagazine. Frank⸗ . furt am Main 1792. Meinerts landwirthſchaftliche Bauwiſſenſchaft Th. I. Gilly Handbuch der Landbaukunſt Th. III. Abth. I. Herausgegeben von Friderici 1811. S. 202. Zur langen Aufbewahrung großer Getreidevorraͤthe ſchicken ſich die in Rußland und Schweden aufgefuͤhrten maſſiven Gebaͤude am beſten, in welchen die Kornbehaͤlter, wie Schornſteine, von oben bis unten hinab gehen und ganz voll geſchuͤttet, dann oben gegen den Zutritt der Luft feſt verſchloſſen werden. Man leeret ſie unten und dann einen ſolchen Behaͤl⸗ Ihr Mechanismus Das einzige, was man ihr vorwirft, kon Engel No Akademie In der ten aufbewal 1 Ea Das aut ſoc auſgeſh werden. Das Vr 1. jefeuchter d ausgetrockne Geger den, wo ſie deshalb nie Vorrathsbe fleißiges Un Zeige vertrelben. treide baldm Boden muß widrige und ſolchen Bode gruͤnen Sche Das wirkſat wäches dei wohl verſch Natz gen ſolches. kerunreinige aher ein Mi zu weichen! wiſen Dit, daß ſie mi nichts uͤbri uah ale nd Auftrinn t beauftrann à. Gemarzan n axzgäüin. Enchliande ſchine. Braun .L. Farſten. en wodifurte en durch eine nden Schien 8 Stroh ſon⸗ eke, und zum Mechanismus reiſen zu gri⸗ zu ö Pferden ein und nach ihr vorwirft, eher verbeſ⸗ Organiſation rer Arbeiter aucht, aber theils uͤber Rrrthſchaften von Dilirger). ajine. Frank⸗ 1811. S. 202. ußland und zalter, wie en gegen den ſchen Behäl⸗ Die Ernte. 31 ter auf einmal aus: das Korn muß aber, wo nicht gedoͤrret, doch ſehr ausgetrocknet ſeyn, bevor es aufgeſchuͤttet wird.— Entwurf eines Kornmagazins, welches gegen Ungeziefer und Feuersgefahr vollig geſichert iſt,⸗ von Engelmann, in den Abhandlungen der dkonomiſchen Geſellſchaft zu Petersburg Bd. I. Norbergs Beſchreibung eines Kornmagazins, in den neuen Abhandlungen der Schwediſchen Akademie der Wiſſenſchaften Bd. X. In der Ukraine wird das Getreide noch, wie vormals in Deutſchland, haͤufig in Gru⸗ ben aufbewahrt.— Schrebers Sammlung von Schriften zur Kameralwiſſenſchaft Bd. X. §. 46. Das ausgedroſchene Getreide muß auf dem Boden anfangs nur ſehr duͤnne, 6 Zoll Behandlung hoch aufgeſchuͤttet werden, kann nachher aber bis zu 12 Fuß hoch allmaͤhlig zuſammengebracht auf dem Soden, werden. Das Umſtechen oder Umſchippen iſt um ſo haͤufiger noͤthig, je friſcher das Getreide und je feuchter die Luft iſt: woͤchentlich zweimal, nachher einmal, und wenn es im Sommer voͤllig ausgetrocknet iſt, monatlich nur einmal. §. 47. Gegen die verſchiedenen Arten von Inſekten, welche ſehr großen Schaden auf Kornboͤ⸗ Vertilgnns der den, wo ſie ſich einmal eingeniſtet haben, anrichten, muß man ſehr auf ſeiner Huth ſeyn; Piſekten. deshalb nie fremdes Getreide, von welchem man nicht ganz ſicher iſt, auf den eigentlichen Vorrathsboden nehmen; die Waͤnde des Bodens dicht und getuͤncht erhalten, Luftzug und fleißiges Umſtechen beſorgen.. 3 Zeigen ſich die Inſekten, ſo iſt ein moͤglichſt ſtarker Luftzug zuweilen hinlaͤnglich ſie zu vertreiben. Haben ſie uͤberhand genommen, ſo iſt kein anderes Mittel als das befallene Ge⸗ treide baldmoͤglichſt zu verkaufen und vorerſt kein Getreide auf dieſen Boden zu bringen. Der Boden muß dann auf alle Weiſe gereinigt werden, und man kann mancherlei den Inſekten widrige und toͤdtliche Dinge anbringen. Dahin gehoͤrt das Aufbringen der Tabacksblaͤtter auf ſolchen Boden, das Waſchen mit einer Abkochung von Erlen⸗ und Nußblaͤttern oder von der gruͤnen Schaale der welſchen Nuͤſſe, das Beſtreichen aller Ritzen mit Terpentin oder Theer. Das wirkſamſte ſcheint mir aber ein ſtarkes und wiederholtes Ausräuchern mit Schwefel, welches bei gehoͤriger Vorſicht ohne alle Feuersgefahr geſchehen kann; wobei alle Oeffnungen wohl verſchloſſen werden muͤſſen. §. 48. Ratzen und Maͤuſe richten ebenfalls große Verwuͤſtungen des Korns an und verunreini⸗ Der Ratzen gen ſolches. Katzen, Igel, Eulen, vermindern ſie, koͤnnen ſie aber oft nicht bezwingen und und Mäuſer verunreinigen das Getreide ſelbſt. Das Giftlegen haͤlt man mit Recht fuͤr gefaͤhrlich; es giebt aber ein Mittel es gefahrlos zu machen. Man muß nur erſt einen Koͤder ausfindig machen, zu welchem dieſe Thiere eine große Reigung bekommen, wenn man ihnen ſolchen an einen ge⸗ wiſſen Ort, wohin ſie vom Kornboden ab kommen koͤnnen, taͤglich hinſetzt. Wenn man ſieht, daß ſie mit Begierde darauf fallen und von dem Abends hingeſetzten am folgenden Morgen nichts uͤbrig iſt, ſo thut man dann Ratzengift, weißen Arſenik, dazu, und man wird in einer Nacht alle Ratzen verſchwunden ſehen. Hierbei iſt nicht die Gefahr, wie bei dem Umherlegen 32 Die Ernte. des Giftes. Die Thiere, die hiervon eine betraͤchtliche Portion verſchlungen haben, gehen nicht aufs Korn, verkriechen ſich in Winkel oder eilen aufs Dach und ſind in kurzer Zeit todt. Auf allen Fall kann man die Getreidelager eben harken, um es ſo leichter zu entdecken, wenn ein Thier ſie verunreinigt haͤtte. Das uͤbrige Gift muß man nun ſogleich mit Vorſicht weg⸗ ſchaffen; denn zu dieſem Gift gehet gewiß keine Ratze wieder, wenn auch welche geblieben 8 R. 43 3 4. 4 8 3 waͤre Wir gehen zu den einzelnen Fruͤchten, zuerſt zu den Getreidearten, uͤber. 8 weil ſie in vielen landwirthſchaftlichen Lehrbuͤchern ſehr weitlaͤuftig behandelt ſind; 2) weil ih ſie deig ſe ie behaur haͤtte ethicheft muͤſſen, wenn ich alles ſagen wollte, was daruͤber zu ſagen iſt „ weil ich eine ſo weitlaͤuftige Behandlung fuͤr ſo ermuͤdend als unnuͤtz hielt„indem man gewiſſe Hin— aus 100 Quartſeiten nicht kennen lernt, die man beim erſten Anblicke voͤllig begreift. So Pas ich bei der Ernte nur an gewiſſen Hauptpunkte erinnern, bei einigen andern meine Anſicht mittheilen, aber keinesweges die Materie erſchoͤpfen wollen. 4 Wenn ich mich uͤber einige der vorſtehenden Materien kurz gefaßt habe, ſo geſchah es 1) Aus dem botn ten als angeü 4 Tr. Die unde Deizen hat, ſ mſtande in e niker, die uͤh bei den unter aufs Reine g Wenn gleich! nen, ſo kann entſchiedenſte mit einem T aber freilich! im naͤchſten; haben, mehr merweizen ſey ein harter Wit zunſiger Wite gehen und reiſ mehr die Nat ſtauden, onge ſeyn und ſaͦ ten gehen. ſhießen, was So ka Positum) nie armetem Bo wogegen ſein Nas n leicht eine und das Korr weſenheit de Diater di haben dehh rzer Zeit n. decken na Drrſih deg⸗ dice giltin t. 4 ſo gaäch d) 3*) wellich ſe der zu ſazen iſ em man gewiſe begreift. G neine Imnſich Der haben, mehr in Aehren gehen und reifen und im folg Der Weizen. Der Weizen. §. 49. b Aus dem botaniſchen Geſchlechte des Triticum kommen vier beſtimmte unveraͤnderliche Ar⸗ ten als angebauete Cerealien in Betracht, naͤmlich: 3 Triticum hybernum und aestivum als eine Art, — spelta, Spelz,. — monococcon, Einkorn, — Ppolonicum. Die unzaͤhligen Varietaͤten, die man beſonders von der erſten Art oder dem eigentlichen Weizen hat, ſind blos Ab⸗ oder Spielarten, die ſich veraͤndern und durch Einwirkung aͤußerer Umſtande in einander uͤbergehen. Dies iſt— gegen die gewoͤhnliche Meinung, ſelbſt der Bota⸗ niker, die uͤberhaupt in der Unterſcheidung der Arten und Abarten(species und varietas) bei den unter der Einwirkung der Kunſt ſtehenden landwirthſchaftlichen Pflanzen noch nicht aufs Reine gekommen ſind— auch bei dem Sommer⸗ und Winterweizen der Fall. Wenn gleich beide, beſönders einige Abarten, ihrer Natur nach ſehr verſchieden zu ſeyn ſchei⸗ nen, ſo kann man doch willkuͤhrlich den einen in den andern umwandeln. Indem man den entſchiedenſten Winterweizen ſpaͤt im Winter im Februar oder Anfangs Maͤrz ſaͤet, wird er mit einem Theile ſeiner Sproſſen aufſchießen und reifen Saamen in demſelben Jahre machen; aber freilich nur einen ſchwachen Ertrag geben. Saͤet man den hiervon genommenen Saamen im naͤchſten Fruͤhjahre, ſo wird er ſchon mehr die Natur des Sommerweizens angenommen iden Jahre wird er vollkommener Som⸗ merweizen ſeyn. Dagegen ſaͤe man entſchiedenen Sommerweizen zu Ende Oktobers: kommt ein harter Winter ohne genugſame Schneedecke, ſo wird er freilich ſaͤmmtlich erfrieren; bei guͤnſtiger Witterung aber ziemlich durchkommen, dann fruͤher wie der Winterweizen in Aehren gehen und reifen. Die hiervon gewonnene Saat wird den Winter ſchon beſſer aushalten und mehr die Natur des Winterweizens, ſich laͤnger an der Erde zu halten und ſich ſtaͤrker zu be⸗ ſtauden, angenommen haben, und im darauf folgenden Jahre wird er ganz Winterweizen ſeyn und ſpaͤter, z. B. zu Ende des Mais geſaet, in demſelben Jahre uͤberall nicht in Aeh⸗ ren gehen. Denn der entſchiedene Winterweizen kann ſo fruͤh geſaͤet werden, ohne empor zu ſchießen, was der entſchiedene Sommerweizen noch thut, wenn man ihn auch zu Johannis ſaͤete. So kann ich auch den ſogenannten Wunder⸗ oder vielaͤhrigen Weizen(Triticum com- positum) nicht fuͤr eine conſtante Art(species) erkennen, da er dieſe geilen Austriebe auf aͤrmerem Boden bald verliert und nach mehreren Reproduktionen keine Spur davon zeigt; wogegen ſeine Koͤrner wieder groͤßer werden. Was man engliſchen Weizen(die Botaniker Triticum turgidum) nennt, iſt viel⸗ leicht eine beſtehende Art. Die Aehre und die Spelzen unterſcheiden ſich durch ihren Bau und das Korn durch einen breitern Ruͤcken und nach Crome s Wahruehmung durch die Ab⸗ weſenheit des Haarbuͤſchels an dem dicken Ende, den andere Weizenkoͤrner haben. Er hat Vierter Theil. 4 6 34 Der Weien: zuweilen Grannen, zuwveilen keine. Ob die Englaͤnder ihn uͤberhaupt kennen, weiß ich nicht; weil bei ihren unzaͤhligen Abarten eine große Verwirrung herrſcht. Aber gewiß iſt er kein ihrer gewoͤhnlichen Arten, und hat alſo jenen teutſchen Namen ſehr unrichtig. Von den drei entſchiedenen Arten, Spelz, Einkorn und polniſchen Waizen wer⸗ den wir unten beſonders reden.§. 67. u. f. Ab⸗ oder Spielarten. 8 Die Abarten des eigentlichen Weizens ſind unzaͤhlig, beſonders in ſolchen Gegenden, wo man auf den Weizenbau, wie in England, die hoͤchſte Aufmerkſamkeit wendet. Ich habe bei den Englaͤndern uͤber hundert verſchiedene Weizennamen gezaͤhlt; man verſteht aber ſelten, von welcher ſie eigentlich reden und einer verſteht den andern nicht. Die von den Grannen hergenommene Unterſcheidung iſt, wie Haller ſchon bemerkt hat, ganz truͤglich, da der Weizen dieſe auf verſchiedenen Bodenarten bekommt und auf an⸗ dern verliert. Auch ſehen die Englaͤnder gar nicht darauf. Die Farbe des Korns iſt beſtaͤndiger und allenthalben unterſcheidet man rothen oder braunen, gelben und weißen Weizen. Die Farbe des reifen Strohes iſt nicht immer uͤbereinſtimmend mit der Farbe des Korns und man hat dunkeln Weizen mit weißlichem Stroh und umgekehrt.. Der braune Weizen kommt in Gegenden, welche den ſtaͤrkſten Weizenboden haben, hauptſaͤchlich vor, und artet ſich, nach andern verpflanzt, nicht gut. Ob er die braune roͤth⸗ liche Farbe nur vom Boden habe und ſie auf anderm allmaͤhlig verlieren wuͤrde, iſt noch zweifelhaft; wenigſtens geſchieht es nicht ſo bald. Der gewoͤhnlichſte iſt der gelbe Weizen als Winterung und auch als Sommerung gebauet. Seit einiger Zeit verdraͤngte ihmaber der weiße Weizen, hei aufmerkſameren Wirthen faſt gaͤnzlich, weil dieſer im Ertrage nicht geringer war, im Preiſe aber betraͤchtlich hoͤher ſtieg, nachdem man ihn kennen gelernt hatte. Er giebt, auch weniger gebeutelt, ein weißeres Mehl; beſonders aber ward er ſeewaͤrts mehr geſucht und bezahlt. Er wuͤrde vielleicht allge⸗ mein geworden ſeyn, wenn nicht der Winter 1803 gezeigt haͤtte, daß er weichlicher ſey. Denn bei dem anhaltenden Blachfroſte erfror er in manchen Gegenden, wo ſi ich der gelbe erhielt. Man hat aber zwei weiße Abarten. Bei der e einen iſt die Spelze glate, bei der andern mit feinen Haͤrchen uͤberzogen, die den Aehren ein ſammetartiges Anſehn geben. Die Eng⸗ laͤnder beachten dieſen Unterſchied vorzuͤglich, und er iſt nach ihnen nicht nur ſehr conſtant, ſondern auch oͤkonomiſch wichtig. Sie nennen jenen eierſchaͤligen(eg⸗ shell), dieſen Sam⸗ met⸗Weizen(velvit). Den glattſpelzigen halten ſie in feuchteren Gegenden angemeſſener, in welchem der rauhe die Feuchtigkeit zu ſehr anziehe, dem Brande unterworfen ſey, und ſchwe⸗ rer trockne; den rauhen aber fuͤr hoͤhere, trocknere Gegenden mehr geeignet, wo er die Duͤrre beſſer aushalte, nicht ſo ſchnell trockne, und ſo leicht zuſammenſchrumpfe— ſehr na⸗ tuͤrlich, da dieſe Haͤrchen einſaugende Gefaͤße ſind.— Ich habe dieſen weißen rauhen Weizen vormals aus England erhalten, bin aber darum gekommen. Ich habe ihn nachmals auch in hieſigen Gegenden angetroffen, wo man die Saat aus dem Diſ Er hat taief jhit a n aihn un duc u uns get Sclagbaum fortgepflanzt d Der V bom Sommeit Da bei! men, ſo iſt di Sie iſt in ſofe Neizen, der! ſt annehmen, Keizen als f andte ihn feu 65 Peozent E keit ertraͤgt, erſetzt; woge Gebur jedoch imme Feuchtigkeit beſondere im Je me Weizen und d dis zu 15 Pt jerfallend, ble beſonders nac Gol de rnaztheile ge ſchwarzdronne minder kaiche auch der arn wie Rocken, Rüen beſte Der T gejunden hab unpaſend daf Nergal, Aich Gerſte, Kbſe ᷓ 8 veiß ih ntt it er in Weiſn, ne, en Gegenda, t. Ich hale aber ſelten, Hon bemerkt und auf an⸗ othen oder nicht immer lichem Stroh oden haben, braune räth⸗ de, it noch Söͤmmerung en Wirthen htlich hoͤher in weißeres leicht allge⸗ hlicher ſey. h der gelbe der andern . Die Eng⸗ ehr conſtont, dieſen Sam⸗ meſener, in und ſchwe⸗ wo er die = ſehr na⸗ aber darum an die Saat Der Weizen. 35 aus dem Deſſauiſchen erhalten hatte, wohin er wahrſcheinlich aus England gekommen war*). Er hat keine Grannen. Wenn man einer Art den Namen des engliſchen Weizens geben will, ſo gebuͤhrt er dieſer eher, als dem Triticum turgidum.— Der unter dem Namen Heckweizen(Hedge wheat) in England in Ruf, und dann auch zu uns gekommene Weizen iſt durchaus keine Abart, ſondern iſt nur aus einer an einem Schlagbaum(Heck) gefundenen großen Weizenpflanze erzeugt und durch ſorgfaͤltige Kultur fortgepflanzt worden, ſchlaͤgt aber bei der gewoͤhnlichen bald wieder zuruͤck. Der Winterweizen, wovon wir zuerſt und hauptſaͤchlich reden, unterſcheidet ſich vom Sommerweizen alſo mehr oͤkonomiſch als botaniſch.— §. 50. Da bei der Winterungsausſaat hauptſaͤchlich nur Weizen und Rocken in Betracht kom⸗ Bo Weizen den men, ſo iſt die Hauptfrage die, auf welchen Boden der eine oder der andere zu ſaͤen ſey? Sie iſt in ſofern voͤllig und wohl einſtimmig entſchieden, daß der mehr thonige Boden dem Weizen, der mehr ſandige dem Rocken angemeſſener ſey. Man kann hier die Grenze ungefaͤhr ſo annehmen, daß der Boden, der uͤber 55 Prozent Sand hat, nicht mehr ſo geeignet fuͤr Weizen als fuͤr Rocken ſey. Indeſſen kommt es bei ſolchem Boden auf ſeine Lage und auf andre ihn feucht erhaltende Umſtaͤnde an. Hat er eine feuchte Lage, ſo kann er bei 60 und 65 Prozent Sand noch ſichrer fuͤr Weizen wie fuͤr Rocken ſeyn, weil jener mehrere Feuchtig⸗ keit ertraͤgt, und dieſe durch die Lage herbeigefuͤhrte Feuchtigkeit ihm den Mangel des Thons erſetzt; wogegen ſie dem Rocken ſchon nachtheilig werden wuͤrde. Gebunden muß der Boden, der mit Sicherheit und Erfolg Winterweizen tragen ſoll, jedoch immer ſeyn. Ein wegen Mangel an Thon loſer Boden traͤgt auch bei zureichender Feuchtigkeit und großem Reichthum an Humus unſicher Weizen, weil er den Wurzeln, ins⸗ beſondere im Winter, nicht Haltung genug giebt.“ Je mehr Thon und je weniger Sand alſo der Boden enthaͤlt, deſto mehr iſt er fuͤr den Weizen und deſto weniger fuͤr den Rocken geeignet. Hat er, bei geringem Sandtheile, Kalk bis zu 15 Prozent in ſich, ſo gehoͤrt er zu dem vorzuͤglichſten Weizenboden; er wird dadurch zerfallend, bleibt aber gebunden und wird gegen alle Entſtehung von Saͤuren, die dem Weizen beſonders nachtheilig iſt, geſchuͤtzt. 4 Soll der Acker aber befriedigende Weizenernten geben, ſo muß er auch Kraft oder Nah⸗ rungstheile genug fuͤr dieſe, viele Rahrung erfordernde, Pflanze haben. Der humusreiche, ſchwarzbraune Thonboden(der Klay) lohnt daher vor allem im Weizenertrage. Der von Natur minder reiche Boden muß durch Duͤngung dazu in Kraft geſetzt werden. Indeſſen traͤgt doch auch der arme Thonboden bei kaͤrglicher Duͤngung noch immer Weizen mit mehrerem Erfolge wie Rocken, zumal bei einer etwas feuchten und kalten Lage; weswegen ſich Bergacker mit Weizen beſtellt, noch immer beſſer verlohnt als mit Rocken. Der Weizen kann keine freie Saͤure im Boden ertragen, wenigſtens wo wir Bodenarten gefunden haben, auf welchen Weizen durchaus nicht gerathen wollte, ungeachtet ſie ſonſt nicht unpaſſend dafuͤr ſchienen, fanden wir merkliche Saͤure. Solcher Boden wird aber durch Kalk, Mergel, Aſche, und durch das Brennen tragbar fuͤr Weizen gemacht, und dann zugleich fuͤr Gerſte, Erbſen und Klee.. *) Ich fand ihn in dieſem Jahre 1811 in feuchtem Bruchlande ausgeſaͤet, wo er zu ein Drittel Staubbrand war. 6 ———— y——-——— Vorzug vor dem Rocken habe. Nach anderen 36 Der Weien.“ Beim thonigen Boden iſt es unter dieſen Bedingungen daher wohl entſchieden, daß er mit Weizen vortheilhafter als mit Rocken benutzt werde. Aber beim Mittelboden, welcher 55 bis 65 Prozent Sand enthaͤlt und keine ſehr trockne Lage hat, koͤnnen oft nur Orts⸗ und Zeitverhaͤltniſſe die Wahl beſtimmen. 8— In Laͤndern, wo der Weizen die allgemeine Nahrung ausmacht und Rocken wenig ge⸗ ſucht wird, bauet man in der Regel Weizen darauf. Bei uns nur, wenn beſondere Handels⸗ conjuncturen den Preis des Weizens betraͤchtlich uͤber das natuͤrliche Verhaͤltniß gegen den des Rockens erheben. Denn obwohl im Durchſchnitt in Kraft geſetzter Boden dieſer Art eine Weizenernte von hoͤherem Werthe, als die Rockenernte, tragen koͤnnte, ſo weiß man doch, daß Weizen einen ſolchen Boden ſtaͤrker angreife und fuͤr die folgenden Fruͤchte mehr erſchopfe, uͤberdem aber in ſeinem Stroh weniger Duͤngermaterial reproduzire und folglich die Wirth⸗ ſchaft im Ganzen ſchwaͤche, insbeſondre wenn er wiederholt gebauet wuͤrde. Vorſichtige Wirthe bleiben alſo lieber beim Rocken, ſobald ſie davon einen ſichern und, dem Maaße nach, groͤße⸗ ren Ertrag hoffen duͤrfen.. d§. SI.. Am haͤufigſten wird der Weizen in die Brache, und zwar auf allem von Natur ſchwaͤ⸗ cheren Boden, in die geduͤngte Brache geſaͤet. Nur bei natuͤrlich ſehr ſtarkem Boden thut man dies zuweilen nicht, aus Beſorgniß, daß der Weizen ſich lagern moͤchte. Man nimmt dann am haͤufigſten erſt Rapsſaat oder eine andre Frucht heraus. Auch nach dieſer ſaͤet man zuweilen nicht Weizen, ſondern erſt Wintergerſte, haͤlt nach ſelbiger wieder Brache oder bauet eine ſogenannte Brachfrucht, und laͤßt nun erſt Weizen folgen. Andere, mit dem Bau ab⸗ wechſelnder Fruͤchte unbekannt und angekettet an das Dreifelderſyſtem, ſaͤen in die geduͤngte Brache Gerſte und danach Weizen. Hier geht dann die Gerſte haͤufig zu Lager, aber ſie verr meinen, der Schade ſey nicht ſo groß als beim Weizen. Dieſer wird nun freilich nicht zu ſtark; aber zuweilen auch wohl zu ſchwach. Die Gerſte unmittelbar vor Weizen iſt keine gute Vorfrucht, und der Boden muß Kraft im Uebermaaß haben, wenn dieſer gedeihen ſoll; auf ſchwaͤcherem Boden wird er ſchlecht.—— Auf Boden von mittlerer Kraft wird alſo in der Regel der Weizen in die geduͤngte Brache geſaͤet. 1 dDdites geſchiehet in der Koppel⸗ wie in der Dreifelderwirthſchaft, und zwar, ſagen jetzt die meiſten, ſey es am vortheilhafteſten, ihn in die geduͤngte Ruhebrache zu ſaͤen. Denn, wenn Ruhe und Duͤnger zuſammenkaͤmen, wirke es am meiſten. Neu iſt die Lehre, daß eine doppelte Kraft ſtaͤrker wie eine einfache ſey, nun wohl nicht; aber die aͤlteren Koppelwirthe glaubten beſſer zu fahren, wenn ſie dieſe Kraͤfte auf mehrere Saaten vertheilten, und einige Ernten aus der Ruhe, einige aus dem Duͤnger naͤhmen. Sie hatten freilich keine ſo kraͤftige Saaten, als womit nun der eine Schlag pranget, aber auch in feuchteren Jahren weniger Lagerkorn, und im Ganzen wenigſtens denſelben Ertrag. Auch ward auf manchen Guͤtern kein Weizen gebauet, wo es jetzt auf dem geduͤngten Raſen geſchiehet. Jede Brache wird zum Weizen viermal gepfluͤgt, wenn es zum Rocken nur dreimal geſchiehet. Denn obwohl der Weizen ein gebundeneres Land verlangt, ſo muͤſſen doch ſeine Nahrungstheile wohl aufgeſchloſſen und ſeine undurchdringlichen Kloͤße gepulvert ſeyn. §. 52. Ferner wird der Weizen am haͤufigſten gebauet nach Winterruͤbſen oder Raps. Denn obwohl es keinem Zweifel unterworfen iſt, daß dieſer viele Nahrungstheile aus dem Boden tj ſiehet/ 7 interlit un ſie hſcceutte Enn uoch 30 Nach triftiges Lar bhl. Das! ts ſich auch Fartoffeln a haupten, bi Nach Brache. In hahe. Wenn Wachsthum d vahme des T Umbruch der nach Hälſen Einig zen. Bohn Ertrag in d es fuͤr den Ernten vor ſeyn. Di und Weizer und ich hal Ende Weizen auf es keine ſic ſaen. Eri terworfen ſe ſtehe, kein! voch zum dr Maͤg werde ſorgfäldige Ümbrechen geſchiehet, in der Beſ Bedingung damit der dang durch Betelung? ſtatt. Wer bloß geſcn bei ſelbigen Luch wird hieden, i boden, diger ur Drts, h docken weni ſnder Handä tnij gaxr d m det in veiß an uh, mehr eiſtoe ſichtige Wirn enach, größt Natur ſchwi⸗ em Boden tzu Man nimmt jeſer ſäͤet man ſhe oder bauet dem Bau ad⸗ in die gedungte e, aber ſie der⸗ reilich nicht zu Riſt keine gutr ihen ſoll; au ungte Brache ſwwar, ſagen ſaͤen. Denn, re, daß eine Roppelwirthe , und einig ne ſo kräftige ahren weniger nchen Güten zur dreimal en doch ſeine ſeyn. aps. Demn den Voden Der Wein. 37 ziehet, ſo wird er doch nur in ſtarkes oder kraͤftig, faſt doppelt geduͤngtes Land geſaͤet und hinterlaͤßt dann dem Weizen noch genug. Zu dieſer Frucht war das Land fleißig vorbereitet, ſie beſchattete es mit ihren dichten Blaͤttern und erhielt es muͤrbe und rein; auch iſt nach ihrer Ernte noch Zeit genug zu abermaliger Bearbeitung. Nach einigen behackten Fruͤchten, die beſonders ſtarken Duͤnger erhalten, oder in kraͤftiges Land kommen, laͤßt man ebenfalls Weizen folgen, z. B. nach Taback und Kopf⸗ kohl. Das Land iſt muͤrbe und rein genug, um ihn in die erſte Furche einzuſaͤen, und wenn es ſich auch etwas verſpaͤtet, ſo lehrt die Erfahrung doch, daß er hier trefflich gerathe. Nach Kartoffeln aber ſchlaͤgt er, den meiſten Beobachtungen zufolge, ſehr zuruͤck; obgleich einige be⸗ haupten, beſſeren Weizen als Rocken danach gebauet zu haben. Nach Huͤlſenfruͤchten wird der Weizen mehrentheils nicht ſo ſtark als nach der reinen Brache. Indeſſen hat man auch Beiſpiele, daß dieſer Weizen den Brachweizen uͤbertroffen habe. Wenn naͤmlich die Witterung der Brachbearbeitung nicht guͤnſtig war, aber den Wachsthum der Huͤlſenfruͤchte im Kraute ſehr befoͤrderte, ſo war das Stoppelland zur Auf⸗ nahme des Weizens in beſſerem Stande als das Brachland. Aber immer wird ein ſchneller Umbruch der Stoppel unmittelbar nach dem Abmaͤhen vorausgeſetzt, wenn man guten Weizen nach Huͤlſenfrucht erwarten will. Einige geben der Erbſenſtoppel, andere der Bohnenſtoppel einen Vorzug vor dem Wei⸗ zen. Bohnen ziehen wohl mehr Nahrung aus als Erbſen, indem ſie auch einen ſtaͤrkeren Ertrag in der Regel geben. Fehlt es dem Boden an Kraft, ſo wird ſie mehr erſchoͤpft als es fuͤr den Weizen geſchehen ſollte; durch Erbſen nicht ſo ſehr. Iſt aber Kraft genug fuͤr beide Ernten vorhanden, ſo ſcheint die Bohnenſtoppel eine treffliche Grundlage fuͤr den Weizen zu ſeyn. Die uralte Feldbeſtellung in der Grafſchaft Kent, jaͤhrlich abwechſelnd mit Bohnen und Weizen, die man auch in mehreren Gegenden Britanniens nachgeahmt hat, bezeugt dies, und ich habe immer nach gedrillten Bohnen ausgezeichneten Weizen geſehen. Endlich wird der Weizen mit dem groͤßten Erfolge in der Kleeſtoppel gebauet, und um Weizen auf Boden, der ihm eigentlich nicht angemeſſen, ſondern ſchon zu loſe iſt, zu erzielen, giebt es keine ſicherere Methode, wie die, ihn auf die erſte Furche des umgebrochenen Klees zu ſaäͤen. Er uͤbertrifft nicht ſelten den in reine Brache geſaͤeten und ſoll dem Brande minder un⸗ terworfen ſeyn. Hierbei iſt aber die weſentliche Bedingung, daß der Klee ſtark und geſchloſſen ſtehe, kein Unkraut habe aufkommen laſſen, fruͤh genug zum zweitenmal geſchnitten ſey, um noch zum drittenmal 8— 10 Zoll heranzuwachſen, und daß er dann unabgeweidet unterge⸗ pfluͤgt werde. Jene Forderungen wird der Klee nur auf vorzuͤglichem Boden oder bei einer ſorgfaͤltigen Kultur erfuͤllen, und deshalb wird das eine oder das andere vorausgeſetzt. Das Umbrechen muß mit Vorſicht geſchehen, in ſchmalen, gut umſchlagenden Furchen. Am beſten geſchiehet es durch einen leichten Schnittpflug, deſſen Vorrichtung ich Bd. III. S. 41. und in der Beſchreibung der Ackerwerkzeuge Heft II. Taf. 8. beſchrieben habe. Eine unerlaͤßliche Bedingung iſt es, daß dieſe Furche wenigſtens vier Wochen vor der Einſaat gegeben werde, damit der untergepfluͤgte Klee verrotten und der Boden ſich ſacken koͤnne. Die Saat wird dann durch ſcharfes Eggen oder beſſer mit dem Exſtirpator untergebracht. Dieſe einfurchige Beſtellung des Weizens in der Kleeſtoppel findet in der Regel nur bei einjaͤhrig benutztem Klee ſtatt. Wenn indeſſen der zweijaͤhrige dicht und geſchloſſen ſtehet und nicht beweidet, ſondern bloß geſchnitten worden, der Acker daher rein und muͤrbe iſt, ſo kann es auch ohne Bedenken bei ſelbigem geſchehen; beim Gegentheil muͤſſen drei Furchen zum Weizen genommen werden. Auch wird alsdann der Weizen auf ſandigerem Boden mißlich.. ——ö————— ——— 38 Sajgt. Zeit der Aus⸗ — ſaat. Unterbringung. geſchͤtzt ſey. Durchwinte⸗ ung. Der Waien Weizen in ſeine eigene Stoppel zu ſaͤen, iſt nach allgem einer Erfahrung durchaus ver⸗ werflich und er mißraͤth ſo ſehr, daß man faſt nichts ſchlechteres bauen kann. Zwar bauete Tull und ſeine Nachfolger jaͤhrlich Weizen auf demſelben Acker; aber es kam bei ſeiner Bauart nur die halbe Ackerkrume zum Tragen und die andere Haͤlfte ward gebrachet. zen nach Weizen bei ihnen hoͤchſt ſelten vor. Einige wollen auch bemerkt haben, daß weißer Weizen nach braunen, oder umgekehrt, beſſer gerathe, als wenn man dieſelbe Art nach ein⸗ ander ſaͤe. Der Weizen nach Gerſte ſchlaͤgt ſehr zuruͤck, und kann nur auf ſehr ſtarkem Boden di. zeihlich ſeyn. Nach Hafer geraͤth er, verſchiedenen Beobachtungen zufolge, beſſer. In der Regel kann man es als eine hoͤchſt fehlerhafte Wirthſchaft anſehen, wenn Weizen in die Stop⸗ pel einer anderen Halmfrucht geſaͤet wird. Weizen nach Lein geraͤth aͤrmlich; beſſer wird er nach Hanf. Wird Lein indeſſen in kräftigen Neubruch auf die erſte Furche geſaͤet, ſo habe ich guten Weizen danach geſehen. §. 53. Die Auswahl der Saat iſt bei keinem Getreide ſo wichtig, wie bei dem Weizen, weil in einer fehlerhaften hauptſaͤchlich der Grund des Korn⸗ oder Stein⸗ Brandes, dieſer dem Weizen eigenthuͤmlichen und gefaͤhrlichen Krankheit, liegt; woruͤber wir unten ausfuͤhr⸗ licher reden und zugleich die wegen der Saat zu nehmenden Maaßregeln, in ſofern ſie nicht bereits§. 1— 11. angegeben ſind, betrachten werden. §. 54. 2 Die Ausſaat des Weizens geſchiehet gewoͤhnlich nach der des Nockens; nicht weil ihm eine fruͤhere Ausſaat nachtheilig iſt— ſie kann vielmehr, wie die Erfahrung mancher Ge⸗ genden lehrt, vortheilhaft ſchon im Auguſt geſchehen— ſondern weil er eine ſpaͤtere beſſer ertra⸗ gen kann, wie der Rocken, und man daher dieſen zuerſt beſtellt. Der Weizen ertraͤgt es, bei einer ziemlich feuchten Witterung eingeſaͤet zu werden, auch beſſer, wie der Rocken. Da⸗ her waͤhlt man die mockehſge Witterung fuͤr dieſen, die feuchtere fuͤr j jenen. §. 55. Das Shace kann, ſelbſt auf thonigem Boden, eine Bedeckung von drei Zoll Erde, auf lockerem Boden von vier Zoll leiden, keimt darunter ſehr gut und treibt hervor. Deshalb iſt das flache Ueberpfluͤgen deſſelben, wenn der Boden gehoͤrig gelockert worden und nicht zu naß iſt, ſelbſt auf eigentlichem Weizenboden unbedenklich, auf mehr ſandigerm Boden aber hoͤchſt rathſam, damit ſeine junge Wurzel feſtere Haltung bekomme und vor Ausdoͤrrung mehr In der Kleeſtoppel kann es indeſſen nicht geſchehen. §. 56. Der Weizen ertraͤgt die Winterfeuchtigkeit beſſer wie der Rocken, und wenn er auch an Stellen, wo Waſſer geſtanden hat, ganz vergangen ſcheint, ſo treibt er doch oft wieder aus. Jedoch darf man deshalb die Abwaͤſſerung des Ackers nicht verabſaͤumen. Das Weizenfeld hat im Fruͤhjahr oft nach unguͤnſtigem Winter bis zu Anfang des Mais das traurigſte Anſehen, und man kann kaum eine Pflanze darauf entdecken. muß man die Hoffnung bis zu Ende des Mais nicht aufgeben, und eine anhaltende warme — Daſſelbe iſt beinahe der Fall bei den Belgiern auf ihren hochaufgepfluͤgten Beeten; doch kommt auch Wei⸗ Darum — Bitterur barten Buüch de 1 Ne Fl 4 unnahtt ſi Der W totionsperiode alle auf ihn ge Wennji trocknet it ſ Wohlthot. d mit der Atmoſ gebtacht, die herſtrt. Me 5— die deren man ſi mittelbar nas wahrnimmt, det man auch ſo iſt daran rung, wird den, als ein wo man ſie zeihen, als Man laͤßt de zu ziehen. Geſellſchaft habe, laͤßt ſ Qſo ſaark, daß der thonichte der Saat nich zen addenta Eine zwiſchenraͤn wird. Alle ddet wo man ſtändig und nicht, wie ſi Daz beträchtice nihſam, ſe durcheueir Zwar hut dfänerdnn t Dyſeb⸗ ſt nn uih N en, daß veſfe be lng in⸗ em Suhm de⸗ eſſer. aw din die Em⸗ in indeſfen in geſehen. Deizen, weil ades, dieſer nten ausfuͤhr⸗ fern ſie nicht iicht weil ihm mancher Ge⸗ beſſer ertra⸗ ertraͤgt es, kocken. Da⸗ Zol Erde, Deshalb nd nicht zu Boden aber rrung mehr er auch an jeder aus. nfang des Darum de warme Der Weizen. 39 Witterung abwarten, bevor man ſich zum Umpfluͤgen entſchließt. Man leſe hieruͤber die ſchaͤtz⸗ baren Beobachtungen, welche im Jahre 1803 in Mecklenburg gemacht und in den Annalen der Mecklenburgiſchen Landwirthſchafts⸗Geſellſchaft Bd. II. S. 169. u. f. aufbewahrt ſind. 8. 57. Der Weizen verdient es vor allen Getreidearten, daß man auch waͤhrend ſeiner Vege⸗ tationsperiode alle Aufmerkſamkeit auf ihn verwende, und ihm zu Huͤlfe komme. Er belohnt alle auf ihn gewandte Muͤhe reichlich. Wenn im Fruͤhjahr ſeine Vegetation eben beginnt, und der Boden genugſam abge⸗ trocknet iſt, ſo geſchieht ihm immer durch ein kraͤftiges Eggen mit eiſernen Zinken eine große Wohlthat. Dadurch wird die Winterborke gebrochen, die Ackerkrume wieder in Verbindung mit der Atmoſphaͤre geſetzt, eine friſche geluftete Erde an die nun austreibenden Kronwurzeln gebracht, die Pflanzen zu mehrerer Beſtaudung gereizt, und junges hervorkeimendes Unkraut zerſtoͤrt. Man muß eine gute ſonnichte Witterung dazu waͤhlen, und an einem ſchoͤnen Fruͤh⸗ lingstage dieſer Arbeit alle anderen nachſetzen. Man muß dieſe Arbeit ohne alle Beſorgniß, deren man ſich zum erſtenmal kaum wird erwehren koͤnnen, vornehmen. Wenn der Acker un⸗ mittelbar nachher wie ein friſch beſtellter ausſieht, ſo daß man kaum ein gruͤnes Blatt darauf wahrnimmt, und nur bloße Erdkrume da zu ſeyn ſcheint, dann iſt es am beſten gerathen. Fin⸗ det man auch abgeriſſene Weizenblaͤtter— ganze Pflanzen wird man nicht ausgeriſſen finden— ſo iſt daran nichts gelegen. den, als einen andern, der dieſe wohlthaͤtige Operation nicht ausgeſtanden hat. In Gegenden, wo man ſie allgemein kennt, wuͤrde man jede andere Nachlaͤſſigkeit einem Wirthe eher ver⸗ zeihen, als die Unterlaſſung derſelben im gerechten Zeitpunkte und bei guͤnſtiger Witterung. Man laͤßt dann alles liegen und ſtehen, um mit dem ſaͤmmtlichen Geſpann auf den Weizenacker zu ziehen. Auch hieruͤber verdienen die Annalen der Mecklenburgiſchen Landwirthſchafts⸗ Geſellſchaft am a. O. nachgeleſen zu werden. Wie viel Striche man mit der Egge zu geben habe, laͤßt ſich nicht beſtimmen, weil es auf die Bindigkeit des Bodens ankommt. Man egge ſo ſtark, daß der Acker allenthalben mit Krume bedeckt ſey, und daß auch die Riſſe, welche der thonichte Boden bei der Abtrocknung bekommt, ganz verdeckt ſind. Es iſt dieſes Eggen der Saat nicht bloß auf ſehr zaͤhem Boden, ſondern ohne Bedenken auf jedem, dem man Wei⸗ zen anvertraut, anwendbar; nur iſt die Staͤrke des Eggens danach verſchieden. §. 58. Eine vollkommnere Operation iſt freilich das Behacken des Weizens, wodurch alle Zwiſchenraͤume der Pflanze aufgelockert werden, und das dazwiſchen ſtehende Unkraut zerſtoͤrt wird. Allein ſie findet faſt nur da ſtatt, wo der Wirth ſie mit den Seinigen ſelbſt verrichtet, Nach acht oder vierzehn Tagen, nach Beſchaffenheit der Witte⸗ rung, wird man die Pflanze neu hervortreibend, und den Acker weit dichter damit belegt fin⸗ Vegetationspe⸗ riode. Eggen der jungen Saat. Vehacken. oder wo man geuͤbte Lohnarbeiter hat, welche ſie in Verdung unter der Bedingung, ſie voll⸗ ſtaͤndig und untadelhaft auszufuͤhren, unternehmen. Fuͤr geuͤbte Arbeiter iſt ſie ſo ſchwierig nicht, wie ſie manchem ſcheint. Das Behacken hat Vorzuͤge vor dem Jaͤten, welches jedoch an manchen Orten auf betraͤchtlichen Feldern vorgenommen wird. Jenes geht nicht nur geſchwinder und iſt minder muͤhſam, ſondern es wird auch die Lockerung der Oberflaͤche und die Heranziehung der Erde ———ę—Q—.O˖·—— „ Schröpfen der Saat. — Einwirkung der Witterung. 40 G. an die Pflanzen mehr dadurch bewirkt; und zugleich koͤnnen die ſtellenweiſe zu dicht ſtehenden nommen, ohne das Herz der Pflanze zu beruͤhren. Maͤhen geuͤbten Leuten geſchehen, darf insbeſondere nie denen uͤberlaſſen werden, welche das Blaͤtter beruͤhrt werden. 1 Der Weizen. Pflanzen dabei verduͤnnt werden. Von dem Pferdehacken, welches nur bei der Drillkultur ſtatt ſindet, und vorzuͤgliche Wirkung auf den Weizen hat, rede ich unten. Wenn auf einem kraftvollen Acker die Weizenpflanze, die vorhin vielleicht zu ſpaͤrlich „ darauf zu ſtehen ſchien, ſich nun zu beſtauden und auszubreiten anfaͤngt, und ihre maſtigen Blaͤtter und Rebenſchuͤſſe hervortreibt; ſo tritt die Beſorgniß eines zu geilen Wuchſes und daraus erfolgender Lagerung manchmal ein. HKiergegen hat man zwei Mittel: das ſogenannte Schroͤpfen, und die Abhuͤtung mit Schaafen.““ 3 Beim Schroͤpfen, welches geſchiehet, nachdem der Weizen mit ſeinen Blaͤttern zuſam⸗ mengewachſen iſt, und das Feld dicht bedecket, werden ihm die hervorſtehenden Blaͤtter ge⸗ Es muß daher von vorſichtigen und im Abgeſchroͤpfte, die Gruſe, fuͤr das von ihnen verpflegte Vieh erhalten, indem ſie ſonſt zu tief eingreifen, um mehr zu erhalten; wovon der Weizen dann leicht zu ſtark angegriffen wer⸗ den und ſehr zuruͤckſchlagen kann. Das Abſtutzen der Blaͤtter haͤlt den Weizen in dieſer Pe⸗ riode ſehr zuruͤck, und mindert ſeinen uͤppigen Wuchs merklich. Es muß daher immer nur mit reiflicher Ueberlegung vorgenommen werden. Man muß die Kraft ſeines Bodens kennen, und auf den wahrſcheinlichen Lauf der Witterung achten, was freilich manchmal truͤgt, indem auf eine, den Wachsthum des Weizens ſehr foͤrdernde Witterung bald eine unfruchtbare folgen kann, die ihn zuruͤckhaͤlt, ſo daß man es nun bedauert, ſeinen Weizen geſchwaͤcht zu haben. Es gehoͤrt ein praktiſcher Blick dazu, um ſich hier nicht oͤfter zu truͤgen. Wenn ſich der Wei⸗ zen mit dunkelgruͤnen Blaͤttern verſchlinget und durchkraͤuſelt, und die Sproſſen ſehr dick ſind, ſo iſt es gerathen, ihn zu ſchroͤpfen. Iſt das nicht, ſo geht man ſichrer ihn wachſen zu laſſen. Das Abhuͤten mit Schaafen im Fruͤhjahre— denn von der Winterbehuͤtung iſt hier die Rede nicht— geſchiehet bis zu Ende Aprils. Man darf es auch nur thun, wenn man ſeinem Acker große Kraft zutrauet, und die Pflanze den Boden dicht belegt hat. Dann iſt es rathſam, das Abfreſſen ſchnell, nicht allmaͤhlig, geſchehen zu laſſen, und eine große Anzahl Schaafe auf einmal auf einen Acker zu bringen, ſo daß ſie ihn rein an der Erde wegfreſſen, ſie dann aber davon zu nehmen und nicht wiederholt aufzutreiben. Ich halte dieſe Methode fuͤr ſichrer als das Schroͤpfen, jedoch nur auf kraͤftigem Acker. Etwas aͤhnliches, aber wohl zu unterſcheidendes, vom Schroͤpfen geſchiehet, wenn der Weizen ſchon zu ſchoſſen anfaͤngt— man nennt es Ausklaͤren— um fruͤher emportreibede Rockenhalme— deren Saame unter dem Weizen oder im Miſte war— auch anders hervor⸗ ragendes Unkraut, beſonders die blaue Kornblume, zu koͤpfen. Dies muß ebenfalls mit hoͤch⸗ ſter Vorſicht geſchehen, und der Weizen darf nicht ſtaͤrker, als an der aͤußerſten Spitze ſeiner 5. 60. 4 Der Weizen iſt mehr wie anderes Getreide empfindlich gegen jede unguͤnſtige beſonders naßkalte Witterung. Er aͤndert danach gleich ſeine Farbe und macht einen Stillſtand im Wachsthum, ſcheint wirklich, wie man ſagt, zuruͤckgewachſen. Er erholt ſich aber eben ſo ſchnel, 1 ſhnel, vem geſundes Ynſc Be zum ahnahſelnde i Kocher, beſor Jach dem Anſe meder ſehr zu und ſeine Koͤrn teung beim J Weizen volle Reife erre dann kein ſo u Welen etwas zu Markte kor nem, windige Deshald muf wenn die Koͤrt ſind. Und ob nicht ſelten de dem Rocken beingen, we Nur d abgebracht: Venn dinſtg iſ, ſe in Naſe— Nan kann bi Näcklichen Ja Handhacken vi ein gerngee und uͤblich g In auſtehen, w dentionell, ſo 94 und 108 Lleichen Gewi hat di der h ud i ſihe iſcen Nahr Diater Th icht ſehen d dorjüglch Ht u haic ihre miga Wuchſä m Hhuͤtung m ern zuſam⸗ Blͤtter ge⸗ Ien und im welche das ſie ſonſt zu egriffen wer⸗ in dieſer Pe⸗ r immer nur dens kennen, trͤgt, indem cthare folgen icht zu haben. ſich der Wi⸗ ſehr dich ſnd, zſen zu laſſe atung iſt hier , wenn man Dann iſt es große Anzahl wegfreſſen, eſe Methode t, wenn der portreihende nders hervor⸗ all wit hoͤh⸗ Söite ſeiner ge beſonders Stilltand im aber tben ſo ſcnlh Der Weizen. 4r ſchnell, wenn eine guͤnſtigere Witterung eintritt, und gewinnt in wenigen Tagen wie der ein geſundes Anſehen. Bis zum Schoſſen und Hervortreten der Aehre liebt der Weizen eine mit vielem Regen abwechſelnde warme Witterung, welche das Emporkommen ſeiner Nebenſproſſen befoͤrdert. Nachher, beſonders in der Bluͤthezeit, iſt ihm trocknes warmes Wetter vorzuͤglich guͤnſtig. Nach dem Anſatze und bei der Vollendung ſeiner Koͤrner iſt ihm aber maͤßig feuchte Witterung wieder ſehr zutraͤglich, indem er bei anhaltender Duͤrre und trockenen Winden zu ſchnell reift und ſeine Koͤrner nicht ſo vollſtaͤndig werden, als wenn ſie langſamer reifen. Zu feuchte Wit⸗ terung beim Anſatz der Koͤrner erzeugt dagegen den Staubbrand. §. 61. Weizen, der eine gute Handelswaare ſeyn ſoll, muß gemaͤhet werden, bevor er ſeine volle Reife erreicht hat. Er wird ſonſt hornig, oder, wie man es nennt, glaͤſig. Er giebt dann kein ſo weißes Mehl. Obwohl man dieſes dadurch verbeſſern kann, daß man ſolchen Weizen etwas anfeuchtet, ſo wird er doch von Kaͤufern getadelt, wenigſtens wenn Ueberfluß zu Markte kommt. Ueberdem aber iſt der Weizen ſehr zum Ausfallen geneigt, und bei trocke⸗ nem, windigem Wetter einem großen Verluſte unterworfen, wenn man ihn voͤllig reifen laͤßt. Deshalb muß auf den Zeitpunkt ſeiner Maͤhereife genau geachtet werden, welche eintritt, wenn die Koͤrner zwar ihr Mehl gebildet haben und nicht mehr milchigt, aber doch noch weich ſind. Und obwohl in der Regel der Weizen erſt 14 Tage nach dem Rocken reift, ſo tritt doch nicht ſelten der Fall ein, daß er dieſe Maͤhereife bei duͤrrem Wetter bekommt, bevor man mit dem Rocken fertig iſt; und ſo muß man den Rocken ſtehen laſſen, und den Weizen eher ab⸗ bringen, weil der Verluſt bei dieſem weit groͤßer wie bei jenem iſt. Nur der zur Saat beſtimmte Weizen muß voͤllig reif und dann mit Vorſicht und behende abgebracht werden. §. 52. Wenn der Weizen den ihm angemeſſenen Boden hat und die Witterung ihm in Maſſe— und auch hierin uͤberwiegt ihn faſt nur der Hafer— doch im Nahrungsſtoff. Man kann bis 30 Metzen vom Jochart bei gewoͤhnlicher Kultur auf ſehr gutem Boden in gluͤcklichen Jahren gewinnen. In England hat man bei der Drillkultur oder bei ſorgfaͤltigem Handhacken viel hoͤhere Angaben. In der Regel aber werden 15 Metzen ein guter, 10 Metzen ein geringer Ertrag genannt; das Mittlere iſt alſo 12 ½ Metzen auf gutem Weizenboden und uͤblich guter Beſtellung. J. 63. Reife. nicht un⸗Ertras. guͤnſtig iſt, ſo giebt er unter allen gewoͤhnlichen Getreidearten die hoͤchſte Produktion, wo nicht In ein noch vortheilhafteres Verhäͤltniß kommt er aber gegen andere Getreidearten Werth. zu ſtehen, wenn wir auf den Werth ſeines Ertrages ſehen. Dieſer iſt keinesweges bloß con⸗ ventionell, ſondern in ſeiner Natur begruͤndet. Sein Gewicht pro Metze ſchwankt zwiſchen 94 und 108 Pfund, wenn er anders nicht ſchlecht und unrein iſt Ueberdem beſitzt er im gleichen Gewichte mehrere und kraͤftigere Nahrungstheile wie irgend ein anderes Korn. Er hat die der thieriſchen Materie analoge Subſtanz, den Kleber, in betraͤchtlich groͤßerer Menge und in hoͤherer Vollkommenheit in ſich als irgend ein anderes Getreide, und iſt daher zur thie⸗ riſchen Nahrung am meiſten geeignet; uͤberdem enthaͤlt er ein vorzuͤgliches Staͤrkemehl; aus Vierter Theil. Ausſaugende Kraft. deren inniger Verbindung, Der Weizen. welche beſonders beim Brodbacken bewirkt wird, eine ſo verdau⸗ liche, angenehme und wohlthaͤtige Nahrung hervorgehet, wie vielleicht keine andere iſt. Boden und Duͤnger veraͤndern das quantitative Verhaͤltniß ſeiner Beſtandtheile be⸗ traͤchtlich. Der auf friſchen Schaafduͤnger und Pferdeduͤnger, beſonders auf Pferch gewach⸗ ſene Weizen, hat ein ſehr großes Uebergewicht an Kleber, welches ihn zum Bierdrauen und Branntweinbrennen ſo wie zur Staͤrkebereitung faſt untauglich, dagegen zum Backen ſehr gut macht. Das Verhaͤltniß des Klebers ſchwankt nach 5 und 30 Prozent. 1 Ferner iſt ſich nicht aller Weizen in der Staͤrke der Huͤlſe gleich. Die Verſchiedenheit liegt theils in der Art des Weizens, theils im Boden und der feuchte Boden giebt groͤbere Huͤlſen. Die Staͤrke der Huͤlſe ſteht aber im umgekehrten Verhaͤltniſſe mit dem Gewichte und mit dem Werthe. 5 4² §. 64. So wie aber der Weizen mehrere Nahrungstheile erfordert und unter ihm guͤnſtigen Hermbſtaͤdts Unterſuchungen zwiſchen Umſtaͤnden anziehet, ſo erſchoͤpft er den Boden auch ſtaͤrker. Wir haben bei der freilich nur hypothetiſchen, aber der Erfahrung entſprechenden Berechnung in den Bemerkungen Bd. II. S. XVII. angenommen, Theile anziehe.. Sehr wahrſcheinlich iſt es, daß er zur Bildung ſeines vegetabiliſch⸗ animaliſchen Glu⸗ tens auch mehr animaliſchen Humus oder wenigſtens mehr Stickſtoff verlange, und daß eine thieriſche Duͤngung ihm angemeſſener ſey, als eine bloß vegetabiliſche, mit welcher ſich andere Getreidearten eher begnuͤgen. Vielleicht koͤnnen Kalk und Alkalien jene erſetzen. Ich ſage vielleicht; denn noch fehlt es an Verſuchen, hieruͤber beſtimmter zu entſcheiden und wir muͤſſen uns begnuͤgen, Fingerzeige zu geben, wo unſere Wiſſenſchaft der Erweiterung bedarf, ihrer aber auch faͤhig iſt.— Taß der Weizen den folgenden Fruͤchten mehr Nahrung entziehe als daß er von 100 Theilen oder Graden der Kraft im Boden, 40 alle andere gebraͤuchlichen Getreidearten, iſt a priori ſo wahrſcheinlich als eine alte und alge⸗ meine Erfahrung iſt. Wir haben ſie nur in Proportional⸗Zahlen auszuſprechen verſucht. Praktiſch leitet dies dann zu der noͤthigen Maͤßigung im Weizenbau, beſonders auf lo⸗ ſerem Boden, dem ſein Humus leichter wie dem thonigen voͤllig abgeſogen werden kann; ſo lange wenigſtens als die wirthſchaftlichen Verhaͤltniſſe keinen hinlaͤnglichen Erſatz verſtatten. Der Weizenbau darf nur mit dem Futtergewinn und Duͤngungsſtande in gleichem Schritte vermehrt werden. Der Weizen giebt im Durchſchnitt das Doppelte ſeines Koͤrnergewichts an Stroh; auf Hoͤheboden etwas weniger, auf Niederungsboden mehr. Die Jahreswitterung macht indeſen, wie bei allen Getreidearten, eine Verſchiedenheit in dieſem Verhaͤltniſſe. Sein Stroh iſt das nahrhafteſte unter den gewoͤhnlichen Cerealien, aber zum Einſtreuen nicht ſo brauchbar wis das Rockenſtroh.— Der Sommerweizen. 5. 65. * unterſcheidet ſich nicht durch irgend einen botaniſchen Charakter vom Winterweizen„ſondern durch eine angenommene aber wieder abzuaͤndernde Natur, wonach er ſchneller in Halme treibt. Denn daß er begrannet oder baͤrtig ſey, iſt keinesweges beſtaͤndig. Auch wiſſen wir, daß der Eon Abart gevn N hc gumnn der hjan kltzlich Peizenarten, nehtere und Der 'dern kann au Boden ſeyn an Er muß findet der So Aberntung we der Erfahrur wie der Win die Stelle d Man⸗ in Syſteme kann als de⸗ tigen Duͤn⸗ Zweifel ſta nimmt er Rocken, w Erfahrung aber freilich Jochart geh bin dennoch Dazu regnichte ode ni dielem; der Sonme weizen ha jenem nie nigſtens in licht verb Lonſumpti Sei man den S erſt in Se⸗ . Ean im Durche dieſenn abe Der Weizen. 43 ine ſo e⸗ daß der Sommertveizen in Winterweizen umgewandelt werden koͤnne, obgleich dies mit einer ndereiß Abart geſchwinder wie mit der andern geſchehen mag. Man hat mehrere Abarten bisher ſchon gebauet, mit und ohne Grannen. Den be⸗ ſtandthell h, n granneten oder baͤrtigen hat man mehrentheils beſſer befunden. 1 Ob einige aus ſuͤdlichen Laͤn⸗ ietnun u dern kuͤrzlich wieder eingefuͤhrte Spielarten, wie die von Fiſcher zu Duͤnkelsbuͤhl geruͤhmten n lain i Weizenarten aus Tunis und Candia, etwas nachhaltend ausgezeichnetes haben, muͤſſen erſt unganritn mehrere und groͤßere Verſuche lehren. 8. ſr§. 66. gerſchanha giebt gida Der Sommerweizen erfordert keinen ſo gebundenen Boden, als der Winterweizen, ſon⸗Wobin ſein Au⸗ Jewicte m dern kann auf loſem nur nicht zu duͤrrem Boden vortrefflich gedeihen. Aber reich muß der hau paſſe. Boden ſeyn an altem naͤhrenden Humus und friſchem Duͤnger zugleich. Er muß wohl bearbeitet, gepulvert und gereinigt ſeyn. Am ſicherſten und haͤuflgſten findet der Sommerweizen nach ſolchen behackten Fruͤchten ſeinen Platz, welche ihrer ſpaͤten in gunſtigen Aberntung wegen die Beſtellung des Winterweizens nicht erlauben, und uͤberhaupt fuͤr dieſen, e räüch nut der Erfahrung nach, keine gute Vorfrucht abgeben. Er geraͤth ſelbſt nach Kartoffeln beſſer ugen Bd. wie der Winterweizen, wenn der Boden ſehr reich und nicht duͤrre iſt. Ueberhaupt nimmt er Boden, 40 die Stelle der großen Gerſte ein. Manche haben es vortheilhaft gefunden, ihn immer ſtatt dieſer nach behackten Fruͤchten naliſchen Glu⸗ im Syſteme des Fruchtwechſels, zu bauen, weil allerdings ſein Ertragswerth groͤßer ſeyn und daß eine kann als der der Gerſte. Allein es geſchah mit Sicherheit nur auf ſehr reichem und im kraͤf⸗ der ſich andere tigen Duͤnger erhaltenen Boden. Denn die Konſumption der Bodenskraft iſt ohne allen n. Ic ſäge Zweifel ſtaͤrker als durch die Gerſte. Wo ſie fehlt, geraͤth er ſchlecht, und wo ſie iſt, da nd wir muͤſen nimmt er ſie vorweg; und der nach zwei Jahren darauf folgende Winterweizen, ja ſelbſt der bedarf, iheer Rocken, wird um ſo geringer, wenn anders nicht wieder dazu geduͤngt wird. Dies hat mich g entziehe ils Erfahrung nach mehrmaligen Verſuchen gelehrt, auf Boden, der in guter Dungkraft ſtand, kte und allge aber freilich nicht zu den vorzuͤglich reichen Boden gehoͤrte. Ich habe 20 Metzen Ertrag vom verſucht. Jochart gehabt und durch kein Getreide mein Land hoͤher benutzt wie durch dieſes, aber ich ders auf lo⸗ bin dennoch auf gewoͤhnlichem Ackerboden von ſeinem Bau zuruͤckgekommen. een kann; ſo Dazu kommt, daß er dem Mißwachſe in unſrem Klima mehr ausgeſetzt iſt. Kalte z verſtatten. regnichte oder duͤrre Sommer ſind ihm gleich nachtheilig. In einem Jahre, wo bei warmer em Schritte mit vielem Regen abwechſelnder Witterung die Gerſte ungemein gerieth, war uͤber die Haͤlfte der Sommer⸗Aehren vom Staubbrande ergriffen. Dieſe Krankheit ſcheint beim Sommer⸗ Stroh; au weizen haͤuſiger als beim Winterweizen zu ſeyn, wogegen ich den eigentlichen Kornbrand bei acht indeſſ, jenem nie bemerkt habe. Wahrſcheinlich ſind dies die Urſachen, warum ſich ſein Bau, we⸗ Stroh it d nigſtens im noͤrdlichen Europa, des großen Lobes ungeachtet, welches ihm manche ertheilten, drauchbar wit nicht verbreitet hat und daß er faſt nur da, wo man keinen Winterweizen bauet, zur eignen Konſumption ausgeſaͤet wird— Seine Saatzeit faͤllt zwiſchen der Mitte Aprils und Mais. Ihn ſo fruͤh zu ſaͤen, wie man den Sommerrocken zu ſaͤen pflegt, hat man nicht rathſam befunden. Er reift dann oft erſt im September. Seine Koͤrner ſind kleiner und minder anſehnlich als die des Winterweizens. Er hat izen, ſondenn im Durchſchmit ſtaͤrkere Huͤlſen und geringeres Gewicht. In der Guͤte des Mehls giebt er ler in Holne dieſem aber nichts nach, wenigſtens die Art nicht, die ich auf meinem Boden vormals gebauet i wiſen wir F 2 42 DDer Spelz. 7 habe. Einige glauben, doß er ſich beim Brodbacken nicht ſo gut verhalte, ruͤhmen ihn bie zur Staͤrke. Wenn Nachfrage nach Weizen iſt, nehmen ihn die Kaͤufer oft ohne Bedenken zu gleichem Preiſe; ſonſt aber finden ſie Anſtoß nicht mit Unrecht a an den kleineren Koͤrnern und man muß b ihn betraͤchtlich wohlfeiler vereauien. Der Spelz. 9§. 67.„ Triticum/ spelta auch Dinkel oder Duͤnkel genannt,(obwohl es mir ſcheint, daß man letzteren Namen an einigen Orten dem Einkorn ausſchließlich beilege) unterſcheidet ſich von dem Weizen wefentlich durch ſeine Spelzen, welche abgeſtumpft plattgedruͤckt ſind, und 4 deem Korne ſo feſt anhangen, daß ſie nicht durch das Dreſchen davon getrennt werden koͤnnen, ſondern n auf der Muͤhle abgehuͤlſet werden muͤſſen. Dieſer Umſtand iſt ohne Zweifel allein, 3 was den Bau dieſes nuͤtzlichen Getreides im noͤrdlichen Deutſchlande zuruͤckgehalten hat, indem die Muͤller ihn nicht zu behandeln wiſſen; obwohl dieſe Abhuͤlſung auf einer Graupenmuͤhle durch Hebung der Steine leicht geſchehen kann. 1 Man hat Winter⸗ und Sommerſpelz mit und ohne Grannen und von verſchiedener Farbe. §. 68. 8 1 Sein Bau unterſcheidet ſich in keinem Stuͤcke vom Bau des Weizens. eEr iſt nur weni⸗ ger zartlich, wintert an feuchten Stellen weniger wie der Weizen aus, beſtaudet ſich noch ſtaͤrker, lagert ſich nicht ſo leicht und iſt dem Ausfall nicht ſo ſehr unterworfen. Alleenfalls nimmt er mit ſchwaͤcherem Boden vorlieb. Dem Brande iſt er zwar auch, aber nicht ſo ſehr wie der Weizen ausgeſetzt. Enthuͤlſet iſt er dem Weizen im Gewichte und Werthe mindeſtens gleich, und einige glauben, daß man aus Weizen kein ſo gutes Mehl machen, und kein ſo an⸗ genehmes Brod backen koͤnne. Man bewahrt ihn in der Huͤlſe auf, oder wenn dieſe abgemahlen iſt, ſcheidet man ſie Dumpfigwerden ausgeſetzt iſt. Zuweilen wird er mit, zuweilen ohne Huͤlſe zu Markt gebracht; im erſteren Falle gilt er nur die Haͤfte. Ausgeſaͤer wird er mit der Huͤlſe, aber doppelt ſo ſtark wie der Weizen. Im ſuͤdlichen Deutſchlande iſt er das gewoͤhnlichſte Getreide, und wird, enthuͤlſet, vorzugsweiſe Korn genannt. 8 der einzige Gebrauch, den man, wo ihn die Muͤller nicht behandeln koͤnnen oder wollen, de. 3 5 von machen kann — Das Einkorn. 69. Priticum monococcon, St. Peterskorn, Emmerkorn, hat in der gehre Aehnlich⸗ keit mit der großen zweizeiligen Gerſte, iſt jedoch nicht mit ſo vielen Grannen verſehen wie dieſe. Den Namen Einkorn hat es davon erhalten, daß in jedem Aehrchen nur ein Korn vor dem Gebrauche doch nicht ab, weil er ſich ſo beſſer haͤlt und weder dem Wurm noch den Mit der Huͤlſe gebraucht man ihn ſehr vortheilhaft als Pferdefutter und das in vielleicht— ſten ili a aber lein, „ Nn b Endüch jſether, wel ſches Korn nam, Bled ſeines Korns ſehung ſeines ſpaͤt, wenn e iin kalten Son Graupen, w iikel, und ei Bei Gegenden hauenden! gen. Es wodurch al ſchiedene K doch jede a ſeine einſeit blikum auf verſucht und lichen dabei Jöudd⸗ Brandes d Die liſchen der ſtanz des! brauner S beſonders i des R uß e. adſett, die Malerei ge zuweilen de ril gedung Men ihn ir en u gleichn nd mun muß ſcheint, diß rſcheidet ſih t ſind, und den koͤnnen, deifel allein, hat, indem Raupenmuͤhle ſedener Farbe. riſt nur weni⸗ udet ſich noch n. Alenfalls Vnicht ſo ſehr he mindeſtens no kein ſo an⸗ eidet man ſie em noch dem tt gebracht; Im fuͤdlichen weiſe Kort z iſt diellicht wollen, da re Jehnüch⸗ verſehen wie zur ein Korn Der Spelz. 45 ſitzen ſoll; aber mehrentheils ſind doch zwei darin. Das Korn kommk dem Spelze gleich, iſt aber kleiner, ſo wie die ganze Pflanze. Man bauet es als Winter⸗ und als Sommerfrucht in Boden, den man fuͤr Spelz zu ſchwach haͤlt, im Außenlande; am haͤufigſten findet man es im Wuͤrtembergiſchen. 8. 70. Endlich gehoͤrt die von den Botanikern Triticum polonicum genannte Getreideart hierher, welche ſonſt unter dem Ramen Gommer, wallachiſches Konn, aſtrakani⸗ ſches Korn(man ſieht, welche Verwirrung in den Benennungen herrſcht), Bled de Suri- nam, Bled de Mogados u. ſ. w. auch vorkommt. Es iſt in der Geſtalt ſeiner Aehre und ſeines Korns von anderm Weizen ganz verſchieden; beide ſind ſehr lang und ſchmal. In An⸗ ſehung ſeines Mehls ſcheint er in der Mitte zwiſchen Weizen und Rocken zu ſtehen. Es reift ſpaͤt, wenn es, wie bisher nur geſchehen iſt, als Sommergetreide gebauet wird, und wuͤrde in kalten Sommern wohl gar nicht zur Reife kommen. Man ruͤhmt die daraus gemachten Graupen, welche dem Reis am naͤchſten kommen ſollen. Bisher iſt es kein verkaͤuflicher Ar⸗ tikel, und es iſt nicht zu erwarten, daß es bei uns in Gebrauch kommen werde. Der Brand im Weizen. §. 71.. Bei dem Anbau des Weizens und der uͤbrigen Arten des T'riticum giebt es in manchen Gegenden keine ſo aͤngſtigende Gefahr, wie die des Brandes, und nichts hat daher die weizen⸗ bauenden Landwirthe ſo ſehr beſchaftigt, wie die gegen dieſes Uebel zu treffenden⸗Vorkehrun⸗ gen. Es ſind deshalb unzaͤhlige Schriften in alten Sprachen uͤber dieſes Uebel geſchrieben, wodurch aber die Sache wenig Aufktaͤrung erhalten hat, indem man theils mehrere ganz ver⸗ ſchiedene Krankheiten verwechſelte und ſie durchaus auf eine Urſach zuruͤckfuͤhren wollte, da doch jede aus verſchiedenen ſchäͤdlichen Einwirkungen entſtehen kann; theils aber weil jeder ſeine einſeitigen Bemerkungen und Meinungen aufſtellte und als die allein richtigen dem Pu⸗ blikum aufdringen wollte, ohne zu wiſſen, was andere uͤber dieſe Krankheiten beobachtet, verſucht und geurtheilt hatten; wodurch man denn in Erforſchung der Sache und des Weſent⸗ lichen dabei mehr zuruͤck als vorwaͤrts gekommen iſt. SG. 72. Triticum po- lonicum. Zuooͤrderſt ſind die beiden ganz verſchiedenen Krankheiten, welche mit dem Namen des Zwei verſchie⸗ Brandes belegt werden, wohl zu unterſcheiden. dene Arten des Brandes. Die eine Art iſt der Staubbrand, deutſch in einigen Gegenden, und auch im Eng⸗ Der Stanb⸗ liſchen der Smitt, von den Franzoſen la Nielle genannt. Bei dieſer Krankheit iſt die Sub⸗ brand⸗ ſtanz des Korns gar nicht vorhanden, ſondern es findet ſich in den Spelzen bloß ein ſchwarz⸗ brauner Staub. Dieſe Krankheit iſt ohne Zweifel dieſelbe, die ſich in mehreren Getreidearten beſonders in der Gerſte und bei mehreren Grasarten findet, und auch wohl unter dem Namen des Rußes oder Sods vorkommt, weil dieſer Staub mit dem feinem Ruße, den die Flamme abſetzt, viele Aehnlichkeit hat, auch ſogar zur Bereitung einer feinen ſchwarzen Farbe in der Malerei gebraucht wird, Sie kommt aber im Weizen haͤufiger wie irgendwo vor, und befaͤllt zuweilen den groͤßern Theil deſſelben; ja ich habe bei Sommerweizen auf einem uͤbermaͤßig geil geduͤngten, ſandigen Boden ein Weizenfeld geſehen, wo ich auch nicht ein einziges ausge⸗ — 46 Der Brand im Weizen. bildetes Korn ſinden konnte. Dieſe Krankheit entſtehet ſchon vor dem Austriebe der Aehre und man entdeckt ſchon eine mehr oder minder deutliche Spur vom Schwarzwerden im Mark der Pflanze. Dennoch treibt die Aehre manchmal in ausgezeichneter Laͤnge hervor, und hat Anfangs ein geſundes Anſehn, iſt aber doch duͤnn und mager. Die Spelzen ſind gruͤner und nicht ſo laͤnglich, ſondern oft mehr rundlich geſtaltet. Wenn die Aehre aͤlter wird, entdeckt man die durchſcheinende ſchwarze Farbe; doch iſt die Spelze nicht ſo duͤnn und ſpringt nicht ſo ſchnell auf, wie bei der Gerſte, bei welcher ſie gleich nach ihrem Hervortreten berſtet und den ſchwarzen Staub entlaͤßt. Wenn der Weizen lange ſteht, ſo platzt die Spelze zwar auch, ſo daß Regen und Wind den ſchwarzen Staub wegfuͤhren und das gute Korn dann nicht davon gefaͤrbt wird. Wird aber, wie gewoͤhnlich, der Wetzen fruͤher gemaͤhet und iſt die Witte⸗ rung feucht und kuͤhl, ſo bleibt der Staub darin, wird mit in die Scheure gebracht und ent⸗ wickelt ſich nun erſt unter dem Dreſchflegel. Hierdurch wird das geſunde Getreide geſchwaͤrzt, indem ſich dieſer Staub beſonders an den feinen Haͤrchen, welche das Weizenkorn an der Spitze ſeiner Spalte hat, anſetzt. Dieſe aͤußere Faͤrbung, wobei das innere Korn vollkommen geſund iſt und bleibt, nennt man dann den Nagel, den Nagelbrand, den Spitzbrand, le bout und verwechſelt dies am meiſten mit dem Stein⸗ oder Kornbrande. Da dieſes bloß eine zugere Faͤrbung am geſunden Korne iſt, ſo hat ſie auf ſeine innere Konſiſtenz und Guͤte gar keinen Einfluß, kann jedoch das Mehl allerdings etwas ſchwarz machen, wenn man das Ge⸗ treide vor dem Mahlen nicht davon reinigt. Dies kann aber auf verſchiedene Weiſe geſchehent durch das Abwaſchen, welche dem Getreide durchaus nicht ſchadet, wenn es nur gleich nach⸗ her vorſichtig getrocknet wird, oder durch das Abdreſchen mit Gerſtenſpreu oder auch mit trocknem Lehm, von welchem aber das Korn durch mehrmaliges Durchlaufen auf der Stau⸗ bemuͤhle ſorgfaͤltig wieder gereinigt werden muß. Die Krankheit ſelbſt hat ihren Grund durchaus nicht in der Forterbung durch Saamen, ſondern erzeugt ſich am meiſten auf feuchten und uͤbergeilen Boden bei feuchter warmer Witterung. Ich ſage in der Forterbung; denn daß ein unvollkommner oder dumpfig gewor⸗ dener Saame, in ſofern er ſchwaͤchliche Pflanzen erzeugt, Veranlaſſung dazu gebe, iſt aller⸗ dings nicht zu leugnen. Aber eigentlich erblich iſt die Krankheit nicht, weil der kranke Saa⸗ me ganz zerſtoͤrt iſt, und der bloße außerlich angeſetzte Staub dem geſunden Korne in dieſer Hinſicht nicht ſchadet. Es iſt daher unverſtaͤndig, wenn einige, die ein ausgezeichnetes Mittel gegen die andere Art des Brandes, den Stein⸗ oder Kornbrand, beſitzen, zum Beweiſe ſei⸗ ner Wirkſamkeit anfuͤhren, daß ſie ganz beſtaͤubtes Getreide, nachdem ſie es mit ihrem Mit⸗ tel eingebeizt, ausgeſaͤet haͤtten, ohne den Brand zu bekommen. Denn von ſolchem bloß beſtaͤubten Getreide wird, wenn es uͤbrigens geſund iſt, nie Kornbrand, ohne Hinzutreten anderer Urſachen, entſtehen. Von dieſem Staubbrande iſt nicht nur die ganze Aehre, ſondern auch, meinen und an⸗ derer Beobachtungen nach, immer die ganze Pflanze ergriffen. Alle Einbeizungen koͤnnen ihn nicht verhindern, ſondern es koͤmmt zu ſeiner Verhuͤtung auf geſunde Saat, gute Beſtellung, Abwaͤſſerung, vielleicht auch auf die Art des Duͤngers— woruͤber ich genauere Beobachtun⸗ gen wuͤnſchte— und Boden an, wobei jedoch die Atmoſphaͤre und Witterung einen ſo großen Einfluß hat, daß die Krankheit in einem Jahre ſehr wenig, in einem andern um deſto ſtaͤrker ſich entwickelt. Auf manchen Aeckern, die wohl Korn⸗ oder Steinbrand haben, iſt dieſe Krankheit ganz unbekannt, und andre, die ſich fuͤr jenen ganz zu ſchuͤtzen wiſſen, koͤnnen doch dieſe Krankheit nicht voͤllig verhuͤten. du Ke n Fuochenfr nicht ale Kon heträchtlich de und Geſchmat und haben ih Korns zu auf n wißfarbig ſunde Gettedd angegangenen aber nich boͤl auch wohl der daß es zu Br weinbrenden Die l Saamen, u haben ſiche litten, und Wen abgedroſche nommen wi Auch wird m jaͤhrigese Hat n dene Method Ennge halkn, wen obwohl ſe, Wiri mehr ſchw werden ka Kraͤf ſahlich Kal Eſſenvittiol meng mehr Am! Saat 1M wohl mit er der Kalk w Der Brand im Weizen. 42 be der e den in uf„ vor, und§. 73. nd grin and Der Kornbrand, Steinbrand, Kaulbrand und wegen ſeines dem Geſtanke Der Korndrand. wih, ander des Knochenfraßes aͤhnlichen Geruchs der ſtinkende oder Krebsbrand genannt, zerſtoͤrt deigt nit nicht alle Konſiſtenz des Kornes und laͤßt ihm ſeine Form. Doch iſt die Subſtanz deſſelben erſetund i betraͤchtlich veraͤndert und verdorben, wie die ſchwarzbraune Farbe, und der widrige Geruch Iwar uuh, ſ unnd Geſchmack hinlaͤnglich beweiſen. Einige Koͤrner ſind nur zum Theil davon angegriffen en nichtdun und haben ihre Keimkraft nicht verloren. Die Krankheit ſcheint ſich erſt bei dem Anſetzen des ſt die Ve Korns zu aͤußern, nnd man entdeckt ſie erſt nach der Bluͤthe. Die Aehren bekommen dann ꝛcht und at⸗ ein mißfarbiges Anſehn, werden bleich und getuͤpfelt. Dieſer Brand verdirbt auch das ge⸗ geſchvirg ſunde Getreide mit, weil er ſich vor dem Mahlen nicht davon trennen laͤßt. Man kann die korn an dar angegangenen Koͤrner zwar, da ſie leichter ſind, durch ſorgfaͤltiges Wurfeln zum großen Theile, vollkommen aber nicht voͤllig abſondern. Wenige Koͤrner verderben zwar das Mehl nicht ganz, und ſind d, le bont auch wohl der Geſundheit nicht ſchaͤdlich; viele aber geben ihm einen ſo widrigen Geſchmack, ds doß eine daß es zu Brod und Mehlſpeiſen durchaus nicht zu gebrauchen iſt. Und ſelbſt beim Brannt⸗ nd Gaͤte gar weinbrennen iſt es in Ruͤckſicht auf die Quantitaͤt deſſelben nicht gleichguͤltig. man das be⸗§. 74. ttn Die Urſach dieſes Brandes, wenigſtens die ſtaͤrkſte und praͤdisponirende, liegt in dem Die Haupturſach Saamen, und iſt erblich. Denn durch vorſichtige Auswahl oder Behandlung des Saamens in Szomen. der auch mit if der Stau⸗ haben ſich allein viele davon befreiet, die vorher von dieſem Uebel auf ihren Feldern ungemein litten, und ſind damit wieder befallen worden, wenn ſie dieſe Vorſichtsmaaßregeln unterließen. icch Saamen, 8. 75.... 8 hter warmer Wenn ein von dieſer Krankheit nicht ergriffenes, voͤllig gereiftes, vor dem Schwitzen Vorkehrungen mpfo gewte abgedroſchenes, dann ſorgfaͤltig und duͤnn aufgeſchuͤttetes, genugſam geluͤftetes Saatkorn ge⸗ dagegen. nommen wird, ſo kann man ohne fernere Vorbereitung vor dieſer Krankheit geſichert ſeyn. eranke Saa⸗ Auch wird man mehrentheils ſicher gehen, wenn man gut behandeltes und aufbewahrtes uͤber⸗ d in dieſer jahriges Saatkorn nimmt. etes Mitte Hat man ſich aber hierin nicht auf das vollſtaͤndigſte ſichern koͤnnen, ſo giebt es verſchie⸗ dene Methoden, die einen mehr oder minder gluͤcklichen Erfolg haben. Einige haben das bloße Schwemmen des Getreides in reinem Waſſer fuͤr zureichend ge⸗ he, iſt ollet Zeweiſe ſei⸗ hhrem Mit⸗ 18. 34 275 huun dlß halten, wenn ſie die oben ſchwimmenden, leichtern, kraͤnklichen Koͤrner ſorgfaͤltig abnahmen; Hinzutren obwohl ſie, ihrer Meinung nach, den Zweck nur durch das Waſchen zu erreichen glaubten. Wirkſamer haben andere Salzwaſſer dazu genommen, worin leichtere Koͤrner um ſo mehr ſchwimmen, wobei doch aber dem Salze eine andre Einwirkung nicht ganz abgeſprochen nen und on⸗ werden kann. mfümm ihn Kraͤftiger zur Verhuͤtung des Uebels hat man die Einbeizungen gefunden, wozu haupt⸗ „Beſeellung, ſaͤchlich Kalk, Aſche, Kochſalz, Glauberſalz, oder auch wohl andere Salze, beſonders Alaun, Beobachtun⸗ Eiſenoitriol und Arſenik genommen werden. Man bedient ſich dieſer Mittel einzeln, oder ſo großen mengt mehrere auf verſchiedene Weiſe unter einander. eſto ſaͤte Am haͤufigſten wird der Kalk gebraucht. Man nimmt gewoͤhnlich auf 12 Metzen n, iſt dieſe Saat 1 Metze friſch zu Pulver geloͤſchten Kalk. Das Getreide wird vorher mit Waſſer, auch koͤnnen doch wohl mit erwaͤrmtem, angefeuchtet, wozu manche aufbewahrten Urin oder Miſtjauche ſetzen; der Kalk wird daruͤber geſtreuet, und fleißig damit durchgearbeitet; es bleibt 8 bis 12 Stun⸗ 4s Der Brand im Weizen. den ruhig im Haufen liegen, wird dann aber auf der Tenne duͤnn verbreitet und getrocknet, aber ja nicht feucht in Saͤcke gebracht. Manche ſetzen eine gleiche Quantitaͤt oder die Halfte einer kraͤftigen kalihaltenden Aſche zu, wodurch ein ätzendes Kali bewirkt wird, und dieſe Mengung ſcheint am wirkſamſten der Theorie und Erfahrung nach zu ſeyn. Einige thun ſodann auch noch eine groͤßere oder kleinere Quantitaͤt Kuͤchenſalz hinzu, welches wenigſtens die Wir⸗ 8 kung hat, daß die Koͤrner beſſer inkruſtirt werden. Auch macht man aus Kalk und Aſche mit 8 Zuſatz von Urin und nachmals von Salz eine Lauge und begießt dann damit das Getreide. Die Manipulationen ſind hierin uͤberhaupt ſehr verſchieden, und wenn gleich jeder auf die ſeinige einen beſonderen Werth zu ſetzen pflegt, ſo kommen ſie wohl im Weſentlichen auf eins hinaus. Es koͤmmt nur darauf an, daß dieſe Einbeizungen moͤglichſt kraͤftig geſchehen, und daß man 3 die Maſſe dann ſo durcharbeite, daß jedes einzelne Korn Theil daran nehme, daß man ferner die Miſchung eine Zeit lang zuſammen halte, bis eine gelinde Erwaͤrmung merklich wird, ſie dann aber ſchnell auseinander bringe und ausluͤfte. 8 liche Wirkung zu, nehmen davon eine groͤ⸗ 8 e Einige ſchreiben dem Kuͤchenſalze eine vorzuͤg 8 ßere Menge und einen geringern Theil Kalk; aber nach den zuverlaͤſſigſten Erfahrungen iſt Kalk und Aſche das wirkſamſte und in den meiſten Gegenden das wohlfeilſte. Vitriol⸗ und Alaunaufloͤſungen ſind von einigen ſehr geruͤhmt worden, indeſſen ſpricht bis jetzt die Maſſe von Erfahrungen nicht ſo ſtark fuͤr dieſe wie fuͤr jene Einbeizungen. Die Einbeizung mit Arſenik iſt zu gefaͤhrlich, als daß ſie irgend einem, welcher mit den ſchrecklichen Wirkungen dieſes heftigen Giftes nicht ſehr bekannt iſt, anvertrauet werden 45 duͤrfte. §. 76. 1 Obwohl beide Krankheiten, Staub⸗ und Kornbrand, ganz verſchieden ſind, ſo trifft man doch wohl beide vermengt auf einem Acker an. Und wenn es gleich ausgemacht ſcheint, daß die Haupturſach des Kornbrandes im Saamen liege, und der Krankheit durch die Aus⸗ wahl und Behandlung deſſelben mehrentheils vorgebeuget werden koͤnne, ſo muß man doch zu⸗ geben, daß ſie durch beſonders ſchaͤdliche Einwirkungen auf die Vegetation, auch bei dem ge⸗ ſundeſten Saamen, zuweilen entſtehen und folglich kein Mittel ſie abſolut verhindern koͤnne. 5 Der RNocken. §6. 77. Abarten. ſich auch nicht durch ein botaniſches Merkmal, ſondern nur durch eine verſchiedene Natur, die ſie ſich durch die Kultur angenommen haben. Der Sommer⸗ und Winterrocken geht auf eben die Weiſe, wie der Weizen§. 49. in einander uͤber. Die Natur des Winterrockens iſt: ſich laͤnger an der Erde zu halten, mehrere Sproſſen auszutreiben, und ſpaͤter in Halme zu ſchießen. 3 Wir haben eine Abart, zuerſt aus den ruſſiſchen Provinzen an der Oſtſee erhalten, welche die Eigenſchaft des Winterrockens in vorzuͤglich hohem Grade beſitzt, und welche man deshalb Staudenrocken nennt. Alle die Arten, welche man mit dem Namen archan⸗ gelſcher Rocken, norwegiſcher Rocken, und Johannisrocken belegt, ſind voͤllig dieſelben, und haben auch in ihrer Natur durchaus nichts ausgezeichnetes. Wenn der Stau⸗ Secale cereale. Wir haben nur eine Art, und die verſchiedenen Abarten unterſcheiden denrocen um dieſer Jame tamſy venig 5 b der iict zu entſo gangen ind lachlſchen Re cthalten hab dungszeichen verationen es dann ins auszumiteln. Ser 8 ſt weit haͤrte chem Boden ttag. Ror auf gand an lich ſpaͤter machen. 4 ſo dicht bei Fuͤr lichſte. 2 ſehr ſandi Getreide, land genan ken beſſer. Je r aͤrmerem 2 Bodens äb der Thonbo wider Kra Ne der Gerſe ſert iſt, Da tes, ohne der ie der 8 lich nur mehr geb. Veerter Der Rocken. 49 nd wtrttn, ar ez denrocken um Johannis geſaͤet wird, ſo iſt er Johannisrocken, ſo gut, wie der, welcher unter dö, und des dieſem Namen gehet. Und jener archangelſche und norwegiſche Rocken unterſcheiden ſich ethun ſohan eben ſo wenig. m wcr⸗ DOb der ſogenannte wallachiſche Rocken in ſeiner Natur verſchieden ſey, wage ich noch ue nicht zu entſcheiden. Es iſt dabei wahrſcheinlich noch eine Verwechſelung des Namens vorge⸗ Genede de gangen, indem man vor 50 Jahren die Himmelsgerſte füͤr eine Rockenart hielt, und ſie wal⸗ dufdefeng lachiſchen Rocken nannte, ich ſie auch noch vor ſechs Jahren unter dieſem Namen zugeſchickt nn erhalten habe. Was jetzt unter dieſem Namen geht, hat durchaus kein beſtimmtes Unterſchei⸗ eins h 1. nd 889 dungszeichen. Einige Abaͤnderung ſeiner Natur zeigt jedes Getreide nach einer, mehrere Ge⸗ man Pn nerationen hindurch fortgeſetzten Gartenkultur und ſorgfaͤltiger Saamenauswahl, auch wenn h vidd, ſ es dann ins freie Feld kommt, im Anfange noch. Aber ob ſie conſtant ſey, iſt nicht ſo ſchnell 1 auszumitteln. Der Staudenrocken hat uͤberwiegende und unbezweifelte Vorzuͤge vor dem andern. Er i eine groͤ⸗ iſt weit haͤrter gegen uͤble Einfluͤſſe der Wuterung, beſtaudet ſich ſtaͤrker, lagert ſich auf rei⸗ ahrungen iſt chem Boden nicht ſo leicht und giebt auf gutem und gut beſtelltem Boden immer hoͤheren Er⸗ deſen peih trag. Nur muß er durchaus vpr Ende Septembers in der Erde ſeyn. Bei ſpaͤterer Saat und mn auf ganz armem Boden verliert er freilich ſeinen Borzug. Er ſchoſſet, bl luͤhet und reifet merk⸗ . lich ſpaͤter wie der gewoͤhnliche, und nur durch ſehr fruͤhe Saat kann man ihn gleichzeitig hn un de machen. Dieſe Abart iſt ſehr conſtant, und ich habe keine Ausartung bemerkt, wenn er auch dii madan ſo dicht bei anderm ſtand, daß er von deſſen Saamenſtaube beruͤhrt werden mußte. §. 78. . Fuͤr den Rocken iſt der mit Sand in groͤßerm Verhaͤltniſſe gemengte Boden der zutraͤg⸗ Der Doden fuͤr ind, ſ uft lichſte. Alſo derjenige, der nach§. 50. fuͤr den Weizen nicht mehr geeignet iſt. Auf dem Racs naht ſcein, ſehr ſandigen Boden, der 85 Prozent Sand und daruͤber hat, bleibt Rocken das einzige ſech die A⸗ Getreide, welches darauf gebaut werden kann, und dieſer Boden wird daher bei uns Rocken⸗ nan doch zu⸗ land genannt. Jedoch iſt Boden, der weniger als 85 Prozent Sand hat, auch fuͤr den Rok⸗ bei dem ge⸗ ken beſſer. verhindern Je reicher der Boden iſt, deſto ſtaͤrker wird freilich der Rocken. Allein er nimmt mit aͤrmerem Boden vorlieb, als der Weizen. Zum Theil haͤngt dies zwar auch von der Art des Bodens ab, indem der Sandboden den Reſt ſeines Humusgehalts leichter ausziehen laͤßt, wie der Thonboden. Hat ein erſchoͤpfter Boden eine Reihe von Jahren geruhet, ſo ſammlet er wieder Kraft genug, um eine, freilich aͤrmliche, Rockenernte zu tragen. Er ertraͤgt auch einen ziemlichen Grad von Saͤure im Boden, welcher dem Weizen und nterſcheidn der Gerſte zuwider iſt, und kann daher auf Haid⸗ und Moorboden⸗ wenn letzterer abgewaͤſ⸗ ene Rauk, ſert iſt⸗ gebauet werden. Deshalb iſt fuͤr ſandige und arme Gegenden der Rocken das wohlthaͤtigſte Geſchenk Got⸗ näſ. 49. in tes, ohne welchts ſie vielleicht unbewohnbar ſeyn wuͤrden. ten, mehere F. 79. e erhalten, Der Rockenbau iſt in Anſehung ſeiner Vorbereitung und Vorfrucht minder ſchwierig, Zorbereitung welche man. wie der Weizenbau. und Vorfruͤchte. en archan Daß die Brache in der Regel nur dreimal dazu gepfluͤgt zu werden brauche, ruͤhrt frei⸗ fnd volig lich nur von der Loſigkeit des Bodens her, den man fuͤr den Rocken beſtimmt. Denn der Jder Etau⸗ mehr gebundene verlohnt die vierte Furche immer durch reicheren Ertrag. Vierter Theil. G Der Rocken. Die Vorfruͤchte, die dem Weizen guͤnſtig ſind ſind es auch dem Rocken, auf ſolchem Boden, wo ihr Bau ſtatt findet. Nach Kartoffeln und Lein bemerkt man, mit ſeltenen Aus⸗ 50 nahmen, auch einen Ruͤckſchlag des Rockens.. 3 Saat⸗ Der Rocken ertraͤgt es zwar eher wie der Weizen, in die Stoppel eines andern Getrei⸗ des, oder gar in ſeine eigne, geſaͤet zu werden; und bekanntlich iſt eine drei⸗ oder viermalige Rockenſaat nacheinander, in einigen Gegenden etwas gebraͤuchliches. Allein die Ernten ſind auch ſo duͤrftig, daß uͤber die Unzweckmaͤßigkeit einer ſolchen Fruchtfolge, bei allen Unbefan⸗ genen in dieſen Gegenden ſelbſt nur eine Stimme herrſcht. Sogar eine ungewoͤhnlich ſtarke und wiederholte Duͤngung kann den Ruͤckſchlag in Koͤrnern nicht verhindern, wenn ſie auch Stroh genug hervortreibt. Alle einzelne Beobachtungen, daß die zweite Ernte beſſer wie die erſte geweſen ſey, die man anfuͤhrt, um das Verfahren zu vertheidigen, beweiſen nicht das Gegentheil der allgemeinen Erfahrung und laſſen ſich leicht erklaͤren, wenn man ſie genauer analyſirt. Ein friſcher kurz vor der Saat untergepfluͤgter, durch Duͤrre oder durch Naͤſſe un⸗ aufloͤslich gewordener Duͤnger ſchadet natuͤrlich der erſten Saat, und kommt der zweiten zu ſtatten. Entſchuldigung kann indeſſen das Verfahren verdienen auf Boden, der nichts anders als Rocken traͤgt, und wo das Stroh beinahe von groͤßerer Wichtigkeit iſt, wie das Korn. F. g0.. Beim Rocken braucht man zwar in der Auswahl des Saamens nicht ſo beſorglich zu ſeyn, wie bei dem Weizen. Aber ein vollſtaͤndiges, reifes, vorſichtig behandeltes und reines Saatkorn wird ſich immer belohnen. Das Rockenkorn ertraͤgt nur eine ſchwache Bedeckung mit Erde und durch eine ſtarke kann es, wenn der Boden einigermaßen gebunden iſt, am Keimen verhindert und unterdruͤckt werden. Deshalb iſt das Unterpfluͤgen, wie ich aus ſelbſt erlittenem Schaden weiß, mehren⸗ theils bedenklich. Wenn der Boden ſehr trocken iſt, und es nach der Ausſaat bleibt, ſo kann zwar der untergepfluͤgte Rocken einen Vorzug vor dem auf die Farche gefaͤeten bekommen, indem er fruͤher und gleichzeitiger laͤuft. Da man aber die Witterung zu der Zeit, wo man die Saatfurche geben ſoll, nicht vorausſehen kann, ſo iſt es immer rathſam, bloß auf das Untereggen zu denken; es ſey denn, daß man ihn, was freilich vor allem den Vorzug hat, mit dem Exſtirpator flach unterbringen wolle. Als die angemeſſenſte Saatzeit fuͤr den gewoͤhnlichen Winterrocken nimmt man die Nittte des Septembers bis zur Mitte des Oktobers in unſerm Klima an. Man ſaͤet ihn aber in manchen Gegenden, beſonders um ihm den im Winter gemachten Duͤnger noch zukommen zu laſſen, bei offenem Boden, den Winter hindurch bis zu Ende Februars, und zuweilen mit gutem Erfolge. Manche unbefangene Beobachter ſagen, daß die ganz ſpaͤte Saat die ſicherſte ſey, dagegen nie ſo hohen Ertrag gebe, wie es die fruͤhe zuweilen thue. Die ſchlechteſte Saatzeit ſey aber von der Mitte Oktobers bis zur Mitte Rovembers. Da ich zu jeder Zeit geſaͤeten Rocken auf einer ſehr zerſtuͤckelten Feldflur lange zu beobachten Gelegenheit gehabt habe, ſo kann ich dies wenigſtens ſagen, daß ich nie eine Saat habe ausbleiben geſehen, und daß ich mich alſo uͤberzeugt habe, es ſchade auch dem in der Milch liegenden Rocken kein Froſt. 1 1 Der Staudenrocken verlangt aber durchaus eine fruͤhe Saat, und ſie kann vielleicht nie zu fruͤh geſchehen. Von der Mitte des Junius an habe ich ihn geſaͤet, ohne daß er nur den geringſten Anſchein machte, in demſelben Sommer aufſchießen zu wollen. Saͤet man ihn 3 eeſt im Otuben treber ur deh Dir gewd nun dn Staud ſud 24 bis 28; MRonzen einem gocken oft da ſe doch zu din ten; denn diel den Platz haber wwoͤlf und meht hut, ind di noch ſoäͤter trel Inſehen gegen 1 Dem N den eine hart es dabei ſelter doch ſind hier dem Winter den, heraus Valzen zutr Eine ſ Bluͤthezeit, den hat. Ein Theil zerſtoͤre Feldbreite, u Die Aehre en Eben ſo und ſehr wind wenn nur zw während des Stauddemel Feld. Alai Spelzen und mit ergriffen auffallende, Reonders fri belkrankheit, A deeſſe der Vünheze den m leicht erkenne en durchſich Der Rocken. 51 , auf ſacm erſt im Oktober, ſo beſtaudet er ſich ſchwach, oder ſeine Rebenſchoſſen bleiben bei dem Aus⸗ t ſektenn ges treiben der Aehren zuruͤck, und werden ſchwach. Die gewoͤhnlichſte Ausſaat des Rockens iſt 36 bis 40 Maͤßl. auf den Jochart. Wenn aäen gir⸗ man den Staudenrocken im Auguſt oder Anfangs Septembers ſaͤet und ihn gut vertheilt, ſo 3 ſind 24 bis 28 Maͤßl. voͤllig zureichend. Er beſtaudet ſich ſo ſtark, daß dennoch drei Theile der de diernal, denh Pflanzen einem Theile, der den Platz behauptet, weichen muͤſſen. Im Fruͤhjahre hat dieſer aher en Rocken oft das Anſehen, als ſtehe er zu duͤnne, und Unerfahrne werfen ſich dann vor, daß a ſie doch zu duͤnne geſaͤet haben. Er wuͤrde aber eben ſo ſtehen, wenn ſie ſehr dick geſaͤet haͤt⸗ boͤ aii 3.. e. 2 hnüih ſan ten; denn die im Herbſt ſich ſtark beſtaudenden Pflanzen muͤſſen einander verdraͤngen, muͤſſen wenn ſi 4 1 da den Platz haben, um ihre ſtarke Beſtaudung machen zu koͤnnen, treiben dann aber mit zehn, en rtn zwoͤlf und mehreren gleich ſtarken Halmen in die Hoͤhe, und bilden, wenn anders der Boden Kraft 3 ht da hat, und die Witterung einigermaßen guͤnſtig iſt, das dichteſte Aehrenfeld. Da dieſer Rocken 1 mau noch ſpaͤter treibt und ſchoſſet wie der ordinaire, ſo ſtehet er oft bis zur Mitte des Mais im Ban Anſehen gegen dieſen ſehr zuruͤck, uͤbertrifft ihn aber im Junius deſto mehr. dichts anders§. SI. das Jorn Dem Rocken iſt das Aufeggen im Fruͤhjahre, beſonders wenn der etwas bindende Bo⸗ Vegetationspe⸗ den eine harte Kruſte bekommen und Riſſe hat, eben ſo nuͤtzlich, wie dem Weizen; obwohle es dabei ſeltener angewandt wird. Er ertraͤgt es ſelbſt auf ſandigem Boden mit großem Nutzen; debglih zu doch ſind hier leichte hoͤlzerne Eggen zu nehmen, und es iſt erſt abzuwarten, daß er ſich nach tes und veines dem Winter feſt eingewurzelt habe. Waͤren ſeine Wurzeln, beſonders auf ſchwammigem Bo⸗ den, heraus gehoben durch den Winterfroſt, oder entbloͤßt durch den Wind, ſo iſt dagegen das rch eine fure Walzen zutraͤglich.. ad unterdrück Eine ſehr entſcheidende Periode iſt fuͤr den Rocken, mehr wie fuͤr anderes Getreide die eiß, mehre Bluͤthezeit, und man kann uͤber deſſen Ertrag nicht ſicher ſeyn, bis er dieſe gluͤcklich uͤberſtan⸗ feibt, ſo kamn den hat. Ein Morgenreif, der ihn in der Bluͤthe trifft, kann den Koͤrneranſatz ganz oder zum nöekomme, Theil zerſtoͤren. Manchmal trifft er nur die aͤußere nach der Windſeite liegende Stelle einer jeit, wo man Feldbreite, und manchmal verletzt er nur die eine nach dem Winde gerichtete Seite der Aehren. bleß auf das Die Aehre entfaͤrbt ſich, die Spitzen der Spelzen ſchrumpfen ein und ſie bleiben leer. Eben ſo nachtheilig wirkt eine, waͤhrend der Bluͤthezeit anhaltende, regnige, feuchte und ſehr windige Witterung. Einzelne, auch oft wiederkehrende Regenſchauer ſchaden nicht, Vorzug hat, wenn nur zwiſchendurch trockne, warme Stunden kommen. Denn der Rocken verſchließt int lnan di V waͤhrend des Regens ſeine Spelzen, und wenn darauf warmer Sonnenſchein folgt, treten die det ihn ahn V Staubbeutel mit Macht hervor und der Saamenſtaub uͤberzieht in einer dichten Wolke das d zukomm Feld. Allein bei anhaltendem feuchten Wetter verdumpfen endlich die Staubbeutel in den zuweilm m Spelzen und faulen; es geht keine Befruchtung vor, oder das Koͤrnchen wird von der Faͤulniß t die ilnſe mit ergriffen. Hier erzeugt ſich wahrſcheinlich das Uebel des Mutterkorns; dieſer bekannte, hi ſtiatie auffallende, violet ſchwarze Auswuchs; welcher einzeln unbedeutend iſt, aber in großer Menge, 5 ſaereit beſonders friſch genoſſen, hoͤchſt gefaͤhrliche und toͤdtliche Krankheiten, hauptſaͤchlich die Krib⸗ nhet gehabt belkrankheit, bei Menſchen und Vieh hervorbringt. ſſchen, und Irdeſſen widerſteht kraftvolle Saat den Einwirkungen aͤußerer Schaͤdlichkeiten, auch in Rocken kei der Bluͤthezeit mehr wie ſchwache und ſchlecht beſtellte. Den mehr oder minder vollſtaͤndigen Anſatz der Koͤrner kann man nach vollendeter Bluͤthe nn diellict leicht erkennen, wenn man die Aehre gegen das Licht betrachtet, indem die befruchteten Spel⸗ daß er nur zen durchſichtig erſcheinen. Da jedoch der Rocken langſam abbluͤht, ſo muß man nicht fruͤ⸗ zet man ihn G 2 ————————————. ——QCQ——ͤ—C——QꝭQꝑO—BCẽ—K——:—ʒ˙:˖Q·—;— Der Rocken.— 22. Spaͤter fuͤhlt man die Fehlſtellen, wenn man eine Aehre durch die her daruͤber urtheilen. Finger zieht. 4 1 3 3§. 82. e Keife. Die Reife des Rockens erkennt man aus dem Verbleichen des Steohes, indem es ſeine mehr zeigt. Die Koͤrner ſind hart, loͤſen ſich leicht und fallen aus, wenn man ſtark daran ſchlaäͤgt. Man muß aber auch bei dem Rocken die Vorſchrift des alten Cato befolgen: Oraculum esto, biduo citius quam biduo serius metere— lieber zwei Tage zu fruͤh als in ſpaͤt maͤhen. §. 83: Der Durchſchnittsertrag des Rockens iſt auf gleichem, beiden Getreidearten zuſagenden Boden im Volumen dem des Weizens wohl gleich. Indeſſen kenne ich kein Beiſpiel, daß Nocken uͤber 44 Metzen vom Jochart gegeben haͤtte; vom Weizen hat man unbezweifelt hoͤhe⸗ Ertrag. Werth. Ertrag ſind 24 Metzen anzunehmen, und er faͤllt herunter bis auf 6 Metzen. Weniger iſt Mißwachs; und Boden, wo man dies nur als das gewoͤhnliche annehmen kann, bezahlt ſeine Beſtellungskoſten kaum und hat als Ackerboden keinen Werth. . Das Gewicht einer Metze reinen Rockens iſt zwiſchen 68 und 77 Pfund. Quantitaͤt nahrhafter Subſtanzen. Er enthaͤlt eine aromatiſche Subſtanz, welche beſonders ſeinen Huͤlſen anzuhaͤngen ſcheint, weit der eigenthuͤmliche angenehme Geruch und Geſchmack des Rockenbrodes bei dem aus feinem gebeutelten Mehle bereiteten Brode verloren geht. Man kann dieſem den Geruch, zugleich aber die ſchwarze Farbe dem Brode wiedergeben, wenn man einen heißen Aufguß der Kleie bereitet und ſich deſſen zum Einteigen bedient. Dieſe Subſtanz ſcheint die Verdaulichkeit zu befoͤrdern! und hat eine bofondens erfriſchende und hüͤrkende Ein⸗ wirkung auf den thieriichen Koͤrper. §. 84.. 3 AL 3 Preis. Der Preis des Rockens iſt da, wo er die alkgemeinſte Nahrung der Menſchen ausmacht, beſtaͤndiger, wie der anderer Getreidearten; ſteht wengſtens mehr mit dem Ertrage der heu⸗ rigen Ernte in Verhaͤltniß. Nachfrage vom Auslande wirkt in unſren Gegenden nur indirect darauf ein. Auf die Dauer regulirt er bei uns den Preis aller uͤbrigen Produkte, und ſelbſt 8 durch den Arbeitskohn den Preis der Fabrikate. Sein Abſatz iſt im Ganzen der ſicherſte, .— wenn man gleich nach Orts⸗ und Zeitverhaͤltniſſen durch andre Peodukte mehr gewinnen kann. §. 35. Auf allem Boden, der ein Uebergewicht von Sande enthaͤlt und der Feuchtigkeit nicht beſorgen. Er erſchoͤpft den Boden weniger als der Weizen. Wir haben in den Bemerkungen, die dem zweiten Bande vorgedruckt ſind, angenommen, daß eine gehoͤrige Ernte 30 Prozent von der im Boden befindlichen Kraft ausziehe. Durch ſein ſtarkes Stroh, welches kein anderes Getreide in ſo großem Verhaͤltniſſe liefert, und welches zu allen wirthſchaftlichen Beduͤrfniſſen 7 gelbere Farbe in eine mehr weiße umwandelt und auch zunaͤchſt an den Knoten nichts gruͤnns ren Ertrag, aber auf Boden, der fuͤr Rocken durchaus zu ſtark geweſen ſeyn wuͤrde. Als ein guter Naͤchſt dem Weizen enthaͤlt der Rocken unter den gewoͤhnlichen Getreidearten die geoßte 5 S za ſehr ausgeſetzt iſt, hat man bei guter Beſtellung am wenigſtan Mißwachs vom Rocken in, e beſndm geaft inht vie Der So nuls geſehen! Er iſt m unden und do ſondere den im ſehr angemiſen toffeln, wo der Lande moͤglicht Er giebt oen Ertrag m fänhulſig, enn Winterrocken Er muf wohl Wintert Da er Acker nur in verſchiedene! ſo damit ver die Reigung Alle noch der Na Sand und ä dei 4 erem auf mehr ho kerhe dit genug einen Anthei do iſt er dor ¹. Der Rocken. 53 hre due ſo beſonders geeignet iſt, erſetzt er, wenn es gehoͤrig zu Miſt gemacht wird, die ausgeſogene Kraft mehr wie anderes Getreide. ndan DOer Somme rro ck e n iſt eine bloße Abart des Winterrockens, und kann, wie ich mehr⸗ Gommorrockem 1 zur n mals geſehen habe, leicht in diefen umgewandelt werden.— 6 tt dn Er iſt mehrentheils nur eine Nothhuͤlfe fuͤr die, welche ihre Winterbeſtellung nicht voll⸗ Zato biihn. enden und doch auf ihrem Boden kein andres Getreide wie Rocken bauen koͤnnen, und insbe⸗ ige zu ſi ſondere den im Winter gemachten Miſt gleich in Wirkung ſetzen wollen. Jedoch iſt er auch ſehr angemeſſen auf Boden, der fuͤr Gerſte und Hafer zu ſandig und zu duͤrre iſt; nach Kar⸗ toffeln, wo der Winterrocken nicht geraͤth, der Sommerrocken aber, auf dem vorbereiteten Lande moͤglichſt fruͤh geſaͤet, vorzuͤglich einſchlaͤgt. ten zuſagenn Err giebt ſonſt, ſehr ſeltene Fälle, und vielleicht letzteren ausgenommen, nie einen glei⸗ Deiſpiel, i en Ertrag mit dem Winterrocken und mißraͤth oft voͤllig. Seine Koͤrner ſind klein, aber weiffelt ſj. feinhuͤlſig, enthalten ein ſehr gutes Mehl, und er wird deshalb zuweilen etwas theurer wie As ein zatr Winterrocken bezahlt.. 3 VWaiſt Er muß fruͤh geſaͤet werden, zu Ende des Maͤrz— zu Anfange deſſelben ſaͤet man noch bjahlt ſene wohl Winterrocken— oder Anfangs Aprils. Spaͤter wird nichts daraus. 2 Da er gewoͤhnlich in die Stoppel des Winterrockens auf friſchem Duͤnger geſaͤet und der Acker nur in der kalten und naſſen Jahreszeit dazu vorbereitet wird, ſo wuchern Quecken und tten de giͤſte verſchiedene Agroſtisarten ungemein unter ſelbigem ein, und man findet die Aecker faſt nirgends liche deſaders ſo damit verunreinigt, wie da, wo er haͤufig in dieſer Ordnung gebauet wird. Man giebt 3 und Geſchnack die Reigung, ſich zu verquecken, dann unrichtig dem Boden Schuld. ten geht. Nn 8 en, wenn ma Die Gerſte. Dieſe Subſinx. 1— ſͤrkende Ciwc.§. 87. 1 Es giebt deren 5 oder wenn man will 6 gegenwaͤrtig bei uns bekannte und verbreitete Arteexexx“ Arten.“ 3 1) Hordeum vulgare, kleine vierzeilige Gerſte, en ausmaclth 2)— distichon, große zweizeilige Gerſte,, age der has 3)— coeleste, Himmelsgerſte, nur indiret 4)— nudum, nackte vierzeilige Gerſte, und ſelbt 5)— hexastichon, ſechszeilige Wintergerſte; und die minder uͤbliche der ſicherſe, 6)— zeocriton, Reisgerſte, Pfauengerſte.““ vinnen fann.— 8n Alle Gerſtenarten verlangen einen kockeren, milden, aber Feuchtigkeit haltenden und den⸗ Boden. Ftikeit nicht noch der Naͤſſe nicht ausgeſetzten, vermoͤgenden Boden. Ein Boden, der 50 bis 65 Prozent nRocken u Sand und uͤbrigens groͤßtentheils Thon enthaͤlt, wenn er bei erſterem Verhaͤltniſſe trocken, bei letzterem feucht liegt, iſt fuͤr die Gerſte am meiſten geeignet. Indeſſen gedeihet ſie auch auf mehr thonigem Boden vortrefflich, wenn er durch einen ſtaͤrkeren Gehalt an Humus Lok⸗ kerheit genug beſitzt und ſich zum Weizenboden erſter Klaſſe qualiſizirt. Hat der Lehmboden einen Antheit von Kalk und um ſo viel weniger Sand, um uur lockerer, aber nicht loſe zu ſeyn, ſo iſt er vorzuͤglich fuͤr die Gerſte, um ſo mehr da der Kalk alle Saͤurung verhindert, welche ungen, die Prozent bon ein anderes Bedurfgiſen 8 1 2 7 7 Vorbereitung. Vorfrüchte. Saat. 54— Die Gerſte. der Gerſte immer zuwider iſt. Auf Boden, der dagegen ein betraͤchtliches Uebergewicht an Sande, 70 bis 75 Prozent hat, kann Gerſte zwar, wenn er in Kraft ſtehet, in feuchteren Sommern ſehr gut gedeihen, ſchlaͤgt aber in duͤrren ſehr zuruͤck und iſt folglich unſicher. Ein armer, zaͤher, naßkalter, verſauerter Boden iſt ihr durchaus nicht angemeſſen und ſie geraͤth hoͤchſt ſelten darauf.— 2 6 5—§. 89. Die Gerſte verlangt eine ſehr aufgelockerte und gepulverte Erde. Wenn ſie, vwie ge⸗ woͤhnlich, in die Stoppel der Winterung geſaͤet wird, ſo muß der Acker wenigſtens drei Fur⸗ chen haben. Iſt er aber durch den Anbau der Hackfruͤchte im vorigen Jahre gelockert, ſo be⸗ darf es nur einer Furche. B0 Die vorhergehenden Fruͤchte muͤſſen der Gerſte noch betraͤchtliche Kraft im Acker hinter⸗ laſſen haben, oder ſie verlangt friſchen aber ſchon zergangenen Duͤnger. Ihrer ſchwaͤchern Naturkraft muͤſſen die Nahrungstheile ſchon wohl vorbereitet und geloͤſet dargereicht werden Die Gerſte iſt keinen andern beſonderen Krankheiten ausgeſetzt, als dem Staubbrande. Dieſer bringt aber ſelten einen erheblichen Verluſt, obgleich er zu Anfange gefaͤhrlich ausſieht. Denn die brandigen Aehren kommen zuerſt hervor, und es ſieht aus, als ob das ganze Feld damit uͤberzogen ſeyn wuͤrde. Wenn die geſunden Aehren erſcheinen, ſo bemerkt man es kaum mehr. Gegen dieſen Brand hilft das Einkalken nicht und iſt alſo voͤllig uͤberfluͤſſig. 8 §. 90. Alle im Fruͤhjahr ausgeſaͤete Gerſtenarten ertragen und lieben eine ziemlich ſtarke Be⸗ deckung mit Erde, und koͤnnen 3 bis 4 Zoll tief untergepfluͤgt werden; auf ſehr lockerem Bo⸗ den iſt das faſt eine Bedingung ihres guten Gerathens. Man muß aber doch die Abtrocknung des Bodens abwarten und eine trockene und warme Witterung iſt ihnen bei und gleich nach der Einſaat am zutraͤglichſten. 4 Ein recht reifes, vollſtaͤndiges, nicht dumpfig gewordenes Saatkorn giebt geſundere Pflanzen. Auch muß es von dem unter der Gerſte ſo haͤufig wachſenden Unkrautsſaamen durch Sichten und durch Abſchwemmen gereinigt ſeyn. Wenn man ein ſolches Saatkorn waͤhlt und es gut verbreitet, ſo giebt eine duͤnne Ausſaat, beſonders der großen Gerſte, von 24 bis 28 Maͤßl. ein dichteres Feld als eine ſtarke von 40 und 44 Maͤßl.; weil dieſe Gerſte ſich ſtark beſtaudet, wenn ſie Raum hat; aber ſchwache Pflanzen macht, wenn es ihr daran fehlt. Die kleine Gerſte, die ſich weniger beſtaudet, muß dichter geſaͤet werden. Tritt nach der Einſaat ein ſtarker Regen ein, welcher den Boden zuſchlaͤgt, ſo muß er gleich nach der Abtrocknung und vor dem Auflaufen mit der Egge wieder uͤberzogen werden, um die Kruſte zu brechen, durch welche die Spitze des Gerſtblattes nicht durchdringen kann und unter welcher man ſie oft gekruͤmmt findet. Nach dem Auflaufen iſt aber das Eggen der jungen Gerſte, welches manche auch vorge⸗ ſchlagen haben, bedenklich, weil ſie wie Glas abſpringt und darf nur mit großer Vorſicht, mit leichten hoͤlzernen Eggen, nach einem Strich, und nur gegen Abend geſchehen. ſiltnan den gerſt. Sie die Witterung Der Na ſehs Zeilen. bildet ein Ver Eie iſt/ zu ſeyn ſcheint der Nitte ſtehe von einen Ra eifordert ober 10 Wochen d Matte des Ir ſie deſer werd ſo durchaus g wartet zurde Durchſchnitt Sie h vollkommene Vorzug, da ner ſehr guͤn des Bodens geben kann. Ihre 7 menen Reife, duͤnnen Stiele die Korner ſi INn ſe zu ma Riſce ig behandeh Ihr die Metze Schwere gel ger, ſondern tict gemeng. nur ols Vieh Ar ſe wie bei der bergevig 1 ki fautnen un ſcher. En und ſegai T 4 n e tens dae dat⸗ lockert, ſoe Acker hinter: ſchwaͤchern acht werden. Staubdrande. plich ausſieht. as ganze geld man es kaum ſig. lich ſtarke Be⸗ lockeren Bo⸗ je Aötrocknung gleich nach de jebt geſunden ſaamen durch en waͤhlt und von 24 biß ⸗Gerſte ſich V daran fehlt. :, ſo muf ogen werden, dringen kann e auch borge⸗ her Vorſich, -. Die Gerſte. 35 Die kleine vierzeilige Gerſte §. 9. haͤlt man dem ſchwaͤcheren Boden angemeſſener und nennt ſie deshalb auch zuweilen Sand⸗ gerſte. Sie kann auf lehmigem Sandboden, der reich genug iſt, gut gerathen, wenn ihr die Witterung guͤnſtig iſt, in welchem Falle aber auch die große Gerſte darauf gedeihet. Der Name vierzeilig iſt eigentlich unrichtig, denn ſie hat, wenn ſie vollgewachſen iſt, ſechs Zeilen. Richtiger wuͤrde man ſie vierſeitige oder eckige Gerſte nennen, denn ihre Aehre bildet ein Viereck mit zwei breiten und zwei ſchmalern Seiten. Sie iſt, wenn ſie nicht allmaͤhlig in ihrer Reproduktion abgehaͤrtet wird(was moͤglich zu ſeyn ſcheint und wodurch eine Varietaͤt, die zwiſchen dieſer und der ſechszeiligen Gerſte in der Mitte ſtehet, wie wir unten hoͤren werden, gebildet wird), ein ſehr zartes Gewaͤchs, was von einem Nachtfroſte faſt zerſtört wird, und von jeder unguͤnſtigen Witterung ſehr leidet. Sie erfordert aber nur eine kurze Zeit zu ihrer Vegetation, und kann, wie man ſagt, in 9 bis 10 Wochen aus dem Sacke und in den Sack kommen; weswegen man ſie oft erſt gegen die Mitte des Junius ſaͤet. Trifft ſie dann eine warme und gehoͤrig feuchte Witterung, ſo kann ſie beſſer werden, wie die große Gerſte, die in ihrer laͤngern Vegetationsperiode ſeltner einer ſo durchaus guͤnſtigen Witterung genießt. Bei dem beſten Anſcheine aber ſchlaͤgt ſie oft uner⸗ wartet zuruͤck, wenn es ihr beim Austreiben der Aehren an Feuchtigkeit mangelt, und im Durchſchnitt kommt ſie der großen Gerſte im Ertrage nicht gleich. Sie hat in derjenigen Dreifelderwirthſchaft, wo man der Winterung nur eine ſehr un⸗ vollkommene Brache giebt und den Acker erſt im Julius, vorzubereiten anfaͤngt, den wichtigen Vorzug, daß man ſie ſpaͤt, allenfalls bis zu Ende des Junius ſaͤen und alſo dem Acker in ei⸗ ner ſehr guͤnſtigen Jahrszeit eine halbe Brachbearbeitung— die zur Pulverung und Luͤftung des Bodens und zur Zerſtoͤrung des Unkrauts vielleicht wirkſamer iſt wie jene ſpar Brache— geben kann. Ihre Maͤhereife muß wohl beohachtet werden, und man darf ſie nicht zu ihrer vollkom⸗ menen Reife, beſonders in Anſehung des Nachwuchſes kommen laſſen, weil ſonſt ihre an ſehr duͤnnen Stielen haͤngenden Aehren abfallen. Wenn der Haupttheil keine Milch mehr hat, aber die Koͤrner ſich noch wie Wachs kneten laſſen, die Aehren mehrentheils gelb ſind, ſo iſt es Zeit ſie zu maͤhen, und ſie muß dann in den Schwaden nachreifen. Iſt ſchon Abfall zu beſorgen, ſo muß ſie nur im Thau gemaͤhet und uͤberhaupt vorſich⸗ tig behandelt werden. Ihr Gewicht und ihr Mehlgehalt iſt betraͤchtlich geringer, wie das der großen Gerſte. Die Metze wiegt in der Regel 45— 58 Pfund. Doch habe ich ſie einmal zu 63 Pfund Schwere gehabt. So iſt denn auch ihr Preis nicht nur im Verhaͤltniß ihres Gehalts gerin⸗ ger, ſondern wo die Brauer an große Gerſte gewoͤhnt ſind, oft noch niedriger. Sie darf nicht gemengt mit andrer Gerſte gemalzt werden, weil beide ungleich keimen, ſo daß ſie dann nur als Viehfutter Abnehmer ſindet. Ihr ſehr weiches Stroh ſcheint, ſelbſt dem Gewichte nach, in geringerem Verhaͤltniſſe, wie bei der großen Gerſte zu ſtehen. —8—— X 55 Die Gerſte. Die große, zweizeilige Gerſte— 4 85. 92. halten die meiſten nur fuͤr einen mehr thonigen Boden geeignet. Ich habe ſie indeſſen haͤuig auf mehr ſandigem Boden, der 70 Prozent Sand hielt, und im Durchſchnitt auf dieſem Bo⸗ den mit groͤßerem Erfolge, wie die kleine Gerſte gebauet; wenn ich zu Ende des Maͤrz oder zu Anfange Aprils, ſobald als moͤglich ſäete, und im Fruͤhjahre nicht dazu pfluͤgte, ſondern die Saat nur auf dem durch Hackfruͤchte tief gelockerten und durchduͤngten Boden mit dem Ex⸗ ſtirpator unterbrachte. Sie iſt mir dann nie ganz mißrathen, und das geringſte, was in den duͤrren Sommern 1809 und 1810, wo die Gerſte beſonders in dem Zeitpunkte des Hervor⸗ „„. e. 3 1 3 N treibens ihrer Aehren ſehr an Duͤrre litt, auf ſolchem Boden erhalten habe, waren 12 Metzen vom Jochart. Ich habe ſonſt auf gleichem aber in große Kraft geſetzten Boden in guͤnſtigen Jahren 30 Metzen erhalten. Deshalb ziehe ich die große Gerſte der kleinen in einem der Gerſte zutraͤglichen Fruchtwechſel unbedingt vor. Die große fruͤh geſaͤete Gerſte iſt hart gegen den Froſt, und wenn gleich ihre Blatt⸗ ſpitzen gelb werden, ſo ſchadet es ihr wenig. Bei trockner Witterung bekommt ſie, zumal auf ſandigerm Boden, gelbe Blaͤtter, aber hierdurch wird ſie nicht zerſtoͤrt, wenn ſie nur beim Hervortreten der Aehren Feuchtigkeit hat, denn dies iſt der entſcheidende Zeitpunkt fuͤr ſie. Wird ſie aber wegen zu großer Feuchtigkeit gelb, was iim Sinken leicht geſchieht, ſo iſt ſie verloren. gleichzeitig mit dem Rocken reift. wie bei der kleinen Gerſte iſt, ſo muß man doch bei trocknem Wetter mit den Maͤhern, vom Rocken ab, zu ihr uͤbergehen. Dies kann ein Grund ſeyn, ſie auf lehmigerm Boden nicht ſo fruͤh, ſondern erſt Anfangs Mais zu ſaen, auf ſandigerm aber kleine Gerſte zu bauen. Die Metze wiegt, wenn ſie einigermaßen ausgewachſen iſt, etliche und 63 Pfund. Ich habe ſie auch ſchon von 73 Pfund gehabt. Sie pflegt dann auch in ihrem Marktpreiſe dem Rocken oft gleich zu kommen, zuweilen zu aͤberſteigen. Die Himmelsgerſte, die vierzeilige nackte Gerſte. 83. 93. Die Botaniker halten ſie fuͤr eine Abart der gemeinen vierzeiligen Gerſte, und glauben, daß ſie in ſelbige zuruͤckarte. Ich bezweifle das, wenn es gleich zuweilen den Anſchein hat. Es kommen naͤmlich oft Koͤrner darunter, die voͤllig das Anſehn der kleinen Gerſte haben. Dies ſind aber unvollkommen ausgewachſene Koͤrner, die ihre Schaale nicht abwerfen, und die entweder gar nicht auflaufen und aufkommen, oder wieder Himmelsgerſte geben. Da es in⸗ deſſen uͤberhaupt bei unſern kultivirten Pflanzen ſo zweifelhaft iſt, was Spezies und was Va⸗ rietaͤt genannt werden ſolle, ſo mag auch dies unentſchieden bleiben. Sie zeichnet ſich von der kleinen Gerſte dadurch aus, daß ſie ſich weit ſtaͤrker beſtaudet und mehrere Halme treibt, wenn ſie auch auf gleichem Boden und gleich entfernt ſtehet. Ihr Halm wird ungleich dicker, auch als der der großen Gerſte. Die Aehre iſt laͤnger als die der vierzeiligen, und enthaͤlt mehrere Koͤrner. Ein Hauptmerkmal aber iſt, daß ſie die Grannen oder den Bart verliert wenn ſie reift, und daß ſich das Korn nun von der Blumenhuͤlſe trennt, und Sie hat in großen Wirthſchaften, fruͤh geſaet, das Unangenehme, daß ſie dann faſt Und obgleich die Gefahr des Abfallens bei ihr nicht ſo groß ünd dom reicen vann An ha⸗ a, ud Joch korn, 3 eru zauchin kan Da mal auf fruchtbar ires Gerathen alles, was ſi Beſtaudung, G vortrefflches/ BSonns in biel g haben ſie Kur bedenken, da Gerſte gewin den beſchwer Sie w der Stoppel gerathe, wie Freunde ſie ſiet ſeyn, d Spaͤtere S merklich. male gemaͤt Dies iſt inde Sie n In Ar Rocken. Er folglich an d dehe.(Annc Waen oder dnig klar. Nan Von Jhr gleict der wird zwar het. Aber Derſuchen Viettet ſen haͤufg deſem Bo⸗ Noͤrz oder R.N mi n de was in den des Helver⸗ 112 Metzen n guͤnſtigen der Gerſte Hihre Blatt⸗ e, zumal auf ſie nur bein punkt fuͤr ſi. zeht, ſo iſt ſie zſie dann faſ nicht ſo groß Maͤhern, vom Boden nicht ſo bauen. 3 Pfund. 36 rarktpreiſe dem und glaub, ſchein hat. b haben. Des erfen, und de n. Du es in⸗ und was Va⸗ kker beſtaude ſtehet. Ihe zer als diede edie Grannen enhüͤlſe trennt, und Die Gerſte. 57 und dann in anderer Geſtalt wie die Gerſte erſcheint. Gewoͤhnlich bekommt dieſe Gerſte auf reichem Boden ſechs vollſtaͤndige Zeilen.— Man hat daher ihr nacktes der gewoͤhnlichen Gerſte wenig aͤhnliches Korn, bald Wei⸗ zen, bald Rocken, bald Gerſtweizen genannt. Man hat ihr den Namen von Davids⸗ korn, Jeruſalemskorn, egyptiſches undwallachiſches Korn gegeben. Caſpar Bauchin kannte dieſe Gerſte, und nannte ſie Zeopyron oder Tritico speltum. Da man ſie laͤngſt gekannt hat, ſo ſcheint es auffallend, daß ihr Bau ſich nicht fruͤher auf fruchtbarem Boden allgemein verbreitete. Jedoch laͤßt es ſich aus den Bedingungen ihres Gerathens wohl erklaͤren, daß ihr Bau nicht jedermanns Sache ſey. Sie vereinigt ſonſt alles, was ſie als Sommergetreide empfehlungswerth machen kann: Haͤrte, Sicherheit, ſtarke Beſtaudung, Steifheit des Halms, ſtarken Ertrag an mehlreichen nahrhaften Koͤrnern, und vortreffliches, dem Weizen gleichkommendes Stroh, welches ſelbſt gegen das Gewicht des Korns in viel groͤßerem Verhaͤltniſſe, wie bei der großen Gerſte, ſtehet. Des letzteren wegen haben ſie Kurzſichtige getadelt, daß ſie aus einer Maſſe Stroh weniger Korn gebe, ohne zu bedenken, daß man von einer gleichen Flaͤche um ein Drittel mehr Stroh als von anderer Gerſte gewinne; ein Stroh, was zur Fuͤtterung vorzuͤglich ſcheint, und deſſen Spreu frei von den beſchwerlichen Grannen iſt. 1 Sie will aber einen guten, kraftvollen und wohlbereiteten Boden haben, und ob ſie in der Stoppel eines andern Getreides geſaͤet in eben dem Verhaͤltniſſe beſſer, als andre Gerſte gerathe, wie ſolches nach Hackfruͤchten der Fall iſt, kann ich nicht beſtimmen, da ich und meine Freunde ſie nur nach dieſen Vorfruͤchten gebauet haben. Aber auch moͤglichſt fruͤh will ſie ge⸗ ſaet ſeyn, damit ſie Zeit habe, ſich ſtark zu beſtauden, bevor die Waͤrme ſie in die Hoͤhe treibt. Spaͤtere Saat iſt verſchiedenen fehl geſchlagen. Ein Froſt ſchadet ihr, wenn ſie jung iſt, nicht merklich. Man will ſie auch als uͤberwinterndes Getreide fruͤh geſaͤet, im Sommer mehrere⸗ male gemaͤhet, und dann im folgenden Jahre eine betraͤchtliche Eente davon gehabt haben. Dies iſt indeſſen noch problematiſch und verdient mehrere Verſuche. Sie wiegt mehrentheils dem Rocken gleich, und uͤberwigt ihn oft. In Anſehung ihrer Nahrungstheile fand Einhof 72 in Hundert, alſo 2½ mehr wie im Rocken. Er bemerkt aber, daß ſie an ſuͤßſchleimiger und thieriſch⸗vegetabiliſcher Subſtanz, folglich an den nahrhafteſten Theilen ſo viel habe, daß ſie zwiſchen dem Weizen und Rocken ſtehe.(Annalen des Ackerbaues Bd. VIII. S. 27.) Wir haben mit dem Zuſatze von etwas Weizen oder Rocken ein gar kraͤftiges Brod daraus gebacken. Einige Verſuche damit mißgluͤckten den Brauern, das Bier ward kraͤftig, aber nicht klar. Nunmehr brauen aber andre ein vorzuͤgliches Bier daraus. Von den Branntweinbrennern wird ſie ſehr geſucht. Ihr Werth iſt dem des Rockens wenigſtens gleich. Die zweizeilige nackte Gerſte, Hordeum nudum, §. 94. gleicht der vorigen in den meiſten Stuͤcken. Sie hat laͤngere zweizeilige Aehren. Ihr Korn wird zwar noch groͤßer, wie das der vierzeiligen, wenn ſie in gutem Gartenboden einzeln ſte⸗ het. Aber beim Feldbau ſchrumpft es ſehr ein. Nach allen mir bekannten komparativen Verſuchen hat ſie einen betraͤchtlich geringern Ertrag wie die Himmelsgerſte gegeben.(Von Vierter Theil. 1 88 Die Gerſte. Gartenverſuchen, nach Vermehrung der angepflanzten Koͤrner berechnet, rede ich nicht.) Sie gehoͤrt alſo zu den vielen Getreidearten, deren Anbau ich nach einer Reihe von Verſuchen wie⸗ der aufgegeben habe. 6 Die ſechszeilige Gerſte, gewoͤhnlich Wintergerſte, Hordeum hexastichon, §. 98. 3 wird von den Botanikern als eine beſondere Spezies angenommen. Meiner Vermuthung nach iſt ſie eine Abart der vierzeiligen Gerſte, wenn ſie ſich gleich in ihrem gegenwaͤrtigen Zuſtande merklich davon unterſcheidet. Die ſogenannte vierzeilige, richtiger viereckige Gerſte hat eben ſowohl ſechs Zeilen. Es ſtehen die Koͤrner, wenn ſie reifen, bei jener nur mehr ab und bilden ſo ein Sechseck. Ich vermuthe aber, daß das bloß die Folge der verſchiedenen Kultur ſey, und halte eine allmaͤhlige Umwandlung des Hordeum vulgare in Hordeum hexastichon fuͤr moͤglich. Die weichliche Natur verliert jenes, wenn es immer fruͤher ausgeſaͤet wird. Wahr⸗ ſcheinlich laͤßt es ſich nach mehreren Generationen an die Durchwinterung gewoͤhnen, und ge⸗ het dann auch in ſeiner aͤußern Geſtalt in letzteres uͤber.. Die ſechszeilige zur Winterausſaat gewoͤhnte Gerſte verlangt einen kraͤftigen, ziemlich gebundenen Boden, der fuͤr den Weizen voͤllig geeignet iſt. Man waͤhlt ſie in den reichen Niederungen beſonders fuͤr ſolchen Acker, auf welchem man vom Weizen Lagergetreide beſorgen muͤßte, und das iſt der Hauptgrund ihres Anbaues daſelbſt. Sie lagert ſich nicht und giebt zuweilen einen enorm hohen Ertrag= 56 Metzen per Jochart, in der Regel 44 Metzen. Zuweilen aber wintert ſie aus und wuͤrde mißrathen, wenn man ſie ſtehen ließe. Man pflͤgt ſie dann aber ſogleich um, und beſtellt den Acker mit Sommergerſte. Auf minder kraͤftigem Boden wird ihr Bau ſelten vortheithaft ſeyn, indem ſie daſelbſt nur die Stelle des Weizens einnehmen kann, und man doch von ihr, dem Werthe nach, keinen hoͤheren Ertrag wie von jenem erwarten koͤnnte. 3. Sie will ſehr fruͤh, im Auguſt, geſoͤet ſeyn, wenn ſie ſicher durchwintern ſoll, in die Brache oder in eine ſehr lockernde Vorfrucht; am haͤuſigſten geſchiehet es nach Rapps. Sie reift dann fruͤh, zu Ende Junius oder Anfangs Julius, und dies gereicht ihr allerdings zur Empfehlung, indem ſie das Erntegeſchaͤft theilet und die Zeit dazu verlaͤngert; auch weil die Gerſte um dieſe Zeit oft ſehr geſucht wird und man ſie gleich abdreſchen und zu Markt bringen kann. Unter dieſen Umſtaͤnden hat ſie manchmal den hoͤchſten Vortheil gebracht. Nachher findet ſie aber weniger Abnehmer, da ihr Korn noch unanſehnlicher wie das der kleinern Gerſte iſt, und auch wirklich in der Regel leichter wiegt. 5 Die Reißgerſte, Hordeum zeocriton. * 1 4 8. 96. Bartgerſte, Pfauengerſte, dentſcher Reiß, Faͤchergerſte, venetianii⸗ ſche Gerſte, japaniſche Gerſte, iſt laͤngſt bekannt, und vormals ſchon in Deutſchland, haͤufiger wie jetzt, in Gebrauch geweſen. Ihre Aehre iſt lanzettfoͤrmig, hat zwei Reihen, die ſtarke Grannen haben und weit vom Aehrenſtengel abſtehen. 2 Unter d ſen Getreide! korngge. Zu er de und auf dem 2) D ſpaniſche Rapen und feuchtem m ſoll ihn aue 3) einem Bal⸗ den ihn als 14) 2 her reift, kaum im S Zunde 5) T 9 Pfund me nen kraͤftige dom Winde 6) d alſo wohl beſonders Eine Spezies an 27) Er hat eine hat ha An daß s reift nicht haben ihne zefahren. uät) 8, tſuchen ie uthung nach ſen Zuſtande ſte hat eben a bilden ſo er ſey, und tiehon für ied. Wahr⸗ nen, und ge⸗ en, ziemlic den reichen eide beſorgen dt und giebt 144 Meen. Man ffügt der kraͤftigem des Weizens trag wie don ſoll, in di kapps. Eit kerdings zur ich weil die arkt bringen Nochher jnern Gerſt eenetiani⸗ Deutſchland, nd weit bom zweizeilige Gerſte behandelt werden. inen Vorzug vor dieſer kann ich ihr nach meinen Verſuchen nicht beimeſſen, es ſey denn, daß ſie ſich ihres niedrigen und ſtarken Strohes wegen auf ſehr reichem Boden nicht lagere, auf welchem ich jedoch immer die Himmelsgerſte vorziehen wuͤrde. Daß ihr Korn eine beſondere Aehnlichkeit mit dem Reiß habe, bemerke ich auf keine Weiſe. Der Hafer, Avenasativa. —§. 97.“ Unter dieſem botaniſchen Namen wird ein Theil der Abarten begriffen, die wir von die⸗ ſem Getreide haben und anbauen. Sie unterſcheiden ſich hauptſaͤchlich in weiß⸗ und ſchwarz⸗ koͤrnige. 5 Zu erſteren gehoͤrt: 3 1) der gewoͤhnliche glatte Hafer oder Maͤrzhafer, der am haͤufigſten gebauet wird, und auf dem Boden, welchen man dem Hafer gewoͤhnlich einraͤumt, auch wohl der ſicherſte iſt. 2) Der ſchwere, bei uns engliſcher, von den Englaͤndern aber polniſcher oder ſpaniſcher genannte. Er zeichnet ſich durch einen ſtaͤrkern Halm und Blatt, durch groͤßere Rispen und ſtaͤrkere Koͤrner aus, wenn er auf den ihm angemeſſenen Boden kommt. Auf feuchtem moorigen Boden wird er zwar groß, aber ſehr grobhuͤlſig und nicht ſcwer. Man ſoll ihn auch als Winterhafer bauen koͤnnen; ich weiß aber keine beſtimmte Erfahrung davon. 3) Der Klumphafer, welcher zuweilen, aber nicht immer, drei reife Koͤrner in einem Balge hat, aber darum nicht eintraͤglicher zu ſeyn ſcheint. Die Botaniker unterſchei⸗ den ihn als eine beſondere Spezies unter dem Namen A. trisperma.. 4) Der fruͤhzeitige oder Auguſthafer, welcher fruͤher geſaͤet werden kann, und fruͤ⸗ her reift, und den man beſonders in kalten Berggegenden unterſcheidet, wo anderer Hafer oft kaum im September zur Reife komtt. 1 Zuddenen mit ſchwarzen Koͤrnern gehoͤren:— 5) Der glatte ſchwarze Hafer, der ein ſchweres Korn hat, und oft per Metze 9 Pfund mehr, wie der andre wiegt, folglich ungleich nahrhafter iſt. Er erfordert aber ei⸗ nen kraͤftigen Boden, und iſt beſonders fuͤr Niederungen geeignet, wogegen er auf der Hoͤhe vom Winde gar leicht ausgeſchlagen wird... 6) Der Eichelhafer, welcher zum Theil ſchwarze, zum Theil weiße Koͤrner hat, alſo wohl eine Ausartung oder Vermengung von ſchwarzem und weißem Hafer iſt. Er ſoll eine beſonders harte Schaale, aber ein mehlreiches Korn haben. 4 Eine beſtimmt verſchiedene und deshalb auch von den Botanikern als eine beſondere Spezies angenommene Haferart iſt: 1 ) der orientaliſche, tuͤrkiſche, ungariſche, Fahnen⸗ oder Kammhafer. Er hat eine mehr gedraͤngte Rispe, und die Aehrchen haͤngen alle nach einer Seite uͤber. Man hat ihn Anfangs als eine hoͤchſt eintraͤgliche Art geruͤhmt; es hat ſich aber nachher gezeigt, daß er es auf gleichem Boden nicht mehr und nicht weniger, als der gewoͤhnliche ſey. Er reift nicht nur ſpaͤter, ſondern fällt auch nicht ſo leicht aus, wie anderer Hafer, und deshalb haben ihn einige Landwirthe, die eine ſtarke Haferausſaat machen, zum Theil zu bauen fort⸗ gefahren. Er hat aber dagegen das Ueble, daß er ſich ſchwerer abdreſchen laͤßt. .. H. 2„ Der Hafer.„ Sie beſtaudet ſich ſtark, muß deshalb duͤnne geſaͤet und in allen Stuͤcken wie die große Arten und Ah⸗ arten. ao Der Haſer. 2 Endlich hat man allmaͤhlig, Anfangs nur untermiſcht. den geſaͤet werde. ſchlechten Boden vortheilhaft. nicht in Gebrauch kommen. die Kultur bewirkte Spielarten ſind. §. 98. res Getreide geſtiegen, und daher ſein Anbau vortheilhafter geworden. wohl ſo gut wie dieſe, bezahlen wuͤrde. Boden. Getreide nicht mehr fruchten. von ihm zerſetzt. 8 boden, wo nichts anderes mehr fort will. Zeit und Kultur fuͤr andre Pflanzen aufgeloͤſt haͤtte, ſich aneignet. — Boden lohnt er um ſo mehr. 7 Gerſte ſich nicht mehr naͤhren kann. 1 5 8) den Rauh⸗, Sand⸗ oder Purrhafer. Ob dieſer die Avena strigosa der Bo⸗ taniker ſey, von dem ſie ſagen, daß er bei uns wild wachſe, wage ich nicht zu enrſcheiden. Es ſiſt aber eine allgemeine Erfahrung, daß der gewoͤhnliche Hafer ohne Erneuerung des Saamens auf ſandigem Boden, beſonders in Haidgegenden in dieſen ausarte; nicht ploͤtzlich, ſondern Dagegen arte er wieder ein, wenn er auf beſſerm Bo⸗ Verhaͤlt ſichs hiermit nun vielleicht eben ſo, wie mit der Trespe unter dem Wintergetreide, daß ſich naͤmlich dieſe wilde, dem Boden mehr angeeignete Pflanze einniſtet, und das ausgeſaͤete Korn verdraͤngt? Oder gehet wirklich eine Haferart in die andre uͤber, und ſind ſie folglich nur Varietaͤten?— Dieſer Rauhhafer hat mehrere und ſtarke Grannen, die er nicht verliert, eine dicke Huͤlſe und wenig Mehl. Er wiegt nicht viel uͤber die Haͤlfte des gewoͤhnlichen Hafers, und hat nur ſeinen halben Werth. Dennoch findet man ihn auf ſolchem Wird er auf beſſerm Boden geſaͤet, ſo bekommt er einen ſtar⸗ ken Halm und breites Blatt, und man bauet ihn daher als Futterkraut, gruͤn zu maͤhen, an. 9) Der nackte Hafer, ta rtariſche Gruͤtzhafer, Avena nuda, wird bei uns In Schottland wird er viel zum Brodkorn gebauet. Die Englaͤnder unterſcheiden noch ungleich mehrere Haferarten, welche aber nur durch Der Hafer iſt bei uns lange als die niedrigſte Getreideart veraͤchtlich behandelt worden, und man hat ihm das ſchlechteſte Land und das magerſte Feld angewieſen. Sein Preis ſtand in aͤlteren Zeiten unter der Haͤlfte des Rockenpreiſes. Bei Vermehrung der Pferde, zu deren Futter er ſich am beſten ſchickt, iſt ſein Preis nun uͤber ſeinen natuͤrlichen Werth gegen ande⸗ Indeſſen bringt man ihn gewoͤhnlich nur dahin, wo man keine Gerſte zu bauen wagt; obwohl er einen beſſern Platz, Der Hafer waͤchſt zwar auf jedem Boden, der nur nicht gar zu duͤrre iſt, und er ſcheint ſo ſtarke Organe zu haben, daß er Nahrungstheile aufloͤſet und an ſich ziehet, die anderem Auch der ſaure, der unaufloͤsliche Humus wird wahrſcheinlich Er waͤchſt auf kaltem, lehmigem, und auf nur nicht gar zu duͤrrem Sand⸗ Er leidet von unguͤnſtiger Witterung, etholt ſich aber, beſſer wie die Gerſte, wenn eine guͤnſtigere eintritt. Auf Neubruch, auf Mooren kann. man ihn eine Reihe von Jahren bauen, und er wird zuweilen bis ins dritte und vierte Jahr im⸗ mer beſſer, wogegen eine andre Frucht ſie ſchnell erſchoͤpft, wenn kein Duͤnger hinzukommt; vermuthlich weil er alles, was Pflanzen Nahrung geben kann, und was ſich ſonſt nur durch Aber auf fruchtbarem In der Dreifelderwirthſchaft ſaͤet man ihn in vierter und ſechſter Tracht; uͤberhaupt wo Man wauͤrde ſich aber, vielen Erfahrungen nach, auf ſtrengem Weizenboden beſſer beim Hafer ſtehen, wenn man ihn ſtatt der Gerſte bauete. In der Mecklenburgiſchen Koppelwirthſchaft kommt er als letzte Frucht nach der Gerſte. Einen angemeſſenern Platz haben ihm die Hollſteiner angewieſen, wenn ſie ihn in die umge⸗ brochene Dreiſch⸗ oder Grasnarbe ſaͤen, und ſie haben dieſe Methode beibehalten, wenn ſie auch in oh jerſebte Gat Go find nur bis zum gaug in Her nxebich d heſſet als die winnen, als man das Kee rung beſteth Venn nige nur eine der dreiurch aus Mangel daß ſich ſei kalten Klimo mehr Unkra angefuͤllet r gerathen ſe weifurchig hinterlaſſen Daß man naͤmli kommt ihm Die 2 theils weil d 8 ſey denn ſaen, imr weil nichte ſaat auf frr Ein Einfluſſe au andre, gieb ſchftlichen nach dei kein dag lich ſchon i und geräh, und des mi Ssa der Ne heiden. 6 8 Saamens ich, ſoodern deſſerm Pa⸗ pe änter den an öta, re uber, und Zrannen, de e Haͤlfte de auf ſolchem einen ſtar⸗ maͤhen, an. wird dei uns er nur durch ndelt worden, n Preis ſand ede, zu deren h gegen ande⸗ nbringt man beſſern Platz ind er ſcheint die anderem ahrſcheinlich erem Sand⸗ erholt ſich vooren kann te Jahr im⸗ finzukommt; iſt nut durch fruchtharem ethaupt wo nach, auj hete. der Gerfee die umge⸗ a, wenn ſie Der Hafer. 61 auch im folgenden Jahre eine Brachbearbeitung geben. Denn in umgebrochener noch nicht zerſetzter Grasnarbe geraͤth er vorzuͤglich, beſonders wenn er moͤglichſt fruͤh geſaͤet wird. So findet er auch einen vortrefflichen Platz auf einem zweijaͤhrigen Kleefelde, welches man bis zum Herbſt benutzen will, und daher zur Winterung nicht vorbereiten kann. Fruͤh genug im Herbſte umgebrochen, im Fruͤhjahr den Hafer aufgeſaͤet und untergepfluͤgt, mit der Egge leicht uͤberzogen, und dann nach dem Auflaufen noch einmal geegget, was der Hafer weit beſſer als die Gerſte vertraͤgt, wird man hier in der Regel einen hoͤheren Werth an Hafer ge⸗ winnen, als wenn man Gerſee auf drei Furchen geſaͤet haͤtte, und oft einen hoͤheren, als wenn man das Kleefeld nach dem erſten Schnitte umgebrochen, dreimal gepfluͤgt, und mit Winte⸗ rung beſaͤet haͤtte. §. 99. Wenn der Hafer in die Stoppel eines andern Getreides gebauet wird, ſo geben ihm ei⸗ nige nur eine, andre zwei, und noch andre, die den Hafer mehr ſchaͤtzen, drei Furchen. Daß der dreifurchige Hafer am beſten gerathe, geſtehen zwar die meiſten ein; aber man thut es aus Mangel an Zeit oder weil man ihn der Muͤhe nicht werth haͤlt, ſelten. Auch beſorgt man, daß ſich ſeine Ausſaat dadurch zu ſehr verſpaͤten werde; was doch in einem nicht beſonders kalten Klima uͤberall nichts zu bedeuten hat. Nach der zweifurchigen Beſtellung aber kommt mehr Unkraut hervor, und in der That habe ich auf Acker, der mit vielem Saamenunkraute angefuͤllet war, nicht ſelten den Hafer nach zwei Furchen deshalb ſchlechter, wie nach einer, gerathen ſehen. Iſt dagegen mehr Wurzelunkraut, beſonders Quecke im Acker, ſo wird eine zweifurchige Beſtellung entſchieden beſſer gedeihen, und den Acker nicht ſo davon durchdrungen hinterlaſſen, wie eine einfurchige. Daß zum Hafer geduͤngt werde, iſt ſelten uͤblich. Jedoch geſchiehet es zuweilen, wenn man naͤmlich darnach Winterung bauet; und dann nicht mit Unrecht. Friſcher Duͤnger be⸗ kommt ihm ſehr gut, und er hinterlaͤßt davon doch das meiſte. §. 100. Die Ausſaat des Hafers wird in der Regel ſtaͤrker als von anderem Getreide gemacht; theils weil die Metze weniger Koͤrner enthaͤlt, theils weil der Hafer ſich nicht ſtark beſtaudet, es ſey denn auf ſehr reichem Boden. Um die Haͤlfte mehr als von anderem Getreide auszu⸗ ſaͤen, iſt immer rathſam, und auf dem einfurchigen Dreeſch nimmt man ſicherer das Doppelte, weil nicht alle Koͤrner zum Laufen kommen. Doch treibt man hin und wieder die Haferaus⸗ ſaat auf fruchtbarem Boden ins enorme, in dem Wahne, dadurch das Unkraut zu unterdruͤcken. Ein vollſtaͤndiges und insbeſondere nicht dumpfig gewordenes Saatkorn iſt von großem Einfluſſe auf das Gerathen des Hafers. Dumpfig(mulſtrig) gewordene Saat laͤuft zwar wie andre, giebt aber eine ſchwache, in der Bluͤthe umfallende Pflanze, wie ich in meinen wirth⸗ 7 Vorbereitung. Sagt. ſchaftlichen Lehrjahren einmal zufaͤllig, aber ſehr beſtimmt, erprobt habe. Es ſcheint mir da⸗ nach bei keiner Saat, naͤchſt dem Weizen, ſo gefaͤhrlich, wie beim Hafer. Die gewoͤhnliche Saatzeit des Hafers iſt der April. Auf Dreeſch ſaͤet man ihn wo moͤg⸗ lich ſchon im Maͤrz. Er kann aber auf warmem Boden bis zu Anfang Junius geſaͤet werden, und geraͤth, wenn ihn die Witterung beguͤnſtigt, wegen der beſſern Vorbereitung des Ackers und des mit untergepfluͤgten Unkrauts, dann zuweilen vorzuͤglich. 8 Der Hafer. — 1—/. z. 101. Er keimt nicht ſo ſchnell wie die Gerſte, und muß, um gleichmaͤßig hervo zukommen, eine noch guͤnſtigere Witterung wie dieſe haben Auch kommt es ſehr darauf an, daß er we⸗ der zu flach, noch zu tief liege, weswegen beſonders bei ſpaͤterer Saat das Unterpfluͤgen ent⸗ ſchieden ſicherer iſt. Iſt er zweilaͤufig, ſo iſt ſeine Reifung ungleiech 4 Da der Hederich und anderes mit aufkeimende und dann zuvorkommende Unkraut ihn ſehr ſchwaͤcht, ſo ſucht man es durch das Eggen zu vertilgen. gen der hervorſtechenden Saat ſehr gut, beſonders wenn er untergepfluͤgt worden und man 1 Vegetationspe⸗ riode. dann die Saatfurche nur leicht uͤberzogen hat. Trifft man eine gluͤckliche Witterung, und das Unkraut in ſeinem erſten Saamenblaͤttchen, ſo richtet man viel damit aus; wenn es aber ſein drittes Blatt bekommen, und tiefere Wurzel geſchlagen hat, ſo iſt es vergeblich, weil man nun eher den Hafer als das Unkraut, durch gewaltſames Eggen, vertilgen wuͤrde. Man hat ddeeshalb den Verſuch gemacht, den auf die Furche geſheten Hafer, achdem er fingeulang her⸗ vorgewachſen, unterzupfluͤgen, damit er bald wieder ohne Unkraut aufſchlage. Mehreren iſt das gegluͤckt, und ſie haben vorzuͤglich ſtark beſtaudeten und reinen Hafer danach erhalten; mir aber iſt es zweimal mißgluͤckt, der Hafer kam nur ſpaͤrlich, und deſto mehr Unkraut wieder hervor. Ein dritter Verſuch, den ich in dieſem Fruͤhjahre gemacht habe, wuͤrde beſſer gera⸗ then ſeyn, indem er gut wieder hervorkam; aber die Duͤrre verhinderte ihn, ſich ſtark zu beſtauden. 2 §. 102. Reife. Die Reifung des Hafers iſt genau wahrzunehmen, und wenn er ungleich reift, muß man ſich nach dem erſten richten; man ſetzt ſich ſonſt der Gefahr aus, dieſen ganz zu verlie⸗ ren, und wenn der unreife auch nicht vollſtaͤndig wird, ja ſogar beim Dreſchen nicht ausfaͤll, — ſo behaͤlt man ihn doch im Stroh, welches nun um ſo futterreicher iſt. Auch giebt der zuerſt reifende immer das meiſte. Er muß jedoch in ſolchem Falle laͤnger im Schwade liegen, wo er nach einigen Bemerkungen nachreifen, und ſein Gewicht vermehren ſoll; es aber auch leicht verlieren kann, wenn man zu lange mit dem Einbringen zoͤgert. Das Haferſtroh wird von vielen fuͤr das Vieh aller Art am nahrhafteſten gehalten, vielleicht weil in der Regel die meiſten Koͤrner darin bleiben. In manchen Wirthſchaften laͤßt man ſie abſichtlich darin, und uͤberdriſcht den Hafer nur leicht. Im Miſte haͤlt man es nur dem warmen Boden zutraͤglich. — S§. 103. Da das Gewicht des Hafers nur geringe, fuͤr die Metze im Durchſchnitt 45 Pfund iſt, und er nach Einhofs, aber nur oberflaͤchlicher, Unterſuchung nicht mehr als 60 Prozent nahrhafter Theile enthaͤlt, die Metze folglich 27 Pfund, ſo ſtaͤnde er unter dem halben Werthe des Rockens. Ich vermuthe aber, daß Einhof, der die Unterſuchung des Hafers ge⸗ nauer vornehmen wollte, ſchlechten Hafer vorlaͤufig unterſuchte, und daß der Hafer doch voͤllig den halben Werth des Rockens der Maaße nach habe. Sein Marktpreis ſteht in den meiſten 1 Werth. Gegenden hoͤher, weil er zum Pferdefutter ſehr geſucht wird; in einigen dagegen, die fuͤr Abſatz daran haben, ſteht er unter dem den Haferbau mehr geeignet ſind, aber geringeren halben Rockenpreiſe. . ¹ d Der Hafer ertraͤgt dieſes Eg⸗ ghört in jeder Man h Panicum mi Beide haben! den. De R den, daß ihr beraubt witd. Sie er angefulten T Dungung mi Der Valzen vord⸗ graben dazu taͤth die Hir nachdem tuͤc ken fuͤr den benutzen. Sie n Furche ausg gen und bei! Sobald Das ſt uner Unkrant her⸗ ſelten ausfü Selten iſte Pochen, 1' Wirk iſ das Bet wird gicht n weggeſchntte 5— 6 zol Huſe hat, Urktaut auf werden kann Die Hirſe. uimnmn„ Die Hirſe, banioum, daß er we⸗ b Muͤgen ent⸗§. 104.. ng gehoͤrt in jedem Betracht zu den eigentlichen Getreidearten.., Keau uniſt Man hat zwei beſtimmte Arten, die angebauet werden, naͤmlich die Rispenhieſe, Itdee d en und un Panicum miliaceum, und die Kolbenhirſe, Panicum italicum und lgermanicum. ig, und d Beide haben mehrere Abarten, die ſich durch die Farbe ihrer Koͤrner hauptſaͤchlich unterſchei⸗ es aber ii den. Die Rispenhirſe hat den Vorzug groͤßerer Koͤrner; die Kolben⸗ oder Aehrenhirſe aber wert nah den, daß ihr Saame nicht ſo leicht ausfaͤllt, gleichmaͤßiger reift und von den Voͤgeln nicht beraubt wird. Ihr? Anbau kommt uͤberein. Man hat 3 erl.— 8 2 Gaue V J. 105.* d echalten; Sie erfordern einen warmen, muͤrben, lehmig⸗ſandigen, aber mit humoſen Theilen Boden.— kraut wieder angeiüllten Boden. In zweiter Tracht nach kraͤftiger Duͤngung geräͤth ſie beſſer als nach feiſcher beſſer geu⸗ Duͤngung mit unzergangenem Miſt.. ſich ſtatk zu Der Acker muß fleißig und tief, wenigſtens durch dreimaliges Pfluͤgen, Eggen und Vorbereitung Walzen vorbereitet ſeyn, damit er voͤllig gepulvert und vom Unkraute moͤglichſt rein ſey. Manche graben dazu, aber eine gerechte Vorbereitung mit dem Pfluge iſt eben ſo gut. Indeſſen ge⸗ raͤth die Hirſe auch ſehr gut auf einem kraͤftigen Neubruch oder Dreeſch auf die erſte Furche, h reift, nuß nachdem tuͤchtig geegget und gewalzt worden, geſaͤet, und wenn ein ſolcher Neubruch zu trok⸗ anz zu derlie⸗ ken fuͤr den Lein iſt, ſo wuͤßte ich ihn durch keine Saat vortheilhafter als durch die Hirſe zu nict auffal benutzen. W. ebt der zuet Sie wird im Mai gleich nach der zuletzt gegebenen und mit der Sage eben gemechm eliegn, Furche ausgeſaͤet, etwa zu 6 Maͤßl. per Jochart, und dann mit einer leichten Egge uͤberzo⸗ 1 er auch lih gen und bei trocknem Boden gewalzt. Der Saame muß reif und gut aufbewahrt ſeyn. en gehaltn,§. 196. caaften lat Sobald ſich unter der aufgelaufenen Hirſe das Unkraut zeigt, muß ſie gejaͤtet werden, man es vur Dies iſt unerlaͤßlich, wann ſie gerathen ſoll, und nur auf Neubruch, der wenig oder gar kein Unkraut hervortreibt, kann man deſſen uͤberhoben ſeyn. Deshalb iſt der Hirſebau im Großen— ſelten ausfuͤhrbar, zumal in Wirthſchaften, wo faſt gleichzeitig der Lein gejaͤtet werden muß. Selten iſt ein einmaliges Jaͤten genug, es muß, wenn der Boden krautig iſt, nach 2 oder 3 t 45 pfund Wochen, und bevor die Hirſe aufſchießt, wiederholt werden. 3 b0 Prozent Wirkſamer aber und leichter, wie das eigentliche Jaͤten oder Ausziehen des Unkrauts,. dem halben iſt das Bekratzen derſelben, welches mit dazu geeigneten Kratzmeſſern geſchiehet. Hiermit 5 Hafers ge⸗ wird niedt nur das Unkraut, ſondern auch jede zu dicht ſtehende Pflanze unter der Oberflaͤche mdoch voͤllig. wengeſchnitten und dieſe zugleich gelockert. Die Pflanzen werden in einer Entfernung von den meiſten 5— 6 Zoll vereinzelt. Die Wirkung, welche dies auf das Gedeihen und den Ertrag der gen, die fir Hirſe hat, iſt erſtaunlich, und ſie erhebt ſich danach ſo ſchnell, daß zum zweitenmale ſelten r unter den Unkraut aufkommen kann. Geſchiehet es dennoch, ſo iſt es ſo wenig, daß es leicht t aufgezogen werden kann. 1 8 —. Reife⸗ Moorhirſe. Reitz⸗ 54 des Haupttheils Die Hire. §. 107. Den gerechten Zeitpunkt zur Ernte zu treffen, erfordert große Aufmerkſamkeit, beſon⸗ ders bei der Rispenhirſe. Sie reift ungleich und faͤllt, wenn ſie reif iſt, leicht aus; jedoch iſt jenes viel weniger der Fall, wenn ſie auf die vorbeſchriebene Art behandelt und vereinzelt iſt. Kleine, fleißige Hirſenbauer ſchneiden die reifen Rispen einzeln ab, und bringen ſie in Saͤcken nach Hauſe. Da dies aber im Großen nicht geht, ſo muß man ſich nach der Reife richten, ſie dann maͤhen, oder beſſer, vorſichtig mit der Sichel ſchneiden — laſſen.— Sie darf nicht in Schwaden liegen bleiben, weil ſie zu ſehr ausfallen wuͤrde, wenn ſie Regen bekaͤme und dann wieder trocken wuͤrde. Man bringt ſie gleich auf die Scheuntennen, driſcht ſie ſobald als moͤglich ab, und macht ſie rein. Der Saame muß dann duͤnne ausge⸗ breitet, und taͤglich mit der Harke umgeruͤhrt werden, bis er vollkommen trocken iſt, weil er ſich ſonſt erhitzt, und danach bitter wird. Das mehrentheils noch feuchte Stroh wird dann gebunden, und zum Trocknen an die Luft gebracht, weil es ſonſt dumpfig werden wuͤrde, und weil es als Futter ſehr ſchaͤtzbar iſt. 1 Wenn gleich das einzelne Abſchneiden der reifen Aehren fuͤr den groͤßeren Landwirth nicht anwendbar iſt, ſo verlohnt ſichs doch reichlich, wenn man ſo viel, als zur Ausſaat beſtimmt iſt, auf dieſe Weiſe einerntet. Der voͤllig reife und gehoͤrig behandelte Saame laͤuft gleich⸗ maͤßiger, giebt vollkommnere Pflanzen, und ſchuͤtzt gegen den Staubbrand, der ſonſt in der Hirſe ſehr haͤufig erſcheint. Man ſchlaͤgt dieſe, an einem luftigen Orte wohl getrocknete Saathirſe dann erſt aus, wenn man ſie ſaͤen will. 2 Das Enthuͤlſen auf der Muͤhle oder durch Stampfen iſt bekannt. —§. 108. 3 Die Hirſe iſt anerkannt eine ſehr nahrhafte Subſtanz, die von den meiſten Menſchen gern genoſſen wird, und den Reiß erſetzen kann. Ihr Preis richtet ſich daher auch gewoͤhnlich nach dem Preiſe des Reißes, und ſie gilt die Haͤlfte des letztern. Die Hirſe kann auch als Futterkraut nuͤtzlich angebauet werden, und wird dann dicht geſaͤet, und wenn ſie Rispen entwickelt, gemaͤhet. 1 .§. 109.— Die ſogenannte Moorhirſe gehoͤrt in ein andres Pflanzengeſchlecht. Eine Art derſelben wird zwar bei uns in warmen Sommern, aber bisher nur in Gaͤrten, reif, naͤmlich Holcus sorghum. Andre Arten erfordern ein ungleich waͤrmeres Klima. Es iſt nicht wahrſcheinlich, daß ſie jemals bei uns einheimiſch gemacht werden koͤnnte, und ich erwaͤhne daher dieſer ſonſt ſehr fruchtreichen Getreideart nur. Der Reiß mit allen ſeinen Abarten paßt noch weniger fuͤr unſer Klima, und ob man gleich in den Schriften verſchiedener landwirthſchaftlichen Societaͤten Nachrichten von ſeinem angeblichen Anbau findet; ſo zweifle ich doch, daß man außer dem Treibhauſe jemals eine Pflanze im noͤrdlichen Deutſchlande zur Reife gebracht habe, indem viele damit im ſuͤdlichen Frankreich angeſtellte Verſuche mißrathen ſind. Erſt jenſeits der Alpen kann er gebauet wer⸗ den. Einen Fall, wo man ſich einbildete, Reiß zu bauen, kenne ich genau; es war Reiſ⸗ und Himmelsgerſte.— End⸗ . iülih aber det iberirfaumt yun Aibau un Ueber Odboli die zu beſchee Stelle davon Vir fin ſenh loeateli merkſamkeit mußten. Ad hot, ſo daß beiten der E Jethro d. und mehrere TLullſche: waͤhrend de gekommen, ſtande legte weiſe wegen ſchen Lande dieſer Sach das, was ſagen werde uuſehen. die; Gegennartie komponitt, Beſchru Hefte ein bei laͤnger ſchten ent ſen, einſen koͤnen. 9 nict willku und wannſ ließe, ſo Sie ſäͤete Näßl. auf Teexter, eit, beſon aud; jedoch NRraänzal uingen ſe in d der Reſf ha ſcnede de, wenn it beuntennen, nne ausge⸗ eu iſt, weil wird dann durde, und idwirth nict aat beſtimmt ſauft gleich⸗ ſonſtin der hl getrockgete ſten Menſchen ſch gewoͤhnlch d dann dich Art derſelbn nlich Holeu ahrſcheinlih, er dieſer ſot und ob man m von ſeinen jemals eife im ſuͤdlichen gebauet wet⸗ es wor Rei⸗ 6nd 1 Drilkkultur. 63 Endlich gehoͤrt der Mais, ſeiner Natur nach, in die Klaſſe dieſer Gewaͤchſe. Da Mais. aber die Art ſeines Anbaues ſich ganz davon auszeichnet, und mit dem Bau der Hackfruͤchte uͤberein kommt, ſo werden wir ihn unter dieſe oͤkonomiſche Pflanzenklaſſe ſetzen, und von ſei⸗ nem Anbau unten handeln. Ueber die Drill⸗ und Pferdehacken„Kultur des Getreides. 4 G—§.— 1 10. 4. Obgleich dieſe Kulturart auch bei andern Fruͤchten ihre Anwendung findet, ſo iſt doch die zu beſchreibende Methode vorzuͤglich fuͤr das Getreide geeignet, weswegen ich an dieſer Stelle davon rede. Wir finden ſchon aͤltere Beiſpiele dieſer Bauark. Insbeſondere hatte ein Spanier, Jo⸗ ſeph Locatelli, ſchon im 17ten Jahrhunderte Verſuche damit gemacht, welche ſelbſt die Auf⸗ merkſamkeit des Kaiſers ſo auf ſich zogen, daß ſie in ſeiner Gegenwart wiederholt werden mußten. Aber noch auffallender iſt es, daß man ſie in Indoſtan und Perſien angetroffen hat, ſo daß nicht bloß das Reihenſaͤen mit zweckmaͤßigen Maſchinen, ſondern auch das Bear⸗ und mehrere andre ihre Verbreiter in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Indeſſen iſt dieſe Geſchichte der⸗ 1 ſelben. beiten der Saat durch Pferde und Ochſen daſelbſt ausgefuͤhrt wird. In England haͤlt man Jethro Tul fuͤr ihren Erfinder, und in Frankreich waren Duhamel, Chateauvieux Tullſche Methode, wo ſehr breite Zwiſchenraͤume zwiſchen den Getreidereihen gelaſeen, und waͤhrend des Wachsthums mit dem Pfluge ſtark bearbeitet wurden, faſt ganz außer Gebrauch gekommen, und hat einer andern, wo man die Saatreihen in gleichem, aber geringerem Ab⸗ weiſe wegen jener auf die Abhandlungen, welche ſich im Iſten und zten Bande meiner engli⸗ ſchen Landwirthſchaft uͤber das Drillen beſinden. Jene Abhandlungen wird ein jeder, der an dieſer Sache Intereſſe nimmt, vielleicht geleſen haben, und nun einige Widerſpruͤche gegen das, was ich jetzt daruͤber ſage, darin finden. In dieſem Falle bitte ich das, was ich jetzt ſagen werde, als meine durch laͤngere Verſuche und Erfahrung mehr gereifte Reinung an⸗ zuſehen. —. 111. Die zum Drillen und Pferdehacken erfundenen Maſchinen ſind unzaͤhlbar in England. Gegenwaͤrtig vereinigen ſich dort faſt alle Stimmen fuͤr die Cookſche. Sie iſt aber ſehr ſtande legte, weichen muͤſſen. Von dieſer Methode werden wir hier nur reden, und ich ver⸗ Maſchinet. komponirt, und muß mit vieler Sorgfalt behandelt werden. Ich habe im erſten Hefte meiner Beſchreibung der nutzbarſten Ackerwerkzeuge den Ducketſchen Drillapparat und im zten Hefte einen von mir erfundenen beſchrieben und abgebildet, und ſinde den letzteren bei laͤngerem Gebrauch ſo zweckmaͤßig, dauerhaft, leicht zu behandeln, und allen meinen Ab⸗ ſichten entſprechend, daß ich keinen andern verlange, obgleich mit ſelbigem nur Getreide, Erb⸗ ſen, Linſen und Wicken, aber keine feine Saamen, wie mit der Cookſchen, ausgeſaͤet werden koͤnnen. Auch kann man mit der Maſchine die Quantitaͤt der Einſaat einer jeden Getreideart nicht willkuͤhrlich veraͤndern. Sie wirft aber ſo aus, daß es auf jeden Fall zureichend iſt; und wenn ſich unter gewiſſen Umſtaͤnden noch eine etwas groͤßere Erſparung der Saat machen ließe, ſo wuͤrde dieſe doch unbedeutend ſeyn, und uͤbrigens keinen Vortheil mit ſich bringen. Sie ſaͤet vom Weizen, Rocken und Gerſte die Haͤlfte der gewoͤhnlichen Saat, naͤmlich 18 Maͤßl. auf den Jochart aus, vom Hafer aber zwei Metzen. Dieſe Maſchine paßt auf eine Vierter Theil. J 3 Drillkultur. . 66 jede Art von Boden, kann ohne Umſtaͤnde und ohne daß ihr eine erhebliche Erſchuͤtterung nachtheilig werden koͤnnte, bequem nach dem Felde hingefahren werden, und iſt keiner Ver⸗ ruͤckung, Zerbrechung, ſchnellen Abreibung, oder irgend einer andern Wandelbharkeit ausge⸗ ſetzt, weswegen ſie in der Hinſicht jedem Arbeiter anvertrauet werden kann. Das Geſtell der⸗ ſelben dient zugleich zum Pferdehacken, wo dann nach Abhebung des Saatkaſtens ſtatt der Furchenzieher die, nach dem jedesmaligen Zwecke verſchiedenen, Hacken oder Kultivatoren eingehangen werden. Der Gebrauch dieſer Maſchinen iſt mit keiner Schwierigkeit verbunden, laͤßt ſich aber nur ſinnlich derhten, und es wuͤrde vergebens ſeyn, ihn mit Worten beſchrei⸗ ben zu wollen. §. 11a. Dieſe Kultur iſt zwar auf jedem Boden, von dem gebundenſten an bis zum loſeſten, anwendbar, wenn er die noͤthige vorbereitende Beackerung erhalten hat. der ſehr thonige Boden eine genaue Wahrnehmung der Zeit, wo er ſich in gerechtem Feuch⸗ tigkeitszuſtande befindet, um die verſchiedenen Operationen des Saͤens und des Bearbeitens vorzunehmen. ſchehen koͤnne, und daß deshalb ein Mißwachs der gedrillten Saat erfolge. Auf ſehr loſem 8 ſandigen Boden kann man dagegen den auffallenden Nutzen vom Pferdehacken nicht erwarten. Fggolglich iſt ein mittlerer Boden, der gwiſchen 30 bis 60 Prozent Thon hat, ohne Zweifel am meyſten dazu geeignet. Erforderniſfe in Anſehung des Bodens. Furchenzieher und Hackeiſen dieſes Inſtruments nicht gleichmaͤßig eingreifen wuͤrden. Um eine vollkommene und reichlich lohnende Wirkung dieſer Operation zu haben, muß ſich der Boden in Kultur und Kraft befinden. Ein kraftloſer Acker wird die ſtarke Beſtaudung und den ſtarken Austrieb der Halme und Aehren nicht ernaͤhren koͤnnen, welche durch das Be⸗ hacken ſo ſehr be foͤrdert wird. Man hat zwar bei guͤnſtiger Witterung auch auf magerem Acker einen hoͤheren Ertrag von der gedrillten als von der Wurfſaat erhalten, aber er war doch nicht in dem Verhaͤltniſſe betraͤchtlicher, wie auf kraftvollem Acker, es in dieſem Falle den hervorgetriebenen Aehren nachmals an Nahrungsſtoff zum Anſatz der Koͤrner fehlen koͤnne. Deerr Acker muß von großen mit ihrer Spitze dis zur Ackerkrume hervorragenden Steinen . frei ſeyn„weil ſonſt Furchenzieher und Hackeiſen leicht dagegen brechen koͤnnen. Kleinere 1 Steine verhindern zwar das Drillen nicht gaͤnzlich, greifen aber die Werkzeuge ſehr an. Und uberhaupt iſt dieſe hoͤhere Stufe des Feldbaues nicht eher zu betreten, als bis man mit ſol⸗ . chen vorbereitenden Operationen, wie das Ausraden und Ableſen von Steinen, fertig iſt. A Ferner iſt es eine zum moͤglichſt hoͤchſten Erfolge dieſer Bauart unumgaͤngliche Bedin⸗ . 3 gung, daß der Acker von Wurzel⸗ oder ausdaurendem Unkraute ganz frei und vom Saamen⸗ unkraute moͤglichſt gereinigt ſey. Denn obgleich durch die Pferdehacken⸗Kultur vieles Unkraut aerſtoͤrt und an ſeinem Aufkommen gehindert wird, ſo iſt ſie doch nicht vermoͤgend, es ganz zu unterdruͤcken. Zerſtoͤren die Pferdehacken das, was in den Zwiſchenraͤumen ſtehet, ſo koͤn⸗ NSr mmen ſie doch dem nicht beikommen, was in den Saatreihen aufſchießt. Das Wurzelunkraut ſteht den Furchenziehern und Hackeiſen im Wege, verurſacht, daß ſie die Erde ſchleppen, und wird wohl zum Theil, aber nicht voͤllig ausgehoben. Vom Saamenunkraut wird zwar vieles zerſtoͤrt, aber das in den Reihen ſtehende kommt um ſo ſtaͤrker auf und verbreitet wieder ſei⸗ — nen Saamen in die gelockerte Erde. Daher wird es ſelten gluͤcken, ein ſehr u unreines deld Indeſſ een erfordert Es laͤßt ſich daher eine ſo unguͤnſtige Witterung denken, daß daſes nicht ge⸗ Der Acker kann wohl huͤgli cht, muß aber nicht gar zu uneben ſeyn, weit ſonſ die ſechs und ich gebe zu, daß ““ —. 4““ durch ded gerinh 1n) Bͤhe feſent Die D fes gand au den Boden r mehrentheils neue Saat ei tur mit der dieſe die alge Hauptgrund, die nach hack als bis das damit der S ganſtiger W wie mich Er Ausſaat ein ruͤckſchwemt ein andres tende Duͤrr alſo immer Beruͤhrung ich mir vor Winterung Umbruch ge wurzeln der Durch den Wirthſchafts gedrillten un henen Getre deran. Der iude ſo tiej der Witter! re Aufdruͦ zum Keimen der Karger dem Dulen lichen und: giebt. Jed Erdboden i tſhüttmng keiner Va⸗ tkeit ausge Geſtell der⸗ E ſtatt der altigatoren daduden, dien Uäta zm loſeſten, n erfordert tem Feuch⸗ Rearbeitens ſes nicht ge⸗ f ſehr loſ dſem t erwarten. Zweifel an ſont de ſechs den. haben, muß e Beſtaudung urch das e⸗ auf mageren aber er wat gehe zu, dai im Anſatz de nen Steinen n. Kleinete hr an. Und nan wit ſe etig iſ. gliche Bedit vom Saamen⸗ ieles Unkraut end, es ganz ehet, ſo koͤn⸗ utzelunkraut leppen, und zwar viels t wieder ſei⸗ nreines Sel als bis das Hacken vollendet iſt; Drillkultur. 8 6, durch das Drillen rein zu ſchaffen; aber reines Feld bleibt dabei rein, wenn man die nun ſehr 1 geringe und leicht zu kontrollirende Arbeit— die Reihen durchgehen und das einzelne in Bluͤthe ſtehende Unkraut ausziehen zu laſſen— anwendet. §. 113. Die Drillkultur macht es eher wie die gewoͤhnliche moͤglich, die Regeln des Fruchtwech⸗ ſels ganz außer Augen zu ſetzen, und viele Getreideernten nacheinander zu nehmen, weil ſie den Boden rein und locker erhaͤlt. Ein gedrillter und gehoͤrig gepferdehackter Acker zeigt ſich mehrentheils nach der erſten Furche ſo muͤrbe und zerfallend, daß man darauf ſogleich eine neue Saat einbringen kann. Es iſt daher eine ſehr unrichtige Vorſtellung, daß die Drillkul⸗ tur mit der ſogenannten Fruchtwechſelwirthſchaft in enger Verbindung ſtehe. Vielmehr macht dieſe die allgemeine Anwendung des Drillens bei allen Saaten ſchwierig, und dies iſt ein Hauptgrund, den Arthur Young und einige Englaͤnder dagegen anfuͤhren. Wenn unter die nach Hackfruͤchten folgende Gerſte Klee geſaet werden ſoll, ſo kann es nicht eher geſchehen, man muß es nun unmittelbar nach dem letzten Hacken thun, damit der Saame friſche Krume erhalte. Er fallt nun in die vertieften Reihen und laͤuft bei guͤnſtiger Witterung dann ſehr gut rei henweiſe auf. Eine unguͤnſtige Witterung kann ihn aber, wie mich Erfahrung gelehrt hat, auch voͤllig unterdruͤcken: einmal kam unmittelbar nach der Ausſaat ein heftiger Schlagregen, der die angehaͤufte lockere Erde in die kleinen Furchen zu⸗ ruͤckſchwemmte, und nun den Boden ſo zuſchlug, daß der Klee nicht durchkommen konnte; tende Duͤrre den Klee zu keimen oder ließ ihn verdorren, wenn er gekeimt hatte. alſo immer bei dieſer ſpaͤten Ausſaat, wobei man den Klee mit der Erdkrume nicht in innige Beruͤhrung bringen kann, Gefahr, daß er mißrathe, und dies iſt ein ſo großes Uebel, daß ich mir vorgenommen habe, nie Gerſte, worunter Klee geſaͤet werden ſoll, zu drillen. Die Winterung kann zwar auf die einfurchig umgebrochene Kleeſtoppel gedrillt werden, wenn der Umbruch gehoͤrig geſchah und ſich hinlaͤnglich geſetzt hatte. Aber etwas ſind doch die Klee⸗ wurzeln der Maſchine im Wege, und das Drillen geht nicht ſo leicht, als im reinen Acker. Durch den Schnittpflug kann indeſſen dieſes Hinderniß gehoben werden. Uebrigens haͤlt dieſes Wirthſchaftsſyſtem den Acker ohnehin muͤrbe und rein genug, ſo daß der Unterſchied zwiſchen gedrillten und ungedrillten Ernten dabei nicht ſo groß ſeyn wird, wie bei einem ununterbro⸗ chenen Getreidebau, wo es die Stelle der Brache und des Behackens, freili 9 unvollkommen, vertritt.. §. 114. In wiefern dieſe Kultur zu ver⸗ ſchiedenen Feld⸗ rotationen paſſe. ein andres Mal, im Jahre 1810, verhinderte die nach der ſpaͤten Ausſaat eintretende anhal⸗ Man laͤuft Der Vortheil des eigentlichen Drillſaͤens beſteht nur darin, daß das Saamenkorn ge⸗ Vortheile der der Witterung erfordert,(was durch die Stellung der Maſchine und durch mehr oder minde⸗ res Aufdruͤcken auf die Sterzen bewirkt werden kann), und daß daher jedes geſunde Korn zum Keimen kommt. Dies wuͤrde aber vielleicht das Ueble der ſtaͤrkeren Zuſammendraͤngung der Koͤrner in den Reihen nicht uͤberwiegen, und ſo iſt es eigentlich das Behacken, was dem Drillen, nach den unzaͤhligen damit angeſtellten Fomparativen Verſuchen, einen betraͤcht⸗ lichen und unwiderſprechlichen Vorzug vor dem Breitſaͤen in Anſehung des Koͤrnerertrages giebt. Jedermann kennt die große Wirkung ,‚welche die Auflockerung der Kruſte, womit der Erdboden immer uͤberzogen wird, auf die Vegetation aller Pflanzen hat. Man hatte dieſe G— 3 X. ₰J 2 — ————————— vade ſo tief gelegt werden kann, als es ſeine Natur und die Beſchaffenheit des Bodens und Oriukultur. 68 D Lrillkultur. Wirkung bisher aber nur beim Gartenbau beachtet, aber beim Feldbau nur ſelten etwas vor⸗ genommen, um ſie hervorzubringen. Insbeſondere iſt ſie groß, wenn im Fruͤhjahr die im Winter erzeugte Borke gebrochen, zerkruͤmelt, und dadurch die Verbindung der Atmoſphaͤre mit der Erde wieder hergeſtellt wird. Deshalb iſt auch die Wirkung dieſer Kulturart auf das Wintergetreide um vieles groͤßer und auffallender, als auf das Sommergetreide, beſonders auf dasjenige, welches wie die vierzeilige Gerſte nur eine kurze Vegetationsperiode hat, waͤh⸗ rend welcher der Boden ſich nicht ſo ſehr verſchließen kann. Die ſtaͤrkſte Wirkung bemerkt man im Durchſchnitt beim Weizen, theils weil deſſen Begetationsperiode die laͤngſte iſt, theils weil dieſe Frucht der meiſten Nahrung bedarf, die ihr durch das Pferdehacken mehr aufge⸗ ſchloſſen wird! Ferner haͤngt die Wirkung von dem Anhaͤufen einer friſchen gelockerten Erde an die Pflanzenreiheen, welche durch das letzte Behacken beſonders bewirkt wird, ab. Dieſes Anhaͤufeln iſt allen Pflanzen, beſonders aber denen, die wie das Getreide aus ihren unteren Gelenken neue Wurzeln austreiben, wenn ſie mit fruchtbarer Erde umgeben werden, hoͤchſt zutraͤglich. Es muß dies aber in einem Zeitpunkte geſchehen, wo die Pflanzen am meiſten Nahrung beduͤrfen, in ihrer lebhafteſten Vegetationsperiode, wo die Halme auszuſchoſſen an⸗ fangen. 4* Man hat zuweilen bemerkt, daß das fleißig gepferdehackte Getreide laͤnger an der Erde blieb, ſpaͤter bluͤthe und zur Reife kam, wie anderes. Beſtaͤndig iſt dieſes nicht, und ich geſtehe es, nicht bemerkt zu haben. Wenn es aber geſchieht, ſo wird es fuͤr die Ernte immer vortheilhaft ſeyn, indem ſich dann das Getreide um ſo ſtaͤrker beſtaudet, und ſpaͤter, aber mit mehreren Halmen, gleichzeitig aufſchießt. Immer wird man bei gedrilltem Getreide eine groͤßere ₰ Gleichheit der Halme und Aehren wie bei ungedrilltem ſinden, und die kleinen zuruͤckbleiben⸗ den ſogenanten Knippaͤhren fehlen ihm faſt gäͤnzlich. Die Halme bekommen bei dieſer Bauart unten immer mehrere Staͤrke, und dieſes iſt mit die Urſach, warum gedrilltes Getreide ſich aufrecht erhaͤlt, unter Umſtaͤnden, wobei ſich anderes lagert, und die Verhuͤtung des Lagerns giebt ihr allein ſchon einen betraͤchtlichen Vorzug. 1— Wenn man das Pferdehacken fuͤr den gebundenen und feuchteren Boden vortheilhaft er⸗ 1 kannte, ſo beſorgten dagegen einige, daß es die Ausdoͤrrung des loſeren und trockneren Bo⸗ 8 dens nur um ſo mehr befoͤrdern moͤge. Dies iſt aber bei genauerer Beobachtung ohne Grund, indem ein auf der Oberflaͤche lockerer Boden ſich im Sommer laͤnger feucht haͤlt als ein ver⸗ ſchloſſe ner, weil jener bei Nacht atmoſphaͤriſche Feuchtigkeit anzieht. Auch befeuchtet ein ſchwacher Regen einen gelockerten Boden durchdringender als einen geſchloſſenen, weil die Feuchtigkeit auf jenem gleich einzieht und an die Wurzeln kommt, bei dieſem aber auf der Oberflaͤche bleibt und ſchnell wieder verdunſtet. . §. 115. 5* 4 22„ 8 2, 1. 8 Entferuung der Ueber die Entfernung der Reihen von einander iſt man zwar lange uneinig geweſen, eihen. indem einige ſie nur zu 6 Zoll, andere zu 12 Zoll haben wollten. Man kommt aber jetzt ziemlich darin uͤberein, daß 8 bis 9 Zoll die zweckmaͤßigſte fuͤr alles Getreide ſey. Bei einem engeren Zwiſchenraume laͤßt ſich die Anhaͤufung kaum bewirken, weil zu wenig Erde aufge⸗ faßt werden kann. Eine weitere aber ſcheint unnoͤthig und laͤßt zu vielen leeren Raum. Wer es recht genau nehmen will, ſaͤet Sommergetreide dichter und Wintergetreide entfernter, weil dieſes ſich ſtaͤrker beſtaudet. Dazu wird aber eine Abaͤnderung der Drillmaſchine erfordert. Die meinige iſt auf 8½ Zoll eingerichtet, und ich verlange ſie nicht anders. Jähſt tühth ſeht wo funden. We tunde geſcha ſbüttet haͤtt en mit der ſens bei al ſie entfernte mehrete Ki eine oder die helhatt ſe Vorzu⸗ die kleineren ungemein v werden kon Pas kennt, vde Erhaltung der halbe nehme ich koͤnnen. zweier dan Es wird ei oder auf z 900 Mäͤß ich dabei; fertig zu we pferdehacke uc mt 4 6 Johren rung bez⸗ braucht werden n ſchuß gen PMe aaßer jene AMen dieſe doa in der Er etwas bor⸗ kohr die in kemroſphän et auf das beſonders efft, waͤh⸗ daädenerkt ſe, düs mehr auge⸗ ckerten Erde 9b. Dieſe zren unteren den, hoͤcht am meiſten gchoſſen an⸗ an der Erde ict, und ih Eente immer ter, aber mit eeine gouͤßere zurüͤckhlaben⸗ dieſer Vavart Getredde ſcch g des kagernd ertheilhaft rockneren Bu. ohne Grund, t ols ein ver⸗ efeuchtet ein en, weil die der auf d nig geweſen, nt aber jeht Bei einen Erde aufße⸗ zaum. Wer fergter, wel fordert. de werden koͤnnen. Drilkultur.“ 59 . 116. Naͤchſt dem Getreide werden Haͤlſenfruͤchte am meiſten gedrillt, auf welche es allerdings Anwendung bei einen ſehr wohlthaͤtigen Einſluß hat. Bei den Erbſen aber habe ich große Schwierigkeiten ge⸗ den Hulſenfruͤch⸗ funden. Wenn ich ſie wie das Getreide ſaͤete, ſo konnten ſie nur in ihrem ganz jungen Zu⸗. ſtande geſchaufelt, aber nicht angehaͤufelt werden, weil man ſie durch letzteres mit Erde uͤber⸗ ſchuͤttet haͤtte. Spaͤterhin ſingen ſie an zu ranken, und legten ſich auf die Seite, ſo daß ih⸗ nen mit der Pferdehacke, ohne ſie zu zerreißen, nicht beizukommen war. Es iſt mir wenig⸗ ſtens bei aller Aufmerkſamkeit nicht gegluͤckt, den gerechten Zeitpunkt zu treffen. Wenn ich ſie entfernter ſaͤete, ſo bedeckten ſie mir den Boden nicht genug, und gaben zwar entſchieden mehrere Koͤrner, aber weniger Stroh. Doch will ich nicht ableugnen, daß ſich dieſem auf eine oder die andere Art zuvorkommen laſſe, und daß dann das Drillen der Erbſen ſehr vor⸗ theilhaft ſeyn koͤnne. Vorzuͤglich paßt es dagegen fuͤr die Linſen, die in derſelben Diſtanz, wie die Erbſen, die kleineren mit der Gerſtenwalze, die groͤßeren mit der Haferwſtlze ausgeſaͤet werden, dann, ungemein viele Schooten anſetzen, und vom Unkraute mit leichter Muͤhe voͤllig rein erhalten §. I17. Was man uͤber die Koſtſpieligkeit des Drillens ſagt, erſcheint dem, der es einmal Deiun der Koſten durch kennt, voͤllig ungegruͤndet. Wenn man die vermehrten Arbeitskoſten ſammt Anſchaffung und Erſparung der Erhaltung der Maſchine auch aufs hoͤchſte anſchlaͤgt, ſo werden ſie doch bloß durch Erſparung Einſaat. der halben Einſaat aͤberfluͤſſig gedeckt. Um jene ungefaͤhr und aufs hoͤchſte zu berechnen, nehme ich an, daß taͤglich nur 5 Jochart gedrillſaͤet und 5 Jochart gepferdehackt werden koͤnnen. Ich ſchlage das Pferd ſehr hoch, taͤglich zu 1 fl. 25 Xr. an, und den Tagelohn zweier damit beſchaͤftigter Leute auch zu 1 fl. 25 NXr., folglich die Tagesarbeit zu 2 fl. 50 Xr. Es wird einmal gedrillet und zweimal gepferdehacket; betraͤgt alſo auf 5 Jochart 8 fl. 30 Xr. oder auf 50 Jochart 85 fl. Auf 50 Jochart erſpare ich, wenn ich 9 Maͤßl. ſtatt 18 Maͤßl. ausſaͤe, 900 Maͤßl. oder 56 ½ Metze. Die Netze nur rund zu 2 fl. 30 Xr. angenommen, ſo gewinne ich dabei 74 fl. 7 ½ Xr. Auf 50 Jochart Winterung brauche ich, um in 10 Tagen damit fertig zu werden, eine Maſchine— womit ich dann auch eben ſo viel Soͤmmerung drillen und pferdehacken koͤnnte— dieſe koſtet mit allem Apparat 423 fl. 313 Xr. Ich will ſolche jaͤhr⸗ lich mit 4 Prozent verzinſen, unerachtet das Kapital ſich jaͤhrlich um F abtraͤgt, folglich in 6 Jahren 525 fl. 10 Xr. Im ſiebenten Jahre hat ſie ſich durch den Ueberſchuß Saaterſpa⸗ rung bezahlt. Sie haͤlt gewiß 20 Jahre aus, beſonders wenn ſie nur zur Winterung ge⸗ braucht wird. Nach z bis 4 Jahren werden einige Reparaturen daran vorfallen, aber dieſe werden wenigſtens durch die Erſparung des Saͤemanns gedeckt, und ſpaͤterhin bleibt Ueber⸗ ſchuß genug, um etwa die Pferdehacken neu vorſchuhen zu laſſen. 8 3 Wenn man, wie einige geſagt haben, ein beſonderes Pferd darauf halten muͤßte, was außer jenen 30 Tagen ganz uͤberfluͤſſig waͤre, ſo wuͤrde es dadurch freilich koſtbar werden. Allein dieſe Suppoſition findet unter tauſend Wirthſchaften nicht bei einer ſtatt. —.§. 118. 4— Der Vortheil der Drillkultur beſteht nun aber doch nicht, wie einige gemeint haben, Ssberer Ertrag. in der Erſparung der Einſaat, ſondern in dem hoͤheren Ertrage, den ſie von einer gleichen Sie iſt doch nicht allgemein einzuführen. Das Pferde⸗ hacken. Verſuche verſchiedene Reſul tate geben. den. ——‧² —— 3 20 Drill llkultur. Flaͤche gleichen Landes giebt. Dieſer iſt durch taufendfaͤltige Verſuche gegen jeden Zweifele er⸗ wieſen, und ſelbſt die entſchiedenſten Gegner der Drillkultur leugnen ihn nicht ab. Um wie diel er hoͤher ſey, laͤßt ſich im Allgenhelnen nicht beſtimmen, da die angeſtellten komparativen Rach manchen Verſuchen hat gedrillter Weizen X† ſtaͤr⸗ keren Ertrag gegeben, als breitgeſäeter— nicht nach der Ansjaat, ſondern nach der Acker⸗ fiaͤche gerechnet;— nach andern nur 5 und nach einigen nur 3 mehr. Es kommt dabei hauptſaͤchlich auf die Kultur an, worin der Boden ſchon ſtand. Ze kraftvoller, reiner und tiefer der Boden iſt, deſto groͤßer wird der Vorzug des Drillſaͤens; auf armem Boden iſt er unbedeutend. Manche Drillſaͤer verſichern, daß der Vortheil immer groͤßer geworden ſey, je laͤnger ſie die Kultur fortgeſetzt haͤtten; andre dagegen geſtehen ein, daß er geringer gewor⸗ den ſey. Jene, hatten, ohne Zweifel, nach Verhaͤltniß der aus dem Boden gezogenen Ernten ihm Duͤnger wieder gegeben; dieſe hatten dies, vielleicht aus zu großem Zutrauen auf die Denn daß bei der Drillwirthſchaft durch die ſtaͤr⸗ Wirkung des Pferdehackens, unterlaſſen. keren Ernten der Boden ſtaͤrker erſchoͤpft werde, iſt nicht zu bezweifeln, wenn ſich dies gleic nicht in den erſten Jahren aͤußert. Allemal erhaͤlt das gedrillte Korn eine groͤßere Vollkommenheit. Es wiegt nach den Reſultaten aller Verſuche ſchwerer als das breitwuͤrfige. Bei der zweizeiligen Gerſte habe ich ein⸗ mal einen Unterſchied von 5 ½ Pfund per Metze gefunden, und beim Weizen iſt ein noch groͤ⸗ ßerer geweſen. Das Korn iſt groß und voll ausgewachſen, daher ſchickt es ſich zur Saat vor⸗ zuͤglich. Um gutes Saatgetreide zu gewinnen, kann man aſſ einer jeden neößere Weaßſssft eine Drillmaſchine empfehlen. §. 119. 3—. Aber zur allgemeinen Drillkultur— ſey es auch nur der Winterung— koͤnnen wir nur in Wirthſchaften rathen, die ſich ſchon auf einer hohen Stufe der Kultur im Ganzen beſnden, und in denen der Ackerbau mit der groͤßten Aufmerkſamkeit und Intelligenz betrieben wird. Die gedrillten Saaten beduͤrfen einer genauen Beachtung, um den gerechten Zeitpunkt und die angemeſenſte Art des Pferdehackens zu treffen. Ein Verſehen kann hier ſehr nachtheilig wer⸗ Wer daher das Drillen nicht kennt, muß im Kleinen damit anfangen, um erſt einen ſichern Takt zu bekommen; alle Anfaͤnger ſind zu furchtſam mit dem Pferdehacken, oder zu dreiſt. Auf einem armen Boden lohnt aber das Drillen im Verhaͤltniß der Sorgfalt, die es erfordert, nicht genug. Endlich giebt es in einer noch nicht voͤllig organiſirten Winhſchaft der Gegenſtaͤnde ſo viele, welche die Aufmerkſamkeit des Eigenthuͤmers oder des Aufſehers rdern, da es nicht rathſam ſcheint, dieſe durch das Drillen noch mehr zu diſtrahiren. §. 120. Das Pferdehacken der Winterung geſchiehet erſt im Fruͤhjahre; im Herbſt hat man, auch bei ſehr fruͤher Saat, keinen Nutzen davon verſpuͤret. Es iſt vorzunehmen, ſobald die BVegetation ſich zu zeigen anfaͤngt, und der Boden ziemlich abgetrocknet iſt. Mehrentheils iſt es rathſam, das Feld zuvor mit der eiſernen Egge quer durch die Reihen zu durchziehen. Hierdurch wird die Winterborke des Erdreichs gebrochen, welche ſonſt von den Hackeiſen leicht uͤber die Saatreihen geſchoben wird, und dieſe verſchuͤttet. Zerfaͤllt zaͤhe Erde dann nicht von ſelb bſt, ſo laͤßt man bei trockner Witterung der abſchaufelnden Pferdehacke noch die Walje folgen, denn es iſt ſehr wichtig, daß dieſe obere Erde, welche nachher an die Pflanzen gebracht wird, voͤllig gepulvert werbe. N Daeu agfätt O. de pi au An, bebor ſi igkeiteiu uinn Pnn Feuchtigt wll, oft her man aber nn guͤnſtige Wi men koͤnnte. das erſte Pfer hreitwütfgge ü Der S. zaufenden Ei gern Juſtond dieles Unkro Spitzen mit durchaus ni⸗ ſcheben, ſor Einig der Drillku ten Reihen, nun zum 7. den. Auch Einſaat aust wohl die Ha ner fand. 2 durch ihre Ar Es we drige Koͤrner Goͤrner um koͤcher auf dem man au Es fo daher nur! in England gegen andre, ten kinne, würfen, wei Familie dole die dieſes ei it dr gehaht Drillkultur. 21 Zveifla Die anhaͤufende Pferdehacke folgt dann, wenn die Saat ſich zu heben und zu ſchoſſen Un ui anfaͤngt. Dieſer Zeitpunkt muß genau wahrgnommen werden. Es ſchadet zwar nicht, wenn paratiben die Halme auch ſchon ausgetrieben waͤren, indeſſen iſt es doch rathſam, es vollendet zu ha⸗ ſen ſäͤr⸗ ben, bevor ſich die Aehre entwickelt. Man muß fruͤh darauf denken, um den gerechten Feuch⸗ der Acker⸗ tigkeitszuſtand des Bodens wahrzunehmen, wo er weder zu hart von Duͤrre, noch zu klebricht dant dabei von Feuchtigkeit iſt. Man muß bei unguͤnſtiger Witterung die Stellen, wo man anfangen tanee ad will, oft herausſuchen. Dies iſt wirklich der kritiſche Zeitpunkt fuͤr die Drillkultur; wenn Doden ſe mman aber nur aufmerkſam und thaͤtig iſt, ſo gehet es immer. Freilich ließe ſich eine ſo un⸗ vorden ſoh, guͤnſtige Witterung denken, daß man mit dieſem zweiten Pferdehacken nicht zu Stande kom⸗ nger gewot⸗ men koͤnnte. In dem Falle duͤrfte man auf keine ausgezeichnete Ernte rechnen; wenn indeſſen nen Ernten das erſte Pferdehacken gut vollfuͤhrt war, ſo wird das gedrillte Getreide hoch immer das en auf die breitwuͤrfige uͤbertreffen. df fäͤ⸗ Der Soͤmmerung wird haͤufig nur eine Pferdehacke gegeben, und zwar mit dem an⸗ dies gleich haͤufenden Eiſen, in dem Zeitpunkte, wo ſie bald ſchoſſen wilt. Wenn ſie aber in ihrem juͤn⸗. gern Zuſtande ſchon geſchaufelt wird, ſo iſt ihr dies um ſo wohlthaͤtiger, beſonders wenn nach den vieles Unkraut in den Reihen auflaͤuft. Nur darf es doch nicht ſo fruͤh geſchehen, daß ihre habe ic äin⸗ Spitzen mit Erde uͤberſchuͤttet werden. Will man ſie fruͤh ſchaufeln, ſo duͤrfen die Eiſen hnu ni durchaus nicht konvex, ſondern muͤſſen ganz flach ſeyn, damit ſie die Erde nicht ſeitwaͤrts ot⸗ Vrßigaft ſchieben. ſondern ſie uͤber ſich weg gleiten laſſen. §. 121. Einige haben das Stecken des Getreides mit der Hand(das Dibbeln der Enländer) onauen des der Drillkultur noch vorgezogen. Die Pflanzen kommen dadurch nicht bloß in gleich entfern⸗ nen wiet ten Reihen, ſondern auch in dieſen in gleicher Entfernung von einander zu ſtehen, und koͤnnen zen befiden, nun zum Theil durch Maſchinen, zum Theil durch die Hand, von allen Seiten behackt wer⸗ tieben wi den. Auch iſt die Saaterſparung dabei noch groͤßer, und man kann mit.½ der gewoͤhnlichen unkt und die Einſaat ausreichen. Hierdurch wird bei theurem Getreide die Arbeit bezahlt, und dies iſt theilig wer⸗ woohl die Haupturſache, warum in den theuren Jahren die Methode in England ſo viele Lobred⸗ m erſteinen ner fand. Man gab den Weibern und Kindern der Tageloͤhner die Saat zu verdienen, die ſie en, oder zu durch ihre Arbeit erſparten, und rettete ſie von der Hungersnoth, ohne daß es etwas koſtete. fcalt die e Es werden mit einem Pflocke Loͤcher auf 3 bis 4 Zoll Entfernung gebohrt, und in jedes Vüthſchft einige Koͤrner geworfen. Oder beſſer, man bedient ſich eines Inſtruments dazu, wie es die Auſſchers Gaͤrtner zum Erbſenlegen gebrauchen, und womit durch Auftreten des Fußes 12 und mehrere iren. Loͤcher auf einmal gemacht werden. Die Pflugfurche giebt die Richtung der Reihen an, in⸗ dem man auf die Mitte jeder Furche eine Reihe ſetzt. Nachher wird geegget. Es faͤllt von ſelbſt in die Augen, daß dieſe Methode ſehr viele Arbeit koſte, und daß ſie ſ hune daher nur unter gewiſſen Umſtaͤnden und in beſchraͤnktem Maaße anzuwenden ſey. Wenn einige peheethels in England dieſe fuͤr die Tageloͤhner⸗Familien wohlthaͤtige Methode anprieſen; ſo ſagten da⸗ zurd iehen. gegen andre, ſie ſey ſehr mißlich, weil man die Leute bei der Arbeit nicht genau genug beach⸗ keiſen leicht ten koͤnne, und ſie dann in einen Theil der Loͤcher zu viel Koͤrner, in einen andern gar keine däſen ne wuͤrfen, weil ihnen dies bequemer ſey. Nur ein kleiner Landwirth, der die Arbeit mit ſeiner 8 dann di Familie vollfuͤhrte, koͤnne ſicher dabei gehen. Man dachte deshalb ſogar auf Maſchinen, die Wah die dieſes einzelne Einlegen der Koͤrner bewirken ſollten; aber verſchiedene Ideen, die man dar⸗ en gebract uͤber gehabt hat, ſind unausfuͤhrbar gefunden worden, —— ———————————— Nährende Be⸗ 4 ſtandtheile dieſer Fruͤchte. Auch fuͤr die Vegetabilien. 2 4—————— ———.* 1 6 Hülſenfruͤchte. Auch in Frankreich ſind viele Verſuche damit gemacht worden, François de Neufehdteau in einem Werke:„l'art de multiplier les graius. Paris 1809' ausfuͤhrlich erzaͤhlt. Es iſt dabei nur von der großen Vermehrung der Einſaat, aber nicht von den Koſten und nicht von dem Flaͤchenraume, den dieſe Saaten einnahmen, die Rede. Die Huͤlſenfruͤchte. §. 122. Der Bau der Huͤlſen⸗ oder Schootenfruͤchte— denn in der landwirthſchaftlichen Sprache unterſcheidet man beides bisher nicht— iſt ohne Zweifel ſo alt, als der Bau des ei⸗ gentlichen Getreides, weil Inſtinkt und Erfahrung die Menſchen lehrte, daß ſie nichts nahr⸗ hafteres, der Natur des thieriſchen Koͤrpers angemeſſeneres und zugleich ergiebigeres bauen koͤnnten, wie dieſe Fruͤchte. Die Huͤlſenfruͤchte enthalten eine große Menge von derjenigen Subſtanz, die unſer Einhof zuerſt unter dem Namen der t hieriſch⸗vegetabiliſchen Subſtanz der Huͤlſen⸗ fruͤchte darſtellte. Sie jſt der thieriſchen Materie ſehr nahe verwandt, und wenigſtens eben ſo nahrhaft, wie der Gluten. Und da die Menge derſelben in den Haͤlſenfruͤchten uͤberwie⸗ gend iſt, ſo beſitzen dieſe vine groͤßere naͤhrende Kraft, wie die Getreidearten. Man hat es laͤngſt nach allgemeiner auf Empfindung beruhender Erfahrung gewußt, daß Linſen, Erbſen, Bohnen, weit ſaͤttigender ſind, laͤnger vorhalten und dem Koͤrper mehr Kraft geben, als alle andre vegetabiliſche Produkte. er nicht haͤufig genieß dem Koͤrper durch ihren Genuß das zu erſetzen, was beſonders Rocken und Kartoffeln ihm nicht geben koͤnnen. Deshalb ſind ſie dem ſtark arbeitenden gemeinen Manne bei uns, und noch mehr dem Matroſen, ein unentbehrliches Beduͤrfniß, und er iſt nicht zufrieden, wenn er nicht woͤchentlich ein Paar Mal eine Mahlzeit davon haben kann. Was die Erfahrung alſo laͤngſt lehrte, iſt durch die chemiſche Unterſuchung nur beſtaͤtigt worden, und beide ſtimmen vollkom⸗ men darin uͤberein, daß die Huͤlſenfruͤchte das nahrhafteſte ſind, was das Pflanzenreich in unſerm Klima liefert. Im gleichen Verhaͤltniſſe wuͤrde das voͤllig ausgeſogene Stroh der Huͤlſenfruͤchte gegen das Stroh des Getreides ſtehen. Da aber das Stroh, beſonders der rankenden Huͤlſenfruͤchte, ſelten ſo ſtark wie das Getreideſtroh durch die reifenden Fruͤchte ausgeſogen wird, ſondern noch Saft und Leben behaͤlt, wenn wir es abernten, ſo iſt es um ſo nahrhafter. Auch uͤber⸗ wiegt das vor Anſatz der Fruͤchte gemaͤhete Kraut dieſer Gewaͤchſe das Gras der Getreidearten an Nahrungskraft. J. 123. Aber nicht bloß den Thieren, ſondern auch den Gewaͤchſen ſcheint dieſe Klaſſe von Bege⸗ tabilien beſonders naͤhrend zu ſeyn. Wegen der großen Menge von thieriſch⸗vegetabiliſcher Subſtanz kommen ſie dem thieriſchen Duͤnger naͤher, ſind ſchneller zerſetzbar durch die Faul⸗ niß, und gehen in die Pflanzen leichter aͤber als andre vegetabiliſche Duͤngungsmittel. hat ſich daher dieſer Gewaͤchſe ſeit uralten Zeiten bis auf unſern Tag im ſuͤdlichen Europa zur Duͤngung fuͤr andre Fruͤchte bedient. Bor allen iſt zwar die ihrer Herbigkeit wegen ſonſt un⸗ brauchbare Feigbohne im Gebrauch geweſen, deren Kraut man nicht nur auf den Feldern gruͤn unterpfluͤgt(vergl. Annalen der Fortſchritte des Ackerbaues I. H. 2.), ſondern deren Frucht e v liaee die der Senateur Graf Sie erſetzen dem arbeitenden Manne das Fleiſch, welches en kann, und es iſt, als ob ein beſonderer Trieb denſelben aufforderte, Man man man ouch, N und anireS es vaden alc gußer je ſtleinize leicht Die beſt m Subſtanze ichr, leicht Hinſicht eben Sie koͤnnen in herben, galſri und das Brod ter gemacht. Daß d ſtoſfe aus den grogern Thei Organismus digenthuͤmlich ter Rahrung worin ſie die rung, hat d ren Abwechſ Ernten giebt ͤber mehrer itt, da jeder unumgaͤnglich it werden: Anh die graue d Don ihre gruͤne; Die( din Feldbau werden und und in Korn Ertrog und i it enſtde und daß ſe, Vatergete Dierter K. cateur Gf tris 809 aber nict e Nede. thſchaftüchen Bau des a⸗ nichts nahr geres bauen die unſer der Huͤlſen⸗ ageas eben dten uͤberwie⸗ Man hat e ſen, Erbſen, tt geben, als eiſch, velches maufforderte, kartoffeln ihm uns, und doch wenn et nicht ng alſo längt zmen vollkom⸗ ſanzenreich in fruͤchte gegen zuͤlſenfruͤchte, ird, ſondern Auch uͤder⸗ Hetkeidearin aſſe von Vege⸗ vegetebiliſcher ucc die Faul⸗ nittel. Man Europa zut gen ſonſt un Feldern gein deren gruch mag Sie koͤnnen zwar auch durch das Brodbacken zubereitet werden, allein das Brod hat einen Huͤlſenfruͤchte. 73 man auch, nachdem ihre Keimkraft durch heißes Waſer erſtickt iſt, als Duͤnger an die Oliven und andre Fruchtbaͤume bringt, um ſchwachen Baͤumen dadurch neue Kraft zu geben. Allein es werden auch viele andre Gewaͤchſe dieſer Klaſſe dazu gebraucht. Außer jener beſondern Subſtanz, enthalten die Huͤlſenfruͤchte auch Staͤrkemehl und eine ſchleimige leicht aufloͤsliche Subſtanz, wie die Getreidearten, die jedoch nicht ſo ſuͤß iſt. Die beſte Zubereitung der Huͤlſenfruͤchte geſchiehet durch das Kochen. Ihre verſchiede⸗ nen Subſtanzen werden dadurch in eine genauere und innigere Verbindung geſetzt und aufloͤs⸗ licher, leicht verdaulicher und dem Magen angenehmer gemacht. Sie gewinnen in dieſer Hinſicht eben ſo viel, wie das Getreide durch die Brodgaͤhrung und das Brodbacken gewinnt. 74 herben, galſtrigen Geſchmack. Nur als Zuſatz zum Getreidemehl werden ſie oͤfterer gebraucht, und das Brod dadurch, ohne ſeinen Geſchmack zu verderben, aller Erfahrung nach, nahrhaf⸗ ter gemacht.. S§. 124. Daß Fruͤchte, welche ſo viele naͤhrende Theile enthalten, auch vegetabiliſche Nahrungs⸗ 3 Hießtenſe ſtoffe aus dem Boden ziehen muͤſſen, hat keinen Zweifel. Indeſſen ſcheint es, als ob ſie einen Vodens tda, groͤßern Theil ihrer Rahrüung aus der Atmoſphaͤre und dem Waſſer anzoͤgen, und durch ihren ais Getreide er⸗ Organismus zubereiteten, als die Getreidearten. Daß ſie, wie einige behauptet haben, eine ſchdofen. eigenthuͤmliche, von den Getreidepflanzen abgeſtoßene Materie aus dem Boden zoͤgen und zu ih⸗ rer Nahrung gebrauchten, laͤßt ſich zwar nicht annehmen, allein das quantitative Verhaͤltniß, worin ſie die Urſtoffe anziehen, iſt ohne Zweifel verſchieden. Eine ſo alte wie allgemeine Erfah⸗ rung, hat dieſe Saaten als Brachfruͤchte oder verbeſſernde Fruͤchte anerkennen laſſen, bei de⸗ ren Abwechſelung mit dem eigentlichen Getreide der Acker laͤnger in Kraft bleibt und ſtaͤrkere Ernten giebt, als wenn man immerfort Halmgetreide bauet. Es wuͤrde uͤberfluͤſſig ſeyn, hier⸗ aͤber mehreres zu ſagen, als im erſten Bande bei der Lehre vom Fruchtwechſel geſagt worden iſt, da jeder erfahrne Landwirth weiß, daß bei einem beſtaͤndigen Fruchtbau dieſer Wechſel unumgaͤnglich noͤthig ſey, und ſogar durch ſtaͤrkere Duͤngung nicht entbehrlich werde. Die Erbſe §. 125. iſt unter den Huͤlſenfruͤchten bei uns die gebraͤuchlichſte. 4 Man hat von den Erbſen zwei Hauptabarten: die bei uns gewoͤhnliche gelbe Erbſe, und Ah⸗ und Spiel⸗ die graue oder preußiſche Erbſe, welche hauptſaͤchlich in Pohlen und Preußen gebauet wird.. Von der gelben Erbſe haben wir wieder eine beſondere Spielart, welche auch trocken ihre gruͤne Farbe behaͤlt, ſich uͤbrigens aber faſt gar nicht unterſcheidet.. Die Gaͤrtner haben eine große Menge von Spielarten erzeugt, und dieſe ſind auch in den Feldbau uͤbergegangen. Insbeſondere giebt es einige Arten, die fruͤher anſetzen und reif werden und nicht ſo ſtark ins Kraut treiben, wie andre. Man haͤlt ſie im Ertrage fuͤr ſicherer und im Korne feinhuͤlſiger und weicher; wogegen die groͤßere, ſpaͤtere Art zuweilen ſtaͤrkeren Ertrag und immer mehr Stroh giebt. Was aber in den meiſten Verhaͤltniſſen fuͤr die fruͤhere Art entſcheidet, iſt, daß ſie nicht ſo leicht vor dem Fruchtanſatze mit Mehlthau befallen wird, und daß ſie, wegen der fruͤheren Aberntung, mehrere Zeit zur Vorbereitung des Ackers zum Wintergetreide verſtattet.. Vierter Theil. K — 6——————— —* 5——ä 74 SHuͤlſenfruͤchte. Die graue preußiſche, groͤßere und eckige Erbſe mit violetter Bluͤthe, ſoll einem andern Klima, wie einige behaupten, nicht ſo angemeſſen ſeyn und ausarten. Man bauet beſonders in den Leine⸗ und Weſergegenden eine graue Erbſe mit violetter Bluͤthe, aber faſt nur zur Viehfutterung und ihres hohen Strohes wegen, und haͤlt ſie wegen ihres herben Geſchmacks zur menſchlichen Nahrung untauglich. Dies iſt vermuthlich eine Abartung jener? Auch die weißbluͤhenden gelben Erbſen bekommen zuweilen violette Bluͤthen und ſchwarze Koͤrner, und einige vermeinen, daß dies die Folge einer Begattung mit den Wicken ſey. Dies kann aber nach meinen Beobachtungen der Fall nicht ſeyn, und es ſcheint mir, nur von Bo⸗ den und Witterung abzuhaͤngen, da ich auch bemerkt habe, daß ſie wieder einarten, und daß violette Bluͤthe nicht immer graue Koͤrner gebe. §. 126. ¹ Ein ſandiger oder kalkiger Lehmboden, weder naßkalt noch der Duͤrre zu ſehr ausgeſetzt, iſt ohne Zweifel der vorzuͤglichſte und ſicherſte fuͤr die Erbſen. Sie gedeihen jedoch auch auf 2 ſtrengem Thonboden und eben ſo auf lehmigem Sandboden, wenn beiden die Witterung zuſagt und dieſer nicht zu duͤrre gelegen iſt. Allemal aber ſcheint ein Antheil von Kalk ihre Vegeta⸗ tion ſehr übegünſigen, wenn er auch nur geringe iſt, und man hat in mehreren Gegenden die Erfahrung gemacht, daß der Erbſenbau nur auf den Aeckern gluͤcke, die einmal, ſey es auch vor langer Zeit, gekalket oder gemergelt worden. Dagegen ſcheinen ſie keine Saͤure im Boden Boden. zu ertragen, und vielleicht beſteht eine Hauptwirkung des Kalkes in der Vertilgung derſellen. 8 8§. 127. Ihr Platz in den Bei der Dreifelderwirthſchaft werden die Erbſen in und ſtatt der Brache gebauet. Dies Feldrotationen, iſt beinahe allgemein angenommen, und geſchiehet wo der Boden Erbſen zu tragen vermag. Im Allgemeinen kann man einen Ruͤckſchlag des Wintergetreides nach den Erbſen gegen das nach der Brache jedoch nicht ableugnen, auch nicht daß der Boden leicht danach verwil⸗ dere und verkraute, beſonders wenn man mehrere Male die Brache mit Erbſen beſtellt, ſtatt ſie im Sommer zu bearbeiten. Es giebt daher noch immer ſo ſtrenge Anhaͤnger des alten Ge brauchs, daß ſie die Erbſen nicht in das Brachfeld, ſondern in das Sommerfeld ſaͤen, und dann reine Brache nachher halten, um ſich ihres beſſeren Wintergetreides gegen die Beſteller der Brachfruͤchte ruͤhmen zu koͤnnen. Dieſe haben ſogar den angeblichen Getreidemangel und die Theurung der verwichenen Jahre dem Erbſenbau in der Brache zugeſchrieben. Allein wenn die Erbſen nur nicht zu oft kommen, und die Bearbeitung der Brache daruͤber nicht ganz ver⸗ ſaͤumt wird, man auch den Acker vor und nach den Erbſen gut behandelt, ſo hat es damit keine Gefahr, und der geringe Abſchlag in der Winterung wird vielfach durch den Erbſener⸗ trag, die mehr ausgeſogene Kraft des Bodens aber durch das Erbſenſtroh erſetzt. Ignn der Koppelwirthſchaft haben die Erbſen lange den letzten Platz einnehmen muͤſſen, und wurden in dem ſogenannten Nach⸗ oder Abtragsſchlage gebauet, wo ſie ſchlecht gerathen. Man hat ſich aber jetzt ſchon haͤufig eines beſſern belehrt. giſchen Landwirthſchaftsgeſellſchaft. Bd. II. S. 276. nach Kartoffeln gerathen. Aber dieſe und jene ſind gute Vorfruͤchte fuͤr Getreide, und des⸗ . halb nimmt man nach der Regel des Fruchtwechſels gern eine Halmfrucht dazwiſchen. Wer Vergl. das gerechte Verhaͤltniß der Viehzucht und des Ackerbaues. S. 146. Annalen der Mecklenbur⸗ 5. Gewiß iſt es, daß Erbſen vorzuͤglich in der Kleeſtoppel und nach behackten Fruͤchten, * witd ſih dhe dalt unun * nige h iu ui nit tekinmte deld handen ſind, Andre! häͤlſenfruͤchte ſceen eine di 9b die äber ſind die) Frautes, ſo d urefen. ſorgen ſteht, und im Algs und der dicht etwas ſchwaͤ Auf g den Vorzug folgende Fre wird. In! Mit nach der Se nen Miſte, pfluͤgte, ſon lehrt uns de gegen verſtur auf welchem Der D man dieſe au Nan nere Ludſen bewirken, Wen Doden liebe ädet, beſf rungen, die Umſande d feuchteten; daß der Bo Vden mih nem andenn theſondes ſ nur zur zeſchmacks adſhwanze aſc. Des aur d Be⸗ en, und daß ausgeſetzt, c auch auf ewong zuſagt ihre Vegeta⸗ Gegenden de ſey es auch te in Boden ung derſelben. gebauet. Dies ragen dermag. ſen gegen de anach verwil beſtellt, ſat des alten Ge⸗ eld ſaͤen, und die Beſtelle emangel und Allein weyn ſcht ganz der⸗ hat es domi den Erbſener t. ehmen miſen lecht gerathen zer Mecklenbur ten Fruͤchten de, und des iſchen, Ver b b 1 Erbſen. 75 wird ſich aber nicht von der Befolgung jeder Regel losſagen, wenn er in einem beſonderen Falle zureichende Gr uͤnde dazu hat?. Einige haben die Meinung, Erbſen geriethen zum erſtenmal nicht in einem Felde, wel⸗ ches noch nie Erbſen getragen habe, und ſaͤen ſie daher immer nur in das ſeit langer Zeit dazu beſtimmte Feld. Dies iſt entſchieden ein bloßes Vorurtheil, wenn nicht andre Urſachen vor⸗ handen ſind, welche die uͤbrigen Felder zum Erbſenbau untauglicher machen. Andre dagegen beſorgen, die Erbſen wuͤrden ſich austragen, wenn ſie ſelbſt oder andre Huͤlſenfruͤchte oft an einen Ort kaäͤmen. Dies zeigt aber die Erfahrung nicht, wenn dazwi⸗ ſchen eine Duͤngung und vollſtaͤndige Bearbeitung gegeben wird. §. 128. Ob die Erbſen im Duͤnger oder erſt in zweiter und dritter Tracht zu bauen ſeyen, dar⸗ uͤber ſind die Meinungen verſchieden. Manche beſorgen bei erſterm einen zu uͤppigen Trieb des Krautes, ſo daß ſie keine Schooten anſetzen, immerfort wachſen und bluͤhen moͤchten, ohne zu reifen. Wer einen ſo kraͤftigen Boden hat, daß dieſes im Durchſchnitt der Jahre zu be⸗ ſorgen ſteht, muß ihnen allerdings keinen Duͤnger geben. Aber dieſer Fall iſt ſo haͤufig nicht, und im Allgemeinen iſt eine lebhafte Vegetation der Erbſen, um des ſo ſchaͤtzbaren Strohes Düngung⸗ und der dichten, fruchtbaren Beſchattung willen, erwuͤnſcht, wenn auch der Ertrag des Korns etwas ſchwaͤcher ſeyn ſollte.. Auf gewoͤhnlichem Boden haben die geduͤngten Erbſen im Korne wie im Stroh immer den Vorzug, und hinterlaſſen dann den Boden in einem beſonders guͤnſtigen Zuſtande fuͤr die folgende Frucht; wogegen er bekanntlich unter ſchlecht ſtehenden Erbſen verwildert und krautig wird. Indeſſen iſt es ſelten rathſam, den Erbſen eine ſehr ſtarke Duͤngung zu geben. Mit jedem Jahre uͤberzeugen uns mehrere wiederholte komparative Verſuche, daß eine nach der Saat oben aufgeſtreuete Duͤngung, es ſey mit ganz friſchem ſtrohigen oder zergange⸗ nen Miſte, den Erbſen auf ſandigem Lehmboden nicht nur wohlthaͤtiger ſey als eine unterge⸗ pfluͤgte, ſondern daß auch die folgende Winterfrucht beſſer darnach gerathe. Die Erfahrung lehrt uns dies ſo augenſcheinlich, daß alle ſcheinbar entgegenſtehende theoretiſche Gruͤnde da⸗ gegen verſtummen muͤſſen. Jedoch kann ich dies bisjetzt nicht auf ſtrengen Boden ausdehnen, auf welchem noch keine Verſuche meines Wiſſens daruͤber angeſtellt ſind. 3 Der Duͤnger kann ſonſt ſehr gut mit den Erbſen zugleich untergepfluͤgt werden, indem man dieſe auf den zerſtreueten Duͤnger ſaͤet. Man hat die Bemerkung gemacht, daß Schaaf⸗ und Pferdemiſt feinhuͤlſigere und fei⸗ nere Erbſen gaͤbe, als der Kuh⸗ und Schweinemiſt. Auch Kalk⸗ und Aſchenduͤngung ſoll dies bewirken. 3 3— §. 129. Wenn man gleich anerkennt, daß die Erbſe einen ſehr gelockerten und fein gepulverten Vorbereitung Boden liebe, ſo ſind doch manche nach ihrer Erfahrung uͤberzeugt, daß ſie auf einer Furche des Ackers. geſaͤet, beſſer als nach mehrerer Bearbeitung gerathen. Gegen die Richtigkeit einiger Erfah⸗ rungen, die man dafuͤr anfuͤhrt, wende ich nichts ein; allein es ſind ohne Zweifel beſondere Umſtaͤnde da geweſen, welche keinesweges eine allgemeine Regel begruͤnden. Wenn man in feuchterem Boden eine Furche vor Winter gegeben hatte, ſo zog ſich die Krume ſo voll Waſſer, daß der Boden noch zu naß war, als man die Saatfurche im Fruͤhjahre gab, wobei ſich der Boden mehr verballte, als lockerer wurde. Man wollte von der Regel einer moͤglichſt fruͤhen K 2 —* ———— Wegetationspe⸗ 76 „Huͤlſenfrchte. Erbſenausſaat nicht abweichen, und ſchmierte ſie ein, welches ihnen immer uͤbel bekommt. Auf Boden, wo man dies nicht zu beſorgen hat, und wo man eine hinlaͤngliche Abtrocknung des vor Winter gepfluͤgten Ackers abwarten kann, bevor man die Saatfurche giebt, hat ſich die zweifurchige Beſtllung dagegen immer beſſer gezeigt, und wenn ſie gleich mehreres Unkraut, wie nicht zu laͤugnen iſt, hervorlockt, ſo werden es dennoch die Erbſen um ſo leichter uͤber⸗ wachſen. Auf allen trockneren Boden hat das Unterpfluͤgen der Erbſen entſchiedene Vorzuͤge, und dies kann doch nur ſicher mit der zweiten Furche geſchehen. Man empſiehlt allgemein eine moͤgli gel das erſte Korn, was im Fruͤhjahre beſtellt wird. auch ſchon hervorgekommen waͤren. Erfolg bei ſpaͤt geſaͤeten Er 3 chſt fruͤhe Ausſaat der Erbſen, und es iſt in der Re⸗ Der Froſt ſchadet ihnen nicht, wenn ſe Allein ich habe keinesweges einen allgemein ſchlechteren bſen beobachtet; vielmehr muß ich bekennen, daß ſpaͤt im Mai ge⸗ ſäete mir jedesmal beſſer gerathen ſind, wenigſtens in Anſehung des Strohes. Ich will in⸗ deſſen auch dies nicht zur Regel machen, weil es mir ganz von der Zufaͤlligkeit der Witterung abzuhaͤngen ſcheint. Die fruͤhen, ſagt man, entgehen der Gefahr des Mehlthaues, der ſie erſt trifft, nachdem ſie Schooten angeſetzt haben, und dann der Frucht nicht viel ſchadet, wenn er gleich dem ferneren Wuchſe des Krautes ein Ende macht. Allein ich habe gerade gefunden, daß dieſer Mehlthau die ſpaͤten, noch in voller Lebenskraft ſtehenden Erbſen nicht beſiel, wie er die fruͤhen faſt toͤdtete. Schon der alte Eckardt raͤth, um mit den Erbſen ſicher zu ge⸗ hen, ſie zu drei oder vier Malen alle 14 oder alle 9 Tage zu ſaͤen, wodurch man ſich gegen ein allgemeines Mißrathen ſichern wuͤrde. Dieſem ſtimme ich gern bei, mache es mir aber uͤber⸗ haupt zur Regel, die Erbſen nie voreilig einzuſchmieren. Die gewoͤhnliche Ausſaat der Erbſen iſt der des G S etreides gleich; 2 bis 2 ½ Metze per Jochart. Wenn 1 Metze geſaͤet wird, ſo hat man berechnet, daß 12 Stuͤck auf ein Quadrat⸗ fuß fallen, welches noch uͤberfluͤſſig ſeyn wuͤrde, wenn man ſie gleichmaͤßig vertheilen koͤnnte. Wenn man ſie auf der Furche ſaͤet, ſo iſt es nicht zu verhindern, daß viele oben auf liegen bleiben, die ein Raub der Voͤgel werden, und dieſe oft ſo ſtark hinlocken, daß ſie nachher die Erbſen ſelbſt aus dem Boden hervorziehen. Bei dem Unterpfluͤgen wird dies mehr, wenn gleich nicht voͤllig vermieden, weil die Erbſen ſo leicht herausſpringen. Dies macht alſo ſchon eine Abaͤnderung in der Quantitaͤt der Ausſaat. Uebrigens bemerkt man, daß duͤnner ſtehende Erbſen bei feuchter Witterung in der Bluͤthezeit beſſer wie dichtſtehende anſetzen; wogegen dieſe mehr Stroh geben und den Boden in einem muͤrberen Zuſtande hinterlaſſen. Es kommt alſo auf die Rebenzwecke an, die man bei dem Erbſenbau hat. Einige wollen durch eine ſehr dichte Saat das Unkraut unterdruͤcken, und ſaͤen deshalb bis 4 Metzen auf den Jochart. Ich habe aber noch nicht bemerkt, daß man dieſe Abſicht dadurch erreicht habe, indem das Un⸗ kraut, beſonders der Hederich, fruͤher empor und zur Bluͤthe kommt, wie die Erbſen, wenn nicht eine ſehr fruchtb X are Witterung den Wachsthum der letztern beguͤnſtigt. Einige haben gegen das Eggen der aufgelaufenen Erbſen ſehr gewarnt, andere dagegen, beſonders Dullo in ſeinem ſchͤtzbaren Werke uͤber die kurlaͤndiſche Landwirthſchaft, haben es zur Vertilgung des jungen Unkrauts ſehr empfohlen, jedoch nicht fruͤher, als bis die Erbſen ihre Blaͤtter entwickelt haben. Ich habe bei einigen damit gemachten Verſuchen in der That nicht gefunden, daß es der jungen Erbſenpflanze geſchadet haͤtte; aber das Unkraut hatte ſich * auch ſchon M dieſer hnt i denn denl wa r uhen dr türr den Ver andwirthſche gem ſchon he dann ſchnell In En dand zu beh ner großen Er TPenn d teren andern mitgefaßt wer den Erbſen r iicch uͤberwue Die 2 wickelung te⸗ gluß, als ar in allgemei iſt ihnen vi Feuchtigkeit Sehr uͤbel ſelben geſch die hoffnun ſcheint auch wie bei dem Nan Entfernunge hindert und ſes Stiefeln, Auch! hindurch was erhielt, und großer Uebr Der d muß ma fn der ſpaͤt ſelten wird die eien g dagegen de haͤuffger kan ten trocken el bekonm. Aötrocknunn öt, hat ſic 8s Unkrout, cter über⸗ ae Vorzäge, ſt in der Re öt, wenn ſe ſchlechtern im Mai ge⸗ Ich will in⸗ Witterung aues, der ſie hadet, wenn ode gefunden, t beffel, wie ſicher zu ge⸗ ſich gegen ein nir aber uͤber 22 Mie per ein Qundai⸗ heilen konnte ben auf liege ſie nachher de mehr, wen ſcht alſo ſchon nner ſtehende en; wogegen Es kommt arch eine ſeße ochart. Jh ndem das Um⸗ Erbſen, wenn ere dagegen, ft, haben 6 z die Erbſen in der That aut hatte ſch rich uͤberwuchs ſie zum zweitenmale. Erbſen. 4 77 auch ſchon zu ſtark bewurzelt, um dadurch erheblich zu leiden. Vielleicht muͤßte man, um dieſen Zweck zu erreichen, die untergepfluͤgten Erbſen vor dem Auflaufen gar nicht eggen, ſon⸗ dern damit warten, bis ſie hervorgekommen und ſich entwickelt haben, wo dann die Egge auf der rauhen Furche zur Vertilgung des jungen Unkrauts wirkſamer ſeyn koͤnnte. Ich habe aber den Verſuch bisjetzt verabſaͤumt. Dullo ſagt in ſeiner Beſchreibung der kurlaͤndiſchen Landwirthſchaft, daß er Erbſen 8 bis 10 Tage nach der Saat, alſo wohl nachdem ſie ihren Keim ſchon hervorgetrieben hatten, mit dem beſten Erfolge untergepfluͤgt habe, und daß ſolche dann ſchnell und rein vom Unkraute hervorgekommen ſeyen. In England iſt es nicht ungebraͤuchlich, ſelbſt die breitwuͤrfig geſaͤeten Erbſen mit der Hand zu behacken und zu vereinzeln, und fleißige kleine Wirthe jaͤten ſie. Beides iſt bei ei⸗ ner großen Erbſenausſaat fuͤr uns nicht anwendbar. Wenn der Hederich die Erbſen uͤberwaͤchſt und in voller Bluͤthe ſteht, habe ich nach meh⸗ reren andern das Abmaͤhen deſſelben verſucht, wobei die obern Spitzen der Erbſen aber doch mitgefaßt werden muͤſſen. Auf kraͤftigem Boden und bei guͤnſtiger Witterung ſchadete es den Erbſen nicht; im entgegengeſetzten Falle litten ſie aber merklich dadurch, und der Hede⸗ Die Witterung und insbeſondere die, welche die Erbſen in gewiſſen Perioden ihrer Ent⸗ wickelung trifft, hat auf das Gedeihen und den Fruchtanſatz derſelben einen noch groͤßern Ein⸗ fluß, als auf die meiſten andern Feldfruͤchte, weswegen ſich auch der Ertrag der Erbſen kaum im allgemeinen Durchſchnitt beſtimmen laͤßt. Eine feuchte Bluͤthezeit ſchadet ihnen nicht, iſt ihnen vielmehr ſehr zutraͤglich, da der Bau ihrer Bluͤthe ſie gegen alles Eindringen der Feuchtigkeit ſchuͤtzt. Bei duͤrrer Witterung vertrocknet dagegen die Bluͤthe ohne anzuſetzen. Sehr uͤbel iſt es, wenn ſie in dem Zeitpunkte ihrer ſtaͤrkſten Bluͤthe— denn zu Anfange der⸗ ſelben geſchieht es ſelten— mit Mehlthau befallen werden. Dann iſt zuweilen 24 Stunden die hoffnungsvollſte Bluͤthe ploͤtzlich zerſtoͤrt, und faͤllt ab, ohne angeſetzt zu haben. Zuweilen ſcheint auch ein beſonderer Luftzuſtand vorhanden zu ſeyn, der auf eine noch unbekannte Weiſe, wie bei dem Buchweizen und mehreren Fruͤchten, das Anſetzen verhindert. Man hat auch die Felderbſen zuweilen wie die Gartenerbſen geſtiefelt, d. h. in gewiſſen Entfernungen trockne Reiſer dazwiſchen geſetzt, wodurch allerdings das Lagern derſelben ver⸗ hindert und die Frucht zu groͤßerer Vollkommenheit gebracht werden muß; aber nicht nur die⸗ ſes Stiefeln, ſondern hauptſaͤchlich die Ernte muß ungemein beſchwerlich ſeyn. Auch hat man das Erbſenfeld nach der Ausſaat dick mit Stroh belegt, und die Erbſen hindurch wachſen laſſen, wodurch man das Unkraut unterdruͤckte, dem Boden die Feuchtigkeit erhielt, und das Anfaulen des Erbſenſtengels am Boden verhinderte. Es gehoͤrt nur ein großer Ueberfluß an Stroh dazu, welches freilich dem Acker als Duͤnger zu Gute kommt. §. 132. 6 Der gerechte Zeitpunkt der Ernte iſt bei den Erbſen genau wahrzunehmen. In der Re⸗ gel muß man ſich nur nach der Reife der untern Schooten richten, und ſich um das Nachrei⸗ fen der ſpaͤtern nicht kuͤmmern; man verliert ſonſt leicht den groͤßern und beſten Theil. Nur ſelten wird dieſe Regel eine Ausnahme leiden: wenn man naͤmlich ſehr deutlich erkennt, daß die erſten Bluͤthen eines beſondern Witterungszuſtandes wegen faſt gar nicht angeſetzt hatten; Ernte. dagegen die ſpaͤtern bei guͤnſtiger Witterung um ſo mehr. Allein der Fall iſt ſelten, und weit haͤufiger koͤmmt es vor, daß die Erbſen oben noch gruͤnen und bluͤhen, wenn die untern Schoo⸗ ten trocken und reif ſind. Dieſes Nachbluͤhen iſt durchaus nicht abzuwarten, und es wird 78 b SHaulenfrüchte. manchmal fortdauern, bis die unteren Schooten ſaͤmmtlich ausgefallen ſind. Es ſchadet aber auch nicht, wenn man ſich nur zum Abmaͤhen entſchließt. Man bekommt um ſo beſſeres und nahrhafteres Stroh, und die unreifen Erbſen kommen immer zu Gute. Nur macht das Trock⸗ §. 133.“ Das Abmaͤhen der Erbſen iſt um ſo muͤhſamer, je mehr ſie ſich niedergelegt haben. Mit der Hauſichel werden ſie ohne Zweifel am beſten abgebracht.. Noch muͤhſamer iſt das Trocknen derſelben bei unguͤnſtiger Witterung. Wenn Regen nen allerdings etwas mehr Schwierigkeit. und Sonnenſchein haͤufig abwechſelt und die Schooten dann aufſpringen, ſo koͤnnen die ſämmt⸗ lichen Erbſen auf dem Acker liegen bleiben, und man faͤhrt leeres Stroh in die Scheuern; be⸗ ſonders wenn man ſie in Schwaden liegen laͤßt, und durch haͤuſiges Wenden ſie trocken zu ma⸗ chen ſucht. Ich habe es bei ſolcher Witterung immer am rathſamſten gefunden, ſie, nachdem ſie nur etwas abgewelkt waren, gleich in große Haufen bringen zu laſſen, die man bei fort⸗ dauerndem Regen mit dem Harkenſtiele nur aufſtockert, uͤbrigens aber ſtehen laͤßt, bis ſie trok⸗ ken genug ſind. Zwar leidet das Stroh dabei etwas, jedoch nicht ſo ſehr, als man beſorgen moͤchte, und einen Ausfall der Koͤrner, ſo wie den Abfall der Blaͤtter, verhuͤtet man faſt gaͤnzlich. Bei recht guter Witterung thut man indeſſen beſſer, ſie in den Schwaden unange⸗ ruͤhrt trocknen zu laſſen, und wenn man ſie wenden willl, dieſes nicht mit der Harke, ſondern mit der Hand zu thun und ſie dann im Thau zum Einfahren zuſammen zu bringen, ohne ſie zu binden. Da es nach der Aberntung der Erbſen fuͤr die folgende Saat von der groͤßten Wichtigkeit iſt, den Pflug der Senſe ſo ſchnell wie moͤglich folgen zu laſſen, ſo muß man die Haufen auf einen moͤglichſt ſchmalen Streifen zuſammenbringen, damit man, wenn ſich das Einfahren verzoͤgerte, dazwiſchen durchpfluͤgen koͤnne. So umſtaͤndlich dieſes manchem ſcheinen mag, ſo wird es doch jeder, der die Wichtigkeit des ſchnellen Umbruchs der Erbsſtoppel aus Erfahrung kennt, gern theumnu. Einige binden zwar die Erbſen vor dem Einfahren. Es ſcheint mir dieſes aber von kei⸗ nem Nutzen zu ſeyn. §. 134. Ertrag. Da der Ertrag der Erbſen im Korne ſo zufaͤllig iſt, ſo laͤßt ſich kaum ein Mittelſatz an⸗ nehmen. Ich habe auf demſelben Boden 131½ Metze Erbſen in einem Jahre, und 22 Metze in einem anderen Jahre bei gleichem Verfahren geerntet. Zwiſchen 5 bis 6 Metzen kann man anſchlagsmoͤßig auf gutem Boden nur annehmen. Der Preis der Erbſen iſt wandelbar wie ihr Ertrag. Zuweilen ſtehet er mit dem des Rockens gleich, zuweilen betraͤchtlich hoͤher. Wenn die Erbſen nicht vom Wurme angefreſſen auf den Boden kommen, ſo halten ſie ſich in Tonnen gepackt ſehr lange, und es iſt rathſam, ſie fuͤr ein ſchlechteres Erbſenjahr aufzubewahren. Stroh. Vom Stroh laͤßt ſich kein gewoͤhnliches Verhaͤltniß zum Korne annehmen. Denn dieſes man aber auf gutem Boden und nach gegebener Duͤngung mit groͤßerer Sicherheit rechnen, als auf einen gewiſſen Koͤrnerertrag, und da dieſes Stroh in manchen Wirthſchaften von der hoͤchſten Wichtigkeit, allemal ſehr ſchaͤtzbar iſt, ſo richten manche ihre Hauptabſicht darauf, iſt zuweilen um ſo viel geringer, je groͤßer jenes iſt. Auf einen gewiſſen Strohertrag kann und ſehen dann einen ſtaͤrkern Koͤrnerertrag als Beguͤnſtigung des Schickſals dankbar an. 44 bis 32 en ein außerf d weit mehe gew Das Str han domit vol ui der groͤßer diſen auch dos Es iſt e verden, weil d ſezen. Vohji ſtroh fru zu Manh und eine groß kleine hat ein von einigen! in einander hat ein mehr Man len, die gro traͤglicher im lichen Geſcht weswegen ſie liche Hoͤhe er mehr geeigne De d thonigen Bo Sie! ſt. Man! ſehn und da ehen wuͤrde um ſo nehr; um dieſes 1 kann. Eit voyon in de ſcadet än beſſeres un das Kroch däegt haben Wenn Nage 7die ſännt⸗ heuern; de cken zu ma⸗ je, nachdem an bei fort⸗ dis ſie trok⸗ aan Rſorgen et man faſt den unange⸗ ike, ſondern gen, ohne ſie en Wihtigkeit le Haufen auf as Einfäheen einen mag, ſo us Erfahen aher von kei niulus an⸗ 9 2½ Mehe en kann ma mit dem d ge angefkeſen itt rahſam, Denn dieſes ertrag kann eit rechnen, ften von de icht derau dankhat al⸗ — „Erbſen. 79 24 bis 32 Centner Stroh giebt ein guter Erbsacker in der Regel per Jochart, wenn nicht ein aͤußerſt duͤrres Jahr den Wachsthum der Erbſen zu fruͤhzeitig ſtoͤrt. Es kann aber auch weit mehr gewonnen werden. Das Stroh haͤlt man beſonders fuͤr die Schaafe geeignet, und manche glauben, das Heu damit voͤllig erſetzen zu koͤnnen. Dies kann jedoch nur in dem Falle angenommen werden, daß der groͤßere Theil des Strohes noch gruͤn war, wie es gemaͤhet wurde. Vorzuͤge hat in⸗ deſſen auch das trockenſte Erbsſtroh vor dem Getreideſtroh in der Nahrhaftigkeit. Es iſt allerdings auch fuͤr Rindvieh und Pferde wohlthaͤtig, nur muß es geſchnitten werden, weil die Stengel mehrentheils zu zaͤhe zum Abbeißen ſind, und ſich zwiſchen die Zaͤhne ſetzen. Vorzuͤglich nahrhaft iſt das Spreu und Ueberkehr. Es iſt aber rathſam, das Erbſen⸗ ſtroh früh zu verfuttern, und es nicht bis gegen Fruͤhjahr aufzubewahren. Die Linſen. §. 135. Man hat von den gewoͤhnlichen Linſen zwei Arten; eine kleine von dunkelbrauner Farbe, Waarten. und eine groͤßere, die mehr gelblich zu ſeyn pflegt, und die man Pfenniglinſe nennt. Die kleine hat einen mehr aromatiſchen und eigenthuͤmlichen Linſengeſchmack, und wird deshalb von einigen vorgezogen; die andere ſindet jedoch auf den Maͤrkten beſſeren Abſatz. Sie gehen in einander uͤber, und es entſteht eine Mittelart, welche wohl die gewoͤhnlichſte iſt. Auch hat ein mehr oder minder kraͤftiger Boden Einfluß auf die Groͤße der Linſen. Man hat neuerlich unter dem Namen: Provencerlinſe, eine andere Art empfoh⸗ len, die groͤßer oder vielmehr dicker iſt und ganz die Farbe der Erbſen hat. Sie iſt weit ein⸗ traͤglicher im Korn und im Stroh, ſelbſt auf ſandigem Boden. Allein ſie hat den eigenthuͤm⸗ lichen Geſchmack der einſen in ſehr geringem Grade, und kommt mehr dem der Erbſen gleich, weswegen ſie auf dem Tiſche keinen Beifall gefunden hat. Ich halte ſie, da ſie eine betraͤcht⸗ liche Hoͤhe erreicht, und faſt beſſer wie Wicken auf ſandigem e Boden waͤchſt, zum Futterkraute mehr gee gnet wie zur Koͤrnererzielung. 8. 136. Die Linſe verlangt einen mehr ſandigen Boden, der aber in Kraft ſteht. Fuͤr ganz Boden. thonigen Boden iſt ſie nicht geeignet. §. 1327. Sie wird etwas ſpaͤter wie die Erbſen geſaͤet, da ſie empfindlicher gegen den Nachtfroſt Ausſaat. iſt. Man kann mit 24 Maͤßl per Jochart ausreichen, muß aber beſonders auf reine Saat ſehen und daß ſich keine Wicken darunter mengen, welche den Linſen beim Verkaufe Tadel zu⸗ ziehen wuͤrden. Da die Linſe ein ſchwaches niedriges Kraut hat, ſo wird ſie vom Unkraute um ſo mehr uͤberwachſen, und das Jaͤten derſelben iſt unbedingt noͤthig. Manche ſaͤen ſie, um dieſes zu erleichtern, mit der Hand in Reihen, zwiſchen denen dann geſchaufelt werden kann. Sie ſchickt ſich daher vortrefflich zum Drillen und Pferdehacken mit der Maſchine; wovon in der Folge. —ÿ—ÿ—— 1 Huͤlſenfrüͤchte. vom Maisbau reden, mit welchem ihr An⸗ hau vortheilhaft verbunden werden kann. Die Pferdebohne, Bufbohne(Vicia faba)) ——§. 141. 8—. Es werden zwar im Felde wie im Garten mancherlei Abarten der Vicia faba unter ber- ſchiedenen Namen gebauet, aber die kleinere, rundere, hochwachſende und ſehr viele Schoo⸗ 1 ten anſetzende Art, welche man Pferdebohne nennt, iſt die gewoͤhnlichſte und ohne Zweifl 8 3. die vortheilhafteſte. Sie iſt verſchieden von Farbe, zuweilen gelblich, zuweilen ſchwarzbraun und manchmal geſcheckt. Dieſe Verſchiedenheit der Farbe iſt aber unbeſtaͤndig und hat auf die uͤbrigen Eigenſchaften der Bohnen gar keinen Einfluß. 5— §. 142. BSoden. Dieſe Bohne verlangt einen gebundenen, kraͤftigen, fuͤr Weizen geeigneten Boden; jedoch kann man ſie auch auf Boden von lockever Konſiſtenz, wenn er die Feuchtigkeit genug und vielen Humus hat— der aber nicht merklich ſauer ſeyn darf, weil ſie ſodann, meine Erfahrung nach, dem Roſte ſehr unterworfen iſt— vortheilhaft gebauet werden. Den ſtren⸗ gen Boden lockern die Bohnen vortrefflich, und durchdringen den zaͤheſten Thon mit ihren Wurzelfaſern. . Des⸗ Abarten. Dahu 3 5. 138.— Sie erylnd Ernte. Man muß den Zeitpunkt ihrer Reife genau wahrnehmen und ſie abbringen, wenn die untern Schooten braͤunlich zu werden anfangen, wenn gleich das Kraut noch gruͤn waͤt, indem ſie ſonſt zu ſtarken Ausfall leiden. Sie werden haͤufig nicht geſchnitten, ſondern aſf KFenn gezogen. 3. m, und i erden n Die einſe hat unter allen Huͤlſenfruͤchten den groͤßten Antheil von der veget abiliſh ani⸗ det erſen Fu Werth. maliſchen Materie, und ſie iſt auch allgemein als ſehr nahrhaft anerkannt, und witd von Grasnace SGſaus 3 eiten her faſt von allen Menſchen gern genoſſen, weswegen ihr Preis betraͤchtlich heara men. d her wie der der Erbſen ſteht. Und da ſie nun auf gehoͤrigem Boden und bei gehoͤriger Be. und s geſhie handlung einen Ertrag von 16 bis 20 Metzen per Jochart giebt, ſo iſt ihr Bau vortheilhaft. durchaus früh . Nur giebt ſie wenig Stroh; dieſes haͤlt man aber vorzuͤglich, ſetzt es dem beſten Heu gleich, frih genug al — und bewahrt es hauptſaͤchlich fuͤr junges Vieh, Lämmer und Kaͤlber auf. Da die Linſe vom Unkraute rein gehalten werden muß, ſo reinigt ihr Anbau den Acker. — Ddie Faſeolen, Schmink⸗ oder Vitzbohnen. man hat ſe ihrem Herve — 8 14 und man oe In den Gaͤrten hat man mannigfaltige Abartungen derſelben, die groͤßtentheils grün nung nicht mit ihren Schooten genoſſen werden. Auf dem Felde bauet man die niedrig bleibenden Arten Ihre derſelben. Da ſie eine gartenmaͤßige Kultur erfordern, in Reihen geſaͤet oder geſteckt und den Jochat gejaͤtet werden muͤſſen, ſo iſt ihr Anbau mehr gartenmaͤßig, und er kann nur mit zweckmaͤ⸗ ner, auf ßigen Inſtrumenten im Großen betrieben werden. Deshalb erwaͤhnen wir ihrer hier nur, koͤnnen. 6 und werden auf ſelbige zuruͤckkommen, wenn wir Sie: len bricht m treidebau v Man! wenn ſie het konmt. S deren Fähf Vom wird dies das Beha auf das B kraut finde 8h nichts daß wenn man den Jochar Vietter venn ii kün waͤre, indern auf⸗ tabiliſch ai⸗ nd wied don räͤchlich he ehoͤriger Be ortheilhaft. Heu gleich, au den Acker. tentheils grin ibenden Arten er geſteckt und wit zwecknä⸗ zrer hier nr, lchem ihr ge ba unter ber⸗ viele Schoo⸗ ohne Zweiſt ſchwarzbran g und hat auf 1 heten Boden; tigkeit genng ann, meiner Den ſtreu⸗ on mit ikn Dei⸗ Bohnen. 81 Deshalb haͤlt man ſie auf ſolchem Boden fuͤr eine vorzuͤgliche Vorfrucht fuͤr den Weizen. Sie erhalten das Erdreich durch ihre Wurzeln und ihre Beſchattung muͤrbe und rein. §. 143. Wenn der Boden uͤberhaupt des Duͤngers bedarf, ſo muß zu den Bohnen geduͤngt wer⸗Dünsuns. den, und zwar kraͤftig, weil der ihnen angemeſſene Boden eine ſtarke Duͤngung auf einmal verlangt, und ſie ſolche gut ertragen.— Die Bohnen durchdringen ein ſehr gebundenes Erdreich, und man kann ſie daher mit der erſten Furche und mit dem Miſte zugleich unterpfluͤgen. Man hat ſie ſelbſt auf eine zaͤhe Grasnarbe geſaͤet und ſie mit derſelben umgewandt, wo ſie ſich zwiſchen den Streifen hindurch draͤngen. Daß ein zweimaliges Pfluͤgen ihnen jedoch beſſer bekomme, hat keinen Zweifel, und es geſchieht hauptſaͤchlich nur aus der Urſach ſelten, weil man glaubt, daß die Bohnen durchaus fruͤh geſaͤet ſeyn wollen, und der Klaiboden, wenn er im Herbſte gepfluͤgt iſt, nicht fruͤh genug abtrocknet, um eine fruͤhe Saatfurche zu geſtatten. §. 144. Man glaubt faſt allgemein, die fruͤhſte Saat gerathe im Durchſchnitt am beſten und Ausſaat⸗ man hat ſie ſelbſt im Dezember bei offnem Wetter untergebracht. Ein Froſt, der ſie nach ihrem Hervorkommen treffe, mache ihre Blaͤtter zwar gelb, aber ſie trieben dennoch hervor, und man verſpuͤre keinen Nachtheil davon. Nach meinen Erfahrungen kann ich dieſer Mei⸗ nung nicht ganz beiſtimmen, da mir ſpaͤt geſaͤete Bohnen oft vorzuͤglich gerathen ſind. Ihres großen Korns wegen erfordern ſie eine ſtarke Einſaat, vier bis ſechs Metzen auf den Jochart. Auf ſtrengem und feuchten Boden, ſagen die Englaͤnder, muͤſſe man ſie duͤn⸗ ner, auf loſem und trockneren Boden dichter ſaͤen, damit ſie auf dieſem ſich ſelbſt beſchatten koͤnnen. Sonſt ſetzen die duͤnner ſtehenden weit mehr Schooten an. Sie werden allgemein nur als Zoiſchenfrucht, oder ſtatt der Brache gebauet. Zuwei⸗ len bricht man das Grasland oder den Dreiſch damit um, und bereitet es durch ſie zum Ge⸗ treidebau vor. §. 145. Man aͤberzieht ſie nach dem Unterpfluͤgen nur leicht mit der Egge, egget ſie aber ſcharf, Aedeiztipnene wenn ſie hervorgekommen ſind, ihre Blaͤtter entfaltet haben und das Samenunkraut hervor⸗ kommt. Sie ertragen das kraͤftige Eggen mit eiſernen Zinken ſehr gut, und ſelbſt diejenigen, deren Koͤpfe dadurch geſpalten oder abgeriſſen werden, kommen wieder hervor. Vom Unkraute muͤſſn ſie, ſo lange ſie jung ſind, durchaus rein gehalten werden, und wird dies nicht durch das Eggen bewirkt, ſo muß es, wenn die Bohnen gerathen ſollen, durch das Behacken geſchehen. An einigen Orten hat man die ſonderbare Prozedur, die Schaafe auf das Bohnenfeld zu treiben, wenn ſie fingerslang ſind; ſo lange dieſe Thiere junges Un⸗ kraut finden, ſollen ſie die Bohnen nicht anruͤhren. §. 146. Es hat ſich aber ſelbſt da, wo man vom Drillen und Pferdehacken anderer Fruͤchte Drig⸗neg. nichts weiß, die Methode, die Bohnen in Reihen zu ſaͤen, haͤufig verbreitet. Man ſtreuet, Kultur. wenn man keine Maſchine dazu hat, die Bohnen mit der Hand ſo ſtark, daß vier Metzen auf den Jochart fallen, in die dritte oder gar vierte Pflugfurche ein, und pfluͤgt dann, wenn ſie Vierter Theil. 2 1 — — . Saälſenfrüchte. herausgekommen ſind, zwiſchen allen Reihen die Erde erſt von jeder Seite ab, und nach eini⸗ ger Zeit wieder an. Ein raͤderloſer Pflug oder ein Haaken iſt hierzu am beſten geeignet, ich habe es aber auch mit einem landuͤblichen Raͤderpfluge verrichten ſehen. Die Reihen ſind zu⸗ weilen auf drei Fuß und daruͤber von einander entfernt. In den Reihen ſtehen ſie aber ſehr dick, und draͤngen ſich einander ſo nach den Seiten hin, daß ſie die Zwiſchenraͤume mit ihren Koͤpfen ganz ausfuͤllen. Weit beſſer wird natuͤrlich dieſer Bau mit den dazu beſtimmten In⸗ ſtrumenten betrieben, wovon weiter unten die Rede ſeyn wird. Man bedarf dann per Jochart nur 2 ½ Metze Saat.— 3 Ddie gedrillten Bohnen haben einen entſchiedenen Vorzug vor den breitwuͤrfigen in3ihrem Ertrage an Koͤrnern. Man kann im Durchſchnitt das Doppelte darauf rechnen. Sie ſetzen von unten auf an, was die geſchloſſen ſtehenden durchaus nicht thun. Man findet nicht ſelten tragen. Weil die untern Bluͤthen ſchon anſetzen, ſo kommen ſie dem Roſte und dem Honig⸗ thau zuvor, welche bei den Bohnen oft den Anſatz der ſpaͤtern Bluͤthen ganz vernichten. Das Stroh der gedrillten Bohnen verliert aber allerdings gegen die breitwuͤrſigen; der Stengel wird unten haͤrter und holziger, und die Blaͤtter fallen mehr ab. Allein dieſer Ver⸗ luſt kommt in keinen Betracht gegen den hoͤheren Ertrag des Korns; kann auch durch fruͤhes 1 1 Abbringen ziemlich vermieden werden. Der Boden wird durch das Bearbeiten, ſo lange die Bohnen jung ſind, muͤrbe erhal⸗ ten und gereinigt, und dann durch die herangewachſenen dicht beſchattet, weswegen er fuͤr die folgende Frucht um ſo vollkommener vorbereitet iſt, wenn nur der Acker gleich nach der Ab⸗ bringung auf irgend eine Art wieder untergebracht wird. Das bei der Drillkultur in Ruͤcken aufgetriebene Land wird am bequemſten mit dem Exſtirpator geebnet, und bedarf dann nur noch einer Furche zur Saat. 4 b Wenn man die Bohnen nicht in Reihen ſaͤet, ſo werden ſie faſt haͤufiger mit Erbſen .— oder Wicken gemengt als allein gebauet, weil ihr Gerathen in der That ſehr mißlich iſt. —§. 147. Krankheiten. Sie ſind dem Roſte und dem Honigthau am meiſten unterworfen. Der erſtere zeigt ſich an den Blaͤttern anfangs mit braunen Punkten, die ſich verbreiten, ſchwarz werden, und die ſaͤmmtlichen Blaͤtter, endlich die Pflanze ſelbſt zerſtoͤren. Der Honigthau zeigt ſſich an den Spitzen, und es folgen ihm unmittelbar eine unendliche Menge von ſchwarzen Blattlaͤuſen (Aphiden), die ſich dann uͤber die ganze Pflanze verbreiten, und allen Fruchtanſatz hemmen. Man ſucht das Uebel zu mindern, wenn man den Bohnen die Koͤpfe abhauet, wozu man ſich eines Saͤbels bedient. Bei gedrillten Bohnen habe ich noch nie erheblichen Schaden vom Ho⸗ nigthau erfahren, denn die Pflanze war ſchon genug erſtarket, und hatte ihren Hauptanſatz gemacht, wenn das Uebel erſchien, es griff nie weit um ſich. 2. Werth ſeines Bodens kennt, keinen Augenblick, ſie abzumaͤhen, den Acker umzupfluͤgen, und die Bohnen in die Furchen zu ſtreuen, weil eine ſchlechte Bohnenernte den Abſchlag des dar⸗ auf folgenden Weizens durchaus nicht erſetzen wuͤrde. Denn es iſt allgemein anerkannt, daß nur gut ſtehende Bohnen den Acker zum Weizen trefflich vorbereiten, wogegen er nach ſchlech ſtehenden faſt immer mißraͤth, bei gedrillten Bohnen, daß ſie 30 bis 40 Schooten haben, wogegen andre ſelten uͤber 1o Wenn Bohnen zu mißrathen ſcheinen, ſo bedenkt man ſich in Gegenden, wo man den Pun br nuru’ liht a anſehſt die im, dann bit nit man ſogle eft mit der S der Sichel. werden. R ſie wuͤrden in ſie auffiehen; entſcheiden. Die Bo ben gegen ein fällt, ſo dauen foͤrdern, we man nun we lichſt umzubt Stelle auf, Der drillten Bol andern Bon per Jochar Die haft vegeta aber eben ſo auch zum 2 Hauptſaͤchlic Deutſchlandt dan die Ga häͤlt man d pferden. S trocken in zuͤgliches; werden. Das iſ. Es ko war, oder gil iu hali dem Hene! geſogt, ma entgegenge Bohnen. b 83 92 2 1 nac en⸗ ignet, i§. 148. b en ſind zu Man bringt die Bohnen ab, wenn der Haupttheil ihrer Schooten ſchwarz wird, und Erute. dber eh wartet nicht auf die Reifung der ſpaͤt angeſetzten. Ja, ein erfahrner engliſcher Landwirth enit ihren empfiehlt die Bohnen zu maͤhen, ſobald ſich die Koͤrner nur voͤllig gebildet haben, ſie abwel⸗ nun qNaa ken, dann binden, und nun auf einem andern Platze aufſtellen und nachreifen zu laſſen, da⸗ de Vthant mit man ſogleich zum Umbruch der Bohnenſtoppel gelangen koͤnne. Die breitwuͤrfigen werden oft mit der Senſe gemaͤht, jedoch angehauen und abgerafft. Man ſchneidet ſie aber auch mit gen inihem der Sichel. Die gedrillten koͤnnen, beſonders wenn ſie hoch angepfluͤgt ſind, nur geſchnitten Sie ſi werden. Mit der Senſe wuͤrde man die unten angeſetzten Schooten zu ſehr verletzen, und nich ſela ſie wuͤrden in die tiefen Furchen fallen. Ich habe es am bequemſten und ſicherſten gefunden, in ber n ſie ufehen zu laſſen. Ob dies indeſſen auf ſehr zaͤhem Boden ſo leicht gehe, kann ich nicht entſcheiden. — bonig Die Bohnen werden dann ſogleich in kleine Garben gebunden und dieſe zu fuͤnf bis ſie⸗ 6 ben gegen einander aufgeſetzt. Wenn nicht ein ſehr trocknes und warmes Erntewetter ein⸗ aigen; der faͤllt, ſo dauert es oft ſehr lange, bevor das Stroh voͤllig austrocknet. Einige glauben dies zu be⸗ dieger Ver⸗ foͤrdern, wenn ſie die Bohnenbuͤndel umgekehrt, mit den Koͤpfen auf die Erde ſetzen. Da durch frihes man nun weiß, daß es für die folgende Frucht ſehr wichtig ſey, den Bohnenacker bald moͤg⸗ lichſt umzubrechen, ſo faͤhrt man die Bohnen zuweilen gleich ab, und ſetzt ſie an einer andern nitbe ethal⸗ Stelle auf, wo ſie voͤllig auszutrocknen Zeit haben. gen er füͤr die 5. 149. nueen Der Ertrag der breitwuͤrſigen Bohnen iſt noch unſicherer, wie der der Erbſen. Von ge⸗ O1tas un atf dun zut drillten Bohnen auf angemeſſenem Boden kann man 20 bis 24 Metzen erwarten. In Kent und Werth. andern Bohnengegenden von England nimmt man, auf unſer Maß reduzirt, 36 bis 54 Metzen per Jochart als den gewoͤhnlichen Ertrag gedrillter Bohnen an. r mit ühſa Die Metze Bohnen wiegt uͤber 90 Pfund, gewoͤhnlich 93. Sie enthalten die ſehr nahr⸗ ißlic iſ haft vegetabiliſch; animaliſche Subſtanz, jedoch in etwas geringerem Maße, als die Erbſen, aber eben ſo viel Staͤrkemehl. Sie werden an einigen Orten gekocht von Menſchen gegeſſen, auch zum Brode genommen, dem ſie nach einigen einen angenehmen Geſchmack geben ſollen. tere zeigt ſ Hauptſaͤchlich aber werden ſie zur Futterung der Pferde gebraucht. In vielen Gegenden en, und de Deutſchlands werden die breitwuͤrfig geſaͤeten Bohnen zu dem Zwecke nicht abgedroſchen, ſon⸗ ſſich an den dern die Garben auf der Haͤckſellade geſchnitten, und ſo den Pferden gegeben. In England Blantauſe haͤlt man dieſe Bohnen fuͤr das vorzuͤglichſte Pferdefutter, ſowohl bei Arbeits⸗ als bei Renn⸗ jatz hemnit pferden. Sie muͤſſen aber nicht, wie einige vermeinen, eingeweicht und aufgequollen, ſondern czu man ſi trocken in ihrem natuͤrlichen Zuſtande gegeben werden. Ferner gebraucht man ſie als ein vor⸗ den dom h zuͤgliches Maſtfutter fuͤr die Schweine, denen ſie aber aufgequollen oder gekocht gegeben n Haupteanſa werden. Das Stroh der Bohnen haͤlt man allgemein fuͤr ſehr nahrhaft, wenn es nicht befallen man dar iſt. Es kommt aber ſehr darauf an, ob man die Bohnen fruͤh, wenn ihr Kraut noch gruͤn un nan 3 war, oder erſt ſpaͤt gemaͤhet habe, weil im letztern Falle die Blaͤtter abfallen, und die Sten⸗ ſag un gel zu holzig werden. Das von breitwuͤrſigen Bohnen ſchaͤtzt man unter dieſer Bedingung unde u dem Heue bei Pferden und Schaafen gleich. Das Stroh der gedrillten verliert aber, wie oben Ku, geſagt, manchmal ſehr; ſo wie denn uͤberhaupt bei dieſen Gewaͤchſen Stroh und Korn oft im mach ſhe entgegengeſetzten Verhaͤltniſſe ſtehet. 1 3 —j——— ————— 8 84 Huͤlſenfruͤchte. Die W i cken, V 1 i a sativa. g. r3o. —— 3 3 Abarten. In dem Geſchlechte der Vicia giebt es viele Arten, welche vielleicht nuͤtzlich ſeyn konn⸗ ten. Bis jetzt hat man indeſſen nur dieſe Art und die Vicia narbonensis(franzoͤſiſche Fut⸗ nicht, und da ſie nur in dem Falle einen Vorzug vor den gewoͤhnlichen zu haben ſcheint, wo man Wicken in ſehr kraͤftigem Boden bauen will, ſo hat ſich ihr Anbau wenig verbreitet. Die Vicia serratifolia habe ich nach gemachten Verſuchen wieder aufgegeben, da ſie meinen Er⸗ wartungen nicht entſprach. Abarten der gewoͤhnlichen Wicke giebt es aber mehrere. Wir haben eine kleinere, 8 Ddie Winterwicke der Englaͤnder iſt wahrſcheinlich dieſelbe groͤßere Art, und nur daran gewoͤhnt, den Winter auszuhalten. Nach denen damit in unſerem Klima gemachten Verſuchen, haͤlt ſie bei uns den Winter ſelten aus, und wird nicht ſowohl durch den ſtrengen geſaͤet werden muß, wenn ſie zur voͤlligen Reife kommen ſoll. hat, zerſtoͤrt. Allein auch in England erfriert ſie nicht ſelten, und der Gewinn waͤre wenig⸗ ſtens nicht groß, wenn wir ſie bei uns einheimiſch machen koͤnnten, indem ſie nur um 10 Tage fruͤher wie die fruͤh geſaͤete Sommerwicke zu kommen pflegt. §. I51. Die Wicken verlangen einen lehmigen Boden. Wenn er uͤber 60 Prozent hat und nicht ſehr feucht liegt, ſo koͤnnen ſie zwar in feuchten Sommern bei genugſamer Duͤngkraft gut ge⸗ rathen, in trocknen Sommern wird aber ſelten etwas daraus. 3 Sie verlangen gerade nicht nothwendig einen in ſtarker Duͤngkraft ſtehenden Boden, ſie werden aber um ſo beſſer, beſonders im Kraute, je reicher er an Duͤnger iſt, und deshalb duͤngt man, wo es moͤglich iſt, dazu. 1 Man bauet ſie jetzt beinahe haͤufiger um des Krautes als um der Koͤrner willen, und jenes wird gruͤn verfuͤttert oder zu Heu gemacht, wenn ſie in voller Bluͤthe ſtehen und ſchon mehr oder weniger Schooten angeſetzt haben. Wir wollen hier ihren Anbau zu beiden Zwecken zugleich betrachten, damit wir uns bei dem Futterkraͤuterbau nur an ſelbige zu erinnern noͤthig haben.— 8 Boden. 3 S 152. Ausſaat. Ihr Anbau unterſcheidet ſich von dem der Erbſen nicht; da der Saame kleiner iſt, ſo teichen 12½ Metze auf den Jochart zu. Die große Wicke muß Anfangs Aprils, um ſicher zur MNeeife zu kommen, geſaͤet werden; die kleine kann, bis Ausgangs Mais geſaͤet, noch dazu ge⸗ langen. Die meiſten empfehlen eine fruͤhe Ausſaat auch fuͤr dieſe gewoͤhnliche Art, ich habe und ſelbſt Ende Mais beſſer gerieth. Bei kalter Witterung ſtockt ſie im Wachsthum, und es findet ſich dann haͤufig eine Made ein, die ſich in ihre Knospen einfrißt und ſie voͤlllg zerſtoͤrt, ſo daß ſie auf ſchwaͤcherem Boden gar nicht zur Bluͤthe kommt. Auf ſtarkem Boden uͤber⸗ windet ſie das Uebel manchmal, und treibt wieder aus, wenn die Zeit der Made voruͤber iſt terwicke) im Großen angebauet. Der Anbau der letztern unterſcheidet ſich von dem der erſtern fruͤher reifende, und eine auch im Kraute groͤßere, ſpaͤt reifende Art, die durchaus fruͤh Winterfroſt als durch die ſpaͤten Fruͤhjahrsfroͤſte, nachdem ſie ſchon zu vegetiren angefaggen — aber ſeit einer Reihe von Jahren immer gefunden, daß die ſpaͤtere Ausſaat gegen die Mitte die ſyitt oö bergeht, 90 Tͤm p tm man. der Wicke al oeige Saat merrocken, ſo dichter ſt dann gleiche Sie w die dort anzut Klee, aber d vetfähtt. Hat wenn ſie in Schocten, in der Naſ Mar wenn man ſäͤet, und ſo wie ſie! beitung nic Jef ebenfolls ei tung umger lich auf ein Derd ſo konnen ſie Osden ſtehe zwoen Sch mener Sgh weiden zu taͤchtlich. Man renmale in Bucweizen 9 Der Lochart ge⸗ ſeyn koͤnn⸗ diſche Fur adW actecn ſtend w rbrena. De e meinen de kleiner rchaus fri t, und nur a gemachten den tenger nangefangan waͤre weni um 10 Tage hat und icht gkraft gat ge⸗ en Boden, ſe und deshal willen, und en und ſchon den Zwecken mern noͤthij kleiner iſ, 6 un ſcher zur noch dazu g— Att, ich hot en die Mit zum, und llig zerſtbr Boden uͦber voriher iſ Wicken. 85 Die ſpaͤter hervorkommenden Wicken wurden aber von dieſer Made, deren Zeit fruͤher vor⸗ aͤbergeht, gar nicht angegriffen. Will man die Wicken zur gruͤnen Fuͤtterung oder zum Heu vor lihrer Reifung benutzen, ſo kann man ſie zu jeder Jahrszeit bis Anfangs Julius ſaͤen. Um gruͤne Stallfuͤtterung mit der Wicke allein zu betreiben, muß man jedesmal einen angemeſſenen Theil ſaͤen, wenn die vorige Saat gelaufen iſt. Sie wird zu dieſem Zwecke aber mehrentheils gemiſcht mit Som⸗ merrocken, Gerſte oder Hafer und die ſpaͤteſte mit Buchweizen geſaͤet, damit das Gemenge um ſo dichter ſtehe. Zum Heumachen iſt es aber doch gerathener, ſie allein zu ſaͤen, weil ſie ſich dann gleichmaͤßiger trocknen laͤßt. Sie wird auf gleiche Weiſe wie Klee und Luzerne zu Heu gemacht, und ich verweiſe auf die dort anzugebenden verſchiedenen Methoden. Es dauert damit etwas laͤnger wie mit dem Klee, aber das Heu verdirbt dennoch nicht leicht, wenn man nur irgend zweckmaͤßig damit verfaͤhrt. .§. 153. da Hat man ſie gruͤn oder im Heu fuͤr das Rindvieh beſtimmt, ſo werden ſie gemaͤhet, wenn ſie in voller Bluͤthe ſtehen. Sind ſie aber fuͤr Pferde beſtimmt, ſo laͤßt man ihre Schooten, nach deren Anſetzung ſie noch fortbluͤhen, mehr heranwachſen, weil man dadurch in der Maſſe und Nahrungskraft gewinnt. Man hat in der Dreifelderwirthſchaft haͤufig die Brache damit zu benutzen angefangen, wenn man ſolche fruͤh aufbrach. Insbeſondere hat man ſie gleich nach dem Hordenſchlag ge⸗ ſaͤet, und iſt mit ihrer Ausſaat fortgefahren, ſo wie dieſer weiter ruͤckte. Man maͤhete ſie, ſo wie ſie herangewachſen waren, und wandte dann ſogleich das Land, um an der Brachbear⸗ beitung nichts zu verſaͤumen. Je fruͤher ſie gemaͤhet wird, um deſto kraͤftiger hinterlaͤßt ſie den Boden. Es iſt aber ebenfalls eine unerlaͤßliche Bedingung bei der Wicke, daß ihre Stoppel ſchnell nach der Abern⸗ tung umgepfluͤgt werde, und man bringt daher auch das Heu, um es zu trocknen, wo moͤg⸗ lich auf einen andern Platz. Werden die Wicken ſehr fruͤh, wenn ſie ihre erſten Bluͤthenknospen zeigen, abgemaͤht, ſo koͤnnen ſie zum zweitenmale austreiben und aufſchießen, wenn ſie auf einem ſehr kraftvollen Boden ſtehen; auf minder kraͤftigem Boden iſt dabei aber nur Verluſt, weil oft aus dem zweiten Schnitte gar nichts wird, oder doch beide zuſammen weniger betragen als ein vollkom⸗ mener Schnitt wuͤrde gegeben haben. Es iſt ein kärglicher Behelf, die wieder ausgruͤnende Wickenſtoppel mit dem Viehe ab⸗ weiden zu laſſen, der Acker wird davon hart und der Verluſt iſt in der naͤchſten Ernte be⸗ traͤchtlich. Buchweizen oder Ruͤben darnach. §. 154. Der Ertrag der Wicken an Koͤrnern iſt ſehr ungleich. Man hat bis 48 Metzen vom eittas- Jochart geerntet; 16 Metzen kann man aber als einen mittleren Ertrag annehmen. ——————————8m.— Man hat auch wohl Wicken auf einem zur Gruͤnfuͤtterung beſtimmten Felde zum zwei⸗ tenmale in einem Sommer gleich nach Abfuͤtterung der erſten geſaͤet. Haͤufiger aber ſaͤet man — 4 —— Ernte. * 8 ——. ———⸗———⸗——————⸗⸗ꝛꝛ——— Huͤlſenfrüchte. 86 Auf hinreichend kraͤftigem Boden gaben ſie 3270 bis 3630 Pfd. Stroh einſchließich des Kaffs per Jochart. Dieſes Stroh wird dem Erbſenſtroh allgemein in der Fuͤtterung vor⸗ gezogen. 1.r 4⁸ 3 Wenn ſte gruͤn bei dem Anſetzen der Schooten gemaͤhet werden, ſo hat man 5430 Pfd. Heu zuweilen vom Jochart geerntet. Allein auf 3630 Pfd. kann man nur auf gutem gedung⸗ ten Boden Anſchlag machen. Mißrathen ſie wegen Duͤrre im Fruͤhjahre, ſo kann frellih auch der Heuertrag auf 1815 Pfd. herabfallen.. §. 155.“ t6 daher ite Neubeichen In ſmüͤgen z’ Sielle all beſer gedeih dgfgebrocher Kraft „Kraute, un kraͤftigere t Gruͤn abgemaͤhete Wicken entziehen dem Boden nach allen daruͤber angeſtellten Verſu⸗ gewoͤhnlich! chen nichts; vielmehr hat man die darnach geſaͤete Frucht oft beſſer als nach einer Brache ge⸗ ihrer Abernt funden, wenn man die Wickenſtoppel ſchnell umbrach. Reifende Wicken aber ſind den Erbſen den viel gem darin gleich. Und das ſo haͤuſig geſaͤete Gemenge von Wicken und Hafer erſchoͤpft, wenn es es wi faſt zur Reife kommt, ſo merklich mehr, daß der folgende Rocken auf einem allmaͤhlig ab⸗ um des Unkr gemaͤheten Wickhaferfelde deutlich zeigt, wo man die Vorfrucht zu lange ſtehen und reifen ließ. In England iſt es nichts ungewoͤhnliches, die Wicken bloß zur Verbeſſerung des Bodens zu ſaͤen. Man pfluͤgt ſie jedoch nicht geradezu unter, ſondern treibt, wenn ſie in Bluͤthe tre⸗ Dieß ten, Maſtvieh„beſonders Schweine hinein, die zwar das Mehrſte niedertreten, aber doch Empfindlich vieles freſſen, wonach man das Feld gleich umbricht, und beſonders Rappſaat danach bauet: reifzerſtort eine Methode, die unter gewiſſen Verhaͤltniſſen nicht ſo unoͤkonomiſch iſt, als ſie einem Rei⸗ voruͤber zu ſenden von meiner Bekanntſchaft ſchien.— ſaͤet es al ſaͤet koͤnne .§. 186. haupt ſetz Sebrauch der Wenn die Wicken reife Koͤrner tragen, ſo werden dieſe zur Fuͤtterung der Pferde und zur eine dichte Körner. Maſtung der Schweine mehrentheils verwandt, auch den Schaafen gegeben; und man zieht ſprechen: ſolche zu dieſem Behuf den Erbſen vor. Ein Marktartikel iſt das Korn ſelten, jedoch verkauft man ſie haͤufig zur Saat. Sie laſſen ſich lange aufbewahren, und es kommt dann eine Zeit, wo man ſie mit reichlichen Zinſen verkaufen kann. In Wirthſchaften, die auf Futterbau be⸗ Die rechnet ſind, iſt es rathſam, einen Vorrath davon auf dem Boden zu erhalten, weil ſie die trift, hat ſicherſte Aushuͤlfe geben, wenn der Klee mißraͤth. warme Wi Das Stroh der reifen Wicken iſt dem Vieh angenehmer als das Erbſenſtroh, wird dem hervor; ſo Heu oft gleich geſchaͤtzt, kommt aber dem gruͤnen Wickenheu bei weitem nicht gleich. de entwicke ——“ Vange dau Einige andre Fruͤchte aus dieſer Klaſſe werden nur ſelten und oͤrtlich gebauet, wie die ennh Platterbſe(Lathirus sativus) und die Kicher(Cicer arietinum). Ihr Anbau unterſchei⸗ elektriſch det ſich nicht von dem der Erbſen und Wicken, und mir ſind bisher keine zureichende Gruͤnde Oſtwinde bekannt, welche dieſelben vor dieſem empfehlbar machten. muß es m 5 3 4 gut von ſte Der Buchweizen, das Haidekorn. Das ſͤiden, ſ 1 4§. 15 7. emeefen he 0dGe, Dieſe Frucht nimmt mit Bodenarten vorlieb, die fuͤr jede andre Sommerfrucht zu duͤrf⸗ und dehnig tig ſind. Sie waͤchſt auf duͤrrem Sandboden, in Jahren, wo es zu rechter Zeit an Regen ſchiedeun nicht fehlt, und giebt dann einen ſo reichlichen Ertrag darauf, wie keine andre; hat aber der Der Boden eine feuchtere Lage, ſo iſt ſie um ſo ſichrer. Dann ‚iiebt ſie den Haideboden, und hat habe ich g 1 R ehf dui nen thitan 1 7, p dn 60 in nur uim nur iſn,idag öer angeteltna uac eine Buhe, K ber ſnd den eth zineitiyt, vemn uia dhvihlg a ſulun awdufen r Vadſew udaas dt, wem ſen Rahw ſeewederun, ahe d es Royſaadwro he niſh it, akunge⸗ Steeemnzde ede en gegeden mu orn ſäken, ſäe f des kmutunm 1 ften, de uf ut 1 en zu dchaten, 1 das Eriti 3. weitem iihi e nd detich the ). Ihr Pi n er keine gritadse t. Buchweizen. 8 daher ihren Namen erhalten, ſo wie auch abgetrockneten Moorboden. Sie wird auf ſolchen Neubruͤchen mit großem Vortheile gebauet, und bereitet ſie fuͤr andere Fruͤchte beſonders vor. In ſandigen Gegenden iſt ſie die einzige Zwiſchenfrucht zwiſchen den Rockenſaaten und vertritt die Stelle aller andern Brachfruͤchte, wird alſo in der Rockenſtoppel gebauet. Sichrer und beſſer gedeiht ſie aber, wenn der Acker eine Reihe von Jahren zur Weide gelegen hat, im aufgebrochenen Dreiſch an der Stelle der Brache. Kraͤftiger und ſtaͤrker waͤchſt die Pflanze freilich auf beſſerem Boden, aber nur im 4 Kraute, und ſetzt hier ſelten viele Koͤrner an. Eine ſchwache Duͤngung bekommt ihr gut, eine kraͤftigere treibt ſie zu ſehr ins Kraut. Wenn der Acker geduͤngt werden ſoll, ſo bringt man gewoͤhnlich nur die Haͤlfte der Duͤngung vor ihrer Ausſaat auf, und die andere Haͤlfte nach ihrer Aberntung auf die Stoppel. Der Haidepaltenduͤnger, welcher in den Buchweizengegen⸗ den viel gemacht wird, iſt dem Buchweizen beſonders angemeſſen. Es wird auch der loſeſte Boden zweimal dazu im Fruͤhjahre gepfluͤgt, beſonders wohl um des Unkrauts willen. §. 158. Dieſes aus dem Oriente in den Zeiten der Kreuzzuͤge zu uns gebrachte Korn hat ſeine Ausſaat. Empfindlichkeit gegen den Froſt noch nicht abgelegt, und wird durch den geringſten Morgen⸗ reif zerſtoͤrt. Deshalb wagt man nie, es fruͤher zu ſaͤen, als bis alle Gefahr der Nachtfroͤſte voruͤber zu ſeyn ſcheint. Jedoch habe ich geſehn, daß es noch um Johannis erfror. Man ſaͤet es alſo nie vor der Mitte des Mais, und dann bis zur Mitte des Junius. Spaͤter ge⸗ ſaͤet koͤnnen ihm wieder die fruͤhen Reife vor ſeiner Zeitigung nachtheilig werden, und uͤber⸗ haupt ſetzt er dann wenig Koͤrner an. Es wird halb ſo ſtark wie das Getreide eingeſaͤet, und eine dichtere Saat wird ihm nachtheilig. In den Buchweizengegenden laͤßt man dieſes Korn ſprechen:„gieb mir Platz, ſo komme ich.“ §. 159. Die Witterung, welche dieſes Gewaͤchs in den verſchiedenen Perioden ſeiner Vegetation Begetationsve⸗ trifft, hat auf ſein Gedeihen einen groͤßern Einfluß, wie auf irgend eins. Es will trockne warme Witterung, unmittelbar nach der Saat haben, und koͤmmt bei der groͤßten Duͤrre hervor; ſo wie es aber ſein drittes Blatt bekoͤmmt, verlangt es Regen, damit es ſeine Blaͤt⸗ ter entwickele, bevor die Bluͤthe austreibt, welches jedoch ſehr ſchnell geſchieht. In ſeiner lange dauernden Bluͤthezeit muß es wechſelnden Regen und Sonnenſchein hahen, wenn es emporwachſen und zugleich anſetzen ſoll. Es bluͤhet taub, wenn es wetterleuchtet oder wenn elektriſche Phaͤnomene in der Luft ſich ereignen, ohne daß es zum Regen kommt. Auch ſcharfe Oſtwinde ertraͤgt ſeine Bluͤthe nicht, ſie welkt dabei ab, ohne anzuſetzen. Nach der Bluͤthe muß es wieder trockne Witterung haben, damit ſeine Koͤrner zugleich reifen, und die Ernte gut von ſtatten gehe. Das Gedeihen des Buchweizens iſt daher nicht nur in verſchiedenen Jahren ſehr ver⸗ ſchieden, ſondern es kommt auch ſehr auf den Zeitpunkt an, den man zufaͤllig bei der Ausſaat getroffen hat. Acht Tage fruͤher oder ſpaͤter geſaͤet, macht oft einen gar großen Unterſchied und diejenigen, welche ſicher gehen wollen, machen daher ihre Ausſaat zu drei oder vier ver⸗ ſchiedenen Zeiten. Der Saame darf nur untergeegget werden, das Unterpfluͤgen ertraͤgt er nicht; auch habe ich gefunden, daß ihm das Walzen nicht gut bekommt. ——ᷓõ——. Als Futterkraut. Haͤlſenfruͤchte. 2 4. 160. 3 Ernte. und anſetzt. Bei der Ernte muß man ſich alſo nach der Mehrheit der Koͤrner richten. zu⸗ weilen haben die erſten Bluͤthen gar keine, oder taube, mehlloſe Koͤrner angeſetzt, die ſpaͤtern dagegen beſſere. Er reift aber ſeine Koͤrner noch nach, ja es ſetzen ſogar ſeine Bluͤthen noch an, wenn er in Schwaden liegt, beſonders wenn ihn da zuweilen ein Regen trifft, den man deshalb fuͤr gut haͤlt. —§. 16r. Ertrag. Sein Ertrag iſt, wie hieraus erhellet, höchſt unſicher, und man pflegt daher einen, vielen Zufaͤlligkeiten unterworfenen Voranſchlag, einen B uchweizenanſchlag zu nennen. Wenn er in der Stoppel gebauet wird, ſo rechnet man ungefaͤhr alle 7 Jahre ein gutes Jahr, 3 mittlere und 3 Mißwachsjahre. In Dreiſch geſaͤet, erwartet man jedoch alle 2 Jahre eine gute Ernte. Außerordentliche Ernten, wo man bis 40 Metzen per Jochart gewonnen hat, kommen nur hoͤchſt ſelten vor. 3 in vielen Gegenden ein ſehr wichtiges Nahrungsmittel fuͤr die Menſchen, r Pferdefuͤtterung gebraucht, wenn es wohlfeil iſt. hren ſehr tief herab, und ſteigt wieder in ſchlechten. bewahrt davon Vorraͤthe auf, da es ſich ſehr gut Das Korn iſt und wird auch zur Viehmaſtung und zu Sein Preis faͤllt naͤmlich in guͤnſtigen Ja Wer es einigermaaßen aushalten kann, erhaͤlt. Werth. dafuͤr, daß es vor Weihnachten am beſten zu futtern ſey. .§. 163. So unentbehrlich dieſe Frucht in manchen Gegenden gehalten wird, ſo iſt der Bau um des Korns willen, ſeiner Mißlichkeit wegen, anderen Gegenden doch kaum zu empfehlen. Es iſt aber ein vortreffliches Futterkraut, und in der Abſicht gebauet, auch ſo ſicher wie irgend ein andres. Man kann es dann ſo ſpaͤt ſaͤen, daß man gegen den Froſt voͤllig ge⸗ ſichert iſt, und wenn der Boden nur einigermaßen Feuchtigkeit hat, ſo geraͤth das Kraut im⸗ mer gut. Es wird entweder gruͤn verfuͤttert, oder zu Heu gemacht, trocknet zwar nicht ſchnell, verdirbt aber auch nicht, wenn man es nur ruhig liegen loͤßt. Nach der Klapmeierſchen Methode behandelt, ſoll es ſehr gut werden. Wer es in dieſer Abſicht bauen will, muß dann nur ein Jahr und eine Saat wahrneh⸗ men, wo die Koͤrner beſonders gut anſetzen, um einen Vorrath von Saamen zu gewinnen, der alsdann zu den wohlfeilſten Futterkrautsſaamen gehoͤren wird. Es kann als Futterkraut auch in die Getreideſtoppel geſaͤet werden, beſonders aber nach fruͤh abgemähten gruͤnen Wicken. Ein mir ſehr gut gelungenes Verfahren iſt: auszuſaͤen, den ernten. Dies koͤnnte am vortheilhafteſten in der gruͤnen Wickenſtoppel geſchehen. Auch aet man Waſſerruͤben unter dem Buchweizen. Der Die Reifung der Koͤrner iſt ſehr verſchieden, da der Buchweizen faſt immer fortblüht Das Stroh wird ſehr geſchaͤtzt, iſt nahrhaft und geſund fuͤr alles Vieh. Man hält aber Buchweizen mit Staudenrocken im Julius Buchweizen dann gruͤn zu maͤhen und den Rocken im folgenden Jahre zu d8 ſonders bhen Aa Er auf gleichem und ihnen in Man tartaricum) mal geerntet ſuchen in fte Unkraut durdh zicht beiſtinn In n dene Huͤlſen praktiſche d treide zuh dende Erfa bekoͤmmt v die eine Ft niß mit der die andere nen Frucht Naume ſich ſchiedene Ge Es be ihre Reife ni Odethand h Nanen dome Wurfeln u Geu ſe geben nan ſich d Dieg mengeiſt un und koumt Brod gean Niederland ka an ſcch Dierter Mengekorn. 89 Der Buchweizen iſt ferner ganz vorzuͤglich zu einer Schutzfrucht geeignet, um Klee, be⸗ ſonders Luzerne darunter zu ſaͤen, worauf wir wieder zuruͤckkommen werden. rfortölih Der Ertrag dieſer Frucht als Futterkraut iſt nach den Umſtaͤnden zwar ſehr verſchieden; de Su⸗ auf gleichem Boden habe ich ihn aber ſo gehabt, daß er im Gewichte die Wicken uͤbertraf, deſtätern und ihnen in der Nahrhaftigkeit eben ſo wenig nachzugeben ſchien. üchen noch 33 ſtum§ 164. Man hat eine andre Buchweizenart unter dem Namen des Siberiſchen(Polygonum Siteriſchee tartaricum) empfohlen, welcher zwar den Vorzug hat, daß er durchwintert, und ſogar zwei⸗ Vachweizen. mal geerntet werden kann; ich habe aber ſeinen Ertrag nach mehrmaligen wiederholten Ver⸗ daher eina, ſuchen im freien Felde ſo unbedeutend gefunden, und beſonders im zweiten Jahre ſo ſehr mit zu nenga Unkraut durchwachſen, daß ich den Lobeserhebungen, die andre von ihm machen, durchaus zutes Jahr nicht beiſtimmen kann. Im Garten, wenn er gejaͤtet wird, macht er ſich freilich ſchon. 2Jahre eine 1 wonnen hat, Mengekorn, Gemenge. §. 165. In manchen Gegenden herrſcht der Gebrauch, verſchiedene Getreidearten und verſchie⸗ de Menſchen, dene Hulſenfruͤchte, auch Getreidearten und Huͤlſenfruͤchte untereinander zu ſaͤen, und alle zvehlfeil iſt praktiſche Landwirthe behaupten, davon einen groͤßeren Ertrag, als von einzeln geſaͤetem Ge⸗ ein ſoüchen. treide zu haben. Dieſe Behauptung iſt gewiß nicht ohne Grund, und ich habe oft entſchei- ſch ſhr gut dende Erfahrungen daruͤber gemacht. Manchmal gerathen beide Saaten gleich gut, und man bekömmt von beiden einen mit der Einſaat in Verhaͤltniß ſtehenden Ertrag. Zuweilen geraͤth Man hä ader die eine Frucht vorzuͤglich, verdraͤngt die andre faſt, und die Ernte ſteht in keinem Verhaͤlt⸗ 4 niß mit der von jeder Art gemachten Einſaat; je nachdem naͤmlich die Witterung die eine oder die andere beguͤnſtigt. Darin liegt eben der Hauptvortheil, daß wenn die Witterung der ei⸗ nen Frucht nachtheilig iſt, ſie der andern mehr zuſagt, und dieſe dann in dem gewonnenen tder Bau w Raume ſich mehr verbreitet und naͤhrt; wenn man es auch nicht zugeſtehen wollte, daß ver⸗. mpfehlen. ſchiedene Gewaͤchſe ſich auch verſchiedene Stoffe beſonders aneignen. auch ſo ſt Es verſteht ſich indeſſen, daß es Fruͤchte ſeyn muͤſſen, die faſt gleichzeitig reifen. Trifft nt voͤllg ge ihre Reife nicht ganz genau zuſammen, ſo richtet man ſich bei der Ernte nach der, welche die draut in Oberhand hat, oder nach der zuerſt reifenden, da die andre nachreift oder auch unreif zu nicht ſhne Rutzen kommt. Verſchiedene Gemenge laſſen ſich, wenn es darauf ankommt, durch das jetn Wurfeln und Sieben wieder trennen; mehrentheils benutzt man ſie aber in der Vermiſchung. lapmeier Gewiß richtig hat man aber bemerkt, daß die Gemenge den Boden ſtaͤrker angreifen; ſie geben dagegen auch ſtaͤrkeres Stroh fuͤr den Duͤngerhaufen. Gegen das Unkraut glaubt zant vaſneh⸗ man ſich durch Mengekorn mehr zu ſchuͤtzen, was auch in einigen Faͤllen ſo ſeyn kann. gewinnen, b lhanekau§. 166. 5 ihien gruͤna Ddie gewoͤhnlichſten Gemenge ſind: Weizen und Rocken untereinander. Dies Ge⸗ Zen⸗Roceen. . menge iſt unter dem Namen Meteil und Maͤslin in manchen Gegenden ſehr gebraͤuchlich, en im Julul und kommt in dieſen faſt haͤufiger als bloßer Rocken vor. Es wird daraus das gewoͤhnliche den Jahre n Brod gevacken und als vorzuͤglich nahrhaft und ſchmackhaft geruͤhmt. Man behauptet in den r. Ju ſtt Niederlanden, daß auf Boden, der keinen Weizen mehr tragen wolle, der Weizen unter Rok⸗ 3 ken an ſich hoͤheren Ertrag gebe, als wenn er allein geſaͤet werde, und daß man den Rocken Der Vierter Theil. M —————————————— ————— 9⁶ Huͤlſenfruͤchte. noch daruͤber habe. Man ſaͤet das Gemenge gewoͤhnlich in die Weizenſtoppel. In andern Gegenden wird ſtatt des Weizens Spelz mit dem Rocken vermengt, die ſich leichter von einan⸗ der trennen laſſen. Gerſte(die zweizeilige) und Hafer ſind eben ſo gebraͤuchlich und nach meinen Verſuchen ſehr zweckmaͤßig. Iſt der Boden angemeſſen, ſo wird die uͤppigere Gerſte den Hafer uͤberwiegen, wenn ſie fruchtbare Witterung bekommt; im entgegengeſetzten Falle wird der haͤrtere Hafer 4 an ihre Stelle treten und vielleicht beim Ausdruſch das Vierfache betragen. Jedesmal habe ich nach Gewicht und Werth von dem Gemenge mehr gewonnen, als von einzeln geſoͤeter Gerſte und Hafer. Doch geſtehe ich, daß ich den Verſuch nicht auf Boden gemacht habe, der vorzuͤglich fuͤr erſtern geeignet geweſen waͤre. Einige miſchen auch Sommerrocken auf leichtem Boden zu.“ §. 168, Wick⸗Hafer. Unter den Gemengen von Getreide und Huͤlſenfruͤchten kommt am haͤufgſten der Wik⸗ . ken⸗Hafer vor, ſowohl zum Reifen, da er denn mehrentheils, unabgedroſchen und zu Haͤckſel geſchnitten, zum Viehfutter dient, als zur gruͤnen Fuͤtterung und Heu. Man erhaͤlt die Wicken durch den Hafer mehr aufrecht. Auch mengt man Gerſte und Sommerrocken darunter. Gerſte. §. 169. Erbs⸗Rocken. Erbſen ſaͤet man nicht ſelten im geringen Maaße unter Sommergetreide, glaubt dabei lich auf ſolchem Boden, wo man keine Erbſen zu bauen ſich getrauet; auf Sandboden unter Sommerrocken. Die einzeln dazwiſchen ſtehenden Erbſen gedeihen ſodann, welches ſie, allein geſaͤet, nicht thun wuͤrden. Sie laſſen ſich durch das Wurfeln leicht abſondern. 4§. 170. 4 Die Bohnen werden auf kaltgruͤndigem, lehmigem, magerm Boden, beſonders auf Berglande, unter den Hafer geſaͤet. 3 Ein Gemenge aus Bohnen, Wicken, Erbſen, Hafer— alle oder einige zuſammen— Ranh⸗Seug. 1 Brachfeld auf kraͤftigem Boden geſͤet. Hier giebt es ein dicht verſchlungenes und ſich durch Unterſtuͤtzung der Bohnen ziemlich emporhaltendes Feld, und liefert eine groͤßere Futtermaſſe, wie irgend eine Saat. Man laͤßt das Korn ſelten vollkommen reifen, ſondern maͤhet es, leicht ab, und ſchneidet es alsdann zu Haͤckſel. Hiermit werden in manchen Gegenden die Pferde ausſchließlich gefuttert. Oft verſteht man unter Bohnen nur dieſes Bohnen⸗Gemenge. Boden nimmt man mehrere Bohnen, auf ſandigerem mehrere Wicken. am Getreide nicht zu verlieren und die Erbſen obendrein zu erhalten. Es geſchiehet hauptſaͤche kommt in manchen Gegenden unter dem Namen Rauhzeug haͤuſig vor, und wird in das wenn die Koͤrner angeſetzt haben, driſcht es gar nicht oder nur die reif gewordenen Koͤrner ſehr Das Verhaͤltniß der Ausſaat richtet man nach Verſchiedenheit des Bodens ein, auf thonigem . Mit dem Buchweizen vermengt man auch Wicken, beſonders zur Gruͤnfuͤtteung.. Unter dten als ih gnſehung i die dabei ve allgemeinen dert, um ſ Dieſe wie ſie anfat Die betraͤch die Pflanze der Natur auch eine o den Pflanz Gewäͤchſe Katſten ve ſie groß! deſen rich Ale offenen e und ſich de landubliche getroffen giſchen Hak nahnald h die das a meiner d maͤßig ge breiteres durche he Wit dägel an am heſten ——— Hackfruchtbau. 1 In anden. von einan Der Hackfruchtbau. §. 171. Unter dem Namen der Hackfruͤchte, begreifen wir Gewaͤche„die ſowohl ihren Na⸗ Nhn turen als ihrer Benutzung nach m verſchiedene botaniſche und oͤkonomiſche Klaſſen gehoͤren, in iͤemiegn, Anſehung ihres Anbaues und ihrer Behandlung aber miteinander uͤbereinſtimmen; weswegen nnar diie die dabei vorfallenden Operationen und die dazu erforderlichen Inſtrumente am beſten zuvor im jeomal ſi allgemeinen beſchrieben werden koͤnnen, damit dann das beſondere, was jede einzelne erfor⸗ 4 dert, um ſo verſtaͤndlicher und ohne Wiederholung angedeutet werden moͤge. e, de uf leichten§. 172. Dieſe Pflanzen erfordern, um zur Vollendung zu kommen, einen weit gröͤßeren Raum, nten des Bee⸗ wie ſie anfangs einnehnen. Sie werden deshalb in gehoͤrigem Abſtande geſaͤet oder gepflanzt. 9 Die beträchtlichen Zwiſchenraͤume wuͤrden aber vom Unkraute eingenommen werden, dieſes nde Wik⸗ die Pflanzen uͤberwachſen und ihnen die Nahrung rauben, wenn wir ſie nach ihrer Beſtellung den und zu der Natur allein überließen. Das Ausjaͤten wuͤrde nicht nur ſehr koſtſpielig ſeyn, ſondern Nan ethil auch eine andere Forderung, naͤmlich das Lockererhalten der Erde und ihre Vorbereitung, um mmmerrocken den Pflanzen nachmals ſtarke Nahrung zu geben, nicht erfuͤllen. Es iſt daher, ſo lange man Gewaͤchſe dieſer Art, beſonders in den Gaͤrten bauete, das Behacken mit Handhacken oder Katſten verſchiedener Art— wobei man gewoͤhnlich die lockere Erde an die Pflanzen, ſo wie ſie groß werden, heranzieht— als ein unumgaͤngliches Erforderniß angeſehen worden, von glaubt dohei deſſen richtiger und wiederholter Anwendung das Gedeihen derſelben hauptſaͤchlich abhaͤngt. et hauptſäch⸗ dboden unner§. 173. es ſie, alen Allein dieſes Behacken erforderte zu viele Handarbeit, um den Bau ſolcher Fruͤchte im Pferdehacken offenen Felde im Großen betreiben zu koͤnnen. Und da man doch den Vortheil deſſelben fuͤhlte, Trr anhaufes und ſich der Kartoffelbau beſonders mehr verbreitete, ſo ſing man an, den Haken oder andre landuͤbliche Pflugwerkzeuge dazu zu gebrauchen. Mehrere haben eine Abaͤnderung des Hakens ſſonders u getroffen, um ihn zu dem Zwecke bequemer einzurichten. Meine Umformung des Mecklenbur⸗ giſchen Hakens, ſo wie ich ihn in meiner Ausgabe von Bergens Viehzucht abbildete, erhielt Beifall, und verbreitete ſich unter dem Namen der Kartoffelhacke am meiſten. Ich habe ihn ſanmen— nach mals hauptſaͤchlich durch Weglaſſung der Scheerdeichſel und durch eine freiere Anſpannung, vird in dau die das Inſtrument mehr der Gewalt des Fuͤhrers uͤberlaͤßt, derbeſſert, und im 3ten Hefte d ſich dun meiner Beſchreibung der nutzbarſten Ackerwerkzeuge abgebildet. Seitdem habe ich es zweck⸗ Futtermaſt maͤßig gefunden, ihm ſtatt der vordern eiſernen Spitze, womit er in die Erde eingreift, ein miͤßet es breiteres weniger ſpitzes, Schaar zu geben, damit er mehrere Erde aus dem Grunde der n Fummerſeh Furche heraushebe, und an die Ruͤcken anhaͤufe. Gegenden die Wir haben dieſem Inſtrumente auch bewegliche Streichbretter gegeben, welche durch gen⸗Gemenge. Buͤgel an ihren hintern Theilen weiter oder enger geſpannt werden koͤnnen, und die man dann uf thonigen am beſten von gegoſſenem Eiſen nimmt. Hierbei fand ſich zwar nichts zu erinnern, da man aber ſo allgemein mit jenem Inſtrumente zufrieden war, ſo haben wir Bedenken getragen, terung. es komplizirter zu machen, damit ſeine Verbreitung dadurch nicht erſchweret werde. Dasjenige engliſche Inſtrument, welches im zten Hefte meiner Beſchreibung der Acker⸗ werkzeuge, Tafel I. und II. Abgebudet und der doppelte Streichbrett⸗Pflug benannt iſt, ver⸗ M 2 ——————— 5 3 7 9 Hackſtuchtbeau. richtet die Arbeit des Anhaͤufelns freilich auf eine noch vollkommnere Weiſe, bringt hoͤhere 66 uf Ruͤcken mit tieferen Furchen hervor, und ſtreift das an den Anwaͤnden haͤufig ausſchlagede nder Reſe Unkraut, wenn die Streichbretter mehr auseinander geſpannt werden, ſchaͤrfer ab; weswe⸗ Am) 6 . gen durch Anwendung deſſelben der Hackfruchtbau ungleich vollkommener, als ohne ſelbiges nu qlitt G betrieben werden kann. Man gebraucht es ſelten bei der erſten Anhaͤufung, weil dieſe nicht tuvix und ſte ſo ſtark zu ſeyn braucht, und das Inſtrument eine Anſpannung von zwei Pferden erfordert, an ſie nicht i wogegen jene leichte Pferdehacke auch auf ſehr ſchwerem Boden nur eines Pferdes bedarf. Ferner hobel dazu, d 5§. 174. 2 G. hat. Zur geichte Pfläge Manche Gewaͤchſe verlangen aber eine Bearbeitung, bevor ſie angehaͤuft werden kön⸗ Dickſon, N. vir diwen, nen; nicht bloß zur Zerſtoͤrung des Unkrauts, ſondern um die nachher anhaͤufende Erde zu ndlich pulvern, zu luͤften, und ihre darin enthaltenen Nahrungstheile aufloͤsbar zu machen. Man ſonedenden S pfluͤgt zu dem Ende die Erde zuweilen mit einem leichten, raͤderloſen Pfluge von den Pflanzen z26 ab, ſo daß der Pflug mit ſeiner geraden Seite moͤglichſt nahe an der Pflanzenreihe, jedoch ua tohne die Wurzeln erheblich zu beſchaͤdigen, herſtreiche, und die abgeſtrichene Erde ungefoͤhr ſeſeden hat, in die Mitte des Zwiſchenraums lege. Um die Pflanzen nicht zu ſehr zu entbloͤßen, pflegt 1 zihigkeit und man ſie zuerſt nur von einer Seite abzuſtreichen, und 5 bis 6 Tage ſpäͤter von der andern. mc der ſh Es bildet ſich dann ein Kamm von lockerer Erde in der Mitte des Zwiſchenraums. Dieſer deshuduthr Kamm wird, nachdem er eine Weile ſo gelegen, durch den doppelten Streichbrettopflug wie⸗ dDas Geſul a der geſpalten und an die Pflanzenreihen hinangebracht, die nun ihre Wurzeln in dieſe friſcch fuuztbau fün gelockerte Erde hineinſchlagen koͤnnen. Der leichte Pflug, womit man dies am bequemſten vollfuͤhrt, iſt im erſten Hefte meiner Beſchreibung der Ackerwerkzeuge Taf. VI, VII, VIII,„ in allen ſeinen einzelnen Theilen abgebildet; doch kann man ſich auch bei weiteren Entfernun. d Weſ gen jedes raͤderloſen Pfluges, insbeſondere des Baileyſchen, dazu bedienen. 1 9 A de So wirkſam dieſe Operation iſt, wenn ſie gehoͤrig gemacht wird, ſo iſt doch nicht zu einem Pferde leugnen, daß ſie ihre Schwierigkeiten habe: daß beſonders geſchickte Arbeiter dazu erfordetrt 7 pferd han werden, und daß man ſehr genau den gerechten Zeitpunkt wahrnehmen muͤſſe; was bei un- arbeitet werd guͤnſtiger Witterung Schwierigkeiten hat, vorzuͤglich auf gebundenem und feuchterem Boden, ſo iſt der We⸗ und daher neben vieler Aufmerkſamkeit auch ein gewiſſes praktiſches Gefuͤhl vorausſetzt. Ohne 1n Jechart, dies kann dieſe Operation leicht nachtheilig werden. Auch findet ſie faſt nur ſtatt, wo die Shhaufpfug Pflanzenreihen mindeſtens auf 2 Fuß Entfernung ſtehen. Da das Abſtreichen von beiden aüch einen Eſe Seiten der Pflanzenreihen geſchehen muß, ſo erfordert es auch doppelt ſo viele Arbeit als das ucr nehr ale einfache Anſtreicen. nn ian d “ S. r75.“ aemei Schanet⸗ und. Zwar nicht ganz ſo wirkſam, aber weit bequemer und mehrentheils zureichend wird da⸗ oder ſehenr RAahryhage. her der Zweck— Vertilgung des Unkrauts und Lockerung der Erde— durch ſolche Inſtrxy aan zwei N maeente erreicht, welche die Erde der Zwiſchenraͤume nur flach abſchaufeln, und dabei zugleich führ.. Hat ruͤhren und pulvern. Man hat ſolche Inſtrumente von mannigfaltiger Art. Eins der wirk⸗ d pfeder ſamſten und zugleich einfachſten iſt dasjenige, welches ich nach meiner erſten roheren Konſtruk. Jah wan 4 tion in Bergens Anleitung zur Viehzucht, verbeſſert und vereinfacht aber im zten Hefte mei- enthehre 3 ner Beſchreibung der Ackerwerkzeuge Taf. VII. abgebildet habe. Man kann daran das Rich⸗ ua en tungsrad vorne auch weglaſſen und ihm einen Baum und Stellungsbuͤgel geben, wie er ſich Vane 8 an den roͤderloſen Pfluͤgen beſindet. n belden Pfede .* 4 25 8 8. 8 6 ſerde 4A ngt hiͤher ſ chlagende 3 weswi e ſelbiges diſe nicht aioedert, ah. werden k⸗ ne Erde u hen. Mu en Pflanzen ihe, jedoch de wagefäͤhr dßen, pegt der andern. ms. Dieeer topflug wie⸗ in diſe friſch m bequemſten „VII, VIll, en Eotfernun⸗ doch nicht azu erfotder was bei mn terem Bodan uöſetzt. Ohne tatt, wo die von beiden heit als das end wied dar ſolche gnſtu dabei ugleich ni der wirk⸗ Konſtruk⸗ Hefte mei⸗ das Rich⸗ wie er ſch ſchneidenden Schaare ohne Streichbrett dazu bedienen. Hackfruchtbau. 93 Auf ſehr gebundenem Boden kann es rathſam ſeyn, jedem Schaare noch ein Voreiſen oder Meſfer zu geben. Wird bloß ein Abſchaufeln des Unkrauts und der oberen Erdrinde bezweckt, ſo nimmt man platte Schaare. Soll aber die Erde geruͤhrt und gepulvert werden, ſo macht man ſie konver und ſtellt das Inſtrument tiefer. Jenes geſchiehet wenn die Pflanzen noch klein ſind, um ſie nicht mit Erde zu uͤberſchuͤtten. Ferner gebraucht man auch ein Inſtrument mit einem breiten Schaufeleiſen oder Erd⸗ hobel dazu, von der Art, wie man es gewoͤhnlich zum Ausſchaufeln der Wege in den Gaͤrten hat. Zur Noth kann man ein aͤhnliches Inſtrument auch von Menſchen ziehen laſſen.(Vergl. Dickſon, Bd. I. Taf. V. Fig. 6.) Endlich kann man ſich auch eines gewoͤhnlichen raͤderloſen Pfluges mit einem doppelt Vuariationen dieſer Inſtrumente finden unzaͤhlige ſtatt, denen man verſchiedene Namen gegeben hat, ohne daß ſie im weſentlichen verſchieden ſind. Sie muͤſſen ſaͤmmtlich nach der Zaͤhigkeit und Bindigkeit des Bodens verſchieden modifizirt werden, auch, wie oben geſagt, nach der ſchon erlangten Staͤrke der Pflanzen, die man damit bearbeiten will. Man kann deshalb mehrere Arten von Eiſen in daſſelbe Geſtell einſchrauben. Da dieſes oͤftere Abaͤndern das Geſtell aber leicht angreift und Zeit wegnimmt, ſo halte ich es bei einem erheblichen Hack⸗ fruchtbau fuͤr rathſamer, mehrere Inſtrumente zur Hand zu haben. §, 176. Wie ſich die Beackerung des Bodens mit dem Pfluge gegen die mit dem Spaten verhaͤlt, ſo das Bearbeiten der Hackfruͤchte mit dieſen Inſtrumenten gegen das mit der Handhacke. dieſe Inſtru⸗ Es macht den Bau dieſer Fruͤchte im Großen den meiſten Wirthſchaften allein moͤglich. Mit mente. einem Pferde, und wenn man einen geuͤbten Fuͤhrer, und ein dazu gewiſſermaßen abgerichte⸗ tes Pferd hat, mit einem Menſchen, koͤnnen ohne Anſtrengung in einem Tage 3 ½ Jochart be⸗ arbeitet werden. Denn da auf drei Pflugfurchen nur ein Zug mit dieſer Pferdehacke erfolgt, ſo iſt der Weg, den das Pferd und der Fuͤhrer zu machen haben, nur gleich dem Pfluͤgen von 1 ½¾ Jochart, und die Anſtrengung eines Pferdes mit der kleinen Pferdehacke und mit dem Schaufelpfluge iſt kaum gleich der Anſtrengung zweier Pferde vor dem Pfluge. Man kann auch einen Eſel, wenn man dieſe Thiere halten will, dazu gebrauchen. Indeſſen werden oft nicht mehr als 24 Jochart, dieſe aber auch zum mindeſten gemacht. Weil naͤmlich die Arbeit mit einiger Vorſicht gemacht werden muß, ſo darf man die Leute, bevor ſie eingeuͤbt ſind, nicht antreiben ſich zu ſputen. Auch kommt es, wie beim Pfluͤgen, auf laͤngere Zuͤge oder auf haͤufigere Wendungen an. Sind Pferde und Menſchen an dieſe Arbeit noch nicht gewoͤhnt, oder ſtehen die Pflanzen nicht voͤllig in gerader Linie, ſo geht man wenigſtens ſicherer, wenn man zwei Menſchen zur Arbeit nimmt, einen, der das Pferd, und einen, der das Inſtrument fuͤhrt. Hat man einen verſtaͤndigen leichten Jungen, ſo iſt es am beſten, daß man ihn auf dem Pferde reiten laͤßt, weil er ſo am richtigſten vor ſich ſehen, und das Pferd lenken kann. Ziehet man zum zweitenmale in derſelben Richtung her, ſo kann man des Pferdefuͤhrers immer entbehren, weil das Pferd von ſelbſt in der erſten Furche gehet. Vor den großen Anhaͤufe⸗ pflug gehoͤren, wenn er tief eingreifen ſoll, jedoch zwei Pferde, welche durch eine breite Waage ſo weit von einander geſpannt werden muͤſſen, daß der Pflug in der Mittelreihe, die belden Pferde aber in den Rebenreihen gehen. —— Arbeitserſpa⸗ rung durch ö—— — ———— —— —Vy—n[[ſiq„————C—C———ᷣ—ᷣ—ᷣ—ᷣᷣ—— 94 b Hackfruchtbau. Die geringſte Tagesarbeit, welche man mit dieſen Inſtrumenten macht, gleicht der bon 40 Handarbeitern. Denn um ſie gleich wirkſam zu verrichten, werden wenigſtens 16 Arbeuer auf 1 Jochart erfordert.“ 1 ſa §. 177. Wichtigkeit Es kommt bei dem Anbau dieſer Gewaͤchſe im Großen oft nicht ſo ſehr darauf an, den derſelben bei dieſem Bau⸗. 3 3. ringſten Arbeitskoſten mache. Die Landrente betraͤgt weit weniger als die Arbeit, und da ſie . ſtatt der Brache gebauet werden, und die Zwecke dieſer erfuͤllen, ſo kann ihnen die bandrente kaum zur Laſt geſchrieben werden. Wenn ich 400 Ctr. von 1 Jochart mit dem Arbeitsauf⸗ wande von 68 fl. und 300 Ctr. mit dem Arbeitsaufwande von 17 fl. gewinnen kann, ſo iſt der Vortheil oft auf Seiten des letztern, um ſo mehr, wenn es mir nicht an Acker, den ich dazu benutzen und dadurch verbeſſern kann, wohl aber an Arbeitern, um eine groͤßere Flaͤche mit Sorgealt zu beſtellen, fehlet. Die entfernter ſtehenden Gewäͤchſe koͤnnen wirkſamer als die dichiſtehenden bearbeitet werden. 4 S. 178.— Es iſt von Wichtigkeit, daß man kurz vor dem Pflanzen oder Reihenſaͤen dieſer Ge⸗ waͤchſe, das hervorkeimende Unkraut voͤllig zerſtoͤrt habe, damit keine Bearbeitung fruͤyer noͤ⸗ thig werde, bevor die Pflanzen etwas emporgewachſen ſind Die gehoͤrige Vorbereitung des Bodens mit dem Pfluge verſteht ſich von ſelbſt; aber nach der letzten Furche thut man wohl, den Acker gleich zu eggen, dann bei trocknem Wetter die Kloͤße mit der Walze zu pul⸗ vern, und darauf wieder recht klar zu eggen. Hierdurch befoͤrdert man die ſchnellere Keimung des Saamenunkrauts, und wenn dieſe geſchehen iſt, uͤberzieht man den Acker unmittelbar vor der Beſtellung mit dem Exſtirpator und egget ihn wieder, wodurch das abermalige Hervor⸗ kommen des Unkrauts, wo nicht vöͤllig verhuͤtet, doch auf laͤngere Zeit zuruͤckgehalten ſeyn wird, ſo daß man ohne zu ſchaufeln oft unmittelbar zum Anhaͤufeln ſchreiten kann. Dieſe Arbeit verlohnt ſich vielfach durch Erſparung der folgenden.“ §. 179. Vorbereitung des Ackers, Der Marqueur oder Reihenzies oder Furchenzieher, den man auch Marqueur nennt, der aber doch mehrentheils tiefer fur⸗ der. chen muß, als andre beim Gartenbau gebraͤuchliche Inſtrumente dieſes Namens thun. Man kann die Furchenzieher von Eiſen oder von Holz mit Eiſenblech beſchlagen, nach Fellenbergſcher Art machen. Man zieht damit bloß die Reihen in einer Richtung, oder man bezeichnet— kreuzenden Zuges auch die Punkte, wo jede Pflanze ſtehen ſoll. Die kleinen Furchen, welche theils haben ſie bei der Pflanzung den Vortheil, daß die Pflanzen etwas verſenkt zu ſtehen kom⸗ men, wodurch ſie mehr Schutz gegen die Duͤrre erhalten, die Feuchtigkeit mehr anziehn, und in der Folge mehrere lockere Erde oben bekommen. Bei dem Saͤen feinerer Saamen dienen ſie mit die Erde locker bleibe. moͤglichſten Ertrag von einer Erdflaͤche zu gewinnen, als darauf, daß das Gewonnene die ge⸗ Ein Werkzeug, welches bei dem Bau dieſer Fruͤchte hoͤchſt nutzbar wird, iſt ein einiet⸗ vielleicht durch veraͤnderte Einſetzung der Eiſen in andern Diſtanzen— mittelſt eines durch⸗ dieſes Inſtrument zieht, bewirken theils, daß die Pflanzen in parallele Linien zu ſtehen kommen, aber zugleich zur Saatfurche, in welche die Koͤrner eingelegt, eingeſtreuet oder mit der Ma⸗ ſchine eingebracht werden. Man muß aber den Zug unmittelbar vor dem Saͤen machen, da⸗ wdenen w erle, wd dher eine Reihe kuntruirt, abe in Dſſtanzen! fobe zwei der ſen, Mais u. feineren Simer det, Wenn ma des an der Maſch Räochenszur B⸗ Wenn di dann zu verſet beſſer vertilgen Wenn m dazu beſtimmt Daß man dab von bekannten den, nehme, weilen, und! ihrem erſten? mittel ſicher iſ Stroh daruͤben Blatt bekomm jerſtort Daß ma ſeiſch geduͤngeen die Aus ſchäh dan ſſe maͤßig, ei hen, wenn m weite und ſog Im al Jocharts 8 24 lederguß von noch anderweit Dann m. Päonzen. d den Unktauts funden. Hackfruchtbau. 95 oöt der bon 3. 5 Nbeite§. 180. 3 Bei denen in weiterer Entfernung ſtehenden Hackfruͤchten, die man aus Saamen auf Eigſache Sass der Stelle, wo ſie ſtehen bleiben ſollen, erzieht, bedient man ſich mehrentheils nur einfacher e Das oder eine Reihe ausſtreuender Saͤemaſchinen. Man hat ſie zwar auch mit 2 und 3 Gaͤngen a n, den konſtruirt, aber keinen Vortheil dabei, und es dagegen unangenehm gefunden, daß man mit Rene N ge den Diſtanzen nach Verſchiedenheit der Fruͤchte und des Bodens nicht wechſeln konnte. Ich „uRe habe zwei der zweckmaͤßigſten Maſchinen, die eine zu groͤßeren Saamen, wie Bohnen, Erb⸗ die kandeente ſen, Mais u. ſ. w. im 2ten Hefte meiner Beſchreibung der Ackerwerkzeuge Taf. VI. und zu Arbeitsnuf⸗ feineren Saͤmereien, wie Ruͤben, Kohl, Rapps, Senf u. ſ⸗ w. daſelbſt Taf. VIII. abgebil⸗ kann, ſo ſ det. Wenn man ſich aber des vorbeſchriebenen Furchenziehers bedient, ſo bedarf es weder er, den ih des an der Maſchine angebrachten Furchenziehers noch des an dem Bohnendriller angebrachten here glaͤce Raͤdchens zur Bezeichnung der naͤchſten Furche. mer als de 3 §. 181. Wenn die Pflanzen dieſer Gewaͤchſe auf einem Saamenbeete erzogen werden, um ſie Seedumn der dann zu verſetzen, ſo ſtreuet man den Saamen entweder verbreitet, oder um das Unkraut Bhawenteret. en dieſer gei beſſer vertilgen zu koͤnnen, in dichtſtehenden Reihen aus.“ g ftuͤyer ni⸗ Wenn man den Bau einer ſolchen Frucht im Großen beſchloſſen, das erforderliche Land Vordereitung dazu beſtimmt und bereitet hat, iſt es hoͤchſt verdrießlich, mit Pflanzen zu kurz zu kommen. ce that man Daß man daher fuͤr guten Saamen ſorge, dieſen wo moͤglich ſelbſt erziele, oder doch direkte Jalze zu pul⸗ von bekannten Anbauern, nicht von Saamenhaͤndlern, die damit ſelbſt oft hintergangen wer⸗ lere Kamung den, nehme, iſt ſehr wichtig. Aber auch bei dem beſten Saamen mißrathen die Saaten zu⸗ zmittelbat vor weilen, und vorzuͤglich iſt den Pflanzen aus dem Ruͤben⸗ und Kohlgeſchlechte der Erdfloh bei alige hetd: ihrem erſten Aufkeimen gefaͤhrlich, gegen welchen bei trockner Witterung kein andres Huͤlfs⸗ gehalten ſen mittel ſicher iſt, als vielleicht das Saamenbeet gleich mit Reiſern zu bedecken, einen Zoll dick kanu. Daſ Stroh daruͤber herzulegen und dieſes immer feucht zu erhalten, bis die Pflanzen das vierte Blatt bekommen haben, wo ſie dieſes Inſekt zwar noch angreift, aber nicht leicht voͤllig zerſtoͤrt. Daß man zum Saamenbeete gut bereiteten, weder zu feuchten noch zu trocknen, nicht t ein einiet: friſch geduͤngeen aber in guter Duͤngkraft ſtehenden Boden nehme, verſteht ſich von ſelbſt. gtiefer fi. Die Ausſaat mancher Pflanzen muß ſo fruͤh als moͤglich geſchehen. Gegen ſpaͤtern Froſt hun. Meon ſchuͤtzt man ſie auch durch jene Bedeckung. Kalk⸗Miſtbeete(Kouſchen) ſind zwar ſehr zweck⸗ Uenbergſchh maͤßig, aber im Großen nicht leicht anwendbar. Die fruͤhe Ausſaat muß um ſo mehr geſche⸗ dezeichnet- hen, wenn man eine Zerſtoͤrung derſelben durch den Erdfloh zu beſorgen hat, damit man eine eines durch zweite und ſogar eine dritte, wozu der Saame vorraͤthig ſeyn muß, machen koͤnne. rcen, velhe Im allgemeinen Durchſchnitte kann man annehmen, daß man zur Beſtellung eines then kommen, Jocharts 8 Quadratruthen zum Saamenbeete nehmen muͤſſe. Sie werden zuweilen einen Iſihen kom⸗. Ueberfluß von Pflanzen geben, wobei aber ein ſehr geringer Verluſt iſt, indem man das Land nüiehn, 4 nooch anderweitig und die uͤberfluͤſſigen Pflanzen ſelbſt zur gruͤnen Fuͤtterung gebrauchen kann. nanhe Wenn man die Arbeit des Jaͤtens daran wenden kann, ſo verlohnt ſie ſich durch ſtarke an, d Pflanzen. Ich habe mich aber oft mit dem bloßen Abmaͤhen des die Pflanzen uͤberwachſen⸗ naghen, den Unkrauts, beſonders der Melde und des Hederichs, begnuͤgt, und es zureichend ge⸗ funden. ——— ——— ————ꝛ— 96 Ausheben der Pflanzen⸗ Hackfruchtbau. S. I828.. Wenn die Pflanzen auf dem Saamenbeete die erforderliche Stike und eine gewiſe Haͤrte erlangt haben, ſo muß man mit ihrer Pflanzung eilen, damit ſie nicht zu hochſtenghicht werden. Trifft man dann eine guͤnſtige regnichte Witterung, ſo geht das Verſetzen leicht und erfordert einen geringern Arbeitsaufwand. Man muß dieſe Witterung dann mit allen Kraͤften wahrnehmen, und alles, was man von Arbeitern zuſammenbringen kann, dabei anſtellen, um die Auspflanzung moͤglichſt ſchnell zu vollfuͤhren. Auch dieſe Arbeit koſtet weniger, wenn man ſie gehoͤrig zu theilen weiß, und ſo, daß einer dem andern in die Hand arbeite; wobei dann freilich eine ausdauernde Aufſicht noͤthig iſt, die ihr aber beſſer gewidmet werden kann, als wenn die Arbeit ſich laͤnger verzoͤgert. Einige Menſchen werden bei dem Aufnehmen der Pflanzen angeſtellt. Sie duͤrfen die Pflanzen, wenn der Boden einigermaßen erhaͤrtet iſt, nicht ausreißen, ſondern die Erde muß ſpatenweiſe abgeſtochen, zur Seite gelegt, und die Pflanzen dann ausgenommen werden, damit die feinen Spitzen ihrer Wurzeln moͤglichſt wenig verletzt werden. Dann wird ein Kuͤben voll eines fluͤſſigen Breies bereitet, aus leicht zerfal⸗ lendem merglichten Lehm, reinem Kuhmiſt oder ausgegohrner Jauche mit ſo viel Waſſer, daß der Brei die hineingehaltenen Wurzeln und ihre feinen Faſern überzieht und daran haͤngen bleibt. Er darf alſo weder zu ſteif noch zu fluͤſſig ſeyn. So wie eine Hand voll Pflanzen ausgenommen und ihre Blaͤtter verſtutzt ſind, taucht man die Wurzeln in dieſen Brei, und ſie werden dann, handvoll bei handvoll, in einem Korbe aufgeſtellt, worin ſie dann nach dem Pflanzenfelde hingebracht werden. Dieſes Ueberziehen der Wurzeln iſt eine ſo leichte als wohl⸗ Das Pflanzen. thaͤtige Methode, um die Pflanzen gegen die nachtheilige Einwirkung der atmoſphaͤriſchen leuft, und gegen die Austrocknung zu ſichern, auch um den zarten Wurzelfaſern ſogleich einige Nah⸗ rung zu reichen. So verwahrte Pflanzen koͤnnen es allenfalls aushalten, einige Tage au⸗ ßer der Erde zu ſeyn, wenn man ſie weiter verſenden will. Doch iſt eine unmittelbare Ein⸗ pftanzung allerdings beſſer. Iſt der Boden feucht und der Himmel nur truͤbe, ſo beduͤrfen ſolche Pflanzen des Angießens nicht, und bleiben dennoch ganz aufrecht, wodurch ein großer Theil der Arbeit erſpart wirrdr. Nach der Entfernung des Weges und der Groͤße der Pflanzung, ſind eine oder mehrere Perſonen mit dem Hinſchaffen der Pflanzen nach dem Felde beſchaͤftigt. Sie vertheuen die Pflanzen unter den Pflanzern, oder es iſt ein beſonderer Nann dazu angeſtellt, der ſie ihnen aus dem Korbe darreicht, ſo wie ſie ſolcher beduͤrfen. G 8 ¹§. 183. Bei dem Pflanzen ſelbſt kann die Arbeit noch vertheilt werden, zwiſchen denen, welche die Loͤcher an den durch den Furchenzieher beſtimmten Stellen machen, und die eingeſetzte Pflanze mittelſt eines zweiten daneben gemachten Einſtichs andruͤcken, und denen, welche die Pflanzen in die 8oͤcher hineinhalten. Dieſe Leute muͤſſen aber wohl geuͤbt ſeyn, um ſich ein⸗ ander in die Hand zu arbeiten; widrigenfalls laͤßt man das Loͤchermachen und das Einſetzen der Pflanze lieber von denſelben Perſonen verrichten. Jede Perſon oder jedes Paar hat eine einzelne— nur bei dichten Pflanzungen eine doppelte— Reihe, und ſo arbeiten ſie, in ſchroͤger Linie einander folgend, das Feld hinunter und wieder herauf, wobei man ſie alle in gleichem Takte zu erhalten ſuchen muß. 3 Das Loͤchermachen und Andruͤcken der Pflanze geſchieht gewoͤhnlich mit einem hoͤlzernen Srocke, der einen bequemen Handgriff hat. Beſſer indeſſen iſt es, wenn man ſich eines eiſer⸗ nen Inſtruments dazu bedient. Acker⸗ Auf der erſten Tafel des zten Hefts meiner Beſchreibung der Alckerwerlel vortuffih ſete Knn ze iſin Cnho geraden Stiele tinſoßen koͤnne hälzernen Sto Iß der t geſetzten! muß. Bei ſol Wenn di Pfanzen darun die nachgeſetzten ſtes jedoch nd ſonſt leicht wit ten, und nich Mehre breiteren oder Wurzelpflanz ſie auf Kaͤm zu ſäen. D geworfen un kaͤnge nach i den beſten Er lchen Tiefe ti krauts dabei den oder den geoͤßtentheils, man die Ruͤck wſo das ji bedecken. Au vertilgt. Ne indem mand bei dieſer R am beſten fü Auf di maſchine geſe Ader das Re fahrung dieſe ſehr geränigt Ehnige teirt unter d Dierter g ——— Hackfruchtbau. 97 Ackerwerkzeuge iſt ein ſolches Inſtrument abgebildet, womit das Pflanzen bei einiger Uebung vortrefflich geſchiehet. Der Pflanzer hackt damit in die Erde, ruͤttelt das Inſtrument etwas, ze hai ſetzt die Pflanze ein, hackt dann daneben wieder ein, und druͤckt die Erde an. Sind die Leute dast und zu dieſem Einhacken zu ungeſchickt, ſo iſt es freilich beſſer, ein ſolches Inſtrument mit einem unn Frit geraden Stiele machen zu laſſen, welcher oben eine kleine Kruͤcke hat, und womit ſie bequem k nfclen einſtoßen koͤnnen. Die Erde wird dadurch nicht ſo ſehr verballt, als es durch einen runden gn 44 hoͤlzernen Stock geſchieht.. bente dad Iſt der Boden trocken und die Witterung ſonnig und heiß, ſo darf das baldige Angießen eerd ſen der geſetzten Pflanzen nicht verſaͤumt werden, wozu man das Waſſer in Kuͤben herbeifahren nn, muß. Bei ſolcher Witterung iſt es rathſam, nur gegen Abend zu pflanzen. fuehmenn Wenn die Pflanzung auch aufs gluͤcklichſte gerathen iſt, ſo werden doch immer einige erhaͤrtet Pflanzen darunter ſeyn, die nicht angehen oder zufaͤllig zerſtoͤrt werden. Sobald ſich dieſes t, und A zeigt, muß man mit dem Nachpflanzen eilig ſeyn; denn wenn man ſich verſpaͤtet, ſo holen lccht wenig die nachgeſetzten Pflanzen die uͤbrigen nicht ein, ſondern werden davon unterdruͤckt. Zuweilen ſacht zeifal⸗ iſt es jedoch noͤthig, vor dem Nachpflanzen zu ſchaufeln, weil man die nachgeſetzten Pflanzen daſſr, daß ſonſt leicht mit der Erde aͤberſchuͤtten wuͤrde. Man muß gute ſtarke Pflanzen vorraͤthig behal⸗ unhnn ten, und nicht etwa zuruͤckgelaſſene Schwaͤchlinge, die um ſo weniger aufkommen. voll Pflanzen 1 n Brei, und§. 184. an nach dem Mehrentheils geſchieht zwar die Pflanzung dieſer Gewaͤchſe auf ebenem Boden, oder auf Setzuns der ne als wohl⸗ breiteren oder ſchmaͤleren zuſammengepfluͤgten Beeten. Man hat aber auch, um beſonders den Pfrandt nuf järiſchen uft Wurzelpflanzen eine tiefere Erdkrume gleich von Anfange an zu geben, die Methode gewaͤhlt, Stuücken. c elnige Na⸗ ſie auf Kaͤmme oder Ruͤcken, die man vorher aufpfluͤgte, zu pflanzen, oder auch in Reihen nige Tage a zu ſaͤen. Dieſe Kaͤmme werden am beſten mit dem groͤßern doppelten Streichbrettpfluge auf⸗ nitteldare En⸗ geworfen und damit vorzuͤglich gut gebildet. Manchmal uͤberzieht man ſie dann wieder der „ſo dadin Laͤnge nach mit einer Walze, um ihre Spitze etwas platt zu druͤcken. Dieſe Bauart hat oft rch ein guhe den beſten Erfolg, da die Wurzeln durchaus lockere und fruchtbare Erde bis zu einer betraͤcht⸗ 4 lichen Tiefe treffen, und ſich deshalb ſehr verlaͤngern koͤnnen. Rur iſt die Vertilgung des Un⸗ oder meher krauts dabei ſchwieriger, und man muß entweder die Methode des Abpfluͤgens§. 161. anwen⸗ verthellen de den oder den Zeitpunkt genau wahrnehmen, wo das in der Oberflaͤche befindliche Unkraut der ſie ihn groͤßtentheils ausgekeimt, aber noch nicht eeſtarkt iſt, und dann mit eben dem Pfluge, womit man die Ruͤcken aufgeworfen, jedoch etwas breiter auseinander geſpannt, wieder herziehen und ſo das junge Kraut abſtreifen und mit friſcher aus dem Grunde herausgehobener Erde bedecken. Auf der Spitze der Ruͤcken zwiſchen den Pflanzen wird es mit der Handhacke leicht enen, welt vertilgt. Verſaͤumt man aber den gerechten Zeitpunkt, ſo wird das Ausjaͤten ſehr ſchwierig, die eingſh indem man den Schaufelpflug nicht gut anwenden kann. Die groͤßten Ernten habe ich immer i, welche bei dieſer Methode gehabt. Sie paßt aber fuͤr loſen, austrocknenden Boden nicht, ſondern un ſich ai⸗ am beſten fuͤr ſtrengen und feuchten. das Ginſetzen Auf dieſe aufgeworfenen Ruͤcken kann auch der Saame dieſer Gewaͤchſe mit der Drill⸗ dey Jaat hat maſchine geſaͤet werden, und der Erfolg iſt wegen der großen Tiefe der Krume erwuͤnſcht. heiten ſie, in Aber das Reinerhalten von Unkraut iſt hier noch ſchwieriger, und ich rathe nach meiner Er⸗ an ſie ale i fahrung dieſe Methode nur auf ſolchem Acker anzuwenden, der vom Saamenunkraute ſchon ſehr gereinigt iſt. em hoͤlzerneg Einige haben, beſonders bei unzureichendem Miſtvorrath, empfohlen, ſolchen konzen⸗ h eines eſſe⸗ trirt unter die Reihen der Pflanzen zu bringen, damit dieſe um ſo mehr Nahrung daraus hreibun der Vierter Theilr. R Acker⸗ 3 1 3 2 8— —————————V—————————— ———. — ⸗— ————ᷣ—ᷣ—ᷣℳÿℳ⸗è ᷓ́êᷓêʒʒé;O— 3* 9s HGHackfruchtbau. ziehen moͤchten. Dies wird folgendermaßen bewirkt: man ziehet mit dem doppelten Streich⸗ 8, brettspfluge Furchen in moͤglichſt gleicher und beſtimmter Entfernung. Dann laͤßt man einen eeinſpaͤnnigen Miſtkarren, deſſen Gleis ungefaͤhr ſo breit ſeyn muß, daß die Raͤder in den bei⸗ den aͤußeren Furchen, das Pferd aber in der Mittelfurche gehen, die Reihe entlang fahren, Ein dem Karren folgender Arbeiter ziehet hinten den Miſt ab, in kleine nicht weit entfetnte G Haufen, und zwei andere Arbeiter vertheilen ihn in die drei Furchen. Dieſer Miſt darf aber nicht mehr ſtrohig ſeyn. Wenn der Miſt auf die Weiſe eingelegt iſt, ſo ſpaltet man mit dem⸗ ſelben Pfluge die Stuͤcken wieder ſo tief als moͤglich und bedeckt den Miſt mit dieſer Erde. Man uͤberzieht dann das Feld in der Richtung der Furchen mit einer Walze, und ſäet oder pflanzt dann auf den Ruͤcken. Die Pflanzen kommen folglich gerade uͤber den Miſt zu ſtehen. Es ſcheint mir aber dieſe Methode nicht ſo vortheilhaft zu ſeyn, wie ſie von manchen —.— aausgegeben iſt. Ich ziehe es vor, den Miſt fruͤher auf den Acker zu bringen und ihn durch mehrmaliges Pfluͤgen mit der Ackerkrume zu mengen. Dies iſt’, wo nicht ſchon fuͤr die unmit⸗ telbar aufzubringende Hackfrucht, doch gewiß fuͤr die folgenden Ernten zutraͤglicher, und hier⸗ auf muß bei dem Hackfruchtbau vornehmlich Ruͤckſicht genommen werden. Die Hackfruͤchte erreichen mit ihren Wurzeln immer auch den mit der Ackerkrume gemengten Duͤnger, wenn ſie angehaͤuft werden, da ihnen die ganze Oberflaͤche der Erde zugepfluͤgt wird. Und wenn dieſe Operation an ſich auch nicht ſchwierig iſt, ſo iſt doch nicht zu leugnen, daß ſie mit vieler Weitlaͤuftigkeit und Aufenthalt verbunden ſey. Ich habe ſie nur einmal verſucht, und ich un⸗ koͤnnten. uͤber ich mich auf S. 55— 63. des z3ten Bandes beziehe. — Wir gehen zuvoͤrderſt zur Betrachtung Der Handelsgewaäaͤchſe : uͤber, von denen mehrere durch Anwendung der Pferdehackenkultur am vortheilhafteſten be bauet werden. 8— —§. I 8 5. Allgemeine .. über den Han⸗ zelsgewuchsbau breitet, ſondern im Gegentheil nur auf einzelne Gegenden und auch hier meiſtens nur auf ein⸗ zelne Artikel beſchraͤnkt habe. erachtet man dieſer Produkte ſehr haͤufig bedarf, und ſie durch große Umwege und nachdem ſie die Hand mehrerer Kaufleute durchgegangen ſind, kaufen muß. Vermdoͤge dieſes Anbaues ſcheint der Werth des Grund und Bodens oder die Landrente ſich uͤber den hoͤchſten Stand⸗ punkt, den ſie in manchen Ländern jemals gehabt hat, noch erheben zu muͤſſen, wenn ſie ſonſt bei ſinkenden Getreidepreiſen herunterfaͤllt. Je wohlfeiler der Getreidepreis, um deſto vor⸗ theilhafter kann der Bau dieſer Gewaͤchſe betrieben werden, weil mit jenem doch in der Re⸗ gel der Arbeitspreis faͤllt. Und da der Seekrieg durch erſchwerte Ausfuhr des Getreides, welches immer die Baſis des deutſchen Aktivhandels ausmachte, den Preis des Getreides vermindert, zugleich aber den Preis dieſer Produkte ſteigert, ſo wird in ſolchen Zeiten ihr 1 X à terwerfe daher meine Meinung den Reſultaten, welche genauer angeſtellte Verſuche geben Uebrigens verſteht es ſich, daß zu allen dieſen Fruͤchten tief gepfluͤgt werden muͤſſe, wor⸗ Der Anbau der Handelsgewaͤchſe giebt, wenigſtens im Einzelnen, einen ſo ungemein Bemerkungen hohen Geldertrag, daß man ſich billig wundern muß, wie er ſich noch nicht allgemeiner ver⸗ In manchen Laͤndern kennt man ihn wenig oder gar nicht, un⸗ Anbau um ſo wichtiger. Sie ſind ohne Zweifel diejenigen Produkte, wodurch der Fleiß und — die Intelimn Landwithe den ganen; zr aunn hat Es roͤhrt dau verbunden geippielen ande den, abnehme Faſt die langere nochthe an Duͤnger, wo geben. Deshal Länder durchau türliche Fruchtt heindes Walt man ohne Ruͤ nag, den ſie geſchah es ma ſiccher Entkräͤf wannen 170 gung, um di Ueberſchuß ve gerreprodukti ndlichen Kra bau hinleiten Kann man de ſenſt die meiſf erfordert, reit Ferner Aowente, wo einen oder den Fruͤchte von nicht ſo wie deter Beſtell dern vielmet Aleitsaufwe punkte gegebe mahtheilig w hender Feucht der ſih nt d im Auge hit drüchten zr ten Strih⸗ man einen in den bei ng fahren. t entfernte a duij aber dn w Ro⸗ td SR. und ſaet dder tiſt zu ſehen bon manda nd ihn darz r die unmir r, und hier⸗ Hackfruͤchte dager, wenn d. Und wenn ſie mit diele und ich w⸗ erſuche geben en näſt, wor⸗ eilhafteſten e ſo ungemen gemeiner de nur auf eir gat vicht, e und nachden dieſes Arbaues ochſten Stand⸗ vem ſe ſoni un deſto vol⸗ ch in der Re es Getreides, es Getreides en Zeiten ht der Fleß und Handelsgewaͤchſe. 9 die Intelligenz des Landwirths am hoͤchſten belohnt wird. Warum greifen alſo nicht alle Landwirthe in allen Laͤndern zu dieſem hohen Erwerbsmittel, zumal in Zeiten, wo man uͤber den geringen Preis der gewoͤhnlichen Produkte ſo ſehr wie in dieſen Tagen(18 09— 1811) zu klagen hat? Es ruͤhrt dies ohne Zweifel von mancherlei Schwierigkeiten her, mit welchen dieſer An⸗ bau verbunden iſt, die manche zwar nicht deutlich erkennen, aber doch ahnen, und aus den Beiſpielen anderer, welche ſich mit dieſem Anbau abgegeben und nur Verluſt dabei gehabt ha⸗ ben, abnehmen. 8 Faſt die ſaͤmmtlichen Gewaͤchſe dieſer Art erfordern einen von Natur ſtarken, oder durch langere nachtheilige Kultur in große Kraft geſetzten Boden und einen fortdauernden Zuſchuß an Duͤnger, wozu ſie nicht ſo, wie der Korn⸗ und Futtergewaͤchsbau, das Material zuruͤck⸗ geben. Deshalb ſtehen dieſem Anbau ſchon die landwirthſchaftlichen Verhaͤltniſſe mancher Laͤnder durchaus entgegen, und er wird auf ſolche Diſtrikte beſchraͤnkt, welche durch die na⸗ tuͤrliche Fruchtbarkeit des Bodens oder durch ihre Lage, oder durch ein langjaͤhriges berei⸗ cherndes Wurthſchaftsſyſtem ſich in Ueberfluß von Duͤnger und Duͤngermaterial befinden. Wo man ohne Ruͤckſicht auf dieſe Bedingungen und ihnen entgegen, gereizt durch den hohen Er⸗ trag, den ſie verſprachen, Gewaͤchſe dieſer Art in betraͤchtlicher Menge zu bauen anſing, da geſchah es manchmal zu Anfange zwar mit auffallendem Gewinn, aber in der Folge mit gaͤnz⸗ licher Entkraͤftung der Wirthſchaft und im Ganzen mit uͤberwiegendem Verluſt. Manche ge⸗ wannen 170— 230 fl. reinen Ertrag per Jochart und wurden banquerot. Die erſte Bedin⸗ gung, um dieſen Bau in groͤßerem Maaße zu betreiben, iſt alſo in Kraft geſetzter Boden und Ueberſchuß von dem Duͤnger, den diejenigen Fruͤchte erfordern, welche das Material zur Duͤn⸗ gerreproduktion wiedergeben. Ein auf ſtarken Futterbau und Schonung der im Boden be⸗ findlichen Kraft gerichtetes Wirthſchaftsſyſtem kann nur mit Sicherheit zum Handelsgewaͤchs⸗ bau hinleiten, es ſey denn, daß die Natur den Boden auf eine ſeltne Weiſe beguͤnſtigt habe. Kann man dem Acker an Duͤnger reichlich wiedergeben, was ſie ihm entziehen, ſo erhalten ihn ſonſt die meiſten dieſer Gewaͤchſe von ſelbſt, oder durch die Operationen, welche ihr Anbau erfordert, rein und milde, und bereiten ihn zum Anbau gewoͤhnlicher Fruͤchte trefflich vor. §. 186. Ferner erfordert ihr Anbau eine richtige und genaue Kenntniß ihrer Natur und aller Momente, worauf es ankommt. Wer ſich dieſe nicht zu eigen gemacht hat, uͤberſieht leicht einen oder den andern Punkt, der zwar unbedeutend ſcheint, aber auf das Gedeihen dieſer Fruͤchte vom groͤßten Einfluß iſt. Die meiſten duͤrfen waͤhrend ihrer Vegetationsperiode, nicht ſo wie das Getreide, ſich ſelbſt uͤberlaſſen werden, und der Landwirth darf nach vollen⸗ deter Beſtellung nicht ſagen: ich habe geſaͤet, der liebe Gott wird wachſen laſſen! Sie erfor⸗ dern vielmehr eine ununterbrochene Aufmerkſamkeit und eine haͤufige Nachhuͤlfe, wobei der Arbeitsaufwand manchmal zwar unbedeutend iſt, die ihnen aber gerade in dem gerechten Zeit⸗ punkte gegeben werden muß, und wobei zuweilen die Verſaͤumniß eines einzigen Tages hoͤchſt nachtheilig wirken kann; beſonders wenn eine beguͤnſtigende Witterung und ſchnell voruͤberge⸗ hender Feuchtigkeitszuſtand des Bodens dazu wahrgenommen werden muß. Der Landwirth, der ſich mit dieſem Bau im Großen befaßt, muß ſein ganzes Areal eben ſo ſcharf und ſo klar im Auge haben, wie der induſtrioͤſe Gaͤrtner ſeinen kleinen Gartenraum; alle Huͤlfe dieſen Fruͤchten zur rechten Zeit geben, und alle Schaͤdlichkeiten moͤglichſt von ihnen abwenden. ¹ N 2. 2 —————— ————ö ———-—ͤͤͤͤ Handelsgewaͤchſe. §. 187. Die Hand⸗ oder Pferdearbeiti in Maſſe zu berechnen, iſt nicht genug. Denn es koͤmmt auf einen ſehr kurzen Zeitpunkt an, wo ſie gegeben werden muß. So unbedeutend ſie im Ganzen ſcheint, ſo ſchwer wird ſie fuͤr den Augenblick. Sie trifft oft in dem Zeitpunkte ein, wo man alle arbeitenden Kraͤfte zur Gewinnung der gewoͤhnlichen Produkte gebraucht, und man kann ſich in die Verlegenheit ſetzen, jene oder dieſe aufopfern zu muͤſſen. Daher muß bei der Kultur eines jeden Gewaͤchſes dieſer Art wohl berechnet werden, wann dieſer Zeitpunkt eintrete, und wie er ſich mit anderen wirthſchaftlichen Arbeiten ordne und treffe. Eine un⸗ gewoͤhnliche Jahreswitterung kann dieſen Zeitpunkt verruͤcken; es pflegt indeſſen der Vegeta⸗ tionsprozeß der verſchiedenen Pflanzen gegen einander in einer ziemlich gleichen Folge zu blei⸗ ben, ſo daß, wenn das eine fruͤher oder ſpaͤter eine gewiſſe Entwickelung erreicht, auch das andere die ſeinige fruͤher oder ſpaͤter erlangt. Nur muß man die Saat⸗ und Beſtellungszeit danach gehoͤrig einzurichten wiſſen, und mit jeder Arbeit voraus ſeyn. Ein ſo fruͤher Ein: tritt der Ernte, z. B. wie 1811, unterbricht ſonſt die Reihefolge der wieihſchaftlichen Arbei⸗ ten hoͤchſt nachtheilig. §. 188.— Die Sache wird um ſo ſchwieriger, wenn man ſich nicht mit einem oder dem andern dieſer Gewaͤchſe, ſondern mit mehreren zugleich befaßt. Weiß man die Auswahl ſo zu tref⸗ fen, daß die Arbeit, welche die verſchiedenen angebauten Gewaͤchſe erfordern, bequem folge und eingreife, ſo iſt eine groͤßere Mannigfaltigkeit dieſer Gewaͤchſe am vortheilhafteſten, und den Wirthſchaftsverhaͤltniſſen am angemeſſenſten. Man kann dann die Arbeiter, welche bei fortdauernder aͤhnlicher Manipulation mehrere Gewandtheit bekommen, beſtaͤndig beſchaͤftigen, und wo es immer fortdauernde Beſchaͤftigung giebt, da wird es einer Wirthſchaft an Arbeitern zu billigen Preiſen nicht leicht fehlen; wogegen es ſehr ſchwierig iſt, ſie herbeizuſchaffen, wenn man ſie auf eine kurze Zeit gebraucht; insbeſondere ſolche, denen man Verrichtungen anvertrauen kann, die eine ungewohnte Umſicht und Gewandtheit erfordern. Wer aber in dieſer Hinſicht keine richtige Auswahl zu treffen weiß, und ſich verleiten laͤßt, ſie gar nicht zu beachten, ſondern nur diejenigen Gewaͤchſe etwa bauen wollte, die ihm bei ihrem vollkommenſten Gedeihen den hoͤchſten Vortheil verſprechen, der wütde ſich um ſo leichter denmwieihſchaften, und um allen Vortheil bringen. §. 189. Die meiſten dieſer Gewaͤchſe koͤnnen nicht ſo zum Verkauf gebracht'werden, wie man ſie vom Felde bringt. Sie erfordern Aufbewahrungsraͤume, Werkzeuge und Vorrichtungen, und manchmal ſehr große. Die Einrichtung derſelben iſt koſtſpielig, und wenn ſie nur auf ein einzelnes Gewaͤchs berechnet ſind, ſo fallen dieſem Gewaͤchſe betraͤchtliche Zinſen zur Laſt. Ue⸗ berdies kann der Bau eines dieſer Gewaͤchſe durch merkantiliſche Konjunkturen unvortheilhaft werden, und ſo iſt das Kapital, welches man auf dieſe Einrichtungen verwandt hat, verloren. Man muß dieſe Einrichtungen alſo dergeſtalt treffen, daß ſie zu mehreren Zwecken zugleich oder nacheinander dienen koͤnnen. Am Abſatze aller nuͤtzlichen Produkte kann es dem umſichtigen Landwirthe zwar nie fehlen; mehrere dieſer Gewaͤchſe aber koͤnnen in manchen Gegenden nicht unmittelbar an ihre Konſu⸗ menten verkauft werden, ſondern muͤſſen erſt durch die Hand des Kaufmanns gehen. Den Laufleutm ſ moͤgicht füc legalhe eſt des ji iſ/ bevo wch ſicht ſch wo moͤgüc auu keine G 6 immer ein Der Ne hoͤchſten lras Preis führt ſe ſeder, der es fällt wied. und den eines ſiegen iſt, weiter hinau wendiges Be tungen aufg dann vielme dieſem Anba Krapps, do chen Gegen aufgehͤrt, wo man den Der g gend eingefuͤ und durch zu Uoße Handar Jaa mit i vorlied, det dabei raͤch Dah kandwirth nen an: er Nachaltigk dige Voreri lickeen der mes koͤmnt tend ſie in unkte ei, dacht, und de naß bei gſer daxpaner fe. Un ue der Naan⸗ Folge zu bli öt, auch da eſtellungsza fruͤher Ein lichen Arbei tdem anden ahl ſo zu trei⸗ deguem folge hafteten, und ter, welche bei g beſchäfigen, t an Arhetern erbeizuſcheffn, Verrichtunge d ſich verlein ollte, die ihn tde ſih un ſ den, wie man Vorrichtungen ſie nur uf ein a urlſt Ue⸗ nuottheilhaft hat, berloren wim zugleih e nie fehlen; ihre Fenſt- Fehen Dar Handelsgewaͤchſe. 101 Kaufleuten iſt es nicht zu verargen, daß ſie nach dem erſten Grundſetze ihres Gewerbes: den moͤglichſt hoͤchſten Gewinn zu machen— ſie aufs wohlfeilſte einzukaufen ſuchen, und die Ver⸗ legenheit des Landwirths, beſonders wenn er des Geldes beduͤrftig iſt, benutzen. Man muß ſich alſo, bevor man den Anbau eines Gewaͤchſes dieſer Art, beſonders in einer Gegend, wo es noch nicht uͤblich iſt, unternimmt, nach den merkantiliſchen Verhaͤltniſſen erkundigen, und ſich wo moͤglich ſchon im voraus eines beſtimmten Abnehmers zu verſichern ſuchen. Hat man dazu keine Gelegenheit, ſo muß man ſich auf ſolche Gewaͤchſe beſchraͤnken— und deren giebt es immer einige— womit der Handel einigermaßen in der Gegend ſchon regulirt iſt. §. 190. Der Preis dieſer Produkte bleibt immer ſchwankend, und man darf bei keinem auf den hoͤchſten Preis rechnen, worauf es zuletzt geſtanden hat. Denn gerade ein ungewoͤhnlich hoher Preis fuͤhrt ſchnell einen ungewoͤhnlich niedrigen herbei; indem nun, angelockt durch jenen, jeder, der es vermag, ſich auf den Anbau dieſes Gewaͤchſes legt, und der Markt damit uͤber⸗ fuͤllt wird. Es iſt daher oft rathſam, alsdann den Bau eines Gewaͤchſes einzuſchraͤnken, und den eines andern zu verſtaͤrken, wenn die Nachfrage und der Preis von jenem ſo hoch ge⸗ ſtiegen iſt, daß nun Alle hingeriſſen werden, darauf zu ſpekuliren. So muß aber auch der weiter hinaus ſehende Landwirth mit dem Bau eines Produkts, welches doch an ſich ein noth⸗ wendiges Beduͤrfniß iſt, nicht leicht ganz aufhoͤren, und die dazu einmal getroffenen Vorrich⸗ tungen aufgeben, wenn der Preis aus jener Urſache ungewoͤhnlich tief gefallen iſt. Er kann dann vielmehr erwarten, daß der Preis bald wieder ſteigen werde, indem ſich die meiſten von dieſem Anbau abſchrecken laſſen. Der Preis und der Anbau des Tabaks, des Hopfens, des Krapps, des Waids, ſind deshalb ſo großen Veraͤnderungen unterworfen geweſen: in man⸗ chen Gegenden, wo dieſer Gewaͤchsbau ganz eingefuͤhrt war, hat er bei geſunkenen Preiſen aufgehoͤrt, und man hat ihn nur dann erſt aufs neue begonnen, wenn der guͤnſtigſte Zeitpunkt, wo man den meiſten Vortheil damit haͤtte machen koͤnnen, voruͤber war. §. 191. Der groͤßere Landwirth muß unter dieſen Gewaͤchſen, beſonders unter den in ſeiner Ge⸗ gend eingefuͤhrten, hauptſaͤchlich diejenigen waͤhlen, bei welchen er durch Theilung der Arbeit und durch zweckmaͤßige Inſtrumente viele Handarbeit erſparen kann. Denn da, wo es auf bloße Handarbeit ankommt, kann er ſelten Preis mit kleineren Wirthen halten, welche dieſe Kultur mit ihrer Familie emſig betreiben. Dieſe nehmen dann mit einem geringen Verdienſt vorlieb, bieten die Waare ſehr wohlfeil aus, ſo daß nur die Kaufleute, nicht die Anbauer, dabei reich werden. Daß der Handelsgewaͤchsbau im allgemeinen das hoͤchſte Ziel ſey, wonach der rationelle Landwirth zu ſtreben habe, indem er den hoͤchſten Vortheil gewaͤhrt, erkennen wir vollkom⸗ men an: er muß ſich aber mit Vorſicht langſam fortſchreitend, und nachdem er ſich von der Nachhaltigkeit ſeiner Duͤngererzeugung verſichert hat, dazu erheben. Und ſo habe ich durch dieſe Vorerinnerungen den verfuͤhreriſchen Anpreiſungen der einen und den aͤngſtlichen Bedenk⸗ lichkeiten der andern ihre Grenzen zu beſtimmen geſucht. 3 —e·‧ — — 2— 2 ————— Unterſchied zwiſchen Rapps und Rübſen. 102 b DOelgewaͤchſe. Oie Oelgewäͤchſe. §. 192. Die Pflanzen, welche am haͤufigſten zur Oelproduktion angebauet werden, ſind aus den botaniſchen Geſchlechte der Brassica. Dieſes ganze Geſchlecht hat durch die uralte Kultur ſo mannichfaltige Abweichungen von ſeinem natuͤrlichen Zuſtande erlitten und ſo unzaͤhlige Abar⸗ ten und Spielarten gebildet, daß es in der That ſchwer haͤlt, die verſchiedenen und ziemlich konſtant gewordenen Arten genau zu unterſcheiden und abzuſondern, und noch ſchwerer, ihren Urſtamm und wie ſie ſich wahrſcheinlich durch Vermiſchung erzeugt haben, zu beſtimmen. Wir reden hier nur von denen Pflanzen dieſes Geſchlechts, die vor andern um des Oels willen gebauet werden, obgleich die Saamen aller Arten und Abarten aus dieſem Ge⸗ ſchlechte ſehr oͤlhaltige Saamen tragen und zuweilen dazu benutzt werden. Alle Pflanzen dieſes Geſchlechts ſcheinen zweijaͤhrig zu ſeyn, ſo daß ſie nur im weiten Jahre Bluͤthſtengel treiben und Saamen tragen bis auf eine einzige. Dies iſt naͤmlich der Sommerruͤbſen oder Sommerrapps(Brassica campestris), welcher nicht, wie manche glou⸗ ben, eine. Spielart des Winterruͤbſens oder Winterrappſes, ſondern eine ſpeziſiſch verſchiedene Gattung zu ſeyn ſcheint. Winterrapps und Ruͤbſen. . 193.“ Zuvoͤrderſt von den Wintergewaͤchſen dieſer Art: hiervon werden zwei weſentlich ver⸗ ſchiedene Arten angebauet, die haͤufig im Namen und auch wohl in der Kultur verwechſelt werden, deren Unterſcheidung aber fuͤr den Landwirth von Wichtigkeit iſt. Die eine iſt eine Brassica oleracea laciniata, eine beſondere Abart des fladdrigen Gartenkohls, und zwar deſſen, der unter dem Namen Schnittkohl von den Gaͤrtnern nicht verpflanzt, ſondern dicht geſaͤet und ſo abgeſchnitten wird. Sie heißt eigentlich Rapps, großer Rapps, und der deutſche Name Kohlſaat, welcher bei uns gebraͤuchlich geworden, iſt dagegen in die franzoͤſiſche und engliſche Sprache als die eigenthuͤmlichſte Benennung dieſer Pfflanze uͤbergegangen(Colsat, Colzat, Coleseed). Die andere Art, welche eigentlich Ruͤbſaat, Ruͤbſen, oft aber auch kleiner Winter⸗ rapps genannt wird, iſt eine Brassica napus. Sie kommt in Deutſchland haͤufiger wie jene Art vor, weil ſie ſpaͤter geſaͤet werden darf und mit einem ſchwaͤcheren Boden vorlieb nimmt, wird aber haͤufig aus Unkenntniß des eigentlichen Rappſes oder der Kohlſaat angebauet, wo dieſe vortheilhafter und ſicherer ſeyn wuͤrde. Um dem praktiſchen Landwirth den Unterſchied beider deutlich zu machen, ſetze ich die Hauptunterſcheidungszeichen hier gegeneinander uͤber. Die Rappsſaat(Brassica campestris). D ie Ruͤbſaat(Brassica napus). a) Sie iſt eine Kohlart und kommt in ihrer ganzen Geſtalt den Kohlgewaͤchſen mehr gleich. 3 gewaͤchſen aͤhnlicher. a) Sie iſt eine Ruͤbenart und den Ruͤben⸗ 5 5) 2uE 9 Die Bla 1 geun, M kupferfa chen Sto 4) Der E unten, Aeſte au Hähe ſe tol berbte 9) Die Bl und reift f) Die Sch 9) Er mu frdher n) Er iſt und aus Nicht men beider Mittelart d keinen Fall ſuchen. In 6 auch Wint einheimiſchen ter dieſem R Beide und ſar Gerſt Sand ud au Emen koͤnne, wel ter dieſer B decht fruh 96 daen Boden AKede, und ihr ihr Inda tem Acker ſ Rangen, und aus den eFältur ſo ühice Nhar⸗ und Nüch weret, en timmen. ern um do dieſem Ge⸗ im zweiten Namich der manche glau⸗ hverſciidene veſentich de⸗ ur berwechſeld des fladdeigen ʒͤrtnern nit lich Rapps, h geworden, ennung dieſer iner Winter⸗ gger wie jene rlieb ninm, gebaueh wo en Uneicied anoeriler. ds). den Ruͤben⸗ Winterrapps und Rüͤbſen. 3 103 5b) der Wurzelſtamm iſt faſt eylindriſch. 5) Der Wurzelſtamm iſt ſpindelfoͤrmig, ruͤbenartig, und macht, wenn die Pflanze Raum hat, zuweilen eine wirkliche Ruͤbe. c) Die Blaͤtter ſind glatt, eſtcig. hell⸗ 0) Die Blaͤtter ſind haarig, duͤnner, weni⸗ ggruͤn, zuweilen, beſonders die unteren, ger gern et an der Spitze. kupferfarbig und wie mit einem weißli⸗ chen Staube bedeckt. d) Der Stengel iſt ſtaͤrker, treibt nicht d) Der Stengel A ſchwaͤcher, treibt von unten, ſondern mehr oberwaͤrts ſeine unten Aeſte aus, welche im ſpitzen Win⸗ Aeſte aus, welche nicht ſo ſehr in die kel mit dem Stamme ſtehen. Hoͤhe ſtehn, ſondern ſich mehr horizon⸗ 7 tal verbreiten.. e) Die Bluͤthe iſt hellergelb. Er bluͤhet 0) Die Bluͤthe iit dunkler gel, Plühetur und und reift ſpaͤter. reift fruͤher. f†) Die Schooten und Koͤrner ſind groͤßer. f) Sie ſind kleiner. g) Er muß, um ſich gehoͤrig zu bewurzeln, 8) Man kann ihn ſpäͤter ſäͤen. fruͤher geſaͤet werden. h.) Er iſt unter dieſer Bedingung haͤrter h) Er it weichlicher und wintert teid er 4 und ausdauernder im Winter. 3 aus. Nicht ſelten findet man in Gegenden, wo beide Arten gebauet werden, daß die Saa⸗ men beider untereinander gemengt ſind, und daß, wie es mir geſchienen hat, ſogar eine Mittelart dadurch entſtanden ſey. Dies taugt, beſonders der ungleichen Reife wegen, auf keinen Fall, und man muß ſich nothwendig reinen Saamen von reiner Art zu verſchaffen ſuchen. In Gegenden, wo der Bau dieſer Gewaͤchſe haͤufig betrieben wird⸗ nennt man beide auch Winterſaat, oder ſogar Saat ſchlechthin; woraus oft Mißverſtandniſſe zwiſchen einheimiſchen und fremden Landwirthen entſtanden ſind. Gemeinigtich wird jedoch Ruͤbſen un- ter dieſem Namen verſtanden. §. 195. Beide Arten koͤnnen vortheilhaft gebauet werden, auf jedem Boden, der fur Weizen Boden. und fuͤr Gerſte geeignet iſt, am beſten jedoch auf ſolchem, der zwiſchen 50 und 60 Prozent. Sand und auch etwas Kalk enthaͤlt. Eine weſentliche Bedingung aber iſt es, daß der Boden vollkommen abgewoͤſſert werden koͤnne, weil Winterfeuchtigkeit dieſer Saat durchaus toͤdtlich wird. Der Rapps haͤlt ſich un⸗ ter dieſer Bedingung auch auf dem loſeren aber reichen Niederungsboden, beſonders wenn er recht fruͤh geſaͤet wird, und ſich alſo ſtark bewurzeln kann. Der Ruͤbſen will durchaus gebun⸗ denen Boden haben, indem er auf loſerem vom Froſte aus der Erde gehoben wird. §. 196. 3 Beide, der erſte noch mehr wie der zweite, verlangen ſtarke Dungkraft im Boden?i ann. unnd ihr Anbau findet daher nur auf von Natur reichem oder ſehr kraͤftig und doppelt geduͤng⸗ tem Acker ſtatt. Der Duͤnger muß leicht aufloͤslich, der Stallmiſt daher ziemlich ſtark zer⸗ gangen, und mit der Erde gemengt ſeyn. Haäͤußg giebt man dem Acker eine Miſtduͤngung, 1 104 welche man Hordenſchlag. Beackerung⸗ 1 gehoͤrten, hinaus den wenn man die Zeit der Boden entweder in gro vermiſchte Schriften. Bd. I. S. 486.) Ein dicht beſtandenes Klee ſer Saat beſtellen will ſelben noch dreimal p kann der Acker mit gruͤn i zweimal vor den Wicken, und Ausſagt. gleich glatt geeg egget, und bei ſo iſt es am beſten. verurſacht, daß ſie ſchwaͤch Pflanzen ſehr erſtarken, un auch eine ungleich ſte 7 Eben ſo wichtig iſt eine Man pflaͤgt und egget wenigſte Walze, um die Ackerkrume vo alſo in der Regel ſchreiben. nicht— in de zwei⸗ bis dreima und ſelten mehr als ausgeſetzt, und ich wiederholt hatte, ſo ſehr da um wieder eine kende Landwirth ſich vor zwei Jahre, Es iſt zwar nichts ganz ungewoͤh l gepfluͤgt hat. als den halben Ertrag. habe geſehen, ee Oelgewaͤchſe. 3 H. I97.. mit einer der erſten Furchen unterbringt, und ſodann vor der Saatfurche den * öchſt vollſtaͤndige Bearbeitung und Pulverung des Bodens. ets viermal dazu, und bedient ſich auch bei den Vorfurchen der Ukommen zu pulvern. Der Anbau dieſes Gewaͤchſes erfordert und man muß ihm daher die Landrente fuͤr ſelbige zur Laſt nliches, daß Ruͤbſen— mit Rapps geht es gar der Rockenſtoppel gebauet wird, nachdem man ſie geduͤngt und in moͤglichſter Eile Allein dieſe Methode giebt mehrentheils einen ſehr geringen Dabei iſt der Acker der Verwilderung fuͤrchterlich daß vorzuͤglich guter Acker, wo man es bald nacheinander durch verdorben und erſchoͤpft wurde, daß mehrere Brachen dazu gehoͤrige Weizenernte davon zu gewinnen, weswegen jeder weiter dieſer vom Geize diktirten Methode huͤten wird. Mit beſſerem Erfolge hat man dieſe Gewaͤchſe wohl zwei Jahre nacheinander gebauet, zwiſchen der , durch einen fruͤh lluͤgt. Doch muß ein ſolches Feld de §. 198. Ernte und der Ausſaat fleißig zur Bearbeitung benutzte, und ßer Naturkraft ſtand oder ſehr ſtark geduͤngt wurde.(Vergl. Thaers feld kann indeſſen noch in dem Sommer, wo man es mit die⸗ en Schnitt benutzt werden, wenn man es nach dem⸗ archaus rein von Quecken ſeyn. Auch n der Bluͤthe abgemaͤheten Wicken zuvor benutzt werden, wenn er zweimal nachher fleißig bearbeitet wird. Der Rapps wird von der Mitte des Julius bis zur Mitte Auguſts gewoͤhnlich geſaet; So ſchnell wie moͤglich mu get, auch gewalzt w trocknem Wetter nochmals walzet. Ausſaat ein ſtarker Regen einfaͤllt, ſo darf man weder eggen der Saame tief genug in die Erde geſchlagen wird. Waͤre der Boden vom Regen feſtgeſchla⸗ gen, ſo wuͤrde nach der Abtrocknung, 1 rathſam ſeyn. 1 bevor der Saame gelaufen iſt, doch koͤnnte es auch ſicher nach fruͤher geſchehen, weil er in dem Saatjahre nie in die Hohe ſchießt. Den Ruͤbſen ſäͤet man von der Mitte Auguſts bis zu Anfange Septembers. g die Ausſaat der letzten Furche folgen. erden, worauf man die Saat ausſaͤet, dann wieder leicht Wenn jedoch bei oder unmittelbar nach der noch walzen, da ohnehin Dieſe muß alſo ſo⸗ ein leichtes Eggen ſehr Auf eine gut vertheilte Saat kommt es bei dieſem Gewaͤchſe vorzuͤglich an. Wenn nur Pflanzen doch klein, Rappsſaat⸗Saͤer von Denn ei hende Saat ſich den Winter durch haͤlt, ſo bleiben die und bringen ihren Saamen kaum zur Reife. großer Wichtigkeit, und wo man einen ſolchen kennt, wird er weit her⸗ 9 Pfd. Saame auf den Jochart, aber ſo ausgeſaͤet werden, daß keine leere Stellen bleiben, n zu dichter Stand der Pflanzen haͤlt ſie im Wachsthum zuruͤck, lich in den Winter kommen und vergehen; wogegen duͤnner ſtehende d der uͤblen Einwirkung der Witterung widerſtehen. Es iſt daher ein guter geholt, Und wenn dichtſtehenden 1 gehet, i en of denl R nict ſher berl Das Fe ſchen werden. ſuchen. Wenn eich, läͤuft, Rypſes mitge traͤchtliches Fu Bei eine wit ſtark ſtene borgerichtet i zu Ende des; zen aus dem Sonnenſtrahl um ſo gefahr darunter lie Nuͤcken, Die demnaͤchſt in legt, worau⸗ (Nitidula ac ſeit laͤngerer Dies iſ aden ſich n in enigen Di des Rangis des Arbeing weil ein The zen Stand, bungen erh Stiften V) licen Verke Ddie P Pfanziucke. dil, ſich de Dierter c ſutzrhe dn de Vadens. däjutthen R cſſes aforden lbige zur kai s geht d ger oͤglichſter dl ſehr geringa g fuͤrchteriih nacheinander Brachen dazu àjeder weiter ard. ander gebauet, g benußte, un (Lergl. Thats man ts wi die⸗ an es nac de ecken ſeyn. Ach verden, wenn ee enihrich gfüt nie in de hih embers. eſe nuß alſo ſo amn wieder keich ttebber nach de „da 8 b fetgeicle htes Eggn R 7. Wnn nur euu tlaben ſce thum ſuri P ſehen Und went dihriehatn uhe in ue ud a vujſu gehol, Winterrapps und R uͤbſen. 10§ geholt, und fuͤr den Tag wohl mit einem Dukaten bezahlt. Ein ſchlechter Szer kann dage⸗ gen an dem Mißrathen dieſer Saat lediglich Schuld ſeyn. Kann man ſich auf den Saͤemann nicht ſicher verlaſſen, ſo iſt es doch rathſam 14 ¾ Pfd. auf einen Jochart auszuſaͤen. §. 199. Das Feld muß mit ſehr guten Begrabungen und da hinein leitenden Waſeerfurchen ger⸗ Ourchwinte⸗ ſehen werden. Man muß ſie im Winter bei erfolgendem Thauwetter vor allen offen zu erhalten us ſuchen. Wenn etwa unter fruͤh geſaͤetem Rapps im Nachſommer viel Unkraut, beſonders Hede⸗ rich, laͤuft, ſo iſt es rathſam, ihn in der Bluͤthe abzuhauen. Werden auch die Blaͤtter des Rappſes mitgefaßt, ſo ſchadet das durchaus nicht, und man kann auf die Weiſe oft ein be⸗ traͤchtliches Futter im Nachſommer von einem Rappsfelde gewinnen. Bei einem gut in den Winter kommenden, weder zu vollem noch zu leerem Rappsfelde, mit ſtark ſtenglichten hochgruͤnen Pflanzen kann man ſich, falls die Abwaͤſſerung nur gehoͤrig vorgerichtet iſt, zwar die groͤßte Hoffnung machen, aber dennoch ſtehet der kritiſche Zeitpunkt zu Ende des Winters noch bevor. zen aus dem Boden heraus und toͤdtet ſie. Das Zergehen des Schnees und Eiſes vor den Sonnenſtrahlen bei Tage, und das Gefrieren bei Nacht iſt jeder Winterung gefaͤhrlich, und um ſo gefaͤhrlicher, je mehr die obere Erde mit Waſſer angefuͤllt iſt, welches ſich wegen der darunter liegenden Eisſchicht nicht niederſenken kann. Hier kann die beſte Beſtellung verun⸗ gluͤcken. §. 200. Die Feinde des Rappſes ſind, außer dem Erdfloh auf der jungen Saat und den Maͤuſen, zeinde. demnaͤchſt in der Bluͤthezeit der Pfeiffer oder der Ruͤſſelkaͤfer, welcher ſeine Eier in die Bluͤthe legt, woraus ſodann Maden entſtehen, welche die Schooten anfreſſen; und der Glanzkaͤfer (Nitidula aenea). Man will bemerkt haben, daß ſie ſich da vermehren, wo dieſer Anbau ſeit laͤngerer Zeit haͤufig iſt betrieben worden.—— §. 201. Dies iſt die gewoͤhnliche Kultur des Winterrappſes und Ruͤbſens— denn beide unter⸗ ſcheiden ſich nur in den bemerkten Punkten.— In den Riederlanden und Rheingegenden, auch in einigen Diſtrikten Englands, hat aber ſchon laͤngſt die Verpflanzungsmethode, vorzuͤglich des Rappſes, ſtatt gefunden. Wo der Werth des fruchtbaren Ackers groß im Verhaͤltniſſe des Arbeitspreiſes iſt, hat man ſie wehl hauptſaͤchlich aus der Urſache faſt allgemein eingefuͤhrt, weil ein Theil des Ackers nun in dem Pflanzungsjahre vorher noch benutzt und dann in gehoͤri⸗ gen Stand geſetzt werden kann. Wir haben zwar von dieſer Methode ſchon mehrere Beſchrei⸗ bungen erhalten, unter andern von Frensdorf in Riems neuer Sammlnng oͤkonomiſcher Schriften VII. 23— 29; aber keine beſtimmtere, als welche uns Schwerz in ſeinem vortreſß 3 lichen Werke uͤber die Belgiſche Landwirthſchaft S. 147. u. f. giebt. Die Verpflanzung geſchiehet entweder nach dem Pfluge, oder mit dem Spaten oder Pflanzſtocke. Da ich dieſe Methode aus eigner Erfahrung nicht kenne, ſo verweiſe ich auf jenes Werk, welches ohne Zweifel in den Haͤnden jedes Landwirths, der dieſs Mechode anwenden will, ſich befinden wird. Vierter Theil. O ————ÿ—————————— Ein wechſelndes Aufthauen und Gefrieren holt die Pflan⸗ Verpflanzungs⸗ Methode. ———ÿ— Drillmethode. Ernte. Uhdreſchen in der Scheure. 7 ODelgewaͤchſe. . 202. Eine andere Methode aber, die Schwerz als einen ihm ſehr getungenen naͤmlich das in entfernte Reihen Saͤen, kenne ich nach langer Erfahrung, und * 4 Berſuch erzͤhl, ich werde wahr⸗ ſcheinlich nie Rapps zum Saamen auf eine andere Weiſe bauen. Ich ziehe mit dem Marqueur Furchen auf 2 Fuß Entfernung und ſaͤe die Rappsſaat mit dem Ruͤbendriller het auf gehoͤrig vorbereitetes Land, nachdem es kurz vor dem ein. Es geſchie⸗ Furchenziehen nochmals mit dem Exſtirpator uͤberzogen und wiederum glatt geegget worden. Ich habe es aber niemals, wie Schwerz, nach einer reifen Kornfrucht gewagt, ſondern nur nach einſchnittigem Klee oder nach gruͤn gemaͤheten Wicken. Nach der Einſaat wird gewalzt. Wenn die Pflanzen das vierte Blatt haben, ſo wird die dreiſchaarige Pferdeſchaufel mit flachen Schaaren durch die Zwiſchenraͤume gezogen, und wenn die Pflanzen nach Michaelis herangewachſen ſind, werden ſie mit der Pferdehacke angehaͤuft. Der Hederi ch in den Reihen wird, wenn er in die Bluͤthe tritt, ausgerauft; anderes Unkraut i*ſt ſelten da. Zweimal vor Winter anzuhaͤufen, habe ich nicht noͤthig gefunden; es kann aber nuͤtziich ſeyn. weder Verduͤnnen noch Nachpflanzen noͤthig. Auch war Der Rapps iſt durch die angehaͤufte Erde gegen die Gefahr, vom Froſte aus der Erde gehoben zu werden, und durch die Waſſerfurchen, welche der Anhaͤufepflug macht, gegen keine Weiſe im Winter verungluͤcken koͤnne. Im Fruͤhjahr, Man hat einen ziemlichen Spielraum fuͤr die Zeit der Ausſaat: von alle Naͤſſe geſichert, wenn das Feld anders gehoͤrigen Abzug hat. Ich glaube alſo, daß er auf ſobald die Pflanzen zu treiben anfangen, wird er wieder angehaͤuft. Anfang Juli bis zur Mitte Auguſts. Man halte den Acker fertig und nehme dann eine regnichte Zeit zur Aus⸗ ſaat wahr, damit die Pflanzen um ſo ſchneller hervorkommen und gegen den Erdfloh geſichert Der weiten Entfernung der Saatreihen unerachtet, verbreitet ſich der Rapps ſo ſiark ſeyn. 1 mit ſeinen Zweigen, daß das Feld ſo dicht wie nur moͤglich geſchloſſen iſt. §. 203. Die Reifung dieſer Gewaͤchſe, welche in der Mitte des Juni ſorgfaͤltig wahrgenommen werden. 8 . zu erfolgen pflegt, muß Ein ganz gleichzeitiges Reifen aller Schooten darf man nicht erwarten. Wenn daher die erſten Schooten braun und durchſichtig werden und die Koͤr⸗ ner ſich ſchwarzbraun zu faͤrben anfangen, ſo muß man mit der Abbringung eilen, weil ein laͤngeres Zoͤgern einen ſtarken Ausfall unvermeidlich macht. Die Erntemethoden dieſes Gewaͤchſes ſind mannichfaltig. Man kann die breitwuͤrſige Saat mit der Senſe maͤhen, jedoch dem man anmaͤhen, abraffen, und in Gelegen oder het ſehr gut und ohne erhebliche Erſchuͤtterung. ohne Geſtell, und in⸗ Froͤſchen hinter ſich liegen laͤßt. Das ge⸗ Wo aber die Sichel gebraͤuchlich iſt, da ſchneidet man lieber. Bei heißer, trockner Witterung geſchiehet beides am beſten des Mor⸗ gens fruͤh oder ſelbſt beim Mondſcheine des Nachts im Thau. 1§. 204. Nun giebt es zwei Hauptverſchiedenheiten: die Frucht naͤmlich in die gen, oder ſie auf dem Felde abdreſchen zu laſſen. In erſterem Falle wird kleine Bunde nicht uͤber 9 Pfd. ſchwer gebunden, wobei die Gelege nicht mi Scheure zu brin⸗ ſie gewoͤhnlich in t der Harke, ſon⸗ dern nit ert gen oheruh Oiſe 6. funnangebrach hen, und wen haube. Soll hen; das Ste Umſetzen mit Nach ⸗ tewagen mit ei auf den Vagen der den Haufen, wit man das wenig uͤber de ſpann gehdre Die Fi und boͤllig re Man ſeyn; auch n ſich dann ge Der groͤberen Huͤ Boden bring getrennt. E geruͤhrt. Die and worden, weit Nuaͤſite Bd welches ch a in der Preeg rungsgegend dieſe Metho ſtreibt Kaͤh 1811) aus Maiede mem thun kann, Gege Napysſed heil war enſe gen kopluzial uch erzaͤhl, erde wahr⸗ Narqueur a geſchie⸗ ad ni demr nienad, die lee aa dach eſchaufel mi ch Michaeli den Reihen Zweimal ver . Auch war aus der Ene macht, gemn ſo, daß er angehälit Infang Julib e Zeit zut lu⸗ gedfloh geicer Napps ſo ſan oten darf man mund die Koͤr⸗ eilen, weil ein aſ, ut läßt, Dge⸗ zugſih ſt, da eſten Nor⸗ eute zu brin gewohnli in er Harkt, ſin⸗ Winterrapps und Ruͤbſen. dern mit der Hand zuſammengebracht werden. Man thut das unmittelbar nach dem Abbrin⸗ gen oder doch am folgenden Tage. Dieſe Garben werden nun bei trockner Witterung in groͤßere oder kleinere Haufen zu⸗ ſammengebracht; die groͤßeren ſind des Ausfalls und des Raubes der Voͤgel wegen vorzuzie⸗ hen, und wenn man ſie laͤnger auf dem Felde ſtehen laͤßt, ſo bedeckt man ſie mit einer Stroh⸗ haube. hen; das Stroh kann dumpfig werden, aber die Koͤrner leiden nicht davon, wogegen das Umſetzen mit großem Verluſt verbunden ſeyn wuͤrde. Nach z oder 6 Tagen faͤhrt man ihn gewoͤhnlich ein. Nothwendig aber muß der Ern⸗ tewagen mit einem Segeltuche beſpannt, dieſes an den Leitern befeſtigt ſeyn, und wie ein Sack auf den Wagen herabhaͤngen. Iſt der Saame zum Ausfallen geneigt, ſo legt man auch ein Segeltuch jedesmal vor den Haufen, der geladen wird, und laͤßt den Wagen von der einen Seite darauf fahren, da⸗ mit man das Ausfallende ſammeln koͤnne. Das Aufladen geſchiehet mit großer Vorſicht und wenig uͤber die Leitern hinaus, weswegen man nur 2 Pferde vorſpannt, wo ſonſt 4 zum Ge⸗ ſpann gehoͤren. 3 Die Frucht wird nun auf der Scheuertenne abgeladen, wenn man nicht etwa gedielte und voͤllig rein gemachte Taſſe hat. . Man eilt dann gewoͤhnlich mit dem Abdreſchen, um damit vor der Kornernte fertig zu ſeyn; auch weil der Saame beſſer ausfaͤllt, als wenn das Stroh ſchwitzet; endlich auch dieſes ſich dann geſunder erhaͤlt. Der Saame wird durch Abfegen von der Ueberkehr, und durch ein großes Sieb von den groͤberen Huͤlſen gereinigt. Die feinere Spreu bleibt vorerſt darunter, wenn man ihn auf den Boden bringt, und wird erſt, nachdem er voͤllig trocken iſt, durch eine Staͤubemuͤhle davon getrennt. Er wird nicht uͤber 4 Zoll hoch aufgeſchuͤttet, und anfangs haͤufig mit dem Rechen geruͤhrt. §. 205. 107 Sollte anhaltendes naſſes Wetter einfallen, ſo laͤßt man die Haufen doch ruhig ſte⸗ Die andere Methode iſt da, wo der Rappsbau ſeit langer Zeit im Großen betrieben Abdreſchen auf worden, weit uͤblicher. Man findet in Yorkſhire Bd. II. S. 103. ein ſehr ſchoͤnes Gemaͤhlde von dem oͤffentlichen Rappsdreſchen, welches ich auf eben die Weiſe und mit eben den Gebraͤuchen, gleichſam als ein Volksfeſt, in der Preezer Probſtei bei Kiel angeſehen habe, rungsgegenden an der Nordſee allgemein gebraͤuchlich iſt. Wenn aber ein einzelner Landwirth dieſe Methode waͤhlet, ſo hat ohne Zweifel das Ausreiten mit Pferden Vorzuͤge, und das be⸗ ſchreibt Kaͤhler in ſeinem Handbuche fuͤr Landwirthe(Berlin in der Realſchulbuchhandlung 1811) aus ſeinem Tagebuche, auf einer Reiſe in Hollſtein ſo treffend, daß ich, um dieſe Methode meinen Leſern, welche dieſes Werk nicht beſitzen, kennen zu lehren, nichts beſſeres thun kann, als ſie daher zu entlehnen. 3 „Gegen 9 Uhr Morgens hatte der Gutsbeſitzer Herr Niemeyer die Guͤte, mit mir auf das Rappsfeld zu gehen. Ich erſtaunte uͤber die unabſehbare Flaͤche, welche damit bedeckt war Ein großer Theil war geſchnitten und lag auf der Stoppel, ein anderer weit groͤßerer Theil aber, der mit der Senſe gemahet war, befand ſich in kleinen Haufen von 5 bis 7 Fuß Hohe, die man hier mit der Provinzial⸗Benennung— Diemen— belegt. 5 2 und welches auch in den weſtlichen Niede⸗ Marshalls Beſchreibung der Landwirthſchaft in dem Felde. — —— 108 ſchaffen aufgeſtellt. Das Aufladen ging weit ſchneller wie bei den Schwaden. Pfaͤhle befeſtiget. An einer Seite war der Eingang, niedergelaſſen werden. der herunter. ob es gleich nahe beim Hofe war, konnte es kaum allen Rapps dahin ſchaffen. Oelgewaͤchſe. Alcs war in voͤlliger Thaͤtigkeit. Der Rapps wurde zuſammen aefahren, und durch Pferde gleich im Felde ausgedroſchen. Zum Zuſammenfahren bediente man ſich Schlitten mit 2 Pferden beſoannt. Auf jedem Schlitten befand ſich eine Trage mit zwei in der Mitte quer durchgehenden Holzern, wor⸗ uber ein Segeltuch von 32 bis z6 Fuß im Quadrat ausgeſpannt war. Drei ſolcher Schlitten fuhren in einer Reihe; eine dieſer Reihen war bei dem auf dem Schwaden liegenden Rapps beſchaͤftigt; vier Frauen verrichteten dabei das Aufladen. Vermitrelſt eines in der rochten Hand haltenden Steckeus von ungefaͤhr 3 Fuß Laͤnge hoben ſie den Rapps von der Stoppel auf, und indem die linke Hand auf ſelbigem das Gleichgewicht hielt, konnte alles ohne die geringſte Gewalt auf das Segel gelegt werden. Fuhr ein beladener Schlitten davon, ſo war ſchon ein leerer wieder da, und alles blieb oßne Unterbrechung im Gange. 1 Reßt kamen wirdzu den Haufen oder Diemen. Auch hier war eine Reihe Schlitten zum Fertz⸗ itt 3 Zwei Mannsperſoner mittelſt zwei ungefaͤhr 8 bis„ Fuß langen ganz leichten Hebebaͤumen, die Hahen ſtanden bereit, zwei. 4.. 1 auf die Segel zu bringen. Nichts ging geſchwinder wie dies. Der eine nahm die ſo wie ſie waren, Baͤume, ſchob ſie an der Erde unter die Haufen, wo der andere bereit ſtand beide Enden ſofort an⸗ zufaſſen, und ſo lag der ganze Diemen auf dem Schlitten. W Von hier gelangten wir zu den Dreſchtennen. Es waren zwei derſelben in einiger Entfernung 8 Der Platz dazu war vorher von der Stoppel und den Steinen gereinigt und eben ge⸗ macht. Sie waren viereckig, jede derſelben 48 Fuß lang, 36 Fuß breit, und mit ſtarkem Segeltuch belegt. Die Seiten deſſelben waren einige Fuß in die Hohe gezogen, und an dazu eingeſchlagene und konnte daſelbſt das Segel auf z bis 6 Fuß angebracht. Bei jeder Reihe Schlitten befanden ſich zwei Mannsperſonen zum Abladen Es ging damit eben⸗ falls ſehr ſchnell, denn ſo wie ein Schlitten ankam, faßte einer vorn, der andere hinten an die Baͤume der Trage, und ſo trugen ſie alles auf die Tenne, ſchütteten es an die Lage, und legten die Trage mit dem leeren Segel wieder auf den Schlitten. Auf dieſe Weiſe fuhr man fort, bis die Tenne un⸗ gefaͤhr 6 Fuß hoch belegt war.. 1— 1 Jetzt wurde der Eingang niedergelaſſen, und 2 Kuechte, wovon jeder 3 Pferde fuͤhrte, ritten hin⸗ ein und auf den Rapps. Sie fuͤhrten die Pferde 4 bis 5 Mal in der Runde umher, und zogen wie⸗ Mehrere Maͤnner mit Gabeln traten hinzu, kehrten in der Geſchwindigkeit dieſen nie⸗ dergetretenen Rapps um, und ließen die Pferde wieder hinein. Nach einem abermaligen kurzen Um⸗ herfuͤhren war das Dreſchen verrichtet, und die Maͤnner, welche es gekehrt hatten, fingen nunmehr an, das Stroh von der Tenne herunter zu bringen.. 3 ¹Es ſchien mir nicht wahrſcheinlich, daß mit ſo leichter Arbeit der Rapps rein aus dem Stroh ſollte gekommen ſeyn; eine genaue Unterſuchung uͤberzeugte mich indeß dayon, denn ich fand auch faſt kein Koͤrnchen mehr darin. 4. 39 Nachdem das Stroh alles herunter gebracht war, harkte man das Groͤbſte von den Stengeln und aͤlſen nach der einen Ecke der Tenne. Hier war ein einige Fuß breites Brett, von ungefaͤhr 3 oder 4 Fuß Laͤnge, ſchraͤg aufgeſtellt, ſo daß das obere Ende uͤber das Laken hinausreichte. Ueber dieſes Brett wurde alles Kurze geharkt, und es fand ſich, daß alles uͤber Erwartung rein von der Tenne geſchafft worden war. 8* So wie auf einer Tenne angelegt, gekehrt oder abgeharkt wurde, waren die Pferde auf der an⸗ dern, und ſo umgekehrt, ſo daß das ganze Werk in beſtaͤndiger Bewegung bleiben konnte. Das Kutſchgeſpann fuhr den ausgedroſchenen Rapps nach dem Hofe auf die Scheundielen, und Von hier begaben wir uns nach dem Hofe in die Scheune, wo beim Reinemachen des Rapps⸗ ſaamens gearbeitet wurde. Eine ſehr große und lange Scheune, mit zweien in der Laͤnge und einer in der Mitte befindlichen Diele, war ganz mit Napps belegt. Zehn Tagelohner waren allein beim Ueberwerfen beſchaͤftigt; mehrere Frauen ließen ihn vorher uͤber eine Rappsfege laufen, um ihn von den ſchweren Huͤlſen zu reinigen, und indem eine Menge ͤftigt Haufen liegendeu reinen Rapps nach dem Boden zu bringen, trugen andere den ankommenden Rapps vom Wagen, und ſchuͤtteten ihn in lange, nicht allzu hohe Haufen.. In dieſen Haufen bleibt er ungefaͤhr 24 Stunden ungruͤhrt liegen, waͤhrend welcher Zeit er et⸗ was wad wird, und dieſe Waͤrme dient dazu, dem Rapps ein recht ſchwarzes und ſchoͤnes Anſehen u verſchaffen.— 1 Am ſtaͤrkſten wurde ich uͤberraſcht, wie ich im Magazin eine ſo große Menge Napps liegen ſab. Es befand ſich daſelbſt noch beinahe der ganze Vorrath vom vorigen Jahr, und da jaͤhrlich uͤber 1500 Tonnen gewonnen werden, ſo konnte der Vorrath ſich wohl auf 3000 Tonnen belaufen.“. So weit aus meinem Tagebuche. Die Art dieſes Verfahrens bei der Rappsernte wird gewiß ein jeder koben. Die Arbeit geht mit einer weit groͤßeren Schnelligkeit von ſtatten, und der Werth, den eine ſolche Befoͤrderung kurz vor der Getreideernte hat, iſt von großer Bedeutung. Aber auch wieder auf der anderen Seite betrachtet, ſo geſchieht alles unter freiem Himmel, und anhaltend zutes Wet⸗ ter iſt das nothwendigſte Erforderniß. Faͤllt nun ſtatt deſſen in dieſer Zeit ein Regenwetter ein, ſo mochte es doch wohl rathſam ſeyn, an einzelnen guten Tagen ſo viel wie moͤglich ins Zimmer zu bringen. 3 Menſchen beſchaͤftigt war. den in hielen — eimmir ſf tij ſana Ni ne fraah9 8h ver güührte Nei und ihn in ſel blematiſch, ſ Steinen beſch unndthig iſ) Koͤrner lelden verdorhen, we Es wer ſelbige vielleic de Schooten endeten Hauf zum Addreſch Voͤlii wie letzterer dollig, und Der Jochart; au methode ha dieſes nichts Preis dieſer Wiſens nie Sälbſt bei g weil es dann ſehr ſtarken A ſanten. Der am Da wehr Nad muͤhle anle wird, ſonder don den Oel naaßen erhe das dient e, we wuhnichzit de Aſche d Neße ſehr ge Pferde gat den beſpant. Fötzern, wer itten futra häftigt; vien den Steckeng R Aake Hand danl zelegt iten zun and Mannegaden u, die Haifen, eine nahn ie den ſofort u er Entfernung und eben ge⸗ kem Segeltuch Amgeſchlagene u 5 dis 6 Fuß ſing dawit eben⸗ n an die Baͤume laten die Tuage z die Tenne ue ohrte uitten hin⸗ „und zoaen wie⸗ digkeit daſen vie⸗ ligen kurzen Um⸗ fingen nunmeht aus dem Etroh ſch ſand aach ſaſ den Stengaln ud ungefäaͤhr 3 de hte. Ueber diſ in von der Tane terde auf der ww onnte. cheundielen, und hen des Rapr Lange und eint ren allein bei en, um ihn von r. den in wielen zmmenden Nayps deſcher geit er et⸗ ſchns Anſchen daune liegen ſab⸗ ihrich übet 1500 A wird gewiß ein der Jrer 1 ber au wiede b zutes We⸗⸗ enwetter ei o amer zu bringen. Winterrapps und Ruͤbfen. 1029 Immer iſt es daher beſſer, wenn dem Gukachten des Wirths die Wahl uͤberlaſſen blelbe; er wird zeitig genng ſolche Maafrregeln treffen, wodurch er im Stande iſt, bei guter und ſchlechter Witterung diejenige Methode zu waͤhlen, die er ſeinem Vortheil gemaͤß und den Umſtaͤnden am paſſendſten findet.“¹ Schwerz ſchlaͤgt Bd. II. S. 178. als eine neue von ihm nur geahnete, noch nicht aus⸗ gefuͤhrte Methode vor, den Rapps gleich nach dem Schneiden in Feimen zuſammen zu bringen, und ihn in ſelbigen nach eifen zu laſſen. Dieſe Methode iſt aber keinesweges neu oder noch pro⸗ blematiſch, ſondern von dem alten Reichard(der die Feimen noch mit Brettern belegt und mit Steinen beſchwert wiſſen will, um den Rapps um ſo mehr in Hitze zu ſetzen, was aber doch unnoͤthig iſt) beſchrieben und wird in vielen weſtphaͤliſchen Wirthſchaften angewandt. Die Koͤrner leiden nicht dabei, reifen vielmehr ohne Ausfall ſehr gut nach. Nur das Stroh wird verdorben, wenn die Feime ſich erhitzt. Es werden zuerſt 5 oder 6 gebundene Garben aufrecht aneinander geſetzt, und unter ſelbige vielleicht ein Bund Stroh gelegt. Dann bringt man die Gelege heran, und legt ſie, die Schooten nach innen, die Sturzenden nach außen, ordentlich an. endeten Haufen nachher mit Stroh, mehr der Voͤgel als der Naͤſſe wegen, und laͤßt ſie bis zum Abdreſchen, was dann gewoͤhnlich auf dem Felde bei trockner Witterung geſchiehet, ſtehen. §. 206. Voͤllig ſichere Fruͤchte ſind Rapps und Ruͤbſen nicht; erſterer, fruͤh geſaͤet, jedoch mehr wie letzterer. Gegen die Auswinterung ſichert, meinen Verſuchen nach, die Drillmethode voͤllig, und nur die Gefahr von den Inſekten bleibt. Der Ertrag beim gewoͤhnlichen Anbau ſchwankt zwiſchen 10 und 24 Metzen vom Jochart; auf kraͤftigem Boden iſt er vom Rappſe ſtaͤrker wie vom Ruͤbſen. Bei der Drill⸗ methode hat es Schwerz uͤber 28 Metzen gebracht, und auch meinen Verſuchen nach kann dieſes nichts ungewoͤhnliches ſeyn; nur in jedem Jahre darf man nicht darauf rechnen. Der Preis dieſer Saat iſt ſchwankend. Er iſt ſchon uͤber 17 fl per Metze geſtiegen, und meines Wiſſens nie unter 7 fl. gefallen; 11 fl. 20 Xr. kann man als den gewoͤhnlichen annehmen. Selbſt bei geſperrter Seehandlung iſt ſeine Komſumtion zum Oel im Einlande ſtarke genug, weil es dann auch am Fiſchthran fehlt, um ihn in dieſem Preiſe zu erhalten. Nur bei einer ſehr ſtarken Ausbeute des Wallfiſch⸗ und Heringsfanges pflegt ſein Preis betraͤchtlich herabzu⸗ ſinken. Der Rapps ſteht immer in hoͤherem Preiſe wie der Ruͤbſen, indem er 10 Prozent am Oele mehr giebt. 1 Wer dieſen Bau im Großen treibt, geht indeſſen am ſicherſten, wenn er ſelbſt eine Oel⸗ Man bedeckt die voll⸗ Ertrag. muͤhle anlegt, weil er dadurch nicht nur unabhaͤngig von den Kaufleuten und Oelſchlaͤgern wird, ſondern auch die zur Viehfuͤtterung ſo nutzbaren Oelkuchen behaͤlt, die ſonſt mehrentheils von den Oelſchlaͤgern zuruͤck behalten werden. Eine eigene Oelpreſſe rentirt bei einem einiger⸗ maaßen erheblichen Anbau ſehr hoch. .§. 207. Das Stroh dieſer Gewaͤchſe iſt freilich von keinem ſehr großen Belange; indeſſn ver⸗ dient es, wenn es gut eingekommen iſt, nicht ſo veraͤchtlich behandelt zu werden, we es ge⸗ woͤhnlich geſchieht, da man ſich deſſelben nur durch das Verbrennen zu entledigen ſucht, und die Aſche dann freilich nuͤtzlich ausſtreuet. Die Schaafe freſſen die Huͤlſen und Spitzen der Aeſte ſehr gern, und das uͤbrige thut im Miſte recht gute Dienſte. 7 ———————— ———— Das Stroh⸗ —— 119 SDSDelgewaͤchſf. §. 208. 3 Ausſaugung des 3 Bodens⸗ der Wirthſchaft die Duͤngerkonſumtion wieder erſetzen, hat wohl keinen Zweifel, und wird von theidiger dieſes Baues dagegen ſagen moͤgen. Sogar wenn man die Oeikuchen, wie es haͤu⸗ fig in England und in Belgien geſchieht, dem Acker unmittelbar— wozu ſichenicht leicht ein deutſcher Landwirth entſchließen wird— als Duͤnger zuruͤck gaͤbe, wuͤrde die ausgeſogene nach in der Regel gebauet wird. Zu dieſer Saat iſt aber mehrentheils doppelt ſo ſtark ge⸗ iſt abermals fleißig geackert worden. Als eine nuͤtzliche Zwiſchenfrucht, welche den Boden locker erhaͤlt, und durch ihre Beſchattung bebruͤtet, ſind dieſe Gewaͤchſe allerdings zu betrach⸗ ten. Kein Wunder alſo, daß die folgende Frucht immer gut geraͤth, da noch Nahrungstheile genug fuͤr ſelbige zuruͤckgeblieben und gehoͤrig aufgeſchloſſen ſind. Aber nach derſelben iſt eine neue Duͤngung unumgaͤnglich noͤthig, wenn nicht ein Ruͤckſchlag der folgenden Fruͤchte erfol⸗ gen ſoll; es ſey denn ein von Natur uͤberreicher Boden. Es muß alſo bei dem ſtaͤrkern Anbau dieſes Gewaͤchſes, das allerdings in Betracht gezogen werden, was oben uͤber den Handelsge⸗ waͤchsbau geſagt worden iſt.. . S. 209. Der Rapps kann aber auch als Futterkraut ſehr nuͤtzlich gebraucht werden, und in die⸗ Rapps, als Weidetraut. jn Kraft befindlicher Boden erfordert, ſonſt gelangt er zu keiner betraͤchtlichen Hoͤhe. Man kann ihn dann vom Mai an ſaͤen, und, je nachdem man ihn fruͤh geſaͤet hat, und die Witte⸗ rung ihn beguͤnſtigt, zwei, drei bis vier eintraͤgliche Schnitte in dem Ausſaatsjahre davon neh⸗ men. Im folgenden Jahre wird er fruͤh heranwachſen, und das erſte gruͤne Futterungsmit⸗ tel abgeben. Wenn man will, kann man ihn jedoch auch zum Saamen nun noch ſtehen laſſen, England wird der Rapps beinahe haͤufiger als Weidekraut wie zum Saamen ausgeſaͤet, und Acker, die uberall nicht geduͤngt, aber ums vierte oder fuͤnfte Jahr ſo behandelt werden. der Klee vortrefflich auf, und er iſt durch gruͤne Benutzung zur Anlage eines mehrjaͤhrigen kommen. Ruͤbſen paßt zum Gruͤnfutter nicht ſo gut, und Sommerruͤbſen. der ſchnell in die Hoͤhe ſchießt, iſt durchaus nicht dazu geeignet, obgleich ihn manche aus Mißverſtaͤndniß gerade Daß dieſe Gewoͤchſe die Dungkraft des Bodens ſehr konſumiren, und auf keinen gal allen unbefangenen großen Anbauern beſtimmt eingeſtanden, was auch andre zu einſeitige Ber⸗ Kraft nicht erſetzt werden. Ein uͤbertriebener Bau hat Wirthſchaften, welche kein fremdes Surrogat ihres Duͤngers herbeiſchaffen konnten, und in ſich ſelbſt keinen Ueberſluß hatten, ſehr auffallend heruntergeſetzt, und ſie ſind genoͤthigt worden, damit nachzulaſſen. Wenn man das Gegentheil behauptet, ſo beruft man ſich auf die vorzuͤgliche Winterung, welche da⸗ duͤngt worden, man hat die Vorbrache aufs ſorgfaͤltigſte behandelt, und nach der Aberntung Futter, und ſer Qualitaͤt die Kraft der Wirthſchaft und des Ackers verſtaͤrken. Aber auch hierzu wird ein wo er dann noch einen vollen Ertrag geben kann. Sollte der Rapps wegen Mangel an Kraft im Boden, in dem Ausſaatsjahre nicht ſo hoch in Blaͤtter treten, daß man reichliche Ein⸗ ſchnitte von ihm nehmen koͤnnte, ſo kann man ihn doch als eine ſehr reichhaltige Weide be⸗ nutzen, die alles Vieh mit Begierde abfrißt, und wonach erz ſſchnell wieder austreibt. In man ſchaͤtzt dann dieſe Benutzung des Ackers einer kraͤftigen Duͤngung gleich. Man fndet uUnter dem Rapps— man laſſe ihn reifen, oder gruͤnmaͤhen und abweiden— kommt . Futterfeldes vorzuͤglich geſchickt, wobei die geringen Koſten ſeiner Ausſaat auch in Betracht dazu gewaͤhlt, dann aber nur einen unbedeutenden Ertrag in einem Schnitte erhalten haben. An ha inirinhere h Annäglichkeit denin Frank! dn, ſtammt s hat aber chebliche Ri pflanzen eine einen erſtounli ich längſt heoba fahren heben, wecde ich mich Dieſe d Nuͤbſen verſo durch die Ku⸗ hin und wied Att hat, ſel Ackerrettig g an, wo man auch in letzten Sie wil und klare Bec Daachfeld, un weniget Dung Zeit, m walch dei weitem ge Man t dhr Ausſaat: dem Lodfloh z hen vorglich und hren Nat merrapps deft meiſten Stüͤch ſien auf den keinen zul wied von anige Ver⸗ nes haͤu⸗ nte dcht „audgagene kein ſeaded rſtuß hatte, ſen. Wan welche dar ſo ſtark ge⸗ Aberntung den Boden dw detach⸗ ahrungdtheile ſelben iſt ein druͤchte erirl aekeen Anbau en Handeloge⸗ , undi de⸗ eerzu wid in Hoͤhe. An und die Wie re dabon nüh eutterungsmie ſtehen laſen, ngel an Kraft eichliche Ein⸗ ge Weide be⸗ streibt. I sgeſdet, un Man fidet t werden. nnhtfährigen hin Betracht ſchnell in die ndniß gerode halte hahen. Sommerrapps oder Sommerruͤbſen. III §. 210. Man hat ſtatt des Rappſes mehrere mit ihm nahe verwandte Pflanzen gebauet, und insbeſondere hat ſich der Rotabagaſaame neuerlich als ein den Rapps in der Guͤte und Eintraͤglichkeit des Saamens noch uͤbertreffendes Gewaͤchs beruͤhmt gemacht. Dies iſt beſon⸗ ders in Frankreich und von Schwerz geſchehen. Der Saame, welcher hierzu gebraucht wor⸗ den, ſtammt ohne allen Zweifel von dem unter dieſem Namen bekannten Wurzelgewaͤchſe her. Es hat aber ſeine Natur durch den mehrmaligen dichten Stand auf dem Acker, wo es keine erhebliche Ruͤben anſetzen konnte, ſo veraͤndert, daß auch nun derſelbe Saame, wenn die Pflanzen einzeln ſtehen, dennoch keine erhebliche Ruͤben mehr giebt. Daß dieſes Gewaͤchs einen erſtaunlich ſtarken Saamenertrag gebe, und daß dieſer Saame ſehr oͤlhaltig ſey, habe ich laͤngſt beobachtet. Nach den großen Vortheilen aber, die Schwerz und Clemens davon er⸗ fahren haben, und den Vorzuͤgen, die ſie ihm in mehrerer Hinſicht vor dem Rapps beimeſſen, werde ich mich deſſelben mit großer Zuverſicht naͤchſtens bedienen. Der Sommerrapps oder Sommerruͤbſen. §. 211. Dieſe Namen naͤmlich ſind gleichbedeutend und dieſe Pflanze iſt ſpeziſiſch vom Rapps und Ruͤbſen verſchieden, alſo nicht, wie bei manchem Sommer: und Wintergetreide, eine bloße durch die Kultur bewirkte Spielart. Es iſt die Brassica campestris der Botaniker, die auch hin und wieder wild waͤchſt. Sie iſt die einzige Pflanze dieſes Geſchlechts, welche es in der Art hat, ſehr ſchnell in die Hoͤhe und Bluͤthen zu treiben, und darin dem Senfe und dem Ackerrettig gleichkommt. Sie iſt alſo ein Sommergewaͤchs, und kann von dem Zeitpunkte an, wo man vor Nachtfroͤſten ſicher iſt, bis zu Ende des Junius geſaͤet werden, und kommt auch in letzterem Falle voͤllig zur Reife. §. 212. S ie will einen kraͤftigen humusreichen und nicht zu duͤrren Boden haben, und eine reine und klare Beackerung. In der Regel bringt man ſie bei der Dreifelderwirthſchaft in das Brachfeld, und bauet dann nach der Aberntung, Winterung. Dies Gewaͤchs ziehet zwar weniger Dungkraft aus dem Boden wie der Winterrapps, jedoch im Verhaͤltniß der kurzen Zeit, in welcher er ſeine Vegetation vollendet, merklich viele, und giebt in der Regel einen bei weitem geringern Ertrag, als die Winter⸗Oelſaaten. 3 §. 213. Man muß nach geſchehener Vorbereitung des Ackers eine guͤnſtige feuchte Witterung. zur Ausſaat wahrnehmen, damit der Saame ſchnell keime, und dem Unkraute ſowohl, wie dem Erdfloh zuvorkomme. Von einer gluͤcklichen Benutzung der Witterung haͤngt das Gedei⸗ hen vorzuͤglich ab. Dann koͤmmt es darauf an, ob er in der Bluͤthezeit den kleinen Kaͤfern und ihren Maden, auch einer gewiſſen ſchwarzen Raupenart entgehe. Der ſpaͤt geſaͤete Som⸗ merrapps reift um Michaelis— der fruͤher geſaͤete um ſo viel fruͤher— und es iſt in den meiſten Stuͤcken daſſelbe wie bei dem Winterrapps dabei zu beobachten; doch wird er wohl ſelten auf dem Felde abgedroſchen. Rotabaga ſtart des Rappyſes. ELgg MEE 112 Oelgewaͤchſe. Sobald man bemerkt, daß er nicht gerathen werde, wird ein vorſichtiger Landwirth ſich ſogleich zum Unterpfluͤgen entſchließen, weil ſonſt der Acker durch das uͤberhand nehmende Un⸗ kraut verwildert. Auf einen Ertrag von mehr als 10 Metzen darf man nicht wohl rechnen. Nur in abge⸗ laſſenen Teichen hat er zuweilen einen hohen, dem Winterrapps gleich kommenden Ertrag ge⸗ geben, und er iſt wegen Faͤlle ſeiner ſchnellen Vegetation eine ſehr zweckmaͤßige Frucht fuͤr ſolche Der Saame iſt auch von geringerem Werthe, weil er weniger Oel giebt. Er muß ſchon zur Vollkommenheit gelangt ſeyn, um aus der Metze 16 bis 18 Pfd. Oel zu geben. Dennoch ziehen manche den Anbau dieſes Gewaͤchſes der Winter⸗Oelſaat vor, weil es den Acker nur ei⸗ nen Sommer einnimmt. nh Eine ſonderbare Methode, die ſich im Paderbornſchen nicht ſelten finden ſoll, iſt dien Sommerruͤbſen und Winterruͤbſen untereinander zu ſaͤen, da man dann erſteren im erſten, den andern im zweiten Jahre erntet.—.. 1 Der Senf 3§. 214. iſt neuerlich ſtatt des Sommerruͤbſens, auch um des Oels willen, anzubauen, ſehr empfohlen worden. Man hat zwei Arten, die nach der Farbe unterſchieden werden, aber ſich auch durch andere cha akteriſt ſche Merkmale von einander auszeichnen. Der weiße Senf hat rauhe Schooten, an welchen ein langer Schnabel ſitzt. Die Farbe des Saamens iſt gelblich, faͤllt aber auch ins braͤunliche. Was man engliſchen Senf nennt, iſt hoͤchſtens eine durch Kultur entſtandene Abart. Der ſchwarze hat eine glatte Schoote, die dicht an den Stengel angedruͤckt iſt. Dieſen bauet man bei uns mehr um des Moſtrichs willen, weil er dazu gebraͤuchlicher iſt; obgleich der weiße auch in dieſer Hinſicht den Vorzug verdient. Seine Schooten ſpringen leichter auf als die des weißen. 1 Beide geben ein zum Brennen, und wenn es ſorgfaͤltig gereinigt wird, auch zur Speiſe ſehr brauchbares Oel; vom Centner etwa 32 bis 34 Pfd. Die reizende Schaͤrfe dieſer Saamen hat nicht im Oel, ſondern in der Huͤlſe ihren Sitz, und der ſcharfe engliſche Senf ſoll daraus verfertigt werden, nachdem man das Oel ausgepreßt hat. und das muß geſchehen, weil er dem Erdfloh beſonders ausgeſetzt iſt; den Kaͤfern und ihren Maden aber weniger. Er bluͤhet ſehr lange, giebt den Bienen eine vorzuͤgliche Nahrung, und ſetzt nach und nach ſeine Schooten an. ſchwarzen Senf, genau wahrnehmen, um ihn zu ſchneiden. §. 21s. Sein Ertrag iſt im Durchſchnitt weit ſtaͤrker wie der des Sommerruͤbſens. Hat man Gelegenheit ihn an Moſtrichbereiter zu verkaufen, ſo erhaͤlt man ihn am theuerſten bezahlt. ruͤbſen, Man muß die Reifung der erſten, beſonders beim Der Senf nimmt, der Verſicherung nach. mit ſchlechterem Boden als der Sommer⸗ rapps vorlieb, und iſt gegen Froſt minder empfindlich. Er kann daher fruͤher geſaͤet werden, 4 Aber auch zum Oelſchlagen iſt er, ſeiner Ergiebigkeit wegen, vortheilhafter wie der Sommer⸗ —— ——— tibſen/ nnd nicht, dofe eiler nu Hi zurd genei hochſt Der eine Abott des Saamen und d nommen worde Er wae fordert dedha man mit Ste Made des R. bluͤhet, und Erfolg verſue man wahrſch doch nicht zu Sein in Betracht zehntauſend Saatvermeh⸗ bezweifeln iſ Der Saame Hundert. Deae Er hat onen Blaͤtter. d Schooten ſi Er n. ud vird de Vierter 8 ndwirih ſc hmende ha⸗ ur in abge⸗ Sttrag ge⸗ de ſie ſäche Er muß ſchen en. Dennoch Acker nur i⸗ ſoll, iſt die erſten, den ir empfohlen c auh durch tt. Die dich en Senf nennt, kt iſt. Diſ er iſt; obglh en leichter au uch zur Sheit ſe ihren Sit, (l ausgepreßt der Sommer⸗ geſaet wenen fern und ihren Naheung, und dſonbeus heim 6. Hat mm erſten bezahlt der Sommets tubſen, * Senf. Chineſiſcher Oelrettig. ruͤbſen, und verdiente daher vor dieſem in jeder Ruͤckſicht den Vorzug, außer vielleicht darin 113 nicht, daß er fruͤher geſaͤet werden, und man folglich mit der Vorbereitung des Ackers mehr eilen muß. Die zuruͤckbleibenden Oelkuchen ſollen dem Vieh als eine reizende und gelind abfuͤhrende Arzenei hoͤchſt wohlthaͤtig ſeyn, wenn ſie zerſtoßen auf das Futter geſtreuet werden. Der chineſiſche Oelrettig, Raphanus chinensis oleiferus, 1 5. 216. eine Abart des gemeinen Rettigs, iſt wegen ſeines leichten Anbaues, ſeiner Eintraͤglichkeit an Saamen und deſſen Oelhaltigkeit ſehr dringend empfohlen, aber nirgends nachhaltig aufge⸗ nommen worden. Er waͤchſt ſehr in die Hoͤhe, und verbreitet ſich mit ſeinen ausgeſpreizten Zweigen, er⸗ fordert deshalb Unterſtuͤtzung. Man kann ihn faſt nur auf ſchmalen abgetheilten Beeten, die man mit Stangen umgiebt, aufrecht und in Ordnung erhalten. Seine Schooten ſind der Made des Ruͤſſelkaͤfers ſehr ausgeſetzt. Sie reifen ungleich, indem die Pflanze immer fort⸗ bluͤhet, und manchmal wird vor Winter ſehr wenig davon reif. Wenn er, wie einige mit Erfolg verſucht haben, im Herbſte ausgeſaͤet werden kann, und den Winter aushaͤlt, ſo wird man wahrſcheinlich ſicherer damit gehen. Aber zum Anbau auf ganzen Feldern ſcheint er ſich doch nicht zu ſchicken. Sein Ertrag iſt ſcheinbar außerordentlich ſtark, und wenn man die einzelnen Pflanzen in Betracht zieht, ſtaͤrker, wie von irgend einem andern Oelgewaͤchſe. Er kann vielleicht das zehntauſendſte Korn geben, und iſt deshalb eine herrliche Pflanze fuͤr die, welche nach der Saatvermehrung rechnen. Aber die einzelne Pflanze breitet ſich ſo aus, daß es dennoch zu bezweifeln iſt, ob er von einer gewiſſen Flaͤche ſo viel Saamen wie andre Oelgewaͤchſe gebe. Der Saame liefert reichliches und rein ſchmeckendes Oel, wie man verſichert, Funfzig vom Hundert.. Der Leindotter(Myagrum sativum). §. 217. V Dieſe Pflanze waͤchſt auch wild, und iſt unter dem Flachſe zuweilen ein laͤſtiges Unkraut. Er hat einen 1 bis 2 Fuß hohen, eckigen, haarigen, aͤſtigen Stengel, lanzettfoͤrmig ſitzende Blaͤtter. Die gelben Bluͤthen ſtehen in langen Trauben an der Spitze der Stengel. Die Schooten ſind aufgeblaſen, eifoͤrmig, platt, an dem obern Theile mit einer Spitze verſehen. Er nimmt mit einem ſandigen Boden vorlieb, wenn dieſer in guter Dungkraft ſtehet, und wird deshalb auf ſolchem angebauet. Er ſaugt aber dieſen Boden ſehr aus. Man ſaͤet ihn im April; zu Ende des Juli oder Anfangs Auguſt geſchiehet die Ernte. Er iſt weniger wie andre Oelgewaͤchſe den Inſekten ausgeſetzt, und mißraͤth uͤberhaupt nicht leicht voͤlig. Sein Ertrag iſt aber ſelten uͤber 10 Metzen vom Jochart, und 1 Metze ſoll 18 bis 21 Pfd. Oel geben, welches von einem etwas bitterlichen Geſchmacke iſt, und in der Kaͤlte nicht gerinnt. Vierter Theil. P —— ——ÿÿÿ,— — ——— . Oelgewaͤchſe. Der Mehn(Papaver somniferum). nen Man bauet mehrere Abarten dieſer Pflanze, welche ſich durch die Farbe der Blithe, des Saamens und der Konſtruktion der Kapſeln unterſcheiden. 114 Abarten. Farbe; einige halten den ſchwarzen, andere hingegen den weißen fuͤr eintraͤglicher. Der weiße ſoll indeſſen annehmlicher im Geſchmacke des Saamens ſelbſt, und auch des daraus bereiteten Oeles ſeyn. Man haͤlt den fuͤr den beſten, deſſen Koͤpfe, wenn ſie reifen, eine blaͤulichte Farbe bekommen. 1 Kichtiger iſt die Konſtruktion der Kapſeln, indem es eine Art giebt, deren Deckel ſich, wenn er reif iſt, von ſelbſt abloͤſt, ſo daß der Saame dann ausgeſchuͤttet werden kann; eine andre, wo er ſitzen bleibt und der Kopf geoͤffnet werden muß. Die erſtere paßt ſehr gut zum Anbau im Kleinen, wo man die einzeln reifenden Koͤpfe ſorgfaͤltig abſchneidet und ſie in auf einmal abernten will. 3§. 219. 1 Der Mohn erfordert einen reichen, humoſen und ſorgfaͤltig bearbeiteten Boden. Bei dem Feldbau waͤhlt man daher das vorzuͤglichſte, in Dung erhaltene, reinſte und gegen Winde etwas geſchuͤtzte Land dazu aus. Es muß ſchon im Jahre zuvor zubereitet und geduͤngt ſeyn, weil der Mohn bei fruͤher Ausſaat am ſicherſten geraͤth.— §. 220. Boden. Ausſaan. 4 eben und gleichmaͤßig bedeckt hat, welche Ausſaat beſonders gut gedeihen ſoll. Er wird nur ſehr duͤnne ausgeſaͤet, und erfordert daher einen Saͤemann, welcher die fluͤſſig auf einem Jochart; wenn man jedoch die Pflanzen nachher verduͤnnt, ſo kann es nicht ſchaden, wenn er dichter laͤuft.— S. 221. Dieſes Verduͤnnen beim Jaͤten oder Behacken bleibt immer unumgaͤnglich noͤthig, wenn man vollkommenen Mohn haben will. Die Pflanzen duͤrfen nicht dichter als auf 6 Zoll an⸗ einander ſtehen bleiben. Ja, wenn man einen recht kraͤftigen und gegen den Wind geſchuͤtzten Boden hat, ſo erhaͤlt man ohne Zweifel den hoͤchſten Ertrag, wenn ſie auf 1 Fuß Entfernung geſetzt worden ſind. Sobald der Mohn zu dichte ſteht, bekommt er nur kleine winzige Koͤpfe, die ſehr wenig und auch in der Qualitaͤt ſchlechten Saamen enthalten. Durch das Behacken mit dem Karſt wird dieſes weit beſſer, als durch das Ausziehen der Pflanzen und des Un⸗ krauts bewirkt, wenn man anders Arbeiter hat, die hierin einigermaßen geubt ſind. Denn 4 es wird die Erde zugleich gelockert und etwas an die ausgeſonderten Pflanzen herangezogen. Das Behacken oder Jaͤten muß auch zum zweitenmale wiederholt werden, wenn es zum erſtenmale nicht wirkſam genug geſchehen iſt, oder ſich neues Unkraut wieder einfindet. Man ſaͤet den Mohn ſehr haͤufig unter Moͤhren, und da dieſe, nachdem der Mohn⸗ auf⸗ gezogen worden, noch zwei Monate zum Wachſen haben, ſo iſt es allerdings, um das Feld BPegetation. 1 Die Farbe der Bluͤthe iſt gleichguͤttig. Der Saame iſt von ſchwarzer und weißer Saͤcken ſammelt, aber durchaus nicht zum Anbau im Großen, wo man das ganze Mohnfeld NMan ſaͤet ihn gern ſchon im Maͤrz, auch ſelbſt auf dem Schnee, wenn dieſer das Land Behandlung eines ſo feinen Saamens gaͤrtnermaͤßig erlernt hat. Zwei Pfund ſind ſchon uͤber⸗ ——— naglihſtot und des täula Eleſin, kachs Die Zei inder geſchäft ſchaften ſchwie und gehorige nicht uͤber die zu den Käyfen und er daf at bittern Geſchme uͤber der Erde bäͤndern oberw enden ſo lang ſeevolig abtr 7 Die M tet, welches kann, in and Großen driſch nigt ihn dam Der re dieſen nicht h dem er voͤllig Der M ju benutzen we dr Kultur 18 deonders der Schlagen zeſe unter allen. tere, und de feinem Prov⸗ u verkaufen danoch der⸗ wiech Bedent „Dnn an ten iſt, ni uttur nurg der Zlüthe ad weſßer et. da dacße dus dcaa eine dlaaüche n Deckel ſi kann; an aßt ſehr gu Rt und ſie in A Nohnfeld Boden. Ha d ggen Winde geding ſehn, dieſer das dnd nn, welche ſind ſchon ihe⸗ e kann es ni noͤchig, wenn duf 6 Zol ar ind geſchüßtn uß Entfernung winzige ſiyfe, h dus Fhacken nund des Un⸗ öt ſad. Denn jangezogen. den, wenn üh t einfindet. er Mohn auf⸗ um das eld Der Mohn. 1156 moͤglichſt hoch zu benutzen, ganz vortheilhaft. Aber auf die volle Wirkung jenes Behackens, und des regulairen Ausſetzens des Mohns und der Moͤhren ſelbſt muß man alsdann Verzicht leiſten, welches doch zu dem hoͤchſten Ertrage leider ſo noͤthig iſt.. §. 222. Die Zeit der Reifung im Auguſt muß wohl wahrgenommen werden, und da ſie gerade Eegte. in der geſchaͤftsvollen Erntezeit einfaͤllt, ſo macht dies den Anbau des Mohns in großen Wirth⸗ ſchaften ſchwierig. und gehoͤrige Ausſetzung mehrentheils erreicht, ſo iſt die Arbeit an ſich nicht groß. Er darf nicht uͤber die Reife ſtehen, weil ihm Kraͤhen, Sperlinge und Maͤuſe— welche letztere, um zu den Koͤpfen zu gelangen, ihn unten abfreſſen und niederwerfen— vorzuͤglich nachgehen, und er darf auch nicht unreif abgebracht werden, weil ſonſt der Saame einen widrigen und bittern Geſchmack bekommt, und ſich das Oel nicht vollſtaͤndig darin ausbildet. Er wird ſodann uͤber der Erde abgeſchnitten, oder auf lockerem Boden noch leichter aufgezogen, mit Stroh⸗ baͤndern oberwaͤrts in kleine Bunde gebunden, und bald eingefahren. Man hauet die Sturz⸗ enden ſo lang wie es angeht ab, und ſetzt die Bunde an einem luftigen Orte unter Dach, um ſie voͤllig abtrocknen zu laſſen. 1 3 3 „ S. 223. Die Mohnkoͤpfe werden alsdann gewoͤhnlich Stuͤck fuͤr Stuͤck geoͤffnet und ausgeſchuͤt⸗ tet, welches aber, wenn man nicht unvermoͤgende alte Leute und Kinder dazu etwa brauchen kann, in andern um dieſe Zeit einfallenden Geſchaͤften nachtheilig ſtoͤrt. Bei dem Anbau im Großen driſcht man ihn daher haͤufiger aus, oder ſchneidet ihn auf einer Haͤckſellade, und rei⸗ nigt ihn dann durch das Wurfeln, Schwingen, und auf einer Staͤubemuͤhle. 3 Der rein gemachte Saame wird dann auf einem dicht gedielten Boden, oder wenn man dieſen nicht hat, auf einem Gegeltuche ausgebreitet, anfangs haͤufig geruͤhrt, und erſt, nach⸗ dem er voͤllig abgetrocknet iſt, in Tonnen aufbewahrt.— * §. 224. Wenn er indeſſen nur gleichzeitig reift, was man durch eine fruͤhere Saat Der Mohnbau kann, wenn man Abſatz dafuͤr hat, oder ihn zum Oelſchlagen gehoͤrig Ertrag. zu benutzen weiß, eine der eintraͤglichſten Produktionen ſeyn. Man kann vom Jochart bei gu⸗ ter Kultur 18 bis 20 Metzen gewinnen, und 1 Metze giebt 21 Pfd. gutes Oel. Dieſes Oel, beſonders der erſtere Theil deſſelben, welcher faſt kalt geſchlagen wird, und dem man beim Schlagen zerſchnittene Aepfel zumiſcht, iſt ohne Zweifel das reinſte und angenehmſte Speiſeoͤl unter allen. Es ſteht nur dem feinſten italieniſchen Olivenoͤle nach, uͤbertrifft aber das ſchlech⸗ tere, und der ſpeziſiſche Geſchmack des Olivenoͤls kann ihm durch eine kleine Zumiſchung von feinem Provenceroͤle gegeben werden. Haͤufig hat man aber auch Gelegenheit, den Saamen zu verkaufen, und erhaͤlt gern 1 Friedrichsd'or fuͤr die Metze. Bei dieſem hohen Ertrage iſt dennoch der Anbau bei manchen Wirthſchaftsverhaͤltniſſen ſo ſchwierig, daß ein groͤßerer Land⸗ wirth Bedenken tragen muß, ſich damit im Großen zu befaſſen. §. 225. 8 Von andern Oelgewaͤchſen, deren oͤlgebender Saame nur als Nebennutzung zu betrach⸗ ten iſt, wie Hanf, Lein und Taback, wird in der Folge die Rede ſeyn. Noch anderer, deren Kultur nur gartenmaͤßig betrieben wird, erwaͤhne ich hier nur, z. B. der Sonnenblume(He- P 2 —— — ——ÿ——’—— 116 Geſpinnſtpflanzen. jianthus annuns). Ihr Saame giebt allerdings ein ſehr gutes Speiſeöl, und der Erttag deſſelben kann anſehnlich ſeyn. Die Einerntung und Aufbewahrung der Fruchtboͤden hat aber ſo große Schwierigkeiten, daß man dieſen Anbau dem Landwirthe nicht empfehlen kann, ſondern dem Gaͤrtner, welcher dieſe Pflanze hier und da zweckmaͤßig einſchalten kann, uͤber⸗ laſſen muß. Denn ſie geraͤth immer beſſer, wenn ſie einzeln, als wenn ſie zuſammengedraͤngt auf einem Felde ſtehht. 2 Auch die Kuͤrbiſſe ſind um des Saamens willen, der wohlſchmeckendes, aber weniges Oel giebt, anzubauen empfohlen worden. Ihr Anbau uͤberhaupt wird aber der Gaͤrtnerei aͤber⸗ laſſen. 3 Auch erwaͤhne ich noch des Hederichſaamens, ſowohl des Ackerrettigs als des Acker⸗ ſenfs, welche zwar kein Landwirth dazu anbauen wird, ihn aber nur zu haͤufig unter ſeinen Fruͤchten erntet, und den er durch ſorgfaͤltige Abſonderung zum Oele benutzen kann. Die Geſpinnſtpflanzen. §. 226. Ueber den Leinbau und die Behandlung des Flachſes haben wir in allen landwirthſchaftlichen Hand⸗ und Lehrbu⸗ chern nicht nur, ſondern auch in vielen beſonderen Schriften ſo ausfuͤhrliche Anweiſungen, die auch im Verhaͤltniſſe mit dem Werthe der Schriftſteller uͤberhaupt gruͤndlich und klar genug ſind, daß es mir uͤberfluͤſſig ſcheint, dieſe Materie nochmals ausfuͤhrlich und in allen ihren Momenten vorzutragen. Ueberdem iſt auch die Manipulation des Leinbaues und der Flachs⸗ bereitung einem jeden praktiſchen Landwirthe genugſam bekannt, und was die letztere anbe⸗ trifft, kann ſie leichter und beſſer bei eigner Anſicht erkernt werden, als es durch woͤrtlichen 4 Vortrag moͤglich iſt. Nach der Beſtellung gehoͤrt endlich die uͤbrige Bearbeitung fuͤr das weib⸗ 3 1 liche Geſchlecht, und wird daher am beſten auch der weiblichen Aufſicht uͤbertragen, welche in der Regel an dem Gedeihen des Flachſes das hoͤchſte Intereſſe nimmt. Ich werde mich daher hier nur auf einige Hauptpunkte beſchraͤnken, die meiner Anſicht nach theils nicht vollſtaͤndig und klar genug behandelt ſind, theils noch zweifelhaft ſcheinen. 8 §. 223 2... Ueber die Vortheile und Nachtheile eines ausgedehnteren Leinbaues, ſowohl bei dem groͤßeren wie bei dem kleineren Landwirthe, ſind die Meinungen ſehr getheilt. Wenn der eine darin mit Recht einen vorzuͤglichen Erwerbszweig findet, das Herabſinken der Wirthſchaft daher. 3 Daß der Lein beſonders die aͤltere Dungkraft aus dem Acker ſehr ausſauge, daß er eint langweilige, beſchwerliche, und in eine mit Geſchaͤften uͤberhaͤufte Zeit fallende Arbeit erfot⸗ dere, uͤber welche ſo leicht etwas fuͤr das Ganze der Wirthſchaft Wichtigeres verabſaͤumt wird, kann woht nicht geleugnet werden. Wo alſo nach dem bisherigen Wirthſchaftsbetriebe mit der Dungkraft und nach Maaßgabe einer ſchwachen laͤndlichen Bevoͤlkerung, mit der Arbeitsver⸗ wendung im Sommer ſparſam verfahren werden muß, des Leinbaues unmoͤglich zutraͤglich ſeyn, wogegen man auf einem in Kraft geſetzten Boden, Vortheile 10 Nachtheile deſe alben. — ſo leitet ein andrer nicht mit Unrecht da kann eine betraͤchtliche Ausdehnung teint tn Groſe gn vwird m ketrieben, ſut nn haͤuf ſhnlcchen klat gearbeitung kulation ſeyn, Menge von J bequemen Ver ſchaffen; vobe vermehtt werd Hundeicgewaͤch ur auf eignen Der ke Es muß dieſe elſetzt werden ſand ſeyn; ſig geil dart it ihm ein In d der Brache ſchwer, beſo geben, zuma tet iſt. Beſe treie, und 3c waͤrde ih de de gehor noch Dongite muͤßte geh Herbſte ti den friſchen dauvor geegg und es wu ſiedeheſpan ren Hierd Strohuiſt be Der Acket wi Furche zur e dut gedeihen der Ertag tboͤden hat fehlen kann, ann, uͤber⸗ dangedrͤngt daas D artnas dn⸗ s des Ae⸗ unter ſenn in. de ukehröi⸗ meiſunzen, die und lar genug din alen ihren und der Face⸗ ie letztere end zdurch woͤrtite g fuͤr dos dai⸗ gen, welcen erde mich dahe icht vollſtͤnd wwohl deim Wenn der eine icht mit lnrcht uge, doß er eint nde Aedet erfot eraöſumt wih betriebe mit d der Arbeitool⸗ he Ausdehnun eſetzten Foden, * Der Leinbau. 117 bei einer ſtarken Duͤngerproduktion und genugſamen, vorzuͤglich weiblichen Haͤnden damit ins Große gehen kann. Er wird dann vor anderm Handelsgewaͤchsbau vorzuͤglich zweckmaͤßig in ſolchen Gegen⸗ den betrieben, wo Spinnen und Weben ein Haupterwerb des Landvolks im Winter iſt. Hier hat man haͤufig Gelegenheit, den Lein auf dem Felde ſtehend zu verkaufen, und ſo einen an⸗ ſehnlichen klaren und baaren Gewinn daraus zu ziehen, ohne die Sorge fuͤr Einerntung und Bearbeitung darauf verwenden zu duͤrfen. Nicht unrichtig kann in manchen Faͤllen die Spe⸗ bulation ſeyn, auf einem Landgute Spinnſtuben und Weberſtuͤhle zu errichten, um einer groͤßern Menge von Arbeitern, die man nur im Sommer zum Feldbau gebrauchen kann, im Winter bequemen Verdienſt zu geben, und ſomit ſich eine groͤßere und willigere Volksmenge zu ver⸗ ſchaffen; wobei dann der Leinbau und die Flachsbearbeitung vermehrt werden muß, aber auch vermehrt werden kann. Tritt beides nicht ein, ſo ſcheint mir der Anbau mancher andern Handeisgewaͤchspflanzen vor dem des Leins Bortheile zu haben, und dieſer daher hoͤchſtens nur auf eignen Bedarf beſchraͤnkt werden zu muͤſſen. §. 228. Der Lein liebt mehr einen lockern mit Sand gemengten, als ſtrengen, thonigen Boden. Boden. Es muß dieſem aber, was ihm an der Feuchtigkeitshaltung der Erde abgeht, durch die Lage erſetzt werden. Er muß dabei durchaus reich und kraͤftig von Natur oder durch alten Dung⸗ ſtand ſeyn; denn dieſer kann ihm durch friſchen Duͤnger ſchwerlich erſetzt werden. Uebermaͤ⸗ ßig geil darf er jedoch auch nicht ſeyn, weil er hier fruͤh zu Lager gehen wuͤrde. Vor allem iſt ihm ein muͤrber mergelichter Boden zutraͤglich. §. 229. In der Dreifelderwirthſchaft hat man faſt allgemein dem Lein ſeinen Platz in und ſtat der Brache angewieſen. Dies ſcheint mir der unangemeſſenſte, den er haben kann. Es haͤlt ſchwer, beſonders bei dem Fruͤhlein, dem Acker die angemeſſene Gaare vor der Einſaat zu geben, zumal wenn der Acker durch eine Folge von mehreren Fruͤchten verwildert und verkrau⸗ tet iſt. Beſonders aber iſt der Lein anerkannt eine nachtheilige Vorfrucht fuͤr das Winterge⸗ treide, und jeder praktiſche Wirth rechnet ſchon auf einen merklichen Ruͤckſchlag deſſelben. Ich wuͤrde ihn bei dieſem Feldſyſteme immer lieber in das Sommerfeld nehmen, welches leich⸗ ter die gehoͤrige Gaare annimmt, wenn die vorhergehende Brache gut bearbeitet war, und noch Daungkraft genug hat, falls die Brache reichlich mit Miſt befahren wurde. Dieſer Acker muͤßte gleich nach Abbringung der Winterung flach geſtoppelt oder nur gebaͤlket, und dann im Herbſte tief gepflaͤgt werden. Schiene der Acker einer Nachduͤngung beduͤrftig, ſo wuͤrde ich den friſchen Stallmiſt in der Winterzeit auffahren und auf den Acker ſtreuen laſſen, nachdem zuvor geegget worden. Dieſer Miſt bliebe bis zu einer trocknen Zeit im Fruͤhjahre liegen, und es wuͤrde alsdann das ſtrohige abgeharkt, oder was im Großen leichter iſt, mit einem pferdebeſpannten Getreiderechen in Kaͤmme zuſammengezogen, und zu anderm Behuf abgefah⸗ ren Hierdurch wuͤrde der Acker die dem Lein angemeſſene Geile erhalten, ohne durch den Strohmiſt bollig zu werden. Statt deſſen kann allerdings auch ein Hordenſchlag eintreten. Der Acker wird dann ſtark ausgruͤnen, aber vorzuͤglich muͤrbe ſeyn, und kann nun mit einer Furche zur Saat vorbereitet werden. Nach dem Lein werden im folgenden Jahre Erbſen ſehr gut gedeihen, und die Winterung nach ſelbigen wird diejenige uͤbertreffen, die man unmittel⸗ —————,————— ie——————————— 74————— ——— t Sein Platz im 4 118 b 3 Geſpinnſtpflanzen. bar nach dem Lein baut; wenn man es nicht vorzieht, unter den dein Klee zu ſaen, der unter à keiner Frucht naͤchſt dem Buchweizen beſſer gedeiht, wie unter dem Lein. Aber der Lein geraͤth auch nach dem Klee vorzuͤglich, und zwar auf einer Furche, noch beſer ſogar, wenn dieſer zwei Jahre gelegen hat. Man bricht die Kleeſtoppel im Herbſt oder Frühjahre ſorgfältig und nicht gar zu flach um, egget und walzt ſie. Vor der Leinſaat egget man den Acker ſcharf auf, oder was wirkſamer iſt, man uͤberzieht ihn mit dem Erſtirpator, 'egget dann den Lein unter, und walzt. Jene Duͤngungsart kann man, wenn man ſie dem deans nothig haͤlt, auch hier anwenden, noch wirkſamer aber wird eine ſchwache Kalk⸗ oder 8 eifenſiederaſchen Duͤngung ,oder eine Ueberſtreuung mit Federvieh⸗, beſonders Taubenmiſt Nach Huͤlſenfruͤchten, beſonders Erbſen, ſoll dagegen, zufolge der Bemerkungen der Belgier, der Lein ſchlecht gerathen. Nach behackten und ſtark geduͤngten Fruͤchten wird der ein ſehr gut, auch bauet man ihn vortheilhaft nach Hanf; aber umgekehrt iſt es das Ge⸗ gentheil. 5. 230. Ganz beſonders aber paßt der Leinbau auf einem kraͤftigen Neubruch, oder auf Land, was ſehr lange zu Graſe gelegen hat, und ich glaube, daß man dieſes in der erſten Tracht kaum vortheilhafter benutzen koͤnne. Es muß tiefer oder flacher nach der Dicke des Raſens abgeſchaͤlt, und dieſer gut und vollſtaͤndig umgewandt werden, weswegen man an rauhen Stellen mit Forke und Spaten zu Huͤlfe kommen muß. Es kann ſpaͤt im Herbſt, oder im erſten Fruͤhjahr geſchehen; man walzt oder egget ſogleich, damit das Gras nicht durch⸗ ſchlage. Zur Saatzeit wird dieſer Acker ſcharf aufgeegget, der Lein geſaet, wieder eingeeg⸗ get und gewalzt. Ich habe nie kraͤftigern, hochſtaͤmmigern und dabei ſich aufrecht erhalten⸗ tendern Lein geſehen, wie auf ſolchem Reubruch, und dazu kommt der große Vortheil, daß man ihn nicht zu jaͤten noͤthig hat. Es ſchlagen hoͤchſtens die Wurzeln einiger zaͤhern wilden Pflanzen wieder aus, die man leicht ausſticht. Unter dem Lein wird der Raſen ſo muͤrbe, daß man ihn nachher, wenn man will, mit einer Furche zur Winterung bereiten kann. Auf einem kraͤftigen Neubruch habe ich auf die Weiſe ſehr guten Weizen nach dem Lein gebaut, weil der Rocken in dem vorhergehenden Jahre bei einer gleichen Behandlung eines aͤhnlichen Neubruchs ſich lagerte. Ich wuͤßte keine andre Frucht, unter welcher man zaͤhen Raſen ſo leicht gaar machte. Wenn ich nicht Neubruch habe, raͤume ich bei meinem Ackerſyſteme dem Lein nur dieje⸗ nigen Sinken im Winterungsfelde ein, wo ich eine Auswaͤſſerung der Winterung beſorgen muß, oder wo ſie wirklich erfolgt iſt. Sind dieſe Flecke klein, ſo wende ich die Koſten dar⸗ an, ſie mit dem Spaten umgraben zu laſſen, und gebe ihnen kurz vor der Beſtellung eine ſchwache mit Kalk verſetzte Kompoſtduͤngung, mit welcher der Saame eingeegget wird, und ſo gewinne ich meinen Flachsbedarf reichlich, ohne ihm nutzbareren Boden zu geben, und er⸗ halte dieſe ſonſt ſo leicht verſaͤurenden und mit Binſen und Seggen ſich uͤberziehenden Plaͤtze in Kulttu. Deer Lein ertraͤgt es aber durchaus nicht, daß er ſchnell auf daſſelbe Land zuruͤckkehre. Man haͤlt wenigſtens eine Zwiſchenzeit von 9 Jahren noͤthig, ſelbſt da, wo man ihn am haͤufigſten und mit dem groͤßten Erfolge bauet, wie in Belgien. 1 * Man ha man ole drei o ————— Riſaamen, d ffhrung leh prlanders ſich tun Saamen, wogegen man ſcheinlich nicht ſondern die w laſen den Sa⸗ keine Weſe ve wondle. In wegbszweig ar men beſtime teiſen, unde die Saamenſt eine Stange, ihn ſodann eigenthuͤmlich Zweifel, daß und jenes ko ſam, den Le je aͤlter er g Man nid, weil Er giebt fein der ausgedroſ erſtern nicht; hangt aber bl lere egtim Gegenden in Die! hoen konnte Vorag der dert ader eine Rachſonner de Waſeutt hnell, erfor —— 1 „der mia lrche/ noch Nerhſt oder wiag egget därhunt, mm ſe Rn e Kalk⸗ dder Z Taudenmſt rkungen de en wird der es das Ge⸗ 4 c, oder uf in der erſten da Dicke des degen um an n Herdſ, oder as vicht durh⸗ wieder enngeg⸗ recht erhrtrer Vorthel, d zähern nan ſen ſo mitde, en kann. Luf ein geban, ines aͤhnlichen hen Raſen ſo ein nur dieje ung deſerr ie Koſtet dub⸗ Zeſtellg dine get ri, und geder, und er⸗ kzeden Plate fkehre. An am haufgtes Der Leinbau. 119 §. 231. Man hat es als eine unerlaͤßliche Bedingung zum guten Leinbau angenommen, daß man alle drei oder hoͤchſtens alle vier Jahre den Saamen erneuern, und zu dem Ende rigaiſchen Leinſaamen, welcher in Liefland, Kurland und Litthauen erzeugt wird, nehmen muͤſſe. Die Erfahrung lehrt es allerdings, daß unſer Saame ſich verſchlechtere, und immer niedrigern, Sagme. beſonders ſich zu fruͤh in Aeſte theilenden Flachs gebe. Man iſt daher gezwungen, dieſen theu⸗ ren Saamen, der die Tonne zu 2 Metzen 51 bis 62 fl. koſtet, von Zeit zu Zeit anzukaufen, wogegen man den ſelbſt gewonnenen die Metze mit 9 oder 12 fl. bezahlt. Es iſt aber wahr⸗ ſcheinlich nicht das Klima oder der Boden, welcher den Ruͤckſchlag unſres Leinſaamens bewirkt, ſondern die wenige Aufmerkſamkeit, welche wir auf die Saamenerzeugung verwenden. Wir laſſen den Saamen nicht zur Reife kommen, riffeln ihn dann gleich ab, und koͤnnen dann auf keine Weiſe verhuͤten, daß er ſich etwas brenne, und ſeine gelbliche Farbe in eine braune ver⸗ wandle. In jenen oſtſeeiſchen Gegenden, wo der Saamenverkauf einen betraͤchtlichen Er⸗ werbszweig ausmacht, gehet man aber weit vorſichtiger damit um. Man ſaͤet den zum Saa⸗ men beſtimmten Lein weit duͤnner, mehrentheils auf abgebrannten Neubruch, laͤßt ihn voͤllig reifen, und opfert die Feinheit des Flachſes ⸗der Guͤte des Saamens auf. Dann ſchneidet man die Saamenſtengel eine Spanne lang ab, und windet ſolche mit Baſt ſchraubenfoͤrmig um eine Stange, ſtellt dieſe Stangen auf, laͤßt ihn ſo nachreifen und voͤllig trocknen, und driſcht So behaͤlt der Saame ſeine gelbliche Farbe, ſeinen Glanz und ſeinen ihn ſodann erſt ab. Es hat wohl keinen eigenthuͤmlichen friſchen Geruch, und giebt dann kraftvollere Pflanzen. Zweifel, daß, wenn wir dieſes Verfahren nachahmten, wir eben ſo guten Leinſaamen erziehen, und jenes koſtbaren Ankaufs uͤberhoben ſeyn koͤnnten. Auch iſt es der Erfahrung nach rath⸗ ſam, den Leinſaamen zwei Jahre alt werden zu laſſen; er ſoll nach einigen um deſto beſſer ſeyn, je aͤlter er geworden iſt. §. 232⸗ Man hat zwei Sorten von Lein: den Klang⸗ oder Springlein, der ſo genannt wird, weil ſeine reife Saamenkapſel durch die Sonnenhitze mit einem Geraͤuſch aufſpringt. Er giebt feinern, weichern, aber kurzen Flachs. Dann den Droͤſch⸗oder Schließlein, der ausgedroſchen werden muß. Der letztere wird hier nur gewoͤhnlich gebauet, weil man den erſtern nicht fuͤr vortheilhaft haͤlt. Der Unterſchied von Fruͤhlein, Mittellein und Spaͤtlein haͤngt aber bloß von der Saatzeit ab, und der Saame iſt. gleicher Art. Der fruͤhe und mitt⸗ lere pflegt im Durchſchnitt ſicherer zu ſeyn. Indeſſen bauet man nur den ſpaͤten in manchen Gegenden und Wirthſchaften bloß aus der Urſach, weil ſeine Ernte erſt nach der Getreideernte einfaͤllt, und man in dieſer nicht geſtoͤrt ſeyn will. §. 233. Die uͤbrige Behandlung des Leins uͤbergehe ich als bekannt, und weil ich nur wieder⸗ holen koͤnnte, was ſchon hundertmal geſagt iſt; doch muß ich der Widerſpruͤche uͤber den Vorzug der Thauroͤtte oder der Waſſerroͤtte erwaͤhnen. Die erſtere iſt ſicherer, erfor⸗ Abarten. Das Rötten. dert aber eine lange Zeit, beſonders wenn ſehr trockne Witterung eintritt. In dem trockenen Nachſommer von 1810 wollte es durchaus nicht damit gehen, und man war doch genoͤthigt, die Waſſerroͤtte zu Huͤlfe zu nehmen, oder den Flachs oft zu begießen. Die Waſſerroͤtte geht ſchnell, erfordert aber eine große Aufmerkſamkeit und Sorgfalt, wenn der Flachs dabei nicht — 1 Schaden nehmen ſoll. mit einem faulen Geſtanke, Man muß dieſe Vorrichtungen do der angenommenen Gewohnheit abgeht, 20 Geſpinnſtpflanzen. Nicht allenthalben hat man das gehoͤrige Waſſer dazu; ſie fuͤllt die duft und das Waſſer mit fauler Materie an, welche die Fiſche todtet. ch unter weibliche Direktion geben, welche nicht gern von und man thut daher am beſten, bei derjenigen Me⸗ thode zu bleiben, welche in der Gegend eingefuͤhrt iſt. ſaat aufbewahrt wird; ſchlechten, der am vortheilhafteſten zur V Ausdaurender Leinä. i hen, Beim Abdreſchen ſondert der Landwirt in den mittleren, we Der perennirende Lein, ſt von einigen ſehr empfohlen worden, und viel hoͤhere und ſtaͤrkere Stengel hat. nur einen groben und braunen Flachs, we hat. 3 3 3 4 gehoͤrt zu den Pflanzen. maͤnnliche Pflanze wird Fimmel, daß er mehrere Jahre ausdauert— h den Saamen a lchen man zum Oelſchlagen gebraucht; und in den b, in den beſten, welcher zur Ein⸗ iehfuͤtterung benutzt wird. §. ₰ 2 3 4. Linum perenne, eine ſpeziſiſch und ſcheint große Vorzuüge zu haben, die darin beſte⸗ ich habe ihn 6 Jahre in voller Kraft erhalten— Allein der Baſt iſt ſchwer zu trennen und er giebt swegen er nirgends fortdauernd Beifall gefunden * verſchiedenene Pflanzenart, 4ℳ Der Hanf, Cannabis sativa, §. 235. bei welchen das maͤnnliche und weibliche Geſchlecht getrennt iſt. Die Boͤſtling, Haͤnfinn(eigentlich wohl Haͤnfling) auch Hanf⸗ hahn genennt; die weibliche ſchlechthin Hanf, auch Hanfhenne. Eine vorzuͤgliche Abart des Hanfes iſt der elſaſſer oder ſtrasburger Hanf, der einen Sten⸗ gel von 8 Fuß treibt. dem man die Pflanzen, Er iſt wahrſcheinlich nur durch Kultur zu dieſer Hoͤhe gebracht, in⸗ wovon man den Saamen nehmen will, ſorgfaͤltig behandelt und ge⸗ raͤumig erzieht. Er iſt aber bei dieſer Hoͤhe den Beſchaͤdigungen von Sturmwinden ſehr un⸗ terworfen, und es iſt alſo nicht entſchieden, lands vortheilhaft ſeyn werde. Boden. Beſtellung. Der Hanf verlangt noch mehr wie §. eine feuchte Lage hat, und dabei locker iſt. gelaſſene moddrige theils einen ſehr hohen Ertrag. 236. ob er fuͤr das Klima des nordöſtlichen Deutſch⸗ X der Lein einen kraͤftigen, humusreichen Boden, der Abgewaͤſſerte, jedoch nicht torfige Bruͤcher, ab⸗ Teiche paſſen vorzuͤglich zu ſeinem Anbau, Nur auf lockerem Niederungsboden pflegt er in den ganzen Ackerumlauf zu kommen. Auf Hoͤheboden iſt er wenigſtens ohne ſehr großen Duͤngeraufwand nicht von erheblichem Ertrage, es ſey denn, wie geſagt, und er giebt hier mehren⸗ an einzelnen niedrigen ſchwarzen Stellen; daher iſt ſein Anbau manchen Gegenden ganz fremd. Auf angemeſſenem Boden kann er mehrere Jahre nach einander gebauet werden. Iſt der Boden nicht an ſich locker, ander und tief, dazu gepfluͤgt werden. §. 237. ſo muß oft, wenigſtens vier Mal, ſchnell hinterein⸗ Auf —— Peun man ihn in ſurtr Nuſe Erwird! itz Retzen d M nimmt ge m Saamend Er geher heſchattet alen beßeht ein geß ter, Hrobanch Stande ihn vol In der d ſene Syi ihalic vit Lenregeſchfte Hanf giebt ab gern. Auch ken und mehr Die uͤt Doch hat ma in landwirth Kaͤhlers lung.) findet Der 9 er beſonders! dem Felde zu drfniß zu der alſo immer ſic 5 Wit Keiche, Ks Ich hade mi ſie ſeyn ſoln Verſch ward ald ein neunziger ge Nanufaktur Diater ſllt di dun ſſche todte. t gern ben nigen Me⸗ her ue dir. ; udi da Pfanzenot darin beſte erhalten— ud er giebt ſal gaunden rrennt it. Die g) auth hanf der einen Ste egebracht ie zandelt und oe inden ſehr w lichen Deutſt⸗ a Boden, d Beuͤcher, it hier mehken⸗ in der genzen Dünzeruufvand an ſhwarzen m boden kann nell hinketi Juj — Der Hanf. 1ar Auf feuchtem Boden iſt ihm der hitzigere Schaaf⸗ und Pferdemiſt am zutraͤglichſten. Wenn man ihn aber auf trocknerem Boden bauen wollte, wuͤrde er zergangenen Rindviehmiſt in ſtarker Maſſe verlangen.. 8. Er wird von der Mitte Aprils bis Ende Mass auf die friſche Pflugfurche geſaͤet, zu 2 bis 3 Metzen auf den Jochart, je nachdem man ihn groͤber und ſtaͤrker oder feiner haben will. Man nimmt gern eine feuchte Witterung wahr, und egget ihn dann ein. Vom Hanf haͤlt man den Saamen des vorigen Jahres beſſer, wie aͤltern, und wechſelt nicht damit. §. 238. Er gehet ſchnell auf, waͤchſt aͤußerſt geſchwind in die Hoͤhe, ſo daß er bald das Land Zegeiation beſchattet, allem Unkraute zuvorkommt, und des Jaͤtens oder Behackens ſelten bedarf. Hierin beſteht ein großer Vortheil ſeines Anbaues gegen den Leinbau. Nur der ſogenannte Hanftoͤd⸗ ter, Orobanche major und ramosa, waͤchſt unter ihm an einigen Orten auf, und iſt im Stande ihn voͤllig zu zerſtoͤren. An andern Orten findet er ſich gar nicht. In der Regel aber wird der maͤnnliche Hanf, nachdem er groͤßtentheils abgeſtaͤubet hat, und ſeine Spitzen gelb zu werden anfangen, ausgezogen, welches man Fimmeln nennt. Ge⸗ woͤhnlich tritt der Zeitpunkt dazu Ende July oder Anfangs Auguſts, alſo bei den dringendſten Erntegeſchaͤften ein, welches die Sache beſchwerlich macht, da ſie viele Zeit wegnimmt. Dieſer Hanf giebt aber, jetzt aufgezogen, das feinſte Geſpinnſt, und man unterlaͤßt es deshalb un⸗ gern. Auch bekommen die ſtehend bleibenden weiblichen Pflanzen mehr Raum, um zu erſtar⸗ ken und mehreren Saamen auszubilden. Die uͤbrige Ernte und die Bereitung des Hanfes kommt der des Flachſes ziemlich gleich. Doch hat man mehrere abweichende Methoden, die man in allen Anweiſungen zum Hanfbau, in landwirthſchaftlichen Handbuͤchern und beſondern Schriften daruͤber, neuerlichſt auch in Kaͤhlers ſchaͤtzbarem Handbuche fuͤr Landwirthe(Berlin, Realſchulbuchhand⸗ lung.) findet. §. 239. Der Hanfbau im Großen kann dem groͤßern Landwirthe nur empfohlen werden, wenn er beſonders dazu geeignete Grundſtuͤcke beſitzt, dabei arbeitende Haͤnde genug, oder ihn auf dem Felde zu verkaufen Gelegenheit hat. Der Hanf iſt allenthalben ein unentbehrliches Be⸗ duͤrfniß zu den Seilen, und der Saame, den er reichlich giebt, iſt ſehr oͤlreich, der Abſatz alſo immer ſicher. In Wirthſchaften, die nur zuweilen paſſenden Boden dazu haben, z. B. abgelaſſene Teiche, iſt es rathſam, ſich in einem ſolchen Jahre einen Vorrath auf mehrere anzubauen. Ich habe mir den reinen Ertrag eines Jocharts Hanf, ungeachtet die Koſten hoͤher waren, wie ſie ſeyn ſollten, mehreremale auf 230 bis 280 fl. berechnen köͤnnen. Verſchiedene andre zum Anbau vorgeſchlagene Geſpinnſtpflanzen. 8. 240. Die ſyriſche Seidenpflanze, Asclepias syriaca, ward als ein vorzuͤgliches Gewaͤchs zur Gewinnung eines Surrogats der Baumwolle in den neunziger Jahren ungemein angeruͤhmt, und dieſe Subſtanz auch wirklich in verſchiedenen Manufakturen, beſonders zu Liegnitz, gebraucht. Da man aber ſeitdem nichts weiter dar⸗ Vierter Theil. 6 2¹ [(-————::—:.2. ,:—ꝭ—᷑—᷑——ñ—⸗—QO—ꝑ—ÿ—jBx———— 7 122 GSeſpinnſtpflanzen. aͤber erfahren hat, obwohl die Konjunkturen einem Surrogate der Baumwolle ſeitdem oft be⸗ ſonders guͤnſtig geweſen ſind, ſo iſt billig zu bezweifeln, daß man den erwarteten Vortheil von dieſer Pflanze erhalten habe. Ihr Anbau iſt ſonſt aͤußerſt leicht, und ſie nimmt mit dem duͤrre⸗ ſten Sandboden bei einigem Duͤnger vorlieb.* — Die Brennneſſel, Urtica dioica, S. 241.— 3 hat man zum Geſpinnſte ſowohl, wie zum Futterkraute anzubauen, neuerlich wieder ſehr drin⸗ gend empfohlen. Man ſoll ſie theils aus Saamen erziehen, theils durch Verpflanzung der Sroͤcke, und man ruͤhmt beſonders von ihr, daß ſie auf dem ſchlechteſten Boden, auf ſandigen Anhoͤhen, zwiſchen Steinen, und an andern Plaͤtzen, die ſonſt ganz unbrauchbar ſind, fort⸗ komme. Dies iſt mir beſonders auffallend geweſen, da ich die Neſſel nirgends zu einer be⸗ traͤchtlichen Hoͤhe aufkommen ſah, als an Stellen, die ſehr reich an Humus waren. Es er⸗ klaͤrte ſich mir aber, wie ich nachmals bei einem Lobpreiſer der Neſſel fand, daß man einige Zoll hoch fruchtbare ſchwarze Erde auf die Stelle fahren ſolle, wo man die Reſſel anbauen will. Dem alſo, der ſeine fruchtbare ſchwarze Erde und die dazu erforderliche Arbeit nicht beſſer zu benutzen weiß, mag der Anbau dieſes Gewaͤchſes zum Geſpinnſt und zum Futterkraute zu empfehlen ſeyn.. Auch ſind noch manche andre Gewaͤchſe, mehrere Arten der Malv en, die binſen⸗ 1 arti ge Pfrieme(Spartium junceum und scoparium), der Bergſchotenweiderich (Epilobium augustifolium), auch die Hopfenſtengel u. ſ. w. zur Geſpinnſtbereitung vor⸗ geſchlagen worden, woruͤber ich verweiſe auf Herzers vollſtaͤndige Geſchichte der Benutzung vieler bisher noch unbenutzter deutſcher Woll⸗ und Seidengewaͤchſe, Regensburg 1794. Vor⸗ erſt werden wir uns wohl mit dem Lein⸗ und Hanfhau begnuͤgen. Die Weberkarde„Kardendiſtel, Dipsacus fullonum, §. 242. finde hier ihren Platz, weil ſie in den Tuchfabriken hoͤchſt nutzbar iſt, und von ihnen ſo geſucht wird, daß ihr Anbau dem Landwirthe unter manchen Lokalitaͤten vortheilhaft ſeyn kann. Dies Gewaͤchs waͤchſt auch in Deutſchland wild, aber das wildwachſende kann nicht zum Kratzen gebraucht werden, indem die Stacheln ſeiner Koͤpfe gemeiniglich keine hakenfoͤr⸗ mige Spitze haben, welche ſie durch die Kultur annehmen. 5. Man ſaͤet den Saamen im Fruͤhjahre. Im erſten Jahre ſchießen die Pflanzen nicht in die Hoͤhe. Sie werden gewoͤhnlich im Julius verſetzt, in einem Abſtande von 1¾ bis 2 Fuß. Im folgenden Jahre treiben ſie 4 bis 6 Fuß hohe Stengel. Am Ende der Stengel und Zweige entſpringen die eirunden Blumenkopfe, welche mit langen Stacheln beſetzt ſind, zwiſchen de⸗ nen roͤthliche Blumen hervorkommen. Wenn alle Bluͤthen aufgebrochen ſind, ſchneidet man die Koͤpfe ſo ab, daß noch 1 Fuß kanger Stengel daran ſitzen bleibe. Sie werden dann auf einem luftigen Boden getrocknet und in Buͤndeln, deren jedes hundert enthaͤlt, zuſammen⸗ gebunden; und ſo kann dis Pflanze zwei Jahre benutzt werden. Es iſt bei dieſer Pflanze daſ⸗ 1 ſelbe zu erinnern, was oben uͤber die Handelsgewaͤchſe im Allgemeinen geſagt worden. tieehen. 8 Sieliſti Die W inſekiels, u denen ſie ſchr the Sübſtanz, ausbreiten, un Wnter ab. D ſt herumſtehen Die Pf. jahr austreid Neigung zu v Krappbauer Der K denden, und Es wit moͤglich, ge Die † zwiſchen drei Zwiſchenraͤun Erde zwiſchen Steige gethei⸗ Die Pf Uleiben, ſo be AKRo ein jahr wider hervor, und Fruͤhjahren erde uͤber d han pffegt. LVor 2 in waien J ieln ahalten ben, deideg Co wi Farbepflanzen. Der Krapp. 1 23 den ſit. Die Farbepflanzen. Vortheil den dem duͤrte§. 243. Der Krapp, die Faͤrberroͤthe(Rubia tinctorum). Sie liſt im ſuͤdlichen Europa zu Hauſe, aber kultivirt in unſerm Klima ausdauernd. Die Wurzeln, deren man ſich ſo haͤufig zum Faͤrben bedient, haben die Dicke eines— der ſehr din Gäinſekiels, und ſind oft 2 bis 3 Fuß lang. Sie beſtehen aus Gelenken oder Abſaͤtzen, an pflanzung denen ſie ſehr fafrig ſind, haben eine fleiſchigte, außen dunkelrothe, nach innen aber blaßro⸗ auf ſandixe the Subſtanz, und treiben oben viele Nebenwurzeln, die ſich wagerecht unter der Erde ſehr ſind, fun ausbreiten, und im Fruͤhjahr neue Schoͤßlinge hervorbringen. Das Kraut ſtirbt gegen den zu einer d Winter ab. Die Stengel werden etliche Fuß hoch, tragen ovale Blaͤtter, die ſternfoͤrmig um tn. Es et. ſie herumſtehen. Die Bluͤthen ſind gelb, und ſtehen in einem aͤſtigen Strauße. § wan einigt S§. 244. dſe endaun Die Pflanze kann aus Saamen gezogen werden; es geht aber ſchneller durch die im Fruͤh⸗ Anbau nach der 2 di jahr austreibenden Schoͤßlinge. Wiederholt auf letzte Art angezogene Pflanzen ſcheinen die genslichen Titaut Neigung zu verlieren, Saamen anzuſetzen. Eine Erfriſchung aus Saamenpflanzen halten einige Weiinfen Krappbauer von Zeit zu Zeit fuͤr nuͤtzlich. eaueidttic Der Krapp erfordert einen lockeren, feuchten, im fratken Duͤngungsſtande ſich beſin⸗ ſbereiung dor⸗ denden, und wieder friſch geduͤngten Boden. der Vauzung Es wird dazu gegraben oder gar rajolt, oder oft, und wenigſtens einmal, ſo tief als tg 1794 TDer⸗ moͤglich, gepfluͤgt. Die Pflanzen werden in Reihen, etwa zwei Fuß auseinander, in Verband eingelegt; zwiſchen drei oder vier Reihen wird aber ein doppelt ſo großer Zwiſchenraum gelaſſen. Dieſe 1, Zwiſchenraͤume werden, nachdem die Pflanzen angewachſen ſind, ausgeſchaufelt, und die Erde zwiſchen die Pflanzen geworfen, ſo daß nun das Feld in erhoͤhete Beete und vertiefte Steige getheilt wird. nen ſo geut Die Pflanzung geſchiehet gewoͤhnlich im Mai. Da die Pflanzen im erſten Jahre ſchwach in kann. bleiben, ſo benutzen manche die Zwiſchenraͤume mit andern Gewaͤchſen. de kann nic Bei eintretendem Winter bedeckt man das Beet mit Miſt. Dieſer wird aber im Fruͤh⸗ eine hakeniir jahr wieder abgeharkt und flach in den Steig vergraben. Die Pflanzen treiben nun erſtarkt 3 hervor, und die Beete werden durch Hacken und Jaͤten rein und locker erhalten. Im dritten flanzen rich in Fruͤhjahre werden die Steige wieder ausgeſtochen, und die aus dem Miſte entſtandene fette 11 1i2 Suß. Erde uͤber das Beet verbreitet; kurz auf eben die Weiſe, wie es bei Spargelbeeten zu geſche: nael lun 3weig hen pflegt. d, wſchen de Vor Winter werden dann die Wurzeln aufgenommen. Einige nehmen ſie zwar ſchon „ſcneidet mu im zweiten Jahre auf. Das geht aber nur auf ungemein kraͤftigem Boden an, und die Wur⸗ nin dann e zeln erhalten dann doch nie die Groͤße, und auch nicht die Guͤte, welche die dreijähri gen ha⸗ lt, zuſonn ben, weswegen ſie nicht gern Abnehmer finden. eeasn So wird, vielleich mit einigen Abaͤnderungen, der Anbau des Krapps gewoͤhnlich be Deben trieben. Q 2 —,——— Verbeſſerte Methode. Behandlung nach der Ernte. mit dem groͤßten Vortheile ausgefuͤhrt. * 124 garbepflanzen. §. 245. Ich habe aber faſt dieſelbe Methode, welche Schwerz, Belgiſch kandwirthſchaft Bd. II. S. 203., angiebt, ſchon fruͤher mehreren Krappbauern empfohlen, und ſie iſt von ihnen Wir ſind aber, wie ich nachher geſehen habe, beide nicht die erſten Erfinder davon, ſondern der Pfarrer Chriſt hat ſie ſchon in ſeinem Unterricht von der Landwirthſchaft(Frankfurt am Main 1781) empfohlen.„Wenn man die Vortheile erwaͤgt, ſagt er S. 464, welche die Tulliſche Bauart hat, ſo wird man ſogleich einſehen, daß ſie ſich zu keinem Gewaͤchs in der Welt beſſer ſchickt, als zum Krappbau.“ Das Abpfluͤgen von den Reihen, ſo wie er es nach Lulliſcher Art beſchreibt, ſcheint mir aber be⸗ denklich. Meine Methode, wenn ich Krapp bauete, wuͤrde folgende ſeyn: Nachdem der Acker vollkommen rein, klar und tief vorbereitet worden, werden mit dem doppelten Streichbretts⸗ Pfluge auf 3 Fnß Entfernung Furchen gezogen, und die Pflanzen auf den entſtandenen ſchma⸗ len Beeten in der Mitte eingelegt. So wie ſie herangewachſen ſind, werden die Furchen mit⸗ telſt weiterer Spannung dieſes Pfluges in ſtaͤrkerer Vertiefung weiter ausgearbeitet, und mehrere Erde an die Pflanzen gebracht, und dies wird noch einmal wiederholt. Vor Winter wird das ganze Feld— wenn es nicht von Natur ſehr kraͤftiger Boden iſt— mit ſchon ziem lich zergangenem Miſt, der groͤßtentheils in die Furchen fallen wird, beſtreuet. Im folgenden Fruͤhjahre wird er durch denſelben Pflug an und auf dem Beete geſtrichen. Nicht alle Hand⸗ arbeit wird dadurch erſpart, aber ſie wird ungemein vermindert werden. Ein vorſichtiges Furchen gezogen; dieſe ſtreicht dann aber der Pflug wieder herauf. die Furchen breit und die Beete erhoͤhet genug, ſo bedient. man nſich zur Reinigung der Fur⸗— chen nur des Schaufelpfluges. Behacken und Bekratzen in den Reihen bleibt noͤthig, und bei demſelben wird Erde in die Sind im dritten Jahre Daß dieſe Methode den guten Erfolg habe, den Chriſt davon ahnet, und Schwer da⸗ von ruͤhmt, wird keiner bezweifeln, der dieſe Kulturart bei andern Pflanzen kennt. Beſon⸗ ders wird ſie dann das Ausnehmen der in einer Reihe und Direktion liegenden Wurzeln ſehr erleichtern, und das wird ohne Zweifel, nach Schwerzens Erfahrung, auch mit einem Pfluge ſehe gut geſchehen koͤnnen. §. 246. Der Krapp muß dann an einem luftigen, jedoch beſchatteten Orte getrocknet werden 3 am beſten auf Horden, wie in einem Ziegelſchoppen. Die weitere Bereitung gehoͤrt nicht fuͤr den Landwirth, oder er muß zugleich Fabrikant ſeyn. Wer fuͤr den Krapp in dieſem getrockneten Zuſtande keinen ſicheren Abnehmer weiß, darf ihn nicht bauen, wenn er keine Krappmuͤhle hat. Um eine groͤßere Krappanlage zu machen, iſt es noͤthig, ſich die Setzlinge erſt zu erzie⸗ hen. Sie in der erforderlichen großen Menge von einem andern Orte herbei zu ſchaffen, wuͤrde zu ſchwer fallen. So eintraͤglich der Krappbau ſeyn Lann, wenn er einmal gehoͤrig organiſirt iſt, ſo muß das, was uͤber den Handelsgewaͤchsbau uͤberhaupt geſagt worden iſt, hierbei vor allen erwo⸗ Er findet faſt nur bei einem Ueberfluſſe von Duͤnger ſtatt. in keine gewoͤhnliche Feldrotation, wegen ſeiner drei⸗ oder mindeſtens zweijaͤhrigen Dauer, gen werden. 4 und er muß ſo eingerichtet werden, daß alljaͤhrig ein Feld zur Ernte komme. Auch paßt er der And tnicin, noßen Hande ie ſich Wald man den aus dert verbreite Geld⸗ und lei Albein dieſee aͤrger zu mach gar nicht beſte ſehte den Waid ter Indigo d Stille anwan Jett, Aufmerkſamk Pfanze eine werde. Da gen allerdine Wir! in Languedo doch auch i Entd uͤber den Die S ni Väͤttern mig, pg, der Spiten Erer teten Acker fengs Sept wohl zuwel de Fruͤhjah man ſe ab, jahr niß er werden, daß Zweifelſehr ferdeſchau tthſchaft it von ihne hade, bend aünterrict denn man dſ d uu ſagach appdann Da t mir ader e⸗ em der Aan Streichbretne denen ſchma⸗ darchen mit⸗ ardenet, und Vor Winter nit ſchon zen⸗ In folgende dht alle Hand⸗ in datſchtiges dd Ende i die deitten zahre igung da zür⸗ nd Schwerde⸗ kennt. Baſerr n Wurzeln ſehe t einem Pfut cknet werden, eich Fabriken nehmer wei, ge erſt u erle chafen wuͤrde nt it, ſo muj or allen erwo⸗ Auch paßt e rigen Dautt, Der Waid. 125 Der Waid(satis tinctoria). §. 347. Der Anbau dieſer Pflanze war vormals in Deutſchland, beſonders in Thuͤringen, ſehr Deſſen Andan betraͤchtlich, und ward ſchon im 13ten Jahrhundert um Erfurt betrieben. Er machte einen großen Handelszweig aus, und bewirkte den Wohlſtand verſchiedener Provinzen und Staͤdte, die ſich Waid⸗Handelsſtaͤdte nannten. In der Mitte des 16ten Jahrhunderts aber lernte man den aus Oſtindien kommenden Indigo kennen, deſſen Gebrauch ſich im 17ten Jahrhun⸗ dert verbreitete, und den Waid verdraͤngte. Zwar erkannte man das Uebel, und ſetzte harte Geld⸗ und Leibesſtrafen auf den Gebrauch jener Teufelsfarbe, wie man den Indigo nannte. Allein dieſe Handelspohzzei⸗Maaßregeln hatten denſelben Erfolg, wie alle aͤhnliche: das Uebel aͤrger zu machen. Die Mannfakturiſten und Faͤrber behaupteten nun, daß ſie ohne Indigo gar nicht beſtehen koͤnnten, und daß 1 Pfd. Indigo ſo viel wie 3 Ctr. Waid faͤrbe. Man ſetzte den Waid in ſo uͤblen Ruf, daß nun die Faͤrber ihn anzuwenden ſich ſchaͤmten, und lau⸗ ter Indigo zu brauchen vorgaben; obwohl ſie, wie man verſichert, den Waid noch in der Stille anwandten. Der Waidbau wird ſeitdem aber nur noch hoͤchſt einzeln betrieben. Jetzt, wo uns Beduͤrfniß aufs neue zu ihm hinleitet, faͤngt man wieder an, groͤßere Aufmerkſamkeit darauf zu wenden, und es iſt wahrſcheinlich, daß ſich die Kunſt, aus dieſer Pflanze einen dem indiſchen gleichkommenden Indigo zu bereiten, bewaͤhren und verbreiten werde. gen allerdings wieder vortheilhaft fuͤr den Landwirth werden. §. 248. Wir haben zwei Abarten des Waids: den in Deutſchland gebraͤuchlichen, und einen, der in Languedoe erbaut wird. Der letztere ſoll betraͤchtliche Vorzuͤge vor dem erſtern haben, und doch auch in Deutſchland fortkommen. Entdeckung der in Deutſchland noch unbekannten aͤchten, zahmen Waidpflanze, nebſt Nachricht uͤber den Unterſchied dieſer und der thuͤringſchen(von Otto). Frankfurt 1794. §. 249, 8 3 Die Stengel des Waids werden 3 bis 3 ½ Fuß hoch, ſind fingersdick, und in mehrere Boden und mit Blaͤttern beſetzte Aeſte getheilt. Die Blaͤtter des Stengels umfaſſen dieſen, ſind pfeilfoͤr⸗ mig, ſpitzig, ſchwach eingezackt und blau angelaufen; die Blumen ſind gelb, und bilden an der Spitze der Stengel Rispen. Er erfordert einen guten, in kraͤftigem Duͤnger ſtehenden, ſorgfaͤltig und rein bearbei⸗ teten Acker. Er wird entweder im Fruͤhjahre, oder was beſſer iſt, Ende Auguſts und An⸗ fangs Septembers, per Jochart etwa zu 8 bis 10 Maͤßl. ausgeſaͤet. Die Herbſtausſaat leidet wohl zuweilen, aber ſelten, im Winter, giebt aber einen bei weitem ſtaͤrkeren Ertrag, wie die Fruͤhjahrsausſaat. Wenn die Pflanzen im Herbſte ſtark heranwachſen ſollten, ſo maͤhet man ſie ab, und bedient ſich dieſer Schroͤpfe in der Regel nur zur Viehfuͤtterung. Im Fruͤh⸗ jahr muß er durch das Hacken nicht nur vom Unkraute gereinigt, ſondern auch ſo vereinzelt werden, daß alle Fuß hoͤchſtens nur eine Pflanze ſtehen bleibe. Es wuͤrde die Arbeit ohne Zweifel ſehr erleichtern und Saamen erſparen, wenn man ihn in Reihen ſaͤete, und mit der Pferdeſchaufel bearbeitete. —— Dann kann dieſer Bau unter den bei den Handelsgewaͤchſen angefuͤhrten Bedingun⸗ überhaupt⸗ Abarten. Anbau. Ernte und Be⸗ handlung. X 146 Farbepflanzen. 98. 250 Wenn die Blaͤtter eine Spanne lang ſind, und die Blüthen ausbrechen wollen, ſo tag man den Stengel uͤber der Wurzel ab, und nimmt die groͤßern Blaͤtter weg. Es treiben a einigen Wochen neue Blaͤtter, welche man ebenfalls ſammlet. Dies wiederholt man ſo lange, als der Wachsthum der Pflanzen dauert und nimmt von dem Winterwaid zuweilen vier Ern⸗ ten. Andre begnuͤgen ſich mit drei Ernten, um die Blaͤtter ſo viel groͤßer werden zu laſſen. Auf gutem Boden erntet man im Durchſchnitt 300 Centner friſche Blaͤtter. Die abgenommenen Pflanzentheile werden abgewaſchen und ſchnell an der Sonne getrocknet oder vielmehr nur abgewelkt. Sie kommen ſodann gleich auf die Waidmuͤhle: einen Trog, in welchem ein ſtarkes mit eiſernen oder hoͤlzernen Kuppen verſehenes Rad umlaͤuft, und die Maſſe zerquetſcht.— Iſt dies geſchehen, ſo bildet man im Freien Haufen daraus, die man bedeckt, um ſie vor dem Regen zu ſchuͤtzen. Nach g bis 12 Tagen oͤffnet man die Waidhau⸗ fen, zerreibt die Maſſe und miſcht das Innere mit der aͤußern entſtandenen Rinde durcheinan⸗ der. Darauf macht man runde Ballen daraus, und trocknet dieſe gewoͤhnlich auf Horden, die dem Winde, aber nicht der Sonne ausgeſetzt ſind, und dieſe werden dann verkauft. Dies iſt das gewoͤhnliche Verfahren; es hat aber keinen Zweifel, daß es ein beſſeres gebe. Das Abſchreckende beim Anbau dieſer Pflanze fuͤr den Landwirth, wird immer das ſeyn, daß er die Fabrikation zugleich mit der Produktion uͤbernehmen muß, indem jene nur im friſchen Zuſtande der Blaͤtter geſchehen kann, und zu einer Zeit vorgenommen werden muß, wo alle Häͤnde des Landvolks dringend beſchaͤftigt ſind. Vom Anbau des Waidkrautes, deſſen Zubereitung und aletum Indigo daraus zu neha. Wien 1788. G Schrebers hiſtoriſch⸗ phyſiſche und konomiſche Beſchreibung des Waides. Halle 175a Der Wau(Reseda 1uteola) 4* — 5. a25r. Dieſe Farbepflanze hat fuͤr ihre Anbauer den großen Borzug daß ſe bloß getracnes und uͤbrigens unbereitet verkauft werden kann. Ein lehmiger Sandboden, der gut durchduͤngt, und rein und klar vorbereitet worden, iſt ihr am angemeſſenſten. Der feine Saame wird im Auguſt duͤnn, etwa zu 15 Pfd. per Joochart, ausgeſaͤet, und ertraͤgt nur eine ſehr ſchwache Bedeckung mit Erde. Wenn im Au⸗ 1 guſt des folgenden Jahres der Saame reif iſt, und die Pflanze gelb zu werden anfaͤngt, ſe ziehet man ihn aus, trocknet ihn und bindet ihn in Buͤndeln, die centnerweiſe verkauft; wer⸗ den. Der Saame kann auch zum Oele gebraucht werden. Dditeſer Anbau iſt alſo wenig umſtaͤndlich, und da 1 Jochart 1 12 bis 16 etr. giebt, und der Centner nicht ſelten zu 22 fl. 4 Xr. verkauft werden kann, ſehr eintraͤglich, ſobald man 3 Der Englaͤnder Marſhall raͤth aber den Verpaͤchtern, den Bau dieſes des Abſatzes ſicher iſt. Gewaͤchſes im Pachtkontrakt zu unſerſoden⸗ weil es ſo ſtark ausziehe. nulat einen diig auf 2 8 ſttſze Pfane naches am be und dunkler ge dient, und do nittags und u beim ganzen Man laͤf und abgedroſch enthält. Dabne R4os. ein faſt unen und zwar zu ſchnitt mit ſein Wirthſe und die erſt Wir k Weidenhe kleiner und könnte, ſo n ſcwer zu ert Aaauhop ſondern R a Krankhenten doch alle d ner Reife, um die Arb der beide d der Ern Arnn untere der getrenat ſind ſchechtz an man nur die treiben nag in die Ern⸗ dmu aaſen. nne geteochnet einen du, uft, und R 1s, die man ie Waidhau⸗ durcheinan⸗ a Horden, kauft. Diez gehe. mer das ſeyn, b jene nur in werden muß, taus zu naca. 1772 yj getrocknet, eitet worden, 15 Pfd. per Wenn im Au⸗ anfäͤnet, ſe verkouft wer⸗ rgitbt, und „ſobald man Bau dieſes Der Saflor. 127 Der Saflor, Carthamus tinctorius, §. 2852. erfordert einen kraͤftigen, in gartenmaͤßiger Kultur ſtehenden Boden. Der Saame wird fruͤh⸗ zeitig auf 2 Fuß Entfernung gelegt, jedoch mehrere Koͤrner an einer Stelle, wovon nur die ſtaͤrkſte Pflanze ſtehn bleibt. Die Zwiſchenraͤume werden durch Bearbeitung rein gehalten, welches am beſten mit der Pferdeſchaufel geſchehen kann. Wenn im. Auguſt die Bluͤthen gelb und dunkler geworden ſind, werden ſie ausgezogen, wozu man ſich eines ſtumpfen Meſſers be⸗ dient, und darauf in Schoppen getrocknet. Dieſes Ausziehen der Bluͤthe darf aber nur Vor⸗ mittags und nicht in der heißen Mittagsſonne geſchehen, und die Ernte iſt das weitlauftigſte beim ganzen Anbau. Man laͤßt nun die Pflanze ſtehn und voͤllig veifen, wo ſie dann ausgerauft, getrocknet und abgedroſchen wird, um den Saamen davon zu gewinnen, der gutes, aber nicht vieles Oel enthaͤlt.- 1 Dallingers bkonomiſch⸗technologiſche Abhandlung uͤber den Saflor und Waubau. Neue Auflage. Der Hopfen, 9. 253. ein faſt unentbehrlich gewordenes Produkt, welches allenthalben die ſicherſte Abnahme findet, und zwar zu einem Preiſe, der ſeine Anbaukoſten, die ſich freilich hoch belaufen, im Durch⸗ ſchnitt mit 100 Prozent verzinſet, verdient die Aufmerkſamkeit eines jeden Landwirths, den ſein Wirthſchaftsſyſtem in den Stand geſetzt hat, den dazu noͤthigen Duͤnger zu eruͤbrigen, und die erſte Kapitalanlage zu machen. §. 254. Wir haben mehrere Abarten vom Hopfen, den wilden, Hecken⸗, Stauden⸗ oder Abarten. Weidenhopfen und den kultwirten oder zahmen Hopfen. Der erſtere iſt in jeder Hinſicht kleiner und kraftloſer, und wenn man ihn gleich durch die Kultur wahrſcheinlich veredeln koͤnnte, ſo wird doch niemand darauf verfallen, da die Setzlinge des Gartenhopfens nicht ſchwer zu erhalten ſind. Der kultioirte Hopfen unterſcheidet ſich wieder in den fruͤhen oder Auguſthopfen und in den Spaͤthopfen. Der erſtere bekommt nicht nur groͤßere Koͤpfe, ſondern iſt auch ungleich aromatiſcher; der andere aber bekommt mehrere Koͤpfe und ſoll den Krankheiten und dem Mißrathen weniger ausgeſetzt ſeyn, wie erſterer. Im Ganzen ziehen doch alle vorſichtige Hopfenkultivatoren den erſtern vor, beſonders wenn ſie nicht zur Zeit ſei⸗ ner Reife, zu Ende Auguſts oder Anfangs Septembers, bei noch fortdauernder Kornernte, um die Arbeiter bekummert zu ſeyn brauchen. Bei minder achtſamen Kultivatoren findet man aber beide Sorten untereinander in einem Garten, welches in jeder Hinſicht und beſonders hei der Ernte nachtheilig iſt. Man muß ſich daher huͤten, bei der Anlage nicht verſchiedene Arten untereinander zu bekommen. Der Hopfen gehoͤrt zu den Pflanzen, deren Geſchlechter auf verſchiedenen Staäͤmmen getrennt ſind Es ſcheint aber, als ob die Pflanzen eine Umwandlung in Anſehung ihres Ge⸗ ſchlechts erleiden koͤnnten. Denn da man nur die weiblichen Pflanzen benutzen kann, ſo ſetzt man nur dieſe, und vertilgt dagegen die maͤnnlichen, indem es auf die Ausbildung des Saa 128 Farbepflanzen. mens nicht ankommt. Und dennoch zeigen ſich in den Hopfenpflanzungen hin und wieder maͤnnliche, es ſey denn, daß dieſe von voreilig reifenden und ausgefallenen Saamen herruͤhrten. §. 255. Anlage des Hop⸗ Man muß zum Hopfengarten oder Hopfenberge einen frei liegenden Platz erwaͤhlen, fengartensn. der etwa nur gegen den Nordwind einigen Schutz hat. Hopfenanlagen, denen der freie Durchzug der Luft fehlt, ſind dem Mißwachſe am meiſten unterworfen. Man umgiebt den Hopfengarten am beſten nur mit einem Wall und Graben, auf welchem etwa eine niedrig gehaltene Hecke ſteht. Man vermeidet Plaͤtze, wo es viel ſtaͤubt, folglich an Heerſtraßen. Der lehmige Sand⸗ und der ſandige Lehmboden ſind dem Hopfen am zutraͤglichſten, wenn ſie mit Humus ſchon bei der Anlage ziemlich ſtark beſchwaͤngert ſind, und nachher in er⸗ forderlicher Duͤngung geſetzt und erhalten werden. In feuchtem, lettigen und ſtrengen Thon⸗ boden iſt ſein Gedeihen unſicherer, er giebt aber dagegen um ſo hoͤheren Ertrag, wenn er dar⸗ auf geraͤth. Auf einem kalkſteinigen Untergrunde, der Erdkrume genug hat, geräth er ſehr ſicher. Altes kraͤftiges Grasland, Kuͤchen⸗-oder Baum⸗Gartenland, welches in ſtarkem Duͤn⸗ ger erhalten worden, paßt am beſten zur Anlage eines Hopfengartens.. Um das Land zum Hopfen vorzubereiten, iſt es rathſam, im Sommer vor der Anlage eine Hackfrucht darin zu bauen, wenn man es nicht etwa fleißig ſommerpfluͤgen will. Wenn hierzu etwa mit 8 vierſpaͤnnigen Fudern geduͤngt worden iſt, ſo bringt man nach ihrer Abern⸗ tung wenigſtens noch 20 Fuder auf den Jechart, ſtreuet dieſen, und laͤßt ihn oben auf liegen oder unterpfluͤgen. Mit dem erſten Fruͤhjahre, ſobald nur das Land abgetrocknet iſt, wird es ſo tief wie moͤglich gepfluͤgt, oder gegraben. .§. 256. pflanzuns. Die Hopfenhuͤgel muͤſſen wenigſtens 4 Fuß im Quadrat ſtehen. Andre ſetzen ſie auf 6 ja 8 Fuß Entfernung. Man ſetzt daher einen Pflock an jede Stelle, wo ein ſolcher kommen ſoll, macht in einem Umkreiſe von 6 Zoll um denſelben herum einen Ringelgraben, 4 Zoll breit und 5 Zoll tief, und ſetzt in dieſen die Senker mit uͤber ſich ſtehenden Augen zu 3 bis 5 ein. Dieſe muͤſſen aber geſund und kraͤftig ſeyn. Die Furche wird mit der ausgezogenen Erde wieder ausgefuͤllt, die Stoͤcke darin feſt gedruͤckt, und ein kleiner Haufen von lockerer Erde daruͤber gemacht, ſo daß die Keime voͤllig bedeckt ſind. Nach Verlauf einiger Wochen, je nachdem die Witterung guͤnſtig iſt, treibt der junge Hopfen. Sobald ſich Unkraut zeigt, wird der ganze Garten behackt, und zwiſchen den Pflanden gejaͤtet oder gekratzt. Dann wer⸗ den die Hopfenſtangen eingeſteckt, nachdem mit einem Pfahleiſen vorgebohrt worden. An dieſe werden die jungen Pflanzen angebunden, und zwar nur die Hauptranken, die uͤbrigen aber weggeſchnitten, wo ſie ſich dann ferner an der Stange heraufwinden. Das Wegſchneiden der Nebenranken wird erforderlichen Falls wiederholt. Wenn man nicht Senker, ſondern ganze Pflanzen aus etwa aufgenommenen alten Hop⸗ fengaͤrten nimmt, ſo macht man die Pflanzung im Herbſt. Sie pflegt dann im naͤchſten Jahre eine erheblichere Ernte zu geben. um Johannis wird der Hopfen angehaͤuft, die Erde wird aus den Zwiſchenraͤumen her⸗ angezogen, und dadurch um jede Stauge ein Huͤgel gebildet, wobei man die Wurzeln des Hopfens zu beruͤhren, ſorgfaͤltig vermeiden muß. In dieſem erſten Jahre, wo der Ertrag des Hopfens nicht groß iſt, pflanzen manche andre Gewaͤchſe, Kohl oder Runkelruͤben, in den Zwi⸗ zviſcerunen zehmen, ſnde⸗ Facdem u in Jahr um He edde wird: vird in Maͤrz nider ängeſte eirichten; ein zuß von Keim ab; man lißt werden, vef Die Anſe ſens eine Lang keineren Stan bertheilen die Man he Koſtenartikel ben, an aufe Hopfen erban und folglich Stangen vor Wenn hem Hart⸗ mit der Ernt tembers eintr ſe unſchling gepflüͤckt, ode muß, um dieſ De Stangen dami de x Kinder, ſahe men ſie wind und ſogleich ethitzen. Will e, dieſe lo lid gofluͤc die beſat, n dar g und taͤgliche und ohne ah Dieter g und wiat erruͤhrte ewäͤhſen 5 en der fri⸗ ungiht den dne näd ſteaßen. traͤglichien cher in er igen Thon⸗ unn er dar⸗ ath er ſehr arten Duͤn⸗ der Anlage ull. Wem ihrer Abern⸗ en auj kegen nnet ſt, wie tzen ſe di ſcher konne aben 4 za i zu 3 dis ausgezogenen von lockere ger Wochen, erallt zeigt, Dann wel⸗ vörden. N. „die übriga Wegſchneden en alten Hoh⸗ nücſten Jahl nezumen ſi Wurzeln de e der Grti üͤben/ in den Jj Der Hopfen. 129 Zwiſchenraͤumen. Die Ernte iſt im erſten Jahre aber ſo unbedeutend, daß einige ſie gar nicht nehmen, ſondern zu mehrerer Erſtarkung der Pflanzen ihnen die Spitzen ahſchneiden. Nachdem die etwanige erſte Ernte geſchehen iſt, werden die Hopfenhuͤgel geduͤngt, wo⸗ zu ein Jahr ums andre etwa 10 vierſpaͤnnige Fuder Miſt auf den Jochart erforderlich ſind. Die Erde wird von den Huͤgeln etwas abgezogen und der Miſt auf ſelbige gelegt. Dieſer Miſt wird im Maͤrz wieder abgezogen, in den Zwiſchenraͤumen flach vergraben, und die Stangen wieder eingeſteckt. Man muß die Maſſe des Duͤngers aber nach dem Beduͤrfniß des Bodens einrichten; eine uͤbermaͤßige Duͤngung kann den Pflanzen Krankheiten zuziehen. Der Ueber⸗ fluß von Keimen wird nun weggeſtochen, und giebt eine beſonders angenehme Fruͤhjahrsſpeiſe ab; man laͤßt dann nur 6 bis 7 Ranken aufſchießen, die an den Stangen wieder angeheftet werden, verfaͤhrt uͤbrigens in allen folgenden, wie im erſten Jahre. 1 §. 257. Die Anſchaffung der Stangen iſt ffuͤr manchen Landwirth das ſchwierigſte, da ſie wenig⸗ Die Hopfenſtan⸗ ſtens eine Laͤnge von 14 bis 18 Fuß haben muͤſſen. In den erſten Jahren kann man ſich mit den. kleineren Stangen behelfen. Andere ſetzen an einen Hopfenhuͤgel zwei oder drei Stangen, und vertheilen die aufſchießenden Ranken an ſelbige.— Man hat verſchiedene Vorſchlaͤge gethan, die Hopfenſtangen, welche einen betraͤchtlichen Koſtenartikel bei dem Hopfenbau ausmachen, zu erſparen; ihn, wie in Italien die Weinre⸗ ben, an aufgeſchnatelten lombardiſchen Pappeln hinaufranken zu laſſen; wobei man allerdings Hopfen erbauen wird, aber wenigeren und ſchlechteren, den Krankheiten mehr ausgeſetzten, und folglich nicht wohlfeileren, als mit Stangen. Eben ſo wenig wuͤrde wohl das ſtatt der Stangen vorgeſchlagene Gatterwerk oͤkonomiſch ſeyn. ⸗ §. 258. Wenn der Hopfen ſeine Reife erreicht hat, welches man an ſeiner braͤunlichen Farbe, ſei⸗ Ernte. nem Hart⸗ und Feſtwerden, und ſeinem lieblichen aromatiſchen Geruch abnimmt, ſo eilt man mit der Ernte, die gewoͤhnlich beim Auguſthopfen zu Anfange, bei dem ſpaͤtern zu Ende Sep⸗ tembers eintritt. Die Ranken werden unten an den Stangen abgeſchnitten, und dieſe mit dem ſie umſchlingenden Hopfen herausgehoben. Der Hopfen wird nun entweder auf der Stelle gepfluͤckt, oder unter Dach gebracht. Zu erſterem wird trocknes Wetter erfordert, und man muß, um dieſes zu benutzen, ſo viele Menſchen, wie nur moöͤglich, zuſammen zu bringen ſuchen. Die Stangen werden zu zweien auf ein Geruͤſt gelegt, woran man ein Tuch an Haken haͤngt, damit der gepfluͤckte Hopfen darauf falle. Die Hopfenpfluͤcker, groͤßtentheils Weiber und Kinder, ſtehen um dieſes Geſtell herum, und andre Arbeiter tragen die Stangen zu, und neh⸗ men ſie wieder ab. Wenn das Tuch voll iſt, wird der Hopfen in einen großen Sack geſchuͤttet und ſogleich an ſeinen Trockenplatz gebracht; denn in dem Sacke wuͤrde er ſich in kurzer Zeit erhitzen. 8 Will man ihn im Hauſe trocknen, ſo werden die Stangen aus den Ranken herausgezo⸗ gen, dieſe locker zuſammengebunden, und unter Dach gebracht, wo ſie dann auch baldmoͤg⸗ lichſt gepfluͤckt werden. Die erſtere Methode iſt ohne Zweifel, wenn man Leute genug hat, die beſſere, weil der vor dem Pfluͤcken unter Dach gebrachte Hopfen leicht dumpfig wird. Der gepfluͤckte Hopfen muß nun entweder auf einem luftigen Boden duͤnn ausgeſtreuet und taͤglich einmal umgewendet werden, bis er voͤllig trocken iſt; oder aber— was ſchneller und ohne allen Verluſt, vielmehr zum Vortheil des Hopfens geſchiehet— das Trocknen deſ⸗ Vierter Theil. R ——— 3 3 3 4 N 72 8—— E Ertrag⸗. beurtheilt. Farbepflanden. 130 ſelben wird auf einer gut eingerichteten nicht rauchenden Darre verrichtet. Ueber die Datre wird ein Haartuch gebreitet, worauf der Hopfen 6 bis 12 Zoll hoch, je nachdem der Hopfen feuchter oder trockner, mehr oder minder reif iſt, verbreitet wird. Die Hitze der Darre muß wohl abgemeſſen, nicht zu heftig ſeyn, und immer gleichmaͤßig erhalten werden. Wenn ſeine Stiele leicht brechen, und ſeine Blaͤttchen abfallen, iſt er trocken genug, wozu 8 bis 10Stun⸗ den erforderlich ſind. Einige Erfahrung und Uebung wird zu dieſer Weiſe des Trocknens aller⸗ dings erfordert, um die Temperatur gehoͤrig zu treffen und zu erhalten, und es muß immer ein verſtaͤndiger Mann dabei ſeyn. Den ſo gedorrten Hopfen bringt man dann in eine Vor⸗ rathskammer, wo man ihn 6 bis 7 Tage liegen laͤßt, bevor man ihn packt, um ihm einige Feuchtigkeit wieder anziehen zu laſſen. Rachdem der Hopfen auf eine oder die andere Weiſe getrocknet iſt, bringt man ihn ent⸗ weder zum eignen Gebrauch in den bekannten Hopfenbehaͤlter, wo er eingetreten wird, oder zum Berkauf in Saͤcke.— 4 Um den Hopfen in Saͤcke zu bringen, wird die Muͤndung des Sacks an einem Geſtell befeſtigt, an beiden untern Enden wird eine Hand voll Hopfen, um den Sack nachmals beſſer handhaben zu koͤnnen, eingebunden, und der Hopfen nun nach und nach in den Sack gethan, und ſo wie er eingefuͤllt wird, entweder mit den Fuͤßen eingetreten, oder mit einer ſchweren Stampfe eingeſtampft. Dann wird der Sack von ſeinem Rahmen losgemacht, auch in jeder obern Ecke eine Hand voll Hopfen eingebunden, und der Sack feſt zugeſchnuͤrt. Man giebt den Saͤcken gern ein beſtimmtes Gewicht von 140 bis 189 Pfd. In dieſen Saͤcken haͤlt ſich der Hopfen ſehr lange. Bei einer lockeren Aufbewahrung des Hopfens verliert er mit ſeiner Kleb⸗ rigkeit ſeine gewuͤrzhaften Theile bald. Die Guͤte des Hopfens wird aber nach dieſem klebrigen Gefuͤhle, den aromatiſchen Ge⸗ ruch, der mehligen Subſtanz, die daruͤber geſprenkelt iſt, und ſeiner gelben glaͤnzenden Farbe Nach der Ernte muß man ſogleich fuͤr die Stangen ſorgen, gebracht, oder doch zu 30 bis 40 Stuͤck aneinander im Freien aufgeſtellt werden. §. 259. . Der Ertrag ſo wie der Preis des Hopfens iſt ſehr unbeſtaͤndig. Die beſte Hopfenanlage giebt in einem Jahre zuweilen kaum 2 Ctr., in andern Jahren 30 bis 36 Ctr. vom Jochart. Sein Preis faͤllt zuweilen auf 34 fl. per Ctr. herab, und ſteigt auf 200 bis 240 fl. Den größten Vortheil bringt er, wenn er von einem guten Jahre bis zu einem ſchlechten aufbewahrt werden kann, was freilich mehr Handelsſpekulation als Sache des Landwirths iſt. Eben ſo wenig laſſen ſich die Koſten berechnen, da dieſe von der Lokalitäͤt abhangen, un folglich laͤßt ſich uͤber den reinen Ertrag und den Vortheil des Hopfenbaues im Allgemeinen nichts ſagen. Man hat gluͤckliche Faͤlle, wo der reine Ertrag eines Jahres von finen Jochart Koſten bei wei⸗ auf 1130 bis 1700 fl. berechnet werden konnte, aber auch andre, wo er die tem nicht bezahlte. Denn das Gedeihen des Hopfens häͤngt vorzuͤglich von der Witterung ab, und ob ihm die Unfaͤlle, denen er ausgeſetzt iſt, treffen oder nicht. 1 kann den Schaͤdlichkeiten einigermaßen, aber doch nur unvollſtaͤndig entgegen wirken. Ein warmer Sommer mit mildem Suͤd⸗ und Suͤd⸗ Weſtwinde ohne vielen Regen iſt dem Hopfen guͤnſtig, wogegen er bei naſſer Witterung ſowohl, als wenn Oſt⸗ und Nordwinde im Som⸗ mer herrſchend ſind, nie geraͤth: Wenn heißer Sonnenſcheim auf Regen oder Rebe folgt, daß ſie entweder unter Dach Eine gute Anlage und Behandlung heiße Twemi ntuſhe nac Fligenuten u zales Näͤchten witerſcauer! Szimmel und en. Bei ſo lſen. Der allg tz ticht aus d den Handelsg Seekrieg veld Nan h athſamer ſer a betreiben. Bepflanzung che Arbeit ge Beifall gefun hatten. Es dem Namen dieſem Bau b lch zu gleiche geebt den Acke Arbeit verrich Miſt und das Kſen des V. ſchon waͤlhe vorſchieee haben muͤſe Dan der Ctr. 14 Antheil von teun beſtreite in de zät, er indageſc Dat 8 Vrache vil drüchte wat Der Taback. 131 die. der d heiße Tage mit kalten Naͤchten abwechſeln, ſo wird ihm dies auch in den letzten Sommermo⸗ Darre mi naten ſehr nachtheilig. Er leidet von den kleinen Springkaͤfern im Fruͤhjahre, von mehreren Wenn ſane Fliegenarten und Blattlaͤuſen im Sommer, beſonders aber vom Honigthau, der ſich nach 10 Stun⸗ kalten Raͤchten im Sommer einfindet, und dieſe Inſekren herbeizieht. Nur ein ſtarker Ge⸗ trns alle⸗ witterſchauer kann ihn davon befreien. In der letzten Periode ſeines Wachsthums iſt er dem u nmer Schimmel und Mehlthau ausgeſetzt, vorzuͤglich an feuchten niedrigen und eingeſchloſſenen Stel⸗ in in Jar len. Bei ſo mannigfaltigen Gefahren und Feinden bleibt alſo dem Schickſale das meiſte uͤber⸗ m ihm oͤnige laſſen. nan ihn ene Der Tabafck. wird, ode I S. 260. inem Geſtel Der allgemeine Gebrauch dieſes Krautes hat auch in allen europaͤiſchen Laͤndern, wo Hmals beſſer es nicht aus Finanz-Ruͤckſichten verboten oder beſchraͤnkt wird, den Anbau deſſelben vor an⸗ Sadd gechan, dern Handelsgewaͤchſen bewirkt, und ihn, je nachdem die Handels⸗Konjunkturen durch den iner ſchwern Seekrieg veraͤndert wurden, mehr oder minder eintraͤglich gemacht. zuch injiͤr—§. 261 M MNan giet 1.. hätt ſch de Man hat jedoch gefunden, daß es fuͤr groͤßere, und ſich mehr verbreitende Landwirthe Beieen dusch rſener Kleb⸗ rathſamer ſey, den Anbau ſelbſt kleineren emſigen Leuten zu uͤberlaſſen, als ihn durch Lohn zu betreiben. Man hat ihnen deshalb entweder den Acker voͤllig vorbereitet und geduͤngt zur 3 nrüſchen Ge⸗ Bepflanzung mit Taback, fuͤr einen beſtimmten Geldpreis uͤberlaſſen, oder aber die ſaͤmmtli⸗ nedde zunbe che Arbeit gegen einen Antheil am Ertrage mit ihnen bedungen. Das letztere hat am meiſten Beifall gefunden, weil nun der Eigenthuͤmer und Planteur gleiches Intereſſe an dem Gedeihen der unterdi hatten. Es haben ſich daher faſt allenthalben, wo man dieſen Bau kennt, Arbeiter unter en. dem Namen Planteurs angeſiedelt, die ſich in den Sommermonaten faſt ausſchließlich mit dieſem Bau beſchaͤftigen. Auf ſchlechterem Boden theilt der Eigenthuͤmer mit ihnen gewoͤhn⸗ lich zu gleichen Theilen, auf vorzuͤglichem erhalten ſie nur 2 des Ertrags. Der Eigenthuͤmer Hopſenantc giebt den Acker, den Duͤnger und die vorlaͤufige Pflugarbeit, auch den Trockenraum her; alle vom Jochm Arbeit verrichtet der Planteur, erziehet auch die Pflanzen; doch giebt der Eigenthuͤmer den 5 DIõ/n Miſt und das Holz zu den Saamenbeeten Auch giebt dieſer die Pferde zum Einfahren. Die u Koſten des Verfahrens und Verkaufs tragen beide gemeinſchaftlich. Es gehoͤren hierzu aber uſene V ſchon wohlhabende Arbeiter⸗Familien, welche bis zum Verkauf des Tabacks ihren Unterhalt hunim vorſchießen koͤnnen, und die alſo auch, außer der Bezahlung ihrer Arbeit, ihren Profit dabei n Algemeinen haben muͤſſen. 33,1 es Da man im Durchſchnitt annehmen kann, daß der Jochart 16 Ctr. Taback giebt, und 1 nin der Etr. 14 fl. gilt, der Jochart alſo zu 224 fl. benutzt wird, ſo hat der Eigenthuͤmer bei dem Antheil von ¾ 138 fl., und der Planteur 90 fl. davon. Ein geſchickter und fleißiger Plan⸗ ohedihn teur beſtreitet mit ſeiner Familie im Durchſchnitt 5 Jochart, und ſo iſt ſein Verdienſt 540 fl. gehandlim in der Zeit, wo er ſich mit dem Anbau und dem Trocknen des Tabacks beſchaͤftigt; jedoch muß vitken. En er in der geſchaͤftsvollſten Zeit einige Gehuͤlfen auf ſeine Koſten zunehmen. dem Hepfn Der Taback bereitet das Land zu andern Fruͤchten trefflich vor, erſetzt die Stelle der de im Som Brache voͤllig, und nach allgemeinen Bemerkungen hat man keinen Reickſchlag der folgenden Rtha Fruͤchte wahrgenommen, wenn man zum Taback mit 8 Fudern Miſt, ſaͤrker als zur Brache R 2 Q———-——— 3 4 —— 433334 Der Taback. geduͤngt hatte. Es iſt hauptſaͤchlich dieſer Miſt, welcher dem Taback zur Laſt geſchrieben wer⸗ den muß; und darum iſt der Tabacksbau natuͤrlich an denen Orten am meiſten im Gange, wo man Miſt wohlfeil kaufen kann. 8 Ein wichtiges Erforderniß beim Anbau im Großen ſind die Trockenraͤume. Man nimme alle Boͤden, Schoppen und Staͤlle zu Huͤlfe, und es ſchadet dem Taback nicht, wenn er uͤber dem Vieh in den Staͤllen aufgehangen wird. 85 Es hat zwar keinen Zweifel, daß man manche beim Taback vorfallende Arbeiten durch dit Pferdehacken ſehr vermindern koͤnnte; da indeſſen manche andere Handarbeiten dabei unum⸗ gaͤnglich ſind, und mit Genauigkeit im richtigen Momente vollfuͤhrt werden muͤſſen, ſo ſcheint es fuͤr den groͤßern Landwirth am rathſamſten, die ganze Arbeit den Planteurs zu uͤberlaſſen. Ich rede deshalb auch nicht von den kleinern Manipulationen des Tabacksbaues, die des Planteurs Sache ſind, ſondern nur von dem, was der groͤßere Landwirth dabei zu beobh: achten hat.“ §. 262. 1 3 Man hat mehrere Arten von Taback zum Anbau empfohlen, indeſſen hat doch die ge woͤhnliche virginiſche Art(Nicotiana tabacum) faſt allgemein den Vorzug erhalten, und die von einigen unter dem Namen des aſiatiſchen oder tuͤrkiſchen Tabacks(Nicotiana rustica) ge⸗ ruͤhmte Art, hat auf die Dauer keinen Beifall gefunden. Von jener Art giebt es aber wohl verſchiedene durch die Kultur erzeugte Abarten: beſonders eine groͤßer werdende, und eine kleiner bleibende. 1 8. 263. 7 8 4 Boden. Der Taback will einen lockern Boden, und ein ſandiger Boden paßt an ſich beſſer wie ein thoniger fuͤr ihn. Der ſandige Lehmboden iſt alſo dieſer Pflanze der zutraͤglichſte; jedoch gedeihet ſie auch auf humoſen milden Lehmboden. Er muß aber reich ſeyn an altem Humus und wieder durch irgend einen Duͤnger erfriſcht werden, wenn der Taback eine volle und reiche Ernte geben ſoll. Der beſte Taback waͤchſt auf Neubruch, vorzuͤglich wenn der Raſen ge⸗ brannt iſt, und noch mehr, wenn darauf ſtehendes oder nach Kurlaͤndſcher Art aufgefuͤhrtes Holz zugleich darauf eingeaͤſchert iſt. Hierin liegt wohl mehr als im Klima der Vorzug des amerikaniſchen Tabacks, der ſelten im Miſte aber zehen bis zwoͤlfmal nach einander umgeduͤngt in dem kraͤftigen abgebrannten Rohdelande gebauet wird. Auch wiſſen es unſre Fabrikanten, daß die auf aͤhnlichem Boden gewonnenen Blaͤtter in der Milde und im Geruch einen großen Vorzug vor den auf friſchem Miſt gewachſenen haben; ſie wollen dies im Handel aber nicht zugeſtehen, um keinen hoͤheren Preis dafuͤr zu zahlen, wie ſie doch billig thun ſollten; und wie ſie auch thun werden, wenn dieſes Tabacks Vorzuͤge allgemeiner anerkannt ſind. Naͤchſtdem wird der preiswuͤrdigſte Taback auf humusreichen Boden erbaut, nach einer Duͤngung mit Kalk, Mergel oder Aſche, welche Duͤngung indeſſen auf magern Boden nicht die erforderliche Wirkung auf dieſe Pflanze thun wuͤrden. Gewoͤhnlich wird er durch Miſt ge⸗ trieben; welcher ihm aber immer den ſcharfen Geſchmack und den fusligen Geruch giebt, wel⸗ chen die Tabacksfabrikanten ihm durch mannichfaltige Beizen bisher vergeblich zu benehmen verſucht haben. Da indeſſen dieſer Taback die gewoͤhnliche Handelswaare iſt, ſo findet er auch auf den Maͤrkten Abnehmer genug. 5 Der Ac an muba ten, und ſod kägt. Das 6 Monat Mai és kommt do ſchleung in Die 45 ſtand dieſer A lihen Handbi K „ ⸗ ꝙ 2 Wo laſſen, beke annimmt. fahrungen Anfange eit aber biliige und reich du Dad richt gereuen der Kaͤufer und Somme da ſe vieles g werden; f nicht im I Einig nfoderliche den i denun Htieben dar im Gang, Man nimn wenn er ahe iten duc de dabei mun⸗ e,, ſo ſceint u uͤberlaſa sbaues, N bei zu beoh t doch diege ſten, und die rustica) ge⸗ ader wohl de und eine ſich beſtt we hicchte; jedth altem Huma olle und reich der Raſen ge⸗ aufgefuͤhtte r Vorzug des er umgedüngt Fabrikanten, einen groſan del aber iit ſollten, ud ſind. aut, nacheine mn Beden nicht durch Miſt ge giebt, w zu denehmin jindet e auh Der Taback. 133 §. 264. Der Acker wird wie zu andern Hackfruͤchten vorbereitet, im Herbſte tief gepfluͤgt, der Vereitung des Miſt wo moͤglich vor Winter aufgefahren und ausgeſtreuet, im Fruͤhjahre flach untergeſtri⸗ Ackers. chen, und ſodann kurz vor dem Pflanzen, damit die Krume locker bleibe, wieder tiefer ge⸗ pfluͤgt. Das Gedeihen haͤngt vorzuͤglich davon ab, daß er moͤglichſt fruͤh, am beſten noch im Monat Mai gepflanzt werde, und daß man die erſte dazu paßliche Witterung wahrnehme. Es kommt daher auf fruͤh erſtarkte Pflanzen vorzuͤglich an, wozu dann der Acker dem Pflanzer ſchleunig in Stand geſetzt werden muß. Die uͤbrige Manipulation, die der Pflanzer beſorgt, iſt wie geſagt, nicht der Gegen⸗ ſtand dieſer Anweiſung. Man findet ſie ausfuͤhrlich beſchrieben in den meiſten landwirthſchaft⸗ lichen Handbuͤchern und in folgenden Schriften: Kling, der Tabacksbau fuͤr den pfaͤlziſchen Landmann 1798. Korge, Unterricht zum Anbau des Tabacks. Breslau 1773. Rieben, Anleitung zum Tabacksbau. Dresden 1789. Chriſt, Anweiſung zum eintraͤglichſten Tabacksbau. Frankfurth 1799. Traité complet de la culture, fabrication et vente du tabac. Paris 1791. §. 265.. Wo der Gebrauch, den Taback durch Planteurs gegen einen gewiſſen Antheil bauen zu laſſen, bekannt iſt, da werden es auch die Bedingungen ſeyn, unter welchen man dieſe Leute annimmt. Das genaueſte findet man daruͤber in des Grafen von Podewils Wirthſchaftser⸗ fahrungen Th. I. S. 75. Wo dieſe Einrichtung noch nicht uͤblich iſt, da wird man ſich zu Anfange einen minder vortheilhaftern Akkord gefallen laſſen muͤſſen; die Pflanzer werden ſich aber billiger finden laſſen, wenn ſie den Vortheil, den ſie auf einem zum Tabacksbau geeigneten und reich durchduͤngten Boden davon haben, erſt kennen lernen. Da die Verfuͤhrung des Tabacks leicht iſt, ſo muß man zum Verkauf weitere Wege ſich nicht gereuen laſſen, um ihn auf ſolche Maͤrkte zu bringen, wo er bei mehrerer Konkurrenz der Kaͤufer hoͤhere Preiſe ſindet. In der Regel ſteigt der Preis des Tabacks im Fruͤhjahre und Sommer betraͤchtlich, er verliert aber auch bei der ſtaͤrkern Austrocknung am Gewicht. §. 266. Die Struͤnke des Tabacks hat man vortheilhaft zur Pottaſchenſiederei benutzt, indem ſie vieles Kali enthalten. Will man Winterung beſtellen, ſo muͤſſen ſie doch vom Felde geſchafft werden; folgt aber Soͤmmerung, ſo ſind ſie im Fruͤhjahre muͤrbe genug, um der Beackerung nicht im Wege zu ſeyn, und geben allerdings dem Boden einige Duͤngung zuruͤck. Einige haben es rathſam gefunden, mehrere Tabacksſtengel, als zur Gewinnung des arforderlichen Saamens noͤthig ſind, ſtehen zu laſſen, und den uͤbrigen Saamen zum Oelſchla⸗ gen zu benutzen, welches er in ziemlich ſtarkem Maaße und Guͤte giebt. 3 ————õõ—————————— Die Cichorie. 134 b Die Cichorie. 4§. 267. Zum Kaffee⸗ Ddieſe Wurzel iſt unter allen Kaffeeſurrogaten, die man neuerlich angeruͤhmt hat, und Surrogat. die freilich ſaͤmmtlich, gebrannt, einen braunen brenzlicht ſchmeckenden Abſud geben, doch im⸗ mer die einzige, welche ſich nun ſeit dreißig Jahren, und ſelbſt bei wohifeileren Kaffeepreiſen als Surrogat deſſelben erhalten hat, und womit die Fabrikanten ſowohl, die ſie im Großen bereiteten, als die Anbauer derſelben in der Naͤhe ſolcher Cichorien⸗Kaffeefabriken einen be⸗ traͤchtlichen Gewinnſt gemacht haben. Man hat in ſolchen Gegenden fuͤr den Jochart dazu geeigneten Landes ohne alle Vorbereitung und Duͤngung 90, 120 bis 136 fl. Pacht bezahlt. Die Pflanze erfordert einen lockern, tiefen, in Kraft ſtehenden, ſandigen Lehmboden und eine tiefe Beackerung deſſelben, die man da, wo es an guten tief eindringenden Pfluͤgen 3 fehlt, gewoͤhnlich mit dem Spaten giebt. Man duͤngt wohl etwas mit zergangenem Kuhniſſt, aber nicht ſtark dazu, weil ſtarker Duͤnger die Wurzel fasrig und auch uͤbel ſchmeckend macht. Der Saame wird im Fruͤhjahr in der Regel breitwuͤrſig, wie die Moͤhren, ausgeſaͤet; doch erforderliche Jaͤten, Bekratzen und Vereinzeln der Pflanzen elleichtert. Das Kraut kann, wie einige verſichern, ohne Nachtheil der Wurzeln zu Ende des Ju⸗ lius oder Anfangs Auguſts abgemaͤhet werden, und giebt einen ſehr reichlichen Schnitt zur 4 Viehfuͤtterung. l a Sch. b Ddie mit Vorſicht aufgegrabenen oder mit der Forke ausgeſtochenen Wurzeln, werden in der Nachbarſchaft der Fabriken friſch verkauft, muͤſſen ſonſt aber zerſchnitten und getrocknet werden. le b 4 Es iſt ſehr wichtig, die Wurzeln ganz rein aus dem Boden herauszuſchaffen, weil ſie ſonſt als Unkraut darin einwuchern, ſich ſehr darin vertheilen und aͤußerſt ſchwer zu vertitgen ſind. Aber auch außerdem hat man eine ſehr erſchoͤpfende Eigenſchaft an dieſen Gewaͤchſen bemerkt, und es ſoll durch wiederholten Cichorienbau guter Acker ſo verſchlechtert ſeyn, daß viele Arbeit und Duͤnger erforderlich wurden, um ihn wieder in einen kraͤftigern Zuſtand zu ſetzen. 5 §. 268. Man hat aber auch dieſes Gewaͤchs in Frankreich und nachmals auch nach A. Youngs Empfehlung in England bloß als Futterkraut angebaut. Der Hauptertrag erfolgt hier erſt im zweiten Jahre, und man will eine ſtaͤrkere Futtermaſſe wie von irgend einem andern Gewäͤchſe davon gehabt haben. Nach meinen damit angeſtellten Verſuchen, gab es mir alerdings einen ſehr anſehnlichen Schnitt, der vom Rindvieh gern gefreſſen wurde, und vortheilhaft auf die Milch wirkte. Nachher trieb es aber, ohne neue Wurzelblaͤtter zu machen, mit Gewalt in Blaͤtheſtengel, die einen unbedeutenden Ertrag gaben und vom Viehe verweigert wurden, ſo daß ich durchaus nichts preiswuͤrdiges zu dieſem Behuf an der Pflanze finden kann. Die Eng⸗ laͤnder und beſonders A. Young haben es nachher mehr als Schaafweide benutzt, und es, weil eine kleine Flaͤche viele Hammel fett macht, ſehr vortheilhaft gefunden. Es muß alſo wohl, wenn es von den Schaafen immer niedergehalten wird, am Boden bleiben und nach⸗ haltiger Wurzelblaͤtter austreiben, weil aufgeſchloſſene Stengel gewiß keine Nahrung fuͤr die Schaafe ſind. Man benutt es auf dieſe Weiſe ausdauernd eine Reihe von Jahren nacheinan⸗ Als Futterkraut. heaaben auch einige groͤßere Anbauer ihn mit Erfolg gedrillt, gepferdehackt und ſich dadurch das der. We mo mit viel Aeher haben vil, ſt ein zwei folgenden er nur auf dem Bodentente i eine andere Ft Vo der Saale, betri men manchm den Acker, eine Reihe! Fruͤchte dan und dem Ku mel wieder gezogen wir Andr weder alleit treide aus, gung von K ôr kann nur de nethode wir Der K kaaͤftigen ſch Mittelboden. Seine wendet. Er gedroſchen. Der der Landm den Hauptt m noͤchte, hekerwaant hot, And , doch im⸗ daſeexreſſen eim Graßen ken einen be fochart dau icht be. Lehmbode den Pugen in Kuhuſ, Kend macht, geſdet; doh dadurch dus inde des Ju⸗ Schitt zur in, werden in und getrocke affen, wl ſe r zu vertih en Gewaͤch ert ſeyn, di en Zuſtand z A. Youngs hier erſ in en Gewaͤchſ erdings einen (lhaft auf de nit Gewalt in t wurden, ſo n Die Eng⸗ , und el, s muß alß en und nach⸗ ung für de n nachelnan⸗ Der Kuͤmmel. Der Fenchel. 138 der. Wie man den Boden wieder davon reinige, weiß ich nicht anzugeben. Der meinige hat mir viele Arbeit gekoſtet, weswegen ich dieſes mehr zur Warnung als zur Empfehlung geſagt haben will, Der Kuͤmmel, Carum caryvi, §. 269. iſt ein zweijaͤhriges Gewaͤchs, welches in einem Jahre fruͤhzeitig geſaͤet werden muß, und im folgenden erſt ſeinen Saamen bringt. Es nimmt alſo den Acker zwei Jahre ein, und da es nur auf dem kraͤftigſten Boden mit Vortheil gebaut werden kann, ſo wuͤrde die zweijaͤhrige Bodenrente ihm berechnet werden muͤſſen, wenn man nicht im erſten Jahre den Boden durch eine andere Frucht zum Theil zu benutzen ſucht.— DWo der Kuͤmmelbau naͤmlich am vollſtaͤndigſten, z. B. in der Gegend um Halle an der Saale, betrieben wird, erziehet man die Pflanzen auf dem Saamenbeete, und ſaͤet den Saa⸗ men manchmal ſchon im Herbſt, gewoͤhnlich aber fruͤhzeitig im Fruͤhjahr aus. Man bereitet den Acker, wo er wachſen ſoll, wie zu Hackfruͤchten vor, und bepflanzt ihn um Johannis, eine Reihe um die andere mit Kuͤmmel und mit Kohl, Steck⸗ oder Nunkelruͤben, welche Fruͤchte dann einigemal behackt werden. Dieſe Gewaͤchſe werden im Herbſt aufgenommen, und dem Kuͤmmel dann das Feld allein uͤberlaſſen. Im folgenden Fruͤhjahre wird der Kuͤm— mel wieder ein- oder zweimal behackt, uud er reift um Johannis, wo er geſchnitten oder auf⸗ gezogen wird. Andre ſaͤen den Kuͤmmel nach guter Vorbereitung auf das Land, wo er ſtehen ſoll, ent⸗ weder allein oder mit Moͤhren, mit Mohn, auch mit Lein, auch wohl gar mit Sommerge⸗ treide aus, jaͤten und vereinzeln ihn, geben ihm im Herbſt oder im Fruͤhjahr eine Ueberduͤn⸗ gung von Kompoſt⸗ oder von Federviehmiſt, und ernten ihn unverpflanzt. Ich vermag nicht zu entſcheiden, welche dieſer Methoden die vortheilhafteſte ſey, dies kann nur der, welcher ſie beide nachhaltend verſucht und berechnet hat. Die Verpflanzungs⸗ methode wird indeſſen das Land rein erhalten. Der Kuͤmmel verlangt, wenn er gerathen ſoll, einen ſtarken Weizenboden erſter Klaſſe: kraͤftigen ſchwarzen Lehm⸗, oder doch reichen, in Gartenkultur erhaltenen und gut gelegenen Mittelboden. Auf ſolchem Boden mißraͤth er nicht leicht, und den Winter uͤberſteht er ſicher. Seine Ernte erfordert wegen des Ausfallens alle Vorſicht, die man beim Rapps an⸗ wendet. Er wird geſchnitten oder ausgezogen, ſorgfaͤltig eingefahren oder auf dem Felde ab⸗ gedroſchen. Der Preis, den der Kuͤmmel faſt allgemein hat, macht ſeinen Anbau gewiß vortheilhaft. Der Landwirth kann ſich aber mit dem kleinen Detail⸗Verkauf nicht befaſſen, und muß daher den Hauptvortheil dem Kaufmanne uͤberlaſſen. Ein ſtarker Gebrauch zur Branntwein brenne⸗ rei moͤchte eignen Anbau beſonders rathſam machen. Der Fenchel, Foeniculum vulgare, §. 270. wird auf eben die Weiſe gebauet und behandelt, wie der Kuͤmmel! Er iſt hauptſaͤchlich Apo⸗ thekerwaare, wird indeſſen auch von Conditorn und Likoͤrfabrikanten haͤufig benutzt. —— — Anis. Futtergewaͤchſe. 136 b Der Anis, Pimpinelle anisum,—— 4.. 5§. 271. 1. W iſt ein einjähriges Gewaͤchs, wird im Fruͤhjahr geſaͤet 3 und reift gegen den Herbſt. Man ſaͤet ihn wohl unter Moͤhren, und behandelt ihn auf gleiche Weiſe wie dieſe.„ §. 272. Den Anbau anderer Gewuͤrz⸗ und Apothekerkraͤuter zu beſchreiben, enthalte ich mich, weil ich ihn zum Theil aus eigner Anſicht und Erfahrung nicht kenne, z. B. den in unſerm Klima wohl nicht ſtatt findenden Safranbau, den Suͤßholzbau, den Chamillen⸗ und Pfeffermuͤnzbauz theils weil die Erziehung anderer hierher gehoͤrender Gewaͤchſe, die lange auf einer Stelle ſtehen, z. B. der Rhabarberwurzel, der Roſen, der Salwey, des Lavendels u. ſ. f. mehr fuͤr den Gaͤrtner gehoͤrt. Die Kultur ſolcher Gewaͤchſe im Großen auf ſehr fruchtbarem Boden, kann uͤbrigens unter guͤnſtigen Verhaͤltniſſen ſehr vor⸗ theilhaft ſeyn. Man geht aber am ſicherſten, wenn man daruͤber mit im Großen handelnden Materialiſten und Apothekern vorher Kontrakte ſchließt, nachdem man ſich durch kleinere Pro⸗ ben von dem gluͤcklichen Erfolge, und jene von der Guͤte der Waare, die man liefern kann, auͤberzeugt hat. 1 1 4§, 273. Wir gehen nun zum Futtergewaͤchsbau uͤber, worunter wir zwar auch ſolche Pflanzen mit begreifen, die zur menſchlichen Nahrung dienen, hauptſaͤchlich aber doch im Großen, und auf freiem Felde fuͤr das Vieh gebauet werden. 8 Wir reden zuerſt von denen, welche am vortheilhafteſten mittelſt der Pferdehackenkul⸗ tur angebauet werden koͤnnen, mit Bezug auf daszenige, was oben§. 171. daruͤber geſagt iſt. Die Kartoffeln, Tartoffeln, Erdtoffeln, Erdaͤpfel, Erdbirnen, Grundbirnen. §. 274. Dieſe jetzt ſo unentbehrlich gewordene Frucht iſt ungefaͤhr ſeit 250 Jahren in Europa bekannt geworden, indem ſie Joh. Hamkings im Jahre 1565 aus Santa Fe nach Europa brachte; wo ſie aber nur der Sonderbarkeit wegen in einigen Gaͤrten gebauet und genoſſen wurde. Walther Raleigh verbreitete ihren Gebrauch aus Virginien erſt in Irland im Jahre 162;3 allgemeiner. Jedoch waren ſie in Italien ſchon 1588 ziemlich bekannt, und es iſt wahrſcheinlich, daß ſie von daher zuerſt nach Deutſchland kamen, weil man ſie in Italien rartoffoli nannte, und unſre gewoͤhnlichſte Benennung nur daher ſtammen kann. Gemeiner wurden ſie jedoch in Deutſchland erſt um das Jahr 1710. Von dieſer Zeit an wurden ſie als ein ziemlich gewoͤhnliches Gewaͤchs in den Kuͤchengaͤrten angeſehen, aber mehr von den wohl⸗ habenderen als vom gemeinen Manne gegeſſen. 1760 verbreitete ſich zu Ende des ſiebenjaͤh⸗ rigen Krieges ihr Gebrauch mehr, doch ſah man in den mehrſten Gegenden ihren Anbau ſim freien Felde noch als etwas ſehr ſonderbares, ausſchweifendes und ungebuͤhrendes an. Der groͤ⸗ * — gtökere Ahe meine Nua man vnn Jat gut nie vom? ten beſchraͤn ben. Dabei tgens zu ert ihren Andau Act von Pfet Gewoͤchſes ſo At t her noch, als dem Saamen nichfaltigtte? Boden oder d haues alle 2 Ertrages we wenn ſie nut den. Der aber, und Aufmerkſan rohen Ertr von geringe einer erreie ſuche ich di ſchen kandn Annalen uͤb das aber, Um di deingen, mi men. Das zu ſeyn, ai von bleßen Die Kartoffeln. 137 groͤßere Anbau im Felde ward erſt in den Kahren 1771 und 1772 beliebter, wie der allge⸗ meine Mißwachs im Getreide und die daher entſtandene Hungersnoth die Menſchen lehrte, daß man von Kartoffeln— die man bisher nur als eine Rebenſpeiſe betrachtete— allein und ſo bſt. Man gut wie vom Brode leben koͤnne. Dennoch blieb ihr Anbau noch auf den Bedarf fuͤr die Men⸗ ſchen beſchraͤnkt, und man ſing erſt an, den etwanigen Ueberfluß und Abfall dem Viehe zu ge⸗ ben. Dabei lernte man allmaͤhlig, daß es auch vortheilhaft ſeyn koͤune, ſie fuͤr das Vieh eigens zu erbauen, und es war wohl zuerſt Bergen, in ſeiner Anleitung zur Viehzucht, der lte ic vit, ihren Anbau im Großen zu dieſem Zwecke predigte, und zur Erſparung der Handarbeit eine en in unſem Art von Pferdehacke empfahl. Es ſcheint uns jetzt ſonderbar, daß die hohe Nutzbarkeit dieſes illen md Gewaͤchſes ſo lange verkannt wurde, und der groͤßere Anbau deſſelben ſich ſo lange verzoͤgerte. wäͤchſe, d Ich habe mich mit dem Anbau keiner Pflonze ſo ſehr beſchaͤftigt, wie mit dieſer. Fruͤ⸗ Salwen her noch, als ich Ackerbau zu treiben anfing, erregten die unzaͤhligen Varietaͤten, welche aus wächſe in dem Saamen derſelben entſtanden, meine Aufmerkſamkeit, und ich behandelte ſie auf die man⸗ ſehr bor⸗ nichfaltigſte Weiſe, damals beſonders als Pflanzen⸗Phyſiolog, und um zu erfahren, ob der hndänden Boden oder die Befruchtung die Abarten bewirke. Nachmals habe ich in Anſehung ihres An⸗ llinere hra baues alle Methoden anderer, und die ich mir ſelbſt erdachte, verſucht. In Anſehung des liefern kam, Ertrages waren die Reſultate der verſchiedenen Pflanzungs⸗ und Bearbeitungs⸗Methoden, wenn ſie nur nicht ganz unzweckmaͤßig angebracht oder vernachlaͤſſigt wurden, wenig verſchie⸗ den. Der Ertrag hing vom Boden bei einer und derſelben Art ab. Der Arbeitsaufwand aber, und daher der reine Ertrag, war ſehr verſchieden, und ich richtete nun meine ganze Aufmerkſamkeit darauf, jenen moͤglichſt bei dem Anbau im Großen zu vermindern, ohne am rohen Ertrage erheblich zu verlieren. Denn die Landrente iſt bei dem Anbau der Kartoffeln ſ von geringerer Bedeutung wie die Arbeitskoſten. Ich darf ſagen, daß ich das mehr wie irgend einer erreicht, und bis jetzt faſt in jedem Jahre Fortſchritte darin gemacht habe. Daher er⸗ cen Aühn ſuche ich die Leſer meiner Schriften, das, was ich im erſten und dritten Bande meiner engli⸗ Yieh zmn ſchen Landwirthſchaft, in den Anmerkungen zu Bergens Viehzucht, und hin und wieder in den Annalen uͤber die Behandlung der Kartoffeln geſagt habe, als das Reſultat meiner Lehrjahre, ee uta das aber, was ich hier ſagen werde, als ein mehr Vollendetes anzunehmen. ber geſagt i— §. 275.— eundbirnan Um die unendlich mannichfaltigen Abarten dieſer Frucht unter gewiſſe Gattungen zu Abarten. bringen, muͤſſen wir doch bloß auf den nutzbaren Theil derſelben, die Bollen, Ruͤckſicht neh⸗ men. Das Kraut und die Bluͤthe ſcheint zwar mit der Qualitaͤt jener oft uͤbereinſtimmend Rin Luto zu ſeyn, erfordert aber noch eine genauere Beobachtung botaniſcher Landwirthe. Denn weder un un von bloßen Botanikern noch von bloßen Landwirthen duͤrfen wir ſie erwarten. 8— in In Anſehung der Farbe der Haut ſind die Kartoffeln dunkel, faſt ins Schwarze uͤberge⸗ annt, ud es hend, violetroth bis zu einer hellen blaſſen Roͤthe, oder braͤunlich, oder gelb und gelbweiß⸗ ſein nlie lich... Gemeiner Die Farbe ihres Fleiſches iſt gelb, gelblich weiß, oder ganz weiß; zuweilen mit etwas urden ſie alz roͤthlich gemiſcht. n den woſh Sie kommen fruͤher oder ſpaͤter zur Reife, d. h. zu dem Zeitpunkte, wo ſie ſich von e ſiedenjüy der Mutterpflanze abloͤſen und dieſe abſtirbt. Man hat ſolche, die man mehreremale in einem in Anbauſn Sommer auf demſelben Platze bauen kann. 8 an. D Vierter Theil. S grd⸗ haltigkeit. 13⁸ ₰ Futtergewaͤchſe. 2 Was aber fuͤr uns den weſentlichſten Unterſchied macht, iſt ihre Konſiſtenz und Mehi⸗ 8 Einige haben ein ſehr ſchwammiges Fleiſch, deſſen Zellen mit Waſſer angefuͤllt ſind, ein geringeres ſpeziſiſches Gewicht und weniger Mehl und andre nahrhafte Theile in glei⸗ cher Maſſe. Einige haben einen beſon Einige ſchmecken indeſſen, wenn ſie friſch ſind, ange dern iſt es umgekehrt. Einige kochen ſich ſehr oder Dampfe laͤnger. Einige wollen einen trockneren Boden h ganz waͤßrig, inwendig hohl, und enthalten Waſſer in dieſer Hoͤhlung. nem trockneren Boden ganz klein und ſind kaum des Aufnehmens werth. Einige verbreiten ſich an langen Straͤngen weit im Erdreich, an men und draͤngen ſich einander heraus. Einige gedeihen beſonders gut au verlangen Lehmboden. Auf dieſe und mehrere andre ders angenehmen, andre einen unangenehmen Beigeſchmack⸗ nehmer als wenn ſie aͤlter werden; bei an⸗ leicht weich und zerplatzen, andre widerſtehen dem heißen Waſeer haben, werden wenigſtens auf einem feuchten Andre bleiben in ei⸗ dre haͤufen ſich zuſam⸗ f moorigem Boden, andre werden daſelbſt fleckig und Eigenheiten muß man ſehen, wenn man ſich die Arten aus⸗ waͤhlt, die man bauen will. Eine fremde Art muß man auf ſeinem eignen Boden erproben, Erziehung aus Sagamen. Voden. bevor man ſie im Grohen einfuͤhrt. Auf den hoͤheren Ertrag der einen od er der andern Art muß man Ruͤckſicht nehmen, aber ihren Werth auf die darin enthaltenen naͤhrenden Theile reduziren. Dieſe laſſen ſich aus dem Gewichte, aus der Empfindung auf der Zunge ungefaͤhr abnehmen: genauer wenn man ſie in Scheiben zerſchnitten austrocknet und mit ihrem vorigen Gewichte vergleicht; beſtimmt aber nur, wenn mann ſie chemiſch zerlegt. Eine groͤßere Maſſe mit gleichem Mehlgehalte iſt groͤßeren Raum zur Aufbewahrung erfordert und dem keinesweges erwuͤnſcht, da ſie nur einen groͤ Verderben mehr ausgeſetzt iſt. Bei verkaͤuflichen Kartoffeln muß man ſich freilich nach dem Geſchmack der Kaͤufer und nach dem Marktpreiſe richten. In Anſehung der Benennung, ſelbſt der gebraͤuchlichſten Kartoffelarten, in Deutſchland und in Engkand herrſcht eine ſolche Verwirrung, daß ich, um nicht mißverſtanden zu werden, Unter dem Namen engliſcher, hollaͤndiſcher, rheiniſcher, holl⸗ gar nichts daruͤber ſagen mag. ſteinſcher. polniſcher Kartoffeln, verſteht man hier und dort ganz verſchiedene Arten. Die Erziehung der Kartoffeln aus Saamen habe ich vormals haͤufig verſucht. Sie iſt §. 276. intereſſant fuͤr einen Gartenliebhaber, und mann kann ſich durch zufaͤllige Erzeugung einer neuen guten Art verdient machen. Aber oͤkonomiſch iſt ſie nicht, indem es, wenn man ſie nicht auf Miſtbeeten treibt, zu lange dauert, bevor die Bollen zu ihrer vollen Groͤße kom⸗ men; beſonders aber weil man faſt immer eine gemiſchte Art erhaͤlt, die man ſchwer ausſon⸗ dern kann, und die, wenn ſie zuſammenbleibt, ein unangenehmes Gemenge von verſchiedener Natur abgiebt. Es iſt wichtig, daß man jede Sorte rein erhalte, weit ſie ſonſt ungleich kei⸗ men und reifen. Ich rede hier nicht von der Gartenkultur der Kartoffeln. §. 277. * Die Kartoffeln wachſen auf jedem Boden, und wenn die Witterung guͤnſtig iſt, geben ſie ſogar auf geduͤngtem Flugſande einen ziemlichen Ertrag. Wenn ſtrenger Lehmboden gut borbereitek un ſicet. Ver In Neu 2 auc voezugſic Biös je den, und es Aleein die We niger einzelnen ſo haben man bracht, vielle hier ſehr gul ſind. Daß d konnen ſie in dann aber d all nicht aut geſagt(engt aus, ſonden werden.- Aufe rer er in Be um ſo zutra mit durchgen Andre Lappen eben nachdem die Beigeſchmack waches hinan unter ſih he Zur nicht ſolche iigſten Kein Lach vom; in wache de gende gfahr ſchwathe hi⸗ fältig außder Odit ffln erha Die Kartoffeln. 139 dnuu vorbereitet und durch ſtrohigen Miſt gelockert iſt, ſo iſt ihr Gedeihen auch auf ſolchem ganz ein gli ſicher. Vor allem ſagt ihnen aber doch der ſandige Lehmboden zu. Im Neubruch und auf abgewaͤſſertem, beſonders gebranntem Moorboden, gerathen ſie Vuſtuut auch vorzuͤglich und geben zuweilen einen enormen Ertrag. Ra; dai hu⸗ .§. 278.— ſeihen Naſer Bis jetzt ſind die Kartoffeln in offenem Felde groͤßtentheils in der Brache gebauet wor⸗ Platz em Felde den, und es iſt ausgemacht, daß ſie gut bearbeitet die mehrſten Zwecke der Brache erfuͤllen. nem fatt Allein die Winterung ſchlaͤgt darauf nach uͤberwiegenden Erfahrungen und mit Ausnahme we⸗ leiben in niger einzelnen Faͤlle zuruͤckk. Da man nun die Winterung in der Brache ſo ungern aufopfert, ſo haben manche aute Dreifelder⸗Wirthe die Kartoffeln in das zweite oder Sommerfeld ge⸗ 4 ſich zuſam bracht, vielleicht etwas dazu nachgeduͤngt, und auf ſelbige Erbſen folgen laſſen, die allerdings hier ſehr gut gerathen; womit ſie dann wieder in den gewoͤhnlichen Turnus uͤbergegangen ſecig nd ſind. ie Arten ur⸗§. 279. en erpreden, Daß die Kartoffeln in friſchem Duͤnger ſtaͤrker werden, iſt allgemein anerkannt; indeſſen Daͤnger⸗ 3 koͤnnen ſie in zweiter und dritter Tracht noch einen annehmlichen Ertrag geben. Danach iſt ſiht nehmen, dann aber der Boden auch merklich erſchoͤpft— denn daß die Kartoffeln den Boden uͤber⸗ laſſen ſch aus all nicht ausſaugen, iſt mir zu behaupten nie eingefallen, vielmehr habe ich das Gegentheil Uer wenn man geſagt(engliſche Landwirthſchaft Bd. III. S. 237.). Aber ſie ſaugen die Wirthſchaft nicht icht; beſünnt aus, ſondern bereichern ſie vielmehr betraͤchtlich an Duͤngkraft, wenn ſie verfuͤttert Mehlgehale ſt werden.— 3 rdert und de Auf allem ſtrengeren Boden iſt friſcher langer, ſtrohiger Miſt, und zwar je unmittelba⸗ llih nahdn rer er in Beruͤhrung mit den Kartoffeln kommt, folglich kurz vor der Saatfurche aufgefahren, um ſo zutraͤglicher. Auf milderem Boden aber mehr zergangener Miſt oder der einige Male in Deutſchend mit durchgepfluͤgt worden iſt. den zu wetda, Andre kraͤftige Duͤngungsmittel, z. B. Hornſpaͤne in die Saatfurche geſtreuet, wollene iniſcher, hol Lappen eben ſo, Lohgaͤrberabfall u. ſ. w., bringen uͤppige Kartoffeln hervor. Huͤrdenſchlag, ten. nachdem die Kartoffeln eingelegt ſind, wirkt maͤchtig; aber die Bollen bekommen danach einen Beigeſchmack. Allein es findet auch bei der Duͤngung der Kartoffeln ein Maximum ſtatt, uͤber welches hinaus ſie ungeheures Kraut treiben, welches ſich platt auf den Boden legt, und wor⸗ ct. Sieß unter ſich hoͤchſt wenige Bollen finden. 3 eaunhein b 5§. 280. ſc n ha Zur Pflanzung müͤſſen moͤglichſt geſunde und kraͤftige Kartoffeln ausgewaͤhlt werden; geglinge. nicht ſolche, denen die Sproſſen ſchon mehrere Male abgebrochen worden, weil ſie ihre kraͤf⸗ tigſten Keime ſchon verloren haben; insbeſondere aber keine im Winter ſehr erkaͤltete, wenn unleich kii gleich vom Froſte nicht geſtoͤrte Kartoffeln. Alle Kartoffeln aus Gruben, Feimen oder Kellern, in welche der Froſt eingedrungen iſt, und einen Theil zerſtoͤrt hat, ſind, wie mich uͤberzeu⸗ gende Erfahrung gelehrt hat, hoͤchſt mißlich zu pflanzen. Sie bleiben ganz zuruͤck, oder machen ſchwache Pflanzen, und man muß daher die zum Einlegen beſtimmten Kartoffeln vor allen ſorg⸗ giiſt, ate faͤltig aufbewahren. 1— nboden gu Ob ich gleich weiß, daß manche von kleinen Kartoffeln ſehr guten Ertrag an großen Kar⸗ toffeln erhalten haben, ſo ziehe ich doch die mittleren und ge hen⸗ beſonders bei gewiſſen Ar⸗ 2 chwer alsſon⸗ verſchjedener —.————*—jjjjj———“ 140 3 Furtecewächfe ten, vor; die kleinen haben nicht die lebhafte Keimkraft und bleiben oft zuruͤck. Jene laſſen 3 ſich indeſſen unbedenklich in zwei Stuͤcke ſchneiden. Das Einlegen der Stuͤcke mit einzelnen Augen, ja die bloßen ausgeſtochenen Augen oder das Abgeſchaͤlte, kann unter guͤnſtigen Umſtaͤnden ſtarke Pflanzen geben. Allein auf zaͤherem, nicht fein gepulverten, ſo wie auf Sandboden mißraͤth es ſehr leicht, wenn die Witterung nach dem Einlegen und bei dem Hervorkommen der Pflanzen dem einem oder dem andern unguͤnſtig iſt. Die junge Pflanze muß ſich mit ihren zarten Wurzeln gleich aus der Erde naͤhren koͤnnen, und darf durch verballete Erde nicht unterdruͤckt werden, denn ſie hat keine Nahrung aus der Mutterkartoffel, verdorret oder verkuͤmmert alſo leicht. Ich gehe daher von dieſer vormals von mir vertheidigten, im Garten gewoͤhnlich gluͤckenden, aber im Felde ſehr unſichern Pflan⸗ zungsart ab. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit den abgepfluͤckten, eingalegten Sproſſen. X 82§. 28 I..—. Starke der Einn Ueber die Vorzuge des dichteren und entfernteren inlegen der Kanafe werden die uge⸗ Meinungen wohl getheilt bleiben; denn es kommt dabei auf die Nebenzwecke an. Die von dem wuͤrdigen J. N. Schwerz wiederholt angeſtellten, in der landwirthſchaftlichen Zeitung erzaͤhl⸗ ten genaueren Verſuche ſcheinen, in Ruͤckſicht auf den Ertrag, fuͤr das Einlegen einer groͤße⸗ 4 ren Kartoffelmaſſe zu entſcheiden. Die praktiſchen Reſultate ſeiner Verſuche ſind folgende: 3 1) Die Groͤße des(reinen) Ertrages nach Abzug der Einlage ſteht bei den Kartoffeln in einem ziemlich genauen Verhaͤltniſſe mit der Groͤße der Einſaat. Das heißt: wer viel Saa⸗ men nimmt, wird gewoͤhnlich mehr davon ernten, als der, welcher weniger dazu nimmt. 2) Schoͤne und große Pflanzkartoffeln geben nicht allein ſchoͤnere und groͤßerr Kartoffeln, ſondern auch eine groͤßere Quantitaͤt zuruͤck. ſehlechtem Pflanzgute her. 4) Ganz kleine Kartoffeln oder Auswurf ſind zur Fortpſtanzung durchaus nicht zu em⸗ pfehlen. — 5) Bei mittelmmafigen Kartoffeln gebuͤhrt den ganzen der Vorzug. Sind die Kartoffeln gar groß, ſo reicht die Haͤlfte zu, im Fall ſie enge genug in die Reihen gelegt werden. 6) Es iſt nicht raͤthlich, die Kartoffeln in mehr als zwei Stuͤcke zu zerſchneiden. 7) Das Einzeln⸗ aber dichter Neben⸗einander legen der Kartoffeln iſt zweckmaͤßiger, Handhacke gebraucht wird. 8) Das Pflanzen der Keime iſt ſehr unſ cher und mißlich, daher nicht anzurathen. Landwirthſchaftliche Zeitung. 1809. S. 568. Ich unterzeichne alle dieſe Saͤtze als mit meinen Erfahrungen im Großen uͤbereinſtim⸗ mend; was aber den erſten anbetrifft, nur ſo, wie er erklaͤrt iſt. Denn daß der Ertrag mit der Einſaat im Verhaͤltniß ſtehe, erhellt aus den Verſuchen keinesweges. Der Verfaſſer theilt, um ein Reſultat zu ziehen, ſeine Einſaat in zwei Theile, und ſchlaͤgt zu dem einen die Verſuche, wo die Einſaat uͤber 1,254, zu dem andern die, wo ſie unter 1, 254 betrug. Bei dem er⸗ ſtern iſt der reine Ertrag auf jede Reihe, 16, 81, bei der andern 15, 41. Sie verhalten ſich alſo wie 1000 zu 917. Der Verluſt iſt alſo bei letzteren ꝛc. 8½ Prozent. Das Verhaͤlt⸗ niß der Einſaat iſt weit ungleicher. Nun aber ſind unter den Verſuchen, die zu dem letzten Cſheile gerechnet werden, mehrere, die gar nicht in Anſchlag kommen duͤrften: Keime oder 3) Allem Vermuthen nach kommt das oͤftere Ausarten der Kartoffln von wiederhalt. als das Vervielfaͤltigt legen, zumal da, wo ale Arbeit mit dem Pfluge volfführt, und keine Augen, ein Paar Haͤnde voll; ganz kleiner Auswurf geſtreuet, die hoͤchſt unbed eutenden Er⸗ —— uus gehan( die ßüll⸗ vo tbat vurden/ I Däſſen! uttfenn! in; inſaat im let atierntern ke de Linlage g Dagege die Nede it— 1) Die einem weit ho Niſtko verbund mehe annehme preiserhdhur mehr gewinn 2) Be 3) d. alle Handar! 4) D und Luͤftung werden die ſtoͤrt, und der erſten) die Kartoff einmal hype 5* beguemer, Arbeiter neh Perſon brin, Klch emſg, Dies den Cyiäten Quantitit rung an Ar mit ihrem kegen gera⸗ Ind 1) ane Fartoff 2) N 92 Wer Wwei an ein ſenn koͤnnte Nre laza Augen oder aaf züheren, derung nag ern unginig ährn üman Prung dn de ieſer vorna ichern pfun . werden die Die von den itung erzaͤl⸗ einer gͤhe⸗ folgende: en Kartoffeln dt vil Saa⸗ zu dimmt. ſere Kartofflh, von wiederholt s nicht zu m⸗ die Kartfilt werden. ſeiden. weckmaͤßiger, kt, und keine trathen. n uͤbereintin⸗ der Ertrag mit Verioſtt hel i die Verſuche Bei dem ii⸗ Sie verhaltn Das Vethils zu dem letin Keime ode deutenden Er⸗ Die Kartoffeln. 141 trag gaben.(Landwirthſchaftliche Zeitung, Jahrgang 1809. S. 558.) Beachten wir nun die Faͤlle, wo gute Kartoffeln oder Kartoffelnſtuͤcke auf 1, 2, 3, 4 Dezimeter Entfernung gelegt wurden, ſo wird der Unterſchied ſehr geringe, und belaͤuft ſich nur auf 2½ Prozent. Dieſen Unterſchied, und ſogar einen Unterſchied von 5 Prozent, will ich zugeben, wenn Kartoffeln in die Reihen auf 8 Zoll oder auf 24 Zoll Entfernung gelegt werden, mithin die Einſaat im letztern Falle dreimal ſo ſtark als im erſtern gemacht wird. Ich gewinne bei dem entferntern Legen nur 190 Metzen, wo ich bei dem dichten Legen 200 Metzen per Jochart uͤber die Einlage gewinnen wuͤrde. Dagegen hat das entferntere Einlegen bei dem Anbau im Großen— wovon hier nur die Rede iſt— folgende Vorzuͤge.. 1) Die Kartoffeln, und beſonders die zur Einſaat geeigneten, ſtehen im Fruͤhjahre in einem weit hoͤheren Werthe als im Herbſte bei der Ernte; ihre Erhaltung iſt mit Arbeit und Riſiko verbunden geweſen, immer iſt wohl ein Theil verdorben. Wir wollen nur ein Drittel mehr annehmen, oder daß die Metze im Herbſte 1 fl., im Fruͤhjahre 1 fl. 30 Xr. werth ſey. Die Preiserhoͤhung dieſer 8 Metzen betraͤgt 3 fl. 45 Xr. Die 5 Metzen, welche ich bei der Ernte mehr gewinne, betragen 4 fl. 45 Xr.; alſo iſt der Vortheil auf 1 fl. reduzirt. G 2) Bei dem entfernteren Einlegen erſpare ich Arbeit. 3) Die Bearbeitung, wenn ſie ins Kreuz mit dem Pfluge geſchehen kann, erſpart faſt alle Handarbeit, welche, um die Reihen zu reinigen, doch noͤthig iſt. 4) Dieſe Bearbeitung iſt von ungleich groͤßerer Wirkſamkeit zur Reinigung, Pulverung und Luͤftung des Erdreichs, als wenn ſie nur in einer Direktion geſchehen kann. Insbeſondere werden die Quecken, die in den angehaͤuften Reihen ſo leicht fortranken, dadurch voͤllig zer⸗ ſtoͤrt, und der Zweck der Brache vollkommen erreicht; was mir bei dem Hackfruchtbau eine derzerſten Ruͤckſichten iſt. Von der Wirkung dieſer von allen Seiten geſchehenden Arbeit auf die Kartoffeln ſelbſt, ſage ich nichts, da wir einen hoͤheren Ertrag der einſeitig bearbeiteten einmal hypothetiſch zugeſtanden haben. 5) Das Aufnehmen der in einzelnen Haufen zuſammen gedraͤngten Kartoffeln iſt ungleich bequemer, und geht weit ſchneller, als wenn ſie fortlaufend in einer Reihe liegen. Meine Arbeiter nehmen jene lieber um die 14te Metze, als dieſe um die 1ote Metze auf; denn eine Perſon bringt bei jenen 18 Metzen bei dieſen ſchwerlich 10 Metzen taͤglich heraus, wenn ſie gleich emſig arbeitet. Dies ſchnelle Foͤrdern iſt aber bei der Ernte von hoͤchſter Wichtigkeit. Dies ſind die Gruͤnde, warum ich die Legung der Kartoffeln in gleichſeitigen zureichen⸗ den Entfernungen beſtimmt vorziehe. Wenn ich auch zugebe, daß ich, um eine beſtimmte Quantitaͤt Kartoffeln zu ernten, etwas mehr an Acker gebrauche, ſo iſt mir doch die Erſpa⸗ rung an Arbeit und die gruͤndliche Bearbeitung meines Ackers weit wichtiger. Bei denen, die mit ihrem zum Kartoffelbau zu verwendenden Acker ſparſam ſeyn muͤſſen, mag das dichtere Legen gerathener ſeyn. Indeſſen muͤſſen folgende Bedingungen erfuͤllt werden:— 1) Man nehme zum Einlegen nur ſichere und vernuͤnftige Leute, die keinen Platz, wo eine Kartoffel liegen ſoll, uͤberſchlagen. 2) Man nehme lauter geſunde Setzkartoffeln. 3)) Man richte ſeinen Acker ſo zu, daß das Keimen keiner Kartoffel geſtoͤrt werde. Wer dieſe Bedingungen nicht erfuͤllen will oder kann, der lege ſie lieber dichter, oder zwei an eine Stelle, weil ſonſt, wenn viele leere Raͤume bleiben, der Ausfall betraͤchtlicher ſeyn koͤnnte.“ d Pflanzungszeit. gelegt, indeſſen Beſtellung. Searbeitung während der Vegetation. haben. ihnen die — s Zoll halte, Futtergewaͤchſe. §. 282. 3 Kartoffeln richte ſich nach der Witterung. Die Zeit des Einlegens der Ich tege ſie nicht eher, als bis ſich der Boden erwaͤrmt hat, und habe immer gefunden, daß die ſpaͤter geleg⸗ ten die fruͤheren eingeholt haben. Ich habe ſie mit gutem Erfolge bis zu Anfange des Junius ſuche ich in der Mitte des Mais damit fertig zu ſeyn. gen, ſo muß man ſie nur an einem waͤrmeren Orte vorher keimen laſſen. In etwas ſtrengerem Boden duͤrfen ſie durchaus nicht eingeſchmiert werden, ſondern man muß ſeine Abtrocknung abwarten. 4 §. 283. Im Herbſte iſt mein Boden ſo fruͤh als moͤglich und um 2 Zoll tiefer, als bis jetzt ge⸗ Im Winter wird der Miſt aufgefahren und ſogleich flach untergepfluͤgt; vor der Saatfurche wird geegget. heraufkomme, iſt mir ſehr lieb, weil er dann um pfluͤgt war, umgebrochen und geegget. gebreitet. Im erſten Fruͤhjahre wird er Daß der Miſt mit dieſer zum Theil wieder ſo mehr an die Wurzeln der Kartoffeln kommt. 5 Will man ſie ſpaͤt le⸗ pitd oles l und dann 2 waͤren, und e Penn a d ſhadet die inen gut zu! Die er gferdehacke; in den meiſte noch hin und ganz unbedeut Wil ma teren. Die au Das Einlegen mit dem Spaten nach einer Knotenſchnur habe ich nur einmal verſucht,. wie ich zuerſt im Quadrat pflanzen wollte. fallen, ſo wuͤrde mich die Weitlaͤuftigkeit dieſer Arbeit doch von dieſer Bauart abgeſchreckt Sie werden in die Pflugfurche gelegt, und das Verfahren iſt folgendes: Mit dem oben erwaͤhnten Marqueur oder Furchenzieher werden Linien oder kleine Fur⸗ chen ins Kreuz mit derjenigen Richtung, welche der Pflug nehmen ſoll, gezogen. Dann wer⸗ den fuͤnf Perſonen in gleichem Abſtande in die Pfluglinie hingeſtellt, und die Diſtanzen, die ein jeder belegen ſoll, werden ihnen bezeichnet. Ein Pflug macht die erſte Furche, die belegt wird. Dann ſchließen ſich die zwei andern Pfluͤge an, und in die Furche des dritten Pfluges wird nun immer eingelegt. Die Einleger muͤſſen natuͤrlich von einer Seite zur andern, jeder in ſeiner angewieſenen Diſtanz, uͤbergehen. Sie legen die Kartoffeln an die Stelle, welche Furche des Marqueurs angiebt, und dicht an den perpendikulaͤren Abſchnitt des Pfluges. Es iſt wichtig, daß die Kartoffel dicht an dieſe perpendikulaͤre gerade Seite und nicht an die aufgepfluͤgte Erde gelegt werde; denn ſie bleibt hier beſſer in ihrer Lage und wird vom Fuße des Pferdes nicht getroffen. Zu der Furche, in welche eingelegt wird, muß der geſchickteſte Pflugfuͤhrer gewoͤhlt werden, damit er die gehoͤrige Tiefe, auf bindendem Boden von 3 Zoll, auf ſandigem von 4 und einen etwanigen Fehler, den die andern in der Breite der Furchen ge⸗ macht hatten, verbeſſere. Dieſer Vorpfluͤger zieht bei einem neuen Gewende immer die erſte Furche. Es iſt rathſam, die Gewende auf beiden Seiten abzuſchreiten, und Richtſtangen aufzuſtellen, damit Keile moͤglichſt vermieden werden. 3 Sind die Leute eingeuͤbt, ſo machen drei Pflüge und fünf Einteger täglih 4 Fahurt, im mer 3 Jochart fertig. Es muß aber einem jeden ſein Kartoffelſack zur Hand ſtehen. §. 284. Nach acht Tagen wird geegget und ſchon einiges Unkraut zerſtort. Dann lauft es in Menge auf. Man erwartet nun den Zeitpunkt, wo die Kartoffeln hervorkommen wollen, und einige, Spitzen ſich zeigen. Dann uͤberzieht man das Feld flach mit dem Exſtirpator. Das kann man ohne alle Beſorglichkeit, die Kartoffeln nachtheilig zu verletzen, thun. Waͤre ich auch nicht auf eine andere Methode ver⸗ Hierdurch — ſcon herangen Und ſo entung. Eine Boden noch Nachd liht durchkr Rlegt. De in einem de durch, und ziehet man, ſelben Richt ſind 3 durch giebt vielleic Die den hat, ſin Erde umgebe der Frucht ve de durhhe, aud un der Wem Schaufelyfe zu kaͤmpfen erde richtig digem duͤrr andlich koͤnn leich tiefer man Jadthe Ueber Nethoden bl ge ſie nich ater geleg⸗ d Junus ie ſoit s 8 ttengeren Abtrockaung bis jetzt ge und ſogleich ied geegget. d dana um mal verſuc, Methode der⸗ abgeſchrect der kleine Fur⸗ .. Dann wer⸗ Diſranzen, die ce, de d ritten Puge andern, jͤe Stelle, wece Abſchnitt d de Seite und age und wid zrer gewoͤhlt digem von? Furchen ge⸗ imer die eſe b Richſtangen „4 ocjart, tihen. lauft esin wollen, 10d pator. Dns n. Hierdunc Die Kartoffeln. 143 wird alles Unkraut zerſtoͤrt. Man laͤßt das Land rauh liegen, bis alle Kartoffeln heraus ſind, und dann egget man es wieder glatt. Sie ſtehen dann ſo rein, als ob ſie ſorgfaͤltig gejaͤtet waͤren, und es bedarf des Schaufelns nicht. 3 Wenn anfangs nicht alle Pflanzen in gerader Linie nach beiden Richtungen ſtehen ſollten, ſo ſchadet dieſes nichts. Die erſte Bearbeitung mit der Pferdehacke ſetzt ſie hinein. Es ſcheint ihnen gut zu bekommen, wenn ſie etwas geſchoben werden. Die erſte Bearbeitung giebt man ihnen in der Richtung des Marquers mit der kleinen Pferdehacke; die zweite in der Richtung des Pfluges mit der großen Pferdehacke. Und das iſt in den meiſten Faͤllen genug. Das Kraut hat nun das ganze Feld bedeckt und beſchattet. Iſt noch hin und wieder eine Unkrautspflanze nahe an einer Kartoffel aufgekommen, ſo iſt es eine ganz unbedeutende Arbeit, ſie in der Bluͤthe auszuziehen. Will man noch ein drittes Pferdehacken geben, ſo thue man es in der Richtung des letz⸗ teren. Die aufgeworfenen Furchen zu durchbrechen wuͤrde ſchwierig feyn, wenn die Kartoffeln ſchon herangewachſen ſind. Und ſo iſt das Feld immer vor Eintritt der Getreideernte voͤllig fertig bis zu ſeiner Ab⸗ erntung. Eine andere Methode, deren ich mich auf lehmigem und der Feuchtigkeit ausgeſetzten Boden noch lieber bediene, iſt folgende: Nachdem der Acker vorbereitet worden, werden mit dem Marqueur zwei ſich rechtwink⸗ licht durchkreuzende Zuͤge gemacht, und auf jeden Durchkreuzungspunkt wird eine Kartoffel gelegt. Das Legen geht noch weit geſchwinder, und eine Perſon kann ſehr bequem 1 3 Jochart in einem Tage belegen. Dann zieht man zwiſchen jeder Reihe mit der kleinen Pferdehacke durch, und bewirft ſie dadurch vollkommen mit Erde. Wenn das Unkraut hervorkommt, ſo ziehet man, die Kartoffeln moͤgen gelaufen ſeyn oder nicht, mit der großen Pferdehacke in der⸗ ſelben Richtung durch, und zerſtoͤrt es damit. Nachdem die Kartoffeln etwas herangewachſen ſind, durchbricht man die aufgepfluͤgten Ruͤcken ins Kreuz mit der großen Pferdehacke, und giebt vielleicht zuletzt noch eine Furche in der erſten Richtung. Die Vorzuͤge, welche dieſe Methode auf lehmigem und der Feuchtigkeit ausgeſetzten Bo⸗ den hat, ſind einleuchtend. Die Kartoffel iſt unten, oben und von allen Seiten mit lockerer Erde umgeben; der Miſt wird ihr naͤher gebracht, und ſie iſt gegen uͤbermaͤßige Naͤſſe, die der Frucht verderblich werden kann, vollkommen geſichert. Denn ſie liegt hoͤher als der Grund der Furche, in welcher das Waſſer abziehen kann. Der Boden, worin ſie liegt, wird durch⸗ aus von der Sonne durchwaͤrmt.. Allein die wirkſame Anwendung des Erxſtirpators faͤllt bei dieſer Bauart weg, und den Schaufelpflug kann man auch nicht gebrauchen. Daher hat man etwas mehr mit dem Unkraut zu kaͤmpfen, und es kommt ſehr darauf an, daß man den Zeitpunkt zum Ueberſtreichen der Erde richtig wahrnehme. Sonſt muß man mit Handjaͤten und Hacken nachhelfen. Auf ſan⸗ digem duͤrren Boden paßt ſie nicht, weil er bei heißer Duͤrre zu ſehr austrocknen koͤnnte, Und endlich koͤnnte ein betraͤchtlicher Froſt, der die Kartoffeln vor dem Ausnehmen uͤberfiele, viel⸗ leicht tiefer in dieſe Beete eindringen. Alſo rathe ich doch nur auf ſolchem Boden dazu, wo man Nachtheil von der Feuchtigkeit fuͤr die Kartoffeln zu beſorgen hat. Ueber andre Methoden des Kartoffelbaues verweiſe ich auf das, was ich im erſten und dritten Bande meiner engliſchen Landwirthſchaft geſagt habe. Bei den vorerwaͤhnten beiden Methoden bleibe ich jetzt ſtehen. —————————— 2 143 1 Futtergewache. Wenn das letzte Anhaͤufen geſchehen iſt und die Kartoffeln in die Bluͤthe treten, ſo muß man ſie ruhig ſtehen laſſen. Denn mit der⸗ Bluͤthe bilden ſich zugleich die jungen Bollen aus. Es war ein ſehr thoͤrichter Rath, die Bluͤthen abzuſchneiden, um dadurch den Ertrag der Kartoffeln zu vermehren. Der ſcharfſinnige Cullen in Edinburg hatte es ſchon bemerkt, daß der Vegetationsprozeß in der Bollen⸗ und Bluͤtheentwickelung harmonire, und die bei dieſer Gelegenheit gemachten Verſuche haben ſaͤmmtlich gezeigt, daß man dem Ertrage durch Abſchneidung der Bluͤthen merklich geſchadet habe. Auch hatte Cullen den Verſuch gemacht, den Kartoffeln das Kraut immer abzuſchnei⸗ den, ſo wie es wieder austrieb; welches die Folge hatte, daß ſie durchaus keine Bollen an⸗ ſetzten, ſondern lauter Wurzelfaſern trieben. Anderdons Verſuche uͤber den Nachtheil des fruͤhen Abſchneidens des Krautes, habe ich im 1ſten Bande der engliſchen Landwirthſchaft S. 403. angefuͤhrt. 25 Z 4 §. 285. Dir Ernte, Die Ernte der Kartoffeln iſt das, was den mehrſten großen Landwirthen am ſchwierig⸗ ſten geſchienen hat, und warum ſie ihren Anbau im Großen fuͤr bedenklich hielten. Indeſſen hat ſich die Beſorglichkeit ſeit dem Jahre 1798, wo ich den Kartoffelbau im Großen zuerſt predigte, ſehr verloren, und man hat gefunden, daß es damit leichter gehe, als man ſich vorſtellen konnte. Es iſt eine guͤnſtige Zeit, wo Weiber und Kinder keine andre Arbeit haben, und wo die Witterung heiter zu ſeyn pflegt. Es iſt eine Arbeit, die ſie gerne thun, und wo⸗ bei ſie der Gedanke, ihren Winterbedarf zu verdienen, aufmuntert. Mir ſcheint nichts an⸗ gemeſſener zu ſeyn, als ſie um eine Quote aufnehmen zu laſſen. Nach meiner Art gelegt, tthun ſie es um die zwoͤlfte Metze gern, zuweilen um die funfzehnte, wenn meine Kartoffeln gut und andre nicht ſonderlich ſtehen. Verdienen ſie mehr als ſie gebrauchen und aufbewahren koͤnnen, ſo nimmt man ſie ihnen zu einem beſtimmten Preiſe ab. Es geht ſehr geſchwind, die Leute nehmen alle ihre Kinder zu Huͤlfe; im Tagelohn iſt es dagegen eine langweilige Ardeit. Die Kartoffeln werden mit einer Winzerhacke aufgehauen, nachdem das Kraut vorher abgemaͤhet worden. Nach meiner Art gelegt, kann ein Mann bequem fuͤr zwoͤlf Aufleſer auf⸗ hacken. So koſtet die Arbeit weniger als das Aufpfluͤgen, welches mancherlei Unbequemlich⸗ keiten hat; insbeſondere weil nicht genau abgemeſſen werden kann, wie viel an jedem Tage geſammlet wird, und der Nachtfroſt die beſchaͤdigen kann, welche liegen bleiben. Sie werden ſo vollſtaͤndig aufgeſammlet, daß ich eine Rachleſe nie der Muͤhe werth gefunden habe; denn die Hacke foͤrdert ſie trefflich zu Tage. Es iſt eine große Verſchwendung, ſich der Saͤcke bei der Kartoffelernte zu bedienen. Sie gehen in einem Jahre darauf. Ich habe Kaſten, die ungefaͤhr 30 Metzen halten und die auf Wagen geſetzt werden. An der Seite haben ſie einen Schieber. Wenn ie bei dem Kartoffel⸗ Magazin anlangen, wird der Schieber geoͤffnet, eine Rinne angehangen, und ſo laufen die Kartoffeln an den Ort ihrer Beſtimmung herab. Dieſe Kaſten ſind auch zu manchem andern Gebrauch bequem.-. 5§. 286. Aufbewabrung. Wenn die Kartoffeln bei trockner Witterung aufgenommen werden, ſo kann man ſie mit Sicherheit gleich in die Keller oder gegen Froſt verwahrte Magazine bringen. Man muß dieſe aber, bis Froſt eintritt, luftig erhalten. Kommen ſie ſehr feucht ein, ſo iſt es rathſa⸗ mer, ſie erſt auf eine Tenne zu bringen und abtrocknen zu laſeen. . Keller „ —. geller⸗ wohtunz de8 kung ven Etro don⸗ Man ko nit Küͤckſicht Miete, ſo wi zage ohne F Bei de mig anlegt, nigſtens 5 30 aberſtchen laſt wohl verbunde aberall nicht den Kartoffeln haten und d und wenn me it das Karte huͤrden oder aict nothig von Zeit zu Eine im Herbſte laſſen, dam Luft, und man gleich In Froſt uͤber allen Seiten Meten mit Weun damit die Di Naer uͤber das i einander ſ Wae vffeln den Nete Roch Nezen Kau Bd. III. S einer M Boden 8 Denn der! groͤßer als Diater 5 ten, ſo vß Bollen and. Ertrag der u bemerkt, und die hei tanage durch der addädnas ne Bolen ar⸗ Nachthell de urthſchans. an ſchwierig en. Indeſſn Großen zueſt als man ſch Arbeit habe, hun, und wo⸗ nt nichts an⸗ e At gelegt, ein Kartofelg d anſdewahren geſchwid de eilige Ardät. s Kraut drhe f Aufleſer au Unbequemith an jedem dat Sie werdn en habe; dem hedienen. CC in und die aij dem Fattofte d ſo laufn die ranchem andern kann man ſe . Man nut iiſt es ratſis alr Die Kartoffeln. 145 Keller oder durch doppelte Waͤnde gegen Froſt geſicherte Behaͤlter, ſind zwar zur Aufbe⸗ wahrung der Kartoffeln am bequemſten; jedoch koͤnnen ſie in Mieten unter gehoͤriger Bedek⸗ kung von Stroh vollkommen gegen den haͤrteſten Froſt und beſſer als in Greuben geſichert wer⸗ den. Man kann dieſe Mieten zu 480 und mehreren Metzen anlegen, am bequemſten jedoch mit Ruͤckſicht auf die Groͤße des Aufbewahrungsplatzes auf dem Hofe, damit man eine ganze Miete, ſo wie man ſie gebraucht, auf einmal hineinbringen koͤnne; wozu dann im Winter Tage ohne Froſt gewaͤhlt werden muͤſſen. Bei den Mieten, welche man, wenn ſie groͤßer ſind, am beſten laͤnglich und dachfoͤr⸗ mig anlegt, kommt es vorzuͤglich darauf an, daß man ſie allenthalben gleichmaͤßig und we⸗ nigſtens 6 Zoll dick mit Stroh belege. Beſonders muß man unten am Boden das Stroh uͤberſtehen laſſen, damit hier kein Froſt eindringe. Oben am Forſt und an den Ecken muß es wohl verbunden ſeyn. Alsdann wird das Stroh mit Erde belegt. Dieſe Erde ſchuͤtzt zwar uͤberall nicht gegen den Froſt; nur das Stroh iſt es, was die Entweichung der Waͤrme aus den Kartoffeln verhindert. Aber die Erde muß den Durchzug der Luft durch das Stroh ab⸗ halten und deshalb muß ſie dicht ſeyn. Eine loſe abkruͤmelnde Erde taugt alſo nicht dazu, und wenn man keine andre hat, ſo muß man ſie durch irgend eine Bedeckung befeſtigen. Hierzu iſt das Kartoffelnkraut zu gebrauchen, welches man daruͤber herlegt und ſolches mit Schaaf⸗ huͤrden oder auf irgend eine Art gegen den Wind befeſtigt. Hat man lehmige Erde, ſo iſt das nicht noͤthig, und man braucht ſie nur allenthalben recht glatt und feſt zu ſchlagen, und muß von Zeit zu Zeit nachſehen, daß keine Oeffnung, etwa durch Maͤuſe, entſtehe. Eine ſehr noͤthige Vorſicht aber iſt es, dieſe Mieten bei fortdauerndem warmen Wetter im Herbſte, nicht voͤllig zu ſchließen, ſondern ihnen oben, bis Froſt eintritt, etwas Luft zu laſſen, damit die Duͤnſte herausziehen koͤnnen. Man laͤßt alſo dem Strohe oben am Forſte Luft, und ſpuͤrt oͤfterer nach, ob kein Gaͤhrung anzeigender Geruch entſtehe, in welchem Falle man gleich mehr Luft giebt. Erſt wenn anhaltender Froſt eintritt, macht man ſie feſt zu. In ſolchen Mieten blieben die Kartoffeln unverletzt, wie im Winter 1802 1803 der Froſt uͤber 3 Fuß in die Erde drang, und die Kartoffeln faſt in allen Gruben, die nicht von allen Seiten mit Stroh verwahrt waren, und in vielen Kellern erfroren. Eine Bedeckung dieſer Mieten mit Miſt iſt voͤllig unnoͤthig und kann leicht nachtheilig werden. Wenn Thauwetter eintritt, ſo iſt es immer rathſam, die Mieten oben etwas zu oͤffnen, damit die Duͤnſte ausgehen koͤnnen. —§. 287.— Ueber die Benutzung der Kartoffeln noch etwas zu ſagen, waͤre uͤberfluͤſſig. Nur etwas uͤber das Werthsverhaͤltniß, worin ſie ihrer Natur und ihren naͤhrenden Theilen nach gegen⸗ einander ſtehen. Wenn wir ſie unter den Koͤrnern mit dem Rocken vergleichen, ſo enthalten gute Kar⸗ toffeln dem Gewichte nach 24 Prozent nahrhafter Theile, der Rocken 70 Prozent. Wenn 1 Metze Rocken 82 Pfd. und 1 Metze Kartoffeln 100 Pfd. wiegt, ſo ſind dem Maaße nach 64 ¾ Metzen Kartoffeln gleich 24 Metzen Rocken(vergl. Einhof in den Annalen des Ackerbaues Bd. III. S. 357. Bd. IV. S. 627.). 2 Metzen 12 Maßl. Kartoffeln waͤren alſo ungefaͤhr einer Metze Rocken gleich zu ſetzen. Dies muͤſſen aber gute, dichte, mehlige, auf trocknem Boden gewachſene Kartoffeln ſeyn, wie ſie Einhof bei der genaueren Unterſuchung bearbeitete. Denn der Unterſchied iſt, wie nachmalige Unterſuchungen lehrten, unter den Kartoffeln noch groͤßer als er ihn dort annahm, und den ſchlechteren Arten kann man nicht mehr als 20 Pro⸗ T Vierter Theil. — 2 — Nahrungskrafe. Koſtenpreis. 146 SFuttergewaͤchſe. zent nahrhafter Theile zuſchreiben; ſo daß von dieſen 3 Metzen einer Metze Rocken gkeich zu ſetzen ſind. Die Erfahrung bei der Branntweinbrennerei, wo man nicht die beſſere Art von Kartof⸗ feln zu nehmen pflegt, ſtimmt hiermit uͤberein. Nach der Ausſage der vorzuͤglichſten prakti⸗ ſchen Brenner, geben 3¼ Metze Kartoffeln zwar nur ſo viel Branntwein als 1 Metze Rocken, er iſt aber ſtaͤrker im Gehalt.* 1 Mit dem Heu, bei der Viehfuͤtterung verglichen, giebt jedermann zu, daß 2 Metzen Kartoffeln 1 Centner Heu uͤberwiegen, und daß man wenigſtens 1 Metze Kartoffeln 2½ Centner Hen gleich ſetzen koͤnne; wobei jedoch ein Theil der Fuͤtterung aus Heu oder Stroh beſtehen muß, um die Verdauung zu befoͤrdern. Bei den großen Ochſenmaſtungen, die in meiner Gegend betrieben werden, iſt man vollkommen uͤberzeugt, daß wenn ein Ochſe taͤglich x Metze oder 50 Pfd. Kartoffeln, und dabei gewoͤhnlich 5 Pfd. Heu erhaͤlt, er eben ſo ſtark aufſetze, als wenn er 35 Pfd. Heu bekommt, und die Viehhaͤndler geben die Ochſen lieber in dieſe Kar⸗ toffel⸗ als in bloße Heufuͤtterung. A priori koͤnnen wir uͤber das Verhaͤltniß der Kartoffeln zum Heu nicht ſo entſchieden urtheilen, wie uͤber das Verhaͤltniß derſelben zu dem Korn, weil ſie mit dieſem ſehr gleichartige, mit jenem ungleichartige naͤhere Beſtandtheile haben. Des⸗ halb muͤſſen wir uns hier lediglich an die Erfahrung halten. 5 In England hat man uͤber die Nutzbarkeit der Kartoffeln zur Viehmaſtung in Vergleich gegen die Ruͤben ſehr viel geſtritten. Als Reſultat dieſes Streites erklaͤrt der große und er⸗ fahrne Viehmaͤſter Campbell ſehr beſtimmt, 1 Buſhel Kartoffeln vom Hofe abgeholt, ſey ihm, auch ohne Ruͤckſicht auf den Miſt zunehmen, nicht feil fuͤr das Doppelte, was 1 Pfd Rindfleiſch gelte. Ein Buſhel iſt= 0, 550 Metzen, alſo beinahe 3 Metzen. Eine Metze alſo in reiner Benutzung zur Viehmaſt gleich dem Werthe von 3 Pfd. Rindſleiſch. Ueber die Benutzung der Kartoffeln beim Milchvieh, wo die Erfahrungen bisher ſehr abweichende Reſultate gaben, ſo wie von ihrer Benutzung bei den Schaafen, werden wir in der Folge reden..— §. 288.. Da die Kartoffeln im Großen ſelten Marktwaare ſind, ſo iſt es wichtig, daß man ſich ihr Werthsverhaͤltniß und ihren Erzeugungspreis bei der eigenen Benutzung, die man davon machen kann, richtig denke und ihn nicht mit dem Marktpreiſe verwechſele. Nach dem Ertrage, den ich auf gut und tief kultivirtem und kraͤftig geduͤngten, Feuch⸗ tigkeit haltenden Mittelboden vormals gehabt hatte, glaubte ich 140 Metzen auf den Kalen⸗ bergſchen Morgen(halben Jochart), der etwa um 4 Quadratruthen groͤßer wie der Magde⸗ burger iſt, im Durchſchnitt annehmen zu koͤnnen(engl. Landwirthſchaft Bd. III.). Hier aber habe ich es dahin noch nicht gebracht, und mein ſtaͤrkſter Gewinn iſt im Jahre 1809 120 Metzen auf dem halben Jochart geweſen. In dem Mißwachsjahre 1810 nur 78 Metzen; ſonſt zwi⸗ ſchen 80 und 90 Metzen. Ich mache deshalb jetzt meinen Anſchlag auf 80 Metzen Ertrag nach Abzug der Einlage, wozu ich zwiſchen 5 und 6 Metzen gebrauche.. Die Arbeit beim Kartoffelbau iſt, wenn man ſehr maͤßige und immer zu vollfͤhrende Arbeitsſaͤtze annimmt, folgendermaßen zu berechnen, auf 25 Jochart. — ————— 1 zu Herbſt i keicht zu egge 400 Fuder Geſpann, don J auf 39 ſaden und eib. Da Den Miſt un⸗ zu eggen à 5 (Dieſe menen nahe 5 Mit dem I ͤglich 5 Einlegen m Jochart Ein Zutraͤg Leicht zu eg Mit dem Jochart Zum erſten zu bearbe Zum zweiter pferden Ausziehen de Das Aufnel ſolte, n Einzufohrer Ein Arbein ſen gic u von Karthf⸗ ſten pratti⸗ a Jocke, dn Ain heln Lana ro deſtehen die in meier oglich Mee ſrark aufſe⸗ er in dieſe Far⸗ der Fartoffehn den Forn, wil haben. De gin Verglach guuſe und er⸗ ögchlt, ſy das Doppelte, nhe; Neten. Kadfeiſc. zn bähe ſh wenden wiei „daß man ſi ſje man dabonl gten Feuch⸗ uf den Kalen⸗ der Nagde⸗ ). Hier oher 29 120 Nezen en; ſent iwi⸗ an Errag nach wllführende —— —— Die Kartoffeln. 8 147 Tagearbeiten — 3 leinzelner Wichiel Maͤnner. Weiber⸗ Im Herbſt tief zu pfluͤgen à 4 Jochart... 66 ⅔ 337— Leicht zu eggen, 1 Geſpann 5 Jochat....— 34— 400 Fuder Miſt aufzufahren; 10 Fuder taͤglich per 23 Geſpann, betraͤgt 160 Pferde, 40 Maͤnner. Da⸗. von X† auf die Kartoffeln........— 13 4— Zu laden und zu bereiten per Geſpann 1 Mann und: 1 2 Weib. Davon 5 fuͤr die Kartoffeln...— 13 ½ 131 Den Miſt unterzupfluͤgen taͤglich 1½ Jochart.. 40„5] Zu eggen à 5 Jochart per Geſpann.....— 5— (dieſe Vorarbeit betraͤgt nach den unten angenom⸗ menen Geldſaͤtzen 268 fl. 30 Xr. per Jochart bei⸗ nahe 5 fl. 24 Xr.) Mit dem Marqueur zweimal ins Kreuz zu uͤberziehen taͤglich 5 Jochart.....— 10— Einlegen mit 3 Pfluͤgen und 5 Weibern, taͤglich 3 Jochart........ 50 25 4¹*½ Ein Zutraͤger und Aufſeher dabei....— 8— Leicht zu eggen à 8 Jochart per Geſpann.— 34— Mit dem Erſtirpator zu uͤberziehen, 1 Geſpann 6 28 Jochart....— 834½— Zum erſten Male mit der Pferdehacke und 1 Pleide zu bearbeiten, taͤglich 2¾ Jochart...— 20— Zum zweiten Male mit der großen Dierdehaas und 2 Pferden...— 20— Ausziehen des etwa aufgeſchlagenen unkrauts...—— 25 Das Aufnehmen, wenn es im Tagelohn geſchehen ſollte, per ½ Jochart 1 Mann und 8 Weiber.— 50 400 Einzufahren p. Geſpann 14 Jochart oder 288 Metzen— 16 ½— Ein Arbeiter dabeir......— 16 ½— — 156 4 266 ¼ 480 148 Futtergewaͤchſe. Nach unſern mittlern Verhaͤltniſſen, wenn 1 Metze Rocken 2 fl. 50 Nr. gilt, iſt anzu⸗ ſchlagen 3 1 der Arbeitstag eines Pferdes.. zu 35 Xr. ⸗ 2„ Wechſelochſen ⸗ 21 ⸗ „„ Mannes 28 ⸗ 2 3 ⸗ Weibes. ⸗ 21„ 2163½ Arbeitstage einzelner Pferde.. koſten alſo...... 127 fl. 27 NXr. 156 3 ⸗„ Wechſelochſen ⸗...... 35 ⸗ 18 ⸗ 266 ½* ⸗ Maͤnner.. ⸗ ⸗...... 125 ⸗ 17 ⸗ 488 ⸗„ Weibey... ⸗ ⸗..... 169 ⸗ 24¼ 25 Jochart koſten alſo 477 fl. 27 Xr. betraͤgt auf 1 Jochart 19 fl. 6 Xr. Die Metze Kartoffeln aber wuͤrde, wenn 81 Metzen uͤber die Einſaat gewonnen werden, 7 Xr koſten. rechnen. S8 Wie hoch iſt nun aber die Landrente und der Miſt anzuſchlagen? Wenn dem AQcker eine vollſtaͤndige Sommer⸗ oder Brachbearbeitung von Zeit zu Zeit nothwendig iſt, und wenn man ohne Kartoffeln⸗ oder aͤhnlichen Hackfruchtbau eine reine Brachbearbeitung geben muͤßte; ſo iſt die Landrente den Kartoffeln gar nicht zur Laſt zu ſchrei⸗ ben, ſondern ſie koͤnnten noch auf eine Verguͤtung Anſpruch machen, indem ſie die koſtſpielige Bearbeitung der Brache erſparen, oder vielmehr ſelbſt bewirken. 4 2 Der Miſt oder die Dungkraft, welche die Kartoffeln ausziehen, muß ihnen allerdings angerechnet werden, wenn ſie zum Verkauf kommen. Werden ſie aber in der Wirthſchaft verfuttert, ſo geht es hoͤchſtens mit dem Miſte auf, den ſie wiedergeben. Das geringſte Reſultat, was die uͤber Duͤngererzeugung angeſtellten Verſuche geben, iſt: daß 100 Pfd. ver⸗ futterte Kartoffeln 66 Pfd. Miſt hervorbringen. 80 Metzen Kartoffeln geben alſo 5280 Pfd. Miſt und 800 Pfd. Kartoffelſtroh geben 1840 Pfund, folglich die Kartoffeln von einem Jochart, 6 gute Fuder. Wenigſtens alſo der Maſſe nach ſchon ſo viel, als ſie konſumiren. Welche Vorzuͤge aber dieſer Miſt vor dem Miſte aus gewoͤhnlicher trockner Fuͤtterung habe, iſt wohl allgemein anerkannt, und von Kaͤhler(vergl. Annalen des Ackerbaues Bd. XII. S. 228.) ſcharfſinnig beobachtet worden. In dem Falle alſo koͤnnen wir den Kartoffeln fuͤr die Duͤnger⸗Konſumtion nichts anrechnen; es wird vielmehr durch ihren Anbau die Dungmaſſe betraͤchtlich vermehrt, und durch das thieriſche Leben, welches ſie ernaͤhren, werden andre Materialien erſt zu wirkſamem Duͤnger gemacht.. Man hat aber manchmal Gelegenheit, ſeinen Acker an kleine Leute zum Kartoffelbau zu vermiethen. Wenn er gehoͤrig vorbereitet und geduͤngt iſt, bekommt man fuͤr die zwoͤlffuͤßige Ruthe 10 ½ NXr., betraͤgt per Jochart 63 fl. 30 Xr. Hiervon muͤſſen die Vorarbeitskoſten abgezogen werden, welche oben zu 5 fl. 24 Xr. berechnet worden; bleiben alſo 58 fl. 6 Xr. Wenn man alſo dieſen baaren Geldertrag den Kartoffeln bei eigenem Anbau fuͤr Land⸗ rente und Miſt anrechnen will, ſo werden die Kartoffeln koſten 58 fl. 6 Xr.+† 19 fl. 6 Xr. = 77 fl. 12 Xr. und 1 Metze Kartoffeln kommt dann auf 28 Xr. zu ſtehen. Dies waͤre alſo der Koſtenpreis der Kartoffeln, der wegen des gebuͤhrenden Profits auf 35 Xr. zu ſetzen iſt· „ und wohlii verloren, un —; Nach den verſchiedenen uͤblichen Verhaͤltniſſen muß ſich aber ein jeder dieſes ſebſt be⸗ ———.— Atzug bon 1 16 gachmei Dinger erha Konſ icht hoͤher 9⁵½ Xr anſc 14 Xr. git liber den Froſt, n Getreide ver XI. G. 1. Ma von den F disette,! Varietaͤten ben mit de ſchen beide unbeſtimm tenruͤbe un zeugung ne und noch in der andre u welche man Wämmt che⸗ das ſchon il ſtehen nun aͤußerlich darbe der derben, d Mianze ar an vaß Dde Produkt; voon wieder ie aus de anen werden, dieſes ſebt h i Jäit zu gei tbau age reine ur Laſtzuſchrei⸗ e die koſſſpieige ihnen aledigs der Wirthſchit das gerinzie ß 100 Pfd.k alſo 5280. feln von eien ſiee konſunirn ztterung habe, Bd. Xll. 6 toffeln fuͤr d die Dungmiſt werden aile Kartofflbeu die wuͤfüßige Porurbeitskoſten 159 fl. 6 Xr. bau füͤr Land 19 fl. 6 X. dies waͤr alh . zu ſetz ſf Die Runkelruͤbe. 149 Und wohlfeiler ſind wohl nie Kartoffeln verkauft worden. Hierbei aber geht der Duͤnger verloren, und wenn ich fuͤr 160 Metzen von 1 Jochart 77 fl. 12 Xr. bekomme, welche nach Abzug von 19 fl. 6 Xr. Arbeitskoſten 58 fl. 6 Xr. reinen Ertrag geben, ſo fragt es ſich, ob ich nach meinen Wirthſchaftsverhaͤltniſſen dadurch auch hinreichenden Erſatz fuͤr den verlornen Duͤnger erhalte?— Konſumirt die Wirthſchaft aber die Kartoffeln ſelbſt, ſo kann ſie ihre Erzeugungskoſten nicht hoͤher als zu 7 Xr. per Metze— und um das Riſiko aufs hoͤchſte zu decken— zu 9 ⅔ 4 anſchlagen. Und ſie bezahlen ſich in der Maſtung zu 42 Xr., wenn das Pfd. Fleiſch 14 Xr. gilt. §. 289. Ueber die merkwuͤrdige, aber noch wenig benutzte Abſcheidung des Kartoffelmehls durch den Froſt, wodurch das Subſtanzielle der Kartoffel ſehr lange erhalten und leichter noch als Getreide verfuͤhrt werden kann, vergl. Annalen des Ackerbaues Bd. III. S. 389. und Bd. XI. S. 1. Die Nunkelruͤbe, §. 290,. Mangoldwurzel, Burgunderruͤbe, Dickruͤbe, Raunſchen, Rangers, von den Franzoſen durch eine mißverſtandene Ueberſetzung des Worts Mangold, racine de disette, und von den Englaͤndern daher wieder scarcityroot genannt, ſtammt mit allen ihren Varietaͤten entweder von der Beta vulgaris allein ab, oder iſt aus einer Vermiſchung derſel⸗ Abarten. ben mit der Beta cicla entſtanden. Denn ich halte den Unterſchied, den die Botaniker zwi⸗ ſchen beiden Gattungen angeben, fuͤr zu unbedeutend, und meinen Bemerkungen nach fuͤr zu unbeſtimmt, um eine ſpeziſiſche Trennung beider zu begruͤnden. Aus der dunkelrothen Gar⸗ tenruͤbe und dem weißen Mangold ſind durch Vermiſchung des Saamenſtaubes, meiner Ueber⸗ zeugung nach, alle die Varietaͤten entſtanden, die ſich bald jener bald dieſem mehr naͤhern und noch immerfort Ausartungen unterworfen ſind, wo bei einzelnen Individuen der eine oder der andre urſpruͤngliche Stamm mehr hervorſticht. Es laſſen ſich daher die verſchiedenen Arten, welche man davon anbauet, wie das bei ſo vielen der kultivirten Pflanzen der Fall iſt, nicht beſtimmt charakteriſiren, ſondern ſie gehen allmaͤhlig und ſchwankend in einander uͤber. Die an beiden Extremen ſtehenden Spielarten ſind: die dunkelrothe in den Kuͤchengaͤrten ſchon viel fruͤher angebaute rothe Beetwurzel, und die ganz weiße Runkelruͤbe. Dazwiſchen ſtehen nun die große hochrothe, die fleiſchfarbne oder mit fleiſchfarbnen Ringen gemiſchte, die zußerlich rothe und inwendig ganz weiße, die gelbe, auch gelb und roth gemengte. Mit der Farbe der Wurzel ſtimmt die Farbe des Krauts mehrentheils uͤberein oder vielmehr der Blatt⸗ nerven, die mehr oder minder roth oder ganz gruͤn ſind. Aus dem Saamen, von einer Pflanze aufgenommen, erfolgen immer Verſchiedenheiten. Doch iſt die ganz rothe oder ganz weiße und gelbe am beſtaͤndigſten. 3 Die bleichrothe Art wird unter gleichen Umſtaͤnden am groͤßten und giebt das ſtaͤrkſte Produkt; deshalb wird ſie zur Viehfuͤtterung am haͤufigſten gebauet. Man unterſcheidet da⸗ von wieder zwei Abarten: eine, die mit ihrer Ruͤbe ganz in der Erde bleibt, und eine andre, die aus dem Boden herauszuwachſen die Reigung hat. Daß dieſe Neigung zum Theil in der Boden. 150 Futtergewaͤchſe. Art liege, glaube ich nach meinen Beobachtungen zwar; es hat aber auch der Boden gewiß einen betraͤchtlichen Einfluß darauf, indem ich einmal mit einem Freunde Saamen theilte, den ich als eine herauswachſende Art erhalten hatte, und meine daraus erzogenen Pflanzen ſammtlich in der Erde blieben, die ſeinigen aber herauswuchſen. Mein Boden war auf 10 Zoll, der ſeinige nur flach gepfluͤgt. Ohne Zweifel wird auf einem ſeichten Boden die her⸗ auswachſende Art beſſer paſſen und eintraͤglicher ſeyn, wogegen ich auf tiefem Boden, die nicht herauswachſende, beſonders aus der Urſache, vorziehe, weil ſie von den Herbſtfroͤſten weniger verletzt wird. 1 Die gelben und weißen Runkelruͤben haben dagegen den Vorzug, daß ſie konſiſtenter und gegen den Froſt etwas haͤrter ſind, beſonders aber daß ſie nach der Verſicherung aller de⸗ rer, die mit der Zuckerausſcheidung Verſuche gemacht haben, mehreren Zuckerſtoff enthalten. Zur Zucker⸗ und Syrupsfabrikation, vielleicht auch zum Branntweinbrennen, ſind ſie daher jetzt allgemeiner beliebter; zum wirthſchaftlichen Gebrauch aber wiegen ſie doch durch jene Qualitaͤten die groͤßere Maſſe nicht auf, die jene roͤthlichen Arten geben.. §. 291. Die Runkelruͤbe waͤchſt zwar auf jedem maͤßig feuchten, in ſtarker Duͤngkraft ſtehenden Boden, allein auf ſandigem Boden bleibt ſie, wenn in ihrer Vegetationsperiode nicht vieler Regen faͤllt, klein, und auf einem lockern humoſen feucht liegenden Boden wird ſie waͤßrig, ſehr groß, aber inwendig hohl, und man kann ſie gegen ein ſchnelles Anfaulen faſt gar nicht retten. Der am meiſten fuͤr ſie geeignete Boden iſt daher ein ziemlich gebundener Lehmbo⸗ den, wo ſie faſt immer gedeiht und mehrere Konſiſtenz behaͤlt. Ich mache es mir daher zur Regel, wenn ich mit meinem Hackfruchtbau auf gebundenern Boden komme, mehr Runkelruͤ⸗ ben, auf ſandigerm aber mehr Rotabaga zu bauen. Sie erfordern, um zu einer betraͤchtlichen Staͤrke zu gelangen, einen ſtark geduͤngten Boden, gleichviel ob unmittelbar fuͤr ſie geduͤngt ſey, oder ob die vorhergehende Frucht den Acker noch reich hinterlaſſen habe. Friſcher Duͤnger muß wenigſtens durch zweimaliges Pfluͤgen mit der Ackerkrume gut vermengt ſeyn. Je tiefer der Boden, um deſto beſſer, und auf flachem Boden wird ſie, auf aufgepfluͤgte Beete gepflanzt oder geſaͤet, ſtaͤrkern Ertrag geben. §. 292. Der Saame kann auf die Stelle gelegt werden, wo die Pflanze ſtehen bleiben ſoll. Man legt ein einzelnes Korn in einzelne Loͤcher, oder man legt den Saamen in Rillen, wenigſtens ums doppelte dichter, als die Pflanzen ſtehen bleiben ſollen. Dieſe Methode iſt aber nur auf warmem, muͤrben und von Unkraut ziemlich reinen Boden zu empfehlen. Denn der Keim durchbricht die harte Schaale ſchwer, es dauert lange, ehe das Pflaͤnzchen mit ſeinen ſchwachen Saamenblaͤttern zum Vorſchein kommt, und der Acker iſt dann ſchon hoch mit Unkraut be⸗ wachſen. Oft wird auch das Keimen unterdruͤckt, wenn entweder das zu hoch liegende Korn nicht zureichende Feuchtigkeit hat, oder das zu tief liegende von der Erde eingeballt wird. Ge⸗ gen das Unkraut kann man ſich allein dadurch retten, daß man die Reihen bezeichnet, worin die Koͤrner liegen, um es, noch ehe die Pflanzen ſichtbar werden, durch Schaufeln vertilgen zu koͤnnen, was aber doch immer große Aufmerkſamkeit erfordert. Man hat ſie auch wohl breitwuͤrſig ausgeſaͤet, und dann durch Jaͤten und Behacken ſo verduͤnnet, daß die Ruͤben einzeln zu Methode⸗ Auf ger zit gevht ihrm Wache belſchaffen, tenboden geſ gen Tempere iinge Vorſpt der Erde von wieder aufges leber Die h hängt beſon herangewach und ſelbſt de Sie b und manche und haͤufig den der Wr blatten anf aber keine! Maſfe zu er Werthe in Futtermang getation auf man das Kre Das? doch, wenn wi thonigen Die Froſte ſo ſe ſbenfalls le nit Stroh öhr werden; id den nur 36 Quodratfu Zoden geͤi nen theilte en Pflanza dar auf 10 an die her⸗ de de nicht ſen daiget ſe konſiſente rung aller de off enthalten nd ſie dahen durch jene eraft ſtehenden de nicht bille an ſie waͤßeig, foſt zar richt ndener dehndo⸗ wmir daher zue nehr Rurtli ſark gedingm ende Fruch m naliges hftgn uf ufgexfäg ben ſol. Nu en, wenigſens Faber nur aif Denn der Kein ſeinen ſchwachn wit Uaktuut be⸗ h ſicende Korn fall vitd. Ge eichget, woln ufeln vertilen ſie auch riſ daß die Rühen Die Runkelruͤbe. 151 einzeln zu ſtehen kommen; dies iſt aber unter allen die beſchwerlichſte und koſtſpieligſte Methode.— Auf gewoͤhnlichem Ackerboden iſt die Verpflanzung in der Regel vorzuziehen, welche auch Zeit gewaͤhrt, den Acker mehr vorzubereiten. Weil aber durch das Verſetzen die Pflanze in ihrem Wachsthume allerdings geſtoͤrt wird, ſo iſt es von Wichtigkeit ſich fruͤhe Pflanzen zu verſchaffen, und der Saame muß daher fruͤh und in einem recht warmen Orte in lockeren Gar⸗ tenboden geſaͤet werden. Man kann ihn auch im Spaͤtherbſt legen, ſo daß er bei der niedri⸗ gen Temperatur ſchlafend an der Erde liege und nur ſeine Kapſel ſich erweiche. Aber der ge⸗ ringe Vorſprung, den dieſe Pflanzen erhalten, erſetzt die Gefahr nicht, welcher der Saame in der Erde von Maͤuſen und Inſekten ausgeſetzt iſt; weswegen man dieſe Methode faſt allgemein wieder aufgegeben hat. Ueber die Verpflanzung vergl.. 178— 181. §. 293. Die heranwachſenden Pflanzen erfordern eine fleißige Bearbeitung, und ihr Gedeihen Vegetation. haͤngt beſonders davon ab. Es geſchiehet durch den Schaufelpflug; wenn aber die Pflanzen herangewachſen ſind, iſt ihnen ein gelindes Anhaͤufen gegen die Meinung einiger ſehr nuͤtzlich, und ſelbſt der aus der Erde hervorwachſenden Spielart. Sie breiten dann im Auguſt ihre großen fleiſchigen aber waͤßrigen Blaͤtter ſehr aus, und manche rechnen viel auf den Futterertrag, den dieſe Blaͤtter geben. Wenn man ſie fruͤh und haͤufig abblattet, ſo uͤberwiegt nach ungefaͤhren Berechnungen der Blaͤtterertrag zuweilen den der Wurzeln, aber auch auf Koſten der letztern; und wenn man ſie geizig und fruͤh abzu⸗ blatten anfaͤngt, ſo bleiben die Wurzeln ganz ſchmaͤchtig. Das Vieh frißt dieſe Blaͤtter, hat aber keine beſondere Reigung dazu, und ſie ſcheinen ſehr wenig nahrhaftes in einer ſehr großen Maſſe zu enthalten. Man verliert daher ohne Zweifel an den Wurzeln, was man am wahren Werthe in den Blaͤttern gewinnt; das Abblatten iſt muͤhſam, und ich glaube, daß nur der Futtermangel um dieſe Zeit es oͤkonomiſch rechtfertigen koͤnne. Erſt im Herbſt, wenn die Ve⸗ getation aufzuhoͤren ſcheint und man bald zum Aufnehmen der Warzeln ſchreiten will, ſchneidet man das Kraut rein weg und verfuͤttert es. Das Aufnehmen dieſer Ruͤben iſt leicht, aber das Abputzen der Faſerwurzeln, welches doch, wenn ſie aufbewahrt werden ſollen, geſchehen muß, iſt nicht ohne Daſchwelde Ruͤben auf thonigem Boden gewachſen, haben weniger Wurzelfaſern. §. 294. Die Aufbewahrung dieſer Ruͤben, bis ſpaͤt in den Winter, iſt ſchwierig, weil ſie vom Aufbewahruns. Froſte ſo ſehr leicht angegriffen und ſchnell zerſtoͤrtwerden. In waͤrmeren Kellern faulen ſie ebenfalls leicht, und man muß ſie mit Stroh oder mit Sand aufſchichten. In nicht zu großen, mit Stroh belegten Mieten, gleich den Kartoffelmieten, werden ſie ſich am beſten halten. §. 295. Ihr Ertrag vom Jochart, kann, wie ich aus Erfahrung weiß, auf 600 Ctr. gebracht Errrag. werden; indeſſen iſt dies etwas außerordentliches, und man kann ſelbſt auf angemeſſenem Bo⸗ den nur 360 Ctr. per Jochart annehmen. Im Magdeburgiſchen rechnet man, daß jeder Quadratfuß 1 Pfd. Ruͤben gebe. Dies betruͤge auf 1 Jochart 470 Centner. Man muß aber davon auf zufaͤlliges Mißra then der Ruͤben X½ abziehen. Man kann aber nur etwa 10 Prozent X 15a Futtergewaͤchſt. wirklich nahrhafter Theile in ihnen annehmen, und ſie werden ſich gegen das Heu etwa wie 10 zu 46, gegen die Kartoffeln wie 20 zu 46 verhalten. Jedoch ſind ſie wegen ihres vielen Zuckerſtoſts dem Vieh vorzuͤglich angenehm und gedeihlich, wirken bei den Kuͤhen beſonders auf Erzeugung der Milch, der ſie einen angenehmen Geſchmack geben, und ſcheinen mit Kar⸗ toffeln zugleich gefuͤttert, die Milch beſonders zu verbeſeen. 128 Dies Gewäͤchs hat den Vorzug, daß es faſt von keinem Inſekte angegriffen wird. .§. Der Anbau der Da der Anbau der Ruͤben zur Zuckerbereitung in unſern Tagen ſo viele Aufmerkſamkeit Rwute eneun. erregt, ſo fuͤge ich noch einige darauf beſonders Bezug habende Bemerkungen hinzu: — Man waͤhlt dazu vorzuͤglich die ganz weiße, naͤchſt dieſer die gelbe und am wenigſten die roͤthliche Art, weil jene reichhaltiger an Zuckerſtoff befunden worden. Sie geben aber im Gan⸗ zen einen weit geringern Ertrag wie die mehr roͤthliche Art. Wenn alſo die Zuckerabſcheidung bei ihnen leichter iſt, ſo wird die rohe Produktion dagegen geringer, und der Landwirth kann ſie nicht fuͤr einen gleichen Preis bauen. Ferner iſt es der Zuckererzeugung nachtheilig, wenn ſie in einem ſehr reichen und mit Duͤngertheilen ſtark angefuͤllten Boden, der zur Salpeterer⸗ zeugung geneigt iſt, gebauet werden, weil ſie alsdann viel Salpeter und weniger Zuckerſtoff enthalten. Endlich will man, daß die Ruͤben gegen die Einwirkung des Lichts geſichert ſeyn ſollen: ſie muͤſſen daher mit Erde bedeckt ſeyn, und die aus dem Boden hervorwachſende Art iſt am wenigſten dazu geeignet. Sie muͤſſen moͤglichſt dicht bei einander ſtehen, wodurch die Bearbeitung ſehr erſchwert wird, und der Ertrag ſich ohne Zweifel vermindert. Sie duͤrfen endlich vor dem Aufnehmen nicht abgeblattet werden, ſondern man muß ihnen die Blaͤtter zur Decke laſſen, welches fuͤr manche Landwirthe eine große Aufopferung zu ſeyn ſcheint. 8 Nach den auf große Verſuche angeſtellten Berechnungen darf der Etr. roher Ruͤben nicht uͤber 42 Xr. kommen, wenn die Zuckerbereitung vortheilhaft bleiben ſoll. Zu dieſem Preiſe 296. kann ſie der Landwirth vortheilhaft bauen, da, wo er fremden Duͤnger, ſollte er auch das Fuder mit 5 fl. bezahlen, ankaufen kann. Wo dieſes aber nicht ſtatt findet, wird er, die Sache im Großen zu betreiben, Bedenken finden, weil die Runkelruͤbe allerdings einige Dungkraft verzehrt, und beim Verkauf wenig oder gar kein Duͤngermaterial wiedergiebt. Kann er den Centner Runkelruͤben zur Viehfuͤtterung nur zu 21 Xr. benutzen, ſo wird er dieſe Benutzung vorziehen, um ſeinen Duͤngerſtand nicht zu vermindern. Es wird daher immer viele Schwierig⸗ keiten haben, erhebliche Zuckerfabriken mit rohem Material genugſam und nachhaltig zu ver⸗ ſorgen. Es muß ſich nun die ſo lange zweifelhaft geweſene Frage: ob die Zuckerfabrikation aus Runkelruͤben vortheilhaft ſey?— denn uͤber die Moͤglichkeit iſt kein Zweifel mehr— entſcheiden, da an ſo vielen Orten Anlagen zum Betriebe im Großen gemacht werden. Die Ruͤbe(Brassica rapa). 82 §. 297. Boden und der Kultur, die ſie bekommen, vielleicht auch durch die Befruchtung mit einer an⸗ dern Abart unendliche Spielarten machen. Diejenigen, welche wir vorzuͤglich auf dem Acker bauen, haben wahrſcheinlich erſt durch die Kultur die Geſtalt und Groͤße ihrer Ruͤbe erhalten, die ſich nachher in Saamen fortpflanzt, ader bei minderer Kultur auch wieder zrriieſchlagr. . 3 o⸗ Wir haben mannichfaltige Arten von Ruͤben, die angebauet werden, und die nach dem 3 Soetani zuſtenmen, ſcheint Hekonot der Stelle, w hre Vegetat und Steckr nen haben. fomnen bon werden deshe da. Eing nige Bole, — andre ei geht, welch len auch ob weilen verg hauptſaͤchle einige Gen die Schwer bei uns nu die großen Ruͤben zu MNan ſchieden, un wie in Engl te ausn noch imwer man jetd die Norfel verweiſe ausſetzen hinzufuͤgen (In geſdet, na⸗ Se hackt un nicht ſolch man den Vierter l eiwa die hres vieln beſonden mit Kar⸗ nd. imerkſantät u: venigſten di eer im Gau abſcheidum dwirth kam I illig, wem Salpeteter⸗ r Zucketſof eſichert ſehn aöſende Att woͤdurch die Sie durfen ie Vlaͤten ur heint. er Ruͤben ſiht dieſem qeit te er ouchh er, die bot⸗ ige Dungktut Kann er di eſe Benutzun ele Schwier haltig zu de kerfabrikatn eifel mehr⸗ erden. die nach de gmit einer W auf dem dtt Ruͤde erhahen jrueſchlg Sw Die Ruͤbe. Die Saatruͤben. 153 Botaniſch ſcheinen einige von der Brassica rapa, andre von der Brassica oleracea ab⸗ zuſtammen, oder vielleicht Blendlinge zu ſeyn, wozu das Geſchlecht der Brassica ſehr geneigt ſcheint. 1 Oekonomiſch unterſcheiden wir hauptſaͤchlich de Waſſer oder Sa atruͤben, die auf der Stelle, wo ſie ſtehen bleiben ſollen, geſaͤet werden muͤſſen, und das Verpflanzen waͤhrend ihrer Vegetation nicht ertragen(wenigſtens nicht anders, als mit einem großen Ballen Erde), und Steckruͤben, welche gewoͤhnlich verpflanzt werden, und daher wahrſcheinlich ihren Na⸗ men haben. Die Saatruͤben .§. 298. ſtammen von der Brassica rapa ab, ſind viel waͤſſeriger wie alle Arten der Steckruͤben, und werden deshalb auch Waſſerruͤben genannt. In ihrer Geſtalt und Farbe ſind ſie ſehr verſchie⸗ den. Einige machen eine breite, runde, mehr oder minder zuſammengedruͤckte, zwiebelfoͤr⸗ mige Bolle, die unten eine duͤnne Pfahlwurzel hat— die einige auch Tellerruͤben nennen andre eine ſpindelfoͤrmige, die unten ſpitz zulaͤuft, und in die Pfahlwurzel allmaͤhlig uͤber⸗ geht, welche Guckelruͤben genannt werden. Beide ſind bald gelber, bald weißer, zuwei⸗ Abarten len auch oben roͤthlich oder gruͤnlich. Sie wachſen zuweilen mehr aus der Erde heraus, zu⸗ weilen vergroͤßern ſie ſich unter der Oberflaͤche. Ihre Groͤße iſt ſehr verſchieden, und ſcheint hauptſaͤchlich von der Kultur abzuhaͤngen. Aber die Dispoſition groß zu werden, erbt ſich einige Generationen hindurch im Saamen fort. Die Ruͤben, von welchen einige in England die Schwere von 60 bis 70 Pfd. erhalten, ſcheinen ganz dieſelben zu ſeyn, die gemeiniglich bei uns nur ½ Pfd. wiegen. Und ich habe dieſe letztere auch ſchon zu 14 Pfd. gebracht. Wenn die großen Ruͤben gleich keine beſondere Abart ſind, ſo hat man doch auf Saamen von großen Ruͤben zu ſehen, wenn man ſolche bauen will. §. 299. Man hat ſchon lange bei uns in der Brache und in der Stoppel gebauete Ruͤben unter⸗ Bracheüben. ſchieden, und wußte, daß jene ungleich groͤßer wurden. Man hat aber nicht die Sorgfalt wie in England auf die Brachruͤben verwandt, wo ſie noch immer eins der Hauptfuͤtterungs⸗ mittel ausmachen, und den Angel, worauf ſich die ganze Wirthſchaft drehet. Es iſt dort noch immer die gewoͤhnlichſte Hackfrucht ſtatt der Brache, und dasjenige Feldſyſtem, welches man jetzt Wechſelwirthſchaft nennt, heißt daſelbſt R aͤben⸗(Turnips⸗) Wirthſchaft, auch die Norfolkſche und Suffolkſche Wirthſchaft. Was dieſen ſorgfaͤltigen Anbau anbetrifft, ſo verweiſe ich auf den 1ſten und 3ten Band meiner engliſchen Landwirthſchaft, indem ich vor⸗ ausſetzen kann, daß jeder, der ihn betreiben will, das Werk beſitzt, und ich nichts weiter hinzufuͤgen kann, als daß der Erdfloh und die Raupen mir dieſen Bau ſehr verleidet haben. In Deutſchland werden die Ruͤben zu Ende des Juni oder Anfangs Juli in die Brache geſaͤet, nachdem ſchon dreimal dazu gepfluͤgt und geduͤngt worden. Sie werden von ſolchen, die es einigermaßen zwingen koͤnnen, gejaͤtet, aber ſelten be⸗ hackt und vereinzelt. Wenn ſie gerathen, geben ſie einen betraͤchtlichen Ertrag, wenn gleich nicht ſolchen, wie die behackten Ruͤben der Englaͤnder; und wenn ſie nicht gerathen, ſo achtet man den Veriuſt des Saamens nicht. Da man aber doch die Brache, wenn man ſie uͤber⸗ Vierter Theil. u —= 154 Futtergewaͤchſe. haupt nutzen will, mit anderen Gewaͤchſen vortheihafter benutzen kann, ſo kommen ſie nicht hauſig vor. §. zoo.— Mehr werden in Deutſchland die Stoppelruͤben gebauet. Allgemein iſt dieſer Bau in dr weſtlichen Gegenden Deutſchlands, ſeit alten Zeiten, nach dem Rheine zu. Er nimmt immer ab, und verſchwindet faſt gaͤnzlich dieſſeits der Elbe. Das Klima hat nicht Schuld, die Ernte iſt hier nicht merklich ſpaͤter wie dort, auch tritt der Winter nicht fruͤher ein. Und dennoch Stoppelrüͤben. Warum bauet man ſie alſo bei uns nicht mehr?— Die Haupturſache iſt wohl die, daß in gleich nach der erſten Rockenernte an die Umbrechung der Stoppel denken zu koͤnnen, was doch eine nothwendige Bedingung di dieſes Baues iſt. Fuͤr große Wirthſchaften iſt bei uns in der Re⸗ gel der Werth des Bodens geringer, als die Koſten der Arbeit. Und da die Stoppelruͤben doch auch Bearbeitung erfordern, wenn ſie gerathen ſollen, ſo bauet man beſſer Brachruͤben, die ſicherer ſind, und deren Bearbeitung in eine bequemere Zeit faͤllt. Unſre kleinen Wirth⸗ ſchaften ſind dagegen bisher zu aͤrmlich, um ſich dieſe Anſtrengung zu geben. Und uͤberdem fehlt es an Beiſpielen dieſes fuͤr kleine Wirthſchaften mehr angemeſſenen Baues. K zor. Boden und Be⸗ ſtellung. denn von dieſen rede ich jetzt nur— wird der Acker, ſobald der Rocken vom Halme iſt, flach umgebrochen. Man wartet oft nicht bis er eingefahren worden, ſondern pfluͤgt zwiſchen den Haufen durch. Es wird dann ſcharf geegget, und die ausgeeggete Stoppel zuſammen geharkt und verbrannt. Kann man irgend einen Duͤnger geben, ſo thut man es, und wenn der Rocken .. nicht in Duͤnger geſaͤet waͤre, ſo iſt es unumgaͤnglich noͤthig. Dann wird bald darauf zum zweitenmale tiefer gepfluͤgt, mit der Egge vorgezogen, der Saame zu 2 bis 3 Pfd. per Jochart vorſichtig ausgeſaͤet, wieder ſcharf geegget und gewalzt. Zuweilen werden jedoch die Ruͤben auf die erſte Furche geſaͤet, beſonders auf ſehr ſandigem Boden, wo ſie doch aber den beſſer vorbereiteten nicht gleich kommen. Mit der Einſaat muß man eilen, damit der Boden nicht austrockne.. §. 302. S Vegetation. Wenn die Ruͤben ihr Kraut entwickelt haben und feſt genug eingewurzelt ſind, werden riſſen werden; dies iſt den uͤbrigen wohlthaͤtig. Man haͤlt das Eggen, wo man es kennt, fuͤr eine Bedingung des guten Gerathens. Fleißige kleine Wirthe laſſen das groͤßere Unkraut ausziehe. 6 Das Gedeihen haͤngt vorzuͤglich davon ab, ob nach der Ausſaat Regen erfolgt. In einem duͤrren Nachſommer wird nichts daraus, und die jungen Pflanzen werden vom Erdfloh abgefreſſen. Der Verluſt des Saamens iſt unbedeutend, und die Arbeit kommt einer andern Frucht zu gute. Die Raupen ſind dieſen Spaͤtruͤben ſo gefaͤhrlich nicht, als den fruͤheren; auch kann man ſie durch Eggen und Walzen zerſtoͤren. 1 1 iſt jener Bau hoͤchſt vortheilhaft, und eine Hauptſtuͤtze der Wirthſchaften in jenen Gegenden! den hieſigen großen Wirthſchaften das Gedraͤnge der Geſchaͤfte in der Ernte zu ſtark iſt, un Die Ruͤben verlangen einen lehmigen Sandboden, der aber in Kraft ſtehet und nicht zu duͤrre liegt, jedoch auch keiner zu großen Feuchtigkeit ausgeſetzt iſt. Zu den Stoppelruͤben— ſie ſcharf geegget. Man bekuͤmmert ſich nicht darum, ob einige ſchwaͤchere Pflanzen ausge⸗ Wenn ſi hheiheftmi de mann ſie auch derfättert ſo v naht ſie in K Kann u ſehen und iich durch und ſind Nindvieh und ſie keine etheb In Wintemn ab halb ſucht man En Err vieder dazu g Nich ein, gewoͤhn Die T geben, iſt v nicht, daß Die angenehme: Beigeſchmac ter angefaul ſcheinen auch Weh domit; Rüden haben manen glee, in denſaen Die aber und d geſchiehet, und werden Andau fͤr: kauj adhutzt nen Dunhen daß ſie de alten guten Sat Die Saatruͤben. 155 nen ſenih§. 303. Wenn ſie zu dicht ſtehen, werden ſchon um Michaelis die kleineren aufgezogen und vor⸗ Ernte⸗ theilhaft mit dem Kraute verfuͤttert. Die groͤßeren laͤßt man ſtehen bis im Rovember, wes⸗ wegen ſie auch November⸗ Ruͤben genannt werden. Jetzt nimmt man ſie gewoͤhnlich auf, bum verfuͤttert ſo viel man bedarf mit dem Kraute; den uͤbrigen ſchneidet man dieſes ab und ver⸗ d,Nrn wahrt ſie in Kellern oder mit Stroh belegten Feimen. Uuddnh Kann man mit dem Aufnehmen nicht fertig werden, ſo laͤßt man einen Theil im Lande i Ggnda ſtehen und zieht etwa nur die großen auf. Mehrentheils halten ſie ſich auch bei uns den Winter de dn durch und ſind im Fruͤhjahr mit ihrem jung austreibenden Kraute ein vorzuͤgliches Futter fuͤr tarf ſ Rindvieh und Schaafe. Letzteren laͤßt man ſie auch aus der Erde freſſen, insbeſondere wenn 1 vun ſie keine erhebliche Groͤße erreicht haben oder man mit der Arbeit nicht fertig werden kann. d n 4 In Wintern aber, wo Froſt und Thauwetter haͤufig abwechſeln, werden ſie zerſtoͤrt, und des⸗ 1 4 halb ſucht man einen Theil immer zu ſichern. Audedin Ein Ertrag von 40 bis 50 Centnern iſt nichts ungewoͤhnliches, und ich habe ſie, wenn Las wieder dazu geduͤngt war, ſo geſehen, daß man ſie auf 80 Centner ſchaͤtzen konnte. Und äͤberem§F. 304. Nicht ſelten ſaͤet man, nachdem ſie aufgezogen worden, im Dezember noch Winterrocken ein, gewoͤhnlich aber im Fruͤhjahr Soͤmmerung, wozu der Boden gut vorbereitet iſt. Die Duͤngung, welche die immer noch zuruͤckbleibenden Ruͤben mit ihrem jungen Kraute tt unduicht geben, iſt vielleicht ein Erſatz fuͤr das, was die uͤbrigen ausgezogen haben, und man glaubt oppelruben- nicht, daß der Acker durch Ruͤben an Kraft verliere. alce iſt, luich t witn a K. 305. zmmmen ghen Die Waſſerruͤben ſind zwar ihrer Maſſe nach keine ſehr nahrhafte, aber eine ungemein an der getn angenehme und wohlthaͤtige Fuͤtterung fuͤr Rindvieh und Schaafe. Wenn ſie der Milch einen ld darouj un Beigeſchmack gegeben haben, ſo kam es lediglich daher, daß die Nuͤben ſelbſt oder die Blaͤt⸗ d perqetn eter angefault waren. Sonſt hat die Butter den angenehmſten Grasgeſchmack davon. Sie och die üön ſcheinen auch mehr auf Milch⸗als auf Fleiſchanſatz zu wirken; obgleich in England ſehr vieles ber den biſ Vieh damit gemaͤſtet wird. Man rechnet aber, daß ein Ochſe taͤglich ſeines Gewichts an „Loden nich Nuͤben haben muͤſſe. Bei der Fuͤtterung der Kuͤhe ſchaͤtze ich ſie, dem Gewichte nach, dem gruͤnen Klee gleich: 100 Pfd.= 22 Pfd. Heu. Die ganz großen Ruͤben der Englaͤnder ſind in demſelben Gewichte minder nahrhaft. §. 306. ind, werden 3 1 b9 uuige Die Teltower Nuͤben ſind eine beſondere Abart dieſer Ruͤben, in Anſehung ihrer Natur e Ra⸗ nan ds kmi aber und des Anbaues, der auch zuweilen in der Rockenſtoppel, haͤuſiger jedoch in der Brache ben. ißere lukeau geſchiehet, ihnen faſt gleich. Sie ſind ihrer Kleinheit wegen viel zu koſtbar fuͤr das Vieh, und werden als eine angenehme Speiſe ſehr geſucht und theurer bezahlt. So vortheilhaft ihr 3 2 Anbau fuͤr den kleinen Hausmann iſt, der ſie mit ſeiner Familie bearbeitet, und ſie zum Ver⸗ ejogt. kauf abputzt, ſo wenig wuͤrden ſie ſich dem groͤßeren Landwirthe bezahlen, und man hat kei⸗ vom Erdſch nen Vortheil dabei gefunden, auch nur den eigenen Bedarf zu bauen. Sonſt iſt es nicht richtig, einer ande daß ſie den ganz beſonderen Boden gewiſſer Feldfluren erfordern; jeder muͤrbe, reine und in en frͤhern; aalten guten Dung ſtehende lehmige Sandboden paßt dafuͤr. Sannow Verſuch einer praktiſchen Anleitung zum Teltower Ruͤbenbau. Berlin 1788.— U 2 ——————— f— —.——— 2— Futtergewaͤchſe. . 8. 307. Der Saame der Ruͤben darf nicht von den im Felde ſtehen gebliebenen, die im Feühjahr bald in Bluͤthe ſchießen, aufgenommen werden, wenigſtens nicht mehrere Male nacheinander. Es werden ſonſt die Ruͤben immer kleiner und endlich ganz unbedeutend, ſo daß ſie nur noch wie die zur Oehlſaat gebaueten Ruͤbſen eine ſpindelfoͤrmige Wurzel machen. ſich bei dem Hinzutreten anderer beguͤnſtigender Umſtaͤnde, die Neigung, große Ruͤben anzu⸗ ſetzen, im Saamen fort, wenn man dieſen von ausgewaͤhlt großen Ruͤben erzielt, die man Aufnehmen des Saamens. vor Winter aufnimmt, in einer Grube oder Keller vor dem Froſte bewahrt und im Fruͤhjahr . wieder auspflanzt. Indeſſen hat man bemerkt, daß die Ruͤben dadurch auch immer weichli⸗ 3 cher gegen den Froſt werden, und da man dies in England ſcheuet, ſo nimmt man den Saamen zuweilen einmal von Ruͤben auf, die ſpaͤter geſaͤet, und im Laude⸗ nachdem ſie ſorgfäͤltig be⸗ hacket, den Winter ͤber ſtehen g geblieben waren. §. 308. Man hat es auc verſucht, Ruͤben mit ſpaͤteren Wicken, nachdem dieſe untergepfluͤgt und geegget waren, auszuſaͤen, die Wicken ſodann gruͤn abzumaͤhen, wonach die Ruͤben rein von Unkraut noch eine gute Ernte gegeben haben. Zufaͤllig mag das gut eingeſchlagen ſeyn, wenn naͤmlich durch einen fruͤhen Froſt die Wicken voͤllig zerſtoͤrt wurden. daß jung geſchnittene Wicken zu ſehr wieder ausſchlagen, um den Rüͤben Dlas zu machen. Deſſei wuͤrde der Buchweizen dazu paſſen. Die Kohlruͤben, Steckriben, Kohkabe G 8 8. 3009. ESie ſtammen von der Brassica oleracea ab, und die Botaniker bezeichnen ſie durch den Zuſatz: Napobrassica, beſonders diejenige Art, welche ihre Ruͤbe unter der Erde macht, und welche beim Anbau im Großen die gewoͤhnlichſte iſt. Hiervon giebt es wiederum mehrere Abarten, und es koͤnnen vielleicht durch Auswahl einzelner abweichender Pflanzen zu Saamen⸗Muͤttern noch unendliche Varietaͤten erzeugt wer⸗ 5 den. aber oft unbeſtaͤndig iſt, ſo daß aus dem von weißen genommenen Saamen einige gelbe und um⸗ gekehrt entſtehen: ferner aber in ihrer Konſiſtenz; indem einige feſter und derber, andre ſchwammiger und weicher ſind. Letzteres iſt beſtaͤndiger, und bleibt, wenn ſich auch die Farbe veraͤndert. Sie zeichnen ſich auch in ihrem Habitus, Kraute und Stengeln, von einander aus, ſo daß man ſie beim Anblicke unterſcheiden, den Unterſchied aber kaum verſtaͤndlich mit Worten ausdruͤcken kann, weil es auf ein Mehr oder Weniger anfommt. — Abarten. 4§. 310. Eine beſondere Abart, deren Unterſchied ſich aber auch nur ſehen und nachher chmecken, nicht beſchreiben laͤßt, iſt die in England unter dem Namen ſchwediſcher Turnips oder Rotabaga ſo beliebt gewordene Art, welche ſich jetzt auch bei uns g allemein verbreitet hat. 48. Rotabaga. 311. 1* Boden. ruͤben; insbeſondere die ſchwereren, mehrentheils weißeren Arten. Auf ſandigem, trocknen Dagegen pflanzt Sonſt beſorge ich, Dieſe Ruͤben verlangen einen mehr lehmigen, feuchthaltenden Boden, wie die Waſſer⸗ * Sie unterſcheiden ſich in ihrer Farbe, die bei einigen ganz weiß, bei andern gelblich, 1 —— Boden, tli Poden ther b ſolchem Boden pjl kommt, keinezweges f boerfoſ zuh ſerem aber J Manch ten gelben 6 beſonders der die gelbe Stee Der N in ſtarker D durchgepfluͤg Sie u menbeete er⸗ berweiſe ich Im falls bis zu Saamen zi verpflanzen ruͤckgehalte Methode a etwas muͤh weil man da Von! durch ſie ein Diſe ſichetſe An ſie nicht im ausgeſetzt dder in Fei afrieren. noh recht g in de Erde ſannengepa Aa irgend einer den des Fro Feäͤhjahr einander. nur noch a pflanzt dn anzu⸗ 1,R W. Feihſehr ner weccl en Saamen xgfaͤltig de aetgepfläg Ruͤben rin hlagen ſeyr beſorgeich, zu machen. ſe dahie Erde wact, ech Auswe erzeugt wer ern gelblih be und un ber, andre die Farbe n einande randlich mi ſömecken, nips oder reitet hat die Waſſe⸗ 1, trocnen Die Kohlruͤben.. 5, Boden, bleiben ſie klein und uneintraͤglich. Die ſchwammigeren nehmen mit einem ſandigern Boden eher vorlieb; unter allen aber die Rotabaga am beſten. Hierin und daß ſie auch auf ſolchem Boden eine betraͤchtliche Groͤße erreicht, beſteht hauptſaͤchlich der Vorzug derſelben; wozu kommt, daß ſie zuckerſtoffhaltiger und angenehmer von Geſchmack iſt. Ich halte ſie ſonſt keinesweges fuͤr ſo nahrhaft, wie die derbere, mehrentheils weißere, zum Kuͤchengebrauch aber faſt zu harte Art. Auf ſtrengem Boden rathe ich vielmehr bei dieſer zu bleiben; auf lo⸗ ſerem aber Rotabaga zu bauen, weil ſie einen ungleich hoͤheren Ertrag giebt. Manche Gaͤrtner haben behauptet, die Rotabaga ſey Eins mit der ſchon fruͤher bekann⸗ ten gelben Steckruͤbe. Sie unterſcheidet ſich aber im Geſchmack ſehr beſtimmt; oͤkonomiſch beſonders darin, daß ſie auf ſandigerm Boden gedeihet, und daß ſie gegen den Froſt ſehr hart, die gelbe Steckruͤbe aber gerade unter allen Arten die weichlichſte iſt. §. 312. Der Bau dieſer Abarten von Ruͤben iſt nicht verſchieden. Wenn der Acker nicht ſchon Beſtenung. in ſtarker Duͤngkraft ſtehet, ſo muß dazu kraͤftig geduͤngt und der Miſt wenigſtens zweimal durchgepfluͤgt werden. Sie werden entweder auf der Stelle geſaͤet, wo ſie bleiben ſollen, oder auf dem Saa⸗ menbeete erzogen und dann verpflanzt, welches ſie ſehr gut ertragen. Ueber beide Methoden verweiſe ich auf§. 181 und 183. Im erſteren Falle geſchiehet die Ausſaat von der Mitte des Mais bis zur Mitte, allen⸗ falls bis zu Ende, Juni. Sie fruͤher zu ſaͤen, iſt nicht rathſam, weil ſie ſonſt im Herbſt in Saamen zu ſchießen Neigung haben und danach ſogleich ſtockig werden. Will man ſie aber verpflanzen, ſo iſt es rathſam ſie ſchon im April zu ſaͤen, weil ſie durch die Verſetzung ſehr zu⸗ ruͤckgehalten werden. Mit beſonders gutem Erfolge werden ſie nach der§. 184. beſchriebenen Methode auf hohe Ruͤcken geſaͤet und gepflanzt, wobei aber die Unterdruͤckung des Unkrauts etwas muͤhſamer iſt. Sonſt werden ſie geſchaufelt, ſpaͤt wohl etwas, doch wenig, angehaͤuft, weil man dadurch ſonſt ihre Blätter mit Erde uͤberſchuͤtten wuͤrde. Von der Mitte des Septembers an kann man ihnen die groͤßeren Blaͤtter nehmen, wo⸗ durch ſie ein betraͤchtliches Viehfutter gewaͤhren. §. 313. Dieſe Ruͤben, und vor allen die Rotabaga, ſind die haͤrteſten gegen den Froſt, und die ſicherſte Art ſie aufzubewahren, waͤre: ſie auf dem abgewaͤſſerten Acker ſtehen zu laſſen, wenn ſie nicht im freien Felde dem Angriffe der Menſchen, der zahmen und wilden Thiere, ſo ſehr ausgeſetzt waͤren, indem ſie aus der Erde hervorragen. Bei der Aufbewahrung im Hauſe oder in Feimen hat man mehr zu beſorgen, daß ſie ſich erhitzen und dann faulen, als daß ſie erfrieren. Der Froſt zerſtoͤrt ſie wenigſtens ſo bald nicht, ſondern ſie ſind nach dem Aufthauen noch recht gut; obwohl er ſie in dem Zuſtande mehr ergreift, als wenn ſie mit ihren Wurzeln in der Erde befeſtiget und gewiſſermaßen fortvegetirend ſtehen. In Gruben oder Kellern zu⸗ ſammengepackt verfaulen ſie ſehr leicht. Was man nicht vor Neujahr verbraucht, ſchichtet man am beſten zwiſchen Stroh auf in irgend einer Scheuer oder Schoppen, und man braucht dann nicht beſorgt gegen das Eindrin⸗ gen des Froſtes zu ſeyn.— Durchwinte⸗ rung. 1s Suttergewaͤchſe. §. 314. Unfall trifft, unter allen aͤhnlichen Gewaͤchſen vielleicht der ſtaͤrkſte. Ich hab Tenn nicht in volle Kraft geſetztem Boden 480 Metzen gehaͤuftes etſts o dhaberleſ nuj u wenigſtens 43200 Pfd. ohne Kraut. Ich habe aber auch mehrere Male großeen Mißwachs davon gehabt, durch den Erdſloh, durch die Kohlraupe und nachher durch die Rockenraupe welche dieſem Gewaͤchſe vorzuͤglich nachgehet, und im Jahre 1810 durch die Duͤrre des Noch⸗ ſommers. Letztere traf alle Gewaͤchſe dieſer Art; aber die Inſekten ſind es, welche den Ban 3 1 3§. 31 5. 3 Ign Anſehung ihrer naͤhrenden Theile verhaͤlt ſich die Rotabaga nach den giohafehen Unterſuchungen zur Nunkelruͤbe wie 15 zu 12; und hiermit ſtimmt die Erfahrung bei der Maſtung uͤberein. Gegen die Kartoffeln verhielten ſie ſich wie 15 zu 25. Siee werden von allem Vieh ſehr gern gefreſſen, und wirken ſtark auf den Milchanſatz. Sie geben der Milch, wenn ſie nicht angefault ſind, durchaus keinen unangenehmen Beige⸗ . 1 ſchmack.—. eige 4 Aus dieſen Gruͤnden iſt ihr Anbau ſehr zu empfehlen, jedoch ſo, daß man ſich nicht allein darauf verlaſſe, wegen der Unfaͤlle, die ſie betreffen koͤnnen. S. 316. 4 1* Eimn damit nahe verwandkes, aber zum Kuͤchengebrauche mehr als zur Viehfütterung bisher benutztes Gewäͤchs, iſt der Kohlrabi, Brassica oleracea gongyloides, wovon die Gaͤrtner mehrere Varietaͤten erzielen. Einige ruͤhmen den Anbau im Großen zur Viehfuͤtte⸗ rung deshald, weil das Aufnehmen und Reinigen zum Wintergebrauch ſo vorzuͤglich leicht ſey, indem dieſes Gewaͤchs ſeine Knolle ganz uͤber der Erde anſetzt. Eine Abart davon habe ich Nahrungskraft. Kohlrabi⸗ Kopfkohls und Kohlrabis entſtanden war.— In Anſehung des Anbaues iſt es von den Steckruͤben nicht verſchieden, erfordert aber einen dnaden und reichlich geduͤngten, beſonders gut behandelten Boden; ſo wie er zum Kohl geeignet iſt. 3 Der Kopfkohl oder das Kopfkraut, Brassica oleracea capitata, S. 317. 1 3. Aberten auch Weißkohl oder Weißkraut genannt, hat wieder mannigfaltige Unterabarten. ten Ich erwaͤhne hier nicht der im Garten gebaueten mannigfaltigen Arten, die unter dem Namen des Wirſing⸗, Woͤrſchkohls, Savoyer⸗Kohls, u. ſ. f. bekannt ſind, ſondern nur des gewoͤhn⸗ lichern glatteren Kohls. Auch dieſer iſt ſeiner Farbe, ſeiner Form und Groͤße nach ſehr ver⸗ ſchieden. Er iſt weiß und roth oder gemengt von beiden Farben; er iſt plattgedruͤckt oder oben zum Theil einen kleinen Kohlkopf trug, und ohne Zweifel aus einer Vermiſchung des 4 die auf gehoͤrigem Boden und bei ſorgfaͤltiger Behandlung Koͤpfe von 18 bis 27 Pfd. machen, und zuweilen ſogar„ der Verſicherung nach, zu 72 Pfd. gekommen ſind. Andre Arten, und era. Der Ertrag der Steckruͤben und beſonders der ſogenannten Rotabaga iſt, wenn ſie kein dieſer Wurzel mißlicher machen, wie den der Kartoffeln und der Runkelruͤben.. unter dem Namen Strengkraut geſehen, welches mehr cylindriſche Knollen machte und 3 lauft oben ſpitz zu, weswegen man dieſen Zuckerhutskohl nennt. Man hat Kohlarten, inzbeſondere einzelnen ſiy hoͤcſ volthei leben. W. den kleinen; fuftvoller der kleinere eine Ouadra Entfernung, men. Erg⸗ dichter und! lung, wenn käfers und d großen Par Lohl kaum! Der! ſehr humoſe durchgearb Haͤrdenſchl zum Kohl die Erzieh! Allgemeine geſäet, un auf ſehr re i haben, koͤnnen. Er w dedecken. Untrauts m Wanr ihn ohne wohlthaͤn Die Den ſie je läßt Rn St 3 Bedürfi dem Fede, n ſie kein auf noch ten, alſo Aüwachs anuhe, d Nak⸗ e den dan inhofſche g bei der ſdilchanſat. gen Beihe⸗ ſich nihe iehfütterung wovwn die ir Wiefite ich leicht ſ von habeit machte und niſchung de fordert abe rzum Kohl tata, lnteroharten. de Namen d gewoͤhn⸗ ih ſehr ber⸗ druͤckt oder Kohlartel, ſd. machen, Arten, und insbeſondere der ſpitze Kohl, wird in der Regel nur 3 bis 4 Pfd. ſchwer, erreicht jedoch mit Der Kopfkohl. 159 einzelnen Koͤpfen auch wohl 5 ¾ bis 6 ¾ Pfd. Jene großen Kohlarten halten manche fuͤr etwas hoͤchſt vortheilhaftes, und begreifen kaum, warum die meiſten Kohlbauer bei dem kleinen Kohl bleiben. Wer dagegen beide aus Erfahrung kennt, und die Sache gehoͤrig uͤberlegt, wird dem kleinen Kohl entſchieden den Vorzug geben. Zu dem großen Kohl wird nicht nur ein hoͤchſt kraftvoller Boden erfordert, ſondern er kann auch nur, der ſehr große auf 4 Fuß Entfernung, der kleinere auf 3 Fuß, gepflanzt werden. Es kommen alſo 16, oder gar nur 9 Pflanzen auf eine Quadratruthe. Der kleine, beſonders ſpitze Kohl wird am beſten in Reihen von ⸗ Fuß Entfernung, und in dieſe von 1 ½ Fuß geſetzt, ſo daß 54 Pflanzen auf die Quadratruthe kom⸗ men. Er gelangt ſicherer zu ſeiner Vollkommenheit, wenn jener oft fladdrig bleibt; er wird dichter und laͤßt ſich beſſer aufbewahren. Da die Kohlpflanzen auch bei der beſten Behand⸗ lung, wenn ſie ſchon in vollem Wachsthume ſtehen, der Zerſtoͤrung durch die Larve des Mai⸗ kaͤfers und den Reitwurm ausgeſetzt ſind, ſo bleibt ein großer Raum unbenutzt, wenn von den großen Pflanzen eine oder die andere ausgeht, wogegen dies bei dem enger gepflanzten kleinen Kohl kaum bemerklich iſt. §. 318. Der Kohl erfordert einen thonigen, in kraͤftiger Kultur befindlichen, oder aber einen ſehr humoſen feucht liegenden Acker. Der thonige Boden muß mit ſtarkem warmen Duͤnger tuͤchtig durchgearbeitet werden, und dann giebt man ihm vor der letzten Furche wo moͤglich noch einen Huͤrdenſchlag, oder befaͤhrt ihn mit Jauche. Aber auch der reiche humoſe Boden verlangt zum Kohl eine Duͤngung, vielleicht mehr um aufloͤſend, als um naͤhrend zu wirken. Ueber die Erziehung der Pflanzen und die Verpflanzung iſt das noͤthige oben beim Hackfruchtbau im Allgemeinen geſagt worden. Der Kohl kann zwar auf der Stelle, wo er ſtehen bleiben ſoll, geſaͤet, und der Ueberfluß von Pflanzen ausgehackt werden; dieſe Methode iſt aber wohl nur auf ſehr reinem Boden anwendbar. Man muß vorzuͤglich Sorge tragen, recht fruͤhe Pflanzen zu haben, um die Auspflanzung noch im Mai, wenn die Witterung guͤnſtig iſt, verrichten zu koͤnnen. 1. §. 319. Er wird geſchaufelt und dann wiederholt angehaͤuft, bis ſeine Blaͤtter das ganze Feld bedecken. Im naͤchſten Umkreiſe der Pflanzen iſt zuweilen eine Lockerung und Zerſtoͤrung des Unkrauts mit der Handhacke noͤthig. 8 Wenn er ſeine Blaͤtter von ſelbſt abzuwerfen anfaͤngt, dann, nicht fruͤher, kann man ihn ohne Nachtheil abblatten. Nach dem Abblatten iſt ihm eine neue Anhaͤufung von Erde wohlthaͤtig. Er ſtoͤßt aldann neue Blaͤtter ab.. §. 329. Die Koͤpfe werden zu Ende Oktobers, oder auch ſpaͤter, ausgeſtochen oder ausgehauen. Wenn ſie jedoch bei feuchter Witterung zu platzen anfangen, muß es fruͤher geſchehen. Man laͤßt den Strunk mit den aͤußeren Blaͤttern, oder den Schlauch ſtehen, und holt ihn dann nach Beduͤrfniß zum Verfuͤttern ein. Bei großem Ueberfluß laͤßt man ihn auch wohl vom Vieh auf dem Felde abfreſſen. Boden und Beſtellung. Vegetationspe⸗ riode. Erute. —————--———————— Futtergewaͤchſe. Peuautzung. Es iſt vielleicht kein Gewaͤchs, was auf dem dazu geeigneten Boden eine ſo große Maſſe giebt, wie dieſes. Man hat bloß an Koͤpfen uͤber 1000 Ctr. vom Jochart 4anth 4 1 Ctr. ſind nichts ungewoͤhnliches. Mehrentheils wird der Koyl zum Verkauf gebauet, und des geſchieht mit großem Vortheil von ſolchen, die Kohlkand in Gegenden beſitzen wo es 33 haͤufig vorkommt. Aber auch zur Viehfuͤtterung bloß verwandt, kann der Kohlbau la gemeſſenem Boden ſehr rathſam ſeyn, wenn gleich 6 Ctr. Kohl in ihrer Rahrungskraft an⸗ — Ctr. Heu und 2 Ctr. Kartoffeln gleichkommen. Er maͤſter, in reichlichem Maaße ſ 1 alles Vieh vortrefflich, und iſt auch ſehr milcherzeugend. Milch und Butter bekommt 9 e, 4 wenn man nur angefaulte Blaͤtter vermeidet, einen lieblichen Grasgeſchmack. De rur⸗ 3 mättern haͤlt man den Kohl nach dem Lammen beſonders nuͤtzicc. en Schaaf⸗ 8 Ein Maſtochſe verzehrt nach dem Dur nitt der Erfahrungen taalich 126 bis I. Pfd., ein Maſthammel 11 Pfd. dich Eefaheungen taglich 135 vis 16² . 3222. AKur iſt ſeine Aufbewahrung im Winter ſehr ſchwierig. Luft ausgeſetzt und ganz vom Froſte durchdrungen, nach dem Aufthauen nicht ſchnell verdirbt ſo iſt doch ein großer Verluſt dabei, indem die aͤußeren Blaͤtter groͤßtentheils verfaulen In Kellern und an waͤrmern Oertern haͤlt er ſich gar nicht, ſondern fault. Das ſicherſte bleiht immer, ihn auf ſeinem Stamme ſtehen zu laſſen, und ihn hereinzuholen, wenn man ihn braucht. Man ſucht ihn aber doch immer in den erſten Wintermonaten zu verfuͤttern. Ihn als Sauerkraut fuͤr das Vieh einzumachen, iſt eine zwar recht gute, 14 5 Methode, die ſich im Großen nicht gut ausfuͤhren laͤßt. Anfälle. Vielen Unfallen iſt dieſe Pflanze ausgeſetzt: dem Erdfloh in der Ingend; dem Befallen mit Mehlthau, nach welchem ſich ſogleich eine beſondere Gattung von Blattlaͤuſen einfindet; den Wuͤrmern, welche die Wurzeln angreifen, und den Raupen, die ihn ſpaͤterhin iere voͤllig zerſtoͤren. Doch befallen ihn alle dieſe Feinde im freien Felde nicht ſo arg als im Gar⸗ ten. Das Gedeihen haͤngt uͤbrigens ſehr von der Witterung ab, beſonders ob dieſe nach der Verpflanzung guͤnſtig iſt.. d Durchwinte⸗ rung. Die Moͤhren, Mohrruͤben, Karotten, gelbe Wurzeln, gelbe Ruͤben. 4 Der Anbau dieſes Gewaͤchſes zur Viehfuͤtterung wi Der? g wird, außer England und Belgien, auch annn neeconde deadenn⸗ haͤufig betrieben, und man erkennt ihn als ſehr vorihei⸗ haft, in ſofern man die erforderliche Arbeit, welche bei keinem Gewoͤ jeſer Art ſchwieri⸗ ger iſt, daran wenden kann. Arhe, welche h— ewaͤchſe dieſer dt ſcwiert —§. 325.. Man hat mehrere Spielarten, welche ſich durch die Gro 3.. epon. h 1 e, die ſie erlangen koͤnnen Abarten und durch ihre Farbe nur unterſcheiden. röſße, die ſ gen ednnea⸗ auf Miſtbeeten zum fruͤhen Gebrauche beliebt ſind, muß man zu dieſem Behufe vermeiden, und ſich eine ſolche, die die Neigung ſehr groß und lang zu werden angenommen hat, ver⸗ ſchaf⸗ 4 m lage des? Denn wenn er gleich der freien aber ſehr weitlaͤuftige — Die kleineren Arten, welche in Gaͤrten und auch ſofen. N die gröüten g gie verl zice ſehr reic Ein ſol inmal, aber apfuuge geſch unkraute kein deerden, umd Hackfrucht, w eten und der feuh als mdal Steht er ſchon un man wit der aber entwede man geſäet! wieder abha⸗ Die haͤngt. Es ols mit der nachdem dien feinen Saͤgeſ eaamen auf „3u E ſen; ich hab Wanden; die zelung war m Dat S jieht er ſih walzt ſodang Der ſoat auf, mn kraut dherzog Eaige ders günſige gekeimten pf Dierter ci Die Moͤhren. 161 ſchaffen. Man hat deren von Orangefarbe und von blaßgelber Farbe. Von letzterer habe ich eße Nuſ die groͤßten geſehen.. nen; 600§. 326.— 1n u Sie verlangen einen loſeren, folglich ſandhaltigen, aber wenigſtens bis zu einem Fuß Boden und de enn af Tiefe ſehr reichen Boden. Wenn letzteres der Fall iſt, ſo koͤnnen ſie auch bei einer ganz duͤr⸗ len eherei⸗ Kraſtue ren kage des Ackers ziemlich gut gedeihen. de 3. Ein ſolcher Boden bedarf dann nicht vieler Bearbeitung. Es iſt genug, wenn er nur mimt dun einmal, aber wenigſtens einen Fuß tief gepfluͤgt wird, was freilich am beſten mit einem Dop⸗ de et pelpfluge geſchiehet. Es verſteht ſich aber, daß dieſer Acker von Quecken und anderm Wurzel⸗ dh unkraute rein ſeyn muͤſſe. Waͤre das nicht, ſo muͤßte er zuvor mehrere Male flach gepfluͤgt werden, um das Unkraut zu vertilgen. Man bauet ſie deshalb haͤufig auch nach einer andern 5 bis 161 V Hackfrucht, wodurch der Boden gereinigt worden. Die tiefe Pflugfurche wird im Herbſt ge⸗. geben und der Acker voͤllig bereitet, damit er ſich im Winter wieder ſacke und die Ausſaat ſo fruͤh als moͤglich, und ohne Bedenken ſelbſt im Winter auf dem Schnee geſchehen koͤnne.. ih derfiin Steht der Boden noch in ſtarker Duͤngkraft, ſo bedarf es des Duͤngers nicht; iſt er ꝛel daät aber ſchon unvermoͤgender, ſo waͤre es ſehr unwirthſchaftlich, ihm keinen Duͤnger zu geben, weil fauen, a man mit derſelben Arbeit dann nur einen weit geringeren Ertrag erzielen wuͤrde. Man muß gerſt bleit aber entweder voͤllig zergangenen Duͤnger haben, oder langen ſtrohigen Duͤnger, nachdem enn nan ihn man geſaͤet hat, uͤber das Land verbreiten, und ihn, wenn die Nuͤben hervorgekommen ſind, ünen. Ih wieder abharken. Dieſe Methode iſt manchem beſonders gut eingeſchlgagen. t weilläuftge 8§. 327... Die Ausſaat hat ſchon einige Schwierigkeiten, weil der Saame ſo ſehr zuſammen⸗ Ausſaat. haͤngt. Es iſt unumgaͤnglich noͤthig, daß er zuvor ſtark abgerieben werde, was nicht anders den Feill als mit der Hand geſchehen kann; ſonſt wuͤrde er nur in Klumpen zuſammenfallen. Aber auch Din Dnn nachdem dies geſchehen iſt, haͤngt er noch ſehr zuſammen. Man vermengt ihn am beſten mit ſen einimae feinen Saͤgeſpaͤnen, reibt ihn damit durcheinander und ſaͤet ihn ſo aus. Man nimmt? Pfd. Pn unin Saamen auf den Jochart; dies iſt wenigſtens, wenn er gut vertheilt wird, voͤllig zureichend. f nach der Zur Erleichterung der Bearbeitung iſt es allerdings ſehr vortheilhaft, ihn in Reihen zu ſaen; ich habe aber immer wegen des Zuſammenhaͤngens des Saamens Schwierigkeiten dabei gefunden; die Pflaͤnzchen ſtanden immer klumpweiſe zu dicht nebeneinander, und ihre Verein⸗ Käͤben. zelung war muͤhſam. Der Saame darf nur außerſt flach mit Erde bedeckt werden. Bei feuchter Witterung b zieht er ſich von ſelbſt genug in die Erde; bei trockner Witterung egget man vor, ſaͤet und * b t 1. Belgien, auch walzt ſodann ſehrurchelea«§. 328. Iiſtu Der Saame laͤuft, beſonders wenn ihn nicht eine feuchte warme Witterung beguͤnſtigt, Vegetarions⸗ ſpat auf, und die Pflaͤnzchen kommen außerſt fein hervor. Der Acker iſt alſo ſchon mit Un⸗de⸗ kraut uͤberzogen, bevor man ſie wahrnimmt. Das Jaͤten iſt daher unumgaͤnglich nothwendig gen könne Einige haben es durch das Eggen mit Erfolg faſt erſpart; es muß aber wohl ein beſon⸗ ten und auc fe vermeiden, gen hat, ver ſce ders guͤnſtiger Zeitpunkt getroffen werden, um das Unkraut dadurch zu zerſtoͤren, ohne den gekeimten Pflaͤnzchen nachtheilig zu werden. Vierter Theil. 1 X ——————————————— 8 162 zugleich vereinzelt werden, Zum erſten Male laͤßt man Futtergewaͤchſe. 4 Benn die Moͤhren ſich durch ihre krauſen Blaͤtter kennbar genug machen, ſo iſt es zu em vollkommenen Gedeihen unumgaͤnglich noͤthig, daß ſie bekratzt und behackt, und dabei und dieſes Behacken muß wenigſtens zweimal wiederholt werden. die Pflanzen wohl etwas dichter ſtehen, zum zweiten Male aber ſetzt man ſie in eine Entfernung von wenigſtens 9 Zoll. Es iſt beinahe unglaublich, wie ſehr der Ertrag der Moͤhren hiervon abhaͤngt. Ich habe den komparativen Verſuch mehrere Male gemacht, und von andern machen ſehen, daß ein Theil des Moͤhrenfeldes nach gewoͤhnlicher Gaͤrtnermanier behandelt, erſt gejaͤtet und dann die Moͤhren durch Aufziehen verduͤnnt wur⸗ den, der andre Theil aber zu rechter Zeit beha das Dreifache gab. Dies Behacken aber erforder Anbau ſchwierig und koſtſpielig. Indeſſen verlohnt es ſich, da man von einem Jo durch 600 Meßzen und daruͤber ernten kannu. Unter andere Früchte geſäet 1 Kann man dieſe ſorgfaͤltige Bearbeitung nicht anwenden, ſo muß man mit einem gerin⸗ n aber iſt es am rathſamſten, die Moͤhren unter eine andre onte zu nehmen, wozu ſie beſonders paſſen, weil ſie nur fangen. Am haͤufigſten ſaͤet man ſie unter den Mohn, der und demnaͤchſt unter den fruͤhen Lein, der ihnen, wenn er Auch koͤnnen ſie der Verſicherung nach Es iſt dann aber noͤthig, daß unmittelbar nach der Ab⸗ ckt und den Moͤhren Raum und Lockerheit verſchafft ftsvollen Zeit nur zu verſuchen zu ſchwierig geweſen geren Ertrage zufrieden ſeyn. Dan Frucht zu ſaͤen und ſie als zweite E im Nachſommer ſich auszubreiten an ihnen fruͤh genug das Feld raͤumt, aufgezogen iſt, d uͤber die Rockenſaat geſaͤet werden. erntung deſſelben die Stoppel ausgeha werde; eine Arbeit, die mir in der geſchaͤ iſt. Ohne ſolche wird man nichts davon erhalten. Es verſteht ſich, daß Gewaͤchſe geſaͤet, einen um ſo kraͤftigern Boden erfordern. Ernte. Durchwinte⸗ ruhg ſonders gern und zieht ſogar das Kartoffelkraut vor. Die Moͤhren werden am ihnen mehrentheils ten, wenn es herausgedrehet wird. Gewiß iſt zuerſt anfaulen, und es iſt rathſam, dieſe Stelle erſt abtr narben zu laſſen, ehe man ſie in das Wintermagazin bringt. ren erſt eine Zeit lang in kleinen Haufen auf dem Felde liegen und ſie vom Regen abſpuͤlen zn laſſen. Einen mäͤßigen Froſt koͤnnen die durchdrungen ſind, faulen ſie doch nach dem Aufthauen leicht. fee bei einer hoͤheren Temperatur, Ihre Aufbewahrung durch den hen in ſicherſte Art iſt die, ſie mit trocknem San oder auch in Feimen, die man bei dem Eintritte der ſtaͤrkern Kaͤlte mit St 5 §. 329. as Land rein und locker hinterlaͤßt. 330. um Michaelis kann man ihr ſtarkes Kraut abmaͤhen; das Vieh frißt Faͤulniß uͤber. 1 beſten mit einer Miſtforke aufgenommen. §. Moͤhren wohl ertragen 331I. ckt, wo dann der letztere hernach wenigſtens t Uebung und Umſicht, und macht alſo dieſen chart Moͤhren auf gehoͤrigem Boden da⸗ ſie, unter andre es aber nicht be⸗ Das Kraut wird mit einer Scheibe abgeſchnitten; nach andern aber ſollen ſie ſich beſſer hal⸗ es, daß die Moͤhren an dieſer Stelle immer ocknen und ſich gewiſſermaßen ver⸗ de oder mit Stroh aufzuſchichten, Auch iſt es rathſam, die Moh⸗ ,aber wenn ſie ganz davon Auf der andern Seite kommen wenn ſie ſtark angehaͤuft liegen, leicht in Gaͤhrung und ge⸗ Winter iſt demnach ſchwierig, und die entweder in Kellern roh und dann mit rde beͤect, n Luft gebt In brichen. SDie Ruͤ tenarten, und gen, den Kart zenden haͤt ma kann En an tet, daß ſie der ſo einſeitge unt — ſoil gemacht ha ut auch auf Es iſt au nnd ihnen ſehr werden. Aber allein bei volle Suffolk, erfal etzählt habe. Sie er feuchteren B. ddoch ſind ſie, Nneraute nicht me glatter iſt, ſtehen, ſonſte Auf eine de Nahrungs ſogar. aa; 1 in der Erde ü veerden koͤnn als bisher ge Sie ko Ir ſta ich darüber ge hauen kinnte Die Paſtinaken. 4063 ſe 8 8 u t, ud. Eerde bedeckt, wie bei den Kartoffeln; ihnen aber noch ſorgfaͤltiger bei gelinder Temperatur holt wen. Luft giebt. In Erdgruben darf man nur ſehr kleine Haufen von wenigen Metzen zuſammen⸗ a MNaleih bringen. ic, wie ſhh S 8 332 nehraeRNe‚ee 2- ˖ ewiſliche Die Moͤhren ſind ein ſehr gedeihliches Futter fuͤr alles Vieh, uͤbertreffen darin alle Ruͤ⸗ Gebrauch. deint wir. benarten, und thun es nach der Erfahrung mancher Viehmaͤſter, vorzuͤglich bei den Schwei⸗ ich wenigjed; nen, den Kartoffeln, die doch weit mehr feſte Theile enthalten, noch zuvor. In vielen Ge⸗ cht aſſ den genden haͤlt man ſie unbedingt fuͤr das vortheilhafteſte Futter, was man den Schweinen geben kann Ein anonymer Schriftſteller hat neulich in der landwirthſchaftlichen Zeitung behaup⸗ m Boden tet, daß ſie der Milcherzeugung beim Rindvieh nachtheilig waͤren. Es iſt unbegreiflich, wie ſo einſeitige unverbuͤrgte Angaben einen ſolchen Eindruck machen koͤnnen, wie dieſe zum Bei⸗ ſpiel gemacht hat. Es haben ihn andre, nach ihrer Erfahrung, wiederlegt. Sie wirken ſehr gut auch auf die Milch! teinen gei Es iſt auch bei uns laͤngſt bekannt, daß ſie von den Pferden ſehr gern gefreſſen werden, ter einemtte und ihnen ſehr geſund ſeyn, weswegen ſie als ein Kurmittel fuͤr erhitzte Pferde angewendet werden. Aber daß man die Pferde bei der ſchwerſten Arbeit damit ein halbes Jahr einzig und weil ſe ur. 1 4 N allein bei vollen Kraͤften erhalten koͤnne, haben wir erſt von den Englaͤndern, beſonders von mm Henn Suffolk, erfahren, wie ich im iſten Bande meiner engliſchen Landwirthſchaft ausfuͤhrlicher Fanun unh erzaͤhlt habe. Ein Pferd muß aber taͤglich 63 bis 72 Pfd. neben 7 Pfd. Heu erhalten. tuut deb b theit veichft Die Pa ſt 3 naken. wieriggeel§. 333. e, un ue 1 in 4 Sie erfordern zu ihrem vollkommenen Gedeihen einen noch reicheren und noch etwas feuchteren Boden wie die Moͤhren. Ihr Anbau kommt dem der letzteren faſt voͤllig gleich; ddoch ſind ſie, weil die Pflanze ſchneller erſtarkt, und ſich in breitern Blaͤttern zeigt, auch vom Unkraute nicht leicht unterdruͤckt wird, leichter zu bearbeiten, und koͤnnten auch, da ihr Saa⸗ dhe ni me glatter iſt, vielleicht beſſer in Reihen geſaͤet iwerden. Vereinzelt muͤſſen ſie aber durchaus Fraut ni V ſtehen, ſonſt erlangen ſie keine Staͤrke. 5“ ſch beſer h Auf einem reichen humoſen Boden uͤbertrifft ihr Ertrag noch den der Moͤhren, und in Stelle imm der Nahrungskraft ſtehen ſie dieſen wohl gleich, uͤbertreffen ſie nach der Meinung einiger ſermaßen ie ſogar... m, die Whe. Einen Hauptvorzug vor allen Wurzelgewaͤchſen aber haben ſie darin, daß ſie den Froſt n abſpüle 3 in der Erde ohne alle Beſchaͤdigung jedesmal aushalten, und alſo im Fruͤhjahr erſt verbraucht * werden koͤnnen. Sie verdienen daher, daß man ihnen eine groͤßere Aufmerkſamkeit widme, 1 als bisher geſchehen iſt.(Vergl. Annalen des Ackerbaues Bd. III. S. 294.)— Sie koͤnnen auch, wie die Moͤhren, unter andere Fruͤchten geſaͤet werden. e gan dabu Ihr ſtarkes Kraut iſt dem Viehe ſehr angenehm, und nach den kleinen Verſuchen, die ite kounu ich daruͤber gemacht habe, ſehr milchergiebig, ſo daß man ſie vielleicht bloß um des Krautes ung undg willen, welches immer wieder ausſchlaͤgt, und ſich ſogar wie Unkraut leicht einwurzelt, an⸗ is, und n bauen koͤnnte. W er in Kelln 4 3 nd damn ni X 2 164 Futtergewaͤchſe. §. 334. Er gehoͤrt feiner Natur nach unter die Getreidearten, in unſehung ſeines Anbaues ader unter die Hackfruͤchte, weswegen wir hier von ihm reden. Der Mais erfordert einen warmen und kraͤftigen Boden, und zwar erſteren um ſo nehk, je kaͤlter das Klima iſt, wo man ſeinen Anbau betreiben will. Ein ſandiger oder kalkiger, mit wenigen Thontheilen gemiſchter Boden ſagt ihm mehr als ein gebundener Lehmboden zu, wenn er ſich in ſtarker Dungkraft befindet. Man waͤhlt wo moͤglich einen ſuͤdlichen Abhang, und der einigen Schutz gegen Nord⸗Weſtwind hat, dazu. Sein Anbau iſt in dem ſuͤdlicheren Klima weit ſicherer, indeſſen findet er auch in dem unſrigen ſtatt, wenn man ſeines Mißwach⸗ ſes in kalten Sommern nicht achtet. Im Jahr 1805 kam die groͤßere Art bei uns gar nicht, die kleinere nur ſpaͤrlich zur Reife. Im Jahr 1810 mißrieth er wegen der Kaͤlte des Mays. §. 335. Dieſe Pflanze hat unzaͤhlige Spielarten, die aber nicht beſtaͤndig ſind und in einander uͤbergehen. Die Farbe der Koͤrner iſt beſonders hoͤchſt wechſelnd, ſcheint aber auch in zkons⸗ miſcher Hinſicht ganz gleichguͤltig zu ſeyn. Wichtiger iſt der Unterſchied der Groͤße. Man bauet in den ſuͤdlichſten Regionen von Nordamerika Mais, der eine enorme Groͤße erreicht. Bei einem damit gemachten Verſuche wurden die Koͤrner auf ein Beet an der Suͤd⸗ ſeite eines Hauſes gelegt, welches als Blumenbeet im kraͤftigſten Duͤngerſtande war. Er er⸗ ceeichte mit ſeinen Bluͤthwimpfeln die Fenſter des zweiten Stockes, wenigſtens 18 Fuß. Es war eine praͤchtige Pflanze; aber ungeachtet des ziemlich warmen Sommers ward kein Korn reif. Von dieſer Art kann alſo zum Anbau bei uns keine Rede ſeyn. Was wir großen Mais nennen, iſt die gewoͤhnlichſte in Europa kultivirte Art, und dieſe iſt es, welche den betraͤchtlichen Ertrag giebt, wenn ſie geraͤth. Neuerlich iſt aber auch die kleine und immer kleinere Art, welche man in Italien unter den Namen quarantino, cin- quantino und sexantino, auch torqueto, als zweite Frucht anbauet, bekannt geworden und angeruͤhmt, weil ſie ſpaͤt ausgeſaͤet in der waͤrmſten Jahreszeit ihre Vegetation vollendet, und alſo auch im noͤrdlichen Klima voͤllig ſicher zu ſeyn ſcheint. ſtellten Verſuchen iſt ihr Ertrag wiederum ſo geringe, daß ſie als einzige und Hauptfrucht ih⸗ ren Anbau nicht verlohnt. Sie vermiſcht ſich aber leicht mit der groͤßern Art, und giebt dann eine Mittelgattung, welche fuͤr uns die angemeſſenſte und ſicherſte zu ſeyn ſcheint, von der man — jedoch den Ertrag der großen Art nicht erwarten darf. §. 336. Der Mais muß einen ſorgfaͤltig und tief vorbereiteten Acker haben,, deſſen Krume von Duͤnger durchdrungen iſt. Er darf nicht eher geſaͤet werden, als bis man ſich mit Wahrſcheinlichkeit geſichert hal⸗ ten kann, daß nach ſeinem Auflaufen keine Nachtfroͤſte mehr eintreten werden. Man fuͤrchtet mit Recht die gefaͤhrlichen Tage in der Mitte des Mays bei uns, und legt ihn gewoͤhnlich ſo, daß er nach ſelbigen hervorkommt. Es wollen zwar einige behaupten, daß ihm dieſe Racht⸗ froͤſte bei ſeinem erſten Hervorkommen nicht ſo gefaͤhrlich ſeyn. Ich habe aber die Pflanzen, die davon betroffen worden, in der Folge immer kraͤnkeind gefunden⸗ wenn ſie gleich ihr Le⸗ ben erhielten. Ab⸗ und Spiel⸗ arteu. Boden und Bes fehung. Der Mais(Zea Mais), tuͤrkſcher Weizen, Weſchtorn, Kukuruts n. ff Allein nach allen damit ange⸗ Mon hal deſtint nih grißan Bith der Sac dr eine ihm al ur ſehr flach, hhun. Sichete ſarkem dune ge ke h rte 1 Der Sa⸗ Pfanzen ſteher Sie wer hervorgekomn die des kleinen 2 Fuß. Die I Mal ſtark an Wenn tern hervork ſitzen bleiben Lihf utterun Soba der weiblicht geſtoͤrt werde Iſt die (worin aber dheile richten uͤder der weit dommenen Ko doc z keiner den. Hierdu kein andenes Sparſamken das Vieh m nielen Zucke Nan!. hat nict zu nun den Anfe ein Malsſed Jeitpunft da Der Mais. b 8 39 f Man bauet ihn gartenmaͤßig und mit vieler Handarbeit auf mannichfaltige Art. Ich beſchraͤnke mich aber hier auf die Pferdehackenkultur, durch welche ſein Anbau im Großen, groͤßeren Wirthſchaften nur vortheilhaft ſeyn kann. dües aher Der Saame kann, wie die Pferdebohnen, in die Pflugfurche mit dem Bohnendriller, mg der eine ihm angemeſſene Walze hat, gelegt werden; man muß jedoch dieſe Saatfurche dann d nie nur ſehr flach, nicht uͤber 3 Zoll tief geben, und darf es uͤberhaupt nur auf ſandigem Boden jnßaunde thun. Sicherer kann man die Saatfurchen mit dem Furchenzieher 2 Zoll tief, alſo mit etwas 4 an ſarkem Eindruͤcken deſſelben geben, und nach gemachter Einſaat dieſe Furchen mit einer um⸗ Jllöhng gekehrten SEgge zuſchleppen. ſuͤdlichern § Mäßwac⸗§. 337. 5 gar nic Der Saame, durch den Bohnendriller eingeſaͤet, kommt dichter zu liegen, als die Vegetations⸗ des Nann Pflanzen ſtehen bleiben ſollen. Aer eda Sie werden alſo, wenn ſie ſaͤmmtlich herausgekommen ſind, zugleich mit in den Reihen hervorgekommenen Unkraut ausgehackt, ſo daß die Pflanzen des großen Mais 15 bis 18 Zoll, in ennnie die des kleinen 6 bis 8 Zoll von einander ſtehen. Die Entfernung der Reihen iſt gewoͤhnlich ih in linm⸗ 2 Juß 1 e. 3 norme Geiße Die Zwiſchenreihen werden dann geſchaufelt; darauf das erſte Mal ſchwach, das zweite an de Eid⸗ Mal ſtark angehaͤuft. wat. Er Wenn er bald in die Bluͤthe treten will, bricht man ihm die zwiſchen den untern Blaͤt⸗ 18 5n 6. tern hervorkommenden Austriebe ab. Es bringt der Pflanze zwar keinen Nachtheil, wenn ſie aed ſin amn ſitzen bleiben, da ſie aber uͤberfluͤſſig ſind, ſo benutzt man ſie gern als eine hoͤchſt kraͤftige Viehfuͤtterung. Art, und dun Sobald er in Bluͤthe getreten iſt, laͤßt man ihn ungeſtoͤrt, weil ſonſt die Befruchtung aber auzu der weiblichen Kolben, die nun ihre langen, haarbuͤſchelfoͤrmigen Griffel austreiben, leicht geſtoͤrt werden kann. Iſt dieſe Befruchtung geſchehen, welches man aus dem Verwelken dieſer Buͤſchel erkennt rantino, ei 9 bun(worin aber freilich einige Spaͤtlinge immer zuruͤckbleiben, und man ſich alſo nach dem groͤßten 1 damit an Theile richten muß), ſo ſchneidet man die maͤnnlichen Bluͤthwimpfel ſo ab, daß noch ein Blatt upffimot h uͤber der weiblichen Kolbe am Stengel ſitzen bleibe, und bricht zugleich die kleineren, unvoll⸗ dgiebt dim kommenen Kolben aus, ſo daß eine Pflanze deren hoͤchſtens drei behalte, weil die uͤbrigen doch zu keiner Vollkommenheit gelangen, und jenen nur die noͤthige Nahrung entziehen wuͤr⸗ von der ma den. Hierdurch gewinnt man eine große Maſſe eines ſo kraͤftigen Viehfutters, wie vielleicht kein anderes gruͤnes Gewaͤchs ſie giebt, und bedient ſich deſſelben neben anderm Futter nur mit Sparſamkeit. Es wuͤrde unwirthſchaftlich ſeyn, dieſes Ausbrechen auf einmal zu thun, und das Vieh mit dieſem Futter zu uͤberhaͤufen; es ſey denn, daß man ſich dieſes Abfalls, der ſehr en Feum om vielen Zuckerſtoff enthaͤlt, zur Zucker⸗ oder Syrupbereitung bedienen wolle. giiert hal 1§. 338. Wan füͤrcht Nan laͤßt ſodann den Mais unbekuͤmmert reifen, bis ſeine Koͤrner hart werden. Man Erur voͤhnlih hat nicht zu beſorgen, daß ſie auf dem Halme uͤberreif werden und ausfallen, allein ſie ſind dieſe Nach nun den Anfaͤllen der Kraͤhen ungemein ausgeſetzt, die ſich leicht aus der ganzen Gegend um die Pflnge, ein Maisfeld verſammeln. Deshalb muß man mit dem Ausbrechen der Kolben, wenn dieſer gleich h Zaitpunkt da iſt, oft eilen. 166 Futtergewaͤchſe. Die Kolben werden nach dem Hofe gebracht, und ihnen bald moͤglichſt die Blatter ab⸗ geſtreifſt. Die Aufbewahrung dieſer Kolben bis zu ihrer voͤlligen Abtrocknung iſt nun das ſchwierigſte bei dem Maisbau. Das gewoͤhnlichſte Verfahren iſt, zwei der ſtaͤrkſten abgeſtreif⸗ ten Bläͤtter den Kolben zu laſſen, ſie zuſammen zu knuͤpfen, und ſo auf Bindfaden zu ziehen, woran man ſie auf allen Bodenraͤumen aufhaͤngt. Andreg haben mit Horden derſehene Darr⸗ ſtuben, denen eine ſehr ſtarke Hitze gegeben wird, dazu eingerichtet. Die beſte und beim An⸗ bau im Großen anwendbarſte Aufbewahrung geſchiehet aber in den ſogenannten Koſchen, 8 ſnhe Nachdem die Kolben voͤllig ausgetrocknet ſind, was aber außer den Darrſtuben erſt im Januar geſchiehet, laſſen ſie ſich eben ſo leicht, wie das Getreide abdreſchen, und nur die zur Saat ausgewaͤhlten Kolben werden, um die Koͤrner auf keine Weiſe zu beſchaͤdigen, mit . der Hand abgeloͤſt. 8 1 Das vorerſt auf dem Felde gelaſſene Stroh wird uͤber der Wurzel abgeſchnitten, und giebt noch ein ſehr nahrhaftes Viehfutter, wenn man es nicht anderweitig gebrauchen will. Man verſichert naͤmlich, daß daraus, ſo wie aus dem abgedroſchenen Stuhl der Kolben, noch ein Syrup vortheilhaft bereitet werden koͤnne. Andre meinen, daß es ſich am vortheilhafte⸗ Das Stroh⸗ große Menge Kali enthaͤlt. 8. 340. Das Korn iſt eine ſehr nahrhafte Subſtanz. Es macht bei manchen Nationen den Haupt⸗ beſtand der menſchlichen Nahrung aus, jedoch ohne es als Brod zu bereiten. Denn Brod laͤßt ſich nur in Vermengung mit anderm Getreide daraus backen. In andern Gegenden wird des nur als das kraͤftigſte Maſtfutter fuͤr alle Gattungen von Vieh benutzt. Beim Anbau im Kleinen kennt man ſeine Wirkſamkeit beim Federvieh faſt allenthalben. Es wird dem Viehe roh, aufgequollen, gekocht oder geſchroten gegeben. Den Schweinen giebt man haͤufig die unabgedroſchenen Kolben, und wenn der Mais ſeine vollkommene Reife nicht erlangen ſollte, ſo wird er doch auf dieſe Weiſe noch immer vortheilhaft benutzt werden koͤnnen. Gebrauch. §. 341. Man verbindet den Mais, des weiten Zwiſchenraums wegen, gern mit einer andern niedrig bleibenden Frucht. Am haͤufigſten wird die Runkelruͤbe dazu gewaͤhlt, die man, nach⸗ dem er angehaͤuft worden, in die Mitte des Zwiſchenraums pflanzt. Ich muß aber nach mei⸗ nen Verſuchen ſagen, daß ich immer nur ſchwache nicht genugſam lohnende Ruͤben dazwiſchen erhalten habe. Weit vortheilhafter habe ich die Ausſaat der kleinen Schminkbohne oder Fa⸗ ſeole, welche zugleich mit dem Mais und in derſelben Reihe geſchieht, gefunden. Dr. Burger hat den Bohnendriller ſehr zweckmaͤßig zu dieſer doppelten gleichzeitigen Ausſaat eingerichtet, Nebenfrüchte, Seite Einſchnitte fuͤr den Mais, auf der andern Seite fuͤr die Faſeolen paſſend gab, ſo daß die Maſchine wechſelsweiſe Mais und Faſeolen auswirft, wenn dieſe Saamen in die fuͤr ſie gehoͤrende Abtheilung des Kaſtens gegeben werden. Die genaueſte Ordnung des Ausfallens welche in Dr. Burgers trefflichem Werke uͤber den M gaisbau beſchrieben und abgebildet indem er den Saamenkaſten durch eine Scheidewand trennte, und der Walze auf der einen — ſten einaͤſchern, und zur Pottaſchenausſcheidung gebrauchen laſſe, indem es eine vorzuͤglih nih mei vol ger bortreffüi zung des 5 lutzungdes ſchen Staa Schwedt“, we (Berlin 1809 dem Maisbau ralich nift d Gegenſand der eſelt wid — Man k pfohlen, und ſcheinlich ge Indeſſen mul dem aus Ru Der felten angebe richten Griff 1 gekommen iſt mit gelindem zu dieſem Zwe ken. Er wiri Verfuͤtterung In jenen ngen wuͤrde e Stäͤrke vnd C es in derkay oder im beha Brachgewaͤ wenn man d in Dualitaͤt Kunſt erhalte gelelte Verſe Der Mats. 167 Nätter i muß man nun freilich dabei nicht verlangen. Der gehoͤrige Stand laͤßt ſich aber durch das Be⸗ ſt nun das hacken leicht bewirken.— abgeſtraſ. Ich habe mich ausfuͤhrlich uͤber den Maisbau nicht verbreiten wollen, da wir erſt neu⸗ erlich zwei vollſtaͤndige Schriften daruͤber erhalten haben: naͤmlich des Profeſſor Dr. Bur⸗ iu ziehen cne 35 ger vortreffliche, vollſtaͤndige und ſcharfſinnige Schrift:„uͤber die Kultur und Benut⸗ dun N⸗ zung des Mais. Wien 1809“, und eine„Anweiſung zum Anbau und zur Be⸗ Kuſden, nutzung des Mais, beſonders im noͤrdlichen Deutſchlande und denpreußi⸗ nd abgade ſchen Sraaten, nach eignen Erfahrungen vom Hofprediger Schregel zu. Schwedt“, welche ſowohl im neunten Bande der Annalen des Ackerbaues als auch beſonders (Berlin 1809) abgedruckt worden, und ich vorausſetzen kann, daß ein jeder, welcher ſich mit erſtuben an dem Maisbau ernſtlich beſchaͤftigen will, eine oder die andre dieſer Schriften leſen werde. und nur di üͤdigen, ni Freilich trifft das, was bei allen Monographien faſt unvermeidlich zu ſeyn ſcheint, daß der Gegenſtand derſelben nur von der vortheilhafteſten Seite gezeigt, die Ruͤckſeite aber ins Dunkle „geſtellt wird, auch hier ein. e hnitten, und§. 342. rauchen vl Man hat neuerdings den Mais im unreifen Zuſtande zur Zuckerbereitung wieder em⸗ Zucter aug Folben, uh pfohlen, und ihn tauglicher, wie die Runkelruͤbe, dazu erkloͤrt. Mir iſt es ſeit jeher wahr⸗ rachelhoft ſcheinlich geweſen, daß er ſich unter allen hier anzubauenden Pflanzen am beſten dazu eigne. Indeſſen muß man die weiteren Verſuche erſt abwarten. Der daraus bereitete Syrup hat vor ine dotöägli 3 2. 3 ſüig dem aus Runkelruͤben vor der Kryſtalliſation bereiteten unſtreitige Vorzuͤge. 5. 34 3. Der Mais wird im ſuͤdlichen Frankreich und in Italien auch als Futtergewaͤchs nicht u mtin felten angebauet, und gruͤn verfuͤttert oder zu Heu gemacht, in dem Zeitpunkte, wo die haa⸗ begendenn richten Geiffel hervortreten. Er wird gewoͤhnlich breitwuͤrſig geſaͤet, aber nachdem er hervor⸗ iin Aabgn n gekommen iſt, wird er behackt und zugleich verduͤnnet, ſo daß er zu einem zweiten Behacken td den Nat mit gelindem Anhaͤufeln weit genug von einander zu ſtehen komme. Doch wuͤrde man ihn an hiufg V zu dieſem Zwecke auch drillen koͤnnen, um die Hackarbeit leichter mit Inſtrumenten zu bewir⸗ ſanga ſiln ken. Er wird dann an der Erde abgeſchnitten. Das Trocknen iſt ſchwierig, aber die grüͤne Verfuͤtterung ſehr bequem. In jenem waͤrmeren Klima bauet man ihn zu dieſem Zwecke als zweite Frucht; im unſ⸗ rigen wuͤrde er nur in einem ſo warmen Sommer und Herbſt, wie 1811, zu der gehoͤrigen jnet and Staͤrke und Entwickelung gelangen, wenn man ihn in die Rockenſtoppel ſaͤete(edoch moͤchte e”— es in der Rappsſtoppel angehen, und mit dem kleinen Mais auf jeden Fall). Aber in der Brache zman, nuh oder im behackten Fruchtfelde, wuͤrde er ſo gut wie irgend ein anderes zum Futter beſtimmtes der nahme Brachgewaͤchs paſſen, und es koͤnnte eine fruͤhe gruͤne Ernte noch vorher genommen werden, zn dunſben wenn man den Boden moͤglichſt benutzen wollte. Es iſt wahrſcheinlich, daß ſein Futterertrag hne dir da⸗ in Qugalitaͤt und Quantitaͤt vielen anderen Futtergewaͤchſen, beſonders auf ſandigem aber in M. 34 Kraft erhaltenen Boden, nichts nachgeben wuͤrde. Indeſſen kenne ich keine genaue damit an⸗ maaide geſtellte Verſuche. ab, ſo dah die fuͤt ſe Ausfalei 168 1 Futterkraͤuter. Die Futterkraͤuter. Der rothe Klee(Trifolium pratense sativum)„ſpaniſcher Klee, bra⸗ banter Klee, Kopfklee. 3 §. 344. Abarten. 17 4 Kultur fortzupflanzende Klee, ſeiner Natur und ſeinem Anſehen nach, von dem bei uns wild⸗ wachſenden Wieſenklee verſchieden ſey, obwohl beide von den Botanikern immer fuͤr eine und dieſelbe Art gehalten wurden. Jetzt haben indeſſen auch dieſe den Unterſchied anerkannt, und in dem Bau ſeiner Theile ein andres Verhaͤltniß entdeckt. Vergl. Crome Handbuch der Naturgeſchichte Th. II. Bd. II. S. 567 u. 568. Es hat aber auch dieſer Saatklee verſchiedene, wenigſtens zwei beſondere Abarten. Eine bei uns noch wenig eingefuͤhrte, an andern Orten aber unter dem Namen gruͤner Klee bekannte Art, unterſcheidet ſich durch ſeinen langſameren, aber ſtaͤrkeren, mehr blaͤtterreichen Wuchs, und durch ein ſtaͤrkeres Verhäͤltniß ſeiner gruͤnen Theile gegen die Bluͤthkoͤpfe. Er bluͤhet ſpaͤter, wird hoͤher und ſtaͤrker, ehe er ſeine Vollendung erreicht, und man kann ihn daher laͤnger ſtehen laſſen; wogegen der gewoͤhnliche ſchneller in Bluͤthe ſchießt und zum Futter fruͤher gemaͤhet werden muß, wenn er nicht bei Bildung ſeines Saamens hart werden ſoll. Ich habe jenen ſchon einmal gehabt, er iſt mir aber durch einen Zufall zerſtoͤrt worden. Jetzt “ habe ich ihn wieder erhalten und werde ihn genauer beobachten, da er nach der Verſicherung derer, die ihn kennen, beſonders zur gruͤnen Stallfuͤtterung ſehr nutzbar iſt, weil er ſich lan⸗ ger in ſeinem ſaftigen Zuſtande erhaͤlt als der gewoͤhnliche, und auch ſtaͤrker wird. .§. 345. Der Klee, ſagt man, nimmt mit jedem in Kraft ſtehenden Boden vorlieb, auch mit ſandigem. Es iſt wahr, er kann auf Boden wachſen, der 80 Prozent Sand hat, wenn dieſer ſtark durchduͤngt, tief bearbeitet und rein von perennirendem Unkraute iſt, zumal wenn er keine feuchte niedrige Lage hat, oder ein feuchter Sommer die Beſtaudung des Klees befoͤrdert. Boden. Durch ſorgfaͤltige Kultur kann man auf ſolchem Boden Klee, und wenn die Witterung nicht unguͤnſtig iſt, ſtarken Klee erzwingen. Allein auf dem mehr thonigen und zugleich kalkhaltigen Boden, woͤchſt er weit leichter bei geringerer Kultur und iſt ſicherer auch in duͤrren Jahren. Wenigſtens braucht man daſelbſt ſein gaͤnzliches Vertrocknen bis in die Wurzel nicht zu fuͤrch⸗ ten. Auf dem merglichten und kraftreichen Boden iſt der Klee faſt heimiſch, man braucht ſei⸗ nen Saamen nur auszuſtreuen, und er uͤberwindet alle Pflanzen, die neben ihm aufkommen wollen; auf dem mehr ſandigen, ganz kalkleeren und etwas zur Saͤure geneigten Boden, muß 23 man alle Hinderniſſe aus dem Wege raͤumen, ihn in friſcheren Duͤnger ſaͤen, und beſonders durch tiefe Beackerung das tiefere Eindringen ſeiner Wurzeln befoͤrdern, damit er bei Aus⸗ trocknung der Oberflaͤche nicht verdorre. Daher iſt der Kleebau in einigen Gegenden etwas ſehr leichtes, und man kann ihn in der Feldrotation jeden beliebigen Platz geben. Man hat ſolche Flecke, aber ſie ſind in ganz Deutſchland ſelten, wo der Klee alle drei Jahre die Stelle der Brache einnehmen kann und den Acker rein und locker erhaͤlt. In den meiſten Lokalitaͤten verlangt er einen ausgewaͤhlten und wohl⸗ Es war von den Landwirthen laͤngſt bemerkt worden, daß dieſer bei uns nur durch die b — 3————— wohlberelkeen ihm olchen geh Der Kle zrten beſchr femeine Verbt wurde. Von der Angel, we verſchiedenem Die meiſten mi einmal damit z eine Brachbeart glee durch Und udlich dechen Pitrerung ihn Ertrag giebt, Acker iſt hier vor der Kleeo⸗ ſch beſtauden iſt er vermog er ihn empfar Der K Frucht, weil auch Anfangs thaͤtig iſt. 3 eeſtarkt freili die Soͤmmerur fuweilen noch ſct geſchehet daß da glee: wahr, dher fruͤh lagen, er ſtehet dann nen gelernt, ſig ſind„ we haror, und ein ſaͤ was den Klee es mit eniger kommen ſchn faſt auf deſer don dem groß Dieter Der rothe Klee. 169 wohlbereiteten Platz, und dennoch verdient er es ſeiner hohen Nutzbarkeit wegen, daß man ihm ſolchen gebe. 3 §. 346. Der Kleebau war lange bekannt und verbreitet, aber nur auf einzelne Koppeln oder platz im Feld⸗ Gaͤrten beſchraͤnkt, wie durch Gugenmus, Schubart vonKleefeldu. m. a. ſeine all⸗ hau. nur duh de gemeine Verbreitung durch das ganze Ackerfeld und ſeine Verbindung mit dem Getreide gelehrt Nle, in bei und uh wurde. Von dieſer Zeit an ward der Kleebau als die Hauptſtuͤtze der ganzen Wirthſchaft, als fur einem der Angel, worauf ſich dieſe bewegen muͤſſe, betrachtet, und von vielen angewandt; aber mit verſchiedenem Erfolge, nach jener Verſchiedenheit ihres Bodens, und vielleicht ihres Klimadsz:.! erkannt 1 2 4 8 11 Die meiſten mußten ſich darauf beſchraͤnken, nur nach längeren Zwiſchenraͤumen ihre Brache einmal damit zu benutzen, andre mußten ganz davon zuruͤckgehen, oder doch der Kleeſtonpel eine Brachbearbeitung geben, bevor ſie wieder Getreide einſaͤeten, weil der Boden unter dem barten. En Klee durch Unkraut verwilderte und ſich erhaͤrtete. Das Syſtem des Fruchtwechſels hat ihm runer Kle endlich denjenigen Platz angewieſen, wo er auch auf minder guͤnſtigem Boden— falls die bläterete Witterung ihm nicht auf eine ſeltene Weiſe verderblich iſt— ſicher geraͤth, einen lohnenden thkäͤpfe Er Ertrag giebt, und den Acker fuͤr die folgenden Fruͤchte im guͤnſtigſten Zuſtande erhaͤlt. Der nan kannin Acker iſt hier durch die Bearbeitung, Reinigung und Vertiefung, welche er in dem Jahre d zum Futter vor der Kleeausſaat erhalten hatte, ſo vorbereitet, daß der Klee den Boden dicht belegen, und dadden ſoll. ſich beſtauden kann, ohne von andern Pflanzen verdraͤngt zu werden. So, aber nicht anders,— wolden. dt iſt er vermoͤgend, den Boden der folgenden Frucht ſo rein und ſo muͤrbe zu uͤberliefern, wie r Verſcherun er ihn empfangen hatte. veil er ic i 1 r.§. 3 47 Der Klee wird jetzt wohl nie mehr allein geſaͤet, ſondern immer unter eine andere Nebenfrucht. Frucht, weil er im Jahre ſeiner Ausſaat ſelten einen erheblichen Ertrag giebt, und weil ihm lies, euch m auch Anfangs der Schutz einer andern, nachher aber das Feld raͤumenden Pflanze ſehr wohl⸗ t, wenn diin thaͤtig iſt. Je fruͤher die mit ausgeſaͤete Frucht ausgehet oder abgemaͤhet wird, deſto ſchneller zumal wemn erſtarkt freilich der Klee. Gewoͤhnlich wird er unter Getreide ausgeſaͤet, vormals immer unter les hefͤeden die Soͤmmerung, jetzt auch haͤufig unter die Winterung, und mehrentheils mit eben ſo gutem, itterung iitt zuweilen noch beſſerem Erfolge, wenn es mit der gehoͤrigen, unten naͤher zu eroͤrternden Vor⸗ kalkholtizn ſicht geſchiehet. Die Ausſaat geſchiehet aber nie mit dem Wintergetreide zugleich, ſondern ſo, erren Jahren daß der Klee nach dem Winter erſt keime. Zuweilen ſaͤet man ihn unter Erbſen, und es iſt ſcht zu fürt wahr, daß er dann in der Erbsſtoppel ſehr kraͤftig hervortreibt. Wenn ſich aber die Erbſen n braucht ſe⸗ fruͤh lagern, und dann nicht ſchnell reifen, ſo kann er auch davon ganz unterdruͤckt werden; m aufkomma eer ſtehet dann ungleich, und es giebt große Fehlſtellen. Wir haben indeſſen zwei Fruͤchte ken⸗ Boder, nuß nen gelernt, die ſo, wie den mit ihm verwandten Gewaͤchſen, dem Klee ganz vorzuͤglich guͤn⸗ und beonders ſtig ſind, wenn er darunter ausgeſaͤet wird: den Lein und den Buchweizen. Sie locken ihn hervor, und befoͤrdern ſeinen dichten, gleichmaͤßigen Stand weit mehr, wie das Getreide. ſt er hei Aus⸗ 4 Lein ſaͤet man nun freilich nur auf aut vorbereiteten und kraͤftigen Boden, und jaͤtet ihn, eg was dem Klee mit zu Nutzen kommt. Das Ausraufen des Leins ſchadet dem Klee nicht, wenn 3 tam ihi es mit einiger Vorſicht geſchieht. Aber unter dem Buchweizen habe ich den Klee dicht hervor⸗ id in zu kommen ſehen, auch auf Boden, der keinesweges fuͤr ihn geeignet war; und da daran ſtoßend, kam hhn faſt auf beſſerem Boden, Hafer und unter ſelbigem auch Klee geſaͤet war, ſo konnte ich mich Jihua 9 von dem großen Unterſchiede, der auch im ganzen folgenden Jahre blieb, deutlich uͤberzeugen. EWV— 5— Vierter Theil. Ausſaat⸗ 170 Futterkraͤuter. Wem daher an einem dichten Kleefelde, beſonders auf Boden, den man fuͤr Klee nicht ganz ſicher haͤlt, gelegen iſt, tig, ob man dieſen reifen laſſe, oder zur gruͤnen Fuͤtterung abmaͤhe. Auch unter Rapps ſcheint er gut zu gedeihen. b§. 348. 1 Der Klee kann vom erſten Fruͤhjahr— oder ſelbſt, wenn der Saame ſchlafend bleibt, im Winter— bis zu Anfange des Auguſts geſaͤet werden. Spaͤtere, aber im Herbſt noch laufende, Saat iſt mehrentheils verungluͤckt. Es kommt bei der Saat vornehmlich auf ein gluͤckliches Treffen der Witterung an, daß der Saame nicht nur keime, ſondern auch das junge Pflaͤnzchen nicht wieder bis zum Abſpringen verdorre, und nicht vom Erdftoh zerſtoͤrt werde. Deshalb iſt die ganz fruͤhe Ausſaat unter Winterung, auf ebnem, dem Abſpuͤlen nicht unter⸗ worfenen Boden, ſogar auf dem Schnee— mit deſſen Waſſer ſich dann der Saame in die Erde zieht— oder unter fruͤh geſaͤete große Gerſte am ſicherſten, weil ihr die Winterfeuchtig⸗ keit noch zu ſtatten kommt. Hat der Boden nur noch wenig Feuchtigkeit, die etwa zureicht, den Saamen zum Laufen zu bringen, aber bei eintretender trockner Fruͤhjahrswitterung ſo ſehr verdunſtet, daß die Pflanzen nicht erſtarken koͤnnen, ſo iſt es am gefaͤhrlichſten fuͤr den Klee; und ſicherer iſt es ihn auf eine ganz trockne Oberflaͤche auszuſaͤen, wo der Saame ungekeimt liegt bis feuchte Witterung eintritt. Es kommt aber wie in allen Stuͤcken, ſo auch bei der Ausſaat des Klees, darauf an, ob ihm der Boden mehr oder weniger guͤnſtig iſt. Im erſteren Falle kann man den Saamen aus⸗ ſtreuen, wann und wie man will, er waͤchſt immer. Im zweiten Falle muß man weit ſorg⸗ faͤltiger verfahren, und darf ſich von der Meinung einiger gluͤcklichen Kleebauer, als komme es darauf gar nicht an, nicht verleiten laſſen. Es kann auch ſeyn, daß eine ſehr gluͤcklich treffende Witterung einmal eine hoͤchſt leichtſinnige Ausſaat beguͤnſtigt; ſie wird aber ein an⸗ dres Mal um ſo mehr beſtraft werden. 3“ Der Kleeſaame ertraͤgt keine ſtarke Bedeckung von Erde, er will aber doch in feſte Be⸗ ruͤhrung mit lockerer Erdkrume gebracht und erhalten ſeyn. Das Eineggen in lockere Erde bringt ihn zum Theil zu tief unter und erſtickt ihn. Aber man muß ihn unmittelbar nach dem Eggen ſaͤen. Wenn die Frucht, worunter er geſaͤet werden ſoll— beſonders das Winterge⸗ treide— ſchon herangewachſen iſt, ſo muß ſo, daß die Borke voͤllig gebrochen, auch die Riſſe, die der Boden bekommen hat, zugemacht werden. Dann ſaͤet man unmittelbar den Kleeſaamen auf, und wer dann ſicher gehen wil, walzet danach. So kommt der Saame in die Streifen der Egge zu liegen, und wird durch die Walze mit etwas feiner Krume bedeckt und angedruͤckt. Saͤet man ihn gleich, nachdem das Getreide eingeſaͤet worden, ſo verfaͤhrt man eben ſo; und wenn man auch ſonſt nicht walzen wollte, ſo thue man es doch um des Klees willen. Auf ſehr lockeren, ſchwammigen, humo⸗ bevor man ganz klar egget, und ihn noch mit oben auf liegend, bei trockner Witte⸗ 1 ſen Boden iſt es rathſam, den Klee auszuſaͤen, einzueggen. Hier kommt er dennoch durch; kann aber, rung keine Haltung bekommen.— Einige ſaͤen den Klee auch unter die Soͤmmerung, erſt nachdem dieſe einen Vorſprung gewonnen hat, damit der Klee ſie nicht uͤberwachſe. Dieſe Beſorgniß kann aber nur eintreten, wo der Boden dem Klee außerordentlich guͤnſtig iſt. Zwat habe ich es auch einmat auf minder guͤnſtigem, etwas tief liegenden Acker geſehen, in einem ſehr naſſen Fruͤhjahr; hier hatte aber die Gerſte von der Raͤſſe ſo gelitten, daß auch ohne Klee nichts daraus geworden woͤre. dem rathe ich, ihn unter Buchweizen zu ſaͤen. Es ſcheint gleichguͤl⸗ man dennoch vor der Kleeſaat eggen, und zwar Im Algemeine gebratt worde Gerße hedenk guf eine Stele zu dicht des beſümmter andre in die S Die Au per Jochort reichen und eit Venn nan ale Pfund, und fe die Erparung len eines ungt unten. Wenn fangs zuweil kommen, od der Stoppel men. Kann terhin aber vicht wieder leidet. Ge Septembers nicht bis auf freſſen. M. Der K oder durch ſes Jahren, wo de in den B Steltn ausg gewaluge A Winter dure nicht endes auch auszu kann, wen nue Wurze aüer ſehr g dheils bedecte man the nict ne Herbelotu ethaͤtmſſe e nch in nt geichgü⸗ unter Rayft blaſeddedt, n Derdt ac mlich auf en ich das jung kſtoͤrt wande nicht unter aame in de arerfeuchtig Awa weeicht terung ſo ſi füͤr den gle⸗ me ungekeint daxah an, ob Saamen aus⸗ man wit ſetg eer, ols konme neſchr glütic ed aber an de ich in feſt de n lockere Ehe elbar nach de das Winterge en, und ze tt, zugemach e gehen wil d wird du nachdem di d nicht wohen migen, huno⸗ dihn loch Wit ruckne Witte⸗ „Vorſprun zur eintreten, tauf minder 3 hier hatte worden walt Der rothe Klee. 171 Im Allgemeinen rathe ich alſo zu der Ausſaat unmittelbar, nachdem das Sommergetreide ein⸗ gebracht worden; geſchaͤhe es ſpaͤter, ſo muͤßte erſt wieder aufgeegget werden, was bei junger Gerſte bedenklich iſt Auf eine gleiche Vertheilung des Saamens kommt ſehr viel an, damit er nicht an einer Stelle zu dicht, an einer andern zu duͤnne ſtehe, oder gar fehle. Deshalb iſt eine Theilung des beſtimmten Saa neus in zwei Theile immer rathſam: der eine Theil wird in die Laͤnge, der andre in die Queer geſaͤet; es ſey denn daß man einen ſehr geuͤbten Kleeſaer haͤtte. Die Quantitaͤt des Saamens wird ſehr verſchieden angegeben. Einige halten 8 Pfund per Jochart voͤllig zureichend, andre rathen zu 18 bis 20 Pfund. Ich weiß, das erſtere zu⸗ reichen und ein ſehr dichtes Kleefeld geben koͤnnen, aber nur unter ſehr guͤnſtigen Umſtaͤnden. Wenn man alle Vorbereitungen getroffen und einen guten Saͤer hat, ſo rathe ich doch zu 12 Pfund, und fehlt es daran, zu 16 Pfund. Denn ſo erheblich auch bei einer ſtarken Ausſaat die Erſparung des Saamens iſt, ſo ſtehet ſie doch in geringem Verhaͤltniſſe mit den Nachthei⸗ len eines ungleich beſtandenen Kleefeldes. Ueber die gute Beſchaffenheit des Saamens weiter unten. 221 4§. 349. Wenn die Frucht, unter welche der Klee geſaͤet war, abgeerntet iſt, ſo zeigt ſich an⸗ Vegetation. fangs zuweilen wenig Klee. Daran iſt nichts gelegen; aber nach 14 Tagen muß er hervor⸗ kommen, oder doch ſobald als nur ein durchdringender Regen eintritt. Waͤchſt der Klee in der Stoppel heran, ſo wird er manchmal noch ſtark genug, um einen Schnitt davon zu neh⸗ men. Kann dies vor der Mitte Septembers geſchehen, ſo thut man es ohne Bedenken. Spaͤ⸗ terhin aber muß man ſchon ein ploͤtzliches Eintreten der Kaͤlte beſorgen, bei welcher der Klee nicht wieder austreibt, ſondern zu kahl in den Winter kommt, und ſodann vom Froſte mehr leidet. Gewoͤhnlich wird der Klee nur abgeweidet, und das kann ohne Bedenken bis Ende Septembers mit Rindvieh geſchehen. Mit Schaafen darf der Klee wohl uͤbertrieben, aber nicht bis auf den Grund abgefreſſen werden, weil ſie ſonſt den Stamm ſelbſt ergreifen und aus⸗ freſſen. Man iſt zum Theil zu dreiſt, zum Theil zu furchtſam damit. Der Klee kann auswintern, und zwar um ſo leichter, je weniger der Boden von Natur oder durch ſeine Kultur dafuͤr geeignet iſt. Auf einem tief bearbeiteten Boden hielt er ſich in Jahren, wo er auf anderm ausging, z. B. im Jahre 180 ¾, wo der Blachfroſt uͤber 3 Fuß tief in den Boden drang. Im Winter auf 1811 iſt der Klee an allen trockneren und ſandigern Stellen ausgegangen, an feuchteren hat er ſich aber erhalten; dies ſchien mehr die Folge der gewaltigen Ausdoͤrrung des Bodens im Nachſommer, als des Froſtes zu ſeyn, der in dieſem Winter durchaus nicht ſtark war. Wenn man nach dem Aufgehen des Froſtes den Klee gar nicht entdeckt, ſo muß man die Hoffnung nicht aufgeben; ſiehet man aber Kleepflanzen, die auch auszugruͤnen anfangen, die man aber mit Hinterlaſſung der Wurzel leicht wegziehen kann, wenn man ſie anfaßt, ſo bleibt wenig zu hoffen uͤbrig. Daß ſolche Kleepflanzen wieder neue Wurzeln ſchlagen, und feſtwachſen koͤnnen, habe ich zwar deutlich bemerkt; es gehoͤren aber ſehr guͤnſtige Umſtaͤnde dazu. Theils um den Klee gegen das Erfrieren zu ſichern, theils um ihm Kraft zu geben, bedeckte man ihn ſonſt vor Winter haͤufig mit langem Miſt. Jetzt thun es erfahrne Landwir⸗ the nicht mehr, weil man nicht ſelten uͤble Folgen durch Verzaͤrtelung des Klees und durch Herbeilockung der Maͤuſe davon verſpuͤrt hat. Ueberdem erlauben es ſelten die Wirthſchafts⸗ verhaͤltniſſe, noch beſonderen Stallmiſt darauf zu verwenden. Will man den Klee noch etwas Y 2 ⸗ 172 FJutterkräͤuter. W aufhelfen, ſo ſtreuet man zuſammen geſchaufelten Hofmiſt im Fruͤhjahr daruͤber, oder he⸗ ſprengt ihn mit Guͤlle. Vorzuͤglich bekommt ihm im Fruͤhjahr eine Duͤngung mit Torf⸗ oder Seifenſiederaſche, oder ein mit Kalk bereiteter Kompoſt. Das gewoͤhnlichſte Duͤngungsmittel iſt aber der fein gepulverte Gyps, welchen man mit großem Vortheil alsdann uͤberſtreuet, wenn der Klee zu wachſen beginnt. Vergl. Th. II. S. 191 u. f. Eine dem Klee ſehr wohlthaͤtige und ſich reichlich belohnende Operation, iſt das Aufeg⸗ gen im Fruͤhjahr, wenn der Klee eben zu wachſen anfaͤngt. Je dreiſter man damit verfaͤhrt, deſto wohlthaͤtiger wird es fuͤr den Klee ſoy.* 8 1h e Der richtigſte Zeitpunkt, den Klee zu maͤhen, iſt, wenn ſich das Feld von den hervor⸗ kommenden Bluͤthkoͤpfen zu roͤthen anfaͤngt. Maͤhet man ihn fruͤher, ſo erhaͤlt man zu wenig, weil der Klee in dieſem Zeitpunkte ſeinen Hauptſchuß thut, und acht Tage hier einen Unterſchied Ein: und zweis ſchriger Klee. Ernten. um die Haͤlfte im Ertrage machen koͤnnen. Maͤhet man ihn ſpaͤter, ſo erhaͤlt man ihn noch mehr, aber er iſt hartſtenglich, ſeine Subſtanz enthaͤlt mehr unaufloͤslichen Faſerſtoff, und der folgende Wuchs wird ſchwaͤcher. Nur wenn man ſich des Klees zur gruͤnen Stallfuͤtterung bedienen will, und dieſe hauptſaͤchlich auf den Klee berechnet iſt, ſo muß man den Klee an⸗ brechen, ſobald er maͤhbar iſt, weil dann der jung gemaͤhete Klee wieder herangewachſen iſt, wenn man den erſten Schnitt nicht laͤnger ſtehen laſſen darf; woruͤber bei der Lehre von der 4 Stallfuͤtterung das Weitere. 3§. 350. Man beſtimmt den Klee zu ein⸗ oder zweijaͤhrigem Gebrauche. liegen laſſe, iſt nur in dem Falle rathſam, wo man ihn zur Weide benutzen will, weil im dritten Nutzungsjahre oder im vierten nach der Ausſaat der Klee ſich ſehr vermindert und den Graͤſern Platz macht. Ob man ihn ein oder zwei Jahre benutzen wolle, haͤngt theils von den Wirthſchaftsverhaͤltniſſen, theils von den Erfahrungen ab, die man auf jedem Boden von der mehreren oder minderen Ausdauer des Klees gemacht hat. Man hat naͤmlich die Bemerkung gemacht, daß auf gewiſſen Aeckern, wo der Klee im erſten Jahre ſehr ſchoͤn ſtehet, er im zweiten Jahre ſich auffallend vermindere; wogegen auf andern Aeckern der Klee ſich im zwei⸗ ten Jahre faſt ſtaͤrker beſtaudet, gedrungener und gleichmaͤßiger ſtehet. Es ſcheint das letztere auf Boden mit tiefer Ackerkrume, der jedoch nicht ſehr graswuͤchſig iſt, das erſtere auf flachem, aber ſonſt zum Klee gut geeigneten Boden einzutreten. Indeſſen muͤſſen noch mehrere Erfahrungen geſammelt werden, bevor ſich etwas allgemeinguͤltiges daruͤber feſtſetzen laͤßt, indem vielleicht auch nur die Behandlung des Klees nebſt der Zufaͤlligkeit der Witterung einen Einfluß auf ſeine laͤngere oder kuͤrzere Dauer in den Faͤllen haben konnte, aus welchen ich obige Bemer⸗ kung abſtrahirte. Bis dahin muß man ſich von eigen gemachten Erfahrungen leiten laſſen, wenn man ſich zu einjaͤhrigen oder zweijaͤhrigen Kleefeldern entſchließt. §S. 351. Der Klee giebt mehrentheits drei Schnitte. In der Regel iſt der erſte der ſtaͤrkſte, der zwelte ſchwaͤcher, der dritte am ſchwäͤchſten. Aber dieſe Regel leidet haͤufig Ausnahmen, da die Staͤrke jedes Wuchſes ſo ſehr von der Witterung abhaͤngt. Wenn ein Wuchs bei duͤrrer Witterung nur ſchwach ſtehet, ſo iſt es das fehlerhafteſte, was man thun kann, wenn man ihn in der Hoffnung, daß er nach einem Regen ſtaͤrker heranwachſen werde, uͤber die Zeit ſtehen laͤßt. Man muß vielmehr eilen, ihn abzubringen, insbeſondere wenn Hoffnung zu Daß man ihn laͤnger uͤnſtiger Witterung eintritt, damit der folgende Wuchs um ſo dichter und gleicher werde. So vit es twns daß ſie ale mig tere Mule erle heie ibertraf. Bei dem men aber nur nff die erſte! Duͤngung gebe Beſtellung ſeh beſonders wen Wirthſchaft m Bedenken träg rathſon, ſond vortrefflich ger der Winterun Bei der Jahre gewoh⸗ Wenn der Kle het er aber gen, und ebe weder im er zweijaͤhrigen den Klee ga wo der Klee Stellen wen Der K. dahin richten gruͤnen Stall und folglich b Klee zu Heu; der Vhre von Aa rung eniſch LLrift mit einer 2 Seite trocke dde komme. ſen ſaſamme. Rabe ge, dedor de er gleich nich dem Schwe Der rothe Klee. 173 8 wie es etwas ſeltenes iſt, daß älle Schnitte ſtark und eintraͤglich werden, ſo iſt es auch ſelten, nunzani daß ſie alle mißrathen; gewoͤhnlich erſetzt der eine, was dem andern mangelt. Ich habe meh⸗ üherfreue rere Male erlebt, daß der zweite Schnitt den erſten, und einmal, daß der dritte Schnitt beide uͤbertraf. t w buin Bei dem einjährigen Kleebau, der bei der Dreifelderwirthſchaft nur ſtatt findet, pflegt amiue dp man aber nur 2 Schnitte zu nehmen, und den dritten Wuchs unterzupfluͤgen um Winterung rühn auf die erſte Furche einzuſaͤen. Daß dieſer dritte Schnitt dem Acker eine ſehr erſprießliche hr d jnn Duͤngung gebe, und daß das Wintergetreide, beſonders der Weizen, nach dieſer einfurchigen nan zu n Beſtellung ſehr gut gerathe, iſt allgemein anerkannt. Aber der dritte Schnitt des Klees iſt, en l a. beſonders wenn die beiden erſten jung genommen werden, oft auch ſo betraͤchtlich, daß er der aterſhih Wirthſchaft maͤchtig aushilft, und daß man, wo noch kein Ueberfluß an Futter iſt, billig nan ihn mf Bedenken traͤgt, ihn aufzuopfern. Winterung nach dem dritten Schnitte zu beſtellen iſt nie ſerfe f, rathſam, ſondern man muß den Acker dann zu Hafer liegen laſſen, der im Kleelande allemal Aalfütterun vortrefflich geraͤth, und nach allen meinen bisherigen Erfahrungen im Werthe ſeines Ertrages den Klee der Winterung gleichkommt. gewachſnſſ, Bei der zweijaͤhrigen Kleenutzung nimmt man im erſten Jahre drei Schnitte, im zweiten kehre vn Jahre gewoͤhnlich nur einen, und giebt dann dem Acker vom Julius an eine Brachbearbeitung. Wenn der Klee nicht dicht beſtanden und unrein geworden, iſt dieſe unumgaͤnglich noͤthig; ſte⸗ het er aber geſchloſſen und rein, ſo kann man zwei Schnitte nehmen, den dritten unterpfluͤ⸗ gen, und eben ſo verfahren, wie bei dem einjaͤhrigen Klee. Will man das aber, ſo darf man nan in nger weder im erſten noch im zweiten Jahre Weidevieh auf den Acker kommen laſſen. Daß nach will, wel im zweijährigem Klee der Hafer auch vorzuͤglich gerathe, verſteht ſich von ſelbſt; und wenn man indert und a den Klee ganz ausnutzen will, ſo rathe ich Hafer wenigſtens auf ſolchen Stelten zu nehmen, theltetn da wo der Klee bis zuletzt nicht ganz dicht beſtanden bleibt; denn zur Winterung muͤſſen ſolche 9 V Stellen wenigſtens drei Furchen haben, wenn der Acker in der Folge nicht verwildern ſoll. ie Bemerien b ſtehet, ain 1§. 352. ee ſich in ſe⸗ Der Klee wird gruͤn verfuͤttert, oder zu Heu gemacht. Man muß jederzeit ſeine Abſicht Kleehen. eint das letzten dahin richten, einen Theil zu Heu zu machen, wenn man auch den Klee hauptſaͤchlich nur zur ke auf fachen gruͤnen Stallfuͤtterung bauet. Denn dieſe muß auch bei ſchlechtem Wuchſe reichlich da ſeyn, eErfahrunga und folglich bei gutem im Ueberfluß. Ob es nach dem Vorſchlage Einiger rathſam ſey, allen dem vielleich Klee zu Heu zu machen, und auch im Sommer das Vieh trocken zu fuͤttern, werden wir bei LEinfluß au der Lehre von der Stallfuͤtterung erwaͤgen.. vhige Beme Man hat mehrere Methoden den Klee zu Heu zu machen, die Zufaͤlligkeit der Witte⸗ leiten laſn rung entſcheidet den Vorzug der einen vor der andern. Trifft man ein beſtaͤndiges trocknes Wetter, ſo iſt keine vortheikhafter, als den Klee mit einer Buͤgelſenſe in Schwaden legen, und ihn ſo abtrocknen zu laſſen. Iſt die obere lürie de Seite trocken, ſo ſchlaͤgt man das Schwad mit dem Harkenſtiel herum, daß die andere Seite 4 61 d oben komme. Um allen Bläͤtterabfall zu vermeiden, bringt man ihn im Thau in große Hau⸗ unnhmen, fen zuſammen, und faͤhrt ihn dann ein. s bei durmn Ano Iſt aber die Witterung feuchter, und zu haͤufigem Regen geneigt, ſo dauert es zu lan⸗ , wenn mal ider die z ge, bevor der Klee in Schwaden liegend trocknet, und er wird zu ſehr ausgelauget, wenn Heffaung u er gleich nicht verdirbt. Hier wird der Klee gleich nach dem Maͤhen beſſer ausgebreitet(aus werde, 6. dem Schwad geſchlagen), damit er ſchneller abwelke, und dann in Windhaufen gebracht. ————— 174 Futterkraͤuter. Dieſe werden am beſten mit der Hand umgeſetzt, und ſo wie der Klee abtrocknet, in groͤßere Haufen zuſammengebracht. Sind ſolche groͤßere Haufen vom Regen ſehr durchnaͤſſet, ſo werden ſie bei der erſten trocknen Zeit umgeſetzt, ſo daß das obere nun unten komme. Man thut das ebenfalls mit der Hand, und ſetzt ſie moͤglichſt locker auf, damit der Wind durchziehe. Man macht die Haufen ſo ſchmal und hoch wie moͤglich, damit der Klee gegen den Regen ge⸗ deckt, dem Luftzuge aber ausgeſetzt ſey. Um dieſe Haufen ſtehend zu erhalten, iſt es ſehr nuͤtzlich, eine Bohnenſtange in die Erde zu ſtecken, und den Klee an ſelbige herum aufzuthuͤr⸗ 4 Klapmeyerſche Methode. verdorben. men. Sobald man eine anfangende Hitze oder Gaͤhrung verſpuͤrt, ſetzt man die Haufen gleich um. Dieſe Methode erfordert bei naſſer Witterung viele Arbeit, erhaͤlt aber den Klee un⸗ 1 5 8. 383. Die dritte Methode iſt die, welche F. J. Klapmeyer„Vom Kleebau und deſſen Ver⸗ bindung mit dem Getreidebau. Riga und Leipzig 1797“ zuerſt beſchrieben hat, und die da⸗ her unter dem Namen der Klapmeyerſchen ſchon ſehr bekannt iſt. Sie findet ihre Anwendung am zweckmaͤßigſten, wenn haͤufige Regenſchauer eintreten, aber dennoch dazwiſchen halbe trockne Tage erfolgen. Bei ganz trocknem Wetter hat entſchieden die erſte Methode, bei an⸗ haltend feuchtem die zweite den Vorzug.— Sie beſteht in folgendem: der am vorigen Tage gemaͤhete Klee wird Nachmittag um 4 Uhr erſt aus dem Schwad in kleine Haufen zuſammengeharkt, und aus dieſem dann auf Tra⸗ gebahren in große Schober, die einige Fuder enthalten, zuſammengebracht, gehoͤrig aufge⸗ ſchichtet und feſt getreten. Iſt die Nacht windſtill und warm, ſo wird er ſchon nach 4 oder 5 Stunden in Gaͤhrung kommen, die ſich durch einen honigaͤhnlichen Geruch verraͤth. Am folgenden Morgen wird der Haufen inwendig ganz heiß ſeyn, und dampfen, wenn er geoͤffnet wird. Dann muß der Haufen ausgeſtreuet, und das Geſtreuete mit Harken oder Forken bear⸗ beitet werden. Scheint nun die Sonne, oder iſt es etwas windig, ſo iſt das Heu Nachmittags ſchon ſo trocken, daß es ſicher eingefahren, oder— wenn dazu nicht Zeit iſt— wieder in Schober gebracht werden kann, ohne daß man eine neue Gaͤhrung zu beſorgen hat. Iſt die Nacht kalt, windig oder regnicht, ſo wird die Gaͤhrung zwar anfangen, aber es wird laͤngere Zeit dazu gehoͤren, bevor die Gaͤhrungshitze ſo ſtark wird, daß man ſeine Hand. nicht mehr tief in den Haufen ſtecken kann; welches das Zeichen ihrer gehoͤrigen Vollendung iſt. Wehet ein ſtarker Wind, ſo kommt der Haufen wohl auf der einen Seite und in der Mitte in Gaͤhrung, aber nicht auf der Windſeite. In dem Falle muß der Haufen doch aus⸗ einander geriſſen, und derjenige Theil, der gegohren hat, welches man an der braunen Farbe sdeutlich genug erkennt, ausgeſtreuet und getrocknet werden; das uͤbrige der verſchiedenen Haufen aber wird wieder zuſammengebracht, und aufs neue in Gaͤhrung geſetzt. Haͤtte nur ein kleiner Theil in der Mitte gegohren, ſo kann der Haufen neu wieder aufgeſetzt werden, und zwar ſo, daß das ungegohrne Gruͤne in die Mitte, das Braune auswaͤrts und oben komme, wo man dann die neue Gaͤhrung abwartet, und nun alles wieder ausſtreuet. Waͤre nur noch wenig Gruͤnes darunter, was nicht trocknen wollte, ſo verſichert man, daß es nicht ſchade, und daß dennoch alles eingefahren werden koͤnne. Man kann es aber auch abſondern, und vorerſt zuruͤcklaſſen. 1 8 Wenn aber die Haufen in Gaͤhrung gekommen ſind, und nun auch der heftigſte Regen eintritt, ſo darf man doch nicht zoͤgern, ſie auseinander zu werfen. Haͤlt der Regen an, ſo muß das Heu von Zeit zu Zeit geruͤhrt und gewendet werden. Wenn dann der Regen nur we⸗ nige Stunden! euctißeiton! Phuunn Re maeſt, beo Der weſe ntund daß m daſt mit gutenn hite getodtete lich abzutrocka die nat keinen Zwelfel, beweiſet es gen ausgemacht.7 Nalzen des G und verdaulich wohnt hat, Mäͤch ſollſehe nicht daruͤber in meiner Ab⸗ mir die Witt ſamere Mett wenig entſche Nach der Ve thode aber v verbreitet. einer ſtarken leuchtet von das Heu ſchn oocknet iſt; ren, da es in zugt hat. Verichi auf Horden im Großen Klee und vi del man un⸗ Suangel hera genenander i Verſchaung wie man in B Uobrig habe, beſond „in griͤßen ſo werden Man thu durchziehe. a Kezen ge⸗ „As ſehr im aaudin⸗ Haufen gah den glee ue d deſſen Va „Wd die do Anwendung zwiſchen ſabe thode, haa⸗ wittag um dan auf Tra⸗ gehdrig vage⸗ on nach 4 oher vertaͤth. In venn irgaffne er Forten der⸗ eu Nachmittet t— widderi hat. ungen, abers ron ſeine an Bollendungit ite und in de fen doch au raunen Fule verſchiedene t. Hättenr geſett vaden, aͤrts und oben treue. Wän 7, daß es nich ih abſonden, heftigte Jemn Regen an, ſ Regen nue we⸗ Der rothe Klee. 175 nige Stunden nachlaͤßt, ſo iſt es gleich trocken genug, um eingefahren zu werden, weil die Feuchtigkeit an dieſem gegohrnen Klee nicht haftet. Er ſoll auch nicht verderben, wenn er bei anhaltendem Regen mehrere Wochen liegen bleibt, wenn man es nur abwartet, daß er gehoͤrig trocken iſt, bevor man ihn einfaͤhrt, obwohl er dann weniger nahrhaft bleibt. Der weſentliche Vortheil dieſer Methode beſtehet darin, daß der Klee ſehr ſchnell trock⸗ net und daß man ihn innerhalb drei Tagen maͤhen und unter Dach haben kann; wogegen man ſonſt mit gutem jungen Klee ſelten unter acht Tagen fertig wird. Der durch die Gaͤhrungs⸗ hitze getoͤdtete und erwaͤrmte Klee laͤßt ſeine innere Feuchtigkeit fahren und braucht nur aͤußer⸗ lich abzutrocknen... Die natuͤrliche Beſchaffenheit des Klees wird durch die Gaͤhrung abgeaͤndert; das leidet keinen Zweifel, und der ganz verſchiedene brenzlich ſuͤße Geruch, den dieſes Heu annimmt, beweiſet es genug. Aber ob er dadurch verbeſſert oder verſchlechtert werde, iſt wohl noch nicht ausgemacht. Die Vertheidiger dieſer Methode verſichern das erſte und vergkeichen ſie mit dem Malzen des Getreides und mit der Brodgaͤhrung, wodurch die Subſtanz des Korns nahrhafter und verdaulicher wird. Dieſes Kleeheu ſoll allem Vieh, wenigſtens ſobald es ſich daran ge⸗ woͤhnt hat, vorzuͤglich ſchmackhaft ſeyn und lieber gefreſſen werden als gruͤnes Heu. Die Milch ſoll ſehr fett und die Butter trefflich davon werden. Ich vermag aus eigener Erfahrung nicht daruͤber zu entſcheiden; denn einmal, wie ich dieſe Methode verſuchen wollte, war man in meiner Abweſenheit zu furchtſam und riß die Haufen zu fruͤh auseinander. Nachher war mir die Witterung zum gruͤnen Kleeheumachen immer zu guͤnſtig, als daß ich dieſe weit muͤh⸗ ſamere Methode der einfachſten haͤtte vorziehen ſollen. Verſuche im Kleinen ſchienen mir zu wenig entſcheidend, beſonders in Anſehung der Wirkung, die dieſes Heu auf das Vieh thut. Nach der Verſicherung vieler unbefangenen Freunde, beſonders in Schleſien, hat dieſe Me⸗ ⸗ 5 thode aber voͤllig den guten Erfolg, den man ihr zuſchreibt, und hat ſich deshalb daſelbſt ſehr verbreitet. Daß ſie mehrere Arbeit und große Aufmerkſamkeit erfordere, und daß man bei einer ſtarken Kleeheuernte uͤber eine betraͤchtliche Anzahl von Menſchen zu gebieten haben muͤſſe, leuchtet von ſelbſt ein. Es kommt vorzuͤglich darauf an, daß man bei unſicherer Witterung das Heu ſchnell unter Dach oder in Feimen bringe, in dem Augenblick, wo es genugſam abge⸗ trocknet iſt; denn beim mehrmaligen Trocken⸗ und Feuchtwerden muß es um ſo mehr verlie⸗ ren, da es innerlich ganz ausgetrocknet iſt, und ſich wahrſcheinlich mehr Zuckerſtoff darin er⸗ zeugt hat. 1. 354. Verſchiedne andre Methoden, Kleeheu zu machen, z. B. es uͤber Stangen zu legen oder auf Horden unter Bedachung zu bringen, die man vorgeſchlagen und beſchrieben findet, ſind im Großen nicht anwendbar. Jedoch erwaͤhne ich einer Methode, die aber nur bei hohem Klee und vielleicht vorzuͤglich bei Saamenklee ſtatt findet: man nimmt aus dem Schwad, ſo viel man unter dem linken Arme halten kann, druͤckt es zuſammen, zieht ein Paar der laͤngſten Stengel heraus und umwindet das Band damit, ſetzt dieſe Bunde dann zu zwei und zwei ge⸗ geneinander in einer Reihe auf dem Stoppelende auf. Anhaltender Regen ſchadet ihnen, der Verſicherung nach, nicht; ſie trocknen endlich ohne Verluſt. Es geſchiehet auf dieſelbe Weiſe, wie man in Buchweizengegenden den Buchweizen aufſetzt.— Uebrigens verweiſe ich auf das, was ich im dritten Theile uͤber das Heumachen geſagt habe, beſonders in Anſehung der Aufbewahrung unter Dach oder in Feimen. 175 Futterkraͤuter. 8. 355. 4 Janger Klee, gemaͤhet wenn er eben aufbluͤhen wil,, verliert voͤllig ausgetrocknet ſeines Gewichts; aͤlterer Klee, der voͤllig aufgebluͤhet iſt, nur 3. Es macht aber wahrſcheinlich die feuchtere oder trocknere Witterung, worin er gewachſen iſt, einigen Unterſchied. Im Ganzen kann man annehmen, daß in ſeiner oben erwaͤhnten Maͤhereife von 100, 22 bleiben. Man berechnet den Kleeertrag gewoͤhnlich nach Heu, weil er gruͤn ſchwieriger zu waͤgen iſt. Der gewoͤhnliche Ertrag im Duͤrchſchnitt der Jahre wird ſehr verſchieden angegeben: man 4 nimmt von 32 Centner bis zu 100 Centner per Jochart an. Und gewiß iſt er hoͤchſt verſchie⸗ den nach dem Boden, nach der Bauart, und nach der Duͤngung. Einer meiner Freunde wog das Kleeheu zweier Schnitte voͤllig ausgetrocknet, und ſchon in Bunde gebunden, von einem genau abgemeſſenen Jochart, worauf mir der Klee ſo dicht und ſtark zu ſtehen ſchien, wie ich ihn jemals geſehen hatte, und fand 74 Ctr. 54 Pfd. Der Boden war zwar nicht vorzuͤglich fuͤr Klee geeignet, ſtand aber in großer Kraft, und war mit Seifenſiederaſche uͤberduͤngt. Ich habe alſo geglaubt 80 Centner als das hoͤchſte annehmen zu muͤſſen, was ein Kleefeld in zwei Schnitten geben koͤnne. Ich habe nachher zwar nur einmal Klee geſehen, der jenem gleich kam, ihn vielleicht uͤbertreffen konnte; aber der Beſchreibung nach, die mir vom Klee in den fruchtbarſten Gegenden, z. B. im Altenburgiſchen, gemacht worden iſt, giebt es ſolchen, der ihn weit uͤbertrifft. Ich habe eine Kleepflanze von daher vor mir, die nach Verſicherung der Augenzeugen nicht ausgeſucht, ſondern als Durchſchnittspflanze aufgezogen worden, die eben . aufbluͤhend 3 rheinlaͤndiſche Fuß mißt, und zwoͤlf vollkommene Stengel hat. Ihre unteren Zllaͤtter ſind getrocknet,* Zoll breit und 2 Zoll lang. Ich gebe alſo zu, daß der Kleeertrag weit uͤber 80 Ctr. gehen koͤnne, es iſt aber etwas außerordentliches. 8 Ich habe im erſten Theile Seite 173. auf ſandigem Lehmboden(gutem Gerſtboden) 5000 Pfd. Kleeheu als Mittelertrag angenommen, unter der Bedingung, daß der Klee einen guten und noch kraftvollen Platz in der Feldrotation bekomme. Dies ſcheint mir auf dieſem Boden der Wahrheit am naͤchſten zu kommen. §. 356. Eine Wirthſchaft, die einmal in Ordnung iſt, muß ihren Kleeſaamen ſelbſt gewinnen, weil der Ankauf deſſelben nicht nur koſtbar, ſondern auch mißlich iſt. Es iſt zwar gewiß rich⸗ tig, daß der Saamenbau den Boden ausſauge. Richt immer iſt dies ſehr auffallend; aber wer ſich davon uͤberzeugen will, der nehme nur den Saamen zwei Jahre an einer Stelle, und er wird es, wenn anders dieſe Stelle nicht durch Duͤnger wieder mehr beguͤnſtigt wird, lange am Zuruͤckſchlagen der Fruͤchte verſpuͤren. Der Rachtheil iſt aber nicht ſo groß, daß er nicht reichlich erſetzt wuͤrde.. Gewoͤhulich wird der Saame vom zweiten Wuchſe genommen, und man ſchneidet den Klee zum erſten Male wohl etwas fruͤher, damit er um ſo eher und ſtaͤrker wieder in Bluͤthe trete. Doch muß man dies auch nicht zu fruͤh thun, weil ſonſt zuruͤckgebliebene Stengel, die eigentlich noch zum erſten Triebe gehoͤren, dem zweiten Wuchſe vorkommen, und zu fruͤh rei⸗ fen. Da indeſſen ein unguͤnſtiger atmoſphaͤriſcher Zuſtand zuweilen das Taubbluͤhen des Klees veranlaſſen kann, ſo iſt es, um ſicher zu gehen, rathſam, einen Theil des Saamens ſchon vom erſten Wuchſe zu nehmen, wenn man verſpuͤret, daß die Bluͤthen beſonders gut anſetzen. Heuertrag⸗ 4 Aufnehmen des Saamens. haͤrtlich anzufaſſen ſind, und einen Widerſtand gegen das Zuſammendruͤcken aͤußern. 38 timm 3 4 finnt umei näßiſ uny tet Det Sat und ihr Saanf elſen Schnitte ſocgt ſeyn, da dheil verloͤre, ſeren Theile u feuchtet zwiſc Sporeu wegblh bollkommenſten aus konver ſey Nan m Nan bringt i er trocknet ſch meiden, und! Mand er recht trock ter. Nachde und ſiebet die Staͤubemuͤhle Dreſchens ſel aus, damite faͤhrt damit n allen Saamen net. Gewoͤht verden, wenn Dfens abwart be wächet er rer i Ri ein legen und da nen. Aber w Daß der Saame gut anſetze, nimmt man daraus ab, wenn die voͤllig aufgebluͤheten Koͤpfe Man be⸗ Hat m ſen— welc zumal im St Saamens am Tuche der So droſchen. So Auch mo iher genau ge u zu beweg Deta Khe et 2 eines ſchinlich di In Ganzen ldm. ſigetavigen gegeben am oͤchſ berſcie⸗ Freunde deg n, don einen bien, wieiz t vorzuͤgi erdüngt. 9 ſeefeld in zui jenem glech Klee in den ſolchen, de ſicherung der den, die eben Ihre uneten der Kleeerrag m Geeſbehen) der Klee unn mir auf diim ſelbſt gewinnan var gewiß i⸗ ffallend; abe er Stelle, un gt wird, lan⸗ , daß er it a ſchneidet den jeder in Käͤthe ne Sungel, die uu fruh u hen des Kle aamens ſch s gut anſezn luͤheten kiyf hern. Nan be ſtimm Der rothe Klee. d 4„ ſtimmt zum Saamentragen eine ſolche Stelle, wo der Klee nicht ſehr dicht, aber doch gleich⸗ maͤßig und frei von Unkraut ſtehet. Der Saame muß ſeine Reife moͤglichſt vollſtaͤndig erhalten. Einige Bluͤthen eilen vor, und ihr Saame faͤllt bei duͤrrer Witterung wohl ab, eher alles reif iſt, wenigſtens bei dem erſten Schnitte, wo die Hitze groß iſt; ſeltener beim zweiten. Hieruͤber muß man nicht ſo be⸗ ſorgt ſeyn, daß man ihn maͤhe, bevor der groͤßere Theil reif iſt; denn wenn man auch einen Theil verloͤre, ſo wird man doch mehr gewinnen, als wenn man das Ganze, aber zum groͤ⸗ ßeren Theile unreif, erhielte. Man unterſucht die Reife, wenn man einen Kopf etwas ange⸗ feuchtet zwiſchen den Haͤnden, bis er trocken iſt, reibt, da denn die Koͤrner, wenn man die Spreu wegblaͤſet, in der Hand bleiben. Wenn ſie eine violette Farbe haben, ſo ſind ſie am vollkommenſten; dieſe bekommen ſie aber nicht leicht ſaͤmmtlich. Sie muͤſſen nur hart, durch⸗ aus konvex ſeyn, und keine Gruͤbchen haben. Man maͤhet den reifen Saamenklee im Thau oder doch nicht bei heißem Sonnenſchein. Man bringt ihn bald in kleine Haufen, und laͤßt ihn darin ſtehen, bis er voͤllig trocken iſt. Er trocknet ſchneller wie junger Klee. Man ſucht heftige Erſchuͤtterung beim Aufladen zu ver⸗ meiden, und bringt ihn an einen luftigen Platz, am beſten uͤber die Tennen auf Stangen. §. 357. Man driſcht dann die Saamenkoͤpfe entweder ſogleich vom Strohe ab, beſonders wenn Ausbringen des er recht trocken eingekommen iſt; oder man wartet damit bis zu trocknen Froſttagen im Win⸗ ter. Nachdem die Huͤlſen vom Stroh abgeſondert ſind, driſcht man jene einige Male uͤber und ſiebet die ausgefallenen Koͤrner heraus. Das im Siebe Zuruͤckbleibende giebt man auf die Staͤubemuͤhle, damit die leeren Huͤlſen wegfliegen, welches zur Befoͤrderung des kuͤnftigen Dreſchens ſehr wichtig iſt. Das uͤbrige bringt man auf einen luftigen Boden und ſtreuet es aus, damit es mehr austrockne, driſcht es dann bei trockner Witterung wieder ab, und ver⸗ faͤhrt damit wie beim erſten Male. Dies kann man drei⸗ bis viermal wiederholen, ohne doch allen Saamen heraus zu bekommen. Leichter gehet es, wenn man die Koͤpfe in der Hitze trock⸗ net. Gewoͤhnlich geſchiehet es in Backoͤfen, aber hier kann der Saame ſehr leicht verbrannt werden, wenn man nicht hoͤchſt vorſichtig dabei iſt, und eine ſehr verminderte Temperatur des Ofens abwartet. Der Saame verliert dann ſeinen Glanz und bekommt eine braune Farbe, bei welcher er immer hoͤchſt verdaͤchtig iſt, und wofuͤr man ſich beim Ankauf huͤten muß. Siche⸗ rer iſt es in einem heizbaren Zimmer Geruͤſte von Brettern zu machen, ſie mit Tuͤchern zu be⸗ legen und den Klee darauf zu ſchuͤtten, dann ſcharf einzuheizen und ihn ſo einige Tage zu trock⸗ nen. Aber mit Vorſicht gegen Feuersgefahr! Hat man einmal ſo viel Kleeſaamen gewonnen, um damit auf ein Jahr in Vorrath zu ſeyn— welches in jeder Hinſicht ſehr vortheilhaft und voͤllig ſicher iſt, da ſich der Kleeſaame, zumal im Stroh, vollkommen gut erhaͤlt— ſo nimmt man das Abdreſchen des vorjaͤhrigen Saamens am beſten in heißen Sommertagen vor. Die Huͤlſen werden vor der Tenne auf einem Tuche der Sonne ausgeſetzt, oft durchgeharkt und dann auf die Tenne geſchuͤttet und abge⸗ droſchen. So gehet der Saame am leichteſten aus. Auch mahlet man ihn bei großem Saamenbau auf der Muͤhle aus. Die Steine muͤſſen aber genau geſtellet werden, ſo daß der Saame nicht ſchroote. Es haͤlt nur ſchwer, die Muͤller dazu zu bewegen, wo es nicht gebraͤuchlich iſt. Vierter Theil. 3 Saamens. 178 Futterkraͤuter. 5 Man kann fuͤglich ſechs Centner Kleeſaamen vom Jochart gewinnen, und folglich vom Kleeſaamenverkauf einen großen Vortheil haben, zumal wenn man ihn aus einem Jahre, wo er ſehr gedieh, bis zu einem andern, wo er mißraͤth, und folglich theuer wird, aufſpart. Manche ſaͤen, um die ſtern) aus. Es geht ſehr gut und der Klee keimt vielleicht etwas ſpaͤter, aber um deſto ſicherer aus. Es iſt aber nicht zu verhindern, daß der Kleeſaame ſtellenweiſe zu dicht falle, und wenn 5 man geſichert ſeyn will, daß allenthalben genug Saame hinkomme, ſo muß man doppelt ſo viel ausſtreuen laſſen, als ſonſt noͤthig geweſen waͤre. Die Arbeit des Abdreſchens iſt freilich weitlaͤuftig, aber doch ohne Vergleich wohlfeiler als die Ausſtreuung ſo vielen Saamens, der ſcch aufbewahren oder verkaufen laͤßt. F“ * Das Stroh und die Spreu des abgedroſchenen Saamens iſt zwar bei weitem nicht von dem Werthe des jungen Kleeheues, aber doch nutzbar fuͤr das Vieh zu gebrauchen. §. 358. Die Bemerkung, daß der Klee mißrathe, wenn er zu oft auf denſelben Platz komme, iſt zu allgemein, als daß man ihre Richtigkeit bezweifeln ſollte. Sagen und Borurtheile pflan⸗ zen ſich fort, trotz aller geſunden Vernunft; aber ſie entſtehen nicht, wie dieſe, unter dem Volke mehrerer Nationen zugleich. Dagegen haben wir andre Erfahrungen, wo der Klee, wenn er alle 3 oder 4 Jahre geſaͤet ward, immer gerieth. Beachten wir jene Jaͤlle genauer, ſo wird, wo man jene Bemerkung machte, immer flach gepfluͤgt.— Norfolk, Magdeburg, Braunſchweig.— Wo aber der Ktee immer gut geraͤth— in Gaͤrten, in verſchiedenen vier⸗ und fünfſchlaͤgigen Wechſelwirthſchaften, in Belgien(vergl. Schwerz Th. II. S. 4.)— da ward zwiſchen dem Klee einmal ſehr tief geackert. Auch wo man ſich der Kalk⸗, Mergel⸗ oder Aſchenduͤngung bediente, da bemerkte man das Mißrathen des oft wiederkommenden Klees nicht. Der Gyps dagegen, der ſonſt ſo wohlthaͤtig auf den Klee wirkt, half hiergegen nicht. Ich fuͤhre nur Thatſachen an, ohne mich auf ihre Erklaͤrung einzulaſſen. §. 359. Ob der Klee den Acker verbeſſere oder ausſauge, insbeſondere ob er auf die naͤchſtfol⸗ gende Frucht gut oder ſchlecht wirke, iſt eine ſehr haͤufig und mit Heftigkeit verhandelte Frage. Die meiſten ſtimmen fuͤr das erſtere; indeſſen iſt es nicht zu leugnen, daß manche das Gegen⸗ theil erfahren haben. Daß er nicht eigentlich erſchoͤpfend auf den Boden wirke, iſt wohl aus⸗ gemacht; denn allemal ſindet man, daß die folgende Frucht in dem Verhäͤltniſſe beſſer darnach gerathe, je dichter der Klee ſtand und je reichlicher die Ernte davon war, wenn er anders nicht zum Saamentragen kam; wovon das Gegentheil eintreten muͤßte, wenn der Klee be⸗ traͤchtliche Nahrung aus dem Boden zoͤge. Aber er wirkt nachtheilig, wenn er duͤnn und ſchwach ſtehet, indem er dem Unkraute, beſonders den Quecken und andern ſich ausbreitenden Graswurzeln Platz giebt, der Boden ſich dann erhaͤrtet und des wohlthaͤtigen Schattens ent⸗ behrt, zumal wenn man ihn dann doch ſpaͤthin ſtehen laͤßt und ſeine Stoppel einfurchig behan⸗ Wiederkommen des Kiees auf denſelben Platz. Ob Klee aus⸗ ſauge oder be⸗ reichere. delt. Wenn man daher vom Klee auch in dieſer Hinſicht eine wohlthaͤtige Wirkung haben will, ſo muß man alles anwenden, was deſſen dichten Stand und lebhaften Wuchs befoͤrdern kann: ihn nur in einen kraftvollen, durch Brache oder behackte Fruͤchte wohl gereinigten un gelockerten Acker faͤen, Sorgfalt auf die Ausſaat verwenden, 7 8 die Arbeit des Abdreſchens zu erſparen, den Klee in Huͤlſen(Bul⸗ d und ihn zu gerechter Zeit maͤhen. Dann muß man ihn, nachdem er nach dem letzten Schnitte etwas wieder herangewachſen, fruͤh genug vor der kuͤnftigen Saat umbrechen, damit ſich der Acker ſetzen und die Kleeſtopel mo⸗ 4 . zern konne. 8 und zum Lhel den Acencb 31 vwitd alenul vor dn Keicthum, uh gle ofrm Obwohl” Farde zuwelln ſchletlich verſtat ncht einen Th nich zeigt, ſo ſteint er gleie anders zuſagt ſecken. Der w kraftooller B. den kann er Klees gleichke die es verſuc und beſonder dern bleibt ne Weit h in dieſer Abſi ſeiner ſtarken rothe Klee. I ſelbe durch ſein und kann ſiche ihm une dtere rothen Ka, ſend iſt. de tathe, wenn hauet worde nachtheilig g Nan ſe letterss, weit Stoppel gett geſireuet, a folgich in Jahre, wh aufſpart. diſen GBu⸗ dir ſiheren le, m wenn nan daggä ſ ens iſ fraüich Saamens, da tem nicht ta . Platz komwe, ertheile gfun⸗ e, unter den wo der Kler, dälle genauer, „ Madurg ſchiedenen dier⸗ S. 4.)— R „Mergel⸗ a mmenden dlut hiergegen iit if die nachi dandelte Freu⸗ he das Gege⸗ Hiſt wohl au⸗ beſſer darnt venn er ande n der Kleele er dunn und h auälttitenden Scuttens ent uuccig behar girkung hobe uchs befdede ereinigten u er Zeit niß wachſen, ſih Kleeſteppd ne — Der weiße Klee. dern koͤnne. Sollte indeſſen der Klee wegen unguͤnſtiger Witterung dennoch ſchlecht ſtehen, und zum Theil ausgewintert ſeyn, ſo muß man ſich mit einem Schnitte begnuͤgen, und dann den Ackerals Brache mit dreimaligem Pfluͤgen und Eggen behandeln. Wer dies beobachtet, wird allemal vom Klee eine wahre Vermehrung der Kraft im Boden— ohne Ruͤckſicht auf den Reichthum, welchen er der Wirthſchaft im Ganzen giebt— unmittelbar bemerken, und nach Klee oftmals beſſeres Getreide, wie nach ungeduͤngter Brache haben. Der weiße Klee(Trifolium repens). §. 360. Obwohl es mehrere weißbluͤhende Kleearten giebt, und auch ſelbſt jener rothe Klee ſeine Farbe zuweilen umwandelt, ſo wird doch unter weißem Klee faſt allenthalben jene Art aus⸗ ſchließlich verſtanden. Er iſt auf allen lehmigen und feuchten Boden unſres Klimas einheimiſch, macht einen Theil des Raſens aus, und wenn er ſich auch bei dem erſten Anblicke in dieſem nicht zeigt, ſo entdeckt man doch bei genauerer Anſicht kleine ſchwache Pflanzen. Daher er⸗ ſcheint er gleich, ſobald der Boden einen Duͤnger bekommt, der dieſer Pflanzengattung be⸗ ſonders zuſagt: Kalk oder Aſche; ſo daß manche geglaubt haben, der Saame muͤſſe in dieſem ſtecken. .§. 361. Der weiße Klee wird von einigen auch zum Maͤhen angeſaͤet. Es wird aber ein ſehr kraftvoller Boden erfordert, wenn er die dazu gehoͤrige Hoͤhe erlangen ſoll. Auf ſolchem Bo⸗ den kann er einen Schnitt geben, welcher der Dichtigkeit wegen einem Schnitte des rothen Klees gleichkommt, und das davon gemachte Heu uͤbertrifft, nach der Verſicherung aller derer, die es verſucht haben, das Heu des rothen Klees in ſeiner Annehmlichkeit, Nahrhaftigkeit und beſonders im Milchertrage betraͤchtlich. Mehr als einen Schnitt giebt er aber nicht, ſon⸗ dern bleibt nachher an der Erde.. Weit haͤufiger aber wird er als Weideklee benutzt, und unter allen Pflanzen, die man in dieſer Abſicht anbauete, hat er den meiſten Beifall erhalten. Er ſchickt ſich dazu wegen ſeiner ſtarken Beſtaudung, und des ſchnellen Wiederaustreibens ſeiner Blaͤtter beſſer wie der rothe Klee. Auch weicht er dem Unkraute nicht ſo leicht wie dieſer, unterdruͤckt vielmehr daſ⸗ ſelbe durch ſeine fortrankende Wurzel, erfordert deshalb keinen ſo ſorgfaͤltig gereinigten Acker und kann ſicherer nach mehreren Kornernten gebauet werden. Auch hat man bemerkt, daß ihm eine oͤftere Wiederholung ſelbſt auf flach beackertem Boden nicht ſo nachtheilig ſey wie dem rothen Klee, welches ſchon daraus erhellet, daß dieſer Klee bei uns einheimiſch und wildwach⸗ ſend iſt. Dennoch haben einige erfahren, daß er auf minder angemeſſenem Boden beſſer ge⸗ rathe, wenn dieſer ihn noch nie getragen hat, als wenn er ſchon ſeit laͤngerer Zeit darauf ge⸗ bauet worden. Eine Ahwechſelung des rothen Klees mit dem weißen hat man jenem nicht nachtheilig gefunden. §. 362. Man ſaͤet ihn unter Winter⸗ und Sommergetreide, unter erſteres jetzt lieber als unter letzteres, weil er unter jenem fruͤher aufkommt, und oft ſchon eine gute Nachweide in der Sroppel giebt. Er wird dann, ſobald der Froſt aufgegangen, uͤber die Winterungsſaat her⸗ geſtreuet, oder aber man ſaͤet ihn auch vor Winter, oder ſelbſt auf dem Schnee aus, damit — 3 2. Ausſaat. * 8. 180 Futterkraͤuter. Der Erdbeerklee.. er ſich mit der Feuchtigkeit feſt in den Boden ziehe, und dann bei der erſten wieder eintreten⸗ den Waͤrme keime. 3 Man bedarf der Feinheit ſeiner Koͤrner und ſeines Beſtaudens wegen weit weniger Saa⸗ mens, und 4 bis 5 Pfd. ſind voͤllig hinreichend auf den Jochart, wenn er gut vertheilt wird. Er iſt mehr oder minder ausdauernd, je nachdem ihm der Boden zuſagt. Oft hält er ſich nur bis ins dritte Jahr nach ſeiner Ausſaat und verliert ſich im vierten. Bei einer ſchar⸗ fen Behuͤtung mit Schaafen aber kann er auch fruͤher ausgehen, weil dieſe ſeinen Stamm und ſelbſt die Wurzeln in der Erde anfreſſen und auskratzen. §. 363. Sedmenige bin⸗ Um den Saamen zu gewinnen, maͤhet man ihn gewoͤhnlich ab, wobei aber immer viele 2 Koͤpfe ſtehen bleiben. Will man von einem kleinen Flecke vielen Saamen haben, ſo iſt es rathſamer, ſeine Saamenkoͤpfe von Weibern und Kindern abpfluͤcken oder mit der Scheere ab⸗ ſchneiden zu laſſen. Dieſe Arbeit bezahlt ſich immer. Oder aber man ſammelt ihn in einen Beutel, woran vorn ein kammaͤhnliches Eiſen befeſtigt iſt, mit welchem man uͤber den Klee herſtreift, die Bluͤthkoͤpfe abreißt, die dann in den Beutel, der oben mit einem Buͤgel aus⸗ einander geſpannt iſt, fallen. Im uͤbrigen wird er eben ſo wie der rothe Klee behandelt. .§. 354. 1 Man hat verſchiedene andere Kleearten zum Anbau empfohlen. Der Erdbeerklee, Trifolium fragiferum, kommt dem weißen Klee in ſeiner Natur und Anſehen ſehr gleich, und unterſcheidet ſich nur durch ſeine erdbeerfoͤrmigen Saamenkoͤpfe. Er iſt ebenfalls eine einheimiſche Pflanze, und ſcheint faſt dichtere Blaͤtter wie der kriechende Klee zu bekommen. Doch kennen wir noch keine im Großen damit gemachte Verſuche. Das Trifolium flexuosum, das alpestre und das rubens, hat man ſtatt des rothen Klees empfohlen, weil ſie beide auf ſchlechterem Boden beſſer wie der gewoͤhnliche Klee gedei⸗ hen ſollen. Sie ſind aber auch minder zutraͤglich, und haben nicht die weichen und maſtigen Blaͤtter des Wieſenklees. Das Prifolium melilothus naͤhert ſich in ſeinem Wuchſe, und in ſeinem Anbau mehr der Luzerne und iſt als ein Surrogat derſelben anzuſehen. Das mit blauen Blumen hat einen zu ſtarken Geruch; das gelbbluͤhende hat ihn minder, und am wenigſten das weißbluͤhende. Deshatb nimmt man das letztere am liebſten. Indeſſen giebt er doch der Milch und Butter einigen Beigeſchmack, den manche aber nicht fuͤr unangenehm halten, bei dem Kaͤſe aber ſehr ſchaͤtzen. 8 Die Luzerne(Medicago sativa).. §. 365. Der große Ruf, worin ſich dieſe Pflanze bekanntlich ſeit uralten Zeiten bis auf unſern Tag, als das trefflichſte aller Futtergewaͤchſe, ununterbrochen erhalten, auf der einen Seite, und dagegen dennoch gan, diſſ pfane b fellt, fndern hei auf den weine Meinun und wieder in zeht glaubei Es kon Ackerkrume al werden. Jen it zur Ausdan nigſtens gleich der Erdarten der Luzerne, her Thon ihr enziehen kan giebt, wo ſi findet; ſo m ſeiner Gewe zu mengen! lichen diefe geren Ausde macht, und beſten Anſch man ſie auf Daß d ſeyn duͤrfe, gen, anhalte ich. Und u dande man Overſach ſie nachthelg, erzeugung a nicht uͤbern Der poßt durcha v gelocke tien ſandi ledetdei ang Bodenfin ſ adſchwenmde wenn er ſa de eineter eniger Sa⸗ theilt wird, St hailt er ner ſchat⸗ Sanm und t immer djel en, ſo ſſ6 Scheere e ihn in eina 8 uder den le im Bügel aun⸗ ehandel beidet ſi Pſanze, un wit noch ken zatt des rothen he Klee gedei und maſtigen Anbau weh⸗ nen hat eine weißbluͤhende H und Butr Koͤſe aler ih is auf unſen einen Siſe Die Luzerne. 14981 und dagegen die widerſprechenden Erfahrungen von den mit aller Sorgfalt angeſtellten und dennoch ganz verungluͤckten Anbauverſuchen auf der andern, haben meine Aufmerkſamkeit auf dieſe Pflanze beſonders erhalten. Ich habe nicht nur ſelbſt fortdauernd Verſuche damit ange⸗ ſtellt, ſondern auch die Erfahrungen andrer einzelnen Anbauer geſammelt, verglichen und da⸗ bei auf den Grund der verſchiedenen Reſultate zu dringen geſucht. Deshalb habe ich auch meine Meinung zu verſchiedenen Zeiten abgeaͤndert, wie aus demjenigen, was ich im erſten und wieder im dritten Bande meiner engliſchen Landwirthſchaft daruͤber geſagt habe, erhellt. Jetzt glaube ich ſie mehr beſtimmen und feſter ſtellen zu koͤnnen. §. 366. Es kommt beim Anbau dieſer Pflanze faſt mehr auf den Untergrund als auf die obere Ackerkrume an. Dieſe kann waͤhrend des Wachsthums der Luzerne verbeſſert und bereichert werden. Jener wird bei der Verlaͤngerung der Pfahlwurzeln mit jedem Jahre wichtiger. Es iſt zur Ausdauer der Luzerne unumgaͤnglich noͤthig, daß er bis zu einer Tiefe von 4 Fuß we⸗ nigſtens gleichartig mit der Grunderde der Krume und mit ſich ſelbſt bleibe. Wo ſich die Lage der Erdarten in ihrer Konſiſtenz und in ihren Beſtandtheilen veraͤndert, da ſtockt die Wurzel der Luzerne, die Pflanze geht aus oder haͤlt ſich nur kuͤmmerlich hin. Am wenigſten darf zaͤ⸗ her Thon ihr in den Weg kommen, auf welchem obendrein das Waſſer ſtockt und nicht tiefer einziehen kann. Da es nun ganze Gegenden ſowohl, wie einzelne Stellen auf dem Acker giebt, wo ſich dieſe bisher in groͤßerer Tiefe vielleicht unbeachtete Abwechſelung der Erdarten findet; ſo mißrathen daſelbſt alle Anbauverſuche mit dieſer Pflanze. Man hat es indeſſen in ſeiner Gewalt, die verſchiedenen Schichten des Untergrundes durch das Riolen miteinander zu mengen und dadurch den Luzernebau zu erzwingen. Es muß aber bis zu einer ſehr betraͤcht⸗ lichen Tiefe geſchehen, und 3 Fuß als die gewoͤhnliche Grenze des Riolens, ſind zu einer laͤn⸗ geren Ausdauer der Luzerne noch nicht hinreichend. Ich habe die Erfahrung ſelbſt oͤfterer ge⸗ macht, und von vielen vernommen, daß die Luzerne auf dieſe Weiſe bis im dritten Jahre den beſten Anſchein gab, dann aber ſtatt ſich ſtaͤrker zu beſtauden, zu kuͤmmern anfing, ungeachtet man ſie auf das ſorgfaͤltigſte behandelte. Daß der Boden, wo man Luzerne bauen will, der Naͤſſe zu keiner Jahreszeit ausgeſetzt ſeyn duͤrfe, iſt bekannt. Quellichte oder waſſergallige Stellen ruͤhren von abwechſelnden La⸗ gen, anhaltender und durchlaſſender Erden her, und ſind alſo ſchon in dieſer Hinſicht untaug⸗ lich. Und wenn man auch dieſe Stellen durch gehoͤrig angelegte Abzuͤge entwoͤſſern koͤnnte, wuͤrde man ſie dennoch nicht zu dieſem Anbau gebrauchen koͤnnen. Aber auch die auf der Oberflaͤche ſich herabziehende und ſich anhaͤufende oder durchſinternde Raͤſſe wird der Luzerne nachtheilig, theils durch ſich ſelbſt, theils dadurch, daß ſie den Graswuchs oder die Raſen⸗ erzeugung auf der Oberflaͤche zu ſehr beguͤnſtiget, die der Luzerne toͤdtlich wird, wenn man ſie nicht uͤberwinden kann. Hier laͤßt ſich jedoch durch Begrabungen oft etwas ausrichten. Der Boden muß dann aber auch von einer mittleren Konſiſtenz ſeyn. Der zaͤhe Thon paßt durchaus nicht dazu; denn weil nur feine Ackerkrume durch den Duͤnger und die Bearbei⸗ tung gelockert iſt, ſo macht der harte Untergrund fogleich einen nachtheiligen Widerſtand. Auf tiefem fandigen Boden kommt die Luzerne eher fort, aber ſie bleibt ſchwach und daͤrftig und leidet bei anhaltender Duͤrre doch ſo ſehr, daß ihre Blaͤtter abfallen. Am meiſten iſt derjenige Boden fuͤr ſie geeignet, in dem ſich gleichartig, bis zu einer betraͤchtlichen Tiefe der Sand zum abſchwemmbaren Thon verhaͤlt= 70: 30 bis= 50: 50. Noch zutraͤglicher aber wird er, wenn er ſtatt eines Theils des Sandes Kalk enthaͤlt; waͤre dieſer Kalk auch nur im Unter⸗ —— 132 Futterkraͤuter. geunde und nicht in der Ackerkrume vorhanden. Jedoch verſteht es ſich, daß er auc nicht Ackerbereitung. nicht. uͤberwiegend und in beſondern Lagen angehaͤuft, ſondern gleichmaͤßig mit der uͤbrigen Erde ge⸗ miſcht ſeyn muͤſſe. Auf Kalkſtein, wo die Esparſette ſo vorzuͤglich gedeiht, waͤchſt die Luzerne Jener Boden iſt derjenige, den man gewoͤhnlich warmen Boden nennt, und den alle Beobachter, als den beſten fuͤr die Luzerne, mit dieſem Namen bezeichnen. Der kuzerne iſt aber auch eine warme Lage deſſelben gedeihlich, folglich der oͤſtliche und der ſuͤdliche Abhang und einiger Schutz vor dem naßkalten Nord⸗ und Weſtwinde. Sie iſt in einem warmen Klima zu Hauſe, haͤlt daſelbſt vor allen die Duͤrre des Sommers aus, und deshalb giebt ſie auch bei uns in trocknen und warmen Sommern, wo beſonders der Klee an Duͤrre leidet, auf an⸗ gemeſſenem Boden den ſtaͤrkſten Ertrag. 1 Hieraus folgt, daß derjenige, welcher mit Sicherheit ein Luzernefeld anlegen will, ſei⸗ nen Boden nicht bloß auf der Oberflaͤche, ſondern bis zu einer betraͤchtlichen Diefe unterſuchen muͤſſe: eine Unterſuchung, die weit leichter und minder koſtſpielig iſt, als aufs Gerathewohl gemachte und mehrentheils kein ſicheres Reſultat gebende Proben. An manchen Orten, wo die Unterlage des Bodens ſehr verſchieden und abwechſelnd iſt, bleibt ihr Anbau immer unſicher und man bekommt ſelten dicht geſchloſſene Luzernefelder. Es entſtehen immer Luͤcken, wo ſie ausgehet, wenn ſie mit ihren Wurzeln auf eine unpaſſende Erdlage ſtoͤßt. 5. 367. Der zur Luzerne beſtimmte Acker muß wohl vorbereitet, ſo tief wie moͤglich gepfluͤgt, und von allem ausdaurenden Unkraute gereinigt, Quecken und Graswurzeln muͤſſen insbeſon⸗ dere voͤllig getoͤdtet ſeyn, welches durch Brachbearbeitung, oder den Bau behackter Fruͤchte, wo es noͤthig iſt, zwei Jahre nacheinander, am beſten geſchieht. Einjaͤhriges Saamenunkraut ſchadet ſo viel nicht, da es mit der Frucht, worunter die Luzerne geſaͤet ward, oder mit der jungen Luzerne ſelbſt, abgemaͤhet wird, und dann vergeht. Nur darf es nicht zur Saamen⸗ veife kommen.. 1in eaamen Vor dieſer Bearbeitung iſt es rathſam, dem Acker eine kraͤftige Miſtduͤngung zu geben, damit man nicht noͤthig habe, dieſe, ſo lange die Luzerne noch jung iſt, zu wiederholen. . 8§. 368. Die Luzerne wird entweder allein oder mit einer andern Frucht, zu 13 bis 13 Pfd. auf den Jochart— weil ihr Saame betraͤchtlich groͤßer wie der Kleeſaame iſt— ausgeſaͤet. Vormals hielt man erſteres fuͤr rathſam, damit man ſie jaͤten, auch wohl, wo ſie zu dicht ſtand, verziehen koͤnne. 3 Großen kaum moͤglich, und die Bedeckung und Schutz durch die mit ausgeſaͤete Frucht den jungen Luzernepflanzen zutraͤglich gefunden hat. Manche ſaͤen ſie unter die Gerſte, beſonders unter die ſpaͤte vierzeilige die ſie reifen laſſen. Andre waͤhlen eine Frucht, die gruͤn abgemaͤ⸗ het wird: Erbſen, Wicken und verſchiedene Gemenge. Ich aber ziehe nach meinen Verſuchen den Lein und den Buchweizen andern dazu vor; denn ich habe gefunden, daß ſie hierunter immer am gleichmaͤßigſten und uͤppigſten ſtehe, und nachher am ſtaͤrkſten emporkomme. Der Lein muß freilich mit einiger Vorſicht und Schonung der jungen Pflanzen aufgezogen werden. Der Buchweizen kann zur Reife kommen, oder gruͤn in der Bluͤthe gemaͤhet werden. Da er aber mehrentheils auf ſolchem Boden zu uͤppig ſteht, um einen betraͤchtlichen Saamenanſaatz zu machen, ſo habe ich in der Regel letzteres gewaͤhlt. Der Boden bleibt unter dieſen Ge⸗ Jetzt zieht man letzteres faſt allgemein vor, weil man das Jaͤten im 1 vachſn dilg heruumutſende doeß b Einige wo die Luzern näöhre. Mir des Klees wer beſtaudende K nen Beifal ni Nanche Rife. Ich Schneedecke g zerne, aber Boden nicht Bedeckung ſer ſtrengem Fre aber außerde kraut in der herbeilockt. Eine! kraͤftiges A. Schnitten m faſeen wollen folgenden ab Acker ausſeh wenn man ke Fäge nach a zewſhüicht, worden R. dem duerne Nach Am duͤngt an heſten al Aitenabgan. Jaſenade ge dunne Ueberf man ſih gerr ſt fuͤr die a tauh ih. Die Luzerne. 1838 en Erde ae⸗„.. e. de ge waͤchſen voͤllig rein, ſie ſchlagen nicht wieder aus, und uͤberlaſſen den Platz der nun ſchnell d at luhem heranwachſenden Luzerne, die dann keiner weiteren Beihuͤlfe im Nachſommer und Herbſte be⸗ ud den ale darf. G... däugene Einige ſaͤen mit der Luzerne zugleich rothen Klee aus, damit dieſer im naͤchſten Jahre, icedn wo die Luzerne ihre voͤllige Staͤrke noch nicht erreicht hat, doch einen reichlichen Schnitt ge⸗ anna nn waͤhre. Mir hat aber junge Luzerne im zweiten Jahre immer einen Ertrag gegeben, der dem des Klees wenigſtens gleichkommt, und es ſteht doch wohl zu beſorgen, daß der ſich ſchneller beſtaudende Klee manche junge Luzernepflanze unterdruͤcke, weswegen ich dieſer Methode mei⸗ nen Beifall nicht geben kann. 1 iebt ſe auc det, auf a zen wil, ſ§. 369. buugitn V„Manche geben der jungen Luzerne nun vor Winter eine Bedeckung von langem ſtrohigem Dedeung a den 1 Miiſte. Ich will es nicht beſtreiten, daß dieſe in einem harten Winter, wo ſie von keiner un 1d- Schneedecke geſchuͤtzt wird, nuͤtzlich ſeyn koͤnne. In dem Winter von 1805 erfror junge Lu⸗ unel unſten zerne, aber ein ſolcher ſchneeloſer Winter, wo der Froſt 3 Fuß in die Erde drang, und der ücken, m ſe Boden nicht Riſſe, ſondern große Kluften bekam, iſt auch ſelten, und es muͤßte eine ſtarke Bedeckung ſeyn, die ſie ſchuͤtzte. In dem Winter von 18 ½2, wo es ihr ebenfalls bei ziemlich ſtrengem Froſte an einer Schneedecke fehlte, blieb ſie unverſehrt. Die Miſtdecke ſcheint mir aber außerdem das Nachtheilige zu haben, daß ſie die jungen Pflanzen verzaͤrtelt, neues Un⸗ düt taſüg, raut in den Acker bringt, die hier nachtheilige Graserzeugung befoͤrdert, und Feldmaͤuſe 2 auehe herbeilockt. Ich rathe daher, die junge Luzerne im erſten Winter lieber ſich ſelbſt zu uͤberlaſſen. ackter Früͤthe aamenunttut§. 370. 6 „ oder mdt Eine hoͤchſt wichtige und zur Erhaltung der Luzerne faſt unentbehrliche Operation iſt ein Esgen. tzur Saang. kraͤftiges Aufeggen derſelben, beſonders im Fruͤhjahre, welches aber auch zwiſchen zwei Schnitten mehrere Male im Jahre wiederholt werden kann, wenn Graͤſer Wurzel dazwiſchen 4. gung zu geöwh faſſen wollen. Im erſten Fruͤhjahre muß dieſes Eggen freilich nur maͤßig geſchehen, in dem etholn. folgenden aber mit möglichſter Kraft, und ſo ſtark, daß der Boden ganz wie aufgeriſſener Acker ausſehe. Daher muͤſſen ſtarke und ſcharfe eiſerne Eggen dazu gebraucht werden, und. wenn man keine große ſogenannte Bootegge hat, muͤſſen mit kleineren Eggen um ſo mehrere 115 Nd au Zuͤge nach allen Richtungen gegeben werden. Die erſtarkte Luzerne beſchaͤdigt man dadurch — ausgeſaͤet gewiß nicht, ſie beſtaudet ſich und treibt um ſo ſtaͤrker hervor, je tiefer das Land aufgeriſſen ſie zu dichh worden. Man hat ſogar einzelne Streifen einen Fuß weit von einander mit dem Pfluge auf das Jäͤteng dem Luzernefelde aufgeriſſen-und dadurch alte Luzerne wieder verjuͤngt. te Frucht da ſte, beſondens§. 371. ö grün alenè Nach dieſem kraͤftigen Eggen wird aufgebrachter Duͤnger um ſo groͤßere Wirkung thun. Ueberdängnng. inen Ueſuchen Mum duͤngt die Luzerne, um ſie im uͤppigſten Wuchſe zu erhalten, gern alle zwei Jahre, und jſe hierunter am beſten abwechſelnd mit Miſt und mit mineraliſchem Duͤnger. Als letzteren findet man den umme. Der Aſchenabgang vorzuͤglich wirkſam, aber auch den Kalk in zerfallenem Zuſtande und mit etwas gaen werden. Raſenerde gemengt; ſo wie auch zerfallenen Mergel. Von allem thieriſchen Miſte thut eine den. Dam duͤnne Ueberſtreuung mit Federvieh⸗, beſonders Taubenmiſt die groͤßte Wirkung. Auch bedient zamenanſech man ſich gern der ausgegohrnen Miſtjauche fuͤr das Luzernefeid. Die Beſtreuung mit Gyps ter dieſen be⸗— iſt fuͤr die Luzerne eben ſo wirkſam wie fuͤr den Klee. 184 Futterkraͤuter. §. 372. Erute. Die Luzerne muß gemaͤhet werden, ehe ſich ihre Bluͤthenknospen zeigen, wenn man ei⸗ nen ſchnellen und ſtarken Wiederwuchs ſichern will. Gut behandelte Luzerne kann in der Re⸗ gel viermal, zuweilen auch fuͤnfmal, in einem Sommer gemaͤhet werden. Die Stärke jedes Schnitts nimmt faſt mit jedem Jahre zu, ſo lange die Luzerne dicht und ohne Luͤcken bleibt, wenn anders das Eggen und die Duͤngung nicht verſaͤumt wird. Wenn auch die aͤltere Luzerne nicht ſo hoch wird wie die juͤngere, ſo gewinnt ſie dagegen an Dichtig⸗ keit. Ihr Ertrag uͤbertrifft wohl jedes andre Futterkraut. 80 Centner Heu vom Jochart nimmt man als das gewoͤhnliche an, man behauptet ader haͤufig 160 Centner vom Jochart erhalten zu haben. Die Quantitaͤt haͤngt hauptſaͤchlich von der gegebenen Duͤngung ab, doch hat auch die Jahreswitterung einen großen Einfluß darauf. Je waͤrmer der Sommer, deſto groͤßer iſt er in der Regel.* Gebrauch. Die Luzerne wird theils gruͤn mit allen Vieharten verfuͤttert, theils zu Heu gemacht, wel⸗ ches letztere auf eben die Weiſe, wie beim Klee, geſchiehet. Gruͤn giebt man ſie beſonders gern den Pferden, die, wenn ſie taͤglich einmal den dritten Theil ihrer gewoͤhnlichen Ration Hafer dabei bekommen, in Kraft mehr zu⸗ als abnehmen. Bei den Kuͤhen ſcheint ſie die Milch ſtaͤrker wie der Klee zu vermehren; doch wollen einige bemerkt haben, daß die Milch duͤnner danach werde und die Butter fruͤher einen bitterlichen Geſchmack bekomme. Ich habe es noch nicht bemerkt. S. 374. Die Luzerne kann ſehr lange ausdauern. Ich habe auf einem Gartenſtuͤcke, welches ehemals Luzerne trug, nachher ein paarmal gegraben und darauf zu Raſen wieder niederge⸗ legt wurde, einzelne Luzernepflanzen geſehen, die wenigſtens 30 Jahre alt ſeyn mußten. Funf⸗ zehn Jahre lang hat man ein Luzernefeld nicht ſelten erhalten, und auf 7 bis 8 Jahre rechnet Ausdaner. man gewoͤhnlich. Einige laſſen die Luzerne nur 4 bis 5 Jahre ſtehen, nicht ſowohl weil ſie dann ausginge und ſich vermindere, ſondern weil man das Land durch ſchnellere Wechſelung hoͤher zu benutzen glaubt. §. 375. v“ Platz im Feld⸗ Wenn die Luzerne in eine ordentliche Feldrotation aufgenommen werden ſoll, ſo muß ſoſtems. dieſe viele Schlaͤge haben; theils um die Luzerne lange genug zu benutzen, theils weil man auch in Anſehung ihrer beobachtet haben will, daß ſie erſt nach 9 Jahren auf denſelben Platz wieder kommen duͤrfe. Bei wenigeren Schlaͤgen— wir wollen 7 annehmen— wird es am zweckmaͤßigſten ſeyn, von jedem Schlage gewiſſe Jocharte zur Luzerne zu beſtimmen, jaͤhrlich einen Theil davon anzuſaͤen, und wenn man damit herumgekommen iſt, jaͤhrlich einen Theil wieder aufzureißen und nun einen andern Platz auf jedem Schlage fuͤr die Luzerne zu waͤhlen. §. 373. 1 Dies wird insbeſondere da geſchehen muͤſſen, wo nicht der ganze Acker fuͤr die Luzerne tauglich iſt. In manchen Faͤllen behilft man ſich ohne Regularitaͤt mit einzelnen aus der Rotatien herausgenommenen Stuͤcken. Der eun neßhlen Male w v Sumenrei gute Dungung eches nun u tn zur Neife k Der Sa⸗ it deshalb wen Der Unt e dreimal tief ebouet, und anders ſeyn; iet, wie nac Die Fre Duͤnger erhal ger abtragen Ich m Bande meine zungsmethod rem Boden? chen Raum! Ich habe ſie! ſtarkenden P. durften, imm der Erde abge ſges Nachpfla vſcließt. S ſie anwenddar man bepfenze Das? Diſtanz, iſ Luflockerung durch die Eg dn gut einer Withſe ſezen. Fene in ſo ſcchr. Dierter Th Die Luzerne.. 188 §. 376. Den Saamen nimmt man nicht von juͤngerer Luzerne, auch nicht von ſolcher, die man Aufnehmen des ſenn man a mehrere Male maͤhen will, und die noch lange ausdauern ſoll, denn die Pflanzen werden von Saamens. in der Re⸗ der Saamenreifung ſehr angegriffen. Indeſſen habe ich doch geſehen, daß man es ihnen durch gute Duͤngung ooͤllig erſetzen koͤnne. In der Regel nimmt man den Saamen von dem Felde, uhen dicht welches nun umgebrochen werden ſoll, maͤhet einen Schnitt jung ab, und laͤßt dann den zwei⸗ t vitd. Nann ten zur Reife kommen. 4 3 en an diti Deer Saame iſt leichter abzudreſchen wie der vom Klee, giebt aber nicht ſo reichlich, und vom zatat. iſt deshalb wenigſtens um ein Drittel theurer. vom Jocher S. 377. anu ch,h Der Umbruch eines alten Luzernefeldes ſcheint mir nicht ohne Schwierigkeit. Ich habe Aufbruch des mmer, diſe Luzernefeldes. es dreimal tief mit ſchmalen Furchen und ſcharfen Schaaren gepfluͤgt, und danach Hackfruͤchte gebauet, und dennoch trieben immer Luzernepflanzen wieder aus. Es muß mit junger Luzerne anders ſeyn; denn der beruͤhmte Piectet zu Lancy, welcher die Luzerne nur drei Jahre benutzt, gena vil ſaͤet, wie nach dem Klee, Weizen auf die erſte Furche. 1 ſie beſondes Die Fruchtbarkeit eines aufgebrochenen Luzernefeldes, beſonders wenn es mehrere Male nuchen Ration Duͤnger erhalten hat, iſt ſehr groß, und es kann nun eine Reihe von Ernten ohne neuen Duͤn⸗ tſt die Micch ger abtragen.—. eMichdonee 3 habe e uc§. 378. 3 Ich muß noch einiger beſonderen Kulturarten der Luzerne erwaͤhnen, wovon ich im erſten Bande meiner engliſchen Landwirthſchaft ausfuͤhrlicher geſprochen habe. Durch die Verpflan⸗ I zungsmethode, wobei die Luzerne ihre Pfahlwurzel verliert, kann man ihren Anbau auf flache⸗ ſuͤcke, velhs rem Boden erzwingen, indem ſie alsdann nur Seitenwurzeln treibt, die aber einen betraͤchtli⸗ jeder niedenge chen Raum haben muͤſſen; und dies ſcheint wohl der Hauptgrund ihrer Anwendung zu ſeyn. nußten. Fur Ich habe ſie im Kleinen verſucht, aber das Beſchwerliche dabei gefunden, daß die ungemein er⸗ Jahre rechne ſtarkenden Pflanzen holzige Kronen bekamen, die, weil ſie mit der Senſe nicht gefaßt werden ſowohl weilſe durften, immer hoͤher wurden, ſo daß die Luzerne nach einigen Jahren ſchon 4 Fuß hoch uͤber te Wechſelun der Erde abgehauen werden mußte. Die Methode iſt uͤbrigens ſehr muͤhſam, erfordert haͤu⸗ ſiges Nachpflanzen und es dauert bis zum dritten Jahre, ehe ſich das Kraut der Luzerne gehoͤ⸗ rig ſchließt. Sie ſcheint auch in England außer Gebrauch gekommen zu ſeyn. Allenfalls bleibt V ſie anwendbar, wo auf einem Felde, aus der§. 372. erwaͤhnten Urſach Luͤcken entſtehen, die ſol, o i man bepflanzen kann. eils weil m Das Drillen der Luzerne aber, zwiſchen Getreide in Reihen von acht⸗ bis zehnzoͤlliger enſelben Noy Diſtanz, iſt in England immer beliebter geworden, weil man die dieſer Pflanze ſo nuͤtzliche — wich han Auflockerung der Oberflaͤche dann durch die Pferdehacken noch weit kraͤftiger geben kann, als nen, ſihlich durch die Egge. Selbſt habe ich dieſen Verſuch noch nicht gemacht. h tünn Theil mu waͤhlen.§. 379. erne tauglic Ein gut beſtandenes und ſich durch jaͤhrliche Anlage immer erneuerndes Luzernefeld, giebt. er Rotation einer Wirthſchaft einen hohen Schwung, und kann den Wieſen⸗Mangel voͤllig und ſicher er⸗ ſetzen. Keine Wieſe giebt den Ertrag an gleicher Flaͤche, wie die Luzerne, und ſelten giebt ſie ihn ſo ſicher. 3 Vierter Theil. Aa 376. Boden. Torbereitung, Ausſaat⸗ Heuertrgg. 186 Futterkraͤuter. Die Esparſette, der Espar, St. Foin, Hedyfarum omohrychis. 1§. 380.“ Dieſes ſchaͤtzbare Futtergewaͤchs erfordert nothwendig einen kalkhaltigen Untergrund. Wo es dieſen findet, waͤchſt es auch mit Huͤlfe einiges Duͤngers auf einer ganz ſchlechten flachen Ackerkrume, wogegen es ohne ſolchen durchaus nicht fortkommt, wenn man ihm auch die beſte Ackererde giebt. Es gehet zwar darin auf und zeigt ſich im erſten Jahre ſehr uͤppig; aber dann vergeht es, ſtatt ſich zu beſtauden. Nur Kalk oder Kreide muß es haben, wenn es auch Felſen waͤre, in welchen es ſich mit ſeinen Wurzeln hineinbohret. Wer es anbauen will, uͤber⸗ hebt ſich durch Unterſuchung ſeines Bodens bis zu einer Tiefe von 4 Fuß koſtſpieliger und oft vergeblicher Verſuche. 5. 38r. Der Acker, wo Esparſette ausgeſaͤet werden ſoll, muß gereinigt ſeyn vom Unkraut, be⸗ fonders von Quecken, welche ſie nicht auffommen laſſen. Dies kann durch eine gut bearbeitete Brache oder durch Hackfruͤchte geſchehen. Hat der Boden kuͤrzlich Duͤnger erhalten, ſo wird dies ihr Fortkommen ſehr beguͤnſtigen; indeſſen hat man ſie haͤufig auf mageren Acker geſaͤet, und dennoch in der Folge ein gutes Esparſettefeld erhalten. §. 382. Sie wird in der Regel mit Gerſte oder Hafer, zuweilen indeſſen auch im Herbſte mit Winterung entweder auf die rauhe Furche geſaͤet oder flach untergepfluͤgt, auf den Jochart wenigſtens 4, beſſer 6 Metzen. Auch kann ſie ſehr vortheilhaft mit der Getreide⸗Saͤemaſchine gedrillet und dann gepferdehackt werden, wenn dieſe Inſtrumente in einer Wirthſchaft einge⸗ fuͤhrt ſind; wobei man 3 des Sagamens erſpart. Bei groͤßeren Antagen muß man ſich den Saamen unmittelbar aus ſolchen Gegenden zu verſchaffen ſuchen, wo der Esparſettebau im Großen eingefuͤhrt iſt, weil er bei den Saamenhaͤndlern, die ihn pfundweiſe verkaufen, viel zu theuer kommt, und obendrein haͤufig nicht reif iſt. Man muß ihn aber bei einem rechtli⸗ chen Esparſette⸗Bauer fruͤh genug beſtellen, indem man ſonſt nur ſeinen eigenen Bedarf auf⸗ nimmt, da der Saame kein gewoͤhnlicher Handelsartikel iſt, Zeitpunkte der Reife auch viele Aufmerkſamkeit erfordert. S. 388. 86 Wenn die Pflanzen ſich mit ihren Wurzeln feſtgeſetzt haben, welches zuweilen ſchon im erſten Fruͤhjahr nach der Saat, zuweilen erſt im zweiten der Fall iſt, ſo muß ſie gleich der Luzerne mit ſcharfen Eggen behandelt werden. Giebt man ihr von Zeit zu Zeit Duͤnger, ſo wird dieſer ihren Wuchs uͤppiger und den Erirag hoͤher machen. §. 384. zu Heu gemacht als gruͤn verfuͤttert. tritt; und dann zu Ende des Sommers noch einen zweiten ſchwaͤcheren, oder aber eine ſehr nahrhafte Weide. Mit einem Ertrage von 36 bis 40 Centner Heu iſt man gewoͤhnlich zufrie⸗ den, doch kann man auf beſſerem Boden, und wenn ihr ofterer eine Ueberduͤngung gegeden ſein Aufnehmen im gerechten 8 Weil ihr Anbau in der Regel auf entlegnern bergigen Feldern geſchieht, ſo wird ſie mehr Sie giebt einen ſtarken Schnitt, wenn ſie in die Bluͤthe vird, auch b Güte, mib Se iſt Euanz und l ſſteeer Saam Stande erhall Siea⸗ Fuß tief noch Esparſetefel cher Acker, der Enten nachein deckte, hat ſi Kalkgeſtein ze lange auf den Dieſe? len und die ſchenk der R barſten Bero hehren. M Naturgeſetz, vortheilhaft cuset. . Nan h er wandten pfohlen. Ab eebreitet. lich fand, a vo jene nich die faſ ilent einen undeden tnt. Ferne⸗ Die Esparſette. 187 Mychis. wird, auch bis zu 60 Centner Heu vom Jochart gewinnen. Dies Heu iſt von vorzuͤglicher Guͤte, und uͤbertrifft nach der Verſicherung mehrerer Praktiker das Klee⸗ und Luzerneheu. Sie iſt ſehr ausdauernd, wenn ſie den angemeſſenen Boden hat, und in Anſehung des 3 dntergrund. Eggens und Ueberduͤngens, beſonders mit Aſche oder Gyys, nicht vernachlaͤſſigt, auch nicht dleden fachen ofterer Saamen davon genommen wird. Man hat Esparſettefelder uͤber 20 Jahre im beſten audde beſe Stande erhalten. 4 — Esparſettefeldes iſt nicht ohne Schwierigkeit; indeſſen nimmt man ihn gern vor, weillein ſol⸗ cher Acker, der vorher die Koſten ſeiner Beſtellung nicht trug, nun mehrere ausgezeichnete Ernten nacheinander ohne Duͤngung giebt. Die flache Ackerkrume, welche einen Kalkfelſen be⸗ deckte, hat ſich nun betraͤchtlich vertieft, die ſtarken Wurzeln ſcheinen ihn muͤrbe und das iphg ue 63. 385.— wenn 3. 4 3.. un wl, 98 3 Sie geht mit ihren Wurzeln nicht ſelten 12 Fuß tief in die Erde, ja man hat ſie⸗bis 16 ſpielger un Fuß tief nachgegraben. Oben werden dieſe Wurzeln ſehr ſtark und der Aufbruch eines alten om Uneraut, e egut beareit 3 Kalkgeſtein zerfallen gemacht zu haben. Man will nur bemerkt haben, daß Esparſette ſehr jalten, pund lange auf den Acker nicht wieder gedeihe, wo ſie einmal geſtanden hat⸗ V H. 386. en Acker gſtee, 1 Dieſe Pflanze, welche einen Theil ihrer Nahrung aus der Tiefe des Bodens heraufzuho⸗ len und die Oberflaͤche damit zu bereichern ſcheint, iſt fuͤr manche Gegenden ein wichtiges Ge⸗ ſchenk der Natur, in andern dagegen nicht anwendbar. Durch ſie kann man auf dem unfrucht⸗ in Herdſe i barſten Bergruͤcken einen vollkommenen Wieſenertrag ſich verſchaffen und der Thalwieſen ent⸗ auf den Jotnt behren. Man kann dieſe nun zuweilen mit Bortheil umbrechen, und ſomit gewiſſermaßen das de⸗Siemitne Naturgeſetz, welches die Niederungen zum Heuertrage, die Hoͤhen zum Fruchtbau beſtimmte, Diethſchoſtinge vortheilhaft abaͤndern; aber man muß lernen: quid quaeque ferat regio, quid ferre re- nuß manſchn cuset. 3 parſetteddu verkaufen, nü di 8 64 8½ Verſchiedene andre ſchmetterlingsblumige Futterkraͤuter. en Bedatf ah n in getehln 8. 387. Man hat mehrere andre Pflanzen aus dem Geſchlechte der Medicago und den ihr nahee 4 “ veewandten Geſchlechtern anzubauen verſucht, und Schriftſteller haben ſie geruͤhmt und em⸗ veilen ſchoti pfohlen. Aber nirgends iſt der Anbau derſelben nachhaltig geweſen, oder hat ſich allgemeiner 1 ſe glech verbreitet. Nicht ſowohl deshalb, weil man dieſe zum Anbau empfohlenen Gewaͤchſe untaug⸗ it Dunge, lich fand, als weil ſie jenen vorbeſchriebenen doch in mehreren Ruͤckſichten nachſtanden und is Dumen wo jene nicht geriethen, auch dieſe keinen der Muͤhe lohnenden Ertrag gaben. Dahin gehoͤrt u nb SDdiee ſihwediſche Luzerne, Medicago faleada,x, b en die Blütht 95 eine ſe die faſt allenthalben wild waͤchſt, auf ſchlechterem Boden fortkommt, auf dieſem aber auch aoͤhalich zuite einen unbedeutenden Ertrag giebt, und auf beſſerem Boden jener Luzerne bei weitem nachſte⸗ ung gegedes et. Ferner gun 909 h— Aa 2 Der Ginſter. officinalis). * Futterkraͤuter. Der Hopfenklee. Ginſter. Der Hopfenklee, Medicago lupulinafW,—“ 188 womit es ſich eben ſo verhaͤlt, und verſchiedene Lothusarten, z. B. der siliquosus und corniculatus. Dann mehrere Lathyrusarten, der pratensis, sativus und tuberosus. Auch der Orobus niger, luteus und sylvaticus, der Astragulus cicer und manche wild⸗ wachſende Wickenarten. Auf Wieſen ſind dies alles treffliche Kraͤuter, die zwiſchen der Grasnarbe aufkommen. Wenn man daher Wieſen beſaamen will, ſo iſt es allerdings rathſam, ſich dieſe Saamen von anderen Wieſen, wo ſie haͤufig ſtehen, zu verſchaffen, und zu dem Ende ſolche reif werden zu laſſen. Ihr einzelner Anbau aber auf beſondern Aeckern wird ſich nach meinen Erfahrungen nie belohnen.— 3 Andre Arten hat man vorgeſchlagen, die wegen ihres ſtarken Wuchſes und Ausdauer ſich ſehr zu empfehlen ſchienen. woͤhnte Vieh ſie durchaus verweigere. §. 388. Man hat vor allen ein ausdauerndes Gewaͤchs fuͤr ſandigen und mageren Boden kennen zu lernen gewuͤnſcht, was von ſelbigem nur einen maͤßigen Ertrag gebe, und den Boden zu⸗ gleich verbeſſere. Es iſt dies nach der Verſicherung der Engländer, Franzoſen und Belgen, der ſtachlichte Ginſter, Haideginſter(Ulex europaens). Von dieſem ſcheint wenigſtens meh⸗ rentheils die Rede zu ſeyn, wenn landwirthſchaftliche Schriftſteller vom Ginſter ſprechen. Er wäͤchſt im noͤrdlichen Deutſchlande aber nirgends wild, und ich weiß noch nicht einen Verſuch, welcher bei uns damit gemacht worden waͤre. was bei uns auf dem ſchlechteſten Boden uͤppig fortkommt, und auch Ginſter oder Brahm, Haſenbrahm, genannt wird, das Spartium scoparium. bei auslaͤndiſchen Schriftſtellern zuweilen nicht von jenem Ulex, ſondern von dieſem Gewaͤchſe die Rede ſey. Daß das Vieh unſer Spartium, gehoͤrig zubereitet, eben ſo gern freſſe, wie jenen Ulex, haben manche erprobt. Ueber die treffliche Wirkung dieſes Anbaues auf ſandigem und Haidboden verweiſe ich auf die im dritten Bande von Schwerz Werke uͤber die belgiſche Wirthſchaft enthaltene Abhandlung von Franz de Coster und mehrere Stellen dieſes Werks, beſonders Bd. III. S. 47. Man ſaͤet den Saamen auch auf Youngs Reiſe durch Frankreich, wie den andrer Futterkraͤuter zwiſchen Winter⸗ oder Sommergetreide aus, und loͤßt das Land dann 5 oder 6 Jahre damit liegen. Man wirft es abgemaͤhet dem Viehe vor, laͤßt be⸗ ſonders die zarteren Blaͤtter von den Schaafen abfreſſen, bedient ſich der haͤrteren Stengel zum Duͤnger, oder aber in Gegenden, die arm an Feuermaterial ſind, getrocknet zur Feuerung. Will man aber auch die haͤrteren Stengel fuͤr das Vieh genießbar machen, ſo werden ſie mit einem Inſtrumente, gleich einer Flachsbreche, gequetſcht, oder noch beſſer auf einer Gerber⸗ Lohmuͤhle zu einem Brei zermalmt, und ſo dem Viehe gegeben. Man verſichert, daß es ſo eins der nahrhafteſten Futtergewaͤchſe ſey, und ſelbſt der Winterbutter den ſchoͤnſten Geſchmack gebe. Ich ſelbſt habe keine Verſuche damit angeſtellt, empfehle es aber denen, welche es haͤu⸗ ſig wildwachſend, beſonders an den Raͤndern des Kiehnenholzes antreffen, zum Verſuche, da ſehr viele Gruͤnde auch fuͤr die Benutzung dieſes Spartium ſprechen. 8 Aber ich habe gefunden, daß das an beſſere Fuͤtterung ge⸗ Dahin gehoͤrt der ſo ſehr geruͤhmte Geisklee(Galega Dagegen haben wir ein ſehr aͤhnliches Gewaͤchs, Es iſt mir ſelbſt wahrſcheinlich, daß 4 1 Det Enu ij wnn dem d nerklich verſch ben weiß. 2 indet ſelbſt: nehr ausget bauete Spör bei ſeinen de er auf einem im folgenden, falenen, verr rüͤhrte; er ve jen koͤnnen k 5 Vom eine andre, werden, und ninder kraͤf heſeer; dieſe kann den S weißem Rir dunkelbraun Ich! icch hoͤher r den einen nutzen kann. Der s ihm in ſei⸗ den, ſſt abel ſenen gebaut indeſſen den, theils 8 W men des 8a Boden mit holfen. Ein gewingen u aufnmmt, Act z laſ wird, da Acker einen ſiquosus und d nberosus, manche wild⸗ be atonnen, ſe Saane in reif werndn u n Erfahrungn und Ausdau Fäͤnerung eodlet(aeg Voden kengen dda daden zu⸗ en und Dgen, wenigſtens wi⸗ e ſprechen. d t einen Verii, gliches Gendd er oder Daahn, hrſchenlic, dij dieſem Gewͤte gern fteſe, N es auf ſandigan der die belgſtt dieſes Werke et den Saama und laͤßt d vor, lft t en Stengel zu et zur Feuerung o werzen ſe mt f enner Gerber⸗ chi, daß es yſten Geſchmut welche es hi⸗ Berſuche, Der Spörgel. 1989 Der Spoͤrgel, Ackerſpark, Knoͤtrich, Mariengras 3 Spergula arvensis, §. 389. iſt von dem wildwachſenden Spoͤrgel, Spergula pentandra, in ſeiner Natur und Habitus Arren. merklich verſchieden, unerachtet ich kein charakteriſtiſches Unterſcheidungszeichen davon anzuge⸗ ben weiß. Denn daß jener 10, dieſer nur 5 Staubfäden habe, iſt nicht beſtaͤndig, und man findet ſelbſt an derſelben Pflanze Bluͤthen, die deren 5 und andre, die 10 haben. Der hoͤhere mehr ausgebreitete Wuchs, die ſpaͤtere Bluͤthezeit unterſcheidet ſie faſt nur. Ob der ange⸗ bauete Spoͤrgel auch zur wildwachſenden Pflanze oder zum Unkraut werden koͤnne, wie manche bei ſeinem Anbau beſorgen, iſt mir noch zweifelhaft. Ich habe zwar oft bemerkt, daß wenn er auf einem Felde zur Saamenreife kam, auf demſelben oder den benachbarten Feldern ſich im folgenden Jahre unter den ausgeſaͤeten Fruͤchten viel Spoͤrgel zeigte, der von dem ausge⸗ fallenen, verweheten, im Winter ſchlafenden und im Fruͤhjahr erſt laufenden Saamen her⸗ ruͤhrte; er verlor ſich aber nach ein oder zwei Jahren voͤllig wieder. Denn die jungen Pflan⸗ zen koͤnnen keinen Froſt ertragen, den der wildwachſende dagegen aushaͤlt. 3 Bom angebaueten Spoͤrgel giebt es zwei Abarten: eine, die niedriger aber dichter waͤchſt; eine andre, die doppelt ſo hoch wird, aber einen ſehr kraͤftigen Boden erfordert, um dicht zu werden, und, in Verhaͤltniß ihrer Groͤße, jene im Ertrage zu uͤbertreffen. Erſtere paßt auf minder kraͤftigem Boden, worauf man doch nur Spoͤrgel zu bauen pflegt, und zur Weide beſſer; dieſe, wenn man einmal ſtarken Boden mit Spoͤrgel zum Abmaͤhen beſtellen will. Man kann den Saamen beider ſchon unterſcheiden; die kleinere hat einen ſchwaͤrzeren Saamen mit weißem Ringe, die groͤßere einen braͤunlichen Saamen, der, wenn man ihn genau betrachtet, dunkelbraun und gelb getuͤpfelt iſt, und mehrentheils keinen Ring hat. Ich habe durch Vermengung des Saamens eine Mittelart hervorgebracht, die betraͤcht⸗ lich hoͤher wie die kleine Art, aber dabei ſehr dicht wird, von der ich auf mittelmaͤßigem Bo⸗ den einen vorzuͤglichen Ertrag erlange, und die ich zur Weide und zum Maͤhen gleich gut be⸗ nutzen kann.— §. 390. Der Spoͤrgel waͤchſt beinahe auf jedem Boden, auch auf ſehr ſchlechtem Sande, wenn Beden. es ihm in ſeiner Vegetationsperiode nicht an Regen fehlt. Nach Verhaͤltniß der Kraft im Bo⸗ den, iſt aber ſeine Staͤrke und Ertrag ſehr verſchieden. Auf kraͤftigem Boden wird er nur ſelten gebaut, weil er hier nicht den Ertrag giebt, den man vom Klee erwarten kann. Er hat indeſſen den großen Vorzug, daß er nur ſehr kurze Zeit den Acker einnimmt, indem er mehren⸗ theils 8 Wochen nach der Einſaat maͤhbar iſt, wenn nicht etwa eine beſondere Duͤrre das Kei⸗ men des Saamens aufhaͤlt. Es koͤnnen alſo Faͤlle eintreten, wo man ihn auch auf dem beſten Boden mit Vortheil anbauen kann, und bei verungluͤcktem Klee haben ſich viele damit ge⸗ holfen.. §. 391. Ein großer Vortheil iſt ferner, daß er ſehr reichlich Saamen traͤgt, dieſer ſehr leicht zu Saame. gewinnen und abzudreſchen, deshalb wohlfeil iſt. Wer den Saamen zu ſeinem Bedarf ſelbſt aufnimmt, kann ihn ſich ſehr wohlfeil berechnen. Doch iſt bei der Berechnung nicht ganz außer Acht zu laſſen, daß der zur Reife gekommene Spoͤrgel, und vorzuͤglich wenn er aufgezogen wird, den Boden ſehr merklich erſchoͤpfe, wogegen der jung gemäͤhete oder abgeweidete dem Acker eine merkliche Kraftvermehrung giebt. 196 Futterkraͤuter. um einen Jochart zu beſaͤen, bedarf man 9 Pfund Saamen. Streuete man ihn auf einen wohlbereiteten Acker recht ſorgfaͤltig aus, ſo koͤnnte man mit wenigerem zureichen. 5. 392. Der Acker bedarf keiner großen Vorbereitung, wenn er anders nicht ſehr verqueckt iſt. Auch in dieſem Fall wuͤrde der Spoͤrgel wohl wachſen, die Quecken aber unter demſelben uͤberhand nehmen. Man kann ihn von der Mitte des Mais an bis zur Mitte des Auguſts ſaͤen, bei trockner Witterung am beſten auf das friſch gepfluͤgte und dann ſogleich recht klar und eben geeggete Land. Es kommt vorzuͤglich darauf an, daß er eine recht feine Krume auf der Ober⸗ fläche habe. Deshalb iſt es am ſicherſten, das geeggete Land zu walzen, dann wieder zu ege gen, darauf auszuſaͤen und dann wieder zu walzen. So laͤuft er ſchnell und gleichmaͤßig, uut darauf kommt es vorzuͤglichan. Er wird in der Regel allein geſaͤet; doch habe ich ihn wohl mit Klee ausgeſäͤet, deſſen 3 hervorkommende Pflanzen unter dem ſchnell heranwachſenden Spoͤrgel einen ſehr guten Schutz und Decke finden, und nach abgemaͤhetem Spoͤrgel beſonders dicht und kraͤftig hervorkommen. Auch hat man ihn mit Buchweizen zum gruͤnen Abmaͤhen ausgeſaͤet. Vielleicht koͤnnte es in gewiſſen Faͤllen wirthſchaftlich ſeyn, ihn unter eben ſchoſſendes Getreide auszuſaen, um dann in der Stoppel eine reichliche Weide von ihm zu haben In die un gebrochene Stoppel eines Getreides wird er haͤufig geſaͤet, zur ſpaͤten Weide oder zum Abmaͤhen im Herbſt; denn gelinde Froͤſte ſchaden ihm im Herdſt nicht leicht.— .§. 393. Benutzung. Der Spoͤrgel wird zum Gruͤnfutter oder zum Heumachen gemaͤhet, wenn er in voller Blaͤthe ſtehet. Seine unteren Bluͤthen brechen indeſſen manchmal ſehr fruͤh auf, und er faͤngt dann erſt an, recht ſtark zu wachſen. Man richtet ſich alſo nicht nach jenen erſten voreilenden Bluͤthen, wenn man nur einen Schnitt davon nehmen will. Maͤhet man ihn ſehr jung, ſo ſchlaͤgt er wieder aus, und man kann einen zweiten Schnitt davon nehmen, der oft ſtaͤrker, wie der erſte iſt. Indeſſen verlohnt ſich dann der erſte Schnitt kaum der Muͤhe, und es wird mehrentheils rathſamer ſeyn ihn zum erſten Male abweiden zu laſſen, welches aber ſchnell und durch eine betraͤchtliche Kopfzahl aufgetriebenen Viehes geſchehen muß. Dann ſchadet ihm dieſes Abweiden durchaus nicht, ſondern er kommt um ſo dichter und ſtaͤrker wieder hervor. §. 394. 8 ettrag. Der Ertrag des Spoͤrgels iſt ſehr verſchieden; wie ſich verſteht, nach der Kraft des Ba⸗ dens, aber auch nach der Witterung; denn er verlangt Waͤrme und oͤftere Regenſchauer, ſteht bei unguͤnſtiger Witterung ſtill, erhebt ſich dann aber ſchnell bei einer guͤnſtigeren. Man kann ihn in Anſehung der Quantitaͤt etwa zur Haͤlfte eines Kleeſchnitts auf demſelben Boden annehmen. Er faͤllt im Volum ſehr zuſammen, wenn er liegt, hat dann aber eine betraͤcht⸗ liche Schwere, und in gleichem Gewichte iſt er bei weitem nahrhafter wie jedes andere Futter⸗ kraut, wovon ſich jeder, der ihn anbauet, leicht uͤberzeugt. Die Milchvermehrung und die Zunahme des Viehes iſt bei der Fuͤtterung mit Spoͤrgel, gruͤn oder getrocknet, augenſcheinlich. Auch giebt er faſt unter allen Futtergewaͤchſen die ſchmackhafteſte Milch und Butter. 2 gr it lei Heufn uſamm nuß man die geſezt liegen, keiftiger iſ fr ſceint mir n gruͤn; denn! Der Ga⸗ kann, gewonne gill, daß dies ſehr nahrungs bruͤht, damit unzerſidrt und Viehe, entwe die Vermehru den uͤblen Ge dieſe Benutzu Ueber II. S. 168. Verſch cherlei Graͤſe III.§ 365 Es giel wäce ſum 9 d umar 6 ſe jene ſirtene Halme haben ſie abgebiſſe Unter der Enginder deide Eigenſ tan ihn zuf eichen. Rtgueckt iſ. Ra demſelben Sagäi en, klat und dhen auf derdar. wieder u ſchmaͤßig, n geſet, dſi tduren Scht⸗ herdorkownan dt koͤnne it den, um unn Stoppel ands dann gelinde enn er in ule , und er füng ſten voreileda nſehr jung, ſ der oft ſtite e, und es wi aber ſchnell und an ſchadet ihm der hervor. kraft des I Regenſchautr geren. Na mſelben Johen eine hericht⸗ anden Futter⸗ hunj und die ugenſcheinlich ter. rann, gewonnen hat, ſehr brauchbar. Der Spoͤrgel. Das Raygras. §. 395. Er iſt leicht zu Heu zu machen, wenn er, nachdem er etwas abgewelkt iſt, in kleine Heu⸗ Haufen zuſammengebracht wird. Bei guter Witterung trocknet er darin von ſelbſt, bei naſſer muß man die Haufen zuweilen aufſtochern oder umwenden. Er kann lange dem Regen aus⸗ geſetzt liegen, ohne zu verderben oder kraftlos zu werden. Je juͤnger er gemaͤhet war, deſto kraͤftiger iſt freilich das Heu, aber auch ſogar ſein Stroh, was nemlich Saamen gereift hatte, ſcheint mir noch nahrhafter, wie jedes andere Heu zu ſeyn. Es iſt bei dem Abmaͤhen noch gruͤn; denn uͤberreif darf man den Saamen nicht werden laſſen, weil er ſonſt ausfaͤllt. 491 .§. 396. Der Saame iſt, wenn man ihn in groͤßerer Quantitaͤt, als zur Ausſaat benutzt werden Man kann Oel daraus preſſen, aber er giebt nicht ſo viel, daß dies vortheilhaft waͤre, und benutzt ihn lieber zur Viehfuͤtterung, wo er ſich als eine ſehr nahrungsreiche Fuͤtterung bewaͤhrt hat. Er wird zu dem Ende mit heißem Waſſer ange⸗ bruͤht, damit er ſeine Keimkraft verliere, aufquelle und verdaulich werde. Ohne das geht er unzerſtoͤrt und keimfaͤhig durch die Leiber der Thiere durch. So zubereitet wird er dann dem Viehe, entweder im Getraͤnke oder auf das Haͤckſel geſchuͤttet, gegeben. Bei den Kuͤhen iſt die Vermehrung des Milchertrages danach augenſcheinlich, und Milch und Butter ſollen nicht den uͤblen Geſchmack, wie nach andern oͤlhaltigen Fuͤtterungen, bekommen. In Belgien iſt dieſe Benutzung, wie uns Schwerz erzaͤhlt, allgemein.. 8 Ueber die vorzuͤgliche Anwendbarkeit dieſes Gewächſes zur gruͤnen Duͤngung vergl. Bd. II. S. 168. u. f.. §. 397. Verſchiedene andre Futterkraͤuter, wie die Pimpinelle, die Cichorie, und man⸗ cherlei Graͤſer paſſen mehr zur Beſaamung des zur Weide niedergelegten Ackers, wovon Bd. III.§. 365 geredet worden. §. 398. Es giebt aber noch einige— hochwachſende Graͤſer,— welche zum Abmaͤhen auf dem Acker gebauet werden koͤnnen. Man kann ſie Maͤhe⸗ oder Halmgraͤſer nennen, zum Unterſchiede von den Weide⸗ oder Blattgraͤſern, indem jene ſtoͤrkere Halme, und an ſelbigen ſtaͤrkere Blaͤtter, dieſe aber nur ſchwache und blattloſe Halme haben, dagegen aber ſtaͤrkere Wurzelblaͤtter austreiben, und um ſo ſtaͤrkere, je oͤfterer ſie abgebiſſen und niedergehalten werden. 3 8 1§. 399. Unter allen angebauten Graͤſern hat ſich das Raygras(Lolium perenne) der Englaͤnder am meiſten beruͤhmt gemacht, und auch in ſeinem Rufe erhalten. Es vereinig beide Eigenſchaften, kann gemaͤhet werden, giebt aber abgeweidet einen dichten, ſtark austrei⸗ 4 Raygras. Hafergras. Wieſenſchwin⸗ gel. 192 Hochwachſende Graͤſer. Hafergras. Wieſenſchwingel. benden Raſen. Es gedeihet auf lehmig⸗ſandigem Boden, wenn er nur nicht gar zu trocken liegt, und auf zaͤhem Thonboden. Es giebt jaͤhrlich nur einen Wuchs fuͤr die Senſe, und ein ſehr gutes kraͤftiges Heu, wenn man es vor aufbrechender Bluͤthe maͤhet; aͤlter wird es hart⸗ ſtengelig. Die Englaͤnder ſaͤen es am haͤufigſten unter den rothen Klee, und verſaͤumen dies nie, wenn ſie den Klee mehrere Jahre benutzen wollen, weil es um ſo ſtaͤrker hervorkommt, je mehr der Klee ſich verliert. Der Hauptvorzug dieſes Graſes iſt die leichte und ſtarke Ge⸗ winnung ſeines Saamens. Man laͤßt den zum Saamen beſtimmten Theil reif werden, maͤhet ihn, behandelt das Gras ganz als Getreide, und driſcht es ſo ab. Man kann vom Jochart 40 Metzen gewinnen, und ſaͤet 2 bis 2 ½ Metzen auf den Jochart aus. Das Abgedroſchene iſt nur wie Stroh zu betrachten, aber die Pflanze treibt im Herbſte wieder aus, und die Er⸗ ſchoͤpfung durch Saamentragen kann durch Duͤnger erſetzt werden. In England hat man mit unzaͤhligen Graͤſern die mannichfaltigſten Verſuche gemacht; iſt aber auf Ackerlande bei dieſem Graſe geblieben, oder auf ſolches wieder zuruͤckgekommen. Das Hafergras, Avena elatior, Frommental, §. 400. 1 der Franzoſen, auch franzoͤſiſches Raygras genannt, iſt zuerſt in Frankreich mit jenem von den Englaͤndern ſo geruͤhmten Graſe verwechſelt, und mit dem Namen Raygras belegt worden. Es iſt aber davon ganz verſchieden, bekommt ungleich hoͤhere und blattreichere Halme, bildet aber keinen dichten Raſen. Es waͤchſt wie das vorige Gras faſt auf jedem Bo⸗ den, vorausgeſetzt, daß er ſich in kraͤftigem Zuſtande befinde, und giebt wohl ſchon im erſten Schnitt eine ſtaͤrkere Heumaſſe wie jenes, und dann noch einen zweiten, aber ſchwaͤcheren Schnitt. Es haͤlt ſich bis zum vierten oder fuͤnften Jahre, beſonders wenn man ihm Dager iebt. 1 4 Sein Anbau iſt aber ungleich ſchwieriger und koſtſpieliger, weil der Saame, ſeiner un⸗ gleichen Reifung wegen, ſchwerer aufzunehmen iſt. Er faͤngt von der Spitze der Rispe an zu reifen, und faͤllt, wenn er reif iſt, ſogleich ab, ſo daß man von demſelben Halme nicht alle, oder nicht voͤllig reife Koͤrner bekommen kann. Noch weniger reift der Saame gleichzeitig an allen Halmen, und ſie muͤſſen einzeln herausgeſucht und abgeſchnitten, dann auf einem luftigen Boden getrocknet werden. Dieſe Schwierigkeit des Saamenaufnehmens ſteht dem vermehrten Anbau dieſes Graſes beſonders im Wege. Der Saame, welchen man von den Saamenhaͤnd⸗ lern erhaͤlt, iſt oft nicht zu ein Viertel reif, und wenn man auch mehrere Metzen auf den Jochart mit aller Vorſicht ausſaͤet, bekommt man doch kein dichtes Feld. Man muß ſich insbeſondere huͤten, das knollige Hafergras(Avena bulbosa) nicht mit jenem zu verwechſeln, oder Saamen von letzterem zu bekommen, da es jenem im Anſehn ſehr gleich iſt: denn es iſt ein boͤſes, ſchwer zu vertilgendes, und durch ſeine Knollen ſich immer fortpflanzendes Unkraut. Der Wieſenſchwingel, Festuca elatior, 2§. 401. kommt in ſeinen wirthſchaftlichen Eigenſchaften dem vorigen ziemlich gleich, erfordert aber ſchon einen feuchteren Boden, und auf ſolchem giebt es wohl einen ſtaͤrkeren Ertrag wie das Hafergras. Der Der dhenislé m : vied eben hu maͤhen es dem T kann man Dei lich unter kount oft ahnelt de gedeihen erfordert Viehe ar die Pferd E werden k Jochart. W und denn mir denne ſarkes K kommen! iſt von aber ein s wenig ſaark und Boden gi wird. Ue taſen ſte d den Hul Neerter gar zu tedten enſe, und in wird es hart eſäumen des Rentlfenmt, und ſunke Ge⸗ veid nihet in don gan z Abgeduaſte 3, und de Kr dhat man ii nde bei diſa— riich mit jnm aygtas belegt und datneäcete ſt auf jeden Vo⸗ hl ſchon in eife aber ſchwaͤchen nan ihm Dagr dame, ſäiner w der Rispe a Halme nicht tle ne gleichzeitig u ff einem luficn dem vermehria Saamenhäͤnd Metzen auf Sosa) nichtn —— ꝗͦ— im Anſehn ähe ollen ſih unn erordett ohe Ertrag wiedn de erfordert einen feuchtliegenden, aber lockeren Boden. Viehe angenehm; kommt es bis zur Aehre, ſo iſt es ſchon hart, und ſein Heu faſt nur fuͤr Knaulgras. Kammgras. Wieſenlieſchgras. Honiggras. 1 ,193 Der Saame iſt nicht ſo leicht abfallend, wie der des Hafergraſes, aber er muß doch 4 ebenfalls mit Vorſicht und einzeln aufgenommen werden. Das Knaulgras, rauhe Hundsgras, Dactylis glomerata, §. 40. wird eben ſo wie das Hafergras angebauet und benutzt. Man thut am beſten, es ſehr jung Knaulgtas. zu maͤhen, wenn es eben anfaͤngt ſeine Halme auszutreiben. Denn nur in dieſem Zuſtande iſt es dem Viehe angemeſſen; ſobald es Rispen bekommt, wird es hartſtengelig; und uͤberdem kann man dann bald einen zweiten Schnitt davon nehmen, der ſonſt beinahe wegfaͤllt.* Der Saame ſitzt feſter, und laͤßt ſich durch Abmaͤhen einernten. Man findet ihn gewoͤhn⸗ lich unter dem von den Saamenhaͤndlern gekauften Hafergraſe, und aus ſolchem Saamen kommt oft mehr Knaulgras als Hafergras zum Vorſchein. Das Kammgras, Cynosurus cristatus, §. 403. ahnelt dem vorhergehenden in ſeinen Qualitaͤten, wird aber noch leichter hart. Beide Art en Kannaras. gedeihen auch auf trocknem aber kraͤftigem Boden. 1 Das Wieſenlieſchgras, Thimotygras, Phleum pratense, §. 404. die Pferde nutzbar. Es giebt, da es ſpaͤter treibt, nur einen Schnitt. ESs giebt vielen Saamen, der nicht leicht ausfaͤllt, und alſo gemaͤhet und abgedroſchen werden kann. Dieſer Saame iſt ſehr fein, und man bedarf nur einiger Pfunde auf einem Jochart. Deshalb hat ſich wahrſcheinlich der Anbau dieſes Graſes mehr wie anderer verbreitet. Wir haben den Saamen zuerſt aus England bekommen, und die Englaͤnder aus Amerika; und dennoch waͤchſt dieſelbe Spezies bei uns wild. Aber das urſpruͤnglich amerikaniſche ſcheint mir dennoch eine beſondere Abart zu ſeyn. Denn ich habe nachmals nie wieder ſo dichtes und ſtarkes Thimotygras geſehen, als bon Saamen, den man vor 30 Jahren aus England hatte kommen laſſen, und die Englaͤnder nahmen ihn damals aus Amerika. Das Honiggras, Wollgras, Holcus lanatus, 6. 405z iſt von manchen landwirthſchaftlichen Schriftſtellern vorzuͤglich geruͤhmt worden; ſcheint mir Honiggras, aber eins der ſchlechteſten und dem Vieh am wenigſten angenehmen Graͤſer zu ſeyn. Man muß es wenigſtens ſehr jung maͤhen. Es giebt nur einen Schnitt, treibt aber gegen den Herbſt ſtark und horſtig aus, ſo daß es dann eine ziemliche Weide, ſelbſt auf ſandigem und hohem Boden giebt, wo es aber von dem Vieh nur in Ermangelung einer beſſeren Weide gefreſſen wird. Ueberdem erfriert dieſes Gras im Winter leicht, wenn es einzeln und nicht im Wieſen⸗ raſen ſteht. 3 Der Saame kann abgemaͤhet und abgedroſchen werden. Er iſt aber ſehr ſchwer aus den Huͤlſen zu kriegen, und wird mehrentheils mit den Huͤlſen ausgeſaͤet. Beim Handel Vierter Theil. Bb . Jung gemaͤhet iſt es weich und dem Thimotygras. Wieſen ſuchs⸗ ſchwguz. 194 Hochwachſende Graͤſer. Wieſenſuchsſchwanz. Wieſenviehgras. kommt es ſehr darauf an, ob der Saame ausgerieben oder noch in den Huͤlſen ſey. Im letzte⸗ ren Falle muß man einige Metzen auf den Jochart ſaͤen, im erſteren veichen 2 Pfund zu, wenn er reif iſt und ſorgfaͤltig vertheilt wird. Der Wieſenfuchsſchwanz„Alopecurus prarensis, §. 406. iſt auf einem reichen und maͤßig feuchten Boden, ſeine Grunderde ſey thonig oder ſandig, vielleicht das vorzuͤglichſte Gras, was in unſerm Klima angebauet werden kann. Es hat ſehr maſtige und ſtarke Blaͤtter, ſowohl aus der Wurzel als am Halme, belegt den Boden dicht, kommt ſehr fruͤh hervor und waͤchſt ſehr ſchnell wieder, ſo daß man fuͤglich drei Schnitte da⸗ von nehmen kann. Jung bei dem Hervorkommen ſeiner Aehren gemaͤhet, iſt es dem Viehe ſehr angenehm. Auf magerem oder trocknem Boden paßt es aber durchaus nicht. Der Saame muß durch Abſtreifen der Aehre aufgenommen werden. Wenn er reif iſt und man mit der Hand uͤber die Aehre herſtreift, ſo behaͤlt man ihn darin. Man muß ihn dann ſogleich duͤnn auf einem luftigen Boden ausbreiten, weil er ſich ſonſt ſehr leicht brennt und die Keimfaͤhigkeit verliert. Das Wieſenviehgras, §. 407. das glatte, Poa pratensis, und das rauhe, Poa trivialis, ſo wie verſchiedene andre Poa⸗Ar⸗ ten, geben das allervorzuͤglichſte Heu, und Wieſen, deren Beſtand ſie hauptſaͤchlich ansma⸗ chen, ſind vor allen ſchaͤtzbar. Allein zum beſonderen Anbau paſſen ſie nicht, wegen der Schwierigkeit, den Saamen aufzunehmen und ihn von dem wollichten Weſen, was ihn kluͤmp⸗ rig zuſammenhaͤlt und ſeine gleichmaͤßige Ausſaat unmoͤglich macht, zu trennen. Auch er⸗ fordern ſie einen eigentlichen reichen Wieſenboden, um gut zu gedeihen. §. 408.. Der Anbau der Maͤhe⸗oder Halmgraͤſer kann wohl unter einzelnen Umſtaͤnden zweckmaͤßig ſeyn, z. B. wo man ein mehrere Jahre ausdauerndes Futterfeld haben will, der Boden aber zur Luzerne nicht tauglich und beſonders zu feucht iſt. Es wird ſich ihr Anbau aber nie ſehr verbreiten, theils der Schwierigkeit wegen in Anſehung des Saamens, theils weil der Klee eintraͤglicher iſt, und zu einer ſchnellen Wechſelung mit Fruchtbau beſſer paßt, und den Acker dazu mehr vorbereitet. Auf dem lockern ſchwarzen Niederungsboden, wo der Klee oft mißlich iſt, iſt dieſer Grasbau beſonders angemeſſen. Solcher Boden iſt aber mehrentheils von ſelbſt ſo graswuͤchſig, und der Saame der ihm angemeſſenen Graͤſer ſo ſehr darin verbrei⸗ tet, daß es einer kuͤnſtlichen Ausſaat kaum bedarf. Das Aufnehmen des Saamens oder der zu hohe Ankaufspreis deſſelben, und dann die Schwierigkeit eines guten gleichmaͤßigen Aus⸗ ſaͤens dieſes leichten Saamens, verhindern vornehmlich die mehrere Verbreitung des Maͤhe⸗ graͤſerbaues. G §. 409. Von der Benutzung der Wicken, des Ruͤbſens und Rappſes, des Buchweizens, des Mais, und mancherlei Gemenge zur gruͤnen Fuͤtterung und zum Heu iſt ſchon an ihrem Orte geredet. 8. In lezte dd zu, wena d Kean 3 hſchr G 6„ 3. Bead Sechstes Hauptſtuͤck. 4* Schnitta. b s dem Lie enn er reif Man mßatht 4 4 3* 8 2₰ t lach iant D i e Bi eh z u ch t. nndte pa A. ſäͤchlich nine.— ct, wan n. b was ihn lne 3 nen. Aahe⸗. nen Umſtinaa. aben wil, d—. 5 hr Anbau abe K 8 8, theils wai 4 z.““ ſer paßt, uy 1 „wo der M 4 mehrenthäi“ darin berbit—— 3 mens oher ex. 3 8. mäfimn Aut⸗ 1— un de Mäͤhe⸗ 3 weizens, de nihrem Om — W. be meinn die Uebe Lethäͤltni wo dieſe: kann, ode oder wo Bedingun Aufſicht r und finde den Pach von den Dieſe Ei D fey, und beantwor dem bei k thieriſcher ſäͤrkere E tüͤhet, de dem goͤſe Aöfal de einem N zu ſeyn Markt! ſaͤchlich: Un wenn wit der Reger unſer Str ſich ein i gut genn ſchaften als ſolche Die Viehzucht. §. I1. We verſtehen unter Viehzucht nicht bloß die Auferziehung des Viehes, ſondern im Allge⸗ meinen die Haltung deſſelben, wenn ſie auch mit keiner Aufzucht verbunden waͤre. Ueber die Nothwendigkeit der Verbindung der Viehzucht mit dem Ackerbau und das Verhaͤltniß beider zu einander, iſt im erſten Bande geredet. Es giebt nur ſeltene Ausnahmen, wo dieſe Verbindung minder nothwendig wird, wo man naͤmlich zureichenden Miſt erkaufen kann, oder wo man fremdes Vieh auf den Hof nimmt, entweder gegen beſtimmtes Koſtgeld, oder wo man eine gewiſſe Quantitaͤt gewonnenen Futters an Viehhalter verkauft, unter der Bedingung, daß ſie es von einer ihnen beliebigen Kopfzahl Vieh auf dem Hofe unter ihrer Aufſicht verzehren laſſen. Die letzte Einrichtung hat fuͤr den Ackerbauer große Bequemlichkeit, und findet in manchen Gegenden Englands ſtatt, wo das aus Schottland kommende Vieh auf den Pachthoͤfen gemaͤſtet wird; ſo wie auch in der Schweiz, wo das Milchvieh im Winter von den Alpenweiden herabkommt, und in den niedrigern Gegenden durchgewintert wird. Dieſe Einrichtung iſt ſelten in andern Gegenden nachzuahmen. Die oft verhandelte Frage: ob bei dem Ackerbau oder bei der Viehzucht mehr Vortheil fey, und ob man dieſe oder jene deshalb mehr betreiben muͤſſe, kann im Allgemeinen nicht beantwortet werden. Der baare Vortheil aus der Viehzucht iſt groͤßer oder geringer, je nach⸗ dem bei kultivirten Nationen der Wohlſtand im Steigen oder Fallen iſt, weil die Konſumtion thieriſcher Produkte mit der Zunahme deſſelben gleich ſtaͤrker wird. Jedoch kann auch eine ſtaͤrkere Exportation eines thieriſchen Produkts, die von der anerkannten Guͤte der Waare her⸗ ruͤhrt, den Preis erhoͤhen, wie das z. B. in Hollſtein mit der Butter, in der Schweiz mit dem Kaͤſe der Fall iſt. Manchmal giebt ein Theil des Viehes, der an andern Orten nur als Abfall betrachtet wird, einen ſo großen Vortheil, daß gerade darum die uͤbrigen Theile in einem deſto geringeren Preiſe ſtehen, wie das z. B. jetzt bei uns mit den Schaafen der Fall zu ſeyn ſcheint, welche wegen des hoͤhern Preiſes der Wolle ſo vermehrt worden ſind, daß der Markt mit dem Fleiſche der Maͤrzſchaafe uͤberfuͤllt iſt; wogegen in England die Schaafe haupt⸗ ſaͤchlich nur des Fleiſches wegen gehalten werden. Unter unſren Verhaͤltniſſen giebt die Viehzucht ſelbſt nur ſelten einen eminenten Gewinn, wenn wir Fuͤtterung und Weide nach dem Verkaufspreiſe berechnen. Wir ſind aber auch in der Regel zufrieden, wenn uns dieſe nur durch unſre Viehzucht gehoͤrig bezahlt werden, und unſer Stroh durch den Miſt der Thiere zu wirkſamen Duͤnger gemacht wird. Hierdurch bezahlt ſich ein ſtaͤrkerer mit Sorgfalt und ſelbſt mit mehrerem Aufwande verpflegter Viehſtand immer gut genug, und im Allgemeinen macht man faſt ohne Ausnahme die Bemerkung, daß Wirth⸗ ſchaften mit einem ſtarken und wohlernaͤhrten Viehſtande einen hoͤheren Totalertrag gewaͤhren, als ſolche, wo man das Vieh nur nothduͤrftig haͤlt und ernaͤhrt. ——j4⁴———————. 1u9g9. Die Viehzucht. Der groͤßere Vortheil der einen oder der andern Viehart haͤngt theils von Ort⸗ und Zeitverhaͤltniſſen ab, theils aber auch von der Induſtrie und Intelligenz, womit man eine jede behandelt. Im Allgemeinen kann man bei uns gegenwaͤrtig annehmen, daß das Rindvieh nur auf Niederungsweiden und bei der Stallfuͤtterung groͤßeren Vortheil bringe, das Schaaf⸗ vieh aber auf allen hoͤheren und trockneren— natuͤrlicheu und kuͤnſtlichen— Weiden. Die Rindviehzucht. §. 2. Es iſt zwar noch nicht ausgemacht, ob unſer Hausochſe mit dem wilden Auerochſen und dem Buͤffelochſen eines Urſprungs ſey. Da ſie ſich nicht nur mit einander begatten, ſondern auch ihre Abkommenſchaft fruchtbar bleibt, ſo laͤßt ſichs jedoch mit Wahrſcheinlichkeit anneh⸗ men, daß unſer Hausvieh von jenen in der Wildheit lebenden Thierarten abſtamme, und nur durch Pflegung und Wartung des Menſchen dieſe veraͤnderte Geſtalt angenommen habe. §. 3. 21 Ragen. Unter unſerm Rindvieh bemerken wir aber wieder eine große und mannigfaltige Verſchie⸗ denheit der Ragen, die ſich in ihnen vererben. Dieſe Abaͤnderungen koͤnnen durch Klima und Lebensart, jedoch nur ſehr allmaͤhlich, entſtanden ſeyn; da wir nicht bemerken, daß beide einen ſchnellen weſentlichen Einfluß auf die Abaͤnderung der Rage, wenn ſie voͤllig rein erhal⸗ ten wird, haben. Mehr hat wahrſcheinlich die Auswahl der Individuen, die man zur Fort⸗ pflanzung gebrauchte, zur Hervorbringung einer ausgezeichneten und konſtanten Race beige⸗ tragen, und nachmals hat wieder die Durchkreuzung beſondere Ragen gebildet. In Deutſchland(worunter ich die ſaͤmmtlichen Reiche und Provinzen verſtehe, wo die deutſche Sprache in ihren verſchiedenen Dialekten vorwaltend iſt) ſind die Ragen beſonders neuerlich ſo mannigfaltig und oft ſo planlos untereinander gemengt worden, daß ſie ſich nicht genau beſtimmen und abſondern laſſen. Jedoch kann man folgende 3 Arten unterſcheiden: a) die Niederungs⸗ oder Marſchrace, b) die gewoͤhnliche Hoͤhelandsrace, c) die Bergrage.—. Aber auch dieſe ziemlich weit von einander ſtehende Ragen ſind haͤufig mit einander vermengt worden. §. 4. Die Niede⸗ Die Marſchrace, welche ſich durch ihre feinere Haut und Haar, ihren großen koͤr⸗ rungsragen⸗. 8„ e NS 2 3.„ 4 perlichen Umfang, ſtaͤrkere Knochen und kuͤrzeres Gehoͤrn auszeichnet, koͤmmt in verſchiedenen Gegenden unter verſchiedenen Namen vor; auch zeichnet ſich ein Schlag derſelben von dem an⸗ dern wieder durch beſondere Eigenheiten aus, vorzuͤglich in den Gegenden, wo man beſondere Aufmerkſamkeit auf ihre Anzucht und die Auswahl der Individuen gewandt hat. Sie ſtammt wahrſcheinlich aus den zuerſt kultivirten Gegenden des Niederrheins, der Elbe, der Weſer, und des Geſtades der Nordſee her. Die Flamlaͤnder, welche als ein friedliches und induſtrid⸗ ſes Bolk ſich ſchnell vermehrten, und ſich in andern Riederungen, zu deren Kultur man ſie gern aufnahm, niederließen, haben wahrſcheinlich dieſe Art mit ſich dahin gefuͤhrt, und ſie 13 entweder rein erhalten, oder etwas von dem Blute des einlaͤndiſchen Viehes eingemiſcht. Die Niederlaͤndiſche Rage iſt bei uns unter dem Namen der Frieſiſchen bekannt; auch nennt 8 an ſie hi uns jugfit ſcc deun antiift. U rung gebild Jamen der wein, daß pung hie „Devtſch naͤmlich denn ſieg und keiche Dieſe Rac Frankens Di der Rahr nicht nur ſogleich; Ei beſonder gung get daraus Nace b muß da 3 Staͤrke Unterhal Zugvieh d. erfordert vm ein e Unſre Behang ſoll ma Weide: handlun⸗ wenden. 8 und im der Oa —n Ort⸗ u it man eine s Nindvich das Scheaß⸗ den. kerochſen a ten, ſonden ckeit anne we, und nu R hade. ſtige Verſcie rh Klima und ten, daß beide is van echal⸗ man zur Fa⸗ en Rage beig⸗ erſtehe, wͤe tagen beſodde aß ſie ſch nih terrſcheiden: noͤer vermenn n großen N verſchieden en von dem al⸗ man beſonder t. Sie famm h, der Weſe⸗ und induſte uttur man ſ üͤhrt, und ſ gemiſcht A t; auch hennt Die Rindviehzucht. 199 man ſie hier haͤufig die Oldenburger oder Bremer, weil ſie von dortigen Viehhaͤndlern uns zugefuͤhrt, und zum Theil auch in dieſen Gegenden erzogen wird. Etwas unterſcheidet ſich davon die Rage, welche man in den fetten Niederungen von Holſtein und Schleswig antrifft. Und noch mehr diejenige, welche ſich in der Danziger und Tilſitter Niede⸗ rung gebildet hat; doch kommen ſie einander ſehr nahe. In England iſt dieſe Art unter dem Namen der kurzhoͤrnigen oder holdernes Art bekannt, und man glaubt auch dort allge⸗ mein, daß ſie aus den Niederlanden eingefuͤhrt ſey. Ich glaube, gegen die gewoͤhnliche Mei⸗ nung hierher auch die große Schweizer Rage, wovon wir in dem zweiten Hefte von „Deutſchlands Rindviehragen“ durch Herrn Witte ſo treffliche Abbildungen erhalten haben, naͤmlich die Freiburger, und ſelbſt die kleinere Simmenthaler rechnen zu muͤſſen; denn ſie gehoͤrt gewiß nicht zu den urſpruͤnglichen Bergragen, ungeachtet ſie auf den niederen und reichen Weiden der Alpen gedeihet, ſich aber auch ſehr gut auf dem Stalle fuͤttern laͤßt. Dieſe Rage iſt wieder in einige der fruchtbarſten Gegenden des ſuͤdlichen Deutſchlands und Frankens, beſonders ins Anſpachiſche verpflanzt worden. Dieſe ſaͤmmtlichen Arten werden als Milchvieh deshalb geſchaͤtzt, weil ſie bei zureichen⸗ der Nahrung die groͤßte OQuantitaͤt von Milch geben. Sie ſind aber weichlich, und erfordern nicht nur ein ſehr ſtarkes, ſondern auch ein ausgewaͤhltes Futter, indem ſie bei ſchlechterem ſogleich zuruͤckſchlagen, abfallen und beinahe allen Ertrag verſagen. Eine Durchkreuzung dieſer ſtarken Viehrage mit andern, faͤllt nicht immer gluͤcklich aus, beſonders in den erſten Generationen. Es kann aber, wenn die Fortpflanzung mit Ueberle⸗ gung geſchiehet, und nicht gar zu heterogene Thiere zuſammengebracht werden, ſich ein Schlag daraus bilden, der unter beſonderen Lokalitaͤten einen großen Vorzug vor der urſpruͤnglichen Rage beſitzt, und ihre guten Eigenſchaften ohne ihre Uebel an ſich traͤgt. Ein ſolcher Schlag muß dann ſorgfaͤltig in ſich ſelbſt veredelt werden. Zum Zugvieh ſcheint dieſe Race nicht geeignet; denn obwohl ſie eine große Kraft und Staͤrke erhaͤlt, ſo iſt ſie doch nicht hart und ausdauernd genug dazu; auch zu koſtbar in ihrer Unterhaltung. Nur mittelſt der Durchkreuzung kann man von ihr ſtarkes und zugleich hartes Zugvieh erhalten, wenn man einmal den rechten Punkt getroffen hat. Durch Maſtung kann ſie zu einem großen Gewicht und Fettigkeit gebracht werden; ſie erfordert aber dazu ein ſehr ſtarkes und nahrhaftes Futter, und es gehoͤrt erſtaunlich viel dazu, um ein einmal abgemagertes Thier dieſer Art zur Feiſtigkeit zu bringen. §. 5. Die gewoͤhnlichen andragen auf ebnem und huͤglichtem Boden ſind ſehr verſchieden. Unſre deutſche, urſpruͤnglich rothbraune, ſtark gehoͤrnte Art iſt, nach Verſchiedenheit ihrer Behandlung, mehr oder minder groß und kraͤftig geblieben. Am vorzuͤglichſten und reinſten ſoll man ſie im Voigtlande noch finden. Mehrentheils aber iſt ſie wegen ihrer beſchraͤnkten Weide und kaͤrglichen Behandlung ſehr heruntergekommen. Durch eine beſſere Nahrung, Be⸗ handlung und Auswahl der Individuen zur Aufzucht, kann ſie in ſich ſelbſt wieder veredelt werden. Sie giebt nie ſo viele Milch wie jene Niederungsracen, aber im Durchſchnitt eine fettere, und im Verhältniß zu ihrer Fuͤtterung und Weide oft einen nicht geringeren reinen Ertrag. Zum Zugvieh iſt ſie aber ihrer Haͤrte wegen ſehr geeignet. Weil man auf die Zucht der Ochſen, von dieſer Rage, in manchen Gegenden beſondere Aufmerkſamkeit wendet, ſo ——————————————————44—————— 9 78 „* Die Jütlaäͤndi⸗ che Rage. Die Bergrase⸗ 200 Die Viehzucht. werden große und ſtarke Thiere davon erzogen, die man mit dem mehrentheils winzigen und verkruͤppelten Kuͤhen kaum eines Urſprungs zu ſeyn, glauben ſollte. In anderen Gegenden zeichnet ſich die einheimiſche Landrace ſehr von anderen aus. Eine fuͤr das noͤrdliche Deutſchland intereſſante Art iſt das Juͤtlaͤndiſche Vieh, als Milchvieh ſowohl, wie als Maſtvieh. Es hat ein beſonderes mauſe⸗ oder rehfarbenes Haar, oft mit weiß geſcheckt; doch findet man es auch ſchwarz und grau, aber nur ſelten rothbraun, und wo ich letztere Farbe angetroffen habe, ſchien mir auch die Geſtalt eine andere Abſtammung zu verrathen. Es iſt feinknochig, kurzbeinig, lang⸗ und tiefleibig, in den Vordertheilen nach Verhaͤltniß ſchwaͤcher, in den Hintertheilen breiter und ſtaͤrker, hat eine beſondere Phyſiogno⸗ mie, feine Kinnladen, ein ſpitz zulaufendes Maul, duͤnneren Kopf und Hals, ein weiblicheres Anſehn, welches ſich zuweilen ſogar beim maͤnnlichen Geſchlechte aͤußert, und ſich auf ſelbiges vielleicht noch mehr fortpflanzen wuͤrde, wenn man nicht in der Regel Individuen von anderer Geſtalt, mit den groͤbſten Knochen und dickſtem Kopfe, zu Springochſen auswaͤhlte. Es iſt munter und ſehr hart, es haͤlt ſich auch auf ſchlechter und knapper Weide beſſer in Milch und bei Fleiſche als anderes Landvieh. Als Maſtoieh wird es vorzuͤglich geſchaͤtzt, wegen der Feinheit und Saftigkeit ſeiner Fleiſchfaſern und wegen des geringeren Gewichts der Knochen und des Abfalls gegen die nutz⸗ baren Theile. Auch ſetzt es leicht Fleiſch und Fett auf, letzteres nicht ſo ſehr auf den aͤußeren Theilen, als zwiſchen dem Fleiſche und den Muskelfaſern, wo alſo Fleiſch und Fett ſo ange⸗ nehm durchwachſen ſind. Wo man dieſes Fleiſch kennt, wird ein gleiches Gewicht ſehr gern theurer bezahlt. Bei guter Fuͤtterung werden die Kuͤhe, welche zu Anfange der Milchzeit ſehr mager ſcheinen, fetter, ſo wie ſie an der Milch abnehmen, und ſind dann zu Ende der Milch⸗ zeit ſchlachtbar. 8 So wie wir es gewoͤhnlich erhalten, iſt es kleiner, wie der Mittelſchlag unſres deutſchen Landviehes, wegen der kaͤrglichen Pflege, die ſolches Vieh gewoͤhnlich in ſeinem Vaterlande erhaͤlt, und der fruͤhen Begattung. Wenn eine daher gebrachte Ferſe nicht ſchon traͤchtig war, und dann in gute Fuͤtterung kam, ſo habe ich ſie eine betraͤchtliche Laͤnge, aber nie eine ausgezeichnete Hoͤhe erreichen ſehen. Ihre bei reicher Fuͤtterung auferzogene Descendenz kann aber ſehr ſtark werden, und eine Kuh dieſer Art, welche gleich nach dem Abmelken geſchlach⸗ tet wurde, gab 495 Pfund Schlaͤchtergewicht. Auch in ihrem Vaterlande giebt es Thiere dieſer Rage von vorzuͤglicher Laͤnge(hoch wird es nie) und erſtaunlicher Milchergiebigkeit, die aber nicht Handelswaare ſind. Vielleicht verdient keine Race unter den gewoͤhnlichen Ver⸗ haͤltniſſen unſre Sorgfalt in der Veredlung ſo ſehr, wie dieſe. §. 6. Unter den Bergragen iſt die Schweizer⸗Alpen⸗ oder Haslirage merkwuͤrdig, wovon uns ebenfalls Herr Witte in ſeinem Werke:„Deutſchlands Rindviehragen 3tes Heft' eine ſehr ſchoͤne Abbildung gegeben hat. Sie iſt nur in den Hochgebirgsgegenden hei⸗ miſch, jedoch auch nach anderen Orten und ſelbſt nach Niederſachſen, zuerſt in die Harzgegen⸗ den, hin verpflanzt worden(doch mag ich noch nicht entſcheiden, ob dies nicht groͤbere Schweizer Art war, wovon wir die Abbildung in dem Witteſchen Werke erſt erhalten werden). Sie iſt klein, aber fein und ſchoͤn gebauet, ihre Hoͤrner haben ſeitwaͤrts ſtehend eine einfache Biegung, und laufen nach der Spitze ganz duͤnn zu. Der Kopf iſt ſchmal, das Maul aber nach Verhaͤltniß breit, aus den Ohren ragen ſtarke Haarbuͤſchel hervor, der Hals iſt kurz, die Beine, beſonders die Vorderarme, ſind kurz und ſehr duͤnn, aber mit ſtarken Sehnen und ud Mü Fäße tech i ſß dieſe hum d Etreifen! ind Ohre wie auch wiſſerma dieſes Vi 6s it auch a habe ich men, zu Witte d 82 Durchſch es iſt de der Sta barkeit 8 Hasli⸗ heller, ochſen, dieſer R hen habe R Vuſzucht Ochſen, ſchwarz traͤchtl ſeyn, geſch ck der Us ſtlachtt bunden chen ſu werden. beinige ſehr ſa Liert Die Rindviehzucht. 201 vinzige lino und Muskeln verſehen, der Huf klein und zierlich gebaut, der Schwanz lang, faſt bis auf die naus. Ein Fuͤße reichend, aber duͤnn und unten mit einem ſtarken Haarbuͤſchel verſehen. Verhaͤltnißmaͤ⸗ Mlconeh ßig iſt dieſe Rage lang geſtreckt. Die Farbe iſt ſchoͤn ſchwarzbraun, und ſchwaͤrzer nach den aet, oft mit unteren Theilen des Koͤrpers zu, mit einem rehfarbenen mehr oder weniger in weiß ſpielenden dua, m Streifen laͤngs dem Dalſe und Ruͤcken bis zur Mitte des Schwanzes. Von derſelben Farbe bſanmung ſind Ohren, Maul und Beine, auch umgiebt gewoͤhnlich ein rehfarbner Ring das Auge, ſo wie auch das Euter der Kuͤhe aͤhnlich gefaͤrbt und mit Haaren beſetzt iſt. Zuweilen iſt das Thier auch mit weiß geſleckt.* Zum Fettwerden iſt das Vieh nicht geneigt, vielleicht als Folge ſeiner muntern und ge⸗ erthelen ach e Phyſoue⸗ rhn wiſſermaßen beſchwerlichen Lebensart auf den Alpen. Auf dem Stalle habe ich die Descendenz von ander dieſes Viehes geſehen, welche ziemlich feiſt war. hlte. Esi Es giebt nach Verhaͤltniß ſeiner Weide und ſeiner Groͤße ſehr gute und fette Milch; doch Nihmn iſt auch auf den Alpen ſelbſt eine beträͤchtliche Verſchiedenheit unter den Individuen. Bei uns habe ich die Abkoͤmmlinge dieſes Viehes in Anſehung ihrer Milchergiebigkeit zuweilen ſehr ruͤh⸗ ftigkei ſin mmen, zuweilen tadeln gehoͤrt. Ich habe es hier aber immer groͤßer geſehen, wie es Herr egen diens⸗ Witte auf den Alpen beſchreibt. den aäͤujan Das Tyroler Vieh koͤmmt dieſem in der Geſtalt einigermaßen nahe, iſt aber wohl im ditt ſo ang⸗ Durchſchnitt groͤßer und von rothbrauner Farbe. Man ruͤhmt ſeine Milchergiebigkeit ſehr und ict ſeht gern es iſt deshalb haͤufig ins ebene Land verſetzt worden, wo ſich ſelbſt die Original⸗Tyroler bei. Mlcat ſe der Stallfuͤtterung recht gut halten ſollen. Ungeachtet der durch den Transport erhoͤhten Koſt⸗ nde der Noch barkeit hat man es doch neuerlich ſelbſt bis in dieſe Gegenden verpflanzt. Das Steyerſche Vieh, wenigſtens was ich unter dieſem Namen kenne, kommt jener nſtes dattn Hasli⸗Race in ſeiner Geſtalt und Farbe ziemlich gleich, iſt jedoch groͤßer. Die Farbe war en Vütän heller, und dann war der Ruͤckgrat ungewoͤhnlich ſtark eingebogen bei den Kuͤhen und Spring⸗ ſcen nitn ochſen, die ſonſt maleriſch ſchon waren. Ich beſcheide mich, daß andre die Eigenthuͤmlichkeit ader niein dieſer Ragen richtiger beſtimmen werden, wie ich es kann, da ich nur wenige einzelne geſe⸗ escendenz kin hen habe.— elken geſchlt ebt es dhie§. 7. jebigkeit, Noch kommt bei uns das Podoliſche Vieh, uͤber deſſen eigentliches Vaterland und podonſce und hnlichen e Aufzucht ich noch keine beſtimmte Nachricht habe erhalten koͤnnen, aber nur als verſchnittene naariſhe Ochſen, haͤufig vor. Es iſt faſt ſämmtlich von einer ausgezeichneten greiſen Farbe, ſelten 426. ſchwarz oder weißgeſcheckt. Es iſt hochbeinig, und nicht beſonders lang geſtreckt, aber von be⸗ traͤchtlicher Breiteh beſonders hinten im Kreuz. Als Milchvieh ſoll es gar nicht brauchbar merkwändd ſeyn, weil die Kuͤhe ſich nicht ausmelken laſſen. Die Ochſen aber ſind zur Maſtung vorzuͤglich iehraeen z geſchickt. Es muß, wenn es uns gegen den Herbſt zugefuͤhrt wird, auf den fetten Weiden sgenenden hei der Ukraine ſchon ſehr ſtark aufgeſetzt haben, da der weiten Reiſe ungeachtet ein Theil gleich de harzgegen ſchlachtbar iſt. Ein andrer Theil iſt abgemagert, ſetzt dann aber, wenn er iim Stalle ange⸗ ſicht groͤbe bunden wird, bei Kartoffeln und Heu ſehr ſchnell auf, und kann dann in zehn oder zwoͤlf Wo⸗ ſten werden. chen zu preiswuͤrdigem Schlachtoieh vollendet, und zu einer Schwere von, 7 20 Pfund gebracht eine einfat werden.....— 3 Maular Das Ungariſche Vieh ſoll dieſem in der Farbe gleich, aber laͤnger geſtreckt und kurz⸗ Zals ſt in beiniger ſeyn. Das Podoliſche Vieh kann zur Arbeit gebraucht werden, und iſt zum Theil artken Schn ſehr ſanftmuͤthig. Doch giebt es einige Ochſen daruner, die ſehr boͤs und unbaͤndig ſind. 9n Vierter Theil. A Bildung neuer Nagen, SDor Buße. 202 Die Wiehzucht. Man hat ſie aber nicht ſehr ausdauernd gefunden. Das Ungariſche Vieh ſoll zur Arbeit beſſer und kraͤftiger ſeyn. §. 8.. Es erzeugen ſich beim Rindvieh, entweder durch die Auswahl der Individuen aus der⸗ ſelben Rage, oder aber mittelſt der Durchkreuzung verſchiedener Ragen, Familien von mehr oder minder gewuͤnſchten Eigenſchaften, die man in ſich ſelbſt fortzupflanzen ſuchen muß, wenn ſie dem Zwecke einmal entſprechen. Dieſe kann man dann, wenn ihre Eigenſchaften konſtant ge⸗ worden ſind, als eine neue Rage betrachten. Man muß jedoch bei dieſer Durchkreuzung mit Vorſicht und Aufmerkſamkeit verfahren. Da wir das meiſte Rindvieh der Molkerei wegen aufziehen, ſo iſt eine ſehr milchreiche Familie am erwuͤnſchteſten, und man muß ſich beſtreben, einen feſtſtehenden Stamm daraus zu bilden, indem man immer die vorzuͤglichſten Individuen zu Stamm⸗Eltern auswaͤhlt, und davon die Kuh⸗ und Bullenkaͤlber aufzieht. Bei letzteren laſſen ſich die meiſten zu ſehr verleiten, nur auf eine conventionelle Schoͤnheit der Form zu ſe⸗ hen, die oft gar nicht einmal zweckmaͤßig iſt. Das Begatten in der naͤchſten Verwandtſchaft, wenn dieſe tadellos und unſern Zwecken entſprechend iſt, muß zu Anfange beſonders beobachtet werden, wenn man eine konſtante Art bilden will. Ich bilde mir eine Rage, die aus der Frieſiſchen, Schweizer⸗ und Juͤtlaͤnder⸗Art zuſammengeſetzt iſt. Die Aufzucht des Rindviehes. §. 9. erfordert demnach eine vorſichtige Auswahl der Zuchtochſen,(auch Bulle, Bolle, Bruͤllochs, Stammochs, Faſelochs, Reitochs, Springochs, Stier genannt. Manchmal verſteht man jedoch unter Stier und Ochs ſchlechtweg das verſchnittene Thier). Von einem Bullen fordert man in Anſehung der Geſtalt, daß er einen kurzen dicken Kopf, breite krauſe Stirn, ſchwarze muntre Augen, kurze dunkle Hoͤrner, lange wohlbehan⸗ gene Ohren, große Raſenloͤcher, ſchwarzes Maul, ſtarken fleiſchigen Hals, breite vor den Vorderbeinen hervorragende Bruſt, geſtreckten Leib, kurze ſaͤulenfoͤrmige Beine, langen wohl bewachſenen Schwanz, einen muntern dreiſten Gang habe. Ein ſtarkes Vordertheil faͤllt man⸗ chem ſehr in die Augen. Ich liebe ein in Verhaͤltniß des Vordertheils ſtaͤrkeres Hintertheil, theils damit ſich der Stammochs heben und halten koͤnne, ohne die Kuh, die er beſpringt, zu druͤcken; theils weil mir die Staͤrke des Kreuzes der ſtaͤrkeren Milchabſonderung guͤnſtig ſcheint. Auch ziehe ich bei den Bullen einen laͤngeren und feineren Kopf und einen duͤnneren Hals vor. Vor allem aber ſehe ich darauf, daß er von einer ausgezeichnet milchreichen Kuh gefallen ſey. Manche ſuchen durch ſehr reichliche Nahrung beſonders große Stammochſen aufzuziehen. Mir werden die Stammochſen leicht zu groß, und ſo, daß man ſie in ihren kraftvollſten Jahren wieder abſchaffen muß, weil ſie den Kuͤhen zu ſchwer ſind. Man gebraucht ſie zu⸗ weilen ſchon zum Springen, ehe ſie das zweite Jahr vollendet haben, wodurch man ſie wieder kleiner erhaͤlt, aber auch dermaßen in ihrer Konſtitution ſchwaͤcht, daß ſie unvermoͤgend im ſechſten Jahre werden, wo ſie eigentlich erſt in voller Kraft ſeyn ſollten. De Änd dritten Als enüichen e ſton, den in ſtarke niger eir und in T die Beine lich, ſanf haͤnye hin und zeige hineinlege ches meh die Erde reichen, ich bei n heit nicht techten? brigens T Groͤße! Ich bin hen, ſo i Lektern de ader uch je nachd kann eil hig mas bei eine. ten und ſtwaͤchen t ſcwer 1 ine Fer näthig, Die Auſzucht des Rindviehes 403 Arkeit heſer.§. 10.— Die Zuchtkuh heißt im erſten Jahre Zuchtkalb, Ferſenkalb, Duͤſenkalb, im zweiten die Ka. und dritten Jahre Ferſe, Starke, Quee, Kalbe. den dud der⸗ Als Eigenſchaften und Zeichen einer guten Zuchtkuh, von welcher man ferner Milchvieh d mehreder anziehen will, laͤßt ſich folgendes annehmen: die Geſtalt und das Gerippe ſey nicht maleriſch uß, um ſe ſchoͤn, letzteres vom Ruͤckgrate gleich abfallend und ſich mehr nach unten erweiternd, ſo daß Kkonſun g. ein ſtarker tief herabhaͤngender Bauch entſteht. Der Durchſchnitt ihres Leibes naͤhere ſich we⸗ kreuzungüt niger einem Kugel⸗ als einem Ey⸗Durchſchnitte. Das Kreuz ſey dennoch moͤglichſt breit, kerei un und in Verhaͤltniß deſſelben der Vordertheil ſchwaͤcher. Das Knochengebaͤude und beſonders ch beſttag die Beine, ſo wie der Kopf, ſeyen duͤnn, ſo wie auch der Hals. Die Phyſiognomie ſey weib⸗ Indibidtn lich, ſanft, jedoch munter. Das Thier ſey gutmuͤthig, fromm, aber dreiſt. Das Euter Bü lezten haͤnge hinterwaͤrts zwiſchen den Beinen herab, ſey groß, nicht fleiſchig, ſondern duͤnn, weich Form i und zeige dicke Milchadern. Starke Gruben unter dem Bauch, daß man den Daumen ganz rvandiirt hineinlegen kann, halten viele fuͤr ein ſicheres Zeichen einer guten Milchkuh; doch habe ich ſol⸗ rs bardaze ches mehr als alle uͤbrige truͤglich gefunden. Auch haͤlt man einen langen, duͤnnen, bis an die ausde die Erde reichenden Schwanz fuͤr ein gutes Zeichen. Vor allem aber ſey ſie von einer milch⸗ reichen, geſunden und gutartigen Mutter gefallen. Hinterbeine, die kuhheſſig ſtehen, habe ich bei manchen ſehr guten Milchkuͤhen gefunden, ungeachtet man ſie in Hinſicht der Schoͤn⸗ heit nicht liebt. Einige halten darauf, daß die hintere Kante des hinteren Schenkels einen rechten Winkel mit dem am Schwanze hervorragenden Huͤftknochen(Kerbknochen) mache. Ue⸗ brigens aber ſoll der hintere Oberſchenkel nicht dick ſeyn. §. I1. 1 e, rl Wer großes Vieh erziehen will, der waͤhle große und ausgewachſene Muͤtter; denn die derſteßtnn Groͤße und Ausdehnung des Koͤrpers erbt entſchieden mehr von der Mutter als vom Vater. Ich bin daher voͤllig der Meinung der Schweizer, die den Springochſen klein zu erhalten ſu⸗ kurzen dich chen, ſo daß er oft das kleinſte Thier in der ganzen Heerde iſt. ge wohlhehit. reite vor d§. 12. langen uh Ein Springochſe wuͤrde 70 bis 80 Kuͤhen genuͤgen koͤnnen, wenn die Brunſtzeit der il fällt man letztern das ganze Jahr hindurch in ziemlich gleichen Zwiſchenzeiten vertheilt waͤre. Da dies Hinterthel aber nicht iſt, ſo duͤrfen nur 25, 30 bis 40 Kuͤhe auf einen Springochſen gerechnet werden, deppringt je nachdem die Brunſt derſelben mehr in dieſelbe oder in derſchiedene Zeiten faͤllt. Ueberdem rung gih kann ein Springochſe leicht mit einer Krankheit befallen werden, die ihn zum Springen unfaͤ⸗ gen dunnen hig macht, und man dadurch in große Verlegenheiten kommen. Deshalb pflegt man ſchon hreichen h bei einem Viehſtapel von 40 Stuͤcken gern zwei Springochſen zu haben, einen jungen im drit⸗ ten und einen aͤlteren im fuͤnften oder ſechsten Jahre; auch aus der Urſache, damit man die auſuzſchen. ſchwaͤchern, juͤngeren Kuͤhe von erſterem beſpringen laſſen koͤnne, wenn letzterer ihnen ſchon kuftvollſt n ſchwer iſt.— ucht ſie ſo§. 13. ſie wehn Wenn man großes, und immer groͤßeres Vieh erziehen will, ſo iſt es allerdings Regel, Alter zur Be⸗ ogend iu 3 andg r alt werden zu laſſen, bevor ſie beſprungen wird, und immer iſt dies Lattung. eine Ferſe beinahe 3 Jah 3— 7 g und Weide erhaͤlt, falls noͤthig, wenn das junge Vieh eine ſpaͤrliche und ſchlechte Fuͤtterun Cc 2 Brunſtzeit⸗ Trächtigkeit⸗ 204 Die Viehzucht. man anders ein immer groͤßeres Zuruͤckſchlagen der Gattung verhindern will. Wird aber das junge Vieh, von der Geburt an, reichlich genaͤhrt und gut verpflegt, ſo kann man es ohne Bedenken zulaſſen, wenn es bald 2 Jahre alt wird, und ich halte es rathſam, dieſes auf je⸗ den Fall zu thun, wo ſich die Brunſt lebhaft und wiederholt aͤußert; weil ſonſt die Thiere ent⸗ weder abmagern und dennoch nicht fortwachſen, oder aber bei fortgeſetzter guter Faͤtterung fett werden, und ſodann gar nicht empfangen koͤnnen. In Gegenden, wo man die Viehzucht ſonſt ſehr aufmerkſam betreibt, in den Holſteiniſchen und Bremiſchen Marſchen, uͤberlaͤßt man die Sache ganz der Natur, indem alles Vieh auf den Weiden ſich zuſammentrifft. Hier iſt der Fall nicht ſelten, daß eine Ferſe mit dem zweiten Jahre ein Kalb bringt, ohne daß man des⸗ halb eine Verkruͤppelung derſelben beſorgt, nur braucht man die Vorſicht, eine ſolche voreilige Ferſe zum erſten Male nicht lange zu melken. Ich habe ſogar einmal den Fall gehabt, daß ein 18 Monat altes Thier ein Kalb bekam von einem andern nicht aͤlteren Bullenkalbe: es iſt klein geblieben, aber dennoch eine gute Milchkuh geworden., §. 14. Die Brunſt des Rindviehes tritt zu jeder Jahreszeit ein, und diefer Eintritt richtet ſich nach dem Kalben. Bei reichlich genaͤhrtem Vieh tritt der Begattungstrieb zuweilen ſchon am zwanzigſten Tage ein. Man laͤßt dieſen aber gewoͤhnlich uͤbergehen, theils um die Kuh nicht zu ſehr anzugreifen, theils weil man ihre Kalbezeit ungern vorruͤcken will. Zeigt ſich der Be⸗ gattungstrieb zum zweiten Male, gegen den vierzigſten oder ſechzigſten Tag nach dem Kalben, ſo muß man ihn wahrnehmen, weil er ſonſt vielleicht ganz ausbleiben koͤnnte. Es iſt beſon⸗ ders bei dem auf dem Stalle gehaltenen Vieh von Wichtigkeit, die Zeichen der Brunſt zu be⸗ achten. Sie ſind: Unruhe, Wildheit in den Augen und dem Geſichte, ungewoͤhnliches Schreien und Bruͤllen, aufgedunſene, ſchleimige Geburtstheile, Reiten auf andern Kuͤhen, Entziehen oder Anhalten der Milch. Auf letzteres Zeichen muͤſſen die Maͤgde bei Kuͤhen, die nicht vom Stalle kommen, aufmerkſam achten. Wenn der Begattungstrieb ſich nicht einfindet, ſo iſt entweder eine Schwaͤche des Thiers, oder bei ſehr reicher Nahrung eine zu große Fettigkeit Schuld. Im erſteren Falle muß man die Nahrung verſtaͤrken, und dadurch wirken wohl ſolche ſpeziſiſch angeruͤhmte Mittel, wie geroͤſteter Hafer mit Salz, Linſen, geſtoßene Hanfkoͤrner u. ſ. f. Auch ſoll man ihnen warme Milch von einer Kuh zu trinken geben, die eben gerindert hat. Scheint aber eine uͤbergroße Feiſtigkeit Schuld zu ſeyn, ſo muß man der Kuh mehrere Bewegung verſchaffen. Einige haben Kuͤhen dadurch zur Traͤchtigkeit verholfen, daß ſie ſolche vor den Pflug ſpannten. Wenn man den Eintritt der Brunſtzeit gleich von Anfange an beachtet, ſo iſt der guͤn⸗ ſtigſte Zeitpunkt zum Empfangen etwa 12 bis 24 Stunden nachher. Werden dieſe Stunden verſpaͤtet, ſo ſchlaͤgt die Befruchtung leicht fehl. §. 13. Als Zeichen der Traͤchtigkeit kann man annehmen, wenn ſich nach voll fuͤhrter Begattung der Trieb nach 3 Wochen nicht wieder einſtellt. Doch iſt es kein gewiſſes Zeichen, daß die Kuh nicht empfangen habe, wenn ſie nach 3 Wochen noch einmal bruͤnſtig wird. Das Dickwerden des Bauchs iſt ſehr truͤglich. Nach 20 Wochen wird es aber merklich und man kann dann das Kalb oft auf der rechten Seite der Kuh fuͤhlen, was ſich nachher wieder verliert. Die Traͤchtigkeit dauert in der Regel 285 Tage oder 40 Wochen 5 Tage. Starke und gefunde Kuͤhe gehen aber oft 8 Tage kaͤnger, Eeſti inge dagegen um ſo viel kuͤrzer. Leit Trͤnke el dder vinn d Oas ſblechte du tungsmüte können, ſ' tungen ge epidemiſch ben, inden allgemein Ei ſcwer gek Wochen h Theile, ſ ſchon fruͦ unter, die Es iſt vie liche Nal Rockenſe Getraͤnk⸗ der Mile nen dabe L Milch, zwei Gr. unruhig, um, und digt wer Manche: D ganze 8 wie dei ſten he Zoll vo belecken ſeinen L d dibe la⸗ der Kuh d ten kag Die Außucht des Rindviehes. 205 dchs Bei hochtragenden Kuͤhen muß man, beſonders wenn ſie im Stall gehalten und nur zur n es ohne Traͤnke gelaſſen werden, Achtſamkeit darauf verwenden, daß ſie von andern nicht geſtoßen, ds auf ji oder beim Aus⸗ und Eintreiben in den Stall nicht gedraͤngt werden. dhiere en⸗ Das Verwerfen oder zu fruͤhzeitige Kalben ſchreibt man mancherlei Urſachen zu. Jedes derung fett ſchlechte dumpfig gewordene Futter kann es ohne Zweifel bewirken. Ob aber gewiſſe Fuͤtte⸗ datt ſaſt rungsmittel, z. B. Buchweizenſtroh, gefrorne Kohlblaͤtter, Sellerieblaͤtter es verurſachen üge un de koͤnnen, ſcheint mir noch nicht erwieſen, ſondern dieſe Meinungen nur auf einſeitige Beobach⸗ dia d tungen gegruͤndet zu ſeyn. Das Unrichtiggehen iſt bei Thieren wie bei Menſchen wohl zuweilen 1 man de epidemiſch, und muß dann ſeine Urſache in einer beſondern Beſchaffenheit der Atmoſphaͤre ha⸗ che vorell ben, indem es zuweilen ungewoͤhnlich haͤufig in einer Gegend vorkommt, wo man keine andere thhabt, uia allgemein wirkende Urſach auffinden kann. albe: es ſ V Es iſt nichts falſcher, als die Meinung derer, welche beſonders bei Kuͤhen, die einmal ſchwer gekalbt haben, das Kalben dadurch erleichtern wollen, daß ſie die Kuh in den letzten Wochen hungern laſſen, damit ihr Kalb minder ſtark werde. Nicht die weichen fleiſchigen Theile, ſondern die Breite des Knochengebaͤudes koͤnnen die Geburt erſchweren, und dieſes iſt tt ricteſch ſchon fruͤher ausgebildet. Durch knappes Futter ſetzt man aber die Lebenskraft der Kuh her⸗ len ſcenmm unter, die ſie bei dem Kalben ſo nothwendig braucht, und vermindert dann die Milcherzeugung. de Kuh nict Es iſt vielmehr ſehr rathſam, der Kuh gegen ihre Entbindungszeit kraͤftige und leicht verdau⸗ icch der Be⸗ liche Nahrungsmittel in kleinen Volumen zu reichen, z. B. Schroottrank, Oelkuchentrank, den alben, Rockenſauerteig in Waſſer aufgeloͤſt; einige ruͤhmen beſonders gekochte Linſen. Dergleichen Es iſ doſon⸗ Getraͤnke ſind hauptſaͤchlich zur Befoͤrderung einer ſtarken Milchabſondernng durch Aufreizung G Brunſtu t der Milchgefaͤße jetzt und in den erſten Tagen nach der Geburt ſehr nuͤtzlich, und weil man ih⸗ ces Scheiien nen dabei weniger hartes und aufblaͤhendes Futter geben darf.— en, Entzithen de nicht yn§. 16. Die Zeichen der herannahenden Geburt ſind folgende: das Euter ſtrotzt und enthaͤlt Geburt. des Thierd, Milch, die Geburtstheile ſchwellen an, es entſtehen oben zu beiden Seiten des Schwanzes lle muß man zwei Gruͤbchen, die immer tiefer werden, und beim Beruͤhren ſehr nachgeben, die Kuh wird Mittel, ve unruhig, legt ſich bald nieder, ſteht bald wieder auf, ſieht ſich oͤfters nach dem Hinterleibe ihnen waen um, und bloͤkt dazwiſchen. Man giebt ihr nun ſtaͤrkere Streu, damit das Kalb nicht beſchaͤ⸗ ine übergeoht digt werde, und behaͤlt ſie einigermaßen im Auge; uͤberlaͤßt es uͤbrigens ganz der Natur. Einige habe Manche Kuͤhe beingen das Kalb im Liegen, manche im Stehen zur Welt. Die Vorderfuͤße, auf welchen der Kopf liegt, kommen zuerſt zum Vorſchein, und der Hiſ der io ganze Koͤrper folgt, durch die Wehen der Mutter fortgedruͤckt, bald nach; doch iſt es nicht, wieſe Stuln wie bei vielen andern Thieren, der Kopf, ſondern hauptſächlich die Bruſt, welche am ſchwer⸗ ſten hervordringt. Die Nabelſchnur reißt von ſelbſt ab; wo nicht, kann man ſie einen guten Zoll vom Bauch abbinden, und dann einen Zoll tiefer abſchneiden. Man legt das Kalb, wenn es an der Mutter ſaugen ſoll, der Kuh ſo vor, daß ſie es ter Myultunz belecken kann; ſoll aber das Kalb aufgetraͤnkt werden, ſo wird es gleich weggetragen, und an die Kuh ſeinen Ort gelegt. Ddickwerd Die Nachgeburt und der haͤutige mit Waſſer gefuͤllte Beutel, in welchem das Kalb im un dann d Leibe lag, geht mehrentheils von ſelbſt ab, und man hat dabei nichts anderes zu thun, als der Kuh eine kraͤftige Nahrung, Schroottrank und dergk. zu geben. Starken Es treten alterdings zuweilen Faͤlle von ſchweren Geburten ein, die von einer fehlerhaf⸗ ten Lage des Kalbes herruͤhren, und wobet man durch wohluͤberlegte, geſchickte Huͤlfe vieles Auferziehung der Kälber. Das Saugen⸗ 206 Die Viehzucht. ausrichten kann. Es koͤmmt aber alles darauf an, daß man ſich von der natuͤrlichen Lage des Kalbes, und von der Art der Abweichung einen klaren Begriff mache, da man ſie dann durch die Hand, womit man in die Mutter ſanft hineinfaͤhrt, leicht entdecken und mehrentheils he⸗ ben kann. Der Widerſtand entſteht am haͤufigſten aus einer widernatuͤrlichen Lage eines Vor⸗ derbeins, oder aus einer ſchiefen Lage des Kopfes, indem nicht die Schnauze, ſondern das Ohr oder die Stirn vorliegt. Mit Gewalt iſt aber hierbei ſo wenig, als beim Durchgange der Bruſt etwas auszurichten, und alles gewaltſame Ziehen kann toͤdtlich werden, in Faͤllen, wo die Natur geholfen haben wuͤrde, wenn man ihr Zeit gelaſſen haͤtte. Es darf nur eine verſtaͤndige Huͤlfe geleiſtet werden; jede unverſtaͤndige iſt hoͤchſt nachtheilig, und iſt nur zu oft, wie ich ſelbſt erfahren habe, toͤdtlich geworden. Da aber der Unterricht in der Entbindungs⸗ kunſt hier nicht ſeinen Platz finden kann, ſo uͤbergehe ich denſelben mit dem Rathe, daß ein jeder, auf ſein Vieh etwas haltende Landwirth, jede Gelegenheit wahrnehmen moͤge, um ſich daruͤber unterrichten zu laſſen, da die Huͤlfe von geſchickten Thieraͤrzten auf dem platten Lande ſelten zu erlangen iſt; daß man aber bis dahin lieber alles der Natur und dem Zufall uͤberlaſſe, weil man ſonſt die Kuh und das Kalb haͤufiger umbringen als retten wird. §. 17. Es giebt nun zwei Methoden, das Kalb in der fruͤheſten Periode ſeines kebens zu naͤhren und aufzuziehen. a) Das Saugenlaſſen. b) Das Traͤnken. Beim Saugenlaſſen gewoͤhnt man gleich nach der Geburt Mutter und Kalb zuſammen, indem man jene dieſes ablecken laͤßt. Man bringt es dann, ſo bald es ſtehen kann, an das Euter der Mutter, und es faͤngt ſogleich an zu ſaugen. Die erſte Milch hat eine purgirende Eigenſchaft; aber weit entfernt daß dieſes ſchaden ſollte, iſt es vielmehr wohlthaͤtig, indem es die Reizbarkeit der Gedaͤrme erweckt, und den mit zur Welt gebrachten zaͤhen Unrath aus den Gedaͤrmen abfuͤhrt, der durch ſein laͤngeres Verweilen nachtheilig werden kann. Nun giebt es wieder zwei Wege: entweder das Kalb bei der Mutter liegen zu laſſen, oder es ihr jedesmal, wenn ſeine Saugezeit da iſt, zuzufuͤhren. Das erſtere iſt am bequem⸗ ſten, hat aber das Ueble, daß das Kalb faſt beſtaͤndig am Euter ſpielt, die Mutter entweder zu viel reizt und angreift, ſich ſelbſt dabei uͤbernimmt, oder aber nicht genug ausſauget, und Milch⸗ ſtockungen entſtehen laͤßt, und daneben die Gefahr, daß es ſehr leicht von der Mutter oder auch von einer neben ſtehenden Kuh erdruͤckt wird. Die andere Methode: das Kalb zu be⸗ ſtimmten Zeiten, zuerſt taͤglich 4 bis 5 Mal, hernach 3 Mal, zur Mutter zu bringen, um es ſaugen zu laſſen, dabei jedesmal darauf zu achten, ob es auch rein ausſauge, oder wenn die⸗ ſes nicht geſchiehet, die Mutter nachzumelken, iſt beſchwerlicher, erfordert große Aufmerk⸗ ſamkeit, daß kein Kalb, wenn viele da ſind, vergeſſen werde, iſt aber ſicherer und der Ge⸗ ſundheit des Kalbes, ſo wie der nachmaligen Milchergiebigkeit der Mutter, angemeſſener. Nach 3 Wochen reicht oft die Milch nicht zu, das Kalb vollkommen zu ernaͤhren. Man giebt ihm alſo einen Trank von Oelkuchen, grobem Mehl, Kleyen oder Schroot, zerriebene Kartoffeln mit laulichem Waſſer, oder einen Abſud von Heu mit etwas Milch, wovon man das Kalb in der Zwiſchenzeit, zwiſchen dem Saugen, ſo viel ſaufen laͤßt, als es will, und das Uebrige der Mutter reicht. Auf dieſe Weiſe gewoͤhnt man das Kalb allmaͤhlig zu ſolchem Trank, laͤßt es dann nur 2 Mal ſaugen, und melkt die Kuh ein Mal, um ſie daran zu gewoͤh⸗ nen. Auch faͤngt man an, dem Kalbe etwas recht gutes, feines Heu vorzulegen, welches es dald vidd bis Vothe Wenn näglic von ſuct nach icht verge Feeſſch und etwas erft man, doß Soll laſen, ſon das Kalb i Da der wit? dracht wi gemacht h kommt, 0 acht Tage vorkomm erwaͤrmt ſt alle„ N Mangel Abſchlaͤge an 3„. 10¾ Pfu den. In den Saug nan an et Nanen e Woche a Trantd geben. die Win Art. A dohſenka Id dauunzsſe feines he Nachtheit gen jene trinnern. in kage de dann dutch ntheils he dines Vor⸗ dndern das durhadage , in dälen, if nur dig tnur zuth, atbindune de, daß in ge, um ſih atten Lande al uderleſ zzu näͤhta (ö zuſammer, ann, an das ge puegitende häͤtig, uden n Unrath ai n. gen zu lſen, om beqlem⸗ weder zubil und Milh⸗ Mutter oder Kalb zu bee gen, um 6 er wenn di⸗ ße Aufnei und der Ge⸗ meſſener ähen Man „ ſertiebene n man das , und das zu ſolchen zu gewij⸗ welches es kleinen Portionen, die ihnen fein geſchnitten in den Krippen gegeben werden. In der ſechsten Die Außzucht des Rindviehes. 207 bald wird freſſen lernen. Man laͤßt auf die Weiſe Kaͤlber, die man recht gut aufziehen will, 5 bis 6 Wochen ſaugen. Wenn man das Kalb nun ganz abſetzen(ſpaͤhnen) will, ſo entfernt man es ſo weit als moͤglich von der Mutter, damit beide durch ihr gegenſeitiges Schreien, womit ſie ihre Sehn⸗ ſucht nach einander zu erkennen geben, nicht beunruhigt werden, und ſich einander baldmoͤg⸗ lichſt vergeſſen moͤgen. Man muß durch nahrhafte Fuͤtterung verhuͤten, daß das Kalb an Fleiſch und Kraͤften, die Mutter an Milch nicht zu ſehr abnehmen, welches immer aus Gram etwas erfolgt. Indem man bei der Kuh die Milchabſonderung dadurch befoͤrdert, bewirkt man, daß ſie ſich gern melken laſſe, und die Milch nicht aus Eigenſinn zuruͤckhalte. §. 18. Soll das Kalb aber aufgetraͤnkt werden, ſo muß man es die Mutter gar nicht beruͤhren laſſen, ſondern ſogleich davon nehmen, und ich kann uicht der Meinung derer beiſtimmen, die das Kalb in den erſten 3 bis 5 Tagen ſaugen laſſen, dann aber traͤnken. Das Falb lernt eben ſo leicht ſaufen als ſaugen. Wenn ihm nur bei den erſten Malen der mit Milch benetzte Finger ins Maul geſteckt, und dann das Maul in das Milchgefaͤß ge⸗ bracht wird, ſo ſaͤuft es friſch weg; und ich weiß noch keinen Fall, wo dies Schwierigkeiten gemacht haͤtte. Es wird ihm allerdings die erſte Milch von der Mutter, ſo wie ſie von ihr kommt, allenfalls mit etwas warmem Waſſer verduͤnnt, gegeben; und man bleibt in den erſten acht Tagen gern bei der Milch der Mutter. In der Folge giebt man die Milch, wie ſie eben vorkommt; entweder noch warm aus dem Euter, oder mit etwas kochendem Waſſer wieder erwaͤrmt. Es muß bei dieſer Traͤnkung zwar mit einiger Vorſicht verfahren werden, jedoch iſt alle Pedanterie unnoͤthig. Nur das Maaß muß beachtet werden, damit ſich die Kaͤlber weder uͤbernehmen, noch Mangel an Nahrung leiden. Die Kaͤlber von verſchiedenem Alter muͤſſen daher in beſondere Abſchlaͤge gebracht, und ihnen die Milch zugemeſſen werden. In der erſten Woche haben ſie an 3¾ Pfund Milch taͤglich genug; in der zweiten Woche erhalten 7 ½ Pfund, in der dritten 10* Pfund taͤglich— jedoch allmaͤhlig ſteigend— und dies wird ihnen in 3 Portionen gege⸗ ben. In der vierten Woche giebt man ihnen nicht mehr, aber ſchon einen Rebentrank, wie den Saugkaͤlbern. In der fuͤnften Woche bekommen ſie abgerahmte ſuͤße Milch, und fangen nun an etwas Heu, zugleich aber Kartoffeln, Runkelruͤben u. dergl. zu freſſen; jedoch nur in Das Traͤnken. 83 Woche erhalten ſie mehr davon, und in der ſiebenten Woche koͤnnen ſie ſich ohne Milch und ohne Trank behelfen, jedoch wird ihnen, wenn es paßt, noch abgerahmte Milch ſuͤß und ſauer ge⸗ geben. Von nun an bekommen ſie bei mir daſſelbe Futter, was die Kuͤhe erhalten, ſo lange die Winterfuͤtterung dauert, gewoͤhnlich rohe Kartoffeln und Heu, hernach Gruͤnfutter jeder Art. Wenn ſie zehn bis zwoͤlf Wochen alt ſind, kommen ſie auf die Weidekoppel, wo aber die Ochſenkaͤlber getrennt werden, die mehrentheils auf dem Stalle bleiben. Ich weiß, daß manche gegen das Gruͤnfutter und die Weide ſind, dicke Leiber und Ver⸗ dauungsſchwaͤchung davon beſorgen, und daher den Kaͤlbern, bis ſie Monate alt ſind, nur feines Heu und Kornfutter geben. Ich habe aber von der gruͤnen Nahrung nie den geringſten Nachtheil beobachtet, ſondern meine Kaͤlber ſind ſaͤmmtlich geſund geblieben. Indeſſen iſt ge⸗ gen jene Methode der trocknen Fuͤtterung, wenn man ausgelegenes Heu hat, auch nichts zu erinnern. 208 Die Viehzucht Kornfutter gebe ich den Kaͤlbern nicht anders, als wenn es einen ſehr geringen Preis, ga del n 86 Henhahe e hat dden zube §. 19. ann fuͤber d Die Gruͤnde welche man fuͤr das Saugen und gegen das Traͤnken der Kaͤlber anfuͤhrt, inte Nich ſcheinen mir nicht guͤltig. Man ſagt: Ja d Gründe für das a) das Saugen ſey der Natur gemaͤß, das Traͤnken unnatuͤrlich. und wenn ſ Sauaen. vdet Aber unſre Kuͤhe ſind nicht im natuͤrlichen Zuſtande, und der Zweck, den wir mit ihnen Nachher ia haben, iſt nicht der natuͤrliche. Die Natur gab den Kuͤhen die Milch bloß um das Kalb da⸗ Auf mit zu ernaͤhren; wir wollen dieſem die Milch nur die kuͤrzeſte Zeit laſſen, und ſie anderweitig werden, de benutzen. 8. in Jutzug: b) Man kann die Kuh nicht ſo rein ausmilchen, als das Kalb ſie ausjlauggt. fund Buam Eine gute Melkerin holt den letzten Tropfen Milch reiner aus dem Euter und aus allen geitütttt. vier Spaͤhnen deſſelben, als das Kalb es gewoͤhnlich thut. Dieſes ſaugt entweder nur, wenn weimal ein es durſtig iſt, und holt die Milch nicht rein heraus, oder es geht ſpielend dabei, und nimmt ds nicht, von Zeit zu Zeit nur einige Schlucke, wobei die dickere Milch haͤufig zuruͤckbleibt. Es gewoͤhnt dabei im d ſich oft nur an einigen Spaͤhnen, an denen auf einer Seite, zu ſaugen, und die andern wieder Ap Spaͤhne trocknen. braanten)L c) Das Auftraͤnken ſey in großen Wirthſchaften ſehr mißlich, weil nicht die gehoͤrige Vorſicht dabei angewandt werden koͤnne; nur in kleinen moͤge es angehen. 4 Iſt gegen die Erfahrung. Wenn die Kaͤlber nach ihrem verſchiedenen Alter in verſchie⸗ 1 Wa denen Abtheilungen gehalten und getraͤnkt werden, kann die groͤßte Ordnung dabei beobachtet dn aühr werden, und wenn dagegen die Kaͤlber der Mutter jedesmal zugefuͤhrt werden muͤſſen, kann diſch m eher eins vergeſſen werden. Auch nimmt das Zufuͤhren mehrere Zeit, wie das Traͤnken, weg. Aue Will man Kaͤlber auch dann noch ſaugen laſſen, wenn die Kuͤhe ſchon auf die Weide gehen, ſo gemiiſcht w muͤſſen die Muͤtter auf dem Stalle gehalten, und beſonders gefuͤttert werden. ijhr beſſeren Ferner aber: Beim Traͤnken bleiben die Kaͤlber ruhig in ihrem abgeſonderten Stalle, werden durch das Hin⸗ und Herfuͤhren nicht beunruhigt oder beſchaͤdigt. Die in immer gleichen Portionen den Kaͤlbern nach ihrem Alter zugetheilte Milch gedeihet ihnen beſſer, als wenn ſie Man⸗ bald viel, bald wenig abſaugen. Sie koͤnnen ſich nicht uͤberſaugen, und die Erfahrung lehrt, Ktfgeogene daß bei gehoͤrig getraͤnkten Kaͤlbern weit ſeltener der daher ruͤhrende Durchfall entſtehe, als Nanche W. bei Saugekaͤlbern. Man kann die Milch nach der Staͤrke und dem Appetite eines jeden Kalbes„d abmeſſen, da bei dem Saugen ein Kalb die Milch ſeiner Mutter entweder nicht bezwingen Gleicherng kann, oder nicht genug daran hat. Der Hauptgrund fuͤr das Traͤnken iſt: daß ſich die Kaͤl⸗ zuͤge zuhe ber leichter und nur allmaͤhlig von der Milch entwoͤhnen, und allmaͤhlig zu ſchlechterer Milch und Dies ſch zu anderer Nahrung uͤbergehen. Daher erfolgt bei den Traͤnkkaͤlbern nicht das betraͤchtliche Abfal⸗ preiſen al . len, was man allgemein bei den abgeſetzten Saugekaͤlbern verſpuͤrt. Der Gram der Kuh und des Kalbes, welcher ſich durch das heftige Bloͤben und Schreien offenbart, wird gaͤnzlich ver⸗ We mieden. Die Kuh iſt an ihre Beſtimmung, ausgemolken zu werden, gewoͤhnt, und dies gab ung auf, ihr vom Anfange an eine angenehme Empfindung, weswegen ſie gern ihre Milch der Melkerin ſens d 2 hingiebt. Endlich wird, da man fruͤher zu abgerahmter Milch uͤbergehen kann, in den meiſten ril nen Faͤllen dabei erſpart.— man dc Der einzige Fall, wo das Saugen vielleicht rathſamer ſeyn kann, iſt bei Erſtlingen, tiinmte R bei denen die Milchgefaͤße dadurch beſſer geoͤffnet werden moͤgen. wenn die G §. 29. Vunter K ngen Pra, d aühet, vir mt n das Kaldm anderweii vrd aud aln der nur n i, und jinnt Es genäht. d die anden t die ghrige V ter in berſchi bei berbatt müſen, in Traͤnken, ve geide gehen, derten Stale immer gleicen „als wenn ſt ohrung lehn entſtehe, als jeden Kalbei ht bezwinge ſich die d trer Milch un chtlichehhn n der Cih und d hnich dee un dies git zer Melkenn den weiſen bei Erſtliton, 1 Die Aufzucht des Rindvieees. 209 §. 20. Bei dem Traͤnken iſt noch folgendes zu beobachten: Nur in den erſten Tagen giebt man jedem Kalbe die Milch ſeiner Mutter, nachher braucht man nur zu beachten, daß ſie die jun⸗ gen Kaͤlber von friſchmilchenden Kuͤhen erhalten; ſind ſie 3 Wochen alt, ſo kann man jede ge⸗ ſunde Milch ohne Unterſchied geben. In den erſten acht Tagen giebt man die Milch gern in ihrer natuͤrlichen Temperatur, und wenn ſie erkaltet iſt, ſtellt man dieſe durch etwas zugegebenes heißes Waſſer wieder her. Nachher kann ſie kuͤhler und endlich kalt gegeben werden. Auf die Entſtehung des Durchfalls muß bei Sauge⸗ und Traͤnkkaͤlbern genau geachtet werden, damit man ihn gleich im Anfange hebe. Das beſte Mittel iſt nach meiner Erfahrung ein Auszug von Rhabarber mit gutem Branntwein gemacht. Auf 2 Loth Rhabarber wird 2½ Pfund Branntwein gegeben und 24 Stunden in eine gelinde Waͤrme geſtellt, auch oͤfter um⸗ geſchuͤttelt. Dann wird die klare Tinktur abgegoſſen, und davon dem kranken Kalbe taͤglich zweimal ein Eßloͤffel gegeben. Nach einigen Gaben hoͤrt das Uebel mehrentheils auf; thut es das nicht, ſo ſetze man dann noch jedem eoͤffel voll 5 Tropfen Opiumtinktur zu. Man ſey dabei im Traͤnken vorſichtiger, und reize das Kalb wider ſeinen Willen nicht dazu an, bis es wieder Appetit bekömmt. Einige ruͤhmen einen Trank von gelinde geroͤſteten(wie Kaffee ge⸗ brannten) Linſen oder Eicheln. 5. 21. 1 Wenn das Kalb im erſten Jahre reichlich genaͤhret worden, ſo kann man ihm im zwei⸗ Haltung der ten Jahre eine weit ſparſamere Fuͤtterung und kargere Weide geben; jedoch ſo, daß es bei Fleiſch und Kraͤften bleibe. Auch im dritten Jahre kann es im Winter mit gutem Strohhaͤckſel, dem etwas Heu zu⸗ gemiſcht worden, erhalten werden. Nachdem die Ferſe jedoch traͤchtig geworden iſt, muß man ihr beſſeres Futter reichen, und damit ſteigen, ſo wie ſie zunimmt. §. 22. Manche haben das Aufziehen nicht fuͤr vortheilhaft gehalten, und die Koſten einer ſelbſt aufgezogenen Kuh ſo hoch berechnet, daß man gutes Vieh viel wohlfeiler dafuͤr kaufen koͤnnte. Manche Wirthſchaften ſind ſo eingerichtet, daß die Aufzucht gar nicht dabei ſtatt findet, wo z. B. die Kuͤherei kopfweiſe verpachtet iſt. Außerdem aber ſcheint mir die Sicherheit und die Gleichartigkeit des Viehſchlages, den man durch eigne Aufzucht erhalten kann, ſo große Vor⸗ zuͤge zu haben, daß ich es auch dann empfehlen wuͤrde, wenn es beſtimmt koſtbarer waͤre. Dies ſcheint es mir aber in gewoͤhnlichen Faͤllen, wo man die Milch nicht friſch zu hohen Preiſen abſetzen kann, in der That nicht zu ſeyn. Wenn man weiß, was eine Kuh an jaͤhrlicher Nutzung einbringt, ſo laͤßt ſich die Rech⸗ nung auf folgende Weiſe machen: Das junge Thier koſtet in den beiden erſten Jahren hoͤch⸗ ſtens die Haͤlfte der Fuͤtterung einer Kuh, und im dritten Jahre, um reichlich zu rechnen, ſo viel wie eine Kuh, alſo uͤberhaupt den jaͤhrigen Ertrag zweier Kuͤhe. Unter dieſen Preis wird man doch ſelten eine tadelloſe junge Kuh kaufen koͤnnen. Die Vorzuͤge eines an eine be⸗ ſtimmte Behandlung und Weide gewoͤhnten Thiers ſind anerkannt und dann beſonders wichtig, wenn die Weide fehlerhaft iſt. Vierter Theil. 3 Dd Vortheil der Aufzucht. Alter⸗Kenn⸗ zeichen. 3 Maſtkälber. Die Viehzucht. §. 23.. Kaͤlber, die man nicht aufziehen will, ſucht man ſobald als moͤglich iſt, los zu werden, um die Milch benutzen zu koͤnnen. Die Maſtung der Kaͤlber kann nur unter gewiſſen Verhaͤltniſſen vortheilhaft ſeyn, wo naͤmlich gute Kaͤlber fuͤr betraͤchtliche Staͤdte aufgeſucht und gut bezahlt werden, man jedoch von der Nachbarſchaft dieſer Staͤdte durch die Molkerei keine beſondere Nutzung haben kann. Die Maſtung der Kaͤlber geſchiehet 3) mit bloßer Milch. Dies giebt immer das beſte und weißeſte Fleiſch, und iſt fuͤr den Landwirth als ſolchen am anwendbarſten. Bei dieſen Kaͤlbern hat das Saugen weniger gegen ſich, indem das Kalb verkauft wird, ſo wie man es abſetzt. Wird aber dieſe Kaͤlbermaſtung im Großen betrieben, ſo muͤſſen die Kaͤlber den Muͤttern oder Ammen zu beſtimmten Zeiten zu⸗ gefuͤhrt werden. Man muß einen Theil der Kuͤhe daran gewoͤhnen, daß ſie andre Kaͤlber an⸗ nehmen, und man findet ſolche, die dies ohne Bedenken thun. Dieſe kann man ihre ganze Milchzeit hindurch zu Ammen gebrauchen, und durch ſtarke Fuͤtterung zu einem reichlichen Milchabſatz bringen. Sie werden dadurch aber zu Melkkuͤhen zuweilen ganz untauglich. Bei aͤlteren Maſtkaͤlbern von 8 bis 12 Wochen reicht naͤmlich die Muttermilch haͤufig nicht hin, um ſie zu der voͤlligen Feiſtigkeit zu bringen, und dies muß durch die Ammen erſetzt werden. b) mit anderer Fuͤtterung, die Anfangs als Zugabe zur Milch, nachher allein gereicht wird. 5 Hier werden allerlei Traͤnke, aus Leinſaamen, Leinoͤlkuchen, Hafergruͤtze, gekochten Kartoffeln und Ruͤben, Eiern, auch aus alt gewordenem Weißbrod, welches den Baͤckern lie⸗ gen geblieben iſt, und von ihnen wohlfeil verkauft wird, bereitet, und den Kaͤlbern mit oder ohne Milch gegeben. Es giebt in manchen Gegenden auf dem platten Lande, und ſogar in Staͤdten ſelbſt, Leute, die mit dieſer Kaͤlbermaſtung ein Gewerbe treiben, und die ganz jun⸗ gen Kaͤlber dazu aufkaufen. Fuͤr den Landwirth kann eine ſolche Maſtung der Kaͤlber nur ein Nebenzweig ſeyn. .§. 24. Ddie Alter⸗Kennzeichen aus den Zaͤhnen ſind bei dem Rindvieh nicht ſo beſtimmt, wie bei den Pferden und Schaafen. Mehrentheils verliert das Kalb von den 8 Schneidezaͤhnen des Unterkiefers, die es ſogleich mit auf die Welt bringt, oder die doch bald nachher ausbre⸗ chen, zwiſchen dem zwoͤlften und achtzehnten Monat die beiden mittleren, weiche dann durch breitere ſogleich erſetzt werden. Nach dem zweiten Jahre wechſeln die beiden zunaͤchſt ſtehen⸗ den, und ſofort alle Jahre einmal. Bei guter Nahrung pflegt die Wechſelung aber fruͤher, ſonſt ſpaͤter zu erfolgen, und uͤberhaupt haͤlt die Ratur darin beim Rindvieh minder regulaͤre Perioden; weswegen dieſes Zeichen im juͤngern Alter hoͤchſt truͤglich bleibt. Haͤufiger nimmt man das Alter an den Ringen der Hoͤrner wahr, aber zuverlaͤſſig iſt auch dieſes Zeichen nicht. Bei den Ochſen ſetzt ſich der untere Ring zunaͤchſt an der Wurzel der Hoͤrner im 5ten Jahre an; bei den Kuͤhen aber, wenn ſie zum erſten Male gekalbt haben, und dann entſteht jaͤhrlich ein neuer wulſtfoͤrmiger Ring, der den vorhergehenden fortdraͤngt (aber nie verliert das junge Thier ſeine Hoͤrner und bekommt neue, wie in einem neueren Handbuche der Viehzucht geſagt iſt). Bei den Kuͤhen will man bemerkt haben, daß ſich kein deutlicher Ring anſetze, wenn ſie ein Jahr nicht traͤchtig geworden ſind, daß aber der Zwi⸗ ſchenraum zwiſchen den Ringen alsdann groͤßer ſey. Wenn ſie verworfen haben, ſoll ſich der 7 Ring winde Falen nihl Ringe eil NM kainkich gen verden die? in der Wo⸗ dder 10ten heren Alte weiße Has ſeyn. Sie Eie hältiß, ſen und d den Vinte alle Nutzu wo man anderes gen Wirt werden Spreu u trank, L N. hat mehr maͤhete.2 haltiger an Unt Faaterung ſehn pher d ſchon al geben n ſig den uͤglich; 8 ſſt a erhält, Pf. w ſie in J das Her ſchnitten 4 4 zu verda, ſenn, tro dan ſedoch Ihmiam. nd iſt uäun veniger gen älbermaing en Jeiten e Kaͤlber a aihre Jam em reichlaa auglich i ufg mäthu, zt werden. len gereich te, därdten en Dackern ni⸗ ldern mit der und ſozer ddie gem ur Käͤlber zun n beſtinnt, chneidezähne ichher ausdie he dann dor naͤchſt ſeher Jader frits inder keguin t zuveriſj ſt nn Ir Lurze nhlbt haden em fortdrän anem nebece daß ſich dn aber der Sa⸗ 4 ſoll ſch der —— Ring minder deutlich ausbilden. Es hat Faͤllen richtig, aber doch nicht allgemein ſey. Gewiß iſt es, daß ein regulaͤrer Anſatz der immer geſund geweſenen Thieres ſey, und daß die Ringe bei einem Ringe ein Merkmal eines kraͤnklich geweſenen Thiere von ungleichem werden die Ringe aber undeut an der Wurzel am ſtaͤrkſten w oder 10ten Jahre an unten duͤnner, als heren Alters ſind: die eingefallenen weiße Haare um die Augen; doch koͤnnen ſeyn. Sie theilt ſich in die Winter⸗ Die Ernaͤhrung des Rindviehes. 211 mir wirklich geſchienen, als ob dies in manchen Abſtande und Staͤrke ſind. Bei aͤlteren Thieren lich, und bleiben kaum mehr zaͤhlbar. Die Hoͤrner, welche ſonſt aren, und oberwaͤrts immer duͤnner wurden, werden vom 9ten ſie weiter aufwaͤrts ſind. Andere Zeichen eines hoͤ⸗ Augengruben, der eingeſunkene After, breitere Klauen, letztere auch eine Eigenthuͤmlichkeit eines Thieres Die Ernaͤhrung des Rindviehes. §. 25. und Sommerfuͤtterung. Wir reden zuvoͤrderſt von erſterer. Winterfütte⸗ rung mit Heu Sie wird gewoͤhnlich mit gedoͤrrtem Futter, Heu und Stroh, betrieben. Das Ver⸗ und Stroh. haͤltniß, worin beides gegeben wird, iſt ſehr verſchieden, und richtet ſich nach den Verhaͤltniſ⸗ ſen und dem Vermoͤgen d er Wirthſchaften. Zuweilen wird das Rindvieh mit bloßem Stroh den Winter uͤber erhalten; aber wenn es nur reines Stroh bekommt, ſo verſagt es nicht nur alle Nutzung, ſondern faͤllt auch an Fleiſch und Kraͤften auf das außerſte ab. In den Faͤllen, wo man dies vom Strohfutter nicht bemerkt häben will, war entweder unter demſelben viel anderes Kraut, oder noch viele Koͤrner in gen Wirthſchaften deshalb abſichtlich beſond werden auch Kuͤhen, die Spreu und Ueberkehr aus hat mehrere Nahrungstheile in ſich an Heu gaͤnzlich den Aehren, und es iſt bekannt, daß man in eini⸗ ers den Hafer nicht rein ausdreſche. Mehrentheils Mangel leiden muͤſſen, allerlei Abfaͤlle außer dem den Scheuren, und dann gegen die Kalbezeit, Mehl⸗ oder Schroot⸗ trank, Oelkuchentrank und dergl., gegeben, um ihnen etwas aufzuhelfen. Nur das Stroh von Blattfruͤchten, Erbſen, Wicken, Bohnen, Linſen und Buchweizen , um ſo mehrere, je gruͤner es noch war, wie man es maͤhete. Auch iſt das Hirſeſtroh und das Maisſtroh, wenn man es gehoͤrig behandelte, reich⸗ haltiger an Nahrung. Fuͤtterung. Dann folgt ſeyn pflegt; und am wen Gewoͤhnlich wird j geben werden, wo auf den Tag uͤber ßig den ganzen Winter vertheilt, taͤglich 8 bis 9 Pfd. gegeben werden, Unter dem gewoͤhnlichen Getreideſtroh iſt das Weizenſtroh ohne Zweifel das beſte zur Hafer⸗ und⸗ Gerſtenſtroh, welches auch in der Regel krautreicher zu igſten Nahrung giebt ausgewachſenes Rockenſtroh. edoch das Stroh mit Heu vermiſcht gegeben. Haͤufig nimmt man es ſchon als eine gute Fuͤtterung an, wenn auf den Kopf den Winter hindurch 900 Pfd. Heu ge⸗ 5 Pfd. kommen, welches man dann aber nicht gleichmaͤ⸗ ſondern davon bis zur Kalbezeit mehreres aufſpart. Wenn ſo ſieht man dies ſchon als eine reichliche Fuͤtterung an. Es iſt aber gewiß, daß eine Kuh von mittlerer Groͤße, falls ſie kein andres nahrhaftes Futter erhaͤlt, taͤglich beinahe 11 Pfd. haben muͤſſe, um ſich in voller Kraft zu erhalten, und 18 Pfd., wenn ſie reichlich Milch dabei geben ſoll. Eine große Kuh erfordert 18 Pfd., und wenn ſie in Milch ſtehet, und ſtark darin erhalten werden ſoll, bis 27 Pfd. Heu taͤglich. Wenn das Heu nur kaͤrglich gegeben werden kann, ſo wird es mit Stroh zuſammen zu Haͤckſel ge⸗ ſchnitten. Dd 2 Das Haͤckſels ſchneiden, Die Viehzucht. §. 26. Das Haͤckſelſchneiden haͤlt man faſt allgemein bei der Winterfuͤtterung fuͤr unentbehrlich. Man giebt den Haͤckſel metzenweiſe, und eine Metze Haͤckſel, ſo wie er grob fuͤr das Rindvieh geſchnitten worden, wiegt im Durchſchnitt vom Sommer⸗ und Winterſtroh etwas uͤber 8 Pfd. Man rechnet auf eine gewoͤhnliche Landkuh 3½ bis 1 Metze taͤglich. Die Arbeit des Haͤckſelſchneidens iſt betraͤchtlich. Man rechnet, daß ein Mann auf den gewoͤhnlichen jedoch groͤßeren Laden, taͤglich 36 Metzen langes Haͤckſel ſchneide. Man hat aber manche Erfindungen von Haͤckſelmaſchinen, wodurch ein Mann das doppelte und dreifache ohne ſtaͤrkere Anſtrengung beſchaffen kann. Ihr Mechanismus iſt ſo eingerichtet, daß das Vorſchie⸗ ben des Strohs durch Walzen bewirkt wird, die es vor jedem Schnitte zu einer beſtimmten Laͤnge vor das Meſſer bringen. Die Schneidemeſſer ſind von der gewoͤhnlichen Form, jedoch groͤßer, und da der Schneider ſeine ganze Zeit und Kraft auf das Heben und Niederdruͤk⸗ ken des Meſſers verwenden kann, ſo iſt er vermoͤgend, in gleicher Zeit die doppelte Zahl von Schnitten und dieſe mit groͤßerer Kraft zu thun, weswegen bei dem breiteren und hoͤheren Kaſten auch jeder Schnitt wohl um ½ mehr Haͤckſel giebt. Oder aber die Meſſer ſind in einem Schwungrade befeſtigt, und dieſes Rad braucht nur im Umſchwunge erhalten zu werden, um dieſe Arbeit zu verrichten. In dieſem Schwungrade ſind eins, zwei oder drei Meſſer ange⸗ bracht. Eine aus England erhaltene Maſchine mit drei Meſſern, die ſonſt ſehr gut konſtruirt war, konnte wegen der ſtarken Friktion von einem Menſchen nicht im Umſchwunge erhalten werden, und wenn die Meſſer etwas ſtumpf geworden waren, reichten zwei Menſchen auf die Dauer nicht zu. Die mit einem Meſſer iſt allgemein beſſer befunden, und eine ſolche iſt von unſerm wuͤrdigen Karſten in Roſtock nach Leſter in den Annalen des Ackerbaues zter Bd. S. 507. mit den Verbeſſerungen des erſtern beſchrieben und abgebildet, und wird in Roſtock von Herrn Haak, jetzt auch in Berlin vom Mechanikus Schulz fuͤr 50 Rthlr. preuß. Cour. fehr gut verfertigt. In großen Wirthſchaften hat man auch groͤßere Haͤckſelmaſchinen, die mit Zugvieh oder ſelbſt vom Wind und Waſſer in Bewegung geſetzt werden, und ſehr große Quan⸗ titaͤten Häckſel in kurzer Zeit liefern. Man hat aber bei allen dieſen Maſchinen, beſonders bei den komplizirteren, die Schwierigkeit gefunden, daß ſich ſo leicht etwas daran verruͤckt oder bricht, und daß es dann auf dem platten Lande an einem hinreichend geſchickten Mann fehle, um dies zu verbeſſern. Daher weiß ich viele Faͤlle, wo man durch die Haͤckſelmaſchine in große Verlegenheit gekommen iſt, wenn man die gewoͤhnlichen Schneideladen hatte einge⸗ hen laſſen, und wo man ſeitdem einen ſolchen Widerwillen gegen dieſe Maſchinen bekommen hat, daß ſie voͤllig unbenutzt auf dem Boden ſtehen. Man muß aber hoffen, daß ſich ſo viele mechaniſche Kenntniſſe, die zur Anfertigung und Ausbeſſerung einer ſolchen Maſchine noͤthig ſind, bald allgemein verbreiten werden. Bei einer kaͤrglichen Fuͤtterung, und wo man durch die Vermengung des Strohes mit anderm Futter dem Vieh moͤglichſt viel von jenem hinunter zu bringen ſuchen muß, um die wenigen darin befindlichen nahrhaften Theile zu benutzen, und das Gefuͤhl des Hungers abzu⸗ ſtumpfen, iſt das Haͤckſelſchneiden freilich unentbehrlich; allein bei einer reichlichen Fuͤtterung iſt es meiner Ueberzeugung nach ganz uͤberfluͤſſig. Denn die Nahrungstheile werden doch auf keine Weiſe dadurch vermehrt. Vielmehr ſucht das Vieh ſie aus dem ungeſchnittenen Strohe beſſer ſelbſt heraus. Das einzuſtreuende Stroh wird ihm deshalb immer erſt vorgelegt Gutes Heu aber frißt es ſehr gern ungeſchnitten rein weg. Iſt das Vieh nicht hungrig, ſo ſucht es lach ausd Muͤhe, dhs die ſehn, went nehren etl anders zu bleibt doch ſie aus Ge genehmen Die wohnlich w Näͤhlenber man die 9 oder aber lung des am angen geſchroote Butter. An mehl, de Al beſſer ſie ſen ange 5 gute Wir Brauern Brauer n vollgefuͤll Witer zu de viellecht gegoſſen Getraͤnt er die m am beſte rung mu ſe kanen derſalden ſtens au ben M Die Ernaͤhrung des Rindviehes. 1 213 auch aus dem Haͤckſel nur das beſſere heraus, beſchnaubt das uͤbrige, und man hat nur die diis Muͤhe, das mit Koſtenaufwand geſchnittene Stroh aus den Krippen in den Miſt zu bringen. in dic 8 did 8).§. 27. Die Koͤrnerfuͤtterung als Erſatz und Zugabe des Heues kann im Großen nur vortheilhaft agrnerlünte. Man u den ſeyn, wenn die Milch in hohem Preiſe oder das Korn in ſehr geringem ſteht. Allerdings ver. Man ju tbe mehren etliche Pfund Getreide taͤglich zugegeben die Milch betraͤchtlich, und wenn man nichts dreifache V anders zu fuͤttern hat, ſo kann es ſicher wirthſchaftlich ſeyn, es daran zu wenden; aber es das Perthe bleibt doch in der Regel das theuerſte Futter unter allen. Auch iſt die Milch und Butter, wenn e beſtinna ſie aus Getreide hauptſaͤchlich erzeugt wird, ſchlecht, mehr kaͤſig als fett, und hat keinen an⸗ eem, jadh genehmen Geſchmack. Niederdrit Die Koͤrner gehen haͤufig unverdaut ab, wenn man ſie im rohen Zuſtande giebt. Ge⸗ ae Zahl N woͤhnlich werden ſie daher geſchrooten; aber dabei iſt großer Verluſt, wenn man nicht eigenen und hiſen Muͤhlenbetrieb und keine Handſchrootmuͤhle hat. Man kann deſſen aber entuͤbriget ſeyn, wenn fnd mirn man die Koͤrner vorher quellet, wozu einige heißes, andre kaltes Waſſer mehr empfehlen; werda, m oder aber wenn man ſie malzet. Durch letzteres werden die Koͤrner vermittelſt der Entwicke⸗ N ſer un lung des Zuckerſtoffs ſehr verbeſſert, und erzeugen beſſere Milch. Hafer iſt den Milchkuͤhen 6 am angemeſſenſten, und beſonders ruͤhmt man ein Gemenge von Hafer und Wicken, wenn es beien Pich oden worden. Gerſte giebt vor allem eine weiße kaͤſige Milch, und ſchnell bitter werdende dn„ct d utter. ie Am haͤufigſten kommt der Abfall des Getreides, die Kleien, das grobe und das Stein⸗ uuss zm NR mehl, der Muͤhlenſchlamm, der Graupen⸗ und Gruͤtzabfall in Gebrauch. iid in Raitt b Alle dieſe Mehl⸗ und Schrootarten werden entweder mit Haͤckſelfutter vermengt, oder ra Sn beſſer ſie werden unter das Getraͤnk geruͤhrt, wodurch das Vieh im Winter zu mehrerem Sau⸗ knen, Nem fen angereizt wird. e große dum⸗—§. 28. 4 en, beſondatd Hierher gehoͤrt auch der Sey oder die Traͤbern der Bierbrauerei. Sie haben eine ſehr Pierisſtern, daran derrlch gute Wirkung auf die Milch, und kleine Kuͤhereihalter ſinden den Ankauf derſelben von den weinſoülicht, dickten Ram Brauern ſehr vortheilhaft. Da man ſie im Sommer ſehr wohlfeil haben kann, wenn ſtaͤdtiſche aäckſelmaſcint Brauer nicht ſelbſt Vieh halten, ſo ſucht man ſie in ausgemauerten Gruben, die, wenn ſie hotte einga vollgefuͤllt, mit einem Deckel geſchloſſen werden, uͤber welchen man noch Erde wirft, bis zum en bekommen Winter zu konſerviren. ſich ſo die Ferner der Branntweinſpuͤlicht, der, wenn man friſchen Abſatz fuͤr die Molkerei ht, ſchine nath b vielleicht nicht vortheilhafter als fuͤr die Kuͤhe benutzt werden kann. Er wird uͤber das Haͤckſel gegoſſen, in dazu eingerichteten Staͤllen durch Roͤhren gleich in die Krippen geleitet, aber als Stohes i Getraͤnk mit Waſſer vermiſcht gegeben. Je fruͤher er gebraucht wird, deſto beſſer iſt es; hat— , un zi er die mindeſte Saͤurung angenommen, ſo wirkt er nachtheilig auf die Milch: deshalb iſt es Ru anch 4 am beſten, ihn, ſo wie er warm aus der Blaſe kommt, mit Waſſer abzukuͤhlen. Dieſe Fuͤtte⸗ Dunfa— rung muß indeſſen nur als Nebenfutterung betrachtet und ſehr maͤßig gegeben werden, wenn h ſie keinen nachtheiligen Einfluß auf die Geſundheit der Kuͤhe, wie man ihn bei Uebertreibung— dn dic a derſelben haͤufig bemerkt, haben ſoll; man vertheilt die Portion fuͤr einen Maſtochſen wenig⸗ 3 Li ſtens auf vier Kuͤhe. Auch giebt der Branntweinſpuͤlicht ſchlechte Butter. 9o Ein ſehr aufmerkfamer Landwirth klagte, daß ſeine Kaͤlber hartſchlaͤgig wuͤrden und dann ſtuͤr⸗ ſo ſu ben. Es iſt ihm, wie mir, ſehr wahrſcheinlich, daß dies von dem Branntweinſpuͤlicht, den die 1 Muͤtter erhalten, herruͤhrt. 214 Die Viehzucht. §. 29. 3 Oelkuchen. Endlich werden den Kuͤhen Oel kuchen, die beſten von Leinſaamen mit vorzuͤglichem fekt gegeben. Man benutzt ſie am beſten im Getraͤnk, worin ſie voͤllig agüch 3 muͤſſen. Die beſte Vorrichtung dazu iſt folgende: man macht eine vertikale Abſcheerung des ½ des Ganzen betraͤgt. In dieſen giebt man den Oelkuchen und das Waſſer oft um. Aus dem andern ſchoͤpft man das Getraͤnk, welches keine un⸗ nadaſſhe B h nann dern nur aufgeloͤſte Theile enthalten kann. Allmaͤhlig loͤſen ſich die Oelkuchen durch mer zugegebenes Waſſer voͤllig auf, und man thut dann von Zeit zu Zeit friſche hinzu. Sie machen des Seſnf dem Vieh ſehr angenehm und wirken augenſcheinlich auf die Vermehrung der Auch ſchlechter Leinſaame, gequetſcht und mit Waſſer abgekocht, giebt ei n⸗ haftes Getraͤnk fuͤr die Milchkuͤhe. Eben ſo wird der Prenoaleahhe eat enr hear nahee mit heißem Waſſer angebruͤhet, ohne ihn zu kochen, und als eins der nahrhafteſten und milch⸗ ergiebigſten Fuͤtterungen geruͤhmt. §. 30. Die vortheilhafteſte Fuͤtterung des Rindviehes und Hefonder der Kuͤhe, und einen voll⸗ ſtaͤndigen Erſatz eines Theils des Heues geben im Winter die Wurzelgewaͤchſe ab: naͤmlich Kartoffeln, Runkeln, Kohl⸗ und Steckruͤben, Rotabaga, Waſſerruͤben, Moͤhren und Paſti⸗ naken. Man muß aber nicht nach ihren oft zufaͤllig hohen Marktpreis, ſondern nach ihren Brachfruͤchte. bringen, und wenn einmal ein hoher Preis dies rathſam machen ſollte, und man ſie gegen das Fruͤhjahr zum Theil entbehren koͤnnte, ſo muß man dies als einen zufaͤlligen Gewinn betrachten. Verhaͤltniß derſelben zum Heu geſprochen, und im 276ſten§. von ihrem Durchſchnittsertrage auf gut kultivirtem Boden, und ausfuͤhrlicher habe ich daruͤber in dieſem Bande bei der Lehre als es uns bis jetzt moͤglich iſt, getroffen worden, davon haben mich auch noch ſpaͤtere Beob⸗ achtungen uͤberzeugt. Es bleibt mir nur uͤbrig von ihrer Anwendung hier zu reden. Dieſe Gewaͤchſe werden roh oder gekocht gegeben. Das Kochen, vorzuͤglich der Kartoffeln, geſchiehet, wo es angewandt wird, im Großen jetzt allgemein in Daͤmpfen, weil dadurch nicht allein Feuerung erſpart, ſondern auch der ge⸗ hoͤrige Grad der Garheit beſfer erreicht wird. Der beſſere Apparat dazu iſt jetzt allgemein be⸗ kannt, nachdem er durch die Branntweinbrennerei aus Kartoffeln faſt an allen Orten einge⸗ richtet worden. Er beſteht aus einer gewoͤhnlichen Branntweinsblaſe, die aber, wie uͤberhaupt die neueren Blaſen, keinen Helm, ſondern einen weiten retortenfoͤrmigen Hals hat, aus welchem die Daͤmpfe durch ein Rohr in das Kartoffelgefaͤß uͤbergehen. Dieſes iſt ein Faß, welches aufrecht ſtehet, und worin unten ein zweiter durchloͤcherter Boden befeſtigt iſt, damit ſich das wieder tropfbar gewordene Waſſer da hinein ziehen koͤnne. In dieſes Gefaͤß wird die Dampf⸗ roͤhre hinein geleitet, der Deckel deſſelben, und eine gewoͤhnlich an der Seite deſſelben befind⸗ liche kleine Thuͤr gut verſchloſſen, und nun das Waſſer in der Blaſe zum Sieden gebracht, wo dann die Kartoffeln in kuͤrzerer Zeit, als beim Kochen im Waſſer, ihre Garheit erreichen. . Ob und in wiefern jene Wurzelgewaͤchſe und beſonders die Kartoffeln, durch das Kochen fuͤr das Rindvieh verbeſſert werden, iſt noch durch keine lange genug fortgeſetzte komparative Kübens mit Brettern, die viele kleine Bohrloͤcher haben, und zwar ſo, daß der kleinere Raum vollſtaͤndigen Produktionskoſten rechnen. Denn man kann ſie ſelten in großer Menge zu Markt Ich habe im erſten Bande§. 275. uͤber die Nahrhaftigkeit dieſer Gewaͤchſe und das vom Anbau eines jeden gehandelt. Daß das Verhaͤltniß ihrer Nahrhaftigkeit dort ſo genau Betſuche nicht betric rchen du fndet man, jſe gekochte tat finde turdoffed und dies dern, die Von der Dee eiſens, im hekangteſte des Werfet in welchen naͤchtige ſchwachen oder ſie hat man das Schn breiig un koͤnnen. Zerkleine Ueberden R waͤchſe g nerei und M. elgewaͤch freſſen des geſtanden, Vieh imn mt weit wenn ihe von fri d ben ſche zweifel das Viel Feühjahr ſene rähe 8 Dauer Ouandit ausreich Die Ernaͤhrung des Nindviehes. 215 Verſuche vollkommen entſchieden; kleinere Verſuche haben indeſſen gezeigt, daß der Unterſchied üglichen g nicht betraͤchtlich ſey, und daß ſich die Kochung folglich in Anſehung ihres Aufwandes nicht hin⸗ fgelöſt ſen reichend verlohne, ſo ſehr ſonſt Theorie und Analogie dafuͤr zu ſprechen ſchienen. Offenbar Reetung des findet man, daß das Rindvieh die rohen Gewaͤchſe eben ſo gern und auf die Dauer lieber als dne Raum die gekochten freſſe. Nur wenn ſie in einem ſehr großen Maaße, welches nur beim Maſtvieh uduh s ſtatt findet, gegeben werden ſollen, ſo kann das Kochen die laxirende Eigenſchaft, welche die Stücht, ⸗ Kartoffeln, in ſehr großem Maaße gegeben, allerdings außern, dadurch vermindert werden, durch inner und dies iſt wohl die Urſach, warum einige große Viehhalter, beſonders unter den Englaͤn⸗ Sie mat dern, die gekochten Kartoffeln mehr fuͤr das Maſtvieh, die rohen fuͤr das Milchvieh ruͤhmen. mehrung e Bon der Bruͤhfuͤtterung und der Anwendung dieſer Gewaͤchſe dabei, weiter unten. Dieſe Gewaͤchſe muͤſſen zerkleinert werden. Es geſchiehet im Kleinen mittelſt des Stampf⸗ hoͤchſt nah eiſens, im Großen durch die Schneidemaſchinen, wovon man mehrere Erfindungen hat. Die „ſedoch n bekannteſte iſt die, wo eine mit drei oder vier Meſſern verſehene ſtarke, und zur Verhuͤtung den und wich des Werfens aus triangulairen Stuͤcken zuſammengeſetzte Scheibe vor einem Kaſten umlaͤuft, in welchen die Wurzeln gethan werden, und welche ſie ſo, wie ſie vorfallen, zerſchneidet. Der maͤchtige Schwung, worin ſich die Scheibe ſetzt, erleichtert die Arbeit ſo ſehr, daß ſie von einer ſchwachen Perſon verrichtet werden kann. Die Meſſer ſind gerade und ſchneiden in Scheiben, nd einen bule oder ſie ſind wellig gebogen an ihrer Schneide, und zerſchneiden in laͤngliche Streifen. Auch ede nomſich hat man letzteres durch andre quer ſtehende ſcharfe Eiſen bewirkt. Meines Ermeſſens iſt aber en u paſt⸗ das Schneiden in Scheiben voͤllig zureichend und wirklich beſſer, da kleinere Stuͤcke ſehr leicht ern nach iten breiig und ſchwarz werden, und wenn ſie laͤnger liegen, in eine Art von Gaͤhrung kommen enge zu Matt koͤnnen. Das Vieh frißt ſie auffallend lieber, wenn ſie nur groͤblich zerkleinert ſind, und die Iſie gegen de Zerkleinerung kann uͤberhaupt nur den Zweck haben, daß das Vieh ſich nicht damit verſchlucke. inn betracin. Ueberdem werden die gekruͤmmten Meſſer ſchnell ſtumpf, und ſind ſchwieriger zu ſchaͤrfen.* ächſe und Noch weniger kann ich den Vortheil derjenigen Maſchinen anerkennen, welche dieſe Ge⸗ ſchnittsertra waͤchſe gekocht oder ungekocht zu einem Brei machen. Sie ſind nur bei der Branntweinbren⸗ de bei der khh nerei und anderen Fabrikationen aus dieſen Gewaͤchſen anwendbar. dort ſo guau Man hat wohl bei dieſen feiner zerkleinernden Maſchinen den Zweck gehabt, die Wur⸗ ſpätete dt zelgewaͤchſe genauer mit dem Haͤckſel vermengen zu koͤnnen, um dadurch das Vieh zum Mit⸗ den. freſſen des letztern zu noͤthigen. Hiervon aber bin ich, durch Erfahrung belehrt, voͤllig ab⸗ geſtanden, weil ich geſehen habe, daß gut gefuͤttertes, und folglich etwas locker gewordenes im Große Vieh immer die Wurzelſtuͤckchen aus dem Haͤckſel herausſuchte, dieſen beſchnob, und dann auch der g nicht weiter fraß. Ich laſſe alſo die Wurzeln immer fuͤr ſich geben, und finde, daß das Vieh, allgemein e wenn ihm bald nachher etwas langes Stroh vorgelegt wird, ſolches weit lieber und mehr da⸗ Orten eing⸗ von frißt, als man ihm durch Haͤckſel hinunter zwingen wollte. Eine Mengung von mehreren dieſer Wurzelgewaͤchſe oder ein wechſelndes Fuͤttern derſel⸗. ben ſcheim mir ſehr zweckmaͤßig. Die mehr Zuckerſtoff haltigen Ruͤbenarten verbeſſern ohne Zweifel die mehr mehlhaltigen Kartoffeln, die Milch bleibt ſuͤßer und wohlſchmeckender, und die uͤberhent „aus welten aß. veſches G i,ara das Vieh liebt dieſe Abwechſelung. Aber die Konſervation der Ruͤben bis zum Nachwinter und dy’ Dampf⸗ Fruͤhjahre iſt weit ſchwieriger, wie die der Kartoffeln, und dies iſt ein uͤberwiegender Grund, thrn befid jene fruͤher zu verfuͤttern, und dieſe groͤßtentheils bis zuletzt aufzubewahren. tbracht, n So nahrhaft und gedeihlich dieſe Gewächſe ſind, ſo darf man ſie doch nicht auf die rreichen, Dauer zur einzigen Fuͤtterung der Milchkuͤhe machen. Sie muͤſſen dabei eine verhaͤltnißmaͤßige dai et Quantitaͤt trocknen Futters haben. Man kann allerdings mit einer Zugabe von bloßem Stroh d ausreichen, welches ſie begierig dabei freſſen; aber ein Theil Heu gedeiht den Kuͤhen doch beſſer, komparahh ————+—————— 2 Brühfütterung. 216 Die Viehzucht. und giebt die ſtaͤrkſte Milch. Bei der Kartoffelfuͤtterung haben andere und ich gefunden, daß zes am vortheilhafteſten ſey, die Haͤlfte der Fuͤtterung aus Heu, die andre Haͤlfte werk nach Berhaͤltniß ihrer Nahrungstheile beſtehen zu laſſen. terung von 18 Pfund Heu taͤglich haben ſollte, falls ihr bloß dieſes gegeben wuͤrde, ſo er⸗ aus Wurzel⸗ Wenn z. B. die Kuh eine Fuͤt⸗ haͤlt ſie dann nur 9 Pfd. Heu, und ſtatt der andern 9 Pfd., 18 Pfd. Kartoffeln, oder 41½ Pfd. Runkeln, 314 Pfd. Rotabaga, 47 Pfd. Waſſerruͤben. Vornehmlich iſt jedoch bei den erſte⸗ ren die Rebenfuͤtterung des Heues in Hinſicht auf die Milch rathſam, weil dieſe bei bloßen Kartoffeln und Stroh, weiße, kaͤſige, und fuͤtterung giebt. Ueber das Maaß der Kartoffelnfuͤtterun neuen Annalen zter Bd. 1ſtes St. S. 102. leicht bitter werdende Butter, wie bei aller Mehl⸗ g vergl. die trefflichen v. Jenaiſchen Verſuche in den Wenn von einem Futtermittel zum andern uͤbergegangen wird, ſo habe ich es immer wichtig gefunden, daß dieſes nicht ploͤtzlich geſchehe. Wenn z. B. eine Zeitlang bloß Runkeln gefuͤttert wurden, und dieſe zu Ende gehen, man dann mit Kartoffeln anfangen will, ſo iſt es zur Erhaltung eines gleichen Milchſtandes rathſam, acht Tage lang Runkeln mit Kartoffeln gemengt, und allmaͤhlig von letzterem immer mehr zu geben. Denn obgleich das Vieh eine Abwechſelung liebt, ſo gewoͤhnt es ſich dennoch an eine Fuͤtterung ſo ſehr, daß es bei einer ploͤtzlichen Abbrechung nicht ſo gern daran geht; was man durch einen Abſchlag in der Milch ſogleich verſpuͤrt. §. 31. Das Bruͤhen der Fuͤtterung hat man nach Erfahrung und nach Theorie als eine die Nahrungsiheile mehr aufſchließende Methode allgemein angeruͤhmt, und ſie iſt in manchen Gegenden, wo man in kleinen Wirthſchaften auf das Milchvieh große Aufmerkſamkeit richtet, allgemein gebraͤuchlich. Man gießt entweder reines oder mit einem nahrhaften Zuſatze ge⸗ ſchwaͤngertes Waſſer kochend uͤber das zu Haͤckſel und Stroh geſchnittene Heu, ruͤhrt es durch und giebt es dem Vieh, wenn es ziemlich erkaltet iſt. Mit dem Waſſer koͤnnen alsdann Wur⸗ zelgewaͤchſe, oder andre oben erwaͤhnte mehlige Nahrungsmittel gekocht, und ſo genauer mit dem Haͤckſel vermengt werden. Ich habe dieſe Bruͤhfuͤtterung zwei Winter hindurch mit 12 bis 14 Milchkuͤhen verſucht, und zwar mit dem Zuſatze von Wurzelgewaͤchſen und Kohl, die mit dem Waſſer gekocht wurden, und habe in dieſen Wintern in der That einen Milchertrag gehabt, der groͤßer war, als ich ihn ſonſt haͤtte erwarten koͤnnen. Es ward das Futter taͤg⸗ lich zweimal in zwei Braubottichen bereitet, des Morgens zu der Mittag⸗ und Abendfuͤtte⸗ rung, gegen Abend zu der Morgenfuͤtterung, weil es ſonſt nicht genugſam erkaltete. Ich habe aber nicht verhindern koͤnnen, ungeachtet die Gefaͤße oft mit Lauge ausgeſcheuert wurden, daß mit der maͤßigen Erkaltung zugleich eine Saͤurung eintrat, die in geringem Grade nicht nach⸗ theilig war, im ſtaͤrkern aber, bei hoͤherer Temperatur, das Futter dem nicht ſehr hungrigen Ueberdem aber verſpuͤrte ich, daß mein Vieh im folgenden Sommer ſchwaͤchlich wurde, und daß ſeine Verdauungskraͤfte gelitten hatten, und ich verlor bei der gruͤnen Sommerfuͤtterung gewiß mehr an Milch als ich im Winter gewonnen hatte. Ich gab ſie alſo nach dieſen Verſuchen wieder auf, da ſie uͤberdem ſehr viele Arbeit erforderte, und ich glaube, daß ſie kaum in großen Wirthſchaften durchgeſetzt werden koͤnne, ſondern nur fuͤr kleine Wirthſchaften von 3 bis 4 Milchkuͤhen, und wo das Waſſer in den Stubenoͤfen erhitzt lich fuͤr ſolche Kuͤhe, die man abmelken und dann abſchaf⸗ Vieh widrig machte. werden kann, paſſe; und hauptſaͤch fen will. Die Die eine Aet der Die ve ſchr ko zann ſie 0 Eubſäanie worden. geſchehen. Es Vieh ged der Gewoht küulich einn tentheils f Heuhaͤckſe waͤchſe oh wieder get ter wie de gewaͤchſe. len, und 8 Vortheil, haͤufg, zu weit d werden. Ein Vieh hoͤch ſonders de Vech reich Uin kaum bei oer ten, me ner und nehmen Viehes: M ſcenliche Ardät ver Mellen n d liegen le der Mit Vierter efunden, b eaus V T Ku uh eine 8 ne 3 tejn bei alaNa Vrrſuche nſa e ich es iun bloß Rutg N wi, b a mit Faufec h das Njme daß es hi ene gin der Ri drie als eine N jiſt in manche kſamkeit riche aften Zuſaze „rühet es dun in alsdann Var⸗ dſo genauer mi hindurch mit u und Fohl, d gen Milchertran as Futter tay nd Abendfutts tete. Ich hal wurden, dai ade nicht nach ſehr hungrizen enden Semmer verlor K der atte Ich gab nerl, und ich nern nur fü denfen erhit dann abſcho⸗ A N Die Ernaͤhrung des Rindviehes. 2 Die obenerwaͤhnte Mengung des Haͤckſels mit warmem Branntweintpülicht kann als eine Art der Bruͤhfuͤtterung angeſehen werden. §. 32. Milchkuͤhe im Winter zu ſtarkem Saufen anzureizen, iſt ſehr wichtig. Sie ſaufen das 3 lohe Waſſer nur, wenn ſtarker Durſt ſie treibt; das lau gemachte weit lieber. Man kaun ſie aber auch dazu vermoͤgen, wenn man dem Getraͤnke nur ein weniges von mehligen Subſtanzen beimiſcht, und vorzuͤglich paſſen dazu die Oelkuchen, wovon oben geſprochen 1 worden. Das Traͤnken muß nicht unmittelbar nach dem Futter, ſondern in den Zwiſchenzeiten geſchehen. 8 Es koͤmmt bei dem Futtern und Traͤnken auf eine genaue Haltung der Zeit, woran das Vieh gewoͤhnt iſt, an, und daß es zu jeder Zeit die Art von Fuͤtterung bekomme, die es nach der Gewohnheit erwartet. Man kann dies beim Anfange der Winterfuͤtterung ziemlich will⸗ kuͤrlich einrichten, muß dann aber bei der Ordnung bleiben. Meine Winterfuͤtterung iſt meh⸗ renkheils folgendermaaßen eingerichtet geweſen: Morgens fruͤh erhalten die Kuͤhe Stroh⸗ und Heuhaͤckſel, ſie werden zwiſchen 8 und 9 Uhr getraͤnkt, um 11 Uhr bekommen ſie Wurzelge⸗ waͤchſe ohne Zuſatz, danach aber wird ihnen langes Stroh vorgelegt; um 3 Uhr werden ſie wieder getraͤnkt und erhalten darnach etwas langes Heu; Abends bekommen ſie erſt Haͤckſelfut⸗ ter wie des Morgens, jedoch weniger, und wenn ſie ſelbiges verzehrt haben, wieder Wurzel⸗ gewaͤchſe. Dann wird ihnen auf die Nacht Stroh vorgelegt, wovon ſie freſſen, was ſie wol⸗ len, und das uͤbrige wird ihnen am andern Morgen eingeſtreuet. Salz habe ich meinem Rindvieh hier nicht gegeben, weil es ſo theuer iſt, daß es den Vortheil, den es allerdings haben kann, durch ſeinen Preis uͤberwiegt. Vormals gab ich es haͤufig, und bemerkte offenbar, daß es die Milchabſonderung befoͤrdere. Wenn man jedoch zu weit damit ging, ſo ſchien das Vieh danach abzumagern, und die Butter leichter bitter zu werden. §. 33. Eine gute Einſtreuung iſt nach der gewoͤhnlichen Einrichtung unſerer Staͤlle fuͤr das Vieh hoͤchſt wohlthaͤtig. Die Staͤrke derſelben muß ſich nach der Staͤrke der Fuͤtterung, be⸗ ſonders der ſaftigen, richten. Bei dem ſchlecht und nur mit trockener Fuͤtterung genaͤhrten Vieh reichen 3 Pfd. Stroh taͤglich hin; bei reichlich genaͤhrtem koͤnnen 9 Pfd. den Miſt und Urin kaum uͤberwaͤltigen. Kann man in einem ſtroharmen Jahre, wie das gegenwaͤrtige 18¼ ¼, bei einer ſtarken Wurzelfuͤtterung, um noch zur Sommerſtallfuͤtterung genug uͤbrig zu behal⸗ ten, nicht ſo ſtark einſtreuen laſſen, ſo muß man taͤglich ausmiſten, damit das Vieh rei⸗ ner und trockner erhalten werde; falls man nicht zu andern Streu⸗Surrogaten ſeine Zuflucht nehmen kann. Ein trocknes, wenn glaich nicht ſo weiches Lager iſt fuͤr die Geſandheir des Viehes unumgaͤnglich noͤthig. Manche haben das Striegeln der Kuͤhe empfohlen. ſcheinlicher Wirkung; aber bei den Kuͤhen habe ich keinen ſo auffallenden Vortheil, daß er die Arbeit verlohnte, davon geſehen. Nur das Euter muß ihnen rein erhalten und wo noͤthig beim Melken zuvor abgewaſchen werden. Bei reichlicher Einſtreuung und magerer Fuͤtterung kann der Miſt lange unter dem Viehe liegen bleiben. Im umgekehrten Falle muß wenigſtens woͤchentlich zweimal ausgemiſtet, oder der Miſt doch zuruͤckgebracht werden. Der Miſt wird am bequemſten ausge ſchleift, mit einem Vierter Theil. Ee 8 Futterordnung Einſtreuung und Ausmiſtung. Beim Maſtvieh iſt es von augen⸗ Schlitten, der von beiden Seiten angeſpannt werden kann, damit man h nicht umzuwenden, n ſondern das Pferd nur umzuhaͤngen brauche. Gittreiben Peulnna §.* 34. 3 ſeinders a Snds arhe Auf die iteefütennnd muͤſſen ſieben Monate gerechnet werden. Gewohnlic dauert anmnand tung. die Weide bis zur Mitte Oktobers, und iſt in der Mitte des Maies wieder da. Von der graͤ⸗ ſoai beira nen Stallfuͤtterung unten. Jedoch thut man wohl, ſeinen Zuſchnitt mit der Winterfuͤtterung den dem? auf einen halben Monat laͤnger zu machen, da ſich bei einem unguͤnſtigen Fruͤhjahre Weide und eſunden Srüninteer um ſo viel verſpaͤten kann. Man ſucht deshalb beſonders Heu uͤber zu ſparen, NRebel na eil dieſes noch im Sommer benutzt, oder bis zu kuͤnftigem Winter aufbewahrt werden kann. aͤchllihe Cim Heu⸗ und Strohvorrath von einem Jahre zum andern giebt der Wirthſchaft eine große cor dim Sicherheit. G ſo wid ei 4 38. ſin 4 — Weide. Von den verſchiedenen Arten der Weide und dem disenbeöa fuͤr e n Stuͤck Vieh ſt 834 irigerma im zten Bd.§. 361 bis 381. geredet worden. ſes Rach Eine Weide, wovon 2 ¾ Jochart auf eine Kuh von einer der Weide angemeſſenen Geoͤße, nicht zureichen, kann kaum mehr als Kuhweide betrachtet, und als ſolche vortheilhaft 34 benutzt werden. Denn wenn die Kuh ihre Nahrung auf einem zu großen Umfange ſuchen muß, es glich ſo wird ſie nicht gedeihen, und zu unerhebliche Rutung bringen. Auf ſo magere Weide gehoͤ⸗ und teid ren nur Schaafe. p enuch Die Erfahrung lohet, daß es Weiden gebe, die vorz zäͤglich milchergiebig ſind, worauf muß 6 4 ſo aber das Vieh nicht fett frißt, und andre, wo das Vieh ſchneller aufſetzt, die Kuͤhe aber NRuhe no wenig Milch geben. Es iſt meines Wiſſens noch nicht ausgemittelt, was der Grund dieſeeres D Unterſchiedes ſey. Man hat ihn aber in mehreren Niederungsgegenden ſo deutlich bemerkt, terung g daß jedermann ſeine Fett⸗ und ſeine Kuhweiden unterſcheidet, und ſie mit der einen oder an⸗ dagß ſie! dern Art von Vieh beſe tzt. behandel Daß gedeihliche Kuhweiden keine Saure haben muͤſſen, iſt aügemein bekannt. Wo man nn Durch merkliche Saͤure im Boden findet, da verlieren Kuͤhe die Milch, doch koͤnnen Ochſen ſich gut äkomm darauf halten. Ob hieran ein Uebergang der Saͤure des Bodens in die ſonſt geſunden Gras⸗ und Krautarten, oder die auf ſolchen Weiden wachſenden beſonderen Kraͤuter Schuld ſeyen, getraue ich mich ebenfalls nicht zu entſcheiden. Das Equisetum arvense und palustre, das Ein Colchicum, mehrere Ranunkelarten und andere Sumpfpflanzen haben gewiß eine nachtheilige Aer⸗ Wirkung auf das Rindvieh, und beſonders auf deſſen Milcherzeugung; aber es laͤßt ſie auch Halſe än ſtehen, wenn es nicht durch uͤbermaͤßigen Hunger getrieben wird. die Ende Hoͤheweiden haben, wenn ſie reichlich genug ſind, eine Kuh auf 1 ¼ oder wenigeren elt. P Jochart voͤllig zu ſaͤttigen, in der Milchergiebigkeit Vorzuͤge vor den Niederungsweiden, wo⸗ Großen bei ſich jedoch verſteht, daß die Rage ihnen angemeſſen ſeyn muͤſſe; denn eine große Vhaſctu iel ich wird nicht leicht auf 1½ Jochart Hoͤheweiden genug haben. nitheile Entfernte Weiden verlieren ſrhr durch das Hin⸗ und Hertreiben des Biehes, wohen 8s,(E wie man ſagt, die Milch vergehet. Je ruhiger das Vieh auf ſeiner Weide bleibt und ſich ſelbſt nülch; uͤberlaſſen wird, um deſto groͤßer wird die Benutzung derſelben ſeyn. Deshalb haben die Acker⸗ naͤde 1 weiden der Koppelwirthſchaft auch von dieſer Seite ſo große Vorzuͤge, weil hier das Vieh ganz geſtelt ruhig auf den wirklich befriedigten Koppeln ohne Hund und Hirten bleibt, auch Tag und Lühe g Nacht darauf gelaſſen wird.— ken muß Anzubendn, ühlch dauert In de graͤ⸗ Jonegünrung hhre Wehe ud ber zu ſpun, werden koyn aft eine gii⸗ Eri di eangemeſm he vortheihit de ſachen muh, ete Nade geho⸗ ig ſind, wora „die Kihe oer er Grund dieſs deutüch dmelt dr einen oder ae annt. Wo wat Ocſan ſchen geſunden Ga Schuld ſeha alustre, d ge nachtheilig laͤßt ſie auh dder wenigke zoweiden, ue oße Nitku * he,wobei 3 eun ſich ſelt ten die Act as Vieh gan uch Tag ut Die Ernaͤhrung des Rindviehes. 219 In Hinſicht des letztern ſind zwar die Meinungen getheilt, indem einige das naͤchtliche Eintreiben des Viehes nicht nur ſeiner Geſundheit zutraͤglicher, ſondern auch der Stallmiſt⸗ Gewinnung wegen fuͤr wirthſchaftlicher halten. Die Mehrheit der Koppelwirthe aber, und beſonders alle Molkerei⸗Paͤchter ſind entſchieden dafuͤr, daß die Kuͤhe in den waͤrmeren Som⸗ mermonaten des Nachts auf der Weide bleiben muͤſſen, weil ſie behaupten, daß die Milch ſich ſönſt betraͤchtlich vermindere. Was einige von der Schaͤdlichkeit des Nebels und Thaues, und von dem Nachtheile des davon noch triefenden Graſes angeben, iſt zuverlaͤſſig ohne Grund auf geſunden Hoͤhen. Naur an ſumpfigen Stellen, Bruͤchern und Mooren kann der aufſteigende debel nachtheilig wirken. In den kalten Naͤchten des Fruͤhjahrs und Herbſtes aber iſt das naͤchtliche Eintreiben des Viehes doch immer zu empfehlen, und wenn man ihnen des Morgens vor dem Austreiben etwas trockenes Futter, ſollte es auch nur gutes Stroh ſeyn, geben kann, ſo wird es ſehr dabei gewinnen. 1 Auf andern Weideabtriften kann das naͤchtliche Außenbleiben des Viehes nur ſelten rath⸗ ſam ſeyn, auch weil hier der Duͤnger verloren geht, der bei den Koppelweiden dem Acker doch einigermaaßen zu Theil wird; zumal wenn auf dem zunaͤchſt umzubrechenden Schlage das Vieh des Nachts naͤher zuſammen gehalten wird, und dieſen Platz alſo gewiſſermaaßen bepfercht. Bei dem Vieh, was vor den Hirten geht, iſt die Art, wie er es behandelt, keineswe⸗ ges gleichguͤltig. Er muß es ſo viel moͤglich, ſich ſelbſt uͤberlaſſen, oder es doch nur ſanft leiten und treiben, durchaus nicht mit dem Hunde hetzen. Wenn es weidend fortgeht, ſo muß er es ſo einrichten, daß es immer mit dem Winde gehe, und nicht ihm entgegen. Am wenigſten muß es geſtoͤrt werden, wenn es ſich zum Wiederkaͤuen lagert, wobei ihm die vollkommenſte Ruhe noͤthig iſt.. Die Frage, ob eine Kuh gleicher Art mehr Milch bei der Weide oder bei der Stallfuͤt⸗ terung gebe, mag wohl zum Vortheil der erſtern entſchieden werden, wenn man vorausſetzt, daß ſie bei beiden gleiche und vollkommene Saͤttigung erhalte, und auch uͤbrigens gleich gut behandelt werde. Denn ich weiß kein Beiſpiel, daß der Milchertrag eines ganzen Viehſtapels im Durchſchnitt bei der vollkommenſten Stallfuͤtterung ſo hoch betrieben worden, wie bei der volkommenſten Weide. Aber letztere iſt nur hoͤchſt ſelten in der Wirklichkeit vorhanden. §. 36. 1 3 Ein Mittelweg zwiſchen der Weide und Stallfuͤtterung iſt das ſogenannte Tuͤdeen oder Toͤddern; wo man naͤmlich das Vieh an den Hoͤrnern mit einem Stricke befeſtigt, der am Halſe einen zweckmaͤßig eingerichteten hoͤlzernen Wirbel hat, und am andern Ende an einen in die Erde geſchlagenen Pflock geknaͤpft wird, wo ſich manchmal noch ein andrer Wirbel beſin⸗ det. Bei einzelnen Stuͤcken iſt dieſe Methode ziemlich allgemein bekannt; aber daß ſie im Großen mit Viehheerden von mehr als 100 Stuͤcken betrieben werde, ſindet man bis jetzt, ſo viel ich weiß, nur in Daͤnemark; weswegen ich die mir davon gemachte Beſchreibung hier mittheile. Es iſt bei der Anwendung im Großen nothwendig, daß die Heerde ſo konzentrirt wie moͤglich zuſammen gehalten werde, damit kein Theil der Flaͤche unbenutzt bleibe, die Milch⸗ maͤgde nicht zu weit zum Milchwagen zu tragen haben, der in die Mitte der ganzen Heerde geſtellt wird, und damit auch der Miſt der Kuͤhe ſich gleichmaͤßig verbreite. Man theilt die Kuͤhe gewoͤhnlich in Abtheilungen von 20 Stuͤck, weil dies die Anzahl iſt, die eine Magd mel⸗ ken muß. n 3 Ee 2 22o Die Viehzucht.— Eine ſolche Abtheilung wird, wenn man auf einem friſchen Schlage das Kuͤdern anfaͤngt, in einer Reihe mit dem Ruͤrken gegen die Grenze des Schlages gewendet, getuͤdert. Die Ent⸗ fernung zwiſchen jeder Kuh richtet ſich nach der Laͤnge der Tuͤderſtricke, und dieſe wieder n ach der Guͤte der Weide. Auf Thorſeng, wo man auf zweijaͤhrigem Kleelande tuͤdert, ſind die Stricke zehn rheinlaͤndiſche Fuß lang. Die Tuͤderpfaͤhle werden ſo eingeſchlagen, daß die Kuͤhe zwar nahe, jedoch nicht voͤllig zu einander kommen koͤnnen, damit kein unerreichter Streifen ſtehen bleibe. Iſt die erſte Abtheilung getuͤdert, dann wird die andre in einer Entfernung von 60 bis 80 Fuß, je nachdem die Weide fetter oder magrer iſt, getuͤdert, und mit der dritten, vierten und fuͤnften Abtheikung wird dann eben ſo verfahren. Auf den Zwiſchenraͤumen zwiſchen jeder Abtheilung wird nun fortgetuͤdert, d. h. die Pfloͤcke werden vorwaͤrts geſchlagen, wenn die Laͤnge des Kuͤderſtricks abgefreſſen iſt, bis die erſte Abtheilung dahin kommt, wo die zweite angefangen hat, und die zweite dahin, wo die dritte u. ſ. f. war. Folgende Zeichnung verſinnli ot die Sache. 1— — 4 8 unnnnnn, 77,,,,,Tonionun,,,,, 2 nnunnnun er ntttt 0000000000000000000 6 00000000000000000000 00000000000000000000 1 E 1— 00000000000000000000— 3 2 00000000000000000000 .eoeeeeee en 8 .eeeeeeeeeeeteee . 8 1 0Ooooeeoeeeeeeeeeeeeeee e 2 000ooeeeeeee —.— 4 1 3. 4 Der von 4 Strichen eingeſchloſſene Raum ſey ein Weidenſchlag, und die punktirten Linien die Abtheilungen von 20 Stuͤck Kuͤhen. In den Zwiſchenraͤumen zwiſchen jede werden die Kuͤhe vorwaͤrts getuͤdert, bis ſie jede ihren Raum abgefreſſen haben. Iſt dies geſchehen, ſo wird die ganze Heerde vorwaͤrts gebracht, und kommen nun auf eben die Weiſe in die Reihen 1 von 00000 zu ſtehen. Wenn man an das Ende des Schlages gekommen iſt, ſo gehet man wieder in derſelben Ordnung herunter, wie die Reihen von kleinen Strichen zeigen, und tuͤdert auf dieſe Weiſe den ganzen Schlag ab. Da die ganze Heerde nicht nur oft umgeſtellt, ſondern auch zur Traͤnke gefuͤhrt werden muß, ſo iſt es ſehr wichtig, daß ein Menſch 20 und mehrere Kuͤhe auf einmal fuͤhren koͤnne. Zu dem Ende muͤſſen die Kuͤhe zuſammengekoppelt werden, und dies geſchiehet auf folgende Weiſe. Der Hibte faͤngt am rechten Fluͤgel der einzelnen Abtheilungen an, legt den Tuͤderſtrick der erſten Kuh ſo zuſammen, daß er ihn an die Hoͤrner der zweiten Kuh haͤngen kann. Der 4 düdettric hängt, n Hint ach eſckiht die er am fitt der⸗ en, diert Flͤgel ar V hat, begn entfetnt ſo wer d N derſtick de 1. w. ſiſt werde Es Gewohnh Küͤhen ein De Glieder mindert wenig v den und rung pe E angeſtelt 4 zaben 89 P. T d.„ dern ifinn rt. Die(nt. ewieder nach det, ſind die dadie gihe üitin refen tenmzdon mit deruna, dert, d. h. R en iſt, bin dahin, woh — — nktirten lit ede werda! 8 geſchehen A ſe in di Reh , ſo Ceher man igen, und tuͤdet rfihrt werda ffähren kom tauf felge den däͤderint en kam. de „ —— Die Ernaͤhrung des Rindviehes. 221 Tuͤderſtrick der zweiten Kuh wird ebenfalls zuſammengelegt, und an die Hoͤrner der dritten ge⸗ haͤngt, und ſo faͤhrt man fork, etwa 20 Kuͤhe in einer Reihe an einander zu koppeln. Der Hirte geht am linken Fluͤgel und fuͤhrt die Kuͤhe zum Traͤnken, welches ohne ſie loszubinden geſchieht. Iſt er wieder zuruͤckgekommen, ſo ſchlaͤgt er den erſten Tuͤderpfahl derjenigen Kuh, die er am linken Fluͤgel fuͤhrte, in die Erde, nimmt den an ihren Hoͤrnern haͤngenden Tuͤder⸗ ſtrick der zweiten Kuh ab, und macht auch dieſen feſt, und verfuaͤhrt nun eben ſo mit der drit⸗ ten, vierten u. ſ. f. Das Zuſammenkoppeln wird immer am rechten, das Tuͤdern am linken Fluͤgel angefangen. Wo man die Traͤnken, wie auf dieſen Koppeln gewoͤhnlich zu ſeyn pflegt, in der Naͤhe hat, begnuͤgt man ſich, nur eine Reihe auf einmal hinzufuͤhren. Sollte die Traͤnke aber weit entfernt ſeyn, oder man die Heerde auf einen andern, eiwas entfernten Schlag fuͤhren wollen, ſo werden mehrere Reihen an einander gekoppelt, welches ſehr leicht iſt, wenn man den Tuͤ⸗ derſtrick der linken Kuh der zweiten Reihe, an die Hoͤrner der linken Kuh der erſten Reihe haͤngt a. ſ w. Wenn man ſie dann aber waͤſſern will, muß jede Abtheilung wieder von einander ge⸗ loͤſt werden. Es kommt bei dieſem Zuſammenkoppeln und Wiedervoneinanderloͤſen zum Theil auf die Gewohnheit der Kuͤhe, mehr aber auf die Geſchicklichkeit des Hirten an. Zuweilen muß bei 20 Kuͤhen ein Menſch ſeyn, zuweilen beſorgt einer ohne Beſchwerde 50 Stuͤck. Das Vieh gewoͤhnt ſich ſo leicht hieran, daß es ſich nachher faſt von ſelbſt in Reihe und Glieder ſtellt; wodurch die Wartung und Beſorgung gegen die Stallfuͤtterung betraͤchtlich ver⸗ mindert wird. Uebrigens kommt dieſe Methode darin der Stallfuͤtterung gleich, daß ſehr wenig vertreten wird, und daß es in dem vortheilhafteſten Entwickelungsſtande gegeben wer⸗ den und dann wieder wachſen kann; weswegen nicht mehr Futterland als bei der Stallfuͤtte⸗ rung per Kopf erfordert wird. Ein komparativer Verſuch, der uͤber das Tuͤdern und die Stallfuͤtterung auf Thorſeng angeſtellt wurde, gab folgendes Reſultat:“ 4 Kuͤhe 12 Tage geſtallfuͤttert 4 Kuͤhe 12 Tage getuͤdert gaben. gebrauchten Land erhielten 4 gaben gebrauchten Land 999 Pfd. Milch 2172 Quad. Ellen 5529 ⅞ Pfd. Klee 85525 Pfd. Milch 1842 Quad. Ellen. kommen taͤglich auf 1 Kuh 4 20 3 fd. Milch 45 Quad. Ellen 11157 Pfd. Klee 1755 Pfd. Milch 3⁸ ½ Quad. Ellen. Es waren alſo 330 Quadratellen Land mehr im Stall verfuͤttert, als abgetuͤdert. Die Stallfuͤtterung gab dagegen 143½5 Pfd Milch mehr.— Zu ein Pfund Milch wurden bei der Stallfuͤtterung 15½ ½ Quadratellen, beym Tuͤdern 14⁄⁄% Kleeland erfordert. Alſo wuͤrden die 330 Quadratellen Land, welche beym Tuͤdern in derſelben Zeit und von denelben Kuͤhen uͤbrig blieben, zufokge des obigen Reſultats, wenn ſie abgetuͤdert waren, 15 55 Pfd. Milch gebracht haben, welches mit den von den vier Tuͤderkuͤhen erhaltenen 855 2* Pfd. zuſammengerechnet 1008 ½3 Pfd. Milch, alſo vollkommen ſo viel— eigentlich Die Sommer⸗ Stallfütterung. 222— Die Viehzucht. 9 ½3 mehr—— gegeben hat, als die auf dem Stalle gefuͤtterten von der gegebenen Kleeflaͤche brachten. Von einer und derſelben, mit maͤhbarem Klee ben achſenen Landflaͤche erhaͤlt man nach dieſem Verſuche alſo gleich viel Milch, und ernaͤhrt davon ungefaͤhr gleich viel Vieh, man mag tuͤdern oder ſtallfuͤttern; folglich iſt kein Vorthen lauf der einen oder der andern Seite. Nur wird durch die Stalffuͤtterung wohl 5 Duͤnger mehr gewonnen„ da von dem durch das Tuͤdern auf dem Lande gelaſſenen Duͤnger wahrſcheinlich nur † zu gute kommt. Dagegen macht die Stallfuͤtterung durch das Maͤhen und Anfahren des K lees mehrere Koſten. Es kann wohl nicht rathſam ſeyn, denſelben Platz zweimal abtuͤdern zu laſſen, weil der gruͤne Klee, des Miſtens wegen, dem Vieh unangenehm ſeyn wuͤrde. Man macht alſo den folgenden Wuchs lieber zu Heu. §. 37. Ueber die Bortheile und Verhaͤltniſſe der Stallfuͤtterung, in Hinß ſcht des Ganzen der Wirthſchaft, iſt Bd. 1.§. 374— 394. Larsdens und uͤber den Anbau und die fernere Be⸗ handlung der Futtergewaͤchſe im aten Bd.§. 2 u. f. Es bleibt hier nur uͤbrig, uͤber das Verfahren bei der Fuͤtterung ſelbſt und uͤber die Pzarrung zu reden. Ein zur Sommerfuͤtterung bequem eingerichteter Stall erleichtert die Sache ſehr, und diejenige Einrichtung, welche ich in Bergens Anleitung zur Viehzucht empfohlen habe, ſcheint mir noch immer die zweckmaͤßigſte zu ſeyn; indem das gruͤne Futter dabei ſehr verbreitet liegt, und dem Vieh auf die bequemſte Weiſe in kleinen Portionen herabgeworfen werden kann. Einige haben die gruͤne Sommerfuͤtterung dem Viehe im Freien zu geben angemeſſener gehalten, und deshalb einen Hof eingezaͤunt, der rings umher mit Krippen und Raufen verſe⸗ hen war, in welchem das Vieh frei herumging. Sie meinten, die freie Luft und Bewegung wuͤrde dem Vieh zutraͤglicher ſeyn, als das beſtaͤndige Stehen im Stalle. Die Erfahrung aber hat dieſe Methode nicht bewaͤhrt, keine Vortheile, aber manche Nachtheile gezeigt. Letztere beſtanden hauptſaͤchlich darin, daß das Vieh ſich zu heftig zum Futter draͤngte, ſich ſtieß und daß die ſchwaͤcheren und furchtſameren Thiere von den andern ganz abgeſtoßen wurden. Auch verlor der Miſt. Daß die Stallluft und das beſtaͤndige Stillſtehen der Geſundheit des Viehes nachtheilig ſeyn moͤchte, konnte man der Theorie nach mit Recht beſorgen. Die Erfahrung aber hat es nun genugſam gelehrt, daß dies keinesweges der Fall ſey, ſondern daß das Vieh bei einer gehoͤrigen Behandlung beſtaͤndig geſund und ſehr milchreich bleibe und ein hohes Alter erreiche, ſelbſt in einigen Faͤllen, wo es durchaus nicht aus dem Stalle kam. Jedoch hat es keinen Zweifel, daß es ihm beſſer ſey, wenn es taͤglich zweimal zum Ausmiſten, Traͤnken, und wo moͤglich zum Schwemmen ausgelaſſen wird. Die Viehſtaͤnde muͤſſen uͤbrigens ſo angelegt werden, daß ſie nach Verhaͤltniß der Groͤße einen geraͤumigen Stand haben, und dieſer wo moͤglich eine hinlaͤngliche Tiefe, damit der Miſt unter dem Vieh weggenommen, und hinter ſolches an die Wand angehaͤuft werden koͤnne, und daß dennoch ein freier Gang hinter dem Viehe bleibe. Er muß gleich hinter dem Viehe mit einem Abzugskanale verſehen ſeyn, damit die große Menge von Jauche, die bei der reichlichen gruͤnen Fuͤtterung ſich erzeugt, von ſelbſt abfließe oder ausgeſpuͤhlt und ausgefegt werden könne. Je nachdem man ſtaͤrker oder ſchwaͤcher einſtreuet, wird ſich die Menge des fluͤſſigen Miſtes vermindern oder vermehren; doch wird man ſelten im Stande ſeyn, ſo ſtark einzu⸗ ſtreuen, daß das Stroh ſie ſaͤmmtl ich aufnehme. Hierzu wuͤrden taͤglich 14 und mehr Pfd Stroh auf den Kopf erforderlich ſeyn. d Daß durch Flhel ſpie der A R ſe die aus ſene hoten; wo mmer den Der Einlaſung Mal aber keines nige Monat hettieben V man ihn h nur ſpaͤter und zweite wohlgeord dazwiſchen Jur zu dem E Rocken; ken tragel ſtellung d feldern k vorzuͤglich Zeitpunkt zu hart zu ein groͤßer kann ſchon und wenn a Heu me Winerrap dritten S ſpaͤter ga von den? toffeln re fuͤtterung Au lich cden/ rathſan, auf den G gemaͤhten iſt. Ma was man nen Klerga aͤlt man nac eh, man nag Set. don den dut ſſten. aſſen, waide macht alſo de d Oonzen r de fernar ze⸗ örig, üis ue dche ſehr, un dede ſcheint mi trettt ag, und kann. den angemſenee ad NWuufen berſ t und Jevegung eErfaheung ade gezeigt. Kete fe, ſich ſtie u wurden. Aul dheit des dhe Die Erfahenn mdaß das Nh ein hohes Alt Jedoch hat d Tränken, wW tniß der öu damit der M den kän, und dem Diſe mit ij dreichichen taniyt werd ſedes ſuͤſſgn ſo ſtark einge und mehr V Die Ernaͤhrung des Rindviehes. Daß man bei gut eingerichteten, gedielten, mit hinlaͤnglichen Abzuͤgen verſehenen, und durch Fegen rein gehaltenen Staͤnden, auch ohne alles Streu beſtehen koͤnne, lehrt das Bei⸗ ſpiel der Niederlaͤnder, Rheinlaͤnder und Schweizer, und ſelbſt verſchiedener Kolonien bei uns, die aus jenen Gegenden hierher verpflanzt ſind. 223 Das Vieh wird dabei am allerreinlichſten er⸗ halten; wo aber kein Strohmangel iſt, wird das Einſtreuen, der Miſtgewinnung wegen, doch immer den Vorzug verdienen.. Der Stall muß hinlaͤnglich mit Fenſter⸗ oder Ladenoͤffnungen verſehen ſeyn, die zur Einlaſſung des Lichts und der Luft geoͤffnet oder geſchloſſen werden. §. 38. Man haͤlt den Klee mehrentheils fuͤr das einzige Sommerfuͤtterungsmittel. Dies iſt er aber keinesweges, und darf es nicht ſeyn, wenn man naͤmlich die Stallfuͤtterung nicht auf we⸗ nige Monate beſchraͤnken, ſondern beſtaͤndig durchfuͤhren will. Es iſt Sommerſtallfuͤtterung betrieben worden, ehe man den Klee einmal kannte. Daß ex indeſſen in der Jahreszeit, wo man ihn haben kann, das beſte und wohlfeilſte Futterkraut ſey, hat keinen Zweifel. Er koͤmmt nur ſpaͤter, als man mit der gruͤnen Fuͤtterung anfangen ſoll, fehlt dann zwiſchen dem erſten und zweiten Schnitte, und auch wieder zu Ende des Sommers. Deshalb muß man bei einer Kleefuͤtterung und audre gruͤne Fütrterung. wohlgeordneten Stallfuͤtterung auf andre gruͤne Fuͤtterungen, die dem Klee zuvorkommen und dazwiſchen eintreffen, denken. Zum erſten gruͤnen Futter paßt nichts beſſer als Winterrapps und Ruͤbſen, welcher zu dem Ende im vorigen Jahre ausgeſaͤet worden. Dann folgt der ebenfalls dazu ausgeſaͤete Rocken; beides auf einem Theile desjenigen Feldes, was Wurzelgewaͤchſe oder etwa ſpaͤte Wik⸗ ken tragen ſoll; weswegen es nach der gruͤnen Aberntung ſogleich umgebrochen wird. Die Be⸗ ſtellung derſelben koſtet nichts weiter als den Saamen und die Ausſaat. Auf ſtarken Weizen⸗ feldern kommt die Weizenſchroͤpfe zu Huͤlfe. Dann iſt die Luzerne maͤhbar, die immer eine vorzuͤgliche Stuͤtze der Stallfuͤtterung iſt. Nun faͤngt der Klee an ſich zu roͤthen, und hat den Zeitpunkt erreicht, wo er am vortheilhafteſten gefuͤttert werden kann. Wenn ſein erſter Wuchs zu hart zu werden anfaͤngt, ſo treten die Wicken und das Wickengemenge ein, welche nur durch ein groͤßeres Luzernefeld bei der Sommerſtallfuͤtterung entbehrlich gemacht werden koͤnnen. Auch kann ſchon Spoͤrgel vorhanden ſeyn. Dann iſt der Klee zum zweiten Schnitte herangewachſen, und wenn dieſer vielleicht nicht ergiebig genug waͤre, oder man ihn zum fruͤheren Umbrechen zu Heu maͤhen wollte, ſo muß ein ſpaͤter geſaͤetes Wickengemenge, Buchweizen, fruͤh geſaͤeter Winterrapps, Spoͤrgel, und der dritte Schnitt der Luzerne eintreten. Mit einem etwanigen dritten Schnitte vom Klee, vierten Schnitte von der Luzerne und vorgenannten einjhaͤrigen ſpaͤter geſaeten Futtergewaͤchſen reicht man bis zu Ende Septembers aus, da dann das Vieh von den Blaͤttern des Kohls, der Runkeln, der Ruͤben, und auch wohl vom Kraute der Kar⸗ toffeln reichliche Nahrung bis gegen Ende Oktobers hat, und vielleicht nur einer geringen Zu⸗ fuͤtterung von Heu und Stroh bedarf.- Auf die Weiſe kann man die gruͤne Stallfuͤtterung volle 6 Monate betreiben, und folg⸗ lich eben ſo lange, oder laͤnger, wie mit der Weide ausreichen. auf den Getreidefeldern, beſonders denen, worunter Klee geſaͤet war, oder auf einem zweimal gemaͤhten Kleefelde, welches uͤberliegen ſoll, vorhanden, und fuͤr das andere Vieh uͤberfluͤſſig iſt. Man giebt dabei dann nur einige ſchwache Futter auf dem Stalle, und treibt dann das, was man halbe Stallfuͤtterung nennt. Indeſſen ſindet man es oft rathſam, das Bieh einen Theil des Tages ausgehen zu laſſen, ſobald eine nahrhafte Stoppel Halbe Stalffüt⸗ terung. Einholen des Futters. Schueiden des Gruͤnfutters. Die Viehzucht. §. 39. Die halbe Stallfuͤtterung, wobei das Vieh einen Theil des Tages zugleich weidet, iſt bei manchen ſehr beliebt, und gewiſſen Wirthſchaftsverhaͤltniſſen vorzuͤglich angemeſſen; z. B. wenn ein Weideanger vorhanden iſt, der wegen Gefahr der Ueberſchwemmung, oder aus anderen Urſachen nicht anders, als zur Weide beuutzt werden kann, aber doch nicht zureicht, den gehoͤrigen Viehſtand kraͤftig zu erhalten. Aus der Ürſache findet man die halbe Stallfuͤt⸗ terung haͤufig und hoͤchſt zweckmaͤßig in den Gegenden an der Elbe, Weſer und andern Stroͤ⸗ men, wo ſie nicht eingedeicht ſind, oder wo hinter dem Deiche fruchtbares, aber der Ueber⸗ ſchwemmung ausgeſetztes Außenland liegt. Durch dieſe Wechſelung wird allerdings der Appe⸗ tit des Viehes gereizt, es frißt mehr, und giebt mehrere Milch, vorausgeſetzt, daß die Weide gut ſey; denn bei einer ſchlechten kann es die durch die Stallfuͤtterung erzeugte Milch nur ver⸗ gehen, und man ſchadet ſich oft weſentlich, wenn man das Vieh bloß austreibt, um eine ſchlechte Weide doch zu benutzen. 3 5. 40. Nur bei ganz kleinen Wirthſchaften ſollte das Einholen des gruͤnen Futters durch Maͤgde in Tragekoͤrben nur geſchehen; indeſſen findet man zuweilen, daß die Maͤgde es bei 20 un 30 Stuͤcken thun muͤſſen. Ich halte dies auf allen Fall fuͤr unwirthſchaftlich. Zuweilen laͤßt man es von den Ackerpferden einholen. Wenn ſie des Morgens ausgehen, ſo bringen ſie den Futterwagen nach dem Felde hin, und wenn ſie Mittags und Abends zu Hauſe kommen, ſo holen ſie den beladenen Futterwagen ab. Dies aber ſcheint mir viele Zeit zu verſplittern, und Unordnung zu veranlaſſen. Die Kuͤhe koͤnnen wechſelsweiſe das Futter ſelbſt einholen, und man kann wenigſtens ei⸗ nen Theil derſelben ſehr leicht daran gewoͤhnen. Weit entfernt, daß dieſe kleine Bewegung ihnen und ihrer Milchergiebigkeit nachtheilig ſeyn ſollte, hat man immer gefunden, daß es ih⸗ nen trefflich bekomme. Oder aber man nehme ein oder zwei Ochſen, die man zum Herbſte fett haben will, dazu. Sie werden ſtark dabei freſſen, wenn ſie nach dem Futterfelde hin, und von da nach dem Stalle wieder zuruͤckkommen, aber die Maſtung wird das Futter bezahlen. Die dazu taͤglich gebrauchten Ochſen gewaͤhren den Vortheil, daß ſie der Sache bald ſo gewohnt werden, um allein mit dem Futterwagen nach dem Felde hin und wieder zuruͤckgehen zu koͤn⸗ nen.. Wenn die Arbeit des Futtermaͤhens und Einholens in eine gute Ordnung gebracht wor⸗ den, ſo macht ſie bei einem Viehſtande von ungefaͤhr 40 Stuͤcken nicht mehrere Menſchen als die Weide noͤthig. Denn das Maͤhen und Einholen des Futters kann ein Mann, der ſonſt den Kuͤhen auf der Weide folgen muͤßte, ſehr gut verrichten. Die Milchmaͤgde helfen beim Vor⸗ legen des Futters, und dieſe ſehr kleine Arbeit wird durch die Erſparung des Weges nach der Weidekoppel und des muͤhſameren Melkens ſehr reichlich erſetzt. Die Ausraͤumung des Miſtes wird man ſehr gern auf Rechnung der Duͤngerproduktion ſetzen. §. 4I.— Manche halten das Schneiden des Klees fuͤr unumgaͤnglich noͤthig, wodurch die Arbeit betraͤchtlich vermehrt wird. Meines Ermeſſens iſt dieſes aber, außer in den erſten acht Tagen, wo das Vieh von der duͤrren Fuͤtterung zur gruͤnen uͤbergehet und dieſe nur ſparſam aber kraͤf⸗ tig iſt, ganz uͤberfluͤſſig. Man will damit Futter erſparen; thut man das aber, ſo geſchieht es tunj dherwe zrritgelaſſe uech gan Gijohr, d im uͤberf nicht ein ei daß der lat wenn man dern, wenn durch dieſa Fälen, aue Bei hintereinan gaͤbe. Je der wenig 6 und vm Uhr. Da Fuͤttern g iſt dem V Wo um das B feiſcht, ſo Pericde ſ des anden daß es zu tung uͤbe W werden m den ſeyn, dieimande auf deng Quadratr kraͤuter Jochart. Vierter Gleich weid, Heangemeſen. 3nd, dder aus üc matt, dale Sulii anden Stri⸗ ber der Uar⸗ ngs der e daß die Veh Nilch nur e ibt, um ei durch Rag es bei 20 m rgens wagehen, und Aoads u at mir di Fit m wenigſtent ⸗ kleine Bewegun nden, daß es i zun Herdſe fä erfelde hin, un Futter bezahlen. bald ſo gewehi ickgehen zu t Fgebracht we eMenſchen d „der ſonſi ſfen beim de Teges nach nung des Tyſe ucch die Arbit en acht da ſam aber ki e, ſo gechih 3 Die Ernaͤhrung des Rindviehes. 225 n des Milchertrages. Man glaubt dadurch zu verhindern, daß das Vieh das lange gruͤne Futter herumſchleudere, wie es gewoͤhnlich in der Fliegenzeit geſchiehet; aber das wenige, was es auf Koſte as ſo verworfen wird, iſt wirklich unbedeutend, und wird nach meiner Beobach⸗ tung uͤberwogen durch das, was als Haͤckſel umkommt, und von dem Viehe in den Krippen zuruͤckgelaſſen wird. Das zu Haͤckſel geſchnittene Futter erhitzt ſich ſehr ſchnell, und wird da⸗ durch gaͤnzlich verdorben. Das vom langen Klee beſorgte Aufblaͤhen hat nicht die geringſte Gefahr, wenn das Vieh ordentlich gefuͤttert wird, und man es nicht bald hungern laͤßt, bald ihm uͤberſtuͤſſig vorwirft. Seit 26 Jahren, daß ich die Stallfuͤtterung betreibe, iſt mir noch nicht ein einziges Mal ein Stuͤck Vieh bei der Kleefuͤtterung aufgeblaͤhet. Wahr iſt es, daß der lange Klee zuweilen das Vieh zu ſehr zum Purgiren bringe, und daß man dies verhuͤte, wenn man ihn mit Stroh ſchneiden laͤßt. Aber man kann dies eben ſowohl verhuͤten und min⸗ dern, wenn man dem Viehe langes Stroh vorgiebt; es frißt ſelbiges mit Begierde, wenn durch die ſaftige gruͤne Fuͤtterung ihm die Gedaͤrme erſchlafft ſind. Faͤllen, auch Morgens ein Heufutter zu geben.. §. 42. Bei der Fuͤtterung ſelbſt iſt es von großer Wichtigkeit, daß das Vieh nicht zu ſchnell hintereinander freſſe, was es immer thun wuͤrde, wenn man ihm ſeine Mahlzeit auf einmal gaͤbe. Jede Mahlzeit, deren in der Regel taͤglich drei gegeben werden, muß man daher wie⸗ der wenigſtens in drei Theile theilen und alle Stunden eine geben. Z. B. Morgens um 5, um Sehr gut iſt es in ſolchen Futterordnung. 6 und um 7 Uhr, Mittags um 12, um 1 und um 2 Uhr, Abends um 7, um 8 und um 9 Uhr. §. 43. Das Traͤnken des Viehes muß in den Zwiſchenzeiten, und nicht unmittelbar nach dem Fuͤttern geſchehen. Vormittags gegen 11 Uhr, Nachmittags gegen 6 Uhr. iſt dem Viehe mehrentheils angenehmer, wie Fluß⸗ und Brunnenwaſſer. Wo es einigermaßen zu bewerkſtelligen iſt, da mache man Anſtalt zu einer Schwemme, um das Vieh taͤglich zweimal durchzutreiben. Es iſt nichts was das Vieh im Sommer ſo er⸗ friſcht, ſo geſund und ſo reinlich erhaͤlt. §. 44. Es muß ſo viel Klee und anderes gruͤnes Futter angebauet werden, daß man in jeder Periode ſicher genug ſey und Ueberfluß habe, damit es auch beim Mißwachſe des einen oder des andern nicht fehle. Sobald man bemerkt, daß Ueberſchuß da ſey, und beſorgen muß, daß es zu hartſtenglich werde, muß man es zu Heu maͤhen laſſen und zu einer anderen Fuͤtte⸗ rung uͤbergehen. Wie viel an Flaͤcheninhalt auf einen Kopf von jedem Futterkraut komme und gerechnet werden muͤſſe, laͤßt ſich auch nicht ungefaͤhr beſtimmen; da der Ertrag eines Feldes ſo verſchie⸗ den ſeyn, und in einem Jahre leicht das doppelte von der Landflaͤche erfordert werden kann, die im andern zureichte. Auf gutem Gerſtboden wird man mit einem halben Jochart Futterkraͤuter auf den Kopf im Durchſchnitt ausreichen, und ich weiß Faͤlle, wo man mit 100 zwoͤlffuͤßigen Quadratruthen auskam. Aber es iſt doch immer rathſam, daß man auf gutem, fuͤr Futter⸗ kraͤuter geeigneten Boden zu 4 Jochart ſeinen Anſchlag mache, und auf mißlicherm zu einem Jochart. Nur ſelten wird man dann zwar alles gebrauchen, aber dabei iſt kein Verluſt. Und . K Vierter Theil. ð ——-—— Gutes Teichwaſſer Bedarf an Grünfntter. 226 Die Viehzucht. iſt man einmal ſo weit gekommen, daß man einen Heuvorrath zum kaͤnftigen Sommer uͤberſpart hat, wohin man bei guten Kleejahren leicht gelangen kann, ſo braucht man weniger auf den Kopf zu berechnen, und kann ſeinen Viehſtand um ſo mehr vergroͤßern; denn jener Vorrath gruͤnem abwechſelnd zu erhalten. 4§. 43. 1 8 Trocke Som⸗ 6 9 1 Som 8(S..„ V Archeaerige Es haben einige die Son er Stallfuͤtterung ganz mit trockenem Futter, groͤßtentheils * Kleeheu, betrieben, und dieſe Methode ſehr empfohlen. Es haͤlt aber erſtlich ſehr ſchwer, ſich in einen ſolchen Vorrath von Heu zu ſetzen, der ſo lange reicht, bis man das neue Heu wieder fuͤttern kann— was durchaus nicht geſchehen darf, bevor es voͤllig ausgeſchwitzet hat. — Ferner iſt das Heumachen doch wohl koſtſpieliger und mit mehrerem Riſiko verbunden, als die gruͤne Abfuͤtterung. Auch ſcheint es mir in Anſehung der Aufbewahrungsorte, da endlich iſt es ſehr wahrſcheinlich, daß ſich beim Heumachen nicht bloß die waͤßrigen, ſondern Verbindung eingehen. Genaue komparative Verſuche, ſo wie ſie ſeyn ſollten, haben wir auch hieruͤber nicht, aber doch manche Bemerkungen, die es ſehr glaublich machen, daß dieſelbe Maſſe gruͤn verfuͤttert, beſonders dem Milchviehe gedeihlicher ſey, als wenn ſie gedoͤrrt wor⸗ den. Die im gruͤnen Pflanzenſafte enthaltene Nahrung wird nach aller Wahrſcheinlichkeit beſſer ins Blut uͤbergehen und ſich mit den Saͤften permiſchen, als wenn ſie erſt durch frem⸗ des Waſſer wieder aufgeloͤſt werden muß. Auf keinen Fall wird die Milch und Butter von trockener Fuͤtterung den angenehmen Geſchmack, wie von gruͤner erhalten. Auch iſt es be⸗ merklich genug, daß alles Vieh das gruͤne Futter dem gedoͤrreten vorziehe, ob es gleich letzte⸗ res zur Abwechſelung gern frißt. Die Stallfuͤtterung der Ochſen mit Heu mag aber wohl ihre Vorzuͤge haben. Man hat zur Empfehlung der trockenen Sommerfuͤtterung Beſorglichkeiten mancher Art gegen die gruͤne Fuͤtterung angefuͤhrt, die ganz unbegruͤndet ſind. So warnt man gegen das Einbringen des naſſen und vornaͤmlich des bethauten Futters. Dies iſt aber, meiner Erfahrung . nach, voͤllig unſchaͤdlich, wenn man es nur nicht zuſammengehaͤuft, und durch ſeine eigene Schwere ſich niederdruͤckend ſo lange liegen laͤßt, daß es ſich zu erhitzen anfaͤngt. Der Futter⸗ Vorrathsplatz muß entweder ſo geraͤumig ſeyn, daß es duͤnn ausgebreitet werden koͤnne, oder man muß es nur bei Quantitaͤten, die auf eine Mahtzeit zureichen, einholen. Bei feuchtem Wetter ſchadet es durchaus nichts, wenn es auch einige Tage in Schwaden auf dem Felde liegt. §. 46. Suutes Klue⸗ Jungen, vor der Bluͤthe gemaͤhten Klee habe ich nie gefaͤhrlich gefunden, wenn er maͤ⸗ im Uebermaaß vorwirft, oder es etwa zu dem Futtervorrathe kommen und eilig davon freſſen laͤßt, ſo kann es ſich allerdings eine Unverdaulichkeit mit ihren Folgen, der Aufblaͤhung, zu⸗ ziehen. Wirthſchaftlich iſt es aber freilich nicht, den Klee, bevor er Bluͤtheknospen ausge⸗ trieben hat, zu maͤhen, weil er in den acht Tagen, wo er dies thut, in Maſſe mehr zunimmt, als in den vorherigen fuͤnf Wochen. Wenn man eine Kleeflaͤche ſechs Wochen hindurch alle 14 Tage einmal maͤhet, und jedesmal 30 Pfund jungen Klee, in Summa 90 Pfund erhaͤlt, ſo hilft immer aus. Und dem Vieh iſt es ſehr angenehm und wohlthaͤtig, trockenes Futter mit naͤmlich das aͤltere Heu zuerſt gefuͤttert werden muß, große Schwierigkeiten zu haben. Und zugleich auch andere wohlthaͤtige Theile mit verfluͤchtigen, und manche Stoffe eine andere ßig gegeben wird. Wenn man ihn aber dem, nach gruͤnem Futter anfangs ſo begierigen Viehe 1 echalt man maͤhet, vi Dis 2 til hoͤhe lunz kome ſiht au d nimmerme lichen We it, viell indeſſn d bezvungen groͤßer ſyn hahen glau Maerſchwe Stalfuͤtte gegeben! Be tungs⸗ u weſens, den Ertr dente B mehr in Molkene Kuh den den gewe anders z. tionoprei preis unr dem, wa daxagefü der Wad wir de Der mit Milchze 38 ſährlich das Kaſe ner überhet eniger auf dan ſener Vorrath Rs Futter mit t, grägtandls ic ſehr ian, das neue ha geſchwitet ko berbunda Nungsorte, A hode. M grigen, ſiimn ofe ein ute haben wi un —n, doß diſed ſe gaöert vor Jahrſcänüchkeit elſt dord ne und Butter da Auch iſtese d es gleich lar g aber vo ih tten mancher Ae t man gegen ui geiner Erfäheung urch ſeine agen f zgt. Der Fute den koͤnne, oe Bii feuchten auf dem deh , wem erni egierun Alehe ig daun freſſn üfhlihung, zu wospen autge⸗ ehr zunimm durch allel⸗ ud erhile ſ erhaͤlt man von derſelben Fl maͤhet, wie ein daruͤber angeſtellter ſo viel hoͤheren Ertr lung kommen laͤßt. ſicht auf die Flaͤche, welche ſie zu i nimmermehr im Allgemeinen entſcheiden la lichen Weide 33 Seidel Milch taͤg iſt, vielleicht nur 22 Seidel, bei einer r indeſſen die uͤppigſte und reichlichſte bezwungen werden kann, groͤßer ſeyn kann, als bei haben glaubhafte Verſicher Stallfuͤtterung weiß ich kein be gegehen haͤtte. Bei der Verſchiedenheit der Ragen rungs⸗ und Verpflegungsart, weſens, und dem ungleichen Preiſe dieſer den Ertrag und noch weniger dente Beiſpiele, daß eine Ku mehr in der Naͤhe volkreicher Molkenertrag einer Kuh nicht 14 fl. betraͤgt. ſelbſt des angekauften Futters betraͤchtli Verhaͤltniſſen ein ſeltner Fall ſeyn. Kuh den Werth, den gewoͤhnlichen laͤndlichen anders zu ſtehen, wenn man das Futter nicht echnet, was in den meiſten Verhaͤltniſſen geſchehen muß, da u n kann. Die Verhaͤltniſſe ſind aber hier ſo mannigfaltig, daß außer dieſer Verhaͤltniſſe bereits an einem andern Orte geſagt worde Der Brutto⸗Ertrag einer Kuh, d. h. ohne Abzug des Futters, Anrechnung des Duͤngers, ſchwankt, wenn usnehmen, zwiſchen 28 und 84 fl. en Wirthſchaften im Durchſchnitt ihrer ltaͤglich angenommen werden koͤnnen, chſchnitt 1 Pfd. Butter; eine Kuh alſo 84 Pfund tionspreiſe ber preis unmoͤglich benutze dem, was in Ruͤckſicht hinzugefuͤgt wer der Weide und der wir die ganz kaͤrgliche un Der mittlere Ertrag einer Kuh wird bei gut eingerichtet Milchzeit von 40 Wochen oder — 3808 Seidel. 40 Seidel geben im Dur jaͤhrlich. Das Pfund Butter à 21 ¾ Xr. Kaͤſe und Molkenwerk 41 Seidel zu 7 Xr. gerechnet Die Ernaͤhrung des Rindviehes. aͤche 600 Pfund, wenn man ihn nach ſechs Wochen nur einmal Verſuch entſcheidend bewieſen hat. Dies iſt eine der Haupturſachen, warum eine gleiche Flaͤche durch das Abmaͤhen einen ag, als durch die Weide giebt, welche die Pflanzen nicht zu ihrer Entwicke⸗ Ob aber eine Kuh bei der Stallfuͤtterung oder bei der Weide, ohne Ruͤck⸗ hrer Rahrung gebraucht, mehrere Milch gebe, wird ſich ſen. Dieſelbe Kuh, welche auf einer guten aber gewoͤhn⸗ kann bei der Stalffuͤtterung, wenn ſie ſpaͤrlich eichlichen aber 48 Seidel Milch geben. Weide, ſo daß ſie vön dem darauf gehenden Viehe nicht ſo glaube ich, daß der Milchertrag einer Kuh dabei der allerſtaͤrkſten gruͤnen Stallfuͤtterung, die man geben kann. Wir ungen, daß einzelne Kuͤhe auf den vorzuͤglichſten und milchreichſten Marſchweiden 80 bis 90 Pfund Milch in ihrer beſten Milchzeit gegeben haben. ſtimmtes Beiſpiel, wo eine Kuh uͤber 54 Pfd. in einem Tage vorausſetzt⸗, ei der ſo ungleichen Ernaͤh⸗ d Benutzung des Molkerei⸗ Produkte, laͤßt ſich durchaus nichts Allgemeines uͤber Wir haben evi⸗ und der Individuen, b bei der verſchiedenen Behandlung un aͤber die Geldbenutzung einer Milchkuh ſagen. h unter einem ſehr induſtrioͤſen Betriebe jaͤhrlich auf 560 fl. und Staͤdte benutzt worden ſey, und andere, wo vielleicht der ganze Es giebt allerdings Faͤlle, wo die Nutzung einer ch uͤberwiegt, aber dies wuͤrde unter Die Rechnung koͤmmt jedoch zu ſeinem Markt⸗, ſondern zu ſeinem Produk⸗ nan den Markt⸗ Wartung, jedoch auch ohne d die ſehr reichliche Verpflegung a 280 Tagen zu 14 Seide 72 fl. 21 Xr. 94 fl. 21 Xr. Stärke der Fütterung⸗ Aker der Hihe. 22⁸ der gegeben. rechnen ſeyn, welche ein 2 Die Viehzucht. 20 fl. 24 Xr. werden etwaſ auf die ſaͤmmtlichen Wartungs⸗ und Molkereikoſte abzu⸗ Viehpaͤchter, falls man die Molkerei verpachtet, uͤbernimmt. 67 fl. 16 Kr. wuͤrde alſo der hoͤchſte Pachtpreis ſeyn, welchen ein Paͤchter fuͤr Kuͤhe von dieſem Mol⸗ kenertrage g aber die hoͤheren Koſten wuͤrden dadurch nicht bezahlt; die Kuͤhe anzukaufen. gen kann. Loſtet, und ½ geben koͤnnte, wobei er dann aber keinen Vortheil haͤtte. nur in den Jahten, wo die Butterpreiſe betraͤchtlich hoͤher geſtiegen waren, nur hin und wie⸗ In Wirthſchaften jedoch, welche ſich durch ihre Kuhhaltung und Weide aus⸗ zeichnen, kann der Brutto⸗Ertrag einer Kuh, ſelbſt nach Abzug der Wartungs⸗ und aller Nebenkoſten, wohl auf 98 fl. 25 Xr. bei oben angenommenem Butterpreiſe getrieben werden. Man hat geſagt, daß eine beſſere Haltung der Kuͤhe wohl einen hoͤheren Ertrag gebe, Deshalb ward er auch es ſey z. B. nicht rathſam, Heu fuͤr Es kommt aber auf die Lokalitaͤt an, und der Marktpreis des Heues iſt um vieles hoͤher, als wofuͤr ich Heu oder ein Surrogat deſſelben in der Regel ſelbſt erzeu⸗ Wenn mir ein Schefſel Kartoffeln, aufs hoͤchſte berechnet, 7 Xr. zu produziren Metze, einer Kuh taͤglich gegeben, mir nur den Werth der Milch taͤglich um 33 Xr. vermehrt, ſo gewinne ich durch dieſe Benutzung auf die Metze 7 Xr. zur Erhaltung des Lebens einer Kuh noͤthig iſt, muß auf jeden Fall, Nutzen bringt, gegeben werden, das Uebrige macht erſt Milch⸗oder Fleiſch⸗Abſatz; kommt eigentlich das uͤber die Rothdurft gegebene erſt zu Nutzen, und daraus folgt, daher daß die Benutzung des Futters um ſo groͤßer wird, je hoͤher man damit ſteigt, jedoch nur bis auf den Punkt, wo die Verdauungskraͤfte zureichen, das Futter in Saft und Blut zu verwandeln. Es folgt ferner daraus, daß es nie rathſam ſeyn koͤnne, mit dem Futter, vpollkommen bezwingen und verdauen koͤnnen, drei Kuͤhe zu ernaͤhren; welches doch noch ge⸗ woͤhnlich geſchiehet und immer geſchehen wird, ſo lange ſich die Meiſten von der Ruzungshe⸗ welches zwei Kuͤhe tchnung des Viehſta apels i der Kopfzahl nicht losmachen. Das Maaß der hoͤchſten und vortheilhafteſten Fuͤ uͤtterung einer Milchkuh daßt ſch eben⸗ falls nicht allgemein, ſondern nur nach der Rage, nach der J §5. 43. — Individualitaͤt und nach dem Al⸗ ter beſtimmen. Fuͤr eine ausgewachſene Kuh mittlerer Art oelnen 16 Pfund Heu, wovon die Haͤlfte vortheilhaft durch ſaftige Wurzelgewaͤchſe erſetzt werden kann, oder 72 Pfund gruͤ⸗ Große Kuͤhe koͤnnen aber mit Vortheil 22 bis 27 Pfund ner Klee das angemeſſenſte zu ſeyn. trocken und 100 bis 125 Pfund gruͤn erhalten. freſſen Pollen, gegtban. 8 8 §. 49. Daneben wird ihnen noch Stroh, ſo viel ſie In dem Alter bon g bis 7 Jahren ſind die Kuͤhe am ſtaͤrkſten in der Milch, und ſie koͤnnen bis zum 12ten Jahre, wenn ſie erſt mit 3 Jahren gekalbet haben, darin erhalten wer⸗ Eine Kuh, die fehlerfrei iſt, mit dem Toten Jahre, wie einige thun, abzuſchaffen, halte ich nicht fuͤr wirthſchaftlich. den. Die M vlkerei 6. 50. iſt die haͤufigſte Benutzung des Rindviehes bei uns, und Maſtung vird gewoͤhnlich nur als eine Nebennußzung angeſehen.. Wir werden erſt von jener und dann von dieſer reden. Dasjenige, was ohne daß es weiteren ———— ——. 2 Um und enen unng der ten. In ter, die geſchah je auch die! des ſchlec Michvich ein doppel zweigen, nen. I die Emol der Kuhp n Molkenw ben zu ſe abnehme beide Th deſſen E vervortl Futters A wohlgeor Do der Vern⸗ d dheſ Die Auf iſt uicht dern de Ueberha ken mu⸗ wehr gen J werden, die Nalt beachten. oder daj nagen, erikofen nammt. 6* n dieſem N. ddand er auch un ha We, und Wedde aus ungs⸗ un dler etrieben dadn. en Eetrag mh, hſam, Hafe reis des de gel ſelbſt enw .R produſin Aüch dalihm Dasjenif, nns daf es unm Abſah; dir sfolgt, daßu nur did auf den t zu dewaodeln. elches wa dihe es doch noch der Ratun uh laßt ſch oe und nac den O. und Heu, vopn r72 Piund gi⸗ 2 bis 27 Tfu troh, ſo biulſ V Milch, unſ in erhalten we⸗ n, abyulefm, ʒönlich uut — reden. der Vernachläſſigung deſſelben der ſchlechte Ertrag der Molkereien haͤuſig abhaͤngt. Die Melkerei. Die Molkerei wird benutzt durch feiſchen Milchverkauf, durch Butter⸗ und durch Käͤſe⸗ machen.. 229 3 3 28 5 5 4§. 5fl.. 1 Um der Aufſicht uͤber die Molkerei und ſelbſt der auf den Kuhſtall uͤberhoben zu ſeyn, und einen ſicheren baaren, wenn gleich geringeren Ertrag davon zu haben, hat die Verpach⸗ tung der Molkerei in manchen Gegenden bei groͤßeren Landwirthen allgemeinen Beifall erhal⸗ ten. In Mecklenburg waren faſt auf allen Guͤtern, in den Marken auf ſehr vielen, Viehpaͤch⸗ ter, die man Hollaͤnder, und deshalb die Molkerei Hollaͤnderei nannte. Die Verpachtung geſchahe gewoͤhnlich nach Koͤpfen, und deshalb ſuchte man nur die Zahl zu vermehren, wenn auch die Weide und Futterung deſto kaͤrglicher wurde, und dies iſt vielleicht ein Hauptgrund des ſchlechten Viehſtandes, den man hier antrifft. Es verlohr ſich das Intereſſe fuͤr das Milchvieh beim Landwirthe, und nur das Auge des Herrn macht das Vieh fett. Es entſtand ein doppeltes aber getheiltes Intereſſe auf dem Wirthſchaftshofe ſelbſt unter zwei Wirthſchafts⸗ zweigen, dem Fruchtbau und der Viehzucht, die nur Hand in Hand gehend fortſchreiten koͤn⸗ nen. War der Viehſtapel nicht ſehr groß, von hundert und mehreren Stuͤcken, ſo nahmen die Emolumente, die man dem Viehpaͤchter anderweitig bewilligen mußte, einen großen Theil der Kuhpacht weg, wenn man ſie genau berechnete. Um der Aufſicht nicht uͤber den Kuhſtall ſelbſt, ſondern nur uͤber die Behandlung des 2 Molkenweſens, welches nur von ſorgſamen weiblichen Haͤnden betrieben werden kann, uͤberho⸗ ben zu ſeyn, iſt es weit rathſamer, die Milch, ſo wie ſie von der Kuh kommt, einem Molken⸗ Verpachkung der Molkerei. abnehmer zumeſſen und zu einem billigen feſtgeſetzten Preiſe verkaufen zu laſſen. Hierbei ſind beide Theile geſichert, und beide behalten ein gemeinſchaftliches Intereſſe an Milchvieh und deſſen Ertrage. Unendliche Streitigkeiten fallen weg, und einer ſucht den andern nicht zu vervortheilen, wenn es bei der Verpachtung nach Koͤpfen faſt immer der Fall in Anſehung des JFutters zu ſeyn pflegt. Auf keinen Fall glaube ich, daß eine andere, als die letzte Verpachtungsart, mit einer wohlgeordneten Wirthſchaft beſtehen kann. 2 V§. 52. Das reine und verſtaͤndige Ausmelken der Kuͤhe muß genau beachtet werden, weil von Es⸗iſt da⸗ bei eine ſtrenge weibliche Aufſicht und Belehrung der Milchmoͤgde in den Handgriffen noͤthig. Die Aufſeherinn muß, ſobald ſie an dem reinen Ausmelken Zweifel hat, ſelbſt nachmelken. Es iſt nicht die im Euter fuͤr das Mal zuruͤckgebliebene Milch, welche dieſe Muͤhe erfordert, ſon⸗ dern der Nachtheil der verminderten Milchabſonderung, welche dadurch entſtehet, und das Ueberhandnehmen der Nachlaͤſſigkeit, wenn es nicht auf der Stelle geahndet wird. Das Mel⸗ ken muß wechſelsweiſe aus allen vier Straͤngen geſchehen, wenn auch ein Strang keine Milch mehr geben ſollte. Iſt das Euter unrein geworden, ſo muß es vor dem jedesmaligen Melken abgewaſchen werden, weil die geringſte in die Milch kommende Unreinigkeit einen Beigeſchmack giebt und die Molkerei außer Credit ſetzen kann. Beſonders iſt dieß bei der gruͤnen Stallfuͤtterung zu beachten. Man hat Kuͤben mit einem Deckel verſehen, worin ſich Waſſer und ein Schwamm oder Lappen befindet, und welche die Maͤgde ſtatt des Schemels gebrauchen und mit ſich fort⸗ tragen, damit es ihnen, wo noͤthig, nie an Waſſer zum Abwaſchen fehle. Le Das Melken. 7 verkauf. 230 Die Molkerei. Wenn die Maͤgde klagen, daß eine Kuh nicht mehr ſo oieke Milch gebe, daß es ſich des Melkens verlohne, ſo unterſuche man, ob dieſe Milch bei maͤßiger Erwaͤrmung ſchon gerinne. Thut ſie das nicht, ſo muß man ſie zu melken fortfahren, damit ſie ſich nicht an zu langes Trockenſtehen gewoͤhne. Vier Wochen vor dem Kalben iſt es jedoch jederzeit rathſam, mit dem Melken aufzuhoͤren, wenn die Kuh auch noch einige Seidel Milch gaͤbe; ſie wird ſonſt zu ſehr angegriffen. Einige haben behauptet, man wuͤrde um ſo viel mehr Miſch erhalten, je oͤfterer man melkte. Aber genau angeſtellte Verſuche haben das nicht beſtaͤtigt, indem ſich bei den meiſten ergeben hat, daß man eben ſo viele M ilch erhalte, wenn man taͤglich zwei Mal, als wenn man drei oder vier Mal melkt. Andere haben zwar etwas mehr Milch erhalten, aber aus dieſer Milch nicht mehrere Butter. Nur in der Zeit, wo die Milchabſonderung am ſtaͤrkſten iſt und ſo, daß ſie das Euter nicht ſcheint faſſen zu koͤnnen, ſie vielleicht von ſelbſt ausſpritzet, muß drei Mal gemolken werden.— Die jedesmal zuerſt kommende Milch iſt minder fett als die zuletzt kommende. Daß dieſes aber ſo ſehr verſchieden ſey, wie es einige angeben, davon habe ich mich nicht uͤberzeugen koͤnnen. Wo zum Theil Milch verkauft, zum Theil Butter gemacht wird, ſondert man zu⸗ weilen beide Theile und buttert nur aus letzterem. 8. 53. Friſcher Milch⸗ Wenn Milch friſch verkauft werden ſoll, ſo kommt es darauf an, ſie in der niedrigſten Temperatur uͤber den Gefrierpunkt zu erhalten. Wird friſche Milch in einer Entfernung von einer bis zwei Meilen zur Stadt gebracht, ſo iſt es gewoͤhnlich die Abendmilch, die man gleich nach dem Melken in kaltes Waſſer, manchmal bei Eis ſetzt, und waͤhrend der Nacht trans⸗ portirt, ſo daß ſie fruͤhmorgens in der Stadt ankommt. Naͤher bei der Stadt wird die fruͤh gemolkene Morgenmilch noch hinzu gethan. Man haͤlt dieß fuͤr die vortheilhafteſte Molkerei⸗Benutzung. Auch iſt ſie es in der Re⸗ gel, aber nicht ganz unbedingt. Sie erfordert Koſten, Weitlaͤuftigkeiten und eine Aufſicht, die nicht jedes Landwirths Sache iſt. Am angemeſeenſten iſt es ohne Zweifel fuͤr dieſen, wenn er die Milch, ſo wie ſie von der Kuh kommt, an einen Milchhoͤker verkauft, der ſie abholet, dem er dann aber einen hinlaͤnglich lohnenden Profit laſſen muß. Wo friſche Milch nach der Stadt verkauft werden kann, da findet auch mehrentheils ein Abſatz von friſcher Tiſchbutter ſtatt, die ſo gut bezahlt wird, daß wenig Verluſt gegen den Milchverkauf dabei iſt. Auf dem Lande iſt friſcher Milchverkauf unbedeutend und nur die abgerahmte, ſaure und Buttermilch kann manchmal mit Vortheil verkauft werden. §. 54. Um eine tadelloſe friſche oder ausdauernde Butter zu machen, muß man dieſes Geſchaͤft in allen Stuͤcken genau kennen und beachten. Ein gutes Molkenzimmer iſt eine weſentliche Bedingung. Gewoͤhnlich nimmt man dazu ein Souterrain, weil ſich hier die erforderliche Temperatur beſſer erhalten laͤßt. Der Boden wird mit Steinplatten ausgeſetzt und ihm ein ſolcher Abhang nach einer Seite gegeben, daß das Waſſer, womit er immer nachgeſpuͤhlt und rein erhalten werden muß, in einem Reſervoir zuſammenfließe und ausgeſchoͤpft werden koͤnne. Der Molkenkeller muß gegeneinander uͤber⸗ ſtehende Fenſter haben, damit die Luft durchaus erneuet werden und nirgends ſtocken koͤnne. Man legt dieſe Oeffnungen gern ſo an, daß der Durchzug nicht bloß oberwaͤrts, ſondern auch ———————m tahe am wenn etwe geräͤundge mal- penig verden kdn diee Temder Ein Milch. herauf be geht das ſchen 12! Di 4 rothvendit darin dell iblen Ger d obwohl e mittheilt, in den be ſcheinlich kommt, oder oxy ten Erfa D gefaͤße g ſorgfäͤltig Di dder don Aosrahm Wicheffur zernen, durch ha Milch d Milch d nacht h. 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Am beſten ſetzt man die Milchgefaͤße unmittelbar auf den Boden, weil hier die Temperatur am gleichmaͤßigſten erhalten werden kann. Eine gehoͤrige Temperatur iſt von großer Wichtigkeit zum vollkommenſten Ausſahnen der Milch. Iſt die Temperatur zu hoch, ſo gerinnt die Milch, ehe ſich die Sahne zur Oberflaͤche herauf begeben hat, und dieſe wird darin verſchloſſen. In einer ſehr niedrigen Temperatur geht das Abſetzen der Sahne aber zu langſam vor ſich. Die beſte Temperatur iſt wohl zwi⸗ ſchen 12 und 150, erſtere muß man im Sommer, letztere im Winter zu erhalten ſuchen. Die hoͤchſte Reinlichkeit der Gefaͤße und Geraͤthe nicht nur, ſondern auch der Luft iſt nothwendig, um eine rein ſchmeckende Butter zu erhalten. Es giebt keine Fluͤſſigkeit, welche darin delikater iſt wie die Milch; jede fremdartige Materie, jede Ausduͤnſtung kann ihr einen uͤblen Geruch und Beigeſchmack oder ſonſtige uͤble Qualitaͤten mittheilen. Das Langwerden der Milch haͤngt oftmals allein von einer dunſtig gewordenen Luft ab, obwohl es auch ſeinen Grund in der Kraͤnklichkeit eines Thiers, die ſich der ganzen Milchmaſſe Das Blauwerden der Milch oder das Entſtehen violetter Flecke hat in den bei weitem meiſten Faͤllen allein ſeinen Grund in einer verdorbenen Luft. Es iſt wahr⸗ ſcheinlich eine Art von Schimmel, welcher ſich auf den Rahm, ſobald er an die Oberflaͤche kommt, abſetzt. Durch ſtarke Ausluftung nach vorhergegangener Raͤucherung mit Schwefel oder opygeniſirter Salzſaͤure des Kellers und der Gefaͤße iſt das Uebel nach vielen mir bekann⸗ ten Erfahrungen gehoben worden. Die Milch wird nach dem Ausmelken ſogleich durch ein Seihetuch in die Ausrahmungs⸗ gefaͤße gegeben. Dieſes muß nicht von Wolle oder Leinen, ſondern von Haaren ſeyn und aufs forgfältigſte rein erhalten werden. G J. 35. Die Gefaͤße, worin die Milch zum Abrahmen gethan wird, ſind von Metall, von Thon oder von Holz. Die metallenen, beſonders von Zinn, ſind nach mehreren Erfahrungen zum Ausrahmen der Milch die beſten, aber ſie ſind in groͤßeren Wirthſchaften zu koſtſpielig bei der Anſchaffung. zernen, aber ſie ſind zu ſehr zerbrechlich. Man hat ſie wohl mit Holz eingefaßt, um ſie da⸗ urch haltbarer zu machen. Milch doch in den Thon ziehet, duͤrfen aber keine Bleiglaſur haben, weil ſauer werdende Milch doch etwas Blei, wenn gleich nur hoͤchſt wenig aufloͤſen kann(ſo groß wie ſie einige ge⸗ macht haben, iſt die Gefahr nach Weſtrumbs Verſuchen nicht). Glaͤſerne und porzellanene Sie muͤſſen eine dauerhafte Glaſur, weil ſich ſonſt die geſaͤuerte Gefäße. Die thoͤnernen und porzellanenen laſſen ſich leichter rein erhalten wie die hoͤl⸗ Gefaͤße ſind zu koſtbar und nur zur Zierde. Die hoͤlzernen Gefaͤße ſind in groͤßeren Molkereien die gewoͤhnlichſten, und wenn ſie nur gehoͤrig rein gehalten und ausgeluftet werden, auch wirk⸗ lich tadellos. Man muß hauptſaͤchlich verhindern, daß ſich ihnen kein ſaurer Gaͤhrungsſtoff mittheile, und deshalb muͤſſen ſie von Zeit zu Zeit mit Aſchenlauge ausgeſpuͤhlt, nach dem jedesmaligen Gebrauche aber ſogleich mit Waſſer und einer Buͤrſte ausgerieben werden. Ge⸗ woͤhnlich ſind ſie vom Boͤttcher verfertigt. Man hat aber auch Molden von leichtem Holze aus einem Stuͤcke gemacht, die jedoch unten abgeplattet ſind, damit ſie feſt ſtehen. Dieſe verdie⸗ 22*———— Abnehmen des Rahms. Butterfaß. 232 nen allerdings den Vorzug, theils weil ſie keine Fugen haben und alſo leichter rein zu erhalten ſind, theils weil ſie die groͤßte Oberflaͤche der Milch der Atmoſphaͤre ausſetzen. Auf allen Fall muͤſſen die Milchgefaͤße zum vollſtaͤndigen Abrahmen moͤglichſt flach ſeyn, damit ſich die Sahne ſchnell an die Oberſlaͤche begeben koͤnne. Tiefe und enge Toͤpfe ſind ent⸗ ſchieden nachtheilig und fehlerhaft.. §. 56. Ueber die Zeit, in welcher der Rahm abgenommen werden ſoll, ſind die Meinungen verſchieden. Einige laſſen die Milch erſt voͤllig gerinnen und ſauer werden, weil ſie dann meh⸗ reren Rahm zu erhalten glauben. Im Hollſteiniſchen aber, wo man die Kunſt des Butter⸗ machens ohne Zweifel am meiſten ausſtudirt hat, iſt man entgegengeſetzter Meinung, und ſucht den Rahm zu erhalten, bevor die geringſte Saͤurung entſteht. Man giebt es als ein Zeichen an, daß der Rahm reif ſey, wenn man mit dem Meſſer hineinſticht und keine Milch hervorkommt. Es hat keinen Zweifel, daß man der letzteren Methode den Vorzug geben muͤſſe; denn es iſt ausgemacht, daß die Saͤurung nichts zur Abſonderung des Rahms beitrage, daß viel⸗ mehr nach derſelben keine Abſonderung mehr erfolge, und daß die Butter nicht nur friſch einen angenehmeren Geſchmack behalte, ſondern auch auf die Dauer beſſer und von Bitterkeit be⸗ freiet bleibe, wenn ſie von ſuͤßem Rahme gemacht wird. Bei der geringſten Saͤurung ſcheint der Rahm kaͤſige Theile anzuziehen; die abzunehmende Haut wird deshalb dicker, und ſo glaubt man irrig, mehr wirklichen Rahm zu erhalten. Es kommt hier ſehr viel auf das richtige Treffen des Zeitpunktes an, wo ſich der Rahm ſaͤmmtlich abgeſetzt hat und doch noch keine Spur von Saͤurung entſtanden iſt. Dieſer iſt nun nach der Temperatur und der Beſchaffenheit der Atmoſphaͤre ſehr verſchieden. nach 12 und 10 Stunden eintreten. In den Hollſteiniſchen Molkereien wachen fleißige Meye⸗ rinnen in ſoͤlchen Zeiten des Rachts bei der Milch, um ſogleich die Maͤgde mittelſt einer dazu beſtimmten Glocke herbeilauten zu koͤnnen, wenn dieſer Zeitpunkt eintritt, den ſie aus oben angefuͤhrten Zeichen hauptſaͤchlich abnehmen. 1 Das Abrahmen geſchieht mit ſchaufelfoͤrmig geſtalteten hoͤlzernen Loͤffeln. Wenn der Rahm bald nach dem Abnehmen gebuttert werden kann, ſo iſt dieß am beſten, „;;. X.— und in vollkommenen Molkereien wird nur der Rahm eines Tages zuſammengemiſcht. In klei⸗ neren Molkereien, wo man nur um den anderen oder dritten Tag buttert, muß er in Stein⸗ toͤpfen moͤglichſt kuͤhl aufbewahrt werden. 4 §. 57. Die Abſcheidung der Butter aus dem abgenommenen Rahme geſchieht bekanntlich durch eine mechaniſche Bewegung, die auf verſchierene Weiſe hervorgebracht wird. Man hat ſte⸗ hende Buttergefaͤße und tonnenfoͤrmige. Die letzteren haben entweder eine feſtſtehende Achſe, woran hoͤlzerne Fluͤgel befeſtigt ſind, um welche herum die in Schwung geſetzte Tonne umlaͤuft, oder die Tonne liegt feſt und die mit Fluͤgeln beſetzte Achſe wird durch eine Kurbel umgedreht. Man hat die Tonnen mehr geruͤhmt, als ſie es verdienen, und um dies beurtheilen zu koͤnnen, auch uͤberhaupt um einzuſehen, was man bei dem Buttermachen zu beobachten habe, iſt es noͤthig zu wiſſen, wie ſich die Butter bilde und abſcheide. Bei einer Temperatur von 100 koͤnnen 36 Stunden darauf hingehen, bei einer hoͤheren Temperatur iſt er in 16 Stunden da, ja bei Gewitterluft kann er Die 1 Die echäͤlt eeſt durc de Bevegung! dn. Es ſame prine nihr die Butter zu Da nen, wel leicht konſ ſelbſt durc lha die luft zu und muͤßer ten Klum nug, ind ſelbſt gen beſtaͤndige dieß habe nigt wer D kaum al das Auf weglich zwei Faͤ dern erh der von leicht da wird die üͤberdieß als wenn A Rahm; zu legen pen zer lethafte INhm; Waſer man ei! G — von ho len helf Viert ſein zu ethaltn it fad im dif ſind ent⸗ die Nenum lſſe dann nie ſt des Bun⸗ Meinung, u) jebt es als in ad keine Mih den muͤſe im tage, da ui⸗ nur friſch ina Litterkeit be⸗ Säunng ſcheint 7, undſo gaubt auf das ühüge doch noch keige er Beſchaffenhet Stunden daruf vitterluft kame en ſleißige Ma⸗ nittelſt einer dir den ſie ats cha dieß am bein imſſcht In kli⸗ ußer in Stein kkanntüich durh Man hir ſe⸗ ſttehen Achſe, done umlaͤuff umgedreh ſen zu koͤnnen, habe, itt De weglich angebracht iſt, auf eine leichtere Weiſe bewirkt wird. dern erhebt. Die Molkerei. 233 Die Butter bildet ſich wirklich erſte der fettige Theil der Milch iſt noch keine Butter und erhaͤlt erſt die butterartige Beſchaffenheit durch die Einwirkung der Luft auf die Sahne, oder durch die Einſaugung des Sauerſtoffgaſes. Deshalb muß zu dem Gefaͤße, in welchem die Bewegung des Rahms geſchieht, die Luft moͤglichſt freien Zutritt haben und oft erneuert wer⸗ den. Es iſt durch direkte Verſuche erwieſen, daß der Sauerſtoff dabei das vorzuͤglich wirk⸗ ſame Princip ſey, indem man gefunden hat, daß die Butter um ſo ſchneller erſcheine, je mehr die Luft mit dieſem Gaſe uͤberladen war, und daß dagegen beim Mangel deſſelben, keine Butter zum Vorſchein kam.. Daher haben die ſtehenden Gefaͤße ſchon in dieſer Ruͤckſicht einen Vorzug vor den Ton⸗ nen, weil dieſe geſchloſſen werden muͤſſen, und der Sauerſtoff der mit eingeſchloſſenen Luft leicht konſumirt wird; wogegen die ſtehenden Gefaͤße genug Luftzutritt behalten, und die Luft ſelbſt durch das Aufziehen und Niederſtoßen immer erneuert wird. Aber auch in anderer Ruͤckſicht ſind die Gefaͤße mit einem Stoͤßel vorzuziehen; die durch die Luft zu Butter erhaͤrteten Oeltheile ſchwimmen noch in kleinen Partikeln in der Fluͤſſigkeit, und muͤſſen durch die Bewegung derſelben einander genaͤhert werden, damit ſie ſich zu groͤße⸗ ren Klumpen zuſammenfuͤgen koͤnnen. In den Drehtonnen iſt dieſe Bewegung nicht ſtark ge⸗ nug, indem dabei die ganze Fluͤfſigkeit zwar in einen Schwung kommt, aber nicht in ſich ſelbſt genug geruͤttelt wird. Bei den ſtehenden Butterfaͤſſern verurſacht aber der Stoß eine beſtaͤndige Verſchiebung der Milchtheile, und dadurch ein Beruͤhren der Buttertheile. Ueber⸗ dieß haben die ſtehenden Faͤſſer vor den Drehtonnen noch den Vortheil, daß ſie leichter gerei⸗ nigt werden koͤnnen. Da aber das Stoßen mit der Hand eine ſchwere Arbeit iſt, und bei einer großen Maſſe kaum ausgefuͤhrt werden kann, ſo hat man mannigfaltige Maſchinerien erfunden, wodurch das Auf⸗ und Niedergehen des Stoͤßels, der an den Armen einer ſich bewegenden Welle be⸗ Mehrentheils wird zugleich in zwei Faͤſſern gebuttert, ſo daß, wenn der Stoͤßel in dem einen niedergeht, er ſich in dem an⸗ Die Bewegung der Welle wied ihr entweder durch einen ſchweren Schwengel, der von zwei Perſonen hin und her geworfen wird, und einmal in Schwung geſetzt ſich ſehr leicht darin erhaͤlt, oder aber durch ein Schwungrad gegeben. In ganz großen Molkereien wird die Maſchine durch Pferde oder Ochſen in Bewegung geſetzt. Dieſe Einrichtung hat uͤberdieß den Vorzug, daß die Stoͤße taktmaͤßig erfolgen, wobei ſich die Butter beſſer formirt, als wenn die Bewegung bald geſchwind bald langſam geſchieht.* H. 58. Auch beim Buttermachen iſt ein angemeſſener Waͤrmegrad etwas Weſentliches. Iſt der Rahm zu kalt, ſo ſind die Butterpartikeln zu hart und nicht klebrig genug, um ſich aneinander zu legen; iſt er im Gegentheil zu warm, ſo wird die Butter zu weich, die entſtehenden Klum⸗ pen zertheilen ſich bei der heftigen Bewegung wieder und gehen mit der Milch zuſammen. Feh⸗ lerhafte Temperatur iſt die haͤufigſte Urſach, wenn die Butter nicht werden will. Iſt der Rahm zu kalt, ſo muß das Butterfaß mit warmem Waſſer erwaͤrmt, auch etwas warmes Waſſer hinzugethan werden; iſt er zu warm, ſo muß man ihn in kaltem Waſſer, und wenn man es hat, durch Eis abkuͤhlen. 5.. Indeſſen giebt es auch andre Urſachen, welche das Buttern ſehr erſchweren. Die Milch von hochtraͤchtigen Kuͤhen buttert ſich ſchwer. Durch etwas Zuſatz von Salz kann man zuwei⸗ len helfen, und es ſchadet wohl nicht, daß die Buttermilch dadurch etwas geſalzen werde, Ein Vierter Theil. Gg Regeln beim Buttermachen. 234 Die Melkerei. Stuͤckchen Alaun, welches man in das Seihetuch thus, ſoll auch helfen. Man hat ein Pulver geruͤhmt aus dem getrockneten Kraute von Sauerampfer, weißen Andorn, Schaafgarbe, Brennneſſel, von jedem drei Haͤnde voll und ½ Pfund Schwefelblumen, wovon man auf das Stuͤck Vieh taͤglich dreimal eine Hand voll in 1 Pfund Biereſſig geben ſoll. Der Schwefel und der Biereſſig machen hier wohl nur die wirkſamen Theile aus. Wenn Zucker, Aſche oder Seife in den Rahm kommen, ſo verhindern ſie das Buttern. Der Poͤbel ſchiebt es auf Hexe⸗ rei und braucht dagegen, ſo wie gegen andre Milchfehler, aberglaͤubiſche Alfanzereien. Soll die Butter gefaͤrbt werden, ſo giebt man die faͤrbende Subſtanz mit ins Butterfaß. Gewmeiniglich faͤrbt man bei uns mit Moͤhrenſaft, in Holland mit den Ringelblumen(Flores cabendulae), die man friſch abpfluͤckt, in einen ſteinernen Topf thut, zuſammenpreßt, feſt vermacht und im Keller aufbewahrt. Dunkler faͤrbt man mit Orlean, den man, einer Erbſe groß, Abends vor dem Buttern in 27 Pfund Rahm thut. Nach der Abſonderung der Butter muß ſie ſogleich von den molkigten Theilen befreiet werden, indem dieſe ſchnell in eine Gaͤhrung kommen, die Butter anſtecken und ihr einen uͤb⸗ len Geſchmack mittheilen. In Hollſtein waͤſcht man die Butter nicht, ſondern knetet ſie mit großer Sorgfalt aus, und haͤlt das Waſchen fuͤr nachtheilig. Ich ziehe aber das Waſchen doch vor, wenn man es nur nachher genugſam wieder ausarbeitet; denn Feuchtigkeit muß freilich nicht in der Butter bleiben. Diejenige, welche auf jeden Fall zuruͤckbleibt, wird von dem Kochſalze eingezogen, wo ſie dann nicht mehr gaͤhren und Gaͤhrung befoͤrdern kann. Aus dieſer Urſache iſt wahrſcheinlich das Salzen zur laͤngeren Erhaltung der Butter ſo nothwendig. Je minder die Butter gereinigt iſt, deſto mehr Salz bedarf ſie. Man nimmt 1 Pfund Salz auf 5, 10 oder 20 Pfund Butter. Die Haupturſach, daß die Butter mit der Zeit einen uͤblen Geruch und Geſchmack be⸗ kommt, liegt ohne Zweifel in den Kaͤſetheilen, die in jeder Butter mehr oder minder zuruͤck⸗ bleiben und in eine Art von Faͤulniß kommen. Je weniger darin ſind, deſto beſſer haͤlt ſie ſich. Um ſchlecht gereinigte Butter laͤnger zu konſerviren, ſchmilzt man ſie an manchen Orten, wodurch die kaͤſigten Theile ſich abſondern; indeſſen behaͤlt ſolche Schmalzbutter nie den lieb⸗ lichen Geſchmack der gewoͤhnlichen Butter, und wird nur in der Kuͤche an den Speiſen ge⸗ braucht. Beim Einſchlagen der Butter in Tonnen oder Topfe muß man ſo viel moͤglich dahin trachten, daß die Butter feſt zu liegen komme, und daß keine Zwiſchenraͤume in der Maſſe bleiben. An ſolchen Fehlſtellen geht die Butter beſonders leicht an, und von hier aus verbrei⸗ tet ſich das Uebel durch die ganze Maſſe. In den großen Hollaͤndereien haͤlt man es fuͤr wich⸗ tig, daß ein ganzes Faß von einem Buttertage gefuͤlt werde, und daß nicht die von zwei oder mehreren in ein Faß zuſammen komme. * §. 59. Die abgerahmte Milch wird auf mannigfaltige Weiſe benutzt: nebſt der Buttermilch zur Speiſe, zum Brod, oder es wird magerer Kaͤſe daraus gemacht, oder zum Schweinefut⸗ ter, wozu auch auf jeden Fall die Molken gebraucht werden; worauf wir weiter unten zuruͤck⸗ kommen werden.— Manchmal wird auch aus der ganzen unabgerahmten Milch gebuttert, und einige wollen dies vortheilhaft gefunden haben, beſonders wenn man nur die zweite Haͤlfte der Milch, die, wie oben geſagt, fetter iſt, dazu nehme. Solche Butter ſoll ſich aber nicht lange halten, und iſt, wegen ſtaͤrkerer Permengung mit kaͤſigten Theilen, minder fett. die B goinerkſam teetheilhaft tei uns ge durch wehr hetrugen, daß guter nehmlihe! wie der Auf Puüthſchafte Die theils die Konſiſtenz lig gleichen einen Unter hat wohl benachbart dem anden den ſeinig ſtimmig a iſt es auch ſcheint, e rinnen an halten, u feinen Zun We. nachgeahm ben ſollen, Ggenſinn, ſic wohl lichkenn a Lieblichte nicht feh nur in? nahe als di des Käͤſes )) 3. Nahm d hcten pu Schagfgutt. mon auf e der Schviſ Ka ſce ode ait guf Hexe fanzetaen. it ins Dataa. Ablumen(pbres ammenpreßt ſi nan, einer bit Theiken beint und ir onah dern knetrſeni das Waſta uc gkeit muß ſriic R vird von da demn kann. Aa ter ſ nuhwendig umt 1 Pfud Sah und Geſchmatt der winder zurit⸗ deſo deſer häti an manchen Oum, butter die da l m den Eheiſen del moͤglch dahn ume in de Ri hier aus det man es für mi hie von zwei t der Buttermid zum Schmnufit eiter untm Karich uneinige woln der Milch, R ge halten, i ben ſollen, ſo wird man ſie freilich ſchwer befriedigen koͤnnen. nicht fehlen. Nahm der letzten Abendmilch vermiſcht wird; Kaͤſebereitung. 235 Kaͤſebereitung. §. 60. Die Bereitung preiswuͤrdiger Kaͤſearten erfordert mehrere Weitlaͤuftigkeiten und groͤßere Aufmerkſamkeit, als die Bereitung der Butter. Sie iſt aber in ſehr vielen Faͤllen ungleich vortheilhafter, und die Molkerei kann dadurch nicht ſelten bis zu einem doppelten Geldertrag bei uns gebracht werden, weil wir den guten Kaͤſe bisher nur aus entfernten Gegenden und durch mehrere Haͤnde bekamen, und ihn daher um vieles theurer, als ſeine Produktionskoſten betrugen, bezahlen mußten. daß guter milder Kaͤſe 1 bis 1½ Jahr liegen und aufbewahrt werden muͤſſe, bevor er eine an⸗ nehmliche Handelswaare wird, und daß alſo in dieſem Vorrathe ein Kapital ſtecke, was, ſo wie der Aufbewahrungsraum, verzinſet werden muß; ein Kapital, welches vielleicht wenige Wirthſchaften aus ſich ſelbſt eruͤbrigen koͤnnen. Die Kaͤſebereitungs⸗Methoden ſind unzaͤhlig verſchieden und hieraus entſteht groͤßten⸗ theils die Verſchiedenheit der Kaͤſe ſelbſt in Ruͤckſicht ihres Geſchmacks, ihres Geruchs, ihrer Konſiſtenz und Farbe. Daß die Weide des Viehes, deſſen Lebensart, das Klima bei einer voͤl⸗ lig gleichen Behandlung den Kaͤſe verſchieden modiſiziren koͤnne, ſo daß ein feiner Geſchmack einen Unterſchied an dem hier oder dort auf gleiche Weiſe bereiteten Kaͤſe wahrnehmen koͤnne, hat wohl ſeine Richtigkeit, da es ſelbſt in Gegenden, wo vieler Kaͤſe gemacht wird, von einem benachbarten Orte zum anderen als wahr angenommen wird und ſelbſt ein benachbarter Ort dem anderen eine Vorzuͤglichkeit ſeines Kaͤſes in dieſer oder jener Ruͤckſicht zugeſteht, wenn er den ſeinigen wieder in anderer Ruͤckſicht ruͤhmt. Man ſchiebt dieſen Unterſchied dann faſt ein⸗ ſtimmig auf die Verſchiedenheit der Weide und gewiſſer darauf wachſenden Kraͤuter. Indeſſen iſt es auch gewiß, daß die geringſte Abaͤnderung in der Bereitungsart, die hoͤchſt unbedeutend ſcheint, eine den Kennern bemerkbare Verſchiedenheit hervorbringt und daß die Wirthſchafte⸗ rinnen an Orten, deren Kaͤſe einen großen Ruf erlangt hat, gewiſſe Handgriffe ſehr geheim halten, und ſie anderen nicht aufrichtig mittheilen. Dann iſt dieſe Verſchiedenheit oft nur ſehr feinen Zungen bemerkbar. Wenn dieſe einmal an gewiſſe Kaͤſearten gewoͤhnt ſind und durchaus verlangen, daß nachgeahmter Kaͤſe vollkommen den Geſchmack und andere Eigenſchaften des Originalkaͤſes ha⸗ Dies iſt aber mehr eine auf Eigenſinn, als auf wirkliche Annehmlichkeit des Geſchmacks begruͤndete Forderung. Es laͤßt ſich wohl denken, daß wir Kaͤſe machen koͤnnen, der den beſten Cheſter Kaͤſe in jeder Annehm⸗ lichkeit uͤbertrifft, wenn es gleich nicht voͤllig derſelbe waͤre. Und geben wir dem Kaͤſe nur die Lieblichkeit, die man nach Verhaͤltniß ſeines Preiſes davon fordert, ſo wird es ihm am Abſatz Jedoch muß man ders im Anfange einer in Ruf gekommenen Kaͤſeart nicht nur in Anſehung des Geſchmacks, ſondern auch in Anſehung der Form und des Anſehns ſo nahe als moͤglich zu kommen ſuchen.. §. 61.. Die unendliche Mannigfaltigkeit der Kaͤſe loͤſt ſich in folgende Eigenſchaften und Naturen des Kaͤſes auf. 1) In Anſehung der Fettigkeit des Kaͤſes unterſcheidet man a. uͤberfetten Kaͤſe, wozu gewoͤhnlich die friſche Morgenmilch genommen und mit dem 69 2 1 ———— Es muß jedoch dabei erwogen und in Anſchlag gebracht werden, Hauptverſchie⸗ denheit des Ka⸗ ſes. Berinnungs⸗ mittel. Kaͤſebereitung. b. fetten Kaͤſe, wozu bloß die Milch, ſo wie ſie von der Kuh kommt, gebraucht wird; c. magern Kaͤſe, wozu man nur die abgerahmte Milch nimmt. Es giebt hier indeſſen Gradationen von mehrerer oder minderer Fettigkeit, indem man zu der erſtern Art mehr oder minder von dem Rahme zuſetzt und bei der letzten Prt den Rahm voͤllig oder nur zum Theil ausſcheiden laͤßt und abnimmt. 2) Unterſcheiden ſie ſich in Suͤßmilchs⸗ und Sauermilchs⸗ Kaͤſe, je nachdem man die Milch und den Rahm ganz friſch kaͤſet oder beiden erſt einen groͤßeren Pder geringeren Grad von Saͤuerung erreichen laͤßt. 3) In gepreßten und ungepreßten Käͤſe. Nur durch das Preſſen kann der Kaͤſe voͤllig von den Molkentheilen befreiet werden. Die Molkentheile aber ſind es, welche den Kaͤſe, wenn ſie in Gaͤhrung kommen, eine Schaͤrfe mittheilen und eine Neigung ſeine Konſiſtenz zu veraͤndern, und beſonders in feuchter Luft zu einer zaͤhen Feuchtigkeit zu zerfließen. Je ſorg⸗ faͤltiger alſo durch mehrmaliges Umarbeiten der Kaͤſematerie und wiederholtes anhaltendes Preſſen die Molkentheile herausgeſchafft werden, um deſto milder und dauerhafter wird der Kaͤſe, und die Mildheit des Gloſter⸗ und Cheſter⸗Kaͤſes haͤngt hauptſaͤchlich von der wieder⸗ holten ſorgfaͤltigen Umarbeitung und Auspreſſung dieſes Kaͤſes ab. Der ſo behandelte Kaͤſe bekommt aber eine lederartige Zaͤhigkeit, wenn dieſe nicht durch viele Fetttheile gemindert wird. Der unausgepreßte Kaͤſe muß entweder ziemlich friſch genoſſen werden, oder man laͤßt ihn zu einem gewiſſen Grad der fauligten Gaͤhrung kommen, arbeitet ihn dann um, preßt ihn aus, verſetzt ihn mit Rahm oder Butter und verhindert dann den Fortgang der fauligten Gaͤhrung, indem man ihn mit ſtark gehopftem Bier oder Wein in uͤcher einſchlaͤgt, Hopfen oder andere aromatiſche Kraͤuter dazwiſchen legt und ſodann wieder trocknet. Auf die Weiſe erhaͤlt man den bei manchem ſo ſehr beliebten ſcharfen und den Magen reizenden Kaͤſe. 4) Unterſcheidet ſich der Kaͤſe nach der Art der Gerinnung und des Gerinnungsmittels, welches man zuſetzt. Man laͤßt die Milch entweder erhitzt, oder in ihrer natuͤrlichen Temperatur von 26 Grad Kaͤlte, oder aber ſtaͤrker abgekuͤhlt gerinnen. Je waͤrmer die Milch, deſto eher gerinnt ſie von einer gleichen Quantitaͤt und Staͤrke des Gerinnungsmittels. Iſt die Milch aber zu heiß, und das Gerinnen tritt zu ſchnell ein, ſo wird der Kaͤſe zaͤhe. Je kuͤhler ſie iſt, deſto zarter und feiner wird die Kaͤſemaſſe. Der Kaͤſe von langſam geronnener Milch wird aber ſpaͤter verkauflich⸗ wie der von ſchnell geron⸗ nener. 2§. 62. Die Gerinnung wird bewirkt durch bloße Erhitzung der Milch, wenn ſich in der Milch ſchon einige Saͤuerung erzeugt hat. Dies findet aber nur bei dem ſauren Milchskaͤſe ſtatt. Dann bringen alle Saͤuren bekanntlich eine ſchnelle Geriſſilng der Milch hervor. Man bedient ſich zuweilen dazu der mineraliſchen Saͤuren, beſonders der Salzſaͤure, auch des Eſſigs und verſchiedener Vegetabilien, die entweder eine Saͤure oder den Gerbeſtoff in ſich enthalten: der Tamarinden, ſaurer Fruͤchte, der Eichen⸗, Weiden⸗ und Erlenrinde u. ſ. w. Das Galium verum iſt ſeit langer Zeit als ein vorzuͤgliches Gerinnungsmittel angeruͤhmt worden und hat auch daher den Namen Labkraut erhalten. Man hat aber neuerlich dieſe Eigenſchaf in Zwei⸗ fel gezogen. Am meiſten aber bedient man ſich des Magens ſaugender Kaͤlber, und ſeines reinen In⸗ halts, und zwar des letztern der vier Magen. Dese tehauen, d iinngrogen nachen des ſen Kaͤſepre bungen der Labpro zedu gekundſcha Ueberſetun auf die Ve Meinung iu Eine mit Mich reinigkeiten weiß werd mit Salz gerieben, und beſtre Wochen er ſie nun ge es recht o Glas gut ein wenic zu Pulben ihn an er Salz ko Lab aus Aage ſtehr Ode gut ausge dagen. 2 ſe wade haͤngt di ſchneidet dere M 9 ſach den ſanmen. domit gen dnen tah Kaͤſebereitung. 237 kaucht wird uctwii; b b§. 63. dn, inden na Die Bereitung und Konſervation dieſes Kaͤlbermagens iſt nun ſehr verſchieden, und manche Das Kalberma⸗ u den Räſa behaupten, daß, ſelbſt wenn die Behandlung ſich ſehr nahe kommt, jede Verſchiedenheit doch gen⸗La5. einen großen Einfluß auf die Beſchaffenheit des Kaͤſes habe. In Ruf gekommene Kaͤſemacherinnen nahden uan die machen deshalb zuweilen ein Geheimniß aus ihrer Magenlab⸗Bereitung. Aus den beruͤhmte⸗ lgerigere Grah ſten Kaͤſeprovinzen Englands, in Gloſter und Cheſterſhire hat uns Marſhall in ſeinen Beſchrei⸗— bungen der Wirthſchaften von Gloceſter und der mittellaͤndiſchen Grafſchaften die mannigfaltigen der giſeun Labprozeduren erzaͤhlt, die er bei ſeinem in dieſer Abſicht verlaͤngerten Aufenthalt daſelbſt aus⸗ welche den di gekundſchaftet hatte, und dieſer Theil ſeiner Schriften verdiente auch in dieſer Hinſicht eine ine an ütn, Ueberſetzung. Ich glaube indeſſen nicht, daß kleine Verſchiedenheiten einen ſo großen Einfluß zen. 34 ih auf die Beſchaffenheit des Kaͤſes haben koͤnnen, und Marſhall ſcheint am Ende ſelbſt auf dieſe dan enhaltet Meinung zuruͤckzukommen. 24 4 4 ahefter win 1 Eine der gebraͤuchlichſten Bereitungsarten iſt folgende: Man ſchneidet den Magen des Hdon dr nite mit Milch getraͤnkten Kalbes auf, und nimmt das Geronnene heraus. Letzteres wird von Un⸗ brhamtgie reinigkeiten„beſonders Haaren, gereinigt, und mit kaltem Waſſer gewaſchen, damit es voͤllig egemindertnd weiß werde. Darauf trocknet man es mit einem reinen Tuche ab, beſtreuet es, und reibt es 1 the mah i mit Salz tuͤchtig ein. Nun wird auch der Magen in kaltem Waſſer gereinigt und mit Salz dun m, iu gerieben, und dann das Geronnene wieder hineingethan. Das Ganze giebt man in einen Topf ang ſulumn und beſtreuet es mit Salz. Man thut ſo viel Magen zuſammen, als man etwa innerhalb vier niölg, dain Wochen erhalten kann. So muͤſſen die Magen ein Jahr in den Gefaͤßen liegen, und will man t. arfde Ri ſie nun gebrauchen, ſo oͤffnet man einen davon, ſchuͤttet das Geronnene heraus, und zerreibt da gi es recht genau. Alsdann ſchlaͤgt man drei friſche Eidotter hinein 2 und gießt dann ein kleines Jeimuxuite Glas gute Sahne hinzu. Nachdem alles wohl durcheinander geruͤhrt iſt, ſetzen die Meiſten ein wenig Gewuͤrz, Muskatennuß, Muskatenbluͤthe, eine Gewuͤrznelke, und etwas Safran, zu Pulver gerieben, dazu. Man thut dann die Maſſe wieder in den Magenſack, und haͤngt aunren a660 ihn an einem reinlichen Orte auf. Man macht alsdann eine ſtarke Sohle von Waſſer und . Salz, kocht ſie, laͤßt ſie ſtehen, bis ſie ſich abgekuͤhlt hat, und gießt unter ½ Pfund 1 Loth Vinen Lab aus dem Magen, thut auch vier bis fuͤnf Wallnußblaͤtter hinzu, und laͤßt dies vierzehn Sgage ſtehn.. Käſemuſſ. dr Oder es wird ein junger Kaͤlbermagen und die darin befindlichen geronnenen Milchkloͤße pon ſchnell geus gut ausgewaſchen, darauf der Magen gut eingeſalzen, und bleibt ſo drei Tage lang im Salze liegen. Alsdann ſiedet man fuͤnf bis ſechs Eier, bis ſie hart ſind, hackt ſie klein, und mengt ſie mit den Milchkloͤßen unter einander, fuͤllt es wieder zuſammen in den geſalzenen Magen, .. haͤngt dieſen drei Wochen in den Rauch, und hernach an die freie Luft. Zum Gebrauche ich in der Ri ſchneidet man ein wenig davon ab, miſcht es mit etwas Milch, und gießt dieſes unter die an⸗ Michskäͤſe dere Milch. dr. Nan hict Oder man nimmt drei bis vier Kaͤlbermagen und die Milchkloͤße heraus, und knetet ſie c des Eſem nach dem Waſchen mit einer Hand voll Gerſtenmehl, eben ſo viel friſchem Brod und Salz zu⸗ n ſch anhälen: ſammen. Die Magen ſelbſt werden nicht eingeſalzen, ſondern nur klein gehackt, jene Maſſe w. Dy Galium damit gemengt, das Ganze in einen ſteinernen Topf gethan, oben und unten geſalzen, und an tvninn und hi einem kuͤhlen Orte aufbewahrt. nihaft in zu ines reinen y ——.——— 4* —————————— 2————————— 4 ———ͤ e 8 4 7* — ſonderer Kaͤſe⸗ arten. Vortheil der Maſtung. Bereitung bes Kaͤſebereitung. §.— 64. 1 3 Ueber die Bereitung der mannigfaltigen Kaͤſearten findet man Nachricht: vom Schweizer⸗Kaͤſe im dritten Hefte von Witte Deutſchlands Nindviehragen; vom Cheſter⸗Kaͤſe in Hermbſtäͤdts Archiv der Agrikultur⸗Chemie; hragen; vom Limburger⸗Kaͤſe, Annalen des Ackerbaues Bd. XI. S. 652.; von mancherlei Käſearten in Kruͤnitz Encyklopaͤdie Bd. XXXV.; Voß Anweiſung Rahm⸗ und Fettkaͤſe, welche dem beſten engliſchen und hollaͤndiſchen gleich kommen, zu bereiten. Altona 1807. Vollſtaͤndige und deutliche Anweiſung zur Bereitung des beruͤhmten engliſchen Cheſter⸗Kaͤſes. irna 1803.... Twamley Anweiſung engliſche Kaͤſe zu machen, aus dem Engliſchen uͤberſetzt, mit Anmer⸗ kungen. Frankfurth a. M. 1787. Eigene Erfahrung habe ich uͤber das Kaͤſemachen nicht, aber die uͤberzeugendſten Be⸗ weiſe, daß man die beruͤhmteſten Kaͤſe auch bei uns, und zwar aus der Milch der auf dem Stalle gefuͤtterten Kuͤhe im Sommer und Winter ſo nachahmen koͤnne, daß ſie hoͤchſtens nur die Zunge eines genauen Kenners zu unterſcheiden vermoͤge. Und wenn man auch einen Kaͤſe hervorbraͤchte, der von dem bisher uͤblichen etwas verſchieden waͤre, ſo koͤnnte er darum viel⸗ leicht nicht ſchlechter, ſondern eben ſowohl beſſer ſeyn, wie derjenige, den man nachahmen will. Nur muß man nicht erwarten, Rahm⸗ oder Fettkaͤſe von abgerahmter Milch, milden Kaͤſe ohne die ſorgfaͤltigſte Auspreſſung der Molken, muͤrben Kaͤſe ohne genaue Wahrnehmung der Temperatur, und uͤberhaupt guten Kaͤſe nicht ohne Beobachtung der allerhoͤchſten Reinlich⸗ keit zu Stande zu bringen. Man darf ſich durch einen mißrathenen Verſuch nicht abſchrecken laſſen, und muß bei allem Dauerkaͤſe das Alter, wo ſie eßbar werden, abwarten, und bis dahin alle der verſchiedenen Kaͤſearten angemeſſenen Konſervationsmittel, wozu ein luftiger Kaͤſekeller gehoͤrt, anwenden. Da das Ganze unter die weibliche Aufſicht gehoͤrt, ſo muß die Aufſeherin ſich faſt leidenſchaftlich dafuͤr intereſſiren, und ohne dieſe Bedingung wird es ſelten gerathen. Die Maſtung des Rindviehes. §. 6 3 Es iſt eine in kornbauenden Gegenden ſehr eingewurzelte Meinung, daß die Rindvieh⸗ maſtung außer großen Branntweinbrennereien beſtimmt unvortheilhaft ſey. Aber die Meinung iſt haͤufig ungegruͤndet. Ort⸗ und Zeitderhaͤltniſſe koͤnnen ſie mehr oder minder vortheilhaft gegen andre Viehhaltung machen. Man legt die Berechnungen, woraus man ihre Unvortheilhaftigkeit beweiſen will, un⸗ richtig an, indem man die Fuͤtterungsmittel dem Maſtvieh nach dem Marktpreiſe berechnet, da ſie doch bloß nach den Produktionskoſten berechnet werden ſollten. Daß Viehhaltung noth⸗ wendig ſey, um Kornbau zu betreiben, iſt allgemein anerkannt, und die Einwirkung der erſten auf den letzten an mehreren Orten dieſes Werks ins Licht geſetzt. Unter den meiſten Verhaͤlt⸗ niſſen muß auch Nindvieh gehalten werden. Es kann alſo nur die Frage entſtehen: welche Viehart iſt vortheilhafter gegen eine andre Viehart? Und dann insbeſondere bei dem Rindvieh: iſt es vortheilhafter, das fuͤr dieſes beſtimmte Futter und Weide mit Milchkuͤhen odermt Maſtochſen zu konſumiren und zu benutzen?. Dieſe Frage loͤſt ſich dann in die beiden folgenden auf: a) In welchem Verhaͤltniſſe ſteht das Futter, was eine Milchkuh durch das ganze Jahr verzehrt, gegen dasjenige, was ein Maſtochſe in ſeiner Maſtungszeit erfordert? 1)* Ertrag! chen ue worden di gederf eines und nach d kichter, ſar die Maſtun weiß, was gewiſer R Futtergeld ches ſedoch man alſo lei richtſelten henutzt wer durch das? bringt; we wo man N Arbeitern f Hapital be heſtändig; Ma ſeiner Ma welcher m Kuh im g. quemen 3 Wer zen Viehhe man den J ter ſeinen? mit anderen cen, als ſ mdibr der wenn nicht ches ſch n We heil zu t dder gber wahl des; Gefählind wuͤrde alſo Anfühlen! Ein e große . ollandäe Aach en Cheſeric ſett, mit Ang⸗ eugendſten de h der auf da Rüſtens n auch eine iſe te er darun ii⸗ man nacheſnan „Nic, aida Dahenehmun üchſin Keiniih⸗ nicht üſdrecken warten, und di vozu ein lufige bet, ſo müßſ g vied es ſhn oß die Rindi er die Meinm er vortheilh eiſen will, u reiſe berech⸗ jhhaltung u rkung der ein weiſten Whül⸗ ntſeehn⸗ welche dem aindvich: ihhen odern as ganſe 3 1 Die Maſtung des Nindviehes. 239 8) Welchen Ertrag giebt im Durchſchnitt ein Maſtochſe in der Maſtungszeit, und wel⸗ chen Ertrag eine Milchkuh durch das ganze Jahr? Ueber den Futterbedarf einer Milchkuh und deſſen Verſchiedenheit iſt oben geſprochen worden. Die beſonderen Berhaͤltniſſe werden ſich in jedem konkreten Falle nachweiſen. Der Bedarf eines Maſtochſen iſt eben ſo ſehr verſchieden nach der verſchiedenen Staͤrke des Thiers und nach der Fleiſch⸗ und Fetterzeugung, die man bewirken will. Es iſt aber beinahe noch leichter, fuͤr jeden einzelnen Fall hier einen Normalſatz zu beſtimmen, wie dort. Wo man uͤber die Maſtung einige Erfahrung hat, beſtimmt man die taͤglichen Portionen ziemlich genau, und weiß, was man an Maſtfutter woͤchentlich und durch die ganze Maſtungszeit fuͤr einen Ochſen gewiſſer Race gebraucht. Haͤufig iſt deshalb in ſolchen Gegenden ein gewiſſes woͤchentliches Futtergeld, welches der Fleiſcher oder Viehhaͤndler fuͤr einen Ochſen bezahlt, feſtgeſetzt, wel⸗ ches jedoch nach Ort⸗ und Zeitumſtaͤnden etwas mehr oder weniger betraͤgt. Hiernach kann man alſo leicht einen Ueberſchlag machen, und ſich jene Frage beantworten, und da wird ſich nicht ſelten finden, daß das Futter mit den Maſtochſen in der That hoͤher als mit Milchkuͤhen benutzt werde, zumal wenn man die kurze Dauer der Verpflegung in der Maſtzeit gegen die durch das ganze Jahr laufende Verpflegung einer Kuh und Beſorgung der Molkerei in Anſchlag bringt; wozu dann noch kommt, daß jene bei der Wintermaſtung nur im Winter eintrifft, wo man Menſchen genug hat; die Wartung der Kuͤhe auch im Sommer fortgeht, wo es an Arbeitern fehlt. Auch iſt in manchen Faͤllen Ruͤckſicht darauf zu nehmen, daß das angelegte Kapital bei der Maſtung in 4 bis 5 Monaten zuruͤckkehre, das in den Kuͤhen ſteckende aber beſtaͤndig darin bleibe. Man wird im allgemeinen Durchſchnitt etwa annehmen koͤnnen, daß ein Maſtochſe in ſeiner Maſtzeit ſo viel an Futter konſumire, als eine Kuh im ganzen Jahre. Der Duͤnger alſo, welcher mit einem Maſtochſen in der Maſtzeit gemacht wird, iſt auch dem gleich, den eine Kuh im ganzen Jahre giebt, und hat vielleicht Vorzuͤge. Er wird ebenfalls zu einer ſehr be⸗ quemen Zeit gemacht, und ausgefahren werden koͤnnen. Wenn man es aber auch nicht gerathen findet, das Maſtungsgeſchaͤft zur Baſis der gan⸗ zen Viehhaltung zu machen, ſo wird es doch als ein Nebenzweig ſich ſehr empfehlen. Hat man den Maſtungsbetrieb einmal kennen gelernt und organiſirt, ſo wird man immer weit leich⸗ ter ſeinen Maſtviehſtand nach der jaͤhrlich verſchiedenen Futtermenge einrichten koͤnnen, als es mit anderem Rutzvieh geſchehen kann. Den beſtaͤndigen Viehſtapel ſollte man nie groͤßer ma⸗ chen, als ſo, daß man ooͤllig geſichert ſeyn koͤnne, auch in ſchlechteren Jahren auszureichen, und fuͤr den Ueberfluß, den gute Jahre geben, Maſtvieh, was immer zu haben iſt, ankaufen, wenn nicht ohnehin eine hinlaͤngliche Kopfzahl von auszumerzendem Vieh vorhanden iſt, wel⸗ ches ſich in der Regel durch eigene Maſtung beſſer, als durch Verkauf bezahlt. §. 66. Wer aber Viehmaſtung im Großen betreiben will, muß, um dieſes mit groͤßerem Vor⸗ theil zu thun, durchaus Erfahrung in der Beurtheilung des Viehes und beim Handel beſitzen, oder aber einen verſtaͤndigen und ſichern Mann dabei zu Rathe ziehn. Es gehoͤrt zu der Aus⸗ wahl des Viehes und ſeiner Schaͤtzung ein gewiſſes Augenmaaß, noch mehr aber ein gewiſſes Gefuͤhl in der Hand, was ſich nicht gut anders, als durch laͤngere Uebung erwerben laͤßt. Es wuͤrde alſo vergeblich ſeyn, ſolches beſchreiben zu wollen; nur durch eigene Anſicht und eigenes Anfuͤhlen laͤßt es ſich, wenn man Gelegenheit hat mehrere Thiere zu vergleichen, erlernen. Eine große Huͤlfe und Sicherheit in der Beurtheilung des Viehes, ſowohl beim Ankauf als A „ 8 2——. — 3 5—. 8 2. e en 8 ————————— *—————— — des Maſtviehes, 240 Die Maſtung des Rindviehes. beim Verkauf und waͤhrend der ganzen Maſtungszeit, giebt eine Waage, worauf man das Thier lebendig waͤgt. Eine ſolche Waage iſt keinesweges koſtſpielig oder ſehr zuſammengeſetzt. Man haͤngt mittelſt einer Kette an einen ganz kurzen Arm des Waagebalkens einen aus Bret⸗ tern zuſammengefuͤgten Kaſten, von der Breite und Laͤnge, daß ein Thier darin ſtehen kann, an. Er hat eine Thuͤre, wo das zu waͤgende Stuͤck Vieh hineingelaſſen wird, indem man es durch eine, vor der anderen Seite des Kaſtens ſtehende Raufe mit Heu hineinlockt. Der Kaſten ruht dann auf der Erde unbeweglich. Die andere Seite des Waagebalkens, die nur von Holz ſeyn kann, iſt um das Zehnfache der andern Seite verlaͤngert, und am Ende derſelben eine Schaale angebrocht, worauf das Gewicht gelegt wird. Das Gleichgewicht muß vermoͤge der Schwere dieſer Schaale ſo getroffen ſeyn, daß die geringſte Vermehrung deſſelben den Kaſten, wenn er leer iſt, hebt. Bei der zehnfachen Verlaͤngerung dieſes Balkens wirkt jedes Gewicht zehnfach. Der Zehntheil eines Pfundes hebt ein Pfund, oder ein Pfund hebt zehn Pfund. Das Gewicht des eingelaſſenen Stuͤck Viehes iſt erreicht, ſobald ſich der Kaſten im mindeſten zu bewegen anfaͤngt. Denn ihn hoͤher zu heben, wuͤrde das Vieh ſcheu machen. Eine ſolche Waage kann in einem Stalle angebracht werden, wenn man die Angeln, auf wel⸗ chem der Waagebalken ruht, zwiſchen zwei Balken haͤngt; oder auf dem Hofe, wo aber ein beſonderes Geſtell dazu errichtet werden muß. Eine ſolche Wagge iſt uͤberdieß zum Abwaͤgen des Futters hoͤchſt nuͤtzlich. 3 Einige haben das Gewicht eines Thiers durch die von gewiſſen Theilen genommenen Di⸗ menſionen nach verſchiedenen arithmetiſchen Formeln finden wollen. Wenn dies uͤberhaupt mit einiger Sicherheit geſchehen kann, ſo ſindet es doch nur bei einer beſtimmten Viehrage ſtatt, und es muͤßte fuͤr jede Viehrace eine beſondere Formel empiriſch ausgemittelt werden. Hiervon hat man ſich in England ſchon uͤberzeugt. So wie die Sache jetzt ſtehet, wuͤrde es ſehr gewagt ſeyn, ſich darauf zu verlaſſen. Aus dem lebenden Gewichte des Viehes laͤßt ſich aber nach den Erfahrungen der Englaͤn⸗ der das Fleiſchergewicht mit ziemlicher Beſtimmtheit auffinden. Unter Fleiſchergewicht verſteht man das, was der Ochſe wiegt, wenn er in der Winde haͤngt, nachdem der Kopf, Vorder⸗ arme, Eingeweide und das Talg ihm genommen worden; das Gewicht, was er, wie man es nennt, haakenrein am Fleiſche giebt. Man muß dabei aber doch den verſchiedenen Zuſtand des Ochſen erwaͤgen. Bei einem Ochſen, der nicht ganz abgemagert iſt, aber doch noch kein Fett aufgeſetzt hat, giebt Procter Anderdon folgende Formel: Nimm die Haͤlfte des lebenden Gewichts, und ſetze dazu ³ des Ganzen, dividire es dann mit 2, und das Facit giebt das Fleiſchergewicht. Z. B. Ein Ochſe wiegt lebendig 700 Pfd. die Haälfte....= 350 Pid. 4„— 400 ⸗ ..—= 7650 Pfd. dioidirk mitt 2.—= 375 Pfd. Hier geben 20 Pfd. 105. Bei etwas fettern Ochſen hat man aber mehrentheils ge⸗ funden, daß 20 Pfd. 11 Pfd. geben, und bei ganz voll ausgemaͤſteten Ochſen 12 bis 12½ Pfd. denn ſo wie der Ochſe fetter wird, vergroͤßert ſich das Verhaͤltniß der Fleiſchtheile gegen die ſogenannten Abfallstheile. 2 4 Endlich muß man bei der Maſtung mit der groͤßten Sorgfalt Futterordnung, Reinlich⸗ keit u. ſ. f. beobachten, wovon ich bei jeder Maſtungsart beſonders reden werde. Hier warne 3 ich vur, ſi darauf rich ter hat Die Die weidenz dern ſreiti den Stapel kleine Kopp und dem G. V 112) T ſten der N und einmal Naſtvieh i kommt das aber auch Stuͤck hinze ſes in Ra In Pfund 3 Quadratre aber 1½9 ſeine Wei her letzter ein oder a das groͤben lich. Auf nur fuͤr das ſeeſen des Senſe dieſe dem Wahe Ga Wichtigke großer E W. Lanten e Aanken n nurin Tro BKei terfeldern Vierter euf nan d uſanengiſ feg den ſmeinct agedätas, di und an dde ſdicgewict ug ehrung deſt Valkens weh ein Pfund ſe ſich der hu hſczeu mata ingeln, aſn öfe, woten j zum Nriga dwommenen d' de herhaupt mmten Nahxaes zemittelt werdan ſichet, wurdet naen der Engie⸗ ergewicht berſtch er Kopf, Vorder⸗ t, wie man 6 ſchiedenen Juſtand her doch woch kai ſſte des lada Facit gitt di wehtemſell g 14 10 121 M fale gegen ung, Jeinli e. Hier wun 1 Die Maſtung des Rindviehes. 241 ich nur, ſich nicht mit einer erheblichen Maſtung abzugeben, wenn man nicht ſelbſt ſein Auge darauf richten kann, oder einen hoͤchſt zuverläͤſſr igen und fuͤr die Sache paſſionirten Wiehwar⸗ ter hat §. 67. Dit Sommermaſtung unterſcheidet ſich in Weide und gruͤne Stallfuͤtterung. Die Weidemaſtung fade nur auf ſehr reichen Weiden ſtatt, die man deshalb Fett⸗ weiden zu nennen pflegt. Anſehung der Fettweiden iſt es beſonders unter den Englaͤn⸗ dern ritig geweſen, ob es dathſamer ſey, das Vieh das ganze Weiderevier, was man fuͤr den Stapel beſtimmt, frei uͤberlaufen zu laſſen, oder aber ob man das Weideland in mehrere kleine Koppeln trennen, in jede nur einige S Stuͤcke einlaſſen, mit dieſen Koppeln auch wechſeln, und dem Giaſe eine Zwiſchenzeit zum Heranwachſen geben ſolle.(Bergl. Annalen des Ackerb. V. 112.) Die meiſten Stimmen und die ſtaͤrkſten Gruͤnde ſind fuͤr das letztere. In den Mar⸗ ſchen der Niederelbe ſindet man mehrentheils den Gebrauch, das Grasland einmal zu weiden, und einmal moͤhen zu laſſen. Eine Koppel oder ein durch Graͤben abgeſondertes Stuͤck wird dem Maſtvieh im Frühjahr fingegeben, von einem andern nimmt man erſt eine Heuernte. Dann kommt das Vieh von jener auf dieſe, und jene wird nun geſchont und gemaͤht. Zuweilen wird aber auch ein Stuͤck allein zur Weide beſtimmt, und das Vieh erhaͤlt dann noch das andere Stuͤck hinzu, wenn eine Heuernte davon genommen worden, um die Abnahme des Graswuch⸗ ſes im Nachſommer zu erſetzen. Jn dieſen Narſchgegenden rechnet m man auf einen großen Marſchochſen, welcher bis 900 Pfund Fleiſchergewicht bekommt, einen dortigen Marſchmorgen von 450 ſechzehnfuͤßigen Quadratruthen, welcher 1 ⅞ Jochart enthaͤlt. Von den kleineren Juͤtiſchen Ochſen koͤnnen aber 1 ¼¾ auf jener Flaͤche gemsſtet werden. Man nimmt gewoͤhnlich an, daß ein großer Ochſe ſeine Weide mit 8 Friedrichsd⸗ or, ein kleiner Ochſe mit 6 Friedrichsd'or bezahle, und haͤlt da⸗ her letztere mehrentheils fuͤr vortheilhafter. Nicht ſelten findet man zwiſchen dem Rindvieh ein oder anderes Pferd und auch einige Marſchſchaafe, wovon dieſe das feinere Gras, jene das groͤbere und was auf den Geilſtellen waͤchſt, abfreſſen ſollen, und haͤlt dies fuͤr⸗ wirthſchaft⸗ lich. Auf ſolchen Weiden nehmen gewo oͤhnlich die Diſteln ſehr ſchnell uͤberhand, und ſind nicht nur fuͤr das Vieh, ſelbſtiin aͤlterem Zuſtande, ungenießbar, ſondern verhindern auch das Ab⸗ freſſen des dazwiſchen aufwachſenden Graſes. Jeder aufmerkſame Wieth hauet alſo mit der Senſe dieſe Diſteln weg, und ſie werden, wenn ſie welk und halb trocken geworden ſind, von dem Viehe gern gefreſſen. Weidemaſtung. Eine Entfernung alles deſſen, was das Weidevieh beunruhigen kann, iſt von groger Wichtigkeit. Man leidet daher ungern den Zutritt eines Menſchen auf dieſen Koppein, mit großer Sorgfalt ſucht man aber a lle Hunde zu entfernen. Wenn keine Baͤume auf den Koppeln ſtehen, ſo richtet man Pfahle auf, die an den Kanten eingekerbt ſind, damit ſich das Vieh daran reiben koͤnne. Fuͤr bequeme und geſunde Tränken muß geſorgt ſeyn. Zuweilen iſt man jedoch genoͤthigt, dem Viehe geſchoͤpftes Waſſer nur in Troͤgen zu geben. 5. 68. Bei dem Maſtvieh kann auch das Tuͤdern ſtatt finden, und zwar auf angebauten Fut⸗ terfeldern; ſo wie es oben bei den Kuͤhen beſchrieben worden. Vierter Theil. ——————— —— Grüne Ställs maßung. Branntwein⸗ brennerei⸗Ma⸗ ſtung⸗ Die Maſtung des Rindviehes. §. 69.. Die gruͤne Stallfuͤttevung des Maſtviehes wird nicht haͤufig betrieben. Ich kenne jedoch verſchiedene Beiſpiele, wo es mit gutem Erfolge geſchah. Die Ochſen koͤnnen bei gruͤnem Klee ſehr fett werden, wenn er ihnen in reichlichem Maaße gegeben wird. Ein Oochſe frißt aber 180 bis 225 Pfd. gruͤnen Klee taͤglich, wobei er gutes Stroh, was er zwiſchendurch gerne frißt, haben muß. Kann man ihm einen Theil ſeiner Nahrung in Heu oder trocknem Klee ge⸗ ben, ſo wird ihm die gruͤne Fuͤtterung ohne Zweifel noch gedeihlicher, und der gar zu duͤnne Durchlauf dadurch gemindert. Mit beſonders guter Wirkung hat man ihm, vorzuͤglich gegen Ende der Maſtzeit, einen Trank von Leinkuchen oder etwas Schrot daneben gegeben. Dieſe Sommer⸗Stallmaſtung kann indeſſen nur in wenigen Faͤllen wirthſchaftlich ſeyn, weil zu der Zeit, wo ſie vollendet iſt, mehrentheils auch eine ſtarke Konkurrenz des Weidevie⸗ hes eintritt. Mit mehrerem Vortheil wird man den Klee, welchen man fuͤr Maſtvieh beſtimmt hat, zu Heu machen, und zur Wintermaſtung benutzen.— §. 70. Eine beſondere im Winter und Sommer ſtatt findende Stallmaſtung iſt die mit Brannt⸗ weinsſchlamm. In Gegenden, wo die Fleiſch⸗Konſumtion geringe iſt, iſt ſie faſt die einzige. Sie macht den Betrieb der Branntweinbrennerei hauptſaͤchlich mehr zu einem laͤndlichen als ſtaͤdtiſchen Gewerbe, weil der Staͤdter dieſe Maſtung wegen des Strohes nie ſo vortheilhaft betreiben, auch den Miſt nicht ſo nutzen kann, wie der Landwirth. Wenn dieſer auf dies Ge⸗ ſchaͤft die Induſtrie zu verwenden anfaͤngt, die jener darauf verwandte, und die Staatsre⸗ gierung jedes Gewerbe da betreiben laͤßt, wo es am vortheilhafteſten betrieben werden kann, ſo werden deshalb ſtaͤdtiſche Brennereien gegen laͤndliche nicht beſtehen koͤnnen. Man nimmt im Durchſchnitt an, daß ein Ochſe an dem Schlamm von 10 Maͤßl. abge⸗ zogenem Getreide, neben zu Haͤckſel geſchnittenem, mit etwas Heu gemengtem Stroh, taͤglich ſein zureichendes Maſtfutter habe. Wenn der Brennſatz taͤglich 6 Metzen iſt, ſo koͤnnen dem⸗ nach 9 ¾ und wohl 10 Ochſen aufgeſtallet werden. Wenn dieſe nach 20 Wochen mit 56 fl. 14 Nr. Gewinn per Kopf, uͤberhaupt mit 564 fl. 21 Xr. Vortheil verkauft werden, und in der Zeit abgezogen ſind 840 Metzen, ſo wird der Branntweinstrank von 1 Metze zu 20 Nr. benutzt. Stroh und Heu kann der Landwirth fuͤglich auf den Miſt rechnen; der Staͤdter aber nicht. Oft iſt indeſſen der Gewinn hoͤher als 84 fl. 21 Xr. geweſen, und es wird nicht ſelten fuͤr einen Ochſen woͤchentlich 3 fl. 13 Xr. bis 4 ſt. 7 Xr. Futtergeld bezahlt. Gewoͤhnlich wird den Ochſen der Spuͤlicht auf dem Haͤckſel gegeben, und ſie erhalten alſo eine Bruͤhfuͤtterung. Man hehauptet, daß ſie um ſo beſſer aufſetzten, je waͤrmer ſie die⸗ ſes Futter erhielten. Solche Maſtochſen ſind daher in einem beſtaͤndigen Schweiße und muͤſſen fuͤr Erkaͤltung durch Zugwind ſehr in Acht genommen werden. Lange wuͤrde das Vieh hiebei nicht geſund bleiben koͤnnen; aber waͤhrend der Maſtzeit halten ſie es aus. Je mehr man aber die Alkohot⸗Erzeugung durch vollſtaͤndige Weingaͤhrung erzwingt, deſto unkraͤftiger wird der Spuͤlicht, und die Maſtung geht daher in ſchlecht betriebenen Branntweinbrennereien oft um ſo beſſer. Ungeachtet die Brabanter den Vortheil der auf hol⸗ laͤndiſche Methode betriebenen Branntweinbrennereien anerkennen, ſo bleiben ſie doch bei ihrer alten, an ſich ſehr fehlerhaften Art, um ihres Biehes willen. In den Rheingegenden findet man die Kornbrennerei, der hohen Beſteurung und der Konkurrenz des Weintraͤbern⸗Brannt⸗ weins wegen, nicht mehr vortheilhaft; aber man ſetzt ſie fort, weil ſie durch den Miſt eine Stuͤtze des Ackerbaues iſt. 1 der gben. Va habe auc haben Beid einzurichten tur darin? diee Ethalt den geviſe Ruhe und Ein! Vih ligt d geln und 8 Empfindun wie ſich da Striegein ſehr reichli ſie dagege eines zack Di Das Vieh Zugvieh ſtraͤubt, hig, wen tuhig. und gefre Ruhe un rechter Ze ſehr, daß richt erſet ber ſo wi d Ochſe, nimmtt Fleiſchen 1 Centn ung rea kan, iſ N 9 Pf. J6 km fäui hi geünen Fie däſetit ae üſondut gen. teockgen ge g der grt aäine vorzüglch ann egeben. thſcheftich i des Weide aſwieh heſine die mi Ner e faſ die aine en Kandlichen a ne ſo wtheihhe Reſet udis Ge⸗ und die Staadze dden werden kan, 1 n 1o Näßldis in Eneh, ti t, ſo können de Totzen mi;6 uft waden, und 1 Meteu 10 N. der Sudie ae wird ictiin und ſe erhalt vaͤrmer ſet eiße und niſt das Vieh ſi hrung erzwin lecht beribeni thel ar auf hu⸗ ſe vo bei ihee negenden fünt ibern⸗Branm⸗ den Miſt tün — Die Maſtung des Rindviehes. Der Spuͤlicht anderer Fruͤchte ſoll in Verhaͤltniß ſtehen mit dem Branntwein, den ſie geben. Wenn z. B. 3 ¾ Metzen Kartoffeln ſo viel Branntwein geben, wie 1 Metze Rocken, ſo habe auch ihr Spuͤlicht ſo viele Nahrungskraft. Andre aber wollen ihn ſchwaͤcher befunden haben. §. 71. 243 Bei der Branntwein⸗Maſtung, ſo wie bei jeder Stallmaſtung, muß man den Stall ſo Rsgeln dei der einzurichten ſuchen, daß eine gleichmaͤßige Waͤrme und im Winter eine ziemlich hohe Tempera⸗ tur darin erhalten werde. Das eicht kann und muß man abſchneiden; denn ſo wichtig es fuͤr die Erhaltung der Geſundheit des bleibenden Stallviehes iſt, ſo befoͤrdert die Finſterniß doch den gewiſſermaßen kraͤnklichen Zuſtand der Feiſtigkeit, theils phyſiſch, theils durch die groͤßere Ruhe und Schlaͤfrigkeit, welche ſie dem Viehe giebt. Ein reinlicher Stand und viele Einſtreuung hat eine ſehr wohlthaͤtige Wirkung. Das Vieh liegt dabei gern, und ſteht nur zum Freſſen auf. Das Reinhalten der Haut, das Strie⸗ geln und Kardaͤtſchen befoͤrdert die Maſtung augenſcheinlich, und das Vieh giebt die angenehme Empfindung, die ein ſolches verurſacht, deutlich zu erkennen. Die alten Haare loͤſen ſich, ſo wie ſich das Fett abzuſetzen anfaͤngt, und es kommen neue. In dieſem Zeitpunkte muß das Striegeln insbeſondere nicht verabſaͤumt werden, und die Arbeit, die es erfordert, wird ſich ſehr reichlich bezahlen. Wenn die Wirkung deſſelben beim Melkvieh noch zweifelhaft iſt, ſo iſt ſie dagegen durch allgemeine Erfahrung beim Maſtvieh entſchieden. Man bedient ſich dazu eines zackig gemachten Holzes mit einem bequemen Handgriffe. 4 Die Zeit der Fuͤtterung und die Staͤrke der Portionen muß genau beobachtet werden. Das Vieh bekommt eine ſehr beſtimmte Kenntniß der Zeit, wie man dies ſelbſt bei aͤlterem Zugvieh beobachten kann, welches, ſo wie ſeine Feierſtunde eintritt, ſich gegen das Arbeiten ſtraͤubt, und nach dem Hofe oder nach der Weidekoppel verlangt. Das Stallvieh wird unru⸗ hig, wenn ſeine Fuͤtterungsſtunde nicht puͤnktlich beobachtet wird, haͤlt ſich aber bis dahin ganz ruhig. Auch kennt es ſeine ihm zugetheilte Portion und begiebt ſich, wenn es ſolche erhalten und gefreſſen hat, zur Ruhe, bleibt aber unruhig, wenn ſie nicht vollſtaͤndig geweſen iſt. Dieſe Ruhe und Befriedigung aber, rechter Zeit und in gerechtem Maaße das Seinige erhalten werde, befoͤrdert ſeine Zunahme ſo ſehr, daß ein ungleich ſtaͤrkeres, aber unordentlich gegebenes Futter den Mangel der Ordnung nicht erſetzen kann. Die Futterzeiten und Portionen koͤnnen mannigfaltig eingerichtet werden, aber ſo wie ſie beſtimmt ſind, muͤſſen ſie immerfort gehalten werden. §. 72. Die Wintermaſtung wird in heureichen Gegenden zuweilen allein mit Heu betrieben. Ein Stallmaſtung. dieſe gluͤckliche Sorgloſigkeit oder das Zutrauen, daß es zu Henmaſtung. Ochſe, der zu 630 bis 675 Pfund getrieben wird, und taͤglich 36 Pfd. gutes Heu bekommt, nimmt taͤglich 14½ Pfd. oder woͤchentlich 12 ¾ Pfd. zu. Wenn der Werth eines Pfundes fetten Fleiſches 7 Xr. iſt, ſo vermehrt er ſeinen Werth woͤchentlich um 2 fl. 28 Xr. Folglich wird — Centner Heu(100 Pfd.) mit 1 fl. 8 Xr. bezahlt, wenn wir den Miſt fuͤr Stroh und War⸗ tung rechnen. In allen Faͤllen, wo dieſer Preis des Heues dem Landwirthe genuͤgend ſeyn kann, iſt alſo die Heumaſtung nicht ſo unwirthſchaftlich, wie ſie es manchem ſcheint. §. 73. Wenn ein Ochſe aber ſtatt 27 Pfd. Heu taͤglich 54 Pfd. Kartoffeln, und daneben noch Kartoffetmes 9 Pfd. Heu bekommt, oder woͤchentlich 368 Pfd. Kartoffeln und 63 Pfd. Heu, ſo wird er ſich ſun. 5 2 ——jää⁊]]ſͤ 2 742 2443 Die Maſtung des Rindviehes. nach den vielen in unſrer Gegend gemachten Beobachtungen beſſer dabei ſtehen, und betraͤcht⸗ lich ſtaͤrker aufſetzen. Er wird dabei jedoch etwas mehr Stroh freſſen, und in dieſer Hinſicht wollen wir den Maſtgewinn als gleich annehmen. Der Werth von 63, Pfd. Heu woͤchentlich betraͤgt 2422 Xr.; die 368 Pfd. Kartoffeln, die er woͤchentlich bekommt, werden alſo bezahlt mit 2 fl. 13 ½ NXr., und ſonach wird eine Metze Kartoffeln oder 90 Pfd. benutzt zu 1735 Xr. Die Kartoffeln, welche den Ochſen hier gegeben werden, ſind nur ſchlechter, waͤßriger Ark, und ſie bezahlen ſich folglich ganz befriedigend. Wenn die Maſtzeit 16 Wochen dauerk, ſo gewinnt ein Ochſe 204 Pfd. Fkeiſch und Fett, und vermehrt ſeinen Werth um 32 fl. 21 Xr. Er verzehrt, wenn er bloß mit Heu gemaͤſtet wird, 4072 Pfd.; wenn er mit Kartoffeln gemaͤf ſtet wird, 1018 Pfd. Heu und 67 Metzen 18 Pfd. Kartoffeln. Dauert die Maſtzeit 20 Wochen, ſo muß der Ochſe 162 Pfd. Fleiſch und 63 fl. 26 Xr. an Werthe gewinnen. Er verzehrt dann bei bloßer Heufuͤtterung 3090 Pfd. Heu, oder 1272 Pfd. Heu und 84 Metzen Kartoffeln. Ich erwaͤhne der andern ſaftigen Fuͤtterungsmittel, des Kohls, der Ruͤben, der Run⸗ keln und Moͤhren, hier nicht. So haͤufig dieſe Maſtungsmittel bei den Englaͤndern vorkom⸗ men, ſo ſelten werden ſie bei uns als alleiniges Maſtfutter angewandt. Von der Maſtung mit Runkelruͤben ſinden wir bei den Englaͤndern nichts, und ſo nutzbar ſie den Milchkuͤhen ſind, ſo zweifle ich doch daran, daß ein Stuͤck Maſtvieh ſie anhaltend in dem Maaße vertragen werde, worin ſie als alleiniges Maſtfutter gegeben werden muͤßten, da ich im vorigen Herbſte bemerkt habe, daß Kuͤhe, denen ſie als alleiniges Futter, jedoch neben Stroh reichlich gegeben wur⸗ den, eine Unverdaulichkeit davon und Widerwillen dagegen bekamen. Die große Menge von Zuckerſtoff, welche ſie enthalten, ſcheint dem thieriſchen Koͤrper nur in einem gewiſſen Maaße zutraͤglich zu ſeyn. Als Nebenfutter bei den mehlichten Kartoffeln werden ſie aber ſehr wohl⸗ thaͤtig ſeyn. Bei den andern Fruͤchten wird uͤbrigens das Verhaͤltniß ſtatt finden, was ich von ihnen Bd. I. S. 263. angegeben habe. Die Kartoffeln werden hier durchaus roh, geſtampft oder auf der Schneidemaſchine i in Scheiben geſchnitten, gefuͤttert. Ich kenne nach eigener Anſicht keine Rindviehmaſtung, wo man ſie gekocht oder im Dampfe gar gemacht haͤtte, ungeachtet die Einrichtungen zu letzterem in ſehr vielen Branntweinbrennereien auch zur Schweinemaſtung vorhanden ſind. In wiefern alſo die Kochung vortheilhafter ſey, vermag ich nicht zu entſcheiden. Wenn neben den Kar⸗ toffeln 9 Pfd. Heu taͤglich gefuͤttert werden, und dem Viehe gutes Stroh vorgeworfen, oder beides mit einander zu Haͤckſel geſchnitten wird, ſo habe ich nicht einen nachtheiligen Durchlauf bei der Fuͤtterung roher Kartoffeln bemerkt. Wenn man ſie aber mit bloßen Kartoffeln fuͤttern wollte, und gar kein Heu haͤtte, ſo beſorge ich, daß er entſtehen koͤnnte, und in dem Fall wuͤrde die Abkochung vorzuziehen ſeyn.. §. 74. Die Maſtung mit Getreide oder andern mehlichten Saamen, z. B. den hoͤchſt wirkſamen Leinſaamen, kann unter unſern Verhaͤltniſſen wohl nur in ſeltenen Faͤllen wirthſchaftlich ſeyn. Als eine Zugabe aber und zur letzten Vollendung eines ſchweren Thieres kann es ſtatt finden. Die Zugabe von einem Maͤßel Gerſtenſchroot beſchleunigt allerdings dle Maſtung ſehr, und kann rathſam ſeyn, wenn es darauf ankommt, die Maſtung ſchnell zu vollenden. Mit allen andern Fuͤtterungsmitteln, beſonders mit den faftigen, darf man nicht gleich mit den vollen Rationen anfangen, die man hernach zu geben gedenkt, um ſo weniger, je magerer das Vieh da der Aui lichfeit! un mit den fütk fiße u erwe Dis wirdb und ein ſcle trungswit ſügkeitsgre nicht meht treiben, ſi Maſe enth zuweilen gu DieL herwenden Wer witd es ni zuweilen e wid dieſe Preiſe los Am was ſich tiges und Zeit. gendes G vortheilha haben, de abgetrieber zahlen mu ſarke Fütt aäeten, werden. Fr durch an tuͤchtig g wie das Be den Ochſe Daharten giedt, ſoſ Beiſpitle den. Um die verſch jund benac dieſer gun du wöͤchenti R alſo bezahl Nu5 Y. döat Nr, Sbiſch ue⸗ ittHeu genin und 67 Mam 63 fl. 26 1. a, oder 12n üben, in gu Naͤndern miun⸗ er Maſungni ſckähen ſad, Raagen werde, Hardſa demerkt ich gegeden dmr⸗ zroße Menge de gewiſen Mah ader ſehr wi den, was ich da bndenaſchinein vichmazung, we ingen zu lzzerem nd. J vein neben den der geworfen, un igen Durchlui etoffeln fütte id in dem a ochſt wirfümen ſcheflih ſeyn ics zutt finden un ſehr, und J. Mit alle nit den volln eret das Af Die Maſtung des Rindviehes. 245 dei der Aufſtaltung iſt. Man muß es erſt allmaͤhlig dazu gewoͤhnen, um ihm keine Unverdau⸗ lichkeit zuzuziehen. Alle erfahrene engliſche Viehmoͤſter fagen aber, es ſey rathfam, gleich mit den ſtaͤrkſten Fuͤtterungen anzufangen, um, wie ſie ſich ausdruͤcken, die Abſonderungsge⸗ faͤße zu erweitern, eigentlich wohl um ſie zu reizen, und in mehrere Thaͤtigkeit zu verſetzen. Dies wird beſonders durch mehlichte, aber zugleich leicht verdauliche Fuͤtterungsmittel bewirkt, und ein ſolcher Trank wird daher in den erſten 8 bis 14 Tagen, wo man von den andern Fuͤt⸗ terungsmitteln weniger giebt, ſehr wirkſam ſeyn. Ferner: wenn das Bieh einen gewiſſen Fei⸗ ſtigkeitsgrad erreicht hat, ſo laͤßt ſeine Freßluſt nach, und es verzehrt die vorigen Portionen nicht mehr, und bleibt dann ungefaͤhr in demſelben Zuſtande. Will man es nun noch hoͤher treiben, ſo muß man zu einer ſtaͤrkern Fuͤtterung, die mehrere Nahrungstheile in geringerer Maſſe enthaͤlt, uͤbergehen, und hier bezahlen ſich Koͤrner, wo recht fettes Fleiſch geſucht wird, zuweilen gut. b Die Oelkuchen, beſonders von Leinſaamen, ſind auch bei dem Maſtvieh vortheilhaft zu verwenden, entweder geſtampft uͤber das Futter geſtreuet, oder im Tranke aufgeloͤſt. §. 78. Wenn bei der Maſtung ein einzelnes Thier gegen die uͤbrigen merklich zuruͤckbleibt, ſo wird es nie rathſam ſeyn, ſeine Maſtung zu forciren. Man kann feeilich ſeinen Zweck wohl zuweilen erreichen, wenn man ihm mit ſtärkerem und leicht verdaulichem Futter aufhilft. Es wird dieſes aber ſeiten bezahlen, und es iſt am rathſamſten, ſich davon baldmoͤglichſt zu jedem Preiſe los zu machen. Am beſten maͤſtet ſich Rinddieh immer im ſiebenten oder achten Jahre. Juͤngeres Vieh, was ſich noch nicht ganz ausgelegt hat, kann zwar ſehr feiſt werden, und dann vorzuͤglich ſaf⸗ tiges und feinfaſriges Fleiſch g ben, allein es erfordert immer mehreres Futter und laͤngere Zeit. Altes Vieh ſetzt nicht ſo ſchnell auf; wenn es indeſſen noch ein die Fuͤtterung bezwin⸗ gendes Gebiß hat, ſo kann es in Hinſicht des wohlfeiteren Einkaufspreiſes doch manchmal ſehr vortheilhaft ſeyn und ſehr gut werden. Manche, auch unter den Englaͤndern, wollen bemerkt haben, daß das Vieh um ſo beſſer werde, je gtärker es zuletzt gearbeitet habe und je mehr es abgetrieben ſey, wo man es dann freilich bei dem Einkaufe nur nach dieſem Verhaͤltniſſe be⸗ zahlen muß. Dies abgearbeitete, im Fleiſche ganz abgefallene Vieh ſoll, wenn es nun auf ſtarke Fuͤtterung kommt, wie ſie ſagen, ganz neues Fleiſch und dieſes feinfaſriger und ſaftiger anſetzen, wenn es gleich ſchon ziemlich alt war. Nur muͤſſe ſeine Maſtung voͤllig vollendet werden. Ein verſchnittener Bulle iſt nicht eher zu maͤſten, als nachdem er vor dem Pfluge oder durch andere Arbeit ſein Bullenſleiſch völlig verloren hat. Er muß daher erſt zwei Jahre tuͤchtig gearbeiter haben. Dann wird er voͤllig ſo gut, und ſein Fleiſch eben ſo ſchmackhaft, wie das eines fruͤh verſchnittenen Ochſen.— Verſchnittene Kuͤhe kommen bei uns nur ſelten vor. Dieſe ſind aber, nachdem ſie auch gleich den Ochſen gearbeitet haben, vorzuͤglich maſtfaͤhig und geben das delikateſte Fleiſch unter allen Vieharten. Das Verſchneiden der Kuhe in der Jugend haͤlt man, wo es erfahrne Operateurs giebt, faſt fuͤr eben ſo gefahrlos, als das Berſchneiden der jungen Ochſen. Ja, man hat Beiſpiele, daß es bei dreijaͤhrigen Kuͤhen noch mit ſehr gluͤcklichem Erfolge unternommen wor⸗ den. Unter den aus dem Oldenburgiſchen hierher gebrachten Ferſen findet ſich zuweilen eine, die verſchnitten iſt. 1 ———————ymm————————yy— 246 ggeſetzt finden. 3 Verhaͤltniſſe, ſucht wird, ſo das Vieh fr Bei einer regulaͤren Maſtung iſt e her oder ſpaͤter aufſtallen, liebten Grad vollfuͤhren. len, was uͤber das natuͤrliche Gewi 9 in der Rege Wann und wo ſie vortheilhaſt Ein außerordentlicher und kunſtlich Ueber die Qualitaͤten und die Auf wie uͤber ihre Unterhaltung S. . di 2 die Schweinezucht zu unterſcheiden. 6. Die Maſtung des Rindviehes. §F. 76. ſ s immer am rathſamſten, ſich bei dem Verk ei⸗ nen erfahrnen und rechtlichen Viehhändler zu halten, und demſelben ſeinen urer dudm de⸗ bei zu goͤnnen. Wenn er die Maſtung, die in einer Wirthſchaft betrieben wird, einmal kennt, und ſich das Fleiſch bei den Fleiſchern und ihren Kunden empfiehlt, ſo wird auch er das Vieh nicht gern fahren laſſen. Und koͤnnte man auch zuweilen, wenn man es ſelbſt auf den Markt braͤchte, etwas mehr erhalten, ſo wuͤrde man ſich doch zu einer anderen Zeit in Verlegenheit Da ſolche Handelsleute den Viehhandel am beſten kennen, und die Zeit und wo Vieh von verſchiedenen Graden der Feiſtigkeit hier oder da am meiſten ge⸗ kann der Landwirth in manchen Faͤllen ſeine Maſtung danach einrichten, und ſchneller oder langſamer die Maſtung bis auf den be⸗ 77. lich erzwungener Grad der Maſtung, wobei das Vieh eine Schwere erreicht, die um groͤßer iſt, als die gewoͤhnliche, kann nur unter ſeltenen Faͤl⸗ und wo man auf die Sonderbarkeit einen Preis ſetzt, vortheithaft ſeyn. Jedes Pfd. Fleiſch, cht angeſetzt wird, koſtet vielleicht mehr als jedes Pfund des ewoͤhnlichen Maſtfleiſches, und muͤßte alſo auch danach bezahlt werden, worauf man aber l, und ohne daß mit Fleiſch ein gewiſſer Luxus getrieben werde, nicht rechnen darf. uͤber tun Whut der 5 Wechlen im rſes Bande S. 75 9. f. Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß ſich der Gebrauch der Kuͤhe zum Acker und verbreiten werde, wodurch die Haltung derſelb ueue Annalen Bd. III. St. 1. S. 181 u. f. * * e Schweine zucht. §. welchen ſie es ſeyn und nicht ſeyn koͤnne. rei⸗Abfaͤlle, ſondern a Gelde machen kann. Vortheilhaft wird dag 78. — Die Aufzucht wird ſich bei genauer Verechnung ſelten vort WDinterfuͤtterung durch gute Koͤrner bewirken muß, oder auch wo es im Sommer an einer, den Schweinen angemeſſenen und zureichenden Weide, auch an anderen gruͤnem Nebenfutter fehlt. Ferner wird ſie da minder rathſam ſeyn, wo aus anderen weniger kultivirten Gegenden viele Schweine herbeigetrieben werden und man Gelegenheit hat, ſolche ſehr wohlfeil zu kaufen. Eben ſo wenig in der Naͤhe großer Staͤdte, wo man nicht nur friſche Milch und ſelbſt Molke⸗ uch Kartoffeln und andere Brachfruͤchte unmittelbar vortheilhafter zu Die Haltung der Schweine iſt in jeder groͤßeren oder kleineren Wirthſchaft ein faſt nothwendiges Erforderniß, indem die mancherlei Abfaͤlle, welche außer der Molkerei auch aus der Kuͤche und dem Garten erfolgen, kaum anders benutzt werden koͤnnen. Hiervon aber iſt Von dieſer kann man nicht im Allgemeinen beſtim⸗ ſey. men, ob ſie vortheilhaft ſey oder nicht, ſondern muß die Verhaͤltniſſe genau erwaͤgen, unter heilhaft zeigen, wo man die Vor egen die Schweinezucht, wo ein ſtarker Kartoffeln⸗ und Ruͤbenbau zur Viehfuͤtterung betrieben wird, oder viel Unkrautgeſaͤme und leichte Koͤrner unter dem Ge⸗ trede fud, iict berut keige andur wäirbtennere —— 1 bau mehr bewaͤhren en um vieles vortheilhafter werden koͤnnte. Vergl⸗ Gaze aus andeten Ges gat abſerhde und Schin (EEs zum ander Scweine pelte; welc vermindert und die Kor don ſeinem durch den ſchnell zun Gegend be fär ſeinen. zweiten Ja man zwei ſie dem Er der ſich d Meinung len und meiſten ſi dagegen i nun fuͤr! ſehende da Die Hufg und )'2 d) gelblich Be tiſſe Futt 9) zenihtes ihr doſch 921 mehten, . 5) die Schwe Ber⸗ auf an i den Mroft de nmal kennt, ch adas Vieh euſ da Markt in Neaeaadät d die Ji uh am meiſen eineichen, m bis auf de vobei we dih ter ſeltena zie des pfd. gi ſdes Pfund d votagj man aber icht rchna darf ande G. 75 1. bau mar bevinn dan kounte. Aa rihiht int polkerei auh u Hiervon ahei gemeiten beſtn awaͤgen, un⸗ en, wo man er an einer in debenfutter ict n Gegenden hiel V hlfeil 1 kaufen und übſt Molt atſeilhafter g und Rübente unter den b Die Schweinezucht. 242 treide ſind, und wo es fuͤr den Sommer bruchige und feuchte Weiden, welche fuͤr die Schaafe nicht benutzt werden koͤnnen, giebt. Ferner wo betraͤchtliche Molkereien, die ihre Adfoͤlle auf keine andere Weiſe vortheilhafter benutzen koͤnnen, dann auch anſehnliche Brau⸗ und Brannt⸗ weinbrennereien vorhanden ſind; beſonders wenn keine ſehr wohlfeile Verkaufsſchweine aus anderen Gegenden herbeigetrieben werden, und alſo die erzogenen Schweine, mager oder fett, gut abſetzbar ſind, oder auch Gelegenheit zum Handel mit eingeſalzenem Fleiſche, mit Speck und Schinken nach fernen Gegenden ſich findet.. Es giebt aber vielleicht keinen Zweig der Viehzucht, deſſen Vortheil von einem Jahre zum andern, zumal in gewiſſen Gegenden, ſo veraͤnderlich iſt wie dieſer. Der Preis der Schweine faͤllt da innerhalb zwei Jahren oft um die Haͤlfte herab und ſteigt auf das Dop⸗ pelte; welches darin ſeinen Grund hat, daß dieſer Viehſtapel ſo ſchnell vermehrt und wieder vermindert werden kann. Wenn die Schweinezucht ſich der guten Preiſe wegen vermehrt hat und die Kornpreiſe dagegen etwas ſteigen, ſo wird der Markt damit uͤberfuͤllt, weil ſich jeder von ſeinem Ueberfluſſe loszumachen ſucht. Man berechnet ſich, daß beſonders das Kornfutter durch den Verkaufspreis der Schweine kaum bezahlt werde, und ſucht alle junge Schweine ſchnell zu verkaufen. Nach einem Jahre hat ſich der Schweineſtand in allen Wirthſchaften der Gegend betraͤchtlich vermindert und der Preis ſteigt auf den Maͤrkten. Jedermann will nun fuͤr ſeinen Hausbedarf Schweine haben, und uͤberbietet den andern, und ſo wird der Preis im zweiten Jahre nachher oft ins enorme getrieben. Ich erinnere mich, daß Faſelſchweine, die man zwei Jahre fruͤher kaum fuͤr 8 ½ fl. verkaufen konnte, nun 29 bis 34 fl. galten, ohne daß ſie dem Erzieher betraͤchtlich mehr gekoſtet hatten. Hier iſt einer der Faͤlle, wo ein Landwirth, der ſich durch das Steigen und Fallen der Preiſe gleich allarmiren laͤßt und der allgemeinen Meinung folgt, ohne den Grund derſelben gehoͤrig zu pruͤfen, immer falſche Maaßregeln waͤh⸗ len und ſeine Schweinezucht vermindern wird, ſtatt ſie zu vermehren, indem er, wenn die meiſten ſie vermindern, davon nach zwei Jahren den groͤßten Vortheil haben koͤnnte. Wenn dagegen die meiſten, angelockt durch den hohen Preis, den ſie, aller Erfahrung entgegen, nun fuͤr beſtaͤndig halten, ihre Schweinezucht vermehren, ſo hat der weiter in die Zukunft ſehende Landwirth einen Grund ſie zu vermindern, ohne ſie jedoch ganz aufzugeben. §. 79. Die im noͤrdlichen Deutſchlande bekannteſten Schweineracen, die man aber ebenfalls Ra haͤufig und mannigfaltig durchkreuzt findet, ſind folgende:— a) Die Moldauiſchen, Wallachiſchen, Bosniſchen Schweine zeichnen ſich durch ihre Groͤße aus, ſind ſchwarzgrau von Farbe und haben ſehr große Ohren. b) Die Polniſchen, eigentlich wohl Podoliſchen Schweine, ſind ebenfalls ſehr groß, aber gelblich von Farbe und haben einen breiten braunen Streifen auf den Ruͤckgrat herunter. Beide Racen geben vorzuͤglich ſtarke Maſtſchweine, erfordern aber auch in dem Verhaͤlt⸗ niſſe Futter und ſind nicht ſehr fruchtbar, indem ſie mehrentheils nur 3 bis 5 Ferkel werfen. c) Bairiſche Schweine, die mehrentheils rothbraun gefleckt find. Man ruͤhmt ſie we⸗ gen ihres feinen Knochenbaues und ihrer vorzuͤglichen Maſtfaͤhigkeit, wirft ihnen aber vor, daß ihr Fleiſch zu weichlich ſey. ) Die Weſtphaͤliſchen Schweine von betraͤchtlicher Groͤße und die ſich dabei ſtark ver⸗ mehren, 10 bis 12 Ferkel werfen. e) Sogenannte Engliſche Schweine. Ob ſie aus England, wo man allerdings auch auf die Schweinezucht eine große Aufmerkſamkeit gewandt und mancherlei Ragen hat, herſtam⸗ — j 8 248 Ddie Schweinezucht. men, weiß ich nicht. Sie werden noch laͤnger und tiefleibiger als die Weſtphaͤliſchen, erforderen Da in aber ſehr nahrhalre Weide und Bätterung.“ att weiden⸗ Man haͤlt eine Durchkreuzung der beiden letzten Arten fuͤr ſehr vortheithaft. auct lal l k) Das gemeine Deutſche Schwein, welches provinziell allerdings wieder verſchiedenund rerkunen, v von mancherlei Farben, weiß, grau, ſchwarz und gefleckt iſt. Es erlangt nicht die Größe jener Prauereien d Schweinarten, kann aber mit geringerer Fuͤtterung erhalten und auch leichter gemaͤſtet werden. te verkaufer Man wuͤrde es wohl in ſich ſelbſt durch beſſere Haltung und ſpaͤtere Begattung veredeln koͤn⸗ ahmen, ſo nen; wer aber Schweinezucht mit mehrerer Kraft betreiben will, ſucht ſich in der Regel eine ſt vor ale andere Rage zu verſchaffen, um damit wenigſtens die einheimiſche zu durchkreuzen. aopbhnlichen g) Neuerlich iſt das ſchwarze, feinhaarige Afrikaniſche Schwein aus Spanien zugleich Fomenanſet mit einer Heerde Merinos, durch den Freiherrn v. Vincke, bei uns eingefuͤhet und auf den Der Friedlaͤndiſchen Guͤtern fortgepflanzt worden. Es erlangt eine geringere Groͤße, paßt zum gewihlt ven eigentlichen Maſt⸗ oder Speckſchweine nicht, waͤchſt aber ſchnell aus und haͤlt ſich bei ſchwaͤche⸗: Er muß abge rer Nahrung in ſehr gutem Stande und iſt daher zum Fleiſch⸗ und Schinkenſchwein vorzuͤglich ton ſehr ir g-eloaet. Eine damit durchkreuzte große Rage hat ſich bisher in jeder Hmſicht ſehr vortheil⸗ kebor man haft gezeigt.“ einer vorzu h) Das Chineſiſche Schwein, welches in England ſehr beliebt und ſchon vor laͤngerer Kleiſch auf Zeit zu uns gefuͤhrt worden iſt. Es zeichnet ſich durch ſeinen ſehr geſenkten Ruͤckgrat und fft Luf . bis zur Erde herabhaͤngenden Bauch, durch ſeine ruhige Natur, und daß es wenig wuͤhlet, Saͤue hinre aus; erlangt keine beſondere Groͤße, waͤchſt aber ebenfalls ſchnell aus und wird als Fleiſch⸗ ͤaſen wird ſchwein von den Englaͤndern, auch wegen der Guͤte ſeines Fleiſches ſehr geſchaͤtzt. Eber. 3 1 4 wo 4— 4 8 5. 80. eanu GBenennung der Die verſchiedenen Benennungen der Schweine ſind folgende: 1. Die Schweine. Das maͤnnliche Schwein hat viele Provinzialnamen. Man nennt es Baͤr, Beier, Fehlern un Hackſch, Hauer, Keiler, Kempe; doch iſt der allgemeinſte und gewoͤhnlichſte Name bemerkt, d Eber. 4 fehlt. Eit Das weibliche Schwein heißt Zuchtſchwein oder Sau. ſchwache, Ein Saugferkel heißt auch Spanferkel. Ferkel nennt man das junge Schwein, bis annders abe . es 18 Wochen alt iſt.“ 1— aine Sau de „ Dann heißt es bis es ein Jahr alt iſt, klein Faſelſchwein, und dann bis zum ſe ſogleich weiten Jahre groß Faſelſcwein. 8 üſam behalt . Das maͤnnliche verſchnittene Schwein heißt bis zum zweiten Jahre Borch, das weibliche auſzjehe Sauſchwein. Das zur Maſt beſtimmte heißt Leibſchwein, und wenn es wirklich auf die Maſt ge⸗ ſetzt wird, Maſtſchwein. dA §f. 8S1. wnſ Uuswahl bei Bei der Zuzucht kommt es auf eine gute Auswahl der Rage und der Individuen eben ihen dei Zuzucht. ſe ſehr, wie bei anderen Vieharten, an. Bei den Sauen muß man vor allen dahin trachten, Max ſolche zu erhalten, die viele Ferkel werfen, und ſie dann bei guter Fuͤtterung auch aufzuſaͤugen könne ſie; 1 veermoͤgen. Man hat ſolche Säue, die in der Regel 10, 12 ja 15 Ferkel werfen; 8 bis 9 Wil nan .— Ferkel iſt aber das gewoͤhnliche, und die, welche weniger bringen, ſind tadelhaft. Wahr⸗ zweimal 6 ſcheinlich haͤngt aber dieſe Fruchtbarkeit auch zum Theil vom Eber ab, und man muß daher Nan ude auch bei dieſem darauf ſehen, daß er von einer fruchtbaren Familie ſey. ſogor al Da 1a ierter ha, eejatden ſt. daſcieden und de huöße jener genazawerden. ag verda g⸗ in der Reglige uzen. Spanien Gugic hit und auf n roͤße, paßt u ſih bei ſchaitt wei dorniſ ſcht ſehr vusſel don vor ligen Kicgat und ih d waig wühle wind geiſch häzt. 28 Baͤt, Beitt rwihalicſte am unge Scdin, b d dann b w ec,, der welbit auf die Mait rIndibidun thel en dahir kachten auch ufjuſaͤuge najin; 8 bis) fahaft. Däjs man muß dehe 1] Die Schweinezucht.— 249 Da in den meiſten Faͤllen ſolche Faſelſchweine, die ſich zu Speckſchweinen ſchicken, ge⸗ ſucht werden, ſo muß man. mehrentheils eine Rage zu erhalten ſuchen, die dazu paßt, die recht lang, tiefleibig und kurzbeinig iſt. Große herabhaͤngende Ohren ſind gewoͤhnlich damit verbunden, und ziehen die Kaͤufer an. Will man indeſſen, wie bei großen Molkereien und Brauereien oft rathſam ſeyn kann, Schweine zu jeder Jahreszeit unmittelbar an die Schlaͤch⸗ ter verkaufen, ſo muß man mehrere Ruͤckſicht auf Schnellwuͤchſigkeit und ſtarken Fleiſchanſatz»„ nehmen, ſo daß ſie noch unter einem Jahre voͤllig ausgewachſen und ſchlachtbar ſind. Hierzu iſt vor allen die afrikaniſche und chineſiſche Rage geeignet; doch trifft man unter unſern ge⸗ woͤhnlichen Schweinen auch zuweilen einen Schlag, welcher hierzu beſſer als zum Speck⸗ und Ftomenanſatz paßt. Der Eber muß alſo beſonders von einer Race, die vorgedachten Zwecken entſpricht, gewaͤhlt werden. Er muß geſund ſeyn und keine Fehler an ſich haben, die forterben koͤnnten. Er muß abgeſperrt werden, bis er ein Jahr alt und genugſam ausgewachſen iſt, er faͤngt ſonſt ſchon ſehr fruͤh zu reiten an. In der Regel laͤßt man ihn nicht uͤber drei Jahr alt werden, bevor man ihn verſchneidet, weil ſonſt ſein Fleiſch unbrauchbar wird. Waͤre er indeſſen von einer vorzuͤglichen Race, die man noch nicht erſetzen koͤnnte, ſo kann es rathſam ſeyn, ſein Fleiſch aufzuopfern und ihn einige Jahre laͤnger zu brauchen. Auf freier Weide und Umgang mit den Schweinen wuͤrde ein Eber wohl fuͤr 30 bis 40 Saͤue hinreichend ſeyn; da er aber in der Regel abgeſperrt und nur zu beſtimmten Zeiten zuge⸗ laſſen wird, damit die Ferkel zu einer Zeit fallen, ſo haͤlt man auf 10 bis 12 Saͤue einen Eber. Da die Eber, wenn ſie ausgewachſen ſind, oft wild und unbaͤndig werden, Thiere auch wohl Menſchen anfallen, ſo iſt es rathſam, ihnen die Hauer oder untern Eckzaͤhne auszu⸗ ſchlagen. Die Sau muß von einer zweckmaͤßigen Racçe und Koͤrperbau, geſund und frei von Fehlern und Untugenden ſeyn. Sie muß wenigſtens 12 Spaͤhne oder Zitzen haben, indem man bemerkt, daß ſich jedes Ferkel zu einer Zitze haͤlt und daher eins verhungert, wenn es an einer fehlt. Eine gute Sau muß viele Ferkel, und zwar gleichartige, nicht einige ſtarke und einige ſchwache, bringen. Sie muß die Ferkel ſorgſam und gut halten, ſie nicht todt druͤcken, be⸗ ſonders aber nicht die Nachgeburt, und was dann leicht folgt, nicht die Ferkel, freſſen. Hat eine Sau dieſe uͤble Gewohnheiten, oder auch eine ſchwere Geburt, todte Ferkel, ſo muß man ſie ſogleich ſchneiden laſſen, und deshalb mehrere junge Saͤue aufziehen, damit man die fehler⸗ loſen behalten koͤnne. Auch muß man von fehlerhaften Saͤuen keine Zuchtſaͤue oder Eber wie⸗ der aufziehen. 4§. 82. Die Sauen ſind faſt immer bruͤnſtig, bis ſie empfangen haben; ſie werden es ſchon, Begattuns. wenn ſie 4 bis 5 Monat alt ſind, aber man laͤßt ſie doch in der Regel nicht unter einem Jahre, wenn man aber eine vorzuͤglich große Rage aus einer kleineren erziehen will, erſt wenn ſie bald zweijaͤhrig ſind, belegen. Man laͤßt die Sauen jaͤhrlich zweimal oder nur einmal ferkeln. Bei reichlicher Fuͤtterung koͤnnen ſie in 13 Monaten dreimal Ferkel bringen, welches jedoch ſelten rathſam ſeyn moͤchte. Will man, wie bei groͤßeren Schweinezuchten mit hinreichendem Futter gewoͤhnlich geſchieht, zweimal Ferkel haben, ſo laͤßt man die Eber gewoͤhnlich Anfangs Oktobers und Ausgangs Maͤrz zu den Saͤuen. Da eine Sau 4 Monat bis 18 Wochen(einige wollen Beiſpiele von 20, ſogar 21 Wochen, auch bemerkt haben, daß aͤltere Saͤue laͤnger wie junge gehen) geht, ſo Vierter Theil. Ji. 25355 Die Schweinezucht. A es entſcheiden, welche Einrichtung man hierin treffen wolle. 4 doppelte Wurf immer einen groͤßeren Vortheil bringen. .§. 83. . 1 fuͤr die abgeſetzten Ferkel, 3 drängt werden. abgeſetzt ſind, kommen. e. Maſtſtaͤlle, f. fuͤr die Eber. 6 Abth. 2. S. 13. u. f. —§. 84. Das Ferkeln Zeit des Ferkelns beſtimmen und die Abihigen Vorkehrungen tr . Stauung. Eine gut eingerichtete Stallung iſt bei der Schweinezucht vielleicht wichtiger, jedem andern Thiere. Das Gedeihen haͤngt vornehmlich davon ab, und ohne ſolche iſt alles andere oft vergeblich. Die Schweine muͤſſen ihrem Alter, Zuſtande und Geſchlechte nach ab⸗ 83— geſondert werden koͤnnen; es muß daher ein beſonderer Raum oder Stall vorhanden ſeyn d. Saukoten oder kleine Staͤlle fuͤr jede Zucht au und ihre Sauferet, bringt ſie im Auguſt und Maͤrz ihre Ferkel. Soll ſie aber nur einmal belegt wer ſie im Dezember zugelaſſen, damit ſie ihre Jungen im April bringe, Schiweid, enas aufgezogen werden koͤnnen. Die verſchiedenen Abſichten und Wirthſchaftsverhaͤltniſſe müͤffen — Die Auguſt 8 die fruͤhkommenden Maͤrzferkel erfordern gute Winternahrung, und penn ierde, ſee auch nezucht nur die Weide benutzen will, um die kleinen Schweine im Herbſt zu verkaufen ſo kann das einmalige Ferkeln im April zweckmaͤßig ſeyn. Eine ſchlechte Einrichtung und lis der Staͤlle, wo die Ferkel zu Grunde gehen, kann ebenfalls nur einen Wurf geſtatten. Vei einer gut regulirten Schweinezucht aber und hinreichendem Futterbau fuͤr den Winter wird der wie bei b. fuͤr die kleinen Faſelſchweine, weil ſie ſonſt von den groͤßeren beſchaͤdigt und ver⸗ c. fuͤr die großen Faſelſchweine, in welchen ſowohl die kaſtrirten Schweine beiderlei Geſchlechts, als auch die aufzuziehenden Mutterſchweine und die Zuchtſaͤue, wenn nihre Ferkel Es kommt bei der Anlage dieſer Staͤlle oder des Schweinehauſes darauf an, daß die Schweine warm, jedoch luftig und rein erhalten werden koͤnnen. gleich zur Abkuͤhlung oft in den Koth waͤlzt, ſo iſt ihm doch Reinlichkeit im Stalle vor allem noͤthig. Ferner muß das Schweinehaus alle Bequemlichkeiten zur Winterfutterung enthalten, und wenn die Futterung hauptſaͤchlich aus den Molkereien, Brau⸗ oder Brennereien erfolgt, mit dieſen in Verbindung ſtehen. Das Schweinehaus muß ſonnig liegen und wo moͤglich mit einem Hofe umgeben ſeyn, in welchem die Schweine, auch in verſchiedenen Abtheilungen, herausgelaſſen werden koͤnnen. Endlich muß fuͤr eine gute Aufbewahrung des Miſtes und Auf⸗ fangung der Jauche geſorgt ſeyn, damit nichts von deſſen duͤngenden Stoffen verloren gehe. Die Einrichtung des Schweinehauſes gehoͤrt uͤbrigens zu der laͤndlichen Baukunſt und dieſe iſt mit Ruͤckſicht auf die wirthſchaftlichen Zwecke vorzuͤglich vorgetragen in Silly Anweiſung zur landwirthſchaftlichen Baͤufunſt, herausgegeben von Friederiei. Bd. 1. Denn ob das Schwein ſich der Sane. Die Sau muß wäͤhrend der Traͤchtigkeit gut gefuͤttert werden, jedoch nicht äbermaͤßig und gleich einem Maſtſchweine, weil ſie ſonſt leicht zu fruͤh wirft. kurz vor dem Werfen nicht hungrig werden laſſen, weil ſie der Nachgeburt und Ferkel zu freſſen. Es iſt ſehr gut, den Tag der Begehung zu wiſſen, um die effen zu koͤnnen. Eine genauere Beſonders muß man ſie Hunger verleiten koͤnnte, die 7 uſſcht 3 hirte oder die geben; ſi icſte us Frtiler Der S⸗ e herkel da e Worf do nen und zu Eine Schweinhirt zu bringen, ſeine eizene mehr Mich g legt beshald ig werden. Wenn ihr von ande beſonders ſe aufſteht, da man es dan — fuͤr Leb Gew die einen a⸗ weniger Fe Nach ſaͤugt, gut Hehlkuchen. Ferkeln Du nicht zu viel Die ſäͤwaͤdücher werden. Me die maͤnait hen iſ. Bein ſcn muß, und bei we pftenzung au die gane He „ Dann maßiges und holtenden ſ aden, ſ da auf der Mai iteniſe müͤſer Aſe wie aut ntdSchwi⸗ weäaden, ſo dung mülte geſtatten. d Dinter dide düͤger, wie de ſelc iſ als ſclecte ug, anden ſenn adigt und ue chwäne dedderle weng ihre Vek tauf an, dai w das Schwein it Stale vor allg tterung entholtn emnereien eiuln d wo moͤglc n n Abtheilunnn, Miſtes und di erloren gehe Vaukunſ w Friederici. 3 ritt ermaͤhig auß man ſt n kdante, R wiſen, un d Eine genauet hirte oder die Magd dabei wachen. Die Schweinezucht. 251 Aufſicht iſt dann von Wichtigkeit, und wenn es des Nachts geſchieht, muß billig der Schweine⸗ Es iſt immer am beſten, jeder Sau ihre eigene Kote zu geben; hoͤchſtens darf man nur zwei, die aneinander gewoͤhnt ſind, zuſammenbringen, weil ſonſt Ferkel erdruͤckt werden wuͤrden. Der Sau muß eine gute Streu, jedoch keine zu ſtarke, gegeben werden, weil ſich ſonſt die Ferkel darunter verkriechen und ohne Verſchulden der Sau erdruͤckt werden koͤnnen. Bis der Wurf vollfuͤhrt und auch die Nachgeburt abgegangen, iſt es rathſam, die Ferkel abzuneh⸗ men und zu ſammeln, damit ſie dabei nicht erdruͤckt werden, wenn ſie unter die Mutter kriechen. Eine Viertelſtunde nach der Geburt, oder noch waͤhrend der Nachgeburt, ſucht der Schweinhirte durch ſanftes Krabbeln am Bauch und an den Zitzen das Thier zum Riederlegen zu bringen, und legt dann die Ferkel an. Man hat bemerkt, daß jedes Ferkel faſt immer ſeine eigene Zitze habe und nicht leicht an eine andere gehe. Ferner, daß die vorderen Zitzen mehr Milch geben, als die hinteren, weil die an jenen Saugenden immer groͤßer werden. Man legt deshalb die kleinſten Ferkel an die vorderen, damit ſie die andern einholen und gleichar⸗ tig werden. Wenn mehrere Saͤue zugleich ferkeln, und eine zu wenig Ferkel bringt, ſo kann man ihr von andern, die zuviel haben, einige beilegen. Dies muß aber ſogleich geſchehen, ehe ſie aufſteht, damit ſie es nicht merkt. Manchmal kommen mehr Ferkel, als Zitzen da ſind; kann man es dann nicht ſo machen, ſo muͤſſen die kleinſten gleich als Spanferkel geſchlachtet werden — fuͤr Liebhaber. Gewoͤhnlich werfen Erſtlingsſaͤue wenigere Ferkel. Wirft eine ſolche aber viele, ſo iſt ſie beſonders ſchäͤtzbar. Eine aͤltere Sau, die weniger als g bringt, iſt nicht viel werth. Saͤue, die einen außerordentlich tiefen, faſt ſchleppenden Bauch haben, ſollen, gegen den Anſchein, weniger Ferkel bringen. 1 4 Nach dem Ferkeln erhaͤlt die Sau gleich Gerſtenſchrottrank, und dann, ſo lange ſie ſaͤugt, gutes Futter, um viele Milch zu bekommen, ſaure Milch mit Gerſtenſchrot, Kleie, Oehlkuchen, gut durchgeruͤhrt mit Waſſer; keine ungewohnte Nahrung, die leicht ihr und den Ferkeln Durchfall zuziehen koͤnnte; immer gute und trockene, oft gewechſelte Streu, jedoch nicht zu viel, damit ſich die Ferkel nicht darunter verkriechen. d §. 95. Die Ferkel werden haͤufig mit 2 ½¾— 3 Wochen verſchnitten. Sie bleiben aber als dann Verſchueiden. ſchwaͤchlicher und unanſehnlicher, hochbeiniger, als wenn ſie erſt nach 6 Monaten geſchnitten werden, Aber die Operation iſt fruͤh minder gefaͤhrlich, und bei dem ſpaͤten Schneiden muͤſſen die maͤnnlichen und weiblichen im Stalle und auf der Weide getrennt werden, bis es geſche⸗ hen iſt.„ Beim Verſchneiden fallen haͤufig verdrießliche Fehler vor, gegen die man auf ſeiner Hut ſeyn muß, zumal wo es privilegirte Schweinſchneider giebt. Die Caſtration bei maͤnnlichen und bei weiblichen Thieren geſchiehet manchmal unvollkommen, wodurch ſie zwar zur Fort⸗ pflanzung unfaͤhig werden, aber dennoch geil bleiben, und nicht nur ſich ſelbſt, ſondern auch die ganze Heerde, wie man ſagt, abreiten. Wenn Schweine verſchnitten werden ſollen, ſo muͤſſen ſie 24 Stunden vorher nur ſehr mäͤßiges und nicht aufblaͤhendes Futter haben. Man muß dann die zu Sauſchweinen zu be⸗ haltenden ſorgfaͤltig auswaͤhlen. Ji 2 7 —j4—— entwöhnte Terkel. Sommernah⸗ rung. Weide. Die Schweinezucht. Nach dem Verſchneiden laͤßt man ſie in Ruhe liegen, giebt ühnen nur da nn Leinkuchen und ſaurer Micch, bis ſie wieder geſund ſind. en Trank von §. 86. 252 Das Entwöoͤhnen der Ferkel iſt nicht ſchwer, da ſie ſchon nach 14 Tagen mit zufreſſen anfangen. Man giebt den Ferkeln entweder eigene, niedrig ſtehende und weniger tie oder man läͤßt ſie auch mit den Alten aus einem Troge freſſen. ger neie Troͤge, Es iſt beſonders gut, wenn jede Saukote einen Ausgang auf den Schweinehof hat, ſo daß man alte und junge bequem ausgehen laſſen, und d ihnen auch friſches Waſſer auf dem Hofe geben kann. Wenn ſie vier Wochen geſogen haben, laͤßt man wechſelsweiſe die Sau ohne die Ferkel, und wieder die Ferkel ohne die Sau, letztere jedoch nur bei gutem Wetter heraus; wobei ſie ſich dann von ſelbſt entwoͤhnen. Der Sau giebt man mageres Futter, damit ihr di vergehe, und ſie die Ferkel abſtoße. 3 ihr die Milch Zuletzt pflegt man den Ferkeln einige Futter Gerſtenkoͤrner zu geben, damit ſie ſich an hartes Futter gewoͤhnen, und ſich, wie man ſagt, die Zaͤhne feſtbeißen. Anfangs werden entwoͤhnte Ferkel taͤglich fuͤnf Mal gefuͤttert, bis ſie ſechs Wochen alt ſind, dann vier Mal, bis ſie neun Wochen alt, und hernach taͤllich drei Mal, wie die uͤbri⸗ gen Schweine. Man gewoͤhnt ſie leicht, kaltes Futter zu freſſen, was uͤberhaupt bei der Schweinezucht am ſicherſten ſcheint, da heißes Futter ſo leicht ſchaͤdlich werden kann. Wenn ſie nicht rein ausfreſſen, muß das zuruͤckgebliebene herausgenommen und der Trog gereinigt werden, man muß ihnen friſches Futter, aber dann freilich weniger geben. Saure Milch iſt ohne Zweifel die beſte und geſundeſte Nahrung. Kann der Kaͤſe nicht hoch benutzt werden, ſo wird ihre Verwendung zum Schweinefutter oft das Vortheilhafteſte ſeyn. Ein achtzehnwoͤchentliches Schwein mit ſaurer Milch hinlaͤnglich gefuͤttert, iſt groͤßer als ein Jaͤhrling. Uebrigens muͤſſen die Ferkel, wenn ſie neun Wochen alt ſind, an alle Nahrung der Alten gewoͤhnt werden; jedoch muß man ſie mit ihnen nicht laͤnger in einem Stalle laſſen. Auch muͤſ⸗ ſen ſie unter ſich nach dem Geſchlechte abgeſondert werden, wenn ſie nicht ſaugend verſchnitten ſind, bis letzteres geſchehen iſt. Iſt Gelegenheit dazu vorhanden, ſo muß man auch ſchwaͤ⸗ chere Ferkel abſondern, weil dieſe von den andern abgebiſſen nur halb ſatt werden, und immer ſchwach bleiben. §. 87. Im Sommer finden die Schweine ihre Nahrung entweder auf der Weide oder im Stalle. In guten Gegenden wird die Weide mit Schweinen wohl ſelten vortheilhaft benutzt. Wo es aber ſauergraſige Niederungen, bruchige und moraſtige Stellen, kuͤhle, buſchige Plaͤtze, viele Waſſerpfuͤhle giebt; wo viele Schnecken, Maden und Wuͤrmer ſich im Boden befinden, auch Wurzeln, die ihnen angenehm ſind, iſt ſolche Weide nicht beſſer zu benutzen. Es kommt dabei viel auf einen guten Hirten an, der einen paſſenden Platz fuͤr jede Tageszeit und Witte⸗ rung waͤhlt. Mittags muß man ihnen bei heißer Witterung Schutz gegen die Sonne verſchaf⸗ fen, und ſie zu Haus treiben, wenn ſie ſolchen auf dem Felde nicht ſinden. Auch die erſte Stoppelweide wird durch die Schweine, der ausgefallenen Koͤrner wegen, ohne Zweifel am kaufen beſten* Purzeln, de faloaria, be entweder d Klaie, Sol ben 4* ijn u Häck ter allen da können, ur Schwemme Die Branntwe 4 ten Molke ſaure Mil Klaien,2 geſchroten zu einer; Ferner be alle oben Mu hen. Aum auskomme bracht wer Futter, w La teln, wel wie ſtark paar 34 auch an an übehaupl gen nit ujrſt riga ier dig, veineji ha 9 ohne die zun raus; wateſ ihr die M „ damit ſeſchan ſchs Wohhn al, wie die u⸗ der Shvinezuch Denn ſie nhein nigt werden, wm amn der gaſert as Vorthellhritn ffüttert, it grin Naheung der Atn lafen. Juh niß augend teichrite Fman auc ſtri⸗ erden, und inne Weide wed thaft benuh A , buſchig Nasi n Boder Knden uger Es komt huit und Wite onne verſti Auch die an ohne zwifil 10 Die Schweinezucht. 283 veſten benutzt. Außer dieſen, dem Graſe und Kraͤutern, wuͤhlen ſie dann auch nachtheilige Wurzeln, die mit dem Pfluge kaum zerſtoͤrbar ſind, aus dem Boden heraus, z. B. das Sium falcaria, welches durch Schweine faſt allein vertilgt werden kann. Auch von Inſekten, Wuͤr⸗ mern und Maͤuſen reinigen ſie den Acker. Wo der Wurzelbau betrieben wird, finden ſie nach⸗ her auf dem abgeernteten Kartoffel⸗ und Ruͤbenacker reichliche Nahrung, und man kann das bei dem Aufſammeln Zuruͤckgebliebene nicht vortheilhafter benutzen. In der kargeren Weidezeit erfordern ſie jedoch immer einiges Rebenfutter Abends und Morgens auf dem Stalle. Die Sommer⸗Stallfuͤtterung findet ſtatt bei groͤßeren Molkereien, wo ihnen Auf dem Stalle. entweder die ſaure Milch gegeben wird, oder nur die Waddig mit Kuͤchen⸗ und Gartenabfall, Klaie, Spreu und dergleichen gemiſcht, und etwas geſaͤuert. Beſonders aber kann ſie betrie⸗ ben werden bei Klee⸗Wirthſchaften, wo man ihnen entweder den langen Klee vorwirft, oder ihn zu Haͤckſel ſchneidet, mit Waddig und Milch vermengt, und etwas ſaͤuern laͤßt, was un⸗ ter allen das trefflichſte Futter giebt. Sie muͤſſen dabei aber auf einen geraͤumigen Hof kommen koͤnnen, und daſelbſt friſches Waſſer finden, oder nach dem Waſſer zum Trinken und zum Schwemmen hingetrieben werden. §. 88. Die Winterfuͤtterung kann vortheilhaft ſeyn, entweder bei erheblichen Brau⸗ und Winternahrung. Branntweinbrennereien und Molkereien, oder bei einem ſtarken Brachfruchtbau. Bei groͤße⸗ ren Molkereien pflegt es am meiſten im Vorwinter an Futter zu fehlen. Es wird ihnen daher ſaure Milch mit Waſſer verduͤnnt aufgehoben, und außerdem ſucht man ſich mit Kuͤchenabfall, Klaien, Muͤhlenſtaub, Hinterkorn und Unkrautsſaamen von Getreide, welche aber entweder geſchroten oder heiß angebruͤht werden muͤſſen, zu helfen. Wenn die Kuͤhe zu kalben anfangen, zu einer Zeit, wo ohnehin ſelten Kaͤſe gemacht wird, ſo iſt dann Milchuͤberfluß vorhanden. Ferner bei dem Brachfruchtbau, wo es an Futter nie fehlen kann, wobei man jedoch zugleich alle oben erwaͤhnte Abfaͤlle mit benutzt. 5 Muß man den Schweinen gute Koͤrner geben, ſo kommen ſie in der Regel zu hoch zu ſte⸗ hen. Auf der andern Seite aber muͤſſen ſie durchaus gut genaͤhrt ſeyn, wenn Vortheil her⸗ auskommen ſoll. Durch gutes Futter kann ein einjaͤhriges Schwein zu demſolben Werth ge⸗ bracht werden, den ein zweijaͤhriges hat, und es fraͤgt ſich, ob es nicht vortheilhafter ſey, das Futter, was man ſonſt in zwei Jahren giebt, in einem zu geben. §. 89. Bei der ganzen Einrichtung der Schweinezucht und Maſtung muß der Landwirth ausmi teln, welche Art von Schweinen er in ſeiner Gegend am vortheilhafteſten abſetzen koͤnne, und wie ſtark die Abnahme ſey, die er fuͤr jede Art wahrſcheinlich finden werde. Man kann ver⸗ kaufen eine Kuh halten und einige Schweine auf die Weide treiben duͤrfen; b) Halbwaͤchslinge oder klein Faſelſchweine nach der Ernte an ſolche Leute, die ſich ein Paar Hausſchweine maͤſten, und eine Mittelgattung vorziehen, weil ſie wohlfeiler iſt; c) ganz ausgewachſene Schweine an Brauer und Branntweinbrenner in den Staͤdten, auch an andre Haushaltungen, die vielen Abfall haben oder fuͤr die Schweine zuſammenholen; uͤberhaupt an alle, die keine Schweinezuzucht, aber Maſtfutter haben; a) abgewoͤhnte Ferkel in Gegenden, wo es viele kleine Bauern und Gaͤrtner giebt, die t⸗ Schweine⸗Ve⸗ 284 1 Die Schweinezucht. d) halbfette Fleiſchſchweine zu jeder Zeit an die Fleiſcher;— e) volle Maſ⸗ und S eckſchw tungen. peckſchweine gegen Weihnachten an Stadt⸗ und Landhaushal⸗ beſtimmtes feſtſetzt, welche von obigen fuͤnf Schweinearten„ und wie viel von jeder man ver⸗ kaufen und halten will. Dieſe muß man dann zu dem Preiſe, den ſie gelten, losſchlagen, und wer unzufrieden mit dem oft herabſinkenden Preiſe einer Art, z. B. der jungen Schweine, ſie 7 gegen ſeine Einrichtung zuruͤckbehalten wollte, wuͤrde ſich mehrentheils in Verlegenheit mit Futter geſetzt ſinden, und ſie nachmals mit noch groͤßerem Schaden verkaufen muͤſſen; da in ſolchen Faͤllen mehrere ihre Schweine zuruͤckhalten, und ſie doch endl ich zu Es faͤllt zwar ſehr auf, wenn man im vorigen Jahre fuͤr ein eauzendlis Seue 4 bein. hatte, und nun 1 fl. dafuͤr geboten wird, wie ich dies mehrmals leht habe; aber man 2 . ſchlage dennoch zu, wenn die Einrichtung einmat ſo getroffen iſt. In der Regel, wenn man keine Ferkel verkauft, richtet man es ſo ein, daß man die 8 Fruͤhjahrs⸗ Ferkel zur Zucht und im folgenden Herbſt aufzuſetzenden Schweine behaͤlt; die Au⸗ Die Maſtung. 3 ſem Zuſtande ſeyn. Mit Futterkraͤn⸗ tern. Milchma. guſt⸗Ferkel aber bis ſie ein Jahr alt ſind, und ſie dann als Maſtſchweine verkauft. §. 90.— Zur Maſtung koͤnnen nur ausgewachſene Schweine mit dem groͤßten Vort eil aufgeſt werden. Bei ſehr guten Ragen und kraͤftiger Fuͤtterung kann ein einjaͤhriges eanhehat jaͤhrigen, als ſolche annehmen. Ddie Maſtung wird bei uns ſelten, in England aber haͤuff g mit Futterkraͤutern, Klee Luzerne, Wicken, Buchweizen, Spergel im Sommer betrieben, theils indem man die Schweine in ſolchen Futterkoppeln wechſelnd eintreibt; theils auf dem Stalle oder in einer feſtſtehenden Horde. Dieſe Futterkraͤuter, ſo wie Kohl und Abfaͤlle unter einander, werden auch geſchnit⸗ ten in eingemauerte große Behaͤlter geſalzen, eingeſtampft und darin engeſäuert, wovon die Schweine im Prbſe gzefütlert, ſehr, fett werden. 1 * 5. gI. Bei großen Molkereien findet die Mil chmaſt ſtatt, öft ohne Zuzucht. Man giebt theils die ſaure Milch, theils die Waddig, und manche ſind entſchieden der Meinung, daß jene Wurzelmaſt⸗ vortheilhafter auch zur Maſtung als zum Kaͤſemachen benutzt werde. 5 Schweine dabei ſchnell zu einem großen Gewicht kommen dnne, wenn nehn zuif derdiß za⸗ Gerſtenſchrot, um die mit Waſſer verduͤnnte Milch zu verdicken, hinzuthut. Das Fleiſch ſol⸗ cher Schweine iſt von vorzuͤglicher Guͤte. Man macht es ſich aber zur Regel, ein mit Milch angemaͤſtetes Schwein auch voͤllig damit auszumaͤſten, weil es bei jedem andern Futter danach abfallen wuͤrde. Schron kann ihm nur als Zuſatz gegeben werden. §. 92. tarker Warzel⸗ oder Hackfeuchtbau bamn oft ſehr vorther 1 kan vortheilhaft durch Schwei⸗ nemaſtung benutzt werden. Am haͤufigſten werden jetzt die Kartoffeln dazu Ahatna Shwei den Maßzſchweinen gekocht, und zwar am beſten im Dampfe, und dann zerkleinert, mit Waſ⸗ ſer angeruͤhrt, gegeben werden muͤſſen. So gern ſie rohe Kartoffeln eine Zeitlang und maͤßig 7 Man geht i immer am ſcherſten, wenn man bei der Errichtung der Schweinezucht etwas Gewoͤhnlich aber kann man die zweijaͤhrigen, zuweilen gar nur die drei⸗ freſſen, ſo werden ſie ihnen doch bei der Maſtung bal d Aucider. Zur Vollendung der Maſt ruͤhrt— ung halten ſch jnner ſe nac ahalten Die fett dabei n man es nich kein Nachb ter Waſer Der guf 8 Nord enhahn? i vieles I Schaden be nen verduͤn donach wer woͤhnen.4 gegeden w als nuͤtzlich indeſſen ir Menſchen ſchaͤlich duͤnn gege Der trefen die feſtes Fleiſc ſer Begier es daher ſe⸗ man daden Oft wirdd tert wende ſtandtheil in Kuchen Die wind ſe ha Beobachten auf; vog Koͤrnerma andhautha aucht etwa ſaa nan ver⸗ aſtlomn, und Säͤwine ſe getlegenhet it müſſen; da Markte beingn (9 fl echrie de; aber mu à, doß manſt bchält; u’e auft. zrhel zuigeſall Shwn in die⸗ har nur deki⸗ tfrautern, gle, nan die Schwein ner feiſtehenden den auch geſchni⸗ auert, wobon di öt. Mu gät einung, daßjgt iſt gewiß, W uſett noch etwa Das Fleiſch i ein mit Mo Futter denu ft durhechwei⸗ rauch, die aber hert, mit Waſ⸗ uag und miͤßi der Maſt tühe Die Schweinezucht.“ 253 man ihnen zuletzt etwas Koͤrnerſchrot unter den Kartoffelnbrei. Noch vortheilhafter zur Ma⸗ ſtung halten manche die Moͤhren, welche die Schweine auch ungekocht vorzuͤglich lieben, und ſich immer ſehr dabei aufnehmen. Sie ſollen ein ausgezeichnet feſtes und derbes Fleiſch da⸗ nach erhalten.. .§. 93. Die Biertraͤbeern muͤſen ſehr reichlich gefuͤttert werden, wenn Schweine vollkommen Brauereimaſt. fett dabei werden ſollen. Anfaͤnglich ſetzen ſie ſehr gutes Fleiſch, aber zu ſtarkem Speck bringt man es nicht damit; weshalb ſie zuletzt mit kraͤftigerm Futter vermiſcht werden muͤſſen. Wenn kein Nachbier von den Traͤbern(Seyhe) gezogen worden, ſind ſie nahrhafter. Sie muͤſſen un⸗ ter Waſſer aufbewahrt werden, weil ſie ſich ſonſt brennen. §. 94.. Der Branntweinſpuͤlicht iſt ein weit kraͤftigeres Maſtfutter als die Biertraͤbern. Daaehnegi⸗ Auf 8 Nordhaͤuſer Scheffel, circa 6 Wiener Metzen, taͤglicher Brennſatz, koͤnnen nach Neu⸗ enhahn 50 Schweine gehalten werden; indeſſen fuͤgt er hinzu, es ſey beſſer, zu wenig als zu vieles Vieh aufzuſtallen, und wenn man das Futter nicht konſumiren koͤnne, ſo ſey der Schaden bei weitem nicht ſo groß, als wenn es fehle. Anfangs muß der Spuͤlicht den Schwei⸗ nen verduͤnnt gegeben werden, weil ſie ihn ſonſt nicht freſſen wollen, und wirklich taumlicht danach werden, hernach wird immer mehr Spuͤlicht zugeſetzt, bis ſie ſich an das Futter ge⸗ woͤhnen. Der Spuͤlicht, ſagt Neuenhahn, koͤnne auch den Schweinen nicht zu friſch und warm gegeben werden, ſie verbrennten ſich nicht; kalter und alter Spuͤlicht ſey ihnen mehr ſchaͤdlich als nuͤtzlich. Von andern erfahrnen Branntweinbrennern, die viele Schweine maͤſten, iſt mir indeſſen im Gegentheile verſichert, es erfordere viele Aufmerkſamkeit und einen zuverlaͤſſigen Menſchen, damit die Schweine den Spuͤlicht nicht zu warm bekaͤmen, weil ihnen dieſes ſehr ſchaͤdlich ſey, und ſie auffallend zuruͤckſetze. Der Spoͤlicht muß ihnen dann bald dick, bald duͤnn gegeben werden, um ſie bei der Freßluſt zu erhalten.. §. 95. Der Abfall der Staͤrke⸗Fabriken, der Schlamm mit den Traͤbern des Weizens uͤber⸗ Starkeſchlamm⸗ treffen die Biertraͤbern und den Branntweinſpuͤlicht bei weitem. Sie maͤſten ſchneller, machen maſt feſtes Fleiſch, derben Speck und viele Flomen. Die Schweine freſſen ihn anfaͤnglich mit ſehr gro⸗ ßer Begierde, weswegen ſie ſich leicht uͤberfreſſen und dann nicht mehr daran wollen. Man muß es daher ſehr behutſam fuͤttern, und die Troͤge muͤſſen beſonders rein erhalten werden. Kann man dabei mit einem andern Futter auch äbwechſeln, ſo geht es mit der Maſt um ſo ſichrer. Oft wird der Staͤrkeſchlamm in groͤßeren Quantitaͤten gewonnen, als er in kurzer Zeit verfuͤt⸗ tert werden kann; dann iſt er ſchwer aufzubewahren, weil er wegen ſeiner animaliſchen Be⸗ ſtandtheile ſchnell in Faͤulniß geht. Das einzige Mittel ſoll ſeyn, ihn abzudampfen und dann in Kuchen zu backen.. §. 96. Die Getreidemaſt iſt wohl nur in ſeltneren Faͤllen wirklich vortheilhaft. Indeſſen Getreidemaſt⸗ wird ſie haͤufig angewandt, und zwar auf mancherlei Weiſe. Ein gutes Schwein ſetzt nach den Beobachtungen der Englaͤnder von 1 Buſhel, halb Gerſte halb Erbſen, 8 bis 9 Pfd. Fleiſch auf; von einer Metze alſo 3 bis à Pfd.; wonach man ſich berechnen kann, in wiefern dieſe Koͤrnermaſt wirthſchaftlich ſey. Man giebt ihnen das Getreide. 286 Die Schweinezucht. 20) roh und trocken. Die Schweine beißen und und zermalmen es recht gut, ſie muͤſſen aber ſehr vieles Waſſer dabei haben; Schweinen, die ſich zufaͤllig uͤberfreſſen hatten, iſt der Magen davon geplatzt, weswegen man vorſichtig bei der Fuͤtterung ſeyn muß. b) Gequelltes Getreide wird nicht leicht ſchaͤdlich, man bemerkt aber haͤufig, daß die Schweine nicht viel davon freſſen wollen. Kann man es, nachdem es bis zum Keimen ge⸗ kommen iſt, wieder trocknen, oder es zu Malz machen, ſo iſt es um ſo beſſer. Man laͤßt es auch ſaͤuern, wodurch es den Schweinen angenehmer und gedeihlicher wird. c) Gekochtes Getreide bis zum Zerplatzen ſoll vorzuͤglich gut maͤſten, und man erſpart dadurch gegen das Schrot, wo das Feuermaterial wohlfeil iſt, die Mahlmetze. d) Geſchrotnes Getreide iſt aber unter allen wohl das ſicherſte und vollkommenſte. Die Schweine werden es ſelten uͤberdruͤſſig, wenn es ihnen gut bereitet wird. Es muß aber eine Zeitlang vorher eingeweicht, dann mit mehrerem Waſſer verduͤnnt und ſorgfaͤltig durchgearbei⸗ tet werden, ſo daß durchaus keine Kluͤmpe darin bleiben, welche den Thieren ſehr leicht Un⸗ verdaulichkeit und Krankheit zuziehen koͤnnen; es darf nicht mit ſiedendem, ſondern nur mit lauem und kaltem Waſſer angebruͤht werden. Bei der Schrotfuͤtterung giebt man Abends gern ein wenig harte Koͤrner, welche die Freßluſt erhalten ſollen. unter dem eigentlichen Getreide iſt nach der Erfahrung der Mehrſten, die Gerſte das zutraͤglichſte; andre ziehen den Hafer vor. Huͤlſenfruͤchte aber, Erbſen, Wicken, Bohnen, ſind ungleich kraͤftiger. Nur muß man, im Fall die Maſt mit letztern betrieben werden ſoll, den Schweinen vorher kein reines Gerſtenſchrot geben, weil ſie ſonſt jene liegen laſſen. Will man dieſe ſchweren Koͤrner in der Folge ganz fuͤttern, ſo muß man ſie vom Anfange an mit Gerſtenſchrot vermiſchen. Sind die Schweine aber noch nicht mit Gerſte verwoͤhnt, ſo freſſen ſie dieſe Huͤlſenfruͤchte recht gern; hart, gequellt, gekocht und in Schrot. Nach den Erfah⸗ rungen der Englaͤnder ſollen aber, beſonders die Erbſen, ungleich kraͤftiger maͤſten, und den Schweinen angenehmer ſeyn, wenn ſie etwas geſaͤuert ſind. Ueberhaupt wird die Sauerteigsmaſt als die wohlfeilſte und ſchnellſte, wenn man Ge⸗ treide geben will, geruͤhmt. Das Schrot oder grobe Mehl wird mit warmem Waſſer in einem Zober zum Teig angeruͤhrt, dann Sauerteig hinzugethan, etwas warm evhalten, wo es dann in zwoͤlf Stunden ſauer iſt. Von dieſem Sauerteig wird eine Portion mit Waſſer zu einem dicken Tranke angeruͤhrt und ſo gegeben. Geht der Sauerteig zu Ende, ſo wird zu dem Reſte wieder friſches Schrotmehl mit Waſſer hinzugethan und angeruͤhrt. Dieſer Sauerteigstrank iſt den Schweinen ungemein angenehm, geſund und kuͤhlend. Allein gegeben ſoll er ſie aber nur ſtark aufſchlemmen, vieles, aber lockeres, leichtes Fleiſch, wenig Speck und Flomen geben. Man muͤſſe daher taͤglich einmal ſchweres Korn, vorzuͤglich Erbſen, dabei geben. Auch wollen es einige vortheilhaft gefunden haben, die Schweine mit Brod zu maͤſten. Das Brod wird von grobem Gerſten⸗ oder Roggenmehle gebacken, dann in Stuͤcke geſchnitten und im Ofen gedoͤrrt, hernach in Waſſer geweicht, und als dickes Getraͤnk gegeben. Wenn es noch ſtatt des Waſſers in ſaure Milch oder Molken geweicht wird, ſo ſoll es jede andere Maſt an Kraft und Geſchwindigkeit der Wirkung uͤbertreffen; wie mir ein ſehr glaubwuͤrdiger, erfahrner Landwirth verſichert hat. Alle andre Getreidearten ſcheint mir der Mais als Maſtfutter zu uͤbertreffen. Er giebt beſonders feſtes Fleiſch, derben Speck, und wird von den Schweinen vorzuͤglich geliebt. Bei uns braucht man ihn gewoͤhnlich nur als ein vollendetes Maſtfutter, indem man auf jedes Schwein Abends und Morgens eine oder zwei Haͤnde voll Maiskoͤrner giebt, wodurch die Maſt augenſcheinlich erhoͤht wird. Man kann auch den Schweinen die ganzen Kolben vorwerfen, da ſie ud.& ü ſie dann dieg Yoldauſte Noch ſ Schwe giben. Ha dann b Stu Im A gel, das ſtaͤ ſorders die Kcbenäthätigt ſowerſte. Sehr gebulvertes nicht nur F es alle 8, 0 luſtig und n Der ger. Iſt ſo muß m Schweine, iſt es indeſ jedes Scht Gen Die Schwemme die Schwei Endl de Lichelme und Sheck D Werden ſi laufen ſo aber nicht zewiſſen 6 wenig Nu. Den feühte nic ſind. Du Vierter gut, ſe nüſſa hatten, ſtde e ſiufg, daß Van Keimen ge NMit es und nan eign . ommenſte. d S muß aber en g durchgeathä dſohr leichtl ſordetn nurn nan Abenygen jdie Gerſeds Acm, Bohnn Aden vaden ſool, gen laſen. Wil Anfange an wit — waͤhnt, ſo ſtſn Nach den Eiſch mäͤſten, und da e, vem nan Goe n Paſer in eiten lten, wd es dann Paſet zuenm vird zu den it auerteigsnti al er ſie abe uu nd Flomen gehn en. Srod zu maͤft tuͤcke geſchitt gegeben. An Hes jede ahe r glaubwüehhe⸗ teffi Er giet ih alebt. Bi gun auf jedes durch die Rit Kvorwerfen,d ſe Die Schweinezucht. 252 ſie dann die Koͤrner ſelbſt ausleſen. Dies geſchieht beſonders in Ungarn, wo eine große Menge Moldauiſcher Schweine damit zur hoͤchſten Maſt getrieben, und nach Wien gebracht wird. §. 97. Noch ſind bei der Schweinemaſt folgende Regeln zu beobachten: Anoemeine ee⸗ geln bei der Schweine uͤberfreſſen ſich leichter wie jedes andre Thier, und dieſes ſetzt ſie ungemein zu⸗ Nag. ruͤck. Es iſt daher, wenn eins ſeyn ſoll, immer beſſer, ihnen etwas zu wenig als zu viel zu geben. Haben ſie ſich aͤberfreſſen, ſo muß man ihnen in 24 Stunden gar kein Futter, und dann 6 Stunden vor dem neuen Futter etliche Haͤnde voll harte Koͤrner mit etwas Salz geben. Im Anfange der Maſt freſſen ſie viel; wenn ſie fett ſind, wenig. Es iſt daher die Re⸗ gel, das ſtaͤrkſte und konzentrirteſte Futter bis zuletzt aufzuſparen. Indeſſen ſind einige, be⸗ ſonders die Englaͤnder, dafuͤr, ihnen gleich zu Anfange recht kraͤftiges Futter zu geben, um ihre Lebensthaͤtigkeit aufzureizen, dann allmaͤhlig leichteres, aber mehreres, und zuletzt wieder das ſchwerſte. Sehr nuͤtzlich hat man es allgemein gefunden, den Schweinen von Zeit zu Zeit ein Loth gepulvertes Spießglanz, entweder auf das Futter, oder mit ſaurer Milch zu geben. Es erhaͤlt nicht nur Freßluſt, befoͤrdert die Verdauung, ſondern ſchuͤtzt ſie auch fuͤn Finnen. Man kann es alle 8, oder alle 14 Tage geben, und beſonders dann, wenn die Schweine nicht recht freß⸗ luſtig und munter zu ſeyn ſcheinen. Der Stallraum kann ziemlich enge ſeyn, ſie werden vertraͤglicher darin und liegen ruhi⸗ ger. Iſt aber ein ſchwaches, krankes Schwein darunter, was von den andern gebiſſen wird, ſo muß man es ſchnell wegnehmen; denn ſonſt machen es die andern todt. Hungern die Schweine, ſo beißen ſie ſich leicht; bei zureichendem Futter aber ſind ſie vertraͤglich. Rathſam iſt es indeſſen, die Troͤge durch ein vorgeſchlagenes, eingeſchnittenes Brett ſo abzutheilen, daß jedes Schwein ſeinen Kopf nur eben durchſtecken kann. Genaue Beobachtung der Futterzeit iſt auch bei den Schweinen ſehr noͤthig. Die moͤglichſte Erhaltung der Reinlichkeit, und ein trocknes Lager iſt ſehr wichtig. Das Schwemmen der Schweine woͤchentlich ein paar Mal befoͤrdert die Maſtung ſehr, und macht die Schweine ruhig. §. 98. 4 Endlich erwaͤhne ich noch der Waldmaſt. Sie macht nie im hoͤchſten Grade fett; aber Zanmaft. die Eichelmaſt giebt ein ſehr feſtes Fleiſch und Speck; die Buchmaſt hingegen giebt loſes Fleiſch und Speck, welches, wenn es warm wird, auslaͤuft.. Die Schweine muͤſſen Tag und Nacht im Walde bleiben und Schoppen darin haben. Werden ſie Abends eingetrieben, oder koͤnnen frei nach Hauſe laufen, ſo erhitzen ſie ſich, und laufen ſo viel wieder ab, als ſie anſetzen. Die Waldmaſt iſt freilich unter allen die wohlfeilſte, aber nicht alle Jahre iſt ſie genugſam vorhanden. Wenn ſie ſich nicht ſchnell darin bis zu einem gewiſſen Grade fett freſſen, ſo haben ſie oft wegen des Mangels an Waͤrme und an Ruhe, wenig Nutzen davon. M Den Weideſchweinen iſt die Holzweide immer ſehr vortheilhaft, wenn auch die Wald⸗ fruͤchte nicht gerathen, indem die Wurzeln, Maden und Waͤrmer ihnen immer ſehr gedeihlich ſind. Durchaus muͤſſen ſie ader Waſſer dabei genugſam haben. Vierter Theil. Kk Verhäleniſſe der Schaafzucht zur Rindbiehzucht. Die Schaaßucht. Die Schaafzucht. . 5. 99. Man hat die Schasfzucht in Verhaͤltniß der uͤbrigen Viehzucht zuweilen zu ſehr herab⸗ geſetzt, zuweilen zu ſehr: erhoben. Die Lokalitaͤten abgerechnet, die allemal uͤder den hoͤhern Vortheil der einen oder der andeen in konkreten Fallen entſcheiden muͤſſen, haben die Zeiten und die ſich damit veraͤndernden merkantiliſchen Konjunkturen einen großen Einfluß auf den mehreren oder minderen Vortheil der einen oder der andern Art gehabt. Es iſt aber auch nicht zu verkennen, daß die Aufmerkſamkeit und die Anſtrengung, welche man vorzugsweiſe auf die⸗ ſes oder jenes Vieh wandte, einen großen Einfluß auf deſſen hoͤheren oder geringeren Ertrag haben mußten. Es iſt wohl allgemein anerkannt, daß nur ſorgfaͤltig aufgezogenes, gut ge⸗ pflegtes und reichlich ernaͤhrtes Vieh jeder Art den dafuͤr mit Ueberlegung gemachten Aufwand reichlicher bezahlen werde, als das ſchlecht gehaltene Vieh den kaͤrglichen, den man darauf zu verwenden ſich dennoch gezwungen fuͤhlt. Nur der Ueberſchuß uͤber die hoͤchſte Rothdurft bringt Vortheil; was nur eben das Leben des Thiers hinzuhalten vermag, iſt in gewiſſer Hinſicht ganz verloren. Darum konnten die vormals faſt immer kaͤrglich genaͤhrten Schaͤfereien keinen Ertrag geben, ſondern es war, nach der Ueberzeugung der mehrſten Landwirthe, in manchen Gegen⸗ den, wenn Futter und Weide auch nur auf das geringſte angerechnet wurden, bei den Schaͤfe⸗ reien ein eminenter Verluſt, und nur der Unentbehrlichkeit des Pferchs hatten ſie ihre Beibe⸗ haltung zu verdanken. Wie man indeſſen, durch den Vortheil veredelter Schaͤfereien aufmerk⸗ ſam gemacht, in denſelben Gegenden und Wir ethſchaften eine beſſere Verpflegung und mehrere Sorgfalt auf die Schaͤfereien uͤberhaupt zu verwenden anfing, zeigte ſich ſchon, ohne Mitwir⸗ kung der Veredlung ſelbſt, ein hoͤherer reiner Ertrag, und da nun die Veredlung hinzukam, ſo ward die Nutzung der Schaafe ſo groß, daß man ſie weit uͤber die des Rindviehs und der Mol⸗ 3 kerei zu erheben anſing, und letztere dagegen in Schatten ſte llte. Leider gab es nur wenige Wirth⸗ ſchaften, Stande waren, und ſo mußte dann mehrentheils das eine in der Verſorgung zuruͤckſtehen, wenn das andre einmal den Vorzug erhielt. Hierdurch ſank jenes dann natuͤrlich um ſo tiefer herab. nen, die Frage entſteht, welche Art der Landwirth auf Koſten oder zum Vortheil der andern Die merkantiliſchen Konjunkturen, abhaͤngig von den politiſchen, haben nun ſeit gerau⸗ mer Zeit durch die hohen Wollpreiſe die Schaͤfereien uͤberhaupt beguͤnſtigt, und ſo ſteht das Schaaf anjetzt faſt durch ganz Europa bei den Landwirthen in hoͤherer Achtung wie das Rind⸗ vieh, und wenn dieſe gleich nur durch das Merinoſchaaf erregt worden, ſo faͤl ſie dennoch zu⸗ gleich auf das Landſchaaf zuruͤck, und hebt ſolches mit empor. Man hat faſt allgemein den Satz angenommen, daß die Ernaͤhrung von 10 Schaafen, auf der Weide und im Stalle, der Ernaͤhrung einer Kuh gleich ſey. Dieſes Verhaͤltniß be⸗ gruͤndete ſich zuerſt auf denj jenigen Schiag von Schaafen und von Kuͤhen, den man im noͤrdli⸗ chen Deutſchlande hielt, und der jeder in ſeiner Art ſich in einem gleich duͤrftigen Zuſtande be⸗ fand. Das Verhaͤltniß ſcheint aber auch zu bleiben, wenn jede Viehhaltung ſich im gleichen Grade verbeſſert. So wie vervollkommnete Kuͤhe doppelte Weide und Fuͤtterung erfordern, ſo erfordern ſie auch vervollkommnete Schaafe. Sollte der Nahrungsaufwand bei den Schaafen vielleicht auch nicht in demſelben Grade, wie bei den Kuͤhen, mit der Veredlung ſteigen, ſo werden doch die Nebenkoſten und das groͤßere Riſiko jenes Verhaͤltniß der ſaͤmmtlichen Ausga⸗ be, d. h. Weide und Fuͤtterung mitgerechnet, mehrentheils herſtellen. Wenn daher in ſolchen Lokalitaͤten, wo beide Vieharten gleich gutgehalten werden kon⸗ jd ſoch vicht fände auch So n preis geſtun Weiden, di die beide Vieharten ſorgfaͤttig und reichlich genug zu verpflegen und zu ernaͤhren im der Nolkere tetung an I Grund und? leictt beid thell des erſ minderung: ſie ſo vielen Die 4 ſchiedenen? hoͤren aber wir in verſ die mannig wirthſchaft Da Ich! gen auf der vier Haupta 2) di b) d ĩ) di d) d Das zegenden d hait ſeyn f lebt auf ei haben ſämn it nehent ſolce, di miüͤhſan ad honnis, w Die Schaaßucht. 259 vermindern ſolle— ſo wird ſie ſich hauptſaͤchlich durch die Beantwortung einer andern Frage entſcheiden laſſen: bringen 10 Schaafe oder eine Kuh mehreren Vortheil? Und dieſe Frage laͤßt ſich durchaus nicht im Allgemeinen, aber bei einer auch nur oberflaͤchlichen Buchfuͤhrung 9 herd ſehr leicht in einzelnen Faͤllen beantworten. Außer andern Verhaͤltniſſen ſprechen hierbei nun, hain hähmn wie ſchon oben erwaͤhnt, die Zeitumſtaͤnde mit, und man muß ſich allerdings danach richten, Waasn üi jedoch nicht dermaßen⸗ daß man ſich außer Stand ſetzte, mit einer Abaͤnderung der Zeitum⸗ ſochedaüd ſtaͤnde auch ſein Viehverhaͤltniß wieder abaͤndern zu koͤnnen.“ 3 aucutctt So wie ſeit zehn Jahren das Verhaͤltniß des Fleiſch⸗ und Butterpreiſes gegen den Woll⸗ ugeweiſe afin preis geſtanden hat— obgleich beide ſehr hoch waren— iſt der Vortheil der Schaͤferei auf heringeren Ern Weiden, die fuͤr beide Thierarten gleich paſſend waren, entſchieden groͤßer geweſen, als der Sogenes, gug dee Molkerei. Bei der Stallfuͤtterung der Kuͤhe iſt dies aber nicht der Fall, weil Stallfuͤt⸗ tachten Auſuh terung an Weideraum ſo viel erſpart, daß dadurch die Gleichheit des reinen Ertrages vom Rwan darauf Grund und Boden wenigſtens wieder hergeſtellt wird. Wenn aber die Stallfuͤtterung, die weit Nocdui hig leichter bei dem Rindvieh als bei den Schaafen anzuwenden iſt, das Reſultat auch zum Vor⸗ riſer Hiſtt nz theil des erſteren lenken ſollte, ſo wird ſie unter unſeren Berhaͤltniſſen doch nur ſelten zur Ver⸗ 3 ſdien keinen ot minderung der Schaͤferei leiten, ſondern im Gegentheil zu ihrer Vermehrung fuͤhren; indem nanchen Gan. ſie ſo vielen Weideraum erſpart, der dann bloß mit letzteren benutzt werden kann. d b den Eciß tten ſeihte Beibe⸗§. 100. 4— äferam uimelt⸗ Die mannigfaltigen und ſehr ausgezeichneten Racen der Schaafe, die wir in den ver⸗ Schaafrages. Gung undmhma ſchiedenen Welttheilen antreffen, ſind ein intereſſanter Gegenſtand fuͤr die Raturgeſchichte, ge⸗ in, hne Rhen dhoͤren aber nicht fuͤr die Landwirthſchaftslehre. Auch rede ich nicht von denen Ragen, weldge rredlung hinzutar wir in verſchiedenen entfernteren und von uns getrennten Europaͤiſchen Laͤndern antreffen. Ueber 8 richsunddergy. die mannigfaltigen Ragen, die allein Britannien aufſtellt, habe ich in meiner engliſchen Land⸗ nut wenigewih wirthſchaft geredet; auch kann man daruͤber nachſehen:. und u emiheans Culley, uͤber die Auswahl und Veredlung der vorzuͤglichſten Hausthiere, aus dem Engl. von zweückſzehen, nmn 4 Daum, mit Kupfern von Witte. Berlin, 1804.. un ſo iefer hen. Ich beſchraͤnke mich auf diejenigen, welche wir auf deutſchem Boden antreffen, ſie moͤ⸗ ben nun ſctgrau gen auf demſelben urſpruͤnglich in uralten Zeiten, oder in neueren eingefuͤhrt ſeyn. Es ſind und ſ ichrdW vier Hauptarten, ung wie di Ri a) die Haidſchaafe; ält ſe demnzw b) die Marſch⸗ oder Niederungsſchaafe; c) die gewoͤhnlichen Landſchaafe; an 10 Schacis V d) die Merinoſchaafe. 8 Verhaͤltni t. 1911 Dnun Das Haidſchaaf, Haidſchnu cke, iſt eine kleine Art, die ſich faſt nur in den Haid⸗ Das Baidſchaaf.. n ſih in glita gegenden des Laͤneburgiſchen und Bremiſchen befindet, außer ſolchen Gegenden nicht vortheil⸗ 9Ig dun ſo haft ſeyn kann, und ſich auch ſonſt nirgends halten wuͤrde, indem ſie faſt nur von Haidekraut ung Ehte nii lebt, auf einer kraͤftigern Weide ſich ſchnell fett, aber dann auch bald krank frißt. Dieſe Schaafe be dice, 3 haben ſaͤmmtlich Hoͤrner, ſind nie ganz weiß, ſondern grau, braun oder ſchwarz. Ihre Wolle ahe ug 0 ſſt mehrentheils haarig, grob und ſcharf; doch giebt es einige, die feinere Wolle haben, und nauccen Ausge ſolche, die unter der laͤngeren, groberen Wolle, kurze feine Wolle tragen, welche aber nur— 4 werden a muͤhſam abzuſondern iſt. Sie werden gewoͤhnlich zweimal geſchoren, das erſte Mal gegen Jo⸗ len hannis, wo ein Widder wohl 2 bis 3 Pfund, ein Hammel 2 bis 2 ½ Pfund, und ein Schaaf theil der Kndin§K k 2 Das Marſch⸗ ſchaaf⸗ 200 Die Schaaßzucht. haft. 1 bis 1 Pfd. giebt; zum zweiten Male gegen Michaelis, wo man ſie aber abſichtlich nicht tief ſchiert, und kaum ein Drittel ſo viel, als zum erſten Male erhaͤlt. Die Wolle wird zu groben Huͤten, und zwar hauptſaͤchlich die kurze, gebraucht; ſonſt macht man grobe Zeuge, insbeſondere ein aus Hanf und Wolle zuſammen gewebtes, daraus; doch wird ſie auch aus⸗ waͤrts manchmal ſehr geſucht, und zur Matroſenkleidung und zu Tuchzeugen verarbeitet. Dieſe Schaafe gewaͤhren eine ſehr geringe Nutzung, aber ſie koſten auch in dieſen Ge⸗ genden faſt gar nichts, denn ſie leben Winter und Sommer bloß von Haidekraut. Sie kratzen es unter dem Schnee heraus, und wenn er gar zu hoch liegt, ſo macht man ihnen Bahn mit einem Schneepfluge, wodurch ſie Zugang zur Haide bekommen. Auch giebt man ihnen trocknes Haidekraut im Stalle oder Schoppen, wo es ihnen, gewoͤhnlich mit etwas Pferdemiſt ver⸗ mengt, eingeſtreuet wird. Etwas Buchweizenſtroh bekommen ſie faſt nur als Leckerbiſſen. Zur Lammzeit geben ihnen indeſſen einige auch ein wenig Buchweizenkorn, und den Laͤmmern wohl etwas Heu. So hart dieſe Schaafe ſonſt ſind, ſo ertragen ſie es doch nicht, des Nachts in Huͤrden zu liegen. Ihr Gewicht bleibt ſehr geringe; es iſt ſchon ein guter Hammel, der zu 27 Pfd. Schlaͤchtergewicht kommt. Ihr Fleiſch iſt gemaͤſtet aber ſehr feinfaſrig, ſaftig und ſchmack⸗ Man hat ſie mit andern gewoͤhnlichen Landſchaafen durchkreuzt, und dann einen Mittel⸗ ſchlag herausgebracht, den man halbedel nennt, der aber gar nichts taugt, eine beſſere Fuͤt⸗ terung und Weide erfordert, wenn er nicht ganz verkroͤppeln ſoll, und wenig mehr eintraͤgt, als dieſe reine Haidſchnucke. §. 102. Das Marſch⸗oder Niederungsſchaaf, auch Frieſiſches Schaaf genannt, hat mehrere Abarten, die jedoch von demſelben Hauptſtamme herzukommen und nur durch die Haltung und durch die Auswahl der Individuen abgeaͤndert zu ſeyn ſcheinen. Die in den fetteſten Gegenden ſind ſehr groß und breit, und koͤnnen bis zu einem Schlaͤchtergewichte von 108 Pfd., einzelne noch ungleich hoͤher, getrieben werden. Sie tragen eine ſtarke Wolle, die mehr oder minder fein und weich, aber nie kraus, ſondern ſchlicht und ſogenannte Kaͤmmwolle iſt. Sie koͤnnen im Durchſchnitt auf recht fetten Weiden 9 Pfd. Wolle geben, die kleineren geben jedoch nur 5 ¾ bis 6 ½ Pfd. Dieſe Wolle iſt zu gewiſſen Zeugen ſehr ſchaͤtzbar, und vor⸗ zuͤglich zu geſtrickten und gewebten Struͤmpfen, weil ſie ſich durch die Feuchtigkeit nicht zuſam⸗ menzieht oder einkruͤmmpt; aber zu Tuͤchern iſt ſie nicht brauchbar. Sie bringen in der Regel oft auch drei Laͤmmer, man hat ſogar Beiſpiele von mehreren. Die kleinere, feinknochige Abart dieſer Schaafe wird ſchnell fett, und auf guten Weiden ſchon im zweiten Jahre ſchlachtbar. Sie geben viele Milch, und man melkt ſie haͤufig. Ich habe ſolche Schaafe, nicht von der groͤßten Art, geſehen, die taͤglich uͤber 3 Seidel Milch gaben, und welche fuͤr die Liebhaber der Schaafmilch von vorzuͤglicher Guͤte war.. Dieſe Schaafe ſcheinen daher vortheilhaft zu ſeyn, aber ſie ſind es richtig erwogen nicht; denn ſie erfordern nach Verhaͤltniß ihres Ertrages eine ſehr reiche Weide und Fuͤtterung. Sie werden deshalb auch faſt nur bei einzelnen Stuͤcken in ſolchen Gegenden gehalten, wo man ih⸗ nen eine Weide geben kann, die auf andere Weiſe nicht wohl zu benutzen iſt. In den einge⸗ deichten Niederungen gehen ſie an und hinter dem Deiche. Wenn man ſie fett machen will, ſo laͤßt man ſie entweder zwiſchen anderm Vieh auf den Fettweiden gehen, oder giebt ihnen Gras⸗ koppeln ein, die anderes Vieh nicht tragen wuͤrden, die man ſonſt als Wieſe benutzt, aber aun ein Jo ſchllige Gre ich Bei e ten, aber ung hu ke hat man d auch ſeyn, in allen ô fen abſtan keine Weiſ Elb⸗Niede Das doch von, bei der A man dara Pflege au⸗ her mehr ſonders a da, wo Eir Art. S ſchah, ſe Es waͤre ſchen Pro mert, wa landragen treten, d ſelbſt der Harte dar ege. De giebt eine und dier groben Wolle ſi und Elaf Es vorled ne terworſen nicht geſte da kann; Frage en b abſihtch n Woll wird 1 an grohe Zeu a ſe 47 4 derdänt. uudh den Ge⸗ au. deaen ihnen Bahn m nan ihnen trocns s Pferdemit keckerbiſen ze Laͤmmern di , d Nactß „ der zu— h ſoftig und ſtnik. dan einen Mi⸗ t, ene deſere g enig meht inträgt, Stdai geunn, t en und dut ſdus heinen. Die in blächtergewichtmn ne ſterke Dole, R enannte Fnnvot geben, de leen ſchaͤtzbor, uds htigkeit ichtſ hieſe von mehin suten Weiden ct haͤufg. Jh adel Mich gu, Htig erwoymacht nd Fuͤttmng. Ei holtel eo man ſ ſt In den eing mnachen wil, giebt ihnen Geut ieſe denutt, n Die Schaaßucht.— 261 nun ein Jahr ſchonen und durch den Pferch beduͤngen will. Sie freſſen hier ſelbſt das alte =ſchilſige Gras weg, und eine ſolche Wieſe verbeſſert ſich danach merklich. Dies Schaaf frißt ſich nicht leicht faul, hier aber will man es ohnehin bald ſchlachten. Bei einer reichlichen Stallfuͤtterung mit Klee kann man dieſes Schaaf allenthalben hal⸗ ten, aber bei vielen damit gemachten Verſuchen, die ich kenne, fand man doch ihre Ernaͤh⸗ rung zu koſtſpielig fuͤr ihren Ertrag. Nur eine verkleinerte Abart mit ungleich feineren Knochen hat man doch in Hoͤhegegenden, aber nur auf ſehr reichen Weiden, nutzbar gefunden. Es kann auch ſeyn, daß dieſe Abart mittelſt der Durchkreuzung entſtanden war. Man trifft jene faſt in allen Niederungsgegenden an, und einige glauben, daß ſie von den gewoͤhnlichen Landſchaa⸗ fen abſtammen, aber durch die reichliche Weide allmaͤhlig ſo geartet ſey; was mir aber auf keine Weiſe glaublich ſcheint. Ich glaube vielmehr, daß ſie ſaͤmmtlich aus den Rhein⸗ und Elb⸗Niederungen dahin verpflanzt worden. §. 103. Das deutſche Landſchaaf hat zwar auch manche Verſchiedenheiten, ſcheint aber doch von einem Urſtamme entſprungen zu ſeyn. Nur die Ungleichheit der Sorgfalt, welche man bei der Aufzucht und bei der Haltung darauf verwandt hat, haben die Verſchiedenheiten, die man daran bemerkt, hervorgebracht, die nun zwar forterben, aber bei einer veraͤnderten Pflege auch wieder einarteten. In allen deutſchen Gegenden, wo man ſchon ſeit aͤlteren Zeiten Das deutſche Landſchaaf. her mehrere Achtſamkeit auf die Schaafe wandte, die Schaafe auch eine beſſere Weide, be⸗ ſonders an Bergen hatten, findet man eine beſſeree Landrace, auch in Hinſicht der Wolle, als da, wo ſie kuͤmmerlich und nur als Nothbehelf gehalten wurden. Eine beſondere Abart nennt man in Niederſachſen die Flandriſche oder Rheiniſche Art. Sie iſt aber nur da vorzuͤglich geblieben, wo man ſie beſſer verpflegte; wo das nicht ge⸗ ſchah, ſcheint ſie mir nicht verſchieden von unſrer Pommerſchen und Preußiſchen Art zu ſeyn. Es waͤre der Muͤhe werth, den Gradationen in der Feinheit und Guͤte der Wolle in den deut⸗ ſchen Provinzen nachzuſpuͤren. Wir haben uns aber ſeit jeher am wenigſten um das bekuͤm⸗ mert, was uns nahe lag, und jetzt, nach Einfuͤhrung der Merinos, achtet man die deutſchen Landragen einer genaueren Unterſuchung kaum werth. Es koͤnnte indeſſen wohl der Fall ein⸗ treten, daß die Einfuͤhrung einer deutſchen vorzuͤglichen Landrage und ihre Veredlung in ſich ſelbſt der Muͤhe lohnte, und daß ſie durch das Gewicht ihrer Wolle, und durch ihre groͤßere Haͤrte dann vielleicht durch ihre mehrere Maſtfaͤhigkeit den hoͤheren Werth der Merinowolle er etzte. Die Feinheit, Elaſticitaͤt und Staͤrke der Landwolle iſt in der That ſehr verſchieden. Es giebt eine Art von Landſchaafen, aus deren Wolle ſchon recht gute Mitteltuͤcher bereitet werden, und die vorzuͤglich dauerhaft ſind. Es giebt andre, die ſo ſtichelhaarig iſt, daß ſie nur zu ganz groben Zeugen gebraucht werden kann. Auch in Anſehung der Dichtheit und Quantitaͤt der Wolle ſind unſre Schaafe ſehr verſchieden, und es iſt faſt immer mit einer groͤßern Feinheit und Elaſticitaͤt auch mehrere Dichtigkeit des Fließes verbunden. V Es iſt nicht zu leugnen, daß unſre Landſchaafe mit ſchlechterer Weide und Fuͤtterung vorlieb nehmen als die ſpaniſchen, und daß ſie zugleich haͤrter und wenigeren Krankheiten un⸗ terworfen ſind. Wo daher die ganze Wirthſchaftseinrichtung die beſſere Weide und Fuͤtterung nicht geſtattet, welche die Merinos wenigſtens zu einem befriedigenden Wollertrage erfordern, da kann man die Beibehaltung der Landſchaafe nicht ſo unbedingt tadeln. Wenn freilich die Frage entſteht, warum manche Wirthſchaft nicht ſo eingerichtet werde, daß ſie Merinoſchaafe —————— Die Schaaßzucht. ſtatt der Landſchaafe vortheilhaft halten koͤnne, ſo aͤndert ſich die Anſi von iſt jetzt nicht die Rede. ohne neue Merinowidder zuzulaſſen. cht der Sache, und hier⸗ Nur wo eine Abaͤnderung der Wirthſchaftsverhaͤltniſſe und Ver⸗ beſſerung der Weiden nicht ausgefuͤhrt wird und werden kann, ſcheint es mir, daß auch man⸗ che Wirthſchaft keinen Vortheil von der Einfuͤhrung der Merinos gegen die einer guten Land⸗ rage haben werde, zumal wenn durch die allgemeine Verbreitung der Merinos der Preis der guten groͤberen Wolle in Verhaͤltniß der feinen ſteigen ſollte. merkſame Landwirthe in mehreren Gegenden ſchon ſeit laͤngerer Zeit Verſuche mit der Vered⸗ lung einlaͤndiſcher Schaafe in ſich ſelbſt gemacht haben; wahrſcheinlich ſind ſie aber nun auch zu der Merinokreuzung uͤbergegangen. Zum Schlachtoieh ſchicken ſich die Landſchaafe, und beſonders gewiſſe Arten derſelben, ohne allen Zweifel beſſer als die reinen Merinos, die nie zu einer ſolchen Staͤrke und Feiſtigkeit zu bringen ſind, auch kein ſo ſaftiges Fleiſch haben. Ich weiß, das verſchiedene auf⸗ Die Merinorace, welche wir nun ſchon als eine in Deutſchland einheimiſch gewor⸗ dene betrachten koͤnnen, ungeachtet ſie freilich in ihrer vollen Reinheit noch nicht haͤufig iſt, darf ich bei allen Leſern dieſes Werks als hinlaͤnglich bekannt anſehen. Ich habe im Jahre 1811 ein Handbuch fuͤrdiefeinwollige Schaafzucht auf Befehl des Koͤnigl. Miniſteriums des Innern herausgegeben(welches auch in den Annalen der Forrſchritte der Landwirthſchaft Bd. I. S. 1. abgedruckt iſt), worin ich das wichtigſte uͤber dieſen Gegenſtand geſagt zu haben glaube. Wenn man hiermit das Teſſierſche von Herrn Witte unter folgendem Titel uͤberſetzte Werk:„uͤber die Schaafzucht, insbeſondere uͤber die Rage der Merinos, mit 6 Kupfertafeln, Berlin 1811,“ verbindet, und dann die aus dem Franzoͤſiſchen uͤberſetzte Schrift:„Erfah⸗ rungen und Beobachtungen uͤber die ſpaniſchen Merinoſchaafe, die Feinheit der Wolle und das Kreuzen derſelben mit gemeineren Ragen, von Carl Pictet in Genf, mit 3 Kupfertafeln, Wien 1808,“ endlich„Poiferé de Cêré Abhandlung in Annalen des Ackerbaues Bd. X. S. 641.,“ ſo wird man den vollſtaͤndigſten Unterricht uͤber dieſe veredelte Schaafzucht erhalten. Daher werde ich mich, um mich ſelbſt und andre nicht ausſchreiben zu muͤſſen Bemerkungen beſchraͤnken. Der verehrungswuͤrdige Pictet hat vor allen die Nothwendigkeit reiner Stammſchaͤfe⸗ reien, in welchen ſich auch von muͤtterlicher Seite kein anderes Blut eingemiſcht habe, zur Er⸗ zeugung der Widder am deutlichſten ins Licht geſtellt, ſelbſt in dem Falle, daß man nicht auf Einfuͤhrung der voͤllig reinen Merinorage ſelbſt hinarbeiten, ſondern nur Veredlung bewir⸗ ken wolle. Dieſe geht mit ſolchen Boͤcken nicht nur ſchneller vorwaͤrts, ſondern ſie muß auch, um ſich auf dem Punkte, wohin ſie einmal gediehen iſt, zu erhalten, wenigſtens von Zeit zu Zeit, Widder ganz reiner Abſtammung anwenden. Ob und wann ein veredelter, aber maͤtter⸗ licher Seits von unſern Landſchaafen erzeugter Stamm die Beſtaͤndigkeit erhalte, daß kein Zuruͤckſchlagen ohne neue Durchkreuzungen Statt finde, iſt bis jetzt noch zweifelhaft. Englaͤnder, insbeſondere Dr. Parry, glauben, daß ſie mittelſt der Durchkreuzung ihrer Ryelands⸗ und Southdowns⸗Schaafe einen Schlag hervorgebracht haben, welcher den aͤchten Merinos in der Feinheit der Wolle nicht nur gleich komme, ſondern in Anſehung des Koͤrper⸗ baues, der Haͤrte und der Guͤte des Fleiſches ſie zu ihrem Zwecke noch weit uͤbertreffe, und halten dieſen Schlag ſchon fuͤr ſo konſtant, daß ſie ihn nur in ſich ſelbſt zu veredeln ſuchen, Sie ſagen, daß, ſo wie die edelſte Race ihrer Pferde zuerſt mittelſt der Durchkreuzung mit arabiſchen Hengſten gebildet ſey, nun aber Vollkommen⸗ heiten erreicht habe, welche ihnen dieſe Race weit ſchaͤtzbarer, als die arabiſche ſelbſt mache, ,hier nur auf einige Einige ſo werde d ſchenen ihee Fyelan Enuſand nu dſ man ſielt, ein nien hind ten, ſo d di ſie in zwei ſchiedenen ſo geſteht! hamerft m den man o der, entſt arten gleit ben, in] jene Weid jezt darut Vermuth. immer me werden. d. bilden, Weiden! Gewalt arten, be das Mod konnen. So weil bei de kleinere N und wenn deshalb ig here, und nen haͤlt Hohe Be ſchlag un Hals aus ig vorz nur zar dr der Hinte als eine d andere ta berſtanden de, und hin ſe und Ver⸗ auch man⸗ daten Land⸗ r dreis der cidan auf⸗ nit der Na⸗ ſie aber un dſchaaft, un 8, die nien haben. amäc gewwl⸗ ict hauffſ m Jahrelzlt Miniſteriunz andwirthſchit geagtzu haben dir ihaſſtte Kupferat, geſt Eil Polle und des ſettafeln, Wie X. S. 641 halten. Dahe tuur auf einige t Stanwicäfe⸗ zt habe, zur d⸗ man nict di credlung beri⸗ nſie muß au ns von Jeit aber muͤttt alte, daß kal ſhaft. En kreuzung ihnn cer den ihlen ng des lüper⸗ bbennft, und erhenn ſuchen, wihrer Pferde Vollkommel⸗ e ſelbſt mac 1 Die Schaaßzucht. 263 ſo werde dies auch mit dieſer Schaafrage der Fall ſeyn. Die von ihnen angefuͤhrten Thatſachen ſcheinen in der That dieſe Meinung zu begruͤnden; man muß aber dabei wohl erwaͤgen, daß ihre Ryelands⸗Schaafe ſchon von großer Feinheit waren, und daß der Preis ihrer Wolle in England nur um ein Drittel niedriger, als der Preis der feinſten ſpaniſchen Wolle ſtand, ſo daß man ſchon lange dieſe Ryelands von gleicher Abſtammung mit den ſpaniſchen Merinos hielt, einige ſogar behaupteten, die Merinos ſeyen Abkoͤmmlinge von jenen, und nach Spa⸗ nien hin verpflanzt worden. Wenn daher die Englaͤnder jenen Zweck auch ſo fruͤh erreicht haͤt⸗ ten, ſo duͤrfen wir dies doch mit unſern eingebornen Schaafen nicht erwarten. Die Merinos in Spanien ſind ſich einander keinesweges gleich, und man unterſcheidet ſie in zwei Hauptklaſſen, die Leoneſiſchen und Sorianiſchen. Jene Klaſſe iſt wieder in den ver⸗ ſchiedenen großen Heerden verſchieden, und wenn gleich eine jede ſich einiger Vorzuͤge ruͤhmt, ſo geſteht man ſie doch andern wieder in beſonderer Ruͤckſicht zu. Dieſe feineren Abartungen bemerkt man auch in deutſchen reinen Merinoheerden, und ſie ſind theils durch den Urſtamm, den man aus Spanien erhielt, theils durch die Auswahl der Individuen, vornaͤmlich der Wid⸗ der, entſtanden. Die Feinheit der Wolle und ihre uͤbrigen Qualitaͤten koͤnnen bei dieſen Ab⸗ arten gleich ſeyn, in Anſehung der Quantitaͤt der Wolle aber, die ſie bei gleicher Haltung ge⸗ ben, in Anſehung der Groͤße, der Haͤrte und Ausdauer, der Angemeſſenheit fuͤr dieſe oder jene Weide bemerkt man ſchon eine merkliche Verſchiedenheit darunter. Es laͤßt ſich jedoch bis jetzt daruͤber noch nichts mit Zuverlaͤſſigkeit beſtimmen, da die Vemerkungen zu einſeitig ſind. Vermuthlich werden dieſe Abarten, da ein jeder bei der Auswahl der Boͤcke ſein eigenes Ideal immer mehr zu erreichen ſtrebt, mit der Zeit immer konſtanter und charaktertſtiſch verſchiedener werden. Die Abarten werden ſich bei uns wahrſcheinlich weit auffallender als in Spanien ſelbſt bilden, da man die indididuelle Begattung beſtimmter leitet, als es dort, wo ſie auf den Weiden und auf der Reiſe vorgehet, geſchehen kann. Die Englaͤnder haben aber gezeigt, welche Gewalt man durch eine ſolche Auswahl der Individuen uͤber die Form und Natur aller Thier⸗ arten, beſonders uͤber die der Schaafe, habe. Backewell, ſagt Lord Sommerwille, ſchien das Modell eines Schaafes, wie er es ſich dachte, ſchnitzen und es dann lebendig machen zu koͤnnen. So arbeiten einige unſerer vorzuͤglichſten Schaafzuͤchter auf die Groͤße des Koͤrpers hin, weil bei dem groͤßeren Umfange deſſelben auch der Wollertrag ſtaͤrker ſey. Andere halten eine kleinere Natur vortheilhafter, welche durch Dichtigkeit der Wolle den groͤßeren Umfang erſetze; und wenn ſie auch in der Quantitaͤt der Wolle jenen nachſtehe, doch leichter zu naͤhren ſey und deshalb in groͤßerer Zahl gehalten werden koͤnne. Einige wollen niedrigere Beine, andere hoͤ⸗ here, und ſie ſind nicht ſo gleichguͤltig, wie es manchem ſcheinen moͤchte. Bei niedrigern Bei⸗ nen haͤlt ſich das Schaaf ruhiger, und ſie haben Vorzuͤge auf nahen und konzentrirten Weiden. Hohe Beine aber erleichtern ihnen weite Wege nach den Weiden und aus dieſen in den Huͤrden⸗ ſchlag und den Stall. Man hat eine Art, die ſich durch einen dreifachen Wollkragen um den Hals auszeichnet, und auch eine ſtarke Wamme und behangene Bruſt zu haben pflegt, die ei⸗ nige vorzuͤglich ſchaͤtzen, andere aber nicht ſehr wuͤnſchen, weil die ſich hier erzeugende Wolle nur zur dritten Gattung gehoͤre. Bei einigen gehet der Wollwuchs herab bis auf die Klauen der Hinter⸗ auch wohl der Vorderbeine, bei andern nur bis auf die Knie. Manche ſehen dieß als eine vorzuͤgliche Eigenſchaft an, weil es eine Neigung zum ſtarken Wollwuchſe verrathe; andere tadeln es wegen der Schlechtheit dieſer Abfallwolle. Aber alle Schaafzuͤchter ſind ein⸗ verſtanden, daß dieſe Eigenheiten ſich vererben. Genauere Beobachtungen muͤſſen noch ergeben — 264 b Die Schaaßucht. welchen Bezug ſie auf die Quantitaͤt und Qualitaͤt der Wolle haben. Die Bildung und Konſti⸗ tution des Koͤrpers zum Fleiſch⸗ und Fettanſatz iſt bei der reinen Merino⸗Race von uns wenig beruͤckſichtiget worden, weil von dieſer wenig Bocklaͤmmer gehammelt und nur ausgediente Schaafe geſchlachtet werden. Qualitaͤt und Quantitaͤt der Wolle bleibt zwar immer die Haupt⸗ ruͤckſicht, es fraͤgt ſich nur, in wiefern jene Eigenſchaften damit in einem oder anderen Ver⸗ haͤltniſſe ſtehen. Man wird freilich auch leicht darauf verfallen, dieſe oder jene Form konven⸗ tionell ſchoͤn zu finden, ohne daß man ihr eine beſondere Nutzbarkeit beimeſſen konnte. Aber dieß iſt dann Sache der Mode, die ſchnell wechſelt. Eine Eigenheit des Merinoſchaafs iſt es, daß es ſich ſpaͤter ausbildet, mehrentheils ſpaͤ⸗ ter mit den Zaͤhnen wechſelt, den Begattungstrieb ſpaͤter aͤußert und voͤllig auswaͤchſt. Indeſ⸗ ſen kann durch kraͤftige Nahrung eine fruͤhere Ausbildung bewirkt werden. Dagegen wird die⸗ ſes Schaaf auch aͤlter und laͤnger ausdauernd. Man hat Schaafe, die bis ins 15e Jahr ihre ſammtlichen Zaͤhne erhalten und geſunde Laͤmmer gebracht haben. Dieß iſt indeſſen etwas un⸗ gewoͤhnliches, bis ins 10te Jahr kann aber das reine Merinoſchaaf ſehr gut erhalten werden. Auch durch ihr Temperament zeichnen ſich die Merinos aus, ſie ſind traͤge und ſchon als Laͤm⸗ mer weniger munter. Sie ſollen dummer ſeyn, und das ſchließt man hauptſaͤchlich daraus, daß ſich die Muͤtter von fremden Laͤmmern ihre Milch abſaugen laſſen, wogegen ein Landſchaaf nicht leicht ein anderes als ſein eigenes Lamm zulaͤßt. Dieſer Umſtand iſt allerdings nicht gleichguͤltig, weil die ſtaͤrkeren und munteren Laͤmmer den uͤbrigen leicht die Nahrung rauben. Es kommt daher bei dieſer Race viel darauf an, gleichzeitige und gleich ſtarke Laͤmmer zu aben. Uebrigens muß ich auf mein oben erwaͤhntes, erſt kuͤrzlich herausgegebenes Handbuch fuͤr die feinwollige Schaafzucht verweiſen. §. 105.. Einige glauben, daß die Schaafe ſchon im zweiten Jahre ihres Lebens, oder wenn ſie 1½ Jahr vollendet haben, ohne Nachtheil beſprungen werden duͤrfen; andere wollen dieſes erſt im dritten Jahre zugeſtehen, insbeſondere bei den ſich ſpaͤter entwickelnden Merinos. Die Mehrheit ſtimmt fuͤr erſteres, und es iſt gewiß, daß gut genaͤhrte Schaafe mit 2 Jahren ein 4 gutes Lamm bringen und geſund dabei bleiben. In Spanien ſelbſt geſchiehet es in der Regel. Wer bei uns einen edlen Stamm ſchnell vermehren oder in der Veredlung ſchnell fortſchreiten will, fuͤr den iſt es gewiß rathſam. Auf der anderen Seite iſt es aber nicht zu leugnen, daß Schaafe, die bis in ihr drittes Jahr gelte bleiben, mehr auswachſen und eine ſtaͤrkere Konſtitution erhalten, wahrſcheinlich auch länger ausdauern. Wer daher einen großen und ſtarken Schlag hervorbringen will, der thut beſſer, ſie bis zum dritten Jahre von den Widdern abzuhalten. Widder werden in der Regel nicht vor dem dritten Jahre zugelaſſen. §. 106. Es iſt bei jeder Schaafzucht ſehr erwuͤnſcht, wenn die Laͤmmer gleichzeitig und wenig⸗ ſtens in einem Zeitraume von 4 Wochen fallen, bei den Merinos aber eine unumgaͤngliche Be⸗ dingung. Deshalb hauptſaͤchlich muß die Zahl der Widder in einer Heerde nicht zu klein ſeyn, und man wird den Zweck am ſicherſten erreichen, wenn man auf zwanzig Schaafe einen Wid⸗ der haͤlt.„ Die Begattungszeit wird nach der Zeit, wo man die Laͤmmer zu haben wuͤnſcht, einge⸗ richtet, da die Traͤchtigkeit einige Tage uͤber 21 Wochen dauert. Alter zur Be⸗ gattung. Begattungszeit. Der Der? Einige neuen well man zan Lämmer bon holtn es fr nutzen, dan Dore zerdem al Diel Stamm ſc unbezweifele terfutter, un auch den 8 ſicgliche N ſoatere Lan mern ſchad die Lammze * Die unter dem kraͤftig gem der Indid ſondern u Widdern! veredelte Wochen d Zu 2 dder Fuͤtte wadden. aus nicht ſich in de In herannah gen Feuch Jegel der tar durch falche lag Gangen ber eine volſtt Art, wie man durch Vierter Gund geni en uns weni ausgediente Adie Haupt denn Ver⸗ dunn lwven⸗ konate. Ver heentheils yt waͤchſt JInde, egen wird de 5te Jahr ihe ſe etwas u hadxen werdn. ſdon aßſi üchlich duan, ein kandſchui dlerdings nicht laheung rauben orke ainwer zu tbenes Handdot 3, oder wenn t ere wolen dieſes n Meirod. Die nit a Jihtn in es in de dag gnell foriſhui zu legren uh fere Fonſtituie ſarken Scch abzuhalten eitg und vnnig unzirgihe B⸗ ct u fein ſeyn⸗ ani enen M ruͤnſcht, in de Die Schaaßucht. 265 Der Begattungstrieb pflegt ſich im ſiebenten Monat nach dem Lammen zuerſt zu aͤußern. Einige neuere Beobachter, beſonders Pictet, rathen, dieſe erſte Brunſt gleich wahrzunehmen, weil man dann nicht nur am ſicherſten auf das Empfangen rechnen koͤnne, ſondern auch ſtaͤrkere Laͤmmer von dieſer erſten Brunſt erhalten werde. Andere ſind entgegengeſetzter Meinung, und halten es fuͤr rathſamer, die zweite Brunſt, welche ſich 3 Wochen nachher einſtellt, erſt zu be⸗ nutzen, damit die Muͤtter um ſo laͤngere Zeit haben, ſich vom Saugen zu erholen. Durch jenes wuͤrde man uͤberhaupt die Lammzeit jaͤhrlich um einen Monat vorruͤcken, uͤberdem aber wuͤrden ſich beſonders die Widder in der heißen Jahreszeit dabei zu ſehr erhitzen. Die fruͤhe Lammzeit hat in Raͤckſicht der ſtaͤrkeren Lammer, beſonders aber wenn man den Stamm ſchnell vermehren und die Jaͤhrlinge zu Ende des zweiten Sommers begehen laſſen will, unbezweifelte Vorzuͤge. Aber die nothwendige Bedingung iſt dabei reichliches und gutes Win⸗ terfutter, um die Muͤtter, bis ſie zureichende Weide haben, in voller Milch erhalten, dann auch den Laͤmmern ſelbſt das ihrer Groͤße angemeſſene Nebenfutter geben zu koͤnnen. Der be⸗ ſorgliche Mangel dieſer Winterfuͤtterung iſt wohl die Haupturſache, warum die meiſten die ſpaͤtere Lammzeit im Maͤrz noch vorziehen; denn die Beſorgniß, daß die Winterkaͤlte den Laͤm⸗ mern ſchaden koͤnne, iſt durch Erfahrung ziemlich beſeitigt. Manche gute Schaafzuͤchter haben die Lammzeit ſchon bis in den Dezember vorgeruͤckt. §. 107. . Die Boͤcke, welche bis vor der Springzeit von den Muͤttern durchaus abgeſondert und unter dem Hammelhaufen gehalten werden muͤſſen, laͤßt man nun, nachdem ſie ſchon vorher kraͤftig gefuͤttert worden, unter die Heerde. Wenn man nicht eine Auswahl in der Begattung der Individuen zu machen hat, ſo ſcheint kein Grund vorhanden zu ſeyn, ſie bei Tage abzu⸗ ſondern und nur des Nachts beizulaſſen. Will man indeſſen gewiſſe Schaafe nur von gewiſſen Widdern beſpringen laſſen, ſo iſt das Verfahren zu beobachten, was ich in dem Handbuche fuͤr veredelte Schaafzucht S. 47. u. f. angegeben habe. Wenn die Springzeit, welche etwa 4 Wochen dauert, voruͤber iſt, ſo ſondert man die Widder am beſten wieder ab. §. 108. 1 Zu Anfange der Traͤchtigkeit wird ſich das Schaaf mit einer etwas ſpaͤrlicheren Weide oder Fuͤtterung begnuͤgen; ſo wie aber die Traͤchtigkeit zunimmt, muß es reichlicher genaͤhret werden. Je hoͤher die Traͤchtigkeit ſteigt, deſto ſanfter muͤſſen die Schaafe behandelt, durch⸗ aus nicht vom Hunde gehetzt und mit Vorſicht aus und in den Stall gelaſſen werden, damit ſie ſich in der Thuͤr nicht draͤngen und preſſen. 8“ In der Lammzeit erfordern die Schaafe die hoͤchſte Aufmerkſamkeit. Die Zeichen des herannahenden Lammens ſind das Aufſchwellen der Geburtstheile, der Ausfluß einer ſchleimi⸗ gen Feuchtigkeit, Anſchwellung des Euters und Milcherzeugung. Das Lammen wird in der Regel dem Schaafe nicht ſchwer, aber es geht oft langſam damit, und man muß nur der Na⸗ tur durch unzeitige Huͤlfe nicht voreilen wollen. Die Huͤlfe kann nur ſtatt ſinden, wenn eine falſche Lage des ganzen Lammes oder eines Theils in der Mutter entſtanden iſt, welches im Ganzen bei gut gehaltenen Schaafen ſelten vorkommt. Um dieſe Huͤlfe aber anzubringen, iſt eine vollſtaͤndige Kenntniß von der natuͤrlichen und abweichenden Lage des Lammes und von der Art, wie man die letztere in erſtere verwandeln koͤnne, durchaus noͤthig, und ohne ſelbige wird man durch jede Huͤlfe oͤfterer ſchaden als nutzen. Vierter Theil. L1 — e— ——————————————————QC—— 84 Lauimzeit. ——— — 266 b Die Schaaßzucht. Ee macht nach der Geburt oft die meiſte Muͤhe, die Muͤtter zum Annehmen des Lammes zu bringen, jedoch wohl nur bei ſchlecht genaͤhrten Schaafen. Bei reichlich genaͤhrten kommt es ſelten vor, da der Ueberfluß der Milch die Muͤtter ſelbſt anreizt, das Lamm beizulaſſen. Sonſt iſt die Abſonderung der Mutter mit ihrem Lamme in einem beſonderen Verſchlage, das Anbringen des Lammes, indem man die Mutter an den Fußen haͤlt, noͤthig. §. 109.. 6 Eine reichliche Fuͤtterung der ſaͤugenden Muͤtter ſichert nur das Gedeihen der Laͤmmer. Vom uͤbertriebenen will man jedoch auch Nachtheile bemerkt haben; wahrſcheinlich jedoch nur bei vorhin ſchlecht gehaltenen. Nach drei oder vier Wochen kann man den Laͤmmern ſchon einiges Nebenfutter, einen Mehl, oder Oelkuchentrank, und dann etwas zartes Heu geben. Man ſondert ihren Futterplatz ab durch Horden, welche nur die Lammer, nicht die Muͤtter, durchlaſſen, oder giebt ihnen das Futter, wenn die Muͤtter ausgelaſſen ſind. Die Laͤmmer muͤſſen 18 bis 20 Wochen ſaugen. Die um des Melkens der Schaafe willen fruͤher entwoͤhnten bleiben ihr ganzes Leben hindurch ſchlecht. Das Entwoͤhnen aber muß allmaͤhlig geſchehen, indem man ihnen immer mehreres Futter oder gute Weide giebt, ſie von den Muͤttern immer laͤnger entfernt und nur ſelten zu⸗ ſammenbringt. Sobald ſie aber voͤllig abgeſetzt ſind, muß man ſie moͤglichſt weit von den Muͤttern entfernen, damit ſie ſich durch gegenſeitiges Bloͤken nicht beunruhigen. Es gehen oft hat Beiſpiele, daß ein Lamm nach vier Wochen das Euter der Mutter noch wieder aufgeſogen habe. Die Bocklaͤmmer werden in der Regel, wenn ſie drei bis vier Wochen alt ſind, ver⸗ ſchnitten, weil dieſe Operation um ſo leichter abgeht, je juͤnger ſie ſind. Den weiblichen Laͤm⸗ mern werden, wenn ſie ſechs Wochen alt ſind, die Schwaͤnze 3 bis 4 Zoll von der Wurzel ab⸗ geſchnitten, damit ſie ſich nicht beſchmutzen. 3§. 110. Alter⸗Kennzti⸗ Das Alter der Schaafe wird hauptſaͤchlich aus den Zaͤhnen erkannt, und danach benennt — en. man ſie auch gewoͤhnlich. Das Schaaf hat naͤmlich außer den Backzaͤhnen acht Schneidezaͤhne im untern Kiefer, im obern keine. Dieſe bringt es in der Regel mit zur Welt; ſie ſind ſpitziger wie diejenigen, die an ihre Stelle treten. man erkennt die neuen Zaͤhne, welche Schaufelzaͤhne heißen, an ihrer groͤßern Breite. Sie heißen alsdann Zweizaͤhnige, Zweiſchaufler und Jaͤhrlinge im eigentlichen Verſtande. Doch giebt man ihnen den letzten Namen auch ſobald ſie eingewintert ſind, und bevor ſie gewechſelt aben. 3 In dem Alter von 2 bis 2½ Jahr wechſeln die beiden nebenſtehenden. Sie heißen alse dann Vierzaͤhnige oder Vierſchaufler.. Wenn ſie z bis 32 Jahr alt ſind, faͤllt das dritte Paar der Spitzzaͤhne aus, und es tritt an deſſen Stelle wieder ein Paar Schaufelzaͤhne, ſo daß von jenen noch an jeder Seite ei⸗ ner ſtehen bleibt. Sie heißen dann Sechszaͤhner, Sechsſchaufler. In dem folgenden Jahre werden dann auch die beiden letztern gewechſelt, und nun heißt das Schaaf vollzaͤhnig, und hat damit ſeine volle Ausbildung erreicht. vier Wochen darauf hin, ehe ſie einander und die Laͤmmer das Saugen vergeſſen, und man Wenn es 1 bis 1 ½ Jahr alt iſt, ſo wechſelt es mit den beiden mittleren Zaͤhnen, und 1 In ſe ue tum jich; che⸗. hid diſe d gjine voru ner davon d flegen, we dann auch! häͤngt uͤber Man Schfer ſr Sonß lice Boc Shöpsle Von Von das erſte d Von heißen B geſchoſfen haufen, haufen. Ein ſonders we Die ſich doochs Periode; ſonderes es zuwei Falle er: varnet n di aber ſid. E der Heerd da Schaafe Jahreim Die Schaaßucht. 25627 nalus Im ſechsten Jahre fangen die Zaͤhne an, ſich abzureiben, und das mittlere Paar wird he ud zuerſt ſtumpf und kuͤrzer. Die Zaͤhne ſehen zwar laaͤnger aus, weil ſich das Zahnfleiſch zuruͤck⸗ ei gulſa zieht; aber bei genauerer Unterſuchung entdeckt man doch, daß ſie oben abgerieben ſind. So⸗ glage, da bald dieſe Zaͤhne ganz ſtumpf und morſch werden, abbroͤckeln, ſo iſt das nutzbare Alter der Thiere voruͤber, und ſie muͤſſen ausgemerzt werden. Will man ſie, in der Hoffnung noch Laͤm⸗ mer davon zu erhalten, laͤnger konſerviren, ſo muß man ſie beſonders mit weichem Futter ver⸗ pflegen, womit man ſie zuweilen bis zu einem hohen Alter fruchtbar erhaͤlt. Die Zaͤhne ſtehen n de ume dann auch nicht mehr dicht geſchloſſen, ſondern haben Luͤcken; die Oberlippe wird breiter, und ih ſaac haͤngt uͤber die Unterlippe heruͤber. enfatte, Man muß ſich jene Alterbezeichnung nach den Zaͤhnen wohl merken, wenn man mit einem ſenfutter, im Schaͤfer ſpricht, und z. B. vierzaͤhnig nicht mit vierjaͤhrig verwechſeln. ren Futrn Sonſt wird das junge Schaaf bis zur erſten Einwinterung Lamm genannt; das maͤnn⸗ Raͤt ihnen w liche Bocklamm, Stoͤrlamm, Widderlamm; das verſchnittene Hammel oder Watan ſawm Schoͤpslamm; das weibliche Mutter⸗, Zibben⸗, Zickeln⸗, Kilberlamm. dölhen ſnuh Von der erſten bis zur zweiten Einwinterung heißen ſie Jaͤhrlinge. mmer nchas Von der zweiten bis zur dritten Einwinterung, Erſtlinge, weil ſie dann in der Regel 1 nur elen das erſte Lamm gehabt haben; auch Zeitſchaaf... aſ vit bon d Von der dritten bis zur vierten Einwinterung, Ueberer ſtlinge. a E gehen i Von der vierten bis zur fuͤnften Einwinterung iſt mir kein anderer Name als Sechs⸗ rgäſe vd nn zaͤhner bekannt. wieder agägn Von der fuͤnften bis zur ſechsten Einwinterung, vollſ ätzige Schaafe. Dann nennt man ſie Ueberſtaͤnder, alte Schaafer..— hen alt ſnd, Ein jedes Schaaf heißt in der Schaͤferſprache auch ein Noß oder ein Ding. a netüichen l Die im Herbſte von der Begattung ausgeſchoſſenen und zur Zuzucht untauglich erklaͤrten an de Durto heißen Braackvieh; die im Fruͤhjahre ausgeſetzten heißen Merzvieh. Wenn dieſe aus⸗ geſchoſſenen in einen beſondern Haufen zuſammengebracht werden, ſo heißt dieſer der Stech⸗ haufen, der Schnoͤdchenhaufen, und wenn ſie fett gemacht werden ſollen, der Fett⸗ haufen. und dwah enent Ein Falſches oder Anbruͤchiges heißt ein Thier, was nicht recht geſund ſcheint, be⸗ ſonders wenn ſich Bleichſucht aͤußert. 7 in unten dir ger wie Nijum I11. 1 Die Fuͤtterung der Schaafe muß ſo eingerichtet werden, daß ſie in ihrer Nahrungskraft eren Zaͤhnen, ſich durchs ganze Jahr mehrentheils gleich bleibe. Nur wird ſie bei den Muͤttern in der letzten ſen Breite, d Periode der Traͤchtigkeit und waͤhrend des Saugens ſo lange, als die Laͤmmer noch kein be⸗ Verſtande. di ſonderes Futter erhalten, etwas verſtaͤrkt. Nichts iſt dem Zuchtviehe nachtheiliger, als wenn vor ſie geweit es zuweilen uͤppig und uͤberfluͤſſig genaͤhrt wird, und dann wieder Hunger leiden muß. In dem Falle erzeugt jede zu nahrhafte Fuͤtterung Krankheiten, und weil man dies erfahren hat, ſo Sie heifn ah warnet man unter allen Umſtaͤnden gegen gewiſſe kraͤftige Fuͤtterungsmittel und Weidekraͤuter, die aber nur den ausgehungerten und ſich deshalb darin uͤberfreſſenden Schaafen nachtheilig ſind. Eine reichliche Fuͤtterung der Zuchtſchaafe wird ſich vielleicht immer durch den Ertrag der Heerde, aber doch bei grobwolligen Schaafen nie ſo hoch, wie bei feinwolligen, bezahlen. Das Verhaͤltniß, worin die Maſſe der Winterfuͤtterung gegen die Sommernahrung der Schaafe ſtehet, iſt nach der waͤrmeren und kaͤlteren Natur und Lage der Weide und nach der Jahreswitterung verſchieden. Man rechnet in unſerm Klima gewoͤhnlich /2 fuͤr den Sommer, 921 2 ühne au, und ar'ider Seite t , und nun hih Die Schaaf⸗ weide. — 268 b Die Schaaßucht. und* fuͤr den Winter, und beſtimmt danach den Winterfuͤtterungsbedarf mehrentheils auf 150 Tage. Wenn man einige Erſparung des Futters durch die Winterweide, beſonders durch die Saatbehuͤtung, macht, ſo kommt man in der Regel damit aus. Weil aber bei uns die Fruͤhjahrswitterung ſo ſehr unſicher iſt, und man dann mit den Muͤttern und Laͤmmern in die groͤßte Verlegenheit gerathen kann, ſo ſollte man wenigſtens auf 170 Tage rechnen. Der Ue⸗ berſchuß iſt nie verloren, wenn eine ſpaͤtere oder fruͤhere Weide deſſen Erſparung erlaubt. §. 112. Man kann die eDebd der Schaafei in w ild e, und in angebaute oder kuͤnſtliche unter⸗ ſcheiden. Unter jener verſtehen wir die, welche von Natur, oder doch ohne beſondere auf die Schaafe gerichtete Abſicht, vorhanden iſt; unter dieſer aber diejenige, welche man kuͤnſtlich und abſichtlich fuͤr die Schaafe zugerichtet, oder in Stand geſetzt hat. Zu erſterer gehoͤrt: a) die wilde Angerweide, mehrentheils an reockenen„hohen und berage Stellen; b) die Holzweide; c) die Brach⸗ und Stoppelweide; d) die Vor⸗ und Nachhut auf den Wieſen⸗ e) die Behutung der Winterſaat. a) Die Angerweide, welche wegen des vermehrten Aufbruchs immer e feltener geworden iſt, wird den Schaafenin der Regel nur an den duͤrrſten und magerſten Stellen eingeraͤumt, da die kraͤftigeren Plaͤtze dem Rindvieh, welches ſich auf jenen nicht naͤhren kann, vorbehalten bieiben. Man geſtattet den Schaafen hier hoͤchſtens die Vor⸗ und Nachweide. Wenn erſtere fruh genug ausgeuͤbt, und die Schaafe dann ſchon zeitig davon genommen werden, daß vier Wochen hingehen, bevor das Rindvieh darauf kommt, ſo leidet dieſes nicht darunter, viel⸗ mehr iſt es gut, wenn die Schaafe die fruͤh hervortreibenden Kraͤuter niederhalten. Ihr Pferch erſetzt es reichlich wieder, was ſie davon nehmen, und der dem Rindviehe widrige Geruch deſ⸗ ſelben verliert ſich in dieſer Zeit. Wenn auch dieſe Weide etwas niedrig und feucht waͤre, ſo ſchadet ſie den Schaafen doch im erſten Fruͤhjahr nicht, wenn nur kein ſtauendes Waſſer dar⸗ auf ſtehet, und ſie nicht zu lange darauf gehalten werden. Die hohe trockene Weide aber, beſonders an Bergen, die ihrer Steilheit oder ihrer ſeichten auf Felſen ruhenden Ackerkrume wegen nicht beackert werden koͤnnen, und dem Rind⸗ viehe zu wenig Nahrung geben wuͤrden, pflegt ausſchließlich den Schaafen gewidmet zu ſeyn. Dieſe Weide iſt ihnen auch am zutraͤglichſten, und der Grund und Boden kann oft nicht vor⸗ theilhafter als mit Schaafen benutzt werden. Es kommen indeſſen auch auf ſolchem hohen Bo⸗ den oft moraſtige Stellen, Quellgruͤnde und Pfuͤtzen vor, oder ziehen ſich in den Schluchten zwiſchen Huͤgeln und Bergen durch, die den Schaafen hoͤchſt gefaͤhrlich ſind. Alle ſolche Stel⸗ ken, wo Sumpfpflanzen vegetiren, muͤſſen ſorgfaͤltig mit den Schaafen vermieden werden, ſelbſt wenn ſie durch Verdunſtung im heißeſten Sommer trocken geworden ſind. Sie werden dann gerade am gefaͤhrlichſten, wenn ſie mit getrocknetem Schlamm uͤberzogen waren und der mo⸗ raſtige Boden mephitiſche Gaſe ausdunſtet, welche eine die Lebenskraft niederdruͤckende Eigen⸗ ſchaft haben, und dadurch bei allen Thieren Krankheiten, bei den Menſchen Fieber erregen, bei den Schaafen aber oft augenblicklich die ſchwer zu beſiegende Anlage zu der ſogenannten Faulkrankheit erzeugen, oder ſchnell toͤdtlich werden. Die feuchtere Jahreszeit iſt es nicht, welche dieſe Gefahr am meiſtener mit ſich fuͤhrt, weil die Schaafe dann auf trockenem Grunde ——— 3 nurichede. 1 janen e daß ſie 8 ns ſnd abe ſt daher ei in Siellen Goſſer in Gegend be b) oder raͤum gerweiden dos Gras tet, ſ ſte diihet dem Unter Rad daß die S ſund und mer iſt di ſiten fein 0) nahrung, hald ſind beſonders alſo auch Regel un und dadt di Dreeſch Unkraut: Schaafen ebiſſen ſi terung; d Drache ve leicht, d 6 leben. nun met aufhoͤren gewoͤhnl. ninſcht, ene gute Ra tig und . 0 jahr die dehrenheis u eſonders dun der bei unsie mnnern in de dnen. Der le⸗ eung Gaaat. künſlche na ſondere auf w eman känſih bergigen Ealn, ſeltenee gworden Srellen eingendund, kann, voebehalte de. Wenn erfer weiden, daß die Ct darunter, di halter, Jhr gfe didie Geruch der d feutht vite, ſo dendes Diſſe dar⸗ keilheit oder i n, und dem Uis gewidmet zu ſn unn eft nicht de ſchem hohen ès nden Schluchnt Alle ſolche En den werden, eit Sie werden unn aren und Ae mo⸗ edrücknee Eigen, n Füüer erregen, ae ſogenannten geit iſ es nict, cenem Geune Die Schaaßzucht. 269 zureichende Nahrung finden, und ſolche Stellen von ſelbſt vermeiden. Wenn aber die Graſung auf jenen verdorret, ſo treibt ſie der Hunger hierher, und die Schaͤfer ſind aus Beſorglichkeit, daß ſie ſonſt ganz verhungern moͤchten, nur zu geneigt, ihnen darin nachzugeben. Die Meri⸗ nos ſind aber unlaͤugbar jener Krankheit weit mehr unterworfen, als die Landſchaafe, und es iſt daher eine unerlaͤßliche Bedingung zur Erhaltung einer edlen Schaͤferei, daß man die feuch⸗ ten Stellen durch Graben⸗ und Waſſerfurchen auf ſolchen Weiden abwaͤſſere, oder doch das Waſſer in dem Standpunkte erhalte, wo es nicht uͤber ſeine Graͤnzen tritt und die umliegende Gegend verſchlammt.. b) Die Holzweide iſt nach der Beſchaffenheit des Bodens, des Holzes und des dichteren oder raͤumigen Standes deſſelben ſehr verſchieden. Ein ſehr raͤumiges Laubholz kommt den An⸗ gerweiden faſt gleich. Je mehr es aber beſtanden iſt, deſto ſchlechter wird die Weide. Wird das Gras durch den dichten Stand der Baͤume auch nicht unterdruͤckt, aber doch ganz beſchat⸗ tet, ſo iſt es auf fruchtbarem Boden oft anſehnlich, aber von geringer Nahrhaftigkeit und ge⸗ deihet dem Viehe wenig. Auch kommen im Holze die moraſtigen Stellen am haͤufigſten vor. Unter Radelholz, die Laͤrchen ausgenommen, waͤchſt weniges und nur hartes duͤrres Gras, ſo daß die Schaafe wenig Nahrung davon haben. Indeſſen haͤlt man eine ſolche Abtrift fuͤr ge⸗ ſund, und glaubt, daß ſie dem Nachtheil der Weide an feuchten Stellen entgegen wirke. mer iſt die geſchloſſene Holzweide der Wolle hoͤchſt nachtheilig, und wird daher von den Be⸗ ſitzern feinwolliger Schaͤfereien ſchon aus dieſer Urſach vermieden. c) Die Brachweide giebt in gewoͤhnlichen Wirthſchaften den Schaafen die Haupt⸗ nahrung, und mit Abſchaffung der Brache ſinkt die Benutzung der Schaͤferei in ſelbigen. Des⸗ halb ſind faſt alle Schaͤfer und Liebhaber der Schaafe gegen die Wirthſchaft ohne Brache, und beſonders gegen die allgemeine Einfuͤhrung derſelben auch auf den Bauerfeldern. Man hat es alſo auch in den meiſten Gegenden, wo die Schaͤferei ein Hauptzweig der Wirthſchaft iſt, zur Regel und zur Pflicht gemacht, die Brache ſo lange als moͤglich unaufgebrochen liegen zu laſſen, und dadurch den wahren Zweck der Brache voͤllig vereitelt. Dieſe Brachweide unterſcheidet ſich in die, welche vor dem erſten Umbruch auf dem Dreeſch Staat findet, und in die, welche das auf der Brach⸗ und Wendefurche auskeimende Unkraut und die Grasſpitzen geben. Erſtere iſt bei weitem die ergiebigſte, letztere zwar den Schaafen angenehm und gedeihlich, aber wenig nachhaltend, da die feinen Sproſſen bald aus⸗ gebiſſen ſind. Einige glauben, ſie koͤnne leicht nachtheilig werden, beſonders bei feuchter Wit⸗ terung; doch ſcheint ſie mir gefahrlos zu ſeyn, wenn man nur nicht eine ſtark ausgegruͤnte Brache von hungrigen Schaafen zu ploͤtziich auf einmal abfreſſen laͤßt, in welchem Falle ſie ſich leicht, deſonders bei feuchter Witterung, uͤbernehmen koͤnnen. So lange die Brache unaufgebrochen liegt, haben die Schaafe mehrentheils reichlich zu leben. Dann aber geht in dieſen Wirthſchaften ihre Hungerzeit an. Die Angerweiden ſind nun mehrentheils duͤrre, weil die meiſten Graͤſer nach der Mitte des Sommers zu wachſen aufhoͤren. Die Holzweide muß nun der Nothbehelf ſeyn, und man ſpart die beſſeren Stellen gewoͤhnlich fuͤr dieſe Zeit auf; die Schaafe erhalten aber wenig Kraft davon, und es iſt er⸗ wuͤnſcht, daß man ihnen dann die Lammer nehmen koͤnne, fuͤr die man nun aber irgendwo eine gute Weide ausgeſetzt haben muß. Nach der Ernte tritt die Stoppelweide ein, die, je nachdem ſie mehr oder minder krau⸗ tig und mit abgefallenen Aehren beſtreuet iſt, ſtaͤrkere oder ſchwaͤchere Nahrung giebt. — Die Weide auf abgewaͤſſerten fuͤßen Wieſen iſt fuͤr die ſaͤugenden Schaafe im Fruͤh⸗ jahr die wohlthaͤtigſte Nahrung, die man ihnen geben kann. Im⸗ Insbeſondere ſind es die mit — 270 Die Schaaßucht. Quellwaſſer berieſelten Wieſen, nachdem man ſie gehoͤrig trocken gelegt hat, vorzüglich, weil ſie fruͤher begruͤnen und oft ſchon zu Ende des Maͤrz ihr Gras hervortreiben. Die Beweidung ſolcher Wieſen, bei warmer Witterung bis zur Mitte Aprils, bei kalter bis zu Anfange des Mais, iſt den Schaafen ſo wenig als den Wieſen nachtheilig, ungeachtet manche fuͤr beide ei⸗ nen großen Rachtheil davon beſorgt haben. Sumpfige und ſaure Wieſen koͤnnen ihnen aber allerdings auch im Fruͤhjahre ſchaͤdlich werden. Im Herbſt aber iſt es ſelten rathſam und oft gefaͤhrlich, Schaafe auf Wieſen zu laſſen, wogegen dieſe Weide dem Rindvieh ſehr gedeihlich iſt. e) Die Behuͤtung einer gut beſtockten Winterung unter den bekannten Bedingungen— daß es nur bei trocknem Wetter, im Winter nur auf dem Blachfroſte, und im Fruͤhjahr nur auf uͤppiger Saat und auf Boden, dem man Kraft zutrauen kann, geſchehe— iſt gewiß ſol⸗ cher Saat unſchaͤdlich. Bei einer guten Schaafwirthſchaft darf man aber auf dieſe Winterhu⸗ tung wenig rechnen; denn ſie kann fehlen, und man darf ſie immer nur mit großer Maͤßigung gebrauchen, um die Schaafe nicht ſo ſehr daran zu gewoͤhnen, weil ſie ſonſt das trockene Fut⸗ ter verſchmaͤhen und hungern, wenn man ihnen die Saatweide nicht mehr geben kann. Man⸗ chen armſeligen Schaͤfereien iſt das zwar ganz gelegen; man freuet ſich, daß die Schaafe ſich vorher auf einige Tage ſatt gefreſſen haben, und daß man nun ſein Futter ſparen koͤnne. Allein ein ſolches periodiſches Hungern hat, wie oben geſagt, einen ſehr nachtheiligen Einfluß auf die Wolle, beſonders der Merinos, und noch einen groͤßern auf die Milch und das Gedeihen der Laͤmmer. Auch kann die ſchnelle Abwechſelung des Futters der Geſundheit ſehr nachtheilig werden. Man muß ſie daher des Morgens immer erſt gut freſſen laſſen— nicht wie manche thun, mit bloßem Stroh abſpeiſen— und ihnen dann erſt jene Weide ſehr maͤßig als Lecker⸗ biſſen zugeſtehen. Nur wenn man im Fruͤhj ahre uͤppige Saaten hat, denen dieſes Schroͤpfen nichts ſchadet, und man vorausſieht, daß ſie damit groͤßtentheils hingehalten werden koͤnnen, bis andere Weide da iſt, ſo kann man weiter damit gehen. Es iſt hierbei beſonders noͤthig, den Schaͤfer unter Aufſicht zu halten, und ihm daruͤber eine genaue Inſtruktion zu geben, da dieſe Leute ſonſt gar gern damit zu weit gehen. Bei Wirthſchaften, welche ſich dieſer mannigfaltigen Weiden nach Zeit und Umſtaͤnden wechſelnd bedienen muͤſſen, iſt eine genaue Kenntniß derſelben und ein darauf begruͤndeter Plan, wie ſie nach Jahreszeit und Witterung behuͤtet werden ſollen, etwas ſehr weſentliches, wenn man ſich nicht vom Schaͤfer abhaͤngig machen will. Unter ſolchen Umſtaͤnden duͤnken ſich die Schaͤfer viel auf ihre Lokalkenntniß, indem ſie wiſſen, daß andere, welche dieſe nicht beſitzen, großen Schaden anrichten koͤnnen. Und merken ſie, daß der Herr dieſes auch anerkenne, ſo muß alles nach ihrem Willen gehen. Es iſt alſo, wenn man Abaͤnderungen in der Schaͤferei und uͤberhaupt in dem Ganzen der Wirthſchaftsverhaͤltniſſe machen und ſich vom Schäaͤfer un⸗ abhaͤngig erhalten will, durchaus noͤthig, daß man alle Weiden und Abtriften, beſonders auch die auf fremdem Boden, worauf man berechtigt iſt, zu allen Jahreszeiten und bei verſchiedener Witterung, beſonders in Anſehung ihrer Naͤſſe und ungeſunden Stellen beobachte; wobei man dann zugleich auf die Kraft ihres Graswuchſes, auf die Art der Graͤſer, und endlich auf ihre Lage in Hinſicht der Entfernung vom Hofe, vom Huͤrdenlager, von der Traͤnke, Ruͤckſicht nehmen muß. Es iſt rathſam, ſich dieſes alles auf der Stelle anzuzeichnen, und in das da⸗ gerbuch, mit Hinweiſung auf die Charte, einzutragen. Die Gerechtſame auf fremden Feldern und Hutungen, ihre Gränzen und Zeiten muß man ſich insbeſondere werken. Dann der Ehäfer koͤnnen; dhel E4 mu ſcaafe, die Unter ausgedehnte niedrigen S die nachthe Weideretie fehlechaſt Die t dazu ausge gluͤcklichſten degraͤſern! vertilgt, u reszeit und ber die ver geredet wo forderliche man 10 G nutzung de nicht alle ausſetzt, iſt, abmaͤf Sommer! Die Erfahrunge wenigen uͤt ugen Heu⸗ Eine manzelnder Durchſtece wenn ſed Die ſiht wenig fer es war angenomme liich ſc ren, beſt nichts nat gigit, vi ſe Beweidung Anfenge de ſir beide i⸗ de iſnen aher atſſenud oft ſchr gaahſch ſedingungn— Frühjche e iſt gewiß ſi⸗ eſe Wintethr Ke Niaßigm a Nodhene hir en kann Am ie Schagftſth en konne, Alin dnduß auf ie as Gaeihen der ſehe nadhhllg nicht wie nanche näßig als kecke dieſes Schiyia werden können beſonders nölhi ion u geben, A t ud lrünen begrändete dn, eſentliches, venn duͤnken ſiht eſe nich beſtn matkenne, in der Schifen om Schaͤfer u deſonders au bei verſchiedene hte; wohei nan endli un hre ranke, gickſch u i das bu⸗ nd Zeiten mij Die Schaaßucht. 271 Dann wird man ſeinen Plan uͤber die Benutzung der Weide bei moͤglichſter Sicherheit der Schaͤfereien machen, und bei ungewoͤhnlicher Witterung nach den Umſtaͤnden abaͤndern koͤnnen; aber nicht weiter abhaͤngig von der Willkuͤhr des Schaͤfers ſeyn. Es muß die vorzuͤglichſte Weide beſonders fuͤr die Laͤmmer, die naͤchſtbeſte fuͤr die Zucht⸗ ſchaafe, die ſchlechteſte fuͤr das Geltevieh beſtimmt werden. Unter ſolchen Umſtaͤnden hat eine mannigfaltig verſchiedene Weide, und folglich ein weit ausgedehntes Revier ſeine unverkennbaren Vorzuͤge. Hier koͤnnen die Heerden von grasreichen, niedrigen Stellen auf trockene, magere Anhoͤhen, ſelbſt in Kiehnenhoͤlzer getrieben werden, um die nachtheilige Einwirkung jener wieder auszuloͤſchen. Die Schaͤfer, welche auf ein weites Weiderevier beſtehen, haben in ſofern Recht, als dieſes hier in dieſer, dort in jener Hinſicht fehlerhaft iſt.— §. 113. Die kuͤnſtliche oder kultivirte Weide findet aber auf den in der Koppelwirthſchaft dazu ausgeſetzten Schlaͤgen Statt, und darauf kann nur eine Schaͤferei mit dem ſicherſten und gluͤcklichſten Erfolge betrieben werden. Wenn ſie mit den gedeihlichſten und vorzuͤglichſten Wei⸗ degraͤſern und Kleearten beſaamet, alle untauglichere Pflanzen durch die Beackerung davon vertilgt, und zugleich gehoͤrig abgewaͤſſert ſind, ſo geben ſie den Schaafen eine bei jeder Jah⸗ reszeit und Witterung geſunde Weide, die ſie mit Ruhe und ohne weites Treiben genießen. Ue⸗ ber die verſchiedene Kraft ſolcher Weiden iſt Bd. III.§. 364. und uͤber ihre Kultur§. 365. geredet worden. Nach der S. 184. daſelbſt gegebenen Beſtimmung der zu einer Kuhweide er⸗ forderlichen Flaͤche kann die Zahl der darauf zu haltenden Schaafe beſtimmt werden, indem man 10 Schaafe fuͤr eine Kuh annimmt und ſicher annehmen kann, wenn ſie zugleich die Be⸗ nutzung der Stoppel und des gefelgten Ackers haben. Da indeſſen die Ergiebigkeit der Weide nicht alle Jahre gleich iſt, ſo geht man immer ſicherer, wenn man eine etwas groͤßere Flaͤche ausſetzt, und einen Theil auf den Nothfall ſchonet, und ihn, wenn er zur Weide uͤberfluͤſſig iſt, abmäͤhet. Es iſt mir ein Beiſpiel bekannt, wo 14 Schaafe auf einen Jochart den ganzen Sommer hindurch zureichende Weide gefunden haben. Die Sommer⸗Stallfuͤtterung der Schaafe iſt ausfuͤhrbar, wie einige unbezweifelnde Erfahrungen entſchieden erweiſen. Sie iſt aber mit Schwierigkeiten verbunden, die vorerſt nur wenigen uͤberwindlich ſcheinen duͤrften, und kaum zu wagen, bevor man nicht einen halbjaͤh⸗ rigen Heu⸗ und Strohbedarf von einem Jahre zum andern vorraͤthig hat. Eine andere Methode, ihnen ein Feld mit Klee, Wicken u. dgl. als Nebenfutter bei mangelnder Weide zu geben, iſt die, daß man Horden davor ſtellt, die den Schaafen das Durchſtecken des Kopfes ſo weit als moͤglich geſtatten, und die Horden dann weiter fortſchlaͤgt, wenn ſie den zunaͤchſt ſtehenden Klee abgefreſſen haben. §. 114. Die Winterfuͤtterung der Schaafe beſteht in der Regel aus Heu und Stroh. Stroh hat Winterfutte⸗ ſehr wenige nahrhafte Theile, und zwar um ſo weniger, je reiner es vom Unkraute iſt, je rei⸗ rung. 4 fer es ward, und je ſorgfaͤltiger die Koͤrner ausgedroſchen worden. Es iſt bei weitem zu hoch angenommen, wenn man ſolches reines Stroh in ſeiner Nahrhaftigkeit der Haͤlfte des Heues gleich ſchaͤtzt, und dies wird ſich nur in dem Falle, wo noch viele Koͤrner darin geblieben wa⸗ ren, beſtätigen. Indeſſen fuͤllt es den Magen, und mindert das Gefuͤhl des Hungers, wenn nichts nahrhafteres gegeben werden kann, und man trifft wohl Schaͤfereien, die vom Herbſte 272 Die Schaaßzucht. an, bis zu der mehrentheils ſpaͤt hinausgeſetzten Lammzeit, ſich mit bloßem Stroh, neben der dem Zufalle unterworfenen Winterweide begnuͤgen muͤſſen. Solche Schaafe kommen aber in einem hoͤchſt entkraͤfteten Zuſtande aus dem Winter, und geben einen ſehr geringen groben Woll⸗ ertrag, denn feinwollige wuͤrden es gar nicht aushalten. Nahrhafter iſt das Stroh der Huͤl⸗ ſenfruͤchte, auch des Buchweizens, beſonders wenn ſie gemaͤhet wurden, wie ein Theil ihrer Blaͤtter noch gruͤn war. Dieſes Stroh kann daher futterarme Wirthſchaften mit ihren Schaͤfe⸗ reien noch durchhelfen, und wird oft den Schaafen als ein Leckerbiſſen angerechnet, und bis gegen die Lammzeit geſpart, wogegen es in reichen Wirthſchaften nur zu Anfange des Winters ſtatt des Heues gegeben wird.. Mehrentheils erhalten jedoch die Schaafe Heu, und man ſucht ihnen, wo die Wahl Statt findet, das nahrhafteſte, moͤglichſt gruͤn erhaltene, trocken eingebrachte, und gegen Dunſt und Schimmel bewahrte Heu aus. Das Heu der angeſaͤeten Futterkraͤuter uͤbertrifft auch in Ruͤckſicht auf die Schaafe das mehrſte Wieſenheu. Die Quantitaͤt des Heues aber, welche gegeben wird, iſt ſehr verſchieden. In ſchlechten Schaͤfereien haͤlt man es fuͤr viel, wenn auf 100 Schaafe 3000 bis 4000 Pfd. Heu zur Durchwinterung gegeben werden. In veredelten Schaͤfereien iſt es aber doch wohl als das Mi⸗ nimum angenommen, daß 7500 Pfd. Heu zur Durchfuͤtterung von 100 Schaafen gegeben werden, da dann bei 150 Tagen, in welchen die Schaafe ihre Nahrung faſt allein auf dem Stalle erhalten muͤſſen, auf das Schaaf taͤglich etwa ½ Pfd. kommt, oder auf 100 Schaafe 50 Pfund. 321 Eine ſtaͤrkere Fuͤtterung iſt aber, wenn die Wolle eine hoͤhere Feinheit und hoͤheren Preis erreicht hat, nach allen Erfahrungen ſehr vortheilhaft, wenn auch der Preis des Heues zu ifl. 12 Xr. auf 100 Pfd. gerechnet wird. Einen merkwuͤrdigen komparativen Verſuch findet man im 2ten Bande der neuen Annalen der Landwirthſchaft, Seite 123, wo 1775 Pfd. gutes Heu, als Zulage 51 Schaafen gegeben, dieſe 67 ½ Pfd. feine Wolle mehr gaben, als andere 51 gleicher Art, welche dieſe Zugabe nicht erhielten. Da 20 Pfd. dieſer Wolle zu 57 fl. 5 Xr. verkauft wurden, ſo trugen dieſe 1775 Pfd. 198 fl. 25 Xr. ein, und ſie hatten, 100 Pfd. à 1 fl. 12 Xr., gekoſtet 24 fl. 25 Xr. Es verdient vorzuͤglich durch genauere Verſuche ausge⸗ mittelt zu werden, wie hoch man mit der Fuͤtterung der Schaafe vortheilhaft ſteigen koͤnne; und ob es auch hier ein Maximum gebe, wo die ſtaͤrkere Fuͤtterung aufhoͤrt vortheilhafter zu ſeyn, und es alſo rathſam wird, ſie unter einer groͤßeren Zahl zu vertheilen. Einige eminente Schaafzuͤchter nehmen die Freßluſt der Schaafe, die jedoch bei beſtaͤndiger Befriedigung ſo groß nicht ſey, als es bei ausgehungerten Schaafen ſcheint, zur einzigen Graͤnze an. Andere glau⸗ ben, daß man ſich beſſer ſtehe, wenn man auf daſſelbe Futter mehrere Schaafe halte, was dann aber ſehr leicht wieder in ein Hungerſyſtem ausarten kann. Man muß dabei aber nicht allein auf die Wolle, ſondern auch auf die Staͤrke und ſchnelleren Zuwachs des Zuchtviehes, und den Fleiſch⸗ und Fettanſatz des Gelteviehes Ruͤckſicht nehmen. Wenn bei feinwolligen Schaafen von gewoͤhnlicher Groͤße, die kein anderes Nebenfutter erhielten, durch die Bank 200 Pfd. per Kopf gegeben worden, ſo iſt man uͤberzeugt, dadurch den hoͤchſten Vortheil erreicht zu haben. Andre aber finden dieſe Fuͤtterung zu ſtark, und glau⸗ ben, daß ſie vortheilhafter benutzt werden wuͤrde, wenn man ſie auf eine groͤßere Anzahl ver⸗ theilte, indem 150 Pfd. auf das Stuͤck ſchon an Ueberfluß graͤnze. Es muß hierbei auch in Anſchlag gebracht werden, daß bei einer ſtaͤrkeren Heufuͤtterung weniger Stroh noͤthig ſey, und wenn es an dieſen Artikeln mehr wie an Heu fehlt, ſo kann die ſtaͤrkere Heufuͤtterung in der Ruͤckſicht auch ganz wirthſchaftlich ſeyn. An An troch t4nic 3 9e. ſcn. 31 Nd. Duantlit das beſe verden 1 In den inget angeſe digung erfäh nur jenes A muß er ſeine Wo vie Karerfutter! und Gerſte i Bohnen, od zugliche Beit ſo wie auch ben werden: fuuß auf die Das ben zuweile ihnen die K man ſie, be dagegen lie Ueberkehr n Steh koſtbarſten man aus R einiger dami Dith auch um en dener Aerf woͤhnlichen insbeſonde! aus der Ge diied der kennen, be haltai ihre auch das h darf es ihn uträgiiche Vietter ch, neben de umen aber in groben Wel⸗ dah der Ht a Vhil ihre tihm ddife⸗ ehnet, udtis ge des Wans „ wo die Dii nd gegen dun ertrifft ouh n. N ſoöͤlen * Pfd. Fa ur dhlals taafen gegaa Rallin auf den dj 1oo Schauſe ad höheren has es Heues zu 1 eſuch findet mn ns Id. au aden, ass andan u 57 ,5N. atten, 1o0 NM. Nerſäche ausge ift ſeign nnen vorhähöde Einige eminemt niedizung og r. 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Denn wo der Schaͤfer ſeinen Antheil am Ertrage der Schaͤferei hat, da wird nur jenes Quantum frei zugeſtanden, die Zugabe aber wird beſonders berechnet, und dazu muß er ſeinen Antheil bezahlen, wozu ſich jeder verſtaͤndige Schaͤfer ſehr gern verſteht. §. 115. Wo nicht genugſames Heu vorhanden iſt, da hat man gewoͤhnlich ſeine Zuflucht zur Körnerfätte⸗ Es iſt aber auch Rocken uns. Koͤrnerfuͤtterung genommen. Man waͤhlt am haͤufigſten den Hafer. und Gerſte im gehoͤrigen Verhaͤltniſſe ihnen nicht minder gedeihlich. Wo Erbſen, Wicken und Bohnen, oder auch Buchweizen viel gebauet werden, zieht man dieſe haͤuſig vor. Eine vor⸗ zuͤgliche Beihuͤlfe giebt der Oelkuchentrank, beſonders den ſaugenden Muͤttern und Laͤmmern, ſo wie auch der Branntweinſpuͤlicht, der aber doch mit Vorſicht und ehe er ſauer wird, gege⸗ ben werden muß, indem manche bei einiger Saͤuerung deſſelben, einen ſehr nachtheiligen Ein⸗ fluß auf die Milch verſpuͤrt haben. Das Getreide wird den Schaafen in unausgedroſchenen oder halb ausgedroſchenen Gar⸗ ben zuweilen gegeben, wobei ſich aber das Maaß nicht wohl beſtimmen laͤßt. Haͤufiger werden Auch laͤßt man ſie, beſonders die Koͤrner der Huͤlſenfruͤchte, wohl etwas aufquellen. Andre fuͤttern ſie dagegen lieber als Schrot auf Haͤckſel geſtreuet, oder den Trank damit angeruͤhrt. Spreu und Ueberkehr wird aͤberdem oft den Schaafen zu Theix. Stehen die Koͤrner ziemlich hoch im Preiſe, ſo wird jedoch die Koͤrnerfuͤtterung eine der koſtbarſten ſeyn. Man wendet ſie daher auch in der Regel nur in der Lammzeit an, und wenn man aus Noth dazu gezwungen wird, oder aber um anbruͤchige Schaafe nach der Meinung einiger damit zu heilen.. §. 116. Wirthſchaftlicher iſt es ohne Zweifel, ſtatt ſich auf jene Koͤrnerhuͤlfe zu verlaſſen, und Wu auch um einen Theil, fuͤglich die Haͤlfte, des Heues damit zu erſetzen, Wurzelgewaͤchſe verſchie⸗ dener Art fuͤr die Schaafe anzubauen. Es iſt durch unzaͤhlige Verſuche erwieſen, daß alle ge⸗ woͤhnlichen Wurzelgewaͤchſe den Schaafen ganz vorzuͤglich gedeihlich, und dieſe Fuͤtterung, insbeſondere waͤhrend der Milchzeit, jeder trocknen Fuͤtterung vorzuziehen ſey. Sie ſind durch⸗ aus der Geſundheit der Schaafe unnachtheilig und leichter verdaulich, wie ſchon der natuͤrliche Trieb der Schaafe zu dieſen Gewaͤchſen, beſonders zu den Kartoffeln, wenn ſie ſolche einmal kennen, beweiſen kann. Wenn ſie zum Erſatz des Heues gegeben werden, ſo muß es in Ver⸗ haͤltniß ihrer Nahrungskraft geſchehen, woruͤber an andern Orten geredet worden. Daß man auch das Heu ooͤllig dadurch erſetzen koͤnne, lehren mehrere ſchon gemachte Erfahrungen, doch darf es ihnen dabei an Stroh nie mangeln, und eine mit Heu wechſelnde Fuͤtterung iſt allemal zutraͤglicher. Schaafe, die 1 ½ Pfd. Heu und 1 Pfd. Kartoffeln erhielten, oder 1 Pfd. Heu Vierter Theil. 1 Mm — 274. Die Schaafhuht. und 2 Pfd. Kartoffeln und genug Stroh dabei, befanden ſich in einem vorzuͦglich genoͤhrten, .. wollreichen und milchreichen Zuſtande. Durch gutes Erbſen⸗, Wicken⸗ und uuſentaeh kann das den bei einer ſolchen Wurzel⸗ funerung beſonders esſegr werden. §. 117. Eicheln und Eicheln und Roßkaſtanien geben den Schaafen ein nahrhaftes Futter, welches beſonders Rozrannnſen. bei anbruͤchigen Schaafen empfohlen wird. Man giebt ſie roh, oder nachdem ſie einige Tage in Waſſer ausgelaugt, und dann im Backofen gedoͤrrt worden, wo ſich ihre Schaale abloͤſt, und ihr herber Geſchmack verliert, taͤglich zu 1 Pfund. IganN einigen Gegenden rechnet man viel auf die Laubfuͤtterung, die aus Zweigen von Ruͤ⸗ ſtern, Linden, Pappeln, Ahorn, Eſchen und Erlen beſteht, und in der Ordnung, wie ſie hier genannt worden, vorzuͤglicher ſeyn ſoll. Dieſe Zweige werden im Julius am Stamme weggenommen, in Buͤndeln zuſammengebunden, dann getrocknet und in den Taß oder auf den Boden gebracht, um ſie den Schaafen, beſonders als Nebenfutter, in der Lammzeit zu geben. Man theilt, wo dieſe Fuͤtterung regelmaͤßig betrieben wird, die dazu beſtimmten Baͤume in drei Schlaͤge, und entlaubt alljährig einen. Der oeiſt wird„wenn er abgefreſß en iſt, ver⸗ brannt. 8§. 118. Salz. Salz iſt den Schaafen allerdings zuweilen zutraͤglich, man muß es aber als Arzenei, und nicht als regulaͤres Futter betrachten. Der Inſtinkt zum Salzlecken aͤußert ſich bei den Schaa⸗ es ihnen auf das Futter zu ſtreuen, indem man entweder ein Stuͤck Steinſalz im Stalle auf⸗ haͤngt, oder aus aufgeloͤſtem Salze und Mehl Kuchen macht, ſolche baͤckt, und ebenfalls auf⸗ hoͤngt oder in die Krippen legt. Auch macht man eine ſogenannte Salzlecke aus aufgeloͤſtem Salze mit bittern und aromatiſchen Kraͤutern, Wermuth, Bitterklee, Gentian, Kardobene⸗ dikten, Kamillen, Reinfarrn, Raute, Mel⸗ ſſe, Thymian und Majoran in einem hoͤlzernen Napfe. Man kann mit 1 Pfd. auf das Stuͤck jaͤhrlich ausreichen. 1 §. 119. Das Tranken it den Schaafen ſo noͤthig wie das Freſſen, und ihr Trieb dazu muß oft genug befriedigt werden. Nur wenn man ſie nach der alten fehlerhaften Gewohnheit hat dur⸗ ſten laſſen, koͤnnen ſie ſich im Saufen uͤbernehmen, insbeſondere wenn ſie uͤber ſumpfiges Waſ⸗ ſer herfallen. Bei ſaftiger Fuͤtterung ſaufen ſie natuͤrlich weniger, bei trockner mehr. Im Winter freſſen ſie gern Schnee, der ihnen gut bekommt. Tränken. §. I20. Enge, ſinſtre und dumpfige Staͤlle, die man den Schaafen aus Beſorgniß gegen Erkaͤl⸗ tung nur zu lange gegeben hat, ſind das nachtheiligſte fuͤr ihre Geſundheit. Das Schaaf iſt von Natur fuͤr die Einwirkung der Kaͤlte geſchützt, und liebt vor allen uͤbrigen Hausthieren friſche Luft und Licht. Nur wenn das Schaaf durch eine dumpfige Warmhaltung entkraͤftet und in Schweiß geſetzt iſt, kann ihm eine p loͤtzliche Erfaͤltung ſchaͤdlich werden. Jeder Ver⸗ faͤnbids iſt jetzt uͤberzeugt, daß luftige, geraͤumige und helle Staͤlle ein weſentliches Erforderniß ſey, und daß man die Kaͤlte derſelben auf keine Weiſe zu beſorgen habe. Die Temperatur Stan. fen, wenn ſie deſſen beduͤrfen. Man giebt ihnen alſo Gelegenheit, dieſen zu befriedigen, ohne— im IXten W geborgen ko nung, Beſch Wetter tine D58 haut die d ein gerdumi koͤnnen, ſo len und gro aouch die S wenn man Schaafe ir Staͤlle ode Auch uͤber Baukunſt: Unt Figſten zu mit einer⸗ den Heuſac werden don ZolI, oben vormals ge Haauszieh⸗ den gegf w die Schaaf pelte Kau brachte I zu beiden Brette, i debe Dingung ſoll, ſon mͤſen di ic ghen chen Vun lches däders ſie emige d Schaole ali veigen von gi⸗ dnung, we 8 am Stanme Aa auf umjeit z gien inten Viume i V eiteſen ſt, Na als Itena, ud c bei den Sche. beftiedigen, ahe Hin Stalle ai⸗ und edenfalle ui e aus aufgelbſn ntion, Kardobene ien höhenen rieb dauu mich wohaheit huxwe er ſumpfiges i kaer mehr. B8 ennij geengi Das Etauf rigen huusthiern anug entkräftt wn. Jeder N ches Erforden Dee Temyeui Die Schaaßzucht. 275 kann betraͤchtlich unter dem Gefrierpunkt ſeyn, ohne daß es gehoͤrig wohl genaͤhrten Schaafen im geringſten ſchade. Es ſind daher auch, nach dem Beiſpiele der Englaͤnder, in Frankreich ſo wie in Deutſchland mit der Durchwinterung der Schaafe im Freien Verſuche gemacht, und es hat ſich beſonders der Herr von Trembicki zu Lomna bei Warſchau dadurch verdient gemacht.(Annalen des Ackerb. 1805. I. 721.) Ein aͤhnlicher Verſuch findet ſich in den Annalen des Ackerb. Band XI. S. 452. So unzweifelhaft indeſſen die Moͤglichkeit der Durchwinterung im Freien iſt, ſo hat doch ein guter luftiger Schaafſtall wohl Vorzuͤge, die der Herzog von Holſtein⸗Beck Durchl. im IXten Bande der Annalen, S. 83., eintwickelt. Sie geben mehrere Sicherheit den neu⸗ gebornen Laͤmmern, beſonders wenn ſie in der kaͤlteſten Jahreszeit fallen, verhuͤten die Bereg⸗ nung, Beſchneiung und das ſchnelle Gefrieren des ſaftigen Futters, erfordern bei naſſem Wetter eine mindere Einſtreuung, und erhalten mehr die Kraft des Miſtes. Das Haupterforderniß eines Schaafſtalls iſt, daß er geraͤumig genug ſey, Durchzuͤge habe, die die Luft erneuern, ohne doch gerade die Schaafe zu treffen, und daß vor demſelben ein geraͤumiger Platz oder Schaafhof ſich befinde, worauf die Schaafe der freien Luft genießen koͤnnen, ſo oft und ſo viel ſie wollen. Man hat zum Theil ſehr luxurioͤſe Schaafſtaͤlle mit vie⸗ len und großen Fenſtern erbauet, gegen welche freilich nichts zu erinnern iſt, abeyr man kann auch die Schaafe in ſchlechteren, nach alter Weiſe eingerichteten, Staͤllen geſund erhalten, wenn man dieſen nur die bis dahin fehlenden Luftzuͤge giebt, die Thuͤren offen haͤlt, und die Schaafe frei aus⸗ und eingehen laͤßt. In großen Schaͤfereien iſt es ſehr bequem, beſondere Staͤlle oder Abtheilungen der Staͤlle mit eigenen Thuͤren fuͤr jede Art der Schaafe zu haben. Auch uͤber die Einrichtung der Schaafſtaͤlle enthaͤlt Gillys Anweiſung zur landwirthſchaftlichen Baukunſt von Friederiei das Vollſtandigſte in landwirthſchaftlicher Hinſicht.. —§. 121. Unter den mannigfaltigen Einrichtungen der Rauffen ſcheint mir folgende am zweckmaͤ⸗ ßigſten zu ſeyn: auf drei untergeſetzten Boͤcken ruhet ein Brett von etwa 16 Zoll Breite, welches mit einer 2 Zoll hohen Leiſte eingefaßt iſt. Dieſes Brett dienet zum Auffangen des auffallen⸗ den Heuſaamens und um kurzes Futter und Wurzelwerk darauf zu geben. Auf dieſes Brett werden doppelte mit einander verbundene Rauffen geſetzt. Dieſe ſtehen unten ungefaͤhr 12 Zoll, oben nur 10 Zoll auseinander, neigen ſich alſo ſchraͤg nach innen, und nicht, wie man ſie vormals gewoͤhnlich hatte, nach außen. Dadurch wird verhuͤtet, daß den Schaafen bei dem Herausziehen des Futters nichts in den Pelz falle, auch daß die Schaafe einander nicht uͤber den Kopf wegfreſſen, und ſich dadurch noch ſtaͤrker verunreinigen. Bei dieſer Struktur werden die Schaafe auch nicht leicht auf die Rauffen ſpringen, wie ſie ſonſt ſo gerne thun. Dieſe dop⸗ pelte Rauffe wird nun entweder mittelſt zweier daran befeſtigten und uͤber an Balken ange⸗ brachte Winden laufende Stricke in die Hoͤhe gewunden, oder aber ſie wird an Pfoſten, die zu beiden Seiten ſtehen, mittelſt durchgeſteckter Pfloͤcke aufgehangen, um ſie von dem unteren Brette, wenn man kurzes Futter darauf geben will, zu erheben. . H. 122. Ueber die Vortheile und Nachtheile des naͤchtlichen Hordenſchlages, in Hinſicht auf Duͤngung, iſt an andern Orten geredet. Wenn er ohne allen Nachtheil fuͤr die Schaafe ſeyn ſoll, ſo muß er nur in der waͤrmeren Jahreszeit und bei guter Witterung Statt finden; auch muͤſſen die Schaafe darin nicht zu ſehr beengt ſeyn, ſondern einen Raum von 10 Quadratfuß Mm 2 „Beſtand einer Schaͤſerei. 8 276 Die Schaaßzucht. haben. Ein eintretendes Gewitterſchauer ſucht man ihnen freilich lieber zu erſparen, und bringt ſie, wenn man dieſes befuͤrchtet, in den Stall. Doch ſchadet ihnen ein ſtarker, ploͤtzlicher Regenguß bei weitem nicht ſo, wie eine anhaltende naßkalte Witterung. Auf feuchtem Boden wird man die Schaafe nie horden; je trockner und ſandiger er iſt, um ſo Wenies wird es ih⸗ nen nachtheilig ſeyn.. —— 5. 123. Eine vollſtaͤndige Schaͤferei beſtehet: 1) aus dem Mutterhaufen; 2) aus dem Hammelhaufen, wobei gewoͤhnlich die Boͤcke ſind; 3) aus dem Jaͤhrlingshaufen; 4) aus dem Laͤmmerhaufen, der aber nur im Sommer abgeſondert zu ſeyn pflegt, in⸗ dem bei der Einwinterung die Laͤmmer vom vorigen Winter zu den Jaͤhrlingen kommen; 3) aus dem Fetthaufen, wenn man ſich mit Maſtung oder Fettweiden derſelben befaßt. 1) Im Mutterhaufen werden die Schaafe nach dem Alter runierſchieden, und ſo in das Regiſter eingetragen. Es giebt folglich darin: a) alte oder uͤberſaͤtzige Schaafe; b) Volſſaͤtzige oder Achtſchaufler; c) Sechsſchaufler; d) Viehſchaufter oder Zeitſchaafe; Bei der Einwinterung werden ſie nun ſchon in die Klaſſe geſtellt, in welche ſie genau genom⸗ men, ihrem Alter und Zahnen nach, erſt im kuͤnftigen Sommer kommen ſollen. Die Laͤmmer naͤmlich, welche im Winter 1809 zur Welt kamen, ſind ſchon als Jaͤhrlinge im Herbſte ein⸗ gezählt, und als ſolche durch den Winter von 1825 gebracht worden. In den Winter von 184½9 werden ſie nun— wenigſtens geſchieht dies in der Regel— als ſolche, die bedeckt wer⸗ * 8 2 den ſollen, oder als Vierſchaufler eingebracht, obwohl ſie wirklich erſt mit zwei Zaͤhnen ge⸗ wechſelt haben. Und ſo verhaͤlt es ſich dann auch mit den uͤbrigen Klaſſen. Ueberdem aber werden bei einer Beredlung der Schaͤferei die Muͤtter nach ihren verſchiedenen Generationen, die durch ihre Zeichen erkannt werden, unterſchieden und in das Regiſter eingetragen: die voͤl⸗ i edlen, die ster, 4ter, Zter, 2ter und I1ſter Generation. Man zeichner alſo z. B. an: Ueherſäzige Schaafe Edle..........„ 10 Stuͤck. 5ter Genetation.......„.. 8 ⸗ Vollſaͤtzige Schaafe Edle............... 20 . Ster Generation......... 40 ⸗ 1 4ter..„........ 69 2 3ter 2........... 60 2ter.„........ 40 8 Iſter 2....... 20„ 8 * Auf eben dieſe Weiſe die Sechs⸗ und Vierzaͤhner. Die Abzaͤhlung und Mußterung der Schaafe wird in der Regel jaͤhrlich drei Mal vorge⸗ nommen: 2) in, Schur au autzuſ uſ „) bei ès wi und jeder 9 nicht ndthig derung, jer Der mer hat ſich gang und d rüͤck. Bei Vühr uh Die diger Reben allein fuͤr ſ kauft und licher Hinſ Hauptrüͤck hen. Die markt mit ſeyn pflegt Schaaffier herunter. Erziehung Koſten der Es Feeiſches b zweiten Jat entweder ſc werden. 6 Wade dure trachtet wi dere, die in der G ſchwammi der Faſer! peckartig, Llaſe, we die heit der W einige gla ziemlich an ih und bnu er, püzice uchtem Boden vied es i ſeyn pſee, kommen; decjäden biit n, und pyſ ſe genau gmen⸗ len. Die kännee ſe in Herbſte i den Wnter hen die bedeckt we⸗ t wei ähnen ge .. Ueherdem ober jen Generationen, garagen: de vib alſo Bm: drei Mal bole — Die Schaaßucht. 8277 1) bei der Einwinterung, wobei das Brackvieh ausgeſchloſſen wird; 2) im Fruͤhjahr, wenn die Winterfuͤtterung groͤßtentheils aufhoͤrt, wobei das nach der Schur auszuſchießende Merzvieh beſtimmt wirdz G 3) bei der Schur. Es wird alſo auch das Regiſter drei Mal angefertigt, oder die Stuͤckzahl jedes Haufens und jeder Klaſſe angezeigt. Einige halten monatlich eine ſolche Ueberſicht. Dies iſt jedoch nicht noͤthig, wenn nur monatlich oder woͤchentlich jede bei der Schaͤferei vorgefallene Veraͤn⸗ derung, jeder Abgang oder Zuwachs, notirt wird. Der Winterbeſtand einer Schaͤferei wird fuͤr den permanenten angenommen. Im Som⸗ mer hat ſich durch die Laͤmmer die Zahl immer vermehrt; ſie kommt dann aber durch den Ab⸗ gang und die Ausmerzung des Viehes bei der Einwinterung zu ihrem beſtimmten Beſtande zu⸗ ruͤck. Bei einer Schaͤferei von 1000 Stuͤck uͤber Winter muß wenigſtens auf 1300 Stuͤck Weide vorhanden ſeyn. §. I2 4. Die Hammel⸗ oder Fettſchaͤferei wird bei uns mehrentheils nur als ein nothwen⸗ diger Nebenzweig der Schaafzucht betrachtet. Es wird zwar hin und wieder Hammelſchaͤferei allein fuͤr ſich betrieben, indem man die Hammel und Merzſchaafe von den Schaafzuͤchtern kauft und ſie dann uͤber Sommer oder uͤber Winter fett macht. Aber Schaafzucht in vorzuͤg⸗ licher Hinſicht auf Maſtung, wie bei den Englaͤndern, findet ſelten Statt. Wolle iſt die Hammel* Ode Maſtſchüͤferei⸗ Hauptruͤckſicht, naͤchſtdem die Zuzucht, und Maſtung wird faſt nur von uns aus Noth betrie⸗ ben. Die Vermehrung der Schaafe, des erſteren Zweckes wegen, iſt ſo ſtark, daß der Fleiſch⸗ markt mit Merzvieh uͤberfuͤllt wird, und da dieſes Schaaffleiſch von ſchlechter Qualitaͤt zu ſeyn pflegt, ſo hat ſich der Geſchmack daran ſehr verloren, und der niedrige Preis des ſchlechten Schaaffleiſches haͤlt auch den Preis des guten, zumal bei den bisher uͤblichen Polizeitaxen, herunter. Es wuͤrde daher bei uns nur in ſehr ſeltenen Faͤllen rathſam ſeyn koͤnnen, auf die Erziehung vorzuͤglich maſtfaͤhiger Schaafe und ihre Maſtung die Sorgfalt, gewiſſermaßen auf Koſten der Wolle, gleich dem Englaͤnder zu verwenden.. Es findet naͤmlich ein ſehr großer Unterſchied unter der Maſtfaͤhigkeit und der Guͤte des Fleiſches bei verſchiedenen Schaafarten Statt. In England hat man Schaafragen, die im zweiten Jahre ihres Alters ihr Lamm, auch wohl zwei bringen, es dann aufſaͤugen und nun entweder ſchon im Herbſte fett ſind, oder im Winter, ohne ſie begehen zu laſſen, fett gemacht werden. Solche Schaafarten haͤlt man am vortheilhafteſten, indem ſie ihre Fuͤtterung und Weide durch ihr Fleiſch am ſtaͤrkſten bezahlen, wobei die Wolle nur als ein Nebengewinn be⸗ trachtet wird. Doch haben nicht alle engliſche Schaafragen dieſe Eigenheit, und es giebt an⸗ dere, die erſt im dritten oder vierten Jahre mit Vortheil gemaͤſtet werden. So iſt dann auch in der Guͤte des Fleiſches ein großer Unterſchied. Gutes Schaaffleiſch muß nicht loſe oder ſchwammig, aber weich, feinfaſrig und ſaftreich ſeyn. Eine maͤßige, in den Zwiſchenraͤumen der Faſern abgeſetzte Fettigkeit wird ſehr geſchaͤtzt, das ſtarke Feit aber, welches ſich auswaͤrts ſpeckartig, bis zu 4 und s Zoll dick, auf den Rippen anſetzt, haͤlt man nur fuͤr die aͤrmere Klaſſe, welche damit ihre vegetabiliſchen Speiſen bereitet, angemeſſen. Die Maſtfaͤhigkeit und Guͤte des Fleiſches betrachten viele Englaͤnder als eine der Fein⸗ heit der Wolle widerſtrebende Eigenſchaft. Indeſſen ſind doch nicht alle dieſer Meinung, und einige glauben, daß ſich Guͤte des Fleiſches und der Wolle vereinigen laſſe. Dies iſt bei ihnen ziemlich ausgemacht, daß die reine Merinorage in jener Hinſicht ſehr fehlerhaft ſey, bei glei⸗ 278 Die Schaafzucht. cher Fuͤtterung weniger Fleiſch und ſchlechteres gebe als jede andere Art, und die Meinung der meiſten iſt, daß der hoͤhere Werth der Wolle dieſen Verluſt nach den dortigen Verhaͤltniſſen nicht aufwiege. Deshalb ſind viele der Einfuͤhrung der Merinos zwar nicht entgegen, wollen aber vermittelſt der Durchkreuzung und Auswahl der Individuen eine neue konſtante Rage bilden, die beide Qualitaͤten vereinige. Bei uns iſt nun die Fleiſcherzeugung eine ſekundaire Abſicht, und wir haben uͤberhaupt keine Schaafrace, die dazu auszeichnend geeignet waͤre. Indeſſen muͤſſen wir doch auch aner⸗ kennen, daß die reinen Merinoſchaafe im Fleiſchanſatze bei gleicher Nahrung und ſelbſt auch in der Guͤte des Fleiſches der groͤßeren Art unſerer Landſchaafe nachſtehen. Jene Hammel bleiben zugenſcheinlich gegen dieſe zuruͤck, und wenn man einem Fleiſcher die Auswahl unter einem ge⸗ mengten Hammelhaufen laͤßt, ſo wird er immer die Merinos zuruͤckſtoßen, es ſey denn, daß man ſie ihm in einem betraͤchtlichen Wollſtande, den er zu ſchaͤtzen weiß, verkaufe. Bei den großen Vorzuͤgen, die das Merinoſchaaf in Hinſicht des Wollwerthes hat, wird dies nicht leicht jemanden von Einfuͤhrung der edlen Schaafzucht bei uns abſchrecken, bevor nicht etwa durch ganz veraͤnderte Konjunkturen gutes Hammelfleiſch einen hoͤheren Preis gegen die feine Wolle erhaͤlt. Wenn man indeſſen, beſonderer Wirthſchaftsverhaͤltniſſe wegen, auf Hammelmaſtung ſo wie auch auf Melkerei der Schaafe Ruͤckſicht zu nehmen ſich bewogen fin⸗ det, ſo koͤnnte eine gute in ſich ſelbſt veredelte Rage von Landſchaafen doch allerdings zweckmaͤ⸗ ßig ſeyn. Und wenn man nur Hammelſchaͤferei und Maſtung betreiben und die Hammel dazu ankaufen will, ſo wird man ohne allen Zweifel beim Ankauf der Landſchaafe beſſer fahren, zu⸗ mal wenn man ſchnell maͤſten will, und auf die waͤhrend der Maſtzeit ſich erzeugende Wolle wenig Ruͤckſicht nehmen kann. §. 125. Wann und wo Die Hammelſchaͤferei kann unter ſolchen Lokalitaͤten noch immer vortheilhaft ſeyn, wo Dammelmaſtung man eine ſehr nahrhafte, aber nicht ganz geſunde und leicht faͤuliſch machende Weide hat, wo vortheithaft fey? auf feuchterem, reichem Boden die Stoppel der Getreidefelder und der Wieſen einen kraͤftigen Nachwuchs gewaͤhrt, und wo man zugleich viele Gelegenheit hat, das Vieh mager wohlfeil anzukaufen und gemaͤſtet gut und ſicher wieder abzuſetzen. Die Wintermaſtung der Hammel kann bei einem ſtarken Brachgewaͤchsbau vortheilhaft ſeyn, und der Abſatz der Winterhammel, ddie im Maimonat vollendet ſind, fehlt ſelten in großen und wohlhabenden Staͤdten, wo um dieſe Jahreszeit gutes Hammelſleiſch noch am meiſten geſchaͤtzt wird. §. 126. Wie ſie zu be⸗ Bei der Hammelmaſtung iſt eine ſchnelle Vollendung und ein oͤfterer Umſatz das vortheil⸗ treiben. hafteſte. Hammel ein ganzes Jahr uͤber gehalten, werden ihre Fuͤtterung oder Weide ſelten bezahlen: hat man alſo Fettweiden, ſo muß man ſie ihnen reichlich geben, ſie nicht ſtark be⸗ ſetzen, einen Theil ſchonen, um die Hammel darauf zu bringen, wenn die Weide auf dem er⸗ ſteren abnimmt; da dann ein Geltehaufen die Nachweide verzehren kann. Reicht die Weide nicht vollkommen, ſo muß man ihnen Stallfutter dabei geben, um ſie in acht, hoͤchſtens zehn Wochen zu vollenden. Bei der Wintermaſt muß man von dem Augenblicke an, wo die eigent⸗ liche Maſt beginnen ſoll, ſo viel Futter geben, wie ſie nur verzehren wollen, und man wird erſtaunen, wie viel ein ſolcher Hammel in der Mitte der Maſtzeit verzehren kann. Hierbei aber wird ſich das Futter beſſer bezahlt machen, als wenn man damit ſpart und die Hammel dann in ſechzehn Wochen nicht zu der Feiſtigkeit bringt, wozu man ſie in acht Wochen haͤtte bringen kmen. J0 echelmn tihl PWochen zu en nir dits Re und nunmeh⸗ knaten. Hamt Iahrbnge tung unſerer Schwere gel weiſen. R. Kauft man- von der Aus hi den ſtar werden. Bei Ganze fuͤhr antwortlich beſorgen, Das erblich. C Kindheit a Schoͤfers, guter Sche zucht widm ſchlimm, d ſie eingepraͤ koͤnnen. A zum Vetrug gnannten disem unre ein Landwir in allen un Es anderes? dder ſie in waͤre und beabſit Schafen ſch und ſogar? wonen vert Sgafen; die Meiun Verhältnißen gen, wolle üante Rage en idecupt och auch ana⸗ ſelbſt auchin ammel bleiben ter einen ge ſey demn, di e. Rhat, viſ drecen, hun en prisgan ſ vegn, uf Hbewogen i⸗ ings zweckna⸗ V danmel dahu ſer fare, zu⸗ geugende Wale äiheft ſeyn, u Wadde hat, wi Faihen kräftigen mger voßlfe ing de danwel „Wartethenndt Faͤdten, n m tz das vortt er Weide ſäin ericht ſün 1 ide auf deme⸗ icht die Wähe Höohſeezhn wo hi eigent⸗ n) man wid Hierbei ahe⸗ Hammel dam haͤute bringe Die Schaafzucht 279 koͤnnen. Zwoͤlf Landhammel, die ich einmal zum Verſuch und zu eigenem Gebrauch aufſtallte, erhielten taͤglich eine Metze Kartoffeln und dabei 25 Pfund Heu, kamen aber in ſechs bis acht Wochen zu einem ſolchen Anſatz und zu einer ſolchen Guͤte des Fleiſches, daß alle, welche bei mir dieſes Fleiſch aßen, nie angenehmeres und ſaftigeres Fleiſch genoſſen zu haben verſicherten, und nunmehr begriffen, wie die Englaͤnder einen ſo hohen Werth auf Schaaffleiſch ſetzen koͤnnten.— Hammel, die zu eigener Maſtung aufgezogen werden ſollen, muͤſſen als Laͤmmer und Jaͤhrlinge ſo gehalten werden, daß ſie ihre volle Groͤße und Staͤrke erreichen. Die beſſere Gat⸗ tung unſerer Landſchaafe kann bei reichlicher Nahrung zu einer ſonſt ungewoͤhnlichen Staͤrke und Schwere gebracht werden, wie die manchmal einzeln gehaltenen ſogenannten Stallhammel be⸗ weiſen. Nach dem erſten Jahre koͤnnen ſie dann bis zur Maſtzeit ſpaͤrlicher gehalten werden. Kauft man Hammel zu bloßen Fettſchaͤfereien, ſo haͤngt der vortheilhafte Erfolg hauptſaͤchlich von der Auswahl und dem Preiſe des mageren Viehes ab. Im Durchſchnit wird man ſich aber bei den ſtaͤrkſten, die man erhalten kann, am beſten ſtehen, wenn ſie auch theurer bezahlt werden. 12 §. 127. 1 Bei groͤßeren Schaͤfereien iſt ein Schaafmeiſter noͤthig, welcher die Aufſicht uͤber das Oie echafer. Ganze fuͤhrt, dem man mehrentheils einen Antheil an dem Ertrage zugeſteht und fuͤr alles ver⸗ antwortlich macht. Unter ihm ſtehen die Meiſter⸗oder Schaafknechte, welche die Mutterſchaafe beſorgen, der Hammelknecht, der Jaͤhrlingsknecht und der Laͤmmerknecht oder Junge. Das Schaͤferhandwerk iſt gewiſſermaaßen nicht nur zunftmaͤßig, ſondern auch haͤufig erblich. Es entſteht bei den Soͤhnen der Schaͤfer eine beſondere Liebe fuͤr die Schaafe von Kindheit auf; ſie ſchaͤrfen ihr Auge und gewoͤhnen ſich fruͤh koͤrperlich an die Lebensart eines Schaͤfers, mehrentheils ſo ſehr, daß ſie zu jedem andern Geſchaͤfte untauglich werden. Ein guter Schaͤfer dieſer Art hat allerdings Vorzuͤge vor andern, die ſich erſt ſpaͤter der Schaaf⸗ zucht widmen und ihren Blick bei der Beobachtung der Schaafe erſt uͤben muͤſſen. Es iſt nur ſchlimm, daß ſich unter ihnen Vorurtheile und Aberglauben eben ſo ſehr vererben, und daß ſie eingepraͤgten Meinungen, ſelbſt bei ſinnlicher Ueberzeugung vom Gegentheile, nicht entſagen koͤnnen. Auch herrſcht ein gewiſſer Zunftgeiſt unter ihnen, der ſie oftmals zum Nachtheil und zum Betruge ihrer Lohnherren vereinigt. Ein Mann, welcher die guten Eigenſchaften eines ſo⸗ genannten gelernten oder zunftmaͤßigen Schaͤfers beſitzt, ſich aber von den Vorurtheilen und dieſem unrechtlichen Zunftgeiſte frei gemacht hat, iſt daher ſehr ſchaͤtzbar, insbeſondere wenn ein Landwirth nicht ſelbſt die genaueſte Aufſicht uͤber die Schaͤferei fuͤhren und ſeinen Schaͤfer in allen und jeden Stuͤcken anleiten kann.— Es giebt Gegenden, wo die zunftmaͤßigen Schaͤfer ſo ſehr verdorben ſind, daß kaum ein anderes Mittel bleibt, als junge gut geartete Burſche entweder ſelbſt zu Schaͤfern anzuziehen, oder ſie in einer muſterhaft vetriebenen Schaͤferei in einer andern Gegend anlernen zu laſſen. Es waͤre daher ſehr zu wuͤnſchen, daß die Schaͤferſchulen, welche man ſchon oft empfohlen und beabſichtigt hat, wirklich mehr ausgefuͤhrt und zweckmaͤßig eingerichtet wuͤrden. Da die Schaͤfer ſchon ſeit alten Zeiten das Zutrauen des Volks, auch bei Krankheiten anderer Thiere und ſogar der Menſchen beſitzen, mancherlei abergläubiſche Mittel ausgeben und ſelbſt Opera⸗ tionen verrichten, ſo koͤnnte man dieſes einmal entſtandene Zutrauen benutzen, wenn man den Soaͤfern zugleich einen verſtaͤndigen empiriſchen Unterricht in der Thierarzneikunde uͤberhaupt Die Waͤſche, 280 Die Schaaßucht. dabei ertheilte; wo ſie dann das Metier eines Thierarztes, welches allein ſeinen Mann nur in wenigen Gegenden naͤhren wird, fuͤglich daneben betreiben koͤnnten. Den Nachtheil der alten Einrichtung, dem Schaafmeiſter ſowohl als den Knechten eige⸗ nes Vieh nach einem gewiſſen Verhaͤltniſſe in der Heerde zu geſtatten, hat man wohl allgemein anerkannt. Es war natuͤrlich, daß das Vieh des Schaͤfers immer das beſte und ſeine Lämmer die vorzuͤglichſten waren, und daß das Vieh nie ihm, ſondern immer dem Herrn ſtarb, auch alle Kontrolle unmoͤglich wurde. Dieſe Einrichtung war aber ſchwer abzuſchaffen, weil alle gelernten Schaͤfer auf ihre Beibehaltung beſtanden, und man nicht leicht unter andern Bedin⸗ gungen einen erfahrnen Schaͤfer erhielt. Sie ward deshalb in den Preußiſchen und mehreren andern Staaten geſetzlich verboten und der Schaafherr zu einer namhaften Strafe verurtheilt, der eine ſolche Einrichtung ferner machte und fortſetzte. Hiernach mußten ſich alſo die Schaͤfer zu einer anderen Einrichtung bequemen. Mau beſtimmte ihnen nun einen gewiſſen Antheil, den ſie an dem ganzen Ertrage der Heerde haben ſollten, und nach dieſem Antheile mußten ſie ſich in die Schaͤferei einkaufen, ohne jedoch beſtimmtes eigenes Vieh zu haben. Sie mußten dann aber auch zu dieſem Theil alle Nebenkoſten mit tragen, und man ſetzte nur eine gewiſſe Quantitaͤt Heu feſt, welches die Schaͤferei unentgeldlich erhalten ſollte. Was daruͤber gefuͤttert, auch an Koͤrnern, Salz u. ſ. w. gegeben und an den uͤbrigen Koſten aufgewandt wurde, mußten ſie zu ihren Theilen tragen. Dieſe Einkaufseinrichtung vereinigt das Intereſſe des Herrn und des Schaͤfers, knuͤpft ſie mehr aneinander und verhindert oder erſchwert doch die Schmuggeleien. Indeſſen hatten ſie doch bei dem Antritte und Abzuge des Schaͤfers einige Schwierigkeiten, beſonders wenn eine Schaͤferei in der Groͤße und Veredlung fortſchreitet, indem nun eine jedesmalige Taxirung noͤ⸗ thig wird, und der abgehende Schaͤfer von dem vermehrten Werthe ſeine Quote rechtlich for⸗ dern kann, indem er zu den Koſten mit beitrug. Andere geben dem Schaͤfer eine gewiſſe, dann aber geringere Quote von dem Ertrage, ohne Einkaufsgeld und zuweilen auch ohne Beitrag zu den außerordentlichen Koſten zu verlan⸗ gen. 3 Wer eine ſehr genaue Aufſicht uͤber ſeine Schaͤferei fuͤhren und gewiſſermaaßen ſelbſt die Stelle des Schaafmeiſters vertreten will, oder auch einen beſonderen geſchickten Wirthſchafts⸗ offizianten dazu anſetzt, kann ſich mit Lohnknechten behelfen, die geſpeiſet werden oder Deputat GHerhalten. Um ihnen ein Intereſſe fuͤr die Aufzucht beſonders zu geben, iſt es rathſam, ihnen ein Gewiſſes fuͤr jedes zur Einwinterung gekommene Lamm zu geben. Daß der Schaͤfer ſeinen Hund gut dreſſirt und in ſeiner Gewalt habe, iſt ſehr wichtig, indem ein Hund, der die Heerde unzeitig beunruhigt, ſie ganz herunterbringen kann. §. 128. Die Pelzwaͤſche oder das Waſchen der Wolle auf dem Leibe der Thiere iſt immer etwas ſehr unvollkommnes. Man hat ſie eigentlich wohl nur eingefuͤhrt, um den groͤberen Schmutz herauszubringen, der aber bei gut gehaltenen und feinwolligen Schaͤfereien uͤberall nicht darin ſeyn darf. Die Wolle wird durch dieſe Waͤſche mehr oder minder gereinigt. Dies erhoͤhet oder vermindert natuͤrlich bei dem erfahrnen Wollkenner ihren Werth, aber die reinere Waͤſche ver⸗ ringert auch wieder das Gewicht, und der Verluſt an dieſem uͤberwiegt vielleicht nicht ſelten den hoͤheren Preis, den man fuͤr jeden Stein Wolle erhaͤlt. Der Hauptnachtheil der Pelzwaͤſche iſt aber der, daß ſie bei uͤbler Witterung, wo ſie jedoch zuweilen der Wollmaͤrkte wegen vor⸗ genommen werden muß, der Geſundheit der Schaafe nachtheilig wird, und daß eine unter⸗ druͤckte druͤckte Ausdi vor der Schun deutſchland Einzelnn ſche rinn Woll ſit, dct ſch die vene ten, wo die reien berein wozu die je gerichtet we hat man gef worden. B gewuſchene. Der Sorgfalt be⸗ dem fettigen Wolle ungle Pfuhl zu M Um mindern, i der Wolle, Schur wie halte, wol Uebe ſchieden. alggemein a und ſehr re ward, und weniger Ung Laddſchaafen einige zu 1 dagegen ger haͤng wohl nehmen die haͤufg im Rrupft we werden. adber gewiß Schaafs, d Daß Wole ſehe Scheerer n Yierter ſann nur in chten eige⸗ Nallgemein enemmer ſond, auch en, wel dle dern Bedar⸗ und mehreten everurheit, die Schife dtrage R arn dndaufan u deſen i ſt, welha ie Salz u. ſn. dhalen tragm. u, küyft ſie eſen ſenn ſie derz vwem ane e Lorirung ni⸗ te techlich jor en dem Ertrege oſten zuderlar naczen ſabſt die e Wethſcets⸗ en oder Dapot tathſem, ihnn ſt ſhr witit kann. ſt inmer eino öberen Schy erall richt ven ies erhht oder tte wegen v ine und daß aine u deltte De Schaaßucht. 281 druͤckte Ausduͤnſtung die natuͤrliche, ſelbſt innere, Fettigkeit der Wolle zuruͤcktreibt, wenn jene vor der Schur nicht voͤllig wieder hergeſtellt werden kann. Der Gebrauch iſt aber einmal in Deutſchland ſo eingefuͤhrt und beim Wollhandel ſo beſtimmt angenommen, daß er fuͤr den Einzelnen ſchwer abzuaͤndern ſeyn duͤrfte. Ungewaſchen kauft man unſre Wolle nicht, und zur reinen Wollwaͤſche haben wir nicht die Anſtalten. Auch pflegen die Kaͤufer, wenn man es ver⸗ ſucht, nicht ſo viel mehr zu geben, als der ſtarkere Gewichtsverluſt dabei betraͤgt, indem ſie ſich die reine Waͤſche mit der Ausſortirung der Wolle lieber ſelbſt vorbehalten wollen. In Zei⸗ ten, wo die Wolle ſehr geſucht wird, muͤßten ſich beſonders die Beſitzer vorzuͤglicher Schaͤfe⸗ reien vereinigen, ihre Wolle entweder ganz ungewaſchen oder nach der Schur rein gewaſchen, wozu die jetzt genugſam bekannten Anſtalten in jeder ſchaafreichen Gegend gemeinſchaftlich ein⸗ gerichtet werden koͤnnten, zu verkaufen. Bei einer vollkommnern Waͤſche der geſchornen Wolle hat man gefunden, daß ſie 54 Prozent verliere, wenn vorher nicht auf dem Pelze gewaſchen worden. Bei der Pelzwaͤſche verliert die Wolle wahrſcheinlich 25 Prozent gegen die ganz un⸗ gewaſchene. Der Erfolg der Pelzwaͤſche haͤngt theiks von der Methode, die verſchieden iſt, und der Sorgfalt beim Waſchen, theils von der Beſchaffenheit des Waſſers ab. Hartes Waſſer wird dem fettigen Schmutze nichts anhaben, ein weiches, und noch mehr ein ſeifenartiges wird die Wolle ungleich reiner und weißer machen, ſo wie es vorzuͤglich der oͤfterer von mir erwaͤhnte Pfuhl zu Moͤgelin bewirkt. Annalen des Ackerbaues Bd. X. S. 390. Um die Nachtheile der Pelzwaͤſche in Ruͤckſicht der unterdruͤckten Ausduͤnſtung zu ver⸗ mindern, iſt von großer Wichtigkeit fuͤr die Geſundheit der Schaafe ſowohl als fuͤr die Guͤte der Wolle, daß man die Ausduͤnſtung durch waͤrmeres Halten und nahrhaftes Futter vor der Schur wieder herzuſtellen ſuche, und wo moͤglich eine Zwiſchenzeit wenigſtens von 8 Tagen halte, wobei man denn freilich eine neue Beſchmußung ſorgfaͤltig verhuͤten muß. §. 129. Ueber die Vortheile der zweimaligen oder einmaligen Schur ſind die Meinungen ſehr ver⸗ Die Schur. ſchieden. Bei Merinoſchaͤfereien und ſelbſt bei veredelten hat man die zweimalige Schur wohl allgemein aufgegeben; indeſſen haben doch neuerlich einige, die ihren Schaͤfereien vorzuͤgliches und ſehr reiches Futter gaben, ſich wieder dazu entſchloſſen, weil naͤmlich die Wolle zu lang ward, und die Schaafe bei dem ſchnellen Wiederwuchs der Wolle von der doppelten Schur weniger Ungemach zu empfinden ſchienen, als von der ſehr langen Wolle. Bei gut genaͤhrten Landſchaafen hat man durch zweimalige Schur einen etwas groͤßeren Wollgewinn erhalten, den einige zu, andre nur zu des Ganzen angeben. Daß der Preis der zweiſchuͤrigen Wolle dagegen geringer ſey, geſteht man in einigen Gegenden zu, in andern aber nicht, und dies haͤngt wohl von den Fabrikaten ab, wozu die Wolle hauptſaͤchlich verwandt wird. Hutmacher nehmen die kurze Wolle lieber. Schaafe, die an zweimalige Schur gewoͤhnt ſind, verlieren haͤufig im erſten Fruͤhjahre ihre Wolle, wenn man ſie im Herbſte ſtehen ließ, und ſie muß ab⸗ gerupft werden. Noch mehr erfolgt dies, wenn ſie im Holze und zwiſchen Geſtraͤuchen gehuͤtet werden. Die zu fruͤhe und zu ſpaͤte Jahreszeit, wo die Schur dann geſchehen muß, macht aber gewiß einen nachtheiligen Eindruck auf die Geſundheit des von ſeinem Pelze entbloͤßten Schaafs, dem nur durch eine kraͤftigere Nahrung entgegen gewirkt werden kann. Daß die Schur der Schaafe gruͤndlich und vorſichtig geſchehe, damit nicht ſtreifenweiſe Wolle ſtehen bleibe, hat auf den Wollertrag merklichen Einfluß. Gut angewieſene und geuͤbte Scheerer muß man daher zu erhalten ſuchen, und ſie unter genauer Aufſicht haben, welche der Vierter Theil. Rn. Die Schaafzucht. Schaͤfer, wenn er ſeinen Theil vom Ertrage der Wolle erhaͤlt, gern fihren wird. halb auch die Art und Schaͤrfe der Scheeren nicht gleichguͤltig. In der Schicklerſchen Fabrik vor Neuſtadt⸗ Eberswalde werden ſetzt ren verfertigt. Das Scheeren wird mehrentheils ſtuͤckweiſe zu 1 bis 2 Xr. bezahlt. Wenn man durch etwas hoͤheren Lohn ein beſſeres Scheeren erreichen kann, ſo erhoͤhet man ihn Hern. Das Scheeren im Frohndienſt pflegt natuͤrlich ſelten gut zu geſchehen. Wenn die Heerde Schaafe von verſchiedener Feinheit enthaͤlt, ſo ſondert man ſie wohl immer ab. Aber auch die Boͤcke, Hammel, Muͤtter und Jaͤhrlinge werden beſonders geſcho⸗ ren, und die Wolle jeder Art wird beſonders verpackt. Die Sortirung der nach den Koͤrpertheilen verſchiedenen Wolle iſt bei uns wenig ge⸗ bräuchlich. Man pflegt die ganzen Pelze, ungefaͤhr ſo viele als auf 20 Pfund gehen, uͤber einander, und die kurze, jedoch reine Wolle hinein zu legen und zuſammen zu ſchlagen. Jedes 282 s iſt des⸗ vor zuͤglich ute Schaafwoll⸗ Schee⸗ Bund wird mit duͤnnem Bindfaden zuſammen geſchnuͤrt, oder es wird die Wolle ungebunden 3 in die Saͤcke geſtopft. Bei edlen Schaͤfereien achtet man auf das Wollgewicht jedes Thiers, um danach ſeinen Werth zu beſtimmen, und es vor andern zur Zuzucht auszuwaͤhlen, da es wahrſcheinlich iſt, daß auch die Reichhaltigkeit an Wolle ſich vererben werde. In ſofern das ſtaͤrkere Gewicht von der Dichtigkeit der Wolle herruͤhrt, trifft dieſes auch zu; die laͤngere dagegen haͤngt von der Fuͤtterung und Geſundheit ab, und daher auch das Gewicht. Ddie Merinowolle wiegt ihrem Volumen nach ſchwerer wie die Landwolle. ein Landſchaaf im Gewichte weniger wie ein Merinoſchaaf giebt, von ſeiner ſchlechteren Haltung her. immer mehrere Wolle zu tragen. Wenn aber ſo ruͤhrt dies ohne Zweifel Wuͤrden ſie gleich gehalten, ſo ſcheinen gute Laſtdſchaate In Anſehung dir beſonderen Behandlung und Beurtheilung der Merinos und ihrer Wolle, muß ich auf oben erwaͤhnte Schriften derweiſen. die Pferde. §. 130. 130. Die Lehre von der Pferdezucht iſt von ſo vielen erfahrnen und einſichtsvollen Maͤnnern, welche ſich ganz dieſem Fache gewidmet hatten, bearbeitet worden. Indeſſen fehlt es uns noch an einer gruͤndlichen und wiſſenſchaftlichen Darſtellung dieſer Lehre, welche eine klare Ueber⸗ ſicht derſelben geben und das Wahre, das Naturgemaͤße von dem, was ſich auf Vorurtheil— welches ſich auch hier zu tief eingewurzelt und verbreitet hat— begruͤndet, ſonderte. Ich darf mir nicht anmaßen, eine ſolche Ueberſicht zu unternehmen, und es wuͤrde am wenigſten hier der Ort ſeyn, eine ſo ausfuͤhrliche Abhandlung daruͤber zu liefern, als erforderlich waͤre. Ich beſchraͤnke mich vielmehr bloß auf das, was dem Acerbauer als ſolchem von der Anzucht und Haltung der Pferde zu wiſſen noͤthig iſt. Das vorzuͤglichſte Werk welches wir bis jetzt haben, iſt ohne Zweiſel Naumann uͤber die vorzug⸗ lichſten Theile der Pferdewiſſenſchaft. 3 Theile. Berlin 1800— 1802. Deshalb kann ich mich auch hier nicht auf Darſtellung der mancherlei Ragen, die aus verſchiedenen Laͤndern abſtammen, aber auch durch Auswahl der Individuen und mittelſt der Durche euzung entſtanden ſind, einlaſſen. * — . 1 Dem Kreuhe beei tuccies R durnd und nict gehdri vinigſtens! haden. Na es von verſ und es gie haben; ein es fehlefte der gruͤßere die ihrer Ra der Regel u Ein f als Pferde: keit verwan betrieben, worden, ur thanen einr beruͤckſichti auf die eig dort uͤblich Der noch auf ei in Pommel Bebrauche Mecklenbur Schlag Daͤt in Kraft un niß ihrer Gt da konſtant In n habe ich na man einen der mit de nchten Zei⸗ bei ägner auf dn St gekangten S einer Stute deitspferde b b Ssiit d aafwoll,Ethe . Dan m ihn gan. Das tt man ſiewiſ eſonders geſh uns wenige dgehen, in ſGlagen. P dole ungebm im daßoh ſitn gheſcheinlcht ſee Gewicht ber e hiagt von de lle. Wmae dies chne Jbeft zute kandſchaw erinos und ihe bollen Nonm fehlt er un ine klare lon Vorurthel- ſonderte. A de am wenigſe rforderlic nit von der Nuch 4 3 niihr ie votzih jacen, die aui ad mittelt de Die Pferde.— 283 Dem Ackerbauer iſt ein gedrungenes, kurz geripptes(kurz gepacktes), in Bruſt und Kreuze breites, rundes, muskuloͤſes, ſtark ſehniges, aber nicht wie einige vermeinen, dick⸗ knochiges Pferd, am angemeſſenſten. Es muß nicht hitzig, aber munter und beſonders aus⸗ dauernd und hart ſeyn, ſo daß es auch bei ungewoͤhnlichen Strapatzen, und wenn es einmal nicht gehoͤrig gepflegt werden kann, und ſchlechteres Futter erhaͤlt, dennoch aushalte, und wenigſtens nicht ſchnell verkuͤmmere und kraͤnklich werde. Beſonders muß es einen harten Huf haben. Nach Verhaͤltniß der Laſten, die es ziehen, des Bodens, den es bearbeiten ſoll, muß es von verſchiedener Staͤrke ſeyn. Dieſe richtet ſich zwar nicht immer nach der Groͤße des Thiers, und es giebt kleinere Pferde, welche ungleich groͤßere im entgegengeſetzten Zuge zuruͤckgezogen haben; ein großes Pferd legt ſich aber doch, wie man ſagt, beſſer ins Zeug, und hat, wenn es fehlerfrei iſt, im Durchſchnitt mehrere Kraft, und macht ſtaͤrkere Schritte. Nur erfordert der groͤßere Koͤrper immer eine ſtaͤrkere Nahrung, und in der Hinſicht beſonders koͤnnen Pferde, die ihrer Natur nach, aber nicht aus Verkroͤppelung kleiner ſind, Vorzuͤge haben, wo ſie in der Regel nicht zur Ueberwindung ungewoͤhnlicher Laſten gebraucht werden. Ein fuͤr den Ackerbau recht angemeſſener Schlag von Pferden iſt ſchwieriger aufzufinden, als Pferde von edlerer Rage, weil man allenthalben nur auf dieſe, nicht auf jene Aufmerkſam⸗ keit verwandt hat Der gute dauerhafte Ackerſchlag iſt bei denen, welche Pferdezucht eifrig betrieben, mehrentheils ſehr unzweckmaͤßig zu die ſem Gebrauche mit andrem Blute vermiſcht worden, und bei den Landgeſtuͤten, welche viete Regenten hoͤchſt wohlthaͤtig fuͤr ihre Unter⸗ thanen einrichteten, hat man mehrentheils auch nur die Anzucht eines beſſeren Reitſchlages beruͤckſichtigt, uͤberhaupt aber in den meiſten Faͤllen bei der Auswahl der Beſchaͤler zu wenig auf die eigentliche Beſchaffenheit des in jedem Diſtrikte ſchon vorhandenen Schlages, auf die dort uͤbliche Behandlung der Pferde und die Natur der Weiden Ruͤckſicht genommen. Der vorzuͤglich derbe Schlag der urſpruͤnglichen Mecklenburgiſchen Pferde findet ſich nur noch auf einigen Guͤtern und in einigen Bauerwirthſchaften in Mecklenburg, und auch vielleicht in Pommern. Zuweilen trifft man ihn im erſteren Lande wirklich veredelt, ohne zu unſerm Gebrauche verſchlechtert zu ſeyn. Die Hollſteinſchen Pferde, die haͤufig unter dem Namen der Mecklenburger gehen, haben ſelten die Qualitäten, die der Ackerbauer wuͤnſcht; aber ein Schlag Daͤniſcher Pferde, die unter dem Namen der Waſſerdaͤnen bekannt ſind, uͤbertrifft in Kraft und Ausdauer vielleicht jeden andern. Die Litthauer Pferde ſind zwar nach Verhaͤlt⸗ niß ihrer Groͤße kraͤftig und hart, aber ſo wie man ſie gewoͤhnlich erhaͤlt, doch zu klein. Ueber den konſtanten Schlag der Ackerpferde in andern deutſchen Laͤndern vermag ich nicht zu urtheilen. §. 131. In wiefern die Aufzucht der Pferde dem Landwirthe uͤberhaupt anzurathen ſey, daruͤber habe ich nach den Verhaͤltniſſen der Wirthſchaft im erſten Bande§. 167. geſprochen. Wenn man einen recht tuͤchtigen Schlag einmal erhalten hat, mit einem dazu paſſenden Hengſte, wel⸗ cher mit den Stuten, die er beſpringt, ſehr ruhig gehen wird, und dann die Arbeitsſtuten zur rechten Zeit belegen laͤßt, ſo bin ich aus den dort angefuͤhrten Gruͤnden uͤberzeugt, daß man bei eigner Aufzucht der Fuͤllen auf einer dazu paſſenden Weidekoppel, in einigen Faͤllen ſogar auf dem Stalle Vortheil haben werde, wenn man die Vorzuͤge eines gleichartigen und voͤllig gekannten Schlages mit berechnet. Von dieſer Pferdezucht allein, nicht von der Einrichtung einer Stuterei, wird hier die Rede ſeyn. Wir wollen die Stute und den Hengſt nur als Ar⸗ beitspferde halten, und die Aufzucht der Fuͤllen als einen Rebenzweck betrachten, RNn 2 Bedeckung der Stuten. Geburt des Füllens. rathſam, ſie nur ein Jahr ums andre belegen zu laſſen. Die Pferde. §. 132. Eine Stute kann belegt werden, wenn ſie volle 3 Jahre alt iſ, ſ daß ſie m mit dem 4ten Jahre ihr Fuͤllen bekomme. Man wird dies aber bei einem Arbeitspferde beſſer bis zum 5ten und 6ten Jahre aufſchieben, um es nicht auf eine doppelte Weiſe fruͤh anzugreifen. Stuten koͤnnen ſehr wohl alljaͤhrig ihr Fuͤllen bringen, doch iſt es bei Arbeitspferden mehrentheils Man laͤßt ſie ſo fruͤh im Jahre wie moͤglich belegen, und ſucht dies im Februar zu bewirken, damit ſie ihr Fuͤllen bringen, zu ei⸗ ner Zeit, wo man die Mutter in der Arbeit entbehren und ſchonen kann. Sie muß alsdann aber im Stalle beſonders gut gefuͤttert werden. men zu laſſen, damit man die Stute ſogleich in volles Gras ſchicken koͤnne, paßt bei Ackerſtu ten nicht. Der Zeitpunkt, wo die Roſſigkeit auf den hoͤchſten Grad geſtiegen iſt, muß auf eben die Weiſe, wie es bei den Kuͤhen geſagt worden, genau beobachtet werden, was freilich nicht an⸗ ders geſchehen kann, als wenn man den Hengſt zur Stelle hat. Jedoch dauert der Empfaͤng⸗ lichkeitszuſtand laͤnger wie bei den Kuͤhen. Die Brunſt aͤußert ſich mehrentheils wieder ſchon am Titen Tage nach dem Fuͤllen, und ſie iſt diesmal zum Empfange beſonders guͤnſtig, wes⸗ wegen eine Stute, obgleich ſie beinahe ein 1 Johe traͤchtig geht, doch jaͤhrlich um dieſelbe Zeit ihr Fuͤllen bringen kann. Es iſt eine ſehr falſche Maaßregel eine Stute an demſelben Tage zweimal beſpringen zu laſſen, und uͤberhaupt in derſelben Roſſigkeitsperiode, wenn anders der Sprung gehoͤrig voll⸗ fuͤhrt iſt. Das Hauptkennzeichen, daß eine Stute empfangen habe, iſt das Ausſchlagen des Heng⸗ ſtes, wenn ſich auch einige Zeichen der Roſſigkeit aͤußern. Man bemerkt mehrentheils bei einer traͤchtig gewordenen Stute eine gewiſſe Traͤgheit, oͤfteres Stallen oder einen Reiz dazu. Nach einem halben Monat bemerkt man gewoͤhnlich ein Anſchwellen des Euters und der Adern, wel⸗ che an den Zitzen liegen. Dies dauert aber nur acht Tage, und verzieht ſich dann wieder. Nach ſechs Monaten nimmt der Hinterleib etwas zu, ſo daß er zunaͤchſt an den Hinterbeinen einen eben ſo großen Umfang bekommt, als unmittelbar hinter den Vorderbeinen; doch zeigt ſich dies nicht immer. des Fuͤllens verſpuͤren, wenn man die Hand an die Flanke legt. Eine traͤchtige Stute kann zu jeder gewoͤhnlichen Arbeit gebraucht werden, nur muß man ſie fuͤr ſtarke Erhitzung huͤten, und ihr kein ſchlechtes Futter geben. wird es indeſſen rathſam ſie mehr zu ſchonen, beſonders Stoͤße zu vermeiden, und heftiges Anſpringen und Anziehen. Auch gebe man ihr mehr konzentrirt nahrhaftes und weniger auf⸗ blaͤhendes Futter, und fange zu Ende dieles Monats an, ihr Schrottrank zur Beföͤrderung der Milch zu Teſchen. S§. 133. Wenn ſch dann Milch im Euter zeigt, und zu beiden Seiten des Schweifes Vertiefun⸗ gen entſtehen, ſo iſt dies ein Zeichen, daß die Geburt ſich naͤhere; und die Geburtsſtunde ſelbſt zeigt ſich durch die Unruhe der Stute. Man bringt ſie gern in einen beſonderen Stall, macht ihr eine weiche Streu, und ſucht ſie zum Niederlegen, jedoch ohne Gewalt, zu bewegen. Von aller Beihuͤlfe bei der Geburt muß ſich derjenige enthalten, der nicht gruͤndliche Kenntniß davon hat, und am wenigſten gewaltſame Mittel, z. B. das Zuhalten der Naſe, bei dem Ge⸗ Der Gebrauch, die Fuͤllen erſt im Mai kom⸗ fommen det Im achten Monat kann man zuweilen bei dem Traͤnfen⸗ ein n Schlagen 4 Vom zehnten Monat an buttedrang⸗ ducc lg Weyr gübe des dachgebur Ma Ablecken d Der tionen, ge Waͤ eingerührt maͤßiger Ar un wenn zällen zul kommt, ne Deu Tranke der arbeit und ab, um ſe fettere, al Na fange aus in ein Ge haͤhet in verhaͤrtet, der Apoth Die haden, erz legenheit iſ Die einen breit es auch nu Fuͤllen dar koͤnnte.B Im erſten ſen. M in zweiten elwas Haf Synwer 1 . Das zäͤhne, un nit dem ain ſs zum zi ſen. Stuten a nühratheits hin Jönvie benge, Ri⸗ ſe muß alsdam ſin Mai kon t bei Acan auf äin 3 ch nichte der Emyig, iis wieder cn günſig, Nd. in dieſelbe zi albälpiigen zu ng gchdigul⸗ lagen des hn. theit bei n Kei dau. Nat der dern, we ic dunn wiedet. den Hinterbeinen jnen; doch zägt fen en Sclagen ;, nur munn haten Nona i , und heftae d weniger te Befoͤrdein efts Varefun⸗ Gebutsſtunde fmncen Stal, „zu bewegen. iche Kenini „bei dem G⸗ kommen der uͤbrigen Theile erleichtern. Die Pferde. 285 burtsdrange vermeiden. Iſt der Kopf des Fuͤllens hervorgekommen, ſo kann man allenfalls durch langſames Wackeln von oben nach unten, Wenn die Nabelſchnur nicht von ſelbſt reißt, ſo unterbindet man ſie 2 Zoll weit vom Leibe des Fuͤllens, und ſchneidet ſie dann eben ſo weit unterhalb des Bandes ab. Um die Nachgeburt bekuͤmmere man ſich nicht, wenn es auch ziemlich lange mit ihrem Abgange dauert. Man beſtreuet das Fuͤllen gewoͤhnlich mit etwas Salz, um die Stute deſto eher zum Ablecken deſſelben zu bewegen. Der Stute wird nun gleich ein lauwarmer Klaitrank, aber in kleinen und oͤfteren Por⸗ tionen, gegeben. Waͤhrend der Saugezeit muß der Stute mit beſonders gutem Futter und mit einem gut eingeruͤhrten Rockenſchrottrank aufgeholfen werden. Nach 14 Tagen kann man fie wieder zu maͤßiger Arbeit, jedoch nur den halben Tag gebrauchen. Vor Erhitzung muß man ſie huͤten, und wenn dieſe dennoch irgend vorgefallen, muß ſie erſt ausgemelkt werden, ehe man das Fäͤllen zulaͤßt. Auch darf man das hungrig gewordene Fuͤllen, wenn die Mutter zu Hauſe kommt, nicht zu viel auf einmal ſaugen laſſen, ſondern muß es oͤfterer abnehmen. Dem Fuͤllen legt man dann bald etwas recht gutes Heu vor, und laͤßt es auch vom Tranke der Mutter ſaufen. Nach 8 bis 10 Wochen kann man das Fuͤllen ſchon bei der Pflug⸗ arbeit und auf kurzen guten Wegen mitlaufen laſſen. Nach 12 Wochen ſetzt man das Fuͤllen ab, um ſo mehr, da einige bemerkt haben wollen, daß laͤngeres Saugen zwar groͤßere und fettere, aber weichlichere Pferde mache. §. 134. Nach dem Abſetzen entzieht man der Mutter das nahrhaftere Futter und melkt ſie zu An⸗ fange aus. Scheint das Euter hart oder ſchmerzhaft zu werden, ſo legt man einen heißen Stein in ein Gefaͤß, und melkt darauf, damit der Dampf an das Euter ſchlage. verhaͤrtet, reibt man ihn mit braun gebratener Butter oder mit fluͤchtiger Kampferſalbe von der Apotheke ein. 4 aber durchaus ohne zu reißen, das Herbor⸗ Abſetzen des Füllens. Man waͤſcht und baͤhet in dem Falle auch das Euter mit lauwarmem Seifenwaſſer, und wenn er ſich merklich Die Fuͤllen werden dann mehrentheils auf einer Weidekoppel, wo ſie reichliche Nahrung haben, erzogen, und dies iſt ohne Zweifel das bequemſte und beſte. Wo hierzu aber nicht Ge⸗ legenheit iſt, koͤnnen auch Fuͤlten, auf dem Stalle erzogen, recht gut werden. Ddie Stalffuͤllen werden, wenn ſie entwoͤhnt ſind, angebunden mit einem Halfter, der einen breiten Raſenriemen hat. Man muß ſie jedoch alltaͤglich einmal herauslaſſen, und wenn es auch nur auf den Wirthſchaftshof waͤre; damit muß man aber fruͤh anfangen, um das Fuͤllen daran zu gewoͤhnen, ehe es zu munter wird; weil es ſich ſonſt an Allerlei beſchaͤdigen koͤnnte. Man muß es moͤglichſt zahm zu machen ſuchen, indem man es aus der Hand fuͤttert. Im erſten Jahre iſt es gleich ſehr nuͤtzlich, das Fuͤllen von Zeit zu Zeit zu ſtriegeln und zu buͤr⸗ ſten. im zweiten Jahre muß ihm der Huf ausgewuͤrkt werden. Man giebt dann dem Fuͤllen gleich etwas Hafer und maͤßiges Heu; doch werden Fuͤllen bei gruͤnem Klee und Wickenfutter im Sommer recht gut. §. 135. Das Pferd hat 12 Schneidezaͤhne, 6 oben und 6 unten, 4 Eck⸗, Hunds⸗ oder Haken⸗ zaͤhne, und 24 Backenzaͤhne. 8 Man muß es fruͤh gewoͤhnen ſeine Fuͤße zu heben und ſich daran klopfen zu laſſen, und Alter der Pferde. Die Pferde. 1 Die Sohneidezaͤhne wechſeln, und an ſel bigen erkennt man vor allem das Alter. So lange das junge Thier ſeine erſten Zäͤhne noch ſaͤmmtlich hat, naͤmlich 3 bis 2 ½ Jahr lang, heißt es Fuͤllen. Im dritten Jahre fallen die vorderen heiden Zaͤhne, zuerſt mehrentheilsi in der unteren Kinnlade, aus, und die Luͤcke wird nun durch zwei neue ausgefuͤllt. Dieſe unterſcheiden ſich Anfangs durch eine ſchmutzig gelbe Farbe, haben oben eine Hö hlung v von ſchwarzer Farbe, die Vohne genannt. Jetzt heißt das Thier ein junges Pferd. 1 Im vierten Jahre wechſeln die beiden zunaͤchſt ſtehenden auf eben die Weiſe. Die erſten Wechſelzhne haben ſich mehr ausgefuͤllt, ſind weißer, die braune Bohne iſt blaſſer geworden. Im fuͤnften Jahre wechſeln die aͤußerſten auf eben die Weiſe, und von dem Zeitpunkte an heißt das Thier ein Pferd, ein friſches Pferd. . Die drei Paar Schneidezaͤhne verlieren in der Drdnung, wie ſie entſtanden ſind, ihre Zeichnung wieder. Im ſiebenten Jahre verliert ſich die Bohne bei den mittelſten, im achten Jahre bei den nachſiſtehenden, und im neunten Jahre ſind auch die aͤußerſten nicht mehr ge⸗ zeichnet. — 3 3 286 So verhaͤlt ſichs gewoͤhnlich, indeſſen inden Ausnahmen, beſonders bei gewiſſen Racen Statt. Einige, und zwar die beſſern Pferde, wechſeln ſpaͤter, und dann verliert ſich auch erſt ſpaͤter jene Zeichnung der Zaͤhne. Dieſe Pferde ſind dann aber immer dauerhafter und erreichen ein hoͤheres Alter, weswegen ein Pferd, welches ſeine Zeichnung läͤnger behaͤlt, hoͤchſt ſchaͤtzbar iſt. 3 Roßtaͤuſcher ſuchen aber dieſe Zeichen durch Ausmeißeln und Brennen bei aͤlteren Pferden nachzuahmen, und manchmal thun ſie es mit ſo vieler Geſchicklichkeit, daß ein aufmerkſames Kennerauge dazu gehoͤrt, um es zu entdecken. Selten koͤnnen ſie jedoch die Ordnung in der Ausfuͤllung und Verbleichung der Bohne richtig nachahmen. Der Huf iſt bei dem Fällen und 8 jungen Pferde immer laͤnger als er breit iſt, wird nach und nach breiter als er lang iſt Doch finden hierbei auch Kuͤnſteleien Statt, die beim erſten Anblicke truͤgen koͤnnen. Nach dem zehnten Jahre bemerkt man, daß ſich der erſte Schwanzwirbel vom letzten Ruͤckenwirbel abſondert, und dies nimmt dann mit dem Alter der Pferde zu, ſo daß der Zwi⸗ ſchenraum immer weiter wird. Das Zahnfleiſch zieht ſich bei hoͤherem Alter mehr zuruͤck, und die Zaͤhne erſcheinen laͤnger, bekommen zugleich eine kalkweißere Farbe. Die Augengruben werden tiefer, die Haare um die Augen färben ſich weiß, der After ſenkt ſich mehr in den Leib, die Lippen ſchließen nicht mehr. Wenn dieſe Zeichen ſich einſtellen, iſt es ein altes Pferd, 4 und der Werth eines Pferdes in Hinſicht ſeiner zu erwartenden Ausdauer richtet ſich mehr nach dem Grade dieſer Zeichen, als nach den eigentlichen Jahren, indem manche Pferde ſchon im vierzehnten Jahre faſt unbrauchbar werden, andere dagegen bis zum zwanzigſten und ein und . zwanzigſten(ja man hat Beiſpiele von noch aͤlteren, und ich habe ein Pferd gekannt, was im 3 vier und zwanzigſten Jahre noch zur reitenden Poſt gebraucht wurde) aushalten. 3 §. 136. Die gewoͤhnlich te und Hauptfuͤtterung eſteht i in Koͤrnern, und man halt gewoͤhnlich den Hafer fuͤr das angemeſſenſte. Wenn indeſſen anderes Getreide in Verhaͤltniß ſeiner Nahrhaf⸗ tigkeit mit mehrerem und feinem Haͤckſel, welcher die Stelle der Huͤlſen beim Hafer vertritt, gefuͤttert wird, ſo haben aufmerkſame Beobachter nicht den geringſten Unterſchied dabei be⸗ merkt. Am haͤufigſten braucht man den Rocken als Surrogat des Hafers. Die ungeſchrotene Gerſte wird von einigen getadelt, weil ſie groͤßtentheils unverdauet wieder abgehen ſoll, wird 4 Die Koͤrnerfüt⸗ terung. ſedoch von 4 jeu ihn/ genaueir wot/ ohne hhn änmal, dher wit vñ Die Futter,! be in einem nach den difziren. andrer, de nicht, ven ſiht 6R. und wenige digen Hafe —— Hafer, we ferd mitt dabei 7 heſtehen, die nicht haufig die phalen, und die auch kein ren, dieſ und Vollf aus der? jiehen hat zwungen t Daß iiger, zun kens zum ferde dei di zuͤgich fü Sie ſind worden, den in me rihtig, n Aden ſie andre Kor⸗ andern Uri entſteſt, wenn Haß ter. Eo lng elang, heit nder unteren daſteden ſich R dren die ſe. Die ai aſer geworden dem Jeſprut den ſind, ihr dn, im acta dicht mehrg, gewiſſen gra erlert ſich alethafter und ſinze hehäl, älteren Pjeda maufmerkſame Ordaung in d den Fällen un lang it. 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Es haben daher mehrere ſehr richtig den Grundſatz angenommen, nach dem Gewichte und nicht nach dem Maaße zu fuͤttern, oder dieſes doch nach jenem zu mo⸗ difiziren. Es kommt zuweilen Hafer vor, wovon die Metze etwas uͤber 32 Pfd. wiegt, und andrer, der 48 Pfd. ſchwer iſt. In dem Falle erſetzt aber jener leichtere Hafer den ſchweren nicht, wenn man die Fuͤtterung auch nach dem Gewichte einrichtet, 9 Maͤßl. von dem leichten nicht 6 Maͤßl. von dem ſchweren, weil man bei gleichem Gewichte unter jenem mehr Huͤlſen und weniger Mehl hat, wie unter dieſem. Es ſind wahrſcheinlich 10 Maͤßl. von dem 32 pfuͤn⸗ digen Hafer noͤthig, um 6 Maͤßl. von dem 48 pfuͤndigen zu erſetzen. Wenn man 43 pfuͤndigen Hafer, was ſchon ein ſehr guter Hafer iſt, annimmt, ſo rechnet man bei uns auf ein Acker⸗ pferd mittlerer Groͤße bei gewoͤhnlicher Arbeit taͤglich 3 Maͤßl. oder 8 Pfd. Hafer, wenn es dabei 7 Pfd. Heu bekoͤmmt, und hierbei koͤnnen Pferde dieſes Schlages im Durchſchnitt gut beſtehen, muͤſſen jedoch bei ungewoͤhnlichen Arbeiten eine Zugabe erhalten. Kleineren Pferden, die nicht angeſtrengt werden, giebt man außer der ſtarken Arbeitszeit auch nur 2 Maͤßl., und haͤufig dies auch nur von leichterem Hafer. Dem groͤßeren Schlage Pferde in Sachſen, Weſt⸗ phalen, Bayern, Oeſtreich werden wenigſtens 4 Maͤßl. oft 5 Maͤßl. im Durchſchnitt gegeben, und die Pferde der Frachtfahrer erhalten nicht ſelten 8 Maͤßl., zumal wenn ſie wenig Heu und auch keinen Haͤckſel bekommen. Der Unterſchied von 3 Maͤßl. und 5 Maͤßl., jene bei kleine⸗ ren, dieſe bei großen Pferden findet haͤufig Statt, ohne daß man in der Beleibtheit, Staͤrke und Vollfuͤhrung der gewoͤhnlichen Arbeiten einen betraͤchtlichen Unterſchied wahrnehme; wor⸗ aus der Vorzug des kleineren Schlages hervorgeht, falls man nicht beſtaͤndig große Laſten zu ziehen hat; welche, wenn ſie einmal vorkommen, doch durch die Anſpannung mehrerer ge⸗ zwungen werden koͤnnen. 3. Das haͤufigſte Subſtitut des Hafers, der Rocken, wird, zum halben Maaße oder rich⸗ tiger, zum halben Gewichte gegeben, daſſelbe leiſten. Einige nehmen das Verhaͤltniß des Rok⸗ kens zum Hafer bei der Pferdefuͤtterung nur wie 7: 12 an, geſtehen dann aber, daß ſich ihre Pferde bei jenem beſſer, wie bei dieſem ſtaͤnden.. Die Koͤrner der Huͤlſenfruͤchte, Erbſen, Wicken und die der allgemeinen Meinung vor⸗ zuͤglich fuͤr Pferde geeigneten Bohnen, ſchaͤtzt man in der Fuͤtterung zwar nur dem Rocken gleich. Sie ſind aber beſtimmt ſtaͤrker, wie aus dem, was§. 125. uͤber ihre Nahrungstheile geſagt worden, erhellet, und wie diejenigen, welche dieſe Fuͤtterung kennen, beſtaͤtigen. Sie die⸗ nen in manchen Gegenden faſt zur einzigen Fuͤtterung der Pferde, und es iſt insbeſondere un⸗ richtig, was einige behaupten, daß Pferde dabei den freien Athem verloͤren; die Englaͤnder geben ſie ohne Bedenken den Wettrennern. Das Vorurtheil fuͤr den Hafer und gegen jedes andre Korn, ſetzt ſich hauptſaͤchlich dadurch feſt, daß man ein jedes Uebel, welches aus ganz andern Urſachen herruͤhrt, wenn es bei einer ſolchen, in einer Gegend ungewoͤhnten Fuͤtterung entſteht, lediglich auf dieſe ſchiebt, und Jahre lang davon erzaͤhlt, da man doch deſſen Grund, wenn Hafer gefuͤttert worden, anderswo wuͤrde geſucht und gefunden haben. Indeſſen iſt Die Pferde. das richtig, daß ſtaͤrkeres Futter mit mehrerer Vorſicht gegeben werden muͤſſe, weil bei ſeiner Nahrhaftigkeit die Thiere ſich darin leichter uͤberfreſſen koͤnnen. So entſteht z. B. leicht Gefahr daraus, wenn bei angeſtrengter Erntearbeit die Knechte Gelegenheit finden, friſche Rockengar⸗ ben an die Seite zu ſchaffen, und ſie den Pferden im Uebermaaße zu geben; ein Verfahren, dem manche Wirthe ſogar als obſervanzmaͤßig durch die Finger ſehen. Auch erfordert die Fuͤt⸗ terung der ſchwereren Koͤrner durchaus die Zumengung eines feingeſchnittenen Haͤckſels, die bei dem Hafer allenfalls entbehrlich, wenn gleich immes zutraͤglich iſt. Damit die Pferde den Haͤck⸗ ſel unter den ſchwereren Koͤrnern nicht wegblaſen koͤnnen, ſo feuchtet man das Futter gern da⸗ bei an, und dieſes feuchte Futter, wenn es gleich mit Vorſicht gegeben, wohl unſchaͤdlich waͤre, wird doch leicht nachtheilig, wenn erhitzte Pferde begierig daruͤber herfallen, was insbeſondere manchmal geſchieht, wenn ſie ihr Futter nicht ausgefreſſen haben, und nun den Reſt beim zu⸗ Hauſe kommen noch in der Krippe finden. Angefeuchtetes Futter darf aber aus mehreren Ur⸗ ſachen nie in den Krippen bleiben. 3 Jedes Korn muß ſich ausgelegen haben, trocken und nicht dumpfig geworden ſeyn. Von dumpfig gewordenem Hafer entſtanden in gewiſſen Jahren toͤdtliche Seuchen unter den Pferden. Ausgewachſenes Korn, wenn es nur voͤllig trocken geworden, ehe es eingeſcheuert ward, und daher keinen dumpfigen Geruch hat, iſt den Pferden nicht ſchaͤdlich. Gemalztes Getreide, ins⸗ beſondere Gerſte dem Futter zu † zugemengt, hat man beſonders wohlthaͤtig befunden. Einige haben ein grobes Schroten des Getreides fuͤr die Pferde ſehr wirthſchaftlich ge⸗ funden, weil haͤufig ganze Koͤrner unverdaut abgehen. mag es dies allerdings ſeyn, das Schrot muß aber um ſo mehr mit vielem Haͤckſel gefuͤttert Strohfütternng. wenigen erhalten. Wenn man ſelbſt eine Muͤhle hat, ſo Das Schwingen und Ausſtaͤuben der Koͤrner darf nie verſaͤumt werden, wenn man ſie nicht, wie am ſicherſten iſt, kurz vor dem Ausmeſſen noch einmal uͤber die Staͤubemuͤhle hat gehen laſſen. Der groͤßte Theil der Pferde erhaͤlt Heu neben dem Kornfutter, und einige Pferde wer⸗ den mit bloßem Heu ernaͤhrt. Wo man das Heu von mageren, trocknen oder auch von ſauren Wieſen, und zugleich anderes von fetten, kraͤftigen Wieſen haben kann, da entſteht die Frage, welches man fuͤr die Pferde waͤhlen ſolle, und die Meinungen ſind daruͤber uneins. Es koͤmmt wohl darauf an, ob die Pferde das Heu nur als Nebenfutter bei mehreren Koͤrnern, oder als Hauptfutter bei In erſterem Falle wird man ihnen das magere und haͤrtere Heu am wirth⸗ ſchaftlichſten geben, in letzterem Falle wird ihnen aber das nahrhafte, fette Heu allerdings zu⸗ traͤglicher ſeyn. Man kann durch Heu die Koͤrnerfuͤtterung allerdings erſetzen, aber uͤber das Verhaͤltniß, worin es geſchehen muß, und uͤber die Werthſchaftlichkeit ſind die Meinungen getheilt, und es laͤßt ſich daruͤber im Allgemeinen auch nichts beſtimmen. 2 Pfd. Heu ein Maͤßl. Hafer erſetzen, und daß ſie ſich alſo dem Gewichte nach verhalten, wie Das ſehr nahrhafte, von Niederungswieſen gewonnene, ſo wie auch das junge Klee⸗, Luzerne⸗ und Esparſette⸗Heu iſt ohne Zweifel kraͤftiger, und verhaͤlt ſich wohl wie 7: 3; das magere grobſtengliche aber muß wohl wie 9: 3 angenommen werden. merkt man, wenn das Koͤrnerfutter durch mehreres Heu erſetzt wird, daß die Pferde ſich im⸗ Fleiſche mehr aufnehmen, auch bei langſamer Arbeit ausdauernd ſind, Lau Mehrentheils nimmt man an, daß Ueberhaupt aber be⸗ fen und ſtarke An⸗ ſtren⸗ enngung üe geben, 6 ei pobei ſe ſa iſen vicd d Eicige Erit es ober Wieſen gew angemeſſen den Grumm Je daͤ jähriges her Farhe, den und mölichſt gußer geben, und taaͤglichſte, ſiebſten. d wenn es noch s leicht Kol Ob ſey, daruͤt recht geſun fern es wie in die Koͤr betrieben, achtet ſie i ruglich geſ gemacht we eine Portio wenn er ve Adrner abe ſehr unwirt Gränfütter Gruͤnes fr die ſchon almaͤhlig nieder uͤb Nan zuweilen au Nuhe habe aber nurſ Vierter aſchädlic din das insdeſender n Ret dinn s mehrank aden ſcha zn ter den Pein wert pan, m. 8 Setreide, u wrden urzdetlich 3 eAihehr, ſo Hatſa gefinm 4, dem Mar i emünſs bn eenahle ze nin piede der in, wpbad ches nn ſttn wohl duuſ a Hauptfuna Hen am dch a allerdingi t das Vechäri aetheilt, uns at man an, M rechalten Wi das jus Kler⸗ v.. 3: de auupt adet do pferde ſch n und ſiut de er Die Pferde. ſtrengung aber nicht aushalten. Wird aber die Heuration vermindert und mehreres Korn ge⸗ geben, ſo erfolgt das Gegentheil, die Pferde werden magerer, aber kraͤftiger und muntrer; wobei ſie jedoch mehreres Stroh erhalten muͤſſen. Nach den Wirthſchafts⸗ und Preisverhaͤlt⸗ niſſen wird ſich das vortheilhafte des einen oder des andern ergeden. Einige halten den Grummet oder das zweite Heu den Pferden durchaus fuͤr nachtheilig. Er iſt es aber nicht, wenn er trocken, gruͤn, beſonders auf hohen und ſelbſt auch auf ſauren Wieſen gewonnen worden. Der Grummet von fetten Wieſen mag wohl den Pferden nicht ſo angemeſſen wie dem Rindvieh ſeyn. Manche erfahrne Wirthe geben indeſſen die Regel an, den Grummet erſt im Februar und Maͤrz zu fuͤttern. Je laͤnger ſich das Heu ausgelegen hat, deſto beſſer bekommt es den Pferden, und uͤber⸗ jäͤhriges Heu, wenn es nur nicht dumpfig geworden, iſt ihnen das zutraͤglichſte. Die gruͤne „den eigenthuͤmlichen Heugeruch muß man bei dem Pferdeheun durch fleißiges Bearbeiten und möoͤglichſt ſchnelles Trocknen vorzuͤglich zu erhalten ſuchen; braunes Heu bekommt ihnen nicht. Außer dem Haͤckſel wird den Pferden auch langes Stroh, beſonders die Wirrbunde, ge⸗ geben, und auf die Raufen gelegt. Das Weizenſtroh iſt gegen die gemeine Meinung das zu⸗ träͤglichſte, und kann am beſten den Abgang des Heues erſetzen, auch freſſen es die Pferde am liebſten. Das Stroh der Wicken, Linſen und Bohnen iſt natuͤrlich noch kraͤftiger, beſonders wenn es noch viele gruͤne Blaͤtter hat. Gegen das Erbſenſtroh haben einige Bedenken, weil es leicht Koliken bei den Pferden erregen ſoll; was aber vielleicht nur auf Vorurtheil beruht. §. 138. 289 Ob die gruͤne Stallfuͤtterung der Pferde mit Klee und andern Futterkraͤutern rathſam Graͤnfuttes. ſey, daruͤber ſind nicht alle Meinungen eins. Ich bin uͤberzeugt, daß ſich die Pferde dabei recht geſund, und bei vollen Kraͤften erhalten, wenn man es gehoͤrig damit treibt. In wie⸗ fern es wirthſchaftlich ſey, kommt auf die Menge dieſes Futters an, und auf den Preis, wor⸗ in die Koͤrner ſtehen. Bei hohen Kornpreiſen habe ich ſie mit großem Vortheile manche Jahre betrieben, Zunahme der Pferde an Fleiſch, und keine Abnahme an Kraͤften gefunden, unge⸗ achtet ſie in der Arbeit keinesweges geſchont wurden; auch waren ſie danach im Winter vor⸗ zuͤglich geſund. Der Uebergang von der trockenen zur gruͤnen Fuͤtterung muß aber allmaͤhlig gemacht werden. Anfangs wird der Klee mit Stroh zu Häͤckſel geſchnitten, zuerſt taͤglich nur eine Portion, dann zwei Portionen ſtatt des Hafers gegeben, und dann wird ihnen der Klee, wenn er voͤllig aufgebluͤht iſt, lang und beinahe ſo viel wie ſie freſſen wollen vorgelegt, die Koͤrner aber werden ihnen ganz entzogen. Koͤrner zwiſchen dem gruͤnen Futter zu geben, iſt ſehr unwirthſchaftlich, weil ſie dabei unverdaut abgehen. Will man Koͤrnerfuͤtterung mit Gruͤnfuͤtterung verbinden, ſo gebe man erſtere des Morgens, laſſe dann aber Vormittag nichts Gruͤnes freſſen, und gebe nun weiter kein Korn. Gruͤne Luzerne, und noch mehr gruͤne Wicken, die ſchon Schoten anzuſetzen anfangen, aͤbertreffen den Klee dei den Pferden. So wie man allmaͤhlig mit der gruͤnen Fuͤtterung angefangen hat, ſo gehe man auch allmaͤhlig zur trocknen wieder uͤber. §. 139. Manche Pferde werden den Sommer uͤber auf der Weide, zuweilen unter anderem Vieh, Weide⸗ zuweilen auf beſonderen Koppeln, behalten. Wenn ſie dabei ſehr geſchont werden, oder voͤllige Ruhe haben, ſo bekommt ihnen dieſe Verſetzung in ihren natuͤrlichen Zuſtand ſehr gut. Da es aber nur ſeltene Faͤlle ſind, wo das Ruhenlaſſen der Pferde wirthſchaftlich ſeyn kann, ſo wird Bierter Theil. Oo — —õ — —— ⁰m Die Pferde. es auch die Weide nur f ſeyn. Allemal erfordert ein Pferd„ wenn es ſich gut dabei halten ſoll, eine ſtarke Weide, und vertritt ſehr viel, weswegen man in der Regel zwei Kuhweiden auf eine Pferdeweide rechnet. Von der Weide der Pferde in Bruͤchern und auf Gemeinweide kann hier nicht die Rede 290 ſeyn. mit Zuchtſtuten und jungen Pferden vortheilhaft benutzen koͤnnen. 15 F§.—.— Die Wurzelfätterung der Ackerpferde vom Herbſt bis zum jungen Grünfutter, ohne alle Koͤrner, doch mit vielem Heu und Stroh, iſt ohne allen Zweifel ausfuͤhrbar, und die Pferde, — doͤnnen dabei in voller Kraft und Geſundheit bleiben. Nur kann man damit keine weite Rei⸗ ſen, die zum Verfahren der Produkte im Winter haͤufig vorfallen, machen. A 140. Die Wurzelfüt⸗ terung. “ und grob geſtampft oder geſchnitten taͤglich zu 12 Maͤßl. neben 7 Pfd. Heu und hinlaͤnglichem 3 Stroh gegeben werden muͤſſen, wenn ſie ſtarke Arbeit thun ſollen. Dieſe Fuͤtterung iſt in ei⸗ nigen Gegenden Englands allgemein und ſehr beliebt, und man weiß auch bei uns, wie gern die Pferde Moͤhren freſſen, wenn ſie ſolche einmal kennen, und wie gut ſie ihnen bekommen. Mit den Kartoffeln ſind diejenigen, die bei uns den Verſuch damit gemacht haben, zum t Theil ſehr zufrieden; andre haben ihre Pferde nicht daran gewoͤhnen koͤnnen, oder gefunden, daß ſie an Kraft dabei zu ſehr abnehmen. Ob in letzterem Falle gehoͤrig damit verfahren wor⸗ .— den, kann ich nicht entſcheiden. Selbſt habe ich den Verſuch nicht nachhaltig damit gemacht, weil die Sache nicht in meine Wirthſchaftsverhaͤltniſſe paßte. Sie muͤſſen mit Sorgfalt vorher abgewaſchen, dann groͤblich zerſtoßen werden. Man lehrt ſie den Pferden erſt ſpielend kennen, indem man ſie aus der Hand freſſen laͤßt, hernach giebt man einige Stuͤcke aufs Futter, und immer mehr. Soll ein Pferd ſie ohne alle Koͤrner haben, ſo muß es taͤglich ½ Metze erhalten. Vielleicht aber iſt es rathſamer, ihm nur die Haͤlfte der Koͤrner zu entziehen, und ſtatt 1¾ Maͤßl Hafer 4 Maͤßl. Kartoffeln zu geben. Heu und Stroh muß es wie gewoͤhnlich daneben 8 haben. werden 80 Pferde ſo ernaͤhrt. ſo gar nicht freſſen wollen. Wo dies aber hier verſucht worden, da haben die Pferde ſie eben ſo gern wie Moͤhren gefreſſen. Desgleichen Paſtinaken. Nur muß man ihnen dies alles kennen lehren,. wie man 837 mit dem Brodte thut. §. 141. imge Pferde m werden bloß mit Spreu oder Kaff und mit Stroh geſchnittenem Heu un⸗ terhalten. Wenn ſie aber ſtaͤrker arbeiten ſollen, dann bekommen ſie doch Koͤrner daneben. Wo man die Pferde im Winter nur ſelten gebraucht, da mag das s göhen. Zuchtſuten in Stu⸗ tereien, di e nicht asbeſten, r werden haͤufig ſo erhalt ten. Kaſſpferde⸗ .§. 142. Jede Fuͤtterung muß den Pferden in kleinen Portionen gegeben, und nicht auf einmal eingeſchuͤttet werden. 8 Knechte muͤſſen alſo, beſonders des Morgens, drei Stunden vor dem Arbeitsanfange aufſtehen und das erſte Futter geben. Die Fuͤtterungsſtunden muͤſen genau gehalten werden. Fntterordnung. Man wird ſie, zumal wenn ſie abgelegen ſind, ſelten mit Arbeitspferden, mehr aber Das angemeſſenſte und wohlthaͤtigſte Futter fuͤr ſie ſind die Moͤhren, die ihnen gewaſchen 1 Einige haben ſie in Dampf gekocht, und in einer großen engliſchen Fabrikwirthſchaft Auch Steckruͤben und Rotahaga hat man den Pferden gegeben, und ſie haben ſolche In der Regel muß ein Pferd drei Stunden zum Freſſen haben; die Dosd fnd, in S mußſäe gler inem Korr Poſeer de aus ſtehen vaſe erſt den geben. Ae Haut vom ſchag und Klopfen un kommen, werden, d Fuß⸗und Haar, we Schmutz, entdeckt en ſteht, ſo zwar am nicht, we gens. De ſonders ha behrt wert gieht. D anein ſeh⸗ Hufdeſchla weiſen kn eingeſenkt allem mu treten ode ferſcht we handeln u radcht w fi odgeno ſchlagen w 5 Wochen ahe halten ſel weiden auf din dät die Rah dan, nehr aber ffuttet, thne und die pfen keine weite ge eihden geviſh und hinläͤngichn Jtterung ſiu juns, wie gen en hekommen. mact ſahen, zm en, Ner gefunden nit begſhun wor⸗ tig danit zewodh it Sergfat vohe rſt ſpielend kenm auft Futter, u 11 Mte erhaln then, und ſent twißnich danede Frheknäthſteſt aden de pfede ſe nd ſie haän ſit m ihnen dis nittenem Heun Körner dantte actſtuten nds jituf im iſen haben; 1 nfange auffthn gerden. den geben. 5 Die Pferde. 291 §. 143. Das Traͤnken der Pferde muß mit beſonderer Vorſicht und nur wenn ſie voͤllig abgekuͤhlt Das Traͤnken. ſind, im Stalle geſchehen. Unterweges kann man wohl Waſſer geben, aber ſehr maͤßig, und muß ſie gleich darauf wieder in Bewegung ſetzen. Auch iſt es bedenklich, ſie unmittelbar nach einem Kornfutter ſaufen zu laſſen; man muß ihnen zuvor Heu geben. Waſſer den Pferden geſunder; die Pferde lieben aber weiches Waſſer mehr und ſaufen eher aus ſtehenden Pfuhlen als aus friſchen Quellen. Deshalb laſſen andre auch hartes Brunnen⸗ waſſer erſt eine Zeit lang in einem beſonderen Gefaͤße an der Luft ſtehen, bevor ſie es den Pfer⸗ 90 §. 144. Die Reinhaltung der Pferde iſt beſonders wichtig, indem ſich ſonſt eine Borke auf der Das Putzen. Haut vom Schweiße und Staube erzeugt, die durch Unterdruͤckung der Ausduͤnſtung, Aus⸗ ſchlag und andere Krankheiten erregt. Die ſorgfaͤltige Behandlung mit Striegeln, Buͤrſten, Klopfen und Waſchen, die man den Luxuspferden jedesmal, wenn ſie aus und in den Stall kommen, giebt, iſt freilich bei Ackerpferden nicht anzubringen. Indeſſen muß darauf gehalten werden, daß die Knechte ſie jedesmal des Morgens ſtriegeln, und Abends, wenn ihnen die Fuß⸗ und Kniegetenke ſchmutzig geworden ſind, ſolche auswaſchen. Ein glaͤnzendes glattes Haar, welches traͤge Knechte bloß durch Waſchen geben koͤnnen, verbirgt manchmal vielen Schmutz, der auf der Haut ſitzt; wenn man aber mit den Fingern ſcharf gegen das Haar ſtreicht, entdeckt er ſich. Da ein vollkommnes Putzen der Ackerpferde taͤglich nicht wohl zu erreichen ſteht, ſo muß man darauf halten, daß es doch woͤchentlich einmal recht gruͤndlich geſchehe, und zwar am Sonntagmorgen. Das Schwemmen iſt bei den Pferden allerdings ſehr nuͤtzlich, aber nicht, wenn ſie Abends erhitzt und ermuͤdet von der Arbeit zuruͤckkommen, ſondern des Mor⸗ gens. §. 148. Der Hufbeſchlag an den Vorderfuͤßen kann nur in ſandigen Gegenden und bei einem be⸗ ſonders harten Hufe, der eine ſehr gute und forterbende Eigenſchaft gewiſſer Pferde iſt, ent⸗ behrt werden. Den Beſchlag der Hinterfuͤße erſpart man ſich oft, wo es nicht ſteinige Wege giebt. Der Hufbeſchlag iſt auf dem Lande, wo man unter den Schmieden keine Wahl hat, oft ein ſehr verdrießliches Ding. Ein Landwirth muß daher die Gelegenheit wahrnehmen, den Hufbeſchlag ſelbſt praktiſch kennen zu lernen, damit er den Schmidt kontrolliren und zurecht weiſen koͤnne. Das Hufeiſen muß ganz genau dem Hufe anpaſſend gemacht, und dann mit eingeſenkten Naͤgeln gut befeſtigt werden, nachdem der Huf gehoͤrig ausgewirkt worden. Vor allem muß man auf das Vernageln aufmerkſam ſeyn, welches, wenn das Pferd bei dem Auf⸗ treten oder beim Aufſchlagen auf einen Nagel zuckt, zu beſorgen iſt, und ſogteich genauer er⸗ forſcht werden muß. Junge Pferde muß man fruͤh daran gewoͤhnen, ſich den Fuß willig be⸗ handeln und klopfen zu laſſen, doch werden ſie nicht eher beſchlagen, als bis ſie ordentlich ge⸗ braucht werden. Durchbrochene oder beſchaͤdigte Eiſen darf man nie ſitzen laſſen, auch muͤſſen ſie abgenommen werden, ſobald das Horn das Eiſen uͤberwaͤchſt, und koͤnnen wieder aufge⸗ ſchlagen werden, wenn ſie noch ſtark genug ſind, weswegen in der Regel die Pferde alle 4 bis 1 5 Wochen zum Schmidt gebracht werden muͤſſen. Oo 2 . 2*———— Einige halten hartes Hufbeſchlag. — — “ Stallung. Arbeit⸗ Friederieiſche Werk. Die Pferde. §. 141014. Wenn es gleich keiner ſo geraͤumigen, hohen und hellen Staͤlle fuͤr Arbeitspferde, welche 3 faſt den ganzen Tag draußen ſind, bedarf, wie fuͤr andre Pferde, die den groͤßten Theil ihrer Zeit ruhen; ſo muß der Stall doch ſo angelegt ſeyn, daß er im Winter ziemlich warm, und im Sommer kuͤhl gehalten werden koͤnne. Die Luft muß ſich durch Durchzuͤge erneuern laſſen, beſonders aber muß der Boden ſo angelegt ſeyn, daß keine Jauche ſtocke oder faule. Die Staͤnde muͤſſen geraͤumig genug ſeyn, um die Pferde vom Niederlegen zu entwoͤhnen, welches ihnen bei dem wenigen Schlafe, den ſie haben, immer ſehr zutraͤglich iſt, ungeachtet man Pferde findet, die ſich nie niederlegen, eine Gewahnheit, die ſie beſonders bei zu engen Staͤn⸗ den annehmen. Ueber die Anlage der Pferdeſtaͤlle verweiſe ich auf das mehr erwaͤhnte Gilly⸗ 8. 147.. Das junge Pferd muß allmaͤhlig zur Arbeit gewoͤhnt werden, und das geſchiehet wohl am ſicherſten vor dem Pfluge auf leichterem Boden. Die jungen Pferde muß man Anfangs nur einem ſehr verſtaͤndigen Menſchen anvertrauen, und ſie nicht aus den Augen laſſen. Wenn das geſchieht, kann man ſchon ein 2xjaͤhriges Pferd maͤßig zu gebrauchen anfangen, jedoch ohne eine volle Tagesarbeit davon zu verlangen, wozu es erſt mit 4 Jahren tuͤchtig iſt. Man muß es allmaͤhlig zu laͤngerer Arbeit und zur Ziehung ſtaͤrkerer Laſten gewoͤhnen, wodurch man die Kraͤfte ſehr vermehrt, und dem Pferde keinen Schaden zufuͤgt, wenn es nur allmaͤhlig und im langſamen Schritte geſchieht. mehrentheils durch Jagen erhitzt und verdorben... Ddie Arbeitsſtunden muͤſſen regulaͤr gehalten werden. 10 Stunden gewoͤhnlicher Ackerar⸗ beit taͤglich, durch das Mittagsfutter in zwei Perioden getheilt, kann ein Pferd ohne Nachtheil aushalten; weiter aber muß man es ohne Noth nicht treiben. Wenn in den kuͤrzeſten Tagen jene Periode zu kurz werden wuͤrde, ſo laͤßt man die Pferde am beſten 6 bis 7 Stunden in eins fort arbeiten, zumal da dies auch in Hinſicht der Reiſen im Winter oft noͤthig wird. So wie man bei ſchwerer Arbeit den Pferden etwas an ihren Rationen zulegt, ſo kann man ihnen auch, wenn ſie viel ruhen, etwas, beſonders in der Koͤrnerfuͤtterung, abziehen. Jedoch muß dies nie uͤber den dritten Theil der gewohnten Fuͤtterung betragen. Da das Pferd ein ſo koſtbares und ſo leicht Schaden nehmendes Thier iſt, ſo muß man durchaus keinem Pferdeknecht ein Geſpann anvertrauen, von dem man nicht ſicher iſt, daß er ſie mit Vorſicht behandle. Einen ſolchen, wenn man ihn aus Noth behalten muß, darf man nie aus den Augen laſſen, und ihn insbeſondere nicht ohne Aufſicht auf Reiſen ſchicken. Ddie Geſchirre der Pferde, daß ſie genau paſſend ſeyen, daß jede Beſchaͤdigung ſogleich ausgebeſſert werde, daß ſie, ſo oft es noͤthig, eingeſchmiert und rein erhalten werden, muß ſich der Wirthſchaftsaufſeher angelegen ſeyn laſſen, weil es von den Knechten mehrentheils ver⸗ nachlaͤſſigt wird. Ich rathe nicht, beſonders wo man mit Knechten oft wechſelt, ein andres als das landuͤbliche Geſchirr einzufuͤhren, wenn man gleich uͤberzeugt iſt, daß ein andres zweckmaͤßiger ſey 1 Ungeachtet das Langgeſpann mit vier Pferden Vorzuͤge hat vor dem Geſpann in einer Reihe, ſo ſind bei jenem doch Knechte noͤthig, die das Reiten und Fahren verſtehen, und ihr Sattelpferd vorzuͤglich lieben und ſchonen, weil dieſes ſonſt zu ſehr angegriffen wird, und bald ruinirt iſt. Mit dem Sattelpferde zu wechſeln, hat ſeine Schwierigkeit. Selten wird ein Pferd durch ſtarke aber langſame Arbeit, —jjj 5 l dl. e Kl Ja‿ehene vune ee ſ70. 88 „ e. Ki⸗ u 8,, Re Ar. n ..., 7„, e, „ 5„. 2 *„ 5. 2. 4.. 6.. 4.... 4 8 8 A 1, N.„ V.,,, ,6. 35 3 3.„ wree- der?. . * 3 4 8 — 3 NNNNNW 4 — 4 8 1 4 A 3— 2 8 8 K 2. 8 —„.—* 4—— A 3 6 3. — 5 1. 4— 4 1 4— 4 6—— 24— E 4 8 — b— 3 8—————. 85.———— S 6 8 1 1— ewt. wn 2. 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