gen aan 1 man ſch hjeie Degrfi Pnin l in in eit nge uh znaun aAnicmnd rbo) dadd Ne 12 n Mitt dit, — Jenz Hund dieenn n beſendasi Nan, Neiſte u gebroha ſ n einzelner hi te ſtehen, und r, der ſe richt Er kann dithe reie Witthſceit elche er ohne ſi acht einen dhald zyps wird auh laͤnger ehala⸗ en, rjenigen, dele n, den ſe ſittt en im Gehnuhde der rationellen Landwirthſchaft. Von A. Thaer. Dritter Band. Zweite wohlfeile Original⸗ Ausgabe. GrIIdſibe Mit dre rze b Kupfertafeln. Kafel. bis XI. XlI. und a) Berlin, 1811. In der Realſchulbuchhandlung. Wien, bei Beck, Schaumburg u. Comp., Kupfer, Kaulfuß und Gerold. Prag, bei Calve und Widtmann. Peſth, bei Kilian. Klagenfurt, bei Sigmund. Graͤtz, bei Ferſtl. — b Wam. eforderic tich ergan aaunsfuͤhr gen, d halb ind lich in ſi keit und Bogenza dut komn 6 Wenn gleich auf dasjenige, was ich in der Vorrede zum zweiten Bande uͤber die erforderliche Beſchraͤnkung dieſes Werks geſagt habe, mehrere Aufforderungen an mich ergangen ſind, noch einen fuͤnften Band hinzuzufuͤgen, und dann alle Materien ausfuͤhrlich zu behandeln, ſo iſt dieſes doch dem einmal beſtimmten Plane entge⸗ gen, und koͤnnte die Unzufriedenheit anderer Subſcribenten erregen. Ich habe des⸗ halb in dieſem dritten Bande, welcher das M ech aniſche des Ackerbaues hauptſaͤch⸗ lich in ſich begreift, meinen Vortrag, inſofern es ohne Aufopferung der Vollſtaͤndig⸗ keit und Deutl ichkeit geſchehen konnte, möglichſt beſchraͤnkt. Hierdurch iſt an der Bogenzahl dieſes Bandes betraͤchtl ch oſpart, und dieſes wird dem vierten Bande zu gut kommen.— Vorre d e. es haben ſich in den Tabellen des erſten und zweiten Bandes leider! mehrere Zahlenfehler eingeſchlichen. Es iſt dieſes durch einige, waͤhrend des Drucks noch noͤ⸗ thig gefundene Abaͤnderungen derſelben entſtanden. Wenn ſie gleich das Reſutm dieſer hypothetiſchen und nur als Exempel anzuſehenden Berechnungen nicht erheblich veraͤndern, ſo ſoll doch Alles genau nachgeſehen werden, um dieſe Irrungen, ſo wie einige andre Druckfehler im vierten Bande anzeigen zu koͤnnen. Berlin, den 1oten Oktober 1810. A. Thaer. Oit Leh 2 Juegiſ dieſs: W Arweichende Mein Unterſcheidung de Lockerung und P. Menaung der B Heraufbringung Auffangung und Zerſtaͤrung des Unterbringung —— Die Pfugwerkzeuge. der eigentliche; eigenſcheften eine Warum man auf! Das Voreiſen ode Das Schaar. 12 Das Mughaupt. Das Swächtett Die Grissſäude Der Pfugbaun Die Sterzen. Stelung des das Vorgeſtel theil. 20. Konſtruktion der Andere Vorricht Mehrert zuſätze Unzuſetzende Qtr Doxpetgige. 2, Nij holpfuäge.. der Saaten. 26 lader nan Druc min— hdo Naüukg 3 ni halt Inhaltsverzeichniß des dritten Bandes. rrungen, 5 7 Biertes HdHaupte ſtuü ck. Agrikultur. Zweite Abtheilung. Die Lehre von der Bearbeitung oder von der mechaniſchen Werbeſſerung des Bodens. 4 4 8 1 5 er. Der Meklenburgiſche. 26. . J egrig ditſts Abſchnitts. S. 3. Der ſchleſiſche Ruhrhacken. 28. Der Lieflaͤndiſche. 28. Beackerung. 3. Der Karrhaaken. 28. Abweichende Meinungen daruͤber. 3. Die Kultivators. 29. Unterſcheidung der verſchiedenen Zwecke beim Beackern. 3. Die Scariſikators. 29. 3 Lockerung und Pulverung. 4. Die Hobelpfluͤge. 29. 3 Mengung der Beſtandtheile. 4. 4 Die Ruhrpfuͤge. 30. Heraufbringung einer andern Erdlage. 85. Der Exſtirpator. 30. Auffangung und Erhaltung der Feuchtigkeit, 5. Der Arndtſche Saatpflug. 32. Zerſtoͤrung des Unkrauts. 6. 2 Unterbringung des Miſtes. 7. Die Eggen. 33. 5 4—— des Saamens. 7. Die ſchweren Eggen. 33. 8 Die leichten. 33. Die Ackerwerkzeuge.. Erforderniſſe einer guten Egge, 34. Pflugwerkzeuge. 7. Konſtruktion der Eggen. 35. Der eigentliche Pflug. 8. 2((Gebrochene Eggen. 38. Eigenſchaften eines guten Pfluges. 8. Anſpannungsbugel. 35. Warum man auf deſſen Verbeſſerung ſo wenig gedacht hat. 4. Beſpannung der Eggen. 36. Das Voreiſen oder Meſſer. 9. Eggenſchleifen. 36. Das Schaar. 12. 3 Straucheggen. 36. Das Pflughaupt. 13. Anwendung der Eggen. 36. F Das Srreichbrett. 14. Wahrnehmung der Witterung beim Eggen. 37. Die Griesſaͤule. 16.—. Der Pflugbaum. 16. Die Walze. 37. Die Sterzen. 18. Zwecke des Walzens. 38. Steuung des Pfluges. 19.. Konſtruktion der Walze, 38. Das Vorgeſtell und die Raͤder, deren Vortheil oder Nach⸗ Die Stachelwalze. 39. theit 09. Gerechte Zeit zum Walzen. 39. Konſtruktion der Raͤder. 21. Andere Zorrechtungen. 22. Die Arbeit der Beackerung. 40, Mehrere Zuſaͤtze am Pfluge. 23.— Forderung an eine gute Pflugarbeit. 40. Umzuſetzende Streichbretter. 24, Wie deren Erfuͤlung zu bewirken. 40. Doppelpfluͤge. 25. Breite der Streifen. 40. Rajolpfluͤge. 25.—. Entſtehung der Beete. 41. Der Haaten. 26.“ Das Ebenpfluͤgen. 41. 2* 1. VI Verſchiedene Arten der Beete. 42. Breite Beete. 42. Nachtheile der hoch aufgepfluͤgten breiten Beete. 43. Schwierigkeit bei der Ablegung der hohen breiten Beete. 44. Schmale, wenig erhoͤhte Beete. 46. Schmale, hoch aufgepfluͤgte Beete. 46.— Vertheile derſelben. 46.— Nachtheile derſelben. 47.* Augemeines Urtheil daruͤber. 47. Ihre Anleguug. 49. Richtung der Beete. 494. An abhangenden Feldern. 49. Tiefe des Pfluͤgens. 50. Vorzuͤge des tieferen Pfluͤgens. 31. Periodiſches tieferes Pfluͤgen des tiefen Podens. 53. Neue Vertiefung des Bodens durch das s Phͤgen. 53. Das flache Pfluͤgen. 54. Die Vertiefung geſchehe allmaͤhlig. 54. Ruͤckſichten, welche dabei zu nehmen ſind. 54. Beſtimmung der Tiefe des Pfluͤgens. 55. Vorſichtiges Verfahren. 55. Zu welchen Fruͤchten tief oder flach zu pfloͤgen. 57. Pflugarten, die bei dem Syſtem des Fruchtwechſels gegeben werden. 57. Behandlung der Brache. 58. Benennungen der verſchiedenen Phugarten. 58. Die Brachfurche. 59. Die Wendefurche. 59. Die Ruhrfurche. 60. Die Saatfurche. 61. Gebrauch des Erſtirpators zu den Rnhrfuvche. 61. Unvollkommene Brachbearbeitung. 61.— Sömmerungsfurchen. 62. Das Halbpfluͤgen, Baͤlken oder Rispen. 62. Erforderliche Aufmerkſamkeit des Aufſehers beim Phagen. 63. Zuſammenſtellung der Pfluͤger. 63. Die Vorgewende. 63. Gehoriger Abtrocknungszuſtand des Bodens Bum Pfigen. 64. Wann geegget werden ſoll. 64. / urbarmachung unangebauter Laͤn⸗ dereien. 65. Oekonomiſche Ruͤckſichten bei ſolchen Unternehniungen. 65. Unterſcheidung zweier Faͤlle. 66. ¹) Urbarmachung in Berbindun mit einer ſchon beſtehen⸗ den Wirthyſchaft. 66. Fehler, worin dange verſtelen. 66. Zu beobachtender Grundſatz. 62. 2) Urbarmachung mit Anlegung einer neuen Wirth⸗ ſchaft. 67.—— Nothwendiges Erforderniß bei ſolchen Unternehmun⸗ In halt. Aufbruch des alten Forſtgrundes. 69. Ausrohdung der Baumwurzeln. 69.. Urbarmachung der Leehden und Weideaͤnger. 70. Durch Brachbehandlung. 70.. Durch Beſaamung der erſten Furche. 71. Durch Abſchaͤlung und Aufſetzung der Narbe in Mieken. 72. Brennen der Grasnarbe. 72. Ebnung des Bodens. 73. Ausrohdung der Steine und Verſenkung derſelben. 74. Kalkung des Neubruchs. 74. Aufbruch des Haidbodens. 75. Sandkultur. 75, Befeſtigung des Sandes. 76. Benarbung des Sandbodens. 77. Befriedigungen. Einhaͤgungen. 77. Nachtheile derſelben. 77. Ihre Vortheile. 18.. Reſultat der Meinungen. 79. Arten der Befriedigung. 79. Mauern. 79. Steinwaͤlle. 30. Lehmwaͤnde. 80.— Verzaͤunungen von Holz. 80. 8 Erdwälle. 81. Lebendige Befriedigungen. 82. Haſſelhecken. 85. Hainbuchenhecken. 86. Akazienhecken. 86. Weidenhecken. 86. Gemiſchte Hecken. 87. Abwaͤſſerung. 88. Naturgeſetz des Waſſers. 89. Durchlaſſende und undurchlaſſende Lagen des Erdbodens. 89. Unterirdiſche Waſſerbehaͤlter. 90. Wahrnehmung des Niveaus. 90. Anlegung der Graͤben. 91. Urſachen der Naͤſſe. 92. A. Auf der Steue niedergeſchlagene Feuchtigkeit. 92. Offene Waſſerfurchen. 99o9. Undurchlaſſender Untergrund. 94. Verdeckte Zuͤge. 95. Anlegung der Unterdrains. 95. B. Herabziehendes Tagewaſſer. 97. C. Quellen. 98. Lage des Erdbodens an Quellſtelen. 98. Fälle einer Art. 99. gen. 68. Faͤue der andern Art., 100. 1 —“ Weißdornhecken. 83.— zült in eren zälfe im weite amwendung d der D. Von Erdne Deiche. 102. Das Binnenr Auslabſchlenſer Entwäͤſſerung Schdrfmaſchin Das Durchſin Durchſtiche ge Durchleitung ſe. 105, Crettes de Pa Diſelben zwei Urbarme Mooke die dom Moore von Quel Neaatꝛ den Fluͤſ Begrabung des D Kultur der ause Kultur der unat Di Verbindung der Entwäͤſern Pichtige Vorthe Häͤufige Gelegen, Algemeine Anſich Nöthige Porſicht Nicſcht auf die Raͤcſicht auf die⸗ Räsſicht auf den Senennungin d richtungen Schleuſen und Bewaͤſſerungsa Die Ueberſtaut Die Berieſelut Linrichtung de Aeäſſerung ei lungen. Aernalungen b mit kinlaͤf AUngehung der? Anſauung desg danäſerung du 8 69. 69. Weideängtr, a zurche. 1. ſetzunz ze Nrbe in erſentung un, 77, häͤgungen 2, . 88. agen des Erbeöen ne Seuctize 4 94, 9. 97. ellen. 98, Schleuſen und Staue. Bewaͤſſerungsarten. Die Berieſelung. uUmgehung der Anhoͤhen. In h a lt. 100.— 100. 101. Häͤlfe im erſten Falle. Huͤlfe im zweiten Falle. Anwendung der Bohrlocher. D. Von Stroͤmen. Deiche. 102. Das Binnenwaſſer. 103. Auslaßſchleuſen. 103. Entwaͤſſerung des niedern Landes, Schoͤpfmaſchinen. 104. Das Durchſinterungswaſſer. 104. Durchſtiche gekruͤmmter Flußbetten. 104. Durchleitung des Waſſers unter das Bette eines Fluſ⸗ ſes. 105. Crettés de Paluel erſter Fau. Deſſelben zweiter Fall. 102. 103. 105. 106.— Urbarmachung der Moore und Bruͤcher. 10è. Moore die vom Tagewaſſer entſtehen. 197. Moore von Quellen. 108. Moore von Fluͤſſen. 108. Begrabung des Moors. 109. Kultur der ausgetorften Moore. 109. 6 Kultur der unausgetorften Moore. 110. Die Vewaͤſſerun g. 110. Verbindung der Lehre von der Bewaͤſſerung mit der Hoß der Entwaͤſſerung. 110. Wichtige Vortheile der Bewaͤſſerung. I11. Haͤufige Gelegenheit Bewaͤſſerungen anzulegen. Aulgemeine Aunſicht der Bewaͤſſerungsanlagen. Noͤthige Vorſicht bei Entwerfung eines Plans. Ruͤckſicht auf die Quantitaͤt des Waſſers. 115. Ruͤckſicht auf die Berechtigungen uͤber das Waſſer. 115. Ruͤckſicht lauf den Abzug des gebrauchten Waſſers. 116. Benennungen der verſchiedenen Waſſerleitungen und Vor⸗ richtungen. 116. 1126⸗ 112. 113. 117. 118. 119. 119. Einrichtung der Berieſelung. 120. Bewaͤſſerung einer abhaͤngigen Flaͤche in mehreren Abthei⸗ lungen. 122. Die Ueberſtauung. 4 Verwallungen bei der Durchleitung durs niedere Struen, mit Einläſſen. 123. 124. Anſtauung des Waſſers in den Graͤben. Bewaͤſſerung durch Maſchinen. 126. 129⁵. Begriff derſelben. Schwemmung von einer oder von zwei Seiten. Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. 126. Iſt bis jetzt nur im Laͤneburgiſchen und Bremiſchen bekannt geweſen. 126. 5 127. Beſchreibung der Operation. 127. Dabei zu nehmende Ruͤckſichten. 129. Bildung des Abzugsgrabens. 130. Niveau des Schwemmgrabens. 131. 131. Durchfaͤhrung des Grabens ohne zu ſchwemmen. 132. . Unbeſtimmbarkeit der Koſten im Augemeinen. 132. Benarvung der neuen Oberflaͤche. 133. 2 Wirkung der Berieſelung auf Sandboden. 135. Benutzung des geſchwemmten Grundes zum Fruchtbau. 135. 1 Die Beſchlammung. Beſchreibung eines beſondern Falles. (Begriff der Wieſen. 135. 136. Der Wieſenbau. 138. 138. 5 7 Fuünf Arten der Wieſen. 138. Sicherheit und unſicherheit der Wieſen. 1401 Der Werth der Wieſen. 140. Wſeenpennden erſter Guͤte. 141. — zweiter Guͤte. 141. Schlechtere Wieſenganzen. 142. Der Raſen. 143: 3 Beſaamung. 144. Natuͤrlicher Wechſel der Wieſenpflanzen. 144. Schaͤtzung und Klaſſifikation der Wieſen nach ihrem Heuer⸗ Sicherheit vermehrt den Werth der Wieſen. Ebenheit. Kultur der Wieſen, Vertilgung der Maulwurkshaufen. 4 1 1 Befahren der Wieſe mit Erde. Reinigung der Wieſen. trage. 145. Verhältniß des Werths der Wieſen zum Werthe des Acker⸗ landes. 148. 147. 147. Entfernung. 148. 148. 148. Aufbruch der Wieſen. Beſaamung der Wieſen. 149. 150. „Ob friſch niedergelegtes Grasland zu maͤhen oder zu bewei⸗ den ſey. 150. Eggen der Wieſen. Duͤngung der Wieſen. Duͤngungsmittel. 152. 151. 153. Zeit der Auffahrung des Duͤngers. Waͤſſerung der Wieſen. 154. Anwendung der Ueberſtauung. —— der Uevberrieſelung. 156. 157.. 181 154. 1554 Behutung der Wieſen. VII Die Heuernte. 159. Wahrzunehmender Zeitpunkt. 159. Das Maͤhen. 160. Das Heumachen bei guter Witterung. 160. Das Heumachen vei unguͤnſtiger Witterung. 161. Andere Methode. 162. Heuart, welche das Beregnen verlangt. 162. Bereitung des braunen Heues. 162. Erleichterung der Heuarbeit durch Pferdewerkzeuge. 163⸗ Das Laden und Einfahren. 163. Das Taſſen des Heues auf Boͤden oder in Scheuren. 164. Heu⸗ Feimen 164. Aufſetzung des Heues mit Sommerſtroh. 166. Salzen des Heues. 166. Das zweite und dritte Heu. 166. Weiden und Hutungen. 1566. Nutzbarkeit der Weiden. 166. Arten der Weide. 167, Begriff einer Kuhweide. 167. Inhalt. Die Bergweiden. Worauf es bei den Dreeſchweiden ankomme. 168. Tabelt zur Beſtimmung einer Kuhweide auf Ackerdreeſch. 168. Kultur und Beſaamung der Dreeſchweiden. 169. Weide auf ungeduͤngtem Auſſenlande. 170. Die Brachweide. 171. Die Stoppelweide. 171.. Behuͤtung der Saat im Winter und Fruͤhjahr. Behuͤtung der Wieſen. 172. Die Holzweide. 173.—— Beſtaͤndige Weiden. 173. Fettweiden. 174. Der Ueberſchwemmung ausgeſetzte Weiden. 174. 1285. Kommune Weideaͤnger. 175. Kultur der Weiden. 176. Richtiger Beſatz der Weiden. Folge der Vieharten. 176. Eintheilung der Weide in Schlaͤge. 171. Viehtraͤnken. 177. 171. 176. Viertes Qdia d dmme. 168, d auf Atnraſt, 18 eiden. 169, b 1— 2/ iar un. eiden. 1. 8 4. 1 23 Viertes Hauptſtuͤck. Agrikult ur. Dritter Theil. Das Haup ducc der Vode ſem Zwecke ge immer oder do wohin beſonde Bewaſſerung die naͤchſten d kutzeren Zwi erſt handel So ſe nungen uͤber ſe, und wele ſſcheine nach, tohe Empirik i ſeiner Lag ich keine Vo Kaen ſelbig thode od, Schlechter lich Vollke die Zwecke ſcen weiß, die? teauf jege in jedem ge richen wol . Zweite Abtheilung. Die Lehre von der Bearbeitung oder von der mechaniſchen Verbeſſerung des Bodens. 8 §. 99. Des Hauptſtuͤck begreift die Lehre von den ſämmtlichen Operationen oder Arbeiten in ſich, wo⸗ Inbesrif dieſes durch der Boden in einen tragbaren Zuſtand verſetzt, und wodurch ſeine phyſiſche Beſchaffenheit, un⸗ Aoſchnitts. ſerm Zwecke gemaͤß, verbeſſert wird. Dieſe Operationen theilen ſich 1) in ſolche, deren Wirkung auf immer oder doch auf eine lange Zeit fortdauern ſoll, und welche man Meliorationen zu nennen pſlegt, wohin beſonders Urbarmachung, Radung, Einhaͤgung, Begrabung, Verwaltung, Abwaͤſſerung und Bewaͤſſerung gehoren, und die einmal angewandt fortdauernd ſind; und 2) in diejenigen, welche fuͤr die naͤchſten Fruͤchte und Beſtellungen allei angewandt werden, und entweder jaͤhrlich oder doch nach kuͤrzeren Zwiſchenraͤumen wiederholt werden muͤſſen. Letztere, von denen wir aus mehreren Gruͤnden zuerſt handeln wollen, werden begriffen unter dem Worte⸗ Beackerung. §6. 100. So ſehr jedermann von der Nothwendigkeit der Beackerung uͤberzeugt iſt, ſo ſind doch die Mei⸗ Abweichende nungen uͤber die Art und Weiſe, wie ſie im Allgemeinen und unter beſondern Umſtaͤnden geſchehen muͤſ⸗ Meinungtn ſe, und welche von den mannichfaltigen Methoden die beſſere ſey, hoͤchſt verſchieden, und, dem An⸗ 3 ſcheine nach, widerſprechend. Der Erfolg beguͤnſtigt hin und wieder jede Meinung. Daher iſt der rohe Empiriker mehrentheils unfahig zu unterſcheiden, welches die richtigere ſey. Er haͤlt ſich daher— in ſeiner Lage ganz vernuͤnftig— an die in ſeiner Gegend eingefuͤhrte Weiſe, wobei er ſich dann frei⸗ lich keine Vortheile vor ſeinen Nachbaren und ſeinen Vorfahren verſchafft, aber auch nicht in Nachtheil gegen ſelbige zu ſtehen kommt, womit er ſchon zufrieden iſt. Denn wiche er von der eingefuͤhrten Me⸗ G thode ab, ohne die Gruͤnde dieſer Abweichung richtig zu erkennen, ſo wuͤrde er haͤufiger auf das Schlechtere, wie auf das Beſſere verfallen. Der rationelle Lanowirth aber, der das Beſte und moͤg⸗ lich Vollkommenſte zu erreichen ſtrebt, kann dabei mit vollkommener Sicherheit verfahren, wenn er die Zwecke und die Wirkungen jeder Operation und Methode richtig kennt und die Urſachen zu erfor⸗ ſchen weiß, warum bald dieſe bald jene einen beſſeren Erfolg hatte und haben mußte, 2 §. 10t. Die Beackerung hat naͤmlich viele und verſchiedene Zwecke, wovon der eine auf dieſe, der ande⸗ unterſcheidung re auf jene Weiſe beſſer erreicht wird. Wir muͤſſen diejenige Wirkung, welche wir mit der Beackerung der verſchiede⸗ nen Zwocke in jedem gegebenen Falle vorzuͤglich und allein, oder in Verbindung mit mehreren andern zugleich er⸗ deim Beackern. reichen wollen, uns klar vorſtellen, und dann danach diejenige Methode waͤhlen, welche dieſen oder A 2 Pulberung. 1 4 dieſe Zwecke mit dem moͤglich geringſten Aufwande erreicht rung ſind hauptſaͤchlich folgende: Beackerung. §. 102.) Die Zwecke und Wirkungen der Beacke⸗ 1) Lockerung und Pulverung des Bodens. Jede Ackererde hat die Neigung, ſich zu⸗ ſammen zu ziehen und zu verballen, theils vermoͤge der Anziehung ihrer homogenen Theile, theils ver⸗ moͤge des Drucks, welchen ſelbſt die Atmoſphaͤre darauf aͤußert. Je thoniger der Boden iſt, um ſo ſtaͤrker iſt die Bindung und Verballung deſſelben. In einem ſolchen verhaͤrteten Boden koͤnnen aber die Wurzeln der meiſten unſerer kultivirten Pflanzen nicht eindringen und nicht die Nahrung herauszie⸗ hen, melche in ſelbigem eingeſchloſſen iſt. Der Boden muß alſo mechaniſch gelockert werden, und die⸗ ſes muß, um die hoͤchſte Vegetation zu bewirken und alle Nahrungstheile fuͤr die Pflanzen aufzuſchlie⸗ ßen, auf die vollkommenſte Weiſe geſchehen, ſo daß die ſaͤmmtliche Ackerkrume in Pulver zerfalle, und keine verballte Erdkloͤße darin bleiben. Denn in dieſe dringen die Haarwurzeln nicht ein, ſondern ziehen ſich nur auf ihrer Oberflaͤche herum, und ſolche Erdklöße geben ihnen folglich eben ſo wenig Nah⸗ rung, als ob Steine im Boden waͤren. Je gleichartiger der Boden gelockert und gepulvert iſt, um deſto gleichmaͤßiger verbreiten ſich dagegen die Pflanzenwurzeln; treiben um ſo mehrere Haarbuͤſchel aus, und vermeiden es, mit einander in Beruͤhrung zu kommen. der Erde kommt folglich in Beruͤhrung mit einer Wurzelnfaſer. Von der großen Wirkung einer feinen Pulverung der Erdkrume durch die Erfahrung uͤberzeugt, haben einige, z. B. Jether Tull, die Fruchtbarmachung des Bodens ausſchließlich hierauf beruhen laſſen wol⸗ len; deren einſeitige Anſicht aber genugſam widerlegt iſt. Es kann zwar ein Acker, der voͤllig erſchoͤpft ſcheint, durch eine ſehr ſorgfaͤltige Bearbeitung zur Abtragung einer oder der andern Frucht noch geſchickt gemacht werden, zumal wenn er vorhin in dieſem Stuͤcke vernachlaͤſſiget worden. ihm verſchloſſenen Nahrungstheile geloͤſet, nicht neue, wenigſtens nicht zureichende, erzeugt. Zu ſehr gepulvert und gelockert kann der Boden nie ſeyn. Jedoch kann er zu loſe werden, d. h. Jedes nahrhafte Partikelchen in Es werden dadurch aber nur die in es koͤnnen Zwiſchenraͤume in ihm entſtehen, wo ſeine Partikeln ſich gar nicht mit einaͤnder beruͤhren. Dieſe werden den Pflanzen nachtheilig, und man findet daher, daß manche Saaten leiden, wenn der beackerte Boden nicht Zeit gehabt hat, ſich wieder zu ſetzen oder zu ſacken, ſo daß dieſe hohl en Zwi⸗ ſchenraͤume dadurch ausgefuͤllt ſind. Nach der Verſchiedenheit der Bodenarten wird dieſe vollkommene Pulverung und Zertruͤmme rung der verballten Erdkloͤße leichter oder ſchwerer bewirkt, und daher muͤſſen die dazu dienenden Ope⸗ rationen auf dem einen Boden kraͤftiger und haͤuſiger, wie auf dem andern wiederholt werden. Zu⸗ gleich kommt es auf die Natur der Pflanze an, welche man darauf bauen will: die Gerſte gedeiht nur auf lockerem und gleichmaͤßig zerkruͤmelten Boden; der Hafer wird von dem Widerſtande eines mehr zuſammengezogenen Bodens minder aufgehalten, und durchdringt ihn mit mehrerer Kraft. 1 Mengung der Beſtandiheile, insbeſondere in dem Falle vor Augen haben, wenn wir irgend einen neuen Zuſatz der Ackerkrume ge⸗ ben; es ſey, daß wir durch tieferes Pfluͤgen Erdtheile aus dem Untergrunde heraufholen, oder aber Duͤngungs⸗ und Verbeſſerungsmittel auffuͤhren. reichende Lockerheit. Er bindet ſich bei einem ſtarken Thon .§. 103. 2) Genaue Mengung der Beſtandtheile des Bodens. Der einmal voͤllig gepulverte Boden behaͤlt unterhalb der Oberflaͤche mehrere Jahre hindurch eine zu⸗ ehalte zwar ſo, daß er zuſammenhaͤngt, jedoch nicht ſo feſt, daß ihn die Wurzeln nicht durchdringen koͤnuten; weswegen die Pulverung der unteren Acker⸗ kuume nur erſt nach einer Reihe von Jahren wiederholt zu werden braucht. Dieſen Zweck muͤſſen wir Eine ungleichartige Maſſe iſt den Pflanzenwurzeln durchaus nachtheilig, und die Vegetation ſtockt, wenn die jungen Haarwurzeln aus der einen in die 8 vhn ttergee punge hervorg Nder ibrigen! nden, und d nr. Nanche an humus und und kdanen ſog iteln des Hun innig wit dem Erdkrume dure ackernvolſtänd eine horſtige un an andeen Mat merkt man dies y die noſphare und we Beobachte Hypotheſen g mit ſie in der riſchen Stoff ſache der Lu dei der Sal bei der behr rung in die Durch die l eine wichtige Die al ſit ruhet, ſcch dem Erd ſenem Opyge Nrſetzungen doohrunge moſpharich ſe atmoſphe Ruͤhrung ſͤndig und terres, p. el,„die H wird die Er 49 D dergeſchl Sälbſt ein den Somme en dhei, gals e. er Boden ſt n, Boden inn g R„5 7 aheerſcuse ert wena wie e Pflanen ugee me in Puba e ſch eben ſnaug nd gepuben ſ n mehrere hactne thafte Parittan ahrung dberzengt erauf beruhen tſenn er voͤllg erſchitſtin zt noch geſchit umct dadurch aber urd „erzeugt. zu loſe werde, d it einänder baitn aten leiden, wad daß dieſe hohlag. ung und zani dazu dieneda derholt vec z ie Gerſte gahn ,88 iderſtande inin rer Kraft Jahre huduth in uſammenkint 3 rung der dutemn! 1 en Zwec nüſa n z der Ackerkeure nufholen, r PAanzervune den Pfanzenmn us der einen id Beackerung. 5 andere uͤbergehen muͤſſen. Man hat durch eine ſolche ungleichartige Miſchung ſcheckige, d. h. kranke Pflanzen hervorgebracht. Durch eine wirklich verbeſſernde Erdart,— ſelbſt durch Mergel— die aber mit der uͤbrigen Ackerkrume noch nicht durchmengt war, iſt der Acker auf mehrere Jahre verſchlechtert worden, und die gehoffte Wirkung hat ſich erſt gezeigt, nachdem dieſe Mengung vollſtaͤndig bewirkt war. Manche duͤngende Subſtanzen, insbeſondere diejenigen, welche durch ihre Wechſelwirkung auf den Humus und die vegetabiliſchen Stoffe ſich beſonders nuͤtzlich bezeigen, bleiben ebenfalls unwirkſam und koͤnnen ſogar nachtheilig werden, wenn ſie nicht in ihren feinſten Partikeln vermengt, mit den Par⸗ tikeln des Humus in Beruͤhrung kommen. Der gewoͤhnliche Stallmiſt verſagt zwar, wenn er minder innig mit dem Boden vermiſcht iſt, nicht alle Wirkung, indem naͤmlich ſeine aufloͤsbaren Theile die Erdkrume durchdringen; indeſſen ſchafft er doch nie den Vortheil, als wenn er durch wiederholtes Be⸗ ackern wollſtaͤndiger mit dem Boden gemengt und darin vertheilt iſt. eine horſtige und bunte Saat, indem die Pflanzen an einer Stelle uͤberfluͤſſige NRahrung finden, und an andern Mangel leiden und kuͤmmern. Da er ſich in ſolchen Faͤllen torfartig zuſammenhaͤngt, ſo be⸗ merkt man dies ſcheckige Anſehn der Saat oft noch in ſpaͤtern Jahren. §. 104. 3) Die Heraufbringung einer andern Erdlage, um ſie den Einwirkungen der At⸗ moſphaͤre und des Lichtes auszuſetzen. Dieſe Wirkung der Aeration des Bodens haben aufmerkſa⸗ me Beobachter ſchon ſeit alten Zeiten anerkannt, und, um ſie zu erklaͤren, ihre Zuflucht zu manchen Hypotheſen genommen. Man hat die Wirkung derſelben mit der Salpetererzeugung verglichen, wo⸗ mit ſie in der That manches Aehnliche hat, indem ſich der Salpeter durch den Zutritt eines atmoſphaͤ⸗ Haͤufig giebt er im erſteren Falle Heraufbrin⸗ gung einer an⸗ dern Erdlage. riſchen Stoffes ebenfalls erzeugt, und um ſo ſtaͤrker erzeugt, je oͤfter eine neue noch ungeſaͤttigte Ober⸗ faͤche der Luftberuͤhrung dargeboten wird. Auch iſt derſelbe Stoff, naͤmlich das Oxygen, hier, wie bei der Salpetererzeugung, wirkſam. Durch die Mittheilung deſſelben erzeugen ſich naͤmlich, wie wir bei der Lehre vom Humus zeigten, die beiden Subſtanzen, in welchen der Kohlenſtoff als Hauptnah⸗ rung in die Pflanzen uͤberzugehen ſcheint, naͤmlich: die Kohlen ſaͤure und der Extraktioſtoff. Durch die Luftausſetzung erhaͤlt alſo der Humus erſt ſeine Fruchtbarkeit, wobei ohne Zweifel das Licht eine wichtige Rolle mit ſpielt. 4 Die aus dem Orygen mit dem Kohlenſtoff ſich bildende Kohlenſaͤure, welche in der unteren Luft⸗ ſchicht ruhet, in den Zwiſchenraͤumen der umgewandten Erde gewiſſermaßen eingeſchloſſen iſt, theilt ſich dem Erdboden mit. Nicht unwahrſcheinlich ſpielt ſelbſt das Azot der atmoſphaͤriſchen Luft, von ſeinem Oxygen getrennet, eine Rolle, und wird vom Thone angezogen. Doch bis wir die mancherlei Zerſetzungen, die hier vorgehen, genauer werden erforſcht haben, kann uns die ſo alte als allgemeine Erfahrung von der Fruchtbarkeit und Muͤrbheit, welche ſelbſt der rohe Thon erlangt, wenn er der at⸗ moſphaͤriſchen Einwirkung ausgeſetzt, in oft veraͤnderter Oberflaͤche ausgeſetzt worden, genuͤgen. Die⸗ ſe atmoſphaͤriſche Duͤngung oder Einziehung fruchtbarer Stoffe hat bei ſehr fleißiger Umwendung und Ruͤhrung des Bodens jede andere Duͤngung eine Reihe von Jahren hindurch— aber freilich nicht voll⸗ ſtaͤndig und nicht auf immer— erſetzen koͤnnen. Sie iſt nach du Hamel traité de la culture des terres, p. 64, ſo betraͤchtlich, daß man ſie ſelbſt mit den Augen wahrnimmt.„Man pfluͤge,“ ſagt er,„die Haͤlfte eines Feldes maͤßig, die andere aber ſehr oft, und dann beides ins Kreuz, und man wird die Erde des fleißig gepfluͤgten Stuͤckes weit brauner, als die des weniger gepfluͤgten, finden.“ 4) Die Auffangung, Verſenkung und Erhaltung der auf den Boden nie⸗ dergeſchlagenen Feuchtigkeit. In gebundenem thonigen Boden dringt keine Feuchtigkeit ein. Selbſt ein Erdkloß, der unzertruͤmmert darin liegen bleibt und einmal ausgetrocknet iſt, wird den gan⸗ zen Sommer hindurch in der Mitte trocken bleiben. Je mehr aber die Partikeln des Bodens von ein⸗ Auffangung u. Erhaltung der Feuchtigkeit, 3 ** 6 Beackerung. ander getrennt ſind, um ſo mehr werden ſie die Feuchtigkeit in ihren Zwiſchenraͤumen aufnehmen und ſo tief verſenken laſſen, wie dieſe Auflockerung geht. Bei feuchter Witterung wird die Feuchtigkeit in tief gelockerten Boden ſpaͤter bis zur Oberflaͤche heraufſteigen; bei trockner Witterung hingegen wird die darin aufgefangene Feuchtigkeit ſpaͤter erſchöpft werden, und ſich der Oberflaͤche, ſo viel noͤthig, mittheilen. Dies lehren allgemeine Beobachtungen; indem ein ſtark und tief gelockerter Boden auf der Oberflaͤche ſpaͤter ſchlammig wird, und wiederum die Duͤrre weit laͤnger ertraͤgt, als der flache, wie jeder Gaͤrtner auf ſeinem rajolten Boden dieſes laͤngſt bemerkte. Vorzuͤglich widerſteht ein vor Winter tief geackerter Boden der Fruͤhjahrsduͤrre auf eine unglaubliche Weiſe, indem er einen Zoll unter der Oberflaͤche noch Feuchtigkeit genugſam zeigt, wenn man in andern Boden bis zu einer betraͤchtlichen Tiefe keine mehr wahrnimmt. Es iſt alſo nur mit großer Einſchraͤnkung wahr, daß Beackerung den Boden ausduͤrre. Dies geſchieht nur, wenn in den Zeiten, wo kein Regen faͤllt, und die Duͤrre an⸗ haͤlt, der Boden viel und tief geruͤhrt wird. Indeſſen wird man auch dann bemerken, daß eine flache Nuͤhrung der Oberflaͤche und Zerſtoͤrung ſeiner Borke die Feuchtigkeit mehr darin erhalte als verdunſten laſſe, und daß folglich die Anziehung der unmerklichen Feuchtigkeit aus der Luft ſtaͤrker ſey, wie die Verdunſtung.— Die in den Zwiſchenraͤumen des Bodens eingeſchloſſene Feuchtigkeit, welche ſich am meiſten darin anhaͤuft, wenn vor Winter geackert wird, hat freilich das Unangenehme, daß ſie das fruͤhere Pfluͤgen und Beſtellen im Fruͤhjahre verhindern kann. Allein es iſt eine ungegruͤndete Beſorgniß, daß ſie den Boden den ganzen Sommer hindurch gebunden und zaͤhe erhalten werde. Aufmerkſame Beobachter haben gerade im Gegentheile erfahren, daß dieſer Boden, wenn man nur ſeine Abtrock⸗ nung abgewartet habe, um ſo muͤrber und zerfallender geweſen ſey. Eine natuͤrliche Folge des ver⸗ dunſtenden Waſſers, welches in ſeinem elaſtiſchen Zuſtande die Partikeln der Erde trennen und zerkruͤ⸗ meln mußte! Zerſtbrung des 5) Zerſtoͤrung des Unkrauts. Wir haben in der Lehre von der Beurtheilung des Bodens untrauts. das Unkraut in agronomiſcher Hinſicht in zwei Klaſſen unterſchieden, naͤmlich in ſolches, welches ſich durch Saamen, und in ſolches, welches ſich hauptſaͤchlich durch die Wurzel fortpflanzt. Dieſe Unterſcheidung iſt bei ſeiner Vertilgung durch Beackerung von weſentlicher Bedeutung. Das Saamenkraur kann nur dadurch zerſtoͤrt werden, daß man den in der Ackererde lie⸗ genden Saamen dergeſtalt an die Oberflaͤche bringe, daß er zum Keimen gelange, indem er ſich ſonſt vielleicht Jahrhunderte lang unverſehrt im Boden erhaͤlt. Denn der groͤßtentheils feme Saame keimt durchaus nicht, wenn er nicht der freien Einwirkung der Atmoſphaͤre genießt. In einem jeden ungepul⸗ verten Erdkloße ruͤhrt er ſich nicht, ſondern bleibt ruhig darin, bis jener zerfaͤllt. Ohne vollkommene Pul⸗ verung iſt daher ſelbſt in der an die Oberflaͤche gebrachten Erdſchicht an keine vollſtaͤndige Zerſtoͤrung zu S denken, ſo lange die Pflugſtreifen und Erdkloͤße nicht in feines Pulver zerfallen ſind, und um zu dieſer — Zerſtoͤrung zu gelangen, muß jede duͤnne Schicht der Ackererde nicht nur an die Oberflaͤche kommen, ſondern auch zum Zerfallen gebracht werden; weswegen der Pflug ohne die Egge hier wenig aus⸗ richtet. Das Wurzelunkraut aber, insbeſondere die Quecken(Triticum ripens) und die ſoge⸗ 2 8 2... 8... 3 nannten Paͤden(Agrostis stolonifera), und mehrere Grasgattungen, ſo wie die Diſteln und Docken⸗ arten, erfordern eine ganz entgegengeſetzte Behandlung. Sie werden nur durch eine oftere Zerſtoͤrung ihrer jungen Keime und durch die Luft⸗ und Lichtausſetzung ihrer Wurzeln getödtet. Es koͤmmt dar⸗ auf an, ſie entbloͤßt von Erde an die Oberflaͤche zu bringen, und in eine Lage, in welcher ſie nicht zu friſchen Austrieben durch zerkruͤmelte Erde gelockt werden. Wenn auch das wirkſamſte Eggen einen Theil ausreißt, ſo pflanzt es gleichſam einen andern Theil um ſo beſſer ein, und umgiebt ihn mit locke⸗ rer Erde, in welcher ſich die neuen Austriebe ſogleich verbreiten. Dieſes darf daher, wenn es auf die rfäͤrung de 1 as feiner guͤnſti 6) Die miſ ſchen obe zücſicht darau eſeine Wirkun gührung des? dfordert eine! u verſenken. 7) die dder irgend ei Saatfurche, d reten keinen, derr austreiben Nach o oder die ande tung der Wer Deeſe dermöge des Die e Landwirthſch einige Falle doch ſelten, Menge arbei Karſt, ſtatt Pearis nicht; fuß von Men finden; wo ſi dau bergehe darotrer Dah Fruchtbart des Bodens bögleich es fog, beſſer die A diehs, bede 4„ retheilen, en rnirenn 1 d die duzuxin rung hingegn d ſche, ſdaüh ene Beheafde als der fate 3 eſteht en e Arr einen al ah u einel baute daß Bat uient „ und dnan bemerken, din tehr darn eens S der kuft ätni elche ſich un min daß ſie das ilſe egruͤndete Ri erde. Auimetm an nur ſäugedͤrrt grliche Folge de eetrennen und nir ertheilung dee ſolches, mehe fartpflant. di tung. in der Acaede e, indem al aſbſ ls feine Sane ct einem jeden wm hne volkkona 4 tundge inn 1 nd, und upit Oberflichet kun gge her weih⸗ Ypem) und N 4 Diſteln ul mdle 3 eine ite giin 3 t. E fun in welcher ſel⸗ rkſanſte Gapen 6 mgict inuts eer, w wenn e ar Beackerung. 7 Zerſtoͤrung der rankenden Wurzeln abgeſehen iſt, nicht eher geſchehen, als bis man es durch den Pflug aus ſeiner guͤnſtigen Lage wieder herausreißen will. 6) Die Unterbringung des Miſtes. Von der Vermengung deſſelben mit dem Erdbo⸗ den iſt ſchon oben geſprochen. Bei der erſten Unterbringung deſſelben durch die Beackerung iſt ſchon Ruͤckſicht darauf zu nehmen, daß er nach ſeiner Beſchaffenheit in diejenige Lage komme, in melcher er ſeine Wirkung auf die unmittelbar einzuſaͤende Frucht am beſten aͤußere, oder aber bei mehrmaliger Ruͤhrung des Bodens ſich mit demſelben am beſten vermengen kann. Der laͤngere und ſtrohige Miſt erfordert eine Furche, tief genug, um ihn aufzufaſſen; der zerfallne eine flache, um ihn nicht zu tief zu verſenken. 7) Die Unterbringung des Saam ens, ſie geſchehe mit dem Pfluge oder mit der Egge, oder irgend einem andern Werkzeuge, erfordert die ganze Aufmerkſamkeit bei der Einrichtung der Saatfurche, damit er nach ſeiner Art und Staͤrke in diejenige Lage komme, worin er am vortheilhaf⸗ teſten keimen, fuͤr ſeine zarten Wurzeln Nahrung und Schug finden, und ſein Stammblatt ungehin⸗ dert austreiben kann. Die Ackerwerkzeuge. §. 105. Unterbringung des Miſtes. Unterdringung des Saamens. Nach allgemeiner Darſtellung dieſer Hauptzwecke der Beackerung, von denen jedesmal die einen oder die andern mehr oder minder zu beruͤckſichtigen ſeyn werden, gehen wir zuvoͤrderſt zu der Betrach⸗ tung der Werkzeuge uͤber, wodurch man ſie auf mannichfaltige Weiſe zu erreichen trachtet. Dieſe unterſcheiden ſich in ſolche, welche mit der Hand der Menſchen und in ſolche, welche vermöoͤge des Zugviehes angewandt werden. Die erſteren paſſen in der Regel nur fuͤr den Gartenbau, welcher allerdings in das Gebiet der Landwirthſchaft gehoͤrt, aber in dieſem Werke nicht mit aufgenommen werden kann. Wenn auch einige Faͤlle eintreten, wo jene Werkzeuge beim Feldbaue mit Vortheil angewandt werden, ſo ſind ſie doch ſelten, und es wird ihrer am gehoͤrigen Orte erwaͤhnt werden. Ob es bei einer zureichenden Menge arbeitender Menſchen rathſam ſeyn werde, ſtatt des Pfluges durchaus den Spaten und den Karſt, ſtatt der Egge den Rechen zu gebrauchen, iſt ein Problem, welches wir in Hinſicht auf die Praxis nicht zu loͤſen brauchen, da wir wenigſtens in ganzen europaͤiſchen Provinzen einen ſolchen Ueber⸗ fluß von Menſchen, die nicht auf andere Weiſe vortheilhafter gebraucht werden konnten, nirgends finden; wo ſie ſich aber auf einzelnen Flecken ſo zuſammengehaͤuft haben, der Feldbau in den Garten⸗ bau uͤbergehet; ſo daß wir auch den allgemeinen Gebrauch des Spatens oder des Pfluͤgens, als den charakteriſtiſchen Unterſchied zwiſchen Garten⸗ und Feldbau annehmen koͤnnen. Daß indeſſen dem Erdboden mit zweckmaͤßigen Zugwerkzeugen dieſelbe Kultur und dieſelbe Fruchtbarkeit, wie mit den Handwerkzeugen— wenn anders nicht von einer ſehr großen Vertiefung des Bodens die Rede iſt— und mit minderem Aufwande gegeben werden koͤnne, hat keinen Zweifel; obgleich es gewoͤhnlich nicht geſchiehet, und ſich oft die Koſten des guten Grabens, durch deſſen Er⸗ folg, beſſer wie die des ſchlechten Pfluͤgens bezahlen wuͤrden. §. 106. Die Ackerwerkzeuge, deren man ſich zur Umarbeitung des Bodens, vermoͤge der Kraft des Zug⸗ diehs, bedient, ſind ſehr mannichfaltig, laſſen ſich aber unter folgende drei Hauptarten begreifen: A. Pfluͤge im engern Verſtande des Worts. Der Zweck derſelben iſt nicht bloß die Erde zu zertheilen, zu lockern und etwa an die Seite zu ſchieben, ſondern auch ſie umzuwenden, ſo daß der Pflugwerk⸗ zeuge. 8 Die Ackerwerkzeuge. 1 untengelegne Theil des abgeſchnittenen Streifens an die Oberflaͤche komme. Dies bewirken ſie durch denjenigen Theil, welchen man das S treichbrett, oder wenn er kleiner iſt, das Ohr nennt, wo⸗ mit ſie auf der einen Seite, gewoͤhnlich auf der rechten, verſehen ſind. B. Haaken, weelche mehr die Lockerung und Mengung der Erde und die Heraushebung der Unkrautswurzeln bewirken, das Herumlegen der Erde aber gar nicht, oder doch nur unvollkommen . verrichten, indem ſie kein eigentliches, den Boden herumwendendes Streichbrett haben. C. Sogenannte Kultivators,— denn ein deutſches Wort, welches die ganze Gattung in ſich begriffe, kenne ich nicht— worunter ich alle Arten von Schaufel⸗ und Hackepfluͤge, ſogenannte Erſtirpators, Hobelpfluͤge u. ſ. w. begreife, welche nur die Oberflaͤche ruͤhren, lockern, das Unkraut vertilgen, und deren man ſich theils zur Vorbereitung des Bodens, theils zur Unterbringung der Saat, theils aber auch waͤhrend der Vegetation der Fruͤchte bedient. 1 1.—§. 107. 4— Der eigentliche Der eigentliche Pflug. Er ſoll einen Erdſtreifen, ſowohl horizontal oder parallel mit Pfug. der Oberflaͤche, von dem Untergrunde, als perpendikulaͤr von dem feſten Lande, gewoͤhnlich linker Seits abtrennen, und dieſen Streifen, indem er ihn um ſeine eigne Are herumdreht, umgewandt auf die entgegengeſetzte, gewoͤhnlich rechte Seite legen, und zwar dergeſtalt, daß er der Einwirkung der Egge, die ihn voͤllig zerbrechen und zerkruͤmeln ſoll, möglichſt ausgeſetzt werde.— Die Guͤte eines Pfluges beſteht alſo darin: daß er dieſe Forderungen auf das möglich beſte, mit rers, erfuͤlle. §. 108.. Andere Eigenſchaften, die einen Pflug ſehr empfehlen, ſind folgende: Pfluges. 1) Daß er ſo einfach, wie es ſeinem Zwecke nach möglich iſt, ſey, und keine uͤberfluͤſſige oder 1 ſolche Zuſaͤtze habe, deren Zweck auf eine andre Weiſe leichter erreicht werden koͤnnte. 1 1 2) Er muß wohlfeil ſeyn. Hier koͤmmt es aber nicht ſowohl auf den Preis ſeiner erſten An⸗ ſchaffung, als darauf an, daß die Unterhaltung deſſelben weniger koſte. Wenn ein Pflug auch drei⸗ . mal ſo viel, wie der andre, koſtet, dagegen aber viermal ſo lange haͤlt und brauchbar bleibt, ſo muͤſ⸗ ſean wir den erſten wohlfeiler, als den andern nennden. 3) Er muß dauerhaft und nicht wandelbar ſeyn; theils in Hinſicht auf die zweite Forderung, beſonders aber auch in der, daß er nicht haͤufige Reparationen erfordere, bei der Arbeit leicht ſchad⸗ haft werde, und dadurch zu haͤufig eine Stoͤrung der Arbeit und Aufenthalt veranlaſſe. 4) Die Stellung des Pfluges, um damit tiefere oder flachere, fen ausſchneiden zu koͤnnen, muß dieſes auf der Stelle und ohne vielen Apparat und Arbeit geſchehen kann. wirken, daß der Pflug die Arbeit gerade ſo, wie es unſre Abſicht iſt, ohne 3 verrichte, theils weil man ſich auf dieſen n erſchwert wird, wenn der Pflugfuͤhrer der natuͤrlichen Tendenz des Pfluges entgegenwirken muß. Dabei muß er dann vor allen die im vorigen§. angegebnen Zwecke au Gute Eigen⸗ ſchaften eines ſte die Einwirkung der Egge und die Auflockerung zu befoͤrdern, am guͤnſtigſten iſt— herumwenden. dem mindeſten Kraftaufwande des Zugviehs, und gleichſam von ſelbſt, ohne großes Zuthun des Fuͤh⸗ breitere oder ſchmalere Strei⸗ ſich leicht und ohne vielem Aufenthalt bewerkſtelligen laſſen, damit Dieſe Stellung muß be⸗ uthun des Fuͤhrers icht verlaſſen kann, theils weil die Laſt dem Zugviehe ſehr f die moͤglich vollkommen⸗ Weiſe erfuͤllen, die auszuſchneidende und herumzuwerfende Erde vollkommen und in gleicher Tiefe auffaſſen, rein herausheben, und den Erdſtreifen in einem Bogen von 140 Graden— weil dieſer, um 5. 109. Venn gleie mwolkommuun Kllicht auf kei Neres ſind do eweſen, daß tn, cher wea nazigkeit die der Pflug abe auß dieſet nich rung ſähig ſh, Perkzeuges ne der Pfug, bis Henntniß der I Pkug mit der; gelegenheit me daß von der E aber Verſchw barkeit des V ſteler dieſes; Pfüge ſu ve friedigende und leichtere Alerdings! ab; aber d rige Aufmen fem Wertze Die w hen aus fog d. nannt. 8 Aande ahte einer Linie ſeiner Rich te verhind einen recht Shite dieſe perpendikul Neſers an diittet a bewirken ſt dat as Ohr dennt, de ie Heruuzhan t ch nur Vnvolkanae haben. die gan denun kepflüͤge, daaun lockern, das Uiar terbringung da ntal oder ul w de, gewählid it dreht, ungevt er der Enwrim das nögichti,n oßes Zuthun diße keine überflſi önnte. Preis ſeine einl nn ein Pug uhn nuchbar bledt, ſu die zweit zadm der Aebet lihi h ranlaſte eoder ihnümin ſellie liſ, d eſe Stalmn m thun des diſnn aſt den zuih gegenwitkn 1 je moͤglih um⸗ Die Ackerwerkzeuge. 9 §. 109. Wenn gleich der Pflug eins der wichtigſten Inſtrumente fuͤr die Fortdauer, Vermehrung und Vervollkommnung des Menſchengeſchlechts auf dieſer Erde iſt, ſo iſt doch bis zu den neueſten Zeiten vielleicht auf keines weniger Aufmerkſamkeit und Nachdenken verwendet worden, wie auf dieſes. Oder es ſind doch die dabei angebrachten Veraͤnderungen und Zuſaͤtze ſo wenig wahre Verbeſſerungen geweſen, daß in der That die meiſten landuͤblichen Pfluͤge, gegen die der alten und ſelbſt roheren Voͤl⸗ ker, eher zuruͤckſtehn, als Vorzuͤge haben. Unſre gewoͤhnlichen Karren uͤbertreffen in ihrer Zweck⸗ mäͤzigkeit die Triumphwagen roͤmiſcher Imperatoren, ſo weit wir dieſe aus alten Abbildungen kennen. Der Pflug aber hat ſich gegen die roͤmiſchen Arten derſelben auf keine Weiſe vervollkommnet. Gerade aus dieſer nicht bewirkten Verbeſſerung, haben einige beweiſen wollen, daß der Pflug keiner Verbeſſe⸗ rung faͤhig ſey, weil man, wie ſie ſagen, bei dem haͤufigen und unentbehrlichen Gebrauch dieſes Werkzeuges nothwendig darauf verfallen ſeyn muͤſſe. Wenn man aber bedenkt, in welchen Haͤnden der Pflug, bis vor kurzem, ſich allein befand, und wie ſelten Nachdenken, Beobachtungsgeiſt und Kenntniß der Mechanik ſich mit der Fuͤhrung des Pfluges vereinigte: ſo iſt es ſehr natuͤrlich, daß der Pflug mit der Rohheit ſeiner Fuͤhrer uͤbereinſtimmend bleiben mußte. Seitdem man aber dieſer An⸗ gelegenheit mehrere Aufmerkſamkeit und Scharfſinn gewidmet hat, laͤßt es ſich uͤberzeugend darthun, daß von der Struktur des Pfluges nicht nur eine betraͤchtliche Erſparung und Beſchleunigung, oder aber Verſchwendung und Verſpaͤtung der Arbeit und der arbeitenden Kraͤfte, ſondern auch die Frucht⸗ barkeit des Bodens und der hoͤhere Ertrag der Ernten abhange. Und wenn gleich einige neue Schrift⸗ ſteller dieſes zu bezweifeln ſcheinen, oder wenigſtens nicht glauben, daß die auf Einfuͤhrung beſſerer Pfluͤge zu verwendende Aufmerkſamkeit und Koſten ſich zureichend bezahlen, indem ſie ohne dieſe be⸗ friedigende Ernten erhalten zu haben ſich ruͤhmen, ſo beweiſet dieſes nur, daß ſie von der beſſeren und leichteren Arbeit, die mit einem guten Pfluge gemacht werden kann, keinen klaren Begriff haben. Allerdings haͤngt die Verbeſſerung des Ackerbaues nicht allein vom Pfluge und andern Inſtrumenten ab; aber die moͤglichſte Vollkommenheit kann er nicht erreichen, ohne auch auf dieſen Theil die gehoͤ⸗ rige Aufmerkſamkeit zu verwenden. Deshalb iſt eine genaue Keuntniß und ein klarer Begriff von die⸗ fem Werkzeuge dem rationellen Landwirthe bei der Praxis unumgaͤnglich noͤthig. §. 110. Warum man auf deſſen Ver⸗ beſſerung ſo we⸗ nig gedacht hat. Die wirkenden Theile eines Pfluges, oder das, was man den Pflugkoͤrper nennt, beſte⸗ hen aus folgenden Theilen: S A a) Das Meſſer, Voreiſen, Vordereiſen, Sech, Kolter ge⸗ nannt. Dieſes ſoll den umzuwendenden Erdſtreifen perpendikulaͤr vom feſten Lande abtrennen, und dann der nachfolgenden geraden, mit dieſem Meſſer in einer Linie und Richtung ſtehenden Seite des Pfluges den Weg bahnen, ihn in ſeiner Richtung erhalten, und insbeſondere ſein Ausweichen nach der rechten Sei⸗ te verhindern. Wenn wir uns den Pflugkoͤrper als einen halben Keil oder als einen rechtwinklichen Triangel denken, ſo macht dieſes Meſſer gewiſſermaßen die Spitze dieſes Keils aus, und verlaͤngert die gerade auf die Baſis des Triangels perpendikulaͤr zuſtoßende Seite, wie nebenſtehende Figur, wo a die Spitze des Meſſers andeutet, verfinnlicht. Dritter Theil. 4 B Das Voreiſen oder Meſſer. 1 10 Die Ackerwerkzeuge. Da dieſe nun die Richtung des Pfluges beſtimmt, oder dem Pfluge ſeine Haltung und Tendenz giebt, ſo muͤſſen dieſe um ſo feſter und gerader werden, je laͤnger dieſe Seite iſt. Da das Meſſer mit ſeiner Schneide den aͤußerſten Punkt des Keils oder der ſchraͤgen Flaͤche bil⸗ det, ſo muß es in ſeiner vollkommenſten Konſtruktion ſchon ſelbſt dieſe Form haben, und wir ſinden es, beſonders an vorzuͤglich genau gearbeiten Pfluͤgen, nur ſo geformt. Das Meſeer iſt naͤmlich ſcharf an ſeiner Schneide, wird aber immer dicker, ſo daß es in ſeinem Ruͤcken vielleicht die Staͤrke eines Zolles erreicht. Dieſe Zunahme ſeiner Staͤrke erhaͤlt es nicht an der Landſeite, wo man es viel⸗ mehr ganz flach und gerade erhaͤlt, ſondern an der Furchenſeite, wo deſſen Segment ebenfalls die Form eines rechtwinklichen Triangels haben muß. Die linke Seite macht alſo mit der ünden Seite des Pflugkoͤrpers eine voͤllig gerade Linie. Damit indeſſen das Meſſer dem nachfolgenden Pfugkoͤrper den Weg um ſo beſſer bahne, ſo ſteht es um ſo viel, wie die Dicke ſeines Ruͤckens betraͤgt, uͤber dieſe gerade Linie der linken Seite hinaus. Die abgeſchnittene Erde wird dann von der ſcharfen Kante des Pfluges leichter aufgefaßt und zur rech⸗ ten Seite geſchoben. Insbeſondere aber wird dadurch dem Pfluge eine mehxere Haltung in den Bo⸗ den gegeben. Wenn die gewoͤhnlichen Pflugmeſſer dieſe Form nicht haben, und ihnen auch dieſe aͤberſtehende Stellung nicht gegeben werden kann, ſo ſucht man den Zweck dadurch zu erreichen, daß man dieſes Meſſer ſchraͤg einkeilt, ſo daß die Schaͤrfe etwas links nach der Landſeite, der Ruͤcken aber rechts nach der Furchenſeite gewendet iſt. Es erhellt aber, daß hierdurch eine weit ſtaͤrkere Friktion hervorge⸗ bracht werden muͤſſe, als wenn das Meſſer jene zweckmaͤßige Form und Richtung hat. Auch bedarf es dann eines weiten Loches im Pflugbaume, in welchem man durch mehrere Keile am Grfffe des Meſ⸗ ſers ihm jene Richtung giebt; welches nicht ohne viele Muͤhe und Aufmerkſamkeit geſchehen kann, und haͤufig nachgeſehen und verbeſſert werden muß, wobei der Fortgang der Arbeit beſtaͤndig geſtoͤrt wird. Gewoͤhnlich kann es nur durch die ſchraͤge Verkeilung gezwungen werden, daß die Spitze und Schneide des Meſſers genugſam nach der linken Seite hinkomme. Denn das Loch, worin deſſen Griff eingekeilt iſt, befindet ſich in der Mitte des Pflugbaums, und folglich wuͤrde ein gerade durchgeſchlage⸗ nes Meſſer zu weit rechts und nicht vor der Spitze des Schaars zu ſtehen kommen, zumal da die Rich⸗ tung des Pflugkoͤrpers auf der linken Seite, wie wir in der Folge hoͤren werden, nicht mit der Rich⸗ tung des Pflugbaums uͤbereinſtimmen darf, ſondern etwas links abweichen muß. Durch die Verkei⸗ lung kann dies nun zwar erreicht werden, dann aber ſteht das Meſſer nicht perpendikulaͤr, ſondern deſſen oberer Theil ſchraͤg rechts, und die Spitze links.(Vergl. Beſchreibung der Ackerwerkz⸗ euge, Heft I, Taf. 1. Fig. VI.) Es macht alſo auch keinen perpendikulaͤren Einſchnitt, ſondern einen ſchraͤgen, und bahnt folglich dem Pflugkoͤrper den Weg nicht ſo genau, als es thun ſollte. Bei einem flachen Pfluͤgen von 3 bis 4 Zoll iſt die dadurch vermehrte Friktion freilich nicht von großer Bedeutung, wird aber ſchon merklich, wenn man uͤber 6 Zoll tief pfluͤget. Daher ſind bei Pfluͤgen, die tief gehen ſollen, die Meſſer, welche ein Knie an ihrem Griffe haben, wie die an dem verbeſſerten Smalſchen Pfluge, ſehr ſchaͤtꝛbar.(Vergl. Beſchreib. der Ackerwerkzeuge, Heft I, Taf. 5. Fig. XIII. u. XIV.) Durch dieſes Knie wird naͤmlich das eigentliche Meſſer, ſo weit als noͤthig iſt, links gebracht, unge⸗ achtet der Griff im Baume perpendikulaͤr eingezapft iſt. Dieſen Meſſern kann dann bei tiefen Pfluͤ⸗ gen, wo ſie einen großen Widerſtand zu uͤberwinden haben, durch eine andere Befeſtigung, mittelſt einer Schraube, eine ſehr große Haltbarkeit gegeben werden, wie dieſes an den neuern Smalſchen Pfluͤgen geſchehen iſt.(Vergl. Beſchreib. der Ackergeraͤthe, Heft 1, Taf. 2. Fig. II. u. III. i. g.) Es wird hierdurch auch dem großen Uebel abgeholfen, daß die Pflugfuͤhrer, um den Pflug mehr im Lande zu halten, ihn nach der Landſeite heruͤberlehnen müſ ſen, indem ſie dadurch bewirken, daß das ſei eingekeite de Etreffen en baſeite tefer: tüit Man hat ümig, oder a baitt zu erlei der Widerſtand Die Vor ſener Spite b ſchräger Kicht waͤrts, und tre duech den Stre erleichert dieſe zenn, die es vie ner ſchraͤgen F perpendikular jontal vor ſich Seite weichen Vortheil, da ten. Der D ſeigende Zu⸗ dieſe ſchraͤge reinen Bode Perpendiku Dad traͤchliche S es breit gent nem Boden, Die N ſahlung ofte gem Voden, Da al Alhoten, ſe ge Richtun der Aufſeh am beſten thut. Die Ane vordere Ka n nürben, gegengeſett djeh und de ltung ud daüa ſchrägen däce en, und we fnda s Neſaii rine dielleict ie di te, wo un t M egment tzai, mit dag, beſeer lahn a linken Ein onn ifgeiritwypn Haltungi n 4 ich dieſe iheriten chen, daß nni icken aber rhn ere Fulkton ſenn g hat. Auc bau le am Gefedet mkeit geſchhenie eit beſtnnd gin daß de Eoun n, zumal dada dt , nicht mi! Därch del⸗ rpend kudr, ee der Ackerehu hnitt, ſondm mn un ſollte. däde en großer don⸗ lugen, detttn rbeſſerrn Snie Fig.Wll 1' inks gebrect, n ann bei tiin 5 Pefeftigung,n en neuern Sne Fig. II 9. lL' 9 den Pfug nes 3 ℳ8 d bewirke, du Die Ackerwerkzeuge. 11 ſchraͤg eingekeilte Meſſer nun perpendikulaͤr einſchneidet; wodurch aber keine rechtwinkliche Furche oder Streifen entſteht, ſondern die Sohle der Erde vom Schaare ſchraͤg weggeſchnitten wird, an der Landſeite tiefer und nach der Furchenſeite flacher, folglich die Ackerkrume keine gleichmaͤßige Tiefe erhaͤlt. Man hat der Schneide des Meſſers mehrere Formen gegeben, ſie entweder gerade oder ſichel⸗ foͤrmig, oder auch mit einem Bauch gemacht. Durch die krummen Schneiden glaubte man den Ein⸗ ſchnitt zu erleichtern. Es wird aber im Gegentheil, da die krumme Linie laͤnger iſt als die gerade, der Widerſtand wohl eher vermehrt, und ein gerades Meſſer ſcheint die beſte Form zu haben. Die Vortheile des ſchraͤgen Schnitts werden dadurch genugſam erreicht, daß das Meſſer mit ſeiner Spitze vorwaͤrts ſteht. Denn es iſt bekannt, daß ein Meſſer immer beſſer ſchneide, wenn es in ſchraͤger Richtung mit der Direktion ſeiner Bewegung gehalten wird. Das Meſſeer ſchneidet nun auf⸗ waͤrts, und trennet auf die Weiſe den Zuſammenhang des Bodens am leichteſten. Es hebt auch da⸗ durch den Streifen ſchon etwas, und erleichtert dem nachfolgenden Schaare das Eindringen. Ferner erleichtert dieſe ſchraͤg nach vorne ſtehende Richtung des Meſſers die Heraushebung der ſtaͤrkern Wur⸗ zeln, die es vielleicht im Boden antrifft, und die es nicht durchſchneiden kann. Es treibt ſie mit ſei⸗ ner ſchraͤgen Flaͤche in die Hoͤhe, ſo daß ſie entweder reißen muͤſſen oder herausgezogen werden. Ein perpendikulaͤr ſtehendes Meſſer wuͤrde die Wurzeln, die es nicht durchſchneiden kann, im Boden hori⸗ zontal vor ſich her treiben, ohne ſie heraus zu heben. Und ſo hebt jenes auch Steine, die nicht zur Seite weichen koͤnnen, aus dem Boden heraus. Endlich hat dieſe ſchraͤge Richtung des Meſſers den Vortheil, daß ſie dem Pfluge eine geringe Tendenz im Boden giebt, ohne die Friktion viel zu vermeh⸗ ren. Der Druck des Bodens auf das Meſſer haͤlt naͤmlich den Vordertheil in der Erde, wenn die auf⸗ ſteigende Zuglinie des Pfluges die Tendenz hat, ihn herauszuziehen. In einem unreinen Boden muß dieſe ſchraͤge Richtung des Meſſers von der Perpendikularlinie ſtaͤrker abweichend ſeyn, als in einem reinen Boden, und man kann dem Meſſer in jenem Falle eine ſolche Richtung geben, daß ſie mit einer Perpendikularlinie einen Winkel von 30 Graden macht. Da das Meſſer oft einen großen Widerſtand zu uͤberwinden hat, ſo iſt es rathſam, ihm eine be⸗ traͤchtliche Staͤrke zu geben, und da man dieſe in der Dicke nicht genugſam anbringen kann, ſo muß es breit genug ſeyn. Eme Breite von 3 Zoll iſt indeſſen mehrentheils zureichend, koͤnnte jedoch in ei⸗ nem Boden, der vielen Widerſtand leiſtet, noch vermehrt werden. Die Meſſer ſind in der Regel verſtahlt. Da ſie eine große Friktion erleiden, ſo muß die Ver⸗ ſtahlung oͤfter erneuert werden, und haͤlt bei fortdauerndem Gebrauche ſelten uͤber ein Jahr, in ſteini⸗ gem Boden oft kein halbes Jahr aus.“ Da auf die Stellung des Meſſers ſo viel ankommt, um den Pflug in der gehoͤrigen Richtung zu erhalten, ſo iſt bei Meſſern von minderer Vollkommenheit, denen nur durch die Verkeilung die gehoͤri⸗ ge Richtung gegeben werden kann, eine vorzuͤgliche Aufmerkſamkeit auf letztern zu verwenden, und der Aufſeher der Arbeit muß daher die Pfluͤge, beſonders in dieſer Hinſicht, oft unterſuchen, welches am beſten geſchehen kann, wenn er ſie ganz herumdreht, und dieſes taͤglich einmal bei allen Pfluͤgen thut. Die darauf verwandte Zeit wird ſich reichlich bezahlen. An einigen Orten fehlt zwar dieſer ſonſt ſo wichtige Theil des Pfluges ganz, und es vertritt die vordere Kante des Pflugkoͤrpers oder die gerade Seite des Schaars ſeine Stelle. Dies ſindet aber nur in muͤrben, reinen und gleichartigen Boden ſtatt, wenn man nur ſehr flach pfluͤget. In Boden ent⸗ gegengeſetzter Art und bei tieferem Pfluͤgen wird ein Pflug ohne Meſſer eine ſehr ſchlechte dem Zug⸗ vieh und dem Fuͤhrer ſchwere Arbeit machen. B 2§. 111. Das Schaar. gen will, und folglich auch nach der hinteren Breite des Pflugkoͤrpers. den ſtatt ſinden, wo das Schaar keiner oͤftern Schaͤrfung und Vorſtahlung bedarf. Die Ackerwerkzeuge. §. fII.. Der zweite wirkende Theil des Pfluges iſt das Schaar, auch Hintereiſ en genannt, wel⸗ ches den Erdſtreifen horizontal von dem Boden abtrennen, an beſſer konſtruirten Pfuͤgen ſchon etwas in die Hoͤhe heben, und in einer ſchraͤgen und zuſammenhaͤngenden Flaͤche dem Streichbrette uͤberlie⸗ fern ſoll. Es beſteht aus zwei Theilen, dem eigentlich einſchneidendem oder der Feder, und demje⸗ nigen, womit es am Pflugkoͤrper befeſtigt wird, dem Griffe oder Hefte.. Die Form des erſtern Theils iſt mannigfaltig, mehrentheils doch aber die eines halben Keils oder rrechtwinklichen Triangels. Die Landſeite ſteht naͤmlich mit dem Meſſer und dem Pflugkoͤrper in einer geraden Linie, und iſt ſumpf. Daß jene Richtung der ſtumpfen Seite wohl beobachtet werde, iſt we⸗ ſentlich noͤthig zum richtigen Gange des Pfluges. Die ſchraͤge Seite oder die Schneide, welche gewoͤhn⸗ licher Weiſe verſtahlt und ſcharf iſt, geht davon in einem Winkel gewoͤhnlich von 45 Graden ab. Zu⸗ weilen macht ſie einen ſpitzeren Winkel, etwa von 35 Graden, um in feſterem Bodem um ſo beſeer ein⸗ dringen zu koͤnnen. Es erhellt aber, daß alsdann das Schaar um ſo laͤnger ſeyn muß, wenn anders die Baſis dieſes rechtwinklichen Triangels gleich breit ſeyn ſoll. Zuweilen iſt dieſer Triangel aus einem Stuͤcke Eiſen, und ganz ausgefuͤllt, zuweilen in der Mit⸗ te leew und nur von drei Seiten umgeben. Das erſtere hat offenbar Vorzuͤge, weil der abgetrennte Streifen ſich dann auf dey ſchraͤgen zuſammenhaͤngenden Flaͤche mit geringerer Friktion emporheben kann. 3 Ddie hintere Breite dieſes Theils richtet ſich nach der Breite der Pflugſtreifen, die man abpfluͤ⸗ Jene muß beinahe eben ſo ſtark ſeyn, wie dieſe, d. h. die rechte Spitze des Schaars muß von der linken Seite deſſelben beinahe denſelben Abſtand haben, welchen das Streichbrett an ſeinem untern, die Sohle der Furche beruͤhren⸗ den Theile von der gegenuͤberſtehenden Landſeite des Pfluges hat. Ich ſage beinahe, denn auf 9 Zoll kann er einen Zoll geringer ſeyn, weil dadurch bewirkt wird, daß das Streichbrett den noch etwas anhaͤngenden Pflugſtreifen beſſer um ſeine Axe herumwendet. Mehr muß die Verſchiedenheit aber nicht betragen, wenn nicht die Friktion ſehr vermehrt und der Gang des Pfluges erſchwert werden ſoll, in⸗ dem der von der Schneide des Schaars nicht abgeloͤſete Theil des Erdſtreifens weit ſchwieriger von dem Streichbrette abgerieben werden muß. Nach den mit Abwaͤgung der erforderlichen Zugkraft gemachten Verſuchen war ein Pflug, mit einem Schaare von 5 Zoll Breite, einen halben Centner im Zuge ſchwerer, als wenn man ihm ein Schaar voen 7 Zoll Breite aufſchob. Man findet jedoch dieſen Fehler des zu ſchmalen Schaars bei den meiſten Pfuͤgen, ſelbſt wenn ſie ueu gemacht ſind, und er vermehrt ſich beim Gebrauche durch die Abſchleifung. Der zweite Theil des Schaars iſt das Heft, oder derjenige Theil, wodurch es an den Pflug⸗ koͤrper befeſtigt wird. Die Form deſſelben und die Befeſtigungsart iſt mannigfaltig. Sehr fehlerhaft iſt es, wenn das Schaar mit Naͤgeln befeſtigt wird, und dies kann nur in ſehr loſem und mildem Bo⸗ Bei andern wird es mit einer Krampe befeſtigt. Unſere beſſer geformten Schaare werden bloß aufgeſchoben, wozu aber allerdings eine ſorgfaͤltigere Bearbeitung des Hotzes und Eiſens erforderlich iſt, um dennoch den Schaar eine ganz feſte Haltung zu geben. Das richtig geformte Schaar ſoll, wie oben geſagt, den Pflugſtreifen nicht bloß abſchneiden, ſondern ihn ſchon in die Hoͤhe heben, und eine ſchrag und ſeitwaͤrts ſich empor hebende ebene Flaͤche mit dem Streichbrette bilden. Die Schneide des Schaars ſelbſt iſt alſo convex, und hebt ſich nach der Landſeite. Das Heft muß dieſe Erhebung nicht unterbrechen, ſondern fortfuͤhren; und zur Verbin⸗ dung mit dem Streichbrette, an welches es ſich dicht und eben anſchließt, dienen.(Vergl. Beſchreib. der Ackergeraͤthe, Heft I., Taf. 2. Fig. II. B.) Dies iſt ein großer und wichtiger Vorzug, den unſe⸗ k Bailt pſchenu nzattien ung. vſton gehobe 36 die Srie durch eine he den In An en neuen At den Pfuug do rig. Dieſe S welche des Ec Eſſenhemmem Wen dafſen, und hefern. Dieſes m nenren pf derſteht ſich, der Ackerger D ſchiedenn! In demſelt ſewohl wie kel zuſamn Meh eijenen Sc des Halzes Eieſ, u hier in der 8 Du D k im od der en denannt, de. ügn ſten erdu treichhant lhant, Reder, u Rnſe tes halben fibahe Pflugkönt ar achtet weg in⸗ eide, weſte 45 Graden h den un ſbſt mus, venn eneh zuweien a. well der thzenane Falktion enpaz en, die man tii muß beinaze tan eite deſelben bng der Furcze hei — 81 ahe, denn ui brett den woh mt ſciedenßeit dhan wert werden l, t ſchwieigerwin rein Pius ut in Hihm ein Echu un ei den meiin Vin. hleifung. 4 tg. Seyrfheit ſenn und uides 4 f. Bai whm geſchoben, n 1 dennoch Nrét- ht bloß dötene zbende te hi nd hebt ſth u 1 n; und zu drr (Vecgl nd Vorzug/ denu der Ackerger., Heft I., Taf. 5. Fig. XV. und XVI.) — Die Ackerwerkzeuge. re Baileyſchen und Smalſchen Pfluͤge haben, und der zur Ueberwindung der Laſt und Verminderung 23 der Friktion ungemein viel beitraͤgt. Bei den gewoͤhnlichen Pfluͤgen findet hier eine Unterbrechung ſtatt: der ſchon gehobene Erdſtreifen ſenkt ſich wieder, und das Streichbrett muß ihn aufs Neue heben. Ich habe doch Bauern gefunden, die dieſes Uebel ſehr wohl fuͤhlten, und deshalb ein Eiſenblech an die Grießſaͤule und das Streichbrett befeſtigten, welches auf den hintern Theil des Schaars ruhete, und da⸗ durch eine große Erleichterung des Pfluges bewirkt zu haben verſicherten. Sie nannten dies: Eine Kap⸗ pe dem Pfluge aufſetzen. In Anſehung der Form unſerer Schaare beziehe ich mich auf meine Beſchreibung der nutzbar⸗ ſten neuen Ackergeraͤthe, Heft I., Taf. 4. Fig. I. II. III. Da das Heft des Schaars ſehr genau auf den Pflug paſſen und an das Streichbrett anſchließen muß, ſo wird es manchen Schmieden ſehr ſchwie⸗ rig. Dieſe Schwierigkeit wird aber gehoben, wenn man eine Schablone von Eiſen machen laͤßt, um 3 welche das Schaareiſen herumgeſchlagen wird. Man laͤßt dann das Eiſen zu den Schaaren auf den Eiſenhammern in erforderlicher Dicke nach folgender Figur ſchmieden. . 0 4 14 Zoll. 8 Bei A iſt die Platte* Zoll dick. „ B ⸗„ 5,:⸗ . 1 6 2⸗ 4 3 ⸗ Wenn es dann um die Schablone herumgeſchlagen worden, wird es dem Pflugkoͤrper genau an⸗ paſſen, und mit moͤglich mindeſter Friktion den Streifen dem Streichbrette zum Herumwenden uͤber⸗ liefern. 4— 3 Ddieſes Schaar wird nun entweder auf das untere Pflugholz, welches man das Pflughaupt zu nennen pflegt, oder aber auf die zu einem Fuße verlaͤngerte Grießſaͤule aufgeſchoben, und es verſteht ſich, daß dieſer Theil nach eben der Schablone ausgearbeitet werden muͤſſe.(Vergl. Beſchr. .§. 112. Das Pflughaupt, Hoͤft oder Heft dient zur Befeſtigung nd Zuſammenhaltung der ver⸗ Das Pflug⸗ ſchiedenen Theile nach unten, und ſtreift auf der Sohle der gemachten Furche an der Landſeite her. In demſelben iſt vorne die Grießſaͤule, und hinten der linke Sterz eingezapft. Es muß unten haupt. ſowohl wie an der Seite zwei ſehr ebene Flaͤchen bilden, die auf der Landſeite in einem rechten Win⸗ kel zuſammenſtoßen. Mehrentheils und bei allen guten Pfluͤgen iſt dieſes Holz unten ſowohl als an der Landſeite mit eiſernen Schienen belegt, wodurch die Friktion um vieles gemindert und die ſonſt ſchnelle Abſchleifung des Holzes verhuͤtet wird. Es giebt Pfluͤge, wo dieſer ganze Theil von geſchmiedetem oder gegoſſenem Eiſen iſt, und die ſich insbeſondere zum Aufbrech en des Graslandes vorzuͤglich paſſen. Man findet ſie hier in der Oderniederung.. Die Laͤnge dieſes Pflughaupts beſtimmt die Laͤnge des Pflugkoͤrpers. Man hat daruͤber geſtrit⸗ ten: ob der laͤngere und, bei gleicher Breite, ſpitzere halbe Keil des Pflugkoͤrpers, oder der kuͤrzere 44 Das Streich⸗ brett. 14 K Die Ackerwerkzeuge. und, bei gleichem hinteren Abſtande, ſtumpfere zweckmaͤßiger zur Ueberwindung des Widerſtandes ſey⸗ Die, welche erſteres behaupten, berufen ſich darauf, daß der ſpitzere Keil leichter eindringe oder— um es in der Sprache der Mechaniker auszudruͤcken— daß man auf der ſchraͤgeren Flaͤche mit minde⸗ rer Kraft einen Koͤrper emporhebe. Allein man verliert hier, wie immer, an der Zeit, was man an der Kraft gewinnet, und ſo kommt es in dem vorliegenden Falle auf eins hinaus. Dagegen erleidet der laͤngere Pflugkoͤrper ohne Zweifel mehr Friktion, und ſein Gang wird erſchwerter. Deshalb waͤ⸗ re es rathſam, den Pflugkoͤrper ſo kurz wie moͤglich zu machen, wenn nicht ein anderer Umſtand in Be⸗ tracht kaͤme, naͤmlich der, daß der laͤngere Pflugkoͤrper an ſeiner geraden linken Seite ſowohl, als an ſeiner Sohle eine feſtere Haltung hat, folglich minder wanket und ausweicht. So hat der Smal⸗ ſche Pflug einen kuͤrzeren Pflugkoͤrper, der Baileyſche einen laͤngern; aber mit darum geht letzte⸗ rer ſtaͤter, und kann ſicherer unerfahrnern und unaufmerkſamern Pfluͤgern anvertrauet werden. §. 113. Das Streichbrett, das Ruͤſterbrett, der Ruͤſter, das Ohr, iſt derjenige Theil, wel⸗ cher den eigentlichen Pflug charakteriſirt und ihn von andern Beackerungsinſtrumenten unterſcheidet. Dieſer Theil ſoll den vom Meſſer und Schaar abgeſchnittenen Streifen aufnehmen, in einen Bogen herumwenden und auf die Seite legen. Der groͤßte Widerſtand ruht alſo auf dieſem Theile, und ob er auf eine mehr oder minder leichte Weiſe uͤberwunden werde, haͤngt von der mehr oder minder zweck⸗ maͤßigen Konſtruktion des Streichbrettes ab. Gewoͤhnlich wird dieſer Theil aus einem duͤnnen Brette verfertigt, welches an der Kante der Grießſaͤule angenagelt iſt, und hinten am Pflughaupte und Sterz durch eine oder zwei Schienen in der gehoͤrigen Diſtanz befeſtigt iſt. mit ſeiner ſchraͤgen ſeitwaͤrts gekehrten Flaͤche die Erde nach der rechten Seite. Allein es wendet ſie nicht vollſtaͤndig um, wenigſtens nicht anders, als wenn der Pflugſtreifen noch einen ziemlich feſten Zuſammenhang in ſich ſelbſt und mit dem Lande hat. Um dieſes Umwenden bewirken zu können, muß der hintere Abſtand des Streichbrettes um die Haͤlfte ſtaͤrker ſeyn, als die Breite des abgeſchnittenen Pflugſtreifens. Es muß alſo mit der linken Seite entweder einen ſtumpfern Winkel bilden, oder es muß ſehr lang ſeyn. In beiden Faͤllen faͤllt die Laſt der Erde, die es wegzuſchieben hat, und die Frik⸗ tion ſehr ſchwer, indem die ganze Maſſe der Erde auf dem Streichbrette ruht, bis ſie das Ende deſſel⸗ ben paſſirt hat. Dieſe auf dem Streichbrette ruhende Erdmaſſe und die Abſtreifung derſelben iſt vor⸗ zuͤglich das, was den Gang des Pfluges erſchwert. S Iſt ein Streichbrett aber ſo konſtruirt, daß es dieſe Maſſe von Erde fruͤher von ſich abwaͤlzt, ſo wird dadurch die Laſt um vieles erleichtert. Und hierin beſteht der große Vorzug der gebogenen Streich⸗ bretter vor den graden, insbeſondere wenn ſie ſich, wie oben geſagt, zu einer ununterbrochenen ebenen Flaͤche mit dem Schaare verbinden. Der Pflugſtreifen wird hier, ſo wie er das Schaar und Streich⸗ brett paſſirt, in die Hoͤhe gehoben, und er wird um ſeine eigene Axe herumgedreht, ſo daß er, wenn dieſe Bewegung etwa nur bis zur Haͤlfte vollendet iſt, kaum weiter auf dem Pfluge ruhet, ſondern ſchon mit ſeinem Schwerpunkte ſich nach der andern Seite hinuͤberneigt, und nur noch eines geringen Anſtoßes von der hintern Spitze des Streichbretts bedarf, um voͤllig, ſo weit er es thun ſoll, herum⸗ zufallen. In Anſehung der genauen Beſtimmung derjenigen Form des Streichbretts, welche jenen Um⸗ ſchwung am beſten und leichteſten bewirkt, iſt man nicht ganz einig. Eine ſehr genaue mathematiſche Berechnung haben wir vom Praͤſidenten der amerikaniſchen Staaten Jeffersſon(Museum d'hi- stoire naturelle, Nr. 4., p. 322), welche dem Streichbrette am Smalſchen Pfluge faſt vollig ent⸗ ſpricht. Eine andre aber hat Bailey in einer beſonderen Schrift gegeben, wodurch er die von ihm eingefuͤhrte als die vorzuͤglichere zu zeigen ſucht. Dieſe Abhandlung iſt von einer Meiſterhand uͤberſetzt, 7 Ein ſolches Brett draͤngt dann ut den tj: aher, dem Sm zur tur noch geine Are in giſte u verrich tingen will. der ganze T pungen ſeinet nuͤget uns ſene dieſer Formen brett hot meyr dann eihen ſchne doch kann in R lan die Forderu dem Geſetze der um und zur Se uden Streicht Beſtmoͤglich wird, eine no Nan he erfordert, un weil ſie ſonſt und wenn de Holz den gre und polirten Pfluͤgung uͤl Durch wendens des die das Scha umzupflügend bewirken, me ſt, zur Seite ſomaliſt. 7 dermehr der Streichbret nicht zur ben einige, Oerfaͤche; mehreren R auf der Kan Wtanig m dan. 18 üche i ninde Ji, has nan 9 Daxagn ecede rter. daäuh d eerer Unſer 1 Sveit e ſove dbar So hati dun t darun zit rauet werde. d derjeigedln menten wnrhe nen, inn ehnn z jeſem Theil, w. r oder midage einem düna de flughaupte uh dn es Brett ding w Allein es veſei einen zenlch ſi irken zu könn n te des 8 ſiteire inkel biden, t den hat, und i ſie di ih de evon ſich rit der gebognänt unterbrochenn de Schaar un dert iht, ſo di n 4 ffluge rihe, r noch eine uen es thun ſl be 8, weice P genaue neßant ſon Clue 4 ſfuge fi fit ilha duccher dem Meiſt dethanhur rat Die Ackerwerkzeuge. 3 unter dem Titel: der beſtmoͤgliche Pflug, Berlin 1805, herausgekommen. Zwiſchen beiden aber, dem Smalſchen und dem Balleyſchen Pfluge, ſind die Meinungen der aufmerkſamern Acker⸗ bauer nur noch getheilt. Das Heraufheben und das allmaͤhlige Herumſchwingen des Pflugſtreifens um ſeine Axe in einer ſchneckenfoͤrmigen Linie ſcheint das Smalſche Streichbrett beſſer noch als das Bai⸗ leyſche zu verrichten. Und es paßt ſich beſſer, ſobald man uͤber 8 Zoll rheinlaͤndiſch die Erde herauf⸗ bringen will. Bei einer mindern Tiefe aber verrichtet das Baileyſche die Arbeit wohl eben ſo gut. Und da der ganze Baileyſche Pflug in ſeiner Konſtruktion mindere Genauigkeit erfordert, oder die Abwei⸗ chungen ſeiner Tendenz leichter zu verhuͤten und zu verbeſſern ſind, als am Smalſchen Pfluge, ſo ge⸗ nuͤget uns jener in den meiſten Faͤllen; um ſo mehr, da er leichter zu fuͤhren iſt. Die Verſchiedenheit dieſer Formen laͤßt ſich nicht anders als durch den Augenſchein verſinnlichen. Das Schmalſche Streich⸗ brett hat mehr Concavitaͤt, hebt die Erde mehr in die Hoͤhe, ehe es ſie zur Seite ſtreicht, giebt ihr aber dann einen ſchnellen Umſchwung. Es iſt hoͤher, aber kuͤrzer, und hat deshalb mindere Friktion. Je⸗ doch kann in Ruͤckſicht auf letztere der Unterſchied nur bei tiefem Pfluͤgen merklich ſeyn. Beide erfuͤl⸗ len die Forderung, daß ſie den Erdſtreifen, von der Spitze des Schaars an, ganz allmaͤhlig und nach dem Geſetze der ſchraͤgen Flaͤche ohne Unterbrechung, zugleich auf⸗ und ſeitwaͤrts, heben, und ſo her⸗ um und zur Seite ſchaffen; dadurch aber die Laſt der Erde weit ſchneller von ſich abwaͤlzen, als die ge⸗ raden Streichbretter. Zum gewoͤhnlichen Gebrauch verdient der Baileyſche Pflug den Namen des Beſtmoͤglichen; obwohl der Smalſche, wenn er vollkommen gut konſtruirt iſt und richtig gefuͤhrt wird, eine noch vorzuͤglichere Arbeit macht. Man hat dieſe gewundenen Streichbretter auch von Holz. Es wird dann aber ein ſtarker Klotz erfordert, um ſie gehoͤrig herauszuarbeiten, und ſie muͤſſen dann mit Eiſenblech beſchlagen werden, weil ſie ſonſt ſogleich rauh werden. Ein gegoſſenes eiſernes Streichbrett iſt immer weit wohlfeiler, und wenn das Eiſen nur nicht zu ſproͤde iſt, um vieles haltbarer. Ueberdem hat das Eiſen gegen das Holz den großen Vorzug, daß es mindere Friktion giebt, und daß an ſeiner durch die Arbeit glatten und polirten Oberflaͤche die Erde nicht anhaͤngt, wenn ſie anders nicht in einem gar zu feuchten, zur Pfluͤgung uͤberhaupt nicht paßlichen Zuſtande iſt. Durch die gewoͤhnlichen gerade aufſtehenden hoͤlzernen Streichbretter wird der Zweck des Um⸗ wendens des Erdbodens in den meiſten Fallen ſehr unvollkommen erreicht, und nur ein Theil der Erde, die das Schaar von unten heraufgeholt hat, uͤber die andere heruͤbergeſtrichen; es ſey denn, daß der umzupfluͤgende Streifen aus einer zuſammenhaͤngenden Grasnarbe beſtehe. Um das Herumlegen zu bewirken, muß der hintere Abſtand des Streichbrettes weit ſtaͤrker ſeyn, die Erde mehr, als noͤthig iſt, zur Seite ſchieben, und eine breite Furche machen, wenn gleich der abgeſchnittene Streifen nur ſchmal iſt. Die Furche iſt oft noch einmal ſo breit als der Streifen. Dieſes ſtarke zur Seite ſchieben vermehrt den erforderlichen Kraftaufwand betraͤchtlich, indem die Erde um ſo viel laͤnger auf dem Streichbrette ruht. Von jenen Pfluͤgen mit gebogenen Streichbrettern wird die Erde eigentlich gar nicht zur Seite geſchoben, ſondern nur um die aͤußere Kante des Balkens herumgewandt. Es glau⸗ ben einige, daß das gerade aufſtehende Streichbrett die Erde beſſer herumlege, indem wirklich die Oberflaͤche mehr horizontal und eben wird. Denn in der breiteren Furche hat der ſchmalere Streifen mehreren Raum herumzufallen. Durch unſere Pfluͤge wird der Erdſtreifen aber ſo gelegt, daß einer auf der Kante des andern ruht, und daß ſie ungefaͤhr in dieſer Geſtalt zu liegen kommen. 16 Die Ackerwerkzeuge. Dies iſt gerade die zweckmaͤßigſte Lage, indem durch die Hobhlung, welche zwiſchem den Erd⸗ ſtreifen entſteht, die Lockerung des Bodens ſehr befoͤrdert und die tnit dewiſrwauen enaeſchloſen und in genauerer Beruͤhrung auch mit der untern Erde erhalten wird. Dieſ B ſcerdane rvaß⸗ ren auch die niedergeſenkte Feuchtigkeit auf, die dann bei eintretender Waͤrme in Duuſe 6 elt, den Erdboden um ſo mehr lockern muß. Der gelockerte Boden ſenkt ſich duneerie a m 3 ig, un füll dieſe Zwiſchenraͤume aus. Die zackige Oberflaͤche aber bietet der atmoſphariſ 5 nit. 4 ange ſie rauh liegt, weit mehrere Beruͤhrungspunkte dar, beguͤnſtigt dann aber die Linwirfun de— 8 mehr, als eine ebene Flaͤche; ſo daß nicht nur die Erde zerlruͤmelt- ſondern au 1 de hurh beſi 1 chen Wurzeln herausgeriſſen werden koͤnnen. In jedem Boden alſo, Den man- du. as ügen mehrere Lockerung und Zertheilung geben will. hat dieſe Lage der Hurchen große Wrlüs dor er doͤl⸗ lig platten, und nur im loſen Sandboden koͤnnte ſie nachtheilig werden. Wer ſe a er blüge hat, braucht ſich um die Form des Pfluges gar nicht zu bekummern, und kann I ich ſi her der en ſchlechteſten landuͤblichen Pfluͤgen ſeiner Gegend bleiben. Schaden wuͤrde ndeien auch zibs Pfiug nicht thun, weil der ſandige Boden bald zuſammenfallen und die Hoͤhlungen ausfuͤllen 8 e. dir Endlich findet man auch Streichbretter, die conver oder bauchigt ſind⸗ von Holz un von ſſen, z. B. in den Rheingegenden. Sie werfen in der That die Erde ſchnell ab„ und dehen leiche Aber den Zweck der Umwendung erfuͤllen ſie nur ſchlecht, wenn ſie anders nicht ſehr lang ſin„ wo unch ie Friktion wieder um ſo viel vermehrt wird. 3 . 114. 1 3 Dorzeni dodurch der untere Theil des Pfluges mit dem Baume oder Grindel verbunden Die Briedſäule dird Darhenfe d vurdeim Thei des nhenne Pflugkaſtens ausmacht, heißt die Griesſ aule. Sie iſ gewoͤhnlich von Holz, und nur an dem Smalſchen Pfluge von Eiſen. An allen beiii fide iſt ſie ſo geſtellt, daß ſie auf dem untern Theile des Pfluges nicht perpendikulaͤr, ſondenn 8 Ueuwaets oder mit ihrem obern Theile hinterwaͤrts in einem Winkel von etwa do his 85 u 8 8 Durch dieſe ſchraͤge Richtung wird dieſer Theil, der dem Meſſer folgt, den beträchtlichen da 84 . der auf ihn wirkt, beſſer uͤberwinden und haltbarer dagegen ſeyn. Wenn daß Streichbnect dic ſine voordere Kante ausmacht, ſo giebt man ihm dieſe ſcharfe Kante auf eine andere Weiſe, durch 4. ſetzung einer ſcharfen eiſernen Schiene, oder wie beim Smalſchen Pfluge⸗ durch den herrorntten 3 Anſatz des die linke Seite des Pfluges ſchließenden Eiſens. Geſchr. der Ackergeräthe,—. 2 4 Fig. Il. e.) Man findet auch Pfluͤge, wo das Meſſer unmittelbar auf felbigem ruht, un ieh her 4 fe Kante ausmacht;(daſelbſt, Taf. 6. Fig. I. und II. a), wobei denn aber der Vortheil der 3 b 1 gerung der linken Seite, ohne Vermehrung der Friktion, wegfaͤllt. So unbezweifelt zunüih di 5 1 ſchriebene Richtung dieſer Griesſaͤule iſt, ſo findet man doch zuweilen Pfͤge, wo ſie gera 3 je 8 1. gegengeſetzte hat, und ſich nach vorwaͤrts uͤberlehnt. Man braucht dieſe Stellung nur anzuſehen, ihre mindere Haltbarkeit und Unzweckmaͤßigkeit zu fuͤhlen. S. I15.„ b Gri iſt derjenige Theil, mittelſt welchem der Koͤrper des er Pflugdaum oder der Grindel iſt derjenige heil, er des De Bahahe Pg wie fortgezogen wird, da es unmoͤglich iſt, die Zugkraft unmittelbar an dem Pflug⸗ drper anzubringen. G 4. kdehet er Hänabaumiſ vorn, mittelſt der Griesſaͤule, und hinten, mehrentheils mittelſt der lin⸗ ken Sterze, mit dem Pflugkoͤrper verbunden. Dieſe Verbindung muß in derjenigen Richtung gemacht / 1 in derjeni iefe, wori inmgl eingeſetzt wor ergehe. Erde in derjenigen Tiefe, worin er einmgl eingeſetz worden, hergehe Sr⸗ werden, daß, wenn der Zug an dem beſtimmten Punkte angebracht wird, der Pflug horizontal in der 1— — Steht der rnn ſrke de ftran niedri gon heraus, ſoni der Obe ſn. Es kann uf der Lichte jie Verandern eine andete R ner Tendenzin wit ſeiner Sch den Räderyfü und auch das pfegen aber di und dem Scha ven der Pflug Mlug nicht ge Gewalt auf d daß der Bauk pfluge bemer fuhlt man ſi Die A er iſt, oder der Pflug, einen ſo die und je laͤn Baum als! ker ausgeſet die Kraft des durch keine näglic iſ. draucht, und auf dem Geſ wedden. 9 Er hat un Zugkette b Dcer weicht etw Väre die baums zugt umer aus wenn ſe zu baum ganz. liien in da deher, we Diittet T wiſchen din d da dzen eiggeihlnn cho ſchenraune henge Dunſt opt Dunſt bervand freilch ſc ſſen auch uſn füllen viie Holz undwnen gehen lecht. ie ing ſind, vaͤuz der Gendeltetre ißt de Griesſtn alen beſen din , ſonden ſtuünn bis 85 Grdot achtlchen Wdeie Streichbret ſidſe Geiſe, durh d⸗ h den hervernn raäthe, Hil kicb ruht, und äch 1 4 Vorthel drdi weifelt nüßit n wo ſie gen Rw g nur anuſhe ichen de lin 3 N ttelber und theils nittei d igin Richnunl. Plug ferieuiin 1 „5 e Die Ackerwerkzeuge. 37 Steht der Baum vorne zu hoch,— oder iſt die Griesſaͤule zu lang,— ſo bekommt das Schaar eine zu ſtarke Tendenz in den Boden, der Pflug geht, wie ſich der Bauer ausdruͤckt, auf der Naſe; ſteht er zu niedrig,— oder iſt die Griesſaͤule zu kurz,— ſo geht die Tendenz des Schaars aus dem Boden heraus, und man ſagt, der Pflug gehe auf dem Hacken. Er muß aber horizontal, oder eigent⸗ lich mit der Oberflaͤche der Erde, vorn und hinten in der Tiefe, wo er eingeſetzt worden, parallel ge⸗ hen. Es kann dieſes zwar bei dem Raͤderpfluge durch die hoͤhere oder niedrige Lage des Pflugbaums auf der Lichte oder durch deſſen Verkuͤrzung oder Verlaͤngerung, bei dem raͤderloſen Pfluge durch die Veraͤnderung des Punktes, wo die Zuglinie an der Spitze der Pflugbaums befeſtigt iſt, oder durch eine andere Richtung dieſer Zuglinie gehoben werden. Allein die Hebung des Baums wirkt dann ſei⸗ ner Tendenz im Erdboden entgegen, und das Schaar macht keinen horizontalen Schnitt, ſondern kratzt mit ſeiner Schaͤrfe, und die Laſt wird dadurch dem Zugviehe ungemein erſchwert. Deshalb pflegt bei den Raͤderpfluͤgen die Griesſaͤule in dem Pflugbaum nicht feſt eingezapft, ſondern nur verkeilt zu ſeyn, und auch das hintere Ende hat Beweglichkeit an dem Sterz, um den Pflug umkeilen zu koͤnnen. Hier pflegen aber die Pflugfuͤhrer zur groͤßten Laſt des Zugviehs leicht eine falſche Verkeilung vorzunehmen, und dem Schaar eine zu ſtarke Tendenz in dem Boden zu geben, weil ſie alsdann ſicher ſind, daß ih⸗ nen der Pflug nicht aus dem Lande herausſpringe. Zu tief ins Land kann ihnen deſſen ungeachtet der Pflug nicht gehen, weil der Baum vorn auf dem Pfluggeſtelle ruht. Er druͤckt dann aber mit großer Gewalt auf dieſes Pfluggeſtell, und erſchwert die Laſt dadurch noch mehr. Dies kann ſo weit gehen, daß der Baum da, wo die Zugkette angebracht iſt, in ſchwerem Boden brechen muß. Beim Naͤder⸗ pfluge bemerkt man dieſe folſche Stellung des Pflugbaums nicht ſo leicht; beim raͤderloſen Pfluge fuͤhlt man ſie ſogleich, und es wird dem Fuͤhrer hoͤchſt beſchwerlich, ihr entgegen zu wirken. Die Laͤnge des Baums iſt ſowohl bei dem Raͤder⸗ als raͤderloſen Pfluge verſchieden. Je laͤnger er iſt, oder je entfernter der eigentliche Zeitpunkt von dem Koͤrper des Pfluges, um deſto ſtaͤter geht der Pflug, weil naͤmlich bei einer ſehr kleinen Verruͤckung des Schaars die Spitze des Baums ſchon einen ſo viel groͤßern Bogen machen muͤßte. Allein durch ſeine Laͤnge wird auch der Baum ſchwaͤcher, und je laͤnger er iſt, um deſto ſtaͤrker muß er ſeyn. Der Baileyſche Pflug hat einen viel laͤngern Baum als der Smalſche. Dies iſt eine zweite Urſache, warum der letztere der Ausweichung weit ſtaͤr⸗ ker ausgeſetzt iſt, und er muß auch deshalb in ſeinen Verhaͤltniſſen ſo ſehr genau conſtruirt ſeyn, weil die Kraft des Zuges um ſo weniger einen Fehler der Direktion verbeſſern kann. Es wird aber auch durch keine Gewalt der Baum an dieſem Pfluge brechen koͤnnen, wie es doch wohl beim Bailayſchen moͤglich iſt. Beim Naͤderpfluge iſt der Pflugbaum gewoͤhnlich laͤnger, als man ihn in der Regel ge⸗ braucht, und er ſteht uͤber das Vordergeſtell noch betraͤchtlich hinaus. Der Punkt, womit der Baum auf dem Geſtelle liegt, kann nach Willkuͤhr vom Pflugkoͤrper mehr entfernt oder ihm naͤher gebracht werden. Im letztern Falle wird dadurch die Spitze des Pfluges gehoben, im erſtern mehr geſenkt. Er hat naͤmlich verſchiedene Loͤcher, wo mittelſt eines eingeſteckten Pflocks oder Nagels der Ring der Zugkette befeſtigt wird. Der Pflugbaum hat ſeitwaͤrts nicht dieſelbe Richtung, wie der Pflugkoͤrper, ſondern weicht etwas weniges rechts aus. Die Direktion des Pfluges faͤllt zwiſchen dieſen beiden Linien. Waͤre die gerade Seite des Pfluges ſo gerichtet, daß ihre fortgeſetzte Linie auf die Spitze des Pflug⸗ baums zuginge, ſo wuͤrde das Schaar nicht in der Richtung der abzuſchneidenden Furche fort, ſondern immer aus dem Lande herausgehen. Wenn dieſe Abweichung nicht richtig getroffen wird, ſo kann es, wenn ſie zu geringe iſt, bei dem Naͤderpfluge freilich dadurch gezwungen werden, daß man den Pflug⸗ baum ganz an die linke Seite des Geſtelles hinlegt, bei dem raͤderloſen Pfluge, indem man die Zug⸗ linien in das außerſte Loch der rechten Seite des Stellungsbuͤgels befeſtigt. Es iſt aber immer ein Fehler, welcher dann die Steulung des Pfluges etwa zu breitern Furchen unmoͤglich macht. Da der Dritter Theil. E .. Die Ackerwerkzeuge. Pflugbaum an ſeinem vordern Theile mehr weggearbeitet wird ,ſo thut man dies deshalb auf der lin⸗ ken Seite, und laͤßt die rechte Seite ganz gerade, wodurch man jene Abweichung genugſam erreicht. (Bergl. Beſchr. der Ackergeraͤthe, Heft I., Taf. 3. Fig. I. die Linie X y) “§. 116. Die Sterzen. Die Sterzen oder Stuͤrzen werden diejenigen Handhaben genannt, mit welchen der Pflugfuͤhrer den Pflug einſetzt, und eine Abweichung deſſelben verbeſſert. Fuͤhren ſoll er ihn eigent⸗ 2 trifft, und auf dieſen oder jenen Theil einen veraͤnderten Druck erleidet, ſo wird ſeine Tendenz verruͤckt, und dieſe augenblicklich wieder herzuſtellen, iſt das Geſchaͤft des Pfluͤgers, weswegen er zwar die Hand nie von der Sterze ablaſſen, aber auch unnoͤthiger Weiſe durchaus keinen Druck oder Gewalt anwen⸗ den darf. Entſtehende Abweichungen muß er mit der auf der Sterze liegenden Hand zu fuͤhlen ſo ge⸗ wohnt ſeyn, daß er unmittelbar einen Gegendruck dagegen aͤußert. Die Pfluͤge haben ein oder zwei Sterzen. Eine, und zwar die auf der linken Seite iſt eigentlich nur noͤthig, und die meiſten ziehen die einfache Sterze bei dem Raͤderpfluge vor, damit der Pflugfuͤh⸗ rer ſich mit der rechten Hand den Raͤutel oder dasjenige Inſtrument, womit er den Pflug von der vorgeſetzten Erde und Wurzeln reinigt, beſtaͤndig zu gebrauchen gewoͤhne. Doppelte Sterzen, ſagt man, machen die Pflugknechte faul, und verleiten ſie, ſich auf den Pflug zu lehnen, wodurch dann freilich die Laſt um ein betraͤchtliches vermehrt wird. Wenn bei dem Pfluge ein Druck nach der rechten Seite noͤthig iſt, ſo koͤnne dieſer mit dem aufgeſetzten Raͤutel eben ſolgut gegeben werden. Indeſſen iſt es doch nicht zu leugnen, daß die zweite Sterze auf der rechten Seite zuweilen einigen Nutzen habe, beſonders das Einſetzen des Pfluges erleichtere, zur ſchnellen Ueberwindung eines Widerſtandes bei⸗ trage, und durch eine etwas ſteife Haltung des rechten Arms dem Drucke der Erde auf das Streich⸗ brett entgegenwirke, welcher den Pflug leicht auf die linke Seite uͤberbiegt, wodurch eine ſchraͤge Furchenſohle entſteht. — lich nicht damit, ſondern der Pflug muß, wenn er richtig konſtruirt iſt, ganz von ſeibſt in der ihm einmal gegebenen Richtung fortgehen. Nuͤr wenn der Pflug einen ungewoͤhnlichen Widerſtand an⸗ „ Bei den gewoͤhnlichen Raͤderpfluͤgen ſind dieſe Theile ganz hinten, nahe am Hacken des Pfluges angebracht, um auf demſelben einen perpendikulaͤren Druck aͤußern zu koͤnnen, wenn der Pflug tiefer eingehen ſoll. Dieſer Druck kann aber auf feſtem Boden nichts wirken, und muß vielmehr nur die Spitze in die Hoͤhe heben. Bei den engliſchen raͤderloſen Pfluͤgen ſind die Stuͤrzen ganz nach vorn zu, und an dem Punkte, wo der Widerſtand am ſtaͤrkſten auf den Pflug wirkt, eingefugt und nun nach hinten ſo verlaͤngert, daß ſie als ein ſtarker Hebel wirken, und der Pflugfuͤhrer mit geringer Kraftan⸗ Beei dieſer Einrichtung aber iſt der Pflug gegen jeden Druck auf die Sterze hoͤchſt empfindlich, und die einzige Schwierigkeit bei der Fuͤhrung dieſes Pfluges beſteht darin, daß der Pflugfuͤhrer ſich alles Druckes und jeder Anſtrengung der Hand entwoͤhne, weswegen immer diejenigen, die mit einem andern Pfluge noch nie gepfluͤgt haben, ſogleich damit pfluͤgen lernen; alte Pfiuͤger aber in den erſten Stunden leicht in den Fehler des Aufdruͤckens verfallen. Sobald man ſich an den Gebrauch dieſer Sterzen etwas gewoͤhnt hat, und in der Uebung iſt, den Pflug hinten etwas zu heben, wenn er aus es bergauf oder abgehet, oder ein ungewoͤhnlicher Widerſtand in den Weg kommt, der Fall ſeyn kann— iſt die Fuͤhrung ſo ſehr leicht, daß man einen Jungen von 12 Jahren dazu gebrauchen kann. Die Umwendung, die manche bei dem raͤderloſen Pfluge fuͤr ſchwierig halten, kann bei keinem leichter ſeyn. Man legt ihn auf die rechte Seite, und laßt ihn vom Zugvieh herumſchleppen, richtet ihn an ſtrengung dem Widerſtande entgegenarbeiten kann.(Bergl. Beſchreib. der Ackerger., Heftl., Taf. 3.) dem Lande gehen, und etwas niederzudruͤcken, wenn er zu tief eindringen will,— welches nur wenn d eirle mit d gen öan fo⸗ der Pflug zuchen. Die nie ganz verſ Bei erſt bewirkt werden womit er auf! ſeeckelöcher ang wie es oftmals welche gehoben hracht wird. fähis je nach auch der Pflug uſchmalerne Seite gelegt, fetten Lande anderung an des ſogenan der Mittelpt werden kan⸗ nauern Beſ in meiner? derpfluͤgen, ſen, und de und auf das cckeit und Pfuges ſoo fnnden, daß Rn beſtimm An de wickt wedde Beſchtetu Pfluge de Pfluge mi duf. 7. 5 In punkt an d zu beingen. viſen, wie der String do der Zug tie geht d dshab duf de genugſan ag „ mit wachen ſe en ſil ti in⸗ . 112 gen er wadin oder Genat er Dand ufian ten Seit iteänih damit derpiyi⸗ er den piug mn oppelte Stern,in ehnen, woduie Druck nach weute werden. Jagſai deinigen Augan e nes Widerſndee krde auf das önd wodurch eite i m Hacken doi wenn der Niu muß dielmeſeme en gan nactn ngefugt und mnag nit geringe duir ger., Heil, N ze hchſ rnhid jder Thunttrſ enigen, de mti ger aberin 1 tit den Gebrautäi heben, vem au — welches ur ummt, dr pui azu gebrudh m 41 6 1 en nn bei keinem ſach ppen, ricttt Die Ackerwerkzeuge. 179 der Stelle mit dem Sterzen wieder auf, hebt ihn bei dem Einſetzen ſehr wenig und laͤßt ihn dann ſeinen Gang fortgehen. §. I17. Der Pflug muß geſtellt werden koͤnnen zu breitern oder ſchmalern, und zu tieferen oder flacheren Steuung des Furchen. Dieſe Stellung geſchieht an der Spitze des Baums. Sie wird bei dem Raͤderpfluge auf Pfluges⸗ eine ganz verſchiedene Weiſe, wie bei dem raͤderloſen bewirkt. Bei erſterm kann die Erhoͤhung oder Vertiefung des Pfluges, wie oben geſagt, ſchon dadurch bewirkt werden, daß der Pflugbaum verkuͤrzet oder verlaͤngert wird, d. h. in Hinſicht des Punkts, womit er auf dem Vorgeſtelle ruht, und zu dem Ende ſind in dieſem Baume die verſchiedenen Vor⸗ ſteckelöcher angebracht. Da dieſe Stellung aber bloß hierdurch nicht ſo genau getroffen werden kann, wie es oftmals noͤthig iſt, ſo liegt auf dem Rumpfe des Pfluges mehrentheils eine ſogenannte Lichte, welche gehoben werden kann, und wodurch der Ruhepunkt des Pfluges herauf oder herunter ge⸗ bracht wird. Sie iſt auf mannigfaltige Weiſe eingerichtet, und feinerer oder groͤberer Bewegungen faͤhig, je nachdem der Raͤderpflug uͤberhaupt mehr oder minder verfeinert iſt. Auf dieſer Lichte kann auch der Pflug bei manchen Einrichtungen ſeitwaͤrts mehr ins Land oder mehr aus dem Lande heraus, zu ſchmalern oder breitern Furchen geſtellt werden. Wird naͤmlich der Pflugbaum mehr auf die rechte Seite gelegt, ſo bekommt das Schaar ſeine Tendenz nach der Furche; wird er links gelegt, nach dem feſten Lande hin. Jedoch muß, um breitere oder ſchmalere Furchen zu machen, zugleich eine Ver⸗ aͤnderung an dem Zugpunkte des Vorgeſtelles vorgenommen werden, und dies geſchieht vermittelſt des ſogenannten Gezuͤngs oder der Leyer, indem durch die damit vorzunehmende Veraͤnderung der Mittelpunkt des Zuges und des Vorgeſtelles nach der rechten oder linken Seite mehr hingebracht werden kann. Die Vorrichtungen dazu ſind mannigfaltig, aber ſo unbedeutend, daß ſie keiner ge⸗ nauern Beſchreibung werth ſind. Die einfachſte iſt ohne Zweifel die beſte, und dieſe findet ſich an den in meiner Ausgabe des Dickſon Tafel 1. abgebildeten Norfolkſchen Pfluge, welcher unter den Raͤ⸗ derpfluͤgen, die mir bekannt ſind, uͤberhaupt wohl der vollkommenſte iſt. Die Leyer iſt hier von Ei⸗ ſen, und dadurch freilich etwas koſtbarer. Wenn man aber auf ihre Haltbarkeit Ruͤckſicht nimmt, und auf das leichte Einhaͤngen der Waage in einen oder den andern Zahn, und dagegen die Zerbrech⸗ lichkeit und das weitlaͤuftige Umkeilen der meiſten andern Vorrichtungen, wodurch der Rumpf des Pfluges ſo oft geſpalten wird, und wobei man die Stellung doch ſelten recht genau trifft, ſo wird man finden, daß jene ſehr erſparend ſey.(Dieſer Pflug iſt uͤbrigens nur zu ſehr flachen dreizolligen Pfluͤ⸗ gen beſtimmt.) An den raͤderloſen Pfluͤgen giebt es zwei Arten von Stellungen, welche durch eiſerne Buͤgel be⸗ wirkt werden. Ich muß mich hierbei, ſo wie uͤberhaupt bei der ganzen Lehre vom Pfluge, auf meine Beſchreibungen der nutzbarſten Ackerwerkzeuge, erſtes Heft, beziehen, wo man an dem Smalſchen Pfluge den Buͤgel mit der Kette, Tafel 1. Fig. IV. und Taf. 4. Fig. VIII. IX. X., an dem kleinen Pfluge mit beweglichem Streichbrette den Stellungsapparat, der fuͤr leichtere Pfluͤge zulaͤnglich iſt, Taf. 7. Fig. III. u. V., abgebildet und beſchrieben findet. In Anſehung der Tiefe, worin der Pflug gehen ſoll, kommt es naͤmlich darauf an, den Zug⸗ punkt an der Spitze des Pfluges zu erhoͤhen oder zu erniedrigen, mehr vorwaͤrts oder mehr ruͤckwaͤrts zu bringen. Jedoch kommt dabei die Laͤnge der Zugſtraͤnge ebenfalls in Betracht. Um vorher zu wiſſen, wie tief der Pflug bei einer gegebenen Hoͤhe des Zugpunkts an den Zugthieren und der Laͤnge der Straͤnge in den Boden eingehen wird, verlaͤngere man die Linie von jenem Punkte zu dem Punkte, wo der Zug an dem Pflugbaume befeſtigt iſt, bis auf den Pflugkoͤrper. Wo dieſe Linie hinfaͤllt, ſo tief geht der Pflug ein. Je weiter der Befeſtigungspunkt heruntergebracht wird, deſto naͤher faͤllt 2 — 20 Die Ackerwerkzeuge. dieſe Linie auf die Spitze des Schaars; je hoͤher er heraufkommt, deſto hoͤher auf dem Pflugkoͤrper. Es iſt aber bei dem Gebrauche des raͤderloſen Pfluges zureichend, wenn man nur weiß, daß man durch das Herunterbringen des Befeſtigungspunktes ein flacheres, durch das Heraufbringen ein tiefe⸗ res Eindringen des Pfluges bewirkt. Daß man dieſes Herauf⸗ und Herunterbringen bei beiden Stel⸗ lungsarten auf eine ſehr leichte Weiſe bewirken koͤnne, wird der Augenſchein einem jeden, der einen ſolchen Pflug vor Augen hat, ſogleich lehren, und ich halte folglich eine genauere Beſchreibung dieſer Stellungsart fuͤr uͤberfluͤſſig. So wird denn auch vermittelſt deſſelben Stellungsbuͤgels dem Pfluge die Richtung mehr in und aus dem Lande und zu breitern oder ſchmalern Furchen gegeben, je nachdem man zu erſtern die Waage mehr rechts, zu letztern mehr links in die verſchiedenen Loͤcher befeſtigt. §. I19. 4 Vorgecet. 8 So gebräͤuchlich das Vorgeſtell und die Raͤder an den Pfluͤgen geworden innd, indem man Das Vorgenee ſich in manchen Gegenden Deutſchlands kaum eine Vorſtellung von einem räderloſen Pfluge machen deren Vortheil kann, ſo ſind ſie doch wohl im Allgemeinen, vielleicht mit wenigen beſondern Ausnahmen, ein ganz der Rachtheil. uͤberfluͤſſiger und erſchwereuder Zuſatz, den man nach einer falſchen Anſicht erſonnen und vermuthlih wegen des kuͤnſtlichen Anſcheins ſo allgemein eingefuͤhrt hat. Zur Erleichterung der Laſt koͤnnen die Raͤder durchaus nichts beitragen. Denn es ruht nicht einmal die Spitze des Pflugbaums auf dem Geſtelle. Dieſer ſteht gerade, wenn der Pflug gehoͤrig , gerichtet iſt. Nur wenn bei einer falſchen Tendenz des Pfluges das Niederſinken des Pflu gbaums und der Druck deſſelben auf das Vorgeſtell unnuͤtz vermehrt wird, ſo hat dieſes eine ſtarke Laſt zu tragen. Und dieſe wird um ſo mehr dadurch erſchwert, daß die Richtung der Zuglinie dreimal unterbrochen und abgeaͤndert wird; erſtlich vom Zugpunkte des Thieres auf das Vorgeſtell herunter, von dieſem wieder herauf zum Pflugbaume, wo er durch die Zugkette befeſtigt iſt, und von hier wieder herab auf das Schaar wirken muß. Wenn die Naͤder, in dem Falle, wo der Pflugbaum mitteelſt der Zug⸗ kette ſtark auf das Vorgeſtell gedruͤckt wird, die Laſt erleichtern, und dieſe freilich noch ſchwerer fal⸗ len wuͤrde, wenn das Vorgeſtell ein bloßer Klotz waͤre, ſo ſind ſie ſammt dem Vorgeſtelle es doch ſabſt was dieſe Laſt verurſacht, indem dieſe gar nicht vorhanden iſt, wenn keine Raͤder da ſind. Aber man findet noch haͤufig die Meinung, daß die Raͤder den Gang des Pfluges ſtaͤter und ge⸗ rader erhielten, den Widerſtaͤnden, die ihn aus ſeiner Richtung braͤchten, kraͤftiger entgegenwirkten, und die Fuͤhrung deſſelben erleichtern. Sie koͤnnen jenes allein dadurch thun, daß ſie eine groͤßere Läͤnge des Baums verſtatten, welcher als ein laͤngerer Hebel die Abweichung des Pflugſchaars leichter verhindert. Allein der Widerſtand, der den Pflug aus ſeiner Tendenz bringt, iſt entweder ſo, daß er durch den Pflug uͤberwunden werden kann, oder nicht. Im erſtern Falle wird er auch durch den raͤ⸗ derloſen Pflug uͤberwunden werden, und in ſofern dieſer wegen eines kuͤrzern Baums leichter zur Seite wiche, ſo kann dieſe Abweichung durch die große Kraft, welche der Pflugfuͤhrer auf einen gut kon⸗ ſtruirten Schwingpflug, den er weit mehr als den Raͤderpflug in ſeiner Gewalt hat, weit angemeſſe⸗ ner ausgeglichen oder unmittelbar verbeſſert werden. Im zweiten Falle wird dem Zerbrechen des Pfluges bei kraftvollem Zugvieh dadurch ausgewichen, daß er zur Seite ſpringt. Hat der Pflugfuͤh⸗ rer ſich einige Uebung damit erworben, ſo wird er es im Gefuͤhl haben, ob der Widerſtand oder ſein Pflug ſtaͤrker ſey, und in beiden Faͤllen ſich helfen: den Pflug dagegen anſtemmen, oder ſeine Aus⸗ weichung durch einen gelinden Druck noch befoͤrdern. Ich habe vormals ſelbſt geglaubt, daß fuͤr ei⸗ nen rauhen, ſteinigen, mit Wurzeln durchwachſenen Boden bei dem erſten Aufbruche und der Ürbar⸗ machung eines wilden Grundes ein großer Raͤderpflug zweckmaͤßiger ſey, aber die Erfahrung hat mich vom Sehenrheii belehrt, indem ich durch den raͤderloſen Smalſchen oder Vaſlepſchen Pflug neue Auf⸗ wüche bon ganz lKnt einem ſ ungebroche rattus gehalt s ach Smal Wenn de güät, ene m der Päugfüͤhe ihn wit einem Hebung dere auf einer eben ſe goße Voden ins Aug Siefe. Wenn kbeper, folgli fäche her. ſcch das Scha durchaus nich deutlicher wi einem Raͤder kaum ein, 1 aufmerkſam vermeiden, Jede gewerden i beym Einſe der Grießſat mit einem er tenne eindrin durchbrechen keit des Bod Die g Ren. Verm Reparodin Bei abgerunden wohl keine manche ihn De? und de Are gebt leztere bechter weg ſcen der g uf dem Nhunkön. ur weß, di mn raufdringen in ti gen ha daden e em ſede der emn . 1 . Beſtudug di 8 Sichtung ug 1 erſ auy arden ſid, uet erloſen piugean Ausnahmen, a d onnen und dernriſ Denn t uſtit enn der pfuy giti des Pfusbeunea e ſtarke lat gedmn e dreimal unredon⸗ herunter, vondi von hier wi ſen daum mitteſta eilich noch ſhnen orgeſtele Kdhit er da ſind. Pfuuges ſänm ftiger enneemte „ daß ſie tneg ·s Pugſcaadti iſt enwwederſ nt der auch duh mi aums lechte rot grer aufenngi hat, wät agi N t. Han de uni, Die Ackerwerkzeuge. 21 druͤche von ganz mit Baumwurzeln durchwachſenen Boden mit ungleich geringerer Kraft gemacht habe, als mit einem ſtarken Naͤderpfluge moͤglich geweſen waͤre. Ich habe mit zwei Pferden Boden dieſer Art umgebrochen, auf welchen man einen Raͤderpflug mit weniger als ſechs Pferden zu beſpannen fruchtlos gehalten haͤtte, wozu dann freilich die beſſere Konſtruktion des Pflugkoͤrpers und die Staͤrke des nach Smalſcher Art befeſtigten Meſſers beitrug. Wenn der raͤderloſe Pflug durch die minder feſte Haltung, welche ihm die Spitze des Baums giebt, eine minder feſte Richtung hat, ſo wird dies bei weitem durch den Vortheil uͤberwogen, daß der Pflugfuͤhrer nun eine Gewalt uͤber ihn hat, die bei dem Raͤderpfluge faſt ganz wegfaͤllt. Er kann ihn mit einem gelinden Druck mehr links in das Land hinein, oder mehr rechts heraus, durch eine Hebung der Sterzen tiefer in den Boden, durch einen gelinden Druck mehr herausbringen, und wenn auf einer ebenen Flaͤche von dieſen Abweichungen keine noͤthig iſt, ſeinen Gang fortgehen laſſen. Die⸗ ſer große Vorzug faͤllt am meiſten auf unebenen, huͤglichten, ſich bald ſenkenden, bald erhebenden Boden ins Auge. Der Naͤderpflug wirkt hier durchaus falſch, und macht eine Furche von ungleicher Tiefe. Wenn es naͤmlich auf einen Huͤgel hinaufgeht, ſo ſteht das Vorgeſtell hoͤher, als der Pflug⸗ koͤrper, folglich hebt ſich die Spitze des Schaars, und ſtreicht ganz flach oder voͤllig uͤber die Ober⸗ faͤche her. Geht es bergab, ſo ſteht das Vorgeſtell niedriger, wie der Pflugkoͤrper, und ſo ſenkt ſich das Schaar, und der Pflug geht zu tief ein. Dies kann ohne jedesmaliges Umſtellen des Pfluges durchaus nicht verhuͤtet werden, und alle Anſtrengungen des Fuͤhrers dagegen ſind vergebens. Nicht deutlicher wird dieſes, als wenn man ein Feld, was in breite, hohe Beete aufgepfluͤgt worden, mit einem Raͤderpfluge queer durcharbeiten will. Wenn der Pflug zurden Ruͤcken hinaufgeht, ſo greift er kaum ein, und geht er zur Furche herab, ſo faßt er zu tief. Mit einem raͤderloſen Pfluge kann ein aufmerkſamer Pflugfuͤhrer mittelſt der langen Sterzen, ohne erhebliche Kraftanſtrengung, dies voͤllig vermeiden, und eine voͤllig gleiche Furche auspfluͤgen. G Jeder Ackerbauer kennt die große Schwierigkeit, den Raͤderpflug in zaͤhem Boden, der trocken geworden iſt, in die Erde zu bringen. Alle dabei anzuwendenden Huͤlfen, die jedesmalige Umſtellung beym Einſetzen, der Druck auf den Baum, indem ſich ein Fuͤhrer darauf legt, das tiefere Einkeilen der Grießſaͤule, alles iſt vergeblich und die Pflugarbeit wird unterbrochen. Der raͤderloſe, vielleicht mit einem etwas ſpitzern Schaar verſehene Pflug muß, wenn er hinten gehoben wird, in eine Dreſch⸗ tenne eindringen, und in ſofern nur die Kraft des Zugviehes zureicht, durchaus die haͤrteſte Erde durchbrechen. Will man alſo nur Zugkraft genug anwenden, ſo kann keine Ausdoͤrrung und Zaͤhig⸗ keit des Bodens die Pflugarbeit verhindern. Die groͤßere Einfachheit des raͤderloſen Pfluges und ſeine mehrere Haltbarkeit faͤllt in die Au⸗ gen. Vermittelſt der letztern wird der viele Zeitverluſt erſpart, der bei der Arbeit durch die haͤufigen Reparationen verſchwendet wird. §. II9. Bei dem Naͤderpfluge iſt die Konſtruktion der Raͤder verſchieden. Daß die hoͤheren und beſſer abgerundeten Raͤder einen Vorzug vor den kleinen, hoͤckrigen, ſchlecht gearbeiteten, haben, hat wohl keinen Zweifel. Er iſt aber nicht ſo groß und zur Verminderung der Laſt nicht ſo wichtig, wie manche ihn angegeben haben. Die Naͤder ſind entweder auf einer feſtſtehenden Axe beweglich, oder ſie ſind auf derſelben feſt, und die Axe ſelbſt oder die eiſerne Spindel laͤuft im Rumpfe des Pfluges mit den Raͤdern um. Man giebt letzterem mehrentheils den Vorzug, beſonders bei niedrigen Raͤdern, weil ſich theils die Axe leichter wegſchleifen wuͤrde, theils aber, weil es dann nicht wohl zu verhindern iſt, daß ſich Erde zwi⸗ ſchen der Axe und dem niedrigen Rade ſetze. Es hat dieſes aber auch wiederum Nachtheile. Konſtruktivn der Raͤder. 22 Die Ackerwerkzeuge. 1 Die Naͤder ſind entweder von gleicher Hoͤhe, oder das rechte Rad, welches in der ausgeſchnitte⸗ nen Furche geht, iſt faſt um ſo vieles hoͤher, als die Furche tief iſt. Bei gleich hohen Raͤdern muß das Pfluggeſtell nothwendig ſchief gehen. Dies vermehrt die Friktion ſo ſehr, und bieget die Spitze des Pflugbaums nach der rechten Seite ſo hinuͤber, daß man nur bei aͤußerſt flachen Furchen, hoͤch⸗ ſtens von 3 Zoll, mit ſolchen Raͤdern auskommen kann. Sobald man tiefer pfluͤgen will, muß das rechte Rad nothwendig nach Verhaͤltniß erhoͤhet werden, ſo daß das Pfluggeſtell doch eine mehren⸗ theils gerade Richtung bekomme. 8— Sind nun aber zwei Raͤder von ungleicher Groͤße feſt an einer Arxe, ſo bleibt das kleinere Rad . bei jedem Umlaufe zuruͤck, und muß ſchleppen. Denn zwei Raͤder von ungleicher Groͤße an einer Axe machen keine in gerader Linie vorwaͤrtsgehende Bewegung, ſondern eine ſolche, wie ein Kegel, den man fortſtoßt. Das rechte Rad draͤngt ſich alſo immer nach der Kante des Landes hin, ſtoͤßt an ſel⸗ bige an und prellt wieder ab, wodurch das Pfluggeſtell eine hin⸗ und herruͤckende Bewegung erhäͤlt, welche die Friktion ungemein vermehren muß, und die man nicht ohne Ekel anſehen kann. Bei Naͤdern von verſchiedener Hoͤhe muß alſo durchaus doch das eine auf der Axe beweglich ge⸗ macht werden. Wiederum hat die Ungleichheit der Raͤder große Inkonvenienzen, wenn man erhoͤhete Beete pfluͤgt. Wemm der ſchon erhoͤhete Ruͤcken noch mehr angepfluͤgt werden ſoll, ſo geht bey der erſten Furche das rechte, hoͤhere Rad ſchon an einer hoͤhern Stelle, und das Vorgeſtell koömmt ſo ſchief zu kann. Daſſelbe iſt der Fall, wenn ſich nun das Feld an der Furche ſenkt, und das linke Rad in der alten Furche geht. Deshalb ſindet man denn auch, daß die erſten und letzten beiden Furchen, wor⸗ auf es doch beſonders viel bei einer guten Beſtellung dieſer Art ankommt, auf den breiten erhoͤheten Beeten immer ſchlecht gemacht werden, wenn man ſich anders nicht die Muͤhe giebt, den Pflug da⸗ zu umzuſtellen. Dies ſind alſo lauter Schwierigkeiten, die mit dem an ſich unnuͤtzen und erſchwerenden Vorge⸗ ſtelle verbunden ſind. Derr einzige Fall, wo ich einem Raͤderpfluge den Vorzug geben kann, iſt alſo keinesweges, wie ich ſonſt glaubte, in einem rauhen, zuaͤhen, und vielen Widerſtand verurſachenden Boden, ſondern nur da, wo ich abſichtlich ganz flach und mit breiten Furchen pſtuͤgen will und ebenen Boden habe. Hier verhuͤtet das Vorgeſtell wohl, daß der Pflug nie zu tief eindringe, ſondern meiner Abſicht ge⸗ raͤderloſen Pflug muͤßte man wenigſtens dazu beſonders einrichten.— ..§. I2o. Man hat an dem Pfluge ohne Vorgeſtell zuweilen noch andere Huͤlfen angebracht: eine Stel⸗ ze, worauf er vorne ruht, oder ſtatt derſelben ein kleines Rad, auch wohl ein Rad dicht vor dem Pflugkoͤrper an der Stelle des Meſſers, oder gar ein Paar Raͤder hinten am Pflugkoͤrper. Der Pflug mit der Stelze iſt in Belgien allgemein eingefuͤhrt, und von Schwerz in ſeiner Be⸗ ſchreibung der belgiſchen Wirthſchaft vor allen andern geruͤhmt. Dieſer Pflug iſt in Anſehung des Pflugkoͤrpers von vortrefflicher Konſtruktion,— die man jedoch aus der daſelbſt gegebenen Abbil⸗ dung nicht erkennet, wovon aber die Annalen des Ackerbaues naͤchſtens eine vollſtaͤndige liefern wer⸗ den— aber die Stelze, worauf er in der Geſtalt eines Fußes vorne ruht, und welche auf den Erdbo⸗ den herſchleift, muß nothwendig die Friktion vermehren, kann zur Staͤtigkeit des Pfluges unbedeu⸗ tend wenig beitragen, und muß den Fuͤhrer einen Theil ſeiner Gewalt uͤber den Pflug benehmen. „Siee hilft wohl durchaus zu nichts weiter, als daß ſie einen falſchen Druck oder Hebung des Fuͤhrers 34 Andere Vor⸗ richtungen⸗ ſtehen, daß es in der That oft dabei umfaͤllt, und daß man das Schaar nicht in die Erde bringen maͤß nur flach abſchaͤle. Zu einer großen Breite der Furche kann er auch beſſer geſtellt werden. Den ritoüicher ma mtutn nicht henm Vode eammt, ſo muß deſſer it nem Schauf dete. Dies den Pflugkde macht hat. befdedern. I ſes konnte nur boden gib, od alp nur die Fre das Meſer zu Auch hin der Pflugſohle leuchtet von ſe Noch h deſſen Are dur angebracht. des umgewor dem Sande, verhunden, üͤberlehnte. durchaus n. Unter nur der folge Weil d auf der Kante de Erde erhe Stäͤdd angehe uderehe, wovon wir leiſten koͤnn auf die rech chen Faͤllen fen herumdt Jaſemmenſe Etwas beſteht, wol nen Ohr Straichaake paxglleler in der dasgeſhnt hohen Raden 1 und diege ie* chen duten, ſü lügen vl duß de : doch en nehen eibt das fenh er Groͤßen e „wie en a ess hin, ſi nde Veregue anſehen im a er Are dengit n man erhähen dn ſo geht bey Mn eſtelkkoumt iſti ͤt in die Eide wn das Unte Jaͤnd beiden zurhe n den breim aßtſe e gieht, da giun erſchweredader dalſo keineswenn enden Bode ſin d ebenen drda dern meinerVi geſtelt ven” ngebtact: düd ei gadund Pflugkge. 1 — v Schwelz in ſhe ag ſtnNihne des Pfun nin den Pfu ban eHehug d Die Aickerwerkzeuge. 23 unſchaͤdlicher macht. Deshalb hat man wohl ſeine Zuflucht dazu genommen, wenn man beſorgte, es den Leuten nicht begreiflich machen zu koͤnnen, wie ſie einen ſolchen Pflug handhaben muͤßten. Auf unebenem Boden iſt ſie nun ganz unanwendbar. kommt, ſo muß ſich die Spitze des Schaars aus dem Boden herausheben. 1 Beſſer iſt es noch immer, ſtatt einer ſolchen Stelze ein kleines Rad anzubringen, etwa wie das an dem Schaufelpfluge im dritten Hefte meiner Ackerwerkzeugsbeſchreibungen, Tafel 5 und 7, abge⸗ bildete. Dies giebt doch weniger Friktion. Man hat ſich auch wohl eines ſolchen Rades dicht vor dem Pflugkoͤrper ſtatt des Meſſers bedient, indem man dies Rad ſcharfſchneidend an den Kanten ge⸗ macht hat. Man glaubte naͤmlich dadurch das Durchſchneiden, beſonders des raſigen Bodens, zu befoͤrdern. Allein es muß natuͤrlich ſchwer ſeyn, das Eindringen dieſes Rades zu bewirken, und die⸗ ſes koͤnnte nur durch eine ſehr ſtarke Tendenz, die man dem Pfluge mittelſt des Schaars in dem Erd⸗ boden gaͤbe, oder durch ein Vorgeſtell, welches den Baum herunterzoͤge, bewirkt werden, und koͤnnte alſo nur die Friktion und Kraftverſchwendung vermehren, ohne irgend einen erheblichern Nutzen als das Meſſer zu ſtiften. Auch hinter dem Pflugkoͤrper hat man ein Raͤdchen anbringen wollen, um dadurch die Friktion der Pflugſohle auf dem Boden der Furche zu vermindern. Ddie Unzweckmaͤßigkeit dieſer Kuͤnſtelen leuchtet von ſelbſt ein.. Noch hat man ein Rad von eiſernen Speichen ohne Felgen auf der Seite des Streichbretts, deſſen Axe durch dieſes hindurchging, und mit dem andern Ende in die linke Sterze faßte, am Pfluge angebracht. Die Speichen waren unten ſchaufelfoͤrmig, und man wollte dadurch eine Zerkleinerung des umgeworfenen Streifens bewirken. Auf loſem ſandigem Boden ſpielte dies Rad allerdings mit dem Sande, und ſchaufelte ihn herum. Es war aber ſchon hier mit einer ſehr vermehrten Friktion verbunden, und der Pflug mußte ſtark auf die rechte Seite gedruͤckt werden, damit er ſich nicht uͤberlehnte. Auf zaͤherem Boden, wo dieſes eigentlich nur von Nutzen ſeyn koͤnnte, ging es durchaus nicht. 2 §. 1ar. Unter verſchiedenen andern Kuͤnſteleien, die man an dem Pfluge angebracht hat, erwaͤhne ich nur der folgenden: Weil das Umlegen einer zaͤhen Grasnarbe nicht immer vollſtaͤndig bewirkt wird, ſondern ſolche auf der Kante ſtehen bleibt, ſo hat man dem hinteren Theile des Streichbrettes, da, wo es ſich uͤber die Erde erhebt, eine Beweglichkeit gegeben, oder vielmehr mittelſt eines Charniers noch ein dreieckiges Stuͤck angehangen, welches man vermittelſt einer Schraube vorwaͤrts bringen kann, ſo daß es ganz uͤberſtehe, und den Streifen voͤllig herumſtreiche. Man hat es vorzuͤglich an den Doppelpfluͤgen, wovon wir reden werden, angebracht, aber auch an den einfachen empfohlen. Daß es dieſen Nutzen leiſten koͤnne, natuͤrlich mit ſehr vermehrter Friktion und unter einem beſtaͤndig noͤthigem Gegendrucke auf die rechte Seite, hat kemen Zweifel. chen Faͤllen dieſen Zweck durch einen dem Pfluge nachfolgenden Menſchen, der die aufſtehenden Strei⸗ fen herumdruͤckt, zu erreichen, eher man ſich zu dieſer kuͤnſtlichen und wohl immer ſehr wandelbaren Zuſammenſetzung des Streichbretts entſchließt. 8 Etwas aͤhnliches bewirkt der in Beilgien gebraͤuchliche Streichhaaken, welcher aus einem Brette beſteht, woran eine Stange von zaͤhem Hotze beſindlich iſt, und welchen man mittelſt eines Haakens in ein Ohr hinter dem Streichbrette anhaͤngt. Streichhaaken mit dem Streichbrette einen mehr oder weniger ſtumpfen Winkel bildet. Er geht nun in paralleler Richtung mit dem Pfluge fort, und haͤlt ſeine Stange hoͤher oder niedriger, je nachdem Indeſſen fraͤgt es ſich, ob es nicht rathſamer ſey, in ſol⸗ Denn, wenn ſie auf einen Hoͤcker oder Stein Mehrere Zu⸗ ſaͤtze am Pfluge. Ein Kerl faßt die Stange, und ſtellt ſich ſo, daß der 24 es der Widerſtand des Streifens erfordert. Dieſer Die Ackerwerkzeuge. Streichhaaken iſt als eine ſehr wirkſame Verlaͤn⸗ gerung des Streichbrettes anzuſehen, und iſt ohne Z weifel bei ſehr tiefen Pfluͤgen, bei dem Ueberſtrei⸗ chen der Erde auf hohen B großer Nuͤtzlichkeit, kann ſehr Belgiſche Landwirthſchaft, I. Bd. S. 94.) e eeten, und bei dem einfurchigen Aufbrechen einer wohl bei jedem Pfluge angebracht werden. alten Grasnarbe von (Vergleiche Schwerz Man hat an den Pfluͤgen auch mehrere Meſſer, die den umzuwerfenden Pflugſtreifen vorher zerſchneiden ſollen, in einer ſchr bracht, wovon man eine genaue Abbildung in In zaͤhem Boden kann dieſe Vorrichtung wirkſam ſeyn; nicht, und bin alſo zweifelhaft, §. 122. Umzuſetzende Die Pfluͤge mit einem beweglichen Streichbrette, Streichbretter. fen Seite geſchoben, geſetzt oder gedr eine Seite werfen, und folglich ein ganz eben Gewenden hat. Man ſetzt, wenn man heraufge brett nun auf die linke Seite, und zieht mit dem Pfluge hinunter. das die linke Seite ſchließ vor der Griesſaͤule mit einer beweglichen Spindel befeſtigt iſt. einen eiſernen Buͤgel von einander gehalten. Die Einrichtung dieſer Pfluͤge iſt verſchieden. agen Richtung mittelſt eines am Baume n du Hamel culture des terres, T. I. p. 32§, findet. ich kenne ſie indeſſen aus eigener Erfahrung ob ihr andere Schwierigkeiten entgegen ſtehen koͤnnen. ende Brett zuſammengefugt einen Win Mann kann nun mi angehefteten Klotzes, ange⸗ welches wechſelsweiſe zur rechten und zur lin⸗ eht wird, haben den Vortheil, daß ſie den Streifen immer auf ebenes Land erhalten, welches keine Spur von Beeten oder pfluͤgt hat und der Streifen rechts fiel, das Streich⸗ dicht neben der ausgepfluͤgten Furche wieder Manchmal ſo, daß das Streichbrett und kel von etwa 45 Grad bilden, der nun Hinten werden die beiden Bretter durch ttelſt der Spindel wechſelsweiſe das rechte und linke Brett abſtechend und das andere Brett an dem Pfluge anliegend machen, in wel⸗ cher Stellung man es dann dur ſolche Pfluͤge auch zum Waſſerfur weit abſtehen. Haͤufiger aber iſt an Pfluͤgen dieſer abnimmt. Es wird nur in Klammern, die zu dem En und bekoͤmmt dadurch Haltung genug. Noch andere Pfluͤge dieſer Art haben nur dem es durch eine auf verſchiedene Weiſe angebrachte Dr hingewandt wird, die Erde nach der Seite hinſchiebt. ſehr unvollkommen verrichte, erhellt von ch einen in den Buͤgel geſteckten Nagel hinten erhaͤlt. Man kann chen gebrauchen, wenn man die Bretter ſo ſtellt, daß beide gleich Art das Brett los, ſo daß man es bei dem Herumſetzen ganz te hinten und vorne angebracht ſind, befeſtigt, ein kleines Ohr ſtatt des Streichbretts, welches, in⸗ ehung mehr nach der einen oder andern Seite Daß dieſes letztere die Arbeit des Wendens ſelbſt. Sie muͤſſen uͤberdem nach der einen Seite etwas hin⸗ uͤbergewandt werden, und naͤhern ſich in der Hinſicht dem Mecklenburgiſchen Haaken. Alle dieſe Pfuͤge muͤſſen ein zweiſchneidiges Schaar in der Form eines Herzblatts haben. Das Meſſer beſitzt an den beſſern Pfluͤgen dieſer Art, eine Beweglichkeit, wodurch ſeine Schneide nach der einen oder der ander kann. Dieſe Beweglichkeit iſt auf verſchiedene Wei dieſer Art, die ich geſehen habe, ſehr wandelbar, Ueberhaupt iſt es wohl unmoͤglich, veen, weiche doch zur feſten Haltung des Pfluges in ſeiner Friktion derſelben iſt alſo ſehr ſtark, und wenn gehen und keine ſtarke Zugkraft erfordern, ſo iſt ſe angebracht, ſcheint mir und den Zweck nur unvollkommen zu erreichen. d ebene Landſeite zu ge⸗ richtigen Tendenz ſo weſentlich iſt. Die daß dieſe Pfluͤge dennoch leicht die Rede nur von ſehr loſem Boden, und von ſehr flachen Abſchaͤlen deſſelben. Ich habe noch keinen Pflug dieſer Art geſehen, der die Arbeit beſ⸗ ſer, als ein Mecklenburgiſcher Haaken machte, und ich wuͤrde mich alſo in ſolchen Faͤllen immer dieſen Pfluͤgen eine ganz gerade un man uns verſichert, mit denen man etwas tief eingreifen will, n Seite hingerichtet werden aber bei allen Pfluͤgen lieber tha diſs ei ibrouuchl Man hat güugkbper m id von einem ndeutſchlon dieſer Att ge Es ſſtt gleicher Konſt einfachen Pfl ſcc ni elte wei Pferden! Manſchen, de ſadem habei znſeten gefun Boden wohl nach der link wiedergehalt dem Boden dung von d überzubiege eraktiſchem Die ander ſtehn Der obere, der Furche; wirklich ein inem Pfug riſch ſcheine Ranig arbe waren 1. derſtande ments un werfen de Folge red wovon der ſpieigen hen ſeyn! Dag man den— Fällen, diitter hr wiſame dah 1, bei dem lere alten Gnrsaudt m Verglähe ide n Pflugſteja wi efteten Aohs 1 , T.Lpyy Fhr aus ſeigen ia, können. zur rechten uͤgn den Streftn innan Spur von denat echts fel, da Ent epfluͤgten Furhee ß das Streccdee Grad biden, ar die beiden dretaie dindel wechſterei gend machn, un n ethalt. Wiw ſtelt, diüeti i dem Herunicad gebracht ſid, dii ichbretts, nllc einen oder wemo die Arbet de on weinen Seitetmä Haaken erzblatts ſhe was tie tugnin zeite higectiünet aber beicle ü ammen et d ebene knndie 7 ſo weſentlih 44 flü ſat e Pfluge deoe, K dwit Die Ackerwerkzeuge. 25 lieber dieſes einfachen Inſtruments bedienen. Jene Pfluͤge ſind indeſſen in den Rheingegenden ſehr gebraͤuchlich. §. 123. Man hat Doppelpfluͤge zu verſchiedenen Zeiten wiederholt empfohlen; ſolche naͤmlich, wo zwei Pflugkoͤrder mit einem Baume verbunden, durch ein Geſpann parallel neben einander fortgezogen, und von einem Manne hinten gefuͤhrt werden. Neuerlich hat in England der Sommervillſche und in Deutſchland ein in Wien produzirter wieder Aufſehn erregt. Ich ſelbſt habe einen engliſchen Pflug dieſer Art gehabt, der ſich von dem neuen Sommervillſchen unbedeutend unterſchied. Es iſt klar, daß ein ſolcher doppelter Pflug die doppelte Zugkraft gegen einen einfachen von gleicher Konſtruktion erfordere, und nur in dem Falle, wo man eine uͤberfluͤſſige Zugkraft mit dem einfachen Pfluge verſchwendet, kann der doppelte eine Erſparung darin bewirken. Dies iſt nun frei⸗ lich nicht ſelten der Fall. Wenn aber ein ſolcher Doppelpflug, wie doch mehrentheils noͤthig iſt, ſtatt zwei Pferden vier erfordert, ſo iſt auf keine Weiſe Erſparung dabei, indem man nun ebenfalls zwei Menſchen, den einen als Fuͤhrer des Viehes, den andern zum Halten des Pfluges, gebraucht. Auſ⸗ ſerdem habe ich an dem von mir gebrauchten, ſonſt ſehr gut konſtruirten Doppelpfluge, manches aus⸗ zuſetzen gefunden. Er iſt ſehr ſchwer bei der Wendung, laͤßt ſich uͤbel ins Land einſetzen, auf hartem Boden wohl gar nicht, und draͤngt ſich wegen der auf beiden Streichbrettern ruhenden Laſt von Erde nach der linken Seite heruͤber, ſo daß er mit aller Kraft des rechten Arms an der rechten Seite nicht niedergehalten werden kann, und ſomit der rechte Pflug nur flach einſchneidet, und leicht ganz aus dem Boden herausgeht. Ich habe deshalb dieſen Pflug bald an die Seite geſetzt. Eine Abbil⸗ dung von dem Sommerpvillſchen Doppelpfluge, wobei auch die oben erwaͤhnte Einrichtung mit dem uͤberzubiegenden Streichbrette angebracht iſt, findet man auf der erſten Kupfertafel in Dickſons praktiſchem Ackerbau, I. Bd. §. 124. Die Rajolpfluͤge haben dagegen zwei Pflugkoͤrper, die in einer Richtung, das heißt unter ein⸗ ander ſtehn, und wovon der obere gewoͤhnlich kleiner und ſchwaͤcher iſt, als der untere und hintere. Der obere, welcher nur flach eingeht, ſchneidet einen Streifen Erde ab, und ſchiebt ihn in den Grund der Furche; der zweite holt einen Streifen tiefer herauf, und legt ihn uͤber den vorigen her, ſo daß wirklich eine ganz vollkommene Umwendung des Erdbodens dadurch bewirkt wird. Ich habe mit einem Pfluge dieſer Art, der in England mit moͤglichſter Sorgfalt und mit einer beinahe verſchwende⸗ riſch ſcheinenden ſtarken Verbindung der Theile durch eiſerne Klammern und Ketten verfertigt war, haͤufig arbeiten laſſen, aber das hoͤchſte, wozu ich im Boden von mittlerer Schwere eindringen konnte, waren 16 rheinlaͤndiſche Zoll. Daruͤber hinaus ſchien das Inſtrument die zur Ueberwindung des Wi⸗ derſtandes noͤthige Zugkraft nicht aushalten zu wollen. Wenn ich uͤberdem die Koſten dieſes Inſtru⸗ ments und der Vorſpannung berechnete, ſo ergab ſich, daß ich dieſelbe Wirkung durch das Herauf⸗ werfen der unteren Erde mit Spaten, die dem Pfluge folgen— eine Operation, von der wir in der Folge reden werden— wohlfeiler erreichen konnte. Auf einer minderen Tiefe thun auch zwei Pfluͤge, wovon der zweite dem erſten in derſelben Furche folgt, daſſelbe. Ich kann daher zu dieſem ſehr koſt⸗ ſpieligen Inſtrumente, obwohl es in manchen Faͤllen, z. B. bei Verſandungen, ſehr nuͤtzlich zu brau⸗ chen ſeyn wuͤrde, nicht rathen. Dagegen iſt die Vorrichtung, deren man ſich zur flachen Wendung des Bodens bedient, indem man den Pflugſtreifen in der Mitte durchſchneidet, das Obere unten in die Furche ſchiebt, in manchen Faͤllen, beſonders zum Umbruche eines Kleefeldes und eines nicht zu hart gewordenen Dreeſches, nicht Dritter Theil. D Doppelpfuͤge. Rajolpfluͤge. Der Haaken. burgiſche. 26 DOie Ackerwerkzeuge. genug zu empfehlen. Man hat dazu flacher gehende Schnitt⸗ oder Rajolpfluͤge, deren oberer Theil indeſſen nur aus einem Meſſer und einem Schaar, mit einem kleinen Ohre verſehen, beſteht. Es iſt aber in den meiſten Faͤllen diejenige ſehr einfache Einrichtung zureichend, welche ich im dritten Hefte meiner Beſchreibung der Ackerwerkzeuge unter dem Namen des Sch aͤlmeſſers oder Raſenſchnei⸗ ders angegeben, und auf der achten Tafel abgebildet habe. Ich bediene mich dieſer Vorrichtung jetzt regelmaͤßig zu einem jeden Umbruche des Kleefeldes, und erreiche dadurch, daß die Kleeſtoppel nicht nur ſaͤmmtlich unterkomme, ſondern auch der Boden vollkommen gelockert werde, und keiner zweiten Pflugfurche zur Winterung beduͤrfe, wenn er gleich ins dritte Jahr gelegen, und ſelbſt wenn er bewei⸗ det worden iſt. Ohne dies wuͤrde dieſer Boden durchaus drei Furchen erfordern, und alſo einen Klee⸗ ſchnitt weniger geben.— Man hat noch eine andere Art, wo dieſes Ohr, welches die Oberflaͤche abſtreift und hinunter⸗ ſchiebt, an der vordern Kante der Griesſaule befeſtigt iſt, jedoch mit einer eigenen durch den Pflug⸗ baum gehenden Stange. Die Englaͤnder, welche dieſe Einrichtung mit Grunde fuͤr eine ihrer beſten Erfindungen halten, nennen ſo eingerichtete Pfluͤge trench ⸗ploughs, welches ich durch Schnitt⸗ pfluͤge uͤberſetze.— 8 Ueber verſchiedene andere Werkzeuge, welche die Konſtruktion eines Pfluges haben, aber zu be⸗ ſondern Operationen beſtimmt ſind, werde ich da reden, wo ich von ſelbigen handle. .. 125. Eine ausgezeichnete landuͤbliche Art des Pfluges iſt die Preußiſche Zogge. Sie iſt raͤder⸗ 7 los, und wird wie der Haaken durch den Baum, welcher an das ſteife Joch der Ochſen gehangen wird, getragen und gezogen. Man kann dieſem Inſtrumente den Vorzug einer beſondern Leichtigkeit nicht abſprechen, und ſeine Konſtruktion iſt auf die Ueberwindung des Widerſtandes und moͤglichſte Vermei⸗ dung der Friktion trefflich berechnet. Es gehet wie ein ſpitzer Keil ein, und enttedigt ſich durch die Win⸗ dung ſeines untern Streichbretts der Erde ſehr gut. Den feſteren Boden, wofuͤr es beſonders paßt, legt es ziemlich gut herum, den loſeren laͤßt es durchkruͤmeln und in die Furche zuruͤckfallen. Das ein⸗ zelne Inſtrument koſtet wenig, aber es iſt ſehr zerbrechlich, und es muß wenigſtens die doppelte Zahl immer in Vorrath gehalten werden. Es wuͤrde ſich in dieſem Stuͤcke wohl verbeſſern laſſen, und durch einen feſtern Bau wuͤrde ſein Gebrauch in der That wohlfeiler werden; aber ſein Hauptfehler iſt der, daß es ſehr ſchwierig zu fuͤhren iſt, und daß beſonders geuͤbte Leute dazu gehoren. Man wuͤrde es ſchwerlich einfuͤhren koͤnnen, wo die Leute nicht von Jugend auf daran gewoͤhnt ſind. Wud es nicht gut gefuͤhrt, ſo laͤßt es einen Kamm ſtehen, und uͤberſchuͤttet ihn nur mir Erde. Die Oſtpreußen ha⸗ ben gewiß recht, dieſes einmal bei ihnen eingefuͤhrte Inſtrument ſehr zu ſchaͤtzen. 4 8*§. 126.. Die zweite Gattung von Werkzeugen, wodurch der Acker zur Saat vorbereitet wird, ſind die Haaken. Der charakteriſtiſche Unterſchied vom Pfluge beſteht in dem Mangel eines ſeitwaͤrts ſchie⸗ benden Streichbretts, und nicht, wie man ſich in Deutſchland hin und wieder einbildet, in der Abwe⸗ ſenheit des Vorgeſteles.— See ſind in ihren Abarten eben ſo mannigfaltig verſchieden, wie die Pfluͤge. Die Pfluͤge der Ro⸗ mer waren mehrentheils von dieſer Art. Man findet ſie noch in Italien, Spanien und Frankreich. Da aber unter dieſen aͤltern und neuern Haaken keiner die unſrigen uͤbertrifft, ſo beſchraͤnke ich mich darauf, von den letztern zu ſprechen. Der Meklen⸗ Eine Gattung deſſelben iſt de Mecklenburgiſche Haaken, welcher ſich dem Pfluge darin naͤhert, daß er, wenn er darnach gehalten wird, den Erdſtreifen zum Theil umwirft. Seine Haupt⸗ — heieſed folge dreirsgat,n tunbtette.. la und ſie w nvürde. zit hinfal nbelkeitt. U nder gemach fer herabgele 3) Der Kruͤ falt auvhle durchgelaſenen erhalten. 4 der Haaken di Führer mit de hinunter, ſo zurche fullt. nes Ringes! Bewegung ſe geſchieht, ſo oder Gabeld Kfſtell vor. Daß wird Riem lichtet er a wenigſtens che ſtehen! All und daß beſ pel ein jeden und Raͤhren Bei lettere Rhet unde mhmen au Es moßn tet werden wobei der Boden vo halb zeicht hyit aus, Mechlenbu be ich nur deide Faſt Haltung däker, a deren dhete dh n, deſtcht. 6. t c in dite daie der Jaſegſcne⸗ ſer Vernttug ſe die Klerfehae 1 7 und käne en ſelbſt wen tien und ahjan r⸗ öſtreiſt u ſrrn wen durch daz für enn her i 1 ich durch ötan haben, oe ae dle. gge. See it e Ichſen gehangan dern keichtget ind moͤglicſte o⸗ gt ſich duch ded⸗ ur es beſordas i truckfalln. d ens de 6 , nird ſihd ereitet vid, i Reines ſctviti 3 Non Nüre⸗ nbildet, inde Dee Aügere anien und Fuünde 5 13 d beſchränke c 1 ch den gfüg dn ift. Stin hi hinunter, ſo haͤlt er ihn mit der lin Die Ackerwerkzeuge. 27 theile ſind folgende: 1) ein vorn ſpitziges, dreieckiges Eiſen, welches ungefaͤhr die Geſtalt eines Spa⸗ deneiſens hat, nur daß es vorn ſpitz iſt. Dieſes iſt verbunden 2) mit dem Reeſterbrette oder Haa⸗ kenbrette. Die mit dem Eiſen aufgefaßte Erde wird in ſchraͤger Flaͤche auf das Brett heraufgeſcho⸗ ben; und ſie wuͤrde von beiden Seiten deſſelben herabfallen muͤſſen, wenn der Haaken gerade gehal⸗ ten wuͤrde. Durch eine ſchiefe Haltung bewirkt man aber, daß ſie nach der einen oder der andern Seite hinfaͤllt. Dieſes Haakbrett geht mit ſeinem Stiele durch den Haakenkruͤmmel, und iſt dar⸗ in verkeilt. Unten ruhet es mit einem Fortſatze auf das Haakenhoͤft, oder denjenigen Theil, der in der gemachten Furche hergeht. Mittelſt der Verkeilung kann es aber hoͤher heraufgezogem oder tie⸗ fer herabgelaſſen werden, je nachdem das Eiſen tiefer oder flacher in den Boden hineingehen ſoll. 3) Der Kruͤmmel, welcher aus einem darnach gewachſenen Stuͤcke Holz, welches man mit Sorg⸗ falt auswaͤhlet, gemacht iſt. Er iſt unten hinterwaͤrts in das Hoͤft eingezapft, und wird vermoͤge der durchgelaſſenen Sterzen, die mehr vorwaͤrts in das Heft eingezapft iſt, unterſtuͤtzt, und in ſeiner Lage erhalten. 4) Das Hoͤft, deſſen Berbindung aus obigen erhellt. 5) Die Sterze, mit welcher der Haaken dirigirt wird. Soll er naͤmlich rechts beim Hinaufziehen die Furche werfen, ſo faßt der Fuͤhrer mit der rechten Hand an, und biegt ihn ſo uͤber. Geht er dicht an derſelben Furche wieder ken Hand links uͤber, da dann die Erde links abfaͤllt und die vorige Furche fuͤllt. An dem Kruͤmmel wird dann, wenn er mit Ochſen gezogen wird, ein Baum mittelſt ei⸗ nes Ringes und Vorſtecknagels befeſtigt, der in das Joch der Ochſen ſo eingehangen wird, daß er eine Bewegung ſeitwaͤrts verſtattet. Wird er dagegen mit einem Pferde gezogen, was jedoch nicht haͤufig geſchieht, ſo wird auf das verlaͤngerte abgerundete Ende des Kruͤmmels eine ſogenannte Kluft⸗, Scheer⸗ oder Gabeldeichſel geſteckt, worin das Pferd angeſpannt wird. Bei zwei Pferden legt man ein Vor⸗ geſtell vor. Daß dieſer Haaken die Erde vortrefflich durcharbeite, zerkruͤmle und das Unkraut heraushebe, wird Niemand, der ſeine Konſtruktion kennt, bezweifeln. Aber das Umwenden des Erdbodens ver⸗ richtet er auf eine unvollkommene Weiſe, und faßt den Boden nicht ſaͤmmtlich auf, indem naͤmlich wenigſtens ſo, wie ich ihn habe gebrauchen ſehen, ein Streifen Erde oder Kamm zwiſchen jeder Fur⸗ che ſtehen bleibt, der jedoch mit loſer Erde uͤberſchuͤttet wird. Alle aufmerkſame Wirthe in Mecklenburg geben zu, daß er ſich nicht zu allen Arbeiten paſſe, und daß beſonders zum Umbrechen des Dreeſches und auch zur erſten Furche beim Umbrechen der Stop⸗ pel ein jeder Pflug Vorzuͤge habe. Dagegen iſt er vortrefflich zu den folgenden Furchen, zum Wenden und Ruͤhren des Ackers, und ſelbſt, wenn auf die rauhe Furche geſäet werden ſoll, zur Saatfurche. Bei letzterer findet nur das Bedenken ſtatt, daß der Ochſe zur rechten Seite auf dem gepfluͤgten Lande gehet und eintritt, wodurch Loͤcher entſtehen, worin die Saat zuſammenfaͤllt. Um dieſes zu verhuͤten, nehmen aufmerkſame Ackerbauer einen Haaken mit Vorgeſtell, wobei der Ochſe in der Furche gehet. Es muß mit dem Haaken äber nie in derſelben Richtung, ſondern immer ins Kreuz und ſchraͤg gearbei⸗ tet werden, wo dann das Eiſen den vorigen Pflugſtreifen aufnimmt und zerkleinert. Eine Beſtellung, wobei der Pflug und der Haacken wechſelsweiſe gebraucht worden, wird auf jedem etwas bindenden Boden vortrefflich; unter der Bedingung, daß man auch das ſcharfe Eggen nicht verabſaͤume. Des⸗ halb zeichnet ſich auch in der That die Beackerung in Mecklenburg unter dieſen Umſtaͤnden ſo vortheil⸗ haft aus, und man wird nicht leicht einem gegrabenen Gartenboden muͤrber und reiner, als eine gute Mecklenburgiſche Brache ſinden. Beim abwechſelnden Gebrauche des Pfluges und dieſes Haakens ha⸗ be ich nur die Schwierigkeit gefunden, daß ſich dieſelben Menſchen und daſſelbe Zugvieh nicht gut an beide Inſtrumente gewoͤhnen. Demjenigen, der nicht in der Gewohnheit des Haakens iſt, wird die Haltung ſehr ſchwer, obwohl ein daran gewoͤhnter ſie ſehr lange aushaͤlt, und ein Meklenburgiſcher Haͤker, ohne ſich zu beſchweren, faſt 10 Stunden nacheinander weghaakt. Das Zugvieh, beſonders D 2 X 28 Die Ackerwerkzeuge. die Ochſen, ſind deshalb wechſelsweiſe vor dem Pfluge und Haaken nicht wohl zu brauchen, weil der Ochſe zur rechten Hand beim Pfluge in der Furche, hier aber auf dem gepfluͤgten Lande dicht neben der Furche hergehen muß. Wenn der Haaken ſich wendet, geht der linke Ochſe auf dem gepfluͤgten Lan⸗ de und der rechte auf dem ungepfluͤgten. Kann man fuͤr jedes Inſtrument beſondere Menſchen und Zugvieh halten, ſo iſt der Wechſel derſelben vorzuͤglich anwendbar. Auf Mittelboden paßt ſich dieſes Inſtrument am beſten, auf ſehr bindigem und zaͤhem Boden wird die Arbeit ſchwer und ſchwerer, wie mit einem nur maͤßig gut konſtruirten Pfluge. Sie muß dann wenigſtens ſehr langſam gehen. Den loſen Boden zerkruͤmelt dies Inſtrument leicht zu ſehr, und macht ihn zu locker, wie die Erfahrung haͤufig gelehrt hat.(Vergl Annalen der Niederſaͤchſ. Land⸗ wirthſchaft, 2ten Jahrg. Iſtes Stuͤck, S. 347.; 3ten Jahrg. Iſtes Stuͤck, S. 14; Zien Jahrg. 2tes Stuͤck, S. 122.) Eine ausfuͤhrliche Beſchreibung des Haakens haben wir von dem um die Meklenbuxgiſche Landwirth⸗ ſchaft hoͤchſt verdienten Schumacher, unter dem Titel: Abhandlung vom Haaken, als einem vorzuͤglichen Ackerwerkzeuge anſtatt des Pfluges, Berlin 1774. Die kurze Wendung, welche man mit dem Haaken machen kann, und das ſchnelle Abſetzen deſ⸗ ſelben machen ſeinen Gebrauch, beſonders auf ſteinigem und mit vielen auszuweichenden Gegenſtaͤnden erfuͤllten Boden, ſehr vortheilhaft. Auch iſt er an ſteilen Anhoͤhen und Bergen ſehr gut zu gebrau⸗ chen, und viel bequemer, wie jeder Pflug, indem man die Erde damit immer mehr abwaͤrts werfen kann, ohne ſie doch ganz herabzupfluͤgen. Man kann bequemer nach allen Direktionen herizontal, ſchraͤg, gerade auf⸗ und abwaͤrts damit arbeiten; man kann ſeibi in die Runde damit um einen Wi⸗ derſtand herumackern. Vergl. v. Ramdohr in Annalen des Ackerbaues, Bd. X., Seite 383. Der Schleſiſche 2) Der Schleſiſche Ruhrhaaken. Er iſt, den Beſchreibungen nach, welche mir davon — Ruhrhaaken. mitgetheilt worden, von verſchiedener Form. Man hat, ſo viel ich verſtehe, in Schleſien auch Haa⸗ ken, die dem Meklenburgiſchen gleich kommen. Von dieſen rede ich hier nicht, ſondern von ſolchen, die gar kein Hoͤft oder keine Sohle haben, womit ſie auf der Erde herſtreichen, ſondern nur ein ſpaten⸗ foͤrmiges Eiſen, womit ſie den Boden bearbeiten, und hinten Griffe, womit ſie getragen werden muͤſ⸗ ſen. Sie werden nur wechſelsweiſe mit dem Pfluge zum Nuͤhren des Landes in die Queere gebraucht, und ſind dazu ohne Zweifel vortrefflich geeignet. Der Lieflaͤndi⸗ 3) Der Lieflaͤndiſche Haaken. Er wirkt im Boden mit einem ſcheeren⸗ oder gabelfoͤrmi⸗ ſche. gen Eiſen, welches vorwaͤrts gekruͤmmt in die Erde mit ſeinen zwei Spitzen eingreift, und ſolche auf⸗ faͤngt. Vermittelſt eines andern Eiſens, welches an einem Stiele befeſtigt iſt, ungefaͤhr von der Form eines gewoͤhnlichen Pflugraͤutels, jedoch groͤßer, wird ſie etwas zur Seite wieder herab geſchoben. Dieſer Raͤutel wird naͤmlich durch eine Schlinge, wenn die Erde rechts falle n ſoll, rechts, und wenn ſie links fallen ſoll, links gedreht. Außer dieſem Voreiſen und Raͤutel iſt uͤberall kein Eiſen am ganzen 1 Inſtrumente, und auch keine Verzapfung, ſondern das Ganze iſt mit Stielen, ſammt der Scheerdeich⸗ ſel, worin das Pferd geht, verbunden. Eine Abbildung davon befindet ſich in den Anzeigen der keipi⸗ ger oͤkonomiſchen Societaͤt von der Oſtermeſſe des Jahres 1804. Er muß ebenfalls hinten getragen werden, welches fuͤr einen ungewohnten hoͤchſt beſchwerlich ſeyn muß. So wie man ihn losließe, wuͤrde er gleich tief in den Boden hineingehen. Der Karrhaa⸗ 4) Der Karrhaake n. Dieſes Inſtrument geht auf Raͤdern, und bedarf, wenn es einmal ken. in den Boden eingeſetzt worden, keiner Haltung; vielmehr ſetzt ſich der Fuͤhrer darauf oder auf ein Pferd, und faͤhrt damit fort. Es iſt in der Weichſelniederung in dem allerzaͤheſten und ſchwerſten Bo⸗ den gebraͤuchlich, und fuͤr ſolchen in einer vom Waſſer angeſchwemmten Ebene im Vergleich gegen ſchlechte Pfluͤge ſehr nutzbar. Indeſſen konnte ein Keſegefahrner Boden nicht damit Begpungen werden/ in gizuch Uniud ines nsßtsth die dr tatung von ſoch die Ober glchmäͤßig zerſiort, auc den und Rih geworden, Un Kunſtteger S England hoch ke, den er da Weſentlichen abandert, g durch Zufal dern Namen genauern Be wenigſtens genden Gat 1) gebogene g Geſtell, g. nen Schnit denden Bon nen und ihn und auf W unmittelbar mitelſt der her oder nie Man pator zum 2) ihnen jene Oberflaͤche des Eiſen! gerichtet, f man nur di Das Eſen gehen ſol. hat vorner dieſes Inſt duth, del ade doht neben e en geyfügtenze, dere Nuſten 1 t eeict pfg, u⸗ / M r Rahrite K lenburziſce rn aaken, als aha ſchnellebiga eenden Gegnſün ſehr gut u gae ehr abwärs din rektionen heren dannt un annb , welche ni d Schleſien ute ſondern den ſt ndern nur enſr⸗ etragen watn ie Queere godun en⸗oder ghlit ift, und iilt ä gefahr den R der herah gſt , rechts, Indo kein Eiſen au win unt der Etente ( Nnzeiuen dere mhoͤcſt betertt h.. b f, wenn C in darauf vdel 1 und ſchwerfe 7 in Verglich 1 7g hezwungen edt Die Ackerwerkzeuge. 29 den gleich nachher ein Baileyſcher Pflug, mit zwei Ochſen beſpannt, umbrach. Iſt es aber zum erſten Umbruch eines zaͤhen Bodens nicht geeignet, ſo kann in der Ruhrfurche ein Haaken Meklenburgiſcher Art daſſelbe thun. §. 127. Die dritte Gattung von Werkzeugen ſind diejenigen, wodurch man, mit großer Er⸗ ſparung von Kraft und Zeit, den Erdboden zwar nicht herumwendet, auch nicht ſehr tief ruͤhrt, aber doch die Oberflaͤche auf zwei, drei bis vier Zoll kraͤftig bearbeitet, ſie fein pulvert, bis zu dieſer Tiefe gleichmaͤßig durcheinander mengt, Unkrautſaamen an die Luft und zum Keimen bringt, ſodann aber zerſtoͤrt, auch die Wurzeln des Unkrauts entweder heraushebt, oder durch oft wiederholtes Abſchnei⸗ den und Ruͤhren toͤdtet. Die Inſtrumente dieſer Art ſind bei uns erſt in den neueſten Zeiten bekannt geworden, und wir haben ſie hauptſachlich den Englaͤndern zu verdanken, deren fuͤr die mechaniſche Kunſt reger Sinn auch das Ackerbaugewerbe dadurch ungemein bereicherte. Dieſe Werkzeuge ſind in England hoͤchſt mannigfaltig, indem ein jeder nach der Art ſeines Bodens, nach dem beſondern Zwe⸗ cke, den er damit hat und oftmals nach einer bloßen Idee Veraͤnderungen damit vornimmt, die aber im Weſentlichen nicht viel veraͤndern. Ein jeder, der ein ſolches Werkzeug erfindet, oder nachahmend abaͤndert, giebt ihm einen beſondern Namen, und ſogar das unveraͤnderte Werkzeug bekoͤmmt ihn durch Zufall an einem andern Orte. Man muß daher nicht glauben, daß ein Werkzeug mit einem an⸗ dern Namen, welches ſehr geruͤhmt wird, etwas neues oder unbekanntes ſey, ſondern erſt nach einer genauern Beſchreibung forſchen, wo man dann finden wird, daß es mit andern Werkzeugen dieſer Art wenigſtens die groͤßte Aehnlichkeit habe. Man kann die Abarten dieſer Inſtrumente etwa unter fol⸗ genden Gattungen begreifen: 1) Skarrifikators, Schroͤpfer, Aufkratzer. Sie haben mehrentheils etwas vorwaͤrts gebogene gekruͤmmte Meſſer, wie die Gartenmeſſer, und ſind in einem einfachen Balken oder in einem Die Kultiva⸗ tors. Die Skarrifika⸗ tors. Geſtell, gleich einer Egge, in mehreren Reihen eingelaſſen; jedoch ſo, daß jedes Meſſer ſeinen eige⸗ nen Schnitt mache, und nicht eins dem andern in demſelben Zuge folge. Ihr Zweck iſt, in dem bin⸗ denden Boden tiefer und kraͤftiger einzuſchneiden, wie die Egge thun kann, ſeine feſte Borke abzutren⸗ nen und ihn in Verbindung mit der Atmoſphaͤre zu ſetzen. Man bedient ſich derſelben auf Ackerlande und auf Wieſen, welchen letztern dieſe Operation ebenfalls hoͤchſt guͤnſtig iſt. Sie werden entweder unmittelbar von der Zuglinie fortgeſchleift, oder man legt ſie auf dem Vorgeſtell und druͤckt ſie hinten mittelſt der Sterzen in den Boden ein, oder ſie haben auch an allen Ecken kleine Raͤder, die man hoͤ⸗ her oder niedriger ſtellen kann, um ihr flacheres oder tieferes Eindringen in den Boden zu bewirken. Vergl die Ueberſetzung von Dickſon, Iſten Theil, Tafel 2., Figur 3. Man kann ſich deſſelben Geſtelles zu mehreren Arten von Eiſen bedienen, und z. B. den Erſtir⸗ pator zum Skarrifikator machen, wenn man ihn ſtatt ſeiner Eiſen ſolche Meſſer einſetzt. 2) Hobelpfluͤge(Skim ploughs, welches eigentlich Abſchäͤumungspfluͤge heißt). Ich gebe ihnen jenen Namen, weil ſie gleichſam wie das Eiſen eines Hobels auf den Boden wirken, und die Oberflaͤche einen oder mehrere Zoll tief horizontal abſchneiden, und dabei zugleich brechen. Ein gera⸗ des Eiſen von 2, 3 bis 4 Fuß Laͤnge, mit einer Schneide und einem Ruͤcken, in einem Geſtelle ſchraͤg gerichtet, faͤhrt unter der Oberflaͤche ves Bodens her. Um ſich einen Begriff davon zu machen, braucht man nur die Pferde⸗Wegeſchaufel zu kennen, deren man ſich in den großen Gärten haͤufig bedient. Das Eiſen kann mit ſeiner Schneide ſchraͤger und horizontaler gerichtet werden, je nachdem es tief ein⸗ gehen ſoll. Der Balken, woran es befeſtigt iſt, wird durch zwei Sterzen gehalten, und der Baum hat vorne mehrentheils ein Rad, kann aber auch auf ein Pfluggeſtell gelegt werhen. Man bedient ſich dieſes Inſtruments hauptſaͤchlich, um die Stoppel und das hervorkommende Unkraut ſchnell abzuſchnei⸗ Die Hobelpflö⸗ ge⸗ 35 Die Ackerwerkzeuge. den, auch das durch das Anhaͤufen der Fruͤchte uneben gewordene Land zu ebnen. Es wird vorzuͤglich in Kent gebraucht, um die Bohnenſtoppel gleich nach der Aberntung zu dberziehen, damit dan amd erfordert eine geringe Zugkraft. Man kann auch eine Getreideſtoppel damit zu einer Nachernte von 3 kker genug iſt, und nur die Oberflaͤche Pulverung noͤthig hat. Die Ruhrpfluͤ⸗ 3) Ruhrpfluͤge(skuflers). Dieſe ſchneiden mit ſpitzern oder ſtumpfern, mehr horizontal g. dder ſchraͤg unterwaͤrts gerichteten Eiſen, welche die Form eines Schuhes oder eines Gaͤnſefußes haben, in den Boden ein, und ruͤhren ſeine ganze Oberflaͤche um, indem ſie in zwei oder drei Balken ſo geſtellt ſind, daß kein Partikel der Erde unberuͤhrt bleiben kann, vielmehr von dem vordern Eiſen dem hinte⸗ ren zugeworfen wird, ſo daß jeder Erdkloß einen doppelten Stoß bekommt. Zu dieſen Inſtrumenten Der Erſtirpa⸗ gehoͤrt dann auch der ſchon ziemlich bekannt gewordene und in Gebrauch gekommene Erſtirpator, tor. von deſſen großen Nutzen ein jeder, der ihn nach der Beſchaffenheit ſeines Bodens gehoͤrig einzurichten und anzuwenden verſtand, uͤberzeugt iſt, obwohl diejenigen, welche ihn ohne alle Ueberlegung brauch⸗ ten, z. B. den Baum auf kein Vorgeſtell legten, ihn ungeheuer ſchwer machten, oder den Schuhen nicht die ihrem Boden angemeſſene Form gaben, ihn von Rechtswegen ſehr tadelten. Dieſes Inſtru⸗ ment kann von verſchiedener Groͤße gemacht werden. Hat man einen ſehr ebenen Boden, ſo kann man in dem Balken noch mehrere Eiſen anbringen, wie in dem, der in dem erſten Hefte meiner Ackerwerk⸗ zeugsbeſchreibungen Tafel 9. abgebildet iſt, enthalten ſind; naͤmlich ſechs im hinteren und fuͤnf im vor⸗ deren Baume. Iſt der Boden aber uneben, ſo paßt ſich ein ſchmaleres Werkzeug mit wenigern Eiſen beſſer, indem ein breites nicht allenthalben gleichmaͤßig eingreifen wuͤrde. Es verſteht ſich, daß ſich die Beſpannung nach ſeiner Breite richten muͤſſe, und daß, wenn bei den breiten vier oder gar ſechs Pferde noͤthig ſind, bei den ſchmalen zwei Pferde zureichen. Die Eiſen oder die Schuhe muͤſſen, wie ich auch in jener Beſchreibung angedeutet habe, nach Verſchiedenheit des Bodens verſchieden geformt ſeyn. Je zaͤher der Boden iſt, deſto ſpitzer und ſchmaler muß man ſie machen. Auch kann man in die vordere Reihe, die den Boden erſt brechen ſoll, ſpitzere, in die hintere ſtumpfere Eiſen nehmen. Man kann die Eiſen platter oder convexer oder gar mit emporſtehenden Ohren machen, je nachdem man den Boden bloß ſchaufeln oder ihn mehr durchruͤhren und in der Oberflaͤche wenden will. Durch die niedri⸗ ge oder hoͤhere Stellung des Baums auf dem Vorgeſtell bewirkt man das tiefere oder flachere Eindrin⸗ gen der Eiſen in dem Boden, indem naͤmlich im erſten Falle die Spitzen derſelben vorn niedergeſenkt, im andern Falle vorn erhoben werden. Ich habe es vortheilhaft gefunden, die Eiſen der vorderen Reihe um einen halben Zoll laͤnger zu machen, ſo daß ſie um ſo vieles tiefer in den Boden gehen, wenn der Baum vorn gar nicht gehoben wird. Denn weil dieſes bei dem Zuge immer geſchehen muß, ſo he⸗ ben ſie ſich mehr als die hinteren, und faſſen dann nicht genugſam ein. S B Ich glaube, daß dieſes Inſtrument faſt auf jedem Boden anwendbar ſey. Daß es mit ſpitzen Schaaren auch in hoͤchſt zaähem Boden bequem eindringe, weiß ich von Freunden, die auf ſolchem Bo⸗ den dieſes Inſtrument mit vorzuͤglichem Nutzen anwenden. Nur in ſolchem Boden, der hervorragen⸗ de, unbewegliche große Steine hat, iſt es nicht zu gebrauchen; wenigſtens muß man ſich dann darauf gefaßt machen, daß die Eiſen an den Stielen haͤufig abſpringen, und deshalb vorraͤthige Eiſen mit aufs Feld nehmen. Denn ſo ſtark koͤnnen die Stiele unmoͤglich gemacht werden, daß ſie der Gewalt des Zuges von vier Pferden widerſtaͤnden und dieſe anhielten. Sind die Stiele jedoch von vorzuͤglich ſchmei⸗ digem Eiſen gemacht, ſo werden ſie weniger ſpringen, ſondern ſich biegen und die Pferde dann anhal⸗ ten. Kleinere Steine verhindern den Gebrauch nicht, ſelbſt wenn ſie ſo groß waͤren, daß ſie nicht durch die Eiſen durchgingen, ſondern ſchleppten. Der Fuͤhrer muß dann nur zu Zeiten anhalten, und das * bis dahin nicht verkraute, daß es zum Weizen gepſluͤgt werden kann. Die Arbeit geht ſſehr leicht und Spoͤrgel, Ruͤben, Buchweizen u. dgl. ſehr ſchnell bereiten, indem der Boden rebie hhene Inſtrument davon entledigen. Allerdings greift aber ein ſteiniger Boden die Eiſen mehr an. Wenn de Nerbo Que mnui eiſch Bhrrmi dam nrum deeſes! deſes Inſ tmn kann, ſor Rund Ausrottu n— wei ih dier Pferden un nicher gehen ka große Nrbeitserſt man die eiſte Fu den, und die vo nur zu gehdeiger Sden weit meh ind mit Hulfe vechſelnd gebre beſſer noch mit tet es zur S5 1 es nothig ſt, jurgen Wurze weit mehr ert Vathel it. ſo kommt der felgenden zu und ſterben al Früͤchten, dur jahre zur Gerf weizellige Ger jahre mittelſt? einem umgebr echalten hat. Wmeangna und dasd Wckenſtoppe pfluͤgen, nun durd dies und eneggen en derfelber wind das vorf glaubt deſes cellagen ds als wenn mar 8 din uris danit das doh airi ſehr lctu einer Vabenne der Tief ſoſt nht m ut ſe s gehätig um e Ueberleguene „ a, oder daööh Nten. 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Dieſes Inſtrument iſt ſo wirkſam, daß es nicht nur an die Stelle eines jeden flachen Pfluͤgens treten kann, ſondern dieſes auch in Anſehung ſeiner Wirkung auf die Pulverung und Mengung der Er⸗ de und Ausrottung des Unkrauts,— welcher Wirkung wegen es den Namen Erxrſtirpator erhalten hat— weit uͤbertrifft. Da nun ein Inſtrument mit ſechs Schaaren in der hinteren Reihe, mittelſt vier Pferden und zwei Menſchen, wenigſtens dieſelbe Arbeit macht(eigentlich wohl mehr, weil der Zug raſcher gehen kann), wie ſechs Pfluͤge mit zwoͤlf Pferden und ſechs Menſchen, ſo erhellt hieraus die⸗ große Arbeitserſparung, welche man dadurch erreicht. Es kann zur Bearbeitung der Brache, wenn man die erſte Furche mit dem Pfluge zu voller Tiefe gegeben hat, ohne weiteres Pfluͤgen gebraucht wer⸗ den, und die vollſtaͤndigſte und reinſte Brache, die man haben kann, bewirken, wenn man ſich deſſen nur zu gehoͤriger Zeit bedient, und das Unkraut nicht zu ſtark aufkommen laͤßt. Es ebnet dabei den Boden weit mehr, als der Pflug, indem es die Erde von den hoͤheren Stellen loͤſet, etwas fortſchleppt, und mit Huͤlfe der Egge in die Sinken vertheilt, beſonders wenn man es nach allen Direktionen ab⸗ wechſelnd gebraucht. Man kann auch die Saat damit ſehr gut unterbringen, jedoch geſchieht dies beſſer noch mit einem ſogleich zu beſchreibenden Inſtrumente. Dem vor Winter geſtuͤrzten Acker berei⸗ tet es zur Soͤmmerung, insbeſondere zur Gerſte, auf eine vorzuͤgliche Weiſe. Die Erde wird, ſo tief es noͤthig iſt, dadurch aufs feinſte gepulvert, ſo daß die zarten Keime in der feinen Krume mit ihren jungen Wurzeln ſogieich ihre Nahrung finden koͤnnen. Dennoch wird die Winterfeuchtigkeit im Boden weit mehr erhalten, als wenn er gepfluͤgt wird, welches in duͤrren Fruͤhjahren ein ſehr bedeutender Vortheil iſt. Wenn man bei mehreren Zuͤgen mit dieſem Inſtrumente die gehoͤrige Zwiſchenzeit laͤßt, ſo kommt der in den Erdkloͤßen ſteckende Saamen des Unkrauts zum Keimen, und wird dann durch den folgenden Zug zerſtort. Die Unkrautswurzeln kommen an die Luft, werden mehrere Male losgeriſſen und ſterben ab. Am auffallendſten iſt der Nutzen dieſes Inſtruments, wenn der Acker nach behackten Fruͤchten, durch deren Bau er im vorigen Sommer in der Tiefe uͤberfluͤſſig gelockert worden, im Fruͤh⸗ jahre zur Gerſte vorbereitet wird. Nur mittelſt dieſer Kultur baue ich mit gluͤcklichem Erfolge große zweizeilige Gerſte, auf Boden, der ſo ſandig iſt, daß er dieſe nicht tragen wuͤrde, wenn er im Fruͤh⸗ jahre mittelſt des Pfluges bearbeitet werden muͤßte. Sehr zweckmaͤßig wird ferner der Exſtirpator auf einem umgebrochenen Kleefelde angewandt, wenn dieſes nicht Krume genug durch einmaliges Pfluͤgen erhalten hat. en dem Falle muß man es ſonſt dreimal pfluͤgen, welches dann die Beſtellung der Winterung natuͤrlich ſehr verſpaͤtet. Mit dem Exſtirpator kann man ihm Krume genug verſchaffen, und das Abſterben der Kleewurzeln bewirken. Von gleichem Nutzen iſt es ferner bei der Erbs⸗ und Wickenſtoppel. Da es naͤmlich ſo ſehr darauf ankommt, dieſe unmittelbar nach der Aberntung umzu⸗ pfluͤgen, nun aber der Acker vor der Einſaatszeit der Winterung ſich wieder zu ſehr bindet, auch krau⸗ tig wird, ſo muͤßte er zum zweiten Male gepfluͤgt werden, was aber zu viel Aufenthalt geben wuͤrde. Durch dies Inſtrument giebt man ihm ſchnell eine friſche Krume, in welche man unmittelbar einſaͤen und eineggen kann. Endlich finde ich es ſehr nuͤtzlich, um das Kartoffelfeld kurz vor dem Herauskom⸗ nen derſelben, wenn ſich auch ſchon einige Blaͤttchens zeigen, damit flach zu uͤberziehen. Hierdurch wird das vorher gekeimte Unkraut voͤllig zerſtoͤrt, und die Kartoffeln kommen ganz rein heraus. Man glaubt dieſes zwar auch durch das Eggen zu bewirken, beſonders wenn man das Land in rauher Fur⸗ che liegen laͤßt, bis die Kartoffeln herausgekommen ſind. Aber man erreicht dies weit unvollſtaͤndiger, als wenn man gleich nach dem Einlegen egget, wo das Unkraut gleichmaͤßiger keimt, und es dann mit 8 Der Arndtſche Saatpflug. 32 Die Ackerwerkzeuge. .— dem Exſtirpator zerſtoͤrt. Doch kann dies bei dem Legen der Kartoffeln in aufgeworfenen Ruͤcken, wie ſich verſteht, nicht ſtatt finden.— Deutſcher Erfindung ſind verſchiedene Inſtrumente, welche mit mehreren Eiſen in der Form der Haakeiſen den Boden ruͤhren, und tiefer oder flacher durcharbeiten. Man hat ſie von verſchiedener Form und Groͤße; naͤmlich mit breitern oder ſchmalern Eiſen, und mit drei, vier, fuͤnf, ſechs in einem Balken. Sie werden entweder mit dem Baume auf ein Vorgeſtell gelegt, oder aber mit einer ſteifen Scheerdeichſel gezogen. Der durch ſeine vorzuͤgliche Ackerbeſtellung in ſeiner Gegend beruͤhmte von Arndt in Schleſien bediente ſich verſchiedener ſolcher Inſtrumente. 35 1 Beſonders iſt ſein Saatpflug, welcher dem kleinen oder einfachen Exſtirpator der Englaͤnder gleich Fommt, bekannt geworden. Er wirkt gewoͤhnlich mit vier Schaaren, die, von der Form eines ge⸗ woͤhnlichen Pflugſchaars, eine ziemlich ſtarke Konvexitaͤt haben, und nach der linken ſtumpfen Seite hoch ſtehen, an eiſernen Stielen befeſtigt, und in den Balken auf 9 bis 10 Zoll Entfernung eingeſetzt ſind. In dieſen Balken iſt der Baum eingezapft, welcher, wie der Exſtirpator, auf einem Pflugge⸗ ſtelle liegt, gehoben oder niedergeſenkt werden kann, um das tiefere oder flachere Eindringen der Schaa⸗ re zu bewirken. Anfangs hatte Arndt an dieſe Schaare kleine Streichbretter oder Ohre anbringen laſſen, in der Abſicht, den Acker damit wirklich zu pfluͤgen und umzuwenden. Er fand aber nachher dieſen, die Friktion und kaſt ſehr vermehrenden, leicht ſchleppenden und das Inſtrument verſtopfenden Zuſatz unnoͤthig, da das eigentliche Pfluͤgen doch nicht damit von ſtatten ging. Dieſes Inſtrument wird beſonders gebraucht, um auf den vorbereiteten Acker die Saat unterzubringen, und leiſtet dieſen Dienſt auf die vorzuͤglichſte Weiſe. Nachdem naͤmlich der Saamen auf den klar geeggeten Boden aus⸗ geſtreuet worden, wird das Inſtrument ſo geſtellt, daß es etwa 2 Zoll einfaßt, und nun der Acker da⸗ mit uͤberzogen. Es iſt eine ſehr leichte Arbeit fuͤr zwei Pferde und einen Menſchen. Die Saat wird dadurch gleichmaͤßiger, wie durch irgend ein mir bekanntes Inſtrument vertheilt, ſo daß auf einem ſolchen Acker nicht leicht zwei Keime nebeneinander herdorſtechen, ſondern alle in gehoͤriger Diſt anz von einander ſtehen. Auch kommen die Koͤrner, nachdem der Acker mit der Egge wieder leicht uͤberzogen worden, in der gehoͤrigen Tiefe unter, werden mit der Erde, die durch dieſes Inſtrument noch mehr gepulvert worden, ſehr ſchoͤn gemenget, gleichſam durchgemahlen, und liegen weder hohl noch unter undurchdringlichen Erdkloͤßen; folglich in dem guͤnſtigſten Zuſtande zum Austreiben des Keims und der feinen Wurzeln. Folglich kann durch dieſes Inſtrument immer ſicher der vierte Theil der Saat er⸗ ſparet werden; ja, wie ich nach der Verſicherung glaubwuͤrdiger Landwirthe weiß, ohne es jedoch ſelbſt verſucht zu haben,— denn mein Boden iſt noch nicht rein genug vom Unkraute dazu— uͤber die Haͤlfte. Ueberdem beſchleunigt dieſes Inſtrument, welches die Wirkung von vier Pfluͤgen mit minde⸗ rem Kraftaufwande thut, die Ausſaat ſehr, und man kann daher den guͤnſtigſten Moment zu derſel⸗ ben waͤhlen. Bei den Englaͤndern findet man noch eine große Menge von aͤhnlichen Inſtrumenten, die in der Form und in den Nebendingen mannigfaltig verſchieden ſind, aber in der Wirkung und im Weſentli⸗ chen mit dem vorgenannten uͤbereinkommen. Um auf zähem Boden mehrere Zerpulverung zu bewir⸗ ken, auch das Eindringen zu erleichtern, iſt manchmal vor jedem Schaare noch ein Meſſer angebracht, oder es ſtehen Schaare und Meſſer wechſelsweiſe. Kuͤnſtlichere ſind ſo eingerichtet, daß ſie ausgedehnt oder zuſammengezogen, die Schaare naͤher an⸗oder weiter von einander gebracht werden koͤnnen, in welchem Falle die Inſtrumente gewoͤhnlich die Form eines Triangels haben, und in ihrer Baſis mehr oder minder ausgedehnt werden koͤnnen. Hierdurch werden ſie aber viel zuſammengeſetzter und zer⸗ brechlicher. Man muß unter dieſen Inſtrumenten mit gehoͤriger Ueberlegung diejenigen auswaͤhlen, welche dem Boden, dem Zwecke und den Wirthſchaftsverhaͤltniſſen am angemeſſenſten ſind. Hat man dieſe getrof⸗ tetrofen, 3 ben x anihen zut hkmi⸗ m filennns 8 t, vh ſe ſebe vrſcheuen; je nehrung des G in weckmaͤßi und erleichtert kann wirklcht Von den und Gevichſen de ih an ihrem Jch werd drbeit zuruͤckko Die Eg ganglich bede Die E ſchiedenen s Nan werden, un Dieg Zinken, der und das Ar he Grasnarb fen und dieg ſiad die Zink Balken ſtaͤrke wn derſehen, ken ſodind tenmeſfer ne Die di eiſernen au unwirkſc bloß in Sa Wwar grob z nen Eggen. keit des Et den ſie zum Diitter 8 rfenen Küt ſen in der zen ſe on derſe 16 fuͤnf, ſechenn aber nit in icn egend iſnt linken ſumzan Entfernun an „jauf enm ſin Eindeingen eret oder Ohre ni Er fand oher ue ſtrument derierar Diſſes znter gen, und liſte de geeggeten dona und mun dekte den. 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Kaum ſollte man es glauben, daß unter Landwirthen noch haͤufig ein ſo kleinlicher und thoͤrichter Geiz obwal⸗ te, daß ſie ſelbſt bei Anerkennung der Vortheile dennoch die Koſten an ein ſolches Inſtrument zu wen⸗ den ſcheuen; ja, was noch mehr iſt, daß Schriftſteller dieſen Geiz vertheidigen, und gegen eine Ver⸗ mehrung des Geſchirr-Inventariums warnen. Der niedrigſte Handwerker wird ſich nicht beſinnen, ein zweckmaͤßiges Handwerkszeug anzuſchaffen, wenn er uͤberzeugt iſt, daß dieſes die Arbeit verbeſſert und erleichtert, iſt er anders nur einigermaßen im Stande, die Koſten daran zu wenden. So etwas kann wirklich das erhabene Gewerbe des Landwirths unter das gemeinſte Handwerk erniedrigen. Von denjenigen Werkzeugen, deren man ſich wäͤhrend der Vegetation bei gewiſſen Kulturarten und Gewaͤchſen bedient, und die man ſonſt auch mit unter dem Namen des Kultivators begreift, wer⸗ de ich an ihrem Orte reden. Ich werde nun erſt von den uͤbrigen gewoͤhnlichen Ackerwerkzeugen reden, und dann auf die Pflug⸗ arbeit zuruͤckkommen. Die Eggen. §. 128. Die Eggen ſind die zweite Art von Inſtrumenten, deren man zur Beſtellung des Ackers unum⸗ gaͤnglich bedarf, und ohne welche der Pflug den Zweck ſehr unvollkommen erfuͤllen wuͤrde. Die Einrichtung derſelben iſt ebenfalls hoͤchſt mannigfaltig, und muß es zur Erreichung der ver⸗ ſchiedenen Zwecke ſeyn. Man unterſcheidet hauptſaͤchlich ſchwere Eggen, die mit zwei, vier und ſechs Pferden gezogen werden, und kleine Eggen, deren jedes Pferd eine oder gar wohl zwei zieht. Die große Egge beſteht aus ſchweren Balken, mit verhaͤltnißmaͤßig ſtarken und langen eiſernen Zinken, deren jede ein oder mehrere Pfunde wiegt. Dieſe großen Eggen, welche man Bo theggen und das Arbeiten damit Bothen nennt, werden hauptſaͤchlich gebraucht, um eine umgebrochene zaͤ⸗ he Grasnarbe zu zerreißen, oder auch auf ſehr gebundenem Boden, um die umgeworfenen Pflugſtrei⸗ fen und die großen Kloͤße zu zertruͤmmern. Man hat ſie viereckig oder dreieckig. In letzterem Falle ſind die Zinken nach dem vorderen Winkel, wo ſie gezogen wird, zuweilen kuͤrzer, werden in jedem Balken ſtaͤrker, und im hinterſten am ſtaͤrkſten. Sie ſind zuweilen hinten mit Handhaben oder Ster⸗ zen verſehen, um ſie dadurch aus dem Boden herausheben oder tiefer eindruͤcken zu koöͤnnen. Die Zin⸗ ken ſind in dieſen Eggen entweder gerade, oder ſchraͤg nach vorwaͤrts ſtehend, oder gleich einem Gar⸗ tenmeſſer nach vorwaͤrts gekruͤmmt. §. 129. Die ſchweren Eggen. Die kleinen Eggen haben entweder hoͤlzerne oder eiſerne Zinken, und man findet auch ſolche, wo Die keichten Eo⸗ die eiſernen und hoͤlzernen abwechſeln. zu unwiekſam verworfen. Indeſſen giebt es doch Faͤlle, wo man ſich ihrer nuͤtzlich bedient. Nicht bloß im Sandboden,— weil ſie da allenfalls zureichen,— ſondern auch in ſchwerem Boden, der zwar grob zertruͤmmert, aber noch ſehr kloßig iſt. Hier kann das Rundeggen im Trabe mit hoͤlzer⸗ nen Eggen beſſer verrichtet werden, und es kommt zur Pulverung dieſer Kloͤße mehr auf die Schnellig⸗ keit des Stoßes, als auf die Schwere der Egge und das Material der Zinke an. Außerdem aber koͤn⸗ nen ſie zum Untereggen der feinen Saat, zum Ueberziehen der hervorſtechenden Saat und zum Ebenen Dritter Theil. E Manche haben die Eggen mit hölzernen Zinken durchaus als 3en. Erforderniſſe einer guten Egge. — X 34 3 Die Ackerwerkzeuge. des Ackers, wo man nicht tief eingreifen will, Vorzuͤge vor den eiſernen haben. Daß ſie eindeſſen oft nur der Erſparung wegen angewandt werden, wo die tiefer eindringenden eiſernen Zinken weit zweck⸗ maͤßiger waͤren, hat keinen Zweifel.“ Die eiſernen Zinken ſind auch in den kleinen Eggen von verſchiedener Form, gerade ſtehend, oder gekruͤmmt. Bei den gekruͤmmten kann man die Egge zum tieferen oder flacheren Eingreifen ge⸗ brauchen. Spannt man ſie naͤmlich ſo an, daß die Spitze nach vorn ſteht, ſo greifen ſie tief ein und reißen den Boden auf; umgekehrt wirken ſie nur ſchwach, und ſchleifen mehr auf der Oberflaͤche her. Man nennt das erſtere ſcharfziehen, das letztere ſtumpfziehen. Die Zinken ſind ſelten rund, mehrentheils eckig, viereckig oder dreieckig. Letztere ſind wegen des ſpitzern Winkels wirkſamer. Man hat ſie aber auch meſſerfoͤrmig, vorn ſcharf und hinten mit einem breiteren Ruͤcken. Sie ſind entweder in die Eggenbaͤume eingekeilt, gleichſam wie ein Nagel eingeſchlagen, oder unbeweglich darin vernietet. Im erſtern Falle ſind ſie laͤnger gemacht, und ſtehen uͤber den Eggen⸗ balken hervor. Dies hat den Nutzen, daß man ſie tiefer einſchlagen und verlaͤngern, auch ſchaͤrfen kann, wenn ſie unten abgeſchliffen ſind. Aber es hat den Nachtheil, daß ſie leicht verloren werden, entweder von ſelbſt ausſpringen, wenn ſie mit der Spitze auf einen Stein ſtoßen, oder aber abſicht⸗ lich herausgeſchlagen werden. Jeder, der ein Stuͤck Eiſen braucht, etwa zum Vorſtecknagel, holt ſich eine Zinke aus der Egge, ſo daß man oft eine Egge faſt zinkenlos ſindet, wenn man ſie gebrau⸗ chen will. Die feſtſitzenden Zinken ſind mit einem Rande auf den Pflugbalken aufgenagelt. Seltener und nur bei den meſſerfoͤrmigen Zinken werden ſie an ihrem Stiele mittelſt einer Schraubenmutter aufgeſchroben, um ſie abnehmen und ſchaͤrfen zu koͤnnen. 1—. §. 130. Im Allgemeinen koͤmmt es bei dem Bau der Egge, der großen wie der kleinen, duf fol gende Punkte an: Erſtlich, daß die Zinken entfernt genug von einander ſtehen, damit ſich die Zwiſchenraͤume nicht ſo leicht vollſetzen, und der Boden ſich nicht dazwiſchen zuſammenballen koöͤnne. 4 Zweitens, daß die Zinken ſo ſtehen, daß die Zuͤge derſelben in gleicher Entfernung von ein⸗ ander kommen. Drittens, daß jede Zinke einen beſondern Zug mache, und nicht der Zug der einen mit dem Zuge der andern zuſammentreffe. Viertens, daß die Zinken dennoch in moͤglichſt gleicher Entfernung in dem Balken von einander ſtehen, indem ſie zu dicht neben einander den Balken an der Stelle ſchwaͤchen wuͤrden. Das dritte Erforderniß findet man bey den meiſten Eggen nicht beobachtet. Die Zinken ſind mehrentheils nach der Form des ſogenanten Quinkunx in die Eggenbalken eingeſetzt, ſo das der Zug des erſten Balkens mit dem des dritten und der des zweiten mit dem des vierten zuſammentrifft. Ein Theil der Zuͤge iſt alſo unnuͤtz, denn die Erdkloͤße, welche der Zug des erſten Balkens getroffen hat, ſind entweder zermalmet oder an die Seite geſtoßen, und werden nun nicht wieder getroffen. Es kann 4 1 4„ 3 4 8 7„. K: aber ſogar Nachtheile haben, wenn mehrere Zinken in einem Zuge zuſammentreffen und eine zu tiefe Rille machen, z. B. bei feiner Saat, die dadurch zu tief in den Boden eingepreßt wird. Der Fehler kann zwar dadurch etwas verbeſſert werden, daß man die Egge nicht in der Mitte des Balkens, ſondern mehr nach der einen Seite hin anſpannet, ſo daß ſie mit dem Zuge nicht im rechten Win⸗ kel, ſondern ſchraͤg gehe. Hierdurch bekommen die Zuͤge eine andere Richtung, und treffen weniger zu⸗ ſammen. Es werden dann aber die Seiten des Zuges, uͤber welche nur eine Ecke der Egge hergeht, nicht genugſam getroffen, und man muß mit dem folgenden Zuge uͤber die Ecken wieder hergreifen, welches aber die Arbeit vermehrt, und ſoviel mehrere Zuͤge erfordert. Bei dem wirkſamen Rundeggen kommt dieſes * war iih 5 ſoh ohem 1 1 nfen, d diundergleich Man he nn der Syihe ken haben, verung des d Bügel, woſ Bewegung be henden iüergr ſo thun ſie, be Die Ege dann entweder in der Laͤnge eange oder B auch dreieckig Wo n ſteife Egged ſie in der N ſie ſich auf gemacht we man mit ei angebrachte gehen; ode eines Baum daß die Pfer ander befeſtt cen ſehr hoch deſelben ein Daum äber Boden, i feſttritt; i ſelten zum Ten i, ſo muf Kchtung z und nicht ei keiten haben lihen zwei⸗ ſen ſchein, 5 6 m, genhe fe heren ei Ea 5 efen n ſie ie f der Oie 8 ken ſindit els wirt ther n en. 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Dieſe Eggen, insbeſondere wenn ſie nach vorwaͤrts gebogene Zin⸗ ken haben, bewegen ſich ſchlaͤngelnd und huͤpfend, und thun dadurch groͤßere Wirkung auf die Pul⸗ verung des Bodens. Man nennt ſie der ſchlaͤngelnden Bewegung halber Schlangeneggen. Der Buͤgel, wo ſie angeſpannt werden, iſt beweglich angebracht, damit dieſe ſchlaͤngelnde und huͤpfende Bewegung befoͤrdert werde. Es verſteht ſich aber, daß der Zug der folgenden in den Zug der vorge⸗ henden uͤbergreifen muͤſſe. Wenn dieſe Eggen klein, aber ſchwer und mit ſtarken Zinken verſehen ſind, ſo thun ſie, beſonders im Trabe, ungemein große Wirkung auf ſchwerem Boden. Die Eggen bilden gewoͤhnlich ein gleichſeitiges oder ein ungleichſeitiges Viereck, und werden dann entweder mit der laͤngern Seite oder mit der breitern vorwaͤrts gezogen. Sie haben manchmal in der Laͤnge fuͤnf Balken, in der Breite nur drei oder vier, und wirken, je nachdem man ſie in der Laͤnge oder Breite anſpannt, im erſteren Falle mit fuͤnf, im andern mit drei Zinken. Doch hat man auch dreieckige Eggen, die an einem Winkel angeſpannt werden. §. 132. Wo man gewoͤlbte Beete hat, und dieſe nur in der Laͤnge uͤberzieht, wuͤrde eine groͤßere ſteife Egge den Boden nicht allenthalben faſſen. Man macht alſo die Egge getrennt, und verbindet ſie in der Mitte mit Ringen, mit einer Art von Charniere oder kleinen Kette wieder zuſammen, damit ſie ſich auf ſolchen gemd lbten Beeten nach den Seiten biege. Wo die Beete immer von gleicher Breite gemacht werden, da haͤngt man zwei, drei oder vier Eggenſtuͤcke auf die Weiſe an einander, ſo daß man mit einem Zuge das ganze Beet uͤberziehe und faſſe. Sie werden dann durch einen in der Mitte angebrachten gemeinſchaftlichen Schwengel gezogen, ſo daß die Pferde auf der Mitte des Beetes her⸗ gehen; oder aber, was auf feuchtem Boden ſehr zweckmaͤßig iſt, es wird ein Pferd an jeder Seite eines Baumes geſpannt, welcher von der Breite iſt, daß er gerade uͤber das Beet herreicht, und daß die Pferde in den beiden Beetfurchen gehen koͤnnen. An dem Baume werden dann die unter ein⸗ ander befeſtigten Eggen mit Ketten angehangen und ſo fortgezogen. Sind die Beete gegen die Fur⸗ Henſ ſehr hoch, ſo daß der Baum auf dem Ruͤcken des Beetes herſchleifen wuͤrde, ſo hat man ſtatt deſſelben ein Vorgeſtell mit Raͤdern, welche in den Furchen gehen und ſo hoch ſind, daß ſie den Baum uͤber das Beet erheben. Dieſe Einrichtung iſt zwar ſehr zuſammengeſetzt, hat aber auf naſſem Boden, insbeſondere bei dem Saateggen, den großen Vortheil, daß das Zugvieh ihn nicht ein⸗ und feſttritt; indem ſonſt der Saamen, welcher durch einen Pferdetritt in ſolchem Boden eingetreten iſt⸗ ſelten zum Keimen kommt. §. 133. Wenn di Egge durch die Zuglinie unmittelbar an das Pferd angeſpannt iſt, ſo muß dieſe ſehr lang gemacht werden, um keine zu ſchnell aufſteigende Richtung zu bekommen: indem ſonſt die Egge vorn in die Hoͤhe gezogen wird und nicht eingreift. Weil aber dieſe langen Straͤnge manche Beſchwerlich⸗ keiten haben, ſo hat man verſchiedene Vorkehrungen getroffen, einen beweg⸗ lichen zwei Fuß langen Haaken an die Egge befeſtigt, oder, was am wirkſam⸗ ſten ſcheint, einen eiſernen Buͤgel von nebenſtehender Geſtalt. E 2 Konſtruktion der Eggen. Gebrochene Eggen. Anſpannungs⸗ buͤgel. 7 Beſpannung der Eggen. Eggenſchleifen. — S trauch⸗ Eggen. Anwendung der Eggen. 36 Diie Ackerwerkzeuge. pen oder den Saamen fortſchleifen. Soll die Egge nur flach eingreifen, ſo wird der Zug in den untern Haaken, ſoll ſie tief ein⸗ greifen, in den oberſten gehangen. Dieſer Buͤgel hat ungefaͤhr vorn die Laͤnge von 1 ½ Fuß, und iſt auf dem Eggenbalken feſtgenagelt.. §. 134.. Wo mit vielen Pferden geegget wird, pflegen gewoͤhnlich die Pferde in ſchraͤger Richtung und ſo angeſpannt zu ſeyn, daß man nur das erſte zu fuͤhren braucht, die andern aber dieſem folgen muͤſ⸗ ſen. Man befeſtigt naͤmlich den Zuͤgel des zweiten entweder am Schwengel des erſten Pferdes oder an deſſen Egge, das dritte Pferd an der des zweiten u. ſ. w. Hierdurch werden die Pferde in ihrer Richtung erhalten, indem ſie nach der einen Seite wegen des Zuͤgels, nach der andern Seite wegen der neben ihnen gehenden Eggen nicht ausweichen koͤnnen. Sie ſcheuen ſich vor dieſer neben ihnen gehenden Egge natuͤrlich ſo ſehr, daß man nicht zu beſorgen hat, daß ſie eintreten werden, wenn ſie ſolche anders ſehen koͤnnen. Deshalb darf man ihnen aber beim Eggen durchaus kein Hauptgeſchier mit Scheuklappen auflegen, oder muß wenigſtens die Scheuklappe auf der Sggenſeite zuruͤckbiegen. Blinde Pferde zum Eggen dieſer Art zu gebrauchen, iſt ſehr gefaͤhrlich; es ſey denn, daß ſie an dieſen Gang lange, und eher ſie blind wurden, gewoͤhnt waren. §. 135. Zu den Eggen gehoͤrt immer ein Schlitten oder Schleife, womit ſie auf das Feld gefahren wer⸗ den; es ſey denn, daß ein trockener guter Weg dahin ginge, in welchem Falle es zuweilen nuͤtzlich iſt, die Eggen darin herzuziehn, um ihn zu ebnen. Solche Schleifen werden auch zu dem Hinfuͤhren der raͤderloſen Pfluͤge gebraucht, und ſind wenigſtens ſehr anzurathen. Da die Erhaltung der Eggen einen betraͤchtlichen Artikel unter den Wirthſchaftsausgaben aus⸗ macht, und darauf doch bei Ackerbeſtellung ſo viel ankommt: ſo hat man auf die Schonung der Eg⸗ gen alle Sorgfalt zu verwenden. Sie muͤſſen, ſobald man ſie nicht mehr braucht, unter Dach ge⸗ bracht, auf dem Felde und Hofe aber nie niedergelegt, ſondern immer gegen einander aufrecht geſtellt werden. §. 136. 1 Zuweilen werden die Eggen mit Reiswerk, und zwar, wenn ſie recht wirkſam ſeyn ſollen, mit Dornengeſtraͤuch durchflochten; oder man hat auch wohl bloße Eggengeſtelle ohne Zinken, die bloß hierzu beſtimmt ſind. Solche Straucheggen ſind, wenn ſie bloß auf die Oberflaͤche wirken ſollen, ſehr wirkſam, zerpulvern die aufliegenden Kloͤße voͤllig, und machen eine ſehr ebene Flaͤche. Man be⸗ dient ſich ihrer auch zum Unterbringen feiner Saͤmereien, z. B. des Klees. Sie muͤſſen dann aber von ſteifern Reiſern, am beſten von Dornen, und nicht zu dicht geflochten ſeyn, weil ſie ſonſt ſchlep⸗ Auch werden die aus Reiſern geflochtenen ſogenannten Korb⸗Eggen von denen, die ſie im Ge⸗ brauche kennen, ſehr geruͤhmt. §. 137. Die gehoͤrige Anwendung der Eggen iſt fuͤr den Ackerbau von ungemeiner Wichtigkeit, und wenn ſie mangelhaft iſt, ſo wird der Zweck durch die beſte Pflugarbeit nicht erreicht. Nur durch den Gebrauch der Kultivators wird der Gebrauch der Eggen betraͤchtlich erſpart. Ueber die richtige Anwen⸗ dung der Egge in beſondern Faͤllen werden wir in der Folge reden; hier nur uͤber dieſelbe im Allge⸗ meinen, um uns darauf beziehen zu koͤnnen. NMnun J) S) 9) Jl ) Nan ſi zige n der 4) Nat begenden gar auf breiten d ſatt. Die des andern E lins ſtehende in einer inmer ge Schrite au genſe Breite, piades hierd innen, die ſta den ſie gewe wenn das inn und die aͤuße Acbeiten füͤr gewiß, daß wird. Abe Eggen dieſe es wit eſſer dann lang dere Pferd und man ii Zum ger Feuchtig mehr Nacht hat wan ſic ten laſſe, daher eine anderen ne unter die de ſädem ode dumn von ih andte diſe i dennir erſten ſe he die Pa andern Ennen dieſer wan n werden, den s kein Hauhhyär enſeite zrtde hdenn, dah ſen 3 Feld gefohenrr zuweile lithi dem Hinfüh 1 L haftsausgebe he Schonurg ei cht, unte dar en einander ui ſam ſeyn ſiln ne zinkn, Rii e witke ile Fläthe. Au je müſen vnde well ſe inti de richt hen einl Die Ackerwerkzeuge. 37 Man unterſcheidet folgende Arten des Eggens: 1) In die Laͤnge(lang ziehen), in gleicher D Direktion mit der letzten Pflugfurche. 2) Ins Kreuz oder ſchraͤg gegen den Pflugſtreifen(quer oder ſchraͤg ziehen). 3) Man ziehet ſchlangenfoͤrmig von einer Seite eines Beetes zu ur andern, und ſo, daß ſich die Zuͤge in der Geſtalt einer 8 durchkreuzen. 4) Man egget rund und in einer Volte. Da dieſes ſehr wirkſame Rundeggen in manchen Gegenden gar nicht bekannt iſt, ſo muß ich es hier ausfuͤhrlicher beſchreiben. Es findet indeſſen nur auf breiten Beeten oder Gewenden, oder wo man uͤberhaupt alle Beet⸗ Unterſcheidungen vermeidet, ſtatt. Die Pferde, gewoͤhnlich vier zuweilen auch ſechs, werden nach der obenerwaͤhnten Art eins an des andern Schwengel oder Egge befeſtiget. Der Fuͤhrer nimmt dann das vorderſte mehrentheils links ſtehende Pferd an die Leine, und laͤßt es eine Volte um ſich herum machen, da dann die andern in einer immer groͤßern Volte folgen muͤſſen. So wie ein Kreis beinahe vollendet iſt, tritt er um eini⸗ ge Schritte auf dem Felde weiter herunter, und laͤßt nun d die zweite Volte machen, und ſofort die ganze Breite, welche die Eggen beſtreichen, hinunter. Man ſiehet leicht ein, daß das aͤußerſte Pferd es hierbei am ſchwerſten habe, und es werden eehulh die ſchwaͤchſten und kleinſten Pferde nach innen, die ſtaͤrkſten und groͤßten nach außen geſpannt. Oder aber, wenn ſie ziemlich gleich ſind, wer⸗ den ſie gewechſelt. wenn das innere nur einen langſamen Schritt macht. Wenn ein zaͤher Boden zerkruͤmelt werden ſoll, und die aͤußeren Pferde deshalb beſtaͤndig im Trabe erhalten werden, ſo iſt es eine der angreifendſten Arbeiten fuͤr die Pferde, und kann nur durch gute kraftvolle Thiere aus gefuͤhrt werden. Auch iſt es gewiß, daß dieſes Eggen viele Zeit wegnimmt, indem jede Stelle des Ackers mehrere Male beruͤhrt wird. Aber es thut auch eine Wirkung, die man auf keine andere Weiſe erreichen kann. Das ſchnelle Das außere Pferd muß mehrentheils ſchon in einem ziemlichen Trabe gehen, Eggen dieſer Art geſchieht gewoͤhnlich nur mit Eggen, die hoͤlzerne Zinken haben, indem die Pferde es mit eiſernen Zinken gar nicht aushalten wuͤrden. Nachdem der Acker ſo uͤberegget worden, wird dann lang gezogen, und auch dieſes geſchiehet im vollen Trabe, indem ſich der Fuͤhrer auf das vor⸗ dere Pferd ſetzt, und ſchnell herunterreitet. und man richtet daſelbſt auf nichts eine ſo große Aufmerkſamkeit, wie auf dieſer Operation. §. 138. Zum Eggen jeder Art muß noch mehr wie zum Pfluͤgen eine guͤnſtige Witterung und ein gehoͤri⸗ ger Feuchtigkeitsgrad des Bodens wahrgenommen werden. Bei zu vieler Feuchtigkeit kann es oft mehr Nachtheil als Vortheil bringen, und den Boden um ſo mehr binden und ballen. Eben ſo ſehr hat man ſich aber auch zu huͤten, daß man einen zaͤhen Boden nicht zu ſtark austrocknen und verhaͤr⸗ ten laſſe, eher man mit der Egge darauf koͤmmt, indem er alsdann gar nicht zu zwingen iſt. Wenn daher eine guͤnſtige Zeit und Witterung fuͤr das Eggen eintritt, ſo muͤſſen dieſer Arbeit durchaus alle anderen nachſtehen, und man muß daher in ſeinem woͤchentlichen oder monatlichen Arbeitsanſchlage unter die Geſpannarbeiten das Eggen immer oben anſetzen. Die Walze §. 139. Die Walze gehoͤrt ebenfalls zu den hoͤchſt nuͤtzlichen, und bei dem vollkommneten Ackerbau auf Wir werden erſt von ihren verſchiedenen Zwecken, und jedem Boden unentbehrlichen Inſtrumenten. dann von ihrer Form reden, weil ſich dieſe nach jenem billig richten muß⸗ Am beſten wird dieſes Eggen in Mecklenburg vollfuͤhrt, Wahrnehmung der Witterung. Zwecke des Walzens. veerabſaͤumt haͤtte. Boden und hoͤherer Ackerkultur, ſelbſt nach Vorbereitungsfurchen, erſt geegget, dann gewalzt und 38 Ddie Ackerwerkzeuge. Der erſte Zweck iſt: die von der Egge unzermalmt gebliebenen Erdkloͤße zu zertruͤmmern, oder 2„ G2. 7. 4 3—„.—...„ doch ſo in den Erdboden hineinzudruͤcken, daß ſie durch ein nochmaliges Eggen, indem ſie nun nicht ausweichen koͤnnen, nothwendig zerkleinert werden muͤſſen. Deshalb wird in Gegenden von zaͤhem 95— taltur, wieder geegget. Man wuͤrde einen Boden ſehr unvollkommen bearbeitet glauben, wenn man dieſes Die zweite Abſicht iſt: dem loſern Boden dadurch eine Zuſammendruͤckung und Bindung zu ge⸗ ben. In dieſer findet man die Walze weit ſeltener benutzt, obwohl ſie dazu ebenfalls hoͤchſt zweckmaͤ⸗ ßig und vortheilhaft iſt, und die zu große Lockerheit, welche ſolcher Boden durch das mehrmalige Pfluͤ⸗ gen erhaͤlt, ſehr verbeſſert, insbeſondere aber auch die Feuchtigkeit darin erhalten kann. Am haͤu⸗ & Konſtruktion der Walze. figſten wird ſie zu dieſem Zwecke auf dem loſen ſchwammigen Niederungsboden gebraucht, wo ſie faſt unentbehrlich ſt. Der dritte Zweck iſt: der Saat dadurch eine beſſere Lage und Verbindung mit dem Boden zu geben. Zuweilen iſt es vortheilhaft, zu feinem Saamen den Boden vor der Ausſaat zu walzen und vollkommen zu ebnen, damit ſich der Saamen ganz gleichmaͤßig vertheile, und nirgends zuſammen⸗ falle. Er ſpringt auf ſolchem voͤllig geebneten Boden, wenn er ſich beruͤhrt, von einander und nicht leicht bleiben zwei Saamenkoͤrner zuſammen. Dann wird er mit der Egge uͤberzogen, und die Reiſen der Egge durch ein wiederholtes Walzen zuſammengedruͤckt. Das Walzen iſt aber auch groͤ⸗ 4 beren Saaten nach dem Eineggen auf nicht gar zu bindendem und nicht feuchtem Boden von großem Nutzen, indem ſie die Erde an ihn andruͤcken, und mit ſelbiger in feſterer Beruͤhrung bringen, wodurch / ſchnelleres Keimen und hervorſtechen der Saat bewirkt wird. Wahrſcheinlich wird auch dadurch eine zu ſtarke Einwirkung des Lichts, welches dem keimenden Saamen nachtheilig befunden iſt, verhuͤtet Ueberdem aber erleichtert ein nach der Saat gewalzter und dadurch voͤllig geebneter Acker die Ernte ſehr, und die Frucht kann mit weit kuͤrzere Stoppel abgemaͤhet werden, welches beſonders bei Eb⸗ ſen und Wicken bedeutend iſt. Der vierte Gebrauch der Walze iſt: auf einer ſchon gelaufenen Saat be⸗ ſonders ihre im Winter geloͤſten und von Froſt herausgehobenen Wurzeln wieder in den Erdboden hin⸗ einzudruͤcken, oder doch ſtaͤrker damit in Beruͤhrung zu bringen. Ein an Humus reicher Niederungs⸗ boden blaͤht im Fruͤhjahre zuweilen ſo auf, daß die Pflanzenwurzeln hervorgetrieben werden, und wenn dann nicht bald Regen eintritt, iſt die Walze das einzige Haͤlfsmittel zur guten Erh ql⸗ tung der Saat. M Endlich bedient man ſich auch in beſondern Faͤllen der Walze zur Vertilgung gewiſſer Inſekten auf der Saat, die hauptſaͤchlich des Nachts aus der Erde hervorkommen, um zu freſſen, weshalb es dann bei Nacht geſchehen muß. 8. ne 8* . 140. Das Weſentliche bei der Walze iſt der um ſeine eigene Axe mittelſt einer eiſernen Nabe umlau⸗ fende Baum. Mehrentheils iſt derſelbe rund, von verſchiedenem Durchmeſſer und Laͤnge. Je ſeaͤrker der Durchmeſſer und je weniger lang, deſto wirkſamer und druͤckender iſt das Werkzeug. Eine be⸗ trächtliche Laͤnge vermehrt den Druck nicht, vermindert ihn vieimehr, indem eine lange Walze von mehrern Punkten des Erdbodens getragen wird. Die gewoͤhnlichſte Laͤnge iſt 6 bis 9 Fuß, und ihr Durchmeſſer weicht ab zwiſchen 1 und 2 Fuß. Man hat aber auch ſechs⸗ und achteckige Walzen, welche zur Zermalmung der Kloͤße eine weit groͤßere Wirkung, wie die runden thun, indem ſie mit jeder niederfallenden Seite eine klopfende Wir⸗ 1 wie ſchon daraus erhellet, daß von der Walze unberuͤhrt gebliebene Stellen hervorſtechen, immer ein kung han enußiijm Pun hat ſäan Wam ſeſt licht e Das Ge⸗ nndern einen b ine oder de⸗ ſehen kann, wird, dadur dem Führerd zen ohne Geſt woran der Zug Hanken heruͤbe der Walze bei mit nichts zu Einige geben, woe oin vielen nicht algeme tenwegewalz Eine Zgweck iſt e ſchaften no trocknem B laſſen. Iſt daß die ganz Stacheln iig Eine! zembaume ei In Er dorragenden deſſen iha griff mache Zum beim Eggen ſch an die⸗ warten waͤr indem ſied nan bei g däet fnd, m ere Umme. Shd u 9s 10 erſtechen, an er 1g In fr Die Ackerwerkzeuge. 39 kung haben. Sie erfordern aber eine betraͤchtlich groͤßere Zugkraft, und deswegen findet man ſie ver⸗ vermuthlich nicht haͤufig. Auf zaͤhem Boden halte ich ſie jedoch ſehr vortheilhaft. Man hart ſie in derſelben Abſicht auch gereift oder kannelirt gemacht, oder aber mit Leiſten be⸗ ſchlagen. Wenn dieſe indeſſen gebraucht werden, wenn der Boden noch nicht ganz trocken iſt, ſo ſetzen ſie ſich leicht voll Erde, und thun dann um ſo weniger Wirkung. Das Geſtell der Walze wird auf verſchiedene Weiſe gemacht. Es ſcheint mir keine Art vor der andern einen beſondern Vorzug zu verdienen, und es bedarf alſo wohl keiner Beſchreibung, da jeder eine oder die andere Art kennen wird. Es muß nur ſo gebaut werden, daß der Fuͤhrer ſich darauf ſetzen kann, weil dadurch der Druck vermehrt wird, und die Arbeit, welche den Pferden nicht ſauer wird, dadurch mehrentheils ſchleuniger vorwaͤrts geht. Man vermindert durch dieſe Bequemlichkeit dem Fuͤhrer das Unangenehme des Staubes, welches er dabei zu ertragen hat. Man hat auch Wal⸗ zen ohne Geſtell, und die Spindel laͤuft in einem Ringe um, an welchem ein Haaken befindlich iſt, woran der Zug gehangen wird. Statt die Walze zu wenden, werden die Pferde herumgefuͤhrt, der Haaken heruͤber gedrehet, und der Zug wieder angehangen. Man verhuͤtet dadurch das Schleppen der Walze bei kurzen Wendungen, aber wenn man nur weitere Wendungen nimmt, ſo hat es da⸗ mit nichts zu bedeuten. Einige bedienen ſich auch auf dem Acker der ſteinern Walzen. Es mag zwar allerdings Faͤlle geben, wo eine ſo ſtarke Zuſammenpreſſung der Erde nuͤtzlich ſeyn kann; indeſſen ſcheint es mir, als ob in vielen Faͤllen dieſer Druck wohl zu ſtark ſeyn koͤnnte, und man folglich ihren Gebrauch wenigſtens nicht allgemein machen duͤrfe. Enn rajoltes ſandiges Feld habe ich freilich mit einer ſteinernen Gar⸗ tenwegewalze mit gutem Erfolg uͤberziehen laſſen; außerdem aber keine Erfahrung daruͤber. §. 141. Eine beſondere Art von Walze iſt die Stachelwalze, welche mit eiſernen Spitzen beſetzt iſt. Zweck iſt eine weit kraͤftigere Zertheilung der Erdkloͤße, und man findet ſie daher in manchen Wirth⸗ ſchaften noch vor. In dieſer gewoͤhnlichen Form kann dieſe Walze aber nicht anders, als bei ſehr trocknem Boden gebraucht werd en. wo man den rechten Zeitpunkt zum Walzen ſchon hat uͤbergehen laſſen. Iſt noch einige Feuchti ti n der zaͤhen Erde, ſo ſetzt ſich dieſe ſo ſtark zwiſchen die Stacheln, daß die ganze Walze damit uͤberz zbenn wied, und nun eine Maſſe von Erde herumwaͤlzt, ohne daß die Stacheln irgend eine Wirkung thun koͤnnen. Eine beſſere Wirkung thun die, wo eiſerne Klöpfer, aber in groͤßerer Entfernung in dem Wal⸗ zembaume eingeſchlagen ſind, welche diejenigen Kloͤße, die ſie treffen, ſicher zermalmen. In England hat man auch Walzen zu verſchiedenen Zwecken empfohlen, die mit eiſernen her⸗ vorragenden und geſchaͤrften Ringen beſetzt ſind. Man hat verſchiedenes damit erreichen wollen, deſſen ich an andern Orten erwaͤhnen werde, obwohl ich mir von ihrer Nutzbarkeit keinen klaren Be⸗ griff machen kann. §. 142. Zum Walzen muß die gehoͤrige Witterung und Abtrocknung des Bodens faſt noch genauer, wie beim Eggen wahrgenommen werden. ſich an die Walze anhaͤngt, weil ſonſt auf zaͤhem Boden nur eine nachtheilige Wirkung davon zu er⸗ warten waͤre; ſelbſt auf jandigem Boden aber eine Borke enrſtehen wuͤrde, die niemals gut ſeyn kann, indem ſie den Erdboden gegen die Einwirkung der Atmoſphaͤre verſchließt. Eben ſo wenig aber darf man bei zaͤhem Boden ſo lange wasten, bis die Kloͤße alle Feuchtigkeit verloren haben, und ſo ver⸗ haͤrtet ſind, daß ſie der Walze durchaus widerſtehen. walze. Gerechte Ihr Die Stachel⸗ Zeit Der Boden darf durchaus nicht mehr ſo feucht ſeyn, daß er zum Watzen. 44 Die Ar beit der Beackerung. Die Arbeit der Beackerung. 6. 143. 4 Lorderungen Bei der Arbeit des Pfluͤgens kommt es vor allem darauf an: 4 an eine gute 1) Daß voͤlig gerade Linien nach der Richtung, die der Pflug nehmen ſoll, hin gezogen wer⸗ weichung von der Tendeaz groͤßer werden muß. “ 2) Daß der Pflug durchaus in gleicher Tiefe und in einer mit der Oberflaͤche parallelen Linie hergehe, nicht wie bei ſchlechten Pfluͤgen und Pflugfuͤhrern oft der Fall iſt, auf und nieder huͤpfe, und Furchen im Zickzack bilde... 3) Daß er die Erde rein aus den Furchen ausſtreiche, wenig zuruͤckkruͤmeln laſſe, und eine Fur⸗ che bilde, deren Sohle mit der Landſeite einen rechten, nicht ſpitzen Winkel bildet. den, oder ſo, daß der umgewandte Streifen nun etwa mit der Horizontallinie des Ackers einen Winkel von 40 bis 50 Grad bilde, zu liegen komme. Dieſe Lage iſt in den meiſten Faͤllen die vortheilhafteſte. 5) Daß immer gleich breite Streifen, und zwar in derjenigen Breite, welche man nach der genommen werden. 6) Daß auch die vorgeſchriebene Tiefe gehalten werde. ſelben parallel mit einander laufen, damit bei Beendigung des Gewendes die Keile vermieden werden, welche wegen der vielen Umwendungen die Arbeit ſehr erſchweren. die Arbeit in der beſten Ordnung und ohne Stoͤrung fortgehen koͤnne. . 144.— Wie deren Er⸗ Ein Theil jener Forderungen wird nun ſchon durch die gehoͤrige Konſtruktion des Pfluges, wor⸗ uus zu be⸗ uͤher wir geredet haben, groͤßtentheils erfuͤllt. Jedoch koͤmmt es dabei allerdings auch auf den Pfluͤ⸗ 3 ger an, der wenigſtens nicht ganz ſtumpfſinnig und ungeuͤbt ſeyn muß. Die Erfuͤllung anderer, z. B. die gerade Linien der Furchen, haͤngt von dem Pfluͤger, und zwar hauptſaͤchlich von dem Vorpfluͤger allein ab. Daher iſt die Auswahl keinesweges gleichguͤltig, und ein Vorpfluͤger, der ein richtiges Augenmaaß hat, iſt ſehr ſchaͤtzbar. Auf die Erfuͤllung aller Forderungen hat aber der Arbeitsaufſeher zu achten, und insbeſondere die Breite und Tiefe der Furchen zu beſtimmen, die nach dem jedesmaligen Zwecke eines Pfluͤgens ge⸗ erlaͤutern. §. 148.. Bei der Beſtimmung der Streiffenbreite iſt auf die Beſchaffenheit des Bodens und den Zweck 4 Breite der die Streifen ſeyn, weil ſich breite Streifen nicht zertrennen und kruͤmeln, beſonders weil die Egge we⸗ niger Einwirkung darauf haben kann. Ein loſer ſandiger Boden kann dagegen breite Streifen er⸗ pfugarbeit., den, damit moͤglichſt wenige Abweichungen davon erfolgen, und alle Pflugſtreifen parallel nebenein⸗ G aaander zu liegen kommen. Geht der Pflug in dieſer Richtung nicht gerade fort, ſo werden die Strei⸗ fen nicht allenthalben von gleicher Breite, und die Arbeit wird erſchwert, indem die kaſt bei jeder Abe 4 Daß der Pllugſtreifen ſo ſtark als noͤthig iſt, naͤmlich etwa in einem Bogen von 140 Gra Beſchaffenheit des Bodens und zur Befoͤrderung der Arbeit jedesmal als zweckmaͤßig angegeben hat, 7) Daß die gehoͤrige Breite und Laͤnge der Gewende genommen werde, und daß die Seiten der⸗ 9) Daß die mehreren Pfluͤge in ihrer Folge und auf den Gewenden ſo vertheilt werden, daß 8 macht werden ſollen; auch wenn er ſich auf dem Vorpfluͤger darin nicht ganz verlaſſen kann, die Ge⸗ f wende einzurichten. Was uͤbrigens in Anſehung beſonderer Pflugarten zu beobachten, wird die Folge Gtreifen. des jedesmaligen Pfluͤgens Nuͤckſicht zu nehmen. Je zaͤher der Boden iſt, um deſto ſchmaler muͤſſen tragen, tkagen, nig ir inake hun kett hriue Streife es Drerſches! icend, und Es wach malet oder gen Pfägen ds ſebenolig cht kan es ) Jol annehn , in ung Setriiin gegen chem Schritte zurchen in7 Mit de ten Seite ha iſen Beet ſo dieles hol entſtehenden Acker beider Beetepfl Das dder angepſl einjeder die und Apfläͤg lch eben, un Erhohungen Durchanber legen undd nmnan naͤmi letzten Bee andem mal engelegt Dieſe vo richt be ackern; und hohen ſchm Weleitungd ſedem Falle Dittet 8 ——— Die Arbeit der Beackerung. 41 tragen, und geſtattet dennoch eine zureichende Einwirkung der Egge. Je tiefer die Furchen ſind, um deſto ſchmaler muͤſſen ſie ſeyn, theils weil die Laſt dem Pfluge ſonſt zu ſtark werden wuͤrde, theils weil tiefe und breite Streifen nicht uͤberſchlagen koͤnnen. Bei ganz flachem Pfluͤgen kann man dagegen breitere Streifen nehmen, und wenn man bei denſelben nur die erſte Umwendung der Stoppel oder l, ſageunne des Dreeſches bezweckt, und deſſen Vermoderung oder Muͤrbemachung, ſo ſind breitere Streifen zu⸗ n panlä nr reichend, und in gewiſſer Hinſcht vielleicht beſſer. ſo wahn i’en Es macht aber in der Arbeit einen ſehr betraͤchtlichen Unterſchied, ob die Streifen 2 oder 3 Zoll die kait air ⸗ ſchmaler oder breiter genommen werden, wie im§. 183. des erſten Theils gezeigt worden. Zu demje⸗ . nigen Pfluͤgen, wobei man eine vollkommene Lockerung eines zaͤhern Bodens beabſichtigt, iſt eine ſechs⸗ Gaͤh danbe bis ſiebenzollige Breite des Streifens am zweckmaͤßigſten. Auf loſem Boden oder in vorgedachter Ab⸗ uf und nidan ſicht kann es zureichend ſeyn, wenn man einen Fuß breit pfluͤgt. Als mittlere Breite kann man 9 Zoll annehmen Es ſteht alſo der Weg, welcher auf das Umpfluͤgen eines Ackers verwandt werden laſe, nig muß, im umgekehrten Verhaͤltniſſe mit der Breite der Streifen, d. h. er verhaͤlt ſich bei ſiebenzolligen t. Streifen gegen zwoͤlfzollige wie 12 zu 7; oder wenn bei den ſchmalen Streifen 12 Stunden, bei glei⸗ Bogen un loch chem Schritte des Zugviehs, zum Umpfluͤgen eines Ackerſtuͤcks erforderlich ſind, ſo kann es bei breiten 8 Ackers ena di Furchen in7 Stunden geſchehen. en die vortſlhei 1 welche mm mzt F. 146. mͤßig angyen e Mit dem Pfluge, der kein herumzuſetzendes Streichbrett, ſondern ein feſtſtehendes auf der rech⸗ Entſtehung der ten Seite hat, kann durchaus bei jedem Pfluͤgen keine voͤllige Ebene erhalten werden, ſondern es Beete. muͤſſen Beete oder Gewende entſtehen, die durch vertiefte Furchen abgeſondert, in der Mitte aber um nd daßde Eind ſo vieles hoͤher ſind, als dieſe Furchen betragen. Nun hat man die Abſicht, dieſe immer von ſelbſt eile vernianven entſtehenden Beete entweder zu erhalten und abſichtlich anzulegen, oder man will einen voͤllig ebenen Aeker be ehaſten, und das Entſtehen dieſer Abtheilungen moͤglichſt vermeiden. Das erſte heißt: in detheit van Beetepfluͤgen; das andere: Edenpfluͤgen. §. 147. Das Eben⸗Pfluͤgen ſucht man zum Theil dadurch zu erhalten, daß man ein zuſammen⸗ Das ebenpftä⸗ . oder angepſtö agtes Gewende das nachſte Mal von einander oder abpfluͤgt(ich darf vorausſetzen, daß den. en des füne ein jeder dieſe Ausdruͤcke verſtehe, und einen anſchaulichen Begriff davon habe). Wenn dieſes An⸗ 395 udeiu u und Abpfluͤgen wechſilgweiſe gleich oft und gleich tief geſchieht, ſo bleibt das Beet oder Gewende ziem⸗ täͤllungnen lich eben, und wenn ſich Queerpfluͤgen und Rundeggen damit verbindet, ſo werden keine merklichen Pr dn Erhoͤhungen und Vertiefungen auf der Ackerflaͤche entſtehen. Indeſſen iſt es doch zur vollkommenſten ger, de ntit Durcharbeitung des Ackers rathſam, nicht immer dieſelben Gewende beizubehalten, ſondern ſie umzu⸗ „ legen und die Furche zwiſchen zwei Gewenden nun zur Mitte eines neuen Gewendes zu machen, indem ten, und äcthe man naͤmlich die beiden erſten Streifen in der vormaligen Furche zuſammenlegt, und nun die beiden ecke iastins. letzten Beetfurchen da macht, wo vorher die Mitte zweier neben einander liegenden Gewende war, rlaſtn im, Re 9 indem man dadurch bewirkt, daß dieſe Mitte, auf welcher vorhin die beiden erſten Streifen zuſam⸗ chten, bc vuih mengelegt waren, nun vollkommen ausgeackert werde. Dieſes Eben⸗Pfluͤgen hat da, wo es betraͤchtliche, einem Beſitzer gehoͤrige Breiten giebt, und wo nicht beſondere Gruͤnde fuͤr ſchmale hohe Beete eintreten, unbezweifelte Vorzuͤge vor jedem Beet⸗ ackern; und ſeine Vortheile ſind in der Mehrheit der Fälle uͤberwiegend, gegen die, welche man den odens und da hohen ſchmalen Beeten in einigen Faͤllen nicht abſprechen kann. Die Wirkung der Beetfurchen zur deſo— Ableitung des Waſſers, welche man an manchen Orten hauptſaͤchlich mit letzteren bezweckt, werden in eis nade en jedem Falle weit beſſer durch die in dem ebenen Acker unmittelbar nach geſchehener Beſtellung anzu⸗ träine Dritter Theil. F Ta n breite Em 42² Die Arbeit der Beackerung. egenden Waſeerfurchen erreicht, indem man dieſen nun durch das ganze Feld gerade diejenige Rich⸗ tung geben kann, die zum Ableiten des Waſſers die zweckmaͤßigſte iſt, welches bei den Beetfurchen nicht angeht. Dieſe Waſſerfurchen koͤnnen da, wo es noͤthig iſt, in Menge und dicht neben einan⸗ der angelegt, wo ſie aber unnoͤthig ſind, weggelaſſen werden. Der ebene Acker erhaͤlt die Verthei⸗ lung ſeiner fruchtbaren Erde gleichmaͤßig uͤber ſeine ganze Flaͤche, wogegen dieſe Erde bei den Beet⸗ ackern Stellenweiſe zuſammengehaͤuft und andern Stellen wieder entzogen wird. Die Ackerkrume bleibt allenthalben in gleicher Tiefe. So erhaͤlt man auch eine weit gleichmaͤßigere Vertheilung des Duͤngers, der ſich nicht in den Furchen zuſammenhaͤuft. Sein aufgeloͤſter Extraktivſtoff zieht ſich nicht an dem Abhange der Beete herunter, und verfließt in den Furchen. Beſonders aber wird die Saat gleichmaͤßiger vertheilt, und kann mit freieren Wuͤrfen geſchehen. Die Egge wirkt allenthalben gleichmaͤßiger ein, und das wirkſame Rundeggen faͤllt auf dem in Beeten geackerten Boden faſt weg; ſelbſt das Quereggen wird dadurch erſchwert. Deshalb wird auch der ebene Acker von Quecken und Wurzelunkraut ſo viel leichter rein erhalten. Dem Duͤnger⸗, beſonders aber dem Erntewagen erleichtert die ebene Flaͤche den Weg ſehr. Endlich aber wird dem Maͤher und Sammler bei der Ernte die Sache ſehr erleichtert. Das Getreide liegt flach und haͤngt nicht, wie oft unvermeid⸗ 2 lich, in die Furchen herab, deren Naͤſſe ihm ſo nachtheilig wird. Es kann weit leichter zuſammen⸗ gerechet werden, und die ſogenannte Hungerharke, welche dieſe Arbeit ſehr erleichtert, kann nur auf ebenen Feldern ihre Wirkung thun. Dieſe Vortheile ſind ſo in die Augen fallend, daß man nur unter ganz beſondern Ausnahmen, wovon wir in der Folge reden werden, ein ebenes Feld in Beete verwandeln wird. Die auf einem ſolchen Acker allenthalben gleich vertheilte Fruchtbarkeit giebt den Fruͤchten einen gleichmaͤßigen Stand und Anſehen, und man hat nicht den widrigen Anblick auf der Mitte breiter, hoher Beete, zuweilen bis zum Lagern geiles, an den Seiten und in den Furchen verkuͤmmertes Ge⸗ treide, oder vielmehr nur Trespen zu ſehen.. §. 148. Verſchiedene Die Beete, worin man den Acker gelegt findet, ſind hauptſaͤchlich dreierlei Art; Zeten der 1) Die breiten Beete von 16, 20, 30 und mehreren Streifen. 8—— 2) Die ſchmalen, aber wenig erhöheten und mit keinen tiefen Furchen verſehenen Beete von 6, 8 bis 12 Streifen.. 3) Die ſchmalen, hochaufgetriebenen und in den Furchen tief ausgeackerten Beete von 4, 6 bis 8 Streifen. Dieſe verſchiedenen Arten muß man wohl unterſcheiden, wenn man das, was zum Vortheil oder Nachtheil der Beete uͤberhaupt und der einen oder andern Art geſagt wird, richtig verſtehen wil. Man findet fre lich auch Mitteldinger, von denen man nicht weiß, zu welcher Gattung man ſie rech⸗ nen ſoll, aber faſt immer nur bei der ſchlechteſten Kultur, wo man uͤberhaupt bemerkt, daß die Men⸗ ſchen nicht wiſſen, was ſie thun. 6 6. 149. Breite Beete. Die breiten, in der Mitte erhoͤheten Beete ſind zum Theil wohl durch Zufall, d. h. ohne Abſicht, entſtanden, insbeſondere auf Feldfluren, wo das Eigenthum nach einzelnen langen Stuͤcken vertheilt war. Indem man daſelbſt in der Regel zweimal anpfluͤgte, wenn man einmal abpfluͤgte, mußte nothwendig eine Zuſammenhaͤufung der Ackererde nach der Mitte oder dem Ruͤcken eines Stuͤcks hin geſchehen. Wo, wie an manchen Orten, keine Raine zwiſchen den Feldern vorhanden waren, oder man dieſe, wo der Grund und Boden ſchaͤtzbarer ward, abgepfluͤgt hatte, vermied ein jeder das * Aueium p igen iht h ä i gir ſ aiusdtritt ſchm, dien Smnoboden. duen Thell de in den Seiter man, wuͤrde Weiſe helfen, ben. Indeſ angelegt ſind, mengten Fe dürten Gegen muͤſen ſiein dem man ofte indem mir ei den, in ſolc loſem Sand Der 1) 2 ben worden die Seite 2) ſo mehr a ein ebenfal doͤllg eing 32 gleich die F Auſammenge Seiten des hauft han, ſenken, feuchter⸗ 4 fuͤr die S indem da⸗ einem ſole dor dem 9 . Nichung: den Seite ſteht, und aude deirigeRe bei den Neiute d dicht nie ther er erhäde Derh eErde di dde d Dee Tiehe gere Vatzunn extroktöiiſff ſonders üna gge wirtt älane geackerten Faa der ebene län beſonderz herſ Mähet un Em t, wie oftumem ei lechter gine ichtett, kam ma eſondern guine d. it den gruhmne auf der Mite hn. en verkümnatbe ei Aet; n Furchen dite 72 ausgercketn di , was un dii richti berſcer 1 Gattung an ſe⸗ merkt, di dege Zufal,! H enen langan 3 an einnlähül Räcktn iis ei n vorhondel ermied eio 1 Die Arbeit der Beackerung. 43 Auseinanderpfluͤgen um ſo mehr, damit ihn der Nachbar die zugepfluͤgte Erde der Furche beim An⸗ pfluͤgen nicht weghole. Hierdurch ſind dann zuweilen Beete bei betraͤchtlicher Breite entſtanden, die in der Mitte ſo hoch ſind und in den Furchen ſo abfallen, daß zwei Menſchen, die in zwei Furchen eines Ackerſtuͤcks ſtehen, ſich einander nicht ſehen koͤnnen. Man ſindet ſolche Beete nicht bloß auf Feldern, die mehr von der Naͤſſe wie von der Duͤrre zu beſorgen haben, ſondern ſogar auf trockenem Sandboden. Auf feuchtem Boden fuͤhrt man zu ihrer Vertheidigung an, daß man ſich dadurch doch einen Theil der Ernte ſichere und auf dem Ruͤcken der Beete gutes Getreide erhalte, wenn gleich das an den Seiten ſtehende auswittere und von geringer Bedeutung ſey. Ohne die hohen Beete, glaubt man, wuͤrde man gar nichts haben. In den meiſten Faͤllen konnte man ſich zwar auf eine andere Weiſe helfen, und die ſchmalen hohen Beete wuͤrden hier immer noch den Vorzug vor den breiten ha⸗ ben. Indeſſen laſſen ſie ſich hier noch entſchuldigen, und wenn ſie nur mit einer gehoͤrigen Rundung angelegt ſind, mit tief genug ausgepfluͤgten Furchen, ſo haben ſie das fuͤr ſich, daß man ſich bei ge⸗ mengten Feldern nicht anders helfen konnte. Man findet ſie aber auch in trockenen und ſelbſt in duͤrren Gegenden nicht ſelten, und hier laͤßt ſich nicht der geringſte Vortheil davon einſehen, vielmehr muͤſſen ſie in jeder Hinſicht nachtheilig werden. Sie ſind hier entweder unwillkuͤhrlich entſtanden, in⸗ dem man oͤfter zuſammen als von einander pfluͤgte; oder aber aus unuͤberlegte Nachahmungsſucht, indem mir ein Beiſpiel bekannt iſt, wo man den hoͤheren Ertrag, den ein benachbarter lehmiger Bo⸗ den, in ſolche Beete aufgepfluͤgt, gab, dieſer Beackerungsmethode zuſchrieb, und ihn dadurch auf loſem Sandboden gleichfalls zu erreichen waͤhnte. §. 150. Der mannigfaltige Nachtheil der hoch aufgepfluͤgten breiten Beete beſteht in folgendem: 1) Die beſſere, befruchtete Ackererde iſt in ihrer Mitte zuſammengehaͤuft und allmaͤhlig vergra⸗ ben worden, wogegen unfruchtbare Erde immer tiefer aus dem Grunde der Furchen herauf und an die Seite der Beete gebracht wird. 2) Wenn man die Ruͤcken derſelben gegen Feuchtigkeit geſchuͤtzt hat, ſo ſind ihr die Seiten um ſo mehr ausgeſetzt. Das Waſſer wird uͤberdem haͤufig zwiſchen dieſen Beeten eingeſperrt, indem man ein ebenfalls aufgepfluͤgtes Vorgewende macht, wodurch das Waſſer, wenn auch Abzug da waͤre, voͤllig eingeſperrt wird. 3) Bei ſehr anhaltendem Regen ſtaut das Waſſer oft bis zum Ruͤcken der Beete hinauf, wenn gleich die Furchen einigen Abzug haben; denn, indem man die lockere Erde in der Mitte des Beets zuſammengepfluͤgt hat, holte man aus dem Untergrunde zaͤhen Ton herauf, und legte ſolchen an die Seiten des Beets. Hierdurch iſt nun dem Waſſer, welches ſich in der mittleren poroͤſen Erde ange⸗ haͤuft hat, aller Abzug verſperrt, indem es weder in den undurchlaſſenden Untergrund ſich ver⸗ ſenken, noch durch die mit Thon belegten Seiten abziehen kann. Dies ſind ihre Nachtheile bei feuchter Witterung.. 4) Bei trockener Witterung dagegen, wo die Wirkung eines jeden einfallenden Regenſchauers fuͤr die Saat ſo wichtig iſt, erhaͤlt ein hohes, an den Seiten abhaͤngiges Beet wenig Nutzen davon, indem das Waſſer von der trockenen, borkigen Oberflaͤche gleich zur Seite ablaͤuft, ſo daß man nach einem ſolchen Regenſchauer die Furchen zuweilen voll Waſſer, den Ruͤcken aber eben ſo trocken, wie vor dem Regen antrifft. 3) Sie verhindern eine gleichmaͤßige Einwirkung der Sonne. Wenn ſie insbeſondere in der Richtung von Oſten nach Weſten gelegt ſind, ſo iſt der Unterſchied zwiſchen der ſuͤdlichen und noͤrdli⸗ chen Seite des Beets hoͤchſt auffallend, indem das Getreide auf der letztern Seite weit ſchlechter ſteht, und weit mehr zuruͤck iſt, als auf der erſtern. Das Zuruͤckbleiben iſt manchmal ſo groß, daß 8 2 — 8“ Nachtheile der hoch aufgepfluͤg⸗ ten breiten Beete. 44 Die Arbeit der Beackerung. b man ſich genoͤthigt ſieht, die ſuͤdliche Seite abzuernten, weil hier alles voͤllig reif iſt, wogegen es ſich an der noͤrdlichen noch im unreifen Zuſtande befindet. 6) Wenn die hohen Ruͤcken bei kalten Wintern durch den Wind vom Schnee entbloͤßt werden, oder wenn er in der kritiſchen Fruͤhjahrsperiode durch die Sonne bei Tage geſchmolzen wird, und das in den Furchen ſtehende Waſſer heraufſtauet und des Nachts gefriert, ſo werden die Pflanzen auf dem Ruͤcken aus der Erde gehoben und vollig zerſtöͤrt, ſo daß nun gerade der Theil des Ackers, von dem man ſich am meiſten verſprechen durfte, gar keine Pflanzen behaͤlt. ) Bei einer ſehr guͤnſtigen Witterung wird von der in der Mitte angehaͤuften Fruchtbarkeit das Getreide daſelbſt oft ſo geil, daß es ſich lagert, wogegen es an den Seiten verkuͤmmert und nur Schmachthalme hat. 8) Die Beackerung wird dadurch ſehr erſchwert, und man kann den guͤnſtigſten Zeitpunkt in Ruͤckſicht der Feuchtigkeit nicht wahrnehmen. Der Ruͤcken iſt oft ſchon zu trocken und erhaͤrtet, wenn die abhaͤngigen Seiten noch ſo an Feuchtigkeit leiden, daß ſie den Auftritt der Pferde nicht zulaſſen. Thäͤtige Wirthe pflegen daher haͤufig die Mitte ſolcher Beete zu pfluͤgen, und die Seiten bis zu einer trockenen Zeit liegen zu laſſen. Wie ſehr dies aber die Beſtellung erſchweren und eine vollſtaͤndige Bearbeitung des Bodens verhindern muͤſſe, erhellt von ſelbſt. 3 9) Das ſo wirkſame Querpfluͤgen iſt bei ſolchen Beeten ganz ausgeſchloſſen. Eben ſo ſehr iſt ein wirkſames Eggen erſchwert. Auch iſt eine gleichmaͤßige Vertheilung der Saat ſehr ſchwierig und muͤhſam, und ſo iſt es auch die Ernte auf mancherlei Weiſe. 10) Der angebliche Vortheil, daß man dadurch die Oberflaͤche des Bodens vermehre, wird da⸗ Schwierigkeit bei der Able⸗ gung der hohen Bei dieſen augenſcheinlichen Nachtheilen §. 151. durch bei weitem uͤberwogen, daß nun ein großer Theil des Raums verloren gehe und gar nichts trage. wuͤrde man laͤngſt alle hohen Beete dieſer Art bei eini⸗ ger Ueberlegung abgeſchafft haben, wo naͤmlich hinlaͤngliche Breiten einem Eigenthuͤmer gehoͤren. breiten Beete. Aber ſelbſt aufmerkſame Ackerbauer fuͤrchten den Verluſt, dem man auf dem beſten Theile des Ackers, aauf dem Mittelruͤcken erleidet, wenn man ſich mit dem Abpfluͤgen derſelben uͤbereilt. Wenn das Aufpfluͤgen dieſer Beete von unverſtaͤndigen Landwirthen erſt ſeit kurzem geſche⸗ hen iſt, ſo kann man dreiſt damit verfahren, und ich ſelbſt habe Beiſpiele, wo es ohne allen Nachtheil geſchah, und unmittelbar eine ungleich groͤßere Ernte darnach erfolgte. Wenn das Uevel aber ſchon veraltet iſt, und die in der Mitte zuſammengepfluͤgte urſpruͤnglich fruchtbare Erde die Einwirkung der Atmoſphaͤre vielleicht ſeit Jahrhunderten entzogen worden, und ſie auf der Sohle der Furche durch den Pferdetritt und den Druck des Pfluges zuſammengepreßt iſt, ſo iſt ſie ſelbſt beim hinlaͤngli⸗ chen Gehalte von Humus oder Kohlenſtoff dennoch der Vegetation vorerſt unguͤnſtig, und muß erſt durch laͤngere atmoſphaͤriſche Einwirkung allmaͤhlich gleichſam wieder belebet werden. Bringt man eine große Maſſe auf einmal an die Luft, ſo ſcheinen die atmoſphaͤriſchen Stoffe nicht zuzureichen, um ſelbige zu ſaͤttigen und mit ihrer Einwirkung zu beſchwaͤngern. Die in die Furchen hinabgepfluͤgte 7 fruchtbare Erde wird dagegen leicht zu tief vergraben, erſetzt wenigſtens den Ruͤckſchlag nicht vollkom⸗ men, den man auf der Stelle des vormaligen Ruͤckens erleidet. 8 jede Vertiefung des Bodens, nur allmaͤhlig geſchehen, ins⸗ beſondere wenn man nicht vollkommen reine Brache dabei halten will. Wie man damit innerhalb drei Jahren bei der gewoͤhnlichen Dreifelderrotation zu Stande komme, hat ein erfahrener Landwirth in den Annalen der Riederſaͤchſiſchen Landwirthſchaft, Ztem Jahrgange, gezeigt, und die Methode, deren er ſich ſelbſt mit dem beſten Erfolge bedient hat, ausfuͤhrlich beſchrieben. Folgende Figur Daher darf das Abpfluͤgen, ſo wie wird ſie erlaͤutern. 8 In die 1) Erſte 2) Zwei 3 Dritte 9 Veerte nnter Wberntung! des vollende , wogegen 4 e dntb dnd. ten wid, mir ie Pänn aiſ es Ates, m Ruften ztt verkünerg nſtigien zie und eeſin m Pferde nih Ueh ie Seien üne und ein tlia n.(omn ſi at ſer ſhig vermehre, wi und gar ſichinn te dieſer An i⸗ kigenthüme ſi ſten Theiledet teil. ſeit kurſen ohne alen ut das lledelätſtt Erde di ümiin er Sohle dr u ſelbſt einſuſ nſug, mma erden. Iras icht zuurittn,1 urcen huim 5 fſclas iürne aͤhli Kt t nan dami eh erfohrener bur „ und de N haged de hr Ddiie Arbeit der Beackerung. 8 8 8 N 2 (* ———9— 8 1 1 4 4A —— —“,—G--— — . ( ——- — In dieſer Figur bedeutet— das Zuſammen⸗,— das Auseinanderpflügen. Im Brachjahre. 9 Erſte Fahre; alle Beeten werden auseinander gepfluͤgt. 2) Zweite Fahre; die beide Beete A. und B. werden miteinander zuſammen gepfluͤgt, und eben ſ D. und E.— C. und F. werden nochmals auseinander gepfluͤgt, ſchließen ſich alſo an jene an, und es bleibt eine Furche in der Mitte. 3 Dritte Fahre; man faͤngt bei C. und F. an, und pfluͤgt dieſe zuſammen. Das zuſammenge⸗ pfluͤgte Beet A. B. und D. E. wird aber wieder auseinander gepfluͤgt. Vierte Fahre; C. und F. auseinander, A. mit B. D. mit E. aber zuſammen. Vor der Saat werden die beiden Beete C. und F. in der Mitte etwas mit ein Paar Pflugſtreifen zuſam⸗ mengeſchleppt„ und dann nach der Saat die nothwendigen Waſſerfyuchen gezogen. *. Soͤmmerungsjahr. 5) Erſte Fohre: im Herbſt wird jedes Beet fuͤr ſich auseinander gepßägt, jedoch ſ, daß die ſammtlichen Mittelruͤcken nur flach abgeſtreift werden. 6) Zweite Fahre; im Fruͤhjahr, A. und D. werden zuſammengepfluͤgt, B C. E. F. auseinander. 7) Dritte Fahre; zur Saat, B. wird mit C. und E. mit F. zuſammen, A. und D. aber aus⸗ einander gepfluͤgt.. Drittes Jahr, zu rbſen. 8) A. wird mit B. und D. mit E. zuſammen⸗, C. und F. aber augeinandergepßlgt. Unter Beihuͤlfe des Quer⸗ und Rundeggens wird der Boden nun eben genug ſeyn, um nach der Aberntung der Erbſen in die Quer pfluͤgen zu koͤnnen, wodurch dann die Ebnung des ganzen Gewen⸗ des vollendet, die fruchtbare Erde aber ſo vertheilt ſeyn wird, da kein Mißwachs ſo wenig waͤhrend 4 46 Die Arbeit der Beackerung. dieſer Operation als nach derſelben zu beſorgen ſteht. In den vormaligen Furchen wird ſich die loſere Erde vielleicht anfangs etwas mehr ſacken, und es werden moldenfoͤrmige Erniedrigungen entſtehn, weswegen man bei feuchtem Boden die Ziehung der Waſſerfurchen nicht verabſaͤumen darf. Wuͤrden dieſe Niederungen betraͤchtlich, ſo wird es nicht ſchwer fallen, ſie durch das Zupfluͤgen einiger Erde auszugleichen. Auf dem vormaligen Mittelruͤcken kann man, wenn er ſich nur irgend auszeichnen ſollte, den Duͤnger etwas mehr konzentriren.*. Dieſes Beiſpiel kann uͤbrigens nach der Lage der Felder verſchiedentlich modifizirt werden. §. 132. Schmale, wenig Die ſchmalen, aber wenig erhoͤheten Beete, oder vielmehr die ſchmalen Gewende ſind erhöhete Beete. jn manchen Gegenden, beſonders jenſeits der Oder, allgemein uͤblich. Da ſie ſehr wenig uͤber die Furchen erhaben ſind, ſo kann man ihnen auch daſſelbe wie den hohen Beeten nicht zur Laſt legen. Es ſind nur die Furchen unndͤthiger Weiſe dabei vermehrt, und obwohl dieſe zugleich mit den Beeten 8 beſaet werden, ſo ſteht doch in ihnen, wegen der abgepfluͤgten fruchtbaren Erde und bei naſſer Witte⸗ rung wegen der ſich anhaͤufenden Feuchtigkeit, immer ſchlechtes Getreide. Man haͤuft die fruchtbare Erde und den Duͤnger dadurch zwar zuſammen, und macht das Beet alſo fruchtbarer; aber man ver⸗ liert auf einem Theile, was man auf dem andern gewinnt.. Zuweilen werden dieſe Beete in ihrer einmal gewaͤhlten Lage beibehalten und wechſelsweiſe aus⸗ einander und zuſammengepfluͤgt, wo dann eine gehoͤrige Spaltung des Mittelſtreifens ſchwierig iſt und oft vernachlaͤßigt wird. Zuweilen, und dies iſt unſtreitig beſſer, werden ſie umgelegt, ſo daß nun die Mitte des Beets hinkommt, wo die Furchen waren, und letztere an die Stelle der Mitte. Man bedient ſich auch dabei oft des Querpfluͤgens, und legt die Beete dann bloß vermittelſt der Saatfurche an. 8 Es laſſen ſich nur zwei Vortheile davon einſehen, naͤmlich daß die Krume auf dem Beete etwas vermehrt werde, wo der Boden ſehr flach iſt, und dann, daß man, der Verſicherung nach, auf ſehr kraftreichem Boden das Lagern des Getreides durch den Luftzug mehr vermeide. J. 153.... Schmale, hoch Von dieſen flachen Beeten muͤſſen wir die ſchmalen hoch auf gepfluͤgten Beete wieder aufgepfuͤgte unterſcheiden, welche an einigen Orten auf eine ſehr kuͤnſtliche Weiſe durch die Zuſammenlegung von — 4, 6 bis 8 Schnitten ſo hoch aufgepfluͤgt werden, daß ſie gegen die Furche eine Erhoͤhung von 15 bis 18 Zoll haben. Man findet ſelbige in Franken und einigen Gegenden des ſuͤdlichen Deutſchlandes, in verſchiedenen mittaͤgigen Departements von Frankreich, auch in Spanien, zuweilen noch in England, hauptſaͤchlich aber in den Niederlanden, woher wir eine ſehr genaue und ins Detail gehende Beſchrei⸗ bung derſelben von Schwerz in ſeiner Anleitung zur Kenntniß der Belgiſchen Land⸗ wirthſchaft haben.. Die Meinungen uͤber den Nutzen und die Nachtheile derſelben, uͤber ihre Beibehaltung und Nachahmung oder Verwerflichkeit ſind ſo ſehr getheilt, daß wir die Gruͤnde und Gegenguͤnde dafuͤr und dawider gegeneinander ſtellen muͤſſen. Denn ſo widerſinnig ſie Manchem ſcheinen, ſo haben ſie doch die Autoritaͤt hoͤchſt induſtrioſer Landwirthe und aufmerkſamer Beobachter fuͤr ſich. Vor allen beſteht ihr Rutzen und der Vortheil, welchen ſie der Vegetation gewaͤhren, wohl Vortheile der⸗ darin, daß ſie den Pflanzen einen tiefen, durchaus fruchtbaren, muͤrben, von der atmoſphaͤriſchen Ein⸗ kelben. wirkung geſchwaͤngerten Boden, der hier jedesmal friſch zuſammengehaͤuft wird, geben, und ihnen alſo verſtatten, mit ihren Wurzeln tief einzudringen, und mittelſt derſelben mehr in der Tiefe als in der Breite ihre Nahrung zu ſuchen. Aä Nh ers ntkaben! irar düre, ſü Juf un aßoön, und amoch auf doß man ouf Dee Em in durch die nehmen. 2 nie ganz ente Auch de dadurch, wen Nutrocknung treĩdes bei anl Unkraut vollſt ſen Ertrages Gegen an, und wo Es ge men, viel Die großen Kre Eben verrichtet. Das bertheilt, ſam geſcheh Wenn gegen auch dem ſo aufge Der ohne dieſet Sie a it, ſo will dber bekenn ten erfolg Inde ſonſt zu fach Baührung vidd ſt he di gungen en etäi nen deff Ni fluͤgen i enigr de rirgen uiſecn iftirt derden. wmalerzae eſehr nagan nicht m läen. gleich ntmn den und bei uſe Dr häuft ie ſae arer; aber und ad wechilleir ſtreifens ſchnen ſe u 1 4 3 vermini auf den dere ae erung uac, dh uͤgten Bert ten Zuſammentwnt rhöhung donliſ en Deutſchen ilen vochn dur tal gehend de Belgiſcenu re deöcn⸗ nd Segajin e cheunn, uͤr ſch. ion geniſfs, 4 anuphiätn , geben, E an 8 3 n derit Die Arbeit der Beackerung. 47 Die Pflanzen leiden hier, wenn die Beete gut angelegt ſind und die tiefen Furchen ſich des Waf⸗ ſers entledigen koͤnnen, nie von uͤberfluͤſſiger Naͤſſe, indem dieſe abziehen kann, aber auch nicht leicht von der Duͤrre, weil die hier zuſammengepfluͤgte muͤrbe Erde die Feuchtigkeit in der Tiefe lange an⸗ haͤlt. Auf undurchlaſſendem Untergrunde werden die Pflanzen uͤber das ſtauende Waſſer genugſam erhoben, und ſelbſt, wo die Furchen nicht zureichenden Abzug haben und voll Waſſer ſtehen, ſieht man doch auf den Beeten manchmal die ſchoͤnſten und geſundeſten Fruͤchte. Man verſichert deshalb, daß man auf dieſen Beeten vom Auswintern der Saat hoͤchſt ſelten etwas hoͤre. Die Einwirkung der Atmoſphaͤre wird hier der Erde auch waͤhrend des Wachsthums der Pflan⸗ zen durch die hohen Kanten beſtaͤndig erhalten, welche in dem lockern Zuſtande ſolche immerfort auf⸗ nehmen. Die Sonnenſtrahlen werden von ihnen aufgefangen, und die Einwirkung des Lichts wird nie ganz entzogen. Auch den Pflanzen ſelbſt geben ſie Luft und Licht vermittelſt der Zwiſchenraͤume, und befoͤrdern dadurch, wenn das Getreide in Aehren ſteht, das Anſetzen und die Reifung der Koͤrner, bewirken die Austrocknung bei naſſer Witterung durch den Luftzug, und verhuͤten ſomit das Lagern des ſtarken Ge⸗ treides bei anhaltendem Regen. Sie geſtatten die Saaten zu jaͤten und zu behacken, und ſomit das Unkraut vollſtaͤndig zu vertilgen. Ueberhaupt haben ſie die unwiderſprechliche Erfahrung eines gro⸗ ßen Ertrages bei den Belgen fuͤr ſich. §. 154. Gegen die ſchmalen, hohen Beete fuͤhren dagegen andere genaue Beobachter folgende Gruͤnde an, und wollen folgende Nachtheile von ihnen bemerkt haben. Es geht, da die Furchen nichts tragen, und beinahe die Haͤlfte oder doch 3 des Ackers einneh⸗ men, viel Boden verloren. Die Anlegung iſt ſehr ſchwierig, das Anpfluͤgen nimmt ſehr viel Zeit weg, und erfordert einen großen Kraftaufwand. Eben ſo ſchwierig iſt das Abpfluͤgen dieſer Beete oder das Ausackern, und wird oft unvollſtaͤndig verrichtet. Oft bleibt der letzte Kamm ſtehen, weil der Pflug keine Haltung hat und abgleitet. Das Beſaen dieſer Beete iſt ſehr beſchwerlich, die Saamenkoͤrner werden nicht gleichmaͤßig vertheilt, und viele werden unnuͤtz verſtreut. Beſonders aber kann das Eggen nur ſehr unwirk⸗ ſam geſchehen. Wenn die hohen Beete der guten Einwirkung der Atmoſphaͤre mehr genießen, ſo werden ſie da⸗ gegen auch von der uͤblen ſtaͤrker betroffen. Die ſchaͤdlichen Wechſelungen der Temperatur theilen ſich dem ſo aufgehaͤuften weit mehr als dem ebenen Boden mit. Der Ertrag iſt wenigſtens nicht hoͤher, als man ihn von demſelben Boden bei derſelben Kultur ohne dieſe beſchwerliche Arbeit erwarten koͤnnte. Sie machen das Erntegeſchaͤft hoͤchſt beſchwerlich. §. 155. Da die Frage uͤber die Nuͤtzlichkeit dieſer Beete ſeit kurzem wieder mehr zur Sprache gekommen iſt, ſo will ich uͤber dieſe Gruͤnde und Gegengruͤnde meine Meinung genauer beſtimmen; wobei ich aber bekenne, daß ich keine Gelegenheit gehabt habe, die Methode der ſchmalen hohen Beete und ih⸗ ren Erfolg ſelbſt zu beobachten. An der eigentlichen Ackererde geht bei dieſer Methode, beſonders in dem Falle, da der Boden ſonſt zu flach waͤre, wohl nichts verloren, indem ſie in den Beeten zuſammengehaͤuft ſaͤmmtlich in die Beruͤhrung der Pflanzen koͤmmt, und dieſe in ſo gelockerte Erde tief genug eindringen, um die ihnen Nachtheile dey⸗ ſelben. Algemeines Urtheil dar⸗ über. 1 48 Die Arbeit der Beackerung. angemeſſene Nahrung daraus einzuſaugen. Die Pflanzen ſtehen auf den Beeten um ſo dichter, weit ſie die Wurzeln mehr in die Tiefe ſchlagen koͤnnen, ſelbige ſeitwaͤrts minder zu verbreiten brauchen, und dadurch ihre Nachbarn nicht verdraͤngen. Oberhalb der Erde erhalten aber die Halme, die ſonſt zu gedraͤngt ſtehen wuͤrden, mehreren Raum ſich auszubreiten, weswegen dann nach der Verſicherung aller, die gut kultivirte Felder dieſer Art geſehen haben, durchaus kein Zwiſchenraum zwiſchen den Aehren zu bemerken iſt. Bei einer duͤnnern Ackerkrume alſo’, wo die Pflanzen zu wenig in die Tiefe dringen koͤnnen, wird dieſer Fehler durch das Zuſammenpfluͤgen der Ackererde gewiß verbeſſert, und den Pflanzen mehrere Kraft und Haltung gegeben..— Daß ſie die Arbeit ſehr vermehren und erſchweren, iſt aber nicht abzuleugnen. Ihr Anlegen aus dem ebenen Lande, das abwechſelnde Umpfluͤgen der Beete in andere Beete oder Beete⸗ um⸗ 4 ſetzen, das Ruͤcken⸗ablegen und Nuͤcken⸗ausſtechen, das Duͤngen, beſonders das Kantenmiſten, das Ueberſtreichen und Ueberſtoßen des Miſtes, das Rajolen⸗ gufraͤumen und Rajolen⸗aufſchießen, das Land reinigen, ſchuffeln, auf ſich ſelbſt reiten, ſchleifen und abharken, und alle die Operationen, die Schwerz genau beſchreibt, erfordern große Aufmerkſamkeit, Fleiß und Uebung; ſo daß, wie er ſelbſt ſagt, die richtige Vollfuͤh⸗ rung ein uͤberzeugender Beweis von der Induſtrie eines Ackerbauers ſey: nur unter der Bedingung, daß alles dies aufs beſte und zweckmaͤßigſte geſchehe, koͤnnen dieſe Beete ihren Nutzen gewaͤhren; eine unvollkommene Anlegung derſelben zeigt ſich ſogleich durch ihren ſchlechten Erfolg. Hieraus laͤßt es ſich alſo leicht erklaͤren, warum man bei minder induſtrioͤſen Ackerbauern auf eben den Beetformen ſchlechte Fruͤchte antreffe, wenn man bei den durchaus fleißigen Belgen allge⸗ mein vorzuͤgliche Saaten findet. Es erhellet aber auch daraus, daß ſie nur da anwendbar oder zu empfehlen ſind, wo die eigene Hand des Eigenthuͤmers oder doch ſein unverwandtes Auge der Acker⸗ beſtellung vorſteht, und ein hohes Intereſſe an dem Erfolge jeden Ackerbauer, wie in Belgien, be⸗ ſeelt; daß ſie aber da gar nicht paſſen, wo in großen Wirthſchaften dieſe genaue Aufſicht des Eigen⸗ thuͤmers nicht ſtatt finden kann, und man von den Arbeitern Sorgfalt in der Beackerung faſt nur durch Strenge erzwingen, nicht aus Liebe und Eifer fuͤr die Sache erwarten kann. Was das Beſaͤen und den Gebrauch der Egge auf dieſen Beeten anbetrifft, ſo kann ich mir uͤber die Vollfuͤhrung deſſelben ſelbſt keine klare Vorſtellung machen. Es ſcheint mir allerdings auch, als ob dabei eine Menge Saamen verloren gehe, oder aber die Ausſtreuung viele Zeit und Genauigkeit erfordern muͤſſe. Denn wie die Egge wirkſam eingreife, den Saamen gut vertheile und die Kloͤße zer⸗ truͤmmere, ohne von den Beeten die Erde wieder herabzuziehen, iſt mir nicht klar, und ich habe ver⸗ geblich daruͤber in Schwerz's Werke nachgeforſcht. Der Boden iſt vermuthlich aber durch die vorheri⸗ ge fleißige Beackerung ſo vorbereitet, daß er nun von ſelbſt zerfaͤllt. Ein großer Vorzug dieſer ſchmalen Beete iſt, bei ſo fleißigen Ackerbauern und bei einer ſo großen laͤndlichen Population, wie in Belgien, die Erleichterung des Jaͤtens und Bearbeitens der Fruͤchte. Wo dieſes aber nicht ſtatt finden kann, wird an den Kanten und in den Furchen ſich um ſo mehr Un⸗ kraut erzeugen, und die Ernte verunreinigen. Bei dieſen ſchmalen Beeten ſcheint mir Tulls Drill⸗ methode vorzuͤglich anwendbar, indem er den Saamen in zwei oder drei Reihen auf der Mitte dieſer Beete mit ſeiner Maſchine ſaͤete, die Furchen und Kanten aber durch wechſelsweiſes Ab⸗ und Anpfluͤ⸗ gen lockerte und reinigte, und ſo dem ganzen Ackerboden die atmoſphaͤriſche Einwirkung um ſo mehr zuſtroͤmen ließ.— Zur Ableitung der Feuchtigkeit bedarf es der vielen Beetfurchen nicht ſondern man kann ſolches weit zweckmaͤßiger durch Waſſerfurchen, die nach jeder Richtung hingezogen werden koͤnnen, bewir⸗ ken, wenn anders das Feld eine gehoͤrige Ebnung und nicht moldenfoͤrmige Vertiefungen hat. In dem Falle, wo dem Waſſer kein Gefaͤlle gegeben werden kann, werden die hohen Beete zwar einige, . aber birduch ſtheun wubthellgen d nicht z nnttr Nach n, nage ich wrdn 1804) ſfern, ausw) Daß die Nerſchen nich gewohſaliche S Man bedient Senſe, Sihel) Beeten ühne 3 landſiche Bevd Was di ich auf das o muß, der ein nicht kenne. Wenn willkuͤhruch ledigen koͤm von Norden Waͤrme dur die Erfahru pfluͤgen, w liegt, von de Vei de rentheils ſehr fan in allen wovon ſchh ſo viele and Dief Regenguͤſſ ſandungen deuchtigkei ugen gre ſeehitt ich kändereien, Darr heripntal! ditter a n ſo Rcee, di eebreütn Arrute ſe Halme, i ſn ch der dericen nraun wicheng weng i N wiß deritſer, n men. leätg 8 dder de n gen, ardad 3, das Raxh ln, auf ſi i etz genan beit die ichine dit unter der Räͤhe dutzen gewähren a . giͤſen Acketem fleißigen Behn da anwendonehe. ndtes Augedell „wie in Kge zue Aufſcht dch ackerung fit ud⸗ , ſo kam ihmit allerdings uh Zeit und Geruit eile unddeir tarc, undih ür aber durch dewer⸗ und bei inran arbeiens de en ſch imieal nt mir dulsdit en auf derMi t eiſes Ä⸗M lii nwirkung u deen man 1 Die Arbeit der Beackerung. 49 aber doch ſehr unvollſtaͤndige Huͤlfe leiſten, und nur bei einer maͤßigen Feuchtigkeit die Fruͤchte gegen den nachtheiligen Einfluß derſelben ſchuͤtzen. Ob nicht zuweilen beim Aufthauen des Schnees im Fruͤhjahr von der Sonne und ſcharfen Froͤ⸗ ſten in der Nacht die wahrſcheinlich mehr. entbloͤßten hohen Beete weit mehr, wie ein ebenes Feld lei⸗ den, wage ich nicht zu beſtimmen. Es ſcheint mir aber ſo, indem in ſolchen Fruͤhjahren, wie z. B. das von 1804 war, gerade die erhobenen Mittelruͤcken der breiten Beete, die ſonſt den Hauptertrag liefern, auswinterten und gar nichts trugen. Daß die Ernte dabei nicht ſo leicht von Statten gehen koͤnne, und daß man ſie mit ſo wenigen Menſchen nicht ausfuͤhren koͤnne, wie auf ebenen Feldern, hat meines Erachtens keinen Zweifel. Die gewoͤhnliche Senſe, die ſo viel beſchafft, die Haͤuf-⸗oder Hunger harke findet dabei nicht ſtatt. Man bedient ſich deshalb, wo ſie eingefuͤhrt ſind, auch hauptſaͤchlich der H auſenſe(Hennegauſche Senſe, Siget) oder der Sichel, und legt das Getreide in Gelegen, welches aber auf dieſen hohen Beeten ohne Zweifel mit großer Sorgfalt geſchehen muß. Auch in dieſer Hinſicht iſt alſo eine ſtarke laͤndliche Bevoͤlkerung erforderlich.— §. 156. Was die Anlegung dieſer Beete anbetrifft, und alle dazu noͤthigen Operationen, ſo verweiſe Ihre Anlegung. ich auf das oben angefuͤhrte klaſſiſche Werk von Schwerz, welches nothwendig ein jeder beſitzen muß, der eine ſolche Kultur einfuͤhren wollte: um ſo mehr, da ich ſie ſelbſt nach eigener Erfahrung nicht kenne. §. 157. Wenn in Beeten gepfluͤgt wird, ſo muß in Anſehung der Richtung derſelben, wenn dieſe anders Richtung der willkuͤhrlich iſt, vor allem auf den Abhang geſehen werden, ſo daß ſich die Furchen des Waſſers ent⸗ Beete⸗ ledigen koͤnnen. Iſt dieſes aber gleichguͤltig, ſo muͤſſen erhobene Beete, ſie ſeyen breit oder ſchmal, von Norden nach Suͤden gelegt werden, damit beide Seiten gleichmaͤßig von der Sonne Licht und Waͤrme durchdrungen werden, weil ſonſt der noͤrdliche Abhang gegen den ſuͤdlichen zuruͤckſteht, wie die Erfahrung oft augenſcheinlich zeiget. Sonſt hielt man es fuͤr beſſer, von Oſten nach Weſten zu pfluͤgen, weil das Sonnenlicht auf die umgelegten Streifen, ſo lange der Boden in rauher Furche liegt, von den Sonnenſtrahlen dann vertikaler faͤllt, und ſelbige mehr davon auffangen. §. 158. Bei denen an Abhaͤngen und Bergen liegenden Feldern findet man die Anlage der Beete meh⸗ An abhangen⸗ rentheils ſehr fehlerhaft, ſo daß ſie die Anhoͤhe gerade hinauf und herablaufen. So iſt es wenigſtens den Feldern⸗ faſt in allen gemiſchten Feldern: wahrſcheinlich weil bei der erſten Theilung keiner den obern Theil, wovon ſich die Fruchtbarkeit zu den untern herabzieht, allein haben, und den untern Theil, der noch ſo viele andere Vorzuͤge hat, dem andern laſſen wollte. Dieſe fehlerhafte Einrichtung iſt von großer Bedeutung. Das Erdreich wird hier bei ſtarken Regenguͤſſen leicht weggeſpuͤlt, und es erfolgen ſehr betraͤchtliche Einriſſe in den hoͤheren, und Ver⸗ ſandungen oder Ueberſchlemmungen auf den unteren Theilen. Bei wenigem Regen zieht ſich die Feuchtigkeit in den Furchen gleich hinab, und der obere Theil leidet ſchnell an Duͤrre. Das Aufwaͤrts⸗ pfluͤgen greift das Zugvieh gewaltig an; das unthaͤtige muß heftig angetrieben werden, das willigere erhitzt ſich, ſo daß es ſeiner Geſundheit leicht nachtheilig wird. Es kann alſo nur die Zerſtuͤckelung der Laͤndereien eine ſolche Beetanlage entſchuldigen. Darum hat es ſehr große Vorzuͤge, wenn die Beete mit dem Abhange entweder ganz diagonal und horizontal um die Anhoͤhe herumlaufend, oder aber ſchraͤg und gelinde anlaufend angelegt ſind. Das Dritter Theil. G 5 Diefe des Pfluͤgens. 50 Die Arbeit der Beackerung. — erſte iſt bei ſanften, das zweite bei ſteilen Abhaͤngen rathſam. Das Waſſer wird hierdurch auf der trocknern Hoͤhe in den Furchen mehr aufgehalten, und theilt den Beeten von oberwaͤrts her mehrere Feuchtigkeit mit. Bei ſteilen Abhaͤngen zieht ſich das Waſſer in den ſchraͤg herabgehenden Furchen langſam herunter, reißt nirgends ein bei heftigen Regenguͤſſen, und der Boden trocknet minder aus bei wenigerm Regen. Man hat durch die Umlegung der Beete Bergfelder auf eine erſtaunliche Weiſe verbeſſert, ihren Ertrag erhoͤhet und geſichert. Fuͤr das Zugvieh wird hier die Arbeit viel leichter, aber fuͤr den Fuͤhrer allerdings ſchwerer. Wenn man ſolche an den Bergen tiegende Felder mit dem gewoͤhnlichen Pfluge ab⸗ und anpfluͤgen will, ſo haͤlt es ſchwer, den aufwaͤrts fallenden Streifen voͤllig herumzulegen, weeil er ſich in einem ungleich groͤßern Bogen herumwenden muß, um ſeinen Schwerpunkt nach der obern Seite hin zu be⸗ kommen. Er faͤllt alſo leicht wieder in die Furche zuruͤck. Der Pflugfuͤhrer muß daher den Pflug mit Gewalt zur rechten Seite uͤberlehnen und zugleich mit dem Fuße dem Erdſtreifen oft nachhelfen, oder aber es muß jedem Pfluge ein Menſch folgen, der dieſes mit Hand und Fuß oder mit einer Forke be⸗ wirkt. Am beſten wuͤrde hier die Anbringung eines Streichhaakens, wie ihn Schwerz in der belgi⸗ ſchen Landwirthſchaft beſchreibt, ſeyn. Bei ſehr ſteilen Anhoͤhen wird aber die Herauflegung des Pflugſtreifens auf die Anhoͤhe faſt durchaus unmoͤglich, und hier iſt nichts anders zu thun, als immer nach dem Abhange die Erde her⸗ unterzupfluͤgen, bis ſie ſich gewiſſermaaßen in Terraſſen formirt hat und jedes Beet ebner wird, welches man durch das verſchiedene Einſetzen des Pfluges bewirken kann. Dieſes Pfluͤgen geht nun mit dem gewoͤhnlichen Pfluge, der ein feſtſtehendes Streichbrett hat, nicht anders, als wenn man ihn vergeb⸗ lich herumfuͤhrt, und immer nur an derſelben Seite des Beetes anſetzt, ſo daß jede Furche zunaͤchſt an die vorhergehende komme. Dies nimmt viele Zeit weg, und macht die Wege doppelt. Daher paßt ſich hier der Pflug mit umzuſetzendem Streichbrette vorzuͤglich, und wird auch da, wo man ihn kennt, immer hierzu genommen. Haaken machen, und vielleicht beſſer, wie mit dem Pfluge, weil man damit die Erde nicht ſo ſtark herabſtreicht. Denn dieſes Herabſtreichen der Erde entbloͤßt endlich die Anhoͤhe von aller guten Erde, und bringt ſie auf den niedrigern Theil herunter. Aufmerkſame Ackerbauer erſetzen dies dadurch, daß ſie nur den hoͤhern Theil duͤngen oder den Duͤnger doch ſo vertheilen, daß das oberſte ihn am ſeaͤrkſten erhaͤlt; welches aber freilich dann die Duͤngerfuhren wieder erſchweret.. Bei dem Schraͤgpfluͤgen an ziemlich ſteilen Anhoͤhen von unebener Oberflaͤche kommt es ſehr darauf an, daß man die Gewende in derjenigen Richtung lege, daß in dem Gange des Pfluges uͤber⸗ maͤßige Steilheit vermieden werde. Es laſſen ſich hieruͤber nicht wohl allgemeine Regeln angeben. Man muß ein ſolches Feld zuvor in allen Richtungen uͤbergehen, und ſich denken, wie an jeder Stelle die Strei⸗ fen fallen werden. Man muß die Pflugart zuweilen veraͤndern, bald auseinander, bald zuſammenpfluͤ⸗ gen, und wieder eine Strecke vielleicht bloß nach der einen Seite hinwerfen laſſen. Es koͤmmt hier zur Er⸗ leichterung und Verbeſſerung der Arbeit ſehr viel auf ein richtiges Augenmaaß an und auf Uebung in ſol⸗ chem Bergpfluͤgen. Durchaus iſt in gebirgigten Feldern der Haaken vorzuziehen, welcher die Legung 2 der Erde mehr der Willkuͤhr des Pflugfuͤhrers uͤberlaͤßt, und es iſt ſehr ſchoͤn anzuſehen, wie eben die 1 Arbeit von geuͤbten Haͤkern an ſteilen Anhoͤhen vollfuͤhrt wird. Man hat es dann in ſeiner Gewalt, durch die ſchraͤge Richtung der Waſſerfurchen dem Waſſer ein ſo ſanftes Gefaͤlle zu geben, daß es nir⸗ gend einreißt, ſondern langſam herabzieht, ſich hier mehr, dort weniger verweilt. §. 139. Wenn wir nun auf die Frage kommen, wie tief man pfluͤgen ſolle? ſo ſinden wir uns durch die Verſchiedenheit der Meinungen in ein ſolches Labyrinth verwickelt, daß mancher, der ſich Sehr gut laͤßt ſich aber auch die Arbeit mit dem Meklenburgiſchen ict intte uditbih unter biſtein waner beſti tung hat, ſond eſener tiefen hen, d. h. au Soofen beſchte Daß der be, iſ wohl von den rri nde., dailt dorüͤher eſ Die dee neffen, iſt na⸗ bis zu 15, 20 rohe Klee dri eben ſo ſtark Roͤhren von gingen. 1 Werth weni Graͤnze zu Daß Augen bem noch abgeriſ glaube aber lich iſt, nich 2Zoll unter geingen, ſo lch mit der Grunde als! igren Vurs neffen; d einander die Pflanz nach der Pfanze w hinunter, an die W. wenn die Gewede,: tete ian mern, wie d hiedutt dhhür wanss her neher abgehenden dat trrcknt nida de erſaunücze per 6 3 * allerdingz donn. dern dning dahew n oft natzen d er mitennezene cwerz aw Wauf die kſſe Abhange debter et ebner wid, d gen geht mnim wenn man iſe g jede Furte wi⸗ gege doppet. d auch da, voyut dem Mel die Erde niai evon aller aune gen dies dadut, berſte ihn enſt Wlen erſäche kenn di ange des Piuheite Regeln autkn 3 ſ jeder Stil ler ee,, bald püſ n Esköomeſer. und auflltana n, welchr xlu zzuſehen, nrtun dann in ſent en zu geben, ais it. te Bfenta diſ aß mancher, M bis zu 15, 20, ja 30 Fuß in der Erde verfolgt ſind, z. B. die Eſparſette und Luzerne. Die Arbeit der Beackerung. 51 nicht zu orientiren weiß, durchaus nicht herausfinden kann. Wir muͤſſen deshalb hier vor allen genau und richtig unterſcheiden. Es iſt ein großer Unterſchied, ob man einen tiefen Boden(d. h. einen ſolchen, deſſen Ackererde bis zu einer beſtimmten Tiefe nicht nur in Anſehung ihrer Grundbeſtandtheile eine gleichmaͤßige Mi⸗ ſchung hat, ſondern auch mitl Fruchtarkeit ſo weit durchdrungen iſt,) tief pfluͤgen, d. h. in dem Stan⸗ de ſeiner tiefen Fruchtbarkeit erhalten, oder aber einen flachen Boden durch das Pfluͤgen tiefer ma⸗ chen, d. h. auf eine groͤßere Tiefe ſeine Grundbeſtandtheile gleichmaͤßig mengen, und mit fruchtbaren Stoffen beſchwaͤngern ſoll. Daß der tiefere Boden bis auf einen gewiſſen Punkt große Borzuͤge vor dem flachen Boden ha⸗ be, iſt wohl eine von allen aufmerkſamen Beobachtern einſtimmig anerkannte Wahrheit. Ich habe von den Vorzuͤgen des tieferen Bodens und ſeinem hoͤheren Werthe im 2ten Bande S. 144 u. f. ge⸗ redet, daſelbſt aber auf die Lehre vom Tiefpfluͤgen hin verwieſen, und eine ausfuͤhrlichere Erlaäuterung daruͤber verſprochen. §. 160. Die Tiefe, zu welcher die Pflanzenwurzeln eindringen, wenn ſie einen fruchtbaren Boden an⸗ treffen, iſt nach ihrer Gattung ſehr verſchieden. Wir haben wirthſchaftliche Pflanzen, deren Wurzeln Selbſt der rohe Klee dringt bis gegen 3 Fuß tief ein, und viele andere nutzbare Pflanzen thun es wahrſcheinlich eben ſo ſtark, wenn ſie in der Tiefe keinen Widerſtand, ſondern Fruchtbarkeit antreffen. Ich habe Moͤhren von 2 ½ Fuß Laͤnge gebaut, deren ſpitze Wurzeln hoͤchſt wahrſcheinlich noch einen Fuß tiefer gingen. Weil indeſſen der Ackerboden hauptſaͤchlich nur fuͤr das Getreide beſtimmt iſt, ſo hoͤrt ſein Werth wenigſtens in derſelben Progreſſion zu ſteigen auf, wo das Eindringen der Getreidewurzeln ſeine Graͤnze zu haben ſcheint. Daß das Getreide 8 Zoll lange Wurzeln in die Tiefe ſchlage, hat man ſchon oft deutlich mit den Augen bemerkt, an den Enden aber durch Vergroͤßerungsglaͤſer wahrgenommen, daß dieſe Wurzeln noch abgeriſſen ſeyen. Ich habe ſie an der Kante eines fruchtbaren tiefen Feldes 12 Zoll lang verfolgt, glaube aber, daß dieſes nur an ſolchen Kanten, wo die Einwirkung der Atmoſphaͤre in der Tiefe moͤg⸗ lich iſt, nicht auf einem ebenen Felde geſchehen werde. Das Saamenkorn kommt im Durchſchnitt 2 Zoll unter der Oberflaͤche zu liegen, und folglich waͤren 10 Zoll die Tiefe, wohin die Wurzeln drin⸗ gringen, ſo weit wir ſie gewoͤhnlich mit den Augen verfolgen koͤnnen. Sie erreichen aber wahrſchein⸗ lich mit der Wirkung ihrer feinſten Spitzen 12 Zoll unter der Oberflaͤche. Dieſe alſo koͤnnen wir mit Grunde als die Graͤnze des Getreidebodens anſehen oder annehmen, daß die Pflanzen bis dahin mit ihren Wurzein eindringen und ſich ihre Nahrung heraufholen, wenn ſie fruchtbare gelockerte Erde an⸗ treffen; dieſes tiefere Eindringen der Pflanzenwurzeln wird befoͤrdert, wenn die Pflanzen dicht neben einander ſtehen. Denn wir bemerken es ſehr deutlich in der Erde und noch augenſcheinlicher, wenn wir die Pflanzen nur im Waſſer Wurzel ſchlagen laſſen, daß ſich dieſe Wurzeln aus dem Wege gehen, und nach der Richtung am ſtaͤrkſten hintreiben, wo ſie andern nicht zu nahe kommen. Kann alſo eine Pflanze wegen der benachbarten ſich mit ihren Wurzeln nicht zur Seite verbreiten, ſo geht ſie tiefer hinunter, vorausgeſetzt, daß ſie kein Hinderniß, ſondern anlockende Fruchtbarkeit antrifft. Stoͤßt da⸗ gen die Wurzel auf einen feſten oder nahrungsloſen Untergrund, ſo treibt ſie nach den Seiten zu, und wenn die Pflanzen dann dicht ſtehen, ſo bilden die Wurzeln unter einander ein dichtes netzfoͤrmiges Gewebe, und machen ſich den Raum und die Nahrung einander ſtreitig. Hier muß dann die ſchwaͤ⸗ chere Pflanze der ſtaͤrkern unterliegen und in ihrer ſtaͤrkſten Vegetationsperiode abſterben oder verkuͤm⸗ mern, wie man dies auf Getreidefeldern bei aufmerkſamer Beobachtung deutlich wahrnimmt. Je G 2 Vorzuͤge des tieferen Pfluͤ⸗ gens. 62 Die Arbeit der Beackerung. tiefer aber der Boden iſt, um deſto dichter werden die Pflanzen neben einander ſtehen bleiben, um ſo viel mehrere zur Vollendung kommen. Dieſe Verſchiedenheit auf tieferem und flacherem Boden von gleicher Guͤte wird man bei genauer Beobachtung nie verkennen, und ſie wird ſich bei Boden von 4, 6, 8, 10 und 12zolliger Diefe, wenn anders der letztere eben ſo ſtark mit Humus wie der erſtere durch⸗ drungen iſt, in verhaͤltnißmaͤßigen Graden zeigen. Wenn man annehmen koͤnnte, daß jedes Korn eine Pflanze gabe, ſo wuͤrde man den 8 Zoll tiefen Voden gerade noch einmal ſo ſtark beſaen koͤnnen, wie den azolligen, von uͤbrigens gleicher Beſchaffenheit, und dann auch das doppelte darauf ernten. Der Werth eines Bodens wuͤrde ſich alſo aus der Multiplikation der Oberflaͤche mit der Tiefe ergeben. So ganz buchſtaͤblich moͤchte ich dieſes nun zwar nicht annehmen, indem die atmoſphaͤriſche Ein⸗ wirkung der Ausdehnung des Bodens doch wohl einen Vorzug vor der Tiefe giebt, und ein Kubikfuß fruchtbare Erde auf 2 Quadratfuß der Oberſlaͤche vertheilt mehr Pflanzen tragen wird, als wenn er nur einen Quadratfuß Oberflaͤche hat. Daß indeſſen die Tiefe aus den angefuͤhrten Gruͤnden von be⸗ traͤchtlicher Wirkung ſey, lehrt jedem unbefangenen Beobachter die Erfahrung. Um hierin nicht zu weit zu gehen, habe ich an dem angefuͤhrten Orte, 2ten Band, S. 145, angenommen, daß der Werth des Bodens ſich mit jedem Zoll von 6 bis 10 Zoll um 8 Prozent vermehre, und von 6 bis 3 Zoll eben ſo viel vermindere. 4 Ferner aber hat der tiefere Boden den großen Vorzug, daß er augenſcheinlich minder an Naͤſſe und an Duͤrre leidet, wie der ſeichtere. Bei naſſer Witterung und vielem Regen verſenkt ſich die Feuchtigkeit in dem durch Humus gelockerten Boden ſo tief, wie dieſer geht. Er kann nach dem Ver⸗ haͤltniſſe ſeiner Tiefe ſo viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen, bevor ſie bis zur Oberflaͤche heraufſtaut, und deshalb finden wir den rajolten Gartenboden noch nicht von ſchaͤdlicher Naͤſſe uͤberfuͤllt, wenn der flache Ackerboden ſchon ganz moraſtig iſt. So lange aber die Feuchtigkeit nicht bis zur Oberflaͤche her⸗ aufſtaut, wird ſie den Pflanzen nicht leicht ſchaͤdlich. Dagegen haͤlt nun der tiefere Boden die meh⸗ rere Feuchtigkeit, die er aufgenommen hat, um ſo laͤnger in ſich, und theilt ſie der Oberflaͤche, wenn dieſe ausgedorret iſt, genugſam mit. Man bemerkt erſteres vorzuͤglich auf lehmigem Boden; letzteres aber zeigt ſich auch auf Sandboden, der, wenn er rajolt worden, ziemlich lange feucht bleibt. Dieſen Vorzug gewaͤhrt ein tiefer Boden ſelbſt durch die groͤßere Tiefe, die weiter hinausgeht, als die Wur⸗ zeln der Pflanzen einzudringen vermoͤgen. Ich erklaͤre es mir wenigſtens daraus, warum ſelbſt Ge⸗ treide auf Boden, der einige Jahre vorher 3 Fuß tief rajolt war, bei anhaltender Duͤrre augenſchein⸗ lich beſſer ſtand, wie auf dem, der nur 13 Fuß tief rajolt war, ungeachtet beide Theile vor und nach dem Rajolen auf voͤllig gleiche Weiſe behandelt waren. Auf tieferem Boden leiden ferner die Pflanzen deshalb weniger von der Duͤrre und Hitze, und ſelbſt auch vom Froſte und der ſchnellen Temperaturveraͤnderung der Luft, weil ihre Wurzeln mehr in die Tiefe gehn, und minder davon getroffen werden, wie an der Oberflaͤche. Augenſcheinlich ſtehen ſie deshalb bei großer Hitze und Duͤrre auf tieferem Boden weit friſcher, als auf ſeichtem, wo ſie ſo leicht verſcheinen.. Eine allgemeine Erfahrung iſt es endlich, daß ſich das Getreide auf tiefem Boden ſelten lagert, wenn es gleich ſehr dicht und uͤppig ſteht. Dies ruͤhrt ohne Zweifel von der groͤßern Staͤrke her, die der untere Theil des Stamms durch ſeine tiefgehenden Wurzeln bekommt, wogegen es bei dichten Saa⸗ ten den erſten Austrieben zu ſehr an Nahrung mangelt, um die voͤllige Staͤrke zu erlangen. Außer dem Getreide aber beguͤnſtigt der tiefere Boden den Anbau ſolcher Gewaͤchſe, die mit ih⸗ ren ſtarken Wurzeln noch tiefer eindringen, und ſich ihre Nahrung noch unterhalb der Graͤnze der Ge⸗ treidewurzeln heraufholen. Hierdurch wird ein Acker, der eine noch groͤßere Tiefe hat, als zum Getrei⸗ debau noͤthig zu ſeyn ſcheint, immer noch mehr werth, wenn gleich in geringerer Progreſſion, als bis zu der Tiefe, wohin auch die Getreidewurzeln dringen. Un ſch die zugit do ti Iißſie ausge tuann Liefe! fie vocke und nmoſphar nichleßt.— üihrlich nthe ſolt witd, in verdnderterdi als wenn der) mit ihenſärt Vetbindung de De Reu velcher die fr nach den Umf Etwas oder verſchie aber nur in wirkung der rentheils n ſattigt wer Man und nachde gen damit a Fruchtbarke an Huͤlfe zu kaum durch mal hat das towa nur ſch man ſie vich Diee ſchweres U Duͤngerzu ſtens den; den Werth des Bodene ſg aber die Nur ſcaft abzwe er nicht mi witd es vor hen bleden, u atheen Dadam c dei Jedam 1 die der eiere dut te, daßjedesge ſtark been han ppelte daufenn ut der digein eatmoſtſann dt, und taaae n widd,, rten Gri Um hſenatn agenomun, oin „ und bonotzy. nlich minder u Regen berſenktih er kann nah mi§. 162. berſtäe heruin Etwas ganz verſchiedenes aber iſt es, durch tiefes Pfluͤgen den Untergrund, der von gleicher Neue Vertie⸗ e uͤderfült, amd oder verſchiedener Beſchaffenheit in Anſehung ſeiner Grundmiſchung mit der Oberflaͤche ſeyn kann, ſung 8ee Bo⸗ bis zur Dhaft aber nur in hoͤchſt ſeltenen Faͤllen mit fruchtbarem Humus durchdrungen und in keinem durch die Ein⸗ Pfͤgen. iefer Bwann⸗ wirkung der atmoſphaͤriſchen Potenzen belebt iſt, heraufzubringen. Hier muß dieſe unfruchtbare meha der Oberfüth en rentheils nahrungsloſe Erde erſt befruchtet, mit Humus durchdrungen und von der Atmoſphaͤre ge⸗ igem Boden,(är faättigt werden. feucht bleit. I usgeht, aswb us, warun ſtit 8 der Duͤrre auhnt 7 1 7 de Theile rermie Dürre un hi, ihre Vurch ehi Augenſcenuth in uf ſeichen, n 1 n Boden in un ßern Stitt r, 1 en es bei dcwen- u erlangen. zewichſt ni bder Grineie ⸗ hat, abmden 5 1 rogreſſin s3 Die Arbeit der Beackerung. 53 §. 161. Um ſich die genannten Vortheile eines tiefen Bodens zu erhalten, iſt es aber noͤthig, daß er von Zeit zu Zeit ſo tief als ſeine Ackerkrume gehet gepfluͤget, herumgewandt, locker gemacht und der At⸗ moſphaͤre ausgeſetzt werde. Denn wenn dieſes nicht geſchiehet, ſondern er nur flach bis zu einer be⸗ ſtimmten Tiefe gepfluͤgt wird, ſo werden alle jene Vorzuͤge allmaͤhlich verſchwinden. Es wird eine feſte Borke unter der Pflugtiefe entſtehen, welche der unterliegenden Erde alle Kommunikation mit der Atmoſphaͤre und mit der obern gelockerten Krume abſchneidet, und ſie ſelbſt den Pflanzenwurzeln verſchließt. Indeſſen iſt dieſes tiefere Pfluͤgen, wie die Erfahrung mich und andere belehrt hat, nicht jaͤhrlich nöthig, ſondern es ſcheint zureichend zu ſeyn, wenn es nur alle ſechs oder ſieben Jahre wieder⸗ holt wird, insbeſondere wenn man die Pflugfurchen in dieſen Jahren nicht in immer gleicher, ſondern veraͤnderter Tiefe giebt; weil nichts den Boden ſo ſehr zu verſchließen und eine Borke zu bilden ſcheint, eals wenn der Pflug immer auf derſelben Flaͤche herſtreift. Auch eine Wechſelung ſolcher Fruͤchte, die mit ihren ſtaͤrkeren roͤhrigen Wurzeln tiefer als das Getreide eindringen, ſcheint die Lockerung und die Verbindung der untern Erde mit der obern zu erhalten. Die Regel iſt alſo, nach ſechs oder ſieben Jahren das Pfluͤgen in derjenige vollen Tiefe, bis zu welcher die fruchthare Erde reicht, einmal vorzunehmen; bei den uͤbrigen Pflugarten kann man ſich nach den Umſtaͤnden mit einer geringern Tiefe begnuͤgen. Man hat zwar einige Faͤlle, wo die durch das Rajolen heraufgebrachte Erde ohne Duͤngung, und nachdem ſie nur kurze Zeit an der Luft gelegen, eine auffallende Fruchtbarkeit aͤußert. Bei eini⸗ gen damit angeſtellten chemiſchen Analyſen fanden wir auch, daß ſie Kohlenſtoff enthielt. Allein dieſe Fruchtbarkeit ward immer ſehr ſchnell erſchoͤpft, und wenn man nicht eilte, ihr mit ſtarkem Duͤnger zu Huͤlfe zu kommen, ſo ward ſie nach ein oder zwei Fruͤchten ganz unfruchtbar, und konnte dann kaum durch wiederholte ſtarke Duͤngung zu einer guten vegetabiliſchen Erde gemacht werden. Manch⸗ mal hat das Rajolen aber auch gleich vom Anfange an eine ſchlechte Wirkung gethan, und man hat etwa nur ſolche Gewaͤchſe darauf bauen koͤnnen, die mit ihren Pfahlwurzeln ſehr tief eindringen, bevor man ſie nicht durch wiederholtes Duͤngen und lange Luftausſetzung fruchtbar machte. Dieſe Befruchtung nahrungsloſer Erde mit naͤhrenden Stoffen iſt aber auf groͤßern Flecken ein ſchweres Unternehmen, und kann unter den gewoͤhnlichen Wirthſchaftsverhaͤltniſſen, ohne fremden Duͤngerzufluß, nicht anders als auf Koſten aller uͤbrigen Felder bewirkt werden. Man muß wenig⸗ ſtens den Werth des Ertrages einer weit groͤßern Flaͤche mehrere Jahre aufopfern, um auf dieſe Weiſe den Werth einer kleinern Flaͤche zu vermehren. Es mag der Faͤlle viele geben, wo der Grundwerth des Bodens hierdurch mehr gewinnt, als der Eigenthuͤmer am Ertrage aufopfert. Dieſe Aufopferung iſt aber die Sache weniger Ackerbauer. Nur dann erſt, wenn, durch ein vorzuͤgliches auf die Bereicherung der Duͤngermaſſe einer Wirth⸗ ſchaft abzweckendes Syſtem, ein ſolcher Ueberfluß des Duͤngers in einer Wirthſchaft entſtanden iſt, daß er nicht mit Vortheil zur groͤßern Bereicherung der bisherigen Ackerkrume verwandt werden kann, wird es vortheilhaft, die Vertiefung des Bodens vorzunehmen. Periodiſches tieferes Pfluͤgen des tiefen Po⸗ dens. Das ſache Pfluͤ⸗ gen. 54 Die Arbeit der Beackerung. —. 16z.. Es giebt der Faͤlle alſo mehrere, wo man bei einer ſehr ſeichten Krume bleiben muß, und an ei⸗ ne Vertiefung des Bodens vor rſt gar nicht denken darf. Diejenigen, wo es die Natur des Unter⸗ grundes durchaus nicht geſtattet, verſtehen ſich von ſelbſt. Außerdem aber a) wo ſich nur eine duͤnne Lage humushaltiger Erde vermittelſt der Grasnarbe erzeugt hat, un⸗ ter derſelben aber, ſcharf abgeſchnitten, ein ganz unfruchtbarer, roher Boden— es ſey Sand oder Thon— lieget, und dem Acker nicht mehr Duͤnger gegeben werden kann, als gerade dieſe duͤnne La⸗ ge in Kraft zu erhalten vermag; ja wo man auf die Wiedererzeugung der Grasnarbe beim Dreeſchlie⸗ gen zur Wiedererzeugung der Fruchtbarkeit vorzuͤglich rechnen muß. Hier iſt es rathſamer, die weni⸗ ge fruchtbare Erde beiſammen und durch den nur fuͤr ſie zureichenden Duͤnger in Kraft zu erhalten, auch die Bearbeitung auf ſie zu konzentriren, als ſie durch eine hinzugemengte Maſſe von unfruchtba⸗ rer Erde zu ſchwaͤchen; insbeſondere wenn man auf eine neue Raſenerzeugung rechnet, welche gewiſ⸗ ſermaßen nur durch die Fruchtbarkeit der oberen zwei Zoll bewirkt wird, und wozu der tiefer liegende Hurus wenig beitraͤgt. b) Wenn man eine nachhaltige Verbeſſerung des Bodens durch Auffahren eines mergeligten Lehms, Modders u. ſ. f., oder durch Raſenbrennen vorgenommen hat, wodurch eine kleinere, aber nicht eine groͤßere Maſſe von Erde, eine ſeichte, nicht eine tiefere Krume verbeſſert werden kann. Hier muß man ſich wohl huͤten, dieſen nur fuͤr die Oberflaͤche hinreichenden Zuſatz zu tief unterzubringen und zu vertheilen. Man darf den Boden nicht eher vertiefen, als bis man etwa eine zweite Auffuhr vor⸗ zunehmen beſchloſſen hat, und muß dann tiefer pfluͤgen und rohe Erde heraufbringen, bevor man auf⸗ faͤhrt. Hierher gehoͤrt dann ebenfalls, wenn ein zaͤher Thonboden durch Kalk oder Kalkmergel nur auf eine gewiſſe Tiefe zureichend gelockert wurde. f. 0) Wenn auf ſandigem Boden die Pflugtiefe immer gleichgehalten iſt, und ſich unter der Pflug⸗ ſohle eine erhaͤrtete Borke gebildet hat, ſo durchbricht man dieſe nicht ohne Nachtheil. Die obere Er⸗ de kann durch gute Kultur ſehr verbeſſert ſeyn, die Borke verhindert das Verſenken der Feuchtigkeit und der fruchtbaren aufgeloͤſten Stoffe; unter derſelben aber liegt ein unergruͤndliches Sandmeer. Die⸗ ſer Fall wird haͤufig mit den vorhergehenden zuſammentreffen, indem ſich nach einer Lehmmergelung eine ſolche Borke leicht erzeugt. Wenn es gleich zu wuͤnſchen waͤre, daß dieſe Borke tiefer liegen moͤ⸗ ge als ſie liegt; ſo hat man es doch nicht immer in ſeiner Gewalt, ſie tiefer zu legen, und bevor man das nicht kann, ruͤhrt man ſie ungeſtraft nicht an. 1 Sie geſchehe allmaͤhlig. Ruͤckſichten, welche dabei zu nehmen ſind. d) Und endlich uͤberhaupt, wo das tiefe Pfluͤgen nicht noͤthig iſt, und keinen Vortheil, ſondern eher Nachtheil bringen kann.** §. 164. 1 Wo die Vertiefung des Bodens aber uͤberhaupt paßt, da geſchiehet ſie jedoch in den dei weitem meiſten Faͤllen nur allmaͤhlig. Bei allmaͤhliger Vertiefung wird nur ſo viele neue Erde heraufge⸗ bracht, daß ſie ſich mit der alten Ackererde genauer mengen und in Wechſelwirkung damit treten koͤn⸗ ne. Die alte noch fruchtbare Erde wird nicht ganz vergraben. Die Anziehung aus der Atmoſphaͤre, welche die neue Erde oft ſehr ſtark aͤußert, kann beſſer vor ſich gehen.. —§. 165. Die Fragen, welche man ſich bei der Vertiefung des Bodens vorzulegen hat, ſind alſo folgende: 1) Was kann ich von der unter der bisherigen Pflugtiefe heraufzuholen⸗ den Erde in Anſehung ihrer Grundbeſchaffenheit erwarten? Man muß deshalb * 7 dieſen Untergrund einer genauern Unterſuchung unterwerfen, und ſeinen Gehalt an Thon, Sand, Kalk, ſa nülicht an Pottu nehmen nuſi Verhalten m erenbeete ei ) Velche ſerigen Acker iher der leßtern mnädhen Voden hem Verhältniſe lage und den z) Vie w damit zu dure Die Deanl Es iſ bis ud tiefes Pfüg uͤgen, was theinlaͤndiſch. dung der Erde als 12 Joll mit cerung der Er Begrff mache vom feſten La daß ich unter den will, wird es Male nicht ube rig mengen. te neue Oberfle dieſe neue Erde wel Ne Enwi entweder za hindurch ind wie das bei begreifen, d gllockert wit den ſich mit, Esiſt zäglic nitthe vor Winter he Witer hindu Edde im Win ben nuß, ud 1 die Notur del R —8 ſg Er gerade deie in narbe ber ancze rathſame ain, ein Kuft aig Maſe din un rechnet, valt 3 vozu de gifeſ 4 hren eins wnii jwch eine klenen, ſert werden ben ſe tief unterzdenn mne zweite hfüben ringen, deuemad⸗ lk oder Fakmentn nd ſich ute dh ſchtheil. Dethat rſenken der gaenn dliches Sandmer h einer kehmnan. Borke tiffr ban legen, und dann einen Votthl lie ddoch in dndim le naur ede ſei zung damit nmi g aus de rita. fe heraufthtn ; Man ni nu an Ther, Snn Die Arbeit der Beackerung. 55 Eiſen, vielleicht an Kohlenſtoff, pruͤfen, auch auf die groͤßern und kleinern Steine, die er enthaͤlt, Ruͤckſicht zu nehmen nicht vergeſſen. Empiriſch pruͤft man ihn ohne Zweifel dadurch am beſten, daß man ſein Verhalten auf die Vegetation in Scherben oder in einem ausgeſtochenen und damit uͤberleg⸗ ten Gartenbeete erforſchet. 2) Welche Veraͤnderung wird dieſe Zumiſchung neuer Erde auf meiner bis⸗ herigen Ackererde bei einiger Vermengung hervorbringen? Werden dadurch die Fehler der letztern vermindert oder vermehrt werden? Wird ſie dem loſern Boden mehrere Conſiſtenz, dem zaͤhen Boden mehrere Lockerheit geben, oder beides nur vermehren? Und dann zugleich: in wel⸗ chem Berhaͤltniſſe wird dieſe Mengung geſchehen muͤſſen, um mir die gedeihlichſte Ackererde nach der Lage und dem Klima meines Feldes zu verſchaffen? 3) Wie weit wird mein Duͤngervorrath zureichen, um eine gewiſſe Tiefe damit zu durch dringen? 3 Die Veanrwortung dieſer Fragen muß dann das Verfahren leiten. 1 §. 166. Es iſt bisher mehrentheils etwas Unbeſtimmtes geweſen, was man unter flaches, mittleres und tiefes Pfluͤgen verſtehe. Um unſre Begriffe davon deutlicher zu beſtimmen, nennen wir flaches Pfluͤgen, was von 2 bis 4 Zoll geſchiehet, mittleres von 4 bis 7 Zoll, und tiefes von 8 bis 12 Zoll rheinlaͤndiſch. Geht es tiefer, ſo nennen wir es Doppelt⸗ oder Rajolpſluͤgen, indem eine Umwen⸗ dung der Erde, die wir uns unter dem Pfluͤgen allemal denken, auf eine groͤßere Tiefe als 12 Zoll mit einem einfachen Pfluge nicht wohl zu bewirken ſteht, obgleich eine ungleich tiefere Lo⸗ ckerung der Erde ſehr wohl moͤglich iſt. Vom 18 und 24zolligen einfachen Pfluͤgen kann ich mir keinen Begriff machen. Es verſteht ſich, daß die Tiefe der Furche oder des Streifens an der Kante, wo er vom feſten Lande abgeſchnitten iſt, immer gemeſſen werde, und— ich wiederhole es nochmals— daß ich unter Pfluͤgen eine Umwendung des Erdſtreifens verſtehe. . 5. 169. 1 In den bei weitem meiſten Faͤllen, wo man tiefer als die bisherige Ackerkrume ging, pfluͤgen will, wird es aus den angefuͤhrten Gruͤnden rathſam ſeyn, mit der groͤßern Vertiefung zum erſten Male nicht uͤber 2 Zoll zu gehen. Die nur ſo tief heraufgebrachte Erde laͤßt ſich befruchten und gehoͤ⸗ rig mengen. Es iſt immer rathſam, dieſes Pfluͤgen zu einer Zeit vorzunehmen, wo die heraufgebrach⸗ te neue Oberflaͤche der Luft am laͤngſten ausgeſetzt bleiben kann; daher vor Winter. Man muß aber dieſe neue Erde auch den Sommer hindurch in der Beruͤhrung mit der Atmoſphaͤre zu erhalten ſuchen, weil die Einwirkung derſelben bei hoher Temperatur ungleich ſtarker, wie bei niedriger iſt. Daher entweder zur reinen Brache oder zu ſolchen Fruͤchten, welche mit ihren Wurzeln durch dieſe neue Erde hindurch in die alte Erde eindringen, und ſogar unter erſterer mit ihren Wurzeln zu ſtehen kommen, wie das bei den meiſten Fruͤchten, die wir unter dem Namen der Hack⸗oder eigentlichen Brachfruͤchte — Beſtimmung der Tiefe des Pfluͤgens. Vorſichtiges Verfahren. begreifen, der Fall iſt. Da die neue Erde hier an der Oberflaͤche bleibt, aber beſtaͤndig geruͤhrt und gelockert wird, ſo koͤmmt ſie in die ſtaͤrkſte Beruͤhrung mit der Atmoſphaͤre, und alle Erdpartikeln koͤn⸗ nen ſich mit atmoſphaͤriſchen Stoffen ſaͤttigen. „ Es iſt ferner ſehr wichtig, daß man die wirkſamſten Theile des Duͤngers dieſer neuen Erde vor⸗ zuͤglich mittheile. Deshalb wird es rathſam ſeyn, wenn es die Wirthſchaftsverhaͤltniſſe erlauben, die vor Winter heraufgepfluͤgte Erde ſogleich mit Duͤnger zu befahren, und dieſen wohl verbreitet den Winter hindurch darauf liegen zu laſſen, weil der Einfluß des obenaufliegenden Duͤngers auf ſolche Erde im Winter der Erfahrung nach ſehr groß iſt, wenn man anders keine Auswaſchung deſſelben d 5⁸ 7— F— 56 3 Die Arbeit der Beackerung. wegen einer ſtark abhaͤngigen Lage ſeines Feldes zu beſorgen hat. Im letztern Falle muͤßte man ihn noch vor Winter ganz flach unterſtrecken. Im erſten Fruͤhjahre pfluͤgt man dann dieſen Duͤnger ſo flach— wie moͤglich unter, und egget kraͤftig. Die Saatfurche wird dann ebenfalls flach gegeben, damit die neue Erde wenigſtens nicht viel mit alter Erde bedeckt werde. Auf dieſe Weiſe habe ich in einem Sommer eine vollſtaͤndige Mengung der alten mit der neuen Erde, eine zulaͤngliche Befruchtung der letztern, und einen gleichmaͤßig um ſo viel vertieften Boden mit dem gluͤcklichſten Erfolge und unmittelbarer Vermehrung aller Ernten mehrere Male hervorge⸗ bracht, und bin dann nach einer Reihe von Jahren, welche die Rotation beſtimmt, zu einer aberma⸗ ligen Vertiefung geſchritten. Daſſelbe haben viele andere gethan, und nie denjenigen Rachtheil ge⸗ ſpaͤret, den manche durch eine uͤbereilte, unzeitige und der Fruchtfolge unangemeſſene Vertiefung des Bodens, zuweiten mit dem gaͤnzlichen Ruin ihrer Wirthſchaft, erfahren haben. 3 §. 168. Wienn man eine Vertiefung des Bodens unter den§. 161. u. f. angegebenen Bedingungen vor⸗ nehmen will, und ſolche uͤber 12 Zoll hinausgehet, ſo reicht das einfache Pfluͤgen nicht. Man bedient ſich alsdann des Rajol⸗ oder Doppelpfluͤgens mit dem im§. 123. erwaͤhnten Rajolpfluge, oder zweier in derſelben Furche hintereinander hergehenden Pfluͤge. Der erſte ſtreicht einen Streifen von gewoͤhn⸗ licher Tiefe ab, und in die tiefere Furche hinein; und der zweite holt einen tieferen Streifen heraus, und legt ihn uͤber die erſten her. Es kann dieſe Arbeit zwar mit gewoͤhnlichen Pfluͤgen verrichtet wer⸗ den, wenn man dem hinteren eine tiefe Stellung und ein hohes langes und hinten weit abſtehendes Streichbrett, auch ein hoͤheres Rad auf der rechten Seite giebt. Allein ſie iſt mit ſolchen Pfluͤgen ſehr beſchwerlich, und erfordert großen Kraftaufwand. Dagegen verrichtet ſie der Smalſche Pflug vor⸗ treflich, und ich laſſe deshalb den Baileyſchen vorangehen, und jenen folgen. Es ſind dann, um auf 12 bis 14 Zoll einzudringen, drei Pferde, die jedoch dabei angeſtrengt werden, vor dem hintern Pflu⸗ ge zureichend. 3 Nooch beſſer aber und in manchen Faͤllen mit nicht viel groͤßeren Koſten wird dieſe Arbeit vollfuͤhrt durch Menſchenhaͤnde mit dem Spaten. Man ſtellt ſodann auf einen Pflug neun bis zehn Menſchen in gleichen Zwiſchenraͤumen vertheilt, der Linie des Pfluͤgens nach, an, und laͤßt, ſo wie der Pflug vorbeigegangen, die Erde eines Spatenſtichs tief aus der Furche ausſtechen, und uͤber den Streifen herwerfen. Neun bis zehn ruͤſtige Arbeiter koͤnnen auf einen nicht beſonders thonigem Boden einem Pfluge nachkommen. Wo es an Arbeitern nicht fehlt, wuͤrde ich dieſe Methode vorziehen. iin zu ſeiner Zeit Aufſehen erregender Schriftſteller, Peter Kretſchmar, wollte durch dieſes Ra⸗ jolpfluͤgen die Erde in beſtaͤndiger Fruchtbarkeit erhalten, indem die untergebrachte Schicht ſich indeſſen aus⸗ ruhen und neue Kraͤfte ſammeln wäde, wobei dann Brache, Wechſel der Fruͤchte und ſogar der Duͤnger voͤl⸗ lig entbehrlich werde, wie dies in ſeiner oͤkonomiſchen Praktica, Leipzig 1749, und in mehreren von ihm und andern verfaßten Schriften behauptet wurde. Seine auf einem nahe bei Berlin gelegenen, ihm von Friedrich dem II. geſchenkten Gute angeſtellten Verſuche fielen natuͤrlich uͤbel aus; da er ſich indeſſen des Ber⸗ liner Stadtdüngers zu bedienen anfing, um ſeine heraufgehohlte friſche Erde zu beſchwaͤngern, ſo wuͤrde er, mit gewiſſen Modifikationen, ſeine Beſtellung wohl haben fortſetzen koͤnnen, wenn er die Landwirthſchaft äberhaupt verſtanden, nicht ein Projekt uͤber das andere vergeſſen, und dadurch ſein Vermoͤgen verſchwendet haͤtte. Das Intereſſe, was dieſer Mann indeſſen erregte, trug in dieſer Zeit nicht wenig bei, das Nachden⸗ ken uͤber den Ackerbau zu erwecken, indem manche ſcharffinnige Maͤnner in dieſe Idee hineingingen, und Un⸗ terſuchungen daruͤber anſtellten. Die derzeitigen orthodoxen Oekonomen benutzten ihn, ſo wie den von Friedrich dem II. ebenfalls unter⸗ kuͤtzten Englaͤnder Brown, zum Schreckbild gegen alles Neue fuͤr ihre Kinder; weswegen er bei dieſen noch immer ſpukt, ſo daß ſie mich, wie mich der Koͤnig ins Land berief, bald fuͤr den einen, bald Andern hiel⸗ ein Ey dem andern. 3 Es ten, oder wenigſtens verſicherten, ich waͤre in allen meinen Meinungen und Grundſaͤtzen zenen ſo aͤbulich wie tiglbt noch dertft legende runnadt hat. un erderes nürEohle de mmſen ägrd hn. Nar zu de deefe hinausgeher ches Pfägen oder wel di untere E te gahte beibehd ſcwangerter Vo Um die ⸗ Ncerſyſteme be Wenn w fe, die der B 12 Zoll hinau mit der zweit Nan wird de heraufgewor iſt, geebnet, eine wirkliche enthaͤlt, nach trocknen Fruͦh 25is 3 Zolle ſte, aufgeſaet Keſchehen ſoll Jahrezu glee den Wnterun ſetzung dee ſich der Bod Die Winter bracht, und ſahre, wenn zur vollkomn den, un dar Venn Bodens und: Uüägen uh ih auch bis d ditte dh Die Arbeit der Beackerung. 57 ae na Es giebt noch eine andere Methode, den Boden tief zu lockern, ohne ihn jedoch umzuwenden h Dager ſ oder tiefer liegende Erde auf die Oberflaͤche zu bringen, welche man auf thonigem Boden ſehr nuͤtzlich Legäa dmmn angewandt hat. Sie wird mit einem Pfluge bewirkt, der kein Streichbrett, aber ein ſtarkes niedri⸗ alten g ges und convexes Schaar hat. Dieſer folgt dem gewoͤhnlichen Pfluge in derſelben Furche, und wüh⸗ M Wn let die Sohle derſelben auf, laͤßt aber die zerkruͤmelte und gelockerte Erde darin liegen. Wo man mit diel derinn n gewiſſen Pfluͤgen tiefer als 16 Zoll gepfluͤgt hat, hat man wahrſcheinlich nicht viel mehr, wie dieſes, ehrere NMale fan get h an. mnt, zu einn eem⸗ jenigen Juten 3 3§. 169. neſſene banin Nur zu den behackten Brachfruͤchten und zu den Huͤlſenfruͤchten ſcheint mir ein uͤber die mittlere Zu welchen Tiefe hinausgehendes Pfluͤgen rathſam und angemeſſen zu ſeyn. Zum Getreide kann oft ein ſehr fla⸗ Peueene 691 ches Pfluͤgen oder ein Umarbeiten der Erde mit weit mehr foͤrdernden Inſtrumenten zureichend ſeyn, phugen. men Kargn weil die untere Erde einmal recht gelockert und gepulvert ihre Poroͤſitaͤt und Durchdringlichkeit mehrer- hen nicht. Antan ajeipfag, anfet Streifen dmgeir feren Steifn ſer Pflüͤgen demtte inten weit dſtze nit ſelchen Tfüzaſ er Smalſce urr Es find dan, nn vor den ſitwſ d dieſe Ahe rlir eun bis phe en läßt, ſo neui und üder ddn thonigen Lan de vorjiefen ir, wollte durc) e Söidt ſhnihe und ſogat R Aurt 1u9, udi rin Berlin zelegene hen da er ſ udiſe ſ eſchmängen, tn enn er de kunfien in Vermlhe nizan tweuig bä- äch der hineitgint h- nib en lenian einen, Me zer jnn oit badi re Jahre beibehaͤlt; insbeſondere wenn es ein mit Sand zur Haͤlfte gemengter und mit Humus ge⸗ ſchwaͤngerter Voden iſt. §. 170. Um die Pflugfurchen zu beſtimmen, muͤſſen wir nun die verſchiedenen Hauptrotationsarten oder Pfugarten, die Ackerſyſteme beſonders durchgehen. 12 Zoll hinausgeht, wird ein Doppelpfluͤgen damit vorgenommen. Der aufgefahrene Miſt wird dann mit der zweiten Furche untergeſtrichen, und die dritte oder Saatfurche wieder etwas tiefer gegeben. Nun wird der Boden durch die Pferdehacken immer tiefer bearbeitet, und an die Pflanzenreihen hoͤher heraufgeworfen. Nach der Ernte wird das Land mit Hobel⸗ oder Schaufelpfluͤgen, wenn es noͤthig iſt, geebnet, geegget, und dann zur mittleren Tiefe vor Winter umgepfluͤgt. Selten geben wir dann eine wirkliche Pflugfurche im Fruͤhjahre. Sie ſcheint jedem Boden, der 50 und mehr Prozent Sand enthaͤlt, nach gehoͤriger Bearbeitung der behackten Fruͤchte, nicht nur unnoͤthig, ſondern in jedem trocknen Fruͤhjahre wirklich nachtheilig zu ſeyn. Die Oberflaͤche wird bloß mit dem Exſtirpator, der 2 bis 3 Zoll eindringt, aufs vollkommenſte zerkruͤmelt, dann geegget, das Getreide, gewoͤhnlich Ger⸗ ſte, aufgeſaͤet, dieſe mit dem kleinen Exſtirpator untergebracht, dann wieder geegget, nun, wenn es geſchehen ſoll, Klee geſaͤet und darauf gewalzet. Nach der Gerſte liegt nun das Land ein oder zwei Jahre zu Klee. Im erſtern Falle immer, im letztern mehrentheils, wird zu der auf den Klee folgen⸗ den Winterung nur einmal gepfluͤgt zu mittlerer Tiefe, aber dann mit der in§. 124. angegebenen Vor⸗ ſetzung des Schaͤlmeſſers. Dieſes Pfluͤgen geſchiehet wenigſtens vier Wochen vor der Einſaat, damit ſich der Boden ſacken koͤnne, welches hier eine ſehr weſentliche Bedingung eines guten Erfolges iſt. Die Winterung wird entweder auf die rauhe Furche geſaͤet, oder mit dem kleinen Exſtirpator unterge⸗ bracht, und dann geegget. Dieſes Eggen wird, wenn es die Zeit und Witterung erlauben, im Fruͤh⸗ jahre, wenn die Saat zu treiben anfaͤngt, wiederholt, weswegen das Eineggen vor Winter ſelten bis zur vollkommnen Zerkruͤmelung der Kloͤße geſchiehet, die vielmehr bis zum Fruͤhjahre erhalten wer⸗ den, um dann den Pflanzen friſche Erde zu geben. Wenn nach der Winterung Huͤlſenfruͤchte gebaut werden, ſo wird dazu nach Beſchaffenheit des Bodens und der Witterung ein oder zwei Mal gepfluͤgt(uͤber die Frage vom ein⸗oder mehrmaligen Pfluͤgen zu Huͤlſenfruͤchten werde ich mich erklaͤren, wenn ich von dieſem Anbau beſonders rede; ſo wie ich auch bis dahin das, was uͤber die Vorbereitung zu andern minder gemeinen Gewaͤchſen zu ſagen Dritter Theil. —ÿ—. 4. des Fruchtwech⸗ Wenn wir nach der Regel unſeres Fruchtwechſels verfahren, ſo wird immer zu der groͤßten Tie⸗ ſels gegeben fe, die der Boden erreicht hat oder vorerſt erreichen ſoll, vor Winter gepfluͤgt. Wo dieſe Tiefe uͤber werden. 38—, Die Arbeit der Bearkerung. ſſt, verſparen muß. Zu ſpaͤtern Wicken, die gruͤn gemaͤht werden ſollen, wird immer zwei auch wohl drei Mal gepfluͤgt. Nach der Aberntung der Huͤlſenfrüchte wird mit den Pfluͤgen zu maͤßiger Tiefe moͤglichſt geeit nach einiger Zeit geegget, darauf die Winterung vor Michaelis mit dem kleinen Erſtirpator untetge⸗ bracht und wieder geegget. Soll auf die Winterung etwa noch Hafer folgen„ ſo wird der Acker im Herbſte flach geſtoppelt, im Fruͤhjahr zu mittlerer Tiefe gepfluͤgt, geegget, und der Hafer erſt gegen die Mitte des Mays, nachdem der Unkrautsſaamen, der in der heraufgebrachten Oberflaͤche liegt, gekeimt iſt, mit dem klei⸗ nen Exſtirpator untergebracht und geegget. Dies ſind diejenigen Fahren, deren man ſich im ſogenannten Fruchtwechſelſyſteme cdien, wenn man keine zweiten. Fruͤchte oder doppelten Ernten nimmt., 1 §. 171. Behandlung der In den Ackerſt pſtemen. wo man reine Brache haͤlt, kommt es vorziglich auf die Vearbeitung Brache. ſo iſt es unverzeihlich, wenn man dieſes nachlaͤſſig thut, und nicht alle Zwecke und Wirkungen der Bra⸗ che auf das vollſtaͤndigſte zu erreichen ſucht. Durch die Brache muß der Boden die ihm gebuͤhrende Vertiefung, Herumwendung, Pulverung, Mengung, Luftausſetzung, und was das wichtigſte iſt, Zerſtoͤrung des Unkrauts aufs vollkommenſte erhalten, und wenn dies durch eine Brache bewirkt wird, ſoo wird ſie wohl angewandt, und ihr Nutzen kann ſich dann auf eine laͤngere Reihe von Jahren er⸗ ſtrecken. Eine Brache mit drei Fahren iſt zwar in der Dreifelderwirthſchaft etwas ſehr Gewoͤhnliches, aber ſehr Unvollkommenes, und erreicht den Zweck der Brache faſt nie. Man laͤßt mehrentheils aus Mangel an Viehweide den Acker noch uͤber den Junius oder Brachmonat hinaus liegen, und giebt ihm 8 dann die erſte Furche. Dies iſt alſo halbes Dreeſchliegen und halbe Brache. 4 Bei den vierfaͤhrigen Brachen wird die erſte Furche von Rechtswegen ſchon im Herbſte gegeben, zuweilen wird dies aber auch fehlerhaft bis im Fruͤhjahre verſchoben. Das fuͤnf⸗ſechs⸗ und ſiebenmalige Pfluͤgen findet man nur ſelten, und nur bei den vorzuͤglich ſten Ackerbauern auf fruchtbarem Boden, welche dieſen genug zu ſchaͤtzen wiſſen, um ihn, falls ſie den ESeteag eines Jahres aufopfern, in den vollkommenſten Stand zu ſetzen. Eine ſolche Bearbeitung iſt aber allerdings auch in unſerm Klima anwendbar. 7 S. 172. 8„ Benennungen Die erſte nennt man im eigentlichen Verſtande die Brachfurche oder Breekfurche. Das den umihindttn Pfluͤgen derſelben heißt alſo Breeken, an einigen Orten ausſchließlich dann, wenn es Grasnarbe war. Denn wo es Getreideſtoppel iſt, nennt man es Stuͤrzen oder Stoppeln.— Die zweite heißt die Wendefahre, weil der Pflugſtreifen hier wieder herumgewandt wird. d Die dritte Fahre heißt die Ruhrfahre, weil der Boden hierdurch geruͤhret werden ſoll. Folgt dieſer noch eine Fahre, eher zur Saat gepfluͤgt wird, ſo heißt ſie die zweite Nuhrfahre. Die letzte iſt dann die Saatfahre. Schon die Roͤmer unterſchieden dieſe verſchiedenen Pflugarten mit beſonderen Namen. Sie nannten die erſte Furche praescindere, die zweite vertere, die dritte fringere, die vierte offringere, die fuͤnfte refringere, und die ſechſte oder Saatfurche liraro, weil hier der Acker das Anſehn einer beſpannten Leyer erhielt. Faſt alle Nationen und Provinzen haben dieſen Fahren beſondere Namen dieſer an. Da man den Ertrag des Landes einmal ein Jahr aufopfert, und die Arbeit daran wendet, güe, Rem ſen vil gen zum niſent Nale ge⸗ uwette Nf ug 9 nin der! Fete bekomme der nicht, wie zer Dreeſch⸗ nes andern Ge 1 Nerſte Nennung der m anderes Prinzip dr Koppelwirtt gegeben werden gͤßeren diefe deckt, wieder che inmer we flache Umbru die alte Rege der Erde die Wil man ſe erſten Furch MNan im Herbſte a auszuſetzen. welche durch geyflanzt und öft noch vor? kung der Atm denug durchd ſammengedal keinen Jur ſchen den zaͤhen flach me bedeckt Etwa ho man ihn de zt lheils ertn den, ſonder nmer ſwei u, Tiefe mathe fe doögich d Ha en Erſticrte rnen derbſte fah pig mdie Mite wh keimt it, moße elſyſeme haͤn ich auf de denten ie Aebeit darn nn und Wirkunganar den die ihn goigat was das witii ne Brache imitten ke Reihe dn ähmt was ſehr Gai nlaͤßt mehrattiſa ꝛus liegen, udgin hon in Hetzſeg nur bei da n n, um ihn, ibin ne ſoiche dertent „Breekfurce d an, wenn dh b ppeln. herungevnere 68ℳ d rähret wedenſt de Nuhrfahen onderen Numn. 4 e die biert iſinn Aker das Vli 3 nhren heſonder Ahm Die Arbeit der Beackerung. 59 gegeben, die man kennen muß, wenn man uͤber den Ackerbau der Gegend Erkundigungen einzie⸗ hen will.. Wenn zum Sommergetreide, oder auch zum Wintergetreide, welches in die Stoppel kommt, mehrere Male gepfluͤgt wird, ſo bezeichnet man die Fahren oft noch mit andern Ausdruͤcken. So heißt das zweite Pfluͤgen zur Gerſte oder Hafer falgen, felgen oder falzen, und daher nennt man den Hafer, der mehrere Fahren erhalten hat, Felgehafer, im Gegenſatze von dem, der nur eine Fahre bekommen, und welcher Hartlandshafer heißt. Unter letzterem Ausdrucke verſteht man aber nicht, wie es ſcheinen moͤchte, denjenigen, der in umgebrochener Grasnarbe geſaͤet iſt, als wel⸗ cher Dreeſch⸗oder Dreiſchhafer heißt, ſondern den, der nach einer Fahre in die Stoppel ei⸗ nes andern Getreides geſaͤet wird. 3 §. 173. Die erſte oder Brach fahre— denn hier ſagt man Furche, dort Fahre— wird nach der Meinung der meiſten jetzt ſehr flach gegeben. Vormals hatte man bei der Dreifelderwirthſchaft ein anderes Prinzip, und Muͤnchhauſens Hausvater lehrte noch, ſie zur vollen Tiefe zu geben. In Die Brachfur⸗ che. der Koppelwirthſchaft, wo die Grasnarbe damit umgebrochen wird, muß ſie nothwendig ſehr flach gegeben werden, und nur in einem Abſtreifen und Umlegen des Raſens beſtehn, weil dieſer in einer groͤßeren Tiefe nicht muͤrbe wird und nicht vermodert, auch durch die zweite Furche, nicht mit Erde be⸗ deckt, wieder herumkommen wuͤrde. Da man in der Dreifelderwirthſchaft das Umbrechen der Bra⸗ che immer weiter hinausgeſetzt hat, ſo iſt der Boden mehrentheils auch ſchon beraſet, und deshalb der flache Umbruch rathſam. Giebt man aber die Brachfahre ſchon vor Winter auf Stoppelland, ſo hat die alte Regel des tiefen Umbrechens wohl ihre Richtigkeit, indem dadurch der zu unterſt gelegene Theil der Erde die Einwirkung der Atmoſphaͤre, deren er am meiſten entbehrte, nun am laͤngſten erhaͤlt. Will man ſeinen Boden vertiefen und neue Erde hervorbringen, ſo iſt es nothwendig, dieſes mit der erſten Furche zu thun. 8 Man laͤßt dieſe erſte Furche— ich rede jetzt von der vollkommnern Vrachbearbeitung, die ſchon im Herbſte anhebt— mehrentheils im Winter rauh liegen, um ſie der Luft in groͤßerer Oberflaͤche auszuſetzen. Es iſt beſonders rathſam dieſes zu thun, wenn viele Unkrautswurzeln im Boden ſtecken, welche durch dieſe Luftausſetzung eher getoͤdtet werden, als wenn ſie mit der Egge gleichſam wieder ein⸗ gepflanzt und mit Erde bedeckt werden. Iſt aber viel Unkrautsſaamen im Boden, ſo kommt dieſer oft noch vor Winter zum Keinem, wenn man fruͤh umgebrochen und dann geegget hat. Die Einwir⸗ kung der Atmoſphaͤre wird durch dieſes Eggen gerade nicht verhindert, indem ſie die gelockerte Erde genug durchdringen kann, und auf die zertruͤmmerten Kloͤße beſſer einwirkt, als wenn dieſe noch zu⸗ ſammengeballt da lagen. Die Grasnarbe aber modert, wenn die Oberflaͤche geebnet iſt, und die Luft keinen Zutritt zu ihr hat, weit beſſer, indem ſonſt der Raſen noch gruͤn bleibt, und manchmal zwi⸗ ſchen den Pflugſtreifen hervorkeimt. Man befoͤrdert daher das Zergehen und das Muͤrbewerden eines zaͤhen flach abgeſtreiften Raſens dadurch, daß man ihn nicht nur egget und dadurch mit einiger Kru⸗ me bedeckt, ſondern auch walzt und dadurch feſt an den Boden anpreßt. Etwas ungewoͤhnliches, aber vorzuͤgliches iſt es, dem Acker vor Winter zwei Fahren zu geben, wo man ihn dann ſchnell nach der Ernte flach umſtreift, und darauf im Spaͤtherbſte tief pfluͤget. §. 174. W Die zweite Wendefahre wird aber in der Regel erſt im Fruͤhjahre gegeben. Sie faͤllt mehren⸗ theils erſt nach der Beſtellung des Sommergetreides. Zu fruͤh darf ſie auf keinem Fall gegeben wer⸗ den, ſondern die Regel iſt, ſo lange zu warten, bis ſie ausgruͤnt, weil die herumgewandte Narbe 3 H 2 Die Wendefur⸗ che. 60 Die Arbeit der Beackerung. rentheils wird auch vor der zweiten Fahre nicht geegget, obwohl es gewiß rathſam waͤre, es zu thun. Insbeſondere iſt es dann noͤthig, wenn ſich die Wendefurche verzoͤgert, indem dann der Boden in ſei⸗ ner rauhen Lage ſo zuſammenwachſen kann, daß er ſich, beſonders bei einfallender trockner Witterung, ſchwer pfluͤgen laͤßt. Lag der Acker dreeſch oder war ſeine Narbe ſonſt zaͤhe, ſo muß dieſe Wendefur⸗ che in derſelben Richtung wie die erſte gegeben werden, weil man durch das Querpfluͤgen die Streifen in Wurfel zerſchneiden wuͤrde, die ſich dann vor der Egge herſchieben, und ſchwer zu zerkleinern ſind. War die Brachfahre flach, ſo muß dieſe tiefer ſeyn, damit untere Erde uͤber den vorigen Strei⸗ fen heruͤberfalle. Dieſe Fahre wird dann immer geegget; wenn es dreeſch war, mit ſchweren ſtarken ſogenannten Booteggen, hauptſaͤchlich in die Quer, um die muͤrbe gewordene Narbe voͤllig zu zerreißen, ſonſt aber A mit gewoͤhnlichen Eggen, um die Erdkloͤße zu zertruͤmmern. Hier ſind nun die Meinungen daruͤber getheilt, ob dieſes Eggen bald nach dem Pfluͤgen geſche⸗ he ober bis kurz vor der naͤchſten Furche verſpart werden ſolle. Die Luftausſetzung der rauhen Furche iſt in dieſer Jahreszeit von vorzuͤglichem Nutzen. Auch werden die Unkrautswurzeln bei trockner Wit⸗ terung dadurch ſehr entkraͤftet, daß ſie den Sonnenſtrahlen in dieſer Lage ausgeſetzt ſind. In dieſer Hinſicht iſt es alſo ſehr rathſam, mit dem Eggen lange zu warten. Auf zaͤhem Boden muß man jedoch aufmerkſam ſeyn, daß man ihn bei trockner Witterung nicht zu ſehr ausdoͤrren laſſe, indem alsdann die Erdkloͤße durch keine Egge zu bezwingen ſind. Auf der andern Seite aber iſt der rauhe Acker der Keimung des Saamenunkrauts, welches hauptſaͤchlich in den Kloͤßen eingeſchloſſen liegt, nicht ſo guͤn⸗ ſtig, als ein klar geeggeter. Und wenn man alſo mit Saamenunkraut viel zu ſchaffen hat, ſo iſt es rathſam, das Eggen doch ſo fruͤh vorzunehmen, daß dieſer in der jetzigen Oberflaͤche liegende Saamen noch vor dem naͤchſten Pfluͤgen hervorkomme. — S§. 175. Die Ruhrfur: Die dritte oder Ruhrfahre wird, wo es die Breiten erlauben, in die Quer gegeben. Dieſe ver⸗ He. anderte Richtung des Pfluges bringt eine weit vollkommnere Zertheilung der Erdſchollen hervor, als wenn ſie in gleicher Richtung nur hin und her gewandt werden. Es hebt die in den Pflugſtreifen fort⸗ rankenden Unkrautswurzeln heraus, oder macht ſie doch los. Es faßt alle unter der Oberflaͤche ſtehend gebliebene Erdkaͤmme, weswegen auch ein an ſich ſchlechtes Pfluͤgen durch das Querpfluͤgen ſehr ver⸗ beſſert wird. Dieſe Arbeit wird durch die Haaken vollkommener wie durch den Pflug verrichtet, und jene Inſtrumente haben beſonders in Anſehung der Heraushebung der Unkrautswurzeln Vorzuͤge vor dieſem. Die groͤßeren verhaͤrteten Klumpen kommen nun an die Oberflaͤche, und werden der Wirkung der Egge ausgeſetztt.. Das Eggen dieſer Fahre muß mit beſonderem Fleiße geſchehen, denn es kann hier am meiſten wirken. Die Unkrautswurzeln ſind nun loſe genug um hervorgezogen zu werden, und die Sonne hat in dieſer Jahreszeit die Kraft, ſie zu verdorren. Bei wechſelndem Sonnenſchein und Gewitterregen werden die Erdkloͤße muͤrbe, und jedes Partikelchen der Erde beſchwaͤngert ſich mit atmoſphaͤriſchen Stoffen. Ob man das Eggen gleich nach dieſer Fahre oder ſpaͤter vornehme, beruhet auf denſelben Gruͤnden, die wir bei dem zweiten Eggen anfuͤhrten. Indeſſen iſt es doch hier wegen der Unkrauts⸗ eher ſie wieder untergepfluͤgt werden.. 1 Mit dieſer Furche wird in der Regel der Miſt untergebracht, und da es nie rathſam iſt, dieſen tief unterzupfluͤgen, ſo wird ſie flacher als die zweite und vierte Furche gegeben. 4 nicht eher getoͤdtet iſt und wieder austreiben wuͤrde, wenn ſie nicht ſtark mit Erde bedeckt waͤre. Meh⸗ wurzeln rathſamer, fruͤher zu eggen, damit ſie herausgeriſſen, um ſo laͤnger der Luft ausgeſetzt ſind, dun ünſid atuemſchten wwuütſfolgend en dde und? m rikſamſten glümmt dahe ſenutze. Tiit nach Pethſchaft, ſ de Verbeſſerung man dann dami refen. Rtd Diee Saa gegeben; es ſe darf, unterpft Piusſtreifen, wer nuͤtlich g üͤberzogen, u weiſe zu ſtehe arbeitetem geegget. O Meinungen ſe Stehen d das gepflug Venn KLroßer Erſpa ühen Bod kann man die erteumwer mi kan ti Erſtirpatt duͤngung kleinen E werden. Eine Di Nathw zu ethalten des Junius nothig„ un dedeck dir. 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Bei einer ſehr naſſen kalten Witterung wird dieſes bei weitem minder erreicht. Es koͤmmt daher ſehr darauf an, daß man ſich nicht damit verſpaͤte, und die waͤrmſten Tage rechk benutze. Tritt nach dieſer gegebenen Fahre regnigte Witterung ein, und erlauben es dann die Kraͤfte der Wirthſchaft, ſo wird auf jedem lehmigen Boden ein zweites Ruͤhren ſich ſehr reichlich durch eine dauern⸗ de Verbeſſerung des Bodens und vorzuͤglichere Ernten belohnen. Wo man den Haaken braucht, ziehet man dann damit wieder in einer andern Richtung, mehrentheils ſchraͤg, um ſo beſſer alle Erdtheile zu treffen. Mit dem Pfluge geht es nicht ſo gut, der Wendungen wegen. §. 176. Die Saatfurche endlich wird in der Regel mit dem Pfluge oder mit dem Haaken zur vollen Tiefe Die Saatfur⸗ gegeben; es ſey denn, daß man die Saat, wie zuweilen beim Weizen, ſelten beim Rocken geſchehen he. darf, unterpfluͤgen wollte. Sie wird ſchmal und mit moͤglichſter Vorſicht bearbeitet. Haben die Pflugſtreifen, nachdem ſie eine gehoͤrige Zeit gelegen haben— welches man bei der Saatfurche im⸗ mer nuͤtzlich gefunden hat— noch zu ſtarke Hervorragungen, ſo wird zuvor mit der Egge einmal leicht uͤberzogen, was man vorziehen nennt, damit die Saat nicht zu tief in die Rillen falle, und Reihen⸗ weiſe zu ſtehen komme, welches immer ein Fehler iſt. Doch findet dies wohl nur bei mangelhaft be⸗ arbeitetem Acker ſtatt. Alsdann wird die Saat kraͤftig, wo nicht in die Runde, doch in die Quer ein⸗ geegget. Ob man ſich zu dieſer Fahre beſſer des Pfluges oder des Haakens bediene, daruͤber ſind die Meinungen noch uneins. Mir ſcheint auch hier der Haaken Vorzuͤge zu haben, indem das reihenwei⸗ ſe Stehen der Saat dabei weniger zu beſorgen iſt, wenn man anders das Auftreten des Zugviehes auf das gepfluͤgte Land verhindert. §. 177. Wenn die Wendefahre zu gehoͤriger Tiefe gegeben iſt, ſo kann man ſich zu den Ruhrfurchen mit Gebraud des rſtirpators zu großer Erſparung der Arbeit des Exſtirpators bedienen, und dieſe Bearbeitung hat auf allen nicht gar zu zaͤhen Boden noch entſchiedene Vortheile. Wegen der Schnelligkeit, womit ſie von Statten geht, chen. kann man die gerechte Witterung weit beſſer wahrnehmen. Man bewirkt dadurch eine vollkommene Zertruͤmmerung aller Erdkloͤße und ein Hervorkommen alles Unkrauts. Allein der gewoͤhnliche Stall⸗ miſt kann nicht damit untergebracht werden, und zu der Furche, wo dieſes geſchehen ſoll, findet der Erſtirpator nicht ſtatt; es ſey denn, daß man einen ganz zerfallenen Mengeduͤnger habe oder eine Kalk⸗ duͤngung vornehme, bei welcher ſich der Exſtirpator vorzuͤglich paßt. So kann auch die Saat mit dem kleinen Exſtirpator, nach Art des Arndtſchen Saatpfluges, am allerzweckmaͤßigſten untergebracht werden. 4 §. 178. beruhet uj wüät gen deliac Eine ſo vollkommene Behandlung der Brache kennt man freilich in manchen Gegenden nicht. unvonkommene er wegen b. Die Nothwendigkeit, eine, obwohl unbedeutende Weide fuͤr das Vieh den halben Sommer hindurch Brachbearvei⸗ gig— h Undedenendens. der nft uihe zu erhalten, zwingt oder bewegt die meiſten Landwirthe, mit dem Umbruche ihrer Brache erſt zu Ende 2M des Junius anzufangen, und den Julius hindurch damit fortzufahren. Hier iſt dann alle Anſtrengung nie ratſin i 1 noͤthig, um ihr uͤberhaupt nur drei Fahren zu geben, und die Einſaat nicht zu verſpaͤten; um ſo mehr, * 1 Soͤmmerungs⸗ 3 furchen. 8 Das Halb pfluͤ⸗ gen. 1 62 Die e Aeb beit der Beackerung. da in die Zeit auch alle Miſtfuhren fallen. Auf ſandigem Boden koͤnnen dieſe drei Fahren auch; zurei⸗ chend ſeyn zur voͤlligen Lockerung und Mengung des Bodens, und es kann hier die Bemerkung richtig ſeyn, daß nach mehreren Fahren ſchlechtere Winterung gewachſen ſey, indem der Boden zu loſe gewor⸗ den. Allein die Vertilgung des Unkrauts wird dadurch ſehr unvollſtaͤndig bewirkt, weswegen dann auch in dieſen Gegenden das Unkraut, insbeſondere der Hedderich, auf eine ſchreckliche Weiſe uͤberhand genommen hat, zumal da man die Fahren nun ſo ſchnell hintereinander geben muß, daß der in den Kloͤßen liegende Unkrautsſaamen nicht zum Keinem kommen kann. Auch iſt dabei eine gehoͤrige Men⸗ gung und Zertheilung des Miſtes unmoͤglich, welcher alſo der erſten Saat oft wenig zu Statten kom⸗ men kann. Man findet ihn nach dem Umbruche der Stoppel oft Klumpweiſe und in torfigter Geſtalt, ſo daß er ſich dann kaum zertheilen laͤßt. Hier iſt es, wo man mit Recht behaupten kann, daß der Miſt weniger auf die erſte, als auf die zweite Frucht wirke. Um eine unbedeutende Benutzung des Landes durch die Weide zu haben, bringt man ſich um den Nutzen, den ein einmal aufgeopfertes Jahr auf lange Zeit ſichern konnie. Die Nothwendigkei kann es entſchuldigen, aber woher ruͤhrt die Noth⸗ wendigkeit?— 1 —§. 179. dem die Winterungsbeſtellung vollendet, umgebrochen. Ernte thue, und die Regel— der Senſe den Pflug gleich folgen zu laſſen— beobachte, iſt etwas ſeltenes, und beim gewoͤhnlichen Gange einer groͤßern Wirthſchaft oft nicht auszufuͤhren. Wo es in⸗ deſſen geſchieht, da pfluͤgt man dann vor Winter noch einmal. Sonſt wird die zweite Fahre im Fruͤh⸗ jahre, ſobald es Zeit und Witterung erlauben, gegeben, und dieſe nennt man das Felgen, Fal⸗ gen oder Falzen. Gemeiniglich giebt man dieſe tiefer wie die erſte. Sie wird in der Regel geeg⸗ get, und dann mit der dritten, noch beſſer mit der vierten, Fahre die Saat mehrentheils untergepſtüge es ſey denn, daß zu naſſe Witterung dieſes bedenklich mache. 3 So ſoll jede Sommerung in der Regel beſtellt werden. Es geſchiehet aber haͤufig nicht, aus Mangel an Zeit und Kraͤften, und man begnuͤgt ſich mit zwei Fahren, deren erſtere mehrentheils un⸗ vollkommen gegeben wird. Insbeſondere geſchiehet dies beim Hafer und der großen zweizeiligen Ger⸗ ſte, weil man es fuͤr bedenklich haͤlt, dieſe ſpaͤter als in der Mitte des May zu beſtellen. Bei der kleinen vierzeiligen Sommergerſte hat man aber Zeit bis zur Mitte des Junius, und des⸗ halb ziehet man ſolche wahrſcheinlich bei der Dreifelderwirthſchaft vor. In der That iſt hier das drei⸗ malige Pfluͤgen zur Gerſte von ſolcher Wichtigkeit, daß man ſich in Hinſicht der beſſern Beackerung ein an ſich mißlicheres Getreide wohl gefallen laſſen kann. Dieſes Pfluͤgen zur kleinen Gerſte im Fruͤhjah⸗ re thut oft mehrere Wirkung auf die Gaarheit des Bodens, als das ſogenannte ſpaͤte Brachpfluͤgen zur Winterung, weniaſtens in in den Jahren, wo das Fruͤhjahr trockner iſt, als der Spaͤtſommer. §. 180. Zu dem erſten Umbruch der Stoppel bedient man ſich zuweiſen der Methode des Halbpfluͤ⸗ gens, Baͤlkens, Nitzens, Rispens, Rippens, Streckens, welche darin beſteht, daß man einen Streifen ſtehen laͤßt, und mit einem anderen flach ausgehobenen bedeckt. Dieſe Bedeckung muß aber vollkommen geſchehen, und daher der ſtehend bleibende Streifen ſchmaler wie der daruͤber hergeworfene ſeyn. Seltener legt man von beiden Seiten einen Streifen uͤber den ungepfluͤgten. Man erreicht dadurch Vermoderung der Stoppel, Einwirkung des Winterfroſtes, Lockerung des Bodens, und daß dann im Fruͤhjahr die Egge ſehr wirkſam in den Boden eingreife, die Quecken losreiße, und den Boden zertheile. Nur darf dieſes Eggen nicht zu lange verſchoben werden, weil ſonſt die aufge⸗ Zu der Sömmerung wird in der Regel dreimal gepfluͤgt. Die Stoppel wird im Herbſte, nach⸗ Denn daß man dieſes unmittelbar nach der wrotrchen nach Nan v uxna kleinen ir ten geeng llabene Streifen Die Bea achten und dii alle verantwort ahadet lſen, Bruchihe bel Saatfaßte. 3 einfalen, ſo mi Die richt der eignen Au Kckervogt gef Um deſ gemacht habe Pfäͤhle zu bei Miſtauffuͤhre Es fr mehrere ver gen ein Gen dann den ga Regel beipfli drei Pfuͤge gleich austret man kann ſel Nrau kennen Wemmenget vernachläßg bringen, d die Anlage Die kleben, erf Waden ſie und die Va dos Waſer dung zu pf Fahren auch u e Demering 8 Voden ulge k weinegn kiche Veſeite unß, daß de 1 i eine geſänn, enig zu Eite g din woizzagit dupten kam, d utende Naum al aufgenxfens woher tuhe den h 3 1 9 1 1 vird in heröſe, u unmittelbar uh heobachte, ſt i zufüͤhren. M ti weite Fahre n ſ n das Felzen z ird in der Regl e⸗ rentheils untegnit aber haufg nih ſtere mehrenth roßen wehzelhmdr beſtellen. e des Junus ut 1 3 That it hierde beſſern Racen en Gerſte in gui nte ſoäte Aothiin der Spätſonme 1 hode de hu di he dain eit eckt. Die Aͤ Faeftcer naler wie d l em ungepfähte Ve b da Vh aakerung de de duecken leie, weil ſont de aih⸗ 1 Die Arbeit der Beackerung. 4 63 worfene Furche mit der unterliegenden verwaͤchſt, und die Ebenung des rauhen Feldes Schwierigkeiten macht. Man verhuͤtet hauptſaͤchlich dadurch die zu ſtarke Durchnaͤſſung, indem das Waſſer in den gezogenen kleinen Rinnen abzieht, die aufgeworfenen Streifen aber trocken bleiben. Nachdem der Acker eben geegget worden, wird zuweilen das Halbpfluͤgen wiederholt, und nun nur der ſtehend ge⸗ bliebene Streifen umgeſtuͤrzt. Ein Kreuzpfluͤgen aber iſt, wo es angeht, wohl eben ſo gut. §. 181. Die Beackerung erfordert die beſtaͤndige Aufmerkſamkeit des Wirthſchafters, der ſie muß beob⸗ achten und dirigiren koͤnnen, ohne dabei zu ſtehen. Bei mehreren Pfluͤgen muß er einen Knecht fuͤr alle verantwortlich machen, und keine ſtehend gebliebene Balken, ſchiefe und unebne Furchen unge⸗ ahndet laſſen, weil ſonſt die Nachlaͤſſigkeit einreißt. Am meiſten muß die richtige Umbrechung bei der Brachfahre beobachtet werden, daß ſie in der beſtimmten Tiefe und Breite geſchehe, naͤchſtdem die Saatfahre. Minder wichtig ſind die Wende⸗ und Ruhrfahren, und wenn mehrere zu gleicher Zeit einfallen, ſo muͤſſen zu jenen die zuverlaͤſſigſten Arbeiter ausgeſucht werden. Die richtige Stellung der Pfluͤge, beſonders ob ſie keine widerſtrebende Tendenzen haben, iſt der eignen Aufmerkſamkeit werth, obwohl die Beſorgung der Werkzeuge von dem Hofmeier oder Ackervogt gefordert wird. Um deſto leichter zu erkennen, ob die Pfluͤger die gehoͤrige Arbeit in einem gewiſſen Zeitraume gemacht haben, iſt es bei großen Schlaͤgen rathſam, einen gewiſſen Flaͤcheninhalt durch eingeſchlagene Pfaͤhle zu bezeichnen, oder die Koppel dadurch in gewiſſe Gewende abzuſondern; welches auch bei dem Miſtauffuͤhren, dem Saͤen und bei mehrern andern Gelegenheiten nicht ohne Nutzen iſt. §. 192. Es fraͤgt ſich, ob man in großen Wirthſchaften viele Pfluͤge auf ein Gewende nehme, oder ſie in mehrere vertheile? Manche laſſen zehn bis zwoͤlf Pfluͤge hintereinander gehen, um mit wenigen Zuͤ⸗ gen ein Gewende fertig zu machen, weil dies die Aufſicht erleichtere, der Hofmeier oder Vorpfluͤger dann den ganzen Zug leite und anweiſe, wo und wie gepfluͤgt werden ſolle. Andere, denen ich in der Regel beipflichte, geben entweder einem jeden Pfluge ein eigenes Beet, oder laſſen hoͤchſtens zwei oder drei Pfluͤge in einem Gewende gehen. Denn jede kleine Unordnung, um derentwillen man doch nicht gleich austreten laſſen kann, haͤlt den ganzen Zug auf. Es wird uͤber Rainbalken weggepfluͤgt, und man kann ſelten beſtimmen, wer an gemachten Fehlern Schuld ſey. Man lernt ſeine Pfluͤger nicht genau kennen und kann ſie nicht corrigiren. Man kann nicht bloß ſolche Pfluͤger und Geſpanne zuſammengeben, die ſich nicht zu einander paſſen und gleichen Takt halten. Die letzte Furche wird vernachlaͤßigt, oder macht allgemeinen Aufenthalt. Man kann ohne viele Pfluͤge in ein Gewende zu bringen, doch viele auf einer Breite haben, um ſpezielle Aufſicht daruͤber zu fuͤhr)en. Nur erfordert die Anlage der Gewende ein richtiges Augenmaaß, damit ſie gut aneinander ſchließen. §. 183. Die Vorgewende, Anwaͤnde, welche wegen des nothwendigen Umwendens des Pfluges liegen bleiben, erfordern beſondere Aufmerkſamkeit, weil der Boden durch das Auftreten feſt gedielt wird. Werden ſie in ein Beet angepfluͤgt, ſo ſetzen ſie dem Abzuge des Waſſers oft einen Damm entgegen, und die Waſſerfurchen werden ſelten tief genug durchgezogen. das Waſſer in der Mittelfurche an. Deshalb iſt am beſten, ſie in einer Richtung und ohne Umwen⸗ dung zu pfluͤgen.—. Erforderliche Aufmerkſam⸗ keit des Auf⸗ ſehers beym Pfluͤgen. Zuſammenſtel⸗ lung der Pfluͤ⸗ ger. Die Vorse⸗ wende. Werden ſie abgepfluͤgt, ſo haͤuft ſich 64 Ddie Arbeit der Beackerung. art anzubi §. 184. mgi Gehoriger Ab: Das Pfluͤgen kann zur Erreichung ſeiner Zwecke nur dann von Nutzen ſeyn, wenn der Boden in wu ſj eaeaedue, einem gehoͤrig trocknen, zerreiblichen und zerfallenden Zuſtande ſich beſindet. Iſt er zu naß, ſo daß dens zum die Furchen blaͤnkern, ſo wird er nur in Stuͤcke geſchnitten, die vom Streichbrette an die Seite getrie⸗ Pͤgen. und gepreßt, nur noch compakter werden, und ausgetrocknet harte Schollen bilden. Weder Saa⸗ b men⸗ noch Wurzelunkraut wird dadurch vertilgt, die Quecken durch das Zerſchneiden nur verdopp=ttt. Ban al Das Zugvieh wird von dieſer unnuͤtzen Arbeit gewaltig angegriffen. Iſt der zaͤhere Boden zu trocken, na de Eher ſo iſt die Arbeit fuͤr Menſchen und Vieh, insbeſondere mit ſchlechten Raͤderpfluͤgen, ſehr ſchwer, und 15 de Ludn der Boden zerfaͤllt auch nicht, ſondern bricht in Schollen. Iſt es indeſſen moͤglich, ihn mit guten Werk⸗ un diſt zeugen und mit ſtaͤrkerer Anſpannung zu zwingen, ſo hat das Pfluͤgen des trockenen harten Bdens ſan, enns außer der Beſchwerlichkeit keine Nachtheile, indem die trocken umgeworfenen Schollen bei eintreten⸗ u lnen dem Regen dann deſto leichter zerfallen, und eine muͤrbe Krume geben.. ſolchen Auf jedem Fall iſt es von großer Wichtigkeit, bei zaͤherem Boden denjenigen Feuchtigkeitsgrad zu unterſcheiden und wahrzunehmen, in welchem das Pfluͤgen am nuͤtzlichſten und leichteſten geſchehen 4 der bei kann. Und da dieſer Grad auf groͤßeren Fluren bei verſchiedenen Feldern fruͤher oder ſpaͤter eintritt, ut Hadekram ſo erfordert es große Aufmerkſamkeit, den gerechten Zeitpunkt fuͤr jedes zu treffen, und bei keinem da denrdin Abergehen zu laſſen. Hier unterſcheidet ſich der wahrhaft praktiſche Mann von Ueberlegung und Auf⸗ unddent 3 merkſamkeit von dem bloß mechaniſchen Wirthſchafter, der oft bloß nach einer einmal eingefuͤhrten— dtuid Ordnung ſeine Pfluͤge vertheilt, und erhaͤlt durch Beobachtung dieſes Umſtandes ſchon ein großez du len Uebergewicht der Ernten vor dieſem. Die ſchwerer zu bearbeitenden Plaͤtze muͤſſen mit aller Kraft, die 4 88 4 3 zu Gebote ſtehet, in dem rechten Augenblicke angegriffen werden, und ein Tag kann einen betraͤchtlihen 3 rahn Unterſchied machen.. . ſie Englaͤnder bezeichnen dieſen zum Pfluͤgen geeigneten Zuſtand des Bodens mit dem beſon⸗ 9 etnögen deren Ausdruck: Tid. Sie ſagen: das Land hat jetzt den Tid; das Land iſt am rechten Tid gepflͤgt wade, Ke oder beſtellet. Dieſem Ausdruck entſpricht urſpruͤnglich das deutſche Wort Gaare. Denn daß man hyben. 8 den Duͤngungszuſtand darunter verſtehet, iſt Mißbrauch des Ausdrucks. Man ſagt Gail und Gaare, gal nihi 4 um den ganzen Kulturzuſtand auszudruͤcken.— ben oder ſe . G wobei man .§. 185. 4— eter, wie er Noch wichtiger wie bei dem Pfluͤgen iſt es beim Eggen, dieſen gerechten Feuchtigkeitszuſtand4, in eine Sand ann geegget dieſe Gaare zu treffen, und nur hinſichtlich auf ſelbigem laͤßt ſich die Frage, wenn man eggen Kapital, die werden ſou. ſolle, entſcheiden. von Seiten Es iſt ohne Zweifel gut, den Boden eine Zeitlang nach dem Pfluͤgen in rauher Oberflaͤche liegen ſchtüch auf zu laſſen, weil ihn ſo die Atmoſphaͤre ſtaͤrker beruͤhrt, und manche Unkrautsarten mit ihren Wurzeln Iddiagunge eher verdorren. Deshalb ſoll die Egge in der Regel nicht unmittelbar dem Pfluge folgen. Indeſſen Kultur ger iſt es auch nicht rathſam, ſie nur kurz vor dem neuen Pfluͤgen zu gebrauchen; denn die in den Schol⸗ licherem E len eingeſchloſſenen Saamen laufen nicht anders, als wenn jene zerkruͤmelt ſind, auch laſſen ſich die Aenger un Unkrautswurzeln nicht mehr ſo leicht ausreiſſen. Deshalb ſollte die Egge ungefaͤhr in der Mittelzeit und Grt zwiſchen zwei Pflugarten gebraucht werden. Aber nur auf ſolchen Boden, der, ſobald er nicht zu naß derſyſtem! iſt, der Egge nicht widerſteht, darf dieſe Regel ſtreng befolgt werden. Der zaͤhe Boden, der nage der, um ſo ſtaͤrker erhaͤrtet, je naͤſſer er geweſen iſt, muß geegget werden, wenn er zum Zerfallen b 3 geneigt iſt, und es iſt gefaͤhrlich, dieſen Zeitpunkt voruͤbergehen zu laſſen, beſonders wenn der Witte⸗ rungsgang ſich zur Naͤſſe oder Duͤrre beſtimmt zu haben ſcheint. Da iſt es zuweilen rathſam, noch Gene an demſelben Tage, beſonders im trockenen Fruͤhjahre, zu eggen, wo man gepfuͤgt hat. Deshalb Nan berec findet man in einigen thonigten Gegenden die Methode, an dem Schwengel des rechten Pflugpferdes Klecke w emn diitter „ venn de Ae It erzu u, 1 de an de dit We ilden. Nar 8 neiden nur dedw here Boden ¹ rth en, ſehr ſta g ihn mit an⸗ ockenen hartn Schollen hiinn nigen Futhgfän und leichteſen gühr iher oder ſoitrim reffen, und diin lleberlegung uite her einmal eigeide tandes ſchon in gri ſen mit all un kann einen enütttr Bodens ni daſtt am techten dudpi zare. Den wn am ſagt Gal whr e Feuctzetie ge, wem nu auher dhefütein rten mit ihen k buge folhen ni denn dinw ind, auc ljaſti gefähr in ln , ſebadata 1 Der zähe don, 3 4r. D. pflugt hal. 6 apfhe s achen Tiu, 4 Urbarmachung unangebauter Laͤndereien. 65 ein drittes anzubinden, welches eine kleine Egge ziehet, die die aufgeworfene Erde gleich zerkruͤmelt; wozu man ſich eines jungen, ſchwachen oder zu ſchonenden Pferdes bedient. Urbarmachung unangebauter Laͤndereien. §. 186. Wenn gleich dieſe Operation, ihrer Ratur nach, der Beackerung vorher gehet; ſo laſſen wir doch die Lehre von jener der Lehre von dieſer folgen, indem jene nur durch dieſe erlaͤutert werden kann, und der Landwirth in der That bei uns, auch wohl immer erſt ackert, ehe er urbar macht. Wir muͤſ⸗ ſen, um dieſe wichtige Materie nicht zu trennen, neben dem, was die eigentliche mechaniſche Behand⸗ lung eines ſolchen Bodens anbetrifft, zugleich die oͤkonomiſchen Ruͤckſichten, welche man bei einem ſolchen Unternehmen zu beobachten hat, erwaͤgen. §. 187. Der bei weitem groͤßte Theil des Grundes und Bodens, der als Lehde, alte Weide⸗Abtrift, Oekonomiſche mit Haidekraut uͤberzogen, oder als verwuͤſteter Forſtgrund, als Moor oder Moraſt, ſelbſt als ode, Reneſtchtonnebe den benachbarten Fluren Gefahr drohende Sandſcholle, uͤberall nicht, oder doch nur hoͤchſt unbedeu⸗ nehmungen. tend benutzt, noch haͤufig da liegt, kann ohne allem Zweifel zu irgend einem nuͤtzlichen Zwecke brauchbar gemacht und in Stand geſetzt werden. Allein nicht immer iſt ein ſolches Unternehmen vortheilhaft, und zuweilen wird der dadurch gewonnene Boden zu theuer erkauft. Wenn aber auch der mit Si⸗ cherheit zu berechnende Erfolg zweckmaͤßig angewandter Mittel ſich am Ende reichlich bezahlt, ſo iſt der Vorſchuß doch nach Summe und Zeit mehrentheils ſo betraͤchtlich, daß jeder Unternehmer wohl zu erwaͤgen hat, ob er ihn zu leiſten vermoͤge, oder ob es ihm waͤhrend der Ausfuͤhrung nicht gereuen werde, Kapital und Arbeit hierauf und nicht auf andere vortheilhaftere Unternehmungen verwandt zu haben. Es iſt fuͤr das allgemeine und individuelle Beſte immer zutraͤglicher, ſolche Urbarmachungen gar nicht zu unternehmen, als ſie nicht zweckmaͤßig durchzuſetzen, in der Mitte derſelben ſtehen zu blei⸗ ben oder ſie doch nur unvollkommen zu vollfuͤhren. Haͤufig fallen halb ausgefuͤhrte Urbarmachungen, wobei man den Boden mehr erſchoͤpfte als bereicherte, in ihr Nichts zuruͤck; der Grund wird ſchlech⸗ ter, wie er vorher war; eine vorher freilich ſterile Schaafabtrift, ein rauhes Geſtraͤuch wird nun gar in eine Sandwehe verwandelt; das Beiſpiel ſteht abſchreckend Kinde und Kindeskinde vor Augen; das Kapital, die Arbeit, der Duͤnger iſt dem urbaren Acker entzogen.— Man hat neue Urbarmachungen von Seiten der Regierungen immer zu befoͤrdern geſucht. Aber es giebt ohne Zweifel Faͤlle, wo hin⸗ ſichtlich auf allgemeine Wohlfahrt neue Urbarmachungen eher zu verbieten oder nur unter gewiſſen Bedingungen zu erlauben waͤren, weil ohnehin die Ausdehnung des kultivirten Ackers fuͤr das der Kultur gewidmete Kapital und Arbeit zu groß iſt, und eine intenſive Verſtaͤrkung derſelben von gluͤck⸗ licherem Erfolge, als eine extenſive ſeyn wuͤrde. Insbeſondere koͤnnen Gemeinheitstheilungen wuͤſter Aenger und der daraus erfolgende Umbruch derſelben, ohne voͤllige Separation des Ackers und Grundeigenthums, nachtheilig fuͤr das Ganze werden, wenn dennoch das ſtrenge Dreifel⸗ derſyſtem bleiben muß, und dem Acker die Aenger entzogen werden, die ihm bei jenem Syſteme ver⸗ moͤge der groͤßeren Viehhaltung noch einigermaßen aufhalfen. §. 188. Genaue Erwaͤgung der oͤrtlichen Verhaͤltniſſe muß alſo bei dem Unternehmen Allem vorhergehen. Man berechne wohl, was der in dem zu erwartenden Stand geſetzte Grund und Boden auf dem Flecke wo er liegt, dereinſt werth ſeyn werde, und betrachte ihn auch nach den in der Lehre von der Dritter Theil.— J 66 8 Urbarmachung unangebauter Ländereien. Agronomisu und von der Werthſchaͤtzung eines Landguts angegebenen Lokal„Ruͤckſichten, beſonders 0 es freies, erbliches, verkaͤufliches oder beſchraͤnktes Eigenthum ſey?— Servitute, die auf dem Bo⸗ den ruhen, oder Abgaben, die nach dem Verhaͤltniſſe des Ertrages beſtimmt werden, nehmen von dem zu erwartenden reinen Ertrage leicht ſo viel weg, daß die Zinſen des angelegten Kapitals dadurch erſchoͤpft werden, und dieſes verloren iſt. Der Feldzehnte thut dies unbedingt. 3 Sodann koͤmmt es darauf an, ob die erforderlichen Arbeiter in der Gegend zu erhalten ſind, und was man von ihrer Kraft und Thaͤtigkeit, nach Verhaͤltniß des Lohns, zu erwarten habe; ob das noͤthige Geſpann vorerſt erhalten und mit anzukaufender Futterung verſehen werden, oder ob man Geſpannarbeit fuͤr Geld von ſeinen Nachbarn verrichten laſſen koͤnne. Endlich und vielleicht vor allem, ob das noͤthige Anlage⸗ und Betriebskapital ſicher und nach⸗ haltig vorhanden ſey, und ob man die Zinſen eine Reihe von Jahren hindurch zum Theil entbeh⸗ ren koͤnne.. 8 3 5 6.) 189. Bresee Es ſind beſonders zwei Faͤlle zu unterſcheiden: Eine ſolche Urbarmachung ſoll entweder; in der Nachbarſchaft einer ſchon beſtehenden Wirthſchaft unternommen und mit derſelben in Verbindung ge⸗ ſetzt werden, kann folglich vom Hofe ab mit Geſpann und Arbeitern zu gelegener Zeit betrieben wer⸗ den, und von daher jede noͤthige Huͤlfe und Vorſchuß erhalten. Oder aber man muß auf dem neu aufzubrechenden Lande eine neue Wirthſchaft einrichten, und ſolches ganz aus und durch ſich elbſt in Geil und Gaare ſetzen. §. 190. 1) Urbarma⸗ Im erſten Falle treten natuͤrlich weit wenigere Schwierigkeiten ein. Es erfordert jedoch geho⸗ chung in Ver⸗ rige Ueberlegung, auf welche Weiſe das neue aufzubrechende Land mit der beſtehenden Wirthſchaft in inünd, nnie, Verbindung zu ſetzen ſey, in wiefern ſich das alte und neue Land wechſelſeitig unterſtuͤtzen, in einen ſtehenden nuͤtzlichen Zuſammenhang gebracht werden, und ein wohl berechnetes Ganze bilden koͤnne; insbe⸗ Wirthſchaft. ſondere ob das neue Land ſeiner Grundbeſchaffenheit und Lage nach mit dem alten in eine Rotation zu bringen, oder aber nach einem beſondern⸗ jedoch in das Uebrige eingreifenden Syſteme zu be⸗ wirthf ſchaften ſey. 84 46. 191. 3 4 Fehler, worin Man hat hier haͤufig Fehler gemacht, und iſt in ein oder anderes Extrem verfallen. Man hat manche ver⸗ entweder den alten Acker aus Vorliebe fuͤr den neuen vernachlaͤßigt, und dieſem alle Kraft der Wirth⸗ ſchaft zugewandt, in welchem Falle dann der Ertrag des Ganzen eine oft lange Reihe von Jahren hin⸗ durch geringer ward, als er vorher war. Oder aber— was haͤufiger geſchehen iſt— man machte den neuen Acker, nachdem man ihn umgebrochen, dem alten bloß dienſtbar, erſchoͤpfte die darin an⸗ geſammleten natuͤrlichen Kraͤfte durch Ernten von verkaͤuflichen oder auf dem Hofe zu conſumirenden Fruͤchten, ohne ihm den daraus erfolgenden Duͤnger wieder zu geben, in dem Wahne, daß er noch immer natuͤrliche Kraft genug auf etliche Jahre habe, und daß man ihm ſolche dereinſt einmal durch eine Duͤngung wiedergeben koͤnne. Allein ein ſolcher neuer Aufbruch hat, wie die Erfahrung lehrt, das Eigenthuͤmliche, daß er, einmal erſchopft, wiederholte Duͤngungen erfordert, um wieder in Kraft geſetzt zu werden, und ohne ſolche allen reinen Ertrag verſagt. Mehrentheils laͤßt man ihn dann als einen undankbaren Boden im erſchoͤpften Zuſtande liegen, wo er nun als oͤde Scholle, die das Leben keines Schaafes erhalten kann, ein abſchreckendes Beiſpiel gegen ſolche Unter⸗ nehmungen abgiebt. rerſten Mer nacht mine. Des tr Narſchboden fnge nehmen, ſitt des neuen dun dieſem erfe den neu aufgeh Klee oder ander haupt aber mu ſtellen, nict u Großere legenen Orten und zu bearbe ohne Duͤnger geſchaffen we Es iſt ſam fortzuge Zuſtand zuſ ſich ſo dieT Sind haben, ſo finden, we ſchaft in m ſchicken. Hornr rentheils nur Aber welche auch! Warterfutter man ſene g Futtergewd ſagt, Bu darauf bri und damit jäͤhrlich we hen zu kön gebrochen! drganſirent Nax terung für Geld⸗Ertr ichten, deſendes, te, de aufdm d 9 4. Keden, nhn e gten Kaniae daun gend zn aztn warten hade, 9 verden, zr ga pital ſte n rt W N 11 urch zund 1 3 ſ g. R ung ſoll enwdend ilben in Vabidun ener Zeit betic nan muß auf dan aus und durzſe 8 ü ſeehenden Vuhſtn zunterſtüte, nin e bilden koane, i alten in eine Vottan fenden Sſſeme gi m verfalen. Wni m alle Kraſtde9 Reihe un unp ehen it— un n erſchöpftededun 1 Hoſt zuaiuni m Wahme, wicnu ce dereiniinmt gt, wie deeiſ erfordert, ul nani renthellsli a 1 nun ab de 5 el gegen ſache li Urbarmachung unangebauter Laͤndereien. 67 §. 192. Der erſte nie ungeſtraft zu verabſaumende Grundſatz muß der ſeyn: fuͤr das auf dem vermehr⸗ ten Acker nach richtigen oͤkonomiſchen Grundſaͤtzen mehr zu haltende Vieh nahrhafte Futterung zu gewinnen. Deshalb muß man auf dem unaufgebrochenen Lande— es ſey denn reicher angeſchwemm⸗ ter Marſchboden— gegen eine Getreideernte wenigſtens zwei Futterernten oder Weidejahre zu An⸗ fange nehmen, und den ſaͤmmtlichen davon erfolgten Miſt ihm wiedergeben. Oder aber man muß ſtatt des neuen Aufbruchs ſo viel altes Land zur Weide oder zum Futtergewaͤchsbau ausſetzen, und den von dieſem erfolgten Miſt jenem wieder zukommen laſſen, aber doch, auch bei zureichender Duͤngung, den neu aufgebrochenen loſern Boden nie zu viele Jahre unter dem Pfluge halten, ſondern ihn mit Klee oder andern Futterkraͤutern wieder eindreeſchen laſſen, ehe er ſeine Bindung ganz verliert. Ueber⸗ Zu beodachten⸗ der Grundſatz. haupt aber muß man das in der Wirthſchaft fehlende richtige Verhaͤltniß durch Urbarmachung her⸗ ſtellen, nicht noch mehr außer Gleichgewicht bringen. §6. 193. Groͤßere Schwierigkeiten ſind zu uͤberwinden, wenn man einen neuen Aufbruch an einem abge⸗ legenen Orte unternimmt, und eine neue Wirthſchaft errichten muß. Um das Land in Dung zu ſetzen und zu bearbeiten, wird Vieh erfordert; das Vieh verlangt Futter. Aber das Futter waͤchſt nicht ohne Duͤnger und ohne Bearbeitung des Ackers. Eins beruhet auf dem andern; der Grund muß erſt geſchaffen werden, worauf alles ruhet. Es iſt daher eine Hauptregel, mit einem groͤßeren oder kleineren Theile anzufangen und lang⸗ ſam fortzugehen, den erſten Theil durch Bearbeitung und Duͤngung in den moͤglich vollkommenſten Zuſtand zu ſetzen, damit er zum Aufbruch eines zweiten Theils die noͤthigen Huͤlfsmittel liefern koͤnne, ſich ſo die Baſis des Ganzen zu ſichern und dann immer weiter vorwaͤrts zu ſchreiten. Sind Geſpanne zur Verrichtung der erſten Arbeit von anderen benachbarten Orten fuͤr Geld zu haben, ſo wird man eine hoͤhere Bezahlung dafuͤr doch immer vortheilhafter, wie eigenes Geſpann finden, wenn man dieſes noch nicht zu allen Jahreszeiten beſchaͤftigen kann. Hat man eine Wirth⸗ ſchaft in mäͤßiger Entfernung, ſo laͤßt ſich vielleicht Geſpann zu einer gewiſſen Jahreszeit dorthin ſchicken. Hornvieh im Anfange zu halten, iſt ſelten moͤglich, da kein Futter dafuͤr gewonnen, und meh⸗ rentheils nur ſehr theuer unter ſolchen Umſtaͤnden angekauft werden kann. Aber Schaafen kann man faſt immer die noͤthige Nahrung verſchaffen; denn eine Wuͤſtenei, welche auch nicht einmal Schaafweide gaͤbe, wird Niemand zu kultiviren unternehmen. Iſt noch keine Winterfutterung gewonnen, ſo muß man ſich mit einer Hammelſchaͤferei begnuͤgen. Aber bald wird man jene gewinnen koͤnnen, wenn man den aufgebrochenen Boden mit Huͤrden belegt, mit ergiebigern Futtergewaͤchſen, die gruͤn von Maſtſchaafen abgefreſſen werden, mit Spoͤrgel, weißen Ruͤben, Ruͤb⸗ ſaat, Buchweizen beſaͤet, ſie hierauf wieder hordet und nach dieſer zweiten Hordenduͤngung Getreide darauf bringt, darauf gleich Klee— nach Beſchaffenheit des Bodens rothen oder weißen— ſaͤet, und damit zur Heugewinnung oder Weide liegen laͤßt. Iſt ſo der erſte Grund gelegt, ſo kann man jaͤhrlich weiter fortgehen, und wird bald dahin gelangen, auch Rindvieh halten und Stallmiſt ma⸗ chen zu koͤnnen. Wenn das mit Klee auf etliche Jahre zur Weide niedergelegte Land nun wieder um⸗ gebrochen wird, ſo wird es reichen Ertrag, und dieſer erſte Theil nun wenigſtens der vollſtaͤndiger zu organiſirenden Wirthſchaft Brodtkorn und Pfe defutterung liefern. Nur muß die Abſicht bei einer ſolchen Unternehmung zuerſt lediglich darauf gerichtet ſeyn, Fut⸗ terung fuͤr das Vieh und dadurch Duͤnger zu produciren. Man muß in den meiſten Faͤllen auf reinen Geld⸗Ertrag einige Zeit Verzicht leiſten, und mittelſt beſtaͤndiger Zuſchuͤſſe, die ſich jedoch von Jahr J 2 2) Urbarma⸗ chung mit An⸗ legung einer neuen Wirth⸗ ſchaft. 68 Urbarmachung unangebauter Laͤndereien. zu Jahr verringern werden, ein Kapital im Boden belegen. Dies Kapital und die daraus zu erwar⸗ tende Rente wird bei gehoͤrigem Verfahren alle verwandte Koſten und Aufopferungen reichlich er⸗ ſetzen. Vergl. Annalen des Ackerbaues 1808, Bd. VII., S. 313, wo man das Projekt der Urbar⸗ machung einer wuͤſten Feldmark detaillirt und berechnet findet. §. 194. Nothwendiges Es erhellet hieraus aber von ſelbſt, daß ſolche Urbarmachungen und Anſiedelungen auf Boden Lrlordernißſdr von gewoͤhnlicher Guͤte durchaus ein angemeſſenes Vermoͤgen, mit Einſicht, Eifer und Geduld ver⸗ nehmungen. bunden, erfordern, wenn ſie durchgefuͤhrt werden ſollen, und daß ſie auf keinen Fall die Sache eines Unvermoͤgenden oder eines Anfaͤngers ſind, die ſich doch gewoͤhnlich damit befaſſet haben. Selbſt auf 3 gutem Boden ſind gewoͤhnlich erſt mehrere Anbauer zu Grunde gegangen, und haben ihren verwand⸗ ten Fleiß mit dem Ruͤcken anſehen muͤſſen, eher einer nothduͤrftig darauf fortkam; und im gluͤckliche⸗ ren Falle bleibt doch ein ſolches Grundſtuͤck gegen das, was es haͤtte werden koͤnnen, in einem ſehr nie⸗ . drigen Zuſtande zuruͤck; es ſey denn der Boden von unerſchoͤpflicher Reichhaltigkeit, wie die abgewaͤſ⸗ ſerten Bruͤcher an der Oder und Warthe es waren. 4 Am wenigſten ſind Urbarmachungen die Sache kleiner Anſiedler aus der arbeitenden Klaſſe. Leute dieſer Art koͤnnen, auch bei erhaltener Unterſtuͤtzung, ihre Ausſichten nicht auf eine laͤngere Nieeine von Jahren ausdehnen, ſondern wollen und muͤſſen den Lohn ihrer Arbeit in dem naͤchſten Jahre genießen. Nun kann freilich der Aufbruch eines alten Forſt⸗ oder Weidegrundes dieſen geben und reichlich geben, wenn man ein ausſaugendes Syſtem anwendet, und nach tuͤchtigem Pfluͤgen, unbekuͤmmert um Viehhaltung und Duͤngung, verkaͤufliche Fruͤchte nimmt. Dann aber iſt der Grund, 3 ddeer vorher noch etwas lieferte, auf ewige Zeiten in einem todten unfruchtbaren Zuſtand verſetzt, und kann hungernde Schaafe zwar tragen, aber ihnen keine Nahrung geben. Nirgends iſt ſeit einem halben Jahrhundert wohl ſo viel wuͤſtes Land urbar gemacht worden, wie in Schottland und dem noͤrdlichen Theile von England, und das iſt mit gluͤcklichem Erfolge meh⸗ rentheils von einer Octroygeſellſchaft auf Actien geſchehen, die einen großen Diſtrikt ankaufte, die Urbarmachung unter der Direktion eines ſehr einſichtsvollen Mannes fabrikmaͤßig betrieb; nachdem es aus dem Rohen herausgearbeitet, manchmal auch in volle Kultur geſetzt war, ſolche denn mit oder ohne Gebaͤude einzeln verkaufte oder verpachtete. Dagegen ihat eine Theilung in kleinere Stuͤcke vor der Urbarmachung faſt nie daſelbſt gelingen wollen, und die Koloniſten ſind, wie bei uns, zu Grunde gegangen. 4§. 195. Wo man ein dem Boden angemeſſenes Duͤngungs⸗Surrogat, Mergel, Modder, auch Torf auf der Stelle findet, da laͤßt ſich die Kultur eines rohen Bodens ſchneller bewerkſtelligen. Auch iſt 4 dies der Fall, wo durch Sperrung kleiner Fluͤſſe und Baͤche, oder durch Auffangung von Quellen Be⸗ waͤſſerungswieſen angelegt werden koͤnnen, womit vor allem der Anfang gemacht werden muß. §. 196.. . Die vortheilhafteſte Benutzungsart des aufzubrechenden Landes muß vorher wohl erwogen, der 8 Natur des Grundes und Bodens, den bezweckten Wirthſchaftseinrichtungen und dem gemachten Pla⸗ ne angemeſſen feſtgeſtellet werden. Was Wieſe oder nahrhafte Weide geben kann, verdient die erſte Ruͤckſicht, und muß dazu vor allem in Stand geſetzt werden, wenn man es auch in der Folge ten werden kann. unter den Pflug zu nehmen geſonnen iſt, weil dadurch dem Acker die erſte Kraft ertheilet oder erhal⸗ A ter Forſt wm tißten Ver A zommer nb ur durch die A nd ducch eine! tinen und Lan nürde es rathſ pfanzungen zu Mehrent tern Getreideer erſchöfend hel Die Aus hot mancherle lein ſie ſind bi der Mechanik ene hinreiche Kraft auszut Zu klei dreizackigen in die Hoͤhe ſeyn, und von 15 bis get, welche nachdem di treibt durch und treibt d he, und ziet bewirken, u theils breche Das) datan ſtt, Der Baum und wenn: des Baum Vinde uͤbe Man nach Klafte Bodens von dungsarbeit Sw hutten, N von den M die daru un dferungen rechſch as Prjjat de 1 ſiedelungen u dr Effer und g 2 en Fal die bie ſet haben. di haben irn dn⸗ am; und ingt nnen, inein igen gkeit, veͤe cohm der arbeitendan i nicht auf int len Arbeit in den ſin idegrundes diin k nah tüchigen gin dann aber ii debm n Zuſtand eiit, urbar gemat ne lüͤcklichen Eflr Diſteikt ontmi zäͤßig betih; ner ar, ſoiche dmutt lung in keine 3 ſind, wie bim. 1, Modn, al verkſtelign 4 1 ngung ren A it werden un ſ zer wehſ imnn no dem gematu poft d en kann, raäie n es auch is t ethele da ch Urbarmachung unangebauter Laͤndereien. 69 §. 197. Alter Forſtgrund iſt derjenige, welcher wohl am haͤufigſten aufzubrechen vorkoͤmmt, und mit dem groͤßten Vortheil fuͤr den Unternehmer und fuͤr das allgemeine Beſte aufgebrochen werden kann. Der Jammer uͤber Holzmangel kann nicht durch Beibehaltung des veroͤdeten Forſtgrundes, ſondern nur durch die Ausrohdung der ungeſunden, einzeln ſtehenden Baͤume und des unnuͤtzen Geſtruͤppes und durch eine mehr intenſive Forſtkultur in geſchloſſenen Hoͤlzern gehoben werden. In vielen Pro⸗ vinzen und Laͤndern iſt der Holzmangel um ſo groͤßer, je ausgedehnter der Forſtgrund iſt. Nicht ſelten wuͤrde es rathſam ſeyn, den erſchoͤpften aber gelockerten Acker in geſchloſſene Holzbeſaamungen oder Pflanzungen zu legen, und die Forſt dagegen allmaͤhlich auszurohden und in Ackerland zu verwandeln. Mehrentheils hat alter Forſtgrund Nahrungsſtoff genug in ſich, um zugleich mit Futterkraͤu⸗ tern Getreideernten hervorzubringen, ſeinen Anbau folglich gleich zu bezahlen, ohne daß man ihn erſchoͤpfend behandelte. §. 198. Die Ausrohdung der Baum⸗ und Geſtrauchwurzeln erfordert freilich oft viele Arbeit. Man hat mancherlei Maſchinen erfunden, die dieſe Ausrohdung mit geringerer Arbeit bewirken ſollen. Al⸗ lein ſie ſind bisher unbrauchbar befunden, und es ſcheint wohl evident erwieſen zu ſeyn, daß man von der Mechanik keine Maſchinen erwarten duͤrfe, durch die ſich bei großen ſtark bewurzelten Baͤumen eine hinreichende Kraft anwenden ließe; weil kein Material dauerhaft genug iſt, die erforderliche Kraft auszuhalten. Zu kleinerem Geſtruͤppe bedient man ſich indeſſen eines einfachen Hebebaums mit einer ſtarken dreizackigen eiſernen Gabel. Die Zacken pflegen 20 Zoll lang und eingekerbt zu ſeyn, auch ein wenig in die Hoͤhe zu ſtehen, damit ſie deſto feſter unterfaſſen. Das Blatt muß beſonders maſſiv und ſtark ſeyn, und ſein Griff muß eine dicke Stange, am beſten von Eſchenholz, einlaſſen, die eine Laͤnge von 15 bis 20 Fuß hat. An der andern Seite wird ein Seil von 8 bis 10 Fuß Läͤnge befeſti⸗ get, welches unten eine Querſtange haͤlt, woran mehrere Menſchen ziehen können. Man ſchiebt, nachdem die ſtaͤrkſten Seitenwurzeln abgehauen worden, die Gabel ſchraͤg unter den Stamm, treibt durch Klopfen ſelbige ſo weit als noͤthig unter, bringt ſodann einen Klotz unter die Stange, und treibt dadurch das oberſte Ende, woran das Zugſeil befeſtiget iſt, 10 bis 12 Fuß in die Hoͤ⸗ he, und ziehet nun mit aller Macht daran. bewirken, und wo ſie nichts ausrichtet, da werden auch zuſammengeſetzte Maſchinen mehren⸗ theils brechen.. Das Ausrohden großer Baumwurzeln geſchiehet aber immer leichter, wenn der Stamm noch daran ſitzt, als wenn er abgehauen worden, weil man ſich deſſelben als eines Hebels bedienen kann. Der Baum wird erſt umgraben, ſeine Hauptwurzeln geloͤſet, die flacher liegenden werden ausgeriſſen, und wenn er wankt, wird an einem hoch am Stamme befeſtigten Seile gezogen, und ſo mit Umreißung des Baums ſelbſt das Wurzelnende herausgehoben. Man hat dieſes Umwerfen der Baͤume oft dem Winde uͤberlaſſen, der, nachdem die Wurzeln geloͤſet waren, ganze Reviere niederlegte. Man giebt die Arbeit des Holzrohdens mehrentheils in Verdung, entweder Morgenweiſe oder Aufbruch des alten Forſt⸗ grundes. Ausrohdung der Baum⸗ wurzeln. Mit dieſer einfachen Vorrichtung kann man oft, viel nach Klaftern des aufgeſchlagenen Holzes; wobei man eine moͤglichſt vollkommene Reinigung des Bodens von Wurzeln bedingen muß. Oft giebt man auch die Staͤmme oder Bloͤcke fuͤr die Roh⸗ dungsarbeit. Es wuͤrde ſehr muͤhſam ſeyn, einem Boden, der mit Geſtraͤuchen, als Schwarzdorn, Hahne⸗ butten, Maaßholder, ſelbſt mit Geſtruͤppe von Eichen, Eſchen, Birken, Ruͤſtern bewachſen iſt, ſo von den Wurzeln zu reinigen, daß ſie nicht wieder ausſchluͤgen. Man kann deſſen uͤberhoben ſeyn, 70 Urbarmachung unangebauter Laͤndereien. wenn man den Boden etliche Jahre als Wieſe benutzen will. Denn nachdem die groͤßeren Wurzeln herausgehoben, hauet man nur das kleinere Geſtraͤuch etliche Zoll unter der Oberflaͤche ab, und ebnet dieſe ſo gut wie moͤglich. Wenn dann junge Lohden, im erſten Jahre gewoͤhnlich ſtark, hervortrei⸗ ben, werden dieſe, mit dem Graſe zugleich, ſo dicht wie moͤglich an der Erde abgehauen, und ver⸗ leben die Wurzeln ſelten, ſondern ſterben ab, gehen in Faͤulniß, und geben dem Acker Duͤngung. Dann kann das Land gepfluͤget und gehoͤrig bearbeitet werden. gleich als Ackerland, ohne alles Geſtraͤuch voͤllig ausgerottet zu haben, ſo erhalten die Wurzeln durch die Beackerung um ſo groͤßere Triebkraft, und es haͤlt dann aͤußerſt ſchwer, den Acker davon zu reinigen. “§. 199. Urbarmachung Naͤchſt dem Forſtgrunde kommen am haͤufigſten Lehden und Aenger, die bis dahin bloß als Wei⸗ „er Lehdenwun. de, unter der Laſt der Gemeinheit, gedient hatten, nachdem ſie getheilt worden oder die Berechtigten abgefunden ſind, zur Urbarmachung. Sie ſind haͤufig in einem ſehr rohen Zuſtande, mit hohen Amei⸗ ſenhaufen, Binſenbulten und Geſtruͤppe bedeckt, und von ſehr unebner Oberflaͤche. Wenn bei dem aufzubrechenden Forſtgrunde die Wurzeln am meiſten Schwierigkeit machen, ſo iſt hier dagegen die Grasnarbe mehrentheils zaͤher, wie die unter dem Schatten der Baͤume geſtandene und mit dem Lau⸗ be derſelben immer bedeckt geweſene. 88““ 3§. 200. 4 Durch Brachbe⸗ Die Zerſtoͤrung der zaͤhen unebenen Grasnarbe iſt manchen ſehr ſchwierig geworden, und er⸗ bheandlung. ſcheint vielen hoͤchſt abſchreckend. Man hat deshalb mannigfaltige Methoden erſonnen und gewaͤhlt, 3. um dieſen Zweck auf das einfachſte und ſicherſte zu erreichen, wovon die merkwuͤrdigſten folgende ſind: 1) Die gewoͤhnlichſte Weiſe iſt die, daß man die Zerſtoͤrung des Raſens durch eine 1 ½ bis 2 Jahr fortgeſetzte Brachbearbeitung bewirket. Man bricht hier den Raſen im Herbſte oder doch nach vorher⸗ gegangener feuchter Witterung zum erſten Male nur ſo tief um, wie ſein Wurzelngewebe gehet, in ſo⸗ fern naͤmlich die Ebenheit des Bodens ein ſolches Abſchaͤlen erlaubt. Man hat eine Methode, dieſes Abſchaͤlen zu bewirken, die mir ſehr geruͤhmt worden, die ich aber ſelbſt noch nicht verſucht habe. Man laͤßt naͤmlich einen Pflug mit einem wohl verſtahlten Meſſer und Schaar, jedoch ohne Streichbrett, vorangehen, welcher den Streifen nur perpendikulaͤr und horizontal abtrennt, ohne ihn zu wenden, und dieſem in demſelben Zuge und in derſelben Tiefe einen andern Pflug folgen, welcher den Streifen voͤllig losreißt und umwendet. Daß dieſe Arbeit gut gehen muͤſſe, leuchtet ein; indeſſen iſt mir noch kein Raſen vorgekommen, welchen ich nicht mit dem Baileyſchen oder Smalſchen Pfluge auf einen Zuge haͤtte umbrechen koͤnnen, insbeſondere wenn da, wo der Streifen auf unebenem Boden nicht genugſam umſchlug, ein dem Pfluge folgender Mann ihm mit der Forke und dem Fuße nach⸗ haalf. Auch habe ich bei ſehr zaͤher Narbe nie mehr als zwei Pferde vor dieſen Pfluͤgen gebraucht, zu⸗ weilen ſogar dieſe Arbeit mit zwei Ochſen verrichten laſſen. Doch paſſen die Ochſen, vorzuͤglich wenn Wurzeln im Boden ſind, nicht ſo gut zu dieſer Arbeit wie Pferde, indem ſie wohl mit gleicher Kraft ziehen, aber von einem unerwarteten Widerſtande ſich anhalten laſſen. Daß indeſſen das Zugvieh 5 bei dieſer Arbeit in guter Kraft ſeyn und erhalten werden, auch kuͤrzere Arbeitsperioden haben muͤſſe, verſteht ſich von ſeibſt. Hat der Raſen einige Krume, ſo iſt es rathſam, ihn mit der Egge gleich der Laͤnge nach zu uͤberziehen, und ſodann eine ſchwere Walze daruͤber hergehen zu laſſen, damit die Grasnarbe feſt angedruͤckt und der Luft und dem Lichte entzogen werde, weil ſie alsdann leichter mo⸗ dert und ihr Gras nirgends hervortreiben kann. Sind auf unebenem Boden einige Stellen vom 1 mehren den Heuertrag. Im zweiten Jahre treiben ſie ſchwaͤcher und ſind reichlicher; das dritte uͤber Benutzt man ſolchen Boden dagegen püugenicht gefa amta Fäͤlen apl Eo änaten ſſt, r. guin aus ſeine naan man ſich ahſam waͤte. Dann ſet wetfen des St gen ind Kreuf der Egge auiwe die Sache unge große mit lange ungemeine Wird felngewebe ma Die drit wit kleinen Eg Saatfurche gi Auf die mene Somme vielen zaͤhen erwuͤnſchten Herbſte, w von dem wi guten Stell lein es hat: Ernte bei we den um die! chen Falle nie über Somme Boden völlig Neudruch ſo⸗ und ondere dern Getſee! hierdurch d n. Ichd durch beha 2) N. daß dies nun hen konne. der, wenne ſige feuchte die guͤßere M erface d, mh h nlich ſtak, gam abgehaun, Indn icher; dodi t dem Ate D ſolchen Bohe dun erhalten g wwer, danz G bis dahnn doß Derhi en oder de Perte tande, mit ſ zetin. henh fläche. 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Wenn der umgelegte Raſen aus ſeinen Wurzeln auszugruͤnen anfaͤngt, ſo iſt dies ein Zeichen, daß er unten geſtockt ſey, wovon man ſich jedoch durch genauere Unterſuchung uͤberzeugen muß, weil ein fruͤheres Wenden nicht rathſam waͤre. Dann ſetzt man den Pflug in derſelben Richtung etwas tiefer ein, damit man bei dem Herum⸗ werfen des Streifens ihn mit der unteren Erde bedecke. Es iſt hoͤchſt fehlerhaft, dieſes zweite Pfluͤ⸗ gen ins Kreuz zu geben, indem dadurch die Narbe in viereckige Stuͤcke zerſchnitten wird, die nachher der Egge ausweichen und ſich nicht zertheilen laſen. Bloß durch dieſen Mißgriff haben ſich manche die Sache ungemein erſchwert. Iſt der muͤrbe Streifen aber nur herumgewandt, ſo thut jetzt die große mit langen ſtarken Zinken verſehene ſogenannte Bootegge, mit vier bis ſechs Pferden beſpannt, ungemeine Wirkung. Ihr Gebrauch muß anhaltend fortgeſetzt oder wiederholt werden, bis das Wur⸗ zelngewebe moͤglichſt zerriſſen iſt. Die dritte Pflugart wird nun ins Kreuz gegeben, abermals ſehr fleißig, jedoch in der Regel nur mit kleinen Eggen, bearbeitet, und bleibt ſodann bis zum Ausgruͤnen liegen, wo man die vierte oder Saatfurche giebt, und damit nun Winterung einſaͤet. Auf die Weiſe wird ein nicht gar zu rauher, warmer und trockener Boden durch eine vollkom⸗ mene Sommerbrache voͤllig urbar, muͤrbe und rein gemacht werden koͤnnen. Ein ſehr rauher, mit vielen zaͤhen Wurzeln durchwachſener, feuchter und kalter Boden aber wird dadurch noch nicht in den erwuͤnſchten Zuſtand kommen. Manche machen ſich daraus nichts, ſondern beſaͤen ihn dennoch im Herbſte, wo dann das Getreide auf manchen Stellen gut geraͤth, auf andern aber fehlſchlaͤgt, und von dem wiederaufſchlagenden zaͤheren Wurzelunkraute verdraͤngt wird. Sie nehmen die Ernten der guten Stellen vorlieb, und hoffen, daß die rohen Stellen ſich in der Folge ſchon geben werden. Al⸗ lein es hat wohl keinen Zweifel, daß der Nachtheil hiervon in der Folge den Werth einer fruͤheren Ernte bei weitem uͤberwiegt, und daß es richtiger geweſen waͤre, noch ein Brachjahr daran zu wen⸗ den um die Urbarmachung des Bodens vollkommen zu bewirken. Ich wuͤrde wenigſtens in einem ſol⸗ chen Falle nie Winterung einſaͤen, ſondern zuvor noch einige Furchen geben, und dann eine Frucht uͤber Sommer bauen, welche mit ihren eingreifenden Wurzeln und durch ihre dichte Beſchattung den Boden voͤllig muͤrbe macht und bebruͤtet. Hierzu gehoͤren Huͤlſenfruͤhchte, Buchweizen oder der auf Neubruch ſo vorzuͤglich gerathende, ihm aber auch angreifende Lein; oder aber Kartoffeln, Nuͤben und andere zu jaͤtende oder zu behackende Fruͤchte, nach welchen ich dann aber keine Winterung ſon⸗ dern Gerſte nehmen, unter dieſer aber Klee zu zweijaͤhriger Benutzung ſaͤen wuͤrde; uͤberzeugt, daß hierdurch der Boden zu voller Nutzbarkeit und ausdaurender Kraft am ſicherſten gebracht werden koͤn⸗ ne. Ich bemerke, daß der Klee ſelten gerathe, wenn man ihn auf ſolchen Neubruch ſaͤet, bevor er durch behackten Fruchtbau dazu geſchickt gemacht worden. §. 201. 2) Man ſaͤet gleich auf die erſte tiefer gegebene Furche eine Sommerfrucht. Es verſteht ſich, daß dies nur auf einem nicht zu rauhen unebenen Boden, der recht gut umgebracht worden, geſche⸗ hen koͤnne. Gewoͤhnlicher Weiſe nimmt man Hafer,— mit Gerſte wuͤrde es gar nicht gehen— der, wenn er fruͤh und dicht auf der rauhen Furche geſaͤet, ſcharf eingeegget iſt, und dann eine guͤn⸗ ſtige feuchte Witterung hat, oft vorzuͤglich gedeihet, und wenn gleich nicht ſtarkes Stroh, doch ſehr Durch Beſa⸗ mung der er⸗ ſten Furche. 72 Urbarmachung unangebauter Laͤndereien. reichliche Koͤrner giebt. Manche verſichern, dies mit dem beſten Erfolge gethan, und den Boden nach dem Umbruche der Haferſtoppel muͤrber, wie nach der Brache gefunden zu haben, ſo daß ſie Rocken da— nach haͤtten ſaͤen koͤnnen. Andere, und unter dieſen ich ſelbſt, haben aber die Narbe ſo wenig verweſet lich erforderlich ſchien, und darauf eine bei weitem ſchlechtere Winterungsernte gehabt, als man nach ſuche angeſtellt haben, ſind alſo gegen den Hafer im erſten Umbruche. Dagegen habe ich und andere auf die gut umgelegte Narbe eines nicht zu magern und duͤrren Neubruchs mit dem entſchiedenſten Vortheil zuerſt Lein gebauet, der von außerordentlicher Laͤnge und Guͤte in Flachs und Saamen war, und den großen Vorzug vor dem Brachlein hat, daß er wenig ge⸗ 4 jaͤtet zu werden braucht. Der Saamen wird eingeegget und kommt gut unter, wenn auch nur wenig . 1 Krume uͤber der Narbe liegt. Wo der Boden aber zu duͤrre zum Leine ſchien, habe ich Hirſe geſaet, — die auch, wenn ſie mit dem Karſt behacket, vom groͤbern aufſchlagenden Unkraut gereinigt und ver⸗ duͤnnet wird, hier vortrefflich geraͤth. Beide Gewaͤchſe haben die Narbe ſo muͤrbe gemacht, daß ſie . ſes Verfahren nur bei einer milden und ebenen Grasnarbe anwendbar. 1 S. 202. 1 Durch Abſchs? 3) Man laͤßt die Narbe mit einem Handinſtrumente oder mit einem zweckmaͤßigen Pfluge ab⸗ ſetzung der Narbe in Miecken. auf, bis ſie zergangen iſt. dene Kompoſt darauf verbreitet, und nun mit der Saat untergepfluͤgt oder geegget. Dieſe Methode, die ich mehrere Male verſucht habe, giebt einen ungemeinen Ertrag, und ſetzt den Boden in den trefflichſten Stand, indem ſie eine vollſtaͤndige Zerſetzung der Narbe in Humus und eine wirkſamere Durchluftung des Bodens(Aeration), wie jede andere bewirkt. Aber es erhellet von ſelbſt, daß ſie koſtbar ſey, und nur auf kleineren Plaͤtzen Anwendung finde. —— 3 3§. 203. 4 Brannen, des 4) Brennen der Grasnarbe. In ſofern dieſe Operation bei ſchon kultivirten Feldern, die eine Reihe von Jahren zu Gras niedergelegt werden, in manchen Gegenden und ſeit uralten Zei⸗ 1 ten gebraͤuchlich iſt, und auf eine beſonders ſorgfaͤltige Weiſe ausgefuͤhrt wird, habe ich dieſelbe in meiner engliſchen Landwirthſchaft, Bd. I. S. 215 u. f., und ausfuͤhrlicher Bd. III. S. 507 u. f., — beſchrieben, auch in den Annalen des Ackerbaues, Bd. III. S. 798 u. f., einen ausfuͤhrlichen Auszug . gegeben, von dem, was A. Young in ſeinem Pachterkalender uͤber die Anwendung derſelben auf kul⸗ tivirtem Boden verſchiedener Art geſagt hat. Auch findet man in Dickſons praktiſchem Ackerbau, Bd. I. S. 238 u. f., eine Beſchreibung derſelben. Ich kann folglich erwarten, daß alle diejenigen, welche dieſes beſondere periodiſch wiederkehrende Verbeſſerungsmittel des Ackers anwenden wollen, die⸗ ſe Schriften ſchon geleſen haben, und finde daher eine abermalige Wiederholung unnoͤthig. . In ſofern indeſſen dieſe Operation zur Urbarmachung des wuͤſten Landes beſonders wirkſam und anwendbar iſt, und auf eine zwar minder vollkommene, aber auch im Großen minder ſchwierige Art angewandt werden kann, muß ich hier der beſondern Methode gedenken, welche in dieſem Falle mit moͤglich mindeſter Koſtſpieligkeit ſtatt findet.. S. 101, aufgebrochen, indem man wechſelsweiſe einen Streifen mit dem Pfluge ausſtreicht, den an⸗ dern aber ſtehen laͤßt und dieſen mit jenem bedeckt. Es kann mit jedem gewoͤhnlichen Pfluge geſche⸗ „ und den Boden nach dem Umbruche der Haferſtoppel ſo rauh gefunden, daß eine Brache unumgoͤng⸗ ſogleich gebraachten Neubruch ſonſt erwarten darf. Faſt alle, die mit Neubruch comparative Ver⸗ lung und Auf⸗ ſchaͤlen, zerſticht ſolche in beliebige Stuͤcke, und ſetzt ſie in Haufen mit Stallmiſt oder Kalk verſetzt Indeſſen wird der abgeſchaͤlte Acker mehrere Male gepfluͤgt, der entſtan- Es wird die Grasnarbe durch ſogenanntes Halbpfluͤgen, Baͤlken oder Rispen, vergl. Bd. III. beim Umbruch zerſiel, und daß auf die erſte Furche Winterung geſaͤet werden konnte. Jedoch iſt die 4 hen, nederaber ett tin i mit ſ rcgki 1 Nan ih Stellung Ennin muß a faufen Kurz pohdem das deman uͤberhe zufgebaͤlkten zoſern von de hjerdurch vide aus, und beh⸗ Nuu iſt es mit Daſe werden Verrichtungen in kleine Hauf wocknem wind Brand durch mender Glut worauf dann werden kann terial ſchone wodurch die In Kurland man Holzſe ſelbſt ſehr G. 19). Durc daß die Uro dern Metho auf dem tho Ri neden dere gleichhet und Koſte bei einer k ſtellt, we vertheilt. der Pferde drießlände Ein den iſt be⸗ haͤuft. T Diitter, und den Idenne „ſo daß ſexetn drbe ſ veng um mne Bracz uunie gehaht, unnn bruch conperatde kraut gannig m nuͤrhe genatt, ii konnee. zarhii zweckmäͤßigen kint allmiſt oder Kat ne eegget. Die h ſetzt den aain nus und ennewiten hellet ven eht i ſchon kultivimn ih den und ſit unn td, habe th hü .Bd. II. 6 Fl. ien ausfühelhee ndung deitenn 1s praktiten Lee ten, ujlewe rs anwenden rä ung undih beſonder nri 3 en minder tms eiche in defn e 31 3¹ 5 91 Rispen, berh. 1 uge ausſteicht 5 öhalche Phse e 3 Urbarmachung unangebauter Laͤndereien. 73 hen, der aber etwas ſchraͤg gehalten wird, ſo daß er an der Landſeite tiefer, an der Streichbrettsſeite aber flach mit ſeinem Schaare eingreift, ſo daß die aͤußere Ecke des Schaars faſt uͤber den Boden wegſtreife. Man macht dieſe Schaar breit und moͤglichſt ſcharf, und kann demſelben auch eine ſolche ſchraͤge Stellung, die zum ordentlichen Pfluͤgen fehlerhaft ſeyn wuͤrde, geben. Der ausgeſchnittene Streifen muß an der Landſeite hoͤchſtens 2 Zoll diek ſeyn, und an der andern Seitel ganz duͤnn aus⸗ laufen. Kurz es muß hier gerade ſo gepfluͤgt werden, wie es ſonſt fehlerhaft nur zu haͤufig geſchieht. Nachdem das gebaͤlkte Land eine Zeitlang ſo gelegen hat, muß man es mit der ſchweren Bootegge, die man uͤberhaupt bei neuen Aufbruͤchen vornaͤmlich braucht, ins Kreuz durcharbeiten, und damit den aufgebaͤlkten Streifen zerreißen. Darauf wird der muͤrbe gewordene Raſen, um die Wurzeln und Faſern von der Erde loszumachen, mit kleinen aber eingreifenden Eggen bearbeitet. Wenn der Acker hierdurch wieder eben geworden iſt, ſo ſtreicht man den ſtehend gebliebenen Streifen auf eben die Weiſe aus, und behandelt das Feld mit der großen und den kleinen Eggen nochmals auf eben die Art. Nun iſt es mit losgeriſſenen Graswurzeln und dem loſen trocknen Gewebe der Grasnarbe bedeckt. Dieſe werden bei trockener Witterung— denn es verſteht ſich, daß man eine ſolche zu allen dieſen Verrichtungen wahrnehmen muͤſſe— am bequemſten durch den Pferderechen, erſt in Kaͤmme, dann in kleine Haufen, und dieſe wieder in groͤßere zuſammengebracht, und nun wird jeder Haufen bei trocknem windigen Wetter an der Windſeite mit Stroh, Torf oder Reiſig in Brand geſetzt, und dieſer Brand durch Aufſtochern oder Zuſammendruͤcken ſo moderirt, daß alles langſam, aber nicht mit flam⸗ mender Glut verbrenne. Die Aſche wird nun unmittelbar geſtreut und moͤglichſt flach untergepfluͤgt, worauf dann der Acker mit jeder Frucht, ſo wie es die Jahreszeit mit ſich bringt, unmittelbar beſtellt werden kann. Wo man beim Aufbruche vom Forſtgrunde Reiſig hat, und dieſen nicht als Feuerma⸗ terial ſchonen, ſondern aus dem Wege ſchaffen will, macht man davon die Unterlagen der Haufen, wodurch die Ausdrocknung und Verbrennung beſchleunigt, und um ſo mehrere Aſche erzeugt wird. In Kurland, wo ſolche Rahdungen haͤufig vorgenommen werden, und das Holz uͤberfluͤſſig iſt, legt man Holzſcheite ins Kreuz uͤbereinander, und dann die Raſen auf dieſes Geruͤſte, und nennt dieſe da⸗ ſelbſt ſehr gebraͤuchliche Methode Kitten. Vergl. Dullo's kurlaͤndiſche Landwirthſchaft, Mitau, 1804, S. 197. Indeſſen kann das Verbrennen auch ſehr gut ohne Holz verrichtet werden. Durch große comparative Verſuche iſt es in England und Schottland außer allem Zweifel geſetzt, daß die Urbarmachung des Landes durch ein ſolches Abſchaͤlen und Brennen des Raſens vor jeder an⸗ dern Methode die vortheilhafteſte ſey, und zwar auf jeder Art von Boden, vorzuͤglich aber doch auf auf dem thonigen und moorigen. §. 204. Oft iſt die Ebnung eines neu aufgebrochenen Bodens noͤthig, wenn er erhebliche Vertiefungen neben betrachtlichen Huͤgeln hat, um fuͤr die Folge die Schwierigkeiten bei der Beſtellung und die Un⸗ gleichheit ſeiner Eigenſchaften zu heben und auszugleichen; ſie erfordert aber allerdings viele Arbeit und Koſten. Das zweckmaͤßigſte Verfahren wird durch die Lokalitaͤt modiſizirt. Zuweilen geſchiehet bei einer kurzen Diſtanz die Planirung bloß durch den Wurf, indem man drei oder vier Arbeiter an⸗ ſtellt, welche ſich die von der Anhoͤhe abgeſtochene Erde zuwerfen, und der letzte ſie in der Sinke vertheilt. Bei einer weiteren Entfernung muß man ſich der Handkarren, bei einer noch weiteren der Pferdekarren bedienen, wenn man nicht das zu dieſer Arbeit ſo zweckmaͤßige Mollbrett der Frießlaͤnder hat. Ein Uebel, welches bei der Planirung oft gar nicht oder doch nur durch viele Arbeit zu vermei⸗ den iſt, beſteht darin, daß man den Anhoͤhen ihre fruchtbare Erde nimmt und die Sinken damit uͤber⸗ haͤuft. Wenn es nicht durch Zuruͤckwerfung der oberen Erde zu verhuͤten iſt, ſo muß man es dadurch Dritter Theil. K Ebnung des Bodens. Ausrohdung Verſenkung derſelben⸗ Kalkung des Reubruchs. der Steine und 74 Urbarmachung unangebauter Laͤndereien. wieder gut zu machen ſuchen, daß man die Anhöͤhen durch Karkere Duͤngung und ſorgfaͤltige vee⸗ heitung entſchaͤdigt. 4 F. 205. Die Herausbringung der großen Steine erſchwert die Urbarmachung des wuͤſten Bodens haͤufg, und dennoch iſt es eine unbedingte Forderung an eine gute Kultur, daß man ſich dieſer Steine im Acker wenigſtens bis zur vollen Pflugtiefe zu entledigen ſuche, weil ſie bei der Beackerung vielen Au⸗ fenthalt, Ungleichheiten, ſogenannte Rennbal lken veranlaſſen, und die Werkzeuge oft dadurch zer⸗ truͤmmert werden. Wo man dieſe Feldſteine zum Wegebau, zur Befriedigung und Begrenzung der Felder, zu Mauern und zu Gebaͤuden gebraucht, da bezahlt ſich die Ausrohdung und Abbringung derſelben zu⸗ weilen hinreichend durch ihren Werth. Wo dies nicht der Fall iſt, da ſucht man ſich die Arbeit da⸗ durch zu erleichtern, daß man ſie nicht abfaͤhrt, ſondern tief genug verſenket. Es wird naͤmlich neben dem losgegrabenen Steine eine tiefere Grube gemacht, und der Stein in ſelbige hineingewaͤlzt. Dieſe Grube muß uͤberfluͤſſig tief, der Form des Steines und der Lage, welche er bei ſeiner Umwal⸗ zung bekommen wird, angemeſſen ſeyn, damit keine Kante oder Spitze deſſelben zu weit hervorrage. Man will bemerkt haben, daß vormals tief genug verſenkte Steine der Oberflaͤche wieder ſo nahe ge⸗ kommen ſeyen, daß die Arbeit zum zweiten Male vorgenommen werden mußte. Das Factum iſt richtig, es laͤßt ſich aber wohl nicht durch eine wirkliche Emporhebung der Steine, ſondern nur dadurch erklaͤren, daß die obere Erde durch Abſchwemmung oder Verwehrung ſich vermindert habe, oder aber, wie ich auf meinem Acker empfinde, die Steine nur ſo flach verſenkt waren, daß ſie zwar bei dem hoͤchſt ſeichten Pfluͤgen nicht beruͤhrt wurden, bei der tiefern Beackerung nun aber im Wege ſtehen. Deshalb muß die Verſenkung betraͤchtlich tiefer vorgenommen werden, als es durchaus nothwendig ſcheint, da ſie uͤberdem der Fruchtbarkeit, an der Stelle wo ſie liegen, auch nachtheilig ſeyn muͤſſen. Will man die Steine abfahren laſſen, ſ iſt ein dazu eingerichteter Steinwagen ein nothwendiges Erforderniß; es ſey denn, daß man im Winter die Arbeit mit einem Schlitten verrichte. Die großen Steine, beſonders wenn man ſie zu Gebaͤuden gebrauchen will, muͤſſen geſprengt werden. Die gewoͤhnlichſte Methode iſt die, es mit Pulver zu thun. Sie erfordern einen geuͤbten Mann und zweckmaͤßige Werkzeuge, beſonders wegen der mit dieſer Operation verbundenen großen Gefahr, wodurch manche Unvorſichtige zu Kruͤppel geworden ſind. Auch iſt ſie bei der jetzigen Theu⸗ rung des Schießpulvers ſehr koſtſpielig. darauf gemachtes lebhaftes, aber auf einer Stelle konzentrirtes Feuer an dieſer ein zelnen Stelle er⸗ hitzet und ausdehnt, dann mit Waſſer beſprengt, und durch das Aufſchlagen mit ſchweren eiſernen Hammern ſein Zerſpalten befoͤrdert. Oft ſpaltet er ohne letzteres von ſelbſt. Eine dritte Methode iſt die, daß man nach der Richtung ſeiner Adern Loͤcher einbohret, in dieſe einen geſpaltenen eiſernen Cylinder hineintreibet, und nun in die Spalte einen Keil einſetzet, und mit gelindem Klopfen von ei⸗ nem Einſatze zum andern den Stein gleichmaͤßig auseinandertreibet. Dieſe Methode erfordert zwar die meiſte Arbeit, giebt dann aber wegen der ebenen Flaͤche die vorzuͤglichſten Bauſteine. fuͤllt man auch ein hinlaͤnglich tiefes Bohrloch vor Winter mit Waſſer, und verſchließt es dann ſehr genau mit einem eingetriebenen Stoͤpſel; indem das im Winter beim Gefrieren auseinandergetriebene Waſſer die Kaft hat, den ſtaͤrkſten Stein zu zerſprengen. 8§. 206. Die wirkſamſte Duͤngung, welche man einem Neubruche geben kann, beſonders wenn er in ſei⸗ ner Narbe viele unzergangene vegetabiliſce Stoff enthaͤlt, iſt die mit friſch gebranntem aͤtzendem 1 Eine andere Methode iſt die, daß man den Stein durch ein Endlich kke Nan dh wo der Pwn lder die i, pld dſt er mnte hauſg d lit de Wuͤrn n, daß ſe di agetobilſſhe vibeſondere R. venn ein ſoche — Der mit manchmal einen Lach enthalt er zinſtiggen Eig Ein Jal recht trockenen nen breiten, ze hinaus ver richte. Hie mit einem fr Nahrung, vimmt. 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Wenn er uͤber die umgebrochene Narbe hergeſtreut und im Sommer haͤufig damit durchgearbeitet wird, ſo loͤſt er alle vegetabiliſchen Theile zu einem hoͤchſt fruchtbaren Humus auf, benimmt dem Bo⸗ den die haͤufig darin befindliche Saͤure und den der Vegetation nachtheiligen Gerbeſtoff, toͤdtet auch zu⸗ gleich die Wuͤrmer und Inſekten, welche ſich in einem ſolchen Boden zuweilen ſo ſtark eingeniſtet ha⸗ ben, daß ſie die erſten Fruͤchte faſt voͤllig zerſoͤrten. Nach der Kalkduͤngung auf Reubruch, der viele vegetabiliſche Materie enthaͤlt, kann man diejenigen Fruͤchte, welche am meiſten Nahrung erfordern, insbeſondere Rapsſaat bauen. Jedoch verſteht ſich's, daß man mit Kalk wenig ausrichten wuͤrde, wenn ein ſolcher Boden arm an vegetabiliſcher Materie waͤre. §. 207. Der mit Haidekraut uͤberzogene Boden hat nicht immer einen unfruchtbaren Grund, ſondern Aufbruch des manchmal einen fruchtbaren Lehm unter ſich, in welchem Falle er ſeine Urbarmachung reichlich belohnt. aidbodens. Auch enthaͤlt er(vergl. Bd. II. S. 140) Humus, aber von einer beſonderen, andern Vegetabilien nicht guͤnſtigen Eigenſchaft. Ein Jahr vor ſeinem Umbruche pflegt man das geſchonte und emporgewachſene Haidekraut bei recht trockener windiger Witterung anzuzuͤnden, wobei man aber das abzubrennende Revier durch ei⸗ nen breiten, jedoch nur flachen Graben abzuſchneiden hat, damit ſich das Feuer nicht uͤber dieſe Graͤn⸗ ze hinaus verbreite, und vielleicht großen Schaden durch Entzuͤndung eines benachbarten Holzes an⸗ richte. Hierdurch wird jedoch das Haidekraut nicht zerſtoͤrt, ſondern treibt im folgenden Fruͤhjahre mit einem friſchen Gruͤn dicht wieder hervor. Dieſer junge Austrieb iſt den Schaafen eine angenehme Nahrung, weshalb man in den Haidgegenden das Abbrennen auch bloß in dieſer Hinſicht unter⸗ nimmt. Man beſetzt alſo den abgebrannten Platz in dieſem Jahre ſtark mit Schaafen, die jedoch von der Haiderace ſeyn muͤſſen. Dann wird er im Herbſte umgebrochen, und im folgenden Sommer einige Male gepfluͤgt, und daneben ſo viel wie moͤglich mit Horden belegt, weil dieſe, und uͤberhaupt der Schaafduͤnger zur Zerſetzung des Haidhumus, vermoͤge des Ammoniums, beſonders wirkſam ſind. Vom Kalke allein hat man nach mehreren Erfahrungen auf Haideumbruch keine ſehr große Wirkung verſpuͤrt, mehrere von der Holz⸗, und ſelbſt von der Torfaſche. Thonmergel, in Verbindung mit ei⸗ nigem thieriſchen Duͤnger hat ſehr auffallende Wirkung gethan. Man ſaet auf dieſem Boden zuerſt am ſicherſten Buchweizen, welcher ſich mit dem Haidhumus unter allen nutzbaren Fruͤchten am beſten vertraͤgt, und ſeine Natur vielleicht gar umzuaͤndern ſcheint. Man ſaet denſelben oft ohne vorhergegangene Brache auf die zweite oder dritte Furche des Umbruchs. Er giebt, beſonders wenn er eine ſchwache Duͤngung bekommen hat, ein ſehr uͤppiges Kraut, und wuͤrde zum ſchnelleren Fortſchritte der Kultur eines Haidreviers am vortheilhafteſten zu gruͤner Futte⸗ rung oder zu Heu zu benutzen ſeyn. Nach dem Buchweizen pflegt dann der Rocken ſehr gut zu gera⸗ then, nach welchen man aber den Acker, mit weißem Klee angeſaͤet, wieder einige Jahre zur Weide liegen laſſen muß, ſoll er anders an Kraft gewinnen und nicht abnehmen. Wo man ihn geizig durch Ernten bis auf den letzten Grad ſeiner Kraft erſchöpfte, da fiel dieſer Boden zu einem nahrungsloſeren Zuſtande herab, als worin er ſich vorher befand. §. 208. Reinen Sand urbar machen zu wollen iſt ein mißlicheres Unternehmen, als auf Sand zu bauen. Sandtultur. Es gieb nur zwei Faͤlle, wo Sandkultur ſich verlohnen und vortheilhaft ſeyn kann. K 2 75 Urbarmachung unangebauter Laͤndereien. a) Bei großen Staͤdten, wo der Raum ſelbſt einen ſo hohen Werth hat, daß es ſich der Muͤhe verlohnt, ein ganz neues Erdreich darauf zu ſchaffen, durch Mengung von Lehm, hier haͤufig vorkom⸗ menden Bauſchutt, mit vielen wirklich duͤngenden Materialien, welche die Staͤdte liefern. b) Wo dem Sande eine kuͤnſtliche Bewaͤſſerung in immer zureichendem Maaße gegeben werden kann, wodurch der Sandboden nicht bloß zu Wieſen, ſondern auch zur Erzeugung anderer nutzbaren Fruͤchte geſchickt gemacht werden kann. Sonſt iſt es wohl immer nicht nur nicht belohnend, ſondern oft auch hoͤchſt gefaͤhrlich, trockenen und nicht wenigſtens mit 5 Prozent Thon gemengten Sand, den die Natur mit einer Narbe bedeckt hat, mit dem Pfluge zu verwunden, insbeſondere auf Anhoͤhen und freien Plaͤtzen. Die Erfahrungen ſind nicht ſelten, wo ein Paar duͤrftige Ernten auf ſolchem Boden die Verwuͤſtung fruchtbarer Strecken durch entſtandene Sandwehen zur Folge gehabt hat. Willl man etwas beſſeren Sand in Kultur bringen, ſo iſt eins der Haupterforderniſſe, daß man ihn mit Hecken umgebe, und haͤufig durchſchneide, weil dieſe durch Abhaltung des Windes ihm ſeine Feuchtigkeit mehr erhalten, ſein ſogenanntes Auskaͤlten verhuͤten, und uͤberhaupt die Vegetation dar⸗ auf verbeſſern. Da ein jeder ſandiger Boden, ſo lange naͤmlich ſeine Natur nicht voͤllig umgeaͤndert iſt, ſich durch ſich ſelbſt nur erhalten kann, wenn er haͤufig dreeſch lieget und zur Weide dienet; ſo iſt die Abtheilung in Koppeln durch Hecken um ſo angemeſſener, da ſie das weidende Vieh beſchraͤnken, und ihm den ſo wohlthaͤtigen Schutz gegen den Wind geben. Auch iſt es ſehr nuͤtzlich fuͤr ſolche ſan⸗ dige Reviere, wenn ihnen an der Nordweſt⸗ und Nordoſtſeite durch hoͤheres Holz Schutz gegeben oder erhalten wirird. 3§. 209. Befeſtigung des Haͤufiger koͤmmt der Fall vor, daß man dem loſen Sande eine Haltung durch Erzeugung einer Sandes. Grasnarbe zu geben ſuchen muß, die zwar an ſich wenig nutzbar ſeyn kann, zur Verhuͤtung der Verſandung angraͤnzender Felder aber von hoͤchſter Wichtigkeit iſt. Dieſe Erzeugung der Grasnar⸗ be hat aber große Schwierigkeiten, und ungeachtet man viele auf dem Sande wachſende Grasarten dazu in Vorſchlag gebracht hat,— den Sandhafer, Elymus arenarius, und die Sandſegge, Carex arenaria, auch die eigentliche Quecke, Triticum repens, und Agrostis stolonifera— ſo iſt dieſes, ohne vorher Verzaͤunungen angelegt zu haben, doch ſelten von Wirkung geweſen, indem die beſtaͤndige Bewegung des Sandes vom Winde das Keimen des Saamens oder die Anwurzelung der Pflanzen nicht geſtattete; es ſey denn, daß man eine ungewoͤhnliche Windſtille und feuchte Witterung traf. Iſt der Sand einmal ganz entbloͤßt, und beweglich geworden, ſo iſt keine andere Huͤlfe, als ihn durch herbeigeſchaftes Reißwerk zu hemmen, indem man ihn hiermit ſtark belegt, und zwar nicht an der Stelle, wo man ſein weiteres Verbreiten hemmen will, ſondern da, wo der bewegliche Sand anfaͤngt. Es wuͤrde naͤmlich vergeblich ſeyn, ſeinen Fortſchritten einen Damm vorziehen zu wollen, wenn der hinter ſich immer heruͤberwaͤlzt, indem man Beiſpiele hat, daß er hohe Holzungen bis uͤber die Gipfel der Baͤume verſchuͤttete. Wenn man aber von der Seite, wo der Wind ihn her⸗ uͤbertreibt, anfaͤngt, ſo daß der Sand von hier nicht weiter gehoben werden kann, bringt man die Sandwehe zum Stehen. Dieſe Bedeckung mit Reiſern, wozu man gewoͤhnlich Fichtenreiſer nimmt, an welchen die Aepfel noch befindlich ſind, um ſo zugleich eine Beſaamung zu bewirken, wird mit Zwiſchenraͤumen von 20 oder 30 Schritt bewerkſtelligt. Sobald der Sand nun einiger⸗ maßen ſteht, errichtet man geflochtene Zaͤune von Norden nach Suͤden in groͤßeren oder kleineren Zwiſchenraͤumen, je nachdem es die Umſtaͤnde erfordern. Iſt der Sand nicht gar zu loſe und der Zug des Windes nicht zu heftig, ſo kann man auch ohne Zaͤune gleich Pflanzungen von Kiefern machen, wovon man ſechs bis zwoͤlf Reihen in einer Entfernung von 2 und 4 Fuß in Verband ſetzt. g Nach einem Zwiſchraume von etwa 40 Schritt wird wieder eine aͤhnliche Pflanzung gemacht. 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Man muß ſich bei der Anlage derſelben deshalb wohl huͤten, ſandigen Boden ganz umzupfluͤgen, ſondern nur einen Streifen um den andern aufhauen oder aufpfluͤgen, welche Arbeit ſehr zweckmaͤßig mit der gewoͤhnlichen Kar⸗ toffel⸗ oder Pferdehacke bewerkſtelligt wird. §. 210. Um den Sandboden eine nutzbare Grasnarbe zu verſchaffen, muß derſelbe nicht ganz fluͤchtig ſeyn, ſondern ſchon einen Zuſatz von Thon, etwa zu 8 Prozent, haben. Dann paſſen ſich die kleinen Schwingelarten Festuca ovina, rubra, duriuscula und decumbens, Anthoxantum odora- tum, Phleum nodosum und arenarium, Bromus mollis und sterilis, Holcus mollis und lanatus, Avena pratensis, Phalaris phleoides und Lolium perenne unter den Graͤſern am beſten dazu, denen man, wenn nicht aller Humus fehlt, Medicago falcata und lupulina, Lothus corniculatus, Ornithopus perpusillus, Thymus serpillum, Origanum vulgare, poterium sanguisorba und den weißen kriechenden Klee zuſetzen kann. Hat ſich nach einer Reihe von Jahren eine hinreichende Narbe erzeugt, und dieſe zur Schaafweide gedient, ſo koͤnnen mit Vorſicht ein Paar Getreideernten davon genommen werden, jedoch von Rechtswegen nie ohne Duͤngererſatz. Die erſte Beſaamung macht man am beſten mit Buchweizen oder Spergel ſpaͤt im Sommer, etwa in der Mitte des Julius, damit es nicht reife, ſondern vom Froſte getoͤdtet auf dem Acker verfaule. Eine gruͤndliche Verbeſſerung des Sandbodens findet ſtatt, wenn man Lehmmergel und viel⸗ leicht Modder in der Naͤhe hat, und durch ein ſtarkes Befahren damit ſeine ganze Natur gewiſſer⸗ maßen umwandelt. §. a21I. Die Kultur der Bruͤcher und Moore iſt von hoͤherer Wichtigkeit, indem ſie nicht ſelten mit dem groͤßten Vortheile unternommen werden kann. Da aber die Abwaͤſſerung dabei die Hauptſache aus⸗ macht, ſo verſpare ich dieſe Materie bis dahin, wo wir die Lehre von den Abwaͤſſerungen uͤberhaupt werden entwickelt haben. Da mit der Urbarmachung die Einhaͤgung in den meiſten Faͤllen zweckmaͤßig verbunden wird, und oft, um das neue Land gegen die Uebertrifft zu ſchuͤten, verbunden werden muß, ſo gehen wir dazu uͤber. Befriedigungen. Einhaͤgungen. §. 212. Ueber die Nutzbarkeit der Einhaͤgungen der Ackerfelder oder ihre Schaͤdlichkeit im Allgemeinen ſind die Meinungen ſehr getheilt. So viele Lobpreiſungen ſie von einigen erhalten, ſo ſind andere durchaus dagegen; dermaßen, daß ſie nicht nur ihre neue Anlegung widerrathen, ſondern ſogar ſchon gemachte Anlagen dieſer Art wieder wegzuſchaffen nuͤtzlich finden. 1 Die Nachtheile, welche man ihnen beimißt, beſtehen hauptſaͤchlich in folgenden: 1) Sie nehmen einen betraͤchtlichen Raum weg, welcher auf einem guten Boden von einem großen Werthe ſeyn kann. Benarbung des Sandbodens. „Nachtheile der⸗ 78 Befriedigungen. Einhaͤgungen. 5 Sie verhindern die Abtrocknung des Bodens, und verurſachen, daß man oft um ſo ſpäter zur Beſtellung kommen koͤnne. 3) Insbeſondere bewirken ſie eine hohe Anhaͤufung des Schnees, welcher ſich an ſolchen Stel⸗ len ſpaͤt verliert, und theils die fruͤhere Bearbeitung verhindert, theils aber auch die darunter ſte⸗ 1 hende Saat erſtickt. 4) Sie geben ein Saamen⸗ und Pflanzenbeet fuͤr das Unkraut ab, welches ſich unter ihnen nicht vertilgen laͤßt, und ſich dann durch Wurzeln und Saamen in dem Acker verbreitet. 5) Einen eben ſo nachtheiligen Aufenthalt gewaͤhren ſie den Inſekten, andern Thieren, und 4 insbeſondere den Sperlingen und Maͤuſen. 5) Sie ſind der Bearbeitung des Ackers im Wege, indem ſie dem Pfluge nicht geſate, ganz 8 auszugehn, ſondern viele Anwaͤnde veranlaſſen, die immer nachtheilig ſind. 7) Sie verſperren die Wege von einem Acker zum andern, und noͤthigen oft große Umweze zu machen, um auf eine andere, oft unmittelbar angraͤnzende Koppel zu kommen. 8) Wenn ſie mit Graͤben verſehen ſind, ſo hat man dieſe oft nicht ſo anlegen koͤnnen, daß ſi e gehoͤriges Gefaͤlle haben. Das Waſſer ſtaut alſo darin, und hat ſchaͤdlichen Einfluß auf den Acker. Hoͤchſt ſelten iſt es, daß man die Eintheilung der Koppeln ſo machen konnte, daß die Veftiediunos⸗ graͤben zugleich zu Abwaͤſerungsgraͤben dienten. §. 213. Dagegen ſagt man zum Vortheile der Einhaͤgungen, insbeſondere der lebendigen, folgendes: 1) Die allgemeine Erfahrung bezeugt die groͤßere Fruchtbarkeit eingehaͤgter Felder. Sie wird dadurch auf mannigfaltige Weiſe befoͤrdert. Einhaͤgungen erhalten die Waͤrme beſſer, indem ſie den Wind brechen, und die erwaͤrmte Luft uͤber der Oberflaͤche des Bodens halten. Bei der Gaͤrtnerei erkennet man den Vortheil einer durch Befriedigung gegen den Wind geſchuͤtzte Lage allgemein. Man weiß, daß daſelbſt die Fruͤchte auffallend ſchlechter ſtehen, wenn eine Befriedigung an einer Stelle Ihre Vortheile. ſchadhaft geworden. Die am Tage von der Sonne erwaͤrmte Luftſchicht ſchuͤtzt den Boden und die Fruͤchte gegen die Einwirkung der naͤchtlichen Kaͤlte. Ueberdem aber iſt dieſe untere Luftſchicht am reichſten an den fruchtbarſten Gaſen, die von dem Boden und von den Pflanzen eingeſogen werden, wenn der Wind ſie nicht verweht. 2) So ſehr die Einhaͤgungen das Gedeihen der Pflanzen hefördern, ſo haben ſie eine noch ged⸗ ßere Wirkung auf das Gedeihen des Viehes. Je mehreren Schutz das Vieh dadurch gegen den rau⸗ hen Wind erhaͤlt, deſto wohlbehaltener bleibt es bei derſelben Weide. Hier entſcheiden die Erfahrun⸗ gen der Englaͤnder, die ſogleich fuͤr eingehaͤgtes Weideland eine ungleich groͤßere Pacht bezahlen; ja eine ſo viel groͤßere, je kleiner die Koppeln und jemehr ſie durch viele Befriedigungen abgetheilt ſind. Eine Koppel von funfzig Aeckern in fuͤnf Abtheilungen, behaupten einige, machen ſo viel Vieh fett, wie eine Koppel von ſechzig Aeckern in einer Abtheilung. 6 3) Die Erhaltung der Feuchtigkeit durch die Einhaͤgungen iſt mehr nüͤtzlich als ſchaͤdlich. Em hoher trockener Boden gewinnt dadurch ungemein, und deshalb kann ſandiger Boden einen betraͤcht⸗ lich hoͤheren Werth erhalten, wenn man es dahin bringt ,daß er mit guten, lebendigen Hecken durch⸗ ſchnitten und abgetheilt iſt. 4) Der Raum, den ſie wegnehmen, macht ſich durch die Benutzung des Waſenhalzes, insbe⸗ ſondere in holzarmen Gegenden reichlich bezahlt. Je fruchtbarer der Boden, deſto reicher iſt auch der Holzwuchs in dieſen Hecken, und deſto weniger eigentlichen Forſtgrund giebt es; ſo daß man ohhne ſie Mangel an Jeuerung leiden wuͤrde. R üörig bii Sugfalt Nan kan 1) Dem güſe nachthe ſn trocknen C und zwar um Wmten geringer, de Rachtheil ) W erden W. Fureefeldern, erleichtern, un rcctti, wenn benutzt; dan heranwachſer deſſen hierzu Die ſich aus eber Getreidebar Die Alei ter werden; Die t 1) MN in Ueberftuf Mit und Garten Dags und Raſen reite und ten der M der Mauer Mitte und und fache alsdann mit darauf forte Nauer dad Voch abhal däft mi 2 ich an ſache e c die weune t Me ich una irn t. ndern dn g) icht gſua eft geiß ndeg, gen koma, din infuß aw t ij die Veinahne⸗ digen, fägeth rFelder am beſſer, mi Bei dröine age algemen n igung an eimde t den Bode me untere kufiſha n eingeſogen ne ben ſi ine nir durch gegen R hedden di Eiſhe e Pact eahe fehi ungen aboth zen ſo di NM 1 9 6 as h 5 Boden eine ni näigen Htabh haate 5 ges a Befenſeſc,n f GR d riiheiſc zſo daß uu Einhaͤgungen. 79 Die uͤbrigen Nachtheile, welche man davon anfuͤhrt, ſind unbedeutend, und koͤnnen durch ge⸗ hoͤrige Sorgfalt, die man auf die Reinhaltung der Hecken verwendet, gehoben werden. Befriedigungen. §. 114. Man kann aus dieſen widerſprechenden Meinungen folgende Reſultate ziehen: 1) Dem feuchten Ackerboden koͤnnen vervielfaͤltigte Einhaͤgungen durch zu lange Erhaltung der Naͤſſe nachtheilig werden, und hier ſollten ſich alle Befriedigungen nur auf Graͤben beſchraͤnken. Al⸗ len trocknen Gegenden und dem loſern ſandigen Boden ſind aber Befriedigungen ſehr vortheilhaft, und zwar um ſo mehr, je haͤufiger er damit durchſchnitten iſt. Hier uͤberwiegt ihr Nutzen bei weitem die Nachtheile, welche ſie in einigen Ruͤckſichten haben koͤnnten. 2) Wenn das Land beſtaͤndig unter dem Pfluge gehalten und jaͤhrlich beſtellt wird, iſt ihr Nu⸗ tzen geringer, und kann durch den Aufenthalt, den ſie bei der Beſtellung veranlaſſen, uͤberwogen werden. Futterfeldern, ſo uͤberwiegt der Nutzen der Einhaͤgungen, indem ſie die Huͤtung des Viehes ſo ſehr erleichtern, und ihm allerdings einen hoͤchſt wohlthaͤtigen Schutz geben. Deshalb iſt das Verfahren ſehr richtig, wenn man die Hecken in dem Vorbereitungsjahre zur Getreideſaat niederhauet, und als Holz benutzt; dann aber waͤhrend der Zeit, daß der Acker unter dem Pfluge ſteht, ſie allmaͤhlig ſo weit heranwachſen laͤßt, daß ſie in dem erſten Weidejahre ihre Hoͤhe wieder erlangt haben. Es gehoͤrt in⸗ deſſen hierzu eine laͤngere, mehrentheils zehn bis zwoͤlfjaͤhrige Rotation. Die Verſchiedenheit der Meinungen, ob man groͤßere oder kleinere Koppeln machen ſolle, wird ſich aus eben den Ruͤckſichten entſcheiden laſſen. Groͤßere naͤmlich auf feuchtern oder hauptſaͤchlich dem Getreidebau gewidmeten Feldern; kleinere auf trocknem oder zur Viehweide beſtimmten Boden. §. 215. Die Arten der Befriedigungen unterſcheiden ſich hauptſaͤchlich in todte und lebendige. Alle todte Befriedigungen ſtehen darin den lebendigen nach, daß ſie mit der Zeit immer ſchlech⸗ ter werden; wogegen ſich dieſe bei einiger Aufmerkſamkeit immer verbeſſern. §. 216. Die todten Befriedigungen ſind: Wird der Acker dagegen wechſelsweiſe zur Viehweide niedergelegt, oder zu mehrjaͤhrigen Reſultate der Meinungen. Arten der Ze⸗ friedigungen. 1) Mauern. Sie koͤnnen natuͤrlich nur da verfertigt werden, wo man dazu ſchickliche Steine Mauern. im Ueberfluß hat. Mit Moͤrtel aufgefuͤhrt ſindet man ſie wohl nur ſelten um Ackerfelder, ſondern nur um Hoͤfe und Gaͤrten.. Dagegen kommen Mauern von Feldſteinen, ſogenannte trockene Steinmauern, die mit Moos und Raſen verbunden ſind, haͤuſig vor. Wenn ſie haltbar ſeyn ſollen, ſo werden zum Theil dazu breite und flache Steine erfordert, die gut aufeinander gelegt werden koͤnnen, und die aͤußern Sei⸗ ten der Mauer ausmachen muͤſſen. Hat man zugleich einige lange Steine, welche durch die Dicke der Mauer ganz durchgreifen, ſo bekommt ſie eine deſto groͤßere Haltbarkeit. Zum Ausfuͤllen der Mitte und der Zwiſchenraͤume kann man ſich der runderen Steine bedienen. Hat man wenig breite und flache Steine, ſo duͤrfen die Mauern wenigſtens nicht hoch gemacht werden. Man belegt ſie alsdann mit Raſen, und bepflanzt dieſen mit Stachelbeer⸗ oder Brombeer⸗Stauden, die recht gut darauf fortkommen, ihre Wurzeln in die mit Erde ausgefuͤllten Zwiſchenraͤume hineinſchlagen, die Mauer dadurch ſelbſt befeſtigen, beſonders aber die Befriedigung erhoͤhen, und Menſchen und Vieh abhalten⸗ 80 Befriedigungen. Einhaͤgungen. F. 217. 8 Steinwaͤlle. Oder man verfertigt aus den Steinen nur Waͤlle, welche unten breit, oben ſchmal, mehrentheils in einer Rundung zulaufen. Die Steine werden hier ebenfalls mit Erde und Raſen ausgefuͤllt, oden mit Raſen belegt und mit paſſenden Gewaͤchſen bepflanzt. Ein Hauptvorzug dieſer Steinmauern und Daͤmme iſt der, daß ſie wenig Platz wegnehmen, und die Beackerung bis an ihren Fuß erlauben. Wenn ſie gleich nicht ewig halten, ſo iſt dennoch ihre Ausbeſſerung und Wiederherſtellung, wenn das Material einmal auf der Stelle liegt, ſehr leicht. Wo man alſo zur Reinigung der Felder die Steine ohnehin ausgraben und wegſchaffen muß, oder ſie nicht weit herbeizufuͤhren braucht, iſt ihre Anlage ſehr zu empfehlen. 8 Zuweilen ſetzt man nur eine Reihe von einfachen Steinen an dem Wege vor den Feldern her, um das Ueberfahren zu verhindern, und eine vielleicht dahinter ſtehende Hecke zu ſchuͤtzen; auch bei 1 naſſen Wegen den Fußgaͤngern einen Steig zu bilden, damit ſie nicht auf die Saat uͤbertreten. 3 §. 218. Die Lehm⸗ oder Wellerwaͤnde, welche man in⸗ einigen Gegenden antrifft, jedoch mehr zur Be⸗ friedigung der Hoͤfe und Gaͤrten, als der Ackerfelder, ſind von kurzer Dauer, und muͤſſen oft neu errichtet werden. Zu Zeiten unternimmt man dieſe neue Errichtung gern, indem der in ſolchen Mauern der Atmoſphaͤre ausgeſetzte Lehm eine auffallend duͤngende Kraft erhaͤlt, wenn er auf den Acker ge⸗ fahren wird. Vorzuͤglich iſt dies der Fall, wenn dieſe Mauern im Dorfe und um Miſthoͤfen ſtan⸗ den, wo ſie die ausduͤnſtenden Stoffe einziehen. Es muß jedoch der Lehm in der Naͤhe gegraben werden koͤnnen, indem eine entferntere Herbeifuͤhrung die Sache, der kurzeu Dauer wegen, zu koſt⸗ bar machen wuͤrde.—. Lehmwaͤnde. §. 219. 8 2) Todte Befriedigungen von Holz. Dieſe beſtehen zum Theil aus Pfahl⸗ und Gatterwerk von mancherlei Art. Bloße aufgeſtellte Holzſcheiten, die durch ein Querholz mittelſt der Durchlaſſung oder mittelſt eiſerner Naͤgel oder durch Flechtwerk verbunden ſind, machen unter allen die groͤßte Verſchwendung von Holz, und ſind von kurzer Dauer. Eingegrabene Pfoſten, durch deren einge⸗ ſtemmte Loͤcher, Stangen, ſogenannte Ricke, oder auch Latten durchgelaſſen ſind, geben Schutz fuͤr groͤßere, aber nicht fuͤr kleinere Thiere; es ſey denn, daß man die Querhoͤtzer ſehr vervielfaͤltigte und . nahe zuſammenbraͤchte. Hierdurch werden aber die aufrecht ſtehenden Pfaͤhle wegen der vielen Durch⸗ laſſungen ſehr geſchwaͤcht. Deshalb ſetzt man auch wohl zwei Pfaͤhle neben einander, und verbindet ſie mit Pfloͤcken, worauf die Stangen ruhen.. Der kuͤnſtlicheren Arten von Lattwerk und Gegitter erwaͤhne ich hier nicht, indem ſie ihrer Koſt⸗ barkeit wegen nur zur Befriedigung der Gaͤrten anwendbar ſind; noch weniger der eigentlichen von Dielen zuſammengeſetzten Planken.— Oder ſie beſtehen aus Flechtwerken. Wo man Reiſer und junge Lohden in Ueberfluß haben kann, giebt dieſes Flechtwerk eine gute und ziemlich haltbare Befriedigung ab, zumal wenn man die Pfaͤhle aus ſolchem Holze macht, welches Wurzel ſchlaͤgt, und eine Weile zu vegetiren fortfaͤhrt. Dies Flechtwerk wird uͤbrigens auf mannigfaltige Weiſe gemacht. Dieſe Holzverzaͤunungen, welche man in manchen Gegenden Deutſchlands noch haͤufig findet, werden und muͤſſen bald aufhoͤren, indem der Mangel des Holzes, oder wenigſtens die groͤßere Spar⸗ ſamkeit, womit man es behandelt, dieſe Verſchwendung deſſelben nicht laͤnger dulden wird. In den Doͤrfern, wo man ſie am haͤufigſten antrifft, haben ſie obendrein den großen Nachtheil, daß ſie ein . entſtan⸗ Verzaͤunungen von Holz. atitrdets Fen umnuihred )) Erdwe In der R inſhen, und oen am duſ Die dau ſer ſandigen? derlichen Raſen her beraſet ſey meiſten fuden wo deshab die weniger verabe Sie neh nit Inegriff Graben in d Grund des; Seiten abge 4 bis 5 duß ungefaͤhr ei wird abgeſe Reihe Sod weiter als den Reihen geſtochenen Raſen ange auf dieſelbe ſo wie auch ſes richtig be die Hand z vnd an den 31 Fuß hoe alſo bid an Bei Auſſenſeit ſo ſchraͤg her eben g ſ, daß ſie mit ausgeg horizontale Nan Höͤhe von Diitter chmul, wehnte ſen ausgefil, ng Plat adeſ alten, ſeſſ den eelle leg in ſchafena tes jvor dn h iu ſhizer un zaat ühernan. t, jedoch wiex r, und niſa tn der in ſachnl un er auf wen nd un Miciin in der Jiſear Dauer wegn, hl⸗und bitne itteſt derdut⸗ unter aln ks ten, durt dne ſind, gehen et ſehr revitüt wegen der rühle nander, uiie t, inden ſeit ger der dguütn den in börtit zuna vin m” geetirm fwit.2 Befriedigungen. Einhaͤgungen. 81 entſtandenes Feuer mit unglaublicher Schnelligkeit von einem Gehoͤfte zum andern fortleiten, und wenn man ihre Niederreißung verabſaͤumt, ein ganzes Dorf ſchnell in Flammen ſetzen. H. 220. 3) Erdwaͤlle. In der Regel ſind dieſe mit Graͤben auf beiden Seiten, waraus die Erde genommen worden, verſehen, und werden dann oft mit Hecken verſchiedener Art auf ihrem Gipfel, oder auf trocknerem Boden am Fuße des Walles und an der Kante des Grabens bepflanzt. Erdwaͤlle, Die dauerhafteſte Art derſelben iſt die, welche von Raſen aufgeſetzt werden, und in einem lo⸗ ſern ſandigen Boden finden andere kaum ſtatt. Da es aber nicht ausfuͤhrbar ſeyn wuͤrde, den erfor⸗ derlichen Raſen anderswoher herbeizuſchaffen, ſo muß das Land, wo ſie aufgeſetzt werden ſollen, vor⸗ her beraſet ſeyn, und eine Reihe von Jahren zur Erzeugung dieſer Grasnarbe geruhet haben. Am meiſten finden ſie deshalb ſtatt, wo altes Weideland urbar gemacht und befriedigt werden ſoll, und wo deshalb die Errichtung ſolcher Erdwaͤlle, wenigſtens zur Befriedigung jedes Eigenthums, um ſo weniger verabſaͤumt werden muͤßte. Sie nehmen freilich einen betraͤchtlichen Raum weg, indem zur Errichtung eines ſolchen Walles mit Inbegriff der Graͤben eine Breite von 16 bis 18 Fußen erforderlich iſt. Jedoch kann der innere Graben in der Folge eingehen. 4 Das Weſentliche ihrer Verfertigung beſteht in Folgendem: Es wird die Linie, welche den Grund des Walles, der gewoͤhnlich 8 Fuß betraͤgt, ausmachen ſoll, nach der Schnur auf beiden Seiten abgeſtochen, und ſo auch die Linie der beiden Graͤben, deren obere Weite auf jeder Seite 4 bis 5 Fuß betraͤgt. ungefaͤhr einem Quadratfuß aus, in der Dicke ſeiner Grasnarbe. Die loſe daran befindliche Erde wird abgeſchuͤttelt. Am Rande der Walfflaͤche laͤßt man aber ½ Fuß ſtehen. Nun legt man eine Reihe Soden mit der Grasſeite zu unterſt gekehrt in gerader Linie dicht neben einander— um etwas Man ſticht nun aus dem Grunde des Walles zuerſt den Raſen in Soden von weiter als den Grund des Walles zuruͤck— auf beiden Seiten an. Den Zwiſchenraum zwiſchen bei⸗ den Reihen fuͤllt man mit der aus dem Grabenraum, nach geſchehener Abbringung der Soden, aus⸗ geſtochenen Erde, bis zu gleicher Hoͤhe mit dem Raſen aus. Hierauf wird die zweite Reihe von Raſen angelegt, und zwar ſo, daß jedes Stuͤck Raſen die Fuge der beiden vorhergehenden bedecke, auf dieſelbe Weiſe, wie man Ziegel zu ſetzen pflegt. Dieſe Reihe wird aber etwas mehr eingezogen, ſo wie auch die folgenden, damit der Wall eine gehoͤrige Abdachung erhalte. Damit die Arbeiter die⸗ ſes richtig beobachten, iſt es rathſam, ihnen aus Leiſten oder Latten zuſammengeſetzte Schablonen in die Hand zu geben, welche die Form des Walles beſtimmen, in einiger Entfernung aufgeſtellet werden, und an denen eine Richtſchnur angelegt werden kann. Soll der Wall etwa, von ſeiner Baſis an, 34 Fuß hoch werden, ſo kann man fuͤr die obere Flaͤche 3 Fuß annehmen, und die Abdachung laͤuft alſo bis auf den hervorſtehenden Fuß des Walles, alſo von 3 zu 8 Fuß ab. Bei der Legung der Raſen muß darauf geſehen werden, daß man diejenige Seite deſſelben zur Auſſenſeite waͤhle, welche am ebenſten abgeſtochen worden. Es iſt auch gut, wenn die eine Seite gleich ſo ſchraͤg abgeſtochen wird, als zu der erwaͤhnten Abdachung erforderlich iſt; ſonſt muß der Wall nach⸗ her eben geſchnitten werden. Jede Reihe von Raſen wird nun auf der unteren feſt geſtampft, jedoch ſo, daß ſie nicht zerquetſchet werden. Der Zwiſchenraum zwiſchen beiden Reihen wird bei jeder Lage mit ausgegrabener Erde jedesmal ausgefuͤllt, ſo daß es, wenn ſie feſt geſtampft worden, eine ebene horizontale Flaͤche bildet.—. Man faͤngt dieſe Arbeit gewoͤhnlich im Herbſte an, und laͤßt dann den Wall, wenn er etwa die Hoͤhe von 13½ bis 2 Fuß erreicht hat, den Winter uͤber ſtehen, damit ſich der Grund erſt voͤllig ſacke. Dritter Theil. 4 L X 4 8² Befriedigungen. Einhaͤgungen. Das Uebrige wird dann im Fruͤhjahr vollfuͤhrt, jedoch ſo fruͤh als moͤglich und ehe die duͤrre Jahres⸗ zeit eintritt, damit der Raſen noch vor derſelben verwachſen koͤnne. Die ausgeſtochenen Soden kann Erde, mit der Grasſeite nach oben gekehrt. Reicht der Raſen aus der Wall⸗ und Grabenflaͤche zur Auffuͤhrung des Dammes nicht zu— denn dies laͤßt ſich, da er von verſchiedener Dicke iſt, nicht genau beſtimmen— ſo muß man freilich mit dem Abſtechen deſſelben weiter ins Land gehen oder ihn herbeifuͤhren, welches auch in dem Falle noͤthig ſeyn wird, wenn man an duͤrre Stellen kommt, wo kein Raſen gewachſen iſt. Wird den Graͤ⸗ ben auf beiden Seiten die gehoͤrige Abdachung gegeben, ſo reicht die ausgeſtochene Erde zur Auffuͤh⸗ rung des Walles gerade zu.. nicht, ſondern man kann einen aufgeworfenen Erdwall nur auf der Oberflaͤche mit Raſen belegen. ſeyn pflegt, leicht faulen und broͤcklich werden wuͤrde, wenn man ihn uͤber einander auflegte. Weil in dieſem Falle der Raſen, den man aus der Grabenflaͤche ausſticht, zur Belegung mehrentheils zu⸗ reicht, ſo braucht man den von dem Grunde des Walles nicht abzuſtechen, ſondern kann die Erde aus den Graͤben gleich aufwerfen, und daraus den Wall mit gehoͤriger Abdachung bilden. Die Ra⸗ ſen, womit er belegt werden ſoll, muͤſſen dann aber vorſichtig, und zumal, wenn ſie dick ſind, ſo ſchraͤg abgeſtochen werden, daß ſie, um die ſchraͤge Flaͤche zu bilden, genau aneinander paſſen, und die obere Sote mit ihrer untern Kante unter die darunter liegende Sode untergreife. Man faͤngt mit einzelnen Raſenſtuͤcken eine gleiche Breite haben muß. Daruͤber wird die zweite Reihe geſetzt, und zwar die einzelnen Stuͤcke im Verbande mit den Stuͤcken der untern Reihe und moͤglichſt genau ein⸗ gefugt; dann die dritte Reihe und ſofort bis zum Gipfel des Walles. Die Erde wird unter die Ra⸗ ſen gehoͤrig untergeſtopft, ſo daß eine voͤllig ebene Flaͤche gebildet werde, und durchaus keine Hoͤcker — oder Vertiefungen entſtehn. Seiten bepflanzt, wovon ſogleich die Rede ſeyn wird. Die Befriedigung endlich mit bloßen Graͤben iſt in feuchten Gegenden vorzuziehen. Von der An⸗ lage der Graͤben aber werden wir bei der Lehre von der Abwaͤſſerung ausfuͤhrlicher reden. 1—— §. 221. Die lebendigen Befriedigungen oder die gruͤnen Hecken werden auf Erdwaͤllen ſowohl, als auf ebenen Boden nach mancherlei Weiſe und von verſchiedenen Pflanzen angelegt. Man macht ſie von einer Pflanzenart oder mengt mehrere dazu taugliche Arten untereinander. Unter den Pflanzen, die gewoͤhnlich dazu genommen werden, ſind folgende in unſerm Klima die gebraͤuchlichſten und zweckmaͤßigſten:— 5 Crataegus oxyacantha— der Weißdorn, Hagedorn oder Mehldorn. Prunus spinosa— der Schwarzdorn.. Rosa canina— die Hahnebutte.. Corylus avellana— die Haſſel.— Sambucus nigra— der Holunder. Carpinus betulus— die Hainbuͤche, Hagebuͤche. Ribes grossularia— die Stachelbeere. Betula alba— die Birke.— 3 Lebendige Be⸗ friedigungen. der Belegung natuͤrlich unten an, und ſetzt zuerſt die untere Reihe, die ſowohl im Ganzen als in den Dieſe Erdwaͤlle werden ſodann mit Hecken, mehrentheils auf dem Gipfel, zuweilen auch an den Wo der Boden ſehr lehmig und bindend iſt, bedarf es der Aufſetzung des Dammes von Raſen Ja an feuchten Stellen hat dieſes ſogar Vorzuͤge, indem der Raſen, der daſelbſt dick und mooſigt zu — 7 man ſicher den Winter uͤber liegen laſſen, aber nicht uͤbereinandergehaͤuft, ſondern auf der flachen Urnss cdmp dlr- me Wohimi pse lnige Gi aber in Den B rähet alein Erfahtungen chädlich wer Man m geen ſind. I deſen Fortkon und auf wohl den ict zuſe andern zu ver Anter Er giebt get chert mit ſ Auch berbre man ihn w Er beherde nig Unkrar weder auf Mas theils habe in den Holz allen Arten ſamer, die len anzuzieh man aber d eraeen„ Dde de den Beer aber man warm, b Nkelfleiſc un im Fr cen didde, Saameni fen Flache wieder da he die dime din tochenen te 8 dern auſ n th ſ min i 8 es aud i m Damn nttä. hene di rü 8 Dama w he mi Ra en bſt dc uhmig ander mign. N egung mehrnthe, ſondern fan wi zung hden A wenn ſee di meinander fſ, reife. Muſour bim Gamaäte eite Rehhe gig, d nglicſt zmun de wird mad durchaus Kin „ zuweile ae zvuziehen. Jadet zer reden. ällen ſöwiſl, 3 Man nutt ir de in inem ſin rn. Befriedigungen. Einhaͤgungen. 83 Ulmus campestris— die Ulme, Ruͤſter. Salix— mehrere Arten von Weiden. Robinia pseudacacia— die Akazie. Einige Ginſterarten— Genista— und das Liguſtrum— Ligustrum vulgare— welche aber in unſerm Klima leicht abfrieren, obwohl ſie wieder ausſchlagen. Den Berberitzen⸗Strauch, Berberis vulgaris, den man vormahls haͤufig zu Hecken, ent⸗ weder allein oder vermengt empfohlen hatte, verwirft man jetzt gaͤnzlich, da es durch unlaͤngbare Erfahrungen ausgemacht iſt, daß er dem Getreide bis zu einer Entfernung von funfzig Schritt hoͤchſt ſchaͤdlich werde. Man muß unter dieſen Pflanzenarten diejenigen auswaͤhlen, welche dem Boden am angemeſſen⸗ ſten ſind. Was auf dem Boden wild waͤchſt, iſt ohne Zweifel am meiſten fuͤr ihn geeignet, und auf deſſen Fortkommen kann man am ſicherſten rechnen. und auf wohl vorbereitetem Grunde oft auch Strauchgewaͤchſe fortbringen, denen der natuͤrliche Bo⸗ den nicht zuſagt. Wo man aber zweifelhaft daruͤber iſt, wird es doch immer rathſam ſeyn, ſie mit andern zu verbinden, die ihren Platz ausfuͤllen koͤnnen, wenn jene nicht fortkaͤmen. §. 222. Unter allen zu Hecken geeigneten Pflanzen iſ der Weißdorn ohne Zweifel die vorzuͤglichſte. Er giebt gehoͤrig angezogen, die allerundurchdringlichſte Bewaͤhrung, haͤlt ſich dicht geſchloſſen, wu⸗ chert mit ſeiner Wurzel nicht ins Land, und unterdruͤckt die Fruͤchte in ſeiner Nachbarſchaft nicht. Auch verbreitet er ſeine Zweige nicht uͤbermaͤßig, und laͤßt ſich leicht in Schranken erhalten, ſo daß man ihn nur wenig und ſelten zu beſchneiden braucht. Alle Thiere ſcheuen ihn ſeiner Dornen wegen. Er beherbergt keine Vogel und Ungeziefer; auch leidet er, wenn er einmal in Schuß gekommen, we⸗ nig Unkraut unter ſich. Allein er erfordert einen guten Lehmboden oder Gartenerde, und kommt weder auf zu duͤrrem noch auf zu naſſem Boden fort. Man findet ihn zuweilen haͤufig wild in Laubhoͤlzern wachſend. Aber theils iſt dieſes ſelten, theils haben die durch Kunſt im Freien angezogenen Pflaͤnzlinge einen großen Vorzug vor denen, die in den Holzungen wild und in dem Schatten der Baͤume aufgewachſen ſind. Dies iſt uͤberhaupt mit allen Arten von Straͤuchern, deren man ſich zu Hecken bedient, der Fall. Daher iſt es allemal rath⸗ ſamer, die ſaͤmmtlichen Heckenpflanzen, vornaͤmlich aber dieſen Weißdorn, in beſonderen Pflanzſchu⸗ len anzuziehen. Es werden dazu zwar allerdings mehrere jahrelange Vorbereitungen erfordert. Wenn man aber die Zeit daran wenden kann, ſo werden in den meiſten Faͤllen die beſſern in Pflanzſchulen erzogenen Pflaͤnzlinge weniger koſten, als die wilden in Holzungen gerahdeten. Die Erziehung des Weißdorns iſt am umſtaͤndlichſten, lohnt dann aber auch der Muͤhe. Der in rothen Beeren eingeſchloſſene Saamen wird im Herbſte geſammelt. Man legt ihn mit den Beeren entweder ſogleich in Rillen auf einen guten muͤrben, jedoch nicht zu fetten Boden; oder aber man mengt ihn mit guter Erde in Toͤpfen, haͤlt dieſe den Winter uͤber maͤßig feucht und warm, befeuchtet, was von vorzuͤglicher Wirkung ſeyn ſoll, die Erde zuweilen mit der Soole von Poͤkelfleiſch. Hierdurch bewirkt man zuweilen, daß der Saamen, wenn die ſo behandelten Beeren nun im Fruͤhjahre in die Erde gelegt werden, ſchon in demſelben Jahre hervorbreche und das Pflaͤnz⸗ chen bilde, welches ſonſt immer erſt im zweiten, manchmal ſogar im dritten Jahre geſchieht. Um den Saamen in der Erde gegen Maͤuſe und Ungeziefer zu ſichern, bedeckt man ihn in den Rillen mit ſchar⸗ fen Flachswerg, ſtreuet auch wohl Glasſcherben u. dgl. dazwiſchen, und ſtreicht dann erſt die Erde wieder daruͤber her. Das Saamenbeet muß von Unkraut rein Pehulten werden, welches dadurch 2 Jedoch kann man durch ſorgfaͤltige Behandlung Weißdorn⸗ hecken. 84 b Befriedigungen. Einhaͤgungen. ſehr erleichtert wird, daß m man die Reihen bezeichnet, um zwiſchen denſelben mit der Schaufel ſicer durchfahren zu koͤnnen. Im zweiten Jahre nach dem Auflaufen werden die Pflaͤnzlinge in die Schule verſetzt. Man nimmt ihnen die Pfahlwurzeln ſowohl, als die zu weit auslaufenden Seiremvuuzeln„ damit ſie um ſo mehrere Wurzelbuͤſchel zunaͤchſt am Stamme bilden. Man ſetzt ſie in die genugſam von einander entfernten Reihen dicht aneimander. Je oͤfter dieſe Reihen bearbeitet werden, um deſto beſſer gedeihen die Pflaͤnzlinge. Dies geſchiehet im Garten ge⸗ woͤhnlich mit dem Spaten oder der Hacke, aber bei großen Pflanzungen dieſer Art im freien Felde auch mit dem Pfluge und der Pferdehacke. Im erſten Jahre iſt es rathſam, mit der geraden Seite des Pfluges ſo dicht wie moͤglich an den Pflanzenreihen herzuziehen, oder mit dem Grabſcheit herzu⸗ ſitechen, um ihnen die auszulaufenden Wurzeln abzuſchneiden. Im zweiten Jahre aber bleibt man entfernter. Starkes Anhaͤufen der Erde an den Pflanzen iſt jedoch nicht rathſam. Sie muͤſſen drei auch wohl vier Jahre in dieſer Pflanzſchule ſtehen, eher ſie hinreichende Staͤrke erlangt haben. Man hat gewoͤhnlich empfohlen, zu dieſen Pflanzſchulen nur magern Boden zu nehmen, um die Pflaͤnzlinge nicht zu verwoͤhnen. Andere aber ſind entgegengeſetzter Meinung, und halten die auf reichem Boden uͤppiger gewordenen Pflaͤnzlinge fuͤr vorzuͤglicher. Wenn ſie dann an ihrem Ort verpflanzt werden ſollen, ſo muß dieſer gut vorbereitet ſeyn. Sol⸗. len ſie auf einem nach der vorgeſchriebenen Art bereiteten Erdwall geſetzt werden, ſo kann dieſes ſo⸗ gleich bei der Vollendung deſſelben geſchehen, in welchem Falle man dann die Vorſicht gebraucht, die beſſere unter dem Raſen liegende oder von demſelben abgeſchuͤttete Erde zuruͤckzulegen, und ſolche auf dem Gipfel des Walles den Pflanzenwurzeln zunaͤchſt zu bringen. Wenn ſie aber in der flachen Erde eingepflanzt werden ſollen, ſo iſt es am beſten, einen Strich von etwa 6 Fuß Breite auf 2 Fuß Tiefe zu rajolen. Wo dieſe Arbeit im Großen zu koſtſpielig waͤre, iſt es zureichend, eine ſolche Breite den Sommer vorher mit dem Pfluge haͤuſig, zum erſtenmale bis zur moͤglichſten Tiefe zu bearbeiten, um die vollkommenſte Lockerung und Reinigung vom Un⸗ kraut zu bewirken. Vor Winter oͤffnet man dann die Furche, in welcher die Pflaͤnzlinge eingelegt werden ſollen, mehrentheils eines Fußes tief, damit die Erde den Winter hindurch noch voͤllig ausgeluftet werde. Die Pflanzung geſchiehet am beſten im Fruͤhjahre, ſo fruͤh als moͤglich, wenn gleich ein nachkommen⸗ der Froſt noch zu beſorgen waͤre. Man eilet mit der Einlegung der Pflanzen, nachdem ſie aus der Saamenſchule ausgenommen worden, moͤglichſt, beſchneidet ihnen nun die Wurzeln nicht, ſondern ſtutzt nur die obere Spitze der 3mweiae ab. Man waͤhlet Pflanzen von moͤglichſt gleicher Staͤrke aus, um ſie nebeneinander zu ſetzen. Die ſchwaͤcheren laͤßt man in der Saamenſchule ſtehen, oder ſetzt ſie an eine beſondere Stelle, wo man ſie beſſer verpflegen kann. Fehlerhaft iſt gewiß die von einigen angerathene Methode, wechſelsweiſe ſtarke und ſchwache Pflanzen in Verbindung zu bringen; denn letztere werden dann von erſteren voͤllig unterdruͤckt. Kann man etwas ſchwarze Gartenerde oder zergangenen Mengeduͤnger herbeiſchaffen, um die Furche zur unmittelbaren Bedeckung der Wurzeln damit auszufuͤllen, ſo iſt dies fuͤr die Pflanzen ſehr woohlthaͤtig. Ueber dieſe gute Erde aber tegt man gern etwas magere aus der Tiefe heraufgeholte todte Erde, damit das Unkraut, was in der ſchwarzen Erde liegt, unterdruͤckt werde. Die Pflanzen werden nun in der Reihe, 6 bis 12 Zoll von einander, eingeſetzt. Sind die Pflanzen ſtark und geſund, ſo iſt letzteres zureichend. Zuweilen pflanzt man auch, um eine ſtarke Bewaͤhrung zu haben, zwei Reihen, dieſe muͤſſen dann aber 2 Fuß auseinander ſtehen. Die meiſten ſetzen die Pflaͤnzlinge ſchraͤg und faſt liegend ein, ſo daß zwei und zwei ſich mit ihrer Spitze beruͤhren oder durchkreußen, in der Cewartung„ daß ſie in dieſer ſchraͤgen Deicheung fortwachſen, und ſo von isbct 1 nie emndi minnic e unſt nit ei Ma bef ondweiden ve gitten oder k almaͤhäg don ſcraͤnkt durc Um die ſie ein Jahr aus dem unten wachſen laſſen u ſehrin die Selbſt das A wiederholt w Es enrſtehen kommen dad dberer Theil Stamm ſein alſo nur die Dieſes muf gerade Ma mehr die dieſe Form iſt es genu wenn man ſolche Weſß Hoͤhe giebt Hecke iſt vo beſten Stal Diee aufgezogen großer R Man laͤßt erhaͤlt, n häͤufiger; die Stelle, w leicht fort, vom Unkro Schule taſst. g. rzeln, unt ſem ander. Nünd ſchiehet ngen ſer Art in mit der gani dem Grahſtin 3. hr. 6103 Jahre aber hen an. Se niße e erlangt haben den zu nhnen, u ag, und hakmſ vordereitet en. den, ſo kan d Vorſicht görun kzulegen, wäbhn ꝛm beſten, äner hien zu koſtizee waͤufig, zun tien nd Reinigunz ut eingelegt vein lig ausgeuite gleich en ucier 1, nachden ſea Wurzeln iih, in iſt glecher Eit le ſtehen, oe ti gewif d t e dung u brnne r ſelen. N f iheet Ehie„ twachſen, mit Befriedigungen. Einhaͤgungen. 85 ſelbſt ein Geflechte bilden werden. Dies aber geſchiehet nicht, ſondern ihre Schuͤſſe wachſen um ſo mehr perpendikulaͤr in die Hoͤhe; die Staͤmme reiben ſich aneinander und leiden dadnrch Schaden, weswegen ich eine gerade Pflanzung immer vortheilhafter gefunden habe. Nur die Seitenſchuͤſſe koͤn⸗ nen ſich mit einander verbinden. G Man befoͤrdert dieſes ſehr, wenn man die Schuͤſſe mit einander durchflicht und mit Baſt oder Bindweiden verbindet. Aber dieſe Arbeit iſt muͤhſam, und wird deshalb wohl nur bei Hecken um Gaͤrten oder kleine Felder angewandt; und man kann ihrer uͤberhoben ſeyn, weil dieſes Durchflechten allmaͤhlig von ſelbſt erfolgt, wenn man die Hecke nur gut behandelt, und ſie nicht gar zu ſchmal be⸗ ſchraͤnkt durch uͤbermaͤßiges Schneiden. Um die Hecke von unten recht dicht zu bekommen, iſt es vortheilhaft, die Pflaͤnzlinge, nachdem ſie ein Jahr geſtanden, einen oder zwei Zoll hoch uͤber der Erde abzuſchneiden. Sie treiben alsdann aus dem untern Theile des Stamms um ſo mehrere Rebenſchuͤſſe aus. Dann muß man ſie aber frei wachſen laſſen, und nicht zu ſehr nach Gaͤrtnermanier unter der Scheere halten. Es iſt genug, die zu ſehr in die Hoͤhe ſchießenden Spitzen abzuſtutzen, die Seitenzweige aber frei fortwachſen zu laſſen. Selbſt das Abſtutzen der aufwaͤrts wachſenden Hauptzweige darf nicht zu niedrig geſchehen und zu oft wiederholt werden, in der Abſicht, die Pflaͤnzlinge dadurch zu mehreren Seitentrieben zu zwingen. Es entſtehen ſonſt an der Stelle, wo man ſie abgeſtutzt hat, viele Austriebe, und die Pflanzen be⸗ kommen dadurch eine Art von Krone, wie man ſie den Obſtbaͤumen giebt. Hierdurch aber wird ihr oberer Theil zu belaubt und zu ſchwer fuͤr den Stamm, und dieſes dicke Laub bewirkt gerade, daß der Stamm ſeine untern Schoͤßlinge abwirft, und am Boden kahl wird. In den erſten Jahren geſchiehet alſo nur dieſes Abſtutzen maͤßig, an den Seiten aber gar nicht. Dann wird ein Beſchneiden noͤthig. Dieſes muß an den Seiten aber auch nicht nach der Art der Gartenhecken geſchehen, die eine voͤllig gerade Mauer bilden. Oder unten vielleicht noch duͤnner wie oben gehalten werden. Man muß viel⸗ mehr die Hecke unten breit und oben duͤnner zulaufen laſſen, wodurch man erreichen wird, daß ſie dieſe Form dann beibehaͤlt, und am Fuße am dickſten und undurchdringlichſten wird. In der Folge iſt es genug, wenn dieſes Beſchneiden nur alle fuͤnf bis ſechs Jahre einmal geſchiehet, ausgenommen wenn man es noͤthig faͤnde, ihr oben die zu geilen Ausſchuͤſſe etwas zu benehmen. Man kann eine ſolche Weißdornhecke 3 ½ Fuß hoch werden laſſen, wobei ſie genugſam dicht bleiben kann. In dieſer Hoͤhe giebt ſie eine hinreichend ſichere Bewaͤhrung, um ſo mehr, je breiter ſie unten iſt. Eine ſolche Hecke iſt von langer Ausdauer, und man weiß, daß einige uͤber hundert Jahre alt ſind, und ſich im beſten Stande befinden. §. 223. 1 Die Hecken von Schwarzdorn und Hahnebutten werden wohl ſelten durch kuͤnſtlich aufgezogene Pflanzen, ſondern mehrentheils von den wilden Ausſchoͤßlingen, die dieſe Pflanzen in großer Menge machen, angelegt. Man kann ſie ziemlich groß verpflanzen, und ſie gehen leicht an. Man laͤßt ſie dann wild wachſen, und die Schwierigkeit dabei iſt nur die, daß man ſie in Schranken erhaͤlt, weil ſie ihre Auslaͤufer maͤchtig verbreiten und damit in das Land einwuchern. Sie werden haͤufiger zu den gemengten Hecken als zu den gleichartigen gebrauc„ktht. §. 224. Die Hecken von Haſſeln werden gewoͤhnlich durch die unmittelbare Legung der Nuͤſſe auf der Saßeelhecken. Stelle, wo ſie ſtehen bleiben ſollen, angelegt. Auf friſch aufgeſetzten Erdwaͤllen kommen ſie ſehr leicht fort, weil der Boden hier wie rajolt, und durch die Raſen gegen das Austrocknen geſchuͤtzt auch vom Unkraute rein iſt. Auf ebenem Felde muß jedoch der Boden, wie bei den Weißdornhecken ge⸗ Hainbuchen: hecken. 7 Akazienhecken. Weidenhecken. 88 Befriedigungen. Einhäͤgungen. ſagt worden, durch Spaten oder Pflug vorbereitet werden. Man macht ſodann die Rinne, worin 8 Dies geſchiehet am beſten ſo fruͤh als möglich, damit die Erde ſich hindurch in trocknem Sande aufbewahrt. die Nuͤſſe gelegt werden ſollen. luͤfte. Im Herbſte nimmt man den in den Graben angehaͤuften Schlamm oder halb vermodertes Laub, und mengt es mit der aus der Rinne ausgeſtochenen Erde. Die Nuͤſſe muͤtzen vollkommen reif ausgewaͤhlt werden, und es iſt deshalb beſſer, wenn man ſol⸗ che nimmt, die im Spaͤtherbſte durch das Schuͤtteln von ſelbſt abfallen. Sie werden den Winter Im Fruͤhjahr— denn vor Winter iſt es der Maͤuſe we⸗ gen gefaͤhrlich— werden ſie in die Rinne 4 Zoll von einander in einer Reihe, oder wenn die Rinne breit genug gemacht worden, in zwei Reihen gelegt, und dann etwa mit 3 Zoll Erde bedeckt. Im Junius pflegen ſie hervorzukommen, und wachſen dann ſchon in dem einen Sommer einen Fuß hoch. Stehen die Pflanzen zu dicht, ſo kann eine um die andere verzogen, und dann dahin verſetzt werden, wo ſich etwa Luͤcken finden. Solche Haſſelhecken beduͤrfen dann nur in den erſten Jahren einiger Wartung, um ſie vom Un⸗ kraute zu befreien. Sie werden nachher alle neun oder zehn Jahre an der Erde abgehauen, geben eine betraͤchtliche Holznutzung, beſonders fuͤr die Boͤtticher, und treiben ſchnell wieder in die Hoͤhe. .§. 225. 3 Die Hainbuche wird vom wilden Aufwuchſe genommen, oder auch in der Saamenſchule er⸗ zogen. wenn ſie ſtrenge unter der Scheere gehalten wird. Außerdem aber wird ſie unten kahl und treibt in die Hoͤhe, und man kann ſich von derſelben zwar eine Verpfaͤhlung, wenn ſie in zwei Reihen in Verband gepflanzt worden, verſprechen, aber eigentlich keine Hecke. Ein Gleiches iſt mit der Ulme oder Ruͤſter der Fall, auch mit der Birke und dem Holunder, wenn man ſie nicht haͤufig niederhaut und friſch aus⸗ treiben laͤßt, oder ſie nach der in der Folge zu beſchreibenden Knickmethode behandelt. F. 226. Die Akazien ſcheinen ſich wegen ihren ſcharfen Stacheln und ſchnellen Wachsthums zu Ein⸗ haͤgungen ſehr zu ſchicken, und manche haben ſie dazu angeruͤhmt. Es iſt mir aber nicht gelungen, Denn da ſie gar zu uͤppige Schuͤſſe in einem Jahre treiben, die eine dichte Hecke davon zu ziehen. Gehen ſie aber in die Hoͤhe, ſo werden ſie ſogleich holzig werden, ſo ſind ſie kaum niederzuhalten. unten kahl. Es kann indeſſen ſeyn, daß ich nicht die rechte Methode, ſie zu behandeln, getroffen habe. In gemiſchten Hecken mag ſie ſich ihrer Stacheln wegen ſehr gut paſſen; allein auch bei dem Abhauen oder Niederbeugen die Arbeit ſehr beſchwerlich machen.„ §. 227. 3 Die Hecken von ſtachlichem Gin ſter, welche aus dem an der Stelle gelegten Saamen ſehr leicht aufwachſen, und eine ziemlich feſte Bewaͤhrung bilden, haben nur das Ueble, daß ſie in jedem ſtrengen Winter abfrieren. 4 Die Liguſtrumhecken geben eine zu ſchwache Bewaͤhrung. 3§. 228. Ddie Weiden geben zwar nicht leicht eine dichte Hecke, aber doch eine Art don Verzaͤunung, die zur Abhaltung des Viehes nutzbar ſeyn kann. Man bedient ſich ihrer ſehr nuͤtzlich, um den Rand eines angelegten Erdwalles gleich gegen den Andrang des Viehes zu ſchuͤtzen, und ſticht ſie zu dem Ende zwiſchen dem Fuße des Walles und dem Rande des Grabens, oder auch an den Seiten des erſtern, wenn man die Mitte deſſelben mit einer andern jungen Hecke verſehen will. Man nimmt dann zwei⸗ Sie war vormals zu ſteifen Gartenhecken ſehe beliebt, und bildet eine dichte gruͤne Mauer, ſirie dede nſch enuhn, und ſ rin ir kohd gla ſch gebil In trocken tin, vo man nihr angemeſe Zar vef aber häufiger, Weiſdorns, ge der Knickmet! Penn ſie bleibt eine kohd eine gute zun) ſchſ gerader? Man re⸗ liger Reinigun Erde, welche Wenn am Boden, mehr als die Seite nieder⸗ ungelegte, und erhaͤlt Insbe beſtehn, geb den geſchaffen abgegangen, Schuſſe nacht Nan g. miſcte decke wachſen lßt. benutzung de Ja hren, w nennt daſell daß dieſer? herkommt, der der and AMn den Zuſtande n de Ninn, n „danit Reten der hab nni eſſer, den rn de weden wnge iſt es deen 4 woder dein, oll Erdet 1 ommer ennra n dahn rigtaen rtung, um ſeten. eabgehenen gine er in dehih n der Sannni ine dichte gehh en kahl undd zwei Reihenän it der Uimeedi ederhaut udffid handel. en Wachätfunt nir aber iiie nem Jahe nin die Hähe, oran u behendel, g 49 n; alei uhh gelegten Sam 3 Uehle, daßſſ Befriedigungen. Einhaͤgungen. 87 jaͤhrige Weidenſchoͤßlinge, und ſchneidet ſie in Stuͤcke von 1 bis 1½ Fuß lang, ſticht ſolche 2 Fuß aus⸗ einander, und ſo, daß ſie nur 3 bis 4 Zoll aus der Erde hervorſtehen. Sie treiben dann gleich im erſten Jahre Lohden, die mit einander verbunden werden koͤnnen. So wie die Hecke in der Mitte des Walles ſich gebildet hat, werden ſie weggehauen. In trockenen Gegenden paßt ſich die gewoͤhnliche Bruchweide dazu am beſten. An feuchten Or⸗ ten, wo man ſich faſt allein mit dieſen Hecken behelfen muß, nimmt man die dem feuchten Boden mehr angemeſſenen Arten, und behandelt ſie nach der Knickmethode. §. 229. Zur Befriedigung der Ackerfelder, ſowohl auf ebenen Flaͤchen, als auf den Erdwaͤllen, werden iſcht⸗ aber haͤufiger gemiſchte Hecken genommen, aus allen obengedachten Arten, mit Ausnahme des Secken. Weißdorns, gemengt; auch wohl mit untermiſchten Eichen und Buchen. Man behandelt ſie nach der Knickmethode, welche in Folgendem beſtehet: Wenn ſie herangewachſen ſind, werden ſie einige Zoll uͤber der Erde verſtutzt, und alle 4 Fuß bleibt eine Lohde, in einer Hoͤhe von 3 bis 4 Fuß ſtehen, die zum Pfahl dienen ſoll. Fehlt daſelbſt eine gute zum Pfahl dienbare Lohde, ſo ſetzt man einen Weidenſetzling ein, und zwar beides in moͤg⸗ lichſt gerader Linie. Alle 12 Fuß aber laͤßt man einen Stamm ganz aufſchießen. Man reinigt dann die Graͤben, und wirft die Erde an die Hecke heran. Dies muß bei jedesma⸗ liger Reinigung des Grabens wohl beobachtet werden, und es iſt ſehr fehlerhaft, dieſe fruchtbare Erde, welche billig zur Duͤngung der Hecke dienen ſoll, nach außen zu werfen. Wenn die große Lohde nun herangewachſen iſt, ſo wird ſolche zweimal eingehauen, ein Mal dicht am Boden, und das zweite Mal einen Fuß hoͤher. Dieſes Einhauen geſchiehet ſo tief, daß wenig mehr als die Borke auf der einen Seite ſitzen bleibt. Der Baum wird dann nach der entgegengeſetzten Seite niedergebogen, und zwiſchen die ſtehen gebliebenen Pfähle geflochten oder angebunden. Dieſer umgelegte, noch fortvegetirende Baum giebt eine feſte Bewaͤhrung, das junge Holz waͤchſt dazwiſchen, und erhaͤlt an ihn eine Stuͤtze. Insbeſondere wird dieſe Methode bei Hecken, die groͤßtentheils aus Birken und etwa Haſſeln beſtehn, gebraucht, und ich habe geſehen, daß dadurch dichte Bewaͤhrungen auf ſehr ſandigem Bo⸗ den geſchaffen worden. Wo aber der Holzwuchs in beſſerem Boden uͤppig iſt, da iſt man von derſelhen abgegangen, weil der von dem umgelegten Stamme abtriefende Regen dem Emporkommen der jungen Schuͤſſe nachtheilig ſeyn, und das dichte Bewachſen der Hecke hindern ſoll. .§. 230. Man glaubt ſich hier beſſer dabei zu befinden, wenn man alle 10 bis 12 Jahr eine ſolche ge⸗ miſchte Hecke nahe uͤber den Boden geradezu weghaut, und ſie dann ohne alle Umſtaͤnde wieder auf⸗ wachſen laͤßt. Die Sache iſt nicht nur weniger muͤhſam, ſondern man hat auch eine groͤßere Holzbe⸗ benutzung davon, und ſie paßt ſich bei der Koppelwirthſchaft um ſo beſſer, da man der Hecken in den Jahren, wo das Land unter dem Pfluge ſteht, nicht bedarf, und ſie gern ganz wegſchafft. Man nennt daſelbſt dieſe abzuholzenden, auf einem Erdwall angelegten Hecken Knicke. Ich vermuthe, daß dieſer Ausdruck von der urſpruͤnglichen Methode des Einknickens(Einbrechens und Umbiegens) herkommt, daß man aber dieſen Ausdruck beibehalten habe, nachdem man jene Methode aus einer oder der andern Urſache abſchaffte. §. 231. Will man eine Hecke auf ebener Erde ohne Wall und Graben anlegen, ſo muß ſie in ihrem jun⸗ gen Zuſtande nothwendig gegen die Beſchaͤdigungen des Viehes, haͤufig auch der Menſchen geſchuͤtzt 88 Befriedigungen. Einhaͤgungen. werden, und es iſt deshalb nothwendig, irgend eine trockene Bewaͤhrung vor ſie herzuziehen, die nur ſtark und dauerhaft genug zu ſeyn braucht, um bis dahin zu halten, daß die Hecke Haltung und Staͤr⸗ ke genug bekommen hat. Dieſe Bewaͤhrung, ſie beſtehe worin ſie wolle, muß einen zureichenden Abſtand von der Hecke, 2, 3, auch wohl 4 Fuß haben. Denn waͤre ſie dicht, ſo wuͤrde ſie wegen der Beraubung des Lichts die Hecke nicht aufkommen laſſen, und ſie insbeſondere an der einen Seite ſchwach machen; bei ihrer Wegnehmung aber den verzaͤrtelten und an ihren Schutz gewoͤhnten Pflan⸗ zen Krankheiten zuziehen. Waͤre ſie hingegen weit und luftig, ſo wuͤrde ſie das Vieh nicht hindern, an den jungen Ausſchuͤſſen der Hecke zu nagen, wodurch dieſe ungemein zuruͤckgeſetzt und verkroͤppelt wird. Auch muß man verhindern, daß kein Fußweg dicht an der Hecke hergehe, indem bei haͤufigem Auf⸗ und Niedertreten keine Hecke, insbeſondere von Weißdorn, zu Stande kommen känn. §. 232. Eine gute Befriedigung und Abtheilung des Landes durch lebendige, ſtarke und genugſam ab⸗ wehrende Hecken erleichtert die Benutzung durch verſchiedenartige Gewaͤchſe und durch die Beweidung mit mehreren Arten von Vieh, und iſt deshalb da, wo eine große Mannigfaltigkeit beider ſtatt findet, von beſonderem Vortheil. Sie ſichert uͤberdem gegen Diebſtaͤhle und gegen Beſchaͤdigungen weit mehr als ein offenes Feld. Ueberdem aber ſcheint mir eine ganze mit bepflanzten Waͤllen und Graͤben haͤufig durchſchnittene Provinz, zumal bei einer huͤgeligen oder wellenfoͤrmigen Oberflaͤche, das Eindringen des Feindes bei einer wohl geleiteten Vertheidigung durch leichte Infanterie wo nicht unmoͤglich, doch außerſt ſchwierig zu machen, und der feindlichen Kavallerie und Artillerie unuͤberſteigliche Hinderniſſe in den Weg zu legen. Das ganze Land macht hier eine fortlaufende Feſtung aus; und wenn die Graͤ⸗ ben und Koppeln, wie ſehr leicht moͤglich iſt, mit einiger militaͤriſchen Ruͤckſicht angelegt waͤren, koͤnnte m. E. ein Land dadurch weit ſicherer, als durch eigentliche Feſtungen geſchuͤtzt werden. Und dennoch wuͤrde es dem Staate ungleich weniger koſten, das ganze Land auf dieſe Weiſe zu einer ununterbro⸗ chenen Feſtung zu machen, als einzelne Feſtungswerke um die Staͤdte zum groͤßten Ungluͤcke fuͤr die⸗ ſelben anzulegen..“ Abwaͤſſerung. §. 233. Die Ableitung der uͤberfluͤſſigen und ſchaͤdlichen Feuchtigkeit gehoͤrt unter die wichtigſten Gegen⸗ ſtaͤnde und Ruͤckſichten bei der Agrikultur. Sie muß auf Boden, der ihrer bedarf, jeder hoͤheren Kultur vorhergehen, indem dieſe ohne jene durchaus fruchtlos iſt. Die richtige Beſchaffung derſelben ſchuͤtzt auf kultivirten Feldern die Saaten gegen die haͤufigſten Unfaͤlle, und viele bisher unbrauchbare Flaͤchen koͤnnen dadurch urbar gemacht und zu den allerfruchtbarſten Fluren umgeſchaffen werden. Die Kunſt der Abwaͤſſerung aber iſt auch eine der ſchwierigſten und am meiſten verwickelten in den ganzen Umfange der Agrikultur. Die Faͤlle ſind in Anſehung der Urſachen ſowohl, als der anzuwen⸗ den Mittel von unendlicher Mannigfaltigkeit, und ſie einzeln beſchreiben und charakteriſſiren wollen, waͤre eine vergebliche Muͤhe, da jeder etwas eigenes hat. Es kommt aber nur darauf an, daß man ſich, nach den Geſetzen, welche das Waſſer in ſeiner Bewegung und in ſeinem Verhalten gegen feſte Koͤrper befolgt, von dem verſchiedenen Urſprunge der Raͤſſe einen klaren Begriff mache, und dann in jedem vorkommenden Falle die Urſachen derſelben richtig unterſcheide und treffe. Dann werden ſich die Mittel von ſelbſt ergeben, welche man am zweckmaͤßigſten anzuwenden hat, und mit Ruͤckſicht auf die Lokalitaͤt jedes concreten Falles ausfuͤhren muß. Bei bei größete en mathem nn Kenntn inkeich mie b mai, und was jacungen ausge diin und erfah ſberlaſſen werde de Stufe gebro anter ihnen ſic Bekanntli tiken— als u ſedem ſeiner Pa Gleichgewicht; ceen Kraft vich waͤnde, die es Daher tritt es es in beiden i der Roͤhrenh indem dieſer von ſehr k Durchmeſſer Geſetze der gleich, wie ten Topf in tigkeit weith Der Er ſen, und fol ton wennen. Stenge donp dichte Fehen ſind die un Koͤrper. 2 ſo laſſen ſie feſtes Holz. das Waſfer Der ſer durchlaſ dens, habe ununterbroc ſenken, ur Diitter K 8 ſie hergich ecke Haltngu 6 1 nuß enen acn ſo wurdeſen ſere an de in Schut gerißtage das Vih ntean ckgeſezt ud a he, inden lite kommen eim. ſtarke und guin nd durch hezme tigkeit hede inin eſchäͤdigungeng ällen und Ginii rfache, duhe do nicht unmiji wuͤberſtigliehe aus, und vmät tangelegt nim t t werden. Uw eiſe zu eine wur roͤßten Uüt er die wihiltee er bedarf, tinſe ge Veſbefun ah jele bihher ubte en ungeſcf n ſeen bemittln. 1 vohl, al vnn⸗ d haroktrüite ur druj 1 ujm n Verhaktn u I i. Oam nan 14 M at, und nü 4 1 Abwaͤſſerung. 89 Bei groͤßeren Waſſerleitungen muß die Lehre von der Hydraulik, Hydrodynamik und Hydroſtatik mit allen mathematiſchen Gruͤnden, worauf ſie beruhen, vorausgeſetzt werden. Da ich hier aber nur diejenigen Kenntniſſe vorausſetzen darf, die man von jedem denkenden Landwirthe fordern kann, ſo beſchraͤnke ich mich auf dasjenige, was ohne jene gruͤndlichen Kenntniſſe auch ihm verſtaͤndlich ſeyn nuß, und was in ſeinem Wirkungskreiſe liegt. Hierzu gehoͤren aber die Entwaͤſſerungen und Ein⸗ deichungen ausgedehnter Diſtrikte und die Ziehung erheblicher Kanaͤle nicht. Dieſe muͤſſen ausgebil⸗ deten und erfahrnen Waſſerbauverſtaͤndigen, welche ihr ganzes Studium darauf verwandt haben, uͤberlaſſen werden, und es iſt nur zu bedauern, daß auch bei ihnen die Wiſſenſchaft noch nicht auf die Stufe gebracht worden iſt, welche uns gegen mannigfaltige Fehler und Mißgriffe der erfahrenſten unter ihnen ſicherte. §. 234. Bekanntlich hat das Waſſer wegen des geringen Zuſammenhanges oder Anziehung ſeiner Par⸗ tikeln— als worin das Weſen der Fluͤſſigkeit beſteht— die Eigenſchaft oder das Beſtreben, mit jedem ſeiner Partikeln den niedrigſten Platz zu erreichen, wohin es kommen kann, ſich folglich ins Gleichgewicht zu ſetzen oder eine horizontale Flaͤche zu bilden. Es wirkt mit einer ſeiner Schwere glei⸗ chen Kraft nicht wie feſte Koͤrper bloß auf den Grund, worauf es ruhet, ſondern auch auf die Seiten⸗ waͤnde, die es einſchließen. Dieſer Druck erſtreckt ſich ſo weit, wie ſeine Verbindung ununterbrochen iſt. Daher tritt es in zwei mit einander verbundenen Roͤhren aus der einen in die andere ſoweit herauf, bis es in beiden in horizontaler Linie, oder, wie man es gewoͤhnlich nennt, im Niveau ſtehet. Die Weite der Röhren hat hierauf gar keinen Einfluß, beide koͤnnen von einem ſehr ungleichen Durchmeſſer ſeyn, indem dieſer Druck durch die Friktion uͤberall nicht vermindert wird. Vielmehr kann in einer Roͤhre von ſehr kleinem Durchmeſſer das Waſſer hoͤher, als in einer damit verbundenen von großem Durchmeſſer aufſteigen, vermoͤge der Anziehung des Waſſers durch feſte Koͤrper nach dem bekannten Geſetze der Haarroͤhrchen. Eine lockere Erde wirkt aber nach demſelben Geſetze den Haarroͤhrchen gleich, wie dies einem jeden bekannt ſeyn wird, der einen mit Erde angefuͤllten im Boden durchloͤcher⸗ ten Topf in eine Schaale mit Waſſer geſetzt hat; wo er naͤmlich bemerkt haben wird, daß die Feuch⸗ tigkeit weit hoͤher herauftritt, als ſie in der Schaale ſteht. §. 235. Der Erdboden beſteht aus Lagen von Erden und Steinen, die das Waſſer entweder durchlaſ⸗ ſen, und folglich in Verbindung erhalten, oder die es nicht durchlaſſen, und ſeine Kommunika⸗ tion trennen. Die Dammerde, der Torf, der Sand, der Kies, der pulvrige Kalk oder Kreide, alle Erdvodens. Steine von poroͤſem Gewebe, Steingeſchiebe und ſpaltige Felſen ſind durchlaſſende Koͤrper. Nur dichte Felſenmaſſen, verſchiedene andere Mineralien, vorzuͤglich aber der Thon und der zaͤhe Lehm, ſind die undurchlaſſenden, die Kommunikation des Waſſer trennenden und ſolches einſchließenden Koͤrper. Wenn die letztern einmal zuſammengeballt und in ihrer Oberflaͤche mit Waſſer geſaͤttigt ſind, ſo laſſen ſie kein Waſſer weiter durch, ſondern widerſtehen demſelben, wie Metall, dichter Stein und feſtes Holz. das Waſſer ſchwerer oder leichter durch. Der abwechſelnden und unterbrochenen Lage, der mannigfaltigen Schichtung und Gaͤngen die⸗ ſer durchlaſſenden und undurchlaſſenden Koͤrper, bis zu einer noch nicht erreichten Tiefe unſers Erdbo⸗ dens, haben wir alles Waſſer auf dem feſten Lande zu verdanken. Waͤren die durchlaſſenden Lagen ununterbrochen, ſo wuͤrde ſich das Waſſer in der Tiefe bis zum Mittelpunkt unſeres Erdballes herab⸗ Ueberzoͤge aber undurchlaſſender Boden die M ſenken, und ſelbſt Stroͤme und Meer verſchwinden. Dritter Theil. Naturgeſetz des Waſſers. Durchlaſſende und undurchlaſ⸗ ſende Lagen des Gemiſchte Erden laſſen nach Verhaͤltniß ihrer Verbindung und der Groͤße ihrer Poren 9⁰ Abwaͤſſerung. 8... 8 3.. 8 ganze Oberflaͤche, ſo wuͤrde das Waſſer unmittelbar dem Meere zueilen, ſo wie es ſich aus der At⸗ moſphaͤre niederſchluͤge, und weder Brunnen noch Quellen ſtatt finden. Nun aber ſind die undurch⸗ laſſenden Erdarten mit durchlaſſenden durchwebt, wie der thiexiſche Koͤrper mit Adern, und man trifft nicht leicht auf eine Stelle, wo man nicht— obgleich zuweilen erſt ſehr tief— Waſſer faͤnde. In den durchlaſſenden Koͤrpern verſenkt ſich alſo das Waſſer ſo tief, und verbreitet ſich nach den Seiten, ſo weit es kann oder bis es von einem undurchlaſſenden Korper an ſeiner Verſenkung oder Verbreitung gehindert wird. Ein durchlaſſender Koͤrper alſo mit einem undurchlaſſen den am Boden und an den Seiten bis zu einer gewiſſen Hoͤhe umgeben, bildet einen Waſſerbehaͤlter, deſſen ſämmtli⸗ che Poren damit angefuͤllt ind. Ein ſolcher Waſſerbehaͤlter nimmt ſo viel Waſſer auf, bis es uͤber ſeine undurchlaſſenden Seiten⸗ 8 2 waͤnde uͤberfließt, welches Ueberfließen alſo erfolgen muß, wenn er von obenher ſtaͤrkeren Zufluß erhaͤlt, als er faſſen kann. Waͤren ſeine Seitenwaͤnde allenthalben gleich hoch, und der Rand derſelben voͤllig horizontal, ſo wuͤrde er an allen Stellen gleich ſtark uͤberfließen. Da dies aber wohl ſelten oder nie der Fall iſt, ſo fließt das Waſſer an einer niedrigern Seite oder Stelle aus. Manchmal iſt dieſes nur eine enge Stelle, wie bei einem ausgebrochenen oder mit einer Rinne verſehenen Becken, oder aber wie der Ausfluß eines Baches aus einem See. Durch ſeibige entledigt ſich der Waſſerbehaͤlter dann allein ſeines Ueberfluſſes; es ſey denn, daß er von oben ſo ſtarken Zufluß und Druck habe, daß das Pprofil dieſer Oeffnung zu klein wird, um das Waſſer allein auszulaſſen. In dem Falle kann es ſich in dem Behaͤlter noch hoͤher heben, als der Ausfluß liegt, und dann auch an andern hoͤhern Stel⸗ len uͤberfließen. 4 1 3 3 §. 236.— Unterirdiſche Es iſt nun gleich, ob ſolche Waſſerbehaͤlter und ihre Auslaͤſſe auf der Oberflaͤche des Boden Waſerhehal⸗ offen vor unſern Augen als Seen oder Teiche liegen, oder in der Tiefe, betraͤchtlich unter der Ober⸗ 5 flaͤche und mit derſelben bedeckt., b ihren Spalten und Poren aufnehmen und durchlaſſen. Der ganze Unterſchied beſteht nur darin, daß letztere weniger Waſſer faſſen, und das Waſſer nicht ganz ſo frei und ſo ſchnell abfließen laſſen, als wenn ſie leer waͤren. Sie muͤſſen es jedoch durch den Druck und den Zufluß des hoͤheren Waſſers, womit ſie in Verbindung ſtehen, durchaus ausfließen laſſen. Und wenn ein hoͤher liegender Waſſer⸗ behaͤlter mit einem niedriger liegenden mittelſt einer durchlaſſenden Roͤhre oder, was einerley iſt, mit⸗ telſt einer Lage von durchlaſſender Erde in Verbindung ſteht, ſo erhaͤlt letzterer von erſtern Zufluß und Druck, bis das Waſſer in beiden, wie in zwei kommunizirenden Roͤhren, in einer Horizontallinie oder im Nibveau ſteht... nAnn dieſe allgemeinen und Jedermann bekannten Saͤtze mußte ich zuvor erinnern, um ohne Weitlaͤuftigkeit in dem Folgenden verſtanden zu werden.. §. 237. Wahrnehmung Ich wende mich jetzt erſt zu den Ruͤckſichten und Vorkehrungen, die man bei jeder Ableitung des des Niveau's. ſchaͤdlichen Waſſers zu nehmen und zu treffen hat. 3 Bei jeder Abwaͤſſerung iſt vor allem eine genaue Ausmittelung des Niveauss oder der Hoͤhe des Punkts, wo das abzuleitende Weſſer ſteht, dann der Hoͤhe desjénigen, wo man es hinfuͤhren wil, und endlich aller dazwiſchen liegenden Punkte der Erdoberflaͤche, wo man es hindurchfuͤhren wil, noͤthig. Dieſes zu finden lehrt die Nivellirkunſt.—— 1 Auch iſt es gleich, ob dieſe Waſſerbehaͤlter und Auslaͤſſe leere Hoͤhlungen ſind, und nichts wie Waſfeer enthalten, oder aber mit poroͤſen Erd⸗ oder Steinarten angefuͤllt ſind, welche das Waſſer in dne zweck iſteuleitu das Waſ gitung unterſ 1) In 2) 31 Die erſter niedriger legend den, und der R der, wie man Horzentallnie Die Abzu geaͤben abzuleite Gefalle brauch ao Ruthen 1 gung zu deth ſogar nothwer Ende hinzuhe Zuvdr und die Bre Bodens wirt Noofils durc horizontal un kende Oberft Niellemenis der Breite ſei gehorige Abde woͤhnlich ſo a⸗ Deeide der S⸗ muß er den zontaler di 2 Juß, ſor dachung od den ausma aber oft no ſegn. Oft als Graslan Die A aubringenden die es ſch u d döe ſind Ndern, ud ran —Vaſerfinde derbrein ſd u ſeiner Veſain 1 urchlaſenda 6 8 l 2 ehälter h nt, undurcleſeneen r ſtoͤrken üz der Rand iüte aber vihl ite Manchma ſtden henen Jetn der Paſereſde nd Dauckhebe ie In dem Fuletit 8 an anden uhme er Ooerfuäche ed trachtich mnden gen ſind, udre d, welche dult dbeſteht wr dn gell abfieen lie uß des hähen M hoͤher lennde e, was eincki e von eien i eine heigin ¹ vor einnen, N Abwaͤſſerung. 91 Eine zweckmaͤßige und fuͤr den Landwirth voͤllig genuͤgende Anweiſung dazu iſt Gilly's prak⸗ tiſche Anleitung zur Anwendung des Nivellirens oder Waſſerwaͤgens in den bei der Landeskultur vorkommenden gewoͤhnlichſten Faͤllen, Berlin 1804. §. 238. Das Waſſer wird gewoͤhnlich durch Graͤben abgeleitet. Wirkung unterſcheiden ſich dieſe: 1) In Auffangegraͤben. 2) In Abzugsgraͤben.. Die erſtern, durch welche das von der Hoͤhe ſich herabziehende Waſſer aufgefangen und von der niedriger liegenden Flaͤche abgeſchnitten werden ſoll, muͤſſen den Abhang der Gegend quer durchſchnei⸗ den, und der Regel nach oder in den bei weitem meiſten Faͤllen mit ihrer Sohle ganz horizontal ſtehen, oder, wie man es nennt, ein todtes Niveau haben. Dieſe Sohle muß aber in einer etwas niedrigern Horizontallinie liegen, als der Grund, worauf oder worin das abzufuͤhrende Waſſer ſtehet. Die Abzugsgraͤben, welche beſtimmt ſind, das Waſſer unmittelbar oder aus jenen Auffange⸗ gräben abzuleiten, ziehen ſich den Abhang herab, und haben in ihrer Sohle einiges Gefaͤlle. Dieſes Gefaͤlle braucht aber in den meiſten Faͤllen nicht ſtark zu ſeyn, und man nimmt im Durchſchnitt auf 20 Ruthen 1 Zoll als zureichend an. Ja es iſt oftmals noͤthig, ein ſtaͤrkeres Gefaͤlle bei ihrer Anle⸗ gung zu verhuͤten, weil ſie dadurch leicht ausgeriſſen werden koͤnnen. Dieſerwegen wird es zuweilen ſogar nothwendig, den Graben laͤnger zu machen, und ihn an einem geringeren Abhange nach ſeinem Ende hinzuziehen. In Anſehung ihres Zwecks und ihrer §. 239. Zuvoͤrderſt muß bei Anlegung der Graͤben die Tiefe der Sohle oder des Bodens des Grabens und die Breite deſſelben an dieſer Sohle ausgemittelt werden. Die Diefe unter der Oberfläͤche des Bodens wird durch das Nivellement an jeder Stelle ausgemittelt, und die Breite oder die Staͤrke des Profils durch die Maſſe des abzufuͤhrenden Waſſers beſtimm. Der Graben wird alſo, da ſeine Sohle horizontal und zuweilen mit einigen Gefaͤllen laufen ſoll, ſo wie er durch eine ſich erhebende oder ſen⸗ kende Oberflaͤche durchgefuͤhrt werden muß, eine verſchiedene Tiefe erhalten, welche man mittelſt des Nivellemenis auf jedem Punkte genau beſtimmen kann. Nach der Tiefe des Grabens aber und nach der Breite ſeiner Sohle muß ſich die obere Breite des Grabens richten, damit die Waͤnde deſſelben die gehoͤrige Abdachung bekommen. In einer feſten ſtehenden Erdart nimmt man das Verhaͤltniß ge⸗ woͤhnlich ſo an: daß die obere Breite des Grabens das doppelte Maaß der Tiefe deſſelben ſammt der Breite der Sohle ausmache. Wenn alſo ein Graben 3 Fuß tief und ſeine Sohle 2 Fuß breit iſt, ſo muß er oben 3+˖ 3+† 2= 8 Fuß Breite haben. Hebt ſich die Oberflaͤche, durch welche er in hori⸗ zontaler Tiefe durchgefuͤhrt werden muß, um 1 Fuß, ſo muß er oben bis 10 Fuß; hebt ſie ſich um 2 Fuß, ſo muß er bis 12 Fuß erweitert werden, damit er allenthalben eine gleiche Abſchraͤgung(Ab⸗ dachung oder Doſſirung) erhalte, die mit dem Grunde der Sohle einen ſtumpfen Winkel von 135 Gra⸗ den ausmachen muß. In ſandigem oder mergeligem leicht einſtuͤrzendem Boden iſt dieſe Abſchraͤgung aber oft noch nicht zureichend, ſondern die Breite muß oben um die Haͤlfte oder ein Drittel ſtaͤrker ſeyn. Oft ſind ganz moldenfoͤrmige, dann mehrentheils benarbte und bei trockener Jahreszeit oft als Grasland zu benutzende Graͤben noͤthig. 4 1 4§. 240. Die Arbeit der Verfertigung offener Graͤben wird gewoͤhnlich nach dem Schachtruthen der aus⸗ zubringenden Erde verdungen. Eine Schachtruthe iſt eine Maſſe, die eine Ruthe lang und breit und 4 M 2. Graͤben. Anlegung der Graben. 8 92 einen zuß hoch iſt, folglich 144 Kubikfuß enthaͤlt. minder ſchwer, und folglich der Preis derſelben mehr oder minder hoch. Auf ſandigem und lockerem Bo⸗ abwaͤſerund. Nach der Art des Bodens iſt die Arbeit mehr oder den zahlt man fuͤr die Schachtruthe auszuwerfen bei dem gewoͤhnlichen Arbeitspreiſe 11 Pr., in ſtren⸗ gem Lehmboden aber 22 Pr., und in Mittelboden nach Verhaͤltniß ſeiner Zaͤhigkeit. Es richtet ſich aber auch nach der Tiefe des Grabens; denn da die Heraufbringung der Erde immer um ſo ſchwerer wird, je tiefer der Graben iſt, ſo muͤſſen die Arbeiter einen hoͤhern Lohn haben, wenn ſie dabei beſtehen ſollen. Eine ſehr weſentliche Vorkehrung iſt es bei der Verfertigung eines jeden Grabens, die Erde weit genug vom Rande des Grabens wegſchaffen zu laſſen, theils um den Druck zu vermeiden, den ſie auf ſelbigem ausuͤbt, theils um die in der Folge oft ſehr noͤthige Erweiterung des Grabens nicht zu erſchweren. Ich muß hier gleich die Bemerkung machen, daß es nicht genug ſey, einen offenen Graben an⸗ zulegen, ſondern daß er auch offen und rein erhalten werden muͤſſe, und daß man folglich bei der An⸗ 1 lage eines Grabens auch auf die Erhaltungskoſten Ruͤckſicht zu dehnen habe; da ſie nach den Umſtaͤn⸗ dden hoͤher oder geringer ſind. Urſachen der Von den verdeckten Graͤben und Waſſerzugen in der Folge. §. 24l. um die ſcͤliche Naͤſſe des Bodens zu heben, kommt es vor allem darauf an, daß man die le⸗ Naͤſſe. ſache derſelben richtig unterſcheide, und bei der großen Mannigfaltigkeit von Faͤllen die wahre treffe, und darnach die ſich ergebenden Mittel mit Ruͤckſicht auf die Lokalitaͤt aufs zweckmaͤßigſte anwende. Die Urſachen der Naͤſſe laſſen ſich unter felgenden vier Hauptarten begreifen. Sie kann naͤm⸗ lich herruͤhren:. A. Von der auf der Stelle ſelbſt niedergeſchlagenen atmoſphaͤriſchen Feuchtigkeit, die weder in die Tiefe des Bodens einziehen, noch an einem niedrigen Orte genugſam abfließen kann. B. Von dem aus einer hoͤheren Gegend auf der Oberflaͤche ſich herunterziehenden oder — herabfließenden Waſſer, wenn es nun, der ihm widerſtehenden Erhoͤhungen des Bodens wegen, nicht weiter kommen kann, ſondern auf der Stelle einziehen oder verdunſten muß: Tagewaſſer. C. Von dem unter der Oberflaͤche der Erde ſich herabziehenden und nun hervorkommen⸗ den Waſſer, welches Quell gruͤnde veranlaßt, oder in wirklichen Quellen, die aber keinen freien Abfluß haben, hervorbricht. D. Von Stroͤmen, die das Land durch Austreten aus ihren Ufern oder mittelſt der Durch⸗ ſinterung, vermoͤge ihres uͤber die Horizontallinie des Landes erhobenen Waſſerſpiegels, beſtaͤndig oder von Zeit zu Zeit unter Waſſer ſetzen, oder auch nur den Abfluß des von den Hoͤhen ſich herab⸗ ziehenden und in den Niederungen geſammelten Waſſers wegen der Hoͤhe ihres Bettes oder ihres Spie⸗ gels nicht erlauben. Auf der Stelle niedergeſchlage⸗Ueber ne Feuchtigkeit. §. 242. A. Die aus der Atmoſphaͤre auf der Stelle ſelbſt niedergeſchlagene Feuchtigkeit wird bei einigem maaße und mangelndem ſchnellen Abzuge des Waſſers nachtheilig. 1) Wenn die Ackererde ſelbſt aus Thon, Kalk oder zaͤhem Lehm beſteht. Dieſe Ackererde iſt nur auf ihrer Oberflaͤche, und wie das bei Boden dieſer Art, wegen der ſchweren Bearbeitung, meh⸗ theils der Fall zu ſeyn pflegt, nur ſehr flach gelockert, die darunter liegende Erde aber zuſammenge⸗ preßt, ſo daß ſie um ſo weniger Waſſer aufnehmen und durchlaſſen kann. Die obere Krume wird alſo ſehr ſchnell damit geſaͤttigt, und zerfließt, wenn mehreres Waſſer hinzukommt, zu einem Brei⸗ nwüchem zufa mfet ihr des iſ ni pütedoch min ig un unduich un Köhren ergi ige vin gar ke lnfangs! ſockere inen Acker dieß fäche, ſo tef galockert werde In dieſen ſußjehen. Die Gefalle und di Boden gezoger Beetfurchen n man durch die wo es ſich in Auf eir maͤßigſte Ste gen, nicht! das Waſſer der Folge in Waſſers nich in der Abſich Erhoͤhungen hen. Man! Nederung un von dieſem he So wie welden kann, indem ſonſt gen am Fuß gen werden, Je n wird, um ihren Fleiß Formen und Feſtung mit nar mannigf Deſe doppetten zu hein Herun di Aen nae gen ud ben Neiſe 1är, 1n it. boittn um ſoſnen ie dabei detgr A en Grahen, 4 3 zu dermn a ag des Ga 1 inen efena Gre man folgit de 7 da ſie mh dall uf an, daßanie Fällen deuſeri ecmaͤßigie umn reifen. Eeimi ließen kan. herunterzehent es Bodens venn: Tagewaſſer und nun herri m aber keinen iie 1 der miteſtdrdut aſerſigts, t den Höhen ie Bettes che ifte 9/ igket ni nm t. Dee ttn en Buurdäta, de aber inie Die oben Fam unt, uen dh Abwaͤſſerung. 93 in welchem Zuſtande ſie den Pflanzen hoͤchſt verderblich wird, und bald die Anfaulung ihrer Wurzeln und ſomit ihr Abſterben bewirkt. Dies iſt nicht der Fall, in welchem verdeckte Abzuͤge von erheblichem Nutzen ſeyn koͤnnen. Denn da dieſe doch mindeſtens mit ihrer Roͤhre 9 bis 10 Zoll tief liegen, ſo haben ſie noch eine zu ſtarke Lage von undurchlaſſender Erde uͤber ſich, welche das Waſſer nicht durchdringen und ſich in die verdeck⸗ ten Roͤhren ergießen kann. Wenn man dieſen Fall nicht richtig unterſchied, ſo ſind die verdeckten Ab⸗ zuͤge von gar keinem oder doch nur von kurz dauerndem Nutzen geweſen, indem die daruͤber hergeworfene anfangs lockere Erde ſich bald wieder zu einer undurchlaſſenden Lage uͤber den Roͤhren verband. Um einen Acker dieſer Art der Wohlthat verdeckter Abzuͤge empfaͤnglich zu machen, muß zuvor ſeine Ober⸗ flaͤche, ſo tief als die Abzuͤge liegen, durch Bearbeitung und Duͤngung auf eine nachhaltige Weiſe gelockert werden.. §. 243. In dieſem Falle alſo ſind offene Waſſerfurchen den ſonſt ſo empfehlungswuͤrdigen verdeckten vor⸗ Offene Waßer⸗ zuziehen. Dieſe offenen Waſſerfurchen werden entweder in der Richtung, wohin ſie das zweckmaͤßigſte Gefaͤlle und die naͤchſte Verbindung mit den niedrigſten Stellen haben, auf einem eben gehaltenen Boden gezogen, oder aber der Acker wird in maͤßig erhoͤhete und gewoͤlbte Beete aufgepfluͤgt, die Beetfurchen noch mehr vertieft und offen gehalten; dieſe, wo es noͤthig iſt, durch Querfurchen, welche man durch die erhoͤheten Beete zieht, verbunden, und das Waſſer nun da, wohin es Gefaͤlle hat, und wo es ſich in einem Graben, Bach oder Teich ergießen kann, hingeleitet. Auf einem eben gehaltenen Felde iſt es von großer Wichtigkeit, dieſen Waſſerfurchen die zweck⸗ maͤßigſte Stelle, Richtung und Gefaͤlle zu geben. Es iſt immer nachthellig, ſie zu ſehr zu vervielfaͤlti⸗ gen, nicht bloß der mehreren Arbeit und des verlornen Raums wegen, ſondern auch weil ſie, wenn das Waſſer keinen Abzug daraus hat, mehr Nachtheil als Vortheil bringen koͤnnen, und weil ſie in der Folge immer eine Unebenheit des Bodens hinterlaſſen. Eine jede Waſſerfurche, die ſich ihres Waſſers nicht entledigen kann, iſt unnuͤtz und ſchaͤdlich. Wenn man ſie aus einer Sinke herauszieht, in der Abſicht, dieſe dadurch des Waſſers zu entledigen, hier aber kein Gefaͤlle durch die umliegenden Erhoͤhungen geben kann, ſo wird ſie dieſer Sinke nur einen um ſo ſtaͤrkern Zufluß des Waſſers zuzie⸗ hen. Man thut in dem Falle weit beſſer, einen kleinen Graben rings um die Anhoͤhe, welche dieſe Niederung umſchließt, zu ziehen, um dadurch das herabzuleitende Waſſer aufzufangen, welches ſich von dieſem hoͤheren Punkte dann zuweilen leichter ableiten laͤßt. So wie ein zu geringes Gefaͤlle dieſer Waſſerfurchen und ein Mangel des Ausfluſſes nachtheilig werden kann, ſo iſt doch auch ein zu ſtarkes und ploͤtzliches Gefaͤlle an Huͤgeln ſorgfaͤltig zu vermeiden, indem ſonſt bei Regenguͤſſen das durchſtroͤmende Waſſer große Einriſſe am Abhange und Verſchlammun⸗ gen am Fuße des Huͤgels machen kann. Sie muͤſſen an ſolchen Huͤgeln in einem weiten Bogen gezo⸗ gen werden, ſo daß das Waſeer ſich in einer lehnen Richtung nur langſam herabziehe. Je mehr Augenmaaß und Ueberlegung zu einer richtigen Anlage der Waſſerfurchen erfordert wird, um ſo groͤßer iſt der Mißbrauch, den man damit getrieben findet. Manche Ackerbauer glauben ihren Fleiß und ihre Kunſt dadurch recht zu zeigen, wenn ſie die Aecker mit Waſſerfurchen in allerlei Formen und Winkeln durchſchneiden, ſo daß ein ſolches Feld dann beinahe wie ein Modell einer furchen. Feſtung mit vielen Außenwerken ausſieht, wodurch aber gewoͤhnlich gar nichts gefruchtet, ſondern nur mannigfaltiger Nachtheil erzeuget wird. Dieſe Waſſerfurchen werden mehrentheils mit einem Pfluge angelegt, und zwar mittelſt eines doppelten Zuges, indem man einen Streifen beim Hinaufziehn zur einen Seite, und einen zweiten beim Herunterziehen zur andern Seite auswirft. Man hat aber auch beſondere Pfluͤge mit einem in 24 Abwaͤſſerung. der Erde hergehenden vorne keilfoͤrmigen und hinten viereckigen Hoͤfte mit hochſtehenden Streichbtet⸗ chen einigermaßen tief werden ſollen, große Schwierigkeiten, und erfordern eine ſtarke Zugkraft. ders wenn das Furchenziehen gleich nach vollendeter Beſtellung geſchieht, damit die Saat nicht er⸗ Undurchlaſen⸗ tern an beiden Seiten. Jenes macht eine rechtwinkliche Furche, und die Streichbretter ſtreichen die heraufgebrachte Erde von den Kanten der Furche ab. Dieſe Inſtrumente haben aber, wenn die Fur⸗ Und da die Furchen doch nur in gleicher Tiefe gegen die Oberflaͤche gezogen werden koͤnnen, das Waſſer ſich aber nicht nach der Oberflache, ſondern nach der Horizontallinie in ſeinem Abzuge richtet, ſo ſind ſie, wenn ſie durch Erhoͤhungen gehen, entweder ganz unwirkſam, oder muͤſſen dann doch mit der Schaufel vertieft werden. Weit richtiger laſſen ſich die Waſſerfurchen mit unſerm Pfluge mit dem doppelten beweglichen Streichbrette(vergl. Beſchreib. der nutzbarſten Ackerwerkzeuge, Heft I. Taf. 1.) ziehen. Man hat es mehr in ſeiner Gewalt, ihn, wo es noͤthig iſt, tiefer eindringen zu laſſen. Oder man ſpannt die Streichbretter bei dem erſten Zuge weniger auseinander, ſetzt den Pflug aber da, wo ſie tiefer werden muͤſſen, mit mehr ausgeſpannten Streichbrettern und vertiefter Stellung zum zweiten Male an. Er macht die Furche unten ſpitz zulaufend, und mit einer ſo guten Abſchraͤgung, daß ſie feſtſtehen, und es bedarf einer Nachhuͤlfe mit der Schaufel ſelten. Nur muß die aufgepfluͤgte Erde ſogleich mit der Harke vom Rande der Furchen weggeharkt und gleichmaͤßig verbreitet werden, beſon⸗ ſticke. Manche ziehen aber auch dieſe Furchen allein mit Handwerkzeugen, dem Spaten und der Schaufel. b Dieſe Furchen, beſonders in dem krittiſchen Zeitpunkte des Schnee⸗Aufgehens, nachzuſehen und auszubeſſern, bleibt bei jeder Art nothwendig, indem ihre Verſchlammung nie vollig zu verhuͤten iſt. . Es iſt indeſſen nicht zu laͤugnen, daß ſehr gehaͤufte Waſſerfurchen auf ebnen Feldern das Uebel haben, daß ſie zuweilen kleine Sinken veranlaſſen, die nicht wohl wieder ausgeglichen werden koͤnnen. Dieſe ſind auf zaͤhem Thonboden nachtheilig, und veranlaſſen ausgewinterte Stellen in der Saat. Deshalb bin ich auf Boden von ebener Flaͤche und mit geringem Gefäͤlle den breiten, etwas gewoͤlb⸗ ten Ackerbeeten nicht immer entgegen, beſonders wenn ſie in einer ſolchen Richtung angelegt werden Ruthe Sie duͤrfen jedoch bei einer Breite von 2 bis 3 Ruthen in der Mitte nicht mehr als 6 bis 8 Zoll hoͤher, wie an den Furchen ſeyn, düͤrfen nicht ſo⸗ ſondern nur in einer gelinden Woͤlbung aufgepfluͤgt werden. Weil hier die Beetfurchen, wenigſtens bei der Winterung, immer an derſelben Stelle kommen⸗ ſo iſt ihre Richtung deutlicher bezeichnet, und auf den Beeten ſelbſt bleibt keine Sinke, wenigſtens keine, die tiefer waͤre als die Furchen. Dieſe Furchen zwiſchen den Beeten muͤffen dann aber ebenfalls rein ausgeſtrichen und offen gehalten werden, und wo es des Abzugs wegen noͤthig iſt, muß man ſie vermittelſt der Durchſtiche durch das Beet mit einander in Kommunikation ſetzen, damit das Waſſer der einen von der andern aufgenom⸗ men, und zuletzt an ſeinen Abflußort hingefuͤhrt werden koͤnne. Ein mit genugſamen Gefaͤllen verſehener Abzuggraben iſt aͤbrigens eine unerlaßliche Bedingung, ohne welche alle Waſſerfurchen nichts helfen. Wo man dieſen gar nicht geben konnte, da muß man an dem niedrigſten und ſumpfigſten Platze einen hinlaͤnglich tiefen Teich graben, und dieſen Platz auf⸗ opfern, um das Ganze zu retteen. 1 koͤnnen, in welcher die Beetfurchen Abfluß haben. 6—§. 245. 4 2) Anders und bei weitem haͤufiger iſt der Fall, daß die eigentliche Ackerkrume zwar locker deruntergrund, genug iſt, um das Waſſer durchzulaſſen, daß dieſes aber auf einem undurchlaſſenden Untergrunde 3 7 ſtauet, und auf demſelben keinen Abzug findet. Iſt die lockere Ackerkrume tief, ſo kann ſie einen maͤ⸗ 1 1 gügtendan ſein ind nich bauüit der i wndes wit eimende Oberf Je tiefer in gehorig zun iiht, ſo jeht des Gefälles a befndliche Feue grunde herchie auer den Abha Gefälle nach, waſerdicht, ſo Aötheitung des So tiefe fört, und— gen wieder ar ſcheht. Di wieder zugepf neuer Waſſer theilige Waſ fluthen, we weggeriſen Desh ſen, und di einem oder; wechſelsweiſe werden, und Namen Unt Bei der Näi en Richtung de herunterzeh ſie nach ihr mehr als h ſcc nicht na men muß„ Man jenen mit ein ſäßt man me dieſes aber z nicht ſo lach hſehenden e Snt reichbrener ſin Naber, we enden n eine ſute zu den köme di Nüguge dic 5 iſen dam oen un ſerm pi Ui i rkzeuge, h zit än dringen ug dn ued ter Stellmgm me en Abſchägug, i uß die uieie erbreitet venda amit die un⸗ 3 , dem Sornae gehens, nutziten doͤlg uweni eönen zedewi geglichen veda ⸗ te Stelen n i⸗ breiten, etwin ichtung angetyen einer Dreit wa ſeyn, durfatnt Beetfurchen, dall ng deur ve waͤre n chen und ofe er Deßät at n der anden ai unerlozlice kir n konate,¹ vnin 1, und dein äch turtane p guſenda an ler ſo kan ſei Abwaͤſſerung. 95 ßig anhaltenden Regen eher ertragen, weil das Waſſer in der Tiefe Naun genug hat, ſich zu ver⸗ ſensen, und nicht ſo leicht bis zur Oberflaͤche heraufſtaut. Wird aber die Naͤſſe ſo ſtark, daß ſie die Kapazitaͤt der tieferen Ackerkrume uͤberwiegt, ſo wird der Boden um ſo mehr von der Feuchtigkeit lei⸗ den, und es wird um ſo laͤnger dauern, ehe er wieder austrocknet, je tiefer ſeine lockere Waſſer⸗ auf⸗ nehmende Oberflaͤche iſt. Ueber dieſe Vertiefung des Bodens iſt in der Lehre vom Pfluͤgen gehandelt. Je tiefer der Boden in ſeiner Ackerkrume, um deſto tiefer muͤſſen die Waſſerfurchen ſeyn. Denn, um gehoͤrig zu wirken, muͤſſen ſie in den undurchlaſſenden Untergrund ſelbſt eindringen. Thun ſie das nicht, ſo zieht ſich das Waſſer aus ſelbigen wieder in die lockere Erde hinein. des Gefaͤlles angelegt wuͤrden ſie wenig helfen, indem ſie höchſtens nur die zunaͤchſt an ihren Kanten befindliche Feuchtigkeit wegnehmen koͤnnten, die uͤbrige aber ſich auf dem undurchdringlichen Unter⸗ grunde herabziehen wuͤrde, ohne die Furchen zu beruͤhren. Folglich muͤſſen ſie faſt horizontal und quer den Abhang durchſchneiden, ſo das herabziehende Waſſer auffangen, und es in einem, dem Gefaͤlle nach, herablaufenden Abzugsgraben fuͤhren. Sind ihre Waͤnde und ihre Sohle aber nicht waſſerdicht, ſo zieht ſich das Waſſer nach dem Geſetze der Schwere wieder ein, und durch eine andere Aürhe una des Ackers bis zur neuen Waſſerfurche hindurch. So tiefe Auffangefurchen haben aber große Schwierigkeiten, indem ſie bei jedem Pfluͤgen zer⸗ ſtoͤrt, und— wenn der Naͤſſe unterworfenes Land immer abgewaͤſſert ſeyn ſoll— nach jedem Pfluͤ⸗ gen wieder aufgeworfen werden muͤſſen, obwohl dies bei der Beſchwerlichkeit der Arbeit ſelten ge⸗ ſchieht. Die Verbreitung der vielen ausgeworfenen Erde erfordert viele Arbeit. An die Stelle der wieder zugepfluͤgten Waſſerfurchen entſtehen Sinken, und wenn man dieſelbe Stelle bei der Ziehung neuer Waſſerfurchen nicht trifft, ſo entſteht hier, beſonders beim Aufgange des Schnees, eine nach⸗ theilige Waſſerſammlung. Solche tiefe Waſſerfurchen geben bei ſtarkem Schneewaſſer und Gewitter⸗ fluthen, wenn ſie auch noch ſo vorſichtig angelegt worden, dennoch oft Veranlaſſung, daß die Erde weggeriſſen wird. Deshalb ſind in dieſem haͤufig vorkommenden Falle die verdeckten Zuͤge vorzuͤglich angemef⸗ Verdeckte Zuͤge. ſen, und die Koſten ihrer Anlage bezahlen ſich auf ſolchem naßkalten und waſſergalligen Boden oft in einem oder zwei Jahren. Nach richtiger Anlegung derſelben kann der Acker voͤllig eben gehalten, wechſelsweiſe nach allen Richtungen und faſt bei jeder Witterung und zu jeder Jahreszeit bearbeitet werden, und wird nie an uͤberfluͤſſiger Naͤſſe leiden. Ich vindizire den gewiß urſpruͤnglich deutſchen Namen Unterdrains wieder fuͤr dieſe Waſſerzuͤge. §. 246. Bei der Anlegung derſelben iſt nun Folgendes hauptſaͤchlich zu beobachten: Richtung des Abhanges gelegt werden, ſondern muͤſſen ſolchen quer durchſchneiden, weil ſie ſonſt das herunterziehende Waſſer nicht ſaͤmmtlich auffangen wuͤrden. In ihrer diagonalen Richtung muͤſſen ſie nach ihrem Ausleerungspunkte einiges, aber ſehr geringes Gefaͤlle haben, auf 10 Ruthen nicht mehr als hoͤchſtens einen Zoll, weil ſie ſich bei einem ſtaͤrkern Gefaͤlle leichter verſtopfen. Daß man ſich nicht nach der unebenen Oberflaͤche richten darf, ſondern die Horizontallinie der Sohle wahrneh⸗ men muß, verſteht ſich von ſelbſt. Man giebt ihnen ihren Ausfluß am beſten in einem offenen Ableitungsgraben, und verſieht jenen mit eingetriebenen Pfaͤhlen, damit er nicht einſinke und jederzeit erkannt werde. Zuweilen laͤßt man mehrere Unterdrains in einem Hauptunterdrain zuſammenkommen. Wo moglich iſt dieſes aber zu vermeiden, weil ſie ſich dann leichter verſtopfen, und man die Stelle der Berſtopfung nicht ſo leicht entdeckt. Denn in der Richtung Anlegung der Bei einem abhaͤngigen Felde duͤrfen ſie, wenn ſie gehoͤrige Wirkung thun ſollen, nie in der unterdrains. 96 bwaͤſſerung. Deerr Ableitungsgraben muß durchaus ein ſolches Gefaͤlle haben, daß ſein Waſſer nie bis zur Hoͤhe der Ausfluͤſſe heraufſtauet.— Sie werden in verſchiedener Tiefe angelegt. Wenn ein undurchlaſſender Untergrund unter dem poraͤſen Boden liegt, ſo muͤſſen ſie bis in jenem hineindringen, und der eigentliche Waſſerzug muß darin zu liegen kommen. Findet ſich das Thonlager flach, ſo iſt es genug, wenn der Zug nur eine Bedeckung von 12 Zoll, oder wenn die Oberflaͤche ſchon ziemlich bindend iſt, nur von 10 Zoll Erde bekomme, vorausgeſetzt, daß man nicht uͤber 6 Zoll tief pfluͤgen will. Bei loſerem Boden muß die Bedeckung 18 Zoll, zuweilen 24 Zoll ausmachen. Auch aͤndert ſich dieſe Tiefe natuͤrlich, wo der Drain durch eine Anhoͤhe, die man jedoch moͤglichſt zu vermeiden ſucht, gehet. Der eigentliche offene Zug braucht nur 9 bis 10 Zoll tief zu ſeyn.— Ddie Weite des eigentlichen Zuges kann mehrentheils ſehr geringe ſeyn. Sie richtet ſich jedoch nach dem Ausfuͤllungsmaterial. Soll er mit rauhen Feldſteinen ausgefuͤllt werden, ſo muß er oben 16, unten 10 Zoll haben. Bei der Ausfuͤllung mit Waſenholz macht man ihn oben hoͤchſtens 12 Zol, oft nur 9 Zoll, und unten 2 bis 3 Zoll breit. Man öfnet alſo bei der Anlage die obere Erde ſo weit als noͤthig iſt, um dieſen Zug in erforderlicher Tiefe ausſtechen zu koͤnnen.* Dieſes Oefnen geſchieht bei groͤßeren Anlagen in der Regel zuerſt mit Pfluͤgen. Man wirft zwei Pflugſtreifen rechts und links ab, und laͤßt dazwiſchen einen Balken von etwa 15 Zoll Breite ſtehen. Dieſen ſpaltet man dann mit einem ſtarken doppelten Streichbrettpfluge, zum erſten Mal etwa 1 Fuß tief, und beim zweiten Einſetzen ſucht man noch 6 bis 8 Zoll tiefer zu kommen. Man zieht die Erde dann vom Rande etwas ab, damit ſie bei der Arbeit nicht wieder hineinfalle. Das uͤbrige reine Ausſtechen vollfuͤhrt man dann mit Spaten, naͤmlich mit einem gewoͤhnlichen unten ſchmaler zulaufenden, und einem andern, deſſen Blatt oben nicht breiter iſt, als der erſte unten war, und der dann unten auf 3 Zoll Breite abfaͤllt. Durch ein gleichmaͤßiges Einſtechen und Heraus⸗ heben der Erde mit einem Spaten nach dem andern bildet ſich dann der Zug von ſelbſt. Man ebnet ſeme Waͤnde, und reiniget ihn unten mit einer gekruͤmmten hohlen Schaufel von aller loſen Erde. Dann wird der eigentliche Zug gewoͤhnlich entweder mit Steinen oder mit Waſenholz ausgeſetzt. Die Wahl richtet ſich hauptſaͤchlich nach dem Vorhandenſeyn oder der bequemeren Herbeiſchaffung des einen oder des andeven. Wo man Steine auf dem Acker hat, waͤhlt man dieſe. Solche Feldſteine werden dann, große und kleine durcheinander, in den Zug gelegt, mit der Vorſicht, daß die breite⸗ ſten und platteſten Seiten an die Waͤnde des Zuges kommen. Nimmt man Waſenholz, ſo wird ſol⸗ ches entweder in Faſchinen gebunden, oder beſſer Stuͤckweiſe eingelegt, und zwar ſo, daß das dickſte unten komme, und das duͤnnſte Reis oben. Ddie Erfahrung hat gelehrt, daß das leichte waͤſfrige Holz laͤnger ausdaure, wie das haͤrtere, feſte; und das Erlen⸗, Weiden⸗, Pappelnreis ſich am beſten dazu paſſe, ſelbſt beſſer wie das harzige Kienen⸗oder Wachholderholz. Es muß jedoch friſch gehauen und im vollem Safte ſeyn. Man nimmt uͤbrigens dasjenige, was man haben kann. Im Allgemeinen hat man gefunden, daß die mit Holz ausgefuͤllten Zuͤge ſich weniger verſtopfen und laͤnger ausdauern, als die mit Steinen gemachten, Denn wenn auch das Holz verfault, ſo bleibt dennoch im Thon der Zug offen. 62 b. Das Ausfuͤllungsmaterial wird dann mit Stroh, oder wenn man es wohlfeiler hat, mit Haide⸗ 1 kraut, Binſen u. dgl. bedeckt, um das Einkraͤmeln der uͤbergeworfenen Erde zu verhuͤten. Auch legt man wohl den von der Oberflaͤche abgeſtochenen Raſen daruͤber, mit der gruͤnen Seite unten. Dann tritt man es etwas feſt. Bei der nun wieder uͤberzuwerfenden Erde iſt die Vorſicht noͤthig, daß man zwar nicht gar zu loſe Erde, aber auch keinen feſten Thon zunaͤchſt uͤber den Zug herlege, weil jene hineinkeunein dieſer denft mon d Nnn uugehe Raaf dem de Igand älegewundene ztt. Die the gätt, wenn d ehren in diel 1 In loſem, feinen oder gi dan zu ſibtd Yet trocknung u Nach Ver niſen dieſer J auf einer Diſta ſomuͤſſen ſie n Wenn u das lebel der Pächter, die Einem Freun gewann dar Eine? man ſie nich Die iſt ein Gegel 5) Die hoͤhen umgeb daͤchen herabf den muß. N deter haden Hüͤffe inher bezahlen, w Schlucht ſi noch niedere Grabens mi und berechn Manc zuleiten, we ſtt, daß dies Regenbäͤchen Gefäͤlle habe Dritter Th s zur dem muß eine eede die der Rene jedoch oben Zol,, weit t zwei tehen. 1 Fuß ie Erde nnlichen ee unten Heraus⸗ an ehnet de. ggeſetzt. ung des dſteine breite⸗ ird ſol⸗ dickſte artere, harzige Man erſtopfen b bleibt Haide⸗ luch legt Dann ht gar zu kruͤmeln, dieſer Abwaͤſſerung. 97 dieſer aber, wenn er ſich feſtgeſetzt hat, das Einziehen des Waſſers verhindern wuͤrde. Die uͤbrige Erde wirft man dann in der Art wieder daruͤber her, daß die fruchtbare oben bleibe. Die Stelle muß ein wenig aufgehöhet werden, weil ſie ſich nachher ſackt. Da dennoch Erde uͤbrig bleibt, ſo wird dieſe auf dem Felde vertheilt.— In ganz thonigem Boden hat man die Zuͤge nur ſehr ſchmal gemacht, ſie mit loſem oder in Seile gewundenen Stroh ausgefuͤllt, oder ſie ganz offen gelaſſen, und oben nur mit einem Raſen be⸗ deckt. Die thonige Erde ſetzt ſich bald feſt, und bildet ein Gewoͤlbe uͤber den Zug; ſo daß er offen bleibt, wenn das Stroh verweſet war. Hier hat man auch mit einem ſogenannten Maulwurfspfluge Roͤhren in die Erde gezogen, und dieſes zureichend gefunden. 3 In loſem, beſonders moorigen Boden hat man ſich kuͤnſtlicherer Ausſetzungen von glatten Bruch⸗ ſteinen oder Ziegeln, die beſonders dazu geformt waren, bedient, um die Waͤnde zu befeſtigen, und den Zug ſelbſt dann ganz offen gelaſen.. Vergl. Anleitung zur engliſchen Landwirthſchaft, Bd. II. Th. 1. S. 50., und Johnſtone uͤber Aus⸗ trocknung nach Elkingtons Art, uͤberſetzt vom Gr. v. Podewils, Berlin 1799, an verſchiedenen Drten. Nach Verhaͤltniß der Feuchtigkeit eines Ackers oder auch einer aus gleicher Urſach naſſen Wieſe maͤſſen dieſer Zuͤge mehr oder weniger ſeyn, naͤher oder entfernter liegen. Gewoͤhnlich macht man ſie auf einer Diſtanz von 3 bis 4 Ruthen. Iſt der feuchte Boden ſehr thonig mit einer flachen Krume, ſo muͤſſen ſie noch dichter liegen..““ Wenn man das Ausfuͤllungsmaterial bei der Hand hat, ſo ſind die Koſten dieſer wichtigen und das Uebel der Naͤſſe gruͤndlich heilenden Verbeſſerung unbedeutend. Es unternehmen ſie in England Paͤchter, die nur wenige Jahre ihres Bleibens ſicher ſind, und oft bezahlt ſie ſich im erſten Jahre. Einem Freunde, der ſie auf meinen Rath anlegen ließ, koſtete der Jochart 5 Fl. 22 Pr., und er gewann darauf im naͤchſten Jahre 5 Metzen Weizen mehr. Eine Vorſicht, welche man bei ſo entwaͤſſerten Feldern oder Wieſen beobachten muß, iſt die, daß man ſie nicht mit ſchwer beladenen Wagen gerade in der Richtung der Zuͤge befahren laſſe. Die Verfertigung ausgemauerter Kanaͤle unter der Erde, um eine große Waſſermaſſe abzuleiten, iſt ein Gegenſtand der Baukunſt. §. 247... K 3 B) Die zweite Urſache der Naͤſſe findet hauptſaͤchlich in Thaͤlern ſtatt, die ringsumher mit An⸗ hoͤhen umgeben ſind, von welchen ſich das Waſſer auf der Oberflaͤche herabzieht, oder in Regen⸗ baͤchen herabfließt, und nun nirgends einen weitern Ausweg findet, ſondern hier einziehen und verdun⸗ ſten muß. Wenn dieſe Thaͤler keinen ſehr durchlaſſenden Boden oder natuͤrliche unterirdiſche Waſſer⸗ ableiter haben, ſo werden ſie dadurch oft voͤllig zu Suͤmpfen oder gar zu Teichen und Seen. Die Huͤlfe iſt hier mehrentheils ſehr ſchwierig; jedoch kann ſie es mehr oder minder ſeyn, und ſich zuweilen bezahlen, wenn man die umgebende Anhoͤhe da, wo ſie am niedrigſten iſt, oder wo ſich etwa eine Schlucht findet, mit einem hinreichend tiefen Graben durchſticht, und dadurch das Waſſer zu einer noch niederern Gegend, und endlich zu einem Fluße oder See hinleitet. Man muß hier die Koſten des Grabens mit der Groͤße und der Guͤte der Flaͤche, welche man dadurch gewinnen wuͤrde, vergleichen und berechnen, wie ſich der Werth der letztern zu erſtern verhalte. 34 Manchmal kann es unausfuͤhrbar ſeyn, das Waſſer aus der niedrigſten Stelle des Thales ab⸗ zuleiten, weil man dem Graben von da ab nicht das noͤthige Gefaͤlle geben kann. Wenn man ſicher iſt, daß dies Waſſer nur Ober⸗ oder Tagewaſſer ſey, welches ſich von den Anhoͤhen vielleicht in kleinen Regenbaͤchen herabzieht, ſo kann es rathſam ſeyn, am Abhange der Anhoͤhen ſo hoch, daß er noch Gefaͤlle haben kann, einen Auffangegraben zu ziehen, in welchem ſich das herabkommende Waſſer Ddritter Theil. ——————— B. Herabziehen⸗ des Tagewaſſer. C. Quelen. Lage des Erdbo⸗ dens an Quell⸗ ſtellen. 98 Abwaͤſſerung. ergießen muß, und es aus dieſem dann an einer paßlichen Stelle uͤber oder durch die Anböhe aͤbzulei⸗ ten. Es kann hierdurch wenigſtens ein hetraͤchtlicher Theil der Naͤſſe gehoben werden. Die dritte Huͤlfe in dieſem Falle findet ſtatt, wenn der Boden des Thales eine nicht zu ſtarke Hier legt Schicht von undurchlaſſender Erde, darunter aber durchlaſſenden Kies oder Sand hat. man eine oder mehrere Fanggruben oder ausgepfaͤhlte Brunnen an, welche entweder ſelbſt durch die undurchlaſſende Schicht hindurchgehen, oder man durchbohrt dieſe nur mit einem ſtarken Erdbohrer, da denn das eindringende Waſſer dieſe Loͤcher offen erhaͤlt, und ſich hinlaͤnglich durch ſie hindurch in die durchlaſſende Erde verſenkt. Man hat auf dieſe Weiſe haͤufig Moraͤſte ausgetrocknet, Waſſerpfuhle und Seen verſenkt, und auf deren Grunde einen ſehr fruchtbaren Boden gewonnen. Es iſt aber zu⸗ vorr noͤthig, die Sache genau zu unterſuchen, und ſich zu uͤberzeugen, daß wenn man auch auf Sand kommt, dieſer das Waſſer wirklich verſchlucke, und nicht im Gegentheil, wie zuweilen der Fall ſeyn kann, mit Waſſer ſchon angefuͤllt ſey, welches durch die Vebindung, worin es mit hoͤherem Waſ⸗ ſer ſteht, einen ſo ſtarken Druck rchält, daß es aus der gemachten Deffnung nur noch mehr her⸗ vorſprudelt. Eine partielle Huͤlfe kann man den Feldern in ſolchen Thaͤlern dadurch geben, daß man ſie mit vielen Graͤben durchſchneidet, und ſie durch die ausgeworfene Erde, und vielleicht durch Sand, den man von den Anhoͤhen herabbringt, erhoͤht. Die Fruchtbarkeit und der Reichthum des dhxludem bezahlt fr die muͤhſame Arbeit. 5. 248. C. Die Ouellen und Quellgruͤnde entſtehen, wenigſtens in den bei weitem meiſen Fälle, auf folgende Weiſe. Das Waſſer, welches ſich auf den Gipfeln der Berge und Anhöhen am ſtaͤrkſten aus der Atmoſphaͤre niederſchlaͤgt, verſenkt ſich nach dem Geſetze der Schwere perpendikulaͤr in dem poroͤſen Boden ſo tief es kann, bis es nun durch eine undurchlaſſende Erdſchicht daran verhindert wird. Wenn es auf dieſe kommt, ſo gleitet es auf ſelbiger weiter fort, und bahnt ſich dann einen Ausweg, wo dieſe Erdlage zu Tage kommt. Findet es hier einen freien Ausweg, ſo kommt es als offene Quelle hervor, bahnt ſich bei zureichendem Gefaͤlle ſein ferneres Bette, und fließt als ein Bach der niederen Gegend zu, ohne das umliegende Land auf eine weite Entfernung feucht zu machen. Wenn aber da, wo die undurchlaſſende Erdſchicht am Abhange oder Fuße einer Anhoͤhe zu Ende geht, ein poroͤſer Erdboden ſich angehaͤuft hat, ſo durchzieht das Waſſer denſelben, macht ihn in einem wei⸗ ten Umfange feucht und ſumpfig, bricht dann, durch den Druck von oben gezwungen, in haͤufigen klei⸗ nen quelligen oder quebbigen Stellen aus, oder ſchwitzt durch den Raſen hindurch. Dieſes iſt eine der haͤufigſten Urſachen der waſſergalligen Felder ſowohl, als der Moraͤſte, Bruͤcher und Moore. Es ſind hier oftmals mit großen Koſten Mittel angewandt worden, welche aber nur eine unbe⸗ deutende Huͤlfe geleiſtet haben, oder ganz fruchtlos geweſen ſind. Man hat mannigfaltige Graͤben gezogen, aber beinahe nur die Raͤnder derſelben dadurch trocken gemacht. Wenn ſie auch die gehoͤ⸗ rige Richtung hatten, ſo zog ſich das Waſſer doch unter ihrer Sohle durch, falls ſie nicht zu tief waren, daß ſie den undurchlaſſenden Untergrund erreichten und in denſelben hineingingen. unerlaͤßliche Bedingung iſt, wenn die Graͤben ihre Wirkung thun ſollen, dann aber, wenn man nicht die rechte Stelle in jedem Falle trifft, eine unerſchwingliche Tiefe haben muͤffen, ſo iſt es von hoͤchſter Wichtigkeit, die mannigfaltigen Faͤlle zu unterſcheiden, welche ſich aber, Erdſchichten als Grund der Duellſgellen Ruͤckſicht nimmt, auf wenige reduziren laffen §. 240. Mehrentheils gleitet das Waſſer am Abhange oder Fuße einer Anhöhe nicht von der horizonta⸗ len oder ſchraͤgen undurchlaſſenden Erdſchicht„die ſein weiteres Verſinken verhindert, geradezu herab. Da letzteres eine wenn man auf die Lage der du win fndet daibe evon th⸗ th oni zntn za pfiegt. gſſraus der u llüch haben; N ⸗ zim, die mand ſn Erde ſich her gihertt, und ſ Rrgeſchlagenen 1 es entweder „ es hat ſ j fanaahn über dieſerThon — indem ſie vor aus der thonigte und quebbig, n Die eigen manchmal viel wenn die Oben derſelben auf bei trockner R mehr abhaͤng aufgehalten Falle, wo d Die be untere das p ſinnlichen. 3 b die ſers hindert. die th Das bi Durchdrüche von pordſet! unterwärts Liegt Feuchtigkeit it, Duellen deln ſieht, ſ herobſieht, welcher auf d In die der diefe her der Boden, Abwaͤſſerung. 99 übzulei⸗. Denn man findet faſt immer, daß ſich an dem untern Theile, ſelbſt kieſiger oder ſteiniger Berge, eine tſtarke Vorlage von thoniger Erde gebildet hat, die hoͤher aufwaͤrts duͤnner, nach dem Fuße zu immer dicker er legt zu werden pflegt. Wahrſcheinlich ruͤhrt das von den thonigten Theilen her, welche das herabfließende uch die Waſſer aus der uͤbrigen Erde ausgeſchlemmt und hier abgeſetzt hat. Mag es aber auch eine andere dohrer, Urſach haben; man findet den Fuß der Anhoͤhen gewoͤhnlich mit einer ſolchen thonigten Vorlage um⸗ durchuk geben, die manchmal von betraͤchtlicher Staͤrke, zuweilen aber auch nur duͤnne iſt. Daß in der poroͤ⸗ erpfuhle ſen Erde ſich herabſenkende Waſſer wird alſo von der thonigten Unterlage und von dieſer Vorlage ein⸗ aber zu⸗ geſperrt, und ſo ein Waſſerbehaͤlter gebildet, worin ſich nach Verhaͤltniß der aus der Atmoſphaͤre nie⸗ fSand dergeſchlagenen Feuchtigkeit das Waſſer mehr oder minder anhaͤuft. Es ſtauet nun ſo weit herauf, all ſeyn daß es entweder da uͤberfließt, wo die thonigte Vorlage zu Ende geht, oder, was haͤufiger der Fall n Waſß iſt, es hat ſich durch dieſe thonigte Vorlage an duͤnnern Stellen derſelben Auswege gebahnt, wo es hr her⸗ durchdringt. Es koͤmmt dann aber in dieſen Faͤllen nicht gleich voͤllig zu Tage, indem ſich naͤmlich auͤber dieſer Thonlage wieder poroͤſe Erde, die haͤufig ſchwammigter und mooriger Art zu ſeyn pflegt, ſe mit— indem ſie von der Feuchtigkeit ſelbſt gebildet worden— angehaͤuft hat. In dieſer zieht ſich das , den aus der thonigten Lage hervordringende Waſſer herab, macht eine groͤßere oder geringere Flaͤche feucht dodens und quebbig, und erzeugt hier Suͤmpfe, Moore und Binſengruͤnde. 4 Die eigentliche Quelle oder der Ort, wo das Waſſer aus der thonigten Lage hervordringt, liegt manchmal viel hoͤher, wie die Stelle, wo ſich die Feuchtigkeit zuerſt auf der Oberflaͤche zeigt. Denn Faͤllen wenn die Oberlage der poroͤſen Erde ſtark und der Abhang betraͤchtlich iſt/ ſo gleitet das Waſſer anter rkſe 1 derſelben auf der Thonlage herab, und zeigt ſich auf der Oberſlaͤche wenigſtens nicht deutlich und nicht in den bei trockner Witterung. Sie koͤmmt erſt da zum Vorſchein, wo der Boden am Fuße des Berges nicht der mehr abhaͤngig iſt, oder wo etwa hoͤher aufwaͤrts das Waſſer durch eine Erhebung des Thonlagers hud 7 aufgehalten wird, oder aber das Lager der oberen poroͤſen Erde ſehr duͤnne iſt. Deshalb giebt es auch n nan Faͤlle, wo die Feuchtigkeit ſich ſchon hoch am Berge zu zeigen anfaͤngt.. in Bach 46. 250. Uuchen Die beiden Figuren auf Tafel I.(wovon, ſo wie bei der folgenden, die obere den Grundriß, die Faͤle einer elrt. e geht untere das Proſil eines an ſeinem Fuße quellgruͤndigen Berges oder Anhoͤhe vorſtellt) werden dies ver⸗ Pei ſinnlichen. In dem Profile iſt a die durchlaſſende poroͤſe Erde des Berges oder der Anhoͤhe; n klei⸗ b die darunter liegende horizontale Thonſchicht, welche das tiefere Verſenken des Waſ⸗ ne der ſers hindert. c die thonigte Vorlage, die an dem Fuße des Berges hinaufgeht. unbe⸗ Das bis zur Hoͤhe von q heraufſtauende Waſſer hat ſich hier durch die duͤnnere Thonvorlage Huben Durchbruͤche gemacht, aus welchen es hervordringt. Iſt das Thonlager hier mit einer ſtarken Schicht egehh⸗ von poroſer Erde bedeckt, ſo wird ſich die Feuchtigkeit noch nicht an dieſer Stelle, ſondern erſt mehr warn, unterwaͤrts zeigen.“ tes eine Liegt aber nur wenige Erde daruͤber, wie dieſer Fall hier angenommen iſt, ſo kommt auch die an nicht Feuchtigkeit gleich zu Tage, und es entſtehen hier, wie auf dem Grundriſſe bei O2Q Q angedeutet höchſter iſt, Quellen, mehrentheils in einer Linie oder Hoͤhe, die man indeſſen mehrentheils nicht hervorſpru⸗ age der deln ſieht, ſondern nur durch die Feuchtigkeit bemerkt, indem ſich das Waſſer in dem poroͤſen Grunde herabzieht, und nun die ganze unterliegende Gegend feucht macht bis dahin, wo es in einem Bache, welcher auf dieſen Figuren durch Ff angedeutet iſt, ſeinen Abzug findet. jehnto⸗ In dieſem hier angenommenen Falle dringt alſo das Waſſer ziemlich hoch an der Anhoͤhe aus 8 der Tiefe hervor, und kann ſich gleich oberwaͤrts, manchmal aber auch erſt am Fuße der Anhoͤhe, wo der Boden eben wird, zeigen. N 2 —y 100 Abwaͤſſerung. §. 251. Faͤlle der an⸗ In anderen Faͤllen aber koͤmmt das Waſſer aus dem Thonlager auch an niedrigern Stellen her En e dern urt., vor, und zwar an dieſen entweder allein oder auch an hoͤheren Stellen zugleich. Dieſen Fall ſtlleen tt her ſeh die Figuren auf Tafel II. dar.„ at genugſame Der ſandige, kieſige oder ſteinige Waſſerbehaͤlter geht hier auf der undurchlaſſenden Thonlage kugton aber ruhend und mit einer Thonlage uͤberdeckt mit ſeinem Fuße tief in das flache Land hinein. Das Waſer Uſer mittelſ hat durch den Druck von oben gepreßt, ſich an verſchiedenen Stellen und in verſchiedenen Hoͤhen eerem ene 1 Durchbruͤche gemacht, aus welchen es hervordringt. Je nachdem ſich das Waſſer in dem Behaͤlter hungen anſtell bei naſſer Witterung ſtaͤrker anhaͤuft, und hoͤher in demſelben hinaufſtaut, fließen die hoͤheren Quel⸗ Wenn n 4 len mit dem unteren zugleich. Nimmt aber das Waſſer in dem Behaͤlter ab, ſo verſiegen die oberen der Sohle des Quellen, und nur die unteren fahren zu fließen fort. An den hoͤheren Stellen entdeckt man alſo bei befunden, mal trockener Witterung in dieſem Falle keine Spur des Waſſers, wogegen in dem vorigen die Räͤſſe ſich dem ſandigen immer in derſelben Hoͤhe zeiigt. Dieſe Wahrnehmung unterſcheidet die beiden Faͤlle oft ſchon hinrei⸗ aus dieen köch chend, oder leitet doch zu ihrer Unterſcheidung; jedoch gelangt man oft erſt durch den Erdbohrer oder ſeine Sohle no durch Eingraben zu mehrerer Sicherheit. Und dies iſt nothwendig, da die beiden Faͤlle eine verſchie⸗ der Bach— dene Anlegung des Abfangegrabens erfordern, und bei Verwechſelung der Fälle dieſer an der uncch Elkingt tigen Stelle angelegt wenig fruchten wuͤrde. 8 1 Mſehend voll! nur noch duͤn 4§. 252. ſich ſchnell au Haͤlfe im erſten Jm erſten Falle naͤmlich wuͤrde es wenig helfen, wenn der Graben an dem tiefſten Orte, wo er mit einem Fale⸗ ſich die Feuchtigkeit freilich am ſtaͤrkſten zu zeigen pflegt, angelegt wuͤrde; die ganze oberhalb liegende achher auf Gegend wuͤrde dadurch nicht trocken werden. Denn man trifft hier den Waſſerbehaͤlter nicht mehr, hierdurch au in welchem ſich das Waſſer angeſammelt hat, es faͤhrt deshalb fort, an den hoͤheren Stellen auszu⸗ Graͤben ſeh fließen, und ſich durch die poroͤſe Oberflaͤche durchzuziehen. Dringt man mit dem Graben nicht bis ſprudeln vo auf die Thonlage ein, welches wegen der angehaͤuften moorigen Erde nnd wegen des mangelnden Anwendung Gefaͤlles zuweilen gar nicht angeht, ſo zieht ſich die Feuchtigkeit ſelbſt unter der Sohle des Grabens Durc hindurch, auch aus dem Graben wieder in die ſchwammige Erde hinein, und kommt auch unterhalb odens ange deſſelben wieder zum Vorſchein. Wenn hingegen der Graben oberwäͤrts bald unter der Linie, wo das ganzen Gege Waſſer durch das Thonlager durchdringt, und da, wo ſich die Feuchtigkeit auf der Oberflaͤche zuerſt aan ſch die außert, angelegt und bis in das Thonlager hinein verſenkt wird,— welches hier wegen der duͤnneren 68 ki Oberlage leichter iſt, und wobei man hinreichendes Gefaͤlle behaͤlt,— ſo wird das herabziehende Waſ⸗ nan and 4 ſer dadurch aufgefangen, und die unterliegende Gegend muß trocken werden. wimean — 8. 4 hoheren Qu 1. 253.— durchlaſſend Huͤlfe im zwei⸗ Im zweiten Falle hingegen wuͤrde dieſer in der hoͤheren Linie angelegte Graben von geringem daher auch ten Jale. Nutzen ſeyn, indem er nur das oberhalb hervordringende Waſſer, welches ſich nur bei einer ſtarken Anhoͤhe di Anhaͤufung des Waſſerbehaͤlters zeigt, auffangen, aber nicht das unterhalb hervorquellende abſchnei⸗ au fließen. den koͤnnte. Hier muß vielmehr der Graben an der niedrigſten Stelle, wo noch Waſſer durch sds lggten Gra . Thonlager hervordringt, angelegt werden. 5* 1 4 treiben kon⸗ Kann man hier nun mit dem Graben in das Thonlager ſo tief eindringen, daß man auf dem nun aber ve poroͤſen Waſſerbehaͤlter oder deſſen ſich tief hineinziehende Adern kommt, ſo wird dem ſaͤmmtlichen iu beraͤſern darin angehaͤuften Waſſer Luft geſchafft, und es kann ſich an dieſem niedrigſten Orte voͤllig ausleeren. De Die oberen Quellen werden folglich, da das Waſſer nicht bis zu ihnen hinaufſtauen kann, zu fließen nehr durch aufhoͤren, und die ganze Breite wird trocken werden. 2 89 1 Nach Verh Abwaͤſſerung. 101 §. 254.. ellen her⸗ Eine ſolche Vertiefung findet aber hier ſelten ſtatt, theils weil das Thonlager uͤber den Waſſer⸗ Anwendung der ſtelle behaͤlter hier ſehr ſtark zu ſeyn pflegt, theils weil man von der Sohle des tiefen Grabens ab nicht Bryrkechor. mehr genugſames Gefaͤlle hat. Deshalb iſt die vom Doktor Anderſon angedeutete, von El⸗ honlage kington aber erfundene und ſo haͤufig zur Bewunderung von ganz England ausgefuͤhrte Huͤlfe, dem Vaſer Waſſer mittelſt der Bohrloͤcher Ausfluß zu geben, von ſo großer Wichtigkeit, daß das Parlament dahen letzterem eine ſehr anſehnliche Belohnung bewilligte, uͤber die Anwendung ſeiner Methode Unterſu⸗ Sehätter chungen anſtellen, und andere darin belehren ließ.. 4 —n Ducl Wenn man naͤmlich mit dem Graben bis in das Thonlager eingedrungen iſt, ſo macht man in Lcbertn der Sohle des Grabens entweder mit dem Spaten Verſenkungen, oder aber, was voͤllig zureichend alſ bei befunden, man bohrt nur mit einem ſtarken Erdbohrer Loͤcher durch die Thonlage durch, bis man auf iſe ſch dem ſandigen oder kieſigten Waſſerbehaͤlter kommt, wo dann das Waſſer oft mit gewaltiger Macht hinrei⸗ aus dieſen Löchern hervordringt, und ſich in dem Abfangegraben ergießt, aus welchem es dann, da er oder ſeine Sohle noch hoͤher liegt, wie der niedrigſte Theil der Gegend— gewoͤhnlich ein darin herfließen⸗ erſchie⸗ der Bach— durch den Abzugsgraben abfließen kann. undic⸗ Elkington machte dieſe Erfindung zufaͤllig, indem er in einem vergeblich angelegten Graben ſtehend voll Unmuth mit einer eben daliegenden eiſernen Stange auf den Boden ſtieß, hierdurch die nur noch duͤnne Thonlage durchbrach, worauf das Waſſer mit ſolcher Gewalt hervorſprudelte, daß er ſich ſchnell aus dem Graben herausheben mußte. Nachdem er dieſem Waſſer Abzug gegeben, machte ete, wo er mit einem Bohrer mehrere Loͤcher, und legte auf die Weiſe die ganze Gegend bald trocken. Er hat liegende nachher auf dieſe Art eine Menge bewundrungswuͤrdiger Entwaͤſſerungen bewirkt, und ſein Name iſt ir mehr, hierdurch auf ewige Zeiten beruͤhmt geworden. Es koͤmmt dieſer Fall indeſſen bei der Ziehung von en auszu— Graͤben ſehr haͤufig vor, und jeder mit Grabenziehen lange beſchaͤftigte Arbeiter kennt dieſes Hervor⸗ nict bis ſprudeln von Quellen aus dem thonigen Grunde eines Grabens. Elkington verſtand nur, die gehoͤrige angelnden Anwendung von dieſer zufaͤlligen Beobachtung zu machen. Grabens Durch ſolche Graͤben und Bohrloͤcher wird dem in den Sand⸗, Kies⸗ und Steinlagen des Erd⸗ nterhalb bodens angehaͤuften Waſſer an der niedrigſten Stelle Ausfluß verſchafft, und das Waſſer dann aus der io das ganzen Gegend durch die kommunicirenden durchlaſſenden Schichten und Adern dahin abgeleitet, in⸗ . zuerſt dem ſich dieſe um ſo ſtaͤrker oͤffnen, je mehr das Waſſer einen Zug dahin bekommt. ünneren Es koͤnnen alſo durch die Anlage eines ſolchen mit Bohrloͤchern verſehenen Grabens— wenn de Waſ⸗ man anders den Waſſerbehaͤlter oder eine Ader deſſelben richtig trifft— alle Stellen, die uͤber der Horizontallinie ſeiner Sohle liegen, in einer Gegend von weitem Umfange trocken gelegt, und alle hoͤheren Quellen zum Verſiegen gebracht werden, wenn ſte, wie es gewoͤhnlich der Fall iſt, durch durchlaſſenden Schichten und Adern des Erdbodens mit einander in Kommunikation ſtehen. Es iſt geringem. daher auch nichts Seltenes geweſen, daß durch dieſe Anlage auf einer Seite eines Berges oder einer er ſtarken Anhoͤhe die andere Seite deſſelben trocken wurde, ja daß ſogar Quellen, die dort einen Bach bildeten, abſchnei⸗ zu fließen aufhoͤrten, und folglich Waſſermangel entſtand. Dagegen verſchaffte man ſich in dem ange⸗ urch das legten Graben zuweilen unerwartet einen ſo ſtarken Waſſerzufluß, daß man Muͤhlenwerke damit be⸗ treiben konnte. Auch konnte das aufgefangene Waſſer oft zur Bewaͤſſerung des niedriger liegenden, 4 nun aber von unten trocken gelegten Bodens benutzt, und ſo nun aus moraſtigen Gruͤnden willkuͤhrlich auf dem untlicen zu bewaͤſſernde Wieſen gemacht werden. usleeren. Die Bohrloͤcher verſtopfen ſich, wie die Erfahrung gelehrt hat, nicht leicht, ſie werden viel⸗ u feßen mehr durch das hervordringende Waſſer erweitert, und es entſtehen gleichſam kuͤnſtliche Quellen. Nach Verhaͤltniß des Waſſerzufluſſes werden ihrer mehrere oder wenigere gebohrt. Auf allen Fall 10² Abwaͤſſerung: kann man ſie mit einer kleinen Einfaſſung umgeben, damit ſie ni 1 ralthe konnte herabſinken ſollte, verſchuͤttet werden. 4 auc ſind ſie dunt ite der df wwa die Grabenwand derwenem ſi wie ſich von ſelbſt verſteht, nie erwarten, d Graben zu dfnen e Manrmuß aber uni wed en, daß ein ſolcher Graben auf die Entwaͤſſerungen von Stelle wirken ſolle, die unterhalb der Horizontallinie ſeiner Sohle liegen; es ſey denn, daß die ei 3 m e Quelle, wie im erſten Falle, wirklich hoͤher aus den Thonlager hervordraͤnge, die F Feuchti keit Mtemd den wegen der Bedeckung mit poroͤſer Erde ſich erſt tiefer zu zeigen anfinge. 4 gelt aber autm Zirkelbe Ich glaube durch dieſe wenigen Wocte, die Manchen ſo verwickelnd ſcheinende Materie von der firkſte Anlage Abfangung der Quellen und der Trockenlegung quelliger Gruͤnde genugſam erlaͤutert zu haben. K 4. hiis Mvori Lehre iſt ſehr einfach, es gehoͤrt aber eine genaue Unterſuchung der ganzen Gegend und der Schi adi nndem md 85 Dgeh die man ſich oft zufaͤllig an eingeſtuͤrzten Abhaͤngen beim Brunnengraben, ue Phr uddn E 82„ wer dah r anns anuch des Erdbohrers verſchaffen kann— dazu, um ſie fuͤr jede beſondere boka⸗ haltniß des R Wir haben Johnſton's Abhandlung uͤber das Austrocknen der Suͤmpfe un gruͤndiger Aecker nach Elkington's Verfahren, uͤberſetzt von dem Grafen 8 und bunifea e Penn d worin die Sache ausfuͤhrlich aber dennoch nicht vollſtaͤndig und etwas verworren Ah ehandel Raſe des eing Man wird ſich indeſſen nach dem Vorgeſagten einen klaren Begriff von mehreren verſchiedenen auen Das 1 daraus machen koͤnnen. Ueber die beſendee Anwendung auf auellige Moore weiter unten. halten, und! *§. 255. ba hu. D. Ven Stro⸗ D. Das Austreten der Ströͤme und Fluͤſſe au 3 men. zu weiten Vetfes wird durch Daͤmme, die d Suceß tee ſwſ auch dſe Verngeenn ura bau Die zweckmaͤßige und ſichere Anlegung dieſer Deiche lehrt die ſehr verwi ſ aller Anſtrengung trefflicher theoretiſcher und praktiſcher kanuh noch kahn wicptaſen Genb dieſes gefall ſchwankende und daher in der Ausfuͤhrung ſo leicht fehlgreifende Deichbaukunſt. Die Anlage un 4 Unterhaltung groͤßerer Eindeichungen iſt, was ihre Ausfuͤhrung und Aufſicht anbetrifft nuen d Sache des Privatmans⸗ ſondern des Staats oder der Kommune, die ſolche beſondern woßf unt 3 Das richteten und erfahrnen Werkverſtaͤndigen auftragen. Indeſſen kann es dem an ſolchen Stroͤmen ua niht ſo e nenden Landwirthe intereſſant und nuͤtzlich ſeyn, ſich davon eine gruͤndliche Renntni u erwerb 3 ſes zu der ge deshalb verweiſe ich denſelben auf folgende Werke: kee un Nan Hunr ichs vraktiſche Anleitun und Dämmer „Hirtomann Anlehung zur d uno um Dig., Sur, 8 Schleuhanhen Bebas enea Theile 1770, 1784. das Paſeer h Riedels Anleitung zur Strom⸗ ² und Deichbaukunde. Berlin 1800. iher der Fäe das Vaſer d Es ſoll durch die Eindeichu Su aun Oeichk. oll durch die Eindei⸗ ng entweder das Land gegen die ſarken An Verwallung und Ueberſtroͤmungen, welche ſich von Zeit zu Zeit Arngn geſi n oder aree den de— mehrentheils bedecktes Land dadurch gewonnen und zur Kultur vorbereitet oder urbar gemacht werden. ich in Man hat gegenwaͤrtig Deiche, die man als voͤllig gefahrlos annehmen kann. Es hat lan 6 Sih gedauert, bevor man aus ſchrecklichen Erfahrungen die groͤßeren Vorkehrungen kennen gelernt 3, Anhoͤhe her welche zur vollkommenſten Sicherung erforderlich ſind. Auf und an dieſen gefahrloſen Deichen kann iftert in e man nunmehro völlig geſichert gegen die gewoͤhnlichen Naturereigniſſe unſers Klima's wohnen, undd indenelben dieſe zeichnen ſich von den Gefahrdeichen, die einer ſehr genauen Aufſicht und Beihülfe bei hohem Waſ⸗ Ruriſtdas ſerſtande beduͤrfen, merklich aus. Jene gefahrloſe Deiche finden aber faſt nur da ſtatt, wo die Ueb ere des Fluſes? ſtroͤmungen bloß vom Ruͤckſtau des Meeres, von ſogenannten Doppelfluthen und vom Wellenſchlage ſe darn za herruͤhren koͤnnen, deren moͤglichſts Groͤße und Gewalt man durch Erfahrung und nach Theorie kei⸗ Sziſ dam Abwaͤſſerung.— 10 3 and nen lernen konate⸗ Dies iſt aber nicht moͤglich, bd die Gefahr der Ueberſtroͤmung von Landfluthen habe, oder von einem ſich ſtopfenden Eisgange herruͤhret, indem es ſich durchaus nicht beſtimmen laͤßt, wie Stellen arg es damit werden koͤnne. riche Im letztern Falle iſt ohne Zweifel ein ſehr breites Vorland— ſo nennt man das zwiſchen dem taber Deiche und dem Strome liegende unbewallte Land— und ein moͤglichſt gerader, oder nur in einem weitem Zirkelbogen ſich kruͤnmender Gang des Flußes ungleich ſicherer, wie die moͤglich hoͤchſte und on der ſaͤrkſte Anlage der Verwallung. Leider iſt man aber haͤufig mit der Eindeichung an manchen Orten d theils zu voreilig— eher das angeſetzte Land ſeine ſogenannte Reife erhalten hatte— theils zu geizig mit dem Lande, welches man fuͤr den Ackerbau gewinnen wollte, geweſen, und hat dadurch die Ge⸗ ſta⸗ fahr und den von Zeit zu Zeit erfolgenden nun vielleicht unabwendlichen Schaden weit uͤber das Ver⸗ e Loka⸗ haͤltniß des Werths des mehr gewonnenen Landes vergroͤßert. g kalt⸗.. 257. 1799, WGenn durch die Deiche der Ueberſtroͤmung aus den Fluͤſſen gewehrt iſt, ſo wird dadurch die Das Binnen⸗ t iſt. Naͤſſe des eingedeichten Landes noch nicht gehoben. waſſer. Faͤllen 1 Das von der Hoͤhe herunterkommende und dem Strome zufließende Waſſer muß ſeinen Abzug er⸗ halten, und ſeiner Stauung und Ueberſtroͤmung muß gewehrt werden. Die Vorkehrungen, welche man hierzu getroffen hat, ſind verſchieden, und muͤſſen es ihrer Lokalitaͤt nach ſeyn. Zuweilen leitet man es durch Kanaͤle dem Fluſſe in moͤglichſt gerade Richtung zu, und laͤßt es Auslaßſchleu⸗ g ihres durch Auswaͤſſerungsſchleuſen(Sielen) unter dem Deiche aus. Sie ſind mehrentheils mit Fallthuͤren ſen. (Sielklappen) verſehen, die das aͤußere Waſſer, wenn es hoͤher ſteht, zuſchließet, wogegen ſie, wenn geachtet dieſes gefallen iſt, von dem innern herausdraͤngenden Waſſer geoͤffnet werden. ndſätzen. age und 1 5§. 258. b eten die Das hoͤher liegende Marſchland entledigt ſich dadurch ſeiner Naͤſſe mehrentheils ganz gut. Aber Entwaͤſſerung ¹ unter nicht ſo dasjenige, was gewoͤhnlich mehr landeinwaͤrts, niedriger liegt, als der Waſſerſpiegel des Fluſ⸗ hee nedern en oh⸗ ſes zu der Zeit ſteht, wo die Ableitung des zufließenden Waſſers am noͤthigſten waͤre. en, und Man hat hier mancherlei partielle Huͤlfsmittel gebraucht, und ſolches Niederland mit Graͤben — und Daͤmmen umgeben, die das von der Hoͤhe herabkommende Waſſer auffangen. Man hat, wo 9, 1752, das Waſſer herdurchgehen mußte, hohe Waͤlle aufgeworfen, die das Waſſer in betraͤchtlicher Hoͤhe uͤber der Flaͤche des Bodens erhalten, und es ſo durch die Niederung durchfuͤhren. Zuweilen hat man das Waſſer doch nicht hoch genug zu halten vermocht, ſondern hat es aus den Graͤben uͤber die Daͤm⸗ me, welche die Niederung umgaben, durch Schoͤpfmaſchinen heruͤbergießen muͤſſen. Solche innere . Verwallungen,(Binnendeiche, Nothdeiche) ſinden uͤbrigens nur da ſtatt, wo man einen feſten Fuͤſen thonigen Boden hat; in einem poroͤſen, der Durchſinterung unterworfenen Boden, wuͤrden ſie ver⸗ Vaſer geblich ſeyn. wetden.. Sicherer iſt der Weg, dieſes Waſſer durch einen betraͤchtlichen Kanal abzufangen, der an der ttlange Anhoͤhe heruntergezogen wird, und das ſaämmtlich herabkommende Waſſer aufnimmt, den man aber nt hat, oft erſt in einer weiten Entfernung, wo das Niveau des Waſſerſpiegels im Fluße ſicher niedriger ſteht, in kann in denſelben einfallen laͤßt. Hat ein ſolcher Kanal zureichendes Gefalle, ſo ſichert er vollkommen. tund Nur iſt das Ueble, daß er oder der Strom ſelbſt ſich unterwaͤrts ſo leicht verſandet, wodurch ſein oder n Waſ⸗ des Fluſſes Bette ſo erhoͤht wird, daß der Kanal nun nicht zureichenden Abfluß hat, ſondern das Waf⸗ lUeber⸗ ſer darin zuruͤckſtaut. Nicht ſelten iſt dadurch ſchon voͤllig entwaͤſſertes Land wieder moraſtig geworden. nſchlage Es iſt dann hiergegen zuweilen keine andere Huͤlfe moͤglich geweſen, als einzeln Stuͤcke Landes nach erie lel⸗ — ——— Schoͤpfmaſchi⸗ nen. d Das Durchſin⸗ 4Aq Abwaͤſſerung. 104 der vorerwaͤhnten Art mit Bewallungen von feſter Erde zu verſehen, und ſich des durchdringenden Waſſers durch Schoͤpfmaſchinen zu entledigen. 4 . 4. 1 §. 259. Ddieſer Schoͤpfmaſchinen giebt es mannigfaltiger Arten. Sie werden gewoͤhnlich durch Wind⸗ lluͤgel in Bewegung geſetzt, und die Hollaͤnder ſind darin den Bewohnern aller geſenkten Laͤnder mit ihren Erfindungen und Muſtern vorgegangen. 3 Die weſentlichſten Erforderniſſe derſelben ſind: daß ſie keines ſehr ſtarken Windes zu ihrer Be⸗ wegung beduͤrfen, und unerwarteten Beſchädigungen nicht unterworfen ſind. Denn ohne das wuͤr⸗ den ſie oft gerade zu der Zeit unbrauchbar ſeyn, wo man ihrer am meiſten bedarf. Deshalb ſind die, welche große Kraft erfordern, welche ſehr zuſammengeſetzt ſind, und viel Eiſen enthalten immer ſehr mißlich. Das Schaufelrad, das Wurfrad und die Schnecke erfuͤllen den Zweck weniger oder mehr. Der neu erfundene Belier hydraulique iſt nur in gewiſſen Lagen anwendbar. Der ſeit kur⸗ zem die Aufmerkſamkeit der Mathematiker und Naturforſcher erregende Montgolfierſche Waſſerſtoͤßer iſt wohl zu unwirkſam. Neuerlichſt hat man ſich in Holland auch der Dampfmaſchinen zu dieſer Ab⸗ ſicht zu bedienen angefangen, mit großer Wirkung, aber freilich auch mit ſchweren Koſten. Oft ſind mehrerer ſolcher Werke erforderlich, um ſich das Waſſer, eins dem andern, zuzuheben, eher es auf die erforderliche Hoͤhe gebracht werden kann.. 1 §. 260. Faſt eben die Mittel, deren man ſich in den verwallten Niederungslanden zur Abfangung und terungswaſſer. Ableitung des von der Hoͤhe herunterkommenden Waſſers bedient, ſind auch anwendbar, um das ſoge⸗ Durchſtiche ge⸗ zu geringes Gefaͤlle haben, nannte Durchſinterungs⸗, Grund⸗oder Kufenwaſſer abzuleiten. Dieſes Waſſer iſt dasjenige, wel⸗ ches ſich durch die durchlaſſenden Erdlagen bei hoͤherem Waſſerſpiegel hindurch und in das geſenkte Land hineinzieht. Dieſes Waſfer zieht ſich beim Anſchwellen der Fluͤſſe in den Boden hinein, beim Fal⸗ len derſelben aber nicht ſo leicht wieder heraus; vielmehr pflegt es oft erſt dann hindurchgedrungen zu ſeyn und ſich zu zeigen, wenn das Waſſer in den Stroͤmen ſchon wieder gefallen iſt. Deshalb koͤnnen es die auf dem Strome direkte zugefuͤhrten, mit einer Fallſchleuſe verſehenen, und unter den Wall durchgehenden Graͤben, ſo wie auch die, welche man ſchraͤg und tiefer abwaͤrts in dem Strome erſt einfallen läßt, abfuͤhren. §. 261. 4 Den Ueberſtroͤmungen und Durchſinterungen ſolcher Fluͤſſe, die wegen ihrer Kruͤmmungen ein und deren Anſchwellung nicht vom Ruͤckſtau herruͤhrt, wird dadurch am * kruͤmmter Flug⸗ ſicherſten gewehret, daß man ihnen ein geraderes Bette giebt, und die Hinderniſſe ihres freien Laufs betten. wegraͤumt. Je gerader, deſto ſchneller iſt der Strom, und je ſchneller, um deſto weniger Waſſer enthaͤlt er zu derſelben Zeit in ſeinem Bette. Je ungehinderter, deſto ruhiger fließt er auch, und je ruhiger er fließt, deſto weniger Zerſtoͤrungen richtet er an. Man erreicht dies auf zweierlei Art: Man durchſticht entweder die Kruͤmmungen, und giebt dem Strome durch ſelbige hindurch ein gerades Bette, wodurch man ſeinen Weg um das vier⸗ und fuͤnffache, zuweilen noch mehr verkuͤrzt, und durch das ſtaͤrkere Gefaͤlle ſchneller ausleert. Man ge⸗ winnt hierdurch oftmals eine ſolche Strecke des fruchtbarſten Landes zu Aecker, Wieſen und Fettwei⸗ den, welche die ſaͤmmtlichen Koſten durch ihren Werth bezahlt. Oder aber man leitet nur einen Theil ſeines Waſſers durch einen geraden Nebenkanal, worin das Waſſfer ein ſtaͤrkeres Gefaͤlle, als in dem ſich ſchaͤngelnden Strome hat, ab, ohne jedoch das alte Bette zu verſchließen. Ein ſolcher Graben . braucht ruit anfangs fuin ſebſt d wackrummte n büſtebinſe „Weeſen, deren Niveau nen der Lange den man unte ſer führt das geleiteten Wa lung machen, In ſehr das Bette des den kann. 5 ner Eindaͤmn legte Roͤyren andern niedt zeichnetſten nicht haͤufig ture de la durch mehl Die Nore, f ſerſpiegel w Der der Wieſe Vie tochen zu l nieduger al Achang ho zeugt hatt welches 1 von 2 Fl Hie velches de Baſers d da er eine Ma ttieben we Dae ſcein zeigt Diiter ingenden Wind⸗ der mit ter Be⸗ as wuͤr⸗ ſind die, mer ſehr ger oder ſeit kur⸗ erſtoͤßer ſer Ab⸗ aheben, zung und das ſoge⸗ ge, wel⸗ Z geſenkte beim Fal⸗ rungen zu ib koͤnnen den Wall ome erſt geen ein urch am en Laufs er Waſſer , und je und giebt ier⸗ und Man ge⸗ Fettwei⸗ nen Theil ls in dem er Graben braucht Abwaͤſſerung. 105 braucht anfangs nur ſchmal und flach zu ſeyn; er erweitert ſich in der Folge durch die Kraft des Waſ⸗ ſers von ſelbſt dermaaßen, daß er das ſammtliche Waſſer nun auffaſſen und abfuͤhren kann, und das alte gekruͤmmte Bette des Fluſſes nun unnoͤthig wird und eingehen kann, wie das bei der neuen Oder von Guͤſtebinſe bis Niederwutzen der Fall iſt.— „Wieſen, welche an einem ſich ſtark ſchlaͤngelnden Fluſſe oder Bache liegen, und unter dem oberen Niveau ſeines Waſſerſpiegels, werden dadurch nicht ſelten zu feucht. Man kann oft durch ei⸗ nen der Laͤnge der Wieſe, von dem hoͤheren Niveau zum niedrigſten herab, gezogenen Graben helfen, den man unterwaͤrts in den Bach einlaͤßt, wo deſſen Spiegel niedriger iſt, als die Wieſenflaͤche. Die⸗ ſer fuͤhrt das ausgetretene oder durchgeſinterte Waſſer ſchnell wieder ab, mit Huͤlfe der in ihn hinein⸗ geleiteten Waſſerfurchen. Mit der aus dem Graben ausgeworfenen Erde laͤßt ſich oft eine Verwal⸗ lung machen, wenn man ihn micht weit vom Fluſſe ziehet. §. 262. In ſehr flußreichen Gegenden iſt es nicht ſelten, daß angraͤnzende Niederungen tiefer liegen, wie das Bette des näͤchſten Fluſſes, und dem Waſſer alſo durchaus kein Abzug in ſelbigem gegeben wer⸗ den kann. Hier hat man die unmoͤglich ſcheinende Entwaͤſſerung dadurch bewirkt, daß nach geſchehe⸗ ner Eindaͤmmung des hoͤheren Fluſſes das Waſſer dem Damm und unter dem Fluſſe weg durch einge⸗ legte Roͤhren, durch hoͤlzerne Siele, oder durch eine gemauerte Waſſerleitung fort⸗ und nach einem andern niedriger liegenden Fluſſe hingeleitet worden. Ein paar Faͤlle dieſer Art hat einer der ausge⸗ zeichnetſten Landwirthe Frankreichs, Cretté de Paluel ausgefuͤhrt, die ich als Beiſpiele dieſer ſonſt nicht haͤufig vorkommenden Operation aus dem vierten Theile der Mémoires de la Societé d'agricul- ture de la Seine, T. IV., hier mittheile, indem die ganze Anordnung dieſer Entwaͤſſerungen auch durch mehrere Nebenumſtaͤnde ſehr belehrend iſt. §. 263. Die Wieſe BC ſtand vor dem Jahre 1779, wegen der beſtaͤndigen Ueberſtroͤmung des Fluſſes More, faſt immer im Waſſer, weil der Grund nur um 5 bis 6 Zoll hoͤher als der gewoͤhnliche Waſ⸗ ſerſpiegel war. Der Grund war beſtaͤndig weich und quebbig, und trug nur Schilf und Binſen. Der Fluß Crouſt hat eine hohe Bewallung K K, und trennt dadurch die Wieſe A von der Wieſe B. b 1 Wie Cretté Eigenthuͤmer dieſer Grundſtuͤcke ward, war ſein erſter Gedanke, dieſe Suͤmpfe trocken zu legen. Der Augenſchein und eine angeſtellte Rivellirung zeigten bald, daß die Wieſe A niedriger als die Weeſe B liege, daß aber jene ungleich beſſeres Heu gebe, weil ſie einen natuͤrlichen Abhang hatte, wodurch ſie entwaͤſſert„erden konnte. Nachdem er ſich alſo von dem Gefaͤlle uͤber⸗ zeugt hatte, ließ er an der Stelle C unter dem Crouſt ein eichenes Siel 52 Fuß lang legen, welches 1 Fuß im Durchmeſſer hatte. Dieſe Vorrichtung gab dem Waſſer der Wieſe B ein Gefaͤlle von 2 Fuß. 1 Hierauf ließ er die Bewallung des More verſtaͤrken, von der Muͤhle ab bis zu der Stelle M, Durchleituns des Waſſers un⸗ ter das Bette ei⸗ nes Fluſſes. Cretté's de Paluel erſter Fall, vergl. Taf. III. welches der niedrigſte Theil war. Bei F ließ er eine Schleuſe anbringen, wodurch ein Ueberfluß des Waſſers durch das Siel bei E unter dem Crouſt abgeleitet werden kann. Da er durch dieſe Bewallung F bis G das Waſſer des More uͤber 3 Fuß gehoben hatte, ſo ließ er eine Muͤhle anlegen mit zwei Raͤdern unter einem Dache, die von zwei verſchiedenen Fluͤſſen ge⸗ trieben werden. 1 Die Entwaͤſſerung der Wieſe Cward mit wenigem Aufwande bewerkſtelligt, wie es der Augen⸗ ſchein zeigt. Der ſich ſchlaͤngelnde Fluß iſt um vieles laͤnger wie der Graben 00, der in gerader Linie Dritter Theil. O ————aͤ 106 leeren ſich in dem Hauptgraben aus. Abwaͤſſerung. durch die Mitte der Wieſe gezogen iſt. Das Waſſer des öberen Theils kommt a N, als das Waſſer des Fluſſes nach der Furth M. Ein bei N unter dem Dam ſo weit ſchneller nach m burchgehendes Siel von 18 Fuß Laͤnge, und der Graben 0 O ſind alſo die einzigen Koſten, welche dieſe Entwaͤſſerung ver⸗ urſacht hat. Die Graben, welche vorher auf den Fluß zuliefen, ſind an dieſer Seite zugemacht, und leer Die ganze Wieſe liefert jetzt ein vortreffliches Heu; der obere heil R aber iſt ſo abgetrocknet, daß er zum Gemuͤſebau hoch vermiethet wird. 1 Die kleine Inſel L., ein vormaliger Sumpf, iſt durch den Auswurf des herumgehenden Kanals erhoͤhet und mit Pappeln bepflanzt worden; wodurch auch die untere Gegend bei Q voͤllig entwoͤſſert worden(der hier angelegte Kanal iſt vermuthlich ein Waſſerbehaͤlter fuͤr die Muͤhle). P war ein Moraſt, worin nichts wuchs, weil der Grund nicht hoͤher als der Waſſerſpiegel war. Durch die darin gezogenen Graͤben iſt er um 8 Zoll erhoͤhet, und hat nur einen Abzug an der niedrig⸗ ſten Stelle G.(Warum hat man hier nicht einen Durchſtich gemacht*) 4 1 Das Revier H, welches vormals ganz moraſtig war, hat jetz mit Pappeln bepflanzt. Das umliegende Ackerland Q00 iſt um 15 Deſſelben zwei⸗ ter Fal, vergl. einzelnen hoͤhern Stellen bei der trockenſten Jahreszeit dreien Viehweide. Durch eine einfache und ſehr wenig koſtſpielige Einrich gefaͤhr 70 Arpents(140 Morgen) gewonnen, welche das vortreff! Taf. IV. / Vieh zur reichen Weide dient. Ufer des Fluſſes Crouſt 6 bis 7 Fuß, ſ Der Fluß Rouillon, obgleich betraͤchtlich ent .„§.. Die Wieſe AA war vormals ein Moraſt wegen des mangelnden Abzuges, und diente nur auf benachbarten Gemeinden zur ungeſunden tung hat man eine Wieſe von un⸗ ichſte Heu liefert, und dann dem 264. . bis 18 Fuß hoͤher als die Wieſe. t einen praͤchtigen Raſen, und iſt Der umliegende Acker DDDD war 8 bis 9 Fuß hoͤher, und die ſo daß ſie nirgends Abzug hatte. fernt, gab Gelegenheit, dieſe Wieſe trocken zu legen. Man legte eine von Steinen aufgemauerte Leitung FF unter dem Fluſſe Crouſt durch, und zog einen Graben 1 durch eine andere Wieſe F E von 8 Fuß Breite durch, der das ſaͤmmtliche Waſſer aus dem durch die Mitte der Wieſe A gehenden Hauptgraben aufnimmt und in den Rouillon fuͤhrt. Vor Ausfuͤhrung dieſer Operation mußte eine Verhandlung uͤber die Theilung dieſer ſumpfigten Flaͤche, die keinem gehoͤrte, vorhergehen. Die zwei graͤnzenden Gutsherren und drei Gemeinden ka⸗ men ſehr bald uͤberein, und jeder bekam ſeinen Antheil. Cretté de Paluel fielen 14 Arpents davon zu. ade: Die Koſten waren folgen Die ſteinerne Leitung in Verdung gegeben Der Graben durch die Wieſe E, 8 Fuß breit, mit einer Verwallung Der Graben durch die Wieſe AA Die kleinen Abgrabungen machte jeder auf ſeine Koſten. Um einen Begriff davon zu geben, wie wohlfeil dieſe Verbeſſerung erkauft worden, nur, daß eine Gemeinde ihren Antheil den Arpent zu 42 Livres jaͤhrlich . Der Theil einer andern Wieſe H, welcher noch niedriger lag als die vorer liche Weiſe trocken gelegt worden, indem er So werden alſo drei Waſſerlaͤufe unter einander weggefuͤhrt, 4. Graben F durchgehet. vermiſchen. Die Wieſe M machte no unzugaͤnglich war. Sie gab ſaures Heu und Bin „.„. 2 4 84 4 2 4 4 4 4 4 *. 4 600 dip. 50 250— Ueberhaupt 2 verpachtet habe. 1410 Liv. ſagt Cretté * waͤhnte, iſt auf aͤhn⸗ einen Graben und Leitung K machte, welche unter dem ohne ſich zu ch vor wenig Jahren einen moorigten Sumpf aus, der dem Viehe ganz ſen. Jetzt iſt dieſe Wieſe ſo ertragreich wie die an⸗ * Cretté vbdſ in d günitte er ni, und ſeit halken werden. Die Wi ſud, wie der bon allen Sei ſo kommt ſein Gefale ch. „Dies ſehen kann!“ „Einer witthſchaft be lagen reichlich gethan habe. einkommen. 4 Ein Roor,à Die der Niſſe Sie diejenige S Man nen Raſen Ende ihre e denen nur d Ledum pal De wenig Rah trockener⸗ ohne Gef Die ind jedoch Der der Räſe: Untenatnit Nar Noor um ller nacd des Siel iig ver⸗ t, und er dhere Kanols waͤſſert gel war. niedrig⸗ und iſt nur auf geſunden von un⸗ ann dem und die trocken zu und zog daſſer aus rt. nyfigten den ka⸗ won zu. Loo. 4 9— 0— — lo Li. ehe ganz die am⸗ * Abwaͤſſerung. 107 dern. Cretté legte naͤmlich bei ein hoͤlzernes Siel unter dem Crouſt durch, und verſenkte dadurch das Waſſer in dieſer Wieſe 4 Fuß tiefer. Die Binſen verſchwanden, und mit Huͤlfe einiger Duͤn⸗ gungsmittel erhielt er bald das ſchoͤnſte Gras. Die darauf gepflanzten Baͤume kommen trefflich fort, und ſeit zwei Jahren laͤßt er Torf darauf ſtechen, ohne daß die Arbeiter vom Waſſer aufge⸗ halten werden.. Die Wieſe E E, iſt uͤber 1 Lieue lang, und wird durch zwei Fluͤſſe begraͤnzt, deren Ufer hoͤher ſind, wie der Boden der Wieſe. Sie wird aber durch den fortlaufenden Graben K, der das Waſſer von allen Seiten aufnimmt, trocken gehalten. Da ſeine gerade Richtung ſeinen Abfluß beſchleunigt, ſo kommt ſein Waſſer den ſich ſchlaͤngelnden Baͤchen weit vor, und fließt unten mit ziemlich ſtarkem Gefaͤlle ab. 3. „Dies iſt es,“ ſagt Cretté,„was ich ausgefuͤhrt habe, und was jeder mit eigenen Augen ſehen kann!“ 3 3 „Einer meiner Grundſaͤtze, ſagt Crettèé an einer andern Stelle,„iſt der, daß ich in der Land⸗ wirthſchaft bei meinen Ausgaben keine Sparſamkeit beobachte. Der Erdboden bezahlt immer die An⸗ lagen reichlich wieder, die der Ackerbauer darauf verwandt, wohlverſtanden, daß er es mit Klugheit gethan habe. Aber ſparliche Ausgaben bezahlen ſich ſelten wieder; es ſind nur freigebige, die wieder einkommen.“ Das iſt beſonders bei Abwaͤſſerungen der Fall! 8 Urbarmachung der Moore und Bruͤcher. *§. 265. Ein unangebauetes, feuchtes und ſumpfigtes Grundſtuͤck nennt man Bruch, Luch, Brook Moor, Mooß. Dieſe Bruͤchen koͤnnen ihre Feuchtigkeit aus den drei unter BCD oben angegebenen Urſachen der Naͤſſe haben. Sie enthalten entweder eine bloße moodrige, ſchlammige, unzuſammenhaͤngende Materie, oder diejenige Subſtanz, welche wir Torf nennen. Siehe Bd. II. S. 117. Man unterſcheidet ſiei in Gruͤnmoore, Gruͤnlandsmoore, welche oben mit einem gruů⸗ nen Raſen und oft hochwachſenden Graͤſern uͤberzogen ſind, die in der obenaufliegenden moodrigen Erde ihre reiche Nahrung finden; und in Hochmoore, Schwarzmoore, Haidmoore, auf denen nur die eigentlichen Torfpflanzen und einige andere, z. B. das Ornithogalum luteum, das Ledum palustre, die Myrica gale und die Erica vulgaris und tetralix wachſen.. Die erſteren geben zwar in ihrem feuchten Zuſtande mehrentheils einen Heuertrag, der aber wenig nahrhaft, dem Viehe mehrentheils unſchmackhaft und oft ungeſund iſt, dabei nur bei ſehr trockener Jahreszeit gewonnen werden kann. Auch laſſen ſie das weidende Vieh nur ſelten und nicht ohne Gefahr zu. 8 Ddie Torfmoore geben faſt gar keine Produktion, als zuweilen eine hoͤchſt kuͤmmerliche Weide; ſind jedoch oft des Torfſtiches wegen von großem Werthe. 5* Der Kultur beider muß die Abwaͤſſerung vorhergehen, welche nach Verſchiedenheit des Urſprungs der Naͤſſe verſchieden bewerkſtelliget wird. Große Summen ſind oft verſchwendet, Wenn man aus Unkenntniß dieſes Urſprungs unrichtige Maaßregeln traf. S§. 266. Wenn die Naͤſſe des Moores nach B., S. 158, vom Tagewaſſer herruͤhrt, welches von den das O 2 Moor umgebenden Hoͤhen ſich in die Niederung herabziehet, wo es ſich der undurchlaſſenden Unterlage Moore, die vom Tagewaſſer ent⸗ ſtehen. Moore von Quellen. Moore von Fluͤſſen. das Moor hineingefuͤhrt. 108 Vebarmachung der Moore und Bruͤcher. wegen weder tiefer verſenken noch abfließen kann, ſo kommt es darauf an, ob ſich ein Abzugsgraben durch die umgebende Anhoͤhe ziehen laſſe, deſſen Sohle mit dem Grunde des Moores im Niveau ſte⸗ het, und ſodann ein gehoͤriges Gefaͤlle bekommt. Stehen die Koſten der Anfertigung dieſes Kanals mit dem Gewinn, den man von dieſem Moore erwarten kann, in Verhaͤltniß, ſo findet die Sache kein Bedenken, der Kanal wird gehoͤrig angefertigt, und dann auf die unten anzugebende Weiſe in §. 26 7„)„. 1 Wenn aber der von allen Seiten hohen Umgebung wegen dieſe Huͤlfe inpraktikabel iſt, ſo findet auch bei den Mooren dieſelbe Huͤlfe zuweilen ſtatt, die unter B., Seite 159, angegeben iſt, naͤmlich die Verſenkung des Waſſers. Dies tritt indeſſen faſt nur bei Mooren ein, welche gegen die umgeben⸗ de Gegend oder die naͤchſte Waſſerflaͤche hoch liegen, obwohl mit groͤßeren Anhoͤhen umſchloſſen ſind, wie man denn haͤufig Moore auf Bergen ſindet. Bei Mooren im flachen Lande kann man nur ſelten eine tiefere Verſenkung des Waſſers erwarten. Den eingeſchlagenen, ausgedielten Brunnen kann man dann mit rauhen Steinen ausfuͤllen, und oben wieder zumachen; das Waſſer zieht durch jene genug⸗ ſam ab. Man leitet nach dieſer Stelle, wenn das Moor abgetrocknet iſt, mehrere Graben hin, die man auch, nachdem ſie mit Reiswerk ausgefuͤllet ſind, wieder bedecken kann.. el) 5*§. 268. Wenn die Naͤſſe, wie dies der haͤufigſte Fall iſt, von Quellen herruͤhrt, ſo kommt es oft ſehr darauf an, die Linie der Quellen zu entdecken. Sie kommen naͤmlich zuweilen am Rande des Moores hoͤher, als ſich die ſchwwammige Subſtanz angeſetzt hat, hervor. Hier koͤnnen ſie durch einen Graben mit Huͤlfe der Bohrloͤcher abgefangen, und das Moor kann auf die Weiſe ausgetrocknet werden, ohne daß man ſelbiges bis auf den Grund zu durchſtechen braucht. Man erreicht, hierdurch den oft hoͤchſt wichtigen Vortheil, daß man das Waſſer in einem hoͤheren Niveau erhaͤlt, und es um ſo leichter ab⸗ fuͤhren kann, was vielleicht ohne einen gewaltigen Kanal, vom Grunde des Moores ab, nicht moͤglich waͤre. K 4. Kommen dagegen die Quellen ſaͤmmtlich oder zum Theil unterhalb des Moores ſelbſt hervor, ſo iſt kein anberes Mittel, als ſich nach angelegten mit dem Grunde des Moores gleichſtehenden Haupt⸗ Abzugsgraben in das Moor, auf der unten zu beſchreibenden Art, hineinzuarbeiten, wo moͤglich zu dieſen Quellen hinzudringen, und ſie noch in der feſten Unterlage ſelbſt abzuleiten. . 4§. 269.„ 4 Hat das Moor ſeine Naͤſſe von einem benachbarten, zuweilen ziemlich weit entfernten Gewaͤf⸗ ſer, deſſen Spiegel immer oder zu Zeiten hoͤher wie dieſer Grund und mit demſelben durch durchlaſſen⸗ de Schichten oder Adern unter der Erde in Verbindung ſteht,— obwohl es manchmal durch betraͤcht⸗ liche Anhoͤhen auf der Oberflaͤche davon getrennt ſeyn kann— ſo kommt es darauf an, ob man dem Waſſer einen Abzug nach einem noch niedern Orte oder Fluſſe geben kann, wovon auch die oben an⸗ gefuͤhrten Cretteſchen Faͤlle ein Beiſpiel geben. Zuweilen muß man aber durch einen offenen Kanal das Waſſer ehen dahin wieder zuruͤckfuͤhren, woher es unter der Erde kam. Wenn naͤmlich Fluͤſſe zu Zeiten anſchwellen und dann wieder fallen, ſo draͤngt ſich bei ihrem hohen Stande, vermoͤge des Drucks, Durchſinterungswaſſer nach entfernten Niederungen durch; erſcheint daſelbſt zuweilen erſt am ſtaͤrkſten, wenn die Fluͤſſe ſchon gefallen ſind, bleibt nun in den ſchwammigen Mooren ſtehen, oder zieht wenigſtens erſt ſehr ſpaͤt wieder ab. Hier kann man zuweilen durch einen gerade auf den Fluß, zuweilen aber nur durch einen ſchraͤg nach einer niederen Stelle deſſelben zugehenden Kanal das Waſß⸗ uitnlwicnn ae Schleuſe, wen aweeer ſnkt, o Dies nur als futir insbeſonder Nachdem m Uung des Morts tun auf einmal, ſ die ſchwammige m nicht erlouht. mit demſelben ſo n dieſen Graben tief ſitwarts Reben und die Dberflach ſebigem und de ſhwanmige Su nnd es yſt ſchein ſehet ſich aber ter, erhalt vol zu geben brauc * en kaſſiſches hi eit Terfteſene „ ch rede d ſächen Te wſe Wan d vich Nan gh dem Grunden ſchen dem do theilen. We man in der dem Grunde des Moores h Bau aler Fr wiitkſam iſ, beingen. Ma nd Friefland V ehalten, ihn Urbarmachung der Moore und Bruͤcher. 109 gograben ter ſchnell wieder abfuͤhren, wenn der Fluß geſunken iſt. Man verſchließt dieſen Kanal dann mit ei⸗ beuu ſie⸗ ner Schleuſe, wenn der Fluß anſchwillt, und man nicht etwa die Stelle bewaͤſſern will, und oͤffnet ſie Konals ſo wie er ſinkt, oder laͤßt dies durch Fallſchleuſen durch das Waſſer ſelbſt geſchehen. Sache Dies nur als Anwendung des oben uͤber Abwaͤſſerung im Allgemeinen Geſagten, auf die Moor⸗ geſe i kultur insbeſondere. 3 41“ .§. 270. Nachdem man den Hauptabzug durch den feſten Grund angelegt hat, kann erſt mit der Begra⸗ Begravung des ſo fadet bung des Moores ſelbſt der Anfang gemacht werden. Bei tiefern und groͤßern Mooren kann dies ſel⸗ Moors. naͤmüch ten auf einmal, ſondern nur in einem Zeitraume von mehreren Jahren bewerkſtelligt werden; indem umgeben die ſchwammige mit Waſſer angefuͤllte Subſtanz des Moores die Ziehung der Graͤben zu voller Tiefe ſſen ſind, nicht erlaubt. Man faͤngt damit an, den Hauptgraben nur erſt etliche Fuß tief auszuſtechen, und etten eine mit demſelben ſo weit hineinzugehen, als die Naͤſſe es verſtattet. Im folgenden Jahre ſticht man unn man dieſen Graben tiefer aus, und geht damit nicht nur in gerader Linie weiter hinein, ſondern zieht auch e genug⸗ ſeitwaͤrts Nebenzweige nach verſchiedenen Richtungen. Im dritten Jahre iſt das Waſſer ſo abgezogen hin, die und die Oberflaͤche ſo ausgetrocknet, daß man mit dem Hauptgraben bis zu ſeiner vollen Tiefe und mit ſelbigem und den Rebengraͤben immer weiter eindringen kann. Die vom Waſſer aufgeblaͤhete, ſchwammige Subſtanz ſenkt ſich nun, ſo daß der Graben flacher wird, als man ihn gemacht hatte, und es oft ſcheint, als habe er ſich wieder verſchlammt, ohne das dies geſchehen iſt. Die Subſtanz oft ſehr ehet ſich aber auch ſeitwaͤrts zuſammen, ſo wie ſie austrocknet, und der Graben wird oben brei⸗ 3 Noores ter, erhaͤlt von ſelbſt eine Doſſirung, die man ihn nicht gegeben hatte, und in dieſem Falle nicht en Graben zu geben braucht. den, ohne——§5. 271. 3 oft hochſt Moore, die Torf zu einer betraͤchtlichen Tiefe enthalten, werden kultivirt: eichter ab⸗ a) nachdem ſie ausgeſtochen worden; b, nicht b) ohne daß dieſes geſchiehet. . a) Was den eigentlichen Torfſtich anbetrifft, ſo ſage ich um ſo weniger etwas daruͤber, da wir rvor, ſo ein kaſſiſches hoͤchſt vollſtaͤndiges Werk beſitzen. Kultur der Haupt⸗ Eiſelen Handbuch oder ausfuhrlicher theoretiſch⸗ praktiſcher Unterricht zur naͤheren Kenntniß des ausgetorften glich zu Torfweſens. Zweite Auflage, Berlin 1802. Moore. Ich rede nur von der Urbarmachung und landwirthſchaftlichen Kultur. Es findet dieſe aber nur auf ſolchen Torfmooren ſtatt, die regulaͤr ausgetorft worden, nicht auf denen, wo man den Ausſtich, wie man es richtig zu nennen pflegt, auf den Raub genommen hat. Geweͤß⸗ Man pflegt hier, auch wenn der Boden nicht zum neuen Torfanwuchſe beſtimmt ſeyn ſoll, auf rchlaſene dem Grunde des Moores9 Zoll bis 1 Fuß Torf ſtehen zu laſſen, auf allen Fall aber die auf und zwi⸗ betrͤcht⸗ ſcchen dem Torfe liegende Bunkererde oder Mulm wieder in den Grund zu ſchuͤtten und wohl zu ver⸗ man dem theilen. Wo moͤglich mengt man dieſe torfigte Modererde mit irgend einer wirklichen Erde, welche oben au⸗ man in der Naͤhe haben kann, beſonders mit der am Rande des Kanals mehrentheils liegenden, aus en Kanal dem Grunde des Moores aufgeworfenen Erde, oder man graͤbt ſie ſtellenweiſe aus dem Grunde Fluͤſſe zu des Moores hervor. Hierdurch erhaͤlt die Torferde die erforderliche Feſtigkeit, und wird bald zum oͤge des Bau aller Fruͤchte geſchickt. Kann man ihr zugleich eine Miſtduͤngung, oder was faſt eben ſo Ferſt am wirkſam iſt, eine ſtarke Kalkung geben, ſo kann man ſie ſchnell zu einer erſtaunlichen Fruchtbarkeit en, oder bringen. Man darf ſie doch nie ungeſtraft durch reifende Fruͤchte zu ſtark ausziehen, und in Holland een Fluß⸗ und Frießland iſt es einem jeden bekannt, daß man, um die Fruchtbarkeit eines ſolchen Bodens zu das Waß⸗ erhalten, ihn entweder bald zur Weide niederlegen, oder vermoͤge eines abwechſelnden Futterbaues — — ———— 110 ſehr reichlich mit Stallduͤnger verſehen muͤſſe. V Land, gehoͤrig behandelt, gewaͤhrt, eilt man hier, ſie ſelten Stelle ſogleich in Kultur zu ſetzen, und widmet Anwuchſe des Torfs. 4 Urbarmachung der Moore und Bruͤcher. Wegen des großen Ertrages, welchen ausgetorftes jede ausgetorfte und genugſam abgewaͤſſerte dem langſamen und minder rentirenden neuen. 7 Iſt die Abwaͤſſerung richtig geſchehen, ſo iſt das Land ſowohl zum Getreidebau als zu Wieſen vortrefflich geeignet, und letztere koͤnnen dann dur aber auch die Abwaͤſſerung nicht vollſtaͤndig waͤre, von Elſen⸗ und Weidenholz, we ſchnellern und groͤßern Ertrag gewaͤhrt ch leichte Vorrichtungen bewaͤſſert werden. Wenn ſo benutzt man dieſes Land doch lieber zum Anbau welches den uͤppigſten Wuchs darauf hat, und an Brennmatetial einen als der wiederwachſende Torf. Kann man den Boden nicht duͤngen, ſo werden ſich anfangs zwar noch torfartige Graͤſer darauf 3 zeigen, aber bald und allmaͤhlig beſſeren Platz machen, beſonders wenn der Grund trocken iſt, oben aber von Zeit zu Zeit Waſſer uͤbergelaſſen wird.“— Kuttur der un⸗ Die unausgetorften mit Binſen, Haide ausgetorften Moore. koͤnnen, mit Hacken. her in Brand geſetzt, und brennet mit den 4 ⸗ und Moorpflanzen beſetzten Moore werden, nachdem ſie hinlaͤnglich entwaͤſſert ſind, mit dem Pfluge aufgebrochen; oder wenn ſie noch kein Pferd tragen Die aufgelockerte Erde wird dann bei trockener Jahreszeit von der Windſeite Wurzeln der Moorgewaͤchſe leicht zu Aſche. Zuweilen wird auch das Abbrennen ohne vorhergegangenem Umbruch unternommen; aber mit weit geringerem und unſicherem Erfolge, pflanzen nicht ſo wirkſam zerſtoͤrt. Subſtanzen beſtehend, rung des Grabens das Waſſer Nun wird die Aſche ſogleich untergepfluͤgt un indem das Feuer nicht ſo tief und gleichmaͤßig eindringt, Iſt das Moor ſehr ſchwammig, und aus lauter vegetabiliſchen ſo darf man eine voͤllige Austrocknung nicht abwarten, oder muß durch Sper⸗ wieder anſtauen laſſen, damit der deſſen iſt es nicht gaͤnzlich zu verhindern, daß er nicht an heiten der Oberflaͤche entſtehen, die aber leicht wieder zu ebnen d mit der oberen Erdlage gemengt. Vormals be⸗ ſtellete man dieſes Land mehrere Jahre nach einander darauf geraͤth, Nuͤben darauf, die einen großen Ertrag geben. ſehr gut gerathen, und ein beſonderes weißes Mehl geben⸗ Sommerruͤbſen gedeihet auf dieſem Boden. Gerſte, Weizen, aber durchaus nicht, bevor er nicht mit einer Gru Sand befahren worden. Nach dieſer zureichenden Indeſſeen erfolgt nach einiger Zeit, ohne ſes Bodens, und man ſiehet und den torſigen Boden muͤrbe macht. Danach wird dann Rocken oder Hafer gebauet, gehoͤrig ſich genoͤthigt, ihn zur Weide niederzulegen, ter iſt, je nachdem man das Land durch Saaten minder oder mehr erſchoͤpfet hat. nderde, es ſey Lehm, Mergel oder Auffuͤhrung kann man alles bauen. wiederholte Miſtduͤngung, die Erſchoͤpfung die⸗ und ſelbſt die Moor⸗ Brand nicht zu tief eindringe. In⸗ einigen Stellen tiefer gehe, und das Ungleich⸗ ſind. allein mit Buchweizen, der ganz vorzuͤglich Jetzt bauet man in der Regel Kartoffeln oder die welches man der Aſche verdankt. Auch Winterraps gerathen auf dieſem Boden auch nur reiner die dann beſſer oder ſchlech⸗ Zuweilen hat man es ganz ausgebauet; und erſt nachdem es lange geruhet und darauf ſeeißig gepfluͤgt und geduͤngt wor⸗ dden, iſt es wieder in Kraft gekommen. es ſich abermals fruchtbar gezeigt hat. Verbindung der Lehre von der Bewaͤſſe⸗. rung mit der pitel vom Wieſenbau behandelt. don der Ent⸗ waͤſſerung. Die Lehre von der Bewaͤſſerung wird in den als zur Befruchtung der Wieſen ſtatt, und ſind in den waͤrmeren Klimaten Auch hat man es wohl aufs neue wieder abgebrannt, wonach N Die Bewaͤſſerung. meiſten landwirthſchaftlichen Schriften in dem Ka⸗ Es finden aber Bewaͤſſerungen allerdings auch zu anderen Zwecken, ſeit uralten Zeiten zur Kuk⸗ uie Gettedef eſſerungzanl In die Aalage! kagen. Auch ſ dh nahen V erl de Waſſerd vo her auf glech tothergehen, daß jeder du e durchaus entwe den Bewaͤſerun Es giebt aher o Paſer abfange Ohberfäche höch ſgen und moet und augenblic der Bewaͤſſerr Die V dem ganzen wendige Bet berraͤchtliche Pläͤtter met mancher Bo ab, und der fruchtbar get rechten Maa wie der thonr chen Humus liher, und b den. Durch man gedenn Dier Theile mit Naterien, rere, je fru — n dhel des Er tenthels auf Pfanzen dier den der de denſte zu vitſomſe, Sgetoris gewaͤſeete den neuen Wieſen VWenn u Andau tial anen er darauf iſt, oben nachdem dtragen Waddſeite eilen wied gerem und die Moor⸗ etabiliſchen urch Sper⸗ inge. In⸗ s Ungleich⸗ ormals be⸗ vorzuͤglich pffeln oder auet, die . Auch im Boden nur reiner piung die⸗ der ſchlech⸗ en hat man eduͤngt wor⸗ ut, wonach Die Bewaͤſſerung. 111 tur der Getreidefelder und mannigfaltiger Fruͤchte benutzt worden. Wir werden alſo hier zuvor von Bewaͤſſerungsanlagen im Allgemeinen reden; und das, was bei der Bewaͤſſerung der Wieſen, nach⸗ dem die Anlage einmal gemacht worden, zu beobachten iſt, bei der Lehre von der Wieſenkultur vor⸗ tragen. Auch ſteht die Bewaͤſſerung mit der eben vorgetragenen Lehre von der Entwaͤſſerung in einer ſehr nahen Verbindung; theils weil dieſelben Unterſuchungen uͤber die Horizontalflaͤche und den Fall des Waſſers vorhergehen muͤſſen, und die Regeln, welche bei der Ziehung der Graͤben zu beobachten, hier auf gleiche Weiſe eintreten; theils weil die Entwaͤſſerung der Bewaͤſſerung in den meiſten Faͤllen vorhergehen, und immer mit derſelben verbunden ſeyn muß. Denn eine Hauptforderung iſt die, daß jeder zu bewaͤſſernde Grund, wenn er an einer in der Tiefe ſtockenden Feuchtigkeit leidet, zuvor durchaus entwaͤſſert und von unten voͤllig trocken gelegt werden muͤſſe. Ohne dies kann man ſich von den Bewaͤſſerungen nie wohlthaͤtige Folgen verſprechen, vielmehr das Uebel oft dadurch verſchlimmern. Es giebt aber auch der Faͤlle viele, wo man das unter der Oberflaͤche ſtockende oder ſich herabziehende Waſſer abfangen, vom Untergrunde abſchneiden, und nun ſo erheben kann, daß daſſelbe Waſſer die Oberflaͤche hoͤchſt wohlthaͤtig bewaͤſſert, die es vorher in der Tiefe zu einem ſauren, ungeſunden, bin⸗ ſigen und moorigen Luch machte. Endlich muß dann auch die Möglichkeit einer ſchnellen Entwaͤſſerung und augenblicklichen Trockenlegung bei jeder Bewaͤſſerung bewirkt werden, weil man ohne ſelbige von der Bewaͤſſerung nie die wohlthaͤtigſten Folgen erwarten kann. §. 273. Die Bewaͤſſerung iſt ohne Zweifel eine der allerwichtigſten und nuͤtzlichſten Operationen, die in dem ganzen Umfange der Agrikultur vorgenommen werden koͤnnen. Daß die Feuchtigkeit eine noth⸗ wendige Bedingung der Vegetation ſey, daß das Waſſer als ſolches und durch ſeine Zerſetzung einen betraͤchtlichen Antheil an der Ernaͤhrung der Pflanzen— der einen jedoch mehr als der andern, der Blaͤtter mehr als der Saamen— habe, iſt allgemein anerkannt. Die verſchiedene Fruchtbarkeit mancher Bodenarten haͤngt groͤßtentheils von ihrer mehreren oder minderen Feuchtigkeitsanhaltung ab, und der ſandige Boden, welcher wegen des ſchnellen Verluſtes ſeiner Feuchtigkeit fuͤr voͤllig un⸗ fruchtbar gehalten wird, kann dadurch, daß man ihn mit beſtaͤndig zureichender Feuchtigkeit im ge⸗ rechten Maaße verſieht, wo nicht fuͤr alle Gewaͤchſe, doch fuͤr viele der nutzbarſten eben ſo fruchtbar wie der thonreichere Boden werden; vorausgeſetzt, daß er eine zureichende Beimiſchung von aufloͤsli⸗ Wichtige Vor⸗ theile der Be⸗ waͤſſerung. chem Humus habe. Ja er wird in dieſem Falle manchen der ſchatzbarſten Gewaͤchſen ungleich zutraͤg⸗ licher, und befordert das Gedeihen aller derer ſicherer, die zu leicht von uͤbermaͤßiger Feuchtigkeit lei⸗ den. Durch eine gehoͤrig angelegte Bewaͤſſerung hat man aber das Maaß der Feuchtigkeit, welches man geben und nehmen will, immer in ſeiner Gewalt. Die meiſten Gewaͤſſer fuͤhren uͤberdem duͤngende und auf die Vegetation wohlthaͤtig wirkende Theile mit ſich. Das Waſſer, welches ſchon laͤnger an der Oberflaͤche floß, hat immer nahrhafte Materien, die ihm aus den umliegenden Gegenden zuſtroͤmten, in ſich aufgenommen— um ſo meh⸗ rere, je fruchtbarer und duͤngereicher die Fluren und Orte waren, die es durchfloß. Dieſe nahrhafte Materie, welche ſonſt dem Abgrunde des Meeres unaufhaltbar zuſteoͤmt, und fuͤr den kultivirten Theil des Erdbodens verloren geht, wird durch die Bewaͤſſerung zuruͤckgehalten, und muß ſich groͤß⸗ tentheils auf dem Boden, dem dieſe Wohlthat zufließt, abſetzen, und daſelbſt zur Erzeugung neuer Pflanzen dienen. Das aus dem Innern der Erde hervorbrechende Waſſer fuͤhrt dagegen mehrentheils den der Vegetation ſo vortheilhaften Kalk und Gyps, in Kohlenſaͤure aufgeloͤſt, und folglich auf das Feinſte zertheilt, mit ſich, und dieſer ſetzt ſich dann bei der Entweichung der Kohlenſaͤure auf die wirkſamſte Weiſe an der Oberflaͤche des bewaͤſſerten Grundes ab; weswegen das Waſſer ſolcher Quel⸗ —ö—ö——— ———— 112 Die Bewaͤſſerung. len zunaͤchſt an ſeinem Urſprunge ſich immer am wirkſamſten zeigt, weil es naͤmlich daſelbſt ſeinen Kalk noch nicht verloren hatt. 1 Durch die Bewaͤſſerung eignen wir uns alſo einen Duͤnger zu, den wir nicht erzeugt hatten, und bewirken dadurch eine Produktion, welche neuen Duͤnger giebt, ohne daß ſie uns Duͤnger koſtet. Wir vermehren folglich dadurch den vegetabiliſchen Stoff auf unſerem Areal, ohne welchen zu conſumiren. Durch die Bewaͤſſerung koͤnnen wir uns von der Witterung gewiſſermaaßen unabhaͤngig machen, und den nachtheiligen Folgen einer unguͤnſtigen in mehr als einer Ruͤckſicht entgegen wirken. Denn wir koͤnnen vermoͤge derſelben nicht bloß eine lange Zeit hindurch des Regens entbehren, wie das die Fruchtbarkeit der bewaͤſſerten Felder in dem trockenen Klima Italiens beweiſt, wo bei der ſtarken Hitze oft in vier Monaten nicht ein Tropfen Regen faͤllt, und haͤufig auch kein Thau zu verſpuͤren iſt; ſondern es kann auch der große Nachtheil der Fruͤhjahrskaͤlte und der ſpaͤten Nachtfroͤſte dadurch be⸗ traͤchtlich vermindert werden, indem insbeſondere das friſche Quellwaſſer durch ſeine hoͤhere Tempera⸗ tur den Boden fruͤher erwaͤrmt, und gruͤne, nahrungsreiche Wieſen ſchon darſtellt, wenn ſich ſonſt nirgends noch ein Grashaͤlmchen erhebt, und indem ein jedes Waſſer die nachtheilige Einwirkung eines * Froſtes oder Reifes auf die Pflanzen, wenn es daruͤber geht, im Fruͤhjahre verhindert, oder ihm doch, wenn es bald nachher uͤbergelaſſen wird, wieder gut macht. Durch Bewaͤſſerung bringen wir haͤufig einen Boden zu einer hohen und hoͤchſt wohlthaͤtigen Produktion, der vorher durchaus nichts oder unbedeutend wenig einbrachte. Gruͤnde genug, welche uns zu der Anlage von Bewaͤſſerungen, wo irgend die Moͤglichkeit und Gelegenheit dazu vorhanden iſt, vermoͤgen ſollten.—“ F. 274. Häufige Gelee Die Moͤglichkeit, Bewaͤſſerungen und zwar oft von betraͤchtlichem Umfange anzulegen, iſt aber enheuingan haͤufig vorhanden. Wenn wir mit vereinten Kraͤften die Gelegenheit dazu benutzen wollten, ſo giebt anzulegen. es manche Diſtrikte, ja ſelbſt ganze Provinzen, wo beinahe jeder Fleck, der jetzt an einer duͤrren An⸗ hoͤhe und in weiter Entfernung vom Waſeer liegt, dieſer Wohlthat theilhaftig werden koͤnnte. Wuͤr⸗ den alle Fluͤſſe— worunter wir einen jeden natuͤrlichen Waſſerlauf, es ſey ein großer Strom oder ein kleines Flies, verſtehn— an dem hoͤchſten Punkte abgefangen, und das Waſſer durch Kanaͤle in der erforderlichen Hoͤhe erhalten, ſo wuͤrde oft Waſſer ſolchen Gegenden zugefaͤhrt werden, wo man jetzt kaum den Gedanken an fließendes Waſſer haben kann. Wenn aber auch dieſe großen, eine allgemeine Uebereinſtimmung erfordernden Anlagen unaus⸗ fuͤhrbar ſind, ſo findet ſich die Gelegenheit zu Bewoͤſſerungen von betraͤchtlichem Umfange doch nicht ſelten da, wo man ſie bisher ganz verkannte. Haben Grundbeſitzer bisher auf Bewaͤſſerungen ge⸗ dacht, ſo haben ſie mehremheils ihr Augenmerk nur auf die niedrigen, einem Fluſſe zunaͤchſt liegenden Gruͤnde gerichtet, ungeachtet gerade hier der Vortheil der Bewaͤſſerungen am geringſten iſt, und ein weit groͤßerer Nutzen davon hoͤheren Gegenden zufließen koͤnnte, die von der Waſſerhoͤhe an dem Punk⸗ te, wo das Waſſer zuerſt in die Beſitzung eintritt, beherrſcht werden. Es iſt eine mathematiſch⸗phy⸗ ſiſche, aber dennoch oft verkannte Wahrheit, daß das Waſſer in der Hoͤhe, worin es an einem Punkte ſteht, ſich durchaus erhalten und in derſelben ſeitwaͤrts und wagerecht ausbreiten muͤſſe, wenn man ſeinen Abfluß nach einer niederen Gegend hemmt, und das folglich dieſes Waſſer auf jeden Punkt ge⸗ bracht werden koͤnne, welcher in ſeiner Horizontalflaͤche nicht hoͤher wie jener liegt, wenn nur die Senkung der Waſeerflaͤche bis dahin verhindert werden kann. 8* Augemeine An⸗— 21 8 75. ſicht der Bewaͤſ⸗ Gewooͤhnlich hat ſich ein Waſſer, welches von einem hoͤheren oder niederen Punkte mit mehre⸗ beunas„Anlas rem oder minderem Gefaͤlle und darnach mit mehrerer oder minderer Schnelligkeit durch eine donr . 7.. 2* t therbfieſt uoterlei Krm nageren The illier des 8 Baſſer, u rid aber zeige ſtweit hoͤhere ſomüberwind then aufwaͤrts Kluſfe i der! auf jedem Pun ſten Waſerſan In Flgur etwa Goo Ruth inmer mehr zu göſicht hatte, ſelsweiſe uͤber man den Kane wuͤrde ſodann waͤre, das in dem Kana Fuß hoͤher al Wenn ſtand bei a welche man kommen Er halten. 3 öft in berſch jedoch die zu Verwaluunge einen lehnen, leitete Waſſer Wiſerungiſt gedraucht we Bebo nicht nur di auch in der ſey es in Ko ſer ehalten, kön. Na durch manſ hern kann. ganzes Jahl Ditter Die Bewaͤſſerung. 113 ſchaft herabfließt, ſein Bette durch die niedrigſte Gegend derſelben gebahnt, und windet ſich dann in hen Kat mancherlei Kruͤmmungen in der Niederung hindurch. Es geht alſo der Fluß immer in einem breiteren oder engeren Thale herab, und dieſes Thal iſt mit Anhoͤhen umgeben. Dieſe ſcheinen, wenn man ſie en⸗ und vom Ufer des Fluſſes anſiehet, oftmals von einer ſolchen Hoͤhe, daß mancher nicht begreift, wie daſ⸗ t. Wir ſelbe Waſſer, was jetzt in der Niederung fließt, auf ſelbige gebracht werden koͤnne. Die Nivellirung iren. wird aber zeigen, daß das Waſſer an dem hoͤchſten Punkte, wo es in die Landſchaft tritt, in einer nachen, oft weit hoͤheren Horizontalflaͤche ſtehe, als die Anhoͤhen haben, welche man an dem niedrigern Orte Denn ſo unuͤberwindlich anſiehet. Wird nun das Waſſer an dem hoͤchſten Punkte, angenommen 800 Ru⸗ iedos de then aufwaͤrts, durch eine Schleuſe abgefangen, und oberhalb dieſer Schleuſe ein Kanal aus dem 1 eun Fluſſe in der moͤglichſten Hoͤhe mit einem ganz geringen Gefaͤlle fortgezogen, ſo kann dieſes Waſſer uͤren iſt; auf jedem Punkt der Anhoͤhe hingebracht werden, der etwas unterhalb der Horizontalflaͤche des ober⸗ durch be⸗ ſten Waſſerſtandes liegt. Tempera⸗ In Figur 1, Taf. VII, fließt das Waſfer d von a nach b herab, und hat auf einer Diſtanz von ſich ſonſ etwa 800 Ruthen 40 Fuß Gefaͤlle. So wie man den Fluß heruntergeht, ſcheint ſich die Anhoͤhe zwar ung eines immer mehr zu erheben, und ſie iſt bei x 30 Fuß hoͤher, als das Waſſer bei b. Wenn man nun die dder iim Abſicht haͤtte, die ganze zwiſchen a db liegende Flaͤche mit dieſem Waſſer zu beherrſchen, um es wech⸗ ſelsweiſe uͤber dieſe ganze Flaͤche oder auch nur einzelne Theile derſelben verbretten zu koͤnnen, ſo wuͤrde ohſthtigen man den Kanal von a bis d zu ziehen haben, der ein ſehr geringes Gefaͤlle zu haben braucht. Bei c wuͤrde ſodann eine Schleuſe in dem Fluſſe angelegt, und vielleicht oberhalb derſelben, wenn es noͤthig lchkeit und waͤre, das Waſſer noch mehr zu heben, ſein Ufer hoͤher verwallt. Danach wuͤrde ſich das Waſſer in dem Kanale zu einer faſt gleichen Höhe, wie es bei a ſteht, verbreiten, und folglich bei d faſt um 40 Fuß hoͤher als bei b ſtehen, folglich noch um 10 Fuß hoͤher, als die Anhoͤhe. 4 gen, it aber Wenn nun in dieſer ganzen Flache adb keine Anhoͤhen vorkommen, welche uͤber den Waſer⸗ en, ſo giebt ſtand bei a emporragen, ſo kann die ganze Flaͤche oder jede einzelne Stelle derſelben durch Graͤben, däͤrren Ar welche man aus dem Hauptkanal dahin gezogen hat, bewaͤſſert werden. Iſt die Flaͤche aber uneben, inte. Vär⸗ kommen Erhoͤhungen und Vertiefungen vor, ſo koͤnnen gewoͤhnlich nur einige Theile das Waſſer er⸗ om oder ein halten. In dem Falle muͤſſen die Zuleitungsgraͤben aus dem Hauptkanale nach dieſen Stellen hin, anäle in der oft in verſchiedenen Richtungen und Wendungen um die Anhoͤhen herumgezogen werden; wobei man o man jeßt jedoch die zu niedrigen Senkungen zu vermeiden hat, um nicht genoͤthigt zu ſeyn, das Waſſer durch Verwallungen empor zu halten. Wenn die Oberflaͤche wie gewoͤhnlich in der Richtung von d nach b. gen unaus⸗ eeinen lehnen, obwohl nicht ganz ununterbrochenen Abhang hat, ſo kann das aus dem Kanale abge⸗ doch nicht leitete Waſſer von einer Waſſerungsflaͤche zur anderen hingefuͤhrt, und der Abzugsgraben einer hoͤheren rrungen ge⸗ Waͤſſerungsflaͤche zum Zuleitungsgraben fuͤr eine niedere dienen, das Waſſer ſelbſt aber mehrede Male Krlegende gebraucht werden; wie weiter unten in einem Beiſpiele gezeigt werden wird. iſt, und en§. 276. n dem gunk⸗ Bevor. 8 5 9 uiſt⸗dhh G evor man den Plan zu einer ſolchen ausgedehnteren Anlage entwirft, iſt es durchaus noͤthig, Pützize Sa inen Punkte nicht nur die Nivellirung mehrere Male und nach verſchiedenen Richtungen vorzunehmen, ſondern ſich 6 Lfun 3 eee⸗ nenn man auch in der ganzen Gegend, hier a db, auf das vollkommenſte zu orientiren, und ſich davon ein Bild, Planes. punkt ge ſey es im Kopfe oder auf dem Papiere, zu entwerfen, um genau zu beſtimmen, welche Flaͤchen Waſ⸗ 3 ſer erhalten ſollen und koͤnnen, und in welcher Richtung und Ordnung dieſes am beenenten geſchehen 4½ inr koͤnne. Man kann hierbei nicht vorſichtig genug verfahren, um eine Uebereilung zu vermeiden, wo⸗ durch man ſich leicht um große Vortheile bringen, oder aber die Koſten unnoͤthiger Weiſe ſehr vergroͤ⸗ ßern kann. Es wird daher immer rathſam ſeyn, bei einem etwas ausgedehnten Reviere ſolches ein nit mehre⸗ ganzes Jahr hindurch mit haͤuſigem Gebrauch ſeiner Rivellirinſtrumente nach allen Richtungen zu ane ue Dritter Theil. P ſchaj 1 .—— ————— 114 Die Bewaͤſſerung. durchgehen, und ſich jeden erheblichen Punkt zu bemerken, auch bei verſchiedener Jahreszeit, beſon⸗ ders beim Entweichen des Schnees, den Waſſerlauf an einzelnen Stellen zu beobachten. Denn wenn man faͤnde, daß die Ziehung des Kanals in ſeiner moͤglichſten Hoͤhe und Entfernung vom Fluſſe gar keinen oder doch im Verhaͤltniß der hoͤheren Koſten zu geringen Vortheil gewaͤhrte; wenn z. B. zwiſchen der Linie ox und ad viele Anhoͤhen und Senkungen oder doch keine Stellen laͤgen, denen man eine Waͤſſerung wohlthaͤtig faͤnde, ſondern die Waͤſſerung nur den unterhalb ex liegenden Re⸗ vieren vortheilhaft ſeyn koͤnnte, ſo wuͤrde es verſchwendriſch ſeyn, den koſtſpieligern Hauptkanal von a nach d zu ziehen, und aus demſelben wieder betraͤchtliche Graͤben abzuleiten, und es waͤre vielleicht hinreichend, den kuͤrzeren Kanal von e nach« zu ziehen, indem dann auch die Zuleitungsgraben nach einzelnen Stellen um vieles kuͤrzer ſeyn wuͤrden. So werden ſich dann in jedem beſonderen Falle nach genauer Erwaͤgung der ganzen Lage die Richtungen ergeben, welche man dem Hauptkanale— welcher auch oft nicht gerade, ſondern in mannigfaltigen Kruͤmmungen und Zickzack gefuͤhrt werden muß— und denen aus ihm abgefuͤhrten Zuleitungsgraͤben geben muͤſſe. Man muß hier beides, die moͤglich groͤßte nutzbare Ausdehnung der Bewaͤſſerung und die im Verhaͤltniß gegen ſelbige moͤglichſte Erſparung der Koſten zugleich von Augen haben; jedoch jeden dem Zweck entgegenſtrebenden Geiz vermeiden. 3 Bei dieſen Anlagen wird, beſonders auf ſandigem Boden, die Gelegenheit, Abſchwemmungen nach tieferen Gruͤnden hin zu machen, und eine abhaͤngige Flaͤche zur Berieſelung zu bilden, worauf wir unten zuruͤckkommen werden, in Betracht kommen. Den Anhoͤhen Bewaͤſſerung zu geben, iſt allemal die hoͤchſte Benutzung, die man von dem Waſſer machen kann, und die Wirkung bei weitem groͤßer, als die Bewaͤſſerung der Niederungen, weshalb man darauf hauptſaͤchlich ſein Augenmerk richten muß. Ein geuͤbtes Auge iſt zwar im Stande, den beſten Plan zu entwerfen, und die moͤglich hoͤchſte Benutzung des Waſſers und des Terrains anzugeben. Man darf ſich aber bei der groͤßten Uebung nie allein darauf verlaſſen, ſondern muß, eher man zur Ausfuͤhrung ſelbſt ſchreitet, durchaus nach allen den Richtungen und nach allen den Punkten hin, worauf es ankommt, mit’der groͤßten Vorſicht, und zwar vor⸗ und ruͤckwaͤrts nivelliren. Man wird dann erfahren, wie unglaublich das Auge oft truͤge, und man wird oft die Moͤglichkeit finden, das Waſſer auf Anhoͤhen hinzubringen, die man vorher uͤber dem Waſſerſpiegel weit erhaben glaubte. Zuweilen wird ſich indeſſen auch das Gegentheil ergeben, und man wird Stellen zu hoch finden, die man leicht erreichen zu koͤnnen glaubte.„ e Es koͤmmt aber dabei nicht bloß auf die Punkte an, wohin das Waſſer gefuͤhrt werden ſoll, ſon⸗ dern auch auf die dazwiſchen hegende Oberflaͤche. Tiefere Senkungen muß man moͤglichſt zu umge⸗ hen ſuchen, mauͤchmal durch betraͤchtliche Umwege, um das Waſſer nicht fallen zu laſſen. Zuweilen kann es nicht anders in ſeiner Hoͤhe erhalten werden, als vermittelſt aufgefuͤhrter Daͤmme. Dieſe finden ſtatt, wenn ſchmale Schluchten die Hoͤhen, auf welcher das Waſſer ſteht, und die, worauf es fortgefuͤhrt werden ſoll, trennen. Es kommt dann darauf an, ob die Benutzung, welche ich vom Waſ⸗ ſer uͤber dieſe Schlucht hinaus machen will, erheblich genug ſey, um die Auffuͤhrung eines ſolchen Damms zu bezahlen, und ob ich genug thonige Erde in der Naͤhe finde, die allein einen ſichern Damm geben kann 8 Zuweilen kann ein hoͤlzerner Waſſerlauf minder koſtſpielig ſeyn. Man muß aber bedenken, daß er wandelbar und mancher Gefahr ausgeſetzt ſey. In einigen Faͤllen verlohnt ſich's wohl gar, ein ſteinernes Gewoͤlbe aufzufuͤhren und den Waſſerlauf daruͤber herzuleiten, wenn er uͤber einen tiefen Grund, vielleicht gar uͤber ein anderes fließendes Waſſer hergeleitet werden ſoll. Der groͤßte Vor⸗ theil iſt hier gegen die groͤßeren Koſten wohl abzuwaͤgen. 8 1 gächſt der Rüun Muſ zinBewͤſſe fin gcnau bes nntenſten Jah en, wenn es ie kann es au Sommer jede ewwͤnſchte ib und Regenfut dadurch mitein Wo das hrauc deſelben ſorgfältig wied marzäglic leb ben, um es w fallen laſſen, ßen koͤnne, d vorigen Bette Manh ſern laäßt, m es ſelten zute genug ange hier ſicherer Vo man jer ſich entweden aber ſich an! worben haben durch einen i wird, den da das Waſſer w dn. Deesh haktenen Adg ten, dem me Ein d auch vollkon liegende Nas Waſermuͤhle ſind, daß ih nen das Waſ führen ſol, höfen auf Die Bewaͤſſerung. 115 it, beſan§. 277. enn wenn Naͤchſt der Horizontallinie des Terrains kommt es dann beſonders auf die Quantitaͤt oder den Rauͤckſicht auf in Fluſſ Zufluß von Waſſer an, die ich mir verſchaffen kann, um auch danach die Ausdehnung meiner anzule⸗ dis Huſen t enn z. B. genden Bewaͤſſerung zu beſtimmen. Man muß daher den Waſferzufluß in den verſchiedenen Jahres⸗ à, denen zeiten genau beobachten, und die Beſtimmung hauptſaͤchlich nach demjenigen machen, der auch in der enden Re⸗ trockenſten Jahreszeit fortdauert. Denn man wuͤrde ſich die Koſten laͤngerer Kanaͤle vergeblich ma⸗ Kanal bon chen, wenn es an Waſſer fehlte, um die bezweckte ausgedehntere Bewaͤſſerung zu bewirken. Indeſ⸗ vielleicht ſen kann es auch oft ſchon zureichend ſeyn, wenn man nur im Fruͤhjahre Waſſer genug hat, und im aden nach Sommer jede Regenfluth benutzen kann. Man kann in ſolchen Faͤllen zwar bei trockenem Wetter die 8 erwaͤnſchte uͤberrieſelnde Bewaͤſſerung nicht immer geben; dennoch aber fuͤhrt man durch die Winter⸗ rlage di und Regenfluthen viele fruchtbare Theile herbei, und bereichert allmaͤhlig den Boden, und laͤßt ihn andern ſn dadurch mit einer nachhaltenden Feuchtigkeit durchdringen. eführten Wo das Waſſer knapp iſt, kann man duech einen moͤglichſt ſparſamen und wiederholten Ge⸗ dun gder brauch deſſelben Waſſers oft vieles ausrichten, indem man es, wenn es eine Flaͤche bewaͤſſert hat, Augen ſorgfaͤltig wieder auffaͤngt, es einer zweiten, von dieſer einer dritten u. ſ. f. zuleitet. Dies erfordert 2 ooorzuͤglich Ueberlegung. Man muß naͤmlich dem Waſſer auf jeder Flaͤche ein zureichendes Gefaͤlle ge⸗ — ben, um es wieder ablaſſen und auffangen zu koͤnnen, es aber ohne die dringenſte Urſach nicht ſtaͤrker mmungen fallen laſſen, damit man von der Hoͤhe ſo wenig als moͤglich verliere, und es uͤber alle Flächen ergie⸗ worauf ßen koͤnne, deren Lage es einigermaaßen verſtattet, bevor man es ganz ab⸗ und in der Regel ſeinem geben, iſt vpoorigen Bette wieder zufließen laͤßt.— dei weitem Man hat verſucht, die Quantitaͤt des Waſſerzulaufs, und die Floͤche, welche ſich damit bewaͤſ⸗ pugenmerk ſern laͤßt, mathematiſch zu beſtimmen. Hypothetiſch iſt dies allerdings moͤglich, aber praktiſch wird es ſelten zutreffen, indem ſich weder die Staͤrke des Zulaufs, noch die Einſaugung des Bodens genau lich hochſte genug angeben laͤßt. Ein gewiſſer, durch Erfahrung erlangter Blick oder praktiſches Gefuͤhl wird Uebung nie hier ſicherer leiten, als Ausmeſſungen und Berechnungen der Waſſerprofile und der Schnelligkeit. nach allen Wo man jene zu erwerben keine Gelegenheit hat wegen des Mangels aͤhnlicher Anlagen, da muß man riicht, und ſich entweder ſelbſt nach ſolchen Gegenden hinbegeben, wo ſich Bewaͤſſerungen haͤufig finden, oder oſt truͤge, aber ſich an den Rath ſolcher Leute halten, welche ſich eine Uebung in der Schaͤtzung des Waſſers er⸗ zeher uͤber worben haben. Oft wird man den Zulauf des Waſſers, beſonders aus Seen und quelligten Stellen, ergeben, durch einen ihm gegebenen Abzug betraͤchtlich vermehren, indem dadurch der Gegendruck gehoben 2 wird, den das ſtehende Waſſer aͤußert. Die Quellen und ihre Adern werden ſich dann mehr oͤffnen, . das Waſſer wird von hoͤheren Orten mit ſtaͤrkerer Gewalt hindurchdringen und Verſtopfungen aufhe⸗ ſoll, ſon⸗—. 2. 3— zu umge⸗ ben. Dies hat ſich insbeſondere bei Landſeen zugetragen, die vorher keinen Abfluß hatten, nach er⸗ Zuwelen haltenen Abzug aber ſich um ſo ſchneller wieder fuͤllten, und ſo dem Kanale einen Waſſerzufluß liefer⸗ Deß ten, dem man ihnen vorher nie zugetraut haͤtte. 3 worauf 4§. 278. vom 8 Ein dritter Umſtand, woruͤber man in manchen Faͤllen ſich erſt verſichern muß, iſt der, ob man gskſicht auf 3 iich auch vollkommenes Recht uͤber das Waſſer auf ſeinem Areale habe, und ob nicht ober⸗ und unterhalb die Berechti⸗ nu ſchem liegende Nachbarn der Sache Hinderniſſe in den Weg legen duͤrfen. Dies iſt nur zu haͤufig bei den dar Penfeüher kin, daß Waſſermuͤhlen der Fall, indem die oberhalb liegenden bei jeder vorgenommenen Anſtauung beſorgt nken, de ſind, daß ihnen das Waſſer in die Raͤder geſtaut werde, die unterhalb liegenden aber, daß man ih⸗ gar, em nen das Waſſer entziehe. Haͤufig ſind ſolche Klagen ganz ungegruͤndet; allein wenn man den Beweis nen teten fuͤhren ſoll, daß dieſe Anlagen den Muͤhlen nicht ſchaͤdlich ſeyen, ſo haͤlt es ſchwer, denen Gerichts⸗ ßte So⸗ hoͤfen auf eine ihnen verſtaͤndliche Art dies zu beweiſen; und da ſie ſich an dem Buchſtaben der Pri⸗ P 2 4 —— 116 Die Bewaͤſſerung. vilegien und Rezeſſe halten, welche in den Zeiten der erſten Kultur zu ſehr zum Vortheil und zur Si⸗ cherung der Muͤller gegeben werden, ſo laͤuft man gewoͤhnlich Gefahr, einen ſolchen Prozeß gegen den Eigenſinn und den Reid eines Muͤllers zu verlieren. Auch glauben oft andere Nachbarn, Urſach und Recht zum Widerſpruch zu haben, z. B. der oberhalb liegende aus Beſorglichkeit, daß man die . Schhleuſen ſchließen werde, wenn eine ſtarke Waſſerfluth erfolgt, und er dann von der Ueberſchwem⸗ mung leiden koͤnne, ſo wenig auch verſtaͤndiger Weiſe dieſe Beſorglichkeit eintreten kann. Der unter⸗ 8 halb liegende glaubt, daß fuͤr ihn das Waſſer vermindert oder verſchlechtert und unrein gemacht, oder aber ihm Schlamm, den er nicht haben will, zugefuͤhrt werde. Wenn man nun gleich hoffen kann. daß eine beſſere agrariſche Geſetzgebung die Hinderniſſe von dieſer Seite aus dem Wege raͤumen werde, ſo muß man doch vorſichtig bei der Sache ſeyn, und den Plan nicht eher auszufuͤhren anfangen, bis⸗ man ſich gegen unbegruͤndete Widerſpruͤche dieſer Art in Sicherheit geſetzt hat. §. 279. Ruͤckſicht auf Endlich bleibt noch bei jedem Flecke, den ich bewaͤſſern will, zu unterſuchen uͤbrig, ob ich dem denranzade Waſſer auch einen eben ſo ſchnellen vollkommenen Abfluß als Zufluß darauf geben koͤnne. Ohne er⸗ Waſſers. ſtern kann ich mir ſelten von einer Bewaͤſſerung einen großen Vortheil verſprechen, und koͤnnte dadurch ſogar einen nutzbarern Boden in einen Sumpf verwandeln. In den bei weitem meiſten Faͤllen wird es aber hieran nicht fehlen. §. 280. Benennungen Die verſchiedenen Graͤben und Leitungen, welche bei der Bewaͤſſerung vorkommen, werden mit der verſchiede⸗. nen Waſſerler⸗ folgenden Namen unterſchieden: ungen mme. 1) Hauptzuleitungsgraben oder Kanal. So heißt derjenige Graben, welcher das — Waſſer nach der Gegend im Ganzen hinfuͤhrt, wo man Bewaͤſſerungen verſchiedener Theile anlegen will, und es auf der erforderlichen Hoͤhe erhaͤlt. Er muß in ſeiner Sohle ein nur geringes Gefaͤle — haben, und 1 Zoll reicht auf 20 Ruthen vollkommen zu. Die Breite ſeiner Sohle richtet ſich nach der Quantitat des Waſſers, welche er zufuͤhren ſoll. Seine Tiefe richtet ſich an jeder Stelle natuͤrlich nach der Horizontalhoͤhe der Oberflaͤche, wo man ihn durchfuͤhrt. Und hieraus ergiebt ſich die Breite und die Doſſirung, welche er haben muß. 2) Nebenleitungsgraͤben, welche zur Bewaͤſſerung einer beſonderen Stelle aus jenem Hauptkanal oder auch aus andern Graͤben abgefuͤhrt ſind. 3) Waͤſſerungsgraͤben. Dieſen Namen bekommt der Graben, wenn er auch Fortſetzung des Zuleitungsgrabens iſt, an der Stelle, wo aus ihm Waſſer auf eine Waͤſſerungsflaͤche gelaſſen wird. Da das Waſſer in ſelbigen, ſobald die Bewaͤſſerung vorgehen ſoll, hoͤher ſtehen muß, wie fein unteres Ufer, ſo wird dieſes in der Regel mit einer Verwallung oder einen kleinen Damm verſehen, — durch welche dann 4) Einlaͤſſe durchgeſtochen ſind, weil es nicht moͤglich ſeyn wuͤrde, das Grabenufer ſo gleich und ſo horizontal zu erhalten, daß das Waſſer deſſen ganze Laͤnge hinunter gleichmaͤßig uͤberliefe. Die⸗ ſe Einlaͤſſe oder Durchſtiche des Walles muͤſſen, weil ſie eine ſtarke Gewalt des Waſſers zu erleiden haben, wohl verwahrt, mit ſtarken Raſen oder mit einer hoͤlzernen Bekleidung verſehen ſeyn. Manchmal legt man auch eine hoͤlzerne Roͤhre, wozu oftmals ein hohler Weidenbaum genommen wird, durch dieſe kleine Verwallung, und laͤßt das Waſſer dadurch ein. Man muß den Waſeerein⸗ lauf in ſelbige moderiren koͤnnen, welches bei den offenen Einlaͤſſen durch eingelegten Raſen oder auch wohl durch ein vorgeſetztes Brett geſchieht. Wenn die Wieſe nicht allenthalben gleich hoch iſt, ſo zuſtt man die dadn Verieſl 5 die I ale mit der üaſn Waſſerri duf nicht zul lict derſtobf nuß ſie in ih welche von i gippe oder G ſteht ſich, d mit den Spat Hefte meier Fi. 1und 2, 6) Die Verhaltniß ſe Paſſer ſich n rungsgraben unterſcheidet it eine unell lagen rechne unterſchiede waͤſſerungs chem man ableitun telbar nach dann wiede dem naͤmlich ſogleich von wieder zufli Auch! und ſind ſode Ionen. D N wo man da indem ma⸗ ter— m ab aberma letung, u Iu ei Art unungs deshalb au lung der he d zur Si⸗ gegen den ſach und man die chwem⸗ eer unter⸗ ht, Dder en kann. en wedde, geen, bid ich dem Ihne er⸗ dadurch len wird verden mit belcher das ile anlegen ges Gefäͤlle ſich nach natuͤrlich die Breite us jenem driſetzung e gelaſſen , wie fiin verſehen, er ſo gleich ſefe. Die⸗ u erleiden hen ſeyn. genommen Waſſerein⸗ oder auch ch iß, ſo leitung, und ſind deshalb nur unter gewiſſen Umſtaͤnden anzubringen. Die Bewaͤſſerung. 117 waͤhlt man die hoͤchſten Stellen zu dieſen Einlaͤſen aus. Aus ihnen kommt das Waſſer, wenigſtens bei den Berieſelungswieſen, in. 5) die Waſſergrippen oder Rinnen. Dieſe ſind nun hinter der Verwallung entweder parallel mit dem Waͤſſerungsgraben, oder aber faſt vertikal auf demſelben zulaufend gezogen. Aus dieſen Waſſerrinnnen verbreitet ſich nun das Waſſer uͤber die Flaͤhhe. Eine ſolche Waͤſſerungsrinne darf nicht zu lang ſeyn, hoͤchſtens 20 Ruthen, indem ſie ſich ſonſt bei dem Wachsthume des Graſes leicht verſtopft, und der aͤußerſte Theil ſodann kein Waſſer erhaͤlt. Je laͤnger ſie iſt, um deſto breiter muß ſie in ihrem Anfange ſeyn, indem der Waͤſſerungsplan(ſo nennt man diejenige Flaͤche, welche von einer Grippe oder Graben aus bewaͤſſert wird, oder zwiſchen dieſer und der Abwaͤſſerungs⸗ grippe oder Graben liegt,) dann um ſo groͤßer iſt und um ſo viel mehreres Waſſer erfordert. Es ver⸗ ſteht ſich, daß die Einlaͤſſe mit dieſen Grippen im Verhaͤltniß ſtehen muͤſſen. Sie werden entweder mit dem Spaten geſtochen, oder mit einem Pfluge ausgeſchnitten, wozu derjenige, welcher im dritten Hefte meiner Beſchreibung der nutzbarſten neuen Ackergeraͤthe, Taf. II. Fig. 2 und 3, und Taf III. Fig. 1 und 2, abgebildet iſt, gebraucht werden kann. 6) Die Abwaͤſſerungsgraͤben. Dieſe muͤſſen durchaus mit den Bewaͤſſerungsgraͤben im Verhaͤltniß ſtehen, und immer mit ihnen korreſpondiren. Es darf kein Fleck vorhanden ſeyn, wo das Waſſer ſich nicht wieder in eine Abwaͤſſerungsgrippe ziehen, und durch ſelbige in den Abwaͤſſe⸗ rungsgraben geleitet werden kann. Denn dieſe vollkommene und ſchnell zu bewirkende Abwaͤſſerung unterſcheidet eine regelmaͤßige Bewaͤſſerungsflaͤche von einem feuchten und waſſerſuͤchtigen Platze, und iſt eine unerlaͤßliche Bedingung, wenn man auf einen hohen Ertrag und Benutzung einer ſolchen An⸗ lagen rechnen will. Die Ableitu ngen werden nun mit demſelben Namen, wie die Zuleitungen unterſchieden. Der Hauptableitungsgraben iſt der, welcher das Waſſer von der ganzen Be⸗ waͤſſerungsanlage aufnimmt und abfuͤhrt. Zuweilen iſt dies das Bette desjenigen Fluſſes, aus wel⸗ chem man oberhalb das Waſſer durch den Hauptzuleitungsgraben genommen hatte. Die Neben⸗ ableitungsgraͤben find deejenigen, die von einem Theile das Waſſer äbfuͤhren, entweder unmit⸗ telbar nach dem Hauptentwaͤſſerungsgraben hin, oder einer andern Flaͤche zu, in welchem Falle ſie dann wieder Zuleitungs⸗ oder Bewaͤſſerungsgraͤben werden. Niicht ſelten ſind ſie beides zugleich, in⸗ dem naͤmlich ein Graben das Waſſer von einer hoͤheren Flaͤche auf der einen Seite aufnimmt, und es ſogleich von der andern Seite durch die Einlaͤſſe in ſeinem verwallten unteren Ufer einer niederern Flaͤche wieder zufließen laͤßt.. Auch die Abwaͤſſerungsgraͤben ſind zuweilen bewallt, damit das Waſſer nicht zu ſchnell abfließe, und ſind ſodann mit Auslaͤſſen durchſtochen, die mehr oder minder geoͤffnet und verſchloſſen werden koͤnnen. Doch findet dies mehr bei Beſtauungen als bei Berieſelungen ſtatt. 7) Fanggraͤben, Waſſerfaͤnge, Waſſerhebungen nennt man diejenige Vorrichtung, wo man das in einer Niederung von der hoͤheren Gegend herablaufende Waſſer wieder ſammelt, und indem man den Graben oder einen groͤßern Umfang— in dem Falle einen Teich oder Waſſerbehaͤl⸗ ter— mit einer hinreichend hohen Bewallung umgiebt, ſolches wieder emporhebt, um es von hier ab abermals auf eine hoͤhere Gegend zu bringen. Solche Faͤnge erſchweren allerdings die Waſſerab⸗ * §. 281. Zu einer jeden erheblichen Bewaͤſſerungsanlage ſind Waſ ſerſtaue und Schleuſen mancher Art unumgaͤnglich erforderlich. Die Anlage derſelben gehoͤrt in die Waſſerbaukunſt, und ich verweiſe deshalb auf die vom Schleuſenbau vorhandenen trefflichen Werke. Eine ziemlich deutliche Darſtel⸗ lung der bei kleineren Bewaͤſſerungen erforderlichen Schleuſen und andern Vorrichtungen findet man Schleuſen und Staue. ——— Bewaͤſſerungs⸗ arten. 8 * 118 3 Die Bewaͤſſerung. in Jeſſens ſchätzbarer Abhandlung uͤber eine Wieſenbewaͤſſerung in den Annalen des Ackerbaues, Bd. II. S. 529... Ddie Hauptſchleuſe, wodurch das Waſſer in dem Fluſſe abgefangen und in den Hauptzulei⸗ tungsgraben gezwaͤngt wird, pflegt immer die erheblichſte und koſtſpieligſte zu ſeyn,“ und manchmal ſogar den groͤßern Theil der ganzen Koſtenſumme wegzunehmen. Man hat ſie deshalb zuweilen zu erſparen geſucht, und einen Staudamm an ihrer Stelle angelegt. Es giebt aber nur wenige Faͤle, wo man den Waſſerlauf hier beſtaͤndig ſperren darf, und noch wenigere, wo es rathſam und thunlich waͤre, ſolche Staudaͤmme im Nothfall durchzuſtechen und wieder zu errichten. Wenn man nur eine kleine Flaͤche mit dem Waſſer beherrſchen oder bewaͤſſern kann, ſo kommen die Koſten, auf den Fla⸗ cheninhalt repartirt, vermoͤge dieſes Schleuſenbaues oft ſehr hoch, wogegen ſie bei einer großen Flaͤche per Jochart manchmal ganz unbedeutend ſind.. Die uͤbrigen Schleuſen, welche in dem Haupt⸗ und Neben⸗, Zu⸗ und Ableitungsgraben erfor⸗ derlich ſind, koͤnnen von einfacher und ſchwaͤcherer Sauſrann ſeyn, da ſie ſelten einen großen Waſ⸗ ſerdruck zu erleiden haben. Es ſind nach den Umſtaͤnden me rere oder wenigere noͤthig; dech erfor⸗ dert gewoͤhnlich jedes zu bewaͤſſernde Revier oder jeder abgeſonderte Theil der Anlage, der einen eige⸗ nen Waͤſſerungsgraben hat, eine beſondere. Sie werden entweder ſo eingerichtet, daß ſie das Waſſer bis zur vollen Hoͤhe des Grabens aufſtauen koͤnnen, oder ſo, daß ſie es nur bis zu einer gewiſſen Hoͤhe thun, und das uͤbrige Waſſer uͤberfallen laſen. Im letzteren Falle kann manchmal auch ein Stau⸗ damm an ihre Stelle treten. Im Allgemeinen muß man es ſich jedoch zur Regel machen, bei dieſer Anlage nicht zu ſparſam zu ſeyn, indem ſonſt die beſtaͤndigen Reparaturkoſten das erſparte Anlagekapital bei weitem uͤberſteigen, und uͤberdem dann viele Unbequemlichkeiten und Stoͤrungen daraus erfolgen. In manchen Faͤllen ſind bei den Bewaͤſſerungen, ſo wie bei den Entwaͤſſerungen, Siele oder ſogenannte Kaſten von Holz oder von Steinen erforderlich, um das Waſſer unter der Erde, etwa durch einen Damm oder einen Weg, zuweilen ſogar unter einem andern Waſſerlauf durchzuleiten. Sie ſind manchmal ebenfalls mit Thuͤren oder Vorſetzhoͤlzern oder Zapfen verſehen, um das Waſſer dadurch anhalten und ablaufen laſſen zu koͤnnen. Und ſo muß man dann auch zuweilen zu Uebertragungsrinnen, Ueberleitern ſich ent⸗ ſchließen, die von Holz gemacht oder von Steinen uͤber ein Gewoͤlbe geleitet werden. Da ſie indeſſen leicht den Beſchaͤdigungen unterworfen ſind, und durch ihren Bruch bei einer ſtarken Waſſerfluth oft großes Unheil anrichten koͤnnen, ſo muß man ſie moͤglichſt zu vermeiden ſuchen. 4 Leitungsdaͤmme, die in Senkungen aufgefuͤhrt werden, um auf und zwiſchen ſolchen das Waſſer durchzufuͤhren und in ſeiner Hoͤhe zu erhalten, ſind oft ſehr koſtſpielig, und wenn ſie nicht mit der groͤßten Vorſicht angelegt werden, ebenfalls gefaͤhrlich. Man kann ſie oft durch eine weitere Umleitung des Kanals entbehrlich machen, und dies iſt immer rathſamer, wenn auch die Koſten ſich gleich bleiben. 3 88§. 282. Man kann die Bewaͤſſerung auf dreierlei verſchiedene Weiſe bewirken: 1) durch Ueberſtauung; 2) durch Ueberrieſelung; 3) durch Anſtauung des Waſſers in den Graben. Unter gewiſſen Lokalitaͤten koͤnnen indeſſen auch Anlagen gemacht werden, bei welchen man alle drei Bewaͤſſerungsarten wechſelsweiſe und nach dem jedesmaligen Zwecke anwenden kann. * 1 die Ueb⸗ mdlen oder haf dieſem Man ber riſtenden R gehen zwihgt. menes, inden — worauf ſ mol bei ſchel Uebertrit ds Ahal ſes gejcgenen; nur erreicht w gel des Fluſe kann die ſchne reicht werden Die l der Winter⸗ nutzen, und gen Schlam ſondern es Erfahrung Dag und muß ernte kann zug des W. da iſt, wit die Entwaͤſſ maſſe im Ve nirgends mo erreicht wer da mittelſt di lungsme kage nach, Vaſer wir ſes, was dent. Al jeder Jeit F Die Vereſe gegeben, a und ſo lang kerhaues, uptzulei⸗ anchmal deilen zu ge Falle thunlic nur eine den K⸗ en Faache en erfor⸗ Waſ⸗ erfor⸗ in eige⸗ Vaſſer n Hdhe n Stan⸗ rrſam zu erſteigen, ele oder de, etwa hzuleiten. s Waſer ſich ent⸗ indeſſen luth oft hen das icht mit weitere oſten ſich man ale — Die Bewaͤſſerung. 8 119 §. 283. Die Ueberſtauung erfordert, daß die zu bewaͤſſernde Flaͤche von Natur oder durch die Kunſt von allen oder wenigſtens von drei Seiten mit einer Beuferung verſehen ſey, um das uͤberſtaute Waſ⸗ ſer auf dieſem Platze zu beſchraͤnken.— 8 Man bewirkt ſie zuweilen dadurch, daß man den natuͤrlichen Waſſerlauf unterhalb der zu be⸗ waͤſſernden Flaͤche mittelſt einer Schleuſe anſtaut, und ſo das Waſſer ſich ſeitwaͤrts uͤber die Flaͤche zu er⸗ gießen zwingt. Dies iſt nur unter ſeltenen Lokalitaͤten moͤglich, und mehrentheils etwas Unvollkom⸗ menes, indem man dabei die Maſſe des Waſſers, die Dauer der Bewaͤſſerung, die ſchnelle Trockenlegung — worauf ſo ſehr viel ankommt— oft auch die Ausdehnung nicht in ſeiner Gewalt hat, und manch⸗ mal bei ſchnell entſtehenden Waſſerfluthen, wegen des durch die Schleuſe verengerten Waſſerbettes, den Uebertritt des Waſſers zur Unzeit und ſchaͤdliche Stroͤmungen und Verſandungen nicht verhindern kann. Deshalb haben die Ueberſtauungen, welche vermittelſt eines aus einem hoͤheren Punkte des Fluf⸗ ſes gezogenen Zuleitungskanals bewirkt werden, große Vorzuͤge, wodurch dann uͤberdem der Vortheil nur erreicht werden kann, das Waſſer hoͤher gelegenen Flaͤchen, die nur nicht unter dem Waſſerſpie⸗ gel des Fluſſes an der Stelle, wo der Kanal abgeleitet wird, liegen, zukommen zu laſſen. Auch kann die ſchnelle und vollkommene Trockenlegung der ganzen Flaͤche auf einmal faſt mur hierdurch er⸗ reicht werden. 2 1 Ddie Ueberſtauung hat einige Vortheile ſelbſt vor der Ueberrieſelung. Man kann das Waſſer der Winter⸗ und Fruͤhjahrsfluthen, welches mit duͤngenden Theilen am ſtaͤrkſten beſchwaͤngert iſt, be⸗ nutzen, und ſo lange die Umſtaͤnde es erlauben, auf der Flaͤche erhalten, damit es ſeinen wohlthaͤti⸗ gen Schlamm voͤllig abſetze. Der Boden wird dadurch nicht allein vom Waſſer voͤllig durchdrungen, ſondern es wird auch der ſchwammige Boden, wenn er nachher nur in der Tiefe Abzug hat, wie die Erfahrung lehrt, zuſammengedruͤckt und feſter gemacht. Dagegen ſindet dieſe Bewaͤſſerungsart nur ſtatt in der Herbſt⸗, Winter⸗ und Fruͤhjahrszeit, und muß aufhoͤren, ſobald die Vegetation und Waͤrme eintritt. Nur etwa nach der erſten Heu⸗ ernte kann ſie auf eine ganz kurze Zeit noch gegeben werden. Wie viel es darauf ankomme, den Ab⸗ zug des Waſſers und die vollkommene Trockenlegung ſchnell zu bewirken, wenn der gerechte Zeitpunkt da iſt, wird in der Lehre von der Wieſenkultur ausfuͤhrlicher gezeigt werden. Deshalb muͤſſen auch die Entwaͤſſerungsrinnen und Graͤben zweckmaͤßig eingerichtet ſeyn, mit der abzufuͤhrenden Waſſer⸗ maſſe im Verhaͤltniß ſtehen, und hinlaͤngliches Gefaͤlle von jedem Punkte der Flaͤche ab haben, damit nirgends moraſtige Stellen entſtehen, wenn anders die große Wirkung dieſer Bewaͤſſerung vollſtaͤndig erreicht werden ſoll. 1 4⁴ §. 284. Da aber die Austrocknung der in der Winterzeit bewaͤſſerten Flaͤche in trocknen Sommerzeiten mittelſt dieſer Bewaͤſſerungsart nie verhuͤtet werden kann, ſo hat doch im Ganzen die Berieſe⸗ lungsmethode groͤßere Vortheile, insbeſondere auf jedem Boden, welcher, ſeiner Konſiſtenz und Lage nach, der Duͤrre ſehr unterworfen iſt. Der Abſatz der duͤngenden Theile aus dem uͤberrieſelnden Waſſer wird doch auch dadurch ziemlich vollſtaͤndig erreicht, beſonders wenn man ſich deſſelben Waſ⸗ ſers, was faſt nur bei dieſer Bewaͤſſerungsart moͤglich iſt, mehrere Male auf verſchiedenen Flaͤchen be⸗ dient. Allein der Hauptvorzug iſt der, daß man den Boden und den darauf wachſenden Pflanzen zu jeder Zeit Feuchtigkeit geben kann, und zwar gerade in dem Maaße, in welchem ſie deren beduͤrfen. Die Berieſelung wird zwar auch im Herbſte, Winter und Fruͤhjahr zur Beſchlammung des Bodens Die Ueber⸗ ſtauuns. Die Berieſe⸗ lung. gegeben, aber auch, nachdem die Vegetation begonnen und die Pflanzen emporgewachſen ſind, ſo oft und ſo lange wiederholt, als es die Witterung, der Boden und die Pflanzenart erfordert. Man laͤßt ———— er Die Bewaͤſſerung. das Waſſer zuweilen in der Nacht noch uͤberrieſeln, wenn man am folgenden Morgen die Senſe an⸗ ſetzen will, um dem Graſe einen um ſo friſcheren Stand zu geben. Nach jedem heißen ausduͤrrenden Tage erquickt man das Gras durch einen naͤchtlichen Waſſerzulauf, und ſetzt es in den Stand, von der Hitze der Tage den hoͤchſten Vortheil zu ziehen, wenn dieſe auf unbewaͤſſertem Boden alles ſchmach⸗ ten und verdorren laͤßt. Durch dieſe Bewaͤſſerungsart allein kann ſich der Landwirth uͤber den Einfluß der Witterung und des Klimas erheben. Denn ſo wie die der duͤrren heißen Tage, wird auch die Schaͤdlichkeit der kalten Naͤchte und der Morgenreife dadurch uͤberwunden. Weil das Waſer hierbei in einer beſtaͤndigen Bewegung iſt, ſo kann, wie ſonſt bei heißer Witterung der Fall iſt, dieſes Waſſer keine Faͤulniß erregen, und keine ungeſunden Ausduͤnſtungen. Das in dieſer Feuchtigkeit aufgewach⸗ ſene Gras bleibt allen Viehracen gedeihlich, und ſelbſt in ſeinem gruͤnen Zuſtande iſt es als Weide— waͤhrend welcher natuͤrlich die Flaͤche trocken gelegt wird— dem Viehe ganz unſchaͤdlich, welches ſonſt von dem an feuchten Orten gewachſenen Graſe ſo leicht erkrankt. Durch eine zureichende und mit hinlaͤnglicher Aufmerkſamkeit gegebene Berieſelung wird ſelbſt der unfruchtbarſte Sand zur hoͤch⸗ ſten Produktion gebracht, und paßt ſich manchmal gerade am beſten zum Wieſengrunde. — Der unfruchtbare und nahrungsloſe Boden wird mit der Zeit durch die Ueberrieſelung mit frucht⸗ baren dnne hnhartn und dies geſchiehet um ſo fruͤher, je mehr das Waſſer ſolche Theile mit ſich fuͤhrt. Sind letztere in dem Waſſer wenig oder gar nicht enthalten, ſo dauert es, wenn man die Sache der Natur allein uͤberlaͤßt, freilich lange. Es erzeugen ſich dann durch die Huͤlfe des Waſſers auf dem Boden zuerſt nur Flechten und Mooſe, welche in Faͤulniß uͤbergehn, und ſo langſam den er⸗ forderlichen Humus bilden, welcher anderen Pflanzen Nahrung geben kann. Die Erfahrung hat es jedoch bewieſen, daß ſelbſt gehaltloſes Waſſer auf dem unfruchtbarſten Sandboden innerhalb zehn Jahren eine reichhaltige Grasnarbe gebildet, und ihn bei fortdauernder Berieſelung zu einer fruchtbaren Wieſe umgeſchaffen habe, die ſich dann mit jedem Jahre mehr verbeſſerte. Beſchleunigt aber kann dieſe Raſenbildung und Graswuchs dadurch werden, daß man dieſer Flaͤche einige duͤngende Subſtan⸗ zen zufuͤhrt, wozu die aus den anliegenden Niederungen auszugrabenden modrigen oder torſigten Sub⸗ k ſtanzen, wenn ſie gleich ſaurer Natur ſind, oftmals zureichen, aber freilich durch die Beimiſchung von 1 20 und Schaafen, nachdem ſie trocken gelegt worden, oder gar durch ein Hordenlager, wird man ſie fruͤher zu ihrer Vollkommenheit bringen, als wenn ſie, ſobald ſich das Geas deſſen verlohnt, gemä⸗ het werden. Durch eine aufgefahrene zureichende Duͤngung iſt man aber im Stande, den allerun⸗ fruchtbarſten duͤrrſten Sand, in Verbindung mit der Bewaͤſſerung und eines ausgeſtreuten angemeſ⸗ ſenen Saamens in einem Jahre in das uͤppigſte Grasfeld zu verwandeln. * §. 285.. Tin— Linie die Bewaͤſſerungsgrippe, welche ihren Zufluß aus dem Graben erhaͤlt, hergeht, und das Waſſer 1m7 uͤber dieſe Flaͤche ergießt. Mit dieſer Bewaͤſſerungsgrippe korreſpondirt die im niedrigſten Theile her⸗ gehende Entwaͤſſerungsgrippe, welche das uͤbergelaufene Waſſer aufnimmt. und dem Ableitungs⸗ graben zufuͤhrt, oder auch ſolches uͤber eine andere niedere Flaͤche ergießt, und fuͤr dieſe zur Bewaͤf⸗ ſerungsgrippe wird.. Dieſe Bewaͤſſerungsgrippen laufen entweder mit dem Bewaͤſſerungsgraben parallel, oder ſie ſto⸗ ßen vertikal auf ſelbigem zu.(Ich ſollte ſagen, faſt parallel und faſt vertikal, und in der Mehrheit der Faͤlle, denn zuweilen koͤnnen ſie auch eine ſchraͤge Richtung haben, wenn die Oberflaͤche des Bo⸗ dens es ſo erfordert.) Die thieriſchen Duͤnger noch wirkſamer gemacht werden. Durch das Abweiden dieſer Plaͤtze mit Rindvieh Die Berieſelung erfordert eine moͤglichſt ebne und gelind abhängige Flaͤche, auf deren hoͤchſter Die pral in nuch untm a iſt d b die 1 Es iſ ſ duͤrfen, weil haben. Doc ſehr vermehre Der P dieſe Brener ſonſt das her maͤßig verbr zogene Grip merfort, bi Die handen iſt, und ſich ſei dern leicht Mitte eine Bewaͤſeerun enger zulau ſach gewoͤll gegeben wo beide Seiter den zwiſche welcher ige Hatd Ruͤcen der und ſo wes kruͤmmend ſelungen ſerungsgre ſoccke oder ſtes oft n. ſonſt thun! Nadens ge⸗ Stellen ein um deſto n Dritter, Denſe an⸗ uͤrrenden nd, von ſchma ch⸗ Ginfluß auch die er hierbei 8Waſeer fgewach⸗ Wedde- welches nde und ur hoͤch⸗ frucht⸗ heile mit man die 3Waſers m den er⸗ ng hat es halb zehn uchtbaren ader kann Subſtan⸗ gten Sub⸗ chung von Rindvieh dman ſie gemaͤ⸗ allerun⸗ angemeſ⸗ en hoͤchſer das Waſer dheile her⸗ lbleitungs⸗ ur Bewaͤf⸗ der ſie ſto⸗ Mehrheit e des Bo⸗ Die Die Bewaͤſſerung. 85 121 Die parallel laufenden Grippen ſinden ſtatt, wenn der Plan eine ebene, vom Bewaͤſſerungsgra⸗ ben nach unten hin abhaͤngige Flaͤche ausmacht; wie Fig. 2. auf Taf. VII. erlaͤutert. a iſt der Bewaͤſſerungsgraben;z b die Verwallung deſſelben; ce zwei Einlaͤſſe; dd die oberen Bewaͤſſerungsgrippen, aus welchen ſich das Waſſer uͤber den Plan I. ergießt; ee die unteren Bewaͤſſerungsgrippen, welche das vom Plan I. aufgenommene Waſſer wieder uͤber den Plan II. vertheilen; f der Abwaͤſſerungsgraben, wenn ſich nicht etwa das Waſſer uͤber einen dritten Plan er⸗ gießen ſollte;— gg die Abtrennungen der Bewaͤſſerungsgrippen; Es iſt ſchon oben geſagt, daß die Bewaͤſſerungsgrippen nicht leicht uͤber 20 Ruthen lang ſeyn duͤrfen, weil ſie ſonſt am Ende leicht mit Graſe verwachſen; ſie muͤſſen alſo auch jede ihren Einlaß haben. Doch muß man auch die Einlaͤſſe, die an den hoͤchſten Stellen angelegt worden, nicht zu ſehr vermehren.. Der Plan, uͤber welchen ſich das Waſſer ergießt, darf nicht zu breit ſeyn; es laͤßt ſich jedoch dieſe Breite nicht wohl angeben. Iſt nämlich der Abhang ſtark, ſo muß er ſchmaͤler ſeyn, indem ſich ſonſt das herabfließende Waſſer Rinnen machen, und dann nur in ſelbigen herabziehen, und nicht gleich⸗ maͤßig verbreiten wuͤrde. Es wird deshalb in einer Entfernung von 10 bis 20 Ruthen durch eine ge⸗ zogene Grippe aufgefangen, und aus derſelben uͤber den unteren Plan wieder verbreitet, und ſo im⸗ merfort, bis man es auf dieſer Flaͤche nicht weiter gebrauchen kann. Die vertikal auslaufenden Bewaͤſſerungsgrippen finden ſtatt, wo kein natuͤrlicher Abhang vor⸗ handen iſt, oder wo die zu bewaͤſſernde Flaͤche am Bewaͤſſerungsgraben her von ungleicher Hoͤhe iſt, und ſich ſeitwaͤrts bald ſenkt bald hebt. Im erſten Falle wuͤrde das Waſſer keinen Abzug finden, ſon⸗ dern leicht zu hoch ſtehen bleiben, und man muß ihm jenen alſo durch eine kuͤnſtliche Erhoͤhung der Mitte eines jeden Plans zu geben ſuchen. In Figur 3. Taf. VII., zieht ſich das Waſſer aus dem Bewäſſerungsgraben a in die Waͤſſerungsgrippen bbbb, welche weiter am Einlaß nach unten immer enger zulaufen. Die zu bewaͤſſernden Wieſenplaͤne, I. I., II. II., III. III., IV., haben die Geſtalt flach gewoͤlbter Ackerbeete, die ihnen bei der Anlage der Wieſen durch den Pflug oder das Grabſcheit gegeben worden. Das Waſſer zieht ſich nun von der auf ihrem Ruͤcken herlaufenden Grippe uͤber beide Seiten hinab, und wird von den Entwaͤſſerungsgrippen coce, welche gleichſam wie Beetfur⸗ chen zwiſchen den gewoͤlbten Beeten hergehen, aufgenommen und in den Ableitungsgraben d gefuͤhrt, welcher irgendwo ſeinen Abzug hat. Hat die zu entwaͤſſernde Flaͤche an einigen Stellen natuͤrliche Erhoͤhungen, ſo leitet man auf dem Ruͤcken derſelben aͤhnliche Waͤſſerungsgrippen her, und zieht die Abwaͤſſerungsgrippen in den Sinken, und ſo wechſeln vielleicht auf derſelben Flaͤche die parallel, vertikal oder ſchraͤg liegenden, ſich auch kruͤmmenden Waͤſſerungsgrippen mit einander ab. Denn man muß zuweilen mannigfaltige Abwech⸗ ſelungen und Wendungen machen, um den Zweck— daß jeder unter dem Waſſerſpiegel des Bewaͤſ⸗ ſerungsgrabens liegender Platz moͤglichſt zureichendes Waſſer erhalte, dieſes aber auch in keiner Sinke ſtocke oder zu lange verweile— zu erreichen. Um das Waſſer auf die hoͤheren Stellen zu bringen, iſt es oft noͤthig, die Einlaͤſſe durch die Verwallung des Waͤſſerungsgrabens hoͤher zu legen, wie man ſonſt thun wuͤrde, oder aber die niedrigern zuweilen zuzuſetzen, damit der Spiegel des Bewaͤſſerungs⸗ grabens gehoben werden koͤnne. Auch erfordern die Waſſergrippen nicht ſelten an einigen niederen Stellen eine Beuferung, damit das Waſſer auch zu den hoͤheren gelange. Je ebener die Flaͤche iſt, um deſto weniger ſind dieſe Beihuͤlfen nothig. Es iſt deshalb. bei den Anlagen ſehr rathſam, die Dritter Theil. 9 122 Diie Bewaͤſſerung. moͤglichſte Ebnung der ganzen Flaͤche zu bewirken, welches nicht eoltommener als durch die S hwem⸗ Dieſen mungen, wovon wir in der Folge reden werden, geſchehen kann.— eu 4 56. 286. ant es der Bei der berieſelnden Bewaͤſſerung kommt es am haͤufigſten vor, daß man das Waſſer nicht nur lan gen wechſelsweiſe bald hier bald dort, ſondern auch daſſelbe Waſſer mehrere Male und gleichzeitig gebrauchen rid durch kann, indem man es ſogleich, wie es von einer Flaͤche abgezogen iſt, uͤber eine andere herleitet. fiht e ne 12 Die Mannigfaltigkeit der hier vorkommenden Faͤlle iſt unendlich, und es kommen vielleicht nicht zwei Stleuſe ollig gleiche vor. den ſol,, a Ich werde indeſſen einige Hauptfaͤlle, auf die ſich die meiſten anderen reduziren laſſen, durh Dr “ Figuren erlaͤutern; wobei ich bemerken muß, daß dieſe Figuren nur den Waſſerlauf darſtellen, keines⸗ R zeit weges einen Grundriß abgeben ſollen, indem die Graͤben weit breiter, als ſie nach Verhaͤltniß der hier duch ganzen Saäche ſeyn bllun⸗ der Deulicheei wegen, gezeichnet ſind. anbi wüd, 4 S. 287. aci. Bewaͤſſerung Es iſt nicht ſelten der Fall, daß an dem Abhange eines Huͤgels, am Fuße eines Berges, durch nacher den dilen 4hene die Abfangung eines herabfließenden Baches das Waſſer durch einen Kanal auf der Anhoͤhe herumge⸗ aufgenom 43 in mehreren leitet und darauf erhalten werden kann. Hierdurch wird die ganze unterhalb liegende abhaͤngige Flaͤ⸗ vertikal ar Abtheilunsen. che vom Waſſer beherrſcht, und kann bewaͤſſert werden. Um das ſaͤmmtliche Waſſer des Baches be⸗ nommen, nutzen, aber doch die Wieſen theil⸗ und wechſelsweiſe waͤſſern und trocken legen zu koͤnnen, iſt ſie in in Werden d ſechs Plane abgetheilt. Taf. VIII. Fig. 1. Vaſer jie Aus dem Bache wird der Hauptgraben b in der Horizontallinie, worin das Waſſer, da wo es dem Zule durch die Schleuſe a abgefangen wird, ſtehet, an der Anhoͤhe hergezogen, ſo weit er den Umſtaͤnden nach gefuͤhrt werden kann. Hier wird er mit dem die Anhoͤhe hinunterlaufenden Graben cc verbun⸗ den, und aus dieſem werden nun wieder fuͤnf andere Graͤben, mit dem Graben b parallel oder faſt A parallel laufend, gezogen, wodurch die unterhalb liegende Waͤſſerungsflaͤche in ſechs Plane getheut und der wird. Dieſe Plane koͤnnen nun nach Willkuͤhr jeder beſonders bewaͤſſert und rocken gelegt werden, Abfuͤhre oder man kann auch das Ganze auf einmal waͤſſern, wenn Waſſer genug vorhanden iſt. Soll letzteres Fleck, w geſchehen, ſo werden naͤmlich die ſammtlichen im Graben ec angelegten Schuͤtzen zugeſetzt; ſo wie ſie vorzuͤglich ſaͤmmtlich geoͤffnet werden, wenn die ganze Flaͤche trocken gelegt werden ſoll, wo dann das Waſſer dieſes mel durch den Abzugsgraben dd, des ſtaͤrkeren Gefaͤlles wegen, dem Bache wieder zufließt. Jeder ein⸗ fenden un zelne Plan kann aber bewaͤſſert werden, wenn man ſein Schuͤtz zuſetzt, und jeder trocken liegen, wenn Grippen! man es oͤffnet. Setzt man z. B. die Schuͤtze 1, 3, 5 zu, ſo erhalten die Plane I., III., V. Waſer, Kiſſert w und II., IV., VI. ſind trocken. Wenn die Schuͤtze 2, 4, 6 dagegen geſchloſſen und die anderen gebff⸗ * net wer iden, ſo haben II., IV., VI. das Waſſer. In dieſem Falle verrichten die Graͤben 2, 3, 4, 5, 6 zugleich die Dienſte eines Bewaͤſſerungs⸗ 8 und Entwaͤſſerungsgraben, indem ſie das Waſſer von dem hoͤher liegenden Plane aufnehmen, und muß die wenn man es in ihnen ſtauet, dem unterliegenden wiedergeben. Es verſteht ſich, daß ſie an dieſer werden. unteren Seite bewallet ſind, und daß das Waſſer durch Einlaͤſſe einfließe. vallung . tität I §. 288. 8 Manchmal, und hauptſaͤchlich wenn das Ganze einen minder ſtarken Abhang hat, ſind jedoch Fälen d beſondere Abwaͤſſerungsgraͤben noͤthig, welche das Waſſer von einem oberen Plane der Wieſe auf 3 nehmen, und es einem unteren Plane wieder ufüͤhren, weil Kohſt das Ganze nicht trocken genug ge⸗ 4 legt werden koͤnnte.. hann Schwem⸗ ht nur auchen elleitet. ot wei , durch keines⸗ tniß der „durch rumge⸗ ige Kaͤ⸗ aches be⸗ iſt ſie in da wo es iſtͤnden e verdun⸗ loder faſt e getheilt werden, letzteres dwie ſie Waſſer der ein⸗ , wenn Waſſer, en gedf⸗ iſerunge⸗ nen, und an deſer djedoch teſe auf⸗ enug ge⸗ Die Bewaͤſſerung. 123 Dieſen Fall erlaͤutert Taf. VIII. Fig. 2. Der Graben a, welcher ſein Waſſer aus dem Haupt⸗ zuleitungsgraben erhaͤlt, waͤſſert, wenn die Schleuſe 1 zugeſetzt wird, den Plan I. Von dieſem nimmt es der Abwaͤſſerungsgraben c auf, und fuͤhrt es, wenn es nicht zu einem noch tiefer liegenden Plane gebraucht werden ſoll, bei x ab. Wird aber die Schleuſe 1 geoͤffnet, und 2 geſchloſſen, ſo wird durch b der Plan II. bewaͤſſert. Von dieſem nimmt der Abzugsgraben p das Waſſer auf, und fuͤhrt es nach dem Bewaͤſſerungsgraben d, wodurch der Plan IV. gewaͤſſert wird, wenn man die Schleuſe z ſchließee. Das Waſſer zieht dann durch r bei x, wenn es nicht weiter gebraucht wer⸗ den ſoll, ab. 1 Oder es wird die Anlage mit verſchiedenen Modifikationen auf die Weiſe gemacht, wie Tafel IX. zeigt. Das Waſſer kommt durch den Zuleitungsgraben a in den Waͤſſerungsgraben b. Wird es hier durch die Schleuſe 1 geſtauet, ſo waͤſſert es den Plan I., vorne bei x durch vertikal ausgehende⸗ hinten bei y durch parallele Grippen, und fließt in d wieder ab. Wenn die Schleuſe 2 geſchloſſen wird, ſo faͤllt es durch Kin g, und bewaͤſſert den Plan II. II., indem es ſich aus g nach beiden Seiten ergießt. Von hier wird es durch h und i aufgenommen, und von erſteren durch! nach k gefuͤhrt, welcher den Plan III. III. auf beiden Seiten waͤſſert, wenn die Schleuſe 3 geſchloſſen iſt. i fuͤhrt das aufgenommene Waſſer durch m nach n, welcher bei Schließung der Schleuſe 4 den Plan IV. durch vertikal auslaufende Grippen waͤſſert. Hier wird das Waſſer von dem Hauptabzugsgraben o aufge⸗ nommen, der es ſeinem Urſprunge, wenn es nicht weiter gebraucht werden ſoll, wieder zufuͤhrt. Werden die ſaͤmmtlichen Schleuſen 1, 2, 3, 4 geoͤffnet, ſo wird die Wieſe ſogleich trocken, und alles Waſſer zieht durch o ab; in welchem Falle dann freilich auch die Stauſchleuſe, welche das Waſſer in dem Zuleitungsgraben a zwaͤngte, geoͤffnet wird.. §. 289.. Bei Wieſen oder Wieſenrevieren von ungleicher Oberflaͤche muß die Richtung der Waſſergrippen und der Zweige der Waͤſſerungsgraͤben,— ſowohl derer, die zum Bewaͤſſern, als derer, die zum Abfuͤhren des Waſſers dienen,— oft mannigfaltig verſchieden ſeyn. Denn es muß jeder hoͤhere Fleck, wo irgend moͤglich, mehr Waſſer bekommen, wie der niedere, und bei den niedrigſten muß vorzuͤglich fuͤr Abzug geſorgt werden. Durch eine verſchiedene Richtung der Waſſerleitungen laͤßt ſich dieſes mehrentheils erreichen. Darum wechſeln beſonders die mit dem Zuleitungsgraben parallel lau⸗ fenden und die in einem rechten oder ſpitzeren Winkel von ihm abgeleiteten Waͤſſerungsgraben und Grippen haͤufig mit einander ab, kruͤmmen und biegen ſich auch, je nachdem es die Flaͤche, die be⸗ waͤſſert werden ſoll, erfordert. §. 200. 3 Wo das Waſſer uͤber eine niedere Stelle weggeleitet und einer hoͤheren zugeleitet werden ſoll, Verwalungen muß die Leitung, ſo weit jene geht, in Verhaͤltniß der Horizontallinie der hoͤheren Stelle verwallet eien Duech⸗ werden. Um der niederen Stelle dann aber auch ihr Waſſer zu geben, werden Einlaͤſſe durch die Ver⸗ niedere Steuen, wallung eingeſchnitten, jedoch nur ſo tief und ſo ſtark, als erforderlich iſt, um die gebuͤhrende Quan⸗ mit Einlaͤſſen. tität Waſſer einzulaſen. Da das Waſſer durch den Fall aus dem verwallten Graben leicht einreißen kann, ſo muͤſſen dieſe Einlaͤſſe mit Schleuſen oder ſogenannten Staͤndern oder Moͤnken in manchen Faͤllen verſehen ſeyn. Zur Erlaͤuterung ein Beiſpiel auf Taf. X. Der Plan 1. liegt 2 Fuß unter dem Spiegel, welcher dem Waſſer durch Zuſetzung der Haupt⸗ ſchleuſe i, und folglich in dem aus dem Fluſſe abgeleiteten Hauptgraben a gegeben werden kann. 9 2 Anhoͤhen. aa 4 Der Plan II.. liegt da, wo die Ziffer ſteht, um 2½ Fuß niedriger, und faͤllt nach unten noch den unteren Theil wieder verbreiten, berieſelt. Umgehung der Die Bewaͤſſerung. mehr herab. Der Plan III. liegt 1 ½ Fuß unter dem Waſſerſpiegel. Der Plan IV. nur 8 Zoll darunter. Der Plan V. 1 Fuß 6 Zoll darunter. Der Plan VI. 2 Fuß darunter. Der in ſeiner Sohle horizontal angelegte Hauptgraben a erfoedert do.„wo er bei Plan 1. verbeigehe⸗ eine ſtarke Verwallung, und eine geringere, wo er zu Plan III. gelanget, die an beiden Orten hoch genug iſt, um das Waſſer in der vollen Hoͤhe zu erhalten, die ihm durch die Sperrung der Haupt⸗ ſchleuſe i oberhalb derſelben gegeben werden kann, ſo daß es dem Plan IV. zugefuͤhrt werden koͤnne. Bei b iſt eine Schleuſe oder ein ſogenannter Staͤnder in der Verwallung angebracht, um das Waſ⸗ ſer durch die Verwallung nach Gefallen einlaſſen zu koͤnnen, wenn dieſer Plan und der darunter lie⸗ gende Plan II. bewaͤſſert werden ſoll. Da jener Plan aber nach unten gelind abhaͤngig iſt, ſo wird er durch parallel laufende Grippen, welche das Waſſer aus dem oberen Theile aufnehmen und es uͤber Unten wird es von einem Graben* aufgefangen, aus welchem es durch vier vertikal ausgehende Grippen aufgenommen und uͤber den Plam II. ver⸗ theilt wird. Der Plan III. wird durch drei Graͤben oder groͤßere Grippen, welche vertikal aus dem Haupt⸗ graben abgehen, bewaͤſſert, wenn ihre kleinen Schleuſen oder Staͤnder ade geoͤffnet werden, und er wird dadurch in vier lange ſchmale Plane getheilt. Der Plan IV. erhaͤlt das Waſſer, wenn neben den Schleuſen a und f auch Nede entweder voͤl⸗ lig oder doch ſo ſtark geſchloſſen werden, daß der Waſſerſpiegel ſich noch hoch genug im Hauptgraben erhalte; wobei zugleich die Schleuſe g im Graben p geſchloſſen werden muß. Der Plan V. erhaͤlt einiges Waſſer von dem, welches von dem Plan IWV. in den Graben o ab⸗ ziehet, wenn die Schleuſe g auch geſchloſſen wird. Soll er aber das Waſſer ſtaͤrker und allein erhal⸗ ten, ſo wird die Schleuſe g geoͤffnet, wo ſich dann das ſaͤmmtliche Waſſer in den Graben o ziehet, falls die Schleuſe h geſchloſſen bleibt. Der Graben pp dient hauptſͤchlich zur voͤlligen Trockenlegung der Wieſe und Entleerung des Hauptgrabens. Er iſt deshalb tief genug, und hat ein hinreichendes Gefaͤlle. Werden ſeine beiden Schleuſen g und h geoͤffnet, ſo geht alles Waſſer aus dem Hauptgraben dadurch weg. Der niedriger und mit Plan I. in faſt gleicher Horizontallinie liegende Plan VI. erhaͤlt das Waſ⸗ ſer, wenn die Schleuſe f geoͤfnet wird, und die uͤbrigen vorliegenden geſchloſſen werden, indem es, der niedrigeren Lage wegen, ihm dann ſämmtlich zufließt. Es ſind in den Figuren die Graben geradlinigt und rechtwinkeligt angegeben, welches auch frei⸗ lich am beſten iſt, aber nicht immer ſtatt ſinden kann. Die Lage erfordert es oft, daß ſie in mannig⸗ faltigen Kruͤmmungen und abweichenden Winkeln gezogen werden. In der Hauptſache laͤuft das aber auf eins hinaus. F. 291. Um ein Beiſpiet u geben, wie man die vom Waſſer unerreichbaren Hoͤhen ungehend, das Waſ⸗ ſer auf die Niederungen, die zwiſchen ihnen liegen, und die von dem oberwaͤrts angeſpannten Spie⸗ gel beherrſcht vertheile, waͤhle ich einen Fall,„ der mir noch in Crinnerung liegt, und den die Figur auf Taf. XI. darſtellet. Die Theile No. 4. 5. und 14. waren vormals durch einen bei o abgeleiteten Graben ſchon bewaͤſ⸗ ſert, und die Abſicht war, nur die am Bache liegenden Theile von 3, 2 und 1 ebenfalls zu bewaͤſ⸗ 1 ſm. Vei ein upanmt ned Es ward gadurth erhje zmonmenen? aund b geſcht dann nach 3, udiel Waſſe dheil des W⸗ dann wieder durch vertfal ſer auf den na Der zwe ſer, wenn b ge ſer oder lieger oder gedffnet ter haben, ſ zugleich, und here Stellen, Bei ſt um den and legt werden Dien üͤberlaufen gehoͤrig entt er dennoch b vor Duͤrre durch Verſch der Oberflaͤch Geaͤben ſo lo Manzen ſich leitung ſchne ſeyn, dern Jedo hohen und das mit S⸗ ſundet man Mitte des( Rechten un ſen werden ten noch eigehet, den hoch r Haupt⸗ n koͤnne. as Waſ⸗ nter lie⸗ wird er es uͤber fangen, I. ver⸗ n Haupt⸗ und er eder voͤ⸗ uptgraben ben o ab⸗ ſein erhal⸗ het, falls rung des e beiden as Waſ⸗ ndem es, auch freii⸗ mannig⸗ das aber as Waſ⸗ en Spie⸗ ie Figur n bewaͤſ⸗ u bewaͤſ⸗ Die Bewaͤſſerung. 125 1 ſern. Bei einem deshalb angeſtellten Nivellement fand ſich, daß das Waſſer oberhalb a genugſam angeſpannt werden koͤnne, um es weit ins Land und um eine Anhoͤhe herum zu leiten. Es ward der Hauptkanal alſo oberhalb a bis c gezogen, und dann die Schleuſe b angelegt. Hierdurch erhielt das Waſſer einen doppelten Turnus.— So nennt man den aus einem Hauptpunkte genommenen Waſſerlauf, der ſich zugleich uͤber eine Reihe von Planen verbreitet.— Wenn naͤmlich a und b geſchloſſen und e geoͤffnet wird, ſo geht das Waſſer nach den Plan 1, von dieſem nach 2, dann nach 3, 4 und 5, von wo es in den Bach zuruͤckfaͤllt; oder falls der ziemlich feuchte Plan 5 und 4 zu viel Waſſer erhielte, durch o abgelaſſen werden kann. Zugleich aber erhalten 6, 7 und 8 einen Theil des Waſſers, welches ihnen durch einen bei d angelegten Stau zugemeſſen wird, welcher ſich dann wieder oberhalb 4 mit dem anderen Theile vereinigt. Auf dieſen Planen wird die Bewaͤſſerung durch vertikal auslaufende Grippen bewirkt; weil parallel mit dem Graben laufende Grippen das Waſ⸗ ſer auf den nach dem Bache zu abhaͤngigen Planen nicht gehoͤrig vertheilen wuͤrden. Der zweite Turnus hinter dem, die Flaͤche faſt in der Mitte trennenden Huͤgel erhaͤlt ſein Waſ⸗ ſer, wenn b geoͤffnet, e aber geſchloſſen wird. Die Plane 9, 10, 11, 12, 13, 14 erhalten das Waſ⸗ ſer oder liegen trocken, je nachdem ihre kleinen Schuͤtze in dem Kommunikationsgraben geſchloſſen oder geoͤffnet werden. Da ſie ziemlich geebnet ſind, und einen gelinden Abhang von 9 bis 14 herun⸗ ter haben, ſo dienen die Graͤben zur Bewaͤſſerung des oberen und Entwaͤſſerung des unteren Theiles zugleich, und das Waſſer wird durch parallel laufende Grippen uͤber ſie vertheilt, bis auf einzelne hoͤ⸗ here Stellen, wo das Waſſer durch Verwallungen und beſondere Grippen hingezwaͤngt werden kann. Bei ſtarken Waſſerzulauf kann das ganze zugleich bewaͤſſert werden; ſonſt nur ein Turnus um den andern. Werden ſaͤmmtliche Schuͤtze aufgezogen, ſo kann das Ganze ſchnell trocken ge⸗ legt werden. —§. 292. Die dritte Bewaͤſſerungsart durch Anſtauung des Waſſers in den Graͤben, ohne es in der Regel überlaufen zu laſſen, findet hauptſaͤchlich ſtatt auf moorigem und ſchwammigem Boden, nachdem er gehoͤrig entwaͤſſert worden. So nothwendig dieſem Boden eine voͤllige Entwaͤſſerung iſt, ſo verliert er dennoch bei trockener Zeit ſeine Feuchtigkeit, beſonders an der Oberflaͤche ſo ſehr, daß die Pflanzen vor Duͤrre verſchmachten. Hier iſt die Vorkehrung, daß man ihm Waſſer zufuͤhren, und ſolches durch Verſchließung des Hauptableitungsgrabens in der erforderlichen Hoͤhe bis zu 2 oder 3 Zoll unter der Oberflaͤche in den Graͤben anſtauen koͤnne, von großem Nutzen. Man laͤßt das Waſſer in dieſen Graͤben ſo lange ſtehen, bis das ſchwammige Erdreich genugſam Waſſer angezogen hat, und die Pflanzen ſich erfriſcht haben, und laͤßt es dann durch Schließung der Zuleitung und Oeffnung der Ab⸗ leitung ſchnell wieder abziehen. Dies kann natuͤrlich nur in ſolchem Boden von erheblicher Wirkung ſeyn, der wegen ſeiner lockeren und ſchwammigen Beſchaffenheit das Waſſer ſeitwaͤrts einzieht. 8§. 293. V Jedoch hat man auch dieſe Anſtauung des Waſſers in den Graͤben auf feſtem Boden bei einer hohen und emſigen Kultur häufig benutzt, um die zwiſchen den Graͤben liegenden Fruchtfelder durch das mit Schaufeln uͤberher gegoſſene Waſſer nach Gefallen erfriſchen zu koͤnnen. Dieſe Methode findet man beſonders in den waͤrmeren und trockneren Klimaten. Der Arbeiter ſtellt ſich in die Mitte des Grabens, und wirft das Waſſer mit ſeiner Schaufel, ſo wie es gegen ihn fließt, zur Rechten und Linken, wodurch dann. die benachbarten Beete geſchwind und gleichfoͤrmig begoſ⸗ ſen werden.... Vergl. Simondes toskaniſche Landwirthſchaft, S. 14. Anſtauung des Waſſers in den Graͤhen. Bewaͤſſerung durch Ma⸗ ſchinen. 126 Die Bewaͤſſerung. Häufig kann dieſe Bewäͤſſerungsart auch mit der Ueberſtauung verbunden werden, wenn man das Waſſer durch Oeffnung der Zueitung und Schließung der Ableitung hoch genug heben kann. §. 294. 4 Die Bewiſerung wird, ſo wie die Entwaͤſſerung, oftmals mit Maſchinen von aͤhnlicher Kon⸗ ſtruktion bewirkt. Beſonders wendet man jedoch Schoͤpfraͤder, die vom Fluſſe ſelbſt getrieben wer⸗ den, an. Das Waſſer wird gewoͤhnlich durch Rinnen in die Zuleitungsgraͤben gebracht, und von dieſen durch Einlaͤſſe und Grippen uͤber die Wieſe vertheilt. So nuͤtzlich und kuͤnſtlich dieſe Vorrich⸗ tungen auch an manchen Orten angebracht ſind, ſo iſt doch ihre Anlage und Erhaltung ungleich koſt⸗ barer, wie die durch bloße Graͤben bewirkte, indem auch die wirkſamſte nur fuͤr eine kleine Flaͤche zu⸗ Iſt bis jetzt nur im Lineburgi⸗ ſchen und Bre⸗ miſchen bekannt geweſen. reicht. Es ſind vielleicht nur ſeltene natuͤrliche Lagen, wo man nicht durch gehoͤrige Abfangung und Anſtauung in abgeleitete Graͤben mit minderen Koſten mehr wuͤrde erreichen koͤnnen; aber oͤfterer tritt der Fall ein, daß die Gerechtſame anderer nur dieſe Bewaͤſſerungsart erlauben. Ob der Belier hydraulique und andere neu erfundene Waſſerhebungsmaſchinen ſchon zu Bewaͤſſerungsanlagen be⸗ nutzt worden ſind, iſt mir unbekannt. In England ſind ſelbſt Dampfmaſchinen zu dieſem Zwecke vorgeſchlagen worden; ob auch wirklich angewandt, weiß ich nicht; doch iſt es mir in einzelnen Faͤl⸗ len ſehr glaublich. 5 Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. §. 295. Man findet zwar von dieſer wichtigen, in manchen Faͤllen unſchaͤtzbaren Operation, einige Bei⸗ So wird z. B. in der Schweiz nach Bernhard den von den Ber⸗ gen herabſtroͤmenden Gewaͤſſern zuweilen Erde vorgeworfen, um ſelbige nach den Thaͤlern herabzufuͤh⸗ ren, ſie daſelbſt abzuſetzen, und dieſe Niederungen, ſo viel noͤthig, zu erhoͤhen. Von groͤßerer Aus⸗ dehnung findet man dieſe Aufſchwemmung in Toskana angewandt, wo betraͤchtliche Moraͤſte dadurch ſpiele i in verſchiedenen Gegenden. ausgefuͤllt und in die fruchtbarſten Fluren verwandelt ſind⸗ wie es Simonde in ſeiner loskaniſcen Landwirthſchaft, S. 7 bis 10, beſchreibt. In groͤßerer Ausdehnung iſt indeſſen dieſe Methode bisher nur in den Lüneburgiſchen und Bre⸗ miſchen Sand⸗ und Haidgegenden angewandt worden, und hat ſich daſelbſt waͤhrend des vormaligen wohlhabenden Zuſtandes dieſes Landes in kurzer Zeit dermaßen verbreitet, daß jeder Bauer, welcher dazu Gelegenheit hatte, die Koſten der erſten Anlage nicht ſcheute, ſondern unbedenklich dazu ſchritt. Dies wurde ihm dadurch erleichtert, daß ſich Kompagnien von Wieſenſchwemmern gebildet hatten, die von einem Orte zum andern zogen, und fuͤr ein, nach der Groͤße und Beſchaffenheit der Flaͤche vorher bedungenes Quantum die Arbeit unternahmen. Durch viele Uebung hatten ſich die Meiſter dieſer Kompagnien ein ſo richtiges Augenmaaß erworben, daß ſie mit keinem anderen Nivellirinſtru⸗ mente, als einem Richtſcheit und Setzwage verſehen, die Anlage mehrentheils richtig ausfuͤhrten, und die dabei vorkommenden Arbeiten und Schwierigkeiten genau genug ſchaͤtzen konnten. Die Sache iſt bisher allein von meinem nun verewigten Freunde J. F. Meyer in einer Preis⸗ ſchrift:„uͤber die Anlage der Bewaͤſſerungswieſen, beſonders derjenigen, welche durch Schwemmen hervorgebracht werden, in den Annalen der Niederſaͤchſiſchen Land⸗ wirthſchaft, zweiten Jahrgangs drittem Stuͤcke beſchrieben; indeſſen nicht deutlich genug, um demje⸗ nigen, der ſie nicht aus eigener Anſicht kennt, einen klaren Begriff davon geben zu koͤnnen. —— Das Gan der Aahoͤhe, t, herab ſtrin zu gefüllten R urh den b höhe heral uemer und v Erde vermitte durch keine he oih wer ziauren mogi Vorſtellung gi welde ſch in ſehſt bicht i Der 3 aus einem S Ruthen bis mung anzufe Geabens ab 1 Zoll oder Graben hat. nicht, foͤrde bei thonigten Einggermaßen nuß, durch Wenn i de Reder rung Ni de Oberfaͤchen eingeht. 3 nung von? Punkte ba hohe mache ſene Waſfer ſuche nur da ſtürxer Ede Und dann wi Den ged her Soywenni zamen an, ſoig ben, oder zu d kraft zu berlier elin der Nachhar t an um ſich de R. man darag erde, da ſefallen dt. Un N Wi⸗ ind für jede i⸗ rden. ng aͤußerſt ſhnr ferungen berbun wiederholtes gith ebracht wird, zein mmer nicht hit, m ne Sommerung g nufkommen kann iſe dahin, wi mi ſ ang laͤßt ſih de ue e⸗, Flug⸗, Di s, weltes aber en Lage nich ſ lit Acker in einen d ſobald er aufli Aͤßt man in ge Getreide abi on ſelbſt fortkit hnen und zuſomm un man ihn vene und deshalb ſihi Nachbarn zu ſi ſ 6 ntekung vorkenn e Korndlume L omilla, Anthen zer der Hahrenkimn e Klapproſ gapare ich von nir gema roßes Forn hat. jwenn Ron au er Winterung d ne ſtatke dichte e — ” — ſut Die Bodenarten. 127 auf geſundem, kraͤftigem, nicht naſſen Boden ſie uͤberwindet, und ſie ſich daher nur an den Stellen ſtark zeigen, wo die Saat ausgewintert iſt. 3 Eine gleiche Bewandniß hat es mit der Trespe(Bromus secalinus und arvensis). Haͤu⸗ fig wird deſſen Samen zwar mit dem Getreide ausgeſaͤet, allein er liegt auch im Boden, und kann ſich wahrſcheinlich lange darin halten, wenn er nicht in eine ſeiner Keimung guͤnſtige Lage koͤnmt. Denn man weiß, daß man mehr Trespe wie Korn geerntet hat, wenn gleich reine Ausſaat genommen war, weswegen die unverſtaͤndige Meinung, daß Rocken ſich in Trespe ver⸗ wandeln koͤnne, lange Zeit hindurch Glauben fand. Die Trespe verlangt anhaltende Feuch⸗ tigkeit, die dem Rocken verderblich iſt. An feuchten Stellen und bei feuchter Witterung erſtarkt jene, und unterdruͤckt die erkrankte Rockenpflanze. Bei trockner Witterung dagegen kuͤmmert die Trespe, und wird vom Rocken unterdruͤckt, weshalb an ſolchen Stellen und in ſolchen Jahren zuweilen gar keine Trespe aufkommt, wenn man ſie gleich in Menge mit aus⸗ geſaͤet hatte. Ich uͤbergehe andere minder ſchaͤdliche und in unſerm Klima minder verbreitete Samen⸗ unkraͤuter, ſo wie alle diejenigen, die mehr durch unreine Saat erzeugt werden, als im Boden liegen, oder wenigſtens durch eine anhaltende Aufmerkſamkeit auf Reinheit der Saat bald er⸗ ſchoͤpft werden koͤnnen, z. B. die Vogelwicke, die Hauhechel u. ſ. w. §. 167. Zu den Wurzelunkraͤutern, die ſich ſelten durch Samen vermehren, weil dieſe nicht zur Wurzelunkraut. Reife kommen, und die den Acker gewaltig uͤberziehen, mithin unfruchtbar machen koͤnnen, gehoͤren die Quecken und Paͤden(Priticum repens), und verſchiedene Agroſtisar⸗ ten. Jedermann weiß, wie ſchwierig es iſt, einen ſehr verqueckten Acker, zumal wenn er, ſeiner Lage und ſeinem Untergrunde nach, zur Raͤſſe geneigt iſt, davon zu reinigen; beſonders wenn feuchte Sommer einfallen, wo ſelbſt die ſorgfaͤltigſte Bearbeitung der Brache fruchtlos werden kann. Von ihrer Vertilgung wird in der Lehre von der Beackerung die Rede ſeyn. Hier nur, in ſofern ſie auf den Werth des Bodens einen Einfluß haben.. Ein ſehr verqueckter Acker verſagt die ſonſt zu erwartenden Ernten, ſo lange er in dieſem Zuſtande bleibt. Indeſſen iſt er in einem nicht zu feuchten Sommer durch gehoͤrig angewandte Pflugarten immer zu reinigen, ohne daß man die von vielen angewandte Muͤhe des Abharkens und Verbrennens derſelben anzuwenden noͤthig haͤtte. Ein ſolcher Acker iſt mehrentheils nicht arm, und wird durch das Verfaulen der getoͤdteten Quecken noch mehr bereichert. Kann man ihn alſo ſogleich zur Brache nehmen, oder auch zum Bau ſtark zu behackender Fruͤchte anwen⸗ den, ſo verliert der gute Ackerbauer wenig dadurch, und muß nur etwas mehr Arbeit, wie bei einem reinen Acker anwenden. Hierauf muß jedoch allerdings bei der Schaͤtzung zuruͤckge⸗ ſchlagen werden. Beim Kaufe koͤmmt es in geringern Betracht, bei einer Pachtung aber in ſo groͤßern, je kuͤrzer ſie iſt. Die naſſen Aecker, die mit Quecken durchzogen und ſchwer davon zu befreien ſind, ſind ſchon ihrer Natur nach fehlerhaft.. Ferner gehoͤrt unter die ſchaͤdlichſten Wurzelunkraͤuter die Feld winde, welche ihrer tief eingehenden Wurzeln wegen, ſehr ſchwer zu uͤberwinden iſt, und durch die Verbreitung ſowohl ihrer Blaͤtter, als durch ihren windenden das Getreide umfaſſenden und ſolches niederziehenden Stengel hoͤchſt ſchaͤdlich werden kann.. Dann die Schachtelhalm⸗, Schaftheu⸗, oder Katzenſteertarten, wovon die meiſten auf ſolchem Boden wachſen, der ſtockende Naͤſſe im Untergrunde hat. Sie ſcheinen dem Getreidebau nicht ſehr nachtheilig, rauben hoͤchſtens den Halmen etwas Platz, entziehen d 128 Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. von e f abgeſtoßenen Erde wird nach der Linie cd heruͤbergezogen, ſo daß ſich daſelbſt eine neue Bank, welche etwa 3 Zoll uͤber die Sohle des Waͤſſerungsgrabens erhaben iſt, und nach unten ein gelindes Gefaͤlle hat, bilde. Die Ebnung dieſer Bank geſchieht gewiſſermaßen von ſelbſt, und die ebne gelind abhaͤngige Flaͤche bildet ſich durch das Ueberſtroͤmen des Waſſers. So wie die Schwemmbank breit genug geworden iſt, faͤngt man an in der Richtung des Grabens bei c eine Verwallung mittelſt der voon e heruͤbergeworfenen Erde zu machen, wodurch der Waſſerlauf ſtaͤrker nach ef hin hingezwaͤnget wird. Indem das Waſſer alſo auf dieſe Seite immer mehr zuſtroͤmt, wird die Schwemmbank vone nach g und von f nach h weiter hereingeruͤckt, die Verwallung aber von e nach e vollfuͤhrt, und die 3 6 die zuerſt zwiſchen cd und ef durchging, geht nun zwiſchen ge und hf herunter. Weſſndn man es ſic uſh ſo vorſtellen, als ob immer Abſaͤtze von beſtimmter Breite entſtaͤnden, es ruͤckt vielmehr die Schwemmbank allmaͤhlig und Fuß vor Fuß in der Anhoͤhe weiter fort, und o wie ſie nach der Seite od durch den zwiſchen ec aufgeworfenen Damm verengert wird, erweitert ſie W der entgegengeſetzten Seite hin.— li ach oeomehang d Grabens hach in der Regel nicht durch Ausſtechung gemacht, ſondern er bildet ſich durch die Schwemmung ſelbſt und durch die vorgeworfene Beuferung, welche hinlaͤnglich ſtark gemacht werden muß, damit das angeſpannte Waſſer ſie nicht aufs Neue durchbreche. Andd ſo ruͤckt dann die Schwemmbank oder die Stroͤmung des Waſſers immer weiter in das hohe Land hinein, und bildet die ebene abhaͤngige Flaͤche ununterdeochen und ohne Abſatz von der Hoͤhe bis jedrigſten Punkte herunter.. d ſedehemäuun hmniwemmens wird ein Theil der Arbeiter auf das Ufer der Schwemmbank, worauf der Andrank des Waſſers zugeht, mit Spaten geſtellt, um die Erde, wo es noͤthig iſt, azu⸗ ſtoßen, und dem Waſſer vorzuwerfen. Ein andrer Theil ſteht in der Schwemmbank oder auf der nun neu gebildeten Oberflaͤche mit breiten Hacken oder Ruͤhreiſen verſehen, um ſowohl die Erd⸗ kloͤße zu zerſchlagen und fortzuſtoßen, als um einen Theil der Erde am obern Theile der Schwemm⸗ bank— denn am unteren iſt dieſes nicht noͤthig— nach ſich heranzuziehen, damit auch nicht zu viel Erde vom Waſſeer fortgeriſſen werde. Sie muͤſſen in der ganzen Laͤnge der Schwemmbank herunter ver⸗ theilt werden. Jedoch muͤſſen oben, wo viele Erde wegzuſchwemmen iſt, mehrere nebeneinander ſte⸗ hen, wie unterwaͤrts, wo nur wenig Erde noch abgeſchwemmt werden kann, und ſich die neue Erde t anſetzet. ind Len rnſeachn ſtehen, um hier die Erde gehoͤrig loszuruͤhren und den Schwemmgraben in ſeiner gerechten Tiefe zu erhalten. In der Niederung, wo die Erde nicht abgeſtochen wird. ſondern wo ſie ſich anſetzen ſoll, bedarf es keiner Arbeit, indem dieſes durch das Waſſer ſelbſt auf die vollkommenſte iſe bewirkt wird. Weiſ de einem loſeren Boden, ſtaͤrkerem Waſſerzulauf und ſtaͤrkerem Gefaͤlle ſind zwar im Verhalt⸗ niß gegen das, was man damit bewirkt, weniger Arbeiter noͤthig, als in den entgegengeſetzten 3 d. h. die Arbeit koſtet weniger. Allein es muͤſſen doch zu gleicher Zeit um ſo mehrere angeſte Ke den, indem der Fortſchritt der Arbeit alsdann um ſo ſchneller geht, weil naͤmlich das Waſſer zureicht, r große Maſſe von Erde wegzutreiben.. en Lhn ew e üt a man der Cgwemmbank jedesmal giebt oder laͤßt, richtet ſich nach der Stͤrke des Waſſers und nach der Beſchaffenheit des Bodens. Wenn der Waſſerzufluß ſtark und die Erde dh ſchwemmbar iſt, ſo kann die Bank oder die Stroͤmung des Waſſers 10 bis 12 Fuß breit erha 3 werden, weil die Erde doch genugſam fortgeht, und ſich dann beſſer und gleichmäucer abſehe ah daß man ihr zu Huͤlfe zu kommen brauche. Iſt aber der Waſſerlauf ſchwaͤcher und die Er iaude⸗ ſtehender, ſo muß man die Stroͤmung ſchmaler von 4 bis 5 Fuß machen, damit die Kraft um ſo konzentrirt werde.. 29. Insbeſondere muß ein thaͤtiger und aufmerkſamer Arbeiter zu oberſt in den Di Jiih tetſch nicſt d ülen daß ein dheſchwemmt hengehen, des Gefat geſchieht ſo ſhwemmt,! halb keie N haden. Wi deshalb, we azſer, nich den, das alte In dem Falle Ynlage gehen Es dar konnen. Um n. Profl der dieſem im ge de dies in d maaß verla Maſſe der dem Waſeer durchaus n geachtet ma nen floß, d beſchlammt aus. Wenn abgeſetzt wer den Druck d de Fache v man dſt i ſchwemmen Man ſchwemmte keinen Rar pendikulaͤr Steomung bank eine— gi derabzu Mangilan de zu echatt aosrücken, Diitter d neue Vank, ein geindes ebne gelind bank breit nittelſt der ewaͤnget unk von e und die iNRronder. entſtanden, rt, und ſo weitert ſie ſondern er inlaͤnglich .. adas hohe Hahe his wemmbank, g iſt, abzu⸗ nk oder auf ohl die Erd⸗ Schwemm⸗ nicht zu viel herunter ver⸗ einonder ſte⸗ e neue Eide erſt in dem en in ſeiner dern wo ſie kkommenſte im Vechalt⸗ tten Fällen ageſtellt wer⸗ aſſer zurict, ch der Etaͤrke diebrde ſehr riit echalten ühſett, ohne e Erde widel⸗ t un ſo neht ſ. 290. Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. 129 §. 299. Die Richtung der Abſchwemmung und die Tiefe, in welcher man in die Anhoͤhe hineingeht, rich⸗Dabei zu neh⸗ mende Ruͤckſich⸗ tet ſich naͤchſt dem Gefaͤlle nach der Maſſe von Erde, die erforderlich iſt, um die Niederung ſo auszu⸗ fuͤllen, daß eine ebene, gelind abhaͤngige Flaͤche, wie ſie zur Berieſelung erforderlich iſt, aus dem abgeſchwemmten und aufgeſchwemmten Lande entſtehe. Wuͤrde ich zu weit und zu tief in die Anhoͤhe hineingehen, ſo waͤre fuͤr die Erde kein Raum vorhanden, und die Schwemmung wuͤrde wegen Man⸗ gel des Gefaͤlles zuruͤckſäuen. Wenn man zwar nach einem Fluſſe zuſchwemmt, wie das gewoͤhnlich geſchieht, ſo kann man ſich der uͤberfluͤſſigen Erde oft entledigen, indem man ſie in den Fluß hinein⸗ ſchwemmt, und ſie durch das Waſſer weiter fortfuͤhren laͤßt. Jedoch muß man in dieſem Falle unter⸗ halb keine Verſandungen und keine Zuſchwemmungen von Muͤhlen⸗ oder andern Teichen zu beſorgen deshalb, wenn er ſein Bette behalten ſoll, ſein Ufer verwallen, und mit Faſchinen, die nur dem Waſſer, nicht der Erde Durchgang verſtatten, belegen. Oftmals wird man es aber gerathener fin⸗ den, das alte Bette des Fluſſes zuzuſchwemmen, und einen neuen geraden Kanal herdurch zu ziehen. In dem Falle legt man eine ſtarke Verzaͤunung in dieſem Fluſſe an, welche keine Erde weiter, als die Anlage gehen ſoll, durchlaͤßt.. „Es darf aber auch nicht an zureichender Erde fehlen, um die Niederung genugſam erhoͤhen zu koͤnnen.. Um nun dieſe gerechte Quantitaͤt von Erde genau zu beſtimmen, wuͤrde es erforderlich ſeyn, das Profil der Anhoͤhe und der Riederung an jeder Stelle zu nehmen, und zu berechnen, ob jenes mit dieſem im gehdrigem Verhaͤltniſſe ſtehe. Da ſich aber die Hoͤhe und Breite ſo haͤufig aͤndert, ſo wuͤr⸗ de dies in der Praxis kaum ausfuͤhrbar ſeyn, und man muß ſich dabei am meiſten auf ſein Augen⸗ maaß verlaſſen. Dazu kommt, daß man die Maſſe der abzuſetzenden Erde doch oft nicht nach der Maſſe der abzuſchwemmenden berechnen kann; denn die thonigen und ſchlammigen Theile gehen mit dem Waſſer unaufhaltbar fort, und ſetzen ſich, da man den Waſſerlauf doch nicht ganz ſperren kann, durchaus nicht ab. Sie waren bei einer Abſchwemmung von einem thonigt merglichten Boden, un⸗ geachtet man mehrere Verzaͤunungen gemacht hatte, und das Waſſer ſehr ſanft und ſeicht uͤber Ebe⸗ nen floß, dennoch eine Meile weit ſo ſtark fortgefuͤhrt, daß die Ufer des Baches daſelbſt noch damit beſchlammt waren. Dieſer Boden fuͤllt alſo da, wo er es thun ſollte, die Niederung viel zu wenig aus. Wenn ferner die Erde, wie mehrentheils der Fall iſt, auf einen moorigen und ſumpfigen Grund abgeſetzt werden ſoll, ſo ſenkt ſich dieſer, nachdem er, wie ſich verſteht, abgewaͤſſert worden, durch den Druck der aufgeſchwemmten Erde um ſo ſtaͤrker, und es entſteht daſelbſt ein Abſatz, wenn auch die Flaͤche vorher voͤllig eben war. Endlich kann auch eine betraͤchtliche Maſſe großer Steine, welche man oft in der Anhoͤhe findet, und die herausgeſchafft werden muͤſſen, die Berechnung der abzu⸗ ſchwemmenden Erde ſehr truͤglich machen. Man kann ſich jedoch waͤhrend der Operation immer helfen, wenn man findet, daß die abge⸗ ſchwemmte Erde an einer Stelle entweder nicht zureiche, um die Niederung auszufuͤllen, oder aber keinen Raum darin habe. Im erſteren Falle giebt man der Schwemmbank, welche in der Regel per⸗ pendikulaͤr aus dem Schwemmgraben abgeht, eine ſchraͤge Richtung ruͤckwaͤrts, und treibt durch die Stroͤmung des Waſſers die Erde dahin, wo ſie fehlt. Im zweiten Falle giebt man der Schwemm⸗ bank eine Richtung vorwaͤrts, nach der noch nicht ausgefuͤllten Flache hin. Bleibt ſich nun das Pro⸗ fil der abzuſchwemmenden Hoͤhe und der auszufuͤllenden Niederung gleich, ſo muß man da, wo man Mangel an Erde verſpuͤrte, weiter in die Anhoͤhe hineingehen, um eine ſo viel groͤßere Maſſe von Er⸗ de zu erhalten, oder aber, wo der Erde zu viel war, die Richtung des Schwemmarabens mehr her⸗ ausruͤcken, damit man weniger Erde abzuſchwemmen brauche. Dies verurſacht freilich, daß der R Dritter Theil. ten. haben. Waͤre dies, ſo darf natuͤrlicher Weiſe gar keine Erde in den Fluß kommen, und man muß 1 / 130 Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. Schwemmgraben nicht immer in gerader Linie fortlaͤuft, ſondern Zickzacke und Kruͤmmungen bilde, was man ſonſt lieber vermeidet. Es iſt in ſolchen Faͤllen aber nicht wohl anders moͤglich, und man muß den Vortheil eines geraden Schwemm⸗ und nachherigen Bewaͤſſerungsgrabens aufopfern, um den Hauptzweck, eine ebene ſchraͤge Flaͤche zu bilden, zu erreichen. Die groͤßere Maſſe von Erde, oder die Hoͤhe, welche man abzuſchwemmen hat, macht bei ſan⸗ digem und zerfallendem Boden keine Schwierigkeit; freilich mehr Arbeit, die dann aber im vortheil⸗ haften Verhaͤltniſſe gegen das dadurch bewirkte, naͤmlich die Ausfuͤllung einer betraͤchtlichen Niede⸗ rung, ſtehet. Wenn man nur Raum fuͤr ſolche Erde und genug Waſſerzulauf hat, ſo laͤßt ſich eine Anhoͤhe von 20 Fuß und druͤber ganz gut wegſchwemmen. Nur bei zaͤhem, thonigem Boden, der Stich vor Stich abgeſtoßen oder abgehackt werden muß, wuͤrde die Arbeit ſchwer ſeyn. Bei einer be⸗ traͤchtlichen ſandigen Anhoͤhe erfolgt der Einſturz derſelben, wenn die Schwemmbank an ihrem Fuße hergeht, nur zu leicht, und man muß dann vorſichtig dabei verfahren. Die Schwemmbank muß preit erhalten, und die Hauptſtroͤmung des Waſſers anfangs nicht zu dicht an der ſtehenden Wand hergeleitet werden. Man muß dieſe Hoͤhe von oben zu erſt abſtechen, die obere Erde herunter und dem Waſſer vorwerfen, und ſo immer die Wand ſchraͤg, nie ſteil erhalten. Ein Geiches iſt in Anſe⸗ hung der hinter dem Schwemmgraben ſtehend⸗bleibenden Wand noͤthig; man muß dieſer durch Ab⸗ ſtechen von oben herunter eine ſehr ſchraͤge Doſſirung geben, damit ſie nicht einſtuͤrze und den Gra⸗ ben verſchuͤtte. Es iſt in der Folge oft noͤthig, dieſen Graben auch an der Ruͤckſeite zu verwallen, da⸗ mit das von der Anhoͤhe herabſtuͤrzende Waſſer bei Schnee⸗ und Gewitterfluthen die Ufer nicht einrei⸗ ße, und ihm dann wohl verwahrte Einlaͤſſe zu geben, wodurch es abziehen kann. 8 Wenn die abzuſchwemmende Anhoͤhe mit Baumſtaͤmmen beſetzt iſt, ſo hat man nicht noͤthig, dieſe vorher zu rohden. Ihre entbloͤßten Wurzeln werden waͤhrend der Schwemmung losgemacht, noͤthigen Falls abgehauen, und der ganze Stamm wird, wenn die Kraft des Waſſers zureicht, fort⸗ getrieben nach der Niederung, und daſelbſt mit Erde uͤberſchuͤttet. Ein gleiches geſchiehet mit Stei⸗ nen von maͤßiger Groͤße, wenn hinlaͤngliches Gefaͤlle da iſt. Nur ganz große Steine muͤſſen heraus⸗ gebracht, in die Niederung herabgewaͤlzt oder vorerſt auf die abgeſchwemmte Flaͤche gebracht werden. Dies vermehrt die Arbeit allerdings, jedoch nicht ſo betraͤchtlich, wie die Ausrohdung der Steine aus dem Acker, indem ſie naͤmlich durch das Waſſer von ſelbſt losgeſpuͤhlt werden und an die Oberfaͤche kommen. Ihr Werth bezahlt in den meiſten Faͤllen die vermehrte Arbeit reichlich. Wo man unter die Hoͤhe des abzuſchwemmenden Erdbodens kommt, braucht man ſich zwar um den Abſatz der Erde nicht weiter zu bekuͤmmern, da das Waſſer eine ſo ebne Erdflaͤche bildet, wie man ſie durch Handar⸗ beit nimmer hervorbringen wuͤrde. Nur zuweilen, wo die Waſſerſtroͤmung, eines Widerſtandes we⸗ gen, eine Richtung nimmt, die ſie nicht haben ſoll, verhindert man dies durch vorgelegte Faſchinen, die deshalb immer zur Hand ſeyn muͤſſen. 4 6. zo0oo.. Bildung des Durch Vorlegung ſolcher Faſchinen erhaͤlt man das alte Flußbett, wenn es bleiben und zur Arzugsgrabens Waſſerableitung dienen ſoll, offen, oder man formirt auch durch einen mit Faſchinen aufgeſetzten Flechtzaun, den man in einer geraden Linie in der tiefſten Niederung herzieht, einen neuen Kanal, indem ſich die Erde davor ſetzt, und das Ufer deſſelben bildet; er muß freilich nachher noch ausgeſto⸗ chen und gereinigt werden. 3 In den meiſten Faͤllen aber, beſonders wo nur von einer Seite geſchwemmt werden ſoll, wird es rathſam ſeyn, vorher einen neuen Abwaͤſſerungsgraben auszuſtechen, der uͤber den vormali⸗ gen Fluß hinaus und deſſen Ufer etwas hoͤher ſteht, deſſen Sohle jedoch tiefer liegt, als das Flußbette. nem Grabe Vur dl om,— d zollkommener Päſeerungen 3h dieſes o 1 gleicher 9 und es dur Nur ſchiedeme A nen habben! ſerungogtabe erſen und! man dageg dem oberen te etwas! Thelle u. dieſes geſch nachmals und Aufß⸗ offnet ode werden ſe Da man von und da die kommt es ) o reszeit hint d erhaltene 9 ſich uͤber d) We Aeſte deſ Vaſer na einen Able am tieffte nach dem tiefſte t noen bilde, und man fern, un ht bei ſan⸗ vortheil⸗ en Niede⸗ ſich ene oden, der ei einer be⸗ hrem Fuße bank muß den Wand inter und in Anſe⸗ ducch Ab⸗ den Gra⸗ dallen, da⸗ lcht einrei⸗ ſcht noͤthig, losgemacht, feicht, fort⸗ t mit Stei⸗ ſen heraus⸗ icht werden. Steine aus Dberſaͤche man unter der Erde Handar⸗ andes we⸗ Faſchinen, Hen und zur aufgeſetzten euen Kanal h ausgeſto⸗ ſoll, wird en vormal⸗ als das Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. 131 §. 301. Vor allem iſt bei der Operation die Aufmerkſamkeit dahin zu richten, daß die Abſchwemmung oben,— denn unten entſteht es von ſelbſt— und die Sohle des entſtehenden Schwemmgrabens in vollkommener Horizontallinie oder in einem faſt todten NRiveau bleibe, weil ſonſt bei den nachmaligen Waͤſſerungen das Waſſer nicht ohne mehrere Schwierigkeiten gleichmaͤßig verbreitet werden koͤnnte. Iſt dieſes aber beobachtet, ſo duͤrfen nur die Durchſtiche durch die Verwallung des Schwemmgrabens zu gleicher Tiefe gemacht und mit Raſen ausgeſetzt werden, um das Waſſer gleichmaͤßig einzulaſſen, und es durch die Grippen, die mit dem Graben parallel laufen, uͤber die ganze Flaͤche zu verbreiten. Nur da, wo der Schwemmgraben eine betraͤchtliche Laͤnge hat, und die ganze Wieſe aus ei⸗ nem Graben, aber nicht auf einmal, ſondern wechſelsweiſe bewaͤſſert werden ſoll, macht man ver⸗ ſchiedene Abſatze, und laͤßt das Waſſer in dem Graben und uͤberhaupt die ganze Wieſenflaͤche um ei⸗ nen halben Fuß da fallen, wo ein neuer Waͤſſerungsabſatz angehen ſoll. Hier wird dann in dem Waͤſ⸗ Nibeau des Schwemmgra⸗ vens. ſerungsgraben eine kleine Schleuſe angelegt. Wird dieſe zugeſetzt, ſo ſtauet man das Waſſer in dem erſten und hoͤher liegenden Theile des Grabens an, und bewaͤſſert die vorliegende Flaͤche. Oeffnet man dagegen dieſe Schleuſe, ſo zieht ſich das Waſſer in den niedriger ltegenden Theil, und bleibt in dem oberen nicht hoch genug, um durch die angelegten Auslaͤſſe auszufließen. Es wird alſo der zwei⸗ te etwas niedriger liegende Theil der Wieſe bewaͤſſert, und ſo geht es fort zum dritten, vierten Theile u. ſ. f. Die gewoͤhnlich ſich vermehrende Niederung des Flußthals erlaubt mehrentheils, daß dieſes geſchehen koͤnne, ohne daß man am Gefaͤlle beim Schwemmen verliere. Wie ſehr hierdurch nachmals die wechſelnde Waͤſſerung erleichtert werde, erhellet von ſelbſt, da es jetzt nur des Zuſetzens und Aufziehens einer Schleuſe auf einer betraͤchtlichen Strecke bedarf, wogegen ſonſt alle Einlaͤſſe ge⸗ öffnet oder verſchloſſen werden muͤßten, je nachdem ein Theil der Wieſe bewaͤſſert oder trocken gelegt werden ſollte.— §. 302. Da ein Flußthal faſt immer mit zwei Anhoͤhen umgeben iſt, ſo tritt haͤufig die Frage ein, ob man von einer oder von beiden Seiten ſchwemmen wolle. Nur die Lokalitaͤt kann dieſes beſtimmen, und da dieſe ſo unendlich mannigfaltig iſt, ſo laſſen ſich wenige Regeln daruͤber geben. Hauptſaͤchlich kommt es dabei auf folgende Umſtaͤnde an: a) ob Waſſer genug da ſey, um auf beiden Seiten nachhaltig und auch bei der trockenſten Jah⸗ reszeit hinlaͤnglich waͤſſern zu koͤnnen. b) ob die Thalbreite bis zur Mitte der Niederung von beiden Seiten ſtark genug ſey, ſo daß die erhaltene Flaͤche die Schwemmanlage genugſam bezahle. 0) oder die Thalbreite zu ſtark ſey, um ſie von einer Seite uͤberſchwemmen zu koͤnnen, indem ſich uͤber 40 Ruthen breit nicht wohl ſchwemmen laͤßt. 3 d) ob der Boden von beiden Seiten zum Schwemmen gleich gut geeignet ſey. — Aeſte deſſelben in die Hoͤhe hineingeleitet, deren jeder mit einer Schleuſe verſehen ſeyn muß, um das Waſſer nach der einen oder nach der andern Seite hinzudraͤngen. Gewoͤhnlich braucht man aber nur einen Ableitungsgraben, der dann ſeine Stelle in der Mitte der Niederung bekommt, oder da, wo ſie am tiefſten iſt. Bei der einſeitigen Schwemmung legt man den Abzugsgraben ſo weit als moͤglich Schwemmung von einer oder von zwei Sei⸗ ten. Wo von beiden Seiten geſchwemmt werden ſoll, werden dann zwei Zuleitungsgraͤben oder zwei nach dem entgegengeſetzten Ufer heruͤber, jedoch ſo, daß ſein Bord niedriger zu liegen komme, als die tiefſte Stelle der aufgeſchwemmten Flaͤche werden ſoll. R 2 132 Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. 3— 8—§. 303. Durhthruns Nicht immer iſt es bei einer ausgedehntern Anlage moͤglich und nothig, Alles zu ſchwemmen. ohne zu ſchwem⸗ Man kommt oft an Stellen, wo die ganze Flaͤche von dem Waſſer ſchon beherrſcht wird, ohne abzu⸗ men. ſchwemmen, und wo ſelbige die abhaͤngige ebene Flaͤche, die zum Bewaͤſſern erforderlich iſt, ſchon von Natur hat. Hier darf nur eine Bewallung vor dem Laufe, den der Waͤſſerungsgraben nehmen ſoll, auf einer oder auf beiden Seiten gemacht werden, damit der Stauſpiegel deſſelben nicht ſinke. Zuweilen kommt man dagegen an Anhoͤhen, die man ihres Bodens wegen oder weil in der an⸗ liegenden Niederung kein Raum fuͤr die Erde iſt, nicht abſchwemmen kann. Durch dieſe muß man dann den Graben in gleicher Horizontaltiefe der Sohle hindurchfuͤhren, oder aber, wenn ſolche Huͤgel zu hoch ſeyn ſollten, ihn um den Abhang derſelben herumleiten. 3 §. 205. Unveſtimmbar⸗ Die Arbeit und Koſten, welche eine ſolche Anlage erfordert, laſſen ſich im Verhaͤltniſſe der Flaͤ⸗ keit der Koſten che auch nicht ungefaͤhr und nicht nach einem allgemeinen Durchſchnitte angeben; denn der Unterſchied, im Augemeinem welchen die Lokalitaͤt dabei macht, iſt gar zu groß. Man hat ſolche Wieſenanlagen gemacht, wo der Jochart kaum 16 Fl. koſtete, und andere, wo ſich die Summe per Jochart repartirt auf 160 Fl. be⸗ lief. Dieſe Verſchiedenheit der Koſten gruͤndet ſich hauptſaͤchlich auf folgende Umſtaͤnde: a) Die Koſten der Hauptſchleuſe ſind in einem breitern Fluſſe oft betraͤchtlich. Dieſelbe Schleu⸗ ſe muß aber angelegt werden, wenn ich 10 oder wenn ich 100 Jochart Schwemmwieſen machen will; per Jochart repartirt macht dies alſo einen großen Unterſchied auf jeden einzelnen Jochart. p) Gleiche Bewandtniß hat es mit dem Zuleitungsgraben, der manchmal ziemlich weit durch be⸗ traͤchtliche Anhoͤhen gefuͤhrt werden muß, und dann ſehr koſtbar wirrd. c) Kommt es auf die Waſſermenge und auf das Gefaͤlle an. Je ſtaͤrker beide ſind, um deſto geringer iſt die Arbeit, die auf eine Flaͤche verwandt werden muß. 3 die Herabtreibung der Erde mehrere Handleiſtung. So wie man fortſchreitet und ſich das Gefälle zwiſchen dem Schwemmgraben und dem Entwaͤſſerungsgraben in der Regel vermehrt,— indem das vormalige Flußbette immer Gefaͤlle hat— wird die Arbeit des Schwemmens viel leichter, und die Kraft des Waſſers erfordert weniger Beihuͤlfe. Man kann dann auch weiter in die Anhoͤhe hineinge⸗ hen, und zur Zeit eine groͤßere Breite ſchwemmen. Der erſte Theil iſt alſo faſt immer der koſtſpie⸗ ligſte. ch Macht die Erdart einen großen Unterſchied. Denn bei ſandigem Boden iſt kaum 3 der Ar⸗ ſchwemmen. gegen die Breite der abzuſchwemmenden Hoͤhe iſt. Denn die Arbeit beſchraͤnkt ſich nur auf die letzte⸗ Seite her fuͤglich ſchwemmen, und die Erde ſo weit forttreiben, wenn das gehoͤrige Gefaͤlle da iſt. Wenn ich alſo eine abzuſchwemmende Breite von 10 Ruthen und eine auszufuͤllende Niederung von 30 Ruthen Breite habe, und in einem andern Falle, oder auch nur an einer andern Stelle eine aus⸗ zufuͤllende Niederung von 10 Ruthen Breite, ſo koſtet mir die abgeſchwemmte Flaͤche im letztern Fal⸗ le doppelt ſo viel wie im erſtern.. 8) Es kommt viel auf die Geſchicklichkeit und Uebung der Arbeiter an. Wo dieſe ſich zu helfen . wiſſen, und wo insbeſondere der Meiſterſchwemmer, welcher die uͤbrigen dirigirt, und beſonders die Richtung und Anlage des Schwemmgrabens und der oberen Schwemmbank beachtet, Erfahrung und Zu Anfange der Schwemmung hat man gewoͤhnlich ein geringeres Gefaͤlle, und da erfordert beiter noͤthig, die man bei thonigem Boden haben muß, um eine gleiche Maſſe von Erde abzu⸗ e) Es werden die Koſten per Jochart um ſo geringer, je breiter die auszufuͤllende Niederung re; die Ausfuͤllung geſchieht mit geringer Beihuͤlfe von ſelbſt. Man kann auf 40 Ruthen von einer Jugenmauj koͤnneu verm Orr let in Krniſche dä ſe durh Werk legte, unterſuchune ſörige in ſe akkordirt bemerken m Eine⸗ mit ganz un mals geſehn di eihentlich Johatt fert In de die Groͤben chen, die Theile aus⸗ die Unterhe wegen der fälles; ſo ringer, je Hauptſchl Die wenn man Man zer Vorſich chen wuͤrde ſende Graͤ wie manan unterwiſt ſer iſt s. wegen an Moder uͤl ichterer fänften 3 weitern geſchehen! he delohnt ber Jocha koͤmmt ma wenn ſie z hwemnen ohne abzu⸗ ſſt/ ſchon nehnen t ſinke. in der an⸗ nuß man liche Huͤgel e der Fa⸗ nterſchied, , wo der d Fl. be⸗ be Schleu⸗ achen will; t durch be⸗ um deſto ſa erfordert das Gefaͤlle indem das , und die hineinge⸗ koſtſpie⸗ der Ar⸗ rde abzu⸗ Niederung f die letzte⸗ von einer aͤlle da jſt. eerung von eine aus⸗ gtern Fal⸗ zu helfen znders die eung und Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. 133 Augenmaaß beſitzt, da kann die Arbeit bei gleicher Anſtrengung ſehr erleichtert, und manche Fehler koͤnnen vermieden werden, deren Ausgleichung nachher viele Arbeit und Koſten macht. Der letzte Umſtand iſt ſo wichtig, daß die Geſellſchaften von Wieſenſchwemmern, welche man im Bremiſchen und Luͤneburgiſchen haben konnte, durchaus ſolche Anlagen weit wohlfeiler machten, als ſie durch andere ungleich geringer bezahlte Arbeiter, ſelbſt wenn der Eigenthuͤmer mit Hand ans Werk legte, beſchafft werden konnten. Sie machten nach dem Augenmaaße und nach angeſtellter Unterſuchung der ganzen Lokalitaͤt einen ſo richtigen Anſchlag von der Arbeit, daß ſie alles dazu Ge⸗ hoͤrige im Verdung nahmen, und die Zeit beſtimmten, wann es fertig ſeyn ſolle. Wenn Jochartwei⸗ ſe akkordirt wurde, ſo kam der Jochart gewoͤhnlich zwiſchen 25 und 65 Fl. zu ſtehen; wobei man aber bemerken muß, daß hier nur ſandiger oder mit Sand ſtark verſetzter Boden vorkam. Eine erſte Schwemmwieſe, die ich hier unter den allerunguͤnſtigſten Umſtaͤnden und zu Anfange mit ganz unerfahrnen Arbeitern(denn ich hatte auch nicht einen einzigen, der eine ſolche Anlage je⸗ mals geſehn haͤtte, ſo wie ich auch ſelbſt bei der Operation niemals gegenwaͤrtig geweſen war, und die eigentliche Manipulation hier erſt ſelbſt ausmitteln und erlernen mußte) anlegte, und wovon 123 Jochart fertig ſind, koſtet mir ohngefaͤhr 720 Fl.. In den erſten Jahren erfordert eine ſolche Anlage noch immer einige Ausbeſſerungskoſten, indem die Graͤben zuweilen einfallen, die Verwallungen bei ſtarken Winter⸗ und Gewitterfluthen durchbre⸗ chen, die Einlaͤſſe und die Grippen abzuaͤndern und zu verbeſſern, auch Senkungen in dem moraſtigen Theile auszugleichen und abzugraben ſind. Nachher wenn ſich Alles geſackt und feſtgeſetzt hat, ſind die Unterhaltungskoſten einer Waͤſſerungswieſe dieſer Art bei weitem geringer, wie die jeder andern, wegen der Ebenheit der Flaͤche, der wenigen noͤthigen inneren Waſſerleitungen und des gerechten Ge⸗ faͤlles; ſo daß man ſie hoͤchſtens jaͤhrlich per Jochart auf 22 Fr. anſchlagen kann. Sie ſind um ſo ge⸗ ringer, je richtiger das Werk vom Anfange an angelegt worden. Jedoch ſind darin die Koſten der Hauptſchleuſe, welche ungefaͤhr alle zwanzig Jahr neu gemacht werden muß, nicht mit inbegriffen. §. 305. Die Benarbung einer ſolchen geſchwemmten Flaͤche, beſonders aber des oberen Theils, kann, wenn man ſie der Natur uͤberlaͤßt und nichts weiter dazu thut, erſt langſam vor ſich gehen. 3 Man kann in dem Falle in den erſten Jahren gar nicht oder doch nur ſehr ſparſam und mit gro⸗ ßer Vorſicht waͤſſern, weil das Waſſer die ganz unbenarbte Erde wieder fortfuͤhren und Einriſſe ma⸗ chen wuͤrde. Man muß deshalb erſt abwarten, daß ſich nur einige auf ſolchem todten Boden wach⸗ ſende Graͤſer und Kraͤuter, waͤre es auch nur der Bocksbart, Aira canescens, erzeugt haben. So wie man anfaͤngt, nachhaltig zu waͤſſern, erzeugen ſich zuerſt viele Mooſe und Flechten mit wenigen untermiſchten anderen Pflanzen, und je ſtaͤrker ſich eine ſolche Wieſe anfangs bemooſet, um deſto beſ⸗ ſer iſt es. Das Moos geht, wenn man mit den anhalten Bewaͤſſerungen, die man der Beſchlammung wegen anfangs gab, aufhoͤret, und nun mit der Waͤſſerung und Trockenlegung gehoͤrig wechſelt, in Moder uͤber, und giebt nun denen ſich erzeugenden Graͤſern und Pflanzen Nahrung⸗ So wie ſich ein dichterer Graswuchs erzeigt, wird das Moos voͤllig uͤberwunden. Man hat daher mehrentheils im Benarbung der neuen Oberflaͤ⸗ che. fuͤnften Jahre nach der Schwemmung— auch in ſolchen Faͤllen, wo zur Befruchtung der Wieſe weiternichts gethan worden, als daß man mit der Bewaͤſſerung, ſobald es ohne Gefahr der Einriſſe geſchehen konnte, anfing und ſie faſt ununterbrochen fortſetzte— ſchon eine Heuernte, die ſich der Muͤ⸗ he verlohnte, gehabt; im zehnten Jahre aber auf ganz ſandigem Boden etwas uͤber 40 Centner Heu per Jochart gemacht. Wenn ſich der Boden erſt feſtgeſetzt hat und einiges Gras erzeuget, ſo koͤmmt man fruͤher zum Ziele, wenn man die Wieſe nicht maͤhet, ſondern ſie abweiden laͤßt, welches, wenn ſie zuvor trocken gelegt worden, auch mit der groͤßten Sicherheit mit Schaafen geſchehen kann. —— ů 3 Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. Wei ſchneller aber geht es mit der Befruchtung und Beraſung der abgeſchwemmten Flaͤchen, wenn man ihr irgend einen Duͤnger giebt. Alle die duͤngende Materien, die man uͤberhaupt den Wie⸗ ſen zukommen laͤßt, paſſen ſich auch hierzu, und vorzuͤglichen Nutzen hat man von einem ſchwachen Huͤrdenlager der Schaafe darauf verſpuͤrt. Ich weiß einen Fall, wo man ſich auch eines Huͤrdenla⸗ gers von Gaͤnſen dazu mit ſehr gutem Erfolge bediente. Die Natur giebt aber hier gewoͤhnlich ein an⸗ deres Duͤngungsmittel an die Hand, naͤmlich den erdigen oder torſigen Moder, den zwar mehrentheils ſauren und binſigen Raſen, welchen man in der Niederung findet, und der dann doch uͤberſchwemmt werden ſoll. Man ſticht ihn, nachdem der Abwaͤſſerungsgraben gezogen worden, und man alſo um ſo beſſer beikommen kann, hier an den beſten und tiefſten Stellen aus, da doch die entſtandenen Lo⸗ cher wieder zugeſchwemmt werden. Man bringt ihn dann auf die Hoͤhe, und legt ihn, wo moͤglich . mit thieriſchem Duͤnger oder etwas Kalk oder Aſche verſetzt, in Mieten, und verbreitet ihn dann uͤber . die geſchwemmte Oberflaͤche. Wenn man eine ſolche Dungung giebt, ſo kann man zuweilen im naͤchſten Jahre ſchon einen betraͤchtlichen Ertrag von einer ſolchen Wieſe erwarten. Und es giebt einen uͤberra⸗ . 434 ben dem duͤrrſten Flugſande, der erſt eben abgeſchwemmt worden, erblickt. Auch kann man durch Beſaamung einer abgeſchwemmten und geduͤngten Flaͤche die Benutzung derſelben allerdings noch mehr beſchleunigen. Allein die Auswahl der Saͤmereien erfordert beſondere Ruͤckſichten. Diejenigen Kraͤuter und Graͤſer, welche am uͤppigſten wachſen, eher die Bewaͤſſerungen anhaltend gegeben werden, verlieren ſich nachher, wenn die Bewaͤſſerung fortdauert. Ich habe auf einen Boden, der aber freilich nicht ſandig, ſondern lehmmerglicht war, gleich rothen Klee, Avena elatior, Festuca elatior, Phleum pratense, Dactylis glomerata, Holcus lanatus;, an den niedri⸗ gern Stellen Alopecurus pratensis u. ſ. f. geſaͤet, ſelbſt ohne Duͤnger zu geben. Sie wuchſen zu Platz gemacht. Diejenigen Stellen, wo nichts hingeſaͤet war, ſcheinen jetzt jene beſaamte Stellen faſt zu uͤbertreffen. Sonderbar, daß ſich von allen der rothe Klee, der ſtarken Bewaͤſſerung ungeach⸗ tet, am meiſten erhalten hat, und ſelbſt durch dickes Moos hervorbricht. Jedoch ſteht er natuͤrlich 4 3 5 haben ſich nun nach vier Jahren faſt voͤllig verloren, und dagegen anderen Graͤſern und Kraͤutern ke Graͤſer hier anzuſaͤen, ſondern die Beraſung entweder der Natur ganz zu uͤberlaſſen, oder aber ſol⸗ ddie dichteſte Narbe bilden und den reichlichſten Ertrag geben. Es iſt kaum erklaͤrbar, aber die Erfah⸗ rung hat es oft gezeigt, daß ſich auf bewaͤſſerten Wieſen, ohne alle Beſaamung, gerade diejenigen Kraͤuter und Graͤſer von ſelbſt erzeugen, welche dem Boden am angemeſſenſten ſind, und ſich mit der Waͤſſerung am beſten vertragen. Manche Graͤſer, die auf unbewaͤſſertem Boden ſich ſchlecht zeigen, geeben bei zureichendem Waſſerzufluß gerade den reichlichſten Ertrag. Ohne auf die Oberflaͤche Duͤn⸗ ger und Moder zu bringen, geht es mit der natuͤrlichen Beraſung freilich langſam; duͤngt man ſie aber, ſo geht es ſchnel’, und man begreift dann kaum, wo die Menge der Saamen und Keime her⸗ gekommen ſeyn. Mehreres von der Beſaamung der Wieeſe in der Lehre von der Wieſenkultur. Weil es indeſſen ſehr darauf ankommt, die Oberflaͤche ſo zu befeſtigen, daß man das Waſſer gleich uͤberlaufen laſſen koͤnne, ſo habe ich zu dieſem Zwecke nichts beſſer befunden, als den Spergel⸗ Wenn die Wieſe zu Anfange des Sommers geſchwemmt worden, ſo ſaͤe man dieſen Spergel, wenn man will, vermiſcht mit Wieſenſaamen, im Nachſommer bei feuchter Witterung auf. Sobald er hervorgetrieben iſt, befeſtigt er den Boden genug, um Waſſfer uͤberlaſſen zu duͤrfen. Der Spergel, 1 der dann nicht mehr zur Reife kommen kann, bleibe ſtehen, bis ihn die Kaͤlte toͤdtet, und er ſomit verfaule. Allenfalls, wenn der Boden feſt iſt, kann man ihn auch durch Vieh abhuͤten laſſen. Er ſchenden Anblick, wenn man dann auf einer ſcharf abgeſchnittenen Linie den uͤppigſten Graswuchs ne⸗ meinem Erſtaunen ohne Duͤnger im erſten Jahre nach der Einſaat, wurden im zweiten ſchwaͤcher, und nur einzeln. Ich halte es daher, wenn man auf die Folge ſieht, nicht fuͤr rathſam, dergleichen ſtar⸗ ſche Graͤſer auszuwaͤhlen, welche der Erfahrung nach auf Berieſelungswieſen von gleicher Bodenart giedt dem ä den Jahr., u SOenen, auxleublich, d werden knner der mindeſte ſe Wieſen, Man kann der ſett ſeine din rieſelung ſtaut gen. Dos G. Erde it ihm g. lie Durre des werden kann, hoben. Es hat einmal eine! benutzen koͤn Auf ſandiger man den R es rathſame wo naͤmlich Mooſes noͤt ſelbſt, wenn rungen mode ger giebt, un Erwas ſchlommung; laͤre Fuuthu ringerer End waſſer wird gefuͤhrt, un hat. Dann den, wird d darch damit Schanmerd Vertiefungen moor in dinco rufgeſchlanm en Flaͤhen, t den We⸗ ſchwachen Zuͤrdenla⸗ h ein an⸗ grentheils ſowenmt R ald vm andenen R⸗ vo moͤglich dann uͤber im naͤchſten en uͤberra⸗ wuchs ne⸗ Benutzung deſondere waͤſſerungen h habe auf lee, Avena den niedri⸗ wuchſen zu waͤcher, und nd Kraͤutern mte Stellen ng ungeach⸗ er natuͤrlich ſeichen ſtar⸗ e aber ſol⸗ Bodenart die Erfah⸗ diejenigen ich mit der echt veigen, fache Din⸗ gt man ſe HKeime het⸗ ſtur. das Waſer en Spergel. tgel, wenn Sobald er er Spergel, ad er ſonit laſſen. Er Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. 135 giebt dann dem Boden nicht nur Feſtigkeit, ſondern auch Duͤnger, und es werden ſich nun im folgen⸗ den Jahre, zumal wenn man auch einigen andern Duͤnger gegeben hatte, ſchon viele Graͤſer zeigen. §. 306. Denen, die noch keine Erfahrung uͤber ſolche Wieſen gemacht haben, ſcheint es mehrentheils unglaublich, daß der ſchlechteſte kieſige Sand jemals zu einem reichlichen Grasertrag werde gebracht werden koͤnnen. Aber hiervon haben wir zu viele uͤberzeugende Beiſpiele gehabt, als daß nur noch der mindeſte Zweifel daruͤber ſtatt finden koͤnnte. Gerade der ſandigſte und kieſigſte Boden iſt fuͤr die⸗ ſe Wieſen, unter der Bedingung einer beſtaͤndig zureichenden Waͤſſerung, der vorzuͤglichſte. 46 Wirkuͤng der Berieſelung auf Sandboden Man kann demſelben die Waͤſſerung am ſtaͤrkſten geben, ohne ihn moraſtig zu machen. Das Waſſer ſetzt ſeine duͤngenden Theile auf der Oberflaͤche ab, und das Uebrige zieht ein. Sobald man die Be⸗ rieſelung ſtaut, iſt er wieder trocken, und wenn man ihn traͤnket, wird er ſogleich davon durchdrun⸗ gen. Das Geas erfordert nur Feuchtigkeit, Waͤrme und Moder zu ſeinem Wachsthume, und die Erde iſt ihm gleichguͤltig, wenn ſie nur die Feuchtigkeit in zureichendem Maaße enthaͤlt. Die nachthei⸗ lige Duͤrre des Sandes kommt nicht weiter in Betracht, wenn er in jedem Augenblicke angefeuchtet werden kann, und ſeine Loſigkeit iſt durch die erzeugte Grasnarbe und das dichte Wurzelngewebe ge⸗ hoben.- 8§. 307. Es hat keinen Zweifel, daß man auch ſolche abgeſchwemmte Flaͤchen, beſonders nachdem ſich einmal eine bereichernde Grasnarbe und Moder darauf erzeugt, umbrechen und zu anderen Fruͤchten benutzen koͤnne, denen dann die Berieſelung in trockenen Zeiten ebenfalls zu ſtatten kommen koͤnnte. Auf ſandigem Boden moͤchte hiervon aber wohl kein nachhaltiger Gewinn zu erwarten ſeyn, indem man den Raſen zerſtoͤren und den Boden vorerſt zu loſe machen muͤßte. Auf lehmigem Boden koͤnnte es rathſamer ſeyn. Ich weiß, daß einige, wenn ſie vieles Moos durch die Waͤſſerung erzeugt ſahen, wo naͤmlich der Oberflaͤche kein Duͤnger gegeben war, hierauf verfielen, und es zur Vertilgung des Mooſes noͤthig hielten. Aber die Moos⸗Erzeugung iſt hier eine Wohlthat der Natur; es vergeht von ſelbſt, wenn das Gras erſt mehrere Nahrung in dem erzeugten Moder findet, und man die Waͤſſe⸗ rungen moderirter giebt. Es vergeht allerdings noch ſchneller, wenn man in der Folge einigen Duͤn⸗ ger giebt, und dadurch den Graswuchs verſtaͤrkt. §. 308. Etwas aͤhnliches mit der Abſchwemmung oder vielmehr mit der Aufſchwemmung hat die Auf⸗Die Beſchlam⸗ ſchlammung; Warping der Englaͤnder. Dieſe Operation iſt wohl nur da anwendbar, wo eine regu⸗ laͤre Fluth und Ebbe in die groͤßeren Stroͤme tritt, und hinter dem hoͤheren Ufer in groͤßerer oder ge⸗ ringerer Entfernung eine Flaͤche niedriger liegt, als der Spiegel der Fluth. Das ſchlammige Fluth⸗ waſſer wird dann durch einen Kanal, deſſn Schleuſe geoͤffnet worden, nach der niederern Flaͤche hin⸗ gefuͤhrt, und dann durch Zuſetzung der Schleuſe darauf erhalten, bis es ſeinen Schlamm abgeſetzt hat. Dann wird es bei der Ebbe wieder abgelaſſen, und wenn nun der Grund ziemlich trocken gewor⸗ den, wird die Anlaſſung des Flutswaſſers wiederholt, und ſo einen oder auch wohl zwei Sommer hin⸗ durch damit fortgefahren. Man hat auf die Weiſe in einem Sommer 18 Zoll der fruchtbarſten Schlammerde auf unfruchtbarem, ſandigem oder moorigem Boden aufgebracht, alle Erhoͤhungen und Vertiefungen ausgeglichen, und den fruchtbarſten Boden geſchaffen. So ward neuerlich eine Haid⸗ moor in Lincoldſ hire von 212 engliſchen Acres nach Verſchiedenheit ſeiner Hoͤhe zu 18 Zoll bis 3 ½ Fuß aufgeſchlammt. Benutzung des geſchwemmten Grundes Fruchtbau. mung. um Beſchreibung eines beſondern Falles. Schwemmung befand; die Tafel XIV. die vollfuͤhrte Abſchwemmung. ·* 135 Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. Diermit iſt dann auch die Aufſchlammung zu vergleichen, welche, wie oben angefuͤhrt worden, im Toskaniſchen ſtatt findet.— §. 309. 1 Zur Erlaͤuterung der Lehre von der Schwemmwieſenanlage habe ich auf der Tafel XIII. und Tafel XIV. ein Beiſpiel dargeſtellt, welches mir am meiſten geeignet ſcheint, eine klare Vorſtellung von einer groͤßern Anlage dieſer Art zu erwecken. Die Tafel XIII. ſtellt den Grundriß der Gegend in dem Zuſtande vor, worin ſie ſich vor der Ich muß bemerken, daß auf dieſen Grundriſſen, ſo wie uͤberhaupt wohl bei den ſämmtlichen Figuren, die Gewaͤſſer, beſonders die Graͤben, nicht nach ihrem richtigen Verhäͤltniſee zu den Erdflaͤchen, ſondern leßtere in ihrer Brette nach einem groͤßeren Maaßſtabe gezeichnet ſind, damit ſie als der Hauotgegenſeand, woenuf es her ankommt, deutlicher in die Augen fallen moͤgen. Auf der Tafel XIV. ſind die Verwallungen, die Einlaͤſſe und die kleineren Stauſchuͤtze in den Graͤben, ſo wie auch die Wäſſerungsgripnen, dir das Waſſer auf den neuen Wieſenflachen verbreiten, und welche hier der ebnen abhaͤngigen Flaͤche wegen mehrentheils parallel mit den Waͤſſerungsgraͤben laufen, nicht angedeutet, indem hier mur die h⸗ ſchwemmungsoperation ſelbſt verſinnlicht werden ſollte. 4 3§. 310. 4 Die Tafel XIII. ſtellt alſo die Gegend in ihrem natuͤrlichen Zuſtande vor. a iſt ein großer quell⸗ reicher See, aus welchem der Bach b hervorkommt, und ſich durch eine Niederung, die er ſumpfig macht, zwiſchen zwei Anhoͤhen hindurchſchlaͤngelt. d iſt ein kleiner ſumpfiger See, welcher ſich an dieſer Stelle gebildet hatte. Jener Bach vereinigt ſich mit einem andern c, welcher ſich ebenfalls durch eine von Anhoͤhen eingeſchloſſene Niederung hindurchwindet. Nach der Vereinigung fließt der Bach e wieder durch ein ſumpfiges Thal zwiſchen zwei Anhoͤhen, und ergießt ſich in den See oder Teich k. Dieſer iſt auf der einen Seite durch einen Fahrdamm beſchraͤnkt, unter welchem das Waſ⸗ ſer durch ein Gewoͤlbe durchgeht, wenn die davor befindliche Schleuſe geoffnet wird. Es ergießt ſich dann wieder in den Bach g, der durch eine moraſtige Niederung mit betraͤchtlichem Gefaͤlle gehet. Das Gefalle von dem See a bis zu dem aͤußerſten Punkte von g betrug uͤber 50 Fuß. 4 Hier ward nun der Anfang der Operation damit gemacht, daß dem Bache gg; ee, bb, deſſen vormaliger Gang auf Tafel XIV. mit getuͤpfelten Linien abgebildet iſt, durch einen neu gezogenen Ka⸗ nal eine gerade Richtung und Bette zum ſchnelleren Abzug des Waſſers gegeben wurde. In dieſen Kanal z. 3., 2. 2., 1. I., ward auch das Waſſer aus dem kleinen See d hineingeleitet, und hier⸗ durch ſchon die ganze Niederung trockner gelegt, ſo daß ſich das moorige Erdreich ſenken, und das darin ſtokkende Waſſer, vermoͤge des ſchnelleren Gefaͤlles, Abzug erhallten konnte. Deer Anfang der Abſchwemmung ward dann bei dem unteren Theile gemacht, indem der Fahr⸗ damm bei 4 und 6 durchſtochen und mit Schleuſen verſehen wurde. Von 4 ward das Waſſer durch den Zuleitungsgraben bei 5 in die Anhoͤhe hineingeleitet, und hier der Anfang der Schwemmung ge⸗ macht, indem namlich die Erde der Anhoͤhe, ſo wie ſich's aus der Bergleichung der Figur auf beiden Tafeln ergiebt— auf deren erſtere der kuͤnftige Gang des Schwemmgrabens durch getuͤpfelte Linien angedeutet iſt— in die Niederung herabgeſchwemmt wurde, nachdem man vor dem Kanal 3 eine Verwallung oder Flechtzaͤune hergezogen hatte. Das Bette des vormaligen Baches ward voͤllig zu⸗ geſchwemmt, und ſo der ebene abhaͤngige Plan I. gebildet.— Dann ward auf voͤllig gleiche Weiſe durch das bei 6 eingeleitete Waſſer die Schwemmung auf der andern Seite beſchafft, und die Flaͤche II. gebildet. Man konnte mit dieſer Schwemmung nicht weiter weiter qi⸗ Zeima bſſ anyeig, nodl trameräch rangrletet b anufangen, nt, und folg zbidet, den der Zweck, Kanal 3 aber zuberieſeln gezogen, wodu Rachden dem mon den! legt, und mit ſerdrucks aus: Hdhe herab Bette des von wittelſt Oeffn unten, daw durch das G. Auf de Schwemmu wallung ode Hehe bei 17 falls durche Anhoͤhe hine ſchwerlichſten Hebung des; Damme durc gedehnten Be Von hi konnte der G Rdüder. Deeſe genug, ſoß halb wardi cer, wenn ben in den Ein 8 ch von dem VII gleitet bewaͤſſet nu nutzung des einen Punkt Ddiitar d t worden, III. und drſtellung h wor der , doß auf ſonders de drer Breite ff es hier gen, die die das he wegen a de Ab⸗ roßer quell⸗ er ſumpfig ceer ſich an ch ebenfalls g fließt der en See oder n das Waß⸗ ergießt ſich äͤlle gehet. p, deſſen genen Ka⸗ In dieſen und hier⸗ , und das n der Fahr Waſfer durch emmung ge⸗ wauf beiden pfelte Linien ſanal 3 eine voͤllig zu⸗ mmung auf zmung nicht weiter gebildet. Die Abſchwemmung oder Anlage der Schwemmwieſen. 137 weiter als bis fortfahren, weil es ſonſt bei der Berieſelung auf beiden Seiten zugleich in trockneren Zeiten an Waſſer gefehlt haben koͤnnte. Es ward deshalb in dem Abzugskanal 3 bei 8 eine Schleuſe ngelegt, wodurch das Waſſer in demſelben geſpannt werden konnte, und nun ward, da die Gegend hier ein betraͤchtliches Gefaͤlle bekam, aus dem Abz zugsgraben der Kanal9 gezogen, und in die Anhoͤhe hineingeleitet bis dahin, wo man wieder genugſames Gefaͤlle hatte, um die Schwemmung aufs neue anzufangen, wobei dann 4, 6 und S verſchloſſen, die mittlere Schleuſe des Fahrdamms aber geoͤff⸗ net, und folglich das ſaͤmmtliche Waſſer in 9 hineingezwaͤngt wurde. Hierdurch ward der Plan III. gebildet, den man ſich als weiter fortgeſetzt denken muß, indem die Figur hier abgeſchnitten worden. Der Zweck, den man hierdurch erreichte, war der: das uͤber den Plan I. und II. ergoſſene, von dem Kanal 3 aber wieder aufgefangene Waſſer, zum zweiten Male zu benutzen, und den Plan III. damit zu berieſeln. Um den Graben zwiſchen 6 und 7 voͤllig trocken legen zu koͤnnen, ward der Graben 10 gezogen, wodurch das Waſſer einen Abzug erhielt, wenn 7 geoͤffnet wurde. Nachdem dieſe Schwemmung bewerkſtelligt war, wandte man ſich zu dem See a, und nach⸗ dem man den Kanal 1 mit einer Schleuſe bei 11 verſehen hatte, ward der Zuleitungsgraben 12 ange⸗ legt, und mit einer Schleuſe verſehen, wo dann die Schwemmung vermoͤge des ſtarken Waſ⸗ ſerdrucks aus dem See bald angefangen werden, und auf dieſer Seite bis 13 von einer betraͤchtlichen Hoͤhe herab vollfuͤhrt werden konnte. Der kleine See d, ſo wie das dieſſeits des Kanals liegende Bette des vormaligen Baches ward zugeſchwemmt. Durch den Abzugskanal 14 konnte der Graben mittelſt Oeffnung der Schleuſe 13 abgelaſſen werden. Es ward alſo der große Pian IV. gebildet, der unten, da wo er am breiteſten iſt, zwar nicht vollkommen ausgefuͤllt werden konnte, aber dennoch durch das Gefaͤlle des Haupabzugskanals auch hier trocken genug gelegt wurde. Auf der andern Seite ging man bei 15 auf gleiche Weiſe in die Anhoͤhe hinein, und ſing die Schwemmung an. Bei 16 erforderte die Schlucht, in welcher der Bach e herging, eine ſtarke Ver⸗ wallung oder einen Ueberleitungsdamm, um das Waſſer nicht fallen zu laſſen, und es in ſeiner vollen Hoͤhe bei 17 wieder in die Anhoͤhe hineinzuleiten. Hier mußte das Waſſer in dem Bache e nun eben⸗ falls durch eine Beuferung ſo gehoben werden, daß der Graben es mit aufnehmen und nach 17 in die Anhoͤhe hineinbringen konnte. Die Anlegung dieſes Dammes und dieſer Verwallung iſt eine der be⸗ ſchwerlichſten und koſtſpieligſten Vorrichtungen bei dieſer Anlage geweſen. Der letzteren, naͤmlich der Hebung des Waſſers im Bache, haͤtte man entuͤbrigt ſeyn koͤnnen, wenn man das Waſſer, unter dem Damme durch, nach den Abzugskanal hingeleitet haͤtte, man wollte aber kein Waſſer bei dieſer aus⸗ gedehnten Bewaͤſſerungsanlage verlieren. Von hier ab ward dann die Schwemmung bis 18 vollführt, und durch den Abzugsgraben 19 konnte der Graben von 15 bis 18 entleeret werden. Hierdurch wurden alſo die Plane V. und VI. Die ſchon von Natur ebene Flaͤche VII. lag unter dem Waſſerſtande bei 20, und war trocken genug, ſo daß ſie keiner Ab⸗ und Aufſchwemmung, wohl aber einer Berieſelung bedurfte. Des⸗ halb ward in dem Abzugskanale die Schleuſe 21 angelegt, und der Graben 22 bis 24 gezogen, wel⸗ cher, wenn 21 und 24 zugeſetzt werden⸗ eine Bewaͤſſerung erhaͤlt. Durch 25 entleert ſich dieſer Gra⸗ ben in den Teich k. Ein Theil des Waſſers kann bei dieſer Anlage viermal benutzt werden. Der groͤßte Theil naͤm⸗ lich von dem, was uͤber die Plane IV., v., VI. ſich herabgezogen hat, wird zum zweiten Mgle uͤber VII. geleitet, geht von da ab nach dem Plane J. und II., wird hier wieder bei g aufgefangen, und bewaͤſſert nun den ſehr betraͤchtlichen aber hier abgekürzten Plan III. Auf dieſe mehrmalige Be⸗ nutzung des Waſſers— d. h. bei der Berieſelung; denn daß es bei der Schwemmung ſaͤmmtlich auf einen Punkt konzentrirt werde,, verſtehr ſich von ſelbſt— muß bei dieſen Anlagen vorzuͤglich Ruͤckſicht Dritter Theil. S — 2——,——————— Begriff der Wieſen. Fuͤnf Arten der Wieſen. 138 Der Wieſenbau. genommen werden. Wenn man gleich in den regnigten Jahreszeiten Ueberfluß an Waſſer hat und es nur einmal zu benutzen braucht, ſo fehlte es doch in den trocknen Jahreszeiten, wo man oft ſchnell, wenn gleich nur kurze Zeit berieſeln will. Der Wieſenbau. §. 311. Unter Wieſen verſteht man Grundſtuͤcke, welche mit einer aus mannigfaltigen Grſern und Kraͤutern entſtandenen Grasnarbe uͤberzogen ſind, und welche, in der Regel um Heu davon zu gewin⸗ nen, gemaͤhet werden. Man hat unterſchieden unter natuͤrlichen und kuͤnſtlichen Wieſen. Einige verſtehen unter letzteren beackerte und auf ein oder mehrere Jahre angeſaete Klee⸗, Luzerne⸗ und Esparſett⸗Felder, die meines Erachtens nicht in die Kategorie der Wieſen gehoͤren. Selbſt die mit Graͤſern und mit mancherlei Grasarten beſaamten Ackerfelder rechne ich nicht hierher, wenn ſie nicht auf beſtaͤndig zum Graswuchſe beſtimmt ſind, ihn nicht ausdaurend geben, und mi keiner dich⸗ ten Grasnarbe uͤberzogen ſind, welches auf denen mit maͤhbaren Graͤſern angeſaeten und gemaͤhten trocknern Plaͤtzen ſelten geſchieht; indem dieſe Graͤſer nach einigen Jahren wieder vergehen, und ſchlechtern Kraͤutern Platz machen. Um eine Wieſe zu bilden, wird ein feuchteres Grundſtuͤck erfor⸗ dert, und welches ſich ſeiner Feuchtigkeit wegen zur Beackerung nicht ſchickt. Nur wenn man einem Grundſtuͤcke durch Kunſt den Feuchtigkeitsgrad giebt, wodurch es ſich zur Wieſe qualiſizirt, und nach⸗ haltig als ſolche benutzt werden kann, ſo verdient dies den Ramen einer kuͤnſtlichen Weeſe; wobei es gleichguͤltig iſt, ob die erſte Graserzeugung durch ausgewahlten Saamen bewirkt worden oder der Natur uͤberlaſſen war. Von dieſen kuͤnſtlichen Wieſen iſt in der Lehre von der Bewaͤſſerung gehan⸗ delt worden.. §. 312. Die natuͤrlichen Wieſen haben immer einen feuchteren Boden, wie das Ackerland, oder liegen an feuchteren Stellen. Sie unterſcheiden ſich in folgende fuͤnf Hauptarten: 1) Die an großen Fluͤſſen liegenden, deren Grund entweder durch Anſchwemmung ſchlammiger Erde oder durch die Vermoderung der von dem zuruͤckgetretenen Waſſer hinterlaſſenen Waſſerpflanzen mehrentheils entſtanden iſt. Sie nehmen manchmal breite Thaͤler ein, und ſtehen unter dem Einfluſſe des Stromwaſſers, welches ſie von Zeit zu Zeit uͤberſchvemmt, und dadurch mit neuen fruchtbaren Schlamm uͤberzieht, oder aber durchſintert, und ihnen die noͤthige Feuchtigkeit mittheilt. 2) Die an kleineren Fluͤſſen und Baͤchen liegenden, welche von dieſen ihre Feuchtigkeit erhalten, und entweder durch das Anſchwellen derſelben von Zeit zu Zeit von ſelbſt bewaͤſſert werden, oder aber dieſe Bewaͤſſerung durch kuͤnſtliche Anſtauung der Baͤche, entweder mittelſt der Inundation oder der Berieſelung, willkuͤhrlich erhalten. 1 Beide Arten werden unter dem Namen Thalwieſen begriffen, da ſie ſich nur in den Thaͤlern oder Flußniederungen befinden... 3) Wieſen, welche zwar auf der Hoͤhe, aber doch in Senkungen der Erdoberflaͤche liegen, in welche ſich die Feuchtigkeit von dem hoͤheren umliegenden Ackerlande und mit derſelben oft vieler fruchtbarer Duͤnger herabzieht. Man findet auch reichhaltige Wieſen in den Niederungen hoher Ge⸗ buͤrge, die ihre Feuchtigkeit von dem an Bergen ſtaͤrkern Niederſchlag aus der Atmoſphaͤre erhalten. 4) Quellgruͤndige oder quellige Wieſen, wo das unter der Erde ſich herziehende Waſſer zu Tage kommt, und feuchte Stellen gebildet hat, die dadurch zur Beackerung untauglich werden. 9 M ſung dr Tnul ſach de de der erſten nißtentheils ben, und vic ſo raͤhern ſe Die zw wenigſtens li auf ihren ent der Grosnarbe laſender Unte Die W gemein, vnd ſer, mit vie nen ungeme und dabei ei und abziehe Bande mein lich ſeyn wi dieſe Wieſe erhalten, Beackerun Werthe un quem; we voͤlig trock ben. Sie dern gleicht ſehr aufgeh bracht word de in den R fruchtbar Waſeer ko nur im U elches h und Leitun Aue durch inn hat und ez oft ſchnel, Hrüſern und 8n zu gewin⸗ en Wuffen. , Luzerne⸗ Selbſt de wenn ſie teiner dich⸗ gemaͤhten Rhen, und ditc erfor⸗ mman einem , und nach⸗ e; wobei es den oder der erung gehan⸗ „oder liegen ſchlammiger ſſerpflanzen im Emnfluſſe fruchtbaren eit erhalten, 1, oder aber non oder de Thälern der he liegen, in en oft vieler n hoher Ge⸗ erhalten. iſſer zu Tage . und abziehen kann. . Der Wieſenbau. 99 5) Moorige Wieſen, welche ſich wohl auf dieſelbe Art gebildet, aber durch eine halbe Verwe⸗ ſung der erzeugten Waſſerpflanzen erhoben, und eine moorige Subſtanz unter ſich haben.. 1§. 313... Nach der Verſchiedenheit dieſer Lage iſt gewoͤhnlich der Boden der Wieſen auch verſchieden. Die der erſten Art haben entweder einen thonigen, mit vielem Humus durchdrungenen, oder aber einen groͤßtentheils humoſen Boden. Letzterer iſt in dem Falle, daß ſie keine uͤberfluͤſſige Feuchtigkeit ha⸗ ben, und nicht moraſtig ſind, mehrentheils ein milder, aufloͤslicher Humus. Sind ſie aber moraſtig, ſo naͤhern ſie ſich der fuͤnften Art von Wieſen in ihrer Natur und Bodenart. Die zweite Art pflegt im Durchſchnitt einen mehr ſandigen und nicht ſo humusreichen Boden, wenigſtens nicht bis zu einer betraͤchtlichen Tiefe zu haben. Wenn indeſſen eine gute ſtarke Grasnarbe auf ihnen entſtanden, und ſie mit zureichender Feuchtigkeit verſehen ſind, ſo kommt es auf die unter der Grasnarbe liegende Erde wenig an, ja es iſt ſogar bei zureichender Feuchtigkeit ein ſandiger, durch⸗ laſſender Untergrund vortheilhafter, wie ein thoniger. 4 8 Die Wieſen dritter Art haben ihre Grunderde mit denen Anhoͤhen, wovon ſie umgeben ſind, gemein, und richten ſich in ihrer Fruchtbarkeit auch mehrentheils nach dieſen. Wenn ihnen das Waſ⸗ ſer, mit vielen fruchtbaren Theilen beſchwaͤngert, von den Anhoͤhen zufließt, ſo geben ſie zuweilen ei⸗ nen ungemein reichen Grasertrag, insbeſondere wenn ſie immer zureichenden Zufluß von Feuchtigkeit und dabei einen durchlaſſenden Untergrund haben, in welchem ſich die uͤberfluͤſſige Feuchtigkeit ſenken Zu dieſer Art gehoͤrt die beruͤhmte Wieſe in Wiltſhire, deren ich im dritten Bande meiner engliſchen Landwirthſchaft, S. 532., erwaͤhnt habe, und deren Fruchtbarkeit unglaub⸗ lich ſeyn wuͤrde, wenn ſie nicht ſchon ſeit Jahrhunderten durch ſo viele Zeugen beſtaͤtigt ware. Wenn dieſe Wieſen aber zwiſchen mageren Feldern liegen, von denen ſie nur bei feuchter Witterung Zufluß erhalten, welcher zuweilen nur zu ſtark iſt, ſie moraſtig macht, Waſſerpflanzen erzeugt, und ihre Beackerung nicht verſtattet, bei trockner Witterung dagegen an Duͤrre leiden, ſo ſind ſie von geringem Werthe und Ertrage, dabei aber wegen ihrer Lage und Vermengung mit den Ackerfeldern ſehr unbe⸗ quem; weshalb thaͤtigere Landwirthe ſie oft durch bewirkten Waſſerabzug und Auffahren von Erde voͤllig trocken gelegt, und in Ackerland, welches anfangs vorzuͤglich fruchtbar war, umgewandelt ha⸗ ben. Sie ſind unter dem Namen Meeſchwieſen bekannt. Wenn ſie es ihrer Lage und ausdauern⸗ dern gleichmaͤßigeren Feuchtigkeit wegen verdienen, ſo wird dieſen Wieſen beſonders durch Duͤngung ſehr aufgeholfen, wodurch ſie nicht ſelten zu einem dreifach groͤßern Ertrag, als ſie ſonſt geben, ge⸗ bracht worden. .§. 314. Die vierte Wieſenart, welche man mehrentheils an dem Fuße der Berge und Huͤgel findet, ſind in dem Falle, daß das Waſſer mehr auf ihrer Oberflaͤche herabzieht und nirgends ſtockt, zuweilen ſehr fruchtbar, und mit einem feinhalmigen, dichten und fuͤßen Graſe uͤberzogen, insbeſondere wenn das Waſſer kalk⸗ oder gypshaltig iſt. Berieſelt das Waſſer dagegen die Oberflaͤche wenig, ziehet es ſich nur im Untergrunde herab und ſtockt daſelbſt, ſo erzeugen ſie ein ſchlechtes, wenig nutzbares Gras, welches hauptſaͤchlich aus Binſen, Seggen und Schafthalm beſtehet. Durch gehoͤrige Abfangung und Leitung des Waſſers koͤnnen ſie aber haͤufig in fruchtbare Berieſelungswieſen umgeſchaffen werden. §. 315. Auch die fuͤnfte Art der Wieſen iſt nicht jedesmal ganz ſchlecht zu nennen. Wenn ſie ſich durch immer neu erzeugte Lagen von abgeſtorbenen Pflanzen hoch genug erhoben haben, das Waſſer S 2 * Der Wiefnban genugſamen Abzug hat, um die obere Schicht nicht uͤbermaͤßig zu durchnaͤſſen, ſo hat der hier erzeugte Humus eine mildere und fruchtbarere Beſchaffenheit angenommen, und traͤgt dann reichliche und ge⸗ 4 deihliche Graͤſer, obgleich der Untergrund noch ſo ſchwammig und quebbig iſt, daß man beſondere Vorkehrungen— z. B. Karren mit ſehr breitfelgigten Raͤdern— gebrauchen muß, um das Heu herabzuholen. Wenn ſie aber dieſe guͤnſtige Lage und dieſen gerechten Feuchtigkeitszuſtand nicht ha⸗ ben, ſo tragen ſie nur nahrungsloſe, ſcharfe und dem Vieh zum Theil ſchaͤdliche Sumpf⸗ pflanzen, die nur aus Mangel eines beſſern Heues und aus Norh gebraucht werden, und woran ſich das Vieh ſolcher Gegenden erſt gewoͤhnen muß. Man nennt ſolche Wieſen haͤufig ſauerbeizige Wieſen. Das in ihren Graͤben hervorkommende Waſſer hat oft eine in Farben ſpielende Haut, und ſetzt eine rothe, braune, ocherartige Materie ob, welche zum Theil phosphorfaures Eiſen zu ſeyn pflegt. Bei tieferen Abgrabungen koͤmmt man hier gewoͤhnlich auch auf Neſter von mehr oder weniger ſteinigtem und verhaͤrtetem Sumpfeiſen, von wel⸗ chem jene bis zu der Oberflaͤche vom Waſſe er gehobene ocherige Materie herzuruͤhren ſcheint. Sumpfi⸗ ge Wieſen, worin dieſes Waſſer ſtockt, geben insbeſondere ein ſchlechtes Heu, wenn nicht durch zurei⸗ chende Abgrabungen dem Heraufſtauen dieſes eiſenhaltigen ſauren Waſſers bis zur Oberflaͤche geweh⸗ ret wird. Wenn Wieſen dieſer Art ein ſolches Waſſer nicht ausſchwitzen, ſo ſind ſie immer fruchtbarer und gedeihlicher. Ddie Wieſen koͤnnen nun durch gehoͤrige Abwaͤſſerung, beſonders wenn man eine Rüͤckſtauung des Waſſers in ſeiner Gewalt behalt, oder aber durch Auffüͤhrung t von anderer Erde, ſehr verbeſ⸗ ſert werden.. §. 316. 6 140 Sicherheit und Feſdeeheit der ſicherheit zu nehmen. 7 vwoor begonnener Vegetation, auch iſt, ſo nachtheilig wird ſie, wenn ſie bei ſchon herangewachſenem 4 Graſe, oder wohl gar bei der Heuernte eintritt, oder aber das Waſſer im Fruͤhjahre zu lange auf ih⸗ nen verweilt, und eine Faͤulniß der guten Graͤſer veranlaßt. ddeer Fluͤſſe ab, unter deren Einwirkung ſie ſtehen. Von den Mitteln dagegen iſt in der Lehre von der 3 1 Abwaͤſerung geredet. §. 317. Der Werth der Wieſen haͤngt theils von der Qualitaͤt, theils von der Quantitaͤt des davon zu gewinnenden Heues ab. In der Regel ſtimmt beides mit einander uͤverein, falls die Wieſen einen milden Humus haben. Wenn ſie ſehr grasreich ſind, ſo tragen ſie auch Graͤſer von guter Art, und bei zunehmender Fruchtbarkeit, die auf irgend eine Art durch die Natur oder Kunſt bewirkt worden, verdraͤngen die beſſeren Wieſenpflanzen die ſchlechteren. Nur bei dem ſauren Humus der Moorwieſen Der Werth der Wieſen. ſchlechte Graͤſer tragen. Auch kann ſich zuweilen ein beſonderes Unkraut in einer ſonſt fruchtbaren Wieſe eingeniſtelt haben, welches das Heu verſchlechtert. Auf die Beſchaffenheit der Grunderde kommt es bei den Wieſen weniger wie beim Ackerlande an. Wenn ſie nur die gehoͤrige Feuchtigkeit und hinreichenden milden aufloͤslichen Humus beſitzen, — ſo iſt es gewiſſermaßen gleichguͤltig, ob ſie ſandigen oder thonigen Boden haben. Ich ſage unter jener . Bedingung. Denn wenn es ihnen an Feuchtigkeit fehlte, ſo wuͤrde die thonigte Erde; wenn ſie deren viel haͤtten, die ſandige beſſer ſeyn. Auch braucht der Boden auf hinlaͤnglich feuchten Wieſen nicht tief mit Humus durchdrungen zu ſeyn, indem die Graͤſer ihre Nahrung groͤßtentheils aus der Ober⸗ und Moor⸗ 1 Bei den Wieſen der erſten und zweiten Art iſt beſonders Ruͤckſicht auf ihre Sicherheit und Un⸗ Denn ſo vortheilhaft ihnen die Ueberſtroͤmung im Winter und Fruͤhjahre, Dies haͤngt nun von der Beſchaffenheit und der Binſengruͤnde macht es einen Unterſchied, indem dieſe zuweilen ſehr ergiebig ſind, dabei aber ſache i, dagenn ari aleedin eh Die vor and durch uͤpt Weeſenfuch Wieeſenrip Ein keich Waſerripen An feuchte Wefenſchwi Schwadeng An feuch Hundsgra⸗ Kammgras Thomotyg⸗ Goldhafer Franzöſiſch Der rothe Der weiß Der Meii MNehrere Weeſen. 1 De Vogel Die Zaunn Der Hopfer Der gelbe Schafgatbe Weſenküm da man 8u der SEngliſches Zittergras Voliges 9 Geldes Ru⸗ Deide le Schfſtwi Harter S daariger h hier enaue ſche und e beſondere 1 das Heu nicht ha⸗ und Moor⸗ woran ſich ekommende Materie dd, man hier von wel⸗ Sumpfi⸗ urch zurei⸗ e geweh⸗ ruchtbarer äcauung ſehr verbef⸗ eit und Un⸗ Früͤhjahre, ewachſenem nge auf ih⸗ ſchoffenheit re von der davon zu eſen einen Art, vod t worden, Koorwieſen dabei aber fruchtbaren Ackerlande zbeſitzen, nter jener ſie deren eſen nicht der Obet⸗ Der Wieſenbau. 141 faͤche ziehn, und nicht leicht uͤber 4 Zoll mit ihren Wurzeln eindringen. Auf trocknere Wieſen traͤgt dagegen eine tiefere fruchtbare erde, ſelbſt wrch Erhatnung der Jeuchrigkei zu groͤßerer Produktio allerdings bey.—. 9 3 6. 31 8. Die vorzuͤglichſten Wieſenpflanzen, welche die fruchtbarſten Weeſen hauptſaͤchlich enne)men Vieſenrſanzen und durch uͤppigen Wuchs die Fruchtbarkeit derſelben anzeigen, ſind folgende: erſter Art. Wieſenfuchsſchwanz— Alopecurus pratensis. Wieſenrispengras, das glatte— Poa pratensis. das rauhe— Poa trivialis. Ein reicher Beſtand von dieſen Graͤfern zeist vor allem eine hohe Fruchtbarkeit der Wieſen an. das jaͤhrige— Poa annua. Waſſerrispengras, Militz— Poa aquatica. An feuchten Stellen das vorzuͤglichſte Gras, ſeines ſciifartigen Anſebens ungeachtet. Wieſenſchwingel— Festuca elatrior.— 3. Schwadengras— Festuca fuitans.. An feuchteren Stellen. F. Hundsgras— Dactylis glomerata. Kammgras— Cynosurus cristatus. Thymotygras— Phleum pratense. Goldhafer— Avenaflavescens. Franzoͤſiſches Raygras— Avena elatior. Der rothe Wieſenklee— Trifolium pratense. Der weiße Klee— Trifolium repens. Der Metilothenklee— Trifolium melilothus. Mehrere Lothusarten, beſonders Lothus corniculatus. Wieſen⸗Platterbſen— Lathyrus pratensis. Die Vogeiwicke— Vicia cracca. Die Zaunwicke— Vicia sepium.— Der Hopfenklee— Medicago lupulina. Der gelbe Klee— Trifolium procumbens, agrarium. Schafgarbe— Achillea millefolium. Wieſenkuͤmmel— Carum carvi.. Den man jedoch, weil ihm die Schweine unbäͤndig nuchaehen, oft von den Wieſen zeinſchaſte ſucht. §. 319. Zu den minder erheblichen jedoch guten Mieſenpſlanzen gehdren folgende: Wieſenpflanzen Engliſches Raygras— Lolium perenne.— weiter Ar. Zittergras— Briza media. 3 G Wolliges Roßgras— Holcus lanatus. Gelbes Ruchgras— Anthoxantum odoratum.—— 8 Beide letzteren verdienen jedoch den Ruhm nicht, den ihnen Linige gegeben haben. Schafſchwingel— F estuca ovina. Harter Schwingel— Festuca duriuscula. Haariger Hafer— Avena pubescens. 1 4 Der Wieſenban. . Schlechtere Wieſenpftatz⸗ zen. Hundſtrausgras— Agrostis canina. Weiche Trespe— Bromus mollis. Gebogener Fuchsſchwanz— Alopecurus geniculatus. Wieſenhafer— Avena pratensis. Knotiges Lieſchgras— Phleum nodosum. Schmeelen— Aira coerulezxꝗ. 54 Kommt nur auf moorigen Wieſen vor, macht aber auf dieſen oft den Hauptbeſtand aus. Alpenklee— Trifolium alpestre— und mehrere Kleearten. Kaͤlberkropf— Chaerophyllum sylvestre. Schluͤſſelblumen— Primula veris. Verſchièdene Scabioſen— Scabiosa. Pimpinelle— Poterium sanguisorba, Sanguisorba officinalis und Pimpinella saxifraga. Tauſendguͤldenkraut— Gentiana centaureum. 2 Prunelle— Prunella vulgaris. Dorſten— Origanum vulgare. Quendel— Thymus serpillum.. Wegerigarten— Platago lanceolato, media, major. Zu den ſchlechteren oder doch zweifelhaften Wieſenpflanzen gehoͤren folgende: 4 Die Kannenkraut⸗— Equisetum-— Arten(Schafthalm, Katzenſteert, Duwock, Heer⸗ mus) ſind dem Rindvieh ungedeihlich; einige aber fuͤr die Pferde, und wenn ſie auf trockenen Plaͤtzen gewachſen ſind, auch fuͤr die Schafe ein ganz vorzuͤgliches Futter. Vor allen iſt das Equisetum fluviatile im gruͤnen und trockenen Zuſtande den Pferden zutraͤglich. Die Ranunkelarten. Sie haben ſammtlich einige Schaͤrfe, die ſich bei einigen jedoch in trockenen Zuſtande verliert. Am mildeſten iſt der Ranunculus repens, den man deshalb auch gern auf Wieſen ſieht. Der Hahnenkamm, Klapperkraut, Wieſenglitſch— Rhiantus cristagalli— iſt zwar in jungem Zuſtande und in der Bluͤthe ein gutes mildes Futterkraut, wird aber zur Zeit des Heumaͤhens ſchon voͤllig duͤrre, und kommt als mageres Stroh in die Heumaſſe. Er wuchert ſich, da er ſeinen Saamen fruͤh ausſtreuet, ſtark in den Wieſen ein, und wird durch Beweidung derſelben im Fruͤhjahr am beſten vertilgt.— Die gelbe Wieſenkuhblume— Caltha palustris— wird jung vom Vieh ebenfalls gern gefreſſen, und ziert die Wieſen zuerſt durch ihre glaͤnzend gelbe Bluͤthe. Nachher aber wird das Kraut hart und dem Vieh unangenehm. Hauptbeſtand der hoͤheren und trockneren Wieſen aus, und geben, wenn ſie jung gemaͤhet werden, ein ertraͤgliches Heu. Indeſſen gehoren ſie zu den ſchlechteren Wieſenpflanzen. 8 Die verſchiedenen Lattigarten— Tussilago— welche mit ihren breiten Blaͤttern andre Pflanzen verdraͤngen, und nur eine ſchlechte Nahrung fuͤr das Vieh geben. Das gefleckte Floͤhkraut und Bitterkraut— Polygonum persicaria— wird wohl jung vom Vieh gern gefreſſen, verdirbt aber das Heu. Der Rheinfarren— Tanacetum vulgare— iſt ein gewuͤrzhaftes und als Arznei fuͤr Pfer⸗ de und Schaafe wohlthaͤtiges Kraut, macht aber das Heu unangenehm. Er findet ſich hauptſaͤchlich nur an den hoͤheren Raͤndern der Wieſen. 2 Die Ampferarten— Rumices— beſonders der Sauerampfer, machen zwar oft den didib ſehr ol, 1n t Eujauim car Nlcke⸗ der So m nicht nar otskraut helig auf de Gndlich Wieſenpflanze Dieſe d laſſe, theit in hiether de Re Wirkich ind folgende Das Bilt Der Ste Der Waf Das Pfe Die gift Der Epl Die Hu⸗ Alle Eu⸗ Alle Kuͤ Die Zei Dieſe muß i allenthalben 4 und tro green von Vſ undin! den Ga vermani Jene zenannt, bit beſteht naͤm⸗ erzeugt hat. nich leich. deee Piange muß weder iihe Beſgan raga. uwock, Heer⸗ kenen Plͤten 8 Equisetum gen jedoch in alb auch gern iſt zwar in Heumaͤhens da er ſeinen im Fruͤhjahr enfalls gern ad das Kraut war eft an et werden, ein glätten andre d wohl jung nei für Pfe⸗ hauptſächlich . Der Wieſenbau. 143 Die Ruͤbendolde— Oenanthe fstulosa— breitet ſich dagegen an den feuchtern Stellen ſehr aus, und iſt dem Viehe ekelhaft. Daſſelbe iſt der Fall mit dem Kunigundenkraute— Eupatorium cannabinum.. Die Ackermüͤnze— Mentha arvensis— wirkt nachtheilig auf die Milch. Der Sonnenthau— Drosera rotundifolia und longifolia— uͤberziehen mit ihren Blaͤt⸗ tern nicht nur den Boden, ſondern haben auch eine verdaͤcht ge Schaͤrfe. Daſſelbe thut das Ha⸗ bichtskraut— Bieracium piloselia— welches dem Viehe unangenehm iſt, und beſonders nach⸗ theilig auf die Milch wirken ſoll. Endlich gehoͤren alle Seggen und Bin ſen— Carrices und Junci— zu den ſchlechten Wieſenpflanzen.—. 1 G Dieſe Pflanzen muß man alſo theils dadurch, daß man ihren Saamen nicht zur Reife kommen laſſe, theils indem man den Boden verbeſſert, von den Wieſen zu vertilgen ſuchen. Auch gehoͤren hierher die Mvoſe und Flechten. . H. 321. 4 Wirklich giftig und daher unter dem Heu und geſchnittenem Futter manchmal hoͤchſt ſchaͤdlich ſind folgende Pflanzen. Das Bilſenkraut— Hioscyamus niger. Der Steckapfel— Datura stramonium. Der Waſſerſchierling— Cicuta aquatica. Das Pferdeſaamenkraut— Phellandrium aquaticum. Die giftige Lactuke— Lactuca virosa. Der Eppich— Sium latifolium. Die Hundspeterſilie— Aethusa cinapium. Alle Euphorbien⸗Arten— Euphorbia. Alle Kuͤchenſchollen⸗Arten— Anemone. Die Zeitloſe— Colchicum autumnale. Dieſe muß man daher mit mehrerer Sorgfalt und durch haͤuſiges Ausſtechen von den Wieſen, ſo wie allenthalben, zu entfernen ſuchen. Die Guͤte mancher Wieſenpflanzen und ihre Gedeihlichkeit fuͤr das Vieh verſchiedener Art im gruͤnen und trockenen Zuſtande verdiente wohl eine genauere Unterſuchung. Wir haben zwar eine durch Haſſel⸗ green herausgegebene Notiz von den Verſuchen, die Linné's Schuͤler mit einer betrauͤchtlichen Anzahl von Pflanzen bei Rindvieh, Ziegen, Schaafen, Pferden und Schweinen gemacht haben, um zu erfahren, ob und in welchem Grade das Vieh ſie gern fraͤfe. Sie enthaͤlt aber ſo viele offenbar falſche Angaben, daß dem Ganzen kein Glauben beizumeſſen iſt. So iſt unter andern der Spergel— Spergula arvensis— als verworfen vom Rindvieh angegeben worden, ungeachtet kein Kraut lieber von demſelben gefreſſen wird. — §. 322. Jene und mannigfaltige andre Pflanzen, denn ich habe nur die haͤufigſten und ausgezeichnetſten Der Rafen 3 genannt, bilden durch ihr dichtes Wurzelngewebe die Weeſennarbe oder den Raſen(die Gruſe). Dieſe beſteht naͤmlich aus lebenden und abgeſtorbenen Wurzeln, und aus dem Moder, der ſich von dieſen erzeugt hat. Ein ſo dichtes Gewebe machen einzelne oder auch gemengte kuͤnſtlich angeſaͤete Pflanzen nicht leicht. Es werden nicht nur Pflanzen erfordert, die ſich mit einander gut vertragen; ſondern dieſe Pflanzen muͤſſen auch in einem richtigen Verhaͤltniſſe unter einander ſtehen, und dieſes Verhaͤltniß muß wieder dem Bo den und allen ſeinen Eigenſchaften angemeſſen ſeyn. Man hat daher durch kuͤnſt⸗ liche Beſaamungen wohl Grasfelder, aber ſelten eigentliche Wieſen gebildet: man hat hohes, aber * Beſaamung. 144 Der Wieſenbau. kein dichtes und ausdar uerndes Gras, keinen wahren Raſen bekommen. Oder aber die ausgeſaͤeten Graͤſer haben erſt zum Theil verſchwinden und anderen Platz machen muͤſſen. Haben ſolche mit aus⸗ gewaͤhlten Graͤſern beſaamte Grasfelfer, deren natuͤrliche Grasnarbe durch die Beackerung zerſtoͤrt worden, auch im erſten und zweiten Jahre die natuͤrlichen Wieſen auf gleichem Boden uͤbertroffen, ſo haben ſie ſich doch auf die Dauer nicht erhalten, ſind zuruͤckgeſchlagen, und haben lange Zeit den Ertrag der Alten Wieſen nicht wieder Errelchen koͤnnen. 3 3 4— 1§. 323. 4 2 Wenn man bei kuͤnſtlichen Grasbeſaamun gen das gerechte Ver hältni ß der Wiefenpfünzen unter einander und zum Boden traͤfe, ſi o wuͤrde man dadurch ohne Zweifel fruͤher eine neue erwuͤnſchte Wie⸗ ſennarbe bilden, als wenn man dieſes der Natur uͤberlaͤßt. Aber dieſes Verhaͤltniß iſt a priori ſchirer auszuſinden. Es kommt dabei vornehml ich auf das gerechte Verhaͤltniß des hohen Graſes zum Unter⸗ graſe, des fruͤhen, welches den erſten Schnitt giebt, zum ſpaͤteren, welches hauptſaͤchlich den zweiten ausmacht, an. Einige, die jenes Verhaͤltniß ziemlich richtig getroffen haben, bildeten gute Wieſen; Andere, die es nicht trafen, erhielten ſchlechte, die ſie bald wieder umbrechen mußten. Bei den beſten, die ich kenne, war der Saame an Ort und Stelle und von Wieſen gleicher Natur aufgenommen; wogegen die Operation mehrentheils bei denen verungluͤckte, die ihre Saamenauswahl nach der an ſich richtigen Beſchreibung einzelner Graͤſer machten, und den Saamen aus den Niederlagen der Saa⸗ menhaͤndler erhielten. Letztere trafen naͤmlich uiinder das richtige Verhältniß der Graͤſer unter einan⸗ ddeer und zu ihrem Boden. Bis jetzt ſcheint mir alſo das zweckmaͤ gigſte Verfahren, um ſich guten Wieſenſaamen zu verſchaf⸗ fen,— denn ich unterſcheide Wieſenbau vom kurzdauernden Futterkrautbau— folgendes zu ſeyn. MNan waͤhle einen Wieſenfleck aus, welcher mit der zu beſaamenden Wieſe eine gleiche Grund⸗ beſchaffenheit, beſondersi in Anſehung des Humusgehalts und der Feuchtigkeit, hat, und worauf vor⸗ zuͤglich gutes Gras ſtehet, mit deſſen Ergiebigkeit und Gedeihlichkeit man naͤmlich in Ruͤckſicht auf die Natur des Wieſenbodens voͤllig zufrieden iſt. Man ſuche dieſen Fleck von etwanigem Unkraute zu reinigen, und beſtimme ihn dann zur Saamenſchule, verſaͤume auch nicht, ſeine Kraͤfte durch einige Duͤngung zu erhalten. Man laſſe das Gras heranwachſen, bis die fruͤheren Graͤſer ihren Saamen zu reifen anfangen, maͤhe ihn dann, und mache das Gras, ohne es viel zu verarbeiten, zu Heu. Ei⸗ nen anderen Theil laſſe man ſtehen, bis auch die ſpaͤteren Graͤſer ihren Saamen reifen, und behandle dieſen eben ſo. Dann menge man beide Theile untereinander, und ſchlage das Heu auf der Dreeſch⸗ tenne ab, und beſae dann mit der Spreu die neue Wieſe. Dieſe Methode ſcheint mir nicht nur die ſicherſte, ſondern auch die mindeſt koſtſpielige zu ſeyn, um zu guten Wieſenſ aamen zu gelangen, da das abdroſchene Heu ſeiner hoͤheren Reife wegen zwar nicht ſo gut wie das juͤngere, aber doch immer brauchbar bleibt. Saamen von dieſem darunter zu mengen, weil er im naͤchſten Jahre, wo ſich die Graͤſer ſelten beſtau⸗ det haben, Ertrag giebt, und man muß es ſich dann nur zur Regel machen, den die uͤbrigen Wieſen⸗ pflanzen anfangs uͤberwachſenden Klee beim erſten Aufbruch der Bluͤthe zu maͤhen, und ihn nie zu hoch werden zu laſſen. Dann wuird er die uͤbrigen Wieſenpflanzen zwar anfangs zuruͤckhalten, aber nicht ſo unterdruͤcken, daß ſie nicht nach ſeinem Verſchwinden hervorkommen und ſeinen Platz ein⸗ nehmen ſollten. — 7 3§. E. 4 324. Aenarſicher Einige aufmerkſame Beobachter wollen auf den Wieſen ſogar einen maturlichen Wechſel der 19.. Wieſenpflanzen bemerkt haben. Sie haben naͤmlich nach einer Reihe von Jahren in dem Raſen die Pfiam Wenn der Wieſenboden rothen Klee traͤgt, ſo wird es mehrentheils rathſam ſeyn, Mene a deren êil un rneWunge al aikt ſeyn Da die ſbereinſtimme Wetth der I Genau! es ſo mannig chend, und mi von Weſen ang teren Kaſſen m Erſte len. Herher Weſen, wele Zweil Weeſen wied koͤnnen auch Ertrag dieſer Drit iſt. In dieſ eine gerechte nicht genieße Vier aber von gro lich Wieſen, an Abzug des men ſtark beſ⸗ Fuͤnft nigen, denen de laden. Sechf es auch me⸗ meh ſern und 3 und ſauerbe Ich wurfshaufer Paſers in, ſen um Ertt Gi Aegen den W Diitter Th usgeſteten mit aus⸗ g zerſtoͤr ertroffen, Zeit den anzen unter nſchte Wie⸗ ſori ſchiver um Unter⸗ en zweiten Weeſen, en beſten, memmen; ach der an n der Saa⸗ nnter einan⸗ zu verſchaf⸗ zu ſeyn. iche Grund⸗ wokauf vor⸗ zückſicht auf Unkraute zu urch einige n Saamen Heu. Ei⸗ behandle Dreeſch⸗ t nur die nngen, da doch immer tchſam ſeyl, elten beſtau⸗ gen Wieee⸗ ihn nie j alten, aber en Platz ein⸗ Behil r n Raſen die Pflan⸗ ten bewirkt ſeyn;; indeſſ en verdient die Sache allerdings eine fernere Aufmerkſamkeit. §. 325. Da die Güte des Heues mit der Menge deſſelben auf einer gleichen lůche mehrentheils uͤbereinſtimmet, wenn nur nicht offenbar ſ ſhlechte und nachtheilige Pflanzen darunter ſind, ſo wird der Werth der Wieſen faſt allgemein nach der Quantitaͤt des Heues geſchaͤtzt. Genau laſſen ſich die Klaſſen der Woen ſo wenig, wie die des Ackerbodens beſtimmen, indem es ſo mannigfaltige Gradationen giebt, daß ihre Graͤnzen unbeſtimmbar ſind. Ich finde es hinrei⸗ chend, und mit Ruͤckſicht auf die angenommenen Klaſſen des Ackerbodens zweckmaͤßig, ſechs Klaſſen von Wieſen anzunehmen, und ſie hauptſaͤchlich nach der Quantitaͤt des Heues, jedoch auch bein den un⸗ teren Klaſſen mit einiger Ri aͤckſicht auf die Qualitaͤt, zu beſtimmen;; naͤmlich folgende: Der Wieſenbau.“ 145 3 Pflanzen nicht mehr angetroffen welche vorher ſeinen Hauptbeſtand ausmachten, fondemn andere an deren Stelle, und wiederum ſind nach einer neuen Reihe von Jahren die alten Pflanzen in uͤberwie⸗ gender Menge auf s Reue erſchienen. Es kann dies freilich durch mancherlei unbemerkte Zufaͤlligkei⸗ Schaͤtzung und Klaſſifikation der Wieſen nach ihrem Heuertrage. Erſte Klaſſe. Wieſen, die in zwei Schnitten vom Jochart 4960 Pfund Heu und daruͤber ge⸗ ben. Hierher gehoͤren die mit fruchtbarem Waſſer zu rechter Zeit überſchwemmten oder bewaͤſſerten Wieſen, welche einen milden humusreichen Boden haben. Zweite Klaſſe. Wieſen von 3520 bis 4750 Pfund Heu. In dieſe Klaſſe werden aͤhnliche Wieſen wie die der erſten kommen, aber von einem minder humusreichen Boden wie jene. Jedoch koͤnnen auch manchmal Hoͤhewieſen, die von fruchtbaren Feldern einen duͤngenden Zufluß haben 4 den Ertrag dieſer und der vorigen Klaſſe geben, und dann mit Recht hierher gefetzt werden. Deitte Klaſſe. Wieſen, die 2480 bis 3300 Pfund Heu geben, wenn ihr Heu ſuͤß und fein iſt. In dieſe Klaſſe werden mehrentheils ſolche Wieſen kommen, die in Thaͤlern und Niederungen zwar eine gerechte Feuchtigkeit haben, aber der Wohlthat einer fruchtbaren Ueberſtauuns 3 oder Bewaͤſſ ſerung nicht genießen. Vierte Klaſſe. Wieſen, die eine etwa gleiche vielleicht noch groͤßere Ouantität Heu geben, aber von rdherer und haͤrterer Art und mit ſchlechteren Pflanzen vermengt. Hierher gehoͤren vorzuͤg⸗ lich Wieſen, die an zu großer Feuchtigkeit leiden, und die entweder quell gruͤndig ſind, oder denen es an Abzug des Waſſers fehlt. Auch kann man dahin wohl die Holzwieſen rechnen, wenn ſie von Baͤu⸗ men ſtark beſchattet ſind. Sie geben oft vieles, aber unkraͤftiges und nahrloſes Heu. S uͤnfte Klaſſe. Wieſen von 1650 bis 2270 Pfund Heu. Hierher gehoͤren beſonders dieje⸗ de leiden. 3— Sechſte Klaſſe. Wieſen,„die weniger als 1650 Pfund Heu geben, oder deren Heu, wenn es auch mehr betruͤge, ſauer iſt, groͤßtentheils aus Binſen und Seggen oder andern ſchlechten Graͤ⸗ ſern und Krautern beſteht. Hierher gehoͤren folglich die duͤrren ſowohl als die moorigen ſumpfigen und ſauerbeizigen Wieſen. Ich ſetze bei dieſem Heuertrage voraus, daß die Wieſen zwar durch Ausſtreuung der Maul⸗ wurfshaufen, Aufraͤumung der Graͤben, und die Waͤſſerungswieſen durch gehoͤrige Moderation des Waſſers in Kultur erhalten werden, jedoch keiner Duͤngung beduͤrfen; wodurch ſonſt ſchlechtere ſen nun Ertrag der beſſeren gehoben werden koͤnnen. §. 326. X8 Es iſt häußg die Frage aufgeworfen worden: in welchem Verhaͤltniſ e der Werth der Wieſen gegen den Werth des Ackerlandes ſtehe? Manche haben zenen uͤberaus hoch angenommen, weil das Dritter Theil. T 4 nigen, denen es an zureichender Fenchtiglei fehlt, und die leicht bei einer duͤrren Witterungsperio⸗ Verhaͤltniß des Werths der Wieſen zum Werthe des Ackerlandes. 146 Der Wieſenbau. Ackerland nur mit Huͤlfe der Wieſen in ſeiner Fruchtbarkeit erhalten werden koͤnne. Andere haben ſie zu tief herabgewuͤrdigt, weil man durch gehorigen Futterbau weit mehr Futterung auf dem Acker erzielen koͤnne, wie irgend Wieſen geben. Der Werth der Wieſen ergiebt ſich, wie der Werth des Ackerlandes, aus dem Werthe des Er⸗ trages nach Abzug der Koſten. Der Werth des Heues iſt aber noch ſchwerer zu beſtimmen, wie der des Getreides, da es in der Regel weniger Handelswaare iſt.. Wo es eine ſolche iſt, muß man den Marktpreis des Heues von ſeinem Kon ſumtionswerthe in der Wirthſchaft unterſcheiden. Jener haͤngt von Lokalitaͤten ab, und iſt hoͤher in der Nachbarſchaft großer Staͤdte, oder wo es durch eine bequeme Schifffahrt dahin gefuͤhrt werden kann. Er kann nur fuͤr jede einzelne Gegend im Durchſchnitt ausgemittelt werden. 4 Aber auch ſelbſt der wirthſchaftliche Werth des Heues iſt ſchwankend, und ſteigt in der Regel mit dem Bedarf deſſelben zur Durchwinterung des Viehes und zur Duͤngererzeugung. Wo nicht nur viel Stroh gewonnen wird, ſondern auch der Acker den Anbau des Klees, der Luzerne und der Fuuer⸗ gewaͤchſe beguͤnſtigt, da wird das Wieſenheu entbehrlicher; und wo man mit gleicher Sicherheit nur ſo viel mehr Futter von einem Morgen Ackerland gewinnen kann, daß auch die Koſten ſeines Anbaues bezahlt werden, wie von einem Jochart Wieſe, da wird dieſer in keinem hoͤheren Werthe wie jener ſtehen, oder doch von den Verſtaͤndigen nicht hoͤher geſchaͤtzt werden. Wo aber der Acker zum ſicheren Anbau der beſſeren Futtergewaͤchſe nicht geeignet iſt, da ſteigt der Werth des Heues und folglich der Wieſen um ſo hoͤher, je mehr man des Duͤngers fuͤr das Ackerland bedarf, und je weniger das Stroh zureicht, dieſen zu produziren. Daher findet man allgemein, daß in duͤrren und ſandigen Ge⸗ genden die Wieſen ſehr hoch geſchaͤtzt werden, indem der Ertrag des Ackers lediglich von ihnen ab⸗ haͤngt. Dagegen ſindet man, wenn gleich ſelten, Gegenden, wo der Ueberfluß an Wieſen und an Heu, welches dennoch keine entferntern Abnehmer hat, ſo groß iſt, daß man ſie darum geringer wie das Ackerland ſchaͤtzt. Schwankend und von den Lokalitaͤten abhaͤngend bleibt alſo immer der Werth des Heues. Ju⸗ deſſen kann man im allgemeinen Durchſchnitt da, wo weder großer Mangel und uͤbergroße Nachfrage noch Ueberfluß an Heu iſt, annehmnen, daß ungefaͤhr 100 Pfund Heu ³ Oeſtreichiſche Metze Rocken am Werthe gleich ſind, wenn dieſes Heu gut und nahrhaft iſt; wogegen ſchlechteres Heu nur 4 Me⸗ tze gleich zu ſetzen iſt. Wenn man alſo gewoͤhnlich eine Metze Rocken zu 1 Fl. 24 Kr. annimmt, ſo iſt der Werth von 100 Pfund gutem Heu 28 Pr., von ſchlechtem 21 Fr. Zu dieſem Preiſe wird man es naͤmlich zur thieriſchen Produktion— vorausgeſetzt, daß man die nach der Lokalitaͤt vorthei lhafteſte waͤhle— mehrentheils benutzen koͤnnen. Ich brauche nicht zu erinnern, daß dieſer Geldpreis mit dem Geldpreiſe des Getreides ſteige und falle. Iſt der Werth des Heues beſtimmt, ſo ergiebt ſich der Werth der Weeſe aus dem Heuertrage derfeben nach Abzug der Werbungs⸗ und Einfuͤhrungskoſten. Dieſe Koſten laſſen ſich nicht allein nach der Maſſe des Heues, ſondern nur mit Rückſiht der Füche, worauf es gewonnen wird, berechnen. Denn eine gut beſtandene Wieſe koſtet faſt nicht mehr zu maͤhen, als eine ſchlecht beſtandene von gleicher Groͤße, und ſelbſt die Bearbeitung des Heues macht einen geringen Unterſchied. Nur das Laden, Einfahren und Taſſen des Heues richtet ſich mehr nach der Maſſe deſſelben. Die Koſten ſind ferner ſehr verſchieden nach der Entlegenheit der Wieſen vom Wirthſchaftshofe, und koͤnnen bei ſehr entfernten leicht verdoppelt werden gegen die nahen. Alſo laͤßt ſich hier um ſo we⸗ niger etwas allgemein Guͤltiges beſtimmen. Als Mittelſatz kann man indeſſen folgendes annehmen: dyri nt wei drit vier wüt düteenſchn erſter 100 Pfund 4⸗ weite 100 ⸗ 4⸗ deitter 100 ³ à ſechf 100 ³ à Wenn wollten, ſo Tabelle B.), jenem Anſch wir fuͤr das lefere und V wie 2:3 ſetz Dies iſt auch kaͤhrlich iſt,1 Ciſſ ſid, iheen und ſetten da dieſe Ued es giebt ſol welche in de ſhäͤtzung ein ſiod durch d Eine de dees bei ſch in Waſer Der Wieſenbau. 147 dete kbe Die zweiſchnittige Heuernte per Jochart koſtet bei Wieſen 2 dem Nie eerſter Klaſſe.... 4 Fl. 50 Xr. zweiter—...... 4 34 ⸗ e dSE dritter.....—.. 4 7 18* n, wie vierter—...„...... 4⸗ 18 ⸗ und die einſchnittige bei Wieſen näretſe 1 fuͤnfter Klaſſe. 86..... 2 ⸗ 25 ⸗ udu ſga ſechſter... 2⸗ 9 3 Erhm un Wenn alſo nach obigen Preiſen der Mittelertrag des Heuwerths per Jochart von Wieſen, erſter Klaſſe: 100 Pfund à 28 Xr. iſt 23 Fl 8 ½ Xr., ſo iſt der reine Ertrag 18 Fl. 18 ¾ Pr. der Reu. zweiter Klaſſe: nicht nu 100 4 ⸗ ⸗ 4 19 ⸗ 17 3 ⸗.. 14 ⸗ 434 ⸗ der Futte⸗ dritter Klaſſe: 3 1 erheit nͤue I0o0 ⸗ 4à4„ ⸗ 11 ⸗ 6 ⸗. ⸗ 3 6 2 51 ⸗ Inbaues vierter Klaſſe: wie jeger 4 100„ àA 21 ⸗⸗ 5 ⸗ 40 ⅝ ⸗— 2 2 4 22 ⸗ zun ſicheten fuͤnfter Klaſſe: folglich der 100 ⸗ àA 28 ⸗ ⸗ 6 ⸗ 46⸗.. 1 4 ⸗ 21 ⸗ veniger das ſechſter Klaſſe: 1 udigen Ge⸗ 100 ⸗ a⸗ ⸗ 5 ⸗ 44 2 3 2 3 ⸗ 353⸗ 8 ihnen ah⸗ Wenn wir den Werth des Ackerlandes nach dem gewohnlichen Dreifelder⸗Anſchlage beſtimmen eſen und an woollten, ſo kaͤme hiernach der Werth der Wieſen einer gleichnamigen Klaſſe(Vergl. Bd. II. S. 111,- geringer wie Tabelle B.), gegen jenes in ein ſehr hohes Verhaͤltniß zu ſtehen. Wir muͤſſen aber erwaͤgen, daß bei jenem Anſchlage die ſämmtlichen Wirthſchaftskoſten dem Acker zur Laſt gerechnet worden, wogegen eues, JIe⸗ wir fuͤr das Heu nur ſeine Werbungskoſten gerechnet haben, und dann⸗ daß der Acfer obendrein Stroh Nachfiage liefere und Weide gebe. Hiernach glaube ich den Werth einer gleichnamigen Acker⸗ und Wieſenklaſſe 1 5 de wie 2:3 ſetzen zu muͤſſen, wenn nicht„wie ich oben erwaͤhnte, kokalitaͤten das Verhaͤltniß aͤndern. un Me⸗ Dies iſt auch der Grund, warum wir ſechs Wieſenklaſſen hier angenommen haben, da dieſe ſonſt will⸗. unt, ſo iſt kuͤhrlich iſt, und ungleich mehrere Gradationen nach dem Durchſchnittsertrage ſtatt finden konnten. d wird man§. 327. 1 halhafteſe Es iſt ſchon oben erwaͤhnt, daß Ueberſtrömungen, die zu rechter Zeit den Wieſen ſo vortheilhaft Sicherheit ber⸗ dpreis mit ſind, ihren Werth erhoͤhen, und ſie zu einer hoͤheren Klaſſe emporheben, ſie dennoch unſicher machen, eet den agig, I und ſelten iſt eine der natuͤrlichen Ueberſtroͤmung ausgeſetzte Wieſe unter die voͤllig ſichern zu rechnen, ſen. Heuerttage. da dieſe Ueberſteoͤmung oft zur Unzeit kommen kann. Indeſſen hat dieſe Unſicherheit ihre Grade, und es giebt ſolche, welche dieſes Ungluͤck nur bei ungewoͤhnlichen Waſſerfluthen trifft, andere hingegen, ücſict der welche in der Haͤlfte der Jahre davon betroffen werden. Dies macht dann natuͤrlich in ihrer Werth⸗ nicht mehr ſchaͤtzung einen eben ſo großen Unterſchied. Manche Wieſen, die vormals zu den ſicheren gehoͤrten, dues macht ſind durch die Verſandungen und Erhebungen der Flußbette jetzt hoͤchſt unſicher geworden.. mehr nach B 6 8 . Eine voͤllige Ebenheit der Oberflaͤche iſt bei Wieſen noch wichtiger wie beim Ackerlande, beſon⸗ Ebenheit. baftäh 3 ders bei ſolchen, die von Natur oder durch Kunſt bewaͤſſert werden, weil ohne das die Niederungen um ſo we⸗ im Waſſer ſtehen und die Hoͤhen dennoch trocken bleiben koöͤnnen. Der Ertrag unebener Wieſen wird nehmen: T 2 148 Der Wieſenbau. ungleich ſeyn; in trocknern Jahren werden die Niederungen, in feuchten die Anhoͤhen einen beſſern Er⸗ trag geben, und er wird ſich um ſo ſchwerer im Durchſchnitt von der ganzen Flaͤche ausmitteln laſſen Eine ſehr unebne Oberflaͤche macht uͤberdem die Heugewinnung ſehr beſchwerlich. §. 329. Daßd die Entfernung der Wieſen einen betraͤchtlichen Unterſchied in den Koſten der Heuwetoung mache; iſt ſchon oben geſagt. Ueberdem aber vermehrt ſich der Werth der Wieſen mit ihrer Naͤhe am Hofe, weil man ſie beſſer unter Aufſicht und in Kultur halten kann. Es laͤßt ſich jede entſtandene Be⸗ ſchaͤdigung gleich zu Anfange bemerken und ausbeſſern, die ſonſt weiter einreißend hoͤchſt nachtheilig werden koͤnnte. Wo man die Wieſen insbeſondere mit Jauche duͤngt, da iſti die Mähe beim Dofe um ſo wichtiger. 8 Entfernung. §. 330. Beei einer Schaͤtzung der Wieſen wird der Verſtaͤndige auf die Moͤglichkeit, eine Bewiſrang derſelben zu veranſtalten, oder wenn ſie ſchon vorhanden iſt, auf eine zweckmaͤßigere Einrichtung der⸗ ſelben Ruͤckſicht nehmen, ſo wie uͤberhaupt auf d die hoͤhere Kultur, worin ſie mit verhaltnißmäͤßig ge⸗ ringen Koſten geſetzt: werden koͤnnen.* 4 1 8 5— 3 8§. 331. Kutltur der Wir gehen nun zur eigentlichen Kultur der Wieſen uͤber. Wieſen. Eine Hauptforderung iſt es, daß man keine Maulwur fshuͤgel darauf entſtehen laſſe Sie fin⸗ Vertilgung der den ſich hauptſaͤchlich auf trocknern Wieſen, oder den hoͤheren Stellen derſelben, ein, wohin die Maul⸗ mhaudoutfee wuͤrfe ihre Zuflucht nehmen, wenn ſie durch die Raͤſſe aus den niederern verjagt werden. Berieſelte 2 Wieſen, die immer feucht erhalten werden koͤnnen, ſind mehrentheils frei davon. Wird der Aufwurf naicht zerſtreut und geebnet, ſo erſchwert dies nicht nur das Maͤhen, und das Gras bleibt um dieſelben herum ſtehen, ſondern ſie benarben ſich dann auch, dienen den Ameiſen und andern Inſekten zum Auf⸗ fenthaltsorte, erweitern und heben ſich immer mehr: ſo daß die Wieſe, wie man oft findet, einem laͤndlichen Kirchhofe mit kleinen Grabhuͤgeln aͤhnlicher ſieht, als einer Wieſe. Sie muͤſſen daher we⸗ nigſtens zweimal im Jahre, naͤmlich im Fruͤhlinge, wenn das Gras ſich zu heben anfaͤngt, und dann . bald nach dem erſten Schnitte geebnet werden. Wenn dieſes geſchieht, ſo ſind die Maulwuͤrfe alten ſtark beraſeten Wieſen nicht ſchaͤdlich, indem ſie eine friſche Erde heraufbringen, die den Wieſenpflan⸗ . 1 zen ſo vortheilhaft iſt. 1 Dieſes Ausſtreuen der friſchen Maulwurfshuͤgel geſchieht durch Menſchenhaͤnde vermittelſt des Spatens oder der Forke, wobei auf eine gleichmaͤßige und weite Vertheilung der Erde zu ſehen iſt; der neueſten Ackergeraͤthe, Heft II., Taf. 7., abgebildete, vorn mit einem ſchneidenden Eiſen, hinten lich erfuͤllt, und ohne den Raſen erheblich zu verletzen jeden Maulwurfshuͤgel auffaßt und vertheilt, die Koſten aber gegen die, welche die Handarbeit erfordert, ſehr vermindert. Schwieriger iſt das Ebnen veralteter bewachſener Maulwurfs⸗ oder Ameiſenhuͤgel. Wuͤrde man ſie geradezu abſtechen, ſo wuͤrde an ihrer Stelle ein leerer Platz bleiben, der ſich erſt nach vielen Jah⸗ ren wieder benarbte. Man ſticht deshalb die ihn bedeckende Grasnarbe kreuzweiſe mit dem Spaten durch, ſchlaͤgt die Lappen zuruͤck, nimmt die darunter liegende Erde heraus, verſtreuet ſie, und legt nun die Lappen wieder uͤber die Stelle. Bei großen Flaͤchen bedient man ſich hierzu auch eines ſchwe⸗ Soder durch Pferde vermittelſt verſchiedener Inſtrumente, unter welchen die in meinen Beſchreibungen mit durchflochtenem Geſtraͤuch verſehene Egge das zweckmaͤßigſte ſcheint, da es alle Forderungen treff⸗ ren Pferde⸗ Inſtruments, Wieſenhobel, an einigen Orten ungariſcher Pflug genannt. Es 6 eitſtriſt apum an griitſtuj fein, hüennung be licten Eggen in gents it dadute tſihielge Wei ſagt don Klee u ein halder Uabe lleber den gen, indem einig fir ſahie wider Nan muß der aber in der Boden zu Feher In letzte denn ohne dieſ zwiſchen Wieſe ſodann das Lo Heerbei muͤſe folgende Rege 1) Ma einen betraͤcht 2) Na ſo mehr, wen hatte. 3) Man ſch angelegen breſttt. Die reich Söont auf midde den Anban vor vorthelhht; ner Regeln w ſeyn, wenn Wenn Autde darauf Unktaute aͤber würde ih nich 88 bloß um des d weit beſer beſſern Er⸗ teln laſſen. uwerbung Nähe an didene Be⸗ nacthelig in Hofe un waͤſetung tung der⸗ Waͤßig ge⸗ 8 . Sie fin⸗ ndie Maul⸗ Berſeſelte der Aufwurf m dieſelben nzum Auf⸗ det, einem daher we⸗ und dann irfe alten eſenpflan⸗ ittelſt des ſehen iſt; Hreidungen ſen, hinten ungen trf⸗ d vertheit Gürde man ielen Jah⸗ mn Spaten „und legt ines ſchwe⸗ annt. E ſſit eine ſchwere ſchlittenfoͤrmige Schleife mit vier Balken, deren erſter und dritter ein ſtarkes Hobelei⸗ leichten Eggen in die Nunde geegget, und dann gewalzet. Ungeachtet der Koſtſpieligkeit dieſes Inſtru⸗ ſaat von Klee und neuen dem Boden angemeſſenen Wieſengraͤſern. Die Operation iſt uͤberhaupt wie gen, indem einige dieſes zur Verbeſſerung der Wieſen ſehr empfehlen, andere dagegen als verderblich zwiſchen Wieſen und Fruchtbau ein, bauet in einer angemeſſenen Folae verſchiedene Fruͤchte, und laͤßt ſich angelegen ſeyn laſſen, weil ſolches ſonſt nur mehr erſtarket, und ſich in den Wieſenboden ver⸗ Der Wieſenbau. 14949 ſen halten, wogegen der zweite und vierte mit ſtarken Eggenzinken bewaffnet iſt. Dies Inſtrument greift ſcharf ein, zerreißt faſt die ganze Narbe der Wieſe, und ebnet ſie vortrefflich, erfordert aber ei⸗ ne Anſpannung von ſechs und mehreren Pferden. Nach dem Gebrauche deſſelben wird die Wieſe mit ments iſt dadurch die Fruchtbarkeit ſolcher mit Huͤgeln uͤber und uͤber bedeckten Wieſen auf die mindeſt koſtſpielige Weiſe wieder hergeſtellt worden. Die ſtarke Berwundung der Narbe erlaubt dann die Ein⸗ ein halber Umbruch der Wieſe, jedoch ohne Zerſtoͤrung der alten Grasnarbe anzuſehen. §. 332. Ueber den Aufbruch der Wieſen mit dem Pfluge herrſcht eine große Verſchiedenheit der Meinun⸗ Aifäruc der 3 ieſen. fuͤr ſelbige widerrathen. Man muß zudoͤrderſt unterſcheiden, ob man dieſen Aufbruch bloß der Wieſe wegen unternehme, oder aber in der Abſicht, aus dem wechſelnden Bau anderer Fruͤchte einen hoͤheren Ertrag aus dem Boden zu ziehen, wie er als beſtaͤndige Wieſe geben wuͤrde. In letzterem Falle richtet man auf Boden, der zu Wieſen und zu Ackerland gleich geſchickt iſt,— denn ohne dieſe Bedingung wurde es nicht thunlich ſeyn— manchmal eine regulaͤre Wechſelwirthſchaft ſodann das Land, mit Klee und Graͤfern beſaamt, eine Reihe von Jahren wieder zur Wieſe liegen. Hierbei muͤſſen, wenn man auf die Wiederherſtellung einer guten Wieſe rechnen will, unumgaͤnglich folgende Regeln beobachtet werden:. 1) Man darf die Erſchoͤpfung durch Fruͤchte nicht zu weit treiben, ſondern muß dem Lande noch einen betraͤchtlichen Grad ſeiner natuͤrlichen Kraft zuruͤcklaſſen. 2) Man muß ihm mit der letzten Abtragefrucht eine ſtarke Miſtduͤngung geben, und zwar um ſo mehr, wenn man, wie es haͤufig und mit Vortheil geſchieht, zu den Fruͤchten mit Kalk geduͤngt hatte.. 3 3) Man muß waͤhrend der Beackerung die völlige Zerſtoͤrung des nachtheiligen Wurzelunkrauts breitet. Die reichen Ernten, welche man von einem ſolchen Wieſenboden ziehen kann, machen dieſe Wirth⸗ ſchaft auf mildem, reichem, weder der Naͤſſe noch der Duͤrre ausgeſetztem Boden, insbeſondere durch— den Anbau von Kopfkohl, Hanf, Krapp, Taback u. ſ. w. zwiſchen anderen Getreidefruͤchten hoͤchſt vortheilhaft; geſetzt auch, daß der Ertrag als Wieſe ſich etwas vermindere. Bei der Beobachtung je⸗ ner Regeln und einer angemeſſenen Beſaamung mit Klee und Graͤſern wird dieſes aber nicht der Fall ſeyn, wenn es gleich bei Vernachlaͤßigung derſelben nur zu haͤufig bemerkt worden iſt. Wenn man dagegen eine Wieſe bloß in der Abſicht umbrechen will, um eine friſchere und beſſere„ 4 Narbe darauf zu erzeugen, ſo kann dies nur in dem Falle rathſam ſeyn, daß ſie ſich mit ſchaͤdlichem Unkraute uͤberzogen haͤtte, welches man dadurch zu zerſtoͤren beabſichtigt. In jedem andern Falle wuͤrde ich nicht dazu rathen, ſondern irgend eine andere Verbeſſerungsart vorziehen. Manche haben es bloß um des Mooſes willen gethan, welches ſich aber durch Duͤngung und Auffuͤhrung anderer Er⸗ de weit beſſer zerſtoͤren laͤßt. Bauet man nach dem Umbruche, wie haͤufig geſchiehet, nur eine Frucht, 156 Der Wieſenbau. gewoͤhnlich Hafer, ſo wird man die Kraft der Wieſe doch immer betraͤchtlich vermindern, wenn man ihr nicht Duͤngung wiedergiebt. Sie wird ſchlechter darauf werden, als ſie vorher war, und das Moos wird bald wieder erſcheinen. Kann und will man ihr Duͤnger geben, ſo wuͤrde dieſer eben ſo gut gewirkt haben, wenn man ihn, ohne den Raſen umzubrechen, uͤberher geſtreuet haͤtte. Zur Vertilgung der nachtheiligen Wieſenpflanzen iſt aber ein ſolcher mehrentheils einfaͤhriger— Umbruch nicht zureichend, vielmehr erhalten ſie in der gelockerten Krume nur einen beſſeren Stand⸗ = ort. Man muß ſich zur Erfuͤllung dieſer Abſicht zu einer reinen und fleißig bearbeiteten Brache, ſo⸗ wie ſie dem Neubruche gegeben wird, entſchließen, oder aber, was wirkſamer iſt und ſchneller wirkt, zum Raſenbrennen. Ich verweiſe alſo auf das, was ich uͤber die Behandlung des Reubruchs ge⸗ ſagt habe. 3. 334. Beſaamung der Ueber die Beſaamung der Wieſen, deren Grasnarbe durch den Umbruch voͤllig zerſtzut n worden, Wieſe. habe ich mich ſchon im§. 323. erklaͤrt. Indeſſen wuͤrde man mich mißverſtehen, wenn man daraus ſchloͤſſe, ich riethe dieſe Beſaamung der Natur allein zu uͤberlaſſen. Ich kenne zwar Beiſpiele, wo dieſes beſſer gelungen iſt, als die kuͤnſtliche Beſaamung; indeſſen hat es keinen Zweifel, daß der Zu⸗ fall auch ſchlechteren Saamen herbeifuͤhren koͤnne, als man ihnen durch die Auswahl zutheilt. Nur halte ich die zweckmaͤßigſten Saamen und die zweckmaͤßigſte Mengung derſelben, mit Ruͤckſicht auf die beſondere deemtwaßn des Wieſenbodens, noch nicht fuͤr ausgemittelt. . Fuͤr den reichen, humoſen, lockeren, maͤßig feuchten Wieſenboden iſt ohne Zweifel nichts a an⸗ gemeſſener, wie eine Miſchung von Alopecurus pratensis, Poa trivialis und pratensis mit oder ohne Klee ausgeſaͤet. Dieſe geben ein ſo dichtes als ſtarkes, fortgruͤnendes, ſchnell wieder wachſen⸗ des und dem Viehe hoͤchſt angenehmes Gras. Sie erfordern aber einen Boden von den genannten Eigenſchaften, und wer ſie auf einen andern Boden ſaͤet, wird nur einzeln kuͤmmerliche Pflanzen davon erhalten. Die Auswahl der Wieſenpflanzen auf ſchlechterem Boden getraue ich mir nicht zu beſtimmen, wenn man eine ausdauernde Wieſe beabſichtigt; ſondern muß auf meinen oben§. 323. gegebenen Rath verweiſen. Vom Anbau einzelner Graͤſer auf den zu Wieſen eigentlich nicht geeigneten Hoheleldem, wird i in der Lehre von dem Futterkraͤuterbau die Rede ſeyn.— 5. 335. Ob friſch nie⸗ Einige ſind der Meinung, man muͤſſe friſch niedergelegtes und beſaamtes Wieſenland im erſten Srdtnhdau Grasjahren nicht maͤhen, ſondern vom Vieh abweiden laſſen. Andere ſind der entgegengeſetzten Nei⸗ maͤhen oder zu nung, und noch andere wollen, daß man, um ſich in der Folge eine deſto beſſere Wieſe zu verſchaffen, beweiden⸗ das Gras frei wachſen, ſeinen Saamen reifen und verſtreuen, den abgeiragenen Halm aber nieder⸗ walzen laſſe. Alle drei Methoden koͤnmen nach den Umſtaͤnden am gerathenſten ſeyn. Durch die Weide, wenn ſie mit der in der Folge anzugebenden Vorſicht betrieben wird, erſtarken die Graͤſer mehr in ihrem Wurzelaustriebe, verbreiten ſich auf dem Boden, und bilden eine dichtere Narbe. Der Weidemiſt koͤmmt zu Gute, beſonders wenn er umher geſtreuet wird, und ſelbſt der Auftritt und das Lagern des Viehes iſt dem Graswuchſe auf trocknem Boden zutraͤglich. Wenn die neue Wieſe daher mit Graſe beſtanden iſt, die Pflanzen ſich aber nur ſchwach zeigen, wuͤrde ich die Abweidung vorziehen. Scheint dagegen das Gras dicht und geſchloſſen emportreiben zu wollen, und kann man ſich auf die Kraft des Bodens verlaſſen, ſo iſt das Abmaͤhen unbedenklich, beſonders wenn es moͤglichſt rrůh geſchieht, damit ſich die Pflanzen nicht durch Saamenanſatz entkraften. uus angeltr us Beunmn ah aut jege. fälln nur einzel mi ſch der S Warzelun ſn ausgeſtochen Dai ſcherf Att der Ekaruift Man hat es hau⸗ eine motekte W Standort finden und befdrdert a ceen gelegt wird Wesſen nicht ſo dem es jeder befördert das! der Armoſphar lockere Erderu ders ſolchen, auf den bemos langlich abget gung geben w vorher verwu Das W nicht den Ertec deai n ſebſt beſchafft, d loſ, ſobe Gegenden ha den dins p den Aker faß Die du nicht, und ſt den, die ſte Lanſſteß in ihnen, inbeſc Krucſtbarkeit, deſn was ſie dängunganat wenn min r, und da eſer eben . infähriger n Stand⸗ kache, 3 ſo ber wick, udrcs R rt worden, an daraus dele, wo Sder Zu⸗ . Nar ückſicht auf nichts an⸗ s mit oder ſer wachſen⸗ genannten he Pfanzen beſtimmen, benen Rath hefeldern, Gim erſten zten Mei⸗ verſchaffen, ber nieder⸗ Leide, wenn hr in iheem Weidemiſt Lagern des r mit Geaſe .. nan ſich auf glicht frif Der Wieſenbau 151 Das gaͤnzliche Verſchonen der Wieſe koͤnnte wohl nur in dem Falle rathſam ſeyn, daß ſich das angeſaͤete Gras einzeln und horſtig mit vielen leeren Zwiſchenraͤumen einfaͤnde, und folglich eine neue Beſaamung noͤthig ſchiene; jedoch nur unter der Vorausſetzung, daß ſich dazwiſchen kein ſchaͤdliches Unkraut zeige. Denn im letztern Falle iſt das Abmaͤhen um ſo dringender. Einige rathen in ſolchen Fallen nur einzelne Grasſtellen, die beſonders rein ſind, in gewiſſen Entfernungen ſtehen zu laſſen, damit ſich der Saamen von hier aus verbreite. Wurtzelunkraut, welches ſich ſeiner Natur nach verebreitet, muß durchaus auf ſolchen neuen Wie⸗ ſen ausgeſtochen werden. Das Saamenunkraut darf nur nicht zur Reife kommen. §. 336. Das ſcharfe Eggen der Wieſen oder noch beſſer das Aufritzen derſelben durch Inſtrumente, nach Art der Skarrifikators mit Meſſern verſehen, gehoͤrt zu den nuͤtzlichſten Operationen des Wieſenbaues. Man hat es hauptſaͤchlich zur Vertilgung des Mooſes empfohlen; indeſſen wird dieſe dadurch nur auf eine indirekte Weiſe bewirkt. Moos ſetzt ſich da an, wo keine andern Pflanzen ihre Nahrung und Standort finden, bedeckt nur leere Stellen, weicht aber leicht anderen Pflanzen, geht uͤber in Moder, und befoͤrdert als ſolcher ihren Wachsthum. Auch vergehen die Waſſermooſe, wenn der Boden tro⸗ cken gelegt wird; die duͤrren Mooſe, wenn man ihn bewaͤſſert. Das Moos an ſich ſcheint alſo den Wieſen nicht ſo nachtheilig, daß man beſondere Mittel zu ſeiner Zerſtoͤrung anzuwenden brauchte, in⸗ dem es jeder Weeſenkultur, welche die Grasnarbe verſtaͤrkt, weichet. Allein das Aufritzen der Wieſe befoͤrdert das Gedeihen und die Erſtarkung der Wieſenpflanzen durch dieſen freien Zutritt, welchen es der Atmoſphaͤre oͤffnet, durch die Zerſtuͤckelung und BVervielfaͤltigung der Grasſtaͤmme, und durch die lockere Erdkrume, welche es an die Pflanzen bringt. Es iſt daher auf unbemooſeten Wieſen, beſon⸗ ders ſolchen, die eine bindende nicht ſchwammige Grunderde haben, von eben ſo großer Wirkung, wie auf den bemooſeten. Es geſchieht im Fruͤhjahre, wenn die Begetation beginnt und der Boden hin⸗ laͤnglich abgetrocknet iſt. Vorzuͤglich hat man es wirkſam gefunden, wenn man der Wieſe eine Duͤn⸗ gung geben wollte, und hat von dieſer eine ungleich ſtaͤrkere Wirkung verſpuͤrt, wenn man den Raſen vorher verwundet hatte. Das Watzen des Graslandes befoͤrdert zwar die Schoͤnheit und Ebenheit des Raſens, aber nicht den Ertrag der Wieſen. ſ —§. 337. 4 Die Duͤngung der Wieſen wird in einigen Gegenden mit groͤßerer Emſigkeit wie die des Ackers ſelbſt beſchafft, und iſt faſt vorzugsweiſe jenen zugeeignet. Wenn wir die Wieſen duͤngen, ſagt man daſelbſt, ſo brauchen wir um zureichenden Duͤnger fuͤr den Acker nicht bekuͤmmert zu ſeyn. In andern Gegenden hat man an Beduͤngung der Wieſen keinen Gedanken, und hält es fuͤr unerhoͤrt, dem Acker Eggen der Wieſen. Duͤngung der Wieſen. den Duͤnger zu entziehen, um ihn den Wieſen zu geben, weil man die Wieſe ohne ſolche doch etwas, den Acker faſt gar nichts tragen ſieht. Die durch das Austreten ſchlammiger Fluͤſſe befruchteten Wieſen beduͤrfen freilich des Duͤngers nicht, und ſie gehoͤren deshalb zu den groͤßten Wohlthaten der Natur fuͤr den Ackerbau derer Gegen⸗ den, die ſie beſitzen, und wodurch ſich dieſe in ihrem Ertrage leicht uͤber den erheben, welchen der Kunſtfleiß in andern Gegenden erzwingt. Andere Wieſen muͤſſen einen Erſatz fuͤr das erhalten, was ihnen, insbeſondere durch eine zweimalige Schur, jaͤhrlich genommen wird, wenn ſie nicht in ihrer Fruchtbarkeit abnehmen ſollen. Dieſe Duͤngung aber braucht nur ſchwach zu ſeyn im Verhaͤltniſſe deſſen, was ſie an Duͤngungsmaterial reproduziren, und wenn der Acker beim Getreidebau weniger an Duͤngungsmaterial hergiebt, als er erfordert und conſumirt, ſo geben geduͤngte Wieſen ſchon durch Duͤngungs⸗ mittel. naͤmlich wegen der Unkrautſaamen, die er enthaͤlt, fuͤr den Acker minder geeignet. gung kommt insbeſondere den nah am Hofe gelegenen Wieſen zu ſtatten. ken deſſen ſchnellere Vermoderung, weshalb ſie auf ſtark hemooſeten Wieſen am wirkſamſten ſind, 152 Der Wieſenbau. ihren Mehrertrag nach der Duͤngung wenigſtens das Doppelte wieder von dem, was man ihnen ge⸗ geben hatte. Es leidet alſo keinen Zweifel, daß man den Duͤnger nicht ſicherer verwehren koͤnne, als wenn man den Wieſen Duͤnger giebt, und Duͤngung der Wieſen machte die volle Ausduͤngung des Ackers da moͤglich, wo ſie ohne jene unmoͤglich war. Warum findet man aber, da dies von den Ver⸗ ſtaͤndigen ſo allgemein anerkannt iſt, die Duͤngung der Wieſen in den meiſten Gegenden ſo ſelten?— Der erſte Vorſchuß iſt mehrentheils zu ſchwierig; denn wenn gleich der Wieſenduͤnger der Duͤnger⸗ maſſe ſicher und vielfacher zuruͤck kommt, ſo geſchieht dies doch nicht im erſten Jahre, ſondern nur nach einer Reihe von ſechs bis ſieben Jahren. So lange und noch läͤnger haͤlt ſeine Wirkung aus. Es iſt ein Kapital, welches in dieſem Zeitraume drei⸗, vier⸗, und mehrfach verſtaͤrkt wird, aber es muß angelegt werden koͤnnen, und dies ſcheint manchen, ohne ihren Acker zu entkraͤften, unmoͤglich. §. 338. Man kanm ſich zur Duͤngung der Wieſen derſelben Duͤngungsmittel bedienen, die man auf em Acker gebraucht; doch ſind ihnen einige vorzuͤglich gewidmet. Der lange friſche Stallmiſt wird den Wieſen zuweilen, jedoch nicht haͤufig, gegeben. Er muß vor Winter oder im erſten Fruͤhjahre aufgefahren und geſtreuet werden, damit ſeine aufloͤslichen Theile von dem Regenwaſſer ausgezogen und der Wieſe mitgetheilt werden. Er ſindet daher nur auf trocknern Wieſen ſtatt, welche um dieſe Jahreszeit das Aufbringen deſſelben erlauben. Man rechet dann gewoͤhnlich bei trockener Witterung das unzerſetzte Stroh wieder ab, und bedient ſich deſſelben zur ueuen Unterſtreuung. 1 2 Haͤufiger iſt zerfallener Duͤnger, und beſonders derjenige, welcher auf dem Viehhofe und auf Wegen, mit Erde vermengt, zuſammengeſchaufelt wird, fuͤr die Wieſen gebraͤuchlich. Dieſer iſt Hierzu kommen allerlei andere Abfaͤlle und Unrath, der Auskehricht aus den Haͤuſern, die Saͤgeſpaͤhne, Haare und was ſich ſonſt auf dem Hofe anhaͤuft. Die mit vielem Unkraut vermengte Spreu, den Auskehricht der Scheuren und Heuboͤden giebt man ebenfalls den Wieſen, da ſie auf dem Acker zu vieles Unkraut erzeugen wuͤrden. Ferner beſtimmt man die Jauche, die unmittelbar aus den Staͤllen oder bei regnigter Witterung aus dem Miſthaufen abzieht, vorzuͤglich zur Duͤngung der Wieſen, und am haͤufigſten die Jauche aus den Schweineſtaͤllen, die man gewoͤhnlich in eigenen Behaͤltern auffaͤngt. Dieſe wirkſame Duͤn⸗ Zuweilen giebt ein vorbei⸗ fließender Bach odes ein zu dieſem Zwecke angelegter Graben, der das Regenwaſſer abzieht, und die⸗ ſes uͤber ein ſolche nah gelegene Wieſe verbreitet, Gelegenheit, die Jauche hineinleiten und ſie ſo, mit dem Waſſer verduͤnnt, ſich auf der Wieſe verbreiten zu laſſen. Wo man dieſe Duͤngung mit Fleiß und Sorgfalt betreibt, da wird aus allen dieſen Materialien mit einem ſtarken Zuſatze angemeſſener Erde ein Compoſt bereitet, wodurch eine beſſere Vertheilung moͤglich wird, eine ſchnellere und ſtaͤrkere Wirkung erfolgt. 1 Ein vorzuͤgliches Duͤngungsmittel fuͤr die Wieſen iſt auch der Schaafpferch, der jedoch nur auf trockenen oder trocken gelegten Wieſen, im Herbſte ſowohl wie im Fruͤhjahr anwendbar iſt. Man braucht ihn nicht ſtark zu machen, und zwei Raͤchte mit 900 Schaafen reichen auf 1 Jochart zu. Die zerſetzenden Duͤngungsmittel, Kalk, Gyps, Mergel, Torfaſche, und die ſo kraͤftige Sei⸗ fenſiederaſche bringen beſonders auf ſolchen Wieſen den groͤßten Vortheil, denen es an Humus nicht fehlt, die aber auch nicht zu feucht ſind. Auf mageren und feuchten Wieſen ſiehet man die große Wirkung von ihnen nicht, die ſie auf andern thun. Sie zerſtoͤren vorzuͤglich das Moos, und bewir⸗ wenn venn nn fin einer Nih'ingung Iinenujfil auf d 2 Aicken und atdüngung muf nes Moos und ang derſelben ſ Aber euch thut oft ene eſt Morige, von magerem Se man den aufgeſch der Wieſen dem Weſe ſcywama Kleich anfangs ſicherer in dem ſchwammigen? drückt; indem herabſenkt, u Selbſt! lich werden, n dert. Jedoch ninmt, witd Austriebe neue berſtaͤrkt und den Annal der Wie fuͤhrlich b Vor aller men ſt, wenn Grundes, de haft benutt w durchmengt, ſendem Nutze die Zeit Unſtänden gen De Daͤn unſtiderione ühren winde. Nitter Thel Der Wieſenbau. 153 dar wenn man ſie vorher teckenge egt hat Man wendes ſie allein ai⸗ und wechſelt dann am beſten mit dingung t einer Miſtduͤngung ab, oder man ſetzt ſie den Mengehaufen zu. Auch aͤußert der Gyps und die Sa⸗ un den ge⸗ linenabfaͤlle auf den Wieſen eine große Wirkung, beſonders auf ſolchen, wo ſich ein Stamm von fiken) el⸗ Klee, Wicken und Lotusarten befindet, die er vor allen andern Pflanzen hervorlockt. Mit der reinen 3 din 7 Kalkduͤngung muß vorſichtig verfahren, und der Kalk nur duͤnne uͤberſtreuet werden; es ſey denn, daß dehe dickes Moos und ſchlechte Graͤſer die Wieſe uͤberzogen haͤtten, in welchem Falle man ihm zur Zerſtoͤ⸗ 8 rung derſelben ſtark und in ſeinem aͤtzenden Zuſtande anwenden kann. d, abe S. 359 nmdg.— 1 iaͤü Aber auch das Befahren und Bedecken der Wieſen mit jeder, zuweilen ſelbſt mit roher Erde, Aeahen der. thut oft eine erſtaunliche Wirkung, beſonders wenn die Erde dem Wieſengrunde angemeſſen iſt. ran auf dem Moorige, ſchwammige und mit Moos hochbewachſene Wieſen werden durch die Auffuͤhrung von magerem Sande ſchon ſehr verbeſſert. Man hat deshalb von zufaͤlligen Verſandungen, wenn Er muß man den aufgeſchwemmten Sand gleichmaͤßig uͤber dieſe Flaͤche verbreitete, eine große Verbeſſerung auflöslichen der Wieſen bemerkt, und iſt ſo darauf geleitet worden, dem Zufall nachzuahmen. Je nachdem die her nur auf Wieſe ſchwammig und feucht iſt, kann ſie eine ſtaͤrkere Bedeckung mit Sand ertragen, und wenn dieſe Man vechet gleich anfangs die Grasnarbe voͤllig zu unterdruͤcken ſcheint, ſo kommt ſie doch oft in demſelben, noch ſch deſelben ſicherer in dem kuͤnftigen Jahre wieder hervor, und mit beſſeren und dichteren Graͤſern wie vorher. Bei ſchwammigen Wieſen wird die Oberflaͤche dadurch nicht erhoͤhet, ſondern oft noch mehr niederge⸗ ofe und auf druͤckt; indem der Sand die mooſige Subſtanz zuſammenpreßt, ſich dann durch ſeine eigne Schwere dieſerſt herabſenkt, und die Zwiſchenraͤume ausfuͤllet. etzu kommen Selbſt hoͤher liegenden Wieſen mit feſtem Boden kann eine duͤnnere Beſtreuung mit Sand nuͤtz⸗ Haare und lich werden, wenn ſie ſtark bemooſet ſind, weil der Sand das Moos toͤdtet und deſſen Zerſetzung befoͤr⸗ Auskehricht dert. Jedoch iſt allen feſten Wieſen eine fruchtbarere Erde noch zutraͤglicher. Wo man ſelbige auch her⸗ eles Unkraut nimmt, wird ſie immer den Wieſen vortheilhaft ſeyn, indem ſie die unteren Knoten der Graͤſer zum Austriebe neuer Wurzeln und zu friſcher Beſtaudung reizt und Gelegenheit giebt, und ſo die Pflanzen Witterung verſtaͤrkt und vermehrt. · die Jauche. H. F. Pohl nennt dieſes Befahren mit Erde deshalb mit Recht die Wieſenverjuͤngung„ in jame Duͤn⸗ den Annalen des Ackerbaues, Bd. VI. S. 274., und hat dieſe Materie in einer Schrift,„das Verjuͤngen ein volbei⸗ 4 der Wieſ en, Leipzig 1810,“ die manche andere gute Bemerkungen uͤber den Wieſenbau enthaͤlt, aus⸗ und die fuͤhrlich behandelt. h G ſe ſo, mit Vor allem bekommt den trockneren Wieſen eine Modererde, die aus den Niederungen genom⸗ men iſt, wenn ſie gleich ſaurer Natur war, vortrefflich, und die Ausſtechung des niederen moraſtigen Materialien Grundes, beſonders bei Grabenziehungen, kann oft auf dem hoͤheren trockneren Theil ſehr vortheil⸗ Vertheiung haft benutzt werden. Am nuͤtzlichſten wird ſie mit anderer, beſonders merglichter Erde, verſetzt und durchmengt, und ſo uͤber die Wieſen ausgeſtreuet. Naͤchſt derſelben iſt Mergel jeder Art mit auffal⸗ doch nür auf lendem Rutzen anzuwenden. , Man.. 9. z 0. iftige Sei⸗ Die Zeit der Auffuͤhrung des Duͤngers auf Wieſen erfordert Ueberlegung, und muß nach den eder vnr unns nih Umſtaden gewähit werden... fäuͤhruag des ei Die n ingund don Winter iindet nur bei ſolchen Wieſen ſtatt, die weder von Natur noch durch Duͤngers. und bewir⸗ Kunſt uͤberſtauet werden, weil ſonſt das Waſſer einen großen Theil des ausgezogenen Dungſtoffes ent⸗ ſind fuͤhren wuͤrde. Befinden ſich indeſſen in ſolchen Wieſen Anhoͤhen, die vom Waſſer nicht bedeckt wer⸗ haa Dritter Theil. 1 —--————————y—ÿ 154 Der Wieſenbau. den, ſo faͤhrt man auf dieſen, kurz vor Winter, den Duͤnger ſehr ſtark auf„theils um ihnen den Abgang der Waͤſſerung zu erſetzen, theils um den uͤbrigen Duͤnger, nach abgezogenem Waſſer, auf die niederern Stellen zu verbreiten. S. Auf trockenen Wieſen hat die Duͤngung mit ſtrohigem Miſte, vor Winter aufgebracht, zuweilen ſehr gute Wirkung gethan, indem ſich die Dungtheile am beſten einzogen, und die Bedeckung die Wieſenpflanzen vor dem Froſte ſchuͤtzte. Haͤufig aber hat man auch Nachtheile davon bemerkt, indem der lange Miſt den Maͤuſen und den Inſekten einen Zufluchtsort gewaͤhret und ſie herankockt; dann aber auch, weil dieſe erwaͤrmende Bedeckung die Pflanzen verzaͤrtelt, ſie zu fruͤh zum Austriebe reizt; wo ihnen dann nach weggenommenem Miſte die ſpaͤteren Rachtfroͤſte um ſo nachtheiliger wer⸗ den. Manche ziehen es daher vor, den langen Miſt im erſten Fruͤhjahre aufzubringen und ihn liegen zu laſſen, bis das Gras hervorſticht. Der zergangene und Mengeduͤnger wird aber ohne Zweifel auf hohen Wieſen am beſten im Spatherbſte aufgefahren, obwohl er auch noch im Fruͤhjahre genugſam wirkt. en Die feuchten und uͤberſchwemmten Wieſen erſchweren die Auffuhr des Düngers, wenn man ih⸗ nen ſolchen geben will, aber auch im Fruͤhjahre, indem ſie noch zu naß ſind; deshalb iſt es am rath⸗ ſamſten, den Zeitpunkt unmittelbar nach der erſten Heuernte wahrzunehmen. Der Duͤnger verbindet ſich dann mit dem Boden genug, bevor ihn das Winterwaſſer ausziehen kann, und uͤberhaupt hat es die Erfahrung gelehrt, daß der in dieſer Jahreszeit aufgefahrne am wirkſamſten war. 1 Waͤſſeruns der Wenn wir gleich von den Bewaͤſſerungsanlagen oben ausfuͤhrlich geredet haben, ſo muͤſſen wit Wieſen. nun uͤber die Anwendung der Bewaͤſſerung auf Wieſen ſelbſt das Roͤthige bemerken. Wir unterſchei⸗ den wie oben die uͤberſtauende, die uͤberrieſelnde und die anſtauende Bewaͤſſerung. Denn wenn es gleich Wieſen giebt, welchen alle drei Arten nach Willkuͤhr gegeben werden koͤnnen, ſo ſind dieſe doch ſelten, und bei jeder ſind beſondere Regeln zu beobachten.. . 342. Anwendung der Die Ueberſtauung geſchiehet im Herbſte und im erſten Fruͤhjahre. Ueberſtauung.. die Graͤben und Schleuſen genau nachgeſehen, und das Schadhafte ausgebeſſert. Man muß hierbei beſonders ſein Augenmerk auf die Abzugsgraͤben richten, indem von einer ſchnellen Abwaͤſſerrng und Trockenlegung nach der Ueberſtauung der gluͤckliche Erfolg hauptſaͤchlich abhaͤngt, und der Herbſt zur Raͤumung der Abzugsgraͤben die bequemſte Zeit iſt. Man laͤßt dann das Waſſer ſogleich uͤber, und ſo ſtark und hoch wie moͤglich, laͤßt es darauf ſtehen, bis der Boden ganz davon durchdrungen iſt. Das hochſtehende Waſſer bewirkt oft zugleich eine mehrere Ebnung der Wieſen, indem der Wellen⸗ ſchlag, beſonders bei ſtuͤrmiſchem Wetter, die Anhoͤhen wegſchlemmt. Iſt jedoch das Waſfr fruͤh uͤbergelaſſen, oder erfolgt noch eine ungewoͤhnlich warme Witterung, ſo muß man mit Aufmerkſam⸗ keit darauf achten, ob ſich Merkmale einer entſtehenden Faͤulniß durch einen Schaum auf dem Waſſer am Rande des Ufers zeigen. Wenn dies iſt, muß das Waſſer ſogleich und ſo ſchnell als moͤglich ab⸗ gelaſſen, und die Wieſe voͤllig trocken gelegt werden. Erſt nachdem ſie ganz abgetrocknet iſt, wozu immer nach Beſchaffenheit des Bodens ein Zeitraum von 8, 14 bis 21 Tagen gehoͤrt, wird das Waſ⸗ ſer wieder angeſtauet.“ Ob man nun bei eintretendem Froſte das Waſſer auf der Wieſe laſſen, und dieſe mit Eis be⸗ decken ſolle, oder ob man ſie wieder trocken lege, daruͤber ſind die Meinungen getheilt. Man hat je⸗ nes vortheithaft aber auch nachtheilig gefunden. Eine duͤnne Bedeckung vom Eiſe, welche bis auf Wenn das Vieh im Spaͤtherbſte von den Wieſen genommen iſtt, ſo werden die Verwallungen, den Geudgfe⸗ thel antt⸗ entiar ni in tr AVin die2 In Fräh Clkähr zu dr ghellen geſchwe Pitterung d, Spuren einer 1 getrocknet it, gang die dritte, bald das Gras nach Abbringun ſceuuns geben, dationen auf de anhaltender We ſen ſie ſeyn. ſe lnger dau Auch be dem Eintritt ſe, als welch Waſſer nicht Es iſt nicht in der i wenigſtens be Nache eine Bewaͤſſe auf das Gras Vei der Wenn d d eit man die dn Recchmäͤß gelegte Raſen aufgehalten; zur Probe ei Einges in! Dann feiſetze und nich ſchlamn nicht leicht z auch, das b beſtändig mit Ardnung den m ihnen den äſer, aufde t, zuweien deckung die dkt, inden ckt; dann Noriede düüget w⸗ d ihn kegen n beſten in n man iſ⸗ Sam rath⸗ t verbindet auht ha es mͤſen wit unterſchei⸗ rung. Denn nen, ſo ſind wallungen, nuß hierbei ſereng und Herbſt zur uͤber, und drungen iſ. der Well⸗ Waſer iih Aufmufom⸗ dem Waſer nüglic ab⸗ tiſt, wozu das Waß⸗ mit Ei be⸗ Man hat ſe⸗ ſche bis auf Der Wieſenbau. 155 den Geund gefroren iſt, ſchadet auf keinen Fall. Wenn aber nur die obere Decke gefriert, der untere Theil aber nicht, alſo auch der Boden der Wieſe weich bleibt, ſo kann auch im Winter eine Faͤulniß entſtehen, die insbeſondere den beſſeren Wieſenpflanzen nachtheilig iſt. Es iſt deshalb bei hochbeſtau⸗ ten Wieſen die Ablaſſung des Waſſers bei eintretendem Winter ſicherer. Im Fruͤhjahre giebt man dann, ſobald es der aufgegangene Froſt erlaubt, die Schleuſen nach Willkuͤhr zu oͤffnen und zu ſchließen, eine ſtarke Ueberſtauung, um das gewoͤhnlich mit fruchtbaren Theilen geſchwaͤngerte Dauwaſſer zu benutzen. Dieſe erſte Beſtauung kann man nach Verhaͤltniß der Witterung 8, 12 bis 14 Tage anhalten laſſen; doch muß man, noch genauer wie im Herbſt, auf die Spuren einer eintretenden Faͤulniß achten, und die Wieſe voͤllig trocken legen. Wenn ſie voͤllig ab⸗ getrocknet iſt, ſo giebt man die zweite Ueberſtauung, die etwa 4 Tage, nach abermaliger Trockenle⸗ gung die dritte, welche nur 2 Tage, und dann die letzte, welche nur einen Tag anhalten darf. So⸗ bald das Gras aufzuſchießen anfaͤngt, muß man mit den Inundationen aufhoͤren. Jedoch kann man nach Abbringung der erſten Heuernte, beſonders bei trockener Witterung, eine abermalige Ueber⸗ ſtauung geben, die jedoch nicht uͤber zwei Tage dauern darf. Man muß uͤberhaupt bei dieſen Inun⸗ dationen auf den Boden und die Witterung Ruͤckſicht nehmen. Je durchlaſſender jener iſt, um ſo anhaltender und haͤufiger kann man ſie geben, je undurchlaſſender, um deſto kuͤrzer und ſeltener muͤſ⸗ ſen ſie ſeyn. Bei trockener Witterung giebt man ſie haͤufiger, bei naſſer ſeltener; bei kalter kann man ſie laͤnger dauern laſſen, bei warmer muß man mit der Ablaſſung des Waſſers eilen. Auch bei den natuͤrlichen Ueberſtauungen, die man nicht in ſeiner Gewalt hat, muß man vor dem Eintritt derſelben die Entwaͤſſerungsgraͤben, ſowohl die, welche das Waſſer von der ganzen Wie⸗ ſe, als welche es von einzelnen niedrigen Stellen abfuͤhren, in gehoͤrigen Stand ſetzen, damit das Waſſer nicht zu lange darauf ſtaue. 3 Es iſt eine allgemeine Regel ſowohl bei Inundationen als Berieſelungen, daß man das Waſſer nicht in der waͤrmern Tageszeit, ſondern des Abends oder des Morgens fruͤh uͤberlaſſe, indem jenes, wenigſtens bei waͤrmerer Witterung, ſehr leicht nachtheilig werden kann. 3 Nach einem ſpaͤten Reif oder ſehr kalter auf warme Tage im Fruͤhjahre folgender Witterung, iſt eine Bewaͤſſerung beſonders zutraͤglich, und macht die ſchaͤdliche Wirkung wieder gut, welche die Kaͤlte auf das Gras zu haben pflegt. 1 §. 343. Bei der Ueberrieſelung iſt folgendes zu beobachten: Wenn die Wieſe im Herbſte beweidet worden und das Vieh nun auf den Stall genommen wird, ſo eilt man die Graͤben und Grippen, die vom Vieh eingetreten waren, in Ordnung zu bringen, um eine gleichmoͤßige Bewaͤſſerung aller Theile zu bewirken. Das Waſſer muß in den Grippen durch ein⸗ gelegte Raſen, zuweilen durch eine kleine Beuferung derſelben, mit Raſenſtreifen hier und da mehr aufgehalten oder nach anderen Stellen hingezwaͤnget werden, zu welchem Ende man das Waſſer nur zur Probe einmal anlaͤßt, um deſſen Lauf zu beachten. Denn das Eintreten des Viehes hat immer Eimges in Unordnung gebracht. 1 Dann laͤßt man die Wieſe anhaltend und ſtark berieſeln, damit ſich der Erdboden vollſauge, feſtſetze und verdichte. Rach acht oder vierzehn Tagen legt man ſie aber wieder trocken, damit ſie nicht ſchlammig werde, und laͤßt darauf das Waſſer abermals uͤber. Man kann zwar im Herbſte nicht leicht zu viel thun, indeſſen iſt doch ein wechſelndes Trockenlegen immer rathſam, wenn man auch, was bei großen Anlagen ſelten der Fall iſt, des Waſſers genug haͤtte, um alle und jede Theile beſtaͤndig mit Waſſer zu verſehen. Hat man dieſes nicht, ſo iſt man ohnehin gezwungen, es nach der Ordnung dem einen und dem andern Theile zu geben und zu nehmen. U 2 Anwendung der Ueberrieſelung. 1 * rSs Der Wieſenbau. Wenn der Froſt eine berieſelte Wieſe uͤberfaͤllt, ſo iſt es keinesweges nachtheilig, daß ſie mit Eis bedeckt werde; das immer laufende Waſſer friert aber ſo leicht nicht. Beim Aufgange des Eiſes muß man die Schleuſen ſchnell beweglich zu machen ſuchen, um dem Waſſer bei entſtehenden Schneefluthen Abzug geben zu koͤnnen, weil es ſonſt durch Einbruch leicht Schaden thun koͤnnte. Sobald es aber die Umſtaͤnde erlauben, muß man dieſes Waſſer, welches ſchlammige und duͤngende Theile mit ſich zu fuͤhren pflegt, uͤber die Wieſen laſſen. Dieſe erſte Fruh⸗ jahrswaͤſſerung kann vierzehn Tage und laͤnger fortdauren, worauf die Wieſe aber wenigſtens acht Ta⸗ ge trocken gelegt wird. Dann wiederholt man ſie, aber kuͤrzer. Faͤngt nun die Wieſe, was insbeſondere bei waͤrmerem Quellwaſſer fruͤh der Fall it, z begruͤ⸗ nen an, ſo legt man ſie bei waͤrmerer Witterung voͤllig trocken, und ſieht nochmals beſonders die Ab⸗ zugsgrippen und Graͤben nach. Man bringt ſodann die Schaafmuͤtter darauf, welchen dieſe Fruͤh⸗ weide vorzuͤglich nuͤtzlich iſt, und ihre Milch vor jeder andern Nahrung vermehrt. In manchen Gegenden Englands glaubt man, daß der gluͤckliche Erfolg der Schaafzucht hauptſaͤchlich auf Be⸗ rieſelungswieſen beruhe, und es iſt durch unzaͤhliche Erfahrungen erwieſen, daß die Weide auf berieſel⸗ ten, aber wieder trocken gelegten Wieſen den Schaafen ganz unſchädlich ſey, und daß nur ſtauendes Waſſer ihnen nachtheilig werde. Dann faͤhrt man mit den Berieſelungen fort, laͤßt ſie aber nicht uͤber drei bis vier Tage dauern, und legt die Wieſe dann wenigſtens acht Tage wieder trocken. So wie es waͤrmer wird, muͤſen die Waͤſſerungen immer kuͤrzer werden, und man giebt ſie alsdann nur eine Nacht. Man richtet ſich dabei nach dem Feuchtigkeitszuſtande der Wieſe; iſt der Wieſengrund ſandig und durchlaſſend und die Witterung nicht ſehr feucht, ſo kann man ihm um die vierte Nacht eine Berieſelung geben und damit fortfahren, bis das Gras in Bluͤthe tritt und nun gemaͤhet werden ſoll. Das Gras einer Berieſe⸗ lungswieſe muß beſtaͤndig ſteif und friſchſtehend durch das Waſſer erhalten werden; ließe man es ein⸗ mal welk werden, ſo wuͤrden gerade dieſe an Feuchtigkeit gewoͤhnten Pflanzen vor andern dadurch leiden, in Stocken kommen, und ſich nicht leicht wieder erholen. Mitt der Bewaͤſſerung das gehoͤrige Maaß zu halten, iſt von großer Wichtigkeit. Man muß die Bewaͤſſerung nicht eher wiederholen, als bis der Boden von der vorigen abgetrocknet iſt, ſie aber auch nicht ſo lange ausſetzen, daß die Pflanzen irgend von Duͤrre leiden. Darum iſt eine beſtaͤndige Aufmerkſamkeit vor allen andern aüͤf Berieſelungswieſen noͤthig, und bei groͤßeren Anlagen muß ſie einem beſonderen Wieſenvoigte uͤbertragen werden, der dann alle die kleinen, an ſich leichten, aber unerlaͤßlichen Ausbeſſerungen beſorgt.“ Nach Abbringung des erſten Heues faͤngt man ſogleich mit den Berieſelungen wieder an, laͤßt die erſten bei trockner Witterung wohl einige Tage anhalten, und wiederholt dann die naͤchtlichen Waͤſſerungen nach Beduͤrfniß. §. 344. Reinigung der Die Reinigung der Wieſen von nachtheiligem Unkraut, das Ausſtechen und Jaͤten derſelben, Wleſen. wird von manchen ſehr dringend empfohlen. Allein wenn ſie nur im uͤbrigen gehoͤrig unterhalten werden, ſo hat es auf den zweiſchnittigen Wieſen mit dem Unkraute wenig zu bedeuten. Denn durch das zweimalige Maͤhen wird das meiſte von ſelbſt vertilgt. Bei einſchuͤrigen Wieſen hingegen hat es Zeit aufzuwachſen, beſonders wenn es von der Art iſt, daß es vom Vieh bei der Vor⸗ und Nachweide nicht angeruͤhrt wird. Einige Unkrautsarten werden jedoch durch die Vorweide am beſten vertilgt, z. B. der Hahnenkamm oder das Klapperkraut— Rhinantus cristagalli—, welches ſonſt vor der erſten Schur ſeinen Saamen ſchon reifet. Diſteln vergehen, wenn ſie zweimal abgehauen werden, und wenn ſie die Senſe zum erſtenmale trifft, bevor ſie in Bluͤthe treten, ſo geben ſie ein gutes Heu. 7 Baßerp enn Jur d fülli daß nndaus ifrnürſolte auf die R en, damit ſier a mit der Sen gftigem und ſ Vei den werden. Mun werden ſe keine laſen, p m miſen ſi lach⸗ ſoͤwierigen Aus maͤht, wo dan Man he manche ſind d ſcheu dagegen muß, wenn ſ gerechte Mag het dies aber ſofern man n theilhaft, ind dem Heu nur den. Wenig. che jung ihne Pflanzen. Die Fruͤ ſteht, daß von ſomyige Wieſ mader wie in dieſer fruͤhen? lange und We de. Sie fu voreilig horſt lich mehr wie ſekten vertrei ſtädlch. g welche die dur men Fihſahr der Regel zun ſe ouch iu daß ſemi 7, um den zruch leicht t, welches rie Feih⸗ ad acht Ta⸗ t, zu begti⸗ ders die d⸗ dieſe griß⸗ in manda ſch auf Be⸗ uf berieſel⸗ ſtauendes age dauern, muſen die nrichtet ſich end und die nund damit iner Berieſe⸗ man es ein⸗ dern dadurch Man muß ſt, ſie aber ebeſtaͤndige gen muß ſie hten, aber ran, laͤßt naͤchtlichen en derſeber, unterholten Dann durch ggen hat es Nachweide en vertilgt, iſt vor der erden, und zutes Hel. Der Wieſenbau. 257 Waſſerpflanzen vergehen, wenn die Wieſe trocken gelegt wird, ſind aber ohne das nicht zu vertilgen. Nur der fruͤhbluͤhende und mit ſeinen ſtarken Blaͤttern den Boden uͤberziehende Huflattig erfordert es, daß man ihn ausſteche, wenn er ſich auf Wieſen, die einen lehmigen Grund haben, einfindet. Durch oft wiederholtes Ausſtechen vergeht er, wenn man gleich ſeine Wurzel nicht herausbringt. Auf die Raͤnder der Wieſen an den Graͤben und Hecken hat man vorzuglich beim Maͤhen zu ach⸗ ten, damit ſie rein abgeſchnitten werden, und dieſes mit der Sichel oder mit Meſſern geſchehe, wenn es mit der Senſe nicht gut angeht. Sie geben ſonſt eine Pflanzſchule von Unkraut, und zuweilen von giftigem und ſcharfem, ab.. Bei den Hecken muß das Einſchlagen der Lohden und die Verbreitung der Wurzeln verhuͤtet werden. Wenn man die in die Wieſe einwuchernden jungen Lohden jaͤhrlich zweimal mit abhaut, ſo werden ſie keine Staͤrke bekommen, ſondern wieder abſterben. Hat man ſie aber ein Jahr wachſen laſſen, ſo kann ſie die Senſe nicht mehr bezwingen, und ſie verbreiten ſich dann immer weiter. Hier muͤſſen ſie flach an der Erde, oder noch etwas tiefer abgeſchnitten werden; doch bedarf es der ſehr ſchwierigen Ausradung ihrer Wurzeln nicht, wenn man ihre jungen Austriebe nur ſorgfaͤltig mit weg⸗ maͤht, wo dann jene endlich abſterben. §. 345. Man hat die Beweidung der Wieſen faſt allgemein fuͤr nachtheilig und verderblich erklaͤrt, und manche ſind dadurch bewogen worden, dieſe wichtige Benutzung derſelben ganz aufzuopfern. Der Ab⸗ ſcheu dagegen ruͤhrt aber wohl lediglich von dem fehlerhaften Betriebe her, der allemal ſtatt finden muß, wenn ſie andern als den Eigenthuͤmer zuſteht. Dann wird naͤmlich in der Beweidung nicht das gerechte Maaß und die gehoͤrige Zeit beobachtet, noch die angemeſſene Viehart ausgewaͤhlt. Geſchie⸗ het dies aber vom Eigenthuͤmer, ſo iſt die Abweidung im Fruͤhjahr und Herbſt der Heugewinnung, in⸗ ſofern man naͤmlich auch auf die Guͤte des Heues ſieht, nicht nur unnachtheilig, ſondern wirklich vor⸗ theilhaft, indem beſonders jene fruͤhe Kraͤuter, die dadurch abgefreſſen werden und zu Nutzen kommen, dem Heu nur eine ſtrohigte Subſtanz mittheilen, ihren Saamen aber auf der Wieſe verſtreuen wuͤr⸗ den. Wenigſtens werden dieſe Kraͤuter zu hart, unſchmackhaft und ungedeihlich fuͤr das Vieh, wel⸗ che jung ihnen ſehr wohl bekommen, und unterdruͤcken durch ihren vollen Auswuchs nur beſſere Pflanzen. Ddie Fruͤhjahrsweide muß in der Regel allein fuͤr die Schaafe beſtimmt ſeyn; wobei es ſich ver⸗ ſteht, daß von gehoͤrig abgewaͤſſerten und trocken gelegten Wieſen die Rede iſt, weil moraſtige und ſumpfige Wieſen und deren Gras noch beſchlammt iſt, den Schaafen jederzeit, obwohl im Fruͤhjahre minder wie in ſpaͤterer Jahreszeit, ſchaͤdlich ſind. Auf trocken gelegten Wieſen aber iſt die Benutzung dieſer fruͤhen Weide fuͤr die Schaafmuͤtter, denen ſie eine ſo reichliche Milch giebt, von großem Be⸗ lange und Werthe, ſo daß nichts eine Schaͤferei ſo ſehr unterſtuͤtzt, wie warme und fruͤhe Wieſenwei⸗ de. Sie freſſen das Gras gleichmaͤßig ab, und befoͤrdern dadurch ſeinen Wurzelaustrieb, halten die voreilig horſtig aufſchießenden Pflanzen zuruͤck, und geben durch ihren Duͤnger der Wieſe wahrſchein⸗ lich mehr wieder, als ſie ihr an Kraft entziehen. Auch will man bemerkt haben, daß ſie manche In⸗ ſekten vertreiben. Ihr leichter Fuß und ſelbſt ihr Kratzen iſt der Grasnarbe mehr vortheilhaft als ſchaͤdlich. Indeſſen verſteht es ſich, daß man mit dieſer Behuͤtung ſich eine gehoͤrige Graͤnze ſetze, welche die durch die Temperatur beſchleunigte oder verſpaͤtete Vegetation beſtimmt. Bei einem war⸗ men Fruͤhjahre muͤſſen die Schaafe ſchon mit dem z0ſten April von der Weide genommen werden, in 8 Behutung der Wieſen. der Regel zu Anfang Mays, bei kalter Witterung aber, wo das Gras noch wenig treibt, kann man ſie auch bis zum 10ten May darauf laſſen. —yö——ÿÿ— — 2 4— — 158 Der Wieſenbau. ſam und unſchaͤdlich ſeyn, als wenn die Wieſe völlig trocken und feſt waͤre, ſo daß uͤberall kein Ein⸗ druck von den Fußtapfen entſtaͤnde, und man ſich die unmittelbare Verbreitung der Miſtfladen ange⸗ legen ſeyn ließe. fen um dieſe Jahreszeit, wo ihnen durch Verhuͤtung ſo leicht eine Bleichſucht zugezogen werden kann, vielleicht nachtheilig werden koͤnnte, und man jetzt um ihre Weide weniger in Verlegenheit iſt. Dem Rindvieh aber bekommt der neue Austrieb der Graͤſer, der ſich bei manchen am ſtaͤrkſten um dieſe Jah⸗ reszeit aͤußert, vortrefflich, und die Kuͤhe fangen danach aufs neue mehrere Milch zu geben an. In dieſer Periode hat man ſelbſt von dem Eintreten des Viehes nichts zu beſorgen, indem ſich die Fußta⸗ pfen im Fruͤhjahre, ſelbſt auf ſchwammigen und weichen Wieſen, wieder werden gehoben und ausge⸗ 12 glichen haben. Der Weideduͤnger iſt den Wieſen abermals von großem Nutzen, beſonders wenn man Fladen anwendet. Das Rindvieh findet dann oft bis zu Ende Novembers eine gedeihliche Nahrung auf dieſer Nachweide. 1 Die Englaͤnder halten bekanntlich auf die Beweidung privativer Wieſen ſo viel, daß ſie in der Regel nur einen Schnitt davon nehmen, die Fruͤhjahrsbehuͤtung mit den Schaafen laͤnger ausdehnen, und dann bald nach der erſten Heuernte das Rindvieh auftreiben. Auch findet man daßelbe Verfah⸗ ren in verſchiedenen reichen Niederungen, wo die Viehzucht den Haupttheil der Wirthſchaft ausmacht. Man rechnet da haͤufig auf einen Kopf Rindvieh eine gewiſſe Flaͤche Graslandes, welche ihnen dee noͤ⸗ 3 thige Weide und zugleich das fuͤr den Winter erforderliche Heu geben muß. Man theilt das einem Viehſtapel beſtimmte Grasland naͤmlich in zwei Theile, verſchont vom Fruͤhjahre an den erſten Theil, bis er gemaͤhet werden kann, nimmt alsdann das Vieh von demjenigen Theile, der bisher beweidet ward, weg, bringt es auf den gemaͤheten, und laͤßt jenen nun zum Heuſchnitt aufwachſen. 3 Daß hierdurch die Kraft der Wieſen mehr erhalten und verſtaͤrkt werde, als beim zweimaligen Schnitte, darin ſtimmen alle Erfahrungen uͤberein. Es wird dadurch ein feinerer und dichterer Gras⸗ puchs bewirkt, haͤrtere Stengel und Unkraut vermieden, und die Wieſe immer in zureichendem Dun⸗ ger erhalten, ſo daß dieſes Verfahren bei manchen Wirthſchaftsverhaͤltniſſen allerdings raͤthlich ſeyn kann, wenn gleich bei andern eine zweimalige Schur den Vorzug verdiett. 3 Daß das Maͤhen das Grasland mehr wie die Weide entkraͤfte, ein zweimaliger Schnitt durch⸗ aus eine Ruͤckgabe von Duͤnger erfordere, die Beweidung hingegen ſolches in Kraft erhalte, laͤßt ſich 1 den Annalen der Niederſaͤchſiſchen Landwirthſchaft bei Gelegenheit einer Rechtsſache behauptet wurde, ſo iſt ſie doch von andern daſelbſt genugſam widerlegt. 3 §. 346. Man hat die Behuͤtung der Wieſen und die Vorſchonung mit dem Schnitte ihnen ſo vortheilhaft benutzt, und gar nicht maͤhet. Ich moͤchte dieſes Verfahren nach einigen Beobachtungen, die ich uͤber beweidetes Grasland gemacht habe, nicht allgemein empfehlen. Denn die hoͤher wachſenden Maͤhe⸗ graͤſer ſcheinen es nach ſelbigen nicht zu ertragen, daß man ſie durch Abweidung ganz niederhalte, ſon⸗ dern ſie danach zu verlieren, und ein beweideter Platz giebt, wenn man ihn nun als Wieſe aufſchießen laͤßt, zwar ein dichteres, aber niedriges Gras. Iſt der Boden ſo kraftreich, daß auch die niederen Grasarten genug vor die Senſe geben, ſo mag ein ſolcher Wechſel vortheilhaft ſeyn; ſonſt aber ſcheint mir die Beweidung eines ganzen oder mehrerer Jahre bedenklich. 4 Mit dem Rindvieh aber Wieſen im Fruͤhjahre zu behuͤten, wuͤrde wenigſtens nicht anders rath⸗ Dagegen gebuͤhrt dem Rindvieh die Nachweide nach dem zweiten Schnitte, indem ſie den Schaa⸗ die ſo leichte und von dem Hirten zu fordernde Arbeit des Auseinanderſchlagens und Verbreitens der nach Gruͤnden und Erfahrung wohl nicht beſtreiten, und wenn gleich eine entgegengeſetzte Meinung in gefunden, daß man, insbeſondere in England, die Wieſen oft ein ganzes Jahr hindurch zu Weiden Am nach untenetſer nurai der üunnhun kn zachtsberhaltn nenngut betrach nan auf Fortſe Votthel alle⸗ ſteine bon den keit und Thati Der gere ſümmt weider geaͤſer, ſonde ſt die, zu ma ten anfangen. verlieren, un je nachdem n gen Graſesb fruͤher komm dem erſten E Fene? Ein warmes nes. Manch daß es mit de rendſten ſey. ſaͤker zur zw entheil erfolg Ad ſeiner Dem lei, ſe Kes der Duree we ten, daß es Die Witterungs Nehrheit de votzugehen. die wel bis; de zetiger ein rung eewarter am beſten gef nachher beid nders tath⸗ kein En⸗ en Schaa⸗ den kann, K. Dem de Jah⸗ en a. M. die Fußta⸗ und ausge⸗ wenn man reitens der Nahrung ſe in der ausdehnen, ede Verfah⸗ ft ausmacht, hnen de noͤ⸗ t das einem erſten Theit her bewedet en.. zweimaligen cterer Gros⸗ endem Düͤn⸗ aͤthlich ſeyn hnitt durch⸗ e, laͤßt ſich Meinung in ptet wurde, vottheilhaft ch zu Wedden de ich üͤber ſenden Mihe⸗ derhalte, ſon⸗ e aufſchießen die niederen aber ſchein Die Heuernte. 159 §. 347- Man macht ſonſt haͤufig den Unterſchied unter ein⸗, zwei⸗, und dreiſch aͤrigen Wieſen, und bei den erſtern wieder unter den Fruͤh⸗ und Spaͤtwieſen. Dieſer Unterſchied beruht aber ent⸗ weder auf der Kultur, oder gewoͤhnlich auf Rechtsverhaͤltniſe. Denn durch Kultur und privatives Eigenthum koͤnnen alle einſchuͤrige Wieſen zu zweiſchuͤrigen gemacht werden. Jene beſchraͤnkenden Rechtsverhaͤltniſſe ſind aber auf den Wieſen, die man uͤberhaupt laͤnger, wie das Ackerland, als Ge⸗ meingut betrachtete, dem jetzigen Zuſtande der Kultur ſo unangemeſſen, daß man allenthalben, wo man auf Fortſchritte im Wohlſtande der Nation denket, ſelbige abzuaͤndern, oder die Abaͤnderung zum Vortheil aller Intereſſenten zu erleichtern bemuͤhet iſt. §. 348. . Die Heuernte iſt eine von den wichtigſten Geſchaͤften des Landwirths, deſſen Vollfuͤhrung die groͤßte Aufmerkſam⸗ keit und Thaͤtigkeit erfordert.. Der gerechte Zeitpunkt fuͤr dieſelbe kann nicht, wie es haͤufig geſchieht, nach dem Kalender be⸗ ſtimmt werden. Er tritt nicht nur nach Verſchiedenheit der Wieſe und der darauf befindlichen Haupt⸗ graͤſer, ſondern auch nach Beſchaffenheit der Jahreswitterung fruͤher oder ſpaͤter ein. Die erſte Regel iſt die, zu maͤhen, wenn die Graͤſer groͤßtentheils ihre Rispen entwickelt haben und in die Bluͤte zu tre⸗ ten anfangen. Denn fruͤher wuͤrde man an der Quantitaͤt, ſpaͤter aber an der Qualitaͤt des Heues verlieren, und es iſt allerdings Ruͤckſicht darauf zu nehmen, auf welche von beiden es mehr ankommt, je nachdem man das Heu ſelbſt benutzen oder verkaufen will. Auch hat das fruͤhere Maͤhen des jun⸗ gen Graſes bei zwei⸗ und dreiſchnittigen Wieſen wieder den Vortheil, daß die zweite Ernte um ſo viel fruͤher komme, und um ſo ergiebiger ſey, und wo man beſonders auf Nachheu rechnet, eilt man mit dem erſten Schnitte. 8 A Jene Maͤhereife des Graſes tritt aber nach der Jahreswitterung zu ſehr verſchiedenen Zeiten ein. Ein warmes und feuchtes Fruͤhjahr fuͤhrt ſie um drei Wochen fruͤher herbei, als ein kaltes und trock⸗ nes. Manchmal iſt das Obergras ſtark in die Hoͤhe geſchoſſen, das Untergras aber noch ſo zuruͤck, daß es mit der Senſe kaum gefaßt werden kann, und hier koͤmmt es darauf an, welches am bedeu⸗ tendſten ſey. Zwar wuͤrde däs Untergras, wenn es bis zur erſten Ernte zuruͤckgeblieben, um ſo viel ſaͤrker zur zweiten heranwachſen; indeſſen kann bei einer unguͤnſtigen duͤrren Witterung auch das Ge⸗ gentheil erfolgen, und es kann um ſo mehr zuruͤckbleiben, wenn es an ſeinen Spitzen verletzt worden und ſeiner Decke beraubt iſt. Hat das Untergras vom Froſte gelitten und iſt es an ſeinen Spitzen ver⸗ letzt, ſo iſt es ihm beſſer, wenn es gemaͤhet wird und dann friſche Blaͤtter ſtreibt. Iſt das Untergras der Duͤrre wegen zuruͤckgeblieben, und es tritt nun eine regnigte Witterung ein, ſo darf man erwar⸗ ten, daß es ſtaͤrker nachwachſen werde, wenn man es ſtehen laͤßt. Die Witterung iſt uͤberhaupt bei der Heuernte ſehr bedeutend. So ſchwankend bis jetzt unſere Witterungsanzeigen und die mehrentheils zu einſeitig abgeleiteten Regeln ſind, ſo pflegt doch in der Mehrheit der Faͤlle eine Veranderung der Witterung mit der Sonnenwende gegen den 21ſten Junius vorzugehen. War der Vorſommer bis dahin trocken, ſo erfolgt nun mehrentheils eine Regenperiode, Wahrzuneh⸗ mender Zeit⸗ punkt. die zwel bis drei Wochen anhaͤlt. War aber die Witterung fruͤher regnigt, oder iſt dieſe Regenperio⸗ de zeitiger eingetreten und abgelaufen, und es klaͤrt ſich nun auf, ſo kann man eine guͤnſtige Witte⸗ rung erwarten. Deshalb ſind die, welche im erſtern Falle auf fruͤhen warmen Wieſen geeilt haben, am beſten gefahren, wenn gleich das Untergras noch nicht genugſam herangewachſen war, indem es nachher bei der feuchten Witterung um ſo dichter hervortrieb. Kann man aber dieſer Regenperiode —————————————ÿ———yyyy— 1——— 8— ———— 3 ——— — Das Heuma⸗ chen bei guter Witterung. 8 die es in entgegengeſetzter Richtung zuſammenharken, geſchiehet. 160 Die Heuernte. nicht zuvorkommen, ſo muß man ſie abwarten, bis die Wahrſcheinlichkeit einer trockneren eintritt. Das Gras wird bei einer ſolchen feuchten und mehrentheils kuͤhlen Witterung auch ſo leich nicht uͤber⸗ reif. Der Entſchluß zum Maͤhen muß alſo mit Ueberleguug aller Umſtaͤnde und der Natur der Wieſe gefaßt werden. 3 1 Das Heumaͤhen erfordert beſonders die Aufmerkſamkeit, daß ſo dicht und ſo eben wie moͤglich am Boden weggemaͤhet werde, ohne jedoch die Grasnarbe zu verletzen. Dies iſt nur auf ebenen und von Steinen gereinigten Wieſen moͤglich. Auf dieſen aber kann man es von den Maͤhern verlangen, und man muß ſolche zu erhalten ſuchen, die dieſes thun. Mit ſehr langen Senſen und ſehr breiten Schwaden wird es ſelten erreicht, und obwohl dieſe die Arbeit ſehr foͤrdern, ſo iſt doch ein kurzes, rei⸗ nes Abſchneiden in ſchmaleren Schwaden immer vorzuziehen. Denn es iſt der Unterſchied im Ertrage der Ernten nicht nur betraͤchtlich, wenn dicht am Boden hergemaͤhet wird, indem die Maſſe des Heues ſich nach unten immer vermehrt, ſondern es iſt auch dem neuen Austriebe, aller Erfahrung nach, vor⸗ theilhafter, wenn dicht am Boden hergemaͤhet wird, als wenn hohe und ungleiche Stoppeln ſtehen bleiben. 1 Da man bei dem Maͤhen im Tagelohn die Arbeiter beſſer, wie bei dem in Verding zu einem ſol⸗ chen ſparſamen Maͤhen vermoͤgen wird, ſo halte ich jenes bei dieſem Geſchaͤfte rathſamer; es ſey denn, bee daß man ſich von ſeinen Leuten auch bei Verdingung der Arbeit daſſelbe verſprechen koͤnne. Auch hat der Tagelohn in der Hinſicht Vorzuͤge, daß man die Maͤher wechſelsweiſe, und ſo wie es die Umſtaͤn⸗ de erfordern, vom Maͤhen ab und beim Heumachen zu Huͤlfe nehmen koͤnne. Ein Maͤher kann auf ebenen Wieſen taͤglich 3 Jochart ſehr gut maͤhen. In Verding machen freilich ruͤſtige Arbeiter weit mehr, und wohl das doppelte. Dann aber machen ſie es ſicher nicht gut. §. 350. Ddie Bereitung des Heues iſt mannigfaltig verſchieden, und es kommt dabei theils auf die Art des Heues, welche man bezweckt, theils auf die Witterung, der man ſich unterwerfen muß, an. Man unterſcheidet unter Gruͤn⸗ und Braunheu. Das Gruͤnheu wird um ſo vollkommener gemacht, je ſchneller man das abgemaͤhete Gras aus⸗ einanderbringt, ausſtreut und zertheilt, und es ſo bei trockener Witterung der Luft und dem Sonnen⸗ ſcheine ausſetzt, gegen die Feuchtigkeit aber, und beſonders gegen den naͤchtlichen Thau durch Zuſam⸗ menbringung ſchuͤtzet, und es dadurch zugleich aufs Schnellſte zu ſeiner voͤlligen Austrocknung bringt. Es muß daher das Gras, welches fruͤh Morgens bis neun Uhr gemaͤhet worden, ſobald der Thau ab⸗ getrocknet iſt, bei guͤnſtiger Witterung unmittelbar aus den Schwaden ausgeſtreuet, und zwar ſo ſorg⸗ faͤltig ausgeſtreuet werden, daß nichts zuſammenhaͤngend bleibe. Sobald man damit fertig iſt, wird das zuerſt geſtreute gewendet oder mit Harken geruͤhrt, und dies wird dann Nachmit ags wiederholt. Etwa um vier Uhr wird es in Reihen oder Kaͤmme gebracht, und dann vor Untergang der Sonne in kleine Haufen geſetzt, die man Windhaufen nennt. Am zweiten Tage werden dieſe Haufen nach ab⸗ getrocknetem Thau wieder ausgeſtreuet, und zwar ſo, daß ſie in viereckige Beete oder Plane zu liegen kommen, von 13½ bis 2 Ruthen in Quadrat, zwiſchen welchen man einen freien Platz laͤßt, um es beim Wenden, welches wiederum zweimal geſchiehet, herauf⸗ oder herabruͤcken zu koͤnnen. Gegen Abend wird es dann wieder in Reihen, und zwar in doppelte Kaͤmme gezogen, welches von zwei Perſonen, Vor Sonnenuntergang wird es wieder in Haufen, und zwar in doppelt oder dreifach ſo große, wie in der erſten Nacht gebracht. Am dritten Tage wird es eben ſo behandelt, und wenn die Witterung guͤnſtig war, wird es nun trocken 4 S. genug genug iin, m, Sollte ſch R ſerut, ih Dujenige! hen in Schm ſätſch ale R. Erruung der d helung des eine und folglich die Ein ſo ber Thelle foſ ſimn Un ſolches heu man adet deſe wa non an der lo ſigern Heuber Andre lai ſe es zu bearde ches im Schw Bei reg Verjicht leiſte Naſſe niht a zu verhuͤten, So lan ſchadet ihm man ſelbſt be in den Schw was auf, we ten, wenn es ie Pägz geſch Heu. Hier daß der Rege gehen, um d anhaltenden; dabei ſt.( in Kraft, U ſogleich in⸗ aͤlt dabei nachſe eine wirklich nac der bei Aung in groß litatad ches nicht zur Dꝛitter dy drcenn a. te ſeh nürg Aur 3 h Kriſi le Man) Nihne und dr ochen erchien ſeNaſe ahe ffahrungmhr ce Sora erding unie jſamer, äfhe, en kömn. Ahn Hwit zäelhin In Daim nt ſeee ſtanan ei this u werfn mi, gmigedut iit ud wen Idhau vti Ausrokenit „ſchud vlut 1 und uig danitfetzi vnit uries ergang d 6 ieſe h Hauin oder Part. 4— 6! 8 ſct i, öMki piis m' unen. s ven ſhe — aeg „ Nacht gi nt. Gmn itd uin g Die Heuernte. 161 genug ſeyn, um es in große Ladehaufen zu bringen, worin man es bis zum Einfahren ſtehen laͤßt. Sollte ſich in dieſen Haufen Feuchtigkeit zeigen, ſo wird es vor dem Einfahren noch einmal ausge⸗ ſtreuet, jedoch ohne es duͤnn zu verbreiten, damit nur die Feuchtigkeit wieder verdunſte. Dasjenige Heu, was nach den Fruͤhſtunden gemaͤhet worden, laͤßt man aber bis zum folgenden Morgen in Schwaden liegen, und faͤngt dann an, es auf gleiche Weiſe zu behandeln. Die Arbeit hebt ſich alle Morgen mit der Streuung des friſch gemaͤheten Graſes an, und man geht dann zur Streuung der Haufen, erſt der kleinern, dann der groͤßern, uͤber, und wechſelt nun mit der Bear⸗ beitung des einen und des andern in gehoͤriger Ordnung ab. Die Arbeit vermehrt ſich mit jedem Tage, und folglich die noͤthige Perſonenzahl, bis ein Theil auf den Boden oder in Feimen gebracht worden. Ein ſo bereitetes Heu behaͤlt ſeine gruͤne Farbe, ſeinen aromatiſchen Geruch und ſeine nutzbaren Theile faſt ſaͤmmtlich in ſich, verliert nur die waͤſſrigen, und untergeht keinen Anfang von Gaͤhrung. Um ſolches Heu zu bereiten, wird eine verhaͤltnißmaͤßig große Zahl von Perſonen erfordert. Wenn man aber dieſe herbeiſchaffen kann und die Witterung nicht unguͤnſtig iſt, ſo gewinnt man an der Zeit, was man an der Kraft zuſetzt, und die Koſten werden ſich weniger hoͤl her belaufen, als bei der nach⸗ laͤſſigern Heubereitung. Andre laſſen das gemaͤhete Gras zwei auch drei Tage unangeruͤhrt in Schwaden liegen, bevor ſie es zu bearbeiten anfangen. Sie erſparen dadurch allerdings einige Arbeit, indem das Heu, wel⸗ ches im Schwade ſchon abgeſtorben iſt, leichter trocknet. Allein ſo gruͤn bleibt es nicht. §. 351. Bei regnigter, feuchter und ſehr unſicherer Witterung muß man auf jene ſchnelle Heubereitung Sas Heumachen Verzicht leiſten. Hier kommt es darauf an, das Heu moͤglichſt zuſammenzuhalten, damit es von der eanoäniger Naͤſſe nicht ausgezogen werde, dabei aber doch durch Luftung und Umſetzung in trockneren Stunden zu verhuͤten, daß es nicht in Gäͤhrung gerathe. So lange das Gras noch gruͤn iſt, ſeine eigenen Saͤfte und gewiſſermaß zen ſein Leben noch hat, ſchadet ihm die Naͤſſe von oben nicht leicht, und wenn nach dem Maͤhen ein Regen einfaͤllt, oder wenn man ſelbſt beim Regen in Erwartung beſſerer Tage gemaͤhet hat, ſo laͤßt man dieſes Gras unangeruͤhrt in den Schwaden liegen, bis die Witterung beſſer wird. Man loekert es nur mit dem Harkenſtiel et⸗ was auf, wenn es durch die Naͤſſe zuſammengedruͤckt iſt, und ſo kann es ſich lange unverderben hal⸗ ten, wenn es nur nicht im ſtauenden Waſſer liegt. Aus Niederungen muß es, wo moͤglich auf hoͤhe⸗ re Plaͤtze geſchafft werden. Nachtheiliger iſt der Regen dem ſchon abgeſtordenen und halb trockenen Heu. Hier zieht die Raͤſſe die kraͤftigen Theile wirklich aus. Deshalb muß man vor allem verhuͤten, daß der Regen kein ausgebreitetes Heu treffe, ſondern bei einem drohenden Regenſchauer alles herbei⸗ ziehen, um den trockenſten Theil in Haufen zu ſetzen. Wenn es in Haufen ſteht, kann es ſchon einen anhaltenden Regen aushalten, ohne betraͤchtlich dadurch zu verlieren, beſonders wenn es nicht warm dabei iſt. Es wird dann nur das obenliegende verbleicht und ausgelaugt, das innere bleibt gruͤn und in Kraft, und wenn es dann an einem trockenen Tage geſtreuet wird, ſo reicht dieſer oft hin, um es ſogleich in Ladeſchober bringen zu koͤnnen, falls man Fortdauer des Regens beſorgen muͤßte. Haͤlt der Regen ſehr lange ununterbrochen an, ſo muß man die Heuhaufen oͤfterer luften, und dabei nachſehen, ob das Heu ſich erhitze. Erfolgt unter ſolchen Umſtaͤnden dennoch bei warmer Luft eine wirkliche Erhitzung, ſo iſt nichts beſſeres zu thun, als daß man auch das halbtrockene Heu noch nach der beim Kleebau zu beſchreibenden Klapmeierſchen Methode behandle, es durch Zuſammenbrin⸗ gung in große Mieten voͤllig und gleichmaͤßig erhitzen laſſe, dann ausſtreue, und es, wenn es nun lufttrocken geworden iſt, wieder zuſammenbringe. Iſt es einmal in Hitze gekommen, ſo wird es ſol⸗ ches nicht zum zweiten Mal thun, zwar ſeine Farbe und ſeinen Geruch veraͤndern, aber nicht ſchimm⸗ Dritter Theil. X 162. Die Heuernte.. lich und dumpfig werden, und brauchbar bleiben. Es verſteht ſich jedoch, daß dieſe Methode beim Wieſenheu nur im Nothfalle anzuwenden ſey. S— e z5. 352. 5 Eine andere, zwar nicht ſehr gebraͤuchliche, jedoch von vielen empfohlene Methode, gruͤnes Heu mit vieler Erſparung der Arbeit zu machen, iſt folgende: ö Man ſetzt das noch gruͤne Gras, aber nur wenn es voͤllig lufttrocken iſt, ſogleich in ſchmale aber Andere Metho⸗ de. umm ſelbige mit der Hand herumlegt. Einiges Gras, wozu man das laͤngere und ſtaͤrkere auswaͤhlt, nimmt man aus den Schwaden zuſammen, und legt ſolches auf die Spitze des Haufens, ſo daß die Aehren abwaͤrts haͤngen. In dieſem pyramidaliſchen Haufen laͤßt man es dann ruhig ſtehen, bis es voͤllig trocken geworden, was manchmal in acht, zuweilen in vierzehn Tagen geſchieht, und wobei ſich das Heu innerlich voͤllig gruͤn erhaͤlt. 4. 6 Bei einer trocknen etwas windigen Witterung habe ich Gras in ſtaͤrkeren Haufen, ohne es anzu⸗ ruͤhren, ziemlich ſchnell trocken werden, und dabei voͤllig gruͤn bleibend geſehen. Um ſo leichter muß es in ſolchen ſchmalen Haufen gehen. Ein einfallender Regen wird ihm auch nicht ſchaden, und nur 1 das aͤußere verbleichen. Bei anhaltendem Regen aber moͤchten ſich dieſe Haufen doch zu feſt ſacken, und man wuͤrde ſie auseinander nehmen und umſetzen muͤſſen, wenn das Heu nicht dumpfig wer⸗ 4 ddeenn ſoll. .§. 353. Seuort, welche Es giebt einige Wieſen, deren Hauptgraͤſer es verlangen, daß man ſie eine geraume Zeit der 5 eeamt. dten Luft und dem Regen ausſetze, damit ſie dem Viehe unſchaͤdlich, ſchmackhafter und gedeihlicher wer⸗ den. Alle grobe, harte Graͤſer, Seggen und Binſen, aber auch beſonders das auf naſſen Bruͤchern ſchaͤtzbare blaue Perlgras oder Schmelen, Aira caerulea, erfordern dieſes, und man hat vom letztern Graſe eine Lahmung des Viehes bemerkt, wenn man jene Vorſicht beim Heumachen nicht beo⸗ bachtet hatte. In der Regel laͤßt man ſolches Heu vier bis ſechs Wochen liegen, damit es mehrere Male tuͤchtig beregne.— 5. 354. Bereitung des braunen Heues. liegen, bei unguͤnſtigerer Witterung auch länger, wird dann, wenn es lufttrocken iſt, einmal ausge⸗ ſchuͤttelt und gewandt, dann aber ſogleich in kleine Haufen gebracht, und nachdem es darin einige Ta⸗ ge geſtanden, werden dieſe untereinander gemengt, und zu groͤßeren zuſammengebracht. Nachdem es hierin wieder einige Tage geſtanden, bringt man es noch etwas feucht unter ſtarkem Zuſammentre⸗ ten in Heu⸗Feimen. Hier erhitzt es ſich, geraͤth in Schweiß, beſaugt ſich und wird dann zu einer torfaͤhnlichen Maſſe. Man darf ſich hierbei durchaus nicht verleiten laſſen, das Heu luften und auf⸗ ſtochern zu wollen; vielmehr muß man es dicht zuſammenhalten, um den Zutritt der Luft abzuſchnei⸗ jedoch ſelten auf Boͤden, ſondern nur in Feimen haͤlt, muß nachher mit Meſſern vder mit einem ſchar⸗ fen Spaten abgeſtochen, oder gar mit einem Beile ausgehauen werden. Fuͤr dieſes braune Heu iſt man in vielen Gegenden ſehr eingenommen, und haͤlt es dem Viehe fuͤr gedeihlicher, wie das gruͤne Heu. Man beruft ſich hier auf Erfahrungen und Verſuche, die man mit gruͤnem Heu gemacht habe, und die keinesweges zum Vortheil deſſelben ausgeſchlagen waͤren. Man findet aber bei genaue⸗ rer Nachforſchung leicht, daß dieſes gruͤne Heu an Orten, wo man nur die Braunheu⸗Methode kennt, ſehr unvollkommen gemacht worden; und daß das braune Heu vor ſchlecht beweidetem und 1 möglichſt hohe Haufen auf, zu deren Befeſtigung man eine kleine Stange in die Erde ſteckt, und es Um braunes Heu zu machen, bleibt das gemaͤhete Gras einen oder zwei Tage in Schwaden den. Denn wo dieſe eindringt, entſteht Faͤulung und Schimmel. Dieſes braune Heu, welches man verwittetten Ki nach anen Re zuriütr mn M mant aunöäſmmten b ſcheungen uͤder Nan hct, Werkzeuge efn Zum We long in den Sc neun guß langen Aurerbalken ver geſpannt, wora Gras in Beweg ter dazu erford großer Erſparn ſeyn, welcher haͤufte. Das Zu man ſich zum des Heues in Seiten man ſammenknuͤpf welcher ſich au wäͤrts üͤberleh an, ſo daß bem thuͤrmt hat, ſ ſih dann der? tion geuͤbte den Der Eng daeen, w Das men des Hel ig geladen! und es werde auszuwaͤhlen ſondern ihnen und das Gleie die eligenadu den in Valee Die Heuernte.„ 16 Rahn bein perwittertem Gruͤnhen den Vorzug habe, iſt allerdings nicht zu läͤugnen. Gutes gruͤnes Heu iſt ſonſt nach andern Beobachtungen den Pferden, den Schaafen und den milchenden Kuͤhen angenehmer und zutraͤglicher geweſen; und nur den Maſtochſen ſcheint das braune Heu wirklich gedeihlicher zu ſeyn. Was man theoretiſch fuͤr und gegen das braune Heu geſagt hat, beruhet auf beiden Seiten auf de, gruͤnes zu unbeſtimmten Vorausſetzungen, um danach die Sache entſcheiden zu koͤnnen. Verſuche und Er⸗ fahrungen uͤber die Wirkung des einen oder des andern koͤnnen allein einen Ausſchlag geben. 2 üwale aber. 4, nd§. 35. duah Man hat, um die Handarbeit des Heumachens auf großen Flaͤchen zu erleichtern, verſchiedene Ereiczteunne then, bis 6 Werkzeuge erfunden, vermittelſt welcher ſie zum Theil durch Pferde verrichtet wird. durch Pferde⸗ Zum Wenden und Luften des Heues bedient man ſich einer Egge, die Bloys von Tres⸗ werkzeuge. wateſ long in den Schriften der Rotterdammer Societaͤt, Vol. II., 88. beſchreibt. Sie beſteht aus zwei ne es anu⸗ neun Fuß langen Balken, deren jeder ſieben lange hoͤlzerne oder eiſerne Zinken hat, und die mit drei eichter wis Queerbalken verbunden und vier Fuß vier Zoll von einander entfernt ſind. Es wird ein Pferd vor⸗ chter muß G⸗. ,e E 1, und mr geſpannt, worauf der Fuͤhrer reitet, und ſo nach beſtimmten Zuͤgen die Wieſe uͤberegget, und das ſen ſaten, Gras in Bewegung ſetzt und wendet. Es verſteht ſich, daß ein gutes, trockenes und windiges Wet⸗ unpfg der ter dazu erforderlich ſey, und man kann der Verſicherung wohl Glauben beimeſſen, daß es dann mit 8 großer Erſparung der Wendearbeit ſchnell trockne. Jedoch wird wohl noch ein Menſch erforderlich ſeyn, welcher der Egge folgt, um ſie aufzuheben, falls ſich das Gras davor oder dazwiſchen an⸗ haͤufte. 3. ime Zeit der Das Zuſammenziehen des Heues in Kaͤmme kann durch den gewoͤhnlichen Pferderechen, deſſen 5 ihlicher wer⸗ man ſich zum Nachharken der Getreideſtoppel bedient, verrichtet werden, und zum Zuſammenbringen ſen Brüchlen des Heues in Haufen bedient man ſich auf ebnen Wieſen haͤufig eines Heubaums, an deſſen beiden nan hatvon Seiten man einen Strang oder Kette befeſtigt, die man dann in einer ziemlichen Laͤnge am Ende zu⸗ zen nicht ber⸗ ſammenknuͤpft, und ein Paar Pferde davorhaͤngt. Auf jeder Seite des Baums tritt ein Meuſch, es mehrere welcher ſich an einem Stricke, der an jedem Zugſtrange befeſtigt iſt, haͤlt, indem er ſich etwas ruͤck⸗ waͤrts uͤberlehnt. Das Pferd wird nun angetrieben, und das Heu haͤuft ſich vor dem Baume hoch an, ſo daß bei einer ebenen Wieſe wenig auf dem Boden zuruͤckbleibt. Wenn ſich's hoch genug aufge⸗ 8 thuͤrmt hat, ſo ſpringen die Leute vom Baume ab, halten aber den Strick einen Augenblick an, wo Schwaden ſich dann der Baum hebt und uͤber den Heuhaufen heruͤbergleitet. Es gehoͤren aber zu dieſer Opera⸗ nal ausgen tion geuͤbte Leute. 4* einige Ta⸗ Der Englaͤnder Middleton hat ein anderes zuſammengeſetzteres Werkzeug zu dieſem Zwecke dunn beſchrieben, welche Beſchreibung von Leonhardi uͤberſetzt, Leipzig 1797, herausgekommen iſt. 4 ammentre⸗ n zu einer 3 un duß⸗§. 356.“ ohmihut⸗ Das Einfahren und Laden des Heues wird ſehr durch geuͤbte Arbeiter erleichtert. Das Volu⸗ Das Laden und weiche’man men des Heues iſt groß im Verhaͤltniß ſeiner Schwere, und wenn es nicht dicht, breit und gleichmaͤ⸗ Einfahren. eie ſchar⸗ ßig geladen wird, ſo kann ein Wagen die Maſſe nicht faſſen, welche das Geſpann bequem ziehen kann, ne heu iſ und es werden dann leicht aus einem Fuder zwei gemacht. Deshalb iſt ein guter Lader oder Laderinn ln 7 das auszuwaͤhlen und bei gutem Willen zu erhalten. Man muß ſie deshalb mit der Arbeit nicht uͤbereilen, nagt ſondern ihnen Zeit laſſen, Schichtweiſe von vorne nach hinten und von hinten nach vorne zu laden, u ge 7 und das Gleichgewicht zu beobachten. Man wird dabei doch an Zeit mehr gewinnen, als wenn man 1 dahe⸗ die eilige Ladung betreibt, und es zugiebt, daß die ladende Perſon durch uͤbertrieben ſchnelles Zurei⸗ chen in Verlegenheit geſetzt wird.— detem und 3 2 —————————y————— 1*—— 164 Die Heuernte. 3 Indden meiſten Faͤllen werden Wechſelwagen noͤthig ſeyn, und da beföͤrdert es die Arbeit ſehr, fen zum andern fortruͤcken laͤßt. Der Wagen muß an die Haufen ſo heranfahren, daß wechſelsweiſe immer ſo anfahren muß, daß der Wind nach dem Wagen zu treibt. 3 Ein richtiges Verhaͤltniß der ladenden, abladenden und taſſenden Perſonen mit dem Geſpanne und Wagen muß vor Allem beobachtet werden, haͤngt aber von der Lokalitat ab, und laͤßt ſich nicht nach allgemeinen Regeln beſtimmen. Es muß eine Verrichtung auf die andere nicht warten, kein Theil unbeſchaͤftigt ſeyn, aber auch keiner uͤbereilt werden. — Ein feſtes Anziehen des Ladebaums, welches zuweilen durch eine an die Leiter angebrachte Win⸗ de geſchieht, darf nicht verſaͤumt werden, damit unterweges kein Heu abfalle. Deshalb muß auch das Fuder, nachdem es gebunden iſt, fleißig mit Harken abgekaͤmmt werden, um das loſe Heu zu erhalten.— 4 1 §. 3575. Das Taſſen des Das Heu wird in beſonderen Scheuren auf Boͤden, gewoͤhnlich uͤber dem Stalle desjenigen Vie⸗ Heues auf Bo⸗ hes, fuͤr welches es beſtimmt iſt, oder in Feimen aufbewahrt. den oder in.... Scheuren. Wo man es auftaßt, muß es feſt, dicht und gleichmaͤßig liegen, ſo daß keine leeren Zwiſchen⸗ anfaͤngt. Wenn dieſes geſchiehet, ſo erhitzt es ſich oft dermaaßen, daß es ſtark dampfet. Hier kann man nichts Uebleres thun, als daß man das Heu aufſtochert und ihm Laft giebt. Man muß vielmehr den Zutritt der Luft moͤglichſt abhalten, und die Laden auf dem Boden verſchließen. Das Heu kann ſich dann beſaugen und braun werden, aber es wird nicht verderben, und noch weniger wird es ſich entzuͤnden. Nur bei einem ſtarken Luftzuge kann das ſich entwickelnde, entzuͤndliche Gas in Flamme gerathen. Man ruͤhre alſo eine ſolche Heulage gar nicht an, oder aber ſtuͤrze ſie ſchnell und ganz vom⸗ Boden herunter, um ſie abkuͤhlen und trocknen zu laſſen. Wenn der Boden ein gutes Strohdach hat, ſo bringe man das Heu ſo dicht als moͤglich an ſel⸗ biges hinan, und ſo feſt, daß wenigſtens vorerſt kein Zwiſchenraum entſtehe. Wenn das Heu don der Luft gar nicht beruͤhrt wird, ſo haͤlt es ſich am beſten waͤhrend des Schwitzens, und Alles bleidt gut. Unter einem Ziegeldache verwittert die obere Heulage leicht, wird ſchimmlich und dumpfig. Daß der Fußboden gegen das Durchdringen der Viehduͤnſte wohl verwahrt ſeyn muͤſſe, wenn 46 ddas Heu nicht leiden und dem Vieh widrig werden ſoll, iſt allgemein anerkannt.— Die gewoͤlbten Bohlendaͤcher, mit Stroh oder Rohr belegt, ſind ohne Zweifel die zweckmaͤßig⸗ ſten, um einen fuͤr das darunter ſtehende Vieh zureichenden Heuvorrath zu faſſen. einer jeden Viehart das fuͤr ſie am meiſten paſſende auswaͤhle, auf demſelben Boden aber die verſchie⸗ daß man immer dazu kommen koͤnne, muß wohl bedacht werden. —§. 358. Die Aufbewahrung des Heues in Feimen oder Schobern hat aber ohne allen Zweifel ent⸗ ſchiedene Vorzuͤge vor jeder Aufbewahrung in Gebaͤuden, und es treten dabei keinesweges die Bedenk⸗ lichkeiten ein, die man mit Recht gegen Getreidefeimen hat. Das Heu haͤlt ſich in ſelbigen, wenn ſie Heu⸗Feimen. ausziehende Dunſt, welcher ſo leicht den Schimmel und das Dumpfigwerden verurſacht, ſogleich, wie — wenn man mit ein Paar beſonderen Pferden oder auch Ochſen den zu ladenden Wagen von einem Hau⸗ von der einen und von der andern Seite aufgereicht werde; es ſey denn bei windigem Wetter, wo mian raͤume bleiben, weil ſich in dieſen Schimmel und Dumpfigkeit erzeugt, wenn das Gras zu ſchwitzen Daß man bei der Aufbringung des Heues auf Boͤden die Beſtimmung des Heues uͤberlege, und denen Gattungen von Heu nach der Ordnung, wie man ſie verfuttern will, lege oder ſo abtheile, gehoͤrig verfertigt ſind, nach allen Erfahrungen, beſſer und geſuͤnder als in Gebaͤuden, indem der an di vin eu don W Sc ſo enitunn, d iniicinen d Vr ir eine feue ſneier beſonder an das Heu d Die Heuf iger nur ouf ei höheten Puhe, gelegt, webej et mit der hihe n Heulagen wieder ohere Lhell wird grzogenen vnter Dee Forr bidden Ke ein Fäme nach belſeite richtet flache auszuſe eingerichtet. Wenn! dern auch ſor⸗ det, werden dachung wird wodurch das Dee lan Sidoſtſeite ſ naſſer Jahresz Wrthſchaftsh Heuvorrath be Verwendung De Fei kann, wedden koſtſpieliger, henden haͤt. Dunſtſchornf legende Heu Jutritt der; uhre ungere De kle ter dem Vaſſe auf den Fiat deu in hne Arbeitſihr, inem Hau⸗ hſelsweſe „wo gꝛan Geſpanne dich nicht Awn, em. rachte Vn 5 muß auh boſe Heu n igen Vie⸗ en Zwiſchen⸗ u ſchwizen Hier kann auß vielmehe a Heu kann wied es ſich in Faanme d ganz von glich an ſel⸗ as Heu von Alles bleidt mpſg. iſe, wenn veckmaͤßig⸗ erlege, und die verſchl⸗ ſo abtheil weifel ent⸗ ie Bedenk⸗ ;, wenn ſie indem der ggleich, wie Die Heuernte. 165 er an die Oberflaͤche kommt, abgefuͤhrt werden kann. In England glaubt man deshalb das Feimen⸗ heu von dem Scheurenheu durch den Geruch unterſcheiden zu koͤnnen, und der Vorzug des erſtern iſt ſo entſchieden, daß es immer theurer bezahlt wird. Wenn es gleich beſſer iſt, das gruͤne Heu auch in dieſe Feimen voͤllig trocken zu bringen, ſo braucht man ſich doch bei einer mißlichen Witterung nicht ſo ſehr fuͤr eine feuchte Einbringung zu ſcheuen, wie in den Gebaͤuden. Man kann hier eine jede Heuart in einer beſonderen Feime aufſetzen, und behaͤlt eine freie Wahl in Verwendung deſſelben. Auch kann man das Heu von einem Jahre zum andern weit bequemer aufbewahren. Die Heufeimen werden auf einem dazu errichtenden ſteinernen oder hoͤlzernen Geruͤſte, oder haͤu⸗ ſiger nur auf eine Unterlage von trockenem Reißwerk oder Stroh, jedoch an einem trockenen und er⸗ hoͤheten Platze, errichtet. Das Heu wird mit der Hand ausgeſtreut, und regelmaͤßig in Schichten gelegt, wobei es immer moͤglichſt feſt getreten wird. Von einer ſchmaͤlern Baſis nimmt die Heufeime mit der Hoͤhe in ihrer Breite zu, bis ſie zu einer gewiſſen Hoͤhe gekommen iſt. Dann ziehet man die Heulagen wieder ein, ſo daß der obere Theil die Form eines ſpitz zulaufenden Daches erhalte. Dieſer obere Theil wird dann mit Stroh belegt, und der Regen kann von demſelben ablaufen, ohne den ein⸗ gezogenen unteren Theil zu beruͤhren.* Die Form dieſer Feimen iſt verſchieden, zuweilen rund, zuweilen viereckig, mehrentheils aber bilden ſie ein Oblongum. Die letztere Form iſt beſonders deshalb vorzuͤglicher, weil man dabei die Feime nach Gefallen verlaͤngern, und wenn man will, alles Heu in eine bringen kann. Die eine Gie⸗ belſeite richtet man dann nach Nordweſt, um dieſer Wind⸗ und Regenſeite die moͤglich geringſte Ober⸗ flaͤche auszuſetzen. Der obere Theil oder das Dach wird auf dieſer Giebelſeite auch walmfoͤrmig eingerichtet. 1 Wenn die Feime errichtet worden, wird ſie an ihren Auſſenwaͤnden nicht blos abgeharkt, ſon⸗ dern auch ſorgfaͤltig beſchnitten; etwanige Haͤker, die man jedoch bei der Anlegung ſorgfaͤltig vermei⸗ det, werden ausgeglichen, damit ſich keine Feuchtigkeit durch ſelbige einziehen koͤnne. Die Strohbe⸗ dachung wird zuletzt aufgeſetzt, und um die Feime herum ſticht man auf allen Seiten eine Rinne aus, wodurch das abtraͤufelnde Waſſer wegziehen kann. ö“ Die langen Feimen haben den Vortheil, daß man das Heu, ſo wie es gebraucht wird, an der Suͤdoſtſeite ſatzweiſe und perpendikulaͤr wegneheen kann, wogegen runde und viereckige Feimen bei naſſer Jahreszeit auf einmal eingefuͤhrt werden muͤſen. Sie muͤſſen in der Regel in der Raͤhe des Wirthſchaftshofes auf einem beſondern umzaͤunten Feimhofe errichtet werden, wo man dann ſeinen Heuvorrath beſſer, als wenn er auf Boͤden und in Scheuren vertheilt liegt, uͤberſehen, und deſſen Verwendung nach den Umſtaͤnden moderiren kann. Die Feimengeruͤſte mit einem beweglichen Dache, welches man hinaufwinden und niederlaſſen kann, werden da, wo man die Feimeneinrichtung kennt, ſelten mehr errichtet, weil man ſie nicht nur koſtſpieliger, ſondern auch unbequemer ſindet, und das Heu ſich wenigſtens eben ſo gut in den freiſte⸗ henden haͤlt. Von der durch die Mitte und im Grunde hergezogenen offenen Roͤhre oder ſogenannten Dunſtſchornſteine iſt man ganz abgekommen, da die Erfahrung gelehrt hat, daß das ihm zunaͤchſt liegende Heu am leichteſten verderbe, und ſich dagegen um deſto beſſer halte, je ſorgfaͤltiger man den Zutritt der Luft abſchneidet, und alle Hoͤhlungen vermeidet: die Uebequemlichkeiten dieſer Dunſt⸗ roͤhre ungerechnet. Die kleineren Heuſchober, welche man auf entlegenen Wieſen aufſetzt, und wenn dieſe im Win⸗ ter dem Waſſer ausgeſetzt ſind, auf einem erhöheten Geruͤſte errichtet, dann im Winter gewoͤhnlich auf dem Froſte einfaͤhrt, werden insgemein mit geringer Sorgfalt gemacht, und dennoch haͤlt ſich das Heu in ihnen ſehr gut. Sie ſind in wieſenreichen Gegenden, wo man Heu zum Verkauf gewinnt, ſehr 166 Die Heuernte. ſehen, und kommen den regulären Heufeimen auf keine Weiſe gleich. .§. 350. Aufſetzung des Eine von denen, die ſie verſucht haben', ſehr geruͤhmte Methode, iſt die, daß man aufgeſpar⸗ Zeues mit tes Soͤmmerungsſtroh ſchichtweiſe zwiſchen das Heu lege. Man glaubt hierbei das Heu in feuchterem Sommerſtroh. S Zuſtande einbringen zu koͤnnen, indem das trockene Stroh dieſe Feuchtigkeit anziehe. Das Stroh ſoll aber vom Geruche des Heues durchdrungen dem Viehe weit angenehmer werden, und wird in dieſem Gemenge begierig verzehrt. Hauptſaͤchlich iſt dieſe Methode jedoch bei Kleeheu angewandt worden, uͤber welches an ſeinem Drte beſonders wird geredet werden. Salzen des Das Salzen des Heues beim Taſſen iſt von einigen angeruͤhmt worden, uncheſondere um ausge⸗ Heues. wittertes feuchtes und verdaͤchtiges Heu dadurch zu verbeſſern, und dem Viehe angenehmer zu machen. Es ſind mir aber keine befriedigende Erfahrungen davon bekannt. Es iſt wohli immer nur bei geringen Salzpreiſen auwendbar. .§. 360. — Das zweite und Bekanntlich unterſcheidet man das Heu des erſten Schnitts von dem des zweiten, und anf dritte Seu. hoͤchſt fruchtbaren Wieſen dieſes wieder von dem des dritten Schnitts. Das erſte heißt Heu ſchlecht⸗ hin, oder Vorheu, das zweite Grummet, Grummath, Ohmath auch Nachheu, welchen letztern Namen man aber bei dreiſchuͤrigen Wieſen dem der dritten Schur giebt. Bei der Bereitung und Aufbewahrung des Nachheues tritt keine weſentliche Verſchiedenheit ein, als die, welche von der Jahreszeit und Witterung abhaͤngt, und daß man, wenn es ſich nicht bren⸗ liert. Wenn es bei guͤnſtiger Witterung ſchnell trocknet und ganz duͤrre ſcheint, ſo beſaugt es ſich den⸗ noch leicht. Man laͤßt es deshalb gern laͤnger in den Schwaden liegen und darin abſterben, bevor man es verarbeitet und doͤrrt. Wenn es gut und trocken gewonnen und noch bei warmer Witterung gewachſen iſt, hat es in Anſehung der Nahrhaftigkeit noch Vorzuͤge vor dem erſten Heu. Ueber die Verwendung des Heues bei der Lehre von der thieriſchen Produktion. Weiden und Hutungen. 2 3§. 361. Weiden. degang(vergl. Bd. I. S. 364. u. f.) auch iſt, ſo ſind dennoch die Faͤlle nicht ſelten, wo der letztere 3 in Ruͤckſicht der beſonderen Wirthſchaftsverhaͤltniſſe oder des anderweitig nicht zu benutzenden Grun⸗ des und Bodens beibehalten werden muß. Insbeſondere aber ſcheinen die Weiden fuͤr den Schaͤferei⸗ betrieb im Großen unentbehrlich zu bleiben. Denn wenn es gleich nach unleugbaren Erfahrungen keinen Zweifel hat, daß auch die Schaafe in Horden mit geſchnittenem und zugefuͤhrtem Gruͤnfutter ſehr gut und in manchen Fallen vortheilhaft erhalten werden koͤnnen, ſo hat doch die allgemeine Ein⸗ fuͤhrung dieſer Methode Bedenklichkeiten und Schwierigkeiten, die an einem anderen Orte erwogen werden ſollen. . Daher bleibt die Beurtheilung und Schaͤtzung, Kultur und Benutzung der Weiden ein wichtiger Gegenſtand des landwirthſchaftlichen Wiſſens. gebräuch ich„ und bedüͤrfen keiner Beſchreibung. Sie ſind indeſſen immer als ein rthehet e anzu⸗ 1— naen ſoll, ſeine vollkommene Austrocknung laͤnger abwarten muͤſſe, indem es ſeinen Saft ſchwerer ver⸗ Außbarkeit der So entſchieden vortheilhaft die Stallfutterung der Pferde und des Rindviehes gegen den Wei⸗ Prunter 4Lech hutte B 1) de ne neun Jah N di Jd B. Die C. de gewidmet ſ, D Del lich gewidmet Diſe W. Aosſchluß des ſen dieſe Weid don dem Cem Manſ telt, wieviel derlich ſey, ne. Gewoͤh Indeſſen finde ſe nachdem in naͤhtt werden wohl 14 h fe auf eine Vor a re Kuh aus eine kleine H nehmen, ſon thelhafteſten giedt bi zutei lich. aIn Anſe den ausgenit Weiden und Hutungen... 167 chetux 84 z6ä5. Wir unterſcheiden folgende Arten der Weiden: Arten der Weide. Begriff einer Kuhmeide . 4 Wechſelnde Weiden, wo der unter dem Pfluge ſtehende und houptſächlch m zum Frucht⸗ nfgeßor⸗ bau benutzte Boden zu anderer Zeit behuͤtet wird. Hierher gehoͤren: u pal⸗ 1) die Dreeſchweiden der Koppelwirthſchaft, ſo wie die kehden des nur alle drei, ſechs 8 terem. oder neun Jahre beſtellten Landes der Felderwirthſchaft; 3 8 1 2) die Brachweiden; henen 3) die Stoppelweiden. 1 B. Die Vor⸗ und Nachweiden auf den in Weſen. C. Die Nebenweiden, wo der Boden zugleich und hauptſachlich einer anderen Benutzung um ausge⸗ gewidmet iſt, und die Weide nur als Rebennutzung ſtatt ſindet. zu machnn. D. Die beſtaͤndigen Weiden, wo der Boden dieſer Benutzung fortdauernd und ausſchließ⸗ ei geringen lich gewidmet iſt. Dieſe Weiden ſind entweder privatid oder commun, und ſie werden ſogar zuweilen mit Ausſchluß des Grundeigenthuͤmers von anderen vermoͤge einer Servitut benutzt. Wir werden indeſ⸗ ſſeen dieſe Weiden vorerſt als privativ und dem Grundeigenthuͤmer zuſtehend betrachten, und nachher a, vod auf von dem Cemmunionsverhaͤltniſſe beſonders reden. deu ſchecht⸗ eu, welchen 8 6. 363 1 Man ſchaͤtzt und berechnet die Weidereviere gewoͤhnlich nach Kuhweiden, indem man ausmit⸗ ſedenhett ein telt, wieviel Flaͤcheninhalt von denſelben zur Ernaͤhrung einer Kuh, waͤhrend des Sommers, erfor⸗ h nich bee⸗ derlich ſey, und hiernach beſtimmt man auch, wie viel anderes Vieh darauf ausgeweidet werden koͤn⸗ ſchweterbe ne. Gewoͤhnlich nimmt man an, daß, wenn— t es ſich den⸗ zu einer Kuhweide 13 Jochart erforderlich ſind,„. rben, bevor zu einer Pferdeweide gehoͤren...... 2 Jochart; er Witterung u einer Zugochſenweide gehören..... 1 3 ⸗ . zu einer Fuͤllenweide gehoͤren...... 1 ⸗ zu einer Ferſenweide gehoͤren...... 3 ⸗ zu einer Schaafweide gehoͤren....... ⸗ zu einer Schweineweide gehoͤren......, ⸗ zu einer Gaͤnſeweide gehoͤren...„. n Indeſſen findet hierbei einige Verſchiedenheit in den gewoͤhnlichen Annahmen ſtatt, die natuͤrlich iſt, je nachdem in einer Gegend eine Viehart im Verhaͤltniß gegen eine andere ſtaͤrker iſt, oder beſſer ge⸗ en den De naͤhrt werden ſoll. So rechnet man da, wo man ſchlechte Schaafe hat, oder ſie ſchlecht behandelt, der letztere wohl 14 Schaafe auf eine Kuh, und an andern Orten, wo man mehr auf Schaafe haͤlt, nur 8Schaa⸗ enden Guun⸗ fe auf eine ſolche. en Sdiferer⸗ Vor allem aber muß ausgemittelt werden, was man fuͤr eine Kuhweide annimmt. Eine ſchwe⸗ Erfahrungen re Kuh aus einer Niederungsgegend erfordert das vier⸗ und mehrfache an Weide von dem, womit Geunfutter eine kleine Hoͤhekuh in mageren Gegenden auskommt. Auf beide Extreme koͤnnen wir nicht Ruͤckſicht emeine Ein⸗ nehmen, ſondern muͤſſen eine Mittelkuh, wie ſie auf guten Dreeſchweiden von mittlerer Art am vor⸗ theithafteſten gehalten wird, vorausſetzen. Eine ſolche Kuh wiegt lebendig etwa 410 Pfund. Sie te n 3 k iuaß giebt bei zureichender Weide und gehoͤriger Winterfutterung ungefaͤhr 73 bis 74 Pfund Butter jaͤhr⸗ i wichtiger. lich. In Anſehung einer ſolchen Kuh iſt der Weidebedarf wohl am beſtimmteſten bei den Dreeſchwei⸗ i 3 1 den ausgemittelt, und mit dieſen ſind andre Weiden verglichen worden. 7 168 Widen und Hutungen. §. 364. Worauf es bei Zur Beurtheilung der Nahrhaftigkeit der Dreeſchweiden muͤſſen(vergl. Bd. I. S. 184.) fol⸗ den Dreeſchwei⸗ 5 2 fol⸗ den ankomme. gende Umſtaͤnde in Betracht gezogen werden: 1 1) Es kommt auf die Guͤte und natuͤrliche üͤbereinſtimmt, anM.. 2) Es ſtimmt jedoch die Staͤrke des Graswuchſes mit jener nicht voͤllig uͤberein, ſondern esiſt Acker derſelben Qualitaͤt und Grundmiſchung, ſeiner Lage und Feuchtigkeit nach, mehr oder minder zum Graswuchſe geneigt. Indeſſen iſt der Unterſchied auch wiederum nicht immer ſo groß als er ſcheint, indem das feinere Gras auf hohem Boden um ſo nahrhafter iſt. 3) Es kommt auf die Trachten an, welche dem Boden nach der Duͤngung abgenommen ſind, in⸗ dem mit jeder davon genommenen Ernte ſich die Kraft des Bodens und der Graswuchs vermindert. 4) Das Jahr, worin das Land zur Weide liegt, macht einen Unterſchied. Wenn keine kuͤnſt⸗ 3 liche Beſaamung geſchehen iſt, ſo hat ſich der Stamm der Graͤſer und Weidekraͤuter im erſten Jahre noch nicht genugſam verbreitet, und ſelbſt angeſaͤete Kraͤuter, z. B. weißer Klee, Pimpinelle, engli⸗ haben den Ackerboden ſelten ſo ſtark uͤberzogen, wie in den naͤchſtfolgenden Jahren. Kraft des Bodens, welche mit ſeinem Koͤrnerertrage ſches Raygras, Im zweiten und dritten Jahre des Dreeſchliegens iſt aber die Weide auf gewoͤhnlichen Bodenarten am reichhaltigſten. Im vierten und fuͤnften Jahre nimmt ſie wieder ab, weil ſich haͤufig Roos und ſchlechte Kraͤuter erzeugen. Letzteres ſt um ſo mehr der Fall, je ſchlechter der Boden iſt, und auf ſehr kraͤftigen und reichen Boden, der zugleich zum Graswuchſe geneigt iſt, bemerkt man dieſe Abnahme nicht; vielmehr will man die Weide daſelbſt ſich immer verbeſſernd gefunden haben; welches man dem 3 ſtarken Beſatz mit Vieh und dem darauf fallenden Weidemiſt zuſchreiben kann. Labeue zur Be Ich habe am angefuͤhrten Orte die Meierſche Tabelle von dem Weidebedarfe einer Kuh mitge⸗ Bnanane Aner theilt, gebe ſelbige aber nach den in dieſem Werke angenommenen Klaſſen des Bodens und mit einigen Ackerdreeſch. Mir noͤthig ſcheinenden Berichtigungen umgearbeitet wieder. Fuͤr die fuͤnfte Klaſſe oder dem ſoge⸗ nannten Haferboden ſind zwei Abtheilungen angenommen. Unter a. wird derjenige begriffen, wel⸗ cher ſeiner ſandige Beſchaffenheit wegen in diefe Klaſſe kommt; unter b. derjenige, welcher ſeiner Kalt⸗ und Naßgruͤndigkeit wegen hierher gerechnet wird; indem letzterer im Graswuchſe betraͤchtlich ſtaͤrker wie erſterer iſt. rachten⸗ nach dem D — 4— — Wenn d dra uict m den, wd me Dan weiden rech Nahrhaftigt ſeeniſchen Ke Nae gu ha ſpaterer und vaͤhlte dhe daſer nahm Ditter d 184.) fel⸗ nerertrage dern es iſt noder zum dd cent, nen ſind, w⸗ rmindert. keine kuͤnſ⸗ rſten Jahre elle, engl⸗ en Jahren. enarten am 3 Mood und und auf ſehr eſſe Abnahme des man dem er Auh witge⸗ nd mit einigen der den ſoge⸗ egriffen, wel⸗ er ſeiner Kalt⸗ ſchtlich ſtaͤrker Weiden und Hutungen. 162 3 Iſte 2te 3te Alte te te 6te 5 Klaſſe. Klaſſe. Klaſſe. Klaſſe. Klaſſe. a. Klaſſe. b.] Klaſſe. ; 11 MNach voran⸗ 8 Weide⸗ Im Gras⸗ Im Gras⸗ Im Im Gras⸗ Im Gras⸗ Im Gras⸗ gegangener H jahre. wuchſe. wuchſe. Graswuchſe. wuchſe. wuchſe. wuchſe. Büngung 19— ¹— im Gras⸗ SZ 4— 8 5—=——. SB—— 2— S 2 ⁸ e 4 53eZſsseseſes rſtes 11 z,⸗ ⸗iſesrn². 2s 33 2 1 1 2— 2tes 3 3[127 127 131 1[1221½ 1 ½ 25 35 1 ½20 1½ 2 ½ 23½ 1 3 3 3 3 3 2. 4 3tes[12⸗ 1251 1 1 1½ ¹½ 1½ 25 3 ½ 137 1³)2 ½ 22½ 3 4tes 3 8 177 1537ʃ)u13 1½ 15 1 ½ 2. 2½ 3 113 2 2 ⅔ 3 ⅔ 5tes 221 3S[127 11 14½2)127⁄ 12) 18 23 ʃ32 15 2 23 3 ½ Iſtes 127 1I5 14 141 42* 1 ½⁄ 1 ½%) 12½ 3 23 3 ⅞. 2 23 2½ 3⁵ 2tes 37 127·127 1 ½ 11 1½ ½ 1½ 13 1331 2 ʃ½ 23 1 ½ 2[234 34⁄ 3. tes 1e,1rei 143 1½, 141, 33 (ates u. 5tesß 5ᷣ 32 127 1 3 1470 117 1½2⁄ 1½7 227/24 383 2 2 5³ 25 38 (liſtes 127 ſ1l 12 13 1 ½ 22 227 285. 24 3 ½ 25 2 5 3 ½ 4 4 1* 1 27 L=, 15 1431 14 ¾ 14½ 1 ½2%) ÿ12 2227 2 3 3 ½ 227) 2 ½ 34 4 .* 3 1 3 2 2 25- 2 4 z1,3 1. i 1371 13i 137 127 2521 31 24 4. 4 (WEtes u. 5tess ³0 1τ1ſ¹ℳrÿ◻C0tz 1 ½2 1³7 15 227 W227 2 1 25 37 ʃ 20 29 3 4 (bies[11 33 14 143 15. 2, 2571 25. 24, 35½ 3 3 34, 3)t tes 13 14 1½ 11% 1½½ 15 13¾ 2, 2437 2½ 3 ½ 2½ 232 3 ½ a 5. 4 ztes 127 1 ½ 1½ 1½2 1½ 15 137⁄ 227 2⁄7 ½ 3 ¾ 2 ½ 237 35 43 htes 17 11 13 11 1 1⁰ 2 a⸗⸗ 25 2 3 ½ 3 ½ 23½ 2 4 4 1 lpzes 12, 14 143 1½ 13 2 227 25 23 38 35 28 2 ½ 4 43 Wenn der Weide 23 Jochart und daruͤber fuͤr eine Kuh erforde lich ſind, ſo paßt ſie von ſich uͤber⸗ haupt nicht mehr zur Kuhweide, ſondern kann alsdann vortheilhaft nur zur Schaafweide benutzt wer⸗ den, und nach dem im vorigen§. angegebenen Verhäͤltniſſe Schaafe ernaͤhren. §. 365. Da man bei den Koppelwirthſchaften einen betraͤchtlichen Theil des Ertrages auf dieſe Dreeſch⸗ Kul Nahrhaftigkeit und ihre Kultur ſchon bei der Beſtellung Ruͤckſicht. In der alten urſpruͤnglichen holl⸗ den. ſteiniſchen Koppelwirthſchaft ſcheuete man ſich daher, dem Acker viele Bearbeitung zu geben und reine Brache zu halten, weil man dadurch die Graswurzeln zerſtoͤrte, und der Acker ſich dann bei der Ruhe ſpaͤterer und ſchwaͤcherer benarbte. Auch nahm man bei der Wahl der Fruͤchte darauf Ruͤckſicht, und waͤhlte deshalb zuletzt Winterung, weil ſich unter derſelben ſchon mehr Gras erzeugt; oder wenn man Hafer nahm, beſtellte man ihn auf einer flachen Furche. Es iſt nicht zu laͤugnen, daß dieſes Ver⸗ Dritter Theil. 9 tur und . r... 5. B g weiden rechnet, und ihrer zur Erhaltung des Ganzen nothwendig bedarf, ſo nimmt man auf ihre Loſadeehng er, 170 Weiden und Hutungen. fahren zweckmaͤßig war, wenn man den Graswuchs vorzuͤglich beguͤnſtigen, ihn aber auf keine an⸗ dere Weiſe erſetzen wollte, und es hat lange gedauert, bevor man ſich zu letzterem allgemein ent⸗ ſchloß, weil man glaubte, die Nahrhaftigkeit des natuͤrlichen Raſens koͤnne durch keine kuͤnſtliche Pflanze erſetzt werden. Jetzt ſcheint dieſes Vorurtheil aber bei allen induſtridſen Wirthen verſchwun⸗ den zu ſeyn, und man iſt uͤberzeugt, daß eine kuͤnſtliche Beſaamung dem durch die Natur oder vielmehr . durch den Zufall erzeugten Graſe nicht nur gleich komme, ſondern ſolches auch noch uͤbertrefe. 3 2 dieſer Beſaamung wird am haͤufigſten der weiße kriechende Klee genommen. Da wegen der 1. Feinheit ſeines Saamens und ſeiner ſtarken Verbreitung durch die rankenden Wurzeln nur wenig er⸗ M fordert wird, und dieſer Saamen leicht zu gewinnen, dieſe Beſaamung alſo wohlfeil iſt, ſo waͤhlt man ſie vor Allen. Es reichen 4 ½ Pfund per Jochart, wenn er ſorgfaͤltig vertheilt wird, voͤllgg zu. Haͤufig nimmt man jedoch auch rothen Klee darunter, und von dieſem dann noch 83 Pfund hinzu, weil wozu der weiße Klee nur auf ſehr kräftigem Boden geeignet iſt. 4 Außer und neben dem Klee paſſen ſich eben zu dieſer Beſaamung aus der Klaſſe der Graͤſer vor⸗ zuͤglich das engliſche Raygras(Lolium perenne) und der Schaafſchwingel(Festuca ovina), weil ſie ein dichtes Weidegras geben, auf Hoͤheboͤden gut fortkommen, und ihr Saamen kbenfalls leicht zu gewinnen iſt, und in Quantitaͤten ſehr wohlfeil verkauft werden kann. Es ge⸗ hoͤren davon jedoch 30 bis 42 Pfund neben dem weißen Klee auf den Jochart. Einige glauben auch, das Honiggras(Holeus lanatus) mit Vortheil zur Weide ausgeſaet zu haben. Sein Saamen iſt ebenfalls leicht zu gewinnen, das Aushuͤlſen deſſelben zwar ſchwierig, aber auch nicht noͤthig, den Jochart ausſtreuen. Dies Gras waͤchſt immer horſtig, und zeichnet ſich beſonders gegen den — Herbſt aus, wo ſeine Wurzelblaͤtter ſtark austreiben. Indeſſen ſcheint es mir, als wenn das Vieh nur aus Noth von dieſem Graſe fraͤße, und es ſtehen laſſe, wenn es noch andere Graͤſer hat. Auch friert es im Winter leicht aus, und man darf ſich deshalb auf ſolches nicht allein verlaſſen. Ein vorzuͤgliches, bei uns noch nicht genug bekanntes, aber von den Englaͤndern ſehr geſchaͤtz⸗ tes Weidekraut iſt die Pimpinelle(Poterium sanguisorba). Sie waͤchſt auf ſehr magerem Acker, wo ſelbſt der weiße Klee nicht fort will, jedoch auf beſſeren um ſo ſtaͤrker. Sie hat den Vorzug, daß ſie ſelbſt mitten im Winter zu gruͤnen fortfaͤhrt, beſonders aber im erſten Fruͤhjahre ſtark austreibt. ihrer aromatiſchen gelinde adſtringirenden Eigenſchaft gedeihlich iſt. Ihr Saamen iſt auf einem Saamenbeete leicht zu gewinnen, muß aber allmaͤhlich, ſobald es reift, abgeſtreift werden. Auf kalkigen bergigen Aeckern auf flacher Krume iſt das Zittergras(Briza media) als Weidegras ſehr angemeſſen, und auf ſolchen Aeckern ſaͤet man alsdann zur Weide auch Esparſette darunter. Von der uͤbrigen Kultur dieſer Weiden wird unten die Rede ſeyn. §. 366. Weide auf un⸗ Zu den Dreeſchweiden gehoͤrt gewiſſermaaßen die Auſſenlandsweide bei der Felderwirthſchaft, 1 ndten Außs wo man das ſchlechte vernachlaͤßigte und ungeduͤngte Land nur alle drei, ſechs, neun oder gar zwoͤlf . Jahre einmal beſtellt, und in den Zwiſchenzeiten liegen laͤßt. Daß dieſe Weiden, deren Boden durch die davon genommene Ernte doch immer mehr erſchoͤpft wird und keine Duͤngung wieder erhaͤlt, nicht wie die Dreeſchweiden des geduͤngten Landes berechnet werden koͤnnen, verſteht ſich von ſelbſt. Sie ſind mit unkraͤftigem kleinen und duͤrren Graſe, oft nur mit dem Bockoͤbart(Aira canescens), dem Scleranthus annuus, zuweilen einigen kleinen Schwingelarten und mit duͤrrem Ruchgraſe(Antoxan- thum odoratum) beſetzt, welches letzteres, wenn es aufſchießt, vom VWieh nicht mehr beruͤhrt wird. * man im erſten Jahre an den Stellen, wo der Klee gut geraͤth, gern einen Heuſchnitt davon nimmt, wenn man ihn zu eigenem Gebrauch erzieht. Man muß mit den Huͤlſen aber beinahe 2 Metzen auf Sie iſt fuͤr die Schaafe vorzuͤglich geeignet, und wird von ihnen ſo gern gefreſſen, als ſie ihnen wegen ie gebe dcher ur ch. W nan nit Gernde beſte eiii ader ſe Wenn dei zuct oder im lan bleidt, ſ nas mehr zu re Die Broc Vinterung vorb dann aber botzuͦ⸗ man um Johan langer zu geniei thümer, um Umoruche hdt das Ausgruͤne der Schnelligt deſe Welde ſi ſten Vegetati die im erſten dem Pfluge abwechſeind Die S naßgruͤndigen warmem, gt erſeugt. Jl und Gäͤnſe, das Ridvieh en Latner, rung Kden. Noch jahr in Bet Die Nindveeh w lich halt. 2 jeerung geſch die I theilt, 0b ſi den oder ga uf keine an⸗ gemein ent⸗ e kuͤnſtlic berſchwun⸗ r dielmehr fe. negen der n Rddig A. ſt, ſo waſ d, doͤllig zu. hinzu, wel von nimmt, Graͤſer vor⸗ l(Festuca ühr Saamen ann. Es ge⸗ glauben auch, Sein Saamen nicht noͤthig, 2 Meten auf ers gegen den das Vieh nur Auch fiert ſehr geſchat⸗ ggerem Acker, Zorzug, doß f austreibt. hhnen wegen auf einem den. Auf degras ſehe . ervirſchaft, dr gur jwöff Gohen durch hält, nicht bſt. Sie ens), dem (Antoxan- ruͤhet wid. Weiden und Hutungen. 171 eine Abtrifft als eine Weide fuͤr Schaafe und Schweine, und magern das Vieh Sie geben daher mehr eine 2 nd als Weide auf ſie rechnet, da enthalten ſie niedrige feuchte Stellen, die nicht nur ab. Wo man irge mit Getreide beſtellt werden konnten, und die alſo graswuͤchſig ſind, auf welchen das Vieh aus Hun⸗ ger frißt, aber ſich, wenn ſie beſchlammet ſind, gefaͤhrliche Krankheiten zuzieht. Wenn bei der Dreifelderwirthſchaft bei neunjaͤhrigem Duͤnger das Sommerfeld in der ſechſten Tracht oder im achten Jahre nach der Duͤngung nicht mehr vortheilhaft beſtellt werden kann, ſondern liegen bleibt, ſo iſt auf dieſe Weide, welche dann doch noch immer einige Kraft uͤbrig behalten hat, et⸗ was mehr zu rechnen. 4 6 b§. 367. 1“ Die Brachweiden auf denjenigen Aeckern, die in der Dreifelderwirthſchaft gebrachet und zur Die Brachwei⸗ Winterung vorbereitet werden, ſind theils nach der Bodenguͤte, theils nach dem Duͤngungszuſtande, de. dann aber vorzuͤglich nach der Zeit, wo ſie umgebrochen werden, zu ſchaͤtzen. In der Regel faͤngt man um Johannis an, die Brache umzubrechen, und wenn ſich gleich einige, um dieſer Weide naoch laͤnger zu genießen, genoͤthiget ſehen, dieſen Umbruch noch laͤnger zu verzoͤgern, ſo iſt doch der Eigen⸗ thuͤmer, um andern Berechtigten die Weide darauf zu laſſen, nur ſelten dazu verpflichtet. Mit dem Umbruche hoͤrt die Weide auf, fuͤr das Rindvieh nutzbar zu ſeyn, und wenn die Schaafe dann durch das Ausgruͤnen der Sturz⸗ und Ruhrfurche auch noch einige Nahrung erhalten, ſo iſt dieſe doch bei der Schnelligkeit, in welcher das Pfluͤgen und Eggen aufeinander folgen muß, unbedeutend. Auf dieſe Weide ſind alſo nur ſechs bis ſieben Wochen zu rechnen. Sie faͤllt in der Periode der lebhafte⸗ ſten Vegetation. Wenn der Boden kraftvoll und graswuͤchſig iſt, ſo kann ſie z einer Dreeſchweide, die im erſten Jahre liegt, gleichgeſchaͤtzt werden; ſonſt aber nicht ſo hoch, weil der beſtaͤndig unter— dem Pfluge gehaltene Boden weniger Graswuchs giebt, als der, welcher in der Koppelwirthſchaft. abwechſelnd ruht.*“ “§. 368. Die Stoppelbehuͤtung, welche nach der Aberntung der Felder ihren Anfang nimmt, iſt auf Die Stoppel⸗ naßgruͤndigem Boden und auf ſolchem, der ſchlecht beackert wird, von groͤßerem Werthe, als auf weide. warmem, gut beſtelltem und rein gehaltenem Boden, weil ſich auf letzterem wenig Kraut und Gras erzeugt. Ihre Hauptbenutzung iſt wohr vermoͤge der ausgefallenen Koͤrner fuͤr Schweine, Schaafe und Gaͤnſe, welche deshalb auch in der Regel zuerſt aufgetrieben werden. Hierdurch wird ſie fuͤr das Rindvieh faſt ganz unbrauchbar. Nur da, wo ſie anfangs geſchont wird, koͤnnen die ausgefal⸗ lenen Koͤrner ein friſches Begruͤnen wirken, und dann dem Rindvieh einige Zeit eine gedeihliche Nah⸗ rung geven. §. 369. 1 Noch kommt als Ackerweide die Behuͤtung der Winterungsſaat im Herbſte, Winter und Fruͤh⸗ Behutung der jahr in Betracht. Gean un win⸗ Die Herbſtbehuͤtung findet nur auf fruͤhen und uͤppigen Saaten und auf dieſen mehr mit dem jar. Rindvieh wie mit den Schaafen ſtatt, weil man letzteren dieſes geile Gras zu dieſer Jahreszeit ſchaͤd⸗ lich haͤlt. Daß ſie ohne großen Nachtheil der Saat nur auf trockenem Boden und bei trockener Wit⸗ terung geſchehen duͤrfe, verſteht ſich von ſelbſt. Die Winter⸗ und Fruͤhjahrsbehuͤtung geſchiehet mit den Schaafen. Die Meinungen ſind ge⸗ theilt, ob ſie einen großen oder einen geringen Werth fuͤr die Schaafe habe, ob ſie moͤglichſt zu benu⸗ tzen oder ganz aufzugeben ſey? Wenn naͤmüich einige auf ſelbige fuͤr die Durchwinterung ihrer Schaa⸗ 2 172 Weiden und Hutungen. fe hauptſaͤchlich rechnen, ſo meinen andere, daß die Schaafe durch dieſe unſichere Weide nur de wihet wuͤrden, und dann das trockene Futter im Stalle verſchmaͤhten; durch dieſe ungleiche Nahrung alſo mehr verloͤren als gewoͤnnen. Diejenigen alſo, welche bei ihren Schaͤfereien nur auf Futtererſpa⸗ rung denken, ſetzen einen hohen Werth darauf, wogegen die, welche uͤberzeugt ſind, daß ſich die reichlichſte Winterfutterung am beſten bezahle, ſie vernachlaͤßigen, woruͤber ausfuͤhrlicher bei der Leh⸗ ee von der Schaͤferei gehandelt werden wird. In Ruͤckſicht der Schaͤdlichkeit oder Unſchaͤdlichkeit die⸗ ſer Behuͤtung fuͤr die Saat iſt die Sache noch ſtreitiger. Einige halten ſie durchaus und jeder Saat fuͤr hoͤchſt nachtheilig, und andere glauben, daß ſie mit gehoͤriger Vorſicht benutzt nicht nur unſchäͤd⸗ lich, ſondern wirklich vortheilhaft ſey. Sie wird ohne Zweifel hoͤchſt nachtheilig, und kann, wie beſtimmte komparative Verſuche ge⸗ zeigt haben, einen Verluſt von zwei und mehreren Koͤrnern nach ſich ziehen, wenn ſie ohne Modera⸗ tion benutzt und der Unerſaͤttlichkeit der Schaͤfer uͤberlaſſen wird. Mit gehoͤriger Vorſicht betrieben hat man dagegen uͤberall keinen Nachtheil bei andern comparativen Verſuchen davon berſpuͤrt, wenn naͤmlich folgende Regeln beobachtet werden: Ddie Saatbehuͤtung darf nur von dem Eintritte des anhaltenden Froſtes an bis u Ende Fe⸗ bruars geſchehen. Nur ſo lange, wie die Oberflaͤche wirklich gefroren iſt, und deshalb bei donniger Witterung nur des Morgens fruͤh und ſo lange die obere Erde von den Sonnenſtrahlen nicht erweicht iſt, weil ſonſt die Saat eingetreten und die Wurzeln verletzt werden. Das Feld muß vom Schnee und Eiſe voͤllig frei ſeyn. Denn wenn eine ſchwache Bedeckung darauf liegt, ſo kratzen die Schaafe die Saat unter dem Schnee hervor, wodurch die Pflanzen verletzt und mit ihren Wurzeln losgeriſſen werden. Auch darf die Behuͤtung nicht geſchehen, wenn die Saat mit Glaseiſe oder Raureif uͤberzogen iſt. Sie findet nur auf Feldern, die hinlaͤnglich mit Saat belegt ſind, nicht auf ſochen, wo dieſe eben hervorſticht, ſtatt. Eine ſpaͤtere Behuͤtung im Fruͤhjahre, nachdem die Vegetation eingetreten iſt, findet nur mit gehoͤriger Vorſicht in dem Falle ſtatt, daß man eine zu große Ueppigkeit und Geilheit der Saat, be⸗ ſonders des Weizens zu beſorgen hat, in welchem Falle man mit der Behuͤtung tief ins Fruͤh ahr hin⸗ ein, jedoch immer nur bei trockener Witterung fortfaͤhrt. Es muß aber alle Ueberlegung dabei ge⸗ braucht, und ſowohl auf die bekannte Kraft des Bodens, als auf die verſchiedene Fruchtbarkeit der Witterung immer Ruͤckſicht genommen werden, damit man nicht zu weit gehe und die Pflanzen uͤber⸗ mäaͤßig ſchwaͤche. Wird alles dieſes gehoͤrig beobachtet, ſo kann man wohl annehmen, daß der Schaafpferch dem Felde eben ſo viel an Kraft wiedergebe, als ihm durch das abgefreſſene Getreidegras entzogen wird. Hoͤchſt verderblich aber iſt es, wenn der Acker eine ſolche Behuͤtung als Servitut tragen muß, und der Diskretion eines fremden Sch fers ohne genaue Beſchraͤnkung uͤberlaſſen iſt. F. 370. Behutung der Ueber die Beweidung der Weeſen habe ich in dem Abſchnitte von der Wieſenkultur geredet. Sie Wiſen⸗ iſt im Fruͤhjahre fuͤr die Schaafe und im Herbſte fuͤr das Rindvieh von erheblichem Nutzen, und kann mit gehoͤriger Vorſicht, vom Egenthümer ſelbſt benutzt, den Wieſen unnachtheilig und ſelbſt vortheil⸗ haft ſeyn. Wenn ſie als Servitute ausgeuͤbt wird, ſo kommt es vor allem auf den Termin an, bis wohin ſie im Fruͤhjahre dauert und wo ſie im Herbſte anfangt, der gewoͤhnlich durch Obſervanz oder Rezeſſe feſtgeſetzt iſt. Im Fruͤhjahre macht ein etwas laͤngerer oder kuͤrzerer Termin einen betraͤchtlichen Un⸗ 1 teite irden habi alb täe Frag yun⸗ Ind eiz das weid un der Pfan 6 In wiefer wutheilhaßt d As R theils nach der beſtande. Fe faͤrke des heſchraͤnkte tet it, Selde ſo hat man ſe genaͤhrtes un gezrrungen w Dieſe: Nutzen ſchaff zuſtande erh⸗ werden ſehr ſehr oft ſcha Es gi ſchloſenes H einen angene kann. Dieſ ſeyn, und w In An des: Unter K einen guten9 vicht dicht ge⸗ nKaachten J wuchſe am n duechdrange Zud nen benutzt dreibiertel, wöhnlich an ader gar kei diede finden als 9 den ſtatt: tr berwiſnt hrung alo uttererſpa⸗ iß ſich die ei der Leh⸗ üchkeit die⸗ ſder Saat nar dachd⸗ Verſuthe ge hne Nodenr⸗ ht betrieben puͤr t, wenn u Ende de⸗ Sittterung nur t, weil ſonſ he Bedeckung fanzen berlezt enn die Saat en, wo dieſe det nur mit r Saat, be⸗ aͤhjahr hin⸗ dabei ge⸗ tbarkeit der anzen uͤber⸗ fpferch dem ogen wird. tragen muß⸗ garedet. Sie ;, und kann bſt vortheil⸗ „bis wohin oder Rejeſe chrlicen ln⸗ Weiden und Hutungen. 173 terſchied fuͤr den Weideberechtigten, aber einen noch groͤßeren fuͤr den Wieſeneigenthuͤmer, und des⸗ halb iſt die Frage ſo wichtig: ob die Weideberechtigung nur bis zum neuen oder bis zum alten Maita⸗ ge daure? In dieſen zwoͤlf Tagen iſt die Vegetation bei fruͤh eintretender warmer Witterung ſehr leb⸗ haft; das weidende Vieh erhaͤlt reichliche Nahrung, ſtoͤrt nun aber den Graswuchs und die Ausbil⸗ dung der Pflanzen, und hat in dem Falle einen ſehr nachtheiligen Einfluß auf den Heuertrag der Wie⸗ ſe. In wiefern man die Wieſen abwechſelnd einen ganzen oder halben Sommer hindurch als Weide vortheilhaft benutzen koͤnne, iſt oben geſagt worden. S. 371. Als Nebenbenutzung kommt hauptſaͤchlich die Holzweide in Betracht. Ihr Werth richtet ſich Die Holzweide. theils nach der Beſchaffenheit und der hoͤheren oder niederen Lage des Bodens, theils nach dem Holz⸗ beſtande. Je ſtaͤrker das Holz beſtanden iſt, um deſto geringer iſt der Werth der Weide, nicht nur wegen des beſchraͤnkten Raums, ſondern weil auch das Gras um ſo unkraͤftiger wird, als es ſtaͤrker beſchat⸗ tet iſt, Selbſt wenn auf fruchtbarem Boden das Gras unter den Baͤumen in großer Maſſe aufſchlaͤgt, ſo hat man ſelbiges doch allgemein unkraͤftig und dem Viehe ſo wenig⸗ ſchmackhaft befunden, daß gut genaͤhrtes und an beſſeres Futter gewoͤhntes Vieh ſolches erſt anruͤhrt, wenn es durch Hunger dazu gezwungen wird. Dieſe Holzweide bringt aber den Forſten im Allgemeinen ungleich groͤßeren Nachtheil, als ſie Nutzen ſchafft. Unzaͤhlige und wichtige Forſten ſind dadurch verwuͤſtet und in dem elendeſten Kultur⸗ zuſtande erhalten worden. Aller junge Aufſchlag wird dadurch vernichtet, und die aͤlteren Baͤume werden ſehr nachtheilig beſchaͤdigt. Dagegen iſt es fuͤr das Vieh immer eine wenig gedeihliche und ſehr oft ſchädliche und Krankheiten erzeugende Weide. Es giebt zwar der Faͤlle einige, wo der Nachtheil fuͤr hinlaͤnglich erſtarktes und genugſam ge⸗ ſchloſſenes Holz nicht erheblich iſt, und wo dagegen in den heißeſten Jahreszeiten der Wald dem Viehe einen angenehmen Zufluchtsort giebt, wo folglich der Eigenthuͤmer beider ſich ihrer nutzbar bedienen kann. Dieſe Faͤlle aber, wo es ohne Nachtheil der Holzkultur geſchieht, ſcheinen mir nur ſelten zu ſeyn, und wenn die Weide als Servitut ausgeuͤbt wird, noch ungleich ſeltener.. In Anſehung der Art des Holzes, unter welchen dieſe Weide ſtatt findet, bemerken wir folgen⸗ des: Unter Kiefern iſt ſie duͤrre und unbedeutend, beſſer unter Tannen und Lerchen. Die Eichen laſſen einen guten Raſen unter ſich entſtehen, die Buͤchen durchaus nicht. Birken verhalten ſich, wenn ſie nicht dicht geſchloſſen ſtehen, wie die Eichen. Am ergiebigſten iſt die Weide unter den Ellern, die nur in feuchten Niederungen und Bruͤchern wachſen; aber ſie iſt hier auch am ungeſundeſten und dem Holz⸗ wuchſe am nachtheiligſten; und ein jedes Elſenbruch ſollte ſo dicht beſtanden ſeyn, daß kein Vieh ſich durchdraͤngen koͤnnter— Zu den Holzweiden gehoͤrt gewiſſermaaßen die Eicheln⸗ und Buchenmaſt, welche mit den Schwei⸗ nen benutzt wird. Sie iſt in den verſchiedenen Jahren ſehr verſchieden, und man unterſcheidet volle, dreiviertel, halbe und einviertel Maſt, welche letztere man auch Sprankmaſt nennt. Man nimmt ge⸗ wohnlich an, daß innerhalb ſechs Jahren jedes dieſer Maſtverhaͤltniſſe ſich einmal einfinde, dreimal aber gar keine Maſt vorhanden ſey. §. 372. Die beſtaͤndigen Weiden, oder der dem Weidegange ausſchließlich gewidmete Grund und Boden, finden als privatives Eigenthum in kultivirten Gegenden faſt nur noch unter folgenden Umſtaͤn⸗ den ſtatt: 4 ————————————ÿ ÿ··— Beſtaͤndige Weiden,. ——— 174 Weiden und Hntungen. 2 Wo der Boden einen ſo aͤppigen Graswuchs hat, daß man ihn, beſonders nach den beſte⸗ henden Wirthſchaftsverhaͤltniſſen und der Obſervanz der Gegend, nicht vortheilhafter benutzen zu koͤn⸗ neen glaubt. 6.. lhe 2) Wo der Anbau der Feldfruͤchte und ſelbſt die Benutzung als Wieſe, wegen der im Sommer 4 leicht kommenden Ueberſchwemmung, zu unſicher iſt. 1 3) Auf Bergen und ſteilen Anhoͤhen, wo der Anbau anderer Fruͤchte des Klimas oder der Be⸗ ſchwerlichkeit wegen nicht vortheilhaft ſeyn kann. 4 Außerdem iſt faſt aller prwativer Grund und Boden in kultivirten Gegenden unter den Pflug genommen, und dem Ackerbau ausſchließlich oder doch wechſelsweiſe gewidmet worden. Nur da, wo Kommunion des Grundeigenthums oder Servitute es nicht verſtatten, liegt guter, des Anbaues wer⸗ da ſich in der Regel keiner der Intereſſenten um ſeine Verbeſſerung bekuͤmmert. §. 373. 8 Zu der erſten Art gehoͤren hauptſaͤchlich diejenigen Weiden, welche ihrer Nahrhaftigkeit wegen zu Fettweiden beſtimmt ſind, und ſo benannt werden, obwohl man ſie auch oft mit Milchkuͤhen und 5 Pferden benutzt. Man iſt zwar uͤberzeugt, daß dieſe Weiden unter dem Pfluge genommen und mit den edelſten Fruͤchten beſtellt, einen ungleich hoͤheren Ertrag geben wuͤrden. Aber man ſieht ſie und die in ihnen ſteckende Kraft als einen von den Voreltern uͤberlieferten und den Nachkommen aufzube⸗ wahrenden Schatz, als ein Heiligthum an, und erklaͤrt den fuͤr einen Verſchwender und Frevler, der ſich an ihrem Umbruch macht, und ſich den daraus zu ziehenden Vortheil zueignet. Man ſchreibt die⸗ ſen alten Weiden eine bewunderungswuͤrdige naͤhrende Kraft zu, und glaubt, daß ſie einmal aufge⸗ brochen nie wieder in dieſe Kraft geſetzt werden koͤnnen, wenn gleich dem Anſcheine nach ein eben ſo . ſtarker Graswuchs darauf erzeugt wuͤrde. Das hohe ſtarke Gras, giebt man zu, koͤnne wieder dar⸗ auf entſtehen, aber das feine dichte Untergras ſey auf keine Weiſe wieder herzuſtellen. Ich wage es nicht zu entſcheiden, in wiefern dieſe von vielen erfahrnen und ſonſt vorurtheilsfreien 3 G. Landwirthen vertheidigte Meinung gegruͤndet ſey. Ich glaube aber, daß da, wo man die Unerſetz⸗ lichkeit der dichten und nahrungsreichen Grasnarbe bemerkt hat, unrichtig verfahren ſey. Man hat entweder den Boden durch Ernten zu ſehr erſchoͤpft, oder man iſt bei der Niederlegung zu Graſe nicht richtig zu Werke gegangen, hat die neue Graserzeugung entweder ganz der Natur uͤberlaſſen, die ſie nur langſam bewirken kann, oder den Saamen ſolcher Graͤſer und Kraͤuter gewaͤhlt, welche dieſe dich⸗ te Narbe nicht wiederherſtellen konnten. In vielen andern Gegenden hat man dieſe Fettweiden in eine Zettweiden. gen, und in den Grasjahren mehr Vieh davon ernaͤhrt, als in ihrem vormaligen Zuſtande geſchah. 7„ 3. 8 3 3 4 4§. 374. 3 Der Ueber⸗ ſchwemmung austretenden Stroͤmen, oder aber hinter den Verwallungen liegen, womit man dieſe Stroͤme be⸗ ſchaftsſyſtem richtig. ſehr zutraͤglich erachtet wird. 4 ther Boden noch ausſchließlich zum Weideanger beſtimmt, und wird als ſolcher um ſo geringer benutzt, ihnen angemeſſene Wechſelwirthſchaft gelegt, und ſo unlaͤugbar einen groͤßeren Vortheil daraus gezo⸗ Zu den Weiden der zweiten Art gehoͤren hauptſaͤchlich die, welche an leicht anſchwellenden und auenernats ſchraͤnkt hat. Dieſe Weiden ſind mehrentheils ſehr nahrungsreich, und werden durch das zu Zeiten erfolgende Ueberſtroͤmen geduͤngt. Sie ſind mehr oder minder unſicher zu anderer Benutzung, und be⸗ — gruͤnden in manchen Thalgegenden, deren Aecker auf der Hoͤhe liegen, das daſelbſt beſtehende Wirth⸗ 2 Noch beſſer haͤlt man die am Geſtade des Meeres liegenden, weil das ſalzige Gras dem Viehe 3) De B Ph⸗tſonder Pyun waͤhe gutt doſelb fat insdeſond Andere aber vicht ſta Kraft zu erhel deſert ſe ſchi Nndete its pewatides oder wechſeln noch antrift, Benutzung v weiljeder ſie ſonders wenn doch nicht in ne Nahrung verfallen, ſ arderen nac herrſchaft— ſolchen Grun mehreren hu Allgemeinen dem Ackerertt wͤhnlichen Neuere mach har, be laͤndere ud um, und na erſchäpft we um ſo ſtaͤrke Virthſchaft deworden we ihne damite Duaſcweide lehters nict anger al ſc dat, undſe den beie⸗ zen zu kon⸗ Sommer d der Be⸗ t der un Nur da, wo baues wer⸗ ger benutt, Kei wegen Rhhen vod nen und mit ſieht ſie und nen aufzube⸗ Fredler, der ſchreidt die⸗ inmal aufge⸗ h ein eben ſo e wieder dar⸗ * jrtheilsfreien die Unerſetz⸗ Man hat Graſe nicht ſen, die ſie e dieſe dich⸗ eiden in eine araus gezd⸗ e geicah vellnden und eSroͤme be⸗ das zu Jeiten un, und ber hende Vrth⸗ dem Nihe §S. 375. 3) Die Bergweiden haben mehrentheils ein ſehr nahrhaftes, aromatſcches und beſonders die Die erzwei 5 Milch⸗Abſonderung befoͤrderndes Weidegras. Sie ſind daher vorzuͤglich den Milchkuͤhen gewidmet, die dann waͤhrend des Sommers, oft in betraͤchtlicher Entfernung vom Wirthſchaftshofe, Tag und Nacht daſelbſt verweilen, und nur bei herannahendem Winter wieder zu Hauſe kommen. Hierher ge⸗ hoͤrt insbeſondere die beruͤhmte Schweizeriſche und Tyroliſche Alpenweide. Andere ſteile, dem Pfluge und dem Wagen unzugaͤngliche Anhoͤhen, deren Gras zwar dicht aber nicht ſtark iſt, werden am vortheithafteſten mit Schaafen benutzt. Um einer ſolchen Weide die Kraft zu erhalten, muß man ihr auch den naͤchtlichen Pferch der Schaafe laſſen. Mit demſeihen ver⸗ beſſert ſe ſich immer, ohne ſolchen aber nimmt ſie ab und wird bemooſet. 5. 376. Andere beſtäͤndige Weiden, deren Boden zum Ackerbau geſchickt und ſicher waͤre, ändet man als privatives Eigenthum jetzt nur ſelten, weil man ihre vortheilhaftere Benutzung als beſtaͤndiges oder wechſelndes Ackerland laͤngſt eingeſehen hat. Diejenigen Weideaͤnger und Lehden, welche man noch antrifft, ſind gewoͤhnlich Kommunen, oder es ruhen auf ihnen doch Servitute, die eine andere Benutzung verhindern. Dieſe Gemeinweiden beſinden ſich gewoͤhnlich in dem elendeſten Zuſtande, weeil jeder ſie moͤglichſt benutzen, aber keiner auf ihre Kultur etwas verwenden will. Sie werden, be⸗ ſonders wenn ſie bequem und nahe liegen, uͤbermaͤßig, unzeitig mit allerlei Vieh durcheinander, oder doch nicht in gehoͤriger Folge betrieben, und gewaͤhren folglich dem Viehe oft nur eine Abtrift und kei⸗ ne Nahrung. Bei der Anerkennung des geringen Nutzens iſt man nun ſchon ſeit langer Zeit darauf verfallen, ſie foͤrmlich zu theilen, oder es hat doch ein Intereſſent gegen gleiche Verguͤnſtigung dem anderen nachgeſehen, wenn er ſich einen Theil davon zueignete und umbrach. Auch hat ſich die Grund; herrſchaft— in einigen Faͤllen der Landesherr, in anderen der Grundherr— das Recht zugeeignet, 8 ſolchen Grund und Boden neuen Anſiedlern auszuweiſen. Und ſo haben ſich dieſe Gemeinweiden ſeit mehreren hundert Jahren ebenfalls betraͤchtlich vermindert. So vortheilhaft dies der Ackerkultur im Allgemeinen zu ſeyn ſcheint, ſo hat es doch keinen Zweifel, daß die Verminderung dieſer Viehweiden dem Ackerertrage bei ſonſt unveraͤndertem Wirthſchaftsſyſteme geſchadet habe, und daß vormals die gewoͤhnlichen Wirthſchaften beſfer beſtehen konnten, wie jetzt. Neuere Erfahrungen, die man uͤber den Erfolg der Theilung der kommunen Weideaͤnger ge⸗ macht hat, beſtaͤtigen dies; wenn naͤmlich mit derſelben keine neue Einrichtung in Anſehung der Acker⸗ laͤnderei und der ganzen Wirthſchaftsart getroffen wurde. Jeder brach nun ſeinen erhaltenen Antheil um, und nahm die Fruͤchte davon, die derſelbe aus ſeiner natuͤrlichen Kraft tragen konnte, bis dieſe erſchoͤpft war. Der erweiterte Ackerbau haͤtte mehreren Duͤnger verlangt, aber dieſer hatte ſich nur um ſo ſtaͤrker vermindert, da man die verlorne Weide auf eine andere Art nicht erſetzt hatte. Die Wirthſchaft und der Ertrag das Ganzen ſank alſo um ſo tiefer herunter, je ausgedehnter der Ackerbau geworden war. Es hat alſo große Bedenklichkeiten, einen gemeinen Weideanger allein zu theilen, ohne damit eine Theilung des ganzen Areals, Aufhebung beſchraͤnkender Servitute und eine neue, auf Dreeſchweide oder Stallfutterung begruͤndete Wirthſchaftseinrichtung zu verbinden. Soll und kann letzteres nicht geſchehen, ſo iſt es fuͤr den Wohlſtand der Gemeinden ohne Zweifel beſſer, den Weide⸗ anger als ſolchen beizubehalten, aber Einrichtungen zu treffen, wodurch ſeine Kultur als Welde beför⸗ dert, und ſeine moͤglich hoͤchſte und regelmaͤßige Denuuna geſichert wird. Weiden und Hutungen. 175 den. Kommune Weideaͤnger. Kultur der Weiden. Weiden und Hutungen. §. 377. Bei der Kultur der Weiden kommt hauptſaͤchlich folgendes in Betracht; Sie muͤſſen abgewaͤſſert werden, wenn irgendwo ſtauendes Waſſer ſie ſumpfig macht, weil ſol⸗ che ſumpfige Stellen einer jeden Viehart, hauptſaͤchlich aber den Schaafen, zum Verderben gereichen koͤnne. Graͤben, Waſſerfaͤnge und Waſſerfurchen muͤſſen auch auf Weiden, es ſeyen beſtaͤndige oder wechſelnde, offen gehalten werden. 1“ Ebnung und Vertilgung der Maulwurfshuͤgel iſt fuͤr ihre hoͤhere Benutzung ſehr wichtig. Auf die Vertilgung ſchaͤdlicher, giftiger oder auch nur den Raum wegnehmender Unkraͤuter muß geachtet werden. Insbeſondere vermehren ſich die Diſteln am ſtaͤrkſten auf fruchtbaren Weiden, weil das Vieh ſie nicht anruͤhrt und ihr Saamen zur Reife kommt. Das Vieh laͤßt nicht nur dieſe Diſteln ſelbſt, ſondern auch das unter ihnen hervorkommende Gras ſtehen, und man ſindet, daß Weiden da⸗ mit gaͤnzlich uͤberzogen und folglich wenig nutzbar werden. Die Huͤlfe iſt leicht, wenn man nur von Zeit zu Zeit und beſonders in ihrer Bluͤthe den Anger mit der Senſe uͤbergeht, und ſie abhaut. Wenn dieſes wiederholt geſchieht, ſo gehen ſie aus; auch werden ſie vom Viehe gefreſſen, wenn ſie, an der Erde liegend, welk geworden ſind. Auf gleiche Weiſe vertilgt man die Wolfsmilch, das Bilſenkraut und mehrere andere ſchaͤdliche Gewaͤchſe.* 4 Endlich iſt die Verbreitung des Weideduͤngers dem Anger hoͤchſt vortheilhaft, wogegen er, wenn er in Klumpen liegen bleibt, im erſten Jahre das Gras ganz unterdruͤckt, und in dem folgenden Geil⸗ hoͤrſte macht, die das Vieh ohne Noth nicht anruͤhrt. Gehoͤrig ausgeſtreut befoͤrdert er dagegen ei⸗ nen gleichmaͤßigen Graswuchs, und ſein dem Viehe anekelnder Geruch verliert ſich bald. Man er⸗ laubt oft dem Hirten, dieſen Weideduͤnger zuſammen zu ſchlagen und zu verkaufen, um nur die Weide 176 davon zu befreien, entzieht aber dadurch dem Anger, was ihm gebuͤhrt, und macht ihn kraftloſer fuͤr die Folge. 4§. 378. Richtiger Be⸗ Ferner kommt es bei der Benutzung der Weiden auf einen angemeſſenen Viehbetrieb an. Ein ſan der Keiden. uͤbermaͤßiger Beſatz der Weiden zerſtoͤrt die Vegetation und laͤßt die Pflanzen zu keiner Entwickelung kommen; das Vieh frißt die Wurzeln ſelbſt aus der Erde heraus. Auf der anderen Seite iſt es aber auch gewiß, daß eine Weide zu ſchwach beſetzt werden koͤnne, und daß ſich dadurch ihr Ertrag und ihre Benutzung vermindere, und ſie wirklich in der Folge an Kraft abnehme. Es ſchlagen dann man⸗ che Pflanzen auf, die das Vieh in ihrem aͤtteren Zuſtande nicht frißt. Sie erſtarken dadurch und ver⸗ mehren ſich; das feine und vorzuͤgliche Weidegras vergeht. Auch fehlt bei einem zu ſchwachen Beſa⸗ tze der Weideduͤnger, den der Anger ſonſt erhalten wuͤrde. 1 Aus gleicher Urſach duͤrfen die Weiden weder zu fruͤh noch zu ſpaͤt betrieben werden. Es iſt ohne Zweifel den Weiden vortheilhafter, wenn man das Vieh von Zeit zu Zeit von einem Platze wegnimmt und das Gras wieder hervortreiben läßt. Man theilt deshalb bei den vollkommen⸗ ſten Weidewirthſchaften das Weideland in Schlaͤge, bringt auf jeden Schlag dasjenige Vieh zuerſt, melches man am kraͤftigſten naͤhren will, und laßt dieſem einen andern Stapel folgen, der ſich mit wenigerem begnuͤgen ſoll. Hierdurch bewirkt man ein vollkommenes Rein⸗ und Niederfreſſen des Gra⸗ ſes, ſo daß auch die vom Viehe minder geliebten Pflanzen nicht ſtehen bleiben. Dann aber giebt man dem Graſe gehoͤrige Zeit zum Wiederwachſen, und bringt dann den erſten Stapel wieder auf. 2₰ 4 3§. 379. 3 Die Folge, die Verbindung oder Abſonderung der verſchiedenen Vieharten auf den Weiden rich⸗ Folge der Vieh⸗ tet ſich nach den Lokalverhaͤltniſſen. Haͤu⸗ arten. 2 4 1 31 duiri Bermcheng der Krinit der detzuen geſe Mminuchs. zazit minde tn werden, d ge Geruch des under ab, ſo Eine Ne auf ſchlecht e reichen gettwe⸗ daijenige, was nußen, vogege me. Nan laf deſe Vermens ſcenzeit um Anders gen zu laſſen, Die& nach einer b der ruhen, Das Veeh a Stellen zu f maͤßg abgef einige Stelle mitnmmt, dieſe Ruhe i In ma theilt man di Agemeſſenen gac ſid, dekoppenw Sonnenſche nießt, hoch Bei a helt, wenn weiden muß werden. Sie w man das N deitterdh öt, wel e den gereichen Raͤndige oder vichig. ndeäuter nuß Weiden, well rdieſe Diten 5Weiden da⸗ nan nur von Haut. Wenn ſie, an der Bilſnkraut egen er, wenn folgenden Gei⸗ er dagegen ei⸗ dL. Man er⸗ nur die Weide kaftloſer für krieb an. En rEntwickelung eite iſt es aber he Ertrag und en dann man⸗ urch und ver⸗ wachen Beſa⸗ 1. zeit von einen n vollkommen⸗ ge Veeh zunſ u, der ſch mit feſſe des Gea⸗ dher gebt man er auf. 4 en Weiden lic⸗ Hau⸗ Weiden und Hutungen. b. 177 Haͤufig giebt man im erſten Feuͤhjahre die beſte Weide den Schaafen ein, weil ſie derſelben zur Vermehrung der Milch und zum Gedeihen der Laͤmmer dann vorzuͤglich beduͤrfen. Kann man das Rindvieh mit der Winterfutterung laͤnger auf dem Stalle erhalten, ſo mag dies auch ohne Nachtheil des letzteren geſchehen. Denn die fruͤhe Beweidung mit Schaafen verdichtet der Erfahrung nach, den Graswuchs. Allein die Schaafe duͤrfen nicht zu lange darauf gehalten werden, und es muß eine Zwi⸗ ſchenzeit mindeſtens von drei Wochen zwiſchen der Beweidung mit Schaafen und mit Rindvieh gehal⸗ ten werden, damit nicht nur das Gras wieder emporkomme, ſondern auch der dem Rindviehe widri⸗ ge Geruch des Schaafpferchs ſich vecliere. Wechſelt auch in der Folge Rindoieh und Schaafe mit ein⸗ ander ab, ſo muß dieſer Zwiſchenraum immer beobachtet werden. Eine Vermengung des Rindviehes mit einigen Maſtſchaafen und mit Pferden koͤmmt nicht nur auf ſchlecht benutzten Weiden, wo es nur aus Roth und Unordnung geſchieht, ſondern auch auf ſehr reichen Fettweiden vor; auf letzteren glaubt man, das fuͤr das Rindvieh zu harte und grobe Gras, dasjenige, was beſonders auf Geilſtellen waͤchſt, am beſten fuͤr die dazwiſchen gehenden Pferde zu be⸗ nutzen, wogegen das feine Gras, welches das Rindvieh nicht faſſen kann, den Schaafen zu Gute kom⸗ me. Man laͤßt hier gern das Gras bis auf den Grund nieder und rein abfreſſen, welches man ohne dieſe Vermengung der Vieharten nicht erreichen wuͤrde, und Slaut. daß es dann nach einiger Zwi⸗ ſchenzeit um ſo dichter und reichlicher wieder aufſchlage. Andere ziehen es aber vor, nach heruntergenommenem Rindvieh erſt Pferde, dann n Schaafe fol⸗ gen zu laſſen, und nun dieſem Weſdoſchlage Ruhe zu Leben.. §. 380. Die Eintheilung der Weide, ſie liege nebeneinander oder an mehreren Orten, in Schläge, die nach einer beſtimmten Ordnung und Zeit mit den verſchiedenen Vieharten betrieben werden und wie⸗ der ruhen, hat ohne allem Zweifel große Vortheile vor dem allgemeinen Ueberlaufen des Viehes. Das Vieh auf engeren Plätzen zu jeder Zeit beſchraͤnkt, laͤuft nicht, um immer ihm beſſer ſchmeckende Stellen zu finden, ſo viel umher, vertritt und beſudelt weniger. Das Gras wird allenthalben gleich⸗ maͤßig abgefreſſen, und hat dann wieder Zeit zu erſtarken, wogegen bei dem allgemeinen Ueberlaufen einige Stellen anfangs unberuͤhrt bleiben, und dann zu hart werden; das Vieh aber andere ſo ſtark mitnimmt, daß ſie kaum wieder ausgruͤnen koͤnnen. Das Vieh iſt auf ſolchen Weiden ruhiger, und dieſe Ruhe iſt ihm gedeihlicher. Eintheilung der Weide in Schlaͤge. In manchen Gegenden, wo die Weidewirthſchaft mit beſonderer Aufmerkſamkeit betrieben wird, theilt man die Weideplaͤtze in ſehr kleine Koppeln und Schlaͤge ab, und beſetzt jede Koppel mit einer angemeſſenen Zahl von Haͤuptern, wobei man dann ſolche zuſammenbringt, die ſich einander moͤglichſt gleich ſind, und, zuſammen gewoͤhnt, friedlich betragen. Die mit Hecken abgetheilten kleinen Wei⸗ dekoppeln werden daher ſehr geſchaͤtzt. indem man auch den Schutz der Hecken gegen den zu ſtarken Sonnenſchein, und gegen den Wind, ſo wie die mehrere Gemuͤthsruhe, welche das Vieh daſelbſt ge⸗ nießt, hoch anſchiägr . B1.. Bei allen Weiden iind gute Viehtraͤnken eine wichtige Bedingung. Es iſt ein jaͤmmerlicher Be⸗ helf, wenn das Vieh aus Troͤgen, in welche man das Brunnen⸗ oder Grabenwaſſer ſchoͤpft, getraͤnkt werden muß. Wo ſich die Viehtraͤnken alſo nicht von Natur finden, muͤſſen ſie durch Kunſt angelegt werden. Sie werden an ſolchen Stellen ausgegraben, wohin das Waſſer den meiſten Zug hat, und wo man das Waſſer der Graͤben hineinleiten kann. Es iſt nicht rathſam, ſie unmittelbar an den Graͤben Dritter Theil. 1 8 Viehtraͤnken. 1732 Weiden und Hutungen. anzulegen, oder dieſe zu dem Zwecke zu erweitern; denn der Graben wird dadurch ängedeten und leicht verſchlammt. Man thut beſſer aus einem Waſſergra ben einen Kanal nach der Viehtraͤnke hinzu⸗ leiten, und wenn es derſelben an Waſſer fehlt, ſolches durch Stauung des Grabens hineinzuzwaͤngen. Ddieſe Viehtraͤnken muͤſſen in der Mitte wenigſtens eine Tiefe von 7 Fuß haben, und vom Rande ſchraͤg ablaufen. Ihr Umfang iſt nach der Zahl des Viehes verſchieden; gewoͤhnlich nimmt man 60 Fuß als mittleren Durchmeſſer an. Auf einem lehmigen und thonigen Boden halten ſie das Waſſer von ſelbſt, und es iſt genug, wenn man ſie nach dem Ausgraben nur ausglaͤttet und feſtſtampft. Wenn aber der Boden ſandig iſt oder viele abziehende Sandadern hat, ſo iſt es nicht zureichend, ihm, wie manche thun, mit Thon auszuſchlagen, indem dieſer Thon leicht Ri ſſe bekommt oder von Maͤuſen durchbohrt wird, da ſich dann das Waſſer einzieht und verſchwindet. Man muß einen Kalkmoͤrtel darauf bringen, am beſten auf folgende Weiſe: Man ſiebet, nachdem die Oberflaͤche aufs ſorgfaͤltigſte geebnet und platt geſchlagen worden, friſch zerfallenen Kalk 2 bis 3 Zoll dick daruͤber her, und benetzt ihn ſo ſtark, daß er zu Brei wird. Ueber dieſen Kalk bringt man dann eine Thonlage von 6 Zoll dick, und ſchlaͤgt ihn„ wie auf ei⸗ ner Dreeſchtenne feſt. Druckfehler im zweiten Bande. Seite 6, Zeile 18, von oben ſtatt 2 Fl. 9 Kr. leſe man 4 Fl. 12 Kr. 6 20 ⸗ 2 1 2 26 ⸗ ⸗ 2„⸗ 48 ⸗ ⸗ 6 ⸗ 22 ⸗ ⸗ AII 3 ⸗ 4 21 ⸗ 7 2 3, von unten ſtatt Anmerk. ſetze man*⸗) Die nach Seite XXI. folgende Nachricht u. ſ. w. gehoͤrt eigentlich zum dritten Bande, es muß bee daſelbſt i in der vorlebten Zeile ſtatt: dier en, geſetzt werden: dritte en. 8 Ti 1 hei nochmalige Ert 44 der! B die in CC A 000 aa der b der) ed die oedf? eglh bi A ik Ri i Die F Figur Schwemmba a die N bb die e der N her Aä de e dar n Fdie⸗ 4A44A B M. hi Lit kl Lin Fig a Stan ddie ſ m Erdu u Endh getreten und raͤnke hin⸗ zuzwaͤngen vom Rande nt man 60 eit genug, ſondig it 1, wi Thon da ſih damn nbeſten auf t geſchlagen Jer zu Brei wie auf ei⸗ nuß daher Erklaͤrung der Figuren a uf.— Tafel V. und VI. 1 7 Tafet V bezieht ſich auf§. 299., und iſt daſelbſt größtentheils erklaͤrt. Indeſſen erfolgt hier eine nochmalige Erklaͤrung mit einigen Zuſaͤtzen. 3 AA der herabfließende Bach. B die in ſelbigem angelegte Stauſchleuſe. CC Anhoͤhen. 000 Moraſtige Niederung. aa der Waſſerlauf des in die Anhoͤhen hineingeführten 2utättennbene b der Punkt, wo die Schwemmung anfangen ſoll. cd die Linie des zuerſt gemachten Durchſtichs. cedf Waſſerlauf der erſten Schwemmbank. egfh Raum der zweiten Schwemmbank, nachdem die erſte bei ce durch Verwallung geſchloſſen worden. bi Linie, in welcher die Schwemmung in gerader Richtung fortgeſetzt werden wird. ik Richtung, welche die Schwemmung von dieſem Punkte an nehmen wird, um durch taͤrkeres Eindringen in die Anhühe mehrere Erde zur Ausfuͤllung der breiteren Niederung zu bekommen. Tafel VI. 4 Anfang und Fortgang der Schwemmungsoperation. 85 Die Figuren I. II. und III., ſo wie die IV. V. VI. muͤſſen in Verbindung betrachtet werden. 8 Figur 1. ſtellt den Grundriß des Zuleitungsgrabens und des Durchſtichs zur Bildung der ſten Schwemmbank, und der beide umgebenden ſchraͤgen Wande dar. a die Waſſerflaͤche im Zuleitungsgraben. bb die ſchraͤgen Waͤnde des Zuleitungsgraben. c der Waſſerlauf im Durchſtich, welcher vermoͤge des Waſſerdrucks von oben und ſeines gefh herabſtuͤrzt, und die ihm vorgeworfene Erde fortfuͤhrt. dd die Seitenwaͤnde des Durchſtichs. e der Punkt, wo die Schwemmbank aufhoͤrt, oder die Sohle derſelben zu Tage auslaͤuft und keine erde mehr abgeſchwemmt werden ſollx. 4 f die Ausbreitung des Waſſers, und der von demſelbe misenommenen Erde in der moraſtigen Riederumm.. AAA Umgebende Anhoͤhen.. 5 B Moraſtige Niederung, die zugeſchwemmt werden ſoll hi Linie, deren Durchſchnitt Figur II. darſtellt. kl Linie, deren Durchſchnitt Figur III. darſtellt. Figur II. Durchſchnitt nach der Linie hi in Fis⸗ 1 a Stand des b die ſchraͤge Waſſers im Zuleitungsgraben. hintere Wand des Zuleitungsgraben. 3 m Erdmaſſe der Anhoͤhe, in die der Graben beim weiteren dortraͤcken eindringt. n Erdboden unter der Sohle des Zuleitungsgraben. 1 lles maͤchtig Figur III. Durchſchnitt nach der Linie kl in Figur I. c Lauf des Waſſers in dem Durchſtich oder der erſten Schwemmbank. d Seitenwand des Durchſtichs oder der Schwemmbank, in welche dieſe hineinruͤckt, vermittelſt des Les⸗ machens und Wegſchwemmens der Erde. e Punkt, wo die Schwemmbank aufhoͤrt und das Waſſer ſich zu verbreiten anfaͤngt. f Ausbreitung des Waſſers und Flaͤche, wo ſich die Erde abſetzt. o Erdboden der Anhoͤhe. og Linie, welche die kuͤnftige Oberfläche der Wieſe bezeichnet. Fig. IV. Grundriß des Schwemmungs⸗ oder kuͤnftigen Bewaͤſſerungs⸗Grabens und der Schwemmbank, nachdem ſchon ein Theil abgeſchwemmt worden. a Lauf des Waffers im Schwemmgraben. b Schraͤge Seite dieſes Grabens nach der Seite der Anhoͤbe. coe Verwallung dieſes Srabens, welche waͤhrend des Schwemmens gemacht wird. d Lauf des Waſſers in der Schwemmbank. e Ufer dieſer Schwemmbank, von welchem die Erde dem Waſſer vorgeworfen wird. 1 Ausbreitung des Waſſers uͤber die Niederung, wo es die Erde abſetzt. AA Anhoͤhen. B Moraſtiger Grund. C Die durch das Schwemmen bereits gebildete Flaͤche. gh Die Linie des Durchſchnitts in Figur V. ik Die Linie des Durchſchnitts in Fisur VI. Fig. V. Durchſchnitt nach der Linie gh in der vorigen Figur. ab Neu entſtandene Flaͤche der Wieſe. 1 b Stand des Waſſers in der Schwemmbank.. ed Ehemalige Oberflaͤche des Bodens, welche abgeſchwemmt worden. e Erdboden der Anhoͤhe. k Erdboden unter der entſtandenen neuen Oberflaͤche. Fig. VI. Durchſchnitt der Grundriſſes in Fig. IV. nach der Linie ik. a Waſſerſtand im Graben. b Aufwurf oder Verwallung dieſes Grabens. cd Die durch das Schwemmen gebildete Flaͤche. eee Oberflaͤche vor dem Schwemmen. Erk Erdboden unter der neuen Wieſenflaͤche. g Erdboden der Anhoͤhe. Die Erkläͤrung der uͤbrigen Tafeln enthaͤlt der Text. Die Taf. V. und VI. ſind nach der Ord⸗ nung des Textes die letzten. No. XII. iſt bei der Numerirung der Tafeln aus Verſehen uͤberſprungen, und gar nicht vorhanden. Der Buchbinder hefte die Tafeln ſämmtlich hinten, jedoch ſo, daß ſie ganz ausgeſchlagen werden koͤnnen. katit Fenigl. Preuz. Dekphäl. zu E der Geſellſcha