= 4 29. Giessen g — S Si,, 2 mn,, G Land- und! des — ———rlöö— r— 8 aa— 4———-— ——— Landwirthschaffliche Beschreibung Ritterguts Lützschena. bei Leipzig, mit seinen Gewerbszweigen. V om Ritter Maxg vron Speck Freiherrn von Gternbeerg. Memhbre correspondant de la société centrale d'Agriculture de Nancy, des Vereins für Land- und Forstwissenschaft in Braunschweig, des Oekonomischen Vereins in Brieg, des Vereins für Kunst und Literatur in Mainz Ehrenmitglied, etc, etc. LEIPZIG, gedruecekt bei karl l[I auchnit ⸗, 1 18 42. Dans le partage des biens et des maux, que la divine provi- dence a répandus sur les mortels, ce n'est pas l'Agronome, qui a recçu la plus mauvaise part. I. Einleitung. provi- F. 1. Vorwort.................................. qui a§. 2. Ueber die zeitgemässe Heranbildung der Dorfkinder zu ihrem künftigen Berufe..................... §. 3. Ueber die Oeconomie politique in Frankreich..... §. 4. Würtembergs Fortschritte in national-ökonomischer Beziehung!........................„..... II. Allgemeine Beschreibung des Gutes. CAPITEL I. Hstorische Nachrichten und Notzen. S. 1. Lage des Gfltes............................. CAPITEIL II. Topographisch- statistische Verhältnisse. §. 1 Klirna..................../....... §. 2. Namensursprung.............................. §. 3 Kirchliche Notizen........................ 1.... §. 4. Witterungseinflüsse......................... §. 5. Boden........................................ §. 6. Politische Verhältnisse......................... CaPITEIL III. Der Park. §. 1. Entstehung des russischen Hauses und des Kiosk... 7§. 2. Auffindung von Alterthümern................... CapPITEIL IV. 4d.. é.......... Serrituten und Gerechtsame...... é... CAPITEI V. §. 2. Geschichtliche Erinnerungen.................... 16 18 Pag. III. Die Oekonomie und das Dienstper- sonal.— CAPITEIL VI. Beamten- und Dienstpersonal....... 28 d CaAPITEIL VII. Behköstigung des Hofgesindes......... 31 4 CaäAPITEL VIII. Berechnungen des ſährlichen Fleisch- eeeid Malchbedarf....... 34 Capl- CAPITEIL IX. Grösse und ELinrichtung der mirth- schaftsgebäude. §. 1. Oekonomie-Gebäuddddovdeoe.... 35 Capl §. 2. Gärtnerwohnung und Gerichtslokal.............. 36 1§. 3. Remisen, Waschhaus, Brennerei............ 37 §. 4. Scheunen................................... 37 Cwr §. 5. Schafstältlulu......... 37 §. 6. Schweineställe.............................. 38 §. 7. Gänse-Enten-Hühner- und Taubenhaus........ 39 §. S. Kuh- und Kälberställe................... 39 6. 9. Pferdestlille................................. 40 4 §. 10. Das Herrenhaus o... ͤ...... 41 .§. 11. Der Gemäldesaal........................ 41 CaplTEI X. Schah und Geschirr......... ·...ß 42 .— Cu IV. Die verschiedenen Oekonomie- Zweige. cw CAaPTTEILI XI. TLr ⁴‿‿.............................. 45 Cw CAPITEI XII. Anbau der rerschiedenen EFeldfruchte. 0w §. 1. Weiernrnnnnnnn........ 47 §. 2. Winterrogen.............................. 49(w §. 3. Gerste.......... S........................ 50(Ap §. 4. Hafer..................................... 51 §. 5. Erbsen...................................... 51 §. 6. Wicken.................................... 52 §. 7. Kartofteln............................. ·.... 53 4 §. 8. Rüben, Kraut und andere Hackfrüchte!.......... 54 §. 9. Oelsaaten................................... 55 §. 10. Spanischer Rothlkrlee.......................... 57 Pag. er-§. 11. Weissklee................................ 57 §5. 12. Aufdeckung der Fehler, welche früher beim 3 ckung„ .28 Ackerbau in Lützschena begangen wurden..... 58 . 31 CAPITEIL XIII. Frufßjahrs- und Iminterbestellung. oh-§. 1. Frühjahrs-Bestellung des Gutes 1841........... 60 31§. 2. Winter-Bestellung des Gutes im Herbste 1841... 62 ) CaprrEI. XIV. Ernten. 4§. 1. Ernte 1840.......................... 64 §. 2. Ernte 1841................................. 65 8 CaplrTEI XV. Jährliche Hosten eines Zweige- ·.37 Spanus DfGrde.......... 66 . 37 CAPITEI XVI. Arbeits- and Bestellungs-Berech- . 37 Nunen. . 38§. 1. Arbeits-Kosten bei Erbauung des Weizens....... 67 ... 39§. 2. Arbeits-Kosten bei Erbauung des Roggens....... 68 .. 39§. 3. Bestellungs-Kosten eines Ackers Gerste......... 69 . 40§. 4 do. do. IIafer.......... 70 . 41§. 5. do. do. Erbsen......... 71 .41§. 6. do. do. Kartoffeln...... 72 42§. 7. Knochendiingung............................ 73 . CaplTEI. XVII. Mesen................!... 74 e- Gradlegung der Flüsse........................ 75 CaprrEI. XVIII. 7ℳν...................... 76 . 4 CaplrEI XIX. Anger und Dreise⸗*i....... 77 8 nte. CaprrEI. XX. Aachengare,......... 79 . 42 CapfrEIL XXI. Obsthaumzucht........ ·)ͤ 82 149 4 3 CAPITEIL XXII. Hopfenbau. 50 7 z1§. 1. Erfordernisse für einen guten Hopfen............ 8⁵ 51§. 2. Cultur des IIopfens...................... 87 52§. 3. Erfahrungen beim Hopfenbau!.................. 89 . 53§. 4. Beförderung des Hopfenbaues durch die Regierung 91 34§. 5. Mittel zur Beförderung des Hopfenbaues......... 9² §. 6. Ernteertrag des Hopfens in Lützschena 1838— 1841 94 5)§. 7. Düngererzeugung............................ 102 .. V. Die Viehzucht. — 3 Caphl CapirERI. XXIII. Schferei.— §. 1. Ueberblick............................... 105 §. 2. Behandlung der Wolle und Schafe............. 106 §. 3. Pflege und Fütterung der Schafe.............. 108 b §. 4. Finrichtung der Ställe........................ 110 b §. 5. Zuzucht und Statur der Schafe. Beobachtungen.. 111(AplI §. 6. Fortschritte in der Schafzucht.......... ͤ.... 114 b §. 7. Ueber Wollveredlung in Baiern(1829)......... 118 §. S. Futtertabelle für den Winter................. 124 CaerI §. 9. Futterberechhniung........................... 126 §. 10. Verpflichtungen des Schäfers................. 128 CAPITEIL XXIV. Brastlianer und Thibetaner Zie- §2............................. 128 CAPITEL XXV. Schweizer Rindeiehzucht. §. 1. Züchtung und Verkauf der Thiere.............. 130 §. 2. Gestalt und Beschaffenheit der Kühte............ 132 8 §. 3. Zuzucht der Kälber......................... 133 Cm §. 4. Fütterung der Kühe........................... 135 a CAPITEIL XXVI. Pferde. §. 1. BDedarf an Pferden............................ 137 Cir S. 2. Fütterung der Pferde......................... 138 Cap. §. 3. Verrichtungen der Pferde..................... 139 §. 4. Abwartung der Pferde........................ 140 VII. CAPITEL XXVII. Schweinezucht. Capl §. 1. Zucht, Behandlung, Fütterung................ 141 CaPITEI. XXVIII. Federviehza............... 145 CAPITEI XXIX. HAhner ao⁵........... 146 CAPITEI XXX. Truthuhnerzucht....... O O... 146 CaApPlTEI. XXXI. GAusexae⸗t......... 147 1 CAplTEI. XXXII. ntenrache........:K... 148 CaAPITEI XX XIII. TMabensareetr.. 148 . 130 . 132 VI. Technische Zweige. CAPITEIL XXXIV. Brauerel. §. 1. Erfahrungen beim Betrieb der Brauerei und bei Aufbewahrung des Bieres................... 150 §. 2. Anlage von Eiskellern....................... 155 §. 3. Behandlung des Lagerbiers.................... 159 CAPirEI XXXV. Branntweinbrennerei. §. 1. Betrieb der Brennerei.................... 162 §. 2. Brennerei-Ertrag 1840— 1841............... 164 CaPITEI XXXVI. Ziegelei. §. 1. Allgemeine Bemerkungen..:.............. 166 §. 2. Lage. Gebäude..................... 167 §. 3. Bereitung der Steine!......................... 169 §. 4. Kinfabren der Steine........................ 174 §. 5. Brenmnen der Steine....................... ·.. 177 §. 6. Ausfahren der Steine........................ 179 §. 7. BDetrieb der Ziegelei.......................... 179 §. 8. Statistische Notizen......................... 181 CAPITEI XXXVII. Mahl- Schrot- und Quetsch- mare......:..../.. 184 ApTTEI XXXVIII. Schrneedke...... 186 CAPTTEI XXXIX. Stellaawchereer... 186 VII. Das BRBechnungswesen. CaPITEI XL. Rechnungsfuhrung. §. 1. Art der Buchführung.......................... 187 §. 2. Bemerkungen über die Führung der Bücher und den Bücher-Abschluss........................ 188 §. 3. Aufstellung einer Milch-Ertrags-Rechnung...... 192 §. 4. Wirthschaftsbücher.......................... 194 §. 5. Gasthofsbiicher.............................. 197 §. 6. Berechnung nach Procenten.................. 198 §. 7. Schema zu dem Monatsauszug der Cassa......... 200 §. 8. Schema des Restantenverzeichnisses zum Cassa- Auszug.................................... VIII — §. 9. Schema zu dem Monatsauszug aus den Material- rechnungen................................ 208 VIII. Schluss-Bemerkungen. CAPITEIL. CAPITEI. CAPITEI. CAPITEI. XII. XLII XLII. XLIV. Ueber die Obliegenheit der He- aten......................... 218 Verhaltungsregeln fur einen Ver- 252tey........ 2¹9 Bedingungen, unter welchen ein Dienstbote gemiethet wird......... 225 Lrrichtung von Dienustboten- Ver- besserungs- Vereinen, Kinder- und Sonntags-Socuble,,....... 228 —— e*e Lützse werbe sie nac Di und A. und ha Lebens und Ve Mi rungen er es eingeſi I. EINLEITDUNG. eNe §. 1. VORWORT. Es lag von jeher in dem Plane des Besitzers von Lützschena, alle Zweige der Landwirthschaft und der Ge- werbe auf seinen Besitzungen jährlich zu verbessern, und sie nach den Bedürfnissen der Gegenwart einzurichten. Die darauf gewandten Kosten, die viele Mühe, Sorge und Arbeit sind auch nicht ohne guten Erfolg geblieben, und haben seit 20 Jahren Hunderten von Handarbeitern Lebensunterhalt verschafft, und bei Vielen Aufmunterung und Veranlassung zur Nachahmung gegeben. Mit Vergnügen theilt derselbe seine gemachten Erfah- rungen in dieser kleinen Schrift seinen Freunden mit, wie er es im Jahr 1840 mit seinen in St. Veit in Baiern eingeführten ökonomischen Einrichtungen gethan hat, und 1 wünscht, dass solche eine freundliche Aufnahme finden, und sie veranlassen möge, gleiche Mittheilungen über ihre Besitzungen zu machen. Glücklich ist der Freund, der Verehrer des landwirth- schaftlichen Lebens zu nennen, der dabei nicht bloss mate- rielle Zwecke und spekulative Pläne vor Augen hat, son- dern auch die Natur in ihrer Grösse und Schönheit auf- nufassen, die idyllische Seite des Landlebens zu begrei- fen, zu empfinden, zu schätzen weiss. Dabei hat der Besitzer von Lützschena von jeher auf einen guten, nutzenbringenden Viehstand, auf üppige Fel- der, und einen zweckmässigen, in guter Ordnung gehalte- nen Wirthschaftshof gesehen. Werden diese drei Dinge nicht als ein Spielwerk, sondern als ein Werk betrachtet, das nutzenbringend betrieben werden muss, so lohnen Freude und Gewinn mit sicherem Erfolg die Anstrengungen und Mühen. Jede Wirthschaft ohne Reinertrag ist keiner Beachtung werth. Es wird diesen Zeilen ein Aufsatz beigefügt, der vom Verfasser vor einigen Jahren in einer Gesellschaft gebildeter Landwirthe mitgetheilt wurde, und der in sei- ner Beherzigung sowohl dem Staate als dem Landbauer von unbedingtem Nutzen werden könnte. Uebe Dor Ke in unse liehe d Landba gelührt W bürger Sehr S 8 gierun der Le sichere sicht i damit Wohlst Un verhess Gesetze finden, der ihre 1§. 2. lveirih. Ueber die zeitgemässe Heranbildung der Watg. Dorfkinder zu ihrem einstigen Berufe. t, son- 3 Seit mehren Jahren war es mein lebhafter Wunsch, t aul. in unseren Landschulen, wo schon die Kinder mit Vor- berri liebe dem Beruf ihrer Eltern folgen, den Unterricht im Landbau neben Religion, Rechnen und Schreiben mit ein- der auk geführt zu sehen*). ge Fel. Wir sehen in England, wo der Land- und Stadt- behalte. bürger mehr für das praktische Leben erzogen wird, wie i Dinge sehr sein Wohl und Lebensglück dadurch befördert wird. trachtet, Seitdem für die Landwirthschaft von Seiten der Re- lohnen gierungen und von Privatpersonen so viel gethan wird, lohnt ngungen der Landbau unsern Fleiss und unsere Kenntniss oft noch sicherer, als die Gewerbe der Städter. Die bessere Ein- achtung sicht in den Feldbau, die verbesserte Viehzucht, und die damit verbundenen Gewerbe vermehren noch jetzt den et, der Wohlstand vieler tausend Familien auf dem Lande. zellschaft Und wie viel bleibt uns und unsern Kindern noch zu r in sei- verbessern auf unseren Feldern, Wiesen, in Vermehrung andbauer *) Steht doch der Landbau mit der Religion, mit den Sitten und— Gesetzen im engsten Verein. 1* des Düngers, Veredlung des Viehstandes, durch bessere IHlaltung Desselben, durch Reinlichkeit in den Ställen, und Ausrottung vieler Missbräuche und Vorurtheile! Wie sehr würde hier der Schulunterricht unseren Kindern, welche sich dem Berufsgeschäft ihrer Eltern wid- men wollen, durch Erlernung dessen zu Statten kommen, was kluge, erfahrne Landwirthe als gut und bewährt er- probt haben! Durch meine Besitzungen im In- und Auslande habe ich oft Gelegenheit zu sehen, wie so viele Landwirthe durch Geschicklichkeit, Umsicht und Ordnung sich heben, während andere rückwärts gehen, und ihr Leben in Ar- muth und Dürftigkeit zubringen. Dank daher den Männern, welche durch Hervorrufung vieler landwirthschaftlichen Vereine ihre vielen Erfah- rungen und nützlichen Belehrungen überall verbreiten. Wir haben keine Ursache, über böse Zeiten zu klagen, der verbesserte Erwerb wird uns ein sorgenfreies Auskom- men verschaffen, und zu einem Wohlstande führen, wel- cher auch auf unsere Kinder übergeht, wenn wir in den Landschulen den Grund dazu legen lassen. Unsere grossen landwirthschaftlichen Lehranstalten werden nur von den Söhnen einzelner Familien besucht, bei welchen schon der Sinn für das Bessere angeregt ist. Wer thut aber etwas für die Kinder unserer kleinen Landwirthe, wenn wir nicht unsere höheren Behörden bitten, lichen 1 chen, trag f einen i zinde d N len: de sie ihre ser der wisser einen! haben zu fül quelle I' ches m reifern zucht: M Wissen nach v denl( genstä Berufe bessere len, und unseren rn wid- ommen, ährt er- de habe dwirthe H heben, a in Ar- worrufung n Erfah- eiten. 1 Kagen, Auskom- en, wel- r in den ranstalten besucht, geregt ist. er Kleinen Behörden bitten, sich solcher durch zweckmässigen landwirthschaft- lichen Unterricht in unsern Dorfschulen anzunehmen? Ist dieser Wille einmal von der Regierung ausgespro- chen, so wird jeder grosse Gutsbesitzer gern einen Bei- trag für Unterricht und Lehrbücher liefern, weil er ja selbst einen indirekten Gewinn, durch besser unterrichtetes Ge- sinde dabei hat. Nur unsere Schullehrer können diese Wünsche erfül- len: denn der grösste Theil der Landleute erhält durch sie ihre Bildung; es ist allerdings nützlich und schön, aus- ser den Grundsätzen der Religion und ihrer Gebote auch zu wissen, wie man correct schreibe und richtig rechne, und einen Begriff von der Geographie und Naturwissenschaft zu haben; aber eifrige Hingebung für seinen künftigen Beruf zu fühlen, Kenntnisse darin zu sammeln, und neue Erwerbs- quellen aufzufinden, ist gewiss auch sehr viel werth. In jedem Dorfe findet sich ein Stückchen Land, wel- ches man gern dem Schullehrer überlassen würde, um die reifern Kinder im Hopfen- und Gartenbau, in der Baum- zucht u. s. w. praktisch zu belehren. Wie schnell gehen die in der Dorfschule erworbnen wissenschaftlichen Kenntnisse für die Kinder verloren, da nach vollendeter Schulzeit solche nicht mehr geübt wer- den! Ganz anders verhält es sich aber mit den Lehrge- genständen für die Landwirthschaft, welche mit ihrem Berufe in genauer Verbindung stehen. Welcher grosse Vortheil würde auch dem Vaterlande erwachsen, wenn geschickte Land- und Stadtbürger mit gründlichen Kenntnissen ihre Geschäfte betrieben! Wie lebhaft man das in der neuern Zeit eingesehen, wird Jeder bemerken, der unsere polytechnische Gesell- schaft und ihre Lehranstalt, den Kunst- und Gewerbe- Verein, die höhere Bürger- und Handelsschule in Leipzig in ihrem Wirken beobachtet. Ilier werden für jedes Fach die Vorkenntnisse erläuternd vorgetragen, und jeder Schü- ler für seine künftige Bestimmung gründlich vorbereitet. Selbst in Baiern, wo die Kinder schon im 13en Jahre aus der Schule entlassen werden, müssen sie, bei Gefängniss- strafe, die Sonntagsschule bis zum 18ten Jahre besuchen, wo ihnen ausser Rechnen und Schreiben noch andere, zu ihrem Beruf nöthige Kenntnisse beigebracht werden. Im Grossherzogthum Baden giebt es Schullehrer, die ihre Schulkinder im Wein-, Seiden-, Obst- und Getreidebau unterrichten. Zur Beförderung der Sparsamkeit der Kin- der haben sie in den Landgemeinden eine Sparkasse an- gelegt, aus der am Jahresschlusse denjenigen derselben eine Prämie ertheilt wird, welche die meisten kleinen Er- sparnisse eingelegt haben. Vor einigen Jahren hatten dort 10 fleissige Schulkin- der über 157000 Raupennester und schädliche Insekten vertilgt, wofür sie auch kleine Belohnungen erhielten. 8 gleich das Lache. le Unterr zugleic ten de dienen aufgen das Ki U. T zeichn und 8 der A tivatel jets à souve striell erlande ger mit esehen, Gesell- werbe- eipzig s Fach Schü- ereitet. ure aus ingniss- suchen, lere, zu n. er, die eidebau er Kin- ssse an- erselben nen Er- chulkin- Insekten elten. Jedem Philanthropen muss es Freude machen, aus der- gleichen Thatsachen zu ersehen, wie auch gute Dorflehrer das Ihrige beitragen können zur Förderung der guten Sache. Ich wiederhole daher zum Schluss noch einmal: dass Unterricht in den Vorkenntnissen der Landwirthschaft, und zugleich praktische Vorträge in den Dorfschulen von Sei- ten des Staats und der Familienväter alle Beachtung ver- dienen, und die Lehrer durch die nöthigen Mittel dazu aufgemuntert werden sollten, um unseren Wünschen für das künftige Wohl unserer Kinder nachzukommen. Maxg Speck-Sternburg. 3. A Ueber die„Economie politique“ in Frankreich. Mit welchem Eifer auch in Frankreich die ausge- zeichnetsten Männer die Verbesserung der Landwirthschaft und seiner Gewerbe ergreifen und verfolgen, giebt folgen- der Aufsatz zu erkennen, welcher voriges Jahr im Cul- tivateur dder Journal des progrés agricoles stand: „Napoléon, dont le genie créateur embrassait tant d'ob- jets à la fois, et suffisait à tout en mème temps, disait souvent que la France devait être plus agricole qu'indu- strielle. Les manufacturiers et les commerçans habitent les villes; ils y exercent par leur fortune une assez grande influence. Par leur position sociale ils approchent les ministres, quelque fois même ils le deviennent“): on les craint, c'est là tout le secret de leur credit et de la fa- veur qu'ils obtiennent. L'homme des champs est plus isolé, aussi P'autorité songe-t-elle à peine à lui, lors même qu'elle prodigue des encouragemens à P'industrie. Un tel état de choses ne saurait se prolonger sans danger pour Pavenir; il faut enfin, que l'agriculture occupe le rang qui lui appartient. Sous un gouvernement repré- sentatif tous les intérèts sont en présence; Pon ne doit pas craindre de recourrir à la presse, sans laquelle on n'est rien aujourd'hui, et à l'aide de laquelle on peut tout. Il leur faut des députés éclairés et positifs, qui ne se bornent pas à prononcer quelques discours d'apparat, qui n'ont trop souvent pour but que de flatter la vanité de l'orateur. *) Der jetzige französische Handelsminister Cunin, Sohn eines Ger- bers, lernte erst bei seinem Lehrherrn Gridaine, Tuchfabrikant in Sedan, schreiben, und erhielt späterhin seine Tochter zur Frau, weil er durch seine Thätigkeit und Industrie des Hauses Ruf und Vermögen bedeutend vermehrt hatte. nistér comn. Wü rung durch die! man Glücl V Reich die n gründ wicke unter Intere ent les grande nt les on les la fa. atorité ne des sans occupe repré- ne doit 2lle on Ile on j ne se at, qui nité de ines Ger- in Sedan, er durch bedeutend Suivant moi il faut un homme spécial chargé du mi- nistéère de'agriculture que l'on détacherait de celui du commerce. Il faut diriger Pindustrie vers Fagriculture etc.“ §. 4. Würtembergs Fortschritte in national- ökonomischer Beziehung. Auch im Königreich Würtemberg, mit einer Bevölke- rung von über 1,600,000 Seelen auf 359 ◻ Meilen, wird durch Anregung S. M. des Königs ausserordentlich viel für die Landwirthschaft und Thierzucht gethan. Hier könnte man wohl sagen, findet der Regierende sein Glück im Glücke der Regierten. Es ruht aber auch ein besondrer Segen auf diesem Reiche! Die Masse des Volks eignet sich alles an, was die neuere Zeit Gutes und Nützliches hervorbringt. Eine gründliche Aufklärung, eine zweckmässige Ausbildung ent- wickelt dort von Jahr zu Jahr einen grössern Wohlstand unter der Bevölkerung, und Theilnahme an den höchsten Interessen ihrer Nebenmenschen im In- und Auslande. — 0o e ⁵ 54— II. Allgemeine Beschreibung des Gutes. CAPITEL I. EMerstorische Nachrichten und Notizen. 5. 1. Lage des Gutes. Das Rittergut Lützschena liegt im Leipziger Kreis des Königreichs Sachsen, 2 Poststunden von Leipzig nach Nord- West hin, an der Landstrasse nach Halle. Wer es zu Fusse besuchen will, kann einen doppelten Weg dahin ein- schlagen. Der eine führt zum äussersten Rannstädter, jetzt Frankfurter, Thore von Leipzig hinaus, rechts über Wie- sen in schattiges Gehölz, bei der wohl tausendjährigen Königseiche vorbei, nach der sogenannten Bürgeraue, und ununterbrochen auf durchgehauenen Holzwegen über Ehren- berg an dem von alten Eichen, hohen Ulmen und Buchen malerisch beschatteten Hinterwasser hin bis Lützschena. holzc über undi „ mit t umget ln hinaue Ufern hintel Entfe hinte gebä wirt Braus grüne diesel Halle nach liche tes. . eis des Nord- 68 All in ein- jetzt r Wie- hrigen ne, und Ehren- Buchen zschend. Bei dem Austritt aus dem Lützschenaer Ritterguts- holze bietet sich bald dem Beschauenden eine angenehme, überraschende Aussicht auf die herrschaftlichen Wohn- und Wirthschaftsgebäude dar. Das Herrnhaus hat ein Mansardendach, einen Thurm mit einer Schlaguhr, und ist mit einem Blumengarten umgeben. Ein zweiter Fussweg führt nach dem Dorfe Möckern hinauf von Gohlis aus; von da nach Wahren, und an den Ufern der Elster hin nach Stahmeln. So bald man dieses hinter sich hat, erblickt man Lützschena in nicht weiter Entfernung vor sich; links erstrecken sich Wiesen, und hinter diesen breitet sich der an das herrschaftliche Wohn- gebäude anstossende Park aus. Das Rittergut mit den wirthschaftlichen Gebäuden, die herrschaftliche Schäferei, Brauerei, der Gasthof, die Gemäldegallerie, ragen über die grünen Umgebungen hervor. In geringer Entfernung von diesem Fusswege geht die wohl erhaltene Chaussee nach Halle, so wie die Eisenbahn von Berlin und Magdeburg nach Leipzig vorbei. §. 2 Geschichtliche Erinnerungen. So wie das Jahr 1813 dem Dorfe Möckern geschicht- liche Bedeutung gegeben hat, so ist überhaupt die ganze Gegend, die von hier aus sich rings umher ausbreitet, reich an denkwürdigen Erinnerungen. Hier, und in der Umge- gend von Lützschena war es, wo am 16. October 1813 die Schlesische Armee unter Blücher und York die Völ- kerschlacht mit schlagen half, und Marmonts Krieger nach vergeblicher Anstrengung das brennende Möckern den siegreichen Preussen überliessen. Kriegerischer Scenen aus frühern Jahrhunderten gedenken wir bei dem Nachbar- dorfe Wahren, welches nebst seiner Kirche im Jahre 1621 von Tilly'schen, 1632 von Wallensteinischen Soldaten ge- plündert wurde, und in den October-Tagen des Jahres 1813 die Schrecknisse seiner Umgebung theilte. Blicken wir über die Chaussee nach Lindenthal und Breitenfeld hinüber! Dort entbrannte einst im September 1631 zwi- schen dem grossen Schwedenkönig Gustav Adolph und Tilly ein heisser Kampf; aber nach siebenmaligem An- griffe flohen endlich Pappenheims Kürassiere bei dem Link- ler Tannenhölzchen über die Lützschenaer Fluren vorbei, nach Halle zu; und bei eben diesem Wäldchen entspann sich am 7. September 1813 wieder das Gefecht zwischen Kosacken und Franzosen, als ein Vorspiel zur nahen blutigen Tragödie bei Leipzig. Noch etwas weiterhin stand in der unvergesslichen October-Schlacht auf der Anhöhe bei Lützschena das Russische Corps des General v. Sacken und Langerons, so wie unfern eine Congrevi- sche Batterie, und das Corps des Königs von Schweden, Carl! sitzer schem seines schenc- gtellt) V Lützs sind, Kronp (Lond Blüch liege rückl gene gespe diess, wurd nach lich! Pferd veld Kaise rück reich Umge- 1813 2 Völ- nach den i aus chbar- 1621 en ge- Jahres Zlicken tenfeld 1 zwi- bh und m An- ·Link- vorbei, tspann vischen nahen eiterhin nuf der General ongrevi- hweden, 13 Carl Johann XIV.(Von ihm bewahrt der jetzige Be- sitzer von Lützschena eine kostbare Vase aus schwedi- schem Porphyr, als eine Anerkennung und einen Beweis seines Wohlwollens auf. Dieselbe ist in seiner, in Lütz- schena befindlichen Kunst- und Gemäldesammlung aufge- stellt). Welche wichtige, thatenreiche Punkte die Umgebungen Lützschena und Freiroda für die Octoberschlacht 1813 sind, bezeugen die interessanten Memoiren des beim Kronprinzen Bernadotte gestandenen Generals Stuart (Londonderry), der erzählt, wie von Lützschena aus Blücher und Gneisenau die Heldenkämpfe auf Möckerns Ziegelofen und das Dorf leiteten, wie von einer siegreich rückkehrenden Abtheilung einmal 200 französische Gefan- gene nach Lützschena gebracht, und in die Scheunen ein- gesperrt wurden,(noch lebende Augenzeugen bestätigen diess, sowie dass die Dächer von den Kugeln zerschlagen wurden, dass sämmtliche Elsterbrücken nach Gundorf zu abgebrochen waren, dass sich die Dorfbewqhner fast Alle nach dem nahen Skeuditz geflüchtet, u. s. w.), wie end- lich hier die merkwürdige Unterredung zwischen dem vom Pferde gestürzten, gefangnen östreichschen General Meer- veld und Napoleon Statt fand, durch welchen er dem Kaiser Franz den Frieden anbot, und über den Rhein zu- rück zu ziehen versprach. —— CAPITEL II. Topographische und stautistische Verhältnisse. 8. 1. Klima. Lützschena war ein alt schriftsässiges Mannlehn-Rit- tergut, das seit 1835 in ein Allodium verwandelt worden ist, und ein Ritterpferd nach Dresden lehnt. Es hat(un- ter dem 51° 20 nördlicher Breite und 30° östlicher Länge, 350 Fuss über der Meeresfläche,) eine gleichförmige Tempe- ratur und gesunde Luft; daher die Einwohner in der Regel ein hohes Alter erreichen. Im Jahre 1836 lebten im Armenhause unter Andern 5 Personen, welche zusammen 377 Jahre zählten. §. 2. Namenursprung. Es scheint sein Name aus den Zeiten der Sorben- Wenden herzurühren, welche vor etwa 1000 Jahren auch diese ⁹ Ortscr D klein 1 demna V Häni. Bespra- wechun IL Schule *) ₰ hier im 3* hracht; 2 banden d gen Ernx Landwirls Irdischeln entwicke sie wucht m-Rit- worden at(un- Länge, Tempe- r Regel ten im ammen Torben- en auch 15 diese Gegend bewohnten, wie diess mit vielen andern Ortschaften in der Nähe der Fall ist.*) Lute bedeutet im Wendischen so viel als Lage oder klein, und schene so viel als schön. Lützschena scheint demnach seinen Namen der schönen Lage zu verdanken. O. — Kirchliche Notizen. Vor ungefähr 300 Jahren war die Kirche noch Filial von Hänichen. Die Messen, Wasser- und Salzweihen sammt Besprengung und den übrigen Prozessionen mussten ab- wechselnd in der einen und andern Kirche gehalten werden. Das Rittergut hat das jus patronatus über Kirche und Schule. *) Noch vor dem Untergange des Bog und der Siwa wurde schon hier im Walde den Göttern Ehrfurcht und Dank für den Ackerbau ge- bracht; mit der Aussaat des Samens und mit seinem Emporkeimen ver- banden die Bewohner schon die schöne Idee des Todes und der künfti- gen Erneuerung ihres Lebens. Ihre Priester waren die ersten Lehrer der Landwirthschaft. Erst im christlichen Mittelalter trat dieser Cultus des Irdischen vor dem Cultus des Ueberirdischen zurück. Seit dieser Zeit entwickelte sich hier Bildung, Fleiss, Ordnung und Wohlhabenheit; durch sie wuchs der dritte Stand zur Freiheit empor. 16 Die Einwohnerzahl der ganzen Lützschenaer Parochie betrug 1840: 881, worunter 143 Kinder von 6 bis 14 Jah- ren, welche die Schule besuchten. Das Vermögen der Kirche in Lützschena betrug:........ 578 Rthlr. das der Hänicher:......... 8301„ Die Ausgaben beider Kirchen zusammen:. 133„ Die Einnahme der Pfarre, betrug, nach Abzug der Ausgabe, netto:...... 651„ Die jährliche Einnahme des Kirchenschul- lehrers:........339„ Im vorigen Jahre 1841 wurden im Kirchspiele zu Lützchena Kinder geboren:......... 38 Dagegen starben im Ganzen:......... 30 worunter 3 Personen von 73, 74 und 79 Jahren. Hundert Jahre früher 1741 wurden Kinder geboren: 10 und starben zusammen:.......... 13 §. 4. Witterungseinflüsse. Die Mittelwärme des Jahres in Lützschena ist fast wie an jedem andern Orte der Nachbarschaft constant, und schwankt zwischen 8, 9 bis 10⁰°% Réaumur. Mit dem Regen verbält es sich aber ganz anders; die Niederschläge sind von 20 Zoll die kleinste, von 48 loll i Lützon 18 LI unter werde- etwas= nicht kleine Frühj sern, I Prüch e die Mo gen. i¹ Juni r- 11 durchR wie is auch ler sten G genoger In Lützscho- zerstörg Ini an de Parochie 14 Jah- Kirche 4 Rthlr. jele zu 38 30 ren: 10 13 jst fast eonstant, anders; „von 48 17 Zoll die grösste Regenmenge. Daher ist es besser, in Lützschena freistehende Weinstöcke, die eine Kälte von 18⁰° Réaumur vertragen, nicht zu decken, da die Augen unter der Erde leicht ersticken, faulen und verweichlicht werden. Gewöhnlich werden sie niedergelegt, und mit etwas Laub bedeckt. Winterkälte bis zu 22⁰0 kommt hier nicht oft vor. Lützschena liegt in einem anmuthigen Thale, von den kleinen Flüssen Elster und Luppe durchschnitten, die im Frühjahr gewöhnlich austreten, Holz und Wiesen bewäs- sern, und dadurch die Fruchtbarkeit verdoppeln. Alle Früchte, Obst, Wein, Hopfen gedeihen vorzüglich, so wie die Aecker alle Sorten Winter- und Sommergetreide tra- gen. Die Wiesen wurden voriges Jahr schon Anfangs Juni gemäht. Durch, nach Süd und West gelegne Waldungen, und durch sanfte Anhöhen gegen Norden ist der Hopfen, so wie überhaupt die ganze Besitzung, ziemlich geschützt; auch kommen Tagelschäden selten vor; so wie die mei- sten Gewitter durch die Waldungen geschwächt und ab- gezogen werden. Im vorigen Jahre, in welchem in der Nähe von Lützschena bis über Leipzig hinaus fast Alles vom Tlagel zerstört wurde, blieb jenes verschont. In einer eben so angenehmen, als fruchtbaren Gegend, an der Ilauptstrasse zwischen drei Städten: Leipzig, 2 18 Skeuditz, Delitzsch gelegen, kann es auf den dortigen Märkten auch die unbedeutendsten Wirthschaftsproducte vortheilhaft ins Geld setzen*). Boden. Ein grosser Theil der Dammerde besteht vorzüglich aus einem milden, mit Sand und Lehm gemischten Boden**). Einige, früher etwas tief und nass gelegene Stellen, hat der jetzige Besitzer durch Auffüllung und Feldgräben er- höhen, und trocken legen lassen. Die Unterlage ist gleich- falls milder Boden, der aber fast noch sandiger als die *) Von welchem grossem Nutzen Märkte zum Absatz für landwirth- schaftliche Erzeugnisse sind, sehen wir schon an den Wollmärkten, welche der Besitzer von Lützschena bereits 1817 in Oestreich, Preussen, Baiern, und später in Russland so lebhaft verwirklicht zu sehen wünschte, und die Regierungen anhaltend dazu aufforderte. ☛ Wie schlimm ist es dagegen für Ungarn, wo in mehren Comitaten die Gelegenheit zum Absatz fehlt; daher dort sehr viele Juden schnell reich werden, weil sie ihre Gelder, wie im südlichen Russland, oft mit 30 bis 40 9 Gewinn anlegen können. **) Ohngeachtet aller gemachten Bohrversuche in den Feldern und der Aue, hat sich bis jetzt kein Torf- oder Braunkohlenlager von Bedeu- tung auffinden lassen. Dam7 weil* zuvera: 5 Aecke= hracht* nenl. 2 Wege is nach 28₰ dersell einer ls rechne höhe.( in d. Dämn 1¹ der vd in derf Fa abgelösg ortigen oducte üglich len**). n, hat en er- gleich- als die ndwirth- närkten, reussen, ünschte, omitaten ell reich mit 30 Jern und on Bedeu- 19 Dammerde ist, daher auch die Felder bei nassen Jahren, weil auch dann kein Wasser dort stehen bleibt, ebenso zuverlässig sind, als in trocknen Sommern. Durch Einführung der Stallfütterung wurden die Aecker seit 20 Jahren zu einer immer höheren Cultur ge- bracht, und ihnen jährlich ein grösserer Ertrag abgewon- nen. Die zweckmässig angelegten und gut unterhaltenen Wege machen es möglich, die Felder in jeder Jahreszeit nach allen Richtungen hin zu befahren. Der grösste Theil derselben bildet fast eine Breite in der Entfernung von einer halben Stunde, vom Anfange des Dorfes aus ge- rechnet, und liegt gegen Mittag hin an einer sanften An- höhe. Der übrige Theil aber liegt unterhalb des Dorfes in der fruchtbarsten Aue, und ist durch gut angelegte Dämme vor Ueberschwemmungen geschützt. Die Wiesen enthalten fast durchgängig lehmigen Boden, der vorzüglich feste Mauer- und Dachziegel liefert, welche in der ganzen Umgegend gesucht sind. §. 6. Politische Verhältnisse. Fast sämmtliche Frohnen sind vor einigen Jahren abgelöst, und die Felder zusammen gelegt worden; diese —„„ Veränderung hat auf die Gemeinde einen sehr wohlthätigen Einfluss ausgeübt; von Jahr zu Jahr hat sich der Wohl- stand derselben vermehrt. Seit der Ablösung und Zusammenlegung der Felder haben einige Bauern fast noch einmal so viel geerntet, als sonst. Moralität, Sittlichkeit und Ordnung haben mehr zugenommen(was stets der Fall ist, wenn der Mensch ganz Herr seines Eigenthumes und seiner Wirthschaft ist, und von Servituten befreit wird). Haben die abgelösten Bauern und Häussler nicht Arbeit genug für sich, so finden sie solche gegen Accordfuhren oder im Tagelohn in Menge bei der Herrschaft. Es bleibt immer wünschenswerth, dass in grössern Landgütern die Erzeugnisse theilweise selbst verarbeitet oder consumirt werden, wodurch nicht allein Grund und Boden mehr gehoben und verbessert, sondern auch bei der Zunahme der Bevölkerung der unteren Volksklassen den- selben mehr Arbeit und Erwerb verschafft wird. Es wer- den dadurch eine Menge Menschen in Thätigkeit gesetzt, welche sich sonst dem Müssiggang, dem Betteln und Steh- len ergeben hätten. Fabriken und Manufacturen allein können auf die Dauer die Ernährung der Volksklassen nicht ersetzen, da sie einem grossen Wechsel in ihrer Subsistenz unterwor- fen sind, und von ſinanziellen und commerziellen Krisen, von der Mode und dem Zufall, von einem wechselnden Zolld² Verlas ., ncht Wahes Ahlö Anlegt chen* at, In beschin erhalt a hat, kind m jährh Rüben geernt DA gross, lasste,, 4 ätigen Wohl- velder entet, mehr Lensch ft ist, lösten finden Menge rössern arbeitet nd und bei der en den- s wer- gesett, [Steh- auf die een, da terwor- Krisen, selnden Zollsystem und dergleichen abhängen. Durch IHebung und Verbesserung des Ackerbodens können oft in einem Kreise noch einmal so viel Menschen leben als zuvor. Diese Wahrheit liegt auch in Lützschena am Tage, wo durch Ablösung der Frohndienste, Zusammenlegung der Felder, Anlegung des Iopfenbaues und mehrer landwirthschaftli- chen Gewerbe sich der Boden ausserordentlich gehoben hat, und mehr als noch einmal soviel Menschen als sonst beschäftigt werden; selbst Kinder und bejahete Personen erhalten nach ihren Kräften Arbeit. Da der Gutsherr 9 bis 10 Familienhäuser erbaut hat, so finden die besten Arbeiter mit ihren Weibern und Kindern gesunde und reinliche Wohnungen, und erhalten jährlich ein Stückchen Land zum Anbau ihrer Kartoffeln, Rüben u. s. w., wogegen sie einen bestimmten Theil der geernteten Früchte abgeben —oſte CAPITEL III. Der Parf. Der Park, mit seinen Obstplantagen über 102 Morgen gross, fast von allen Seiten mit Wasser umgeben, veran- lasste, seiner grossen Ausdehnung wegen, den Besitzer, russische Hütten, Ruheplätze und andere einfache Gegen- stände, die er auf seinen Reisen im rauhen Norden und in den südlichen Steppen Russlands kennen gelernt hatte, zu bauen, und sie so sich selbst wieder zur Anschauung vorzuführen. Auch musste er, um Lachen und Lehmgru- ben mitten in dem Parke auszufüllen, manche Canäle und kleine Teiche graben lassen, deren Anlegung sonst wohl unterblieben wäre, um nur Verbindung ins Ganze zu bringen. §. 1. Entstehung des russischen Hauses und des Kiosk. In dem, nahe am Herrnhof gelegenen Garten hefindet sich unter mehren Anlagen auch ein Gelobungshaus, mit dem vom Besitzer beigefügten Epigraph: „Am 19. October 1825, wo ich nach dem Durch- „gehen der Pferde schwer verwundet auf dem Hette lag, „schrieb ich aus Taganrog am Asovischen Meere nach „Litaschena: Sollte ch Euch wiedersehen, und gesund „ZLuruckh kommen, so baue ich zum Andenhen ein kleines „russisches Haus, dem ähnlich, in welchem ich hier, nahe „an, der einfachen mohnung des HKaisers dleæander, auf „meinem Schmerszenlager liege.“ Sein Wylie, 8 rien, Che lich in I Grund Zu Kiosk, W Sarai(S 1827 lie Jene schee u Froberu Armenie gerathe Nich hefindet Jühe im Tiele v Xmulet Jahre ne des Chu Gegen- en und hatte, nauung ungru- Canäle sonst Ganze und hefindet us, mit Durch- te! dg, e nach gesund kleines er, nahe der, auf Sein Leben wurde durch den Leibarzt des Kaisers, Wylie, gerettet. Am 2. December 1825 kam er über Tau- rien, Cherson, Bessarabien, Podolien und Warschau glück- lich in Dresden an, und so wurde im August 1826 der grund zu diesem russichen Holzhause gelegt, mit einem Kiosk, welcher während seiner Anwesenheit in Bachtschi- Sarai(sonstige Residenz des Tatar-Chans) aufgenommen, 1827 hier erbaut wurde. Jener Kiosk befand sich neben dem Harem der Mo- schee und der Grabstätte der alten Chans, welche seit Eroberung der Stadt, die jetzt von Tataren, Griechen, Armeniern und Karaiten bewohnt wird, ganz in Verfall gerathen sind. §. 2. Auffindung von Alterthümern. Nicht weit von diesem Kiosk nach der Kirche zu, befindet sich eine Gedenk-Tafel an einem Baume, in dessen Nähe im Jahr 1828, bei Ausgrabung eines Canals, in einer Tiefe von 5 Fuss, ein Ritterschwert mit einem Bronze- Amulet und einem Ringe gefunden wurde, die einige Jahre nachher, mit einer ausgezeichnet schönen Armbrust des Churfürsten Johann Friedrich vom Jahre 1517(Leiter ein Geschenk 27 24 ——— der damaligen Kirchenverbesserung, ohmne welchen Dr. Luther wahrscheinlich das Schicksal eines Huss erfahren haben würde) dem historischen Museum in Dresden als überreicht wurden. CAPITEL IV. Areal. Das Areal des Gutes besteht in: Ackern Feld; „ Wiesen; „ Ober- und Unterlaubholz; „ Hofraum und Küchengarten; „ Angern, Obstplantagen und Hutung; „ Teiche; „ Wasser mit wilder Fischerei. 418 ¾ 800 b Der Viehbestand beträgt: Acker, oder 837 Morgen. 1 is 900 Schafe in Winterstallung; 50„ 60 Stück Rindvieh; —„, 50 Das nämlich: Die streckt dem P Grundsi *) Fo zilianer Zi 1 Pbirte Zeic nen Dr. erfahren ſen als Ilutung; 28 bis 30 Stück Wirthschafts- und Perrschafts- pferde; 50„ 60 Stück Schweine*˙). Das Jagdrevier besteht ungefähr in 3800 Ackern, oder 7600 Morgen; nämlich: à 600 Acker in Lützschena, „ 1290„„ Freiroda, „ 4100„. Quasnitz, „ 521„„ Hänichen, „ 881„„ Radefeld, „ 108„„ Kritzschiner Mark. Die Fischerei in der Elster und im Hinterwasser er- streckt sich auf die ganze Länge, in der die Ufer von dem Rittergutsgrund und Boden und den bäuerlichen Grundstücken begrenzt werden. *) Von den Electoral-Schafen, Berner Kühen, Schweinen und Bra- silianer Ziegen sind dieser Beschreibung vier nach dem Leben lithogra- „. . n.. phirte Zeichnungen beigelegt worden. CA PITEL V. Serrituten und Gerechtsume. Lehn- und zinspflichtig sind sämmtliche Grundstücks- besitzer von Lützschena, und ein grosser Theil der Stadt Skeuditz, der Dörfer Wehlitz, Röcken und Gross-Herin- gen, und der benachbarten Kritzschiner Mark. Das Gut hat die Untergerichte, und die Ausübung der Polizei, so wie das jus patronatus über Lützschena, IIaenichen mit Quasnitz und Freiroda. Die Servituten bestehen meist in den zu entrichtenden Frohnen, in Lehnrenten in manu dominante und serviente, Erb- und Katzenzinsen, dem Brautschilling, dem jus pri- mae noctis*) und den Naturalprästationen, welche Letztere aber fast durchgängig in eine Geldrente verwandelt wor- den sind; ferner in den Handfrohmn- und Baufrohndien- sten, dem Holzhackergelde u. s. w., deren völlige Ablö- sung jetzt betrieben wird. Freiroda ist ein Rittergut für sich, welches sowohl die Ober- als Untergerichte, Lehn- und Laudemial- *) Auf das durch Darbringung eines seidenen Beutelchens ohne Nath von der Braut, in dem sich 3 Mariengroschen befinden, verzichtet wird. gefälle h werden, pflugfrohn zu leisten hegrifken i Da d ühung dem den Bere mehre Ja Der! stücks- r Stadt Herin- tsübung zschena, ehtenden erviente, jus pri- Letztere elt wor- phndien- ge Ablö- sowohl demial- chens ohne . verzichtet werden, weil die Unterthanen daselbst dem Rittergute Pflugfrohnen, ungemessene Baufrohnen und andere Dienste zu leisten haben, von denen ein Theil schon in Ablösung begriffen ist. Da der Besitzer beider Güter keine Zeit für die Aus- übung der Jagd und der Fischerei hat, so sind diese bei- den Berechtigungen zu einem sehr niedrigen Pacht auf gefälle hat, und kann nicht gut von Lützschena getrennt mehre Jahre weggegeben worden. Der hiesige Acker hat: 300 Quadratruthen, die Ruthe 15 Fuss 2 Zoll; 1 Acker ist gleich 2 Berliner Morgen, oder 14 baiersche 1 Centner hat 110 Leipziger oder Berliner Pfund oder Pfund Zollgewicht oder 9116 baiersche Tagewerk. circa 107 Pfunde. 1 Tonne hat 1 ½ Eimer. 1 Eimer hat 72 Kannen, oder 66 Berliner Quart, oder 60 Baiersche Mass. III. Die Oekonomie und das Dienst- personal. CAPITEI VI. heamten und Dienstpersonal. Das ganze Beamten- und Dienstpersonal, welches fixen Gehalt nebst Lohn und Beköstigung erhält, besteht in: dem Gutsinspektor, welchem die Leitung und Ober- aufsicht der ganzen Wirthschaftsführung, der damit verbundenen technischen Gewerbe, und des Rechnungs- wesens obliegt; der Wirthschafterin, gewöhnlich die Frau des Inspek- tors, welche die Leitung und specielle Aufsicht über Milchwesen, Beköstigung des Dienstpersonals, Wäsche Schweine und des Federviehes hat; und Betten, über die Aufzucht des Jungviehes, der einem U welch nach gpondt dem Ver Knecl Getre einem Gä liche an); einem W dem Sel und 12 Pfero lich folg 2 Ochsen 1 Hlofkne 3 Kuhwä 3 Müägden 1 Feldvo ist; 2 Schmie 1 Nüller, 2 Brennk Ist- rsonal, g erhält, d Ober- r damit chnungs- SInspek- cht über „Wäsche ehes, der einem Wirthschaftssekretär oder Rechnungsführer, welcher die Buchführung aller Zweige des Gutes nach der Einrichtung des Herrn Chefs und die Corre- spondenz zu besorgen hat; dem Verwalter, der die specielle Aufsicht über die Knechte und deren Arbeiten„ die Scheunen und Getreideböden hat; einem Gärtner mit Gartenburschen für die herrschaft- lichen Gärten(geht eigentlich die Wirthschaft nichts an); einem Weiner für die Hopfengärten; dem Schäfer; derselbe erhält Deputat für sich, seine Frau und 2 Knechte; 12 Pferdeknechten, welche eine gute, nahrhafte und reich- liche Beköstigung erhalten, deren Beschreibung später folgt; 1 Ochsenknechten; ·— 1 Hofknecht; 3 Kuhwärtern; 3 Mägden; 1 Feldvogt, welcher zugleich Gerichts- und Polizeidiener ist; 2 Schmieden; 1 Müller; Brennknechten; 30 Ausserdem erhalten bloss Lohn und Brod, aber keine Beköstigung: 1 Brauer; 3 Braubursche, für das ganze Jahr; 4 dergleichen bloss für die Brauzeit; 4 Böttcher für das ganze Jahr; 2 dergleichen für die Sudzeit. Bloss Lohn, ohne Brod und Kost erhalten: 1 Liegler; 2 Hofzimmerleute; 4— 6 Tagelöhner in der Brauerei im Winter, und 40 Arbeiter in der Ziegelei während des Sommers; 6 Drescher mit ihren 6 Weibern. Sonach erhalten von diesen Dienstboten 34 Menschen täglich Beköstigung; 5 dergleichen im Gasthofe, ohne die Bedienung der Herrschaft mit 15 Personen, welche aus der herrschaftlichen ⸗ Küche gespeist werden; 4 Leute erhalten Deputat; 17„ Brod, Butter und Käse; 61„ gar keine Beköstigung. 136 Personen in Summa. Dass sowohl der Feldbau, als andere ökonomische Arbeiten, besonders der ausgedehnte Hopfenbau während des Soml. eine gross erwähnt W Das 9 Ium im Jeder 3 Der Herrschatt desgleiche ber keine nter, und Sommers; nung der aaftlichen nnomische währendh 31 des Sommers, auch theilweise im Herbst und Frühjahr, eine grosse Menge Arbeiter beschäftigt, darf wohl kaum erwähnt werden. Das gewöhnliche Tagelohn ist im Sommer für 1 Mann 6— 7 Ngr. 4— „ 1 Frau 5„. im Winter„ 1 Mann 5— 6„ „ 1 Frau 4„, — ℳ— CAPITEL VII. Reköstigung des Ho.f Gesindes. Jeder erhält wöchentlich 1 Brod von 14 Pf., 1 Stück Butter à 20 Loth, 8 Käse à 10 Loth. Der jährliche Brodbedarf des Hlofpersonals, ohne die Herrschaft, besteht in....... 69,000 Pfund desgleichen nach beigefügter Tabelle an Fleisch 5,797 Pfund. Tage Morgens Mittags Abends 6 Kann. Milch 2 2 Hände voll Suppe wie Morgens Suppe wie Morgens Montag 5 Mehl Erbsen mit aufgebrat- Kartoffeln(runde) — 3 ½ Pf. Brod nem Speek mit Quark und Wasser Suppe mit Fleischbrühe Möhren Suppe wie Morgens Dienstag Suppe wie Montag Kohlrüben Mehlmus mit auf- Brühkartoffeln/ 5˖ ₰ gebratnem Speck Weisskohl 2 Mittwoch Suppe wie Montag Suppe wie Montag Suppe vie Montag Graupen mit Talg Kartoffeln u. Quark Suppe mit Fleischbrühe anenet Suppe wie Montag Donnerstag Suppe wie Montag mrdofle⸗ 4 5 Mehlmus mit auf- Karto elgemüse gebratnem Speck Linsen— E ₰½ Bohnen. Suppe wie Montag Obst 80. G. 3 Suppe wie Montag Freitag Suppe wie Montag Ki Zwiebeln 12 Karakel 1u Cwarld 4 3 Neerresthe— Au u. Ku Majoran 5 Suppe wie Montag Suppe wie Montag Sonnabend Suppewie Montag Kartoffelmus mit auf- Mehlmus mit auf- gebratnem Speck gebratnem Speck 12 Kan. Milch Suppe mit Fleischbrühe Suppe wie Montas Sonntag 3 7„ Halbbier Hirse † A wde mit Sallat, 5 5 2 Pf. Mehl Graupen mit Fleisch Speck Obst u. S. W. und Wasser Kohl— oder ifirse mit Speckbrühe Suppe Suppe mit Fleischbrühe Hirse in Milch ge- Festte. 1, GGemüse und Fleisch kocht u. 1 Stück esttag Kaffee mit Candis Sallat Butter drauf Braten und d Obst oder Braten umit Sallat, Wurst]1 Obst lu gur Kirme mehl, und Ausse die Schmi der Wein Halbbier, noch 1 N des ends —— 6 Morgens n(runde) duark e Morgens mit auf⸗ em Speck vie Montag An u. Quark wie Montag ¹s mit auf. nem Speck wie Montag elu u. Quark — vie Montag s mit auf- dem Speck — vie Montag mit Sallat, Obst u. s.W. dlirse mit Khrühe — uppe Milch ge- u. 1 Stück ter drauf oder mit Sallat, Obst 33 Zu Weihnachten, Ostern, Pfingsten, zum Erntefest, zur Kirmess erhält Jeder eine Stolle von 1 Metze Weizen- mehl, und zu Fastnacht einen halben Scherbelkuchen. Ausserdem erhält Jeder wöchentlich 2 Mass Halbbier, die Schmiede, Müller, Brenner, Kuhmelker, der Gärtner, der Weiner und Feldvogt erhalten Jeder täglich 1 Mass Halbbier, und der Müller sowie jeder Schmied ausserdem noch 1 Mass Branntwein wöchentlich. —— CAPITELIL VIII. G Beschreibung des Fährlichen Fleisch- und Milehbedarfs auf' dem Rittergute Lültzschena. 1 Gerichtsdiener 1 Gärtner 2 Schmiede 1 Nüller 12 Knechte 1 Ochsenknecht 3 Kuhmelker 2 Brenner 4 Mägde 27 Personen . 3 27 Personen 52 Sonntage à... 20] Pf.= 1053 Pf. „ 52 Dienstage A4... 201¼„= 1053„ „ 52 Donnerstage A.. 20 ¼„= 1053„ „ 26 Sonntage Abends à 20 ¼„= 526 ½„ „ 26 desgl. Abends Speck à 1 ½„= 39„ „ 52 Wochen Speck à. 6„= 312„ „ 14 hohe Festtage à. 60 ¾„= 850 ¼„ 1 Banser in der Ernte.= 24„ 14 Mann(Drescher u. s. w.) zum Erntefest.....— 56„ Die Beamten täglich 2 Pfund= 730„ Aussergewöhnlich=— 100„ Summa 5797 Pf. betragend: 2090 Pf. Schweinefleisch à 2 ½ Gr.= Rthlr. 217. 17 Gr. 2450„Rindfleisch à 2 Gr.—„ 204. 4„ 1257„Hammelfleisch à 2 Gr.„ 104. 18 Kalbfl. u. Gefligel Summa 5797 Pfund. Summa Rthlr. 526. 15 Gr. Der jährliche Milch- Butter- und Käsebedarf beträgt: Auf 26 Personen wöchentlich ein Stück Butter macht 1508 Stück oder...........„ 377 Kannen. Für die Oekonomie, Wirthschaft u. s. W.. 164 ⅓„ Zusammen 541 ¾ Kannen. Lum der äüul An! lie Nira das Gesin lie Fröh Gri Die und daun Gebäude dere Bei in den leit ge ton, d Itellma mehr a 6. 15 Gr. beträgt: cht 1508 Kannen. 2 — Kannen. Zum Backen, zu Suppe für das Gesinde u. s. w. ist der jährliche Verbrauch an Milch... 7640 Kannen. An Kuhkäse erhält die Wirthschaft 11 Schock 53 Stück das Gesinde 188„ 31„ Zusammen 201 Schock .. 21 Stück. die Fröhner 57„ cAPITEI. IX. Grösse und Einrichtung der mirth- schaftsgebäude. §. 1. Oekonomie-Gebäude. Dieselben sind fast alle von Grund aus neu aufgebaut, und durchgängig mit Ziegeln gedeckt. Dass sämmtliche Gebäude in einem Hofraum vereinigt sind, ist eine beson- dere Bequemlichkeit für die Oekonomie, da man hierdurch in den Stand gesetzt ist, die ganze Wirthschaft zu jeder Zeit genau zu übersehen. Wohnungen für die Inspek- tion, die Schmiede, die Jäger, Gärtner, Gerichtsdiener und Stellmacher, sowie Vorrathsstuben und Kammern sind in mehr als zureichender Menge vorhanden. Die Inspektion 3* 36 selbst mit dem Expeditionszimmer, der Küche, dem Milch- dihſa keller, dem Backhaus und der Gesindestube befinden sich im huie Mittelpunkte der Vordergebäude; von ihr aus können rechts ſ iie D und links Pferde-, Kuh- und andere Ställe und Scheunen un 3 schnell revidirt und übersehen werden. An diese schlies- Iueh sen sich, rechts von der Inspektion aus, die kurze Seite ſin des Hofparallelogramms bildend, die Scheunen, welche nia la am südlichen Ende von dem etwas hervorspringenden ibertrage neuen Anbau(dem Herrenhause gegenüber) begrenzt wer- den, und wo zu ebner Erde der Gerichtsdiener wohnt, welcher die Aufsicht über das daran stossende Gefäng- niss, über den Ilof, das Herrenhaus und die Brücken hat. Remi Die genannten Gebäude sind auf der Rückseite mit Gärten umgeben, an denen die Elster und das Mühlwehr A vorbei fliesst. Die vor dem Herrnhause liegende, süd-östliche Iloſe? Seite des IHofraumes enthielt früher die Brauerei, die seit Kutseh- 1837 aber nicht mehr benutzt wird, da seit dieser Zeit das Bras an der Chaussee vor dem Dorfe ein neues Brauhaus er- Brannth richtet worden ist. Reservo §. 2. Gärtnerwohnung und Gerichtslokal. 1 An die alte Brauerei grenzt die Gärtnerwohnung mit Di dem Gewächshause. Neben diéèsem in der ersten Etage Schoek n Milch- sich im n rechts heunen schlies- e Seite welche genden zt wer- wohnt, Gefäng- ken hat. eite mit ühlwehr östliche die seit zer Zeit laus er- 37 befindet sich die Gerichtsstube, mit dabei befindlichem Archiv, so wie zwei andere Zimmer mit dem erforder- lichen Raume für die an grossen Gerichtstagen Vorgelade- nen. Daneben wohnt der Revierjäger, dem mit dem Ge- richtsdiener und Gärtner die Aufsicht über das Holz, die Gärten, den Park und die Jagden von Lützschena, Frei- roda, Radefeld, Quasnitz, Haenichen und Kritschiner Mark übertragen ist. Remisen, Waschhaus und Brennerei. Auf der Rückseite dieser Nord-Ost Seite, nach dem Hoſe zu, sind die Wagenremisen nebst Stallung für die Kutsch- und Reitpferde der Herrschaft, das Waschhaus, das Branntweinlager. Hinter dem Kuhstall befindet sich die Branntweinbrennerei, um von da aus die Schlempe in die Reservoirs und Kuhtröge leiten zu können. §. 4. Scheunen. Die Scheunen sind hinlänglich gross, um 2000 Schock Getreide auflegen zu können, das Schock Getreide 38 zu 180 Kubikfuss gerechnet. Die grösste Scheune nimmt allein 900 Schock Wintergetreide auf. Auf den Heuböden ist Raum zu 2500 Centner, den festgetretenen Centner Heu zu 18 Kubikfuss Raum ge- rechnet. Schuttböden sind mit jenen auf der Brauerei im Ueberfluss da, so dass bequem 14 bis 15000 Scheffel Dresdner Mass aufgelegt werden können, bei 2 Fuss hoher Beschüttung, abgerechnet die Gänge und Umschüttungs- räume. §. 5. Schafställe. Diese haben 16 Fuss Höhe, und können 1000 bis 1200 Stück Schafe aufnehmen, wobei im Durchschnitt auf einen Widder, eine Schafmutter und ein Lamm 8 ◻¶ Fuss gerechnet sind, ohne die Futtergänge, Raufen und Krippen. In der Nähe der Ställe befindet sich die Mahlmühle, die Schäferwohnung, ein Kuh- und Ochsenstall für den Schäfer, und zum Betrieb der Mühle. §. 6. Schweineställe. Sie sind auf 70 bis 80 Stück eingerichtet, und in 14 Abtheilungen aufgebaut, wo bei Zuchtsauen 30 ◻ Fuss, bei den angenom gchweie mngehalt gelassen Gänse Dies gitter u Thurme Kie nehmen ner Rag 4 Pus angebun det äich Kclem Viehrin nimmt er, den um ge- rei im Scheffel hoher ttungs- 000 bis mitt auf ]Fuss trippen. lmühle, ür den d in 14 O Fuss, 39 bei den Ebern und Mastschweinen 10 bis 12 ◻ Schuh angenommen wurden. Um die Fruchtbarkeit der Mutter- schweine zu befördern, ist an den Ställen ein kleiner Hof angebaut worden, wo jeden Tag der Eber zu den Müttern gelassen wird, besonders in den Monaten März und October. 8. 7. Gänse-, Enten-, Hühner- und Taubenhaus. Diess befindet sich im Hofe auf einem mit Drath- gitter umgebenen freien Platze in Form eines achteckigen Thurmes von zwei Stockwerk. § 8. Kuh- und Kälberställe. Sie können gegen 60 Stück Jung- und Altvieh auf- nehmen; für die Kühe wird, da sie von der grossen Ber- ner Rage sind, 32 ◻ Fuss Raum oder 8 Fuss Länge und 4 Fuss Breite gerechnet, und für die Kälber, die nicht angebunden sind, 12 ◻ Fuss. Hinter dem Kuhstall befin- det sich die Branntweinbrennerei, mit der Kanal-Leitungs- Schlempe in den Kuhstall. Vor dem Kuhstall ist der Viehring oder die gepflasterte Düngerstätte, mit Eisenbar- 40 rieren umgeben, angebracht, auf welchen die Kühe beim Ausmisten des Tages zweimal gebracht werden, um den frischen Mist tüchtig durchzutreten. Nicht weit davon ist der Jauchenbehälter mit der Pumpe, um täglich die vor- treffliche Jauche auf Compost und auf den Aeckern zur Befruchtung auszuspritzen; 8 Eimer Jauche kommen in Düngerkraft reichlich 18 Centnern Mist gleich, und halten über 1 Jahr an. Die Jauchenpumpe ziert die, von dem wahren Oekonomen hoffentlich erprobte Inschrift: Compost, Jauche und Mist Sind hier der heil'ge Christ*). §. 9. Pferdeställe. Bei der Anlage und Einrichtung wurden diese Ställe auf 32 Pferde berechnet, so dass auf jedes Wirthschafts-, Kutsch- und Reitpferd 36 ◻ Fuss Raum, oder 9 Fuss Länge und 4 Fuss Breite kömmt. *) Ein höchst interessantes Werk der neuern Zeit über Entwicklung und Ernährung der Pflanzen verdient jedem Freunde der Landwirthschaft dringend empfohlen zu werden. Es führt den Titel: Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie vom Doctor und Professor der Chemie Justus Liebig in Giessen. he beim um den Won ist lie vor- ern zur nen in halten on dem „ Ställe 9 Fuss twicklung firthschaft 3 organische sm Doctor — .. eo enue 2 n ütee, ue, e., e, ara, woie eie eeeee, eex, eee eeeee, aen weo, aee, we, e 2 S 3, e 27 5 6 e MWodee ee luaua, Vo h marnut a ne In der thunlich W nichts ist Jältnisse i konnte es wegen nie Ausse Unterbrin für die 8 Süperinv zum Mil ausserden Branntwe pflanzen. §. 10. Das Herrenhaus. In der Anlage des Herrenhauses wurde, wo es nur thunlich war, auf Symmetrie und Schönheitsmass gesehen; nichts ist ohne Ursache angebracht, und da, wo die Ver- hältnisse in der Anordnung der Gebäude gestört wurden, konnte es der Lokalität und ökonomischen Bedürfnisse wegen nicht vermieden werden. Ausserdem sind noch mehre Anbaue vorhanden zur Unterbringung der Ackergeräthschaften, des Geschirrholzes für die Stellmacherei; dann Kammern und Böden für das Superinventarium, für die Vorräthe, welche zur Küche, zum Milchkeller, Backhaus und zur Brennerei gehören; ausserdem mehre Keller für die Aufbewahrung des Branntweins, der Kartoffeln, Rüben, Garten- und Gemüse- pflanzen. §. 11. Der Gemäldesaal. Vor acht Jahren wurde derselbe am Eingange des Dorfes auf einem, früher der Gemeinde gehörigen Anger, an der Strasse erbaut, mit Obstplantagen umpflanzt, und dadurch der Umgebung eine neue Zierde gegeben. Der- selbe enthält des Besitzers Gemälde älterer Zeit, und zu beiden Seiten Wohnungen, deren Eine für den Custos derselben bestimmt ist. Den fremden, durchreisenden Kunstfreunden sind die Kunst-Sammlungen hier und im Herrenhause zu jeder Tageszeit unentgeldlich geöffnet. Für das Publikum sind die Nachmittagsstunden von 2— 5 Uhr der Sonn- und Festtage zum freien Zutritt bestimmt. — e— CAPITEL X. Schifff und Geschirr. Da, wie schon oben gesagt, hier sehr viele Ziegel- und dergleichen Fuhren gethan werden, so wurde es, zumal bei den theuren Holzpreisen, für zweckmässig ge- halten, acht Wagen zu dergleichen Fuhren mit eisernen Achsen zu versehen. Die übrigen Wagen werden zu Wirthschaſtsfuhren gebraucht. Jeder Wagen hat nur ein Paar Leitern, die bei allen Gegenständen(mit Ausnahme von Bauholz) darauf bleiben. Bei Mist- und Erdfuhren werden bloss ein 1 ½ Elle breites und 2 schmale Breter darauf gesetzt, und bei Erntefuhren wird ein Ladezeug, welches aus 2 Querbäumen und 2 Ladebäumen besteht, darauf befestigt. Auf einen solchen 4 Prntekas auf dem diess eill le Leite 80 ich M gerden, liegelerd praucht, deutend Knecht währen Wahrt D ner 8 verseh Di eisernel grosse Die lie gew Die Püugha die Fte § Schlau Der. t, und Custos senden nd im öffnet. timmt. Ziegel- rde es, sig ge- isernen suhren i allen hleiben. breites efuhren und 2 solchen 43 Erntewagen lässt sich das Getreide weit besser laden, als auf den langen schmalen Wagen. Ausserdem wird durch diess einzige Paar Leitern vermieden, dass nicht überzäh- lige Leitern und Dünggurte umherstehen. So wie im Sommer zu verschiedenen Fuhren, nament- lich zu Baufuhren, häufig die Kippkarren genommen werden, so werden auch im Winter zum Anfahren der Ziegelerde, bei starkem Schneefall, Kippschlitten ge- braucht, wodurch das langweilige Abladen der Erde be- deutend abgekürzt wird.— Ausser dem Wagen hat jeder Knecht für den Winter noch einen Schlitten,“ welcher während des Sommers in einem trockenen Raume aufbe- wahrt wird. Die Pflüge sind die hier gebräuchlichen, mit hölzer- ner Sohle, 2 Stürzen, und beiläufig mit einem Sech versehen. Die Eggen sind ganz von Holz, und werden denen mit eisernen Zinken vorgezogen. Von diesen Eggen sind grosse einspännige und kleinere zweispännige vorhanden. Die Ruhrhacken werden bei der Wendefurche auf die gewöhnlichen Pflugkarren gelegt. Die Häufelpflüge sind die gewöhnlichen, vorn im Pflugbalken mit einem Rade versehen, an welchem auch die Stellung befindlich ist. Seit einigen Jahren ist auch eine grosse Rohr- und Schlauchspritze, deren Wasserstrahl über alle Gebäude 44 hinwegreicht, in Leipzig angefertigt worden, um bei Feuersgefahr nicht allein dem Rittergute, sondern auch dem Dorfe und der Nachbarschaft zu Hülfe kommen zu können. Der Gerichtsdiener führt darüber die Aufsicht, und hat die Feuergeräthschaften in Ordnung zu halten. Auch sind auf dem Gute vorhanden: eine Hand- Schrotemühle, eine Kartoffel-, Kraut- und Rüben-Schnei- demaschine, von denen die letztere noch benutzt wird. Beide kommen von einem Manne her, der allen Glanz für sich und seine Familie nicht achtete, obwohl Wenige der Gelegenheiten so viele hatten wie er, zur Erlangung von Aemtern und Würden. Sein Beruf war aber auch nicht, als Untergeordneter zu handeln, sondern als selbst- ständiger Mann ins thätige Leben einzugreifen. Fellenberg ist sein Name. Er hat mit seinem Freunde Pestalozzi in Hofwyl und Buchsee viel für die Verbesserung der Landwirthschaft und für Volksbildung gethan. Von ihm kann man, wie von denen Männern sagen, die sich von innen heraus selbst gebildet und emporge- schwungen haben, dass sie selten zum Staatsdienst geeignet sind, dass sie selten als Untergeordnete Andern zum Werk- zeug dienen können.— Geistesarme, gewöhnliche Men- schen, die den Reiz eigener Ideen nicht kennen, sind bessere, brauchbarere Hebel zur Ausführung fremder 1.. Schöpfungen. H pie Jee — um bei e auch men zu ufsicht, lten. Hand- Ichnei- ird. Glanz Wenige angung er auch JSelbst- Ilenberg estalozzi ung der sagen, nporge- geeignet Werk- de Men- , sind fremder IV. Die verschiedenen Oekonomie- Zweige. CAPITEL XI. Tarnus des Ritterguts Lätzschena. A☛ Von 303 Acker sind: 33 Acker in Aussenschlägen; 270 Acker im Fruchtwechsel. Jede Breite ist in 20— 21 Acker eingetheilt. Nämlich: 1. Kartoffeln,(starke Düngung im Herbst und Winter) 2. Gerste, 14 3. Roggen,(balbe Düngung mit Compost) 4. Hafer, 5. Kraut, Rüben, Kartoffeln der ärmern Dorfbe- wohner,(starke Düngung mit Schafmist und Mist der kleinern Dorfbewohner) 6. Erbsen, 46 7. Roggen,(halbe Düngung mit Ziegelschutt, Brauerei- und Brennerei- Abgängen) 8. Hafer, 9. Weide für die Schafe,(Weissklee) 10. Weizen und Roggen,(ganze Düngung) 11. Gerste und Klee, 12. Roggen, 13. Hafer. Aussenschläge 10 Acker Lucerne * 16„ Hopfen 3„ zu Tischkartoffeln, Hirse etc. 4„ Lämmerweide und Obstplantagen. Raps wird schon seit 3 Jahren nicht mehr gebaut, weil er nicht allein dem Boden das Doppelte des Trocken- gewichts seines ganzen Produkts an Körnern und Stroh ent- nimmt, sondern auch dem weit einträglichern Hopfenbau viel Dünger entziehen würde, und zu wenig Stroh liefert, um den verhältnissmässig sehr starken Viehstand zu ernähren. Auf schnelle Abfuhre der Jauche, und namentlich des frischen Mistes auf die Felder wird sehr gesehen; da es jedem aufmerksamen Landwirth bekannt ist, wie viel der- selbe durch langes Liegen an Quantität und Qualität verliert. Wie zweckmässig es ist, sich, natürlich mit Ausnahmen, an die, seit vielen Zeiträumen cultivirten einheimischen Cerealien zu halten, und nicht immer auf die Einführung der jetst hedacht Versuche aher Gdie lliswach genden T den Feld ten sich Jahre g. men be andern Verbält Gerste 154 140 T deren Brauer Anba Brauerei. gen. gebaut, Trocken- troh ent- au viel fert, um rnähren. lich des ; da es viel der- verliert. mahmen, imischen nführung 47 der jetzt so vielfach angepriesenen ausländischen Cerealien bedacht zu sein, beweisen zwanzigjährige Erfahrungen und Versuche. Fast alle Arten derselben wurden gezogen, aber die ergiebigen Ernten des einen Jahres wurden durch Misswachs, oder durch einen Geringertrag in darauf fol- genden Jahren aufgehoben; sowohl in den Gärten, als auf den Feldern bestätigten sich diese Beobachtungen. So zeig- ten sich z. B. die Pfauen- und Himmalaya-Gerste in einem Jahre gleich gut im Ertrag und Gewinne, gleich vollkom- men beim Keimen auf der Malztenne, während in einem andern JäÄhre sich das Gegentheil herausstellte. Dasselbe Verhältniss findet aber auch bei unserer guten inländischen Gerste statt, die unter andern im Herbst 1840 150 bis 154 Pfund wog, im verflossenen dagegen nur 136 bis 140 Pfund Gewicht hatte, und sehr ungleich wuchs, bei deren Verwendung zu Lagerbier desshalb auch in der Brauerei die grösste Vorsicht gebraucht werden musste. —e— CA PITEL XII. Anbau der verschiedenen Feldfrüchte. §. 1. Weizen. Es wird nur der weisse Weizen gebaut, und desshalb vorgezogen, weil er in hiesiger Gegend sich besser verkaufen 48 lässt; hauptsächlich aber, weil er bedeutend mehr Stroh giebt, als die andern Weizenarten. Er wird nach dem, bis zur Ernte als Hutung benutzten, Weissklee gebaut, und weil der Umbruch etwas spät erst geschieht, kann er jedesmal erst einige Tage vor oder nach Michael gesäet werden. Der Ertrag war in dem Jahr 1840 von 11 Scheffel 4 Metzen Aussaat 120 Schock à 1 ¼ Scheffel= 180 Scheffel 12 Metzen, also das 16. Korn exclusive Stroh. Zur Aussaat wird jedesmal einjähriger Samen genom- men, weil dieser bekanntlich gegen Brand schützt. Gebeitzt wird der Samen nicht, sondern blos eingekälkt, wozu Jauche, Asche und etwas Salz genommen wird. Das oft empfohlene Eggen im Frühjahre wird nicht angewendet. Das Behüten mit den Schafen unterbleibt ganz, wohl aber, wenn er sehr üppig im Frühjahr wächst, das Schröpfen, welches dann mit der Sense stattfindet. Beim Weissweizen kànn man Letzteres auch dreist wagen, weil die Aehre(wenn das Schröpfen nicht zu spät geschieht) Anfangs sehr tief steht. Es wird dadurch bedeutendes Tagelohn erspart, und wenn die Sense recht scharf ist, und besonders sicher ge- führt wird, kann die Arbeit genauer gemacht werden, als mit der Sichel. Dies rucht. 1. Et Se Acke zum 2. Iieke bei und ger O empfe hehält, erbaut. umgeri käörner wird e gleich ackert etwas und t gegen ehr Stroh ach dem, gebaut, ht, kann el gesäet Scheffel — 180 Stroh. n genom- Gebeitzt st, Wozu vird nicht mng, Wohl hst, das ſet. Beim gen, weil geschieht) part, und sicher ge- t werden, §. 2. Winter-Roggen. Diese Frucht ist hier aus vielen Gründen die Haupt- frucht. 1. Ist sie die Sicherste, weil, wie schon früher gesagt, der Acker grösstentheils die 4te und 5te Klasse ist, und sich zum Weizenbau nicht überall eignet. 2. Liefert sie die grösste Menge Stroh, welches besonders bei dem starken Pferde- und Rindviehhalt wegen Häcksel und Einstreu wichtig ist. Die Aussaat geschieht zeitig, gewöhnlich vom 1— 15. September. Obwohl der Vorfruchtbau beim Roggen nicht sehr zu empfehlen ist, und er allemal in einer Brache den Vorzug behält, so wird er hier dennoch nach Erbsen mit Vortheil erbaut, und da die Gerstenstoppel so rasch als möglich umgerissen wird, so wird auch nach dieser recht schöner, körnerreicher, langer Roggen geerntet. Besonders schön wird er aber jedesmal nach Klee, wozu die Kleestoppel gleich kleinfurchig und gehörig tief zur Saatfurche umge- ackert wird. Nach S bis 10 Tagen, wenn sich die Furchen etwas gesetzt haben, wird dann der Samen hineingesäet und tüchtig untergeeggt. Diese Methode hat in der Um- gegend schon manchen Nachahmer gefunden, welcher dabei 4 mehr Vortheil, als bei dem zwei- oder dreimaligen Pflii- gen gefunden hat. Ernte 1840: 95 Scheffel 10 Metzen Aussaat= 727 Schock= 1055 Scheffel, also das 11. Korn, exclusive Stroh. Ernte 1841: 98 ¾ Scheffel Aussaat= 638 ¼ Schock= 1116 Scheffel, also das 11¼. Korn. Das Behüten der Roggensaat geschieht nur, wenn die Saat sehr üppig steht, bei trockenem Froste. Gerste. Obgleich der hiesige Boden sich physisch nicht besonders zum Gerstenbau eignet, so werden dennoch recht gute Ernten gemacht, und das Gewicht zeichnet sich gewöhnlich aus. Da hier verhältnissmässig wenig Wiesen sind, so wird das Stroh besonders hoch geschätzt, und Pferde und Rindvieh erhalten in den Monaten December, Januar und Februar Abends nur Gerstenstroh aufgesteckt. Ernte 1840: 25 ½¾ Scheffel Aussaat= 200 Schock= 572 ¾ Scheffel, also das 23. Korn. Ernte 1841: 31 ¾ Scheffel Aussaat= 200 Schock= 500 Scheffel, also das 16. Korn. Seit mehren Jahren wurden mit der sehr empfohlenen Himalaya-Gerste Versuche gemacht. Der erste Versuch fiel befriedigend aus. Ein zweiter Versuch wurde im vorigen Jahre gemacht, welcher nicht ganz das glänzende Resultat D hafe! erbal sechr Apri- Hafel Scheff I 1120 , wenn desonders echt gute wöhnlich sind, S0 ferde und auar und chock— chock= pfohlenen ersuch fiel de Resultat gab, jedoch noch immer einen Ertrag von 32 Körnern lieferte. Das Stroh ist sehr blattreich, und wird vom Vieh sehr gern gefressen. In Baiern, im Isarkreise, hat man noch die Gewohnheit, die Gerste auf dem Felde beim Einfahren nicht einzubinden, da sie ausfallen soll. Geschieht es, so hat man sie zu reif werden lassen, was aber nicht gut ist, da sie an mehlreichem Stoffe verliert. §. 4. Hafer. Die gewöhnlichen Sorten sind der sogenannte Land- hafer und der Augusthaf er. Beide Sorten werden erbaut, jedoch vom erstern immer etwas mehr, weil er sichrer ist. Der Augusthafer wird gewöhnlich Anfangs April, der Landhafer aber erst Ende April ausgesäct. Der Hafer gedeiht hier ganz vorzüglich. Ernte 1840: 109 Scheffel Aussaat= 344 Schock= 1056 Scheffel, oder das 9 ¾. Korn. Ernte 1841: 80 ¼ Scheffel Aussaat= 320 Schock= 1120 Scheffel, also das 14. Korn. §. 5. Erbsen. Nach dem ihnen hier angewiesenen Standort, nach den Rüben, Kraut u. s. w., gedeihen die Erbsen ganz vorzüg- 4* 52 lich, bis auf den einen Uebelstand, den des Weich- kochens. Der Samen muss desshalb gewöhnlich aller drei Jahre erneuert werden, woran jedenfalls der lettige, feuchte und kaltgrundige Untergrund Schuld ist. Das Stroh ist ein Vorzügliches, und ein Heusurrogat für- die Schäferei. Die Aussaat geschieht im Frübjahr, so zeitig als möglich. Ernte 1840: 14 Scheffel Aussaat= 60 Schock= 54 Scheffel, also das 4. Korn. Ernte 1841: 23 ⅜ Scheffel Aussaat= 136 Schock= 272 Scheffel, also das 111¼. Korn. Wicken. Auf nassen Stellen, wo die Erbsen nicht besonders ge- deihen würden, oder wo letztere wegen der Frühjahrsnässe nicht gleich gesäet werden können, wird für gewöhnlich die schwarze Wicke gesäet, bisweilen kommt sie aber auch in die Weizenstoppel, wenn der Acker zum Gersten- bau zu nass ist, oder Futtermangel(wie im Jahre 1841) zu besorgen ist. Sie ist ausserordentlich ergiebig und lie- fert eine sehr grosse Masse Futter. Nicht selten aber ist ihr grosser Feind, die Seide, hier einheimisch. hie ind die die Spi t bese Nehlge gescie Oetobe werde wöhm wWerd Weil Wenr dems lichen Egge felpli durch durch Tage Kast geba Wel Weich- lch aller Alls der huld ist. ogat für- möglich. K= 54 = nders ge- ahrsnässe wöhmlich sie aber Gersten- nre 1841) und lie- a aber ist K 7. Kartoffeln. Die gewöhnlichen Arten, welche hier erbaut werden, sind die frühe oder Lerchenkartoffel, und hauptsächlich die späte oder englische, weisse Kartoffel. Letztere ist besonders sehr lohnend, und ist wegen ihres grössern Mehlgehalts der erstern vorzuziehen. Die Aussaat geschieht von Mitte April bis Mitte Mai, die Ernte Ende October. Da sie hier im ersten Jahre der Düngung gebaut werden, so ist ihr Ertrag in der Regel sehr hoch. Ge- wöhnlich werden sie nach dem Hakenpflug gelegt. Zuerst werden mit demselben Furchen gezogen, dann durch Weiber in diese Furchen die Samenkartoffeln gelegt, und wenn ein grosses Stück so gelegt worden, werden mit demselben Haken die zwischen den Furchen befind- lichen Wälle gespalten, und somit die Kartoffeln bedeckt (Eggen). Das Behacken geschieht durch sogenannte Häu- felpflüge zweimal. Kurz vor der Ernte wird das Kraut durch die Schafherde abgehütet. Das Ernten geschieht durch dieselben Hakenpflüge. Das Auflesen wird im Tagelohn besorgt, und die Frucht gleich in bereitstehende Kastenwagen geschüttet, mit welchen sie nach den dazu gebauten luftigen Kellern gefahren wird. Hier angekom- men lässt man die Kartoffeln über ein Sieb durch das 54 ——— Kellerloch laufen, so dass sie von Erde und Schmuz be- freit, völlig rein in die Keller kommen. §. 8. Rüben, Kraut und andere Hackfrüchte. Die hauptsächlichste Frucht ist die Runkelrübe, weil sie das meiste Futter liefert, und sich am besten aufbewahren lässt, da hier kein Mangel an guten trocknen Kellern ist. Die Kohlrübe, welche hier erbaut wird, ist die weisse, mit weissem Fleische, weil sie grösser als die gelbe ist, und mehr Blätter liefert. Gewöhnlich wird sie zuerst im Herbst für das Mastvieh verfüttert, weil ihre Haltbarkeit nicht so gross ist, als die der Runkel. Die Möhre wird ebenfalls, aber nur in geringer Quantität gebaut, gewöhnlich von den ärmern Dorfbewoh- nern zur Hälfte. Was nicht zur Speisung für das Dienst- personal gebraucht wird, wird als Futter für die Gänse, für die besten Milchkühe, und als Arznei für die Pferde benutzt, wenn sie im Herbst Drüsenkrankheiten bekommen. Zu Kopfkohl oder Kraut werden jährlich gewöhn- lich 5 Acker genommen; er gedeiht ausgezeichnet. Es wird täglich so viel, als verfüttert werden soll, vom Felde ge- holt; später aber, wenn der Winter eintritt, wird er in einen langen Haufen auf dem Hofe aufgeschichtet, und der tägliche Bedarf davon genommen. Die weisse Rübe wird gar nicht angebaut. 1 erwäls zer I' womi der d gesä Fläch vom reife unv viele nach Thei der kei Ka kos hmuz be- ehte. Oelsaaten. plrübe, Da der Raps- und Rübsen-Anbau aus schon oben V hesteh erwähnten Gründen aufgegeben wurde, so kann unter die- ¹ rocknen ser Rubrik nur die Madia sativa erwähnt werden, t wir, womit 1840 und 1841 Versuche gemacht wurden. zrisder Am 16ten April wurden auf 30 ◻ Ruthen Land(nach wahnlich der ausgewinterten holländischen Rapssaat) 31 Loth Samen erfüttert, gosdet, welches gerade das richtige Mass für die obige rRunkdl Fläche zu sein scheint. Im Mai wurde sie durch Jäten „xeger vom Unkraut befreit, und am 13ten August wurden die mong. reifen Samenköpfe mit der Sichel abgeschmitten und unverzüglich gedroschen. Die Stengel, welche noch an Dene vielen Seitentrieben blühten, blieben stehen und wurden etwa e Gände nach 12 Tagen ebenfalls abgeschnitten und gedroschen. eTnde Die erste Ernte lieferte 18 Scheffel und hanvnan Die zweite„„ 8„ Samen. ebhd Die Ernte wurde aber durch Vogelfrass um den 4ten 1 närd Theil verringert. Die Finken scheinen den Samen beson- Llcle 6 ders gern zu fressen; die Sperlinge thun wenig oder gar Ad er i keinen Schaden. Im Jahre 1841 wurden 6 Metzen nach tet, und Kartoffeln ausgesäet, da aber das Jäten eine mühsame und kostspielige Arbeit ist, so wurde diess versuchsweise unter- 56 lassen, obgleich das Unkraut nicht unbedeutend war. Bei der Reife wurden gleich die ganzen Stengel ausgezogen, in kleine Bunde gebunden, und zur Nachreife in Stauchen gestellt. Nach gehöriger Abtrocknung wurden 12 Scheffel schöner Same ausgedroschen, welches also dem 32. Korn gleich kam. Auf der im Orte befindlichen Oelmühle wurde 1 Scheffel, nachdem der Same vorher tüchtig abgebrüht und wieder getrocknet worden, geschlagen, und aus diesem 12 Kannen schönes feines Tischöl ausgepresst(1 Scheffel Raps giebt 27 Kannen und eine Mandel Kuchen), welches dem besten Olivenöl zur Seite gestellt werden kann, und eher noch mehr Fettigkeit als dieses enthält. Da manche Landwirthe bei ähnlichen Versuchen eine grössere Quantität Oel erlangt haben wollen, so ist es möglich, dass bei der hiesigen Oelfabrication ein Fehler vorgegangen sein kann. Vor einigen Jahren wurde ein Versuch mit der hol- ländischen Rapssaat gemacht, welche, da wohl die Wit- terung, der Acker und mehre günstige Umstände einwirkten, den ausserordentlich hohen Ertrag des 259. Kornes gab. Im nächsten Jahre winterte die Saat aus, und da der ge- wöhnliche Raps im Frühjahr gut stand, so lässt sich dar- aus schliessen, dass jener zärtlicher, und desshalb zum Anbau im Grossen nicht so vortheilhaft sei, als der ge- wöhnliche Raps. Auch wurde er desshalb nicht wieder angebaut. 1 Felc vorst 4lss) Jahrd wirdr Frübs 0deld tental dend gen ein⸗ tielet War! rergo Darse Var. Bei gezogen, Stauchen Scheffel 2. Korn e wurde gebrüht diesem Scheffel welches nn, und hen eine Jo ist es n Fehler der hol- gie Wit- wirkten, nes gab. der ge- zich dar- alb zum der ge- t wieder §. 10. Spanischer Rothklee. Aus dem Grunde, dass der hiesige Acker immer Feuchtigkeit an sich hält, gedeiht der Rothklee hier ganz vorzüglich, und giebt manchmal 3 Schnitte in einem Jahre, ausser dem Schnitt, welchen ei im Herbste des ersten Jahres noch giebt. Wie aus der Fruchtfolge ersichtlich, wird er in den Roggen gesäet, und zwar recht zeitig im Frühjahr. Gewöhnlich liefert er 40000 Pfund Grünfutter, oder 80 Centner Kleeheu vom Acker. Da er aber gröss- tentheils grün verfüttert oder abgeweidet wird, gewährt er- dem Acker eine Bereicherung an Bodenkraft. Mit dem Anbau der Luzerne sind mehre Versuche gemacht worden, welche dahin ausfielen, dass nur eine einzige Ackerbreite dazu tauglich ist, indem sie einen tiefen humusreichen Boden hat. Auf den andern Breiten war jeder Versuch wegen des unpassenden Untergrundes vergeblich. Ebenso ist auch der Kopfklee hier der Es- parsette bei weitem vorzuziehen. §. 11. Weissklee. Er giebt eine sehr reichliche, treffliche Weide, und ernährt, bei gehöriger Pflege, die Schafherde vollständig, 58 da ausserdem noch etwa 18 Acker Rasen-Hutung für selbige liegen bleiben. §. 12. Aufdeckung der Fehler, welche früher beim Ackerbau in Lütz- schena begangen wurden. Ein zu seichtes Wenden und Eggen der Brach- und Sturzfurchen. 2. Verschwendung von Zugkraft. 3. Verspätete Saatbestellung, sowohl im Herbste, als im Frühjahr. Verschwendung des Einstreustrohes für das Schafvieh, wodurch im Sommer bei der Grünfütterung Mangel entstand, und der beste Dünger verloren ging. Vernachlässigte Anlegung und Bearbeitung von Dünger- und Komposthaufen. Vernachlässigtes tägliches Abfahren der kräftigen Jauche aus den verschiedenen Ställen auf die Hopfenanlagen oder die Komposthaufen. „Unterlassung einer richtigen Eintheilung der grünen Klee- felder bei der Sommerstallfütterung und der Schafweide. Oft übertriebene Verschwendung des Grünfutters, beson- ders für das Rindvieh. tung für Lütz- ch- und e, als im schafvieh, g Mangel 42 Dünger- en Jauche nanlagen nen Klee- hafweide. rs, besoh- 59 9. Verabsäumtes Schneiden des Futters auf der Häckselma- schine, wodurch ein Theil in den Mist getreten wurde. 10. Unterlassung der gehörigen Besamung bei Anlegung neuer Wiesen auf Holzboden, um schon in den ersten Jahren eine bedeutende Grasnutzung zu haben, und die Wiesen bei Ueberschwemmungen durch eine feste Grasnarbe gegen Abspülung der guten Erde zu sichern. 11. Unterlassung des Aufeggens der Wiesen, und Reinigung derselben von Gesträuchen, Maulwurfs- und Ameisen- haufen. 12. In Folge langer Abwesenheit des Chefs und Unerfah- renheit der Beamten stattgefundene unzweckmässige Behandlung der Felder, falsche Wahl der Standpunkte für die Früchte, schlechte Berücksichtigung der Lage, und fehlerhaft gewählte Fruchtfolge, wodurch manche Ernte geschmälert wurde. Fehlen dem, der die tägliche Führung der Wirthschaft über sich hat, die gehörigen Kenntnisse, die Uebersicht, Liebe und eine kräftige Ausdauer in Abschaffung alles Fehlerhaften, und in Aufsuchung und Ausführung des Bessern, so werden selbst gut eingerichtete Landgüter, wie man das noch bäufig findet, einen oft um die Hälfte geringeren Ertrag liefern. — 04-— Ferühfahrs- und Winterbe- Frühjahrsbestel- CA PITEL §. 3 Herbst- 1840 und Dünaung 8 Frühjahrsbestellung 8 2 E 5 reine 2 1841.=* à(Rrache 6 Weizen........ 6——— Mlee 87 Roggen.....— uun—— 1 Madia sativa——— 1— 2 Himalaya-Gerste——— 2— 21 Gerste——— 21— 50 Iafer..........——— 50— 24 Erbsen.........— 9— 115— 6 Wicken........——— 6— 3 Gemenge.... 3———— 24 Kartoffeln...... 24———— 17 Kraut und Rüben 17———— 16 Hopfen....————— Rothklee....... Pflugart -==⸗ as der 2222 Einsaat — 6 Sept.[15 — erer—] Sepe. 14 —— 1—[April 24 —— 2— April 24 —— 21— Mai 13 — 50—— April 1½ 24——— April 1 6——— April 14 — 3—— Juni —— 24— Ma i 414 —— 17— Juni 4 kin- Saat Kehtl A 98˙⁷ ¹ 31 2ITEL eterbe- destel— dept. 15 Jept. 19. April 4 April 24 Mai 13 April 4 April V 4 April V 14 Juni aa M,; 19 Ma i 1 Juni XIII. Sstellung des Gutes 1841. 1. Jung des Gutes. Ein- saat vorjährige Ernten Bemerkungen Schffl Mtz. Bestellung Sehk. Mdl. 7 14 Klee 120— 98 12 desgl. 638 1 — 6 Kartoffeln 12 Schffl. ist heuer nicht gejätet worden. 1 8desgl. 12—[steht gut. 31 4 desgl. 200— zum Theil mit Rothklee, steht gut. Rog 80 9 ſa. Hackfrüchte 320— Landhafer mit Weissklee, schön. 24 10 ſlilne und 136—(blühen sehr voll, üppig gewachsen. derste — werden grün verfüttert, wegen 11 9 Hafer——(Akleemangel und Seide. 6— Roggen, ſſüppig gewachsen, wird grün abge- (Gerste u. Hafer füttert. 208— Hafer 2358 5 sind stellenweis die Samenkartof- 5 feln verfault. — desgl.—— mussten sehr nass bestellt werden. ————— hat durch Frost gelitten. ſhatke durch Frost sehr gelitten, ——— wesshalb die erste Schur schlecht Awar, die zweite wird gut. gab zum grössten Theile reichliche dhrang ein Theil ärmliche Wei- de; durch den Kellerbau viel rui- ſuin, Lämmerhafer. 1 Jahr alt; ist, ausser an einigen Stellen, erfroren. §. Winterbestellung des Einsaat Keldbestellung Vorjährige 1841. Pflugart Dat. Benennung der Ackerstücke Frucht 5 1841. a) Weizen. Septbr. 25. I. Theil der Gottesackerbreite Erbsen V 2. b) Roggen. V „ 21. Bornbreite II.............. V do. u. Wicken V 2. „ 22. Ober-Theil der 20 Acker.... V Weide 3. „ 23. 12 Acker................. do. 3. „ 25. 1. Theil der Gottesackerbreite Roggen 2 „ 30. 1.„„ 52 Acker... Neuaen u 2. V Oetbr. 2. 1.„„ Gottesackerbreite V Hafer 2. 5 22. Querbreite................ Klee 1. „ 23. Schenkteich.............. Gerste 3. „ 26. Grabenstücken............ reine Brache 3. Summa 1— — Summa 2. Gutes im Herbste 1841. Einsaat Ernte Ausdrusch = Bemerkungen Sehffl. Mtz. Schk. Gbn. Sehffl. Mtz. 9. l 12. V—— Sa. pr. se. V 23. Ss. 8. I————— ffrisch gedüngt 13. 12.——— 4. 4. e. l 3. 4.—— V—— 20. 8.———— 9. 42.———— V 3.————— frrisch gedüngt 108. V G CA PITEL Ern- §. 1. Ernte 1840. Lahen auf das Acker- Aussaat Ernte A u5 saat Schock Körner. Das Gattun g breiten= Ertrag wievielste Sch. Mz. Schk. G. Schock Sch. Mz. Korn. Weizen N. N 11 4 128— 11 ½ 1 6ʃ180 16te Roggen- 95 10 727— 7 ½ 1[71¼ 1055 11c Gerste— 25 8 200— 8 2 14 572 ⅜ 23te Hafer— 109— 344— 3 ⅓ 3— 1056 9 te Erbsen— 14— 60— 4 ½— 14 54 4te Wicken— 7— 10— 13———— Summa— 1465—— 2917 83 XIV fen. Gerst Das wievielste Korn. §. 2. V Ernte 1841. Ack Aussaat Ff. Sehem aut äͤas Das eler. rnte Aussaat Schock Körnerg a Gattung breiten Frtrag wievielste Sch. Mz. Schock G. Schock Schffl Korn. Weizen N. N 7 ⁰14 120— 15 ¼ ½ 82 10 ⁄te Roggen— 98 12 638 1 6 ⅓ 1 ½¾ 1116 11 ¼e Gerste— 31 4 200— 62 2 ½ 500 16te Hafer— 80 9 320— 4 3 ½ 1 120 14te Erbsen— 23 6 136— 5 2 272 11 ⁄te Himalaya- Gerste— 1 8 12— 9 4 48 32 te Madi. aaua-— 6——-— 12 32t sativa. Summa CAPITEL XV. Aährliche Kosten eines Zweigespanns Pferde. — WE 137 Schffl Hafer à 1 Thlr. 4 gr. ein Jahr ins andere 159 20 33 Ctr 20 Pf. Heu à S gr. ſ(gerechnet........ 11 2 6 Schock Stroh zu Häcksel à3 Thlr. mit Schneidelohn 18— Lohn für 1 Knecht............................. 30— Bekäöstigung demselben......................... 40— Hufbeschlag................................... 10— Wagenschmiere für 1¼ Wagen................... 6[— Arznei und Kurkosten u. s. w..................... 1— Licht, Thran, Talg............................. 2— Zins vom Werthe der beiden Pferde!.............. 7 12 jährliche Abnutzung derselben................... 15— jährliche Reparatur an der Stallung............... 3— Zins von Schifl und Geschirr................... 6— Abnutzung und Instandhaltung!.................. 25— Streustroh 4 Pf.= 26 ⁄ Ctr. à 6 gr................ 6 16 63 Sonn- u. Festtageà 16 gr. den Ruhetag Thlr. 42.— gr. für 15 Fuder Mist ab........„ 22. 12„] 19 12 360 14 Sonach kostet ein Paar Pferde täglich ca. 1 Thlr. ten; nach dieser Berechnung können die Produktionskosten von 1 Schffl Getreide leicht berechnet werden. zu unterhal- CA PITEL XVI. Arbeits- und Bestellungs- Berechnungen. §. 1. auns Arbeitskosten bei Erbauung des Weizens. . Sie betragen auf 1 Schffl Aussaat für das Anhauen, Abraffen, Einbinden, Mandeln und Harken 1 Thlr. 1 gr. — pro 4 Acker V pro 1 Acker A EEEE 20— von 80 Fuder Mist auf 4 Acker à 1½ Thlr. 40——- 10—— 2— denselben zu fahren, auszubreiten u. s. W.. 4—— 1—— AA. zu brachen 4 Tage................. 4—— 1—— ſ zu walzen 4 Tggg...— 6—— 1 6 9— Istrichig zu eggen 1 Tag........... 1——— 6— 5e Ruhren 3 ½ Tage!.......... 3 12—— 21— 2strichig zu eggen 1½ Tage...... 1 412—— 9— —0—1— Saat zu pflügen 4 Tage........... 4———— 6—— 3strichig zu eggen 3 Tage.......... 3 18— Furchen auszustreichen ¾ Tag...........— 6—— 1 6 1 5 Schffl Weizen zur Saat à 4 Thlr........ 20—— 5—— 2—— diese zu sien.....................—-— 4—— 1˙— 49 36 Schock zu mähen, einzubinden, zu man- 7˙12— deln und nachzurechen.......... 5 5— 1 7 3 15—- zu langen, einzufahren, zu bansen.... 2 18—— 16 6 36 Schock à 14 Schffl= 54 Schffl zu dre- schen, à l̈ Lohnantheill.. 18—— 4 12— 6— Ackerzins von 4 Acker à 200 Thlr. zu 5 9 54-⸗ inclus. Steuer..................... 40— 1— 10—— , 6 16— 147 ˙15— 36 21 9 Von diesen geernteten 36 Schock Getreide „ wurden 9 12— 54 Schffl gedroschen à 4 Thlr. ——— 216 Thl.— gr.— Pf. 60 14— 16 Scho. Stroh à 2 ½ Thl. 40„—„—„ —. 256„—„„ davon ab Kosten 447„ 15„=„ Iunterhal bleibt Reingewinn von 5 Schffl Aussaat... 108 9— ssten von! Also von jedem Schffl Aussaat........——— 21 16 2 oder auf jeden Acker...........——— 27 2 3 Hierbei ist die Ernte von 1840 annähernd zu Grunde gelegt. 5* §. 2. Arbeitskosten bei Erbauung des Roggens. Roggen in der Kartoffelstoppel kostet ebensoviel als der Weizen zu ernten. Nach der ungefähren Ernte von 1840. pro 1 Acker M* X Von 20 Fuder Mist 3 à 1½ Thlr...........·.. 10—— denselben fahren, breiten u. s. W............... 1—— 1 Acker umzubrechen 14 Tag............„ 1 12/— 1„ 48trichig eggen 1 Tag................ 1—— 41 Schffl Aussaat à 2 Thlr.................. 2 12— Furchen ziehen und auszuschippen................— 6— Sägn.............................— 1 6 Mähen, Einbinden, Mandeln, Nachrechen!......... 1 7 3 9 Schock langen, einfahren, bansen.............— 22— Dreschen; 14 Schffl Ausdrusch à Lohnantheil.... 2 8— Ackerzins à 200 Thlr. 5 9 ‧..........::.. Z.. 10—— 30 20 9 14 Schffl Ausdrusch à 2 Thlr. Thlr. 28.— gr.— Pf. 4 Schock Stroh à 3„„ 12.—„—„ 40—[— hiervon ab die Kosten.......................... 30 20 Reingewinn................................... 93 — — Iis denselt 1 Kturt Ptrie 1 Rubr Mtrio 1 San 3Stri Furc 18 nierwce Reing, ¹ vorzi ggens. Weizen à Acker 1 Schffl 7— 8 Mtz. Aussaat. 1 Schhfl zu mähen kostet 7 gr. Bestellungskosten eines Ackers Gerste. IDI, N ½ Mist von 20 Fudern à 1 ½ Thlr... 10—— denselben zu fahren, zu breiten u. S. W............. 1—[— 1 Sturzfurche im Herbst 1½4 Tan..... 1 12— 2strichig eggen im Frühjahr Tag....— S8— 1 Ruhrfurche„ 11„......... 1 12— 2strichig eggen„ 14„............— 8— 1 Saatfurche„, 1„.. 1 12— 3strichig eggen„ 4„»„...............— 18— Furchen und Wasserfurchen aufstreichen..........— 6— 1 ½ Schffl Gerste zur Saat à 1¾ Thlr.. 2 12— gzu säen...................................— 1/ʃ— zu walzen...............................— 6— 13 Schock zu mähen, zu harken, einzubinden und zu mandeln.................................. 1 10 6 Langen, Einfahren, Bansen.....................— 22— Dreschen 33 Schffl Ausdrusch à Lohnantheil..... 4 14— Zins vom Acker à 200 Thlr. 59.... 10—— 36 21 6 33 Schffl Ausdrusch à 1½ Thlr. Thlr. 55.— gr.— Pf. 6 Schock Stroh à 14„„ 9. 18„—„ 64 18— hiervon ab die Kosteteteooblblblb)b:..... 36 216 Reingewirrrmmmn... 27 20 Witterung und Standort trugen dazu bei, dass die Ernte so vorzüglich schön wurde. §. 4. Bestellungskosten eines Ackers Hafer. à 1 Schffl 10 Mtz. Aussaat. 1 Scheffel Hafer zu mühen kostet 7 gr. , X von 20 Fuder Mist à 1 ¼ Thlr.................. 10—— denselben fahren, breiten u. S. W.................. 1—— 1 Sturzfurche im Herbst 1 ¼ Tag.......:....... 1 12— 2strichig eggen im Frühjahr ¼ Tag!............— S8— Saatfurche„ 11„.............. 1 12— 3strichig eggen„ 4„.....:......— 18— 1 Schffl 10 Mtz. Aussaat à 1 ⅞ Thlr.............. 1 21 6 Säen und Furchen ziehen........................— 3— Mähen, Harken, Binden, Mandeln................. 1 8— Langen, Einfahren, Bansen......................— 18— 5 Schock Ausdrusch 15 Schffl zu Lohnantheil... 1 12 9 Ackerzins von 200 Thlr. 5(...................... 10—— 30 16 3 Geerntet: 15 ¾ Schffl à 1 ½ Thlr. Thlr. 18. 9 gr.— Pf. 3 ¾ Schock Stroh à 11 Thlr.„ 5. 6„„ 23 15— Verlust....................................... 713 Zufällig hatte er seinen Standort auf den nassesten Breiten. Besl thum §. 5. Haf Bestellungskosten eines Ackers Erbsen. afer. à 1 Scheffel Aussaat. 1 Scheffel Erbsen und Wicken zu mähen kostet 12 gr. — AA A A † von 20 Fuder Mist à 14½ Thlr................ 10—[— 40 denselben fahren, breiten u. s. W.................. 1—[— 1 1 Sturzfurche im Herbst 1 ½ Tag................. 1 12/— 1˙12—⸗ 1strichig eggen im Frühjahr.....................— 4[— — S- Saatfurche„ 11 Tagg....... 1 12/— 1 12— 3strichig eggen„ 4„..— 18— —- Säen, Furchen ziehen und Ausschippen...........— 3— 1[21 6 Mähen und Einbinden...........................— 12— — 3— Langen, Einfahren und Bansen...................— 20— 1 8— Dreschen 4 ½ Schffl à ν Lohnantheil...........— 18— Ackerzins von 200 Thlr. à 59...............⸗. 10¹(—— 1 V 12 9 Dem Schotenhüter..............................— 8— —ñ— 1 Schffl Aussaat.................. ·............. 2— 7153 29 11— Geerntet: V 4 ½ Schffl à 2 Thlr. Thlr. 8. 16 gr.— Pf. 5— 3 Schock Stroh à 2 Thlr.„ 6.—„—„... 14 16— —— Veriust...............................:. 14 19— 1— 3 Nasse und kalte Witterung hielten sie in der ersten Wachs- reiten. thumsperiode so zurück, dass eine solche Missernte erfolgen musste. Kartoffeln. à 9 Scheffel Aussaat. Bestellungskosten eines Ackers MA, X 4 von 20 Fuder Mist à 1¼ Thlr.......... 10— denselben fahren, breiten u. s. W.................. 1—— 1 Sturzfurche im Herbst 11 g.... 1 12— 1strichig eggen Tag.........................— 4— 1 Saatfurche und spalten 11 Tg....... 1˙12— 9 Schffl Aussaat à 10 gr......................... 3 18 /— für das Einlegen der Kartoffeln..........— 8— für das Hinausfahren der Saat.........-...:......— 6— 2strichig eggen Tag.........................— 8— lmal häufeln 1„...........................— 6/ʃ[— 2tes Häufeln 1„...........................— 6— Auspflügen„.............. ·...........— 10— Sammeln.....................................— 5— Nachpflügen und Eggen 1¾ Tag.......:)‧K-... 1 16— Einfahren und in den Keller bringen............... 1—[— Ackerzins von 200 Thlr. 5).,c..... 10—— 32 15— Geerntet: 108 Schffl à 10 gr. Thlr. 45.— gr.— Pf. Kostenaufwand„ 32. 15„—„ Reinertrag.................................... 12 9— Die Kartoffeln waren wegen Nässe und Fäulniss nur zur Hälfte aufgegangen. 1 Felder- All T2 Besitzdh daselba katione D War G von d wo in ger b scharn U aulletzt chen g. trieben, nach§. W. Nenge, Ansche das 1 wider! ckers ur zur Hälſte §. 7. Knochendüngung. Um einen möglichst guten und schnellen Ertrag der Felder und Gärten, und um einen vermehrten Viehstand zu erzielen, wurde bei Acquirirung Lützschena's von dem Besitzer, bei seiner Anwesenheit in London im Jahre 1824, daselbst eine Knochenmühle bestellt, und Behufs der Fabri- kation des Knochenmahlens hier aufgestellt. Die Fabrikation wurde eifrig betrieben, das Resultat war ein günstiges. Die Knochenlieferungen wurden meist von armen Leuten besorgt, die sie in Leipzigs Umgegend, wo in dem Jahre 1813 viele Tausende der gefallnen Krie- ger begraben, und kaum einige Fuss tief in die Erde einge- scharrt worden waren, in ansehnlicher Quantität sammelten. Der Preis derselben steigerte sich indessen allmälig; zuletzt wurden sogar ausgekochte und ausgewitterte Kno- chen gebracht. Die Mehlfabrikation wurde langsamer be- trieben, zuletzt ganz eingestellt, und die Knochenmühle nach Schlesien verkauft. Wer sich in einer Gegend befindet, wo Knochen in Menge, und bei den Abdeckern zu holen sind, wird in der Anschaffung einer solchen Mühle Gewinn finden, und durch das producirte Mehl seinen Aeckern und Wiesen eine widerhaltende Kraft geben. 74 Die grösste Menge der jetzt von Leipzig nach Magde- burg und Hamburg gesandten Knochen ist für die Zucker- raffinerien bestimmt, und sie werden gut bezahlt. England, welches nur ganz frische, kräftige Knochen verwendet, bezieht sie fast nur zum Verbrauch in seinen Seifensiedereien. Den Rückstand nehmen die Landwirthe und grossen Gartenbesitzer in Beschlag. Da die Düngerkraft von 1 ¼ bis 2 Centnern Knochen- mehl ungefähr der von 2 Dresdner Scheffeln Hornspäne gleich kommt, so hat der Käufer, der letztere hier zu 10 gr. den Scheffel haben kann, bei diesen einen grössern Vortheil, da rohe Knochen mit 16 gr. der Centner jetæt, das Arbeitslohn für das Mahlen nicht eingerechnet, be- zahlt werden. CA PITEL XVII. Mlesen. Das Verhältniss der Wiesen zu den Feldern ist nicht besonders vortheilhaft, geht aber immer noch an gegen manche andere Güter. Die Wiesen liegen sämmtlich in der Nähe des Gutes, in dem sogenannten Rosenthal, zwischen und an den Elster- und Luppe- Flüssen. Hier sind mehre Is Plüs stande sten ¹ und* wohl derth dabu 1 Austig worde hewacs Ueberta zind Si halb in wird, sind. Accord mittag 75 nch Magde- Wiesen theilweise mit grossen Unkosten, da sie am lie Zucker. Wasser grosse Krümmungen in Form eines S machten, t durchstochen worden, um dadurch grosse Uferbaue zu e Knochen ersparen, und dem Wasser schnellern Abfluss zu verschaffen. din seinen Landwirthe G Geradlegung der Flüsse. n Knochen. Die Reinigung und Geradlegung der kleinen IHornspäne Flüsse in Sachsen würde ein wichtiger Gegen- re hier zu stand ökonomischer Verhandlungen bei der näch- en grössern sten Ständeversammlung sein. Welcher Vortheil atner jetkt, und Gewinn für das Vaterland und die Uferbe- chnet, be⸗ wohner, wenn der Abfluss des Flusswassers beför- dert, die Ueberschwemmungen vermindert, und dabei noch viel Uferland gewonnen würde! Auch ist durch Uferdämme an mehren Stellen das Austreten des Flusswassers auf die Wiesen abgestellt worden. Sie sind mit gesunden, nahrhaften Grasarten bewachsen, und werden oft im Frühjahr, durch das Uebertreten genannter Flüsse, überschwemmt. Mitunter sind sie auch Sommerüberschwemmungen ausgesetzt, wess- rist nicht halb immer auf alten Heuvorrath Bedacht genommen an gegen wird, wozu auch hinlängliche Vorrathsböden vorhanden lich in der sind. Das Mähen geschieht durch die Hofdrescher im Accord, der Acker zu 12 Gr. Am Tage von 10 Uhr Vor- zwischen mittags bis 4 Uhr Nachmittags wird das Mähen nie er- sind mehre . 76 4 laubt, nicht blos, weil es schwerer von Statten geht, son- dern auch, um das frisch verwundete Gras nicht gleich der brennenden Mittagshitze auszusetzen. Das Heutrocknen wird von Fröhnern besorgt. Die grosse Zahl der Mietheinwohner im Dorfe müssen nämlich anstatt des gebräuchlichen Schutzgeldes jährlich Jeder 2 Acker Wiesen Heu und Grummet trocken machen, wodurch das Heumachen, wenn man eine beständige Witterung wählt, sehr rasch vollendet wird. Gewöhnlich werden keine Schober gemacht, sondern das dürre Heu gleich in und mit der Sonnenwärme ein- gefahren. Die Idee, dass es zuvor 2 bis 3 Tage in gros- sen Haufen auf der Wiese ausschwitzen müsse, wird für irrig gehalten. Unter keinem Vorwande wird gelitten, dass das welke schon ziemlich trockne Gras des Nachts breit liegen bleibe, sondern es muss alle Abende, auch wenn es ein wenig nass geworden wäre, in kleine, oder nach Befinden auch in grössere Windhaufen gebracht werden. Beim Abschätzen der Fuder wird gleich auf ungefähr 10% Gewichtsverminderung nach dem Ausschwitzen Rück- sicht genommen, damit nicht beim Herunterwiegen von den Ställen ein Deficit entstehe, wodurch der Wirth- schafter in Verlegenheit kommen würde. 1 nanen Pschenf und FI ausser I ntligt nerei,9! rei ut Braunde fert i Sii ringer 3 Da hiei führt i geht, son- cht gleich gt. fe müssen es jährlich en machen, beständige t, sondern wärme ein- ge in gros- „wird für litten, dass achts hreit uch wenn oder nach werden. ungefähr gen Rück- egen Von er Wirthr CAPITEL XVIII. 07. Die sämmtlichen Holzungen bestehen in Laubholz, namentlich in Eichen, Espen, Rüstern, Weissbuchen, Eschen, und das Unterholz in Haseln, Massellern, Erlen und Faulbäumen. Es ist in Schläge getheilt, und giebt ausser einer bedeutenden Menge Bau- und Nutzhölzer das nöthige Feuerungsholz für die Wirthschaft und die Bren- nerei; denn für die grossen technischen Branchen, Braue- rei und Ziegelei, muss sämmtliches Holz, so wie Torf und Braunkohle angekauft werden. Der Acker Buschholz lie- fert im Durchschnitt 30 Schock Reissig. — ℳe CAPITEL XIX. Anger und Dreisch. Sie sind grösstentheils gesund und hoch; nur ein ge- ringer Theil ist zuweilen Ueberschwemmungen ausgesetzt. Da hier für sämmtliches Grossvieh die Stallfütterung einge- führt ist, so liegen die Anger nur für die Schafe, und 78 dienen auch für diese nur zur Aushülfe, weil die oben beschriebene Weisskleeweide fast sämmtliche Schafe bis zur Ernte ernährt. Um den Werth der dazu liegenden Grund- stücke mehr zu erhöhen, sind grösstentheils Obstplantagen darauf angelegt. Durch die Schafhutung auf den Angern und Obst- plantagen haben solche an Kraft und Ertrag bedeutend ge- wonnen. Auf gute Haltung der Wiesen muss von Seiten der Inspektion streng gesehen werden! Seit einigen Jahren sind viel Holzbrahnen ausgerodet, und die kahlen Plätze mit Weidegräsern besäet worden. Da ein Theil der Rittergutswiesen und Anger fast jedes Jahr unter Wasser gesetzt wird, welches etwas Schlamm zurücklässt, so werden sie nicht gedüngt, sondern im Frühjahre blos von den Maulwurfshaufen befreit, und aufgeeggt. Im vorigen Jahre gaben die meisten Wiesen in der Aue im Durchschnitt 444¼ Centner Heu und Grummet auf 1 Acker. Die Witterung trug dazu bei, dass fast eben so viel Grummet als Heu geerntet wurde. Beim Einfahren des Heues und Grummets wird so- gleich die Vertheilung desselben vorgenommen. Die Schafe erhalten das beste; dann folgen die Pferde und das Horn- vieh. Durch den grossen Betrieb der Ziegelei sind durch Aussgrabung der Erde an 15 Morgen Wiesen in Lehmgru- ben v6 Nutzen? Wassenſ deu Tos §icat geschütt Kee liehn und Hd Pfirsichu Deit bildet, eingethei denen Ia Fenchel, marin, g Herruha, ist So lor werden a Pferdemi die oben fe bis zur en Grund- plantagen nd Obst- ntend ge- eeiten der hren sind dDätze mit Anger fast hes etwas gt, sondern efreit, und sen in der ummet auf st eben 80 wird so- Die Schafe das Horn- sind durch in Lehmgru- ben verwandelt worden. Um denselben einen andern Nutzen abzugewinnen, werden darin aufgeführte schmale Wasserdämme jährlich mit Korbweiden besteckt, und diese den Flechten- und Korbmachern in Pacht gegeben. — eo 50 CAPITEL XX. Küchengärten. Sie haben die schönste Lage, sind gegen Mitternacht geschützt, und der Morgen- und Mittagssonne ausgesetzt. Sie liefern einen Ueberfluss von Gemisen, Johannis-, Stachel- und Himbeeren, Ostheimer Kirschen, Aprikosen, Feigen, Pfirsichen und Wein am Spalier. Der Vordergarten, welcher ein längliches Viereck bildet, ist in doppelviereckige Beete, 28 an der Zahl, eingetheilt, welche mit Rabatten eingefasst sind, auf denen Pyramiden- Obstbäume, Blumen und Sträucher, Fenchel, Majoran, Thymian, Pfefferkraut, Melisse, Ros- marin, Lavendel u. s. w. stehen. Er liegt nahe am Herrnhause, und ist vom Elsterfluss umgeben. Der Boden ist so locker und fett, dass er zweimal des Jahres benutzt werden kann. Er wird abwechselnd mit Rindvieh- und Pferdemist, Jauche und Kompost gedüngt. — b So viel möglich, wird aller Samen selbst gezogen, und die höchsten Gewächse oder Stangen, wie beim Hopfen, gegen Norden, und die niedrigsten gegen Süden gepflanzt. Ihr Standpunkt wird jedes Jahr gewechselt; wo dieses Jahr Hülsenfrüchte oder Wurzelgewächse stan- den, werden das folgende Jahr die verschiedenen Sorten Kohl, Kohlrabi und Spinat gepflanzt. Es werden ausser einem Gartengehülfen noch 3 bis 4 Jäte- und Grabeweiber gehalten, welche das Anhäufeln und Begiessen des Morgens und Abends mit besorgen. Der Gärtner und Schäfer haben die Weisskohl- Samenköpfe im Winter zu besorgen, und sie, bis der Samenstengel zur Reife kommt, gegen Federvieh, so wohl im Herrschafts- als im Schäfereigarten, zu schützen. Sellerie, Rüben, gelbe Rüben, Pastinaken u. s. w. werden im Herbste herausgenommen, in Gruben einge- schlagen, oder im Keller in den Sand gesetzt. Die gemeine Zwiebel wird in Lützschena für die Oekonomie in Menge gebaut; die kleinsten werden zum Stecken genommen, die grössten zur Samenzucht. Wenn die Schlotten welk sind, werden die Zwiebeln heraus- gezogen, und in einer luftigen Kammer oder auf einem Boden abgetrocknet. Die Gurken gedeihen hier in dem lockern, warmen und feuchten Boden sehr gut; auch von ihnen wird ein grosser Theil an die Oekonomie abgegeben. wöhnbg Kresseg ihrer u kir küchds gut bi Rüclh n 10 ner ais Laufesb troffer diesens t andertgn und 82 Bäumer. tigere„. als VWR. st gezogen, wie beim egen Süden gewechselt; ichse stan- nen Sorten noch 3 bis Anhäufeln sorgen. Weisskohl- he, bis der leh, so Wohl nützen. en u. s. W. uben einge- ena für die werden zum ncht. Wenn deln heraus- auf einem rn, Warmen den wird ein 81 Die feinen Melonen werden in den Mistbeeten gezo- gen, nur die Arbuse, mit roth und weissem Fleische, eine Art Wasser-Melone, deren Samenkörner der Gutsbesitzer vor mehren Jahren von seiner Reise aus den Gegenden bei Astrachan und Cirkaske mit zurückbrachte, wachsen im freien Lande, ohne besondere Pflege, sehr gut. Unter den vielen Sallatpflanzen werden blos der ge- wöhnliche Gartensallat, die Endivien und die Garten- Kresse gehalten. Diese Pflanzen wachsen so üppig, dass ihrer eine grosse Menge verkauft werden müssen. Artischocken werden nur wenige für die Herrschafts- küche angebaut, desto mehr aber der Spargel, der hier gut wächst, da die Beete gegen Mittag liegen, und im Rücken durch die Wirthschaftsgebäude geschützt sind. Vor 16 Jahren wurde der Versuch zur Anlegung ei- ner weissen Maulbeeranpflanzung gemacht, die aber im Laufe der Zeit, namentlich von harten Winterfrösten be- troffen, eingegangen ist.— Demungeachtet werden in diesem Jahre Versuche von neuem vorgenommen, in einer andern, noch mehr geschützten Lage, wozu weisser, rother und schwarzer Samen genommen wird, um Büsche und Bäume zu ziehen, in der Erwartung, dass dieser Samen kräf- tigere und dauerhaftere Stämme geben wird, als die früher aus Wurzelsprossen und Ablegern gezogenen es waren. —-en— CAPITEL XXI. Obstbaumruch:. In diesem Zweige der Landwirthschaft ist seit 20 Jahren hier sehr viel gethan worden, und dadurch dem Gute eine bedeutende Rente gesichert, die für die Folge noch einer grossartigen Steigerung fahig ist, da ein Theil der Plantagen noch in der Anlage begriffen ist. Die Zucht der Obstbäume, besonders Erziehung, Pflan- zung und Pflege derselben war seit 20 Jahren ein Gegen- stand eifriger Beobachtung des Besitzers. Leider ging manche schöne Anlage durch Unwissenheit und Vernach- lässigung der Gärtner zu Grunde. Wenige ahnen kaum die Allmacht einer unergründlichen, schöpferischen Natur. Viele nehmen sich weder Zeit noch Mühe das Gedeihen des edeln Obstkernes zu beobachten, ihm in seiner allmäligen Entwickelung bis zum kräftigen Stamme zu folgen, und die Ursachen seines Wachsthums oder seiner Verkrüppelung zu erforschen. Im vorigen Herbst wurden wieder über 3 000 Aepfel-, Birnen-, Kirschen- und Pflaumenbäume gepflanzt, die Oberleitung der Plantagen vom Besitzer selbst übernom- men, und weniger in der Wahl auf die hochgepriesenen Namen südlicher Obstsorten gesehen, als auf diejenigen, Klima2 1 schule deren 3 M. Land E edeln d Küchog Fussin 2 sindi- Troch genl, ſ men 1 T in diek eingesis his Park J sehuleg la für d Hlerbsé t seit 20 rch dem die Folge ein Theil mg, Pflan- ein Gegen- eider ging d Vernach- hnen kaum chen Natur. as Gedeihen n in seiner Stamme Iu oder Seiner 600 Aepfel, öflanzt, düe st übernom- ggepriesenel diejenigen, 83 ———— die sich für den ökonomischen Gebrauch und durch Er- giebigkeit auszeichnen, und den Wechsel unsrer Witterung und Temperatur besser vertragen, als die in südlichern Klimaten Gezogenen. Der grösste Theil der Anpflanzungen wird in Saat- schulen gezogen, und durch Pfropfen, Impfen und Oculiren deren Veredlung herbeigeführt. Auch im vorigen Jahre wurden wieder 4 Morgen Land zu diesem Behuf verwendet, und alle Kerne von edeln Obstsorten in der Oekonomie, am Tisch und in der Küche gesammelt, und in Linien ausgesäet, in 1 oder 1 ¾ Fuss Entfernung von einander. Das Unkraut wird, sobald die Sämlinge aufgegangen sind, herausgerissen und die Pflanzen werden bei grosser Trockenheit begossen. Sind sie einige Zoll hoch gewach- sen, so werden sie herausgenommen, und in Zwischenräu- men von 3 zu 3 Zoll weiter verpflanzt. Später kommen sie, im zweiten oder dritten Jahre, in die Baumschule, wo sie 1 Fuss hoch über der Erde eingeschnitten, und 2 Fuss weit auseinander gesetzt werden. Jedes Jahr werden auch die Wildlinge, welche im park und in den Gärten aus Samen aufgehen, in die Baum- schule verpflanzt. Beim Versetzen der Obstbäume werden die Löcher für die im Frühjahr zu pflanzenden Obstbäume schon im Ilerbst gemacht, die Aepfelbäume werden 12 Ellen, die 6* 34 Birnen-, Kirschen- und Pflaumenbäume 8 Ellen, Sauer- kirschen und Aprikosen 5 Ellen von einander entfernt ge- setzt, die Baumlöcher 1— 1 ¼ Ellen tief und weit gemacht. Werden die Bäume im Spätjahr gesetzt, so geschieht die Beschneidung im Frühjahr; je weniger die Bäume Wurzeln haben, desto stärker werden die Kronen beschnit- ten. Der Baum wird an die Morgenseite des Pfahls ge- setzt, der Schlossen wegen, welche gewöhnlich von der Abendseite kommen, die stärksten Wurzeln dagegen werden gegen die Abendseite gerichtet, weil von dort her auch die heftigsten Winde kommen.. Alle am Stamm und an den Wurzeln vorkommenden Austriebe werden in den ersten Jahren der Pflanzung abgeschnitten, und die Bäume jedes Jahr beschnitten und ausgeputzt, um ihnen eine schöne Krone zu geben, der Luft und Sonne Zugang zu verschaffen, und schönes Obst zu erzielen. Im Februar und März, also vor Eintritt des Saftes, werden alle überflüssigen Zweige ausgeschnitten. Gegen Moos und Flechten nimmt man 3 Theile Lehm und 2 Theile Kalk, und bestreicht die Bäume damit, um sie dann nach dem ersten Regen mit einem leinenen Lap- pen, oder stumpfen Besen bis auf die Borke abzureiben, weil sich gewöhnlich Insekten darin aufhalten. Alte Bäume werden alle 2 bis 3 Jahr ausgeputzt; die Wasserschosse, erkrankte Aeste, Stamm- und Wurzel- ausSCh92 0 innerh sie Us Aeste 2 wexgett und tln Ktellens Di Fus Ir 3o Wiest Nester 7 A und b gitent Erfcf D gen o en, Sauer- zatkernt ge⸗ gemacht. geschieht e Bäume beschnit- Sahls ge- von der i werden her auch ommenden Pflanzung hnitten und geben, der chönes Obst des Saftes en. Theile Lehm e damit, um einenen Lap- abzureiben, . ausgeputit; und Wurlel 8⁵ — ausschläge werden weggenommen, so wie auch die Aeste innerhalb der Krone. Wo die Aeste absterben, werden sie unterhalb der todten Stelle abgenommen. Dünne Aeste werden mit dem Messer, starke mit der Baumsäge weggenommen, dann mit dem Messer nachgeputzt, und theilweise mit Baumkitt bestrichen; die wunden Stellen dagegen mit Lehm und Kuhkoth bedeckt. Die grossen Bäume werden jedes Jahr zweimal 4 Fuss breit behackt, die Schösslinge und Wurzelausläufer, so wie das Moos abgenommen, und die Raupen mit ihren Nestern vertilgt. Auch in mehren Futterkräutern, so wie in Futter- und Weidegräsern werden Versuche gemacht, worüber später Bericht erstattet werden wird. —„⸗— 1 CA PITEL XXII. IHopfenbau. §. 1. Erfordernisse für einen guten Hopfen. Der Hopfenbau, über dessen Cultur von 37500 Stan- gen oder 112500 Stöcken im Jahre 1836 zur weitern ————õmõ—yÿyyÿüâ—õõõõõõõMÿÿʒõÿ·¼⅓¼———ÿÿ—- 86 Verbreitung eine Beschreibung herausgegeben wurdé, ist seitdem noch um 7500 Stangen oder 22500 Stöcke ver- mehrt worden. Der dadurch gewonnene Hopfen wird nun ziemlich ausreichen, um auf 1 Jahr der Lützschenaer Brauerei Bedarf decken zu können. Wie vorzüglich seine Qualität ist, beweist das davon gebraute Bier, welches sich 12 bis 15 Monate hält, und immer angenehmer und feiner im Geschmack wird. Auch verbreitet sich der Anbau der’ Lützchenaer Hopfenpflanzen durch jährliche Ueberlassung mehrer Tau- sende von Fächsern in der Näâhe und Ferne. Nach gemachten vieljährigen Beobachtungen gedeihet diese wichtige Handelspflanze in hiesiger Gegend, wie überhaupt unter allen Himmelsstrichen, die ein mildes Klima und üppigen Boden haben(wie die jüngsten Ver- suche in den Ostindischen Besitzungen am Fusse der Himalaya-Gebirge es wiederholt beweisen) sehr gut, und kann auch in der Nachbarschaft auf einen noch veredel- tern Standpunkt gebracht werden, wenn man besonders Rücksicht nimmt: 1. Auf guten Boden und passende Ortslage. — Für beide die besten Hopfenfächser wählt. 3. Dieselben aufmerksam pflegt, durch das Anhäufeln von humusreicher Erde, um dadurch im Sommer das Austrocknen der Stöcke, und im Winter das Erfrieren zu verhindern; durch öfteres Anbinden an Stangen Ii die KHn Lebensts: erzielt.³ Ertrag Ir Doldele diess I an de Auch 15 vurde, ist öcke ver- öfen wird tzschenaer las davon hält, und rd. ttzchenaer hrer Tau- m gedeihet exend, wie ein mildes ngsten Ver- Fusse der hr gut, und ch veredel- n besonders häufeln von ommer das as Erfrieren an Itangen 87 von 25 bis 30 Schuh Höhe, damit Luft und Sonne gehörig einwirken können.(Damit es im Frühjahr nicht an Binsen zum Anbinden fehlt, werden schon im vorhergehenden Jahre, im Juli, für das kommende Frühjahr welche gesammelt und aufgehoben.) 4. Den Hopfen bei der Ernte, frei von langen Stielen und Blättern, in 2 Klassen sortirt, gut trocknet, und nachher in Säcke verpackt, und auf den dazu gegen Luft und Sonne verwahrten Ilopfenkammern bis zum Ver- brauch oder Verkauf auflagert. §. 2. Cultur des Hopfens. Da in Lützschena jedes Frühjahr die Stöcke bis auf die Krone tief verschnitten werden, so wird auch ihre Lebensthätigkeit mehr angestrengt, und ein grösserer Ertrag erzielt. Schlecht beschnittene Stöcke gehen jährlich im Ertrag zurück, da sie viele schwache Reben haben, die Dolden von geringer Güte und Aroma geben, wie man diess in Lützschena an dem wilden Hopfen im Park und an den Zaunhecken recht deutlich wahrnehmen kann. Auch müssen die Stöcke wo möglich im März, um eine 88 sichere Ernte zu erhalten, und nicht Ende April beschnit- ten werden, um dadurch die Ernte nicht zu weit hinaus zu schieben. In rauhen Gegenden, wo das F rühjahr spät eintritt, sollte man das Beschneiden der Stöcke schon im Herbst vornehmen, und sie dann recht stark mit Erde be- decken, um gegen das Erfrieren derselben ganz gesichert zu sein. Hat sich der Stock in 8 bis 10 Jahren etwas er- schöpft, verlieren die Dolden an Geschmack und Aroma, so muss man von seinen Fächsern eine neue Pflanzung anlegen, oder sich aus andern veredelten Hopfengärten frische Fächser kommen lassen. 8A Da die Hopfenernte in Lützschena sehr bedeutend ist, und ohngeachtet der vielen Trockenböden, solche nicht Raum genug für circa 135000 Stöcke hergeben, so sind die Pflanzungen: halb in Saazer frühzeitigen, halb in Spalter Späthopfen eingetheilt, wodurch es möglich wird, die nöthige Anzahl Arbeitsleute und hinlänglichen Trockenraum zu erhalten. Bis jetzt haben die eingeführten Hopfenpflanzungen weder durch Wechsel des Bodens, noch durch Verschiedenheit des Klima eine Veränderung in ihrer Güte, noch in der Urform erlitten, daher man wohl behaupten dürfte, dass auch unser Weinbau in Sachsen auf eine viel veredeltere Stufel- wie im Qht die Id lunga wirch erse l Blatb und 8 men a Pflans M wurde vorlie zind! bei R unter auch I beschnit. Feit hinaus hjahr gät schon im Erde be- gesichert etwas er- d Aroma, Pflanzung Plengärten eutend ist, lche nicht Co sind die ge Anzahl erbalten. gen weder hhiedenheit och in der ürfte, dass veredeltere 89 Stufe zu bringen wäre, wenn man ihm gleiche Sorgfalt wie am Rhein und in Frankreich angedeihen liesse. §. 3. Erfahrungen beim Hopfenbau. Bei neuen Hopfenanlagen, wo die Stöcke 5 ¼ Schub im Quincunx aus einander stehen, dürfen das erste Jahr die Pflanzen keine Dolden tragen, um sie in der Entwick- lung nicht zu schwächen; im zweiten und dritten Jahre wird der kräftige Stock den etwaigen Verlust reichlich ersetzen. In den letzten Jahren wurden, einen Zoll vom Blattstiel an gerechnet, die Blätter nur 5— 6 Schuh hoch, und zwar, wenn sie anfingen well zu werden, abgenom- men; geschieht es zu früh, so benimmt man doch wohl der Pflanze einen Theil der Nahrung aus der Atmosphäre. Nach den Versuchen, die seit mehren Jahren gemacht wurden, nimmt die Hopfenpflanze mit jedem Dünger vorlieb; Kuh-, Schaf-, Pferdemist, Kompost und Schlamm sind mit gleichem Vortheil angewandt worden. Wie schon früher bemerkt, ist es sehr rathsam, bei Regen in der Erntezeit das Abpflücken der Dolden zu unterlassen, da sie nicht nur ihre Farbe verlieren, sondern auch sehr langsam welken, und viel Raum einnehmen; 90 man rechnet gewöhnlich hundert Quadrat Schuh auf 10 Pfund. Einigemal hat man sich bei ungünstiger Witterung der Malzdarren bedient, um den Hopfen schnell zu dörren. Wird es mit Vorsicht bewerkstelligt, so hat es auf die Güte des Hopfens keinen nachtheiligen Einfluss. In diesem Jahre werden 32 Morgen Hopfengärten mit Flussschlamm gedüngt werden, der 2 Jahre ausgelegen hat, mit Gülle befahren, und durch Reinigung des Fluss- bettes gewonnen worden ist. Man verspricht sich davon eine gute Wirkung auf die Hopfenstöcke. Dieser vortreff- liche Schlamm kostet nicht mehr herauszuschaffen als 2 Gr. das Fuder; hierzu 2 Gr. für das Anfahren macht: 4 Gr. das zweispännige Fuder.— Wohlfeiler kann wohl Niemand düngen! Sollte sich der Hopfenbau in Sachsen noch vermehren, so wäre es wünschenswerth, dass in Leipzig und Dresden Hopfenmärkte,(wie es schon längst mit dem Schafwollver- kauf geschah) ins Leben gerufen würden, welche dem Pro- ducenten den Absatz erleichterten, wo er für gute Waare den höchsten Preis erhalten würde, und ihm feste Abneh- mer, wie es auf dem Münchner und Saazer Hopfenmarkte geschieht, immer gesichert wären. Ueberhaupt sind Märkte für delss er nich Nebenbt welche 3 Dele mit groct des VerT zelbst m3 In B Sorten 22 2 Fl. 4. Befö Umn thätig me Regierun 7000 Stü- geit jene das Miur Fächser ganz kon uh auf 10 Witterung zu dörren. s auf die fengärten nsgelegen des Fluss- ich davon r vortreff- chaffen als vermehren, d Dresden afwollver- dem Pro- zate Waare este Abnehr- pfenmarkte Kind Nürkte 91 für den grossen Producenten fast unentbehrlich, wenn er nicht durch die Speculanten übervortheilt werden soll. Nebenbei führen sie auch vom Ausslande Käufer herbei, welche die Concurrenz und die Preise erhöhen. Der Saazer frühzeitige IIopfen wurde im Jahre 1838 mit grossem Kostenaufwand aus Saaz durch eines Freun- des Vermittlung ausgeführt, da es sehr schwer hält, direct, selbst zu hohen Preisen, gute Fächser zu bekommen. In Baiern werden die Fächser von den feinsten Sorten aus den besten Hopfenlagen das Hundert mit 2 Fl. 30 Kr. bis 2 Fl. 42 Kr. bezahlt. §. 4. Beförderung des Hopfenbaues durch die Regierung. Um zur Beförderung des Hopfenbaues in Sachsen thätig mit zu wirken, liess der Besitzer der hohen Staats- Regierung, welche ihn darum schriftlich ersuchte, gegen 7000 Stück Saazer Fächser unentgeldlich ab, so wie er auch seit jener Zeit alle Jahre denjenigen Hopfenbauern, welche das Ministerium durch ihre Amtshauptmannschaften wegen Fächser an ihn wies, jedes bestellte Quantum Pflanzen ganz kostenfrei übergeben hat. Ueberhaupt ist es mit grösstem Danke zu erkennen, was seit 1836 die Staatsregierung für die Hopfencultur, um sie auch in Sachsen auf einen veredelten Standpunkt zu bringen, gethan hat. Zu jener Zeit sicherte sie jedem Landwirthe, welcher 1 Schock oder 60 Hopfenstöcke anpflanzen würde, ¾ Rthlr. als Prämie zu. Wie gross müssen daher die Opfer sein, die der Staat seitdem diesem höchst nütz- lichen Erwerbszweig der Landwirthschaft brachte, wenn man berechnet, dass Lützschenas Besitzer allein bei seinen Hopfenanpflanzungen von 135000 Stöcken Anspruch auf eine Prämie von 750 Rthlr. machen könnte. §. 9. Mittel zur Beförderung des Hopfenbaues. Da aber bis jetzt nur wenige Anpflanzungen pro- speriren, und theilweise einen nur geringen Hopfen lie- fern, so wäre es für den schnellen und guten Erfolg besser: Dass Praemien aus der Staatskasse nur solchen Pflanzern gegeben würden, bei denen sachverständige Männer fänden, dass die Anlagen nach allgemein richtigen Grundsätzen ausgeführt werden. Im* zeine 8. von 5 8 schlageles Prde ala Noch eil Erutes IHlo- geernte 8 10 10 191 wie folhe erkennen, pfencultur, Ztandpunkt indwirthe, inpflanzen sen daher chst nütz- nte, wenn llein bei Stöcken machen enbaues. ngen pro- lopfen lie- ten Erfolg ur solchen verständige in richtigen 93 Im Frühjahre 1839 traf Lützschena das Unglück, dass seine ganzen Hopfenanlagen, als die Stöcke eine Höhe von 5 bis 6 Fuss erreicht hatten, vom Hagel total zer- schlagen wurden. Es wurden sogleich alle Reben bis zur Erde abgeschnitten; die neu herangezogenen Triebe gaben noch eine Ernte von 79 Centner ganz guten Hopfens. Ernte-Ertrag des Hopfens in Lützschena 1838— 1841. In den Jahren 1838 bis 1841 wurden in Lützschena geerntet: 1838: 49 Centner 89 Pfund auf 34 Morgen. 1839; 70„—„„ 32„ 1840: 95„ 355„„ 30„ 1841: 64„ 40„„ 30„ wie folgende Rechnungs-Tabellen zeigen: Ernteertrag des Hopfens in Hopfenbe- Soll Inventarium: 252 Horden zum Trocknen 147 Thlr.— gr.— Pf. 36,000 Stangen à 3 ⅜ Thlr. p. Schock.......... 2250—— Verschiedene Utensilien.. 56 Tagelöhne............................ Kost, Lohn u. s. w. dem Hopfenweiner 6% Zinsen auf 10 Acker Feld zu 150 Thlr.......... do. 7 do. zu 180 Thlr.......... 200 Fuder Dünger zu 1 Thlr.*) mit dem Fuhrlohn. für Stellmacherarbeit „..........„„. Reiner Gewinn................................ *) Das Blatten, die Abfälle und Ranken werden der Schäferei und den Kühen unentgeldlich überlassen; die Hopfen-Anlagen auch mit den Schafen begangen, daher obiger Ansatz. ⸗.....„ ℳ X 8— 18 6 14— 17— 7 6 17— 6. A Lütlss rechnz- für melis fie r iir 40 6. für 9 o für gein ¹ Brauereg jenem, 5 Tllr,& sich ak,o Preise adh § pfens in opfenbe- 2453 8 /— 1221 18 6 150—— 9509—— Schäferei und auch mit dem 6. Lützschena 1838— 1841. -rechnung 1838. Haben. — NVA AX für nach dem Auslande verkaufte 40 Schock Hopfen- fachser................................... 14—— für 40 Ctr. 55 Pf. Lagerbierhopfen zu 80 Thlr..... 3240—— für 9„ 34„ Schenkbierhopfen zu 40 Thlr.*) 49„ 89„...................*..;. 392 9— für gegenstehendes neu angeschafftes Inventarium.. 2453 8— 6099 17/— *) Bei der Berechnung obigen Preises ist zu bemerken, dass der zur Brauerei noch fehlende Hopfen aus Baiern und Böhmen bezogen, und in jenem, für die Hopfenerzeugung ungünstigen Jahre der Saazer mit 120 Thlr., der Spalter mit 100 Thlr. bezahlt werden musste, der Reinertrag sich also noch bedeutender herausstellen würde, wollte man jene hohen Preise annehmen. Inventarium „......„.„..„.„....„„„„„ o 6% Zinsen v. 16 Acker Feld à 150 Thlr.= 2400 Thlr. Cultur- und Erntekosten „.„„..........„ 204 Fuder Dünger à 1 Thlr. „.......„...„ Lohn und Kost dem Hopfenweiner .„ Schärfen und Erlegen der Hacken o.„ 5 9 Zinsen im ersten Jahre vom Werthe des Inventa- 0 3 riums ......... ⸗....................„..„„. ............................„„„.... — 76 4— 15 7 — Tir ins4 75 Ctr. n 4 79(ent: Inventatt lopfenbe--rechnung 1839. Haben 22 8 V( A 53 8— V Für ins Ausland verkaufte Fächser.............. 79 12— 44—— 75 Ctr. bester extra sortirter Hopfen à 28 Thlr..... 2100 34 7 6 4„ 2te Sorte zum Schenkbier à 20 Thlr........ 80—— h.. I 79 Centner— Joc Inventarium im ersten Jahre ohne Abnutzung...... 2453 8— 7Oh. b 1 7 4— 122 15 7 V 847 8 11 — V 772 20 8 V V 1' V V V 4 V Soll 1„ 422 X Inventarium................ 2453 S— 1 Schock 56 Stück Stangen................ 9 16— Harken, Körbe u. s. W.................... 2 6— 6% Zinsen für 15 Acker Feld zu 150 Thlr......... 135—— Culturkosten...................... 528 2/— FExntekosten........................ e:.⸗.. 390 9 6 V Pyramiden setzen............................. 27 15— 250 Fuder Mist à 1 Thlr............. 250—— Lohn und Kost dem Weiner..................... 100—— Schärfen und Erlegen der Hacken............... 10—— 5% Zinsen vom Werth des Inventarium........... 123 12— Düngung-⸗kosten............................... 36 3 10 Reiner Gewinn................................ 2837 1 8 6908 2— rechl — A 11400! 64(tr. 31„ 95„ Inventu angek davod 4 7 11 Inrenta ¹ hime Lanz ſ opfenbe- 250—— -rechnung 1840. Haben. 10,400 nach Preussen verkaufte Fächser.......... 38 64 Ctr. 47 Pf. Prima Hopfen à 55 Thlr........... 3543 31„ 8„ L2u Schenkbier à 40 Thlr. 1242 95„ 55„ Inventarimm............. 2453 Thlr. S gr.— Pf. V angekdauft..... 16„ 22„„ 2470„ 6„„ davon ab für Abnutzung 16*)........... 387„ 4„„ 2083 6908 2 *) Um eine unparteiische ¹ hinreichend gewesen wäre, da selbige w ganz unbrauchbar werden. Inventarium, meist nur Stangen, ½ vom Werthe abgeschriel ohl 8 Jahre stehen, ehe sie Berechnung aufzustellen, wurde vom ben, obgleich Hopfenbe- Soll Ie A Inventarium............................... 2083 2— 6 Zinsen von 15 Acker Feld................... 135—— Culturkosten....................... 301 22 9 Erntekosten............. ⁊.... 284 4 7 Pyramidensetzen“*)............................. 14 6— Düngekosten.................................. 31 19— V 260 Fuder Mist à 1 Thlr.......... 260—— 1 Pfund Bindfaden.............................— 6— Lohn und Kost dem Weiner...................— 100—— Schärfen und Erlegen der Hacken............... 10—— V 5 9 Zinsen vom Inventarium..................... 104 4 Reiner Gewinn................................ 1862 16— J *) Wegen erfrorner Stöcke wurden 3 Stangen weniger gesetzt, als im vorigen Jahre. pir il z(t0 2 6 ,8 Wena Haben. A A Für ins Ausland verkaufte Fächser.............. 3 8— 55 Ctr. 20 Pf. extra sortirter Hopfen à 55 Thlr..... 3035— 9„ 20„ 2te Sorte à 45 Thlr................ 413 4 4 64„ 40„ Werth des Inventariums nach 16 ¾ G Abnutzung.... 1735 20— 2716— 3. . 5187 8 4 gesetzt, als t menge e penlhe n 1opn.J 06 0891 vo* 3Snz1 lac paR 3s12T JId 215 I IL I Jnu Jauup us 3IIozs sleSun(l sop s1 1dsa,1οsioan(l 40 1687 g8. F9g uop. 1⁰1 uop uoA⁴. 64 r68 Cu2ᷣadon'n- uedon 281 991 uaule 8 uep uoA⁴. E ozr 0(7 u uozle k 008 1. 08 lAJellos uA 795F=* T 2u2IM 926 4.3 FI IdIL TD GCI nz 1pn. ſes UlApuIA uio 4⁴ 1- 3 Jopn.I 29 ⁵= 1 pn 72 E uIoHOlle M 10V T aose, 1181 SunSnoza A-1°Sun. 1 Der Durchschnittspreis des Düngers stellt sich daher auf 1 Thlr. 12 gr. 3 Pf. Mist wird jährlich erzeugt circa 1580, 90 Fuder 1 103 — Sämmtliche Hopfenanlagen liegen flach, und können daher leicht bearbeitet werden. Dasselbe ist bei den Feldern der Fall, die freilich einen weit grössern Zeitauf- wand erfordern, da sie sich, mit Ausnahme einiger kleinen Anhöhen, sämmtlich jenseit der Leipziger Strasse in einer weiten Ebene ausdehnen, die sich nach Halle, Delitzsch. Landsberg, Eilenburg und Lützen hinüberzieht*).— *) Wie vortheilhaft diese Ebnen zur Entwicklung und Ausbreitung von Streitmächten sind, davon zeugen die öfteren und blutigen Kämpfe, welche hier stattgefunden haben, und die wegen ihres allgemein histori- schen Interesses, schon früher angedeutet, nachstehend nochmals zusam- mengefasst werden: Im September 1631 flohen, Lützschena vorbei,, die Pappenheimer, an dem heissen Abend, als der greise Tilly seine erste Schlacht verlor, und Gustav Adolphs Siegespost:„'s ist richtig mit Leipzig“ das ganze freudetrunkene, protestantische Deutschland als Sprichwort durch- flog.— Das Jahr darauf, am 5ten November 1632, zogen eben die Pap- penheimer von Lützschena, Freiroda und Skeuditz nach Halle zu, um mit dem ruhelosen, gefürchteten Anführer, dem Marschall Gottfried Heinrich von Pappenheim gegen die Welfenlande nach der Weser vorzudringen. Aber schon des andern Vormittags hörten sie die Donner der gräulichen Schlacht bei Lützen zwischen dem grossen Schwedenkönig(und unter ihm Bernhard von Weimar), und Albrecht Wallenstein, Herzog von Friedland, eine Schlacht, die Gustav Adolphs und Pappenheims Leben kostete, und doch so wenig entschied.— Zehn Jahre darauf(2. Novem- ber 1642) wurden gwischen Möckern und Lützschena das Rudolph Colloredosche und das Barbitz-Fernemondische Regiment völlig aufge- rieben, hierdurch aber die Oberhand über den alten Fuchs Octavio piccolomini und den Erzherzog Leopold Wilhelm in dieser zweiten Leip- zig Breitenfelderschlacht dem kühnen Schweden Leonhard Torsten- 104 son zugewendet.— In der Leipziger Völkerschlacht(16. bis 19. Oetober 1813) wurden die Anhöhen von Lützschena abwechselnd mit russischen Heerhaufen von Langerons und Sackens Corps, und mit einer Congrevischen Batterie besetzt.— Von Lützschena aus führten, wie schon bemerkt, der greise Marschall Vorwärts, Leberecht von Blücher, und sein unsterblicher Neidhard Gneisenau, jenen beispiellosen Angriff auf den Ziegelofen von Möckern aus, welcher den Kern der mit ihrem Leben und mit ihrem Heldenmuthe verschwenderischen Preussenjugend frass. Von hier leiteten sie auch die Niederlage Marmonts.— Zweimal war daher das kleine Lützschena ein klassischer Punkt in den grössten und heiligsten Kämpfen des deutschen Volkes: in jenem um die Glau- bens- und Gewissensfreiheit, und in jenem um die Nationalfreiheit und Ehre wider die Universalmonarchie des Soldatenkaisers Napoleon. —— (16. his 19. wechselud mit und mit einer führten, wie von Blücher, Uosen Angriff eer mit ihrem reussenjugend — Zyeimal den grössten um die Glau- alfreiheit und doleon. S 2 2e 2uc,; fun , 5 S, , ie,2 E mein be Besitzuna der hies W. 1 Die Viehzucht. CAPITEI. XXIII. E h/ e r. §. 1. UeberblIick. 1 Dieselbe war von jeher sowohl praktisch als wissen- schaftlich von hohem Interesse für den Besitzer, und was er dafür geleistet, ist durch Wort und That im In- und Auslande bekannt. Bis vor einigen Jahren gingen die überzähligen Schafe der hiesigen Schäferei, deren hochfeine Veredlung allge- mein bekannt ist, grösstentheils auf seine auswärtigen Besitzungen. Da aber auch dort dieser Stamm nun voll- zählig ist, so werden nun jährlich mehre Zuchtthiere, sowohl Mütter als Widder zu billigen Preisen abgelassen. Die Wartung und Fütterung, sowie die gute IIaltung der Thiere wird streng nach Grundsätzen gehandhabt, welche —— schon im Jahre 1825 in St. Petersburg in einem Vortrage, dem der Herr Finanzminister Graf v. Cancrin, Graf v. Nesselrode, Admiral v. Mordwinoff u. s. w. beiwohn- ten, mitgetheilt wurden, und welcher nachher in der kaiserlichen Akademie der Wissenschaft gedruckt, und in drei Sprachen herausgegeben wurde. §. 2. Behandlung der Wolle und Schafe. Die Sortirung der Wolle auf den Schafen, so wie nach der Schur wird im Stalle und auf den Wollböden des Besitzers doppelt vorgenommen, wodurch es fast un- möglich wird, dass eine hochveredelte Herde zurückgehen kann, wenn diese Einrichtungen überall und mit Sach- kenntniss beobachtet werden. Nachtheilige Einwirkungen durch verändertes Klima und Futter, so wie durch lange Inzucht auf die Wolle nachzuweisen, kann nur irrthümlich geschehen; deren Rückgang ist lediglich begangenen Feh- lern in der Behandlung und Pflege des Thieres zuzuschreiben. Der Verfall so mancher alten berühmten Schäfereien liegt oft in dem zu viel oder zu wenig Thun. Manche Krankheiten und Ausartungen der Wolle wurden dadurch herbeigeführt; häufig sah man zu spät ein, dass selbst das edelste Vollblutthier durch Missgriffe in einigen Jahren die nedelse Laum dl ſeine Su⁵ liefern, dem g³¹ Staat à feinen ⸗ und de seellen Land. Gear zucht ub dieser unll Verfahun nauer i Inspek na Besuchabe mit d- ihnen ine Imſs lung dee. turforse A gen eins Wollhale Wurde äe — vomf em Yortrage. ncrin, Graf W. beiwohn- hher in der uckt, und in 0 h d fe. fen, so wie a W ollböden mes fast un- zurückgehen 1 mit Sach- nwirkungen durch lange jrrthümlich genen Fehr zuschreiben. Schäfereien n. Manche en dadurch s Selbst das a Jahren die 107 unedelste Wolle hervorbrachte, welche auf den Wollmärkten kaum den halben Preis gegen frühere Verkäufe erhielt. Da feine Schäfereien in Sachsen einen noch hohen Reinertrag liefern, welcher nicht allein dem Schafzüchter, sondern auch dem ganzen Lande nutzenbringend ist, so sollte selbst der Staat alles Mögliche dazu beitragen, den Ruf der hoch- feinen Schafzucht aufrecht zu erhalten. Die Regierung und der Züchter werden durch ihre zum Verkauf ausge- stellten edlen Thiere zugleich Wohlthäter für das ganze Land. Gewiss ist es für jeden Freund und Kenner der Schaf- zucht sehr wichtig und belehrend, sich bei dem Besuche dieser Anstalten mit den verschiedenen Einrichtungen und Verfahrungsarten bei der Paarung, Sortirung u. s. w. ge- nauer bekannt zu machen. Dazu wird ihm auch die Inspektion gern behülflich sein, da sie angewiesen ist, Besuchende, die sich für jene Gegenstände interessiren, mit der grössten Freundlichkeit zu empfangen, und ihnen über Alles die nöthige Auskunft zu geben. Im Jahre 1838 theilte der Besitzer bei einer Versamm- lung der„Wandergesellschaft sächsischer Landwirthe, Na- turforscher und Aerzte in Leipzig“— in einer ihrer Sitzun- gen eine ausführliche Uebersicht der Schafzucht und des Wollhandels in allen Ländern Europas mit. Dieselbe wurde später im Archiv der deutschen Landwirthschaft — vom Herrn Professor Pohl in Leipzig redigirt— im 108 ———— Novemberheft 1838 abgedruckt, wohin diejenigen verwie- sen werden, welche ein Interesse daran nehmen*). Pflege und Fütterung der Schafe. Da die hiesige Sommerhutung vor Ablösung mehrer Dorfschaften sich zum Theil bis in das Herzogthum Sachsen erstreckte, so kamen früher die Herden vor Abends nicht zurück, und ruhten Mittags in einem an- der Grenze erbauten Schafstalle mit daneben befindlichem Brunnen aus. Hier wird im Juli und August streng beobachtet, dass die Thiere nicht beim Morgenthau zu früh auf die Weide kommen, da solcher schädlicher als der Abendthau ist; so wie, dass bei sinkendem Nebel und nassem Wet- ter nicht ausgetrieben wird. Auch werden sie nicht in die Stoppelfelder gelassen, wenn die Körner ausgewachsen sind. Da ein Theil der Grasweide in der Aue liegt, so werden die Schafe vor 10 Uhr früh nicht hinausgetrieben, und kommen um 4 Uhr Nachmittags wieder zurück. Im *) Bei dieser Gelegenheit wird zugleich ein Schreibfehler in Angabe der Zahl der Schafe in Sachsen berichtigt, welche 1838 nicht aus 1,300,000, sondern aus circa 700,000 Stück bestand. Hanover hatte damals über 1,600,000 Stück, fast soviel als seine Bevölkerung beträgt. . Kpätsomn auf der&o Nur fuli die is einige Ac Grummet dem nuris Guchs dar Dem e giesen, vo Bei nassf tert Wer Ackerwes hat danlt Weit werden,! um jeded ſerei beste Der Besith teten, gu 3 ohne die I. aher Wes müssen. 5 len gelit, genden,) treideleld ugen verwie. aen?*). hafe. sung mehrer Herzogthum Vor Abends n'der Greme Brunnen aus. beobachtet, früh auf die r Abendthau assem Wet- ie nicht in sgewachsen de liegt, 80 sgetrieben, urück. Im ler in Ingabe 38 niecht aus pviel als seihe Spätsommer haben sie, wie bemerkt, Ueberfluss an Nahrung auf der Stoppelweide, im Hopfen, u. s. W. Nur in sehr trocknen Jahren, wenn in dem Monat Juli die Weide sehr knapp wird, werden dem Schäfer einige Acker Wiesen eingeräumt; das dadurch verlorene Grummet wird aber von dem Begehen der Schafe und dem zurückgelassenen Dünger durch einen starken Gras- wuchs das kommende Jahr reichlich ersetzt. Dem Schäfer werden jeden Tag die Weidestellen ange- wiesen, welche er mit den Herden nicht überschreiten darf. Bei nasser Witterung müssen die Schafe im Stall gefüt- tert werden. Auch ist ihm nicht erlaubt, die junge besäete Ackerweide zu behüten, wenn der Boden weich ist; er hat dann ältere, stark begraste Weideplätze aufzusuchen. Wenn im Februar und März noch Kartoffeln gefüttert werden, so müssen die Keime sorgfältig entfernt werden, um jedem Erkranken der Thiere vorzubeugen. Die Schä- ferei besteht aus Mutterschafen, Stähren und Hammeln. Der Besitz der vortrefflichsten Wiesen, wie der ausgebrei- teten, guten und gesunden Triften machten es möglich, ohne die Lämmer 1000 Stück Schafe zu halten, die nun aber wegen der Hutungsablösung vermindert werden müssen. Die Lämmer werden bis zur Ernte in den Stäl- len gefüttert, und finden nachher auf den, in der Nähe lie- genden, mit Futterkräutern besäeten Kirschbergen und Ge- treidefeldern eine gesunde und kräftige Nahrung. —— §. 4. Einrichtung der Ställe. Der vor einigen Jahren neuerbaute, sehr zweckmässig eingerichtete Schafstall befördert das Gedeihen dieser Thiere in den Wintermonaten ausserordentlich, da derselbe 16 Fuss hoch, und mit 4 Thorwegen versehen ist, daher er eben so warm als luftig(mittelst der an der Decke zwischen den Balken angebrachten Luftlöcher) erhalten werden kann, ohne dass der Luftstrom nachtheilig auf die Gesundheit der Schafe einwirkt. Es ist auf der Schäferei Alles so zweckmässig eingerichtet, dass der Schäfer zur Verantwortung gezogen werden würde, wenn die Herde erkrankte, oder einzelne Thiere verunglückten. Der Ober- boden, welcher von unten mit Steinkohlentheer gestrichen ist, hat eine Lehmdecke, um das Durchfallen des Heues, Strohes und der Sämereien zu verhindern, wodurch die Wolle verunreinigt und ihr Werth verringert würde.— Durch zweckmässige Krippen mit Raufen, welche gleich- falls die Verunreinigung der Wolle durch das Futter ganz verhindern, hat die innere Einrichtung des Stalles an Ordnung gewonnen, und giebt den nöthigen Raum her, um die Herden nach Alter und Klassen von einander bei der Einfütterung abzusondern. Form 1 5 gereicht fereien ül 3if 100 ℳ NMetzen 2 Dats Stall ali werden 4 lassen, ๠selbst füf die Lamm bei der f Rthlr. de) Bei der 2 Wäsche 14 Hlammel 2 Hundert i weckmässig ihen dieser da derselbe n ist, daher n der Decke er) erhalten neilig auf die der Schäferei Schäfer zur i die Herde Der Ober- er gestrichen des Heues, wodurch die würde.— lche gleich⸗ Futter ganz Stalles an aum her, um der bei der 111 In der Mitte des Stalles hängen an Ketten vier, fünk und mehre Salzkörbe von Bandeisen, worin den Schafen eine Mischung von Salz, Lehm und Kleien in Form kleiner, im Ofen gebackener Brode zum Lecken gereicht wird. Das Salzfüttern, was auf manchen Schä- fereien übertrieben wird, ist hier eingeschränkt worden; auf 100 Stück werden jährlich nicht mehr als 6 Dresdner Metzen gegeben. §. 5. Zuzucht und Statur der Schafe. Beobachtungen. Da man hinlänglich Winterfutter gewinnen, und den Stall auch im Winter warm genug erhalten kann, so werden schon im August die Böcke zu den Müttern ge- lassen, was für die Letztern wie für die Lämmer, ja selbst für die Wolle ungemein vortheilhaft ist. Auch ist die Lammwolle von den im Januar erzeugten Lämmern bei der Schur so lang, dass sie voriges Jahr mit 110 Rthlr. der Centner von den Fabrikanten bezahlt wurde. Bei der vorjährigen Schur vom 8. Juni, welche in der Wäsche sehr gut ausfiel, gaben Mütter, Böcke, Jährlinge, IIammel und Merzvieh, durch die Bank gerechnet, auf Ilundert Stück 10 Stein 15 Pfund. 112 Ein Schafbock hat 4 Fuss 2 Zoll Länge, 3„ 4„ Hlöhe. Eine Mutter hat 4„ 1 2„ 1„ Ilöhe. „ Länge, Der dicht an dem Dorfe vorüberströmende Elsterfluss bietet dem Besitzer die beste Gelegenheit zu vorzüglichen Schafwäschen(in der Nahe der Schäferei) dar, welche eben so leicht als bequem vorgenommen werden können. Die gewaschenen Schafe finden auf den benachbarten Auen und Triften die beste Erholung, wo sie bis zur Schur bleiben können, da gleich am Eingange zu denselben ein bequemer Schurplatz eingerichtet worden ist. Es kann nicht oft genug wiederholt werden, dass eine gleich- mässige Fütterung im Stalle und auf der Weide stets eine kräftige, sanfte Wolle und wollreiche Schur giebt, die noch an Werth gewinnt, wenn bei der Einfütterung Sorge getragen wird, dass die Vliesse durch Futter u. s. w. nicht verunreinigt werden. Auch wird diese aufmerk- same Behandlung durch schöne, grosse, gesunde und wollreiche Lämmer reichlich belohnt. In den ersten Jahren des Besitzers Niederlassung in Baiern litten die dort gezogenen Lämmer sehr an Lähme, wodurch grosse Ver- luste entstanden. Nach genauen Beobachtungen und meh- ren Sectionen stellte sich die feste Ueberzeugung heraus, dass sie einzig und allein durch die Ueberfüllung mit der schweren, fetten Milch der Schafmütter herbeigeführt wurde, welche ii erlielten. Nonat Oco- gehen, t auch I Bei 2 in Febru jer frühes mu erspale aber, Vitss Nerausgen friedigers Dies sich eim täglich u. Solt hammeltl Temperam die Erhalg dem and a drehen, u Gefässe ur ES dass, Woi ausziehes oder hat i le Elsterfluss vorzüglichen dar, welche rden können. benachbarten hsie bis zur zu denselben rden ist. Is s eine gleich. Weicde Stets Schur giebt, Einfütterung Futter u. s. eese aufmerk- gesunde und den ersten itten die dort grosse Ver- en und meh- gung herauis llung mit der geführt wurde, 113 — welche über Winter Klee, Heu und gedämpfte Kartoffeln: erhielten. Als die Lammzeit vom Monat Januar auf den Monat October, in welchem die Mütter noch auf die Weide gehen, verlegt wurde, hob sich die Lähme sogleich, und ist auch nicht ein einziges Lamm mehr daran gestorben. Bei der Hammelung der jungen Bocklämmer wurde im Februar bei 26 Stück diessmal eine Abweichung von der frühern Methode beobachtet. Um ihnen Schmerzen zu ersparen, wurden nur die Testikeln abgeschnitten, nicht aber, wie es bisher geschah, ihnen auch die Samenstränge herausgezogen. Dieser Versuch fiel aber nicht ganz be- friedigend aus. Die Verblutung war sehr stark, und bei Vielen zeigte sich eine Geschwulst, ungeachtet die verwundeten Theile täglich mehrmals mit Wasser rein ausgewaschen wurden. Sollten also auch bei der bisherigen Methode die ge- hammelten Lämmer die schöne Figur und das lebhafte Temperament nicht ganz beibehalten, so ist es doch für die Erhaltung derselben besser, ihnen einen Testikel nach dem andern herauszuziehen, den Samenstrang etwas zu drehen, und dann abzureissen, wodurch die abgerissenen Gefässe weniger bluten, und schneller heilen. Es wird ausserdem mit Nachdruck darauf gesechen, dass, wo keine Gefahr vorhanden, kein Lamm durch Her- ausziehen zur Welt gebracht werde. Liegt es nicht gut, oder hat sich ein Bein über den Kopf gelegt, so wird es 3 114 eher zurück geschoben, damit es von selbst in die richtige Lage komme. Um die Mütter für diese wichtige Periode so viel mög- lich zu kräftigen, wird vor der Lammzeit reichlich gefüt- tert, und während der Saugzeit nicht mit dem Futter ge- wechselt, was immer nachtheilig auf die Lämmer wirkt. Im siebenten Monate werden die Lammböcke von den Lammmüttern getrennt. Jede Vernachlässigung in der Wartung und Pflege dieser jungen Thiere, so wie die zu grosse Anhäufung des Mistes in den Ställen hat Dreh- und andere Krankheiten zur Folge, die so vielen edlen Schäfereien oft grosse Verluste zuziehen. Ein gut gehaltenes, gut und gleichmässig genähr- tes Schaf wird daher stets kräftige Lämmer gebären, eine gesunde, kräftige Wolle liefern, und besser rentiren, als zwei verputtete und verhungerte Mütter. 8.6. Fortschritte in der Schafzucht. * In Baiern, wo bei einer Bevölkerung von 4 ½ Millionen Seelen sehr wenig für die Verbesserung der Schafzucht gethan wird, und wo der Verfasser selbst während 10. Jahren keine Kosten, Mühe, Zeit und Arbeit gescheut hat, um durch eigne Mittel und Beispiele zu zeigen, welche vor- trefflichen, nützlichen Anlagen für Schaf- und Rindviehzucht gemaele men, 7) Schalm und Tel3 Laum 109 nclusif Nlillonei jeden V 5100 n ter Schy geit 406 woru Wn ehrte in daraufre grosselün zweig in ein, unn Baiern r *) hü schen Col §o lig. n die richtige le so viel mög. eichlich gefüt. lem Futter ge⸗ mmer wirkt. Söcke von den igung in der do wie die m en hat Dreh- vielen edlen ässig genähr- gehären, eine rentiren, als eht. 41 Müllionen r Schafzucht während 10 gescheut hat, * welche vor- Rindviehzucht gemacht werden können, wird auch einmal die Zeit kom- men, wo ein kräftiger Arm die auf niedrer Stufe stehende Schafzucht nach Verhältniss des Flächenraumes verdoppeln und verdreifachen wird. Baiern hat circa 1400 ◻ Meilen und kaum 14 Million Schafe; diese geben zu 2 Pfund das Stück, inclusive Lämmer, 3 Millionen Pfund Wolle, oder auf 4 ½ Millionen Einwohner 24 Loth zu einer Winterbekleidung für 3 jeden Einwohner! Preussen hat einen Flächenraum von 5100 ◻ Meilen mit 15 Millionen über die Hälfte veredel- ter Schafe(soviel als seine Bevölkerung beträgt), welche erst seit 40 Jahren auf eine so hohe Stufe gebracht wurden, wozu namentlich der verstorbene, überall geliebte und ver- ehrte König Friedrich Wilhelm, der 3— 400,000 Rthlr. darauf verwenden liess, und die thätige Mitwirkung der grossen Güterbesitzer beitrug. Jetzt bringt dieser Erwerbs- zweig dem Lande jährlich gegen 20 Millionen Reichsthaler ein, und wird ein Theil der davon gefertigten Tuche nach Baiern verkauft*). Selten verwendete der selige König 8 *) In Süd-Amerika, Süd-Russland, namentlich aber in den engli- schen Colonien macht die Schafzucht jetzt die ungeheuersten Fortschritte. So lieferte New-Süd-Wales nach England: 1810: 167 Pfund Wolle 1820: 99,415„„ 1830: 973,336„„ 1835: 4,2210,301„„ 1840: 13,259,074„„ 116 Etwas auf den äusseren Apparat der Landwirthschaft; ihm lag mehr an dem Wesen derselben. Der Wissenschaft Die Wolleinfuhr in England bestand aus: 1841. 1840. Deutschland in Ballen 62483. 63278. Spanien„ 8003. 6842. Australien„ 53015. 41025. verschiedenen Ländern„ 990681. 74934. Ballen 214182. 186079. Ungeachtet der starken Wollzufuhren von andern Ländern, und des trägen Geschäftsganges in den englischen Fabriken hat doch Deutschland im vergangenen Jahre fast eben soviel nach England exportirt als 1840. Auch dieses Jahr wird es nicht an Wollabsatz fehlen, wenn die Markt- preise nicht höher gehen. Feine Wollen mit guten Eigenschaften fehlen jetzt sowohl in London als in Paris; schon sind darauf für nächste Schur Contrakte abgeschlossen, die den Producenten bessern Gewinn, als ihre Cerealien abwerfen. Immerhin mag sich die jährliche Wollerzeugung noch vermehren; diess Produkt wird stets einen sicherern Absatz für den Speculanten liefern, und um so mehr Abnehmer finden, je sorgfältiger es veredelt, und für den Begehr der Tuch- und Zeugfabrikanten gezüchtet wird. In Sachsen und Preussen nimmt die Wollfabrikation und Consumtion jährlich zu, und würde letztere sich noch vergrössern, wenn alle Woll- gattungen noch mehr im Preise herunter gehen sollten. Des Besitzers jüngrer Sohn bereist seit einem Jahre die Colonien von New-Süd-Wales, Van Diemens Land, Australia felix und Neu- Seeland, um eine Colonie für Emporbringung der Schafzucht und des Ackerbaues zu gründen. So gross auch die Fortschritte der Schafzucht in Australien sind, so sind sie es doch bis jetzt nur in der Quantität, und nicht in der Qualität der Wolle. Der grösste Theil wird in Auctio- nen zu 10 bis 13 Rthlr. der Stein verkauft, und ist mehr für den Kamm als für Tuche geeignet. Nur wenige Ballen, aus grossen Schäfe- reien herausgesuchter Vliesse, werden mit 20 bis 22 Rthlr. bezahlt. durch E Nlenschi zeiner chen Wf Delt goleher 2 theil. Ir hefördere und dielf 1830, 6 Freundof Dresdenr Vaterlass — Ferbas gebieteri geschehe centriren⸗ schon je reichen he rübenzuc die Etaat heförder irthschaft; ihm Wissenschatt -. Ländern, und des doch Deutschland -xportirt als 1840. wenn die Markt- sowohl in London akte abgeschlossen, mabwerfen. noch vermehren; den Speculanten tiger es veredtelt, züchtet wird. und Consumtion wenn alle Woll- re die Colonien felix und Neu- afzucht und des der Schafzucht in der Quantität, wird in Auetio- st mehr für den grossen Schäfe- hlr. bezahlt. durch praktische Belehrung, dem höhern Streben der Menschheit, den neu eröffneten Quellen des Wohlstandes seiner Unterthanen, so wie der Steigerung ihrer morali- schen Kraft schenkte er seine ganze persönliche Theilnahme. Der Staat geniesst durch Unterstützung und Beförderung solcher nützlichen Erwerbszweige selbst den grössten Vor- theil. Je mehr auf dem Lande die materiellen Interessen befördert werden, um so mehr wird auch der Wohlstand und die Sicherheit des Staates befördert. Seit dem Jahre 1830, wo der Verfasser in seinem„Wegweiser für Freunde der Natur, Kunst und Landwirthschaft“ den in Dresden versammelten Stellvertretern aller Stände des Vaterlandes zurief: „Die Revision der Landwirthschaftsgesetze, die Ab- „lösung der Frohnen, Zehnten und Hutungsgerecht- „same, so wie die Theilung der Gemeinheiten und „Zusammenlegung der Felder in Vorschlag zu bringen,“ — Verbesserungen, die schon damals die Zeitverhältnisse gebieterisch verlangten— ist in Sachsen ausserordentlich viel geschehen. Die Eisenbahnen, welche sich in Leipzig con- centriren, geben eine Entwicklung, deren gute Folgen sich schon jetzt zeigen. Die umsichtige Regierung lässt die reichen Speculanten Eisenbahnen, Bierbrauereien, Runkel- rübenzuckerfabriken u. s. w. anlegen, und öffnet nur dann die Staatskasse, wenn jene fehlen, und des Vaterlands Wohl befördert werden kann. Die Land- und Stadtbürger sind 118 seit zwölf Jahren von Seiten der Regierung mehr begün- stigt worden, als sie kaum erwarten konnten. Ueberall wird von Dresden aus gründliche Aufklärung verbreitet; nirgends sieht man ein Zeichen rückgängiger Bewegung; überall verbreitet sich in den Städten, wie auf dem Lande, ächt religiöse Gesinnung, vermehrter Wohlstand und Zufrie- denheit. Von den neuen Entdeckungen und Fortschritten in der Wollcultur, wozu die Kreppwolle, das künstliche Wasch- pulver(bei Heckscher in Pesth) zu 40 Rthlr. der Centner, der von Wien aus gemachte Vorschlag, die Schafe drei- mal des Jahres zu scheren, da die Wollhändler und Fabrikanten nur kurze Wolle verlangen, u. s. w. gehören, ist wenigstens die erste für den Schäferei-Besitzer nicht nachtheilig, da der Fabrikant für dieselbe nicht mehr und nicht weniger, als für jede andere gut gewachsene, ge- waschne und ausgeglichne, reinliche Wolle giebt. §. 7. Wollveredlung in Baiern. Der Herausgeber fügt hier einen Aufsatz über Fein- wollerzeugung bei, der schon 1829 in München in dem Wochenblatte des landwirthschaftlichen Vereins No. 32 vom 12. Mai abgedruckt, vielleicht aber seinen Freun- den im Auslande nicht bekannt wurde. Finert erlaubes land'y. 8 vei2 vfels folgendE D 4 Pf. M Landscit Pfund al Dec Kachsen)s telwolled Sch von Klers viel mel dass Si hochfeir daraus d mehr begür- ten. Veberall ng verhreitet, eer Bewegung, uf dem Lande nd und Zufrie. cchritten in der stliche Wasch- . der Centner, Schafe drei. Mlhändler und s. W. gehören, Besitzer nicht icht mehr und wachsene, ge- jebt. D. z über Fein- chen in dem . 16 9 reins No. 32 einen Freun- Einer hochrerehrten Gesellschaft des landwirth- schaftlichen Vereins in Batern erlaube ich mir, auf den, in ihrem Wochenblatte des landw. Vereins Seite 343 d. J. Nr. 17. enthaltenen Auf- satz über Schafzucht zur Entscheidung der Frage: „ob der Schafzüchter mehr Gewinn bei Erzeugung „einer hochfeinen, oder bei Erzeugung einer mittel- „feinen Wolle habe?“ folgende Bemerkungen mitzutheilen. Dass die hochſeine Wolle auf Schafen von Kleiner, und die Mittelwolle auf Schafen von grosser Statur er- zeugt wird, ist bekannt. Daher geben erstere 2 Pfund, höchstens 2 ¼ Pf. pr. Stück; letztere hingegen 3 ½ Pf. bis 4 Pf. Wolle pr. Stück. Die schlecht gehaltenen, groben Landschafe in Baiern geben aber theilweise nur 1 bis 1 ¾ Pfund schlecht gewaschne, kraftlose Wolle ohne Elasticität. Der Preis der hochfeinen Wolle war voriges Jahr in Sachsen 200 bis 220 fl., der baiersche Centner; die Mit- telwolle aber wurde zu 90 bis 100 fl. verkauft. Schon diesen Verkaufspreisen zufolge bringen Schafe von kleiner Statur mit superfeiner Wolle dem Züchter viel mehr Nutzen, als grosse Schafe mit Mittelwolle; und dass sich der Vortheil auf längere Zeit bei Schafen von hochfeiner Wolle erhalten werde, diess lässt sich mit Grund daraus schliessen, weil von eben dieser letzern Sorte noch 120 viel zu wenig für den Bedarf erzeugt, Mittelwolle aber fast in allen Ländern in solcher Menge producirt wird, dass sie alle europäischen Markt-Plätze gleichsam über- schwemmt, und dadurch das allmälige Sinken der Preise veranlassen muss. Erfahrene Schafzüchter haben schon längst die Mög- lichkeit aufgegeben, auf Schafen von grosser Statur auch eine superfeine Wolle zu erzeugen. Ich habe mehre Versuché gemacht, und die Gestalt einiger Schafe durch reichliche Nahrung und grosse Sprung- böcke vergrössert; allein bald wurde ich belehrt, dass man die Grenzen, welche die Natur selbst für gewisse Zwecke gesetzt hat, nicht ohne Nachtheil überschreiten darf. Da es also erwiesen ist, dass die grösste Feinheit der Wolle keineswegs mit der Grösse des Schafs sich vereini- gen lässt, so gehe ich sogleich auf eine noch wichtigere Be- merkung über, welche die Consumtion des Futters betrifft. Je grösser nämlich das Thier ist, um so grösser muss die Quantität des ihm zu reichenden Futters sein. Ich habe in meiner eigenen Schafherde wahrgenommen, dass ein Schaf, welches nach seiner Grösse 2, 3, 4, 5 bis 6 und mehr Pfund Wolle zur Schur lieferte, auch 2, 3, 4, 5 bis 6 Pfund gutes Heu täglich zur Nahrung bedarf, wenn es gedeihen, und eine kräftige, elastische Wolle ge- ben soll.— Die englische Schaf- Rage, Romney-Marsh genannt, welche ich bei mir einführte, hat Thiere, welche 150 bi geben, Thiere? Feldtri- und fel- die nic lielten Na- rei-Bes mittlerd Wolle? wollige Gewind verzeh, sich an für diels ein gros fert, ah Nio Ergebnis blatte ür „di „ telwolle aher oducirt wird, Lichsam üher- en der preise nest die Näg. r Statur auch d die Gestalt rosse Sprung. hrt, dass man wisse Zwecke en darf. PFeinheit der sich vereini- richtigere Be⸗ tters betrifft. grösser muss sein. Ich nmen, dass 4, 5 bis 6 uch 2, 3, 4 ung pedarf, ne Wolle ge— nney- Marsh niere, welche 150 bis 160 Pfund wiegen, 7 bis 8 Pfund Kammwolle geben, und eben so viel Futter bedürfen. Ich liess diese Thiere das erste Jahr mit meiner Electoral-Herde auf Feldtriften weiden; sie wurden wegen Mangel an reicher und fetter Weide schlechter, sie magerten ab, während die nicht so grossen Electoral-Schafe sich vortrefflich hielten und nährten. Nach dieser Erfahrung nun wird wohl jeder Schäfe- rei-Besitzer meiner Meinung beitreten: dass Schafe von mittlerer Grösse mit hochfeiner Wolle— selbst wenn die Wolle nur ein Viertheil mehr, als die von grossen mittel- wolligen Schafen werth sein sollte— doch viel mehr Gewinn geben, indem 3 Schafe, welche 6 Pfund Heu täglich verzehren, und nur 6 Pfund Wolle zusammen produciren, sich auf einer knappen Weide viel besser erhalten, und für die Schlachtbank selbst einen höhern Werth haben, als ein grosses Schaf, welches 6 bis 7 Pfund Mittelwolle lie- fert, aber auch eben so viel Futter bedarf. Nicht einmal derjenigen Vortheile will ich bei diesem Ergebniss gedenken, welche der Aufsatz in Ihrem Wochen- blatte über diesen Gegenstand noch erwähnt: „dass kleine Schafe weniger Stallraum brauchen; „dass sie als Zuchtvieh zu höheren Preisen ange- bracht werden; „dass ihre feine Wolle eher Abnahme findet, als Mit- „telwolle u. s. w.“ In Rücksicht der Sterblichkeit habe ich bei meinen Electoral- und englischen Romney-Marsh-Schafen die Be- merkung gemacht, dass erstere, wenn sie gut gehalten und genährt werden, eben so viel Lebenskraft und Aus- dauer haben als letztere. Vor 15 und mehrern Jahren herrschte auch in den österreichischen Staaten die Vorliebe für grosse Schaf- Ragçgen. So wurden auf den kaiserlichen Stamm-Schäfe- reien zu Holitzsch und Mannersdorf grosse Widder mit Hautfalten und herabhängenden Halskragen, ohne Rück- sicht auf ihre Wolle zu nehmen, zu 10— 15000 Gulden W. W. pr. Stück in den Versteigerungen erstanden. Glücklicherweise hat man seit einigen Jahren den Nach- theil, der aus jenem Vorurtheile für die Veredlung ent- springt, eingesehen, und einen bessern Weg eingeschlagen. Die Meinung, dass man auf eine ganz edle Schaf- Raçe mehr Sorgfalt verwenden müsse, als auf eine ge- ringere, ist irrig. Beide bedürfen, wenn sie eine brauch- bare Wolle geben sollen, gleiche Aufmerksambkeit in der Weide, Fütterung, Paarung, Reinlichkeit der Ställe u. s. w. Das hochfeine, edle Schaf gedeiht überall, wo es mit Achtsamkeit gepflegt und gewartet wird. Auf meiner, im Jahre 1825 durch die nördlichen und südlichen Gouvernements von Russland gemachten Reise fand ich die kleine Stammherde des verewigten Kaisers Alexander I. in Zarkoselo bei Petersburg unter dem 608ten die Meu den dell Aud kalitätel welche liehen v 8o Wie l in Anspl lch Nürnbz Schafen Imgelecd der hoc das W. wollen, einen, erfüllen, Wohlstan lingst de sen, Oe Lei bei meinen fen die Be. ut gehalten t und Aus- uch in den ssse Schaf- m-Schäfe- Widder mit ohme Rück- 6000 Gulden erstanden. n den Jach- redlung ent- ngeschlagen. edle Schaf- uf eine ge- ine brauch- keit in der Ile u. s. W. wo es mit dlichen und chten Reise gten Kaisers unter dem 60sten Grade der Br. eben so gesund und veredelt, wie die Merinos-Herden in den schönen futterreichen Gegen- den der Krim unter dem 460° Grade der Br. Auch Baiern hat einen Ueberfluss an günstigen Lo- kalitäten. Daher ich mich freuen werde, wenn diejenigen, welche durch Schafzucht mehr Vortheil von ihren Gütern ziehen wollen, meine Kenntnisse von Schafzucht und Wolle, so wie von Klassifikation der Schafherden unentgeltlich in Anspruch zu nehmen wünschen. Ich werde selbst den diessjährigen Wollmarkt in Nürnberg besuchen, und zugleich eine Herde Elektoral- Schafe vorzeigen, welche dort aufgestellt werden wird. Angelegentlich will ich bei dieser Gelegenheit die Freunde der hochfeinen Schafzucht und die Manufakturisten, welche das Wohl ihres Vaterlandes durch Industrie befördern wollen, bitten, dass sie ihre Kräfte mit den meinigen ver- einen, den Willen Sr. Majestät des Königs Ludwig zu erfüllen, der in dieser Erwerbs-Quelle einen vermehrten Wohlstand für Baierns Landwirthschaft findet, wie solche längst den Reichthum unsrer Landwirthschaften in Sach- sen, Oesterreich und Preussen ausmacht. Leipzig, d. 1. Mai 1829. Ritter Maxæ r. Speck⸗ Freiherr p. Sternburg- § «· Futtertabelle, wie sie jedes Jahr nach der Muttervieh 240 Stück Jährlinge 200 Stück 535 . 5 2 5— 2 2 — 5 3 S 5 5 Monate 24 5 5 75 75 55 75 5 75 · October...——— 180⁰0—— 3000— November.——— 72⁰0— 2000 4000— December. 16740 72²200 7440 3600 9300 6000 3000 6200 Januar.... 16740 10800 7440 3600 9300 6000 3000 6200 Februar... 15120 10800 6720 3600 8400 6000 3000 5600 März..... 16740 10800 7440 3600 9300 6000 3000 6200 April.....- 8100— 3600— 4000 3000— Mai......——— 3600—— 3000— Juni......———————— 65340 47700 29040 30600 36300 30000 25000 24200 pro* ¹ ⸗ 48 45 125 1 Stäch jährlich 27214] 498 121 127 ¾ 4181 ½ 150 125 121 nach Heuwerth 198 198 ⅔ 74 63 ¾ 432 150 62 ½ 74½ Ernte — Hammelu. —— Heu aasg eman Gu ei „2 an 13² V 4 nach der e 200 Stück 5 1 B 4 V 3000— 1 4000— 9 3000 6200 ) 3009 6200 — 3000 5600 3000] 6200 3000— V M3000 Ernte für den Winter angefertigt wird. Geltevieh 320 Stck Böcke 40 Stück Lämmer 200 Stck 40 — t.— — 8 8. 5 5 5 2 27 425 3 2 2[135 — 525 2 2 5 5 24 5 —= S= A 8 5 5 2 75 55 75 75 5 55 ——— 6006—— — 16400— 12⁰0— — 19840 9600 12⁰⁰— 5400 19840 9600 1200 E —₰½ 72²⁰⁰ 17920 9600 1²⁰0 3 1 5400 24800 9600 1200= 5 2700 19800— 12⁰0 F —½ . ‿ ——— 600 20700 118600 38400 8400 4840 6000 64½ 370 ¾ 120 210 30 75 Heu Stroh d §. 9. H Futterberechnung. Wenn im Laufe des Winters, oder vielmehr der Stallfütterung, welche im Durchschnitt zu 160 Tagen gerechnet wird, die Mutterschafe 535 Pfund Heuwerth erhalten. so erhält täglich: jedes Schaf......... 3 Pf. 11 LLth. Tabxzlinge.. àA 419 Pf...... 2„ 20„ Hammel„ 455 ¾„(zu 150 Tage) 3„ 11„ Böcke...„ 5051„„ 170„ 3„—„ Lämmer..„ 285 ¾4„„ 120„ 2„ 12„ Bei diesen Futtersätzen ist absichtlich die Tränke ausser Ansatz gelassen, indem sämmtliches Vieh, mit Aus- nahme der Mütter, blos reines Wasser erhält. Letztere bekommen während der Zeit, wo gebraut wird, die Flüssig- keiten, welche in den Träbern zurückbleiben, und die täglich zu 200 Kannen im Werthe von 40 Pfund Heu angeschlagen werden können. Die Zulassung zum Tränk- troge geschieht täglich zweimal, nach einem Stroh- und Heufutter. Jähr Böcl Läm Wen und die S Ansatze v So Meiben nehst Uebe vielmehr der 1 160 Tagen th erhalten, 80 3 Pf. 11 Lä die Tränke eh, mit Aus- lt. Letztere die Flüssig- en, und die ) Pfund Heu zum Tränk- a Stroh- und Die tägliche Fütterung ist etwa so: Mütter: Früh 6 Uhr 540 Pfund Träber. „ 8§8„ 120„ Haferstroh. Mittags 12 2401 Heu. 5 3ool Erbsstroh. Abends 4„ 240„ Es wird bei den Schafmüttern, sowie bei den Kühen stets für lauwarme Tränke gesorgt, da sie die Milchabsonderung sehr befördern. Jährlinge: fast ebenso. Böcke: desgleichen. Lämmer: Früh 6 Uhr 480 Pfund Träber mit 520„ Weizenstroh. Häcksel vermischt. Erbsstroh oder Heu. Haferstroh. Wenn nun(wie im Jahre 1841) geerntet sind; Weizenstroh Roggenst. Sommerst. Erbsst. V 79200 421000 134080 74800 und die Schafe nach obigem Ansatze verzehren... 709200 38400 109400 74800 so bleiben für das andere Vieh V— 382600 24680— nebst Ueberkehricht und Spreu. .§. 10. Verpflichtungen des Schäfers. Das Schäfereipersonal besteht aus: 1 Schäfer und 2 Knechten. Ersterer hat Caution geleistet, und muss mit dersel- ben für jeden Schaden, welcher durch V ernachlässigung oder Unachtsamkeit entstehen könnte, haften; dagegen ist er wieder durch eine Caution seiner Knechte gesichert, wenn sie durch offenbare Unachtsamkeit der Schäferei einen Schaden zufügen sollten. Der Schäfer muss für die Beköstigung seiner Leute und deren Hunde sorgen; er erhält dazu ein Deputat, ein Gemüsegärtchen, circa ¾ Acker Land zu Kartoffeln, Kraut und Rüben, 2 Milchkühe, und das nöthige Futter für diese, so wie auch das nöthige Brennmaterial, oder 15 Thlr. Geld. CAPITEI XXIV. Rrasilianer und Thibetaner Ziegen. In Verbindung mit diesen landwirthschaftlichen Er- werbszweigen ist noch eine Herde Brasilianer und Kasch- uss mit dersel. ernachlässigung en; dagegen it echte gesichert der Schäferei ig seiner Ledte ¹ ein Deputat, zu Kartoffeb nöthige Futter material, oder Ziegen. haftlichen Er- er und Kaseh- ²“ , wn, 4». 2—— ep, 2a u he Sde, v d2e S, We, h h,— ch i r 1213 mir 18 nur 4e HHerren 3 in Tlite Ilerde burg 3 Tochteh halten. *) E 5 Gr. Eins Haltung, en Steins winn von 3 3 mir Ziegen aufgestellt worden; doch werden diese hier nur der Seltenheit, nicht des Nutzens halber gehalten, da sie trotz ausgezeichneter Haltung jährlich nicht mehr als 5— 6 Loth Flaum geben’). Diese Kaschmir Ziegen stammen aus der Herde der Herren Ternaux et Jaubert in F rankreich, die solche nicht in Thibet, sondern in den Steppen bei Taganrog und Cher- son aufkauften, wo ich selbst sie in Menge antraf, als ich auf Geheiss der kaiserlich russischen Regierung im Jahre 1825 eine höchst beschwerliche und lebensgefährliche Reise nach jenen Gegenden unternehmen musste. Die Brasilianer Ziegen stammen aus der kleinen IIerde des verstorbenen Kaisers Franz, welche in Laxen- burg aufgestellt war; derselbe hatte sie früher von seiner Tochter, der Kaiserin von Brasilien, aus Rio- Janeiro er- halten. *) Es giebt diess jährlich auf I Stück einen Reingewinn von 10 Gr. Ein Elektoral-Schaf bedarf auch keiner bessern Fütterung und Haltung, und giebt jährlich im Durchschnitt 2 ¼ Pfund Wolle; zu 25 Thlr. den Stein gerechnet, macht Rthlr. 2. 13 Gr.— folglich einen Mehrge- winn von Rthlr. 2. 3 Gr. CA PITEL XXV. Schweizer- Rindoiehzuchl. gieht an Nal §. 1. auch 1 Züchtung und Verkauf der Xhiere. V u Es wurde dieser Stamm aus dem Berner Oberlande zehrt.) 8 hier eingeführt, ganz rein in sich gezüchtet, und auch in derer 2¹ seiner roth und weiss gefleckten Farbe ganz rein erhalten. viehess Wegen des reichlichen und nahrhaften Futterbaues, 50 bis der Brauerei- und Brennerei-Abgänge ist diese Viehraçe mit 7 wohl niemals in Sachsen auf eine so hohe Stufe der findenn Vollkommenheit gebracht worden, wie sie hier anzutreffen Ii ist. Die Stiere messen von der Stirn bis zum Schwanz keinest 9 Fuss 5 Zoll und den 4: 6„—„ in der Höhe. verdien V Die Kühe sind von einer Länge von diess. 8 Fuss 11 Zoll, und einer Höhe von We 5 2⸗ 9 57 dieses 1 Die Kälber wiegen nach der Geburt 90 bis 96 Pfund; und Di⸗ daher ist es wohl eine unbestrittene Wahrheit, dass ver- Al edelte grosse Nutzthiere aller Art, die die Landwirthschaft Sieden nöthig hat, einträglicher sind, als kleine unveredelte. Die V gekoche von mehren Züchtern gemachten Erfahrungen„dass das V Nilch Thiere. ner Oberlande „ und auch in zrein erhalten. Futterbaues diese Viehrage ohe Stufe der ier anzutreffen zum Schwanz he. Ilöhe von bis 96 Pfund; eit, dass Vef- ndwirthschaft eredelte: Die das gen„dass 131 Kalb bei der Geburt 1 des Gewichts der Mutter hat, dass es fast ¼ seines lebendigen Gewichts säuft, und die gut gehaltne Kuh a ihres lebendigen Gewichts Milch giebt, auch gerade soviel, als sie das ganze Jahr täglich an Nahrung— auf Heuwerth herechnet— erhält,“ treffen auch hier ziemlich ein. Milch, Butter und Käse von diesen Kühen wird fast allein von der Oekonomie und von den Deputatisten ver- zehrt. Die zugezogenen Kälber werden nach Auswahl derer zum eignen Gebrauch und zur Veredelung des Land- viehes, fast nach allen Gegenden hin verkauft, und oft 50 bis 60 Meilen weit auf Wagen abgeführt. Sie werden mit 7 bis 8 Wochen zu 7 bis 8 Louisd'or, auch nach Be- ſinden der Schönheit noch theurer bezahlt. Da dieselben immer im YVoraus bestellt sind, so wird keines verkauft, wenn sie älter werden, weil dann durch den Aufwand von Futter auch bei hohen Preisen wenig verdient wird; in ausserordentlichen Fällen nur geschieht diess. Wem es an Füutter fehlt, thut besser, weniger Vieh, dieses aber gut zu halten, welches dann ebensoviel Milch und Dünger, als schlechtes geben wird. Alle Pflanzen und Hackfrüchte gewinnen durch das Sieden an Nahrungskraft, daher werden sie in Dämpfen gekocht, wodurch die Kühe gewiss mehr und fettere Milch geben. 9* Sehr fehlerhaft ist es von vielen Landwirthen, bei der Kälberzucht Milch zu sparen; wer es thut, wird von der Kuh vor dem dritten Jahre kein schönes Kalb erhalten. Wer die Kälber gut nährt, Hafermehl und gutes, zZartes Heu giebt, kann schon im 18ten Monat Kalben erwarten, die die Grösse und Stärke der Mutter erlangen. Sterbefälle ereignen sich selten, da fehlerhafte Thiere verkauft oder gemästet und geschlachtet werden; auch führt der Thierarzt das ganze Jahr gegen ein Fixum über diese, so wie die andern Hausthiere die Aufsicht. Die von so vielen Züchtern aufgestellte Lehre, man müsse von Zeit zu Zeit frisches Blut in seine Herde brin- gen, um die Ausartung zu verhindern, hat sich hier nicht bewährt. Diese Raçethiere haben nicht allein ihre Milch- ergiebigkeit und Körperform beibehalten, sondern sind ergiebiger, schöner und grösser geworden, was wohl der guten Haltung zuzuschreiben ist. §. 2. Gestalt und Beschaffenheit der Kühe. Die Berner Kühe zeichnen sich gegen andre Raçen durch einen starken Hals, tiefen Leib, niedrige, stämmige Füsse, erhabnes Kreuz mit hoher Schwanzwurzel aus, und geben schöne grosse Kälber. Ihre Milchergiebigkeit übertrifft, so wie d bei d Berne Pleisch D' darch! Zuchtk genthün nur in! troffeni die dis soWie 4 sie si auch hen S. Schroti scher I Di von de s0 wir dwirthen, bei hut, wird von Kalb erhalten. gutes, zartes ben erwarten, gen. lerhafte Thiere werden; aueh in Fixum iber fsicht. te Lehre, man ne Herde brin- sich hier nielt in ihre Mlich- sondern sind as wohl der r Kühe. Racgen durdh mmige Füsse, us, und geben übertrifft 30 133 wie deren Qualität, alle andern Raçen; auch vererben sie bei der Kreuzung ihren Charakter sehr leicht. Die durch Berner Stiere erzeugten Kälber bekommen consistenteres Fleisch, und bilden sich zu kräftigen Naturen aus. Dieser Rindviehstamm ist durch sorgfältige Abwartung, durch Aufmerksamkeit bei der Wahl der Zuchtbullen und Zuchtkühe, zu einer Vollkommenheit und Grösse der ei- genthümlichen Gestalt gebracht worden, wie dieselbe nicht nur in Sachsen, sondern auch in der Schweiz selten ange- troffen wird. Es finden sich hier gezogene Exemplare, die die National Schweizerkühe an Grösse und Schönheit, sowie an Milchertrag weit übertreffen. Ausserdem ist es dieser Gattung eigenthümlich, dass sie sich auch bei geringem Futter immer gut hält, und auch nicht so viel frisst, als man ihrer Grösse nach glau- ben sollte. Es sind hier bei gewöhnlichem Futter, ohne Schrot, Kühe fett gemacht worden, welche von dem Flei- scher mit 100 bis 110 Rthlr. bezahlt wurden. §. 3. Zuzucht der Kälber. Die Kälber werden, sowie sie zur Welt kommen von der Mutter trocken abgeleckt. Ist dieses geschehen, so wird das Kalb von der Mutter weg in einen beson- 134 dern Stall gebracht. Der Mutter wird etwas Wasser von abgekochter Gerste lauwarm zum Saufen gegeben, was sie stärkt und kühlt, und durch die schleimigen Bestand- theile die Reinigung von der Nachgeburt befördert. Wenn sich das Kalb so weit erholt hat, dass es aufstehen kann, wird es wieder zur Kuh’ gebracht, um zu saugen, jedoch wird die erste Milch nicht weggemolken, sondern dem Kalbe gelassen, weil sie die Eigenschaft hat, einen gelin- den Durchfall zu bewirken, wodurch viele Unreinigkeiten von dem Kalbe abgehen. Wird der Durchfall stärker, so giebt man dem Kalbe ein Paar rohe Eier oder etwas rothen Wein. Auch Gräupchenschleim, mit rothem Wein ver- mischt, hilft schnell. Von nun an werden die Kälber regel- mässig drei mal des Tages zur Mutter gebracht, früh, Mit- tags und Abends, die übrige Zeit aber abgesondert. Wenn das Kalb nicht alle Milch von der Mutter zu sich nimmt, so wird sie, nachdem das Kalb abgesondert ist, noch abge- molken; es wird streng darauf gesehen. Die zur Zucht bestimmten Kälber lässt man 7 Wochen saugen, die letzte Zeit aber werden sie zugleich an das Saufen gewöhnt, bekommen Haferschrot mit warmem Wasser aufgebrüht, und etwas gutes Heu. Mit dieser Fütterung wird fort- gefahren, bis sie 9 Monate alt sind, wo dann der Hafer- schrot wegfällt; späterhin bekommen sie statt Heu grünen Klee. Letzteren erhalten sie vor einem Alter von 9 Mo- naten nicht, um zu verhindern, dass sie dickbäuchig werden. — ᷣé¹è Nache auch den aulch! D Roggel vermel peratu des V und lich is Haupt Kühen wenig telt, o 8o ält, alle Ge will; 6 einmal eines Theils dirbt, Futter à Wasser von gegeben, Was igen Bestand. rdert. Wenn fstehen kann. augen, jedoch sondern dem „einen geli- Unreinigkeiten all stärker, 80 etwas rothen n Wein ver- Kälber regel ht, früh, Yüt. ndert. Wenn ich nimmt, 80 t, noch abge- ie zur Zucht en, die letzte en gewöhnt, aufgebrüht, wird fart- n der Hafer- t Heu grünen uchig werden. 135 4 Nachdem sie das dritte Jahr erreicht haben, wird ihnen auch etwas Branntweinspülicht gegeben. Die Färsen wer- den mit 2— 2 ½¼ Jahren zum Bullen gelassen, welcher auch in diesem Alter zum Springen tüchtig ist. § 4. Fütterung der Kühe. Den hochtragenden Kühen giebt man etwas gekochten Roggen, welcher das Entlassen befördert, und die Milch vermehrt. Reinlichkeit, frische Luft und gemässigte Tem- peratur im Stalle sind die Haupterfordernisse, um gesun- des Vieh zu ziehen, sowie das tägliche Putzen, Striegeln und Bürsten nicht allein der Reinlichkeit wegen erforder- lich ist, sondern auch Thätigkeit der Haut befördert. Die Hauptfütterung ist im Sommer Klee, welchen man den Kühen sehr vorsichtig füttern muss, indem man ihnen wenig auf einmal giebt, und öfter Stroh darunter schüt- telt, oder mit Stroh zu Häcksel schneidet. ISt der Klee so alt, dass er anfängt zu blühen, so kann man ohne alle Gefahr dem Rindvieh so viel geben, als es fressen will; doch wird ein guter Viehzüchter es ihm nicht auf einmal geben, und auch nicht mehr als es frisst, weil eines Theils dadurch das Futter verschwendet wird, andern Theils, weil das Futter durch das lange Anhauchen ver- dirbt, so dass es einen Widerwillen gegen das ganze Futter bekommt. Im Herbst werden die Blätter von 136 Kraut, Kohl und Runkelrüben zur Fütterung benutzt, und den Winter hindurch Stroh, Spreu, Runkelrüben, Kartoffeln, sowie auch Kartoffelschlempe gegeben. Die Fütterung ge- schieht Sommer und Winter des Tags dreimal, so wie auch das Melken. Da die Ställe täglich zweimal von Mist gereinigt, und die Gänge gewaschen werden, so lässt man während dieser Zeit die Kühe in Abtheilungen auf den Misthof, welche Bewegung, da die Stallfütterung eingeführt ist, ihnen sehr wohl thut. Damit der Begattungstrieb sich nicht verliert, so werden Einige schon bei Ablauf des zweiten Jahres zu dem Bullen gelassen. Wird eine junge Färse etwas zeitig zugelassen, so ist es nöthig, dass sie bis zum Kalben mit kräftiger Nah- rung unterstützt wird, um ihr Wachsthum nicht zu unter- brechen. Die Kühe erhalten im Sommer blos reines Was- ser, mit Ausnahme der hochtragenden und säugenden, welchen im Stalle noch ein Kleientrank gegeben wird. Im jährlichen Durchschnitt wird jeder Kuh täglich 28 Pfund Heuwerth als vollkommen ausreichend gegeben. Im ganzen Sommer, circa 195 Tage lang, erhalten alle Kühe, selbst die Ochsen, bei schwerer Arbeit, mit Aus- nahme der Kälber unter 1 Jahr, grünes Futter, welches Anfangs in Gras aus dem Park besteht, dann in Klee, jungen Hopfenreben, Wicken, Runkelrüben, Kohlrüben und Krautblättern; 170 Tage lang, als im November und Decel (ür weins stroh Rüben, Heu m Lu Stück. welche nicht? § Tage Lohn, Butter noch D Arbeit denutet, und en, Kartoftel Fütterung ge mal, So wie list gereinigt man während den Misthof, ührt ist, innen hb sich nicht f des zweiten cugelassen, 80 gäftiget Nah- cht zu unter- reines Was- Säugenden, geben wirc. täglich 28 nd gegeben. rhalten alle it, mit Aus- ter, welches nn in Klee, ohlrüben und vember und 137 December, bis Ende März, werden Kraut, Rüben, Kartoffeln (für die Ochsen), Träber, Spreu, Unterkehr und Brannt- weinspülicht gegeben; zur Nacht bekommen sie Gersten- stroh oder Ueberkehr vorgelegt. Vom 1. April bis 1. Mai besteht die Fütterung aus Rüben, Spreu, Ueberkehr, Spülicht und geschnittenem Heu mit Häcksel. Zur Abwartung von 30 Melkkühen, und 20 bis 25 Stück Jungvieh mit Kälbern sind 3 Kuhwärter angestellt, welche, da sehr auf Reinlichkeit gesehen wird, die Kühe nicht allein täglich striegeln, sondern im Sommer auch alle S Tage waschen müssen. Sie erhalten zusammen 90 Rthlr. Lohn, und die Kost. Zum Scheuern der Milchgefässe, zum Buttern und Käsemachen u. s. w. hat die Wirthschafterin noch ein besonderes Dienstmädchen. —— CAPITEL XXVI. Pferde. §. 1. Bedarf an Pferden. Der sehr starke Pferdehalt von gewöhnlich 26 bis 28 Arbeitspferden zu dem Areal von c* 300 Ackern Feld, wird 138 Manchem auffallen, wenn er nicht die nachfolgenden, be- deutenden technischen Branchen auch kennen lernt. In Folge dieses grossen Bedarfs an Pferden, Wirth- schaftswagen und andern ökonomischen Geräthschaften, hat das Gut seine eigne Schmiede, Stellmacherei u. s. w., welche Sommer und Winter unablässig beschäftigt sind. Die Pferde sind durchgängig gross und stark, und werden angekauft. Ein Knecht besorgt 2 Pferde, mit welchen er arbeitet, sie putzt und füttert. Alle Fuhren, mit Ausnahme der sehr schweren, werden zweispännig gethan. §. 2. Fütterung der Pferde. Vom 1. April bis 1. October wird jeden Morgen um 5 Uhr angespannt; Mittags 11 Uhr ist das Vieh zum Ab- füttern wieder in dem Stalle; Nachmittags wird um 1 Uhr wieder angespannt. Im Winter-Halbjahre richtet sich das An- und Ausspannen nach dem Anbruch des Tages und der Nacht, oder auch nach dem vorzunehmenden Geschäft. Jedes Paar Pferde erhält täglich, je nach der Schwere der Arbeit 5 und 6 Metzen Hafer, 1 Scheffel Häcksel, und 10 Pfund Heu. In den Monaten Juni und Juli erhalten sie statt der 10 Pfund Heu 40 Pfund Klee über Nacht. In den Monaten Januar und Februar dagegen (Wen pfun ein B wird Oehsen 3 noO — ferner M. man in I Feldb 6 bis die Zi lgenden, he. lernt. rrden, Wirth. eräthschaften, nerei u. 8. W., schäktigt gin. 1 stark, und Pferde, mit Alle Fuhren, zweispännig a Morgen um ieh zum Ab- wird um 1 erichtet sich des Tages unehmenden je nach der 1, 1 Scheffel tgen Juni und Pfund Klee rruar dagegel 139 (wenn nicht strenge Arbeit nöthig ist) über Nacht 15 Pfund Gerstenstroh. Aller zwei Tage erhält jeder Knecht ein Bund Stroh, zu 20 Pfund, zur Streu. Der Häcksel wird durch eine Maschine geschnitten, welche durch Ochsen in Bewegung gesetzt wird. §. 3. Verrichtungen der Pferde. Bei der Ackerbestellung wird hier gewöhnlich ange- nommen, dass 1 Paar Pferde in einem Tage pflügen: 1 Acker Brachfurche.. zu 6 Zoll Tiefe. 1½1„ Wendefurche..„ 8— 9„„ 1„ Saatfurche...„ 6„„ 3„ Sturzfurche im Herbst 5„„ ferner dass sie 6 Acker einstrichig eineggen. 3 ½„ zweistrichig eineggen oder kreuzen. 1 ½„ dreistrichig eineggen. Mit einem Pferde und einer vierelligen Walze kann man in einem Tage bequem 7 Acker Feld walzen. Hieraus ist ersichtlich, dass nur 6 Paar Pferde zur Feldbestellung nöthig sein würden, und dass die übrigen 6 bis 7 Paar zu den technischen Branchen, besonders für die Ziegelei, die Brauerei, und zu den Bauten nöthig sind. *⁴ 140 Die gewöhmliche Belastung für 2 Pferde auf der Strasse ist 400 Mauersteine oder 1000 Dachziegel, oder 30 Eimer Bier, welche einer Last von 40 bis 45 Centner gleich kommen. Ein Fuder Mist wird zu 15 Centner, 1 Fuder Weizen oder Roggen vom Felde zu 20 bis 21 Centner gerechnet. In der Nähe des Gutes, in engen Wegen, so wie bei Bauten werden viele Fuhren mit dem zweirädrigen, schot- tischen Karren, mit einem Pferde bespannt, gethan, wel- cher 3 mehr als ein vierrädriger Wagen leistet, da er schneller abgeladen und umgekehrt werden kann. Vor mehren Jahren, wo die Winterarbeit nicht so anhaltend war, wurde ein Theil des Getreides mit 4 Pferden und 3 Personen ausgeritten, und zwar täglich 150 bis 160 Garben Weizen, während 4 Drescher im Accord in einem Tage 120 Garben Weizen, oder 150 Garben Roggen, 180 Garben Hafer, oder 240 Garben Gerste ausdreschen. §. 4. Abwartung der Pferde. Die Pferdeknechte erhalten jährlich 1 Rthlr. Mieth- geld, 30 Rthlr. Lohn und Beköstigung. Jedem Knechte wird bei seinem Antritte sein Inventarium an Wagen, Pflug, Putzzeug, Ketten, Mistgabeln u. s. w. übergeben, deren buche Uebert kürrt,lt sich gu gute dicl NA Thiere: schmalel! Ohren a, Temperes anfgeno) 5 Pus 10 Loll; Im; Körperf uf der „ oder entner otner, bis 21 le bei schot- wel⸗ da er cht 80 mit 4 ch 150 cord in doggen, chen. Mieth- Knechte Wagen, ergeben, deren Empfang er bescheinigen muss. In seinem Lohn- buche sind seine YVerhaltungsregeln eingeheftet, bei deren Uebertretung er mit Geld, welches man ihm am Lohne kürzt, bestraft wird. Diess scheint das beste Mittel zu sein, sich gutes Gesinde zu erhalten; denn auf hiesigem Ritter- gute dienen Knechte schon seit 8 bis 16 Jahren. — 6— CAPITELXXVII. Schvwelnezuchl. §. 1. zZucht, Behandlung und Fütterung. N8 Nach beigefügter Lithographie zeichnen sich diese Thiere durch einen langgestreckten Leib, durch einen schmalen Kopf mit langem Rüssel, und aufrecht stehende Ohren aus; sie sind gefrässig, und von einem sehr ruhigen Temperament. Die Lithographie ist nach einer Muttersau anfgenommen, die vom Schwanz bis hinter die Ohren 5 Fuss 6 Zoll misst, und von hinten eine Höhe von 2 Fuss 10 Zoll hat. Im Jahr 1825 wurden sie durch Kreuzung zu der Körperform, wie sie jetzt noch besteht, ausgebildet. Fe Gewöhnlich werden 2 Hauer, 20 Läufer zum Schlachten, Geschle 8 Zuchtsauen, und 20 Ferkel zum Schlachten und da gehalten, und die übrigen Ferkel von 4 bis 5 Wochen V wegſtis verkauft. V Da¹ b tionen g Obgleich angenommen wird, dass man bei der Schwei- g nezucht in der Regel wenig oder gar keinen Vortheil hat, lanus so kann doch hier eine auffallende Ausnahme von dieser b Whais Regel geltend gemacht werden. Varnn V hen unct Die Brauerei liefert eine Menge von Abgängen an Schwei V Malzkeimen und dickem Trank, welche am vortheihaftesten V Varteri für die Schweine verwerthet werden; da aber ausserdem en vein der Milchabsatz hier zu weitläufig und desshalb nicht b gehen, I zweckmässig ist, so liefert die Melkerei auch einée Menge zu hall Futter, so dass sowohl die Unterhaltung der Fasel- und dnd Un Mutterschweine, als auch die Mastung von 16 bis 18 hie Schweinen verhältnissmässig sehr wenig Körner kostet. Mästeu Im Winter giebt es hier so viel Futter für die Schweine, Jlutter 1 dass die Kleien von circa 400 Scheffel Getreide wenigstens ren 1 zu zwei Drittheilen bis zu den Sommermonaten aufbewahrt 4 wii werden können.. gewinn Obgleich das Schwein das unreinlichste Thier ist, so In verlangt es dennoch eine sehr reinliche Haltung, gute, f sind die trockne Einstreu, und warme Stallung. In solchen Ställen erspart man fast die Hälfte Futter. ten, ten ſochen hwei- l hat, dieser gen an ftesten serdem b nieht Menge el- und his 18 stet. mWweine, ngstens Hewahrt ist, 80 g, gute, Itällen „ 143 Ferner müssen die Thiere nach Alter, Grösse und Geschlecht geschieden sein, weil sie sehr unverträglich sind, und dann das stärkere dem schwächern Thiere das Futter wegfrisst. Das Futter muss immer lauwarm und in kleinen Por- tionen gegeben werden, auch nicht zu dünn sein. Bei der Mastung ist eine Hauptbedingung: Ordnung und Regel- mässigkeit in der Fütterung; auch ist es gut, mit den Nahrungsmitteln oft zu wechseln, welches zu ihrem Gedei- hen und zur schnellen Mastung viel beiträgt. Will man Schweinezucht mit Vortheil treiben, so muss man es der Wärterin zur strengen Pflicht machen, diesen Thieren täglich ein reinliches, trocknes, und im Winter warmes Lager zu geben, sie reichlich zu füttern, und lieber weniger Vieh zu halten, wenn die Gärten, die Küche, Melkerei, Brauerei und Brennerei nicht genug Abgänge hergeben. Die Ferkel, welche nicht zur Fortzucht und zum Mästen aufgezogen werden sollen, werden gleich von der Mutter weg verkauft, und erhalten gewöhnlich den Preis von 1 ¼ bis 2 Thlr. Eine gute Sau, welche in einem Jahre 2 mal ferkelt, liefert daher durch die Jungen einen Brutto- gewinn von durchschnittlich 30 Rthlr. In den 5 Sommermonaten, Juni bis Ende October, sind die Futtermaterialien: Butter- und Molkenabgänge, Küchenspülicht, Malzkeime, Gartenunkräuter, geschnittener Klee, Kleien, Küchenabgänge von Wurzelwerk, sowie Küchenspülicht aus der herrschaftlichen Küche. In den 7 Wintermonaten, für Zucht- und Faselschweine: ebenfalls Molkenabgänge, „ Küchenspülicht und Malzkeime; dann: Blätter von Kohl, gekochte Kartoffeln, Branntweinspülicht; für das Mastvieh: 2 Anfangs gekochte Kartoffeln, — der Teig von Bierträbern u. s. W. Da das Schwein mehr flüssige als trockne Fütterung liebt, so werden ihm keine Körner gegeben, und doch setzt es bis ins 4te Jahr sehr reichlich Fleisch und Fett an. Zur Abwartung, Fütterung und Aufsicht bei der Geburt der Ferkel, zur schnellen Hinwegschaffung der Nachgeburt u. s. W. ist eine Magd angestellt, welche 20 Rthlr. Lohn erhält, und ausserdem von den verkauften Schweinen eine kleine Renumeration, unter dem Namen Schwanzgeld, damit Werde Fütteru gelbst! diess 8i Händler Der wendet. Di darauf, ner nie gen Fier Wen ungelösch ten wire Hlerhst Legen gezogen letzteren nöthig sowie ftlichen -. ütterung nd doch Fett an. r Geburt chgeburt Ur. Lohn inen eine wanugeld 145 damit sie die jungen Schweine besonders gut versorgt. Werden sie in diesem Alter vernachlässigt, sowohl in der Fütterung als in der Reinlichkeit, so kann man es später selbst mit dem besten Futter nicht wieder gut machen; diess sieht man oft an den jungen Läufern, welche die Händler zum Verkauf in den Dörfern herumtreiben. Der Dünger wird vorzugsweise zum Hopfenbau ver- wendet. CA PITEI XXVIII. Federriehzucht. Diese beschränkt sich blos auf den Hausbedarf, und darauf, dass auf dem Hofe die verloren gegangenen Kör- ner nicht umkommen, und die zur Wirthschaft nöthi- gen Eier geliefert werden. Wenn der Hühnerstall jeden Monat mit Sand und ungelöschtem Kalk bestreut, und im Winter warm gehal- ten wird, so kann man vom Februar an bis in den Herbst von einer Henne 140 bis 150 Eier erhalten. Zum Legen werden die jungen Hühner stets den alten vor- gezogen, während letztere besser brüten, daher von letzteren jedes Jahr nur so viel beibehalten werden, als nöthig sind, um die Nachzucht auszubrüten. 10 „ 146 Zu bemerken ist, dass alles Federvieh, welches auf dem Oekonomie-Hofe gehalten wird, als Hühner, Gänse, Enten, Tauben, Truthühner, weiss von Farbe ist. 5ℳe CA PITEL XXIX. Ilühner zucht. Unter den vielen Spielarten der hiesigen Hühner wurde später nur das gemeine weisse Huhn beibehalten. Die 70 bis 80 Stück Hühner und Gänse, welche jährlich die Unterthanen zinsen, werden sogleich an die Herrschafts- Küche abgegeben, mit Ausnahme der von den Freirodaer Unterthanen zu liefernden, die in eine Geldrente verwan- delt worden sind. CAPITEL XXX. Truthühnerzuchl. Truthühner oder Puter werden nur soviel aufgezogen, als für die Familie des Gutsherrn nöthig sind. in die nicht Freilei den Bäl In puter I lohnt es da sie Rüben! Die leicht au grossen Bett-Fec 2u beri um ein nicht zi einem J lches auf „ Gände, HHühner vehalten. jührlich eschafts- reirodaer verwan- fgezogen, 147 „ Da sie nicht in die Gärten gelassen, und des Nachts in die Taubenhausställe gesperrt werden, so gedeihen sie nicht so gut als da, wo sie mit ihren Jungen volle Freiheit haben, und selbst die Nacht im Garten und auf den Bäumen zubringen können. In London, wo man zu Weilmachten einen fetten Puter mit 27 Schillingen oder 9 bis 10 Rthlr. bezahlt, lohnt es wohl der Mühe, sich ihrer Aufzucht anzunehmen, da sie ausser dem Hühnerfutter auch mit Kohl, Kraut, Rüben und Erdäpfeln fürlieb nehmen. cCAPITEL XXXI. Gdnsezuchl. Diese werden in grösserer Menge gehalten, da sie leicht aufzuziehen und zu mästen sind. Auch ist bei dem grossen Hofpersonal, für welches jährlich eine Menge Bett-Federn nöthig sind, die Zucht dieser Thiere sehr zu berücksichtigen. Freilich muss man lange sammeln, um ein vollständiges Bett zu haben, da 4 bis 5 Gänse nicht viel über 1 Pfund geben, und 50 Pfund Federn zu einem Bette nöthig sind. —.--— CAPITEIL XXXII. Entenzucht. Sie kosten noch weniger Unterhalt, da sie auf dem Flusswasser und in den Parkanlagen Frösche, Mäuse, Würmer, Schnecken und Wasserlinsen in Menge finden. Ihre Federn werden auch zu Betten für das Gesinde be- nutzt. Die Eier, welche sie bei gutem Futter in Menge legen, werden in der Wirthschaft verbraucht. 4 CAPITEL XXXIII. Taubenzuchl. Die Tauben werden in und vor den Kuhställen nicht gelitten; es wurde ihnen nahe bei den Scheunen ein Haus in Form eines Thurmes gebaut, in welchem zu- gleich zu ebner Erde die Enten, Gänse und Truthühner in abgetheilten Verschlägen gehalten werden. Im ersten Stock halten sich die Hühner, auch in Abtheilungen, zum Theil mit Sitzstangen versehen, auf. ¹' oder) theils: wer g nungell Wändes Dis zie fül Naften?¹ A0 und f nutzt. n Schefl Schefd uf dem Mäuse, finden. ade be- Nenge en nicht men ein hem LZu- vthühmer auch in en, au f. 149 Im zweiten Stock wohnen alle Feldflüchter(Hof- oder Haustauben werden nicht geduldet), welche grössten- theils ihre Nahrung auf dem Felde, auf dem Misthofe und vor den Scheunen suchen müssen. Es sind ihnen Woh- nungen in 4 Abtheilungen, mit Strohnestern an den Seiten- wänden, angewiesen. Da sie fast das ganze Jahr hindurch brüten, so sind sie für die Herrschaftsküche, wegen des zarten schmack- haften Fleisches, eine grosse Annehmlichkeit. Auch wird ihr Mist vom Gärtner für seine Mistbeete und für kranke Obstbäume sorgfältig gesammelt und be- nutzt. In einigen Gegenden Frankreichs wird für einen Scheffel Taubenmist fast so viel bezahlt, wie für einen Scheffel Gerste. ——*—— —õnõm—————õ—— —y— — —y—— — — ——— VI. Technische Gewerbe. CA PITEL XXXIV. Rrauere:. Da solche in der landwirthschaftlichen Beschreibung von St. Veit ausführlich behandelt wurde, so werden hier nur noch einige Nachträge, Erfahrungen und Abänder- ungen geliefert, welche seitdem gemacht wurden. 1. A Erfahrungen beim Betrieb der Brauerei, und bei Aufbewahrung des Bieres. Der Grund so vieler schlechten Biere liegt nicht allein in der unzweckmässigen Anlage der Brauhäuser, sondern auch theilweise in den schlechten Wachstennen, dumpfigen Malz- böden, schlechten Maisch-, Gähr- und Kühlapparaten, Feuer- anlagen, in feuchten, dumpfigen Bierkellern und schlechten Lagerfässern; daher ist es höchst nöthig, dass der Brauherr, Maure Kunst lich be Anlage Kälte Ein Ri wird 0¹ Orte nà Brauer verzwe müssen gung,! B Bier le Stens werdel und he deten j liche B. leit ist Hefe de untergi dann 1 grossen Lagerf nellen! hreibung werden Abänder- ht allein dern auch gen Malz- en, Feuer- schlechten Brauhefr, 151 Maurer- und Zimmermeister sich in ihren, auf Wissenschaft, Kunst und Erfahrung gegründeten Ansichten gemeinschaft- lich besprechen, und besonders die Oertlichkeit bei solchen Anlagen berücksichtigen, da Wasser, Luft, Wärme und Kälte bei der Bierbrauerei so grossen Einfluss ausüben. Ein Bier, welches an einem Orte ein vorzügliches ist, wird oft ein ganz anderes, wenn es an einem andern Orte nach der alten Methode der mechanisch gebildeten Brauer behandelt wird; daher sehen wir diese Leute oft verzweifeln, wenn sie ihre alten Brauherren verlassen müssen, und in einer andern Brauerei, trotz aller Anstren- gung, kein gutes Bier hervorbringen können. Bis jetzt glaubte man, das untergährige, dauerhafte Bier lasse sich nur in den kalten Monaten brauen, wenig- stens behaupten diess unsre gewöhnlichen Brauer; doch werden wir bei den grossen Fortschritten in der Chemie und bei dem guten Unterrichte, welchen jetzt unsre gebil- deten jungen Leute auf Schulen erhalten, bald wissenschaft- liche Brauer statt gewöhnlicher Empiriker erhalten. Die Zeit ist gewiss nicht mehr fern, wo wir mit untergähriger Hefe den ganzen Sommer hindurch ein kräftiges, klares, untergähriges und haltbares Bier brauen, und solches als- dann noch billiger werden verkaufen können, da die grossen Anlagekapitalien und Ausgaben für Bergkeller, Lagerfässer, Aufseher u. s. w. wegfallen. Bei den hiesigen neuen Einrichtungen gehen alle Brauverrichtungen schnel- —— ———y ler als früher vor sich. Das Abdörren kommt wenig mehr auf die Welkböden, sondern auf die Darre, wo es stark umgearbeitet wird, damit das Malz nicht tropft und an- brennt. Auch das Keimen wird, so wie die Wurzeln da sind, schnell unterbrochen, damit sich der Zuckerstoff nicht verzehrt. Auch wurde der frühere Kessel abgeschafft, und eine Braupfanne gewählt, in welcher das Wasser schneller siedet, folglich mehr Holz und Zeit erspart wird. Hat das Bier bei gelinder Witterung in den Gähr- bottigen eine Wärme von 12 bis 13⁰(über dem Eispunkt), so kann man ihm nicht wenig genug Hefe geben, sonst geht es zu schnell in Gährung, wird zu stark erhitzt, auf der Höhe des Bieres bleibt viel unreines Zeug stehen, und fällt nicht mehr durch; das Bier wird unrein, und bald sauer. Hat aber das Bier nur 5 bis 6⁰° Wärme, so bedarf es vieler Gährungsmittel, und erhält oft keine Klarheit und Glanz. Es wird hier das Bier wegen des Absetzens nicht länger als ½ Stunde mit Krücken auf den 4 grossen Kühlschiffen abgekühlt“*), dann ruhig liegen ge- *) Im Januar dieses Jahres wurden noch 2 Kühlschiffe mit 2 Pumpen angelegt, welche 52 Fuss lang, 14 Fuss breit, und 9 ¼ Zoll hoch sind. In 4 Stunden ist die Temperatur von 600° auf 80˙ herunter, worauf durch Oeffnung der Röhren das Bier auf die Gährungsbottiche geleitet wird. lassen Gewo¹ N Aultül das Bie würle hoch ge hier übe Sällre( Bier. derause 1 Wärm nen, u fängt Stund ten 12 fällt da process auf 12 hen; d So lang Wenn lange. D gerd, enig mehr es stark und an- da sind, öff nicht md eine schneller in Gähr- ispunkt), en, Sonst hitt, auf Stehen, rein, und irme, S0 ſt keine egen des auf den jegen ge- t 2 Pumpen nd. worauf durch itet wird. lassen; das lange Arbeiten mit Krücken ist eine alte üble Gewohnheit, die noch viele baiersche Brauer haben. Man hat die Erfahrung gemacht, dass bei langem Aufkühlen sich auf der Oberfläche ein Flaum anlegt, und das Bier an Kraft und Geschmack verliert. Um die Bier- würze daher schnell abzukühlen, wird die Kühle nur 4 Zoll hoch gefüllt. Auf das Kühlgeläger wirft man hier das Nach- bier über, damit es an Kraft gewinnt. Je mehr das kohlen- saure Gas entwickelt wird, desto schmackhafter wird das Bier. Sollte dieses luftsaure Gas im Bier Jemand zu sehr berauschen, so darf man nur etwas Zucker hineinwerfen. Hier besteht die Einrichtung, bei einem Sud von 11* Wärme 6 Kannen Zeug, bei 10⁰ 8 Kannen, bei 9⁰ 40 Kan- nen, und bei 8⁰ 12 Kannen Zeug zu nehmen. In 12 Stunden fängt das Bier schon an zu kräuseln, in den folgenden 12 Stunden steht schon der dicke Flaum darauf; in den drit- ten 12 Stunden wird er braun, in den nächsten 24 Stunden fällt das Bier durch. In 5 bis 6 Tagen ist der Gährungs- process vorüber. Wenn der Thermometer in der Brauerei auf 12 bis 13° steht, muss alles geschwinder vor sich ge- hen; das Wasser, die Maische und das Bier dürfen nicht so lange sieden, wie im Winter, sonst wird alles überhitzt. Wenn die Gährung über 3 Tage dauert, ist's schon zu lange. Das Klarwasser, Ober- und Unterteig des Kühlgelä- gers, das Zeug und Geläger von den Gährbottigen und 154 Fässern wird für die Branntweinbrennerei benutzt; aus 20 Eimern solcher Geläger werden 4 Eimer gute Maische gebrannt, welche gegen 1 Eimer guten Branntwein geben, wenn alles sorgfältig beobachtet wird. In Baiern werden auf 2 Dresdner Scheffel Malz 6 Eimer Sommer- oder 7 Eimer Winterbier gut und haltbar von der Brauerei contraktmässig geliefert; daher wird auch Alles bei Malz und Hopfen viel genauer genommen, und sehr strenge Controlle geführt; auch müssen die Brauer in Baiern die Geläger von dem Kühlschiff noch in dem Biersack abseihen, wodurch noch ein sehr gutes, starkes Bier ge- wonnen wird. Von 12 Dresdner Scheffel Geläger wird aus dem Hopfensack noch 1 Eimer Bier herausgezogen, dann wird der Hopfen nochmals für 2 Eimer Nachbier oder Hän- sel benutzt, welches für die Hülfsleute bestimmt ist. Dieses Nachbier wird theilweise in die Standbiere gethan, welche nur bis Juni lagern. Wegen Haltbarkeit der spätern Biere, die im September und October verschenkt werden, wird nach Verhältniss etwas mehr Hopfen genommen. Der reisende Braubursche erhält in den bairischen Brauereien nicht mehr als einen Kreuzer Zehrgeld ohne Trunk, und ist die Einrichtung getroffen, dass solche nicht ins Brauhaus gelassen werden, sondern das Reisegeschenk beim Herbergsvater erhalten. 1 Schlägt etwas Halbbier um, so wird sogleich auf einem kleinen Kessel Essig daraus gemacht, indem es bis zu 150 abgeki dann: gestell Alles? Wochel De die Bra r jes mehrme geschm Di durch bei ei scharfe des H als de herben Geschm mischen Fi 4 bis: wurde utzt; aus 2 Maische in geben, Malz 6 Hhaltbar ird auch en, und rauer in Biersack Bier ge⸗ wird aus en, dann der Hän- t. Dieses „ welche en Biere, n), wird airischen eld ohne che nicht egeschenk auf einem s zu 15 155 abgekühlt wird. In 2 Tagen geht die Gährung vor sich; dann wird er abgezogen, in eine Stube bei 20⁰° Wärme gestellt, Sauerteig und Pfeffer hinzugefügt, mit Weinstein Alles gut vermischt, und in's Stellfass gethan. In drei Wochen ist der Essig zum Abaiehen fertig. Der grösste Theil der Lützschenaer Hefe wird an die Branntweinbrennerei abgegeben, sié kann aber auch für jede feine Bäckerei benutzt werden, wenn sie zuvor mehrmals gewaschen wird, um ihr den bittern Hopfen- geschmack zu benehmen. Die Hauptkräfte des Lützschenaer Hopfens werden durch ein kurzes sanftes Aufkochen am besten aufgelöst; bei einem starken anhaltenden Kochen lösen sich die scharfen Theile zu sehr auf. Das Bittere, oder das Harz des Hopfens bedarf zu seiner Herausziehung mehr Hitze, als der aromatische Stoff, jedoch nicht soviel, dass die herben zusammenziehenden Theile, welche den feinen Geschmack des Bieres verderben, sich mit demselben ver- mischen. §. 2. Anlage von Eiskellern. Für dauerhafte Lagerbiere sind gute, tiefe Keller zu 4 bis 5 Grad Temperatur unumgänglich nothwendig; daher wurden auch in Lützschena auf 10 Kellerabtheilungen gegen 30000 Rthlr. verwendet, um nur einigermassen mit dem 156 Sommerlagerbier bis Ende October und November ausrei- chen zu können. Bei den Lützschenaer Bierkellern wurde besonders be- rücksichtigt, dass sie nicht zu trocken und nicht zu hell angelegt wurden, da letzteres nach bekannten Beobachtungen die sichtbare Gährung befördert, und ersteres das Holz der Fassdauben zu sehr austrocknet, so wie zu grosse Feuchtigkeit denselben eben so nachtheilig ist. Wegen der schweren Stickluft wurden die Dunstlöcher 4 Fuss über dem Fussboden angebracht; sie vereinigen sich über dem Gewölbe mit den Luftlöchern. Da sich das Bier um so besser hält, je weniger leere Räume im Keller sind, so erhalten die grossen Lagerfässer noch eine zweite Lage Sattelfässer über sich; und der Gang zwischen den Lägern wird mit Schussfässern aus- gefüllt. Die Lagerfässer, ohne die Sattelfässer, halten von 55 bis 65 Eimer; denn je grösser das Fass, desto besser wird das Bier, da die Erfahrung lehrt, dass die sichtbare Gäh- rung in grossen Massen viel langsamer, als in kleinen vor sich geht. Alle Erzeugnisse, welche die Natur giebht, werden auf langsamem Wege besser und dauerhafter, daher haben die englischen Bierbrauer zum Ablagern ihrer Biere Fässer oder Bottiche von 1 bis 2000 Eimer Inhalt; dage- gen bedienen sich die Essigfabrikanten kleiner Fässer oder Töpfe, um das Sauerwerden schnell zu befördern; ausser schnell lassen D mverk sch Wie geine 6 Fer a öſter zich de umd di ein, de dadurch wonacl häufig in der zie del Natur 7 Die Kilte u die Die den dc kalten sen Ko W Werke er ausrei- onders be- t zu hell chtungen las Hol⸗ 1 grosse egen der uss über ber dem ger leere aggerfässer und der seril alls- n von 55 ser wird are Gäh- einen vor ur giebt, ter, daher arer Biere alt; dage- eer Fässer befördern; 157 ausserdem wirken alle äusserlichen Erschütterungen, sowie schneller Temperaturwechsel nicht so stark auf grosse Massen, wie auf kleine. Doch die Hauptmaschine im ganzen Keller ist ein zuverlässiger Aufseher, der seiner fünf Sinne mächtig ist, sich nicht todt säuft, und stets ein wachsames Auge auf seine Gehülfen hat. Ferner befördert nichts mehr das Verderben des Bieres, als öftere Veränderung der Temperatur im Keller. Erhöht sich der Wärmegrad, so wird die Flüssigkeit ausgedehnt, und die Kohlensäure entweicht; der Sauerstoff stellt sich ein, der Zuckerstoff zersetzt sich, der Pflanzenschleim wird dadurch niedergeschlagen, und der Essigstich erzeugt, wonach alle Hülfsmittel vergebens sind, die man jetzt so häufig in allen Zeitungen ausbietet. Nichts geht rückwärts in der Natur; sind einmal die Urstoffe aufgelöst, so fallen sie der Verwesung zu, um zu neuen Bildungen in der Natur zu dienen. Dieser Auflösungsprocess beim Bier kann nur durch Kälte und Hopfen verhindert werden, indem hierdurch die Dichtheit des Bieres vermehrt wird; aber leider fin- den sich nicht überall passende Orte zur Anlegung von kalten Bergkellern, welche ausserdem gewöhnlich mit gros- sen Kosten verbunden ist. Wie vorsichtig man bei Anlegung von Eiskellern zu Werke gehen muss, beweist nachstehender Versuch zur 158 Berechnung der mittleren Erdtemperatur. Derselbe wurde in einem Brunnen von 20 Fuss Tiefe gemacht, gegen die Mitte des Monats Mai bis Ende September, und ergab als Resultat: Dass die Wärme im Frühjahr den Boden in je 9 Tagen einen Fuss durchdringt, und so fort bis zum Aequinoctium, am 23. September, von wo an dieselbe Erdschicht wieder von der Kälte im Winter durchdrungen wird. Der alte Eiskeller der Brauerei hat nur 8 Ellen Erd- decke mit Ueberbau. In weniger als 5 Monaten ist also die Wärme im Keller, und er muss geräumt sein. Ein zweckmässiger Keller, der das Getränk den Sommer durch aufbewahren soll, müsste also, bei gleichen Verhältnissen, noch tiefer, oder gar nicht angelegt werden*). *) Bei einer Besichtigung der grössten Brauerei in England. der S S 8 8* der Herren Barclay, Perkins et Comp. in London, wurden dem Herausgeber einst folgende interessante Notizen ertheilt: Das ganze Werk wird durch eine Dainpfmaschine von 80 Pferdekraft betrieben. Im Winter werden täglich gegen 1000 Dresdner Scheffel Malz gebrochen, und in Bier verwandelt. Das Malz, welches gleich zu- bereitet auf dem Lande aufgekauft wird, wird in 3 eisernen, hermetisch verschliessbaren Kesseln, welche sich neben einander befinden, eingemaischt und gesotten. Drei Maischbottiche nehmen die Flüssigkeit auf, die durch Maschinen durchgemaischt wird. Nachdem die Kraft gehörig extrahirt, wird die Würze auf einen Thurm hinaufgeleitet, und zu 2 Zoll Höhe auf die Kühle gelassen, wo sie sich in 4 Stunden abkühlt. Im Sommer wird sie durch Röhren, welche mit Wasser umgeben sind, abgekühlt. Das der beste 120 b sie verden andern, we Bei d in den g. fahren da Brauereis streng ce Bier für für alle Trüh lägli Wenn jahres, wo 1000 Sche wovon der (4 g6r): Der( Keit nur noch ln g. verbraut. Ibe wurde gegen die ergah als 29 Tagen inoctium, it wieder Ulen Erd- n ist also sein. Ein mer durch hältnissen, England, der Herausgeher ˖Pferdekraft ner Scheffel gleich zu⸗ hermetisch eingemaischt auf, die durch ze auf einen gelassen, Wo Löhren, weleche 8. 3. Behandlung des Lagerbieres. Das Lützschenaer-Baiersche Lagerbier, welches aus der besten Gerste und dem besten, meist in Lützschena 120 bis 130 Fässer zu 1000 Eimer nehmen das fertige Bier auf; sie werden mit Deckeln verschlossen, und dann mit Asche, Stroh und andern, wenig Wärme leitenden Stoffen bedeckt. Bei dieser wohlfeilen Einrichtung hält sich das Bier, Porter genannt, in den grossen, finstern Schuppen Jahre lang. Gegen 150 Pferde ver- fahren dasselbe jeden Tag in alle Strassen der Stadt, in welcher diese Brauereisocietät eine Menge Wirthshäuser in Pacht genommen hat, die streng controllirt werden, damit überall ein gutes, kräftiges, nahrhaftes Bier für Reiche und Arme verschenkt werde. Ein Gleiches wäre auch für alle Handels- und Fabrikstädte auf dem festen Lande zu wünschen! Träber und Hefen werden karrenweise verkauft. Täglich werden 16 Säcke Hopfen zu 2 Centner verbraucht. Wenn man annimmt, dass diese Brauerei, während des Winterhalb- jahres, wo sie unausgesetzt im Gange ist, oder in 180 Tagen täglich 1000 Scheffel Malz, den Scheffel zu 2 ½ Eimer verbraut, so beträgt diess: 180,000 Scheffel, oder 450,000 Eimer Porterbier, wovon der Eimer zu 20 Rthlr., die Pinte oder das Mass zu 6 Pence, (4 gGr.) ausgeschenkt wird. Der Geldumsatz würde also jährlich über 9,000,000 Rthlr. betragen. Seit 1830 ist die Biertaxe aufgehoben, und werden die Steuern nur noch auf Hopfen und Malz erhoben. In ganz England werden jährlich 35 bis 40 Millionen Scheffel Malz verbraut. 160 selbst erbauten IHIopfen besteht, ist bei richtiger Behandlung den Mo ausgezeichnet, und hält sich Jahre lang auf dem Fasse, so angestec wie auf Flaschen. Da .. Te 81, darf ma Zum Versenden in Fässern passen Frühjahr und IIerbst .—. trüber am besten, zu welcher Zeit es auch bis an die Ostsee 68 1 ässt 6 verschickt wird. 2 ;. damn 7 Will man es auf Flaschen ziehen, so müssen solche d daud und dam. champagnerartig verstopft, verpicht, und im Keller in . 1. ein gros Sand gestellt werden; bei dieser Behandlungsweise bleibt .. auf S0 es den ganzen Sommer ein gutes moussirendes Bier. Gute b : 1.,.. ausschell neue Stöpsel zu einer luftdichten V erschliessung der Flaschen 8 z, k sind nöthig, sonst wird es durch das Entweichen des V .. welche kohlensauren Gases matt und schal, das Moussirende, . WÄ Milchartige, was seinen Reichthum an gutem Malze andeutet, :. Tempei. verliert sich. 1 4 kann di Kommt das Bier im Winter bei strenger Kälte von ausschelt der Reise zum Verschenken an, so muss es einige Tage 1 m? in einer Stube bei einer Temperatur von 12 bis 130 hi ässer 2) Réaumur ausruhen. iehen des Auch im Sommer ist es gut, wenn man es 2 bis 3 man aur Tage ruhig liegen lässt. hrer, Was des Abends vom grossen Fasse übrig bleibt, das Bier muss auf kleine Fässer gefüllt werden, sonst verliert es heissem seinen angenehmen Geschmack; bleibt aber des Abends V nur wenig Bier auf dem Fasse, so kann man den folgen- gehandlung Fasse, S nd Herhbst lie Ostsee en solche Keller in ise bleibt ier. Gute r Flaschen eichen des oussirende, e andeutet, Kälte von nige Tage hbis 13⁰ 8 2 bis 3 rig pleibt, verliert es les Abends den folgen- 161 den Morgen das Uebriggebliebene mit dem des frisch angesteckten Fasses vermischen. 1 Da das Lagerbier beim Versenden keine Hefe hat, darf man es nicht zu lange aufbewahren, sonst wird es trübe und sauer; wird es jedoch mit Hefe versandt, so lässt es sich viel länger aufbewahren, nur muss man es dann 7 bis 8 Tage ruhig liegen lassen, wo es sich abklärt, und dann abgezogen werden kann. Gut ist es, wenn man ein grosses Fass, nachdem es einige Zeit geruht hat, gleich auf so viele kleine Fässer zieht, als man glaubt, täglich ausschenken zu können. Es ist höchst nöthig, dass die kleinen Fässer, auf welche das Bier gezogen wird, ganz rein und gepicht sind. Wer Keller besitzt, welche im August noch eine Temperatur von 6 bis 7⁰ Réaumur über 0 behalten, der kann dieses Bier vom. Monat April bis Ende December ausschenken, ohne dass es sauer oder schal wird. Um die grossen Beschädigungen am Spundloche der Fässer zu vermeiden, ist es nicht nöthig, dass beim Ab- ziehen des Bieres der Spund herausgezogen werde, sondern man durchbohrt denselben in der Mitte mit einem Nagel- bohrer, wodurch so viel Luft hineindringt, dass man das Bier bequem abziehen, und das Fass alsdann mit heissem Wasser reinigen kann. cCAPITEL XNXXV. ERranntueln- Prennere:. §. 1. Betrieb der Brennerei. Die Brennerei liegt hinter dem Kuhstalle am Schwa- nenteiche. Durch angebrachte Röhren kann der Brannt- weinspülicht und warmes Wasser zu jeder Stunde in die Kuhstalle, Wasserbehälter über und unter der Erde zum schnellen Abkühlen geleitet werden. Das Branntweinbrennen wird nur landwirthschaftlich, das heisst, dem Viehstand des Gutes angemessen, betrieben. Die vier Dösen sind jede 1039 Mass gross; der Dampfapparat ist der von Pistorius, in einfacher Manier, mit 2 Becken, welche auf einem Cylinder stehen, der in den hölzernen Maischwärmer geht. Am 1. November, wo die Grünfutterung gewöhnlich aufhört, wird der Anfang mit dem Einmaischen gemacht, und am 30. April aufge- hört. An jedem Tag werden 6 Scheffel Kartoffeln zu 200 Pfund, zusammen 1200 Pf. 6 Metzen Gerstenmalz, zusammen 37 ½ Pf. eingemaischt, und daraus 1 Eimer 30 bis 42 Kannen Branntwein zu 409 Richter oder Stoppani, oder 549 Tral- les gezogen, welches 5508 bis 6156 Procente beträgt. VW5 nen 89 cente,* procem 7 W weisse,E 41 Naischefe men, N einen be Geschubb TAr 1 Branni Gr. aum Ei gewöhl 7. am Schwa- ler Brannt- unde in die r Erde zum thschaftlich, hetriehen gross; der er Manier, en, der in mber, Wo er Anfang ril aufge- 1200 Pf. 371 P.. 2 Kannen er 543 Tral- beträgt. 163 Werden nun 450 Procente für aus dem Malz gezoge- nen Spiritus abgerechnet, so bleiben 5058— 5706 Pro- cente, wonach aus einem Scheffel Kartoffeln 843— 95¹. Procente gezogen werden. Wie schon beim Kartoffelbau gesagt wurde, wird die weisse, englische Kartoffel zum Bfrennen erbaut. Anstatt des blossen Wassers wird beim Zukühlen der Maische die Hälfte Kühlgeläger aus der Brauerei genom- men, wodurch der Branntwein von dem Hopfen immer einen besonders aromatischen Geruch und einen lieblichen Geschmack annimmt. Zum Anstellen wird reine untergährige Hefe genommen. Der Absatz geschieht grösstentheils in Leipzig. Der Branntweinspülicht wird der Oekonomie täglich mit 12 Gr. angerechnet. Ein Eimer Biergeläger und ein Eimer Glattwasser geben gewöhnlich 1 ¾ bis 2 Kannen Branntwein zu 40° Richter. Soll Brennerei 3 Rabatt noch in Abzug gebracht. Brennerei- 1840— 1080 Schffl Kartoffeln à 10 gr........ 67 ½ Schffl Malz à 1 ¾ Thlr.......... 10 Tonnen Hefen à ½ Thlr........ 180 Tonnen Glattwasser à 2 gr...... Brennerlöhne!.................... Brennsteuern*).............. 5% Zinsen für Inventarium u. Gebäude Schrotegeld..................... 2 19 1224 1 Brennmaterial, Torf............. 229 12 Gewinn...... ꝓ........... 121/11 1575— *) Die königlichen Steuern werden nach der Anzahl der in den Gährbottichen enthaltenen Kannen mit 2 Ngr. für 15 Kannen, und einer Vergütung von einer Kanne auf hundert berechnet, und von dem Betrag bei einer landwirthschaftlichen, also nur für eignen Bedarf betriebnen rennerei- -Ertrag. 1840— 1841 Haben. 8 5 3 7„ S i„ pülicht, 180 Tage à 12 gr 12 gr.....„.... 90— 1575 575— lder in den en, und einer mn dem Betrag lark betriehnen —OnQOꝑ,ůygñỹỹgN—ͤͤͤoͤͤͤ ——. CAPITEL XXXVI. Ziegele. §. 1.. Allgemeine Betrachtungen. Die gute Lage der Lützschenaer Ziegelei an der Chaus- see, die vorzügliche Lehmmasse, die sie liefert, und die zu- nehmenden Klagen der Bauherren und der Gewerke über die schlechte Beschaffenheit aller Mauer- und Dachziegel in der Umgegend, welche zum Theil in der schlechten Zubereitung der Ziegelerde, in schlechtem Brennen mit wenig Holz, viel Torf und anderm geringen Brennmaterial begründet waren, machten gleich beim Ankauf des Gutes es dem jetzigen Besitzer zu einer der ersten Aufgaben, diesen Klagen durch Fertigung guter Waare(wenn auch im Anfange mit einigen Aufopferungen) abzuhelfen. Im Verlauf weniger Jahre wurde der Ruf der Lützschenaer-Ziegelei allgemein bekannt. Der Absatz wurde so gross, dass nicht alle Jahresaufträge befriedigt werden konnten. Auch sind jetzt noch die Bauherren und Kenner gern geneigt, für die hiesigen Ziegel mehr als für andere zu geben, da sie die Wichtig- keit dieses Baumaterials bei Anlegung eines soliden Gebäu- des kennen. Wenn auch der Preis der geringen Ziegel noch so billig ist, so thut sich der Käufer doch selbst den gröss- ten Schaden durch deren Verbrauch. Ein Dach von Lütz- schenaer Ziegeln bedarf vielleicht in 50 bis 60 Jahren kei- ner U” reparit Die pon den von dels wege, Stunde ¹- nach L AlI scherzle WA n. m der Chaus- t, und die zu. erke über die Mieegel in der Lubereitung wenig Holz, ial begründet zutes es dem aben, diesen him Anfange rauf weniger lei allgemein s nicht alle Ih sind jetzt die hiesigen lie Wichtig⸗ liden Gebän- liegel noch st den gröss- ch von Lütt- 30 Jahren kei- 167 ner Umdeckung, während jetzt schon Dächer erneuert oder reparirt werden, welche vor 10 Jahren angelegt wurden. Lage und Gebäude. Die Ziegelei in Lützschena liegt ungefähr 200 Schritte von der Leipziger- alle'schen Chaussee, und 800 Schritte von der Magdeburger Eisenbahn entfernt, an dem F eld- wege, der vom Rittergute nach dem dazu gehörigen, eine Stunde entfernten Dorfe Freiroda im Preussischen, und nach Lindenthal führt. Am Eingange der Ziegelei befindet sich folgendes scherzhaftes Epigramm: Merkur und Apollo fanden es nicht unter ihrer Würde, bei der Erbauung von Troja hier den Flügel- stab und die Leier bei Seite zu werfen, um von dem hiesigen guten Lehme Mauer-Ziegel nach unten bei- gefügter Form zu streichen. — Die Ziegelei-Gebäude liegen im Viereck, und werden von fünf grossen Trockenscheunen begrenzt, zu denen in neuerer Zeit eine sechste gekommen ist. Jede der vier IHauptscheunen, die jede 2 Trockenböden hat, besitzt einen besondern Brunnen, der sie mit dem nöthigen Wasser versieht, und 2 Sümpfe, oder tiefe, in die Erde gegrabene, mit Bretern ausgeschalte Gruben, in denen die Erde ihre erste Zubereitung erhält. Zwischen den Trockenscheunen befinden sich die 4 Brennöfen, die sämmtlich nur mit Holz gebrannte Steine liefern, und zwischen 25 bis 32 Tausend Ziegel jeder enthalten. Im Mittelpunkte des Etablissements steht das Haus des Zieglers, der die ganzen Räumlichkeiten nebst den, hinter der Ziegelei befindlichen Holzhof von dort aus überschen, so wie die Arbeiter-Signale mit einer daselbst angebrachten Glocke jederzeit geben kann. Sämmtliche Gebäude sind mit Ziegeln gedeckt, die Trockenscheunen an allen 4 Seiten offen, jedoch mit be- weglichen Holzläden versehen, um den Luftzug nach Belieben vergrössern oder schwächen zu können, und gegen das Eindringen des Frostes zu schützen, der die nassen und nicht ganz trocknen Steine sprengt oder spaltet. Das Innere ist mit Stellagen durchzogen, die sämmtlich aus Latten mit Querdurchzügen bestehen, so dass die zu trocknenden Steine, deren jeder ein besonderes Bret zur Unterlage hat, schichtenweise übereinander liegen, ohne und da eingefäls löcher 1 Luüft 200 maligeng den Oet Wweites Rauche Di einer R stand d abgerän DM Dichtign Oberflä: Boden'e Lw fette n gebrauch d werden denen in der vier ttet einen Wasser ggrabene, erde ihre scheunen nur mit 5 bis 32 das Haus nehst den, dort aus er daselbst ſeckt, die mmit he- zug nach nen, und , der die ler spältet. sämmtlich lass die 2u es Bret Zur hegen, ohne 169 sich zu berühren, und unnöthigen Platz einzunehmen. Bis sie völlig trocknen, werden sie mehrmals gewendet, und dann auf eigends dazu geformten Karren in die Oefen eingefahren, die mit einer Vorhalle an der Seite der Heiz- löcher versehen sind, um den unmittelbaren Zudrang der Luft zu verhindern, und einen Theil des bei dem jedes- maligen Brennen nöthigen Holzes aufzunehmen. Ueber den Oefen wölbt sich ein Spitzdach, und darüber ein zweites, kleines, freistehendes, zur Auslassung. des Rauches. Die Ziegelerde wird in der Elster-Aue gegraben, in einer Entfernung von 20 Minuten. Wo sie gegraben wird, stand vorher Holz und Gebüsch, welches 5 bis 6 Fuss tief abgeräumt wurde. Die zur Ziegelbrennerei taugliche Erde wird in der Dichtigkeit von 6 bis 8 Stichen fast unmittelbar unter der Oberfläche gewonnen, herausgeworfen, und dann der Boden wieder mit Weiden bepflfanzt. §. 3. Bereitung der Steine. Zwei Sorten Erde werden namentlich gewonnen, eine fette und eine magere. Erstere wird zu Dachziegeln gebraucht, die andere, mit der fetten halb und halb ver- 170 mischt, zu Mauerziegeln. Eine dritte, geringere Gattung wird nur zu Pisée-Wänden benutzt. Zwei Drittheile der Erde werden vor Winters Anfang gestochen, geworfen, und während der kalten Jahreszeit von den Oekonomie- Geschirren der Ziegelei zugefahren, wodurch der Lehm anhaltend dem Froste ausgesetzt wird, und sich dadurch noch mehr verbessert,(zu welchem Endzwecke von den Ziegeleigebäuden aus bis zu den Gruben in der ganzen Entfernung ein gepflasterter Damm hergestellt wurde), das übrige Drittheil im Sommer, und zwar so, dass im Winter täglich 8, im Sommer täglich 12 Fuhren von jedem Geschirr gemacht werden. Zu einem Brande von 38000 Steinen sind 100 Fuh- ren Lehm erforderlich, die täglich im Sommer von acht Rittergutsgeschirren, mit einer Vergütung von 3 gGr. an die Oekonomie für die Fuhre, angefahren werden.— Steinfuhren, die von den Geschirren nach Leipzig und der Umgegend gemacht werden, erhält die Oekonomie mit 1 Rthlr. die Fuhre vergütet. Die durchgewinterte, ausgewitterte Erde arbeitet sich leichter, und ist auch besser, als die im Sommer geworfene. Mergel und Kalktheile enthält sie wenig, dagegen Spuren von Eisentheilen, und kann daher in ihrer vor- züglichen Eigenschaft ohne eine weitere Beimischung sogleich verarbeitet werden. Sie wird auf einen Haufen, an jede Trockenscheune, 8 bis 9 Fuss hoch, zusammen gelahrel darin g und 5 gehörig bige he⸗ wird; R WIasser, Nac) §patens! felt, das darin be Ierstoss und did gesonde gebrach können. In dreien o die Ten gefahren, dem Tre geworfen den me einal; durchger Masse: 4 2 Gattung ttheile der geworfen, konomie- er Lehm dadurch von den r ganzen wurde), dass im hren von 100 Fuh- von acht 3 gGr. an verden.— g und der mie mit 1 arbeitet Sommer g, dagegen jhrer vor- eimischung en Haufen, zusammen 171 gefahren. Von hier aus kommt sie in den Sumpf, wird darin gehörig bis zum Rand herauf mit Wasser begossen, und 5 bis 6 Stunden ruhig liegen gelassen, bis sie sich gehörig durchzogen hat, wonach dann einen Fuss tief Sel- bige herausgeworfen, und nochmals Wasser zugegeben wird; wobei zu bemerken, dass die magere Erde weniger Wasser, als die fettere bedarf. Nach gehöriger Durchweichung wird sie mittelst eines Spatens einen Fuss hoch auf die Breter heraus geschau- felt, daselbst mit demselben strichweis gehauen, um die darin befindlichen, noch nicht aufgelösten Knoten Erde zu zerstossen, dann mit den Füssen zweimal durchgetreten, und die allenfalls noch festen Erdtheile zugleich heraus- gesondert, und zuletzt soviel auf einen Haufen zusammen- gebracht, dass 500 Mauersteine davon geformt werden können.. In den vorhandenen 6 Trockenscheunen werden in dreien die Steine auf Breter gelegt, in den andern auf die Tenne. Bei diesen wird die Erde bis an die Stelle gefahren, wo der Streichtisch steht, bei jenen aber von dem Treteplatze gleich auf den daneben stehenden Tisch geworfen, und von einem Burschen weiter getragen. In den meisten Ziegeleien wird die zubereitete Erde nur eimmal geworfen, hier jedoch zweimal, und dabei tüchtig durchgearbeitet, damit keine Löcher bleiben, und die Masse zuletzt so gleichförmig und bindend zugerichtet 172 ist, dass sie, ohne an den Händen zu kleben, den Ein- druck der Finger zurücklässt. Wenn der Streicher die geformten Steine selbst weg- trägt, wie diess bei den Tennenscheunen der Fall ist, so kann er 14— 1500 täglich machen.— Werden sie aber auf Breter gelegt, so sind 3 Mann erforderlich, die, wenn sie nach dem Stücke bezahlt werden, 17— 1800 per Tag fördern können. Je nachdem die Witterung günstig ist, trocknet der Stein 3— 4 Tage; bei nassem Wetter braucht er oft S— 10 Tage, wobei er gewendet, und auf die hohe Seite gelegt, zugleich auch mit hölzernen Messern vom Barte, der sich an den Kanten ansetzt, gereinigt wird. Auf die Trockenheit kommt es an, ob die Steine nach dieser Zeit in Böcke, 3 bis 4 Stück hoch, oder in Stöcke, was weniger Platz wegnimmt, gesetzt werden, wo sie nochmals bis zur völligen Austrocknung 6 bis 10 Tage liegen müssen. Die auf Bretern befindlichen Mauerziegel bleiben ruhig liegen, bis sie in Stöcke gesetzt werden können, und trocknen schneller, wogegen man bei scharfem Winde sie viel sorgsamer schützen muss, da sie bei zu schnellem Trocknen leicht zerrissen werden. Es wird streng darauf geschen, dass sie ganz trocken in den Ofen kommen, um nicht allein Brennmaterial zu ersparen, sondern auch keinen mürben und krummen Ziegel zu erhalten; ferner dass die Schichten in gehöriger Richtung Zug bek viele, W die beste Wäl fetter Ere und verl- loll lang, mauern 2 der Kall- Die Art wie statt ZWI sorgsam! jeden K. Suhstana Böden hu den Bödel muss mit ger anzuht in die 12. Weil er; kommt G. mit der; werden; ser heral- „ den Fin- elbst weg. all ist, so sie aber lie, wenn per Tag, instig ist, e braucht f die hohe sern vom t wird. Steine nach in Stöcke, n, wo sie 5 10 Tage el bleiben n können, em Winde schnellem ans trocken material 2u 1 krummen in gehöriger 173 —— Richtung angelegt werden, damit das Feuer einen gleichen Zug bekommt, u. s. W. Solcher Vortheile giebt es noch schr viele, welche alle Holz ersparend sind, und wobei doch die besten Ziegel erlangt werden. Während des Trocknens schwindet der Stein von fetter Erde ³¾ Zoll, von magrer einen Zoll in der Länge, und verhältnissmässig in der Breite, und ist dann 12 Zoll lang, 5 ¾l Zoll breit und 3 ¼ Zoll stark, die zum Ver- mauern zweckmässigste Grösse, da bei massiven Gebäuden der Kalk zwischen den Steinen ¼ Zoll Raum Wegnimmt. Die Bereitung der Dachziegel geschieht auf dieselbe Art, wie die der Mauerziegel, nur wird die Erde dreimal statt zweimal durchgetreten, auch von dem Streicher sorgsamer durch die Hand gearbeitet und geknetet, um jeden Knoten, jeden Kiesel, jede Wurzel und fremdartige Substanz daraus zu entfernen. Die Erde wird auf die Böden hinaufgeworfen, da die Dachsteine sämmtlich auf den Böden der Scheunen fabricirt werden.— Jeder Ziegel muss mit weissem Sand bestreut werden, der besser als Was- ser anzuwenden ist, ehe er auf das für ihn bestimmte Bret in die 12 bis 15 Reihen hohen Lattengestelle gelegt wird, weil er ausserdem springen würde. Am obern Ende kommt die sogenannte Nase gleich beim Streichen hinein, mit der er in die Sparren gehängt wird; der Länge nach werden Rinnen darauf gezogen, in denen das Regenwas- ser herabläuft; dann wird, sobald bei sehr aufmerksamem Trocknen er etwas Consistenz erlangt hat, derselbe gerückt, damit er nicht krumm läuft, behutsam gewendet, damit er keine Risse bekommt, und endlich geschränkt(schräg in die Höhe gerichtet), dass Wind und Luft ihn noch besser trocknen können. Die Dachziegel haben eine Länge von 16 Zoll, eine Breite von 6 Zoll, und eine Stärke von kaum ¾ Zoll, da die geringe Dichtigkeit zu deren Güte mit beiträgt,(die Dächer wenig belastet), dünne Steine man aber nur von vorzüglich gutem Lehme fertigen kann, sie auch bei nicht genauer Vorsicht im Brennen leichter krumm laufen. Ar 4. Einfahren der Steine. Von den 4 Brennöfen sind zwei zu drei Feuerlöchern der dritte zu zweien eingerichtet. Der vierte war früher zur Torf- oder Steinkohlen-Feuerung hergestellt, wozu er aber nicht mehr benutzt wird. In den Oefen mit 3 Feuerungen sind die Schürkanäle (Schürgassen) 18 Zoll breit, 2 Ellen hoch; die Standbänke 1 Elle 3 Zoll breit, die Mittelbänke 5 Fuss breit, so dass 5 Steine neben einander gesetzt werden können.— Der Feuerungskanal liegt in einer Vertiefung von 9 Zoll. Die Höhe der Oefen beträgt 11 Ellen, bei 8 Ellen Tiefe, nur der überwölbte ist 12 Ellen hoch, und 71¼ Ellen tief, was mWweckmnl Gewalt? Oefen f man er Steine. Died die Bänls folgenden in der Ie üher det Rollsci Lu beit Strecua Schichte Hitze 14 den mid eingeset wie dien weiterenr geichmä die letztſ die nocha gesetzt w der Seif Nun fühn viel ode, hbe gerückt, det, damit kt(schräg ihn noch Loll, eine Loll, da trägt,(die r nur von mbei nicht aufen. euerlöchern war früher ellt, Wozu gchürkanäle Standbänke eit, 80 dass men.— Der 9 Toll. Die en Tiefe, nur len tiel, Was 175 „weckmässiger ist, da man das Feuer so eher in seiner Gewalt hat. Eine grössere Höhe, wie man sie bei manchen Oefen findet, um Brennmaterial zu ersparen, ist schädlich; man erhält dadurch ungleiche, und oben schlecht gebrannte Steine. Die eingefahrnen Steine werden zu 7 Stück Höhe in die Bänke gesetzt, die untersten 2 übereinander; die darauf folgenden drei Steine werden eingerückt, und der vierte in der Länge quer darüber gelegt, und so die Wölbung über den Feuerkanälen geschlossen; dieser Vierte bildet die Rollschicht, die so breit, wie der Mauerziegel lang ist. Zu beiden Seiten der Feuerung werden die Steine, welche Strecker heissen, der Länge nach gesetzt, damit die Schichten sich nicht setzen können, wenn bei der grossen Ilitze Steine schmelzen sollten.— Sämmtliche Steine wer- den mit einer Zollfuge, also einen Zoll weit von einander, eingesetzt: denn es kommt viel darauf an, dass eine Fuge wie die andere sei, weil das Feuer sich eher nach den weiteren Zwischenräumen hinziehen, und so ein nicht gleichmässig gebranntes Material liefern würde.— Auf die letzte, die sogenannte Schränkschicht Mauerziegel, die noch einige Schichten hoch über die Schürlochschlösser gesetzt werden, kommen in die Mitte die Dachziegel; an der Seite herum bleibt ein Kranz von Mauersteinen. Nun führt man 12 bis 20 Reihen hoch(je nachdem man viel oder wenig brennen will) die Dachziegel in der Mitte in die Höhe, deren 9 bis 10 Stück in einer Tafel stehen, wobei man die Vorsicht gebraucht, sie an jeder der zwei Seiten, um Festigkeit zu erlangen, und das Einstür- zen zu vermeiden, mit Stücken zu verzwicken; darüber kommen wieder Mauerziegel, die sämmtlich, wie die Dach- ziegel, auf den Sturz, d. h. auf die hohe Kante gestellt werden, und zuletzt, wenn der Ofen gefüllt, eine Decke derselben, breit gelegt, darüber, in einer Entfernung von einem Zoll, und über das Ganze noch eine Schicht Dach- ziegel zum Zudecken. Bei dem gewölbten Ofen fällt die letztere Procedur weg. Zu bemerken ist, dass man obenauf ganz trockne Steine nehmen muss, damit man nicht nöthig habe, einen Tag länger zu feuern, wodurch die unteren Steine leiden. Fehlt es an trocknen Steinen, so lässt man wohl auch halbtrockne auf einem der andern, bereits abgebrannten Oefen in der gelinden Wärme trocknen, und füllt damit den obern Theil des zu brennenden Ofens aus. In den Kranz an den Seitenwänden können mit wenigerem Nach- theil nicht ganz trockne Steine gebracht werden, weil hier- hin das Feuer nur allmählig sich verbreitet; obenauf ver- meide man hingegen Solche zu bringen, die von fettem Material gestrichen sind. Die Einfahrthür wird 3 Elle dick zugemauert, inwendig mit Stücken versetzt, und der Zwischenraum mit Sand ausgefüllt. Die Nomenti fähren ii Unachtsc- ranzen l Bt I Brennsche Den ert Feuer i zugegel man ni feuer, di vergrös oder Wn Nässe W Feuerlöcl das grot eine Klafi Vorsicht Steine wobei d Stärbste, wöhnlich einer Tafel i jeder der as Einstür- n; darüber die Dach- ate gestellt ine Decke rnung von jcht Dach- en fällt die iz trockne habe, einen teeine leiden. wohl auch bgebrannten füllt damit us. In den erem Nach- weil hier- Henauf ver- von fettem rt, inwendig m mit Sand 5 Brennen der Steine. Diess ist bei der ganzen Fabrikation der wichtigste Moment; daher müssen immer mehre Leute die Aufsicht führen und des Nachts wachen, da Vernachlässigung oder Unachtsamkeit in einer Stunde Leit das Misslingen eines ganzen Brandes herbeiführen kann. Ist Alles vorbereitet, so wird trocknes Holz in die Brennschuppen gefahren, und die Feuerung beginnt. Den ersten Tag wird geschmaucht, d. h. ein kleines Feuer vorn angemacht. Den zweiten Tag wird mehr Holz zugegeben, und das Feuer 2 Ellen weit hinter gebracht; man nennt diess das kleine Langfeuer, oder Halb- feuer, das allmälich durch Hineinwerfen gespaltener Klötze vergrössert wird, bis sich über dem Ofen kein bläulicher oder weisser Rauch mehr zeigt, ein Zeichen, dass alle Nässe verdampft ist. Sodann wird die Oeffnung der Feuerlöcher eine Elle hoch zugemauert, und nun beginnt das grosse Langfeuer, das für 3 Löcher jede Stunde eine Klafter IHolz erfordert. Nach 10— 12 Stunden, wobei Vorsicht anzuwenden, dass durch zu hastiges Heizen die Steine nicht schmelzen, wird noch ¼ Elle heraufgemauert, wobei die obern Steine weissglühend werden, und das stärkste, das Vollfeuer, angemacht. Dann wird, ge- wöhnlich den 4. Tag, 6 bis 8 Stunden langsamer gefeuert, 12 — h ————— —. bis die Massen wieder Härte bekommen haben, dann noch- mals schärfer, bis oben die Flammen durch die Steine schlagen, die, mit nasser Erde bedeckt, sich einen andern Ausweg suchen, der auf gleiche Art gesperrt wird, bis sie sich durch alle Räume gedrängt haben, während in den, bis auf 4 Elle zugemauerten Brennlöchern noch 12— 13 Stunden lang stündlich ungefähr ¼ Klafter Holz consumirt wird.— Durch Oeffnen oder Schliessen der Feuerungsthüren kann man die Heizung moderiren oder beschleunigen, da Alles darauf ankommt, dass die Steine nicht schmelzen, oder der Ofen sich nicht setzt, wodurch krumme Ziegel entstehen. Wendet man solche Vorsicht an, so wird man unter Tausend nicht 4 krumme Steine haben. Ist das Feuern vorüber, so werden die Feuerlöcher ganz zugemauert, die Stellen, an denen oben die Flamme noch durchschlägt, zugeschüttet, Alles gehörig geschlossen (bei dem gewölbten Ofen ist Letzteres nicht nöthig, da hier nur der oben befindliche Schieber zugemacht wircd), und der Ofen bis zum Ausfahren unberührt gelassen. Bei trocknen Steinen sind 4 Tage zum Brennen nöthig (bei dem gewölbten Ofen 4 ¼ Tage, wogegen hier eine grosse Holzersparniss eintritt); wird der Ofen aber zum erstenmale im Frühjahr wieder frisch angebrannt, 5 Tage, und im Winter 6 Tage.— Brennt man 5 Tage, so wird 2 Tage geschmaucht; brennt man 6 Tage, so schmaucht man 3 Tage. Da gerorde werdeni manchn des anel ner im 5. Tagh den 64 G wesshe schütz noch wird y fahren, wird zu dann noch- die Steine nen andern ird, bis sie ad in den, 12— 13 consumirt ungsthüren unigen, da schmelzen, ume Tiegel wird man Feuerlöcher die Flamme geschlossen nöthig, da acht wird), lassen. unen nöthig eine grosse a erstenmale ge, und im vird 2 Tase aucht man 3 §. 6. Ausfahren der Steine. Da der Begehr der Ziegelsteine von Lützschena aus- serordentlich ist, obgleich jährlich bis 1¼¾ Million geliefert werden können— wogegen sich bisher die Bestellungen manchmal über 2— 2 ¼ Millionen Stück beliefen, in Folge des anerkannt guten Materials, seiner Bündigkeit, und sei- ner im Feuer gut stehenden Masse— so wird bereits den 5. Tag nach vollendetem Brande der Ofen geöffnet, und den 6. ausgefahren; bei dem Gewölbofen den 8. Tag. Gewöhnlich brennt beim Ausräumen der Spreusel noch, wesshalb die Arbeiter gegen das Verbrennen der Hände schützende Handleder führen, und die Steine nicht selten noch heiss auf die Wagen geladen werden. Das Ausfahren wird von 9 Arbeitern besorgt, und dauert, sowie das Ein- fahren, welches von 12 Mann gefördert wird, 8 Tage. Es wird zugleich von oben und unten ausgefahren. §. 7. Betrieb der Ziegelei. Zu 40000 Steinen, worunter 20000 Mauer- und 20000 Dachsteine, werden 20 bis 22 Klaftern 4 langes, gutes 12* Kernholz verbraucht; im Winter 2 bis 3 Klaftern mehr.— In einem Monat werden mit 3 Oefen 6 Brände geliefert. Der erste Ofen hält 40000 Steine. Der zweite„„ 36000„ Der dritté„„ 30000„ Der vierte, gewölbte„„ 26000„ Der früher zu Torf eingerichtete Ofen wird zu die- sem Behufe nicht mehr verwendet, da, trotz aller Versuche, die mit Torf gebrannten Steine stets, wenn auch erst in einiger Zeit, Salpeter absetzten, den Gebäuden daher in wenigen Jahren bedeutenden Schaden zufügen und Repa- raturen veranlassen, und daher auch billiger und niedriger im Preise stehen; wogegen die mit gutem Holze ge- brannten, und vorzüglich die Lützschenaer Ziegel, stets um einige Thaler das Tausend besser bezahlt werden, als Ziegel anderer Brennereien. Die Steine selbst werden in drei Sorten getheilt: harte, mittle und weiche Mauerziegel; dann Dachziegel, platten, Forsten, Keilsteine, Wölbesteine, Hohlziegel und Stücken. Nicht gehörig dichte und feste Dachziegel werden mit flüssigem heissem Steinkohlentheer bestrichen, wodurch sie an Dichtigkeit gewinnen. Will man ihnen eine Glasur geben, so wird ihnen ein Ueberzug von Bleiglätte aufgeschmolzen, vermittelst einer Beimischung von geschlemmtem Thon. B weich damit D Brenno auf- U Pin- u zokgen Da ein Av- dem be D 15te) Im Werst 90 P Nauerz- Platz In gelei anschle rn mehr.— e geliefert. ine. d zu die- Versuche, ch erst in n daher in und Repa- d niedriger Holze ge- jegel, stets werden, als en getheilt: Dachviegel, giegel und gel werden in, wodurch wird ihnen vermittelst 181 Beim Eintritte des Winters werden die mittlen und weichen Mauerziegel in die Trockenscheunen gefahren, damit sie nicht einwintern, uud an Ansehen verlieren. Der Ziegler haftet, für jeden Stein, bis er aus dem Brennofen gefertigt kommt, muss auch die Erde stechen, auf- und abladen, werfen und arbeiten lassen, auch das Ein- und Ausfahren und Brennen von seinen Leuten be- sorgen lassen, sowie den Verkauf der Steine betreiben, Dagegen erhält er von jedem Tausend fertiger Steine ein Aversionalquantum für die Arbeitslöhne, und ausser- dem beim Verkauf ein Zählgeld und freie Wohmung. Durchschnittlich gehen der 9te Dachziegel und der 15te Mauerziegel verloren. §. 8. Statistische Notizen. Im Jahre 1800 wurde die Ziegelei erbaut, und zwar zuerst 1 Brennofen mit 3 Löchern und 1 Trockenscheune, 90 Ellen lang, 18 Ellen tief, auf deren Tenne 6000 Mauerziegel, und auf dem übrigen Raum 12000 Dachziegel 1 Platz haben. Im Jahre 1803 wurde das Rittergut nebst der Zie- gelei verpachtet, letztere auf 12 Jahr, mit einem Pacht- anschlag von Tausend Thaler.— Doch kam sie während 182 ——— dieser Zeit ganz in Verfall, da die Pächter es an dem nöthigen Feurungsmaterial fehlen liessen, und schlechte Steine lieferten. In den Jahren 1807 und 1808 wurden jährlich nur 3 Brände geliefert. 1809 wurde gar nicht gebrannt. 1810, 1811, 1812 wurde jährlich zweimal, 1813 sechsmal, 1814 bis 1821 jährlich vier bis fünfmal gebrannt, 1822 sechs- mal.— In diesem Jahre, in welchem das Rittergut an den jetzigen Besitzer überging, wurden ein zweiter Brennofen und eine zweite Scheune gebaut, 70 Ellen lang, und zehnmal gebrannt, zu der 1824 noch eine dritte Scheune, 70 Ellen lang, kam. Der dritte Brennofen und die vierte Scheune, 60 Ellen lang, wurden 1827 angelegt, und ein und zwanzigmal gebrannt, 1829 die fünfte sogenannte Thurmscheune, 110 Ellen lang, und neun und zwanzigmal gebrannt, 1836 die sechste, genannt die Postscheune, 45 Ellen lang, und der vierte Brennofen, und von da an jährlich 37 bis 38 Brände geliefert. In dieser Gestaltung wird das ganze Werk im Sommer mit 40 bis 50 Mann, im Winter mit 10 bis 12 Mann betrieben, und durch den grossartigen Umschwung ein Kapital von 20000 Bthlr. in Umsatz gebracht. Die Durchschnittspreise der Ziegelsteine waren: 1800. Das Tausend Mauerziegel 16— 18 Rthlr. „„ Dachziegel 14— 16„ I bis 16 Ungeg die vo Materia liegelei der ber Consist Lands- U den di- nomie, 183 K es an dem 1809. Das Taursend Mauerziegel 9— 10 Rthlr. ¹ schlechte 85„„ Dackhziegel 7— 8S„ 1813.„„ Mauerziegel 13— 14„ hrlich nur„„ Dachziegel 12— 13„ nnt. 1810, 1814 bis 1821.„, Mauerziegel 11— 12„ mal, 1814.„„ Dachziegel 10„ 822 SoChs. 1823 bis 1825.„„ Mauerziegel 18„ gut an den„„ Dachziegel 190„ Pronnoſen 1829.„„ Mauerziegel 11„ in Leipzig 13— 14 lang, und 21Ps. 9) Dachziegel 8 te Scheune,„ 2 5 2 in Leipzi 9 ldie Vierte 1Pus 1836.„„ Mauerziegel 17— 18„ gt, und ein 4 „„ Dachziegel 8— 9„ sogenannte... Lrhl Der jetzige Preis der Steine ist für Mauerziegel 15 zwanzigma V.. 5 V bis 16, für Dachziegel 9 bis 10 Rthlr. Diese, gegen die scheune, 45 V b Umgegend hohen Preise können nur erzielt werden durch fon i an V die von erfahrnen Bauherren anerkannte Tüchtigkeit des V Materials, das nur von Holzfeuerung— während andere im Sommer V Ziegeleien halb mit Torf, halb mit Holz brennen— von 12 Mann V der besten Masse und von durchgängiger Gleichheit und hwung ein Consistenz geliefert wird, wesshalb es aber auch bis nach Landsberg, Taucha und Skeuditz verfahren wird. 3 Um den grossen Holz- und Kohlenbedarf zu decken, den die Ziegelei, dann auch die Brauerei, Brennerei, Oeko- nomie, Schmiede u. s. W. bedürfen, werden jährlich, ausser 184 — * den Ablieferungen aus den eignen Holzbeständen, Ankäufe von Holz für 6 bis 8000 Rthlr. gemacht. Indessen liefert jetzt schon die nahe vorüberführende Eisenbahn die eng- lische Steinkohle zu einem verhältnissmässig viel billigeren Preise als früher. Die Umgegend liefert Holzkohle und Braunkohle, welche erstere mit den Steinkohlen zur Schmiede, zur Oekonomie, dem Gewächshause und den Gesindestuben verwendet wird.— Durch Benutzung des zweckmäsigsten und wohlfeilsten Materials wird nach allen Seiten hin auf zeitgemässe Ersparnisse hingearbeitet, besonders durch bessere Einrichtung der Oefen in der Oekonomie, Brennerei, Schäferei, Brauerei, Ziegelei und Schmiede. —=o0e 4—— CAPITEL XXXVII. Mahl-, Sechrot- und Quetschmühle. Nach Ablösung der Servituten der hiesigen unter- schlächtigen Erbpachtsmühle wurde in einem Theile der Scheune auf der Schäferei eine Mühle erbaut, auf welcher das nöthige Brodmehl für die Oekonomie, und das Schrot für's Vieh hergestellt wird. Ausserdem werden darauf die nöthigen Graupen für die Wirthschaft gemacht, Hirse gesti und allf der; und’ gespit st 1 setzel gesch setle gleic könn gleie gross und werd Stam) 2u G schme Währ ein! der en!, Ankäufe sen liefert n die eng. J billigeren Kohle und ohlen zur und den tzung des wird nach ngearbeitet, fen in der jegelei und ühle. gen unter- Theile der auf welcher 1das Ichrot rden darauf macht, Hirse — 185⁵ —ᷣ——— gestampft, das sämmtliche Malz für die Brauerei gequetscht, und aller Häcksel geschnitten. Die 8 Stück, für diese Mühle gehaltenen Ochsen gehen auf einer schiefen Tretscheibe, welche sich durch die Last der 2 sich darauf zu einer Zeit befindenden Ochsen dreht, und so die Mühle in Bewegung setzt. Wenn das Getreide gespitzt werden soll, oder Graupen gemacht werden, so ist 1 Ochs hinreichend, um das Werk in Bewegung zu setzen. Wenn 2 Ochsen darauf sind, so kann gemahlen, geschroten, oder auch Mal⸗ gequetscht werden; 2 Ochsen setzen auch die Häckselmaschine und die Stampfen zu- gleich in Bewegung. Wenn 3 Ochsen darauf gestellt werden, können die Mehlmühle und die Malzquetschmaschine zu- gleich arbeiten. Die Mehlmühle macht in einem Tage, ohne grosse Anstrengung der Ochsen, 5 Scheffel Korn zu Mehl, und 18 bis 20 Scheffel zu Viehschrot; 22 Scheffel Malz werden in 11¼ Stunde gequetscht.— 1 Scheffel Ilirse zu stampfen erfordert 2 bis 2 ¾ Tage Zeit; 1 Scheffel Gerste zu Graupen zu machen 1 ¼ Tag; die Häckselmaschine zer- schneidet in einer Stunde 1 Schock Stroh zu feinem Häcksel, während in St. Veit, der Domaine des Besitzers in Baiern, ein Tagelöhner des Tags nicht mehr als 500 Pfund mit der gewöhnlichen Häckselbank schneiden kann. 9 CAPITEL XXXVIII. Schmede. Sie befindet sich auf dem Rittergute in dem sogenann- ten alten Brauerei- Gebäude. Ein Werkmeister und ein Geselle mit einem Taglöhner besorgen die ganze Arbeit an Schiff und Geschirr, Pferdebeschlag, und an Bauten; die dazu nöthigen Englischen Steinkohlen werden von Magde- burg, Kalbe oder Halle bezogen, und die nöthigen Eisen- vörräthe werden in grossen Quantitäten angekauft. CAPITEL XXXIX. Stellmaacherei. Sie befindet sich in einem Hintergebäude am Hofraum, und wird von einem Stellmacher versehen, der entweder im Accord, oder nach dem Tagelohn arbeitet, und sämmt- liche Reparaturen, die in sein Fach gehören, an allen Ge- räthschaften der Oekonomie, so wie deren Instandhaltung zu besorgen hat. i kaub Lebd 5 Rechn führt t 1. 1 ogenann- und ein rbeit an ten; die Magde- en Eisen- tt. Dofraum, entweder d sämmt- allen Ge- ndhaltung VII. Das Rechnungswesen. * cAPITEL XL. Rechnungsf ührung. §. 1. Art der Buchführung. Die Grundlage der Rechnungsführung ist die doppelte kaufmännische Buchführung, die allein einen richtigen Ueberblick der Geschäfte aller Branchen gewähren kann. Dieselbe wird nach Vorschrift des Chefs von einem Rechnungsführer besorgt, der die Hauptgeschäftsbücher führt, die aus 1. einem Memorial oder einer Strazze bestehen, in welches Buch die currenten Geschäfte eingetragen werden; 4 aus einem Cassa-Buche, in dem alle laufenden Aus- — gaben und Einnahmen notirt werden; 3. aus einem Journal oder Monatsbuche, in welchem am Ende jedes Monats sämmtliche Posten auf die sie 188 — betreffenden Rechnungen gedrängt verzeichnet werden; und aus welcher dann ein Monats-Casse-Auszug, und ein Monats-Material-Rechnungs-Auszug*) herausgezogen, und dem Chef zur Revision vorgelegt werden. Diese Auszüge werden mit allen beiliegenden Origi- nalrechnungen revidirt und berichtigt, die Richtigkeit der Auszüge selbst aber durch die Unterschrift des Rechnungs- führers und Inspektors— welcher Letzterer die Casse führt, während der Erstere nur die Eintragung in die Bücher besorgt— verbürgt. §. 2. b Bemerkung über die Führung der Bücher und den Bücher-Abschluss. Nach diesen Auszügen, die eine genaue, detaillirte Uebersicht der Geschäfte jedes Monats geben, wird am Ende des Jahres-Schlusses— der besonders fest gesetzt wird— eine Hauptbilanz gefertigt, die eine Uebersicht des Gewinnes oder Verlustes der verschiedenen Zweige liefert.— Dabei werden sämmmtliche Vorräthe revicdirt, sowie das Inventarium nachgesehen. Erstere werden zu dem Tagespreise angenommen. Bei Letzterem ist im Laufe des Jahres zu- und abgeschrieben worden, was da- *) Siehe die Schemas weiter unten. von ¹ nach d silienlt schritd M nach ⁸ Forris postel) Rentar MindTs Tins der 2r von ſt5 giebbi Büch 2 werd Wirtid Ferlusi die M. die(3 Schma Diesse führe liegel konol werden; werden. a Origi- keit der hnungs- e(asse Pin die Zücher letaillirte wird am gesetat ebersicht Zweige revidirt, erden zu n ist im 1, Was da 189 von genommen oder zugekommen ist. Zugleich werden nach der Art der Benutzung oder Deteriorirung der Uten- silien und Geräthe 5 bis 6 8 von dessen Werthe abge- schrieben. Nach Abrechnung dieser Procente vom Inventarium, nach Feststellung des oft sehr verminderten Werthes der Vorräthe, nach Abschreibung der zweifelhaften Schuld- posten(die eben so gut wie bei dem Kaufmann die Rentabilität einer Besitzung vermindern, und desshalb als Minderertrag mit figuriren müssen), nach Berechnung der Zinsen zu 3, 4 oder 59, die je nach der Ertragsfähigkeit der verschiedenen ökonomischen oder technischen Zweige von deren Stammkapital berechnet werden müssen, er- giebt sich der reine Gewinn bei dem Hauptabschlusse der Bücher. Aus dieser Bilanz kann nun nicht allein nachgewiesen werden, wie sich eine jede einzelne Hauptbranche der Wirthschaft rentirte, sondern auch welchen Gewinn oder Verlust jeder der untergeordneten Zweige, als die Schäferei, die Melkerei, die Schweinezucht, die Schenkwirthschaft, die Gärtnerei, der Hopfenbau, die Getreidemühlen, die Schmiede, die Stellmacherei, das Federvieh u. s. w. brachte. Diess lässt sich bis auf die Pferde und Zugochsen zurück- führen, die jährlich an 1000 bis 1200 Bthlr. für Bier-, Ziegel-, Malz-, Branntwein-, Lehm- und Baufuhren der Oe- konomie verdienen helfen. 190 Diese jährliche Uebersicht dient als sicherster Leitfaden für die Beschlüsse, welche für das kommende Jahr für die Vermehrung oder V erminderung des Betriebes der einzel- nen Zweige nach ihrem Ertrage zu nehmen sind. Nur auf diesem Wege ist es möglich, eine ausgedehnte, dabei bis ins kleinste Detail sich herabstreckende Wirth- schaft zu führen und zu übersehen, ohne dabei nöthig zu haben, durch angehäufte, zwecklose Schreibereien Inspektoren und Rechnungsführer an's Schreibpult zu fesseln, während ihre tägliche, stündliche In- spicirung der Felder, der Brauerei, Brennerei, Ziegelei, der Schäferei, Pferde-, Rindvieh- und Schweineställe, der Scheunen, der Hopfengärten, kurz des ganzen Besitzthums viel nöthiger ist, und ihre stete Aufsicht dem Herrn bessern Ge- winn bringt, als sie ihm mit der Feder auf dem Papier herausrechnen können. Durch praktische Er- fahrung hat man oft gefunden, dass da, wo der Kauf- mann wie der Oekonom den Kleinigkeits-Krämer machte, sich auf der Stube in Büchern und Berechnungen herum arbeitete, dem Einen über seiner vielen Rechnerei die Spekulationen missglückten, weil er zu kleinlich war und die Zeit verstreichen liess, dem Andern das ihm von Gott und Menschen anvertraute Eigenthum zu Grunde ging, Gesinde, Thiere, Geräthschaften, Ernten jährlich schlechter wurden, und ein ganzes, nur durch richtiges Ineinander- min eih 8 ddebi) dreuut ii undh V B0 2n mans: c mä e Fel b marucli Ackenu eing e Devdhn e Thac’t misge Texr Leitfaden hr für die er einzel- gedehnte, 2 Wirth- öthig 2zu bereien feibpult iche In- ennerei, eh- und ongärten, iger ist, sern Ge- auf dem ische Er- jer Kauf- r machte, iI herum nerei die war und von Gott ude ging, Sschlechter mneinander- 191 — greifen der einzelnen Theile bestehendes Werk in's Stocken gerieth. Bei einer ins Grosse gehenden Wirthschaft taugen daher auch eine zu grosse Zahl von Büchern für jedes kleine Conto nichts.— Man lernt aus ihnen nichts Neues, das Nachschlagen wird durch sie erschwert, und dem Chef oder Controllirenden die Einsicht nicht erleichtert; im Gegentheil raubt die Prüfung derselben dem Obern wie den Untergebenen viel Zeit, das kostbarste Kapital für den geschäftsthätigen Mann. Um nur Eines anzuführen: Was hilft zum Beispiel die minutieuse Berechnung der verschiedenen Bodenkraft dieser oder jener Felder in Bezug auf deren ein-, zwei- oder dreijährige Düngung? Was die separate Ackerbonitirung und einzelne Aufstellung des Ertrages des einen bessern Bodens in Bezug auf den andern geringeren?— Kann man auch einen nach vieljähriger Erfahrung als zweck- mässig eingeführten Turnus in der Bewirthschaftung der Felder abändern, wo diess zeitgemäss erscheint, so wird man ihn doch nie ganz aufheben, und einen schlechten Acker auf Unkosten eines guten cultiviren, weil jener einen geringen Ertrag liefert.— Nur durch richtige Bewirthschaftung des ganzen Complexes kann der einzelne Theil mit gehoben werden. Ueberhaupt, wer im ökono- mischen Fache das Meditiren liebt, oder die Predigt dem Texte vorzieht, kommt oft zu Schaden. §. 3. Aufstellung einer Milch-Ertrags- 7 Berechnung. Zum Beweiss vorstehender Bemerkungen diene Fol- gendes. Vor geraumer Zeit hatte einer der Lützschenaer Be- amten während des Besitzers Aufenthalts in Baiern ein Geschäft mit einem Milchhändler abgeschlossen, und sich verbindlich gemacht, ihm jeden Monat 2864 Kannen Milch zu 6 Pfennige, frei in's Haus, nach Leipzig hinein zu liefern. Als er zurück kam und die Bücher revidirte, fand er dieses Geschäft in lebhaftem Gange; ein kleiner Einspänner, ein hübsches Milchmädchen, und schönes blankes Milchge- schirr machten ihm selbst Vergnügen. Als er aber eine Rechnung darüber anfertigen liess, ob er sich wohl besser stände, wenn er von diesen 2864 Kannen Milch Butter machen liesse, zeigte sich folgendes Resultat: 2864 Kannen Milch zu 6 Pf. nach Leipzig geben 59 Rth. 16 gr. Ausgabe: Fuhrlohn jeden Tag nach Leipzig, 31 Tage zu 8 gr. 10 Rth. S gr. Geleite- und Chausseegeld auf 1 Pferd à 2 gr. 2„ 14„ Wagenzins mit Reparaturen, Schmieren à 2 gr. 2„ 14„ Dem Mädchen Lohn und Kost à 2 gr... 2„ 14„ von obigem Betrage ab........ 18 Rth. 2 gr. bleiben............ 41 Rth. 14 gr. ———;— ags- jene Fol- naer Be- niern ein und sich nen Milch zu liefern. e, fand er inspänner, s Milchge- en liess, oh 64 Kannen Resultat: ie Rth. 8 gr. 14„ 14„ „ 14„ — 2) ) Rth. 2 F. — IRth. 14 gr * aea emn mnm, zene, nm, meenen Debe,, w, L,h,S, S,, h, d 1 Sch 2 2 eeeu,t zmae, mee wrn ho, ,, maee we, ,,h,, Aau —— 2 4— er ͤſſͤſͤſͤſͤſͤͤſͤ1111— 2 1 — vͤ 8““ —ꝛ—x—xxx:ÿ— 08 his 24 gehra n chnit i Nach 84 Kahne 3 gelche Näl KE das 8c90 Xb. fMr also eti Ahgand: zucht 424 besonde wurde. 193 Obige 2864 Kannen Milch geben, wenn anstatt 25 bis 26 Kannen selbst 30. Kannen zu einer Kanne Butter gebraucht werden, 95 Kannen Butter, im Jahresdurch- schmitt à 11 gr. die Kanne..... 43 Rchlr. 13 gr. Nach Abzug von 5 Kannen verbutterter Sahne bleiben noch 25 Kannen saure Milch, welche 1 Mandel Käse geben, folglich auf 2864 Kannen 23 Schock 3 Mandeln à 12 gr. das Schock.......... 11„ 21„ 5 Rthlr. 10 gr. Ab: für Salz, Kümmel und Geräthschaften 3„ 20„ Gr bleiben 51 Rthlr. 14 gr. also ein monatlicher Mehrgewinn gegen den Milchabsatz von......... 10 Rthlr.— gr. Die dabei nöthige Arbeit wird reichlich durch den Abgang beim Buttern ersetzt, welcher in der Schweine- zucht sehr gut verwendet werden kann. Sollten in andern grossen Wirthschaften nicht ähn- liche IErrthümer begangen werden? Hier konnte der Verlust schnell nachgewiesen werden, der später durch Ueberhitzen und Erkranken des Pferdes, besonders im Winter, noch in die Augen springender wurde. §. 4. Wirthschaftsbücher. Ausser den oben angeführten Hauptbüchern hat das ganze Dienstpersonal, Jeder nach der ihm aufgetragenen Beschäftigung, seine Nebenbücher. Der Inspektor haftet durch Unterschrift und Caution für das Gesammt-In- ventarium. Jeder Untergebene, wie Gärtner, Gerichts- diener(für Bauten-, Eisen- und andere Vorräthe), Ziegler, Brenner, Schäfer, Hopfenweiner, Stellmacher, Böttcher, Brauer, Markör, Ausgeberin u. s. w. bis auf die Knechte herab hat wieder dem Inspektor für das ihm besonders übergebene Inventarium zu stehen. Zur Sicherstellung desselben wird von den Untergebenen, die ein grösseres Kapital zu vertreten haben, durch allmäliche Abzüge am Lohn eine Caution angesammelt, wie beim Rechnungsfüh- rer, beim Brauer, Schäfer, den Schafknechten, dem Gerichts- diener und Gärtner.— Bei dem Abgange wird ihnen selbige zurückgezahlt, und hat die Erfahrung bewiesen, dass, weil eignes Interesse im Spiel ist, die anvertrauten Gegenstände desshalb weit gewissenhafter und sorgsamer gehalten und gepflegt wurden. 3. Auch werden folgende Bücher gehalten: Im Zimmer des Verwaltungspersonals ein Tagebuch, in welches von demselben täglich alle Vorkommenheiten der Wirthschaft eingetragen werden, und die zugleich eine eine i Hiĩ Sponfn gen Ai Logle 4 die üln vom simnt Finkitn I auf Lr angaudh harset 1 Verwale den 9G. teten 14 Witteen E inmer Zur 191 Mona FE verkä 88 des Fus hat das tragenen rr haftet amt-In- Gerichts- kiegler, Böttcher, e Knechte besonders nerstellung grösseres bzüge am mungsfüh- Gerichts- en selbige dass, Weil genstände nalten und Tagebuch- mmenbeiten lie mugleich 195 eine Art historisch-statistische Chronik des Gutes bilden, eine Gesammtübersicht des ganzen Geschäftsganges. Ein Brief-Copir-Buch, in das die ganze Corre- spondenz, wie in einem kaufmännischen Contor eingetra- gen wird.(Eingehende Wechsel oder Anweisungen werden sogleich zum Incasso nach der Stadt geschickt, so wie die überflüssigen Gelder abgeliefert, und etwaige Vorschisse vom Chef erbeten, dem zu jeder Zeit auch eine Uebersicht sämmtlicher disponibeln Waaren-Vorräthe und der nöthigen Einkäufe vorliegt). Im Gasthofe hängt eine grosse schwarze Tafel aus, auf welcher alle Einkäufe und Verkäufe des Ritterguts angeschrieben werden, zur Einsicht für die ganze Nach- barschaft und die durchreisenden Fremden. Ein Feld- und Tagelöhnerbuch, welches vom Verwalter geführt, und in welches nicht allein alle von den Arbeitern, den Knechten, Pferden und Ochsen verrich- teten Arbeiten eingetragen, sondern auch die täglichen Witterungsbeobachtungen notirt werden. Ein Tagebuch der Ausgeberin, in welches sie die innern Wirthschafts-Einnahmen und Ausgaben einträgt, zur Berechnung und Ablieferung der Gelder Ende des Monats. Ein Tagebuch des Schäfers, zur Notirung der Schaf- verkäufe, der Vorräthe für die Schäferei, der Eintheilung des Futters u. s. w. 13* 196 Ein Ziegelei-Journal, vom TZiegler gehalten, mit dem Verkaufe aller Ziegelsteine, der Preise, des Arbeits- lohnes, der Restanten, der Holz und Ziegelvorräthe u. s. W. Ein Miethzinsenbuch, vom Gerichtsdiener geführt, mit specieller Ausführung sämmtlicher Miethbewohner in den, dem Rittergute zuständigen Gebäuden, und der Ent- richtung der Zinsen. Ein Kapital-Debitoren-Buch für denselben, für zu entrichtende Zinsen auf vorgeschossene Gelder; des- gleichen für von den Unterthanen jährlich abzutragende Geld-, Natural-, Erb- und Katzenzinsen, und andere Gerichtsnutzungen der Güter Lützschena, Freiroda, Kritz- schine, Wehlitz, eines Theiles der Stadt Skeuditz u. s. W. Ein Tagebuch für den Gärtner, Behufs der Eintragung aller verrichteten Arbeiten in den Obstbaum- und Gemüse- gärten, im Park und den andern Anpflanzungen. Ein Brennerei-Journal, vom Rechnungsführer ge- halten, worin Zu- und Abgang des Branntweins, Abgabe des Getreides, der Kartoffeln, des Feuermaterials, der Re- stanten u. s. w. notirt werden. Die Bücher des Brauerei-Betriebes, gleichfalls vom Rechnungsbeamten geführt, bestehen aus einem Debitoren-Journal, worin sämmtliche Bier-Abnehmer ein Conto haben, nebst einem Register für aussenstehende Fässer, darauf geleisteten Einsatz, Eingang der Gelder u. s. W.; eilt gegan ell rend 1 Gertel verzeios tion de Oekon'e werded ben sü 16 Rechngn Markäng einem F5 einem el einem„ einem Ii einem ai einem gi einem 92 R Uten, mit Arbeits. „ V.. S. W. geführt, ohner in ler Ent- ben, für er; des- tragende d andere la, Kritz- 2z u. s. W. intragung 1 Gemüse- führer ge- , Abgabe „der Re- gleichfalls zämmtliche m Register 197 einem Fassnummerbuch, zur Eintragung aller ab- gegangenen oder neu gefertigten Gefässe; einem Materialrechnungsbuch, in welches wäh- rend der Sudzeit alle Zu- und Abgänge von Hopfen, Gerste, Malz, Hefen, so wie der Vorrath des Bieres täglich verzeichnet werden, damit am Jahresschluss die Reparti- tion der verschiedenen Gutslieferungen auch den einzelnen Oekonomiezweigen respective belastet oder gut geschrieben werden können, und also eine genaue Repartirung dersel- ben stattfindet. Ao 5. Gasthofsbücher. Die Gasthofsbücher, die unter Aukfsicht des Rechnungsführers von der Ausgeberin und dem obersten Markör geführt werden, bestehen in einem Küchen-Einnahmen- und Ausgabenbuch; einem Fleischerbuch; einem Bäckerbuch; einem Milchbuch; einem Einnahmenbuch für Billard- und Schlafgelder; einem Bierverschleissbuch; einem Berechnungsbuch für verkauften Branntwein, Liqueur, Rum, Wein, Zucker, Kaffee, Cigarren, Schnaps u. s. W. 4 198 einem Einnahmebuch für vom Hausknechte verabfolgten 2 Hafer, für Heu u. s. w. §. 6. Berechnung nach Procenten. Sämmtliches Personal ist leicht zu controlliren, da ihnen die zu debitirenden Vorräthe an Speisen und Ge- tränken zu dem Kostenpreise übergeben werden, und sie dafür nach dem Verkaufe die Gelder mit dem darauf geschlagenen Gewinn nach Procenten abliefern müssen; ungefähr nach beifolgendem Schema: Rum..... mit 100 Procent Gewinn Liqueure....„ 100„„ Essenzen....„. 100„„ Branntwein..„ 50„„ Bier.....„ 50„„ Cigarren.....„ 100„„, Kaffee und Zucker.„ 140„„ Weine.....„ 50— 80 42 22 Würste....„ 25„„ Häringe, Bricken, . Sülze U. S. W. 5) 25— 50 29 99 Bäckerwaaren..„ 10— 20„„ Eier 1 1 und 5 4 in 18. brinh Biero mehl da ih Wul. abfolgten Schinken....... mit 50 Procent Gewinn Schweizerkäise....„ 50„„ 2... Ordinärer Käse.....„ 100„„ Butter«*..«.ℳ.... 5 90„„ Auf diese Art ist die Uebersicht leicht und genau, und sind Veruntreuungen kaum möglich. Ganz in ähnlicher Weise wird die Kellerwirthschaft in Leipzig unter Aufsicht des Hausbesitzers geführt, und ren, da V und Ge- V bringt dieselbe mit Einschluss des im Detail verschenkten „und ge Bieres einen jährlichen Umsatz von 11 bis 12000 Rthlr, m darauf mehr als in manchem grossen Detail-Geschäft, hervor, müssen; da in einem Jahre z. B. gegen 70000 Würstchen verkauft wurden. t Gewinn §. Schema zu dem Monats- 4 Soll Monat Jan s ——— A XDW„ſX 1 An Cassa-Saldo.................. 580—— b 1/31 An Oekonomie-Conto. V 1 Verkaufte Milch, Sahne u. s. W...... 18—— . 7 Ferkel an Diverse............. 9—— 2 ½ Schffl Korn an Vogt............ 6 4— 1 Ruhhaut...................... 8 8— 41 12— 1 1/3 An Brauerei-Conto. V 1 5 Eimer Bier dem Gasthof.......... 19 3— 1 21„ 27 K. baar verkauftes Bier..... 79 4—— 1 Baar Verkauftes Halbbier...... ·. 10 3— 108 10— 1 44 1 Bierconto Zahlungen. 15 An Raps in Lübeck......... 12 3— 2 16„ Lampe in Stettin............. 56—— 3 „„ Kraus in Bremen......... ZQ⁊VN83 20— 3 20„ Rohe in Frankfurt a/O........... B. 100—— 25„ Bander in Cassel........!...... J75 5 · Transport 2 7. lonats-auszug der Cassa. Monat Januar 1842. Haben. 2. Per Oekonomie⸗Conto. Tagelöhne Kaffeegelder dem Beamten Schlächterlöhne Klempner-, Sattler-, Stellmacherar- Peiten u. s. W................. Innere Ausgaben Medicamente Per Brauerei-Conto. Brauerlöhne., Für 4 Uebersude Böttcherlöhne.................... 243 Schffl Gerste.................. 147 Stück Besen Agio-Verluste 5 Ctr. Hopfen von nhnͤ k...... Fasseisen Brausteuern Transport. Monat —— Dhh,, X,, X 4 Transport...... 1067 2— 1/31 An Ziegelei-Conto. 13 Baare Verkäufe.................... 33 5— V 7 . I 1 Ziegel-Zahlungen. 2 4 An Börner in Eutritsch.................300—— 10„ Rittergut Zschölkau............. 909 5— V 20„ Apel in Cursdorf.....................84 12— V 30„ äse in Leipzig.................125—— An Brennerei-Conto. 1 ½ Eimer an Hermann hier................ 9 12— nl ll 1/,31 An Grundstück-Conto. 17 Eingegangne Miethzinsen.......... 55 18— 4 Erlös aus dem Hirtenhaus.......... 8 4— 63 22— 1/31 An Capital-Debitoren-Conto.(4. Nichts............................ ö..... 1 1/31 An Cautions-Conto. 15 Brauer Jodlbaur..................... 18—— 85 Gerichtsdiener Quaste.............. 2—— B 1/31 An Jagdnutzungs-Conto. 113 ½ Jahr Pacht von Dörfel.................100—— 82* 1/31 An Grundzins-Conto. 131 Erbzinsen von Freiroda.............. 29 2 5 5 1/31 An Interessen-Conto. 131 Nichts........................................... 3. 1/31 An Gasthaus-Conto. V 131 4 Baare Einzahlung........../:..Z. 96 20— V 5 7 11 Transport... Monat Januar 1842.. Haben. DSO, X Transport........ 9 6 Per Ziegelei-Conto. Tagelöhne. Für den 21/24 Brand Geleite und Chausseegeld 9—— 17 Fuhren Trinkgeld 595— aſ. ß—— Per Brennerei-Conto. Brennerlöhne Brennsteuern per Grundstück-Conto. Bauquatember Per Capital-Debitoren-Conto. An Pfau gegen Hypothek mit 49..... Per Cautions-Conto. Schafknecht Gries beim Abgang.... Per Jagdnutzungs-Conto. Kanon auf 1 Jahr Per Grundzins-Conto. Nichts Per Interessen-Conto. Zinsen für Cautionen Per Gasthaus-Conto. Für 1 Ctr. Brennöl Kücheneinkäufe Zucker und Kaffeekäufe Transport..... Soll Monat A,AW, Transport... 2028 8 5 1/31(An Gerichtsverwaltungs-Conto. Eingegangne Lehngelder........... 48 16 do. Strafgelder...........— 16— 49 8,— 1/311 yAn Administrations-Conto. Nichts........................ 1/31 An Privat-Conto. Eingegangne Brückengelder........ 2 8— 1/31 An Holzhof-Conto. Nichts........................... 1/31 An Bau-Conto. Nichts........................... 1/31 An Vorschuss- und Ablie- ferungs-Conto. Vorschüsse vom Hrn. Chef......... 2800—— V 4880— 5 Extrahirt am 31. —⸗—⸗—⸗—xx4— Janiang ( luteni b Monat Januar 1842.. Haben. ——— 2AA, Xh 7028 8—— 2028 8 5 Transport.... 2037 15 10 1/31 Per Gerichtsverwaltungs-Conto. 49,3 Lohn dem Gerichtsdiener...... 5—— 1/31 Per Administrations-Conto. Gehalte den Beamten........ 175—— 1/31 Per Privat-Conto. . Glaserarbeiteternn....— 6— 28 Zwiebeln und Töpfe........ w.... 5 2/— 5 8— 1/31 Per Holzhof-Conto. 30 Klaftern Scheitholz von N....... 129[23— Fuhrlohn darauf abschläglich........ 105—— Abschlägliche Zahlung auf 153 ⅓ Klftr IIolz.......................... 763—— Spesen bei Torffuhren. 6 19 9/ 1004 18 9 11,31 Per Bau-Conto. 71 Schffl Graukalll.. 38 12— Neuer Keller zu pflastern......... 18 22— Tagelöhne beim Kellerbau c.. 295—— Maurer- und Zimmerlöhne...... 180[20— Erde zu karren in Accoͤrdͤd...... 123—— 656 6— 1/31 Per Vorschuss- und Abliefe- rungs-Conto. 2800—— J’ichttito.....y... 31 Per Cassa Saldo...................... V. 995 23 10 4880-5 41880— 5 ahirt am 3l. Januar 1842. (Unterschrift der Beamten). Schema des Restantenverzeichnisses zum vorstehenden Cassa-Auszug. Per Folgende An Oekonomie-Conto. Gasthaf-Conto, für 4 Schffl Hafer à 1 ¼ Thlr. Prival-Conlo, für 4 Schffl Erbsen à 2 ¼ Thlr. Brennerei-Conto, für 186 Schffl Kartoffeln à 2 Thlr.— gr. 153 Ziegelerdefuhren 19„ 3„ M 93 21 Per Folgende An Brennerei-Conto. Gasthof-Conto, für 1 Eimer 20 Kannen.. Oekonomie-Conto, für 40 Kannen Per Folgende An Brauerei-Conto. Bier-Niederlage in Leipzig, für u. s. W... Scheuffel in Wittenberg............... Helfer in Nordhausen Lutherburg in Köthen Lautsch in Stettin ....„„....„ „.„.....„...„ .„......„„ C,„.......„„ ..................„„. ..............„„ ..............„.„. ............„„..„.. 16 15 L M 119 11 2951 Transport 10 20 X Bn Bi* K 1 N& Brorn: Baen Gdpih. BrS Oeona a J es zum Transport Per Folgende An Ziegelei-Conto. Börner in Eudritzsch, für u. s. W........ Schrermann in Luppin.. a.. Loeffler in Bergen................. Hau- Conto........................ per Folgende An Holzhof-Conto. Brauerei-Conto, für u. S. W........... Bau-Conto......................... Gasthof-Conto..................... Brennerei-Conto............... . Oekonomie-Conto..................... Ziegelei- Conttoeoeoo.. 542 1406 Summa 12 MO22S 2 Sna PA A puujsog- J50 A uu In4 Joqjsu uop uV peſd olp Il 88 7 BurunS 85 8 5 uossouio νν:ν LL 09 85⁰ 898Iuos u puesog UoSs z ese 2es e es e es 3 uoℳ‿ uos qda 321812 uaoN uoz2 e A aenuup ——————— uο Sunu*oο‿-1νε⁴οιιντ⁴μιεuνονο(1 uo Sunuioo H-Ielloae p sne SnzsnV-saeuo p og „ 6 ·§ 0091„ ee puuseg . 002 8..a11aA Joουο 00 9s40Alp ue Juu*A puuzsog 81 0069 11mqo5:n ue loulen 8 ͤ. puulsog — — — 401 ug deuud douuH 1I°IA42 PO Sunuqoo U-1°111. pacleitenn puuogf 05 delA pu sup Iu ...... purjsog O6 puusod 02 2jJdo8 lpb In. 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Die Ordnung in der Bewirthschaftung eines Gutes giebt unschätzbare Vortheile, welche Herrschaften und Be- amte nicht aus den Augen setzen sollen. Nichts kann den Ertrag des Gutes sichrer erhöhen, als Pünktlichkeit, Ueber- legung, Wachsamkeit und Betriebsamkeit, und Nichts ist rerick richt 4 Feld 4 eingtn nacheg ob be Reints gedoTa 219 — verderblicher, Nichts kann ein Gut so leicht zu Grunde richten, als Nachlässigkeit, Unwissenheit und Schlaffheit. Viele Beamte meinen, es sei schon genug, wenn die Felder nur bebaut, der Hopfen gedüngt, und die Früchte eingeerntet werden; ob aber diess alles ordnungsmässig, nach vernünftigen, gut berechneten Grundsätzen geschehe, ob keine Verschwendung statt finde, ob der grösstmöglichste Reinertrag des Gutes erreicht werde, daran wird oft nicht gedacht. mlen. —.— s Gutes CAPITEL XLII. ien von Verhaltungs-Regeln für einen Verwalter. d einige sregeln, 1. Früh um 3 Uhr im Sommer und nach Umständen im Winter und Herbst um 4 Uhr muss der Verwalter praver, aufstehen, um sogleich, wenn die Knechte zu füttern auch das anfangen, dabei zu sein; so lange dabei bleiben, ten ge⸗ bis sie die Pferde gehörig abgefüttert und geputzt haben; nicht zugeben, dass sie nach dem Putzen sich s Gutes wieder niederlegen, weil ein Knecht, wenn er seine und Be- Pferde ordentlich abwartet und füttert, keine Zeit ann dem mehr zum Schlafen hat. Eine Viertel- oder eine t, Leber. halbe Stunde vor dem Anspannen kann angeschirrt ichts ist werden. Im Sommer wird Punkt 5 Uhr angespannt. 2. Der Hofknecht muss, ehe die Thore geöffnet werden, die Hunde anlegen; das Aufschliessen der Thore besorgt der Verwalter. 3. Die Knechte müssen zugleich anspannen; der Verwalter geht sogleich mit ihnen aufs Feld, damit sie sich nicht unterwegs aufhalten. 4. Wird Samengetreide mit hinausgenommen, so verlässt der Verwalter den Samen nicht, geht auch nicht cher vom Felde, als bis Alles ausgesäet, oder muss, wenn nicht Alles ausgesäet wurde, dabei bleiben, und es sogleich bei der Zurückkunft in Verwahrung nehmen, damit den Leuten nicht Gelegenheit Bogehon wird, Etwas davon zu entwenden. 5. Mittags halten die Leute mit dem Vieh 2 Stunden im Stalle, wo um 11 Uhr aus- und um 1 Uhr wieder angespannt wird; Abends um 8 Uhr mäüssen die Pferde im Stalle sein. 6. Was auf jedes Stück gesäet wird, muss genau aufge- schrieben werden, und wird vom Verwalter in sein Tagebuch eingetragen; überhaupt Alles und Jedes, was des Tags über mit den Tagelöhnern verrichtet wurde. 7. Abends nach dem Ausspannen beredet er sich mit dem IHerrn oder Inspektor, und berichtet in seiner Tage- löhner-Tabelle, was gemacht worden. Erst dann erhält er die Anweisung zu den Arbeiten des folgen- werden, r Thore erwalter sie sich verlässt ht eher 8, Wenn und es nehmen, iI wird, nden im wieder sen die aufge- in sein les, Wds t wurde. mit dem er Tage- st dann s folgen- den Tags, weil zuweilen bei veränderlicher Witterung Abänderungen erforderlich werden. 8. Bei dem An- und Ausspannen muss der Verwalter jedesmal sein, wenn ihm kein anderes Geschäft über- tragen worden, er muss die Wassereimer bei dem Anspannen von den Krippen wegnehmen lassen, damit die Pferde nicht saufen, wenn sie herein kom- men; das Heu muss von den Raufen herunter genom- men, und die Krippe mit einem Strohwisch rein aus- gewischt werden. Es muss genau Obacht gegeben werden, ob der Hafer gesiebt, gehörig angemengt, und nicht zu viel eingeschüttet worden, weil das Futter sonst leicht warm wird, und die Pferde dann nicht rein ausfressen; daher ist es besser, wenn drei bis viermal vorgeschüttet wird. 9. Wenn es dunkel wird, müssen Thore und Thüren ge- schlossen, die Hunde losgelassen, die Scheunen vom Verwalter visitirt werden, und darf er Niemandem die Schlüssel zum Aufschliessen der Thore und Thüren geben; er muss die Leute selbst hinaus und herein lassen. 10. Muss Ordnung auf dem Hofe herrschen, die Wagen, und wo möglich auch die Pflüge müssen auf einen Platz aufgefahren werden. 11. Der Verwalter muss stets eine Brieftasche oder Schreib- tafel bei sich führen, damit er, wenn er unterwegs X oder auf dem Felde eine Notiz zu machen habe, er sie sogleich aufzeichnen könne. 12. Allen Geschäften, denen man sich unterzieht, muss man mit Fröhlichkeit und gutem Willen entgegen gehen. Sehen die Leute, dass der ⸗Verwalter die Geschäfte nicht gern besorgt, so kann man darauf rechnen, dass sie von den Leuten auch schlecht be- sorgt werden. 1 13. Mit dem Gesinde und den Fröhnern muss man auf eine höfliche Art umgehen, jedoch mit Bestimmtheit das verlangen, was vom Herrn oder Inspektor ange- ordnet wurde. 14. Alle Familiarität mit den Leuten muss man vermeiden. 15. Seinem Herrn muss man mit der grössten Freundlichkeit zu jeder Zeit entgegen kommen, auch wenn Versehen vorgehen, diese ganz offen vortragen; jeder Herr wird aufrichtiges Bekennen nachsichtiger aufnehmen, als Verheimlichung der Fehler. 46. Jede Untreue, welche der Verwalter von den Leuten, sowohl auf dem Hofe, als auch auf dem Felde be- merkt, muss er sogleich anzeigen; es versteht sich von selbst, dass der Verwalter stets so handeln muss, als wenn er für sich wirthschaftete, weil dann er doch gewiss Alles genau zusammen nehmen würde. 17. Sonntags hat derselbe genau Obacht zu geben, dass das Vieh gehörig abgewartet wird, weil die Leute 18. Nas 18 u4³ habe, er ht, muss entgegen lter die darauf echt be- man auf immtheit or ange- ermeiden. adlichkeit Versehen der Herr fnehmen, Leuten, elde be- teht sich eln muss, dann er en würde. pen, dass die Leute gewöhnlich diesen Tag zum Nachtheil des Viehes für sich benutzen. Auch kann derselbe die Felder bege- hen, die er wegen Mangel an Zeit in der Woche nicht besichtigen konnte. 18. Muss er ein genaues Augenmerk auf die Drescher haben, vorzüglich, wenn sie dreschen, dass sie ordentlich und rein ausdreschen, und dass bei dem Nachhause- gehen die Männer oder Weiber nicht etwa Getreide mitnehmen. 19. Muss der Verwalter, wenn er Felddiebstähle bemerkt, sich unverdrossen zu ungewöhnlichen Stunden, und wenn es in der Nacht wäre, auf das Feld begeben, um die Diebe zu erlangen, oder ausfindig zu machen. 20. Auf Feuer und Licht muss er genau Acht geben, vor- züglich nicht gestatten, dass in Ställen die Lampe aus der Laterne genommen, auch dass kein Tabak in den Ställen geraucht werde; ferner ist das unnöthige Ein- heitzen und viele Verbrennen des Holzes zu verhüten. 21. In Abwesenheit des Herrn oder, Inspektors hat der Verwalter die Befehle der Frau zu respektiren, so wie überhaupt ihr immer mit Höflichkeit und Freund- lichkeit entgegen zu kommen. 22. Da die Knechte gewöhnlich ihre Heu-Rationen zu gross machen, und daher zum Frühjahr oder Anfangs Sommers, wo noch kein Heu gemacht wird, oder das neue Heu Schaden verursacht, schon Alles verfüttert haben, so muss genau Acht gegeben werden, dass nicht zu viel genommen werde. 23. Die Drescherweiber haben die Gewohnheit, dass beim Korn- und Weizenhauen sie die Stoppeln ausgrasen, und eine Menge Aehren mitnehmen; diess muss durchaus nicht gestattet werden. 24. Muss der Verwalter, schon um ein gutes Beispiel seinen Untergeordneten zu geben, den Gottesdienst nicht versäumen, und die Leute zu dessen Besuchung anhalten. 25. Schenken und Spielgesellschaften, und überhaupt allen liederlichen Umgang muss er vermeiden. 26. Auf den Getreideböden muss immer die grösste Rein- lichkeit herrschen; die Getreidehaufen müssen zu ge- höriger Zeit umgestochen werden, und die Säcke immer an ihrem Orte hängen. 27. Auf Wagen und Geschirr muss er immer ein wachsa- mes Auge haben, und jeden Fehler sogleich verbes- sern lassen, damit nicht grösserer Schade entstehe. 28. Die Branntwein-Gefässe muss er gehörig aufbewahren, damit sie nicht zusammenfallen. 29. Die Rossmühle und Zubehörungen stehen unter specieller Aufsicht des Verwalters. Hauptsächlich darf das Vieh beim Treten der Mühle nicht übertrieben werden. Bei Annahme von Knechten und Mägden werden sie mit den Verhaltungsregeln bekannt gemacht, die sie im Dienst Ihnen buch ☚. wird. un!* II ordngm behaeh: gen,R4 Achton! gegeritt von ies gen, E nüchmr 2 die ai zehenn b imm erden, dass dass bein ausgrasen, jess muss iel seinen ist nicht ganhalten. naupt allen 'sste Rein- sen zu ge- die Säcke in wachsa- ch verbes- ntstehe. hewahren, r gyecieller f das Vieh werden. werden gie die sie im Dienst zu beobachten haben, zu deren Aufrechthaltung ihnen beifolgendes Schema in ihr Lohn- und Inventarien- buch eingeheftet, nnd von ihnen selbst unterschrieben wird. CAPITEL XLIII. Redingungen unter welehen untengenannter Dienstbote gemlethet ist. Ein guter Knecht und eine gute Magd müssen treu, ordnungsliebend, fleissig und gehorsam sein, ihr Vieh gut behandeln, putzen und füttern, ebenso auch Geschirr, Wa- gen, Pflug, überhaupt Alles was ihnen übergeben ist, in Acht nehmen und gut bewahren. Gegen Fremde, oder gegen die Personen, zu denen sie Etwas zubringen oder von ihnen zu holen haben, sich artig und freundlich betra- gen, auf Landstrassen sich gesittet aufführen, und immer nüchtern sein. Wenigstens aller vierzehn Tage sollen sie einmal in die Kirche, Abends nach dem Abfüttern aber zu Bette gehen und nicht ausserhalb umherstreichen; überhaupt immer den Nutzen ihrer Herrschaft zu befördern suchen. 15 226 . 8. 2 Für unordentliche Knechte sind nachfolgende Strafen 1 festgesetzt: 1. Wer sich auf einen mit Steinen, Erde, Mist, IIolz oder 1 22 9. 11. andern Sachen beladenen Wagen setzt, und darauf 4 betroffen wird, zahlt 2 gr. Strafe. . 1 10. 2 2. Wer beim Heimfahren von Leipzig oder von andern Orten ohne Befehl oder besondere Erlaubniss seiner 5 Vorgesetzten Leute oder Sachen aufladet, zahlt 4 gr. Eute e Strafe. 1 3. Wer Abends ohne Erlaubniss des Inspektors oder Ver- hen walters sich vom Hofe entfernt, zahlt 4 gr. Strafe, ao Ur im Wiederholungsfalle 8 gr., und beim dritten Male Sichi wird er seines Dienstes entlassen.— cll 9⸗ 4. Wer, von seinen Kameraden oder sonst wo anders, and n wenn auch für sein Vieh, Futter und dergleichen ent- einel wendet, wird dem Gerxicht übergeben, und als Dieb vil behandelt und bestraft; geschicht ein solcher Diebstahl gen; g. auf gewaltsame Weise und unter erschwerten Um- hincd ständen, so wird er dem Criminalgericht übergeben. darna i 5. Wer sein ihm anvertrautes Vieh schlägt und schlecht b3 behandelt, zahlt die Strafe Nr. 3. 6. Wer etwas ihm Anvertrautes verliert, oder durch Nach- lässigkeit, oder mit Willen zerbricht oder zerreisst,( muss es auf seine Kosten wieder herstellen lassen. 7. Wer auf dem Hofe oder in den Ställen Tabak raucht, wird mit 8 gr. bestraft. e Strafen lolz oder 1 darauf andern s seiner llt 4 gr. der Ver- r. Itrafe, tten Male o anders, lchen ent- als Dieb Diebstahl rten Um- vergeben. schlecht rch Nach- gerreisst, n lassen. bak raucht, 8. Wer sich grob oder widerspenstig gegen seine Vorge- setzten beträgt, bekommt 6 bis 12 Stunden Gefäng- niss, und im Wiederholungsfalle seinen Abschied. 9. Wer die Lampe in den Ställen aus der Laterne nimmt, zahlt nach Umständen 1 bis 4 gr. Strafe. 10. Wer sich betrinkt, verfällt in die Strafe Nr. 8. Aus diesen Strafen wird eine Casse gebildet, woraus gute und ordentliche Knechte belohnt werden. Ausserdem erhält derjenige Knecht, welcher sich kei- nen Fehler zu Schulden kommen lässt, sich überhaupt so beträgt, dass seine Vorgesetzten mit ihm in jeder Hin- sicht zufrieden sind, also Derjenige, welcher am Jahres- schlusse sich als bester Knecht gezeigt hat, ein Geschenk aus der Strafkasse oder vom Herrn Chef zu Weihnachten einen Ehrenrock. Diese Gesetze sind Jedem in sein Lohnbuch eingetra- gen; er macht sich durch seine Namensunterschrift ver- bindlich, dass er davon unterrichtet sei, und sich streng darnach richten wolle. Rittergut Lützschena, den Die Oekonomie-TInspektion. (Name des Knechtes.) 228 Bei dieser Verordnung wird dem RKnecht und der Magd noch zur Pflicht gemacht: 1. Die Pferde- und Kuhkrippen des Tages dreimal zu rei- nigen, um der Versauerung derselben vorzubeugen. 2. Die Pferde und Kühe jeden Morgen zu striegeln und zu putzen. 3. Das Futter beim Einfüttern jedesmal mit einem Staub- siebe zu reinigen, und den IIafer und Iläcksel etwas anzufeuchten.. 4. Die Pferde des Morgens vor dem F utter, und des Mittags nach dem Futter zu tränken. 5. Im Winter das Wasser der Kälte wegen in den Stall zu setzen, und keine Zugluft in dem Stalle zu dulden. 6. Aller 4 oder 6 Wochen die Geschirre zu putzen uncd einzuschmieren. — o 0— CAPITEIL XLIV. Brrichtung von Dienstboten- Verbesserungs- Vereinen, Kinder- und Sonntags- Sohulen. Wie es von jeher des Besitzers Bestreben war, durch Vereine auf dem, Lande moralische und nützliche — — . — Bids Gasie nell7 ahe is er 99 er e für 8 ihess ihrdl an gul t Diche gellen lich m den n mitula dassk es h bote nur Leuai- Vonds nehuen t und der nal zu rei- beugen. egeln und m Staub- sel etwas und des den Stall zu dulden. utzen und gerungs- ntdg- teben Wäl, ꝛd nützliche 229 Bildung zu fördern, und desshalb schon vor 16 Jahren im Gasthof ein Lehrverein gebildet wurde, zu dem er alle neu erscheinenden Journale und Schriften lieferte, der aber einige Zeit nachher wieder aufgehoben wurde, weil er zuletzt nur noch materielle Zwecke verfolgte; so hält er auch Dienstboten-Verbesserungs-Vereine für nützliche Institutionen; insofern nämlich darin Vorträge über Sittlichkeit, Treue und Gehorsam derselben gegen ihre Herrschaften, Pflicht- und Ehrgefühl, Sorge für das anvertraute Eigenthum u. s. w. gehalten werden.— Durch gutes Beispiel und Belobung werden die Lützschenaer Dienstboten von der Oekonomie und Herrschaft dazu an- gehalten, und die Meisten haben, als Zeichen ihres ordent- lichen Betragens ihre kleinen Erwerbnisse in der Spar- kasse stehen. Sehr wünschenswerth wären solche Vereine, bei denen die Frauen für das weibliche Personal wesentlich mitwirken könnten, aber dabei auch durchaus nöthig, dass die Herrschaften dahin unter sich überein kämen, sei es in der Stadt oder auf dem Lande, nur solche Dienst- boten aufzunehmen, Belohnungen und Auszeichnungen nur Denen zuzugestehen, welche durch gute, aufrichtige Zeugnisse nachweisen könnten, dass sie sich eine Reihe von Jahren durch redlichen, treuen Diensteifer und Wahr- nehmung des Interesses ihrer Herrschaft ausgezeichnet 230 haben. Alle Uebrigen, welche die mit ihrer vorigen Herrschaft eingegangenen Verbindlichkeiten nicht erfüllt haben, sollten zurückgewiesen werden. Da jetzt im Leben Alles eine neue Richtung nimmt, der, F reiheitssinn, durch Mangel an Religion und häuslichem Glück, durch falsche Begriffe von Unabhängigkeit und einen Verbildeten Verstand den Dienenden immer mehr von der Anhänglichkeit an seinen Brodherrn und seine Dienstpflicht entfernt, ist es wohl an der Zeit, an die V erbesserung der Verpflichtungen, welche sich Herr und Diener gegenseitig schuldig sind, zu denken. Schreiber dieses hat mehre treue, redliche und thätige Diener, welche seit 25 bis 35 Jahren mit voller Ergebenheit dem Interesse ihres Herrn oblagen; dagegen unterliess er auch nicht, alle seine Untergebenen, als zu seiner Familie gehörend, mit Freundlichkeit zu be- handeln, Lohn und Kost ihnen pünktlich zu verabreichen, und ihre Dienste anzuerkennen. Es wird ihnen ein Arzt gehalten, und besonders Die, welche sich eine lange Reihe von Jahren verdient gemacht haben, freundlich unterstützt. Hierin fehlen wohl die meisten Herrschaften, dass sie Die leicht vergessen, die ihr ganzes Leben ihrem Dienste gewidmet haben, und bei geringem Lohn nichts zurück- legen konnten, und dass sie begangene Fehler, wenn sie nicht aus bösem Willen und schlechfem Herzen kommen, oft zu hart rügen. Ein Hauptfehler wird auch darin be- gangen, dass bei dem nothwendigen Verabschieden der Diens gelülo nen, 0 eher 0 5 Lützos steigt) Kinde als(91 ins Iodh der ion und uRl sicheen wähhn gewaen oder 90- Ausbinss Gelege Verula. n Anstino dieseln obglel Auskorn t vorigen ht erfüllt mmt, der duslichem nd einen von der Stpflicht rung der egenseitig hre treue, 35 Jahren oblagen; rgebenen, eit zu be- abreichen, ein Arzt nge Reihe terstützt. s Sie Die Dienste 8 zurück- wenn Sie kommen, darin be- hieden der 231 — Dienstboten die Ablohnungsattestate aus falschem Mitleids- gefühl oft viel besser gestellt werden, als Jene es verdie- nen, wodurch offenbar der Dienende, statt sich zu bessern, cher noch schlechter wird. Seit mehren Jahren aber war es des Besitzers von Lützschena eifriger Wunsch, bei der daselbst sich immer steigernden Population Seitens der Erwachsenen und Kinder, sowohl eine Kleinkinder-Bewahranstalt als eine Sonntags-Schule ins Leben treten zu sehen; Erstere, um den jüngern Kindern der meist mit zahlreicher Familie gesegneten Tagelöhner und Häussler, die in der ganzen Parochie wohnen, einen sichern, und ihrem Alter nach nützlichen Aufenthalt während der Abwesenheit ihrer Eltern auf der Arbeit zu gewähren; Letztere, um den entlassenen Confirmanden, oder Denen, die bereits in Diensten stehen, aber in der Ausbildung ihrer Schulkenntnisse vernachlässigt sind, eine Gelegenheit ihrer Fortbildung zu bieten, und sie so vor Verwahrlosung des Körpers und des Geistes zu bewahren. Gern hat sich der Besitzer erboten, Beiträge zu diesen Anstalten zu liefern, doch hat es ihm noch nicht geglückt, dieselben durch Beitretung der Eltern ins Leben zu rufen, obgleich Lützschena mehre Familien besitzt, die ein gutes Auskommen haben, und die durch diese zweckmässigen Einrichtungen, durch Förderung der guten Sache, und durch kleine Opfer, mögen sie auch nur in Zeit und Mühe be- stehen, eine wohlthuende Belohnung finden würden. Diese Schulen würden nicht nur mit der Zeit die besten Früchte tragen, für die Umgegend selbst von unberechenbarem Vor- theile sein; nicht nur Feld- und Holzdiebereien würden aufhören, Müssiggänger zu fleissigen Menschen und ordent- lichen Miteinwohnern werden; körperliche und geistige Wohlfahrt der heranwachsenden Jugend befördert werden; nein, auch die Gründer der Unternehmung müssten in der Erfüllung eines edeln Berufs eine moralische Beruhigung finden: denn sicherlich liegt in der Erweckung und Aus- bildung des Moralitäts-Gefühls und der Sittlichkeit unsrer Mitmenschen eben so viel Werth, als darin, dass man durch Arbeit ihre physische, bürgerliche Existenz sichere. Von den Lenkern und Erziehern der Schuljugend und den Seelsergern der Kirchengemeinde wird daher gehofft, dass sie mit Milde und Ausdauer mit dem materiellen Sorger der Wohlfahrt Hand in Hand gehen, und eine Idee verfolgen werden, deren Verwirklichung das Gemeinwohl Lützschenas wesentlich befördern, und für andere Gemein- den zum Sporn eifriger Nachahmung dienen würde. Ae md durch Mühe be- m. Diese Früchte rem Vor- würden ordent- geistige werden; en in der eruhigung und Aus- eit unsrer nan durch re. ugend und er gehofft, nateriellen eine Idee meinwohl ee Gemein- ürde. 4 9 8 El A 1 Whehn JIelutrLNNLNNNA' V Nantag aassanaggangannanaang ndhäöar 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 5 16 17 ,—,⸗——— .. / 8 Solour& Grey Gortrol Chari Green vellow Hed Magenta deeGres docẽkcſdccc