Grundſa ätze d er . rationellen Landwirthſcaft“ n, Mae, — . Von uckte zfm,— druckten zi⸗ A. T h d e r. als die ihnen. 8 nden ſollten en folgende. Zweiter Band. Von den landwirthſchaftlichen Verhaͤltniſſen.(Fortſetzung.) Algronome⸗ oder die Lehre von den Beſtandtheilen, ph yſiſchen Eigenſchaften, eer Beurtheilung und Werthſchaͤtzung des Bodens. Agrikultur. 3 Zweite wohlfeile Original⸗Ausgabe.. Berlin, 1811. In der Realſchulbuchhandlung. Wien, bei Beck, Schaumburg u. Comp., Kupfer, Kaulfuß und Gerold. Prag, bei Calve und Widtmann.. Peſth, bei Kilian. Klagenfurt, bei Sigmund. Graͤtz, bei Ferſtl. ö“ G— n Thel d ite wer b— 8 Soolgeuunge 1 Achre, in lettertr me donzülih “ ſädt, e — wiincs Au — Bn derjenige ſuchung des .“ veläuſtge . de vieten . den dodiger Wem YVerk frei das a . Allſändi b ö ſoynde ““ 8 air ahe ſandriſt e „ Vorrehd e. Defer Band enthaͤlt, außer dem Schluſſe des Hauptſtuͤcks von der Oekonomie, den Theil der Wiſſenſchaft, welcher nothwendig auf die Chemie begruͤndet und zuruͤck⸗ gefuͤhrt werden muß, wenn wir zu ſichern Beſtimmungen und neuen fruchtbaren Folgerungen gelangen wollen. Deshalb muß die Theorie, oder das Chemiſche dieſer Lehre, in ſofern ſie auf die Praxis Bezug hat, nicht nur vorgetragen, ſondern mit letzterer mehr in Verbindung geſetzt werden, als es bisher auch von den neueſten und vorzuͤglichſten Schriftſtellern uͤber Agrikultur⸗Chemie, ſelbſt von unſerm Hermb⸗ ſtaͤdt, geſchehen war. Ich durfte hier nicht zu kurz ſeyn, ohne dem groͤßern Theile meines Publikums unverſtaͤndlich zu werden, Mißverſtaͤndniſſe zu erregen und Luͤcken in denjenigen Kenntniſſen zu laſſen, die zu einer rationellen Beurtheilung und Unter⸗ ſuchung des Bodens unumgaͤnglich noͤthig ſind. Dadurch iſt das dritte Hauptſtuͤck weitlaͤuftiger geworden, als ich glaubte; und was dieſer Band vom zweiten Abſchnitt des vierten Hauptſtuͤcks noch haͤtte faſſen koͤnnen, war zu unbedeutend, um es von dem uͤbrigen zu trennen.. Wenn ich Alles ſo ausfuͤhrlich, wie jenes, behandeln wollte, ſo wuͤrde das Werk freilich uͤber die beſtimmten Graͤnzen hinausgehen. Ich werde aber, wenn ich auf das allgemein Bekannte komme, kuͤrzer ſeyn koͤnnen, ohne der Genauigkeit und Vollſtaͤndigkeit etwas zu vergeben, mich auch oft auf das Vorgeſagte beziehen koͤnnen. So werde ich insbeſondere die Lehre von den einzelnen vegetabiliſchen Produktionen mehr aphoriſtiſch und gewiſſermaßen tabellariſch vortragen, da bei ſelbiger Mißver⸗ ſtaͤndniſſe weniger zu beſorgen ſind, und ſ ie nur zu oft und zu weitlaͤuftig von andern — a 2 IV Wor r e d e. behandelt iſt. Ich hoffe gerade dadurch das Weſentlichſte und Wiſſenswuͤrdigſte b hervorzuheben, was unter dem Wortſchwall bisher dem Auge entruͤckt war. Auch werde ich mich in Anſehung der Lehre von der Vegetation im Allgemeinen kuͤrzer faſſen koͤnnen, wie ich glaubte; da mein Schwiegerſohn Crome dieſem Beduͤrfniſſe der rationellen Ackerbaulehre gleichzeitig durch ſin Handbuch der Naturgeſchichte fuͤr Landwirthe abhelfen wird. Und ſo werden vier Baͤnde von der beſtimmten Bogenzahl im Ganzen das Werk dennoch faſſen. 3 Um mein Geiſtes⸗Eigenthum— denn nur die Benutzung deſſelben uͤberlaͤßt der Verfaſſer den Kaͤufern ſeines Werks— um ſo foͤrmlicher zu dokumentiren, habe ic jedes Exemplar mit meiner eigenhaͤndigen Unterſchrift verſehen, und jedes andere fuͤr geſtohlnes Gut erklaͤrt. Deſſen ungeachtet erfrecht ſich ein Nachdrucker, ſeine Diebes⸗ wmaare öͤffentlich auszubieten. Man ſagt, daß ihn der Buchſtabe der Geſetze ſeines Staates ſchuͤtze, und daß im gerichtlichen Wege nichts gegen ihn auszurichten ſey. Mag es— ich habe zu der Rechtlichkeit desjenigen Publikums, dem dieſes Werk ge⸗ widmet iſt, das Zutrauen, daß niemand ein falſches Exemplar, wodurch der Ver⸗ faſſer offenbar beſtohlen worden, ohne Widerwillen anſehen, viel weniger bei ſich dulden werde. Wie kann jemand, der Belehrung in dieſem Werke ſucht, ſich unab: laͤſſig ſagen wollen: der Mann, der ſie dir hier giebt, iſt durch das Buch, welches du in Haͤnden haſt, um ſeinen rechtmaͤßigen Erwerb betrogen worden! Auch wuͤrde man noch andere Folgen eines ſolchen Nachdrucks empfinden, da bei kuͤnftigen Anfuͤh⸗ rungen die Baͤnde⸗ und Seitenzahl nie paſſen koͤnnen. 4 1 * ö 3 Der Verfaſſer. Pihtis In inem B Erklaͤrung d Bemerkunge Tabell — — — — — — — Noüwad Uebergang Uebergang bergan⸗ erzang üagang 4 Nüauung 1 3 nswuͤrdigſt war. Auch kuͤrzer faſen dürfriſſe de ggeſchichte :dſcenden uͤberlaͤßtd n, habe andere ſu ne Diebes eſetze ſeint grichten ſo 8 Werk e ch der I niger bei ſc t, ſich unad⸗ zuch, welhe Auch wund ftigen Ariiſ Erklaͤrung der Tabell Inhaltsverzeichniß des zweiten Bandes. 1 Wichtiger Rachteag zum zweiten Hauptſtück. XI XX. (Nach Vollendung des zweiten Hauptſtuͤcks zu leſen.) Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. In einem Beiſpiele dargeſtl Seite 3. Bemerkungen uͤber d die nabeilariſch dargeſtellten Wirthſchaftsarten. 7. Tabelle 1. Einfache reine Dreifelderwirthſchaft. 10. Felderwirthſchaft mit Erbſen, Klee und Stallfutterung.— 1 2. Mecklenburgiſche Koppelwirthſchaft in 7 Schlaͤgen. 14. 4. Mecklenburgiſche Koppelwirthſchaft in 10 Schlaͤgen. 16. Mecklenburgiſche Wirthſchaft in 12 Schlaͤgen. 18. Koppelwirthſchaft nach neuerer Hollſteiniſcher Art. 20. Achtſchlaͤgige Wirthſchaft nach der Regel des Fruchtwechſels mit Weide. 22. 8. Achtſchia ise Wirthſchaft nach der Regel des Fruchtwechſels mit Stallfutterung des Rindvie⸗ . Zehnſchlägtze Wirthſchaft nach der Regel des Fruchtwechſels mit Stallfutterung des Rindvie⸗ hes und Schafweide. 26. 1N Iiilllie. 1 10. Verhaͤltniſſe dieſer Wirthſchaften gegen einander. 28.. (Dieſe Tabelen erfordern einige im Nachtrage zu dieſem Hauptſtuͤcke angegebenen Korrektueen.) Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. 29. Nothwendige Bedingung; Vermehrung des Betriebskapitals. 29. Uebergang aus der Felderwirthſchaft in die Koppelwirthſchaft. 30.. Uebergang aus der Felderwierhſchaſt in die neunfeldrige Fruchtwechſelwirthſchaft. 30.. (Verglichen Tabelle A.) 8. Uebergang zu einer ſechsfeldrigen Fruchtwechſelwirthſchaft. 33. 5 (Verglichen Tabelle B.) nebergang aus einer Necl uburdiſchen Koppelwirthſchaft zum Fruchtwechſel mit Stallfutterung. 2434K. (Verglichen Tabelle C.) 1 2 Aehergang n einer eilfſchlaͤgigen Birthſchaft zur Fruchtwechſelwirthſchaft. 37z1Sä ucb Wergfichn Tabelen tac eber ang zu einer Weidewirthſchaft nach der Regel des Fruchtwe ſels. 37. 3(Verglichen Tabelle E) 3 Bruch 4 X Verhalten gegen das Waſſer. 55. Unaufloͤslichkeit in reinem Waſſer. Inhalt. Drittes Hauptſtuͤck. Agronomie, oder die lehre von den Beſtandtheihen des Bodens Wichtigkeit, dieſe ehre wiſſenſchaftlich zu behandeln. 43. Beſtandtheile des Erdbodens.. Unterſchied zwiſchen eigentlicher Erde und Humus 44 Entſtehung der Erdlagen. 44. Chezmiche Wetsachtwi der Erden. 46. erhalten der einfachen Erden gegen das Feuer und ge n d 2 Gegen das Waſſer. 48. 5 geden das Orygen. 47. Gegen die fluͤchtigen Stoffe. 48. Gegen die Saͤuren. 49. Verhalten der einfachen Erden gegen einander. 49. G Die Kieſelerde. n ihrem reinen Zuſtande. 49. erhalten gegen das Waſſer. 50. gegen die Saͤuren. Fo. Gegen die Alkalien. zo. Das Glas. 51. Koͤrper, helche die Kieſelerde vorzuͤglich enthalten. F51. Der Feuerſtein. 51. Der Caud und deßſen Arten. 52. Die Thonerde. Im reinen Zuſtande. 53. ÜUnterſcheidung derſelben vom Thon. Reine Thonerde kommt nie in der Nata vor, verbindet ſi 9 nicht mit Kohlenſaͤure. 54. Ihre phyſiſchen Eigenſchaften. 54. Im Feuer. 55. Sie hat keine alkaliſchen Eigenlſchafuen. 56. Wahlverwandtſchaft mit andern Erden. 56. Verhalten gegen die Saͤuren. 56. Gegen die Alkalien. 56. Der Thon. 72. 1 Darin enthaltenes Eiſenoxyd. 57. Verbindung der Veſtandtheile des Thons. 58. 8 Farben des Thons. 59.— eruch des Thons. 59. Verhalten des Thuit gegen das Waſſer.(0. im Froſte. 61. in der Hitze 61. im Gluͤhefeuer. 61. 3 gegen die Luft. 62. gegen die Saͤuren. 62. Verbinduns des Thons mit andern Subſtanzen. 3. Merkwuͤrdigſte Arten des Thons. 64.— Verbindung mit Saͤuren. 66. Kohlenſaure Kalkerde oder roher Kalk. 66. Verhalten gegen das Waſſer. 67. Im Feuer. 68. Gebrannter Kalk. 68. Gelſchter Kalk. 68. Loͤſchung an der Luft. 68. Das Kalkwaſſer. 69. Schwefelkalk. 6. Phosphorkalk. 70. 2 Die Kalkerde. 66. 4 . eätnß de AWidu nit Raran Urk 1 4 3 Puun Pitanin des ſtie Nittelſ zihſe Ninera Oypiwiveral‚ arben ſhe an des Ne Verhalten gegen Veimiſchung and tajnn Geſtalte dütreige Mi das Eſen im? Begtif des W heizde Deden Beſtan Verſchiedenhe Extraktivſtof Wirkung der Auflosbarteit Verbindung n de ſate geg Peränderung, Eutſteung der khuſtn ſchaften Vnnurada dutedet Pheita und Erthäͤungde Wie ſich der⸗ Die Braun⸗ die B 3 s derhä Verhalte des de und Jodenz. Inhalt. Verbindung mit den fluͤchtigen Stoffen. 70. Zerſtorende Wirkung auf organiſche Materien. 70. Der Moͤrtel. 71. Verbindung mit den Saͤuren. 71. Aufbrauſen des kohlenſauren Kalts mit ſolchen. 72. Kalkige Mittelſalze. 72. Kalkige Mineralien. 72. Der Gyps. 74. Gypsmineralien. 7. Oer Mergel. 27. Karben deſſelben. 79. 1 extur des Mergels. 79. Verhalten gegen Saͤuren und im Feuer. 3o. Beimiſchung anderer Subſtanzen. 81. Aeußere Geſtalten des Mergels. 81. 1 Bittererdige Mineralien. 33. Das Eiſen.*4. Das Eiſen im Boden. 34. Der Humus. Begriff des Worts. 83. Eigenſchaften des Humus. 35. Deſſen Beſtandtheile 86. Verſchiedenheit und Veraͤnderlichkeit deſſelben. 36. Extraktivſtoff des Humus. 97. Wirkung der Alkalien auf den Humus. 37. Aufldsbarkeit und Vergaͤnglichkeit deſſelben. 87. Verbindung mit dem Thon. 38. Verhalten gegen den Sand 38. Veraͤnderung, welche er durch Entziehung der Luft erleidet. 89. Entſtehung der Saͤure im Humus. 90. Eigenſchaften des ſauren Humus. 90. Adſtringirender Humus. 91. Verſchiedenheit des durch Fautniß oder durch Verwitterung entſtandenen. 91. hiceiſher und vegerabilüſcher Humus. 91. Der Torf. Entſtehung des Torfs. 92. Wie ſich der Torf vom Humus unterſcheidet. 93. Die Braun⸗ oder Erdko le. 93. Di⸗ Podenarren, in fofern ſie aus den Gemendsvethättnißfen ihres Beſtandtheile hervorgehen. Dieſes Verhaͤltniß macht die Bodenarten aus. 94. Verhalten des Humus im Boden. 4* Verhaͤltniß des Humus zum Thon. Zum Sande. 97. Werkmale und Beſtimmung des Huaagehaldan 92. Die Bitter⸗ oder Talkerde. Sie ewer EEeNer 3 4* /— vu Inhaltt. Gute Eigenſchaften des Thons im Boden. 99. 4 Deſſen nachtheilige Eigenſchaften. 99. 0 Verhaͤltniſſe des Thons zum Sande. 100. Der Sandboden. 100. Verhaͤltuiſſe, worin Sand und Thon im Boden ſtehen. 102. Der Thon⸗ oder Weizenboden. 101. Der Lehmboden. 101l. Wie der Sand im Uebermaaße nachtheilig werde. 102.. Sandiger Lehmboden. 102. Sandboden. 10z. 7 „Schlechter Sandboden. 103. 2 Vortheile und Nachtheile des Kalks im Boden nach ſeinem Verhaͤltniſſe. 104. Ferbaltzi e Na im Hudhe dec dta, S. 4 Einige Beimiſchung des Humus iſt nothwendige Bedingung der Fruchtbarkeit jedes Bodens..“ Wie der Werth des Bodens ſich nach dem Verhaͤltniſſe dieſer Beimiſchung Aadege. 106. ens. 103 Beimiſchung des ſauren Humus. 106. Haidhumus. 1077.— erthsbeſtimmung des Bodens. 107. In die Sinne fallende Kennzeichen der Bodenarten. 108. Konſiſtenz des Bodens. 108.. Tabelle A. Gradationen der Bodenmengungen ihrem Werthe nach. 109. 110. Tabelle B. Vergleichung des Werths eines Jochart Landes von den verſchiedenen Klaſſen nach den ange⸗ nommenen Brandenburgiſchen Tax⸗ Prinzipien. 111. 112. Tiefe des Bodens. 113.. Der Untergrund. 114. Leuchtiarai des Bodens. 116. emperatur des Bodens. 117. Ebene oder unebene Oberflaͤche. 119. 3 Hohe oder niedere Lage. I19. 1 Aöbhang nach der Himmelsgegend. 1210. Beſchattung oder Licht. 121, Windausſetzung. 121. Atmoſphaͤre, die den Boden umgiebt. 122. Reinheit des Bodens von Samenunkraut. 123. Reinheit von Wurzelunkraut. 127. 3 Reinheit von Steinen. 128. 3 Methode der agronomiſchen Unterſuchung. 129. Viertes Haupt ſtäck. A 9 ri u l„u r. Abtheilung in chemiſche und mechaniſche Agrikultur. 133. 7 4 Erſter Abſchuitt.. Die Lehre von der Duͤngung. Naͤhrender zerſetzender Duͤnger. 133.— Vegetabiliſcher und animaliſcher Moder. 134. 8 Todte, aber vom Organismus ruͤckſtaͤndige Materie. 134. Bedingungen ihrer Zerſetzung. 134.. Torhieriſche Faͤulniß. 135. Der Miſt. 135. 8*— Die Erkremente der Thiere. 135.. Der Urin. 136.. 1— Der Stallmiſt. 136. 7 Der Pferdemiſt. 137. Der Rindviehmiſt. 133. hdie verſch ſbhaltung de d die Mit Söhralziſt Garehter 3 Vann die eit zur A eſtimmung, Maß und be Stirte dr Mariyulatin Arsteuung u Nenxehnger Einſreuungsſu Ettauloſer M Sͤrndlung d de pferchdur Deihen bei Nauung de Duugung mit mi m m n nterxüge Vegetabili Der Modd Ausfahrung Vermenaun Quantitit d Dingung m Naüſerung Anßahtung Kaidüngung Naripulatio Gandlang Daanditit) Widerſyie Koſten der Wirkung Ungebrann der Merg Neinunger luffuhr de Enichtung Laden und Loſtn und Ungleicheit arbeitun Dantitzt; Zweitet, z. n nach den ug Da Der Schafmiſt. 138. Der Schweinemiſt. 138. Der Federviehmiſt. 139. Menſchliche Exkremente. 139⸗ Behandlung des Stallmiſtes. 140.. Aufbewahrung des Miſtes im Stalle. 140. 4 Aufbewahrung auf der Miſtſtelle. Ihre Einrichtung. 144. Ob die verſchiedenen Miſtarten vermengt oder abgeſondert zu halten ſind. 143. Abhaltung der Luft waͤhrend der Gaͤhrung. 143. 83 Ob die Miſtſtelle auszupflaſtern ſey. 144. Schweizeriſche Behandlung des Miſtes. 145. Gerechter Zuſtand des Miſtes zur Ausfuhr. 145. Wann die Luftausſetzung des Miſtes unſchaͤdlich ſey. 146. Veit zur Ausfuhr des Miſtes. 148. 3 eſtimmung, in welcher Art der Miſt auf die Felder zu vertheilen ſey. 149. Maß und Gewicht des Miſtes. 151. Staͤrke der Auffuhr. 152. Manipulation der Miſtausfuhr. 152. Ausſtreuung und Brechung. 153. Mengeduͤnger oder Kompoſt. 153. Einſtreuungsſurrogate. 156. * Streuloſer Miſt und Guͤlle. 158.. Behandlung des fluͤſſigen Miſtes oder der Guͤlle und der Jauche. 160. Die Pferchduͤngung. 161. Verfahren bei der Pferchung. 162. Benutzung des Pferches. 163. Duͤngung mit thieriſchen Abfaͤllen. 164. —mit Aeſern, Knochen, Fiſchen. 164. mit Hoͤrnern und Klauen in Spaͤhnen. 165. mit Schlaͤchter⸗ und Lohgerber⸗Abfaͤllen 166.— mit Haaren und Wolle, altem Leder, Fettgreven und Zuckererde. 166. Vegetabiliſche Dungungsmittel. 166. Unterpfluͤgen gruͤner Saaten. 168. Vegetabiliſche Abfaͤlle. 169. Der Modder. 170. Ausfahrung des Modders. 171. Vermengung des Modders 171. Quantitaͤt deſſelben 171. Duͤngung mit Torf. 172. MNineraliſche Duͤngungsmittel. 173. Verbeſſerung der phyſiſchen Eigenſchaft des Bodens durch Auffuͤhrung von Grunderden. 173. Auffahrung des Sandes. 174. Kalkduͤngung, wie ſie wirke. 174. Manipulation der Kalkduͤngung 176. Behandlung des ausgeſtreuten Kalks. 177. Quantitaͤt der Kalkduͤngung. 178. Widerſpruͤche uͤber Kalkduͤngnng. 178. Koſten der Kalkduͤngung. 179. Wirkung des Kalks auf Wieſen. 179. Ungebrannter Kalk. 179.. Der Mergel. 180. 5 Meinungen uͤber denſelben. 180. Auffuhr des Mergels an beguͤnſtigten Orten. 181. Einrichtung der Mergelgrube. 182. Laden und Ausfuhr des Mergels. 182. Koſten und Bezahlung der Arbeit. 183. Ungleichheit des Mergels in einer Grube. 184. Bearbeitung der Grube. 184. Quantitaͤt des Mergels. 184. Zweiter Theil. Wiederholung des Mergelns. 185. Dauer ſeiner Wirkung. 185.. Zeit der Ausfuhr 186. Ausſtreuung und Ueberpfluͤgung. 186. Koſten der Mergelung. 187. Erfolg derſelben. 187. Duͤhngererde beſonderer Art. 188.“ Gypsduͤngung. Geſchichte derſelben. 189. Wirkung derſelben. 190. Gebrauch des Gypſes. 191.. Bereitung deſſelben. 191. Ausſtreuung deſſelben. 191. Sicherer Erfolg. 191. Duͤngende Kraft der Salze. 192. Metalliſche Salze, insbeſondere Eiſenvitriol. 193. Saͤuren. 194. Die Aſche 195. — Seifenſiederaſche. 195. Eſcherei der Pottaſchenſiedereien. 196. Die Torfaſche. 196.. Verbrennung der Stoppel und des Strohes auf dem Acker. 197. Salinen⸗Abfall. 197. 1 Duͤngerſalze. 197 197.— Wechſelung der Duͤngungsmittel. 197. „„mhatt. Bener Oe 6 derum ei exitire, üͤber ha woch nie, ſacht, un Pachtanſ d Ackers: wie ich ſie, ſo Lung und Ve bei ihre Bodens zum 1 „ zweiten Haup t ſt uͤ ck. — 8 1 1 4 Bemerkungen uͤber das Verhaͤltniß, in welchem die Kraft des Bodens, der Ertrag der Ernten und die Erſchoͤpfung gegen einander ſtehen. Das ein Verhaͤltniß zwiſchen derum ein Verhaͤltniß zwiſchen den a exiſtire, iſt allgemein anerkannt, und uͤber hatte man auch laͤngſt als begruͤ noch nie ausgeſprochen. Ich habe es ſucht, und gleichzeitig mit mir hat dem Koͤrnerertrage und der Kraft des Bodens und wie⸗ Pachtanſchlaͤge, S. 56 u. f., aber Da jene von mir angegebene Formel, ſie, ſo viel es jetzt ſchon moͤglich Jgung wird ſie erſt erhalten koͤnne — und Verſuche gehalten wird; un wie ich bereits erfahren habe, erregt hat; , genauer zu iſt n, es ndet angenommen. bgenommenen Ernten und der Ausſaugung des Bodens durch alte Erfahrungen beſtaͤtigt. Einzelne Saͤtze dar⸗ Ein allgemeines Verhaͤltniß war aber im erſten Bande dieſes Werks S. 240 u. f. zuerſt ver⸗ der verdienſtvolle J. F. Meyer, in ſeinem Werke uͤber auf eine ganz andere Weiſe gethan. wodurch ich eigentlich nur die Erſchoͤpfung des Ackers andeuten wollte, eine große Aufmerkſamkeit, zugleich aber auch manche Mißdeutungen, ſo will ich mich hier naͤher daruͤber erklaͤren, und beſtimmen ſuchen. Eine vollſtaͤndige Berichti⸗ wenn ſie an kuͤnftige aufmerkſam beobachtete Erfahrungen d ſie kann dann fruchtbarer an Folgerungen werden, als ich, bei ihrer erſten Entwerfung, ſelbſt erwartete. men. Ein offenbares Mißverſtaͤndniß waͤre es, die natuͤrliche oder zuruͤckbleibende Kraft des Bodens in allen Faͤllen gleich, zu 40 Grad, anzuneh Dieſe habe ich als das Mhiniinum u Bemerkungen. angeſetzt, als den Gesd, welchen ein ſo weit erſchoͤpfter Mittelboden behaͤlt, wenn ſeine Beſtellung, ſogar in Ruͤckſicht auf die naͤchſte Ernte, kaum mehr vortheilhaft bleiben wuͤrde, falls man ihm keinen neuen Nahrungsſtoff gaͤbe— als die aͤußerſte Erſchoͤpfung, wohin man einen Ackerboden kommen laſſen ſollte. Ein guter Gerſtboden, der nicht uͤber 50 bis 60 Prozent Sand, vielleicht etwas Kalk und 2 Prozent Humus hat, wird ohne muthwillige Er⸗ ſchoͤpfung nicht ſo tief herunterſinken, und wir werden ihm bei einer ſechsjaͤhrigen Duͤn⸗ gung und abgenommenen 4 Getreidefruͤchten immer noch eine Kraft von 60 Graden beimeſſen, und wenn wir ihn weiter erſchoͤpfen wollten, noch Ernten in dieſem Verhaͤltniſſe von ihm er⸗ warten koͤnnen. Bei andern Feldſyſtemen und natuͤrlich reichern Boden wird er noch hoͤhere Grade von Kraft beſitzen, wenn man ihm dennoch neuen Duͤnger zufuͤhrt. Je mehr Thon ein Boden enthaͤlt, um deſto ſpaͤter wird er in den Zuſtand kommen, den wir eigentlich mit jenen 40 Graden bezeichnen, weil er ſeine Nahrungstheile feſter anhaͤlt, und zwar befriedigende Ernten verſagt, deſſen ungeachtet aber doch noch Kraft in ſich hat; wie wir daraus erkennen, daß wir ihm noch Ernten abzwingen koͤnnen, durch ſolche Mittel, welche die in ihm verſchloſ⸗ ſenen Nahrungsſtoffe nur aufſchließen. Es gehoͤrt viele Kunſt dazu, um ihn ganz auszuſau⸗ gen; dann aber freilich ein deſto groͤßerer Aufwand, um ihn wieder in die erforderliche Kraft zu ſetzen. . Jene Bodenkraft, die wir nur deshalb die natuͤrliche nennen, weil ſie zuruͤckbleibt, wenn wir ihr eine Erfriſchung geben, und insbeſondere dann, wenn wir eine neue Rotation mit der Hauptduͤngung anfangen, ſteigt und faͤllt auf demſelben Acker, nach dem Verhaͤltniß der gegebenen Duͤngung zu den abgenommenen Ernten am Ende jeder Rotation, und tritt in einem hoͤhern oder geringern Grade zur folgenden uͤber. Ich habe durch den§. 258. Veranlaſſung gegeben, die Ausſaugung aller Fruͤchte gleich, und zwar zu 30 Prozent der jedesmal im Acker befindlichen Kraft anzunehmen, und mich in der zweiten Anmerkung nicht deutlich genug uͤber das Verhaͤltniß erklaͤrt, in welchem die ſtaͤr⸗ ker anziehenden Fruͤchte ſich davon mehr zueigneten, und dann auch in demſelben Verhaͤltniſſe ſtaͤrkere Ernten gaͤben. Es kam mir damals nur auf das Reſultat bei ganzen Rotationen an. Dieſe Verſchiedenheit ſindet aber nach allen Erfahrungen ſtatt. Weizen, welcher auf einem ihm angemeſſenen Boden mehrentheils gleichen Scheffelertrag mit dem Rocken giebt, ſaugt den Boden bekanntlich ſtaͤrker, wie dieſer aus, und ſehr wahrſcheinlich nach dem Verhaͤltniſſe, worin er den Rocken in Anſehung ſeiner Schwere und ſeiner nahrhaften Theile uͤberwiegt. Auf Bo⸗ den alſo und auf einer Stelle, wo Weizen uͤberhaupt paßt, werden wir ſeine Anziehung— 40 Prozent annehmen, und darnach ſeinen Ertrag beſtimmen koͤnnen. Er ſteht naͤmlich in dem Verhaͤltniſſe ſeines Nahe angsſtoffes gegen den Rocken wie 13:10, ſeine Anziehung darnach wie 39:30, und da ſie noch etwas kraͤftiger ſcheint, ſo nehmen wir 40. Die Soͤmmerung dagegen zieht ſchwaͤcher an, wie auch ſchon nach der kuͤrzern Zeit ihrer Vegetation zu vermu⸗ then iſt. Wir koͤnnen fuͤr ſelbige nur 25 Prozent, als der Wahrheit nahe kommend, anneh⸗ men. Ob Gerſte oder Hafer ſtaͤrker ausſauge, daruͤber ſind die Meinungen ſeit jeher getheilt geweſen, und es koͤmmt dabei wohl auf den Zuſtand des Bodens an. Erſtere wird ſtaͤrker aus⸗ ſaugen, wenn der Boden die Lockerung und Vorbereitung erhalten hat, welche dieſe Frucht er⸗ fordert, indem ſie nur unter dieſer Bedingung vollſtaͤndige Ernten giebt. Der Hafer hinge⸗ gen hat an ſich eine ſtaͤrkere Anziehungskraft, und auf einem zaͤheren und minder bearbeiteten Boden wird er mehr ausſaugen, als Gerſte, aber auch in dem Verhaͤltniſſe eine ſo viel ſtaͤrkere Ernte geben. Deshalb nehmen wir ſie im Durchſchnitt als gleich an. A rutt Bünn ein fanbi p vnrjj Reb un, die wit ammeſſene? endes du des zu erwar des machen entgegen 1 ann i fndlih ku auf ece Nehe (134 des per Rehe ar dee bon einer de aziehend dieſer Getrei Verhältniſſe dung gebrau Um di Kraft ſtehe Weiz A welche aus d Rocke tM 1 Ler 1 N daf 1N (is iſ ſe wenn ſeine ben virde, wohin man 50 bis 60 hnilige Er⸗ igen Din⸗ bmeſſn, don in a⸗ noch haher ehr Thene ſch mit jenn befriedigene s erkennen, jm verſch az ouszulau⸗ erliche guif zuruͤckbleibt, ue Rotation Verhaͤltnij und tritt in icte gleich, und mich in eem die ſͤr⸗ Verhaͤltniſe stionen al. auf einem ſaugt den iſſe, worin Auf Bo⸗ ung= 40 lich in den ng darnag Soͤmmerunh zu vermu⸗ ind, anne⸗ eher getheit ſtäͤrker aus⸗ Frucht el⸗ gfer hinge⸗ earbeiteten iel ſaͤrkere Bemerkungen. XTII „Wollen wir nach der im Boden vorhandenen Kraft den Ernteertrag jeder einzelnen Frucht beſtimmen, ſo muͤſſen wir uͤberhaupt auf mehrere Nebenumſtaͤnde Ruͤckſicht nehmen. Eine Frucht wird auf Boden von gleicher Natur und gleicher Kraft einen hoͤhern Ertrag geben, wenn jene Rebenumſtaͤnde ſie beguͤnſtigen. Dahin gehoͤrt denn beſonders— außer der Witte⸗ rung, die wir weder in unſerer Gewalt haben, noch vorherſehen koͤnnen— eine ihr gerade angemeſſene Beackerung oder Vorfrucht, und Zerſtoͤrung desjenigen Unkrauts, welches dieſer Frucht beſonders zuwider iſt. Dieſe muͤſſen wir alſo im Auge behalten, wenn wir einen Voranſchlag des zu erwartenden Ertrages nach der Kraft des Bodens und der Anziehungskraft des Getrei⸗ des machen wollen; denn dieſe Anziehungskraft aͤußert nur ihre volle Wirkung, wenn ihr nichts entgegen ſteht. Wenn wir die mittlere anziehende Kraft des Rockens zu 30 Prozent von der im Acker be⸗ findlichen Kraft und hiervon 12 Metzen Ertrag uͤber die Ausſaat angenommen haben, folglich auf jede Metze 2½ Grad kommen, ſo werden wir nach dem Verhaͤltniſſe ihrer naͤhrenden Theile (§. 254. des erſten Bandes)—— fuͤr Weizen 3 ¾ Grad Kraft fuͤr die Gerſte ¾½—— fuͤr den Hafer ½¼—— per Metze anzunehmen haben, und hiernach den Ertrag jeder Getreideart per Metze, ſo wie die von einer jeden Ernte ausgeſogene Kraft am beſten berechnen koͤnnen. Wir muͤſſen naͤmlich die anziehende Kraft einer Getreideart von der Kraft des Bodens unterſcheiden, die eine Metze dieſer Getreideart zu ſeiner Ausbildung gebraucht; denn beides ſcheint nicht in völlig gleichem Verhaͤltniſſe zu ſtehen. Die Kraft aber, welche eine Metze jedes Getreides zu ſeiner Ausbil⸗ dung gebraucht, iſt gleich der Kraft, die durch dieſes Maß dem Acker entzogen wird.. Um dieſes durch ein Beiſpiel zu erlaͤutern, nehmen wir einen Boden an, der in 140 Grad Kraft ſtehe. Weizen zieht an 40 Prozent: 100: 40= 140: xX= 56. 1 Metze Weizen erfordert 3 ¾ Grad Kraft: 3 ¾: 1= 56: x giebt 17, ⸗ Metzen welche aus dieſen 140 Grad Kraft entſtehen koͤnnen. Rocken zieht an 30 Prozent: 100: 30= 140: X= 42. 1 Metze Rocken erfordert 2 ½ Grad Kraft: 21: 1= 42:* giebt 16, s Metzen. Gerſte zieht an 25 Prozent: 100: 25 140 xX— 38. 1 Metze Gerſte erfordert 1½ Grad Kraft: 13: 1= 35: x giebt 20 Metzen. Hafer zieht an 25 Prozent: 3 100: 25—= 140: Xx— 35. 1 Metze Hafer erfordert 1 ¾ Grad Kraft: 11: 1= 35: x giebt 28 Metzen. (Dies iſt ſaͤmmtlich uͤber die Ausſaat anzunehmen). Iv Bemerkungen. Oder wenn wir den Ertrag als bekannt annehmen, und die ausgeſogene Kraft ſinden wol⸗ 7 len, ſo verfahren wir umgekehrt. Wir nehmen 16 Metzen Weizen uͤber die Ausſaat an. 1 Metze erfordert 3 ¾ Grad, folg⸗ lich ſind ausgeſogen 52 Grad, und es bleiben von den oben angenommenen 140 Graden 88. Rehmen wir 16 Metzen Rocken à 2 ½ Grad, ſo ziehen dieſe aus 40 Grad, und es blei⸗ ben 100. Rehmen wir aa Metzen Gerſte à 13 Grad, ſo ziehen dieſe aus 38,⸗, und es blei⸗ ben 101, 5. 5 NRehmen wir 28 Metzen Hafer à 1½¾ Grad, ſo ziehen dieſe aus 35 Grad, und es bleiben 105 Grad.. 4 Ob jene nach der Kraft des Bodens und der Anziehung der Frucht ausgemittelte Metzen⸗ zahl wirklich erfolge oder auch noch ſtaͤrker ſey, haͤngt von Nebenumſtaͤnden ab, die theils in unſerer Gewalt ſtehen, theils nicht. Die Ausſaugung des Bodens aber laͤßt ſich nach der wirk⸗ lich gewonnenen Metzenzahl jeder Getreideart ausmitteln; es ſey denn eine ſo betraͤchtliche Menge Unkraut auf dem Acker zur Reife gekommen, daß ſich dieſes einen erheblichen Antheil der Bodenkraft angeeignet und dem Getreide entzogen habe. 23. S. 157 des erſten Bandes habe ich aus den angefuͤhrten Gruͤnden angenommen, daß gut ſtehende und nicht oft wiederkommende Huͤlſenfruͤchte, beſonders Erbſen, dem Boden ſo viel wiedergaͤben, als ſie ihm entzoͤgen, und daß ſie nur negative der Brache, welche die Kraft des Bodens um 10 Grad vermehrt, nachſtaͤnden. Nach der Summe der Erfahrungen aber in der 5 Dreifelderwirthſchaft nehmen die meiſten doch an, daß die Winterung und die darauf folgende Soͤmmerung nach Erbſen, bei gleicher Duͤngung und gleicher Furchenzahl, gegen die reine Brache um 2 Metzen per Jochart zuruͤckſchluͤge. 10 Grad weniger Kraft begruͤnden dieſen Ruͤckſchlag noch nicht, wohl aber 20 Grad. Denn von 20 Grad zieht der Rocken 6 Grad an, und giebt daraus 2 ½ Metzen; folglich von 20 Grad weniger Kraft auch circa 2 Metzen Ertrag weniger: in demſelben Verhaͤltniſſe ohngefaͤhr die Soͤmmerung von den uͤbrig bleibenden 14 Grad. Daher ſetze ich ihre poſitive Erſchoͤpfung auf 10 Grad, und zwar im Allgemeinen, und ohne Nuͤckſicht auf ihren ſtaͤrkern oder ſchwaͤchern Ertrag, weil die Erfahrung lehrt, daß ſe den Acker um ſo weniger verſchlechtern, je beſſer ſie ſtehen. Einige aufmerkſame Beobachter haben die Bemerkung gemacht, daß wenn die Winterung nach den Erbſen gut ſtehe, und dem Brachrocken nichts nachgebe, die darauf folgende Soͤmmerung um ſo mehr zuruͤckſchlage; wes⸗ halb ſie auf den Fall nicht Gerſte, ſondern Hafer einſaͤen.— In Anſehung der Kraftzunahme, welche der Boden durch die Dreeſchweide erhaͤlt, koͤn⸗ nen ebenfalls genauere Beſtimmungen ſtatt finden, indem nach der Kraft, worin der Boden niedergelegt wird, der Graswuchs oder die Reichhaltigkeit der Weide verſchieden ſeyn, mithin aus der Staͤrke des Raſens und des Weideduͤngers ein hoͤherer oder geringerer Kraftzuſatz erfol⸗ gen muß. Man koͤnnte dieſes beſtimmen: d a) nach dem umgekehrten Verhaͤltniſſe des Flaͤcheninhalts, der zu einer vollen Kuhweide erfordert wird. Wenn 14½ Jochart auf eine Kuhweide kommen= 10 Grad. — 1—————— I1— — 1☛—————= 12— — 12)————= 13— = Äh) tder; gürde der — 5 1111 111 r Dürde der —— Die ſich in der kehre ve Seo wird ſeht, und je macht einen e ter act bis z ſeeht, um de Man kann ſi um 10 Gra⸗ Grad Kraft Daſfe folls bor den ſe dicht und Sonſt muß m ſerung durch Auch de hern graft ge tungstheile a vird. Hierd dem aden nin ſo kraͤtige keres Aus wir alſo ein dei z0 Gra Was ſprechenden ſaugend, an ſarke ausſar nehr gegebe tinden dal⸗ Grad, folg Graden g9. und es blei⸗ und es hlei⸗ und des Raihe ttelte Mi die theitzn nach der vit o betraͤchiie lichen Jathel men, daß au Boden ſo tit e die Kraftde en aber in de rauf folgend gen die rein gründen dieſen en 6 Grad g Metzen Ertrag bleibenden 14 emeinen, und hrt, daß i e Beobachte je, und den ſchlage; ne erhaͤlt, ke rin der Vohn ſeyn, niti raftzuſatz ei⸗ ellen Kuhweie Bemerkungen. xv Dagegen: Wenn 123 Jochart auf eine Kuhweide kommen 19 8 Grad. 6— 1II 2———— —=— 4 b) oder nach der Kraft, in welcher der Boden zu Graſe niedergelegt wird. Wuͤrde der Boden mit 40 Grad Kraft niedergelegt, ſo gewinnt er jaͤhrlich 1o Grad. ———— 50—————— 11— ———— 60—————— 12— ———— 70—————— 13— ———— 80—————— 14— ———— 90—————— 15— Dagegen: 3— Wuͤrde der Boden mit 30 Grad Kraft niedergelegt, aber nur 8 Grad. ——— 10——— Wie ſich der Werth der Weiden nach den Graden der Bodenkraft beſtimmen laſſe, wird in der Lehre von denſelben naͤher eroͤrtert werden. 3 So wird auch der Kraftzuſatz beim Klee verſchieden ſeyn, je nachdem er dicht und ſtark ſteht, und je nachdem er wieder hervorgewachſen war, wie man ihn umpfluͤgte. Das letztere macht einen erheblichen Unterſchied, und es iſt fuͤhlbar, welche vegetabiliſche Duͤngung ein dich⸗ ter acht bis zehn Zoll herangewachſener Klee dem Acker geben muß. Je dichter aber der Klee ſteht, um deſto eher findet dieſes Heranwachſen ſtatt, weil er alsdann nur einer Furche bedarf. Man kann ſicher annehmen, daß Klee, welcher auf 60 Grad Kraft geſaͤet worden, den Acker um 10 Grad, auf 70 Grad Kraft um 12 Grad, auf 80 Grad Kraft um 14 Grad, auf 90 Grad Kraft um 16, u. ſ. f. bereichere. Daſſelbe ließe ſich von der Stoppel gruͤn gemaͤheter Wicken annehmen, wenn man ſie eben⸗ falls vor dem Unterpfluͤgen etwas austreiben laſſen koͤnnte, was aber nur geſchehen darf, wenn ſie dicht und in ſtarker Kraft ſtehen, und bei eben aufgebrochener Bluͤte gemaͤhet werden. Sonſt muß man mit dem Umbruche eilen, und deshalb kann ſelten mehr als 10 Grad Verbeſ⸗ ſerung durch ſie angenommen werden, wenn ſie auch uͤber 60 Grad Kraft hatten. Auch der Brache iſt eine ſtaͤrkere Wirkung beizumeſſen, wenn ſie dem Boden in ſeiner hoͤ⸗ hern Kraft gegeben wird. In ſofern ſie den Boden pulvert, und die darin befindlichen Nah⸗ rungstheile aufſchließt, wird ſie immer eine ſtaͤrkere Ernte geben, je fleißiger ſie bearbeitet wird. Hierdurch wird ſie dann freilich aber auch eine ſtaͤrkere Ausſaugung bewirken. Außer⸗ dem aber nimmt die Brache ohne Zweifel eine atmoſphaͤriſche Duͤngung an, und dieſe wird um ſo kraͤftiger ſeyn, je mehr Kraft ſich im Boden befindet; auch wird bei groͤßerer Kraft ein ſtaͤr⸗ keres Austreiben des Unkrauts erfolgen, und hierdurch der Acker mehr bereichert werden. Wenn wir alſo einer Brache bei 40 Grad Bodenkraft 10 Grad Kraftzuwachs beimeſſen, ſo koͤnnen wir bei 50 Grad 11, bei 60 Grad 12 u. ſ. f. annehmen. Was die Ausſaugung der behackten Fruͤchte betrifft, ſo laͤßt ſich daruͤber bei den wider⸗ ſprechenden Erfahrungen mit Zuverlaͤſſigkeit noch nichts beſtimmen, da einige ſie fuͤr ſtark aus⸗ ſaugend, andere fuͤr ſehr ſchonend erklaͤren. Nach meinen Beobachtungen kann ich ihnen keine ſtarke ausſaugende Kraft beimeſſen, und wenn ich den Kartoffeln 44 Fuder Duͤnger per Jochart mehr gegeben habe, als der reinen Brache, ſo habe ich wenigſtens keinen Ruͤckſchlag der zwei „Nr Bemerkungen. darauf folgenden Getreideernten, der Gerſte naͤmlich und des Rockens zuſammengenommen, bemerkt. Ich bitte Andere darauf zu achten, da der Fall nicht ſelten vorkommt, daß man den 5 ganzen Brachſchlag wegen Mangels an Duͤnger im Fruͤhjahre noch nicht ganz mit Hackfruͤchten beſtellen kann. Ich glaube indeſſen, daß es einen Unterſchied mache, ob man, beſonders die Kartoffeln, dicht oder weitlaͤuftig pflanze, und in jenem Falle wirklich einen etwas hoͤhern Er⸗ trag davon habe, den ich aber nicht will, weil er die Bearbeitung erſchwert, und die Verbeſ⸗ ſerung des Ackers zuruͤckhaͤlt, und deshalb auch nur 160 Metzen, aber die ſchwache Einſaat ³ rach von 10 Metzen berechne. Aus dieſen Gruͤnden ſetze ich ihre Ausſaugung auf 30, rechne ihnen 133 aber den Vortheil der Bearbeitung gleich der Brache mit 10 wieder zu gut. b) Rocka 2— An alle mir bekannten Erfahrungen gehalten, finde ich dieſe Saͤtze paſſend. Ich bin aber—) Getſe, . uͤberzeugt, daß ſie noch mehr berichtigt werden koͤnnen. Insbeſondere moͤchte auf verſchied«, h Lute nem Boden ein verſchiedenes Verhaͤltniß in einem oder dem anderen Stuͤcke eintreten. Außer⸗ 9 Jua, 4 cordentlicher Boden darf gar nicht in Betracht kommen, deſſen Kraft man zuweilen faſt zu ver⸗*) hefer, mindern, nicht zu vermehren trachtet. 9 Juach Daß eine gewiſſe Ordnung in der Natur hier ſtatt ſnde, wodurch ſich der Ertrag der 1) Rocken Ernten beſtimmt, wird wohl kein aufmerkſamer Beobachter leugnen. Daher die Gleichmaͤßig⸗ i) Gerſte, keit der Ernten im Durchſchnitt einer Reihe von Jahren, die man ſeit Jahrtauſenden beobach⸗ tet hat. Daher nach einer ſehr reichen Winterungsernte hoͤchſtens eine mittelmaͤßige der Soͤm⸗ merung, und nach einer ungewoͤhnlichen Soͤmmerung zwei Jahre darauf ſelten eine vorzuͤgliche 3 Winterung bei der Dreifelderwirthſchaft. So entſteht der Wechſel uͤberreicher und kaͤrglicher Ver 3 Ernten, indem jene, durch die Jahreswitterung beguͤnſtigt, aus dem Boden uͤber die Gebuͤͤlr aausziehen; dieſe dagegen, von der Witterung zuruͤckgehalten, dem Boden mehr hinterlaſſen, als ſie ihrer Natur nach thun ſollten. Eine aufmerkſame Beobachtung dieſes Naturgeſetzes koͤnnte uns zu Maaßregeln leiten, die uns gerade in den Jahren eine gute Ernte ſichern, wo der gewoͤhnliche Wirthſchaftsgang eine ſchlechte erzielt, indem wir auf dieſes die volle Kraft aufſparen, welche ſelbſt den unguͤnſtigen Einfluß der Witterung uͤberwindet. So kann dann wirklich ein ſchlechtes Jahr fuͤr einen ausgezeichneten Landwirth hoͤchſt vortheilhaft werden, — und ſo ſagt es auch dem allgemeinen Beſten in dieſer Hinſicht zu, daß ein gleiches Feldſyſtem ferner nicht allgemein herrſche.) 131¾ Da die Verſtaͤrkung der Bodenkraft durch zweierlei Mittel erreicht werden kann, 1) durch ereſ ſtaͤrkere Duͤngung, 2) durch Verſchonung mit reifenden Fruͤchten; ſo muß es jeder nach ſeinrer 1) Kocken individuellen Lage berechnen, welches von beiden, oder in welchem Verhaͤltniſſe er beide Mittel c) Gerſte anwenden koͤnne. Wenn man erſt dahin gelangt iſt, daß man das Material zur ſtaͤrkern Duͤn⸗) Vrahe gung ſelbſt produzirt, ſo giebt erſteres ohne Zweifel den hoͤhern Ertrag; bevor man jenes aber 18 thun kann, wird man letzteres mit groͤßerm Erfolge, als erzwungene Huͤlfsmittel„ die in der Jotm Regel nicht nachhaltend ſeyn koͤnnen, anwenden. 3 f) Geis Da dieſe Lehre nun wichtig genug ſcheint, um eine klare Anſicht davon zu geben, und 9) Klee alle Mißverſtaͤndniſſe zu vermeiden, ſo will ich als Exempel noch eine Berechnung des Kraft⸗ 4) Rock gewinns und Verluſtes der S. 9 u. f. tabellariſch dargeſtellten Wirthſchaften beifuͤgen. Fuͤr die) Gerſt Einſaat will ich nur 2 Metzen per Jochart annehmen, und von dem dort angegebenen Total⸗ ertrage abziehen, um nach den Koͤrnern die ausgezogene Kraft zu berechnen 3 88 ö Lo. ta di nengenonne, daß man de t basfthn beſonders die s hoͤhern Er⸗ die Verbe⸗ wace Dadahh , rechne hun Ich hu auf berſt treten. guir llen faſ ju er der Ertrag de ie Gleichnihi ſenden heobac⸗ äͤßige der Eön⸗ eine vorzügiihe und kärgliche ber die Gebli hr hinterlaſſn, s3 Naturgeſetze nee ſichern, n die volle Kuaft So kann dann ſhaft werden es Feloſyſten inn, 1) duch er nach ſeine er beide Nin ſtaͤrkern u nan jenes ahn el, die 1 zu geben, ud ung des Kuit uͤgen. Fr d gebenm Tottt Bemerkungen. No. I. Reine Dreifelderwirthſchaft. a) Brache. 13 ½ Fuder Duͤnger. b) Rocken, 12 Metzen. c) Gerſte, 12 Metzen cd) Brache.. e) Rocken, 7 Metzen f) Hafer, 8 Metzen g) Brache ſchwach gepfercht h) Rocken, 8 Metzen 1) Gerſte, 6 Metzen — * . Verliert 1 Grad in 9 Jahren. No. II. Vervollkommnete Dreifelderwirthſchaft. 4) 131 Fuder Duͤnger. Erbſen.. b) Rocken, 10 Metzen. c) Gerſte, 10 Metzen d) Brache— 3 18 Fuder Duͤnger incl. e) Rocken, 14 Metzen. f) Gerſte, 14 Metzen. 5 Klee.. Nocken, 12 Metzen 3 Gerſte. Vermehrt die Kraft mit 2 ¾ Grad in 9 Jahren. Zweiter Theil. des des Pferss Kraftvermehrung. Kraftverminderung.. — 5 3 10 Grad— Grad 6 0„— 2 — ⸗ 30 2 — ⸗ 21 2 10 ⸗— 2 — ⸗ 17,5 2 — 2* 10 1 28— 3 — ⸗ 20 2 —„ 10, z 5 108 Grad 109 Grad. Kraftvermehrung. Kraftverminderung. — 5— 60 Grad— Grad — 2 10 2 — ⸗ 25 ⸗ — 2 17,5* 10 ⸗— ⸗ 80 23— 2 — ⸗ 35 2 — 2 24, s 2 . 12„—.— .— ⸗ 30 ⸗ —- ⸗ 17, 5 162 Grad 159,s Grad. ce iun Boeamerkungen. 8 No. I. Siebenſchlaͤgige Koppelwirthſchaft. Vermehrt ihre Kraft in 10 Jahren um 7 Grad. 3 1 88 Kraftvermehrung. Kraftverminderung.. 3 2— ₰ C.„ — N— a) Brache.. 12 Grad— Grad 13 Fuder Duͤnger..... 58 ⸗— 2 b) Rocken, 15 Meten— ⸗ 37, 2 c) Gerſte, 15 Metzen....— 26, 25 . cC) Hafer, 14 Metzen...— 17,s 7 5 e) Mäheklee...... 10—. ) 9) Weide.... 20—. 100 Grad 81 ¾ Grad. Vermehrt ihre Kraft in 7 Jahren um 18 ¾ Grad. No. Iv. Zehnſchlaͤgige Koppelwirthſchaft. eaftermehrans Kraftverminderung. „ 4. c 0„ 5 ) Brache.... 10 Grad— Grad 3, 1s Fuder Duͤnger..„. 14 2—9„ dbp) Rocken, 14 Metzen— ⸗ 35. ec) Hafer, 18 Metzen.....— ⸗ 22, s 2 d) Brache. 10. ⸗ 2 1 11 Fuder Duͤnger... 50 ⸗ 2 e) Rocken, 14 Metzen— 2 35 2* A f) Gerſte, 14 Metzden...— 24,5 7 12 g) Maͤheklee........ 10 2— 2 h) i) K) Weide...... 30 ⸗— 2 3 4 124 Grad 117 Grad. 4) Brache 7,2 b) Notee c) Gerſt, c) Haii, 6) 49 333 ud †) Koce, 9) Gerſte, Hafer, ¹) Rähekle 1))) Verr 1 Dreeſch d Nrache 18 Fud *) Nocken, d Gece, e) Notten f) Mähe 9) 1) ¹) 8 Vert noͤerung. — Grad N XXNXSXNX XX I Grad. Vermehrt ihre Kraft in 10 Jahren um 13 Grad. 1 Bemerkandan. No. v. awotffg aais Koppelwifthſchaft 3 Brache 7, 2 Fuder Duͤnger b) Rocken, 13 Metzen c) Gerſte, 13 Metzen d) Hafer⸗ 10 Metzen ) Brache 4 13 Fuder Miſt. f) Rocken, 14 Metzen g) Gerſte, 12 Metzen h) Hafer, 10 Metzen i) Maͤheklee. k) l) m) Weide 5 — raſtzermabeuns. Kraftoerminderung. L ₰ 1 10 Grad— Grad Z32— 2 —= 32, 2 — 2⸗ 22, 75 ⸗ — 2* 12,* 10 27—, ⸗ . 60 2— 2 — ⸗ 35 2 — 2 21 2 — 12,s* 10 2— 2 30 ⸗— 152 Grad 136 ½ Grad. Vermehrt un Kraft in 12 Jahren um 15 Grad. No. VI. Holſteiniſche zehnſchlaͤgige Wirthſchaft. ) Dreeſchhafer, 22 Meges b) Brache. 18 Fuder Daͤnger c) Rocken, 18 Metzen d) Gerſte, 18 Metzen e) Rocken, 10 Metzen †) Maͤheklee. g) h) i) k) Weide. 6 c 2 „2 Kraftvermehrung. Kraftverminderung. C e— N— — Grad 27, s Grad 12 ⸗—. 80 2—. — 2 45 — 31,s* — 2 25 2 10 ⸗— ⸗ 40 ⸗— 2 142 Grad 129. Grad. Bemerkungen. No. VII. Achtſchlaͤgige Fruchtwechſelwirthſchaft mit Weide. Kraftvermehrung. Kraftverminderung. 6 ₰ 14» — 1 4 4. 8 N 4) 20 ¾ Fuder Duͤnger.. 90 Grad— Grad Kartoffeln....... 10 ⸗ 30. b) Gerſte, 18 Metzen.....— ⸗ 31, 5 c) Erbſen.....— 10 2 6 ¾ Fuder Duͤnger..... 30 ⸗—* ö d) den, 16 Metzen.—„⸗ 40* 2 e) Mähekſee....... 12 ⸗*—. f) g) Weide... 20 ⸗— 2 h) Dreeſchafer, 22 Metzen..— ⸗ 27,5 2 — 162 Grad 139 Grad. Vermehrt ihre Kraft in 8 Jahren um 23 Grad. No. VIII. Achtſchlaͤgige Fruchtwechſelwirthſchaft mit Stall⸗ fuͤtterung. Praftvermehrung. Kraftverminderung. L— 1 ₰ a) 20¾ Juder Dänger..... 90 Grad— Grad Vermehrt ihre Kraft um 6 Grad in 8 Jahren. Kartoffeln, 160 Metzen. 10„⸗ 30 ⸗ b) Gerſte, 18 Metzen...— 2 31,s5 2 c) Klee...... 15 7— 2* d) Hafer, 26 Metzen... 58— ⸗ 32, ⸗ e) 9 Fuder Duͤnger...... 40„—. Erbſen......— 10 ⸗ f) Rocken, 18 Metzen.....— ⸗ 45 2 2) Gruͤne Wicken...... 10 ⸗—. 63 Fuder Duͤnger.... 30„—. h) Rocken, 16 Meten— ⸗ 1410 ⸗ 195 Grad 189 Grad. Letzt und Rape wird, ung rechnungen haupt dieſe häͤltniſe der darſellen ſo Der K nommen, u tentheils un men K, do wohin erd leberging Bemerkungen. 3 xxr G eide.** 2 4 2 8 No. N. Zehnſchlaͤgige Fruchtwechſelwirthſchaft mit Stallfuͤtterung modam des Rindviehes und zwei Weideſchlaͤgen fuͤr die Schafe. Grad.— .— 1 Kraftvermehrung. Kraftverminderung. „ 5 4 3 5 0 V 1— C V— 4 8 8 2) Dreeſchhafer, 26 Metzen.,— Grad 32, s Grad .. d) Wickenbrachen...... 10 ⸗—. . Pferchung von 4050 Schafen per Jochart 40 ⸗—. c) Rocken, 18 Metzen.....— ⸗ 45 4 .) Erbſen..— ⸗ 10. „, 13 Fuder Duͤnger..... 60 ⸗—. — e) Rochen, 16 Metn— ⸗ 4° ⸗ Gen. f) Kartoffein...... 10 7 30 2 22 ½ Fuder Duͤnger..„.„. 100 ⸗— 2 g) Gerſte, 22 Metzen„„* 3 4— 38, F 3 h) Klee.„ 2* 8* 83 2 15 2— — ¹) K) Weide* 5. ³ 8 4.* 30 62— 2 265 Grad 196 Grad t Stall⸗ Vermehrt ihre Kraft in 10 Jahren um 609 Grad. Letztere iſt daher eine hoͤchſt bereichernde Wirthſchaft, die zu ſtaͤrkern Fruͤchten, Weizen und Raps uͤbergehen muß, dabei aber den Ertrag ihrer Schaͤferei, die natuͤrlich veredelt ſeyn mirderung wird, ungleich hoͤher, wie es berechnet worden, bringen wird. Allein es iſt bei dieſen Be⸗ „ rechnungen nirgends Ruͤckſicht auf die Induſtrie beim Viehſtapel genommen. So wie denn uͤber⸗ Grid haupt dieſe Berechnungen nicht als Ertragsberechnungen anzuſehen ſind, ſondern nur die Ver⸗ kad haͤltniſſe der Wirthſchaftsmethoden auf einer Ackerflaͤche von der beſchriebenen Art vergleichend 8 ſarſtellen ſollen. Der Koͤrnerertrag war in jenen Berechnungen, S. 9 bis 26, nach der Erfahrung ange⸗ nommen, und nicht nach den hier angegebenen Regeln. Man wird aber finden, daß er meh⸗ rentheils und im Ganzen ſtimme, wenn man ihn nach dieſen berechnet, wobei aber anzuneh⸗ men iſt, daß jeder Schlag eine Rotation ſchon durchgegangen ſey, und in der Kraft ſich befinde, wohin er durch eine ſchonende Behandlung gelangt. Es ſoll dieſes in verſchiedenen genauern Uebergangsberechnungen in den Annalen deutlicher gezeigt werden. N 122X — XNV— Nachricht ü ber. die in dieſem Werke vorkonendon Laͤngen⸗ und davon abhungigen Rüücen⸗ und Körpermaße. Der Wiener Fuß haͤlt nach Lies ganig 140, 12 Pariſer Linien und der im Brandenburgi⸗ ſchen eingefuͤhrte Rheinlaͤndiſche nach Eytelwein 130, 13 Pariſer Linien; der Unterſchied beider betraͤgt alſo etwa 1 Pariſer Linie, ſo daß, die Ruthe zu 12 Fuß gerechnet, wie es in dieſem Werke geſchehen iſt, beiderlei Ruthen nur um 1 Pariſer Zoll unterſchieden ſind. Unter dieſen Umſtaͤnden hielt man eine Reduktion der auf Fußmaße ſich beziehenden Angaben der erſten Originalausgabe dieſes Buchs in allen denjenigen Faͤllen fuͤr uͤberfluͤſſig, in welchen entweder dieſe Angaben klein genug waren, oder doch nur ungefaͤhre Beſtimmungen betrafen. Wo indeſſen beides nicht eintrat und auch nicht die Rede von bloßen Verhaͤltniſſen war, iſt die Reduktion vorgenommen worden⸗ wie z. B. im Rebee Bande im 23ſten Paragraphen des 4ten ₰ A. 8 Hauptais Zweites * 2,— Perhaͤl Zmeitet Thell Zweites Hauptfüd. Fotte4u S zrandenbunyi er Unterſchich 3 en Verhältniſſe der Wirthichaftsſbteme gegen einander, ind. Unte Angaben de in einem Beiſypiei⸗ dargeſteltt. „ in welchen gen betraftn. war, iſt di en des 4ten Zweites Zweiter Theil. U die Ver darzuſtellen, unddemſelbe Modißkation Arbeit. JIch Nee, diee ſich darzuſte der Dreife als dieſen g halten werde zen gezogen deſes hier bi Der Be nit Sand zu Kiſt Roiadon da erhalten ha⸗ falt, Wan di ihr ged aa An à. ent Jatation d Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander.— §. 395. U die Verhaͤltniſſe der jetzt am meiſten in Frage begriffenen Wirthſchaften gegen einander In einem wer⸗ darzuſtellen, dienen folgende tabellariſche Rechnungen von neun Wirthſchaftsarten auf einem lele dargelhett. und demſelben Areal. Dieſe Berechnungen ſind ſehr mannigfaltig angeſtellt worden mit allerlei Modiſikationen in Anſehung der Eintheilung der Schlaͤge, der Fruͤchte, des Viehes und der Arbeit. Ich theile hier nur das Gewoͤhnlichſte mit, und uͤberlaſſe es jedem meiner Leſer, jede Idee, die er ſich uͤber die Bewirthſchaftung eines gegebenen Areals macht, auf aͤhnliche Weiſe ſich darzuſtellen.. Das hier angenommene Areal hat 725 Jochart, wovon 75 Jochart Wieſen ſind. Bei der Dreifelderwirthſchaft liegen 180 Jochart raumer Weideanger, oder ſo viel Holzweide, als dieſen gleich kommt, zu beſtaͤndiger Weide, und muͤſſen bei dieſer Wirthſchaftsart beibe: halten werden. Bei den Wechſelwirthſchaften aber konnten 100 Jochart davon zu den Schlaͤ⸗ 8 gen gezogen und umgebrochen, folglich zu Ackerland gemacht werden. Daher vermehrt ſich dieſes hier bis auf 600 Jochart., Der Boden iſt als guter Gerſtboden, oder als ein milder, vielleicht etwas kalkhaltiger, mit Sand zu 50 bis 60 Prozent gemengter Lehmboden angenommen. 3 Es iſt ferner vorausgeſetzt, daß der Acker bei den mehrſchlaͤgigen Wirthſchaften ſchon eine Rotation durchgegangen ſey, und wenigſtens ſchon einmal die volle hier angegebene Duͤngung erhalten habe; auch daß bei der Beackerung, Beſtellung und Ernte alles mit gehoͤriger Sorg⸗ falt, Wahrnehmung des rechten Zeitpunktes und Fleiße ausgefuͤhrt werde, und jede Frucht die ihr gebuͤhrende Behandlung erhalte.— 3 §. 396. In Anſehung der Columnen iſt folgendes zu merken: Sehefuns der a. enthaͤlt unter der Beſtimmung der Wirthſchaftsart die Folge der Fruͤchte oder die KRotation der Schlaͤge. A 2 4— Berhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. In Anſehung der Fruͤchte iſt zu bemerken, Duͤngerſtande befindlichen wuͤrden edlere Fruchtarten und Handelsgewaͤchſe mit noch groͤßerem Vortheile bauen koͤnnen, wie Weizen, Raps, Mais, Taback u. ſ. w., und ſie ſind haͤufig von uns darauf berechnet worden. Sie bleiben dann aber in gar keinem Verhaͤltniſſe mit den uͤbri⸗ gen, und deshalb iſt ſolcher Fruͤchte hier nicht erwaͤhnt. Bei dem hohen Duͤngerſtande der Wirthſchaft No. 7., 8. und 9. wird ſchon ein jeder von ſelbſt darauf verfallen. In dem Schlage der behackten Fruͤchte ſind durchaus nur Kartoffeln angenommen, ungeachtet andere Futtergewaͤchſe einen hoͤhern Ertrag geben, oder beim Ueberfluſſe des Futters auch behackte Bohnen, Mais oder Handelsgewaͤchſe in einem Theile dieſes Schlages vortheilhafter gebaatt — werden koͤnnten. b. giebt die Jochartzahl der Schlaͤge an. c. die Einſaat, ſo wie ſie bei einer guten Vertheilung der Saat, wenn ſie mit der Hand und ohne beſondere Inſtrumente zum Unterbringen geſchiehet, der allgemeinen Erfah⸗ rung nach erforderlich iſt, ohne Ruͤckſicht auf die Prinzipien, die man bei Veranſchlagungen in gewiſſen Gegenden angenommen hat. d. der Ertrag per Jochart nach oͤſtreichiſchen Metzen,— wohl zu merken— nicht das wie vielſte Korn oder die Vermehrung der Ausſaat. Dieſe Beſtimmung des Ertrages iſt, wie man bei genauerer Erwaͤgung leicht bemerken wird, keinesweges willkuͤhrlich, ſondern theils nach den§. 250. u. f. angegebenen Grundſaͤtzen und Verhaͤltniſſen, theils nach allgemeinen Erfahrungen angenommen; jedoch iſt dieſer Ertrag, beſonders wo er hoͤher hinangeht, immer etwas heruntergeſetzt, um dem Zufalle das Gehoͤrige zu zollen. Wem er uͤber das Gewoͤhn⸗ liche der gewoͤhnlichen Wirthſchaften hinauszugehen ſcheint, den bitte ich das Ungewoͤhnliche der Verbindungen, woraus er hervorgeht, zu beachten. Uebrigens iſt eine untadelhafte Be⸗ ſtellung und moͤglichſte Schonung bei der Ernte vorausgeſetzt. Der Ertrag des Klees und der Kartoffeln haͤtte insbeſondere bei der ſtarken Duͤngung und bei der Stelle, die ſie einnehmen, hoͤher berechnet werden muͤſſen. Ich habe aber wegen des moͤglichen Mißrathens des erſtern ſo viel zuruͤckgeſchlagen, und von letzterer das Wenigſte angenommen, was man erwarten kann. 1 e. giebt den ganzen Ertrag des Schlages, und f. den reinen Ertrag, nach Abzug der Einſaat, an. Die Wicken geben keinen reinen Koͤrnerertrag, weil in der Regel nur ſo viele reif werden, als man zur Ausſaat gebraucht. Von dieſen wenigen wird das Stroh wie Heu berechnet, dem es nicht viel nachſteht.— g. Der Strohertrag iſt nach den§. 280. und 281. angegebenen Saͤtzen ausgemittelt. Das Stroh von 1 Jochart Kartoffeln iſt zu 10 ¾ Centner gewiß nicht zu hoch angenommen, in der Vorausſetzung, daß ſolches in keiner Wirthſchaft, die den Werth des Duͤngers ganz zu ſchaͤtzen weiß, verzettelt werden wird. Das im Jahr 1809 zum erſten Male gewogene Kartoffelſtroh betrug nach voͤlliger Austrocknung von einer dem Anſehen nach feinkrautigern Kartoffelart per Jochart 1872 Pfund, von einer grobkrautigern nur 1248 5 Pfund. Wir hatten das Gegentheil dem Anſehen nach erwartet. Wegen des vielen Eiweiß⸗ ſtoffes iſt es im Duͤnger weit ſchaͤtzbarer, wie anderes Stroh. h. Die Kartoffeln ſind hier zu ihrem halben Gewichte auf Heu reduzirt. Bei dem Wie⸗ ſenertrage iſt nur eine Mehrheit von 6 † Centner per Juchart angenommen, wenn die Wirth⸗ daß nur die gewoͤhnlichen hier angenommen ſind, die jede Wirthſchaftsart bauen kann und in der Regel bauen wird. Die in ſtarkem kt 7* deniner nan nitd kummg l Lentne z. gieb za und Sa ecküten. wenn man d Heu nit 2,3 und geugewi zutefend fan von der Reye die Nachrich Perſuchen erl zauerer Erw umſtände Rü ic auch die Pſſenſchaft angenommen gleiche Gen⸗ ſtellt worde bei zien Vermehrun ſtreuet wiri trͤchtlicer Gewichts bei thige Gewic Unrecht. D ihnen her, Eneoh durch ien an, und irgend weiß Miſt aus de . N ſehren wir erden auc 1 das Nutpich, n lrbeitsberes nehrere Ma aud erga angenonne Die in ſetken noch gtißeten ſind häͤußg da ſe mit den lt, uͤngerſtnte e allen. an de ggeachte udn⸗ s auch hehe ilhafter ge ie mit derhe inen(ifah⸗ rranſchlagua n— nicht da etrages iſt, we ſondern theit ich allgemeinn angeht, imme „ das Gewohye Ungewöͤhnlie tadelhafte Be⸗ Klees und der ſee einnehma, s des erſten nan erwarten , nach Aühul Regel nr das Stuiſ wi ausgemitet genommen, 1 gers ganz kustrocknung vol arobkrautigenn vielen Eiveij gei dem Vie n die Wirt⸗ obige Gewichtsvermehrung zuſchreibt. 89 Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. 5 ſchaftsverhaͤltniſſe die Duͤngung derſelben zuließen, ungeachtet ſich der Unterſchied wohl auf 12 ½ Centner belaufen wird. Der Klee⸗Ertrag iſt nur um 83¾ Centner hoͤher angenommen, wenn er mit der erſten Frucht nach der geduͤngten Brachfrucht ausgeſaͤet ward, ungeachtet die Erfahrung lehrt, daß er dann oft um die Haͤlfte groͤßer ſey. Ein einzelner Kleeſchnitt iſt zu 2875 Centner angenommen.(Unter Centner werden 100 Pfund verſtanden.) 1. giebt die Duͤngermaſſe dem Gewichte nach an, welche von dem verfutterten Stroh, Heu und Kartoffeln erfolgt. Wegen der hier angenommenen Saͤtze muß ich mich ausfuͤhrlich erklaͤren. Ich hatte bisher angenommen, daß man die Duͤngermaſſe einer Wirthſchaft erfahre, wenn man das verfutterte und mit der Futterung verhaͤltnißmaͤßig eingeſtreuete Stroh und das Heu mit 2, 3 multiplizire; theils weil ich dieſes in ganzen Wirthſchaften, wo man den Stroh⸗ und Heugewinn und den ausgefahrnen Miſt ziemlich genau berechnen konnte, durchgehends zutreffend fand, theils weil viele im Kleinen angeſtellte Verſuche es beſtaͤtigten. Warum ich von der Meyerſchen Annahme abgewichen, habe ich anderswo erklaͤrt. Nun aber habe ich die Nachrichten von vielen im Winter 180 mit aufgeſtallten Maſtochſen genau angeſtellten Verſuchen erhalten, deren Reſultate zwar ſehr verſchieden zu ſeyn ſcheinen, aber ſich bei ge⸗ nauerer Erwaͤgung doch ſehr gut in Harmonie bringen laſſen, wenn man auf gewiſſe RNeben⸗ umſtaͤnde Ruͤckſicht nimmt. Ich werde mich daruͤber erſt ausfuͤhrlich erklaͤren koͤnnen, wenn ich auch die Reſultate der im Winter 180 †5 von verſchiedenen thaͤtigen Befoͤrderern unſerer Wiſſenſchaft angeſtellten Verſuche erhalte. Einige jener Verſuche beſtaͤtigen zwar das vorhin angenommene Verhaͤltniß des Miſtes zum Futter genau; andere aber, denen ich vorerſt eine gleiche Genauigkeit zutraue, und die weder zu ſehr im Kleinen noch zu ſehr im Großen ange⸗ ſtellt worden, auch die Pluralitaͤt fuͤr ſich haben, ergeben, daß ſich Stroh und Heu im Miſte bei ziemlich ſtarker Einſtreuung nur ums doppelte vermehre, und daß man nur die Vermehrung um 2, 3 da annehmen koͤnne, wo nach Verhaͤltniß des Futters ſpaͤrlich einge⸗ ſtreuet wird.— Nach den meiſten mir zugekommenen Beobachtungen, wo Kartoffeln in be⸗ traͤchtliche Menge und als Hauptfutter gegeben waren, koͤnnen dieſe nur zu ¾ ihres Gewichts beim Miſte berechnet werden, wenn man anders dem daneben conſumirten Stroh Es geſchiehet hierbei den Kartoffeln gewiſſermaßen Unrecht. Denn im Grunde ruͤhrt der groͤßte Theil jener Gewichtsvermehrung des Strohes von ihnen her, und man wuͤrde ohne die Kartoffeln bei weitem weniger Vieh halten, und weniger Stroh durch Jauche zu Miſt machen koͤnnen. Es kommt hier aber blos auf die Maſſe im Gan⸗ zen an, und damit ich denen Wirthſchaften, die Kartoffeln bauen, keine Vorzuͤge gebe, die irgend zweifelhaft ſcheinen koͤnnten, da ſie ſchon ſo große unabſprechliche haben; ſo will ich den Miſt aus Kartoffeln nur zur Haͤlfte ihres Gewichts in dieſen Tabellen anſchlagen. k. die Fuderzahl, welche per Morgen zu der Frucht, gegen welche ſie uͤberſteht, aufge⸗ fahren wird, das Fuder zu 1850 Pfund oder 18 ⅞ Centner angenommen.(Unter Centner werden auch hier immer 100 Pfund verſtanden.) I. das Vieh, nehmlich zuerſt das Zugvieh, welches gehalten werden muß, und dann das Nutzoieh, welches gehalten werden kann. Die Beſtimmung des erſteren gruͤndet ſich auf die Arbeitsberechnungen, die nach den§. 100. angehaͤngten Schematen uͤber jede Wirthſchaftsart mehrere Male gemacht ſind. Indeſſen iſt die Zahl immer etwas ſtaͤrker angenommen, als ſich daraus ergab, da manche Zufaͤligkeiten die Arbeit aufhalten koͤnnen. Das Nutzvieh aber iſt 6 Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. nach der Quantitaͤt des vorhandenen Futters und Strohes und der Weide, wo ſie in Betracht kommt, beſtimmt. Jedoch kann die Kopfzahl groͤßer oder geringer angenommen werden, je nachdem man es vortheilhafter findet, per Kopf ſchwach oder ſtark zu futtern. In der Art des Nutzpreiſes hat man ebenfalls freye Wahl, und kann z. B. Maſtvieh ſtatt Milchvieh neh⸗ men. Denn es iſt hier nicht der Ort, auszumitteln, in welchem Falle eins oder das andere vortheilhaft ſeyn koͤnnte. m. enthaͤlt das Stroh, Heu und Weide, welche dem Vieh gegeben werden koͤnnen, erſtere nach Centnern, letztere nach Jochart. In Klammern ſteht, wie viel auf den Kopf komme, und darunter, wie viel auf den ganzen Stapel. Die per Kopf angenommenen Saͤtze ſind wohl zu beachten, indem ſie nach dem Vermoͤgen der Wirthſchaft, und je nachdem das Vieh bloß auf dem Stalle gefuttert wird, oder auf die Weide geht, ſehr verſchieden ſind. E verſteht ſich, daß gruͤnes Futter und Kartoffeln auf Heu reduzirt ſind.„ n. erſte Columne: der anzunehmende Ertrag des Viehes. Es iſt eine laͤngſt anerkannte Wahrheit, daß dieſer nicht nach der Kopfzahl, ſondern nach der gegebenen Futterung und Weide berechnet werden koͤnne, vorausgeſetzt, daß man weder zu kaͤrglich, noch zu ver⸗ ſchwenderiſch mit dem Futter und der Weide verfaͤhrt, und einen der Quantitaͤt der Futterung angemeſſenen Viehſchlag halte. Hier iſt nun die Dreeſchweide per Jochart= 3 Metzen Rocken, oder(wenn man will)=* fl. 9 kr. angenommen, und von der uͤbrigen Auſſenweide ſind 100 Jochart= 60 Jochart Dreeſchweide—(in der Felderwirthſchaft dieſe Weide per Jochart zu 2 Metzen Rocken, oder— fl. 46 kr.)— gerechnet. Bei der Futterung aber iſt das Heu oder das darauf reduzirte Futter in 100 Pfund, oder der Centner zu ½ Metze Rocken oder zu 21 ¾ kr. angenommen, das Stroh aber gar nicht berechnet, und hiernach iſt dann der Ertrag des Viehes ausgemittelt, ſo daß es dabei auf die Art und die Kopfzahl des Viehes gar nicht ankommt, und ſich daſſelbe Reſultat ergeben muß, man waͤhle welches Vieh man wolle, und halte deſſen mehr oder weniger, je nachdem man es ſchwaͤcher oder ſtaͤrker futtern will. Die Wartung des Viehes iſt unter den Koſten der Wirthſchaft mit begriffen. Auch iſt auf Gelte⸗ vieh nicht Ruͤckſicht genommen, indem auch dieſes ſein angemeſſenes Futter— zumahl da auf Stroh und Spreu gar nichts gerechnet wird— durch Zuwachs bezahlen muß, und in den meiſten Wirthſchaften neben dem andern Vieh wird gehalten werden koͤnnen. Es wird viel⸗ leicht manchen der Ertrag des Viehes bei der angenommenen Futterung viel zu gering ange⸗ ſchlagen ſcheinen; und er iſt es wirklich. Ich nahm ihn aber ſo geringe an, damit niemand den Vortheil der futterreichen Wirthſchaften zu hoch berechnet finde. Uebrigens iſt eigentlich gar nicht auf die Art und Zahl des Viehes bei der Berechnung Ruͤckſicht genommen, ſondern nur auf den Werth der Futterung, wenn dieſe durch zweckmaͤßiges Vieh benutzt wird. n. zweite Columne: der reine Ertrag des Getreides auf Rocken reduzirt, ſo daß 1 Metze großer Gerſte— denn dieſe wird hier nur angenommen— 3¾ Metzen Rocken und 1 Metze Hafer zu ½ Metze Rocken gerechnet iſt; Erbſen aber dem Rocken gleich, obwohl ſie einen yoͤhern inneren Werth haben. 0/. die Koſten der Wirthſchaft. Bei den Pferden findet hier ein merklicher Unterſchied ſtatt, weil neben anderen Koſten(auch die des Geſchirrs) nur ihr Koͤrnerfutter berechnet worden. Wo es alſo die Wirthſchaftsverhaͤltniſſe erlauben, daß die Pferde im Sommer gruͤnes Futter, auch vielleicht im Winter Kartoffeln bekommen, da kommt ihre Erhaltung eigentlich in einem groͤßern Verhaͤltniſſe geringer zu ſtehen, als hier in dieſem Falle angenommen worden. Wenn un vu den ſehen ſenge dhokrſt. 1” figlic mlttſch gühliche u zingſte un ad iſ te Gebrauche nehmens. preiſen, di ausreichet ſchofts„Aufſe worauf e 9 Jäͤheres Kap gewiß obend n zeig Pocken. 2 von der Lok 13 8. an Klein da es hier wird; wei Natur der 1 Degen vecken: No. an dlem M Dad baͤferigen ſoviel Di 9) IAnner lich bett ein Verract z werden, je & In der Au Rilcvjeh neh r das andere danen, Ahen Kopf donn, ten Säͤtz in dem dos d den ſind. ſt anerkanne Futterung u noch zu ver der Futterunx tetzen Rocken de ſind 10 er Jochart u iſt das Hen dcken oder zu an der Ertrag hes gar nicht nwolle, und en will. De t auf Gell⸗ nahl da au und in den es wird viel⸗ gering anges mit niemand iſt eigentlih nen, ſondenn wird. daß 1 N und 1 Nete vohl ſie eine r Unterſchih onet worden. uͤnes Futter, lich in einen Srden. Wen merken: Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. 7 = man mit den Koſten die Heu⸗Rationen, die ihnen zugeſchrieben worden, vergleicht, ſo ſtehen ſie ungefaͤhr im umgekehrten Verhaͤltniſe Denn je mehr Heu, deſto weniger Korn erhalten ſie. Die Ochſen ſind nur um 3 geringer berechnet, wo ſie ſtarke Heufutterung haben, und folglich uͤberall kein Kornfutter gebrauchen. Die Zahl des Geſindes und der Arbeiter gruͤndet ſich auf Berechnungen. Der maͤnnliche Tagelohn iſt zu ½ Metze Rocken berechnet, der weibliche zu Metze, weil der nach§. 147. angenommene Preis zu Metze nur als der geringſte und im Durchſchnitte zu niedrig angeſetzt waͤre*). Die Kartoffelnarbeit mit der Hand iſt beſonders berechnet, per Jochart zu 31 Metzen Rocken, wofuͤr ſie bei dem gehoͤrigen Gebrauche zweckmaͤßiger Inſtrumente ſehr gut verrichtet werden kann, einſchließlich des Auf⸗ nehmens. Die Saͤtze der angefuͤhrten Koſten ſind ſo berechnet, daß man bei maͤßigen Korn⸗ preiſen, die Metze Rocken à 1 fl. 54 kr., auch in Anſehung der baaren Geldausgabe ſicher ausreichet. Indeſſen gebe ich zu, daß noch einige beſtimmte Ausgaben, z. B. fuͤr den Wirth⸗ ſchafts⸗Aufſeher und die Aufſeherinn, dann gewoͤhnlich einige Nebenausgaben hinzukommen, worauf es aber hier bei der Vergleichung der Verhaͤltniſſe nicht ankommt. Auch ſteht ein hoͤheres Kapital im Inventarium, beſonders des Viehes, welches ſich aber durch deſſen Nutzung gewiß obendrein verzinſet. p. zeigt dann den reinen Ertrag der Wirthſchaft an, nach dem Werthe von 1 Metze Nocken. Wie dieſes zu Gelde zu berechnen ſey, muß jedem uͤberlaſſen werden, da es von der Lokalitaͤt und von den Konjuncturen der Zeit abhaͤngt. Als Minimum kann man 1 ½ Fl. annehmen. Kleine Bruͤche ſind bei der Berechnung mehrentheils weggelaſſen oder compenſirt worden, da es hier allein auf die Hauptreſultate ankommt, und der Ueberblick durch jene nur erſchwert wird; weil es auch ſcheinen wuͤrde, als ob man hier eine Genauigkeit affectiren wollte, die der Natur der Sache nach nicht ſtatt findet. §. 397. Wegen der Wirthſchaftsarten, die hier angenommen ſind, iſt noch folgendes zu be⸗ No. 1. zeigt, daß eine einfache Dreifelderwirthſchaft mit ſo wenigen Wieſen an allem Mangel leide, einen ſchlechten Ertrag gewaͤhre, und progreſſid herabſinke. Da das Heu in einem ſo geringen Verhaͤltniſſe mit dem Stroh ſtehet, dieſes faſt nur mit waͤſſerigen Theilen angefuͤllt iſt, und damit faulen kann, ſo bleibt es zweifelhaft, ob wirklich ſo viel Duͤnger daraus erfolgt. Auf allen Fall iſt er aber ſtrohigt und mager, folglich von *) Anmerk. Ich ward im erſten Theile durch die ſeit 10 Jahren beſtandenen Preiſe verleitet, den gewöhn⸗ — ₰ lichen Tagelohn nur zu Metze Rocken anzunehmen, da er in der That in unſern Gegenden nur* betrug. 5 wird aber wohl das bleibende Verhaltniß in regulaͤren Zeiten ſeyn. 3 Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. weit geringerer Wirkung, und in der Hinſicht iſt der Koͤrnerertrag vielleicht zu hoch an⸗ genommen. 3 No. 2. ſtellt ein jetzt ſehr gewoͤhnliches Wirthſchaftsſyſtem dar. Man findet es in dem groͤßten Theile des jetzigen, von der Natur ſo ſehr beguͤnſtigten Koͤnigreichs Weſtphalen, unnd man koͤnnte es daher das Neu⸗Weſtphaͤliſche nennen. Auf dem fruchtbaren, merglichten, zum Theil humusreichen Boden dieſer Provinzen, wo die Brache beſtellt werden darf, aber die Anger⸗ und Holzweiden nicht aufgebrochen und zu Ackerland gemacht werden koͤnnen, paßt es ſich ſehr gut, und kann oͤrtlicher Verhaͤltniſſe wegen nicht gegen ein beſſeres vertauſcht werden. Auf dem minder fruchtbaren, zaͤheren, Quecken und Unkraut erzeugen⸗ den Boden aber, hat es ſich auf die Dauer nicht ausfuͤhrbar gezeigt, und eine oͤftere Brache iſt dabei noͤthig befunden. Der Viehſtand bleibt immer zu geringe, wenn er gleich den noth⸗ duͤrftigen Duͤnger reicht. Es liegt uͤbrigens auch bei dieſem Syſteme die Regel des Frucht⸗ wechſels in ſo fern zum Grunde, als man uͤberzeugt iſt, daß ohne Brache nach zwei Halm⸗ fruͤchten durchaus eine andere Frucht eintreten muß.- No. 3. 4. 5. ſind Mecklenburgiſche Koppel⸗Wirthſchaften verſchiedener Art. Im Koͤr⸗ nerertrage kommen ſie ſich ziemlich gleich; im Viehertrage uͤberwiegt die mit einer Brache betraͤchtlich. Die Arbeiten was ſie vorzuͤglich empfiehlt, wo es an Menſchen und an Betriebskapital mangelt. Futterbau in Nebenkoppeln erhalten ſie oft ein anderes Verhaͤltniß, worauf aber hier nicht Ruͤckſicht genommen werden kann. No. 6. iſt eine Hollſteiniſche Wirthſchaft, wie ſie jetzt haͤufig betrieben wird, wo naͤmlich Brache auf den vortheilhaften Dreeſchhafer folgt. Die laͤngere Ruhe und die ſtaͤrkere Duͤn⸗ gung gewaͤhrt einen ſtaͤrkeren Koͤrnerertrag, wenn gehoͤrige Bearbeitung des Bodens hinzu⸗ kommt, woran es vormals, wie man in Hollſtein gar keine Brache hielt, fehlte. Damals war der Viehertrag dem Koͤrnerertrag in den meiſten Wirthſchaften gleich, oder uͤberwog ihn gar; der ganze Ertrag war aber doch geringer, wie jetzt. No. 7. iſt eine Fruchtwechſelwirthſchaft mit Weide, wobei aber das Vieh des Nachts auf den Stall genommen, und des Morgens beſonders gefuttert wird. Der hoͤhere Koͤrner⸗ ertrag geht aus der ſtarken Duͤngung, die jedesmal nur eine Getreidefrucht abtraͤgt, ver⸗ bunden mit der Ruhe des Bodens, hervor, und iſt eher zu geringe als zu hoch angenom⸗ men. Den Viehertrag ergiebt die Menge des Futters in Verbindung mit der Weide. No. 8. eine Fruchtwechſelwirthſchaft zur Stallfutterung des Rindviehes angelegt, und darauf berechnet. 1 bleibt der reine Ertrag am ſtaͤrkſten. Dieſe Wirthſchaft wird in der Folge wegen ihres gro⸗ ßen Duͤngergewinns und der zunehmenden Kraft ihres Bodens zu edlern und eintraͤglicheren Fruͤchten uͤberzugehen genoͤthigt ſeyn, und ihren reinen Ertrag noch betraͤchtlich vermehren. und Koſten dieſer Wirthſchaften ſind die geringſten, und das iſt es, Durch Der große Duͤngergewinn berechtigt wenigſtens zu dieſer Annahme 4 des Koͤrnerertrages. Die Arbeiten und Koſten belaufen ſich hier am hoͤchſten, aber dennoch No. 9. f afe rangege ar auf d ¹ 3 aänterung aihmend „ jeder lec A auhen d zu hoch m det es in den feſtphalen, ftuchtharen, ſellt werden mach weden n ein deſeng aut erzenne ftere Vmn ich den noh des Ftuhe zwei Halw t. Im Ku iner Bratt nd das iſt elt. Durh er hier nict „wo naͤmlih daͤrkere Dan⸗ odens hinzu⸗ „ Damcoß uͤberwog i des Nachte here Koͤrne btraͤgt, der⸗ och angenom⸗ eide. agelegt, un zſer Annahmt aber dennoc en ihres gro⸗ ntraglichern rmehren. No. 9. Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einanerr. 9 No. 9. verbindet die Schafhaltung mit der Stallfutterung der Kuͤhe. Daß bei der fuͤr die Schafe ausgeſetzten Kleeweide, wozu noch die reichliche Stoppelweide kommt, und bei der angegebenen Winterfutterung(wo die Haͤlfte des Strohes Erbſenſtroh ſeyn kann) hier nur auf edle Schafe gerechnet iſt, verſteht ſich von ſelbſt. Bei der angenommennn ſtarken Futterung behaͤlt ſie Heu uͤbrig, deſſen Benutzung die Unſtaͤnde ergeben werden. Sie muß nothwendig in eine gewaltige Kraft kommen. In welchem Verhaltniſſ jede Wirthſchaft den S⸗che ihtes Areals benußt, wird ſc jeder leicht berechnen kunnen. Man bemerke, daß der Duͤngerſtand nach dem Minimum, und weit unter dem, was andere Berſuche ergeben, angenommen ſey.* 1 7 5* Zweiter Theil. B — Verhaͤltiiſſ der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. 10 a. b. C. d. e. f. g. h. i. Jochart⸗ Einſaat Ertrag Total⸗ Reiner Stroh⸗ Hen und Miſt .. zahl. per per Ertrag Ertrag ertrag. Futter aus Wirthſchaftsart Jochart. Jochart. des nach auf Heu Stroh, und Schlages. Abzug reduzirt. Heu und der Futter Rotation. Einſaat. Jochart. Metzen. Metzen. Metzen. Metzen. Centner. Centner—Centner. No, 1. Einfache reinse Dreifelderwirthſchaft. 4 aus Stroh 11962 aus Heu 3716 1) Brache, geduͤngt. 55—————— 2) Rocken.... 55½ 2 ½ 14 7778 6523 1724— 3) Gerſte.. 555 2 ½ 14 7773 6525 905— 4) Brache. 55 ⅓—————— 5) Rocken.. 55½ 24¾ 9 5oo 325 1108— 6) Hafer.... 55 2½ 10 555 4023 493— 2) Brache mit halben 8. Horden.... 55½————— 8) Rocken.... 55 24 10 5855 4305 1232— 9) Gerſte. 5⁵§⁸ 2 ½ 8 444 3 3193 518 Wieſen.... 75————— 1858 .. 150————— Weide. — — Tantee— — 11962 aus Heu 371¹6 — — — Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteine gegen einander. — 1 O. aus Stroh 1. 1 m. n. 1 Vieh, Futter auf den Kopf und fuͤr Ertrag Koſten der Wirthſchaft Reiner 1 hh nach Kopfzahl. jede Art im Ganzen...——— nach dem Werthe Ertrag nach .·c„ſdes Viehes, des einer Metze Rocken. dem Abzug nach Getreides der Koſten, Stroh. Heu. Weide. dem Werth reduzirt nach Metze 5. 4 ſeiner Metze auf Metzen Rocken. 3 Rocken. Rocken. Stuͤck. Centner. Tentner Fochart. Metzen. Metzen. 1 Metzen. Metzen. Pferde.(46) b(27½) 18 Pferde à 48 Metzen 864 18 828 495 6 maͤnnliches Geſinde Kuͤhe.(22 ⁵)(27½)(15) 4 44 Metze 3 267 23 632 632 32 2 22 Schaͤfer 70 Schafe.(a:)—¹(a.h(, 3 weibliches Geſinde 1302 5 285 3610 714 118 414 à 36 Metzen. 108 Dreſcherlohn 153 Mäaͤnnliches Tagelohn 162 Bleibt Bleibt Weibliches 98 uͤbrig uͤbrig— 4 911 17 —— 3—— 65 25 ———— 489½ 1 Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. 12 a. b. e. d. e. f. g. h.. KI 3 Jochart⸗ Einſaat Ertrag Total⸗ Reiner Stroh⸗ Heu und Miſt 4 Miſt 3 . zahl. per er Ertrag Ertrag ertrag. Futter aus komm uac Wirth ſchaftsart Jochart. Jochart. des nach auf Heu Stroh, per und Schlages. Abzug reduzirt. Heu und Jochan 3 der Futter Fndt Rotation. Einſaat. 3 b izenn Jochart. Metzen. Metzen. Metzen. Metzen. Centner. Centner. Centner. Podet Ftüͤck. No. 2. Felderwirthſchaft) 3 eu mit Erbſen, Klee und 10 Stallfutterung. Hh an Eul 8 e i d aus Stroh 3 20182 aus Heu . 83⁰6 *) Erbſen, geduͤngt. 555 2 ½ 10 2) Rocken... 55 2 ½ 12 3) Gerſte. 55⁵ 2 3 12 4) Brache, geduͤngt und Horden. 555—— 5) Rocken.. 5551 21 16 6) Gerſte... 55 5 24 16 7) Klee. 555—— 8) Rocken.. 55 ½ 2 ¾ 14 9) Hafer... 555 24 16 Wieſen... 75—— ... 150—— Weide E (c 92 X Werhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. 6 13 —„ 4„„— 3 K. 8 58 8. 8.* .. m.— n. o. p. 4 Aſt A Vieh, EFutter auf den Kopf und fuͤr Ertrag 9 Koſten der Wirthſchaft NReiner. *aus nach Kopſzahl. jede Art im Ganzen.—.,——— nach dem Werthe Ertrag nach deu Etag, G((—— des Viehes, des einer Metze Rocken. dem Abzug n.(heu und a nach Getreids der Koſten, date g Stroh. Heu. Weide. dem Werth reduzirt. nach Metzen eeiner Metze auf Metzen“ Nocken. 0. JNRocken. Rocken. 1 er Eede Ltud. Centner. Teutner Jochart.! Metzen. Mehzen⸗ 1“ Neen. Maen. pferde.(45)(*y) oopPferde à 48 Metzen 960 290 920 550 8 maͤnnliches Geſinde Aahe auf. Stall(46)(50½) 1 à 44 Metze. 356 56 2576 2828 7⁰7 ſa weibliches Geſinde Schafe(S)(Ar.). 4 36 Retzen. 144 900 4950 819 150 50z Schaͤfer... 80 Dreſcherlohn.. 235 Maͤnnliches Tagelohn 226 aus Stroh Bleibt Fehlt 4 Weibliches.. 117 2844 J20¹82 3 uͤbrig 3. aus heu 1 1645 44 3 8306. 1*. ————— 43⁰ 5 —————— 541 .————— 4063 — h————. —————— 7⁵³⁸ ————— 57²⁸ ——————— — 98—— 53—— 6525 —-———— 38¹ 8 8—————— ———— 1212 3750 2118 28488 — Verhäͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. d. Wirthſchaftsart und Rotation. Einſaat Per Jochart. G. Total⸗ Ertrag des Schlages. f. Reiner Ertrag nach Abzug der Einſaat. h. Heu und Futter auf Heu reduzirt. Heu und i. Miſt aus Stroh, Futter. Netzen. Centner. * No. 3. Mecklenburgi⸗ ſche Koppelwirthſchaft in ſieben Schlaͤgen. 1) Brache geduͤngt 2) Rocken... 3) Gerſte.. 4) Hafer.. 5) Klee, ein Schnitt. dann Weide zu 1„* 6 u. 7) Weide J Wieſen.... Außenweide... Metzen. d d d ld T. dhe — 7 17 16 245 Ctn. Dreeſchweide. 28 ⅜ Ctn. Metzen Centner. Centner. ſan 6 7— — — 1 * aus Stroh 12320 aus Heu 8668 Berhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. 15 1. 1 1. 8 m. 1. 0. 3 3 an Futter auf d für ag Wi Reiner tter K d fuͤr Ertrag Koſten der Wirthſchaft ei ehzah! de enn Baſmen L-geeeeneee nach dem Werthe Errrag u Sth, ve——„ des Viehes, des einer Metze Rocken. nach Abzug t. Hen ud G 4 nach Getreides 1 der oſen de. Weide. dem Werth reduzirt nach Metzen Stroh. Heu. dde einer Metze auf Metzen Rocken. a Rocken. Rocken. 2— Stuc Centner. Centner Jochart. Metzen. Metzen. Metzen. Metzen. 4 3 2— d—.„.— ſi. Pferde.(44)(a72) 9 Pferde à48 Metzen 432 9 414 250 18 Ochſen à 6 ½ Metzen 112 Zugochſen.(348) 636,(13) 6 maͤnnliches Geſinde 18 628 660 26 4 44 ½ Metze 267 6 Kuͤhe.(340)(247)(18) 6 weibliches Geſinde 137 4780 3394 198 1442 143 36 Metzen 216 V Dreſcherlohn. 181 Maͤnnliches Tagelohn 147 1 ausSnj Weibliches Tagelohn 76 2795 123²⁰ . aus he 8668 .S.= lue, —.———— 948 .— 5712 1— 1—————— 8— V—— co—:——— 1442 2784— 1431 4 20985 3 8— 1— 3 4226 3.. b. cC. d. e. f. g. h. 1. 4 Deczante Einſaat Ertrag Total⸗ Reiner Stroh⸗ Heu und Miſt Mif Wirthſchaft sart ſehn Jochart Dochart. Pheia Sertan eug an vea Sbuoh rn 4 und b Sohlages. Abzug reduzirt. Heu und Zocha Notation. Emſtat. Panter. Fi 1984 Cnn Jochart Metzen. Metzen. Metzen.] Metzen Tentner] Centner. Eentner. Fider No. 4B. Mecklenburgi⸗ ſche Koppelwirthſchaft in 10 Schlaͤgen mit 2 Brachen. 3 3 jaus Stroh 12944 aus Heu 1) Ruhebrache ſchwach ge⸗ 4 7182 diuͤngt.... 60——— 2) Rocken.... 60 2 ½ 16 960 3) Hafer... 60 2½ 20 1200 4 Muͤrbe Brache geduͤngt! 60——— 5) Rocken.... 60 21 16 960 6) Gerſte... 60 21 16 960 7) Maͤheklee, ein Schnitt 60— 1284 Ctn.— 1 dann MWeide 9 21o——— 8) 9) 10) Weide Wieſen.... 275——— Außenweide... 50 30 Deeeſchweſde dß. lütter u b (— Strt ffehe( 41 diſen. 6343 5 87 ik.(44 Il? 49 dweiter X Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. 17 41 1. m.. n., O. P. 9 ge. Vie Futter auf den Kopf und fuͤr Ertrag Koſten der Wirthſchaft, Reiner A 5 nach Rehzahe jede Art im Ganzen.—.„ nach dem Werthe Ertrag 1 aus k—„ des Viehes, des einer Metze Rocken. ſnach Abzug d3 2u f nach Getreides der Koſten, Re. hun und Ir Stroh. eu. Weide. dem Werth reduzirt nach Metzen detn.. 9. 4 einer Metze auf Metzen Rocken. Rocken. Rocken. Crrd Stück. Centner. Centner. Jochart. Metzen. Metzen. l Metzen Metzen. —— 7 Pferde.(45)(27½) 3 9 Pferde à48 Metzen 432 9 414 248 1. 25 Ochſen à 6 Metzen 156 Doſen.(343)(²7) c) 7 maͤnnliches Geſinde V 25 872 687 40 à 44 ⅞ Metzen 311 Kuͤhe.(44)(23)(131 3 s weibliches Geſinde 112 4928 2576 200 1244. à 36 Metzen 180 Dreſcherlohn.. 175 Mannliches Tagelohn 151 Weibliches Tagelohn 72 2568 aus Ette 1²9 u e 7182 1———— —— —————— 825 ————— 532 3.————— 825 8= —————— — 1 V—————— 4 „ 1 ———— I 1244 2801 1477 V W 4045“ 4 Zweiter Theil, C 18 * 8 Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. a. b. c. d. e. f. g. h. 1. 4 Jochart⸗ Einſaat Ertrag Total⸗ Reiner Stroh⸗ Heu und Miſt. o. zaͤhl. er per Ertrag Ertrag ertrag. Futter aus Wirthſchaftsart ZJochart. Jochart. des nach auf Heu Stroh, und Schlages. Abzug reduzirt. Heu und and der dFutter. Rotation. Einſaat. b Jochart. Metzen. Metzen. Metzen. Metzen Centner. Centner. Ene Sme 3 No. 5. Mecklenburgi⸗ h ſche Wirthſchaft in 12 Schlaͤgen mit 2 Bra⸗ 4 Autſa. chen. A 4 Lähe 4 10⸗ aus Stroh — 12376 2 aus Heu . 6604 11) Brache halb geduͤngt 50——————— 7— 2) Rocken.... 50 2 ¼ 15 750 6371 1662 ½———— 3) Gerſte.... 50 24 15 750 6373 8732-——-- 4) Hafer... 50 24 12 600 462 ½ 532——. 5 Brache geduͤngt. 5⁰——————— 135— 6) Rocken... 50 2¼ 16 go0 6871 1773———— 2) Gerſte... 50 2 ¾ 14 700 587 ½ 815——— 8) Hafer.... 50 2½ 12 600 462 ¾ 532——— 9) Maͤheklee, ein Schnitt 50—- 283 Ctn.——- 1444——— dann Weide. 2— 10) 11) 12) Weide J 4 Wieſen.... 75————— 1858——— Außenweide.. 50= 30 Dreeſchweide.————— — 1 5 8 4 Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. I. A 3 1. m. n. O. P- aud In Vieh, Futter auf den Kopf und fuͤr Er trag Koſe der Werhächaft deſner „¹Aus hn opfzahl. jede Art im Ganzen.——₰ nach dem Werthe rtrag He Oroh r nach Kopſgahl 0 e ‿.— des Viehes, des einer Metze Rocken. nach Abzug it. zu und 4 nach Getreides der Koſten, Atter. oh. eu. Weide. dem Werth reduzirt nach Metzen 3 Str h H einer Metze auf Metzen Rocken. . 77e Rocken. Rocken. h 8 ner. ſLe L e Stuͤck. Centuer. Centner. Jochart Metzen. Metzen. Metzen.] Metzen. Pferde.(46)(2750) 9 Pferde à 48 Metzen 432 V 9 414 248 22 Ochſen à 6 Metzen 138 Zugochſen.(343)(36,)(1,3) 7 maͤnnliches Geſinde 22 768 807 35 à 44 ½ Metze 311 Kuͤhe.(49,2)(22)(1¼) 5 weibliches Geſinde 102 5028 2244 170 1071 à 36 Metzen 180 Maͤnnliches Tagelohn 149 ausEtn Weibliches Tagelohn 78 12376 Dreſcherlohn 172 2317 aus Heu. 6604 ————— 6371 —————— 478 ½ —————— 231½ ——————— —————— 6871 —————— 2314 4— 4 +———— 1— 1460 52 18980 1 1071 1 270 4 4 3 3777 — a. b. c. d. e. f. g. h.. 8 Jochart⸗ Einſaat Ertrag Total⸗ Reiner Stroh⸗ Heu und Miſt . zahl. per per Ertrag Ertrag ertrag. Futter aus 1 Wirthſ chaf tsart Jochart. Jochart. des nach auf Heu Stroh, . und 3 Schlages. Abzug reduzirt. Heu und .. der Futter MRgotation. Einſaat.— .— 8. 8, 1— 15 Len 12 8 Jochart. Metzen. Metzen. Metzen. Metzen. Centner. Ceutner Centner. Juder 1 1 ₰½— No. 6. Kopvelwirthſchafff ö„ 6 Pnach neueſter Hollſteint⸗ 6 ſcher Art zu 10 Schlaͤgen. uns 5 * a 88 b K on 141 542 8 aus Stroh [13 326 3 aus Heu 9604 3 1) Dreeſchhafer. 60 3 24 1440 1260 1275———. 3 2, Brache geduͤngt. 60——————- I-— 3) Rocken.... 60 2 ½ 20 1200 1065 2660—-. a) Gerſte.... 60 2 ½ 20 1200 1065 1398——-. 5) Rocken 60 2 4 10 600 465 1330———— 6) Maͤheklee.. 60— 4u2se-—-— a4,===. ) 8) 9) 10) Weide 24———————— Wieſen geduͤngt. 75— 31 Ctn.——— 2325— 2— Außenweide.. 50— 30 Dreeſchweide.————= — 1 — . iſt. 8 i oh, p und] Je erx F 1830 atne. Fuh — 3 ) 21 Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. — 1 J. W. II. O. P. Vieh, Futter auf den Kopf und fuͤr Ertrag Koſten der Wirthſchaft Reiner nach Kopfßahl. jede Art im Ganzen.—,—— nach dem Werthe(Ertrag nach C— 8 des Viehes, des einer Metze Rocken. dem Abzug nach Getreides 8 der Koſten, Stroh. eu. Weide. dem Werth reduzirt nach Metzen 3 h 5 einer Metze auf Metzen Rocken. Rocken. Rocken. Stuͤck, Centner. Tentner. Jochart. Metzen. Metzen. 1 Metzen Metzen. Pferde.(1)(r)) 9 Pferde à 35 Metzen 320 9 414 248 16 18 Ochſen à 5 ½ Metzen 96 Zugochſen.(345)(361)(13) 5 maͤnnliches Geſinde 18 682 660 32 à 441 Metzen 223 Kuͤhe(382)(273)(15) s weibliches Geſinde 141 5428 3877 219 1626 à 36 Metzen. 288 Dreſcherlohn. 185 Maͤnnliches Tagelohn 146 Weibliches. 2 3320 ————— 630 ————— 1065 8 ———— 7983 ————— 465 ———— 1626 2959 1265. 4 8 2 4585 22 1 A Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. a. b. c. d. 6. f. g. h.. k. Tachane Einſaat Ertrag Total⸗ Reiner Stroh⸗ Heu und Miſt Miſt ui ſh .zzahl. per per Ertrag Ertrag ertrag. Futter aus komm nach Wirthſchaftsart 1 Jochart. Jochart. des nach auf Heu Stroh, per 5 und(SSchlages. Abzug reduzirt. Heu und Jochanny. . der Futter Fuderä(trd Rotation. Einſaat. V ’ 184 Cen Fochart. Metzen. Metzen. Metzen. Metzen. Centner. Centner. No. 7. Achtſchlaͤgige fa Wirthſchaft nach der Iu e Regel des Fruchtwech⸗ poüjaufd 88 Ae e. 64 e. ſels mit Weide 1¹ 84 heie ntgut Rana derWehe. haS aus Stroh en iht . 1 20414 335 . aus Heu hünothhn.( 11148 227 aus Kar-⸗ toffeln 8 6192 3 1) Dreeſchhafer. 75 3 24 1800 1575 1596———— 2) Kartoffeln. 75 14[174 13050 12000 775 6192—— 33) Gerſte... 75 2 4 20 1500 1332. 1747—— 4) Erbſen.... 75 2 12 900 731 3097——— 5) Nocken.... 75 24 18 1350 1182 2992——— ) 6) Maͤheklee„.. 75— 49§ Ctn.——— 3716——— 2) 8) Weide... 1850————————— Wieſen.... 25— 245——— 1858—— Außenweide. 50= 30 Dreeſchweide.—————— 8 aͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. 23 i. 4 J. m. n. g.— p. Miſt Vieh, Futter auf den Kopf und fuͤr Ertrag Koſten der Wirthſchaft Reiner gus ch Kopfzahl. jede Art im Ganzen.——— nach dem Werthe Ertrag nach troh, c—— des Viehes, des einer Metze Rocken. d dem Abzug u und Ae. nach Getreides der Koſten, acter Stroh. Heu. Weide. dem Werth reduzirt nach Metzen ener Metze auf Metzen Rocken. 1d e Rocken. Rocken. Tam nr Stuͤc Tentner Tentner Jochart. Metzen. Metzen. 1 Metzen. Netzen. Pferde.(4)(55) b 11 Pferde à 35 ¾ Metzen 302 11 506 605 18 Ochſen à 5 ½ Metzen 96 Ochſen auf dem 7 maͤnnliches Geſinde Stalle.(46)(59,5) à 44 ½ Metze. 311 18 848 1073 12 weibliches Geſidne Kuͤhe, mit Futter— à 36 Metzen. 4 2 neben der Weide.(343)(41,)(½) 1 6: 30 3 46 43 .(bei den Kuͤhen) 246 8582 10135 180 3⁰074 ,6(cp Dreſcherlohn. 240 aus Etießh d Kuͤhe A26 3577(* Maͤnnliches Tagelohn 148 20414 33 3 180 4 Weibliches. 75 unsza und Maſtochſen.(23)(30). ſgartoffeln⸗Arbeit 227 5334 8172 4 11148 b 1 1 Jochart à 3 ½ aus Kar⸗ 4 Metze... 263 48153 toffeln 4 1 6192 Bei der Maſt⸗ — ſochſen⸗Hal⸗ .———— 787 3 ſltung iſt nicht 4—————— nur der Er⸗ —— trag hoͤher, ————— 998 ſondern auch ————— 731 die Koſten ge⸗ — 1.— 1182 ringer. — 1 3—— 4 4 .———— 3074 30698 ¾ 1957 37754 ‧— 4— 3 6772 Verh 4 ˙˙ ͤͤͤͤͤſͤſſſ *“ ——y y——yyy— 1 — Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander.— a.. c. d. e. 4. g. h. 1. k 41 3 ö Jachae Einſaat Ertrag Total⸗ Reiner Stroh⸗ Heu und Miſt Miſ 16 Hn:; zahl. ber per Ertug Ertrag ertrag. Futter aus konn chl. Wirthſchaftsart SSochart. Jochart. des nach 3 auf Heu Stroh per uuh und 34 Schlages. Abzug reduzirt. Heu und Dn „. der—Futter. Fu R ota t ion. Einſaat. 4 182CIA 1 IJochart Metzen. Metzen. Metzen.] Metzen Eentner. Centner. Ere Fudet eilk No. 8. Achtſchlaͤgige 3 Wirrthſchaft nach der z, Regel des Fruchtwech⸗ b 4 8 zuuzin ſels mit Stallfutterung a des Rindviehes. Kietlin 26 aus Strohh a dihe — 3 223122 18 aus Heu and Naſoochſer 18274 180 aus Kar⸗ und hammel a toffeln dder Weide u 6192 Stoppel 220 1) Kartoffeln. 75 14 174 13050 12000 775 6192— 2.)) Gerſte.... 75 2 ½ 24 1800 1631 ¾ 2097——— 3) Klee.. 75— 49 5 Ct.——— 3716— 5 4) Hafer... 75 2 4 28 2100 1893 ¾ 1863—— 5) Erbſen.. 75 2 ¾ 12 900 73 1¾3)3097—— 6) Rocken... 75 24 20 1500 13311 3324—— 7) Wicken.. 75 11— 112¼—— 3096— 8) Rocken... 75 2 ½4 18 1350 1182——— Wieſen geduͤngt 75— 31 Ctn.——— 2325— Außenweide. 50——————— — t 3 fn h. R ind JI r. 3 11920 —. ne. Frha. T. Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. 25 .——. 11. m. n. 0., p. Vieh, Futter auf den Kopf und fuͤr Ertrag Koſten der Wirthſchaft, Reiner nach Kopfzahl. jede Art im Ganzen.—— 8 nach dem Werthe Ertrag 1 ₰„des Viehes, des einer Metze Rocken. nach Abzug nach Getreides der Koſten, Stroh. Heu. Weide. dem Werth reduzirt nach Metzen ſeiner Metze auf Metzen Rocken. . Rocken. Rocken. Stid. 4 Centuer. Centner. Jochart. Metzen. Metzen. Metzen. Metzen. Pferde(46)(55) 13 Pferde à 35 ½ Metzen 463 13 598 715 23 Ochſen à5 ½ Metzen 123 Zugochſen.(46)(59/53) 9 maͤnnliches Geſinde 23 1058 1371 à 44 ½ Metzen 400. Kuͤhe allein 63⁶)(49 ½) 13 weibliches Geſinde 267 9612 13083 3270 à 36 Metzen 468 oder Kuͤhe 636)(48) Dreſcherlohn.. 307 135 4860 6480 Maͤnnliches Tagelohn 210 und Maſtochſen(26 ⅞)(38) Weibliches Tagelohn 90. 180 4770 6840 Kartoffeln⸗Arbeit und Hamanel auf 1 Jochart à 3 ½ der Weide un 3 8 8 3 Stoppel. 055 Metzen.. 262 6411 220 1540— 50 50 — — — — — — — — — — * Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſtem 3 e gegen einander. 26 1 a. b. c. d. e. f. g. h.. k. 3 Jochart⸗ Einſaat Ertrag Totat⸗ Reiner Stroh⸗ Heu und Miſt Miſt zahl. per er Ertrag Ertrag ertrag. Futter aus kommt Wirthſchaftsart Jochart. Jochart. des nach auf Heu Stroh, per Schlages. Abzug reduzirt. Heu und Jochart und der Jutter Fuder 8. A Rotation. Einſaat. SSden, Jochart. Metzen. Metzen. Metzen. Metzen. Centner. Centner Tentner. aer. 4 No. 9. Zehnſchlaͤgige Wirthſchaft nach der Regel des Fruchtwech⸗ aus Stroh ſels mit Stallfutterung— 22638 des Rindviehes und haus Heu Schafweide. 15544 3 aus Kar⸗ toffeln. 4954 1) Dreeſchhafer.. 60 3 28 1680 1500 1490.——— 2) Brache mit Horden be 4 legt, vor oder nach ſel⸗ bigen Wicken zum Heu 60 123 1 ¾ 90—— 2477— 9 3) Rocken... 60 2 ½ 20 1200 1065 2660——— 4) Erbſen.... 60 2 ½ 12 720 585] 2477—— 13,5 5) Rocken— 60 24 18 1080 945 2394——— 6) Kartoffeln„.. 60 14 174 10440 9600 620 4954— 22,5 2) Gerſte 60 2 24. 1440 1305 1678——— 8) Maͤheklee.. 60—-— 495Ct.—— 2923—— 9) 10) Kleeweide fuͤr die Schafe. 120———————— Außenweide... 50= 30 Dreeſchweide.————— Wieſen geduͤngt.—- 31. Ein.——— J2325— 2,29 M. Ceutner cde.() 06 din(6) 6 828 kafa Enle.(36) 36 40991 10 499 Verhaͤltniſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. 27 k V J. b m. n. 0. p. Mit Vieh, Futter auf den Kopf und fuͤr Ertrag Koſten der Wirthſchaft Reiner komm nach Kopßzahl. jede Art im Ganzen.— nach dem Werthe Ertrag nach per ddes Viehes, des einer Metze Rocken. dem Abzug Jochau nach Getreides der Koſten, Fader Stroh. Heu. Weide. dem Werth reduzirt nach Metzen 3 einer Metze auf Metzen Rocken. I Len⸗ Rocken. Rocken. r, ESituck. Tentner. TCentner. Jochart. Metzen. Metzen. 1 Metzen. Metzen. Pferde.(46)(55) 11 Pferde à 35 ¾ Metzen 392 V 11 50⁶6 605 18 Ochſen à 54 Metzen 96 V Ochſen.(46)(S9,⸗:) 7 maͤnnliches Geſinde V 18 828 1073 à 44 Metzen 311 V Kuͤhe auf dem 9 weibliches Geſinde Skalle 636,„)(S50/4) à 36 Metzen. 324 V 1365 4991 6854 1713 Dreſcherlohn.. 277 Schafe Dem Schaͤfer außer 1350 4990 3150 150 1237 ſeiner ſchon abge⸗ V norig rechneten Quote 8⁰ —— 1047 262 Maͤnnliches Tagelohn 194 . r Moſt⸗ Weibliches.. 90 4812 V Kartoffeln⸗Arbeit per 9—————— Jochart 3 ½ Metze 210 ————— 1065 13———— 585 —————— 945 229 8—*——— —————— 979 V——— —————— —————— 2,²¹ — 1 ———— 3212 3574 1974 6786 —, Verhaͤtiſſe der Wirthſchaftsſyſteme gegen einander. 28 Die Verhaͤltniſſe dieſer Wirthſchaften kommen alſo folgendermaßen zu ſtehen: —“.. 3—.— 2— Stroh⸗ Futter⸗ Macht Koſten Ertrag Ertrag Reiner N 5. gewinn. gewinn Duͤnger. der aus aus Ertrag. nach Heu. Wirthſchaft dem Vieh. dem Korn. Centner. Sre Ceutner Whare Metzen. Reuen Nan 1 5981 1858 15678 1722 636 2388 130: 2 10091 4153 28488 2118 1212 3750 2849 3 6160 4334 20988 1431 1442 2784 2738 4 6472 3591 20126 1477 1244 2801 2368 5 Glss 3302 18980 1460 1071 2706 2317 6 6663 4802 22930 1265 1626 2959 3320 7 10207 11766 37784 1987 3074 3698 a813 3 rI136 15329 46778 2323 3320 5414 6411 9 I1319 12729 43136 3212 3574 48121 ſat fnden Nur ne 1 ſch erſt zun! ſch, ohme i anfähten. wirde gäßern Betri un konn mit Geciklicheit vrru zuvord in eiwede werden kann Dängers, d ſchafende V mi Unrecht s icht, cichtge Ir fehlen. J ruͤckgaͤngig diee S'oreligkeit fotk ſeyn, iethſchaft ſch nicht uͤb Gebauden m Aerd moͤglich. Erſparung Nangel de Grund der berletenden daß atgegenſtet . Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. 29 en: — Der Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. Reiner ertrag. §. 398. Nur nach einer richtigen Ueberlegung aller Verhaͤltniſſe kann der rationelle Landwirth — ſich erſt zum Uebergang zu einer intenſivern Wirthſchaft beſtimmen. Wir wollen das, was Na ſich, ohne ein gegebenes Lokal vor Augen zu haben, hieruͤber im Allgemeinen ſagen laͤßt, anfuͤhren. 1zod ZMupsoͤrderſt muß man wohl erwaͤgen, daß ſich ein ſolcher Uebergang nie ohne Anlage eines T. orhwendige 284 groͤßern Betriebskapitals machen laſſe. Die Staͤrke deſſelben kann ſehr verſchieden feyn, und Berriebskapi⸗ man kann mit einem groͤßern oder kleinern ſeinen Zweck, aber— unter Vorausſetzung gleicher 2795 Geſchicklichkeit— mit jenem ſchneller, als mit dieſem erreichen. Der ſtaͤrkere Futtergewinn, worauf zuvoͤrderſt alles ankommt, erfordert immer einige Aufopferung an verkaͤuflichen Fruͤch⸗ 256; ten: entweder in der Ausſaat, welche zu Anfange durch reicheren Ertrag noch nicht erſetzt werden kann; oder im Ertrage ſelbſt, indem man ihnen zum ſicheren Futterbau einen Theil des 231 Duͤngers, den des kraͤftigern Feldes, entzieht. Dazu kommt denn die nach und nach zu be⸗ ſchaffende Vermehrung des Inventariums, des Arbeits⸗ und Geſindelohns. Man nennt dies 33309 mit Unrecht Aufopferungen, die man im Ertrage des Guts machen muͤſſe. Aufopferung iſt es nicht, es iſt nur vermehrte Kapitalsanlage zum kraͤftigern Betriebe des Gewerbes. Denn 4815 cichtige Zinſen und Wiedererſtattung des Kapitals koͤnnen ohne ungewoͤhnliche Ungluͤcksfaͤlle nie fehlen. Allein in Haͤnden haben muß man dieſes Kapital, wenn die Sache nicht ſtocken oder 641 ruͤckgaͤngig werden ſoll. 4811 Ddie Staͤrke deſſelben iſt, wie geſagt, verſchieden. Wenn man aber mit mittlerer Schnelligkeit und gehoͤriger Ueberlegung vorſchreiten will, ſo muß es wenigſtens doppelt ſo ſtark ſeyn, als der bisherige jaͤhrliche reine Ertrag eines Gutes war, in ſofern er aus der Wirthſchaft hervorging. Hiermit darf man dennoch in der Vermehrung des Viehinventariums ſich nicht uͤbereilen. Auch ſind hierin keine neue Bauten oder erhebliche Beraͤnderungen in den Gebaͤuden mit einbegriffen. Verbeſſernde Umwandlungen einer Wirthſchaft ohne Kapitalsanlage ſind gexadezu un⸗ moͤglich. Wo ſie ohne ſolches bewirkt zu ſeyn ſcheinen, da iſt das Kapital unmerklich durch Erſparungen in andern Stuͤcken, oder durch angeſtrengte eigene Arbeit hervorgebracht. Der Mangel des Kapitals, es ſey, daß man es nicht anlegen konnte, oder nicht wollte, iſt der Grund der meiſten fehlgeſchlagenen Unternehmungen dieſer Art. Daher muß man den manche verleitenden Irrthum, als ſey es ohne ſolches moͤglich, nicht beſtaͤrken, ſondern ausrotten. Daß ferner der Grund und Boden privatives Eigenthum ſey, worauf keine, der Sache entgegenſtehende Servitute ruhen, verſteht ſich von ſelbſt. Vor allem muͤſſen dieſe, wenn ſie ſtatt finden, abgefunden werden.. Uebergang in eine neue Wirthſchaſtsart. . 99. Aus der Felder Von dem Uebergange einer Felderwirthſchaft in die Koppelwirthſchaft, ſie ſey von der wätenie gewoͤhnlichen Art, oder nach der Regel des Fruchtwechſels eingerichtet, laͤßt ſich, ohne ein irthſchuft. gegebnes Lokal vor Augen zu haben, nichts genaueres angeben, als was uͤberhaupt von der Einrichtung einer Koppelwirthſchaft in den§. 275 bis 295 geſagt worden. In den meiſten wird. Kann ſie mit in die Rotation des Ganzen gebracht werden, ſo muß man es ſo einrich⸗ ten, daß ſie allmaͤhlig vorbereitet werde, und in das Verhaͤltniß zum Fruchttragen komme, worin ein Theil des bisherigen Ackerlandes zur Weide niedergelegt wird. Wie jenes geſchehe, gehoͤrt in die Lehre von der Urbarmachung, und ich bemerke hier nur, daß ein ſolches neues .. and nicht zu ſtark angegriffen werden duͤrfe, ſondern nach hoͤchſtens zwei Fruͤchten eine Duͤn⸗ behandelt werden muͤſſe. So muß man auch dahin ſehen, daß das zur Weide niederzulegende böboisherige Ackerland noch in Kraft ſey, und nach der Duͤngung nicht mehr, als hoͤchſtens vier Fruͤchte abgetragen habe, damit ſogleich eine gehoͤrige Weide darauf entſtehen koͤnne. Kann das alte aufzubrechende Weideland ſeiner Lage und Beſchaffenheit wegen nicht in dieſelbe Rotation kommen, ſondern muß es eine eigene erhalten, ſo muß man dennoch, um die Wirthſchaftsverhaͤltniſſe zwiſchen Weide und Koͤrner⸗ ſammt Strohertrag nicht zu ſtoͤren, eben ſo verfahren, und in dem Maße ſich neue Weide auf dem Ackerlande verſchaffen, wie man die alte zum Fruchtbau umbricht. Wenn nach vollfuͤhrter Theilung und Zuſammenlegung ei einer zerſtückelten Feldmark, Acfer, nicht bloß von verſchiedener natuͤrlicher Guͤte, ſondern auch in ſehr verſchiedenem Duͤngerzu⸗ ſtande zuſammenkommt, und in kuͤnftige bleibende Schlaͤge getheilt werden ſoll; ſo erfordert es eine genaue Spezialunterſuchung und einen wohl uͤberlegten Plan⸗ wie man die verſchiedenen 4 nun zuſammengelegten Feldſtuͤcke in eine gleichmaͤßige Kraft fuͤr die Folge ſetze. Die dabei zu beobachtenden Maßregeln laſſen ſich nur in beſondern Beiſpielen entwickeln. §. 400.. Aus der Felder⸗ Der Uebergang aus einer auf ſchon ſeparirtem Lande beſtehenden Felderwirthſchaft zum mir wichgfaweahn Fruchtwechſel mit Stallfuͤtterung iſt in dem Falle nicht ſchwierig, wo der ganze Acker in durch⸗ ſelwirthſchaft. gehender Duͤngung geſtanden hat. Wo aber nur ein Theil der Feldmark Miſtland war, ein andrer Theil aber gar keinen oder nur ſelten und ſpaͤrlich Duͤnger erhielt, iſt er ebenfals ſchwierig, und man darf nicht erwarten, ohne große aͤußere Huͤlfen, ſobald zum Ziele zu kommen. Da indeſſen hierbei der oͤrtliche Zuſammenhang, und die Graͤnzung der Schlaͤge doch allmaͤhlig leichter in Ordnung. Liegt das außer Wuͤrden gekommene Land, wie gewoͤhn⸗ lich, entfernter und neben einander, ſo wird man ſich mehrentheils bewogen ſehen, zwei oder gar mehrere Rotationen zu machen, oder den Acker in Binnen⸗ und Außenſchlaͤge zu theilen; erſtere dann zuvoͤrderſt in Kraft zu ſetzen, letztere aber ſo lange hin zu halten, bis ihnen durch die Kraft und den Ueberfluß der Binnenſchlaͤge aufgeholfen werden kann. Soll dies aber ge⸗: d d 4 ſi ſevi oder gung erhalten, dann wieder zu Graſe niedergelegt, oder nach der Regel des Fruchtwechſels* 44 3 1 fdieh boünags, ath e 4 ſdng ſos da n3 t 75 G Faͤllen, wo man ein bisher in drei Feldern zuſammenhaͤngend gelegenes Gut in Koppelwirth⸗ äjas ſchaftsſchlaͤge legt, wird natuͤrlich alte Weide aufzubrechen ſeyn, weil dieſe nun entbehrlich ſastaft gfe— d fäle 4. ſand, zu ei n dergangsſat es nicht moglie idieſen Jahre drien, nachdem ar derſelbe uͤber ingt werden. mmins, wo di ſten Furterr Rin Ermangelt 1 R dicſer Somm ſöchn. Vo Etrol ririge ſcwammi⸗ rfe het, mehr reig oder gar bir Geſtalt aus Frinen abgeſto pile nur in den b in ſeriußere S nach ihren Nummern nicht ſo nothwendig iſt, wie bei der Koppelwirthſchaft, ſo koͤmmt man e grinen Wicken fu, de der zu den fend ur Winterun, nangil ſchon im zt ſaanajdes mit Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. 8 39 ſchehen, ſo werden die Hauptſchlaͤge um ſo ſpaͤter zu einem Ueberfluß von Dungkraft kommen, von de und man muß dann um ſo laͤnger auf den Bau der Handelsgewaͤchſe Verzicht leiſten. ohne ein bon der. meiſten derſelben es rathſamer macht, ſo kann man die Einrichtung treffen, daß jeder Schlag von beſſerm Hauptbeſtande ein Supplement von ſchlechterem und magerem Lande bekomme, welches elwirth⸗ meinh nicht nothwendig mit demſelben voͤllig zuſammenhaͤngend zu ſeyn braucht. Dieſes zugegebene ſo inric⸗ Supplement wird dann nach und nach, oder immer weiter und weiter mit dem uͤbrigen in n hume, gleiche Kraft goſetzt, bis dahin aber ſo behandelt, daß es ſich durch Ruhe verbeſſern, und nur Reſdhe etwa eine oder die andere Frucht mit dem Haupttheile des Schlages zugleich trage. hes nand m t eine Din⸗ Bei dieſem Uebergange aus der Felderwirthſchaft zum Fruchtwechſel muß das Hauptbe⸗ ttwechſtz ſtreben das ſeyn, ſo ſchnell als moͤglich Futterung und aus dieſer Duͤnger zu gewinnen. Ohne zulegen alle Aufopferung der Getreideeinſaat geht dieſes nicht an. Nur gebe man ſowohl um des hoͤ⸗ ens vin hern Ertrages, als hauptſaͤchlich um des Strohes willen, keine Winterung auf, und entkraͤfte eben ſo wenig das dazu beſtimmte Land. nicht i Die Tabelle A. zeigt einen ſolchen Uebergang auf einer Feldmark, die im neunjaͤhrigen H, un di Duͤnger ſtand, zu einer neunjaͤhrigen Fruchtwechſelwirthſchaft mit Stallfutterung. Wenn im erſten Uebergangsjahre noch kein Klee vorhanden iſt, ſo fange man dennoch die ganze, oder wo dies nicht moͤglich iſt, die halbe Sommerſtallfutterung mit gruͤnen Wicken an, welche in den in dieſem Jahre zur Duͤngung kommenden Brachſchlag in gehoͤrigen Zwiſchenraͤumen geſaͤet werden, nachdem der ſaͤmmtliche Winterduͤnger entweder aufgefahren und untergepfluͤgt iſt, oder derſelbe uͤber die ausgeſaͤeten Wicken verbreitet wird. Es koͤnnen ſogar in demſelben Sommer mit dem aus den erſten Wicken gemachten Duͤnger noch die ſpaͤteſten Wicken wieder geduͤngt werden. Man muß es nur moͤglich zu machen ſuchen, daß das Vieh bis zur Mitte dren, eden ſe man di ark, Acke⸗ Duͤngetzu⸗ rfordert a ſchiedenen dabei i ausgeſaͤeten Futterrocken in der Soͤmmerungsſtoppel, der nach der Mitte des Maies maͤhbar wird, in Ermangelung anderer Huͤlfsquellen geſchehen kann. Ferner kommt es darauf an, ſich zu dieſer Sommerſtallfutterung ſchon die noͤthige Einſtreuung zu erſparen oder herbeizu⸗ ſchaffen. Wo Strohankauf nicht moͤglich iſt, wird man ſich durch Baumlaub, Schilf, Moos, torfartige ſchwammige Subſtanzen, altes Dachſtroh, wenn man fruͤh genug Anſtalten dazu jſchaft zu getroffen hat, mehrentheils helfen koͤnnen. Sonſt aber muß der Stall ſo eingerichtet werden, er in uth daß wenig oder gar keine Einſtreuung noͤthig ſey, ſondern daß der Miſt in fluͤſſiger oder brei⸗ dwar, in artiger Geſtalt aus dem Stalle geſchafft und mit Erde, loſem Torfe oder Raſen, die von den er ebegiälh Feldrainen abgeſtochen worden, vermiſcht werde. Dieſe Schwierigkeit mit der Einſtreuung m Ziele ſ findet nur in den beiden erſten Jahren ſtatt; in der Folge wird Stroh genug gewonnen. Schafft der Shug man hier aͤußere Surrogate der Einſtreuung herbei, ſo gewinnet man durch dieſe Verfutterung zmmt man der gruͤnen Wicken eben ſo viel Duͤnger wieder, als man darauf verwandt hatte, und hat ſe gewihr nun, da der zu den Wicken untergebrachte Duͤnger unverloren iſt, doppelt ſo viel geduͤngtes zwei odel kand zur Winterung, als man ohne ſelbige gehabt haben wuͤrde, wodurch dann der Stroh⸗ zu theilen nangel ſchon im zten Jahre gehoben iſt. Auch iſt es in der Hinſicht rathſam, einen Theil des hnen duch Sommerfeldes mit Rocken zu beſtellen, weil dieſer mehr Stroh liefert. es aber he Wenn aber die Lage und Figur der ganzen Feldmark und der verſchiedenartigen Theile des Junius, wo die Wicken genugſam herangewachſen ſind, hingehalten werde, welches durch gg— Uebergang einer dreifeldrigen Wirthſchaft„ die in neunjaͤhrigem Duͤnger ſtand, in eine neunſchlägig Fruchtwechſelwirthſchaft mit Stallfutterung des Rindviehes, wobei die Außen⸗, auch Brach⸗ b A Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. und Stoppelweide ganz den Schafen gewidmet ſeyn kann. —— Brache. Winterung. Soͤmmerung. — 8 1 8 S G— ₰ 4 Nock Alter Zuſtand. geduͤngt. vor drei vor ſechs in erſter in dritter ſin fuͤnfterſin hweiter in vierter ſin ſechſtero jet. Jahren Jahren Tracht. Tracht. Tracht. Tracht. Tracht. racht. In etn geduͤngt. geduͤngt. cker a. b. c. d. e. f. g. h. i. hah. Erſtes Jahr Winte⸗ V— Bracher. 3 M ie S des rung mit Winte, Winte⸗ Stoppel⸗ Soͤmme⸗ Soͤmme⸗ Brache Mit den ee⸗ Wicken Uebertrags. Klee. rung. rung. rocken. rung. rung. ckenmiſit*. Bleigt am Brache, Winte⸗ ; C.. vortheilhafte⸗— Wicken. l Winte⸗ Winte⸗ Zweites Jahr.] Klee Sammie ſen zurGchaf⸗ Brache. nte dern Wicken Winte⸗ du rung mit 9. weide liegen.(Weidemiſt. G 3: ee. 1 Hackfruͤch⸗ Winte⸗ Soͤmme⸗: E ² Brache* rung. rung. ſmit Klee] rung. Erbſen. 3 1. Hack⸗ Wi Klee⸗ Viertes Jahr. Winte⸗ Winte, Gerſte Wicken. Erbſen. Klee. fruͤchte. inte⸗ Kler. rung. rung. mit Klee. 8 85 rung. 3 Klee. Gerſte Hack⸗ Wint Fuͤnftes Jahr.Wicken. Erbſen. Ktee. Winte: Winte⸗* mit fruͤchte. inte * run 3; 1⸗ A* rung. en und mituna rung. rung. Schnitt Klee. rapps beſtett. Klee Hack⸗— Sechſtes Jahr. Winte⸗ Winte⸗* Erbſen. fruͤchte. Rapps. Klee. Gerſte Wicken. degun Phrung. ktung. Schnitt. x* ſaat. mit Klee gunn (HA₰j Erbſen Hack. 1. Gerſte 4 Klee—. Siebentes und fruͤchte. Rappsſaat. Winte⸗ mit Weizen.* Klee. Winte⸗ Jahr. Wicken.**r Prung. Klee. Schnitn rung. ————— 1. Winte⸗ 3 Hack⸗ Klee. Erbſen u. Achtes Jahr. Winte⸗ Gerſte Weizen. fruͤchte. Klee. kung und Rapps⸗* Wicken. rung. mit Klee.** rung. ſaat. Schnitt.* Erbſen u. Winterung Klee, Hack⸗.— Neuntes Jahr.] Wicken Klee. und Soͤm⸗] Gerſte* frraͤchte Weizen Rappsſaat. Winte⸗ 2 merung.[mit Klee. 1 Schnitt.** rung. Die Schlaͤgen Früchte di 1 3 3 1 rner 8⸗ 3. 7. 2. 4 1. 6. 5 9— iavorſeyens Nummern. — hült ſt Vib, Fhat kart nürige mtder d tien Get kteeibe mea teteͤchtlich Gim erſten! roch ein il den Kortof In di Etvppel de Stoypel zu vi doch ni dſentwege Im Iin Otande tentheils n wird man rung viell Adüͤngte Im ein Has mußte, maer und ddie gedu l ebe unter Grun berw im J iäͤhr 6 am beſt Schlaͤge und 12. ſadem u. unahwen andern! D Wweiten früchter Zweite — ꝛunſchlägn Brach: Es vieh Nack ir Slype n 19 geſcet a cnas g. tken m dir futta m ahr. die Sonnte futtenur mit dende d. angijur Wickenu bzum Kie tert zume eu. Stalffuttm voller ii reichlica winn. —,— Großa um Der 21c ird nacht Schnitte ⸗ chen und ni trapps beſt —— . Naxpäir⸗ her —— Die Scn Fruͤchteſe nnun fend vorſeſſh Numme. — ¹winn. Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. 33 Biele, welche zu dieſer Wirthſchaft uͤbertreten wollten, haben den Anfang damit ge⸗ macht, Kartoffeln in der Brache zu bauen, und dieſen allen Duͤnger zu widmen, oder die noch uͤbrige Duͤngkraft des Ackers dazu zu verwenden. Da ſie nun nach ſelbigen keine Winte⸗ rung oder doch nur mit ſchlechtem Erfolge beſtellen konnten, ſo verloren ſie in dieſem eintraͤg⸗ lichſten Getreide, und litten dann im folgenden Jahre großen Mangel an Stroh. Deshalb betreide man dieſen Bau ohne aͤußere Huͤlfsmittel durchaus nicht im erſten Jahre in irgend betraͤchtlicher Ausdehnung. Man ſuche nur ſo viel Wicken oder Wickengemenge, wie moͤglich, im erſten Sommer zu bauen, um zureichende Sommerfutterung, und wenn es ſeyn kann, noch ein uͤberfluͤſſiges zum Heu davon zu haben. Denn dieſe Wicken ſind im Gegenſatze von den Kartoffeln eine vortreffliche Vorfrucht fuͤr die Winterung. 8 In die geduͤngte Winterung wird nun im Fruͤhjahre Klee geſaͤet, von dem man einige Beihuͤlfe ſchon in dieſem Nachſommer hoffen kann. Ferner wird es ſehr rathſam ſeyn, in die Stoppel der vorjaͤhrigen fetten Winterung, ſtatt der Soͤmmerung, wieder Rocken in die Stoppel zu ſaͤen. Sollte man auch im Werthe des Ertrages gegen die Gerſte ſſogar verlieren, wie doch nicht wahrſcheinlich iſt, ſo gewinnt man um ſoviel mehr Stroh, und man iſt nun deſſentwegen voͤllig außer Sorge. Im zweiten Uebergangsjahre bauet man Wicken auf eben die Weiſe, und man wird ſchon im Stande ſeyn, einen Theil eines andern Brachſchlages zu Hackfruͤchten, ſollten es auch groͤß⸗ tentheils nur Ruͤben ſeyn, zu duͤngen. Da nun auch ſchon ein Kleeſchlag vorhanden iſt, ſo wird man, wenn maͤßige Einſtreuung herbeigeſchaft werden kann, durch Huͤlfe der Stallfutte⸗ rung vielleicht die ganze Brache vor der Einſaat auszuduͤngen, im Stande ſeyn. Unter die geduͤngte Winterung iſt wieder Klee geſaͤet. Im dritten Jahre iſt man dann im Stande. Es ſind zwei Kleeſchlaͤge, ein Wickenſchlag, ein Hackfruchtbauſchlag, ein Erbſenſchlag, deren Anbau bis dahin faſt eingeſtellt werden mußte, und vier Getreideſchlaͤge vorhanden, woraus ſich nun reichliche Futterung fuͤr Som⸗ mer und Winter erwarten laͤßt, und wobei der groͤßte Theil des Strohes, welches ſich durch die geduͤngte Winterung ſehr vermehrt hat, bloß zur Einſtreuung dienen kann. Auf dieſen Vortrag hatte mein verſtorbener talentvoller Zuhorer ſeinen ſorgfaͤltig ausgearbeiteten Uebergangsplan gegruͤndet, der im May⸗ und Junius⸗Stuͤck der Annalen 1809, und auch beſonders unter dem Titel:„der Uebergang aus einer gewoͤhnlichen Dreifelderwirthſchaft in eine nach Thaerſchen Grundſaͤtzen geordnete Fruchtwechſelwirthſchaft, von A. von Eſſen, Berlin 18095 abgedruckt iſt. Ich verweiſe in Anſehung des genauern Details hierauf, zugleich aber auch auf Bemerkungen, die ich dazu im November⸗Stuͤcke der Annalen 1809 gemacht habe. 1. 3 In dem beigefuͤgten Schema A. iſt im 6ten Jahre der Uebergang zum Rappſaatbau in der zwei⸗ jaͤhrigen Kleeſtoppel angedeutet, weil die Wirthſchaft in Ueberfluß von Futter und Duͤnger kommt. §. 401. Es iſt in den meiſten Faͤllen, wenn nicht andere beſondere Gruͤnde das Gegentheil rathen, am beſten, wenn man beim Uebergange aus der dreifeldrigen Wirthſchaft eine ſolche Zahl der Schlaͤge waͤhlt, daß man die alten drei Felder gerade darin zertheilen koͤnne, naͤmlich 6, 9 und 12. Aus einer vierfeldrigen werden ſich beſſer 8 und 12 machen laſſen. Es macht bei Uebergang zu ei⸗ nem ſechsfeldri⸗ gen Fruchtwech⸗ ſel. jedem Uebergange und bei jeder neuen Feldeintheilung große Schwierigkeit, und erzeugt oft unabwendliche Unordnungen, wenn man die bisherigen Grenzen aller Felder und Schlaͤge ver⸗ aͤndern muß. Zuweilen iſt dies jedoch unvermeidlich. Den Uebergangein eine ſechsſchlaͤgige Wirthſchaft zeigt Tabelle B. Der Futtergewinn im zweiten Jahre wird es ſchon moͤglich machen, einen halben Schlag im dritten Jahre zu Hack⸗ fruͤchten gehoͤrig auszuduͤngen, und den Erbſen und Wicken eine halbe Duͤngung zu geben. Zweiter Theil. E. 34 Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. Im vierten Jahre iſt eine Durchduͤngung des ganzen Hackfruchtſchlages, und eine halbe Duͤn⸗ gung des Erbſenſchlages moͤglich. mal durchgemacht hat. In den meiſten Faͤllen, wo man aus einer Felderwirthſchaft in eine Wechſelwirthſchaft uͤbergehet, wird alte Weide, ohne welche jene doch nicht beſtehen konnte, aufzubrechen ſeyn. den kann; oder ob dieſes Land verſchiedenen Schlaͤgen zuzutheilen ſey, oder ob es eine beſon⸗ 3 davon gewinnt. Sobald alſo genugſames Futter vorhanden iſt, um dieſe Weide entbehren zu koͤnnen, wird ſie mit Brache oder auf andere Weiſe, wovon in der Lehre von der. Urbar⸗ machung die Rede ſeyn wird, aufgebrochen und mit Winterung beſtellt. Uebrigens laſſen ſich hier ſo mannigfaltige Faͤlle annehmen, daß ſich ohne ein gegehnes Lokal gar nichts daruͤber ſagen laͤßt. §. 402. eleberoapaen Bei dem Uebergange aus einer Koppelwirthſchaft zu einer Wirthſchaft nach der Regel duraiſchen Kop⸗ des Fruchtwechſels wird es ſelten rathſam ſeyn, von der Zahl der Schlaͤge, die man hatte, pelwirthſchaft zum Fruchtwech⸗ abzuweichen. Soll Weide dabei bleiben, ſo ſind indeſſen 6 und 7 Schlaͤge zu wenig, und es ſel mit Stall⸗ Nehen, ſo iſt dieſes nicht noͤthig. Bei dieſem Uebergange zur Stallfutterung wird es in den meiſten Faͤllen rathſam ſeyn, ktangſam zu verfahren; im erſten Sommer halbe Stallfutterung zu haben; im zweiten einen Theil des Viehes ganz auf dem Stalle zu behalten; im dritten nur noch weniges Vieh aus⸗ gehen zu laſſen, oder dem Stallvieh bei Tage einige Weide noch zu verſtatten: ſo wie man naͤmlich allmaͤhlig den Futterbau vermehrt und die Weide einſchraͤnkt. Das beigefuͤgte Schema C eines Ueberganges einer ſiebenſchlaͤgigen Wirthſchaft zu ſen und Wicken; 7) Winterung; wird dieſes genug erlaͤutern. Im erſten Jahre werden Wicken in den ohnehin aufzubrechenden Schlag g. geſaͤet, und letzten Soͤmmerung geſaͤet worden, auf den freilich nicht viel, aber doch ein halber Schnitt zu rechnen iſt. Hiermit wird das Vieh Morgens und Abends gefuttert, ſo daß es die kleine Be⸗ ſchraͤnkung der Weide nicht fuͤhlt, vielmehr gewinnt, womit doch ſchon eine groͤßere Winter⸗ futterungs⸗Ernte verbunden ſeyn wird. Im zweiten Jahre erfolgt die Aufopferung eines Soͤmmerungs⸗ Schlages. Wo dies zu empfindlich waͤre, da koͤnnte in c., welcher Schlag doch zu Hackfruͤchten noch nicht ganz aus⸗ geduͤngt werden kann, zum Theil Dreeſchhafer genommen werden, deſſen Stoppel man dann im Herbſt nachduͤngt und ſie in dieſem Falle zu kleiner Gerſte bereitet. Wenn die Felderwirthſchaft im ſechsjaͤhrigen Duͤnger ſtand, ſo iſt die Sache viel eich⸗ ter, und man kann ſchon im dritten Jahre ganz in Ordnung ſeyn. Indeſſen verſteht es ſich, daß man den vollen Ertrag einer Fruchtwechſelwirthſchaft nie erwarten ſduͤrfe, als bis man die ganze Rotation von dem Jahre an zu rechnen, wo man in Ordnung war, ein⸗ Es kommt auf die Lage an, ob ein beſonderer Schlag oder gar mehrere daraus gemacht werden koͤnnen, wo denn die Zahl der kraͤftigen Schlaͤge zu 7, 10 u. ſ. w. angenommen wer⸗ dere Bewirthſchaftung erhalte. Auf allen Fall kommt es dadurch beim Uebergange ſehr zu Huͤlfe, daß man den Getreidebau in keinem Jahre zu beſchraͤnken braucht, und vieles Stroh fatteruns. wuͤrde leicht ſeyn, ſie in 12 und 14 zu theilen. Will man dagegen zur Stallfutterung uͤber⸗ dem Fruchtwechſel von 1) Hackfruͤchten; 2) Gerſte; 3) und 4) Klee; 5) Winterung: 6) Erb⸗ mit dem Winterduͤnger befahren. Es laͤßt ſich annehmen, daß in dem Schlage d. Klee mit der — Erſes 4e des Uebe Jongs. — zweites Drittes Jiertes e Daͤn⸗ leich⸗ iht es als ein⸗ thſchf in ſamn gemac en wer beſon⸗ ſehr zu Stroh behren Urbar⸗ egebnes Regel hatte, und es uͤber⸗ ſeyn, einen hnitt zu ine Be⸗ binter⸗ dies zu z aut⸗ dann Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. B. 35 Uebergang einer dreifeldrigen Wirthſchaft, die in neunjaͤhrigem Duͤnger ſtand, in eine ſechsſchlaͤgige Wirthſchaft mit Stallfutterung. N Brache N Winterung Soͤmmerung —— Alter Zuſtand. C z geduͤngt. — duͤngt. 3 unge⸗ 1 3 4. 3 in erſter in dritter Tracht, in fuͤnfter Tracht. „ — Tracht, 4 1 4 5 in zweiter Tracht, in vierter Tracht, in ſechster Tracht. a. b. c. d. e. f. Erſtes Jahr Winte⸗ Winte⸗ Soͤmme⸗Soͤmme⸗ Wicken. Weiefen Aroͤßtentheils grün duf den „ ſrung mit L Brache Stalle zu verfuttern, und den Duͤn⸗ des Ueber⸗ Klee. rung. rung. rung⸗ 3 ger, ſo weit er reicht, auf den uͤbri⸗ gangs. gen Theil der Brache zu bringen. . 3 1. Winte, Man verliert einen Soͤmmerungs⸗ Zweites Jahr.] Klee. Soͤmme⸗ Brache. Wicken. Winte⸗ cung mit Schlag. Dagegen iſt der Futeer⸗ rung. rung. Klee. gewinn betraͤchtlich. Wicken Es wird bei zureichendem Duͤnger ein und ein Winte⸗ Theil von b. mit Hackfruͤchten be⸗ Drittes Jahr. Winte⸗ Theil Winte⸗ tung mit Soͤmme⸗ Klee. ſtellt. Um reichlicher Stroh zu ge⸗ rung. Hack⸗ rung. Klee rung. winnen, hat dieſes Jahr drei Win⸗ frachte ee. terungs⸗Schlaͤge. Winte⸗ Wicken Hack⸗ Es kann ein Schlag zu Hackfruͤchten Viertes Jahr. Soͤmme⸗ rung mit und Klee. fruͤchte. Winte⸗ ausgeduͤngt werden, und bleibt noch rung. Klee Erbſen. 2, rung. zu einer ſchwachen Duͤngung von c. les⸗* uͤbrig. 5 —— ₰ . Erbſen Die Ordnung iſt nach der neuen Num⸗ ack⸗ Winte⸗ Winte⸗ E 9 Fuͤnftes Jahr. frhahe Klee. rung. rung. Gerſte. und mer der Schlaͤge feſtgeſtellt. r Wicken. * 1. 3. 6. 4⸗ 2. 5. E 2 4 Uebergang in eine neue Witthſchaftsart. c. ueberaans einer rebenſi la mit Staülfurterung. 1 aͤgigen Kopvelwirthſchaf in eine reenſnue deuchrvethſewieſcuſt a. b. c. d. 6. 1 g. Alte Ordnung. Brache. Winte⸗ Soͤmme⸗ Soͤmme⸗ Weide. Weide. Weide. 55 rung. rung. rung. Winte⸗ Klee, Wicken, Anfang der halben Stallfutte⸗ Erſtes Jahr. rung mit Soͤmme⸗ Soͤmme halb zu Weide. Weide. im Um⸗ rung und der Futtervermeh⸗ 4—* 3 1 Hack⸗ Wente⸗ Halbe Stallfutterung und groͤ⸗ Zweites Jahr. Klee. Soͤmme, Weide. Weide. fruͤchte, Wicken. rung mit ßerer Winterfutterbau. Es 7 rung. zum Thei*ʒ Klee wi d ein Soͤmmerungsſchlag ** aufgsopfert. ¹——— 2——— 8 4 4— ᷣ I — Hack⸗ Stallfutterung mit einem noch Drittes Jahr. Winte. Weide. Wicken. fruͤchte. Gerſte Winte⸗ Klee. bleibenden Weideſchlage. rrung./* mit Klee. rung. Zwei Aineerungaſhäöhe 3* Hack⸗ 4 Erbſen Ein Winterungs⸗ und zwei Viertes Jahr. Soͤmme⸗ fruͤchte. Winte⸗ Gerſte Klee. und Klee. Soͤmmerungsſchlaͤge, wenn rung.* rung. mit Klee. Wicken man in a. nicht lieber Stop⸗ pelrocken nehmen will. Erbſen Hack⸗ Fuͤnftes Jahr. Wnnn. erh⸗ fruͤchte. Klee. Klee. Winte, Winte⸗ Neue Ordnung vollendet. 3 nit Klee.— rung. rung.— 6 2. 1. 3. 4. 7. 5. Ordnung der kuͤnftigen Frucht⸗ folge. 3 Indüten 1 gierten Bhre nd i lnd ſo iſt n dungt Bei eine jüaen, fnde ſcnellen Veme fur Stalfunten geruheteKoype b cferſolgen d d huding häldn mit gri geheehervorge Huntt der Kr⸗ in aien Jahr mäßige Ernte ben folglich nt erſett wird. veriiert aber, Nuhehrache k Dad zo der Hackfruc Kleeſchlaͤge, iingt mit den Das vie icht ſtark geb muß reine Bre der Fruchtfolg Das füͤn Futtet⸗ und einem Kark an Düͤngung end Nun w dlegewaͤchſe Igm ſec ſöveerig ſche rungſu beſti nicht ſchwieri Vennb zan druchtwe ——— Ufutte⸗ ermeh⸗ — ind grͤ⸗ u. Et zsſchlag d zwei wenn Stoy⸗ Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. 37 Im dritten Jahre wird es rathſam ſeyn, 2 Winterungsſchlaͤge zu nehmen, doch kann immerhin auch ein Theil des einen Schlages zur Soͤmmerung bleiben. Im vierten Jahre paſſen dagegen 2 Soͤmmerungsſchlaͤge beſſer. Jedoch kann man ohne Bedenken und wenigſtens mit mehrerem Gewinn an Stroh Stoppelrocken in a. ſaͤen. Und ſo iſt im fuͤnften Jahre die neue Ordnung im Gange, die jedoch bei der jaͤhrlich ſtei⸗ genden Duͤngkraft der Wirthſchaft bald zu ſchwelgeriſchern Fruͤchten uͤbergehen muß. §. 403. Bei einer eilfſchlaͤgigen Wirthſchaft und uͤberhaupt bei allen, die eine doppelte Brache nehergang einer hielten, findet ein Uebergang ohne Verminderung der Koͤrnerausſaat, vielmehr mit einer Mecklenzu ai⸗ ſchnellen Vermehrung derſelben ſtatt, wie das Schema D. zeigt. Wenn man den Uebergang ſchaft. zur Stallfutterung naͤmlich allmaͤhlich machen will, ſo faͤngt man damit an, die am laͤngſten geruhete Koppel umzureißen und mit Dreeſchhafer zu beſaͤen, ſtatt ſie zu brachen. Nach dem Hafer folgen Hackfruͤchte, ſo weit naͤmlich eine im zweiten Jahre noch ſchwache Duͤngnng reicht. Die Hauptduͤngung verbleibt naͤmlich der Fettbrachenkoppel, die aber, ſtatt reine Brache zu halten, mit gruͤnen Wicken beſaͤet wird, ſo daß in der Regel der aus dieſen Wicken im erſten Jahre hervorgegangene Miſt nur der Hackfruchtbeſtellung im zweiten Jahre gewidmet, aber in Hinſicht der Kraft der Raſenfaͤulniß auch mehr wie ſonſt verbreitet werden darf. In e. wird im erſten Jahre unter die Soͤmmerung Klee geſaͤet, von welchem im zweiten Jahre immer eine maͤßige Ernte zu erwarten iſt. g. wird, ſtatt niedergelegt zu werden, gebrachet, und es blei⸗ ben folglich nur 3 Weideſchlaͤge, da der vierte durch die Stallfutterung der Wicken reichlich erſetzt wird. Wir gewinnen in dem erſten Jahre einen Soͤmmerungsſchlag. Das zweite Jahr verliert aber an der Winterung, indem ſie in dem Schlage g. in magere Brache ſtatt in die Ruhebrache kommt. Das zweite Jahr liefert dem dritten ſchon ſo vielen Duͤnger, daß neben dem Wickenſchlag der Hackfruchtſchlag groͤßtentheils ausgeduͤngt werden kann. Dieſes Jahr hat ſchon ſeine 2 Kleeſchlaͤge, aber noch nicht an der rechten Stelle und folglich noch nicht im vollen Ertrage. Es faͤngt mit dem Erbſenbau in c. an. Das vierte Jahr wird ſeinen Duͤnger uͤber drei Schlaͤge verbreiten, aber freilich ihn noch nicht ſtark geben, und von g. nur einen Theil zu Bohnen duͤngen koͤnnen. Der uͤbrige Theil muß reine Brache bleiben, da er ſchon zu ſehr entkraͤftet iſt. Es iſt jetzt, ein nach der Regel der Fruchtfolge entſtandenes Kleefeld da. Das fuͤnfte Jahr wird die Schlaͤge h. e. und c. ausdüngen koͤnnen, und durch ſeinen Futter⸗ und Strohertrag nur ſo viel Miſt liefern, daß im ſechſten Jahre die Hackfruͤchte auf einem ſtark angegriffenen Schlage eine kraͤftige, die Bohnen und Wicken aber eine zureichende Duͤngung erhalten. 3„ Nun wird die Dungkraft der Wirthſchaft den Anbau der edleren Fruͤchte und der Han⸗ delsgewaͤchſe bald rathſam machen. Im ſechſten Jahre ſind 4 Winterungsſchlaͤge angegeben. Wenn das der Arbeit wegen ſchwierig ſcheint, ſo haͤngt es von jedem ab, einen, z. B. den Kleeſtoppelſchlag, zur Soͤmme⸗ rung zu beſtimmen. Oft iſt aber die Beſtellung der Winterung nach angemeſſenen Vorfruͤchten nicht ſchwierig.. §. 404. Wenn bei einem Uebergange aus der gewoͤhnlichen Koppelwirthſchaft zu einem regelmaͤßi⸗ Are aeagen wirthſchaft nach gen Fruchtwechſel Weideſchlaͤge blelben ſollen, ſo muß dahin geſehen werden, daß ſie zuſam⸗ der Regei des — Fruchtwechſels⸗ . 38 Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. menhaͤngend bleiben, was bei der voͤlligen Stallfutterungswirthſchaft nicht noͤthig, auch oft nicht zweckmaͤßig iſt. Wie dabei, jedoch unter verſchiedenen Modifikationen, zu verfahren ſeypy, zeigt E. in dem Uebergange einer zehnſchlaͤgigen Koppelwirthſchaft zu der Fruchtfolge, die No. 9. der tabellariſch berechneten Wirthſchaften hatte. Im erſten Jahre wird der vorletzte Weideſchlag i. zu Hafer umgebrochen, der eigentliche Brachſchlag k. ebenfalls; letzterer erhaͤlt den Duͤnger und wird nach und nach mit Wicken be⸗ ſaͤet. Gegen den Dreeſchhafer wird die Soͤmmerung in b. aufgeopfert und dieſer Schlag als Muͤrbebrache behandelt. Dagegen bleibt c. fuͤr dieſes eine Jahr zur Weide liegen, damit auch an Weide nicht fehlen moͤge, ungeachtet die Wicken derſelben betraͤchtlich zu Hülf b kommen. Im zweiten Jahre wird a. gebrachet. Die Winterung in b. wird freilich, weil ſie mager iſt, etwas zuruͤckſchlagen, aber durch die in k. erſetzt werden. Der Duͤnger von dem vorſah⸗ rigen Klee⸗ und Wickenſchlage wird ſo weit reichen, daß ein betraͤchtlicher Theil von c. mit Hackfruͤchten beſtellt werden kann. Es bleiben nur 2 Weideſchlaͤge, und die Stallfutterung muß, jedoch noch mit keinem vermehrten Viehſtapel, betrieben, ſondern mehr auf Vermeh⸗ rung des Winterfutters gedacht werden. Im dritten Jahre bleibt daſſelbe Verhaͤltniß; jedoch hat der Duͤnger zugenommen. Im vierten Jahre haben wir ſicheren und vollkommenen Klee(auf welchen man nur dann wird), und die Stallfutterung kann einen betraͤchtlich hoͤheren Viehſtand ernaͤhren. Die dem fuͤnften Jahre beigefuͤgten Nummern zeigen die kuͤnftige Folge der Schlaͤge. Zur Berechnung der progreſſiven Fortſchritte einer Wirthſchaft waͤhrend des Ueberganges kann man ſich ebenfalls jener Tabellenform, wonach ich vollendete Wirthſchaften berechnet habe, und der daſelbſt angegebenen Produktionsſaͤtze nach Verhaͤltniß der erlangten Kraft des Bodens bedienen, wenn man ſie auf jedes Jahr beſonders ſtellet. Es verſteht ſich, daß der in jedem Jahre gewonnene Miſt dem folgenden erſt angerechnet, und in der Kolumne k. auf die Schlaͤge vertheilt werden muß. Wenn man dabei zugleich die Koſten des vermehrten Inventariums berechnet, ſo wird ſich zeigen, wie groß die Aufopferung ſey, welche man in den erſten Jahren, vornaͤmlich im zweiten, zu machen habe, oder vielmehr um welche Summen das ſtehende und Betriebskapital zum hoͤheren Betriebe des Gewerbes und zur nachhaltigen Verbeſ ſerung des Guts vermehrt werden muͤſſe, und wann es ſich dann zu verzinſen und wieder zu bezahlen anfange. Eine Berechnung, die von jedem verbeſternden Landwirthe nach ſeinen Lokal anzulegen iſt, bevor er die Sache unternimmt. Dieſe Berechnungen werden, gehoͤrig gemacht, nur in dem Falle unzutreffend ſeyn, doß 1 waͤhrend der Uebergangsjahre ein beſonderes Ungluͤck die Wirthſchaft trifft, wie totaler Miß⸗ wachs, gewaltige Kriegsbedruͤckungen, oder auch nur ſtarke Fouragelieferungen, welche gerade in dieſer Zeit eine Wirthſchaft ſehr zuruͤckſetzten, wenn ſie gleich von einer vollendeten ohne ſo auffallenden Nachtheil ertragen werden koͤnnen.— lüna ——— Alte Ord⸗ Prac nung. —— erſes Tid Uaahr. run⸗ rechnen kann, wenn er mit der erſten Frucht nach gehoͤrig bearbeiteten Hackfruͤchten gebautt Finie Erl dr. zweites Sdt Jahr. Drittes Jahr. Viertes W 80. 1 eA. Sechſtes Ahr. — othig, auch d u verfahren i folge, die o der eigentlitt wit Wicken e dſer Schlag al egen, dawit weil ſenar on dem duß. heil von e.i Stallffuttern r auf Vern enommen. mman nur dan fruͤchen gebeut hren. der Schlaͤge. des Uebergang berechnet hu⸗ raft des Boden daß der in jeenn auf die Shläge 1 Inventarium erſten Jahre das ſtehenn altigen Verbh und wieder the nach ſein ffend ſeyn, i iee totaler A n, welche guut vollendetnn ehnt D. Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. mit Stallfutterung. uebergang einer zwoͤ lfſchlaͤgigen Koppelwirthſchaft in eine eilfſchlaͤgige Kruchtwechſelwirthſchaft a.. p. ec. d. e. f. g. h. i. k. 1. Alte Ord⸗ Brache. Winte⸗ Soͤmme⸗ Brache. Winte⸗ Soͤmme⸗ Soͤmme⸗ Weide. Weide. Weide eide nung frung. rung. 46 rung. rung. rung. Erſtes Winte⸗ Soͤmme, Wicken. Wints Soͤmme⸗ Soͤmme⸗ Brache. Weide. Weide. Weide. Hafer Ia rung. rung.* rung. frung mit rung. Jahr. 9 Klee. Zweites Soͤmme⸗ Wicken. Winte⸗ Soͤmme⸗ Klee. Brache. Winte⸗ Weide. Weide. Hafer. a⸗ X eun it fruͤchte. Jahr. rung. rung. ſfrung mit. rung. Jahr. 3 Klee. 4 Drittes Wicken. Winte⸗ Erbſen. Klee. Klee. Winte⸗ Soͤmme⸗ Weide. Hafer. Hus⸗ ſherfte 3.. ruͤchte. mi. Jahr.* rung. rung rung 35 G Viertes Winte⸗ Erbſen. Winte, Klee. Winte Wicken Behnen. Hafer. Hae⸗ Gerſte. Klee. Jahr. rung. rung. rung. ffr chte. Fünftes Erbſen. Winte⸗ Bohnen. Winte⸗ Wick⸗n. Winte, Hafer. Hack⸗ Gerſte. Klee. Klee⸗ *. rung. ruͤchte. Jahr. Phrung. rung g. fr ch Sechſtes Winte⸗ Bohnen. Winte⸗ Wicken. Winte Erbſen. Hack⸗ Gerſte. Klee. Klee. Win⸗ Jahr rung.* rung.* rung. frgchte tterung. E. Uebergang in eine neue Wirthſchaftsart. 8 Uebergang einer zebnſchlägigen Koppelwirthſchaft in eine e zehnſchlüögige Fr uchtwechſawirtſchaft mmit Bwei Wepeſchlägen. — 8 8 a. b. g. d. 16.. g. 2 h. 1. K. 4. 3..* 2 Soͤmme⸗ 4 3 Alte Ordnung. Brache. Winte⸗ Soͤmme, Brache. Winte⸗ rung mit Weide. Weide. Weide. Weide. rung. rung. 2 rung. Klee. Ruhe* Brach Erſtes Jahr. Winie⸗ Srache. dund Winte⸗ Soͤmme⸗ Klee. Weide. Weide. Hafer. mit rung. Weide. rung. rung.* BWickn. Hack⸗ Brache Zweites Jahr. Brache. Winte⸗ früchte. Soͤmme, Klee. Weide. Weide. Hafer. mit Winte⸗ 3 Phrung.* rung.— Wicken. lrung. Hack⸗ G Brache Drittes Jahr. Winte⸗ frůchte Gerſte. Klee. Weide. Weide. Hafer. mit Winte⸗ Erbſen. rung.. Wicken. rung. Hack⸗ Brache Erbſ Wi Se. fruͤchte. Gerſte. Klee. Weide. Weide. Hafer. mit Winte, Erbſen. Winte⸗ Viertes Jahr.*r K Haſer⸗ Wicken. rung. rung. . 2 4 1. Brache 9. 534 Fn Aahr. Gerſte. Klee. Weide. Weide. afer. mit Winte⸗ Erbſen. Winte⸗ Hack⸗ Fuͤnftes Jahr. ſe. 8 Haf Wicken: rung.* rung. fruͤchte. * 4 E 7. 8. 9. 10. 1. 2. 3. 4. 5. 6. bon de Iwaiter T wirthſchat 1. — Drittes Hauptſtuͤck. deide Wn-.. 1 8“ lAg ronom i c, Brache— Hhder mit Vin ßn tung. d i e L e h r e b ) 4 phyſiſchen Eigenſchaften, der Beurtheilung und von den Beſtandtheilen, Werthſchaͤtzung des Bodens. Tinte, Erbſen ung. —— Erbſen. i rue ———— Zweiter Theil. Que sera-ce lorsque les citoyens éclairès, lasses des tumultes et des plaisirs factices des villes, porteront dans les campagnes les lumières, dont ils se seront munis et appliqueront à Lagriculture les ressources si riches des sciences physiques! 1 8 FouvRcRor. Vm . Geund und 3 ran ſchäßt, un Einmal in Be fir diejenige? vendende Arb hacriger Wo vürkte. Ju in Paſe. Eben ſo Bodens beim Boden und d benuten wil Kenntniß ſe Was dem landwi des Bodens tt gehörig did, je gen das kann ſie empiriſche, d ner Boden gewandt wer Rüen Wh nicht zu de Pir! tulehre, d ſuchen. F Naturiteſch noch dielts inet richig drfen wir hediees des rilles appläcuerom 0I. 5. I. 4 W dem Manufakturgewerbe das rohe Material, das iſt dem landwirthſchaftlichen der Grund und Boden. Wie der Fabrikant jenes aufſucht, auswaͤhlt, und vorerſt im Allgemei⸗ nen ſchaͤtzt, um es nur nicht uͤber ſeinen wahren Werth zu bezahlen, ſo auch der Landwirth. Einmal im Beſitz deſſelben unterſucht er e aber genauer, ſortirt es, und beſtimmt jede Sorte fuͤr diejenige Waare, durch welche das Material nicht nur, ſondern auch die darauf zu ver⸗ wendende Arbeit, am hoͤchſten bezahlt wird. Er wuͤrde Arbeit verſchwenden, wenn er aus haariger Wolle feines Tuch verfertigen wollte, und Material, wenn er aus feiner grobes wuͤrkte. Zu dieſer Ausſonderung iſt eine weit genauere Sachkenntniß noͤthig, wie zum Ankauf in Maſſe. Bodens beim Ankauf§. 70. u. f. angegeben iſt, wenn er ſeinen nun in Beſitz genommenen Boden und die darauf zu verwendende Arbeit durch die zweckmaͤßigſten Produkte aufs hoͤchſte benutzen will. Denn die richtige Auswahl der letztern haͤngt hauptſaͤchlich von der genauen Kenntniß ſeines rohen Materials oder ſeines Grundes und Bodens ab. 1 Was dem Manufakturiſten die Formen und Muſter ſind, die die Kunſt darſtellte, das ſind dem Landwirthe die Samen und Keime, welche ihm die Natur darreicht. Fuͤr dieſe die Art des Bodens angemeſſen auszuwaͤhlen, und die Vorbereitung deſſelben nach ſeiner Verſchieden⸗ heit gehoͤrig einzurichten, ſind Hauptaufgaben fuͤr den Landwirth, die er um ſo beſſer loͤſen wird, je genauer er ſeinen Boden kennt. Eine ſichere und gruͤndliche Beurtheilung des Bo⸗ dens kann ſich aber nur auf richtige phyſiſch⸗chemiſche Kenntniſſe gruͤnden. Wenn auch die empiriſche, durch lange Uebung erlangte Kenntniß zur Unterſcheidung und Beurtheilung ein⸗ zelner Bodenarten zureicht, ſo wird ſie doch nie mit Zuverlaͤſſigkeit auf andere Bodenarten an⸗ gewandt werden koͤnnen. Die Erfahrungen, welche man auf der einen gemacht hat, werden verleiten und truͤgen, wenn man ſie auf einer andern anwendet, deren Verſchiedenheit man nicht zu beachten und zu ergruͤnden vermag. 3 §. 2. Wir werden alſo die Bodenarten hier gruͤndlicher, geſtuͤtzt auf die Entdeckungen der Ra⸗ turlehre, die uns ſeit einer kurzen Zeit hierin unglaublich viel weiter gebracht haben, unter⸗ ſuchen. Freilich iſt der Zeitraum noch zu kurz, in welchem die vereinte Aufmerkſamkeit der Naturforſcher und Agronomen auf dieſen Gegenſtand ernſtlich verwandt worden, als daß nicht noch vieles zu unterſuchen, aufzuklaͤren und genauer zu beſtimmen uͤbrig bliebe. Allein zu einer richtigen Anſicht der Sache genuͤgt ſchon das Vorhandene, und genauere Berichtigungen duͤrfen wir in Kurzem erwarten. Auch um letztere benutzen zu koͤnnen, muͤſſen wir uns hier F 2 Eben ſo kann auch dem Landwirthe das nicht genuͤgen, was uͤber die Beurtheilung des — 7 1, 4 * . ABZeſandtheile des Erdbodens. in das Gebiet der Naturlehre ſelbſt begeben, und klare Begriffe uͤber die Beſtandtheile und die davon abhangenden Eigenſchaften des Bodens zu erlangen ſuchen.— auch bei der Lehre von der Duͤngung oder der chemiſchen Verbeſſerung des Bodens uns ferner u ſtatten kommen werden, weshalb wir in dieſem Vortrage darauf zugleich Ruͤckſicht nehmen. §. Z3Z3. 4 Beſtandtheile 2ssE dhngehe welche wir gewoͤhnlich den Erdboden nennen, beſteht aus einer Miſchung und Mengung von hoͤchſt verſchiedenartigen Stoffen. Wir nennen ſie im gewoͤhnlichen ſchgebrauche Erde. Sie enthaͤlt aber Materien, welche die Naturlehre in dem ſtrengeren Sinne dieſes Wortes nicht mit begreift; nur der uͤberwiegende Theil dieſer Maſſe beſteht wirklich aus eigentlichen Erden. Die Hauptbeſtandtheile dieſes Gemenges ſind naͤmlich: Kieſel⸗, Thon⸗ und Kalk, zuweilen auch Bitter⸗ Erde, denen mehrentheils einiges Eiſen, andere einfache Stoffe aber nur in unbedeutender Quantitaͤt zugemengt ſind. Außer dieſen einfachen Stoffen enthaͤlt ſie aber, wenn ſie anders fruchtbar, d. h. zur Hervorbringung nuͤtzlicher Gewaͤchſe tauglich ſeyn ſoll, noch eine ſehr zuſammengeſetzte Materie, die man ihrer pulverigen Form wegen zwar auch Erde, Dammerde, Gewaͤchserde, Modererde, vegetabiliſch⸗ani⸗ maliſche Erde genannt hat, die von den wirklichen Erden aber ſo gaͤnzlich verſchieden iſt, daß ſie durchaus nicht damit verwechſelt werden darf; weswegen es uns noͤthig ſchien, eine beſondere Benennung, naͤmlich das lateiniſche Wort humus, fuͤr dieſelbe einzufuͤhren, und nachdem es von vielen angenommen worden, nun beizubehalten. 8 —§. 4A. Auterſchied dee Jene eigentlichen Erden unterſcheiden ſich von dem Humus am weſentlichſten dadurch, daß Humus. ſie bisher unzerlegte Koͤrper ſind, und ohne die Einwirkung uns bis jetzt unbekannter Potenzen auch wohl nicht zerlegt werden koͤnnen. Deshalb ſind ſie beſtaͤndig und bleibend, koͤnnen durch keine bekannten Kraͤfte der anorgiſchen Natur zerſtoͤret, oder in ihrem Weſen veraͤndert wer. 4 den. Dagegen aber iſt der Humus ein ſehr zerſetzbares nur durch die Kraft des vegetabili⸗ — ſchhen und thieriſchen Lebens hervorgebrachtes Gebilde, welches ſich in und durch ſich ſelbſt, nooch mehr aber durch aͤußere Einwirkung veraͤndert und zerſtoͤrt, und ſich aufs neue auf der Oberflaͤche unſers Erdbodens durch organiſche Kraft wieder erzeugt, folglich auf derſelben 7 Stelle nicht nur in verſchiedener Quantitaͤt, ſondern auch veraͤnderter Qualitaͤt zu verſchiedenen Zeiten vorhanden iſt. 6. 5. Eutſtehung der Erdlagen.. Grundbeſtand des Bodens ausmachen und deshalb auch Grunderden heißen, reden, und ſie erſt im Allgemeinen, nachher jede beſonders in ihrer vollkommenen Reinheit, und endlich in ihren gewoͤhnlichen Miſchungen und Mengungen betrachten. Nach der Lage, worin wir dieſe verſchiedentlich gemengten Erden auf der Oberflaͤche un⸗ ſers Planeten antreffen, ſcheint es wahrſcheinlich, daß ſie ſich uranfaͤnglich nicht in dieſem pul⸗ 6— verigten Zuſtande befanden, ſondern daß dieſe Oberfaͤche aus einer Felſenmaſſe von ungeheu⸗ ren Gebirgen und von Abgruͤnden beſtand; wahrſcheinlich von der Art, wie wir noch jetzt die Oberflaͤche des Mondes mit ſtark bewaffneten Augen erblicken. Begriffe, die denn Die aus einer lockern zerkruͤmelnden Materie beſtehende Oberflaͤche unſers Planeten, Wir werden erſt von jenen beſtaͤndigen und bleibenden Erden, welche den unveraͤnderlichen he Pes 1 Die Felſenmaſſe verwitterte durch die Gewalt der Luft, des Feuers und Waſſers. Das auf den Hoͤhen, von dem daſelbſt 4 honken iij drolu dienice füri 9 ſaut unde iirgen ir g nich ſaicdenen ſandern au in gii dichn bon gle Steina ſeinem: n der ting abhine ds Vaſers betrchtlich nach einand nor ſtrichw dder in fru eine große mengt, ne viſen zu! u nigfaltige aber wech len werde eine gewiſ walt aus Knſchichte am mit g entgeg ten natürl udc ſchein, den Spi dann fo⸗ dügels! Geſtein, ſcichten Tethältn de es oft begnuͤgen nanſti eile und die , die demn uns ferner ht nehmen, Paneten, dengung von uche Grhe Wonzüitt eigenͤda und Kal, fache Enſe offen enthit chſe taugich Form wegn lliſch⸗ani erſchieden jſ ſchien, eie fuͤhren, un dadurch, dah nter Potenzen koͤnnen duroh raͤndert wer⸗ s begetabil⸗ H ſich ſelbſ geue auf der auf derſelber verſchiedenen veraͤnderlchen eden, un ſe und endlic Oberßlͤche un in dieſem pil⸗ von ungehel⸗ noch jetzt de ſe verwittelt dem daſehi Beſtandtheile des Erdbodens. 45 ſtarken Niederſchlage aus der Luft, groͤßtentheils in Eisgeſtalt geſammelte Waſſer ſchmolz, durchbrach entweder ploͤtzlich ſeine Schranken, oder zog ſich fortſtrdmend herab, und fuͤhrte die mehr oder minder zertruͤmmerten und gepulverten Steinmaſſen mit ſich in die Abgruͤnde, fuͤllte dieſe aus, und ſetzte Erd⸗ und Steinlagen in wechſelnden Schichten darin ab. Denn es ſcheint unverkennbar, daß dieſe Erdlagen, ſo wie wir ſie insbeſondere in den Gegenden die mit Gebirgen in Verbindung ſtehen, finden, durch Schwemmungen entſtanden ſeyen, und zwar haͤufig nicht durch eine ploͤtzliche, ſondern durch eine allmaͤlige und wiederholte; indem die ver⸗ ſchiedenen Lagen keinesweges nach der Ordnung ihrer ſpeziſiſchen Schwere angetroffen werden, ſondern auf ganz verſchiedene Weiſe mit einander abwechſeln. Wir erwaͤhnen deſſen hier inſofern, als die Kenntniß der verſchiedenen Lagen des Erdbodens, auch in größerer Tiefe, die Aufmerkſamkeit des Landwirths verdient; theils, weil ſie die Gaͤnge des unterir⸗ diſchen Waſſers erklaͤren, und deshalb bei Abfangung der Quellen und vorzunehmenden Abwaͤſſerungen von großer Wichtigkeit ſind; theils, weil ihre Kenntniß die Auffindung von brauchbaren Erd⸗ und Steinarten, beſonders des Mergels und Kalks, der Stein⸗ und Braunkohle, erleichtert, worauf wir an ſeinem Orte zuruͤckkommen werden. In den meiſten Ebenen finden ſich alſo die Erdlagen ſchichtweiſe in horizontaler oder ge⸗ ring abhaͤngender Lage, und auf die Weiſe, wie wir noch jetzt Erdſchichten durch den Abſatz des Waſſers entſtehen ſehen. Zuweilen iſt die Folge und Staͤrke dieſer Schichten durch eine betraͤchtliche Flaͤche ſehr regulaͤr und gleichattig, ſo daß allgemeine Ueberſchwemmungen ſie nach einander uͤber dieſe ganze Flaͤche abgeſetzt zu haben ſcheinen. Zuweilen gehen die Lagen nur ſtrichweiſe und ſcheinen durch ſchmaͤlere Waſſerſtroͤme in verſchiedenen Epochen gebildet, oder in fruͤheren Schluchten und Spalten abgeſetzt zu ſeyn. Manchmal findet man aber auch eine große Unordnung, indem die verſchiedenen Erdarten, mehrentheils mit Geſteinen unter⸗ mengt, neſterweiſe wechſeln, ſo daß daſelbſt irgend ein Naturereigniß ſie durch einander ge⸗ riſſen zu haben ſcheint. An den Gebirgen zweiter Ordnung und in den huͤgligten Gegenden findet man aber man⸗ nigfaltige Verſchiedenheiten. Ihre Erd⸗ und Steinlagen ſtehen zuweilen wagerecht, liegen aber wechſelnd ſchraͤg und parallel mit der Oberflaͤche der Anhoͤhe, ſeltener horizontal; zuwei⸗ len werden ſchraͤg ſtehende Lagen von vertikalen unterbrochen. Dennoch findet man auch hierin eine gewiſſe Ordnung, und dieſe aufrecht und ſchraͤg ſtehenden Lagen ſcheinen durch innere Ge⸗ walt aus der Tiefe des Erdbodens hervorgehoben zu ſeyn. Die Ordnung in der Folge der Erdſchichten, welche man hier antrifft, macht Darwin ſehr ſinnlich durch den Erfolg, wenn man mit großer Gewalt eine ſtumpfe Pfrieme durch ein Buch Papier ſtoͤßt. Es entſteht auf der entgegengeſetzten Seite ein Huͤgel, und die Lagen der Blaͤtter in dieſem Huͤgel korreſpondi⸗ ren natuͤrlich mit der Lage der Blaͤtter in der Ebene. Die oberſten Blaͤtter werden geplatzt ſeyn und ſich zuruͤckgezogen haben, und auf der Spitze des Huͤgels kommt dasjenige Blatt zum Vor⸗ ſchein, was auf der Ebene noch durch mehrere andere bedeckt war. So trifft man auch auf den Spitzen ſolcher Huͤgel diejenige Erdlage an, die in der Ebene noch ſehr tief liegt, und dann folgen hier die Erdlagen ferner in derſelben Ordnung, wie man ſie auf dem Gipfel des Huͤgels ſindet. Wenn man alſo auf den hervorragenden Huͤgeln oder Bergen eine Erdart oder Geſtein findet, ſo kann man erwarten, daß ſich dieſes auch nach derſelben Ordnung der Erd⸗ ſchichten in der Ebene ſinden werde, wenn man ſo tief eingraͤbt. Weil aber dieſe Lagen nach Verhaͤltniß der Hoͤhe des Berges in der Ebene ſehr tief nachgegraben werden muͤßten, ſo wuͤr⸗ de es oft unmoͤglich werden, ſie herauf zu foͤrdern, und man muß ſich deshalb mehrentheils begnuͤgen, Kalk, Mergel und Steinkohlen aus den Bergen und Huͤgeln zu brechen, obwohl man ſie in der Ebene eben ſowohl erwarten koͤnnte. Am Berge ſelbſt kommen die Erdlagen 46 / 7 3 Chemie der Erden. am meiſten an derjenigen Seite zu Tage, wohin ſich der Abhang neigt, und das meiſte Waſſer herabſtroͤmt, weil dieſes die oberen Lagen des loſen Bodens weggeſpuͤlt hat. Allgemeinen genug uͤber die verſchtedenen Schichtungen des Bodens. 1§. 6.. Chemie der Er⸗ Ich ſehe mich genoͤthigt, hier, unter Vorausſetzung der allgemeinen Begriffe, die che⸗ dh. miſche Lehre von den Erdeniin Hinſicht auf die Beurtheilung des Bodens und den Acker⸗ bau genauer vorzutragen, als bisher geſchehen iſt. Dies ſey hier im Denn ungeachtet ſie in verſchiedenen Schriften neuerlich mit Ruͤckſicht auf den Ackerbau behandelt worden, ſo verdienen doch manche . Momente eine genauere Erwaͤgung und Anwendung auf die Prozeduren des Ackerbaues, als man ihnen bisher gegeben hat; woraus manche nachtheilige Mißverſtaͤndniſſe unter den Agro⸗ nomen entſtanden zu ſeyn ſcheinen. Die vollſtaͤndigſte Kenntniß dieſer Lehre iſt dem rationellen Ackerbauer unumgaͤnglich noͤthig, wenn er den Grund ſo vieler bei ſeinem Geſchaͤfte vorkommen⸗ 44 den Erſcheinungen einſehen und ſich eine befriedigende Erklaͤrung uͤber manche Erfolge, die ihm ſonſt widerſprechend ſcheinen muͤſſen, geben will. Auch iſt eine vollkommene Kenntniß der Er⸗ den und ihrer Eigenſchaften dem Landwirthe, der Alles, was ihm die Natur in ſeinem Boden gegeben hat, aufs vortheilhafteſte benutzen, und deshalb nach den Umſtaͤnden Kalkbrennerei, Glashuͤtte, Ziegelei, Topf⸗ und Porzellanfabriken anlegen will, ungemein wichtig. Insbe ſondere aber kann ihn nur eine gruͤndliche Kenntniß der Erden, nach allen ihren Qualitaͤten, ſicher leiten, wenn er ſich des großen Mittels zur Verbeſſerung und Befruchtung des Bodens bedienen will, welches die haͤufige Gelegenheit, verbeſſernde Erdarten aus der Tiefe des Bo⸗ dens hervorzuholen und auf dem Acker zu verbreiten, an die Hand giebt ſion in das Gebiet der Chemie mir unerlaßlich ſcheint. §. 7. 1 weshalb dieſe Digreſ⸗ Die aͤlteren Chemiker, faſt bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts, nahmen nur eine eigene elementariſche Erde an, welche die Baſis des ganzen Erdballs ſey, die im hohen Grade unzerſtoͤrbar, in groͤßerer oder geringerer Menge einen Beſtandtheil aller feſten Koͤrper Man fing erſt ſpaͤter an, die Thon⸗ und die Kieſelerde zu unterſcheiden. ausmache. Den Kalk zaͤhlte man eigentlich nicht unter die Erden, oder hielt ihn doch fuͤr einen zuſam⸗ mengeſetzten Koͤrper. So wie aber die Chemie in der Unterſuchung der mineraliſchen Koͤrper fortſchritt, lernte man die weſentlichen Verſchiedenheiten nicht nur der einfachen ſchon bekann⸗ ten Erden, ſondern auch immer mehrere neue Stoffe kennen, welche man in dieſe Klaſſe der unzerlegbaren Koͤrper ſetzte. Man wich von dem vormaligen Begriff von Erde, daß es naͤm⸗ lich ein geſchmackloſer und im Waſſer unaufloͤsbarer Koͤrper ſey, aber ab, verließ den Glauben an eine elementariſche Erde, und ſah jede Erdart als eine eigene urſpruͤngliche Subſtanz an. Vielleicht haͤtte man wohl gethan, das Wort Erde zur Bezeichnung eines beſtimmten Begriffs ganz aus der Wiſſenſchaft zu verbannen, oder es nur fuͤ ſchmackloſen Erden beizubehalten, weil man jetzt in der kann, was die Chemiker Erde nennen. r die im Waſſer fuͤr ſich unaufloͤslichen und ge⸗ That keine genuͤgende Deſinition von dem geben Kieſel⸗ und Thon⸗Erde ſind die haͤufigſten und ich moͤchte ſagen eigentlichſten Erden. Naͤchſt dieſen aber kommt der Kalk am meiſten vor, und iſt am merkwuͤrdigſten, ſieht aber den Kalien ohne Zweifel naͤher, als jene Erden. lange verwechſelte Bitter⸗oder Talk⸗Erde unterſchieden, durch deren Zwiſchenkunft ſich jedoch ein Uebergang von jenen unaufloͤslichen Erden zu dieſen kaliſchen finden und Von dieſen hat man in der Folge die damit re daßſ fiſt das d duimn durb n9 i ſch zmie, die an dafß geiſten Che funf ubrig unſers Erd Wii zählt nan ohachtete den nämlich ln hat iber nnäbeſondere ner, aus w ten, die au Falk, und 6 217). ade enthiel Natur wen handener E ſchon da g annehmen und Kali ſe im gri Die Whit es, en, wenn 5 weswege daß verſe den anzo derbrenn. e Erkl Der Pund eiſte Waſſe ſey hier in die che⸗ dn Acer⸗ erſchedenen doch mante baues, den Ager rationellen orkommen⸗ e, die ihm iß der Er⸗ em Boden brennerei, Insbe⸗ Qualitaͤten, es Bodenz fe des Bo⸗ jeſe Digreß nur eint im hohen en Koͤrper erſcheiden. en zuſam⸗ een Koͤrper on bekann⸗ Klaſſe der ß es nau⸗ en Glauban ſtanz an. nten Beuift ichen und. eu dem gehe ſen Erden. ſieht aber die damit nkunft ſich finden und Chemie der Erden.. 47 das Zuſammenſtellen in einer Klaſſe roher Naturkoͤrper rechtfertigen laͤßt. In der Folge ſind durch die Zerlegung beſonderer mineraliſcher Producte oder ſteinigter Koͤrper noch unzerlegbare Stoffe entdeckt worden, welche man ebenfalls in die Categorie von Erden geſetzt hat. Einige naͤhern ſich jenen unſchmackhaften, andere dieſen kaliſchen Koͤrpern. Es ward Mode in der Chemie, dieſer Stoffe immer mehrere zu entdecken, und es ward manches Product der Schei⸗ dekunſt dafuͤr ausgegeben, welches aber in der Folge ſich nicht als ein ſolches bewaͤhrte. Die meiſten Chemiker nehmen jetzt nur neun beſondere ſogenannte Erdarten an, wovon uns aber die fuͤnf uͤbrigen nicht intereſſiren, da ſie ſich nur ſehr ſelten und faſt gar nicht auf der Oberflaͤche unſers Erdbodens in erdiger Geſtalt finden. Weil es bisher noch keiner Bemuͤhung gelungen iſt, die reinen Erden zu zerlegen, ſo zaͤhlt man ſie zu den einfachen Koͤrpern oder Urſtoffen. Indeſſen machen mehrere genau be⸗ obachtete Erſcheinungen es faſt unzweifelhaft, daß es zuſammengeſetzte Koͤrper ſind. Sie wer⸗ den naͤmlich in den organiſchen Koͤrpern gebildet. Denn der verdienſtvolle Schrader in Ber⸗ lin hat uͤberzeugend dargethan, daß Getreide⸗Pflanzen, welche durchaus vor aller Beruͤhrung insbeſondere mit Kalkerde geſichert waren, mehr Kalk, auch Kieſelerde enthielten, als die Koͤr⸗ ner, aus welchen ſie hervorgingen. Auch Sa uſſuͤre fand in der Aſche verſchiedener Holzar⸗ ten, die auf Boden, der gar keine Kalkerde enthielt, gewachſen waren, betraͤchtlich vielen Kalk, und Einhof daſſelbe(Hermbſtaͤdt's Archiv der Agrikultur⸗Chemie, 2ten Bds. 18 St. S. 217). Vauquelin zeigte, daß die Excremente und Eier der Huͤhner weit mehr Kalk⸗ erde enthielten, als die Nahrung, welche ihnen gegeben war. Da nun alle Wirkungen der Natur wenigſtens nach atomiſtiſchen Begriffen nur in Bewegung und Wechſelwirkung ſchon vor⸗ handener Stoffe beſtehen, ſo muß zu allem, was ſich durch die Natur erzeugt, das Material ſchon da geweſen ſeyn. Mithin laͤßt ſich ein Stoff, der erſt gebildet wird, nicht fuͤr einfach annehmen, ſondern muß nothwendig zuſammengeſetzt ſeyn. Auch ſcheint es, daß Kalkerde und Kali ſich in einander umwandle, da man in der Aſche derſelben Pflanze Kali fand, wenn ſie im gruͤnen Zuſtande, aber ſtatt deſſen Kalk, wenn ſie im trocknen eingeaͤſchert ward. §. 8. Die Erden ſind im Feuer unzerſtoͤrbar, und man kann ſie der groͤßten Gluͤhhitze ausſetzen, ohne daß ſie ſich verfluͤchtigen. Auch ſind ſie fuͤr ſich und jede beſonders unſchmelzbar; ſelbſt das Feuer mit Oxygengas angefacht, kann ſie nicht zum Fluß bringen. Aber merkwuͤr⸗ dig iſt es, daß ſie dieſen Charakter verlieren, wenn verſchiedene untereinander gemengt wer⸗ den. Kieſel⸗, Kalk⸗ und Thon⸗Erde fließen einzeln durchaus nicht, ſind aber leicht zu ſchmel⸗ zen, wenn ſie alle drei zuſammengemengt werden. Zum Orygen haben die Erden nach den meiſten Erfahrungen uͤberall keine Anziehung, weswegen ſie unverbrennlich ſind. Indeſſen glaubte doch von Humboldt gefunden zu haben, daß verſchiedene Erden, insbeſondere die Thonerde, auch in voͤllig reinem Zuſtande Oxy⸗ gen anzoͤge. Andere haben dies geleugnet und geglaubt, daß dieſe Erde noch Metalloxyd oder verbrennliche Materie enthalten haben muͤſſe. Bis jetzt hat ſich der große Mann, deſſen fer⸗ nere Erklaͤrung Jeder als entſcheidend annehnien wuͤrde, hieruͤber noch nicht weiter geaͤußert. Der Punkt iſt indeſſen in der Lehre von der Befruchtung des Erdbodens ſo wichtig nicht, als manche glauben, da es keine Acker⸗Erde ohne Metalloxyd oder verbrennliche Materie giebt. Die Farbe aller Erden iſt rein weiß, und diejenige, welche ſie in ihrem natuͤrlichen Zu⸗ Kande haben, ruͤhrt von andern Zumiſchungen hauptſaͤchlich vom Eiſenoxyd in ſeinem mannig⸗ Verhalten der Erden gegen das Feuer und gegen das Orygen, 48 CGhemie der Erden. 7 ſcheinen. Das Verhalten der Erden gegen das Waſſer iſt dagegen in den verſchiedenen Erden ſehr verſchieden. Wie ſchon geſagt, loͤſen ſich nur die Kalk⸗ und die neu entdeckten kaliſchen Erden im Waſſer auf. Jener erfordert indeſſen 680 Mal ſeines Gewichts an Waſſer, um vollig auf⸗ geloͤſt zu werden. Thon⸗ und Kieſel⸗Erde ſind durchaus unaufloͤslich, und von der Bittererde kann hoͤchſtens aͤußerſt wenig, etwa der zehntauſendſte Theil ſich im Waſſer aufloͤſen.. Jedoch haben alle Erden eine mechaniſche Anziehung zum Waſſer, und halten es, wenn Gegen das Waſ⸗ er⸗ ſie damit vermengt ſind, in groͤßerer oder geringerer Menge zuruͤck. Wir nennen dies ihre waſſerhaltende Kraft. Dieſe iſt nicht nur in den verſchiedenen Erden verſchieden„ſon⸗ dern ſie weicht auch nach unſeren Verſuchen bei gemengten Erden ab, und dieſe halten das Waſ⸗ ſer nicht ganz nach dem Verhaͤltniſſe ihrer Mengung. So beſitzen insbeſondere die gemengte Thon⸗ und Kieſel⸗Erde, nach unſeren Verſuchen, eine betraͤchtlich groͤßere waſſerhaltende Kraft, als jede fuͤr ſich ungemengt hatte. Die Beſtimmung der waſſerhaltenden Kraft einer zuſammengeſetzten Erdmaſſe iſt fuͤr uns ooon großer Wichtigkeit. Man erforſcht ſie, wenn man Erde bis zu dem Grade austrocknet, daß ſie in der Hitze des ſiedenden Waſſers am Gewichte nichts mehr verliert, dann ein beſtimm⸗ tes Gewicht derſelben mit Waſſer ſorgfaͤltig durchknetet, und den Brei auf ein gewogenes ſer mehr fahren laͤßt, Tuches und der trockenen Erde ab, ches ſie an ſich gehalten hatte. 1 Da indeſſen mancher Erdboden viel Waſſer aufnimmt, ohne es tropfbar fahren zu laſfen, ſolches aber bei warmen trockenem Wetter durch die Ausduͤnſtung mehr oder minder leicht ver⸗ ſo wiegt man ſie mit dem Tuche wieder, und zieht dann das Gewicht des liert, ſo iſt auch hierauf Ruͤckſicht zu nehmen, und man muß, um die waſſerhaltende Kraft des Bodens auch in dieſer Hinſicht zu beſtimmen, die Erde einem gleichen Waͤrmegrade ausſetzen, und die Zeit bemerken, in welcher die eine und die andere Erdart voͤllig austrocknet. Vollkommen verlieren die Erden, insbeſondere die Thonerde, ihr Waſſer nie, und ſie haben noch Waſſer in ſich, wenn ſie ganz trocken und duͤrre ſcheinen. Dieſes kann nur in der ſtaͤrkſten Gluͤhhitze von ihnen ausgetrieben werden. der Temperatur annehmen, in welchem man die Ausdoͤrrung in dieſem Verſuche beſtimmt. 6. 10o.*. Segen Dir ſbuch⸗ Miit dem Azot, dem Kohlenſtoff und reinen Hydrogen, laſſen ſich die Crden zwar nicht . verbinden. Es iſt aber aus vielen Gruͤnden glaublich, daß ſie ſich mit einer Vereinigung jener Stoffe verbinden, und die aus ſolchen beſtehende organiſche Materie, oder den Ruͤckſtand der Verweſung aufnehmen und innig mit ſich vereinigen koͤnnen. Erſcheinungen, die ſich bei der Vegetation zeigen, und auf welche wir in der Folge zuruͤckkom⸗ men werden.— 3 d Die kaliſchen Erden verbinden ſich mit dem Schwefel, indem man ſie entweder damit gluͤht, oder damit im Waſſer kocht. uͤberein, die aus der Verbindung des Schwefels mit Alkalien hervorgehen. Man nennt dieſe Verbindungen, einer gewiſſen Aehnlichkeit wegen, Lebern. Es iſt wahrſcheinlich, daß eine 3 aͤhn⸗ «·0 faltigen Zuſtande her. Ohne dieſes wuͤrde uns die ganze Oberflaͤche unfers Erdballs weiß ew⸗ Haar⸗Tuch giebt. Man laͤßt das uͤberfluͤſſige Waſſer abtropfen, und wenn die Erde kein Waſ⸗ ſo findet man in dem Reſte die Quantitaͤt des Waſſers, wel⸗ Deshalb muß man einen beſtimmten Grad Es ſprechen dafuͤr mehrere Dieſe Verbindungen ſtimmen im Weſentlichſten mit denen zhalite rnii in,dimt nu fed wit die ſe daft zud ihet ſoure Ei Einwirkung, Mittelſahze d dieſes Verhale lagung ſaunſ Die Erd vpohte chemiſc den, ſand nich innigen Verei juſanmenſchn gchen. Nac Kalk⸗ und Ki nicht indem nigen und di eimgung mi vom Boden Vir nen Zuſtond wir von ihne den ebenfalls aus jenen und ſegenannten!; da Gebrauch toon davon m gründen laſſe Der zinzich aus den Kaüen: älteren cher neſenen, Nannt. Zwoter d ſühell viß a dan däen ſh an ttn Rde *, m üg don der ſtanz aufläſen halten, 1 enennen dis berſcieen, ſe ſt halen dos ge der die gewengte hen naſethltnde dmaſ it für un Grade waänrtne dann ein beſina⸗ auf ein gewoge diedde kein Wi un das bewich d t des aſert, wel ar fahren zu liſe er winder kict ur thaltende Kct rmegrade auſſhn ztrocknet. zaſer ni, m s kann dur i d n beſtinyin ih ſuche beſtinn! Erden zwir i Vereinigung iie der den Kickim en dafür mehrett Fohe arickkom⸗ entweder danit ihſten mit umn han nennt diſ falich, daß en ähn⸗ Chemie der Erden. 3 aͤhnliche Verbindung mit der ſtark hydrogeniſirten Kohle, beſonders die auch einiges Azot ent⸗ haͤlt, d. i. mit jenem Ruͤckſtande der Verweſung, vorgehe, die ſich aber bei hoͤherer Tempera⸗ tur ſchnell wieder zerſetzt. 3 49 §. I11. Die ſaͤmmtlichen Erden, mit Ausnahme der Kieſelerde, haben eine große Verwandt⸗ Beren die Szu⸗ ſchaft zu den Saͤuren, und loͤſen ſich darin auf. Die Saͤure wird geſaͤttigt, und verliert ihre ſaure Eigenſchaft, aber auch die alkaliſchen Erden verlieren ihre Eigenſchaften und ihre Einwirkung, die ſie auf die Pflanzen und organiſche Materie haben. Es entſtehen dann erdige Mittelſalze daraus, die leichter oder ſchwerer oder gar nicht im Waſſer aufloͤslich ſind. Durch dieſes Verhalten mit den Saͤuren und die Erzeugung der Salze werden die Erden bei ihrer Zer⸗ legung hauptſaͤchlich unterſchieden. §. 12. Die Erden haben aber auch unter ſich eine anneigende Verwandtſchaft und gehen eine e Bernen der wahre chemiſche Verbindung ein. Viele Erd⸗ und Steinarten, welche wir in der Ratur fin⸗ ander⸗ den, ſind nicht Gemenge, ſondern eigentliche Gemiſche. Die Metalloxyde ſcheinen zu dieſer 2 innigen Vereinigung mit beizutragen. Wir koͤnnen die Erden chemiſch miſchen, indem wir ſie zuſammenſchmelzen. Es ſcheint aber auch auf dem naſſen Wege eine ſolche Vereinigung vorzu⸗ gehen. Nach Guyton’s und Gadolin's Verſuchen ſchlagen ſich einige Erden, z. B. die Kalk⸗ und Kieſel⸗Erde, die Thon⸗ und Kieſel⸗Erde einander aus ihren Aufloͤſungen nieder, nicht indem ſie ſich mit der Saͤure und dem Alkali, worin die andere Erde aufgeloſt iſt, verei⸗ nigen und dieſe davon trennen; ſondern indem ſie ſich mit der andern Erde miſchen und in Ver⸗ einigung mit derſelben niederfallen. Dieſe innige Bereinigung der Erden kann bei der Lehre vom Boden ſehr wichtig ſeyn, wenn ſie noch genauer erforſcht wird.— Wir werden jetzt erſt die unaufloͤslichen Kieſel⸗ und Thon⸗Erden in ihrem chemiſch⸗rei⸗ nen Zuſtande nach ihren Eigenſchaften betrachten, dann zu den verſchiedenen Gemengen, die wir von ihnen in der Natur antreffen, uͤbergehen. Sodann werden wir von den kaliſchen Er⸗ den ebenfalls in ihrem reinen Zuſtande handeln, und darauf das zuſammengeſetztere Gemenge aus jenen und dieſen Erden betrachten, nachdem wir vorher eine genauere Unterſuchung der. ſogenannten Dammerde oder des Humus angeſtellt haben. Alles, vorzuͤglich in Ruͤckſicht auf den Gebrauch, den wir in der Lehre von der Kenntniß des Bodens, vom Duͤnger und Vegeta⸗ tion davon machen koͤnnen, die ſich ſaͤmmtlich nur auf dieſe chemiſch⸗phyſikaliſche Lehre be⸗ gruͤnden laſſen. Die Kieſeleyrde. §. 13. Der Name derſelben iſt von dem Worte Kieſel entlehnt, der, ſo wie der Quarz, faſt„Die Fieſelerde gaͤnzlich aus derſelben beſteht, weshalb ſie auch Quarzerde genannt wird. Weil ſie ſich mit Zuſtande. den Kalien zu Glaſe verbindet, ward ſie auch glasartige Erde genannt, und weil ſie die aͤlteren Chemiker als die urſpruͤngliche Erde anſahen, und ſie wirklich den den Erden beige⸗ meſſenen, Charakter im eminenten Grade an ſich traͤgt, ward e ſie elementariſche Erde ge⸗ nannt. Zweiter Theil. G 50 3 Die Kieſelerde. Sie findet ſich auch von allen Erdarten am haͤufigſten in der Natur. Alle harte, am Stahle Funken gebende Steine, die ungeheuren Gebirgsmaſſen von Granit, Porphyr, Gneus u. ſ. w., ſammt den ausgebreiteten Sandmeeren, ſind groͤßtentheils aus Kieſelerde gebildet.— Es giebt uͤberhaupt wenig Stein⸗ und Erdarten in der Natur, die nicht mehr oder weniger Kieſelerde enthielten. Auch die Pflanzen enthalten dieſelbe, und laſſen ſie nach dem Verbren⸗ nen in ihrer Aſche zuruͤck. Beſonders reichhaltig ſind die grasartigen Gewaͤchſe daran, und man findet ſie in ihrer aͤußern Haut zuweilen durch die Vegetationskraft abgeſondert, und ge⸗ wiſſermaßen kryſtalliſirt. Indeſſen findet ſie ſich ſo wenig wie andere Erden voͤllig rein in der — Natur, und ſelbſt der Quarz, der groͤßtentheils aus ihr beſteht, hat noch Beimiſchungen bon 3 Thonerde: und Liſenoryd. §. 14. Nur durch die Kunſt koͤnnen wir ſie chemiſch rein und von allen Beimiſchungen befreit aus den Mineralien darſtellen. Sie erſcheint dann in der Form eines weißen, ſehr feinen, da⸗ bei doch aber etwas hart anzufuͤhlenden Staubes, der ſich wenig an die Finger haͤngt, und beim Druͤcken und Reiben ein etwas ſcharfes Gefuͤhl veranlaßt. Sie iſt voͤllig geſchmack⸗ und geruchlos. Im Feuer erleidet ſie durchaus keine Veraͤnderung, und wie heftig dieſes auch ſeyn mag, ſie ſchmilzt nicht und wird nicht verfluͤchtigt.—. — 3§. 15. 94den Aenfle Sie hat keine Verwandtſchaft zum Waſſer. Denn ohne ein Zwiſchenmittel hat man nie das geringſte darin aufloͤſen koͤnnen. Vermengt man ſie damit, ſo ſenkt ſie ſich bald daraus wieder ab, und laͤßt nichts aufgeloͤſt zuruͤck. Indeſſen haben wir doch in der Natur einige Quellen, worin Kieſelerde ſich aufgeloͤſt befindet, und die nach Bergmann's und Klap⸗ roth's genauen Unterſuchungen durchaus keine andere Materie enthalten, welche eine Verbin⸗ zugeben wiſſen, wie die Natur dieſelbe bewirkte. Die merkwuͤrdigſte iſt der Geyſer in Js⸗ land, eine ſehr heiße Quelle, die in ihrem Baſſin eine Rinde von Kieſelerde abſetzt, und Kry⸗ ſtallen, Stalaktiten und Inkruſtationen bildet.. Auch iſt die mechaniſche Anziehung der Kieſelerde zum Waſſer nur geringe. Sie faugt beim Benetzen das Waſſer nicht begierig an, wird auch nicht teigigt und zuſ ſammenhaͤngend da⸗ durch. Sie haͤlt hoͤchſtens die Haͤlfte ihres Gewichts davon an ſich, ohne es tropfenweiſe fah⸗ ren zu laſſen; auch laͤßt ſie es ſchnell verdunſten. 1§. 16. Gegen die Stzu⸗ Vorzüͤglich unterſcheidet ſie ſich dadurch von den meiſten Korpern, daß ſie von keiner Kieſelerde mit Schwefel⸗Salz⸗ und Salpeterſaͤure ſieden, ohne daß das geringſte davon auf⸗ genommen wird. Nur in der Schmelzhitze vereinigt ſich die feuerbeſtaͤndige Borax⸗ und Phos⸗ phorſaͤure damit. Die einzige Flußſpathſaͤure loͤſet ſie ſogar in Luftgeſtalt auf, und iſ faͤhig, dieſen ſo feuerbeſtaͤndigen Koͤrper mit ſich zu verfluͤchtigen.. 3 5 3. 17 * FPepen die Alka⸗ Die feuerbeſtaͤndigen Alkalien, ſie ſeyen im aͤtzenden oder im kohlenſauren Zuſtande, laſ⸗ ſen ſich dagegen leicht mit der Kieſelerde vereinigen, und loͤſen ſie vollſtaͤndig auf. Wenn man . dung der Kieſelerde mit dem Waſſer hervorgebracht haben koͤnnte, ſo daß wir bis jetzt nicht an⸗ Saͤure, außer der einzigen Flußſpathſaͤure angegriffen und aufgeloͤſt wird. Man kann die feine 3 ir Ihtt nnd uinde be tri, in w turaus d lar der du 1 ageſett, ſd ſo centeirte Sa be dadurch! die Kieſeled lauft es mit Wenn und einen Th der luft leicht Paſer leicht Hier he dungsmittel, die gieſelerd tielem Waſſe da Niderſch berſchieden ten Cohäſio ſchuß von S wieder auf Unter ſelben in he wirthe zuwe 1) Al Emaragd, Kanat. D Uunde dorzü den Kot, langer Ja habe, ha lich bemer euere En Der kenſeinen kannt; tz jet ſenſt e B lſa gen rauh hit aber k Die Kieſelerde. 51 vud K Kali oder Natrum mit der Kieſelerde ſchmilzt, kommen jene in der Gluͤhhitze zuerſt im Fluß, „ Greus und machen dann auch die Kieſelerde fluͤſſig, die ſich dann damit verbindet. dde gebider Das Produkt, welches man aus dieſer Verbindung erhaͤlt, iſt verſchieden nach dem Ver⸗ der wenigen haͤltniß, in welchem man beide zuſammengeſetzt hat. Iſt die Kieſelerde uͤberwiegend, ſo ent⸗ n Verbren⸗ ſteht daraus das ſo nuͤtzliche Glas. Je groͤßer das Verhaͤltniß der Kieſelerde iſt, um ſo dauer⸗ Das Elas. daran, und hafter der Luft und den Saͤuren wiederſtehend iſt das Glas. Iſt dem Glaſe aber zu viel Alkali d, und ge⸗ zugeſetzt, ſo wird das Glas leicht blind an der Luft, und iſt auch nicht ganz ſicher gegen con⸗ rein in de centrirte Saͤuren. Metalloxyde werden vom Glaſe beim Schmelzen aufgenommen, und daſſel⸗ ſchunxn an be dadurch verſchieden gefaͤrbt. Die gruͤne Farbe des Glaſes ruͤhrt vom Eiſenoxyd her, weil die Kieſelerde verunreinigt war. Wenn dieſes durch die Sonnenſtrahlen desoxydirt wird, ſo laͤuft es mit den Regenbogenfarben an. Wenn aber das Alkali uͤberwiegend iſt, und das Gemiſch aus vier Theilen von dieſem ungen beite und einem Theile Kieſelerde beſteht, ſo erhaͤlt man eine glaſige durchſichtige Materie, die an r feinen, we der Luft leicht feucht wird, und zu einer dicklichen Feuchtigkeit zergehet. Sie laͤßt ſich im haͤngt, u Waſſer leicht vollſtaͤndig aufloͤſen, und heißt dann Kieſelfeuchtigkeit. chmack⸗ und Hier haben wir alſo zwar eine Aufloͤſung der Kieſelerde, aber nur durch ein Verbin⸗ dieſes auc dungsmittel, das Alkali. Stumpft man dieſes ab, durch Saͤure, ſo laͤßt das Waſſer auch die Kieſelerde fallen, und ſie ſammelt ſich im Grunde. Nur wenn die Kieſelfeuchtigkeit mit zu vielem Waſſer verduͤnnet iſt, oder wenn man uͤberſchuͤſſige Saͤure hinzugegeben hat, erfolgt der Niederſchlag nicht, bis man die Aufloͤſung verdunſten laͤßt. Man hat dieſe Erſcheinung hat man nie verſchieden erklaͤrt; wahrſcheinlich haͤngt ſie von der in den kleinen Partikeln aͤußerſt geſchwaͤch⸗ bald darals ten Cohaͤſionskraft ab. Am ſicherſten verfaͤhrt man deshalb, wenn man die mit einem Ueber⸗ Natur einige ſchuß von Saͤure geſaͤttigte verduͤnnte Kieſelfeuchtigkeit erſt verdampfen laͤßt, ſodann im Waſſer 3 und Klay⸗ wieder aufweicht und mehrere Male auswaͤſcht, um die reine Kieſelerde daraus darzuſtellen. eine Verbin⸗—. jetzt nicht dn⸗§. 18. yfer in Jo Unter den Koͤrpern, welche groͤßtentheils aus Kieſelerde beſtehen, und den Charakter der⸗ Körven, welche zt, und Kry⸗ ſelben in hohem Grade an ſich tragen, bemerken wir hier folgende, deren Kenntniß dem Land⸗ borüglich tae wirthe zuweilen nuͤtzlich ſeyn kann. halten. Sie ſaugt 1) Alle ſogenannten Edelſteine, den Diamant ausgenommen: der Rubin, Saphyr, nhaͤngend do⸗ Smaragd, Chryſolith, Topas, Hyacinth, Amethyſt, Chalcedon, Karneol, Achat und fenweiſe füh⸗ Granat. 2) Die Feuerſteine und Hornſteine. Erſterer wird als Geſchiebe auf dem flachen Lande vorzuͤglich in ſandigen Gegenden, aber auch in Kreidegebirgen, umgeben von dem rein⸗ ſten Kalk, gefunden. Wie er hier hingekommen oder entſtanden ſey, hat die Geologen ſeit langer Zeit beſchaͤftiget, und die Muthmaßung, daß ſich die Kalkerde in Kieſelerde verwandelt habe, hat wirklich vieles fuͤr ſich, indem man den Uebergang von Kalk in Feuerſtein oft deut⸗ lich bemerkt, und man zuweilen mitten in Feuerſteinen organiſche Produkte antrifft, die die neuere Entſtehung derſelben beweiſen. 4 Der Nutzen des Feuerſteins iſt ſo bekannt, als groß. Die Bearbeitung deſſelben zu Flin⸗ Der Feuerſtein, tenſteinen iſt von Wichtigkeit. Vormals war dieſe Kunſt nur in Spanien und Frankreich be⸗ kannt; jetzt macht man die Flintenſteine auch in den Oeſterreichiſchen Staaten. Man hatte ſonſt ſeltſame Meinungen aͤber die Verfertigung deſſelben, und glaubte, daß ſie in den Gebir⸗ b de, b gen rauh waͤren und geſchnitten wuͤrden, oder daß ſie auf Maſchinen geſchliffen wuͤrden. Es zufeenan hat aber keinen Zweifel, daß ſie mit gewißſen ſtaͤhlernen Inſtrumenten aus freier Fauſt geſchla⸗ G 2 ſie von kein kann de fent ſte davon a ra⸗ und Phor⸗ und iſt fähig, 52 Die Kieſel erde. gen werden, wozu aber doch geuͤbte Arbeiter gehoͤren. Aber nicht alle Kenerſteihe paſſen ſich dazu: zum Theil ſind ſie zu weich, zum Theil ſpringen ſie unter dem Hammer nicht zu regel⸗ maͤßigen Stuͤcken. Friedrich Wilhelm der Erſte ſchickte einen Buͤchſenſchaͤfter nach St. ſchon beim zweiten uß ſprangen. Außerdem werden die Feue rſteine zur Bereitung der Smalten, des Steinguts, zum Glasſchleifen, zu Glattſteinen fuͤr Buchbinder und Vergolder und zum Glaſe, befonders zur Verfertigung des ſchoͤnen Flintglaſes in England gebraucht. Der Hornſtein hat Aehllichkeit mit ihm; hat indeſſen ein matteres hornartiges Anſe⸗ hen und einen ſplittrigen Bruch. eeingeſprengt. 4) Quarz. Er beſteht aus kryſtalliniſchen, glasartigen Theilen, zerſpringt in eckige theils in derben Maſſen, theils kryſtalliſirt. Sind ſeine Kryſtallen groß, durchſichtig und ſaͤu⸗ lenfoͤrmig, ſo heißt er Bergkryſtall. — 5) Granit, Gneus und Porphy e ſind zuſammengeſetzte Steinarten, aus verſchie⸗ Quarz, Feldſpath und einem andern zum Thongeſchlecht gehoͤrigen Steine, dem Glimmer. verwandt, beſteht aus Feldſpath, Quarz und Glimmer. Seine Theile ſind inniger gemengt, und er hat mehrentheils ein ſchieferartiges blaͤttriges Anſehen. Der Porphyr beſteht aus deld⸗ ſpath, Quarz und verhaͤrtetem Thon oder Jaspis, zuweilen auch Glimmer. Arten. durch die Einwirkung der Luft, vielleicht des Feuers und anderer Potenzen, ward der Quatz zerkleinert, und die kleinen Stuͤcke durch die Bewegung, die Waſſer und Wind ihnen gab, zu rundlichen Koͤrnern abgeſchliffen. Ddieſer Sand unterſcheidet ſich nach der Groͤße und Dur vhichtigkeit ſeiner Koͤrner und nach ſeiner Farbe hauptſaͤchlich in folgende Arten: ſteht, und mehrentheils von Quellen und Fluͤſſen ausgeworfen wird. Perlſand, Grant, von großen rundlichen, halb durchſichtigen Koͤrnern. Man indet ben mehrentheils nur unter der Oberflͤche der Erde. Doch wird er auch von Klüſſen heraufgeſpuͤhlt. dern Theilen, fuͤhrt faſt immer Thon, zuweilen auch etwas Kalk bei ſich. Er iſt vom Winde .. Widerſtande in großer Maſſe zuſammenhaͤuft, und ſolche angehaͤufte Huͤgel werden dann, wenn ihre Oberflaͤche nicht durch ſolche Pflanzen, die mit Huͤlfe einiger Dammerde darauf wach⸗ 4 ſen, befeſtiget iſt, durch Weſt⸗ und Oſtwinde fortgewaͤlzt, und üderſanden oft fruchtbare Fluren. Anges, woſelbſt er ſich in Arbeit gab und die Handgriffe lernte. Er kam zuruͤck und verfer. tigte aus den eheimſchen Steinen wirklich Flintenſteine; ſie waren aber ſo ſproͤde, daß ſie 3) Der Feldſpath, von blaͤttrigem Gewebe, meiſt ſleiſchrother Farbe, in rautenför⸗ 4 mige Sruͤcke zerſpringend. Er findet ſich als Geſchiebe und in mehreren anderen Steinarten Stuͤcke, und kommt mehrentheils mit weißer Farbe und durchſichtig vor. Man jinndet ihn denen Steinen gebildet. Aus ihnen beſtehen groͤßtentheils die Urgebirge; ſie finden ſich aber auch, beſonders der Granit, in großen Bloͤcken im flachen Lande. Der Granit beſteht aus Sein Korn und ſeine Farbe ſind mannigfaltig verſchieden. Der Gneus iſt mit dem Granit nahe Sand und deſſen 6) Der Sand, welcher wahrſcheinlich aus dem Quarze groͤßtentheils entſtanden iſt. Er unterſcheidet ſich in ſeinen Beſtandtheilen von dieſem nicht. Durch große Waſſerfluthen, — a. Mehl⸗ oder Quellſand, der aus ſehr feinen, klaren, ungefaͤrbten Koͤrnern be⸗ c. Flugſand. Seine Koͤrner ſind von verſchiedener Groͤße. Er iſt vermiſcht mit an⸗ leicht beweglich, woher er ſeinen Namen erhalten hat, und wird daher durch dieſen und durch Waſſer gleich einer Fluͤſſigkeit nach den niedrigſten Stellen fortgetrieben, bis er ſich vor einem i 8 fade Phrn 9 duilftr ſi zwrannhei Die Sa u Thoner taſt, wie d niſche Anzieh JFi der ſammenpriſ heit und Dic den kommen, u'ſ n berarl ein feiber Sch gen. Er w Drten haͤußg. Nan f nannte, und weſentlichen her von de Name Th behalten, n Korper iſt, mentariſche dindung derſ Näeſt und an weiſ ne Dähan handen, w die Thoner Die organ de Aſche Grwäͤchſen konnen zu de einen weſen die genauer Dikungen ne paſſen ſch cht zu regel⸗ ter nach&. und verfer⸗ de, daß ſie ereitung der d Wergolder gedraucht. artiges gyſ⸗ in rawwir⸗ i Steinaua ngt in echie an ündet ihn htig und ſiu aus verſchie⸗ aden ſich aber it beſteht aus Glimmer n Granit naſe niger gemengt ſteht aus dedd entſtanden iſt Waſſerfluthen, d der Quat )nen gab, zi Koͤrner und ; Koͤrnern be⸗ benern. A ch von Füſſn :miſcht mit a it vom Wiͤe eſen und durch ſch vor einem m dann, wenn darauf wach oft fruchtdun Die Kieſelerde. b 53 In der Tiefe des Erdbodens findet man den Sand zwiſchen andern Erdlagen in fortlau⸗ fenden Adern oder Schichten. Dieſen verdanken wir unſer reinſtes Brunnen⸗ und Quell⸗Waſſer. Das Waſſeer ſintert hindurch, ſetzt ſeine unreinen Theile darin ab, und erſcheint in deſto groͤ⸗ ßerer Reinheit, je weiter es ſich durch den Sand gezogen hat. Die Sandkoͤrner haben außer dem uͤberwiegenden Antheile von Kieſelerde noch immer etwas Thonerde in ſich, auch Eiſenoxyd. Der Sand beſitzt eine noch geringere waſſerhaltende Kraft, wie die ſtaubige Kieſelerde. Daher, und weil er auch mit dem Humus wenig mecha⸗ niſche Anziehung hat, ruͤhrt ſeine Unfruchtbarkeit Iſt der Sand durch ein Bindungsmittel, Thon oder Kalk, und durch mechaniſche Zu⸗ ſammenpreſſung in harte Maſſen verbunden, ſo heißt er Sandſtein. In Anſehung der Fein⸗ heit und Dichtigkeit giebt es verſchiedene Sorten, welche, wenn ſie noch weicher aus dem Bo⸗ den kommen, in kubiſche Bauſteine, Quaderſteine, Muͤhlſteine, Schleifſteine, Wetzſteine u. ſ. w. verarbeitet werden. Zu dieſen gehoͤrt auch der Filtrirſtein, welcher das Waſſer wie ein feiner Schwamm durchlaufen laͤßt, und den man gebraucht, um truͤbes Waſſer zu reini⸗ gen. Er war ſonſt eine Seltenheit; jetzt findet man ihn in Sachſen und an mehreren Orten haͤufig.— Thonerde. Alauner de. §. 19. Man findet dieſe reine Erdart am meiſten in derjenigen Maſſe, die man laͤngſt Thon Thonerdeiften nannte, und hiervon hat ſie den Namen Thonerde erhalten. Sie macht aber auch einen weſentlichen Beſtandtheil eines unter dem Namen Alaun bekannten Salzes aus, und iſt da⸗ her von der neuern chemiſchen Schule Alaunerde genannt worden. Weil indeſſen der Name Thonerde unter den Deutſchen gebraͤuchlicher geblieben iſt, ſo werden wir dieſen bei⸗ behalten, muͤſſen aber wohl bemerken, daß wir ſie mit dem Thone, der ein zuſammengeſetzter Koͤrper iſt, nicht verwechſeln muͤſſen. Unter Thonerde verſtehen wir alſo die reine ele⸗ unterſcheidung mentariſche Erde; unter Thon aber, von welchen wir in der Folge reden werden, die Ver⸗ Tyon⸗“ von bindung derſelben mit Kieſelerde und Eiſenoxyd. §. 20. 4 Naͤchſt der Kieſelerde finden wir unter allen Erden die Thonerde in der groͤßten Menge und am meiſten verbreitet auf unſerm Erdboden. Der Thon, in welchem die Thonerde immer einen Beſtandtheil ausmacht, iſt in groͤßerer oder geringerer Menge faſt in jeder Bodenart vor⸗ handen, und findet ſich auch in großen Lagern unter der Oberflaͤche der Erde. Ueberdies macht die Thonerde einen Beſtandtheil der meiſten Steinarten aus, und iſt in einigen vorwaltend. Die organiſchen Koͤrper enthalten ſie nur in ſehr geringer Menge, und wenn wir gleich aus der Aſche der meiſten Vegetabilien einige Thonerde ausgeſchieden haben, ſo ſcheint ſie doch den Gewaͤchſen nicht weſentlich, ſondern vielmehr zufaͤllig in ihre Subſtanz oder in ihre Aſche ge⸗ kommen zu ſeyn. Die Thonerde iſt fuͤr den Landwirth von der groͤßten Wichtigkeit, indem ſie im Thone einen weſentlichen Beſtandtheil des fruchtbaren Bodens ausmacht. Von ihrer Kenntniß haͤngt die genauere Kenntniß des letzteren ab, und von dieſer wieder die richtige Beurtheilung der Wirkungen des Thons im Acker, die Verbeſſerung und Verſchlechterung des Ackers durch ihn. 54 Thonerde im reinen Zuſtande. Auch iſt ſie in Hinſicht auf Ziegelbrennerey und Verfertigung von Toͤpferwaare merkwuͤrdig. Deshalb werden wir erſt die Eigenſchaften der reinen Thonerde, dann die des Thons, kurz aber gruͤndlich durchnehmen. §. 21. Wenn man gleich den Thon ſeit uralten Zeiten wegen ſeiner nuͤtzlichen Eigenſchaften kannte, und ihn zur Verfertigung irdener Waaren und Ziegel benutzte, ſo iſt doch die Thonerde noch nicht lange als ein beſonderer Naturſtoff angeſehen worden. Lange hat man ſie mit der Erde uͤberhaupt verwechſelt, dann bald dem Kalke, bald der Kieſelerde, die durch Saͤuren oder Phlogiſton einen andern Charakter angenommen haͤtten, beigezaͤhlt. Erſt in der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde es erwieſen, daß ſie eine eigene Erdart ausmache und mit andern Erden nicht verwechſelt werden duͤrfe. Sie kornint in So haufig ſie auch vorkommt, treffen wir ſie doch in der Ratur nirgends rein an. Mei⸗ der Natur nie. 4. 2 e rein vor. ſtens iſt ſie mit andern Eeden und metalliſchen Oxyden, zuweilen mit Saͤuren verbunden. Nur im Garten des Paͤdagogiums zu Halle hatte man eine weiße erdige Subſtanz, welche man eine Zeit lang fuͤr chemiſch⸗reine Thonerde hielt, gefunden; aber theils hat ſich nachher durch eine genauere chemiſche Analyſe gezeigt, daß ſie, obgleich groͤßtentheils aus Thonerde beſtehend, dennoch andere Subſtanzen, Kalkerde und Eiſenoxyd, enthielte; theils iſt es hoͤchſt wahr⸗ ſcheinlich, daß ſie kein Produkt der Natur, ſondern der alchewiſchen Sudelkoͤche ſey, die dort hauſeten.. Nur die Chemie kann die Thonerde aus ihren Verbindungen rein darſtellen. Am meiſten und leichteſten wird ſie aus dem Alaun abgeſchieden, in welchem ſie mit Schwefelſaͤure aufge⸗ loͤſt iſt. Wenn man dieſe, nachdem der Alaun in Waſſer aufgeloͤſt worden, durch Alkali neu⸗ 7 traliſirt, ſo faͤllt die Thonerde nieder. Jedoch bedarf es noch einiger andern Handgriffe, um ſie von ihren fremdartigen Beimiſchungen voͤllig zu befreien. §. 2.. 1 Berbindet ſich Die reine Thonerde iſt nicht faͤhig, ſich mit der Kohlenſaͤure zu verbinden, wenigſtens nſcht mit Koh⸗ nicht mit ihr durchdrungen zu werden, wie die Kalkerde und Bittererde, wodurch ſie ſich ins⸗ lenſgure.—... G beſondere von letzterer ſehr merklich unterſcheidet. Manche haben zwar von einer Vereinigung der Thonerde mit der Kohlenſaͤure geſprochen, aber Sauſſure hat gezeigt, daß die chemiſch⸗ reine Thonerde keine Verwandtſchaft zur Kohlenſaͤure beſaͤße.— Phyſiſche Eigen⸗ Die phyſiſchen Eigenſchaften der reinen Thonerde koͤnnen einigermaßen abweichend ſeyn, ſchaften.—. 2 2.. wenn die Handgriffe und die Qualitaͤt und Quantitaͤt der Reagentien, welche man bei ihrer Ausſcheidung anwendet, verſchieden ſind. Auch hat man oft die Eigenſchaften des Thons auf die reine Thonerde uͤbergetragen, und daher ſcheint es zu ruͤhren, daß die phyſiſchen Eigen⸗ ſchaften der letztern von verſchiedenen Chemikern verſchieden angegeben werden. Indeſfen iſt dieſer Unterſchied nicht bedeutend, und es kann in dieſer Hinſicht nie eine Verwechſelung mit andern Erdarten vorfallen. Die reine Thonerde iſt eine weiße, ſanft anzufuͤhlende, pulverfoͤrmige Subſtanz, welche 1 war keinen eigentlichen Geſchmack beſitzt, aber doch auf die Zunge gebracht, ein eigenes Cr⸗ 5 3 1 fuͤhl hervorbringt, welches aus der Einſaugung der Feuchtigkeit der Zunge durch die Thonerde entſteht. Ein aͤhnliches Gefuͤhl bringt ſie auch hervor, wenn ſie als ein feiner Staub in die Naſe gezogen wird. Der eigenthuͤmliche Geruch, welchen der rohe Thon, beſonders wenn er angehaucht oder angefeuchtet wird, von ſich giebt, iſt der reinen Thonerde nicht eigen, und man hat ihm ſolchen unrichtig beigemeſſen.. 1 3 Fagn da we nde ſ utn nuch d ſcniederge t eigenen rorden, nur es twobfenwe wie wir hore Die mit dat. Dieſer Then, und m eeinen Erde h Die rein Vaſer gemen in Waſſer au aher nichts de ſure etwas der luft leich gallertartiges In ei ihr nur lock holz 28 N nicht fahren, dir ſic de Brennp. ſe eine Artr R Kaende vereinigt Durc afolgt kein ihte mechan wid ſie nich ſchüünen der nicht nehr dos Brenner nur dadurch ſtlägt. Thonerde im reinen Zuſtande. 55 merkbüdi 5 Thons, kur 23. hae Gegen das Waſſer außert die Thonerde eine weit ſtaͤrkere Anziehung, wie alle andere Er⸗Verhatengegen den, indem ſie davon mehr zuruͤckhaͤlt. Sie beſitzt alſo die groͤßte waſſerhaltende Kraft. Diſe ſten kannte iſt aber nach den verſchiedenen Bereitungsarten der Thonerde merklich verſchieden. Wenn ſie onerde 1cc friſch niedergeſchlagen iſt, ſo haͤlt ſie, ehe ſie wieder getrocknet worden, oft das ſechsfache R der en ihres eigenen Gewichts an Waſſer an, wogegen ſie, wenn ſie in maͤßiger Waͤrme ausgetrocknet Sduren 8 worden, nur 1 ½ bis 2 Mal ſo viel, als ſie ſelbſt wiegt, von demſelben aufnehmen kann, ohne er M 9 es tropfenweiſe fahren zu laſſen. Wird ſie ſcharf ausgetrocknet oder gar gegluͤht, ſo kann ſie, 6 wie wir hoͤren werden, noch weit weniger Feuchtigkeit in ſich halten. id miadeen Die mit Waſſer angefeuchtete Thonerde ſtellt einen mehr oder weniger ſchluͤpfrigen Teig n an. M dar. Dieſer Teig aus der reinen Thonerde iſt aber nie ſo dehnbar, wie der aus gutem rohen unden. Au Thon, und man kann ihn nicht ſo leicht formen, wie dieſen. Auch trocknet der aus dieſer che man ine reinen Erde bereitete Brei leichter aus. er durch eie§. 24 dind 4 erbcene Die reine Thonerde laͤßt ſich in reinem Waſſer nicht aufloͤſen. Wird ſie unter vieles linnrfielig im ſey, die ui Waſſer gemengt, ſo erſcheinen ihre einzelnen Partikeln halb durchſichtig. Sie vertheilen ſich. im Waſſer außerſt fein, und ſetzen ſich nur hoͤchſt langſam daraus wieder ab. Das Waſſer haͤlt aber nichts davon wirklich aufgeloͤſt zuruͤck. Dagegen kann kohlenſaures Waſſer nach Sauſ⸗ ſure etwas Thon aufloͤſen, welche Verbindung aber nur ſo ſchwach iſt, daß ſie ſich ſchon an der Luft leicht zerſetzt, wo dann die vorher klare Fluͤſſigkeit ſich truͤbt, und die Thonerde als ein gallertartiges leichtes Sediment fallen laͤßt. Am meiſen elſaure aufge ch Alkali neu⸗ andgriffe, un §. 25. In einer gelinden Waͤrme von etwa 18 bis 20 Grad Reaumur verliert die Thonerde das ihr nur locker anhaͤngende Waſſer. Einen andern Theil der Feuchtigkeit aber, der nach Buch⸗ wenitſtt holz 28 Prozent, nach Sauſſure aber noch weit mehr betraͤgt, laͤßt ſie in dieſer Waͤrme dit ſ nicht fahren, ſondern es iſt hierzu eine ſtarke Gluͤhhitze erforderlich. die chemiſc⸗§. 26. Fuͤr ſich laͤßt ſich die reine Thonerde in der gewoͤhnlichen Hitze nicht ſchmelzen; allein in erhilten in veichend ſn dem Brennpunkte großer Brennſpiegel und in einem mit Orygengas angefachten Feuer erleidet man bei i ſie eine Art von Schmelzung, welche aber doch keine voͤllige Verglaſung hervorbringt Aber des Thond u mit Kalkerde vermengt, kann ſie voͤllig in Fluß gebracht werden. Auch iſt ſie mit Kieſelerde yüſchen 8 vereinigt eher zum Schmelzen geneigt. dana Durch das Gluͤhen aber erleidet die Thonerde jedesmal doch eine ſtarke Veraͤnderung. Es wechſeln erfolgt keine Schmelzung, aber doch eine Art von Zuſammenſinterung. Sie verliert dadurch r wolh ihre mechaniſche Anziehung zum Waſſer, und wird im Gefuͤhle hart. Mit Waſſer vermengt bſans, 6e wird ſie nicht mehr zum ſchluͤpfrigen Brei, und koͤmmt uͤberhaupt in ihren phyſiſchen Eigen⸗ 1 eitene derd ſchaften der Kieſelerde jetzt mehr gleich. Daher ruͤhrt es, daß der Thon nach dem Brennen de dhon 1 nicht mehr formbar bleibt, und es laͤßt ſich auch daher der Nutzen zum Theil erklaͤren, den Euud n das Brennen des thonigten Bodens bewirkt. Man kann derſelben ihre vorigen Eigenſchaften eſondels d nur dadurch wiedergeben, daß man ſie in Saͤuren aufloͤſt und durch Alkalien wieder nieder⸗ ct eigen n ſchlaͤgt. „ 1 36 Thonerde im reinen Zuſtande. Sie hat keine alkaliſchen Ei⸗ genſchaften. Alkalien, Kalk⸗ und Bitter Erde. Wir haben keine Erfahrung, daß ſie im reinen Zuſtande das Oxrygen, Hydrogen, Azote und den Kohlenſtoff anziehen koͤnne. Jedoch iſt es ſehr wahr⸗ ſcheinlich, daß ſie ſich nicht ganz gleichguͤttig gegen dieſe Stoffe verhalte. Wenigſtens hat ſie gegen eine Vereinigung dieſer Stoffe, wie im Humus, Verwandtſchaft. §. 28. 1 3 1 4 Wahlverwandt⸗ Gegen andere Erden aͤußert ſie aber eine wahre Verwandtſchaft, und ſie kann ſich mit Getewi andern ih en unter gewiſſen Umſtaͤnden wirklich chemiſch verbinden. Die Kieſelerde wird von ihr be⸗ gierig angezogen, und nach Guyton kann ſie dieſelbe aus der Kieſelfeuchtigkeit niederſchla⸗ gen. Die genaue Verbindung der Kieſelerde mit der Thonerde finden wir deshalb auch ſo haͤu⸗ ſig in der Natur im gewoͤhnlichen Thone. Die Kalkerde wird ebenfalls von der Thonerde begierig angezogen. Dies beweiſt ſchon die leichte Schmelzbarkeit beider Erden, wenn ſie in Vereinigung ſind. higkeit der Thonerde, das Kalkwaſſer zu zerſetzen und allen Kalk abzuſcheiden. Beingt man die Thonerde ſetzt ſich in demſelben ab, und mit ihr faͤllt der Kalk nieder. Dieſe Abſcheidung des Kalks kann nur durch eine chemiſche Verwandtſchaft der Thonerde zu ihm, und durch eine genaue chemiſche Verbindung beider Erden, hervorgebracht werden. 35 §. 29.—“ Werhalten gegen Die Saͤuren loͤſen die reinen Thonerden auf. um ſo leichter, je weniger ſie vorher aus— die Saͤuren. getrocknet war; aber langſamer und ſchwerer, wenn ſie vorher gegluͤhet war. kein Brauſen vor, und es entwickelt ſich keine Waͤrme. Die Thonerde iſt aber nicht faͤhig, den Säuren ihre ſaure Eigenſchaft ganz zu rauben, und unterſcheidet ſich dadurch von den Alkalien und alkaliſchen Erden ſehr. Dieſe Aufloͤſungen beſitzen einen zuſammenziehenden Geſchmack, und roͤthen das Lackmuspapier noch. Es entſtehen Salze daraus, welche zum Theil kryſtall⸗ ſirbar, zum Theil es nicht ſind, und die ſich meiſtens ſehr leicht im Waſſer wieder aufloͤſen laſſen. Zu der Schwefelſaͤure aͤußert die Thonerde eine vorzuͤgliche Berwandtſchaft, und giebt 8 damit eine ſchmutzige an der Luft leicht feucht werdende Maſſe; wenn der Verbindung aber etwas Kali zugeſetzt wird, den Alaun. Die Thonerde kann aber auch einen geringen Theil von Schwefelſaͤure in ſich halten, ohne einen ſalzartigen Koͤrper damit zu bilden, und es iſt daher oft ſchwer dieſe Saͤure ganz von ihr zu trennen. Alaunenaufloͤſung wird von der Thonerde etwas Schwefelſaͤure niedergeriſſen, die durch viel⸗ faches Abwaſchen nicht ganz aus ihr zu entfernen iſt. Die Satz⸗, Salpeter⸗ und Phosphor⸗Saͤure geben mit der Thonerde keine kryſtalliſir⸗ bare Salze, ſondern meiſtens nur ſchmierige Maſſen. d§. 30. 8 a Beſonders bemerkenswerth iſt noch die Wirkung der Alkalien auf die reine Thonerde, in⸗ dem ſie als ein charakteriſtiſches Zeichen angeſehen werden kann, und man ſich derſelben oft zur Abſcheidung der Thonerde von anderen Erden bedient. Gegen die Al⸗ kalien. den Die Thonerde außert durchaus keine alkaliſche Eigenſchaften, und veraͤndert die auf Alkali reagirenden Papiere nicht. Auch kann ſie ſich mit dem Schwefel nicht vereinigen, wie die Noch mehr aber die Faͤ⸗ friſch niedergeſchlagene Thonerde in Kalkwaſſer, ſo verliert dies ſeinen alkaliſchen Geſchmack, Es geht dabei Selbſt bei der Niederſchlagung aus der Die Kalk⸗ und Bitter⸗Erde wer⸗ dan un e e tas, da Amt un lächter! ghte Thone ei widd d jehmen aber NAl Aka zu den Süuren den Säuren de en wieder dur den Alkalien v „— 4 8 4 5 Dieſer ni der Kieſe pflegt, bloß in der Ene dieſe kann uns gelehrt ur durch che honerde noe dam quantitat Fgenſchaften gt. Ja⸗ dem wir hab varen noch k Ein a beiden Erde umn im gen Eimn, welc die n manc iberghen, nichſt der we en geſchmas ufgeüſt, u Zwuͤter dh ie auf lkai 1, wie di n Zuſtande ſehr wahr⸗ ens hat ſie ann ſii von ihr i niederſchle auch ſo hau eiſt ſchon d aber die zi⸗ Bringt man a Geſchmac, Abſcheidung und durch eine e vorher aur⸗ es geht dah öt faͤhig, da den Alkalien Geſchmack heil kryſtal⸗ ꝛder aufliſe ft, und git bindung cbe geringen d en, undsi agung aus R die duch iih ine ktyſtallie ihonerde, in derſelben ii er⸗Erde wer el ſigkeit wird durchſichtig. Eiſen, welche ſich mit Beihuͤlfe der Feuchtigkeit leicht bildet. Der Thon. 37 den von den reinen Alkalien nicht angegriffen, die Thonerde wird aber dadurch voͤllig aufgeloͤſt. Auch hier geht die Vereinigung am leichteſten vor ſich, wenn ſie friſch niedergeſchlagen und noch feucht iſt, am ſchwerſten, wenn ſie vorher gegluͤhet worden. Das Ammonium iſt zwar auch faͤhig, die Thonerde in geringer Menge in ſich aufzuneh⸗ men; leichter und in weit groͤßerer Menge loͤſen ſie aber das aͤtzende Kali und Natrum auf. Feuchte Thonerde in aͤtzende und erwaͤrmende Kalilauge getragen, loͤſet ſich auf, und die Fluͤſ⸗ Kohlenſaure Alkalien, wenn ſie ganz mit Kohlenſaͤure geſaͤttigt ſind, nehmen aber die Thonerde nicht auf. 3 §. 31. Alle Alkalien, ſo wie die Kalk⸗ und Bitter⸗Erde, beſitzen eine naͤhere Verwandtſchaft zu den Saͤuren, wie die Thonerde, und man kann alſo letztere von ihren Verbindungen mit den Saͤuren dadurch abſcheiden. Und ſo wird dann auch die Aufloͤſung der Thonerde in Alka⸗ lien wieder durch Sauren zerſetzt und die Thonerde niedergeſchlagen, indem ſich die Saͤure mit den Alkalien verbindet, und die Verwandtſchaft derſelben mit der Thonerde aufhebt. r T hon. §. 32. Dieſer beſteht, wie ſchon oͤfters bemerkt worden, aus einer Verbindung der Thonerde mit der Kieſelerde. pflegt, bloß vermengt, ſondern wirklich chemiſch verbunden. Vieler Thon, ſo wie wir ihn in der Erde finden, iſt noch mit Kieſelerde in feinerer oder groͤberer Sandgeſtalt vermengt; dieſe kann aber bloß mechaniſch durch Schwemmen, weit mehr aber, wie neuere Erfahrung uns gelehrt hat, durch Sieden von ihm getrennt werden, wogegen jene innige Verbindung nur durch chemiſche Reagentien aufgeloͤſt werden kann. Thonerde noch der reinen Kieſelerde; ſeine Eigenſchaften richten ſich aber auch nicht ganz nach dem quantitativen Verhaͤltniſſe, worin beide Stoffe in ihm verbunden ſind. Er beſitzt beſondere Eigenſchaften, die man nicht hervorbringt, wenn man Thonerde mit Kieſelerde mechaniſch ver⸗ mengt. Ja es ſcheint, als ob die Natur jene genaue Vereinigung nicht bewerkſtelligen koͤnne, denn wir haben zwar Thonerde und Kieſelerde chemiſch miſchen gelernt, aber dieſe Miſchungen waren noch kein Thon. §. 33. Der Thon gleicht weder der reinen Der Thon, Dieſe Erdarten ſind nicht, wie man mehrentheils ſich die Sache vorzuſtellen Ein allgemeiner und daher vermuthlich weſentlicher Beſtandtheil des Thons iſt neben jenen Eiſenoxod. beiden Erdarten das Eiſen in mehr oder minder oxydirtem Zuſtande. Dieſe Materie nennt man im gemeinen Leben Eiſenroſt. Sie entſteht aus der Vereinigung des Orygens mit dem Sie hat verſchiedene Farben, die in mancherley Ruancirungen aus dem Schwarzen ins Gelbe, Braune und endlich Rothe uͤbergehen, und die ſich nach den Graden der Orydation richten, indem die ſchwarze Farbe 1 naͤchſt der weißen den geringſten, die rothe den hoͤchſten Grad anzeigt. Dieſes Eiſenopyd iſt ein geſchmack⸗ und geruchloſes, in Waſſer unaufloͤsliches Pulver. Von Saͤuren aber wird es Laufgeloͤſt, und giebt damit Salze, die wie Tinte ſchmecken. Zweiter Theil. H Dieſe Eiſenſalze laſſen ſich wie⸗ „ Entſtehnng des Thons aus ver⸗ wittertem Merbindung der Beſtandtheile des Thons. 58 Der Thon.— der mit Alkalien zerlegen, indem dieſe eine naͤhere Verwandtſchaft mit den Saͤuren habin Die adſtringirenden oder Gerbeſtoff enthaltenden Vegetabilien, wie Gallaͤpfel, Eichenrinde, trennen das Eiſen von der Saͤure, Tintenſchwarz. Zuweilen iſt das Eiſen im Boden von einer Szure ergriffen. Am haͤufigſten von der Kohlenſaͤure, womit es einen unaufloͤslichen, geſchmackloſen und wenigſtens der Vegetation unſchaͤdlichen, vielleicht nuͤtzlichen Koͤrper ausmacht. Andere Saͤuren verjagen die Kohlenſaͤure mit Aufbrauſen daraus, gleich als ob Kalk darin waͤre. Dies hat mich bei einem vberdachl⸗ chen Verſuch, ob ein Lehm mergeligt ſey, ſelbſt einmal getrogen. Zuweilen iſt das Eiſenoxyd an Phosphorſaͤure gebunden. Beſonders in Brüͤchem und Suͤmpfen, wo ſich die Phosphorſaͤure aus vermoderten organiſchen Koͤrpern entwickelt. Dies iſt zwar auch ein unaufloͤslicher Koͤrper, der aber die Muthmaßung gegen ſic hat, doß er der Vegetation nachtheilig ſey. An Schwefelſaͤure gebunden, die ſich aus verwitterndem Schwefelkies im Boden erzeugt, macht das Eiſen das Mittelſalz, welches man gewoͤhnlich Vitriol nennt. In irgend betraͤchtlicher Quantitaͤt mit dem Thon verbunden ſcheint es immer nachtheilig auf die Vegetation zu wirken, und wenn man Schwefelſaͤure der Vegetation vortheilhaft be⸗ funden hat, ſo war es auf kalkigem Boden, wo ſie ſich mit dem Kalk und nicht mit dem Eiſen verband, und mit jenem Gyps machte. Materien verbunden, hat der Eiſenoitriol fruchtbare und duͤngende Wirkungen geaͤußert, wenn man dieſe Subſtanz in geringer Quantitaͤt auförächte; wovon ausfuͤhrlicher in der Lehre vom Duͤnger geſprochen wird... und ſ f färbt das fein zertheilte Eiſen das Geiniſch G 3§6. 34. Der Thon iſt wahrſcheinlich auch aus harten Steinen entſtanden. Mehrere harte Mine⸗ ralſen, die aus Thon⸗ und Kieſelerde mit Eiſenopyd beſtehen, verwittern mit der Zeit durch die Einwirkung der Atmoſphaͤre, und verwandeln ſich in Thon. Vor allem der Thonſchiefer, welcher ſehr haͤufig vorkommt, und aus welchem ganze Gebirge beſtehen, und der Feldſpath. Dieſe Verwitterung ſehen wir noch taͤglich vor unſern Augen vorgehen. ſchieferfelſen bedecken ſich mit einer Lage von Thon, in welcher bald Vegetabilien ihren Wohn⸗ ſitz nehmen. Ja man kann dieſe duͤnne Erdlage bald verſtaͤrken, wenn man Stuͤcke Thonſchie⸗ fer mit dem Pfluge abſpaltet, und ſie mit friſchem Duͤnger, der zu ihrer Verwitterung beizu⸗ tragen ſcheint, verſetzt. Dieſer Thon wurde wahrſcheinlich durch Waſſerfluthen herabge⸗ ſchwemmt, und nun wieder in Ebenen zu ſolchen Lagen abgeſetzt, worin wir den Thon jetzt finden. Es werden dabei wahiſcheinlich aus der Atmoſphaͤre Stoſfe, beſonders Orygen angezogen. 5. 35. 1 3 Die drei weſentlichen Beſtandtheile des Thons, Thonerde, Kieſelerde: und Eiſenoxyd, ſind in mannigfaltigem Verhaͤltniſſe darin verbunden; und man findet ſelten zwei Thonarten, die darin gaͤnzlich uͤbereinſtimmten. dieſe kann bis 93 Prozent darin ſteigen, und dennoch behaͤlt das Gemiſch die Eigenſchaften des Thons. Selttener, jedoch zuweilen praͤdominirt die Thonerde. Neuere Verſuche haben uns aber in unſerm hieſigen Laboratorium gelehrt, daß in dem abgeſchwemmten und dadurch vom Sande gereinigten Thone die Kieſelerde auf eine dop⸗ Nur mit Humus oder andern ſehr kohlenſtoffhaltigen Kahle entbloͤßte Thon⸗ In den meiſten Faͤllen hat die Kieſelerde das Uebergewicht; nt Si ruut unf fan i dber ℳ mntie. 1 f6h M zd du u Seeiſe te gſcehen e duech cher * onders um zu löſonderung! halte an Kieſer Das Eſſ Zuweil 1 ſehr geruger! Nan find udiin den ma⸗ hunus und e woͤhnlich grau ſch aber im F kenſaure entw nesopyd, die gemiſcht iſt, nigfaltigen J dunkelgelbe arten brenne wird damit nen alle die d aus, je hoͤhen Zuweilen gleich hervo ſ derſelben lrſcche, das Stofs und de Verle Rd iſt Eiſenopf weiße Thon ſeij von Eiſ Jhene keine iſe mehr, arten in Fei Der d der als Sta zäuren habn, Eichenrinde, das Gemiſh ten von der Vegetation Kohlenſäure m derſaͤg⸗ Bruͤchen u vickelt. W t, daß an oden erzeug, er nachtheith rtheilhaft be⸗ mit dem Eiſa tenſtoffhaltiga eaͤußert, wem der Lehre von e harte Mine⸗ der Zeit durch „honſchiefer der Feldſpah atbloͤßte Them⸗ ihren Wohw acke Thonſche⸗ itterung bein uhen herahr den Thon s onders Ome und Eiſenend, wei Thonarten, llebergewicht genſchaften de , daß in de auf eine doy Der Thon. 99 pelte Weiſe vorhanden ſey. Wenn man naͤmlich dieſen Thon mit genugſamem Waſfer anhal⸗ tend ſieden laͤßt, ſo ſetzt ſich eine Kieſelerde ab, die man zwar nicht Sand nennen kann, welche aber doch grobkoͤrniger, als die aus der Kieſelfeuchtigkeit niedergeſchlagene iſt. Die Menge dieſer, bloß durch das Sieden abgetrenneten Kieſelerde iſt in verſchiedenen Thonarten verſchie⸗ den. Sie iſt aber ſchwer voͤllig davon zu trennen. Indeſſen wenn dieſes auch auf das ſorgfaͤl⸗ tigſte geſchehen iſt, ſo bleibt dennoch im Thone noch betraͤchtlich viel Kieſelerde zuruͤck, die ſich nur durch chemiſche Reagentien entſcheiden laͤßt. Wir ſetzen dieſe genaueren Verſuche fort, be⸗ ſonders um zu entſcheiden, was uns jetzt faſt wahrſcheinlich iſt— ob alle Thonarten, nach Abſonderung dieſer minder und wohl nur mechaniſch gebundenen Kieſelerde, ſich in ihrem Ge⸗ halte an Kieſel⸗ und Thonerde, vielleicht voͤllig oder beinahe gleich ſeyn. Das Eiſenopyd weicht in ſeiner Menge ſehr ab, von 1 bis zu 10 und 12 Prozent. Zuweilen enthaͤlt der Thon auch Manganesoxyd, welches aber nicht haͤufig und nur in ſehr geringer Menge vorkommt, und deshalb von uns nicht in Betracht gezogen wird. §F. 36. Man ſindet den Thon mit ſehr verſchiedenen Farben, weiß„grau, braun, roth, ſchwarz und in den mannigfaltigſten Schattirungen dieſer Farben. Zuweilen ſind brennbare Koͤrper, Humus und erdharzige Materie die Haupturſache dieſer Farben; und dieſe machen ihn ge⸗ woͤhnlich grau, ins Schwarze uͤbergehend, oder ganz ſchwarz. Dieſe Thonarten brennen ſich aber im Feuer ganz weiß, indem ſich der Kohlenſtoff mit Oxrygen verbindet, und als Koh⸗ lenſaͤure entweicht. In den meiſten Faͤllen iſt aber das Eiſenoxyd, zuweilen auch das Manga⸗ nesoxyd, die Urſach der Farbe. Nicht bloß die Quantitaͤt, in welcher dieſes dem Thone bei⸗ gemiſcht iſt, ſondern auch der Grad der Orydation, worin es ſich befindet, bringen die man⸗ nigfaltigen Nuancirungen der Farbe hervor. Sie geht um ſo mehr von der hellgelben in die dunkelgelbe und rothe uͤber, je hoͤher der Oxydationszuſtand des Eiſens ſteigt. Dieſe Thon⸗ arten brennen im Feuer nicht weiß. Ihr Eiſenoxyd zieht vielmehr noch mehr Oxygen an, wird damit voͤllig geſaͤttigt, und dadurch ziegelroth. Dieſe Farben erhalten daher beim Bren⸗ nen alle die Thonarten, welche 4 bis 6 Prozent Eiſenopyd enthalten, und ſie faͤllt um ſo dunkler aus, je hoͤher das Verhaͤltniß des Eiſenopyds ſteigt. Zuweilen bringen Eiſenoxyd und Humus oder erdharzige Koͤrper die Farbe des Thons zu⸗ Solche Thonarten werden zwar im Feuer heller von Farbe, indem eine Ur⸗ gleich hervor. ſach derſelben, der Humus, verfluͤchtigt wird. Allein ſie werden nie ganz weiß, da die andere Urſache, das Eiſen, zuruͤckbleibt. Es koͤmmt alſo hier auf das Verhaͤltniß des brennbaren Stoffs und des Eiſenoxyds an; ob der Thon beim Brennen viel Farbe verliere, oder nicht. Verliert er viel von der Intenſitaͤt der Farbe, ſo ſind brennbare Theile; verliert er wenig, ſo iſt Eiſenoxyd das, was vorzuͤglich die Farbe hervorbrachte. Man findet zuweilen auch ganz weiße Thonarten. Dieſe enthalten niemals brennbare Subſtanz; aber ſie ſind doch nicht ganz frei von Eiſenoxyd. Es ſteht dieſes nur auf der niedrigſten Stufe der Oxydation, wo es dem Thone keine Farbe mittheilen kann. Werden dieſe Thonarten aber gegluͤht, ſo oxydirt ſich das Eiſen mehr, und der Thon wird gelb, oft ziemlich hochroth gefaͤrbt. Bleiben weiße Thon⸗ arten im Feuer ungefaͤrbt, ſo iſt dies ein Beweis, daß ſie ſehr wenig Eiſen enthalten. “ 9. 37. Der Thon aͤußert diejenige beſondere Empfindung, welche die Thonerde auf der Zunge oder als Staub in die Naſe gezogen, hervorbringt, unter aͤhnlichen Umſtaͤnden, faſt in einem Farbe des Thons. Geruch des Thons. 60 Der Thon. noch hoͤhern Grade, und man kann ihn durch dieſelbe leicht von andern Erdarten unterſcheiden. Er ſaugt begierig die Feuchtigkeit der Zunge ein, und haͤngt ſich an dieſelbe feſt. Außer dieſer Empfindung beſitzt der Thon aber noch einen eigenthuͤmlichen Geruch, den die reine Thonerde nicht hat, und den man einen erdigen Geruch nennt. Er ſtoͤßt ihn in vorzuͤglich ſtarkem Grade bemerkt, wenn nach einer Duͤrre der erſte Regen eintritt. Sauſſure ſchreibt dieſen Geruch dem Eiſenoxyd zu. Man findet ihn aber bei Thonarten, die ſehr wenig davon enthalten, eben ſo ſtark, wie bei ſolchen, die viel davon haben. Man iſt auch noch nicht einig, ob er durch in der ihn umgebenden Atmoſphaͤre hervorgebracht werde. 3. 3§. 4 38. 1 Berhakten des Unter den Eigenſchaften des Thons iſt ſein Verhalten gegen das Waſſer beſonders merk⸗ Eonga ſegen wuͤrdig. Er zieht daſſelbe, wenn er trocken, jedoch nicht voͤllig ausgedoͤrret iſt, leicht ein, und wird, iſt Waſſer genug vorhanden, zu einer mehr oder weniger ſchmierigen, zuſammen⸗ haͤngenden und dehnbaren Maſſe, welche jeden Eindruck bald annimmt und behaͤkt, und ſich zu allen Geſtalten formen laͤßt. Dieſe Eigenſchaft, welche uns den Thon ſo nuͤtzlich macht, be⸗ Fetter und ans ſitzt nicht aller Thon in gleichem Maße. Man nennt den, der ſie in groͤßerem Verhaͤltniſſe hat, wirklich von ihm ausduͤnſtende Partikeln entſtehe, oder aber von einer beſondern Veraͤnderung Formbarkeit des Thons iſt nicht bloß der Thonerde zuzuſchreiben. Denn dieſe beſitzt ſie in rei⸗ nem Zuſtande minder. Sie iſt vielmehr ein Produkt der Verbindung der Thonerde mit der Kieſelerde, und auch das Eiſenoxyd ſcheint Antheil daran zu haben. Mehrentheils hat zwar der dehnbarere oder fettere Thon mehr Thonerde in ſich, und der ſproͤdere oder magere weni⸗ ger; aber die Dehnbarkeit ſtimmt doch nicht allgemein mit dieſem Verhaͤltniſſe uͤberein. §. 39. Der mit Waſſer durchdrungene Thon laͤßt jetzt mehreres Waſſer nicht in ſich eindringen. Auf einem Kuchen oder Becken, der aus Thonteig verfertigt iſt, bleibt das Waſſer voͤllig ſtehn, ohne durchzuſintern Dieſe Eigenſchaft macht das Vorhandenſeyn des Thons im Erdboden, auch unter der Ackerkrume und in tiefen Schichten, ſehr merkwuͤrdig. Das Waſſer wird da⸗ durch verhindert, ſich tiefer in die Erde zu verſenken, und ohne ſelbige wuͤrden wir in der Erde nicht ehe Waſſer finden, bis wir auf feſte Felſen kaͤmen. Dieſe Thonlagen, welche mit ducechlaſſenden Erdlagen abwechſeln, ſind die gewoͤhnlichſte Urſache der Quellen, indem ſich das Waſſer darauf anhaͤuft, und nun durch ſeinen Seitendruck einen Ausweg bahnt. Sie ſind auch die Urſach der Waſſergallen oder der naſſen Stellen im Acker, weil ſich das Waſſeer nicht in die Tiefe ziehen kann, fondern darauf ſtehen bleiben muß, bis es verdunſtet, und deshalb bis zur Oberflaͤche der lockern Erde heraufſtauet. §. 40. Wenn man den Thon in vielem Waſſer vertheilt, ſo macht er daſſelbe truͤbe, und bleibt darin ſchwimmen. Das Waſſer loͤſt aber nichts von ihm auf. Es gehoͤrt oft eine lange Zeit dazu, ehe es wieder voͤllig klar wird. Daher kommt es, daß das Waſeer ſolcher Fluͤſſe, deren Bette aus Thon beſteht, mehr oder weniger truͤbe iſt. Die aufgeriſſenen und im Waſſer zer⸗ theilten Thonpartiketn koͤnnen ſich bei der beſtaͤndigen Bewegung des Waſſers nicht wieder daraus abfetzen. Deshalb ſinden wir, daß die durch auspetretene Fluͤſſe angeſchwemmten Aecker groͤß⸗ aus, wenn er trocken war und angefeuchtet wird; weswegen man ihn in der ganzen Atmoſphaͤre fetten; den, der ſie in geringerem Verhaͤltniſſe zeigt, mageren Thon. Die Dehnbarkeit und rethelien mm murdl uruihnomna 3 de ſſſe zerſal deee Jerftl Eiskeyſtalle Thon, wenn zerfalen, u Selbſt ſtwerer, je Paſer aut i nagere mind Sticke. Di Naſe. Des tit littrock Bei d zuſemmen. partikeln m in ſehr tho den, wie el immer mel einander b Fette Thon Das inmer gleic ſammen. Ptenſitaͤt d 81 das Feve er in Fu auch dure Ziegel⸗ u ſeht, als hlhaft wicht, un Der Seine St unterſcheidan Außer dieſ ine Thonerde tarkem Grake enAtmoſphäͤtt b dieſen Geruch tholten, dhen g9, oder duup en Veraͤndemg beſonders met ſſt, leicht in, gen, zuſamma⸗ dehaͤft, und ſ tlich macht, be⸗ Verhältniſſe he Dehnbarkeit und beſitzt ſie in ret oonerde mit de theils hat zuer er magere weni⸗ berein. ich eindringe er voͤllig ſtehn m Erdboden, ſſer wird de den wir in da 1, welche ni indem ſich di hnt. Sie ſh s Waſſfer uide , und deihal be, und bleitt eine lange Jii rFluͤße, dern m Waſer zil wieder daroll i Aetker gi Der Thon. 61 tentheits thonigt ſind. Der ſchwerere von ihnen mit fortgeriſſene Sand ſetzt ſich bald aus ih⸗ nen wieder ab, und wird nur ſtellenweiſe angehaͤuft. Aber der fein vertheilte Thon wird wei⸗ ter mitgenommen, und kann ſich nur bei der Ruhe des Waſſers ablagern. §. 41. Iſt der angefeuchtete Thon der Froſtkaͤlte ausgeſetzt, ſo bekommt er in ſeiner Maſſe Serdaieen im Riſſe, zerfaͤllt auch wohl gaͤnzlich zur Krume. Dieſes Auseinanderreißen der Thonmaſſe und deren Zerfallen entſteht von der Ausdehnung, welche das Waſſer beim Gefrieren erleidet. Die Eiskryſtallen oder Nadeln treiben die Thonpartikeln auseinander. Man laͤßt daher auch den Thon, wenn man ihn zur Verbeſſerung des Bodens gebrauchen will, durch Huͤlfe des Froſtes zerfallen, und bereitet ihn dadurch zu einer beſſern Vereinigung mit der Ackerkrume. §. 42. 1 Selbſt in der Waͤrme laͤßt der angefeuchtete Thon das Waſſer ſchwer fahren, um ſo In der Hitz. ſchwerer, je fetter er iſt. Er haͤlt es ſtaͤrker zuruͤck, wie alle anderen Erdarten. Wenn das Waſſer aus ihm verdampft, ſo wird er mehr oder weniger hart; der fette Thon mehr, der magere minder. Setzt man den feuchten Thon einer ſtarken Hitze aus, ſo zerſpringt er oft in Stuͤcke. Die elaſtiſchen Daͤmpfe ſchaffen ſich naͤmlich einen Ausweg, und zerreißen daher die Maſſe. Deswegen iſt es bei der Ziegelbrennerei durchaus nothwendig, die geſtrichenen Ziegel erſt lufttrocken werden zu laſſen, und ſie dann im Ofen eine Zeitlang erſt maͤßig zu erwaͤrmen. Bei der Austrocknung des Thons verliert er immer in ſeinem Umfange, und zieht ſich zuſammen. Dies ruͤhrt von der Verdampfung des Waſſers her, nach welcher ſich die Thon⸗ partikeln mehr naͤhren koͤnnen. Daher entſtehen bei heißer und trockener Witterung die Riſſe in ſehr thonigtem Acker. Aus dieſer Urſach muͤſſen die Toͤpfe und Ziegel groͤßer geformt wer⸗ den, wie ſie nach dem Brennen ſeyn ſollen. Boͤllig verliert er ſein Waſſer nur in einer ſehr ſtarken Gluͤhhitze, und zieht ſich dann immer mehr zuſammen Er erleidet eine Zuſammenſinterung, die ſeine Partikeln noch mehr an einander bringen. Man nennt das Zuſammenziehen des Thons in der Waͤrme das Schwinden. Fette Thonarten ſind ihm mehr ausgeſetzt, wie magere. Das Schwinden eines und deſſelben Thons findet aber in verſchiedenen Hitzegraden immer gleichfoͤrmig ſtatt, de h. dieſelbe Hitze zieht denſelben Thon immer auf gleiche Weiſe zu⸗ ſammen. Daher hat man den Thon zu Pyrometern brauchbar gefunden, wodurch man die Intenſitaͤt der hoͤhern Hitzgrade mißt. 3§. 43. Im gewoͤhnlichen Gluͤhefeuer läßt ſich auch der natuͤrliche Thon nicht ſchmekzen. Wenn Im Glähefeuer. das Feuer aber durch Luft ſehr angeblaſen oder gar durch Oxygengas angefacht wird, ſo kommt er in Fluß. Ein Zuſatz von Kalk vergroͤßert die Schmelzbarkeit des Thons ungemein, und auch durch Eiſenoxyd wird ſie vermehrt. Ein ſtarker Zuſatz von Kalk und Eiſen iſt daher bei Ziegel⸗ und Toͤpferwaaren nachtheilig, weil dieſe, wie man es nicht ſelten in den Ziegeloͤfen ſieht, alsdann in einer ſtarken Glut auseinanderfließen. Ein geringer Zuſatz kann aber vor⸗ theilhaft ſeyn, weil er einen Anfang von Verglaſung, eine ſtaͤrkere Zuſammenſinterung be⸗ wiekt, und dadurch die Feſtigkeit der Maſſe vermehrt. §. 44. Der gegluͤhete Thon iſt in ſeinen Eigenſchaften ſehr von dem ungegluͤheten verſchieden. Seine Stuͤcke ſind oft ſo hart, daß ſie mit dem Stahle Funken geben, und ſie laſſen ſich im Der Chon. Neibt n man ſie zu einem feinen Pulver und vermengt ſie mit Waſfer, Das Pulver Waſſer nicht erweichen. ſo geben ſie keinen zuſammenhaͤngenden, ſchluͤpfrigen und for embaren Teig mehr. laͤßt das Waſſer hindurchgehen und haͤlt wenig davon zuruͤck„iſt alſo jetzt der Kieſelerde oder dem Sande gleich. Man kann dem gebrannten Thon durch die Kunſt auf keine Weiſe ſeine vo⸗ rige Schluͤpfrigkeit und Dehnbarkeit wiedergeben. keit und der thieriſche Duͤnger, ſpruͤnglichen Natur zuruͤck zu bringen. Indeſſen ſcheint doch die Luft, die Feuchtig⸗ wenn ſie lange darauf wirken, ihn allmaͤhlig zu ſeiner ur⸗ Die Luft ſcheint äͤberhaupt eine maͤchtige Wirkung auf den Thon, ſowohl den gebran⸗ Wir ſehen dies vorzuͤglich an der vortheilhaften Wirkung, welche ſolcher Thon auf den Aeckern hervorbringt, der eine Zeitlang der Luft ausgeſetzt gewe⸗ Es iſt allgemein bekannt, daß der Lehm von alten Waͤnden und Backoͤfen eine ſehr gute Duͤngung abgebe, und die Fruchtbarkeit des Bodens vermehre. zieht der Thon aus der Luft fruchtbare Stoffe an ſich. Man glaubte laͤngſt, daß der Thon Salpeter aus der Luft aufnehme, und man hat ſch wirklich uͤberzeugt, daß aller Lehm die Salpetererzeugung in den Salpeterplantagen befoͤrdere. Gebildeter Salpeter iſt aber in der Luft nicht vorhanden. tungen und Erfahrungen wahrſcheinlich, daß der Thon bei ſeiner Beruͤhrung mit der Luft Azote, Hydrogen, vielleicht auch die thieriſchen Ausduͤnſtungen aus derſelben einſauge. man Thon in großen Ballen zuſammengeknetet an feuchten Orten lange liegen laͤßt, ſo entſtehen alle Merkmale einer Faͤulniß, und es erzeugt ſich Ammonium, welches die Gegenwart des und dieſes iſt die Baſis der Salpeterſaͤure. Wenn es von der reinen Thonerde noch nicht ganz ausgemacht iſt, ob ſie Oxygen aus der Luft einſauge, ſo hat es, doch beim Thon ſelbſt gar keinen Zweifel. nicht nur bei allen Thonarten, die er unterſuchte, ſondern auch ſelbſt bei dem harten Thon⸗ ſchiefer gefunden. Durch die Einſaugung der verſchiedenen bekannten und unbekannten Stoffe aus der At⸗ hon immer muͤrber, weniger zaͤhe, magerer. Verhalten gegen ten als ungebrannten auszuuͤben. Hoͤchſt wahricheinni Allein es iſt aus mehreren Beobach⸗ Azot beweiſt, Humboldt hat dieſes Dieſe Thatſache iſt durch Wir haben Thon unterſucht, der an der Beide hatten ein gleiches Verhaͤlt⸗ Jener war indeſſen auffallend magerer, wie dieſer. Rutzen einer fleißigen Bearbeitung moſphaͤre wird der viele Erfahrungen und chemiſche Verſuche beſtaͤtigt. Oberflaͤche lag, und andern, der tiefer heraufgeholt war. niß von Thon, Kieſelerde und Eiſenoxyd. Da alſo die Luft den Thon muͤrber macht, ſo laͤßt ſich der des thonigſten Bodens auch in dieſer Hinſicht leicht begreifen, indem durch die Bearbeitung die Luft mehr Beruͤhrungspunkte mit der Ackerkrume erhaͤlt, tiefer eindringt, um ſo mehr von ihren Materie abſetzen kann, mithin das Verwittern und Muͤrbewerden des Thons veranlaßt. Die Saͤuren greifen den kalkloſen Thon wenig an, und erregen kein Aufbrauſen, es 3 denn, daß er viel kohlenſaures Eiſenoxyd enthalte. ſind zwar fuͤr ſich in Saͤuren ziemlich leicht aufloͤ Kieſelerde vor dem Angriff der Saͤure geſchuͤtzt. loͤſen von jenen Materien wohl eiwas, aber nicht alles auf. je groͤßer das Verhaͤltniß derſelben iſt, und um ſo weniger, je geringer es gegen die Kieſelerde Eine fette Thonart wird demnach den Saͤuren mehr Thonerde abgeben, wie eine ma⸗ Genen die Saͤu⸗ Die reine Thonerde und das Eiſenoxyd ich, ſie werden aber im Thone durch die Die Saͤuren, welche man auf den Thon gießt, Sie loͤſen um ſo mehr davon auf, 4 ekt, 11 heſt un ti et duwi ſalge 1 Healiſchung hnaict nach Faber in ge den, der hhelügen Wit Deme oryd ven der: der uſtn, 0h Soeftlſure Duantität dere keichter man dieſen vo und man dann vird, ſonder und das Eiſen Akanien ſchei⸗ zu machen, Dies iſt alſo Auße eryd, finde Mcehr nen nicht vo gevermengt, vir werden d Humu dicß eingeme Jhen iſt meh Aleder nef Kai fndet mon beigemengt dber innig tnigen Faͤt en gewiſſes dolge genau Die hanen dure mit Vaſt Das Pulver elerde oder ſe ſeine ba⸗ 1 Feuchtig⸗ d ſener ur⸗ den gunm⸗ ten Vaim, geſett gene öfen ein ſ wehrſchenic man hat ſh gen befördere. eren Beobach⸗ mit der kut ſauge. Vem ſo entſtehen hegenwart de rygen aus der dt hat dieſe harten Then aus der At⸗ he iſt durch der an der hes Verhaͤlt ,wie dieſer Bearbeitung Bearbeitung ſo mehr den veranlaßt zuſen, 8 ſeh as Ciſenorhd ne durch die dhon gießt davon auf⸗ Kieſelerde je eine ma⸗ oryd von der Kieſelerde ganz zu trennen. Der Thon. 63 gere, und von einer ſtark eiſenhaltigen werden die Saͤuren mehr Eiſenoxyd aufnehmen, wie von einem der wenig Eiſen fuͤhrt. Hieraus iſt es zu erklaͤren, wie ein ſtark eiſenhaltiger Bo⸗ den durch ſeinen Eiſengehalt minder fruchtbar ſeyn kann, wie ein anderer, der uͤbrigens die⸗ ſelbe Miſchung, nur weniger Eiſen hat. Denn das Eiſenoxyd iſt an und fuͤr ſich der Vegeta⸗ tion nicht nachtheilig; ſondern erſt alsdann, wenn es ſich mit gewiſſen Saͤuren verbindet. Da ſich aber im Boden leicht Saͤuren erzeugen, und einen ſtark eiſenhaltigen Thon mehr angreifen, wie den, der deſſen minder haͤlt, ſo werden ſie dort auch mehr von jener den Pflanzen nach⸗ theiligen Wirkung aͤußern. §. 427. 1 Die meiſten Saͤuren ſind alſo unfaͤhig, Thon voͤllig zu zerlegen, Thonerde und Eiſen⸗ Man kann Salpeter und Salzſaͤure uͤber Thon ſie⸗ den laſſen, ohne daß die Thonerde und das Oxyd voͤllig aufgeldſt werden. Nur konzentrirte Schwefelſaͤure kann eine voͤllige Aufloͤſung des Thons bewirken. Es gehoͤrt aber eine große Quantitaͤt derſelben dazu, und man muß ſie anhaltend uͤber dem Thon ſieden laſſen. Leichter geſchieht die Scheidung der Thonerde und des Eiſenoxyds aus dem Thone, wenn man dieſen vorher mit Alkali, am beſten mit aͤtzendem, gluͤhet. Wenn dieſes geſchehen iſt, und man dann die Maſſe mit ſo viel Saͤure uͤbergießt, daß nicht allein das Alkali geſaͤttigt wird, ſondern noch ein betraͤchtlicher Ueberſchuß bleibt, ſo loͤſt dieſer Ueberſchuß die Thonerde und das Eiſenoxyd bald und rein auf, und die Kieſelerde laͤßt ſich nun voͤllig abſcheiden. Dieſe Alkalien ſcheinen die Verbindung der Kieſelerde mit der Thonerde und dem Eiſenoxyd lockerer zu machen, und den Schutz, den letzterer durch erſtere vor der Saͤure erhielt, zu ſchwaͤchen. Dies iſt alſo die ſicherſte und leichteſte Rethode, den Thon zu zerlegen. §. 48.. Außer den zum Thon weſentlich gehoͤrigen Koͤrpern der Kieſelerde, Thonerde und Eiſen⸗ oxyd, finden wir in ihm oft noch andere Materien vermengt oder vermiſcht. Mehrentheils enthaͤlt er noch feinkoͤrnigen Sand, von welchem er ſich durch das Schwem⸗ men nicht voͤllig trennen laͤßt. Auch iſt er mit groͤberm Sande in groͤßerer oder geringerer Men⸗ ge vermengt, den man bald durch das Abwaſchen erkennen kann. Er heißt dann Lehm, und wir werden davon in der Folge mehr ſagen. Humus iſt ſehr oft in dem Thone vorhanden, und ſcheint darin mehr eingemiſcht, als bloß eingemengt zu ſeyn. Aller an der Oberflaͤche oder nicht tief im Untergrunde liegender Thon iſt mehr oder weniger damit verſehen, und wir haben ihn ſogar im Thone, der fuͤnf Klafter tief herausgeholt war, merklich angetroffen. Verbindung des Thons mit an⸗ deren Subſtan⸗ zen. Kalk iſt ein haͤufiger Begleiter des Thons, und in Gegenden, die reich an Kalk ſind, 3 findet man oͤfterer Thon mit als ohne Kalk. beigemengt, und dann iſt er leicht durch das Anſehen zu unterſcheiden. Zuweilen iſt er ihm aber inniger beigemiſcht, und dann entdeckt man ihn nur durch chemiſche Unterſuchung. In einigen Foͤllen iſt der Kalk mit Schwefelſaͤure verbunden als Gyps gegenwaͤrtig. Wenn er auf ein gewiſſes Verhaͤltniß im Thone ſteigt, ſo heißt dieſe Verbindung Mergel, welche wir in der Folge genauer betrachten werden. 1 .§. 49. 1 Die phyſiſchen Eigenſchaften des Thons, ſeine waſſerhaltende Kraft und Dehnbarkeit koͤnnen durch jene Beimiſchungen ſehr modifizirt werden. Dieſe verringern naͤmlich dieſelben Zuweilen iſt der Kalk in kleinen Stuͤckchen ihm Thonarten⸗ und iſt trocken zerreiblich. Er zerfaͤllt im Waſſer unmittelbar zu Pulver. Die Verhaͤltniſſe ſeiner Beſtandtheile weichen von und 20 Prozent Kieſelerde; andere ungleich mehr von letzterer. Armeniſche Bolus. 1 63. Der Thon. um deſto mehr, je groͤßer ihre Quantitaͤt iſt. Thon mit grobkoͤrniger Kieſelerde, Sand, Hu⸗ mus und Kalk verſetzt, zerfaͤllt leichter in Waſſer, haͤlt davon nicht ſo viel zuruͤck, trocknet leichter aus, und wird nicht ſo hart. Feucht iſt er weniger ſchluͤpfrig und dehnbar, wie der reine Thon. 5— Die Quantitaͤten, in welchen ſich dieſe Materien dem Thone beimiſchen, ſind mannigfal⸗ tig verſchieden, und daraus ergiebt ſich, daß es auch die Eigenſchaften des Thons ſeyn muͤſſen. Dazu kommt aber, daß auch die Verhaͤltniſſe der Grundbeſtandtheile des Thons, der Kieſel⸗ erde, Thonerde und des Eiſenoxyds auf ſeine phyſiſche Beſchaffenheit Einfluß haben, und daß man folglich unzaͤhlig verſchiedene Arten ſelbſt von Thon, den man in dieſem Sinne als rein annehmen kann, antreſfen muͤſſe. Eine beſtimmte Klaſſifikation und Unterſcheidung der Thon⸗ arten iſt alſo unmöͤglich, weil ſich die Grenzen der einen und der andern Art nicht beſtimmen laſſen, und der magerſte Thon durch unzaͤhlige Abſtufungen zu dem fettſten Thon uͤbergeht. Indeſſen wollen wir doch einige der merkwuͤrdigſten Arten des Thons ausheben, und ihre her⸗ vorſtechendſten Eigenſchaften angeben, weil ſie dem Landwirthe merkwuͤrdig, und unter man⸗ chen Verhaͤltniſſen zur moͤglich hoͤchſten Benutzung ſeines Grundes und Bodens nuͤtzlich ſeyn koͤnnen.— 1. —§. 50. 4 Der Porzellanthon iſt der reinſte und feinſte von allen. Er hat ſeinen Namen da⸗ her erhalten, weil er zur Verfertigung des feinen Porzellans gebraucht wird. Man findet ihn in verſchiedenen Laͤndern, in Deutſchland bei Aue im Erzgebirge; bei Giehren, bei Strablow, Teichenau und Tarnowitz in Schleſien; bei Goͤmmeritz im Saalkreiſe; bei Wien, Paſſau, Hoͤchſt u. ſ. w.— 1 Wahrſcheinlich iſt er durch die Verwitterung des Feldſpaths entſtanden. Er iſt weiß, graulich weiß, gelblich weiß oder roͤthlich; fuͤhlt ſich ſanft an, haͤngt ſich wenig an die Zunge, Theilchen von Kalk und Glimmer verſetzt. einander ab. Der engliſche von Kornwallis enthaͤlt nach Wedgewood 60 Prozent Thonerde Eiſen und Eiſenoxyd hat er nicht in bedeutender Menge. Man macht aber auch genaue Mengungen von verſchiedenen Thonarten, um eine gute Porzellanmaſſe hervorzubringen. 4 . 51. Der Pfeifenthon dient vorzuͤglich zur Verfertigung von Tabackspfeifen. Er iſt nächſt dem Porzellanthon der reinſte von Farbe, aber ſehr verſchieden, weiß, grau, blaͤulich oder Er enthaͤlt naͤmlich oft brennbare Materien, die ihm die dunkle Farbe geben. gar ſchwarz. Im Feuer brennt er ſich weiß, bleibt jedoch zuweilen etwos roͤthlich gefaͤrbt. Im Waſſer zer⸗ theilt er ſich, und nimmt damit angeknetet keine große Zaͤhigkeit an. Man findet ihn in, An⸗ ſehung der Guͤte ſehr verſchieden. Zu dem vorzuͤglichſten zaͤhlt man den bei Koͤlln, naͤchſt dem den bei Maſtricht. Man findet ihn aber auch gut bei Bunzlau, Plauen, zu Weißenſpruͤnk in der Kurmark, in Heſſen, im Wuͤrtembergiſchen u. ſ. w. 928 4 §. 52. Der Bolus iſt eine der fettſten Thonarten, und in den Apotheken gebraͤuchlich. Man verfertigt aus ihm kleine Kuchen, die mit einem Stempel verſehen unter dem Namen Siegel⸗ erde verkauft werden. Er iſt ziegelroth, braun oder ganz weiß. Eine feine Art davon iſt der Dieſe * Zuweilen iſt er mit din dt üam 5 zaus be Ar Rot utisdene 6. zuu und Ri Der do gung der gem gern im fache Sand enthält begierig ein, i witd erbetrich ſeinherten Ma ſoßen läßt. die W duchs gebrauc nan weiß, d fuͤhr der Ham dieſer Gefahr Die I dertheilen, Adern durch wieder, wer Derjen ſeinen Eigen, um deſto meg und Bindigke ſiht leicht, u⸗ din Regen balt iſt, zerf 0 und Koeren dhe Der een Beimiſe a Naſſe! ſeur Eiſen befndet, w kͤmmt. E Erde zu ben dalter ſich Kelüchbrau Zväta Ti Sand, hu⸗ ick, trockne k, wie der dmannigfal ſeyn müſſen. d Kaſe⸗ zen, vnd W dinne ab„ ng der d⸗ ſcht beſinan hon üdergh und ihte ſer nd unter mar⸗ 8 nützlich ſ en Namen do Man findet ihn bei Strablow) Poſſau, Häcſ Er iſt weiß an die Junge, ilen iſt er ni e weichen d ent Thonerd foxyd hat e verſchiedenen Er iſt nach blaͤulich o Farbe gelt m Waſe je⸗ et ihn i N n, naͤti dm eißenſprinti uchlich Na zamen Sia davon iſ de diiſ Der Thon. 65 Dieſe Thonart iſt ſehr fett anzufuͤhlen, und giebt mit Waſſer zuſammengeruͤhrt einen ſehr zaͤhen und ſchluͤpfrigen Teig. Er wird an der Luft und nachher im Feuer ſehr hart. Der weiße Bolus bekoͤmmt durch das Gluͤhen eine gelbliche oder roͤthliche Farbe. Der Roͤthel iſt eine Art Bolus, welcher ſehr viel Eiſenoxyd enthaͤlt. Der Bolus wird an verſchifdenen Orten gegraben. Unter den deutſchen Arten iſt der, welcher bei Striegau, Zittau und Ruͤrnberg gefunden wird, der beſte. §. 53. Der Toͤpfer⸗oder Ziegelthon hat den Namen von ſeiner Anwendung zur Verferti⸗ gung der gemeinen Toͤpferwaare und der Ziegel erhalten. Er findet ſich haͤufig in großen La⸗ gern im flachen Lande. Er iſt ein ſehr zaͤher, ſchluͤpfriger Thon, der aber oft etwas Kalk und Sand enthaͤlt. Er fuͤhlt ſich fett an und haͤngt ſich ſtark an die Zunge. Das Waſſer ſaugt er begierig ein, zerfaͤllt nicht darin, wird aber dann ſehr zaͤhe und dehnbar. Beim Austrocknen wird er betraͤchtlich hart, und bekommt leicht Riſſe. Im Feuer gegluͤht brennt er zu einer ſteinharten Maſſe, die ſich nicht zwiſchen den Fingern zerreiben und nur ſchwer zu Pulver zer⸗ ſtoßen laͤßt. §. 54. Die Walkererde iſt eine magere Thonart, welche zum Walken oder Reinigen des Tuchs gebraucht wird. Man glaubte ſonſt, daß ſie nur in England gefunden werde; allein man weiß, daß viele unſerer Thonarten eben ſo brauchbar ſeyen. In England war die Aus⸗ fuhr der Hampſhireſchen Walkererde ſogar bei Lebensſtrafe verboten. Jetzt wird ſich niemand dieſer Gefahr mehr ausſetzen. Die Walkererde iſt zerreiblich, zerfaͤllt im Waſſer leicht zu Pulver, ohne ſich ſehr zu vertheilen, und eine breiartige Maſſe zu bilden. Die engliſche iſt braun und mit gelblichen Adern durchzogen. Im Feuer gegluͤht wird ſie erſt ſchwarz, die Schwaͤrze verliert ſich aber wieder, wenn ſie laͤnger gegluͤht wird.— Derjenige Thon, welchen ich im Boden Letten nenne, kommt in der Magerkeit und in ſeinen Eigenſchaften dieſer Walkererde gleich. Er haͤlt wenig Thonerde in ſeiner Miſchung, um deſto mehr feine Kieſelerde, und zuweilen etwas Kalk. Er beſitzt daher wenig Zaͤhigkeit und Bindigkeit, wird trocken zwar ziemlich hart, aber bleibt doch ſtaubig. Feucht zerfaͤllt er ſehr leicht, und fließt auseinander, ſo daß Waſſerfurchen in demſelben ſchwer ſtehen, und ſich beim Regen wieder zuſchlammen. Wenn er trocken geworden und in Klumpen zuſammenge⸗ ballt iſt, zerfaͤllt er bei einem moͤßigen Regen ſehr leicht. Ich unterſcheide ihn deshalb vom Lehm, weil dieſer eine Mengung von magerem oder fetterem Thon mit grobkoͤrniger Kieſelerde oder Kreide iſt. §. 55. Der Ortſtein iſt eine Subſtanz, welche groͤßtentheils aus Thon beſteht, mit einer ſtar⸗ ken Beimiſchung von kohlenſaurem und phosphorſaurem Eiſen, und mit derſelben zu einer har⸗ ten Maſſe wird. Er iſt nicht bloß durch ſeine Haͤrte, ſondern auch wohl durch das phosphor⸗ ſaure Eiſen der Vegetation ſehr nachtheilig, wenn er ſich flach unter der Oberflaͤche des Bodens befindet, wo er ſich zum Theil aufloͤſt, und in genauerer Beruͤhrung mit den Pflanzenwurzeln koͤmmt. Er verwittert mit der Zeit an der Luft, und iſt daher wohl nur zum Bauen unter der Erde zu benutzen. Wenigſtens iſt dies bei verſchiedenen Arten der Fall. Unter dem Waſſer haͤlt er ſich auch. Er iſt braun, oder von einer Mittelfarbe zwiſchen dem dunkelſchwarzen und gelblichbraunen. Er beſitzt oft Adern, deren Farbe blaͤulichſchwarz iſt. Zweiter Theil.. 4 Die Kalkerde. Man hat bhn zuweilen auf Eiſen behandelt, und deshalb wird er von den Mineraloten mehrentheils zum Eiſengeſchlechte gezaͤhlt. Wo er flach liegt, macht er den Boden zu allem durchaus unbrauchbar, und auch Fich⸗ ten kommen nicht darauf fort. Das einzige Mittel, ſolchen Boden fruchtbar zu machen, iſt, 66 4 ihn auszugraben, welches man auf kleinen Stellen, zuweilen aber mit großen Koſten, ge⸗ than hat. Die Kalkerde⸗ 8§. 56. Die Kalkerde iſt eine der am haͤufigſteni in der Natur anzutreffenden Subſtanzen. Sie finden Die Kalkerde. ſich in maͤchtigen Gebirgen zuſammengehaͤuft, und bildet mit andern Erdarten und metalliſchen Wir finden ſie aber auch in gro⸗ Opyden verbunden eine große Menge von Mineralkoͤrpern. 2 ßer Menge in den Thieren, und die Knochen und Schalen derſelben ſind groͤßtentheils daraus gebildet. Sie macht ebenfalls einen ſtetigen Beſtandtheil der Gewaͤchſe aus. Wir treffen ſie wenigſtens in jeder vegetabiliſchen Aſche an. Waſſern aufgeloͤſt. 6. 57. Bis jetzt nimmt man ſie als einen einfachen Koͤrper an, obgleich wir nach mehreren Vet⸗ ſuchen und Beobachtungen glauben muͤſſen, daß ſie ein zuſammengeſetzter ſey, und beſonders Nicht ohne Grund muthmaßt man, daß ſie in den organiſchen Koͤrpern taͤglich erzeugt werde. hauptſaͤchlich aus Azot gebildet werde, und mit den Alkalien in ſehr naher Verwandſchaft ſte⸗ he, ſo daß dieſe in jene und jene in dieſe umgebildet wuͤrden. Wenn dieſes aber auch gewiß waͤre, ſo wuͤrden wir doch die Subſtanz und die Art und Weiſe nicht kennen, wodurch ihre Baſis umgewandelt wird. die mannigfaltigen Abdruͤcke und Verſteinerungen, welche die Kalkgebirge enthalten, die deut⸗ liche Entſtehung dieſes Kalks aus Schalenthieren, und endlich die hoͤchſt wahrſcheinliche Pro⸗ duktion der Kalkerde durch organiſche Koͤrper hat manche Naturforſcher veranlaßt, zu glauben, Dieſe Meinung hat aber das gegen 48—. daß alle Kalkerde ein Produkt der organiſchen Natur ſey. ſich, daß auch auf den Urgebirgen auf einer Hoͤhe, wo man keine Verſteinerungen und Ein⸗ druͤcke organiſcher Koͤrper mehr finder, ſich dennoch oft Kalkſtein finde. 5. 58. Serdindans wit guren mit denen der Alkalien. da ſie dieſe allenthalben antrifft, ſo finden wir ſie auch immer mit einer derſelben verbunden, ausgenommen in den Kratern der Bulkane, wo man zuweilen reine Kalkerde, deren Kohlen⸗ ſaͤure durch das Feuer ausgetrieben war, gefunden hat. Vorzuͤglich ſind es die Kohlenſaͤure und Schwefelſaͤure, welche wir in Vereinigung mit der Kalkerde antreffen; ſeltener die Phos⸗ phorſaͤure, Salzſaͤure, Borax⸗ und Salpeterſaͤure. §. 59. Kohlenkanre Kalkerde. lien. Sie koͤmmt mit Thon verbunden im Mergel vor, und iſt mit Thon und Sand vermengt Endlich findet ſie ſich in den meiſten natuͤrlichen Die Kalkerde gehoͤrt zu den alkaliſchen Erden, und ſie zeigt ſehr ahnliche Eigenſchaften Sie hat eine große Neigung, ſich mit den Saͤuren zu verbinden, und Die kohlenſaure Kalkerde, welche man rohen Kalk nennt, iſt die Grundlage des Kalkſteins, und der Kreide, und ein vorwaltender Beſtandtheil in vielen andern Minera⸗ Das haͤufige Vorkommen der Kalkerde in den thieriſchen Koͤrpern, 8 ſo auch in der dtieerlcr frin nh dlr A dieſen th Geruch u iſ reiner 8 geſentlich, un berfüchtigt we fahren laͤft. in derſelben en ſcalwaſer dr nit den rihrt, ſo haͤt ſäßt aber dies derdunſten. 2 ſövängert iſt. lhſang zu bew Ouantitat der cee Aufloͤſung meiſten Brun Kalkgebirgen Das k vird augenb Lohlenſaͤure, ſeht, beſonde ſen Virkung de ſi geleite ſant klare Wo aufgelöſt iſt, enander häuf d dem dohſe bei dem Kod Keffeln, wel ſciedene kot Luch d kohlenſeuren ium, bevir ſune an ſe her Nenge Nineraltgn d auch Fich machen, in doſten, ge⸗ en. Sie f ind metaliſce r auch in gie entheils daraus Wir trefen ſe ſten natüriihe mehreren Ver und beſondens tman, daß ſe wandſchaft ſte⸗ er auch gewiß vodurch ire ſceen Koͤrpen, en, die deur einliche Pro⸗ zu glauben, er das gegen gen und Eir Eigenſcheis erbinden, u en verkunden, deren dthln⸗ ie Kohlenſtur ener die Phe⸗ je Grundͤlzge dern Minetu⸗ and vermengt Die Kalkerde. 67 in vielen Aeckern mehr oder weniger befindlich. Man kann ſie von allen Beimiſchungen be⸗ freien, und durch die Kunſt rein darſtellen. 5. 60. In dieſem reinen Zuſtande iſt die kohlenſaure Kalkerde ein lockeres weißes Pulver, ohne allen Geruch und Geſchmack. Sie beſteht nach den genaueſten Verſuchen aus 56 Prozent che⸗ miſch reiner Kalkerde, 40 Prozent Kohlenſaͤure und 4 Prozent Waſſer. Dieſes Waſſer iſt ihr weſentlich, und gehoͤrt zu ihrer Grundmiſchung Es kann nicht durch maͤßige Hitze aus ihr verfluͤchtigt werden. Sie hoͤrt ehe auf, kohlenſaure Kalkerde zu ſeyn, bevor ſie ihr Waſſer fahren laͤßt. Dieſes Waſſer iſt nicht im feuchten, ſondern im feſten, kryſtalliſirten Zuſtande in derſelben enthalten, und hat ſeinen Waͤrmeſtoff verloren, auf dieſelbe Weiſe, wie das Kry⸗ ſtallwaſſer der Salzkryſtalle.. §. 61. Mit dem reinen Waſſer laͤßt ſie ſich leicht vermengen, aber nicht davon aufloͤſen, ſetzt ſich auch in der Ruhe bald wieder daraus ab. Wenn man ſie mit Waſſer zu einem Brei an⸗ ruͤhrt, ſo haͤlt ſie, auf ein Haartuch gebracht, die Haͤlfte ihres eigenen Gewichts davon zuruͤck, laͤßt aber dies ihr nur ſchwach anhaͤngende Waſſer leicht, noch leichter als der Sand, wieder verdunſten. Dagegen aber loͤſt ſie ſich im Waſſer auf, wenn dieſes mit Kohlenſaͤure ange⸗ ſchwaͤngert iſt. Man darf ſie nur mit kohlenſaurem Waſſer zuſammenſchuͤtteln, um ihre Auf⸗ loͤſung zu bewirken. Die Quantitaͤt der Kalkerde, welche aufgeloͤſt wird, richtet ſich nach der Quantitaͤt der im Waſſer befindlichen Kohlenſaͤure, und ſteigt mit dieſer. Wir nennen eine ſol⸗ che Aufloͤſung kohlenſaures Kalkwaſſer. Man findet dieſes haͤufig in der Natur, und unſere 1 meiſten Brunnenwaſſer ſind als ſolche anzuſehen; noch mehr aber die Quellwaſſer, welche aus Kalkgebirgen hervorkommen. Das kohlenſaure Kalkwaſſer, es mag durch die Natur oder Kunſt bereitet ſeyn, wird augenblicklich zerſetzt, und die kohlenſaure Kalkerde wieder abgeſchieden, wenn ſich die Kohlenſaͤure aus dem Waſſer entfernt. Dies geſchieht ſchon, wenn daſſelbe an der freien Luft ſteht, beſonders wenn es bewegt wird(daher hat man bemerkt, daß gewiſſe Quellwaſſer groͤ⸗ ßere Wirkung bei der Wieſenuͤberrieſelung haben, wenn das Waſſer ſo, wie es hervorqulllt, auͤber ſie geleitet werden kann, als wenn es ſchon eine Zeitlang an der Luft gefloſſen hat). Das ſonſt klare Waſſer wird truͤbe, und laͤßt ſeinen Kalk fallen. Wenn viel Kalkerde im Waſſer aufgeloͤſt iſt, ſetzt ſie ſich als eine Kruſte an die Gefaͤße ab, oder ſie bildet, indem ſie ſich uͤber⸗ einander haͤuft und anhaͤngt, mannigfaltige Figuren. Schneller noch wird die Kohlenſaͤure aus dem kohlenſauren Kalkwaſſer verjagt, wenn dieſes aufgekocht wird. bei dem Kochen unſerer Brunnenwaſſer eine Truͤbung, und die Abſetzung einer Kruſte in den Keſſeln, welche von den Einfaͤltigen Salpeter genannt wird, aber nichts weiter iſt, wie abge⸗ ſchiedene kohlenſaure Kalkerde. §. 62. Auch durch ſolche Koͤrper, welche die Kohlenſaͤure einſchlucken, wird der Kalk aus dem kohlenſauren Kalkwaſſer niedergeſchlagen. Die aͤtzenden Alkalien, Natrum, Kali und Ammo⸗ nium, bewirken dies augenblicklich, indem ſie das Aufloͤſungsmittel des Kalks, die Kohlen⸗ ſaͤure, an ſich ziehen. ßerer Menge dazu geſchickt, indem ſie nicht voͤllig mit Kohlenſaͤure geſaͤttigt ſind. 8 J 2 Selbſt die Alkalien im gewoͤhnlichen kohlenſauren Zuſtande ſind in groͤ⸗ Verhalten gegen das Waſſer. Wir bemerken daher Verhalten im euer. Wenn der kohlenſaure Kalk nur Die Kalkerde.— e 63. maͤßig erhitzt wird, ſo erleidet er rung, als daß er das ihm anhaͤngende Waſſer verliert und austrocknet. Geht aber ſeine Hitze weiter keine Veraͤnde⸗ bis zur Gluͤhhitze, ſo verliert er auch ſein Kryſtalliſationswaſſer und ſeine Kohlenſaͤure gaͤnz⸗ lich. Er wird aͤtzend, und erhaͤlt alkaliſche Eigenſchaften. In dieſem Zuſtande nur iſt er als chemiſch reine Kalkerde anzuſehen, und man nennt ihn gebrannten oder aͤtzenden Kalk. Die⸗ ſes iſt die uͤberaus nuͤtzliche Materie, die ſeit undenklichen Zeite Seine Bereitung im Großen zu beſchreiben, iſt hier der Ort nicht. chaften betrachten, um die vielen merkwuͤrdigen Erſcheinungen, phyſiſchen und chemiſchen Eigenſ Wirkungen als Duͤngungsmittel und als Moͤrtel erklaͤren zu die er hervorbringt, und ſeine koͤnnen. Gebrannter ganz trocken dabei. erhalten die Stuͤcke zufuͤhlendes und trockenes Pulver. 4. 64. n zu Bauten gebraucht worden. Wir muͤſſen aber ſeine Sehrann Der gebrannte Kalk beſitzt einen alkaliſchen, aͤtzenden, die Geſchmacksorgane ſehr belei⸗ digenden Geſchmack. Er veraͤndert die Pflanzenfarben gleich dem Alkali. Werden ſeine Stuͤ⸗ kke mit Waſſer benetzt, ſo ſaugen ſie daſſelbe in betraͤchtlicher Menge ein, und bleiben doch Nach und nach bemerkt man eine Erhitzung, die immer ſteigt. Endlich Riſſe und Borſten, und zerfallen in ein ſehr wei Der Grad der ſich hier entwi ßes, lockeres, milde an⸗ ckelnden Hitze kann ſo hoch ſteigen, daß er den Siedepunkt des Waſſers uͤbertrifftt. Auch bemerkt man im Dunkeln zu⸗ weilen ein Leuchten. Auch wenn man den vierten Theil des iſt der in Pulver zerfallene Kalk dennoch nicht naß. Er und es als Kryſtall in ſich gebunden. Sein Gewicht iſt aber vergroͤßert. Hieraus erklaͤrt ſich Gewichts des Kalks an Waſſer angewandt hat, ſo hat das Waſſer gaͤnzlich eingeſchluckt, allein die ſtarke Erhitzung, welche beim Loͤſchen des Kalks ſtatt findet, und der man vormals allerlei hypothetiſche Urſachen unterſchob. geht, indem es ſich chemiſch mit der Kalkerde verbindet, aus Der Waͤrmeſtoff, welchem daſſelbe ſeinen fluͤſigen Zuſtand verdankte, wird ſtand uͤber. lke verbundene Waſſer laͤßt ſich nun ohne frei, und entweicht nach außen. Gluͤhhitze auch nicht wieder davon trennen. Gelöſchter Kalk. keine neue Waͤrme entwickelt. Das mit dem Ka § 55. Das Waſſer, welches vom Kalke eingeſogen wird, dem fluͤſſigen in den feſten Zu⸗ Der einmal geloͤſchte Kalk laͤßt ſich leicht mit dem Waſſer vermengen, und es wird nun Wird er mit vielem Waſſer zuſammengeruͤhrt, ſo ſtellt er einen zuſammenhaͤngenden Brei mit noch mehrerem Waſſer, eine milchartige Fluͤſſigkeit, die Kalk⸗ milch heißt, dar. Der geloͤſchte Kalk iſt noch aͤtzend, nur nicht in dem Maße, wie der unge⸗ loͤſchte. Papier. zöſchung an der Luft. 8 §. 66. Er ſchmeckt alkaliſch, wie dieſer, und veraͤndert das mit Pflanzenſaͤften gefaͤrbte Auch an der Luft leidet der gebrannte ungeloͤſchte Kalk eine Veraͤnderung. Seine Stuͤcke zerfallen fruͤher oder ſpaͤter, je nachdem die Luft feucht iſt, in ein Pulver. dann Waſſeer aus der Atmoſphaͤre ein, und loͤſcht ſich ſelbſt, wobei o zu bemerken iſt. Aber er erleidet außerdem noch eine andere Veraͤnderung. Der Kalk ſaugt ft eine empfindliche Hitze Er verliert nach und nach ſeine Aetzbarkeit, ſeinen Geſchmack und ſeine Brauchbarkeit zum Moͤrtel. Er zieht naͤmlich neben dem Waſſer auch die Kohlenſaͤure aus der Luft an, und wird dadurch endlich . 4 waͤtin. inſin M zeit ivird, nite ihn um zuler geſch auf, wenn ſ Perennigung trockenen Or nicht verleſſe Viehes iuget Gefäßen aufb Der geb erliert dieſe! groen Menge gaſüſung iſt nit Waſſer zi und hat den wie de Aufl Setellt welches end zeugung deſ und geſchm Dieſelbe ve aufgelſt b Gefäͤßen ge⸗ Der im it dem Wa⸗ ſtigt werde Hohlenſaͤure kehſenſaute der in Fa ſich alſo a Der mene, je n mit gepulve men. Marn ſeine einfach durch Bene d eruch ie Vernde ſeine Hitt ſäure gaͤn ar iſter als Kaſt. Die⸗ faucht woden. ſen ader fi Erſchenann, el erklaa ie ſehr b⸗ n ſeine Sti dleiben doc gt. Endüc 8, milde a⸗ kann ſo hoh Dunkeln zu vandt hot, e eingeſchluckt us erkaͤtt ſih man dormab geſogen wi en feſten o ankte, wi ich nun ohyn es wird i ſtellt er im eit, die i wie der unhe ſaften geütt geine Stitt er Kalk ſou fndliche H verliert nac el. Er ziſ adurch endlch ** Eigenſchaften erſt durch neues Brennen wieder erhalten. trockenen Orten aufbewahren, ohne daß er unbrauchbar wird. Jedoch kann man ſich hierauf durch Benetzung mit Waſſer, oder durch die Feuchtigkeit der Luft, ſo verbreitet ſich ein ſtinken⸗ Die Kalkerde. 69 wieder in den Zuſtand des milden oder kohlenſauren Kalks verſetzt, und kann nun ſeine vorigen Die Zeit, in welcher der gebrannte Kalk an der Luft ganz wieder zu milden Kalk umge⸗ aͤndert wird, richtet ſich nach dem Feuchtigkeits⸗ und Kohlenſaͤure⸗Gehalt der Atmoſphaͤre, welche ihn umgiebt. Je mehr Feuchtigkeit und je mehr Kohlenſaͤure darin vorhanden iſt, deſto ſchneller geſchieht es. Aus der ganz trocknen Luft nimmt der gebrannte Kalk keine Kohlenſaͤure auf, wenn ſie gleich reichlich damit verſehen iſt. Die Feuchtigkeit muß der Kohlenſaͤure als Vereinigungsmittel mit dem Kalke dienen. Man kann daher gebrannten Kalk oft lange an nicht verlaſſen, wenn man ganz reinen Kalk haben will, z. B. um ihn bei dem Aufblaͤhen des Viehes zu gebrauchen. Zu dieſem Zwecke muß man ihn friſch gebrannt in verpichten glaͤſernen Gefaͤßen aufbewahren. §. 67. Der gebrannte Kalk iſt in reinem Waſſer ohne Zwiſchenmittel voͤllig aufloͤslich, und er verliert dieſe Aufloͤslichkeit auch nicht, wenn er vorher geloͤſcht war. Allein es bedarf einer Jalkwaſſer. großen Menge Waſſers, um ihn aufzuloͤſen. Ein Theil erfordert 680 Theile Waſſer. Dieſe Aufloͤſung iſt leicht zu bewerkſtelligen. Man darf nur den geloͤſchten oder ungeloͤſchten Kalk mit Waſſer zuſammenſchuͤtteln. Sie wird Kalkwaſſer genannt, iſt voͤllig klar und durchſichtig, und hat den alkaliſchen Geſchmack des Kalkes. Sie verhaͤlt ſich gegen Pflanzenfarben voͤllig wie die Aufloͤſung eines Alkaliä. Stellt man das Kalkwaſſer an die Luft, ſo bildet ſich auf der Oberflaͤche ein Haͤutchen, welches endlich ſo ſchwer wird, daß es zu Boden ſinkt. Man nennt es Kalkrahm. Die Er⸗ zeugung deſſelben findet immer von neuem ſtatt, bis endlich das Waſſer allen Kalk verloren hat, und geſchmacklos geworden iſt. Dieſe Erſcheinung wird durch die Kohlenſaͤure der Luft bewirkt. Dieſelbe vereinigt ſich mit dem aufgeloͤſten Kalk, der nun in kohlenſaurem Zuſtande nicht mehr aufgeloͤſt bleiben kann. Die Aufbewahrung des Kalkwaſſers muß desfalls in feſt verſchloſſenen Gefaͤßen geſchehen. §. 68. Der im Waſſer entweder ooͤllig aufgeloͤſte oder nur zu Kalkmilch zerfallene und mechaniſch mit dem Waſſer vermengte Kalk zieht die Kohlenſaͤure ſchnell an ſich, und kann bald damit ge⸗ ſaͤttigt werden, wenn man ihn mit kohlenſaurem Gas zuſammenſchuͤttelt. Alle Waſſer, die Kohlenſaͤure enthalten, werden durch ihn deſſelben beraubt, und er zerſetzt demnach auch das kohlenſaure Kalkwaſſer. Der Kalk iſt daher eins der beſten Mittel, die Kohlenſaͤure als Gas oder in Fluͤſſigkeiten aufgeloͤſt zu entdecken, und ihre Quantitaͤt zu beſtimmen. Man bedient ſich alſo deſſelben oͤfterer zur Unterſuchung der Atmoſphaͤre und der Waſſer auf Kohlenſaͤure. —§. 69. Deer gebrannte Kalk vereinigt ſich leicht mit dem Schwefel, und zeigt verſchiedene Phaͤno⸗ Schwefelkalk. mene, je nachdem man die Verbindung bewirkt hat. Wenn man gepulverten aͤtzenden Kalk mit gepulvertem Schwefel vermengt, gluͤhet, ſo wird die Maſſe braͤunlich und backt zuſam⸗ men. Man nennt dies Schwefelkalk oder Schwefelleber. Sie beſitzt keinen Geruch, und iſt eine einfache Verbindung des Kalks und Schwefels. So wie ſie aber feucht wird, entweder der Geruch nach Hydronthionſaͤure. Ein Theil des Schwefels zerſetzt das Waſſer; das Hydro⸗ 20 Die Kalkerde.— gen des letztern loͤſt einen Theil des Schwefels auf, und bildet jene Saͤure„die ſich wieder mit dem Kalk verbindet. Und ſo entſteht Hydronthion⸗Schwefelkalk.. Derſelbe erzeugt ſich auch, wenn man Kalkmilch oder Kalkwaſſer mit Schwefel kocht. Die Fluͤſſigkeit wird braun, und ſtoͤßt denſelben Geruch aus. Dieſe, ſo wie die auf trocknem Wege Phosphorkalk. Verbindung mit den ſlüchtigen Stoffen. Zerſtöͤrende Wirkung auf or⸗ ganiſche Mare⸗ rie. bereitete und mit Waſſer angefeuchtete Schwefelverbindung erleidet an der Luft eine Zerſetzung, indem der Schwefel Opygen anzieht. Wenn ſie mit Säuren vermiſcht wird, ſo wird ſie ſchnell Weiſe die natuͤrlichen Schwefelbaͤder durch die Kanſt ſehr gut nach. . 70. b 1 zerſetzt, unter Entwickelung vieler gasfoͤrmigen Hydronthionſaͤure, und man ahmt auf die Auch mit dem Phosphor laͤßt ſich der Kalk in der Hitze durch Zuſammenſchmelzen vereini⸗ gen.— noch heftiger zerſetzt, als der Schwefelkalk Dabei erzeugt ſich viel gephosphortes Hydrogen⸗ Es entſteht eine braͤunliche Maſſe, die man Phosphorkalk nennt, und welche das Waſſer ten wird, und erſt durch Saͤure aus demſelben ausgetrieben werden kann. 5. 71. Mit dem reinen Hydrogen, Azot und Kohlenſtoff geht, ſo weit unſere Erfahrung reicht, der Kalk keine Verbindung ein. ter Stoffen vereinige, wenn ſie vermiſcht ſind, und daß er ſich mit dem hydrogeniſirten Kohlenſtoff, gas, welches zum Theil entweicht, und ſich gleich entzuͤndet, zum Theil vom Kalk zuruͤckgehal⸗ mit dem azothaltigen und mit dem mit Hydrogen und Azot zugleich verbundenen vereinigen koͤnne. Hieraus laͤßt es ſich erklaͤren, wie alle organiſche Koͤrper von dem gebrannten Kalke angegriffen und zerſtoͤrt werden. ihren Zuſammenhang, ihre Farbe, und zerfallen in eine kruͤmliche Maſſe. Mit Kalk bedeckte Leichname verweſen ſchnell, ohne die uͤblen Duͤnſte auszuſtoßen, welche unter andern Umſtaͤnden ihre Faͤulniß begleiten; weshalb man Koͤrper, die an anſteckenden Seuchen ſtarben, in Kalk verſcharrt. Selbſt der lebende Organismus wird durch den gebrannten Kalk angegriffen. Kraͤnkelnde Pflanzen und Samenkoͤrner, Inſekten und Inſektenlarven, werden durch ihn ge⸗ toͤdtet. Dieſe Erſcheinungen, welche der Kalk, wie die Alkalien hervorbringt, beweiſen ſeine Verbindungsfaͤhigkeit mit den Urſtoffen der organiſchen Natur, dem Hydrogen, Kohlenſtoff und Azote genugſam. Denn es laͤßt ſich nicht denken, daß eine Subſtanz, die auf eine ſolche ausgezeichnete Art auf die organiſchen Koͤrper wirkt, ſich gleichguͤltig gegen ihre Elemente ver⸗ halten ſollte. Wir muͤſſen vielmehr annehmen, daß der Kalk einige derſelben, in einem ge⸗ wiſſen Verhaͤltniſſe vermiſcht, anzuziehen ſtrebe, ſich mit ihnen verbinde, und ſo das Gleichge⸗ wiicht der ganzen Miſchung aufhebe. Auch der ge⸗ löſchte Kalk be⸗ hält ſie im min⸗ deren Grade. §. 72. Der gebrannte geloͤſchte Kalk aͤußert jene Wirkung nicht in einem ſo hohen Grade, wie der ungeloͤſchte, weil dieſelbe hier durch die entwickelte Waͤrme unterſtuͤtzt wird. Sie iſt aber immer noch ſtark genug, um eine ſchnellere Zerſtoͤrung der Thiere und anlaſſen. Auf dieſe zerſtoͤrende Kraft beruht zum Theil ſeine ſtarke Maße entwickeln. Aber eben deswegen befoͤrdert er auch das Ausſaugen des Bodens, und Aber es iſt keinem Zweifel unterworfen, daß er ſich mit dieſen Sie verlieren, wenn ſie mit Kalk zuſammengeſchuͤttelt werden, Pflanzenkoͤrper zu ver⸗ Wirkung als Duͤngungs⸗ mittel. Er beſchleunigt dadurch die Zerſetzung und Aufloͤſung der im Boden befindlichen Dun⸗ gertheile, und macht, daß ſich die den Pflanzen zutraͤglichen Nahrungstheile im reichlichen dieſer wird, wenn man ihm keinen neuen Duͤnger zufuͤhrt, um ſo fruͤher unfruchtbar, wes⸗⸗ un tit u drrliden. nir auc Fhnruicht mg ſaben. n hydroge ſehmen, we Eine d Nutzarkett feuchter Jrei köſchtem Jalk unter ſich zuſ dungsmittel d helche Kieſele harten Stein wodurch ſein dunſte. De Arwoſphaͤre unter ſch un Der gen. Jede Aufloͤsbarke Umſtand he todter oder! glaſung oder Uung zum B Nit der Aualb Surten mt das Kali, züglichſte d Schwefelſaͦ ſduft, wje denſaben a Daerde de Jereini Lanre, die Die Kalkerde. 71 wieder mi wegen es bei der Katkdüngung ſo nothwendig iſt, die Miſtduͤngung oder eine aͤhnliche damit zu verbinden. kocht. di Aber auch dem kohlenſauren Kalk kann man eine aͤhnliche Einwirkung auf die organiſchen tnem Weg Koͤrper nicht abſprechen, beſonders wenn Faͤulniß und Verweſung ſchon ihren Anfang genom⸗ Krrſetung, men haben. Auch er ſcheint, obwohl in einem geringern Grade, auf gewiſſe Verbindungen id ſe ſchnell von Hydrogen, Azot und Kohlenſtoff eine Einwirkung zu haben, und von ihnen etwas aufzu⸗ hut au de nehmen, wodurch ihre Geundmiſchung zerſtoͤrt oder loſe gemacht wird. §. 73.. Eine der vorzuͤglichſten Eigenſchaften des Kalks, welche ihm beim Bauweſen eine ſo große Der Mörtet. Azen beran⸗ Nutzbarkeit giebt, iſt die, daß er mit allen harten ſteinartigen Koͤrpern, wenn er damit als e das Waſer feuchter Brei zuſammenkommt, erhaͤrtet, und eine ſteinharte Maſſe bildet. Sand mit ge⸗ b Hydrogen loͤſchtem Kalk zu Moͤrtel vereinigt, trocknet an der Luft ſchnell aus; die Maſſe haͤngt nicht allein zuruͤckgehal⸗ unter ſich zuſammen, ſondern legt ſich auch an andere Steine ſtark an, und dient zum Verbin⸗ dungsmittel der letztern. Dieſe Bindungsfaͤhigkeit entſteht aus der großen Kohaͤſionskraft, welche Kieſelerde und Kalk gegeneinander aͤußern. Der Kalkbrei bietet dem Sande und andern harten Steinarten, die groͤßtentheils aus Kieſelerde beſtehen, viele Beruͤhrungspunkte dar, rung reich wodurch ſeine Kohaͤrenz mit dieſen vermehrt wird. Das Waſfer, welches ihn feucht macht, ver⸗ ch mit dieſen dunſtet. Dadurch wird die Kohaͤſion vermehrt. Endlich zieht der Kalk Kohlenſaͤure aus der Kohlenſtff Atmoſphaͤre an. Er leidet dadurch eine Art von Kryſtalliſation, wodurch ſein Zuſammenhang vereiniga unter ſich und mit den kieſeligten Koͤrpern noch mehr verſtaͤrkt wird. 1 annten Kalke ttelt werden, 5. 74. jalk bedeckte Deer Kalk iſt auch bei der heftigſten Gluͤhhitze fuͤr ſich allein nicht zum Schmelzen zu brin⸗ unſchmenbar⸗ en Umſtäͤnden gen. Jedoch kann ein zu heftiges Feuer eine Wirkung auf ihn hervorbringen, wodurch er ſeine keir⸗ den, in Kac Aufloͤsbarkeit im Waſſer und ſeine Brauchbarkeit zum Moͤrtel verliert. Man kennt dieſen angegrifen. Umſtand bei der Kalkbrennerei ſehr gut, und ſucht ihn zu vermeiden. Solcher Kalk wird erch ihn ge⸗ todter oder todt gebrannter Kalk genannt. Es erleidet derſelbe hier wohl eine Art von Ver⸗ weiſen ſeine glaſung oder Zuſammenſinterung, wodurch ſeine Kohaͤſionskraft vermehrt, und ſeine Anzſe⸗ Kohlenſtof hung zum Waſſer verringert wird. d eine ſolche NNiit der Kieſelerde vermengt, laͤßt ſich aber der Kalk gaͤnzlich ſchmelzen. 5 lemente ver⸗ 4 n einem we§. 78.. as Gleity Zu allen Saͤuren beſitzt der Kalk eine ſtarke Verwandtſchaft, und dieſe iſt bei den meiſten Berbindung mit* Saͤuren noch ſtaͤrker, wie die der Alkalien. Der Kalk zieht die Kohlenſaͤure ſtaͤrker an, wie das Kali, Natrum und Ammonium, und kann ſie dieſen entziehen, weswegen er als das vor⸗ zuͤglichſte Mittel gebraucht wird, kohlenſaure Alkalien in aͤtzende zu verwandeln. Auch zur Grade, di Schwefelſaͤure, Salzſaͤure, Salpeterſaͤure und Phosphorſaͤure hat er eine ſtaͤrkere Verwandt⸗ Sie iſt aber ſchaft, wie die reinen Alkalien, und dieſe ſind daher nicht im Stande, ſeine Verbindungen mit ſeper zu ver⸗ denſelben aufzuheben. Düͤngunge⸗ dlichen Diu⸗. 5 76. n reichlicen Werden Saͤuren mit gebranntem vorher geloͤſchten Kalk zuſammengebracht, ſo geht odens, un die Vereinigung ſchnell, ohne das mindeſte Aufbrauſen, vor ſich. Giebt die angewandte htbar, wei⸗ Saure, die Salz⸗ und Salpeterſaͤure, mit dem Kalke ein aufloͤsliches Mittelſalz, ſo wird der teelſalze. 2² Die Kalkerde. ſich, nachdem er ſich mit der Saͤure vereinigt hat, wieder ab. Werden fluͤſſige mit Waſſer vermiſchte Szuren auf ungeloͤſchten gebrannten Kalk gegoſſen, ſo entſteht eine Erhitzung und ein Aufwallen der Fluͤſſigkeit, welche aber nicht ſowohl von der Kalk in die Fluſſigkeit aufgenommen und unſichtbar; die Aufloͤſung wird klar. Verbindung mit der Saͤure, wie Schwefelſaͤure und Phosphorſaͤure, ein unaufloͤsliches oder ſchwer aufloͤsliches Mittelſalz, ſo bleibt der Kalk in der Fluͤſſigkeit ſchwimmend, und ſondert Giebt aber die Einwirkung der Saure, als vielmehr von der Einſaugung und Kryſtalliſation des Waſſers her⸗ ruͤhren. Dieſes Aufwallen iſt alſo ſehr von dem verſchieden, das die Saͤuren mit kohlenſau⸗ rem Kalke erregen. 1— §. 77. Aufbranſen des koöohlenſauren Kalks mit Sau⸗ und indem die Der kohlenſaure Kalk loͤſt ſich naͤmlich eben ſo leicht in Saͤuren auf, wie der gebrannte, ſes geſchieht, wird die Kohlenſaͤure aus ihm in Gasform ausgetrieben. Das re 3 2. kohlenſaure Gas erhebt ſich in Blaſen, und verurſacht ein ſtarkes Aufbrauſen der Fluͤſſigkeit. Da dieſe Erſcheinung die Aufloͤſung der koh lenſauren Kalkerde in Saͤuren jedesmal begleitet, ſo ſieht man dieſelbe als ein Kennzeichen der Gegenwart der kohlenſauren Kalkerde in einer Erdart an. ſey. Indeſſen iſt dieſes kein voͤlliger Beweis, und bedarf einiger Einſchraͤnkungen. zwar ſicher annehmen, daß wenn bei Uebergießung einer Erde mit Saͤuren kein Aufbrauſen ent. Brauſet dieſe naͤmlich mit Saͤuren auf, ſo haͤlt man dafuͤr, daß Kalk vorhanden Man kann ſteht, auch kein kohlenſaurer Kalk in bedeutender Menge da ſey; aber umgekehrt iſt der Schluß nicht ſicher. Denn die kohlenſaure Bittererde und das kohlenſaure Eiſenoxyd laſſen ihre Koh⸗ lenſaure mit eben derſelben Erſcheinung fahren, wenn ſie mit andern Saͤuren uͤbergoſſen werden, und koͤnnen alſo die Urſach derſelben bei dem Probiren der Erde ſeyn. §. 78. Der gebrannte Kalk verliert, wenn er ſich mit Sauren vereinigt, ſeine Aetzbarkeit und ſeine alkaliſchen Eigenſchaften gaͤnzlich, ſo wie die Saͤuren ihren eigenthuͤmlichen Cha⸗ rakter einbuͤßen. Es findet auch kein Unter ſen ſey, der mit der Saͤure verbunden worden iſt. reinen Kalkerde mit der angewandten Saͤure. §. 79. Die Mittelſalze, welche die Kalkerde mit den Saͤuren darſtellt, ſind bei verſchiedenn ſchied ſtatt, ob es kohlenſaurer Kalk oder gebrannter gewe⸗ Beides ſind bloße Verbindungen der Kalkartige Mit⸗ Szuven verſchieden, und unterſcheiden ſich wieder von denen, welche dieſelben Saͤuren mit an⸗ dern Erdarten geben, merklich. Kalk oder der Gyps, wird hier in noͤheren Betracht kommen. §. 80. Keſdige Mine⸗ (.. Kalke beſtehen, bemerken wir folgende: Nur eins dieſer Salze, der mit Schwefelſaͤure verbundene Von den zum Kalkgeſchlechte gehoͤrigen Mineralien, die groͤßtentheils aus kohlenſaurem Der Kalkſpath. Er iſt ganz aus kohlenſaurem Kalk gebildet. Man findet ihn derbe oder kryſtalliſirt im Innern der Erde, wo er oft die Gangart der Erze ausmacht. Seine Kryſtallform iſt verſchieden, ſaͤulenfoͤrmig, vyramidaliſch, rhomboidaliſch u. ſ. w. Der Kalk⸗ ſpath beſitzt mehr oder weniger Durchſichtigkeit, iſt farblos und zerſpringt in rautenfoͤrmige Stuͤcke. b Sütt. 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Der Doppelſpath, welcher die Gegenſtaͤnde, die man durch ihn ſieht, verdoppelt, gehoͤrt zu dem Kalkſpath. 2) Der Kalkſtein. Von dieſer Steinart trifft man oft ganze Gebirge, aus welchen er zum Brennen, wozu er am geſchickteſten iſt, bergmaͤnniſch gewonnen wird. Er iſt derb und von Farbe grau, gelblich, roͤthlich, zuweilen auch vielfarbig. Der beſte iſt der graue. Ueberdem unterſcheidet er ſich noch in Hinſicht ſeines Bruches. Es giebt Kalk⸗ ſteine von erdigem, ſplittrigem und ſchiefrigem Bruche. Der Kalkſtein beſitzt eine groͤßere oder geringere Haͤrte, die indeſſen nie ſo groß iſt, daß er mit dem Stahle Funken giebt. Er hat weder Glanz noch Durchſichtigkeit, kann aber erſteren zuweilen durch Politur an⸗ nehmen. Sehr haͤufig finden ſich in ihm Eindruͤcke und Verſteinerungen von Schaalthieren. Zuweilen iſt er mit erdharzigen Subſtanzen durchdrungen, und dann ſtoͤßt er, wenn man ſeine Stuͤcke an einander reibt, einen ſtinkenden knoblauchartigen Geruch aus. Er heißt Schweine⸗ oder Stinkſtein. Der Kalkſtein iſt gemeiniglich nicht ſo rein, wie der Kalkſpath. Denn oft enthaͤlt er Ei⸗ ſenoxyd, Thon und Kieſelerde. Der Ruͤdersdorfer Kalkſtein beſteht nach Simon aus 53 Pro⸗ zent Kalkerde, 42,s0 Prozent Kohlenſaͤure, 1,12 Prozent Kieſelerde, 1 Prozent Thonerde, 0,75 Prozent Eiſen, 1,s3 Prozent Waſſer. Die ſchwediſchen Kalkſteine enthalten nach Si⸗ mon etwas mehr Kieſelerde, Thonerde und Eiſenoxyd, auch etwas Braunſteinoxyd. Eine Abart des Kalkſteins iſt der Marmor. Er unterſcheidet ſich bloß von ihm durch ſeine geringern fremdartigen Beimiſchungen, groͤßere Haͤrte, feinern Bruch und verſchiedenen Far⸗ ben, welche letztere ihm oft ein ſehr ſchoͤnes Anſehn geben. 3) Kreide. Sie iſt eine feſte Kalkart von verſchiedener Haͤrte, fuͤhlt ſich mager an, färbt leicht ab, und laͤßt ſich leicht ſchaben. Sie iſt weiß oder gelblichweiß von Farbe. Den Namen Kreide hat ſie von der Inſel Kreta, jetzt Kandia, welche ſie in großer Menge und von vorzuͤglicher Guͤte liefert. Sie iſt aber auch in vielen andern Laͤndern anzutreffen, wo ſie ganze Vorgebirge bildet, z. B. in England, Daͤnemark, Frankreich u. ſ. w. Erſteres beſteht wahr⸗ ſcheinlich ganz in ſeinem Kerne aus einem Kalkfelſen. Sie kann zum Kalkbrennen dienen, und iſt im gemeinen Leben bekanntlich nuͤtzlich. Es giebt noch andere Mineralien, die auch den Na⸗ men Kreide fuͤhren, aber nicht mit der wahren Kreide verwechſelt werden duͤrfen. Die ſpa⸗ niſche Kreide iſt eine Art Speckſtein, die zu dem Bittererdengeſchlecht gehoͤrt. Die ſchwarze Kreide gehoͤrt zum Schiefergeſchlecht. 4) Pulverfoͤrmiger Kalk. Oft findet man in Huͤgeln, Ebenen und Niederungen eine weiße, mehr oder weniger ins gelbe oder graue fallende broͤckliche Erdart, welche groͤßten⸗ theils aus kohlenſaurem Kalk beſteht. Sie iſt mager anzufuͤhlen, backt wenig zuſammen, und giebt mit Waſſer angeruͤhrt keine bindende Maſſe. Wir nennen ſie pulverfoͤrmigen oder erdi⸗ gen Kalk. An vielen Orten wird ſie aber Mergelkalk genannt, zuweilen auch ſchlechthin Mer⸗ gel. Sie hat aber einen zu großen Antheil an Kalk, mehrentheils uͤber 90 Prozent, als daß man ſie zu den Mergelarten zaͤhlen ſollte. Sie kann, in Ziegelformen geſtrichen, zu lebendigem Kalke gebrannt werden, paßt ſich aber auch ungebrannt als Duͤngungsmittel, indem ſie an der Luft leicht in ein feines Pulver zerfaͤllt. Sie iſt deshalb fuͤr den Landwirth von großer Wich⸗ tigkeit. Wahrſcheinlich iſt ſie mit der folgenden Art gleichen Urſprungs. 5) Blaͤtter⸗ oder Muſchelkalk. Man findet dieſen zuweilen in Bergen, haͤufiger aber in Niederungen mit einer ſtarken Lage von mooriger Dammerde bedeckt. Zu oberſt trifft man eine Lage von noch unzergangenen Muſchelſchaalen an, die etwas tiefer ſchon ganz in Blaͤt⸗ ter zerfallen ſind, unter welchen dann lockerer, ganz unten aber zuweilen beinahe ſteinigter Zweiter Theil. K 4 Die Kalkerde. Kalk Reget Man kann hier die entſtehung des Kalks aus Schaalthieren und ſeine allmählige Bildung zum Stein ſehr deutlich wahrnehmen. 6) Kalkſinter und Kalktupf. Dieſe Kalkarten ſind aus Waſſer entſtanden, welches viel kohlenſauren Kalk durch Huͤlfe der Kohlenſaͤure aufgeloͤſt hatte; ſo wie ſie letztere verlo⸗ ren, die Kalkerde aber fallen ließen, die ſich nun ſchichtweiſe uͤbereinander legte, oder andere Koͤrper uͤberzog. Der Kalkſinter, der auch Tropfſtein heißt, ſindet ſich in verſchiedenen wun⸗ derbaren Formen, beſonders in manchen Hoͤhlen, Harz, in der Hoͤhle von Antiparos u. ſ. w. Kalktupf heißt jenes Kalkkonglomerat, das ſich im Waſſer abſetzte, ohne daß dieſes durchtroͤpfelte. Man findet denſelben in Karlsbad, in Schleſien, am Harz und faſt an allen Orten, wo es viele Kalkgebirge giebt. Zuweilen kommt er in Geſtalt kleiner aneinander ge⸗ backener Kugeln vor, die inwendig hohl und gemeinig lich mit einem Sandkorne verſehen ſind. Sie heiben Erbſen⸗ oder Rockenſteine. Der G y p s. §. 81. 1 Unter denen Verbindungen, welche der Kalk mit den verſchiedenen Saͤuren macht, kommt hier nur diejenige mit der Schwefelſaͤure in Betracht, die wir im gemeinen Leben Gyps, in der wiſſenſchaftlichen Sprache ſchwefelſauren Kalk nennen. Dieſer iſt ein voͤllig geſchmackloſer und im Waſſer ſchwer aufloͤslicher Koͤrper, der, wenn er von brennbaren Subſtanzen und me⸗ talliſchen Oxyden rein iſt, immer eine weiße Farbe beſitzt. Ein Theil deſſelben erfordert zu ſeiner Aufloͤſung nach Buchholz 4614 Theile Waſſer; doch ſind die Angaben daruͤber ver⸗ ſchieden. Nach Buchholz loͤſt ſich faſt gleich viel in heißem und kaltem Waſſer auf, nach an⸗ dern in zenem mehr. Wegen dieſer ſchweren Aufloͤslichkeit kann man den Gyps durch die Kunſt nicht in Kryſtallen darſtellen. Wir erhalten ihn durch die Aufloͤſung nur in kleinen kryſtallini⸗ ſchen Koͤrnern. Man kann eben der Urſache wegen auch die Kalkerde vermittelſt der Schwe⸗ felſaͤure nicht in einen fluͤſſigen Zuſtand bri ingen, und er bleibt folglich im Filtrum immer zuruͤck. Gießt man mit Waſſer verduͤnnte Schwefelſaͤure auf Kalk, ſo geht zwar eine Verbindung beider vor ſich, aber der daraus entſtandene Gyps bleibt als eine weiße pulverigte Maſſe unaufgeloͤſt zuruͤck, und nur ein ſehr kleiner Theil derſelben wird von der F luſſigkeit aufgenommen. . 82. Die Auflöſung des wenigen Gypſes im Waſſer iſt dem aͤußern Anſehen mach vom reinen Waſſer gar nicht verſchieden. Sie beſitzt indeſſen etwas Geſchmack, obgleich der trockne Gyps ganz geſchmacklos iſt. Dieſer Geſchmack laͤßt ſich nicht gut beſchreiben. Man nennt ihn einen harten Geſchmack, und man bemerkt ihn an einigen L Quellwaſſern, die Gyps aufgeloſt ent⸗ halten, weswegen man dieſe Waſſer harte Waſſer nennt. Wird die Gypsaufloͤſung abge⸗ raucht, ſo ſchlaͤgt ſich in dem Maße, wie die Feuchtigkeit verdunſtet, Gyps in ihr nieder. Denn die bleibende Fluͤſſigkeit behaͤlt nur noch ſo viel Gyps, wie ſie aufzuloͤſen vermoͤgend iſt. In Waſſer, welchrs Kohlenſaͤure enthaͤlt, loͤſt ſich weit mehr Gyps auf, wie in reinem Waſſer Es laͤßt aber auch das, was es mehr aufgenommen hatte, mit ſeiner Kohlenſaͤure zugleich fahren, verliert es mithin an der Luft groͤßtentheils, und in der Siedhitze gaͤnzlich. Die mit Gyps ver⸗ z. B. der Baumanns⸗ und Bielshoͤhle am nrenäteche ſa ulnih der Gy! 33 Proße zanen ander in der Luft geuchigkei Aryſtalwwoſer ſen Paſer: bei weitem n. in näßige St und feict jer der Gy eyps genann hbeſonders zu Paſer zuſan in feſten Ju jedoch keine Waſfer zuge ſciießt aber barken als Auch ais Kryſüll wicht, und keit als Moͤr den, und m * Wenn Veranderw nicht mit; Zum eigen aden Hit in Finſter Gnps in d brenndaren kommt, ſe ſch ausſc werbunden Oypshren 8 ne almaͤhli iden, welhe leßtere berie⸗ oder andere iedenen wun⸗ Nelshähle am ne daß diſ faſt näln neinanda verſehen i nacht, komm. n Gyps i geſchmackboſer nzen und ud⸗ erfordert zu darüber ver⸗ auf, nach on⸗ urch diedu en Fryſtallii⸗ der Schwo nmer zurüͤck ndung beider e unaufgeliß men. h vom käinen trockne Ghds ennt ihn eite aufgelbſten⸗ uflöſung adge nieder. Den gend iſt. N m Waſet gleich fohren nit Gyps be Der Gyps. 25 unreinigten oder harten Waſſer ſind zu manchem Gebrauche fehlerhaft, dagegen aber auf Wie⸗ ſen geleitet ſehr duͤngend und fruchtbringend. §. 83. Der Gyps beſteht nach Buchholz Unterſuchungen, die die genaueſten zu ſeyn ſcheinen, aus 33 Prozent Kalkerde, 43 Prozent Schwefelſaͤure und 24 Prozent Kryſtallwaſſer. Doch koͤnnen andere Gypsarten ein anderes Verhaͤltniß haben. Sein Kryſtallwaſſer verliert der Gyps in der Luft nicht. Die Gypskryſtalle zerfallen daher an der Luft nicht, eben ſo wenig, wie ſie Feuchtigkeit aus der Luft an ſich ziehen. Wenn aber der Gyps erhitzt wird, ſo laͤßt er ſein Kryſtallwaſſer voͤllig fahren, ohne zu kniſtern. Er verliert von ſeinem Gewichte ſo viel, als ſein Waſſer betraͤgt. Die Hitze, bei welcher dies geſchieht, braucht nicht groß zu ſeyn, bei weitem nicht ſo ſtark, wie die zum Brennen des Kalks erforderliche. Wenn der Gyps, in maͤßige Stuͤcken zerſchlagen, gebrannt wird, ſo wird er durch das Brennen ganz muͤrbe und leicht zerreiblich. 3. §. 84. Der Gyps, welcher alſo im Feuer ſein Kryſtallwaſſer verloren hat, wird gebrannter Gyps genannt. In dieſem Zuſtande findet er ſeine Anwendung als Moͤrtel, und dann auch beſonders zu Abguͤſſen. Wenn der gebrannte Gyps fein gepulvert, und als feines Mehl mit Waſſer zuſammengeruͤhrt wird, ſo zieht er das Waſſer begierig wieder an, und verbindet es im feſten Zuſtande als Kryſtallwaſſer mit ſich. Dabei entſteht, wie beim Kalke, eine Erhitzung, jedoch keine ſo ſtarke, weil naͤmlich die Vereinigung nicht ſo ſchnell vor ſich geht. Iſt mehr Waſſer zugeſetzt, als der Gyps zu ſeiner Kryſtalliſation gebraucht, ſo bleibt die Maſſe breiartig, ſchießt aber dann zu Kryſtallen an, und macht eine harte Maſſe. Hierauf beruht ſeine Brauch⸗ barkeit als Moͤrtel. §. 85. Auch an der Luft zieht der Gyps nach und nach Feuchtigkeit wieder an, und nimmt ſie als Kryſtallwaſſer auf. Gebrannter Gyps, der an die Luft gelegt wird, vermehrt ſein Ge⸗ wicht, und verliert dagegen die Eigenſchaft, ſich mit Waſſer zu erhitzen, und ſeine Brauchbar⸗ keit als Moͤrtel. Nur durch neues Brennen kann er wieder in den vorigen Zuſtand verſetzt wer⸗ den, und man kann ihn dann wieder zu Moͤrtel gebrauchen. §. 86. Wenn der Gyps in einer zu ſtarken Hitze gebrannt wird, ſo erleidet er auch eine aͤhnliche Veraͤnderung, wie der Kalk in zu heftigem Feuer. Er wird todt gebrannt, loͤſcht ſich dann nicht mit Waſſer, giebt keinen Moͤrtel und wird auch wohl zu Duͤnger dadurch unbrauchbar. Zum eigentlichen Schmelzen kommt der Gyps nicht anders, als in einer ſehr großen und anhal⸗ tenden Hitze. Ein ſolcher zuſammengegangener Gyps zeigt dann oft die Erſcheinung, daß er im Finſtern leuchtet. Eine Zerſetzung und Trennung der Schwefelſaͤure vom Kalk erleidet der Gyps in der Hitze nicht. Es iſt bloß ſein Waſſer, was er darin verliert. Nur wenn er mit brennbaren Subſtanzen, mit Kohlen oder vegetabiliſchen Koͤrpern in der Gluͤhhitze zuſammen⸗ kommt, ſo wird er zerſetzt, ſeine Schwefelſaͤure verliert dann ihr Oxygen, und der aus ihr ſich ausſcheidende Schwefel wird zum Theil verfluͤchtigt, zum Theil bleibt er mit der Kalkerde verbunden, und liefert damit Schwefelkalk oder Schwefelleber. Man bemerkt daher bei allen Gypsbrennereien einen ſchwefligten Geruch. K 2 Gyps⸗Minera⸗ Hen. Der Gyps. Es iſt wahrſcheinlich„ daß eine aͤhnliche Zerſetzung aber weit langſamer in geringerer 76 Temperatur vorgehe, wenn er mit modernden kohlenſtoffhaltigen Koͤrpern zuſammenkommt, und daß daher ſeine duͤngende Eigenſchaft zum Theil⸗ herruͤhre. Gypshaltige Waſſer geben, wenn ſie verunreinigt werden, einen ſchwefeligt ſtinkenden Geruch, und Fourcroy leitet daher den Geſtank in gewiſſen Gegenden von Paris ab. 9. 87. G Die Kalkerde iſt der Schwefelſaͤure naͤher verwandt, wie die Alkalien; mithin laͤßt ſich der Gyps durch dieſe nicht zerlegen. Kohlenſaure Alkalien bringen aber eine voͤllige Zerſetzung des Gypſes leicht hervor, welches vermittelſt einer doppelten Wahlanziehung bewerkſeelligt wird. Kocht man z. B. gepulverten Gyps in einer Aufloͤſung des kohlenſauren Kali, ſo geht das Kali mit der Schwefelſaͤure und die Kalkerde mit der Kohlenſaͤure zuſammen. Dieſe Kalk⸗ erde bleibt dann als kohlenſaurer Kalk unaufgeloͤſt als ein weißes Pulver zuruͤck. Das ſchwe⸗ Dieſe chemiſchen Eigenſchaften des Gypſes felſaure Kali wird aber in der Fluͤſſigkeit aufgeloͤſt. bemerken wir hier beſonders in Hinſicht auf die Lehre von der Gypsduͤngung, welche bisher noch dunkel, obwohl durch die augenſcheinlichſten Reſultate genug beſtätigt war. §. 88. Der im Mineralreiche vorkommende Gyps bildet oft ganze Gebirge. Er findet ſich unter verſchiedener Geſtalt; entweder als ein pulverfoͤrmiger Koͤrper, oder in derben Maſſen, oder kryſtalliſirt. Zu den gewoͤhnlichſten Arten gehoͤren folgende: 1) Der Mehlgyps, gypsartige Bergmilch, Himmelsmehl. Dies iſt Gyps in pulverfoͤrmigem Zuſtande, und er findet ſich in der Nachbarſchaft von Gypsfelſen, wo er wohl vermittelſt des Waſſers abgeriſſen und in pulverfoͤrmiger Geſtalt zu Tage gebracht wird. An einigen Orten ſieht man ihn aus der Erde hervorquillen. man, dies ſey vom Himmel herabgeſchicktes Mehl, und vermiſchte es mit wirklichem Getreide⸗ mehle, backte Brod daraus, was freilich keine Nahrung geben konnte, indeſſen doch nicht ſo toͤdtlich war, wie manche es von dem mit Gyps vermiſchtem Mehle glaubten. 2) Der gemeine dichte Gypsſtein. Man findet ihn an Floͤtzgebirgen in großen Maſeen. Er iſt nicht ſehr hart, laͤßt ſich mit den Zaͤhnen zerbeißen, wo er ein Kniſtern verurſacht, nimmt keine Politur an, und iſt ziemlich zaͤhe, ſo daß man ihn ſchwer zu Pulver ſchaffen kann. Man findet ihn von verſchiedener Farbe, meiſtens graͤulich und weiß. Eine Abart von ihm iſt der Alabaſter, der vom Gypſe eben das iſt, was der Marmor vom Kalke, ein halb kryſtalliſir⸗ 5 Vaſen und Statuen Er hat oft allerlei recht ſchons Farben, die von metalliſchen Opyden herruͤh⸗ ter Stein, der Politur annimmt, und der zu allerlei Bildhauerarbeit, verarbeitet wird. ren, und in einem und demſelben Stuͤcke oft ſehr mannigfaltig ſind. gute Politur wie der Marmor an, wegen ſeiner geringern Haͤrte. ſo dauerhaft, und verwittert leichter an der Luft. Er nimmt jedoch keine ſo Seine Maſſe iſt auch nicht 7 In Zeiten der Hungersnoth glaubte 3) Der Gypsſpath. Dieſer kommt oft da vor, wo vorher derber Gypsſtein liegt, und iſt mit ihm durchmengt. Er iſt mehr oder weniger durchſichtig, verſchiedenartig gefaͤrbt, und laͤßt ſich mit dem Meſſer in duͤnne Scheiben ſpalten, die weich und durchſichtig ſind Zu ihm gehoͤrt das Frauen⸗ oder Marienglas, das aus ziemlich großen rautenfoͤrmigen Stuͤcken beſteht, und ſich leicht ſchneiden laͤßt. Zuweilen iſt der Gypsſpath in anſehnlichen Kryſtallen angeſchloſſen, die entweder tafelfoͤrmig oder pyramidalfoͤrmig ſind. Der Gypsſpath iſt uͤbrigens auch zaͤhe und ſchwer in Pulver zu verwandeln. 9- 6 tehlai nian N nuas’xh ſe Pd nit E der Gyd wheißen dar fl, ſehr unt und auch mit bächſe, er he nung erzeugt Dieſe für ſn als ein Mi men Gegenden Gebrauch der Aufmerkſamke biele dandwir nige chemiſch ſcheiden. A man die Wi ſeiner Anwe annd führte ſich fuͤr den; nden. Hien Der Me janzen befind ozen Auge, terſcheiden ka Doon weng lichen Merg das Verwit Die 8 ſind ſüchſt 1 Than mehr hdeſtimmtes; nen Verhalt denen Sorte dem Werke n geringete nmenkommt, ſer geben ˖keitet daher ithin läßt lige Zrizmn beweiin dali, ſo g Dieſe zu Das ſane ndes Gyyſ velche bis ndet ſich unde Maſſen, oha 8 iſt Gyps n , wo er wohl ht wied. N esnoth gleuhte hem Gerrede⸗ doch nicht ſ roßen Maſen rſacht, ninm ; kann. Mau ihm iſ de alb kryſallſe und Stuun zryden heri jedoch timſ jiſt uch niht zypsſtein lg nartig gefättt btig ind— autenformilen n anſehnlihet der Gypeſpc Der Mergel. 2 4) Der Gypsſinter iſt auf eben die Weiſe entſtanden wie der Kalkſinter, naͤmlich vom kohlenſauren Waſſer, welches ihn in großer Menge aufgeloͤſt hat, abgeſetzt. Zuweilen findet man auch Gyps und kohlenſauren Kalk mit einander gemengt. Solche kalkartigen Gypſe brau⸗ ſen dann mit Saͤuren auf. Der Gyps iſt auch in vielem Waſſer enthalten. Manche Brunnenwaſſer enthalten ihn, und heißen dann harte Waſſer, die zu mancherlei Gebrauche, beſonders zum Brandtweinbren⸗ nen, ſehr untauglich ſind. Zuweilen, jedoch nur ſelten, trifft man ihn in der Ackerkrume an, und auch mit Mergel und Thonarten vermengt. Auch findet man ihn in der Aſche einiger Ge⸗ waͤchſe, er hat aber wahrſcheinlich in den Pflanzen nicht praͤexiſtirt, ſondern iſt durch Verbren⸗ nung erzeugt worden, indem ſich die Schwefelſaͤure mit dem Kalke verbunden hatte. Der Mergel. §. 89. Dieſe fuͤr den Ackerbau ſo aͤußerſt wichtige Subſtanz iſt vielen Landwirthen bekannt gewe⸗ ſen als ein Mittel, die Fruchtbarkeit zu vermehren und dem Acker aufzuhelfen. Und in man⸗ chen Gegenden hat man wirklich ganze Diſtrikte gefunden, welchen ſchon vor alten Zeiten durch den Gebrauch derſelben iſt aufgeholfen worden. Auch kannten ihn die Roͤmer. Die allgemeine Aufmerkſamkeit hat die Mergelung doch erſt ſeit kurzem auf ſich gezogen, und es giebt noch viele Landwirthe, die von dieſer Subſtanz durchaus keinen klaren Begriff haben, obgleich we⸗ nige chemiſche Kenntniſſe dazu gehoͤren, um den Mergel von allen andern Erdarten zu unter⸗ ſcheiden. Aus der gaͤnzlichen Unbekanntſchaft mit dem Mergel ruͤhrt es zum Theil her, daß man die Wirkung des Mergels ableugnet, ihn ſogar verſchreiet und nachtheiligen Erfolg von ſeiner Anwendung geſehen haben will. Es war dann aber nicht Mergel, den man auf das Land fuͤhrte, ſondern vielleicht ein bindender eiſenhaltiger Thon, oder eine andere Erdart, die ſich fuͤr den Boden gar nicht paßte. Als Duͤngungsmittel werden wir vom Mergel in der Folge reden. Hier nur von ſeiner Natur und ſeiner natuͤrlichen Gegenwart im Boden. §. 90. Der Mergel iſt eine Vereinigung der kohlenſauren Kalkerde mit dem Thon. Beide Sub⸗ ſtanzen befinden ſich meiſtentheils auf eine innige Art vermengt, ſo daß man weder mit dem bloßen Auge, noch ſelbſt mit dem Mikroſkope die Kalktheilchen und einzelne Thontheilchen un⸗ terſcheiden kann. Wir haben es der Natur noch nicht abgemerkt, wie ſie dieſe Erdart bereitet. Denn wenn man Vermengungen von Kalk und Thon gemacht hat, ſo ſind dieſe von dem natuͤr⸗ lichen Mergel doch noch ſehr verſchieden geweſen; ſie haben z. B. das Zerfallen an der Luft und das Verwittern mit dem natuͤrlichen Mergel nicht gleich gehabt. §. 91. Die Verhaͤltniſſe, in welchen Thon und Kalk im Mergel mit einander verbunden ſind, ſind hoͤchſt mannigfaltig verſchieden. Zuweilen iſt das Verhaͤltniß beider gleich; dann iſt der Thon mehr oder minder uͤberwiegend, dann iſt es wieder der Kalk. Die Natur hat ſich kein beſtimmtes Maß vorgeſchrieben, worin ſie beide Erdarten vermengt. Nach dieſen verſchiede⸗ nen Verhaͤltniſſen des Thons und des Kalks hat man den Mergel klaſſifizirt, und den verſchie⸗ denen Sorten verſchiedene Benennungen gegeben. Die Klaſſifikation, welche Andreaͤ in ſei⸗ nem Werke uͤber die Erdarten des hannoͤverſchen Landes aufgeſtellt hat, iſt in der That die Thonmergel. Steigt das Verhaͤltniß des dagegen uͤberwiegend iſt, betroͤchtlich uͤber die Haͤlfte bis zu* ſteigt, ſo heißt er Kalkmergel, und iſt die Quantitaͤt des Kalks noch groͤßer, uͤber à½, ſo nennt man dies Gemenge thonigten Kalk.— — faſt mit Sicherheit ſchließen, ihn gar nicht ſindet, oder wo er zu tief liegt, um ihn herauszuholen. Nicht eine einzelne Pflanze zeigt ihn an; aber wo ſie ſich ausbreiten und einen 78 Der Mergel. zweckmaͤßigſte und auch in Deutſchland faſt allgemein angenommen. Nach Andrez heißt Mer⸗ gel ſchlechthin eine Verbindung von ungefaͤhr gleichen Theilen Thon und Kalk. uͤberwiegend, ſo daß er betroͤchtlich uͤber die Haͤlfte bis zu 3 geht, ſo heißt die Verbindung Thons noch hoͤher, ſo daß der Kalk unter ½, der Thon uͤber 3 ausmacht, ſo wird er kalkigter oder mergelichter Thon genannt. Wenn der Kalk §. 92. Wir finden den Mergel und ſeine Abarten an ſehr vielen Orten. Jetzt, da man ihn wit mehr Sorgfalt aufſucht, zeigt es ſich, daß man ihn in den meiſten Gegenden antreffe, und daß er faſt allenthalben im Untergrunde des Ackers liege. Es ſind ſelten Gegenden, wo man Am haͤufigten findet man ihn in gebirgigten Gegenden in der Nachbarſchaft von Flötzgebirgen, wo er nicht ſelten die Beſtandtheile des Untergrundes im Boden ausmacht, und große ausgebreitete Lager bildet. Im flachen Lande muß man ihn mehr aufſuchen. Er liegt da mehr neſterweiſe und zerſtreut, flacher oder tiefer in der Erde, auf Hoͤhen und in Niederungen, in trockenen und ſumpfägten Gegenden. Mit einiger Wahrſcheinlichkeit kann man auf die Gegenwart des Mergels ſchlie⸗ ßen, wenn man gewiſſe Pflanzen auf dem Boden findet. Die Tussilago farfara und alpina, die Salvia glutinosa und pratensis vegetiren ſehr lebhaft auf Boden, der Mergel haͤlt. uͤppigen Wuchs zeigen, koͤnnen ſie allenfalls als Wegweiſer zur Auffindung des Mergels dienen. Wenn die Medicaro lupulina, ohne daß der Boden im Duͤnger ſteht, haufig da ſteht, ſo halte ich auch dies fuͤr ein Merkmal. Auch unter der wilden Brombeere wird man mehrentheils Mergel oder wenigſtens mergelichten Thon finden. Sonſt zeigt ſich ſolcher tiefe und neſterweiſe liegende Mergel zuerſt mehrentheils an Abhaͤngen, in Hohlwegen, wo die obere Erde abgefallen iſt, und dann zu Lage kommt. zu ſeyn; und wo man ſolchen Thon trifft, der mit Kalkkoͤrnern durchwirkt iſt, da kann man daß tiefer unten ſich wirklicher Mergel finden werde. Dieſe Mer⸗ gellagen ſind in ihrer ganzen Dicke mehrentheils nicht von gleicher Beſchaffenheit, beſondets beim Thonmergel nicht. Oben pflegen die Schichten weniger Kalk zu enthalten wie unten, und gemeiniglich wird der Mergel um ſo kalkreicher, je tiefer man eindringt. gert, und das ſproͤde rauhe Weſen des Kalks wieder durch den Thon gemildert. 9. 93. An den Eigenſchaften des Mergels haben der Thon und der Kalk zugleich Antheil. Bei⸗ de Erdarten veraͤndern in der Miſchung gegenſeitig und durch einander ihre phyſiſchen Eigen⸗ ſchaften. Die Zaͤhigkeit und ſchluͤpfrige Beſchaffenheit des Thons wird durch Quantitaͤt des einen oder des andern Beſtandtheils im Mergel ſteigt, je mehr nimmt dieſer die außere Beſchaffenheit dieſes oder jenes Koͤrders an. Der eigentliche Mergel aus ungefaͤhr gleichen Theilen von Thon und Kalk ſteht weder dem Thone, noch dem Kalke naͤher. Die Eigenſchaften beider haben ſich in gleichen Verhaͤltniſ⸗ ſen amalgamirt. Der Thonmergei und der kalkigte Thon naͤhern ſich mehr ſind daher angefeuchtet ſchluͤpfrig und dehnbarer, geben einen Thongeruch von ſich, nen zu feſten doch mehr zerreiblichen Klumpen zuſammen. und trock⸗ 4 Iſt der Thon dem Thone. Sie den Kalk verrin⸗ Je hoͤher die Mehrentheils pflegt ein ſolches Mergelneſt oben mit Thon bedeckt Mergelichter Thonboden iſt feucht dirdod ſtontt naglm . fuciange gen meben. ſeianlch fett ſecgeniche Atkang herd ie andere der gleiche Quant ſer einen mage iinen benicht Dar Mer bfolet, röthlich des in Thone trenbaren Re alein verwiſcht in Feuer weiß adr ſeine Stuͤ des Mergels k. oyyd oder brer ſcafenheit de ftebte Mergel wiederum ſir uͤberein. In Anſe ſeht von einan uſemmenhaͤng ſeen nennt m Gefge. Erji⸗ dan Scheiben, belimmte Lage man daher So die der Merg ſchließen. d und er naͤhen daßer einen litt ſard ſelbe mehr od Prtikenn auf falen. Dies und wodurch azert. Die dä heißt Me⸗ jſt der Thon Verbindung nter 4, det denn der Kalt er Kadnergel enge whonigtan ſa man ihti antreffe, den, wo m nufigſten fin er nicht ſenn eLager bilde und zerſtreu, und ſumpfata Mergels ſchle⸗ ra und alpim MNergel hil uͤppigen Vuts en. Wenn de vhalte ich auc ils Nergel oder erweiſe legende abgefalen i Thon bedct da kann mu Dieſe Mo eit, beſonden ten wie unle Antheil. d hyjſiſchen bhlr den Kal veii t. Je ührä nimnt dicſa d galk ſeht vin ten Verhün n Thone, i ſch, und beoc⸗ boden iſ fut⸗ Der Mergel. 19 oft noch ſchwerer zu bearbeiten, als mergelloſer Thon; trocken aber weit leichter. Der Kalk⸗ mergel und der thonige Kalk gleicht mehr dem Kalke. Er fuhlt ſich trocken rauher an, iſt feucht weniger zuſammenhaͤngend, und die trockenen Stuͤcke laſſen ſich leicht zwiſchen den Fin⸗ Es kommt indeſſen hierbei ſehr auf die Beſchaffenheit des Thons an, ob die⸗ gern zerreiben. Ein fetter Thon bedarf eines groͤßern Zuſatzes von Kalk, um ſer naͤmlich fett oder mager iſt. ſeine Eigenſchaften zu verſtecken. Wirkung hervorzubringen. Oft findet man Mergelarten, wovon die eine dem Thonmergel, die andere dem Kalkmergel in ihrem aͤußern Verhalten mehr gleichen, und die dennoch eine gleiche Quantitaͤt von Kalk und Thon enthalten. Jener hatte aber einen bindenden fetten, die⸗ ſer einen magern Thon. Die Natur des Thons hat alſo auf alle Eigenſchaften des Mergels einen betraͤchtlichen Einfluß.. §. 94. Der Mergel beſitzt mancherlei Farben, Er iſt weiß, gelb, gelblich, braun, graͤulich violet, roͤthlich, roth, grau, blaͤulich, ſchwarz u. ſ. w. Theils werden dieſe Farben durch das im Thone befindliche Eiſen oder Manganesoxyd hervorgebracht, theils ruͤhren ſie von brennbaren Materien, Erdharzen oder Humus her. Die Mergelarten, welche mit letzterm allein vermiſcht ſind, ſind gemeiniglich grau, blaͤulich oder ſchwarz, und ſie brennen ſich dann im Feuer weiß; der von Erdharzen durchdrungene giebt, beſonders wenn man ihn erwaͤrmt, oder ſeine Stuͤcken an einander reibt, einen eigenthuͤmlichen Geruch von ſich. Aus der Farbe des Mergels kann man ſehr wenig ſchließen, etwa oberflaͤchlich auf ſeinen Gehalt an Metall⸗ opyd oder brennbaren Stoffen. Sie kann keinesweges dazu dienen, uns uͤber die innere Be⸗ ſchaffenheit des Mergels, uͤber ſeinen Thon⸗ und Kalkgehalt Aufſchluß zu geben. Gleichge⸗ faͤrbte Mergelarten ſind oft in ihren Verhaͤltniſſen vom Thon und Kalk ſehr verſchieden, und wiederum ſtimmen Mergelarten, die ganz abweichende Farben beſitzen, in dieſer Hinſicht voͤllig uͤberein. §. 95. In Anſehung des Zuſammenhangs und Gefuͤges der einzelnen Theile weicht der Mergel ſehr von einander ab. Zuweilen iſt er ſo weich und ſo zart, wie Pulver, oder doch ſo wenig zuſammenhaͤngend, daß man ihn leicht zerdruͤcken kann. Dann iſt er wieder ſteinhart. Er⸗ ſteren nennt man erdigen, letzteren Steinmergel. Dieſer unterſcheidet ſich oft noch durch ſein Gefuͤge. Er iſt entweder von ſchieferartigem Bruche, und beſteht aus uͤber einander liegen⸗ Ein magerer Thon bedarf nur wenigen Kalk, um dieſelbe Farben deſſel⸗ ben. Konſiſtenz. den Scheiben, die ſich mit einem Meſſer von einander abloͤſen laſſen, oder es zeigt ſich keine beſtimmte Lage, und er zerſpringt beim Zerſchlagen in unregelmaͤßige Stuͤcke. Jenen nennt man daher Schiefermergel, dieſen ſchlechthin Steinmergel. Auch aus den Verſchiedenheiten, die der Mergel in dieſer Hinſicht zeigt, kann man nicht mit Sicherheit auf ſeine Beſtandtheile ſchließen. Zuweilen hat harter Mergel einen Ueberſchuß von Thon, zuweilen auch von Kalk, und er naͤhert ſich dem Kalkſteine, und bei erdigem Mergel kann man auch keinesweges ſagen, daß er einen Ueberſchuß von Kaik beſaͤße; denn der Thon konnte mager ſeyn, ſo daß der Mer⸗ gel nicht ſtark zuſammenhaͤngt. Wenn der Mergel mit Waſſer uͤbergoſſen wird, ſo dringt daſ⸗ ſelbe mehr oder weniger leicht in ſeine Poren ein. Es hebt dann die Kohaͤſion der einzelnen Partikeln auf, treibt ſie auseinander und verurſacht, daß die Stuͤcke in ein feines Pulver zer⸗ fallen. Dies iſt eine weſentliche Eigenſchaft des Mergels, wodurch man ihn vorlaͤufig erkennt, und wodurch er ſeinen Nutzen auf den Boden durch die innige Vermengung mit der Ackerkrume außert. Die Luft entwickelt ſich in Blaſen, die im Waſſer in die Hoͤhe ſteigen und zuweilen 8 80 Der Mergel. ein gelindes Geraͤuſch und eine Art von Aufbrauſen veranlaſſen. Man kann zwar nicht anneh⸗ men, daß eine Erdart, die im Waſſer zerfaͤllt, immer Mergel ſey; denn auch ſehr magere Thonarten zerfallen darin. Man kann aber ſicher ſchließen, daß, wenn eine Erdart nicht im Waſſer zerfaͤllt, es kein Mergel ſey. Jeder Mergel, ſelbſt der Steinmergel, wird im Waſer muͤrbe und pulverig. Auch an der Luft verliert der Mergel ſeinen Zuſammenhang und zerfaͤlt hier eben ſo fein wie unter dem Waſſer; nur gehoͤrt eine längere Zeit dazu. Dies macht die Anwendung des Mergels zur Verbeſſerung des Bodens ſo bequem. Man braucht den Mergel nicht erſt zu Pulver zu zermalmen, um ihn mit der Erdkrume zu vermengen, ſondern man kann das Verkleinerungsgeſchaͤft ganz der Luft uͤberlaſſen. Die atmoſphaͤriſche Feuchtigkeit dringt in den auf dem Acker liegenden Mergel ein, und pulvert ihn. Froſt kommt der zer⸗ kleinerung ſehr zu Statten, und er muß bei zaͤhen Mergelarten, zuweilen beim Steinmergel, zu Huͤlfe kommen, wenn das Zerfallen zu Stande kommen ſoll, weshalb man ſolche Mergelar⸗ ten gern vor dem Winter auffuͤhren laͤßt. Die Feuchtigkeit, welche der Mergel eingeſogen hat, dehnt ſich beim Gefrieren aus, und treibt die Partikeln auseinander, ſo wie wir dies beim Tho⸗ 1 ne bemerkt haben. 8 1 3 3§. 96. 4 3 Das Zerfallen des Mergels an der Luft und im Waſſer haͤngt in Hinſicht der dazu erfor⸗ derlichen Zeit theils von dem Verhaͤltniſſe des Thons und von der Beſchaffenheit deſſelben, theils von dem mehr oder weniger feſten Zuſtande ab, den der Mergel durch die Verbindung ſeiner Theile hat. Reiner feſter Kalk zerfaͤllt gar nicht, eben ſo wenig wie reiner feſter Thon. Iſt der Kalk alſo ſehr hervorſtechend im Mergel, ſo verhindert dies ſein Zerfallen; iſt der Thon uͤberwiegend, ſo geſchieht es ebenfalls, wenigſtens langſam. Zum leichten Zerfallen ge⸗ hoͤrt ein gewiſſes Verhaͤltniß von beiden, und dies rechte Verhaͤltniß wird durch die mehrere oder mindere Fettigkeit des Thons mit beſtimmt. 43 Bei Mergelarten, die den Thon von gleicher Qualitaͤt beſitzen, die aber verſchiedene Ver⸗ haͤltniſſe deſſelben mit dem Kalk enthalten, wird der eigentliche Mergel am leichteſten, der Kalk⸗ und Thonmergel aber ſchwerer zerfallen. Dann kommt es auch auf die beſondere Ver⸗ bindung der Theile unter ſich an. Haben ſie ſich im Steinmergel wie Stein verhaͤrtet, ſo er⸗ fordert dieſer die laͤngſte Zeit, und unter dem Steinmergel zerfaͤllt der ſchiefrige leichter, als der, welcher keinen ſchiefrigen Bruch hat.. §. 92. Werhalten gegen Die fluͤſſigen Saͤuren bringen aus bekannten Urſachen ein ſtarkes Aufbrauſen hervor. die Sauren⸗ 3 Werden ſie auf den Mergel gegoſſen, ſo verbinden ſie ſich mit dem Kalk; die Thonerde aber bleibt unangegriffen von den Saͤuren, ſo lange dieſe noch Kalkerde aufzunehmen haben. Erſt wenn die Kalkerde genug von der Saͤure aufgenommen iſt, und dann noch ein Ueberſchuß von Saͤure bleibt, ſo kann auch etwas Thonerde und Eiſenoxryd aufgeloͤſt werden. §. 98.* Im Feuer. Wir wiſſen, daß der kohlenſaure Kalk zwar fuͤr ſich nicht zum Schmelzen zu bringen iſt, und daß der Thon ſich im heftigſten Feuer ſehr ſchwer verglaſet. Wenn aber beide Subſtanzen miteinander verbunden ſind, ſo kommen ſie leicht in Fluß. Der Mergel iſt alſo eine ſchmelz⸗ bare verglasbare Subſtanz. Es bedarf keiner ſehr großen Hitze, um ihn in Fluß zu bringen. Deshalb bedient man ſich auch des Mergels beim Scheiden der Metalle, um die Erze leicht zum Schmelzen zu bringen. Haͤufig geſchieht dies bei der Gewinnung des Eiſens. § 99. mnin dünne e i vehung ahidet man See iſ bin ſolchen ſalle verwech kommen, ſie ger Mergel, oder Kalkmen traͤctlih, ſ Sandes auf decr hevitkt, da l, und ſeigt Man bemerkti⸗ einen ſchweflich Heerüber fehle haiht er gypſi DSdie aͤr des ſnd die⸗ ) Et lich waͤrbe; und zerfäͤlt reich, und n roh zum Me ſchlecht. M wiegt dennoch 5) dhe da ſehr leic 9 In D W. beſondens au Lanz unten theils nur i er beſteht g deannt und in ghoriger el wikt, a enthäͤtvohr Deer ken, die ge Dandeetſt dueter Khe vicht annt⸗ ſehr nazn dart nicht in ed im Waßa g und zerfäl⸗ es macht dar dd Mrac 4 ¹ 1 ngeſogen n jes deim de r dazu erfe heit deſſele, e Verdindeg e feſter Then fallen; iſt der n Jerfallen ze „ Aro h die mehren erſchiedene Ner⸗ eichteſten, de eſondere I aͤrtet, ſot leichter, 3 rauſen her Der Mergel. 81 §. 99. Sehr haͤufig iſt der Mergel noch mit andern Theilen vermengt, die eigentlich nicht zu ſei⸗ Beimiſchung an ner Miſchung gehoͤren. Die gewoͤhnlichſten ſind Bittererde, Sand und Gyps. Die Bitter⸗ derer Subſtan⸗ erde findet man haͤufig im Mergel, und zwar in dem, von welchem man recht gute Wirkung ſieht. Sie iſt auch im kohlenſauren Zuſtande darin, wo ſie mit Saͤuren ein Aufbrauſen erregt, ſich in ſolchen aufloͤſt, und folglich bei der oberflaͤchlichen Unterſuchung des Mergels mit dem Kalke verwechſelt wird. Da man aber uͤber ihre Wirkung ungewiß iſt, ſo wird es darauf an⸗ kommen, ſie genauer zu unterſcheiden. Mergel mit Bittererde verbunden heißt bittererdhalti⸗ ger Mergel, und je nachdem der Thon oder der Kalk darin vorwaltend iſt, bittererdiger Thon oder Kalkmergel. Einiger Sand iſt dem Mergel immer beigemiſcht. Iſt ſeine Zumiſchung be⸗ traͤchtlich, ſo nennen wir ihn ſandigen Thon⸗ oder Kalkmergel, ſteigt das Verhaͤltniß des Sandes auf 60, 70 bis 80 Prozent, mergeligen Sand. Einiger Sand im Mergel iſt ſehr gut; er bewirkt, daß der Mergel um ſo ſchneller verwittert und zerfaͤllt. Auch Gyps iſt im Mer⸗ gel, und zeigt ſich zuweilen in kleinen glaͤnzenden kryſtalliniſchen Adern zwiſchen dem Mergel. Man bemerkt ihn, wenn man den Mergel zwiſchen Kohlen legt und gluͤht. Er ſtoͤßt alsdann einen ſchweflichen Geruch aus. Wahrſcheinlich verbeſſert er den Mergel und macht ihn muͤrber. Hieruͤber fehlen uns noch genugſame Beobachtungen. Iſt er in bedeutender Menge darin, ſo heißt er gypſiger Thon⸗ und Kalkmergel. §. 100. Die aͤußere Geſtalt, worin ſich der Mergel befindet, iſt alſo ſehr verſchieden. Folgen⸗ Aentere Ge⸗ des ſind die Hauptarten, nicht dem Gehalt, ſondern der Geſtalt nach: Falren. a) Steinig und daun mehrentheils ſchiefrig. In der Erde iſt er mehrentheils noch ziem⸗ lich muͤrbe; wenn er aber zuerſt an die Luft koͤmmt, wird er haͤrter und veraͤndert ſeine Farbe, und zerfaͤllt dann oft erſt nach 2 oder 3 Jahren voͤllig. Dieſer Mergel iſt manchmal ſehr kalk⸗ reich, und naͤhert ſich dem Kalkſtein, ſo daß er auch zuweilen zu Kalk gebrannt und zugleich roh zum Mergeln gebraucht wird. Natuͤrlich iſt aber der daraus gewonnene Kalk unrein und ſchlecht. Manchmal iſt er von derſelben Haͤrte und Geſtalt; aber Thon⸗ und Kieſelerde uͤber⸗ wiegt dennoch den Kalk darin. b) Thonig oder lehmig, wo man ihn denn doch aber durch die oben angegebenen Zei⸗ chen ſehr leicht vom Thon und Lehm unterſcheiden kann. c) In blaͤttriger Geſtalt, den man Papiermergel zu nennen pflegt. Man findet ſelbigen nur in duͤnnen Lagen. d) Muſchelmergel, in welchem man haͤufig noch die Ueberbleibſel von Schneckenhaͤuſern, beſonders auf der obern Flaͤche antrifft. Tiefer unten ſieht er wie ſchmuzige Kreide aus, und ganz unten iſt er manchmal halb kryſtalliſirt und ſteinartig. Dieſer Mergel findet ſich mehren⸗ theils nur in Gruͤnden unter Torf und ſchwarzer Moorerde, wo vormals Waſſer geſtanden hat. Er beſteht groͤßtentheils aus Kalk, wird deshalb Mergelkalk genannt, und oft als Kalk ge⸗ brannt und gebraucht. Er zerfaͤllt aber an der Luft und im Waſſer, und wird mit letzterem, im gehoͤrigen Verhaͤltniß vermengt, ungebrannt, zum Uebertuͤnchen gebraucht. Dieſer Mer⸗ gel wirkt, auf den Acker gebracht, wenigſtens nicht ſo ſchnell, als man erwarten ſollte, und enthaͤlt wahrſcheinlich oft Phosphorſaͤure. Die erſte Art findet man faſt nur in bergigten Gegenden; die zweite mehrentheils in Huͤ⸗ geln, die gewoͤhnlich mit einem braunen Lehm bedeckt zu ſeyn pflegen, auf welchem ſich der Brombeerſtrauch eingewurzelt hat. Dieſe Huͤgel ſelbſt ſind oft nichts weniger als fruchtbar, Zweiter Theil. L 3² Die Bittererde. obgleich der Lehm der Oberflaͤche ſchon einige Kalktheile enthaͤlt. Humus ſchnell konſumirt zu haben, oder dieſer iſt, durch jenen aufloͤslicher gemacht, herabge⸗ ſpuͤlt worden. Durch ſtaͤrkere Duͤngung werden ſolche Huͤgel aber fruchtbar. Ich fuͤhre dies an, damit man ſich durch die ſcheinbare Unfruchtbarkeit dieſer Huͤgel nicht abſchrecken laſſe, hin nach Mergei zu graben. Die beiden letztern Arten finden ſich nur in Gruͤnden. die Bitter⸗ oder Talkerde. §. 101. Wir finden dieſe Erde nicht ſo verbreitet in der Natur, wie die vorhergehenden, anh nie rein, ſondern mit andern Erden gemiſcht und mit Saͤuren verbunden. Manche Minera⸗ lien enthalten ſie, und ſie iſt im Meerwaſſer und in den Salzſolen, hauptſaͤchlich mit Salz und Schwefelſaͤure verbunden, haͤufig vorhanden, ſo wie ſie auch in den thieriſchen Koͤrpern, mehrentheils mit Phosphorſaͤure vereinigt, oft vorkommt. Auch die Aſchen der meiſten Ge⸗ waͤchſe enthalten ſie in groͤßerer oder geringerer Menge; zuweilen macht ſie einen ganz betraͤcht⸗ lichen Beſtandtheil der Ackererde und auch des zur Duͤngung brauchbaren Mergels aus. Dieſe Erde, welche uͤberhaupt erſt kuͤrzlich entdeckt und unterſchieden worden iſt, hat in den neuſten Zeiten in Hinſicht des Ackerbaues wieder mehrere Aufmerkſamkeit erregt. Berg⸗ mann und andere erklaͤrten ſie fuͤr eine fruchtbare Erde. Ein Englaͤnder Tennant aber hatte die Beobachtung gemacht, daß ein zur Duͤngung gebrauchter, gebrannter Kalk eine ſehr nach⸗ theilige Wirkung that, und fand bei der Unterſuchung deſſelben, daß er viele Bittererde ent⸗ hielte. Er ſchloß daraus auf eine allgemein ſchaͤdliche Wirkung der Bittererde. Hoͤchſtens be⸗ weiſt dieſer Fall aber nur, daß ſie in ihrem kohlenſurefreien Zuſtande nachtheilig wirken koͤnne, in welchem ſie ſich von Natur nie befindet. In ihrem natuͤrlichen Zuſtande koͤmmt ſie dem kohlenſauren Kalke vielmehr in allen Stuͤcken gleich. Lampadius hat ſie der Vegetation des Rockens ſehr zutraͤglich gefunden, und Einhoff hat einen ſehr fruchtbaren Mergel unter⸗ ſucht, der 20 Prozent Bittererde enthielt. F. 102..— Die kohlenſaure Bittererde iſt voͤllig geſchmack⸗ und geruchlos. Wenn ſie mit Waſeer be⸗ netzt und zuſammengeruͤhrt wird, ſo giebt ſie mit demſelben eine wenig zuſammenhaͤngende Maſſe, die bald wieder austrocknet. In Hinſicht ihrer waſſerhaltenden Kraft iſt ſie der koh⸗ lenſauren Kalkerde gleich zu ſetzen. Ueberhaupt verhäͤlt ſie ſich auch gegen das Waſſer eben ſo wie dieſe; in reinem Waſeer iſt ſie unaufloͤslich, und nur, wenn es mit kohlenſaurem Gas an⸗ geſchwaͤngert iſ,„kann es kohlenſaure Bittererde aufloͤſen. §. 103. Die reine kohlenſaͤurefreie Bittererde unterſcheidet ſich aber ſehr merklich d vom Kalk Sie iſt nicht aͤtzend, nicht alkaliſch wie dieſer; es entſteht keine Erhitzung, wenn man ſie mit Waſſer uͤbergießt; der Brey, der daraus entſteht, wird bei ſeiner Austrocknung nicht hart und zuſammenhaͤngend, und liefert auch mit Sand vermengt keinen Moͤrtel. Sie ſcheint das Waſſer zwar einzuſchlucken und mit ſich zu vereinigen, aber nicht es zu verdichten oder in Key⸗ ſtalle zu verwandeln. Sie veraͤndert die blaue Farbe der Pflanzenſaͤfte nur hoͤchſt wenig. Der Mergel ſcheint hier den um N Geiſaheich ] Der grau do Paa df Fahlih i r wird auft aodrſern u. Beſtandtheil 2) Der theis erdi, und iß meſte und ſat oſ ein Er wird braucht: voßu ud auch das? Von ihn derſelben. D ine Ab Fathe, und! ſen und wird d ſch mit dem davon: erdi ihn ehemals braucht. E vieder zum hiſchen „ A5 tallel neben ei diegſam ſind, grinlich grau Bergleder, in Sachſen, Ausd dier und d Zur Leinwa ſponnen, d undder wei 9„ 95 war ſo tes, woher nicht weit d de hricht da int hier da t, herabge fuͤhre de en laſſe hie denden, a iche Mya h mit 8 en Köͤrpen meiſten 6. ganz betraͤt 8 aus. en iſt harin egt. 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Seine Beſtandtheile ſind Bittererde, Kieſelerde und Eiſenoxyd. 2) Der Talk hat ein blaͤttriges Gewebe und iſt ſehr fett im Anfuͤhlen. Man findet ihn theils erdig, theils als Stein. Jener beſteht aus ſchluͤpfrigen, etwas ſchimmernden Theilen, und iſt meiſtens von ziemlich weißer Farbe. Dieſer iſt hart, laͤßt ſich in Scheiben zertheilen und hat oft einen Silber⸗ oder Goldglanz, weshalb er Silber-oder Goldtalk genannt wird. Er wird als ein vorzuͤgliches Mittel, das Reiben der Maſchinen zu vermindern, ge⸗ Bittererdige Mineralien. braucht: wozu er beſſer ſeyn ſoll, als Oel und Seife, indem das Holz dabei nicht aufſchwillt, und auch das Metall vor dem Abnutzen bewahrt wird. derſelben. Das uͤbrige iſt Kieſel⸗ und Thonerde. Eine Abart des Talks iſt der Topfſtein. Farbe, und laͤßt ſich ſehr gut drehen und zu Gefaͤßen verarbeiten. ſen und wird vorzuͤglich in der Schweiz viel gefunden. 3) Der Seifenſtein. Er iſt eine glatte, wie Seife, ſchluͤpfrige Steinart, welche ſich mit dem Nagel ſchaben laͤßt, abfaͤrbt und undurchſichtig iſt. Man hat verſchiedene Arten davon: erdigen oder weichen und feſten; dieſer heißt auch wohl ſpaniſche Kreide, weil man ihn ehemals aus Spanien zu uns brachte; er wird beſonders zum Zeichnen bei Stickereien ge⸗ braucht. Er ſchreibt auf Glas, und die abgewiſchten Zuͤge kommen bei feuchter Witterung wieder zum Vorſchein. Man findet ihn an mehreren Orten Deutſchlands, z. B. im Bayreu⸗ thiſchen. 4) Asbeſt. Dieſe Steinart beſteht aus einem Gewebe von Faſern, die entweder pa⸗ rallel neben einander liegen, oder ſich durchkreuzen. Im erſtern Falle und wenn ſeine Faſern biegſam ſind, heißt er auch wohl Amianth. Seine Farbe iſt mehrentheils gruͤnlich weiß oder gruͤnlich grau. Man findet noch wehrere Arten von ihm, welche man Federweiß, Bergfleiſch, Bergleder, Bergkork u. ſ. w. ſeiner aͤhnelnden Geſtalt wegen nennt. Man findet ihn haͤuſig in Sachſen, Schleſien, Boͤhmen, Ungarn, Schweden u. ſ. w. Aus dem Amianth bereitet man die unverbrennliche Leinwand, das unverbrennliche Pa⸗ pier und die unverbrennlichen Dochte, welche ſonſt dem Aberglauben viel Nahrung gaben. Er hat eine graͤulich graue oder dunkelgruͤne Er bricht in großen Maſ⸗ Zur Leinwand werden die eingeweichten und ausgekaͤmmten Faſern uͤber einen Flachsfaden ge⸗ ſponnen, dann gewebt und die Leinwand gegluͤhet; zum Papier werden die Faſern geſtampft und der weiche Brei wie Papiermaſſe behandelt. 5) Meerſchaum. Von dieſem Material werden die beliebten Pfeifenkoͤpfe verfertigt. Man war ſonſt uͤber den Urſprung deſſelben zweifelhaft, und hielt es fuͤr ein Produkt des Mee⸗ res, woher ſein Name entſtanden iſt. Jetzt wiſſen wir mit Sicherheit, daß er in Natolien, nicht weit von der Stadt Konie(vormals IJconium), bei dem Dorfe Klitſchik gegraben wird. Er bricht daſelbſt in einer grauſchiefrigen Kalkkluft nicht tief unter der Oberflaͤche in Adern. L 2 Von ihm hat die Bittererde den Namen Talkerde enthalten; denn er enthaͤlt 44 Prozent „. Liſengehalt des Bodens. 4 So wie er an die Luft kommt, iſt er ſchmierig. Man laͤßt ihn aber an der Luft erhaͤrten, und ſchneidet und bohrt Pfeifenkoͤpfe daraus, die nach Conſtantinopel verkauft, dort gefaͤrbt oder in Wachs und Oel geſiedet werden. Dann kommen ſie zu uns, und erleiden eine Umarbeitung. Aus dem Abfalle macht man die unaͤchten Koͤpfe. Er beſitzt ungeachtet ſeiner Weichheit ſtarkren Zuſammenhang, und iſt daher weniger zerſprengbar, wie andere Foſſilien. Außerdem ſind das ſtarke Anhaͤngen an die Zunge und ſeine ſpezifiſche Leichtigkeit charakteriſtiſche Kennzeichen von ihm. Nach Wiegleb beſteht er aus gleichen Theilen Bittererde und Kieſelerde. Er ſoß auch in Spanien, unweit Madrid, ferner in Ungarn und Nordamerika vorkommen. D as E iſen. §6. 105. 1 8 Das Eiſen iſt im Boden, wie wir ſchon beim Thon erwaͤhnten, haͤufig und in verſchie⸗ dener Geſtalt enthalten. SEs findet ſich naͤmlich als ſaͤurefreies Oxyd in verſchiedenen Graden der Opydation in wei⸗ ßer, gruͤner, ſchwarzer, rother Farbe, mit der Thonerde gemengt und inniger damit verbun⸗ den, und iſt die Urſach der verſchiedenen Farbe alles Thons. Wir koͤnnen bis jetzt noch nichts beſtimmtes daruͤber angeben, ob und welchen Einfluß es auf die Vegetation und Guͤte des Bo⸗ dens habe. Der Opydationsgrad ſcheint nach allen Beobachtungen keine Verſchiedenheit zu ma⸗ chen, und deshalb iſt die Farbe des Bodens, in ſofern ſie von ſelbigem abhaͤngt, gleichguͤltig. Ferner finden wir kohlenſaures Eiſenoxyd in manchen Lehmarten. Auch dieſes ſcheint gleichguͤltig, wenigſtens unſchaͤdlich. Durch Uebergießung mit ſtaͤrkern Saͤuren entweicht die Kohlenſaͤure mit Aufbrauſen, eben ſo wie die aus dem Kalke, und deshalb iſt dieſes Aufbrau⸗ ſen, welches manche als ein ſicheres Zeichen des Kalk⸗ oder Mergelhalts angenommen haben, truͤglich.— Endlich finden wir das Eiſen mit Schwefel⸗ und Phosphorſaͤure verbunden im Boden, jedoch minder haͤufig. Mit der erſtern macht es die Subſtanz, die man gewoͤhnlich Vitriol nennt, und den Boden, worin es ſich ſindet, deshalb vitrioliſchen Boden. Die Materie fi⸗ det ſich nur da, wo Schwefelkieſe vorhanden ſind, durch deren Verwitterung ſich die Saͤure erzeugt und mit dem Eiſen verbindet Zuweilen kommt ſie in feucht liegendem Thone vor, am haͤufigſten aber doch nur in torfigten Mooren, aus denen zuweilen der Eiſenvitriol mit Vor⸗ theil gezogen werden kann. In groͤßerer Menge iſt ſie der Vegetation nachtheilig und toͤdtlich; in geringerer Menge aber hat ſie nach aͤltern und neuern Erfahrungen eine fruchtbringende Li⸗ genſchaft, insbeſondere wenn ſie mit kohlenſtoffhaltigen Materien, mit Erd⸗ oder Braunkohle, verbunden iſt. Vergl. Annalen des Ackerbaues 1809, Auguſt⸗ und Septemberſtuͤck, S. 164, und Oktober⸗ und Novemberſtuͤck S. 455. Hieruͤber Mehreres in der Lehre von der Duͤn⸗ gung.“ Mit der Phosphorſaͤure verbunden ſinden wir das Eiſen gewoͤhnlich in der Materie, die man Ur⸗, Ortſtein⸗ oder Wieſenerz nennt, und deren wir ſchon unter den Thonarten erwaͤhnt haben. Sie verwittert und vermengt ſich zuweilen mit der Ackerkrume, wo ſie jedoch, der Luft ausgeſetzt, ihre der Vegetation toͤdtliche Eigenſchaft allmaͤhlig zu verlieren ſcheint. Ein Erdboden, wo ſich der Ortſtein flach unter der Oberflaͤche findet, gehoͤrt allemal zu den ſchlech⸗ teſten und unbrauchbarſten..2 ei wülnngen wmcheten b Dies ſiandcheile d des Boden? andern Beſt cher eigenli macht, md der ſor den vielen m nict deſen gprenomiſch ker vermehr den Begriff nicht. Er gannt word Fue. Der Fruchtbarke alein, was und thieriſch iig onzufuh⸗ und nach de verſcieden, Er Ken und Oxyg indem jen mein verb Ihosphor So! dens. Er Aeden, wer Tod und dig. Je. hat, un! Häͤrten, und efärht dder narbeitung. heit ſtarken zerdem ſind Kannzeichen . in verſche ation in we amit verbun⸗ t noch nicht Zuͤte des de⸗ enheit zu ma⸗ gleichgüͤltg dieſes ſchein entweicht die eſes Aufbrau⸗ mmen haben, t im Bode nlich Vitril Materie fe⸗ h die Stur hone vor, un iol mit Ao und töhllh tbringened er Braunbhle düͤck, E,16, von de din⸗ Materie, i arten erwiht e jedoch, N ſczeint. Al zu den ſch Fruchtbarkeit des Bodens haͤngt eigentlich ganz von ihm ab, denn außer dem Waſſer iſt er es Das Eiſen.. 35 15 S. 106. Wir erwaͤhnen noch des Manganesoryds oder Braunſteins, der oft einen, ob⸗ Braunſtein. wohl geringen Beſtandtheil der Ackerkrume ausmacht, ſich auch gewoͤhnlich in den Pflanzen und Thieren befinder. Man hat von ſelbigem noch keinen Einfluß auf die Vegetation bemerkt. 1§. 1072. iene Dies ſind die beſtaͤndigen unveraͤnderlichen, unerſchoͤpflichen und unverbrennlichen Be⸗ ſtandtheile des Erdbodens, welche nach ihrer quantitativen Vermengung die Verſchiedenheit des Bodens bildet, worauf wir in der Folge zuruͤckkommen werden, wenn wir nun erſt einen andern Beſtandtheil jedes fruchtbaren Bodens, wovon deſſen Fruchtbarkeit abhaͤngt, und wela cher eigentlich nur die Nahrung der Pflanzen, in ſofern ſie aus dem Boden gezogen wird, aus⸗ macht, werden betrachtet haben. Dies iſt: Der Humus. §. 108, Der ſonſt gewoͤhnliche Name fuͤr dieſe Subſtanz iſt Dammerde. Dieſer Ausdruck iſt Begrif des von vielen mißverſtanden worden, da man ſich darunter die gemengte Ackererde dachte, und nicht dieſen beſondern Beſtandtheil derſelben. Dies iſt ſogar von einigen wiſſenſchaftlichen agronomiſchen Schriftſtellern geſchehen, und dadurch die Verwirrung in dieſer Lehre noch ſtaͤr⸗ ker vermehrt worden. Ich habe deshalb jenen Namen dafuͤr eingefuͤhrt„der ſehr beſtimmt den Begriff ausdruͤckt. Ueberhaupt paßt als wiſſenſchaftliche Benennung der Ausdruck Erde nicht. Er iſt eigentlich keine Erde, ſondern bloß ſeiner pulverfoͤrmigen Subſtanz wegen ſo ge⸗ nannt worden. 1 3 .1§. 109. Der Humus macht einen mehr oder minder großen Beſtandtheil des Bodens aus. Die Sigenſchnſten allein, was den Pflanzen im Boden Nahrung giebt. Er iſt der Ruͤckſtand der vegetabiliſchen und thieriſchen Faͤulniß, ein ſchwarzes, iſt es trocken, ſtaubiges, iſt es feucht, ſanft und fet⸗ tig anzufuͤhlendes Pulver. Er iſt zwar nach Verſchiedenheit der Koͤrper, woraus er entſtand, und nach den Umſtaͤnden, unter welchen die Faͤulniß oder Verweſung derſelben vor ſich ging, verſchieden, hat aber doch gewiſſe allgemeine Eigenſchaften, und iſt ſich im Weſentlichen gleich. Er iſt ein Gebilde der organiſchen Kraft, eine Verbindung von Kohlenſtoff, Hydrogen, Azot und Oxygen, wie ſie von den unorganiſchen Naturkraͤften nicht hervorgebracht werden kann, indem jene Stoffe iu der todten Natur nur paarweiſe Verbindungen eingehen. Jenen allge⸗ mein verbreiteten Stoſſen geſellen ſich im Humus noch einige andere in geringerer Menge bei, Phosphor, Schwefel, etwas wirkliche Erde, und zuweilen verſchiedene Salze. So wie der Humus eine Erzeugung des Lebens iſt, ſo iſt er auch die Bedingung des Le⸗ bens. Er giebt die Nahrung dem Organismus. Ohne ihn laͤßt ſich daher kein individuelles geben, wenigſtens der vollkommnern Thiere und Pflanzen, auf dem Erdboden denken. Alſo war Tod und Zerſtoͤrung zur Erhaltung und Hervorbringung eines neuen Lebens durchaus nothwen⸗ dig. Je mehr Leben da iſt, um ſo mehr erzeugt ſich Humus, und je mehr Humus ſich erzeugt hat, um deſto mehr iſt Nahrung des Lebensorgans vorhanden. Jede organiſche Natur eignet 1 Veſtandtheile. Verſchiedenheit nud Veraͤnder⸗. lnchteir und nicht unzerſtoͤrbar. 35 Beſtandtheile des Bodens. ſich waͤhrend ihres Lebens immer mehrere rohe Naturſtoffe an, und verarbeitet ſie am Ende zu Humus, ſo daß dieſe Materie ſich um ſo ſtaͤrker vermehrt, je Menſchen⸗ und Thierreicher eine Gegend iſt, und je groͤßere Produktion man aus dem Boden zu ziehen ſucht; vorausgeſetzt, daß man ſie nicht muthwillig durch das Waſſer in den Ocean fortfuͤhren oder durch Feuer zer⸗ ſtoͤren laͤßt. Wir koͤnnen die Geſchichte des Humus von Anbeginn der Welt ſtudieren, wenn wir nur die Fortſchritte der Vegetation auf kahlen Felſen betrachten. ten und Mooſe, in deren Moder vollkommnere Pflanzen Nahrung finden, die durch ihre Ver⸗ weſung immer die Maſſe deſſelben vermehren, und ſomit endlich ein Lager von Humus hervor⸗ bringen, worin die ſtaͤrkſten Baͤume wachſen koͤnnen. Die Dammerde, ſagt Voigt im Anhange zu Sauſſures Unterſuchungen der Begetain ſehr ſchoͤn, iſt das zum Theil entmiſchte, aber nicht gaͤnzlich deſorganiſirte Vegetabil. Sie bildet eine große allgemeine Pflanze ohne Organiſation, und traͤgt die andern Pflanzen nur auf ſich, und naͤhrt ſie, wie eine Knoſpe vom Stamme getragen und ernaͤhrt wird, oder wie ein Kaktustrieb auf Koſten des alten Blattaſtes. Die Dammerde beſteht aus vegetabiliſchen Sub⸗ ſtanzen, kann alſo auch wieder darin verwandelt werden„ und wird zu dieſer Abſicht oft ſorg⸗ uig vorbereitet. §. 110. Der Humus iſt in der Qualitaͤt ſeiner Beſtandtheile denen Aoͤrpern gleich, aus waſchen er entſtand. Allein im quantitativen Verhaͤltniſſe erleiden ſie eine Veraͤnderung. Die Urſtoffe treten in eine andere Verbindung, ein Theil verfluͤchtigt ſich. Der Humus hat nach Sauſ⸗ ſure weniger Opygen, aber mehr Kohlenſtoff und Azot, als die Gewaͤchſe, woraus er ent⸗ ſtand. Aber auch die Umſtaͤnde, unter welchen ſich der Humus bildet, haben auf das quan⸗ titative Verhaͤltniß und die beſondere Verbindungsart ſeiner elementariſchen Theile ohne Zweif fel einen großen Einfluß. Er iſt deshalb verſchieden, wenn er ſich unter der freien oder unter dem verſchloſſenen Zutritt der Atmoſphäͤre bildet; verſchieden bei dem Zutritte von vielem Waſſer, oder bei geringer Feuchtigkeit. Dies iſt ausgemacht; obgleich weder die Umſtaͤnde, die auf die Bildung des Humus Einfluß haben, noch die Abweichungen, die ſich dabei lnden⸗ ſchon genugſam unterſucht ſind. 5. II1. Auch wenn ſich der Humus einmal gebildet hat, ſo iſt er noch keinesweges unveräͤnderlich Er ſteht beſonders in beſtaͤndiger Wechſelwirkung mit der atmoſphaͤri⸗ ſchen Luft. Unter einer mit Queckſilber geſperrten Glocke zieht er das Sauerſtoffgas maͤchtig an, theilt ihm Kohle mit, und verwandelt es in kohlenſaures Gas. Iſt die Glocke mit Waſer geſperrt, ſo entſteht ein leerer Raum, in welchen das Waſſer eintritt, indem es das kohlen⸗ ſaure Gas in ſich aufnimmt. Es geht alſo mit dem Humus eine unmerkliche Verbrennung vor. Bei der vollkommnen Holzkohle bemerken wir dieſes nicht. Es muß alſo von der beſondern Verbindung des Kohlenſtoffs mit Hydrogen und Azot herruͤhren. kohlenſaurem Gas wirkt der Humus wahrſcheinlich auf die Vegetation, auch vermittelſt des Bodens, beſonders wenn das Kraut der Pflanzen die Oberflaͤche ſtark bedeckt, und dadurch die zu ſchnelle Entweichung der mit entwickeltem kohlenſauren Gas angefuͤllten Luftſchicht hindert. Sauſſure fand, daß ſaftige halb vertrocknete Pflanzen ſich augenſcheinlich ſchneller erholten, wenn er ſie auf Humus oder auf eine mit Humus angefuͤllte Erde legte, als wenn ſie auf einer an⸗ dern magern feuchten Erde lagen. Nach den unter der Glocke angeſtellten Verſuchen kann man Erſt erzeugen ſich Flech⸗ Durch dieſe Erzeugung von Luthen pie u dun i dinem geih zuſure noch aiköüiche Na man einen an berdunſten li durch wiederho man ihn dam man aufß neue Fähen af, ſ it nac Sauſun ausgekochte. Purzen der P nicht der Kohl wied. Ohne füſch utſtand neht. An de fung erzeugt fällt, worauf worden; wir wir in der R lich geworde Die fau naufloslich dieſe Auflöſu ſchlagen, deſſ dumus nicht Dder di wddergehend thut es aber noch wird d kuft ausgeſ dict durch ſih der Hun den, als ma Lelten, i voft wicderh „don gemach „enerde und am Ende a reicher eine fausgeſezt, Feuer zer⸗ eren, wenn ſch Kech⸗ 8 Me Ner⸗ imus herwn⸗ er Vezae ghetabil.. nzen nura oder wie in liſchen Suͤ cht oft ſotz s welchen Die Urfift nach Sauß raus er enr⸗ f das quan⸗ ohne Zweifel er unter dem lem Vaſet, de, die di den, ſcho veraͤnderlch atmoſpher fgas mäͤtit ke mit Poſe das hhe⸗ drennung bor der beſcndern geugung d rmittelſt de dadurch d icht hinden olten, wenn auf einer ol⸗ en kann wa Beſtandtheile des Bodens⸗ 87 berechnen, wie ungeheuer groß die Menge von Kohlenſaͤure ſeyn muß, diel ſich auf einem Jo⸗ chart von einem an. Humus reichen Lande entwickelt. §6. 112. Zugleich aber geht in dem Humus noch eine andere Veraͤnderung vor, die uns ebenfalls 8 Sauſſure noch genauer kennen gelehrt hat. Es bildet ſich naͤmlich darin eine gewiſſe im Waſſer aufloͤsliche Materie, die man Extraktivſtoff nennt. Man ſcheidet dieſen Stoff aus, wenn man einen an der Luft gelegenen Humus mehrere Male auskocht, und dann die braune Bruͤhe verdunſten laͤßt, wo dieſer Stoff dann als ein brauner und ſchwarzer Brei zuruͤckbleibt. Wenn durch wiederholte Abkochung der Humus dieſes aufloͤslichen Stoffes faſt voͤllig beraubt ſcheint, man ihn dann aber wieder eine Zeitlang der Beruͤhrung der Atmoſphaͤre ausſetzt, ſo erhaͤlt man aufs neue mehreren Extraktivſtoff. Bewahrt man aber den Humus in verſchloſſenen Ge⸗ faͤßen auf, ſo erhaͤlt man keinen weiter. Der ſeines aufloͤslichen Extrakts ſo beraubte Humus iſt nach Sauſſure minder fruchtbar, und enthaͤlt verhaͤltnißmaͤßig weniger Kohle, als der nicht ausgekochte. Dieſen Extraktivſtoff, in Waſſer verduͤnnt, ſah Sauſſure unmittelbar in die Wurzeln der Pflanzen uͤbergehen. Es ſcheint alſo wohl diejenige Form zu ſeyn, in welcher naͤchſt der Kohlenſaͤure die NRahrung und insbeſondere der Kohlenſtoff den Pflanzen zugefuͤhrt wird. Ohne Auskochung durch bloßes Preſſen erhaͤlt man wenig aus altem Humus. Aus friſch entſtandenen oder mit thieriſchem Miſte verſetzten, giebt er auch durch bloße Auspreſſung mehr. An der Lufrt veraͤndert ſich dieſer Extraktivſtoff. Auf ſeiner an der Luft geſtellten Aufloͤ⸗ ſung erzeugt ſich ein Haͤutchen, das, wenn die Aufloͤſung geſchuͤttelt wird, in Flocken nieder⸗ fallt, worauf dann eine neue entſteht. Jener Niederſchlag iſt nun im Waſſer unaufloͤslich ge⸗ worden; wird aber wieder aufloͤslich, wenn ein Alkali dazu kommt. Mancher Humus, den wir in der Natur finden, ſcheint zum großen Theile aus ſolchem abgeſchiedenen, aber unaufloͤs⸗ lich gewordenen Extraktivſtoff zu beſtehen.. §. 113,. ——yyyä Ertraktivſtoff es Humus. Wirkung der Die feuerbeſtaͤndigen Alkalien loͤſen aber den Humus faſt gaͤnzlich auf, ſo wie auch jenen Alkaiten auf den unaufloͤslich gewordenen Extraktivſtoff, und es entweicht waͤhrend ihrer Einwirkung Ammonium. Dieſe Aufloͤſung wird durch Saͤuren zerſetzt, welche daraus ein verbrennliches Pulver nieder⸗ ſchlagen, deſſen Menge im Verhaͤltniß zum Humus aber geringe iſt. Der Alkohol loͤſt den Humus nicht auf; er trennt nur wenig Extraktivſtoff und Harz davon. —§. 114. Der eigentlichen Faͤulniß iſt der Humus nicht empfaͤnglich, er ſcheint vielmehr derſelben widerſtehend zu ſeyn. Denn der abgeſonderte Extraktivſtoff kann in fauligte Gaͤhrung kommen; thut es aber nicht, ſo lange er mit den uͤbrigen Theilen des Humus verbunden iſt. Aber den⸗ noch wird der Humus, durch Erzeugung der Kohlenſaͤure und des Extraktivſtoffs, wenn er der Luft ausgeſetzt iſt, noch mehr aber durch den Wachsthum der Pflanzen, wenn er dem Boden nicht durch Duͤngung wiedergegeben wird, endlich voͤllig verzehrt. Waͤre das nicht, ſo muͤßte ſich der Humus zu einer weit groͤßern Menge auf der Oberflaͤche des Erdbodens angehaͤuft ha⸗ ben, als man ihn findet.„Die Zerſtoͤrbarkeit dieſer vegetabiliſchen Erde, ſagt Sauſſure der Aeltere, iſt eine Thatſache, die weiter keinen Einwurf leidet, und Ackerbauer, die durch Humus. Auflösbarkeit und Vergäng⸗ lichkeit des Hu⸗ mus. „oft wiederholtes Umpfluͤgen die Duͤngung erſetzen wollten, haben die traurige Erfahrung da⸗- „von gemacht. Sie haben ihre Felder allmaͤhlig aͤrmer und durch die Zerſtoͤrung der Pflan⸗ „zenerde unfruchthar werden ſehn.“ Er bezieht ſich hier wahrſcheinlich auf die Verſuche, die 38 Beſtandtheile des Bodens. 1 2„„ 1„ v; ra, ſein Landsmann Chateauvieur mit der Thulliſchen Deillmethode, ohne Duͤnger, bei Genf machte, und die in du Hamels traité sur la culture des terres ausfuͤhrlich beſchrieben ſind. Solche Beiſpiele liegen uns aber taͤglich vor Augen. Nur indem wir einen Theil der auf dem Boden erzogenen Pflanzen ihm im Duͤnger zuruͤckgeben, verhuͤten wir die Erſchoͤpfung des Hu⸗ mus, indem er durch die Vegetation doch mehr erzeugt als verzehrt wird, ſo daß, wenn al⸗ les, was auf dem Erdboden waͤchſt, auch darauf verfaulte, die Anhaͤufung des Humus be⸗ traͤchtlich ſeyn wuͤrde; wie wir es auch in alten Waldungen und auf unbewohnten Flachen, dſe eeine der Vegetation guͤnſtige Lage haben, wirklich vorfinden. u t „Zerbindung initt Nach den Grunderden, womit ſich der Humus vermiſcht, verhaͤlt er ſich verſchieden, und dem Thone. außert verſchiedene Wirkungen. Der Thon haͤlt vermoͤge ſeiner Zaͤhigkeit die mit ihm vermiſch⸗ teen und zertheilten Partikeln des Humus an, und ſichert ſie mehr gegen die Einwirkung der atmoſphaͤriſchen Luft, folglich gegen die Zerſetzung. Deshalb, und weil die Pflanzen ihre Wurzeln im Thon aicht ſo frei und nach allen Seiten hin ausdehnen koͤnnen, muß der Thon mit vielem Humus durchdrungen ſeyn, ſoll er fruchtbar ſich zeigen. Er bedarf deswegen ei⸗ ner ſehr reichlichen Duͤngung, wenn er erſt in Kultur gebracht werden ſoll, und von Natur wenig Humus enthielt. Iſt er aber einmal damit geſchwaͤngert und ganz durchdrungen, ſo bleibt er um ſo laͤnger fruchtbar, ohne einer neuen Duͤngung zu beduͤrfen. Der Thon ſcheint ſich aber auch innig und chemiſch mit dem Humus zu vereinigen, ſo daß dieſer gewiſſermaßen ſeine Eigenſchaften, insbeſondere ſeine ſchwarze Farbe verliert. Wir haben Thonarten unter⸗ ſucht, die faſt ganz weiß waren, und bei welchen man auch kein andres Merkmal von Humus antraf. Beim Gluͤhen aber wurden ſie ſchwarz, und gaben auch mehrere Merkmale des Ge⸗ haalts von hydrogeniſirten Kohlenſtoff an. Beim fernern Gluͤhen verſchwand die ſchwarze Far⸗ be, und ſie hatten ſehr merklich an Gewicht verloren. Es iſt gar nicht ſelten, daß der ange⸗ ſchwemmte Boden in den Marſchen und Niederungen ganz weiß ausſieht; aber ſeine hohe Fruchtbarkeit laͤßt doch auf einen ſtarken Gehalt von Humus oder von den Stoffen, woraus er be⸗ ſteht, ſchließen. In ſolchem aufgeſchwemmten Boden ſindet man den Humus faſt immer am innigſten und ſtaͤrkſten mit dem Thone verbunden, weil er als Schlamm mit dem Thone ge⸗ miſcht von dem Waſſer daſelbſt abgeſetzt wurde. Verhalten gegen Dem Sande kann man bloß eine mechaniſche Wirkung zum Humus beimeſſen. Wegen— den San ſeeiner Lockerheit geſtattet er der atmoſphaͤriſchen Luft freien Zutritt zu allen Partikeln des Hu⸗ mus, beguͤnſtigt alſo die Abſcheidung des Kohlenſtoffs als Kohlenſaͤure und Extraktivſtoff, und zerſetzt alſo den Humus ſchneller. Wenn es dem mit dem Sande genugſam vermiſchten Humus nicht an Feuchtigkeit fehlt, ſo iſt dieſer Boden ungemein fruchtbar. Aber ſeine Fruchtbarkeit wird auch ſchnell erſchoͤpft, weil der Humus zerſetzt wird. Man findet hier im Oderbruche ſolche Stellen, wo auf dem Sande, den die Stroͤmungen des Waſſers angehaͤuft hatten, ſich vor zehn oder zwoͤlf Jahren noch eine ſtarke Lage von Humus befand, die ſich aber zuſehends erſchopft hat, ſo daß man jetzt nur klaren weißen Flugſand darauf ſieht. Es iſt ſonderbar, daß auch dieſe ganz unfruchtbaren Stellen im Fruͤhjahr mit ſchoͤnen gruͤnen Raſen ſich uͤberzie⸗ hen. Dies iſt nicht anders zu erklaͤren, als von der Menge des kohlenſauren Gas, welches ſich dort erzeugt. Dagegen verbeſſert ſich daſelbſt der mit zu vielem Humus vermiſchte Boden durch längere Beackerung. Wird hier mit loſem ſchwammigen Humus, der ſich ohne Beimiſchung von Grunderden angehaͤuft hat, Sand vermengt, ſo verbeſſert ihn dies ſehr. Der Sn 1 preßt geit ir uhm d an da 9 nien ng Luchd Feeihulſe d gſezt. Anders wirkung derſe ſelbſt, dder d noch nicht unten felczen der luf aher heſondere Wir fnd angehäuft. D tbilien und ſe⸗ wachtige kager Aer fnd, wor nde, iſt vo Weſſe in ſich ſaure und dee müthlich gehe rer Theil vor gengas. B Elemente, der freien Lu Je laͤn ſa, und era dieeſes Humus in mehr kohl Lohle, wie d In auföslich d vach lnge friſchem, d wirkſam, u Akker nicht Aber Michung u aus Nuſche wandniß ha ſer nicht hoc drr luft kom Nuſer geleg Jwater Th r, bei Gei drieben ſind er auf dem ung des Hu⸗ , wenn ab⸗ Humad be, dache, he rſchiedd ihm vern nwirkung w Vflanzen in ß der Tim deswegen. d von Nauu drungen, ſt Thon ſchäut gewiſſermaß narten unter⸗ l von Humus male des Ge⸗ ſchwarze Far⸗ daß der ange⸗ er ſeine hohe woraus erde ſt immer in n Thone g ſen. Ven keln des h⸗ ktivſtoff, ul ſchten hunb Fruchkdukit m Odtute t hatin, ic aber zuſchuds it ſenderbar n ſcc übenſe 1, welcheuſ „Boden duch Beiniſtug der Ennd peih Beſtandtheile des Bodens. 89 preßt ihn zuſammen, ſo daß er nicht ſo ſchwamimig bleibt, nicht zu viele Feuchtigkeit anzieht, und auch den Pflanzenwurzeln mehr Haltung und Feſtigkeit giebt. Dies iſt der Fall, wo man mit Sand duͤngen kann, und große Wirkung davon ſieht, groͤßere, als ſelbſt vom aufgefahrnen Miſte. Auch den ſauren Humus und den Torf zerſetzt der Sand, oder vielmehr er wird durch die Beihuͤlfe des Sandes von der uͤbermaͤßigen Naͤſſe befreit, und dann von der Atmoſphaͤre zerſetzt. §. 117. Anders wie der an der Luft gelegene, verhaͤlt ſich derjenige Humus, welcher der Ein⸗ wirkung derſelben lange entzogen iſt, es ſey, daß er in tieferer Lage durch ſeine obere Schicht ſelbſt, oder durch andere Erde oder durch Waſſer bedeckt wurde. Genugſam iſt dieſer Zuſtand noch nicht unterſucht, und wir koͤnnen uͤber das Eigenthuͤmliche der Veraͤnderungen, die mit ſolchem der Luft entzogenen Humus vorgehen, nur mit Wahrſcheinlichkeit reden. Er beſitzt aber beſondere Eigenſchaften, ſelbſt dann, wenn er keine Saͤure hat. Wir finden ſolchen Humus oft in Sinken und Niederungen, beſonders neben Waͤldern angehaͤuft. Das aus den hoͤhern Stellen hier zuſammenfließende Waſſer, nahm allerlei Vege⸗ tabilien und ſelbſt ſchon gebildeten Humus mit ſich fort, und ſetzte ihn hier ab, wo er dann oft moͤchtige Lager bildet. Er iſt allerdings faſt immer mit Grunderden vermengt, die von der Art ſind, woraus die umliegende Gegend beſteht. Solcher Humus, wenigſtens der tiefer lie⸗ gende, iſt vom Zutritte der Luft ausgeſchloſſen geweſen, hat ſich alſo auf eine ganz andere Weiſe in ſich ſelbſt zerſetzt, und andere Materien in ſich erzeugt. Die Erzeugung der Kohlen⸗ ſaͤure und des Extraktioſtoffs findet hoͤchſt wahrſcheinlich ohne Zutritt der Luft nicht ſtatt. Ver⸗ muthlich geht ein Theil Hydrogen mit einem Theile Oxygen zu Waſſer zuſammen. Ein ande⸗ rer Theil von Hydrogen loͤſt dagegen Kohlenſtoff, und entweicht damit als gekohltes Hydro⸗ gengas. Beſtimmt wird der Kohlenſtoff dieſem Humus in geringerer Menge, wie die uͤbrigen Elemente, entriſſen. Es tritt alſo gerade der entgegengeſetzte Fall ein, wie bei dem, der an der freien Luft lag. Je laͤnger der Humus alſo bedeckt liegt, deſto mehr muß der Kohlenſtoff in ihm anwach⸗ ſen, und er alſo eine Art von langſamer Verkohlung erleiden. Die tiefer liegenden Schichten dieſes Humus, welche fruͤher entſtanden und aͤlter ſind, wie die hoͤher liegenden, haben daher ein mehr kohlenartiges Anſehn, ſind ſchwaͤrzer und kompakter, und geben beim Brennen mehr Kohle, wie die hoͤher liegenden. Wenn aber die Kohle nur in ihrer Verbindung mit Hydro⸗ gen aufloͤslich bleibt, ſo iſt ein ſolcher Humus ſchwer zerſetzbar, und daher wenig wirkſam, bis er nach laͤngerer Luftausſetzung ſeine Natur wieder veraͤndert hat. Durch Vermengung mit friſchem, viel Ammonium ausduͤnſtenden Miſt, wird er, wie die Erfahrung lehrt, ſchneller wirkſam, und oft verſpuͤrt man die Wirkung der Auffuͤhrung eines ſolchen Humus auf den Acker nicht eher, als bis derſelbe eine Miſtduͤngung erhaͤlt. Aber auch der Kalk befoͤrdert ſeine Zerſetzbarkeit ſehr, und oft iſt man im Stande, dieſe Miſchung um ſo leichter zu bewirken, wenn man unter ſolchem Moder eine Schicht von erdigem, aus Muſcheln entſtandenen Kalk antrifft; wie dies haͤufig der Fall iſt. Faſt eine gleiche Be⸗ wandniß hat es mit dem Humus oder Moder, der unter Waſſer gelegen hat. Steht das Waſ⸗ ſer nicht hoch uͤber demſelben, und trocknet von Zeit zu Zeit aus, ſo daß er in Beruͤhrung mit der Luft kommt, ſo iſt ein ſolcher Moder weit ſchneller wirkſam, wie der, welcher tief unter Waſſer gelegen hat. 3 Zweiter Theil. 5 M Veraͤnderung welche der Hu⸗ mus darch Ent⸗ ziehung der Luft erleidet. 99 Beſtandtheile des Bodens. 1 G 4& 1 12. 3 3 Entſtehung der Saäuren im Hu⸗ mus dei der Naͤſſe. 3 licher durch das Roͤthen des Lakmuspapiers offenbart. mißbraucht ward. 88 Art, deren Baſis Kohlenſtoff ſei, zu halten verleitet wurden. nicht abwaſchen und ſelbſt durch das Kochen nicht davon trennen kann. ddeer Humus gekocht iſt, bekommt zwar einen ſaͤuerlichen Geſchmack, Saͤure bleibt an jenem hangen. ſich beim Zutritt der Luft aus dem Waſſer niederzuſchlagen. Theil ſeines Gewichts daraus. ſo daß er eben ſo ſauer bleibt, wie er vorher war. 3 in der Fluͤſſigkeit zuruͤck, und der Extraktivſtoff iſt dann nicht mehr ſauer. ruch ſehr merklich wird, wenn man die Aufloͤſung m mit Alkalien behandelt. 75. 119. Saurer Humus. Dieſer ſaure Humus iſt unfruchtbar, und der Vegetation nachtheilig. . Graͤſer darauf fortkommen: die Riedgraͤſer, Carices, die 2 ſauren n Humus enthaſte. ger auf andere Felder fuͤhren, benutzen koͤnnen. wirkſames Gegenmittel bereiten, indem wir ihn naͤmlich brennen. wird die Lauge dunkelbraun, ſogar von vieler aufgeloͤ ſten Subſtanz dickfluͤſſig. Lauge dann eine Saͤure geſchuͤttet, ſo ſchlaͤgt ſich der Extraktivſtoff in dunkelbraunen Flocken nieder, und nimmt, was merkwuͤrdig iſt, wenn man nur etwas mehr Saͤure, als zur Reu⸗ traliſirung des Alkali noͤthig iſt, hinzuſetzt, die Eſſig⸗ und Phosphorſaͤure wieder in ſich auf, Iſt aber gerade nur ſo viel Saͤure, als noͤthig iſt das Alkali abzuſtump fen, hinzugeſetzt, ſo bleiben die Saͤuren am Alkali gebunden Wenn der Hurus immer feust, jedoch nicht ganz mit Waßer bedeckt liegt, ſo erzeugt 4 ſich in demſelben eine Saͤure, die ſchon dem Geſchmacke ſehr auffallend iſt, ſich aber noch deut⸗ Man hat dies ſchon lange gewußt, und daher ſolche Wieſen und Gruͤnde mit Recht ſauer genannt, obwohl dieſer Ausdruck haͤufig ge⸗ Wir haben aber wohl die Sache zuerſt genauer unterſucht, und die eigen⸗ thuͤmliche Beſchaffenheit dieſer Saͤure erforſcht, die wir anfangs fuͤr eine Saͤure beſonderer Sie iſt aber mehrentheils Eſig⸗, zuweilen auch Phosphorſaͤure, die ſich ſonderbar feſt an den Humus haͤngt, ſo daß man ſie Die Fluͤſſigkeit, womit aber der groͤßte Theil der Was das Waſſer ſonſt noch aufgeloͤſt hat, beſteht in einer geringen Menge von einer braunen, im trocknen Zuſtande ſproͤden Materie, die aber von dem 5. Extraktivſtoffe des gewoͤhnlichen Humus ſehr verſchieden iſt, und nicht die Eigenſchaften beſitt, Dagegen fuͤhrt dieſer ſaure Hu: 8 mus eine große Menge von unaufloͤslichen Extraktivſtoffen, und zuweilen beſteht der groͤßte 3 Wenn er daher mit einer alkaliſchen Lauge digerirt wird, ſo Wird zu der Dieſer ſaure Hu⸗ mus enthaͤlt Ammonium, welcher vorher an der Saͤure gebunden durch einen ſtechenden Ge⸗ 8 Wenn die Saͤure ſtark iſt, und den ſaͤmmtlichen Humus durchdrungen hat, ſo koͤnnen nur gewiſſe wenig nutzbarle Binſen, Junci, Dunggras, Erio phorum u. ſ. w. Dieſe, vorzuͤglich die Binſen, ſind ſeine gewoͤhnliche und eigenthuͤmliche Be⸗ 3 wohner, und wo man ſie findet, kann man mit Sicherheit Annehmen⸗ daß der Boden vielen Wenn wir aber den Boden nur trocken legen, und von der ſchaͤdlichen Feuchtigkeit, wel⸗ 3 che die Entſtehung der Saͤuren beguͤnſtigte, befreien koͤnnen, ſo haben wir Mittel, ihm dieſe 8— ſchaͤdliche Eigenſchaft zu benehmen, und ihn in fruchtbaren Humus zu verwandeln. 3 den dann in ihm einen von der Natur uns aufbewahrten Schatz von vegetabiliſchen Nahrungs⸗ ſtoffen, den wir auf das Vortheilhafteſte auf der Stelle ſelbſt, oder indem wir ihn als Duͤn⸗ Wir wiſſen naͤmlich, daß er durch Alkali, Aſche, Kalk und Mergel von ſeiner Saͤure befreit, und ſchnell aufloͤslich gemacht werde. Wenn wir aber auch dieſe Materie nicht anwenden koͤnnen, ſo koͤnnen wir doch aus ihm ſelbſt ein Es wird dadurch nicht nur aus ihm ſelbſt das ſo wohlthaͤtige Kali und Kalk erzeugt, ſondern es hat auch das Feuer an Wir fin⸗ ſih d das J Nemig 3 tlririen Ein oͤhyl giches enth 3 eſc dieſe i voran zuweile ganz unaufls waͤchſe, woran Heidekraut ſt laͤßt es wenig a den Niſt konnd eetilgt. Auch tethalten werde Ein aͤhn! venn er bei ſei vird. Almaͤh vind endlich z Auch ſch ſcee dem, d weil ihm die freierer Zutr deſen ſcheint wird; dieſer meſtoff frei. ind mit jenem bequemſten un gewäſſert wor ſandtheil des rungsſtof ſo die Cerealien! von einer deſ gegenwaͤrtig ſaͤtigt uns a Pianzen uͤb Endlich aus der Faͤul rere hat mehr brennen aus dunlih beme ſo erzeug rnoch deur⸗ dewußt, und d ddufg ge⸗ nd de oͤgen, te beſonder, ntheils bhp, daß mſ igkein, uen ßte Thald teht in en ber von d haften beſ r ſaure ze üt der grißt irt wird, ſ Wird zu der aunen Fota als zur R er in ſich ui [Saure, al kali gebunden ſer ſaure Hu⸗ techenden Ge⸗ n die Siun denig nutzben ggras, Lrie thuͤmliche de Boden ii tigkeit, tel eel, ihn deſe n. M jie en Naheuns in abs Di⸗ durch Alkai werde. Wan jm ſelbſ in ich nicht nur as Feuer an bequemſten und reinſten ſammeln konnte. Beſtandtheile des Bodens. b 91 ſich das Vermoͤgen, ſeine Saͤure groͤßtentheils zu vertilgen, weswegen das Raſenbrennen am vortheilhafteſten auf ſolchem Boden angewandt wird. 4. §. 120. aͤhnliches enthalten, beſonders aus dem Heidekraut, ſeldſt an trocknen Orten. Man findet da, wo ſich dieſe in Familien lebenden Pflanzen eingewuchert haben, oft eine ganz ſchwarze Erde, woran zuweilen freilich das Eiſen einigen Antheil hat, die aber doch aus vielem Humus, der ganz unaufloͤslich iſt, beſteht. Dieſer Humus beguͤnſtigt nur die Vegetation derjenigen Ge⸗ waͤchſe, woraus er entſtand, und dieſe Gewaͤchſe gedeihen nur, wo ſie ihn vorfinden. Das Heidekraut iſt ſehr ſchwer fortzubringen, wo ſich dieſer Humus nicht erzeugt hat. Wo er iſt, laͤßt es wenig andere Pflanzen auffkommen. Durch Mergel, Kalk und Ammonium enthalten⸗ den Miſt kann dieſer Humus umgewandelt werden, und ſomit wird dann auch jenes Heidekraut vertilgt. Auch das Brennen leiſtet einige Dienſte; nur kann das Feuer ſelten ſtark genug un⸗ terhalten werden. Ein aͤhnlicher Humus entſteht aus dem Laube einiger Baͤume, beſonders der Eichen, wenn er bei ſeiner Faulung nicht mit kraͤftigem thieriſchen Miſt oder Kalk und Alkalien verſetzt wird. Allmaͤhlig verliert dieſer Humus jedoch ſeine ſchaͤdliche Eigenſchaft an der Luft, und wird endlich zu milden Humus, aber ſpaͤter wirkſam.. §. 121. 3. Auch ſcheint bei friſch entſtandenem Humus ein erheblicher Unterſchied obzuwalten, zwi⸗ ſchen dem, der der Ruͤckſtand einer vollkommnen Faͤulniß iſt, und dem, der nur vermoderte, weil ihm die Bedingungen der Faͤulniß, Waͤrme und Feuchtigkeit fehlten, wo aber ein deſto freierer Zutritt der Luft ſtatt fand. Genau iſt dieſe Verſchiedenheit noch nicht unterſucht. In⸗ deſſen ſcheint jener offenbar weniger Kohle zu enthalten, und glimmt nur, wenn er entzuͤndet wird; dieſer iſt ſchwaͤrzer, hat mehr Kohle, brennt deshalb lebhafter, und macht mehr Waͤr⸗ meſtoff frei. Die meiſten Verſuche, welche insbeſondere Sauſſure mit dem Humus anſtellte, ſind mit jenem vorgenommen, indem man ihn aus Weiden und andern modernden Baͤumen am gewaͤſſert worden, einen dem vermoderten Holze ſehr aͤhnlichen Humus, der den Hauptbe⸗ ſtandtheil des Bodens bis zu einer Tiefe von 1½ bis 2 Fuß ausmacht. Ein ſolcher an Nah⸗ rungsſtoff ſo reicher Boden iſt dennoch beim Ackerbau ſehr mißlich, und insbeſondere fuͤr die Cerealien wenig geeignet. Ob dieſes allein von der zu großen Loſigkeit des Bodens, oder von einer beſonderen Qualitaͤt des Humus herruͤhre, iſt mir noch zweifelhaft, und wir ſtellen gegenwaͤrtig Verſuche daruͤber an. Seine Aehnlichkeit mit dem Moder der Weidenbaͤume be⸗ ſtaͤtigt uns auch die Bemerkung, daß das Cerastium vulgatum ſolche Stellen vor allen andern Pflanzen uͤberzieht. §. 122. Endlich unterſcheidet ſich der Humus, insbeſondere der friſchere, je nachdem er mehr aus der Faulniß vegetabiliſcher oder thieriſcher Koͤrper entſtanden iſt, ſehr merklich. Der letz⸗ tere hat mehr Azot, mehr Schwefel und Phosphorſtoff beigemiſcht, welches man bei dem Ver⸗ brennen aus dem Geruche, der dem verbrannter thieriſcher Koͤrper gleich kommt, ſchon ſehr deutlich bemerken kann. r 8 M e Adſtringirender Ein aͤhnlicher Humus erzeugt ſich aus Gewaͤchſen, die vielen Gerbeſtoff oder doch etwas 2 umus. Verſchiedenheit des durch Fänl⸗ niß und durch Verwitterung entſtandenen Humus. Man findet oft in vormaligen Bruͤchern, welche ab: Thieriſcher und vegetabiliſcher Humus. Entſtehun des Torfes⸗ 3 8 ſchwemmt. lustre), und vorzuͤglich das Torfmoos(Sphagnum palustre), ſind alle in ihm verwebt. ein ſaurer. ſchwarze Maſſe; 92. Der Torf. Es bedarf noch genauerer pneumatiſcher unterſuchungen des Sumps⸗ um die Verh haͤltniſſe der Veſandtheit in den verſchiedenen Arten zu beſtimmen. Der §. 123. Auch der Torf iſt eine Art von Humus. er ſey, hat man ſehr verſchiedene Meinungen gehabt. Vormals hielt man ihn fuͤr mineraſi— ſchen, oder doch halb mineraliſchen Urſprungs. Denn man glaubte, daß er eine zuſammenge⸗ haͤufte Maſſe und von erdharzigen Theilen durchdrungen ſey. Indeſſen iſt dieſe Meinung laͤngſt aufgegeben worden. Man trifft zwar Torfarten mit Erdharzen geſchwaͤngert an, aber man hat auch ſolchen, der keine Spur davon enthaͤlt. Und waͤre auch Erdharz darin, ſo iſt es wohl erwieſen, daß ſelbſt das Erdharz vegetabil iſchen Urſprungs ſey. Torf. Der Torf alſo iſt nichts anders, als eine zuſammenzehäufte, von mehr oder minder ver⸗ Er entſteht an niedrigen feuchten Stellen, wo gewiſſe, der Faͤulniß mehr widerſtehende Graͤſer und Laubmooſe wachſen, und ſich ſo daſelbſt weſten Pflanzentheilen entſtandene Materie. anhaͤufen, dann aus andern Theilen, welche das herbeifließende Waſſer an der Stelle an⸗ Alles haͤuft ſich uͤbereinander, das Vegetabiliſche geht in Verweſung uͤber, ver⸗ liert, je laͤnger es liegt, ſein organiſches Gewebe immer mehr, und wird zu einer kompakten ſchwammigen Maſſe zuſammengeballt. Wenn die Verweſung ſo weit gediehen iſt, daß das or⸗ ganiſche Gewebe ganz zerſtoͤrt worden, ſo iſt der Torf weiter nichts als ein Humus, und zwar Denn jeder Humus, wenn er nur einigen Zuſammenhang hat, und nicht zuviel mit Grunderden vermengt iſt, laͤßt ſich als Torf benutzen und brennen. Die Pflanzen, woraus der Torf ſich bildet und gewiſſermaßen waͤchſt, ſind lauter ſolche, die einen feuchten Standort haben. Die Riedgraͤſer(Carices), die Dunggraͤſer(Eriophorum), der Porſch(Les dum pe In⸗ deſſen hat man dem Torfmooſe einen vorzuͤglichen Antheil an dieſer Erzeugung des Torfs bisher zugeſchrieben und es iſt wohl gewiß, daß es einen großen Theil zur Bildung des Torfs hergiebt. Van Marum, der verdienſtvolle hollaͤndiſche Naturforſcher, haͤlt indeſſen noch eine andere Pflanze, die Converva rivularis, fuͤr die Hauptmutter des Torfes, ſo daß er ſogar der Mei⸗ nung iſt, man koͤnne Torf erzeugen und pflanzen, wenn man dieſe Pflanze nur an einer er feuch⸗ ten Stelle einheimiſch mache. Vergl. Hermbſtaͤdts Archiv, Bd. 1. S. 420. Die Umſtaͤnde koͤnnen ſehr verſchieden ſeyn, unter welchen der Torf entſteht. des Bodens gegen die rund umher liegende Gegend, beſonders gegen den benachbarten Waſer⸗ ſpiegel und der hiervon abhaͤngende Feuchtigkeitszuſtand, Pflanzen, woraus der Torf entſteht, und endlich die Beſchaffenheit des Untergrundes koͤnnen an verſchiedenen Orten ſehr von einander abweichen, und hierdurch wird wohl die mannigfaltige Verſchiedenheit hervorgebracht, die wir am Torfe bemerken. nen Orte, wo alles der ſchnellern Verweſung guͤnſtig war, als eine homogene, ſchwere und an andern, wo die Verweſung nur langſam vor ſich gehen konnte, als eine loſe leichte Maſſe, in der man noch ſehr viele Faſern von unzerſtoͤrten Pflanzen findet, oder die faſt ganz aus ſolchen beſteht. ren noch nicht genugſam bekannten Verweſungsprozeß darin erzeugt. Es giebt noch viele an⸗ dere Aöweichungen bei dem Torfe, die mehr oder weniger in die Augen fallend ſind, und zum Ueber die Entſtehung des Torfs, und das was die zugt dann auch die Beſchaffenheit der Wir finden den Torf an dem ei⸗ Zuweilen hat ſich auch wirklich Erdharz, durch einen beſonde⸗ dhalſend Kraer machider 4 e nniyt foſer rihi Naſſe uunnd nach ngſwrben i ekager; die ihnen iſ die bleibſel der die untern Ee SoLr dol ſett ſnd Ru Stelen etzeugt aer durch die igkeit ausgeſet ſcbermengt, finmt der Tor imſo ſehr, der do ſautt und auc Menge von u weilen trifft! ausmachen u Geruch, un aus, das a So wi eben ſo mache ner trocknen; fert, zwar in ſt. Indeſen ſtzt er davon, hängt, ſo iſt kann durch te ſenner Shure ein mehren Eine o deni, zuweil tuninoͤſe der Kalkbren geben, beſon Jerwitt terun gei ugem Verhältniſe und dos we fuͤr winnzg zuſama⸗ einung ui , aber u n, ſo iſ minder be Stellen, w h ſo daſeldt er Stell an⸗ g uͤber, ter⸗ ner kompacten „ daß das or us, und zwet dnicht zuvie nzen, wotaus bten Standort (Ledun pr erwebt. Jy Torfs bisher vrfs hergieht eine anden gar der Mi n einer feuc⸗ t. Die ll darten Vöſie haffnhet der ꝛdes koͤnnen i mannigiige orf an dem d” „ſowere un nte, als en net, oder e inen beſene och viele W nd, und ius Der Torf. 93 Theil ſich nur bei einer genauern Analyſe zeigen. Der Torf ſelbſt iſt in einem und demſelben Lager verſchieden. Oben findet man gemeiniglich einen loſen faſerigen Torf, weiter unten iſt er weniger faſerig, und je tiefer man kommt, je kompakter, feſter, ſchwerer und ſchwarzer wird die Maſſe. Dies laͤßt ſich leicht erklaͤren. Der Torf entſteht nicht auf einmal, ſondern nach und nach bildet ſich eine Lage uͤber die andere. Erſt wenn eine Generation von Pflanzen abgeſtorben iſt, waͤchſt auf ihren Ruͤckbleibſeln eine neue, und ſo erhebt ſich allmaͤhlig das gan— ze Lager; die unten liegenden Schichten haben alſo ein hoͤheres Alter, wie die obern, und in ihnen iſt die Verweſung ſchon weiter vorgeruͤckt. Da dieſe nun, je weiter ſie geht, die Ruͤck⸗ bleibſel der Pflanzentheile immer in einen mehr kohlenartigen Zuſtand verſetzt, ſo werden auch die untern Schichten mehr zerſtoͤrt, ſchwaͤrzer und kohlenartiger ſeyn. Der Torf kommt dem Humus um ſo mehr gleich, je ſtaͤrker die Pflanzenfaſern darin zer⸗ ſetzt ſind. Nur iſt er von dem Humus, der ſich auf dem Acker, in Waͤldern und an andern Stellen erzeugt, verſchieden, weil er unter andern Bedingungen entſteht. Der Humus, wel⸗ cher durch die Verweſung vegetabiliſcher Koͤrper ſonſt entſteht, iſt keiner ſo anhaltenden Feuch⸗ tigkeit ausgeſetzt, wie der Torf. Auch wirken auf ihn die Grunderden des Bodens, womit er ſich vermengt, die aber beim eigentlichen Torfe nicht vorhanden ſind. Ju den meiſten Faͤllen ſtimmt der Torf mit dem ſauren Humus aͤberein, und oft hat er die Eigenſchaften des letz⸗ tern ſo ſehr, daß man ihn mit dieſem durchaus fuͤr eins halten muß. Der Torf enthaͤlt naͤmlich mehrentheils, wie der ſaure Humus, Eſſigſaͤure, Phosphor⸗ ſaͤure und auch Ammonium. Wenn er aber auch nicht ſauer iſt, ſo beſitzt er doch eine große Menge von unaufloͤslichen Extraktivſtoff, welcher durch Kali oder Aſche aufloͤsbar wird. Zu⸗ weilen trifft man im Torfe Schwefelkies an, der ohne Zweifel von außen, man kann nicht lrecht ausmachen wie, hineingekommen iſt. Solcher Torf giebt beim Brennen einen ſchweflichten Geruch, und er wittert auch zuweilen auf ſeiner Oberflaͤche ein tintenartig ſchmeckendes Salz aus, das aus ſchwefelſaurem Eiſen oder Vitriol beſteht. So wie der Humus aus Kohlenſtoff, Hydrogen, Azot und Oxygen zuſammengeſetzt iſt, eben ſo machen auch dieſe Elemente die Beſtandtheile des Torfs aus. Wenn man den Torf ei⸗ ner trocknen Deſtillation unterwirft, ſo erhaͤlt man eben die Subſtanzen, die der Humus lie⸗ fert, zwar in etwas verſchiedenen Verhaͤltniſſen, weil der Kohlenſtoff im Torfe uͤberwiegender iſt. Indeſſen iſt nicht aller Torf gleich reich an dieſem Stoffe. Je aͤlter er iſt, deſto mehr be⸗ ſitzt er davon, und da von der Menge des Kohlenſtoffs die Guͤte des Torfs zum Brennen ab⸗ haͤngt, ſo iſt ſolcher alte, am meiſten Kohlenſtoff enthaltende, dazu der beſte. Der Torf kann durch trockene Lage, durch Vermengung mit Alkali oder Kalk in Verweſung geſetzt, von ſeiner Saͤure befreit, und in einen milden fruchtbaren Humus umgewandelt werden. Hievon ein mehreres in der Lehre von der Duͤngung. §. 124. Eine andere brennbare Subſtanz, die ſich zuweilen nicht tief unter der Oberflaͤche des Bo⸗ dens, zuweilen unter den Torfmooren findet, iſt die Braun⸗ und Erdkohle, oder das bi⸗ Wie ſich der Torf vom Hu⸗ mus unter⸗ ſcheidet. Die Braunkohle. tuminoͤſe Holz. Es iſt dem Landwirthe nicht bloß als Brennmaterial, insbeſondere bei der Kalkbrennerei wichtig, ſondern es ſcheint auch einen vorzuͤglich wirkſamen Duͤnger abzu⸗ geben, beſonders wenn es mit Schwefelkies und Eiſen durchdrungen iſt, und dann durch die Verwitterung des erſtern Eiſenvitriol darin erzeugt wird, das beſonders in dieſer Verbindung in geringem Maße auf den Acker gebracht, duͤngend zu ſeyn ſcheint. 94 Ddie Bodenarten. Die Bodenarten, ihre Eigenſchaften, Werth und Bennhum. in ſofem ſte a aus den Gemengsverhaͤl tniſſen der Daſtandtheile d der Ackerkrume 4 hervorgehen. 3§. 125. Dus Merhätenis Jede einzelne der vorerwaͤhnten Subſtanzen wuͤrde fuͤr ſich einen unfruchtbaren oder doch Beſzandihelte zum Ackerbau untauglichen Boden ausmachen. Nur das moͤglich beſte Verhaͤltniß ihrer Men⸗ denarten ans. gung giebt den moͤglich beſten Boden ab, und die unendliche Verſchiedenheit in dieſen Verhält⸗ niſſen bewirkt die unzaͤhlige Verſchiedenheit der Bodenarten, ſo daß ſich bei dieſen keine be⸗ ſtimmten Abſchnitte oder Grenzen, ſondern nur Uebergaͤnge angeben laſſen. 7„7 Man hat bisher die Bodenarten nach dem Grade ihrer Fruchtbarkeit, die man an ihnen bemerkte, und nach den mehr oder minder edlen Fruͤchten, die ſie reichlich zu tragen vermoch⸗ ten, empiriſch abgetheilt; aber die Beſtimmung dieſer Bodenarten iſt ſo mangelhaft gegeben, wie ſie ohne Kenntniß ihrer Beſtandtheile auch nur gegeben werden kann. Wenn man dagegen eine Beſtimmung der Bodenarten nach ihren Beſtandtheilen verſuchte, ſo ward auf den Grad ihrer Fruchtbarkeit und ihr Verhalten beim Ackerbau zu wenig Ruͤckſicht genommen, und es 36 wurden keine genauere Beobachtungen daruͤber angeſtellt, oder wenigſtens nicht mitgetheilt. Wir haben zuerſt mehrere hundert Arten von Ackerboden chemiſch unterſucht, und zugleich uͤbe ihr Verhalten beim Ackerbau und bei der Vegetation uns die moͤglichſt genauſten Nachrichte von jeder beſonders, zu verſchaffen geſucht. Die hieraus ſich ergebenden Reſultate haben uns zwar in den Stand geſetzt, mit mehrerer Beſtimmtheit, wie bisher geſchehen iſt, daruͤber et⸗ was ſagen zu koͤnnen; aber dennoch ſind ſind ſie bis jetzt nicht zureichend, um die Sache ſo klar zu machen, und ſo uͤber alle Zweifel zu erheben, wie es doch moͤglich zu ſeyn ſcheint, und we es wahrſcheinlich in der Folge geſchehen wird. Wenn man das Folgende alſo auch nur als ei⸗ nen erſten und daher immer unvollkommnen Verſuch einer genauern Beſtimmung und Klaſiſſ⸗ kation der Bodenarten anſehen kann, ſo halte ich ihn dennoch fuͤr verdienſtlich, in ſofern er die erſte Bahn bricht, auf welcher wir zu genauern Beſtimmungen gelangen werden. Bei der Schaͤtzung der Bodenarten zuvoͤrderſt nach ihren Beſtandtheilen, nehme ich eine Gleichheit ihrer uͤbrigen Verhaͤltniſſe, in Anſehung ihrer Lage, ihres Feuchtigkeitszuſtandes, ihrer Tiefe, ihres Untergrundes u. ſ. f. an, und ſetze voraus, daß ſie hierin einander gleich und fehlerfrei ſind. In der Folge werden wir auf jene Eigenſchaften zuruͤckkommen, und ih⸗ ren verſchiedenen Einfluß auf die verſchiedenen Bodenarten wuͤrdigen. §. 126. 3 „Beihaten Jes Der Humus iſ, wie oben geſagt, diejenige Subſtanz, welche im Erdboden den Pflanzen den s im Hos die Nahrung giebt. Die Kraft oder der Reichthum des Bodens, oder was man auch zu⸗ weilen ſeine Fettigkeit(obgleich darunter auch zuweilen die Beſchaffenheit des Thons ver⸗ ſtanden wird) nennt, haͤngt daher lediglich von ihm und ſeinem Verhaͤltniſſe ab. Zugleich aber hat er auch phyſiſch, und als unzerſetzter Koͤrper betrachtet, eine merkliche Einwirkung auf den Boden. Er macht den thonigten Boden poroͤs, beguͤnſtigt die Einwirkung der Luft darauf, befoͤrdert ſeine Muͤrbheit und ſein Zerfallen. Den Sand befeſtigt er, und haͤlt durch ſeine Vermengung mit ſelbigem die Feuchtigkeit mehr an, und zwar thut er beides mehr, als der es fuͤr ſich allein thun wuͤrde, ſo daß der aus Humus und Sand in gerechtem Verhaͤltniſſe gemengte Boden mehr gebunden und Feuchtigkeit haltend iſt, als wenn einer dieſer Beſtand⸗ ho wiki in nur ind tunte geu Indeſen in, ſo daß ſe vathige Schwamm b die Pfanzen werden und ſtung liht e darin liegende pieder etroc ʒen nuch ſo no weiſe herausp dheblichen Ve de Pſlanzenw⸗ jie Spitzen ih komwen: wes ün zur Soͤm benutt werde len, und jer Der a Boden iſt al nes andern It er pfig wird, und Festuca tr ſich zuweil ger durch das Iſche verwank Unter« indem de& de die Beim re, getraue und der aus Lhen, e twa zu ſeucht, u ſenes Fehlers hinlängiche; ſent das Häch Aaden an Hu 1 du unterſuche ren oder duc ihrer M⸗ leſen Nal eſen kene nan an ihnn gen verme uft gegeba nan dagega f den Grah den, und z t mitgetheilt zugleich ühe Nachrichten te haben uns daruͤber e Sache ſo klar int, und wie ) nur als ei⸗ und Klaſſi⸗ ſofern er di mme ich eine itszuſtanden, aander gleich en, und jj den Piunſn man auch zu⸗ 8 Thons ve⸗ b. Zugſech e Einwirkung sung der dui nd haͤlt dunc mehr, üs Verhaͤltiſſ ſer Beſtan⸗ Die Bodenarten. 95 theile zu ſehr uͤberwoͤge. Den uͤberreichen Kalkboden kuͤhlt er, wie man zu ſagen pflegt, macht ihn milder und weniger reizend, befeſtigt ſeine Konſiſtenz, und haͤlt auch in ihm die Verdun⸗ ſtung der Feuchtigkeit mehr zuruͤck. Indeſſen kann dieſe fruchtbare Subſtanz auch in uͤbergroßer Menge im Boden vorhanden ſeyn, ſo daß dieſer dadurch zu loſe und zu ſchwammig wird, und den Pflanzenwurzeln nicht die noͤthige feſte Haltung giebt. Er ſaugt in dieſem Uebermaße die Feuchtigkeit wie ein Schwamm begierig ein, wird davon bei naſſer Witterung uͤberfuͤllt, und faſt moraſtig, ſo daß die Pflanzen alles Uebel erleiden, welches eine uͤbermaͤßige Naͤſſe ihnen verurſacht, davon krank werden und abſterben. Bei der Duͤrre laͤßt er dagegen die Feuchtigkeit durch ſtarke Ausduͤn⸗ ſtung leicht fahren, und wird daher an der Oberflaͤche ganz duͤrre und ſtaubig, ſo daß die darin liegenden Samenkoͤrner nicht keimen koͤnnen, oder was noch ſchlimmer iſt, im Keime wieder vertrocknen. Einige Zolle tiefer, wo ihn die Atmoſphaͤre nicht beruͤhrt, kann er dage⸗ gen noch ſo naß ſeyn, daß man aus einer Handvoll herausgegriffener Erde das Waſſer tropfen⸗ weiſe herauspreſſen kann. Ein ſolcher mit Humus uͤberfuͤllter Boden zieht ſich ferner bei jeder erheblichen Veraͤnderung der Temperatur ſtark zuſammen, und blaͤht ſich wieder auf, wodurch die Pflanzenwurzeln loſe gemacht und in die Hoͤhe gezogen werden, ſo daß ſie oft kaum durch die Spitzen ihrer Wurzeln mit dem Boden in Verbindung bleiben, ſondern oben auf zu liegen kommen: weswegen ein ſolcher Boden ſich oft gar nicht zu Winterungsſaaten paßt, ſondern al⸗ lein zur Soͤmmerung, und manchmal auch nicht zur Gerſte, ſondern nur zu dem zaͤhern Hafer benutzt werden kann. Er beguͤnſtigt endlich manche Unkrautsarten weit mehr, wie die Cerea⸗ lien, und jene nehmen daher ſo ſehr in ihm uͤberhand, daß ſie dieſe erſticken. Der an Humus, und ſelbſt an gutem milden Humus, uͤberreiche und hervorſtechende Boden iſt alſo keinesweges der nutzbarſte, obwohl man ihn als Duͤngung zur Befruchtung ei⸗ nes andern Bodens gebrauchen koͤnnte. 3 Iſt er feucht, ſo iſt er mehr zu Wieſen geeignet, und giebt, wenn er anders nicht ſum⸗ pfig wird, mit den zweckmaͤßigſten Graͤſern, dem Alopecurus pratensis, den groͤßeren Poa- und Festuca-Arten beſtockt, den allerfruchtbarſten Wieſengrund ab. Liegt er trocken, ſo laͤßt er ſich zuweilen durch das Auffuͤhren irgend einer magern Erdart, oder leichter und zweckmaͤßi⸗ ger durch das Brennen verbeſſern, wodurch ein Theil des uͤberfluͤſſigen Humus verzehrt und in Aſche verwandelt wird; wonach man ſich jedoch im Anfange vor Lagergetreide zu huͤten hat. §. 127. 1d Unter allen Grunderden kann der Thon die ſtaͤrkſte Zumiſchung von Humus ertragen, indem die Eigenſchaften des letztern die Nachtheile des erſtern verbeſſern. Bis zu welchem Gra⸗ de die Beimiſchung des Humus die Fruchtbarkeit und den Werth des thonigen Bodens vermeh⸗ re, getraue ich mich noch nicht zu beſtimmen. Der reichſte Boden, den wir unterſucht haben, und der aus dem Oderbruche genommen war, enthielt 19 ¾ Prozent Humus, mit 70 Prozent Thon, etwas feinen Sand und kaum bemerklichen Kalk. Dieſer Boden lag aber zu niedrig und zu feucht, um ſeine Fruchtbarkeit gehoͤrig ſchaͤtzen und benutzen zu koͤnnen. Winterung war jenes Fehlers wegen gar nicht darauf zu bauen, und Soͤmmerung mißlich. Er hatte uͤbrigens hinlaͤngliche Bindung, und eine ſehr angemeſſene waſſerhaltende Kraft. Sonſt ſind 11½ Pro⸗ Verhältniß des Humus zum Thon im humo⸗ ſen Boden. zent das Hoͤchſte geweſen, was wir in thonigtem Ackerboden, ſogenanntem Klai⸗ oder Marſch⸗ Boden an Humus gefunden haben. Wir haben aber auch denjenigen unerſchoͤpflichen Boden zu unterſuchen keine Gelegenheit gehabt, der jaͤhrlich reifende Fruͤchte ohne alle Duͤngung tra⸗ 356 Die Bodenarten. vL“ gen ſoll, und auf welchem man, wird er nur genugſam bearbeitet, durchaus keine Abnahne die ztmter — an Fruchtbarkeit zu verſpuͤren verſichert, auch welcher durch aufgebrachten Duͤnger ſich nur ſapen verſchlech tert..! gi neh⸗ Er ſoll ſich in der Ukrgine, in Ungarn an den Niederungen des Theis und an verſchiede⸗ i anten frv nen andern kleinen Stellen, ſelbſt in Deutſchland, finden. Denn obwohl man verſchiedene von 8 4 den ſein uns unterſuchte Bodenarten ehemals fuͤr unerſchoͤpflich hielt, nachdem ſie dem Meere abgewon⸗ nen oder zue erſt aus dem alten Raſen aufgebrochen worden, ſo hat ſich doch in der Folge ge⸗ muͤ veem zeigt, daß ſie nach einer Reihe von reifenden Saaten des Duͤngers beduͤrftig wurden, wen man ſie anders nicht zu Graſe und zur Weide niederlegte, und ſie dadurch neue Kraͤfte gewin⸗ Iſt der naen ließ, oder aber ſie durch unerſchoͤpfte aus dem Untergrunde hervor geholte Erde unih keine 33 des Rajolens, Kuhlens, Wuͤhlens oder Grabenauswurfs wieder befruchtete. aautrockne, giebt nur noch wenige Gegenden, wo man des Duͤngers ganz entbehren zu koͤnnen glaubt, u08 Hunus licht dies ſind ſolche, wo das Land mehr zu Viehweiden als zum Kornbau benutzt wird irigens unge Der reichſte von uns unterſuchte thonige Ackerboden, deſſen Fruchtbarkeit fuͤr das Non hen Getreidet plus ultra gehalten ward, war vom rechten Ufer der Elbe einige Meilen von ihrem Aus⸗ olrochen war fluſſe, und hielt wie geſagt 11 ½ Prozent Humus mit 4 ½ Prozent Kalk, und uͤbrigens groß⸗ auuch reihhlich tentheils Thon mit etwas grober aber ziemlich vieler feiner, nur durch das Kochen abzutrennen⸗ DSDagege den Kieſelerde. Er war zwar ſtark gebunden, aber bei maͤßiger Feuchtigkeit nicht ſehr zaͤhe; Prozent Hun er ward mit den ſtaͤrkſten Fruͤchten, Raps, Weizen, Wintergerſte, Bohnen beſtellt, verlangte Wäzen geeig 3 aber doch alle ſechs Jahre zum Raps eine ſtarke Miſtduͤngung und Brache⸗ Dieſer Bode Wir haben den Humus mit Thon gemengt in ſolchen angeſchlemmten Niederungsboden, wenn man il die insbeſondere bei einem zweckmaͤßigen Fruchtwechſel von der hoͤchſten Fruchtbarkeit waren, ne Ruhe kar . in verſchiedenen Gradationen gefunden. Ein Boden aus dem Budjadinger Lande, welcher in Bode der Gegend weit und breit fuͤr den fruchtbarſten gehalten wurde, hatte 8½ Prozent Humus.. 12.. ins mit 3 bis 4 Prozent Kalk, und uͤbrigens faſt lauter Thon. Ein Boden aus dem Amte Wol. ois jeßt no lup, der 6 ¾ Prozent Humus hatte, war noch ein trefflicher Weizenboden, indem er naͤmlich rem und na dieſe Frucht noch in dritter Tracht ſehr uͤppig trug.. Wenn Die ſchwarze Farbe des Bodens ſteht nicht immer in Verhaͤltniß mit ſeinem Humus. Er Sand hat, V iſt zuweilen weißlich, wie ſchon erwaͤhnt, und hat dennoch mehr Humusgehalt, als ein ande⸗ aaier fauchte rer, der ſchwaͤrzlicher ausſieht. Seine ſchwarze Farbe kommt aber zum Vorſchein, wenn man in, wemn u ihn in einem verſchloſſenen Tiegel gluͤht. Mank 3 Dieſe reichen Thon⸗ oder Klaiboden finden ſich nur in Miederungen, die entweder noto⸗ beſtzt, deſi riſch oder doch hoͤchſt wahrſcheinlich mit dem abgeſetzten Schlamm des Waſſers tiefer oder f eniger era cher bedeckt worden ſind; alſo an den Ufern der Stroͤme, deren Waſſer langſam uͤbertrat und 15 Pedzent G ſich langſam wieder zuruͤckzog, oder in ſolchen Thaͤlern, die vormals, ehe ſich das Waſſer ei⸗ anders ih nen Ausweg bahnte, Seen waren. Man ſetzt dieſe Ackerarten in die erſte Klaſſe, und nenntt inmer 10 ſie gewoͤhnlich ſtarken Weizenboden, weil ſie noch in dritter Tracht nach dem Duͤnger bei den Den Dreifelderſyſteme Weizen zu tragen vermoͤgen. an Feuchte Die in dieſe Klaſſe zu ordnenden Bodenarten haben indeſſen Gradationen in ihrer Frucht⸗ ſc in dem barkeit und ihrem Werth. Ob man dieſe nach Verhaͤltniß ihres Humusgehalts allein beſtim⸗ und dei der men koͤnne, getraue ich mich nicht zu entſcheiden, indem die Vergleichung der Fruchtbarkeit an gen, wees entfernten Orten zu ſchwierig, und wohl vom Klima mit abhaͤngig iſt. Ob der mehrere oder 4 mindere Kalkgehalt und der ihnen wahrſcheinlich zuweilen beigemiſchte thieriſche Stoſid die 3 Fruchtbarkeit erhoͤhe, iſt ebenfalls nach nicht zu niſcheiden. 1 n wait df Rach AKaiter ne Abnahme ger ſich nur berſchiede⸗ ojedene von jers adgewon⸗ der Foüge ge durden, nin Kraͤfte wir Erde ni ruchtete. glaubt, w fuͤr das Ne ihrem Aw⸗ brigens geiß abzutrennen⸗ ht ſehr zihe ellt, verlange derungsboden, barkeit waren, e, welcher in rozent Humus m Amte Vol⸗ em er naͤxüch Humus. 5 als ein ande n, wenn m ntweder nl jefer oder uͤberttat das Vöſſt ſe, und nan unger kei dm in ihee deht zallein beſte⸗ ruchtbarkäln mehrere ſche Eufi⸗ Jat Die Bodenarten. 97 Nach dem Reſultate unſerer Unterſuchungen glaube ich jedoch annehmen zu muͤſſen, daß die Ackererde mindeſtens zwiſchen 5 bis 6 Prozent Humus halten muͤſſe, um in dieſe Klaſſe ge⸗ ſetzt zu werden. Wir nehmen, um die Verhaͤltniſſe des Bodenwerths auszuſprechen, den Werth des uns bekannten fruchtbarſten Bodens zu 100 an, welcher proportionale Werth dann durch den Ein⸗ fluß, den ſeine Lage und andere Verhaͤltniſſe auf ſeine Nutzbarkeit haben koͤnnen, zu erhoͤhen und zu vermindern iſt.. §. 128. Iſt der Humus mit wenigerem Thon und mit mehrerem Sande vermengt, ſo daß derſelbe Verhültnis des keine feſte Bindung hat, wechſelsweiſe zwar leicht durchfeuchtet wird, aber auch ſchnell wieder Sande. austrocknet, ſo gehoͤrt ein ſolcher Boden nicht zu dieſer Klaſſe. Hier kann das Uebermaaß des Humus leicht zu groß werden, und wir haben einen Boden, der 26 Prozent Humus hielt, und uͤbrigens ungefaͤhr zur Haͤlfte aus Thon und zur Haͤlfte aus Sande beſtand, ſchon zu loſe und dem Getreidebau minder zutraͤglich gefunden. Wie er zuerſt abgewaͤſſert und aus dem Graſe gebrochen war, trug er ſehr gute Ernten, die ſich aber bald verminderten, und wie man ihm durch reichliche Duͤngung das Verlorne wieder zu geben ſuchte, ward er immer uneintraͤglicher. Dagegen haben wir anderen Boden von mehr ſandiger Beſchaffenheit, welcher etwa 10 Prozent Humus enthielt, ſehr fruchtbar gefunden, und fuͤr alle Getreidearten, nur nicht fuͤr Weizen geeignet, insbeſondere wenn er zuweilen einige Jahre zur Weide niedergelegt ward. Dieſer Boden war indeſſen des Duͤngers ſehr beduͤrftig, und hatte den groͤßten Nutzen davon, wenn man ihn der letzten Frucht vor dem Riederlegen zu Graſe gab. Ohne Duͤngung und oh⸗ ne Ruhe kann ein ſolcher Boden, wie die Erfahrung lehrt, leicht erſchoͤpft werden. Boden dieſer Art ſteht natuͤrlich durch einen allmaͤhligen Uebergang mit dem des vorigen §. 127. in Verbindung, ſo wie ſich naͤmlich ſein Thongehalt vermehrt. Indeſſen fehlen uns bis jetzt noch ſichere Data daruͤber, wie ſtark das Thonverhaͤltniß ſeyn muͤſſe, um ihn zu ſiche⸗ rem und nachhaltigem Weizenboden zu qualifiziren. 3 Wenn er etwa 20 Prozent abſchwemmbaren Thon und 10 Prozent Humus, im uͤbrigen Sand hat, ſo traͤgt er noch treffliche Gerſte; hat er merklich wenigern Thon, ſo traͤgt er bei einer feuchten Lage, oder in einem feuchten Jahre ſicherer Hafer, und immer ſehr reichen Rok⸗ ken, wenn man anders durch eine gute fruͤhe Beſtellung deſſen Auswinterung vorbeugt. Man kann ihn hauptſaͤchlich nach ſeiner Gebundenheit taxiren; je mehr er dieſe Qualitaͤt beſitzt, deſto mehr naͤhert er ſich dem fuͤr die erſte Klaſſe angenommenen Werthe von 100. Je weniger er aber Thon hat, und mehr aus Sand beſteht, deſto tiefer faͤllt er, ſelbſt bei 10 bis 15 Prozent Humus, zu dem Werthe von 80 herab. Auf dieſem Punkte bleibt er, wenn er anders nicht zu flach iſt, und auf bloßem Sande ruht, bei einem ſolchen Humusgehalte wol immer ſtehen, zumal da er auch zum Graswuchſe ſo ſehr geeignet iſt. Denn man findet dieſen Boden in der Regel nicht anders, als in Niederungen, denen es an Feuchtigkeit ſelten fehlt. Er iſt hier aus dem Moder der Waſſerpflanzen entſtanden, die ſich in dem Waſſer, welches vormals dieſe Grunde bedeckte, ſeit Jahrtauſenden erzeugt hatten, und bei dem Zuruͤcktreten deſſelben nun in eine ſchnellere oder langſamere Verweſung uͤbergin⸗ gen, weswegen dieſer Humus auch mehr oder minder kohlenſtoffhaltig zu ſeyn ſcheint. §. 129. 2„ 9.„ Bei den beiden vorgedachten Bodenarten ſetzen wir immer voraus, daß der Humus mil⸗ Saure ver⸗ . 4. r rt ſei der oder ſaurefrei ſey. Der ſaure Humus macht einen unfruchtbaren Boden, wovon in der Fruchtvarkeit. Zweiter Theil. N Merkmale und eſtimmung des Humus⸗Gehal⸗ erwarten; ſie kann nur in einigen Faͤllen truͤgen, tes. 8 98 1 Die Bodenarten. Folge die Rede ſeyn wied; manchmal aber hat er einen nur ſehr geringen Grad von Saͤure, ſo daß ſeine Fruchtbarkeit nicht viel, und nicht in Anſehung aller Pflanzen, jedoch immer etwas leidet., Er traͤgt, ſo wie die Saͤure merklicher wird, ſchlechtere Gerſte, obwohl noch immer Hafer. Der Rocken iſt dem Roſte und dem Befallen ausgeſetzt. Die Koͤrner ſind grobhuͤlſigt und minder mehlreich. Die darauf wachſenden Graͤſer ſind ſowohl ihren Arten als ihren Saf⸗ ten nach dem Viehe minder angenehm und gedeihlich, obwohl ſie einen betraͤchtlichen Heuertrag geben. So wie die ſaure Beſchaffenheit des Humus alſo zunimmt, vermindert ſich der Werth dieſes Bodens, und ſinkt ſo ſtufenweiſe zu der Bodenart, die man Moorhoden nennt, huuah S. 130. Die ſchwarze Farbe des Bodens laͤßt in der Regek einen großen Reichthum an Zums wo ſie von Eiſen⸗ oder Braunſteinopyd her⸗ ruͤhrt. Schon die auffallende Fruchtbarkeit des von Humus gefaͤrbten Boden wird dies unter⸗ ſcheiden laſſen. Sonſt entdeckt es ſich bald, wenn man einen Ballen dieſer Erde in einem Kie⸗ gel beim Zutritte der Luft gluͤhet, wo ſich dann, wenn die ſchwarze Farbe vom Humus her⸗ ruͤhrte, ſolche aͤußerlich bald verliert, und die Erde weiß wird; was aber nicht geſchieht, wenn ſie vom Eiſen herruͤhrt. Um die Quantitat des Humus zu beſtimmen, iſt das einfachſte Mittel das, ihn zu ver⸗ brennen. Man erhaͤlt etwa 10 Minuten lang in vollem Gluͤhen ein beſtimmtes Gewicht der von Faſern und Steinen gereinigten und voͤllig ausgetrockneten Erde, ruͤhrt ſie mit einer glaͤ ſernen Roͤhre fleißig um, und laͤßt ſie ſo lange fortgluͤhen, bis die ſchwarze Farbe voͤllig ver⸗ ſchwunden iſt. Um das gaͤnzliche Verbrennen des Humus zu befoͤrdern, und die Arbeit abzu⸗ kuͤrzen, ſetzt man der Erde etwas ſalpeterſaures Ammonium zu, welches ſich voͤllig wieder ver⸗ fluͤchtigt. Der Verluſt des Gewichts zeigt die Quantitaͤt Humus an, welche der Boden ent⸗ hielt. Es hat freilich die Erde, insbeſondere die thonige, bei dieſem Gluͤhen noch etwas Waſſer verloren, welches ihr ſo feſt anhing, daß es ihr nicht durch das Austrocknen, ſondern bloß durch das Gluͤhen entzogen werden konnte. Dies iſt indeß unbedeutend, und kann, wenn man nur die Erde vorher vollkommen austrocknete, nicht uͤber ½ Prozent betragen. Enthielt indeſ⸗ ſen der Boden vielen Kalk, ſo wuͤrde die Verfluͤchtigung ſeiner Kohlenſaͤure und ſeines Kryſtal⸗ liſationswaſſers von groͤßerer Eheblichkeit ſeyn, und ſo muͤßte dieſer Kalk vorher ausgeſchieden werden. Die Saure des Humus entdeckt man dadurch, daß man einen Streifen Lackmuspapier in einen aus dieſer Erde mit Waſſer gemachten Brei ſteckt; wird er roth gefäͤrbt, ſo iſt Saͤure darin vorhanden. Der ſaure Humus verraͤth ſich auch ſchon durch ſeinen Geruch, wenn er ge⸗ gluͤht wird, und der dann dem des brennenden Torfs gleich iſt. Giebt der Humus beim Ver⸗ euynen einen Geruch, wie verbrannte Federn, ſo iſt dies dagegen ein Zeichen, daß er zum Theil thieriſchen Urſprungs, und ſomit in der Regel kraͤftiger und zerſetzbarer ſey. Eine genauere Unterſuchung des Humus wuͤrde ohne Zweifel am zweckmaͤßigſten durch die trockne Deſtillation im pneumatiſchen Apparate angeſtellt werden, iſt aber nicht fuͤr den Arthur Young hat ſie indeſſen haͤufig angeſtellt, und insbeſondere die Quan⸗ Landwirth. titaͤt des erhaltenen gekohlten Waſſerſtoffgaſes mit der Fruchtbarkeit des Bodens im Verhaͤltniß gefunden, ſo daß er dieſes Verfahren als einen Fruchtbarkeitsmeſſer vorſchlug, worin ah Prie ſtley ihm beipflichtete, und mit ſeinen Beobachtungen unterſtuͤtzte. * 4 rhn ) uuch unmingich! auianſch 1) wirk 1 ſchutt, ſ ſummengeſett 3) dure durch den Wi zum Antriehe rung in der R 9) durch dunc di ſtwa ſtnelen Wechſe Detſels von er nicht eben zu 5) inden ober auch Aze dadedent. Sein U 1) ind noch leicht v 2) ind wurzeln zuſſ 3) inde Riſe und Spe in eine ihnen vodurch ihr2 4 inder ſo leicht davon maßen geſatti arm, ſo thun ſchr ſtark ſer 5) ind und Wagen dechindert u und dermaße brochen werd ſabſt nttm derſelben nit nen erreicht Die Bodenarten. 99 bon Saͤn H. 131. unths Der Thon befoͤrdert die Fruchtbarkeit: grathiſi 1) durch ſeine waſſerhaltende Kraft, indem er ſich von der zur Nahrung der Pflanzen Der hon. ei, dihren ei unumgaͤnglich noͤthigen Feuchtigkeit, ſelbſt bei anhaltender Duͤrre nicht trennt, und dieſe, genſchaften. m deueten auch bei anſcheinender großer Trockenheit, den Pflanzen doch noch nothduͤrftig uͤberlaͤßt; id de d 2) wirkt er durch die Feſthaltung des Humus, welchen er nicht bloß phyſiſch einhuͤllt om 7 und ſchuͤtzt, ſondern auch durch die gewiſſermaßen chemiſche Verbindung, die er mit dieſer zu⸗ „hau ſammengeſetzten Subſtanz eingegangen iſt; 3) durch die feſtere Haltung, welche er den Pflanzenwurzeln giebt, und ſelbſt wohl durch den Widerſtand, welchen er ihrer zu großen Ausdehnung entgegengeſetzt; wodurch ſie im an Hun zum Antriebe mehrerer Haarwurzelbuͤſche genoͤthigt werden, durch die jede Pflanze ihre Nah⸗ iſteinoxyd rung in der Naͤhe ſucht, und ſie ihren Nachbarn folglich weniger raubt. d dies un 4) durch die Abhaltung der den Wurzeln immer nachtheiligen atmoſphaͤriſchen Luft, und in einem d durch die ſchwaͤchere Leitung der Waͤrme, wodurch er eine gleichmaͤßige Temperatur, bei einem Humus fe ſchnellen Wechſel derſelben in der Luft, dem Boden mehr erhaͤlt. Die Wirkungen eines ſchnellen ſchieht, um Wechſels von Waͤrme und Kaͤlte ſind daher den auf thonigem Boden wachſenden Fruͤchten, wenn er nicht eben zu naß iſt, minder nachtheilig, wie denen auf ſandigem Boden; „. 5) indem er das zur Bildung der Kohlenſaͤure ſo noͤthige Orygen, hoͤchſtwahrſcheinlich jihn zu i aber auch Azot an ſich zieht, und die Wechſelwirkung dieſer allgemein verbreiteten Stoffe — Gewicht d befoͤrdert.— mit einer g—⸗ ebe voͤlig e§. 132. Arbeit ahu Sein Uebermaaß wird aber nachtheilig: lig wieder ber 1) indem er die Feuchtigkeit bei naſſer Witterung zu lange anhaͤlt, ſie weder durchſintern Deßen nachber⸗ er Boden en⸗ noch leicht verdunſten laͤßt, ſondern damit zu einem Brei zerfließt. The. Eigenſchat⸗ etwas Waſſ 2) indem er ſich bei trockener Witterung zu ſehr erhaͤrtet, dem Eindringen der Pflanzen⸗ ſondern dii wurzeln zu ſtarken Widerſtand leiſtet, und ſich in eine faſt ziegelartige Maſſe zuſammenzieht. 7, wenn man 3) indem er im Sommer bei ſtarrer Austrocknung ſowohl, als im Winter beim Froſte athielt indeh Riſſe und Spalten bekommt. Hierdurch werden die Wurzeln theils zerriſſen, theils werden ſie eines Kryſi in eine ihnen hoͤchſt nachtheilige unmittelbare Verbindung mit der atmoſphaͤriſchen Luft gebracht, ausgeſchſehe wodurch ihr Verderben bewirkt werden kann. 4) indem er die naͤhrenden Stoffe oder den Duͤnger ſtark bindet und anzieht, und nicht 8 ſo leicht davon trennt, wie loſere Erde. Iſt er einmal damit reichlich verſehen und gewiſſer⸗ kmusdagi maßen geſaͤttigt, ſo bleibt er zwar um ſo laͤnger in Kraft. Iſt er aber einmal ausgezehrt und ſo iſ Lin arm, ſo thun die erſten Duͤngungen weit mindere Wirkung auf die Pflanzen, und jene muͤſſen vannii ſehr ſtark ſeyn, wenn die erſten Fruͤchte Nutzen von ihnen haben ſollen. nus hein di⸗ 5) indem er die Bearbeitung des Bodens ſchwer macht, bei feuchtem Wetter Pflug, Egge daß a un und Wagen kaum zulaͤßt, ſich an Pflug und Egge wie ein Teig feſt anhaͤngt, ihre Einwirkung ey. verhindert und der Zertheilung widerſteht: dagegen bei trockener Witterung ſich zuſammenzieht äͤßigſte darc und dermaßen erhaͤrtet, daß er durch den Pflug mit ſchwerer Arbeit nur in große Schollen zer⸗ nicht für de brochen werden kann, die dann, bis ſie wieder Feuchtigkeit erlangen, auch mit der Egge und re die Qu ſelbſt nicht mit der Walze gezwungen werden koͤnnen; weswegen mon haͤufig das Zerſchlagen n Verhaͤlhi derſelben mit Keulen zu Huͤlfe nehmen muß, und ſelbſt dadurch ſeinen Zweck nur unvollkom⸗ „worin au men erreicht. R 2 Verhaͤltniß des Thonz zum San⸗ e. ₰ Sand. Verhaͤltniſſe, worin die Be⸗ ſtandtheite ſte⸗ hen ſolen. —— j———— Die Bodenarten. §. 133. Ddie uͤblen Eigenſchaften des uͤberwiegenden Thons im Boden koͤnnen zum Theil durch die Zumengung des Humus jedoch nicht voͤllig uͤberwunden werden, woruͤber wir in§. 127. geredet haben, Auch die Zumiſchung des Kalks verbeſſert ſie gewiſſermaßen, woruͤber wir in der Folge reden werden. Vorzuͤglich und am haͤufigſten aber werden ſie durch den Sand uͤberwunden. Einige Zumiſchung von Sande enthaͤlt die ackerbare Krume faſt immer, und ganz ohne ſelbigen wuͤrde ſie kaum urbar zu machen ſeyn. Es koͤmmt deshalb bei der Beurtheilung der meiſten Bodenarten vorzuͤglich auf das Verhaͤltniß an, worin Sand und Thon gemengt ſind. §. 134. Bevor ich dieſe Verhaͤltniſſe angebe, muß ich mich beſtimmt uͤber das erklaͤren, was ich 4 Sand nenne. Ich verſtehe darunter bloß diejenige grobkoͤrnige Kieſelerde, welche ſich bei ſorg⸗ 4 faͤltigem Abſchwemmen zu Boden geſetzt hat, und die man auf dieſe Weiſe ſammeln kann. Es ſcheidet ſich ſonſt, wie uns ſpaͤtere Verſuche gelehrt haben, und wie ich in Einhofs Grundriß der Chemie in einer Anmerkung Seite 208 bis 210 angezeigt hatte, mittelſt des Siedens des Thons im Waſſer noch eine betraͤchtliche Quantitaͤt feingekoͤrnter Kieſelerde ab, ſo daß, wenn dieſe Operation lange und ſorgfaͤltig fortgeſetzt wird, nur wenig Kieſelerde mit der reinen Die OQuantitaͤt dieſer feingekoͤrnten Kieſelerde ſcheint(denn als voͤllig ausgemacht wage ich es noch nicht anzugeben) den Unterſchied zwiſchen dem ſogenannten fetten Thonerde vermengt bleibt. und magern Thon auszumachen, der Thon an ſich aber immer gleich zu ſeyn, und nur mit einer gewiſſen Quantitaͤt feiner Kieſelerde chemiſch, oder doch auf eine mechaniſch unſcheidbare Weiſe verbunden zu bleiben. Da es uns hier aber nur darauf ankommt, den Werth und die Nutz⸗ barkeit des Bodens nach dem Verhaͤltniſſe ſeiner Beſtandtheile zu beſtimmen, und dieſes auf eine minder ſchwierige und allgemein anwendbare Weiſe auszumitteln: ſo nehmen wir auf jene feinkoͤrnige und durch bloßes Abſchwemmen nicht abzuſondernde Kieſelerde keine Ruͤckſicht, und nehmen das, was mit Vorſicht abgeſchwemmt worden iſt, als Thon an. In den meiſten Faͤllen laſſen ſich aus dem abgeſchwemmten Thon von 100 Theilen noch 15 Theile ſolcher feinen Kie⸗ ſelerde durch das Sieden abſcheiden. Nur bei einigen beſondern Bodenarten betrug ſie be⸗ traͤchtlich mehr. So hatte z. B. neu angeſchlemmter Boden von der Nogat⸗Inſel bei Danzig eine große Menge ſolcher feinen Kieſelerde. ſatzes vom Sande bedarf, um die rechte Lockerheit zu bekommen. §. 135. Wenn der Boden ungefaͤhr aus gleichen Theilen abſchwemmbaren Thons und zuruͤckblei⸗ Und dieſen Namen behaͤlt die Erde, wenn der Sand zwiſchen 40 und 60 Prozent ausmacht; je nachdem er mehr oder weniger Sand hat, benden Sandes beſteht, ſo nennen wir dieſes Lehm. heißt er lockerer oder zaͤherer Lehm. Enthaͤlt die Erde weniger als 40 Prozent Sand, immer ſtrenger, und zeigt die uͤblen Eigenſchaften ſtaͤrker, je geringer der Antheil vom Sande iſt. Hat er nur 20 und weniger Prozent Sand, ſo wird er ein Nehr zaͤher, ſchwer zu verar⸗ beitender, und dem Mißwachſe leicht ausgeſetzter Boden, wenn anders nicht eine ſtarke Zumi⸗ ſchung von Humus oder von Kalk ihn mildert. Jedoch koͤmmt hier allerdings die Beſchaffenheit des Thons in Ruͤckſicht der ihm beigemengten Kieſelerde in Betracht, und er iſt minder fehler⸗ haft, wenn er bei wenigem Sande von dieſer ſehr viel beſitzt. 8 Es gehoͤren noch laͤngere Unterſuchungen dazu, um zu beſtimmen, in wiefern Thon, der dieſer feinen Kieſelerde viel enthaͤlt, eines minderen Zu⸗ ſo heißt ſie Thonboden. Dieſer wird 8.* dir ſtrac 3 faühn Dun in licht 8 ahnlicher baders ge Nur muß genugſam werden. aber weuig ſich nachd Fruchte de Fohnen. Sein net werden hlt, im W Zwar hat! Bearbeitur beſonders Bearbeitu ann man GSand und Humus! und den mindeſte daß der; drungene der Boder einem hoͤt bis zu der gung und 82 den ſch immer Veizen zent, ſo minderen ganz vor N ten Tem den, da Gradati eil durch he 127. gerede d i der Folge dͤderpunden ohne ſehgen ng da veſen ind. ren, was ſich bei ſeen n kann. 5 fs Grundij Siedens de ab, ſo dei, it der reine at(denn a nannten fette nur mit eine eidbare Weſſ und die Rut⸗ nd dieſes auf wir auf jene Kͤckſicht, und neiſten Rlen r feinen Kie trug ſie be⸗ bei Danzig en dazu, um ninderen za⸗ nd zuriek ie Erde, um ger End ſa Dieſer viͤ i vom Sande per zu verar farke Jun⸗ zeſchofenbe nnder fehle⸗ Die Bodenarten. 101 8§. 136. Dieſer Thonboden iſt gewoͤhnlich unter dem Namen Weizenboden zweiter Klaſſe, oder ſchwacher Weizenvoden bekannt, in ſofern er nicht ſo vielen Humus beſitzt, daß er Weizen ohne friſchen Dung tragen, und mithin zur erſten Klaſſe gerechnet werden kann Jedoch darf es ihm nicht ganz am Humus mangeln. Selten treffen wir auf der Hoͤhe Boden an, der bei ge⸗ woͤhnlicher Kultur mehr als 3 Prozent Humus enthielte. Er iſt dabei doch fuͤr den Weizen be⸗ ſonders geeignet, und traͤgt ihn mit mehrerer Sicherheit und beſſerem Erfolge, wie Rocken. Nur muß er dazu Nahrungstheile haben; und da er dieſe nicht in ſeinem natuͤrlichen Humus genugſam beſitzt, ſo kann Weizen nur in erſter oder zweiter Tracht mit Vortheil auf ihm gebaut werden. Naͤchſtdem iſt er der Gerſte guͤnſtig, wenn er 30 bis 40 Prozent Sand hat; hat er aber weniger und wird dieſes nicht durch eine ſtarke Zumiſchung von Kalk erſetzt, ſo paßt er ſich nach dem Weizen beſſer fuͤr Hafer. Er traͤgt ferner bei hinlaͤnglicher Dungkraft Huͤlſen⸗ fruͤchte; der mit mehrerem Sande vermiſchte vorzuͤglich Erbſen, der zaͤhere aber noch ſicherer Bohnen. Sein Werth faͤllt, wenn er nicht zu den humoſen, mergligten, kalkigten Boden gerech⸗ net werden kann, mit der Quantitaͤt des Sandes, ſo daß der, welcher 40 Prozent Sand ent⸗ haͤlt, im Werthe am hoͤchſten, der, welcher nur 5 Prozent Sand hat, am niedrigſten ſteht. Zwar hat bei kraͤftiger Duͤngung, und wenn eine paſſend wechſelnde Witterung nicht nur die Bearbeitung der Brache, ſondern auch die Vegetation beguͤnſtigt, der ſtrengere thonigte Boden, beſonders im Weizen, zuweilen einen Vorzug; wenn man aber dagegen die Schwierigkeit ſeiner Bearbeitung und den Mißwachs, dem er vor dem milderen unterworfen iſt, berechnet; ſo kann man ſeinen mindern Werth nicht in Zweifel ziehen. Ich ſetze den Boden, der 40 Prozent Sand und gegen 60 Prozent abſchwemmbare Erde hat, wenn er gegen 2 Prozent natuͤrlichen Humus beſitzt, zu 70, den, der nur 30 Prozent Sand hat, zu 60, den von a0 Prozent zu 50, und den von 10 Prozent zu 40. Wenn er nicht uͤber 1 Prozent Humus enthaͤlt, ſo faͤllt er mindeſtens um 20 Prozent ſeines Werthes herab, und wohl um ſo mehr, je zaͤher er iſt; ſo daß der zaͤhe mit wenig oder gar keinem Humus— naͤmlich milden, aufloͤslichen— durch⸗ drungene, dann gewoͤhnlich naßkalte ſogenannte Schluffboden auf einer der niedrigſten Stufen der Bodenarten und im Werthe dem Sandboden gleich ſteht. Dagegen ſteigt ſein Werth mit einem hoͤheren Humusgehalt, und wohl in einem um ſo groͤßeren Verhaͤltniſſe, je zaͤher er iſt, bis zu dem Boden erſter Klaſſe hinauf, wohin er freilich auch durch eine ſehr bereichernde Duͤn⸗ gung und Behandlung gelangen kann. §. 137. Derjenige Boden, welcher mehr als 40 bis 60 Prozent Sand enthaͤlt, wird Lehmbo⸗ den ſchlechthin genannt. Je weniger Sand er uͤber 40 Prozent enthéèIt, deſto beſſer iſt er— immer unter Vorausſetzung eines gleichen Humusgehalts.— Bis 50 Prozent bleibt er zum Weizen⸗ und Gerſtenbau gleich geeignet. Steigt aber der Sand uͤber 5§0 Prozent bis 60 Pro⸗ zent, ſo kann er zwar Weizen bei guter Kultur noch immer vortheilhafr tragen, jedoch mit minderem Erfolge, und mit mehrerer Erſchoͤpfung, als Rocken; wird dann aber fuͤr Gerſte ganz vorzuͤglich geeignet, und kommt in die Klaſſe des ſtarken Gerſtbodens zu ſtehen. Wegen der großen Sicherheit dieſes Bodens, der leichteren Bearbeitung, der gemaͤßig⸗ ten Temperatur und Feuchtigkeitshaltung hat er ſo viele Vorzuͤge vor dem ſtrengeren Thonbo⸗ den, daß man ihn, ungeachtet ſeiner mindern Weizentragbarkeit, doch in ſeinen verſchiedenen Gradationen mit dieſem gleich ſchaͤtzen kann. Diefe Gradationen ſind aber enrgegengeſetzter Art. Thon⸗ oder Weizenboden. Lehmboden. X Sandiger Gerſt⸗ boden. 102 Die Bodenarten. 40 Prozent Sand zeigen ſich uns als das vollkommenſte Verhaͤltniß. Wie ſich dort der Werth des Bodens verminderte, wenn der Sand abnahm, ſo vermindert er ſich hier, wenn er zu⸗ nimmt; jedoch nach unſern bisherigen Beobachtungen nicht in gleicher Proportion. Der Werth des Bodens ſcheint bei folgenden entgegengeſetzten Verhaͤltniſſen ungefaͤhr gleich zu ſeyn; 50 Proz. Sand— 35 Prozent oder 50 Proz abſchwemmbarer Thon= 65; 60 Proz. Sand= 30 Prozent oder 40 Proz. abſchwemmbarer Thon= 20. So viel naͤmlich dem erſteren an der moͤglichſten Vollkommenheit wegen zu geringer Bi⸗ dung mangelt, ſo viel fehlt dem letzteren wegen zu geringer Lockerheit. 1 Boden dieſer Art laͤßt ſich ſehr viel verarbeiten, ohne ſtaͤubig zu werden, verballet und 1 verſchalet ſich aber auch nicht. Er leidet nicht leicht an Raͤſſe, haͤlt aber die Feuchrigkeit ge⸗ nug an, um ziemlich anhaltender Duͤrre widerſtehen zu koͤnnen; ja es leiden bei dieſer die jun⸗ igen Pflanzen weit weniger, als auf zaͤhem Boden, weil ihre Wurzeln ſich mehr verbreiten und tiefer eindringen koͤnnen. Deshalb iſt beſonders die Gerſte ſo viel ſicherer darauf. Er traͤgt Weizen freilich nur, wenn er in kraͤftigem Duͤngerſtande iſt; aber Rocken bei einem ſchwaͤchern Duͤngerſtande beſſer, wie der ſtrengere Boden. Futtergewaͤchſen, den Kartoffeln und Ruͤben, endlich auch den meiſten Handelsgewaͤchſen: Raps, Den Huͤlſenfruͤchten, dem Klee und andern Lein, Taback u. ſ. w. iſt er ſehr guͤnſtig, und erlaubt eine beſſere Bearbeitung derſelben. Er verſchließt ſich ſeltener gegen Pflug und Egge. eigentlichen Weizenboden gleich zu ſchaͤtzen. §. 138. Im m Uebermaaß wird naͤmlich der Sand nachtheilig: 1) indem er die Feuchtigkeit nicht an ſich haͤlt, ſie ſchnel durchſeihen und verdunſten aͤßt, und mit derſelben fruchtbare Stoffe. Deshalb iſt dieſer Boden, wenn gleich in vor⸗ zuͤglichen Jahren, nicht ſo eintraͤglich an Weizen, doch in den angegebenen Gradationen dem 2) indem er ſich mit dem Humus nicht devbindet, kaum eine phyſiſche, viel weniger eine chemiſche Anziehung dazu hat, auch aus der Atmoſphaͤre keine fruchtbare Stofe auf⸗ nimmt. 3) indem der Sandboden eine haͤufige Bearbeitung,— die zur Vertilgung des Unkrauts, welches bei zureichendem Humus ſehr leicht in ihm einwuchert, oft noͤthig waͤre,— doch nicht ertraͤgt, weil er dadurch alle Bindung verliert, und wie man es nennt, leicht ausgeſoort oder erkaͤltet werden kann, indem der Humus, der nur in ſeinen Zwiſchenraͤumen angehaͤuft, aber nicht mit ihm verbunden war, durch Wind und Wetter entfuͤhrt wird. 4) indem er die Waͤrme ſtark leitet, und die Einwirkung des Froſtes ſowohl, als der ſtar⸗ ken Hitze bei jedem ſchnellen Wechſel der armoſphaͤriſchen Tem peratut den Pflanzen ühne em⸗ Piindüich macht. Wenn der Boden mehr wie 60 bis 80 Prozent Sand hat, ſo heißt er ſandiger Lehm⸗ boden. Er nimmt nun in ſeinem Folge) beguͤnſtigt, §. 139. Werthe mit dem ſtaͤrkern Zuſatze vom Sande ſtaͤrker ab, und wenn der zu 60 Prozent Sand 60 werth war, ſo faͤllt der, welcher 65 Prozent hat, bis zu 50, der von 70 Prozent zu 40, der zu 75 Prozent zu 30, und der von 80 Prozent zu 20 herab. Zum Weizenbau wird er mißlich, und bei 70 Prozent Sand unter gewoͤhnlicher Kul⸗ tur untauglich. Gerſte kann er, beſonders wenn ihn ſeine Lage(wovon jedoch erſt in der vortrefflich tragen, wenn der Sommer nicht zu duͤrre iſt. Deshalb wird a wne d⸗ Er ii mm Du dunte h nahn. ſtriter ſeyr zung kann mmen, die Wenn! Haferboden. wie Hafer, batder⸗ Snnd nict ib Bis zu d. Der Ha nur Rocken un vied, ſo wird dieſem die An lig werden k ſelbigem. Er wire wird, des U halb in die? hafteſten Be fem Klee un bare Weide, Sein A 0 bis 1o he welches aber Hat der zu Kehen, we werden kann, bermag, un der, welche deben, und und das An die Lira can und ſakt dan ren, wegen d Nan ka ſan herabſ Dath. kt der Deri wenn er zu tion. Da eich zu ſeyn. 65 3 70. geringer Ti⸗ verballt n euchtigkei dieſer Ve herbreitaa f. Er mn m ſchwaͤcn und ande chſen: Ra, eeſelben. 6. gleich in dor dationen dem erdunſten laͤßt viel weniger e Stoffe ai des Unkraut — dooch nich sgeſoort dhr ehaͤuft, ahe , als der ir unzen ſeht a ſandiger dihm arker ob, ud t hot, bin grozent z 1 halichet du⸗ h erſ in der Deshalh nih Die Bodenarten. 103 er unter dem Namen ſchwacher Gerſtboden begriffen. Zum Rocken iſt er der ſicherſte Boden. Er iſt immer leicht zu bearbeiten, jedoch dem Verquecken mehr als bindender Acker ausgeſetzt. Den Duͤnger haͤlt er nicht ſtark an, ſondern zerſetzt ihn ſchneller, und laͤßt ihn in die Fruͤchte uͤbergehen. Deshalb bedarf er einer oͤftern Duͤngung, die aber aus eben dem Grunde ſchwaͤcher ſeyn kann. Bei einer reichlichen oft wiederholten Duͤngung und ſchonender Be⸗ ſtellung kann er ſich jedoch an Humus ſehr bereichern, und dann zu einer hohen Fruchtbarkeit kommen, die ſich aber bei einer erſchoͤpfenden Behandlung leicht wieder verliert. Wenn er 75 Prozent und daruͤber an Sande hat, ſo ſchaͤtzt man ihn gewoͤhnlich nur als Haferboden. Er traͤgt aber auch dann im Durchſchnitt der Jahre Gerſte noch vortheilhafter, wie Hafer, wenn er genugſam Dungkraft hat. S §. 140. Hat der Boden uͤber 80 Prozent Sand, ſo heißt er Sandboden, und in ſofern dieſer Sand nicht uͤber ho ſteigt, lehmiger Sandboden. Bis zu 85 Prozent Sand pflegt er noch in die Kategorie von Haferboden gebracht zu wer⸗ den. Der Hafer iſt aber ſehr mißlich und von geringem Ertrage. Er traͤgt von den Cerealien nur Rocken und Buchweizen mit Sicherheit, und wenn er in gutem Duͤngungsſtande erhalten wird, ſo wird Rocken nach Rocken immer vortheilhafter, wie Hafer nach Rocken ſeyn, weil dieſem die Austrocknung, welcher dieſer Boden im Sommer unterworfen iſt, nicht ſo nachthei⸗ lig werden kann. ſelbigem.— Er wird aber durch viele Beackerung, die er denn doch, wenn er in Duͤnger gehalten wird, des Unkrauts wegen erfordert, leicht ſo loſe, daß alle Fruͤchte darauf mißrathen. Des⸗ halb iſt die Ruhe oder das Riederlegen zu Graſe ihm vorzuͤglich noͤthig und zu ſeiner vortheil⸗ hafteſten Benutzung nothwendig, da er dann, beſonders mit Schafſchwingel, Raygras, wei⸗ ßem Klee und Pimpinelle beſaͤet, zwar ſelten dem Rindvieh, aber immer den Schafen eine nutz⸗ bare Weide giebt, und nun wieder umgebrochen immer vorzuͤglichen Rocken traͤgt. Sein Werth faͤllt mit jedem Prozente, welches er an Sand mehr enthaͤlt, um 1, von 20 bis 10 herab; wenn wir auch annehmen, daß er noch 1 bis 1 Prozent Humus enthalte, welches aber haͤufig nicht der Fall und dann ſein Werth noch geringer iſt. §. 141. Hat der Boden aber 90 Prozent Sand, ſo kommt er in der niedrigſten Klaſſe des Bodens zu ſtehen, welcher nur— wenn man ihn anders nicht mit Duͤnger, der aus ihm nie erſetzt werden kann, überhaͤuft— nach einer langen Ruhe eine Frucht mit Vortheil zu tragen vermag, und von dieſer bald erſchoͤpft wird. Wenn man ihn ſo ſchonend behandelt, ſo wird der, welcher bis 94 Prozent Sand hat, in ſeinen Ruhejahren noch eine leidliche Schafweide geben, und per Jochart ein Schaf ernaͤhren koͤnnen, indem er noch die kleinern Festuca- Arten und das Antioxantum traͤgt. Wenn er aber noch mehr Sand enthaͤlt, ſo traͤgt er nichts wie die Rira canescens oder den ſogenannten Bocksbart und einige andere nahrungsloſe Pflanzen, und ſinkt dann zum vollkommnen Flugſande herab, deſſen ſchwache Narbe oder Borke zu ruͤh⸗ ren, wegen der dann entſtehenden Sandwehen, ſehr gefaͤhrlich iſt. Man kann annehmen, daß der Boden, mit jedem Prozente an Sande mehr, um 1 auch ferner herabſinke, ſo wie er aber zum Flugſande wird, in den meiſten Faͤllen einen negativen Werth habe. 4 Sandboden. Unter allen Futtergewaͤchſen ſind Kartoffeln noch das zuverlaͤßigſte auf Schlechter Sandboden⸗ Verhältniß des Kalks im Boden. Die Bodenarten. — Mancher Sand beſteht nicht allein aus Kieſelerde, ſondern hat Koͤrner von Loßlenſauten Kalk beigemiſcht, wenn man anders den Kalk vor dem Abſchwemmen nicht ausgeſchieden hat. Dieſer kalkigte Sand iſt nicht eunaufloͤslich, wie der Kieſelſand, und befoͤrdert die Fruchtbarkeſ 142. wohl mehr. Doch fehlen uns genugſame Beobachtungen, hieruͤber. . 143. Die Gegenwart des Kalkes, insbeſondere wenn er mit dem Thone innig gemiſ iſ, et⸗ hoͤhet bis zu einem gewiſſen Verhaͤltniſſe die Fruchtbarkeit des Bodens ſehr: — 1) indem er den Thon locker und muͤrbe macht, wenn er innig und gleichmaͤßig mit ſel⸗ bigem gemiſcht iſt, ſo daß er nun leicht in ein feines Pulver auseinanderfaͤllt, wenn er einer feuchten Luft ausgeſetzt wird. 2) indem er ihn leichter austwocknet und die Anhaͤufung des Waſſers darin verhindert. Dagegen ſcheint er dem Sande mehrere Bindung und Feuchtigkeitshaltung zu geben, und ſich mit Huͤlfe des Humus genauer mit ihm zu verbinden. 3) indem er die Zerſetzung und Wechſelwiekung der naͤhrenden Stoffe im Acker befoͤrdert, und die dem Thone zu feſt anhaͤngende organiſche Materie mehr loͤſet. Ob er ſeine Kohlen⸗ ſaͤure dem Humus oder vielleicht den Pflanzen ſelbſt abgebe, und dieſe dagegen aus der Luft wieder an ſich ziehe, folglich als ein unmittelbar naͤhrender Koͤrper wirke, iſt noch zweifelhaft, indeſſen aus mehreren Gruͤnden wahrſcheinlich. Wir werden hierauf zurüchkommen⸗ wenn wir vom Kalke als Duͤngungsmittel reden. — 4) indem er die im Boden ſich ſo leicht erzeugende Saͤure nicht entſtehen laͤßt, und wenn ſie entſtanden iſt, bald neutraliſirt und unſchaͤdlich macht. 5) indem er beſonders mehlreiche, feinhuͤlſige Fruͤchte liefert, und allen Gewaͤchſen aus der Diadelphiſten Klaſſe ausgezeichnet guͤnſtig iſt, alſo Huͤlſenfruͤchte und alle Klerarden auf ihm am ſicherſten gedeihen. Im Ueberftuß kann er aber auch nachtheilig werden, wie wir dies an dem keidigen ede bemerken: 8 1) indem er die Feuchtigkeit nicht anhaͤlt, und ſie insbeſondere leicht verdunſten läßt, ſelbſt mehr wie der Sand, weswegen er bei trockener Witterung ganz ausdoͤrrt und ſtaͤbig wird. 2) indem er den Miſt und den Humus ſehr ſchnell zerſetzt, ihren Uebergang in die Pfian⸗ zen oft zu ſtark befoͤrdert, ſie daher uͤbermaͤßig treibt, ihnen dann aber in der hoͤchſten Peride lihrer Entwickelung keinen Nachſatz mehr geben kann, und ſie verſchmachten laͤßt. Da ich Erdarten mit uͤberwiegendem Kalke nicht kenne, ſo fuͤhre ich das an, was Chap⸗ tal davon ſagt:„Erden, die Kalk in hervorſtechendem Verhaͤltniſſe enthalten, ſind pords, leicht, ſehr durchdringlich von Waſſer und gut zu verarbeiten; ſie bilden einen Teig, der faß keine Konſiſtenz hat, laſſen das Waſſer aber mit Leichtigkeit wieder fahren; ſie trocknen aus, vhne Spalten zu bekommen, und ohne eine betraͤchtliche Minderung in ihrer Maſſe zu erfahren. Die Luft dringt leicht durch und kann die Keime in einer gewiſſen Tiefe beleben. Waſſer ohne Widerſtand hineindringt, aber eben ſo ſchnell ſich daraus wieder entfernt, ſo be⸗ änden ſie ſich abwechſelnd in dem Zuſtande einer Ueberfuͤllung damit und einer Austrocknung, und die Pflanze, unfaͤhig bei allen dieſen Abwechſelungen zu beſtehen, ſchmachtet und geht aus, ſobald Trockenheit und Feuchtigkeit nur einigermaßen lange waͤhren. 5 Ra Weil das gach 3 der 40 Trben Nehen In wel nt i,nit le Dos vort ftrnnbaren aM we lchen 8 alche aus So wie der nachtheil ſandloſer Ne auch nach der Penn de ſo duß er auf keit doch dadan zunus und D lihnigen Bode lijauf 10 Pr Humus iſt. Dageger geht, und un ren hizigen nen werden k Kall beſteher von der Raͤf Da ich mir noch nic Venn nnd nicht leic Prozent davol Wgenannten Me ſandigen, iſt 3 Nehzant do eine neue D titaͤt vermin de ihm geg ſorke Dung ntenen Hr krune ungef folglch z pr Kiſ Kgetabiliſch Rt er davon Zwäter The kohlenſauken heſcieden h duchtbarkai gemitiſt a⸗ hmaͤßig un wenn er in rrin verhinet eben, und Acker beföede ſeine Kohhe⸗ en aus der lu ooch zweifelhin, zmen, wenn ni läßt, und wan Gewaͤchſen au le Kleeaten wf kreidigen Ba erdunſten lü⸗ dert und ſiu ang in dihe hochſeen dan t. an, wat bhet ten, ſi w en Teie d faß ſie trotta, Maſſe zu anche leben. Peitd Bentfernt, er Austrochon tet und oehe 9 Die Bodenarten. Kach Reiſſert und Seitz Annalen des Ackerbaues, IX. 236, iſt der Kalkboden, der 40 Prozent Kalk und 36 Prozent Sand, uͤbrigens groͤßtentheils Thon hat, nach ſtarkem Regen und wenn er feucht iſt, ſchwerer zu bearbeiten wie der Lehm, aber, wenn er ausgetrock⸗ net iſt, weit leichter. Das vortheilhafteſte Verhaͤltniß des Kalks im Boden iſt wohl das, wenn er mit dem ab⸗ ſchwemmbaren Thon gleich iſt. Unter allen kuͤnſtlichen Bodenmengungen, 34 an der Zahl, auf welchen Tillet die Vegetation des Getreides verſuchte, zeigte ſich die am vortheilhafteſten, welche aus 3 Toͤpferthon, 3 Muſchelmergel und Sand beſtand. 105 So wie der Kalk im Boden zunimmt, bedarf es des Sandes weniger zur Verminderung der nachtheiligen Eigenſchaften des Thons. Voͤllig darf jedoch der Sand nicht fehlen, weil ſandloſer Mergel zu bindend und feuchter zu ſchlammig wird. Jenes Tilletſche Verhaͤltniß ſcheint auch nach der Erfahrung im Großen das vorzuͤglichſte. Wenn der Kalk aber auch nur in geringerem Verhaͤltniſſe der Ackerkrume beigemiſcht iſt, ſo daß er auf die Konſiſtenz des Bodens wenig Einfluß zu haben ſcheint, ſo wird die Fruchtbar⸗ keit doch dadurch erhoͤht, vermuthlich der chemiſchen Wechſelwirkung wegen, die er auf den Humus und Duͤnger hat. Eine Beimiſchung von 10 Prozent Kalk erhoͤht allen thonigen und lehmigen Boden nach allgemeinen, jedoch noch nicht genug beſtimmten Beobachtungen von 5 bis auf 10 Prozent ſeines Werthes, und um ſo mehr, je reichhaltiger der Boden zugleich an Humus iſt.— Dagegen wird der Kalk nachtheilig, wenn ſein Verhaͤltniß uͤber das des Thons hinaus⸗ geht, und um ſo mehr, wie jenes ſteigt. Mit vielem Sande vermiſcht giebt er einen zu duͤr⸗ ren hitzigen Boden ab, dem auch bei ſtarkem Duͤnger nur ſolche Fruͤchte mit Vortheil abgewon⸗ nen werden koͤnnen, welche die Duͤrre gut ertragen, z. B. der Mais. Der groͤßtentheils aus Kalk beſtehende Kreideboden kommt dieſem gleich, leidet aber, ſo wie von der Duͤrre, auch von der Naͤſſe, indem er alsdann ſchlammig wird.- Da ich aber von Boden, der an Kalk uͤberreich iſt, keine Erfahrung habe, ſo getraue ich mir noch nicht, uͤber deſſen Werthsverhaͤltniß etwas zu beſtimmen. F. 144.. Wenn wir oben von den Bodenarten ſprachen, in welchen der Humus ein hervorſtechender und nicht leicht erſchoͤpfbarer Beſtandtheil war, ſo verſtanden wir ſolche darunter, die uͤber 5 Prozent davon enthielten, was nur bei den vom Waſſer abgeſetzten Niederungsboden oder ſo⸗ genannten Marſchen der Fall iſt. Dem Hoͤheboden, dem mehr thonigen ſowohl als dem mehr ſandigen, iſt er ſelten bis zu 5 Prozent zugemiſcht, und ſie enthalten gewoͤhnlich nicht mehr als 3 Prozent von mildem aufloͤslichen Humus, beſonders wenn ſie abgetragen haben, und nun eine neue Duͤngung, ſollen ſie anders vortheilhafte Ernten geben, erfordern. Seine Quan⸗ titaͤt vermindert ſich naͤmlich darin nach dem Verhaͤltniß der ihm abgenommenen Fruͤchte gegen die ihm gegebene Duͤngung. Indeſſen iſt dies nicht ſo betraͤchtlich, als es ſcheint. Eine ſehr ſtarke Duͤnzung von 4135 Centner Miſt hinterlaͤßt nach ihrer Vermoderung kaum 62 Centner trockenen Humus, und dieſer wird auf 1 Jochart unter 24800 Centner Erde, welche die Acker⸗ krume ungefaͤhr enthaͤlt, vertheilt. 400 Centner Erde bekommen dadurch 1 Centner Humus, folglich 3 Prozent. 75 Es iſt alſo von großer Wichtigkeit, ob und in welchem Verhaͤltniſſe der Boden dieſe Beimiſchung des Humus in ande⸗ ren Bodenarten als nothwendige Bedingung ih⸗ rer Fruchtbar⸗ keit⸗ vegetabiliſche Nahrung ſchon enthalte, und es iſt um ſo ſchwerer, ſie ihm zu geben, je weni⸗ ger er davon beſitzt. Zweiter Theil. O9 Die Bodenarten. §. 148. hältniß dieſer Veeniſchanaden Humus haben wir mehrentheils in gutem lehmigen Ackerboden angetroffen, auch wenn er ab⸗ den Siedpunkt etwas uͤberſteigenden Hitze voͤllig ausgetrocknet war. Es kann hierunter um ſo weniger Verluſt von Waſſer mit begriffen ſeyn, da es wahrſcheinlich iſt, daß der Thon dieſes Waſſer aus der Atmoſphaͤre ſchon wieder angezogen hatte, wenn die ausgegluͤhete Erde gewa⸗ gen ward. 2 Prozent Humus nehmen wir alſo als Normalſatz fuͤr lehmige Ackererde an, fuͤr die ſan⸗ dig lehmige aber nur 11¼, und fuͤr die ſandige 1 Prozent, und ſetzen dieſe als Bedingung hei der Werthsbeſtimmung, die wir oben dem Thon⸗ und Sandboden gegeben haben, voraus. Prozent ſeines Werths; ſo daß ein Boden, der bei 2 Prozent Humus 50 werth war, bei 2 ½ b Prozent 52 ½, bei 3 Prozent 55 werth wird. Mit jedem halben Prozent, welches er darun⸗ ter hät, faͤllt er aber um eben ſoviel im Werthe. tracht. Es iſt bekannt, daß derſelbe Grund bald als Gerſt⸗, bald als Haferboden bonitirt wird, hat. Ein lehmiger Boden, der als Haferboden von verſtaͤndigen Bonitirern gewuͤrdigt wird, pflegt nicht mehr als 1 Prozent Humus zu enthalten. Hat derſelbe Boden 3 Prozent und dar⸗ uͤber, und iſt er ſonſt fehlerfrei, ſo kann er Weizenboden zweiter Art werden. Er kann dieſen Zuwachs an Humus durch Kultur bekommen, aber dies iſt nicht ſo leicht, wie mancher glaubt. Es wird hier durchaus vorausgeſetzt, daß der Humus milder Art frei von Saͤuren und . adſtringirenden Stoffen, folglich aufloͤslich ſey. An ſauren Humus kann der Boden zuweilen ſehr reich, aber dennoch wenig fruchtbar ſeyn. Wir fanden in einem ſandigen Boden aus Pommern, auf welchem man das vierte Korn an Rocken ſchon fuͤr eine gute Ernte hielt, 5 Pro⸗ zent Humus. Er verrieth ſeine Natur aber ſchon durch den torfigen Geruch beim Abgluͤhen, 4 ren mit Mergel viel erwarten. §. 146. Peimiſchungdes Der mit voͤtlig faurem, das Lackmuspapier ſtark roͤthenden Humus angefüͤllte Boden Gewaͤchs, im hohen Grade ſogar fuͤr Elſen, faſt untauglich, und hat daher in dieſem Zu⸗ ſtande einen ſehr geringen Werth. Aber er iſt der Verbeſſerung ſehr faͤhig, wenn er keine an⸗ dern Fehler hat, die dieſes verhindern. Dieſen Boden findet man naͤmlich faſt nur in Brü⸗ chern und Sinken, wo er mehrentheils auf einer Unterlage von zaͤhem Thon oder Lehm(Schluf) ruht. Es kommt nur darauf an, ob er abgewaͤſſert werden koͤnne. Iſt dies geſchehen, ſo laͤßt er ſich am ſchnellſten und zweckmaͤßigſten durch das Abbrennen verbeſſern. Durch die Wir⸗ Aſche neutraliſirt, und ſomit kann ein ſalchen Boden zuweilen in einen reichen Weizenboden um⸗ geſchafen werden. A Wie das VWer: Mit dem Verhaͤltniſſe ſeines Humusgehalts ſteigt alſo der Werth des Bodens. 2 Prozent getragen hatte; oder um mich beſtimmter auszudruͤcken, ſo viel verlor er durch das Gluͤhen, wenn er von Faſern vorher gereinigt, der etwanige Kalk ausgeſchieden, und er dann in einer Mit jedem halben Prozent, welches der Boden an mildem Humus mehr hat, ſteigt er um z Bei der gewoͤhnlichen Klaſſiſikation des Bodens kommt der Humus ebenfalls in Be⸗ je nachdem er ſtaͤrker und haͤufiger geduͤngt und minder erſchoͤpfend behandelt worden, ſein Gehalt an Humus ſich alſo vermehrt oder durch eine entgegengeſetzte Behandlung vermindert und zeigte eine merkliche Saͤure bei genauerer Unterſuchung. Er war aus der dort uͤblichen . Duͤngung mit Heide ⸗Palten entſtanden. Fuͤr dieſen Boden ließe ſich dennoch durch das Befah⸗ auren Lumus.(Bruch⸗ oder Moorboden, der ſich dem Torfe mehr oder weniger naͤhert) iſt fuͤr jedes nutzbare kung des Feuers wird ſchon die Saͤure zum Theil ausgetrieben, noch mehr durch das Kali der drn thtlön zit Duyyre/ a pe, und kaxſe ſeh jh icc jene ſeinet 4 Pflanzen fei Kalk oder! lich. Mi duüden 9 die tarſt berſi nehmen, den Perbeſſerung ſt in unend gſten, und Eine? Methode ve dann noch, wirthe, Dal men und; fuͤhrlicher waſſerholte krockenen 3. ſichen. In ſo Erfahrung! Gvondſätzer Lage unde ebenen Ri Die gungen, Rches wi Die die ingen 84—0 welche wen de beſſern . 2 Prea h wenn eru⸗ das Gluͤha, dann in eine hierwaet um der n diß hete Lid m⸗ an, fuxm⸗ 8 Bedingugi haben, un ſteigt er u elches er dan ebenfalls id n bonitirt wi t worden, ung vermind gewurdigt wn drozent und w⸗ Er kann dei nancher glauht von Säurin d Boden zuveile igen Boden o te hielt, 5 9 beim Abgläßn er dort üülte zurch das di angefüllahe fuͤr jedes nuttan her in wiin zw wenn er kelt d faſt mui d er behm t Duuch de uch das Cli Geizenboda Die Bodenarten. 102 §. 147. Der mit Haidhumus angefuͤllte Boden, moorerdiger Boden genannt, traͤgt in ſeinem na⸗ Haidhumus. tuͤrlichen Zuſtande nur Haidekraut und aͤhnliche Pflanzen. Durch Abbrennen des Haidekrauts, Duͤnger, Kalk und Mergel, auch durch anhaltende Bewaͤſſerung kann er fruchtbar gemacht werden, und es kommt dann auf ſeine Grundmiſchung an, welchen Werth er habe. Zuweilen iſt dieſe ſehr gut, und es laͤßt ſich keine andere Urſach ſeiner Unfruchtbarkeit annehmen, als daß ſich jene nur in Familien wohnende und ſich ihre beſondere Nahrung ſelbſt bereitende Pflanze ſeiner einmal bemaͤchtigt hat. Vertilgt man dies Haidegeſchlecht und zerſtoͤrt die, andern Pflanzen feindſelige, Eigenſchaft ihres hinterlaſſenen Humus, ſo wird der Boden ſehr fruchtbar. Kalk oder Mergel, den man auch oͤfterer unter dem Haidboden findet, iſt hierzu ſehr behuͤlf⸗ lich. Mit Ruͤckſicht auf die leichtere oder ſchwerere Bewirkung dieſer Verbeſſerung kann dem Haidboden, deſſen natuͤrlicher Werth nicht uͤber 1 anzuſetzen iſt, ein hoͤherer beizumeſſen ſeyn. In dieſem oder allen Faͤllen aber, wo eine Schaͤtzung des Bodens in Hinſicht auf das In⸗ tereſſe verſchiedener Perſonen geſchehen ſoll, muß man es meines Erachtens zum Grundſatz an⸗ nehmen, den Boden nur nach ſeinem gegenwaͤrtigen Zuſtande zu taxiren, indem die moͤgliche Verbeſſerung doch erſt durch Induſtrie, Kenntniß und Kapital bewirkt werden kann, und man ſich in unendliche Schwierigkeiten verwickeln wuͤrde, wenn man die groͤßern und geringern Koſten, und die Wahrſcheinlichkeit, daß es geſchehen werde, berechnen wollte. §. 148. Eine Anleitung zur Unterſuchung der Ackererde wuͤrde hier uͤberfluͤſſig ſeyn, da unſere Methode von Einhoff im dritten Bande des Hermbſtaͤdtſchen Archios beſchrieben, und dann noch genauer in ſeinem von mir herausgegebenen Grundriß der Chemie fuͤr Land⸗ wirthe, 1808, angehaͤngt iſt.— Da uns bei den vielen Unterſuchungen dieſer Art immer mehrere Bemerkungen vorkom⸗ men und zu neuen Handgriffen leiten, ſo wird der Profeſſor Crome ſolche in der Folge aus⸗ fuͤhrlicher mittheilen. Bei den Unterſuchungen des Bodens wird jetzt nicht nur auf deſſen waſſerhaltende Kraft, ſondern auch beſonders auf ſeine ſpeziſiſche Schwere im feuchten und trockenen Zuſtande Ruͤckſicht genommen, weil wir uns davon manche nutzbare Reſultate ver⸗ ſprechen. 3 §. 149. In ſofern ich die Fruchtbarkeit und Guͤte der von uns zerlegten Bodenarten aus eigner Erfahrung oder aus zuverlaͤſſigen Nachrichten kenne, kann ihr Werth nach den angegebenen? Werthsbeſtim⸗ mung des Bo⸗ ens nach den folgenden Ta⸗ Grundſaͤtzen in der That zutreffend geſchaͤtzt werden, vorausgeſetzt, daß ſie eine gleich gute belen. Lage und eine ihrer Beſchaffenheit angemeſſene— der humusreiche loſe Boden z. B. in einer ebenen Niederung, denn anders findet er ſich wohl nicht— haben. Die folgende Tabelle A. enthaͤlt die Beſtandtheile ſolcher uns vorgekommenen Bodenmen⸗ gungen, welche zur Erlaͤuterung dieſer Saͤtze dienen koͤnnen, nebſt dem Werthsverhaͤltniſſe, welches wir ihnen in proportionalen Zahlen von 100 bis 1 beimeſſen. Die Tabelle B. klaſſiſizirt die Bodenarten nach den in den Brandenburgiſchen Taxprinzi⸗ pien angenommenen Klaſſen(vergl. 1ſten Theil§. 75.), und ſchaͤtzt ſie nach den eben daſelbſt (§. 84— 92.) durch Erfahrung bei der Dreifelderwirthſchaft ausgemittelten Ertragsſaͤtzen— welche wenigſtens noch immer die zuverlaͤſſigſten ſind, die wir bis jetzt haben.— Nur iſt fuͤr die beſſern Bodenarten eine Benutzung der Brache— obwohl ſchwache— ein Brachjahr ums 21 1008g b Die Bodenarten. andere berechnet, weil ſolche bei gutem Boden allgemein ſtatt finden kann, und der Kornpreis um ein Geringes gegen jene Taxprinzipien veraͤndert. In der vorletzten Kolumne iſt der jaͤhr⸗ liche reine Ertrag, der daraus hervorgeht, in Gelde ausgemittelt, und in der letzten Kolumne darnach das Verhaͤltniß derſelben berechnet, wenn der beſte Boden zu 100 angenommen wird. Beide Tabellen ſind zu verſchiedenen Zeiten, ohne Ruͤckſicht auf einander zu nehmen, und nach ganz verſchiedenen Prinzipien gemacht. Ich uͤberlaſſe die Vergleichung jedem Leſer. Das Wirth⸗ ſchaftskorn iſt bei letzterer ſo angenommen, daß die Koſten bei einer gewoͤhnlichen Wirthſchaft bei jeder Bodenart gedeckt werden koͤnnen, zumal wenn der Durchſchnittspreis des Getreides etwas hoͤher, wie der angenommene, ſteht. . 1536o0. In die Sinne Wenn man den durch eine gehoͤrige Zerlegung bekannten Gehalt eines Bodens haͤufig mit 3 fülended Kann⸗ ſeinen aͤußern in die Sinne fallenden Eigenſchaften vergleicht, ſo kann man die Uebung erlan⸗ denarten. gen, jenen ziemlich richtig nach dieſen zu beſtimmen. Naͤchſt der Farbe entdeckt ſich der Hu⸗ mmnusgehalt durch die Leichtigkeit der Erde, durch einen eigenthuͤmlichen ſchimmligen Geruch und durch den weißen Anflug des Lichen humosus; der Thon durch die Zaͤhigkeit und das fettige Gefuͤhl; der Sand durch das rauhe Gefuͤhl zwiſchen den Fingern; noch beſtimmter aber, wenn mman die zerkruͤmelte Erde durch ein mäͤßig vergroͤßerndes Glas betrachtet, wodurch man die Quantitaͤt des Sandes gegen die der uͤbrigen Erde ſehr gut beſtimmen kann, auch den ſchwar⸗ zen Humus unterſcheidet. Vom Daſeyn des Kalks verſichert man ſich mehrentheils nur durch das Aufbrauſen mit Saͤuren und von ſeiner groͤßern und geringern Quantitaͤt durch die meh⸗ rere oder mindere Heftigkeit deſſelben, wenn zu einer genauern Unterſuchung nicht Zeit und Gelegenheit iſt. 8 6. 151. W Kongſenz des Die Konſiſtenz des Bodens ergiebt ſich aus den Eigenſchaften und dem quantitativen Bodens. Verhaͤltniſſe der praͤdominirenden Erdart. Es bedarf alſo daruͤber keiner weiteren Eroͤrte⸗ rung, als in ſofern man die Grade dieſer Konſiſtenz(Bindigkeit) durch folgende Ausdruͤcke bezeichnet: Hart, zaͤhe, widerſpenſtig, unbaͤndig nennt man einen Boden, der bei einiger Feuchtigkeit wie ein klebriger Teig ſich an Pflug und Egge haͤngt, nur ſchwer abfaͤllt, beim Ab⸗ fallen zuſammenhaͤngend bleibt, ſo daß er nur durch einen Stich oder Schnitt getrennt werden kann, und dann auf der Schnittſeite glatt und glaͤnzend iſt. Bei mehrerer Trockenheit iſt er dagegen hart wie ein Ziegel, und ſeine Schollen koͤnnen nur durch einen gewaltſamen Stoß in wuͤrfligte oder blaͤttrige Stuͤcke, oft gar nicht in Pulver, zertheilt werden. Dieſer Boden ver⸗ haͤrtet ſich, wenn nach Regen warmer Sonnenſchein kommt, zuweilen auf der Oberflaͤche, und bleibt darunter noch im feuchten Zuſtande. Er heißt alsdann verſtockter, verſchaalter Boden; hierher gehoͤrt der uͤber 80 Prozent Thon haltende Boden. Steif, ſtrenge: wenn der Boden im trockenen Zuſtande mit geringerer Gewalt ge⸗ trennt werden kann, und dann in Stuͤcke bricht, die ein mattes, koͤrniges Anſehn haben und abkruͤmeln, jedoch vom Pfluge und Spaten ſelten in Pulver, ſondern nur in Schollen und griͤ⸗ ßern Kloͤßen abfaͤllt, die ſich erſt durch ſtarkes Eggen zertheiten laſſen; dies thut der uͤber 50 P rozent Thon haltende Boden. 1. 1 n. Locker, muͤrbe heißt der Boden, wenn er bei einiger Feuchtigkeit zwar Kloͤße bildet, die zuſammenhaͤngen, die ſich aber durch einen gelinden Druck oder Stoß trennen laſſen und auseinander fallen, wie es der zwiſchen 20 bis 40 Prozent Thon haltende Boden thut. def oſe: der Kornpi ne iſt der ii itzten Kolum nommen wird dan, und nac d. da Wirth) den Mabſtat 8 des Gerreiy odens ſunu die Uebung ie eckt ſich da he ligen Geruhm t und das ſug zmter aber, wen vodurch man auch den ſcher ntheils nur dur at durch die me g nicht Zeit u em quanttatite weiteren beun gende Ausdit der bei ein faͤllt, beim! getrennt we rockenheit ſſ! itſamen St dieſer Bodet Oberflaͤchen verſchault gerer Gecdtce⸗ lnſehn hu n Schollen u thut der in” war Kloͤße 2 ennen laſſn den thut. doſt Die Bodenarten. Die nachfolgenden Bodenmengungen ſtehen in folgenden Gradationen ihrem Werthe nach. No. Syſtematiſche Benennung. Gewoͤhnliche Gehalt Gehalt Gehalt Gehalt an Werths⸗ e Bonitirungs⸗Benennung. an Thon. an Sand. an Kalk. Humus. verhaͤltniß. — Prozent. Prozent. Prozent. Prozent. 1. Humoſer Thonboden. Starker Weizenboden. 3 74 10 4 117 100 2. Humoſer ſtrenger Boden. desgl. 381 6 4 8½ 98 3. desgl. desgl. 279 10 4 6 ½ 96 4. Reicher Mergelboden. ddeesgl. 40 22 36 4 90 5. Humoſer loſer Boden. Wieſen oder Aueboden. 14 49 10 27 42 6. Humoſer Sandboden. Starker Gerſtboden. 20 67 3 10 78 7. Reicher Thonboden. Starker Weizenboden. 58 36 2. 4 27 8. Mergelboden.. Weizenboden. 56 30 12 3 273 9. Thonboden. desgl. 60 38 6 2 70 10. Lehmboden. desgl. 48 5⁰ 8 5— 2 65 11 desgl. desgl. 68 30 5 3* 2 60 b b 4 12. desgl. Gerſtboden erſter Art. 38 60 5. 2 60 —2— 3. 4 3 22 13. desgl. Gerſtboden zweiter Art. 33 65 S 8 2 50 . 5 5 14, Sandiger Lehmboden. desgl. 28 70 3 5 2 40 8 22 15. desgl. Haferboden. 23 ½ 75 ˙5 12 30 4 3 8 8— 16. Lehmiger Sandboden. ddesgl. 18 ½ 8⁰ 8 3 1 ½ 29 17. desgl. Rockenboden 14 85 3 5 1 15 18. Sandboden. desgl. 9 90⁰ 8* 1 10 3 ☛̈ 282 19. desgl. öjaͤhriger Rockenboden. 4 95 5 3 4 5 4+ S8 4 desgl. gjaͤhriger Rockenboden. 2 97 ⅔ 2 2 — 1 1 I. 112 T a zur Wergleichung des Werths eines Jochart landes von den verſchiedenen Klaſſen nach den angenommenen Branbenburaiſhen Tax⸗ Prinzivien. Die Bodenarten. B. e 7 — * E E 3 Jaͤh licher ve Naan CTracht Einſaat Ertrags⸗ Torai⸗ Wirth⸗ der Einſaat pandener Geld ⸗ Ertrag Ertrag einer Jaͤhrliche„herſter Klaſſe i ([Bodenart. Wah der Kornart. Ire.] korn.] Errag. ſchaſtskorn. Sddſches Prrſe einer jedes Jahrs. Beſtellungszeit. Dehüihnitts twoangenaumd korns bieiben 4 1 wird,e iſt der erth Maͤßlä. Maͤßl. Metzen. Naͤßl! fl. kr. 1. kr. fl. k. f..kr Vortracht Erbſen 40 5 200 das 2zteea 5— 1 24 47— I1. Klaſſe Iſte Weizen 44 7 308 das 2te 11— 1 45 19 13 NReicher Weizenboden. 2te Große Gerſte 40 7 280 das 2te 11— 1 3 10 30 100 3 te Weizen 40 6 240 das 2te 7 8 1 45 13 7 G 4te Große Gerſte 36 6 216 das 2te 6 12 1 3 7 5 4 4. 56 38 9[29 ¾ Vortracht, Erbſen 40 5 200 das 2te 5— 1 24 7— II. Klaſſe. 1ſte Weizen 44 6 264 das 2te 8 4 1 45 14 26 ¾ Weizenboden. 2te Große Gerſte 40 6 240 das 2te 7 8 1 3 7 52 72, 3 3te Rocken 40 5 200 das 2zte 5— 1 24 7— 4te Große Gerſte 36 5 180 das 2te 4 8* 1 3 4 43 ½ “ 1 41 2 6 0 Vortracht Erbſen 40 5 200 das 2te 5— 1 24 7 4⸗ III. Klaſſe. Iſte Nocken 40 6 240 das 2te 7 8 1 24 10 389— Starker Gerſtbpden 2te Große Gerſte 40 6 240 das 2te 7 8 1 3 7 521. 63 3te Rocken 36 5 180 das 2te 4 8 1 24 6 18+ 4te Große Gerſte 32 5 160 das 2te 4— 1 3 4 12 . 1 35 32 1 5 58 ¾ Vortracht Erbſen 36 4 144 das 2te 2 4 1724 3 9 4 IV. Klafſe. Iſte Rocken 40 6 240 das 2te 7 8 1 24 10 30 4 „Gerſtboben 2 te Kleine Gerſte 40 6 240 das 2te 2 8— 56 27— 46,7 3te Rocken 36 4 144 das 2te 2 4 11 24 3 9]— 4te Hafer 2 5 160 das 2te 4—— 42 2 48 36 4 26 1ſte Rocken 36 5 180 das 2te 4 8 1 24 6 18 V. Klaſſe. 2te Hafer 36 5 180 das 2te 4 8[— 42 3 9 Haferboden in neun⸗ 3te Rocken 32 31 112 das 1 ½ 2— 1 424 3 48 18, 8 jaͤhriger Duͤngung. 4te Hafer 32 32 112 das 11 2—— 42 1 24 1 ste NRocken 28 3 84 das Iſte 1 12 1 24 2 27 8 bte ruhet oder giebt doch keiß nen reifnen Erztrag. 5 1 42 ⅔ VI. Klaſſe. 8* Dreijaͤhriger Rockenbo⸗ Iſte Rocken 32 3 96 das 1 ½ 1— 1 24 1 24 1 den, alle neun Jahre! 2te Rocken 28 2 ½ 70⁰ das 4 1 5 1 24 1 5⁰½ 4, 4 halb geduͤngt oder ge⸗ 3te Rocken 24 2 1 48 das 4— 6 2— 31½. Laa—. 1 koſe⸗ 4 Teziehunkil⸗ 5 5 wo lre Then arſhie 3 ugitt und fot Jie verſcied gien 48 Stunde tht gut durch das Aü6e den d Hieruute vaſtht 6 dur Fultur fehlerfr nach beimeſſen. und überh zul„ ge. der bei au iſeyn un Der nefere Nahrungsſtofes er auch nicht bis bauer den Vorth Früͤchte Nutzen zi ſiten aahre einm holen d an ſcch ohne de dechalb e Nahrun lichen koͤnn ſ jede eine durchaus, Eindringens der( däſchrdatd; ich h konner. DW der Wurzelgend Bau dieſer Gen Jerner hat ligkeit md von Naun ſch zu ber der heaufſtanen nige Joden ſaͤßt viederum mehr ſe Alei dſam aus Kwate Thel, Lenn dr W eines Idchaltz tſter Klaß oo angent vird, ſo ſw Werj ——— 1⁰⁰ 63 46, 18,b 44 Die Bodenarten. 113 Loſe: wenn ſeine Partikeln, abgetrocknet, wenig oder gar keinen Zuſammenhang und Anziehung zu einander haben, ſondern von ſelbſt in Pulver, ohne Kloͤße zu bilden, zerfallen. Der uͤber 9o Prozent Sand haltende Boden, der Kreideboden, der humoſe mit wenigem Thone verſetzte Boden ſind von dieſer Art. Iſt er ſo loſe, daß der Wind ihn leicht in Bewe⸗ gung ſetzt und fortwehet, ſo heißt er ſtaubigter, fliegender Boden. 4 Die verſchiedenen Grade der Bindung laſſen ſich am beſten beurtheilen, wenn man den Boden 48 Stunden nach einem maͤßigen Regen unterſucht. Man kann ſie bei einiger Uebung ſehr gut durch das Aufſtoßen mit dem Stocke oder ſogar durch den Fußtritt unterſcheiden. §. 152. Naͤchſt den Beſtandtheilen kommt die Tiefe des Bodens bei ſeiner Schaͤtzung in Betracht. Fiefedeß Vo⸗ Hierunter verſteht man diejenige Tiefe der Oberflaͤche, in welcher ſelbige mit Humus durch⸗ drungen und uͤberhaupt von gleicher Miſchung und von gleicher Beſchaffenheit iſt. Bei ge⸗ woͤhnlichem Boden geht ſie nur um ein weniges tiefer, als bisher gepfluͤgt worden iſt, und man bemerkt beim perpendikularen Abſtechen der Erde die Graͤnze deutlich. Zuweilen betraͤgt ſie nur 3 Zoll, gewoͤhnlich 6 Zoll, manchmal 10 bis 12 Zoll. Nur bei außerordentlicher Kultur oder bei aufgeſchwemmtem vom Waſſer abgeſetzten Boden findet man ihn auf 1 ½, 2 bis 3 Fuß mit Humus gleichartig durchdrungen. Wir nennen einen Boden ſchon tief, wenn die fruchtbare Erde durch das gewoͤhnliche Pfluͤgen nicht bis auf den Grund erreicht wird, d. h. mehrentheils, wenn ſie uͤber 6 Zoll ſtark iſt. Wir nehmen daher 6 Zoll als die mittlere Tiefe an, die der Boden haben muß, wenn er fehlerfrei ſeyn und nicht unter dem Werthe herabſinken ſoll, den wir ihm ſeinen Beſtandtheilen nach beimeſſen. Der tiefere Boden enthaͤlt eine groͤßere Quantitaͤt fruchtbarer Erde oder vegetabiliſchen Nahrungsſtoffes, der, wo nicht allen Pflanzen, doch gewiß einigen zu Nutze kommt, wenn er auch nicht bis zu ſeiner vollen Tiefe gelockert wird. Er giebt aber einem jeden guten Acker⸗ bauer den Vortheil, ihn von Zeit zu Zeit tiefer zu lockern, und von ſeiner untern Lage fuͤr alle Fruͤchte Nutzen zu ziehen, an die Hand, und es iſt genug, wenn dieſes auch nur alle ſechs bis ſieben Jahre einmal geſchiehet. Dann dringen die Wurzeln, ſelbſt des Getreides, ſo tief ein, holen die Nahrung, die ſie bei einem ſeichten Boden nur durch ihre horizontalere Verbreitung an ſich ziehen koͤnnen, aus der Tiefe herauf, und koͤnnen ſich dichter an einander ſchließen, ohne daß jede einen engern Wirkungskreis fuͤr ihre Wurzeln habe. Der tiefere Boden zeigt deshalb durchaus, bei uͤbrigens gleicher Beſchaffenheit, dichtere Saaten. Die Graͤnze des Eindringens der Getreidewurzeln iſt durchaus nicht, wie einige behauptet haben, auf 6 Zoll beſchraͤnkt; ich habe ſie deutlich bis 12 Zoll auf Boden, der ihnen ſo tief zuſagte, verfolgen koͤnnen. Die Wurzeln der Huͤlſenfruͤchte und des Klees gehen ungleich tiefer, der Luzerne und der Wurzelgewaͤchſe nicht zu gedenken; er beguͤnſtigt daher ſo vorzuͤglich den abwechſelnden Bau dieſer Gewaͤchſe. Ferner hat er den unleugbaren, jedem ins Auge fallenden Borzug, daß er von der Feuch⸗ tigkeit und von der Duͤrre weniger leidet. Die niedergeſchlagene Feuchtigkeit hat mehreren Raum ſich zu verſenken, ehe ſie auf den undurchlaſſenden Untergrund kommt, von wo ſie wie⸗ der heraufſtauen und die ganze Erdkrume zu einem Brei machen muͤßte. Nur der tiefere tho⸗ nige Boden laͤßt ſich durch verdeckte Abzuͤge wirkſam entwaͤſſern. Da aber der tiefere Boden wiederum mehr Feuchtigkeit in ſeinen Poren aufnehmen kann, ſo haͤlt er ſie laͤnger, und giebt ſie gleichſam aus dem unterirdiſchen Magazine der Oberflaͤche wieder ab, ſo wie ſie ſolche ge⸗ Zweiter Theil. P 114 Die Bodenarten.. braucht. auffallendſten auf rajolten Boden. Auch haben alle aufmerkſame Beobachter die Bemerkung gemacht, daß tieferer Boden, des dichteren Standes der Halme ungeachtet, ſelten Lagerge⸗ treide gebe, wenigſtens nie anders, als wenn Sturm und Schlagregen es niederwirft, ja daß es ſich ſelbſt dann oft wieder aufrichte. Bei dem ſeichten Boden findet durchaus das Gegentheil ſtatt. beit oder durch allmaͤhlig tieferes Pfluͤgen— womit allerdings auch eine tiefere Durchdringung verbunden ſeyn muß— gegeben werden kann. Hiervon wird die Rede ſeyn, wenn wit auf den Untergrund kommen. Der unergruͤndliche Boden, der eine ſo maͤchtige Lage von fruchtbarer Esde hat, daß man ſie auch durch Rajolen kaum erreichen kann, macht es moͤglich, ihn durch das Her⸗ aufbringen neuer Erde aus dem Grunde, faſt ohne allen Duͤnger, in ſeiner Fruchtbarkeit zu erhalten, entweder durch das vollkommene Rajolen, oder durch das ſogenannte K ulen, wo die untere Erde ſtellenweiſe heraufgegraben und uͤber die Oberflaͤche verbreitet wird. ſteht ein ſolcher Boden auch in einem faſt unglaublichen Werthe. In welchem Verhaͤltniſſe vermehrt oder vermindert aber die groͤ ßere oder geringere Tiefe des Bodens ſeinen Werth? Wir nehmen eine 6zollige Tiefe als diejenige an, welche der Bo⸗ den haben ſoll. Mit jedem Zolle groͤßerer Tiefe vermehrt ſich ſein Werth, wie wir ſicher an⸗ Deshuid nehmen koͤnnen, um 8 Prozent, bis zu der Tiefe von 12 Zoll, ſo daß ein 12zolliger Boden DerUntergrund. beinahe um die Haͤlfte mehr werth iſt, als ein 6zolliger. Bei noch groͤßerer Tiefe, welche durch den Pflug nicht erreichbar iſt, ſteigt der Werth zwar nicht mehr in derſelben Progreſſon, aber doch wohl immer noch um 5 Prozent, da auch die unter der Sohle der Pflugfurche lie⸗ gende Erde nicht ganz ohne Nutzen iſt. Dagegen faͤllt ſein Werth mit jeder Verminderung ſeiner Tiefe unter 6 Zoll in eben den Verhaͤltniſſe. Hat alſo ein Boden, der bei 6 Zoll diefe 50 werth war, 7 Zoll, ſo 2 iſ ſein Werth 54, Wie finden deshalb beides, das Widerſtehen der Feuchtigkeit und der er Dires, am Dieſer unterſcheidet ſ ſich nun in ſolchen, welcher keine Vertiefung zulaͤßt, und in ſolchen, dem ſie durch eine Rajolar⸗ 3—— 88, 10———— 66, 11———— 79, 12———— 74, s———— 4, 1———— 42, Es hat keinen Zweitel, daß dem Boden dieſe Werthsvermehrung durch tiefere Bearbeie tung und Durchdringung nachhaltig gegeben werden koͤnne; zuweilen mit mehrerem, zuwele mit minderem Aufwande, als die Werthsvermehrung betraͤgt. 15s. Was unter der hruchtbaren Ackererde liegt, heißt Untergrund. weder aus derſelben Grunderde, wie die Ackerkrume, iſt nur nicht von Humus durchdrungen und mit der Atmoſphaͤre in keine Beruͤhrung gekommen; oder es iſt eine ihrer Natur nach Dieſet beſteht ent⸗ derſciden gioßern, Jan ſi ſeſt üaltnd un n forä grfenken d zuweilen ke zuten Veth berſchlechten ſehr verbeſ loſen oden uvel kaun eine ẽ Faielen vder ſatend fruch de dberflach Nebeſſerune Sandi macht dann und wenn man ſchwer derſelben R. ein ſolchen und ſo la⸗ dieſer Art Zuw onter liegt Paſer in Dadurch w die aufgeld lage oöſett berbeſſertu er gtdade Jer Erhaͤlt de gehemmt Der mitkruͤm einlge Zol Der mehrenthe de Pfang nilleicht de daͤrre, an die Deneriun , ſelten dagerne derwitt, n unteſtedet ſ arch en Jogae ere Durtdinn, n, wenn nif htharer Eih hn durch de er Fruchheti unte Kthla,n tet wird, dau oder geringee di an, wace der do , wie wridem ein 12zoliger dad ßerer Tefe, vit erſelben Peogreſtn der PRugfurcet 6 Zal nda G 6 mehreren, ſul Dieſer beſtht humus durchdurhe de ihrer Nauur Die Bodenarten. 115 verſchiedene Erdſchicht. Er hat betraͤchtlichen Einfluß auf die Guͤte des Ackers, und um ſo groͤßern, je ſeichter die Ackererde iſt. Thonigter Untergrund findet ſich gewoͤhnlich unter thonigem und lehmigem Boden, unter⸗ ſcheidet ſich davon in der eigentlichen Grunderde wohl nicht, iſt aber voͤllig roh, zuſammenge⸗ ballt und undurchlaſſend. Er findet ſich aber auch unter einer ſandigen Oberflaͤche, wo er bei einer horizontalen und gelind abhaͤngigen Lage dieſen Boden ſehr verbeſſern kann, indem er das Verſenken der Feuchtigkeit ſehr verhindert, und dieſen Boden uͤber Erwarten feucht erhaͤlt. Zuweilen kann er durch das Pfluͤgen oder doch durch das Graben heraufgebracht und in einem guten Verhaͤltniſſe mit dem Sande gemengt werden, wodurch dieſer zu Anfange zwar oft noch verſchlechtert, in der Folge aber,— wenn die gleichartige Miſchung bewirkt werden kann,— ſehr verbeſſert wird. Liegt er moldenfoͤrmig, ſo kann er bei naſſer Witterung jedoch auch den loſen Boden zu feucht, und wie man es nennt, ſappigt machen. Zuweilen iſt dieſer Untergrund mergeligt oder kalkhaltig, ſelbſt wo man in der Ackererde kaum eine Spur von Kalk antrifft. Hier thut eine Vertiefung des Bodens durch Pfluͤgen oder Rajolen oder durch das ſogenannte Kuhlen die auffallendſte Wirkung, macht ihn ſogleich nach⸗ haltend fruchtbarer, indem der mergeligte Thon, ſo zaͤhe er auch im Untergrunde war, an der Oberflaͤche zerfaͤllt, und ſich leicht vermengen laͤßt. Dieſer Boden iſt folglich einer großen Verbeſſerung faͤhig. 5 Sandiger Untergrund findet ſich auch unter ziemlich ſtrengem Thon- und Lehmboden, und macht dann, wenn er weder zu tief noch zu flach, d. h. 1 bis 1 ½ Fuß unter der Oberflaͤche liegt, und wenn ſeine Lage maͤchtig genug iſt, einen hoͤchſt gluͤcklichen Boden, einen Boden, den man ſchwer aber warm nennt, aus; weil er nie an Feuchtigkeit leidet, ſondern jeden Ueberfluß derſelben verſinken laͤßt. Iſt der ſandige Untergrund nur mit einer ſeichten Schicht fruchtbarer Erde bedeckt, ſo iſt ein ſolcher Boden der Ausdoͤrrung ſehr unterworfen, wenn er gleich bei feuchter Witterung, und ſo lange er die Winterfeuchtigkeit im Fruͤhjahre noch haͤlt, ſehr fruchtbar ſcheint. Stellen dieſer Art nennt man Schein⸗ oder Schrind⸗Stellen. Zuweilen iſt eine ſolche Schicht von Sand oder Kies aber auch nur ſehr duͤnn, und dar⸗ unter liegt wieder undurchlaſſender Thon. Fehlt es dieſem Boden an Abzug, ſo haͤuft ſich das . Waſſer in dieſer Sandſchicht, wie in einem Behaͤlter, an, und ſtauet zur Oberflaͤche herauf. Dadurch wird der Boden waſſergallig, kalt und hungrig, indem das ſich verſenkende Waſſer die aufgeloͤſten Duͤngertheile beim Abtrocknen mit ſich herabziehet, und in der tieferen Sand⸗ lage abſetzt. Dieſer Boden gehoͤrt unter die fehlerhafteſten, wenn er nicht durch Abgrabungen verbeſſert wird, die das in der Sandſchicht ſtockende Waſſer abfuͤhren. Hierdurch aber wird er gruͤndlich geheilt. 7 8— Je unergruͤndlicher und loſer der Sand unter Sandboden iſt, deſto duͤrrer wird dieſer. Erhaͤlt der Sand in einiger Tiefe mehrere Bindung, wodurch das Verſenken der Feuchtigkeit gehemmt wird, ſo hat er mehrere Friſchheit. Der ſteinige Untergrund kommt mehr oder minder zu Tage, oder iſt minder oder mehr mit kruͤmlicher Erde bedeckt. Zuweilen betraͤgt die Ackerkrume, beſonders an Bergen, kaum einige Zoll.. Der Kalkſtein macht immer den beſten ſteinigen Untergrund aus. Er iſt an der Oberflaͤche mehrentheils rauh, verwittert und ſpaltig. Er nimmt Erde gleichſam in ſich auf, in welche die Pflanzenwurzeln eindringen. Ja einige Pflanzen ſcheinen den Stein ſelbſt anzugreifen, und vielleicht Nahrung aus ſeiner Kohlenſaͤure zu ziehen: am ſtaͤrkſten die Eſparſette, jedoch auch P 2 ₰ Feuchtigkeit des Bod odens. * 116 doch minder unfruchtbar und unbrauchbar ſind, wie andere Felſen. Der Thonſchiefer, flach mit Krume bedeckt, verwittert, wenn der Pflug etwas abreibt oder Stuͤckchen abſpaltet, und man verſichert, dadurch den Boden tiefer gemacht und verbeſſert zu haben. Der Granit ſchließt alle Vegetation aus, und flacher darauf ruhender Boden nimmt keine Verbeſſerung an, es ſey denn, daß man durch Aufbringen von Erde die Krume vermehre. S 2 4* Steingeſchiebe machen zuweilen den Untergrund aus, und es kommt darauf an, ob ſie genugſam oder nur flach mit Erdkrume bedeckt ſind. Im erſteren Falle ſchaden ſie nicht, ſon⸗ dern koͤnnen in thonigtem Boden ſehr nuͤtzlich ſeyn, wenn ſie der aͤberfluͤſſigen Feuchtigkeit Ab⸗ zug geben. Von einzelnen Steinen, die bis zur Oberflaͤche emportreten, wird noch die Rade ſeyn.* . Der Ocher oder Eiſenſtein, welcher ſich nicht ſelten unter der Oberflaͤche findet, iſt der Vegetation hoͤchſt nachtheilig, vergiftet ſie gleichſam, wenn er anders nicht ſo ſtark mit Erd⸗ krume bedeckt iſt, daß die Wurzeln ihn nicht erreichen. Ueber demſelben pflegt ſchon eine braungefaͤrbte rauhe Erde zu liegen, die einer Natur mit dem Steine iſt; dieſe wird immer haͤrter, und geht ſo in Stein uͤber. Die Baͤume gehen aus, ſobald ihre Wurzeln darauf ſtoßen. In Hinſicht der Feuchtigkeit unterſcheiden wir hauptſaͤchlich den durchlaſſenden und un⸗ durchlaſſenden Untergrund. Jenes iſt der ſandige und mehrentheils der ſteinige, indem letzte⸗ rer ſelten ohne alle Spalten iſt; dieſes der thonige und lehmige. Je weniger Sand er ent⸗ haͤlt, deſto undurchlaſſender iſt er; es kann aber auch Lehm, der vielen Sand enthaͤlt, un⸗ durchlaſſend werden, wenn er ſich feſtgeſetzt hat. So erzeugt ſich, wenn immer in gleichrr Tiefe gepfluͤgt wird, unter der Sohle der Furche durch den Pferdetritt und den Druck des Pfluges eine ſolche Borke, die kein Waſſer durchlaͤßt, und in harte Stuͤcken bricht, wenn gleich daruͤber und darunter der Boden ziemlich locker und durchlaſſend iſt. 8. 134.* ttigkeit des Bodens hauptſaͤchlich her. Denn obgleich die Ackerkrume eine verſchiedene waſſer⸗ haltende Kraft hat, und an ſich der Feuchtigkeit oder Duͤrre mehr ausgeſetzt iſt, ſo ſcheint doch dieſe natuͤrliche Feuchtigkeit der Vegetation nicht nachtheilig zu werden, wenn naͤmlich nicht mehr Waſſer im Boden iſt, als ſeine Erdarten vermoͤge ihrer Anziehungskraft anhalten. Wenn aber das Waſeer ſich nicht verſenken und nicht abziehen kann, und die lockere Erde damit wie ein Brei zerfließt, ſo wird die Naͤſſe den meiſten unſerer kultivirten Pflanzen hoͤchſt verderblich. Wenn der undurchlaſſende Untergrund keinen Abhang nach einer Seite hat, vielmehr molden⸗ foͤrmig liegt, obwohl die Oberflaͤche des Bodens eben iſt, ſo wird das Waſſer wie in einem Becken eingeſchloſſen, und der Boden kann nur langſam durch die Verdunſtung abtrocknen. Auch die Quellgruͤnde haͤngen in der Regel von der Beſchaffenheit des Untergrundes ab. §. 155858. 3 Die Naͤſſe kann ferner als Tagewaſſer ſich von der umliegenden hoͤheren Gegend herab⸗ ziehen, ohne fernern Abzug zu haben. Es kann endlich Durchſinterungswaſſer ſeyn, welches ſich von einem hoͤher ſtehenden Waſſerſpiegel eines benachbarten Fluſſes oder Sees durch eine durchlaſſende Erdſchicht hindurchzieht. 4 1 Die Bodenarten. die meiſten Diadelphiſten, wie auch Baͤume und Straͤucher: ſo daß ſolche Kalk⸗ und Gypsfelſen Von einem undurchlaſſenden Untergrunde ruͤhrt die in den meiſten Faͤllen fehlerhafte Feuch⸗ IB ſeuuxn — M N g, aber uun, beſo MNan anderen 30 ninder de 1 Den ſigen Jege )) dü y u kuit bemerke —) fri c) fe 90) na dder äbgeſch f) w. nogfen glei die ab, jedoc Umgebung Unt verſtehen nach Verſe geredet we abhäͤngt. Unſer man in ein reszeit ſie, don einem Zenpwn mehrende tjef man mehrung gleich, un delſpuͤrt, niger Que Dee durch den Selter Nan nittelſ de und Gypzfaße etwas abreit Rund verbeſen euhender Vaden Ede die Kun⸗ rauf in, oö n ſie nitt,i⸗ Feuchtittl⸗ rd noch uhe e findet, in ſtark wi d fliegt ſchen in eſe wird inen Wurzeln daun ſenden und , indem leit ſer Sand er an ad enthaͤlt, u⸗ mmer in gleicht den Druck de n hricht, wem hlerhafte Fut hiedene wiſn „ſo ſchein u in naͤmlic ne anhalten. de Erde damiae ochſt derdati vielmehe nnhn⸗ ſſer wiienen g abtrethn! tergrunde er ſeyn, mitt Sees dutz ile Die Bodenarten. 117 Wir werden dieſe Urſachen der Naͤſſe genauer zu unterſuchen in der Lehre von den Abwaͤſ⸗ ſerungen Gelegenheit haben, und erwaͤhnen ihrer hier nur, in ſofern die Naͤ oder minder leicht zu uͤberwindende Urſach auf den Werth des Bodens Einfluß hat. Die Naͤſſe macht zuweilen den Boden faſt zu aller Benutzung untauglich, zuweilen zur Wieſe, aber nicht zum Ackerbau geſchickt; manchmal erlaubt ſie die Beſtellung mit Soͤmme⸗ rung, beſonders mit Hafer, aber nicht mit Winterung. Man beurtheilt den Zuſtand der fehlerhaften Naͤſſe am ſicherſten im Fruͤhjahre. Zur anderen Zeit entdeckt man ihre Spuren wohl an den darauf ſtehenden Pflanzen, aber doch minder deutlich.. Den Grad der Feuchtigkeitshaltung beurtheilt man am beſten etliche Tage nach einem maͤ⸗ ßigen Regen. Man nennt alsdann einen Boden 1 a) duͤrre, wenn er gar kein Gefuͤhl von Feuchtigkeit, in der Hand gedruͤckt, giebt; b) trocken, durſtig, wenn er nur beim Zerreiben und ſtarkem keit bemerken laͤßt; 1 c) friſch, wenn man ſeine Feuchtigkeit gleich fuͤhlt; d) feucht, wenn er bei einem gelinden Drucke die Hand naß macht; e) naß, wenn ſich tropfbares Waſſer ausdruͤcken laͤßt, und eine ausge oder abgeſchnittene Pflugfurche blaͤnkert; 3 f) waſſerſuͤchtig oder ſumpfigt, wenn das Waſſer darauf ſteht, oder in den Fuß⸗ tapfen gleich einquillt. Die vier erſten Grade haͤngen von der Beſchaffenheit ſeiner Erdmiſchung groͤßtentheils ab, jedoch hat auch die Lage einen Einfluß darauf; die beiden letzteren allein von ſeiner Umgebung. ſtochene Scholle §. 156. Unter Temperatur, oder was man Waͤrme und Kaͤlte des Bodens nennt, verſtehen wir nicht die, durch atmoſphaͤriſche Waͤrme und Wirkung der Sonnenſtrahlen, nach Verſchiedenheit des Klima und der Lage, ihm mitgetheilte Waͤrme, wovon in der Folge geredet werden wird; ſondern diejenige, welche von innern im Boden ſelbſt liegenden Urſachen abhaͤngt.. Unſere Erdkugel ſcheint im Innern einen beſtimmten Grad von Waͤrme zu haben, indem man in einer Tiefe von 10 Fuß unter der Oberflaͤche die Waͤrme faſt uͤberall und zu jeder Jah⸗ reszeit ſie gleich= 7 Grad Reaumur findet. Man hat lange vermuthet, daß dieſe Waͤrme von einem im Innern der Erde vorhandenen Centralfeuer, oder doch von einer großen von dem Zeitpunkte ihrer erſten Bildung noch anhaltenden und nach ihrem Mittelpunkte ſich immer ver⸗ mehrenden Hitze herruͤhre Allein dieſe Meinung iſt ſchon dadurch widerlegt, daß man, ſo tief man immer mit den Schachten der Bergwerke eingedrungen iſt, in der Rege! keine Ver⸗ mehrung der Waͤrme verſpuͤrt hat. Auf 1200 Fuß unter der Oberflaͤche blieb ſie ſich voͤllig gleich, und nur in einigen ungariſchen Bergwerken hat man einige Vermehrung der Waͤrme verſpuͤrt, die man aber von Lokalurſachen eben ſo ableiten muß, wie die hohe Temperatur ei⸗ niger Quellen, und zuweilen ſchon der Oberflaͤche des Erdbodens, wo dieſe hervorkommen. Die durch ſolche Lokalerhitzungen im Untergrunde herruͤhrende Waͤrme des Bodens gehoͤrt zu den Seltenheiten 3 Man bemerkt aber haͤufig eine Verſchiedenheit in der mittelſt des fruͤhern oder ſpaͤtern Erweichens des Eiſes und Schnees, au * Temperatur des Bodens ſchon ver⸗ ch des ſchnellern Ge⸗ Drucke einige Feuchtig⸗ ſſe und ihre mehr Temperatur des Bodens. 118 Die Bodenarten. 7 frierens der Oberflaͤche an einer Stelle vor der andern, ohne daß die Lage des Feldes dabei in Betracht kommen konnte, welches in Anſehung des Pfluͤgens im Spaͤtherbſte und im Fruͤhjahre Man hat auch bereits einige genauere Beobachtungen einen ſehr merklichen Unterſchied macht. mit dem Thermometer daruͤber angeſtellt, die aber noch nicht haͤufig genug wiederholt ſind, um beſtimmtere Reſultate, und in Anſehung der Urſachen dieſer verſchiedenen Temperatur mehr, wie das Folgende, zu ergeben. Die Temperatur des Bodens haͤngt zuvoͤrderſt augenſcheinlich von ſeinem Feuchtigkeitzzu⸗ ſtande ab. Der feuchte Boden iſt im Durchſchnitt kaͤlter, thauet ſpaͤter auf, gefriert leichter, und erlangt die zur Begetation erforderliche Waͤrme ſchwerer. Man nennt deshalb einen ſo chen Boden naßkalt; den trocknen Boden warm, und den duͤrren hitzig. Dies ruͤhrt unver⸗ kennbar daher, weil durch die Verdunſtung des Waſſ ers eine Menge freien Waͤrmeſtoffs konſu⸗ mirt, dem Erdboden alſo entzogen wird. Ferrner finden wir aber auch bei Boden von gfeicher Feuchtigkeit nicht ſelten dennoch eine Verſchiedenheit der Temperatur. den Subſtanzen angefuͤllter Boden hat einen hoͤheren Waͤrmegrad. flaͤche fruͤher auf, und verzehrt ſeinen Schnee ſchnell, ſo daß der gemeine Landmann zu ſagen pflegt: dieſer Boden freſſe den Schnee. Hier ruͤhrt die Waͤrme ohne Zweifel von den chemi⸗ ſchen Zerſetzungen her, die darin vorgehen, wobei faſt immer Waͤrmeſtoff frei wird. Und ſo iſt es auch buchſtaͤblich wahr, wenn man ſagt: der Miſt erwaͤrme den Boden. Er thut dies theils mechaniſch, indem er ihn lockert, und ſomit trockner macht, theils chemiſch, indem er zerſetzt wird. Dann verſpuͤrt man, daß der kalkhaltige Boden waͤrmer ſey, Zerſetzungen beſchleunigt, und die ſtaͤrkſte Wechſelwirkung auf den Miſt und den Humus aͤußert. Endlich leitet auch der eine Boden die Waͤrme, die er von außen her empfaͤngt, ſtaͤrker „ wie ein anderer; der Sand mehr wie der Thon, wenn letzterer nicht uͤbermaͤßig feucht iſt. Eine ſchleunige Veraͤnderung der Temperatur hat deshalb auf die Pflanzen auf Sandboden mehr Ein⸗ fluß, wie auf die auf Thonboden, und deshalb werden die Nachtfr oͤſte, beſonders die Feuͤh⸗ wie man das haͤufig bei ſolchen Saaten, Wahrſcheinlich leitet reife, dem erſtern leichter nachtheilig, wie dem letztern, die gegen jeden Froſt ſehr empfindlich ſind, zu bemerken Gelegenheit hat. auch ein Untergrund die hoͤhere Temperatur aus der Tiefe leichter wie ein anderer herauf, und bewirkt dadurch, daß der Froſt minder tief eindringe, und fruͤher vergehe. Man beſtimmt die Grade der Temperatur eines Bodens durch die Aut druͤcke 2) hitzig, 8 b) warm,. 'eo) gemaͤßigt, d) kalt. Genauere Unterſuchungen, die man mit dem Thaemometdr, hauptfaͤchlich im Früßjahrt beim Entweichen des Froſtes anſtellen wird, werden vielleicht noch manche merkwuͤrdige Re⸗ ſaltane uͤber die Werſchiedenhenn des Bodens in dieſer Heaſcht geben. 9 157. Der Werth und die eigenſchaften des Bodens haͤngen aber nicht allein von ſeiner innern eigenthuͤmlichen Beſchaffenheit, ſondern auch von ſeiner Lage, Ge ſtalt und Umgebungen ab, und modiſiziden jene auf mannigfaltige Weiſe. A ſoh, hirm Ein mit vieler Dammerde, unzergangenem Miſt und faulen⸗ Er thauet auf ſeiner Ober⸗ weil er dieſe cemiſchen del Dene nnfned nleberſ 9 Vhgen I M, wo ſ — und mit hnt ein ſe gar vicht; auge zu! pi— da tinen undur tigkeit dadu ſerfurchen, dtt ſch meh iedrige Et Ste Mar in Anſehur Die meiſte Pfanzen! mehrere f ben ſich d Schon ir wenn ſie Planze Stufen ebenen F es kommt doch auf Aiffe ſein wäuͤrde. weriger. Keomer Nach de der Ver D trachtuch Vergen heiheſter liegt die wir uns deddes dein din üißis Peohachtungn holt ſind, un Waadtur mehr deudigäde geftier lact, shald ein ies rüͤhn an⸗ rmeſiße en dennoh Niſt und fun uf ſeiner de mann zu ſiin don den cher⸗ vird. Und Er thut de iſch, indem: ieſe chemiſta Humus aͤnßer. pfaͤngt, ſtärte feucht iſt. Em voden mehr En⸗ ers die F ſoſchen Saatn ſcheinlich leit r herauf, u ke c in fiſiſe zerkwunige de⸗ on ſeiner inem Ungebungel Die Bodenarten. 119 Die Geſtalt der Ober flaͤche, ob ſie huͤgeligt oder eben, horizontal oder abhaͤngig fey, hat einen verſchiedenen Einfluß, je nachdem die Grundmiſchung des Bodens beſchaffen iſt. Der mehr ſandige, loſe und trockene Boden iſt um ſo fruchtbarer, je ebener er liegt und je niedriger gegen die ihn umgebende Gegend. deren Ueberfluß er ſelten leidet, laͤnger erhalten. Dagegen verliert dieſer Boden immer mehr an ſeinem Werthe, wenn er auf Anhoͤhen, Huͤgeln oder den hoͤhern Ruͤcken der ganzen Gegend liegt, wo ſich ſeine Feuchtigkeit nicht nur ſtaͤrker herunterzieht, ſondern ihm auch vom Winde — und mit derſelben wohl oft ſeine fruchtbarſten Theile— geraubt wird. In dieſer Lage ver⸗ lohnt ein ſandiger Boden, der in der Ebene allerdings noch zu kultiviren waͤre, ſeinen Anbau gar nicht; ja es wird oft gefaͤhrlich fuͤr die ganze umliegende Gegend, ſeine Narbe mit dem Pfluge zu verwunden, indem ſo leicht die ſchaͤdlichſten Sandwehen dadurch erregt werden. Dagegen kann eine huͤgelige und abhaͤngige Lage dem thonigen Boden, und dem, der einen undurchlaſſenden Untergrund hat, haͤufig vortheilhaft ſeyn, indem die uͤberfluͤſſige Feuch⸗ tigkeit dadurch Abzug erhaͤlt. In den meiſten Faͤllen kann man hier durch Graben und Waſ⸗ ſerfurchen, wenn ſie gehoͤrig angelegt ſind, allen Nachtheilen der Naͤſſe zuvorkommen. Es ſin⸗ det ſich mehrentheils ein Ausweg fuͤr das Waſſer, und wenn dies nicht der Fall iſt, doch eine niedrige Stelle, wohin man es zuſammenleiten kann. Steile Anhoͤhen ſind indeß nie erwuͤnſcht, wegen der Schwierigkeit ihrer Beſtellung. Man hat ſich lange daruͤber geſtritten, ob die groͤßere Oberflaͤche des huͤgeligen Bodens in Anſehung der Produktion Vorzuͤge vor der geringeren Oberflaͤche des ebenen Bodens habe. Die meiſten Theoretiker haben behauptet, jene habe keine Vorzuͤge, und koͤnne nicht mehrere Pflanzen tragen, wie die horizontale Flaͤche, weil die Pflanzen immer perpendikular ſtehen, mehrere folglich weder an den Wurzeln noch an den Gipfeln Platz haͤtten. Hiervon aber ha⸗ ben ſich die Praktiker nie uͤberzeugen koͤnnen, und letztere ſcheinen offenbar Recht zu haben. Schon in Hinſicht des Platzes ſcheint es unleugbar, daß ſolcher fuͤr mehrere Pflanzen zureiche, wenn ſie ſich uͤbereinander erheben; wo der Gipfel des einen Baums, oder die Aehre der einen Pflanze ſich ausbreitet, da hat die Wurzel einer andern ihren Platz. Von Menſchen, die auf Stufen ſtehen, koͤnnen in demſelben Raume mehrere zuſammengedraͤngt werden, als auf der ebenen Flaͤche moͤglich waͤre. Platz iſt aber uͤberdem fuͤr die Cerealien genug vorhanden, und es kommt nur auf die Oberflaͤche des Bodens an, woraus ſie Nahrung ziehen, und dieſe iſt doch auf einem Huͤgel immer greoͤßer, als auf ſeiner Baſis. Der Huͤgel hat bei einer gleichen Tiefe ſeiner Ackerkrume doch beſtimmt mehr fruchtbare Erde, als die Baſis deſſelben haben wuͤrde. Und endlich rauben ſich die an einer Anhoͤhe ſtehenden Pflanzen die Luft und das Licht weniger. Und ſonach muͤßte der Boden, wenn er ſich uͤbrigens gleich iſt, nicht allein nach der geometriſchen Flaͤche, die natuͤrlich auf den Karten nur angegeben ſeyn kann, ſondern auch nach der Linie ſeiner Oberflaͤche geſchaͤtzt werden; wie denn das wirklich in der⸗Praxis und bei der Vermeſſung einzelner Stuͤcke auch geſchieht..— 5. 1533. Die hohe oder die niedere Lage des Bodens gegen die Meeresflaͤche macht einen be⸗ Ebene oder un⸗ ehene Obherflä⸗ chen. Hier wird ihm die Feuchtigkeit, an 1 Hohe und nie⸗ dere Lage. traͤchtlichen Unterſchied im Klima und in der atmoſphaͤriſchen Temperatur. Die Waͤrme iſt auf Bergen in gleicher Zone immer geringer, wie in der Ebene und Niederung, und ſelbſt in den heißeſten Zonen ſind die Gipfel der Berge mit beſtaͤndigem Eis und Schnee bedeckt. Jedoch liegt dieſe Eisgraͤnze in den heißern Erdſtrichen hoͤher, und kommt um ſo tiefer herab, je mehr wir uns dem Pole naͤhern. In demſelben Verhaͤltniſſe, wie die Waͤrme, nimmt die Vegeta⸗ 1 20 Die Bodenarten. tion ab; die Baͤume und Gewaͤchſe werden auf den groͤßern Hoͤhen immer niedriger und ver⸗ kruͤppelter. Auf groͤßern Hoͤhen wachſen nur Nadelhoͤlzer, und noch hoͤher hinauf nur beſon⸗ Nichtung nach der Himmelsge⸗ gend. ſeen und vertikalſten Lichtes. dere Bergpflanzen. 8 1 Aber ſchon bei minderen Hoͤhen verſpuͤren wir, wenn auch uͤbrigens die Lage guͤnſtig iſt eine ſchwaͤchere Vegetation der Cerealien. Weizen waͤchſt indeſſen auf angemeſſenem Boden auf den Bergen noch beſſer wie Rocken, und Hafer beſſer wie Gerſto; jedoch nur velativ, und di Reifung erfolgt ſpaͤter. kerer Niederſchlag der atmoſphaͤriſchen Feuchtigkeit vorgeht. merer Boden daſelbſt oft Vorzuͤge vor dem feuchten. Weil es jedoch in der Regel nicht an Ab⸗ zug fehlt, ſo kann man die Feuchtigkeit daſelbſt immer durch zweckmaͤßige Abgrabung und Ab⸗ fangung der Quellen heben.— 1 Eine große Beſchwerde, die ihren Werth ſehr vermindert, iſt aber bei bergigen Feldern die Schwierigkeit der Auffuhr des Duͤngers, die oft ohne die groͤßte Anſtrengung nicht beſchafft werden kann, weshalb man ſich da haͤufig mit Huͤrdenlangern behelfen muß; dann iſt auch ſei⸗ An Feuchtigkeit mangelt es auf Bergen ſelten, weil auf ihnen ein ſtaͤr⸗ Deshalb hat ein trockener, waͤr⸗ ne Beackerung ſehr ſchwierig und angreifend fuͤr das Zugvieh. 4 e Endlich iſt bei ſteilen Abhaͤngen die Abſpuͤlung der fruchtbaren Erde bei heftigen Regen⸗ guͤſſen und das Einreißen der Waſſerſtroͤme ſehr gefaͤhrlich. Wenn der Bergboden alſo auch zu⸗ weilen reiche Ernten giebt, ſo wird der ſteile Abhang doch in der Regel wohl am vortheilhafte⸗ ſten durch zweckmaͤßige Holzkultur genutzt. §. 159. Bei den Abhaͤngen der Berge und Huͤgel, und ſelbſt bey der ebenen ſchraͤgen Flaͤche des Bodens kommt es viel auf die Himmelsgegend an, wohin ſie gerichtet ſind. Gegen Norden wird der Boden ſpaͤter erwaͤrmt, dunſtet ſchwaͤcher aus, und bleibt läͤn⸗ ger feucht. Der vegetabiliſche Nahrungsſtoff kommt ſpaͤter in Gaͤhrung und wird langſamer zerſetzt. Die Vegetation dauert kuͤrzere Zeit, faͤngt ſpaͤter an, hoͤrt fruͤher auf. Die Pflau⸗ zen erhalten wegen Mangel an Waͤrme und Licht minder ausgebildete Saͤfte und Fruͤchte. Auch leiden die Pflanzen oͤfterer durch kalte Winde und Froͤſte. Gegen Suͤden erhaͤlt der Boden eine fruͤhe und ſtarke Durchwaͤrmung, genießt des mei⸗ Die Vegetation beginnt daher fruͤh, und die Fruͤchte kommen zu ihrer hoͤchſten Vollkommenheit. Dagegen aber leidet der Boden eher an Duͤrre. Auch iſt er den mehr aus Suͤden kommenden Platzregen und Schloſſenſchauern ausgeſetzt. ſer Seite weniger von der Duͤrre. Am beſten iſt ſie etwas gegen Suͤden gerichtet. Gegen Oſten dunſtet der Boden ſtark aus, erhaͤlt weniger vom Niederſchlage der atmo⸗ ſphaͤriſchen Feuchtigkeit, und trocknet am ſchnellſten aus. Die Vegetation wird von der Nor⸗ genſonne fruͤh geweckt, und nach der naͤchtlichen Ruhe und eingeſogenen Feuchtigkeit in Tha⸗ tigkeit geſetzt. Die Fruͤchte kommen daher in dieſer Lage vorzuͤglich fruͤh empor, und werden vollkommen reif, koͤnnen dagegen zwar auch durch Nachtfroͤſte leichter unterdruͤckt und zerſtort werden. Nachtfroͤſte indeſſen ſchaden hier manchmal weniger, weil die Sonne nicht zu plͤt lich aufthauet, da ſie Morgens fruͤh nicht ſo ſtark iſt.. Gegen Weſten erhalten die Gewaͤchſe erſt die Waͤrme und das direkte Licht der Sonne, nachdem die nächtliche Feuchtigkeit verdunſtet und die nach der Ruhe vermehrte Lebensthaͤtigkeit ſchon wieder ermattet iſt; daher die an der Weſtſeite wachſenden Fruͤchte im Allgemeinen nicht ſo fruͤh und in ſo hohem Grade ihre Vollkommenheit erreichen, wie die an der Oſtſeite. Uebri⸗ gens aber fuͤhrt der weſtliche Wind mehrere Feuchtigkeit herbei, und der Boden leidet an die⸗ Hier iſt der / etun, ie tiſft, uneſt um he wrthei nün und übte iſiat, wenn fzehafter, wen und kaleis rwinſcheſteiſt der nätdlich Jbt n Fale woylth Die Sonnen anhe entzogen, ſcht ufdie Värn fanzen und biel Wir wiſſen gen, wo ſie es ſit ſäͤuſern, und an nige Ritzen habe In dicheen Pflar ſch den Vorthei die Kange, ſe d dann ſchwaͤcher cches, kraͤnkeln kraftloſe, leich dern einen fade deren Ausdeucke trift, je vertika zen in alen ihren liche ab, wesw dats iſ, wie ge nenſtrahlen zugle bei geicher Kem Naj anem der Samen ud — wachſen au deingen unvoll dn Bäumen g. der Bode durch vorliegen indern Säit. ſehn. Dem tho deh diſen ait dwelt Khel⸗ iger und ue if nur beſon⸗ zegünſtig dm Doden au add, und d fihnanzün crockener, ni⸗ hel nicht ui⸗ abung w. ergigen zie g nicht deſti ann iſt au eftigen Aar n alſo auch vortheilhan gen Flaͤche s. und bleibt lin vird langſame . Die Pian⸗ Frücht. Aih nießt des ruchte konne ere. Auc lage der an⸗ d von derle ttigkeit in 3 dr, und vtti ackt und zeit e nitt u ah eicht der Eem febensthängii lgemeinen n gſſeite. lit leidet 4 e ſe t. Hir 1 M Die Bodenarten. 121 der Schaden, der aus dem ploͤtzlichen Aufthauen entſteht, am groͤßten, weil die Sonne ſie erſt trifft, wenn ſie um Mittag am ſtaͤrkſten iſt. Die Vortheile und Nachtheile dieſer Lage werden hauptſaͤchlich beſtimmt durch die Grund⸗ miſchung und uͤbrigen Eigenſchaften des Bodens. Der thonige, feuchte und kalte Boden wird verbeſſert, wenn er ſeinen Abhang nach der trocknern Oſt⸗ und Suͤdſeite hat, und iſt ungleich fehlerhafter, wenn er nach Weſten und Rorden haͤngt. Umgekehrt verhaͤlt ſichs mit dem ſan⸗ digen und kalkreichen, trocknen und warmen Boden, fuͤr den der weſtliche Abhang immer der erwuͤnſchteſte iſt, und der nach Suͤdoſten abhaͤngend immer um ſo ſtaͤrker von der Duͤrre leidet. Der noͤrdliche Abhang, wenn er ſo ſteil iſt, daß ihn die Sonne nur ſchraͤg trifft, iſt in kei⸗ nem Falle wohlthaͤtig. §. 160. Die Sonnenſtrahlen und das Licht werden dem Boden zuweilen durch umliegende Gegen⸗ ſtaͤnde entzogen, durch Berge, Waldungen, einzelne hohe Baͤume und Gebaͤude. Ohne Ruͤck⸗ ſicht auf die Waͤrme, welche die Sonnenſtrahlen geben, iſt das Licht an ſich zum Gedeihen der Pflanzen und vielleicht ſelbſt zur Befoͤrderung gewiſſer Zerſetzungen im Boden unentbehrlich. Wir wiſſen, daß alle Pflanzen das Licht ſuchen, und ſich immer nach der Seite hinnei⸗ gen, wo ſie es finden. Man bemerkt dies im Freien, deutlicher in Zimmern und Gewaͤchs⸗ haͤuſern, und am auffallendſten, wenn man die Gewaͤchſe in hoͤlzerne Kaſten ſetzt, die nur ei⸗ nige Ritzen haben, zu welchen ſich dann die Pflanzen mit dem aͤußerſten Beſtreben hindraͤngen. In dichten Pflanzungen treiben die Gewaͤchſe mit aller ihrer Kraft in die Hoͤhe, wetteifernd, ſich den Vortheil des Lichts abzugewinnen. Sie wachſen daher um ſo ſtaͤrker und ſchneller in die Laͤnge, je dichter ſie ſtehen, aber freilich auf Koſten der Staͤrke ihrer unteren Theile, die dann ſchwaͤcher bleiben. Alle im Dunkeln und im Schatten gewachſene Pflanzen haben ein blei⸗ ches, kraͤnkelndes Anſehn, ein loſes, ſchlaffes, waſſerſuͤchtiges Gewebe, und lange, duͤnne, kraftloſe, leicht abbrechende Schuͤſſe; nicht den beſtimmten ihnen ſonſt eigenthuͤmlichen, ſon⸗ dern einen faden waͤſſrigen Geſchmack, ein Zuſtand, den man im Franzoͤſiſchen mit dem beſon⸗ deren Ausdrucke étiolement benennt. Je ſtaͤrker dagegen das Licht iſt, welches die Pflanzen trifft, je vertikaler es auf ſie faͤllt, deſto ſtaͤrker, ausgebildeter und kraͤftiger werden die Pflan⸗ zen in allen ihren Theilen und Subſtanzen. Die gruͤne Farbe der Blaͤtter haͤngt ganz von dem Lichte ab, weswegen auch alle unentwickelte Blaͤtter bleich ſind. Dieſe beſondere Wirkung des Lichts iſt, wie genaue Verſuche erwieſen haben, unabhaͤngig von der Waͤrme, welche die Son⸗ nenſtrahlen zugleich geben. Denn man hat das Sonnenlicht durch ein ſtarkes kuͤnſtliches Licht bei gleicher Temperatur erſetzen koͤnnen. Auf einem beſchatteten Boden keimen die Pflanzen zwar freilich— denn zur Keimung der Samen und zur Austreibung der erſten Wurzelfaſern iſt eine beſchattete Lage vortheilhaft — wachſen auch zu ziemlicher Groͤße oft empor, bilden aber keine naͤhrende Theile aus, und bringen unvollkommene Fruͤchte: daher auch die wenige Nahrhaftigkeit des unter dicht ſtehen⸗ den Baͤumen gewachſenen Graſes.— § 161.. Der Boden iſt entweder dem Winde frey ausgeſetzt, oder hat Schutz gegen ſelbigen durch vorliegende Anhoͤhen und Berge, Holzungen, Gebaͤude oder Hecken, nach einer oder der andern Seite. Nach ſeiner verſchiedenen Beſchaffenheit kann ihm dieſes nuͤtzlich oder ſchaͤdlich ſeyn. Dem thonigen feuchten Boden iſt im Allgemeinen ein ſtarker Luftzug beſſer, als eine ge⸗ deckte dieſen abhaltende Lage. Der Schnee geht ſpaͤter auf, und der Boden trocknet, beſon⸗ Zweiter Theil. Q Beſchattuns oder Licht. Windausſetzung. 12²2² Die Bodenarten. ders im Fruͤhjahre, ſpaͤter ab, wenn ihn die Winde nicht treffen koͤnnen. Dagegen wird der trockene, ſandige und warme Boden durch eine den Wind abhaltende Umgebung oft ſehr ver⸗ beſſert, und kann mehrentheils durch Hecken, womit man ihn umgiebt, oder durch Pflanzun⸗ gen an den uͤbelſten Windſeiten, ſehr verbeſſert und fruchtbar gemacht werden. Einem ſolchen Boden thut naͤmlich der Wind vielen Schaden, indem er die Feuchtigkeit ihm ſchneller entzieht, die verbeſſerte, mit Humus vermiſchte Ackerkrume, und letztern, da er noch leichter und be⸗ weglicher als der Sand iſt, verweht, ſomit auch die Wurzeln der Gewaͤchſe entbloͤßt, und an andern Stellen die Pflanzen mit rohem Sande uͤberſchuͤttet. Auf die Gewaͤchſe ſelbſt hat der Wind einen verſchie denen Einfluß. Bei einigen befädert er die Befruchtung in der Bluͤtezeit, bei andern verhindert er ſie, und letztere kommen daher faſt nur in einer gedeckten Lage zum reichlichen Samenanſatz. §. 162. bindung ſtehende Atmoſphaͤre und ihre dem⸗ Atmoſphaͤre. peratur in Betracht, deren Verſ fern das Klima durch die Grade der Breite be gen, die Wirkung der Ausd Endlich kommt die mit dem Boden in Ver chiedenheit man unter dem Namen Klima begreift. In ſo⸗ ſtimmt wird, und ſich darnach die mittlere Tempe⸗ ratur der Atmoſphaͤre richtet, nehmen wir hier nicht Ruͤckſicht darauf, indem ſich dieſes von ſelbſt verſteht, und aus thermometriſchen Beobachtungen erhellet. 15 Aber die Veraͤnderungen des atmoſphaͤriſchen Zuſtandes und der Temperatur, die wir in einigen nahe gelegenen Diſtrikten und Landſtrichen bemerken, verdienten allerdings eine groͤßere Aufmerkſamkeit, als wir bisher darauf gerichtet haben. Zur Verſchiedenheit der Waͤrme tragen, außer den Sonnenſtrahlen, viele andere Urſachen bey: die in der At uͤnſtung der Erdflaͤche, die Mittheilung der Temperatur andter Erdſtriche durch die daher kommenden Winde, Gebirge und Waldungen, welche ein Land begr oder durch beſchneite Gipfel erkaͤlten; Landſeen, ein ſandiges oder moraſtiges Erdreich u. ſ. f. Der Niederſchlag der Feuchtigkeit au ſcheinlich ſtaͤrker, wie in andern. Um die Verſchiedenheit genauer zu beſtim noch an Regenmeſſungen, die unter allen meteorologiſchen Meſſungen fuͤr großer Zweifel die intereſſanteſten waͤren. Wir haben ſchon bemerkt, daß an den Gipfeln der Berge atmoſphaͤriſchen Feuchtigkeit vor ſich gehe, wie in den Ebenen. den mehr oder minder vertikal auffallen⸗ moſphaͤre vorgehenden Zerſetzun⸗ die Lage des Bodens gegen gewiſſe Winde, die aͤnzen und durchſchneiden, es vor Kaͤlte ſchuͤtzen, die Hoͤhe des Landes, die Nachbar 1 ſchaft des Meeres oder s der Atmoſphaͤre iſt in einzelnen Diſtrikten augen⸗ men, fehlt es uns den Ackerbau ohne ein ſtaͤrkerer Niederſchlag der Aber auch nach dieſen zieht ſich die dunſtfoͤrmige Feuchtigkeit der Atmoſphaͤre, hier mehr dort weniger hin, und ſetzt ſich Die dem Meere, Seen und ſelbſt großen Stroͤmen naͤher ge⸗ in Regen, Thau und Rebel ab. legenen Diſtrikte erhalten mehr von den Ausdaͤnſtungen des Waſſers, feuchter, insbeſondere wenn dieſe Gewaͤſſer ihnen weſtwaͤrts liegen. duͤrre Boden verbeſſert, und insbeſondere zum Graswuchſe tuͤchtiger gemacht, der ohnehin feuchte Boden aber um ſo mehr verſchlechtert. 3 Ddie Ausduͤnſtungen von betraͤchtlichem ſtehenden Waſſer, ben zuweilen eine hoͤchſt giftige Eigenſchaft, und verder Nebel manchmal ganze Feldfluren dermaßen, daß das Getreid Krankheiten befallen wird, und, der uͤppigſten Vegetation im Fruͤhjahre ungeachtet, nur ſehr und ſind in der Regel Hierdurch wird oft der insbeſondere von Mooren, ha⸗ ben durch die von ihnen aufſteigenden e alljaͤhrlich mit verſchiedenen 1 gebige nd cc räſjuikahtſ dud die 9 ilin dder das rhn Gegend enlih zi ach andern ken Rücken der ten der Gebitge den, die ſcch dar Es giebt gelöma gend heraufſiht ken berüht werd eue inder Fruch Außer dem ſauſg Stoffe, d nen Verhaͤltniſe Paſferſtoffgas i⸗ Poden. Es ſin animaliſche Aus eine beſondere ſchen⸗ und dier Zerſetzungen, ßere Fruchtba Gegenden ſonſ Einfluß der At Daß die buft al Erfahrung von Berberitzenſtrau der Wer minder rein— Antraut und Zwecte na gebauten Pi ne Nutzen zu ten Samen un dhſerung zu ve Vir unt U u ſolche Mimſolche kann; 3) in ſolches gegen wird de goſt ſehr de durch pfanm dinem ſolche daler entzi leicht und be⸗ tbläßt, ud n einigen bin 2 kommuſr e und ihte em greift. Pi mittlere Lnne ſich dieſes w eur, die wir gs eine grißn rtikal auffale enden gerſetzu pperatur andie iſſe Wude, de Kaͤlte ſcitzn es Meeres i ſtrikten au , fehlt äu Ackerdau ſſ diederſche nch diein i, und ſ ſ roͤmen ufer ge ad i de Jh rch witd ä t, da tſi on Moetet, ſi en ruffeii it verſtiäin achtet nur ſh Die Bodenarten. 123 wenige und ſchlechte Koͤrner giebt. Durch Abwaͤſſerung iſt dieſem Uebel einzig und allein und vollſtaͤndig abgeholfen worden, zum Beweiſe, daß es keinen andern Grund habe. Auch die Hochwaldungen von betraͤchtlichem Umfange ſcheinen die Feuchtigkeit herbeizu⸗ ziehen, oder das in der Luft gasfoͤrmig aufgeloͤſte Waſſer zu zerſetzen; indem man allgemein in waldigen Gegenden einen ſtaͤrkern Riederſchlag von Feuchtigkeit bemerkt hat. Endlich ziehen ſich nach gewiſſen Gegenden die Wolken, insbeſondere die Gewitter, mehr wie nach andern hin. Man will bemerkt haben, daß ſie theils den Stroͤmen, theils dem hoͤch⸗ ſten Ruͤcken der Gegenden folgten, und ihnen nachzoͤgen, zuweilen aber auch von den Schluch⸗ ten der Gebirge ihre Richtung erhielten. Es giebt jedoch Faͤlle von ſoger annten Wetterſchei⸗ den, die ſich darnach noch nicht ganz erklaͤren laſſen, und die man nur aus der Erfahrung kennt. Es giebt Feldmarken, die faſt jedes Gewitter trifft, welches aus einer beſondern Himmelsge⸗ gend heraufzieht, und andere, die ſehr ſelten davon betroffen, und nur vom Rande der Wol⸗ ken beruͤhrt werden. Da die Gewitterregen mehrentheils wohlthaͤtig ſind, ſo zeichnen ſich er⸗ ſtere in der Fruchtbarkeit aus, ſind aber dagegen dem Hagelſchaden auch mehr unterworfen. §. 163. Außer dem Waſſer enthaͤlt die Atmoſphaͤre und beſonders die untere Schicht derſelben haͤufig Stoffe, die auf die Vegetation eine große Einwirkung haben, und zwar in verſchiede⸗ nen Verhaͤltniſſen. Das kohlenſaure Gas und das gekohlte, geſchwefelte und gephosphorte Waſſerſtoffgas iſt bekanntlich der Vegetation ſehr zutraͤglich, und auch wirklich duͤngend fuͤr den Boden. Es ſind wahrſcheinlich aber auch oft andere zuſammengeſetztere Stoffe, insbeſondere animaliſche Ausduͤnſtungen, die noch nicht voͤllig zerſetzt worden, oder deren Urſtoffe ſich auf eine beſondere Weiſe verbunden haben, in der Atmoſphaͤre enthalten. Sehr bewohnte men⸗ ſchen⸗ und viehreiche Gegenden, wo viel Feuermaterial conſumirt wird, und mannichfaltige Zerſetzungen, welche die Atmdſphaͤre anfuͤllen, vorgehen, zeichnen ſich auffallend durch groͤ⸗ ßere Fruchtbarkeit aus, die nach gewiſſen Beobachtungen unabhaͤngig iſt von dem in ſolchen Gegenden ſonſt freilich mehr erzeugten Duͤnger. In und um große Staͤdte kann man dieſen Einfluß der Atmoſphaͤre auf die Fruchtbarkeit, ſelbſt des ſchlechtern Bodens, kaum verkennen. Daß die Luft aber auch ſchaͤdliche Stoffe enthalten koͤnne, beweiſt die im vorigen§. angefuͤhrte Erfahrung von den moorigten Ausduͤnſtungen; ſo wie auch die ſchaͤdliche Wirkung, welche der Berberitzenſtrauch nach unleugbaren Erfahrungen auf das Getreide aͤußert. § 163535. Der Werth des Bodens kann betraͤchtlich veraͤndert werden, je nachdem er mehr oder minder rein— denn ein voͤllig reiner gehoͤrt unter die Seltenheiten— vom Unkraut iſt. Unkraut heißt eine jede Pflanze, die auf einem Platze ſteht, wo ſie unſerm Wunſche und Zwecke nach nicht ſtehen ſollte. Denn eine ſolche thut allemal Schaden, indem ſie den an⸗ „gebauten Pflanzen Platz und Nahrung raubt, und die Ausſaugung des Bodens befoͤrdert, oh⸗ ne Nutzen zu bringen. Wir reden hier indeſſen nur von denjenigen Unkrautarten, die mit ih⸗ ren Samen und Wurzeln den Boden ſo angefuͤllt haben, daß ſie nur mit vieler Muͤhe und Auf⸗ opferung zu vertilgen ſind, und einen betraͤchtlichen Einfluß auf den Ruͤckſchlag der Ernten haben. Wir unterſcheiden dieſes Unkraut in agronomiſcher Hinſicht in drei Arten: 1) in ſolches, welches ſich durch Samen allein vermehrt; 2) in ſolches, welches ſich in der Regel nur durch den Austrieb ſeiner Wurzeln vermehren kann; 3) in ſolches, welches aus beiden zugleich hervorkommt. 1 O2 — Reinheit des Bodens vom Unkraut. Samenunkraut. 124 Die Bodenarten. . F. 163. 1) Das Samenunkraut unterſcheidet ſich wieder in zweierlei Gattungen: naͤmlich in das einjaͤhrige, welches in einem Sommer hervorkommt, ſeinen Samen reif macht, ihn ausſtreut, und dann vergeht; und in das zweij aͤhrige, welches im erſten Jahre nur her⸗ anwaͤchſt, den Winter aushaͤlt, und dann im zweiten Jahre ſeinen Samen reift. Beide Arten haben keine austreibende Wurzel, und vergehen mit derſelben, wenn ihr Samen gereift iſt. Der Samen der Gewaͤchſe, welche in dieſe Klaſſe gehoͤren und hier in Betracht kommen, iſt von der Art, daß er nur zum Keimen kommt, wenn er ſehr nahe an der Oberflaͤche liegt, und die Atmoſphaͤre auf ihn einwirken kann. Liegt er tiefer, oder iſt er von einem Erdkloße eingeſchloſſen, ſo keimt er nicht, erhaͤlt ſich aber vollkommen geſund und keimungsfaͤhig, bis er in eine guͤnſtige Lage gebracht wird. Die Laͤnge der Zeit, wo er ſich in dieſem Zuſtande er⸗ halten kann, ſcheint unendlich zu ſeyn; indem bei neuem Ausbruche eines Ackers, der wahr⸗ ſcheinlicher Weiſe ſchon Tauſende von Jahren unkultivirt gelegen hatte, und auf dem ſich keine Pflanze dieſer Art zeigte, dieſes Unkraut den Acker nun uͤber und uͤber bezog. So ſieht man hier im Oderbruche den Ackerſenf in einer gewaltigen Menge zuweilen hervorkommen, wenn man nie umgebrochenes und vormals ſumpfiges Grasland aufbricht, und im zweiten Jahre die Narbe zerſtoͤrt und die Erde gelockert hat. Dieſer Samen kann hier nur vor uralten Zeiten hergeſchwemmt und mit der Erde vom Waſſer abgeſetzt ſeyn. Auch hat man dieſe Unkrauts⸗ arten haͤufig aus der Erde hervorkeimen ſehen, die man mehrere Fuß tief und ſogar auf altem Holzgrunde hervorholte. Unter einem Gebaͤude, welches gewiß 200 Jahre geſtanden, fand man eine ſchwarze Erde, welche man nebſt dem Schutte auf einen Gartenplatz brachte, und es wuchs eine Saat von Wucherblumen(Chrysanthemum segetum) hervor, die man vorher auf dieſem Platze nie geſehen hatte. Dieſer auffallenden Erſcheinungen wegen haben ſogar manche geglaubt, daß dieſe Pflanzen ohne Samen und Keime von der Natur hervorgebracht wuͤrden. Dies iſt aber bei Pflanzen dieſer Art gegen alle Analogie, und kein Verſtaͤndiger wird hier eine Ausnahme von der Regel: Omne vivum ex ovo, annehmen. Die Menge, worin dieſer feine Samen in der Erde liegen kann, uͤbertrifft ebenfalls ale Vorſtellung. Wenn man den Acker fein pulvert, ſo treibt eine dichte Saat davon hervor, die man durch das Unterpfluͤgen gewiß vollkommen zerſtoͤrt, indem die zarte Pflanze dieſes nicht vertraͤgt. Sogleich aber erzeugt ſich auf der neu hervorgebrachten Oberflaͤche eine andere eben ſo dichte Saat, und ich habe dies ſelbſt in einem Sommer ſechsmal wiederholt, ohne auch nur eine Abnahme dieſes Unkrauts zu bemerken, ohne daß es fuͤr das folgende Jahr voͤllig zerſtoͤrt ward. Mit der Wucherblume hat man daſſelbe bis ins dritte Jahr wiederholt, ohne ihren Samen in der Ackerkrume voͤllig vertilgen zu koͤnnen. Das einjaͤhrige Samenunkraut zeigt ſich in der Regel nur unter dem Sommergetreide, und das Wintergetreide iſt oftmals ganz frei davon, wenn anders die Ausſaat im Herbſte ſo fruͤh geſchehen iſt, daß der in der Oberflaͤche liegende Samen zum Laufen kommen konnte. Es haͤlt den Winter nicht aus, und vergeht wo nicht eher, doch gewiß im Fruͤhjahre. Nur in dem Falle, daß die Oberflaͤche aufs neue geruͤhrt worden, an den Raͤndern der Beete abgekruͤmelt iſt, oder Erdkloͤße erſt im Winter oder Fruͤhjahre zerfallen ſind, und hierdurch friſcher Samen an die Atmoſphaͤre gekommen, oder endlich wenn dieſer durch Wind oder Waſſer hergefuͤhrt worden, erſcheint es auch unter dem Wintergetreide, aber doch immer nur in unbedeutender Menge, oder nur wo die Saat ausgewintert iſt. Das zweijaͤhrige Unkraut zeigt ſich dagegen in ſeiner Vollendung nur unter dem Wintergetreide, obwohl es unter dem Sommergetreide laͤuft, dann aber in der Regel zerſtoͤrt wird, ehe es zur Bluͤte und zum Samentragen kommt. . dai fuuj derlandne 1 , mn age huunde Bode gt vesweg in kann. erjeht et d hekommt, der indeſſen imme it, und ftihe dem Sommerg Vun figen! nile ſcoſſt, der Ack thnigem, min gerer der Bode vogegen dieſer vindet, wenn ſendſen vom ſo gut wie jer und zu wenig ſͤdoch den als Futterfe ſein Aufgeh Verſch und Ruͤbſene Lehnlichkeit; Es ſche ſchengedenken frei zu finden pfanzt; aber See ſind nur dann durch C dern, ude Ei gelbe Wuch und vermel ganz untau Idden ziem ſeinen Kein nen ſtarken ſch zu jehe ausgeriſſenn i haufen l: nämſchi f macht, ihr ihre nur her Niide Atten en gerit iſ. nadt enmen erſät einem hfi ungsfä em Zuſtune ers, der u f dem ſihin So ſieht un ommen, ven iten Jahn i uralten zem jeſe Unkrau zar auf alte ſtanden, fu rachte, und nan vorher u n ſogar mande bracht wuͤrda. wird hier ein t ebenfalz ält on hervor, u ze dieſes ni ne andere eit ohne auchm voͤllig zerſt lt, ohne jſe Sommergeten t im hentſe nen kont 6 re. Nrirdem eete dhgtkümet feiſcher kone gaſeer hergeüßt n unbedeutade igt ſch vram Sommentede tragen kaun Die Bodenarten. 125 Das haͤufigſte und allgemeinſte jaͤhrige Unkraut machen die Pflanzen aus, welche man in der landwirthſchaftlichen Sprache mit dem gemeinſchaftlichen Namen des Hedderichs zu be⸗ legen pflegt. Hierunter werden verſchiedene obwohl ſehr aͤhnliche Pflanzen verſtanden, naͤmlich: Der Ackerſenf,(Sinapis arvensis), welcher nur in ſtarkem reichen und Feuchtigkeit haltenden Boden gedeiht, auf magern und trocknen aber nicht fortkommt, ſondern bald ver⸗ geht; weswegen man ſogar Saat, worin deſſen Samen enthalten iſt, ungeſtraft auf letztern aus⸗ ſaͤen kann. Er laͤuft hier wohl, wird aber von den andern Pflanzen unterdruͤckt. Dagegen uͤberzieht er den reichen humoſen Boden, wenn er im Fruͤhjahre die Oberhand uͤber die Saat bekommt, dermaßen, daß ein totales Mißrathen der letzteren daraus erfolgen kann. Er iſt indeſſen immer leichter zu vertilgen, weil der Same nicht in einer harten Huͤlſe eingeſchloſſen iſt, und fruͤher zum Laufen koͤmmt. Auch iſt er nicht ſo ganz unnuͤtz, weil er zum Theil mit dem Sommergetreide geerntet, dann durch Siebe abgeſondert und zu Oel geſchlagen wird. Von fleißigen kleinen Ackerbauern wird das uͤppige und nahrungsreiche Kraut, bevor das Ge⸗ treide ſchoſſet, ausgezogen und zu einer ſehr wohlthaͤtigen Futterung fuͤr das Vieh verwandt. Der Ackerrettig(Raphanus raphanistrum), waͤchſt auf lehmig ſandigem und ſandig lehmigem, minder ſtarken Boden, und kommt ſelbſt bei unguͤnſtiger Witterung fort. Je ma⸗ gerer der Boden, und je unguͤnſtiger die Witterung, um deſto eher unterdruͤckt er das Getreide, wogegen dieſes auf reicherm Boden und bei guͤnſtiger Witterung ihn dennoch zuweilen uͤber⸗ windet, wenn ſeine lebhafte Vegetationsperiode vollendet iſt. Er unterſcheidet ſich am auffal⸗ lendſten vom Ackerſenf durch ſeine gegliederte harte Huͤlſe. Dieſelbe verhindert, daß er nicht ſo gut wie jener zum Oelſchlagen gebraucht werden kann. Auch iſt der Samen ſelbſt zu klein und zu wenig Oel gebend. Das Kraut iſt rauher und minder ſaftig, wie das vom Ackerrettig, jedoch dem Viehe angenehm und nahrhaft, weshalb man ſogar den damit angefuͤllten Boden als Futterfeld gebraucht hat, ohne etwas einzuſaͤen, indem man nur durch Pfluͤgen und Eggen ſein Aufgehn mehrmals in einem Sommer befoͤrderte. Verſchiedene andere Pflanzen, Abarten aus dem Geſchlechte der Brassica, des Rapſes und Ruͤbſens, koͤnnen ebenfalls im Boden einwuchern, und werden dann auch, ihrer großen Aehnlichkeit wegen, mit unter dem Namen des Hedderichs begriffen. Es ſcheinen dieſe Unkrautsarten in den Aeckern des noͤrdlichen Deutſchlands ſeit Men⸗ ſchengedenken ſich ſehr vermehrt zu haben. Es iſt jetzt eine ſeltene Ausnahme, ein Feld davon frei zu finden. Sie werden zum Theil durch Unvorſichtigkeit im Reinigen der Saat fortge⸗ pflanzt; aber auch die groͤßte Vorſicht hilft nichts, wenn ihr Same einmal viel im Acker liegt. Sie ſind nur durch fleißige Bearbeitung und Ruͤhrung der Ackererde in den Sommermonaten, dann durch Einſchraͤnkung des Sommerkornbaues und vermehrten Winterungsbau zu vermin⸗ dern, und endlich durch Ausziehung der einzelnen Pflanzen zu vertilgen. Ein ungleich nachtheiligeres, aber nicht ſo allgemein verbreitetes Samenunkraut iſt die gelbe Wucherblume(Chrysanthemum segetum). Es hat einen ſo uͤppigen Wuchs, iſt ſo hart, und vermehrt ſich ſo ſchnell und uͤbermaͤßig, daß es den Boden zu allem Sommergetreidebau ganz untauglich und werthlos machen kann. Dies Gewaͤchs keimt ſpaͤt, und erſt, wenn der Boden ziemlich durchwaͤrmt iſt, waͤchſt dann aber ſo ſchnell und ſo frech empor, daß es die vor ſeinem Keimen ſchon ziemlich herangewachſene Saat noch unterdruͤckt. Es breltet ſich mit ſei⸗ nen ſtarken ſaftigen Zweigen und Blaͤttern uͤber das ganze Feld aus, und ſcheint alle Kraft an ſich zu ziehen. Es iſt ſo zaͤhe, daß eine Pflanze, welche nur eben ihre Bluͤtenknospen zeigte, ausgeriſſen nicht nur aufbluͤht, ſondern auch reifen Samen macht. Wenn es ausgejaͤtet und in Haufen zuſammengeworfen worden, kommt es nicht in eine zerſtoͤrende Gaͤhrung, ſondern 126 Die Bodenarten. die obenliegenden Pflanzen treiben noch hervor, vegetiren fort und ſetzen Samen an, ſo daß zu ſeiner Zerſtoͤrung kein anderes Mittel iſt, als es entweder tief zu vergraben, oder zu ver⸗ brennen. Sein Samen geht auch die Leiber der Thiere durch, ohne die Keimkraft zu verlieren, und wird daher mit dem Miſte verbreitet. In Gegenden, wo man das Uebel in der Nachbar⸗ ſchaft kennt, aber noch frei davon iſt, wendet man daher die groͤßte Sorgfalt an, um ſich da⸗ gegen zu ſchuͤtzen. Wenn Pferde oder anderes Vieh aus ſolchen Ortſchaften, wo man daran leidet, herkommen, ſo ſorgt man dafuͤr, daß der Miſt gleich verbrannt werde, den ſie fallen laſſen; und Stroh oder Heu aus ſolchen Orten nimmt man durchaus nicht. Um die anfan⸗ gende Verbreitung zu verhuͤten, werden Feldbeſichtigungen gehalten, und fuͤr jede Wucher⸗ blume, die man auf dem Felde findet, muß 1 bis 2 Gr. Strafe erlegt werden. Hat es im Acker einmal uͤberhand genommen, ſo iſt deſſen Zerſtoͤrung aͤußerſt ſchwierig, beſonders in gemengten Feldmarken, und immer mit betraͤchtlichen Aufopferungen verbunden; jedoch auch nicht ſo unmoͤglich, als manche ſie gehalten haben. Haͤufig wiederholtes Pfluͤgen und Eggen im Sommer, wodurch immer eine neue Erdlage an die Luft gebracht wird, zerſtoͤrt eine große Menge Samen bald nach der Keimung; jedoch reicht ein Sommer nicht hin, wenn auch alle drei Wochen gepfluͤgt wird. Es darf zwiſchen zwei Brachen keine Soͤmmerung geſaͤet und kein Gewaͤchs gebaut werden, wozwiſchen dieſe gelbe Wucherblume aufkommen kann, ohne dieſes ſorgfaͤltig zu jaͤten. Mit gehoͤriger Anſtrengung gelangt man doch dahin, wie zwei in den Annalen der Niederſaͤchſiſchen Landwirthſchaft, Bd. III. S. 320, und Bd. IV. S. 129. beſchriebene Beiſpiele beweiſen. Nach der Schwierigkeit ihrer Vertilgung laͤßt ſich der ver⸗ minderte Werth des Bodens, worin ſie eingeſamt iſt, leicht beurtheilen. Eben ſo nachtheilig, aber doch leichter zu uͤberwinden, iſt der wilde⸗, Flug⸗-, Wind⸗ oder Taubhafer(Avena fatua); eigentlich auch ein Sommergewaͤchs, welches aber doch unter dem Wintergetreide haͤufig auffommt. Da der Samen in der tiefern Lage nicht ſo leicht, ohne zu keimen, erhalten wird, ſondern hervortreibt, ſo kann man einen Acker in einem Jahre ziemlich davon befreien, wenn man die Saat, worunter er ſich befindet, ſobald er aufßluͤht, abmaͤhet und verfuttert, oder zu Heu macht, wozu er ſich vortrefflich ſchickt. Laͤßt man ihn ſte⸗ hen, ſo reift er ſehr ſchnell, und verſtreut ſeinen Samen, bevor das uͤbrige Getreide abgeern⸗ tet wird. Weil ſein Same vom Winde ſo leicht beweglich iſt, ja ſogar von ſelbſt fortkriecht, indem naͤmlich ſeine ſtarke Grannen ſich bei abwechſelnder Feuchtigkeit ausdehnen und zuſammen⸗ ziehen, ſo daß man ſich deſſelben ſogar als Hygrometers bedient hat, ſo kann man ihn von dem benachbarten Felde ſehr leicht erhalten, wenn man voͤllig frei davon war; und deshalb ſind die Gegenden, wo er ſich haͤufig findet, niemals ohne Gefahr, wenn nicht alle Nachbarn zu ſeiner Vertilgung uͤbereinkommen. —§. 166. unter den durchwinternden Unkraͤutern, die deshalb mehr in der Winterung vorkommen, ſich jedoch auch in fruͤh geſaͤeter Soͤmmerung oft zeigen, gehoͤren die blaue Kornblume(Cen⸗ taurea cyanus), die verſchiedenen Camillenarten(Matricaria chamomilla, Anthemis cotula, Anthemis arvensis, chrysanthemum leucanthemum); ferner der Hahnenkamm oder Klapperkraut(rhinanthus cristagalli), und der wilde Mohn oder die Klapproſe(papaver rhoeas), auch der Radel(agrostemma githago), welcher, einer kuͤrzlich von mir gemachten Erfahrung nach, lange im Acker liegen kann, ungeachtet er ein ziemlich großes Korn hat. Auch von allen dieſen liegt der Samen im Acker, und es hilft oft nicht allein, wenn man auch die groͤßte Sorgfalt in Reinigung des Samens beobachtet. Sie ſind aber der Winterung ſo nach⸗ theilig nicht, wie jene Sommerpflanzen dem Sommergetreide, indem eine ſtarke dichte Saat ü geunde, etll int e gieglich fundaͤſen, Fan! ſch wahre zunt. Dent ſasſagt genon vandeln kdane igkeit, dien erſtarkt jene, küͤmmert die? ſolchen Johren geſtet hatte 3 überg unkräuter, ſo ſiegen, oder w ſcopft werden u den Reife kommer gehoren die; ten. 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Die Trespe verlangt anhaltende Feuch⸗ tigkeit, die dem Rocken verderblich iſt. An feuchten Stellen und bei feuchter Witterung erſtarkt jene, und unterdruͤckt die erkrankte Rockenpflanze. Bei trockner Witterung dagegen kuͤmmert die Trespe, und wird vom Rocken unterdruͤckt, weshalb an ſolchen Stellen und in ſolchen Jahren zuweilen gar keine Trespe aufkommt, wenn man ſie gleich in Menge mit aus⸗ geſaͤet hatte. Ich uͤbergehe andere minder ſchaͤdliche und in unſerm Klima minder verbreitete Samen⸗ unkraͤuter, ſo wie alle diejenigen, die mehr durch unreine Saat erzeugt werden, als im Boden liegen, oder wenigſtens durch eine anhaltende Aufmerkſamkeit auf Reinheit der Saat bald er⸗ ſchoͤpft werden koͤnnen, z. B. die Vogelwicke, die Hauhechel u. ſ. w. §. 167. Zu den Wurzelunkraͤutern, die ſich ſelten durch Samen vermehren, weil dieſe nicht zur Wurzelunkraut⸗ Reife kommen, und die den Acker gewaltig uͤberziehen, mithin unfruchtbar machen koͤnnen, gehoͤren die Quecken und Paͤden(Triticum repens), und verſchiedene Agroſtisar⸗ ten. Jedermann weiß, wie ſchwierig es iſt, einen ſehr verqueckten Acker, zumal wenn er, ſeiner Lage und ſeinem Untergrunde nach, zur Raͤſſe geneigt iſt, davon zu reinigen; beſonders wenn feuchte Sommer einfallen, wo ſelbſt die ſorgfaͤltigſte Bearbeitung der Brache fruchtlos werden kann. Von ihrer Vertilgung wird in der Lehre von der Beackerung die Rede ſeyn. Hier nur, in ſofern ſie auf den Werth des Bodens einen Einfluß haben. Ein ſehr verqueckter Acker verſagt die ſonſt zu erwartenden Ernten, ſo lange er in dieſem Zuſtande bleibt. Indeſſen iſt er in einem nicht zu feuchten Sommer durch gehoͤrig angewandte Pflugarten immer zu reinigen, ohne daß man die von vielen angewandte Muͤhe des Abharkens und Verbrennens derſelben anzuwenden noͤthig haͤtte. Ein ſolcher Acker iſt mehrentheils nicht arm, und wird durch das Verfaulen der getoͤdteten Quecken noch mehr bereichert. Kann man ihn alſo ſogleich zur Brache nehmen, oder auch zum Bau ſtark zu behackender Fruͤchte anwen⸗ den, ſo verliert der gute Ackerbauer wenig dadurch, und muß nur etwas mehr Arbeit, wie bei einem reinen Acker anwenden. Hierauf muß jedoch allerdings bei der Schaͤtzung zuruͤckge⸗ ſchlagen werden. Beim Kaufe koͤmmt es in geringern Betracht, bei einer Pachtung aber in ſo groͤßern, je kuͤrzer ſie iſt. Die naſſen Aecker, die mit Quecken durchzogen und ſchwer davon zu befreien ſind, ſind ſchon ihrer Natur nach fehlerhaft. Ferner gehoͤrt unter die ſchaͤdlichſten Wurzelunkraͤuter die Feldwinde, welche ihrer tief eingehenden Wurzeln wegen, ſehr ſchwer zu uͤberwinden iſt, und durch die Verbreitung ſowohl ihrer Blaͤtter, als durch ihren windenden das Getreide umfaſſenden und ſolches niederziehenden Stengel hoͤchſt ſchaͤdlich werden kann. 3 Dann die Schachtelhalm⸗, Schaftheu⸗, oder Katzenſteertarten, wovon die meiſten auf ſolchem Boden wachſen, der ſtockende Naͤſſe im Untergrunde hat. Sie ſcheinen dem Getreidebau nicht ſehr nachtheilig, rauben hoͤchſtens den Halmen etwas Platz, entziehen NReinheit von Steinen. 128 wenigſtens vorzugsweiſe,. indem ſie außerſt tief mit ihren Wurzeln eindringt, aus ſelbigen neu hervorſchießt, und das Die Bodenarten. aber wenig oder gar keine Nahrung, indem ſie dieſe tiefer aus dem Untergrunde heraufholen. Allein ſie ſind nachtheilig fuͤr den Futterkraͤuterbau, und fuͤr die Weide; indem ſie den meiſten Vieharten nicht zuſagen, ſondern wirklich ſchaͤdlich werden. 1 Der Huflattig(Tussilago farfara und petasites) verbreitet ſich mit ſeinen großen Blaͤttern in einem betraͤchtlichen Umfange, und iſt ungemein ſchwer nur durch beſtaͤndig wie⸗ derholtes Abſtechen zu uͤberwinden. Er kommt auf thonigem und mergeligem Boden am mei⸗ ſten vor. Die wilde Brombeere(Rubus caesius), verbreitet ſich oft ſehr ſtark, und liebt, ſolche Stellen, wo Lehmmerget liegt. Sie iſt ſchwer zu vertilgen, Getreide an ganzen Stellen unterdruͤckt. §. 168. Zu denen Gewaͤchſen, die ſich durch Samen und Wurzelaustrieb zugleich vermehren, ge⸗ hoͤrt vor allen die Felddiſtel(Seratula arvensis). Sie verbreitet ſich nur auf gutem lehmigem Boden, und giebt, wo ſie aͤppig waͤchſt, immer ein Merkmal von Fruchtbarkeit ab. Die Natur ſcheint beſonders fuͤr die Erhaltung dieſes Gewaͤchſes geſorgt zu haben: ſie hat ihm Stacheln gegeben, welche das Vieh abhalten, ſobald es einmal erſtarkt iſt. Es macht ſehr viele Austriebe aus den Wurzeln und aus jedem Theile der Wurzel, und um ſo mehrere, je haͤufiger man es jung abſticht; ſo daß dieſes Abſtechen die Sache nicht zu verbeſſern ſcheint. Dabei erzeugt es eine Menge von Samen, welcher ſich durch ſein Gefieder ſehr weit verbreitet, und die Pflanze in großer Menge ausſaͤet. Der Acker kann damit ſo uͤberzogen werden, daß man den darauf gelegten Fluch,„er ſoll dir Dornen und Diſteln tragen“, ſehr ſtark empfindet. Auf gleiche Weiſe verbreiten ſich verſchiedene Doggenarten(Rumices) mit ihren ſtar⸗ ken Wurzelblaͤttern uͤber den Acker, und ſind eben ſo fruchtbar durch Wurzelaustriebe, wie durch Samen. Es giebt der Unkraͤuter, die nachtheilig werden koͤnnen, ungleich mehrere. Wir begni⸗ gen uns hier nur derer zu erwaͤhnen, welche am haͤufigſten den Ackerboden verderben. Von den Wieſenunkraͤutern werden wir zu einer andern Zeit reden. 4 56. 169o Der Boden kann ferner unrein ſeyn von Steinen. Wir unterſcheiden in agronomiſchet Hinſicht dieſe Steine in ſolche, die der Pflug nicht aus ſeiner Lage bringen kann, und in ſolche, die ihm weichen. Jene großen Steine, die ſchon aus der Oberflaͤche hervorragen, oder noch ſchlimmer mit 1 der Ackerkrume ſo eben bedeckt ſind, daß man ſie nur nicht ſieht(weswegen man ſie haͤufg blinde Steine zu nennen pflegt), geben bei der Bearbeitung des Ackers ein großes Hinderniß ab, und erſchweren insbeſondere oft das tiefere Eindringen mit dem Pfluge, und den Gebrauch anderer Werkzeuge. Sie ſind zwar oft ſo weit weggeſchafft, daß man beim flachen Pauͤgen nicht auf ſie ſtoͤßt, wenn man aber tiefer pfluͤgen will, haͤufig darauf trifft, ſo daß eine Vertie⸗ fung des Bodens nicht eher zu bewerkſtelligen iſt, als bis man ſie herausgeſchafft hat. Man findet zuweilen unerwartet große Stuͤcke, die mit ihrer hervorragenden Spitze nur klein zu ſeyn ſcheinen, und deren Ausgrabung oder genugſam vertiefte Verſenkung ſehr große Arbeiten und Koſten verurſacht. Nach den Lokalverhaͤltniſſen bezahlt ſich ihre Fortſchaffung und oftmals noͤ⸗ thige Sprengung mehr oder weniger durch den Gebrauch, den man davon machen kann. Man —. hat hi diſe lmſ den göbe, do d wo wan m e 8 lun ſark an ull, und kd net werden und indem ſee ſthen zu laſt durch Ableſen Einige wolen lige Wirkung ten, doß ſeen auch die geuch halten. Was lſen der Stei detholte Beob Denn es Kalk Anten abſpre ſelbſt durch d Boden verben gewoͤhnlich tere Erfahry Un ei die nicht bl lung und Se bbachten. 2 falben leiten! berändert, in zugleich eine Naßſtabe, w ſeyn kann. Stauonen de Linie zur am den Ketten, proben auff die Charte wil; der 2 ene Veraͤnd zeichnen, un einiger Epat ttwa ein Pft man mit der Zoäte Th heraußheln ſe den meiſen Fänen greßa beſtändig wie⸗ Boden an ne⸗ ekk, und, e zu nah, dießt, Wis rmehren, ur auf gum chtbarkeit d : ſie hat iſn Es macht ſih o mehrere, beſeern ſchein weit verbreit werden, di ſtark empfnde nit ihren ſtr⸗ jebe, wie durc Nir beyi⸗ derben. Io agronomi „und in ſelh ˖ſchlimmer n man ſt füig oßes Huxmi d den baauh ſachn Hühn daß eine Nertie fft hat⸗ Na ue klein uü ſ e Ntdein ui ind oftalbt⸗ n kann 4. hai ſtehen zu laſſen noͤthigen. Die Bodenarten. 129 hat dieſen Umſtand alſo wohl zu unterſuchen, und Ruͤckſicht darauf zu nehmen, beſonders in dem Falle, wo man durch Vertiefung dem Boden eine hoͤhere Kultur zu geben geſonnen iſt, auch wo man mehr verfeinerte Ackerwerkzeuge brauchen will. Kleine Steine, die dem Pfluge und der Egge ausweichen, ſind dennoch, wenn ſie den Boden ſtark anfuͤllen, dem Ackerbau nachtheilig. Sie geben natuͤrlich den Pflanzen keine Nah⸗ rung, und koͤnnen der Ackerkrume, wovon ſie einen Theil ausmachen, deshalb gar nicht zuge⸗ rechnet werden. Beſonders aber werden ſie ſchaͤdlich durch die ſtarke Abreibung der Werkzeuge, und indem ſie auf der Oberflaͤche liegend der Senſe in den Weg kommen, und lange Stoppeln Bei der Einfuͤhrung einer verfeinerten Kultur ſucht man ſie daher durch Ableſen wegzuſchaffen, welches aber oft nicht ohne betraͤchtliche Koſten geſchehen kann. Einige wollen nun bemerkt haben, doß dieſes Reinigen des Ackers von Steinen eine nachthei⸗ lige Wirkung gehabt habe. Die Gruͤnde, welche ſie a priori vom Nutzen der Steine anfuͤh⸗ ren, daß ſie naͤmlich den Acker bald abkuͤhlen, bald erwaͤrmen, und die Saat ſchuͤtzen ſollen, auch die Feuchtigkeit mehr erhalten, ſind von der Art, daß ſie keine gruͤndliche Pruͤfung aus⸗ halten. Was die angeblichen Erfahrungen betrifft, nach welchen der Boden ſich durch das Ab⸗ leſen der Steine verſchlechtert haben ſoll, ſo ſtehen ihnen ſo viele genauer angeſtellte und wie⸗ derholte Beobachtungen entgegen, daß man ihnen ebenfalls keinen Glauben beimeſſen kann. Wenn es Kalkſteine waren in einem thonigen Boden, ſo kann man ihnen vielleicht nicht allen Nutzen abſprechen, indem dieſe, wenn ſie in Beruͤhrung mit Duͤngertheilen kommen, und auch ſelbſt durch die Lebenskraft der Pflanzenwurzeln allmaͤhlig wohl zerſetzt werden, und ſomit den Boden verbeſſern, und auch den Pflanzen einige Nahrung geben koͤnnen. Waren es aber wie gewoͤhnlich Kieſel⸗ oder Feuerſteine, ſo muͤſſen wir ihren Nutzen, wenigſtens bis auf beſtimm⸗ tere Erfahrungen, gaͤnzlich bezweifeln.. §. 170. Um eine gehoͤrige Beſchreibung einer Feldmark in Hinſicht ihrer Bodenarten zu machen, die nicht bloß zur Schaͤtzung derſelben, ſondern zu einer beſtaͤndigen Richtſchnur ihrer Beſtel⸗ lung und Behandlung dienen ſoll, iſt es durchaus noͤthig ein wohlgeordnetes Verfahren zu be⸗ obachten. Wenn das Feld nicht ohnehin in Beete abgetheilt iſt, die bei der Uebergehung deſ⸗ ſelben leiten koͤnnen, ſo muͤſſen Parallellinien, je nachdem ſich der Boden mehr oder weniger veraͤndert, in Entfernungen von 5, 10 bis 15 Ruthen abgeſteckt werden. Man entwirft dann zugleich eine Charte von der abzuſchaͤtzenden Breite oder Koppel nach einem hinlaͤnglich großen Maßſtabe, welcher etwa viermal ſo groß, wie der gewoͤhnlich zu Feldmarkscharten gebrauchte ſeyn kann. Auf dieſer Charte zieht man dieſelben Parallellinien, theilt dieſe in Glieder oder Stationen von 5 oder 10 Ruthen, und numerirt dieſe Stationen mit Zahlen, die von einer Linie zur andern fortlaufen. Nach dieſer Richtung wird ſodann das Feld uͤbergangen. Außer den Kettenziehern muß ein Graͤber mit dem Spaten, ein Mann, der einen Korb, um die Erd⸗ proben aufzunehmen, traͤgt oder ſchiebt, zu Huͤlfe genommen werden. Der Geometer fuͤhrt die Charte und das Protokoll, wenn man zu letzterem nicht einen beſondern Gehuͤlfen nehmen will; der Agronom achtet auf den Boden und dirigirt das ganze Geſchaͤft. So wie er naͤmlich eine Veraͤnderung im Boden wahrnimmt, laͤßt er Halt machen, die Stelle auf der Charte be⸗ zeichnen, und unterſucht nun dieſe Abaͤnderung genauer; wo es noͤthig iſt, durch Ausſtechung einiger Spatenſtiche der Erde, wovon, wenn eine genauere Unterſuchung erforderlich ſcheint, etwa ein Pfund wohl durcheinander gemengt in eine Tuͤte oder Beutel gethan wird, welche man mit der Nummer der Stationen oder mit Buchſtaben bezeichnet. Die Grenze dieſer Bo⸗ 2 Zweiter Theil. R Methode der agronomiſchen Unterſuchuns. 4 135 Die Bodenarten. denwechſelung wird vom Feldmeſſer ſo genau als noͤthig iſt beſtimmt, und auf der Eharte auf⸗ gezeichnet, auch bemerkt, ob der Uebergang mehr grell oder verwaſchen ſey. Die uͤbrigen zu machenden Bemerkungen, die ſich naͤmlich auf alle oben angegebene Eigenſchaften des Bodens beziehen muͤſſen, werden in das Protokoll unter der Nummer der Station eingetragen. So wird nun nach den abgeſtochenen Parallellinien die ganze Feldmark hinauf und her⸗ unter uͤbergangen, und ſomit entſteht das Brouillon der agronomiſchen Charte ſchon waͤhrend des Geſchaͤfts. Ddieſe Charte kann nun auf verſchiedene Weiſe ausgearbeitet werden. Am beſten iſt es, die verſchiedenen Bodenmiſchungen durch Farbenilluminationen anzudeuten, die ſcharfen oder allmaͤligen Uebergaͤnge mit Nuancirungen anzugeben; die Anhoͤhen und Vertiefungen nach der gewoͤhnlichen Art durch Striche anzudeuten; den ſtaͤrkern Humusgehalt vielleicht durch ſchwarze 8 Punkte, die man nach Verhaͤltniß dichter oder entfernter auftraͤgt, anzuzeigen, und ſofort alles Bemerkenswerthe durch beſtimmte Zeichen. Mittelſt einer ſolchen Charte wird man dan ein getreu darſtellendes Gemaͤlde von ſeiner Feldmark vor Augen haben, um in jeder Hinſicht. die zweckmaͤßigſten Einrichtungen treffen zu koͤnnen. Eine genauere ſchriftliche Beſchreibung wird dann aus dem Protokoll mit Bezug auf die Nummern der Charte entworfen. Es iſt nicht ſchwierig auf dieſer Charte auch das Gefaͤlle, die Sinken und die Richtung des Waſſerlaufs an⸗ zudeuten. Will man dieſes indeſſen genauer wiſſen, ſo iſt natuͤrlich eine Nivellirung noͤthig, 1( die man nach verſchiedenen Richtungen der Feldmark vornimmt, und ein Nivellementsprofl 3 davon entwirft. Wenn ſich der Untergrund erheblich veraͤndert, und man dieſen zu unterſu⸗ chen und zu bemerken noͤthig findet, ſo laͤßt ſich ſolcher auf dieſen Nivellirungsprofilen nach der Staͤrke der Schichten durch Farben ſehr gut angeben. Man muß alsdann bei der Nivellirung den Erdbohrer ſo tief und ſo haͤufig, als nothig ſcheint, gebrauchen; was vhne große Schwie⸗ rigkeiten geſchehen kann. Wenn nach den aͤußern Merkmalen die Beſtandtheile des Bodens zweifelhaft bleiben, rde wenn man uͤberhaupt geneigt iſt, ſie beſtimmter zu analyſiren, ſo werden ſie einer mehr oder minder genauen chemiſchen Unterſuchung unterworfen. Man wird bei Gegeneinanderhaktung der mitgenommenen Erdproben im feuchten und trocknen Zuſtande durch Geſicht und Gefuͤhl ſehr leicht entdecken koͤnnen, welche gleichartig und ungleichartig ſind, und braucht deshalh nicht jede mitgebrachte Probe beſonders zu unterſuchen. Fuͤr jeden wiſſenſchaftlichen Agronomen kann wohl keine Bemuͤhung ſich nuͤtzlicher und an⸗ genehmer belohnen, wie dieſe; indem er ſich nun von manchen Erſcheinungen, die ihm vorher raͤthſelhaft waren, befriedigende Erklaͤrungen wird geben, zugleich aber manchen Uebeln auf die zweckmaͤ bigſte Art abhelten koͤnnen. d der hert. 4 de übrigen 1 ten des Bohens eiragen.— hinauf und ha t ſön dihren Am deen ig 3 3 je ſcrer die ſrn ze—— lefunga ur t dang in eigen, wi. 1 t 1 8 ck. te wird nam Viertes H aup ſt uck. 1 in jeder hant.. iche Beſtnie— rfen. Em 8 Waſerlnia ¹ f 1 1 U T ivelirung i, A g 1 1 1 3 Rivellementena dieſen z uten sproften nack ei der Areliemn 3 1 hne geße Scasa lhaft bledm e einer meht ie 8 neinandethar. und Gefült. 4. ht deshabm zutzlichet w⸗. die ihn ir nchen ledenn. De berkul denjenigen zuſt wenheit hervor Sec thut beiördern, d. her die hemi heib, Stand ſetzt, d fruchtbaren T der gebracht! oder die Bea Hauptſtuͤcks! Der der AIcer neue na ſcon erhalten daß ſie dadure hensthatigkeit Kanige ſächlich un Wirj ſimmung ſe ſir die Pra⸗ nles thue, andere Art r derſprechend lenden Naßr Rict Nahrungem §. 1. Da Agrikultur, im eigentlichſten Sinne des Worts, beſchaͤftigt ſich damit, den Boden in denjenigen Zuſtand zu ſetzen, daß er die darauf zu erzielenden Ernten in gewuͤnſchter Vollkom⸗ menheit hervorbringen koͤnne. Sie thut dies theils, indem ſie ihm ſolche Materien zufuͤhrt, welche ſeine Fruchtbarkeit Chemiſche Agri⸗ befoͤrdern, d. h. ſeine naͤhrenden Stoffe vermehren oder aufſchließen. Dieſes nennen wir da⸗ her die chemiſche Agrikultur, oder in gewoͤhnlicher Sprache die Duͤngung. Cheils, indem ſie durch Bearbeitung den Boden hierzu geſchickt macht, und in den Stand ſetzt, daß die Pflanzenwurzeln ihn genugſam durchdringen, und die darin enthaltenen fruchtbaren Theile— welche hierdurch zugleich gehoͤrig gemengt und in Beruͤhrung mit einan⸗ der gebracht werden— auffinden koͤnnen. Wir nennen dies die mechaniſche Agrikultur, oder die Bearbeitung des Ackers. Wir werden folglich beides in zwei Abſchnitten dieſes Hauptſtuͤcks vortragen. Mechaniſche Agrikultur. Erſter Abſchnitt. Die Lehre von der Duͤngung. 5. 2. 3 — Der dem Boden zugefuͤhrte Duͤnger wirkt auf zweierlei Weiſe. Einmal: indem er dem Atheender Acker neue nahrhafte Materien fuͤr die Pflanzen mittheilt, und zweitens: indem er die darin Dünger. ſchon erhaltenen Stoffe durch chemiſche Wechſelwirkung zerſetzt, und wiederum ſo verbindet, daß ſie dadurch zum Uebergange in die Pflanzen faͤhig werden; vielleicht auch, indem er die Le⸗ bensthaͤtigkeit der Pflanzen, wodurch ſie ſich dieſe Stoffe aneignen, aufregt. Einige Duͤngerarten ſcheinen das eine oder das andere entweder einzig oder doch haupt⸗ ſaͤchlich nur zu thun, andere hingegen beides zugleich zu bewirken. Wir ſagen im Allgemeinen: der Duͤnger mache fruchtbar; und manchem ſcheint dieſe Be⸗ ſtimmung ſeiner Wirkung zu genuͤgen. Es iſt aber nicht bloß fuͤr die Theorie, ſondern auch fuͤr die Praxis von großer Wichtigkeit zu unterſcheiden, auf welche Weiſe jedes Duͤngungsmit⸗ tel es thue, und unter welchen Umſtaͤnden daſſelbe Duͤngungsmittel mehr auf die eine oder die andere Art wirke. Nur bei genauer Erwaͤgung dieſes Unterſchiedes werden wir uns manche wi⸗ derſprechend ſcheinende Erfahrungen erklaͤren, und die unter verſchiedenen Umſtaͤnden zu waͤh⸗ lenden Maßregeln bei der Anwendung der verſchiedenen Duͤngungsmittel richtig treffen koͤnnen. Nicht unſchicklich vergleichen die Englaͤnder den Duͤnger erſterer Art mit den eigentlichen Nahrungsmitteln, den zweiter Art mit Salz und Gewuͤrz oder aufreizenden Getraͤnken. 134 Duͤngung im Allgemeinen. edefabäiſtſcher Alle in Faͤulniß oder in Verweſung uͤbergegangene organiſche Subſtanzen enthalten die oder. nachdem wir die Keime der einen oder der andern Pflanze durch Samen oder Wurzeln mit ih⸗ nen in gehoͤrige Verbindung bringen, erwaͤchſt daraus diejenige Pflanze, deren Form von der plaſtiſchen Natur in dieſelben gelegt war. Der Moder enthaͤlt die Nahrung fuͤr alle; doch iſ es immer hoͤchſt wahrſcheinlich, daß dieſe Nahrung quantitativiſch, oder in Anſehung des Ver⸗ haͤltniſſes der Urſtoffe nicht voͤllig gleich ſey, und daß Moder gewiſſer Art oder gewiſſr Ver⸗ bindung den Wachsthum der einen Pflanze mehr wie der andern befoͤrdere. 5 §. 4. 3 Der vegetabiliſche Moder ſcheint faſt allein als Nahrungsmittel fuͤr die Pflanzen zu wir⸗ ken, und nur wenig zur Aufſchließung der ſchon im Boden befindlichen, aber unaufloͤslich ge⸗ wordenen, von ihm ſelbſt zuruͤckgebliebenen Theile, ſo wie auch nicht viel zur Lebensthaͤtigkeit der Pflanzenwurzeln beizutragen. Der thieriſche Moder hingegen thut beides, fuͤhrt nicht al⸗ „ lein alle zur Pflanzennahrung erforderlichen Stoffe, und ſelbſt einige, die der vegetabiliſche des unaufloͤslichen Humus, und reizt die Pflanzen zu groͤßerer Lebensthaͤtigkeit auf. Der mineraliſche Duͤnger, wenn er keine organiſche Materie in ſich oder doch groͤßtentheils durch die Zerſetzungen, die er erregt. .—§. 5. 8 4 Todte, aber vom Orggnismus rückſtändige Phesſgadig Urſtoffe, welche nach dem quantitativen Verhaͤltniſſe dieſer Berbindungen, die mannigfaltig⸗ Natur zuruͤck, wenn die Lebensthaͤtigkeit des organiſchen Weſens, dem ſie einverleibt waren, auf ſie zu wirken aufhoͤrt. Sie vereinigen ſich zum Theil wieder nach den Geſetzen der Wahls verwandtſchaft zu Verbindungen der einfachſten Art, naͤmlich je zwei zu zwei; zum Theil aber treten ſie in zuſammengeſetztere neue Verbindungen, welche zwar nicht mehr Verbindungen des — Lebens, aber doch noch Folgen deſſelben ſind, und auf keine andere Weiſe hervorgebracht wer⸗ den koͤnnen. Man kann ſie alſo nicht mehr Lebensverbindungen nennen, aber ſie haben ihren Urſprung vom Leben, und machen wieder die Nahrung und die Bedingung des Lebens aus, den Thieren zur Nahrung dienen. Dieſe neu gebildeten Materien, der mehr oder minder zerſetzte Moder, und der zuruͤck⸗ bleibende Humus ſind verſchieden nach den Koͤrpern, woraus ſie entſtanden, und nach den Um⸗ 8— ſtaͤnden, unter welchen ſie ſich daraus erzeugten. Der Prozeß ihrer Umwandlung iſt das, was wir Verweſung, muͤſſen.* K . 6. 25 Die Bedingungen derſelben ſind naͤchſt der Abweſenheit des Lebens Waͤrme, Feuch tigkeit und einige Verbindung mit der Atmoſphaͤre. Je nachdem dieſe Umſtaͤnde ſtaͤrker oder ſchwaͤcher hinzutreten, wird dieſer Prozeß verſchieden modiſtzirt, hat einen ra⸗ ſchern oder traͤgern Gang, und giebt verſchiedene Reſultate. Bedingungen der Zerſetzung. Materie zur Hervorbringung und Vollendung aller und jeder angebauter Vegetabilien. Je weenig beſitzt— Azot, Phosphor, Schwefel— herbei, ſondern befoͤrdert auch die Zerſetzung haͤlt, wirkt allin, Die unter der Kraft des Lebens in drei⸗ vier⸗ und mehrfachen Verbindungen vereinigten ſten organiſchen Materien darſtellen, treten zum Theil wieder zu den Geſetzen der anorgiſchn indem ſie es hauptſaͤchlich ſind, durch welche ſich die Pflanzen ernaͤhren, die dann wieder Gaͤhrung und Faͤulniß nennen, deren Erklaͤrung zwar nicht hierher gehoͤrt, von denen wir aber folgendes bemerken de vühei mmurihnit ulierit, d tinnläbenden 8 jſte beper ſalduech ſe velcher ſie⸗ Dieſe d der Einwirkun Produkt, vele Bei eine Wärme kann E ſczung, deeni welcher ein ver geoßte Theil de Die ſchn der mannigfal lch die Vegete menſetzung de ſamkeit auf d nehmen zu g. nnd erſchdyft am wenigſtel der Zerſetzur und nur jene Alle mo und ſind ſaͤm —derjenigen Ab dem Urine aui feilſeen uns ve den, weduech gen die zu he lichen Dung pflegt: keine der gewoͤhnl Die ch Ker, Runs Praris des A Nur 8 deſchiedene enthalten de tabilien. 3e urſeh mit i dam von de t allz doch i ſehung e⸗ er gewiſſe de⸗ faanzen un naufloͤsſih ebensthänt fuͤhrt nicht regetabil die Zerſehu auf. t, wirkt alen ngen vereinitn de mannigfaliy der anorgiſhe nverleibt voren ſetzen de Pahh zum Thäl d erbindungan orgebrachti ſie haben in des Lebenich die dann ri und der pt nd nach dun lgendei Fenerte aͤrme, hun n dieſe Uaſünt inen w hat eil Duͤngung im Allgemeinen. 135 Die vegetabiliſchen Koͤrper gehen die bekannten Grade der Gaͤhrung durch, und verwei⸗ len in jedem kuͤrzere oder laͤngere Zeit, bevor ſie durch den letzten Grad derſelben, die Faͤulniß, vooͤllig zerſetzt, d. h. in den Zuſtand des Moders gebracht werden, welchen man zwar nicht als einen bleibenden unveraͤnderlichen, aber doch als einen Beharrungszuſtand anſehen kann. Thie⸗ riſche Koͤrper hingegen uͤberſpringen die erſtern Gaͤhrungsgrade, oder eilen wenigſtens ſo ſchnell durch ſelbige hindurch, daß man ſie kaum bemerkt, und gehen ſogleich zur Faͤulniß uͤber, zu welcher ſie auch die Vegetabilien mit fortreißen, wenn ſie mit ihnen in Beruͤhrung ſtehen. Dieſe Faͤulniß iſt aber ebenfalls nach der verſchiedenen Staͤrke jener Bedingungen, oder der Einwirkung der Waͤrme, der Feuchtigkeit und der Luft verſchieden modifizirt, ſo wie das Produkt, welches daraus erfolgt.. Bei einem ganz freien Zutritte der Luft und Mangel der Feuchtigkeit und der hoͤhern Verbeſäns ohne Waͤrme kann Gaͤhrung und Faͤulniß nicht bemerklich eintreten. Es entſteht aber doch eine Zer⸗ ſetzung, die wir Verweſung nennen, und die einer langſamen Verbrennung gleich kommt, bei welcher ein verſchiedener und gewoͤhnlich geringerer Ruͤckſtand verbleibt; indem naͤmlich der groͤßte Theil des Kohlenſtoffes mit Sauerſtoff vereinigt als Kohlenſaͤure davon geht. §. 7. Die ſchnellere Zerſetzung der thieriſchen Koͤrper durch Faͤulniß ruͤhrt ohne Zweifel von Therilche Faͤul⸗ der mannigfaltigern, vermittelſt des Durchganges durch mehrere lebende Syſteme(indem naͤm⸗ lich die Vegetabilien den Thieren ihre Nahrung erſt vorbereiten muͤſſen) erzwungenen Zuſam⸗ menſetzung derſelben her. Das Produkt derſelben iſt verſchieden, und von groͤßerer Wirk⸗ ſamkeit auf die Pflanzen, indem es ihnen nicht bloß Nahrung, ſondern auch Reiz ſie aufzu⸗ nehmen zu geben ſcheint. Es wird deshalb aber auch um ſo leichter und ſchneller konſumirt und erſchopft. Darum iſt der animaliſche Duͤnger bei weitem der kraͤftigere, aber auch der am wenigſten nachhaltende und ausdauernde. Es ſcheint, als wenn er auch denjenigen Grad der Zerſetzung, worin er den Pflanzen die meiſte Nahrung geben kann, zuweilen uͤberſpringe, und nur jenes Produkt der Verweſung§. 6. hinterlaſſe. §. 8. Alle modernde thieriſche Koͤrper geben einen Duͤnger, und zwar den allerkraͤftigſten ab, Der Mit⸗ und ſind ſaͤmmtlich zu dieſem Zwecke anwendbar. Am haͤufigſten aber bedienen wir uns derjenigen Abgaͤnge der Thiere, die ſie waͤhrend ihres Lebens aus dem Darmkanal und mit dem Urine auswerfen, weil wir ſie am haͤufigſten haben, und am vortheilhafteſten und wohl⸗ feilſten uns verſchaffen koͤnnen. Wir verſetzen ſie ſehr zweckmaͤßig mit vegetabiliſchen Abgaͤn⸗ gen, wodurch dieſe zu einer ſchnellern Faͤulniß und mit wenigerem Verluſte hingeriſſen, dage⸗ gen die zu heftige Zerſetzung jener animaliſchen Theile moderirt wird. Man hat dieſes natuͤr⸗ tichen Duͤnger genannt, im Gegenſatze des andern, den man kuͤnſtlichen Duͤnger zu nennen pflegt: keinesweges, weil jener einfacher iſt, und weniger Kunſt erfordert, ſondern weil er der gewoͤhnlichſte und von manchen ſogar der einzig gekannte und ausſchließlich angewandte iſt. §. 9. Die chemiſche Unterſuchung dieſer thieriſchen Abgaͤnge gehoͤrt nicht hierher, um ſo weni⸗ Etrewente der ger, da uns die bisher angeſtellten Unterſuchungen noch keine ſehr erheblichen Reſultate fuͤr die. Praxis des Ackerbaues geben, die wir jedoch davon in der Folge erwarten koͤnnen. Rur Folgendes, um irrige Vorſtellungen davon zu vermeiden und um Aufſchluͤſſe uͤber verſchiedene Erſcheinungen zu geben: — 136 Der Auswurf der Thiere durch bern und den unzerſetzten Faſern der Nahrungsmittel, zum andern Theile aber aus verbrauch⸗ ten und in den Darmkanal abgeſetzten, folglich ganz animaliſirten Stoffen des Koͤrpers, ſo daß 4 dieſe Auswuͤrfe ſelbſt Magen nur angefuͤllt mit einer Materie, die ſehr wenige naͤhrende Theile, dagegen nur ſchwer aufloͤsliche Faſern enthaͤlt, mit bloßem Stroh ohne juͤngeres Kraut und Koͤrner, ſo geht dieſes faſt unzerſetzt durch den Darmkanal mit ab, und iſt, weil der abgemagerte Koͤrper wenig von ſeinen thieriſchen Theilen abſtoͤßt und auswirft, weniger von thieriſcher Natur. Zwar reicht . ſchon dieſes wenige zu, dem durch den thieriſchen Koͤrper durchgegangenen Stroh eine ſeaͤrkere und ſchnellere Tendenz zur Faͤulniß zu geben. Aber ungleich kraͤftiger iſt derjenige Miſt von Thieren, welche durch nahrhaftes, Staͤrkemehl, Kleber⸗, Eiweis⸗, gleich mehrere animaliſche Theile abſtoßen und auswerfen, indem ſie ſolche von den angezoge⸗ nen nahrhaften Stoffen taͤglich wieder erſetzen. Dagegen enthaͤlt ihr Auswurf weniger vegeta⸗ biliſche Traͤbern und unzerſetzbare Faſern. Daher der auffallende Unterſchied zwiſchen dem Miſte des Maſtviehes jeder Art, und dem, der von magern und kuͤmmerlich durchwinternden fält. Jenem koͤnnen in Verhaͤltniß ſeiner Quantitaͤt bei weitem mehr Einſtreuungsmittel zugeſetzt werden, ohne den gleichmaͤßigen Uebergang in Faͤulniß zu ſehr zuruͤckzuhalten und zu ver⸗ hindern. 3 ——§ 10. Urin. Mit den thieriſchen Abgaͤngen aus dem Darmkanal vermengt ſich in der Regel der abge⸗ hende Urin. Dieſe Fluͤſſigkeit, welche zwar groͤßtentheils aus Waſſer beſteht, enthaͤlt jedoch phorſaure Salze, beſonders aber Ammonium. Man hat den abgedunſteten Urin, ſo wie die aus ihm gezogenen Salze in kleinen Quantitaͤten, den. Dr. Belcher in den Oommunications to the board of Agriculture merkung gemacht, daß die Pflanzen davon leicht uͤberreizt und getoͤdtet wuͤrden, welches letzere er aber auch einem beſondern, haͤufig darnach erzeugten kleinem gelben Inſekte beimißt. Nach —der Summe der Erfahrungen ſcheinen dieſe hoͤchſt wirkſamen Theile am meiſten zur Benutzung zu kommen, wenn ſie mit den Exkrementen der Gedaͤrme vermittelſt ſchicklicher Auffangungsmittel gemengt und vereinigt werden, da ſie dann zu einer erwuͤnſchten Zerſetzung derſelben, und zur Hervorbringung neuer Verbindungen vermuthlich vieles beitragen.. §. I1. 1 Stalluiſt. ſtehen wir gewoͤhnlich unter dem Ausdruck Stallmiſt. Wir betrachten dieſe Maſſe zuerſt in die⸗ ſer Zuſammenſetzung. §. 12. ach 4 ier⸗..... 9 art der Thier' wuͤrfe gefallen ſind, wenn gleich die Futterungsmittel, womit dieſe Thiere ernaͤhrt wurden, dieſelben waren.— Der DOie Miſtdüngung. bei den von Vegetabilien ſich naͤhrenden Thieren mehr animaliſcher als vegetabiliſcher Natur ſind, und ſich in allen Stuͤcken ſo verhalten. Jedoch macht der Futte rungs⸗ und Feiſtigkeitszuſtand der Thiere hierin einen merklichen Unterſchied. Wird ihnen der Schleim- und Zuckerſtof enthaltendes Futter in einen Feiſtigkeitszuſtand verſetzt und erhalten werden, und die dann un⸗ ſehr viele und ungemein wirkſame Theile, einen eigenthuͤmlichen Stoff und verſchiedene phos⸗ die Begetation ungemein befoͤrdernd gefun⸗ hat aber die Be⸗ Der gewoͤhnliche Miſt beſteht alſo aus dieſen vermengten Auswuͤrfen mit vegetabiliſchen 4 Einſtreuungsmitteln, in der Regel mit Stroh verſetzt, und dieſe zuſammengeſetzte Maſſe ver⸗ Perſchieden Sie unterſcheidet ſich ſehr merklich nach der Verſchiedenheit der Thiere, wovon die Aus⸗ Es ſind bisher nur einige dieſer Miſtarten chemiſch zergliedert und genauer gepruͤft worden. 4 4 urch den Darmkanal beſteht nur zu einem Theil aus den Traͤ⸗ 3 de zern wei netde drrnc genaue iirzaglichun n Wir bem nd bei ihne Der pf eine ſehr ſchae ſee die zeucti neue ihm mitge ders kompakt! Nſce zurücklaͤß er ungleich, ve tung nach ſein tem hoͤheren ee von ſolchen ſem noch mert ſo äußert er⸗ Thei der au vollendet, be theihaft, i Wirkung m dagegen in und uͤberrei Wirkung iſt ſumirt, und dieſes andere ewordenen wickelte Amn Hat er wohlthätigen Wean ſobald ern nntergepfit ſelbſt meche mung jeder Soll fel am vort om beſten 1 den zu freie nigkeit unte auch dem Zwäte Te aus den di⸗ us berbraugh Kpers, ſ d imaliſcher d att der Frn⸗ Bodihnen de ſegen dur ſöm , ſo gäſtis rpet damn . uudh oh eine ien enige Rin und Zutti d die dann den angen weniger den iſchen dem Nn dinternden ſil smittel zugitt en und zu w Regel der ab „ enthält jede rſchiedene phe in, ſo wie di föͤrdernd gm at aber ded welches lein beimißt. At zur Benu ffangungömit derſelben, 1 lſewan wobon di di ernährt wun e⸗* ℳ ruͤft worden gepriftvi Die Miſtduͤngung. 137 Der Hornviehmiſt iſt naͤmlich von Einhoff und mir einer genauern Unterſuchung un⸗ terworfen worden.(S. Hermbſtaͤdts Archiv der Agrikulturchemie, I. 255.). Es gehoͤren aber noch genauere Unterſuchungen, beſonders nnter dem pneumatiſchen Apparate dazu, um eine Vergleichung der verſchiedenen Miſtarten in Anſehung ihrer Beſtandtheile anſtellen zu koͤn⸗ nen. Wir bemerken deshalb hier vorerſt nur diejenigen Erſcheinungen, welche in die Augen fallend bei ihnen vorgehen, und worin ſie von einander abweichen. §. 13. Der Pferdemiſt untergeht bei zureichender Feuchtigkeit und maͤßigem Zutritte der Luft Der Pferdemißt eine ſehr ſchnelle Gaͤhrung, wobei ſich eine betraͤchtliche Hitze entwickelt, die ſo ſtark iſt, daß ſie die Feuchtigkeit und mit derſelben zugleich viele fluͤchtige Stoffe austreibt; ſo daß er ohne neue ihm mitgetheilte Feuchtigkeit nicht zu einer breiartigen Maſſe wird, ſondern, wenn er an⸗ ders kompakt liegt, in ein trocknes Pulver zerfaͤllt, und ſo verbrennt, daß er endlich faſt nur Aſche zuruͤcklaͤßt. Liegt er ſehr locker, und ſo, daß die Luft ihn durchziehen kann, ſo zergeht er ungleich, verkohlt zum Theil torfartig, und ſetzt vielen Schimmel an, welcher der Erfah⸗ rung nach ſeine duͤngende Wirkung ſehr vermindert. Er beſitzt dieſe Eigenthuͤmlichkeit in ei⸗ nem hoͤheren Grade, wenn er von kraftvollen, mit Koͤrnern genaͤhrten Thieren faͤllt, als wenn er von ſolchen, die nur Gras, Heu und Stroh erhielten, kommt; jedoch ſind ſie auch bei die⸗ ſem noch merklich. Wird dieſer Duͤnger vor ſeiner vollendeten Zerſetzung in den Acker gebracht, ſo aͤußert er eine ſehr ſchnelle Wirkung, und treibt die Pflanzen kraͤftig empor, welches zum Theil der aufs neue entwickelten Woͤrme, wenn er ſeine Zerſetzung, unter die Erde gebracht, vollendet, beizumeſſen iſt. Auf naſſen, kalten, lehmigen Boden wirkt er hierdurch ſehr vor⸗ theilhaft, indem er deſſen nachtheilige Eigenſchaften verbeſſert, dieſer Erdboden aber ſeine Wirkung moderirt. Auf trocknen, warmen, ſandigen oder kalkigen Boden wirkt er dagegen in dieſem Zuſtande oft hoͤchſt nachtheilig. Die Pflanzen werden anfangs uͤbertrieben und uͤberreizt, darnach aber, wenn dieſe Wirkung aufhoͤrt, ſchwach und kraͤnklich. Seine Wirkung iſt auch wenig nachtheilig, indem er ſich ſelbſt durch ſeine heftige Gaͤhrung ſchnell con⸗ ſumirt, und einen geringen Ruͤckſtand zuruͤcklaͤßt. Nur im feuchten und gebundenen Boden iſt dieſes anders, und vorzuͤglichen Nutzen bringt er in ſolchem, der mit vielem aber unaufloͤslich gewordenen Humus angefuͤllt iſt, indem er die Zerſetzung deſfelben, beſonders durch das ent⸗ wickelte Ammonium, auffallend bewirkt. Hat er ſeine hitzige Gaͤhrung vollendet, ſo hinterlaͤßt er zwar einen, jedem Boden hoͤchſt wohlthaͤtigen und ſehr aufloͤslichen, Ruͤckſtand, der aber nur eine kleine Maſſe betraͤgt. Wenn man ihn allein anwenden will, ſo wird er entweder auf lehmigen feuchten Boden, ſobald er nur, was ſehr fruͤh geſchieht, ſeine erſte Gaͤhrung angefangen hat, gebracht, und untergepfluͤgt; wo er denn dieſen Boden durch ſeine fortgehende Gaͤhrung und Erwaͤrmung ſelbſt mechaniſch verbeſſert und auflockert, und mehrmals damit durchgepfluͤgt ihn zur Aufneh⸗ mung jeder Saat trefflich vorbereitet. Soll er dagegen auf warmen und lockern Boden gebraucht werden, ſo iſt es ohne Zwei⸗ fel am vortheilhafteſten, wenn man ihn mit ſaftigen vegetabiliſchen Subſtanzen und mit Erde, am beſten mit abgeſtochenen Raſen, vermengt oder durcheinander ſchichtet, durch ſelbige auch den zu freien Zutritt der Luft abhaͤlt, und ihn bei trockner Witterung mit genugſamer Feuch⸗ tigkeit unterſtuͤtzt. Hierdurch erhaͤlt man dann eine ſowohl kraͤftige als weit reichende und auch dem lockern Boden angemeſſene Mengung. Zweiter Theil. X Der Schafmiſt. Der Schweine⸗ miſt. hen iſt. ſetzen. Die Miſtduͤngung. 9. 14. Der Stallmiſt des Rindviehes tritt zwar ebenfalls ſchnell in die faulige Gaͤhrung, wenn 4 er zuſammen gepreßt mit ſeiner natuͤrlichen Feuchtigkeit liegt. Sie geht aber minder heftig und mit einer geringern Entwickelung von Waͤrmeſtoff vor ſich, weswegen die Feuchtigkeit we⸗ niger ausdunſtet, und es keines neuen Zuſatzes derſelben in der Regel bedarf. halb nicht zu Pulver, ſondern geht in eine breiartige, oder wie man ſagt, ſpeckige Maſſe uͤber. So lange er zuſammengehaͤuft liegt, wird er nie zu Pulver zerfallen, ſondern, wenn er voͤllig austrocknet, in eine torf⸗ und kohlenaͤhnliche Subſtanz uͤbergehn. Er iſt ſpeeciſiſch ſchwerer wie das Waſſer, ſowohl im friſchen Zuſtande, wenn er mit Stroh nicht vermengt iſt, als in dem zergangenen Zuſtande, wenn das rohrige Stroh ſchon in Faſern aufgeloͤſt iſt. Auf den Acker aͤußert er ſeine Wirkung minder ſchnell, aber um deſto nachhaltiger auf viele und mehrere Fruͤchte, und wenn er nicht ſehr zertheilt worden, ſo trifft man ihn in tor⸗ figer Geſtalt nach 2 bis 3 Jahren in kleinern oder groͤßern Stuͤcken in der Ackererde an. In hoͤherm oder geringerm Zerſetzungsgrade auf den Acker gebracht, ſcheint er darin keine merk⸗ liche Waͤrme zu entwickeln. Deshalb paßt er ſo vorzuͤglich und gewiſſermaßen einzig fuͤr den warmen Acker, den er, wie man ſagt, kuͤhlt, was doch aber eigentlich nur negative zu verſte⸗ In ſeinem friſchen Zuſtande untergepfluͤgt, behaͤlt er durch das rohrige Stroh mehr Verbindung mit der Atmoſphaͤre, und ſcheint ſich mittelſt derſelben beſſer zu zer⸗ Auch thut das rohrige Stroß eine gute mechaniſche Wirkung auf dieſem Boden. §. 15. Der Stallmiſt der Schafe zerſetzt ſich leicht, wenn er kompakt in ſeiner natuͤrlichen Feuch⸗ tigkeit liegt, aber ſchwer und langſam, wenn er locker iſt, und ſeine Feuchtigkeit ſich verſen⸗ ken kann. Im Boden aber ſcheint er immer ſchnell zu zergehn, denn er aͤußert ſeine Wirkſam⸗ keit ſehr früͤh und kraͤftig, uͤbertreibt die erſte Saat leicht, wenn er ſtark aufgefahren wird; weswegen man durchweg die Regel beobachtet, ihn dem Gewichte und Volum nach ſchwͤcher aufzubringen. Seine Wirkung aber wird durch zwei Saaten mehrentheils erſchoͤpft. Er entwickelt, beſonders wohl aus dem Urin, ſehr vieles Ammonium, wodurch er vor⸗ zuͤglich ſolchen Aeckern nuͤtzlich wird, die unaufloͤslichen Humus in ſich enthalten. Gewoͤhnlich iſt der aus den Staͤllen ausgefahrne Schafmiſt von zweierlei Beſchaffenheit. Der obere iſt ſtrohigt; trocken und unzerſetzt; der untere dagegen zergangen, feucht und ge⸗ bunden. Wenn man ihn nicht durch das Umſtechen vorher zu einer mehr gleichartigen Maſe macht, ſo iſt es hoͤchſt fehlerhaft, ihn ohne Unterſchied auf daſſelbe Feld zu fahren. Der ſtro⸗ higte Miſt wirkt nur nachtheilig auf warme trockne Hoͤhen, aber deſto vortheilhafter auf feuch⸗ te und, wie man es nicht unrichtig nennt, etwas verſaͤuerte Gruͤnde. dieſen ſtrohigten Miſt ſtark auffahren; der zergangene Miſt muß dagegen auf jeden Boden nur ſehr duͤnne verbreitet werden, weil er ſonſt Lagerkorn hervorbringt. Ueber den reinen Pferchdunger der Schafe in der Folge. §. 16. Ueber den ſtrohigten Stallmiſt der Schweine ſind die Meinungen ſehr getheilt, indem ihn einige fuͤr einen ſehr kraͤftigen, andere fuͤr einen unwirkſamen Duͤnger erklaͤren.— Die Art der Futterung hat zwar bei dem Miſte aller Thiere einen Einfluß, aber bei keinem ſcheint ſie ei⸗ nen ſo großen, wie beim Miſte der Schweine zu haben, und es macht nicht nur in Anſehung Er zerfaͤllt des⸗ Auf ſehr gebundenem lehmigen Acker ſcheint er leicht unwirkſam zu werden, wenn er unter der Ackerkrume liegt, und nicht durch haͤufiges Umpfluͤgen mit der Atmoſphaͤre in Beruͤh⸗ rung gebracht wird. Auf ſolche kann man dn dunüü,, üuünutiiß mt banintiſs chemnüt, ſnäit, und iign galle er Ffaulenden „Verbindung geracht, ſo lührnn durch frei it. Yom Fed bon Miſt, der ſch naͤnlich von enthält einen b genaue chemiſe Unterſchied un den nicht Eier nen Naſſe, al minder bemer ſcheint durcha zertheilt, no Die i nen ſich in iß ſnnd wahrſche rung der Mer Vo ma werden ſie vor die Auswaͤrfe erzeugen, als laht, ſhr id hervorgehen topa eine J ſie zum gro grunde des fengs verbr Derurtheile aber auch do nder det ein Sie m rung in den Nangedüng, hrung„ dem minder heing ſfachtigkeit te⸗ Kfefält de CigeNa ibe e wenn er il, iſch ſcann iſt, ün m nachhaline man ihn i kererde n. arin keine n einzig fir egatibe zu ni eeden, wen ſohare in hei arch das rohe en beſet zuxſe n Joden. 9 1 1 arürlicen Fat keit ſich verſe ſeine Virkſam gefahrn ui, nach ſchvitt hoͤpft. dodurch ern . Beſchafnne feucht un chartigen li ren. Dei jafter dufſus olche kom un eden den n eilt, indmit — Nit Die Miſtduͤngung. 139 der Quantitaͤt, ſondern auch der Qualitaͤt einen großen Unterſchied, ob der Miſt von magern kuͤmmerlich ernaͤhrten, oder von Maſtſchweinen herruͤhrt. Ferner kommt es ſehr auf die Be⸗ handlung dieſes Miſtes an, ob man naͤmlich das den Schweinen untergelegte Srroh trocken zu erhalten ſucht, indem man der Feuchtigkeit einen ſchnellen Abzug durch die durchloͤcherten Boh⸗ len giebt, und dann dieſe Jauche beſonders auffaͤngt und benutzt, oder abfließen laͤßt. In dieſem Falle erhaͤlt das Stroh wenig thieriſche Partikeln, und kann faſt nur die Wirkung ei⸗ nes faulenden Streues thun. Wird dagegen auf irgend eine Weiſe die Jauche mit dem Strohe in Verbindung geſetzt, und darin erhalten, der Miſt dann in eine der Gaͤhrung guͤnſtige Lage gebracht, ſo entſteht ein ſehr wirkſamer Duͤnger daraus, und der nach uͤberſtandener erſter Gaͤhrung durchaus von aller nachtheiligen Schaͤrfe, die man dem Schweinemiſte ſonſt zuſchreibt, frei iſt. §. 17. Vom Federvieh wird auf den meiſten Wirthſchaftshoͤfen zwar nur eine geringe Maſſe Federviehmiſt. von Miſt, der aber dagegen hoͤchſt wirkſam und ſchaͤtzbar iſt, erzeugt. Dieſer Miſt zeichnet ſich naͤmlich von den Exkrementen der vierfuͤßigen Thiere auf eine beſondere Weiſe aus, und enthaͤlt einen beſondern Stoff, der groͤßtentheils Eiweisſtoff zu ſeyn ſcheint. Wir haben eine genaue chemiſche Unterſuchung daruͤber von Vauquelin, der insbeſondere einen merkwuͤrdigen Unterſchied unter dem Miſte der Haͤhne und der Eier legenden Huͤhner entdeckte, der aber bei den nicht Eier legenden Huͤhnern ſich wieder verliert. Dieſer Federviehmiſt aͤußert in einer klei⸗ nen Maſſe, aber bei einer ſorgfaͤltigen Vertheilung eine vorzuͤglich treibende Kraft, die aber minder bemerklich wird, wenn man dieſen Miſt klumpig unter die Oberflaͤche bringt. Es ſcheint durchaus noͤthig, um ſeine Wirkung gehoͤrig zu benutzen, daß man ihn, verkleinert und zertheilt, nur als Ueberſtreuungsmittel gebrauche. §. 18. Die menſchlichen Excremente ſind ein anerkannt wirkſames Duͤngungsmittel, und zeich⸗ nen ſich in ihrer Grundmiſchung von den Exkrementen der Hausthiere ſehr merklich aus. ſind wahrſcheinlich auch unter ſich nach der mehr animaliſchen oder mehr vegetabiliſchen Nah⸗ rung der Menſchen verſchieden. Wo man ihren Gebrauch gehoͤrig kennt, und den Ekel dagegen voͤllig uͤberwunden hat, werden ſie vor jeder andern Miſtart geſchaͤtzt. Man iſt ſo weit gegangen zu behaupten, daß die Auswuͤrfe eines jeden Menſchen zureichend ſeyn wuͤrden, ſo viele vegetabiliſche Nahrung zu erzeugen, als er zu ſeinem Lebensunterhalt beduͤrfte. Dies iſt jedoch, wie ſich leicht berechnen laͤßt, ſehr uͤbertrieben. Daß aber eine ſehr betraͤchtliche Produktion aus dieſen Exkrementen hervorgehen kann, wenn man ſie ſammelte und gehoͤrig behandelte, und daß dadurch in Eu⸗ ropa eine Million Menſchen mehr ernaͤhrt werden koͤnne, hat keinen Zweifel. Bis jetzt ſind ſie zum groͤßten Theile ungenutzt von der Natur wieder zerſetzt, oder durch das Waſſer dem Ab⸗ grunde des Meeres zugefuͤhrt worden. Dies ruͤhrt theils von dem uͤblen Geruche, den ſie an⸗ fangs verbreiten, von dem Ekel, welchen ſie erregen, und von einem daraus herſtammenden Vorurtheile, daß ſie den darauf gewachſenen Pflanzen einen uͤblen Geſchmack mittheilen, theils aber auch davon her, daß man ſie nicht gehoͤrig behandelte, und ſodann einen nachtheiligen, oder doch einen der Muͤhe nicht entſprechenden Erfolg davon bemerkte. Sie wirken naͤmlich ungemein ſtark und uͤberreizend, wenn ſie vor uͤberſtandener Gaͤh⸗ rung in den Acker gebracht und nicht ſehr ſorgfaͤltig vertheilt werden. Man muß ſie alſo als Mengeduͤnger bereiten, am beſten mit abgeſtochenen Raſen in Haufen bringen, und dieſen et⸗ S 2 Menſchliche Er⸗ kremente. Sie Die e Muſtdüngung 140 was gebrannten Kalk zufetzen. in einer groͤßern Maſſe vertheilt, ohne die kraͤftigen Stoffe verlohren gehen zu laſſen. und kann dann am vortheilhafteſten und wirkſamſten als Ueberſtreuungsmittel genußzt werden. Es verſteht ſich, daß er mehrere Male durchgeſtochen werden muͤſſe. ſich nicht genugſam. 8 Aus den Staͤdten kann man ihn mehrentheils in beträchtlichen Maſſen haben. Nan er⸗ haͤlt ihn daſelbſt an ſich mehrentheils umſonſt, aber dennoch iſt ſeine Ausbringung und ſeine Ausfuhr oft koſtſpielig. Auf dem Lande, in den Hoͤfen und Doͤrfern ſeine Verwitterung zu verhindern, und ihn durch Anlegung von Abtritten zu ſammeln, iſt immer eine ſehr nuͤtz liche Vorkehrung. Man kann ihn da ſogleich mit Raſenerde auffangen und mit Kalk vermiſchen, wodurch zugleich das Widrige ſeines Anblicks an Gebaͤuden und Zaͤunen vermieden wird. 3 ſuchtes Dungerpulver unter dem Namen Poudrette daraus fabrizirt wird. Man bringt die⸗ ſen Miſt auf eine abhaͤngige, mit Steinplatten belegte Flaͤche, ſo hoch, daß er ſich erhitzen, 2 dann noch mehr verbreitet, austrocknen kann. Man durchzieht ihn dann mit Eggen, zertheilt Sr ihn damit, und bringt ihn darauf unter Schoppen, wo er ſich mehrentheils aufs Reue erhitzt 4 und voͤllig austrocknet. Dann wird er voͤllig zu Pulver gemacht, welches braunem Schnupfta⸗ back gleich ſieht, und wird nun beſonders an die Gaͤrtner verkauft, die nothwendig eine große Wirkung von dieſem Pulver verſpuͤren muͤſſen, indem ſie es theuer bezahlen. Die Niederlaͤnder ſchaͤtzen dieſen Duͤnger ebenfalls ſehr hoch, holen ihn ſelbſt im güſige breiartigen Zuſtande zur Axe und zu Schiffe, des ſchrecklichen Geſtankes ungeachtet, weit her, und gebrauchen ihn entweder als Kompoſt oder mit vielem Waſſer verduͤnnt. in China und Japan ſehr hoch geſchaͤtzt; weswegen man ihn Japaneſiſchen Duͤnger genannt hat. §. 19. G Wir kehren zu der Behandlung des Stallmiſtes zuruͤck, deſſen groͤßter und vorzuͤglichſter Theil in der Regel vom Rindviehe herruͤhrt. 3— Der Rindviehmiſt wird in den meiſten Faͤllen mit Stroh aufgefangen. Wenn dieſes auch nicht der Waͤrme und Reinlichkeit des Viehes wegen geſchaͤhe, und nicht die bequemſte Art waͤre, ſo wuͤrde man ſie dennoch bloß in Hinſicht auf den Duͤnger waͤhlen muͤſſen, weil durch dieſe Vermengung die Zerſetzung des Strohes am meiſten befoͤrdert, die Verwitterung des Mi⸗ ſtes aber und ſein fluͤchtiger Theil am beſten zuruͤckgehalten wird. weerden beſonders die fluͤſſigen Theile und der Urin aufgenommen, und ſetzen an ſelbiges ihre fruchtbarſten Theile ab. Behandlung des Stallmiſtes. §. 20. Aufbewahruns Die Behandlung dieſes Miſtes iſt mannigfaltig verſchieden. des Miſtes im Stalle. wiirrd er zu einer betraͤchtlichen Hoͤhe angehaͤuft, und das Vieh kommt folglich ſehr hoch uͤber die Futterdiele zu ſtehen, weswegen man die Krippen beweglich macht, und ſie immer weiter in die Hoͤhe bringt. Man thut dies theils bloß der Bequemlichkeit wegen, indem man nun des haͤufigen Ausmiſtens uͤberhoben iſt, und den Miſt auf einmal ausfahren kann, wobei aller⸗ dings Arbeit erſpart wird. 8 Hierdurch wird ihre uͤbermaͤßige Kraft gehoͤrig verntindert, und Die⸗ ſer Miſt verliert hier allen widrigen Geruch, zerfaͤllt und miſcht ſich zu einer kraͤftigen Erde, Wird er, wie es gewoͤhnlich geſchieht, da wo man ihn nicht ganz umkommen laͤßt, auf den allgemeinen Miſthaufen verbreitet, ſo kommt er bei weitem weniger zu Nutze, und vertheilt 1 Bei Paris exiſtirt eine betraͤchtliche Fabrik, in welcher ein ſehr wirkſames und ſehr ge⸗ Von dem rohrigen Stroh Einige laſſen den Miſt lan⸗ ge im Stalle liegen, und indem ſie den Auswurf der Thiere mit immer neuem Stroh bedecken, Aber man iſt auch uͤberzeugt, auf dieſe Weiſe einen weit wirkſa⸗ 4 So wird er auch Ni dierzehr ner duthr l tngn zuine dder nt ſicts aufmnk. di Gümmiz, da met. Ma ſpirabel, w ſiten oder nie det ſich in eine die Ausdünſu feſten vereini NRr it wenn han nich der Erkrement feeuung nicht Um die? de adtheile welche Schw gſertafeln erle anderer, wen legt wird, ſe lche Feuchtig gel ſogleich a naͤmlich die den meiſten thode einen Haben les gewonnen ſchon uͤberſtan So lan er ohne allen dingt durch dae, ſo w lieren, wie ſchwuͤlſte u lich werden Blei in nicht m geiſtieht oh die ihwi frrohigten g ds ſey dem düſigkeit h weniger un rminder, m laſſen di iſtigen En mautt werden men e alf e, und Rahii ben. N, gung wiſ erwittem, te ſihr un Kalk vernite den wid. es und ſäht Nan bringtde er ſich erſin Eggen, zertet ifs Neue ah nem Schauyit endig eine gii elbſt in flſn chtet, weit ſe So wird erauc ger genan u vorzuͤglit genn dieſeän bequenſ en, weil im terung dei rohrigen dn an ſelbigs he en den Ait lür Stroh tdatn ſehr hoc e immer viit ndem man ll n, wobei n wiit uilſ Die Miſtduͤngung. 141 mern Duͤnger zu erhalten, indem er hier mit ſeiner natuͤrlichen Feuchtigkeit und bei einem ge⸗ ringen Zutritte der atmoſphaͤriſchen Luft ſich zu zerſetzen anfaͤngt, durch Ausduͤnſtung wenig oder gar nichts verliert, und ſelbſt die niedergeſchlagenen Ausduͤnſtungen des Viehes wieder aufnimmt. Dies hat ſeine vollkommene Richtigkeit, und die dagegen von manchen geaͤußerte Beſorgniß, daß die Ausduͤnſtungen deſſelben dem Viehe nachtheilig ſeyn moͤchten, ſind unge⸗ gruͤndet. Man bemerkt in ſolchen Staͤllen keinen widrigen Geruch, und die Luft bleibt ſehr reſpirabel, wenn der aͤußern reinen Luft nur nicht aller Zugang abgeſchnitten iſt, was wohl ſelten oder nie geſchehen kann. Der ſo gewonnene Duͤnger, beſonders der unterliegende, befin⸗ det ſich in einem ſehr erwuͤnſchten Zuſtande, und hat den Zeitpunkt, wo er am meiſten durch die Ausduͤnſtung zu verlieren pflegt, uͤberſtanden. Seine fluͤchtigen Stoffe haben ſich ſchon zu feſten vereinigt. Nur iſt dieſe Methode bei einer reichlichen und ſaftigen Futterung kaum anwendbar, wenn man nicht eine erſtaunliche Menge Stroh zur Einſtreuung verwenden kann. Die Menge der Exkremente wird bei einer ſolchen Futterung ſo groß, daß ſich die Feuchtigkeit durch Ein⸗ ſtreuung nicht daͤmpfen laͤßt, und daß das Vieh dennoch durchtritt und im Moraſte ſteht. Um die Vortheile dieſer langen Aufbewahrung des Miſtes im Stalle zu erreichen, und die Nachtheile deſſelben dennoch zu vermeiden, iſt ohne Zweifel diejenige Einrichtung der Staͤlle, welche Schwerz im zweiten Bande ſeiner Belgiſchen Landwirthſchaft beſchreibt, und mit Ku— pfertafeln erlaͤutert, ungemein vortheilhaft. Es iſt naͤmlich hinter dem Stande des Viehes ein anderer, wenigſtens eben ſo breiter und vertiefter Raum angebracht, in welchen der Miſt ge⸗ legt wird, ſo wie man ihn unter dem Viehe wegnimmt, und in welchen ſich auch die ſaͤmmt⸗ liche Feuchtigkeit herabzieht. Hier untergeht er ſeine Zerſetzung, und wird alsdann in der Re⸗ gel ſogleich auf den Acker abgefahren. Muͤßte nicht auf die Koſtbarkeit des Raums, indem naͤmlich die Staͤlle beinahe noch einmal ſo breit ſeyn muͤſſen, als ohne dies noͤthig iſt, unter den meiſten wirthſchaftlichen Verhaͤltniſſen Ruͤckſicht genommen werden, ſo verdiente dieſe Me⸗ thode einen allgemeinen und entſchiedenen Vorzug. Haben die Staͤnde nur eine ziemliche Breite, deren Raum es verſtattet, daß man den Miſt vierzehn Tage bis drei Wochen lang hinter dem Viehe aufhaͤuft, ſo iſt hierdurch ſchon vie⸗ les gewonnen, indem der Zeitpunkt, wo die ſtaͤrkſte Verdunſtung des Miſtes vorgeht, dann ſchon uͤberſtanden wird. So lange es alſo moͤglich iſt, wird es beſſer ſeyn, den Miſt im Stalle zu erhalten, weil er ohne allen Zweifel um ſo mehr gewinnt, je laͤnger er hier liegt. Aber immer iſt dies be⸗ dingt durch die nothwendige Reinlichkeit und das trockene Lager des Viehes. Staͤnde es im Mo⸗ raſte, ſo wuͤrde man durch die ihm zugezogene Kraͤnklichkeit am Viehe doch ungleich mehr ver⸗ lieren, wie man am Miſte gewoͤnne. Von einem feuchten Stande entſtehen boͤsartige Ge⸗ ſchwuͤlſte und Entzuͤndungen des Schenkels, die ſogar, wie die Erfahrung gelehrt hat, toͤdt⸗ lich werden. Auch iſt es unvermeidlich, daß bei einem ſchmutzigen Lager die Milch unrein werde. Bleibt der Miſt unter dem Viehe liegen, ſo muß dahin geſehen werden, daß er ſich hin⸗ ten nicht mehr als vorne anhaͤufe, weil ſonſt die Thiere widernatuͤrlich ſtehen muͤſſen. Dies geſchieht ohne beſondere Aufmerkſamkeit aber leicht, indem die Exkremente dahin fallen, und die Viehwaͤrter ſolche dann mit deſto mehrerem Strohe bedecken wollen. Nur bei einer duͤrren ſtrohigten Futterung wird es deshalb moͤglich ſeyn, den Miſt ganz unter dem Viehe zu laſſen; es ſey denn etwa, daß der Stall mit hohl liegenden Bohlen belegt ſey, durch welche ſich die Fluͤſſigkeit hindurchzieht, eine Methode, die man in einigen Gegenden, wo man aber das Vieh weniger um des Duͤngers willen haͤlt, antrifft. ——— Anſbemaenne 14² Die Miſtduͤngung. §. 21 2 58 faͤhrt.. Dieſe Miſtſtellen findet man auf verſchiedene Weiſe angelegt. Zuweilen haben ſie eine betraͤchtliche Vertiefung, und beſtehen aus einer wirklichen Grube: eine Einrichtung, die wohl durchaus fehlerhaft iſt, indem ſich die Feuchtigkeit darin uͤbermaͤßig anhaͤuft, ſo duß ſie alle , Zerſetzung und Gaͤhrung des Miſtes verhindert, und auch den Zutritt der atmoſphaͤriſchen Luft zu ſehr abſchneidet. Ueberdem erſchwert ſie das Ausbringen des Miſtes, der dann ganz naß geladen werden muß, und deſſen kraͤftigſter Theil bei dem Abfahren abtraͤufelt. Der Nach⸗ theil dieſer ſo ſtark vertieften Rindviehmiſtſtellen iſt ſo allgemein anerkannt, daß man ſee jetzt kaum mehr antrifft, es ſey denn da, wo man keinen Raum zur Verbreitung und Anhaͤufung des Miſtes uͤbrig hat.— Andere haben im Gegentheil, uͤberzeugt von dem Nachtheile einer zu naſſen Lage, den Miſt auf einer ebenen Flaͤche oder gar auf einer erhabenen Stelle liegen. Hier verliert er aber ſeine Feuchtigkeit zu ſehr, und wird ſeiner wirkſamſten Theile beraubt. Eine geringe Vertiefung der Miſtſtelle ſcheint alſo am zweckmaͤßigſten. Sie muß nur nach einer Seite etwas abhaͤngig ſeyn, und daſelbſt einen durchgeſtochenen Abzug haben, wel⸗ cher die uͤberfluͤſſige Feuchtigkeit ab und nach einem zweckmaͤßigen Jauchenbehaͤlter hinleitet. An ihrem ganzen Umfange herum muß ſie einen erhabenen Rand haben, um zu verhindern, daß ihr kein fremdes Waſſer zufließe. Wird dieſes nur abgehalten, ſo wird die Feuchtigkeit in der Miſtſtelle ſelten zu ſtark, wenn man auch die ſaͤmmtliche aus den Staͤllen abfließende Feuchtig⸗ keit in die Miſtſtelle hineinleitet; es ſey denn, daß das Vieh ſehr viele waͤſſrige Nahrung, z. B. Branntweinstrank erhalte. Die natuͤrliche Feuchtigkeit, und ſelbſt das aus der Atmoſphaͤre unmittelbar niedergeſchlagene Waſſer zieht der Miſt an ſich, und verdunſtet das Waͤſſrige durhh ſeine Waͤrme. Meiner Ueberzeugung nach wird man von der Jauche am meiſten Vortheil ha⸗ ben, wenn man ſie auf die Weiſe dem ſtrohigten Miſte einverleibt. Der Jauchenabzug wird dann unbedeutend ſeyn, außer etwa bei ſehr feuchter Witterung, wo der Behaͤlter ſie aufneh⸗ men muß. Beſondere Abzuͤge der Jauche auf dem Boden der Miſtſtelle anzulegen, um dieſer einen Ausweg zum Jauchenbehaͤlter hin zu bahnen, fand ich unnoͤthig. Iſt die Stelle nur ab⸗ haͤngig, ſo zieht ſich die Jauche durch den Miſt hindurch und ab. 1 8 Man hat eine Bedachung der Miſtſtelle vorgeſchlagen, und zuweilen wirklich ausgefühtt. 3 Sie ſoll nicht allein das Regenwaſſer, ſondern auch auch die Sonnenſtrahlen abhalten. Allein auf einer etwas großen Miſtſtelle hat eine ſolche Bedachung viele Schwierigkeiten, und er⸗ ſchwert die Abfuhr des Miſtes, wenn mit vielen Wagen zugleich gefahren wird, unver⸗ meidlich. Man legt die Miſtſtelle auf einer⸗oder auf beiden langen Seiten des Stalles an, in nicht groͤßerer Entfernung, als daß ein beladener Wagen zwiſchen derſelben und dem Stale herfah⸗ ren koͤnne. Dieſer Weg wird erhoͤht und gepflaſtert, und er muß zugleich einen Damm abge⸗ ben, der das von der Dachtraufe des Stalles herabfallende Waſſer in die Miſtſtelle zu laufen verhindert, und dieſem Waſſer muß man einen beſondern Abzug zu geben ſuchen. Bedeckte Kanaͤle laufen unter dieſem Damme vom Viehſtande ab zur Miſtſtelle hindurch, um die Jauche dahin zu fuͤhren, die von der Einſtreuung im Stalle nicht aufgenommen wird. Wenn man den Miſt erſt in einem hoͤhern Grade der Zerſetzung abfahren will, ſo muß die Miſtſtelle mehrere Abtheilungen haben, die man nach der Reihe anfuͤllt und ausleert. Nen ₰½ * Haͤufiger aber wird der Stallmiſt erſt auf die Miſtſtelle gebracht, wo man ihn laͤngere oder kuͤrzere Zeit liegen, mehr oder weniger ſich anhaͤufen laͤßt, bevor man ihn auf den Acker wid ſen im Na vilätei Nan ha⸗ eund der Nrndvich Wo ein tllaubt, kann oben angegeb terzubringen, manchmal ine ten, durch die der beruͤhrt we richt ſo pulver won Zeit zu 3o iio ſehr iwe leztern zu die Schweinemiſt eine ſehr gute Unter, die ſämmtlich durcheinande breiter werd daß das M. ſert, der Schweinemi nannte ſpecke Der 6 nit in dem l nan ihn den deckt, ſo daß mit manchen kand. Wen nen ſtechende denken. In ſe eie Vermer jenigen, we Aſere deſen Geger A keizig iiſten luft, m ih längen zuf den gin dünn ſie iin und d woſ ſo u ſu ſphärſſga, dann uf lt. d 2 daß muen und gaſin aſſen kage,ſ verliert e Sie mu m ug haben, ao häͤlter hinen verhindern, wj uchtigkeit in eßende Feuch Rahrung, z der Amoſphie Waͤſeige duch en Vonthal he⸗ chenabzu ui ter ſie au en, um d Stelle unt ich ausgeit halten. A eiten, une wird, u les an, tait Stul’ſchiy en Daun ge ſſtelle u chen. Sedaht un ded will, ſ zusleert. A Die Miſtduͤngung. 143 wird ſonſt immer den unzergangenen Miſt zugleich mit dem zergangenen ausfuͤhren muͤſſen, oder viele Arbeit mit der Wegraͤumung des erſtern haben. 1 §. 22. Man hat entweder beſondere Miſtſtellen fuͤr den Miſt jeder Thierart, insbeſondere der Pferde und der Schweine, oder man bringt den Miſt aller auf dieſelbe Miſtſtelle, und unter den Rindviehmiſt. Wo eine auffallende Verſchiedenheit des Bodens ſich findet, und der Raum des Hofes es erlaubt, kann es rathſam ſeyn, dieſe Abſonderung zu erhalten, und jede Miſtart nach ihren oben angegebenen Qualitaͤten auf diejenigen Aecker und auch wohl zu denjenigen Fruͤchten un⸗ terzubringen, wozu ſie vorzuͤglich paſſen. Die Pferdemiſtſtelle wird alsdann tiefer angelegt, manchmal in einer engen aber betraͤchtlich vertieften Grube, damit die Feuchtigkeit mehr erhal⸗ ten, durch dieſe die Hitze moderirt werde, der Miſt compact liege und von der Atmoſphaͤre min⸗ der beruͤhrt werde. So wird ſeine Gaͤhrung und Faͤulniß langſamer vor ſich gehen, und eine nicht ſo pulverigte, ſondern mehr breiartige Maſſe daraus werden, beſonders wenn man ihn von Zeit zu Zeit mit Feuchtigkeit verſieht. Will man ſeine Gaͤhrung noch mehr moderiren, ſo iſt es ſehr zweckmaͤßig, ihn mit dem Schweinemiſte zu durchſetzen, und auch die Jauche des letztern zu dieſer Miſtſtelle hinzuleiten. Hierdurch wird auch der kaͤltere und minder zerſetzbare Schweinemiſt zur Gaͤhrung und Faͤulniß mit fortgeriſſen, und es entſteht aus dieſem Gemenge eine ſehr gute Maſſe. Unter andern und weit haͤufiger eintretenden Umſtaͤnden wird es aber rathſamer ſeyn, die ſämmtlichen Miſtarten, die auf einem Hofe gemacht werden, bis auf den Federviehmiſt, durcheinander zu bringen, und zwar ſo, daß ſie abwechſelnd geſchichtet und gleichmaͤßig ver⸗ breitet werden, um ſie miteinander in Beruͤhrung zu ſetzen. Dies hat den großen Vortheil, daß das Mangelnde und Nachtheilige der einen Miſtart durch die andere gehoben und verbeſ⸗ ſert, der Pferdemiſt in ſeiner uͤberſchnellen Gaͤhrung zuruͤckgehalten, die des Rindvieh⸗ und Schweinemiſtes aber verſtaͤrkt werde, woraus dann eine gleichmaͤßige egal zerſetzte und ſoge⸗ nannte ſpeckartige Maſſe entſteht. Der Schafmiſt wird in der Regel abgeſondert erhalten, theils weil der Schafſtall nicht mit in dem Umfange des gewoͤhnlichen Wirthſchaftshofes begriffen zu ſeyn pflegt, theils weil man ihn den ganzen Winter gern im Stalle liegen laͤßt, und ihn immer mit neuer Streu be⸗ deckt, ſo daß er oben immer trocken genug bleibt. Auch iſt die Ausfuhr deſſelben im Winter mit manchen Schwierigkeiten verbunden, ſelbſt wenn man die Schafe bei Tage heraustreiben kann. Wenn er ſich einigermaßen angehaͤuft hat, und nun geruͤhrt wird, entwickelt er ei⸗ nen ſtechenden Dunſt des Ammoniums, der Wegraͤumung der Raufen und Horden nicht zu ge⸗ denken. In ſofern jedoch dieſe Schwierigkeiten der Lokalitaͤt nach nicht in Betracht kaͤmen, wuͤrde eire Vermengung des Schafmiſtes mit dem Rindviehmiſte allerdings nuͤtzlich ſeyn, und alle die⸗ jenigen, welche es thun, verſichern davon den groͤßten Nutzen verſpuͤrt zu haben. §. 23. Unſere im Hermbſtaͤdtſchen Archiv B. I. mitgetheilten Verſuche, ſo wie die fernern auf dieſen Gegenſtand gerichteten Beobachtungen, haben mich vollkommen uͤberzeugt, daß der Miſt kraͤftiger werde, und weniger verliere, wenn man ihm den freien Zutritt der atmoſphaͤ⸗ riſchen Luft, ſo viel als moͤglich— denn vollkommen kann es nicht ohne Waſſer geſchehen— Ob die verſchie⸗ denen Miſtarten vermenat oder ahgeſondert auf⸗ zubewahren ſind. Abhaltung der Luft mahrend der Gährnug. Die Miſtdüngung. abſchneidet, naͤmlich ſo lange er ſich im ſtaͤrkſten Grade ſeiner Gaͤhrung befindet, und die Entwickelung fluͤchtiger Stoffe am ſtaͤrkſten vorgeht. Ich wuͤrde alſo allerdings eine Bedeckung mit Erde fuͤr vortheilhaft halten, wenn ſie nicht mit zu vieler Arbeit und Umſtaͤnden verbun⸗ den waͤre. tung des Miſtes auf einer verhältnißmaͤßigen Flaͤche. So lange der friſch ausgebrachte Miſt oben liegt, tritt er in keine merkliche Gaͤhrung, verhindert aber, daß die nun in Gaͤhrung kommende darunter liegende Schicht von der Atmoſphaͤre zu ſtark beruͤhrt werde. Die ſich entwickelnden Gaſe, mit Ausnahme des ammoniſchen(welches ſich in dieſer Lage aber we⸗ nig erzeugt), ſind ſchwerer wie die atmoſphaͤriſche Luft, halten ſich alſo unter und in der obern Miſtlage auf, welche ſie gegen das Verwehen ſchuͤtzt, ſo daß ſie wahrſcheinlich wieder ange⸗ zogen werden, und in neue Verbindungen treten. Auf einer ſo behandelten Miſtſtelle bemerkt man keinen erheblichen Geruch. Die zunaͤchſt uͤber derſelben aufgefangene Luft truͤbt das Kalk⸗ waſſer unmerklich, und Salpeterſaͤure erregt keinen Dampf. Nur wenn man den Miſt ruͤht, erfolgt beides ſehr ſtark. Ein Beweis, daß Kohlenſaͤure, Azot und Hydrogen ſich zwar ſtark entbinden, aber bei einer ruhigen und gegen die atmoſphaͤriſche Einwirkung maͤßig geſchuͤtzten Lage wenig in Gasgeſtalt entfernen, ſondern neue Verbindungen eingehen. Die Vorſicht aber, den Miſt ebenmaͤßig und nicht auf einer zu großen Flaͤche auszubrei⸗ ten, iſt ſehr wichtig. Wird er in kleinen Huͤgeln auf die Miſtſtelle geworfen, ſo erfolgt dieſe Bedeckung nicht, und obendrein kommt er hohl zu liegen, und in dieſen Hoͤhlungen erzeugt ſich dann Schimmel, wovon man weiß, daß er die Guͤte des Miſtes herabſetze. Einige Zufam⸗ menpreſſung dieſes uͤbereinander geſchichteten Miſtes iſt ihm offenbar vortheilhaft, und deshalb iſt es rathſam, die Stelle mit einem Gelaͤnder zu umziehen, damit das aus dem Stalle gelaſ⸗ ſene Vieh darauf herumtrete. Ich weiß, daß einige dieſes Zuſammenpreſſen des Miſtes fuͤr nachtheilig erklaͤrt haben. Ich habe aber gefunden, daß der Miſt an einer Stelle, wo taͤglich mehrere Wagen uͤber ihn wegfuhren, gerade von der beſten Beſchaffenheit u und vollkommen zer⸗ ſetzt warxr. Wenn ein Theil der Miſtſtelle auf die Weiſe 5 bis 6 Fuß hoch aufgeſchichtet iſt, und man 8 nun dieſen Miſt gleichmaͤßig zergehen laſſen, mit dem neuen Miſte aber eine andere Stelle an⸗ legen will, ſo iſt es gewiß ſehr rathſam, die erſtere mit einer Lage von Erde oder von abgeſio⸗ chenem Raſen zu bedecken. Unter dieſer Bedeckung vermodert er gleichmaͤßig, und ohne durch Verdunſtung etwas Erhebliches zu verlieren. Was etwa ausdunſtet, wird von der Erde auf⸗ genommen. Mit dem obenauf gelegten noch nicht zergangenen Raſen wird nach abgefahrnem Miiſte der Grund ausgefuͤllt, und dieſe werden dadurch zu einem reichhaltigen Duͤnger. Ob die Miſtſtelle auszupflaſtern Um allen Verluſt durch die Verſenkung der Jauche in den Boden zu vermeiden, hat man ſey. angerathen, die Miſtſtelle ausſchlagen, oder ſie auch mit kleinen Kieſeln auspflaſtern, mit Stein⸗ grus zu belegen, und auch wohl gar mit Kalkmoͤrtel oder Zement ausſetzen zu laſſen, um ſo ei- nen voͤllig waſſerdichten Grund zu haben. Wo der Boden an ſich thonigt iſt, da ſind dieſe Vorkehrungen ganz unnoͤthig. Auf ſandigem Boden aber koͤnnen ſie nuͤtzlich ſeyn, wenn eine Miſtſtelle friſch angelegt wird. Bei einer alten Miſtſtelle kann man ſich dieſer Vorrichtung je⸗ doch ſelbſt auf Sand uͤberheben, weil dieſer, wenn er einmal mit der Miſtjauche durchdrungen iſt, nichts weiter anzuziehen und durchzulaſſen ſcheint. Ich habe den Grund einer ſolchen Miſt⸗ grube auf einen Fuß tief durchdrungen und ganz ſchwarz gefunden, darunter aber, ſcharf ab⸗ geſchnitten, den reinen weißen Sand, ſo daß ich uͤberhaupt nicht beſorge, Sand werde den Duͤnger zu tief verſenken laſſen. Wenn Da dies aber der Fall iſt, ſo genuͤgt, wie ich glaube, eine ebenmaͤßige Verbrei⸗ Den di i s umn Guunlub, tr nu zuche a WI ander zegfalt vert ſalche beſonde lat hier das b eigentliche N Haufen werde dann das Anſ ſieht. Sie we mer in der zut treflich, gleich Mn hat es d ihn haben wit it gewiß gene AUeber Kand deſelde nungen ſehr ter Miſt, in nicht voͤllig butter⸗ ode erreicht der Feuchtigkeit 10 Wochen! in dieſem Zu wenn er ger mit einem me braun wird. an, peht ab gleichmoͤßg Ander daß ſie ihn zum Theil ſens ſchon Wuter bei auch den ga ter, mant, ſergangenen Auf de mthaͤltniſe Zweiter Th ndet, udi eine Bedettun dnden berdur nägs Neebi dgedrachte M nun in Gihrn t werd. d. er lane dn und inzy nlich maa⸗ Miſtſtele a ft truͤbt den den Mi m en ſich zuar maͤßig giſtin Flaͤche ausſen „ſo erfolgt n oͤhlungen ehen Einige zubd zaft, und dit dem Stalle gi n des Mitt t telle, wo thit d vollkomnen e öet iſt, unr ndere Steln der von ahwi und ohne en der Enhei ach abgeftſer Düͤnger neiden, hum iſtern, nien laſſen, unſti⸗ ſt, doſc 1 ſeyn, venn d r Vorrittung che durtheune iner ſoluc nber, ſch zand werel Die Miſtduͤngung. 145 Wenn eine Miſtſtelle leer gefahren worden, und man eine neue Lage darauf bringen will, iſt es immer rathſam, den Grund mit allerlei ſchwer verweſenden vegetabiliſchen Abfaͤllen, Baumlaub, trocknem Kraute, Struͤnken, Holzerde oder auch mit Raſen, kurz mit Allem, was Jauche aufnehmen kann, und nach ſeiner Vermoderung Duͤnger abgiebt, ausfuͤllen zu laſſen. In der Schweiz, wo man alle kleinern Manipulationen mit großer Aufmerkſamkeit und F. Sorgfalt verrichtet, wird der Strohmiſt, von dem man die Jauche ziemlich abſondert und ſolche beſonders benutzt, ſo wie er aus dem Stalle kommt, in regulaͤre Haufen aufgeſetzt. Man legt hier das laͤngere Stroh auswaͤrts, und bringt es mit der Gabel zuſammen, ſo daß der eigentli Haufen werden wagerecht 5 bis 6 Fuß hoch und ſorgfaͤltig verpackt aufgefuͤhrt. Sie ſollen dann das Anſehen eines großen Bienenkorbes bekommen, indem man aͤußerlich bloßes Stroh ſieht. Sie werden dann mit Jauche oder nur mit Waſſer bei duͤrrer Zeit begoſſen, um ſie im⸗ mer in der zur Gaͤhrung erforderlichen Feuchtigkeit zu erhalten. Der Miſt ſoll inwendig vor⸗ trefflich, gleichartig und ſpeckig werden, ungeachtet ihm ein Theil der Jauche entzogen worden. Man hat es dadurch auch in ſeiner Gewalt, den Miſt in dem Zerſetzungsgrade, worin man ihn haben will, anzuwenden, indem dieſe Haufen von einander abgeſondert ſtehen. Die Sache iſt gewiß genauerer komparativer Verſuche werth. §. 24.. Ueber den guͤnſtigſten Zeitpunkt der Ausfuhr des Miſtes auf den Acker, und uͤber den Zu⸗ ſrand deſſelben, worin er ſich befinden ſoll, wenn er dem Boden einverleibt wird, ſind die Mei⸗ nungen ſehr getheilt. Die meiſten haben zwar den Grundſatz beobachtet, daß nur vermoder⸗ ter Miſt, in welchem das Stroh wenigſtens ſeinen Zuſammenhang verloren habe, wenn gleich noch nicht voͤllig zerſtoͤrt ſey, deſſen ganze Maſſe ſich gleichmaͤßig abſtechen laſſe, oder der in einem butter⸗ oder ſpeckartigen Zuſtande ſey, auf den Acker gefahren werden muͤſſe. Dieſen Zuſtand erreicht der Miſt fruͤher oder ſpaͤter, je nachdem die Temperatur hoͤher oder niedriger und die Feuchtigkeit ihm in dem gerechten Maße erhalten iſt. Im Sommer kann der Miſt in 8 bis 10 Wochen dahin gelangen; im Winter erfordert es 20 Wochen und daruͤber. Der Miſt hat in dieſem Zuſtande ſeine Gaͤhrungswaͤrme boͤllig verloren, und er dunſtet nur zu Anfange, wenn er geruͤhrt wird, zuerſt mit einem ſtinkenden dumpfigen Geruche, nachher eine Zeitlang mit einem moſchusartigen aus. Er hat eine gelbliche Farbe, die aber an der Luft bald ſchwarz⸗ braun wird. Auf den Acker geſtreut nimmt er bei der Trockniß die Geſtalt eines kohligen Torfs an, zieht aber Feuchtigkeit ſchnell an ſich, und zerfaͤllt; laͤßt ſich auch dann mit der Ackerkrume gleichmaͤßig mengen. Andere geben dem langen unzerſetzten Miſte den Vorzug, und ſuchen es ſo einzurichten, daß ſie ihn ſogleich aus dem Stalle auf den Acker bringen. Wenn dieſer Miſt ſchon im Stalle zum Theil ſeine Hauptgaͤhrungsperiode uͤberſtanden hat, ſo iſt wirklich ſeine Unterlage wenig⸗ ſtens ſchon in demſelben Zuſtande, als haͤtte er auf der Miſtſtelle gelegen, und gelangt im Winter bei der hoͤhern Temperatur der Stallluft ſchneller dahin. Zuweilen faͤhrt man aber auch den ganz friſchen und ſtrohigen Miſt auf den Acker, und pfluͤgt ihn ſo gut wie moͤglich un⸗ ter, meint auch in einigen Faͤllen davon eine groͤßere Wirkung verſpuͤrt zu haben, als vom zergangenen Miſte. Auf dem zaͤhen und kaltgruͤndigen Boden iſt letzteres Verfahren, wenn es die Wirthſchafts⸗ verhaͤltniſſe leiden, ohne allen Zweifel zu empfehlen, beſonders wenn man den Miſt ſtark auf, Zweiter Theil. T * Schweiz. che Miſt nach innen und außer der freien Kommunikation mit der Luft kommt. Dieſe Gerechter Zu⸗ ſtand des Miſtes zur Ausfuhr. Behandlung des iſtes in der 146 k Die Miſtduͤngung. und dann durch ſorgfaͤltiges Einlegen in die Furche unter die Erde bringt. In dem Falle hat er die Kraft, die Gaͤhrung hier anzufangen, ſich zu erwaͤrmen, dem Boden ſelbſt ſeine Waͤrme mitzutheilen, ihn erſt durch das Stroh zu luften, und dann dadurch und zugleich durch die Entwickelung ſeiner Gaſe zu lockern, und damit zu durchdringen. Durch ſein erzeugtes Am⸗ monium wirkt er beſonders auf den unzerſetzbaren Humus, der ſich vorzuͤglich in ſolchem Boden befindet. Er erregt mancherlei Wechſelwirkungen, und außert beſonders diejenige, vermoͤge welcher der Duͤnger die noch im Boden enthaltenen naͤhrenden Theile aufſchließt, ſtaͤrker wie derjenige Miſt, der ſeine Gaͤhrung ſchon uͤberſtanden hat. Dagegen aber hat man von dieſem langen Miſte wenig oder gar keinen Nutzen gehabt, oft ſogar Nachtheil verſpuͤrt, wenn er auf trocknen, lockern und ausgezehrten Boden, der wenige Nahrungstheile in ſich enthielt, und dem ſie durch dieſen Miſt erſt gegeben werden ſollten, gebracht wurde. Insbeſondere habe ich ſeine Nachtheile ſehr deutlich wahrgenommen, wenn er kurz vor der Einſaat eingebracht wurde, und vor der Vegetation nicht zerſetzt war. Fiel Duͤrre ein, ſo verdorrten die Pfan⸗ zen um ſo leichter; trat aber feuchte Witterung ein, ſo trieben die Pflanzen zwar ſtark darauf empor, bekamen aber ein gelbliches und verbleichtes Anſehen, ſtarben zum Theil ab, oder blieben doch ſchwaͤchlich, waren dem Honigthau unterworfen, und bekamen unvollkommene Koͤrner. Sie ſchienen durch zu vieles Hydrogen und mit zu wenigem Kohlenſtoff genoͤhrt zu ſeyn. Wenn dieſer Miſt auf oder im Acker ausdoͤrrt, ſo zerfaͤllt er in etlichen Jahren nicht, miſcht ſich nicht mit der Erdkrume, und wird wohl erſt ſehr ſpaͤt zu wirklichem fruchtbaren Moder, weil er nachher in keine Gaͤhrung kommen kann, ſondern nur verwittert. Daher woohl die Bemerkung, daß Miſt, der auf die erſte Frucht keine Wirkung thue, auch auf die folgenden keine aͤußere. Es koͤmmt daher allerdings viel darauf an, den Miſt gerade in einem der Bodenart an⸗ gemeſſenen Zuſtande auf und in den Acker zu bringen. 2S. iunßtansſetung Den Miſt, der eben in ſeiner höchſten und hitzigen Gaͤhrung ſich befindet, zu ruͤhren und man ſon zu vertheilen, ſcheint mir nicht bloß der Theorie, ſondern auch mehreren Beobachtungen nach hat, oder nachdem ſeine hitzige Gaͤhrung vollendet iſt, ſcheint er in beiden Faͤllen durch duft⸗ — ausſetzung gar nichts zu verlieren, was wenigſtens nicht auf andere Weiſe wiedergewon⸗ nen wird. Den langen friſchen Miſt im Winter uͤber den Boden auszubreiten, und ihn ſo bis zur Fruͤhjahrsbeackerung liegen zu laſſen, thut eine augenfaͤllige und ſehr erwuͤnſchte Wirkung; vorausgeſetzt, daß abfließendes Waſſer ſeine ausgezogenen Theile nicht wegfuͤhre, ſondern ſel⸗ bige nur in den Boden hineinziehe. Dieſe Bedeckung des Bodens uͤber Winter macht ihn un⸗ gemein locker und auffallend fruchtbar. Ich habe haͤufig geſehen, daß man das Stroh, wel⸗ ches freilich zum Theil ausgewaſchen und nicht vermodert war, wieder zuſammenbrachte, und aufs Reue zur Einſtreuung brauchte, oder ſolches auf einer naßkalten Stelle in den Acker brachte, und dennoch hatte der Boden, worauf es lag, eine allem Anſchein nach eben ſo große* Fruchtbarkeit angenommen, als waͤre der ſaͤmmtliche Miſt untergebracht worden. Haͤufig wer⸗ den Wieſen auf dieſe Weiſe geduͤngt. Langen und kurzen Miſt uͤber ausgeſaͤete Erbſen und Wicken verbreiten, ihn darauf liegen und dieſe hindurchwachſen laſſen, habe ich zu oft verſucht, hoͤchſt nachtheilig. Hier gehen wahrſcheintich viele ſeiner wirkſamſten Stoffe verloren, wenn er in freie Beruͤhrung mit der Luft kommt. Bevor er aber ſeine Gaͤhrung lebhaft angefangen öe alj vaemen dezenüſe düirzantge lräte ha Faäugener M uh Abbringu In Jah Fnit garz it ocken beſas Daͤnger wit? Daß der ausſetung, b heſten Jahresz mit iezt noch? unzweifelhaft; äber angeſtell terlieren, und gung des geſt Bemerkungen merkſam darc als ſie zu ſeyn ſtarken moſch vermeiden, dieſen Gerue Atmoſphaͤre kommen, n braucht man keinen Geruc Es gehen zwa ſande iſt, in aber mit Vah und ihn befru Brachacker, Ad an ſolch Bewes, daß Umkreiſe der Aus d gere Zeit lie auf einem al und entkraͤft fähren wil! iu bemetken, ſeze, und we eing der Lu kana. den zale ſ ſeine Varm ſeich durch de drzeugtes An⸗ ſchen Beda enige, Nemäg gt, ſäte hi man von jiſg iſoin, am e in ſa nil nsbeſendan e nſaat eii drrten deha war ſtati daun Theil ab, i n unvollkonnan hlenſtof gai en Jahren i ſchem feuchtben rwittert. Diſ e, auch auf er Bodenart n zu ruͤhran bachtungen verloren, haft angeint aͤllen ducht ſe wiedergee ihn ſo bö nſchte Vum dre, ſonden 6 rer matt h dos En, u0 menbradtt, 19 elle in de N ach eben t gr n. Häuſta ete Erbſ R zu oft berjuh Die Miſtduͤngung. 147 um auf warmem, lockern Mittelboden vom vorzuͤglichen Effekt dieſer Methode nicht vollkommen aͤberzeugt zu ſeyn. Insbeſondere hat ſie mir bei ſpaͤterer Einſaat immer eine vorzuͤgliche Ernte dieſer Frucht geſichert. Was aber merkwuͤrdiger iſt und ſchwer erklaͤrbar zu ſeyn ſcheint— ein ſolcher Acker hat ſich auch in Anſehung der folgenden Fruͤchte gegen den ausgezeichnet, wo mehr zergangener Miſt untergepfluͤgt war. Jedoch wurde immer mit dem Umpfluͤgen der Stoppel nach Abbringung der Frucht moͤglichſt geeilt. 3 Im Jahre 1808 ſaͤete ich Sommerruͤbſen auf mageres Land und Klee darunter und belegte es mit ganz friſchem ſtrohigen Miſt. Im Herbſte 1809 ließ ich den Klee umbrechen, und mit Rocken beſaͤen. Die Saat zeichnet ſich jetzt gegen die nebenſtehende, welche im Sommer Duͤnger mit Brache erhalten hat, ſehr zu ihrem Vortheil aus.— Daß derjenige Duͤnger, welcher ſeine hitzige Gaͤhrung uͤberſtanden hat, durch freie Luft⸗ ausſetzung, wenn er naͤmlich auf der Oberflaͤche des Ackers ausgeſtreuet liegt, auch in der hei⸗ ßeſten Jahreszeit und bei ſehr duͤrrer Witterung nicht verliere, ſondern eher gewinne, ſcheint mir jetzt nach einer Menge von komparativen, von mir und andern angeſtellten Verſuchen faſt unzweifelhaft zu ſeyn, ſo wenig Glauben dieſe Bemerkung bei denen, die keine Verſuche dar⸗ uͤber angeſtellt haben, zu finden ſcheint. Man glaubt, er muͤſſe nothwendig durch Verdunſtung verlieren, und dies ſcheint a priori ſo wahrſcheinlich, daß man den Rath, mit der Unterpfluͤ⸗ gung des geſtreuten Miſtes im Sommer moͤglichſt zu eilen, bisher allgemein gegeben hat. Die Bemerkungen praktiſcher Landwirthe in Mecklenburg vom Gegentheil machten mich zuerſt auf⸗ merkſam darauf.— Vermuthlich iſt die Verdunſtung des ausgegohrnen Miſtes nicht ſo groß, als ſie zu ſeyn ſcheint. Er giebt zwar bei ſeiner Ausfuhr und ſeiner erſten Verbreitung einen ſtarken moſchusartigen Geruch von ſich; dieſe erſte Ausduͤnſtung iſt aber auf keine Weiſe zu vermeiden, und wenn man weiß, wie aͤußerſt fein und expanſibel die Ausduͤnſtungen, welche dieſen Geruch erregen, ſind,— indem näͤmlich einige Grane Moſchus Jahre lang eine große Atmoſphaͤre mit ihrem Geruche anfuͤllen, und ſolchen allen Körpern, welche in dieſe Atmoſphaͤre kommen, mittheilen koͤnnen, ohne etwas merkliches von ihrem Gewichte zu verlieren— ſo braucht man ſie in der Quantitaͤt nicht hoch anzuſchlagen. Nachher giebt ſolcher Miſt weiter keinen Geruch von ſich, und verliert nach einem gemachten Verſuche nicht an ſeiner Schwere. Es gehen zwar freilich wohl einige Zerſetzungen noch mit ihm vor, wenn er in feuchtem Zu⸗ ſtande iſt, indem er naͤmlich Sauerſtoff einſaugt, und Kohlenſaͤure entwickelt. Es laͤßt ſich aber mit Wahrſcheinlichkeit annehmen, daß dieſe mit der Feuchtigkeit ſich in den Boden ziehe, und ihn befruchte. Bei der Trockniß geht aber keine Zerſetzung vor ſich. Man findet einen Brachacker, wo ſolcher Miſt einige Wochen lang gelegen hat, ſehr ſtark und lebhaft begruͤnt, ſelbſt an ſolchen Stellen, die nicht unmittelbar mit dieſem Miſte in Beruͤhrung ſtanden; ein Beweis, daß ſich ſeine befruchtende Wirkung, bevor er unter die Erde kommt, auch in ſeinem Umkreiſe verbreite, und vom Erdboden angezogen werde. Aus dieſen Gruͤnden ſcheint die Verbreitung des Miſtes auf den Acker, wenn er auch laͤn⸗ gere Zeit liegen muß, ehe er untergepfluͤgt wird, keine Bedenklichkeit zu haben; es ſey denn auf einem abhaͤngigen Felde, wo das abfließende Regen⸗ oder Schneewaſſer ihn auswaſchen und entkraͤften kann. In letzterem Falle muß er, wenn man die Ausfuhr zu einer Zeit voll⸗ fuͤhren will, wo er nicht untergebracht werden kann, in Mieten gefahren werden. Es iſt aber zu bemerken, daß er ſich, wenn er in ſolchen Mieten ſteht, ſelbſt im Winter weit ſtaͤrker zer⸗ ſetze, und weit mehr zuſammenfalle, als auf dem Hofe, welches nur von der ſtaͤrkern Beruͤh⸗ rung der Luft, und dadurch bei fortdauernder Gaͤhrung bewirkten Verdunſtung herruͤhren kann. T 2 18 SDie Miſtduͤngung. Ein ſehr fehlerhaftes und nachtheiliges Verfahren iſt es, den Miſt in den kleinen Haufen, worin er vom Wagen abgeſtoßen wird, auf dem Acker liegen zu laſſen. Hat er ſeine Gaͤhrung noch nicht uͤberſtanden, ſo zerſetzt er ſich in ſolchen kleinen Haufen mit dem groͤßten Verluſte, indem ihm der Wind die ſich entwickelnden fluͤchtigen Theile entfuͤhrt, und er zerſetzt ſich uͤber⸗ dem ungleich, in der Mitte ſtark, im Umkreiſe wenig oder gar nicht. Seine groͤßte Kreft, und ſeine am meiſten aufgeloͤſten Theile ziehen ſich auf der Stelle, wo der Haufen liegt, in den Boden, und das Unkraͤftige, minder aufgeloͤſte bleibt zuruͤck, weswegen nachher auch bei der ſorgfaͤltigſten Ausſtreuung, die Plaͤtze, wo die Haufen gelegen haben, ſich mehrere Jahre lang oft durch uͤbermaͤßige Geilheit der Saaten, die ſich an ſolchen Stellen wohl gar niederlegen, aus⸗ zeichnen, wogegen um ſie herum die Fruͤchte nur kuͤmmerlich ſtehen. Man muß es ſich daher zu einer unverbruͤchlichen Regel machen, den Miſt ſogleich auszuſtreuen, wenn er in ſolchen Haufen abgeſtoßen worden, und dieſes kaum einen Tag verſchieben. §. 26. Zeit der uusfuhr Die Zeit, den Miſt auszufahren, iſt nach den Wirthſchaftseinrichtungen ſehr verſchieden. des Miſtes. In der Felderwirthſchaft mit reiner Brache, ſo wie in der Koppelwirthſchaft, geſchieht es in der Regel allein in dem Zeitraume zwiſchen der Fruͤhjahrsbeſtellung und der Ernte. Dieſer Miſt beſteht alſo hauptſaͤchlich aus demjenigen, welcher im Winter gemacht worden, wozu in ſolchen Wirthſchaften, die das Vieh des Nachts aufſtallen, noch der naͤchtliche Miſt vom vori⸗ gen Sommer und vom diesjaͤhrigen Fruͤhjahre kommt. Der groͤßere Theil dieſes Miſtes iſt da⸗ her ſchon ſtark zerſetzt, und nur der oberſte noch unvermodert. Ein aufmerkſamer Landwirth wird beides unterſcheiden, und den zergangenen Miſt auf feuchtere, kaͤltere, den unzergange⸗ nen auf trocknere und waͤrmere Stellen fuͤhren laſſen. Es hat aber allerdings Schwierigkeiten, daß dieſes gehoͤrig geſchehe.“ 5— Diejenigen Wirthſchaften, welche ihren Miſt zu verſchiedenen Fruͤchten benutzen und zu verſchiedenen Jahreszeiten ausfahren koͤnnen, haben auch darin einen Vorzug, daß ſie ihren Miſt bei einer guten Anlage der Miſtſtelle in dem Zuſtande waͤhlen und ausfahren koͤnnen, worin er dem Boden mit Ruͤckſicht auf die zu bauende Frucht am angemeſſenſten iſt. Der fruͤhere oder ſpaͤtere Wintermiſt wird hauptſaͤchlich zu den Hackfruͤchten aufgefahren. Den Kartoffeln auf lehmigem Boden iſt der unzergangene ſtrohige Miſt beſonders vortheilhaft, weil er die Bin⸗ dung des Bodens, welche den Kartoffeln bei ihrer Keimung leicht nachtheilig werden kann, lockert, und die Setzkartoffel in Berbindung mit der Luft erhaͤlt. Es iſt daher auf ſolchem Bo⸗ den ſehr rathſam, den ſaͤmmtlichen Miſt in die Kartoffelnfurche beim Einlegen zu bringen, wie an ſeinem Orte gezeigt werden wird. Andern Wurzelgewaͤchſen und insbeſondere dem Kohl iſt der zergangene Miſt weit angemeſſener, rund auf loſem Boden iſt dieſer eine nothwendige Be⸗ dingung fuͤr ihr Gedeihen. Sodann wird der Miſt fuͤr die Erbſen und Wicken ausgefahren, entweder zum Unterpfluͤgen, oder auf die oben erwaͤhnte Art zum Ueberſtreuen. Der ſpaͤter gemachte Miſt, welcher bei der hoͤhern Temperatur ſich ſchneller zerſetzt, wird den ſpaͤtern Hackfruͤchten, beſonders aber dem Raps gewidmet. Was nun nach der Mitte des Sommers gemacht wird, kann zum Theil noch zur Winterung verwandt werden, der man zwar bei dieſer Wirthſchaftsart keine Hauptduͤngung giebt, der man aber doch zuweilen etwas nachzuhelfen rathſam findet; oder er wird ſchon auf die Stoppel derjenigen Felder gebracht, die im kuͤnfti— gen Jahre Hack⸗ oder Huͤlſenfruͤchte tragen ſollen; oder er wird zum Kompoſt gebraucht und Mengehaufen davon angelegt. Der Miſtwagen ſteht daher in dieſen Wirthſchaften nie⸗ das il⸗ ri Gegemnateit Huid der 1n, uf we nutteten: grder letzten actheilig h. keſorge, ſo werden kann wenn dieſe e gen mit der! rathens der E kommt kunp weſt, ſo daß tift. Die darnach her, ſt dos Untert den uͤbelſten darme Witt noch in Ga ſchwaͤchlich, nicht aus, in Gährune Hite keicht Faͤlle habe rathe, iſt Gege nige ein Vo und ſchädlie weit entfern Purzeln nie Kraut die tung widerl wſß, daß Lagerkorn einem Acke der friſchen aber nicht Grad aher dan iſt, u einen Hauja, ſeine Gährm Ften Meluſe Kſett ſich lher e iße fri en legt, jn da her auh da de e Jähe twn ſederleg g 1ß es ſihn en eriinig ſehr derſi geſchieht aͤn :Ernte. Di orden, wezut e Miſt vom di ſes Miſtes it ſaner kanduu den unzergan Schwierigkeine benutzen ud daß ſi ie n koͤnnenn der fruͤhenn Kartofeh veil er de g werden ſr auf ſolchen zu bringen, ere dem giſſ nothwentiedd ken augüſen en. Or buit wied du häen te des Sonpe n zwar be di vas nadzüfe „ p i— , die in! mpoſt gedru rthſchaftn d Die Miſtduͤngung. 149 mals ſtill, weil immer paßlicher Miſt vorhanden und bei der gleichmaͤßigen Vertheilung der Geſpannarbeit durchs ganze Jahr immer Zeit dazu uͤbrig iſt. Wird der Miſt auf die Brache gefahren, ſo ſind die Meinungen zwar nicht uͤbereinſtim⸗ mend, auf welche Furche dieſes geſchehen muͤſſe. Von den meiſten geſchieht es ſo, daß er mit der vorletzten Fahre untergepfluͤgt werde. Hiergegen haben einige das Bedenken, daß er alsdann mit der letzten wieder heraufgebracht werde und oben auf zu liegen komme, welches ſie fuͤr ſehr nachtheilig halten. So wenig ich dieſes Obenaufliegen ſcheue und den Verluſt dieſes Miſtes beſorge, ſo halte ich es doch allerdings fuͤr beſſer, wenn er mit drei Furchen durchgepfluͤgt werden kann, und deshalb wuͤrde ich ihn, ſo weit es thunlich iſt, ſogar mit der erſten Furche, wenn dieſe erſt nach der Mitte des Sommers gegeben wird, einpfluͤgen. Aber das Unterbrin⸗ gen mit der letzten Furche halte ich durchaus fuͤr fehlerhaft und fuͤr eine haͤufige Urſach des Miß⸗ rathens der Saat. Er kann bei dieſer Methode nie gehoͤrig mit dem Boden gemengt werden, kommt klumprig zu liegen, erhitzt ſich an einigen Stellen zu ſtark und bleibt an andern unver⸗ weſt, ſo daß man ihn dann noch nach mehreren Jahren torfartig und unzerſetzt im Boden an⸗ trifft. Die Saat ſteht darnach ſcheckig und horſtig; es ziehen ſich Inſekten, auch Maͤuſe ſtark darnach her, und Stellen, die zu geil getrieben hatten, wintern ſodann aus. Insbeſondere iſt das Unterbringen des langen unzerſetzten Miſtes mit der letzten Furche zur Winterung oft von den uͤbelſten Folgen. Der Acker wird dadurch bollig, oder kann ſich nicht ſeten. Wenn feuchte warme Witterung eintritt, die Einſaat fruͤh geſchehen iſt und der Miſt dadurch vor Winter noch in Gaͤhrung kommt, ſo entſteht leicht ein Uebertreiben der Saat, ſie wird geil, aber ſchwaͤchlich, wahrſcheinlich mit Hydrogen uͤberfuͤllt und uͤberreizt. Sie haͤlt dann den Winter nicht aus, ſondern fault und ſtirbt ab. Kommt dieſer lange unzertheilte Miſt vor Winter nicht in Gaͤhrung, ſo bewirkt er, wenn Waͤrme und Trockniß im Fruͤhjahre eintritt, durch ſeine Hitze leicht das Verſcheinen der Saaten, indem dieſe bleich werden und abſterben⸗ Alle dieſe Faͤlle habe ich beobachtet, und daß es zuweilen unter ſehr guͤnſtigen Umſtaͤnden dennoch gut ge⸗ rathe, iſt eine Ausnahme von der Regel. Gegen das Unterpfluͤgen des Miſtes mit einer fruͤhern als der vorletzten Furche haben ei⸗ nige ein Vorurtheil und meinen, er werde hier ſeine Kraft auf den Austrieb des Unkrauts unnuͤtz und ſchaͤdlich verſchwenden. Allein der ſtaͤrkere Austrieb des Unkrauts, den er wirklich bewirkt, weit entfernt, ſchaͤdlich zu ſeyn, iſt vielmehr hoͤchſt vortheithaft, indem die Unkrautsſamen und Wurzeln nicht nur um ſo mehr dadurch zerſtoͤrt werden, ſondern auch das jung untergepfluͤgte Kraut die Kraft des Duͤngers und des Ackers offenbar vermehrt. Jede aufmerkſame Beobach⸗ tung widerlegt dieſes Vorurtheil, welches nur von einem oder dem andern nachgeſprochen wird. §. 27. Eine zweckmaͤßige Vertheilung des Miſtes iſt in einer Wirthſchaft von ſo großer Wichtig⸗ keit, daß ſie eine angeſtrengte Aufmerkſamkeit und vollkommene Umſicht verlangt. Man findet haͤufig gegen zu ſtarke Duͤngung oder Ueberduͤngung gewarnt, und es iſt ge⸗ wiß, daß eine ſolche insbeſondere den Getreideſaaten leicht nachtheilig werden koͤnne, indem ſie Lagerkorn giebt, und die Beiſpiele ſind nicht ſelten, wo man, um eine ausgezeichnete Saat auf einem Acker zu haben, ſehr wenig erntete. Es giebt ein Maximum der Dungkraft, beſonders der friſchen, dem man nahe kommen muß, um das moͤglich Hoͤchſte zu gewinnen, welches man aber nicht uͤberſchreiten darf, wenn man ſich nicht einem großen Verluſte ausſetzen will. Dieſer Grad aber laͤßt ſich nicht beſtimmt angeben. Wir wiſſen, daß er nach der Bodenart verſchie⸗ den iſt, und daß thoniger feuchter Acker eine ſtaͤrkere Duͤngung verlange und ertrage, wie der Vertheilung des Miſtes auf den verſchiedenen Feldern. 450 Die Miſtduͤngung. ſandige und kalkige warme Boden. Allein es koͤmmt auch auf die Zufaͤlligkeit der Witterung 1 an; wenn dieſe ausgezeichnet fruchtbar iſt, ſo kann ſchon eine Duͤngung, die bei gewoͤhnlicher Witterung voͤllig gerecht geweſen waͤre, eine zu große Geilheit des Getreides und einen Ruͤck⸗ ſchlag in der Ernte bewirken. In ſolchen Jahren bemerkt man daher, daß der Unterſchied des Ertrages in kraftloſen und kraftvollen Wirthſchaften minder erheblich iſt, als in gewoͤhnlichen oder unfruchtbarern Jahren. Wenn man unmittelbar zu Getreide duͤngt, ſo iſt es daher xath: ſam, an demjenigen, was man auf dieſem Boden als Maximum annehmen kann, etwas feh⸗ len zu laſſen. Man entgeht aber in Wirthſchaften, die ſich zu einem hohen Duͤngerſtand erhoben haben, — denn in andern iſt es nicht zu beſorgen dieſer Gefahr der Ueberduͤngung am ſccherſten, wenn man nicht zu Getreide, ſondern zu ſolchen Fruͤchten den Duͤnger unterbringt, denen ein ſehr ſtarker Trieb nie ſchaͤdlich wird. Kohl, die meiſten Wurzelgewaͤchſe(Kartoffeln koͤnnen doch allerdings uͤberduͤngt werden) gedrillte Bohnen, Mais, Rapsſaat, gruͤn abzumaͤhende Wicken koͤnnen nicht uͤberduͤngt werden. Sie nehmen von der erſten Geilheit des Miſtes ſo viel weg, daß das darauf folgende Getreide nicht darunter leidet. Der Miſt wird wenigſtens kaͤlter oder minder aktiv, verliert das uͤberfluͤſſige Hydrogen und Azot, wenn gleich wenig von ſeinem Kohlenſtoffe. Weit haͤufger aber ſind die Faͤlle, wo man nur fuͤr eine ſolche Vertheilung des Miſtes zu ſorgen hat, daß alle Aecker, die deſſen beduͤrftig ſind, das Minimum oder das Nothduͤrftigſte erhalten. Unter dieſen Umſtaͤnden giebt man nun gemeiniglich die Regel, daß man nur dahin 1 trachten muͤſſe, die Hauptfelder, welche die Baſis der ganzen Wirthſchaft ausmachen, oder auf welche man ſich in Anſehung des Korn⸗ und Strohgewinnes am ſicherſten verlaſſen koͤnne, vollſtaͤndig auszuduͤngen, wenn gleich die minder wichtigen daruͤber ungeduͤngt blieben. Die Anwendung dieſer Regel findet freilich nur zu oft ſtatt, und ſie darf nicht zu ſehr eingeſchraͤnkt werden. Auf der andern Seite aber muß man ſie auch nicht zu weit ausdehnen, wie es haͤufig geſchieht, indem man den Hauptfeldern mehr giebt, als ſie nothwendig gebrauchen, und den uͤbrigen dagegen alles entziehen muß. Man wird freilich in vielen Faͤllen von einer angegebe⸗ 7 nen Quantitaͤt Miſt einen groͤßern unmittelbaren Gewinn haben, wenn man ihn in etwas groͤße⸗ rer Quantitaͤt auf guten Acker bringt, als wenn man ihm dieſen zum Theil entzieht und ihn auf ſchlechtern Acker faͤhrt. Allein in der Folge wird der letztere durch Entziehung des Miſtes nun ſo ſchlecht, daß ſein Ruͤckſchlag gegen das, was er bei einiger Duͤngung wuͤrde abgetragen ha⸗ ben, doch im Ganzen nicht durch den hoͤhern Ertrag des guten Bodens erſetzt wird. Wer alſo auf die allgemeine Krafterhaltung in ſeiner Feldflur Ruͤckſicht nimmt, und weiter hinaus auf den kuͤnftigen Zuſtand ſeines Gutes und auf kuͤnftige Ernten ſieht, wird jenen Grundſatz: nur fuͤr die Duͤngung der beſſern Felder zu ſorgen, und die ſchlechtern zu vernachlaͤſſigen, nicht ſo weit ausdehnen, als der auf einen kurzen Termin ſich beſchraͤnkende Zeitpaͤchter. Wenn man ein heruntergekommenes Gut in Kraft ſetzen will, ſo wird man vielleicht genoͤthigt ſeyn, den beſſern und noch nicht erſchoͤpften Feldern vorerſt etwas von dem Duͤnger zu entziehen, den ſie ſonſt erhielten, und dieſes den Feldern, die man wieder heben will, zukommen zu laſſen. Man muß jene dann ſchonender behandeln, und dies kann freilich leicht einen Ruͤckſchlag im Total⸗ ertrage der Ernten geben, worauf man ſich gefaßt machen muß. Denn die erſte Duͤngung er⸗ ſchoͤpfter Felder aͤußert oft ſehr geringe Wirkung. Hier das Mittel zu treffen, und weder auf der einen noch der andern Seite zu weit zu gehen, auch den nothwendigen Strohgewinn nicht aus den Augen zu ſetzen, wenn man auch den geringern Ertrag de des Korns zu erleiden entſchloſ⸗ ſen waͤre, erfordert eine weiſe Ueberlegung. am. gchris Rch tteu ider nüan und! Pnt eine ſ zan in ihrer e nach einer werden. J ſarke Dͤng Lagern oder: konſumitt, u loſer und je ſtuns. In? iine gleiced die 8 weiſpannige den, daß di auch bei de doypelte O. rechnet des und auf eit ſtimmtes, auf die Kre Iohrszeit, verſchieden, vicht etwas ausmitteln und dieſes v den Duͤnger Fuder wieg erleichten. ns heit ſo nal Fuders an in Somme indem as d des Envhs Tfumd; ii Roreßt zu ner in glei „ er Ditrug gewoͤhnihe einen Rut⸗ aterſcied dg gewoͤhnliche dcher rat n, Awad feh erhoin gn g anſein, ngt, daan rtoffnn ihn n abzunthen des Mie dird wenigin leich weniw g des Miien Nothdürftih man nur deßi ssmachen, ai erlaſſen khmn blieben. àe r eingeſchint wie es häußh ſchen, und da nner angesde etwas gii und ihn i 3 Miſtes m bgetragen d. Werdi er hinaun rundſatz:n ſigen, nict Wenn nn zigt ſen in ziehen, dn ſe zu laſg. N Hlag u dutab :Dingung d⸗ und weͤer h ggewinn i den eutſche Die Miſtduͤngung. 151 Iſt man mit dem Duͤngungsetat aufs Reine, und im Stande dem ſaͤmmtlichen Acker ſein gehoͤriges Maß zu geben, ſo iſt beim Auffuͤhren des Duͤngers doch immer auf die Beſchaffen⸗ heit eines jeden Feldes zu ſehen. Wenn man naͤmlich den thonigen zaͤhen Boden und den lockern ſandigen und kalkigen in gleichem Duͤngungsſtande erhalten will, ſo muß dennoch dem erſtern immer eine ſtaͤrkere Duͤngung auf einmal gegeben werden, weil er dieſe, ohne zu geil zu werden, ertragen kann, eine ſchwache Duͤngung aber gar keine Wirkung auf ihn aͤußert, ſon⸗ dern in ihrer Zerſetzung zuruͤckgehalten wird, und unvermodert in ihm liegt. Dagegen kann er nach einer doppelten Duͤngung auch doppelt ſo viele Ernten abtragen, ohne erſchoͤpft zu werden. In einem lockern warmen Boden wird dagegen der Duͤnger ſchnell zerſetzt, und eine ſtarke Duͤngung kann ſchaͤdliche Folgen haben, indem ſie nach Verhaͤltniß der Witterung das Lagern oder das Verſcheinen des Getreides nach ſich zieht. Der Miſt wird nun aber ſchneller konſumirt, und deshalb muß dieſe ſchwache Duͤngung um ſo oͤfterer wiederholt werden. Je loſer und je ſandiger der Boden iſt, deſto nutzbarer wird ihm eine oͤftere und ſchwaͤchere Bemi⸗ ſtung. Im Allgemeinen kann man jedoch annehmen, daß beiden entgegengeſetzten Bodenarten eine gleiche Quantitaͤt Miſt in einer Reihe von Jahren gebuͤhre. §. 28. Die Quantitaͤt des Miſtes wird gewoͤhnlich nach Fudern geſchaͤtzt, nach vier⸗, drei⸗ und zweiſpaͤnnigen, oder auch nach einſpaͤnnigen Karren. Es iſt an einem andern Orte geſagt wor⸗ den, daß dieſeiben Pferde eine groͤßere Laſt ziehen, je mehr ſie vertheilt ſind, und dies iſt dann auch bei den Miſtfudern der Fall. Ein vierſpaͤnniges Fuder wird caereris paribus nicht die doppelte Quantitaͤt enthalten von dem, was man auf ein zweiſpaͤnniges laden kann. Man rechnet deshalb gewoͤhnlich bei kraͤftigem Geſpann auf ein vierſpaͤnniges Fuder 1850 Pfund, und auf ein zweiſpaͤnniges 1110 bis 1295 Pfund. Es iſt aber uͤberhaupt etwas ſehr Unbe⸗ ſtimmtes, was auf ein Fuder an Miſt geladen zu werden pflegt. Es koͤmmt dabei nicht nur auf die Kraft des Zugviehs, ſondern auch auf die Gewohnheit, die Aufſicht beim Laden, die Jahrszeit, die Wege und die Entfernung an. Das Gewicht deſſelben Miſtes iſt dann auch verſchieden, je nachdem er trocken oder naß iſt. Wenn man alſo uͤber den Miſt nach dem Ge⸗ wicht etwas beſtimmen, und den ganzen Duͤngungsetat und ſeine zweckmaͤßigſte Vertheilung ausmitteln will, ſo muß man eine ſolche Ladung, wie gewoͤhnlich gemacht wird, abwiegen, und dieſes von Zeit zu Zeit wiederholen, damit man die Quantitaͤt des auf⸗ und auszufahren⸗ den Duͤngers nach dem Augenmaße ſchaͤtzen lerne. Durch eine große Wage, womit man ganze Fuder wiegt, und die auf dem Wirthſchaftshofe ſo viele Vortheile hat, wird dieſes ſehr erleichtert. 1850 Pfund iſt eine maͤßige Ladung fuͤr vier Pferde, und man wird wenigſtens der Wahr⸗ heit ſo nahe kommen, wie hier moͤglich iſt, wenn man dieſe als das Durchſchnittsgewicht eines Maß und Ge⸗ wicht des Miſtes. Fuders annimmt. Jedoch faͤhrt man mit ſtarken Geſpaͤnnen auf kurzen und guten Wegen und im Sommer auch oft 2750 Pfund Den Miſt nach dem Volumen ſchaͤtzen iſt noch unſicherer, indem es da auf das mehr oder minder zergangene Stroh ankommt, und auf das Verhaͤltniß des Strohs im Duͤnger uͤberhaupt. Ein Kubikfuß ſehr ſtrohiger Miſt wiegt oft nicht uͤber 40 Pfund; ein Kubikfuß, worin das Stroh ſchon zu Faſern zerfallen iſt, wiegt, ohne zuſammen⸗ gepreßt zu ſeyn, 52 bis 55 Pfund. Die eigentliche Dungkraft des Miſtes ſteht daher doch im⸗ mer in gleichmaͤßigerm Verhaͤltniſſe mit ſeiner Schwere, als mit ſeinem Volumen. Die Miſtduͤngung. 152 29. Stärke der Miſt⸗ auffuhr. Das erſte nennt man eine ſchwache, das zweite eine gute, das dritte eine reiche Duͤngung. Bei 11 ½ Fudern oder 20890 Pfd. fallen auf 1 Quadratfuß 0,403 Pfd. Bei 13 Fudern oder 24000 Pfd. fallen auf 1 Quadratfuß 0,464 Pfd. Bei 15 Fudern oder 27700 Pfd. fallen auf 1 Quadratfuß 0,s 36 Pfd. Bei 18 Fudern oder 33300 Pfd. fallen auf 1 Quadratſuß 0,444 Pfd. Bei 20 Fudern oder 37000 Pfd. fallen auf 1 Quadratfuß 0,7 16 Pfd. Bei 22 ¾ Fuder oder 41600 Pfd. fallen auf 1 Es fallen alſo bei der ſtaͤrkſten Duͤngung auf einen Quadratfuß ungefaͤhr o, —§. 39. Ausfuhr des Die Ausfuhr des Miſtes iſt unter den Miſteo. erfordert daher eine beſondere Aufmerkſamkeit des Arbeitsaufſehers, Fleiß, ſondern auch mit gehoͤriger Ordnung verrichtet werde. Quadratuß o,sos Pfd. Von 185opfuͤndigen Fudern werden 11 ½, 18 bis 22 ¼ auf einen Jochart gefahren. ſtarke oder 4 s Pfund. Wirthſchaftsverrichtungen eine der wichtigſten, und damit ſie nicht nur mit Es iſt deshalb rathſam, ſo viel Geſpann wie moͤglich, und eine dieſem angemeſſene Anzahl von Handarbeitern zuſammen zu nehmen. Je nachdem das Feld, muß auf drei oder zwei Geſpann ein Wechſelwagen genommen werden, damit wohin er gefahren werden ſoll, naͤher oder entfernter iſt, immerfort ein Wagen zum Aufladen auf der Miſtſtelle ſtehe. Es muß uͤberhaupt das gehoͤrige Zeitmaß be⸗ obachtet und erhalten werden, ſo daß z. das andere zum Abladen auf dem Felde, ſtille ſtehe, daher die Zeit abgemeſſen werden, welche nach dem Verhaͤltniß der ſpann zum Hinfahren und Zuruͤckkommen erforderlich iſt. Die Anzahl der eingerichtet werden, daß ſie zwar in beſtaͤndiger Beſchaͤftigung Geſpann auf die Vollendung einer Ladung zu warten brauche. ſtande, worin ſich der Miſt befindet, verſchieden iſt, ſo laͤßt ſich dabei noͤthig ſind, nicht allgemein beſtimmen. MNenſchen oder eine maͤnnliche und eine weibliche Perſon. liegt der Miſt ſehr feſt, ſo reichen dieſe kaum. 4 Die Staͤrke der Duͤngung, die man einem Felde geben will, nach der Entfernung, dieſer Haufen beſtimmt, abmeſſen koͤnnen. Gewoͤhnlich habe ich gefunden, daß von ſolchen Fudern, 1850 Pfund und wohl etwas daruͤber halten, 9 Haufen abgeſtoßen werden, ſo Haufen zu 205 Pfund anſchlagen kann. Entfernung Da dieſe Arbeit die Zahl der als zum Vorhaͤngen der Pferde vor den geladenen Wagen erforderlich iſt. Nach der Staͤrke der Duͤngung, die man B. bei drei Geſpannen ſich das eine auf dem Hinwege, das dritte auf dem Herwege befinde, und keins laͤnger t. Es muß fuͤr jedes Ge⸗ Lader muß dann ſo ſind, daß aber auch nie das nach dem Zu⸗ Menſchen, die Man rechnet gewoͤhnlich auf ein Geſpann 1½ Geht die Arbeit ſehr ſchnell, und wird gewoͤhnlich und beſer worin die Haufen von einander abgeſtoßen werden, als nach der Groͤße weil die Leute beſſer die Entfernung der Haufen, als die Groͤße derſelben die mindeſtens daß man jeden laͤßt ſich dann leicht die Entfernung beſtimmen, worin die Fuder in geraden Reihen und die Reihen nebeneinander kommen ſollen. doppelten Laͤnge des Wagens, Hintertheile des Wagens, die Entfernung der dem Arbeitsaufſeher ſelbſt geſchehen muß. Es tritt auch nicht ſelten der Fall eine Stelle des Feldes ſtaͤrker, die andere ſchwaͤcher zu duͤngen ſich bewogen findet. z. B. koͤnnen eine ſtaͤrkere Duͤngung vertragen, den Niederungen aber, beſonders genuͤgt mehrentheils eine ſchwaͤchere, weil ſich die fruchtbare Materie hierher herabzieht. Jene beſtimmt man am beſten nach der einfachen oder nach der Entfernung der Vorderpferde oder der Hinterpf de vom Reihen aber nach Schritten, welches bitt von ein, daß man Anhoͤhen am Fuße jener, Man findet geben wil, ſdd ni ele val ſt uuben, wutrninde 2 ß ein Ar eutheilung Vgeſpanne it Wean m. ſies om beſte ſer hierouf zu vpeniger er ſch aufen nicht Auf eine au. Man mu noͤglichtem Fle nachgeht, und fandige Strer ausgeſtreuter moͤglichſt vollſ letzterem iſt es zu laſſen, un Furchen zuw gepftugt wer Klumpen zu werden. Es iſt tabiliſchen S men zergehen ger, oder jet Nehde itt dern dagegen die N chen Maker Grund dam auf jede M zuſammeng ungeſtochen gen und Huͦ aus Raſen len ſehen gen und Ver dicht unwah Verdindung Jwaiter Th hatt gefthrn e Karke f. 2 fd U. 0,s P. wichtigien a ſie nicht aun rathſam, ſo ern zuſamna er entfernterit it immerfott drige Zeitmaß uf dem Hinne und feins länn lic it. Esm i für jſdes der muß dam er auch n t nach den„ Menſcha, in Geſpon! hr ſchnel, nlich undit nach der b Groͤße du „ die mühlis o daß nur man geüen rl Reiha ud er eiricen da dinteniadeu elches h lein, di 9 det. Ynhich am Fußeſa zabzieht N inde fi Die Miſtduͤngung. 153 findet nicht ſelten, daß unverſtaͤndige Arbeitsaufſeher gerade das Gegentheil geſchehen laſſen, weil ſie glauben, daß der Duͤnger den Anhoͤhen doch wenig zu Nutzen komme, und die Knechte ſind nicht minder geneigt, die Anhoͤhen zu uͤberſpringen. In ſolchen Faͤllen iſt es um ſo noͤthi⸗ ger, daß ein Arbeitsaufſeher oder doch ein gehoͤrig inſtruirter Hofmeier auf dem Felde ſey, und die Vertheilung des Duͤngers anordne, auch zuweilen, wo es noͤthig iſt, Hauͤlfe leiſte, damit die Geſpanne ihre gehoͤrige Zeit beobachten. 1 Wenn man außer den beim Laden beſchaͤftigten Menſchen noch genugſam andere hat, ſo iſt es am beſten, das Ausſtreuen des Miſtes unmittelbar vornehmen zu laſſen, damit den Aufſe⸗ her hierauf zugleich achten koͤnne. Der Miſt wird ſich auch um ſo leichter vertheilen laſſen, je weniger er ſich in den Haufen geſackt hat, und man wird es am ſicherſten vermeiden, daß dieſe Haufen nicht zu lange liegen, welches, wie oben geſagt, ſehr nachtheilig iſt. §. 31. Auf eine gute, gleichmaͤßige Streuung und ſogenannte Brechung des Miſtes kommt viel Brechuns des an. Man muß alſo dabei die Arbeiter nicht ſparen, ſondern nur darauf achten, daß es mit moͤglichſtem Fleiße geſchehe, und wohl einen verſtaͤndigen Mann anſtellen, der den Miſtſtreuern nachgeht, und liegen gebliebene Klumpen beſſer vertheilt. Von dieſem fordert man eine voll⸗ ſtaͤndige Streuung, und er wird alſo die Streuer ſchon anhalten, das Noͤthige zu thun. Schlecht ausgeſtreuter Miſt hat natuͤrlich uͤble Folgen auf mehrere Ernten. Naͤchſtdem iſt dann eine moͤglichſt vollſtaͤndige Unterbringung des Miſtes, beſonders des ſtrohigen, zu bewirken, und bei 4 letzterem iſt es faſt immer rathſam, Leute mit Forken oder Harken hinter den Pfluͤgen hergehen zu laſſen, um ihn in die Furchen gleichmaͤßiger zu vertheilen. Daß der lange Miſt aus den Furchen zuweilen hervorſtehe, iſt zwar kein ſo großes Uebel, zumahl wenn noch mehrere Male gepfluͤgt werden ſoll. Allein daß er ſchleppt und ſich vor dem Pfluge anhaͤuft, dann auf einen Klumpen zuſammenkommt, und andere Stellen nichts erhalten, muß ſorgfaͤltig vermieden werden.— §. 32. Es iſt in manchen Gegenden uͤblich, dieſen ſtrohigen Stallmiſt entweder mit allerlei vege⸗ odeengedgſder tabiliſchen Subſtanzen oder auch wohl nur mit bloßer Erde zu vermengen, ihn damit vollkom⸗ men zergehen zu laſſen, und dann dieſe inniger gemiſchte Subſtanz, welche man Mengeduͤn⸗ ger, oder jetzt nach dem engliſchen NRamen Kompoſt nennt, auf den Acker zu bringen. Dieſe Methode iſt von vielen vielleicht uͤbertrieben geruͤhmt und zu allgemein anempfohlen, von an⸗ dern dagegen zu unbedingt verworfen worden. Die Methoden, deren man ſich dabei bedient, ſind mannigfaltig. Einige fahren derglei⸗ chen Materialien, beſonders abgeſtochene Raſen, ſchon auf die Duͤngerſtelle ſelbſt, fuͤllen den Grund damit an, worauf ſie den Duͤnger bringen, und legen dann wieder eine Schicht davon auf jede Miſtlage. Nachdem er ſo zergangen iſt, wird er herausgeworfen und in hoͤhere Haufen zuſammengeſchlagen, in welchen er bis zur vollkommnern Vermoderung liegen und mehrmals umgeſtochen werden ſoll, bevor er gebraucht wird. Bei dieſem Verfahren werden die fluͤchti⸗ gen und fluͤſſigen Theile des Miſtes mehr zuſammengehalten, und koͤnnen, wenn der Zuſatz aus Raſen beſteht, ſich gleich in naͤhere Verbindung und Wechſelwirkung mit den erdigen Thei⸗ len ſetzen, wobei, zumal wenn auch etwas aͤtzender Kalk hinzukommt, mancherlei Zerſetzun⸗ gen und Verbindungen der Stoffe entſtehen, die man ſonſt gar nicht oder ſpaͤt erreicht. Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß das Waſſer ſelbſt hierbei zum Theil zerſetzt werde, und in feſte Verbindungen uͤbergehe. Zweiter Theil. U 154 Die Miſtduͤngung. Andere legen dieſe Mengehaufen auf einer andern Stelle, entweder neben dem Hofe, vortheilhafter aber auf dem Acker, wo er gebraucht werden ſoll, unmittelbar an, wodurch wenigſtens die doppelte Fuhre der Zuſatzmaterialien erſpart wird. Die Anlegung eines ſolchen Mengehaufens geſchieht auf zweierlei Art. a) Durch eine regulaͤre Schichtung der Materialien uͤbereinander. Zu unterſt bringt man eine gute ebene Lage von Erde oder Raſen, die auf allen Seiten 5 bis 6 Fuß breiter ge⸗ Dann wird eine etwa einen Fuß hohe macht wird, als der eigentliche Haufen werden ſoll. Lage von Miſt aufgefahren. Je friſcher dieſer Miſt aus dem Stalle kommt, deſto beſfer. Hierauf wieder eine Schicht von Erde oder Raſen. Sind andere moderungsfaͤhige Materialien Dann kommt wiederum eine Lage von Miſt, und ſofort bis der Haufen etwa 6 Fuß hoch ſchraͤg auflaufend aufgefuͤhrt iſt, wo er dann wieder mit einer Erdlage bedeckt wird. Haͤufig wird dieſem Duͤngerhaufen aͤtzender Kalk zuge⸗ miſcht, der aber nicht in unmittelbarer Beruͤhrung mit dem Miſte kommen darf, weil er ihn zu heftig und zu ſchnell zerſetzen wuͤrde, ſondern man legt ihn zwiſchen zwei Lagen von Erde, oder zwiſchen die Erde und andere ſchwerer verwesliche Materien, wie Baumlaub und dergleichen. Iſt der hervorſtehende Rand mit der Duͤngerjauche, die ſich zumal bei regnigter Witterung aus dem Haufen herabzieht, durchdrungen, ſo wird er abgeſtochen und uͤber der Haufen verbreitet.— vorhanden, ſo werden ſie auf dieſe Erdſchicht gebracht. So laͤßt man den Haufen in Gaͤhrungshitze kommen, und ſo lange ruhig ſtehen, bis dieſe vollig voruͤber iſt. Erſt wenn ſie vollendet iſt, und man gar keine Waͤrme inwendig mehr verſpuͤrt, wird der Haufen umgeſtochen, und zwar ſo wieder aufgeſetzt, daß das Obere zu un⸗ terſt, und das Aeußere, uoch nicht vermoderte, inwendig komme. Zu unterſt legt man dann woohl wieder eine Lage friſcher Erde. Dieſe wieder aufgeſetzten Haufen macht man ſchmal, lang und dachfoͤrmig, weil man uͤberzeugt iſt, daß eine ſtaͤrkere Luftausſetzung die Qualitaͤt des Duͤn⸗ gers verbeſſere, und ſelbſt ſein Gewicht vermehre. Es geht hier ohne Zweifel eine ſtarke Sal⸗ petererzeugung vor. Deshalb werden auch dieſe Haufen von denen, die große Aufmerkſamkeit darauf wenden, zu wiederholten Malen umgeſetzt, damit immer eine neue Lage an die kuſt komme. keit haben, rund um einen zur Anlegung des Haufens beſtimmten Platz herum, ein jedes fuͤr ſich. Sie machen dann die Erdlage, worauf der Haufen zu ſtehen kommen ſoll, in der Mitte, und ſtellen ſodann bei jedem Haͤufchen Menſchen mit Schaufeln, die zu gleicher Zeit die Mate⸗ rialien aufwerfen, wodurch dieſe um ſo genauer untereinander kommen. Mergel, Moder, zerfallener Torf, Moos, Baumlaub und Nadeln, Saͤgeſpaͤne, vegetabiliſche und thieriſche Abgaͤnge u. ſ. f., werden auf die Weiſe und mehrentheils mit etwas zerfallenem Kalk, Aſche, Ofenruß vermengt, und dann friſcher Miſt dazwiſchen gelegt, oder die Materialien mit Duͤngerjauche begoſſen. Der Kalk wird in dem Verhaͤltniſſe ſtaͤrker oder ſchwaͤcher zugeſetzt, je nachdem die Materialien ſchwerer oder leichter verweslich ſind, am meiſten wenn ſolche darun⸗ ter ſind, die eine hervorſtechende Saͤure enthalten, und dadurch der Zerſetzung widerſtehen. Je mehr thieriſche Subſtanzen dazu kommen, um deſto ſparſamer kann man mit dem Kalk ſeyn. Auch dieſe Haufen muͤſſen bis zur uͤberſtandenen Gaͤhrungshitze ruhig ſtehen bleiben, dann aber ein oder mehrere Male durchſtochen und wieder aufgeſetzt werden. Diejenigen, welche wenigſtens den Gebrauch des Stallmiſtes zu dieſen Mengehaufen ver⸗ werfen, halten ſolche fuͤr eine unnuͤtze Vermehrung der Arbeit. Dieſer Miſt, ſagen ſie, koͤnne im Acker genugſam mit der Erde verbunden und zertheilt werden, und dies geſchaͤhe auf eine b) Andere bringen die Materialien, beſonders wenn ſie deren eine große Mannigfaltig⸗ 1 aitübtte in ds Tüs in gir euij Rech Au' aber ſaheeſchwert tnen, undz ſnen Veberflu rauchten Miſ etzeugt haben. Folglich man nicht eini lagen ſolches K kann, die ohne ſen Schatz dadt nißlich ſcheinen Man bed fahrungen am des Ackers bri ab durch Leute der Saat ein um ihn auf ei jahr auszuſte che Ueberduͤn kung, wie! auch ganze Oiſtrikte von gefuͤhrt, und Englaͤnder T ne uͤbrigens wirthe verſich Saaten geſtre jahre auch ve ſe vom Froſt Roich habe, Wirkung i Es gi weit gediehe niten kann, Man Kompoſ, w geſchreben i du von de Subſtanze den Falk; neben dem 6, Zu Knteſ teng 5 3 dent g mnen Fä ge umt, 1 3 fähigenag rum eina hrt iſt, me ötzender gi darf, wln i Lagen w ie Baunlas umal bei uun chen und ha ruhig ſehen, eme inwendigen ß das Neree terſt legt wnn t man ſchm Qualitat dd⸗ fel eine ſate öße Aufmeriit Lage an i öße Mamiit im, ein jät oll, in drnh her Zett de de Mergel, M ſche und nü enem Fal, Ne e Materialttn vaͤcher uiit venn ſolhe dri etzung niait mit demük ſhn gleiben, dmn Wengehauini „ſagen ſi⸗ 6 Die Miſtduͤngung. 155 weit leichtere und zweckmaͤßigere Weiſe, als in ſolchen Mengehaufen. Die faulende Gaͤhrung des Miſtes im Acker ſelbſt ſey dieſem ſehr wohlthaͤtig, und ſie haben auf thonigem, kalten Acker gewiß Recht zu dieſer Behauptung. Was aber noch mehr gegen die allgemeine Anwendung dieſes Mengeduͤngers ſtreitet, und ſolche erſchwert, iſt dies, daß der Stallmiſt dann wenigſtens um ein Jahr ſpaͤter gebraucht werden, und zur Wirkſamkeit kommen kann. Und dies iſt in einer Wirthſchaft, wo man noch keinen Ueberfluß an Miſte hat, von ſehr großer Wichtigkeit. Man kann aus dem friſch ge⸗ brauchten Miſte dann ſchon neues Duͤngermaterial— unangeſehn die nutzbare Produktion— erzeugt haben, bevor jener Kompoſt dem Acker einverleibt wird. Folglich kann man nicht wohl auf die Anlegung ſolcher Kompoſthaufen denken, bevor man nicht einigen Ueberfluß uͤber den nothwendigen Duͤnger beſitzt. Dann aber werden die An⸗ lagen ſolches Kompoſts um ſo rathſamer, je mehr man an Materialien beſitzt oder herbeiſchaffen kann, die ohne ſolche Vermengung ſchwer aufloͤsbar ſeyn wuͤrden. Man kann ſich einen gro⸗ ßen Schatz dadurch bereiten, und ſich einen reichlichen Ertrag von ſolchen Saaten ſichern, die mißlich ſcheinen, und einer Aufhuͤlfe beduͤrfen.. Man bedient ſich naͤmlich dieſes Kompoſts ohne allen Zweifel und nach unzaͤhligen Er⸗ fahrungen am vortheilhafteſten, wenn man ihn nicht unterpfluͤgt, ſondern auf die Oberflaͤche des Ackers bringt. Man fuͤhrt ihn entweder auf die Saatfurche, uͤberſtreuet dieſe vom Wagen ab durch Leute, die ihn mit Schaufeln auswerfen, damit, und egget ihn dann zugleich mit der Saat ein, oder pfluͤgt ihn mit ſolcher flach unter. Oder man bedient ſich deſſelben, um ihn auf eine aͤhnliche Weiſe uͤber die gelaufene Saat, uͤber die Winterung oft erſt im Fruͤh⸗ jahr auszuſtreuen, wenn ſie ſchon ihre Vegetationsperiode angefangen hat. Hier iſt eine ſol⸗ che Ueberduͤngung mit Kompoſt, auch in ſehr geringer Quantitaͤt, von einer wunderbaren Wir⸗ kung, wie nicht nur alle diejenigen bezeugen, die es einzeln verſucht haben, ſondern wie es auch ganze Gegenden, wo dieſe Methode landuͤblich iſt, beweiſen. In einem betraͤchtlichen Diſtrikte von England, in der Grafſchaſt Hereford, iſt dieſe Methode ſeit undenklichen Zeiten ein⸗ gefuͤhrt, und es wird kein Miſt anders, als in dieſer Geſtalt und auf dieſe Weiſe, welche die Englaͤnder Popdressing nennen, gebraucht. Es iſt aber bekannt, daß man daſelbſt ohne ei⸗ ne uͤbrigens ſehr ausgezeichnete Kultur vorzuͤgliche Ernten gewinne, und wie die dortigen Land⸗ wirthe verſichern, nie Mißwachs habe. Sie ſchreiben dem Kompoſt, uͤber die vegetirenden Saaten geſtreut, eine magiſche Wirkung zu, und verſichern, daß wenn ihr Weizen im Fruͤh⸗ jahre auch voͤllig ausgewintert ſcheine, oder die Gerſte nicht fort wolle und kraͤnkle, es ſey daß ſie vom Froſte, von Duͤrre oder von Naͤſſe gelitten habe, die Ueberſtreuung mit Kompoſt ſo⸗ gleich helfe, ſogleich ein neues Hervorgruͤnen bewirke, und alles wieder herſtelle. Dieſe große Wirkung iſt auf eine unzubezweifelnde Weiſe von allen Englaͤndern beſtaͤtigt. Es giebt alſo eine große Aushuͤlfe und Sicherheit, wenn man in einer Wirthſchaft erſt ſo weit gediehen iſt, daß man ſich einen ſolchen wirkſamen Duͤngervorrath auf kuͤnftige Jahre be⸗ reiten kann, ohne in dem gegenwaͤrtigen damit zu kurz zu kommen. Man findet in verſchiedenen Schriften eine unzaͤhlige Menge von Rezepten zu ſolchem Kompoſt, worin die Quantitaͤt jedes Materials nach Maaß oder Gewicht apothekermaͤßig vor⸗ geſchrieben iſt. Dies iſt leere Pedanterie! Das allgemeine Rezept iſt: Nimm Alles, was du von vegetablliſchen, animaliſchen und angemeſſenen mineraliſchen Subſtanzen erhalten kannſt, miſche es durcheinander, ſetze etwas aͤtzen⸗ den Kalk zu, und Erde ſo viel, als zur Auffangung der ſich entwickeln⸗ U 2 — einſtreuungs⸗ Man bedient ſich insbeſondere, wenn das Stroh mangelt, mancher andern vegetabiliſchhn Einſtreuungsmittel, theils um die Exkremente des Viehes aufzufangen, und demſelhen ein trock. nes Lager zu geben, theils um die Maſſe des Duͤngers zu vermehren, indem naͤmlich die dazu ge⸗ Surrogate. 156 Die Niſtduͤngung. den Stoffe noͤthig iſt, laß es in Gaͤhrung kommen, und ſtich es darnach ofter um, bis es ſich zu einer gleichartigen Maſſe vereinigt hat. §. 33. brauchten Vegetabilien durch die thieriſchen Auswuͤrfe ſchneller zur Faͤulniß fortgeriſſen werden, und in fruchtbaren Moder uͤbergehen, wie ohne dieſe Vermengung geſchehen ſeyn wuͤrde. Die Zweckmaͤßigkeit und die Auswahl dieſer Einſtreuungsmittel haͤngt alſo davon ab, wie ſee dieſe Abſichten erfuͤllen, dem Viehe ein gutes Lager geben, und ſchneller oder langſamer zerſetzt werden. Das gewoͤhnlichſte iſt ds Baumlaub. Die Radeln der Kiehnen und Tannen, wel⸗ che ſich in den Holzungen betraͤchtlich anhaͤufen, und mehrentheils mit Moos durchwachſen ſind, kommen am haͤufigſten in Gebrauch, weil in denen Gegenden, die Strohmangel haben, ſich nur dieſes Holz zu finden pflegt. Sie gehen mit den thieriſchen Exkrementen vermiſcht und wohl zuſammengehalten ungleich ſchneller in Verweſung, wie fuͤr ſich allein, uͤber. Jedoch muß ſolcher Miſt immer laͤnger, wie der mit bloßem Stroh verſetzte, liegen. Iſt dieſes ge: ſchehen, ſo ſcheint ein ſolcher Miſt dem ſtrohigen in der Wirkſamkeit durchaus nicht nachzuſtehen, vielmehr Vorzuͤge vor letzterem zu haben, indem dieſe Nadeln ungleich mehr kraͤftige Rah⸗ rungstheile, wie das Stroh, beſitzen. Das Laub der Eichen iſt ſchwer zerſetzbar, und enthaͤlt einen adſtringirenden Stof, welcher der Vegetation vor der voͤlligen Zerſetzung nicht guͤnſtig iſt. Daher muß dieſer Niſſt ſehr lange liegen, wenn man eine wohlthätige Wirkung von ihm haben will. Bringt man ihn vor der Zerſetzung in den Boden, ſo erhalten ſich dieſe Blaͤtter ſehr lange, ehe ſie in Verwe⸗ ſung uͤbergehen, und koͤnnen dann, insbeſondere auf loſem Boden, mehr nachtheilig als vor⸗ theilhaft wirken..— Das Laub der Buchen, Nußbaͤume, Kaſtanien ſcheint zwar im friſchen Zuſtande der Vegetation noch nachtheiliger, wie das der Eichen zu ſeyn, weil unter dieſen Baͤumen we⸗ nige Graͤſer auffommen. Im Miſte aber verliert es dieſe nachtheilige Eigenſchaft bald, und zerſetzt ſich ungleich ſchneller, ſo daß ich und andere eine weit beſſere Wirkung von dieſem kaub: 8 miſte, als von dem aus Eichenblaͤttern verſpuͤrt haben. Das Laub anderer Baͤume, der Elſen, Weiden und Pappeln, ſcheint ebenfalls leicht verwes⸗ lich, hat aber wenige Konſiſtenz, und betraͤgt als Einſtreuungsmittel nicht viel. e Es giebt manche Gegenden und Wirthſchaften, welche auf dieſen Wald duͤnger oder dieſes Streulingrechen ihren Duͤngerſtand vorzuͤglich begruͤnden, indem ſie ihr ſaͤmmtli⸗ ches Stroh zur Erhaltung ihres Viehes im Winter verfuttern. Bei ihrer jetzigen Verfaſſung waͤre es in der That unmoͤglich, daß ſie ohne ſelbiges beſtehen koͤnnten. Es iſt aber anerkannt, daß dieſes Huͤlfsmittel nicht anders als auf Koſten der Forſtkultur herbeigeſchafft werden koͤnne, und daß der Nachtheil, welcher dieſer dadurch geſchieht, den Vortheil uͤberwiege, welchen der kuͤmmerliche Ackerbau davon hat. Die Befugniß zu dieſem Streulingrechen iſt daher zu einem ddͤchſ laͤſtigen Servitut fur die Forſteigenthaͤmer geworden, deſſen Abfindung aber bei der ein gefuͤhrten Wirthſchaftsart große Schwierigkeiten hat. Der Eigenthuͤmer einer Forſt kann ſich zwar dieſes Streulingsrechens zuweilen mit Vortheil fuͤr ſein Gut im Ganzen bedienen, wenn er mit Vorſicht und Maͤßigung dabei verfaͤhrt. Dieſes thun die Berechtigten aber nicht. nüde buuie bok. ns däl eine khrlihet Be ſchkeit ſie ſon nen Duͤnger! auch tichig i derſebben ſid erhalten d gehackt worder i Kraft zu erl llein Ackerhd Entfernung 9. daß Menſchen gewiß mehret ſchaffen, als mand jene A Wenn man dem V plaggen in wohl zerga⸗ und insbeſo Acker keiner Wer nicht n leicht geneigt ihee Haiderer dieſe Gegend Es gie wod insbeſet miſt vorzäg . Mat afriemenke nen und mit das bei der bermodern erreicht man linmal voͤl rufbewahre A0 hat.— In nattobilſche emſehen en dac mlihde da 4 Ntgeriſſen dair ſeyn wut„ ab, wir i langſam i nd Tanne, durchwacſenn ngel haben, en vermiſttn uͤber. Iſt dieſsn icht nachzuſtr hr kraͤftige d ingirenden Ei muß dieſer N Bringt man ehe ſie in Ven chtheilig a d friſchen ziin ſen Baͤuma chaaft bald, u von dieſenke alls leicht en l. Id duͤngertt ſie ihr unt ezigen Verihſu iſt aber nerkannt afft nenn funt jege, nädend ſt daher u i⸗ aber bei den e Forſt kun t hedienen, u aber nich Die Miſtduͤngung. 157 §. 34. Naͤchſtdem kommt in den Haidgegenden das Haidekraut als Einſtreuungsmittel am Haidekrant. haͤufigſten vor. Es wird entweder abgemaͤht, oder es wird die Haidnarbe ſelbſt mit einer ei⸗ gends dazu eingerichteten Hacke duͤnn abgeſchaͤlt und angefahren. Dieſes Haidekraut verweſet allerdings ſchwer, wird jedoch in Jahresfriſt im Miſte ſo muͤrbe, und ſeiner adſtringirenden Eigenſchaft ſo beraubt, daß es im Acker dann bald zergeht. In einem Theile des Luneburgi⸗ ſchen, des Bremiſchen und des Pommerſchen halten manche dieſes Haidekraut fuͤr ein ſo unent⸗ behrliches Beduͤrfniß des Ackerbaues, daß ſie ſich der Urbarmachung der Haide, deren Moͤg⸗ lichkeit ſie ſonſt anerkennen, nur aus dem Grunde widerſetzen, weil man ohne Haidekraut kei⸗ nen Duͤnger machen koͤnne; welches in der That bei der jetzigen Verfaſſung ihrer Wirthſchaft auch richtig iſt. Mittelſt einer weiten Haide⸗Hiebsberechtigung und angeſtrengten Ausuͤbung derſelben ſind manche im Stande, ihren an ſich ſchlechten Acker in auffallender Fruchtbarkeit zu erhalten. Da das Haidekraut aber langſam wieder waͤchſt, zumal wenn die Narbe mit weg⸗ gehackt worden, ſo ſind vielleicht 100 Jochart Haideland nicht zureichend, 1 Jochart Ackerland in Kraft zu erhalten, und es findet daher dieſe Operation nur da nachhaltig ſtatt, wo einzelne kleine Ackerhoͤfe mit großen Haiderevieren umgeben liegen. Muß das Haidekraut in groͤßerer Entfernung gehauen und angefahren werden, ſo erfordert es großen Aufwand an Arbeit, ſo daß Menſchen und Geſpann den groͤßten Theil des Jahres nur damit beſchaͤftigt ſind. Es iſt gewiß mehrentheils ſchwieriger, das zur Duͤngung eines Jocharts noͤthige Haidekraut herbeizu⸗ ſchaffen, als dieſen Jochart mit Mergel oder Moder zu befahren. Dennoch ſcheuet dort Nie⸗ mand jene Arbeit und erſchreckt vor dieſer. So groß iſt die Macht der Gewohnheit. Wenn dieſer Haideduͤnger mit wenigen thieriſchen Epkrementen vermiſcht(denn, außer daß man dem Viehe das Haidekraut unterſtreut, wird nun dieſer Haidemiſt noch mit andern Haide⸗ plaggen in Mieten auf dem Acker aufgeſetzt, und bleibt darin, bis er muͤrbe geworden, ſtehen) wohl zergangen und dick aufgebracht wird, ſo bringt er oft ſehr anſehnliche Ernten von Rocken und insbeſondere von Haidekorn hervor. Da ſehr wenig Unkraut aufkommt, ſo bedarf der Acker keiner Brache, und traͤgt ſechs bis ſieben Ernten ab, die freilich immer ſchlechter werden. Wer nicht weiß, mit welchen Schwierigkeiten dieſe Duͤngergewinnung verbunden iſt, der iſt leicht geneigt, dieſe Operation fuͤr etwas empfehlungswuͤrdiges zu halten, und dieſen Gegenden ihre Haidereviere zu beneiden. Unter andern ward der beruͤhmte de Luͤc auf ſeiner Reiſe durch dieſe Gegenden dadurch veranlaßt, ſich gegen die vorſeyende Gemeinheitstheilung zu deklariren. Es giebt allerdings Faͤlle, wo der berechnende Landwirth ſich dieſer Aushuͤlfe bedienen und insbeſondere in die Schafſtaͤlle Haidekraut einfahren laſſen kann, indem es durch den Schaf⸗ miſt vorzuͤglich zerſetzt wird. §. 35. 1 Mancherlei andere vegetabiliſche Einſtreuungsmittel: Schilf, Binſen, Waſſerpflanzen, Pfriemenkraut, Moos, Farrenkraut u. ſ. w., koͤnnen behufs der Einſtreuung zuweilen gewon⸗ nen und mit Vortheil gebraucht werden. Einige, beſonders das Farrenkraut, ſo wie jedes Kraut, das bei der Einaͤſcherung viel Kali giebt, geben einen vorzuͤglich fruchtbaren Moder. Sie vermodern um ſo ſchneller, je ſaftiger ſie noch ſind, wenn man ſie in den Miſt bringt. Dann erreicht man aber den Zweck nicht ſo gut, dem Viehe dadurch ein trocknes Lager zu geben. Einmal voͤllig ausgetrocknet, zergehen ſolche Pflanzen ſchwer, und man muß den Miſt lange aufbewahren. Nur wenn das Rohr eine lange Zeit auf Daͤchern gelegen hat, und durch die Luft Verſchiedene Vegetabilien zur Einſtreuung tauglich. zeugen. Lofer Torf zur wachſene Subſtanz, woraus man wohl Streichtorf bereitet. Einſtreuung. beſonders in den Schafſtaͤllen. Erde als Ein⸗ ſtreuungsmittel. auch Ein⸗ und Ausbringungsarbeit verurſachen. ſes Vorſchlages irgendwo geſehen zu haben; auch iſt mir kein anderes Beiſpiel dieſer Praxis 158 Die Miſtdüngung. muͤrbe geworden iſt, zetgeßt es ſchnell, und ſcheint einen beſonders fruchtbaren Duͤnger zu er⸗ ſich des Unkrauts im Acker entledigen will. die faulende Gaͤhrung dichi ſaͤmmtlich zerſtoͤrt. ſenduͤnger. §. 36. Man findet zuweilen in feuchten Sinken eine mooſige mit allerlei Waſſerpflanzen durch⸗ Dieſer kann man ſich, wenn ſie abgetrocknet iſt, als Einſtreuung mit großem Vortheil bedienen, indem ſie mit dem Miſe ſchnell vermodert, die Feuchtigkeiten ſtark anzieht, und dann einen vorzuͤglich wirkſamen Daͤn⸗ ger abgiebt. Es verſteht ſich, wenn es an Einſtreuung mangeln ſollte; denn ſonſt kann ſie mit minderer Arbeit direkte auf den Acker gefahren und daſelbſt mit Strohmiſt durchſetzt werden, wo ſie ſchnell und genugſam vermodert. Auch des wirklichen Torfs loſer Art bedient man ſich zu Zeiten als Einſtreuungsmitteb, Auf ſeine duͤngende Eigenſchaft uͤberhaupt werden wir noch zu⸗ ruͤckkommen. Verſchiedene haben angerathen, ſich der Erde als Einſtreuungsmittels zu bedienen. Ab— geſtochene Grasſoden von unbrauchbaren Plaͤtzen koͤnnen durch ihre Vermoderung einen treff⸗ chen Duͤnger geben, und dieſer wird freilich durch das Einbringen in die Staͤlle, wo ſie die Miſtjauche einſaugen, ſehr verbeſſert. Bloße Erde kann aber nicht zu wahrem Duͤnger wer⸗ den, ſondern nur den Miſt und einen Theil der Jauche aufnehmen. Es wuͤrde aber ſehr ſchwer halten, dem Viehe dadurch ein trocknes Lager zu geben, und eine gewaltige An⸗ und Abfuhr, Ich erinnere mich nicht, die Ausfuͤhrung die⸗ bekannt, als an der Seekuͤſte von Norfolk und Suffolk, wo ſie den von der See ausgeworfe⸗ nen, groͤßtentheils aus zertruͤmmerten Muſcheln und Kalk beſtehenden, Sand trocken anfahren und in die Staͤlle bringen. Indeſſen geſchieht auch dies nur in Staͤdten. Der daraus ntſte⸗ hende Duͤnger ſoll ſehr wirkſam ſeyn. Etwas anderes iſt es, wenn Erde, insbeſondere wergligte, auf den Hof angefahren und in Haufen gebracht wird, um ſie mit Jauche zu beſchwaͤngern. Den Haufen giebt man in der Mitte eine keſſelfoͤrmige Vertiefung, in welche die Jauche gegoſſen wird, und dann befoͤrdert man ihr Durchdringen, indem man Loͤcher mit eiſernen Stangen von der keſſelfoͤrmigen Vertie⸗ fung ab in den Haufen hineinbohrt. Iſt der Haufen genugſam durchdrungen, ſo wird er auf den Acker gefahren. Auch hat man die ganze Miſtſtelle mit einem Wall von ſolcher Erde als Befriedigung umgeben und auf dem Ruͤcken dieſes Walles einen kleinen Kanal gezogen, in welchen Streuloſer Miſt und Gülle, die uͤberſluͤſige Jauche gegoſſen wird. Nachdem dieſer Lehmwall ſo einige Jahre geſtanden und ohne Zweifel auch aͤußerlich die Ausduͤnſtungen des Viehhofes an ſich gezogen, hat man die Er⸗ de mit beſonders großer Wirkung auf den Acker gefahren. Wie bedeutend aber die Arbeit die⸗ ſer An⸗ und Abfuhr ſey, muß ſich ein jeder nach der Lokalitaͤt berechnen, bevor er ſich zu einer ſolchen an ſich nüßzlichen Operation entſchließt. 5. 37. 4 1 So gewoͤhnlich und zweckmaͤßig das Auffangen der thieriſchen Exkremente mit Stroh oder andern Einſtreuungsmitteln zu ſeyn ſcheint, ſo iſt es doch keinesweges allgemein. Man bin Den Scheurenabfall darf man nur mit großer Vorſicht in den Miſt bringen, wenn man Die darin befindlichen Samen werden ſelbſt durch Man verwendet ihn am ſicherſten zum Wie⸗ imich de Vie nu ng ſe ſein 29 un ſen be ſmſhiden: d unig abh usgeſetzter um Beſen g n, um ſogle ſad die Schy kuft, und das Vich um gelegt, wokau ſie durch Kani ebenfall hinten teinigt, ſo daß befnden des B Reinlichkeit de Line an die Staͤnde ſo in gerader Ri fung, die 17 es anders muß der nehmen kanr ſonſt gleitet und beſchaͤdi Bei al entweder den gulaͤr in Hau kommt, und Jauche angefe Oder ter, plumpt telſt einer For Stahem da und laͤßt esd man den feſ ganz abgeſo Der( man bald de theihhafteſten ſtanden habe weilen einma diel(an. di ſahten, nnd Dünger u en, wenn mu da ſalst dun erſen zum Wie erpflonn dae nſich, um mit ſ wirkſanne onſt kanin trchſetzt din reuungsnie den wir ig bedienen. ing einen tiſt äͤlle, wo ſi em Dünger de jaber ſehr ſcer An⸗ und Abii Ausführun de jel dieſer Kreri See audeweit trocken anjahe ⸗daraus gi⸗ angefahrnd giebt manint ddann bethr fformigen d „ſo vit tu ſolcher Ei zogen,innühn hre gefende m at nan diebe er di Kät de or er ſt uinn 89 W e nit Eteſt Die Miſtduͤngung. 159 naͤmlich das Vieh— und zwar in ſolchen Gegenden und Wirthſchaften, wo man auf eine hohe Viehnutzung ſeine Hauptabſicht richtet— in den Staͤllen, manchmal im Winter allein, aber auch zuweilen bei der Sommer⸗Stallfuͤtterung ohne alle Einſtreuung. Die Einrichtung dazu iſt verſchieden: mehrentheils ſteht das Vieh auf ausgediehlten Staͤnden, die nach hinten zu ein wenig abhaͤngig ſind. Hinter dieſen Staͤnden geht ein ausgemauerter oder mit Boh⸗ len ausgeſetzter Kanal her, in welchen alle Exkremente, die das Vieh fallen laͤßt, ſogleich mit einem Beſen gefegt werden. Haͤufig hat man auch Waſſerleitungen oder Plumpen in den Staͤl⸗ len, um ſogleich nachſpuͤhlen zu koͤnnen. Damit ſich das Vieh auf keine Weiſe verunreinige, ſind die Schwaͤnze mit einem Bindfaden, der uͤber eine uͤber dem Stande angebrachte Triele laͤuft, und auf der andern Seite ein kleines Gewicht hat, aufgewunden. Oder damit das Vieh um ſo trockner liege, ſind durchloͤcherte Diehlen uͤber einen ausgemauerten Behaͤlter gelegt, worauf das Vieh ſteht, in welchem ſich die fluͤſſige Jauche ſammelt, und aus welchem ſie durch Kanaͤle in die Jauchenreſervoirs abgeleitet wird. Der konſiſtente Miſt wird dann ebenfalls hinter das Vieh an die Wand gefegt, und der Stand jedesmal mit Waſſer voͤllig ge⸗ reinigt, ſo daß der Boden rein wie in einem Putzzimmer iſt. Daß dieſe Einrichtung zum Wohl⸗ befinden des Viehes, welches dann dabei uͤberdies gebuͤrſtet und geſtriegelt wird, ſo wie zur Reinlichkeit des Molkenweſens beitrage, hat keinen Zweifel. Eine andere Einrichtung iſt einfacher, aber fuͤr das Vieh minder behaglich. Hier ſind die Staͤnde ſo kurz, daß das Vieh die Hinterbeine faſt widernatuͤrlich anziehen muß, wenn es in gerader Richtung gegen den Futtergang ſtehen ſoll. Hinter den Staͤnden iſt eine Vertie⸗ fung, die 1½ bis 2 Fuß niedriger iſt, wie der Stand. In dieſe Vertiefung fallen dann, wenn es anders gerade ſteht, der Miſt, und bei den weiblichen Thieren auch der Urin. Das Vieh muß aber däbei ſo gedraͤngt ſtehen, daß es beim Stehen und Liegen keine ſchraͤge Richtung an⸗- nehmen kann, was es ſonſt gewiß thun wird. Auch muß das Vieh ſehr daran gewoͤhnt ſeyn; ſonſt gleitet es mit den Hinterbeinen von der betraͤchtlichen Hoͤhe in die Vertiefung herab, faͤllt und beſchaͤdigt ſich an den Schienbeinen und Knieen. Bei allen dieſen Einrichtungen wird nun der Miſt verſchieden behandelt. Man bringt entweder den konſiſtenten Miſt aus dem Stalle heraus, und ſchlaͤgt ihn mit Stroh vermiſcht re⸗ gulaͤr in Haufen zuſammen, und zwar ſo, daß der eigentliche Miſt groͤßtentheils nach innen kommt, und das Stroh ihn aͤußerlich bedeckt. Dieſe Haufen werden dann zuweilen mit der Jauche angefeuchtet.. 4 Oder man bringt auch etwas Stroh in den Stall, legt es zuweilen dem Viehe un⸗ ter, plumpt zu der im Kanal befindlichen Materie noch Waſſer hinzu, zieht das Stroh mit⸗ telſt einer Forke durch dieſe fluͤſſige Maſſe einige Male durch, und bringt es dann außer dem Stalle in Haufen. Zu dem uͤbrigen plumpt man noch mehr Waſſer hinzu, ruͤhrt es damit um, und laͤßt es dann durch geoͤffnete Kanaͤle in das Jauchenreſervoir abfließen. Auf dieſe Weiſe haͤlt man den feſten und mit Stroh gemengten Miſt von dem fluͤſigen oder der ſogenannten Guͤlle ganz abgeſondert, und bedient ſich des einen oder des andern nach den Umſtaͤnden. Der Gullenbehaͤlter ſind mehrere, und die Einrichtung der Kanaͤle iſt ſo gemacht, daß man bald den einen bald den andern anfuͤllen kann. Es muß naͤmlich die Guͤlle, um am vor⸗ theilhafteſten gebraucht zu werden, erſt einen gewiſſen Gaͤhrungs⸗ oder Faͤulungsgrad uͤber⸗ ſtanden haben, bis wohin man den Zutritt der friſchen Luft von ihr abhaͤlt, und ſie nur zu⸗ weilen einmal umruͤhrt. Auf das richtige Treffen dieſes Grades kommt, wie man verſichert, viel an. Die in ihren gerechten Zuſtand gekommenen Behaͤlter werden nach einander ausge⸗ fahren, und dann wieder friſch angefuͤllt. 3 1 Behandlung des flüſſigen Miſtes Die Miſtduͤngung. Die Lobeserhebungen, welche man von dieſer Methode in Hinſicht der Wirkſamkeit des Duͤngers macht, ſind ſehr groß, ſcheinen aber doch uͤbertrieben. Man ſagt, daß man mittelſt des Strohes dieſelbe Maſſe von Duͤnger gewoͤnne, die man bei der gewoͤhnlichen Einſtreuung gewinnen wuͤrde, und daß ſelbſt dieſer Duͤnger durch das ſorgfaͤltige Zuſammenſchlagen in ei⸗ nen fruchtbringendern Zuſtand verſetzt wuͤrde. Ueberdies aber ſey die fluͤſſige Guͤlle ihrem Ef⸗ fekte nach eben ſo viel, nach andern das Doppelte werth, wie der ſtrohige Miſt; ſo daß man durch dieſe Methode das Doppelte, oder gar das Dreifache gegen die gewoͤhnliche an Dungkraft erhalte. Hierin ſcheint ein ſo großer Widerſpruch zu liegen, daß man der Behauptung ehne uͤberzeugende komparativ angeſtellte Verſuche unmoͤglich Glauben beimeſſen kann. Indeſen leugne ich nicht die Moͤglichkeit, daß man doch mehr an Dungkraft dadurch gewinnen koͤnne, indem naͤmlich bei dieſer Behandlung fruchtbringendere Zerſetzungen und neue Verbindungen der Urſtoffe vor ſich gehen koͤnnen, als bei der gewoͤhnlichen. Es laͤßt ſich vielleicht annehmen, daß bei der Gaͤhrung und Faͤulniß der Jauche, ſo wie uͤberhaupt des Miſtes, eine Zerſetung des Waſſers vor ſich gehe, und ſomit eigne Subſtanzen erzeugt werden, die wir noch nicht ge⸗ nen. ere, Paamen Poden, und daß er insbeſondere die zu große Lockerheit, welche dieſer durch wieſt Bearbeitung und Strohduͤngung erhalten hat, ſehr verbeſſere, haben unbezweifelte Erfahrun⸗ gen im Großen gelehrt. In die Guͤllenbehaͤlter bringt man noch allerlei vegetabiliſche und ani⸗ maliſche Abfaͤlle, insbeſondere geſammelten menſchlichen Urin.. 160 Wenn ich alſo der Methode an ſich nicht allen Vortheil abſprechen will, ſo fraͤgt ſichs dennoch, ob er der Arbeit und Sorgfalt werth ſey, welche ſie erfordert, wenn man naͤmlich unſere gewoͤhnliche Methode, bei welcher aber Alles auch auf das ſorgfaͤltigſte eit richtet ſeyn muß, dagegen haͤlt. Sobald naͤmlich bei unſerer Methode der zuſammengehaltene Miſt meh⸗ rere Feuchtigkeit hat, als er in ſich aufnehmen kann, muß dieſe Jauche eben ſowohl aufgefangen und benutzt werden. Wo man ſie abfließen laͤßt— was freilich wegen des Mangels einer zu⸗ ten Einrichtung des Miſthofes noch haͤufig geſchieht— da wird eine wirkſame Dungkraft ver⸗ ſchwendet, insbeſondere bei einer ſaftigen Futterungsart. Fuͤr dieſe die Miſtſtelle durchziehen⸗ de und wieder abfließende Jauche ſind Behaͤlter immer hoͤchſt noͤthig. S. 38. Die Behandlung und Ausfuͤhrung des fuͤſſigen Duͤngers iſt ſonſt auf keine Weiſe ſo weit de. laͤuftig und beſchwerlich, wie ſie manche ſich vorſtellen. Die Jauche wird aus den ausgemauel⸗ ten und mit Zement ausgeſetzten Behaͤltern mittelſt einer Plumpe oder eines Ziehbrunnens her⸗ ausgebracht, und entweder in großen Tonnen oder eigends dazu beſtimmten Kaſten, die auf Karren ſtehen, ausgefahren. Kaſten in der Breite des Karren befeſtigt iſt, auf oder in welchen ſich die Jauche ergießt, und ſich ſo beim Fahren verbreitet. Je nachdem man ſtaͤrker oder ſchwaͤcher damit duͤngen wil, wird langſamer oder ſchneller gefahren.—. Man gebraucht dieſe Jauche hauptſaͤchlich zu ſolchen Fruͤchten, die eine ſtarke, ſchnellwir⸗ kende Dungkraft ertragen, z. B. zur Rapsſaat. Andere benutzen ſie fuͤr den Klee oder andere Futterfelder und auf Wieſen. Dem Getreide koͤnnte ſie leicht, wenn ſie anders nicht ſehr waſſe rig und ſchwach iſt, eine zu große Geilheit zuziehen. Den groͤßten Vortheil thut ſie dem ſan⸗ digen Boden, welchen ſie feſter und fruchthaltender macht. Auf Mittelboden wechſelt man gern mit dieſer und der ſtrohigen Duͤngung ab. Dem ſehr gebundenen Boden kann ſie aber die Strohduͤngung nicht erſetzen. 27 Daß der fluͤſſige Duͤnger zuweilen auffallend viel bewirke, insbeſondere auf Dieſe haben hinten ein Zapfloch, vor welches ein Brett oder 8 Ireaufbe 4 ſſente turhige andün zle haua terbrei⸗ ndlich er Hordenſ Etrauchwerk ſowit werden dieſe den Vod In der? auch mit anden Nihe der gett die mit Stroh theilig ſiel, an vil davon ein und die gewde Ueber di getheilt. daß di lität der Wo arten konnen denen ſie in Winter und freie Beweg oder ſo eing die edlen ſp geſtehen, unter Dach k Aber an gewinnt vieln nit ſerohigen ungleich nac Dager ren des R beſchwerli Luch wird ſarrogat u eſcheidet. 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Endlich kommt noch in Anſehung der Duͤngung mit thieriſchen Exkrementen der Pferch Die Pferchdn⸗ oder Hordenſchlag in Betracht. Das Vieh wird durch eine bewegliche, aus Latten oder Strauchwerk verfertigte Umzaͤunung des Nachts in einem engen Raume eingeſchloſſen, und ſomit werden auf demſelben ihre Auswuͤrfe, ſelbſt ihre Ausduͤnſtungen konzentrirt. Damit ſich dieſe dem Boden um ſo beſſer mittheilen, pflegt man dieſen Platz kurz vorher umzupfluͤgen. In der Regel wird dieſe Methode nur mit den Schafen betrieben. Indeſſen hat man doch auch mit andern Thieren etwas Aehnliches bewerkſtelligt. Man hat z. B. Maſtrindvieh in der Naͤhe der Fettweiden oder Futterſchlaͤge des Nachts in eine feſtſtehende Umzaͤunung gebracht, die mit Stroh ausgelegt war, um ſomit den naͤchtlichen Miſt, der auf die Fettweide nur nach⸗ theilig ſiel, aufzufangen. Auch hat man ſogar einen Huͤrdenſchlag fuͤr die Gaͤnſe gemacht, und will davon einen erheblichen Nutzen verſpuͤrt haben. Dies ſind indeſſen noch ſeltene Beiſpiele, und die gewoͤhnliche Pferchung geſchieht nur mit Schafen. Ueber die Vortheile und Nachtheile dieſer Pferchung ſind die Meinungen noch immer ſehr getheilt. Daß dieſe naͤchtliche enge Einſperrung der Geſundheit der Schafe und dann auch der Qua⸗ litaͤt der Wolle einigermaßen nachtheilig ſey, iſt wohl entſchieden. Nur die haͤrtern Schaf⸗ arten koͤnnen ſie ertragen, und in England hat man manche lang⸗ und feinwollige Schafarten, denen ſie in kurzer Zeit toͤdtlich wird, ungeachtet dieſelben Schafe bei freier Bewegung ſonſt Winter und Sommer draußen bleiben. Denn es iſt ein großer Unterſchied, ob die Thiere durch freie Bewegung dem Eindruck, welchen ſchlechte Witterung auf ſie macht, widerſtehen koͤnnen, oder ſo eingeſperrt ſie leidend ertragen muͤſſen. Wenn gleich nun unſere Landſchafe und ſelbſt die edlen ſpaniſchen es auszuhalten vermoͤgen, ohne davon umzukommen, ſo muß man doch zugeſtehen, daß ſie ſich beſſer befinden, wenn ſie des Nachts entweder frei herumlaufen oder unter Dach kommen; und am meiſten iſt dieſes bei den Laͤmmern bemerklich.— Aber auch, ohne Hinſicht auf die Thiere, verliert man gewiß an Duͤnger nicht, ſondern gewinnt vielmehr, wenn man die Schafe des Nachts in einen geſtreuten Stall bringt, und ſo⸗ mit ſtrohigen Duͤnger macht, der zwar keine ſo ſchnelle Wirkung wie der Pferch aͤußert, aber ungleich nachhaltiger iſt. Dagegen aber hat dieſe Duͤngungsart den großen Vortheil, daß ſie die Arbeit und Fuh⸗ ren des Miſtes erſpart, und dieſer Vortheil iſt um ſo groͤßer, je entlegener die Felder und je beſchwerlicher die Wege dahin ſind; weshalb man ſie vor allen auf bergigen Aeckern anwendet. Auch wird man alsdann dazu gezwungen, wenn man kein Stroh und anderes Streuungs⸗ ſurrogat uͤbrig hat. Es iſt alſo die Lokalitaͤt, welche hier, wie in den meiſten Faͤllen, entſcheidet.. Die Englaͤnder ſind zum Theil noch in anderer Hinſicht gegen den Huͤrdenſchlag. Sie be⸗ haupten naͤmlich und fuͤhren unzubezweifelnde Erfahrungen dafuͤr an: daß eine Schafweide ſich verſchlechtere, wenn man ihr den naͤchtlichen Duͤnger nehme, und ſich dagegen augenſcheinlich verbeſſere, wenn man ihr ſolchen laſſe. Im erſtern Falle koͤnne ſie in den folgenden Jahren immer weniger Schafe ernaͤhren; im zweiten dagegen immer mehrere, und verbeſſere ſich ſo⸗ Zweiter Theil. X 162 Die Miſtduͤngung. 4 mit progreſſiv. Hoͤchſt auffallend ſey ferner der Unterſchied in der Fruchtbarkeit einer aufge⸗ brochenen Schafkoppel, wenn man ihr waͤhrend der Weidejahre den naͤchtlichen Duͤnger gelaſſen oder entzogen habe. Man hat hiergegen geſagt, daß die Schafe, wenn ſie einen freien großen Weideraum haͤtten, ſich des Nachts dennoch zuſammendraͤngen, und ihren naͤchtlichen Duͤnger nicht vertheilen, ſondern auf einen Fleck fallen laſſen wuͤrden ,wo er durch ſeine Ueberhaͤufung die Weide nur verderben moͤchte; ja daß ſie ſogar alle Naͤchte denſelben Platz waͤhlen wuͤrden. Ich habe dieſe Bemerkung aber ſelbſt bei den Engläͤndern, die den Huͤrdenſchlag vertheidigen, nicht gefunden. Es ſcheint mir alſo, als ob diejenigen Schafe, welche in umzaͤunten Weide⸗ — Verfahren bei der Pferchung. koppeln frei herumgehen, und nicht durch Hirten und Hund immer zuſammengehalten werden, dieſe Gewohnheit nicht annehmen. 2 a 4.. 40. 3 Bei der Schafpferchung iſt folgendes zu bemerken: Man macht den Huaͤrdenſchlag nie groͤßer als nothwendig erforderlich iſt, weil bei einem groͤßern Spielraume der Thiere der Duͤnger nicht gleichmaͤßig vertheilt werden wuͤrde, indem ſie ſich naͤmlich dennoch zuſammen⸗ draͤngen moͤchten. Man giebt daher in der Regel dem Schafe nur 10 bis 12 Quadratfuß Raum darin, damie es gerade ſeinen Platz in der Zeit, wo es darauf ſteht, beduͤngen koͤnne. Die einzelnen Hordenſtuͤcke, woraus die Umzaͤunung zuſammengeſetzt wird, ſind 10 bis 12 Fuß, ſelten 14 Fuß lang, damit ſie der Schaͤfer unter dem Arme tragen und fortſchlagen könne. Je groͤßer die Anzahl von Schafen iſt, um deſto mehrere koͤnnen von derſelben Umfaſ⸗ ſungslaͤnge oder Hordenzahl eingeſchloſſen werden. Wenn wir die Horden zu 10 Fuß lang an⸗ nehmen, und jedes Schaf 10 Quadratfuß Raum haben ſoll, ſo ſind fuͤr 200 Schafe 18 Stuͤck, fuͤr 300 Schafe nur 20 Stuͤck erforderlich, wenn ſie in Quadrat geſetzt werden. Ueberdies bedarf eine geringere wie eine groͤßere Anzahl von Schafen nur eines Hirten und einer Schäͤfer⸗ karre, und die Muͤhe und Koſten des Huͤrdenſchlages kommen alſo auf den Kopf um ſo gerin⸗ ger, je groͤßer die Heerde iſt und umgekehrt. Deshalb haͤlt man es auch im Allgemeinen nicht fuͤr vortheilhaft, einen Huͤrdenſchlag mit weniger als 300 Stuͤcken zu halten. Die Staͤrke der Duͤngung, welche man durch den Huͤrdenſchlag giebt und geben wil, iſ verſchieden. Man ſucht ſie durch einen weitern oder engern Raum, worin man die Thiere zu⸗ ſammenhaͤlt, und durch die Zeit, in welcher man ſie auf demſelben Platze ſtehen laͤßt, zu be⸗ ſtimmen. Dies iſt aber in der That nicht zureichend, indem naͤmlich die Auswuͤrfe von der Nahrung abhaͤngen, welche die Schafe auf der Weide genießen. Bei einer reichen Weide kann dieſelbe Anzahl von Schafen ihren Platz in einer Nacht eben ſo ſtark beduͤngen, wie bei einer kuͤmmerlichen Weide in zwei Naͤchten. Genauer laͤßt ſich hieruͤber aber noch nichts angeben. Nur der Augenſchein beſtaͤtigt einem jeden die Richtigkeit dieſer ſchon a priori einleuchtenden Thatſache. 3. Man änterſcheidet ſonſt einen ganzen, halben und ſtarken Hordenſchlag. Wenn man eine mittelmaͤßige Weide vorausſetzt, ſo nennt man es einen ganzen Hordenſchlag, wenn man mit 1350 Schafen in 3 Naͤchten 1 Jochart beduͤngt, oder was einerlei iſt, wenn 4050 Schafe in einer Nacht 1 Jochart beduͤngen. Einen halben oder ſchwachen Hordenſchlag nennt man es, wenn 2700 Schafe auf 1 Jochart kommen; einen ſtarken Hordenſchlag aber, wenn 5400 dazu gebraucht werden.. 1 8 Bei gleicher Weide macht aber ferner die Laͤnge der Naͤchte einen Unterſchied. In den kurzen Naͤchten bleiben ſie etwa nur 8 Stunden, in den langen Naͤchten 12 und mehrere Stun⸗ den darauf ſtehen. Hierzu kommt, daß in den gewoͤhnlichen Schafwirthſchaften die Thiere — vümie di wät hſer we entaün die⸗ nn puweilen d dätwerden. an des Rau e Kuͤtze der dene Weiſe ge zum einen ge then; werden men, ſo um Naums zu der hotte der alter ricten für die det, und wele ſett werden, die Sch herausgelaſſe gierde, wom werden ſoll. her oͤlig au Schaͤfer daz der b thut des eine geringe wo näͤmlich insbeſondere Rapsſaat, g uualhi welches nach Gewͤh Hadderichla tergepftu Das Qulitaͤten an einem In d und danne zu bedecken. des zwaffll terſpürt ha uß. Get t Kiner zuße unger gelſſ freien großen aücden Duͤnga dVdagaufun waͤſen nürd ag derhedige azaunten Neie gehalta ant, Hüͤrdenſta e der Ther noch zuſte Auadratfußam n koͤne. rd, ſind lah und foriſcher derſelben Uuit 1o Fuß langn Schafe 18 Ett rden. Ueberde ad einet Scür opf un ſo genn Allgemeinen ich geben vil, in die Thiat en laͤßt, un swuͤrfe di chen Weiheſt , wie ba i nichts nei ri einleutzn Wenn un tn , wend unn 4050 Scſ n g nent un 6) wenn z uo d ſhied. B dmehreren ften de dha Die Miſtduͤngung. 463 mehrentheils die knappſte Weide haben, wenn die Naͤchte am kuͤrzeſten ſind: und dagegen eine weit beſſere, wenn ſie im Fruͤhjahre die Wieſen und die Brache vor ihrem Umbruche, nach der Ernte aber die Stoppel zu beweiden haben. Um hierin eine Gleichheit zu erhalten, ſchlaͤgt man zuweilen die Horden in den laͤngern Naͤchten um, ſo daß zwei Flecke in einer Racht damit belegt werden. Wo die Schaͤfer aber hieran nicht gewoͤhnt ſind, muß man es durch Verenge⸗ rung des Raums in den kurzen Naͤchten zu zwingen ſuchen. Es werden alſo nach Verhaͤltniß der Kuͤrze der Naͤchte entweder weniger Hordenſtuͤcke genommen, oder ſie werden auf verſchie⸗ dene Weiſe geſetzt. Im Quadrat umfaßt naͤmlich eine gleiche Zahl einen groͤßern, im Oblon⸗ gum einen geringern Raum. 20 zwoͤlffuͤßige Horden umſchließen im Quadrat 25 Quadratru⸗ then; werden ſie aber ſo geſetzt, daß auf jeder Seite 8 in die Laͤnge und 2 in die Breite kom⸗ men, ſo umfaſſen ſie nur einen Raum von 16 Quadratruthen. Um das Verhaͤltniß dieſes Raums zu der Laͤnge der Naͤchte durch eine verſchiedene Setzung der Horden zu beſtimmen, hatte der aͤltere Graf von Po dewils eine Tabelle angefertigt, welche ſich in deſſen Nach⸗ richten fuͤr die Guſowſche Wirthſchaft in den Annalen des Ackerbaues, Bd. I. S. 466, beſin⸗ det, und welche die verſchiedene Staͤrke der Duͤngung nach der Form, worin die Horden ge⸗ ſetzt werden, ſehr klar darſtellt. Die Schafe werden bei Sonnenuntergang in die Horden gebracht, und Morgens nicht eher herausgelaſſen, als bis der Thau abgetrocknet iſt, weil ihnen dieſer wegen der heftigen Be⸗ gierde, womit ſie freſſen, wenn ſie des Nachts gehungert und gedurſtet haben, leicht ſchaͤdlich werden ſoll. Ehe man ſie herauslaͤßt, jagt man ſie in den Horden herum, damit ſie ſich vor⸗ her voͤllig ausleeren, und ihren Duͤnger nicht verſchleppen. Es wird allgemein empfohlen, die Schaͤfer dazu anzuhalten, daß ſie dieſes thun. d. 41. Der Huͤrdenſchlag iſt ein ſehr zerſetzbarer und daher ſchnell und ſtark wirkender Duͤnger. Penutung des Er thut deshalb auf die erſte Frucht eine ungemein ſtarke Wirkung, auf die zweite aber nur eine geringe, und wenn er ſchwach gegeben worden iſt, gar keine. Nur der ſtarke Huͤrdenſchlag, wo naͤmlich 5400 Schafe auf 1 Jochart kommen, kann bis zur dritten Frucht nachhaltig ſeyn, insbeſondere wenn im friſchen Dung kein Getreide, ſondern ein anderes Gewaͤchs, gewoͤhnlich Rapsſaat, gebaut wird. Ein ſo ſtarker Huͤrdenſchlag wird hierdurch naͤmlich nicht allein am vortheilhafteſten benutzt, ſondern man wuͤrde auch beim Getreide das Lagern beſorgen muͤſſen, welches nach der Hordenduͤngung ſehr leicht erfolgt.. Gewoͤhnlich giebt man jedoch, wenn man zu einer ſolchen Frucht ſtark duͤngen wil, den Huͤrdenſchlag nicht ſo ſtark, ſondern erſt eine Stallmiſtduͤngung, und legt, nachdem dieſe un⸗ tergepfluͤgt worden, einen ſchwaͤchern Huͤrdenſchlag daruͤber. Das Getreide, welches auf Hordenſchlag, beſonders nach ſtarkem waͤchſt, hat gewiſſe uͤble Qualitaͤten, die es dem Becker, Brauer und Branntweinbrenner unannehmlich machen, wovon an einem andern Orte. In der Regel wird das Land, worauf man die Horden legen will, kurz vorher umgepfluͤgt, und dann eilt man ſo ſehr wie moͤglich, den Pferch flach unterzubringen, und mit Erde wieder zu bedecken. Dieſe faſt allgemein befolgte Regel iſt mir indeſſen nach den Verſuchen eines Freun⸗ des zweifelhaft geworden, der von dem laͤnger obenaufliegenden Pferch eine ſtaͤrkere Wirkung verſpuͤrt haben wollte: eine Beobachtung, die ich aber fernern Unterſuchungen noch uͤberlaſſen muß. Gewiß iſt es, daß man manchmal einen leichten Huͤrdenſchlag uͤber die ſchon unterge⸗ X 2 164 Die Mitdüngung. brachte Saat mit großem Kutzen gelegt hat. Von einer Behuͤrdung eines beſtellen Kartofa⸗ feldes habe ich ſehr große Wirkung geſehen. Auch bedient man ſich des Huͤrdenſchlages zuweilen zur Beduͤngung hochgelegener Wieſen oder kuͤnſtlicher Futterfelder mit ſehr gutem Erfolge, beſonders wenn ſie zu abgelegen vom dofe ſind, um den Duͤnger auf der Achſe hinzuſchaffen. Einige, die gegen den unmittelbaren Huͤrdenſchlag Bedenklichkeiten und Stroh zur Ein⸗ ſtreuung im Ueberfliuß haben, dennoch aber ſehr entfernte oder an Bergen gelegene Felder mit dem Schafmiſte beduͤngen wollen, legen feſtſtehende Horden in der Nachbarſchaft dieſer Felder an, verſehen ſie mit hinlaͤnglicher Streu, und bringen die Schafe des Nachts, auch wohl wenn dieſe Plaͤtze durch Baͤume beſchattet ſind, in der heißeſten Zeit des Mittags hinein, und erhal⸗ ten ſo einen reichlichern Duͤnger mit geringerer Arbeit— denn das Anfahren des Strohs iſt ſehr viel leichter— in der Naͤhe dieſer Felder. Man kann den Schafen in ſolchen feſtſtehenden aus⸗ geſtreuten Horden mehr Spielraum geben, und die Einſtreuung giebt ihnen ein geſunderes Lager, als der feuchte Erdboden. §. 42. üngun E Da jede thieriſche Subſtanz ein kraͤftiges Duͤngungsmittel iſt, ſo wuͤrde die Fruchtbarkeit ſallen. des Bodens und die Produktion ungemein gewinnen, wenn außer den Auswuͤrfen der Thiere auch alle abſterbende thieriſche Koͤrper und die ſonſt unzubenutzenden Abfaͤlle des Schlachtviehes ſorgfaͤltiger als Duͤngungsmittel gebraucht wuͤrden, und wenn man verhuͤtete, daß nichts da⸗ von aus dem großen Kreislaufe der Natur verſchleudert werde. Aefer. Die Aeſer der Thiere geben einen vorzuͤglich wirkſamen Duͤnger. Wenn man ſie in Gru⸗ ben oder ausgemauerten Behaͤltern, beſonders da, wo ſie ſich bei einer Abdeckerei zuſammen⸗ haͤufen, braͤchte, ſie mit aͤtzendem Kalk beſtreute und mit Erde bewuͤrfe, und die Maſſe, nach⸗ dem ſie ihren Geſtank verloren, welches vermittelſt des Kalkes ſehr ſchnell geſchieht, durchar⸗ beitete: ſo wuͤrde ſchnell ein Duͤnger von gewaltiger Kraft daraus hervorgehen, und der Tod bald neues Leben und neuen Lebensgenuß hervorbringen. Wenn dagegen dieſe Aeſer an der kuft verwittern, oder tief unter der Oberflaͤche verſcharrt, oder ins Waſſer geworfen werden, ſo wer⸗ den ſie aus jenem Zirkel herausgeſtoßen, und die Lebensmaterie vergeudet. Knochen. Selbſt die Knochen werden muͤrbe, wenn ſie mit aͤtzendem Kalk vermiſcht werden, Aſn ſich dann leicht zermalmen, und thun, ſo bereitet, eine auffallend große Wirkung. Man brennt ſie ſonſt auch zuweilen, wo ſie ſich auf Schindangern angehaͤuft haben, zu Aſche, die freilich als Duͤngungsmittel nicht ganz unwirkſam iſt, aber doch nur aus phosphorſaurem Kalk beſteht, ,aus welchem der wireſame thieriſche Leim ganz ausgetrieben iſt. §. 43. Fiſche. An den Seekuͤſten hat man oft Gelegenheit Fiſche als Duͤngungsmittel anzuwenden, und ſelbſt auch an den Muͤndungen großer Stroͤme, wie z. B. vor mehreren Jahren an der E als eine unbezwingliche Menge von Heringen ſich daſelbſt einfand. Sie muͤſſen aber durchaus erſt mit aͤtzendem Kalk beſtreut und dann mit Erde gemengt werden, um den vollen Nutzen da⸗ von zu erhalten. Ein ſo bereitetes Gemenge thut, wenn es uͤber die Saaten geſtreut wird, der Erfahrung nach eine ſehr große Wirkung, wogegen die unzerſetzten Fiſche auf den Acker ge⸗ ſtreut und untergepfluͤgt im erſten Jahre eine nachtheilige, in den folgenden aber eine nur ge⸗ ringe Wirkung gezeigt haben. ii der üuußt a. Feinde. 8 nuhſ beſ Deh ferſett ſch l Leim, und ſ und phosoho gen uͤbergehe der Drechäler wirken daher fan Jahre ka⸗ kagern geneig keit in den H hefallen werd die die auf enthalten iſt. beſer ertrag ſo geht die⸗ nachhaltig f Pfund auf: Abfaͤlle der ren zuruͤck ter war, w iſt hier woh die groben Die K. zu zertheilen Vaſſer, den mit großem! nung von 1. wacen ſ Stuͤcks her ten Jahre, die ganze⸗ Aller dern Unrein kleinerer vwie andern danit ausri elten Kartift ſgener Vieſe Kln von i Stuih je de egene Fedder a faft diir zir auch ilarm nein, Ma 8 Stroßzi eſtſtehendan ein geſu di Fruchthhet arfen der dhe § Schlachtwieß daß nichts d man ſie in Er ceerei zuſaman die Maſſe, nut ſchieht, durthen , und Re d Aeſer an dati werden, ſon werden, li Virkung. , zu Aſce, phorſeurmii 6 nzuwenin, in ren an dr ohe en aber wud volen Kuhn eſtreut widt f den Att her eine un Duͤngung mit thieriſchen Abfaͤllen. 165 Es iſt derſelbe Fall mit dem ſchlechten Heringsthran, den man auch zuweilen als Duͤnger gebraucht hat. Unzerſetzt hat man ihn, wie jedes oͤlige Weſen, der Vegetation nachtheilig gefunden. Wird er aber zuvor durch Kalk oder Alkalien zerſetzt, ſo giebt er nach vielen ge⸗ machten Verſuchen ein ſehr kraͤftiges Duͤngungsmittel ab.— §. 44. Die hornartige Subſtanz der Thiere gehoͤrt unter die allerkraͤftigſten Duͤngungsmittel, ſie zerſetzt ſich leichter wie die Knochen und von ſelbſt. Sie beſteht groͤßtentheils aus thieriſchem Leim, und loͤſt ſich daher faſt ganz in Azot, Hydrogen, Kohlen⸗ und Sauerſtoff, Phosphor und phosphorſauren Kalk auf, die dann wahrſcheinlich in verſchiedene quantitative Verbindun⸗ gen uͤbergehen, und ſehr fruchtbare Materien bilden. Man bedient ſich am meiſten der Abfaͤlle der Drechsler und Kammmacher. Die fein geraſpelten Spaͤhne zerſetzen ſich am ſchnellſten, und wirken daher am maͤchtigſten. Ihre Wirkung dauert dann aber auch nur ein Jahr. In die⸗ ſem Jahre kann ſie aber auch leicht fuͤr Getreidefruͤchte zu ſtark werden, und zu geiles, zum Lagern geneigtes Korn hervorbringen. Auch ſoll dieſes Korn wegen ihrer treibenden Fruchtbar⸗ keit in den Halmen ſpaͤter zur Reife kommen und trocknen; ferner am ſtaͤrkſten mit Mehlthau befallen werden, die Koͤrner minder mehthaltig ſeyn, und ſich im uͤbrigen eben ſo verhalten, wie die auf Schafpferch gewachſenen; vermuthlich wegen des vielen Azots, welches in beiden enthalten iſt. Man wende ſie deshalb lieber zu andern Gewaͤchſen an, die eine geile Duͤngung beſſer ertragen koͤnnen. Sind groͤbere Hornſtuͤcke darunter, oder nimmt man zerhackte Klauen, ſo geht die Zerſetzung ſpaͤter vor ſich; ſie thun ihre Wirkung minder im erſten Jahre, ſind aber nachhaltig fuͤr die folgenden. Nach den Vorſchriften der Englaͤnder bringt man 10 bis 1300 Pfund auf den Jochart, und haͤlt dies fuͤr eine ſtarke Duͤngung. Ich habe 48 Metzen ſolcher Abfaͤlle der Hornarbeiter aufbringen laſſen, die theils aus feinexen Spaͤhnen, theils aus groͤbe⸗ ren zuruͤckgeworfenen Stuͤcken beſtanden. Je nachdem mehr oder weniger von letzteren darun⸗ ter war, wog die Metze 19 bis 26 Pfund. Das Quantum nach dem Volumen zu beſtimmen, iſt hier wohl ſicherer, als nach dem Gewichte. Denn die feinern Spaͤhne wiegen weniger, wie die groben Stuͤcke, wirken dagegen ſchneller. Die Klauen, welche die Schlaͤchter zuweilen aufbewahren, muͤſſen, um ſie auf dem Acker zu zertheilen, klein gehauen werden, was ſehr ſchwierig iſt, wenn man ſie nicht etwa lange im Waſſer, dem etwas Kalk und Aſche zugeſetzt worden, erweicht hat. Man kann ſich ihrer aber mit großem Vortheil zur Duͤngung der Wieſen bedienen. Man ſticht naͤmlich in einer Entfer⸗ nung von 1 ¾ bis 2 Fuß Loͤcher, und in jedes Loch einen ſolchen ſogenannten Ochſenpantoffel, in welchem ſich das Waſſer ſammelt. Im erſten Jahre zeigt ſich nur um den Rand eines jeden Stuͤcks herum ein uͤppiger Graswuchs, im zweiten Jahre verbreitet er ſich mehr, und im drit⸗ ten Jahre, wo ſich die Subſtanz voͤllig aufgeloͤſt hat, zeigt ſich die lebhafteſte Vegetation uͤber die ganze Wieſe. §. 45. Aller Schlaͤchterabfall, der in Gruben geſammelt wird, und aus Blut, Haaren und an⸗ dern Unreinigkeiten beſteht, iſt ebenfalls ein ſehr wirkſamer Duͤnger, der mit Erde verſetzt in kleinerer Quantitaͤt ſchnelle und große Wirkung hervorbringt. Es iſt faſt Verſchwendung ihn wie andern Miſt aufzufahren und gleich unterzupfluͤgen, indem man als Kompoſt weit mehr damit ausrichten kann.. Hörner und Klauen. Schlaͤchter⸗ Abfall. Fettgreven. Zuckererde. 166 Dingung mit thieriſchen Abfäͤlen. eohgerbe:—So iſt auch der Abfall der Lohgerber— ich meine den eigentlich thieriſchen, nicht die Altes Leder. Ahſshe von ihnen gebrauchte Lohe— eins der allerkraͤftigſten Duͤngungsmittel, welches ebenfalls mit Sparſamkeit nur als Kompoſt zur Obenaufduͤngung gebraucht werden ſollte. Haare u. Bole. Die Haare und Wolle der Thiere ſind der hornigen Subſtanz in ihren Beſtandtheilen gleich, ſie zerſetzen ſich aber nicht ſo ſchnell, wenn ſie nicht mit etwas Kalk gemengt werden. Die wollenen Lappen und alte Huͤte werden in England ſorgfaͤltig geſammelt, und als Duͤnger vortheithaft verkauft. Man bringt ſie in Gruben mit etwas zwiſchen geſtreuten Kalk zuſam⸗ men, laͤßt ſie vermodern, und vermengt ſie mit Erde. Ich finde in Youngs Annalen einige Beiſpiele angefuͤhrt, wo man mit beſonders großer Wirkung jede Setzkartoffel in einen wollenen Lappen eingewickelt, und ſo gelegt hatte. Ein bekannter deutſcher, immer etwas enthuſiſti⸗ ſcher Schriftſteller gab den Rath, daß Jedermann ſeinen Hut, ſtatt ihn laͤnger unnuͤtzer Weiſe auf dem Kopfe zu tragen, auf den Acker bringen ſolle, woraus er in der Folge eine allgemeine Fruchtbarkeit und einen Ueberfluß von Nahrungsmitteln ableitete. Gewiß iſt es, daß wenn aus hervorgehen koͤnnte. Schuhe und altes Leder zergehen zwar an der Luft nicht leicht, werden aber mit etwas Kalk beſtreut ebenfalls in eine fruchtbare ſchleimige Maſſe zerſetzt. Die Greven der Lichtzieher— wenn ſie nicht etwa ſchon unter die Seifenſiederaſche kom⸗ men— geben ebenfalls eine ſehr ſchaͤtzbare Duͤngung, die aber auch nur im Kompoſt und zur Ueberſtreuung gebraucht werden muß. Endlich gehoͤrt auch der Abfall der Zuckerſiedereien oder die Zuckererde, welche groͤßten⸗ theils aus Blut, Schleimſtoff und Kalk beſteht, zu den hoͤchſt wirkſamen thieriſchen Duͤn⸗ nur alles Abgetragene zur Duͤngung gehoͤrig benutzt wuͤrde, eine betraͤchtliche Produktion dar⸗ gungsmitteln, und man hat in Wirthſchaften bei großen Staͤdten, wo man alle dieſe Abfälle haben konnte, keines in kleiner Maſſe wirkſamer gefunden, wie dieſes. Allle dieſe Duͤngungsmittel haben nur die Nachbaren großer Staͤdte und ſehr bevoͤlkerte b Gegenden voraus. Vegetabiliſche Duͤngungsmittel. 2§. 46. Die bloß vegetabiliſchen Duͤngungsmittel haben bei weitem nicht die Kraft und ſchnell Wirkung der thieriſchen, ſind dagegen aber ſehr nachhaltend im Boden. Sie ſcheinen mehr ausdauernden Humus zu erzeugen, welcher ſich minder ſchnell zerſetzt und in neue Pflanzen uͤbergeht. Das Hinzutreten der thieriſchen Subſtanzen, ſo wie der Kalk und die Alkalien, beſchleunigen ihre voͤllige Zerſetzung. Eine bloß vegetabiliſche Duͤngung, von Zeit zu Zeit ange⸗ bracht, erhaͤlt den Acker um ſo ſicherer in Kraft, und giebt ihm verlorne Kraft nachhaltender wie⸗ der, als thieriſche Duͤngung; weswegen einem ſehr erſchoͤpften Boden durch ſogenannte Juhe mehr als durch Miſt geholfen wird. z — Wir haben ſchon derjenigen vegetabiliſchen Subſtanzen erwaͤhnt, die als Einſtreuungs⸗ mittel am nutzbarſten gebraucht, und in Vermengung mit den Auswuͤrfen der Thiere dann zur ſchnellen Zerſetzung fortgeriſſen werden, die uͤbermaͤßige Faͤulniß der thieriſchen Subſtanz aber moderiren.“ Gkonnt naraun ihn ſin eirerlebk h lle Unkt gnüi vird, gns in B enannichfo jſelrbeſtandt htigkeit int vachſende Pf wo ſie wuchs, hen von de VPermehrung es emporzutte Der mit Heder felſt ohne Hi Auch ſelt imm wenigſten und daher wi geſogen, wo ſtehen du laſe ſie nur im B wittert. D zum Theil d fallendſten d zeln, welch noch ſchleim nen Wicken reiche Blaͤtte rücklaſſen. Am wit auf dem Bod tiſchn Mate gers des wei Ornten ohne des Ackers Derjenige? Grasnarbe ſendern ger degriff bon Verfahren, werde durch Jeoduktion denn er in: ſt, um deß ſcen, nict hes ebenfals uh a deinnätheil gemeng derda und äis di ten älk pie 1 etwas ahui⸗ ger unnigade e eine alhan iſt es, dim Produkia e aber mit e enſiederaſche i Kompoſt undn welche arthe thieriſchen de alle dieſe Jhit ſehr beuülken raft und ſtu ie ſcheinen i in newe Püu und die Alün, Zeit zu ziton achhaltnde nie ogenn zuh als Eeinireuns der Thiet he eriſchen San Vegetabiliſche Duͤngungsmittel. 167 Es kommen aber noch andere vegetabiliſche Subſtanzen in Betracht, die ohne jene Ver⸗ mengung mehrentheils unmittelbar dem Acker, der ſie hervorbrachte, wieder mitgetheilt und ihm einverleibt werden. Dies geſchieht theils zufaͤllig, theils abſichtlich. Alles Unkraut, welches auf dem Acker waͤchſt, und vor dem Samenanſatz wieder unter⸗ gepfluͤgt wird, vermehrt ohne Zweifel ſeine Kraft. Denn obwohl die meiſten Pflanzen des Moders im Boden beduͤrfen, um ſich auszubilden und zu wachſen, ſo nehmen ſie doch auch, wie mannichfaltige Erfahrungen und Verſuche lehren, luftfoͤrmige Stoffe und wahrſcheinlich die Urbeſtandtheile des zerſetzten Waſſers in ſich auf, und wandeln ſolche vermoͤge ihrer Lebens⸗ thaͤtigkeit in organiſche Stoffe um; ſo daß man mit Ueberzeugung annehmen kann, eine jede wachſende Pflanze vermehre die organiſche Materie und den Humus, wenn ſie auf der Stelle, wo ſie wuchs, vermodert. Daher iſt eine ſtarke und mehrmals ausgruͤnende Brache, abgeſe⸗ hen von den uͤbrigen Vortheilen, welche ſie dem Acker giebt, als eine ſchwache Duͤngung oder Vermehrung ſeiner Kraft anzunehmen. Je ſtaͤrker das Ausgruͤnen des Unkrautes iſt, je mehr es emporzutreiben zwiſchen jeder Furche Zeit hat, um deſto mehr Kraft wird es gewinnen. Der mit Hederich am meiſten angefuͤllte Acker wird am meiſten Nutzen von der Brache haben, ſelbſt ohne Hinſicht auf den Vortheil, der aus der Zerſtoͤrung dieſes Unkrauts erfolgt. Auch ſelbſt die Stoppel, welche von den meiſten Fruͤchten im Acker zuruͤckbleibt, giebt ihm wenigſtens einigen Moder zuruͤck. Je ſtaͤrker dieſe Stoppel iſt, um deſto mehr bewirkt ſie, und daher wird der Acker bei gleicher Miſtduͤngung merklich weniger in ſolchen Gegenden aus⸗ geſogen, wo man den Gebrauch hat, eine ſehr hohe Stoppel beim Schneiden des Getreides ſtehen zu laſſen. Es iſt dann aber von Wichtigkeit, dieſe Stoppel bald unterzupfluͤgen, weil ſie nur im Boden in eigentliche Faͤulniß uͤberzugehen ſcheint, der Luft ausgeſetzt aber mehr ver⸗ wittert. Die Stoppel anderer Fruͤchte, die ſtaͤrkere Stengel und Wurzeln haben, uͤberwiegen zum Theil die Getreideſtoppel in der Maſſe deſſen, was ſie dem Boden zuruͤckgeben. Am auf⸗ fallendſten dungen aber diejenigen Gewaͤchſe durch ihre umgepfluͤgte Stoppel und zerſtoͤrte Wur⸗ zeln, welche nicht durch Reifung des Samens in duͤrres Stroh verwandelt wurden, ſondern noch ſchleimige Theile in ſich behielten. Daher die anerkannte verbeſſernde Eigenſchaft der gruͤ⸗ nen Wicken und des Klees, die in der Regel vor ihrem Unterpfluͤgen uͤberdies noch neue ſaft⸗ reiche Blaͤtter hervortreiben, und auch bei ihrer Aberntung manche Abfaͤlle auf dem Felde zu⸗ ruͤcklaſſen. Am wirkſamſten duͤngt der Raſen oder die Grasnarbe, die ſich nach einer laͤngern Ruhe auf dem Boden erzeugt. Das dichte Gewebe von Kraut und Wurzeln, gemengt mit der thie⸗ riſchen Materie der abſterbenden Wuͤrmer und Inſekten, wozu ſich noch der Ruͤckſtand des Duͤn⸗ gers des weidenden Viehes geſellt, giebt dem Erdboden eine betraͤchtliche Kraft, welche mehrere Ernten ohne aufgefahrnen Duͤnger zu geben vermoͤgend iſt. Man hat dies faͤlſchlich der Ruhe des Ackers ſelbſt zugeſchrieben, welche doch keine andere als eine negative Wirkung haben kann. Derjenige Boden, welcher in der groͤßten Kraft niedergelegt worden iſt, und daher die reichſte Grasnarbe zu bilden vermag, wird waͤhrend ſeiner Ruhejahre, nicht durch ſeine Unthaͤtigkeit, ſondern gerade durch ſeine produzirende Kraft am meiſten an neuer Kraft gewinnen. Der irrige Begriff von Ruhe hat vielleicht mit dazu Veranlaſſung gegeben, oder doch das gewoͤhnliche Verfahren erhalten, daß man nur erſchoͤpften Acker zu Graſe niederlegt, in der Hoffnung, er werde durch die Ruhe Kraͤfte wieder erhalten. Er thut dies freilich, indem noch immer einige Produktion darauf vorgeht, aber weit langſamer und in weit geringerer Progreſſion, als wenn er in mehrerer Kraft niedergelegt wurde. Je fruchtbarer der niedergelegte Boden noch iſt, um deſto mehr Blaͤtter und Wurzeln, auch deſto mehr Wuͤrmer und Inſekten werden ſich — grüner Saaten. 168 Wegetabiliſche Duͤngungsmittel. darauf erzeugen, deſto mehr Miſt wird darauf fallen; und er wird ſich um ſo ſtaͤrker bereichern, je reicher die Quelle von Nahrungsſtoff iſt, den er in ſich haͤlt. §. 42. 1 Eine ſchnellere und reichhaltigere vegetabiliſche Duͤngung geben wir aber dem Acker, wenn wir angemeſſene Pflanzen, die zu einer groͤßern Staͤrke und Entwickelung kommen, darauf ausſaͤen, und ſie im Zeitpunkte ihrer Bluͤte entweder geradezu unterpfluͤgen, oder ſie erſt durch daraufgetriebenes Vieh abfreſſen und niedertreten laſſen, dann aber ſogleich unterbringen. Dieſe Methode iſt uralt und ſtand bei den Roͤmern im groͤßten Rufe. Sie hat ſich in Italien bis auf den heutigen Tag fortgepflanzt, und man haͤlt daſelbſt eine ſolche gruͤne Duͤngung, auch wo es an thieriſchem Miſte nicht mangelt, dennoch fuͤr hoͤchſt nuͤtzlich, um den Boden in die hoͤchſte Fruchtbarkeit zu verſetzen. Das dortige Klima beguͤnſtigt dieſe Methode freilich mehr wie das unſrige, indem man ſolche Saaten erſt nach der fruͤhern Aberntung ausſaͤet, wo dann noch Zeit genug zu ihrem Heranwachſen uͤbrig bleibt. Unter allen Pflanzen, die hierzu ge⸗ braucht werden, hat keine ſo viel Ruhm, wie die weiße Lupine, welche von den aͤlteſten Zeiten an bis auf die jetzigen bloß zu dieſer Abſicht angebauet wird, indem ſie ſonſt weder als menſchliches noch als thieriſches Nahrungsmittel im Kraut und in der Frucht, wegen ihres bar⸗ ſchen Geſchmacks, nuͤtzlich gebraucht werden kann. Bei einer vorlaͤufigen Unterſuchung, die wir naͤchſtens genauer anſtellen werden, hat ſich gezeigt, daß dieſe Pflanze vielen kleberartigen Stoff in ſich enthalte, woraus ſich die vorzuͤgliche duͤngende Kraft, die ihr beigemeſſen wird, erklaͤren laͤßt. Der Samen ſelbſt wird nach Simondes Gemaͤhlde der Toskaniſchen Land⸗ wirthſchaft, S. 114, nachdem man ihm ſeine Keimkraft genommen hat, um die Olivenbaͤume eingegraben, um ihnen Duͤngung zu geben. Ob dieſe Pflanze ſich in ihrer duͤngenden Kraft ſo beſonders auszeichne, daß ſie dieſerhalb bei uns angebaut zu werden verdiene, werden uns anzuſtellende Verſuche lehren. Wir haben ſie zu dem Ende vermehrt und ſie waͤchſt bei uns, wie allen Gaͤrtnern bekannt iſt, ſehr gut. Ob ſie nach der Rockenernte eingeſaet ſich noch hinlaͤnglich entwickele, um gruͤn untergepfluͤgt zu werden, kann ich jetzt auch noch nicht be⸗ ſtimmen. Wir haben aber mehrere Gewaͤchſe, die ebenfalls zu dieſem Zwecke paſſen. Sie muͤſ⸗ ſen folgende Eigenſchaften haben: a) Das zu waͤhlende muß dem Boden, ſeinem Vermoͤgen, ſeinem Feuchtigkeitsgrade und ſeiner Lage angemeſſen ſeyn, damit es nicht duͤrftig, ſondern uͤppig darauf wachſe. b) Der Samen muß wohlfeil, d. h. leicht zu gewinnen oder in geringer Quaniitaͤt zur Beſamung eines Ackers zureichend ſeyn. 1 e) Es muß in moͤglich kuͤrzeſter Zeit zu der erforderlichen Groͤße und Entwickelung kom⸗ men, damit es, in der Brache geſaͤet, die erforderlichen Pflugarten zulaſſe, oder nach einer andern Frucht in demſelben Jahre gebauet werden koͤnne.— ) Es muß den Boden locker erhalten, ihn mit ſeinen Wurzeln ſtark durchdringen und mit ſeinem Kraute beſchatten. e) Es muß vielen Schleim und einen der thieriſchen Natur aͤhnlichen Stoff in ſich ent⸗ halten.—* f) Bald in Faͤulniß uͤbergehen. 8 Alle dieſe Eigenſchaften vereinigt kein Gewaͤchs ſo ſehr, wie der Ackerſpoͤrgel, und mit dieſem ſind daher auch bei uns am meiſten gluͤckliche Verſuche angeſtellt worden. Vergleiche Annalen der Niederſaͤchſiſchen Landwirthſchaft, III. Jahrgang Iſtes Stuͤck, St. 223. ena ann eun doſn Eh cer dut d W hat un tunu, vd lui, äbſen de gtgel erſ ebenutzung Ferner ginen Zuſt Auch nu dieſem w der verſcheden Zuſäten einen mie, B.l Eine R betdient keines ſchehen iſt, ve Saat, die mo zen oder niede men, wenn immer mehr mit ſeinen A ner einigen? man es dort Nane dereien emp die als Duͤn Dungkraft e it alſo mehr anwendbar, bo ßt ſch u Hülſenfrucht⸗ * Jddet Verweſung Duͤnger die berlohe tra⸗ Degetabilie die Struͤnke dottheilhaft kraut, welch getreten ode ddde und et Inkung ber dmetta Th rket bereiden den Aier, wem konnen, duu der ſe et ung ich unainn at ſichn nin 2 Dinan a en Manſe ode frati usſaͤet, a jdie hie von den ii ſonſt wedet wegen ihreiie aeerſuchung, len kleberarin eigemeſfen mi dskaniſchen e die Oibenbimr düͤngenden gui ene, werden u waͤchſt bei m ingeſaet ſic ne ch noch ſiht ſeen. Simi igkeitsgeeder cſſe. er Quantite intwickelung oder nah in durchernnu Stoffnit ei eſpoͤrgel⸗ 8 rden. Veihl M 9 1 St. 223. ³ Vegetabiliſche Duͤngungsmittel. 169 kann dieſen Spoͤrgel vor dem Unterpfluͤgen erſt ſchnell mit Vieh betreiben, welches man dann aber auch des Nachts darauf laſſen muß, wenn man die volle Wirkung davon haben will. Man hat auch manche andere Pflanzen dazu gebraucht, und diejenigen, die oͤligen Sa⸗ men tragen, vorzuͤglich wirkſam gefunden; naͤchſt dieſen hat man andere aus der Diadelphiſten⸗ klaſſe, Erbſen, Wicken, Bohnen dazu gebraucht, insbeſondere in England, wo man jedoch in der Regel erſt allerlei Vieh, beſonders Schweine, hineintreibt, die ſich darin maͤſten, ohne wel⸗ che Benutzung auch die Auslage fuͤr den Samen wohl zu hoch kommen wuͤrde. Ferner iſt der Buchweizen oder das Haidekorn dazu gebraucht worden, welches aber im gruͤnen Zuſtande ebenfalls ein ſehr nahrhaftes Viehfutter giebt. Auch Waſeerruͤben hat man, wie ſchon Friedrich der Große erzaͤhlt, hauptſaͤchlich zu dieſem Zwecke geſaͤet, und endlich empfiehlt mein verehrungswuͤrdiger Freund H erm bſta³ͤd t, der verſchiedene daruͤber angeſtellte Verſuche erzaͤhlt, die Runkelruͤben, um mit verſchiedenen Zuſaͤtzen einen wirkſamen Duͤnger daraus zu bereiten. Vergl. deſſen Achiv der Agrikulturche⸗ mie, Bd. I. S. 79 u. ſ. f. Eine Methode, welche da, wo ſie bekannt war, ſich ſo ununterbrochen erhalten hat, verdient keinesweges vergeſſen, ſondern mit mehrerer Aufmerkſamkeit, wie bisher bei uns ge⸗ ſchehen iſt, verſucht zu werden. Es ſcheint beim erſten Anblicke Verſchwendung, eine gruͤne Saat, die man abmaͤhen und auf dem Stalle mit dem Viehe verfuttern koͤnnte, ſo niederwal⸗ zen oder niedertreten zu laſſen. Man glaubt, der Duͤnger koͤnne dem Acker wieder zu gut kom⸗ men, wenn man ſie erſt fuͤr das Vieh benutzt habe, und man hat Recht. Allein man kann ja immer mehr ausſaͤen, als man mit dem mehrentheils feſtgeſetzten Viehſtande benutzen, und mit ſeinen Arbeitern einernten kann. Und dann ſcheint es nach den Bemerkungen der Italie⸗ ner einigen Bodenarten vortheilhafter, wenn ſie zu Zeiten eine bloß vegetabiliſche, und wie man es dort nicht ganz unrichtig nennt, abkuͤhlende Duͤngung erhalten... Manche haben dieſe Methode nur fuͤr entferntere, neu aufgebrochene oder erſchoͤpfte Laͤn⸗ dereien empfohlen. Aber auf den ganz außer Kraft gekommenen wird ſie wenig bewirken, weil die als Duͤnger ausgeſaͤeten Gewaͤchſe zu kuͤmmerlich daſelbſt aufkommen. Der Acker, der Dungkraft erzeugen ſoll, muß hier wie uͤberall noch Dungkraft haben. Dieſe Duͤngungsart iſt alſo mehr zur Erhaltung der Fruchtbarkeit im Acker, als zur erſten Begruͤndung derſelben anwendbar, und daher iſt ſie wahrſcheinlich bei uns bisher ſo wenig in Gebrauch gekommen. Es laͤßt ſich uͤbrigens beinahe fuͤhlen, was ſie bewirken kann, wenn man ein dicht bekrautetes Huͤlſenfrucht⸗Feld anſieht, und ſich denkt, daß dieſe gruͤne Maſſe nun untergepfluͤgt werde. §. 48. Jeder vegetabiliſche Abfall und ſogenannte Unrath kann, wenn er zuſammengehalten, in d 9 Verweſung geſetzt, und zu dem Ende mit etwas thieriſchem oder mit Kalk verſetzt wird, zum Duͤnger dienen. Kuͤchenabfall, Unkraut, vermodertes Holz und Saͤgeſpaͤne, gebrauchte Ger⸗ berlohe tragen zur Vermehrung des Duͤngervorraths bei. Mnn bemerkt, Vegetabilien, welche bei der Einaͤſcherung vieles Kali geben, beſonders duͤngend ſind, z. B. die Struͤnke der Tabackspflanzen und das Stroh des tuͤrkiſchen Weizens, wenn man ſie nicht vortheilhafter benutzen kann. Eine vorzüͤglich duͤngende Eigenſchaft hat auch das Kartoffel⸗ Begetabiliſche bfaͤlle. daß alle diejenigen kraut, welches aber, wenn es ſich ſchnell aufloͤſen ſoll, in ſeinein gruͤnen Zuſtande zuſammen⸗ getreten oder ſogleich in den Miſt gebracht werden muß. Man hat es auch mit Raſen⸗ erde und etwas Kalk in Mengehaufen gebracht, und von dieſem Kompoſt eine ganz vorzuͤgliche Wirkung verſpuͤrt. Es iſt keinesweges unbedeutend, was ein Acker Kartoffeln an dieſem Dung⸗ Zweiter Theil. P Der Modder. 170 Begetabiliſche Düngungsmittel. materiale wiedergiebt. Bleibt es auf dem Acker liegen und wird dann untergepfluͤgt, ſo zer⸗ ſetzt es ſich freilich auch allmaͤhlich, und es laͤßt ſich daraus zum Theil die geringe Erſchoͤpfung erklaͤren, die manche vom Kartoffelbau bemerkt haben. Die Zerſetzung geſchieht aber tangſan und es iſt dann der Beſtellung im Wege. So giebt es auch manche andere nuͤtzliche Pflanzen, die ſehr hohe Stengel treiben,„8. die Sonnenblume(Helianthus annuus) und der Erd⸗Apfel oder Erd⸗Artiſchoke(Helianthus tuberosus), und außer ihrer eigentlichen Frucht eine große Menge Modder geben koͤnnen, wel⸗ ches bei ihrem Anbau allerdings Ruͤckſicht verdient. Das Kraut der ſalzigen ſowohl als der ſuͤßen Seen, von jenen beſonders die Fucusarten, von dieſen der ſogenannte Poſt,(Chara vulgaris,) welcher immer mit einem kalkigen Schleim uͤberzogen iſt, gehoͤren zu den wirkſamſten Duͤngungsmitteln, die fuͤr ſich oder mit thieri ſchem Miſte verſett in Faͤulniß gebracht und aufgefahren werden. §. 49. Zu den vegetabiliſchen Duͤngungsmitteln gehoͤrt auch der Modder, weſcher ſi 9 theil in Niederungen und Sinken, theils unter dem Waſſer in Teichen findet. Denn wenn er gleich zu⸗ weilen und zwar um ſo beſſer mit thieriſchen Theilen vermiſcht iſt, und mehrentheils auch eine ſtarke Zumiſchung von Grunderden hat, die ſich nach der Erdart der umliegenden Gegend rich⸗ ten, ſo hat doch die vermoderte vegetabiliſche Subſtanz wo nicht quantitativ doch virtuel das Uebergewicht darin. Er koͤmmt daher in ſeiner Wirkung der vegetabiliſchen Duͤngung am mei⸗ ſten gleich, d. h. er iſt minder treibend und reizend, aber nachhaltend und nahrungsreicher, wie der thieriſche Duͤnger. Man nennt ihn deshalb einen kuͤhlenden, fruchthaltenden Duͤnger. Wir haben von der verſchiedenen Art und Beſchaffenheit des Modders in dem Hauptſtuͤcke von der Agronomie geredet, und beſonders ſeinen ſaͤurefreien und ſauren Zuſtand unterſchieden. Es iſt ein großer Vortheil, wenn man einen ſolchen von der Natur ſeit Jahrtauſenden zuſammengehaͤuften und aufgeſparten Schatz von fruchtbarer Materie auf ſeinem Grund und Boden findet. Und wie groß auch die Beſchwerlichkeiten und Koſten ſeyn moͤgen, ihn heraus und auf den Acker zu ſchaffen, ſo werden ſie ſich doch immer belohnen und hoch rentiren, wenn man nur das Kapital daran zu wenden vermag. Geſtehen muß man aber, daß dieſes oft be⸗ teaͤchtlich ſey, und ſich nicht immer in den erſten Jahren wieder bezahle. Die Hauptſchwierigkeit bei dem Ausbringen des Modders iſt die, daß man ihn erſt vom Waſſer befreie: denn es iſt ein ſeltener Fall, daß er trocken genug liegt. Zuweilen kann dies durch Abzugsgraͤben voͤllig erreicht werden; mehrentheils ſind aber die Sinken, worin er liegt, von Anhoͤhen ſo umgeben, daß ein hinlaͤnglich tiefer Durchſtich der letzteren zu ſchwierig wird. Hier muß man ſich mit Schoͤpfmaſchinen, Schneckenſchrauben oder Plumpen helfen, wodurch die Arbeit allerdings ſehr vermehrt wird. Man nimmt die Arbeit des Ausbringens entweder im Sommer oder auch im Winter beim Froſte vor. Arbeiter im Naſſen ſtehen muͤſſen, der Kaͤlte wegen kaum ausfuͤhrbar. Im heißen Sommer giebt beſonders derjenige Modder, der unter Waſſer geſtanden hat, und nicht ſchnell ganz tro⸗ cken gelegt werden kann, eine ſehr ungeſunde Ausduͤnſtung, wovon die arbeitenden und in der Nachbarſchaft wohnenden Menſchen leicht erkranken, beſonders Fieber bekommen. In man⸗ chen Faͤllen laͤßt ſich daher die Arbeit im Winter am beſten betreiben, wenn man das Waſer im Spaͤtherbſt hat ablaſſen koͤnnen. Jedoch wird ſie wegen des Loshauens des gefrornen Mod⸗ ders und des Eiſes, welches man mit auskarren muß, betraͤchtlich vermehrt. Im Fruͤhjahr und Herbſt iſt ſie, wenn die dm Nodt mn an ntte ſirangimns wünnafäll, 1 nelürzkarr n man ſich! tutt, ſo iſ ir rinder koſtſpie ſch der Grund Peg herlegen Man ſuc ruthen, oder na gen, daß die zu den beſchwer dt wirkich IJt es d ſe eher abtrock Eind aber die manihn, nacht Hitze komme, gleich ewas Dieſe dem Falle a ſeyn, mit di daſelbſt nicht durch die don ſchnell abtroc bald auf das Vil m Daͤnger oder bolich, und mer nthig, dem Acker au faches Rä des gebrann ſten Effekt voͤhnliche z nur kagerko n, ſo hat; und, hatte lung doc in haltiger. Die A derſchieden zeygägt, ſ 1 inge Ciſchihfng it aber langſm gel naͤden, 85* hoke(Kelanth eden konna, n 8 1 s die zunin⸗ n kalkianahea eer mil ijeta venn er gan entheils ucn nden Gegeld t doch virul Duͤngung an d nahrungäteit haltenden dim in dem Haupiit and unterſch eit Jahrtuſc einem Grunde gen, ihn ſiu ch rentiren in aß dieſes n man ihn ei weilen km i , worin e u ſchwieti m helfen, edet ringens an diſt ſe, um heißen kumme ſchnel an ie tenden und it w Gen. man das Pi 171 . Vegetabiliſche Duͤngungsmittel. §. So. Den Modder unmittelbar aus ſeiner Ablagerung auf den Acker zu fahren, iſt nur bei dem ganz trocknen rathſam. Den feuchten bringt man immer erſt aufs Trockne, und laͤßt ihn hier wenigſtens ſo lange liegen, bis ſeine Feuchtigkeit voͤllig verdunſtet iſt, weil er ſodann ſehr zuſammenfaͤllt, und der Transport leichter wird. Das Ausbringen geſchieht mit Hand⸗ oder Pferdeſtuͤrzkarren. Letztere nimmt man gewoͤhnlich einſpaͤnnig. Weiches vortheilhafter ſey, muß man ſich nach den Ortsverhaͤltniſſen berechnen. Wird er nur eine kurze Strecke fortge⸗ karrt, ſo iſt in der Regel die Arbeit mit Menſchen, bei einer weitern aber die mit Pferden minder koſtſpielig. Zuweilen ſind aber auch die Pferdekarren gar nicht anwendbar, wenn naͤm⸗ lich der Grund, woruͤber gekarrt werden muß, zu ſumpfig iſt, ſo daß man Bretter uͤber den Weg herlegen muß. G Man ſucht die Arbeit in Verding zu betreiben, und macht dieſen entweder nach Schacht⸗ ruthen, oder nach Stuͤrzkarrenladungen. Ueber den Preis laͤßt ſich nur dies im Allgemeinen ſa⸗ gen, daß die Arbeiter dabei mehr, als bei gewoͤhnlichen Arbeiten verdienen muͤſſen, weil dieſe zu den beſchwerlichen und ungeſunden gehoͤrt. Eine ſtaͤrkere Branntweinskonſumtion iſt ihnen dabei wirklich nuͤtzlich. Iſt es voͤllig zergangener Modder, ſo bringt man ihn in kleinere Haufen, damit er um ſo eher abtrockne, und in der groͤßten Oberflaͤche der atmoſphaͤriſchen Einwirkung ausgeſetzt ſey. Sind aber viele unzergangene Pflanzentheile darin, Moos und andere Waſſerpflanzen, ſo bringt man ihn, nachdem er etwas abgetrocknet iſt, in große Haufen, damit er ſogleich in Gaͤhrung und Hitze komme, und jene Vegetabilien verweſen. Man befoͤrdert dies ſehr, wenn man ihm ſo⸗ gleich etwas friſch gebrannten Kalk, Aſche oder auch friſchen Stallmiſt von Pferden zuſetzt. Dieſe Zuſaftze ſind alsdann beſonders noͤthig, wenn der Modder Saͤure enthaͤlt, und in dem Falle auch bei ſolchem, welcher ſchon voͤllig aufgeloͤſt iſt. Manchmal kann es rathſam ſeyn, mit dieſen Zuſaͤtzen zu warten, bis man ihn auf den Acker gefahren hat, wenn er anders daſelbſt nicht gleich verbreitet, ſondern erſt in Haufen aufgeſetzt werden ſoll, weil man ſich da⸗ durch die doppelte Fuhre der zuzuſetzenden Materialien erſpart. Es geſchieht jedoch nur bei ſchnell abtrocknendem Modder, den man bei dem Auskarren gar nicht in Haufen bringt, ſondern bald auf das Feld faͤhrt, wo er gebraucht werden ſoll. Will man von jedem Modder eine ſchnelle Wirkung haben, ſo iſt ein Zuſatz von thieriſchem Duͤnger oder von Alkalien und alkaliſchen Erden ſehr wichtig. Denn dadurch wird er bald auf⸗ loͤslich, und wie man ſagt lebendig. Jedoch iſt es, wenn der Modder milde iſt, nicht im⸗ mer noͤthig, ihn in den Haufen damit zu vermengen. Man kann es auch, nachdem er auf dem Acker ausgeſtreuet worden, und dieſe Materien daruͤber her, durch fleißig wiederholtes flaches Pfluͤgen und Eggen thun. Die Verbindung des Mergels, beſonders des kalkreichen, des gebrannten Kalks, oder einer Miſtduͤngung mit der Modderung hat immer den auffallend⸗ ſten Effekt gezeigt. Eine Miſtduͤngung braucht aber nur ſchwach, halb ſo ſtark wie eine ge⸗ woͤhnliche zu ſeyn, und man wuͤrde von einer ſtaͤrkern, wenn man Getreide darnach einſaͤete, nur Lagerkorn zu beſorgen haben. an, ſo hat man oft bei der erſten und ſelbſt bei der zweiten Frucht gar keine Wirkung davon, und, hatte der Modder noch Saͤure, wohl eine nachtheilige. Indeſſen zeigt ſich die gute Wir⸗ kung doch immer in der Folge, mehrentheils vom dritten Jahre an, und dann um ſo nach⸗ altiger. ) Die Quantitaͤt, worin der Modder aufgefahren worden und aufzufahren ſey, wird ſehr verſchieden angegeben: hier ſehr ſtark, eine Ladung von 16 Kubikfuß auf eine Quadratruthe, Y 2 Wendet man dagegen die Modderung ohne andere Duͤngung Ausfahrung des Modders. Vermengung des Modders. Quantität des Modders. 1 folglich ungefaͤhr 4w05 Ladungen auf 1 Jochart; 1 Jochart; dort uͤber 1 Zoll, hier 1 bis 2 Linien hoch. Es kommt dabei vorerſt auf die Beſchaf⸗ 72 Vegetabiliſche Duͤngungsmittel. dort ſehr ſchwach, 485 ſolcher Ladungen auf fenheit des Modders an, ob er eine ſtarke Zumiſchung von Grunderden habe, oder zum groͤßern Theile aus wirklichem Modder beſtehe. Manchmal hat ganz ſchwarzer Modder doch nur g bis 10 Prozent Humus, und beſteht uͤbrigens aus Erde. Seine Auffuͤhrung kann dennoch hoͤchſ wirkſam ſeyn, beſonders wenn die Grunderde der Bodenart entgegengeſetzt iſt, aus geſchlemm⸗ ten Thon beſteht, und auf Sandboden gebracht wird. Enthaͤlt er aber groͤßtentheils nur Kie⸗ ſelerde, ſo kann man von dieſer auf ſandigem Boden gar keinen Nutzen erwarten, und eskdͤnmt nur der eigentliche Humusgehalt in Betracht. Hier wird alſo eine ſehr ſtarke Auffuhr nithig, wenn ſie zur erheblichen Verbeſſerung des Bodens gereichen ſoll. ſuchung des Modders wuͤrde man die Quantitaͤt der Auffuhr etwa ſo zu beſtimmen haben, daß Nach einer chemiſchen Unter⸗ auf jeden Quadratfuß, der bei einer ſechszolligen Tiefe, alſo zum halben Kubikfuß gerechnet, beinahe 46 Pfund wiegt, doch mindeſtens 0,9 Pfund reiner Humus kommen muͤſe, folglich wenn der Modder nur 10 Prozent Humus hat, 9 Pfund, welches auf 1 Jochart ungefäͤhr 535000 Pfund betruͤge, folglich die Ladungen zu 1300 Pfund angenommen, ungefaͤhr 360 auf 1 Jochart. weniger. So wie aber der Humusgehalt des Modders ſtaͤrker wird, ſo bedarf es deſſen durch nicht behauptet werden; allein eine auffallende und nachhaltende Verbeſſerung laͤßt ſich wohl nicht erwarten, wenn man die Ackererde nicht mit 2 Prozent Humus bereichert. Das Gewicht des Modders iſt verſchieden, und er iſt um ſo leichter, je mehr er dus Humnus beſteht, und vorzuͤglich wenn er noch nicht ganz verweſte Subſtanzen enthaͤlt. Man kann daher die Staͤrke der Ladungen nicht nach dem Volumen, ſondern muß ſie nach dem Ge⸗ wichte beſtimmen. 8 . daß dieſes bald oder doch in dem Jahre der Auffuhr geſchehe. Eine ſehr genaue Mengung des Modders mit der Ackererde iſt ſehr wichtig, und zwar ſo, Denn wird er nicht gleich jer⸗ theilt und gemengt, ſo ballt er ſich in Kloͤßen zuſammen, die dann oft erſt nach langer Zeit, beſonders in konſiſtenterem Boden, in Pulver zerfallen und ſich gleichmaͤßig vertheilen, bis da⸗ hin aber wenig oder gar keine Wirkung thun. Es iſt daher gewiß ſehr fehlerhaft, auf die er⸗ ſte Furche, womit man den Modder untergebracht hat, oder auch auf die zweite, gleich eine Saat zu bringen. Man muß vielmehr eine ſtark bearbeitete Brache darauf halten, und durch vielfaches flaches Pfluͤgen und ſcharfes Eggen die genaueſte Miſchung zu bewirken trachten. Vorzuͤglich iſt dieſes bei erdigem Modder noͤthig; der noch nicht voͤllig zergangene mooſige kann mehr zertheilt. 4 Dungung mit Torl. noch eher im Acker etwas klumprig liegen bleiben, indem er ſich bei ſeiner fernern Zerſetzung Auf gemoddertem Acker zwiſchen zwei Furchen eine ſchnell heranwachſende Duͤngerpflanze zu ſaͤen, beſonders Spoͤrgel, iſt von einem meiner Korreſpondenten mit beſonders großem Erfolge verſucht worden. . Fr. Daß eine ſchwaͤchere Bemodderung von gar keinem Nutzen ſeyn koͤnne, ſoll hier⸗ — Auch des Torfs, beſonders des loſen, und der von dem Torfe abgefallenen modrigen Erde(Torfmulme) bedient man ſich vortheilhaft zum Duͤnger. Dieſe Materie muß aber, wenn ſie Saͤure, und noch mehr, wenn ſie harzigen Stoff hat, lange aufgeſchichtet liegen, und ent⸗ weder mit gebranntem Kalk, oder mit ſtrohigem Stallmiſt, oder, was oft hinreichend gewe⸗ ſen ſeyn ſoll, mit vielem ſcharfen Sande in den Haufen durchſetzt werden. Man muß dieſe Haufen in einer maͤßigen, jedoch nicht zu ſtarken Feuchtigkeit erhalten, welches am allerwirk⸗ anſten durch u uc nn der hen nutbaren E giebt näzr im Ver zu den ni Eiſenvitri vüſchen Herr Erfolge angen hat, ſo wend reden. Auch we hetrachten. Da ein Boden in ſein haft machen art zu verbeſ ſatze von der licher vegete rungstheile Jene ner entgegen Portheil au Thoni⸗ digen Boden dieſer entgege durch ein tief daß man auch dieſe Erde mu wo man Gre Nuß teaͤchtlichen kokalitaͤten des Bodens don Erde er rechne, wie verbeſernder Lrume von! gieht ſch ni ich dann mi Ladungen a auf dieeſte der zum griſen ddoch nur 8; à Wneth hith aud giſclene entheils mrge en, und ethan⸗ Auffulrig, chewiſte nn⸗ nmenſſha jj bikfuß e muͤſe, in ochart mi ungefaͤht bedarf es ſi onne, ſol ſe eſſerung läßti reichert. je mehr en enthäͤlt. N ſie nach den tig, und zwe nicht gleih e nach langer zi ertheilen, hi hhaft, ouje veite, glait a alten, und bi dewirken tute gene moeſteit kernern Zrit lhermvatze aten mit beinm falenn viiin Mineraliſche Duͤngungsmittel. 173 ſamſten durch ausgegoſſene Miſtjauche geſchieht. Auch mit kalkigem Mergel kann er ſehr vor⸗ theilhaft durchſchichtet werden. Man muß dieſe Mengehaufen oft durchſtechen. Wenn der Torfabfall lange gelegen hat, ſo wird er auch ohne andere Zuthaten ſchon zu einem nutzbaren Duͤnger, insbeſondere auf gebundenem, thonigem Boden. Ss giebt ſolche Lagen der Torfmoore neben dem Ackerlande, wo dieſe Anwendung ſehr nutzbar im Verhaͤltniß der darauf zu verwendenden Koſten geſchehen kann. Zu den urſpruͤnglich vegetabiliſchen Duͤngungsmitteln gehoͤrt endlich noch die bituminoͤſe mit Eiſenvitriol geſchwaͤngerte Erdkohle, welche im Großen wohl zuerſt in der Graͤftich⸗Einſie⸗ delſchen Herrſchaft Reibersdorf zu Oppelsdorf bei Zittau als Duͤngungsmittel mit ungemeinem Erfolge angewandt iſt. Da aber der Eiſenvitriol an dieſer Wirkung wohl den groͤßten Antheil hat, ſo werden wir darauf zuruͤckkommen, wenn wir von den ſalzartigen Duͤngungsmitteln reden. Auch werden wir dann erſt die Aſchenduͤngung, obwohl ſie vegetabiliſchen Urſprungs iſt, betrachten. 8 Mineraliſche Duͤngungsmittel. —§. 52. Da ein uͤberſchießendes Verhaͤltniß einer jeden Grunderde und ſelbſt des Humus, den Boden in ſeinen phyſiſchen Eigenſchaften, ſeiner Konſiſtenz, Feuchtigkeitshaltung u. f. w. fehler⸗ haft machen kann, ſo iſt es moͤglich, dieſen Fehler durch den Zuſatz einer entgegengeſetzten Erd⸗ art zu verbeſſern. Man kann dies die phyſiſche Verbeſſerung des Bodens nennen, im Gegen⸗ ſatze von der chemiſchen, worunter man die eigentliche Duͤngung oder die Zufuͤhrung von wirk⸗ licher vegetabiliſcher Nahrung, aber auch von ſolchen Subſtanzen begreift, welche die Nah⸗ rungstheile aufſchließen und zum Uebergange in die Pflanzen geſchickt machen. Jene Verbeſſerung der phyſiſchen Eigenſchaft des Bodens durch die Vermengung mit ei⸗ ner entgegengeſetzten Erdart iſt allerdings moͤglich, aber nur unter wenigen Umſtaͤnden mit Vortheil ausfuͤhrbar. Thonigen und zaͤhen Lehmboden mit Sand zu verbeſſern, oder auch umgekehrt den ſan⸗ digen Boden mit fettem Lehm, iſt beinahe nur dann ausfuͤhrbar, wenn der Untergrund aus dieſer entgegengeſetzten Erdart beſteht. In einigen obgleich ſeltenen Faͤllen kann man es ſchon durch ein tiefes Pfluͤgen bewirken, welches dann aber mit Vorſicht ſo eingerichtet werden muß, daß man auch kein Uebermaß der untern und noch rohen Erde heraufbringe. Oefterer kann dieſe Erde nur durch Rajolen erreicht werden, oder durch ſogenanntes Kuhlen oder Wuͤhlen, wo man Gruben graͤbt und die erforderliche Erde herauswirft. Muß die verbeſſernde Erdart von einem entferntern Platze hergeholt, oder aus einer be⸗ traͤchtlichen Tiefe herausgegraben werden, ſo wird die Sache ſo koſtſpielig, daß nur beſondere Lokalitaͤten ſie oͤkonomiſch rechtfertigen koͤnnen. Denn um eine folche phyſiſche Verbeſſerung des Bodens zu bewirken, oder gleichſam einen neuen Boden zu ſchaffen, iſt eine ſo große Maſſe Verbeſſerung der phyſiſchen Eigenſchaft des Bodens durch Aufführung von Grunderden. von Erde erforderlich, daß er in den meiſten Faͤllen zu theuer bezahlt werden wuͤrde. Man be⸗ rechne, wie ſich die Beſtandtheile der aufzufahrenden Erdart gegen die Beſtandtheile des zu verbeſſernden Bodens verhalten, und wie viel demnach von jener erforderlich ſey, um in einer Krume von wenigſtens 8 Zoll Tiefe eine zweckmaͤßige Erdmiſchung zu bewirken. Hieraus er⸗ giebt ſich naͤmlich das Kubikmaß, welches man auf einer Flaͤche gebraucht, und darnach laſſen ſich dann mit Ruͤckſicht auf die Lokalverhaͤltniſſe die Koſten des Ausgrabens, Ladens, Anfah⸗ 1243 Mineraliſche Duͤngungsmittel. rens und Verbreitens berechnen, oder durch eine mit Aufmerkſamkeit angeſtellte Probe ausmit: teln. Dazu kommt aber noch, daß Sand mit Thon und Lehm, die nicht mergligt ſind, oder keine Kalktheile enthalten, ſich ſehr ſchwer genau mit einander vermengen laſſen, weil dieſe nicht von ſelbſt zerfallen. Der Thonboden ſey mit Sand oder der Sand mit thoniger Erde be fahren, ſo muß er haͤufig und zwar zuerſt ganz flach und allmaͤhlig tiefer durchgepfluͤgt, geeg⸗ get, gewalzt und die Kloͤße mit Keulen zerſchlagen werden. Zu dem allen muß immer derje⸗ nige Zeitpunkt gewaͤhlt werden, wo der Thon gerade den Grad von Trockenheit hat, daß ſeine 1 Schollen durch die Werkzeuge getrennt und zermalmt werden koͤnnen. Dies findet mehrentheils nur in der Mitte des Sommers ſtatt; ſelten aber iſt ein Sommer dazu hinreichend. Durch Vermengung mit Miſt und mit gebranntem Kalk erleichtert man das Zerfallen, auch wohl durch — das Einſaͤen von Pflanzen, deren Wurzeln in die Thonkloͤße eindringen, und dann unterge⸗ pfluͤgt werden. Bewirkt man die genaue Mengung nicht, ſo verdirbt man mehr den Boden auf lange Zeit, als daß man ihn verbeſſert, indem die wenigſten Pflanzen es ertragen, daß ſie mit ihren Wurzeln auf ſo heterogene Erdarten ſtoßen. Wenn aͤltere Schriftſteller und muͤndli⸗ che Sagen von ſolchen bewirkten Bodenverbeſſerungen erzaͤhlen, ſo kann man wohl in den mei⸗ ſten Faͤllen annehmen, daß die aufgefahrne Erdart ein mehr oder minder kalkhaltiger Mergel war. Noch vor kurzer Zeit nannte man in Holſtein das Mergeln Erd⸗ oder Lehmfahren, und ohne von Mergel einen Begriff zu haben. Nur von ſolchem Lehm oder Thon, der eine Reihe von Jahren der Atmoſphaͤre ausgeſetzt in Erdwaͤllen, Erdmauern oder Wellerwaͤnden, insbeſondere in der Naͤhe der Wohnungen und der Viehhoͤfe geſtanden, und aus der Atmoſphaͤre fruchtbare Stoffe angezogen hat, kann man Feine wirklich duͤngende Wirkung erwarten. Ein ſolcher Lehm zerfaͤllt auch leichter, und mengt ſich mit dem Boden. Auch hat man die lehmige und thonige Ackererde wohl gebrannt, und dadurch eine dauernde phyſiſche Verbeſſerung dieſes Bodens bewirkt. Da der Thon naͤmlich durch das Bren⸗ nen ſeine waſſeranhaltende und bindende Eigenſchaft verliert, und dann, wenn er anders kruͤm⸗ lich bleibt, in Anſehung ſeiner phyſiſchen Qualitaͤten dem Sande gleich wird, ſo iſt der Boden hierdurch lockerer geworden. Wahrſcheinlich hat dieſes Brennen jedoch auch eine noch nicht ge⸗ nug erklaͤrte chemiſche Wirkung. §. 53. 4 Anſfahrung des Das Auffahren des Sandes iſt wohl am haͤufigſten und mit dem groͤßten Vortheile auf reichhaltigen, aber zu loſen und der Raͤſſe zu ſtark ausgeſetzten moddrigen Boden angewandt worden. Der aufgefahrne Sand ſenkt ſich allmaͤhlig von ſelbſt herab, und durchdringt die Moddererde, deren ſchwammige Konſiſtenz er zugleich zuſammenpreßt. Er muß daher ſo viel moͤglich auf der Oberflaͤche erhalten werden, und er iſt am wirkſamſten geweſen, wenn man ihn nicht unterpfluͤgte, ſondern in der Zeit, wo das Land zu Graſe lag, obenauf ſtreuete, wo⸗ durch auch zugleich der Graswuchs, wie durch einen kraͤftigen Duͤnger, vermehrt und verbeſ⸗ ſert wurde. Auf ſolchen Bodenarten thut der Sand nach vielfachen Erfahrungen ungleich gro⸗ ßere Wirkung, wie der kraͤftigſte Duͤnger, der hier ſogar manchmal nachtheilig wird. . 54. 3 wes ut nguns, Der Kalk im Boden hat zwar auf die phyſiſche Beſchaffenheit deſſelben, wie in der Lehre von der Agronomie geſagt worden iſt, einen betraͤchtlichen Einfluß. Allein bei dem Auffahren deſſelben nehmen wir wohl nur ſeine chemiſche Wirkung in Anſpruch, indem ſolche wohl nie ſo fatkingeihe Sodens nike Nechem Pty imn.( uili, in Be⸗ dißal iſ di ſo auffall ſt ſaute Hun Nndern ſzure etwas igkeit der p dieſe Fohlenſi der anzieht. venig Humus kung thue, we vo er3ihm dur gerner wiſſen nit ihren Pfe Dies iſt beſon zel in den Ka rem Orte muͤ eingedrunger bedeckt war. 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Eines Theils wirkt er als ein bloß zerſetzendes Mittel auf den Humus, den er aufloͤſt, in Bewegung und in den Zuſtand ſetzt, worin er in die Pflanzen leicht uͤbergehen kann. Deshalb iſt die Kalkduͤngung um ſo wirkſamer, je reichhaltiger der Boden an Humus, und um ſo auffallender, je unaufloͤslicher dieſer Humus ſeiner Natur nach war. Insbeſondere wird der ſaure Humus durch ihn von ſeiner Saͤure befreit, und dadurch erſt fruchtbar. Andern Theils aber iſt es hoͤchſt wahrſcheinlich, daß der Kalk auch durch ſeine Kohlen⸗ ſaͤure etwas wirke, und durch ſelbige den Pflanzen wirkliche Nahrung gebe. Die Lebensthaͤ⸗ tigkeit der Pflanzenwurzeln, beſonders gewiſſer Vegetabilien, ſcheint die Kraft zu haben, ihm dieſe Kohlenſaͤure zu entziehen, die er dann aber in eben dem Maße aus der Atmoſphaͤre wie⸗ der anzieht. Denn es iſt unlaͤugbar, daß eine Kalkduͤngung auch auf ſolchem Boden, der ſehr wenig Humus enthaͤlt, und ſogar eine wiederholte Duͤngung dieſer Art immer noch einige Wir⸗ kung thue, wenn gleich bei weitem keine ſo ſtarke wie da, wo noch Humus im Boden iſt, oder wo er ihm durch eine abwechſeinde vegetabiliſche und animaliſche Duͤngung wieder gegeben wird. Ferner wiſſen wir, daß einige Pflanzenarten vom Kalke beſonders viele Kraft erhalten, und mit ihren Pflanzenwurzeln in den rohen Kalkſtein eindringen, und ihn gewiſſermaßen zerſetzen. Dies iſt beſonders bei der Eſparcette merklich, welche 10 bis 20 Fuß tief mit ihrer Pfahlwur⸗ zel in den Kalkſtein eindringt, Buͤſchel von Nebenwurzeln ausſchlaͤgt, die den Kalkſtein an ih⸗ rem Orte muͤrbe und kruͤmlich machten, und deren Kraut um ſo uͤppiger vegetirte, je tiefer ſie eingedrungen war, wenn gleich der Kalkfelſen nur mit ſehr flacher und unfruchtbarer Krume bedeckt war. Der gebrannte von ſeiner Kohlenſaͤure befreite Kalk hat eine ſtaͤrkere duͤngende Kraft, wie der ungebrannte. Er iſt in dieſem Zuſtande freilich weit mehr zerſetzend und wirkſam auf die organiſche Materie. Allein wir muͤſſen annehmen, daß ſeine groͤßere Wirkſamkeit auch noch ei⸗ nen andern Grund habe. Er zieht ſeine verlorne Kohlenſaͤure, zumal wenn er in feinem Pul⸗ ver mit der Ackererde vermengt iſt, ohne Zweifel in ſehr kurzer Zeit wieder an; aber dieſe friſch angezogene Kohlenſaͤure haͤngt ihm wahrſcheinlich nicht ſo feſt an, daß er ſie den Pflan⸗ zen nicht leichter wieder abgeben ſollte. Er nimmt ſolche dann ſogleich wieder auf, und ſo ent⸗ ſteht eine fortdauernde Wechſelung dieſer Kohlenſaͤure zwiſchen dem Kalke, den Wurzeln und der Atmoſphaͤre. Daraus laͤßt es ſich erklaͤren, wie ſelbſt ſehr kalkhaltiger Boden von einer Duͤngung mit gebranntem Kalke merkliche Fruchtbarkeit erhalte, und wie man einige Wirkung von einer neuen Kalkung verſpuͤre, wenn gleich von einer vorhergehenden aͤltern offenbar noch Kalk genug in der Ackerkrume iſt. 4 Auf dieſe verſchiedenen Wirkungen des Kalkes— die gegebene Erklaͤrung derſelben ſey richtig oder nicht— muͤſſen wir nothwendig Ruͤckſicht nehmen, wenn wir die verſchiedenen Wirkungen des Kalkes als Duͤngungsmittel erklaͤren wollen. Sie iſt am ſtaͤrkſten und auffal⸗ lendſten auf Boden, der vielen ſauren Humus enthaͤlt, welcher vorher der Vegetation nicht zu Nutze kam; naͤchſtdem auf Boden, welicher bisher ſtaͤrkere oder ſchwaͤchere Miſtduͤngungen, aber noch nie eine Kalk⸗oder aͤhnliche Duͤngung erhalten hatte. In dieſem Falle thut er oft mehr, als eine neue Miſtduͤngung, erſchoͤpft aber fuͤr die Folge dieſen Boden, und macht es wenigſtens noͤthig, daß eine kraͤftige Duͤngung anderer Art nach einigen Jahren auf ihm folge. Da in jedem beackerten Boden, geſetzt auch, daß er ſehr mager ſcheine, noch immer einiger, wahrſcheinlich ſchwer aufloͤslicher Humus zuruͤckgeblieben iſt, ſo wird eine erſte Kalkduͤngung 8. — 8 1726 Miineraliſche Duͤngungsmittel. auch auf magern Boden wohl immer eine auffallende Wirkung leiſten. Die ſchwaͤchſte Wir⸗ kung, aber doch immer noch einige, thut eine in kurzer Friſt wiederholte Kalkduͤngung, und ſee wird immer ſchwaͤcher, je oͤfterer ſie ohne dazwiſchen gebrachte humoſe Duͤngung wieder⸗ kommt. 3 2 1 verſchiedenen Bemerkungen auf das Wintergetreide eine geringere, wie auf die Soͤmmerung, aber die ſtärkſte auf die Huͤlſenfruͤchte, den Klee und kleeartige Gewaͤchſe. 1 Die wiederholten Kalkduͤngungen ertraͤgt uͤbrigens der ſehr thonhaltige Boden beſer, wie der mehr ſandige, wobei theils die phyſiſche Wirkung des Kalkes als eine gelockerte Erd⸗ art, theils aber auch die chemiſche, indem naͤmlich der Thon den Humus weit hartnaͤckiger an⸗ haͤlt, in Betracht kommt. Auch der moorartige Boden, wenn er trocken gelegt worden iſt, er⸗ traͤgt wiederholte und ſtarke Kalkduͤngungen, indem immer zerſetzbare Materie genug vorhan⸗ den bleibt, worauf jene wirken koͤnnen. Hier wird Kalk eine lange Zeit hindurch mehr bewir⸗ ken, als Miſt. 5 „ · Dagegen wird ein magerer ſandiger Boden durch wiederholte Kalkduͤngungen, ungeach⸗ teer ſie jedesmal noch eine ſchwache unmittelbare Wirkung zu leiſten ſcheinen, endlich ganz ver⸗ dorben werden. Trifft der Kalk keine organiſche Materie an, auf welche er wirken kann, auch vielleicht wenig Thon, mit welchem er ſich wahrſcheinlich lieber zu Mergel verbindet, ſo verei⸗ ſtet wiederholte Miſtduͤngungen, ehe man einen ſolchen Boden wieder zu einem lohnenden Er⸗ trage bringen kann. Den Beweis hiervon geben manche Aecker und ganze Guͤter in Schleſien; „ daſſelbe hat man aber auch in England in den Grafſchaften, wo Dreifelderwirthſchaft mit ei⸗ — nem geringen Viehſtande betrieben wird, aber viel Kalk vorhanden iſt, auffallend bemerkt. . 5. 55. 1 Waniunntien Man bedient ſich des Kalks gewoͤhnlich im friſch gebrannten oder kohlenſaͤurefreien Zu⸗ gung- ſtande, theils ſeiner größern obengedachten Wirkſamkeit wegen, theils aber auch, weil er nur in dieſem Zuſtande in ein feines Pulver zerfaͤllt, und ſich innig mit der Ackerkrume vermengen loͤßt. Man eilt deshalb moͤglichſt den gebrannten Kalk zum Zerfallen zu bringen, und ihn ſe⸗ dann mit der Erdkrume, oder auch mit organiſchen Duͤngungsmaterialien zu vermengen. Man hat zwei Hauptmethoden, ihn dem Acker beizumiſchen, bei welchen dann freilich noch mancherlei Verſchiedenheiten in der Manipulation ſtatt finden. Ddiie eine iſt die: daß man die Kalkſtuͤcke auf einen Haufen zuſammenbringt, in der Näaͤhe eines Orts, wo man genugſames Waſſer haben kann. Man uͤbergießt ihn dann mit ſo vielem Waſſer, als erforderlich iſt ihn zu loͤſchen, d. h. ihn zu einem feinen Pulver, aber nicht zum cke muͤſſen herausgeholt, wieder zuſammengebracht, und aufs Neue benetzt werden, damit Al⸗ les in ein feines Pulver zerfalle. Der Kalk zieht hier ſein durch das Brennen verlornes Kry⸗ ſeinem aͤtzenden Zuſtande. Er wirkt daher auf die Weiſe wohl am ſtaͤrkſten und zerſtoͤrendſten auf manche Unkrautsſamen, die er zerſtoͤrt, aufloͤſt, und zu fruchtbarem Moder umwandelt. Er wird ſodann gleich mit Wagen oder Karren auf den Acker ausgefahren, und von dem Fuhr⸗ werke ab mit Schaufeln auf den umgepfluͤgten Acker ausgeſtreuet. Da dieſer Staub ſhret wer⸗ Auf gewiſſe Saaten hat die Kalkduͤngung einen ſtaͤrkern Einfluß, wie auf andere; nach nigt er ſich mit dem Sande zu Moͤrtel, der ſchwer aufloͤslich wird. Man ackert daher auf ſol⸗ chem uͤberkalkten Boden lauter Moͤrtelſtuͤcke heraus, die ſich kaum zertheilen laſſen, und es ko⸗ — Teig zu machen. Er muß hierbei durchgearbeitet werden, und die unzerfallnen groͤßern Sti⸗ ſtalliſationswaſſer wieder an, aber wenig von ſeiner Kohlenſaͤure, und bleibt folglich noch in auf unzerſetzte organiſche Materien im Boden, auf die Inſekten, Pflanzenfaſern und ſelbſt wohl ſorelti, odi diit neliſe Kalkd vnnbufende unſteuen. Die zw zaufen ett ſeche dann i nen Abzugsg. ſo ſticht man einmal wieder vermuthlich in fähet; aber ſ aber den Kalk bethindert, t klebt bleibt. Eine de daß man ihn on den Raine zuſammenbri einige Male Humus ſehr von teefflich genen veget dern Kompo Fine t ſe Virkung! durchmengt: rüͤhrung und Wenn man il denen Weie gepflüͤgt. 8 wuͤhlt. R wit Einſchl zeuge durch fordert alſo die geruͤhm Verfährt ma cen Falkung in Nörtelſte tolen Päug dem Muge Jwote Kh ſhritſe de dingun, 1 ingung wiehe⸗ uj ader, i die innetmn ge Odden hſe e gelocken g 1½ harniin gt wona e genugue urch meyee. ungen, unn adlich gane irken kann, at bindet, ſo den ert daher auf aſſen, und ein m lohnenden ater in Schln virthſchaft ni allend bemetk. enſaͤureftten zuch, wellen trume vernan en, und i vermengen chen dannfil ingt, in de ann mit ſi „ aber üitt lnen grihm ei verden, wni en vetlens d t folgit uh ͤt folg u Mineraliſche Duͤngungsmittel. ſchwerlich iſt, ſo muß man ſich bei dem Zuge des Wagens ſorgfaͤltig nach dem Winde richten, ſo daß dieſer ihn von den ausſtreuenden Menſchen, auch von den Pferden wegwehe. Man hat, wo dieſe Kalkduͤngung ſehr gebraͤuchlich iſt, auch an den dazu beſtimmten Karren mit dem Ra⸗ de umlaufende Walzen angebracht, ungefaͤhr wie an den Saͤemaſchinen, welche das Kalkpulver ausſtreuen.— Die zweite gebraͤuchlichere und bequemere Art iſt die: daß man die Kalkſtuͤcke in kleine Haufen, etwa eines Scheffels ſtark, auf den Acker in gehoͤrigen Zwiſchenraͤumen vertheilt, und ſolche dann mit Erde, die man rings um den Haufen ausſticht, und dadurch zugleich einen klei⸗ nen Abzugsgraben fuͤr das Waſſer macht, bedeckt. Wenn der Kalk mehrentheils zerfallen iſt, ſo ſticht man ihn mit der Erde durch, und ſind noch Stuͤcke darunter, ſo ſetzt man ihn noch einmal wieder auf, und bedeckt ihn mit neuer Erde. Dieſe Bedeckung mit Erde hat man zwar vermuthlich in dem falſchen Wahne, als verloͤre der Kalk einen fluͤchtigen Stoff, zuerſt einge⸗ fuͤhrt; aber ſie iſt doch reell nuͤtzlich, weil ſich ohne ſolche Bedeckung bei regnigter Witterung uͤber den Kalkhaufen eine Borke erzeugt, welche theils das weitere Eindringen der Feuchtigkeit verhindert, theils aber ſchwerlich wieder zu Pulver zerfaͤllt, ſondern in Stuͤcken zuſammenge⸗ klebt bleibt. Eine dritte Art, den Kalk zur Vertheilung auf den Acker vorzubereiten, iſt noch die: 177 daß man ihn mit Raſen oder Raſenerde, da, wo man ſie nahe beim Acker haben kann, z. B. an den Rainen und Abhaͤngen der Felder oder bei binſigen auszuſtechenden Sinken in Mieten zuſammenbringt, ihn darin zerfallen und den Raſen zerſetzen laͤßt. Dieſe Mieten werden dann einige Male umgeſtochen und wieder aufgeſetzt. Hier kann ſich der Kalk mit der Erde und dem Humus ſehr wirkſam verbinden und zertheilen, und dieſer oft leicht zu bereitende Kompoſt iſt von trefflicher Wirkung. So bringt man ihn auch zwiſchen mooſigen Torf und mit unzergan⸗ genen vegetabiliſchen Subſtanzen noch ſtark verſetzten Modder. Von ſeinem Gebrauche zu an⸗ dern Kompoſtarten iſt§. 32. geredet worden. 5. 56. Eine weſentliche Bedingung, wenn man von dem Kalk die erwuͤnſchte und moͤglich hoͤch⸗ ſte Wirkung haben will, iſt die, daß er auf das allergenaueſte und innigſte mit der Ackererde durchmengt werde, ſo daß jede ſeiner feinſten Partikeln mit jeder Partikel der Erde in Be⸗ ruͤhrung und Wechſelwirkung komme. Hierbei iſt alſo die groͤßte Aufmerkſamkeit noͤthig. Wenn man ihn auf den geſtuͤrzten und vorgeeggeten Acker ausgeſtreuet hat, ſo wird er bei tro⸗ ckenem Wetter nochmals ſtark durchgeegget, und ſodann ſo flach, wie immer moͤglich, unter⸗ gepflugt. Am beſten bedient man ſich hierzu des Exſtirpators, der ihn mit der Erde durch⸗ wuͤhlt. Nun wird wieder geegget, und darauf um ein weniges tiefer gepfluͤgt. So muß er mit Einſchluß der Saatfurche wenigſtens vier Mal mit Pflug, Egge oder dem genannten Werk⸗ zeuge durchgearbeitet werden, und zwar immer bei trockenem Wetter. Die Kalkduͤngung er⸗ fordert alſo nothwendig eine reine und vollkommene Brache. Auf dieſe Weiſe wird dann auch die geruͤhmte Wirkung des Kalks, daß er das Land vom Unkraute reinige, voͤllig erreicht. Verfaͤhrt man dagegen hierin nachlaͤſſig, ſo thut der Kalk wenige Wirkung. Von einer ſchwa⸗ chen Kalkung verſpuͤrt man gar keine, von einer ſtarken oft eine nachtheilige, indem der Kalk zu Moͤrtelſtuͤcken wird. Wo man den groben Fehler beging, ihn mit der erſten Furche zur vollen Pflugtiefe unterzubringen, da hat ſich eine Kalkborke unter derſelben erzeugt, welche dem Pfluge ſo im Wege iſt, daß der Boden dadurch ganz flach wurde. Dies iſt naͤmlich in Zweiter Theil. 3 Behandlung des ausgeſtreuten Kalks. den Gegenden ge ringern bedarf. derjenigen, die regulaͤr abwechſelnd mit der Miſtduͤngung wiederkommen ſoll, ein Unterſchied zu machen. Jene nimmt man nur vor, um dem Acker auf einmal eine radikale Verbeſſerung, welche man ſich vom Kalk unt dieſe, um ihn fortdauernd in darf nur ſchwach ſeyn, und m im letzteren Falle alle drei oder ſechs Jahre mit Miſt⸗ und Kalkduͤngung abzuwechſeln. Es giebt allerdings aber auch Gegenden, wo man drei bis vier Mal nach einander alle drei Jahre die Brache kalkt, bevor man ein erſchoͤpft worden iſt. Mineraliſch Düͤngungsmittel. ſchehen, wo der Kalk wohlfeil iſt, und man alſo verſchwenderiſch damit 2 Die Quantitaͤt des aufzufuͤhrenden Kalks wird ſehr verſchieden angegeben. Kedülgungr. ſte, was man mit Nutzen aufgebracht hat, ſind 32 Metzen per Jochart geweſen; aber ich fi⸗ de auch Angaben, beſonders bei den Englaͤndern, von 300 Metzen auf den Jochart, insbeſon⸗ dere bei neu urbar gemachtem er naͤmlich ziemlich rein oder mit vielem Thon oder Sand vermengt ſey, auch wenn man ihn dem Volumen nach mißt, ob dem der gebundene thonige u trocken gelegte Boden— denn auf feuchtem Boden thut der Kalk durchaus keine gute Wir⸗ kung— eine ſehr ſtarke Kalkung mit Vortheil ertragen kann, der mehr ſandige aber einer ge⸗ §. 57. Das Gering⸗ Lande. Es kommt dabei 1) auf die Qualitaͤt des Kalks an, ob er kompakter oder loſer ſey. Ferner auf die Art des Bodens, in⸗ nd der viele unzerſetzte Pflanzentheile enthaltende, moorige, aber Endlich iſt unter der Kalkduͤngung, die nur einmal unternommen wird, und 1 er ſchon angegebenen Bedingungen verſprechen kann, zu geben; Fruchtbarkeit zu erhalten. Jene Kalkung muß ſehr ſtark, dieſe uß mit der Miſtduͤngung im Verhaͤltniſſe ſtehen; denn man pfeegt e Miſtduͤngung giebt; wobei dann freilich der Acker aufs zußerſte 1 §. 58. Ueber die Vortheile und Nachtheile der Kalkduͤngung findet man die auffallendſten Wider: ſpruͤche, aus welchen man ohne den Leitfaden einer richtigen Theorie ſich gar nicht, mit den⸗ ſelben aber ſehr leicht herauswickeln kann. durch ſein Anziehen oder Wie wirkliche Nahrung, allein ſie ſteht darin, daß er den Hum Nahrungsſtoff fuͤr die Pflanzen umwandelt. Daher iſt ſeine Wirkung groß, wenn er von die⸗ ſer Materie viel antrifft. D großem Belange. Naturlich ner wiederholten, ſo reiche Ernten gehabt, wie von keiner Miſtduͤngung. ben daher der erſtern vor der letztern einen Vorzug gegeben, und dieſe ganz entbehren zu koͤnnen geglaubt. Aber die Erſchoͤpfung des Bodens zeigte ſich dann fruͤher oder ſpaͤter als ah⸗ ſchreckendes Beyſpiel, und nun hat man vor der Gefahr einer jeden Kalkduͤngung gewarnt. Der Verſtaͤndige aber, der einſah, daß der Kalk dieſen Miſt keinesweges entbehrlich mache, ſeine Wirkung aber verſtaͤrke, benutzte die Fruchtbarkeit, welche der Kalk den erſten Saaten gab, um deſto mehr Material zu einer ſtaͤrkern Miſtduͤngung zu gewinnen, und ſomit durch Miſt dem Acker das wieder zu erſetzen, was der Kalk in die uͤppige Vegetation uͤbergetrieben Er bedient ſich auch da des Kalks noch fortdauernd auf eine maͤßige Weiſe, wo andere gaͤnzlich von deſſen Auffuhr abgeſchreckt ſind. G 8 Der Kalk, beſonders der friſch gebrannte, giebt derabgeben der Kohlenſaͤure den Pflanzen allerdings wohl einige iſt von keiner großen Bedeutung, und ſeine Hauptwirkung be⸗ us und die vegetabiliſchen Theile zerſetzt und zu einem geſunden ie Zerſtoͤrung des Unkrauts bei guter Behandlung iſt ſchon von hat man daher von einer Kalkduͤngung, manchmal ſogar von ei⸗ Unverſtaͤndige ha⸗ De gwen ſe ſchen kann, nuh, ſwie als nrfhn lcker be wom in guter funt Kraft ni falten wil und ſeht ſich, daß zungsmittel, ben konne. D technen Eie ſind feingeſcheben; Kalkziegel ſtrei feil it, und m laſen. Bei ei nahe doppelt derliert, wie gung immer b er nur nicht u Sand kann e mengt, die bleibt er abe mehrere En theilige Wir Ueber d falls getheilt. ſuche, aber ſe damit verfahr den koönne. dw Naſſen ab und Wien Sehr züͤgliche di ſchagen. Der 1 ſo gurß, wie e leiſ kom eoha Ghauſten wi zwendeiſ ea ben. do gar eſen, dün ih i Jochan m des Ku uch wem ug let des Tehe nde, mooiig us keine gan dige aber iin nommen vidd, n ul, ein Untah ikale Terbeſim kann, zu gin iß ſehr ſtark, N n; denn man hi vechſeln. Es g alle drei Jahren Acker auft zuje 9 1 9 1 fallendine nicht, mi gebrannte, ings woßl i Hauptwitkmn u einem giſel wenn er don lung iſ ſcu mal ſogar in Unverfſändie ganz entbeftet der ſoiir db 11 duͤngun ſeamt entbehric dach en erſten Eunn und ſonit dt ion übergenin Heiſe, wo ah Mineraliſche Duͤngungsmittel. 179 §. 59. Die Anwendbarkeit der Kalkduͤngung haͤngt hauptſaͤchlich von den Koſten ab, wofuͤr man ſie haben kann, und dieſe ſind der Lokalitaͤt nach ſehr verſchieden. Wenn man 48 Metzen Kalk, ſoviel als im Durchſchnitt auf 1 Jochart urbares Ackerland gehoͤren, fuͤr 30 bis 40 Fl. auf den Acker bringen kann, ſo iſt es dieſer Ausgabe werth; beſonders in dem Falle, wo der Boden in guter Dungkraft ſteht, aber mit Unkraut ſo angefuͤllt iſt, daß die Ernten deshalb ſeiner Kraft nicht entſprechen, und unter der Vorausſetzung, daß man doch eine reine Brache halten will und muß. Hier wird ſich dieſe Auslage in kurzer Zeit wieder bezahlen. Es ver⸗ ſteht ſich, daß man ſtatt des Kalkes kein anderes in ſeiner Wirkung ihm gleichkommendes Duͤn⸗ gungsmittel, kalkreichen Mergel, Seifenſieder⸗ oder gute Torfaſche mit geringern Koſten ha⸗ Koſten der Kalk⸗ düngung. ben koͤnne. Die Koſten einer Kalkduͤngung laſſen ſich nach der Lokalitaͤt von jedem leicht be⸗ rechnen. Sie ſind da am geringſten, wo man einen Kalkſteinbruch in der Naͤhe hat, oder in Kalk⸗ ſteingeſchieben den Leſekalk in Menge findet, oder auch von dem ſogenannten Mergelkalk leicht Kalkziegel ſtreichen kann; wenn zugleich das Feuermaterial, Holz, Steinkohle und Torf, wohl⸗ feil iſt, und man ihn alſo leicht an Ort und Stelle brennen kann, ohne ihn weit anfahren zu laſſen. Bei einer weitern Anfuhr des rohen Kalkſteins muß man wohl erwaͤgen, daß er bei⸗ nahe doppelt ſo ſchwer iſt, als der gebrannte, und daß man alſo bei der Fuhre leicht ſo viel verliert, wie man durch das Selbſtbrennen gewinnt. Wenn gleich der reine Kalk auch zur Duͤn⸗ gung immer beſſer iſt, als der unreine, ſo kann man doch auch letztern dazu gebrauchen. Wenn er nur nicht uͤber 15 Prozent Thonerde hat, ſo iſt er zum Brennen noch zu gebrauchen, und an Sand kann er noch mehr halten. Mancher Kalkſtein iſt mit vielen metalliſchen Oxyden ver⸗ mengt, die ihn wegen der ſchmutzigen Farbe zum Moͤrtel verwerflich machen; zum Duͤnger bleibt er aber dennoch gut. Nur gegen den bittererdigen Kalk haben Tennant und nach ihm mehrere Englaͤnder gewarnt, und wollen von der kohlenſaͤurefreien Bittererde eine hoͤchſt nach⸗ theilige Wirkung auf die Vegetation bemerkt haben. §. 60. Ueber die Wirkung des gebrannten Kalks, auf Wieſen geſtreut, ſind die Meinungen eben⸗ falls getheilt. Ich kenne daruͤber keine genau angeſtellte und verſchiedentlich modifizirte Ver⸗ ſuche, aber ſo viel ſcheint mir aus den zerſtreuten Erfahrungen zu erhellen, daß man vorſichtig damit verfahren muͤſſe, und daß ein ſtarkes Aufbringen des aͤtzenden Kalks leicht gefaͤhrlich wer⸗ den koͤnne. Ein ſchwaches Ueberſtreuen ſoll dagegen auf trockenen Wieſen ſehr gute Wirkung, auf naſſen aber gar keine gethan haben, und man hat beſonders bemerkt, daß die Kleearten und Wicken ſtaͤrker dadurch hervorgelockt ſind. 8 Sehr kalkhaltige Gewaͤſſer thun durch Ueberſtauung und Ueberrieſelung den Wieſen vor⸗ zuͤgliche Dienſte, aber hier wird kohlenſaurer und dennoch fein zertheilter Kalk niederge⸗ ſchlagen. 7.— §. 61. 2 Der ungebrannte Kalk iſt allerdings auch wirkſam; aber theils iſt ſeine Wirkung nicht ſo groß, wie die vom gebrannten, und er muß in groͤßerer Menge aufgebracht werden, wenn er etmas leiſten ſoll; theils iſt es ſehr ſchwer, ihn ſo fein zu puͤlvern, als noͤthig iſt. Er koͤmmt deshalb faſt nur zufaͤllig und als Abfall in Gebrauch. Der Abkehrigt von Kalkſtein⸗ Chauſſeen wird mit ſehr großem Nutzen auf die anliegenden Aecker gebracht, der dann freilich 3 2 v Wirkung des alks auf Wieſen. Ungebrannter Kalk. faulenden Theilen kommt. Der Mergel. Meinungen über den Mergel. 180 — Miineraliſche Duͤngungsmittel auch andere duͤngende Theile in ſich begreift. Von dem Marmorſtaube aus den Werkſtaͤtten der Steinhauer hat man ſehr gute Wirkung geſehen. 4 Selbſt der alte Moͤrtel ſcheint ſich mit der Zeit aufzuldſen, wenn er in Verbindung mit Wirkung, aber erſt nach einigen Jahren.. §. 62. Der Mergel beſteht aus Thon und kohlenſaurem Kalk, wie wir wiſſen, in ſehr berſchie⸗ denen Verhaͤltniſſen, aber innig mit einander vermiſcht, ſoll er anders den Namen Nergel verdienen. phyſiſch durch den Thon, indem er die Konſiſtenz des loſen Bodens dadurch verbeſert, und zwar auf eine beſtaͤndig nachhaltende Weiſe, und chemiſch durch den Kalk oder eigentlich duͤn⸗ gend, welche Wirkung ſich aber nach und nach vermindert, und endlich ganz verliert. Dieſe beiden Wirkungen muͤſſen wir wohl unterſcheiden. Er thut mehr die eine oder die andere, je nachdem der Thon oder der Kalk in ihm uͤberwiegt. Um die erſtere merklich durch den thoni⸗ gen Mergel zu erreichen, muß er natuͤrlich weit ſtaͤrker aufgefahren werden, wie der kalkige Mergel, von dem man nur die letztere erwartet, und jene phyſiſche nachhaltende Verbeſſerung findet auch nur auf demjenigen Boden ſtatt, welcher deren bedarf; wogegen einem ohnehin zu thonigen Boden das Auffahren des Thonmergels, wenigſtens nachdem die Wirkung des Kalkes voruͤber iſt, nur nachtheilig werden koͤnnte. Durch die innige Mengung der beiden Beſtandtheile hat der Mergel den großen Vorzug vor dem bloßen Thon oder Lehm, und vor dem kohlenſauren Kalk, oder etwa vor einer kuͤnſt⸗ lichen Vermengung beider, daß er ſich von ſelbſt vollkommen zertheilt, in das feinſte Pulber zerfaͤllt, und ſich in den kleinſten Partikeln mit der Ackerkrume vermengen laͤßt. 3 1 5. 63. Der Nutzen des Mergels iſt ſchon in uralten Zeiten bekannt geweſen, und er iſt hier und da, wo einige Betriebſamkeit im Ackerbau herrſcht, immer aufgefahren worden. Daß ſich ſein Gebrauch nicht mehr verbreitete, lag wohl hauptſaͤchlich an der Unkenntniß ſeiner Ratur. Man verband den Begriff des Mergels immer nur mit einem Mineral von einer gewiſſen in die Sinne fallenden Beſchaffenheit. Da nun der Mergel ſo mannigfaltige Geſtalten und Farben hat, ſo erkannte Niemand den Mergel, der anders ausſah, als die ihm bekannte Art. So ließ der große Friedrich der die geſundeſten und richtigſten Begriffe vom Ackerbau hat⸗ te, aber endlich durch den geringen Erfolg, den ſeine Anordnungen, weil man ſie mißverſiand, hatten, davon abgeſchreckt wurde— in den ſechziger Jahren viele Mergelgraͤber kommen, wel⸗ che die ſaͤmmtlichen Marken durchreiſen, und nach Mergel ſuchen mußten, erhielt aber von al⸗ len Orten her den Bericht, daß, der ſorgfaͤltigſten Unterſuchung ungeachtet, nirgends Mergel aufzufinden ſey; und dennoch liegt in den Marken der Mergel im groͤßten Ueberfuſe, und zwar gerade von einer ſolchen Beſchaffenheit, wie ſie dem groͤßern Theile des Bodens am ange⸗ meſſenſten iſt. Das Vorurtheil, daß hier kein Mergel zu finden ſey, war ſo eingewurzelt, daß man mich beinah verſpottete, wie ich anfangs vom Mergeln ſprach. Dieſe aus gebirgig⸗ ten Orten hergekommenen Mergelgraͤber kannten vermuthlich nur den ſteinigen Mergel, der ſich freilich nicht anders als in gebirgigten Gegenden findet. In andern Gegenden kannte man nur den weißen Mergelkalk, welcher ſich nicht leicht anders als in Niederungen und ingwenig maͤchtigen Lagern findet. Der lehmige Mergel, welcher in den Ebenen am meiſten ene Er thut wenigſtens, auf Wieſen gebracht, eine ſehr auffallende Mittelſt dieſer Beſtandtheile wirkt er als Duͤngungsmittel auf eine doppelte Weiſe: iſt, war faſt allgemein verkannt, und wo der Zufall deſſen Nutzen gelehrt hatte, wie in der Prie Puti nan, niggſu tei Nuiwa zuri bujthliſ gerer ſt tmuht hatte t berechntte utbanen ſt nergelten. 9 iber war, un wenig. Däh mache reiche I ohne Ricſicht einer guten Wi gen kann, der ihn auch das) Ueber d dem§. 809. ge lation uͤbrig. Da die nachſten Ste ſolchen Stel ſo wird dies ſten ein, wa durch die Th in Gegenden tiefer unter d Stellen abgel Duantität, d Bei ein grube zu waͤh ausaegeät ſey der Hägel, Feuchtigkeit Bevo beneinander ſch daſelbſt brochen find wiſchen kon Jeardeitung gegrabenen den Detft in Verbindung n ge ſehr auffalene ine dopyaheg 7 Mineraliſche Duͤngungsmittel. 181 Pretzer Probſtey in Holſtein,(Vergl. Thaers vermiſchte Schriften, Bd. I. S. 631.), da glaubte man, ausgegrabener Lehm thue dieſe Wirkung, und nahm nun freilich zu Zeiten Lehm, der kein Mergel war, hatte alſo auch nicht die erwartete Wirkung davon. Die Chemie konnte uns zuerſt Aufſchluͤſſe uͤber die Erfahrungen geben, die im Widerſpruch mit einander zu ſtehen ſchienen. Ferner ſtand der Verbreitung des Mergelns der Mißbrauch entgegen, welchen man davon gemacht hatte. Wo man ſich naͤmlich von ſeiner großen duͤngenden Eigenſchaft uͤberzeugt hat⸗ te, berechnete man haͤufig, daß er wohlfeiler als der Miſt ſey, glaubte des letztern entbehren zu koͤnnen, ſchraͤnkte den Viehſtand ein, und verkaufte Heu und Stroh an andere, die nicht mergelten. Natuͤrlich ward alſo der Boden, nachdem die chemiſche Wirkung des Mergels vor⸗ ——— rch derdin u uͤber war, unfruchtbar, und eine zweite Mergelung half bei einem humusleeren Boden ſehr der eiganzi wenig. Deshalb entſtand ſchon vor mehrern hundert Jahren das Sprichwort: der Mergel z verlie d mache reiche Vaͤter, aber arme Kinder; und das Wort ausmergeln, welches man, ſelbſt der die un ohne Ruͤckſicht auf ſeinen Urſprung, uͤberhaupt fuͤr das Erſchoͤpfen des Bodens gebraucht. Bei h durch da ſe einer guten Wirthſchaft iſt aber jenes Sprichwort ſo wenig wahr, daß man im Gegentheil ſa⸗ 1, wie de ki gen kann, der Mergel vermehre den Reichthum progreſſiv bei jeder Generation, indem durch tende Daten ihn auch das Material des Miſtes ſelbſt in immer groͤßerer Quantitaͤt erzeugt wird. neinem thuchn§. 64. 5 Dirkung des zat.; S in Wifonts des Ueber die Natur, die Kenntniß, die Art und die Lage des Mergels haben wir S. 3 in Netgeis an begünſtigten en großen Veng dem§. 89. geredet. Es bleibt alſo nur die Rede von ſeiner Anwendung und von der Manipu⸗ Oiten. da vor einer kir das feinſe puw ßt. und er iſtſſew orden. Daji riß ſeiner dr er gewiſſen alten und g annte Art. d om Ackerbau n ſie mißterir der kommen,t ehielt aber un 9 nirgendé Nult Ueberfuſt, u) Bodens n ulge rſo iinewuni⸗ ieſe aus Külc gen Meuz 1 enden kanntelc en und p. neiſten veftin tte, wie ni lation uͤbrig. 8 Da die Anfuhr das erheblichſte und koſtſpieligſte iſt, ſo muß man vor allem ihn an der naͤchſten Stelle des zu bemergelnden Feldes aufzufinden ſuchen. Geſetzt auch daß er an einer ſolchen Stelle, der tiefern Lage wegen, beſchwerlicher zu gewinnen und aufzuladen waͤre, ſo wird dies, der nahen Anfuhr wegen, doch immer erſetzt. Dieſe Ruͤckſicht tritt da am ſtaͤrk⸗ ſten ein, wo man vom lehmigen Mergel eine ſtaͤrkere Auffuhr machen, und ſomit loſen Boden durch die Thontheile verbeſſern will. Gluͤcklicher Weiſe findet ſich aber dieſer thonige Mergel in Gegenden, wo er an einem Orte ſteht, auch faſt allgemein verbreitet, und liegt nur flacher oder tiefer unter der Oberflaͤche; wogegen der kalkige und ſteinige Mergel ſich oft nur an einzelnen Stellen abgelagert hat, und oft weit her angefahren werden muß; was aber bei der geringen Quantitaͤt, deren man bedarf, dann auch leichter geſchehen kann. Bei einer nicht merklich verſchiedenen Entfernung hat man dann die Stelle zur Mergel⸗ grube zu waͤhlen, wo er am flachſten liegt, und wo die Grube dem mindeſten Waſſerzulauf ausgeſetzt ſeyn wird. In allen ebenen Gegenden liegt der Mergel am flachſten an der Spitze der Huͤgel, und zwar mehrentheils ſolcher Huͤgel, die ſich durch eine dunkelbraune, bei maͤßiger Feuchtigkeit zerkruͤmelnde Lehmerde auf der Oberflaͤche auszeichnen. Bevor man die Mergelgrube anlegt, muß man ſich durch den Erdbohrer, oder durch ne⸗ beneinander eingeſenkte Loͤcher uͤberzeugen, daß der Mergel von gewuͤnſchter Beſchaffenheit ſich daſelbſt in betraͤchtlichen Lagern befinde. Es iſt jedoch ſelten, daß man ihn ganz ununter⸗ brochen findet, und daß beſonders in den obern Schichten nicht Sandadern und Sandlagen da⸗ zwiſchen kommen. Dieſe duͤrfen daher nicht abſchrecken, und das Unbrauchbare kann bei der Bearbeitung der Mergelgrube leicht bei Seite geſchafft, und ſogar zur Ausfuͤllung der tief aus⸗ gegrabenen Stellen nuͤtzlich angewandt werden. Man unterſucht ſodann den Gehalt des aufgefundenen Mergels. Er iſt ſelten ganz gleich, und wechſelt von Stellen zu Stellen ab. Man muß daher mehrere Stuͤcke unterſuchen, und Mineraliſche Duͤngungsmittel. den Gehalt im Durchſchnitt nehmen, indem er bei dem Ausfahren ziemlich durcheinander ge⸗ mengt wird. Je ſandiger der Boden iſt, worauf man den Mergel bringen will, um deſto nutz⸗ barer iſt der mergeligte Thon, der wenig Kalktheile hat, und er wird ſchon brauchbar, wenn er 12 bis 15 Prozent Kalk enthaͤlt, obwohl man ihn, um die Wirkung des Kalkes zu erreichen, ſo viel ſtaͤrker auffahren muß. Nur der vielen Sand enthaltende Mergel iſt fuͤr ſolchen Boden verwerflich. Auf thonigem und lehmigen Boden hingegen wuͤrde jener Mergel nicht paſſen, und 182² man muß da ſolchen aufzufinden trachten, der wenigſtens 40 Prozent, beſſer aber noch mehr Einrichtung der Mergelgrube. an Kalk enthaͤlt. Dagegen ſchadet hier der ſandige Mergel, der manchmal vielen Kalk hat, nicht, ſondern iſt im Gegentheil vorzuͤglich anwendbar. Der ſteinige Mergel in gebirgigen Gegenden iſt fuͤr den Thonboden beſonders geeignet, iudem er wenig Thonerde, ſondern groͤß⸗ tentheils Kalk und feine Kieſelerde zu enthalten pflegt. Nur zerfaͤllt er oft erſt ſpaͤt. §6. 65. 3 Rachdem man ſich von der Zweckmaͤßigkeit der Stelle und ihres Gehalts uͤberzeugt hat, legt man durch Abraͤumung der Oberflaͤche die Mergelgrube an. Dieſe Abraͤumung muß ſo tief geſchehen, bis man auf die eigentliche Mergellage, welche einen gehoͤrigen Gehalt hat, kommt. Der Abraum iſt manchmal zur Ausfuͤllung von Sinken, die ſich in der Nachbarſchaft der Mergelhuͤgel zu finden pflegen, zu gebrauchen. Sonſt bringt man ihn auf den untern Rand der Grube in genugſame Entfernung, um nicht auf die Wand derſelben zu druͤcken, aber doch auch nicht zu weit weg, weil man ſich deſſen zur Ausfuͤllung der tief ausgegrabenen Stellen in der Folge nuͤtzlich bedienen kann. So wie man alle Arbeiten bei dieſer Operation moͤglichſt zu verdingen ſuchen muß, ſo iſt dies auch ſchon bei dem Abraume der Fall, und man macht dieſen Verding ſchachtruthenweiſe, oder nach andern in der Gegend bekannten Maßen. Will man ſich der abgeraͤumten Erde nicht zu einem beſondern Zwecke an einem entferntern Orte bedienen, ſo laͤßt man ſie nicht durch Pferde, ſondern nur durch Handkarren wegſchaffen, zuweilen auch nur durch den Wurf auf den Rand hinauswerfen. Dieſes Wegſchaffen giebt man dann zu⸗ gleich mit in Verding. Manchmal kann man ſich auch des Mollbretts, welches in der Folge beſchrieben werden wird, nuͤtzlich bedienen. Laden und Aus⸗ fuhr des Mer⸗ gels. Zuweilen iſt es rathſamer, den Abraum von der ganzen Flaͤche und in der vollen Breite, die man der Grube zu geben gedenkt, wegſchaffen zu laſſen; zuweilen aber erſt eine ſchmaͤlere Breite zu nehmen, naͤmlich in dem Fall, wo man nicht ſehr tief zu gehen gedenkt, und den fernern Abraum dann wieder zur Ausfuͤllung der ausgeſtochenen Breite gebrauchen will. Man kann ſich auf die Weiſe von einer niedern Stelle eines Mergelhuͤgels immer weiter nach deſſen Gipfel zu hineinarbeiten. Will man hingegen ſtark in die Tiefe gehen, wozu man ſich oft, weil der Mergel immer gleichartiger und kalkreicher wird, veranlaßt findet, ſo muß die Mer⸗ gelgrube gleich weit genug angelegt werden, damit man mehr Raum darin habe, und ſich ge⸗ gen das Einſtuͤrzen der Waͤnde ſichern koͤnne.. Eine Breite von 6 Ruthen und eine Laͤnge von 8 Ruthen machen eine maͤßige Mergel⸗ grube aus. Jedoch giebt es Faͤlle, wo man ſie doppelt ſo groß macht. Sodann muß man der Mergelgrube eine beſondere Einfahrt und Ausfahrt geben, damit das Fuhrwerk nicht darin zu wenden brauche. Beide muͤſſen gelinde abgedacht ſeyn, ſo daß ſe bequem in die Grube hinein und herausfuͤhren. . 56. Bei der Arbeit der Mergelausfuhr muß man das gerechte Verhaͤltniß zwiſchen den Ar⸗ beitern, die den Mergel loshacken und laden, und dem Fuhrwerke zu treffen ſuchen; ſo daß dis iie uf d den, mnſů 1 vokgehel werden nndu ſhin un hen in d petden. Esd n Mergel loꝛ Fnel, ſo mi WPenn grruͤckkehren, Fuhrwerks zu achtung der bor n 2ur nch her der Wergel Bei der dee Pferde und nan beſondere dann ſolche P. Entfernung n Kubikfuß haͤlt oder beſonder Pfennige. nig mehr al Loshauen un nicht aus der So richtet m welches man Obest gen Zeiten da⸗ bis zu einer b ſonſtrichet ſ gewohnlichen dere Ardeite Nach nen Mergel dieſer Arbei nur ein Trei dem Ausſtren ger Vagen iit und ſcht rieſen hbeie l fahren la⸗ *4 Ffund. durcheinnde t dil,, um deir braucha, nn Kalke uerrith fur ſochen din el nich doſen, uh er ade uah ne al viele di ergel in ging rde, ſonda erſt ſpäit. alts überzag lbraͤunung ui örigen Gefulſt n der Rachhete nuf den unten e druͤcken, ahe grabenen Sieln: ration woͤglcht. d man mact dit Naßen. Blm tern Orte beͤina en, zuwelln an ebt man dun u ches in da d der vollen de eſt eine ſchin edenkt, udt ichen will n weiter nac i ozu man ſih ſo muß dier habe, und ſi e maͤßite Nege het gen, dini ͤt ſeyn, ſdhſ wiſchen den ſuchen; Mineraliſche Duͤngungsmittel. 183 eins nie auf das andere zu warten braucht. Dies Verhaͤltniß iſt nach der Entfernung verſchie⸗ den, wohin der Mergel abgefahren wird, wiederum nach der Tiefe, aus welcher er her⸗ vorgeholt werden muß, nach ſeiner Zaͤhigkeit, nach der Witterung, und oft nach dem Waſeer, welches ſich in der Grube ſammelt. Es muß ſo eingerichtet werden, daß immer ein Fuhrwerk zum Laden in der Grube bereit ſtehe, aber auch nicht zu warten brauche, um voll geladen zu werden. Es duͤrfen fuͤr die Lader wenigſtens nur ſo lange Pauſen eintreten, als noͤthig ſind den Mergel loszuhacken, oder ihn aus einer groͤßern Tiefe herauf zu werfen. Geht die Arbeit ſchnell, ſo muͤſſen beſondere Hacker und beſondere Lader da ſeyn. Wenn die Entfernung groͤßer iſt, ſo kann natuͤrlich jedes Fuhrwerk nicht ſo ſchnell wieder zuruͤckkehren, als wenn in der Naͤhe abgeſtoßen wird. Es muß ſich alſo das Verhaͤltniß des Fuhrwerks zu den Arbeiten darnach vermehren oder vermindern, welches ſich leicht bei Beob⸗ achtung der Lokalitaͤt beſtimmen laͤßt. Kann man bei derſelben Zahl der Handarbeiter an ei⸗ nem Tage mehr Geſpann geben, ſo faͤhrt man weiter ab; kann man weniger geben, dann naͤ⸗ her der Mergelgrube. Und ſo auch umgekehrt, wenn man mehr oder weniger Handarbeiter hat. §. 67. Bei der Verdingung der Arbeit pflegt man manchmal das Abfahren, wozu man jedoch Loſten und Ze⸗ Erſteres geſchieht, wenn deit. s der Uu⸗ die Pferde und das Fuhrwerk giebt, mit einzuſchließen oder nicht. man beſondere Pferde und Karren zum Mergel⸗ und Modderfahren angeſchafft hat, wozu man dann ſolche Pferde zu nehmen pflegt, an denen nicht viel zu verderben iſt. Wenn die weiteſte Entfernung nicht uͤber 70 bis 80 Ruthen iſt, ſo bezahlt man fuͤr ein Fuder, welches etwa 18 Kubikfuß haͤlt, in Holſtein 1½ Schilling oder 9 Pfennige ſchwer Geld. Hat man aber Knechte oder beſondere Fuͤhrer bey den Pferden, ſo bezahlt man fuͤr das Laden eines Fuders 6 bis 7 Pfennige. Ich gebe hier fuͤr ein ſolches Fuder zu laden einen ſchlechten Groſchen, welches we⸗ nig mehr als einen Schilling ſchwer Geld macht. Es verſteht ſich aber, daß alsdann beim Loshauen und Laden keine beſondere Schwierigkeiten ſich finden duͤrfen, und daß der Mergel nicht aus der Tiefe heraufgeworfen zu werden brauche, ehe er auf den Wagen geladen wird. So richtet man es ein, wenn man Ackergeſpann bei muͤßigen Zeiten zum Mergelfahren nimmt, welches man den Arbeitern nicht uͤbergeben will, und wozu man auch Knechte hat. Ob es rathſamer ſey, beſondere Pferde darauf zu halten, oder das Ackergeſpann in muͤßi⸗ gen Zeiten damit zu beſchaͤftigen, haͤngt ganz von Lokalverhaͤltniſſen ab. Will man die Sache bis zu einer beſtimmten Ausdehnung betreiben, ſo iſt erſteres faſt unumgaͤnglich noͤthig. Denn ſonſt richtet ſich der Fortſchritt der Arbeit nur nach der Muße, die die Pferde und zugleich die gewoͤhnlichen Arbeiter haben. Haͤlt man beſondere Mergel⸗Pferde, ſo muß man auch beſon⸗ dere Arbeiter zu dieſem Geſchaͤfte anſtellen. Nach den Pferden richtet ſich auch in den meiſten Faͤllen wohl das Fuhrwerk. Bei eige⸗ nen Mergel⸗Pferden ſind einſpaͤnnige Steigkarren ohne Zweifel am rathſamſten, und die mit dieſer Arbeit immer beſchaͤftigten Pferde gewoͤhnen ſich leicht ſo, daß bei zwei oder drei Karren nur ein Treiber zu ſeyn braucht. Das Umſtuͤrzen der Karren thun dann die Leute, welche mit dem Ausſtreuen zugleich beſchaͤftigt ſind. Nimmt man aber Ackerpferde, ſo iſt ein zweiſpaͤnni⸗ ger Wagen vorzuziehen. Zu vierſpaͤnnigen Zuͤgen rathe ich nicht, wenn der Weg nicht ſehr weit und ſchwierig iſt. Auf kurzen Wegen ziehen zwei Pferde faſt eben ſo viel als vier. Mit dieſen habe ich hoͤchſtens Ladungen von 25 Kubikfuß erreicht, mit jenen rs bis 19 in der Re⸗ gel fahren laſſen. Der Kubikfuß wiegt in ſeinem gewoͤhnlichen Feuchtigkeitszuſtande 9o bis 94 Pfund. Ungleichheit des Mergels in ei⸗ ner Grube. Bearbeitung der rube. 21 Quantität. 184 Selten bleibt ſich der Mergel, insbeſondere der thonige, in einer Grube ganz gleich. 6s kommen Schichten und Saͤtze, wo er betraͤchtlich mehr, andere, wo er weniger Kalk hat. Wenn Mineraliſche Duͤngungsmittel. §. 68. man noch nicht geuͤbt genug iſt, dies ziemlich ſicher nach dem Anſehen unterſcheiden zu koͤnnen, ſo muß man oͤfterer eine oberflaͤchliche Unterſuchung anſtellen. Je tiefer man kommt, deſto gleichartiger pflegt er zu werden. Oft findet ſich eine Sandſchicht oder Sandader dazwiſchen, Dieſer Sand iſt manchmal ſehr kalkreich, und dann iſt er vortrefflich auf thonigem Boden, oder um ihn zwiſchen Modder oder Torf zu bringen. Lehm nicht gebrauchen, ſo muß man ihn doch aus dem Wege ſchaffen, und ſtoͤßt ihn dunn in Kann man aber den Sand oder den kalkarmen die ausgeſtochenen Tiefen, wo man nicht weiter gehen will, hinein. §. 69. Ob man mit t dem Ausſtechen des Mergels tiefer eindringen ſolle oder nicht, entſcheidetdte Umfang der Mergellage und die Art des Mergels, der immer kalkhaltiger zu werden pflegt, j tiefer man kommt. Vorſicht gefaͤhrlicher. Aber die Arbeit wird muͤhſamer und koſtſpieliger, und auch ohne große Es muß der Mergel dann aus der Tiefe in Abſaͤtzen heraufgeworfen wer⸗ den, ehe er geladen werden kann, und dieſes koſtet oft das Doppelte. Sehr aufmerkſam muß man darauf ſeyn, daß die Leute die Waͤnde grade erhalten, und nicht uͤber die perpendikulaͤre Linie hineinarbeiten, weil ſonſt ſehr leicht durch das Einſtuͤrzen einer Wand ein Ungluͤck entſteht. Bei dem tiefern Eindringen hat man dann auch mehrentheils mit dem Waſſer zu kaͤmpfen, welches ſich theil ls von oben herab in die Grube zieht, theils aus den Sandadern hervordringt. Man muß es durch eine Schnecke oder Plumpe herausſchoͤpfen. Zuweilen wird aber der Zufluß des Waſſers aus einer Quelle ſo ſtark, daß man die Grube verlaſſen muß, es ſey denn, daß der Grund derſelben noch hoch genug laͤge, um ſich deſſen durch einen Stollen entledigen zu koͤnnen. Selten pflegt mon daher tiefer einzugehen als 10 bis 12 Fuß. Indeſſen haben es ſi ſch einige nicht verdriehen laſſen ,ſehr guten Mergel 24 Fuß heraufzuholen.— §. 70. 8 Die Zuantität des aufzufahrenden Mergels iſt ſehr verſchieden. Es kommt dabei aufdie Art des Mergels, die Beſchaffenheit des Bodens und den Zweck an, welchen man damit errei⸗ chen will. Je kalkhaltiger der Mergel iſt, um deſto weniger bodarf es deſſen, weil man bei dieſem Mergel nur auf die duͤngende Kraft der Kalktheile Ruͤckſicht nimmt. Man haͤlt deshabb eine Auffuͤhrung von 45 bis 56 Ladungen à 18 Kubikfuß per Jochart ſchon fuͤr eine gute Mer⸗ gelung. Solcher Mergel hat dann aber 60 und mehrere Prozent Kalk, und wird auf lehme gem oder thonigem Boden gebraucht. Je mehr der Thon uͤberwiegt, deſto ſtaͤrker muß aufgefahren werhen, und insbeſondete auf ſandigem Boden, welcher dann aber außer der chemiſchen Befruchtung vom Kalk eine phyſi⸗ ſche und ausdauernde Verbeſſerung dadurch erhaͤlt. auf den Jochart gehoͤren. und zur ra dikalen Verbeſſerung des Bodens. Mit mergeligem Lehm wird ein ſolcher Vo⸗ den ungefaͤhr 1 Zoll hoch uͤber und uͤber befahren, da dann 270 Ladungen erwaͤhnter Staͤrke In den meiſten Gegenden, wo man die Mergelung erſt anfing, ht man dieſen Mergel ſo ſtark und oft noch ſtaͤrker gebraucht, allerdings mit nachhaltigem Rutzen Indeſſen finde ich, daß man in allen Gegenden, wo man mit der Sache bekannter geworden iſt, und ſie mehr im Großen betrieben hat, ſparſamer damit geworden ſey, und ſich mit 135 ſolcher Ladungen, oft mit 90 begnuͤge. Man hat von dieſer ſchwaͤchern Mergelung dennoch die erwuͤnſchte Wirkung gehabt, nur keine ſo nachhaltige, und nur auf 1o bis 12 Jahr ausdauernde. Aber man hat dann um ſo mehr Vortheil dabei ge⸗ 7 de die? geungſch iicht den kann, zu ſnd b 5 güi 13ol t 1 dt nur a um man eine Aus der die widerſprech erklaͤren. Ein oder gar einen virkt als die e Boden borhand konnte durch ke ein Boden, de dadurch verdot Nergel war de des Bodens v Wo mar daß der Acker Att uͤberhand mit dem freit mehr Frucht beweiſet, de angemeſſener tur des Hum Wo abe der Quantitat gen, vom kal die da den nach ſeyn ſeinen phyſi rechter Zeit dem er ſchw Nergels auf enigen Geg⸗ deter Abnutz er ihn 9 Jal der E in ſeiner Ha Fweiter Thei e ganz glei. 1 er Kall k hen. n äſcheden inn man fannt, N andahre zwich onigem Bedm oder da alinn dſtoßt ihn a dh nicht, eniede. zu de 9 d auch thne n heraufgeworinge r aufmerkſen u r die perpendinn ein Unglutkenit Waſeerzutiwe neern hervordene Crd aber der zi s ſey denn, doj ntledigen zukinn eiſen haben d ommt dabei u man damte u, weil nui Man häituit ür eine gutehe wird auf lie und insbeſet m Kalk eie ird ein ültede erwaͤhrtr Sün erſ dning, chaltign Juhn rallen Geene en hat, ſ perptt „ Nan hulte e ſo nachfun Vort zan w 1. der Quantitaͤt. Mieraliche Duͤngungsmittel. 185 gefunden, die Mergelung nach 12 bis 16 Jahren zu wiederholen, was bei jener ſtarken Mer⸗ gelung ſich nicht ſo vortheilhaft zeigte. den kann, zu Anfange lieber einer groͤßern Flaͤche zu gut kommen, und 135 ſolcher Fuder ſind bei Mergel, der etwa 25 Prozent Kalk enthaͤlt, das gewoͤhnlichſte, wodurch das Land un⸗ gefaͤhr ½ Zoll hoch bedeckt wird. Hat der Mergel betraͤchtlich weniger Kalk— in welchem Falle er nur auf ſandigem Boden paßt— ſo muß man in dem Verhaͤltniß mehr auffahren, wenn man eine befriedigende Wirkung von ihm haben will. §. 71. Aus der Verſchiedenheit der Staͤrke der Auffuhr des Mergels und des Bodens laſſen ſich die widerſprechenden Erfahrungen, die man uͤber die Wiederholung des Mergelns gemacht hat, erklaͤren. Einmal hat man naͤmlich vom zweiten oder dritten Mergeln keine Wirkung verſpuͤrt, oder gar eine nachtheilige. Ein anderes Mal hat die zweite, ja die dritte Mergelung mehr ge⸗ wirkt als die erſte. Im erſtern Falle war Alles, was der Mergel geben kann, noch genug im Boden vorhanden; man hatte aber die Miſtduͤngung vernachlaͤſſigt, und der erſchoͤpfte Humus konnte durch keinen gewoͤhnlichen Mergel erſetzt werden. War es thoniger Mergel, ſo ward ein Boden, dem es vielleicht an Thon ohnehin nicht gebrach, mit Thon uͤberfuͤllt, und wirklich dadurch verdorben. Im zweiten Falle hatte man die Miſtduͤngung nicht verabſaͤumt, und der Mergel war dem Boden in Anſehung ſeiner phyſiſchen Wirkung angemeſſener: die Konſiſtenz des Bodens verbeſſerte ſich. Wo man regulaͤr mergelt, aber auch genugſam miſtet, nimmt man es als ein Zeichen an, daß der Acker des Mergels mehr als des Miſtes wieder beduͤrfe, wenn Unkraut irgend einer Art uͤberhand darauf nimmt, und uͤppig darauf waͤchſt. mit dem freilich eine fleißig bearbeitete Brache verbunden iſt, das Unkraut, ſondern giebt auch Daher laͤßt man die Arbeit, welche man daran wen⸗ Wiederholunz des Mergelns. Dann vertilgt nicht nur der Mergel, mehr Fruchtbarkeit als der Miſt. Denn das Ueberhandnehmen und die Ueppigkeit des Unkrauts beweiſet, daß noch vegetabiliſcher Rahrungsſtoff genug im Boden, dieſer aber dem Unkraut angemeſſener, wie dem Getreide ſey. Die chemiſchen Wirkungen des Mergels aͤndern die Na⸗ tur des Humus wahrſcheinlich um. Wo aber wiederholte Mergelungen gebraͤuchlich ſind, iſt man in der Regel ſparſamer in Vom thonigen Mergel faͤhrt man dann auf ſandigen Boden 56 bis 68 Ladun⸗ gen, vom kalkigen Mergel auf Lehmboden oft nicht mehr als 23 Ladungen auf. 8. 72. Die Dauer ſeiner Wirkung wird eben ſo verſchieden angegeben, und muß es den Umſtaͤn⸗ den nach ſeyn. Sandiger Boden wird durch eine ſtarke Auffuhr von Thonmergel auf ewig in ſeinen phyſiſchen Eigenſchaften verbeſſert, und traͤgt fortdauernd beſſere Ernten, wenn er zu rechter Zeit Miſtduͤngung erhaͤlt. Die chemiſche Wirkung des Mergels verſpuͤrt man, je nach⸗ dem er ſchwaͤcher oder ſtaͤrker aufgefahren iſt, 10 bis 20 Jahr. Die Wirkung des kalkigen Mergels auf Thonboden nimmt man in der Regel auf 12 Jahr an. Dem Pachter werden in einigen Gegenden die Koſten der Mergelung in dieſem Verhaͤltniſſe erſetzt, wenn er vor vollen⸗ deter Abnutzung abgeht. Hat er ihn z B. 5 Jahr benutzt, ſo bekommt er † 2z der Koſten, hat er ihn 9 Jahr benutzt, † heraus. Der Effekt des Mergels ſteigt in der Regel bis zum dritten Jahre, haͤlt ſich dann 3 Jahre in ſeiner Hoͤhe— gerechte Miſtduͤngung vorausgeſetzt— und nimmt dann wieder ab. Jedoch Zweiter Theil. Aa Dauer ſeiner Wirkung. X 186 Mineraliſche Duͤngungsmittel. kommt es darauf an, ob der Mergel ſchneller oder langſamer zerfaͤllt. Er aͤußert ſeine vole Wirkung erſt dann, wenn er ſich recht innig mit der Ackererde verbunden hat. Deshalb kommt es auch ſo ſehr auf ſeine Behandlung an, nachdem er aufgefahren worden iſt. Zeit. der Aus⸗ 3 Operation im Großen betrieben wird— ſo faͤhrt man mit der Arbeit, wenn es die Witterung und der tief eingedrungene Froſt nicht verhindert, ununterbrochen durch alle Jahreszeiten fort. die Zeit der Muße nur im Spaͤtherbſte und Winter, nur dann nach der Fruͤhjahrsbeſtellung bis zur Ernte ein. Der vor und im Winter ausgefahrne Mergel iſt von der ſchnellſten Wirkung, eingedrungen iſt, ſo verlohnt es ſich der Muͤhe, dieſen, da wo man ausſtechen will, wegraͤu⸗ men, die gefrornen Brocken durchbrechen, und den Mergel dann mit Schlitten auffahren zu laſſen. Oft aber wird doch die Arbeit zu ſchwierig. Der ſpaͤter aufgefahrene zerfaͤllt ſelten genug, um ſich hinlaͤnglich mit der Ackerkrume, des mehrmaligen Pfluͤgens ungeachtet, zu men⸗ gen, und kann dann auf die naͤchſte Winterung keine merkliche Wirkung haben. Die Regel der Englaͤnder, daß der Mergel zweier vollen Sommer Sonne und eines vollen Winters Froſt ge⸗ habt haben muͤſſe, ehe man ihn unterpfluͤge, wird ſelten befolgt. Bringt man ihn, wie es gewoͤhnlich geſchieht und vorgeſchrieben wird, auf die geſtuͤrzte Brache, ſo muͤßte man nach jener Regel 2 Jahr ungenüutzte Brache halten. Die Englaͤnder bringen ihn aber auch auf den unge⸗ ſtuͤrzten Dreeſch: Gras und Klee ſollen kraͤftig hierdurch wachſen, und eine reiche Weide geben, der Mergel ſich aber nun nach dem Umbruch leicht mit der Erde mengen. Wenn indeſſen der vor und im Winter aufgefahrene Mergel bis gegen die Mitte des Sommers liegt, ſo iſt er ge⸗ woͤhnlich zerfallen genug, um ſich durch fleißiges Pfluͤgen, Eggen und Walzen mit der Acker⸗ erde genau mengen zu laſſen. Aber der im Fruͤhjahr gefahrne zerfäͤllt ſelten genug, um nicht vorerſt in Stuͤcken und Kloͤßen im Boden zu bleiben, wenn er untergepfluͤgt wird. Von jenem hat man daher eine ſchnellere, von dieſem eine ſpaͤtere, im erſten Jahre keine merkliche Wirkung.. Einige, die aus dem aufgefahrenen Mergel ſo fruͤh wie moͤglich Nutzen ziehen wollen, ſzen ſchon Soͤmmerung ein, Gerſte und Hafer oder Buchweizen, mehrentheils aber mit ſchlechtem Erfolge. Eine reine, fleißig bearbeitete Brache iſt durchaus noͤthig, wenn er bald wirken ſol. §6. 74. Daß die Ausſtreuung mit Sorgfalt geſchehe, ſo daß er gleichmaͤßig verbreitet werde, ver⸗ ſteht ſich von ſelbſt. Darauf wird er bei trocknem Wetter ſcharf durchegget, dann, wenn Kloͤße Ausſtreuung u. Ueberpſügung.⸗ oder Stuͤcken bleiben, gewalzt, und nun, nachdem er einen Regen erhalten hat, aber wieder abgetrocknet iſt, nochmals geegget. Alsdann wird er, und zwar ſo flach als moͤglich, zum erſten Male untergepfluͤgt. Und nun erhaͤlt das Land mindeſtens noch drei Furchen mit jedesmal darauf folgendem Eggen. Die genauere Verbindung mit der Ackererde wird dann die Natur bewirken. Kommt er aber klumpigt zu liegen, ſo kann ſie das nicht, und es wird dann erſt 8 bei den nachfolgenden Beſtellungen die Mengung allmaͤhlig geſchehen. Was ſich aber nicht in feinem Pulver gemengt hat, iſt bis dahin nicht nur unwirkſam, ſondern der Vegetation poſttir nachtheilig.* X 5 Wenn man beſondere Pferde auf das Mergelfahren hoͤlt— wie es da geſchieht, wo dieſe Gebraucht man aber nur das gewoͤhnliche Geſpann— oft ſelbſt die Zugochſen— dazu, ſo teift weil er durch den Froſt am beſten zerfaͤllt. Wenn der Froſt vor dem Schnee nur nicht zu tief di haſe gii ſen. 2 us milet er Ahſſer, wome mmen, ſogle 1n 18 KLubit iige ſchwer E frumente gie nung nicht we ſahle ichfür werden, 1 6. Hierbei haben Das Aus thonigen Bode nur 2 Fuder, ungeachtet ſie Kalkdungung. ſucht ihn dah die Koſten li fernung wird werden koͤnr Eineh fahren, wir 13 Das Die Der dies ſude ten, ſteigen Fuder gefa die Arbeit! Bei ei Dicken auf Nanh iche Vatur außer ſäne a t. Dezhalh iſt. m . diai wo hi nn es de Teeun e Johte deögeten f ſen— dg ti ijahrst h ſchnelſten 8 dee nur nich 1 echen wil, win chlitten zuffähe hrene zerfultſ ungeachtet, um ben. DieRai n Winters fuig t man ihn, wii üͤßte man tahhje wauch auf daw reiche Weide gir Wenn indeſe Zliegt, ſo in, alzen mit dalt en genug, mit wird. Werſe gre keine ut ziehen volnſt aber mit ſtſte er hald witn breitet vend, dann, vmiih hat, ohn nin moͤglic un e rrchen ni ile rd dam idun des nit eunc i ohe nii Bahetain ſ dineraliſche Duͤngungsmittel. 187 §. 75. Die Koſten der Mergelung werden ſehr verſchieden angegeben, und muͤſſen es natäͤrlicher Koſten der Mer⸗ Die Arbeit des Auswerfens und Aufladens richtet ſich hauptſaͤchlich nach der Tiefe, aus welcher er herausgefoͤrdert wird. Jedoch kommt auch die Zaͤhigkeit des Mergels und das Waſſer, womit man zu kaͤmpfen hat, in Betracht. Kann der Mergel, nachdem er losgehackt worden, ſogleich aufgeladen werden, ſo iſt ziemlich allgemein die Bezahlung fuͤr eine Ladung von 18 Kubikfuß zwiſchen 2 und 3 kr. In Hollſtein zahlt man dafuͤr 1½ Schilling oder 9 Pfen⸗ nige ſchwer Geld, wobei aber die Arbeiter, denen man Pferde und Fuhrwerk, aber keine In⸗ ſtrumente giebt, ihn zugleich ausfahren und abſtoßen muͤſſen, vorausgeſetzt, daß die Entfer⸗ nung nicht weit ſey, und daß 25 Ladungen in einem Tage gefahren werden koͤnnen. Hier be⸗ zahle ich fuͤr ein ſolches Fuder ohne Ausfahren, und wenn den Leuten die Hacken dazu gegeben werden, 1 Groſchen ſchlecht Geld(ungefaͤhr 3 ½ Pr.), welches etwa Schilling Daͤniſch betraͤgt. Hierbei haben die Arbeiter einen gerechten Verdienſt. Das Ausfahren richtet ſich ganz nach der Entfernung. Kalkhaltiger Mergel wird auf thonigen Boden nicht ſelten eine Meile und weiter herbeigeholt, ſo daß ein Geſpann taͤglich nur 2 Fuder, oft nur 1 Fuder herſchaffen kann. Dieſe Mergelung kommt daher ſehr hoch, ungeachtet ſie nur ſparſam gebraucht wird, und uͤberwiegt dann mehrentheils die Koſten einer Kalkduͤngung. ſucht ihn daher auf einer jeden Feldbreite ſo nahe als moͤglich aufzufinden, und ſpart deshalb die Koſten lieber nicht, die das Abraͤumen mehrerer Gruben verurſacht. Nach der Ent⸗ fernung wird es ſich in jedem beſondern Falle leicht berechnen laſſen, wie oft gefahren werden koͤnne. Eine haͤufig zutreffende Berechnung der Koſten, um einen Jochart mit Lehmmergel zu be⸗ fahren, wird folgende ſeyn: 135 Fuder Mergel auszuſtechen und zu laden, à 2 3½ Kr. 2 Pferde, welche im Durchſchnitt in 7 Tagen 1 Jochart be⸗ fahren, das Pferd taͤglich mit Einſchluß des Fuhrwerks, Weiſe ſeyn. s Fl. 20 ⅝ Kr. à 284 Pr. 3... 6 2 40 Das Ausſtruen des Mergels, per. Jochart.—. T ⸗ 4 ⸗ Die Koſten des Abraͤumens und anderer zufaͤlliger Nebendinge, per Jochart......„— ⸗ 32 Der Fuͤhrer, taͤglich 211 xr...... 2 7 30 ⸗ 16 Fl. 7 Fr. Dies iſt indeſſen nach den guͤnſtigſten Umſtaͤnden berechnet; wenn aber Schwierigkeiten eintre⸗ ten, ſteigen die Koſten natuͤrlich hoͤher. In den kuͤrzeſten Wintertagen koͤnnen vielleicht nur 15 Fuder gefahren werden, in langen Tagen aber auch 25. In jenen kann man aber auch die Arbeit der Pferde nicht ſo hoch berechnen, in dieſen muß ſie hoͤher angeſchlagen werden. Bei einer ſcharf betriebenen Mergelung in betraͤchtlicher Entfernung vom Hofe, ſaͤete man Wicken auf das ſchon bemergelte Land, tuͤderte auf ſolchem die Mergelpferde, und ließ ſie Tag und Nacht an der Stelle. §. 76. Lehmmergel kann nur benutzt werden, wenn er in der Raͤhe liegt, und man gelung. 1 Man hat von dem Mergel, beſonders vom lehmigen, auf Sandboden immer eine merk⸗ erſon der Mer⸗ liche Wirkung verſpuͤrt, wenn dieſer Boden auch ganz ausgeſogen und ſo unfruchtbar war, daß Aa 2 188 er ſelbſt nach mehrjaͤhriger — relativ, aber nicht abſolut auffallend ſeyn. Mineraliſche Duͤngungsmittel. Ruhe die Beſtellung nicht bezahlte; allein dieſe Wirkung wird nur Der Ertrag wird ſich von 5 Metzen vom Jochart auf 10 Metzen mehrere Ernten hindurch, beſonders bei der dritten erheben, hernach aber, wenn man dem Lande nicht lange Ruhe oder Miſt giebt, wieder ſinken. aber, welcher noch Kraft und Humus icht ganz ausgeſogen zur Dreeſchweid gleich hoͤhern Effekt, und man hat haͤ man ohne Duͤngung etwa 8 Metzen haͤtte erwarten duͤrfen. Noch groͤßer und nachhaltiger wird aber dieſe Wirkun che Miſtduͤngung damit verbindet. n Jahre zu geben. kann zwei bis drei Ernten von dem bloßen Mergel nehmen, ſcheint. Sobald man dies verſpuͤrt, darf man durchaus nicht laͤnger damit ſaͤumen, indem die Kraft des Bodens ſonſt ſtaͤrker erſchoͤpft wird dann ſehr ſchwer wieder herzuſtellen iſt. Auch wird mit der Mergelung ſe 8 man in England große Wirkung geſehen. ſchicken. Komparative Verſuche uͤ Jahre 1810 hoffentlich von mir angeſtellt werden, lauben wollen. Oüngererde be⸗ 8* 8 Auf einem Boden in ſich hat, zuweilen eine Duͤngung erhielt, und dann e niedergelegt wurde, ſieht man von einer Mergelung un⸗ aͤufig 20 Metzen von einem Jochart geerntet, von dem ag, wenn man eine, auch nur ſchwa⸗ Iſt der Boden in geringer Kraft, ſo iſt es rathſam, dieſe Miſtduͤngung zu hoͤchſtens 9 Fudern per Jochart zugleich mit dem Mergel oder im folgenden Haͤtte er aber noch Kraft, ſo waͤre Lagerkorn davon zu beſorgen, und man bis eine Miſtduͤngung unbedenklich ,als ohne Mergelung geſchehen waͤre, und hr zweckmaͤßig eine Modderung verbunden, und dieſe Verbindung thut großen und ſchleunigen Effekt, ſelbſt auf ausgeſogenem Boden Vom uUnterpfluͤgen einer gruͤnen Saat von Buchweizen auf gemerge lten Lande hat Der Spoͤrgel wuͤrde ſich nicht minder dazn ber dieſe Miſchungen wegden auf einem ausgeſogenen Boden im b 9 Die Mergelung iſt unter allen Meliorationen diejenige, woz 77. heit findet, und die dann den nachhaltigſten, und, wenige and ſten und auffallendſten Nutzen bringt. Endlich giebt es noch eine Erde„ dere §. 78. a es die Kriegslaſten nicht fruͤher er⸗ u ſich am haͤufigſten Gelegen⸗ ere ausgenommen, den hoͤc⸗ n man ſich mit auffallender Wirkung zum Duͤngen ſonderer Art.. 22 8...; derer Art. bedient, die einen betraͤchtlichen Antheil von Kalk hat, aber zugleich ſehr reich an Humus iſt. Man findet ſie in den Niederungen an großen Stroͤmen, deren Boden vom Waſſer ohne Zwei⸗ fel abgelagert worden. Sie iſt blaͤulich von Farbe, und wie ein ſehr magerer zerkruͤmelnder Zuweilen iſt ſie mit kleinen Muſcheln vermiſcht, jedoch nicht Lehm, aber ſanft anzufuͤhlen. n zwiſchen dieſer und Sie liegt gewoͤhnlich nicht unter der obern Ackererde, ſonder immer. jener duͤngenden Erde liegt e den muß. Bei der Unterſuchung dieſer E in unfruchtbarer Lehm, welcher durchſtochen und abgeraͤumt wer⸗ ede aus den Oldenburgiſchen Marſchen fanden ſich folgende Beſtandtheile: ſehr feiner zur Haͤlfte durch Schlemmen, zur Haͤlfte durch Sieden abgeſchiedene Sand 36; kohlenſaurer Kalk 14; Humus s; fetter Thon 44; Gyps 1;= 100. Verbrennen einen ſehr ſtinken⸗ Der Humus war offenbar thieriſcher Natur, u den Geruch. nd gab beim Pmn nr ſe ſoch inezüdet foloj des von jalen Thale Man d bihlen, un Man! obere Ackeret dern, und b als mon ohne der auf die S Dingererde braucht. Di aher uͤber da Dieſe Ackererde ab und ein ſolch Die? dern man! Kenntniß um die Lan den Gebrat auf Hehle Göttingen, ſeinen Schri entſcheidend akonomiſchen ſaclch Sc ſrelte. de bollkommer wirklich la Insl Senaͤleru dan, beſor un Pans, den Gyps brauch des den; nirgen Dickun dihm Neden von Jote den, hennt d uf einn din erhiel, n im iner Nage peung geernia, on dn ine, auch w ſt es ratſta loder in fig beſorgen, un ungung ubehn mit ſaͤumen, ir ſchehen win, h erbunden, undſ oden. nergelten kandeſt nicht minder w geſogenen Bedmt en nicht fiiſt haͤufigſten Gat ommen, dat kung zun du reich an na Waſer thue erer zerktänth iſcht, ſao di wiſchen di nd digeime tne unden ſch oc eden ſüh = 1⁰⁰, 1 einen ſeht in Mineraliſche Duͤngungsmittel. 189 Ich vermuthe, daß man dieſe wirkſame Duͤngererde an mehrern Orten finden koͤnne, wo man ſie noch nicht kennt. Sie iſt durch den Moder der Waſſerpflanzen, der Fiſche und Schal⸗ thiere gebildet, und mit dem feinen Sande hier abgeſetzt, nachher aber durch einen Nieder⸗ ſchlag des von der Hoͤhe herabſtuͤrzenden Waſſers bedeckt worden. Es verlohnt ſich der Muͤhe, in allen Thaͤlern, die vormals wahrſcheinlich unter Waſſer ſtanden, darnach zu ſuchen. Man verfaͤhrt bei dem Herausbringen derſelben(was man in Niederſachſen Kuhlen oder Wuͤhlen, und die Erde daher Kuhl⸗ oder Wuͤhl⸗Erde nennt), folgendermaßen. Man macht zuerſt eine Grube von 5 bis 6 Fuß Breite und 12 Fuß Laͤnge, wirft die obere Ackererde zu einer Seite, den unfruchtbaren Thon, der 4 bis 5 Fuß tief liegt, zur an⸗ dern, und bringt dann die geſuchte Erde, die bis zu einer großen Tiefe liegt, heraus, ſo tief, als man ohne Gefahr kommen kann. Dann ſetzt man die Grube fort, legt die Ackererde wie⸗ der auf die Seite, ſdoͤßt nun aber den unfruchtbaren Thon in die vorige Grube, und bringt die Duͤngererde weiter heraus. So faͤhrt man fort, bis man ſo viel Duͤngererde hat, als man braucht. Die ganze Grube wird nun wieder zugeworfen, die Ackeverde oben, die Duͤngererde aber uͤber das Feld vertheilt. Dieſe Duͤngererde iſt fuͤr ſich allein, wenigſtens im Anfange, ganz unfruchtbar, mit der Ackererde aber vermiſcht und tuͤchtig durchgearbeitet bringt ſie eine hohe Fruchtbarkeit hervor, und ein ſolches gekuhltes Land zeichnet ſich lange Zeit dadurch aus. §. 79. Die Duͤngung mit Gyps oder ſchwefelſaurem Kalk iſt zwar keine neue Erfindung, ſon⸗ dern man trifft ſchon in aͤltern Zeiten Spuren ihrer Anwendung auf einzelnen Flecken an, deren Kenntniß ſich aber nicht verbreitete. Erſt nach der Mitte des vorigen Jahrhunderts lernte der um die Landwirthſchaft ſehr verdiente Pfarrer Mayer zu Kupferzell im Hohenloheſchen den Gebrauch deſſelben aus einer Korreſpondenz mit dem Grafen von der Schulenburg auf Hehlen im Hannoverſchen kennen, wo der Gyps in der Gegend von Niedek, unweit Goͤttingen, ſchon ſeit langer Zeit gebraucht war. Mayer verbreitete den Ruhm deſſelben in ſeinen Schriften, und er fand beſonders in der Schweiz Eingang, wo ſeine Wirkung durch entſcheidende Verſuche von Tſchiffeli und andern angeſtellt und in den Abhandlungen der oͤkonomiſchen Geſellſchaft zu Bern bekannt gemacht wurden. In Deutſchland war es haupt⸗ ſaͤchlch Schubart von Kleefeld, der ſeine großen Wirkungen auf den Klee ins Licht ſtelte. Dagegen traten ſehr viele Gegner auf, die denſelben nach angeblichen oder doch un⸗ vollkommenen Verſuchen fuͤr ganz unwirkſam oder gar ſchaͤdlich erklaͤrten, ſo daß die Sache wirklich lange zweifelhaft blieb. Insbeſondere ſetzten ſich die Aufſeher verſchiedener Salinen dagegen, indem ſie eine Schmaͤlerung des Abſatzes ihrer Abfaͤlle, welche in den umliegenden Gegenden gebraucht wur⸗ den, beſorgten. Dagegen fand die Gypsduͤngung in Frankreich, beſonders in der Gegend um Paris, vielen Beifall, und ſie verbreitete ſich von da nach Amerika, wohin man anfangs den Gyps von Montmartre in großen Ladungen kommen ließ. Nirgends hat ſich der Ge⸗ brauch des Gypſes ſo ſchnell verbreitet, wie in den verſchiedenen Nordamerikaniſchen Provin⸗ zen; nirgends aber band der Gyps weniger Beifall, als bei den engliſchen Landwirthen. Ich Gypsdangung. Heſchich 2 der⸗ ſelben. Mineraliſche Duͤngungsmittel. 190 womit der Boden in den meiſten Provinzen Englands von Natur oder durch Kunſt uͤberhaͤuft iſt. Allein ich irrte, weil der Gyps auf kalkhaltigem Boden, ja ſogar in den Gegenden, wo es viele Gypsfelſen giebt, und die Erdmiſchung alſo wahrſcheinlich ſchon Gypstheile enthaͤlt, dennoch durch ſeine Ueberſtreuung ſehr wirkſam iſt. Alles, was aus Frankreich, zum Theil auch aus Deutſchland koͤmmt, den Englaͤndern die Augen. Die Empfehlungen aus Amerika ſcheinen ſie ihnen aber neuerlich wieder geoͤf⸗ net zu haben.— 2 80.. In den Erfahrungen uͤber die duͤngende Wirkung des Gypſes ſcheint allerdings viel Wi⸗ 8 . Wirkuug darſel⸗ ſtaͤnde ſolche ſehr modiſiziren. Der Gyps wirkt wenigſtens mehr auf trocknem als auf feuchtem Boden, und mehr bei trockner als bei feuchter Witterung. Letztere haͤlt ſeine Wirkung wenig⸗ . ſttns zuruͤck, und ſcheint ſie, beſonders bei gebranntem Gyps, ganz zu vereiteln. Auf einem ausgeſogenen Boden, der wenig oder gar keinen Humus mehr enthaͤlt, wirkt er gar nichts. 4 Auf die Vegetation mancher Pflanzen hat er nur einen ſehr unmerklichen Einfluß, dagegen auf andere einen ſehr großen. Zu letztern gehoͤren alle bekanntern Pflanzen mit ſchmetterlings⸗ foͤrmigen und Kreuzblumen. Er wirkt ohne allen Zweifel auf die Gewaͤchſe ſelbſt, und des⸗ halb am ſtaͤrkſten, wenn ſich ſein Staub auf den Blaͤttern anſetzt und lange darauf haftet. Ich habe dies ſehr uͤberzeugend bei einer Weißdornhecke geſehen, deren eine vom Gypsſtaube etwas beruͤhrte Seite nach acht Tagen auf das lebhafteſte ausgruͤnte, wogegen die andere, weelche von dem Staube nichts erhalten hatte, auffallend gegen jene zuruͤckblieb. Er wirkt aber doch nicht allein auf die Weiſe, ſondern zugleich auf den Boden, weswegen ich ſchon vor laͤngerer Zeit meine Meinung, als ſey jenes ſeine einzige Wirkung, zuruͤckgenommen hatte. Noch mehr habe ich mich von ſeiner Wirkung auf den Boden durch einen kuͤrzlich angeſtellten Verſuch uͤberzeugt, 1 8 Wir ſtreuten im Herbſte 1808, auf einer genau abgeſtochenen Quadratruthe, Gyps uͤber Rocken⸗ 3 ſaat. Im Fruͤhjahr 1809 ward dieſer ziemlich abgetragene Acker mit weißem Klee zur Weide beſaͤet. Es iſt ſonſt ſehr wenig Klee aufgekommen: auf der gegypſten Stelle aber ſteht er ah⸗ geſchnitten dicht und uͤppig. 7 §. 81. BWie der Gyps hier wirke, iſt§. 86. d. v. H. angedeutet worden. er in eine langſame Wechſelwirkung mit dem Humus, indem dieſer ſeine Saͤure zerſetzt, und Kohlenſaͤure oder einen mehr zuſammengeſetzten Stoff— den wir noch nicht kennen und viel⸗ leicht ſeiner ſchnellen Zerſetzbarkeit wegen nie werden kennen lernen— bildet. Der entſaͤuerte Schwefel geht wahrſcheinlich mit dem Kalk und einem andern Theile der hydrogeniſirten Kohle in Verbindung. Dieſe Zerſetzung macht der auffallende Geſtank wahrſcheinlich, welchen die Zumiſchung des Gypſes zu faulenden Subſtanzen erregt. Jene Kohlenſaͤure und jene neuen Verbindungen ſind dann wahrſcheinlich zur Nahrung gewiſſer Pflanzen ſo vorzuͤglich geeignet Daher hat aber auch der Gyps nur unter der Bedingung eine Wirkung, daß er Humus oder faulende Subſtanzen noch genugſam im Boden antreffe. 7 erklaͤrte dies, in meinem Werke uͤber engliſche Landwirthſchaft, aus den vielen Kalktheilen, Vielleicht verſchloß das Vorurtheil gegen derſprechendes zu liegen, und gewiß iſt es, daß mancherlei noch nicht voͤllig ergruͤndete Um⸗ Wahrſcheinlich trit Vun bed nüin v a Si nuch mer knm udeſſen Er wird itrigens ge wodurch er ju licht feine gu werden. Die welcher letzere Die Pul Do man dieſe ſißt ihn in zum Oelſaat⸗ langen Troge dreht. Er ner werden! den, damit Man Gyps mit d mit er an d durchaus ver Vegetation ſ alſo zu Anfan in demſelben erſten Schnit wie der erſte . Dde d er recht fei allerdings Von ticht einen e tusgeſezt, falende ing rauch de dilen abt ſeien d Kunſt d dethui den Gegede de,n ypetheie enht a Vorurhel an en Emzünen de erlich nida gi allerding in lig ergründeh ‚em als auf fate ne Wirkunz dn⸗ feiteln. Aojin wirkt er ger itn nfluß, dagezau mit ſchmeteteg hſe ſelbſt, undw darauf haftet. Gypoſtaube ih⸗ andere, welcem irkt aber dod ne vor laͤngere)⸗ Noch nihſ ſ Verſuch übene Gyps üder gi⸗ em Klee ſurd e aber ſehtgn Dahrſcheinic n äare ſtigen t kennen u . Der autun drogenſſen nlich, wit re und jin iu orzuͤglich daiſt aß er Huuit Mineraliſche Duͤngungsmittel. 191 §. 8382. ꝑb Man bedient ſich des Gypſes hauptſaͤchlich zum Klee und zu kleeartigen Gewaͤchſen, zu⸗ Bes des weilen doch auch zu Huͤlſenfruͤchten. Da er auf alle Gewaͤchſe aus dem Geſchlechte der Bras⸗ sica auch merklich wirkt, ſo vermuthe ich, daß er fuͤr die Rapsſaat ſehr nuͤtzlich ſeyn wuͤrde, kenne indeſſen noch keine damit angeſtellten Verſuche. §. 83. ypſes Er wird in gebranntem und ungebranntem Zuſtande gebraucht, und ſeine Wirkung ſcheint Pereitung deſe uͤbrigens gleich zu ſeyn, wenn nur den gebrannten Gyps nicht gleich ein ſtarker Regen befäͤllt, wodurch er zuſammengeſchwemmt und wieder zur harten Maſſe wird. Es koͤmmt nur auf moͤg⸗ lichſt feine Pulverung an, und um recht wirkſam zu ſeyn, muß er voͤllig zu Staub zermalmt werden. Dies iſt aber mit dem ungebrannten ungleich ſchwieriger, welcher letztere ſich ſehr leicht pulvern laͤßt. Die Pulverung geſchieht an einigen Orten auf die wohlfeilſte Art durch Stampfmuͤhlen. Wo man dieſe nicht hat, bedient man ſich verſchiedener Vorrichtungen mit der Hand. Man ſtoͤßt ihn in Moͤrſern, in Troͤgen und mit dem Apparate, deſſen man ſich zum Hirſe⸗ auch wohl zum Oelſaat⸗Stampfen bedient, ſogenannten Tretſtampfen. Oder man zerkleinert ihn in einem langen Troge, in welchem man einen abgenutzten Muͤhlſtein auf der hohen Kante hin und her dreht. Er wird dann, wenn er recht wirkſam ſeyn ſoll, geſiebt, und die ungepulverten Koͤr⸗ ner werden nochmals geſtampft. So bereitet muß er an einem trockenen Orte aufbewahrt wer⸗ den, damit er durch angezogene Feuchtigkeit nicht wieder zuſammengehe. als mit dem gebrannten, §. 84. Man waͤhlt dann einen windſtillen Tag, wo es betraͤchtlich gethauet hat, und ſaͤet den Ansfrreuung. Gyps mit der Hand des Morgens fruͤh oder Abends ſpaͤt insbeſondere uͤber den Klee aus, da⸗ mit er an den feuchten Blaͤttern haͤngen bleibe. Windige und regnige Witterung muß man durchaus vermeiden. Vegetation ſchon ſo weit gekommen iſt, daß er mit ſeinen Blaͤttern den Boden ziemlich bedeckte; alſo zu Anfange des Maimonats. Jedoch haben einige ihn auch mit Nutzen auf den jungen, in demſelben Jahre geſaͤeten Klee im Herbſte geſtreuet. Manchmal hat man ihn auch nach dem erſten Schnitte zur Befoͤrderung des zweiten geſaͤet, der dann oft bei ſchlechtem Anſcheine beſſer wie der erſte geworden iſt. Die Quantitaͤt, wie man ihn aufſaͤet, iſt zwiſchen 2 und 4 Metzen per Jochart. Wenn er recht fein und zu Staub gepulvert war, ſo reichte erſteres ſchon zu. Sonſt muß man aber allerdings mehr nehmen. §. 85. Man hat ihn dann am wirkſamſten gefunden, wenn der Klee in ſeiner Von allen ſelbſt angeſtellten oder mir genauer bekannt gewordenen Verſuchen weiß ich Sicherer erfoſg. nicht einen einzigen, wo ſich nicht die Wirkung des Gypſes augenſcheinlich gezeigt haͤtte, vor⸗ ausgeſetzt, daß ſie mit gehoͤriger Vorſicht angeſtellt waren, und nicht durch eine unerwartet ein⸗ fallende unguͤnſtige Witterung vereitelt wurden. Ich trage daher kein Bedenken, den Ge⸗ brauch des Gypſes zur Verſtaͤrkung des Kleewuchſes allenthalben unbedingt zu empfehlen, wo Duͤngende Kraft 192 Mineraliſche Duͤngungsmittel. man den Gyps zu einem ſolchen Preiſe haben kann, daß der Jochart mit 3 Metzen feinen Gyps zu beſtreuen nicht uͤber 2 Fl. koſte. Man kann ſicher erwarten, daß man auf einem gehoͤrig beſtandenen, aber ſonſt nicht ſehr uppigen Kleefelde 13 bis 18 Centner Kleeheu mehr gewinnen werde, wie ohne Gyps; jedoch vorausgeſetzt, daß ſich ein zureichender Stamm von Pflanzen auf dem Felde befinde; denn wo dieſer nicht iſt, kann ihn der Gyps nicht hervorbringen. Wenn aber nur auf jedem Quadratfuß wenigſtens eine vollſtaͤndige Pflanze ſteht, ſo wird durch den Gyps bewirkt werden, daß ſich der Klee in der Bluͤte uͤber das ganze Feld verbreitet. Steht dagegen der Klee ſehr dicht und hat der Boden ſo viele Kraft, daß er von ſelbſt uͤppig vegetirt, ſo wuͤrde der Gyps eine Ueberduͤngung bewirken, wodurch nur zum Anfaulen des Klees wegen uͤbermaͤßiger Staͤrke und Dichtheit Veranlaſſung gegeben wuͤrde; weswegen man in ſolchem Falle nicht gypſen muß. 4 6. 86. Auf das Getreide hat der Gyps nach allen damit angeſtellten Verſuchen eine unbedeutende direkte Wirkung, d. h., wenn man ihn unmittelbar auf daſſelbe ausſtreut. Aber einſtimmig iſt man daruͤber, daß eine gegypſte Kleeſtoppel weit uͤppigeres Getreide, insbeſondere Weizen, hervorbringe, als eine ungegypſte. Dies bewirkt er wahrſcheinlich nur durch die Staͤrke der Kleewurzeln, Stoppeln und Abfaͤlle, die der gegyyſte Klee dem Boden hinterlaͤßt; indem ſch bekanntlich die Staͤrke des folgenden Getreides nach der Staͤrke des Kleeſchnittes richtet. In⸗ direkte alſo koͤmmt die Gypsduͤngung dem Getreidebau ſchon an Ort und Stelle zu ſtatten. Noch mehr aber wirkt ſie auf dieſen durch die Futter⸗ und folglich Duͤngervermehrung, welche ſie in der Wirthſchaft uͤberhaupt hervorbringt. Es iſt alſo dieſes Duͤngungsmaterial, welches man des geringern Volumens wegen, worin man es gebraucht, ſchon aus einer weitern Entfernung herholen kann, allerdings von einer ſehr großen Wichtigkeit. Nur wiederhole ich, daß man in einem humusleeren Acker nichts davon erwarten, und dieſen unmittelbar dadurch nicht bereichern koͤnne. 5§. 87. Der Gyps fuͤhrt uns auf die duͤngende Eigenſchaft anderer Salze, die jedoch außer den Salinenabfaͤllen in der Praxis wenig vorkommen, weil dieſe Salze zu koſtbar ſind. Ddie damit angeſtellten Verſuche beſchraͤnken ſich daher auch nur auf kleine Flaͤchen. Sie haben, namentlich in Anſehung des Kuͤchenſalzes, folgendes ergeben. Eine ſtarke leber⸗ ſtreuung damit hemmt vorerſt alle Vegetation. Nachdem es aber fortgeſpuͤlt, vielleicht zum Theil durch den Humus zerſetzt iſt, hat ſich in den folgenden Jahren eine ſehr aͤppige Vegeta⸗ tion darnach gezeigt. Eine ſchwache Ueberſtreuung hat auf reichem Boden eine merkliche abet nur kurz dauernde Wirkung gehabt; auf armen Boden aber gar keine. Man hat ſich alſo auch da, wo unreines Salz von den Salinen wohlfeil verkauft wurde, dieſes Duͤngungsmittels hoͤchſt ſelten bedient. Von der natuͤrlichen Duͤngung aber, welche das Seewaſſer gewiß auch vermittelſt ſeines Satzes giebt, verſpuͤrt man an dem Meerufer eine betraͤchtliche Wirkung, und die ſalzigen Marſchen werden beſonders als Viehweide vor andern geſchaͤtzt Das darauf gewachſene Gras wird ſowohl als Weide, wie als Heu, von allem Vieh begierig gefreſſen, und iſt ihm beſon⸗ ders gedeihlich. Das Salz wird uͤbrigens, ſelbſt am Geſtade des Meeres, ſchnell wieder aus 4-—. 8 dem 1 der doden fen Sput von Sal gir den m nin Birkun n unanwendt eitſeldeter er gi man häuf ſchen Anug, als eine Art dings ein Ben wieder ausen den auf Salpe zufäligen fren auemacht. Andere 9 Da man ten in ganz! ſollee man doe ſelben, welch zu verwirken Rever⸗ Eiſen als D ſehr nachthe Recht— er gleichzeitig d kung des Oxr bemerkte, gl konnen Abe ſehen, die lei ren Salzen ſ Keiwens noch gungsmittel ſchͤdliche, Verſuche, des Erdbod iige Momen nich erklaͤre die zu die mit Eiſer Lictigkeit dueite Tde deten feiengn auf einen dehäeg ſen mehr gewinng ſmm dan pfana cht herwtbeinn iht, ſ vin duc nze did vahreit r von ſ df zum Mirin g de; weswegn eine undedenn Aber enſimn sbeſondere 1 rch die Statte terläͤßt; iden nittes richtt. 9 ) Stelle zu ſane ermeheung, ui mens wegen, der ings von einerſt Acker nichs un jedoch auint ſind. eine Flächm d Eine ſtarke Ui alt, viellitt w ihr uͤppige Rh eine merklttet n hat ſch ihn GDungunzein vermitit ſant , und de ſüh if gewachſen 3 und iſ ihr ic ſchnel widt 3 1 Mineraliſche Duͤngungsmittel. 193 dem Boden herausgewaſchen, indem man bei der Unterſuchung eines ſolchen Bodens kaum eine Spur von Salz angetroffen hat. Bei den mit Salpeter angeſtellten Verſuchen hat man in ſehr kleinen Quantitaͤten eine weit groͤßere Wirkung, wie vom Kuͤchenſalze verſpuͤrt. Dieſe Duͤngung iſt aber in der Praxis durch⸗ aus unanwendbar, und wir erwaͤhnen ihrer nur hier, weil ſie die Fruchtbarkeit des von ſelbſt Kalkſalpeter erzeugenden Bodens beſtaͤtigt. Doch muß bei dieſer Gelegenheit bemerkt werden, daß man haͤufig Salpeter im Acker enthalten waͤhne, worin keiner iſt. Manche ſehen den weiß⸗ lichen Anflug, der ſich auf modderreicher Erde anſetzt, fuͤr Salpeter an. Es iſt dies aber nichts als eine Art Flechte(Lichen humosus), welche dieſer Boden ſchnell erzeugt, und die aller⸗ dings ein Beweis von hoher Fruchtbarkeit iſt. wieder ausgewaſchen, und man entdeckt ihn ſelten bei Zerlegungen. Mehr findet man ihn in den auf Salpeter erzeugendem Boden gewachſenen Pflanzen, in welchen er jedoch nur einen zufaͤlligen fremden, keineswegs weſentlichen Beſtandtheil, z. B. bei den Runkelruͤben, ausmacht. Andere Neutralſalze kommen wohl in gar keinen Betracht. Da man jetzt einen ſo beſtimmten Begriff von Salzen hat, und dieſe Salze nur hoͤchſt ſel⸗ ten in ganz unbedeutenden Quantitaͤten und nur zufaͤllig im Boden angetroffen werden, ſo ſollte man doch endlich von den Salzen des Bodens und des Duͤngers, ſo wie von dem Oel der⸗ ſelben, welches ſich eben ſo wenig darin befindet, zu reden, und verſtaͤndigere Begriffe dadurch zu verwirren, aufhoͤren! 5. 88. Neuerlich ſind die metalliſchen Salze, und namentlich der Vitriol oder das ſchwefelſaure Eiſen als Dungungsmittel in Ruf gekommen. Man hielt ſonſt den Vitriol der Vegetation fuͤr ſehr nachtheilig, und einen unfruchtbaren Thonboden nannte man— manchmal auch wohl mit Recht— einen vitrioliſchen Boden. Neueriich erſt hat uns die Theorie ſowohl, als auch gleichzeitig die Erfahrung auf den Gebrauch des Vitriols gefuͤhrt. Wie man naͤmlich die Wir⸗ kung des Opygens auf die Keimung der Samen und das erſte Hervortreiben der jungen Pflanzen bemerkte, glaubte man dieſes Oxygen in Oxyden, Saͤuren und ſauren Salzen anbringen zu koͤnnen Aber beſtimmte Wirkung hat man hoͤchſtens nur von den Oxyden und Saͤuren ge⸗ ſehen, die leicht zerſetzt werden, und ihr uͤbriges Oxygen fahren laſſen. Bei Saͤuren und ſau⸗ ren Salzen ſcheint mir, nach den angeſtellten Verſuchen, die Wirkung auf Befoͤrderung des Keimens noch ſehr zweifelhaft. Die Wirkung des in Waſſer aufgeloͤſten Eiſenvitriols als Duͤn⸗ gungsmittel zeigte ſich in den Verſuchen ebenfalls verſchieden; einige haben gar keine, andere ſchädliche, noch andere vortheilhafte Wirkungen dabei wahrgenommen. Die meiſten dieſer Verſuche, wovon ich Kenntniß erhalten habe, ſind in Anſehung der gebrauchten Quantitaͤt und des Erdbodens, welchen man damit befruchtete, zu unbeſtimmt. Beides aber ſind ſehr wich⸗ tige Momente, ohne welche ſich die widerſprechenden Reſultate, welche dieſe Verſuche geben, nicht erklaͤren laſſen. Die zufaͤlligen Erfahrungen, welche man uͤber die duͤngende Kraft verſchiedener Foſſilien, die mit Eiſenvitriol ſtark durchdrungen ſind, gemacht hat, haben dieſer Sache eine praktiſche Wichtigkeit gegeben, die ſie ohne ſolche nicht wuͤrde gehabt haben. In England hat man Zweiter Tbeil. Bb Der im Boden erzeugte Salpeter wird ſchnell Metalliſche Sal⸗ ze, insbeſondere Eiſenvitriol. Saaren. gen, auf ſandigen und kalkigen Boden aber nur 30 bis 36 Metzen. Wirkung zeigte, enthielt faſt gar keinen Kalk. 1 94 Mineraliſche Düngungamitte naͤmlich einen oitrioihaltigen Torf, und in Deutſchland in der graͤflich Einſiedelſchen derrſcaf Reibersdorf eine vitriolhaltige Erdkohle gefunden, welche hochſt wirkſame Düngungomtte in kleinen Quantitaͤten abgeben. Es ſcheint aus ſelbigen zu erhellen, daß der eiſenvitriol eine große Wirkung auf die Ve⸗ getation hervorbringe, wenn er mit Kohle genau verbunden iſt. Wahrſcheinlich geht hier, unter der Einwirkung des Lichts und der Luft, eine Zerſetzung der Schwefelſaͤure vor, deren Orygen ſich mit dem Kohlenſtoff verbindet, und Kohlenſaͤure oder eine aͤhnliche, den Phanzen Schwefel und die Kohle gehen nicht unwahrſcheinlich vermoͤge freundliche Materie bildet. Der des an letztere gebundenen Hydrogens eine andere wohlthaͤtige Verbindung ein. Auf eine gleiche Weiſe mag dann auch der reine Eiſenvitriol in Verbindung mit dem Hu⸗ mus treten, den er im Boden antrifft, und dadurch vortheilhaft wirken, ohne ſelbigen aber nachtheilig. Genauere Verſuche muͤſſen dies erſt aufklaͤren, und insbeſondere, vh und unter welchen Verhaͤltniſſen eine Duͤngung mit Vitriol vortheilhaft ſeyn koͤnne. Der große und entſchiedene Nutzen der vitriolhaltigen Erdkohle und des vitriolhaltigen Torfes ermuntert aber zu einer ernern Aufſuchung und Auwendung derſelben zu dieſem Gebrauche. Jene Kohle wird gepulvert über die Saatfurche oder die Saat ausgeſtreuet, aber nih untergepfluͤgt. In Anſehung der Quanti taͤt der Kohle wird Vorſich angerathen. Zu ſtark wirkt ſie nachtheilig, und wo Haufen derſelben nur einige Tage oder Stunden gelegen haben, waͤchſt in mehrern Jahren nichts; weswegen man ſie nur auf wenig nutzbaren Rainen oder Wegen ab⸗ laden darf. Auf einen thonigen kalkigen Acker kann man 60 bis 72 Metzen per Jochart brin⸗ Ich verweiſe auf die ſehr vollſtaͤndige Beſchreibung ihres Gebrauchs von Herrn Blume, Annalen 1809, Oktober⸗ und November⸗Stuͤck, S. 471 u. und Crome's Unterſuchung derſelben, Septemder Stuͤck, S. 164 u. f. .§. 89. Ob die Szuren eine befruchtende Eigenſchaft haben, iſt eine Frage, welche nur 1 Theorie intereſſirt, weil man ſie in der Praxis wenſgſtens hoͤchſt ſelten gebrauchen kann. Sie muß hier jedoch beruͤhrt werden. Man hat ſie zuerſt nach Theorie empfohlen, weil ſie Sauerſtoff entßieſten, a und die⸗ ſer der Vegetation guͤnſtig ſey. Aber nahm man ihre Zerſetzbarkeit im Boden nicht zu unbedingt an?2 Die Verſuche, welche man damit angeſteltt hat, haben widerſprechende Refultate gege⸗ ben; und es iſt auffallend, daß ſelbſt beruͤhmte Naturforſcher, welche ſie anſtellten, den Be⸗ ſtand des Bodens nicht angeben. Es erhellt aber aus Rebenumſtaͤnden, daß es immer kalk⸗ haltiger Boden war, wo die Schwefelſaͤure— denn dies iſt die einzige, die man angewandt hat— gut wirkte. Hier aber machte ſie Gyps und trieb Kohlenſaͤure aus, woraus ſich dann ihre gute Wirkung analogiſch leicht erklaͤren laͤßt. Der Boden, wo ſie uns ſehr nachtheilige rk Di ausg in Ealze zun gij de Pflar Dem Ko gber mehrent inmer noch ei es muß doher groͤßern Efent etwa herborge ſcen lelen Zu ſceint ſich auch die bei langſan als Duͤngungs Die unar nit friſchgebre gung etwas. Ueberduͤngen, des Naſens g Oövoh wir doch erſt hauptſachlich Am haͤu brauch. Kalm einigen gelatin Seifenſiederei dem Hauſe un ſamkeit dieſes ſucht und weit wegwarf, m Sie wie Rooſes eint als nachhalte Auf den zungzmittel, ſchr iuc unte ſens 60 N Nete ce Düngung 8 an n 3 dngungznitl 1 Jirkung uf d den, ſcheinlch git ghtſe. felſäun da, den nliche, mh heſttulttaß ein. ndung mit dan ohne ſelbimn ndere,“h uhm des vitrioheig erſelben zu din eſtreuet, aben ih Zu ſtark wit en haben, vitzi den oder Wega n per Jochnte h verweiſt un en 1809, An ſelben, Soynnt e, welche m auchen kam d thielten, nd 1 m Boden ii de Reſältte ſ anſteͤten, nd daß es inne tat je man ange mun woraus it i jſehr nathi Mineraliſche Duͤngungsmittel. 195 §. 90. Zu den wiekſamen und haͤufig angewandten Duͤngungsmitteln gehoͤrt endlich die Aſche. Die Aſche. Die ausgebrannte Aſche beſteht aus Erden und Kali, denen ſich Metalloxyde und verſchie⸗ dene Salze zuweilen beimiſchen. Unter den Erden iſt die Kalkerde immer praͤdominirend, wenn gleich die Pflanzen nicht auf kalkhaltigem Boden gewachſen ſind. Dem Kali kann man als Zerſetzungsmittel eine große duͤngende Wirkung nicht abſprechen. Aber mehrentheils kommt nur Aſche zum Gebrauch, welche ſchon ausgelaugt iſt, und dieſe hat immer noch eine betraͤchtliche, wenn auch nicht ganz ſo große Wirkung als die unausgelaugte. Es muß daher in der Aſche etwas Beſonderes, noch nicht Erkanntes ſeyn, was den ungleich groͤßern Effekt der ausgelaugten Aſche, gegen den von einer gleichen Quantitaͤt derſelben Erden etwa hervorgebrachten bewirkt. Es iſt in der Aſche wahrſcheinlich noch etwas vom vegetabili⸗ ſchen Leben Zuruͤckgebliebenes, was unſere Sinne nicht erreichen koͤnnen. Dieſer Gedanke ſcheint ſich auch dadurch zu beſtaͤtigen, daß man faſt allgemein beobachtet hat, diejenige Aſche, die bei langſamem Feuer und bei mehr verhindertem Zutritt der Luft gebrannt worden, ſey als Duͤngungsmittel weit wirkſamer, als die mit hellem Feuer gebrannte. Die unausgelaugte Aſche verſetzt man zuweilen, um ihr eine große Wirkſamkeit zu geben, mit friſchgebranntem in Pulver zerfallenen Kalk, und befeuchtet dieſe wohl durchgeruͤhrte Men⸗ ittels zum bbrennen Man bedient ſich dieſes gung etwas. Das Kali der Aſche wird hierdurch aͤtzend. So wird auch nach dem Ueberduͤngen, beſonders des Klees, in ſchwachem Maße. des Raſens gern noch etwas Kalk hinzugefuͤgt. Obwohl die Einaͤſcherungs⸗ Methode des Raſens hierher zu gehoͤren ſcheint, ſo werden wir doch erſt bei der Lehre von der Urbarmachung des Bodens daruͤber reden, indem ſie dabei hauptſaͤchlich ihre Anwendung findet. §. 91. Am haͤufigſten kommt die ausgelaugte Holzaſche als Seifenſiederaſche(Eſcherich) in Ge⸗ Heffenſteder⸗ brauch. Kali enthaͤlt ſie wenig mehr, aber ſie iſt mit Kalk vermengt, und mehrentheils mit einigen gelatinoͤſen Theilen, auch Greven und andern Abfaͤllen, die bei der Lichtzieherei und Seifenſiederei vorkommen. Gewoͤhnlich wird von den Seifenſiedern auch aller Auskehricht aus dem Hauſe und Hofe darunter gemengt, wodurch ſie aber nicht verbeſſert wird. ſamkeit dieſes Duͤngungsmittels iſt nun ſo allgemein bekannt, daß ſie wohl allenthalben aufge⸗ ſucht und weit verfahren wird, ungeachtet man ſie vor 20 Jahren an den meiſten Orten noch wegwarf, und aus den Staͤdten als einen unnuͤtzen Schutt loszuwerden ſuchte. Sie wird zum Ueberſtreuen der Wieſen vielleicht am haͤufigſten gebraucht, wo ſie ſtatt des Mooſes ein uͤppiges Gras und beſonders das Hervortreiben der kleeartigen Gewaͤchſe ſo ſchleunig als nachhaltend befoͤrdert. Auf dem Acker aber iſt ſie nicht minder wirkſam. Man muß ſie nur, wie alle dieſe Duͤn⸗ gungsmittel, mit der Ackerkrume ſorgfaͤltig zu mengen ſuchen, und deshalb zum erſten Male ſehr flach unterpfluͤgen, damit die Egge ſie noch faſſen koͤnne. Sie wird zu 36 bis 40, hoͤch⸗ ſtens 60 Metzen auf den Jochart gebracht, und ſorgfaͤltig ausgeſtreuet. Man bezahlt eine ſol⸗ che Duͤngung an einigen Orten gern mit 7 bis 11 Fl., wogegen man ſie an andern Orten noch Die Wirk⸗ — 196 Miineraliſche Duͤngungsmittel. 3 ſehr wohlfeil haben kann. Dieſen Werth kann ſie jedoch nur da haben, wo der Boden durch Niiſtduͤngung in Kraft geſetzt iſt. Auf einem ausgezehrten Boden wuͤrde ſie der Erwartung nicht entſprechen. Deshalb iſt ſie auch nur da in großen Ruf gekommen, wo ſich der Acker in jenem Zuſtande befindet. Ihre Wirkung iſt alsdann auch nachhaltig, und man behauptet ſie auf 10 3 bis 12 Jahre zu verſpuͤren, jedoch wohl nicht, wie Benekendorf ſagt, ohne weitere Miſtduͤngung. §. 92. peſcheden dere. Wo Holz in ſo großem Ueberfluſſe vorhanden iſt, und ſo wenig Abſatz findet, daß man dereien. es nicht vortheilhafter als zur Pottaſchenſiederei benutzen kann, bedient man ſich des Ruͤckſtan⸗ des, nachdem das Kali ausgelaugt worden, mit ſo großem Nutzen zur Duͤngung, daß man dieſe manchmal als einen zureichend belohnenden Vortheil der ganzen Anlage betrachtet. Man bringt ſie auf aͤltere Aecker, oder man ſetzt dadurch den abgeholzten und umgebrochenen ßorſt⸗ grund um ſo ſchneller in Kraft. Jede Haushaltung pflegt uͤbrigens etwas ausgelaugte Holzaſche zu haben. Waͤre es auch nur wenig, ſo verdient ſie doch aufbewahrt und gehoͤrig benutzt zu werden. haͤufig geſchieht, klumpweiſe auf den Miſthaufen geworfen, ſo kommt ſie wenig zu Nutzen, in⸗ dem die Aſche durchaus duͤnn vertheilt ſeyn muß, wenn ſie eine gute Wirkung thun ſoll, zuſam⸗ mengehaͤuft aber gerade den Fleck unfruchtbar macht, worauf ſie faͤllt. *. 93. Die Torfaſche iſt nicht nur von der Holzaſche ſehr verſchieden, indem man in allen mir . bekannten Unterſuchu hat, ſondern ihre Beſtandtheile weichen auch in den verſchiedenen Torfarten auffallend von ein⸗ Der Kalk iſt ihr uͤberwiegender Beſtandtheil, vorausgeſetzt, daß der Torf nicht vielen Sand eingemengt enthielt. Der Kalk befindet ſich darin im freien und kohlenſauren, oder im ſchwefel⸗, phosphor⸗ und eſſigſauren Zuſtande. Sie enthaͤlt mehrentheils einen betraͤchtli⸗ chen Zuſatz von Eiſenoxyd und zuweilen auch von Vitriol, wenn dieſer durch heftige Glut nicht zerſetzt iſt.. 3 Nach der Verſchiedenheit dieſer Beſtandtheile richtet ſich wahrſcheinlich die Verſchiedenheit ihrer dungenden Kraft, die man von ihrer Aufbringung auf Aecker und Wieſen hier und dort bemerkt hat. Allein wir haben noch zu wenig Analyſen der Torfaſche mit Ruͤckſicht auf dieſe duͤngende Kraft, als daß man etwas ſicheres daruͤber ſagen koͤnnte. Die leichte und lockere Aſche hat man allgemein wirkſamer wie die ſchwere gefunden; ohne Zweifel, weil letztere zu diel Kieſelerde hatte. Einige geben der weißen und grauen, andere der roͤthlichen einen Vorzug. Die letztere Farbe ruͤhrt vom Eiſenoryd her. Ich habe von einer rothbraunen, ſehr viel Eiſen, aber auch viel Kieſelerde enthaltenden Aſche, faſt mehr nachtheilige als vortheilhafte Wirkungen geſehen(vergleiche Hermbſtaͤdts Archiv der Agrikulturchemie, S. 354), weshalb ich bis jetzt nicht glauben kann, daß dem Eiſenoxyd eine vortheilhafte Wirkung beizumeſſen ſey. 4 verdient die Sache aber noch genauere Aufmerkſamkeit in Gegenden, wo vieler Torf gebrannt Die Torfaſche. ander ab. wird. Denn hier wendet man die Aſche um ſo mehr zum Duͤnger an, da ſie zu anderm Behui nicht benutzt werden kann. In einigen Gegenden von England und Holland brennt des Duͤngers willen zur Aſche. Betraͤchtliche Torfmoore, die keinen Abſatz ihres u als 4— 3 euer⸗ Wird ſie, wiee ngen gar kein freies und nur ſehr wenig neutraliſirtes Kali darin gefunden man aber auch den Torf bloß um ſertmüteil degt anten au den More ge ntheilt ſch nu trocknen aüſigen, w lieerre, wenn herausgezog weithin geh Nan he p gtohe dra man gewöhn! iber den Ack Virkung hie Vir laſſen d niſſen und n nel anzuzun Der vermiſcht, genden zu den Gradie theile beige Mann kongen her Gewinnſucht machen wer Rerm Kochſalzu. in Freiber len hat. kothen ode Es ſoh kreibenden aufloͤſenden dieſer Haup Dungungza Zweter dh d der Bden der Lrvrnug nit der Aaern ſan behauee ſe ujn veitere ihin ſatz fuddt,uf lan ſich Rallin, Düngung ne ige betrocnn 4 1 umgehrochnat aben. Wina den. Wid ſe wenig zu Nuza ung thun ſcl, wi em man in alenn. 3 Kali darin gird en auffalend wen „ daß der datfn nd kohlenſturn theils eine dett uch heftige Gut ch die Verchie Wieſen hür mie t Ruͤckich u 1 ie leichte un el, weil leßen g lichen einen in unen, ſchr übt theilhofte lit 4), neijat 3 beizumeſen ſt vieler Tolj gau ſie zu unden 8o uch den anibi⸗ Forie ſat ihr 1 ſr Minneraliſche Duͤngungsmittel. 92 e Feuermaterial haben, werden dazu benutzt. Man fuͤhrt Oefen von Steinen oder Lehm auf, legt unten auf den Roſt erſt trocknen, daruͤber aber friſchen naſſen Torf, ſo wie er aus dem Moore geſtochen wird. Erſterer wird angezuͤndet, die Glut trocknet den naſſen Torf aus, und theilt ſich ihm bald mit, ſo daß ſie hernach beſtaͤndig erhalten werden kann, faſt ohne daß man trocknen Torf wieder zuzulegen noͤthig haͤtte. Man ſucht naͤmlich dieſe Glut gehoͤrig zu maͤßigen, weil Jedermann uͤberzeugt iſt, daß die Aſche viet von ihrer duͤngenden Wirkung ver⸗ liere, wenn ſie mit zu großer Heftigkeit gebrannt wuͤrde. Die Aſche wird unter dem Roſte herausgezogen, und ſo dauert der fabrikmaͤßige Betrieb immer fort, indem die bereitete Aſche weithin geholt wird. 3 8 §. 94. Man hat der Aſche, verbunden mit der Wirkung des Feuers, in England neuerlich eine Verbrennung ſo große Kraft zugeſchrieben, daß man den Rath gegeben, nicht nur die hohe Stoppel, die der Seonden und man gewoͤhnlich vom Getreide ſtehen laͤßt, anzuzuͤnden, ſondern auch das ſaͤmmtliche Stroh dem Acker. uͤber den Acker geſtreut zu verbrennen, und glaubt nach angeblichen Verſuchen eine groͤßere Wirkung hiervon verſpuͤrt zu haben, als wenn das Stroh in den Miſt gebracht worden waͤre. Wir laſſen dieſe Bemerkung vorerſt dahin geſtellt, da ſie hoͤchſtens nur unter gewiſſen Verhaͤlt⸗ niſſen und nur auf ſehr reichem Boden anwendbar ſeyn kann. Der Gebrauch, die hohe Stop⸗ pel anzuzuͤnden, findet ſich auch in Ungarn auf einigen ſehr reichen Laͤndereien. §. 95.*8*8 Der Abfall der Salinen, der Pfannen⸗ und Dornſtein oder Halboͤtzig, oft mit der Aſche Salinen⸗Abfan. vermiſcht, gehoͤrt unter die wirkſamſten Duͤngungsmittel, und wird von den umliegenden Ge⸗ genden zu ziemlich hohen Preiſen gekauft und abgefuͤhrt. Der Abſatz in den Pfannen und in den Gradierwerken beſteht groͤßtentheils aus Gyps, hat jedoch immer noch einige andere Salz⸗ theile beigemiſcht. Einige ſchaͤtzen ihn hoͤher als den Gyps, andere demſelben nur gleich. §. 96. Mannigfaltige kuͤnſtliche Duͤngungsſalze, die in ſehr kleinen Quantitaͤten wunderbare Wir⸗ Dangerſalze. kungen hervorbringen ſollen, und deren Zuſammenſetzung man geheim haͤlt, ſind Geburten der Gewinnſucht und der Charlatanerie, die aber in unſern Zeiten ihr Gluͤck hoffentlich nicht weiter machen werden. Hiermit muͤſſen indeſſen diejenigen kuͤnſtlichen Zuſammenſetzungen von Gyps, Eiſenoxyd, Kochſalz u. ſ. w. nicht verwechſelt werden, welche unter andern der verdienſtvolle Lampadius in Freiberg(vergleiche Leipziger oͤkonomiſche Anzeigen, Michaelis 1803) verſucht und empfoh⸗ len hat. Denn dieſe ſollen im gehoͤrigen Maße, und nicht wie jene Wunderſalze zu wenigen Lothen oder Pfunden auf einem Jochart angewandt werden. §. 97. Es ſcheint keinem Zweifel unterworfen, daß man durch eine gehoͤrige Abwechſelung der Wfſaſnn der ungsmit⸗ treibenden und warmen animaliſchen, der nachhaltigen und kuͤhlenden vegetabiliſchen und der tel. aufloͤſenden mineraliſchen Duͤngung, ja ſelbſt durch die Abwechſelung der verſchiedenen Arten dieſer Hauptklaſſen eine weit hoͤhere Produktion bewirken koͤnne, als wenn man ſich nur an eine Duͤngungsart haͤlt. Es koͤmmt aber wahrſcheinlich viel darauf an, daß man die Ordnung, Zweiter Theil. Cc 19us8 Mineraliſhe Düngungsmttttltl. das Verhaͤltniß und die Zeit mit Nuͤckſicht auf den Boden, ſeinen jedesmaligen Zuſtand und ſeine abgetragenen Fruͤchte, richtig treffe. In verſchiedenen Gegenden ſcheint man ſich hieruͤber in der That Regeln gemacht zu haben, die aber nur auf dunkeln empiriſchen Begriffen beruhen. Auf eine rationelle Weiſe laͤßt ſich bis jetzt noch nicht mehr daruͤber ſagen, als in dem Vorſtte henden gelegentlich angedeutet iſt, weil es uns noch an beſtimmten Erfahrungen und genaeen Verſuchen fehlt. Indeſſen duͤrfen wir hoffen, daß bei einer mehr rationellen Anſicht und dahtnm gerichteten Aufmerkſamkeit ſich ſolcher rationellen Erfahrungen(sit venia verbo) bald mehrere ati ergeben werden, damit wir durch den Gebrauch aller in Haͤnden habenden Mittel die Kraͤfte und Stoffe der Natur aufs Beſte benutzen, und zu ihrem hoͤchſten Zwecke— Vermehrung des Lebens und des Lebensgenuſſes— verwenden lernen. In wiefern auch beſondere Duͤngungsmittel gewiſſen Pflanzen zuſagen, und dieſen in Hin⸗ ſicht der Quantitaͤt ihrer Produktion ſowohl als ihrer gewuͤnſchten Qualitaͤten beſonders zutraͤg⸗ lich ſind, daruͤber duͤrfen wir bald mehrere Erfahrungen erwarten, nachdem Nau, Reiſſert und Seitz, Annalen des Ackerbaues, Bd. X., S. 210, die Bahn hierzu gebrochen haben. Was daruͤber bisher bemerkt worden, wird in der Lehre von der Produktion einzelner Fruͤchte vorgetragen werden. 2 3§. 98.. Der Landwirth, dem die ungewoͤhnlichern Duͤngungsmittel zu Gebote ſtehen, und der ſie gehoͤrig zu gebrauchen weiß, wird von manchen Regeln, die ein anderer, der ſie nicht vor⸗ theilhaft erhalten und anwenden kann, beobachten muß, abgehen koͤnnen. Er kann mit ihrer Huͤlfe ein anderes Feldſyſtem, eine andere Fruchtfolge, eine ſogenannte freie Wirthſchaft de⸗ treiben, welche ſeinen uͤbrigen Verhaͤltniſſen angemeſſener iſt, als die, welche er ohne ſolche nicht ſelbſt produzirte Duͤngungsmittel befolgen muͤßte Reicher Modder macht einen Theil de Miſtduͤngung und dann vielleicht des Futterbaues entbehrlich, durch Gyps wird auch bei flacher Beackerung dem natuͤrlich reichen Boden die Kraft Klee zu produziren laͤnger erhalten— des ſtaͤdtiſchen Duͤngers und der Abfaͤlle von Manufakturen nicht zu gedenken, Dagegen muß man ſich aber nicht verleiten laſſen, das Verfahren derjenigen, die ſolche Duͤngungsmittel reichlich anwenden, und einen glaͤnzenden Erfolg darſtellen, den ſie nicht ſel⸗ ten andern Prozeduren beimeſſen— zur Norm zu nehmen, wenn man ihnen im Gebrauch die⸗ ſer Duͤngungsmittel nicht nachahmen kann.