“ “ 8 “ 8 Das Wichtigſte vom innern BMan und Teben der Gewächſe, fuͤr den praktiſchen Landwirth faßlich dargeſtellt von 2ν E. A. Roßmäßler, „ Profeſſor an der Königl. Academie für Forſt⸗ und Landwirthe in Tharand. — Es giebt in der Natur ein Zugängliches und ein Unzugängliches, dieß bedenke der Menſch wohl und habe Reſpect. Göthe. Mit 4 Steindrucktafeln. —— e—— Dresden und Leipzig, Arnoldiſche Buchhandlung. 1843. per Hochantehnlichen ſiebenten Berſammlung deutſcher Land⸗ und Forſtwirthe zu Altenburg im September 1843 hochachtungsvoll gewidmet vom Verfaſſer. Vorwort. Wenn jeder Verfaſſer eines Buches demſelben in der Vor⸗ rede als„einer dringend nothwendig geweſenen Abhuͤlfe eines Beduͤrfniſſes“ das Wort zu reden bemuͤht iſt, ſo glaubt auch der Verfaſſer vorliegenden Buches einigermaßen, ja vielleicht in ungewoͤhnlich hohem Grade in ſeinem Rechte zu ſein, wenn er ein ſolches Buch fuͤr ein dringendes Beduͤrfniß gehalten hat, ohne freilich ſo anmaßend ſein zu wollen, ſein Buch fuͤr eine gruͤndliche Abhuͤlfe deſſelben zu halten. Daß es ſchon lange, ja vielleicht von jeher an einem Buche gefehlt hat, welches dem praktiſchen Landwirthe, wel⸗ chem eine gelehrte Bildung abgeht, das Wichtigſte vom innern Bau und Leben der Gewaͤchſe mittheilte, das ſcheint hier nicht erſt erwieſen werden zu muͤſſen; nur daß der Verfaſſer ſich zu Herausgabe eines ſolchen Buches berufen glaubte, bedarf der Rechtfertigung. Bei ſeinen Vorleſungen an der Tharander Akademie uͤber Pflanzenphyſiologie bemerkte er ſehr bald, daß es noch gaͤnzlich an einem Buche fehlte, was dabei mit Erfolg als Leitfaden zum Grunde gelegt werden koͤnnte; er ſah ſich da⸗ her genoͤthigt, ein Heft auszuarbeiten und es ſeinen Zuhoͤrern zu dictiren. Jedes Jahr beſchloß er, daſſelbe wenigſtens als Manuſcript drucken zu laſſen, aber jedes Jahr bot des Neuen in der Wiſſenſchaft ſo viel, daß mit dem Hefte zu keinem Abſchluſſe zu kommen war, Denn es iſt eine ſchlimme Sache, VI Vorwort. wenn derjenige, welcher ſich an die Abfaſſung einer Schrift macht, gleich vorher ſich ſagen muß, daß ſie vorausſichtlich in der kuͤrzeſten Zeit ſchon eine veraltete ſein werde. Dieſem Schwanken zwiſchen Thun und Nichtthun gab zuletzt eine ſchmeichelhafte Aufforderung in Fiſcher's landwirth⸗ ſchaftlicher Literaturzeitung(bei Gelegenheit einer ſehr nach⸗ ſichtigen Beurtheilung einer Arbeit des Verfaſſers in dem Jahrbuche der Tharander Akademie) die beſtimmte Richtung zu dem Entſchluſſe zu vorliegender Arbeit. Jedoch fuͤhlt ſich der Verfaſſer verpflichtet, ehrlich zu bekennen, daß er auch durch eine Angſt eigenthuͤmlicher Art dazu getrieben wurde. Er dachte, jene Hinweiſung auf dieſe Luͤcke in der landwirth⸗ ſchaftlichen Literatur koͤnnte wohl auch einer jener allezeit ferti⸗ gen und doch ewig unfertigen ſchriftſtellernden Induſtrie⸗Ritter als an ſich ergangen erachten und ſich ſogleich hinſetzen, um Meyen oder Treviranus„auszuziehen“, und dann dem land⸗ wirthſchaftlichen Publicum die Jenen einzeln vom Leibe ge⸗ riſſenen Fetzen, zu einer bunten Jacke zuſammengeflickt, als ein„unentbehrliches Noth⸗ und Huͤlfsbuch uͤber Pflanzen⸗ phyſiologie“ ruhmredig zu offeriren. Denn jenen Leuten iſt an ſich keine Wiſſenſchaft zu tief und zu hoch, daß ſie ſich nicht mit Leichtigkeit und in der kuͤrzeſten Zeit in ihre Tiefen verſenken und zu ihren Hoͤhen emporſchwingen koͤnnten, um daraus mit der Geſchwindigkeit eines Escamoteurs den nach Belehrung duͤrſtenden Landwirthen eine Wabe voll ſuͤßen Honigs zu ſaugen. Da dachte denn der Verfaſſer, wenn du auch kein Pflan⸗ zenphyſiolog biſt, ſo haſt du dich wenigſtens ſeit Jahren in dem Gebiete der Lehre vom Bau und Leben der Pflanzen et⸗ was umgeſehen, und zwar nicht weniger aus Neigung als aus amtlicher Berufung. So entſtand dieſes Buch, uͤber deſſen Form, Tendenz ꝛc. ſein Verfaſſer den Leſern noch einige Rechenſchaft ſchuldig iſt. Bisher iſt in der Hauptſache die Anatomie und Phyſiologie der Gewaͤchſe, obgleich eine der wichtigſten Grundwiſſenſchaften der Landwirthſchaftslehre, fuͤr den praktiſchen Landwirth noch L Der ſ in diel teral zum! Bucn glautt kunden ſollte legter! (Patte beruc Schrift ſichtlich un gab dwirth⸗ r nach⸗ in dem lichtung ihlt ſi er auch wurde. adwirth⸗ eit ferti⸗ ie⸗Nitter gen, um m land⸗ eibe ge— kt, als flanzen⸗ euten iſt ſie ſich e Tiefen en, um en nach ſuͤßen Pflan⸗ hren in nzen et⸗ ung als ndenz ꝛc. lldig iſt. yſiologie nſchaften rth noch Vorwort. VII am wenigſten zugaͤnzlich geweſen, ja man kann ſagen, daß eine populaͤre pflanzenphyſiologiſche Literatur noch fo gut wie gar nicht exiſtirt. Der Verfaſſer hatte daher auch fuͤr ſeine Arbeit faſt kein Muſter oder keinen Wegweiſer. Noͤge hierin der kundige Leſer Veranlaſſung zu einer nachſichtsvollen Beur⸗ theilung der Mangelhaftigkeit und hier und da etwas ungleichen Behandlungsart des Buches finden. Der Verfaſſer wird ſich reichlich fuͤr ſeine Muͤhe, die er gewiſſenhaft aufgewendet hat, belohnt fuͤhlen, wenn ſein Ver⸗ ſuch wenigſtens die Anerkennung findet, als erſte Grundlage fuͤr ſpaͤtere populaͤre Bearbeitungen der neugeſtalteten Pflan⸗ zenphyſiologie wenn auch nur inſofern zu dienen, einmal um uͤberhaupt zur fruchtbringenden Bebauung dieſes Feldes anzuregen, einmal um die darin begangenen Fehler und Mißgriffe vermeiden zu koͤnnen, Andere durch des Verfaſſers Schaden klug zu machen. Eine große Luͤcke iſt nicht mit einem Male auszufuͤllen. Der Verfaſſer wirft freudig ſein Buͤchlein als erſte Ausfuͤllung in die klaffende Luͤcke, moͤgen nun Andere brauchbarere Ma⸗ terialien herbeiſchaffen und dieſen erſten Beitrag, ihn bedeckend, zum Verſchwinden bringen. Die Leſer werden vielleicht, ja wahrſcheinlich in dem Buche manches vermiſſen, was ſie zu finden ſich berechtigt glauben; aber ſie moͤgen bedenken, daß hier weder Boden⸗ kunde noch Duͤngerlehre noch Ackerbau geſchrieben werden ſollte, ſondern nur eben das, was der Titel mit wohluͤber⸗ legter Abſichtlichkeit verſpricht. Die Lehre von den Krankheiten und Mißbildungen (Pathologie und Teratologie) der Pflanzen iſt abſichtlich un⸗ beruͤckſichtigt gelaſſen worden, und zwar hauptſaͤchlich deshalb, weil dadurch das ohnehin das vorausbeſtimmte Maß uͤber⸗ ſchreitende Buch noch voluminoͤſer geworden ſein wuͤrde, und weil wir hieruͤber drei empfehlenswerthe Schriften beſitzen“*). *) Dr. A. F. Wiegmann, die Krankheiten und krankhaften Mißbildungen der Gewächſe. Braunſchweig bei Vieweg u. Sohn 1839. Vorwort. Der Verfaſſer hat abſichtlich vermieden, ein vollſtaͤndiges Lehrgebaͤude der Anatomie und Phyſiologie der Gewaͤchſe zu ſchreiben, was bei der gaͤnzlichen Neuheit dieſer Wiſſenſchaft fuͤr den ununterrichteten Landwirth gewiß ein Mißgriff geweſen ſein wuͤrde. Es ſollte das Buch weder ein Lehrbuch noch ein Hand⸗ buch ſein, wie der Leſer an dem Buche ſelbſt bald finden wird, ſondern es ſollte urſpruͤnglich mehr eine belehrenve Un⸗ terhaltungsſchrift ſein. Es wuͤrde auch der Verfaſſer dem Buche auf dem Titel dieſe Bezeichnung gegeben haben, wenn er ſich nicht zuletzt haͤtte eingeſtehen muͤſſen, daß es ihm an vielen Stellen ſchlecht gelungen iſt, den Ton der belehrenden Unter⸗ haltung feſtzuhalten. Iſt der Verfaſſer durch das Streben nach dieſem ſchwer zu erreichenden Ziele, wie er recht wohl fuͤhlt, hier und da etwas breit und wortreich geworden, ſo moͤge der Leſer dieſen durch den Stoff wie durch die angegebene Tendenz mitverſchuldeten Fehler verzeihen. Dankbar muß der Verfaſſer eingeſtehen, daß ihn bei ſeiner Arbeit einige neuere Werke ſehr unterſtuͤtzt haben, vor allen des geiſtreichen Schleiden Grundzuͤge der Botanik und Unger's und Endlicher's Grundzuͤge der Botanik, auf welche beiden Buͤcher diejenigen Leſer vorzugsweiſe zu verweiſen ſind, welchen vorliegendes Buch Luͤcken laͤßt. Es iſt zwar des Verfaſſers unausgeſetztes Beſtreben geweſen, das Buch auch fuͤr den der botaniſchen Kunſtſprache und der beſchreibenden Botanik unkundigeren Leſer verſtaͤndlich ſein zu laſſen; allein hier und da duͤrfte doch ein Ausdruck unerklaͤrt geblieben ſein. Die deutſchen Pflanzennamen ſind nach Raben horſt's praktiſch⸗populaͤrer Botanik(Leipzig bei Kummer) gegeben, welches Buch uͤberhaupt denjenigen ſehr empfohlen werden kann, welche ohne Anleitung ſich eine Kenntniß der wild⸗ wachſenden Pflanzen verſchaffen wollen. F. J. F. Meyen, Pflanzenpathologie, herausgegeben von Nees von Eſeubeck, Berlin, bei Haude u. Speuer 1841.— Moquin⸗Tandon, Pflanzenteratologie, überſetzt von Schauer, ebendaſ. 1842. 1 Wihtis lich zun Figurei daß di und m theils bi ganz inn halten a doch un werden! E getegten obgleich benutzt W hat, den rung de zuräum der Che iſt Ner Manze ihm nei geſtellt: der Be Solche! Perfaſſer ringſchͤtz der Land Studien No dem Tit als Emp deshalb einzelnen Pane de indiges chſe zu enſchaft geweſen Hand⸗ finden ve Un⸗ Buche er ſich vielen Unter⸗ n nach lfuͤhlt, moͤge gebene ſeiner allen k und ik, auf weiſen var des auch denden allein ſein. rſt's eben, derden wild⸗ 3 von ndon, Vorwort. IX Die Figuren der drei Tafeln werden ausreichen, um das Wichtigſte uͤber den anatomiſchen Bau der Gewaͤchſe anſchau⸗ lich zu machen. Leider noͤthigte der beſchraͤnkte Raum, die Figuren in ungleichmaͤßiger Vergroͤßerung darzuſtellen, ſo daß die Differenz der Vergroͤßerung allerdings zwiſchen zehn⸗ und mehrhundertmaliger ſchwankt. Daß manche Figuren theils blos ſchematiſirt, theils(namentlich Fig. 41 u. 42) nicht ganz im richtigen Groͤßenverhaͤltniſſe der einzelnen Theile ge⸗ halten ſind, lag in der Schwierigkeit, an ſehr kleinen und doch umfaſſend ſein ſollenden Figuren(wie ſie nur gegeben werden konnten) in jeder Hinſicht treu zu ſein. Ein Eingehen in den heißentbraunten von Liebig an⸗ geregten Streit ſchien fuͤr die Tendenz des Buches nicht paſſend, obgleich die wichtigſten Reſultate deſſelben natuͤrlich nicht un⸗ benutzt geblieben ſind. Wenn der Verfaſſer an mehreren Stellen davor gewarnt hat, der Chemie nicht unbegrenzte Vollmacht bei der Erklaͤ⸗ rung der Erſcheinungen und Geſetze des Pflanzenlebens ein⸗ zuraͤumen, ſo moͤge man hierin nicht etwa eine Mißachtung der Chemie von Seiten des Verfaſſers finden. Im Gegentheil iſt Niemand mehr als er von den Verdienſten der Chemie um Pflanzenphyſiologie und Landwirthſchaft uͤberzeugt, und es iſt ihm rein unerklaͤrlich, wie dieſelben in einer Weiſe in Zweifel geſtellt werden koͤnnen, wie es ganz neuerlich in einem Artikel der Beyer'ſchen landwirthſchaftlichen Zeitung geſchehen iſt. Solche Urtheile beweiſen nur die gaͤnzliche Unfaͤhigkeit ihrer Verfaſſer, hieruͤber zu urtheilen. Es iſt freilich leichter, ge⸗ ringſchaͤtzend von dem Einfluſſe der Chemie auf die Fortbildung der Landwirthſchaft zu raiſoniren, als ſich durch chemiſche Studien ein begruͤndetes Urtheil zu bilden. Noch bedarf es vielleicht der Entſchuldigung, daß auf dem Titel neben dem Landwirthe nicht auch der Forſtwirth als Empfaͤnger dieſes Buches genannt iſt. Dieß geſchah aber deshalb nicht, weil dann ein ſpecielleres Eingehen auf die einzelnen Holzarten noͤthig geweſen waͤre, als ſich mit dem Plane des Buches vertragen haben wuͤrde. Es waͤre dadurch X Vorwort. vieles fuͤr den Landwirth Entbehrliche hineingekommen, waͤh⸗ rend das jetzt im Buche Gebotene auch fuͤr den Forſtwirth brauchbar iſt. Sollte das Buch fuͤr wuͤrdig gehalten werden, als Leit⸗ faden auf land⸗ und forſtwirthſchaftlichen Academieen wenigſtens verſuchsweiſe eingefuͤhrt zu werden(wie es der Verfaſſer in Tharand thun wird), ſo wird es dem Lehrer nicht ſchwer wer⸗ den, danach vorzutragen. Es iſt wenigſtens vor der Hand vorliegender Verſuch das einzige Buch, welches ſeiner Tendenz nach dazu moͤglicherweiſe benutzt werden koͤnnte, nicht ſeinem Werthe nach dieß vorzugsweiſe verdiente. Somit uͤbergiebt denn der Verfaſſer ſeine Arbeit dem Publicum nicht ohne Bangigkeit. Er bittet aber den Kritiker, nicht zu vergeſſen, daß er ausdruͤcklich mit ſeinem Buche nur eine Vorarbeit beabſichtigte. Moͤge die Verſammlung deutſcher Land⸗ und Forſt⸗ wirthe, die heute in Altenburg vereinigt iſt, die Widmung dieſes Buches freundlich aufnehmen und darin ein geringes Zeichen von des Ver⸗ faſſers Hochachtung und Ergebenheit fuͤr ſie und ihre hohen Beſtrebungen erkennen. Tharand, d. 4. Septbr. 1843. Der Verfaſſer. Vorlä dhi Pſa zenlel zu be Von d 8s v Kol⸗ außt Elem, Pflau⸗ Von miſch ten bildul len) Gum dele.) zenleit en, waͤh⸗ orſtwirth als Leit⸗ enigſtens faſſer in wer wer⸗ er Hand Tendenz t ſeinem beit dem Kritiker, zuche nur aſſer. Inhalts⸗Ueberſicht. Erſtes Kapitel. Vorläufige Vergleichung der Pflanze mit dem Thiere; man muß ſich hüten, die Lebenserſcheinungen der Pflanzen nach denen der Thiere zu deuten, weil das Pflan⸗ zenleben ein ganz eigenthümliches, mit dem Thierleben nicht zu vergleichendes iſt...... S. 1-—8. Zweites Kapitel. Bon den chemiſchen Beſtandtheilen der Gewächſe; es waltet in ihnen von den 4 weſentlichſten Elementarſtoffen, Kohlen⸗, Waſſer⸗, Sauer⸗ und Stickſtoff, der erſte vor; außerdem hat man in geringeren Mengen auch noch andere Elemente, zuſammen mit jenen vier überhaupt 18 in der Pflanze vorgefundennn//..S. 8— 10. Drittes Kapitel. Von den organiſchen Elementarſtoffen. Jene che⸗ miſchen Elemente treten im Pflanzenkörper zu den ſogenann⸗ ten organiſchen Elementarſtoffen zuſammen als Uebergangs⸗ bildungen, aus denen dann erſt die Elementarorgane(die Zel⸗ len) entſtehen. Dieſe Stoffe ſind namentlich: Stärkemehl, Gummi, Pflanzengallerte, Zucker, Membranenſtoff und fette Oele. Aehnliche Stoffe ſind das Pflanzenfibrin, der Pflan⸗ zenleim, Pflanzenalbumin und Pflanzencaſein. S, 10- 19. — 2. 3. Inhalts⸗Verzeichniß. Viertes Kapitel. Geſtalten der Zellen für ſich und im Zellgewebe. Zellengewebe 4 * 4 4* ⁴„* ·* . „ * 4 Von den anatomiſchen Elementen oder Grundor⸗ ganen. Aus den organiſchen Elementarſtoffen entſteheu die Zellen, die kleinen blaſen⸗ oder ſchlauchförmigen Körperchen, aus denen der Pflanzenkörper zuſammengeſetzt iſt. Von die⸗ ſen iſt zu betrachten: Von der Urſache des Zuſammenhanges der Zellen im S. 24. 25. Von den Intercellulargängen, die dadurch entſtehen, daß bei den Verbindungen der Zellenſchläuche zu Zell⸗ gewebe leere Räume bleiben. fäße.. 0 **„ 4*** * * «· Saftgänge, eigene Ge⸗ S. 25. 26. Vom Baue der Zellenwand; ſie iſt urſprünglich immer gleichartig und ſtructurlos, erhält aber durch ſecun⸗ däre Ablagerung einer Verdickungsſubſtanz manchfache Abänderungen und namentlich ſehr oft eine beträcht⸗ liche Verdickung Von den Einſchlüſſen der Zellen. «* 1 4.«** * .* 4 S. 26— 29. Blattgrün, Farb⸗ ſtoffe, ätheriſche Oele, Pflanzenſäuren, Pflanzenalka⸗ loide, Extractivſtoffe, Kryſtalle; Zellenkern und Kern⸗ körperchen.. * **.**** 2 0 ðℳ S. 29— 32. Von der Umwandlung der Zellen in abgeleitete Ele⸗ mentarorgane, Gefäße: Spiralgefäße, Ringgefäße, Treppengefäße, netzförmige Gefäße, punctirte oder ge⸗ tüpfelte Gefäße; Milchſaftgefäße.. Fünftes Kapitel. * . * S. 32— 37. Von der Entſtehung und Vermehrung der Zellen. Primäre Zellenbildung aus einem organiſirbaren Schleim; ſecundäre Zellenbildung durch Theilung ſchon vorhandener, durch Brutzellen, welche ſich in anderen, Mutterzellen, bil⸗ den; eigenthümliches Verhalten der Pollenzellen S. 38— 43. Von t Jede 5 beustle aufgert tung renchyt Pleurdi aber ut moſe n 2. 21—24. A4. B. 25. 26. 26— 2. 32— 37. Inhalts⸗Verzeichniß. Sechstes Kapitel. Von den Lebensverrichtungen der Grundorgane. Jede einzelne Pflanzenzelle hat ihre eigene abgeſchloſſene Le⸗ bensthätigkeit, die entweder im Bilden und Verarbeiten des aufgenommenen rohen Nahrungsſaftes oder in der Fortlei⸗ tung der Säfte beſteht; für erſteres iſt beſonders das Pa⸗ renchym und Merenchym, für letzteres das Prosenchym und Pleurenchym thätig. Dabei iſt namentlich der Chemismus, aber unter regelnder Mitwirkung der Lebenskraft, und Endes⸗ moſe wirkſam 2**.⁴ ⸗**. 2 ℳ 8ðℳ* 0* ⸗* S. 43— 45. Siebentes Kapitel. Von den Syſtemen der organiſchen Gewebe und von ihren Verrichtungen. 1. Oberhaut oder Oberſchicht, epidermis, die äußerſte zellige Haut, welche alle mit der Atmoſphäre in Be⸗ rührung ſtehenden Pflanzentheile überzieht; cuticula; Form der Oberhautzellen; Spaltöffnungen, stomata, in der Oberhaut; Oberhautgebilde: Haare, Drüſen, Sta⸗ cheln, Schuppen ꝛc. S. 56—59. 2. Markgewebe, mecdulla, beſteht immer nur aus Pa⸗ renchym und enthält oft Aſſimilations⸗ und Secre⸗ tionsſtoffe. Es iſt bei den Monokotyledonen weniger entwickelt als bei den Dikotyledonen, bei denen man an ihm eine, oft verſchwindende oder wenigſtens bald abſterbende Kernſchicht und eine lebensthätigere Kreis⸗ ſchicht unterſcheiden mußß S, 59— 66. 3, Rindengewebe, cortexr, beſteht immer nur aus Zel⸗ len und zerfällt bei den Dikotyledonen oft ſehr be⸗ ſtimmt in drei Schichten, in deren innerſten die Baſt⸗ zellenbündel verlaufen. Bei den Monokotyledonen iſt der Rindenkörper ſehr wenig entwickelt. Die Rinde iſt, namentlich in ihren mittelſten Zellenpartieen ein Speicher für Aſſimilations⸗ und Secretionsſtoffe, und in ihren innerſten Schichten, der Baſtſchicht, ein ſaftlei⸗ tendes Organ„* 2***⁴ 3***„ 9⁹* S. 66— 73 XIV Inhalts⸗Verzeichniß. 4. Holzgewebe, lignum, beſteht aus langgeſtreckten Zel⸗ len und aus Gefäßen und iſt namentlich zur Leitung des rohen Nahrungsſaftes beſtimmt. Bei den Mono⸗ kotyledonen beſteht es aus einzelnen Holz⸗ oder Gefäß⸗ bündeln, welche in eine zellige Grundmaſſe eingebettet ſind, während es bei den Dikotyledonen einen mehr oder weniger ringförmig geſchloſſenen Holzkörper bildet, der bei baumartigen Pflanzen jährlich durch einen neuen äußerſten Holzring vermehrt wird. Markſtrahlen ſind die bandförmigen horizontal das Holzgewebe durchſetzenden Verlängerungen oder Fortſetzungen der Kreisſchicht des Markes; dieſe ſind weſentlich Speicher für Amylum; Splint⸗ und Kernholz; Bedeutung des Holzkörpers für das Pflanzenindividuumm S. 73— 90. 5. Blattgewebe, Blattfleiſch, diachyma s. me- sophyllum; es beſteht aus parenchymatiſchem und me⸗ renchymatiſchem Zellgewebe, zwiſchen welchem das Ge⸗ fäßbündelnetz(der Holzkörper des Blattes) verläuft, oben und unten iſt es von der Epidermis bedeckt, in der, unten mehr wie oben, es Spaltöffnungen(S. 57) hat. Unterſchied im Baue des Blattgewebes zwiſchen den Mono⸗ und Dikotyledonen; Athemhöhlen.. S 90— 95. Achtes Kapitel. Glieder des Pflanzenkörpers und deren Beſtim⸗ mung. 1. Wurzel, radix, iſt der nach dem Keimen des Sa⸗ mens in die Erde eindringende Theil des Keimes, um daſelbſt das Gewächs zu befeſtigen und die Nahrung aufzunehmen. Sie beſteht aus Mark(oft aber feh⸗ lend), Holz und Rinee.. S. 96- 98. 2. Stengel oder Stamm, caulis, erſcheint beim Kei⸗ men des Samens als der obere den oberirdiſchen Pflanzenkörper bildende Theil des Keimes; er iſt ſehr manchfaltig gebildet und erhält danach verſchiedene Benennungen; exogene und endogene Stammform; V Leben! de vont dung? und! das 4 wachel nahme Von de Juhalts⸗Verzeichniß. der Stamm trägt und ernährt die blattartigen Pflan⸗ zengebilde....... S. 93—105, 3. Blatt, folium; dazu gehören als Umbildungen auch die Blüthe mit den Fortpflanzungstheilen; verſchiedene Blattgebilde; die Blätter ſind weſentlich Aſſimilations⸗ organe, dabei ſcheiden ſie namentlich überſchüſſiges Waſ⸗ ſer und Sauerſtoff aus; Function der Blumentheile S. 105— 113. Neuntes Kapitel. Leben der Pflanzen. Es fehlt der Pflanze zum Unterſchie⸗ de von den Thieren die Ortsbewegung und die wahre Empfin⸗ 3 dung; das Pflanzenleben ſpricht ſich nur als ein Ernährungs⸗ ·8 und Bildungsleben aus; das Leben der Pflanze iſt beſtimmt, S.73—90, das Thierleben auf der Erde vorzubereiten und möglich zu machen. Es zerfällt in 3 Lebensacte: die Nahrungsauf⸗ 4 nahme, Nahrungsumwandlung und Nahrungsformung. S. 113— 118. — Zehntes Kapitel. — Von der Nahrungsaufnahme, nutritio. 1. ALuellen der Pflanzennahrung: Erdboden, 8 95 Waſſer, Atmoſphäre; Bodenbearbeitung, Bewäſſerung, Düngung; Wärme, Licht, Erhebung und Lage des Bodens; Elektricität......... S. 118— 129. 2. Form und Arten der Pflanzennahrung; es kann nichts Feſtes von der Pflanze aufgenommen wer⸗ den, ſondern die meiſte Nahrung wird als Auflöſung in kohlenſäurehaltigem Waſſer aufgeſogen. Was iſt als Pflanzennahrung anzuſehen? kann man das nach 9 dem Aſchengehalt der Pflanzen entſcheiden?— Koh⸗ h⸗ lenſäure, Ammoniak, Waſſer; Kieſelſäure, Thonerde, 6.96- 98. Kalkerde, Talkerde, Alkali, Eiſen, Mangan; ſogenaunte 1 6 Reizmittel. Humus, Phyſiſche Bodenbeſchaffenheit. n Zuſammenſetzung eines fruchtbaren Pflanzenbodens. S. 130— 151. r 3. Art der NahrungsaufnahmeF;z außer der Endos⸗ ne moſe(S. 48) weiß man nichts Begründetes hierüber. Inhalts⸗Verzeichniß. Nahrungsaufnahme durch die Wurzel, durch die Blät⸗ ter. Dauer der Nahrungsaufnahmez kann die Pflanze die aufzunehmenden Stoffe auswählen? Wurzelaus⸗ ſcheidung. Fruchtwechſel..... S. 151— 167. Elftes Kapitel. Von der Nahrungsumwandlung, assimilatio. An⸗ eignung oder Aſſimilation im engeren Sinne und Ausdün⸗ ſtung durch die Blätter; dadurch wird die aufgenommene Nahrung fähig gemacht, in Pflanzenmaſſe übergeführt wer⸗ den zu können. Verſchiedenheit des Aſſimilationsvermögens in den verſchiedenen Pflanzentheilen; Chlorophyll⸗ und Amyl⸗ umbildung, ſtickſtoffhaltige Subſtanzen...... S. 167— 178. Zwölftes Kapitel. Von der Nahrungsformung, organisatio. Es iſt nicht möglich, dieſen Act ſelbſt zu beobachten; ohne Annahme der Le⸗ benskraft iſt bei Erklärung deſſelben nicht auszukommen. Keim⸗ ung des Samens; Wachsthum des Keimes; Wachsthum des Stammes, der Blätter ꝛc. Samen⸗ und Fruchtbildung.— Wärme⸗ und Lichtentwickelung; Bewegungs⸗ und Empfin⸗ dungserſcheinungen. Lebensdauer und Lebensende der Pflan⸗ S. 178— 204. zen.** 0* 2*⁴ 2* 4** 4„ 4.** Umwandlung einer Pflanze in eine andere Art.... S. 204— 206. Kurze Anleitung zum Anfertigen einiger pflanzenanatomiſcher Präparate.⁴**. 4*4 2** 0 0* 0 9.⁴ S. 207— 215. Erklärung der Figuren........... S. 216— 220. — 233 le EEee Vorlä Wen des Pfan bekannter hat dod hemmen kühne O trogen do nachfokgen herein un das Pllan Das graͤnzten Athmung inmmer nl (Drgane) von Werk⸗ Gallenbere Roßmäßl 1⸗ 1⸗ 04- 206. 207 A5. 416- 0. Erſtes Kapitel. — Vorläutige vergleichung der Prlanze mit dem Thiere. Wenn es auch unleugbar ſehr nahe liegt, in der Erklaͤrung des Pflanzenlebens und ſeiner Erſcheinungen ſich bei dem uns bekannteren Thierleben vergleichenden Aufſchluß zu holen, ſo hat doch nichts ſo ſehr die Lehre vom Leben der Pflanze hemmend aufgehalten und auf Irrwege gefuͤhrt, als dieſes kuͤhne Deuten des Pflanzenlebens nach dem Thierleben. Wir tragen darum kein Bedenken, dieſen Satz an die Spitze der nachfolgenden Betrachtungen zu ſtellen, um gleich von vorn⸗ herein unſere Leſer recht nachdruͤcklich darauf hinzuweiſen, daß das Pflanzenleben durch und durch ein eigenthuͤmliches iſt. Das Thierleben hat fuͤr ſeine einzelnen beſtimmt um⸗ graͤnzten Thaͤtigkeiten(Empfindung, Bewegung, Ernaͤhrung, Athmung und Fortpflanzung) beſonders eingerichtete und immer nur je einer derſelben dienende einzelne Werkzeuge (Organe) oder fuͤr eine jener Thaͤtigkeiten beſtimmte Kreiſe von Werkzeugen(Organenſyſteme). So dient die Leber zur Gallenbereitung, die Lunge der Athmung, ſo dienen die Roßmäßler Bau u. Leben d. Gewächſe⸗ 1 2 Erſtes Kapitel. Zungenwaͤrzchen dem Geſchmackſinn, die zahlreichen Muskeln der Bewegung und das Nervenſyſtem der Empfindung. Das Thier kann nur durch die Mundoͤffnung(die ſelbſt dem klein⸗ ſten Infuſionsthierchen nicht fehlt) auf die Dauer ausreichende Nahrung aufnehmen und dieſe nur im Magen durch den Verdauungsproceß verarbeiten. Anders verhaͤlt es ſich mit der Pflanze. Bei ihr finden wir zunaͤchſt weder Mund noch Magen, d. h. keine Organe, welche allein alle Nahrung auf⸗ nehmen und die aufgenommene Nahrung verarbeiten, ſondern jede der Millionen unendlich kleiner Zellen, aus welchen ſie beſteht, empfaͤngt, wenn auch ſchon mehr oder weniger ver⸗ aͤndert, den aus der Außenwelt aufgenommenen Nahrungs⸗ ſtoff und verarbeitet ihn in ihrem Innern nach ihrer Weiſe und nach ihrem Beduͤrfniſſe. Fuͤr die Fortpflanzung ſorgen im Thierkoͤrper, mit wenigen weiter unten zu erwaͤhnenden Ausnahmen, die ſo eigenthuͤmlich organiſirten und wirkenden ſo hoͤchſt ſelbſtſtaͤndigen Geſchlechtstheile. Nun finden wir zwar auch bei den meiſten Pflanzen maͤnnliche und weibliche Fortpflanzungstheile(die Staubgefaͤße und Griffel), aber erſtens vermehren ſich die Pflanzen bekanntlich nicht blos durch di⸗ recten Samen(die Erzeugniſſe der ſogenannten Fortpflanzungs⸗ theile), ſondern auch durch die Wurzeln, Knollen, Stengel, Zweige, Knospen, Blaͤtter, und zweitens ſind die Fortpflan⸗ zungstheile der Gewaͤchſe nichts Anderes als eine der zahl⸗ reichen Entwickelungsſtufen der blattartigen Pflanzentheile, was daraus einleuchtet, daß ſich dieſelben, namentlich die Staubgefaͤße, ſehr oft in Blumenblaͤtter verwandeln(was bei den meiſten der ſogenannten gefuͤllten Blumen der Fall iſt). Der Thierleib wirft durch die After⸗ und die Harn⸗ oͤffnung(ſofern beide getrennt vorkommen) allein die unbrauch⸗ baren Theile der aufgenommenen Nahrung wieder aus. Solche Ausſchei an ihrer Stoffe; Hie weſentlic erſteren (o hat an daf gewiſee ſind.— b koͤrper V ſchieden iſ. Hi Bewegu innig ve zenkürpe Blatt i Mande werker Gewerl ation d ſprachen, etwas n Ruckenm leben& rungsſg Exnaͤhr Geſchlec dagegen Blatt, pflanzur Mauskeln der dung. Das ſt dem klein⸗ ausreichende en durch den t es ſich mit r Mund noch Nahrung auf⸗ eiten, ſondern us welchen ſie weniger ver⸗ en Nahrungs⸗ h ihrer Weiſe nzung ſorgen erwaͤhnenden nd wirkenden finden wir und weiblche 1), aber erſtens los durch di⸗ tpflanzungs⸗ ln, Stengil di Fortpflan⸗ ane der dahl⸗ pflanzegthüle, namentüch di ndeln(vas biͦ der Fall iſ und die Han⸗ die uibraugh er aus. Selce Vorläufige Vergleichung d. Pflanze mit d. Thiere, 3 Ausſcheidungsorgane fehlen der Pflanze, vielmehr vermag ſie an ihrer ganzen Oberflaͤche dieſe Ausſcheidung unbrauchbarer Stoffe zu bewerkſtelligen. Hieraus ergiebt ſich zwiſchen Thieren und Pflanzen der weſentliche Unterſchied, daß erſtens die Lebensthaͤtigkeiten des erſteren an ſich ſehr beſtimmt abgeſchloſſen und begrenzt ſind (ſo hat z. B. die Ernaͤhrung mit der Zeugung nichts zu thun) und daß zweitens dieſe Lebensthaͤtigkeiten in hohem Grade an gewiſſe Organe gebunden, in ihnen gewiſſermaßen centraliſirt ſind. Man koͤnnte gewiſſermaßen ſagen, der lebendige Thier⸗ koͤrper gleicht einer Fabrik, wo die Arbeit nach ihren ver⸗ ſchiedenen Formen an einzelne Arbeiter(die Organe) vertheilt iſt. Hingegen iſt in der Pflanze(der die Empfindung und Bewegung abgeht) Ernaͤhrung, Athmung und Fortpflanzung innig verſchmolzen und allſeitig an faſt alle Theile des Pflan⸗ zenkoͤrpers vertheilt, ſo daß man z. B. ſagen kann, das Blatt iſt ſo gut Ernaͤhrungs⸗ wie Athmungs⸗ und Fort⸗ pflanzungsorgan. Man kann daher die Pflanze einem Hand⸗ werker vergleichen, der allein die verſchiedenen Arbeiten ſeines Gewerbes verrichtet. Wenn wir vorher von einer Centrali⸗ ſation des Thierlebens in verſchiedenen Centraliſationspuncten ſprachen, ſo muß des Pflanzengegenſatzes wegen das noch etwas naͤher bezeichnet werden. In dem Gehirn mit dem Ruͤckenmark und den uͤbrigen Nerven iſt alles Empfindungs⸗ leben centraliſirt; in dem großen zuſammengeſetzten Ernaͤh⸗ rungsſyſtem(Maul, Schlund, Magen, Gedaͤrme ꝛt.) iſt alles Ernaͤhrungsleben centraliſirt; in den Geſchlechtstheilen iſt alles Geſchlechtsleben centraliſirt u. ſ. w.— Bei den Pflanzen dagegen iſt nichts centraliſirt, ſondern Alles vertheilt: das Blatt, die Wurzelknolle dient der Ernaͤhrung wie der Fort⸗ pflanzung; diejenigen Zellen, welche in einem Zweige nur 1* 4 Erſtes Kapitel, als ſaftleitend dienen, koͤnnen ſofort, wenn man den Zweig abſchneidet und in die Erde ſteckt, zur Nahrungsaufnahme und Wurzelbildung geſchickt werden und ſomit auch, da ſie den Zweig nun als neues Individuum ernaͤhren, gewiſſer⸗ maßen auch der Fortpflanzung dienen. Ein abgeſchnittenes Blatt von Bryophyllum calycinum treibt, auf feuchte Erde gelegt, aus den Buchten ſeines ausgekerbten Randes junge Pflaͤnzchen, bewirkt alſo eine Fortpflanzung. Mit dieſer Verſchiedenheit der Lebensaͤußerungen zwiſchen Thieren und Pflanzen ſteht ihr innerer Bau in gleichem Ver⸗ haͤltniſſe. Welches bunte Durcheinander der verſchiedenſten beſonders geſtalteten Organe zeigt ein aufgeſchnittener Thier⸗ leib, und im Gegentheile, welche uͤbereinſtimmende Einfach⸗ heit zeigt immer und uͤberall das Innere des Pflanzenkoͤrpers. Ueberall im Stamme wie in der Wurzel, im Blattfleiſche wie in der Frucht ſind es hoͤchſt einfache kleine Blaͤschen, Schlaͤuche und Roͤhrchen, Zellen genannt, woraus die Pflan⸗ zenmaſſe beſteht, und uͤberall haben dieſelben weſentlich die⸗ ſelbe Lebensverrichtung, naͤmlich die Verarbeitung und Ge⸗ ſtaltung der uͤberkommenen Nahrungsfluͤſſigkeit und, ſoweit ſie an der Oberflaͤche liegen, die Aufnahme und Ausſcheidung von waͤſſerigen und dunſtfoͤrmigen Stoffen. Man ſpricht haͤufig von einer Athmung der Pflanzen und denkt dabei an etwas Aehnliches wie die thieriſche Ath⸗ mung im thieriſchen Sinne. Das Thier athmet blos deshalb, um das von den Ernaͤhrungsorganen bereitete Blut mit Sauerſtoffgehalt zu verſehen*), wodurch es erſt zum Leben *) Bekanntlich beſteht die atmoſphäriſche Luft aus 79 Theilen Stick⸗ ſtoff, 21 Theilen Sauerſtoff und einem Minimum(etwa 19855) Kohlen⸗ ſäure. tauglich denn d fanze ſtehen, eine gal ſſſtem: Blute aͤnet S im Ver Kohlen abet ſe Thiere in der ſogene. Sauerſt aneignen die Atn Feoßen die B leicht, thieriſch höchſten gas⸗ un ausdünf 8 zen we ſchiede. ein ein Eine C welche beiſamm den Zweig gsaufnahme ruch, da ſie 1, gewiſſer⸗ geſchnittenes feuchte Erde andes junge gen zwiſchen keichem Ver⸗ eerſchiedenſten ttener Thier⸗ nde Einfach⸗ mzenkoͤrpers. Blattfleiſche ne Blaͤschen, 5 die Pflan⸗ veſentlich die⸗ ing und Ge⸗ d, ſoweit ſie Ausſcheidung der Pflanzen ieriſche Ath⸗ los deshalb, Blut mit zum Leben cheilen Stick⸗ 3 10) Kohlen⸗ 2 Vorläͤufige Vergleichung d. Pflanze mit d. Thiere. 5 tauglich wird. An der Stelle der eingeathmeten Luft athmet dann das Thier wie der Menſch Kohlenſaͤure aus. Die Pflanze kann nun zwar ohne Sauerſtoff ebenfalls nicht be⸗ ſtehen, doch ſpielt er bei der Unterhaltung des Pflanzenlebens eine ganz andere Rolle. Da das Gewaͤchs weder ein Ader⸗ ſyſtem noch einen ſo allgemein verbreiteten, dem thieriſchen Blute gleichzuſtellenden Bildungsſaft hat, ſo kann auch von einer Sauerſtoffung deſſelben nicht die Rede ſein. Umgekehrt im Vergleich mit dem Thiere athmet die Pflanze am Tage Kohlenſaͤure ein und Sauerſtoffgas aus; dieſes Athmen heißt aber ſehr mit Unrecht ſo, denn es hat mit dem Athmen der Thiere gar nichts gemein, ſondern ſteht mit der Ernaͤhrung in der genaueſten Verbindung, indem die Pflanze die einge⸗ ſogene Kohlenſaͤure in ihre beiden Beſtandtheile: Kohlen⸗ und Sauerſtoff, zerlegt, die Kohle allein zuruͤckbehaͤlt und ſich aneignet, dagegen das Sauerſtoffgas zum groͤßten Theile an die Atmoſphaͤre wieder zuruͤckgiebt. Ferner haucht ſie einen großen Theil des an der Wurzel eingeſogenen Waſſers durch die Blaͤtter in dunſtfoͤrmiger Geſtalt wieder aus. Man ſieht leicht, daß dieſe ſogenannte Athmung der Pflanze mit der thieriſchen Athmung nicht das Geringſte gemein hat, indem hoͤchſtens das Aushauchen, als ein Ausſcheiden uͤberfluͤſſiger gas⸗ und dunſtfoͤrmiger Stoffe, mit der Transſpiration(Haut⸗ ausduͤnſtung) der Thiere verglichen werden kann. Setzen wir die Vergleichung zwiſchen Thieren und Pflan⸗ zen weiter fort, ſo ſtoßen wir auf noch auffallendere Unter⸗ ſchiede. Ein Inſect, ein Fiſch, Vogel, Saͤugethier iſt immer ein einzelnes in ſich abgeſchloſſenes und begrenztes Weſen. Eine Eiche iſt eine ganze Welt von gleichartigen Weſen, welche auf dem Stamme wie in einem gemeinſamen Hauſe beiſammen wohnen. Jedes Fruͤhjahr erneuert und vermehrt 6 Erſtes Kapitel. dieſe Bewohner, indem jede neue Knospe einen ſolchen ent⸗ wickelt. Wir koͤnnen ja auch dieſe Bewohner von ihrem Stammſitze entfernen und durch Oculiren auf einen andern Wohnſitz gewaltſam verſetzen; ja wir koͤnnen auf einem Stamme durch Pfropfen und Oculiren eine ganze, ſehr ver⸗ ſchieden zuſammengeſetzte Geſellſchaft vereinigen, da es ein Leichtes iſt, auf eine Unterlage 10— 20 oft hoͤchſt verſchie⸗ dene Obſtſorten zu uͤbertragen, die ſich alle nach ihrer Eigen⸗ thuͤmlichkeit bilden und entwickeln, obgleich allen von der Unterlage dieſelbe Nahrung zugefuͤhrt wird. Wo faͤnden wir im Thierreiche etwas Aehnliches?— Dem Thiere koͤnnen wir keins ſeiner Gliedmaßen nehmen, ohne es zu verſtuͤmmeln, ohne ſeine Weſenheit zu zerſtoͤren, eben weil ſeine Weſenheit ſo ganz genau und ſcharf umſchrieben iſt und es ein ver⸗ lorenes Bein, Auge, Ohr nicht wieder erſetzen kann. Einem Baume koͤnnen wir, ohne ſeine Weſenheit zu ſtoͤren, Aeſte und Zweige nehmen, eben weil ſeine Weſenheit nicht in einer beſtimmten Zahl und Symmetrie derſelben begruͤndet iſt, im Gegentheil ſich derſelbe als eine ganze Welt von Einzelweſen, den ſich entwickelnden Knospen, darſtellt und ins Unbeſtimmte vermehrt, waͤhrend das Thier, wenn es einmal ausgewachſen iſt, ſich nicht mehr veraͤndert. Im Winterſchlaf erleiden die Thiere, welche ihn haben, keine bemerkenswerthe Veraͤnderung. Dagegen befindet ſich im Winter ein Laubholzbaum in einem hoͤchſt eigenthuͤmlichen Zuſtande. Das Leben derjenigen Weſen, welche ihn im ver⸗ floſſenen Jahre bewohnten, iſt erloſchen, ſie ſelbſt ſind ver⸗ ſchwunden und haben in den Knospen ihre Nachkommen gewiſſermaßen in einem Eizuſtande hinterlaſſen, welche den Winter hindurch, in einem Scheintode gebunden, der Er⸗ weckung entgegenharren. d heit de Beweiſe kennen! wit hier geben w All Unterſhi zwiſchen uͤberhau⸗ ſondern ſaͤlih⸗ Weſen;, einigen. So ſeien, d richt b det ar im M ſcheinu mit ihn oder in menaͤhn B Wuͤrm weges manche ſitzen, noch du thiere h 1 ſolchen ent⸗ r von ihrem inen andern wauf einem e, ſehr ver⸗ da es ein chſt verſchie⸗ ihrer Eigen⸗ len von der faͤnden wir e koͤnnen wir verſtummeln, te Weſenheit es ein ver⸗ un. Einem toͤren, Aeſte icht in einer ndet iſt, im Einzelweſen, Unbeſtimmte zusgewachſen ihn haben, befindet ſich enthuͤmlichen ihn im ver⸗ ſt ſind ver⸗ dachkommen welche den n, der Er⸗ Vorläufige Vergleichung d. Pflanze mit d. Thiere. 7 Dieſe Andeutungen moͤgen genuͤgen, um die Verſchieden⸗ heit des Pflanzenlebens vom Thierleben zu zeigen; noch mehr Beweiſe davon werden wir auf den nachfolgenden Seiten kennen lernen, welche wir beeintraͤchtigt haben wuͤrden, wenn wir hier noch mehr als dieſe wenigen Andeutungen haͤtten geben wollen. Allein hier darf nicht verſchwiegen werden, daß dieſe Unterſchiede keinesweges eine ſcharf trennende Scheidewand zwiſchen dem Thier⸗ und Pflanzenreiche auffuͤhren, wie denn uͤberhaupt die Natur vielleicht nirgends ſcharfe Grenzen kennt, ſondern uͤberall vermittelnde Formen zeigt, welche das Gegen⸗ ſaͤtzlich⸗Verſchiedene zuſammenfuͤhren und die Geſammtheit der Weſen zu einem harmoniſch zuſammenhaͤngenden Ganzen ver⸗ einigen. So hat ſchon Oken geſagt, daß die Polypen Pflanzen ſeien, deren Bluͤthen Thiere geworden ſind. Man muß dieß nicht buchſtaͤblich nehmen. Der Polypenſtock(die Korallen), der auf dem Meeresgrunde wurzelt oder als Seefeder frei im Meere ſchwimmt, hat bekanntlich in ſeiner aͤußern Er⸗ ſcheinung viel Pflanzenaͤhnliches. Auf ihm, und zwar organiſch mit ihm verbunden, wohnen in Loͤchern, Spalten, Zellen oder in einem rindenartigen Ueberzuge die auffallend blu⸗ menaͤhnlichen Thiere, wie die Knospen am Baumzweige. Bei manchen niederen Thieren aus der Abtheilung der Wuͤrmer beſchränkt ſich das Fortpflanzungsvermoͤgen keines⸗ weges auf die eigentlichen Fortpflanzungsorgane, ſondern manchen fehlen dieſe gaͤnzlich, oder wenn manche ſie auch be⸗ ſitzen, ſo vermehren ſie ſich doch, den Pflanzen aͤhnlich, auch noch durch Knospen und Sproſſen, welche aus dem Mutter⸗ thiere hervorwachſen und ſich zuletzt davon trennen, um ſelbſt⸗ 8 Zweites Kapitel. ſtaͤndig und frei fortzuleben; andere zerfallen in mehrere Stuͤcke, aus deren jedem dann ein neues Thier ſich heranbildet. Sogar die erwaͤhnte Abgeſchloſſenheit und Unverletzlichkeit des Beſtandes des Thierkoͤrpers iſt nicht ohne einige Aus⸗ nahmen und erinnert an den pflanzlichen Gegenſatz. Der Bandwurm verlaͤngert ſich durch Anſetzen neuer Glieder ins Unbeſtimmte, und inſofern jedes der mehr nach hinten zu lie⸗ genden groͤßeren Glieder einen Eierſtock hat, kann man ſie gewiſſermaßen beſondere Weſen und den Bandwurm ein zu⸗ ſammengeſetztes Thier nennen. Auch die beiden weſentlichſten Kennzeichen der Thiere, die Empfindung und Bewegung, ſind, wenigſtens ihrer Er⸗ ſcheinung, wenn auch nicht ihrem Weſen nach, bei manchen Pflanzen zu bemerken, wie ſie auf der andern Seite bei manchen der niederſten Thiere faſt ganz fehlen. Zweites Kapitel. — Von den chemiſchen Beſtandtheilen der Gewächle. Bei der Betrachtung der Eigenſchaften der Maſſe, welche den Pflanzenkoͤrper bildet, muͤſſen wir die chemiſchen Beſtand⸗ theile derſelben von den organiſchen unterſcheiden. Um die chemiſchen Beſtandtheile zu erfahren, muß man die Pflanze durch chemiſche Mittel aufloͤſen, um dadurch die einfachen chemiſchen Stoffe, welche die Pflanzenmaſſe bildeten, nach Art und Menge kennen zu lernen. gyn der niche man neyen Elem du betrachter ſeen: Koh lußer ihne mentarföofe Falkede,“ Der Bidungd Vatioblen zwei Gla Honggewel den Kohle in Stüͤck nen witd, Hahzgewer dohlen do webe un M die meift wäͤchſe. und von ausgehauch Kogkenſeff Antheil i Der in kainem in geiingen ſten zuſen yit nehrere Stück, anbildet. Unverlezlichkeit e einige Aus⸗ genſat. Der r Glieder ins hinten zu lie⸗ kann man ſie purm ein zu⸗ n da Thiere, ſtens ihrer Er⸗ „bei manchen in Seite bei bewächle. Maſſe, walche ſhen Beſtand⸗ den. Un di an die Manze die ünfachen lideten, nach Von d. chemiſchen Beſtandtheilen d. Gewächſe. 9 Von den zahlreichen Stoffen(man kennt deren jetzt 58), welche man nicht weiter zerlegen kann, und welche eben des⸗ wegen Elementarſtoffe heißen, ſind namentlich 4 als diejenigen zu betrachten, welche die Pflanzenmaſſe weſentlich zuſammen⸗ ſetzen: Kohlenſtoff, Waſſerſtoff, Sauerſtoff und Stickſtoff. Außer ihnen kommen jedoch auch noch andere chemiſche Ele⸗ mentarſtoffe im Pflanzenkoͤrper vor, als: Schwefel, Phosphor, Kalkerde, Kieſelerde, Eiſen, Mangan, uͤberhaupt 18. Der Kohlenſtoff hat den groͤßten Antheil an der Bildung der Pflanzenmaſſe, und man kann durch vorſichtiges Verkohlen z. B. eines feinen Schnittes von Holz zwiſchen zwei Glastaͤfelchen uͤber einer Spiritusflamme faſt das ganze Holzgewebe erhalten, indem faſt alle uͤbrigen Stoffe bis auf den Kohlenſtoff dadurch ausgetrieben werden. So zeigt auch ein Stuͤck Holzkohle, wie ſie durch Meilerverkohlung gewon⸗ nen wird, bei ſtarker Vergroͤßerung faſt ganz unverſehrt das Holzgewebe; ſelbſt bei Stein⸗ und noch mehr bei Braun⸗ kohlen kann man zuweilen noch ganz deutlich das Holzge⸗ webe unterſcheiden. Mit Waſſer⸗ und Sauerſtoff bildet der Kohlenſtoff die meiſten der ſogenannten naͤheren Beſtandtheile der Ge⸗ waͤchſe. Erſterer wird(mit Sauerſtoff als Waſſer) fortwaͤh⸗ rend von der Pflanze in großer Menge eingeſogen und wieder ausgehaucht, letzterer(meiſt in der Kohlenſaͤure mit dem Kohlenſtoff verbunden) bleibt ebenfalls nur zum geringeren Antheil in den Pflanzen, z. B. als freie Saͤure, zuruͤck. Der Stickſtoff fehlt ebenfalls in keiner Pflanze und in keinem Gliede der Pflanze, obgleich er hier immer nur in geringen Mengen auftritt, waͤhrend er in der chemi⸗ ſchen Zuſammenſetzung des Thierkoͤrpers die groͤßte Rolle ſpielt. 10 Drittes Kapitel. Man war lange Zeit hindurch wenigſtens zweifelhaft, ob V onichn El nicht das Pflanzenleben im Stande ſei, aus den vier erſt⸗ umniſhen genannten Elementarſtoffen, Kohlen⸗, Waſſer⸗, Sauer⸗ und 1. Da Stickſtoff, die uͤbrigen der 18 im Pflanzenkoͤrper vorkommen⸗ keinen feſt den Stoffe zu bilden, in welchem Falle alsdann jene 4 Stoffe b ſwert ab allein als Naͤhrmittel fuͤr die Pflanzen anzuſehen ſein wuͤrden. V dem Waſſer Wir werden aber ſpaͤter erfahren, daß die Pflanze dieſe Faͤhig⸗ Staikekleiſe keit nicht hat, ſondern dieſe Stoffe ſaͤmmtlich aus der Außen⸗ und dadurch welt erhaͤlt. Immerhin aber ſind wie im Thier-, ſo im durch Jodt Pflanzenkoͤrper dieſe 4 Elementarſtoffe die weſentlichſten, mit ſt der derd dem Unterſchiede, daß bei den Pflanzen der Kohlenſtoff und vnd man bei den Thieren der Stickſtoff vorherrſchend iſt. Munze Eine weitere Ausfuͤhrung der Materie gehoͤrt in die geühr vi Pflanzenchemie, waͤhrend eine naͤhere Beleuchtung der Wich⸗ teutt pfa tigkeit der chemiſchen Elemente fuͤr das Pflanzenleben weiter Etirkeneh unten bei der Lehre von der Pflanzenernaͤhrung ſtattzufin⸗ bf chr den hat. menten( ander ver wodurc, iihergeyen Drittes Kapitel. un ““ dieler Pfar von den organiſchen Elementarſtolten. wichſe, in Die chemiſchen Elementarſtoffe, die nicht blos von den V 4 Pflanzen, ſondern uͤberhaupt von allen Naturkoͤrpern die .„ 4 2 letzten, nicht weiter zerlegbaren Grundbeſtandtheile ausmachen,— bilden nicht ſofort und unmittelbar die anatomiſchen Elemente, nanie die Zellen, ſondern mittelbar, d. h. ſie treten zu ſogenannten de Aänntun n) diſſe organiſchen Elementarſtoffen zuſammen, aus denen die ana⸗ Ahaun ſa Jehe veifelhaft, ob en vier erſt⸗ Sauer⸗ und vorkommen⸗ ne 4 Stoffe ein wuͤrden. dieſe Faͤhig⸗ der Außen⸗ r⸗, ſo im hſten, mit enſtoff und t in die der Wich⸗ en weiter ſtattzufin⸗ von den pern die zmachen, Flemente, enannten die ana- Von den organiſchen Elementarſtoffen. 11 tomiſchen Elementartheile ſich bilden. Die wichtigſten dieſer organiſchen Elementarſtoffe find folgende. 1. Das Staͤrkemehl, Amylum, beſtehend aus ſehr kleinen, feſten, durchſichtigen Koͤrnchen(Figur 1). Sie ſind ſchwerer als Waſſer, in Alkohol unloͤslich, ſchwellen aber in ſieden⸗ dem Waſſer ſehr ſtark auf und bilden dadurch den bekannten Staͤrkekleiſter. Das Amylum hat die merkwuͤrdige Eigenſchaft und dadurch zugleich ein ſehr beſtimmtes Erkennungsmerkmal, durch Jodtinctur*) tief blau gefaͤrbt zu werden. Staͤrkemehl iſt der verbreitetſte organiſche Elementarſtoff der Pflanzenwelt, und man darf ſagen, daß bei weitem die meiſte von der Pflanze aufgenommene Nahrung zunaͤchſt in Staͤrkemehl uͤber⸗ gefuͤhrt wird, um ſpaͤter wieder aufgeloͤſt und zur Bildung neuer Pflanzenmaſſe verwendet zu werden. Hundert Theile Staͤrkemehl beſtehen aus 44,91 Kohlenſtoff(C), 6,11 Waſſer⸗ ſtoff(H) und 48,98 Sauerſtoff(0)**). Aus denſelben Ele⸗ menten(faſt nur in der Menge des Waſſerſtoffes von ein⸗ ander verſchieden) beſtehen auch die naͤchſtgenannten 4 Stoffe, wodurch, ſo wie durch die Leichtigkeit, womit ſie in einander uͤbergehen, ihre große Verwandtſchaft unter einander ſich erweiſ't.. Das Staͤrkemehl findet ſich vorzuͤglich in den Samen vieler Pflanzen, namentlich der grasartigen und Huͤlſen⸗Ge⸗ waͤchſe, in den Knollen(der Kartoffeln), im Marke ſehr vieler Gewaͤchſe(Palmen ꝛc.), uͤberhaupt in ſehr vielen Pflanzen⸗ gliedern faſt aller Pflanzen, wenigſtens zu gewiſſen Zeiten; *) Jod, Jodine iſt einer von den 12 nicht metalliſchen chemiſchen Elementarſtoffen, der aus mehreren Seegewächſen gewonnen und in der Arzneikunſt namentlich als kropfwidriges Mittel angewendet wird. *²) Dieſe Buchſtaben bilden die der Kürze wegen eingeführten che⸗ miſchen Bezeichnungen dieſer Elemente. 12 Drittes Kapitel. namentlich in denjenigen, von denen aus neue Bildungen hervorgehen, zu denen das Staͤrkemehl die Reſervenahrung, den noͤthigen Nahrungsvorrath, darbietet. So z. B. iſt in dem Zellgewebe der Markſtrahlen des Holzes den Winter hindurch ein großer Vorrath von Staͤrkemehl aufgeſpeichert, der im Fruͤhjahre durch den aufſteigenden Fruͤhjahrsſaft wieder aufgeloͤſt, in Nahrungsſaft umgewandelt und zur Ernaͤhrung der Knospen verbraucht wird. Aus manchen Pflanzen wird es mit Leichtigkeit in Menge rein gewonnen, aus den Kar⸗ toffeln unter dem Namen von Kartoffelmehl, aus dem Marke der Maranta arundinacea(einer amerikaniſchen canna⸗artigen Pflanze) als das bekannte leicht verdauliche Arrow-root, aus mehreren Palmen, namentlich aus der echten Sagopalme, Sagus farinifera, als Sago.(Das Moehl unſerer Getreide⸗ arten beſteht nicht allein aus Amylum, ſondern enthaͤlt auch andere organiſche Elementarſtoffe, namentlich Kleber, der we⸗ gen ſeines Stickſtoffgehaltes dem Mehle vorzuͤglich ſeine Nahr⸗ haftigkeit giebt.) Das Staͤrkemehl iſt bekanntlich theils rein, theils von den Pflanzentheilen, in denen es vorkommt(Knol⸗ len, Wurzeln, Erbſen, Linſen, Bohnen, Reis, Hirſe, Ge⸗ treide ꝛc.) ein Hauptnaͤhrmittel der Menſchen. Jedoch iſt es vielleicht in hoͤherem Grade eine Speiſe als ein Naͤhrmittel, d. h. da es keinen Stickſtoff(den den Thieren zu Erhaltung und Fortbildung ihres Koͤrpers nothwendigſten Elementarſtoff) enthaͤlt, ſo iſt es fuͤr ſich allein nicht faͤhig, das Leben eines thieriſchen Weſens zu erhalten, wozu unumgaͤnglich ſtickſtoff⸗ reiche Nahrung gehoͤrt. Daher iſt eine Getreideart um ſo weniger nahrhaft, je weniger reich ſie an Stickſtoff iſt. Des⸗ wegen verzehren viele orientaliſche Voͤlker taͤglich erſtaunliche Mengen von Reis, welcher zwar ſehr reich an Staͤrkemehl (85 Proc.), aber ſehr ſtickſtoffarm iſt, waͤhrend die ſehr ſtick⸗ 1 naͤhren. 2 Gr bot, tit Gunmigin dherlläche formige K und Mau Gummi, dönigen balic, un 3„ zuſchleim Klleninha Seetangen hüchten Drchisant eine vuͤſ Aufpuellen und if di Manzenſift nit Alkohol derſogenanr atten, ab Quittenkern Tragantftn ſehr conſiſte mehrerer Fuc in Paſſe a Galetformen nete Bildungen Nrirdenahrung 8o N iſ in hes den Winter il aufgeſcechert, ahrsſeſt wieder zur Emͤhrung Manzen wird aus den Kar⸗ aus dem Narke en unnaaarige Arrow-root, ten Sagopalme, nſeer Getreide⸗ m enthält auch Kleber, der we⸗ ich ſäne NMahr⸗ düch tals vin votkommt(Knde eis, Hift, Ge⸗ . Jdoc iſt es en Mhrmitte, n zu Cthaltung Clenertacfaf ds Vaen dn tägic nih ul Süͤtena aht 3 3 die ſch ſit „Von den organiſchen Elementarſtoffen. 13 ſtoffrechen Bohnen, Erbſen und Linſen in weit geringerer Menge hinreichen, um nicht nur zu ſaͤttigen, ſondern auch zu naͤhren. 2. Gummi kommt nur fluͤſſig im Innern der Zellen vor, tritt aber haͤufig als Abſonderungsſtoff(Secret) in Gummigaͤngen und als Ausſonderungsſtoff(Excret) an der Oberflaͤche mancher Pflanzenarten auf, erhaͤrtende, tropfen⸗ foͤrmige Klumpen bildend; letzteres findet z. B. bei Kirſch⸗ und Pflaumenbaͤumen ſtatt. Das ſogenannte arabiſche Gummi, gummi arabicum, aus der Acacia arabica und einigen verwandten Arten. Das Pflanzengummi iſt in Waſſer loͤslich, und wird bekanntermaßen vielfaͤltig angewendet. 3. Pflanzengallerte, auch Pectin, Baſſorin, Pflan⸗ zenſchleim(der Chemiker), Salep genannt, erſcheint theils als Zelleninhalt, wie das Gummi, theils, namentlich bei vielen Seetangen, als Stoff der Zellenwaͤnde, in vielen fleiſchigen Fruͤchten(Quitten) und Wurzeln(Altheewurzel, verſchiedene Orchisarten ꝛc). Die Pflanzengallerte giebt mit Waſſer nicht eine waͤſſerige Aufloͤſung wie Gummi, ſondern durch ſtarkes Aufquellen einen ſehr dicken, zaͤhen und gallertartigen Schleim, und iſt die Urſache des Gelatinirens(Gallertwerdens) vieler Pflanzenſaͤfte beim Einkochen mit Zucker(Fruchtgelee) oder mit Alkohol. Am bekannteſten iſt die Pflanzengallerte als der ſogenannte Salep, aus den Wurzelknollen mehrerer Orchis⸗ arten, als Quittenſchleim, leicht in Waſſer ausziehbar aus Quittenkernen, als Leinſamenſchleim, als Tragant aus dem Tragantſtrauch Astragalus cretieus, als Carragheen, ein ſehr conſiſtenter Schleim, der faſt ganz allein die Zellenwaͤnde mehrerer Fucus-Arten, namentlich Fucus erispus, bildet und im Waſſer außerordentlich aufquillt. Manche der genannten Gallertformen weichen untereinander ab, und es iſt uͤberhaupt 14 Drittes Kapitel. ſchwer, zwiſchen Gummi, Pflanzenſchleim und Pflanzengallerte ſtreng zu unterſcheiden. 4. Zucker; er kommt in der Pflanzenzelle faſt immer geloͤſt und nur ſelten außerhalb als kryſtalliſirtes Excret vor. Er findet ſich vorzuͤglich da, wo Staͤrkemehl gebildet werden ſoll, namentlich in unreifen Samen der Huͤlſenfruͤchte und Getreidearten, im Fruͤhjahrsſafte der Baͤume, z. B. vom Zuckerahorn, Acer saccharatum(wo er doch vielleicht mehr eine Umwandlung aus Staͤrkemehl iſt), in fleiſchigen Wurzeln (Runkel⸗, gelbe Ruͤben) und vorzuͤglich im Zuckerrohr vor der Bluͤthenbildung(Saccharum officinarum); ferner in Birnen, Johannisbeeren, Weinbeeren, Pflaumen und vielen anderen Fruͤchten. Man unterſcheidet Rohrzucker und Trau⸗ benzucker. Erſterer kommt vorzuͤglich im Zuckerrohr, in der Runkelruͤbe und im Zuckerahorn vor, letzterer in den meiſten ſuͤßen Fruͤchten, namentlich den Trauben, Pflaumen, Feigen ꝛc. Der Saft des Zuckerrohres enthaͤlt 14 bis 17 Proc. Zucker, der der Runkelruͤbe bis 8 Proc. Der Traubenzucker bildet an gedoͤrrten Fruͤchten, z. B. an Pflaumen und Feigen, durch Auskryſtalliſiren den bekannten weißen mehligen Beſchlag. Dieſelben Gewaͤchſe enthalten in heißen Klimaten eine groͤßere Menge Zucker als in kaͤlteren; ſo geben z. B. die eßbaren Kaſtanien im ſuͤdlichen Europa bis 14 Proc. Zucker, in den noͤrdlichſten Gegenden faſt gar keinen. 5. Membranenſtoff(Holz⸗, Pflanzenfaſer, vegetabili⸗ ſcher Faſerſtoff). Es wurde ſchon erwaͤhnt, daß die vorge⸗ nannten 4 Stoffe die groͤßte chemiſche Verwandtſchaft und das Vermoͤgen beſitzen, leicht in einander uͤberzugehen. So wird beim Keimen der Pflanzenſamen das in dieſen enthal⸗ tene Amylum zunaͤchſt in Gummi und dieſes in Zucker um⸗ gewandelt, und zwar durch eine zur Zeit noch nicht voll⸗ kommen flanzl in Kle⸗ dann diel die haut Ifenznſ heniſche! beſtht. n vorhergehe gtniſch a ausgebil ſictig ui auſgeliſt perneaben ſonſt jed junge lebe lei Luchen angegebec abnehme Suutker u Vai wenden, i *) Mt mechanich lich, d. 1 können de dringen, noch ſo fe perchen im trennen ſich Nur kohlen dert winera zuführen. Manzengallet zelle faſt immer ites Erant vor. gbildet werden ſenfruchte und „ B. vom viellicht mehr higen Wurzeln Zuckeroht vor m)z ſetner in men und vielen ker und Tnau⸗ erohr, in de in den mäſten nen, Feigen u. Prac. Zuber berzudet idet d Fixen dun iher Biſhl in eine grißete 3 dieeßbaren zucer, in dm ſer, vegetabil⸗ daß die volge⸗ wnöjihef un nuuchen. So diſſn entha⸗ in Zucket uc⸗ ch nich vol⸗ Von den organiſchen Elementarſtoffen. 15 kommen erklaͤrte Einwirkung des im Samen mit enthaltenen Pflanzenleimes und Pflanzeneiweißes(zuſammen den Kleber bildend). Die naͤchſte Umwandlungsſtufe iſt dann die Entſtehung des Membranenſtoffes, welcher uͤberall die Haut(Membran) der Zellen bildet und woraus die ganze Pflanzenmaſſe, nachdem durch Auspreſſen, Auskochen oder chemiſche Behandlung alle uͤbrigen Beſtandtheile entfernt ſind, beſteht. Demnach iſt der Membranenſtoff blos das aus den vorhergehenden organiſchen Elementarſtoffen Gewordene, or⸗ ganiſch Geſtaltete: Zelle. Dieſer Stoff iſt im vollkommen ausgebildeten Zuſtande zaͤhe, biegſam, voͤllig waſſerhell durch⸗ ſichtig und faſt unloͤslich. Fuͤr alle Fluͤſſigkeiten und darin aufgeloͤſte“) Stoffe iſt die Pflanzenmembran durchdringbar, permeabel, welche Eigenſchaft um ſo nothwendiger iſt, als ſonſt jede Nahrungsaufnahme abgeſchloſſen ſein wuͤrde, da junge lebensthaͤtige Pflanzenzellen ſtets eine ganz dichte, keiner⸗ lei Loͤcher oder Oeffnungen enthaltende Membran haben. Die angegebene Entſtehung des Membranenſtoffs kann man daraus abnehmen, daß man ihn durch chemiſche Mittel wieder in Zucker und Staͤrkemehl umwandeln kann. Was wir alſo als Holz zu den zahlloſeſten Zwecken ver⸗ wenden, iſt weſentlich der Membranenſtoff, obgleich zur Zeit *) Man muß wohl unterſcheiden zwiſchen chemiſch aufgelöſt und mechaniſch gemengt. Zucker und Salz ſind im Waſſer vollkommen lös⸗ lich, d. h. gehen mit dem Waſſer eine wahre chemiſche Verbindung ein, können daher auch mit dem Waſſer die vegetabiliſche Membran durch⸗ dringen, in das Pflanzen⸗Innere gelangen. Dagegen Kreide oder Kalk, noch ſo fein im Waſſer vextheilt, ſchweben immer blos als kleine Kör⸗ perchen im Waſſer, ohne mit ihm chemiſch verbunden zu ſein, und trennen ſich auch nach und nach wieder von ihm, ſinken zu Boden. Nur kohlenſaures Waſſer vermag einen geringen Antheil Kalk und an⸗ dere mineraliſche Stoffe chemiſch aufzulböſen und in die Pflanze über⸗ zuführen. 16 Drittes Kapitel. noch nicht beſtimmt entſchieden iſt, ob nicht vielmehr derjenige Stoff, durch welchen die Membran der Holzzellen durch innere Auflagerung allmaͤhlig immer dicker und dadurch das Holz feſter und ſchwerer wird, nicht ein chemiſch anderer Koͤrper ſei. Man hat dieſe Verdickungsſubſtanz, die wir bei der naͤheren Betrachtung der Zellenformen ausfuͤhrlicher beſprechen werden, als eigenen von dem Membranſtoff chemiſch verſchie⸗ denen Stoff, Lignin(Holzſtoff) genannt. 6. Fette Oele; ſie finden ſich ſehr haͤufig in den Pflanzenſamen(Ruͤbſen, Lein, Dotter, Hanf, Wallnuß, Mandel, Madia sativa, Sonnenblume ꝛc.), ſelten im Frucht⸗ fleiſche(Olive) in Form von kleinen farbloſen oder gefaͤrbten Troͤpfchen, im Zellſafte ſchwebend. Die fetten Oele, deren es ſehr verſchiedene, meiſt nach den Pflanzen, in denen ſie ſich finden, benannte, giebt, haben das gemeinſame Kenn⸗ zeichen, auf weißem Papier einen durchſichtigen dauernden Fleck(Fettfleck) hervorzubringen; ſie ſind ſaͤmmtlich geruchlos und mild von Geſchmack. Chemiſch ſind ſie den vorhergehen⸗ den Stoffen aͤhnlich zuſammengeſetzt, nur enthalten ſie mehr Kohlenſtoff als dieſe, und beſtehen aus 4 einfachen fetten Koͤrpern, den 2 leichter gerinnbaren: Stearin oder Margarin, und den 2 fluͤſſigeren: Olein oder Elain; ſo waltet im Baum⸗ oͤl, Ruͤboͤl, Mandel⸗ und Buchoͤl Elain, verbunden mit Mar⸗ garin, vor; Olein dagegen in Leinoͤl, Wallnußoͤl, Mohnoͤl; letztere ſind die trocknenden Oele. Sehr oft vertreten die fetten Oele, namentlich in dem Samen, die Stelle des Staͤrkemehls und werden wie dieſes beim Keimen in Gummi und Zucker umgewandelt, ſo daß ſie alſo zu den weſentlichen organiſchen Elementarſtoffen zu zaͤhlen ſind. Die mannich⸗ fache Verwendung der ſetten Oele in der Hauswirthſchaft, Arzneikunde und in Kuͤnſten und Gewerben iſt bekannt. werden k wiſt öda ſolche, 48 als bra Eeſinint Em dſt richſn. der zuſen ziehung 4 ſtehendenn hinlanglis 7,, Ent Paſſer⸗ ücher Rs ſich nant neue Bn Putzelnis darin, de dabei eins dberzufüh *) d rührung Veränderu, hat Berjel kannteſte B hineingelegt die unmitte dadei ſelhſt Rohmaͤßl ehr derjenige durch innere h das Holz erer Koͤrper eir bei der beſprechen ſch verſchie⸗ fig in den Wallnuß, im Frucht⸗ er gefaͤrbten HDele, deren denen ſie ame Kenn⸗ dauernden h geruchlos vorhergehen⸗ ten ſie mehr fachen fetten MNargarin, im Baum⸗ mit Mar⸗ „Mohnaͤl; ertreten die Stelle des in Gummi weſentlichen ſe manrich⸗ zwirthſchaft, kannt. Von den organiſchen Elementarſtoffen. 17 Die bisher betrachteten 6 organiſchen Elementarſtoffe ſind inſofern die wichtigſten, als alle von der Pflanze aufgenom⸗ menen Nahrungsſtoffe zunaͤchſt in ſie uͤbergefuͤhrt werden muͤſſen, um alsdann zur Bildung neuer Pflanzenmaſſe verwendet werden zu koͤnnen. Deshalb kann man ſie auch vorzugs⸗ weiſe oder im engeren Sinne Aſſimilationsſtoffe nennen, d. h. ſolche, welche die Pflanze aus der aufgenommenen Nahrung als brauchbar ſich aneignet, ihrer Maſſe aͤhnlich macht (aſſimilirt). Es kommen aber außer ihnen noch eine Menge anderer, oft nicht minder nothwendiger, nur weniger unmittelbar nuͤtzen⸗ der zuſammengeſetzter Stoffe in den Pflanzen vor, deren Be⸗ ziehung zu der Bildung der Pflanzenmaſſe und zu den vor⸗ ſtehenden 6 organiſchen Elementarſtoffen zum Theil noch nicht hinlaͤnglich ergruͤndet iſt. Dahin gehoͤren zunaͤchſt die unter 7., S., 9. und 10. aufgefuͤhrten Stoffe, welche neben Kohlen⸗, Waſſer⸗ und Sauerſtoff auch noch Stickſtoff(N) in betraͤcht⸗ licher Menge enthalten, naͤmlich bis zu 16 Procent. Sie finden ſich namentlich in allen ſehr lebensthaͤtigen Zellen, von denen neue Bildungen ausgehen(z. B. im keimenden Samen, in Wurzeln, Knospen), und ihre Function beſteht weſentlich darin, die 5 erſtgenannten Stoffe zu veraͤndern, ohne ſelbſt dabei eine Veraͤnderung zu erleiden*), und in einander uͤberzufuͤhren und ſo geſchickt zu machen, die Zellenmembran *) Die merkwürdige Erſcheinung, daß gewiſſe Stoffe durch die Be⸗ rührung andere Stoffe zu verändern vermögen, ohne ſelbſt dabei eine Veränderung zu erleiden, oder in die neue Veränderung mit einzugehen, hat Berzelius Katalyſe, Mitſcherlich Contactwirkung genannt. Das be⸗ kannteſte Beiſpiel dieſer Erſcheinung iſt die Säuerung der Milch durch hineingelegtes Lab(Kälbermagen), die blos durch die Gegenwart, durch die unmittelbare Berührung des Labes bewirkt wird, ohne daß dieſes dabei ſelbſt irgend eine Veränderung erleidet. Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. 2 18 Drittes Kapitel. zu bilden, in Membranenſtoff uͤberzugehen. Neuerlich hat Schleiden fuͤr dieſe Stoffe den gemeinſamen Namen Schleim vorgeſchlagen. 7. Pflanzenfibrin(nach Liebig, ſonſt nach Berzelius Pflanzeneiweiß); es ſondert ſich als ein gallertartiger, gewoͤhn⸗ lich gruͤner, durch Auswaͤſſerung grauweiß werdender Nieder⸗ ſchlag aus ausgepreßten Pflanzenſaͤften ab und iſt in beſon⸗ derer Menge in den Halmgetreideſamen enthalten, wie auch in den Mandeln. 8. Pflanzenleim kommt ebenfalls ſehr allgemein in den Pflanzen vor, namentlich in dem Samen der Halmge⸗ treidearten und der Huͤlſenfruͤchte, aus denen er ſich als eine zaͤhe, braͤunliche, elaſtiſche, klebende Maſſe abſcheiden laͤßt. Mit dem Pflanzenfibrin zuſammen bildet er den bekannten Kleber, Gluten, deſſen groͤßere oder geringere Menge unſere Mehlpflanzen mehr oder weniger nahrhaft macht, da auch der Pflanzenleim denſelben großen Gehalt an Stickſtoff hat, als das Pflanzenfibrin. Am beßten laͤßt ſich der Kleber aus Weizenmehl darſtellen, das ſehr reich daran iſt. Der Gehalt an Kleber in den Getreidearten iſt nicht nur an ſich ſehr veraͤnderlich, ſondern auch nach dem Stickſtoffgehalt des zu deren Anbau verwendeten Duͤngers. Im Weizen ſteigt er bis auf 24, in den Linſen auf 36 Proc., waͤhrend der Reis davon nur 3 Proc. enthaͤlt. 9. Pflanzenalbumin findet ſich vorzuͤglich in den⸗ jenigen Samen, wo das Staͤrkemehl durch fettes Oel erſetzt wird,(Nuͤſſe, Mandeln ꝛc.) und verhaͤlt ſich chemiſch ganz wie das thieriſche Eiweiß. Es enthaͤlt, wie das Pflanzen⸗ fibrin, außer den 4 genannten Elementarſtoffen noch Schwe⸗ fel und Phosphor. lon unß S? Samenloe daakähn dahet ded Shwefel Dieo haben, ur durh Hu Mhoöͤhholt ſchanen t in ihrene nun zwat Manzen 1 niger in? jdch ſn Biden d dehteret die aufgs ſie zur ungefähr; Blut umgt Paſſer un ſüiſigen rhäbehab Zwecke d umgewa tiſche Del nach der ſclüſſe be Neuerlich hat men Schleim ch Berzelius ger gewoͤhn⸗ ender Nieder⸗ iſt in beſon⸗ wie auch in allgemein in der Halmge⸗ ſch als eine eiden laͤßt. bekannten enge unſere t, da auch Sückſtof ˖der Kleber an iſt. Der nur an ſich ffgehalt des eizen ſteigt vaͤhrend der gach in den⸗ es Del erſett hemiſch ganz as Pfaanzen⸗ noch Schwe⸗ Von d. organiſchen Elementarſtoffen. 19 10. Pflanzencaſain(Pflanzenkaͤſeſtoff) ſcheidet ſich durch Saͤuren aus den Pflanzenſaͤften, beſonders aus den Samenlappen der Erbſen, Linſen und Bohnen, als eine quarkaͤhnliche Materie, wie der Kaͤſe aus ſaurer Thiermilch; daher der Name. Es enthaͤlt außer C, H, O und N ebenfalls Schwefel(S). Dieſe 10 verſchiedenen Stoffe, welche, wie wer geſehen haben, weſentlich entweder aus 3 oder aus 4 und zuweilen durch Hinzukommen von etwas wenigem Schwefel und Phosphor, aus 6 chemiſchen Elementen zuſammengeſetzt ſind, ſcheinen ausreichend zu ſein, um uͤberall die Pflanzenmaſſe in ihrem weſentlichen Beſtande zu bilden. Es kommen nun zwar viele andere Stoffe, ſelbſt Kryſtalle, in den Pflanzen vor, die zu dem Pflanzenleben gewiß nicht we⸗ niger in einer beſtimmten nothwendigen Beziehung ſtehen, jedoch ſind ſie nicht in demſelben Grade das Leben und Bilden der Pflanze bedingende Vorbereitungsſtoffe. Unter letzterer Bezeichnung verſtehen wir hier einen Stoff, in den die aufgenommene Nahrung erſt uͤbergefuͤhrt ſein muß, ehe ſie zur Ernaͤhrung des Pflanzenkoͤrpers benutzt werden kann, ungefaͤhr ſo wie im thieriſchen Koͤrper alle Nahrung erſt in Blut umgewandelt wird. So wird z. B. das aufgenommene Waſſer und die Kohlenſaͤure unter Ausſcheidung des uͤber⸗ ſchuͤſſigen Waſſerſtoffes und Sauerſtoffes unter alleiniger Zu⸗ ruͤckbehaltung des Kohlenſtoffes, je nach der Epoche und dem Zwecke des Pflanzenlebens, in einen der 6 erſtgenannten Stoffe umgewandelt. Die noch uͤbrig bleibenden Stoffe, z. B. aͤthe⸗ riſche Oele, Pflanzenſaͤuren, Kryſtalle, Blattgruͤn, werden wir nach der Betrachtung der Elementarorgane als deren Ein⸗ ſchluͤſſe behandeln. 20 Viertes Kapitel. Viertes Kapitel. Von den anatomiſchen Elementen oder den Grund- organen der Gewächſe. Schon mit bloßen Augen erkennt man bei vielen Pflan⸗ zentheilen, z. B. am Hollundermarke, daß ihre Maſſe aus kleinen Blaͤschen beſteht, erhaͤrtetem feinen Seifenſchaum nicht unaͤhnlich. Aus ſolchen, freilich hoͤchſt mannichfaltig geſtalteten Blaͤschen, von denen jedes ſeine eigenthuͤmliche, ihm ange— hoͤrende Haut hat, iſt die ganze Pflanze zuſammengeſetzt, und die niedrigſten, einfachſten Pflaͤnzchen, wie die Brandpilze, beſtehen aus einem einzigen oder nur wenigen ſolcher Blaͤschen. Man kann dieſe Blaͤschen nicht weiter in ſelbſtſtaͤndige Theile zer⸗ legen und nennt ſie deshalb Grund- oder Elementarorgane, weil eine mechaniſche, anatomiſche Zerlegung des Pflanzen⸗ koͤrpers ſie als letzte geformte Beſtandtheile deſſelben erhaͤlt. Ein einzelnes ſolches Blaͤschen, ſei es, daß wir es aus dem Verbande mit anderen abgeſondert haben, oder daß es ein ſelbſtſtaͤndiges Pilzgebilde ſei, iſt entweder kugelrund(die Grundform), oder eirund, oder noch mehr gedehnt und dann ſchlauchfoͤrmig, von einer organiſchen, ganz dichten Haut oder Membran aus dem bereits kennen gelernten Membranen⸗ ſtoff gebildet, umſchloſſen und von einem waſſerhellen Saft, dem Zellſaft, erfuͤllt. Sind die Blaͤschen unter einander dicht und innig verbunden, ſo daß jedes auf die benachbarten einen Druck ausuͤbt, ſo muͤſſen nothwendig die Flaͤchen, in denen die Blaͤschen einander beruͤhren, mehr oder weniger abgeplattet werden, wodurch ihre urſpruͤngliche runde Form verloren geht. Theils deswegen, theils weil dadurch eine Von d. 90 gooß n dn flind gtheben, allgemein runden 1 riget inn gangenden Dure ſowie der gewebe 6 hähere C nachtun 1.1 liegen( infachen freien Zel mit den; annehmen Si do könne nur an rundeten ) N deren einer vergl. den een Grund- vielen Pflan⸗ e Maſſe aus ſchaum nicht tig geſtalteten e, ihm ange⸗ ſetzt und die te, beſtehen ſchen. Man Theile zer⸗ ntarorgane, Pflanzen⸗ lben erhaͤlt. wir es aus der daß es gelrund(die und dann hten Haut Nembranen⸗ ellen Saſt, ter einander benachbarten Flaͤchen, in der weniger tunde Fotm adurch ein Von d. anatomiſchen Elementen od. d. Grundorgauen d. Gewächſe. 21 große Aehnlichkeit mit den Bienenzellen entſteht, hat man den kleinen Blaͤschen oder Schlaͤuchen den Namen Zellen gegeben, welchen Namen man nun aber uͤberhaupt als den allgemein geltenden angenommen hat, auch fuͤr die noch voͤllig runden und freien Blaͤschen. Das durch die mehr oder we⸗ niger innige Verbindung vieler Zellen zu einer zuſammen⸗ haͤngenden Maſſe entſtehende Gewebe heißt Zellgewebe. Durch die ſchon beruͤhrte Verſchiedenheit der Zellenform, ſowie der Anordnung und Verbindung der Zellen im Zell⸗ gewebe, ferner durch Umwandlung mancher Zellenformen in hoͤhere Gebilde wird uns Veranlaſſung zu folgenden Be⸗ trachtungen uͤber die Grundorgane. 1. Geſtalten der Zellen fuͤr ſich und im Zellgewebe. Die kleine mit bloßen Augen nicht unterſcheidbare kugel⸗ runde Blaſe iſt die eine und der viele Linien“*) lange haar⸗ feine Schlauch die andere Extremform der freien Pflanzen⸗ zelle, zwiſchen denen viele Zwiſchenformen in der Mitte liegen(Fig. 2). Da aber nur ſehr wenige Arten der hoͤchſt einfachen Pilze und Algen nur aus einzelnen oder einigen freien Zellen beſtehen, ſo haben wir es hier weſentlich nur mit den Formen zu thun, welche die Zellen im Zellgewebe annehmen. Sind die Zellen im Zellgewebe nur locker verbunden, ſo koͤnnen ſie ſich wie die Kugeln in einem Kugelhaufen auch nur an ſehr kleinen Flaͤchen beruͤhren und muͤſſen ihren ge⸗ rundeten Umfang mehr oder weniger behalten(Fig. 3). Ein *) Wir beſtimmen hier die Maſſe nach dem Pariſer Zoll(10), deren einer in 12 Linien(12““0) eingetheilt wird, oder nach Millimeter; vergl. den Maßſtab auf der erſten Tafel. 22 Viertes Kapitel. ſolches Zellgewebe nennt man Merenchym, gleichviel ob die daſſelbe bildenden Zellen kugelrund oder eirund oder noch mehr verlaͤngert ſind, wenn nur ihr Laͤngendurchmeſſer den Breitendurchmeſſer nicht uͤber 4⸗ bis 6mal uͤberſteigt. Meiſtentheils aber beruͤhren die Zellen einander ſehr innig, indem ſie ſich bei dem Wachsthum ausdehnen und einander an den Beruͤhrungsflaͤchen abplatten, nach demſelben Geſetz, wie ſich die Blaſen eines großblaſigen Seifenſchanmes auch abplatten, d. h. durch ebene Waͤnde von einander geſchieden ſind, obgleich die einzelne Seifenblaſe rund iſt. Natuͤrlich koͤnnen aber zwiſchen den beiden Extremen der lockerſten und innigſten Beruͤhrung viele Zwiſchenſtufen liegen. Wenn im dichten Zellgewebe alle Zellen gleich große kugelrunde Blaſen geweſen und nach der Regel des Quincunx, d. h. wie ein regelmaͤßig aufgeſchichteter Haufen gleichgroßer Kugeln angeordnet waͤren, ſo muͤßte natuͤrlich jede Zelle von den 12 umlagernden Zellen auf gleiche Weiſe einen abplatten⸗ den Druck erleiden und zu einer Kryſtallform von 12 gleichen rhombiſchen Seiten, zu einem Rhombenzwoͤlffach, werden. Beide Bedingungen kommen aber ſelten oder nie vor, und daher zeigen die Zellen nur ſelten regelmaͤßige Kryſtallformen. Gewoͤhnlich ſtehen die Zellen in Laͤngsreihen uͤber einander, und zwar ſo, daß die neben einander ſtehenden Reihen in ihren einzelnen Zellen alterniren. Sind dann die Boͤden, wodurch die Zellen einer Reihe an einander liegen, ganz oder ziemlich horizontal und die Zellen ſelbſt nach allen Dimenſionen von ziemlich oder ganz gleichem Durchmeſſer, ſo iſt ein ſolches Zellgewebe ein echtes oder ſogenanntes kurzes Parenchym, und die Zellen heißen kurze oder teſſulariſche oder paren⸗ chymatiſche Zellen(Fig. 4); ſind die Zellen vielmal laͤnger als breit, ſo iſt es ein geſtrecktes Parenchym, und die Pon d. an zäll ſ zellen( us urſpr und wende mußter werden( füͤnf⸗ undt Arordnun⸗ kauf den wit wit ihre ein ſolch ſenchyn angen Et G h. Von zellen, weſchinde didwand Nindenſ webe, auch in Gewaͤchſe harkeit ge ſealandie Hanf u reinen vorzügli und es Es formen, gleichviel ob ind oder noch urchmeſſer den teigt der ſehr innig, und einander ſelben Geſetz, hanmes auch er geſchieden . Natuürlich ockerſten und gleich große MOuincunx, gleichgroßer de Zelle von mabplatten⸗ 12 gleichen h, werden. ie vor, und ſtallformen. er einander, hen in ihren en, wodurch oder ziemüch ꝛenſionen bon iſt en ſolhes tenchym, und der paren⸗ ielmal laͤnger zm, und die Von d. anatomiſchen Elementen od. d. Grundorganen d. Gewächſe. 23 Zellen heißen geſtreckte oder prismatiſche Parenchym⸗ zellen(Fig. 5). Natuͤrlich muß das geſtreckte Parenchym aus urſpruͤnglich walzenfoͤrmigen Schlaͤuchen entſtanden ſein, und wenn ſie alle einen gleichen Breitendurchmeſſer hatten, ſo mußten ſie im dichten Parenchym zu ſechsſeitigen Prismen werden(Fig. 6); eben ſo natuͤrlich muß es aber auch vier⸗, fuͤnf⸗ und mehrſeitige geben koͤnnen, je nach ihrer ſeitlichen Anordnung und Ungleichheit ihrer Durchmeſſer. Laufen geſtreckte Zellen dichten Zellgewebes an ihren En⸗ den mit ſehr ſchraͤgen Boͤden ſcharf zu und erſcheinen dann mit ihren Enden zwiſchen einander hineingeſchoben, ſo heißt ein ſolches Zellgewebe Proſenchym und die Zellen Pro⸗ ſenchym⸗ oder proſenchymatiſche Zellen und ſind aus langen Schlaͤuchen mit ſehr verſchmaͤlerten Enden entſtanden (Fig. 7). Von dieſen ſind die Baſtzellen oder Pleurenchym⸗ zellen, auch Faſerzellen genannt, faſt nur graduell un⸗ terſchieden. Es ſind ſehr lange, faſt immer außerordentlich dickwandige Zellen, welche ſich vorzugsweiſe in der innern Rindenſchicht der Dikotyledonen finden, wo ſie das Baſt⸗ gewebe, Pleurenchym, bilden. Eine große Rolle ſpielen ſie auch in den Blaͤttern und Halmen der Graͤſer und grasartigen Gewaͤchſe, die dadurch zuweilen eine ſehr bedeutende Halt⸗ barkeit gewinnen. Am meiſten iſt dieß der Fall bei dem neu⸗ ſeelaͤndiſchen Flachs, Phormium tenax. Unſer einheimiſcher Hanf und Flachs beſteht, wenn er gut zubereitet iſt, aus reinen Pleurenchymzellen. Auch manche unſerer Laubhoͤlzer, vorzuͤglich Linde und Ruͤſter, haben ſehr haltbare Baſtzellen, und es dient daher bekanntlich ihre Rinde zur Baſtbereitung. Es verſteht ſich wohl von ſelbſt, daß dieſe Zellgewebs⸗ formen, namentlich Merenchym, Parenchym und Proſenchym, 42 Viertes Kapitel. nicht ſcharf von einander geſchieden ſind, ſondern durch zahl⸗ reiche Zwiſchenformen in einander uͤbergehen. Geſtreckte Zellen ſind dieß gewoͤhnlich nur in der Rich⸗ tung des Pflanzengliedes, dem ſie angehoͤren, was man deutlich an dem Holze wahrnimmt. Auf dem Querſchnitte eines geſtreckten Pflanzengliedes(eines Stengels, einer Wur⸗ zel, eines Blattſtieles) erſcheinen daher alle Zellen mehr oder weniger gleich, und zwar den Zellen der Bienenwaben ſehr aͤhnlich(Fig. 8), nur nie ſo uͤbereinſtimmend und regelmaͤßig; man kann daher auf einem Querſchnitte Parenchym und Proſenchym nicht oder nur durch die Uebung an der Stelle, wo man ſie findet, unterſcheiden. Bisher hatten wir es mit Zellgewebsformen zu thun, welche aus regelmaͤßigen, ſich gleichfoͤrmig ausdehnenden Zellen gebildet wurden. Es kommen aber zuweilen Zellgewebsformen vor, deren Zellen ſich hoͤchſt ungleichmaͤßig ausdehnen und demzufolge auch einander ungleichmaͤßig beruͤhren. Dadurch entſteht das unregelmaͤßige Zellgewebe(Fig. 9), von dem man als eine beſondere Form das ſternfoͤrmige(Fig. 10) hervor⸗ heben kann. 2. Von der Urſache des Zuſammenhanges der Zellen im Zellgewebe. Die einzelnen Zellen des Zellgewebes werden durch einen verbindenden Kitt zuſammengehalten, den man Intercellular⸗ Gwiſchenzellen⸗) Stoff nennt. Er laͤßt ſich aber ſehr oft nicht nachweiſen, oder iſt wenigſtens auf eine ſehr geringe Maſſe reducirt. An manchen niederen Pflanzen, namentlich an Pilzen, Algen und Flechten, kommt dieſer Stoff jedoch in groͤßerer Maſſe vor und iſt hier vielleicht ſogar immer die Grundlage, in und aus welcher ſich die Zellen, aus denen Von d. 1 diefe ni bühenn eandenſi pl, meil überzihen in folgen vas der Jalln aut Zuwr Suf a rusgeſch werden ſichthar genſiiig We ſch we beruͤhrer ſchenrau jiemlch wie es mäßigen zwiſchen en X Naͤume Ihre 2 mehr ot und des ſie groß gewebe: durch zahl⸗ in der Rich⸗ was man Querſchnitte einer Wur⸗ mehr oder waben ſehr regelmaͤßig; nchym und der Stell, n zu thun, nden Zellen websformen dehnen und Dadurch n dem man 40) hervor⸗ nges der durch änen reellular⸗ ver ſehr oft ſehr getine „namentlich Suff jedoch ogar immer , aus denen Von d. anatomiſchen Elementen od. d. Grundorganen d. Gewächſe. 25 dieſe niederen Pflanzen allein beſtehen, bilden. Bei den hoͤheren Pflanzen kann der Intercellularſtoff, wenn ſein Vor⸗ handenſein als allgemein geltende Regel angenommen werden ſoll, meiſt nur als eine duͤnne Schicht die einzelnen Zellen uͤberziehen, weil nur ſelten die Intercellulargaͤnge(ſiehe dieſe im folgenden Abſchnitte) von dieſem Stoffe ausgefuͤllt ſind, was der Fall ſein muͤßte, wenn ſich uͤberall neu entſtehende Zellen aus und in demſelben bildeten. Zuweilen muß man den zwiſchen den Zellen abgelagerten Stoff als ſpaͤter als die Zellen entſtandenen, von dieſen erſt ausgeſchiedenen Stoff betrachten, was daraus deutlich erſehen werden kann, daß in ihm noch die Grenzen als feine Linien ſichtbar ſind, wodurch die Ausſcheidungen der Zellen ſich ge⸗ genſeitig abgrenzen(Fig. 11). 3. Von den Intercellulargaͤngen. Wenn die Zellen nur ganz locker verbunden ſind und ſich wie zuſammengehaͤufte Kugeln nur an kleinen Flaͤchen beruͤhren, ſo muͤſſen natuͤrlich zwiſchen den Zellen leere Zwi⸗ ſchenraͤume uͤbrig bleiben, die namentlich dann die Form von ziemlich regelmaͤßigen Gaͤngen annehmen, wenn die Zellen (wie es im Marke oft ſehr deutlich der Fall iſt) in regel⸗ maͤßigen Laͤngsreihen neben einander liegen, ungefaͤhr wie zwiſchen 3 oder 4 Reihen aufeinander geſchichteter Schachteln ein 3⸗ oder 4eckiger Zwiſchenraum bleibt. Man nennt dieſe Raͤume des Zellgewebes Intercellulargaͤnge(Fig. 12). Ihre Ausbildung iſt nothwendig von der Anordnung und mehr oder weniger innigen Verbindung der Zellen abhaͤngig und deswegen natuͤrlich hoͤchſt verſchieden. Zuweilen bilden ſie große leere, oft ſehr regelmaͤßig vertheilte Raͤume im Zell⸗ gewebe und heißen dann Luftluͤcken oder Luftbehaͤlter 26 Viertes Kapitel. (Fig. 13),(namentlich in vielen Waſſerpflanzen) oder, wenn ſie mit Saͤften angefuͤllt ſind, Saftgaͤnge oder Saft⸗ behaͤlter(Fig. 14). Den Saftgaͤngen ganz aͤhnlich ſind die ſogenannten eigenen Gefaͤße, vasa propria, welche einen aſſimilirten, oft gefaͤrbten(rothen, gelben, gruͤnen) Saft enthalten und eine eigene, aber hoͤchſt feine Membran beſitzen(Fig. 15). Sie ſtehen zwiſchen den Saftgaͤngen und den ſpaͤter zu beſchrei⸗ benden Milchſaftgefaͤßen in der Mitte. Es iſt klar, daß dieſe Intercellulargaͤnge keine ſelbſt⸗ ſtaͤndigen Organe ſind, indem ſie von keiner eigenthuͤmlichen Haut umſchloſſen werden, denn die ſie umgebende Membran gehoͤrt nicht ihnen, ſondern den ſie umſchließenden Zellen an, von deren zufaͤllig nur theilweiſer Verbindung ſie allein ab⸗ haͤngen. Daher darf man ihnen wohl auch im Allgemeinen keine ſehr wichtige Lebensverrichtung zuſchreiben, wenn auch nicht ſelten Saͤfte, die aus den benachbarten Zellen in ſie ausgetreten ſind, in ihnen angetroffen werden. 4. Vom Baue der Zellenwand. Wie wir bereits hoͤrten, iſt die Wand einer jungen, lebensthaͤtigen Zelle ſtets eine duͤnne, waſſerhelle, durchſichtige und ganz ſtructurloſe Haut, an der man ſelbſt bei ſtarker Vergroͤßerung weder Streifen, noch Puncte oder feine Poren entdecken kann. Sehr oft aber leidet die Pflanzenzelle an ihrer Membran bedeutende Veraͤnderungen. Zunaͤchſt durch Verdickung derſelben, indem ſich aus dem Zelleafte auf der innern Wand der Membran Niederſchlaͤge abſetzen, und in Form von Schichten ſie bedecken und verdicken, nicht ſelten in dem Grade, daß dadurch aller Zellenraum verſchwindet und die Zellen zu harten, dichten Koͤrnern werden, die Von d. zwitbel gh lb) kuochenar Dur diinbat und wür ſe ſch i ſncn. in ſolhen ben oft! werdickt Vedich ausgeſpa liche Kan ſtehen, üffene wegen d Ngen ſchwach oder A ſind G ſprungli ſind, oft dewaſche ſind, unmitt halb ſ Biddun Commu dj ünen C oder, wenn oder Saft⸗ ſogenannten aſſimilirten, en und eine 15). Sie zu beſchrei⸗ keine ſelbſt⸗ enthuͤmlichen de Membran Zellen an, allein ab⸗ Allgemeinen wenn auch ellen in ſie d. ner jungen, durchſichtige bei ſtarker feine Poten nzenzelle an naͤchſt durch lafte auf der gen, und in nicht ſelte berſchwindet werden, die Von d. anatomiſchen Elementen od d. Grundorganen d. Gewächſe. 27 zwiebelartig aus uͤber einander liegenden Schichten beſtehen (Fig. 16). Solche dickwandige Zellen bilden die bekannten knochenartigen Koͤrner in manchen Winterbirnen. Durch dieſe Verdickung wird aber nothwendig die Durch⸗ dringbarkeit(Permeabilitaͤt) der Zellenmembran beeintraͤchtigt, und wuͤrde zuletzt dadurch ganz aufgehoben werden, wenn ſie ſich immer uͤber die ganze innere Wandung der Zelle er⸗ ſtreckte. Um aber das Aus⸗ und Eintreten der Saͤfte ſelbſt in ſolchen dickwandigen Zellen nicht ganz zu verhindern, blei⸗ ben oft punct⸗ oder ſtreifenfoͤrmige Stellen der Membran un⸗ verdickt. Indem nun bei der fortgeſetzten Ablagerung neuer Verdickungsſchichten dieſe Stellen immer wieder, ſo zu ſagen, ausgeſpart werden, ſo muͤſſen dadurch nach und nach foͤrm⸗ liche Kanaͤlchen oder Spalten in der Verdickungsſubſtanz ent⸗ ſtehen, welche, wenn man ſenkrecht in ſie hineinſieht, wie offene Loͤcher oder Spalten in der Zellenwand(namentlich wegen der geringeren Durchſichtigkeit der verdickten Wand gegen die glashellen unverdickten Stellen), oder auch bei ſchwacher Vergroͤßerung wie innerlich anhaͤngende Blaͤschen oder Waͤrzchen ausſehen, wofuͤr ſie auch angeſehen worden ſind(Fig. 17). Zuletzt werden dieſe Stellen, die alſo ur⸗ ſprüͤnglich immer von der primaͤren Zellenhaut verſchloſſen ſind, oft von dem gewaltſam hindurchſtroͤmenden Safte durch⸗ gewaſchen(reſorbirt), erweitern ſich, was ſie urſpruͤnglich nie ſind, zuletzt oft zu wahren Loͤchern oder Spalten und bilden unmittelbare Zugaͤnge aus einer Zelle in die andere. Des⸗ halb ſtoßen gewoͤhnlich die Tuͤpfelkanaͤlchen(wie man dieſe Bildungen nennt) benachbarter Zellen auf einander, um die Communication der Saͤfte zu vermitteln. Oft kann man die einzelnen Verdickungsſchichten auf einem Querſchnitte einer Zelle deutlich unterſcheiden(Fig. 16). 28 Viertes Kapitel. Eine eigenthuͤmliche hiermit zuſammenhaͤngende Bildung zeigen die langgeſtreckten vierſeitig prismatiſchen Zellen des Fichten⸗ und uͤberhaupt des Nadelholzes. Dieſe zeigen auf den zwei gegenuͤberliegenden, mit den Markſtrahlen parallel gehenden Zellenwaͤnden(Fig. 18. a. a. a. a.) eine Reihe un⸗ regelmaͤßig uͤber einander liegender großer Kreiſe, die einen kleineren centralen Kreis einſchließen. Dieſe entſtehen dadurch, daß die zuſammenliegenden Waͤnde je zweier Zellen(Fig. 19 a. b.) linſenfoͤrmige leere Raͤume(Fig. 19 c.) einſchließen(der aͤußere große Kreis, Fig. 19 d.), und daß auf den dadurch im Zelleninnern entſtehenden runden Hervorragungen auf der verdickten Zellenmembran kleine runde Stellen unverdickt blei⸗ ben(der kleine innere Kreis, Fig. 19 e.).. Ganz aͤhnliche Bildungen im Kleinen kommen bei man⸗ chen punctirten Gefaͤßen vor, und in allen dieſen Faͤllen wer⸗ den die kleinen unverdickt bleibenden Stellen der Membran zuweilen durchgewaſchen und in wirkliche Loͤcher verwandelt. Die Ablagerung der Verdickungsſubſtanz geſchieht auch zuweilen fadenfoͤrmig, und zwar nicht ſelten deutlich ſpiral gewunden, wodurch dann an den uͤbrigens unverdickten Wandungen der Zelle ein Spiralfaden verlaͤuft(Fig. 20). Solche Spiralfaſerzellen bilden einen Uebergang zu den Spiralgefaͤßen(ſiehe unten 6) und kommen beſonders deut— lich im Taxusholze und bei dem Torfmooſe(Sphagnum) vor. Uebrigens muß erwaͤhnt werden, daß die Umwandlung der unverdickt bleibenden Stellen der Zellenmembran in wirk⸗ liche Loͤcher nur bei alten Zellen, deren Lebensthaͤtigkeit als beendet angeſehen werden kann, ſtattfindet und ſogar von Vielen, obgleich mit Unrecht, ganz in Abrede geſtellt wird. Am haͤufigſten finden ſich die Proſenchym- und Baſt⸗ zellen ſehr verdickt, und es entſteht dadurch die Feſtigkeit und Scher kommen tor(n glechgefo wandige Sch ne ande Zelenmen Faulriß ſchichen gägt au unbkräͤn 5 Auß Aſimilat tetſchide Ablager wendigt leben n Stoffe ſ dder wen 4)4 nünen, auſttaten Farbe ſich bol ſolchen, in Dun ffeln u ſchanen nde Bildung Zellen des zeigen auf len parallel eReihe un⸗ , die einen een dadurch, en(Fig. 19 chließen(der den dadurch ngen auf der nverdickt blei⸗ en bei man⸗ Fäͤllen wer⸗ der Membran rvverwandelt. geſchieht auch deutlich ſpiral zunverdickten t(Fig. W. pgang zu den ſonders deut⸗ agnum) vor. Umwandlung bran in witk thätigkeit ab dſogar von ſtelt wid. 3 und Baſt⸗ zſigkeit und Von d. anatomiſchen Elementen od. d. Grundorganen d. Gewächſe. 29 Schwere des Holzes und die Haltbarkeit des Baſtes. Doch kommen auch nicht ſelten ſehr dickwandige Parenchymzellen vor(in den Birnen), und zwar zuweilen mitten im ganz gleichgeformten duͤnnwandigen Parenchym eine einzelne dick⸗ wandige(z. B. in der Rinde der Georginenknollen). Schon oben wurde geſagt, daß die Verdickungsſubſtanz eine andere chemiſche Zuſammenſetzung hat, als die primitive Zellenmembran. Sie loͤſt ſich auch leichter auf, und bei der Faͤulniß des Holzes loͤſen ſich daher zuerſt die Verdickungs⸗ ſchichten auf, und erſt ganz ſpaͤt die Zellenmembran. Daher zeigt auch ganz faules Holz, z. B. Eichenholz, noch die ganz unveraͤnderte Holztextur. 5. Von den Einſchluͤſſen der Zellen. Außer den bereits fruͤher als organiſche Elementar⸗ oder Aſſimilationsſtoffe beſchriebenen Subſtanzen findet man noch verſchiedene andere Einſchluͤſſe in den Zellen, die theils als Ablagerungen unbrauchbar gewordener Stoffe, theils als noth⸗ wendige Bildungen, deren directe Beziehung zum Pflanzen⸗ leben noch nicht gehoͤrig erforſcht iſt, anzuſehen ſind. Dieſe Stoffe ſind entweder geformte Koͤrperchen oder formloſe mehr oder weniger duͤnne Fluͤſſigkeiten. a) Das Blattgruͤn, Chlorophyll, beſteht aus einer gruͤnen, wachsartigen, in Form von ſehr kleinen Kuͤgelchen auftretenden Materie und iſt immer die Urſache der gruͤnen Farbe aller gruͤn gefaͤrbten Pflanzentheile(Fig. 21). Es bildet ſich vorzuͤglich unter dem Einfluß des Lichtes und fehlt ſolchen, ſonſt gruͤnen Pflanzen und Pflanzentheilen, welche im Dunkeln erwachſen ſind(z. B. den Kellerkeimen der Kar⸗ toffeln und Ruͤben). Bei der Herbſtfaͤrbung der Blaͤtter er⸗ ſcheinen in den Zellen der Blaͤtter an der Stelle der Chloro⸗ 30 Viertes Kapitel. phyllkuͤgelchen gelbe und rothe Farbkuͤgelchen(antho⸗ und Erythrophyll), deren Verhaͤltniß zu dem alsdann verſchwun⸗ denen Blattgruͤn noch nicht bekannt iſt. b) Der gelbe und zinnoberrothe Farbeſtoff (Anthoxranthin) beſteht in ebenfalls ſolchen Kuͤgelchen, die im Zellſafte ſchwimmen; dagegen iſt der Stoff, welcher die blaue, violette und karminrothe Faͤrbung bedingt, (Anthokyan) im Zellſafte chemiſch aufgeloͤſt. c) Aetheriſche oder fluͤchtige Oele kommen in der Form von kleinen Troͤpfchen oder ganze Zellen ausfuͤllend vor und ſind gewoͤhnlich mit Harz oder Schleim vermiſcht; erſte⸗ res laſſen ſie daher ſehr oft, indem ſie ſelbſt verdunſten, allein und trocken zuruͤck(Harz der Fichten, Tannen, Kiefern). Die fluͤchtigen Oele finden ſich meiſt in Parenchymzellen der Bluͤthentheile, Blaͤtter, Fruͤchte, Wurzeln und der Rinde und ſind gewoͤhnlich allein der Grund der zahlreichen Wohlgeruͤche des Pflanzenreiches. Beſonders reich an aͤtheriſchen Oelen ſind die Aurantiaceen(Citronenoͤl, Bergamottoͤl), die Lippen⸗ blumen(Lavendeloͤl, Rosmarinoͤl), die Doldenpflanzen(Kuͤm⸗ mel⸗, Fenchel⸗, Anisoͤl), manche Compoſitionen,(Camillenoͤl), die Myrtaceen(Piment⸗, Cajeputoͤl) ꝛc. d) Die Pflanzenſaͤuren, die zuweilen frei, meiſt aber mit Baſen zu Salzen verbunden in ſehr großer Mannichfal⸗ tigkeit in den Pflanzenzellen vorkommen, finden ſich vorzuͤg⸗ lich in unreifen Fruͤchten(in denen ſie durch das Reifen in Zucker uͤberzugehen ſcheinen), in den Blaͤttern ꝛc. Die be⸗ kannteſten und wichtigſten(zuweilen neben einander in den Pflanzen vorkommend) ſind die Eſſigſaͤure, Wein-, Apfel⸗, Citronenſaͤure. Die Gerbſaͤure(Gerbſtoff, Tannin) kommt am haͤufigſten in der Rinde, in den Blaͤttern und Frucht⸗ huͤllen vieler Baͤume vor(am reichlichſten in den durch In⸗ Von d. g. ſecteſi unvandel hmritung )) L. ſid ſolce welche ſie Unen Sal bervandt teren Ge⸗ Trager he de keift Chinin phin, (dem eing die breche Strychn augen de. 1)8 thuͤmlch ſoffe, ſich von Loffein ſin in de 99 ſend i chym⸗ Marke! llein(ho weiſe Ra abgeleite dend. S kantho⸗ und verſchwun⸗ Farbeſtofff hen, die im welcher die ag bedingt, men in der fuͤllend vor niſcht; erſte⸗ nſten, allein „Kiefern). mzellen der Rinde und Vohlgeruͤche chen Oelen die Appen⸗ nzen(Kuͤm⸗ Camillenoͤh, meiſt aber Mannichfal⸗ ſch vorzüg 3 Räfen in c. Die be⸗ ander in den ein⸗, Apfel⸗, nin) kommt und Frucht⸗ n durch In⸗ Von d. anatomiſchen Elementen od. d. Grundorganen d. Gewächſe. 31 ſectenſtiche entſtehenden Gallen: Gallaͤpfel, Knoppern); ihr umwandelnder Einfluß auf die thieriſche Haut bei der Leder⸗ bereitung iſt bekannt. e) Die Pflanzenalkaloide oder vegetabiliſchen Baſen ſind ſolche in den Zellen vieler Pflanzen vorkommende Stoffe, welche ſich zu den Saͤuren wie Baſen verhalten und mit ihnen Salze bilden, und hierin alſo den mineraliſchen Alkalien verwandt ſind. Die Alkaloide haben faſt alle einen ſehr bit⸗ teren Geſchmack und ſind neben den Enxtractivſtoffen die Traͤger heilſamer und giftiger Eigenſchaften, und liefern daher die kraͤftigſten Heilmittel. Einige der wichtigſten ſind: das Chinin und Cinchonin in der Chinarinde, das Mor⸗ phin, Codein, Thebain und Narkotin im Opium (dem eingetrockneten Milchſafte des Mohns), das Emetin, die brechenerregende Subſtanz der Ipecacuanhawurzel, das Strychnin und Kaniramin(Brucin) in den Kraͤhen⸗ augen ꝛc. f) Noch zahlreicher und faſt in jeder Pflanzenart eigen⸗ thuͤmlich zuſammengeſetzt ſind die ſogenannten Extractiv⸗ ſtoffe, die weder ſauer, noch alkaliſch wirken und dadurch ſich von den Saͤuren und Alkaloiden unterſcheiden, z. B. Coffein im Kaffee, Saliecin in der Weidenrinde, Quaſ⸗ ſin in dem Quaſſiaholze ꝛc. 1 g) Kryſtalle kommen faſt in allen Pflanzen wenig⸗ ſtens zu gewiſſen Zeiten vor, und zwar faſt nur in Paren⸗ chym⸗ und Merenchymzellen, namentlich in der Rinde, im Marke und in den Blaͤttern. Sie ſind natuͤrlich ſtets ſehr klein(hoͤchſtens“), entweder nadelfoͤrmig(dann vorzugs⸗ weiſe Raphiden genannt) oder in Wuͤrfelform und den davon abgeleiteten Formen, ſehr oft kleine ſternfoͤrmige Druſen bil⸗ dend. Sie beſtehen meiſt aus phosphorſaurem oder kleeſau⸗ 32 Viertes Kapitel. rem Kalke. Die Baſen zu dieſen ſtets ſehr ſchwer loͤslichen Salzen nehmen die Pflanzen ſtets aus der Außenwelt(und zwar durch kohlenſaͤurehaltiges Waſſer aufgeloͤſt) auf, und ihre Menge und zum Theil auch ihre Art iſt in jeder Pflan⸗ zenart feſt beſtimmt, wenn auch nach der Bodenbeſchaffenheit einigermaßen wechſelnd. Ihre Bedeutung fuͤr das Pflanzen⸗ leben iſt noch nicht hinlaͤnglich feſtgeſtellt; man nimmt an, daß ſie die im Pflanzeninnern vorkommenden freien Saͤuren, indem ſie ſich mit ihnen zu unloͤslichen Salzen verbinden, unſchaͤdlich machen; jedenfalls werden wir ſpaͤter bei der Pflanzenernaͤhrung ſehen, daß dieſe anorganiſchen Baſen fuͤr die Pflanze von großer Wichtigkeit und unentbehrlich ſind. Unter den Einſchluͤſſen der Pflanzenzelle iſt endlich noch der ſogenannte Zellenkern(Nucleus oder Cytoblaſt) zu er⸗ waͤhnen, der aber weder als ein wahrer Aſſimilationsſtoff angeſehen, noch mit den uͤbrigen Einſchluͤſſen der Zelle unter einen Geſichtspunct gebracht werden kann. In jungen, lebens⸗ kraͤftigen Zellen fehlt er ſelten und bildet einen gelblichen, innen kruͤmlichen Koͤrper, bald faſt ſo groß, bald viel kleiner als die ihn umſchließende Zelle, in der er entweder frei oder der Zellenwand angeheftet liegt, in langen Zellen auch meiſt in Mehrzahl vorkommt. In ihm laſſen ſich wieder kleinere Kernkoͤrperchen unterſcheiden. Man hat beobachtet, daß ſich im Innern der Zellen aus den Cytoblaſten neue Zellen entwickeln, weshalb wir ſpaͤter wieder darauf zuruͤckkommen werden. Damit iſt jedoch die Frage uͤber die Bedeutung des Zellenkernes fuͤr das Leben der Pflanze noch lange nicht erledigt. Vn d. an 6. Vot le Die Npoſe) an ſch in al Grundorge inmer erſt von zelle Gefäße vo Nar nannte( Endform zahlkeich ſammt ſel dos Spi Spiral⸗ das dun 4. Spiro walzenfi der Gefa wundenen Spiralgen Opiralſe ſpiral⸗ jener V ) d heißen des den Gefäß rſtere ſir Ausſchluß mit kinſch Roßmaf wer loͤslichen ßenwelt(und t) auf, und jeder Pflan⸗ beſchaffenheit 8s Pflanzen⸗ nimmt an, ien Saͤuren, verbinden, ter bei der n Baſen fuͤr hrlich ſind. endlich noch laſt) zu er⸗ nilationsſtoff Zelle unter gen, lebens⸗ n gelbüchen, d viel kleiner der frei oder mauch meiſt eeder kleinere hachtet, daß neue Zellen urückommen Bedeutung h lange nich Van d. anatomiſchen Elementen od. d. Grundorganen d. Gewächſe. 33 6. Von der Umwandlung der Zellen in abge⸗ leitete Elementarorgane(Gefaͤße). Die niedrigſten Pflanzen(Flechten, Algen, Pilze und Mooſe) ausgenommen, die blos aus Zellen beſtehen, findet ſich in allen uͤbrigen Pflanzen noch eine zweite Art von Grundorganen, die man deswegen abgeleitete nennt, weil ſie immer erſt aus Zellen entſtehen*). Naͤchſt dieſer Abſtammung von Zellen, die man ihnen oft ſehr anſieht, unterſcheiden ſich die Gefaͤße vornehmlich durch die Beſchaffenheit ihrer Membran. Man unterſcheidet mehrere deshalb auch verſchieden be⸗ nannte Gefaͤßformen, die zwar in ihren rein ausgeſprochenen Endformen ſehr von einander abweichen, aber doch durch zahlreiche Zwiſchenformen in einander uͤbergehen und alle⸗ ſammt ſelbſt von den Zellen nicht ſcharf zu unterſcheiden ſind: das Spiralgefaͤß, das Ringgefaͤß, das geſtreifte Spiral⸗ oder Treppengefaͤß, das netzfoͤrmige und das punctirte Gefaͤß. a. Die Spiralgefaͤße, Schraubengaͤnge oder Spiroiden, vasa spiralia, ſind mehr oder weniger lange walzenfoͤrmige, aͤußerſt duͤnnhaͤutige Schlaͤuche, welche einen der Gefaͤßhaut dicht anliegenden, dicht oder weitlaͤufig ge⸗ wundenen Spiralfaden einſchließen. Sehr oft enthaͤlt ein Spiralgefaͤß zwei und noch mehr neben einander verlaufende Spiralfaſern. Dieſe Spiralfaſern entſtehen durch eine in ſpiral⸗ oder ſchraubenfoͤrmiger Richtung erfolgte Ablagerung jener Verdickungsſubſtanz, durch welche, wie wir vorher ge⸗ *) Diejenigen Pflanzen, welche nur aus Zellen zuſammengeſetzt ſind, heißen deswegen Zellenpflanzen, plantae cellulares, zum Unterſchiede von den Gefäßpflanzen, plantae vasculares, in denen ſich Gefäße ſinden. Erſtere ſind ziemlich gleichbedeutend mit Linné's Kryptogamen, mit Ausſchluß ſeiner Farrenkräuter; letztere ſind Linné's Phanerogamen, mit Einſchluß der Farren. Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. 3 34 Viertes Kapitel. ſehen haben, die Zellen dickwandig werden. Sehr oft iſt die Membran des Gefaͤßes ſo zart, und dagegen die Spiralfaſer bei aller Feinheit ſo feſt, daß ſich letztere auseinander ziehen laͤßt, wobei die Membran zerreißt. Man kann die ſich ab⸗ rollende Spiralfaſer leicht ſehen, wenn man ein Roſen⸗ oder Korneliuskirſchenblatt zwiſchen die Daumen und Zeigefinger bei⸗ der geſchloſſenen Haͤnde faßt und ſo lange behutſam dehnt, bis es zerreißt, wobei man alsdann an den Stellen, wo die Blattadern zerriſſen ſind, uͤberaus feine Faͤden, die auseinan⸗ der gezogenen Spiralfaſern, ſich kruͤmmen und drehen ſieht. Die Spiralgefaͤße ſind oft ſehr lang, nicht ſelten aber auch ganz kurz, von bedeutendem oder auch ſehr geringem Durch⸗ meſſer; ſie entſtehen aus uͤber einander ſtehenden walzenfoͤr⸗ migen Zellen, deren Scheidewaͤnde durch Durchwaſchung ent⸗ fernt(reſorbirt) werden, wodurch der Zuſammenhang(die Con⸗ tinuitaͤt) des aus mehreren Zellen entſtandenen Gefaͤßraumes bewirkt wird. Oft werden die Scheidewaͤnde blos mehr oder weniger regelmaͤßig durchloͤchert, wodurch ſie zuweilen ein leiterartiges Anſehen erhalten. Die Spiralgefaͤße finden ſich vorzuͤglich nur in jungen krautartigen Pflanzengliedern, namentlich in den Blaͤttern und blattartigen Organen, in den Blumenblaͤttern, in ein⸗ jaͤhrigen Stengeln und in den Wurzelfaſern(Fig. 23). b. Die Spiralfaſer verlaͤuft zuweilen nicht ununter⸗ brochen durch das ganze Gefaͤß, ſondern iſt entweder ſtellen⸗ weiſe oder durchaus in uͤbereinander liegende Ringe aufge⸗ loͤſt(Figur 24); ſolche Gefaͤße nennt man Ringgefaͤße (vasa annularia). Sie kommen oft neben den Spiralgefaͤßen, deren naͤchſte Verwandte ſie ſind, vor, namentlich in den Halmen der Gramineen. Wenn die Ringgefaͤße auch nur eine Abſtufung der Spiralgefaͤße ſind, ſo darf man ſie doch Pon de wohl jit dh ma Spiralge Wachstht zuſammen 6. lch geſtal genſäli Nrismen derſeben jde d halken d dner die deshab (Fig. B) in Wein 4. Vedi dieſe in durch g der dun färmig 6. Gefahme formige getuͤp *) 2 hölzernes Stahlſtäh hernb, ſe und wan er oſt iſt die e Spiralfaſer nander ziehen die ſich ab⸗ Roſen⸗ oder igefinger bei⸗ m dehnt, bis en, wo die ie auseinan⸗ drehen ſieht. en aber auch ngem Durch⸗ n walzenfoͤr⸗ aſchung ent⸗ ng(die Con⸗ Hefaͤßraumes s mehr oder zuwellen än zur in jungen den Blaͤttern tern, in ein⸗ g. 23). cht ununter⸗ weder ſtellen⸗ Ringe alfge⸗ Ringgefaͤße Syiralgefäßen, entlih in den iße auch nur man ſie doch Von d. anatomiſchen Elementen od. d. Grundorganen d. Gewächſe. 35 wohl nicht als individuelle Abaͤnderungen derſelben anſehen, d. h. man darf nicht glauben, daß alle Ringgefaͤße vorher Spiralgefaͤße geweſen und deren Spiralfaſern durch ſchnelles Wachsthum ausgedehnt, zerriſſen und die Stücke in Ringe zuſammengeſchmolzen ſeien. c. Wenn echte Spiralgefaͤße unter ſich oder mit aͤhn⸗ lich geſtalteten Zellen ſo dicht vereinigt ſind, daß ſie ſich ge⸗ genſeitig abplatten(wodurch ſie zu gewoͤhnlich ſechsſeitigen Prismen werden), ſo verſchmelzen in den Kanten, wo drei derſelben zuſammenſtoßen, die Umgaͤnge der Spiralfaſer, d. h. jeder Umgang wird ſechsmal unterbrochen*). Dadurch er⸗ halten die ſechs(oder fuͤnf) Waͤnde des Gefaͤßes das Anſehen einer dichtſproſſigen Leiter(oder Treppe), und man nennt deshalb ſolche Gefaͤße Treppengefaͤße, vasa stalaria (Fig. 25). Beſonders ſchoͤn im Wedelſtiele der Farrenkraͤuter, im Weinſtocke ꝛc. d. Iſt die ſpiralfoͤrmige Anordnung der aufgelagerten Verdickungsſchicht nicht mehr deutlich wahrzunehmen, ſondern dieſe in netzfoͤrmigen Verzweigungen aufgelagert, ſo daß da⸗ durch groͤßere und kleinere meiſt querſtehende laͤngliche Stellen der duͤnnen Gefaͤßhaut frei bleiben, ſo entſtehen die netz⸗ foͤrmigen Gefaͤße, vasa reticulata(Fig. 26, 27, 28). e. Wenn die unverdickt bleibenden Stellen der primitiven Gefaͤßmembran wie bei den punctirten Zellen blos kleine punct⸗ foͤrmige Stellen ſind, ſo heißen die Gefaͤße punctirte oder getuͤpfelte Gefaͤße(Fig. 29, 30). Bei dieſen ſtehen die, *) Man denke ſich einen feinen Bleidraht dicht um ein ſechsſeitiges hölzernes Prisma gewunden; fährt man dann mit einem rothglühenden Stahlſtäbchen an den ſechs Kanten an dem ſo aufgewundenen Bleidrahte herab, ſo werden in dieſen Linien die Bleidrähte zuſammenſchmelzen, und man erhält ſo ein deutliches Bild gegenwärtiger Gefäßform⸗ 3* 36 Viertes Kapttel. Poren genannten, unverdickten Stellen oft ſehr regelmaͤßig in Querreihen an der Gefaͤßwand und werden, wie an den punctirten Zellen, durch Reſorption nicht ſelten zu wahren Loͤchern. Die punctirten Gefaͤße ſind unter allen die am haͤufigſten vorkommenden, namentlich im Holzkoͤrper, wo außer ihnen faſt keine andere Gefaͤßform vorkommt. Sie entſtehen unter allen am erſichtlichſten aus Zellenreihen, die ſich dabei um das Vielfache ihrer Breite und Laͤnge aus⸗ dehnen, und wobei die Querſcheidewaͤnde entweder ganz oder bis auf einen ſchmalen, ſtehen bleibenden Rand entfernt oder blos, durchloͤchert werden. Die punctirten Gefaͤße kommen unter allen am weiteſten vor, ſo daß ihr Durchmeſſer mit bloßem Auge ſehr deutlich wahrgenommen werden kann, z. B. im Eichenholze, im ſpaniſchen Rohre ꝛc. Am ſchoͤnſten und deutlichſten ſieht man den Verlauf der punctirten Gefaͤße, wenn man Ende Mai, noch ehe das Laub voͤllig aus⸗ gebildet iſt, einen etwa 2“ ſtarken Zweig einer Akazie vor⸗ ſichtig ſchaͤlt; unter der Rinde ſieht man mit bloßem Auge die vielfach gekruͤmmten Gefaͤße(mit den durchſcheinenden Querſcheidewaͤnden) des neuen Holzringes, der mit der Ent⸗ wickelung dieſer großen Gefaͤße beginnt; ſie treten hier eben ſo deutlich hervor, wie die Adern auf der duͤrren Hand einer alten Perſon. f. Alle bisher betrachteten Grundorgane, ſowohl die Zellen als die davon abgeleiteten Gefaͤße, ſtimmen darin uͤberein, daß ſie ſich nicht verzweigen, ſondern, wenn auch oft ſehr lang geſtreckt und vielfach gebogen, doch ſtets einfach ſind. Hierin vornehmlich weichen die auch außerdem hoͤchſt eigenthuͤmlichen ſogenannten Lebensſaftgefaͤße oder Milchſaftgefaͤße, vasa lactea, ab, obgleich ſie auch einfach vorkommen. Die Lebensſaftgefaͤße bilden, durch die Von d. 0 ganie N efäüm dren Sck zulet me zane rege Structur befindet und it ſcaffenhe nilch n.) Nahrune denen S Zucker, Bedeutun zumal we zen aufg mehremn ihre ohachte Triger ngedick Kuhbauk der Kuh Nerande ter den Laufe gegeben als der r regelmaͤßig wie an den nzu wahren len die am koͤrper, wo zmmt. Sie reihen, die Laͤnge aus⸗ er ganz oder entfernt oder aäße kommen chmeſſer mit kann, z. B. poͤnſten und ten Gefaͤße, voͤllg aus⸗ Akazie vor⸗ Koßem Auge rchſcheinenden mit der Ent⸗ en hier eben Hand einer ſowohl die amen darin , wenn auch ſtets einfach herdem höchſ faͤße oder ich ſie auch n, durch die Von d. anatomiſchen Elementen od. d. Grundorganen d. Gewächſe. 37 ganze Pflanze vertheilt, ein vielfach verzweigtes Syſtem. Sie entſtehen aus uͤbereinander ſtehenden ſchlauchfoͤrmigen Zellen, deren Scheidewaͤnde gaͤnzlich reſorbirt worden, und werden zuletzt meiſt ziemlich dickwandig, obgleich ihre Wand dadurch keine regelmaͤßige, weder ſpirale noch geſtreifte oder punctirte Structur erhaͤlt. Der Saft, den die Milchgefaͤße fuͤhren, befindet ſich in einer ununterbrochenen Stroͤmung(Cyeloſe) und iſt meiſt von milchartiger oder wenigſtens truͤber Be⸗ ſchaffenheit, oft weiß lim Mohn, geſchoßten Salat, in der Wolfs⸗ milch ꝛc.) oder gelb(im Schoͤllkraut). Er iſt als ein aſſimilirter Nahrungsſaft zu betrachten, ein Gemenge von ſehr verſchie⸗ denen Subſtanzen, als Harz, Gummi, Kautſchuk, Eiweiß,⸗ Zucker, Staͤrkemehl, Pflanzenalkaloiden ꝛe. Seine wahre Bedeutung fuͤr das Pflanzenleben iſt wohl noch nicht erforſcht, zumal wenigſtens gefaͤrbter Milchſaft nur erſt bei wenigen Pflan⸗ zen aufgefunden worden iſt, obgleich die Milchſaftgefaͤße gewiß mehrern Pflanzen, vielleicht allen, zukommen, bisher aber ihrer Feinheit und ihres ungefaͤrbten Saftes wegen der Be⸗ obachtung entgangen ſind. Nicht ſelten iſt der Milchſaft der Traͤger heilſamer oder giftiger Eigenſchaften(Opium, der eingedickte Milchſaft des Mohnes); beruͤhmt iſt durch ihn der Kuhbaum, Galactodendron utile, deſſen reichlicher Milchſaft, der Kuhmilch an Geſchmack und Nahrhaftigkeit aͤhnlich, Alexander von Humboldt zu der Verſicherung veranlaßt, un⸗ ter den vielen merkwuͤrdigen Erſcheinungen, die ſich ihm im Laufe ſeiner Reiſe dargeboten, habe es in der That wenige gegeben, die einen ſo ſtarken Eindruck auf ihn gemacht haͤtten, als der Kuhbaum(Fig. 31, 32). — 38 Fünftes Kapitel. Dieſe wenigen, nicht einmal weſentlich von einander ver⸗ ſchiedenen Arten von Grundorganen reichen hin, um die koloſſalſten Pflanzenleiber in ihren manchfaltigſten Bildungen zuſammenzufuͤgen, und nicht ohne Grund nannte Nehemia Grew, einer der Gruͤnder der Pflanzenanatomie, dieſelben similar parts, gleichartige oder aͤhnliche Theile. Fünftes Kapitel. — Von der Entſtehung und Vermehrung der Zellen. Bisher betrachteten wir die primaͤren Elementarorgane, die Zellen, und die von dieſen abgeleiteten Organe, die Gefaͤße, als gegeben, als fertig. Nun haben wir ihre Entſtehung aus der organiſirbaren Materie zu verfolgen. Dabei muͤſſen wir zu⸗ voͤrderſt eingeſtehen, daß es uns hier eben ſo wenig wie bei den Thieren moͤglich iſt, den Moment der erſten Entſtehung der Pflanzenzelle ſelbſt zu belauſchen. Was fuͤr uns wahrnehmbar ſein ſoll, muß bereits da ſein. Daher beſchraͤnken ſich unſere Unterſuchungen uͤber die Entſtehung und Vermehrung der Zelle auf die Betrachtung der jungen Zelle und deren Ver⸗ gleich mit dem, was vor ihr an der Stelle da war, wo ſie ſelbſt jetzt iſt, und mit alten Zellen. Bedenkt man, daß junge Zellen nicht nur meiſt außerordentlich klein, ſondern auch außerordentlich zart und duͤnnhaͤutig ſind, ſo ſtellt ſich dadurch auch ein mechaniſches Hinderniß dem auch noch ſo geſchickten Beobachter entgegen. Ein rit einr denn Aus fattfnden, anter Umſt rrchtung Büſer e e iußert ſehung d Gahrtinge terlä H Ein ftinden neue dell Jalen als primaͤre lenbildu nlen hä Be chleimig etſtHohle ſich et ne *) Unt Valen Giw käſten K. ans dem kleben. l Klumpen ſogleich u Noapier od dieſelbe in Paſſer ab dis Hapier einander ver⸗ in, um die n Bildungen nte Nehemia ie, dieſelben r Zellen. rorgane, die Gefaͤße, als ſtehung aus nuſſen wir zu⸗ g wie bei den riſtehung der vahrnehmbar ſich unſere nehrung der deren Ver⸗ war, wo ſie an, daß junge ſondern auch tſich dadurch ſ geſchickten Von der Entſtehung und Vermehrung der Zellen. 39 Ein eigentliches Beobachten der Veraͤnderungen, welche mit einer Zelle von ihrem erſten Auftreten bis zu ihrer vollen⸗ deten Ausbildung vorgehen, kann nur bei denjenigen Pflanzen ſtattfinden, welche aus nur wenigen freien Zellen beſtehen und unter Umſtaͤnden vegetiren, welche uns ihre fortgeſetzte Be⸗ obachtung im lebenden Zuſtande geſtatten, naͤmlich den im Waſſer vegetirenden Algen“). Die Zellenbildung, wodurch die aͤußerſten Spitzen der Wurzeln ſich verlaͤngern, die Ent⸗ ſtehung der Zellen bei der Bildung eines neuen Holzringes (Jahrringes) an einem Stamme oder Zweige, iſt durch man⸗ cherlei Hinderniſſe unſerer Beobachtung faſt ganz entruͤckt. Ein organiſirbarer Schleim, der wohl unter allen Um⸗ ſtaͤnden ſtickſtoffhaltig iſt, iſt der Stoff, aus welchem ſich neue Zellen bilden. Geſchieht dieß, ohne daß dabei andere Zellen als Vermittler betheiligt ſind, ſo nennt man das die primaͤre Zellenbildung, im Gegentheile ſecundaͤre Zel⸗ lenbildung, wenn ſie durch andere Zellen, die dann Mutter⸗ zellen heißen, vermittelt wird. Bei der primaͤren Zellenbildung entſtehen in der ſchleimigen Maſſe, vielleicht durch Gasentwickelung bedingt, zu⸗ erſt Hoͤhlen, welche anfangs noch keine eigene Wand haben, die ſich erſt nach und nach durch Condenſirung der naͤchſten Schicht *) Unter Algen oder Conferven verſtehen wir hier zunächſt die in vielen Gewäſſern, in langſam fließenden Gräben, Sümpfen, Brunnen⸗ käſten ꝛc. ſich findenden, meiſt lebhaft grünen, ſchleimigen Flocken, die, aus dem Waſſer herausgezogen, zu einer kormloſen Maſſe zuſammen⸗ kleben. Um ihre wahre Form zu ſehen, bringe man einen ſolchen Klumpen in eine Schüſſel voll Waſſer, in welchem ſich die Algenfäden ſogleich wieder ausbreiten; dann bringt man ein Stück ſtarkes weißes Papier oder ein Glastäfelchen unter die Alge in das Waſſer und hebe dieſelbe in möglichſt horizontaler Richtung damit heraus; indem das Waſſer abläuft, bleiben die ſchön ausgebreiteten Fäden auf der Fläche des Papieres kleben. 40 Fünftes Kapitel. des Schleimes bildet. Indem ſich die ſo entſtandenen Zellen ihre R mehren und durch Ausdehnung vergroͤßern und dabei mit um di einander in unmittelbare Beruͤhrung treten, entſteht in und li der aus dem organiſirbaren Schleime das Zellgewebe(Fig. 33). nigen S Dieſe Zellenbildung kommt meiſt nur bei niederen Pflan⸗ Noe zen, Algen, Flechten, Pilzen, vor und findet ſich bei hoͤheren b zellen be Pflanzen wohl nur ſelten an einzelnen Theilen. euuildung Uebrigens verſteht es ſich leicht, daß dieſer ſchleimige zwiürli Stoff derſelbe ſein muß, den wir oben vorlaͤufig unter dem b(Fig. 4 Namen der Intercellularſubſtanz als Bindemittel jeden Zell⸗ achen gewebes kennen gelernt haben. inden Ehe wir zu der ſecundaͤren Zellenbildung uͤbergehen, zelln muͤſſen wir einer zwiſchen beiden mitten inne ſtehenden Zellen⸗ die Mu bildung erwaͤhnen.. di Große ruͤbenfoͤrmige Wurzeln(beſonders Runkeln) haben beoacht bekanntlich im Innern durch Zerreißung des Zellgewebes zu⸗ weilen große hohle Raͤume, in welchen, wenn die Ruͤben m den Winter uͤber im Keller aufbewahrt worden ſind, im duch Fruͤhjahr, beim Eintreten der Keimkraft, junges Zellgewebe di Fi ſich bildet. Man erkennt es leicht an ſeiner ſchneeweißen S reinen Farbe als junge Bildung, waͤhrend die Waͤnde der fuut Hoͤhle immer mehr oder weniger ſchmuzig gefaͤrbt ſind. Bei Kaude ſchwacher Vergroͤßerung erſcheint dieſes junge Zellgewebe ganz rnüg wie ein feiner ſchneeweißer Seifenſchaum, und da es ſich immer nur in den Winkeln der Hoͤhlen zeigt, ſo liegt der V— Gedanke ſehr nahe, daß dieſes Zellgewebe allmaͤhlig und Zelle fuͤr Zelle von dem alten Zellgewebe in tropfbarer Geſtalt aus⸗ zum Un geſchieden wurde; die oberſte Schicht der Troͤpfchen conden⸗ V 8 ſirte ſich zur Membran; die uͤber und neben den zuerſt ſo b de, von gebildeten Zellen entſtehenden ſpaͤteren platteten jene ab, ſo benn daß immer nur die letzten in die Hoͤhle frei hineinragenden eunnn ndenen Zellen d dabei mit tſteht in und e(Fig. 33). deren Pflan⸗ bei hoͤheren er ſchleimige g unter dem A jeden Zell⸗ g uͤbergehen, enden Zellen⸗ nkeln) haben lgewebes zu⸗ n die Ruͤben en ſind, in zes Zellgewebe ſchneeweißen Vaͤnde der bt ſind. Bei gewebe ganz d da es ſich „ſo legt der glig und Zell er Geſtalt aus⸗ yſchen conden⸗ den zuerſt ſo jene ab, ſo ineintagenden Von d. Entſtehung u. Vermehrung der Zellen. 41 ihre Rundung an ihrer aͤußeren Haͤlfte behielten. Hier waͤre, wenn dieſe Erklaͤrung richtig iſt, das alte Zellgewebe inſofern bei der Entſtehung des jungen betheiligt, als es jenen ſchlei⸗ migen Stoff ausſchied, aus dem letzteres ſich bildete. Noch unmittelbarer iſt die Betheiligung ſchon vorhandener Zellen bei der Bildung neuer bei der ſecundaͤren Zellen⸗ bildung, welche viel haͤufiger vorkommt. Sie geſchieht auf zweierlei Weiſe, naͤmlich erſtens indem ſich eine Zelle theilt (Fig. 34. a a. bb b), durch Entſtehung einer anfangs ein⸗ fachen(a), ſpaͤter doppelten(b) Querſcheidewand, und zweitens indem im Innern der Mutterzellen eine oder mehrere Brut⸗ zellen ſich entwickeln, ſich vergroͤßern und ausdehnen, wobei die Mutterzelle verſchwindet. Die erſte Art der ſecundaͤren Zellenbildung iſt ſchwer zu beobachten, und man muß den Hauptbeleg fuͤr ihr Beſtehen zum Theil daher leiten, daß man oft 3 oder 4, noch haͤufiger aber 2 Zellen es deutlich anſieht, daß ſie fruͤher eins waren und durch Theilung einer fruͤher einen Zelle entſtanden ſind(ſiehe die Fig. bei e c). Beſtimmter, namentlich bei der Bildung des Samen⸗ ſtaubes(Pollen) und der Sporen oder Keimkoͤrner*), kann man den Gang der ſeeundaͤren Zellenbildung durch Brutzellen verfolgen. Dabei entſtehen in der Mutterzelle aus der darin *) Keimkörner oder Sporen ſind die Samen der Kryptogamen, zum Unterſchiede von den echten Samen der Phanerogamen. Letztere enthalten immer an einer beſtimmten Stelle den vorgebildeten Keim. Die Sporen haben keinen Keim, ſondern ſind blos frei gewordene Zellen, die, von der Mutterpflanze getrennt, keimen, d. h. ſich allmählig zu einem der Mutterpflanze ähnlichen Individuum entwickeln. Die Sporen ſind daher nackte Keime, denen die Hüllen und anderen Theile der echten Samen(Samenlappen und Eiweißkörper) fehlen. 42 Fünftes Kapitel. befindlichen bildungsfaͤhigen Schleimmaſſe kleine, von einer eigenen Haut umſchloſſene Blaͤschen, die ſich allmaͤhlig ver⸗ groͤßern und zu ſelbſtſtaͤndigen Zellen ausbilden, wobei die Membran der Mutterzelle durch Aufloͤſung nach und nach beſeitigt wird(Fig. 35). Bei der Bildung der Pollenkoͤrner*) i*ſt dieſe Brutzellenbildung eine doppelte, indem in den Mut⸗ terzellen(daher hier Urmutterzellen genannt) ſich zunaͤchſt eine Brutzelle(hier in Beziehung zu der folgenden Bildung aber Mutterzelle zu nennen) bildet, in der dann meiſt 4 Brut⸗ zellen entſtehen, aus deren jeder ein Pollenkorn wird. Die Membran der Urmutter⸗ und Mutterzellen wird alsdann auf⸗ geloͤſt und beſeitigt, und die Pollenkoͤrner liegen zuletzt frei im Staubbeutel. Dieſe Erſcheinungen, denen freilich neben chemiſchen Ur⸗ ſachen immer als ſtets unerforſchliche Urſache die ſogenannte Lebenskraft zum Grunde liegt, ſind bis jetzt als die weſent⸗ lichen Vorgaͤnge bei der Zellenbildung erkannt worden. Ein reifes Samenkorn, welches aus Tauſenden von Zellen beſteht, entwickelt ſich nach dem Befruchtungsacte durch Hinzubilden immer mehr neuer Zellen aus einer oder wenigen Zellen. Hier muß darauf aufmerkſam gemacht werden, daß nicht jedes Wachſen, inſofern es ein bloßes Groͤßerwerden eines ſchon vorhandenen Pflanzengliedes iſt, eine Zellenvermehrung vorausſetzt, oder blos durch ſie vermittelt wuͤrde. Ein Blatt, welches bei der Entfaltung der Knospe vielmal kleiner iſt, als nach ſeiner beendeten Ausbildung, beſteht aus unendlich kleinen, mit einem concentrirten bildungsfaͤhigen Schleim ge⸗ —-—— *) Pollen, Samenſtaub, nennt man bekanntlich den meiſt gelben, rothen oder violetten Staub der Staubbeutel, deſſen Betheiligung bei der Samenbildung wir ſpäter kennen lernen werden. 2 Von Ein berſclide jede zelle ſetten find ſehr dichr äne Ie enthalte eine Je der lieg häußg Jelle ein findet me der Be Schale ſchließen aus de oder der daß jed ſitt, der benten; von einer maͤhlig ver⸗ wobei die und nach lenkoͤrner“) den Mut⸗ naͤchſt eine ldung aber 1 4 Brut⸗ wird. Die lsdann auf⸗ zuletzt frei niſcen Ur⸗ ſogenannte die weſent⸗ den. Ein llen beſteht, Hinzubilden Zellen. daß nicht erden eines vermehrung Ein Blatt, net iſt, als 3 unendlich Schleim ge⸗ meiſt gelben, chellgung bei Von d. Lebensverrichtungen d. Grundorgane. 43 fuͤllten Zellen, und das Blatt waͤchſt ſchon dadurch, daß ſich dieſe Zellen ausdehnen. Sechstes Kapitel. — Von den Lebensverrichtungen der Grundorgane. Eine genaue Betrachtung der Zellen nach allen ihren verſchiedenen Beziehungen fuͤhrt zu der Ueberzeugung, daß jede Zelle ein unabhaͤngiges kleines Leben fuͤr ſich lebt. Nicht ſelten findet man unmittelbar neben einer duͤnnwandigen eine ſehr dickwandige, uͤbrigens aber gleich geformte Zelle; neben einer Zelle, welche Amylum enthaͤlt, kommt eine Kryſtalle enthaltende vor; neben einer mit Chlorophyll angefuͤllten liegt eine Zelle, die Oeltroͤpfchen enthaͤlt; unmittelbar neben einan⸗ der liegende Zellen, deren Zellſaft gefaͤrbt iſt, enthalten ſehr haͤufig den Farbſtoff in einer andern Menge, ſo daß jede Zelle einen etwas anderen Ton der Faͤrbung zeigt; ja oft findet man mitten unter farbloſen Zellen einzelne mit Roth oder Blau oder Gelb gefaͤrbtem Zellſafte, namentlich in der Schale vieler Fruͤchte(z. B. der Aepfel). Hieraus darf man ſchließen, daß jede Zelle im Stande ſei, auf ihre eigene Weiſe aus der ihr zugefuͤhrten Nahrungsfluͤſſigkeit ihre Einſchluͤſſe oder den Stoff zu bilden, durch den ihre Wand verdickt wird, daß jede Zelle ihre eigene Thaͤtigkeit und das Vermoͤgen be⸗ ſitzt, den ihr zugefuͤhrten Stoff unabhaͤngig von den benach⸗ barten Zellen zu formen und zu verarbeiten. 44 Sechstes Kapitel. Die fruͤher kennen gelernten geformten und ungeformten organiſchen Elementarſtoffe finden ſich mit wenigen Ausnah⸗ men immer im Innern der Zellen, von denen ſie aus den ihnen zugefuͤhrten chemiſchen Elementarſtoffen gebildet werden, und aus der Verſchiedenheit dieſer Stoffe muͤſſen wir auf den großen Umfang des Bildungs- und Umformungsvermoͤgens der Zellen ſchließen. Durch directe Beobachtung laͤßt ſich dieſes weniger nachweiſen. Die Thaͤtigkeit der Zelle iſt entweder im Bilden und Verarbeiten des aufgenommenen Nahrungsſtoffes bedingt, oder in der Fortleitung der rohen oder bereits verarbeiteten laſſi⸗ milirten) Saͤfte. Erſteres kommt namentlich den kurzen Zellenformen, dem Parenchym und Merenchym, zu, in denen auch faſt allein alle jene Einſchluͤſſe vorkommen, waͤhrend die geſtreckten Zel⸗ len, das Proſenchym und Pleurenchym, nur aͤußerſt ſelten Aſſimilationsſtoffe enthalten, ſondern mehr die Beſtimmung haben, den aſſimilirenden Zellen den rohen Nahrungsſtoff zu⸗ zufuͤhren oder den aſſimilirten von ihnen aufzunehmen und andern Zellenpartieen zuzufuͤhren. Beides kann man deutlich an einem Blatte ſehen. Die gruͤngefaͤrbte Hauptmaſſe beſteht aus meiſt lockeren Merenchym⸗ und Parenchymzellen, in denen außer den Chlorophyllkuͤgel⸗ chen auch noch viele andere aſſimilirte oder abgeſchiedene (ſecernirte) Stoffe ſich finden. Das Material dazu wird ih⸗ nen fortwaͤhrend durch die geſtreckten Zellen des Adernetzes aus dem Blattſtiele und von dieſem aus dem Holzkoͤrper des Zweiges zugefuͤhrt. Denſelben Weg nimmt alsdann ruͤckwaͤrts die im Blatte zubereitete Nahrung, um im uͤbrigen Pflanzenkoͤrper zur Ernaͤhrung verwendet zu werden. Ein Fichtenſtamm beſteht weſentlich nur aus ſehr langgeſtreckten prisnatj zur Vera ſegen di frahlen, Saftes al wotaus a gtlikdet w Dem duf zwaie Nroceſſen Da vorgehen offenbar men derer dem Reif mehl um 6 fernet mene K beiden wenn d Kalkerde zu einem wid. Ob allein w wir nie torium hierbei unbekant eeſſe einle Emas g ungeformten gen Ausnah⸗ ſie aus den det werden, vir auf den svermoͤgens g läßt ſich Bilden und dedingt, oder eiteten(aſſi⸗ formen, dem faſt allein treckten Zel⸗ tßerſt ſelten Beſtimmung ungsſtoff zu⸗ mnehmen und ſehen. Die Merenchym⸗ kophyllküͤgel⸗ abgeſchiedene azu witd ih⸗ 5 Adernehes m Holzkurper umt alsdann n im uͤbrigen verden. Ein aanggeſteckten Von d. Lebensverrichtungen d. Grundorgane. 45 prismatiſchen Proſenchymzellen, die nur zur Saftleitung, nicht zur Verarbeitung deſſelben geſchickt ſind; aber dazwiſchen liegen die zahlloſen, aus Parenchymzellen gebildeten Mark⸗ ſtrahlen, welche ſich einen Theil des von jenen emporgeleiteten Saftes aneignen und in Staͤrkemehl umwandeln(aſſimiliren), woraus alsdann im naͤchſten Fruͤhjahr wieder Nahrungsfaft gebildet wird, den die geſtreckten Zellen weiter fuͤhren. Demnach ſpricht ſich die Thaͤtigkeit der Zellen weſentlich auf zweierlei Weiſe aus, erſtens im Hervorrufen von chemiſchen Proceſſen und in der Fortbewegung der Saͤfte. Daß im Innern der Zellen wahre chemiſche Proceſſe vorgehen, kann nicht in Abrede geſtellt werden; denn es iſt offenbar ein chemiſcher Proceß, wenn beim Keimen der Sa⸗ men deren Amylum in Zucker und dieſer in Gummi oder bei dem Reifen vieler Samen umgekehrt der Zucker in Staͤrke⸗ mehl umgewandelt wird. Ein wahrer chemiſcher Proceß iſt es ferner, wenn unter Einwirkung des Lichtes die aufgenom⸗ mene Kohlenſaͤure in der Zelle des Pflanzenblattes in ihre beiden Elemente, Kohlenſtoff und Sauerſtoff, zerlegt wird, wenn die mit dem Waſſer von der Wurzel aufgenommene Kalkerde in den Zellen abgelagert und mit freier Oxalſaͤure zu einem unloͤslichen Salze(oxalſaurem Kalk) verbunden wird. Ob aber die Kraͤfte und Geſetze des Chemismus hierbei allein wirkſam ſind, iſt mindeſtens ſehr zu bezweifeln, wenn wir nicht die Pflanze zu einem bloßen chemiſchen Labora⸗ torium herabwuͤrdigen wollen. Im Gegentheile kann man hierbei wohl nicht anders, als die Mitwirkung eines uns unbekannten Etwas annehmen, welches die chemiſchen Pro⸗ ceſſe einleitet, beherrſcht, regelt. Man nennt dieſes unbekannte Etwas gewoͤhnlich Lebenskraft, womit freilich nur ein Wort 46 Sechstes Kapitel. fuͤr einen Begriff gegeben wird. Wenn es die chemiſchen Geſetze und Kraͤfte allein waͤren, welche das Leben der Pflanze hervorriefen und unterhielten— und das Leben der Pflanze ſpricht ſich eben und nur in der Zellenthaͤtigkeit und dieſe wiederum im Spiele der chemiſchen Proceſſe aus,— ſo waͤre nicht abzuſehen, warum einjaͤhrige Pflanzen, ſobald wir ihnen die Bedingungen zu einem laͤngeren Leben gewaͤhren, nicht laͤnger als ein Jahr leben, denn der Stoff zur Fortfuͤhrung der chemiſchen Proceſſe iſt noch vorhanden. Es muß alſo ein Hoͤheres als die chemiſche Kraft vorhanden ſein, und man darf nicht ſowohl ſagen: das Zellenleben beruht in dem Spiele der chemiſchen Proceſſe, ſondern es ſpricht ſich durch ſie aus, dieſe Proceſſe bilden eine Aeußerung des Zellen⸗ lebens, eben ſo wie es eine andere Aeußerung des Pflanzen⸗ lebens iſt, daß es die Producte jener Proceſſe nach beſtimm⸗ ten Geſetzen organiſch formt, was man Bildungstrieb(nisus formativus) genannt hat. Der Chemismus vermag wohl das Material zu einem Blumenblatte in den dazu beſtimmten Zellen zu bereiten, aber er kann nichts dazu beitragen, daß ſich aus dieſem Stoffe gerade ein ſo und nicht anders ge⸗ formtes, ſo und nicht anders gezeichnetes Blumenblatt bildet. Darum erinnern wir hier an das Motto unſeres Titels. Indem wir die letzte Urſache der Aeußerungen und Erſchei⸗ nungen des Zellenlebens uͤberhaupt erklaͤren wollen, verlieren wir uns in das Gebiet des Unzugaͤnglichen. Wie uͤberhaupt kein chemiſcher Proceß denkbar iſt ohne Bewegung der denſelben erleidenden Stoffe, ſo iſt auch im Zellenleben jeder dabei vorgehende chemiſche Proceß von Be⸗ wegungen der Saͤfte begleitet, und es laſſen ſich daher die chemiſche Veraͤnderung und die Bewegung des Zellenſaftes bei der Betrachtung nicht von einander trennen. Wir erinnern hierbei alln l lücher o und Ein nahme v ſyiichen ines H= ſeeligt w bezweife mengt i Armoſd betmög directen ganz dic M. jedem U (oweit! de We etwa füllt un Schweit zugebun nes Wa durch et und wm Dieß d getrenn. kglicer 4. B. Uebertret der Ben ie chemiſchen 3 Leben der as Leben der keit und dieſe ſo waͤre nicht Cr ihnen die nicht laͤnger fuͤhrung der uß alſo ein 1, und man uht in dem t ſich durch des Zellen⸗ Pflanzen⸗ ich beſtimm⸗ trieb(nisus ermag wohl u beſimmten eitragen, daß zt anders ge⸗ nblatt bildet. ſeres Titels. und Erſchei⸗ en, verlieten kkbar iſt ohne d iſ auch Wim oeeß von Be⸗ ſich daher die z zellenſaſtes Wir erinnern Von d. Lebensverrichtungen d. Grundorgane. 47 hierbei daran, daß die Zellenmembran urſpruͤnglich unter allen Umſtaͤnden vollkommen dicht, d. h ohne die kleinſten Loͤcher oder Spalten iſt. Dies ſetzt voraus, daß der Aus⸗ und Eintritt von Säften benachbarter Zellen, oder die Auf⸗ nahme von Saͤften aus der Außenwelt(wie an den Wurzel⸗ ſpitzchen) auch ohne unmittelbare Zugaͤnge, alſo vermittelſt eines Hindurchdringens durch die Zellenmembran, bewerk⸗ ſtelligt werden koͤnne. Daß dem wirklich ſo iſt, kann nicht bezweifelt werden. Es iſt bekannt, wie groß die Waſſer⸗ menge iſt, welche manche Pflanzen in einer warmen trockenen Atmoſphaͤre an einem Tage durch die Wurzel aufzunehmen vermoͤgen; und doch fehlen gerade den Wurzelzellen alle directen Zugaͤnge dafuͤr, ſondern alles Waſſer muß durch die ganz dichten Zellenmembranen hindurchdringen. Man denkt ſich den Hergang dabei, wie uͤberhaupt bei jedem Uebertritt von Fluͤſſigkeit aus einer Zelle in die andere, (ſoweit dafuͤr nicht wirkliche Loͤcher der Membran ſorgen) auf die Weiſe, wie bei folgendem Experimente. Wenn man eine etwa 6“ lange Glasroͤhre mit einer duͤnnen Zuckeraufloͤſung fuͤllt und mit einer thieriſchen Haut(z. B. Darmhaut oder Schweinsblaſe) vollkommen dicht zubindet und alsdann, das zugebundene Ende nach unten, in ein Glas, in welchem rei⸗ nes Waſſer iſt, ſtellt, ſo tritt allmaͤhlig durch die Haut hin⸗ durch etwas von der Zuckerloͤſung in das reine Waſſer uͤber, und umgekehrt reines Waſſer in die Zuckerloͤſung der Roͤhre. Dieß dauert ſo lange fort, bis die beiden durch die Membran getrennten Fluͤſſigkeiten ſich in ihrer Beſchaffenheit voͤllig aus⸗ geglichen haben. Waren beide Fluͤſſigkeiten von Anfang gleich, z. B. beide reines oder beide Zuckerwaſſer, ſo findet dieſes Uebertreten nicht ſtatt. Hieraus ſieht man, daß der Grund der Bewegung dieſer Fluͤſſigkeiten in ihrer chemiſchen oder 48 Sechstes Kapitel. phyſikaliſchen Verſchiedenheit beruht(indem das Zuckerwaſſer nothwendig dichter als reines Waſſer iſt) und daß die Be⸗ wegung ſofort aufhoͤrt, wenn die durch die organiſche Mem⸗ bran getrennten Fluͤſſigkeiten durch gegenſeitige Vermiſchung eine gleiche Beſchaffenheit erlangt haben. Dieſes Ein⸗ und Austreten zweier verſchieden dichter Fluͤſſigkeiten durch eine organiſche Haut nennt man Endosmoſe und Exosmoſe. Iſt die eine Fluͤſſigkeit bedeutend dichter als die andere, oder uͤberhaupt chemiſch ſehr verſchieden von ihr, ſo wird von der duͤnneren mehr uͤbertreten; ſie wird gewiſſermaßen von der dichte⸗ ren hindurchgezogen; daher ſpricht man von der endosmoti⸗ ſchen Kraft, die eine Fluͤſſigkeit uͤber eine andere(weniger dichte) ausuͤbe. Es iſt nicht zu leugnen, daß die Endosmoſe*) ein ſehr paſſendes Aushuͤlfsmittel darbietet, um das Naͤthſel des Eindringens von Fluͤſſigkeit durch die ganz dichte Membran bereits ſaftgefuͤllter Zellen zu loͤſen. Denn inſofern jede Zelle die in ihr enthaltene Fluͤſſigkeit einer Verarbeitung unterwirft, die in der Hauptſache in Entfernung des uͤberſchuͤſſigen Waſ⸗ ſers, alſo in Verdichtung, beſteht, ſo kann man annehmen, daß der Zellſaft ſelbſt ſchon der aͤußerſten Zellenſchicht der Wurzelfaſern dichter iſt, als die im Erdboden enthaltene Fluͤſſigkeit; es muß demnach ein lebhaftes endosmotiſches Eindringen dieſer Bodenfeuchtigkeit in die Zellen der Wurzel⸗ faſern ſtattfinden. Stellen wir uns nun eine Wurzelfaſer als eine walzenfoͤrmige Anhaͤufung von uͤberaus kleinen und zart⸗ haͤutigen Zellen vor, und denken wir uns dabei dieſe Zellen in etwa 6 concentriſche Schichten um die Axe der Wurzel *) Wir wollen nun nur von Endosmoſe ſprechen, ohne allemal die Exosmoſe daneben zu nennen, was inſofern unnöthig iſt, da ja eine ohne die andere gar nicht exiſtirt. georbnt, ſcict d widd der zunäͤchſt! zwiſchen Austreten wäten u fänſten u Gfäßen Seft in Es dosmoſe Nahrung dann au zelln in den beri anet W füt ent notywe vas die lich nach ſich unt utei wiſerme an der den da 9 um ſo Paßer Vaſeer line ge Roßne Zuckerwaſſer daß die Be⸗ niſche Mem⸗ Vermiſchung 6 Ein, und durch eine Exosmoſe. andere, oder ird von der on der dichte⸗ ndosmoti⸗ dere(weniger *) ein ſehr Raͤthſel des e Membran en jede Ralle g unterwitft, üſſigen Waſ⸗ n annehmen, enſchicht der enthaltene dosmotiſches der Wurze⸗ urzelfaſet als nen und zatt⸗ dieſe zellen in der Purzel rige allmal di ſt, da ja eine Von d. Lebensverrichtungen d. Grundorgane. 49 geordnet, ſo nimmt alſo zunaͤchſt die aͤußerſte, erſte Zellen⸗ ſchicht durch Endosmoſe die Bodenfeuchtigkeit auf; dadurch wird der Zellſaft dieſer Schicht weniger dicht als der der zunaͤchſt nach ihr folgenden zweiten, und es muß nothwendig zwiſchen dieſen beiden Zellenſchichten endosmotiſches Er und Austreten des Zellſaftes ſtattfinden, und ſo fort zwiſchen der zweiten und dritten, dritten und vierten, vierten und fuͤnften, fuͤnften und ſechsten, bis zu der aus geſtreckten Zellen und Gefaͤßen beſtehenden Axe der Wurzel, welche den erhaltenen Saft in die Hoͤhe leitet. Es ergiebt ſich hieraus von ſelbſt, daß, wenn die En⸗ dosmoſe das Mittel ſein ſoll, wodurch das Eindringen der Nahrungsfluͤſſigkeit in die Wurzelſpitzen vermittelt wird, als⸗ dann auch immer ein Theil des Zellſaftes aus den Wurzel⸗ zellen in den Boden heraustreten muß. Somit koͤnnte man den beruͤhmten Streit uͤber das Beſtehen oder Nichtbeſtehen einer Wurzelausſcheidung zu Gunſten des wirklichen Beſtehens fuͤr entſchieden anſehen. Allein dem iſt nicht ſo. Denn dieſe nothwendige exosmotiſche Ausſcheidung iſt etwas Anderes, als das, was die Landwirthe und manche Pflanzenphyſiologen, nament⸗ lich nach dem Vorgange von Macaire⸗Prinſep und Liebig, ſich unter Wurzelausſcheidung denken, und wobei ſie eine Ausſcheidung unbrauchbar gewordener Auswurfsſtoffe(ge⸗ wiſſermaßen Pflanzenkoth) annehmen, welche, wenigſtens an der Wurzel, bei den Pflanzen nicht angenommen wer⸗ den darf. 1 Die endosmotiſche Thaͤtigkeit der Zellen muß uͤbrigens um ſo groͤßer ſein, wenn ſich die Wurzel der Pflanze in Waſſer oder wenigſtens in einem Boden befindet, der ſehr viel Waſſer enthaͤlt(Sumpfboden); dann iſt wahrſcheinlich ſchon eine geringe Verſchiedenheit der chemiſchen und P dlitaiſihen Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. 50 Sechstes Kapitel. Beſchaffenheit des Zellſaftes von dem umgebenden Waſſer hinreichend, um ein lebhaftes endosmotiſches Eindringen des detzteren in die Wurzelzellen zu veranlaſſen. Iſt dagegen das Waſſer in geringerer Menge an die Beſtandtheile des Bodens gebunden, ſo wird deſſen endosmotiſche Aneignung fuͤr die Wurzelzellen mit mehr Schwierigkeit verbunden ſein, weil dabei zunaͤchſt die Kraft uͤberwunden werden muß, womit die Waſſertheilchen an den Erdtheilchen haften(adhaͤriren). Daher wird in dieſem Falle die Verſchiedenheit des Zellen⸗ inhaltes von der Bodenfeuchtigkeit groͤßer ſein muͤſſen, weil darin der hoͤhere Grad der endosmotiſchen Gewalt begruͤndet iſt, der hier erforderlich iſt, um ſich der Bodenfeuchtigkeit zu bemaͤchtigen. Bei manchen Pflanzen ſcheint endlich die endosmotiſche Thaͤtigkeit ſich auch auf die in der Atmoſphaͤre vertheilte Feuchtigkeit zu erſtrecken, indem dieſelben durch ihre Luft⸗ wurzeln, die eine ſehr eigenthuͤmliche Huͤlle haben, im Stande ſind, die Luftfeuchtigkeit aufzuſaugen. Dieſe noch keineswegs hinlaͤnglich bewieſene Erſcheinung mag bei den Orchideen der Tropenlaͤnder ſtattfinden und hat inſofern vor der Hand fuͤr uns noch keine große Bedeutung. Uebrigens wollen wir nicht verſchweigen, daß bei aller hohen Wahrſcheinlichkeit der Wirkſamkeit der Endosmoſe bei der Aufnahme und Bewegung der Fluͤſſigkeit, ſie doch wohl nicht allein und unumſchraͤnkt thaͤtig, ſondern immer nur ein Mittel in der Hand der Lebenskraft iſt, indem manche Erſcheinungen der Pflanzenzelle mit einer unumſchraͤnkten Thaͤ⸗ tigkeit der Endosmoſe nicht in Einklang zu bringen ſind. So waͤre es z. B. nicht wohl zu erklaͤren, daß unmittelbar neben einander liegende Zellen, von ſehr verſchiedenem, uͤbrigens aber der Endosmoſe gleich zugaͤnglichem, fluͤſſigem Inhole zuhalen Blumenb nungen nit einen Mrrenchy hjer unun inden der gällaft d zatiien mäͤßte, verwaſch Miinun pegung V enthräfte eniſhe b Kellenſit ſtrebens noch de d V Inhaltes nuiſ ſat V manchen Aicſe wa lich rich Uindun Endosn V ſtens ze iit der A heit de den Waſſer diingen des dagegen das des Bodens ung fuͤr die ſein, weil uß, womit (adhaͤriren). des Zellen⸗ nuſſen, weil t begruͤndet nfeuchtigkeit dosmotiſche e vertheilte ihre Luft⸗ im Stande keineswegs drchideen der r Hand fuͤr bei aller osmoſe bei doch wohl immer nur dem manche raͤnkten Thäͦ⸗ ringen ſind. unmittelbar erſchiedenem, , fluſſigem Von d. Lebensverrichtungen d. Grundorgane. 51 Inhalte denſelben, der endosmotiſchen Wirkung entgegen, feſt⸗ zuhalten vermoͤchten. Man findet oft auf ganz zartzelligen Blumenblaͤttern unveraͤnderliche blaue oder karminrothe Zeich⸗ nungen auf weißem Grunde. Dieſe ruͤhren von Zellenpartieen mit einem blauen oder rothen Zellenſaft mitten im farbloſen Parenchym her. Sie muͤßten aber, wenn die Endosmoſe hier unumſchraͤnkte Gebieterin waͤre, allmaͤhlig verſchwinden, indem der gefaͤrbte, weil chemiſch und phyſikaliſch verſchiedene Zellſaft durch die Endosmoſe allmaͤhlig in die farbloſen Zellen⸗ partieen uͤbergefuͤhrt und ſo zuletzt ſo ſehr verduͤnnt werden muͤßte, daß er bis auf einen kaum wahrnehmbaren Farbenton verwaſchen werden wuͤrde. Dieſer unſer Einwand gegen die Meinung, daß die Endosmoſe zur Erklaͤrung der Saftbe⸗ wegung im Pflanzenkoͤrper hinreiche, kann nicht wohl anders entkraͤftet werden, als wenn man annehmen will, daß die chemiſche Conſtitution ſolcher der Endosmoſe widerſtrebenden Zellenſaͤfte(gegen den Augenſchein) die Urſache dieſes Wider⸗ ſtrebens ſei. Vor der Hand aber entbehrt dieſe Annahme noch des directen Nachweiſes. Die Endosmoſe ſchließt nothwendig eine Bewegung des Inhaltes benachbarter Zellen, zwiſchen welchen eben Endos⸗ moſe ſtattfindet, ein, und dieſe iſt mit dem Mikroſkope an manchen Pflanzen auch ſehr beſtimmt wahrzunehmen, obgleich dieſe wahrnehmbaren Bewegungen des Zellenſaftes wahrſchein⸗ lich nicht diejenigen ſind, welche mit der Endosmoſe in Ver⸗ bindung ſtehen, weil dieſelben ſich nicht in allen Zellen finden, Endosmoſe dagegen zwiſchen allen benachbarten Zellen wenig⸗ ſtens zeitweiſe ſtattfinden muß, wenn anders die Beſchaffen⸗ heit der Zellenſaͤfte die dazu noͤthige Verſchiedenheit hat. Die Bewegungen im Zellenſafte koͤnnen bei der Klein⸗ heit der Zellen und der Geringfuͤgigkeit der Saftmaſſe einzelner 4 † 52 Sechstes Kapitel. Zellen blos dann fuͤr uns wahrnehmbar ſein, wenn von dem bewegten Safte kleine Koͤrperchen fortgeriſſen werden, oder wenn eine Zelle zwei an Farbe und Dichtigkeit verſchiedene Saͤfte einſchließt, von denen der eine neben oder in dem andern bewegt wird. Das Erſte iſt namentlich bei manchen fadenfoͤrmigen Waſſerpflanzen der Fall, die nur aus Reihen geſtreckter, durchſichtiger Zellen beſtehen. Hier bemerkt man, daß der Zellſaft laͤngs den Waͤnden der Zellen in einer auf⸗ und ab⸗ waͤrts gerichteten Kreisſtroͤmung begriffen iſt, wodurch die an den Waͤnden abgelagerten Saftkuͤgelchen fortgeriſſen wer⸗ den. Dieß iſt namentlich bei Nitella, Chara und Caulinia der Fall, bei denen man ſchon lange dieſe intereſſante Er⸗ ſcheinung kennt.(Daß bei dieſer Bewegung des Zellſaftes der Galvanismus betheiligt ſei, dem uͤberhaupt bei der Erklaͤrung der Erſcheinungen des Pflanzenlebens von gewiſſen Leuten eine große Rolle zugetheilt wurde, iſt immerhin moͤglich, aber vor der Hand nicht in einem einzigen Falle beſtimmt nachgewieſen, weshalb wir dieſe, von Schleiden nicht mit Unrecht ſo genannte„unwiſſenſchaftliche Spielerei mit hinken⸗ den Vergleichungen“ hiermit beſeitigen.) Eine andere Bewegungserſcheinung wird uns durch das zweite vorher genannte Mittel wahrnehmbar. In vielen, namentlich in den ſehr ſelbſtſtaͤndigen und in voller Lebens⸗ kraft ſtehenden Zellen, z. B. in den Haargebilden, in den Zellen der Narbe, zeigt ſich ein eigenthuͤmliches Syſtem von kleinen, oft veraͤſtelten, in einander einmuͤndenden(anaſtomo⸗ ſirenden) Stroͤmchen einer ſchleimigen, feinkoͤrnigen, truͤben Fluͤſſigkeit. Sie veraͤndern ſehr haͤufig ihre Richtung, ſcheinen aber immer vom Zellkern auszugehen und zu ihm zuruͤckzukehren. Die Urſache dieſer Saftbewegung iſt noch nicht feſtgeſtellt. Yihtung durh de ſiſtanz Zelenwa ſpinle? gobe; di nan ben derbaͤng dder es Spiad lettere machen. faſer der ſſt, vie dielmehr R alein Nlang worfen ſche, k den die genomn ftai we ſawme aufger findlic durch und u pelle b free nn von dem edeen, oder verſchiedene der in dem denfoͤrmigen geſtreckter, a, daß der f⸗ und ab⸗ wodurch die geriſſen wer⸗ nd Caulinia reſſante Er⸗ ellſaftes der rErklaͤrung ſſen Leuten in moͤglich, lle beſümmt en nicht mit mit hinken⸗ 3 durch das In vielen, aller Lebens⸗ den, in den Syſtem von en(anaſtomo⸗ nigen, truͤben rung, ſcheinen jrückzukehren. feſgeſtelt. Von d. Lebensverrichtungen d. Grundorgane. 53 Die Vermuthung ſcheint ſehr nahe zu liegen, daß die Richtung dieſer Bewegung des Zellſaftes die Urſache ſei, wo⸗ durch die Richtung beſtimmt wird, in welcher die Verdickungs⸗ ſubſtanz ſich auf der Innenſeite der primitiven Gefaͤß⸗ oder Zellenwand auflagert, daß z. B. ſpirale Stroͤmungen die ſpirale Ablagerung der Spiralfaſer der Spiralgefaͤße veranlaßt habe; dieß ſcheint jedoch entweder nicht ſtattzufinden, denn man bemerkt z. B. in Spiralgefaͤßen die zuerſt erwaͤhnte in der Laͤngsausdehnung derſelben ſtattfindende Rotationsſtroͤmung, oder es muß in dieſem Falle, nachdem die Bildung des Spiralfadens durch eine ſpirale Stroͤmung ſtattgefunden hat, letztere aufhoͤren oder der gewoͤhnlichen Kreisſtroͤmung Platz machen. Daher fehlt es hier bei der ſichnbildenden Spiral⸗ faſer des Gefaͤßes, deren Entwickelung ſchwer zu beobachten iſt, vielleicht nicht ſowohl an dieſem ſpiralen Strome, als vielmehr an der Wahrnehmung deſſelben. Mit dem, wenn alſo auch zumeiſt, gewiß aber nicht allein durch die Wirkſamkeit der Endosmoſe in die Zellen gelangten und hier oft manchfaltigen Bewegungen unter⸗ worfenen Safte nimmt nun das Zellenleben zahlreiche chemi⸗ ſche, katalytiſche und phyſikaliſche Proceſſe vor. Dabei wer⸗ den die aus der Außenwelt oder aus benachbarten Zellen auf⸗ genommenen chemiſchen Verbindungen aufgehoben, die dadurch frei werdenden Elementarſtoffe zu neuen Verbindungen zu⸗ ſammengefuͤhrt. Es wird z. B. die in kohlenſaurem Waſſer aufgenommene uͤberſchuͤſſige Kalkerde mit der in der Zelle be⸗ findlichen freien Kleeſaͤure zu kleeſaurem Kalk verbunden, wo⸗ durch die zahlreichen fruͤher erwaͤhnten Kryſtalle gebildet werden, und worin inſofern ein wichtiger Lebensproceß der Pflanzen⸗ zelle beruht, als dadurch die ſonſt wahrſcheinlich ſchaͤdliche freie Saͤure unſchaͤdlich gemacht wird. Die eine Zelle bildet 54 Sechstes Kapitel. durch ei;. Aahtund Ew henüichen Proceß aus der aufgenommenen fette Oele, und mehlkoͤrnchen, während eine andere daraus und Zucker bi zu einer andern Zeit hieraus wieder Gummi ildet. 4 W 3 ſo befehe niee 10 ka0;nuhe r hn ngen der Gefäͤse anbelangt, (Stergein 3 in allen jugendlichen Pflanzengliedern Lariͤrurn dut Lun elütheurzeila ꝛc.) beſtimmt in der große Meßt 8 in Saftfuͤhrung, obgleich gegenwaͤrtig die Mweiun 2 deß Mlatianateuen der entgegengeſetzten Spiralfaſer einen S 8s Spiralgeſaß bei der Bildung ſeiner ſich dieſe ablagern k 8 Aühalten haben muß, aus welchem werden zu mſß onnte, ſcheint als nothwendig vorausgeſetzt duie in der ſ Aber in ausgebildeten Gefaͤßen haben der ruhigen nor dede Pflanzengliedern und zur Zeit wenigſtens kein 1Saf Lebensthaͤtigkeit ſtets nur Luft oder Bück auf Eunen ze gefunden. Dieß lehrt im Juli jeder eines Baumzwei Wun Querſchnitt eines Doldenſtengels, Saft ſtrotzenden er und auf daß Beſtimmteſte eines von Drrthſchne der edelſtieles des Adlerfarren(Pteris aquilina). er diß undh tzeuns letteren an ſeinem unterſten Ende, wo ſich ſchnell mit dnenn R iſt, io wird man die Schnitlſlache dem Zellgewebe veinat di Gafte bedecken ſehen, welcher aus zahlreichen Tre ringt„ nur die zierlichen, allein aus großen Gefaͤßbuͤndel dehendeihe beſtehenden, braun umgrenzten benachbarten 3 denn trocken, bis zuletzt auch ſie von den im April und a unter Waſſer geſetzt werden. Wenn man den ruhen euhri auf dem Querſchnitte eines Baumzweiges ſtroͤmen ſieht, ſo wungsſaft auch aus den Gefaͤßloͤchern aus⸗ wrnne ſahernit die de hane e aJeuin, daß dis df vehementen Fruͤh er Gefaͤße ſei, denn zu dieſer Zeit des ruͤhjahrsſaft⸗Stromes verhaͤlt ſich der Holzkoͤrper I nit ſi fönnen! bzen bil anerkenn ſommerg ſibbente die Eichen⸗, nit eine welchem ſän w fäͤßen aͤteren Dpganij Stroms anzuſehe fgenommenen ndere daraus jeder Gummi e anbelangt, anzengliedern mmt in der genwaͤrtig die tgegengeſetzten ildung ſeiner aus welchem vorausgeſetzt faͤßen haben nd zur Zeit Luft oder Juli jeder ldenſtengels, annes von is aquilina). n Ende, wo Schnittflaͤche welcher aus aus großen umgrenzten ſie von den Wenn man Zaumzweiges Fluͤchern aus⸗ daß dieß die ſer Zeit des r Holzküre E Von d Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 55 mit ſeinen geſtreckten Zellen und Gefaͤßen faſt nur paſſiv, und koͤnnen wir uͤberhaupt altes Holz(im Gegenſatz zu dem ſich eben bildenden Jahresringe) durchaus nicht mehr als lebendig anerkennen, in dem Sinne, wie z. B. eine Bluͤthe, ein ſommergruͤnes Blatt, und wir verweiſen deshalb auf das ſiebente Kapitel, Abſchnitt 4. Die großen getuͤpfelten oder punctirten Gefaͤße des Eichen⸗, Akazien⸗, Ulmen⸗Holzes u. ſ. w. finden ſich meiſt mit einem ſehr unregelmaͤßigen kurzen Zellgewebe ausgefuͤllt, welchem nothwendig ein bildungsfaͤhiger Saft vorausgegangen ſein muß. Da ſich dieſes Zellgewebe nie in den jungen Ge⸗ faͤßen des letzten Jahresringes findet, ſondern immer nur in aͤlteren Holzringen, ſo iſt es ohne Zweifel als eine beilaͤufige Organiſirung des zuletzt nach Beendigung des Fruͤhjahrſaft⸗ Stroms in den Gefaͤßen zuruͤckgebliebenen Fruͤhjahrsſaftes anzuſehen. Siebentes Kapitel. — von den Syltemen der organilchen Gewebe und von ihren Verrichtungen. Wenn wir fruͤher nach Maßgabe der Zellenformen ver⸗ ſchiedene Zellgewebsarten unterſchieden, ſo haben wir nun naͤchſtdem die Gewebe zu betrachten, nach der phyſiologiſchen Umgrenzung, d. h. die abgeſchloſſenen Gewebemaſſen, welche fuͤr eine beſtimmte Lebensverrichtung gebaut und thaͤtig ſind. 56 Siebentes Kapitel. Hier iſt zunaͤchſt zwiſchen 2 Hauptklaſſen zu unterſcheiden, dem Zellgewebsſyſteme und dem Gefaͤßbuͤndelſyſteme, deren Lebensverrichtungen im Allgemeinen inſofern verſchieden ſind, als die dem erſten Syſteme angehoͤrenden Gewebe der Ver⸗ arbeitung und Umwandelung der aufgenommenen Saͤfte, letztere der Fortleitung derſelben vorſtehen. Im Bau des Blattes ſind beide innig vereinigt, indem ſich in ihm zu⸗ fuͤhrende Gefaͤßbuͤndel(das Adernetz) in dem aſſimilirenden Zellgewebe vertheilen. Wir unterſcheiden am Pflanzenkoͤrper folgende Arten von Geweben oder Terxturtheilen: 1) Oberhaut und Oberhaut⸗ gebilde; 2) Markgewebe; 3) Rindengewebe; 4) Holzgewebe; 5) Blattgewebe. 1. Oberhaut oder Oberſchicht(Epidermis). Faſt uͤberall, wo ein hinlaͤnglich maſſiger Pflanzentheil mit der Außenwelt in Beruͤhrung kommt, iſt ſeine Ober⸗ flaͤche mit einer feſt aufliegenden Haut bekleidet. Dieſe beſteht aus einer(Fig. 36) oder mehreren(Fig. 37) Schichten gleich geformter, in ihrer Bildung aber von den darunter liegenden abweichender Zellen, welche in ihren Seitenwandungen meiſt ſo dicht und innig verbunden ſind, daß ſie, die Haut, ſich oft ſehr leicht abziehen laͤßt. Dieß iſt namentlich an denjeni⸗ gen glatten Blaͤttern vieler Pflanzen der Fall, welche eine graugruͤne Farbe haben, z. B. am Mohn, Kohl, Aurikel. Beſteht die Oberhaut nur aus einer Zellenſchicht, ſo heißt ſie vorzugsweiſe Oberhaut; Oberſchicht dagegen, wenn ſie aus mehreren Schichten gleichgeformter Zellen beſteht. Die Intercellularſubſtanz, wodurch die Oberhautzellen an ihren Seitenwandungen ſo feſt verbunden werden, erſtreckt ſich nicht ſelten uͤber die ganze aͤußere Flaͤche der Oberhaut 2 und bit man eul Der heltn al Einfluͤſſe gegen di die ſüſte Glen, do Pfl ſemaiſ Ihr I. an der daher iſ haut, ſ Jellenſch Mane 8 zenglie ſich die ſind ke zwiſchen Zallen inmer enan ganger die S fütmige innetn, igenſe unterſcheiden, ſteme, deren ſchieden ſind, ebe der Ver⸗ nen Saͤfte, Bau des in ihm zu⸗ imilirenden Atten von ZObethaut⸗ Holzgewebe; ermis). ſaanzenthei eine Ober⸗ Diſſe beſteht ſichten gleich ter liegenden ungen meiſt Haut, ſich an denjeni⸗ welche eine NI, Aurkel. ͤt, ſo häßt gegen, wenn llen beſteht autzelen an en, erſrect er Obethaut Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 57 und bildet ſo eine aͤußerſte derbe, ſtructurloſe Schicht, die man euticula nennt(Fig. 36 a). Der Zweck der Oberhaut iſt unverkennbar, den Pflanzen⸗ theilen als eine aͤußerſte Bekleidung Schutz vor atmoſphaͤriſchen Einfluͤſſen zu gewaͤhren und das Pflanzeninnere beſtimmt gegen die Außenwelt abzugrenzen. Die Oberhautzellen haben bei den verſchiedenen Pflanzen hoͤchſt verſchiedene Geſtalten; bei den Monokotyledonen(Graͤſern, Lilien, Hyacinthen) ſind ſie meiſt geſtreckt, in der Richtung des Pflanzengliedes(Fig. 37 a), bei den Dikotyledonen haben ſie meiſt oder wenigſtens ſehr oft wellige Seitenwaͤnde(Fig. 37 b). Ihr Inhalt iſt meiſt ein farbloſer, waͤſſeriger, ſeltener— z. B. an der Unterſeite mancher Blaͤtter— ein rothgefaͤrbter Saft; daher iſt, mit ſehr wenigen Ausnahmen, es nicht die Ober⸗ haut, ſondern die durch ſie hindurchſcheinende darunter liegende Zellenſchicht und deren Einſchluͤſſe, was die Faͤrbung der Pflanzenglieder hervorbringt. In der Oberhaut, vornehmlich der gruͤn gefaͤrbten Pflan⸗ zenglieder und ganz beſonders der unteren Blattflaͤche, finden ſich die ſogenannten Spaltoͤffnungen(stomata). Dieß ſind kleine laͤngliche Oeffnungen oder Spalten der Oberhaut zwiſchen je zwei kleinen halbmondfoͤrmigen, chlorophyllhaltigen Zellen(Fig. 38). Unter ſich haben ſie in dem Zellgewebe immer einen erweiterten Intercellulargang, Athemhoͤhle genannt(Fig. 39 e), der wieder mit den uͤbrigen Intercellular⸗ gaͤngen des Zellgewebes zuſammenhaͤngt. Dadurch werden die Spaltoͤffnungen zu wahren Communicationswegen gas⸗ foͤrmiger Stoffe zwiſchen der Außenwelt und dem Pflanzen⸗ innern, und namentlich erhalten durch ſie die Blaͤtter die Eigenſchaft, ebenſowohl uͤberfluͤſſiges Waſſer zu verdunſten, 58 Siebentes Kapitel. als vielleicht gasfoͤrmige Nahrungsſtoffe aus der Außenwelt aufzunehmen. Die Spaltöoͤffnungen finden ſich einzeln ſchon bei den Mooſen(an der Kapſel), und bei den Phanerogamen faſt an allen, namentlich den gruͤngefaͤrbten Pflanzengliedern, ſelbſt an vielen Samen. Am haͤufigſten und wichtigſten ſind ſie, wie erwaͤhnt, auf der Unterſeite der Blaͤtter, wo man bei manchen Pflanzen mehrere Hunderte auf dem Raume einer Quadrat⸗Linie gezaͤhlt hat. Sie fehlen auf der Oberhaut der unter Waſſer wachſenden Pflanzen und auf der Unter⸗ ſeite der auf dem Waſſer ſchnimmenden Blaͤtter mancher Waſſerpflanzen(z. B. der Nixblume, Nuphar und Nymphaea), was fuͤr ihre Reſpirationsthaͤtigkeit ſpricht. Bei manchen Pflanzen, z. B. den Nadelhoͤlzern, finden ſich die Spaltoͤffnungen alter Blaͤtter mit Excretionsſtoffen verſtopft. Die lange verfochtene Behauptung, daß die Spaltoͤff⸗ nungen gar keine Oeffnungen, ſondern Druͤſen ſeien, wird auch jetzt noch von Manchen beibehalten. Die Oberhaut iſt der Traͤger aller der ſehr manchfaltigen Anhaͤngſel, welche wir hier als Oberhautgebilde zu⸗ ſammenfaſſen, und welche Jedermann als Haare, Borſten, Filz, Stacheln, Schuppen kennt. Wenn ſich die einzelnen Oberhautzellen an ihrer Außen⸗ ſeite als kleine Huͤgel erheben, ſo entſteht dadurch eine papilloͤſe oder warzige Flaͤche, wie ſie namentlich auf den Narben vorkommt; erhebt ſich die Außenſeite noch mehr oder verlaͤngern ſich einzelne Oberhautzellen bedeutend recht⸗ winkelig auf der Oberhaut, ſo entſtehen als erſtes ſelbſtſtaͤn⸗ diges Oberhautgebilde die Haare, die oft nicht blos aus einzelnen, ſondern aus mehreren an einander gereihten Zellen beſtehen. Dieſe einfachen Haare werden durch Vermehrung — —————— und m zl man ſaate Parzer ſenhag .B. Säſte al die lcben ni geionder (Dite Obethe Wichtig mit den jenigen wachſen — — kann des ac Fall b Kartof dicht n er Außenwelt hon bei den men faſt an edern, ſelbſt ken ſind ſie, vo man bei kaume einer r Oberhaut jder Unter⸗ tter mancher uphar und pricht. Bei en ſich die n verſtopft. e Spaltoͤff⸗ ſeien, witd nanchfaltigen ebilde zu⸗ e, Borſten, hrer Außen⸗ adurch eine mentüch auf te noch mehr deutend recht⸗ ſes febſfſtin cht blos aus rihten Zelen Vermehrung Von d. Syſtemen d. ergan. Gewebe u. deren Verrichtungen. 59 und manchfaltige Anordnung der hinzukommenden Zellen zu manchfaltigen Bildungen umgewandelt, als Stern⸗ haare, Wollhaare, Hakenhaare, Borſten, Stacheln, Warzen, Spreublaͤttchen, Schuppen ꝛc. Die Druͤ⸗ ſenhaare ſondern an ihrer Spitze, die Brennhaare (z. B. der Brennneſſel) an ihrer Wurzel eigenthuͤmliche Saͤfte aus. Dieſe Epidermoidal⸗Gebilde koͤnnen fuͤr das Pflanzen⸗ leben nicht ohne Bedeutung ſein. Sehr oft enthalten ſie ab⸗ geſonderte, zuweilen gefaͤrbte Saͤfte, auch aromatiſche Oele (Diptam, Dictamnus albus). In dieſen Faͤllen ſind die Oberhautgebilde, namentlich die Haare, Secretionsorgane. Wichtiger aber ſind ſie als Aufſaugungsorgane, wie dieß z. B. mit den Wurzelhaaren der Fall iſt. Da in der Regel die⸗ jenigen Pflanzen, welche auf einem feuchtigkeitsarmen Boden wachſen, behaarter ſind, als die Sumpf⸗ und Waſſerpflanzen, ſo kann man annehmen, daß die Haare auch zur Aufſaugung des atmoſphaͤriſchen Waſſers dienen. Dieß iſt namentlich der Fall bei den in feuchten Kellern liegen gebliebenen keimenden Kartoffeln, deren Wuͤrzelchen 2 bis 3“ oberhalb der Spitze dicht mit uͤberaus feinen Haaren bedeckt ſind. 2. Markgewebe(Me dulla). Die Arxe eines Zweiges, z. B. vom gemeinen Flieder (Sambucus nigra), nimmt wie bei allen dikotyledoniſchen Stengelgebilden das Mark ein. Es beſteht immer aus Pa⸗ renchymzellen, die meiſt ſehr deutlich in Laͤngsreihen geordnet ſind(Fig. 41 a), und welche meiſt ziemlich duͤnnwandig und farblos bleiben und nur ausnahmsweiſe gefaͤrbt, z. B. beim Weinſtock braun, ſind. Zwiſchen den Markzellenreihen findet man oft ſehr ausgebildete Intercellulargaͤnge, an deren Stelle 60 Siebentes Kapitel. man auch oft Milchſaftgefaͤße oder eigene Gefaͤße findet. Man muß vom Marke zwei Partieen oder Schichten unterſcheiden, eine centrale oder Kernſchicht(Fig. 41 a) und eine peri⸗ pheriſche oder Kreisſchicht(Fig. 41 b). Beide ſind nicht nur durch die Form und Verhaͤltniſſe ihrer Zellen, ſondern ſelbſt durch ihre Lebensverrichtungen bedeutend verſchieden. Die Kernſchicht iſt, wenn ſie vorhanden iſt, immer an Maſſe die uͤberwiegende, und ſie iſt es, welche im gemeinen Leben vorzugsweiſe Mark genannt wird. Bei vielen hohlen Stengelgebilden verſchwindet ſie mehr oder weniger, oder wird nur luͤckig, z. B. nach ihrem Abſterben ſich in ſehr regelmaͤßige, durch leere Raͤume getrennte horizontale Platten aufloͤſend bei der Wallnuß. Ihre Lebensthaͤtigkeit ſcheint eine einzige Vegetationsperiode nicht zu uͤberdauern, und ihre Thaͤtigkeit beſchraͤnkt ſich vorzugsweiſe auf Nahrungsbildung fuͤr denjenigen Stengeltheil, dem das Mark angehoͤrt. Hier⸗ von kann man ſich deutlich uͤberzeugen, wenn man einen Kaſtanienzweig im Winterzuſtande, an dem man die jaͤhr⸗ lichen Laͤngentriebe aͤußerlich leicht unterſcheiden kann, der Laͤnge nach ſpaltet, wobei man bemerkt, daß das Mark jedes einzelnen Jahrestriebes(welcher jedesmal in der End⸗Knospe vorgebildet war) durch eine horizontale Grenzlinie ſcharf ge⸗ trennt iſt, und daß die dadurch gebildeten uͤbereinander ſtehen⸗ den Markpartieen, je weiter nach unten, deſto lockerer und augenſcheinlich abgeſtorbener ſind. An Farbe, Conſiſtenz und Inhalt erkennt man leicht, daß das in der Baſis der End⸗ knospe eingeſchloſſene Mark ſo recht eigentlich die Vorraths⸗ kammer fuͤr den im Fruͤhjahre ſich aus der Knospe entwickeln⸗ den Zweig iſt. Vielen Pflanzen(vorzugsweiſe, ja vielleicht nur Holzpflanzen) fehlt dieſe Kernſchicht, d. h. der ganze Markeylinder wird nur von ſolchen Zellen gebildet, wie ſie V V Von der ſlit dieſem Fal 1 glanzend zelen iſ unden F de Kernſch Bike, det s hängt des Makke Fleder ſo loden tri die Kenn ſtenienzwe bereits ſch jjihrige) zelen beſ geht, alſ DA gegen di Oyſterne denjenigen heinen ge jedoch aue erſehenen um ſcheidet meiſt gr braͤunlich der Baͤu inem Q Wihenzn findet. Man unterſcheiden, und eine peri⸗ ide ſind nicht ellen, ſondern d verſchieden. , immer an im gemeinen dielen hohlen nniger, oder ſich in ſehr ntale Platten gkeit ſcheint n, und ihre ungsbildung poört. Hier⸗ man einen an die jäͤhr⸗ n kann, der 3 Mark jedes End⸗Knospe ie ſcharf ge⸗ ander ſtehen⸗ locketet und onſiſtenz und aſis der End⸗ die Vorrathe⸗ pe entwickeln⸗ ja vielleict h. der ganze idet, wie ſie Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 61 der ſogleich zu beſchreibenden Kreisſchicht zukommen. In dieſem Falle iſt der Markeylinder ſtets ſehr ſchwach, wird nie ſo glaͤnzend weiß(was ein Zeichen des Abgeſtorbenſeins der Zellen iſt) und zeigt zuweilen auf dem Querſchnitt von der runden Form abweichende Geſtalten. Ein ſolches Mark, dem die Kernſchicht fehlt, findet ſich z. B. bei der Buche, der Birke, der Erle(dreiſtrahlig) und Eiche(fuͤnfeckiges Mark). Es haͤngt vielleicht von dem Vorhandenſein der Kernſchicht des Markes ab, daß Weide, Eſche, Ruͤſter, Ahorn, Akazie, Flieder ſo ſehr lange, zuweilen bis 12 Fuß lange, Jahres⸗ loden treiben, wie man ſie bei denjenigen Baͤumen, denen die Kernſchicht fehlt, nicht findet. In einem 2jaͤhrigen Ka⸗ ſtanienzweige iſt die maͤchtige Zellenmaſſe der Kernſchicht bereits ſchneeweiß, trocken und ganz leer, waͤhrend das öjaͤhrige Mark des Apfelbaumes, welches nur aus Kreisſchicht⸗ zellen beſteht, durch Jodfaͤrbung Amylumgehalt zu erkennen giebt, alſo noch lebensthaͤtig iſt. Die Kreisſchicht des Markes, welche, wie geſagt, gegen die Kernſchicht oft ſehr unbedeutend iſt, gehoͤrt dem Syſteme der Markſtrahlen an. Am betraͤchtlichſten iſt ſie bei denjenigen krautartigen dikotyledoniſchen Stengeln, welche keinen geſchloſſenen Holzring haben, z. B. an Krautſtengeln, jedoch auch an manchen mit einem vollkommenen Holzringe verſehenen iſt dieſe Schicht bedeutend, z. B. am Wunder⸗ baum(Ricinus communis). Von der Kernſchicht unter⸗ ſcheidet ſich die Kreisſchicht beſonders durch eine abweichende, meiſt gruͤnliche Faͤrbung, waͤhrend jenes meiſt glaͤnzend weiß, braͤunlich oder braun iſt; im erſten Fruͤhjahr, wenn der Saft der Baͤume allmaͤhlig ſich zu zeigen beginnt, zeigt ſich auf einem Querſchnitt, z. B. von einem Ahorn⸗, Eſchen⸗ oder Weidenzweige, die Kreisſchicht am fruͤheſten lebensthaͤtig, 62 Siebentes Kapitel. feucht und mit Saft gefuͤllt, waͤhrend die Kernſchicht ganz trocken und ſelbſt der Holzkoͤrper noch ſaftlos erſcheint. Ihre Zellen ſind meiſt kleiner, dickwandiger und ſehr haͤufig mit Aſſimilationsſtoffen, namentlich mit Staͤrkemehl, gefuͤllt. Waͤhrend ſelbſt an einjaͤhrigen Pflanzen die Kernſchicht des Markes ſchon lange vor dem Tode der Pflanze abſtirbt und oft(wenn nicht immer) nach der Ausbildung ihres Stengel⸗ theiles ihre Lebensthaͤtigkeit verliert, ja ſehr oft ſehr ſchnell wieder verſchwindet(an den hohlen Stengeln der Dolden und vieler anderer Pflanzen), ſo bleibt die Kreisſchicht an Holz⸗ pflanzen oft viele Jahre und ſtets ſo lange wie der innerſte Holzring lebensthaͤtig. Wahrſcheinlich iſt die Thaͤtigkeit des Markes dann von ſehr langer Dauer, wenn es, wie wir vor⸗ her bei der Kernſchicht erfahren haben, blos aus Kreisſchicht⸗ zellen beſteht. Ein ſolches Mark kann ſich, allerdings in einer etwas veraͤnderten, der Lage angepaßten Form, mitten im Holzkoͤrper vielfach wiederholen, jedoch verweiſen wir des⸗ halb auf das uͤber die Markſtrahlen bei dem Holzgewebe Geſagte. Das bis hierher von dem Marke Geſagte bezieht ſich nur auf das Mark des Dikotyledonenſtengels. In den Blattſtielen der Dikotyledonen verhaͤlt es ſich entweder eben ſo, wenn naͤmlich dieſelben einen ganzen geſchloſſenen Holz⸗ ring haben, z. B. bei der Roßkaſtanie, dem Ahorn, oder, wenn ſie nur einen halben Holzring haben, wie bei dem Apfelbaum, ſo iſt es kein centrales, ſondern ein ſeitliches. Sehr oft verhaͤlt ſich aber in den Blattſtielen, namentlich vieler krautartiger Gewaͤchſe, z. B. bei den Ampferarten (Rumex), bei dem Huflattich(Tussilago), bei der Klette(Lap- pa), das Mark ganz ſo, wie in den Stengeln einſamenlappiger Pflanzen, naͤmlich es geht unmerklich in den Rindenkoͤrper Pon über, ni welher me de Holb ton dem) Wenn mehr oder e deſelbe nokorhledon Halmen d ledonen Gefaß⸗O Ein Stangeld (Lilium h V dielbluwige äintt, da ixn. Grundlag Gefäßbun Lange ne Hleſtinmt ndet mar Gffißbünd nnxen S V ſeben im gevebt ſ uee fall ſe das eentr a V V nſchicht ganz cheint. Ihre haufig mit l, gefuͤllt. enſchicht des abſtirbt und es Stengel⸗ ſehr ſchnell Dolden und ht an Holz⸗ der innerſte haͤtigkeit des vie wir vor⸗ Kreisſchicht⸗ lerdings in em, mitten ſen wir des⸗ Holzgewebe bezieht ſich . In den tweder eben ſſenen Hold⸗ lhorn, oder, wie bei dem ein ſätliches. , namentich Ampferatten Klette(Lap- janenlappiger Rindenkorer Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 63 uͤber, mit ihm eine parenchymatoͤſe Grundlage bildend, in welcher mehr oder weniger zahlreich, aber getrennt und einzeln die Holzbuͤndel eingebettet ſind.(Vergleiche daher das nun von dem Monokotyledonenmarke Geſagte.) Wenn in dem Dikotyledonenſtengel das Mark immer mehr oder weniger beſtimmt umgrenzt iſt und als centrale Axe deſſelben auftritt, ſo verhaͤlt es ſich bei den meiſten Mo⸗ nokotyledonen ganz anders. Nur ſelten iſt hier, z. B. in den Halmen der Binſen(Juncus), das Mark wie bei den Diko⸗ tyledonen ein beſtimmt abgeſchloſſenes centrales, von dem Gefaͤß⸗ oder Holzbuͤndelkreiſe umſchloſſenes. Ein geſchoßter ausgewachſener Spargelſtengel, oder ein Stengel der in jedem Garten zu findenden orangegelben Lilie (Lilium bulbiferum) oder der eben ſo haͤufigen großen vielblumigen Maiblume(Polygonatum multiflorum) iſt ge⸗ eignet, das Verhaͤltniß des Markes zu dem Holzgewebe zu zeigen. Hier ſieht man, daß ein ſaftiges Zellgewebe die Grundlage, die Hauptmaſſe des Stengels bildet, worin die Gefaͤßbuͤndel als gerade Straͤnge unregelmaͤßig zerſtreut der Laͤnge nach verlaufen; alſo ein centrales, dem Holzkoͤrper beſtimmt entgegengeſetztes Mark, wie bei den Dikotyledonen, findet man hier nicht. In dem Maiblumenſtengel ſind die Gefaͤßbuͤndel ganz gleichmaͤßig und zwar ſehr weitlaͤufig im ganzen Stengel zerſtreut, waͤhrend im Spargelſtengel die⸗ ſelben im Mittelpunkte fehlen, daher hier das centrale Zell⸗ gewebe ſchon anfaͤngt, ſich als reines Markgewebe dem Holz⸗ gewebe gegenuͤber auszupraͤgen. In dem Stengel der eben⸗ falls ſehr bekannten wohlriechenden ſchwefelgelben Taglilie (Hemerocallis flava) verſchwindet nach ſeiner Entwickelung das centrale, ebenfalls von Holzbuͤndeln freie Zellgewebe, und der Stengel wird hohl, wie bei ſehr vielen Dikotyledonen. 64 Siebentes Kapitel. In dieſem oft vorkommenden Falle(z. B. bei faſt allen echten Graͤſern) iſt das verſchwundene centrale Mark als Kernſchicht zu betrachten, die aber dann als gar nicht vorhanden ange⸗ nommen werden muß, wenn der ganze Stengel mit Gefaͤß⸗ buͤndeln(wie bei dem Polygonatum) erfuͤllt iſt. In den Halmen unſerer Getreidearten iſt das Mark noch mehr re⸗ ducirt, indem es nach deren Ausbildung verſchwindet bis auf eine duͤnne Schicht prismatiſcher, den hohlen Halm inwendig auskleidender Markzellen; jedoch behalten einige Getreide⸗ varietaͤten, z. B. manche Formen des engliſchen Weizens (Triticum turgidum), das Mark, wie die vorher erwaͤhnten Binſen. Bei ſehr vielen, namentlich im Waſſer wachſenden Monokotyledonen iſt dieſe markige Grundmaſſe des Stengels oft uͤberaus zierlich und regelmaͤßig mit Luftluͤcken erfuͤllt, ſo daß man dieſelben fuͤr große Zellen halten koͤnnte, deren Waͤnde aus kleinzelligem Zellgewebe gebildet werden, und man hat auch in der That dieſes Gewebe zuſammen⸗ geſetztes Zellgewebe genannt. Man findet dieſes luͤckige Zellgewebe ſehr ſchoͤn z. B. in den Blattſtielen des gemeinen Froſchloͤffels(Alisma Plantago), im Halme und in den Blaͤttern der Waldbinſe(Scirpus silvaticus), vorzuͤglich in⸗ ſtructiv aber in den Blaͤttern, namentlich ſoweit ſie unter Waſſer bleiben, der Igelkolben(Sparganium ramosum und simplex), an jedem Teichrande wachſender ſchilfblaͤttriger Pflanzen. In allen dieſen Faͤllen geht bald unmittelbar, bald we⸗ niger deutlich dieſes centrale Zellgewebe des Monokotyledonen⸗ ſtengels zwiſchen den einzelnen Gefaͤßbuͤndeln hindurch in eine aͤußerſte, die Rinde darſtellende, Zellgewebsſchicht uͤber, wo⸗ bei ſich die zwiſchen dem Gefaͤßbuͤndelwalde(um uns dieſes nicht ganz unpaſſenden Ausdruckes zu bedienen) hindurch⸗ —’—QQñ99pAᷓ’ê—— bei den 1 bei Mort tn, wef ſie entr erlider) den, indf. Stengal Mukes 8 voſentäcch ſaattfind) dikoiylen auch hezh fengal vln ſin vit d In aa, wo f waͤrts 1 ſ gehon den Man Narkman berwende ühne hie anzabeft) Roßnäß jallen echten z Kernſchicht aanden ange⸗ mit Gefaͤß⸗ . In den ch mehr re⸗ det bis auf m inwendig e Getreide⸗ den Weizens er erwaͤhnten r wachſenden es Stengels cken erfuͤllt, unte, deren hrden, und uſammen⸗ dieſes luckige des gemeinen und in den porzuͤglich in⸗ eit ſie unter mosum und chiltbläthiger dat, bald we— nokotyledonen⸗ ndurch in eine cht uber, wo⸗ um uns dieſes den) hindurc Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 65 draͤngenden Markzellenpartieen aͤhnlich den Maareſenhien des Dikotyledonenſtengels verhalten. Das Mark der Monokotyledonen bleibt, weil es ſich mehr als Kreisſchicht verhaͤlt, laͤnger lebensthaͤtig als bei den Dikotyledonen, indem es bei ausdauernden Pflanzen alljaͤhr⸗ lich Amylumvorraͤthe bildet; dagegen ſtirbt das centrale ge⸗ faͤßbuͤndelfreie Zellgewebe(das man hier eigentlich allein Mark nennen kann) ſtets bald ab und verſchwindet eben ſo oft wie bei den Dikotyledonen. Die Markzellen ſind in der Regel bei Mono⸗ wie bei Dikotyledonen als abgeſtorben zu betrach⸗ ten, wenn ſie weiß und trocken erſcheinen. Alsdann bleiben ſie entweder unthaͤtig und ohne eine weitere Veraͤnderung zu erleiden im Centrum der Stengelgebilde, oder ſie verſchwin⸗ den, indem ſie reſorbirt werden, in welchem Falle dann der Stengel hohl wird. Hieraus ſieht man, daß hinſichtlich des Markes nur ein formeller und gradueller, durchaus kein weſentlicher Unterſchied zwiſchen den Mono⸗ und Dikotyledonen ſtattfindet. Schon oben wurde erwaͤhnt, daß die Blattſtiele dikotyledoniſcher Pflanzen ſich in ihrem innern Bau, alſo auch bezuͤglich des Markes, ganz ſo wie die Monokotyledonen⸗ ſtengel verhalten(Huflattig, Klette). Zum Schluſſe verwei⸗ ſen wir auf das Praͤparat Nr. 6. In der Wurzel verſchwindet das Mark von dem Puncte an, wo ſie ſich nach oben in den Stengel fortſetzt, nach ab⸗ waͤrts gewoͤhnlich ſehr ſchnell, und wenn es vorhanden iſt, ſo gehoͤrt es mehr der Kreisſchicht, alſo der laͤnger ernaͤhren⸗ den Markform an. In den Holzpflanzen⸗Wurzeln iſt die Markmaſſe meiſtentheils zu beſonders großen Markſtrahlen verwendet, die im Centrum der Wurzel zuſammenſtoßen, ohne hier als gemeinſamen Ausgangspunct einen Markeylinder anzutreffen(man kann das leicht an der Wurzel der wilden Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe,. 5 66 Siebentes Kapitel. Roſe, Eiche und Buche ſehen). Dieſes Fehlen der Mark⸗ kernſchicht in der Wurzel ſteht im Einklang mit der Lebens⸗ verrichtung der Wurzel; denn wir haben geſehen, daß die Kernſchicht des Markes blos den Stengeltheil, dem ſie ange⸗ hoͤrt, und auch blos in deſſen Geburtsjahr, ernaͤhrt. Da nun die Wurzel nicht nur ſich, ſondern zum Theil die ganze Pflanze mit Nahrung zu verſorgen hat, ſo mußte in ihr die lange khaͤtig bleibende Kreisſchicht, und zwar wie wir geſehen haben, in der Form großer Markſtrahlen, vorherrſchen. Die Kernſchicht des Markes ſetzt ſich nie in einen vom Stengel ausgehenden Zweig fort, ſondern ſtets die Kreis⸗ ſchicht, und nur bei denjenigen Holzpflanzen, bei denen das ganze Mark aus Kreisſchichtzellen beſteht, geht ein Arm des ganzen Markes in den neuen Zweig, den Holzring durchbrechend, uͤber. Auch dieß iſt ſehr natuͤrlich, wenn die Kernſchicht nur als Vorrathskammer fuͤr ihren Stengeltheil anzuſehen iſt. Man kann dieß ſehr deutlich z. B. an der Roßkaſtanie und Saalweide ſehen(Fig. 41), wo die ſtarke Kernſchicht ohne Stoͤrung vor dem Ausgangspuncte eines Zweiges vorbeigeht, und nur die Kreisſchicht in denſelben eintritt. Das Gegentheil zeigt z. B. die Birke, wo ſich das Mark, blos aus Kreisſchichtzellen beſtehend, theilt, um in einen neuen Zweig uͤberzutreten.(Um dieß zu ſehen, muß man die Aeſtchen mitten durch die Markroͤhre ſpalten.) 3. Rindengewebe(Cortex). Es iſt bekannt, daß bei den holzigen und ſelbſt bei vielen krautigen Dikotyledonen ſich die Rindenſchicht nicht nur ſehr beſtimmt entwickelt und umgrenzt zeigt, ſondern auch waͤhrend der Saftzeit leicht von dem Holzkoͤrper abſchaͤlen laͤßt. Sie findet ſich bei allen Stengelgebilden, als den wahren Stengeln 1nd d Stengel ſielen un gewebe! gatenchy innen de gewehe! Grad vo ihm vor ternitten ſioffen, als Atz di hekleidet meſtentt aänſüre man in ihre V mit der V zunehtme b on eine b Oiſe d liende wach i Zellen werden fortwa bi die erna ſeet de genann en der Mal⸗ it der Lebens⸗ hen, daß die eem ſie ange⸗ rnaͤhrt. Da eil die ganze te in ihr die wir geſehen rrſchen. n einen vom die Kreis⸗ ei denen das ht ein Arm en Holzting ), wenn die Stengeltheil .B. an der wo die ſtarke zpuntte eines in denſelben wo ſich das heilt, um in ſehen, muß alten.) — 7* aoſt bei bieen nict nur ſohr auch whrend en lißt. Sie hren Stengan Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 67 und deſſen zahlreichen Abarten(Stamm, Halm, Schaft, Stengel im engern Sinne ꝛc.), den Blatt⸗ und Blumen⸗ ſtielen und an der Wurzel. Die Rinde beſteht nur aus Zell⸗ gewebe und zwar nach außen hin aus merenchymatiſchen und parenchymatiſchen meiſt ſehr locker verbundenen Zellen, nach innen dagegen aus langgeſtreckten Baſtzellen. Das Rinden⸗ gewebe beſitzt in ſeinem parenchymatoͤſen Theile einen hohen Grad von Aſſimilationsvermoͤgen, und daher zeigen ſich in ihm vorherrſchend große Vorraͤthe von aſſimilirten und ſe⸗ cernirten Stoffen, namentlich Alkaloiden, Kryſtallen und Farb⸗ ſtoffen, daher auch viele Rinden zu techniſchen Zwecken und als Arzneimittel Anwendung finden. Die Rinde junger Stengelgebilde iſt zu aͤußerſt immer von einer wahren, mit Spaltoͤffnungen verſehenen Oberhaut bekleidet. Bei zunehmendem Wachsthum verwandelt ſich meiſtentheils dieſe Oberhaut in eine feſte aus mehreren uͤber⸗ einſtimmend geformten Zellenlagen beſtehende Zellenſchicht, die man Außenrinde(periderma) nennt. Meiſt aber haͤlt dieſe in ihrer Entwickelung und Ausdehnung nicht gleichen Schritt mit den innern Rindenſchichten und mit dem an Umfang zunehmenden Holzkoͤrper und reißt daher ſtellenweiſe auf. Dieſe Trennung erſtreckt ſich bis in die mehr nach innen liegende parenchymatiſche Rindenſchicht, bis auf die noch mehr nach innen liegende Baſtſchicht. Indem dieſe Riſſe durch Zellenbildung von den mittleren Schichten aus ausgeheilt werden, bildet ſich die ſogenannte Borke, welche nach außen fortwaͤhrend abſtirbt und theilweiſe abgeſtoßen wird. Wird bei dieſer Wundenausheilung eine groͤßere Menge von Pe⸗ ridermalzellen gebildet, als unumgaͤnglich noͤthig iſt, ſo ent⸗ ſteht der Kork. Etwas Aehnliches ſind im Kleinen die ſo⸗ genannten Rindenhoͤckerchen oder Lenticellen, kleine 5* 68 Siebentes Kapitel⸗ rundliche oder ovale aus Korkſubſtanz beſtehende in die Laͤnge oder quer geſtellte Hoͤckerchen, die man auf der Rinde nicht zu alter Zweige der meiſten Laubhoͤlzer findet(z. B. an der Haſel, Ruͤſter, Weide ꝛc.). Durch Wucherung vergroͤßern ſich bei manchen Holzarten dieſe Rindenhoͤckerchen immer mehr und veranlaſſen zuletzt eine wahre Korkbildung(z. B. an der Ruͤſter, Korkeiche ꝛc.). In der parenchymatoͤſen Mittelſchicht der Rinde ſind auf ſehr manchfache Weiſe die Baſtzellen vertheilt, oder es iſt auch dieſelbe, wie bei der Ruͤſter, durch eine ſcharfe Grenz⸗ linie von der Baſtſchicht getrennt. Bei der Linde erſcheinen auf einem Querſchnitte die dunkler gefaͤrbten(weil dickwan⸗ digeren) Baſtzellen ſehr zierlich geordnet, ſo daß die durch⸗ ſchnittenen Baſtbuͤndel faſt wie vom Mittelpunct nach der Peripherie hinſchlagende Flammenzungen oder wie Haar⸗ ſchoͤpfe ausſehen. Wenn die Baſtſchicht der Hoͤlzer regel⸗ maͤßig ausgebildet iſt und unmittelbar auf dem Holzkoͤrper aufſitzt, ſo vergroͤßert ſie ſich durch Anwachſen neuer Schich⸗ ten alle Jahre eben ſo von außen nach innen, wie das Holz von innen nach außen. In dieſer innerſten Rindenſchicht findet waͤhrend der Wachsthumsperiode die regſte Lebensthaͤ⸗ tigkeit ſtatt, und immer ſind zu dieſer Zeit die hier liegenden Zellen mit aſſimilirten Saͤften ſtrotzend gefuͤllt, was im Juni und Juli ein Blick auf einen Querſchnitt lehrt. An manchen Rinden, z. B. an der der gemeinen Akazie, kann man dieſe drei Rindenſchichten leicht einzeln abloͤſen. Das bisher von der Rinde Geſagte gilt im Allgemeinen blos von der der Holzpflanzen, und auch bei dieſen verhaͤlt ſich oft Manches anders und ſehr eigenthuͤmlich. Ueberhaupt iſt die Rinde wohl derjenige Theil des lebendigen Pflanzen⸗ koͤrpers, der noch am mangelhafteſten erkannt iſt. So iſt o „ 8 1 hentn ünggeſte borngroße ſchen auß fidet bii diemalige der paren In nmarkſttah „B. ſtens ge ͤmlich iine Nim ſhwanzar Dherflach ſebächen dos ende Anfang attig zu ͤrigens ſüht mar ſe durch herausger A jähriger ſchieden. dicen S berlaufen die Pfangen in die Laͤnge Rinde nicht „B. an der vergroͤßern hen immer ung(z. B. de ſind auf oder es iſt hatfe Grenz⸗ de erſcheinen veil dickwan⸗ j die durc⸗ tt nach der wie Haar⸗ olzer regel⸗ Holgkorget geuet Schich⸗ vie das Holz Rindenſchicht eLebensthaͤ⸗ ter liegenden as im Juni An manchen an man dieſe Alggemeinen ieſen vethäͤlt Ueberhaupt n Pflanzen⸗ ſt. So iſ Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 69 z. B. die Buchen⸗ und noch mehr alte Birkenrinde hoͤchſt eigenthuͤmlich organiſirt. Bei beiden fehlen im Alter die langgeſtreckten Baſtzellen und werden bei letzterer durch hirſe⸗ korngroße weiße beinharte Koͤrner erſetzt, die aus parenchymati⸗ ſchen außerordentlich dickwandigen Zellen beſtehen. Ueberdieß findet bei der Birkenrinde ein hoͤchſt eigenthuͤmliches oft ſehr vielmaliges Wechſellagern der weißen Peridermalſchicht und der parenchymatoͤſen Mittelſchicht ſtatt. In vielen Baumrinden bilden ſich analog den Holz⸗ markſtrahlen wahre Rindenmarkſtrahlen, welche mit erſteren, z. B. bei der Eiche und Buche, in organiſcher oder wenig⸗ ſtens geſtaltlicher Verbindung ſtehen. Bei dieſen Hoͤlzern naͤmlich hat jeder Holzmarkſtrahl an der Grenze der Rinde eine Rinne, ſo daß er auf einem Zweigquerſchnitt ſchwalben⸗ ſchwanzartig ausgeſchnitten erſcheint. Daher zeigt ſich die Oberflaͤche geſchaͤlten Buchenholzes mit etwa 1 langen lan⸗ zettlichen, ſtrichfoͤrmigen Vertiefungen beſaͤct. In dieſe Rinne des endenden Holzmarkſtrahles paßt allemal der zugeſchaͤrfte Anfang des entſprechenden Rindenmarkſtrahles. Dieſe meſſer⸗ artig zugeſchaͤrften Enden der Rindenmarkſtrahlen, welche uͤbrigens aus Zellen mit ganz verdickten Waͤnden beſtehen, ſieht man ſehr deutlich an geſchaͤlter Buchenrinde, nachdem ſie durch Eintrocknen des inneren Rindenparenchyms etwas herausgetreten ſind. Von dieſen Rindenverhaͤltniſſen ſind die der Rinde ein⸗ jaͤhriger krautartiger Gewaͤchſe durch groͤßere Einfachheit ver⸗ ſchieden. Hier beſteht die Rinde aus einer mehr oder minder dicken Schicht von Parenchymzellen, in denen die Baſtbuͤndel verlaufen. Die Wurzelrinde iſt oft, namentlich bei den krautartigen Pflanzen, ſehr bedeutend entwickelt, z. B. bei der Moͤhre 70 Siebentes Kapitel. oder gelben Ruͤbe(Daucus Carota) und bei der Rapontika⸗ wurzel(Oenothera biennis). Bei der Angelicawurzel (Angelica Archangelica) iſt die ſehr lockerzellige Rinde reich an Staͤrkemehl und einem gelben ſtarkriechenden Gummiharz. Wenn wir uns bisher auch bei dem Rindengewebe zu⸗ naͤchſt auf die dikotyledoniſchen Pflanzen bezogen, ſo iſt über die monokotyledoniſche Rinde nur noch weniges Beſondere hinzuzufuͤgen. Man hat den einſamenlappigen Pflanzen ſo⸗ gar den Rindenkoͤrper abſprechen wollen. Am Spargelſtengel findet man unter der Epidermis eine etwa 6 bis 8 Zellen dicke Schicht von geſtrecktem Parenchym und darunter einen geſchloſſenen Ring dickwandiger Baſtzellen, der allmaͤhlig in das Markparenchym uͤbergeht, in welchem die Gefaͤßbuͤndel eingebettet ſind. An dem Roggenhalme liegt gleich unter der Epidermis, die aus geſtreckten Parenchym⸗ zellen beſteht, ein Ring von Baſtzellen, wodurch alſo die Rinde noch mehr reducirt iſt. Sehr aͤhnlich verhaͤlt ſich die Rinde derjenigen Dikotyledonenblattſtiele, die wir auch vor⸗ her bei dem Markgewebe den Monokotyledonenſtengeln aͤhnlich gefunden haben. Bei unſeren einheimiſchen Mono⸗ kotyledonen iſt die Rinde der Wurzel und der unterirdiſchen wurzelartigen Stengel meiſt ſtaͤrker und dem mehr nach innen zu liegendem Holzgewebe geſtaltlich entſchiedener entgegen⸗ geſetzt als am oberirdiſchen Stengel. Dabei tritt nicht ſelten ein vollkommen geſchloſſener Holzkoͤrper mit oder ohne ein centrales Mark der Rinde gegenuͤber, z. B. in der Wurzel des Sandriedgraſes(Carex arenaria), deſſen Stengel keine bemerkenswerthe Rindenſchicht hat. Was nun die Lebensthaͤtigkeit der Rinde anbelangt, ſo iſt dieſe ſehr bedeutend. Ob ſie aber bei der Unterhaltung des Lebens der Pflanze eine ſehr wichtige Rolle und gerade Poß die und alhemin haken 6o Meinung, Bidungs der neue dr Obſth duch die Stammwe rung iſ worden. on den man da Perhalten Bau dee doniſchen Thel de halb ſe jedem men w lleibt n gewebe: Syeicher müſſen. üch S. Kreisſe chym i⸗ dem J — Napontika⸗ gelicawurzel Rinde reich Bummiharz. gewebe zu⸗ ſo iſt über Beſondere flanzen ſo⸗ jdermis eine Narenchym r Baſtzellen, in welchem thalme liegt Parenchym⸗ rch alſo die haͤlt ſich die ir auch vor⸗ donenſtengeln ſchen Mono⸗ unterirdiſchen nach innen er entgegen⸗ vicht ſelten der ohne an der Wutze Stengel keine anbelangt, ſo Unterhaltung le und gerade Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 71 die und in der Weiſe ſpiele, die man ihr jetzt ſo ziemlich allgemein zuſchreibt, iſt mindeſtens noch nicht zur unzweifel⸗ haften Gewißheit erhoben. Die alte zum Dogma gewordene Meinung, daß die Rinde den in den Blaͤttern bereiteten Bildungsſaft(cambium) herableite, woraus ſich unterwegs der neue Holzring bilde, eine Meinung, welche durch den in der Obſtbaumzucht ſo beruͤhmt gewordenen Zauberring und durch die von oben her erfolgende Ausheilung aͤußerlicher Stammwunden fuͤr hinlaͤnglich bewieſen galt,— dieſe Mei⸗ nung iſt ganz neuerlich durch Schleiden*) in Abrede geſtellt worden. Dieſe wichtige Frage iſt aber ſpaͤter bei der Lehre von dem Wachsthum des Stammes zu erledigen. Unterſucht man das raͤumliche und geſtaltliche ſowie das anatomiſche Verhalten der Rinde zu dem Marke, und betrachtet man den Bau des Dikotyledonenſtengels neben dem des monokotyle⸗ doniſchen, ſo ergiebt ſich folgende Meinung. Der wichtigere Theil der Rinde muͤſſen jedenfells die Baſtzellen ſein; des⸗ halb ſind ſie aus der Monokotyledonenrinde entfernt und iſt jedem Gefaͤßbuͤndel ſein Antheil daran gegeben worden. Neh⸗ men wir aber der Dikotyledonenrinde die Baſtbuͤndel, ſo bleibt nur ein parenchymatiſches und merenchymatiſches Zell⸗ gewebe uͤbrig, welches wir ſeinem Inhalte nach nur fuͤr einen Speicher fuͤr aſſimilirte und ſecernirte Stoffe anerkennen muͤſſen. Gleichermaßen ſind die Markſtrahlen ſo recht eigent⸗ lich Staͤrkemehlbehaͤlter, und da dieſelben einerſeits mit der Kreisſchicht des Markes, andererſeits mit dem Rindenparen⸗ chym in Verbindung ſtehen, ſo vereinigen ſie die Rinde mit dem Marke; es liegt alſo der Gedanke ſehr nahe, daß die *) Schleiden, Grundzüge der wiſſenſchaftlichen Botanik. 2. Thl. S. 303. 72 Siebentes Kapitel. Rinde eine aͤußerliche Wiederholung des Markes iſt. Der Grund zu dieſer Wiederholung kann darin liegen, daß bei der Anordnung des dikotyledoniſchen Holzkoͤrpers die Mark⸗ ſtrahlen allein nicht ausreichten fuͤr den ſich bildenden neuen Holzring, das Mark aber, als centraler Koͤrper, fuͤr das peripheriſche Wachsthum zu fern lag. Dazu kommt noch, daß das den Winter uͤber in den Markſtrahlen aufgeſpeicherte Staͤrkemehl im Fruͤhjahr von dem im Holzkoͤrper aufſteigen⸗ den Fruͤhjahrsſafte aufgeloͤſt und zur Entwickelung der Blaͤtter und Bluͤthen verwendet wird. Es ſchien alſo fuͤr die Fort⸗ bildung und Ernaͤhrung des Stammes an ſeinem Umfange eine andere, dem Umfange nahe liegende Vorrathskammer von aſſimilirten Stoffen noͤthig zu ſein, und dieſe iſt die Rinde. Auf dieſe Weiſe ſinkt die Rinde herab zu einem paſſiven Lager fuͤr die Baſtbuͤndel und zu einer Vorraths⸗ kammer von aſſimilirten und von unbrauchbar gewordenen Secretionsſtoffen. Der Umſtand, daß die Rinde in ihrem parenchymatiſchen Theile bei der peripheriſchen Zunahme des Stammes ſich ganz paſſiv verhaͤlt und daher zuletzt nach außen aufreißt und ſchichtenweiſe abſtirbt, aͤhnlich wie die Kernſchicht des Markes abſtirbt und oft ſelbſt verſchwindet, nachdem ihr Stengeltheil ſich entwickelt hat, dieſer Umſtand muß bei der Wuͤrdigung der Function der Rinde ebenfalls beruͤckſichtigt werden, indem daraus ſo viel hervorzugehen ſcheint, daß ſie im Verein mit dem Marke nur ein Ernaͤhrungs⸗Huͤlfsorgan iſt, welches ſich nebenher oft hoͤchſt eigenthuͤmlich ſelbſtſtaͤndig entwickelt. Letztere Behauptung ſcheint ſich zu beſtaͤtigen durch die ſo unendlich manchfaltige Organiſation der Rinden der verſchie⸗ denen Baͤume und durch den Umſtand, daß alte Rinde von der jungen oft im hoͤchſten Grade verſchieden und in einem Vo iiyenin ezter ſi ei fuf u fenuinde n Oaß unbedeute nan bede geinden ſ mhen ſi vichigſe don dem ſind, we von Sti eine Rin ſſett wie ylodonen neen u Baſtzele Eing Mitteppun Biäſhafe dder Fich deſer genannt ſo viel Unterſche dem Man lagen hie Spiegeſe es iſt. Der gen, daß bei ts die Mark⸗ denden neuen per, fuͤr das kommt noch, aufgeſpeicherte er aufſteigen⸗ g der Blaͤter fuͤr die Fort⸗ nem Umfange rrathskammer dieſe iſt die H zu einem r Vorraths⸗ gewordenen chymatiſchen nes ſich ganz aufreißt und des Markes Stengeltheil Wuͤrdigung tden, indem Veren wit welches ſich g entwickelt durch die ſo der berſhie⸗ e Rinde von nd in einem Von d. Syſtemen d. organ, Gewebe u. deren Verrichtungen. 73 eigenthuͤmlichen freien Wucherungszuſtande ſich befindet. Dieß Letztere ſieht man aufs Deutlichſte an alter Birkenrinde, die ein faſt unbegreifliches Gewirr darſtellt, waͤhrend junge Bir⸗— kenrinde nichts Ungewoͤhnliches im anatomiſchen Bau zeigt. Daß am Morokotyledonenſtengel die Rinde oft hoͤchſt unbedeutend iſt, kann uns nach alledem nicht wundern, wenn man bedenkt(was erſt im naͤchſten Abſchnitte naͤher zu be⸗ gruͤnden ſein wird), daß jedes einzelne Gefaͤßbuͤndel gewiſſer⸗ maßen ſeine kleine eigenthuͤmliche Rinde, wenigſtens deren wichtigſten Theil, die Baſtzellen, beſitzt, und daß dieſelben von dem lebensthaͤtig bleibenden Parenchym rings umſchloſſen ſind, welches ihnen in ſeinen Zellen alljaͤhrlich große Vorraͤthe von Staͤrkemehl aufſpeichert. Es wuͤrde alſo daneben noch eine Rinde ooͤllig uͤberfluͤſſig ſein. Dagegen ſahen wir ſie ſofort wieder auftreten, wenn die Gefaͤßbuͤndel wie im Diko⸗ tyledonenſtengel zu einem geſchloſſenen Holzkoͤrper zuſammen⸗ treten, und in dieſem Falle zeigt ſie zumeiſt auch eine duͤnne Baſtzellenſchicht. 4. Holzgewebe(lignum). Eingeſchloſſen von der Rinde außerhalb und dem Marke im Mittelpuncte iſt am Stamme einer Holzpflanze das Holz. Seine Beſchaffenheit an einem mehrjaͤhrigen Eichen⸗ oder Akazien⸗ oder Fichtenzweige iſt bekannt, und der des aͤlteſten Stammes dieſer Baͤume in der Hauptſache vollkommen gleich. Bei den genannten Pflanzen kann man auf dem Querſchnitte leicht ſo viel concentriſche Holzringe(Jahreslagen oder Jahrringe) unterſcheiden, als das Alter des Holzes Jahre zaͤhlt. Von dem Marke gehen ſtrahlenartig feine Streifen durch die Jahres⸗ lagen hindurch bis zur Rinde, die als Markſtrahlen oder Spiegelfaſern allgemein bekannt ſind. 74 Siebentes Kapitel. Betrachtet man einen mit einem ſcharfen Raſirmeſſer ganz glatt geſchnittenen*) Querſchnitt von altem Buchen⸗, Eichen⸗, Ruͤſtern⸗ oder Eſchenholze, ſo bemerkt man folgende Anordnung ſeines Gewebes. Man waͤhlt dazu am paſſend⸗ ſten ein Stuͤck aus der Peripherie mit noch aufſitzender Rinde; aber wenn man auch weder die Rinde noch das Mark an dem vorliegenden Stuͤck hat, ſo wird man doch leicht zunaͤchſt die Linien der Markſtrahlen oder Spiegelfaſern von den Grenz⸗ linien der Jahreslagen, die einander durchſchneiden, leicht zu unterſcheiden wiſſen. Die Markſtrahlen zeichnen ſich na⸗ mentlich an den beiden erſtgenannten Holzarten durch ihre geſtrecktere Richtung und hellere Faͤrbung vor den nothwendig (als Theilen eines Kreiſes) etwas gekruͤmmten, meiſt dunkel⸗ farbigen Grenzlinien der Jahresringe ſehr aus. Ein Blick mit der Loupe lehrt, daß durch dieſe einander durchſchneiden⸗ den Linien die unterſuchte Schnittflaͤche in zahlloſe ſehr ſchmale viereckige Felder eingetheilt wird. Die Laͤnge der Felder wird natuͤrlich beſtimmt durch die Breite des Jahresringes, die Breite aber durch die Diſtanz zwiſchen zwei benachbarten Markſtrahlen. War das Meſſer, wie noͤthig, haarſcharf, ſo daß das durchſchnittene Gewebe keine Faſern auf der Schitt⸗ flaͤche gemacht hat, ſo wird man ſehr deutlich die runden Loͤcher der quer durchſchnittenen Gefaͤße ſehen. Dieſe Loͤcher befinden ſich in einer ſcheinbar dichten, gleichartigen Maſſe, die aber in der That bei ſtaͤrkerer Vergroͤßerung ſich ebenfalls zuſammengeſetzt zeigt aus den ſehr feinen dickwandigen Holz⸗ proſenchymzellen. Am Buchenholze wird man nun ſehen, daß die Gefaͤßloͤcher von geringer gleicher Groͤße und ziemlich *) Siehe das hierüber Geſagte am Ende dieſes Buches in dem Ab⸗ ſchnitte über Anfertigung einiger Präparate. geotdnet, wwajzerſt Grerzlnie der Gefi ſakrechter ſonden der we hindurc Bau ein ſic äͤnen eins auf weſſer ur derte m und di (iwa b. khrt vo hinreiche den einz iffend Rade⸗ ain ku bon ob man ſie duͤnnen I wiſig ve Bida ꝛ Raſirmeſſer em Buchen⸗ man folgende am paſſend⸗ zender Rinde, das Mark an leich zunaͤchſt on den Grenz⸗ riden, leicht hnen ſich na⸗ n durch ihre nothwendig meiſt dunkel⸗ Ein Blick rchſchneiden⸗ ſehr ſchmale Felder wird ernges, die benachbarten aarſcharf, ſo fder Schitt⸗ die runden Dieſe Loͤcher tigen Naſſe, ſich cbenfalls andigen Hol⸗ n nun ſehen, und zimmüch ces in dem Ab⸗ Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 75 gleichmaͤßig im Zellgewebe vertheilt ſind; dagegen liegen bei dem Eichen⸗, Ruͤſtern⸗ und Eſchenholze in der inneren(nach dem Mittelpuncte des Stammes zu gelegenen) Schicht der Jahreslage ſehr große Gefaͤße und in der uͤbrigen aͤußeren Schicht kleinere(am Ruͤſternholz deutlich wurmfoͤrmig an⸗ geordnet, am Eſchenholze mehr unregelmaͤßig einzeln oder zu zwei zerſtreut). Die kleinen von den Markſtrahlen und den Grenzlinien der Jahresringe begrenzten Felder ſind die Holz⸗ oder Gefaͤßbuͤndel. Dieſe verlaufen aber nicht in ungeſtoͤrter ſenkrechter Richtung durch den Holzkoͤrper, dem ſie angehoͤren, ſondern die Holzbuͤndel jedes Jahresringes muͤſſen ſich mehr oder weniger kruͤmmen, um die Markſtrahlen zwiſchen ſich hindurchzulaſſen. Am anſchaulichſten wird der verwickelte Bau eines Holzſtammes auf folgende Weiſe. Man denke ſich einen Pfahl ſenkrecht in die Erde geſteckt, und auf dieſem, eins auf das andere, eine Menge Raͤder von gleichem Durch⸗ meſſer und mit nicht vorſtehenden Naben aufgeſteckt. Die Raͤder denke man ſich mit ſehr zahlreichen Speichen verſehen, ſtarken und duͤnnen, breiten und ſchmalen, ſolchen, die von der Nabe etwa blos bis zur Haͤlfte nach den Felgen hin oder umge⸗ kehrt von den Felgen blos bis zur Haͤlfte nach der Nabe hinreichen. Babei muß man ſich die Zahl der Speichen in den einzelnen Raͤdern ungleich und nicht Speiche auf Speiche treffend denken. Denkt man ſich nun etwa 20 bis 30 ſolche Raͤder auf dem ſenkrechten Pfahle aufgeſteckt, ſo wird dadurch ein kurzer dicker Stammklotz verſinnlicht. Blickt man nun von oben in das Gewirre von Speichen hinein, ſo kann man ſich ſehr leicht die Zwiſchenraͤume derſelben als mit duͤnnen glatten Weidenruthen oder Rohrſtaͤben oder Birken⸗ reiſig vollkommen dicht ausgeflochten denken. Nun iſt das Bild eines Stammes fertig. Die gemeinſame Are, der ſenk⸗ 2 76 Siebentes Kapitel. rechte Pfahl, iſt die Kernſchicht des Markes, die auf einander nung,* liegenden Naben bilden zuſammen die Kreisſchicht des Markes, tigeheil die von den Naben ausgehenden Speichen ſtellen die von der Che Markkreisſchicht ausgehenden Markſtrahlen dar, und die gewehes 1 aͤußerlich uͤber einander liegenden Felgenreifen bilden zuſammen ſ renokotyl die Rinde; endlich ſtellen zuletzt die hindurchgeflochtenen us übe Ruthen oder Staͤbe die Holzbuͤndel dar.(Nur in einem V ich ſog Puncte paßt dieſe ſonſt ganz ⸗paſſende Veranſchaulichung nicht, V und Snir naͤmlich darin, daß im Holzſtamme die Markſtrahlen nicht in b ſo regelmaͤßigen Ebenen uͤber einander ſtehen, wie in den auf⸗ ans mau geſteckten Raͤdern die Speichen, was jedoch bei einigen aus⸗ V Richtung laͤndiſchen Hoͤlzern auch der Fall iſt.) Spaltet man Buchen⸗ ſtedm holz in der Richtung der Markſtrahlen, ſo werden dieſe mehr DOice m oder weniger bloßgelegt und erſcheinen als faden⸗, bis 2 Linien üm. d. breite glaͤnzende braune Streifen. Betrachtet man endlich am di daſſelbe Stuͤck auf der Flaͤche, wo die Rinde aufgeſeſſen hat, rig? ſo bemerkt man als kleine ſtrichfoͤrmige Vertiefungen die Enden it ſ der Markſtrahlen und ſieht deutlich, daß ſich die Holzzellen biegen, um die Markſtrahlen zwiſchen ſich hindurchzulaſſen. 1 (Siehe Fig. 43.) b erfenm Nun ergiebt ſich nach Anwendung dieſer Veranſchaulichung, n gn daß die Holzbuͤndel nicht, wie wir es ſchon vorlaͤufig bei kannte, dem Monokotyledonenſtengel geſehen haben, ununterbrochen NArne den Stengel entlang verlaufen, ſondern daß das Feld(nach unſerem fruͤheren Ausdrucke), welches wir vielleicht eben auf einem Querſchnitte, als anſcheinend abgeſchloſſenes Holzbuͤndel b 3. B. d von 2 Jahresgrenzen und 2 Markſtrahlen eingeſchloſſen, durch⸗ ſür dun ſchnitten vor uns haben, 2, 3 Linien hoͤher oder tiefer durch der Hen einen andern ſich hindurchdraͤngenden Markſtrahl getheilt wer⸗ ſ mng den kann. Nur inſofern beſteht unter den Holzbuͤndeln des dindelve Dikotyledonenſtammes eine ſichtliche Eintheilung und Anord⸗ b eauf einander t des Markes, die von der r, und die en zuſammen hgeflochtenen tin einem lchung nicht, hlen nicht in in den auf⸗ einigen aus⸗ man Buchen⸗ n dieſe mehr bis LLinien man endlich geſeſſen hat, en die Enden fie Holzzellen durchzulaſſen. ſchaulichung, orlaͤufig bei zunterbrochen 3 Feld(nach icht eben auf s Holzbundel hloſſen, dur⸗ er tiffr durch getheilt wer⸗ hbünden des und Anon⸗ Von d. Spſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 77 nung, als ſie nach dem Altter ſtreng in concentriſche Ringe abgetheilt ſind. Ehe wir zu den verſchiedenen Auspraͤgungen des Holz⸗ gewebes und zu einer Vergleichung des dikotyledoniſchen und monokotyledoniſchen Holzes uͤbergehen, muͤſſen wir noch Ei⸗ niges uͤber die Beſtandtheile des im gemeinen Leben eigent⸗ lich ſogenannten Holzes, d. h. des Holzes unſerer Baͤume und Straͤucher, mittheilen. Die Markſtrahlen beſtehen unter allen Umſtaͤnden aus mauerfoͤrmig geordnetem Parenchym, deſſen Zellen in der Richtung des Markſtrahles etwas geſtreckt ſind. Wir unter⸗ ſcheiden an der Ausdehnung eines Markſtrahles die Laͤnge, Dicke und Breite, eben ſo wie wir dieß bei einem Bande thun. Oft ſind die Markſtrahlen(Eichenholz) uͤber 10 Zellen⸗ lagen dick, oft aber beſtehen ſie(Fichtenholz) nur aus einer einzigen Zellenſchicht. Die Laͤnge iſt oft ſehr betraͤchtlich und laͤßt ſich oft fußweit vom Mark quer durch das ganze Holz hindurch bis an die Rinde verfolgen. Die Hoͤhe und Dicke iſt bei dem Eichen⸗ und Buchenholze am betraͤchtlichſten; bei erſterem oft uͤber 1“ hoch und ½“ dick; daher erſcheinen hier die Markſtrahlen auf einer radialen Spaltflaͤche als die be⸗ kannten, dem Eichenholze eigenthuͤmlichen Spiegelflaͤchen. Manche Holzarten, wie die beiden genannten, haben Markſtrahlen von allen Kalibern, von den dickſten und brei⸗ teſten bis zu den duͤnnſten und ſchmalſten; andere dagegen, z. B. das Eſchen⸗, Linden⸗, Birken⸗, Erlenholz, haben nur ſehr duͤnne und ſchmale Markſtrahlen. Bei dem Weißbuchen⸗ oder Hornbaumholze(Carpinus Betulus), deſſen Markſtrah⸗ len immer außerordentlich fein ſind, verlaufen dieſelben oft buͤndelweiſe dicht neben einander, ſo daß dadurch gewiſſer⸗ maßen zuſammengeſetzte Markſtrahlen entſtehen. Bei anderen 78 Siebentes Kapitel. Holzarten, z. B. der Eiche, entſpringt oft ploͤtzlich bei einem neuen Holzringe ein ungewoͤhnlich dicker und breiter Mark⸗ ſtrahl. Ueberhaupt muß man nicht glauben, daß jeder Mark⸗ ſtrahl aus der Kreisſchicht des Markes entſpringt, alſo eine eigentliche Ausſtrahlung des Markes ſei, was ſchon aus raͤumlichen Urſachen eine Unmoͤglichkeit waͤre, wenn man be⸗ denkt, daß ein 4 bis 6 Fuß dicker Eichenklotz deren viele Tauſende in ſeinem Umkreiſe enthaͤlt. Manche Holzarten, namentlich die Birke und der Vogel⸗ beerbaum(Sorbus aucuparia), bieten eine eigenthuͤmliche Er⸗ ſcheinung dar, welche deutlich zeigt, daß die Markſtrahlen beſtimmt als ſeitliche Verlaͤngerungen der Markkreisſchicht an⸗ zuſehen ſind. Auf einem glatten Querdurchſchnitte der ge⸗ nannten Hoͤlzer bemerkt man mitten im Holzgewebe, vor⸗ zuͤglich in den erſten 6 bis 8 Jahreslagen, laͤngliche, nach der Kruͤmmung der Holzringe etwas gebogene braune Flecken, die in der Laͤngsrichtung oft 8 bis 10 lang ſind. Solcher Flecken kann man auf einem 2“ dicken Birkenkloͤtzchen leicht 15 bis 20 zaͤhlen. Sie ſind nach Beſchafſenheit und Inhalt ihres Zellgewebes durchaus als Wiederholungen des Markes zu betrachten(und zwar nur der Kreisſchicht), indem alle Markſtrahlen, in deren Richtung dieſe Zellgewebsmaſſen lie⸗ gen, ſich in ihnen aufloͤſen, um jenſeits derſelben recht er⸗ ſichtlich aus ihnen ſich wieder fortzuſetzen; auch die blos be⸗ nachbarten Markſtrahlen ſind durch Kruͤmmung ihrer Enden mit dieſen Markmaſſen verbunden. Ehe wir die Markſtrahlen verlaſſen, iſt noch zu erwaͤhnen, daß ihre Zellen faſt immer mehr oder weniger dickwandig ſind, was auf ihre große Lebensthaͤtigkeit hinweiſt. Faſt immer ſtehen ſie mit den an ihnen vorbeiſtreichenden Holzzellen durch Tuͤpfelkanaͤlchen oder ſelbſt(wie z. B. im Holze g der Mü daton die genannt grenzen! heſtehen getrecten legen in löſchitte d h. de Rüſſer, holhe,9 bertheilt un eina dom, lLiäbürnu Hodger Hohzatt llaſſfſe Hi digentich Jellgewel 5⸗ ſcch in. (Gaatter man ai Weißkr und ihr Als fiſt V die Ge Gorago majer) blich bei einen breiter Mark⸗ aß jeder Mark⸗ ggt, alſo eine ds ſchon aus penn man be⸗ t deren viele ind der Vogel⸗ enthuͤmliche Er⸗ e Markſtrahlen kreisſchicht an⸗ hnitte der ge⸗ ggewebe, vor⸗ ngliche, nach braune Flecken, ſind. Solcher aklotzchen leicht heit und Inhalt en des Markes , indem ale vebsmaſſen lie⸗ elben recht er⸗ h die blos be⸗ ag ihret Endan ch zu erwäͤhnen, dikwandig ſid ſt Faſt immer iden Halzzelen F. in Hie Von d. Syſtemen d. organ, Gewebe u. deren Verrichtungen. 79 der Nadelholzbaͤume) durch wahre Loͤcher in Communi⸗ cation. Die Gefaͤßbuͤndel, d. h. bei dem im gemeinen Leben ſogenannten Holze die von den Markſtrahlen und Jahres⸗ grenzen umſchriebenen kleinen Abtheilungen des Holzgewebes, beſtehen aus hoͤchſt ungleich geſtalteten, aber immer etwas geſtreckten Zellen(Proſenchym) und Gefaͤßen. Gewoͤhnlich liegen in einem Gefaͤßbuͤndel, wie wir es am Eingange dieſes Abſchnittes beſchrieben haben, die Gefaͤße mehr in der inneren, d. h. dem Marke zugekehrten Haͤlfte deſſelben(Eiche, Eſche, Ruͤſter, Akazie), oder ſie erſcheinen auch, wie bei dem Buchen⸗ holze, gleichmaͤßig zerſtreut oder mehr einzeln im Proſenchym vertheilt. Zuweilen ſind die Gefaͤße und die Holzzellen ſtreng von einander geſchieden und partieenweiſe geſondert(Kreuz⸗ dorn, Rhamnus cathartieus, Bohnenbaum, Cytisus Laburnum). Dadurch entſtehen viele Modificationen des Holzgewebes, wodurch es moͤglich wird, die verſchiedenen Holzarten nach anatomiſchen Kennzeichen wiſſenſchaftlich zu klaſſificiren. Hier iſt der geeignetſte Ort, um eine Beſchreibung der eigentlich ſo zu nennenden, d. h. ſtrangfoͤrmigen iſolirten, im Zellgewebe eingelagerten Gefaͤßbuͤndel einzuſchalten, wie ſie ſich im Holze der Monokotyledonen und in vielen Gliedern (Blaͤttern und Blattſtielen) der Dikotyledonen finden. Wenn man einen fleiſchigen Blattſtiel(z. B. einer Klette oder des Weißkrautes) einige Augenblicke in ſiedendes Waſſer haͤlt und ihn dann mit den Fingern zerquetſcht, ſo wird man als feſte, weißliche, ziemlich dicke Faͤden in ſeinem Innern die Gefaͤßbuͤndel finden. Am Blattſtiel des Borretſch (Borago officinalis) und des gemeinen Wegerichs(Plantago major) kann man, wenn man denſelben langſam dehnt, 80 Siebentes Kapitel. bis er zerreißt, die dicken Gefaͤßbuͤndel, da ſie dehnbarer ſind, aus der Rißflaͤche unzerriſſen heraustreten ſehen. Dieſe Gefaͤßbuͤndel beſtehen in der Hauptſache aus langgeſtreckten, dickwandigen Parenchym⸗ oder Pleurenchym⸗(Baſt⸗)Zellen und einigen Gefaͤßen. Dieſe Beſtandtheile ſind faſt immer ſehr regelmaͤßig und bei den verſchiedenen Pflanzenſpecies oft ſehr eigenthuͤmlich angeordnet, ſo daß ſie, namentlich bei den Monokotyledonen, auf dem Querſchnitte oft die zierlichſten Figuren darbietet(z. B. faſt blumenfoͤrmig auf einem Quer⸗ ſchnitt des Pfefferrohres). Das Geaͤder eines Kohlblattes beſteht aus den im Blatt⸗ ſtiele zu deſſen Holzkoͤrper verbunden geweſenen Gefaͤßbuͤndeln, die ſich in der Blattflaͤche, ſich vielfach verzweigend, aus⸗ breiten und zuletzt in den feinſten Verzweigungen ſelbſt auf einzelne, hoͤchſtens von einzelnen geſtreckten Zellen begleitete Gefaͤße reduciren. Nachdem wir bisher uns auf eine Betrachtung des Holz⸗ gewebes in deſſen vollkommenſter Auspraͤgung am Holzkoͤrper der Baͤume beſchraͤnkt haben, haben wir nun daſſelbe bei anderen Pflanzen abwaͤrts bis zu ſeiner erſten Entſtehung zu verfolgen. Holz findet ſich ſo gut wie am Eichenſtamme auch am ſchwaͤchſten Grashalme und am zarten fleiſchigen Blumen⸗ ſtengel. Auf dem Querſchnitte der meiſten dickeren Blattſtiele der groͤßeren krautartigen Gewaͤchſe(des Kohls, der Klette, der Diſtel, des Huflattichs, ſo wie mehrerer Doldenpflanzen) bemerkt man in der zelligen Grundmaſſe, in einen mehr oder weniger dichten Kreis oder in einen Halbkreis geſtellt, einzelne Gefaͤß⸗ buͤndel, welche zuſammen den Holzkoͤrper dieſer Blattſtiele bilden, und durch deren Kreisſtellung das eingeſchloſſene Zellgewebe zum Mark, das ausgeſchloſſene zur Rinde erhoben wird. 1 In den! diſß Geñ volkomme nan end polzten 3 V lianthus Sunbeer m 9o V ſchleßende V de Aher b 80 ſtnich bald ein Holz⸗ dd Nur in Auge ät ſaſt donenhe kotylede Unterſch kanuten Ende un deren aue Der Unt doͤrda Grund letztere zwiſchen dagegen mehr d alf. Roßm ſie dehnbare ſehen. Dieſe langgeſtreckten, ſaſt⸗)Zellen und ſt immer ſehr pecies oft ſehr utlich bei den die zierlichſten f einem Quer⸗ den im Baatt⸗ Gefaͤßbuͤnden, weigend, aus⸗ gen ſelbſt 3 ellen begleitet tung des Holz⸗ am Holzkorper un daſſelbe bei Entſtehung zu mme auch am igen Blumen⸗ eren Blattſtil der Klette, der ſlanzen) bemett hr oder weniger einzelne Gefäß⸗ atſſiel bidden, ſene zellger webe ethoben mid Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 81 In den noch ſaftigen Stengeln derſelben Gewaͤchſe wird man dieſe Gefaͤßbuͤndel noch dichter zuſammengeruͤckt und einen vollkommen geſchloſſenen Holzring bildend finden. Vergleicht man endlich damit dieſelben Stengel im aͤlteren, mehr ver⸗ holzten Zuſtande, oder die der gemeinen Sonnenroſe(He- lianthus annuus), die verholzten einjaͤhrigen Schoſſe der Brombeere, ſo wird man ſchon ganz dieſelbe Anordnung des Holzkoͤrpers finden, welche der erſte(das Mark ein⸗ ſchließende) Holzring eines mehrjaͤhrigen Zweiges der Akazie, des Ahorns, der Eſche, Weide, Eiche ꝛc. zeigt⸗ So zeigt nun der duͤnnſte fadenfoͤrmige Zweig, der ſchwaͤchſte Blumen⸗ oder Fruchtſtiel bald einen geſchloſſenen, bald einen aus einzelnen kreis⸗ oder halbkreisfoͤrmig geſtellten Holz⸗ oder Gefaͤßbuͤndeln beſtehenden Holzkoͤrper. Nur wenn man den Bau des Holzkoͤrpers unſerer Baͤume im Auge behaͤlt, kann man, wie man es gleichwohl lange Zeit faſt allgemein gethan hat, die Structur des Monokotyle⸗ donenholzes fuͤr weſentlich verſchieden halten von der des Di⸗ kotyledonenholzes. Allerdings iſt auf den erſten Blick der Unterſchied im Baue z. B. des Buchenholzes und des be⸗ kannten Pfefferrohres ſehr auffallend. Wir haben zu dem Ende unter Fig. 43 und 44 Abbildungen von beiden gegeben, deren ausfuͤhrlichere Beſchreibung wir hinten nachzuſehen bitten. Der Unterſchied liegt aber nur in der Anordnung der Gefaͤß⸗ buͤndel und in deren Verhaͤltniß zu der parenchymatiſchen Grundmaſſe des Stengels. Bei dem Buchenholze iſt die letztere reducirt auf das Mark und auf die zahlloſen ſich zwiſchen den Holzbuͤndeln hindurchdraͤngenden Markſtrahlen; dagegen behauptet die zellige Maſſe bei dem Pfefferrohre mehr die Oberhand und nimmt die Holzbuͤndel nur in ſich auf. Ein anderer Unterſchied liegt in dem regelmaͤßigen Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. 6 82 Siebentes Kapitel. ringfoͤrmigen Anwachſen der neuen Holzlagen, wodurch die regelmaͤßige ringfoͤrmige Anordnung des Dikotyledonenſtammes erfolgt, waͤhrend man bei dem Pfefferrohre davon nichts bemerkt. (Dieſe auf den erſten Blick allerdings auffallende Structur⸗ verſchiedenheit hat den franzoͤſiſchen Botaniker Desfontaines (dem man hierin lange Zeit allgemein folgte) veranlaßt, bei den Monokotyledonen ein ganz anderes Wachsthum als bei den Dikotyledonen anzunehmen, und wir verweiſen deshalb unſere Leſer auf die ſpaͤter zu erledigende Lehre von dem Wachsthum der Pflanzen.) In den Gras⸗ oder Getreidehalmen beſteht das Holz⸗ gewebe aus einem einfachen oder doppelten Kreiſe weitlaͤufig geſtellter, meiſt durch dickwandige Zellen verbundener Holz⸗ buͤndel. Um darzuthun, daß der Unterſchied im Baue des Holz⸗ koͤrpers der oftgenannten beiden großen Pflanzengruppen in der That nur ein gradueller ſei, koͤnnen wir nichts Beſſeres thun, als unſeren Leſern den Rath geben, mit einem ſcharfen Federmeſſer und der Loupe in der Hand in ihren Gaͤrten und Fluren Spaziergaͤnge zu machen, um recht viele Pflan⸗ zenſtengel hinſichtlich ihres inneren Baues zu vergleichen. Es bedarf kaum der Hinweiſung, daß an dem monoko⸗ tyledoniſchen Stengel die zwiſchen den getrennten Holzbuͤndeln vertheilte Parenchym⸗-Maſſe die Stelle und Function der wahren Markſtrahlen der zweiſamenlappigen Pflanzen ver⸗ trete. Jedoch ſcheinen ſie nicht wie bei den Dikotyledonen zur Bildung der ſogenannten ſchlafenden Knospen faͤhig zu ſein, von denen wir noch in dieſem Abſchnitte weiter unten einiges Vorlaͤufige mittheilen werden. N A Manzen ſhnelen und Mfl Das it die u wir in d di durc Baattges gaͤde 9 ſohhe ſe mentare allgemei unſern L Wanal deutung B V der Si di W indiodd daß alſ NMad ürnne, polypen Idibid pen) der wodurch die ledonenſtammes davon nichts Uende Structur⸗ r Desfontaines veranlaßt, bei sthum als bei weiſen deshalb lehre von dem eht das Holz⸗ eiſe weitlaͤufig nndener Holz⸗ zue des Holz⸗ zengruppen in nichts Beſſeres einem ſcharfen ihren Gaͤrten t viele Pfan⸗ ergleichen. dem monoko⸗ n Holzbundeln Function der Pfaanzen bel⸗ Oikotyledonen sspen fähig zu t wäiter unten Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 83 Daß ſelbſt die Blaͤtter und blattartigen Organe in beiden Pflanzengruppen ihren Holzkoͤrper haben, wird ſich nun leicht ergeben, wenn wir vorlaͤufig die Function des Holzes in der ſchnellen Saftleitung und der Stuͤtzung anderer Gewebsmaſſen und Pflanzenglieder ſuchen. Das Geaͤder eines Blattes, z. B. eines Kohlblattes, iſt die unmittelbare Fortſetzung des Blattſtieles, und wenn wir in dieſem einen wahren Holzkoͤrper fanden, ſo werden wir durch das denſelben bildende Gewebe, wenn wir es im Blattgeaͤder wiederfinden, folgerecht veranlaßt ſein, das Blatt⸗ geaͤder fuͤr den Holzkoͤrper eines Blattes zu halten. Das Wurzelholz iſt von dem entſprechenden Stengel⸗ holze ſehr oft nicht unbedeutend in der Anordnung der Ele⸗ mentarorgane verſchieden. Daß es ſehr oft, aber keineswegs allgemein, kein Mark einſchließt, und daß namentlich bei unſern Laubhoͤlzern dafuͤr deſto reichlichere Markſtrahlen im Wurzelholze ſich finden, haben wir bereits fruͤher erwaͤhnt. Auch hier muͤſſen wir unſere Leſer auf die Natur verweiſen. Nachdem wir den formellen Theil des Holzgewebes er⸗ ledigt haben, iſt nun außfuͤhrlicher die Frage nach der Be⸗ deutung und der Lebensverrichtung deſſelben zu eroͤrtern.„ Schon im erſten Kapitel deuteten wir darauf hin, daß der Stamm mit ſeinen Verzweigungen gewiſſermaßen blos die Wohnung abgebe fuͤr die auf ihm wohnenden Pflanzen⸗ individuen, fuͤr die darauf ſich entwickelnden Knospen, ſo daß alſo ein Eichbaum nicht in derſelben Bedeutung wie ein Pferd oder ein Schwan ein Individuum genannt werden koͤnne, ſondern im Gegentheil wie die baumartigen Korallen⸗ polypen eine ganze Welt von Individuen ſei. Jedes neue Individuum vergroͤßert fuͤr ſeine Nachkommen(die Knos⸗ pen) den Wohnungsraum durch die Bildung des Zweiges, 6 84 Siebentes Kapitel. und alle zuſammen fuͤgen in dem neuen Jahresringe eine neue noch jugendlich kraͤftige aͤußere Schicht dem alten Ge⸗ baͤude hinzu. Man kann auch den Holzkoͤrper eines Baumes einen organiſirten Erdboden nennen und der Natur bei ſeiner Bil⸗ dung die Abſicht unterlegen, dadurch eine Vergroͤßerung der vegetationsfaͤhigen Erdoberflaͤche zu bewerkſtelligen; und wenn wir uns in genial klingen ſollenden Redensarten gefielen, ſo koͤnnten wir ausfuͤhrlicher als blos beilaͤufig, wie es hier ge⸗ ſchehen ſoll, hinzufuͤgen: dadurch, daß die Vegetation vom flachen Erdboden auf die Gipfel der emporſtrebenden Holz⸗ geruͤſte(der Baͤume) emporgehoben ward, wurde fuͤr die hoͤheren Thierklaſſen und namentlich fuͤr das Menſchen⸗ geſchlecht Raum und Wohnlichkeit auf der Erdoberflaͤche gewonnen; ja es ward dadurch die Erdoberflaͤche fuͤr die Vegetation doppelt benutzt, da nun unter dem Dach der Baumzweige eine zweite Welt niedriger kraut⸗ und grasartiger Pflanzen Raum und Nahrung finden konnte. Die Verſtei⸗ nerungskunde lehrt uns, daß in fruͤheren Epochen des Erd⸗ lebens ein dichter Filz hoher meiſt rohrartiger Gewaͤchſe den Erdboden bedeckt habe, wodurch eine freie Entwickelung hoͤherer Thierformen unmoͤglich wurde, von denen wir daher in den jener eigenthuͤmlichen Pflanzenwelt entſprechenden geologiſchen Perioden keine verſteinerten Ueberreſte finden. Jedermann weiß, daß faſt an allen Baͤumen die aͤußer⸗ ſten Jahreslagen als Splint(alburnumI) durch eine hellere Faͤrbung, weichere und ſaftreichere Beſchaffenheit ſich dem meiſt dunkler gefaͤrbten haͤrteren und trockneren Kernholz (lignum im engeren Sinne) entgegenſetzen. Vor der Hand iſt noch kein organiſches Geſetz aufgefunden worden, wodurch die allmaͤhlige Umwandlung des Splintholzes in Kernholz „brichel zat W hat.— „ 366 und mill — bemerten Jahresr ſich in richt f numentt b alrpoot g g E an dne dem na w in er komm Natur nach d ahresringe eine dem alten Ge⸗ Baumes einen bei ſeiner Bil größerung der n; und wenn n gefielen, ſo vie es hier ge⸗ gegetation vom tebenden Holz⸗ purde fuͤr die 1s. Menſchen⸗ Erdoberflaͤche haͤche fuͤr die im Dach der nd grasartiger Die Verſtei⸗ ochen des Er⸗ Gewaͤchſe den elung hoͤherer daher in den in geologiſchen nen die aͤußer⸗ urch eine hellee enheit ſih dem ren Kernholz Vor der Hand orden, wodurch zin Kernhol Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 85 geregelt wuͤrde; es wird aber wahrſcheinlich auch nie ein ſol⸗ ches aufgefunden werden, weil dieſe Umwandlung hoͤchſt wahrſcheinlich mit dem Leben der Pflanze gar nichts gemein hat. Wir betrachten vielmehr das Kernholz bereits als todt und mithin die Kernholzumwandlung als den erſten Act der Verderbniß des Holzes, des Anheimfallens deſſelben an die chemiſchen Kraͤfte und Geſetze. Waͤre die Kernholzwerdung ein organiſcher Proceß, ſo muͤßte bei ihrem Vorwaͤrtsſchreiten eine gleich ſtrenge Stufenfolge von innen nach außen zu bemerken ſein, wie bei dem kreisfoͤrmigen Wachsthum der Jahresringe, es muͤßte das Holz Jahresring fuͤr Jahresring ſich in Kernholz verwandeln. Dieß findet aber ſehr haͤufig nicht ſtatt, ſondern auf dem Querſchnitte vieler Baͤume, namentlich unſerer Obſtbaͤume, faͤllt die Grenzlinie der Kern⸗ holzregion keinesweges mit irgend einem Jahresringe zuſam⸗ men, ſondern bildet oft eine hoͤchſt unregelmaͤßige hier mehr, dort wenigere, Jahreslagen einſchließende Figur, ganz ſo, wie an einem kernfaulen Stamme die faulende Region oft hoͤchſt unregelmaͤßig begrenzt iſt. Waͤchſt ein Baum aber ganz ge⸗ ſund und ungeſtoͤrt, ſo ſchreitet allerdings die Kernholzbildung ſehr regelmaͤßig, Ring um Ring vorwaͤrts, was an kraͤftigen Eichen und Kiefern oft ſehr beſtimmt zu ſehen iſt. Das be⸗ weiſt aber nur ſo viel, daß in letzterem Falle das Holz auf dem naturgeſetzlichen Wege in derſelben Reihenfolge abſtirbt, in welcher es entſtanden iſt, es ſtirbt eines natuͤrlichen Todes; im erſteren Falle, der bei den Obſtbaͤumen faſt immer vor⸗ kommt(und dieſe ſind doch wohl immer von dem geſunden Naturzuſtande ſehr weit entfernt) ſchreitet die Verderbniß nach den vorliegenden Veranlaſſungen verſchieden vorwaͤrts. Iſt endlich das hoͤchſte Maſſenziel des Baumes erreicht, oder naͤhert er ſich wenigſtens demſelben, ſo beginnt in der 86 Siebentes Kapitel. Reihenfolge des Entſtehens das Holz zu faulen, d. h. voͤllig den chemiſchen Geſetzen und Kraͤften anheim zu fallen, die durch aͤußere Stammverletzungen oder Beſchaͤdigung der Wurzelaͤſte eindringen. Bekanntlich kann ein Baum noch lange fortfahren zu leben, d. h. immer neu auf ihm ſich entwickelnden Individuen Nahrung zuzufuͤhren, wenn auch laͤngſt die inneren Holzmaſſen verweſt, ja, wie bei hohlen Weiden, laͤngſt gaͤnzlich verſchwunden ſind. Dieſe letztere Erſcheinung beweiſt recht augenfaͤllig, daß unſer Gleichniß nicht unpaſſend iſt, wenn wir den Holzkoͤrper der Baͤume blos einen organiſirten Boden nannten, zwiſchen welchem und dem Leben der auf ihm vegetirenden Weſen keine andere Beziehung ſtattfindet, als daß er im Stande ſei, jenem die noͤthige Nahrung zuzufuͤhren.. Was hiernach der Holzkoͤrper fuͤr die Knospen und die aus ihnen ſich entwickelnden Blaͤtter und Bluͤthen(die eigent⸗ lichen Pflanzenweſen) iſt, das iſt er in noch erſichtlicherer Weiſe in Beziehung zu vielen Schmarotzern. Die bekannte Schmarotzerpflanze, die Miſtel, Viscum album, wurzelt ganz buchſtaͤblich im Holzkoͤrper unſerer Baͤume, gleichviel welcher Art dieſelben ſind, wie Andere Pflanzen in dem Erd⸗ boden; und etwas weſentlich Anderes als ein Verpflanzen in einen anderen Erdboden iſt doch das Pfropfen in den Spalt auch nicht. Wie die Miſtel uͤberall Miſtelblaͤtter, Bluͤthen und Beeren bildet, gleichviel ob ihr den dazu noͤthigen Nah⸗ rungsſaft eine Linde, ein Obſtbaum, eine Tanne oder eine Silberpappel im Stamme zufuͤhrt, ſo bilden zehnerlei edle Pfropfreiſer eben ſo vielerlei edle Fruͤchte, obgleich ihnen allen die Nahrung von derſelben Unterlage zugefuͤhrt wird, auf der ſie zuſammen aufgepflanzt worden ſind; ungefaͤhr eben ſo, wie auf demſelben Quadratfuß Boden verſchiedene Pflanzen V d aus der ſtiten Aus fewebe; hheilen, zazufäht üefer ſt Halhtrp Be ſchden Ebenid ſ a haben! zrführu ſind fit botzuru Star Daiur weis iin ei Silbar alſo in inen d im In durch: aus, auf d Hohzri hervor del gocch n, d. h. völlg zu fallen, die ſhädigung der n Baum noch auf ihm ſic i, wenn auch ie bei hohlen Dieſe letztere ſer Gleichniß der Baͤume ſchen welchem keine andere i, jenem die pen und die (die eigent⸗ erſichtlicheter Die bekannte dum, wurzelt ne, gleichbiel in dem Erd⸗ erpflanzen in n den Spalt ter, Bluͤthen athigen Nah⸗ nne oder eine zehnerli ole ih ihnen allen dt widd, auf ungefiht eben dene flanzen Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 87 aus derſelben Nahrungsquelle ſchoͤpfen, und doch die ver⸗ ſchiedenſten Bildungen machen. Aus dieſen Betrachtungen ergiebt ſich, daß das Holz— gewebe zunaͤchſt nur die Function hat, den edleren Pflanzen⸗ theilen, den Bluͤthen, die zur Fruchtbildung noͤthigen Saͤfte zuzufuͤhren, ſo wie den in ihrer Lebensbeſtimmung etwas tiefer ſtehenden Blaͤttern die Saͤfte zur Vergroͤßerung des Holzkoͤrpers. Bei der Function des Holzkoͤrpers muß man unter⸗ ſcheiden zwiſchen den Holzbuͤndeln und den Markſtrahlen. Ebenſo wie ihre Richtungen ſich durchkreuzen, durchkreuzen ſich auch ihre Functionen. Die Holz⸗ oder Gefaͤßbuͤndel haben beſtimmt die ſehr untergeordnete Function der Nahrungs⸗ zufuͤhrung; die Markſtrahlen dagegen verarbeiten dieſelbe und ſind faͤhig, neue Bildungen am Umfang des Stengels her⸗ vorzurufen, und zwar ſelbſt noch einige Zeit, nachdem der Stamm im Safte gefaͤllt und der Aeſte beraubt worden iſt. Dafuͤr liegt uns in dieſem Augenblicke ein intereſſanter Be⸗ weis vor. Mitte Mai vorigen Jahres verſchafften wir uns ein etwa 18 Zoll langes und 6 Zoll dickes Kloͤtzchen einer Silberpappel, welche bereits die Blaͤtter zu entfalten begonnen, alſo im vollen Safte geſtanden hatte. Es wurde lange Zeit in einem dunkeln Winkel des Zimmers aufbewahrt, und ſein noch im Innern fortdauerndes Bildungsleben ſprach ſich nicht nur durch zahlreiche, die Rinde durchbrechende, mehrblaͤtterige Triebe aus, ſondern auch dadurch, daß auf beiden Schnittflaͤchen, auf deren einer das Kloͤtzchen geſtanden hatte, ein neuer Holzring ſich bildete, der wulſtig zwiſchen Rinde und Holz hervorquoll und ſich unter dem Mikroſkop als ganz normales Holz erwies, der aber nach dem Laͤngenmittelpuncte des Kloͤtzchens allmaͤhlig bis zum voͤlligen Verſchwinden abnahm 88 Siebentes Kapitel. und nur an den beiden Schnittflaͤchen betraͤchtlich und etwa 1 ½% breit war. Bei einer genauen Unterſuchung zeigte es ſich, daß die erwaͤhnten Triebe von metamorphoſirten, leicht durch ihre braͤunliche Farbe quer durch das ganze Holz bis zum Marke zu verfolgenden Markſtrahlen gebildet worden waren. Die Umwandlung des Markſtrahles ſprach ſich aus durch eine bedeutende Vermehrung der uͤbrigens ganz normalen Zellen. Alle an dem Markſtrahle vorbeiſtreichenden Zellen des Holzes waren in der Richtung des Markſtrahles nach außen gebogen, als wenn ſie von dem den Markſtrahl ent⸗ lang ſich bewegenden Strome des Bildungsſaftes von ihrer ſenkrechten Richtung ab und nach außen gebogen worden waͤren, um in dieſer Richtung ihren Inhalt abzugeben. Unter der abgeſchaͤlten Rinde zeigte ſich die Oberflaͤche des Holzes mit ziemlich zahlreichen runden Hoͤckerchen beſetzt, welchen auf der Rinde gleiche Eindruͤcke entſprachen. Dieß ſind die ſchlafenden Knospen der Forſtmaͤnner, welche hoͤchſt wahr⸗ ſcheinlich dadurch entſtehen, daß bei manchen ſehr productiven Baͤumen(wie die Pappeln bekanntlich ſind) fortwaͤhrend, bei anderen blos in ſehr fruchtbaren Jahren oder nach zu ſtarkem Ausaͤſten der uͤberſchuͤſſige Bildungsſaft auf dem Wege der Markſtrahlen nach der Oberflaͤche des Holzes gefuͤhrt wird und hier zuerſt entwickelungsfaͤhige Zellengruppen, un⸗ vollkommene Knospen, bildet, welche unter guͤnſtigen Um⸗ ſtaͤnden, die Rinde durchbrechend, Blaͤtter und Zweige bilden. Dieſelbe Erſcheinung iſt bei den Linden ganz bekannt, an denen, wenn ſie ſehr kahl gekoͤpft worden, durch ganz alte Rinde junge Triebe hervorbrechen, die immer aus ſolchen metamorphoſirten Markſtrahlen entſpringen. Eben ſo entſpringen die zahlreichen Luftwurzeln, welche alte Epheuſtaͤmme oft ganz bedecken, durchaus nur aus Markſtrahlen. d d hiiin indem h unterſuch geben w unſorung ſchon im riſchen? In ſo maͤcht Emond des He Gefüße kurze u dung d nährung jiemüch von a zur 3 des H Functio 9 de wohe ſich den Manao an der 1 die 6 Peräſte nii der on der h und etwe ng zeigte es irten, leicht ſe Holz bis det worden h ſich aus az normalen den Zellen rahles nach tkſtrahl ent⸗ z von ihrer gen worden eben. Unter des Holzes t, welchen ß ſind die cchſt wahr⸗ produciven fortwaͤhrend, er nach zu t auf dem tzes geführt uppen, Un⸗ ſüigen Um⸗ eige biden. deannt, an ch ganz alte aus ſolchen welche alte Narkſtrahlen. Von b. Syſtemen d. organ Gewebe u. deren Verrichtungen. 89 Die Saftleitung hat im jungen noch ſelbſtſtaͤndig lebens⸗ thaͤtigen Splintholze gewiß ihren Sitz nur in den Holzzellen, indem hier die Gefaͤße wie alle jungen Gefaͤße, die wir zu unterſuchen Gelegenheit hatten, wohl nur Luft fuͤhren. Jedoch geben wir gern zu, daß dieſe eigentliche, den jungen Gefaͤßen urſpruͤnglich zukommende Lebensthaͤtigkeit ſehr bald, vielleicht ſchon im vorletzten Jahresringe, erliſcht und der mehr mecha⸗ niſchen Beſchaͤftigung der Saftleitung Platz macht. In unſerem Klima iſt das Zuſtroͤmen des Fruͤhjahrſaftes ſo maͤchtig, daß man wohl ernſtlich an ein mehr mechaniſches Empordringen deſſelben in den Raͤumen der Elementarorgane des Holzes denken darf, und hierbei verhalten ſich auch die Gefaͤße gewiß blos als Saftkanaͤlchen. Nachdem jedoch dieſe kurze und heftige Andrangs⸗Periode voruͤber iſt und die Bil⸗ dung des neuen Holzringes, uͤberhaupt die eigentliche Er⸗ naͤhrungsthaͤtigkeit begonnen hat, kann man ſchon an einem ziemlich ſchwachen Zweige deutlich ſehen, daß das Holzgewebe von außen nach innen immer trockener und ſaftleerer iſt, und zur Zeit dieſer ruhigeren mehr organiſchen Lebensthaͤtigkeit des Holzgewebes kehren die Gefaͤße auch wieder zu ihrer Function als luftfuͤhrende Organe zuruͤck. Die Schnelligkeit, mit der uͤbrigens die Gefaͤßbuͤndel die rohe Nahrungsfluͤſſigkeit emporzuleiten vermoͤgen, erweiſt ſich deutlich durch die Schnelligkeit, mit welcher eine welke Pflanze ſich wieder aufrichtet, nachdem ſie reichlich mit Waſſer an der Wurzel getraͤnkt worden iſt. Dieſe erſte und wichtigſte Function des Holzgewebes, die Saftleitung, findet ſich nicht minder in den aͤußerſten Veraͤſtelungen eines Blattgeaͤders, und deshalb koͤnnen wir mit demſelben Rechte von dem Holzkoͤrper eines Blattes wie von dem des Stammes reden. 90 Siebentes Kapitel. Was die andere Function des Holzes betrifft, anderen Organen zur Anheftung und Stuͤtzung zu dienen, ſo laͤßt ſich daruͤber Weniges ſagen, was nicht der Augenſchein von ſelbſt lehrte. Wie die Thiere erſt in den hoͤheren, den Wir⸗ belthier⸗Klaſſen, durch die Bildung des Knochengeruͤſtes, des Skeletts, eine bedeutende Groͤße erlangen konnten, ſo finden wir auch erſt unter den hoͤheren, den Gefaͤßpflanzen, mit der Bildung des Holzgewebes die Moͤglichkeit der Pflanzenkoloſſe bedingt, die unſere und noch mehr die tropiſchen Waͤlder darbieten. Die Anheftung der Blaͤtter und Bluͤthen iſt urſpruͤnglich immer durch parenchymatiſche Zellen vermittelt, zwiſchen denen ſich erſt ſpaͤter die geſtreckten zufuͤhrenden Formen der Ele⸗ mentarorgane bilden, wenn das ſich entwickelnde Glied ihrer zu reichlicherer Nahrungszufuͤhrung bedarf. Von einer An⸗ heftung der Aeſte und Zweige kann nicht die Rede ſein, da ſie ja Theile des Holzkoͤrpers ſind, mit dem ſie in ununter⸗ brochener Verbindung ſtehen. 5. Blattgewebe, Blattfleiſch(diachyma s. mesophyllum). Indem wir vorher bei der Betrachtung des Holzgewebes das Gefaͤßbuͤndelnetz der Blaͤtter als den Holzkoͤrper derſelben bezeichneten, haben wir die Beſchreibung des Blattgewebes zum Theil unwillkuͤhrlich mit erledigt. Wir verſtehen hier unter Blattgewebe nicht allein das Gewebe der eigentlichen Blaͤtter, ſondern auch anderer blattartiger Organe, der Neben⸗ und Deckblaͤtter, der Kelchblaͤtter und auch der Blumenblaͤtter, ja wir muͤſſen ſelbſt die Staubgefaͤße und Griffel hierher rechnen. 1 Por Bi zunücſt renblatt⸗ fatyledone bon beide und bei⸗ di heben wir kennen gel der unter ſich finde diß um Spaktiff Auße Battgewe der aus V Metenchy Auf ſenkrecht iiye gej ſchichten; leſteht au Jellen, u innig un beſteht m teten un ſie eine bei der( eterer eine de Athe nicht. fft, anderen en, ſo laͤßt enſchein von den Wir⸗ rüſtes, des ſo finden n, mit der unzenkoloſſe en Vaͤlder urſpruͤnglich iſchen denen en der Ele⸗ Glied ihrer einer An⸗ e ſein, da in vnunter⸗ dchyma polzgewebes er derſelben lattgewebes rſtehen hiet eigentlichen der Neben⸗ menblatter, ffel hierher Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 91 Bei der Betrachtung des Blattgewebes denken wir uns zunaͤchſt als Norm irgend ein nicht zu duͤnnes Dikotyledo⸗ nenblatt. Alsdann haben wir den inneren Bau des Mono⸗ kotyledonenblattes damit zu vergleichen und die Abweichungen von beiden bei den andern genannten blattartigen Gebilden und bei einigen ſehr abweichenden Blattformen zu ſchildern. Die Zellenſchichten, welche das Blatt beiderſeits bedecken, haben wir bereits als Oberhaut unter Nr. 1. dieſes Kapitels kennen gelernt, und wir erinnern nochmals daran, daß auf der unteren Blattepiderm vorzugsweiſe die Spaltoͤffnungen ſich finden, mit Ausnahme der ſchwimmenden Blaͤtter, wo dieß umgekehrt iſt, und der untergetauchten, welchen die Spaltoͤffnungen ganz fehlen. Außer den Gefaͤßbuͤndeln des Blattgeaͤders beſteht das Blattgewebe nur entweder aus echtem, d. h. teſſulariſchem oder aus hoͤchſtens etwas weniges geſtrecktem Parenchym und Merenchym. Auf einem Querſchnitte eines Blattes, der vollkommen ſenkrecht auf die Blattflaͤche und rechtwinkelig durch die Mittel⸗ rippe gefuͤhrt iſt, kann man gewoͤhnlich ſehr beſtimmt 2 Zellen⸗ ſchichten unterſcheiden, eine obere und eine untere. Die obere beſteht aus einer oder mehreren Schichten etwas geſtreckter Zellen, welche ſenkrecht auf der Oberhaut ſtehen und ſehr innig unter einander verbunden ſind. Die untere Schicht beſteht meiſt aus merenchymatiſchen ſehr verſchiedentlich geſtal⸗ teten und ſo locker unter einander verbundenen Zellen, daß ſie eine Menge Luftluͤcken zwiſchen ſich laſſen, die, wie bereits bei der Epidermis erwaͤhnt wurde, allemal da, wo in letz⸗ terer eine Spaltoͤffnung liegt, ſich in eine rundliche Hoͤhle, die Athem hoͤhle, erweitern, welche bis unter die Epidermis reicht. Dieſe Athemhoͤhlen ſtehen mit allen Luftluͤcken des 92 Siebentes Kapitel. Blattes und dieſe wieder mit den Intercellulargaͤngen des Blattſtieles in Verbindung, die wiederum mit denen des Stengels communiciren. Zwiſchen beiden Schichten, meiſt ziemlich gleichmaͤßig, doch mehr in die untere eingeſenkt, ver⸗ laufen die Zweige und feinſten Veraͤſtelungen des Adernetzes, des Gefaͤßbuͤndelſyſtems. Alle dieſe Zellen des Blattfleiſches ſind gewoͤhnlich mehr oder weniger mit Chlorophyllkuͤgelchen (Kap. 4, 5, a.) gefuͤllt. Sehr haͤufig finden ſich in dem Blattgewebe in den Zellen oder in eigenen Zellenpartieen(Druͤſen) die verſchieden⸗ ſten Secretionsſtoffe, namentlich aͤtheriſche Oele, Kryſtalle und Farbſtoffe(Fig. 39 f); außerdem verlaufen in ihm bei vielen Pflanzen(Schoͤllkraut) Auſaſtgeinäe oder Harzgaͤnge (Nadelhoͤlzer). An den Monokotyledonenblaͤttern kann man nun zunaͤchſt eine ſolche Verſchiedenheit einer oberen und einer unteren Zellen⸗ ſchicht gewoͤhnlich nicht unterſcheiden, wie uͤberhaupt bei ihnen, namentlich bei den ſo zahlreichen ſchilfartigen Blaͤttern, der Unterſchied zwiſchen einer oberen und einer unteren Blattſeite gewoͤhnlich nicht ſo entſchieden hervortritt. Ein Hauptunterſchied, der aber nicht ohne ziemlich zahl⸗ reiche Ausnahmen iſt(Einbeere, Paris, Aronswurz, Arum) beruht darin, daß in der zelligen Blattſubſtanz die Gefaͤß⸗ buͤndel, ohne ſich(wenigſtens aͤußerlich bemerkbar) zu ver⸗ aͤſten, in der Laͤngsausdehnung des Blattes verlaufen) und, da ſie ziemlich genau in der Mitte des Dickendurchmeſſers *) Dieß Kennzeichen der Blätter kann man daher auch als ſehr brauchbares habituelles Unterſcheidungskennzeichen der Monokotyledonen betrachten, denen man Streifenblätter im Gegenſatze zu den diko⸗ tyledoniſchen Retzblättern zuſchreibt. Jedoch erleidet dieſe Regel von beiden Seiten Ausnahmen. Ton des Batt De zelige fuctem iſt ſeht i eangereih zälige vande ſin überaus verwitteln gſcheden die ſcon bei wir erin ſengelati auälärdiſe Sedum, ſend det wahren di zu betta oſt zu ſe Battgew mit eine betſehen. Jalen d faßbund zarten? einzelnen Blument Naͤche d oder Me raͤngen de denen des ichten, meiſt geſenkt, ver⸗ 5 Adernetzes, Blattfleiſches hyllkügelchen debe in den everſchieden⸗ e, Kryſtalle in ihm bei Harzgaͤnge un zunaͤchſt teren Zellen⸗ t bei ihnen, Kaͤttern, der en Blattſeite iemlich zahl⸗ utz, Arum) die Gefaͤß⸗ dl) zu ver⸗ verlaufen“) durchmeſſers auch als ſehr onokotyledonen uu den diko⸗ dt dieſe Regel Von d. Syſtemen d. organ. Gewebe u. deren Verrichtungen. 93 des Blattes liegen, beiderſeits ziemlich gleich ſtark hervortreten. Die zellige Grundmaſſe der Blaͤtter iſt, namentlich an den in feuchtem Boden oder im Waſſer wachſenden Monokotyledonen, oft ſehr reichlich mit großen Luftluͤcken verſehen, welche in Laͤngsreihen zwiſchen den Gefaͤßbuͤndeln ſtehen, und durch zellige Querſcheidewaͤnde abgetheilt ſind. Dieſe Querſcheide⸗ waͤnde ſind z. B. bei dem Igelkolben(Sparganium) aus uͤberaus zierlichen ſternfoͤrmigen Zellen gebildet(Fig. 10) und vermitteln ſo eine unmittelbare Communication der durch ſie geſchiedenen Luftluͤcken. Dieſe beiden Grundformen des Blattgewebes erleiden ſchon bei den eigentlichen Blaͤttern verſchiedene Abweichungen; wir erinnern deshalb an die manchfaltigen fleiſchigen und ſtengelartigen Blaͤtter mancher inlaͤndiſcher und ſehr vieler auslaͤndiſcher Gewaͤchſe(Hauslaub, Sempervivum, Fetthenne, Sedum, Aloe, Cactus ac.). Die Deck⸗ und Nebenblaͤtter ſind der regelmaͤßigen Blatttertur oft treuer als ſelbſt die wahren Blaͤtter der genannten Pflanzen. Die Blumenblaͤtter ſind nur als Umbildungen der Blaͤtter zu betrachten, ſo groß auch zwiſchen beiden der Unterſchied oft zu ſein ſcheint; daher iſt bei manchen Blumenblaͤttern das Blattgewebe dem des wahren Blattes ſehr aͤhnlich, und auch mit einer wahren, d. h. Spaltoͤffnungen fuͤhrenden, Oberhaut verſehen. Den meiſten jedoch fehlt dieſe, ſo daß die gefaͤrbten Zellen oft unmittelbar nach außen liegen, und auch die Ge⸗ faͤßbuͤndel ſind oft anders angeordnet und namentlich in ſehr zarten Blumenblaͤttern ohne alle geſtreckte Zellen blos aus einzelnen Reihen von Spiralgefaͤßen gebildet. Die Zellen der Blumenblaͤtter bilden meiſt in nur wenigen Schichten die Flaͤche des Blattes, ſind meiſt ſehr zarthaͤutige Parenchym⸗ oder Merenchymzellen, zwiſchen denen oft Secretionsbehaͤlter 94 Siebentes Kapitel. verlaufen, und enthalten ſehr oft aͤtheriſche Oele, daher ihre Geruͤche und die manchfachſten Nuancen von Farbſtoffen. Daß die Farbzellen in den Blumenblaͤttern oft uͤberaus zier⸗ lich vertheilt ſind und dadurch die manchfaltigſten und bun⸗ teſten Zeichnungen hervorbringen, iſt bekannt. Die Staubgefaͤße beſtehen in ihrem unteren(unweſent⸗ lichen und daher oft fehlenden) fadenfoͤrmigen Theile, dem Staubfaden, aus geſtrecktem Parenchym mit einem centralen Gefaͤßbuͤndel, und dieſer iſt, wenn man das ganze Staubgefaͤß als eine Metamorphoſe des Blattes betrachten kann, als der Blattſtiel, der Staubbeutel als die umgewandelte Blattflaͤche zu betrachten*). Der junge Staubbeutel beſteht ganz und gar aus einem kleinzelligen Parenchym, durch welches von der Spitze bis zur Baſis ſich eine noch kleinzelligere dichter zuſammen⸗ haͤngende Zellenpartie als Scheidewand(Connectiv) zieht und den Staubbeutel in eine rechte und linke Haͤlfte der Laͤnge nach theilt, welche in den meiſten Faͤllen wieder in je zwei Laͤngshaͤlften getheilt ſind. Die dadurch entſtehenden 2 oder 4 abgeſchloſſenen Parenchymmaſſen hat man Colenchym *) Dieſe nahe Verwandtſchaft zwiſchen Staubgefäßen, Blumen⸗ und Kelchblättern und Blättern iſt bei einigen gemeinen Gartenblumen leicht zu ſehen. In der gefüllten Mohnblume und der gemeinen Päonie wird man faſt immer im Mittelpuncte einzelne ſehr ſchmale Blumenblätter ſinden, die an der Seite einen mehr oder weniger ausgebildeten Staub⸗ beutel tragen. An gefüllten Tulpen bemerkt man nicht ſelten, daß eins der Blumenblätter entfernt von den andern, etwas tiefer, zuweilen bis 2 bis 3 Zoll tiefer am Stengel ſteht und Form und Farbe eines ge⸗ meinen Blattes anzunehmen anfängt, wenn man nicht lieber ſagen will: es iſt ein Blatt, höher emporgerückt und beginnt ein Blumenblatt zu werden; ebenſo iſt am gemeinen Gartenprimel der Kelch oft ganz blu⸗ menartig geworden, ſo daß es ausſieht, als ob eine Blumenkrone in der andern ſtecke. Endlich zeigen manche Roſenſorten, namentlich Mo⸗ natsroſen, an den Kelchzipfeln Anhängſel, welche wahre Blätter ſind. genenne zulen dil Der uns darüt zu berbrei Die alenſcich zujammen, Bättet d den frühe di denen de Glieher Ven man da inneren: denn f Uunter 6 ganz and ſglatt: onnt ſo wie. T „daher ihte Farbſtoffen. beraus zier⸗ en und bun⸗ n(unweſent⸗ Theile, dem em centralen eStaubgefäß kann, als der te Blattfläͤche er aus einen Spize bi zuſammen⸗ 9) zieht und e det Lange tin je zw denden 2 oder Colenchym Blumen⸗ und enblumen leicht n Päonie wird Vlumenblätter ildeten Staub⸗ dlten, daß eins r, zuweilen bis Farbe eines e tber ſagen wil: Plumenblatt zl h oft ganz lle Vlumenkrone in namentlich Me⸗ Blätter ſind Glieder d. Pflanzenkörpers u. deren Beſtimmung. 95 genannt, weil ſie bald zerſtoͤrt werden durch die ſich aus ihren Zellen bildenden Pollenkoͤrner(ſiehe Kap. 5. zu Ende). Der mehr abweichende Bau der Griffel noͤthigt uns, uns daruͤber erſt ſpaͤter bei der Lehre von der Samenbildung zu verbreiten. Die Blaͤtter der Mooſe beſtehen nur aus einer einzigen Zellenſchicht, in der ſich aber eine Mittelrippe aus dichter zuſammengedraͤngten geſtreckten Zellen zu bilden anfaͤngt. Die Blaͤtter des Torfmooſes(Sphagnum) beſtehen lediglich aus den fruͤher beſchriebenen Spiralfaſerzellen(Fig. 20 b). Die Blaͤtter der Farren weichen im inneren Bau von denen der Phanerogamen wenig ab. Achtes Kapitel. — Glieder des Pflanzenkörpers und deren Beſtimmung. Wenn man von Gliedern der Pflanze ſpricht, ſo darf man dabei weder an die aͤußeren Gliedmaßen, noch an die inneren Organe der Thiere(Lunge, Herz, Leber ꝛc.) denken, denn fuͤr beides giebt es bei den Pflanzen nichts Aehnliches. Unter Gliedern der Gewaͤchſe verſtehen wir hier in einem ganz anderen Sinne die Wurzel, den Stengel und das Blatt mit ſeinen Metamorphoſen. Keinem dieſer Glieder kommt ſo beſtimmt allein eine gewiſſe Lebensverrichtung zu, wie z. B. der Leber die Gallenbereitung und dem Nerven⸗ 96 Achtes Kapitel. ſyſteme die Empfindung. Selbſt die Trennung zwiſchen Wurzel und Stengel iſt, nach unſerer fruͤher mitgetheilten Anſicht von der Bedeutung des Holzkoͤrpers, unſtatthaft, denn beide zuſammen innig verbunden bilden den Traͤger und Nahrungsleiter der blattartigen Gebilde, der eigentlichen Pflanze, ſind deren dienſtbare Unterlage. Bei der Beſchreibung des anatomiſchen Baues dieſer Pflanzenglieder koͤnnen wir ziemlich kurz ſein, indem wir uns in der Hauptſache auf die Beſchreibungen der Gewebs⸗ maſſen beziehen koͤnnen, aus denen ſie gebildet ſind. 1) Die Wurzel, radix, geht nicht nur ſehr oft ohne eine deutlich ausgeſprochene Grenzlinie unmerklich in den Stengel uͤber(bei den Baͤumen), ſondern ſehr oft iſt man geneigt, ein Gebilde Wurzel zu nennen, welches eigentlich nur ein wurzelartiger Stengel iſt. Letzteres iſt namentlich bei vielen einſamenlappigen Pflanzen der Fall, z. B. bei der Quecke, bei der Schwertlilie, bei dem Kalmus und anderen. Die Wurzel iſt ſchon im Embryo des Samens enthalten (ſehr deutlich z. B. an einer Erbſe zu ſehen) als ein kegel⸗ foͤrmiger Koͤrper, der beim Keimen die Samenſchale zuerſt durchbricht und ſich meiſt ſchnell verlaͤngert, wobei die ſich entwickelnde Wurzel in den Erdboden eindringt und meiſt ſehr bald ſich veraͤſtelt. In ihrer Zuſammenſetzung aus Holz, Rinde und Mark iſt die Wurzel von dem Staame nicht weſentlich verſchieden, doch immer einfacher und zeigt auch an monokotyledoniſchen Pflanzen niemals getrennte Holzbuͤndel, ſondern immer einen geſchloſſenen Holzkoͤrper, der in vielen Faͤllen ein deutlich ausgebildetes Mark umſchließt; letzteres fehlt in ſehr vielen Dikotyledonenwurzeln. Sehr ij guje Die talen ma Aindenſch V haupt kli V Boden, ei V Manzenw nit ener ich ſür ziulſchw di als Anhe mäge die ſtand, o kürper ſ menden dien de womit entwede Ephen, euta), beilegen, derz feſte ihret be ſolchen überraſe ——— ing zwiſchen mitgetheilten unſtatthaft, den Traͤger eigentlichen Zaues dieſer indem wir der Gewebs⸗ ind. ſehr oft ohne lich in den oft iſt man ggentlich nur mentlich bei B. bei der und anderen. ens enthalten ls ein kegel⸗ nſchale zuerſ oobei die ſich und meiſt e und Mark verſchieden, tyledoniſchen immer einen iin deutlich ſehr vielen Glieder d. Pflanzenkörpers u. deren Beſtimmung. 97 Sehr entwickelt iſt gewoͤhnlich die Wurzelrinde und enthaͤlt oft große Mengen von Reſervenahrung und Secretionsſtoffen. Die aͤußerſten Wurzelſpitzchen beſtehen aus einem cen⸗ tralen markloſen Holzkoͤrper und einer ſtarken zartzelligen Rindenſchicht, auf der aͤußerlich ſehr oft, namentlich bei uͤber⸗ haupt kleinem Wurzelkoͤrper(Roggen) oder in nahrungsarmen Boden, einſaugende Wurzelhaͤrchen ſich finden. Bei manchen Pflanzenwurzeln ſind die aͤußerſten Spitzchen der Wurzelfaſern mit einer geſonderten Zellenſchicht umkleidet, die man faͤlſch⸗ lich fuͤr ein eigenes aufſaugendes Organ gehalten und Wur⸗ zelſchwaͤmmchen(Spongiolae) genannt hat. Die naͤchſte Beſtimmung der Wurzel iſt, der Pflanze als Anheftungs⸗ und Stuͤtzpunct in der Außenwelt zu dienen, moͤge dieß nun der Erdboden oder ein anderer feſter Gegen⸗ ſtand, oder(fuͤr Schmarotzerpflanzen) ein anderer Pflanzen⸗ koͤrper ſein; nur bei einigen wenigen auf dem Waſſer ſchwim⸗ menden Pflanzen(z. B Meerlinſe und Salvinie, Salvinia) dient die Wurzel nicht als befeſtigendes Organ. Die Wurzeln, womit ſich das Gewaͤchs an ebenen Flaͤchen anklammert, ſind entweder Klammer⸗ oder Haftwurzeln, wie bei dem Epheu, oder Saugwurzeln, wie bei der Flachsſeide(Cus- euta). Dabei darf man der Wurzel nicht das Vermoͤgen beilegen, zur Erreichung ihrer Beſtimmung, z B. zum beſon⸗ ders feſten Einklammern auf loſem felſigen Boden, Bewegungen ihrer bereits vorhandenen Theile machen zu koͤnnen, ſondern in ſolchen Faͤllen bildet die Pflanze auf eine allerdings zuweilen uͤberraſchende Weiſe in der erforderlichen meiſt wunderbar zweck⸗ maͤßig erkannten Richtung neue Wurzelaͤſte. Es iſt bekannt, daß die Wurzelaͤſte oft in Felsritzen ein⸗ dringen, wie denn uͤberhaupt den Wurzeln einiger Antheil an der Auflockerung eines felſigen Bodens zugeſchrieben werden muß. Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. 7 98 Achtes Kapitel. Bei weitem wichtiger iſt die andere Beſtimmung der Wurzel, aus dem Boden die Nahrung aufzunehmen, und es iſt dieſelbe bei weitem das vornehmlichſte, ja in gewiſſen Lebensperioden der Pflanzen das einzige Organ der Nahrungs⸗ aufnahme. Es geſchieht dieß an ihrer ganzen Oberflaͤche, ſo weit ihre oberſten Zellenſchichten noch dazu geeignet ſind und ſoweit ſie mit der Nahrungsquelle in Beruͤhrung tritt. Vor⸗ zugsweiſe ſind hierbei die feinen zartzelligen Wurzelſpitzchen thaͤtig und die an denſelben oft erſcheinenden Saughaare. Eine naͤhere Beſchreibung der Thaͤtigkeit der Wurzel behalten wir uns fuͤr das Kapitel von der Ernaͤhrung vor. 2) Der Stengel oder Stamm, caulis, iſt wie die Wurzel ebenfalls im Embryo des Samens als ein kegelfoͤr⸗ miger, ſich ſchnell verlaͤngernder Koͤrper bereits vorgebildet und erhebt ſich, nachdem das Wuͤrzelchen fruͤher ſeine Rich⸗ tung nach unten bereits angenommen hat, nach aufwaͤrts. Noch mehr als bei der Wurzel findet ſich bei dem Stengel eine große Verſchiedenheit ſeiner Entwickelung und ſeiner Formen, von denen wir nachher die wichtigſten kurz bezeich⸗ nen muͤſſen. Dieß und noch mehr die weit groͤßere Manch— faltigkeit ſeines inneren Baues wird namentlich bedingt durch die Beziehung, in die er meiſtentheils mit Licht und Luft tritt, und durch ſeine Beſtimmung, die Blaͤtter und Bluͤthen, die man ſehr unpaſſend appendiculaͤre*) Organe genannt hat, zu tragen und zu naͤhren. *) Wenn wir unter Appendix ein unweſentliches Anhängſel zu ver⸗ ſtehen pflegen, ſo müſſen wir bei unſerer Meinung von dem Pflanzen⸗ individuum es unerklärlich finden, wie man die Blattgebilde(hier in der weiteſten Bedeutung) appendiculäre Organe nennen kann. Wir hal⸗ ten ſie im Gegentheile für die weſentlichen Beſtandtheile einer Pflanze, ja ſo recht eigentlich für die Pflanze ſelbſt. Eine Eiche im Winter iſt nur ein ausgeſtorbenes Haus, welches ſich im Frühjahre wieder mit Den wieder be tien dic Bohne)! ſeht wur nennen. eulmus, im engere ſtanm, hjer unt wie in bindet, Intertſſe Die Stoͤcke 3wi ſorwiget mehrere eine ge deutlic, Echte w Knc mehr oder bdeckung V. durch ſe liſe, Ka neuen Ven ihre zierend de gering nicht gͤac immung der ämen, und in gewiſſen rNahrungs⸗ berſäche, ſo net ſind und tritt. Vor⸗ urzelſpitzchen rung vor. it wie die ein kegelför⸗ vorgebildet ſeine Rich⸗ enannt hat, ngſel zu ber⸗ Pflanzen⸗ ilde(bier in Vir hal⸗ iner Pflanze, m Winter eder mit re wl Glieder d. Pflanzenkörpers u. deren Beſtimmung. 99 Den oberirdiſchen Stengel oder Stamm, der zwar auch wieder verſchiedentlich geſtaltet und gebaut iſt(man denke an einen Fichtenſtamm und an den windenden Stengel einer Bohne) kann man im Gegenſatz zu dem unterirdiſchen oft ſehr wurzelartigen Stamm vorzugsweiſe Stamm, caulis, nennen. Jedoch kann man auch dieſen wieder als Halm, culmus, Palmenſtamm, cauloma, Stengel, caulis im engeren Sinne(der krautartigen Gewaͤchſe) und Holz⸗ ſtamm, truncus, unterſcheiden, deren naͤhere Beſchreibung hier unterlaſſen werden kann, da man im gemeinen Leben wie in der Wiſſenſchaft ganz dieſelben Begriffe damit ver⸗ bindet, der Palmenſtamm aber fuͤr uns zunaͤchſt kein naͤheres Intereſſe hat. Die uͤbrigen unterirdiſchen Stammformen faſſen wir als Stoͤcke zuſammen. Sie ſind folgende: Zwiebel, bulbhus, ein ſehr verkuͤrzter meiſt ſcheiben⸗ foͤrmiger Stock, der, von Schuppen umgeben, eine oder mehrere Knospen traͤgt; auf einem verticalen Schnitte durch eine gewoͤhnliche Gemuͤſezwiebel(Allium cepa) ſieht man deutlich, daß das Ganze weſentlich nur eine Knospe iſt. Echte Zwiebeln ſcheinen bei Dikotyledonen nicht vorzukommen. Knollen, tuber, ebenfalls ein verkuͤrzter Stock, der mehr oder weniger zahlreiche Knospen(Augen) ohne Schuppen⸗ bedeckung traͤgt(Kartoffel, Topinambur). Wurzelſtock, rhizoma, von dem Knollen faſt nur durch ſeine Ausdauer und Verzweigung verſchieden(Schwert⸗ lilie, Kalmus). neuen Bewohnern bevölkert, nicht aber eine Pflanze, welcher der Herbſt ihre zierenden Anhängſel beraubt hat. Mindeſtens iſt obige Bezeichnung- der geringſchätzenden Bedeutung wegen(an die man allerdings dabei nicht gedacht hat) ſehr übel gewählt. ₰ꝙ* 4 100 Achtes Kapitel. Alle Stengelformen beſtehen aus Mark, Holzkoͤrper und Rinde, aber in ſehr verſchiedener Auspraͤgung und gegen⸗ ſeitiger Verbindung derſelben, wie wir bereits fruͤher bei der Betrachtung dieſer Gewebsmaſſen kennen gelernt haben, und wodurch namentlich auf einem Stengelquerſchnitte ſich die verſchiedenartigſten Formverhaͤltniſſe darſtellen. Der Stengel dient den Bluͤthen und Blaͤttern zur An⸗ heftung und Nahrungszufuͤhrung und iſt in dieſer Beziehung nur eine Fortſetzung der Wurzel, aus der er ſich auch ſonſt meiſt ganz unmerklich und ohne deutlichen Grenzpunct fortſetzt. Er entwickelt ſich von einem Minimum, zu welchem er z. B. in der Zwiebel herabgeſunken erſcheint und wo er nur ein ein⸗ ziges Pflanzenindividuum traͤgt(Hyacinthe), durch zahlloſe Entwickelungsſtufen zu dem koloſſalen, viele Jahrhunderte*) uͤberdauernden Geruͤſte eines Baumes(Linden, Affenbrodbaum oder Boabab, Adansonia digitata, virginiſche Cypreſſe, Taxodium distichum), der auf einmal Tauſende und waͤhrend ſeiner ganzen Dauer nach und nach Millionen von Pflanzen⸗ individuen beherbergt und ernaͤhrt. Bei den niederen Kryptogamen iſt der Stengel entweder noch gar nicht oder nur hoͤchſt unvollkommen entwickelt, je⸗ doch ſchon bei den Mooſen erlangt er eine vollkommenere *) Mindeſtens auf 5000 Jahre ſchätzt man das Alter der berühm⸗ ten virgimſchen Cypreſſe von Sta. Maria bei Oaxaka in Mexico. Adan⸗ ſon ſchätzte einen Boabab von 15 Ellen Durchmeſſer auf 5150 Jahre, ein Alter, welches demjenigen ziemlich gleich wäre, welches man gewöhn⸗ lich ſehr irrthümlicher Weiſe dem Erdkörper zuſchrieb. Von unſeren Bäumen erreicht die Linde das höchſte Alter, indem man einige durch ihre Größe und ihr Alter berühmte Linden auf 1000 Jahre ſchätzt. Ein ſo hohes Alter kommt bei den Thieren nicht vor, obgleich man alle Ur⸗ ſache hat, dem Wallſiſch eine mögliche Lebensdauer von mehreren Jahr⸗ hunderten zuzuſchreiben. Funti latbattige gleicht er ſen mehr halmen d dehalb i ſchwer zu baumari tüägeble wet ge⸗ Palmen di 827 bereits f in zwi⸗ tinrm Mand Umfang Ninde einſchlie Bei den des Ster Hotz iſt aner pe maͤßig die Ob bleibt; Holſt nur laͤn und Ab bat din ohzkoͤrper und und gegen⸗ üher bei der haben, und tte ſich die in zur An⸗ Beziehung h ſonſt meiſt fortſetzt. Er er z. B. in nur ein ein⸗ urch zahlloſe zgrhunderte“) enbrodbaum he Gypreſſe, und waͤhrend oon Pflanzen⸗ ngel entweder twickelt, je⸗ llkommenere der berühm⸗ Nexico. Adan⸗ 5150 Jahre, man gewöhn⸗ Von unſeren einige durch e ſchätzt. Ein man alle Ur⸗ ehrerm Jaht⸗ Glieder d. Pflanzenkörpers u. deren Beſtimmung. 101 Ausbildung(Moosſtengel, surculus). Bei unſeren echten Farrenkraͤutern iſt er immer ein unterirdiſcher, bei den Baͤr⸗ lappartigen(Lyeopodium) und den Schafthalmen(Equisetum) gleicht er im Bau bei jenen mehr dem Moosſtengel, bei die⸗ ſen mehr dem Halme der Graͤſer; jedoch iſt bei den Schaft⸗ halmen der eigentliche Stengel ein tief unterirdiſcher, und deshalb iſt der bekannte Duwok(Equisetum arvense) ſo ſchwer zu vertilgen. In tropiſchen Laͤndern giebt es jetzt noch baumartige Farrenkraͤuter(und noch mehr muß es, ihren zu⸗ ruͤckgebliebenen verſteinerten Ueberreſten zufolge, in der Vor⸗ welt gegeben haben), welche im Bau ihres Stammes den Palmen aͤhnlich ſind. Die phanerogamiſchen Gewaͤchſe theilen ſich, wie wir bereits fruͤher kennen lernten, nach dem Bau ihres Stengels in zwei Haufen. Bei den einen iſt der Stamm mit einem ringfoͤrmig geſchloſſenen Holzkoͤrper verſehen, der, wenn die Pflanze eine Holzpflanze iſt, alljaͤhrlich an ſeinem aͤußeren Umfange durch Zuwachs eines neuen Holzringes unter der Rinde zunimmt, und der ein centrales abgeſondertes Mark einſchließt, ſo wie er ſelbſt von der Rinde umſchloſſen wird. Bei den anderen findet man in der Regel dieſe Sonderung des Stengels in Rinde, Holz und Mark nicht, ſondern das Holz iſt in einzelne ſtrangfoͤrmige Buͤndel aufgeloͤſt, die in einer parenchymatiſchen Grundmaſſe(dem Marke) unregel⸗ maͤßig zerſtreut verlaufen, und zwar meiſt ſo dicht bis an die Oberflaͤche, daß kaum ein eigentlicher Rindenkoͤrper uͤbrig bleibt; auch wird der Stamm dieſer Pflanzen, wenn ſie Holzpflanzen ſind(Palmen), niemals auffallend dicker, ſondern nur laͤnger, ja im Gegentheile durch allmaͤhliges Abſterben und Abſchuppen der alten Blattſtiele und Blattſcheiden ſchein⸗ bar duͤnner; die jaͤhrliche Holzzunahme dieſer Stengel beruht 102 Achtes Kapitel. in dem Hinzubilden neuer Holzbuͤndel neben und zwiſchen den fruͤheren. Fuͤr dieſe auffallende Verſchiedenheit in der Structur des Stammes glaubte man den Grund in einer ganz verſchiedenen Entwickelungsart bei dem jaͤhrlichen Holz⸗ zuwachs gefunden zu haben, und ſo nannte man jene Pflan⸗ zen, bei denen ein jaͤhrliches ringfoͤrmiges und aͤußerliches Zuwachſen des Holzes ſtattfindet, Exogenen, d. h. aͤußer⸗ lich zunehmende, die anderen Endogenen, innerlich zunehmende, weil man glaubte, daß die jungen Holzbuͤndel immer im Innern nachwuͤchſen.(Die Monokotyledonen ſind endogene, die Dikotyledonen exogene Pflanzen.) Dieß war aber ein Irrthum. Man bedachte nicht, daß dann, wenn dieſe Art des Zuwachſes bei den Endogenen wirklich ſtattfaͤnde, ein laͤngs geſpaltener Palmenſtamm ungefaͤhr ſo haͤtte ausſehen muͤſſen, wie ein Laͤngsdurchſchnitt durch eine Menge in einander geſteckter Trichter oder Papiertuten, was aber nicht der Fall iſt. Es haͤtte auch in anderer Beziehung das Entgegengeſetzte von dem, was man an jedem Palmen⸗ ſtamme ſehen kann, ſtattfinden muͤſſen, naͤmlich es haͤtten alsdann die Holzbuͤndel im Innern des Stammes dichter ſtehen muͤſſen, als nach dem Umfange hin, was aber in der Natur gerade umgekehrt ſich findet. Im Gegentheil beruht der allerdings beſtehende Unter⸗ ſchied im Zuwachs dieſer zwei Stammformen auf etwas An⸗ derem, wie wir ſpaͤter bei der Lehre von dem Wachsthum der Pflanzenglieder kennen lernen werden. Die Beſtimmung des Stammes der Pflanzen iſt unverkennbar die Stuͤtzung der Blaͤtter und Bluͤthen und die Zufuͤhrung des rohen oder bereits aſſi⸗ milirten Nahrungsſaftes zu denſelben. Ip de ir d Hebkürye tr wit d über nicht Grundore duch das ſin vind als etwa dadurch dine ſeh Blattt Zweige Khens d wechet ghhörte tinem 4 deuküch uͤber d Battſt Zweig los fuͤr von ihm detſchme findan falls i ſich an O zufüͤhru verſchet ſoben ind zwiſhhn cheit in der nd in einer lichen Holz⸗ jene Pflan⸗ Aßerlich es h. aͤußer⸗ innerlich Holzbuͤndel okotyledonen zen.) Dieß daß dann, nen wirklich ungefäͤhr ſo durch eine rtuten, was Beßiehung dem Palmen⸗ ch es haͤtten umes dichter aber in der gende Untet⸗ fetwas An⸗ Wachsthum Manzen iſt Bluͤthen reits aſſi⸗ n. Glieder d. Pflanzenkörpers u. deren Beſtimmung. 103 In jedem Stiele eines Blattes bildet ſich ein Holzkoͤrper, der in daſſelbe den Nahrungsſaft verbreitet, den er aus dem Holzkoͤrper des Zweiges an der Stelle empfangen hat, wo er mit demſelben verbunden iſt. Dieſe Verbindung ſcheint aber nicht ein unmittelbares und ungeſtoͤrtes Uebertreten der Grundorgane des Stammes in die Blattſtiele zu ſein, wo⸗ durch das periodiſche Abfallen der Blaͤtter verhindert worden ſein wuͤrde, ſondern ſie erſcheint wenigſtens beim Blaͤtterfall als etwas der thieriſchen Einlenkung Aehnliches, was ſich dadurch ausſpricht, daß die Blaͤtter nach ihrem Abfallen ſtets eine ſehr beſtimmt umſchriebene ganz gleichmaͤßige Flaͤche, die Blattſtielnarbe, hinterlaſſen, an welcher ſie auf dem Zweige aufgeſeſſen haben, welche Flaͤche waͤhrend des Lebens des Blattes als die Grenzklaͤche anzuſehen iſt, jenſeits welcher das Gewebe dem Stengel, dieſſeits dem Blatte an⸗ gehoͤrte. Die genaue Betrachtung der Blattſtielnarbe an einem Kaſtanien⸗, Nußbaum⸗ oder Eſchenzweige zeigt die deutlichen Spuren der hier endenden Gefaͤßbuͤndel des Stengels, uͤber denen als ihre Fortſetzungen die Gefaͤßbuͤndel des Blattſtieles anfingen. Dieſe Vereinigung zwiſchen Blatt und Zweig iſt aber um ſo inniger, je inniger der Stengel als blos fuͤr eine Vegetationsperiode beſtimmtes Gebilde mit den von ihm getragenen Blaͤttern und Bluͤthen zu einem Weſen verſchmolzen iſt(einjaͤhrige Pflanzen). Bei den Bluͤthen findet meiſt ſehr deutlich daſſelbe Verhaͤltniß ſtatt, da ſie eben⸗ falls in den meiſten Faͤllen nach Beendigung ihres Lebens, ſich an beſtimmt umſchriebenen Flaͤchen abloͤſend, abfallen. Die andere Beſtimmung des Stengels, die der Nahrungs⸗ zufuͤhrung, iſt bei unſeren Holzpflanzen nach der Jahreszeit verſchieden. Waͤhrend der Wintermonate iſt das Leben der⸗ ſelben und mit ihm die Nahrungszufuͤhrung zwar nicht 104 Achtes Kapitel. erloſchen, aber doch durch den Mangel der Waͤrme mittelbar und unmittelbar ſo ſehr gebunden, daß die Bildungsthaͤtig⸗ keit des Zellenlebens wenigſtens aͤußerlich nicht bemerkbar iſt. Im Fruͤhjahr aber, oder in den tropiſchen Klimaten, ja ſelbſt bei uns nach langer Trockenheit mitten im Sommer, beginnt der ſogenannte rohe Nahrungsſaft mit einer außerordentlichen Gewalt und in reichlichſter Menge im Holzkoͤrper des Stam⸗ mes aufzuſteigen. Anfaͤnglich(ſchon im Maͤrz) zeigt ſich auf einem Querſchnitte eines Baumzweiges nur in der Mark⸗ kreisſchicht und den dieſer zunaͤchſt liegenden Holzbündeln und nach außen hin in den juͤngſten Holzlagen der aufſtei⸗ gende rohe Nahrungsſaft; allein bald iſt dieſe Verſchiedenheit des ganz lebensgeſetzlichen Unterſchiedes der Holztheile bei der Betheiligung mit dem Saftſtrome nicht mehr zu bemerken, und der ganze Holzkoͤrper, die Gefaͤße nicht ausgeſchloſſen, wird von demſelben eingenommen. Wenn wir auch weit ent⸗ fernt ſind, die Pflanze zum chemiſchen oder phyſikaliſchen Apparate herabzuwuͤrdigen, ſo zweifeln wir doch nicht, daß zur Zeit des Stromes des Fruͤhjahrsſaftes letzterer mehr nach phyſikaliſchen Geſetzen, denen wir in dieſem Falle freilich noch keinen beſtimmten Ausdruck zu geben vermoͤgen, als nach den Geſetzen der organiſchen Lebensthaͤtigkeit durch den Stamm getrieben wird. Dieſes heftige Zuſtroͤmen des rohen Nahrungsſaftes, wel⸗ ches wir faſt eine eilige Verproviantirung des großen ausge⸗ dehnten Baumgebaͤudes nennen moͤchten, in welchem nun wieder neues Leben ſich zu entwickeln beginnen ſoll, macht aber bald der ruhigen Bewegung der mehr und mehr aſſimi⸗ lirten Saͤfte Platz, nachdem die entwickelten Blaͤtter die groͤßte Menge des in viel zu reichlichem Maße aufgenommenen Waſ⸗ ſers wieder verdunſtet haben, und es tritt dabei auch wieder die nal Staum die auß dOe wiſſerm Strome ſeiner I dungeh 9) alle G Verzw Geſicht faligeit unzählig zen, we hlättern dich bie als ra nicht ſe gebibde Da de Gu Battze ter, Ke fäͤße un ten, b große, dennoch Vengru Stuſe me mittelba dungsthaͤtig⸗ emerkbar iſt. ten, ja ſelbſt net, beginnt kordentlichen des Stam⸗ igt ſich auf der Mark⸗ Holzbündeln der aufſtei⸗ erſchiedenheit heile bei der mbemerken, geſchloſſen, h weit ent⸗ hyſikaliſchen richt, daß r mehr nach freilich noch t, als nach den Stamm zſaftes, wel⸗ oßen ausge⸗ velchem nun ſoll, macht nehr aſſimi⸗ er diegrißte mnenen Waſ⸗ auch wieden Glieder d. Pflanzenkörpers u. deren Beſtimmung. 105 die naturgeſetzliche Function der verſchiedenen Regionen des Stammes in ihr Recht, d. h. es zeigen ſich vorzugsweiſe nur die aͤußerſten Zellenſchichten des Holzkoͤrpers bildungsthaͤtig. Der Stengel der krautartigen Pflanzen befindet ſich ge⸗ wiſſermaßen fortwaͤhrend in dem Zuſtande des Fruͤhjahrsſaft⸗ Stromes, was erſt mit ſeinem vollendeten Wachsthum und ſeiner Verholzung abnimmt und allmaͤhlig der ruhigen Bil⸗ dungsthaͤtigkeit Platz macht. 3) Blatt(folium). Schon vorher bemerkten wir, daß alle Gebilde, welche aͤußerlich an dem Stengel und deſſen Verzweigungen ſich befinden, als Blattgebilde unter einen Geſichtspunct zuſammengefaßt werden koͤnnen. Die Manch⸗ faltigkeit ihrer Formen iſt eben ſo unendlich, als die durch unzaͤhlige Mittelformen herbeigefuͤhrte Vermiſchung der Gren⸗ zen, welche zwiſchen Blaͤttern und Blumenblaͤttern, Blumen⸗ blaͤttern und Staubgefaͤßen ꝛc. beſtehen, vollſtaͤndig iſt. Nament⸗ lich bieten die Tropenlaͤnder zahlloſe oft eben ſo abenteuerliche als raͤthſelhafte Formen der Blattgebilde dar, bei denen es nicht ſelten ſchwer zu entſcheiden iſt, zu welcher Art der Blatt⸗ gebilde man ſie zaͤhlen ſoll. Daher kann man das Blatt, in einer idealen Auffaſſung, die Grundform der Pflanze nennen. Die Gegenſaͤtze der Blattgebilde, als Schuppen, Deckblaͤtter, Nebenblaͤtter, Blaͤt⸗ ter, Kelch, Blume und Staub⸗ und Samenblaͤtter(Staubge⸗ faͤße und Piſtille) treten daher auch allmaͤhlig erſt bei den hoͤhe⸗ ren, vollkommneren Pflanzen deutlich hervor. Eine ganze große, durch Eleganz und Manchfaltigkeit ihrer Formen, bei dennoch ſtreng feſtgehaltener Grundform, ausgezeichnete Pflan⸗ zengruppe, die echten Farrenkraͤuter, beharren feſt auf der Stufe der wahren Blattform und zeigen dadurch, daß die 106 Achtes Kapitel. Pflanze der Idee nach ſtets nur ein Blatt iſt und nur durch Umformungen deſſelben und durch die allmaͤhlige Hinzubildung des oft ſo koloſſalen paſſiven Traͤgers, des Stammes, die fuͤr den fluͤchtigen Beſchauer ſo verſchiedenartigen Formen annimmt. Waͤhrend am Farrenkraut eine und dieſelbe Blatt⸗ form(der Wedel) den Stamm und die Fruͤchte ernaͤhrt und deren Entwickelung oder Fortdauer vermittelt, ſo zeigt ſich bei den hoͤheren Pflanzen dafuͤr eine ganze Reihe von ver⸗ ſchiedenen Entwickelungsſtufen des Blattes. Es iſt eine der ſchwierigſten Aufgaben der botaniſchen Kunſtſprache, deren Loͤſung aber hier nicht unſere Sache iſt, in dieſes Formenchaos eine lichtvolle Ueberſicht und beſtimmt bezeichnete Ausdruͤcke fuͤr die beſtimmt geſonderten Formen zu bringen. Fuͤr uns genuͤgt es, die Blattgebilde nach Maßgabe ihres anatomiſchen Baues und ihrer Beſtimmung in einige wenige abgeſchloſſene Gruppen zu bringen. Mit den eigentlichen Blaͤttern ſtehen in naher Beziehung zunaͤchſt das Nebenblatt, stipula(z. B. bei⸗ derſeits am Blattſtiele der Erbſe), das Deckblatt, bractea (eigentlich nur durch ihre Stellung zwiſchen den Bluͤthen veraͤnderte Blaͤtter, z. B. bei dem gemeinen Kuhweizen, Melampyrum nemorosum, wo ſie violett gefaͤrbt ſind), die Huͤlle, involuerum(z. B. an der Moͤhre die zerſchlitzten Blaͤttchen unter der Dolde am Ende des gemeinſamen Dol⸗ denſtieles), die Schuppe, squama(am Spargelſchoͤßling), die Blattſcheide, vagina(bei den Graͤſern) und die da⸗ mit verwandte Tute, ochrea, am Blattſtiele der Dolden und Knoͤteriche. Die Blaͤtter oder Zipfel des Kelches, calyx, ſtehen zwiſchen den Vegetationsblaͤttern(wie man die wahren Blaͤtter nennt) und den Blumenblaͤttern in der — Mitte, umnend Ale gehide h wir Kap weichen, Eine deunend (corolla nchnen ſcheide der inn Calla a Staubl Griffel Die odnung den aͤn inneren, der Blu dri Geb ſen Baͤt abet ſchr Rötigt, Anordnr gen Gi Staubbe 4 blos a (vie bei Kreiſe da Roſe, der nur durch inzubildung zmmes, die en Formen ſelbe Blatt⸗ rnaͤhrt und zeigt ſich e von ver⸗ botaniſchen e Sache iſt, nd beſtimmt ten Formen ) Maßgabe g in einige n in nahet 16 B. bei⸗ att, bractea den Bluͤthen Kuhweizen, ͤt ſind), die . zerſchlitten nſamen Do reſchößling) ˖und die da⸗ e der Dolden des Kelches (wie man die ttemn in der Glieder d. Pflanzenkörpers u. deren Beſtimmung. 107 Mitte, bald mehr den erſteren, bald den letzteren mehr nahe kommend. Alle dieſe den Vegetationsblaͤttern nahe ſtehenden Blatt⸗ gebilde haben mit dieſen ſehr oft im anatomiſchen Baue, den wir Kap. 7 Nr. 5 beſchrieben haben, große Aehnlichkeit, weichen aber eben ſo oft davon durch groͤßere Einfachheit ab. Eine hoͤhere Reihe von Blattgebilden machen die unendlich manchfaltigen Blumen⸗ oder Kronenblaͤtter (corolla s. petala) mit ihren Verwandlungsſtufen aus. Dahin rechnen wir außer der wenig davon verſchiedenen Bluͤthen⸗ ſcheide, spatha, einer oft papiertuͤtenfoͤrmigen Umhuͤllung der innern Bluͤthentheile(z. B. an dem bekannten Aronſtab, Calla aethiopica, den Aronswurz, Arum maculatum), die Staubblaͤtter oder Staubgefaͤße, stamen, und die Griffel oder Samenblaͤtter, pistillum. Dieſe drei Gebilde ſtehen immer in einer beſtimmten An⸗ ordnung zu einander. Die Blumen⸗ oder Kronenblaͤtter bil⸗ den einen aͤußeren Kreis, die Staubblaͤtter einen zweiten inneren, und von beiden umſchloſſen ſtehen im Mittelpuncte der Blume einzeln oder in Mehrzahl die Fruchtblaͤtter. Alle drei Gebilde ſind meiſtentheils noch von einem dritten aͤußer⸗ ſten Blaͤtterkreiſe umſchloſſen, dem Kelche. Die Kreiſe ſind aber ſehr oft nicht zu vollſtaͤndigen wirklichen Kreiſen aus— gepraͤgt, theils wegen einer der Kreisſtellung widerſtrebenden Anordnung, theils wegen zu geringer Anzahl der gleichnami⸗ gen Glieder. So koͤnnen z. B. blos 2 Blumenblaͤtter, 2 Staubblaͤtter nicht einen vollen Kreis bilden, eben ſo wenig 4 blos an einer Seite der Corolle angeheftete Staubblaͤtter (wie bei den Lippenblumen, z. B. Yſop). Vollkommene Kreiſe dagegen finden ſich z. B. bei der Tulpe, Lilie, wilden Roſe, dem Ranunkel, der Paͤonie ꝛc. 108 Achtes Kapitel. Schon vorher wieſen wir durch einige leicht zu verglei⸗ chende Beiſpiele die große Verwandtſchaft zwiſchen dieſen hoͤheren Blattgebilden und zwiſchen dieſen und den Vege⸗ tationsblaͤttern nach, und wir koͤnnen daher hier darauf zu⸗ ruͤckweiſen, da hier der Ort nicht iſt, die ſpecielle aͤußere und innere Beſchreibung dieſer zahlloſen Formen und Entwickelungs⸗ ſtufen zu erledigen. Noch muͤſſen wir erwaͤhnen, daß die Grasbluͤthe, aus den bekannten Spelzen, gluma, beſtehend, der Reihe der Vegetationsblaͤtter noch naͤher ſteht. Noch niedrigere Blattgebilde ſind die Knospenſchup⸗ pen und Spreublaͤttchen(palea), welche letztere ſich z. B. ſehr entwickelt auf dem Bluͤthenboden der Sonnenroſe (Helianthus annuus) finden. Die Function der erſteren Blattreihe, die der Vegetations⸗ blaͤtter, beſteht weſentlich in der Verarbeitung(Aſſimilation) des ihnen aus dem Stamme zugefuͤhrten rohen Nahrungs⸗ ſaftes, in der Aushauchung uͤberfluͤſſiger Nahrungstheile, na⸗ mentlich von Waſſer und Sauerſtoff und in der Aufnahme gasfoͤrmiger und nach Umſtaͤnden wohl auch waͤſſeriger Nah⸗ rungsſtoffe. Dabei werden in den Zellen der Blaͤtter immer große Mengen von Secretionsſtoffen abgelagert; deswegen geben die Blaͤtter nach dem Verbrennen eine verhaͤltnißmaͤßig groͤßere Menge von Aſche, d. h. ſolchen unverbrennlichen anor⸗ ganiſchen Stoffen, welche in dem in Menge ihnen zugefuͤhrten Waſſer aufgeloͤſt enthalten waren und bei der Verdunſtung deſſelben in ihnen zuruͤckblieben. Daß namentlich die Blaͤtter im engeren Sinne die vor⸗ nehmlichſten Zubereiter des Bildungsſaftes ſind, aus welchem die Knospen fuͤr das kuͤnftige Jahr, der Holzring der lau⸗ fenden Vegetationsperiode und die Bluͤthe ſammt Frucht gebiht im Bi dere Ver ſind. S berſchiede weit mel de Triet bringen, etzeugen mes du ſommer, gaͤnzlic berhalten wenn ſee ein meh mentiich Erwade angeht, bringen Lan hemerkli in naͤch theils we ſtaahlen Grade jedoch (kinus Die Blthe inden ei t zu vergla⸗ iſchen dieſen — den Vege⸗ r darauf zu⸗ e aͤußere und entwickelungs⸗ aobluͤthe, aus der Reihe der spenſch up⸗ letztere ſich z. Sonnenroſe Vegetations⸗ Aſſimilation) n Nahtungs⸗ agstheile, na⸗ der Aufnahme iſſeriger Nah⸗ Blaͤtter inmer t; deswegen haͤltnißmaͤßig anlicchen anor⸗ en zugeührten * Verdunſtung Sinne die vol⸗ d, aus welchem kzing der lau⸗ ſunmt Fruchi Glieder d. Pflanzenkörpers u deren Beſtimmung. 109 gebildet werden ſollen, lehrt die Erfahrung, die man an ſol⸗ chen Baͤumen gemacht hat, welche durch Inſecten oder an⸗ dere Veranlaſſung ihrer Blaͤtter gewaltſam beraubt worden ſind. Hierbei verhalten ſich die verſchiedenen Baͤume ſehr verſchieden. Die Nadelhoͤlzer leiden dabei im Allgemeinen weit mehr als die Laubhoͤlzer, weil ſie nur an den Spitzen der Triebe, nicht aber in den Blattachſeln, Knospen hervor⸗ bringen, alſo nicht eine hinlaͤngliche Menge Blaͤtter wieder erzeugen koͤnnen, um das Leben und den Zuwachs des Stam⸗ mes zu erhalten. Daher gehen, mit Ausnahme der ohnehin ſommergruͤnen Laͤrche, die meiſten Nadelhoͤlzer nach einer gaͤnzlichen Entnadelung ein. Jedoch auch die wintergruͤnen verhalten ſich hierin nicht alle gleich; ſo ertraͤgt die Kiefer, wenn ſie nicht zu alt iſt, eine faſt gaͤnzliche Entnadelung, ein mehrjaͤhriges Kuͤmmern abgerechnet, ziemlich leicht(na⸗ mentlich wenn die Nonnenraupe, Bombyx monacha, die Entnadelung veranlaßt hatte), waͤhrend die Fichte ſtets eingeht, indem ſie die Endknospen nicht zur Entwickelung bringen kann. Laubhoͤlzer uͤberſtehen eine Entlaubung meiſt ohne ſehr bemerklichen Nachtheil fuͤr ihr Leben, theils weil die Knospen im naͤchſten Jahre durch ihre Blaͤtter den Verluſt erſetzen, theils weil ſie das Vermoͤgen, durch die Thaͤtigkeit der Mark⸗ ſtrahlen auch am alten Holze Knospen zu bilden, in hoͤherem Grade haben als die Nadelhoͤlzer, denen dieſes Vermoͤgen jedoch auch nicht gaͤnzlich abgeht, namentlich der Weißtanne (Pinus picea L.). Die Betheiligung der Blaͤtter bei der Ernaͤhrung der Bluͤthe und Frucht iſt jedem Obſtzuͤchter hinlaͤnglich bekannt, indem eine mehr oder weniger vollſtaͤndige Entlaubung einen 110 Achtes Kapitel. mehr oder weniger nachtheiligen Einfluß auf die Ausbildung der Fruͤchte ausuͤbt. Eben ſo bekannt iſt, daß Baͤume in dem Jahre, in welchem ſie mehr oder weniger ihrer Blaͤtter beraubt wurden, einen ſchwachen Holzring bilden. Von geringerem Einfluß iſt der Blaͤtterverluſt fuͤr die krautartigen(namentlich die dikotyledoniſchen) Pflanzen, in⸗ dem ſie dieſelben meiſt ſofort durch neue erſetzen koͤnnen, da ihr ganzer Stamm- und Wurzelkoͤrper in voller Lebensthaͤtig⸗ keit ſteht. Daher vertragen auch manche Kulturpflanzen das regelmaͤßige Abnehmen der Blaͤtter(das ſogenannte Blatten) ſehr gut. Nachtheiliger iſt der Verluſt oder die Verderbniß der Blaͤtter fuͤr unſere Monokotyledonen, namentlich die Getreide⸗ arten, da dieſe am Halme gewoͤhnlich keine Knospen bilden koͤnnen. Dieß ſieht man an der nachtheiligen Wirkung des Roſtes oder der Lohe*) auf die Koͤrnerentwickelung, die um ſo groͤßer ſein muß, da unſere Getreidearten wegen ihres ſehr unbedeutenden Wurzelvermoͤgens ſehr auf die Blatternaͤhrung angewieſen ſind. Wir koͤnnen nicht umhin, hier auf eine bemerkenswerthe Erſcheinung an den Blaͤttern aufmerkſam zu machen. An den Blaͤttern ſehr vieler Gewaͤchſe erſcheinen zu der Zeit, wenn ſie ihre normale Lebensthaͤtigkeit mehr oder weni⸗ ger beſchloſſen haben, alſo im Spaͤtſommer und Herbſt, auf der Ruͤckſeite ſehr manchfaltige niedere Pilzgebilde, die man nach dem Orte ihres Vorkommens Blattpilze nennt; oder ſie erſcheinen auch nach krankhaften Stoͤrungen der Bildungs⸗ thaͤtigkeit, deren Veranlaſſungen uns noch ziemlich unbekannt *) Dieſe bekannte Krankheit ſpricht ſich durch einen Blatt⸗Pilz, Uredo linearis, aus. —— ſid. D zu uknn nſtuthe eines ſchn ſchwarze: Bläͤttern ſaubatige Vie die aus di dentch v Fallen be ſelbſtſtͤn wickelung kommener wickende Zudem ben der Bätt dings de kornet di ſches Wa ſie dann wiceln. 3 man die ſe ſeugnen, Schranter ſtehung d iſt durcha — *) Urje don Thieren döſannen, tels der Elen die Ausbiddung werluſt fuͤr de Pflanzen, ir⸗ een koͤnnen, de er Lebensthätig turpflanzen das annte Blatten) erderbniß der die Getreide⸗ nospen biden Wuarung des Aung, die un wegen ihres ſeh Blatternährung bemerkenswer machen. erſcheinen zu de mehr odet ven⸗ und Helbſt, d gebilde, die 9. ze nenntz oder en der Bidung fannt 97 4 . n R ſich unlen ziemach ρ‿ △ . Glieder d. Pflanzenkörpers u. deren Beſtimmung. 111 ſind. Dieſe Gebilde geben ſich auf die verſchiedenſte Weiſe zu erkennen; als runde, punctgroße, ſchwarze, braune oder roſtrothe Staubhaͤufchen, als ſtreifenfoͤrmige Anhaͤufungen eines ſchwarzbraunen Staubes(der Roſt des Getreides), als ſchwarze oder braune, gelb eingefaßte flache Flecke(auf den Blaͤttern des Spitzahorns), als ſchwarzbrauner, fleckiger, ſtaubartiger Ueberzug(auf den Blaͤttern der Bohnen) ꝛc. Wie ſchon angedeutet wurde erklaͤrt man dieſe Gebilde, die aus einzelnen oder an einander gereiheten oder ſonſt verſchie⸗ dentlich verbundenen und geſtalteten, außerordentlich kleinen Zellen beſtehen, fuͤr die niedrigſten Pilzformen und ſomit fuͤr ſelbſtſtaͤndige Weſen. In der That ſind ſie in ihrer Ent⸗ wickelung nicht unvollkommener oder oft ſogar noch viel voll⸗ kommener als manche niedere frei im Waſſer ſich ent⸗ wickelnde Pflanzenformen aus der Abtheilung der Algen. Zudem bemerkt man, daß ſie meiſtentheils auf der Unterſeite der Blaͤtter aus den Spaltoͤffnungen hervortreten, was aller⸗ dings die Annahme zulaͤßt, daß die unendlich kleinen Keim⸗ koͤrner dieſer Pilzgebilde durch die Luft oder durch atmoſphaͤri⸗ ſches Waſſer in die Spaltoͤffnungen gefuͤhrt worden ſind, wo ſie dann keimen und ſich in den Intercellularraͤumen ent⸗ wickeln. Zu dieſer Annahme wird man faſt gezwungen, wenn man die ſogenannte Urzeugung“), wenn auch nicht geradehin leugnen, aber doch, wie man muß, in moͤglihſt enge Schranken verweiſen will. Vielleicht liegt aber die Ent⸗ ſtehung dieſer Blattpilze innerhalb dieſer Schranken, d. h. es iſt durchaus nicht unvernuͤnftig, anzunehmen, daß ſie in dem *) Urzeugung, generatio aequivoca, nennt man die Entſtehung von Thieren und Pflanzen, ohne daß ſte von anderen ihres Gleichen abſtammen, alſo gewiſſermaßen durch einen wahren Schöpfungsact mit⸗ tels der Elementarſtoffe und primitiven Naturkräfte entſtanden ſind. 1121 Achtes Kapitel. ſo außerordentlich aſſimilationsthaͤtigen Zellgewebe der Blaͤtter aus den Einſchluͤſſen der Zellen gebildet werden, wenn „ das Blatt ſeine zum Zwecke des eigenen Lebens zu loͤſen ge⸗ weſene Aufgabe entweder geloͤſt hat, oder, durch Stoͤrungen verhindert, nicht loͤſen kann, aber gleichwohl in ſeinem Innern durch die noch ſaftgefuͤllten Zellen noch faͤhig iſt, dieſen Saft zu ferneren Bildungen zu verwenden. Daher kann man dieſe Blattpilze betrachten als After⸗ organismen, und als ſolche entweder als die abnormen Pro⸗ ducte einer geſtoͤrten Bildungsthaͤtigkeit(alſo als Krankheits⸗ folgen, nicht als Krankheitsurſachen), oder als beilaͤufige nach⸗ folgende Organiſirung des nach Erledigung des eigenen Bildungs⸗ lebens des Blattes noch vorhandenen organiſirbaren Stoffes. Uebrigens iſt noch zu bemerken, daß ſolche Schmarotzer⸗ pilze auch an einigen anderen lebendigen Pflanzengliedern und in der groͤßten Manchfaltigkeit auf den verweſenden Pflanzen vorkommen. Was die Function der zweiten hoͤheren Reihe der Blatt⸗ gebilde betrifft, als deren Grundform wir die Blumenkrone (corolla) anſehen, ſo muß dieſelbe nach deren verſchiedenen Formen geſondert betrachtet werden. Die Blumenkrone ſelbſt muß wohl zu der Bildung des Samens in einer gewiſſen Beziehung ſtehen, jedoch kann dieſe deswegen nicht ſehr noth⸗ wendig und wichtig ſein, weil vielen phanerogamiſchen Ge⸗ waͤchſen die Blumenkrone gaͤnzlich fehlt. Die unendliche Manchfaltigkeit der Faͤrbung und Zeichnung und die große Verſchiedenheit der Formen der Blumenkrone beweiſen, daß in ihren Zellen eine rege Lebensthaͤtigkeit herrſcht. Doch findet man in ihren Zellen weniger eigentliche Aſſimilationsſtoffe (f. Kap. 3, 1— 6) als vielmehr Secretionsſtoffe, z. B. Farb⸗ ſtoffe, aͤtheriſche Oele ꝛic. Da nun die Blumenkrone immer in mi Strul⸗ u d nnte jie unbre nehmen, Fruhthlät fäͤnetſe ſein kann. Daß ſüchſen Manzenl heitsſinn Beͤeutun diejenigen ohjecliber kommenſte Blawentr unſeren, fühle an wußtſein einer Pfla innethabb litdung w Den Staubge Kapitel, daruͦher; füͤhtlicher duuchtbild e der Blaͤtte erden, wenn z zu loͤſen ge⸗ ich Stoͤrungen ſeinen Inner ſt, dieſen Saft ten als Ufter⸗ bnormen Pro⸗ 6 Krankheits⸗ elaufige nach⸗ ren Bildungs⸗ nren Stoffes. Schmarotzer⸗ anzengledern verweſenden ihe der Batt⸗ Blumenkrone verſchiedenen ꝛenkrone ſelbſ iner gewiſſen it ſehr noth⸗ zamiſchen Ge⸗ die vnendüche und die große weiſen, daß in ʒDoch findet iniaionsſtffe „3. B Farb⸗ enkrone immer Glieder d. Pflanzenkörpers u. deren Beſtimmung. 113 in mehr oder weniger unmittelbarer Verbindung mit den Staub⸗ und Fruchtblaͤttern(Staubfaͤden und Piſſtillen) ſteht, ſo koͤnnte man annehmen, daß ſie beſtimmt ſei, als Ableiter⸗ die unbrauchbaren Subſtanzen derjenigen Nahrung aufzu⸗ nehmen, welche zu den die Frucht entwickelnden Staub⸗ und Fruchtblaͤttern geleitet wird, denen nur die edelſte und ver⸗ feinertſte Nahrung bei der Bildung des Samens dienlich ſein kann. Daß die oft ſo uͤberaus praͤchtigen Blumenkronen den hoͤchſten Ausdruck, den Culminationspunct des bildenden Pflanzenlebens ausmachen, erſcheint zwar fuͤr unſeren Schoͤn⸗ heitsſinn außerordentlich wichtig, iſt dieß aber fuͤr die wahre Bedeutung des Pflanzenlebens nicht in dem Grade; denn diejenigen Pflanzen, welche man nach, freilich noch nicht zu objectiver Unzweifelhaftigkeit erhobenen Gruͤnden fuͤr die voll⸗ kommenſten haͤlt, beſitzen nicht die unbedingt vollkommenſten Blumenkronen. Immerhin aber duͤrfen wir, aber mehr von unſerem, den Schoͤpfer der Natur dankbar anſtaunenden Ge⸗ fuͤhle angeregt, als von einem klaren wiſſenſchaftlichen Be⸗ wußtſein getrieben, die Blumen fuͤr den ſchoͤnen Schlußſtein einer Pflanzenbildung, fuͤr die ſchmuckvolle Werkſtaͤtte anſehen, innerhalb welcher das geheimnißvolle Walten der Samen⸗ bildung wirkt. Den Bau und die Function der Staubblaͤtter oder Staubgefaͤße haben wir zum Theil ſchon fruͤher im ſiebenten Kapitel erledigt und muͤſſen auch hier uns enthalten, mehr daruͤber zu ſagen, weil es paſſender ſein wird, von ihnen aus⸗ fuͤhrlicher weiter unten bei der Lehre von der Samen⸗ und Fruchtbildung zu handeln. Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. Neuntes Kapitel. Neuntes Kapitel. Leben der pklanzen. Wir haben ſchon im erſten Kapitel gelegentlich erfahren, daß die Pflanzen als belebte organiſirte Weſen ſich von den Thieren, die dieß auch ſind, durch den Mangel der Orts⸗ bewegung(Locomotivitaͤt) und der Empfindung unterſcheiden. Nur durch dieſe beiden Vermoͤgen erhebt ſich das Thierleben ſo außerordentlich hoch uͤber das Pflanzen⸗ leben. Wir finden aber neben dieſen beiden edleren Lebens⸗ verrichtungen im lebenden Thierkoͤrper auch tieferſtehende, mehr dem Pflanzenleben nahe kommende, naͤmlich die Ernaͤhrung, Athmung(welche beide man eigentlich nicht trennen ſollte, vergl. S. 4, unten) und die Fortpflanzung. Daher nennt man dieſe letzteren drei Lebensverrichtungen des Thieres ve⸗ getative, die beiden erſteren, als dem Thiere allein zu⸗ kommende, animale. Man darf jedoch nicht glauben, daß jene drei vegetativen Lebensverrichtungen in derſelben Weiſe und Form auch den Pflanzen zukommen. Wenn auch die Pflanze zu athmen ſcheint und ſich fortpflanzt, ſo hat doch erſteres, wie wir ebenfalls bereits im erſten Kapitel ſahen, mit der thieriſchen Athmung nichts gemein, und noch viel weniger kann die Fortpflanzung der Gewaͤchſe mit der der Thiere verglichen werden, weil ihr keine Zeugung vorausgeht, obgleich man lange Zeit der vorgefaßten Meinung ſich hingab, daß bei den Pflanzen wie bei den Thieren ein maͤnnliches und ein weib⸗ liches Geſchlecht und dafuͤr eigenthuͤmliche Organe und eine Art von Begattung vorhanden ſeien. Sn tin lbes tnergiſche ſchinnung Grunde! weiteſten ungzauft 6 4.B Eini wicht wi lebend wohl ni Lehenöbe bonzüglit und Em den beid richts g wälchen ſtehend haben f ſyſleme finden w nichts E dan Gie weiſe a es iſt lungen, empfind. übrigen Porricht bekannte er gich erfahren, ſich von den der Orts⸗ npfindung en erhebt ſich das Mfanzen⸗ dleren Lebens⸗ kehende, mehr Ernaͤhrung, rennen ſollte, Daher nennt Thieres de⸗ ere allein zu⸗ rei vegetatiden Form auch den e zu athmen res, wie wir der thieriſchen iger kann die jier vergichen „obgleich min ab, daß bei de und ein wei⸗ gane und eine Leben der Pflanzen. 115 Streng genommen muͤſſen wir das Leben der Pflanzen ein bloßes Bildungsleben nennen, dem eine einzige, unendlich energiſche und ſehr manchfaltig ſich ausſprechende(in die Er⸗ ſcheinung tretende) Lebensthaͤtigkeit, die Ernaͤhrung, zum Grunde liegt. Dieſe Ernaͤhrung nehmen wir dabei aber im weiteſten Sinne und trennen ſie in die drei Acte der Nah⸗ rungsaufnahme, Nahrungsumwandlung und Nahrungsformung (d. h. Bildung der Zelle aus der aſſimilirten Nahrung). Einige Lebenserſcheinungen, welche auf den erſten Blick nicht mit einem dieſer drei Acte des pflanzlichen Ernaͤhrungs⸗ lebens vereinigt werden zu koͤnnen ſcheinen, koͤnnen gleich⸗ wohl nicht Anſpruch machen, als eigenthuͤmliche ſelbſtſtaͤndige Lebensverrichtungen angeſehen zu werden. Wir meinen hier vorzuͤglich die bei manchen Pflanzen vorkommenden Bewegungs⸗ und Empfindungserſcheinungen. Dieſe haben zunaͤchſt mit den beiden gleichnamigen Lebensthaͤtigkeiten der Thiere gar nichts gemein, und es waͤre ſehr irrig, diejenigen Pflanzen, welchen ſie zukommen, fuͤr hoͤher und den Thieren naͤher ſtehend zu halten, als andere, denen ſie abgehen. Die Thiere haben fuͤr dieſe beiden Lebensthaͤtigkeiten beſtimmte Organen⸗ ſyſteme, das Muskelſyſtem und das Nervenſyſtem. Fuͤr beide finden wir in den ſich bewegenden und empfindenden Pflanzen nichts Gleiches; im Gegentheil beſtehen dieſelben, ſelbſt in den Gliedern, in welchen ſich jene Erſcheinungen vorzugs⸗ weiſe ausſprechen, genau aus denſelben Grundorganen, und es iſt bisher den ſorgfaͤltigſten Unterſuchungen noch nicht ge⸗ lungen, in dem anatomiſchen Baue der bewegungs⸗ und empfindungsfaͤhigen Pflanzenglieder eigenthuͤmliche, von dem uͤbrigen Bau des Pflanzenkoͤrpers weſentlich abweichende Vorrichtungen dafuͤr aufzuſinden, wenn ſchon z. B. bei der bekannten Sinnpflanze(Mimosa pudica) leicht nachzuweiſen 8* 116 Neuntes Kapitel. iſt, daß der Sitz des anſcheinenden Empfindungs⸗ und Be⸗ wegungsvermoͤgens in dem Anheftungsknoten des gemeinſamen Blattſtieles liegt. Dieſe auffallenden Erſcheinungen finden ſich in zahlloſen Abſtufungen von der frappanteſten bis zu kaum bemerkbarer Auspraͤgung bei ſehr vielen Pflanzen, und ſtehen manchmal in unverkennbarer Beziehung zu der Ernaͤhrung(in unſerer weiten Auffaſſung dieſes Begriffes) oder ſie ſtehen fuͤr uns vor der Hand noch iſolirt und außer Beziehung zu den uns bekannteren Lebenserſcheinungen der Pflanze da. Wir werden am Ende dieſes Buches noch einmal darauf zuruͤckkommen. Daß die ſogenannte Athmung der Pflanzen nichts weiter iſt als ein Act, eine Form der Ernaͤhrungsthaͤtigkeit, und daß ſie von der thieriſchen Athmung durchaus verſchieden iſt, haben wir beilaͤufig im erſten Kapitel bereits erwaͤhnt. Auch die bei einigen Pflanzen ſich zeigenden Licht⸗ und Waͤrmeentwickelungen, die wir ebenfalls weiter unten naͤher beleuchten werden, ſtehen in naͤchſter Beziehung zu dem Er⸗ naͤhrungsleben der Zelle. Es iſt demnach fuͤr uns die Pflanze ein belebter Or⸗ ganismus, deſſen Leben ſich dadurch ausſpricht, daß er aus der Außenwelt einfache Elementarſtoffe oder binaͤre Verbin⸗ dungen derſelben in ſich aufnimmt, ſich dieſelben zum Theil aneignet und zu Zellen formt, die in den manchfachſten Formen und Verbindungen ſeinen Koͤrperbeſtand ausmachen. Noch muͤſſen wir hier mit einigen Worten der Beziehung gedenken, in welcher das Gewaͤchsreich zur anorganiſchen Welt(dem Reiche der Atmoſphaͤrilien und Mineralien) und zu dem Thierreiche ſteht. Es ſteht zwiſchen beiden in der Mitte. Seine Ent⸗ ſtehung und Entwickelung(wenigſtens ſeiner einfacheren Formen) wat dur und auch ſan Thi in ihte Pfanze den Et Denn we Amoſxhi it, ſo ſ Manzen algema Stickſto noſoyir ghenwt bezjeht, Erdboden angenom erſchaffe PManze Stickſe lohnen Verweſu Gewaͤchſ d mochen Glide materie miſche zu 79 d w d ngs⸗ und Be⸗ gemeinſamen Pin zahlloſen nbemerkbarer en manchmal (in unſerer hen fuͤr uns zu den uns Wir werden ckkommen. nichts weiter tigkeit, und rſchieden iſ aͤhnt. Licht⸗ und unten naͤher zu dem Er⸗ belebter Or⸗ daß er aus nare Verbin⸗ n zum Theil nanchfachſten H ausmachen. der Beziehung anorganiſchen ineralien) und Säine Enü— herenFormen) Leben der Pflanzen. 117 war durch alleiniges Zuthun der anorganiſchen Welt moͤglich, und auch jetzt noch muͤſſen fuͤr die hoͤchſten Gewaͤchſe organiſche (von Thieren und Pflanzen herruͤhrende) Nahrungsſtoffe erſt in ihre chemiſchen Elemente zerlegt ſein, wenn ſie fuͤr die Pflanze aufnahmefaͤhig ſein ſollen. Blos in Beziehung auf den Stickſtoff ſcheint hier eine Schwierigkeit vorzuliegen. Denn wenn er auch bekanntlich in groͤßter Menge in der Atmoſphaͤre vorhanden und es wahrſcheinlich von jeher geweſen iſt, ſo ſcheinen doch neuere Beobachtungen an der heutigen Pflanzenwelt zu zeigen, daß die Pflanzen wenigſtens nicht allgemein das Vermoͤgen beſitzen, ſich den ihr unentbehrlichen Stickſtoffbedarf aus dem beſtaͤndigen Stickſtoffgehalte der At⸗ moſphaͤre anzueignen. Vielmehr werden wir ſehen, daß die gegenwaͤrtige Pflanzenwelt ihren Stickſtoffbedarf als Ammoniak bezieht, welches verweſende organiſche Koͤrper theils an den Erdboden, theils an die Atmoſphaͤre abgeben. Jedoch kann angenommen werden, daß die in der Schoͤpfungszeit zuerſt erſchaffenen, gewiß hoͤchſt einfachen und unvollkommenen Pflanzen vielleicht das Vermoͤgen beſaßen, ihren geringen Stickſtoffbedarf aus dem atmoſphaͤriſchen Stickſtoff zu ent⸗ lohnen und es durch ihre nach ihrem Abſterben erfolgende Verweſung in aſſimilirbarer Form(als Ammoniak) hoͤheren Gewaͤchſen hinterließen. Die Thiere, ſelbſt die niedrigſten und einfachſten, ver⸗ mochten dieß nicht, da alle Thiere ihren Stickſtoff nur als Glied organiſcher Verbindungen durch ihre ſo zu ſagen groͤbere materielle Ernaͤhrung aufnehmen koͤnnen, nicht in ſeiner che⸗ miſch einfachen Geſtalt, in welcher er die atmoſphaͤriſche Luft zu 79 Antheilen bildet. Daher kann man ſagen, daß die Pflanzenwelt die Thier⸗ welt dadurch vorbereiten, gewiſſermaßen moͤglich machen 118 Zehntes Kapitel. mußte, daß ſie ihr den Stickſtoff ſammelte und in eine den V ſo mun Thieren genießbare Form(Pflanzenleim, Pflanzenfibrin, Pflan⸗ de N zenalbumin, Pflanzencaſein, ſiehe S. 18) brachte. Erſt nach⸗ in Bod dem eine, freilich nicht beſtimmbare, Zeit lang Pflanzen auf leber Erden gelebt hatten, konnten ſich ihnen alſo Thiere zugeſellen. IMAMun Es iſt mithin die Pflanzenwelt die Mutter und Ernaͤhrerin V in Beni der Thierwelt. da Pfan Unſerer hier dargelegten Anſicht zufolge betrachten wir EEWupbeder nun das Pflanzenleben, indem wir daſſelbe nur als eine ſehr fir die zuſammengeſetzte und manchfaltig ſich aͤußernde Ernaͤhrungs⸗ de thaͤtigkeit anſprechen, und ordnen ihr alle formell ſich eigen⸗ V ſe vach thuͤmlich auspraͤgenden Lebenserſcheinungen gehoͤrigen Orts V gen S. unter. jèdoch Dabei bringen wir das Material dieſer Betrachtungen V ſiher I zunaͤchſt in drei Hauptabtheilungen:„ ngt weſung Nahrungsaufnahme, nutritio; b Nahrungs umwandlung, assimilatio; unn Nahrungsformung, organisatio. begreit L Boden ninera faliggkei Zehntes Kapitel. Bndens midrban Wiſohje von der Rahrungsaufnahme, nutritio. Aim 1. Quellen der Pflanzennahrung. die Er Da den Pflanzen das Vermoͤgen abgeht, ihrer Nahrung und L wie die Thiere nachgehen und ſich derſelben auf die manch⸗ d M. fachſte Art mit Liſt oder Gewalt bemaͤchtigen zu koͤnnen, de und in eine den übrin, Pflan⸗ Erſt nach⸗ Pflanzen auf te zugeſellen. BErnaͤhrerin rachten wir ls eine ſehr Ernaͤhrungs⸗ ſich eigen⸗ örigen Otts etrachtungen utritio- ung⸗ gter Nahrung di manch⸗ zu können, Von der Nahrungsaufnahme. 119 ſo mußte von der Natur dafuͤr geſorgt ſein, daß die Pflanze uͤberall da, wo ſie durch ihre Wurzel im Boden befeſtigt iſt, die noͤthige Nahrung finde⸗ Ueberall aber und in jedem Augenblicke ihres Lebens ſteht die Pflanze mit dem Erdboden und mit der Atmoſphaͤre in Beruͤhrung, und es ſind daher dieſe die beiden Quellen der Pflanzennahrung. Die Beruͤhrung der Pflanzen mit dem Erdboden iſt fuͤr die ſchwimmenden Pflanzen und noch mehr fuͤr die Schmarotzerpflanzen nur eine mittelbare. Der Erdboden enthaͤlt mehr oder weniger reichlich und je nach ſeiner phyſiſchen und chemiſchen Beſchaffenheit diejeni⸗ gen Stoffe, welche zur Ernaͤhrung der Pflanzen ausreichen, jedoch zum Theil nicht in unerſchoͤpflicher oder unveraͤnder⸗ licher Menge, namentlich was diejenigen Nahrungsſtoffe an⸗ belangt, welche als die Erzeugniſſe der Faͤulniß und Ver⸗ weſung organiſcher Koͤrper im Erdboden zuruͤckbleiben, die man gewoͤhnlich unter der umfaſſenden Bezeichnung Humus begreift. Beſtaͤndiger und unveraͤnderlicher iſt der Reichthum des Bodens an ſolchen Pflanzennaͤhrmitteln, welche von ſeiner mineraliſchen Natur abhaͤngen. Die hierin herrſchende Manch⸗ faltigkeit iſt von großem Einfluß auf die Fruchtbarkeit des Bodens, theils wegen der verſchiedenen Loͤslichkeit und Aſſi⸗ milirbarkeit der Mineralſubſtanzen, theils wegen ſeines dadurch verſchiedentlich bedingten phyſiſchen Verhaltens gegen Licht, Waͤrme, Luft und Waſſer. Um den Pflanzen eine Nahrungsquelle ſein zu koͤnnen, muß die Erdoberflaͤche zunaͤchſt den noͤthigen Grad von Zertheilung und Lockerheit ihrer Gemengtheile haben, damit die Wurzeln der Pflanzen ſich in denſelben gehoͤrig ausbreiten und befeſti⸗ gen und damit die nichtmineraliſchen in den Erdboden gebrachten 120 Zehntes Kapitel. Naͤhrmittel ſich darin gleichmaͤßig vertheilen koͤnnen; damit endlich das Waſſer, die Kohlenſaͤure und das Ammoniak der Atmoſphaͤre und die Waͤrme der Sonnenſtrahlen eindringen und dadurch in dem Boden die noͤthige Wechſelwirkung, ſo⸗ wohl chemiſcher als phyſikaliſcher Natur, zwiſchen den Boden⸗ beſtandtheilen hervorgerufen und unterhalten werden koͤnne, wodurch dieſelben, ſoweit ſie ſich uͤberhaupt zur Ernaͤhrung der Pflanze eignen, die dazu erforderliche Form erhalten. Daß der Menſch ſehr viel thun kann, um den Erdboden aus einer verſchloſſenen und unergiebigen in eine zugaͤngliche und ergiebige Nahrungsquelle zu verwandeln, iſt bekannt. Dieß geſchieht theils durch Bodenbearbeitu ng, theils durch Bewaͤſſerung, theils durch Duͤngung. Durch die Bearbeitung mit den bekannten Garten⸗ und Ackerwerkzeugen ſchließen wir den Boden fuͤr die Einwirkung der atmoſphaͤriſchen Kraͤfte und Beſtandtheile auf, wodurch eine groͤßere Lebhaftigkeit der chemiſchen und phyſikaliſchen Proceſſe im Boden und ſomit eine groͤßere Aneignungsfaͤhig⸗ keit ſeiner Beſtandtheile erzielt wird. Ferner wird es durch die Bodenbearbeitung der Pflanzenwurzel moͤglich gemacht, ſich in ihren feinſten Verzweigungen inniger und vollſtaͤndiger mit dem Boden zu verbinden und ſo aus ihm in groͤßerer Ausdehnung die Nahrungstheile entnehmen zu koͤnnen. „Durch die Bewaͤſſerung, vorzuͤglich mit kohlenſaͤurehalti⸗ gem Waſſer, werden die organiſchen und ſelbſt die anorgani⸗ ſchen Beſtandtheile des Bodens, die in einem trockenen Boden entweder ſehr langſam und zu wenig nutzbringend verweſen oder unaufgeloͤſt bleiben wuͤrden, aufgeloͤſt und dadurch in einen Zuſtand uͤbergefuͤhrt, in welchem ſie von den Zellen der Pflanzenwurzeln aufgeſogen werden koͤnnen. O ſtanzen nung di ſcon in kann i Waſſer Pflanzer R wüͤrzeln wachen Manze der Bo Daſſel erhalte bedarf lagen, Nahrur daß es taitten Darao Mlan wird. ſaſt in lich gl unſere Baum men; damit nmoniak der eindringen vitkung, ſo⸗ den Boden⸗ den koͤnne, Ernaͤhrung thalten. i Erdboden zugaͤngliche iſt bekannt. ung, theils zatten⸗ und Einwirkung f, wodurch pyſikauſchen gnungsfähig⸗ ind es durch lich gemacht, vollſtäͤndiger in großerer nnen. lenſaurehall⸗ die anorgani⸗ kenen Boden gend vemmſin dadurch in zn zelln der Von der Nahrungsaufnahme. 121 Durch die Duͤngung bringen wir entweder ſolche Sub⸗ ſtanzen in den Boden, welche den Pflanzen ſelbſt zur Nah⸗ rung dienen, oder ſolche, welche aufloͤſend auf die bereits ſchon im Boden vorhandenen einwirken. Die Bewaͤſſerung kann eine wahre Duͤngung ſein, wenn das dazu verwendete Waſſer viele ſolche aufloͤsliche Stoffe enthaͤlt, welche den Pflanzen zur Ernaͤhrung dienen. Mehr uͤber die Erdoberflaͤche, die, ſoweit die Pflanzen⸗ wurzeln eindringen, gemeinhin Boden genannt wird, zu ſagen, wuͤrde hier nicht am rechten Orte ſein. Wir verweiſen deshalb unſere Leſer auf das ſehr empfehlenswerthe Buch des Profeſſors Krutzſch: Populaͤrer Abriß der wiſſenſchaftlichen Bodenkunde, Dresden und Leipzig bei Arnold, 1842. Fuͤr die wahren Schmarotzerpflanzen, d. h. fuͤr diejenigen, welche mit ihren Wurzeln in dem Gewebe anderer lebender Pflanzen fußen und von dieſen ihre Nahrung beziehen, iſt der Boden nur mittelbare und entferntere Nahrungsquelle. Daſſelbe gilt von dem Pfropfreiſe und dem Auge. Alle drei erhalten nicht unmittelbar aus dem Boden ihren Nahrungs⸗ bedarf, ſondern durch Vermittelung ihrer lebendigen Unter⸗ lagen, die ihnen durch ihre zuleitenden Grundorgane die rohe Nahrung zufuͤhren. Wir haben ſchon fruͤher(S. 86) geſehen, daß es z. B. der ſchmarotzenden Miſtel wie den meiſten Pa⸗ raſiten ganz gleich iſt, auf welchem Baume ſie ſchmarotzt. Daraus folgt, daß ihnen der rohe, von der ernaͤhrenden Pflanze zugefuͤhrte Nahrungsſaft ziemlich unveraͤndert geboten wird. Daraus folgt aber wieder, daß dieſer rohe Nahrungs⸗ ſaft in den Pflanzen, wenigſtens in den Baͤumen, eine ziem⸗ lich gleiche Beſchaffenheit haben muͤſſe. Dieß ſcheint aber unſere Meinung zu beſtaͤtigen, daß der Holzkoͤrper eines Baumes nur ein organiſirter Boden ſei, in welchem faſt 122 Zehntes Kapitel. unveraͤndert der aus dem Erdboden aufgenommene Nahrungs⸗ ſaft zu den in ihm wurzelnden Individuen, den Knospen, emporgefuͤhrt wird. Die andere Nahrungsquelle, die Atmoſphaͤre, iſt kaum weniger reich an manchfaltigen Naͤhrmitteln fuͤr die Pflanze. Bereits vorher erfuhren wir, daß die in der Amoſphaͤre in der groͤßten Menge vorhandene Subſtanz, der Stickſtoff, wenig oder nichts zur Ernaͤhrung der Pflanzen beizutragen ſcheint. Es waͤre auch in der That unerklaͤrlich, warum ſtickſtoffreiche Duͤngmittel eine ſo außerordentliche Wirkung auf das Gedeihen der Pflanzen aͤußern ſollten, wenn die Pflanzen vermoͤgend waͤren, ihren Stickſtoffbedarf aus dem beſtaͤndigen ſo großen Stickſtoffgehalte der Atmoſphaͤre(79 Proc.) zu beziehen, da es ja Waſſer ins Meer tragen hieße, wenn wir zu der unermeßlichen Menge atmoſphaͤriſchen Stickſtoffs, welche der Pflanze uͤberall und in jedem Augenblicke zu Ge⸗ bote ſteht, unſer Bißchen Stickſtoff im Duͤnger hinzuthun wollten. Der andere ſtaͤndige Beſtandtheil der Luft, der Sauer⸗ ſtoff, nimmt einen regen Antheil an der Ernaͤhrung der Pflanzen, theils unmittelbar, theils mittelbar. Letzteres na⸗ mentlich dadurch, daß er in der Kohlenſaͤure ihnen den Kohlen⸗ ſtoffbedarf zufuͤhrt und fortwaͤhrend aſſimilirbar macht. Ferner wird die Atmoſphaͤre zur Nahrungsquelle durch ihren beſtaͤndigen, wenn auch ſtets nur geringen Gehalt (rwoo ihres Volumens) an Kohlenſaͤure, welche ein Hauptnaͤhrmittel der Pflanzen ausmacht. Neben dieſen beſtaͤndigen Gemengtheilen der Atmoſphaͤre enthaͤlt ſie auch noch zufaͤllige oder wenigſtens in ihrer Quan⸗ titaͤt ſchwankende. Der vorzuͤglichſte davon iſt das Am— moniak(eine Verbindung von Stickſtoff und Waſſerſtoff). Ammon Fuulniß ſch ab durch d wird. Fo de Atm wieder kommt. in ihm heben wiß n ganiſ ſalbe zu Sioffe, Ruderſe E Amwoſ bilden doch d eereiche den Bo fir die Luftern mited — daß ſi liegend die W. den, ſchanen Nahrunge⸗ en Knospen, e, iſt kaum die Mfanze. Amoſphaͤrt Stickſtoff beizutragen h, warum e Wirkung „wenn die ff aus dem 2(79 Proc.) eße, wenn Stückſtoffs, icee zu Ge⸗ hinzuthun der Sauer⸗ naͤhrung der Letzteres na⸗ den Kohlen⸗ acht. welle durch gen Gehalt welche ein Amoſohäͤre ihrer Quan⸗ ſ das Am⸗ Baſſerſtf 123 Von der Nahrungsaufnahme. Ammoniak entſteht bei der trocknen Deſtillation und bei der Faͤulniß und Verweſung ſtickſtoffhaltiger Koͤrper, wobei es ſich als gasfoͤrmiger Koͤrper in die Luft erhebt, von wo es durch die atmoſphaͤriſchen Niederſchlaͤge wieder herabgefuͤhrt wird. Fortwaͤhrend erhebt ſich auch Waſſer in Dunſtform in die Atmoſphaͤre, von wo es als Regen, Schnee, Thau ꝛc. wieder zur Erde zuruͤckkehrt und den Pflanzen zu Gute kommt. Es erheben ſich mit dem Waſſer aber auch andere in ihm aufgeloͤſte Stoffe; und ſelbſt in Staubform er⸗ heben ſich bei anhaltend trockenem Wetter nach und nach ge⸗ wiß nicht unbetraͤchtliche Maſſen organiſcher und unor⸗ ganiſcher Stoffe in die Atmoſphaͤre und machen ſo die⸗ ſelbe zu einer reichen Vorrathskammer der verſchiedenartigſten Stoffe, von denen ſie zeitweiſe durch die atmoſphaͤriſchen Niederſchlaͤge zu Gunſten der Vegetation entleert wird. Es bedarf wohl kaum der Hinweiſung, daß eigentlich Atmoſphaͤre und Boden zuſammen nur eine Nahrungsquelle bilden, indem wenigſtens fuͤr die Wurzelernaͤhrung, welche doch die weſentlichere iſt, nur diejenigen atmoſphaͤriſchen Stoffe erreichbar werden koͤnnen, welche durch die Niederſchlaͤge in den Boden gelangt ſind. Nur fuͤr die Blatternaͤhrung und fuͤr die wohl nur bei wenigen Pflanzen zu einer wahren Lufternaͤhrung geeigneten Luftwurzeln iſt die Atmoſphaͤre un⸗ mittelbar die Nahrungsquelle.. Nur wenige Pflanzen wachſen ſo buchſtaͤblich im Waſſer, daß ſie auf deſſen Oberflaͤche frei ſchwimmend eines darunter liegenden Bodens zur Wurzelung entbehren koͤnnen, wie z. B. die Waſſerlinſe, Lemna, und die Salvinie, Salvinia. Pflan⸗ zen, welche ebenfalls frei auf dem Waſſer zu ſchwimmen ſcheinen, ſind z. B. die Waſſernuß, Trapa natans, die weiße Zehntes Kapitel. 124 und gelbe Nixblume, Nymphaea alba und Nuphar luteum, der Froſchbiß, Hydrocharis morsus ranae, der ſchwimmende Knoͤterich, Polygonum amphibium, und einige andere all⸗ gemein bekannte Pflanzen. Dieſe alle aber haben wirklich im Boden unter dem Waſſer wurzelnde Hauptwurzeln, neben denen ſie aber oben an dem Wurzelhalſe kuͤrzere Neben⸗ oder Adventivwurzeln treiben, die die Nahrung blos aus dem Waſſer beziehen und ſich nicht bis zum Boden verlaͤngern. Bei der Waſſeraloe oder Krebsſcheere, Stratiotes aloides, zerreißt ſpaͤter die Hauptwurzel, und es ernaͤhrt ſich alsdann die Pflanze, auf dem Waſſer frei ſchwimmend, blos durch die Adventivwurzeln. Bekannt iſt es, namentlich von den Hyacinthen, daß man manche Bodenpflanzen in bloßem Waſſer erziehen kann. Ebenſo ernaͤhren ſich manche Pflanzen, namentlich einige tropiſche Orchideeen, faſt ohne Boden blos aus der feuchten, warmen Atmoſphaͤre unſerer warmen Gewaͤchshaͤuſer. So kann man alſo bis zu einem gewiſſen Grade fuͤr manche Pflanzen eine Nahrungsquelle der anderen ſubſtituiren. Auch in der freien Natur geſchieht dieß zuweilen; dann uͤbt aber der Wechſel der Nahrungsquelle zuweilen einen ſehr be⸗ merkbaren Einfluß auf die Formauspraͤgung der Pflanzen aus; ſo wird z. B. das fluthende Polygonum amphibium, wenn das Waſſer, ſeine urſpruͤngliche, wenigſtens hauptſaͤch⸗ liche Nahrungsquelle, verſchwindet, im trockenen Boden be⸗ merkbar veraͤndert. Die Tauglichkeit dieſer Nahrungsquellen zur Pflanzen⸗ ernaͤhrung und ihre Wirkungen auf die Ausbildung der For⸗ men und Eigenſchaften der Gewaͤchſe haͤngen aber nicht allein von der Art und Beſchaffenheit der in ihnen enthaltenen Nahrungsſtoffe ab, ſondern werden noch durch mancherlei ſuphar luteun, er ſchwimmende nnige andere al⸗ haben wirklic btwurzeln, neben ere Neben⸗ oden blos aus den dden verlaͤngen. atiotes aloides, ihrt ſich alsdam end, blos durch nthen, daß man erziehen kann. zmentüch einige us der feuchten shaͤuſer. wiſſen Grade ſi deren ſubſtituirn eilen; dann ilt len einen ſehr be ng der Pflanzen num amphibiam, igſtens hauylich ckenen Bodan len zur Pfarze zbildung der in aber nicht allin ihnen enthalenen durch manchent , ꝛu Selte hu. blt 22, 10⁸ 2 Reg V 2& Deedpans e 73 10¹ S·=. penlbr I- Bo 66“ 2. r„ 2 Ao„ 7 ſt 28* 2, 2= L ei a, ſp lll n 7 Hauh penis 5 2 2. 2 . 39 ſ 4 7 r1 5 A 2 f. 0„ 7 1 2 0 . ₰ Te,„( 71 9 5⁸ a, gin dG 2„. mer, 6 eS— 1 Sn E?,(, L ͤlue g, 19 10 E ,a, 2„, ¹ 2 e, eei ſe blültrigen 58 2 e. 5 . 27 ene 2, 7 9 It Szci 2 70— V 1 8 5 4. 7 le 4 ,, 2/ l e e,,— 6 nöl 2 r 9 I, S grunon 4 5, 8„9 27 le c„ 34* 2 6p.„ f. J. 0 , zo,e A 7 11 5 Vil. d S S 9 dee Vp,, Tybeeren A? m 2 rud 4 M ö. WA 22 e 2é 99 2 k 7, 4 A. See, Slsuke S. Sf, o I 6 S, d, Tectpe, Fel efl . Sae, d do parren ul J S 3 „ 0 2 1.— ½ 0 Bese Vlgn,, 2r, ol ⸗ 9 2 6 74 4 S ſ 4 Le, 7 3 Hananln j ,, Häliioh andt“ A. l, eGaecene,,,„ 7 2em, oö ,e,,, 4— 4 7 V 3 V 7 7 2 Beditg dieſebe der Aec als in d. das Nf ſprechen Intenſt Elektri D oherſ lih d Nahuat die Lag dinigen Värme d daß m in Zol oder n und d tthebun ſcheiden. anande birgoſy zen w Jequa ſcheiden Aequat ponen. ſcenat Von der Nahrungsaufnahme. 125 Bedingungen hierin betraͤchtlich modificirt. So wird z. B. dieſelbe Bodenmiſchung und daſſelbe Waſſer in der tropiſchen oder Aequatorialzone oder in der Ebene weit kraͤftiger ernaͤhren, als in der arktiſchen Zone oder auf einem hohen Gebirge. Dieſe Bedingungen, wodurch die Nahrungsquellen fuͤr das Pflanzengedeihen gewiſſermaßen geſteigert werden koͤnnen, ſprechen ſich namentlich durch die Temperatur derſelben, die Intenſitaͤt und Dauer der Lichteinwirkung und durch die Elektricitaͤt der Luft aus. Der Waͤrmegrad der Luft, des Waſſers und der Erd⸗ oberflaͤche wird neben dem Wechſel der Jahreszeiten bekannt⸗ lich durch die groͤßere oder geringere Annaͤherung an den Aequator, durch die Erhebung uͤber die Meeresflaͤche, durch die Lage und Neigung gegen die Himmelsgegenden und in einigen Faͤllen ſelbſt durch aus dem Erdinnern empordringende Waͤrme vielfach modificirt, Dieſer Einfluß der Waͤrmeverſchiedenheit iſt ſo auffallend, daß man darnach die den Erdkreis bedeckende Pflanzenwelt in Zonen eingetheilt hat, welche mit den Breitenkreiſen mehr oder weniger parallel laufen; ebenſo kann man unter einem und demſelben Breitenkreiſe, wenn er bedeutende Gebirgs⸗ erhebungen darbietet, Hoͤhenregionen der Pflanzenwelt unter⸗ ſcheiden. Dieſe Parallelzonen und Hoͤhenregionen entſprechen einander ſehr erſichtlich, ſo daß z. B. auf den hoͤchſten Ge⸗ birgsſpitzen der Aequatorialzone aͤhnliche oder dieſelben Pflan⸗ zen wachſen, wie in der Ebene der Polarzone. In der Aequatorialzone kann man acht ſolche Hoͤhenregionen unter⸗ ſcheiden, welche uͤbereinſtimmen mit eben ſo vielen vom Aequator bis zu den Polen unterſchiedenen Pflanzenparallel⸗ zonen. Wir machen dieß hier anſchaulich durch nebenſtehende ſchematiſche Darſtellung. Sie ſtellt vom Aequator bis zu 126 Zehntes Kapitel. einem Pole die Erdhaͤlfte in acht Pflanzenzonen durch Pa⸗ rallelkreiſe getheilt dar; die Parallelkreiſe durchſchneiden die Figur eines auf dem Aequator ſtehenden hohen Berges, der dadurch ebenfalls in acht entſprechende Pflanzen⸗Hoͤhenregionen getheilt wird, bei denen jedesmal die Seehoͤhe nach Fußen und darunter die mittlere Temperatur nach Graden des hun⸗ derttheiligen Thermometers durch Zahlen angegeben iſt. Was jenſeit des achten Parallelkreiſes liegt, iſt auf der Erde Polar⸗ eis, auf dem Berge der ewige Schnee, der alſo unter dem Aequator erſt bei 15,200“ Seehoͤhe beginnt. Die acht Pflan⸗ zenzonen ſind oben nach den bezeichnenden Pflanzen, unten mit Bezeichnungen der phyſikaliſchen Geographie benannt. Aus dieſer Darſtellung erſieht man z. B., daß unter dem Aequator in einer Hoͤhe von 9,500 Fuß dieſelben oder aͤhnliche Gewaͤchſe gedeihen(zartblaͤtterige Laubhoͤlzer), wie in unſeren Ebenen(welche unter der kaͤlteren gemaͤßigten Zone liegen, wo in dieſer Hoͤhe nur noch Alpenpflanzen wachſen und die Grenze des ewigen Schnee's ſchon nicht mehr fern iſt). Der maͤchtige Einfluß auf das Gedeihen der Pflanzen, welcher von der Richtung und Neigung des Bodens gegen die verſchiedenen Himmelsgegenden ausgeht, iſt albekannt, und hierher muß man als nothwendig damit verbunden den Schutz oder beziehentlich die Abſchließung gegen die unguͤn⸗ ſtigen oder guͤnſtigen Einfluͤſſe der entgegengeſetzten Himmels⸗ gegend durch vorſtehende Berge oder Hoͤhenzuͤge rechnen. Der Grund dieſer allbekannten Erſcheinung liegt theils darin, daß eine gegen die Sonnenſtrahlen ſo geneigte Flaͤche, daß dadurch dieſelben unter einem großen Winkel auffallen, ſtaͤrker erwaͤrmt und intenſiver beleuchtet wird, theils kann der Grund in dem durch die Lage erleichterten Abfluß zu vielen Boden⸗ waſſen austnc In großen des bo dem m nach au vorkom fähigke äͤche, etwas fahigen G gegende ſtahlen jg beir moͤglich Peget zugsw 4 menti heſtaͤtig Erdbran noch z Vulkau auf R hen iſ G Dauer nament kenſar en durch Pa⸗ ſſchneiden die Berges, der Hoͤhenregionen nach Fußen den des hun⸗ en iſt. Was Erde Polar⸗ ſo unter dem ie acht Pflan⸗ anzen, unten benannt. , daß unter ieſelben oder tzer), wie in ößigten Zone azien wachſen nicht meht der Pfanzen, Bodens gegen t albbekannt, etbunden den die ungun⸗ ten Himmel⸗ zuge rechnen. t theils darin, eFlche, daß ffallen fäine inn der Grund witle Boden⸗ Von der Nahrungsaufnahme. 127 waſſers und namentlich im Schutze vor kalten oder zu ſehr austrocknenden Windſtroͤmungen liegen. Im Großen ſieht man das an der ſo außerordentlich großen Fruchtbarkeit Boͤhmens an der ſuͤdlichen Abdachung des boͤhmiſch-ſaͤchſiſchen Grenzgebirges und der ſuͤdlich von dem maͤchtigen Alpenzuge der Schweiz liegenden Laͤnder; faſt noch augenfaͤlliger ſind die in allen Gebirgslaͤndern ſo haͤufig vorkommenden Unterſchiede der Fruchtbarkeit und Cultur⸗ faͤhigkeit von ganz kleinen nahe bei einander liegenden Boden⸗ flaͤchen, von denen die eine ſonſt ganz gleich beſchaffene, aber etwas guͤnſtiger als die andere liegende oft viel cultur⸗ faͤhiger iſt. Eine Verbindung der guͤnſtigen Lage gegen die Himmels⸗ gegenden mit einer groͤßeren Erwaͤrmung durch die Sonnen⸗ ſtrahlen bei uͤbrigens unveraͤnderter Bodenbeſchaffenheit thut ja bekanntlich in der Gartencultur Wunder und macht es moͤglich, in einem nicht großen Garten die abweichendſten Vegetationsverhaͤltniſſe zu vereinigen, und es beruht ja vor⸗ zugsweiſe hierauf die Spaliercultur. Den bedeutenden Einfluß der an manchen Orten, na⸗ mentlich auf vulkaniſchem Boden, ausſtroͤmenden Erdwaͤrme beſtaͤtigt auf ſehr augenfaͤllige Weiſe die Treiberei auf dem Erdbrande bei Zwickau in Sachſen, und zwar um deswillen noch zuverlaͤſſiger als die große Fruchtbarkeit am Fuße der Vulkane, weil von letzterer ein nicht unbetraͤchtlicher Theil auf Rechnung der vulkaniſchen Bodenbeſtandtheile zu ſchrei⸗ ben iſt. Große Wirkſamkeit aͤußert ferner die Intenſitaͤt und Dauer der Lichteinwirkung auf die Pflanzen. Sie ſpricht ſich namentlich durch eine Steigerung der Lebhaftigkeit der Pflan⸗ zenfarben aus, was unter anderen die prachtvollen blauen 128 Zehntes Kapitel. Alpenenziane(Gentiana nivalis, verna ꝛc.) beweiſen, die auf den hohen Alpen von einem intenſiveren Lichte beſchienen werden, theils weil hier die Atmoſphaͤre reiner und durch⸗ ſichtiger iſt, theils wegen der von den benachbarten Eismaſſen zuruͤckgeworfenen Sonnenſtrahlen. Der Einfluß der Elektricitaͤt auf das Gedeihen der Pflan⸗ zen iſt zwar gewiß nicht zu leugnen, aber bis jetzt in der Art und Form ſeiner Wirkſamkeit noch voͤllig unbekannt und wohl mehr ein mittelbarer als ein unmittelbarer. Man ſchreibt hier und da manches auf Rechnung der elektriſchen Erſchei⸗ nungen, an dem ſie gewiß nur einen ſehr entfernten Antheil haben, namentlich die allerdings oft ſehr auffallende Stei⸗ gerung des Wachsthums der Pflanzen nach einem nach langer trockener Hitze eingetretenen Gewitter. Entweder ſind ſolche Gewitter mit Regenguͤſſen begleitet, oder ſie bringen wenig⸗ ſtens eine maͤchtige Umwaͤlzung oder Umtauſchung in den Luftſchichten hervor. Im erſteren Falle wird beſtimmt im ammoniakreichen Regenwaſſer eine große Quantitaͤt der ge⸗ deihlichſten Nahrung herbeigeſchafft; im letzteren Falle wird hoͤchſt wahrſcheinlich das in den hoͤheren Luftſchichten ent⸗ haltene Ammoniakgas in die unteren den Pflanzen naͤher liegenden herabgefuͤhrt. Was man von elektriſcher Bodenſpannung, von galvani⸗ ſchen Stroͤmungen zwiſchen den Partikelchen des Pflanzen⸗ bodens hier und da gefabelt hat, bringt die Lehre von der Ernaͤhrung der Pflanzen keinen Schritt weiter. Man hat viel uͤber Reizmittel fuͤr die Pflanzen gefabelt, und als ſolche die anorganiſchen Bodenbeſtandtheile, wenig⸗ ſtens gewiſſe Arten derſelben, bezeichnen wollen, allein, wie wir bald ſehen werden, mit Unrecht. Die Einwirkung von Licht, Waͤrme und Elektricitaͤt koͤnnte vielleicht mit mehr Recht Reizmit lich dü intenſir nommene firiren. dielicht unterſtlt ſheinen) dz witd Gyps, V fuͤr die den Lu ſein, der herkomm enthehri Na und in garten wird, n als der Golche blätteig Samen auch zu wit der ihre M richen Aoentier ſamkeit b Roßna veiſen, die auf chte beſchienen her und durch⸗ rten Eismaſſen den der Pfan⸗ z jetzt in der abekannt und Man ſchreibt ſſchen Erſchei⸗ ernten Antheil fallende Stei⸗ nach langer er ſind ſolche ingen wenig⸗ hung in den beſtimmt im ntitaͤt der ge⸗ en Falle wird tſchichten ent⸗ flanzen naͤher von galvani⸗ es Pfanzer gehre von der anzen gefabel dthell, wenig⸗ allein, wie wir ung von dicht, nehr Recht Von der Nahrungsaufnahme. 129 Reizmittel fuͤr die Pflanzen genannt werden, indem nament⸗ lich die Lichteinwirkung, je nachdem ſie mehr oder weniger intenſiv iſt, die Pflanze in den Stand ſetzen ſoll, die aufge⸗ nommene Kohlenſaͤure zu zerlegen und deren Kohlenſtoff zu firiren. Dieß ſcheint durch gleichzeitige Waͤrme und mag vielleicht auch durch gewiſſe elektriſche Zuſtaͤnde der Atmoſphaͤre unterſtuͤtzt werden(wie es die Tropenlaͤnder zu beweiſen ſcheinen); will man dieß nun Reizen nennen, immerhin; es wird hier wenigſtens richtiger angewendet ſein, als von Gyps, Kalk oder Salz. Wenn die Atmoſphaͤre eine der beiden Nahrungsquellen fuͤr die Pflanzen iſt, ſo koͤnnen natuͤrlich die dieſelbe bewegen⸗ den Luftſtroͤmungen nicht ohne Bedeutung fuͤr die Vegetation ſein, denn durch ſie wird, namentlich wenn ſie vom Meere herkommen, die Atmoſphaͤre mit manchen der Vegetation un⸗ entbehrlichen Stoffen, z. B. Natrum, geſchwaͤngert. Nach dem Ausſehen ſolcher Pflanzen, welche zu dicht und in einem rings umſchloſſenen Raume, in Hoͤfen, Stadt⸗ gaͤrten ꝛc. erzogen werden, wodurch der Luftwechſel gehindert wird, moͤchte man ſchließen, daß die Atmoſphaͤre nicht minder als der Boden von den Pflanzen erſchoͤpft werden koͤnne. Solche Pflanzen ſind ſchwach, duͤnn und ſchwankend, klein⸗ blaͤtterig, ihre Bluͤthen ſind klein und blaßfarbig und ihre Samen klein und unvollkommen. Jedoch leiden ſie gewiß auch zum Theil wegen zu geringer Lichteinwirkung. So ſehen wir denn, daß die beiden Quellen, aus denen die Vegetation ihre Nahrung ſchoͤpft, nicht nur an ſich ſehr reich an zahl⸗ reichen Nahrungsſtoffen ſind, ſondern auch durch mancherlei Agentien hier mehr dort weniger in ihrer ernaͤhrenden Wirk⸗ ſamkeit geſteigert werden koͤnnen. Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. 9 Zehntes Kapitel. 2. Form und Arten der Pflanzennahrung. Um allen irrigen Meinungen und uͤbertriebenen Voraus⸗ ſetzungen hinſichtlich des Ernaͤhrungsvermoͤgens der Pflanzen ein- fuͤr allemal zu begegnen, muß hier als oberſter Grund⸗ ſatz hingeſtellt werden, daß Alles, was als Naͤhrmittel von der Pflanze aufgenommen werden ſoll, die Form einer waͤſſerigen Fluͤſſigkeit oder eines Gaſes angenommen haben muß, indem es der Pflanze wenigſtens an der Wurzel, dem Haupt⸗ organe der Nahrungsaufnahme, durchaus an allen, ſelbſt den kleinſten Oeffnungen gebricht, durch welche feſte, ſelbſt bis zur aͤußerſten Moͤg⸗ lichkeit zerkleinerte Stoffe eindringen koͤnnten. Das Waſſer iſt fuͤr die bei weitem groͤßte Menge der Nahrungsmittel(ſowohl hinſichtlich ihrer Art als ihrer Maſſe) das Mittel(Vehikel), wodurch dieſe in das Pflanzeninnere gefuͤhrt werden, indem ſie in demſelben aufgeloͤſt und ſo mit dem in großer Menge aufgeſogenen Waſſer mit aufgeſogen werden. Selbſt die Kohlenſaͤure, der wichtigſte Naͤhrſtoff fuͤr die Pflanze, wird wohl zu dem gleichen Antheil als kohlenſaͤure⸗ haltiges Waſſer wie als reine Kohlenſaͤure aufgenommen, und ſelbſt manche der atmoſphaͤriſchen Naͤhrſtoffe werden viel⸗ leicht groͤßtentheils als Verbindungen mit dem Waſſer des Regens und Thaues aufgenommen, namentlich das Ammoniak. Dieß findet wenigſtens indirect eine Beſtaͤtigung durch den trockenen Sommer 1842, der erſt von da an recht nachtheilig auf die krautartigen Pflanzen zu wirken begann, als ſelbſt die Thauniederſchlaͤge gaͤnzlich aufgehoͤrt hatten. J aher an einſaug ſalt der Stoffe, hatte, wiedet, Eindir Form der 3 die au als jen O. aufgen arfach Sückſt nomm W betrifft und es Stoff ten ahrung. enen Voraus⸗ der Pflanzen erſter Grund⸗ Naͤhrmittel nſoll, die oder eines dem es der dem Haupt⸗ Irchaus an n gebricht, eſten Moͤg⸗ nkoͤnnten. te Menge der zihrer Maſſe) Manzeninnere lſt und ſo mi mit aufgeſogen hrſioff füt d ls kohlenſäͤut⸗ aufgenommen, ffe werden vil⸗ zem Waſſer de das Anmonick gung dunc dn rech nachtheilig gann, als ſelbſt n. Von der Nahrungsaufnahme. 131 Man hat durch Verſuche erfahren, daß gefaͤrbte, uͤbrigens aber aneignungsfaͤhige Fluͤſſigkeiten bei oder vor der Wurzel⸗ einſaugung entfaͤrbt werden, wenigſtens fand man den In⸗ halt der aufſaugenden Zellen ſtets ungefaͤrbt; ſogar riechende Stoffe, welche man dem aufzuſaugenden Waſſer zugeſetzt hatte, fand man nachher in dem eingeſogenen Waſſer nicht wieder, woraus man ſchließt, daß ſie bei der Einſaugung zuruͤckgeſtoßen wurden. Andere Verſuche ergaben jedoch ein entgegengeſetztes Reſultat; ſo fand namentlich Biot, daß der rothe Saft von Phytolacca decandra unveraͤndert von einer weißblumigen Hyacinthe aufgenommen wurde und die Blume roth faͤrbte; jedoch nach 2 bis 3 Tagen verſchwand dieſe Faͤrbung wieder. Wenn man unter der weiteſten Bedeutung der Form der Pflanzennahrung auch deren Dichtigkeitsgrad begreifen will und die Endosmoſe(S. 48) als die Vermittlerin des Eindringens der Fluͤſſigkeit betrachtet, ſo muß inſofern die Form der Nahrung von der endosmotiſchen Kraft(a. a. O.) der Zellenſaͤfte der einſaugenden Zellen beſtimmt werden, d. h. die aufzunehmenden Fluͤſſigkeiten muͤſſen weniger dicht ſein als jene Zellenſaͤfte. Die Naͤhrmittel, die immer nur in der elementaren Form aufgenommen werden koͤnnen, ſcheinen gleichwohl niemals als einfache Stoffe, ſondern als chemiſche Verbindungen, z. B. Stickſtoff als Ammoniak(Stickſtoff und Waſſerſtoff) aufge⸗ nommen zu werden. Was die verſchiedenen Arten der Pflanzennaͤhrmittel betrifft, ſo iſt deren Bezeichnung zum Theil ſehr ſchwierig, und es hat die Beantwortung der Frage, welche einfache Stoffe als Naͤhrmittel angeſehen werden koͤnn⸗ ten, große Meinungsverſchiedenheiten erfahren, und dieß um 9*¼ 132 Zehntes Kapitel. ſo mehr, als man hierbei auf mehrere ſchwer oder vielleicht niemals ganz zu beſeitigende Schwierigkeiten ſtieß. Die naͤchſte und wichtigſte iſt die Beantwortung der Frage: ſind alle die Stoffe, welche man bei der Zerlegung und chemiſchen Unterſuchung oder nach der Einaͤſcherung in der Aſche findet, wirklich als ſolche von der Pflanze aufge⸗ nommen worden, oder ſind ſie vielleicht blos die Producte der chemiſchen Proceduren, die man bei der Unterſuchung damit vornahm;(in letzterem Falle waͤren dieſe Subſtan⸗ zen nicht Producte des Pflanzenlebens, ſondern Educte, welche man durch chemiſche Behandlung aus der Pflanze er⸗ halten hat); oder man kann die Frage mehr einſchraͤnken und fragen, ob dieſe Stoffe in der Form und Verbindung in der lebenden Pflanze waren, in welcher ſie ſich in der Aſche darſtellen; oder endlich man fragt, ob diejenigen Stoffe, die man in der Pflanzenaſche findet, und von denen man zugiebt, daß ſie als ſolche in der lebenden Pflanze befindlich geweſen, als ſolche von dieſer aufgenommen oder nicht viel mehr aus den vier einfachen(einzigen) Naͤhrſtoffen C, H, O, N von der lebendigen Pflanze gebildet worden ſind. Man hat den Pflanzenphyſiologen vielfache Vorwuͤrfe daruͤber gemacht, daß ſie z. B. ſagten: in der Pflanze iſt Kali vorhanden, weil wir dieſes in ihrer Aſche finden, in⸗ dem man ihnen einhielt, es ſei unſtatthaft, von der todten und nun gar eingeaͤſcherten Pflanze auf die Beſtandtheile, Naͤhrmittel ꝛc. der lebenden Pflanze einen Schluß ziehen zu wollen. Allerdings iſt nicht zu verkennen, daß dieſe Einhaltung ihre formelle Richtigkeit hat, und eben ſo ſehr iſt anzuerkennen, daß der Verbrennungsproceß eine gewaltſame Operation iſt, wodurch die Stoffe, die man derſelben unterwirft, weſentliche Umaͤndern fernel ti prmeller, db eine in dhini ſie compo und dann edde als ſo Kalkerde e pflanze d werigſtene oder ihre Baziehung Es ko walcher Ar irer Aiche und gleche Hur derjenigen zuſchreiben durch ihre denen Sto namentich (Llkalien, iihem We Alli fältigere I hinlaͤnglich ¹) Vieg de Pfanzen, 8 oder vielliht ieß. ntwortung der der Zerlegung einäſcherung in Manze aufge⸗ die Producte Unterſuchung diſe Subſtan⸗ dern Educte, der Pflanze er⸗ r einſchraͤnken d Verbindung e ſich in der enigen Stoffe, n denen man anze befindlich en oder nicht Mährſtoffen(, worden ſind. iche Vorwürfe er Mfanze iſt e finden, in⸗ on der todten Beſandtheile hluß ziehen zu eſe Einhaltung janzuakennen, Dxeration iſ iſ, wefenlich Von der Nahrungsaufnahme. 133 Umaͤnderungen erleiden. Allein wie dieſer Einwand blos formell richtig iſt, ſo iſt auch der ganze Streit blos ein formeller, indem es in der Hauptſache gleichguͤltig bleibt, ob eine in der Pflanzenaſche aufgefundene Subſtanz als ſolche, d. h. in ihrem Weſen und in ihrer Form, oder blos in ihren ſie componirenden Elementen in die lebende Pflanze eintrat und dann in ihr vorhanden war, z. B. ob kohlenſaure Kalk⸗ erde als ſolche, oder ob ſie als Kohlenſaͤure und als reine Kalkerde aufgenommen und erſt im Innern der lebenden Pflanze dargeſtellt wurde. In beiden Faͤllen muͤſſen wir wenigſtens ſo viel zugeben, daß dieſe chemiſchen Verbindungen oder ihre Glieder zu der lebenden Pflanze in einer beſtimmten Beziehung geſtanden haben. Es kommt alſo hier vorzuͤglich darauf an, nachzuweiſen, welcher Art dieſe Beziehung der lebenden Pflanze zu den in ihrer Aſche gefundenen Subſtanzen ſei, ob eine blos zufaͤllige und gleichguͤltige, oder eine nothwendige. Hier iſt aber vorher zu unterſuchen, ob die Meinung derjenigen begruͤndet iſt, welche der Pflanze das Vermoͤgen zuſchreiben, aus den vier Hauptnaͤhrmitteln(C, H, O, N) durch ihre Lebenskraft alle uͤbrigen in der Pflanze aufgefun⸗- denen Stoffe zu bilden. Dieſes Vermoͤgen glaubte man ihr namentlich hinſichtlich der zahlreichen anorganiſchen Subſtanzen (Alkalien, Erden und Metall⸗Oxyde), welche ſich in gewoͤhn⸗ lichem Waſſer nicht aufloͤſen, zuſchreiben zu muͤſſen. Allein die Verſuche von Laſſaignes und deren noch ſorg⸗ faͤltigere Wiederholung von Wiegmann und Polsdorff“*) haben hinlaͤnglich dargethan, daß die Pflanze nicht nur nicht im Stande *) Wiegmann und Polsdorff, über die anorganiſchen Beſtandtheile der Pflanzen. Eine gekrönte Preisſchrift. Braunſchweig bei Vieweg, 1842. 134 Zehntes Kapitel. iſt, die unorganiſchen Stoffe, welche man in ihrem Innern oder wenigſtens in ihrer Aſche findet, zu bilden, ſondern daß ſie dieſelben ſogar zu ihrem Gedeihen unerlaͤßlich nothwendig bedarf. Wir werden jedoch erſt ſpaͤter ausfuͤhrlich auf dieſe Unterſuchungen zuruͤckkommen. Eine andere Frage, die hier bei der Aufzaͤhlung der verſchiedenen Nahrungsmittel der Pflanzen zu beruͤhren iſt, iſt die, ob die von denſelben aufgenommenen oder wenigſtens in ihnen gefundenen Subſtanzen ſaͤmmtlich nothwendige Lebens⸗ bedingungen ſind, ohne welche eine Pflanzenart nicht ge⸗ deihen kann, oder ob hierin eine qualitative Verſchieden⸗ heit ſtattfinde. Bekanntlich gingen hierin Manche ſehr weit und erhoben ſofort jeden Stoff, den man durch chemiſche Mittel in einer Pflanze gefunden hatte, in die Kategorie eines ihr nothwen⸗ digen Naͤhr⸗ und mithin mit Nutzen anwendbaren Duͤnge⸗ mittels. Allein es iſt eine von den wenigen wirklich neuen Belehrungen des Liebig'ſchen Werkes*), daß die anorga⸗ niſchen Beſtandtheile nicht in derſelben Weiſe eigentliche Naͤhrmittel ſind, wie z. B. die Kohlenſaͤure und das Am⸗ moniak, und daß die Arten dieſer anorganiſchen Stoffe einander erſetzen koͤnnen, woruͤber ſpaͤter mehr zu ſprechen ſein wird. Die wichtigſten Naͤhrmittel fuͤr die Pflanze ſind unbe⸗ dingt die Kohlenſaͤure, das Waſſer und das Ammo⸗ niak, wodurch ihnen die vier hauptſaͤchlichſten Elementar⸗ ſtoffe des Pflanzenkoͤrpers zugefuͤhrt werden(S. 9). Dieſe drei Verbindungen gehen aber unter ſich und mit andern Stoffen wiederum Verbindungen ein, z. B. Kohlenſaͤure und Waſſer, *) Die organiſche Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikultur und Phyſiologie. Braunſchweig bei Vieweg, 1840. indem we aufgenomn Annoni bindungen Auße dings etw folgenden Edden und zennähtmi aus verw Kie veder rei Tho Kal Schwefelſ Ta ſaure, K All Eif Ma 1) 2 anfachen bindung des Kieſ Kieſelf Erdrinde theil und lieſeſaune Fieſelſaur ihrem Innenn a, ſondern daß lich othwenig ihrlich auf dieſ lußzaͤhuung der berühren iſt, der wenigſtens vdendige Lebens⸗ nart nicht ge⸗ pe Verſchieden⸗ t und erhoben ſittel in einer Hihr nothwen⸗ baren Dünge⸗ wirklich neuen 3 die anorga⸗ eiſe eigentliche und das Am⸗ niſchen Stoffe r zu ſprechen ze ſind unbe⸗ Hdas Ammo⸗ ten Elementar⸗ -9) Diſſ drei andern Stoffen Ire und Waſſer, ff aprkuutur und 135 Von der Rahrungsaufnahme. indem wohl das meiſte Waſſer, welches von den Pflanzen aufgenommen wird, Kohlenſaͤure enthaͤlt, dann Loͤſungen von Ammoniakſalzen, indem das Ammoniak ſehr leicht Salzver⸗ bindungen eingeht. Außer dieſen vier wichtigſten Stoffen ſind in einem aller⸗ dings etwas anderen Sinne, deſſen Bedeutung ſich auf den folgenden Seiten ergeben wird, auch noch viele Alkalien, Erden und Metalloxyde oder anorganiſche Baſen als Pflan⸗ zennaͤhrmittel zu betrachten, welche den Boden, ſoweit er aus verwitterten Gebirgsarten beſteht, zuſammenſetzen. Die wichtigſten ſind: Kieſelſaͤure(gewoͤhnlich Kieſelerde genannt), ent⸗ weder rein oder in Form von kieſelſauren Salzen; Thonerde in Verbindung mit Kieſelſaͤure; Kalkerde in Verbindung mit Kieſelſaͤure, Kohlenſaͤure, Schwefelſaͤure und Phosphorſaͤure; Talk⸗ oder Bittererde in Verbindung mit Kieſel⸗ ſaͤure, Kohlenſaͤure und Phosphorſaͤure; Alkali in Verbindung mit Kieſelſaͤure; Eiſen in Verbindung mit Sauerſtoff; Mangan in Verbindung mit Sauerſooff. 1) Die Kieſelerde, die man bis 1823 fuͤr einen einfachen Koͤrper hielt, wo Berzelius fand, daß ſie eine Ver⸗ bindung eines bis dahin unbekannt geweſenen einfachen Stoffes, des Kieſels, Silicium, und des Sauerſtoffes ſei(daher nun Kieſelſaͤure zu nennen), iſt die verbreitetſte Subſtanz unſerer Erdrinde und bildet faſt in jedem Boden den Hauptbeſtand⸗ theil und zwar unter der Form von Quarzſand, oder als kieſelſaures Salz oder Silicat, d. h. als Verbindung der Kieſelſaͤure mit einer Baſis. 136 Zehntes Kapitel. Da die reine Kieſelſaͤure(z. B. Quarz, Bergkryſtall, Feuerſtein) im Waſſer des Bodens unloͤslich iſt, ſo kann der zuweilen ſehr große Gehalt daran in den Pflanzen nicht wohl von ihr, ſondern vielmehr von den zahlreichen Silicaten her⸗ ſtammen, welche durch kohlenſaͤurehaltiges Waſſer, als welches in hoͤherem oder geringerem Grade jedes Waſſer anzuſehen iſt, und durch die von den Wurzeln der Pflanzen ausge⸗ ſchiedene Kohlenſaͤure allmaͤhlig aufgeloͤſt und ſo fuͤr die Pflan⸗ zen aneignungsfaͤhig werden. Die verbreitetſten und daher fuͤr die Pflanzenernaͤhrung wichtigſten und zugleich die loͤs⸗ lichſten Silicate ſind: der Feldſpath, der im Gneiß, Granit, Syenit, Weißſtein, Porphyr, Klingſtein, Trachyt, Pechſtein — Alles mehr oder weniger verbreitete Gebirgsarten— einen Hauptbeſtandtheil ausmacht; der Glimmer, bekanntlich ein Hauptgemengtheil des Glimmerſchiefers, Granites und Gneiſes; der Zeolith und die Hornblende, welche Hauptbeſtand⸗ theile des Gruͤnſteins und Baſaltes ſind. Dieſe kieſelſauren Verbindungen fuͤhren den Pflanzen zwei der ihnen unentbehrlichſten anorganiſchen Subſtanzen zu, naͤmlich das Kali(oder Natron) und die Kieſelſaͤure. 2) Die Thonerde(auch Alaunerde, Aluminium ge⸗ nannt) iſt naͤchſt der Kieſelerde die verbreitetſte Mineralſubſtanz der Erdoberflaͤche und mithin ein Beſtandtheil jedes Bodens. Als Thon(kieſelſaure Thonerde) iſt ſie in unzaͤhligen Ab⸗ ſtufungen, je nach dem Mengenverhaͤltniſſe anderer beigemeng⸗ ter Subſtanzen(als kohlenſaure Kalkerde, Bittererde, Eiſen⸗ und Manganoxyd, Quarzſand, Glimmer, bituminoͤſe und kohlige Theile) ſehr verbreitet und bekommt darnach ver⸗ ſchiedene Benennungen, als Toͤpferthon, Letten, Lehm, und hat hiernach bekanntlich eine ſehr verſchiedenartige, bald gedeih⸗ liche, bald nachtheilige Bedeutung fuͤr das Pflanzenwachsthum⸗ V 99 Sauerſof Pabreitun und in ger betbrätet, Der gmannt, iſt in wei ſchiedene d ſgotet Ka Eiſenoxyd Kieſeſſun Brennen, kohlenſaure ralen, M grüßtenthe der Ner vethäͤltniſ Mangan verbreitet heſſerung Der wind aber Sdure en lignungs weniger Kleeſaͤure daraus f ſure Kal ſchucende „Bergkryſtal, ſt, ſo kann der zen nicht wohl Silicaten her⸗ ſer, als welches aſſer anzuſehen flanzen ausge⸗ fuͤr die Pflan⸗ ſten und daher ugleich die los⸗ Gneiß, Granit, ſchyt, Pechſtein arten— einen hekanntlich ein 3 und Gneiſes; Hauptbeſtand⸗ den Pfanzen Subſtanzen zu, elſaͤure. Dluminium ge⸗ eineralſubſtanz jedes Bodend. nzaͤhligen P⸗ ret beigemeng⸗ tteretde, Eiſen bituminöſe und t darnach ber⸗ en, Lehm, und ge, bal gedeih⸗ nenvachäthun. 137 Von der Nahrungsaufnahme. 3) Der Kalk iſt eine Verbindung des Calciums mit Sauerſtoff und kommt namentlich in großer und maſſiger Verbreitung als kohlenſaurer und als ſchwefelſaurer und in geringerer Menge, aber doch auch ziemlich allgemein verbreitet, auch als phosphorſaurer Kalk vor. Der kohlenſaure Kalk, auch vorzugsweiſe Kalk genannt, gehoͤrt zu den verbreitetſten Mineralien und bildet oft in weiter Erſtreckung ganze Gebirgszuͤge. Er hat ver⸗ ſchiedene Benennungen: Marmor, Kreide(erdiger kohlen⸗ ſaurer Kalk mit etwas Thon, Kieſelſaͤure und kohlenſaurem Eiſenoxydul), Kalkſtein(mit mehr oder weniger Thon und Kieſelſaͤure gemengt und darnach mehr oder weniger zum Brennen geeignet), Dolomit mit faſt gleichem Antheil an kohlenſaurer Bitter⸗(Talk⸗) Erde. Eben ſo beſtehen die Ko⸗ rallen, Muſchel⸗ und Schneckenſchalen, Eierſchalen der Voͤgel groͤßtentheils aus kohlenſaurem Kalk. Hierher gehoͤrt auch der Mergel, ein Kalk, welcher in verſchiedenen Mengen⸗ verhaͤltniſſen Thon⸗ und Bittererde, Kieſelſaͤure, Eiſen⸗ und Manganoyyd enthaͤlt, und beim Anhauchen einen Thongeruch verbreitet. Sein Einfluß auf phyſikaliſche und chemiſche Ver⸗ beſſerung mancher Bodenarten iſt bekannt. Der kohlenſaure Kalk iſt in reinem Waſſer unl'oͤslich, wird aber von Waſſer, welches Kohlenſaͤure oder eine andere Saͤure enthaͤlt, aufgeloͤſt und dadurch fuͤr die Pflanzen an⸗ eignungsfaͤhig. Daher enthalten faſt alle Quellen mehr oder weniger kohlenſauren Kalk, den man durch Zuſatz von etwas Kleeſaͤure(Oxalſaͤure) als weißen pulverigen Niederſchlag daraus faͤllen kann. Aus demſelben Grunde iſt der kohlen⸗ ſaure Kalk als eine alkaliſche Baſis ein kraͤftiges ſaͤureein⸗ ſchluckendes Mittel. Zehntes Kapitel. Kohlenſaurer Kalk iſt in jedem Boden(jedoch natuͤrlich zu ſehr verſchiedenen Antheilen) enthalten, wo er jedoch nur dann fuͤr das Pflanzenwachsthum gedeihlich iſt, wenn er in nicht zu bedeutender Menge darin vorhanden iſt. Durch das Gluͤhen(Brennen) wird aus dem kohlen⸗ ſauren Kalk die Kohlenſaͤure(43 Procent) und das Kryſtall⸗ waſſer vertrieben, er wird in ſogenannten gebrannten Kalk oder Aetzkalk umgewandelt und dadurch um mehr als 43 Proc. (Verluſt an Kohlenſaͤure und Kryſtallwaſſer) leichter. Der ſchwefelſaure Kalk enthaͤlt als Gyps 33 Proc. Kalk, 46 Proc. Schwefelſaͤure und 21 Proc. Kryſtallwaſſer, als Anhydrit oder Muriacit 414 Proc. Kalk und 58 ¼ Proc. Schwefelſaͤure(alſo kein Waſſer). Er iſt weniger all⸗ gemein verbreitet, obgleich er hie und da ganze Gebirgsmaſſen bildet. Den Gyps unterſcheidet man als Marienglas oder Fraueneis, Faſergyps, Alabaſter(koͤrniger Gyps) und Gyps— erde. Ein Theil Gyps loͤſt ſich in 100 Theilen Waſſer auf. Er liefert als das am haͤufigſten vorkommende ſchwefelſaure Salz, und da er gleichzeitig eine ſehr leichte Zerſetzbarkeit beſitzt, den Gewaͤchſen ihren Bedarf an Schwefel, den wir als Beſtandtheil des Pflanzenalbumins und Pflanzencaſeins kennen lernten(S. 18 f.). Nach einer andern Anſicht ver⸗ bindet ſich die Schwefelſaͤure des Gypſes mit dem kohlen⸗ ſauren Ammoniak der Atmoſphaͤre und des Duͤngers, deſſen Kohlenſaͤure ſich mit dem Kalk des Gypſes verbindet. Der phosphorſaure Kalk, der weſentliche Beſtand⸗ theil der thieriſchen Knochen, findet ſich in ſtets nur geringen Mengen im Boden, wohin er durch Verwitterung von Apatit, Phosphorit und Spargelſtein, und ſeit dem Beſtehen der Wirbelthiere in groͤßerer Allgemeinheit durch deren verweſende Knochen gelangt. Die Pflanzen haben im Allgemeinen nur ein geint de Jhet fünn untse 9) lüs ibigen cigr iiimn unt ſeten ab. Geſtidsa es in Take ſaute Veftri haltenen ſuf wenigſteid: ſie in deinn nitiſcer handen un die Mfan r 5) 165 tron, vac⸗ gleich zulm und Stuin diel öslin nenntſie Natronm Kaltg ſind ndn dann nun löslic,18. ſaure, hugn Vaſſer(i Dasns Manzen a jedoch natütlch er jedoch nur ſt, wenn er in iſt. us dem kohlen⸗ d das Kryſtal⸗ bbrannten Kalk hr als 43 Proc. ſeichter. Hyps 33 Pror Kryſtallwaſſer Kalk und 58 iſt weniger al⸗ Gebirgsmaſſen arienglas oder §) und Cyps⸗ een Waſſer auf. de ſchwefelſaun te Zerſetzbarket wefel, den wir Manzencaſein n Anſicht ver⸗ t dem kohlen⸗ ungers, deſſen roindet. ntliche Beſtand ts nur geringen rung von Apatit m Beſtehen der deren verveſende lgemeinen nun Von der Nahrungsaufnahme. 139 ein geringes Bedürfniß von phosphorſaurem Kalk, namentlich des Phosphors wegen, der ſich vorzuͤglich in dem Pflanzen⸗ fibrin und dem Pflanzenalbumin findet. 4) Die Talkerde oder Bittererde vermag wie die uͤbrigen alkaliſchen Erden die Saͤuren vollſtaͤndig zu neutra⸗ liſiren und findet ſich in faſt allen Bodenarten, obgleich nur ſelten als vorwaltender Beſtandtheil, da ſie nur in wenigen Geſteinsarten vorherrſchend auftritt. Im Glimmer, im Chlorit, im Talk und im Serpentin findet ſich die Talkerde als kieſel⸗ ſaure Verbindung und iſt daher durch die im Boden ent⸗ haltenen Fluͤſſigkeiten nicht loͤslich, mithin fuͤr die Pflanzen wenigſtens als directes Naͤhrmittel gleichguͤltig. Dagegen iſt ſie in demjenigen Boden, der durch die Verwitterung dolo⸗ mitiſcher Geſteine hervorgeht, als kohlenſaure Verbindung vor⸗ handen und in kohlenſaͤurehaltigem Waſſer loͤslich, daher fuͤr die Pflanzen aneignungsfaͤhig. 5) Die beiden wichtigſten Alkalien: Kali und Na⸗ tron, werden gewoͤhnlich als Kali ſchlechthin verſtanden, ob⸗ gleich zu den Alkalien auch noch Kalk, Talkerde, Lithion, Beryll und Strontian gehoͤren. Kali und Natron ſind im Waſſer viel loͤslicher als die anderen oben genannten Alkalien, und man nennt ſie als kohlenſaure Verbindung mildes Kali, mildes Natron, entkohlenſaͤuert aber Aetzkali, Aetznatron. Kali und Natron ſtammen aus dem Mineralreich und ſind im Boden theils als kieſelſaure Verbindungen vorhanden und dann nur in ſehr geringer Menge in kohlenſaͤurehaltigem Waſſer loͤslich, theils als kohlenſaure, ſalzſaure, ſchwefelſaure, phosphor⸗ ſaure, humusſaure Verbindungen und als ſolche unmittelbar im Waſſer loͤslich, alſo fuͤr die Pflanzen aneignungsfaͤhig. Das Kali kommt meiſt als kieſelſaures Kali in den Pflanzen vor, namentlich in den Blaͤttern und Halmen. 140 Zehntes Kapitel. 6) Das Eiſen gehoͤrt bekanntlich zu den verbreitetſten nur in! metalliſchen Mineralien und iſt ein ſehr haͤufig vorkommender luinim Gemengtheil der Geſteine, denen es bekanntlich ſehr oft ihre andere mit Farbe(vorzuͤglich zahlloſe Abſtufungen von Ockergelb und Wen Roſtbraun) giebt. Es kommt im Boden gewoͤhnlich als und ander Eiſenoxyd(d. h. mit 30 Procent Sauerſtoff) oder als brauch, na Eiſenoxydul(mit nur 22 Procent Sauerſtoff) vor. Im u Waſß reinen Waſſer ſind beide unloͤslich und daher fuͤr die Pflan⸗ ni vilJ zenernaͤhrung gleichguͤltig, jedoch in kohlenſaͤurehaltigem Waſſer unte de iſt das Eiſenoxydul in geringem Grade loͤslich und theilt wenn ma dieſem bekanntlich einen tintenartigen Geſchmack mit. Beide, rdat ſe Eiſenoxyd und Orydul, beſitzen, jedoch letzteres in hoͤherem des Bode Grade, baſiſche Eigenſchaften, d. h. die Neigung, ſich mit iht nach Saͤuren zu Salzen zu verbinden, welche meiſt im Waſſer Nach loͤslich ſind(z. B. der bekannte gruͤne Eiſenvitriol, welcher BAAdans, eine Verbindung von Schwefelſaͤure und Eiſenoxydul iſt). denſeben 7) Mangan, ein Metall, findet ſich, jedoch in ſehr ſchleßen, geringer Menge, faſt in jedem Boden, als ein faſt beſtaͤndi⸗ Korper in ger Begleiter des Eiſens, dem es auch ſonſt ſehr aͤhnlich iſt, des Hum meiſt als waſſerhaltiges Manganoxyd oder in Verbindung 94 mit Kohlenſaͤure, wodurch es in kohlenſaͤurehaltigem Waſſer weſung uͦt loͤslich iſt und von den Pflanzen, in deren Aſchen wenigſtens den begreif Spuren davon ſelten fehlen, aufgenommen werden kann. ſo ſebbſſtaͤn Außer dieſen ſieben wichtigeren, weil haͤufig in den gehenden Pflanzen vorkommenden, anorganiſchen Subſtanzen und deren und nach Verbindungen kommen noch Spuren von Jod, Brom, Chlor ſammenge und Kupfer in den Pflanzen oder wenigſtens in ihren Aſchen⸗ Die b ruͤckſtaͤnden vor, die wir aber hier nicht weiter beachten, theils das Gedei . weil die Pflanzen, in denen dieſe Stoffe in groͤßerer Menge muß man vorkommen(z. B. Jod in den Seegewaͤchſen), fuͤr uns hier mnniittelban zunaͤchſt keine Wichtigkeit haben, theils weil dieſe Stoffe ſtets ſith in po en verbreitetſten vorkommender ich ſehr oft ihre Ockergelb und gewoͤhnlich als rſtoff) oder als toff) vor. Im fuͤr die Pflan⸗ halnigem Waſſe zslich und theit aack mit. Beidde, teeres in höheren igung, ſich mit meiſt in Paſer ſenvitriol, wehe ſſenorydu iſ j, jedoch i ſi ein faſt beſtind⸗ ſt ſehr ahnich ſ r in Verbindung rehalligem Wrſſe Aſcen wenigfens werden kann. il hiufd in d ſtanzen und dere od, Bum, jor in ihren Aſher rr beattn,(hei 141 Von der Nahrungsaufnahme. nur in unbedeutenden Mengen in den Pflanzen vorkommen. Uebrigens kann man annehmen, daß die Chemie auch noch andere mineraliſche Stoffe in den Pflanzen finden wird. Wenn man bedenkt, wie viel kupferne, ſilberne, zinnerne und andere metallene Geraͤthſchaften durch den taͤglichen Ge⸗ brauch, namentlich durch das Reinigen, in den Wirrhſchaften und Werkſtaͤtten einer Stadt nach und nach abgenutzt werden, wie viel Maſſe ſolcher Metalle im ſogenannten Auskehricht unter den Duͤnger kommt, ſo darf man ſich nicht wundern, wenn man in der Aſche der Pflanzen Spuren dieſer Metalle findet, ſelbſt wenn eine Analyſe der mineraliſchen Gemengtheile des Bodens, auf welchem ſie gewachſen ſind, dieſe Metalle nicht nachweiſt. Nach Aufzaͤhlung dieſer anorganiſchen Gemengtheile des Bodens, welche durch die Verwitterung der Gebirgsarten in denſelben gelangen, muͤſſen wir hier diejenigen Stoffe an⸗ ſchließen, welche als Ruͤckſtaͤnde der Verweſung organiſcher Koͤrper in den Boden gelangen, unter dem bekannten Namen des Humus. 9) Humus, worunter man uͤberhaupt alle in Ver⸗ weſung uͤbergegangenen Pflanzen⸗ und Thieruͤberreſte im Bo⸗ den begreift, iſt eben wegen dieſer ſeiner Abſtammung kein ſo ſelbſtſtaͤndiger Gemengtheil eines Bodens, wie die vorher⸗ gehenden Stoffe, ſondern muß je nach ſeiner Abſtammung und nach dem Grade ſeiner Verweſung verſchiedentlich zu⸗ ſammengeſetzt ſein. Die Bedeutung des Humus fuͤr die Ernaͤhrung und das Gedeihen der Pflanzen iſt unleugbar ſehr wichtig, jedoch muß man ſeinen Nutzen mehr einen mittelbaren als einen unmittelbaren nennen, d. h. er iſt nicht ſowohl ſelbſt und an ſich ein poſitives Naͤhrmittel, als vielmehr ein Vermittler, 142 Zehntes Kapitel. wodurch andere, namentlich gasfoͤrmige Stoffe des Bodens und der Atmoſphaͤre, an den Pflanzenwurzeln feſtgehalten und in aneignungsfaͤhige Formen und Verbindungen gebracht werden. Dieß iſt namentlich mit der Kohlenſaͤure, dem wich⸗ tigſten Nahrungsmittel der Pflanzen, der Fall, indem ſich in einem lockeren Boden der Sauerſtoff der eindringenden atmoſphaͤriſchen Luft mit dem Kohlenſtoffe des Humus zu Kohlenſaͤure verbindet, was ſo lange fortdauert, als Kohle im Humus und Luft im Erdboden(d. h. dieſer nicht durch Zuſammenſetzen oder zu vieles Waſſer der Luft verſchloſſen) iſt. Obgleich wir hier weder Bodenkunde noch Duͤngerlehre vorzutragen haben, ſo muͤſſen wir doch wenigſtens einige Andeutungen daruͤber einſchalten, welche Wichtigkeit alle dieſe aufgezaͤhlten Stoffe als poſitive Naͤhrmittel der Pflanzen und daher nach Befinden als Duͤnge⸗ und Bodenverbeſſerungs⸗ mittel haben. Man muß zunaͤchſt den Begriff von Nahrung und zwar dahin feſtſtellen, daß unter Nahrung nur das zu verſtehen iſt, was unmittelbar in Pflanzenmaſſe umgewandelt und da⸗ her zu deren Vermehrung benutzt werden kann. Das iſt der Fall mit dem Kohlen⸗, Waſſer⸗, Sauer⸗ und Stickſtoff oder mit den drei Verbindungen derſelben, welche wir als diejeni⸗ gen Formen kennen gelernt haben, in welchen ſie von den Pflanzen vorzugsweiſe aufgenommen werden, Kohlenſaͤure, Waſſer und Ammoniak, und in der vorher angedeuteten Einſchraͤnkung mit dem Humus. Ob von den beſchriebenen anorganiſchen Beſtandtheilen einige oder alle in demſelben Grade wahre Naͤhrmittel ſind, iſt vor der Hand noch nicht zu entſcheiden, weil man von den meiſten nicht weiß, in welcher Form und Verbindung ſie in dem Koͤrperbeſtande der lebenden Pflanze enthalten ſind, indem me nur durch Tſcemick Jedoc nehmen, Perbindun Elementarſ und inſefer Pas pflanze be Gewachſe ſcher Sul zugeweiſe nach kann bodenſtet erſtere ber Bodengem Salzpflar eine ſolch weiſe kraͤ anorganiſ die hodeno gebunden. Alen Fällen vo ſteten Pfl auch entſe und Beh braktiſch! da Mitte wachſen offe des Boden rzeln feſtgehalten ndungen gebract ſſaͤure, dem wil⸗ FalI, indem ſic er eindringenden des Humus zu zwert, als Kohle diſſer nicht durc t verſchloſſen) iſ. noch Duͤngerlhte wenigſtens einige htigkeit alle dieſe der Pflanzen und denverbeſſerungs⸗ hrung und zwat das zu verſtehen wandelt und da an. Das iſt der d Stickfoff oder wit als diejeni⸗ hen ſie von den Kohlenſäure, her angedeuteien en Beſtandthelln Nährmitte ſind , well min bon und Vetbindung ze enthalten ſi Von der Nahrungsaufnahme. 143 indem man ihre Anweſenheit in demſelben in der Hauptſache nur durch Schlußfolgerung von ihrer Anweſenheit in den Aſchenruͤckſtaͤnden ſchließen muß. Jedoch kann man wohl im Allgemeinen von ihnen an⸗ nehmen, daß ſie wenigſtens der Mehrzahl nach als chemiſche Verbindungen mit den oftmals genannten wichtigſten vier Elementarſtoffen die Maſſe des Pflanzenkoͤrpers bilden helfen und inſofern allerdings wahre Naͤhrmittel waͤren. Was nun ihre naͤhere Beziehung zu dem Leben der Pflanze betrifft, ſo iſt zunaͤchſt nicht zu uͤberſehen, daß manche Gewaͤchſe theils uͤberhaupt groͤßere Mengen ſolcher anorgani⸗ ſcher Subſtanzen, theils bald die eine, bald die andere vor⸗ zugsweiſe beduͤrfen oder wenigſtens zu lieben ſcheinen. Dar⸗ nach kann man die Gewaͤchſe nach dem Vorgange Unger's in bodenſtete, bodenholde und bodenvage eintheilen; erſtere verlangen durchaus einen beſtimmten anorganiſchen Bodengemengtheil, um gedeihen zu koͤnnen, namentlich die Salzpflanzen; die bodenholden ſind zwar nicht ſtreng an eine ſolche Bedingung gebunden, gedeihen aber doch vorzugs⸗ weiſe kraͤftig in einem Boden, der die ihnen entſprechenden anorganiſchen Stoffe in dem geeignetſten Verhaͤltniſſe enthaͤlt; die bodenvagen endlich ſind hierin an keinerlei Bedingungen gebunden. Allein dieſe Eintheilung iſt nur in wenigen extremen Faͤllen vollkommen haltbar und die Zahl der wirklich boden⸗ ſteten Pflanzen gewiß nicht groß; und demzufolge muͤſſen wir auch entſchieden warnen oder wenigſtens zu aͤußerſter Umſicht und Behutſamkeit ermahnen bei Anwendung des ebenſo praktiſch brauchbar als wiſſenſchaftlich befriedigend erſcheinen⸗ den Mittels, nach den in einem gegebenen Boden wachſenden oder nicht wachſenden Pflanzen auf 44 Zehntes Kapitel. deſſen Guͤte und Beſchaffenheit(namentlich hin⸗ ſichtlich ſeiner anorganiſchen Beſtandtheile) zu ſchließen. Jedenfalls aber geht aus dieſer wechſelſeitigen Beziehung zwiſchen den anorganiſchen Gemengtheilen eines Bodens und den Gewaͤchſen fuͤr uns hier ſo viel hervor, daß die Qualitaͤt der erſteren fuͤr die letzteren nicht voͤllig gleichguͤltig iſt, daß vielmehr z. B. der Glasſchmalz, Salicornia herbacea, der Strand⸗Gaͤnſefuß, Chenopodium maritimum, und eine Menge anderer Salzpflanzen(Halophyten) ohne Salzgehalt des Bodens nicht gedeihen koͤnnen. Wenn nun im Allgemeinen ſoeben zugegeben wurde, daß die Qualitaͤt des Bodens hinſichtlich ſeiner anorganiſchen Beſtandtheile fuͤr die Pflanzen nicht gleichguͤltig ſei, ſo ſcheint allerdings auf den erſten Blick fuͤr den Pflanzenerzieher die muͤhevolle Aufgabe daraus ſich zu ergeben, dieſe ſpeciellen Beziehungen der einzelnen Culturpflanzen zu den einzelnen anorganiſchen Bodenbeſtandtheilen zu ermitteln und darauf foͤrmlich eine entſprechende Duͤngerzufuͤhrung zu begruͤnden, wenn ein Boden dieſen oder jenen anorganiſchen Beſtandtheil nicht beſitzt, den dieſe oder jene Culturpflanze bedarf. Allein die Erfahrung beweiſt ſchon ſeit Jahrtauſenden, daß es dieſer Muͤhe entweder nicht bedarf, oder daß ſie ohne⸗ hin ſchon nebenher und unbewußt bei dem bisherigen Duͤngungs⸗ verfahren mit erledigt wird. Hier iſt der Ort, uͤber die wahre Bedeutung dieſer an⸗ organiſchen Baſen fuͤr das Pflanzenleben dasjenige einzu⸗ ſchalten, was man hieruͤber bis jetzt weiß oder wenigſtens mit Grund vermuthet. Bisher wurden dieſe Stoffe ſehr oft Reizmittel ge⸗ nannt und als ſolche, obſchon ohne klares Bewußtſein deſſen, Nährnitte nohlhhtie Hülſenfri Düngekal leider auch muß man weiſen, w Erſcheinun für gleich wir daru drüͤckich empfongen müſeen, di fur die 4 wöͤhnlichen Auf Liebig, Pianzei wie ein iſt, ohn? teijenden( ſäbſtändig Derſe „In den ſchiedenſte hegen, d Spiel des den Flecht ſture in d trauben un Rehnäͤßle mentlich hir⸗ andtheile zu ttigen Beziehung tes Bodens und aß die Qualitaͤt huͤltig iſt, daß herbacea, der um, und eine ohne Salzgehalt gegeben wurde, er anorganiſchen g ſei, ſo ſcheint nzenerziehet die dieſe ſpeciellen u den einzelnen eln und darauf gzu begründen, hen Beſtandthei bedarf. Jahrtauſenden, er daß ſie ohne⸗ gen Duͤngung⸗ utung dieſet an⸗ dasjenige einz oder wenigfeen eiznittel ge⸗ Barußtſein Von der Nahrungsaufnahme. 145 deſſen, was man damit ſagen wollte, von den Naͤhrmitteln unterſchieden. Man ſagte, der Gyps iſt ein ſehr wohlthaͤtiges Reizmittel fuͤr den Klee und uͤberhaupt fuͤr die Huͤlſenfruͤchte(Leguminoſen); etwas Aehnliches ſagte man vom Duͤngekalke, vom Duͤngeſalze ꝛc. Allein dieſe Anſicht, die leider auch jetzt noch bei vielen denkenden Landwirthen feſtſitzt, muß man unbedingt in die Kategorie der Irrthuͤmer ver⸗ weiſen, welche aus der unſeligen Deutungsſucht pflanzlicher Erſcheinungen nach aͤhnlich ſcheinenden und daher voreilig fuͤr gleich genommenen thieriſchen hervorgehen, und auf welche wir darum gleich auf der erſten Seite unſeres Buches aus⸗ druͤcklich hinwieſen. Um durch ein Reizmittel einen Eindruck empfangen zu koͤnnen, haͤtten die Gewaͤchſe Nerven haben muͤſſen, die ſie entſchieden nicht beſitzen, weshalb es alſo auch fuͤr die Pflanzen keine Reizmittel im thieriſchen, d. h. ge⸗ woͤhnlichen Sinne geben kann. Auf dem entgegengeſetzten Standpuncte befindet ſich Liebig, welcher(a. a. O. S. 85) ſagt:„Die Wurzel einer Pflanze in der Erde verhaͤlt ſich zu allen geloͤſten Stoffen wie ein Schwamm, der das Fluͤſſige und Alles, was darin iſt, ohn? Auswahl einſaugt.“— Dieß ſchließt freilich allen reizenden Einfluß der Bodenbeſtandtheile aus, ebenſo wie alle ſelbſtſtaͤndige Thaͤtigkeit der ſich ernaͤhrenden Pflanze. Derſelbe ſagt aber auf den folgenden Seiten Folgendes: „In den verſchiedenen Pflanzen⸗Familien finden wir die ver⸗ ſchiedenſten Saͤuren; Niemand kann nur entfernt die Anſicht hegen, daß ihre Gegenwart, daß ihre Eigenthuͤmlichkeit ein Spiel des Zufalls ſei. Die Fumarſaͤure, die Oralſaͤure in den Flechten, die Chinaſaͤure in den Rubiaceen, die Roccell⸗ ſaͤure in der Roccella tinctoria, die Weinſaͤure in den Wein⸗ trauben und die zahlreichen anderen organiſchen Saͤuren, ſie Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. 10 146 Zehntes Kapitel. muͤſſen in dem Leben der Pflanze zu gewiſſen Zwecken dienen. Das Beſtehen einer Pflanze kann ohne ihre Gegenwart nicht gedacht werden.“ „In dieſer Vorausſetzung aber, welche fuͤr unbeſtreitbar gehalten werden darf, iſt irgend eine alkaliſche Baſis ebenfalls eine Bedingung ihres Lebens, denn alle“—(ſoll wohl heißen die meiſten)—„dieſe Saͤuren kommen in der Pflanze als neutrale“*) oder ſaure Salze vor. Es giebt keine Pflanze, welche nicht nach dem Einaͤſchern eine kohlenſaͤurehaltige Aſche hinterlaͤßt, keine alſo, in welcher pflanzenſaure Salze fehlen.“ „Von dieſem Geſichtspuncte aus betrachtet, gewinnen dieſe Baſen eine fuͤr die Phyſiologie und Agricultur hoch⸗ wichtige Bedeutung, denn es iſt klar, daß die Quaniitaͤten dieſer Baſen, wenn das Leben der Pflanzen in der That an ihre Gegenwart gebunden iſt, unter allen Umſtaͤnden eben ſo unveraͤnderlich ſein muͤſſen, als es, wie man weiß, die Saͤttigungscapacitaͤt der Saͤuren iſt.“ „Es iſt kein Grund vorhanden, zu glauben, daß die Pflanze im Zuſtande der freien ungehinderten Entwickelung mehr von der ihr eigenthuͤmlichen Saͤure producire, als ſie gerade zu ihrem Beſtehen bedarf; in dieſem Falle aber wird eine Pflanze, auf welchem Boden ſie auch wachſen mag, ſtets eine nie wechſelnde Menge alkaliſcher Baſis enthalten. Nur die Cultur wird in dieſer Hinſicht eine Abweichung bewirken koͤnnen. „Um dieſen Gegenſtand zum klaren Verſtaͤndniß zu bringen, wird es kaum noͤthig ſein, daran zu erinnern, daß ſich alle dieſe alkaliſchen Baſen in ihrer Wirkungsweiſe *) Ein ſaures Salz iſt ein ſolches, in welchem die Säure vor⸗ herrſcht, ein neutrales, in welchem Säure und Baſis einander abge⸗ ſtumpft oder ausgeglichen(neutraliſirt) haben. Saſis erſe vertrete nothvendi wird, wen nährend ſ „We Pirkungn Tequivalen Diſſe des im Al gſchen W welchen! kutze Erk gegenfeitg aͤnes des traliſtren Säure m Salze ſir wie z. B erde und baſiſche kohlenſaur Kali nicht neutrale ſamdet v Kali.§ die Nuut geſchieht; Das Baſe bis zuſzunehm Zwecken dienen Gegenwart fich fuͤr unbeſtreitbar Baſis ebenfalls ſſoll wohl heißen der Pflanze als keine Pflanze aurehaltige Aſche ke Salze fehlen.“ achtet, gewinnen Agricultur hoch⸗ die Quantitaͤten in der That an nſtäͤnden eben ſo man weiß, die lauben, daß di ten Entwickelung roducite, als ſi em Falle aber den ſie auch elnde Menge die Cultur vird koͤnnen. ndriß zu bingen „daß ſich alle irkungsweiſe em dir Stunt bor⸗ zaſß einander abge⸗ Von der Nahrungsaufnahme. vertreten koͤnnen, daß mithin der Schluß, zu dem wir nothwendig gelangen muͤſſen, in keiner Beziehung gefaͤhrdet wird, wenn eine dieſer Baſen in einer Pflanze vorkommt, waͤhrend ſie in einer andern Pflanze derſelben Art fehlt.“ „Wenn dieſer Schluß wahr iſt, ſo muß die fehlende Baſis erſetzt und vertreten ſein durch eine andere von gleichem Wirkungswerthe, ſie muß erſetzt ſich vorfinden durch ein Aequivalent von einer der anderen Baſen.“— Dieſe Worte, welche eine ſehr dankenswerthe Bereicherung des im Allgemeinen jetzt immer noch geringen pflanzenphyſiolo⸗ giſchen Wiſſens enthalten, beduͤrfen fuͤr diejenigen unſerer Leſer, welchen keine chemiſchen Kenntniſſe zu Gebote ſtehen, eine kurze Erklaͤrung. Zwiſchen Saͤuren und Baſen beſteht das gegenſeitige Verhalten zu einander, ſich zu verbinden und eines des anderen Wirkung aufzuheben, einander zu neu⸗ traliſiren. Das, was aus einer ſolchen Verbindung einer Saͤure mit der Baſe hervorgeht, nennt man ein Salz. Die Salze ſind ſauer, wenn in ihnen die Saͤure vorherrſcht, wie z. B. der Alaun(deſſen Saͤure durch die Baſis, Thon⸗ erde und Kali, nicht ganz unwirkſam gemacht iſt); ſie ſind baſiſche, wenn die Baſis vorherrſcht, wie z. B. das einfach kohlenſaure Kali(worin die ſchwache Kohlenſaͤure das ſtaͤrkere Kali nicht zu uͤberwinden vermag); oder endlich ſie ſind neutrale, wenn Saͤure und Baſe einander in ihrer Wirk⸗ ſamkeit voͤllig aufheben, wie z. B. im doppelt⸗kohlenſauren Kali. Hierbei iſt es nun gleichguͤltig, durch welche Baſis die Neutraliſation einer Saͤure(die Bildung eines Salzes) geſchieht; es kann hierbei eine Baſis die andere vertreten.— Das Vermoͤgen einer Saͤure, eine beſtimmte Menge einer Baſe bis zu dem Verſchwinden ihrer ſauren Beſchaffenheit aufzunehmen, heißt ihre Saͤttigungscapacitaͤt. In dieſer 10* 148 Zehntes Kapitel. 2 2. 22„„ 0 6 e nend Saͤttigungscapacitaͤt ſind die verſchiedenen Saͤuren nicht uͤber⸗ iane einſtimmend, die eine bedarf eine groͤßere, die andere eine fei geringere Quantitaͤt von einer Baſe, um geſaͤttigt zu werden. 1n— Hiernach iſt alſo die oben mitgetheilte Liebig'ſche Mei⸗ nung von dem Werthe dieſer anorganiſchen Baſen fuͤr das uns c Pflanzenleben dahin zu verſtehen, daß dieſelben der Pflanze fhr 1 noͤthig ſind, um die Saͤuren zu neutraliſiren, und zwar in du En der Quantitaͤt, die hierzu noͤthig iſt. hi nüͤſ Dieſe Meinung iſt nicht nur in der Theorie richtig(da 18 m man ſelten freie Saͤuren, ſondern ſie meiſt mit Baſen zu ni ſden Salzen verbunden findet), ſondern ſie hat ſich auch mehrfach giein; praktiſch bewaͤhrt, da man in der Aſche einer Pflanze die 8) wü Salze bald von dieſer, bald von einer anderen Baſe gebildet Nam i vorfand, je nachdem dieſe oder jene im Boden vorhanden Knded z geweſen war Vollkommen richtig iſt ſie z. B. in Beziehung 2 1 auf den kleeſauren Kalk, den man ſo oft als wirkliche hin⸗ laͤnglich große Kryſtalle in den Zellen faſt aller Pflanzen findet. Allein nichtsdeſtoweniger erledigt dieſe neue Belehrung noch nicht alle Zweifel. Dabei bleibt noch Manches unentſchieden, z. B. ob die Pflanze gerade nur ſo viel an Baſen aufnimmt, als die Saͤt⸗ tigungscapacitaͤt ihrer Saͤuren erheiſcht, oder ob ſie mehr und (wie Liebig meint) ohne Willen ſo viel aufnimmt, als ihr die 1 Bodenfeuchtigkeit zufuͤhrt, um alsdann das Ueberſchuͤſſige (uͤber das Saͤttigungsbeduͤrfniß der Saͤuren Aufgenommene) wieder auszuſcheiden,— ob ſie die Baſen deswegenau fnimmt, weil ihr die freien Saͤuren nachtheilig ſein wuͤrden, oder ob ſich Saͤuren und Baſen im Pflanzenleibe nach ihrer chemiſchen Wahlverwandtſchaft(ohne Beruͤckſichtigung des Beduͤrfniſſes des Pflanzenlebens) verbinden, wie ſie es immer thun, wenn ſie ſich begegnen,— ob ſie endlich(außer den ſo haͤufig vor⸗ zuren nicht über die andere eine ättigt zu werden. Liebigſche Me⸗ n Baſen fuͤr das ben der Pflanze n, und zwar in heorie richig(da t mit Baſen zu h auch mehrfach ner Pflanze die / Baſe gebildet den vorhanden . in Beziehung s wirkliche hin⸗ Pfanzen findet neue Belehrung n, z. B. ob die nt, als die Sit⸗ ʒb ſie meht und umt, als iht die Veberſchüſſige Aufgenommen) wegenau fnimmt, vünden, oder oh h ibre cemiſen des Bedliiſe nner thun, wenn n ſo häͤufig vor 149 Von der Nahrungsaufnahme. kommenden wirklichen Salzkryſtallen) in der lebenden Pflanze als dieſelben Verbindungen enthalten geweſen ſind, als welche wir ſie in ihrer Aſche finden. Aus dem Allen ergiebt ſich, daß unſer Wiſſen von dem, was als Nahrung fuͤr die Pflanze zu betrachten ſei, noch ſehr mangelhaft iſt. Der praktiſche Landwirth weiß freilich aus Erfahrung, wie ein Boden ausſehen, wie er beſchaffen ſein muͤſſe, um fuͤr die Pflanzen eine reiche Nahrungsquelle zu ſein. C. Sprengel hat einen ſolchen Boden analyſirt, und wir ſetzen das Recept zu einem nach dieſer Analyſe zuſammen⸗ geſetzten Boden hierher, wie es Wiegmann und Polstorff(a. a. O.) mittheilen, jedoch mit der ausdruͤcklichen, fuͤr jeden denkenden Mann freilich unnoͤthigen Bemerkung, daß ein Boden ganz anders zuſammengeſetzt und dennoch ſehr fruchtbar ſein kann. In 100 Theilen enthielt der Boden: 1) reinen Quarzſannd..861,26, 2) ſchwefelſaures Kali.. 0,34, 3) trockenes Kochſalz...... 0,13, 4) gebrannten Gypoppßs..... 1.,25, 5) geſchlemmte Kreie„ 10,00, 6) kohlenſaure Magneſia..5.,00, 7) Manganoxyd.. 70,00, 8) Eiſenoxyd......... 10,00, 9) Alaunerde, aus Alaun gefällt 15,00, 10) phosphorſauren Kalk. 15,60, 11) humusſaures Kali.„ 3,41, 12) humusſaures Natron 2,22, 13) humusſaures Ammoniga 10,29, 14) humusſauren Kal.3.,,07, 15) humusſaure Talkerde. 1,97, 16) humusſaures Eiſenod 3.,,32, 17) humusſaure Alaunerdre 4,64, 18) unlöslichen Humus(Humuskohle) 50,00, 1000,00. 150 Zehntes Kapitel⸗ Ob nun die große Fruchtbarkeit eines ſolchen Bodens durch die große Reichhaltigkeit an manchfaltigen chemiſchen Verbindungen uͤberhaupt, oder durch eine oder einige der⸗ ſelben vorzugsweiſe bedingt ſei, iſt vor der Hand noch nicht zu entſcheiden. Jedenfalls haben wir alle Urſache, am Ende dieſes Ab⸗ ſchnittes, in welchem wir von den Naͤhrmitteln der Gewaͤchſe redeten, noch auf den großen Einfluß der phyſiſchen Be⸗ ſchaffenheit des Bodens hinzuweiſen, welchen dieſe auf des letzteren Fruchtbarkeit ausuͤbt. Ein gewiſſer Grad von Locker⸗ heit und Ausgeglichenheit ſeiner Gemengtheile, der Zerklei⸗ nerung namentlich ſeiner mineraliſchen Grundmaſſe, ein an⸗ gemeſſenes Verhalten fuͤr die Aufnahme und Feſthaltung der atmoſphaͤriſchen Niederſchlaͤge, eine angemeſſene Erwaͤrmungs⸗ faͤhigkeit, ein nicht zu geringes, aber eben ſo wenig zu ſtarkes Aneinanderhaften der Maſſentheilchen des Bodens: das Alles kommt bei der Beſtimmung der Fruchtbarkeit eines Bodens gar ſehr in Betracht und iſt von dieſer Seite jedem auf⸗ merkſamen Landwirthe nur zu bekannt. Wir ſchließen dieſen Abſchnitt mit der Bemerkung, daß allerdings die Chemie den Landwirthen uͤber Pflanzenernaͤh⸗ rung ſchon manchen dankenswerthen Fingerzeig gegeben hat, und daß mit Zuverſicht zu erwarten iſt, es werde dieß in naher Zukunft noch vielfaͤltig und mit noch mehr Erfolg ge⸗ ſchehen, daß jedoch Diejenigen gewiß im Irrthum ſind, welche nun eben alles Heil hierin allein von der Chemie erwarten. Die Pflanze iſt und bleibt ein lebender Organismus, der nimmermehr ein Unterthan der chemiſchen und phyſikaliſchen Geſetze iſt; und ebenſo iſt und bleibt die Landwirthſchaft eine Erfahrungswiſſenſchaft, die zwar, will ſie nicht im Finſtern tappen, von der Wiſſenſchaft Belehrung anzunehmen hat, die abe kennen? fäͤigung Was glernt h ſein wi daß ſie Nahrune richts! Weiteres auftahm ſenigen aufnehm ſtehen, alle ub welche rung z aus der X geoß der Das T. wit der MManz 3 eigenti chenen die und dich, ſolchen Boden luigen chemiſhen oder einige der⸗ Hand voch nicht Ende dieſes Ab⸗ teln der Gewaͤchſe t phyſichen Be en dieſe auf des Grad von Locker eile, der Zerkle⸗ dmaſſe, ein an⸗ Feſthaltung der e Erwaͤrmungs⸗ vpenig zu ſtarkes dens: das Alles it eines Bodene zaͤte jedem auf Bemerkung, daß Pfanzenernaͤh⸗ ig gegeben hat, werde dieß in mehr Erfolg ge— hum ſind wach Chemie ervattn Drganisnus, de und phyſkelſchn ndvithicft aie riht in inſem anzunehmen hat⸗ Von der Nahrungsaufnahme. 151 die aber nichts a priori, ſondern nur das fuͤr wahr aner⸗ kennen darf, was durch umſichtig angeſtellte Verſuche Be⸗ ſtaͤtigung findet. 3. Art der Nahrungsaufnahme. Was wir fruͤher unter dem Namen der Endosmoſe kennen gelernt haben, iſt Alles, was wir hieruͤber wiſſen; und in— ſofern wir wenigſtens uns noch nicht davon uͤberzeugen koͤnnen, daß ſie ausreiche, um das Eindringen und Aufſteigen des Nahrungsſaftes zu erklaͤren, ſo wiſſen wir eigentlich noch nichts hieruͤber. Die Endosmoſe darf um ſo weniger ohne Weiteres als der allgemein geltende Grund der Nahrungs⸗ aufnahme angeſehen werden, als man ſie hoͤchſtens bei den⸗ jenigen Pflanzen anzunehmen einiges Recht hat, deren nahrungs⸗ aufnehmende Zellen mit tropfbarem Waſſer in Beruͤhrung ſtehen, von denen man ſie aber in gutem Glauben ſofort auf alle uͤbrigen Pflanzen anwendete und uͤbertrug, auch auf die, welche nachweisbar ſich naͤhren, ohne mit Waſſer in Beruͤh⸗ rung zu kommen. Nur ſoviel wiſſen wir, daß die Pflanze aus der Außenwelt Nahrung aufnimmt. Wir ſehen hier wieder einmal recht augenſcheinlich, wie groß der Unterſchied zwiſchen Pflanzen⸗ und Thierleben iſt. Das Thier hat aufnehmende und ausſcheidende Kanaͤle, welche mit der Außenwelt in unmittelbarer Verbindung ſtehen; den Pflanzen fehlen ſie. Inſofern wir, wenn wir von einer Aufnahme ſprechen, eigentlich eine Kenntniß der dabei entwickelten formell ausgeſpro⸗ chenen Activitaͤt der aufnehmenden Pflanze vorausſetzen muͤſſen, die uns aber wenigſtens in ihrer Unzweifelhaftigkeit noch ge⸗ bricht, ſo ſollten wir billig nicht von einer(fuͤr die Pflanzen 1⁵52 Zehntes Kapitel. activen) Aufnahme der Nahrung, ſondern vielmehr von einem (fuͤr die Pflanzen paſſiven) Eindringen derſelben reden. Die Nahrung dringt zwar vorzugsweiſe an der Wurzel und an den Blaͤttern ein, jedoch ſcheint dafuͤr die ganze Oberflaͤche der Pflanze empfaͤnglich zu ſein, ſoweit ihre Zellen noch lebensthaͤtig ſind. Am lebhafteſten iſt das Eindringen der Nahrung an den ſogenannten Thauwurzeln, den aͤußerſten feinſten Endſpitzen, welche gewoͤhnlich ſehr zart und weißlich oder gelblich gefaͤrbt ſind. Sie ſind in nahrungsarmen Boden, ſowie dann mehr oder weniger die ganze Wurzel, faſt immer mit ſehr feinen Haͤrchen beſetzt, namentlich aber auch dann, wenn die Wurzel nicht im Boden, ſondern in einer feuchten Atmoſphaͤre vege⸗ tirt, was man im Fruͤhjahr an ſolchen Kartoffeln ſehen kann, welche in feuchter Kellerluft keimen. Auch ſolche Pflanzen, welche einen nur kleinen Wurzelkoͤrper haben und obendrein in einem leicht austrocknenden Boden ſtehen, haben gewoͤhn⸗ lich Wurzelhaare, wie die Getreidegraͤſer. Dieſe Wurzelhaare ſcheinen namentlich faͤhig und dazu beſtimmt zu ſein, dunſt⸗ foͤrmiges Waſſer aufzunehmen. Pflanzen einer und derſelben Art haben in magerem Boden gewoͤhnlich eine ausgebreitetere Wurzelbildung als in nahrungsreicherem, was man nament⸗ lich an ſolchen Arten ſehen kann, die uͤberall wild wachſen, aber auch auf cultivirtem fruchtbaren Boden vorkommen, wie z. B. der kleine Ampfer, Rumex Acetosella. Dieſer Wur⸗ zelvermehrung liegt ohne Zweifel die Abſicht zum Grunde, die aufſaugende Flaͤche zu vergroͤßern, um die kaͤrgliche Nah⸗ rung deſto vollſtaͤndiger ſich aneignen zu koͤnnen. Bei einiger Uebung kann man dann aus der Beſchaffenheit der Wurzel einen ziemlich ſicheren Schluß auf die Armuth oder den Reich⸗ thum des Bodens machen. trocknet ſi Da aus dene gäit Parzelhe Wichigt waͤchſe, ther wied V gellen ge in ihret wind der eniges! ihre ein unendlich bermäͤden vor der den erſte Flaͤche: dboͤacht V deſſen b V ſchnitten lich wie ſieht die Aushebe wralch mehr n man zu weil di rigſtens den im audhauc mehr von einen den reden. an der Wukzel dafuͤr die gan⸗ ſweit ihre zelln Nahrung an den inſten Endſyitzen, gelblich gefänbt owie dann weyr mit ſehr feinen venn die Wurzel tmoſphaͤre vege⸗ eln ſehen kann, olche Pflanzen, und obendrein haben gewoͤhn⸗ iſe Wurzelhaare zu ſein, dunſ⸗ er und derſelben ausgebreiteter 3 man nament⸗ wild wachſen, orkommen, wie Dieſer Wur⸗ zum Grunde ekärgliche ah⸗ en. Bi einiger heit dr Butzel dder den Reich Von der Nahrungsaufnahme. 153 Da das Leben einer Pflanze nur im Leben der Zellen, aus denen ſie beſteht, beruht, ſo iſt natuͤrlich, daß die un⸗ geſtoͤrte Lebensthaͤtigkeit der aͤußerſten nahrungaufnehmenden Wurzelzellen fuͤr das Leben der ganzen Pflanze von großer Wichtigkeit iſt. Hierauf beruht die Erſcheinung, daß Ge⸗ waͤchſe, deren aͤußerſte Wurzelſpitzchen beim Verpflanzen ver⸗ trocknet ſind, entweder nachher lange kuͤmmern und ſich nicht eher wieder erholen, als bis ſich neue aufſaugungsfaͤhige Zellen gebildet haben, oder ganz ſterben. Die Wurzel kann in ihrer Hauptmaſſe uͤbrigens noch ganz geſund ſein, es wird dennoch obige Erſcheinung eintreten, weil nicht ſie als einiges und ungetheiltes Aufſaugungsorgan functionirt, ſondern ihre einzelnen Zellen als eben ſo viele ſelbſtſtaͤndige, obgleich unendlich kleine Aufſaugungsorgane. Um obigen Nachtheil zu vermeiden, pflegt man ſowohl die Wurzeln als die Zweige vor der Verpflanzung zu beſchneiden. Erſteres ſcheint auf den erſten Blick ganz verkehrt zu ſein, da man die aufſaugende Flaͤche verringert, waͤhrend man eher auf eine Vergroͤßerung bedacht ſein ſollte. Jedoch an den mit einem ſcharfen Meſſer, deſſen man ſich dabei wohlweislich bedient, ganz glatt ge⸗ ſchnittenen Schnittflaͤchen dringt die Bodenfeuchtigkeit, aͤhn⸗ lich wie bei einem Stecklinge, mehr mechaniſch ein, und ver⸗ ſieht die Pflanze einſtweilen mit Nahrung, bis die durch das Ausheben und Umſetzen in ihrer Function geſtoͤrten Saug⸗ wuͤrzelchen ſich wieder ausgeheilt oder bis, wenn dieß nicht mehr moͤglich war, ſich deren neue gebildet haben. Daß man zugleich oben die Zweige zuruͤckſtutzt, geſchieht deswegen, weil die entweder an ihnen ſchon vorhandenen oder ſich we⸗ nigſtens bald entfaltenden Blaͤtter durch ihre Verdunſtung den im Pflanzenkoͤrper vorhandenen Nahrungsvorrath ſchneller aushauchen wuͤrden, als er an der, durch das Verſetzen 154 Zehntes Kapitel. geſtoͤrten Wurzel durch Einſaugung erſetzt werden kann. Durch dieſes Stutzen bringt man alſo Einſaugung und Aus⸗ hauchung in ein richtiges Verhaͤltniß. Daß außer der Wurzel namentlich die Blaͤtter Nahrung aus der Atmoſphaͤre oder(an den Waſſergewaͤchſen) aus dem Waſſer einſaugen, wird allgemein angenommen, es iſt aber der dabei ſtattfindende Hergang formell wohl noch weniger als bei der Wurzeleinſaugung aufgehellt. Man hat aus dem Boden gehobene Pflanzen einige Zeit lang dadurch am Leben erhalten, daß man einige ihrer Blaͤtter unter Waſſer tauchte. Jedoch beweiſt dieſe Beobachtung fuͤr die normale Function des Blattes, als nahrungeinſaugenden Organes, noch nichts, ſondern zeigt blos, daß das Zellenleben uͤberall ſelbſtthaͤtig wirkſam ſein kann, ſobald man durch zu dem Ende veraͤnderte Umſtaͤnde dieſe Selbſtſtaͤndigkeit veranlaßt und weckt. Das Eindringen der Nahrung, gas⸗dunſtfoͤrmig oder tropfbar fluͤſſiger, kann entweder durch die Spaltoͤffnungen (S. 57) oder durch die Oberhautzellen ſtattfinden. Durch erſtere kann es bei den unter Waſſer bleibenden Blaͤttern und auf der Unterſeite ſchwimmender Blaͤtter nicht geſchehen, weil ſie hier fehlen. So hat z. B. die bekannte Nixblume(Nu- phar und Nymphaea) nur auf der der Luft zugekehrten Flaͤche ihrer ſchwimmenden Blaͤtter Spaltoͤffnungen, die daher ent⸗ weder blos der Aushauchung gasfoͤrmiger Ausſcheidungsſtoffe oder zur Einſaugung atmoſphaͤriſcher Naͤhrſtoffe dienen koͤnnen. Bei den uͤbrigen Pflanzenblaͤttern ſcheinen hingegen die Ober⸗ hautzellen weniger zur Aufnahme von Nahrungsſtoffen geeig⸗ net zu ſein, weil ſie in den meiſten Faͤllen mit der mehr oder weniger verdickten Cuticula bekleidet ſind(S. 57). So er⸗ leidet alſo die Faͤhigkeit der Blaͤtter, Nahrung aufzunehmen, gewiſſe Einſchraͤnkungen, und man kann ſie wenigſtens nicht als g die Wu Eh ſſanten rungsſto waͤhlen, darauf; aufneym dieſelbe V rimmt antwor den V wegen, Zalle ei lange N den Ze Eindrit 8 & Nahru halb de Ei durh g nur bie das le fernere muͤſſen ein Ue ſtabile, Jufüͤhrt Unaush t werden kann, ugung und Aus⸗ Wätter Nahrung waͤchſen) aus den mmen, es iſt aher ohl noch weniger Nan hat aus den dadurch am keben er Waſſer tauchte normale Funciion anes, noch nichte, berall ſelbſtthͤtg Ende veraͤnderte d weckt. dunſtförmig oder e Spaltoffnungen attfinden. Dund den Blättern und it geſchehen, weil te Nirblume Iur zugekehrten Rlache 1, die daher ent⸗ lusſcheidungsſtff offe dienen kinna jingegen d die grungsſtofen gig⸗ nit der mer ode 6. 5)) So el⸗ rung ufanchne ſe veniglen ni Von der Nahrungsaufnahme. 155 als gleichthaͤtige Mitarbeiter, ſondern nur als Gehuͤlfen neben die Wurzelernaͤhrung ſtellen. Ehe wir uͤbergehen zu der Beſprechung der ſehr inter⸗ eſſanten Frage wegen des Vermoͤgens der Pflanze, ihre Nah⸗ rungsſtoffe nach ihrem Beduͤrfniſſe unter mehreren auszu⸗ waͤhlen, haben wir eine nicht minder intereſſante und ſchwierige darauf zu ſtellen, ob die Pflanze ununterbrochen Nahrung aufnehme oder nicht, vorausgeſetzt, daß ihr ununterbrochen dieſelbe zu Gebote ſteht. Wer ein endosmotiſches Eindringen der Nahrung an⸗ nimmt, hat dadurch ohne Weiteres dieſe Frage mit Ja be⸗ antwortet, denn die Saͤfte inner⸗ und außerhalb der einſaugen⸗ den Wurzelzelle muͤſſen fortwaͤhrend different ſein, ſchon des⸗ wegen, weil ſofort die eben aufgenommene Nahrung in der Zelle einer Umaͤnderung unterworfen wird; es muß alſo, ſo lange Nahrung in der unmittelbaren Umgebung der einſaugen⸗ den Zellen vorhanden iſt, ohne Unterbrechung endosmotiſches Eindringen derſelben ſtattfinden. Die Gruͤnde zu der Unterbrechung des Eindringens der Nahrung koͤnnen alſo nicht innerhalb, ſondern muͤſſen außer⸗ halb der Pflanze liegen. Eine gaͤnzliche Unterbrechung der Nahrungsaufnahme durch gaͤnzlichen Nahrungsmangel kann eine Pflanze gewiß nur bis zu dem Augenblicke ertragen, wo durch die Blaͤtter das letzte uͤberſchuͤſſige Waſſer ausgehaucht und dadurch die fernere Zellenthaͤtigkeit aufgehoben wird, die, wie wir glauben muͤſſen, nur in der Umbildung der Zellenfaͤfte beruht. Durch ein Ueberfuͤhren der Einſchluͤſſe benachbarter Zellen in eine ſtabile, chemiſch gleiche Qualitaͤt, die nicht fortwaͤhrend durch Zufuͤhrung waͤſſeriger Fluͤſſigkeit differenzirt werden kann, muß unausbleiblicher Tod der Zellen die Folge ſein. Zehntes Kapitel. Daher haben diejenigen Pflanzen, welche in heißen Kli⸗ maten auch waͤhrend der groͤßten Hitze lebensthaͤtig bleiben und dabei eine ſehr unbedeutende Wurzel haben(Cactus, Aloë, Mesembryanthemum, Sedum), nicht nur gewoͤhnlich eine ſehr ſtarke Cuticula, ſondern auch dicke fleiſchige Blaͤtter, d. h. moͤglichſte Verringerung der der Atmoſphaͤre (und ſomit der Verdunſtung) ausgeſetzten Flaͤche. Bekanntlich leiden die baumartigen Gewaͤchſe durch Nahrungsmangel weniger als Kraͤuter und Graͤſer, was un⸗ erklaͤrlich waͤre, wenn der ganze Koloß ein lebendiges In⸗ dividuum und an ihm jede einzelne Zelle wahrhaft lebens⸗ thaͤtig waͤre und ſomit einen ewigen Nahrungsaustauſch er⸗ heiſchte. Er bedarf der Nahrung aber nicht fuͤr jeden Maſſen⸗ theil ſeines Geſammtleibes, ſondern nur fuͤr die Bluͤthen und Blaͤtter, alſo, wenn wir es nach dem Gewicht ausdruͤcken wollen, fuͤr einen unbedeutend kleinen Theil ſeines Geſammt⸗ gewichtes. Bei anhaltender Trockenheit leiden die meiſten Baͤume erſichtlich faſt nicht; man kann daher annehmen, daß in dieſer Zeit der organiſirte Erdboden(wie wir den Holz⸗ koͤrper nannten) ausgebeutet wird, wenn der allgemeine Er⸗ naͤhrer(die Außenwelt) nichts mehr hergiebt. Die Folge fuͤr den Holzkoͤrper ſelbſt beſteht blos darin, daß er mehr oder weniger an Zuwachs verliert, es wird und kann weniger Nahrungsſtoff auf ſeine Verjuͤngung, den neuen Jahresring, verwendet werden. Das Verhaͤltniß des Holzkoͤrpers zu den aſſimilirenden Theilen iſt bei einem krautartigen Gewaͤchs hinſichtlich der Maſſe viel mehr gleich, erſterer kann von letzteren ſehr bald erſchoͤpft werden. So finden wir denn, daß eine von außen herruͤhrende Unterbrechung oder Beſchraͤnkung der Nahrungszufuͤhrung mit der Tyelldi linets i Vor Landwirt hinze heit wiede de vieſi Ales auf ddet ob dargehot nehmen. antwort großer W weſſe n Frage keit d gewiſſe ihres( denſelb gedeihen. Äd an, erf zugswe ihret 9 Boden bedingu wachſen Weiſe a audſchei he in heißen Ki ensthaͤtig bleiben haben(Cactus ͤt nur gewohnlic fleiſchige Bläter er Atmoſphaͤre ſetzten Flaͤche. Gewaͤchſe durc Grͤſer, was un⸗ n lebendiges In⸗ wahrhaft lebens⸗ nngsaustauſch er⸗ uͤr jeden Maſſen⸗ ie Bluͤthen und wicht ausdruͤcken ſeines Geſammt⸗ den die meiſten t annehmen, daß ie wir den Holz er allgemeine Er Die Folge fir ß er mehr oder d kann weniger zuen Jahrebing, den aſſimilienden s hinſchlich de lezteun ſchr bad ußen herrihrende agrunguführun Von der Nahrungsaufnahme. 157 mit der Energie der Aſſimilation(wozu als integrirender Theil die Ausduͤnſtung gehoͤrt) und dem Umfange des Holz⸗ koͤrpers in directem Zuſammenhange ſteht. Von jeher hat eine andere hier einſchlagende Frage die Landwirthe wie die Naturforſcher beſchaͤftigt, naͤmlich die, ob die Pflanzen wirklich, wie Liebig neuerlich mit ruͤckhaltloſer Beſtimmt⸗ heit wieder ausgeſprochen hat(obgleich dem gleich darauf Folgen⸗ den vielfaͤltig widerſprechend!), willenlos„wie ein Schwamm“ Alles aufſaugt, was in geloͤſtem Zuſtande ihr geboten wird, oder ob ſie das Vermoͤgen habe, unter den ihr gleichzeitig dargebotenen Naͤhrmitteln zu waͤhlen, d. h. das eine aufzu⸗ nehmen, das andere zu verſchmaͤhen Die befriedigende Be⸗ antwortung dieſer Alternative iſt zunaͤchſt um deswillen von großer Wichtigkeit, weil ſie zugleich eine, wenn auch moͤglicher⸗ weiſe nur einſeitig negative Beantwortung der wichtigen Frage bieten wuͤrde, worin eigentlich die Nothwendig⸗ keit des Fruchtwechſels bedingt ſei. Wir kennen vor der Hand das Factum, daß namentlich gewiſſe, in großer Ausdehnung gebaute Culturpflanzen nach ihres Gleichen oder auch nach gewiſſen anderen Arten auf demſelben Boden unmittelbar hinter einander nicht gut gedeihen. Als Grund nimmt man gewoͤhnlich vorzugsweiſe Zweierlei an, erſtens, daß jede Pflanzenart aus ihrem Boden vor⸗ zugsweiſe gewiſſe Naͤhrſtoffe entnehme und dadurch alſo ihrer Nachfolgerin derſelben Art einen dieſer Stoffe beraubten Boden hinterlaſſe, ſo daß dieſe alsdann ihre noͤthigſten Lebens⸗ bedingungen in dem Boden nicht vorfinde und deshalb nicht wachſen koͤnne, zweitens, daß jede Pflanzenart nach ihrer Weiſe aus der Wurzel gewiſſe Auswurfsſtoffe in den Boden ausſcheide, wodurch dann der Boden, da eine Pflanze nicht 158 Zehntes Kapitel. von ihren eigenen Auswurfsſtoffen leben koͤnne, fuͤr andere Pflanzen derſelben Art unfruchtbar werde. Beide Faͤlle koͤnnen, wenn ſie in Wirklichkeit beſtehen, jeder fuͤr ſich oder beide vereinigt, allerdings die Nothwendig⸗ keit des Fruchtwechſels bedingen. Allein die Beweisfuͤhrung beider Annahmen iſt ſchwer, wenn nicht unmoͤglich und vor der Hand als noch nicht genugſam erledigt anzuſehen. Der Augenſchein, wie ihn der chemiſche Beſtand der verſchiedenen Pflanzen darbietet, ſcheint allerdings im hoͤchſten Grade die Wahlvermoͤgenstheorie, wie wir ſie in der Kuͤrze nennen wollen, zu unterſtuͤtzen. Derſelbe Quadratfuß Boden⸗ flaͤhhe, derſelbe Kubikfuß Luft, dieſelbe Maſſe atmoſphaͤriſcher Niederſchlaͤge ernaͤhrt dicht neben einander, alſo aus der⸗ ſelben uͤbereinſtimmend zuſammengeſetzten Nah⸗ rungsquelle, z B. einen Schachtelhalm, Equisetum hiemale, und einen Stock des Mauerpfeffers, Sedum acre; in erſterem finden wir einen uͤberraſchend großen Gehalt an Kieſelſaͤure(wodurch die ganze Oberflaͤche der Pflanze ſandig⸗ rauh und zum Schleifen ſo tauglich wird), in letzterem blos Spuren davon. Hier liegt der Schluß ſehr nahe: alſo nahm der Schachtelhalm eine große Menge jenes anorganiſchen Beſtandtheiles aus dem Boden, der Mauerpfeffer aber nur ſehr wenig. Allein um dieſe Folgerung zu einer richtigen zu erheben, muͤßte vorher entſchieden werden, ob nicht vielleicht das Sedum eben ſo viel Kieſelſaͤure aufnahm, aber den Ueberſchuß(uͤber ihr geringeres Beduͤrfniß) durch die Wurzel wieder ausgeſchieden hat. Man kann alſo aus dem ungleichen Gehalte an anor⸗ ganiſchen Baſen bei Pflanzen, die unter einerlei Nahrungs⸗ bedingungen erwachſen ſind, allein noch nicht ſicher auf deren Wahlvermoͤgen ſchließen. maman far 89 man ein terchied gleich a ſolchen der der von der daß mar übrig b Quanti Subtta nommer man au beweiſen demſelb gelöſt len Wo aufgeld worden imner jedoch a des eing in Th Subſte zurück T zugleich etklaͤren wehrere Sülſt nne, fuͤr anden kichkeit beſtehen, di Nothwendig⸗ Beweisfuͤhrung öͤglich und vor zuſehen. he Beſtand der ngs im hoͤchſten ſie in der Kuͤrze adratfuß Boden⸗ e atmoſphaͤriſcher alſo aus der⸗ eſetzten Nah⸗ m, Equisetum 8, Sedum acre; roßen Gehalt an e Pflanze ſandig⸗ in letzterem bs ſehr nahe: alſo nes anorganiſchen pfeffer aber nut ner richügen zu ab richt villlich aahm, aber dan durch die Wun Gehalte an auor⸗ einerlei Nahrungé⸗ ht ſicer auf deren Von der Nahrungsaufnahme. 159 Befriedigendere Reſultate gaben die Verſuche, bei denen man einer Pflanze im Waſſer genau gemeſſene Mengen von verſchiedenen unter einander gemiſchten, wie man annahm, gleich aneignungsfaͤhigen Stoffen gleichzeitig darbot, wobei man fand, daß die Pflanzen, nachdem ſie einige Zeit in einer ſolchen gemiſchten Fluͤſſigkeit vegetirt hatten, von der einen der der Fluͤſſigkeit zugleich zugeſetzten Subſtanzen mehr als von der anderen entnommen hatten, was man dadurch fand, daß man die Fluͤſſigkeit nicht ganz aufſaugen ließ, und den uͤbrig bleibenden Reſt derſelben auf die in bekannter gleicher Quantitaͤt zugeſetzten Stoffe unterſuchte und dann durch Subtraction genau den Werth der von der Pflanze aufge⸗ nommenen Quantitaͤt fand. Bei denſelben Verſuchen fand man auch, was das Wahlvermoͤgen eigentlich noch mehr zu beweiſen ſcheint, daß ſolche anorganiſche Subſtanzen nicht in demſelben Verhaͤltniſſe wie das Waſſer, in welchem ſie auf⸗ geloͤſt waren, aufgenommen wurden, d. h. wenn von 40 Thei⸗ len Waſſer, in welchem 6 Theile einer anorganiſchen Subſtanz aufgeloͤſt waren, 20 Theile von einer Pflanze aufgeſaugt worden waren, ſo waren nicht 3 Theile von letzterer, ſondern immer weniger mit aufgenommen worden. Es kann dieß jedoch auch ſo erklaͤrt werden, daß, waͤhrend der Ueberſchuß des eingeſogenen Waſſers durch die Blaͤtter verdunſtet wurde, ein Theil der mit dem Waſſer aufgenommenen anorganiſchen Subſtanz in das Waſſer durch Wurzelausſcheidung wieder zuruͤckkehrte. Die Anhaͤnger der Endosmoſe, die als ſolche nothwendig zugleich Gegner des Wahlvermoͤgens der Pflanzen ſein muͤſſen, erklaͤren die vorher erwaͤhnte Beobachtung dadurch, daß von mehreren gleichzeitig in einer Fluͤſſigkeit aufgeloͤſt enthaltenen Subſtanzen die eine ein anderes endosmotiſches 160 Zehntes Kapitel. Verhalten zu dem Inhalte der Wurzelzellen haben muͤſſe als die andere. Das waͤre aber mehr als bloße Endosmoſe, das waͤre ein wahrer chemiſcher Proceß; dann waͤre jenes verſchiedene endosmotiſche Verhalten der verſchie⸗ denen aufgeloͤſten Stoffe zu dem Zellenſafte nichts Anderes als die verſchiedene chemiſche Wahlverwandtſchaft der erſteren zu dem letzteren; es muͤßte die eindringende Fluͤſſigkeit waͤh⸗ rend oder ſogar noch vor ihrem Eintritt in das Pflanzen⸗ innere eine wahre chemiſche Zerlegung erleiden. Am entſchiedenſten ſcheint auf den erſten Anblick fuͤr ein Wahlvermoͤgen der aufſaugenden Pflanzenwurzel die ſchon fruͤher erwaͤhnte Erſcheinung zu ſprechen, daß der aufzu⸗ ſaugenden Fluͤſſigkeit zugeſetzte und in ihr vollkommen auf⸗ geloͤſte faͤrbende Subſtanzen nicht mit in die Pflanze ein⸗ drangen, alſo von der aufſaugenden Wurzelzelle zuruͤckge⸗ ſtoßen wurden.(Die breit gedruckten Worte moͤgen unſere Leſer veranlaſſen, ſich hier ſelbſt einige Zweifel hiergegen auf⸗ zuwerfen, da wir nicht zu tief in die Details der Wiſſenſchaft eingehen duͤrfen.) Dennoch muß man eingeſtehen, daß wir jetzt noch alles und jedes directen Beweiſes ermangeln, wodurch das Wahl⸗ vermoͤgen der einſaugenden Pflanze auf eine ſolche Weiſe dargethan wuͤrde, welche jede andere Deutung beſtimmt aus⸗ ſchließt; andere aber als ſolche Beweiſe ſind hier fuͤr keine Beweiſe zu erachten. Als wichtigſter Beweis gegen das Wahlvermoͤgen gilt nun auf der anderen Seite der Umſtand, daß die Pflanzen ſelbſt ſolche Gifte aufſaugen, wodurch ſie getoͤdtet werden, ſelbſt wenn ſie nur in geringer(alſo bei der Wahlfaͤhig⸗ keit wohl vermeidbarer) Quantitaͤt dem Waſſer zugeſetzt werden. leuctend 6o torgefaßt du erget weniger de Anſic ſachen zu das Pfan ſch hier eine, w ſtimmba wiederho daß wit Nahrung hinein d Ve hoͤheren Ir nſamm eines da ſeht des Thie laufig z deß an ſuͤndigke ſicht ſei Seiten daß nich des ande digene E Roßniſf Wutzelzellen t mehr als booße er Mooceß; dann aten der verſchie⸗ e nichts Anderes chaft der erſteren Flüſſigkeit waͤh⸗ n das Pflanzen⸗ n. erſten Anblick für nwurzel die ſchon daß der aufzu⸗ lkommen auf⸗ die Pflanze ein⸗ zelzelle zurückge⸗ te moͤgen unſere d hiergegen auf⸗ der Wiſeenſchef tjetzt noch all urch das Wahl⸗ ne ſolche Weiſe gbeſtmmt aus⸗ ſind hier ſin ahlvermogen git daß de Manzen getödtet wede r Wahlfähig⸗ Paſſer zugeſett Von der Nahrungsaufnahme. 161 werden. Nichtsdeſtoweniger iſt auch dieſer Beweis aus ein⸗ leuchtenden Gruͤnden kein vollguͤltiger. So ſcheint ſich denn fuͤr denjenigen, welcher nicht in vorgefaßten Meinungen befangen iſt, vor der Hand ſo viel zu ergeben, daß die Frage uͤber das Wahlvermoͤgen nichts weniger als erledigt iſt, und daß man ſich einſtweilen mit der Anſicht vertraut machen muß, daß allerdings viele That⸗ ſachen zu beweiſen ſcheinen, daß jede waͤſſerige Loͤſung in das Pflanzeninnere eindringen koͤnne, daß aber die Pflanze ſich hierbei wohl nicht blos paſſiv verhalte, ſondern dabei eine, wenn auch der Form nach vor der Hand noch unbe⸗ ſtimmbare Lebensthaͤtigkeit derſelben im Spiele iſt. Wir wiederholen hier: wir muͤſſen auch hierbei auf unſerer Hut ſein, daß wir nicht unvermerkt die Vorgaͤnge bei der thieriſchen Nahrungsaufnahme hier einmiſchen und uns dadurch vor⸗ hinein den ruhigen Forſcherblick truͤben laſſen. Verſuchen wir einmal dieſe ſchwierige Frage von einem hoͤheren Standpuncte aufzufaſſen. In der organiſchen Welt zeigt ſich uͤberall ein inniger Zuſammenhang der erſchaffenen Weſen auch dadurch, daß eines das andere bedingt, eines auf des anderen Schultern ſteht. Daß das Pflanzenreich der Vorbereiter und Vermittler des Thierreichs war, haben wir bereits fruͤher mehrmals bei⸗ laͤufig zu zeigen verſucht. Man wende uns nicht ein, daß dieß eine das Pflanzenreich herabwuͤrdigende, ſeine Selbſt⸗ ſtaͤndigkeit aufhebende, ihm allen Eigenwerth raubende An⸗ ſicht ſei. Wir halten es im Gegentheil fuͤr eine der ſchoͤnſten Seiten der Geſammtheit der unbelebten und belebten Weſen, daß nichts allein um ſeinetwillen, ſondern auch jedes um des andern willen da iſt, und daneben dennoch jedes ſeine eigene Entwickelung und ſein eigenes Leben neben ſeinem Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. 11 162 Zehntes Kapitel⸗ Theilwerthe im Geſammtleben des Erdorganismus hat. Wenn auch das Pflanzenreich in dem angegebenen Verhaͤltniſſe zum Thierreiche ſteht, ſo hoͤrt es darum doch nicht auf, eine un⸗ begreiflich manchfaltige, ſich frei aus ſich ſelbſt heraus ent⸗ wickelnde Welt zu ſein, eben ſo wenig, wie ein Schuſter oder ein Miniſter aufhoͤren, freie ſittliche Weſen zu ſein, weil ſie dennoch Theile und Diener des ganzen großen Volks⸗ oder Staatskoͤrpers ſind. 5 Angenommen alſo, daß das Pflanzenreich erſt die Be⸗ dingungen des Thierreiches herbeiſchaffen mußte, ſo muß man, wenn man die Art der thieriſchen Nahrung erwaͤgt, zugeben, daß dieß keine geringe Aufgabe war. Dieſe konnten zunaͤchſt die Pflanzen nur aus der anorganiſchen Welt ent⸗ lehnen; zwiſchen dieſer und der Organiſation eines Thieres iſt aber eine große Kluft, und das fuͤr das Thier eigentlich Ernaͤhrende iſt nirgends in großer Menge in der anorganiſchen Welt aufgehaͤuft, ſo daß es die Pflanzen maſſenweis einzu⸗ ſchlucken und nur in eine fuͤr das Thier aſſimilirbare Form zu bringen gehabt haͤtten. Das Waſſer erſcheint ferner uͤber⸗ all als das weſentlichſte, wenn nicht alleinige Vehikel, wo⸗ durch die Nahrungsſtoffe, die uͤberdieß meiſt nur in ſehr geringen Antheilen im Waſſer loͤslich ſind, in die Pflanze gelangen koͤnnen. Es mußte alſo ein foͤrmlicher Waſſerſtrom aus der Außenwelt durch den Pflanzenkoͤrper hindurch hervor⸗ geruſen werden, um durch ihn die geringen Mengen von aſſimilirbaren Stoffen in das Pflanzeninnere zur Zubereitung zu fuͤhren. Daß dabei aber auch eine Menge anderer Stoffe, die der Pflanze unnuͤtz waren, mit fortgeriſſen werden, ergiebt ſich als natuͤrliche Folge ihrer Loͤslichkeit im Waſſer. Um dieſer Aufgabe genuͤgen zu koͤnnen, ſchien es nothwendig, daß die Zelle(die wir in Beziehung auf das Ernaͤhrungsleben gewiſſn fernten), ganiſhen iigkeit de ſenn konn eeſen ahr ſein, obge wil,, die in denen phlanzen 6s doch! das Vend ihrem eig botzugswe daſſelbe d mal der: ſeiner Di ſelbſt tod denn es aufnehme wollen, werden. Inde het bezaic nern, we dieſe nan anderen. Daß virthen a durch ma Däiin ge ömus hat. Wemf Verhäͤltniſſe zun cht auf, eine ur ſelbſt heraus en⸗ wie ein Shuſte iſen zu ſein, wel großen Volks⸗ feich erſt die Be⸗ mußte, ſo nuß Nahrung erwaͤgt, Dieſe konnten iſchen Welt ent⸗ eines Thieres Thier agentiich der anorganiſchen aaſſenweis einzu⸗ ſſimilirbare Foin heint ferner iber ige Vehikel, wo⸗ reiſ nur in ſihr in die Pflanze her Waſſerſttom hindurch henbor⸗ gen Mengen von ezur zuberitung ge anderer Stoff⸗ en werder, ergitt in Waſe, Un n s nethwendig Emährungslebe Von der Nahrungsaufnahme. 163 gewiſſermaßen als ein ſelbſtſtaͤndiges Individuum kennen lernten), eben weil ſie die ſchwache Erſtlingsgeburt des or⸗ ganiſchen Lebens war, in ihrer Lebensthaͤtigkeit von der Thaͤ⸗ tigkeit der anorganiſchen Koͤrperwelt noch nicht weit entfernt ſein konnte, alſo dieſe den chemiſchen und phyſikaliſchen Pro⸗ ceſſen aͤhnlicher war. Es wird darum nicht unangemeſſen ſein, obgleich dieſer Ausſpruch nicht woͤrtlich genommen ſein will, die Pflanzen lebende chemiſche Werkſtaͤtten zu nennen, in denen die Thiernahrung zubereitet wird. Sind nun die Pflanzen ſelbſtſtaͤndige und ſelbſtthaͤtige Organismen, wie ſie es doch wirklich ſind, ſo muͤſſen wir zugeben duͤrfen, daß ſie das Vermoͤgen beſitzen, diejenigen anorganiſchen Stoffe, die ihrem eigenen Leben vorzugsweiſe nuͤtzlich und gedeihlich ſind, vorzugsweiſe aufzunehmen, um ſo mehr, da gerade auch ſie daſſelbe den Thieren ſind. Hierin beruht vielleicht das Merk⸗ mal der eigenen Selbſtſtaͤndigkeit des Pflanzenreiches neben ſeiner Dienſtbarkeit fuͤr das Thierreich. Daß ſie auch fuͤr ſie ſelbſt toͤdtliche Gifte mit aufnehmen, beweiſt hiergegen nichts; denn es iſt ein Anderes, gewiſſe Stoffe vorzugsweiſe aufnehmen, ein Anderes, gewiſſe Stoffe nicht aufnehmen wollen, wo ſie einem mit Nothwendigkeit aufgedrungen werden. Indem wir nun zu der Ausſcheidung, wie wir ſie vor⸗ her bezeichneten, uͤbergehen, muͤſſen wir zunaͤchſt daran erin⸗ nern, was bei der Endosmoſe hieruͤber erwaͤhnt wurde, daß dieſe naͤmlich eine Ausſcheidung, Exosmoſe, als nothwendigen anderen Theil dieſes Herganges einſchließt. Daß eine Wurzelausſcheidung(in dem von vielen Land⸗ wirthen angenommenen betraͤchtlichen Umfange) ſtattfinde, wird durch manche Erſcheinungen allerdings ſehr glaublich gemacht. Dahin gehoͤrt die ſehr haͤufige Erſcheinung, daß bei manchen 11* 164 Sehntes Kapitel. Pflanzen die die Wurzel zunaͤchſt umlagernden Erdtheilchen durch eine klebrige Subſtanz mit ihr feſt verbunden ſind, welche man eben fuͤr einen Excretionsſtoff haͤlt(dieß iſt na⸗ mentlich bei unſeren Getreidearten der Fall); fuͤr einen aus⸗ geſchiedenen Stoff haͤlt man ferner den ſchleimigen Ueberzug, der gewoͤhnlich die Wurzeln mancher Waſſerpflanzen umkleidet. Andere Pflanzen, z. B. die Birke, geben ihrem Boden, in dem ſie lange vegetirt haben, eine eigenthuͤmliche Beſchaffen⸗ heit, die ſich durch die Farbe und den Geruch namentlich kund giebt und die man ebenfalls fuͤr ein Product der Wur⸗ zelausſcheidung haͤlt. Allein der Umſtand, daß man ſolche eigenthuͤmliche Stoffe in der unmittelbaren Umgebung der Pflanzenwurzeln gefunden hat, beſtaͤtigt noch nicht, daß ſie als ſolche von denſelben ausgeſchieden worden ſind, ſondern beweiſt vor der Hand nur ſo viel, daß durch den Ernaͤhrungsproceß der Pflanzen die Zuſammenſetzung des Bodens oder Waſſers chemiſche Veraͤnderungen erleidet, was ſelbſt auf negative Weiſe, d. h. dadurch bewirkt werden kann, daß durch die Wurzeleinſaugung die chemiſchen Verbindungen, die im Boden enthalten ſind, zerlegt und, indem einzelne Glieder derſelben in die Pflanze uͤbergehen, die uͤbrigen gezwungen werden, eine neue Ver⸗ bindung(eben den ſcheinbaren Auswurfsſtoff) zu bilden. Nirgends iſt ein Experimentiren mit vollkommen geſun⸗ den und unverletzten Pflanzen dringender nothwendig als hier, weil man ſonſt leicht in den Fall kommen kann, aus den unvermeidlichen kleinen Verletzungen der Wurzeln me⸗ chaniſch ausgetretene oder durch Faͤulniß der verletzten Wurzel⸗ theile entſtandene Stoffe fuͤr organiſch ausgeſchiedene zu hal⸗ ten. Eben ſo muß man dazu nur ſolche Pflanzen waͤhlen, welche von Natur im Waſſer wachſen; denn was die Wurzel net? ritzt i Porſich ſuche do fär die DOie be Lemna ſaugen! V und wi wit d im gew zu thu 3 ſo ſind ielmehr V welche eines j T wamer rungso wie e V zuſam lch eor b der en Erdtheilchen eerbunden ſind t(dieß iſt na⸗ für einen aus⸗ igen Ueberzug, azen umkleidet. im Boden, in che Beſchaffen⸗ zuch namentlich odutt der Wur⸗ thuͤmliche Stoffe eurzeln gefunden von denſelben vor der Hand eß der Pfaanzen zaſſers chemiſche ive Weiſe, d. h. Lurzeleinſaugung enthalten ſid, in die Pflanze eine neue Ver⸗ zu bilden. lkommen gejun⸗ nothwendig a men kann, aud er Wurzeln me⸗ verletzen Purzi ſſciidene zu ſa pflanzen wäͤhlen, uas die Wurſe Von der Rahrungsaufnahme. 165 einer Bodenpflanze im deſtillirten Waſſer thut, iſt doch gewiß nicht ein Act ihrer normalen Lebensthaͤtigkeit. Gegen beide Vorſichtsmaßregeln verſtoßen namentlich die beruͤhmten Ver⸗ ſuche von Macaire, die daher ſehr mit Unrecht als beweiſend fuͤr die Begruͤndung des Fruchtwechſels benutzt worden ſind. Die beßten Verſuche ſtellte Unger*) mit der Meerlinſe, Lemna minor, an, die er mit dem Waſſer Bleizucker auf⸗ ſaugen ließ, um zu erfahren, ob ſie dieſes Gift aufſaugen und wieder ausſcheiden wuͤrde. Beides geſchah, allein indem wir es hier mit einem ſehr heftig wirkenden, der Pflanze im gewoͤhnlichen Zuſtande wohl ſchwerlich dargebotenen Stoffe zu thun haben, der ganze Vorgang alſo ein abnormer war, ſo ſind ſelbſt dieſe Verſuche nicht ganz befriedigend. Es muͤſſen vielmehr zu ſolchen Verſuchen Stoffe angewendet werden, welche als den Pflanzen gewoͤhnlich gebotene Beſtandtheile eines jeden Bodens bekannt ſind. Wir muͤſſen hier wieder vor der thieriſchen Analogie warnen. Denn wenn auch einige niedere Thiere fuͤr Nah⸗ rungsaufnahme und Kothausleerung nur ein Organ haben (wie es bei der einzelnen Pflanzenzelle auch ſein muß), ſo iſt doch ſelbſt bei dieſen gewiß der Koth ſelbſt das ſehr zuſammengeſetzte Product eines ſelbſt hier ſchon ziem⸗ lich complieirten Verdauungsapparates, waͤhrend bei der Pflanze der Auswurfsſtoff hoͤchſtens das nur ſehr einfache Product der einzelnen Zellen ſein kann. Ob nun der Auswurfsſtoff, wenn wir ihn jetzt einmal zugeben wollen, einer anderen Pflanze derſelben Art nach⸗ theilig ſei, iſt nicht nur durch die Nothwendigkeit des Frucht⸗ *) Ueber den Einfluß des Bodens auf die Vertheilung der Ge⸗ wächſe. 1836. S. 147 ff. 166 Zehntes Kapltel. wechſels noch nicht bewieſen, ſondern ſcheint ſelbſt durch an⸗ dere Erſcheinungen bei anderen Pflanzen widerlegt zu werden. Ein Baum ſteht moͤglicherweiſe Jahrhunderte hindurch in demſelben Boden, alſo, wenn er Auswurfsſtoffe in denſelben ausſcheidet, mitten in dieſen und, wie der Augenſchein lehrt, ohne eine bemerkliche Benachtheiligung. Man kann zweierlei hiergegen einwenden, erſtens, daß blos ein nachfolgendes Individuum durch die Auswurfsſtoffe eines vorausgegangenen Individuums, nicht durch ſeine eigenen, benachtheiligt werde; zweitens, daß eine Pflanze in der Jugend andere, den Auswurfsſtoff eines anderen vorausgegangenen Individuums derſelben Art beſtimmt ausſchließende Anforderungen an den Boden mache, als im Alter. Das Erſte iſt eine ganz will⸗ kuͤhrliche, durch nichts erwieſene Annahme, das Andere ſcheint zwar bei manchen Pflanzen ſich zu beſtaͤtigen, iſt aber bisher noch nicht durch directe Beobachtungen erwieſen. Ein hundert⸗ jaͤhriger Fichtenbeſtand muͤßte doch wohl große Maſſen von Auswurfsſtoffen im Boden zuruͤcklaſſen, und doch ſehen wir nach ſeinem Abtrieb ſofort wieder Fichten in denſelben Boden ſaͤnn und pflanzen und gut gedeihen.(Will man hiergegen einwenden, daß in der zwiſchen Abtrieb und neuer Bepflan⸗ zung liegenden Zeit durch die chemiſche Thaͤtigkeit des Bodens und der Luft die Auswurfsſtoffe eine andere minder nach⸗ theilige Beſchaffenheit annehmen, ſo geben wir in Beziehung auf die Getreidearten dieſen Einwand zuruͤck, denn die mehr⸗ malige Auflockerung des Bodens durch die Feldbeſtellung muͤßte hier daſſelbe bewirken. Aus dieſen Betrachtungen ergiebt ſich, daß der wahre Hergang der Nahrungsaufnahme zwar in ſeinen Wirkungen, aber erkanne dr M fitigſt pflan Verſuch unbetb d 1 üͤbrige indem eine niger delle a ihr zu kennen Zweck ſchwel ſigere dügeſt as de daß x ſelbſt durch an⸗ legt zu werden kte hindurch in fe in denſelben genſchein lehrt, kann zweierlei nachfolgendes tausgegangenen htheiligt werde; id andete, den en Individuums erungen an den eine ganz wil⸗ 5 Andere ſcheint „it abet bisher n. Ein hundert⸗ öße Maſſen von d doch ſehen wi denſelben Boden man hiergegen neuer Bepflau⸗ keit des Bodens e mindet nal⸗ ir in Bezitfung „denn die mar de Feldbeſtelung „daß der vahte einen Wikungen Von der Nahrungsumwandlung. 167 aber noch lange nicht hinreichend in ſeiner Form und Weiſe erkannt ſei. Es wird aber zufolge des anatomiſchen Baues der Pflanze wohl auch ſehr ſchwer und nur durch die ſorg⸗ faͤltigſten, mit dem normalen Leben der geſunden Pflanze vollkommen im Einklange ſtehenden Verſuche moͤglich ſein, hieruͤber ein vollkommen klares Licht zu verbreiten. Elftes Kapitel. — von der nahrungsumwandlung, assimilatio. Die Aſſimilation der Pflanze iſt nicht minder wie ihre uͤbrigen Ernaͤhrungsacte von denen der Thiere verſchieden, indem ſie weder ein gemeinſames Aſſimilationsorgan, noch eine dem thieriſchen Blute analoge Fluͤſſigkeit, noch viel we⸗ niger eine ſo umfaſſende Circulation einer ſolchen beſitzt. Jede Zelle aſſimilirt nach ihrer Weiſe und ihrem Beduͤrfniſſe die ihr zugefuͤhrte Nahrungsfluͤſſigkeit, wenn ſchon nicht zu ver⸗ kennen iſt, daß ihnen allen zuſammen dabei als gemeinſamer Zweck das Gedeihen des Geſammtkoͤrpers der Pflanze vor⸗ ſchweben mag. Das Letztere erleidet aber bei den Pflanzen um ſo haͤu⸗ figere Einſchraͤnkungen, als der Pflanze kein ſo individuell abgeſchloſſenes und ſo zu ſagen abgerundetes Leben zukommt als den Thieren. Das kann man deutlich daraus abnehmen, daß Baͤume und Straͤucher auf verſchiedenen Seiten ihres 168 Elftes Kapitel. Geſammtkoͤrpers oft ſehr verſchieden lebensthaͤtig und lebens⸗ kraͤftig ſich zeigen. Eine durch ein Fenſter in das Zimmer hereingezogene Weinrebe kann im Winter voͤllig unabhaͤngig von dem uͤbrigen Koͤrper des Weinſtockes treiben und bluͤhen; ein dichtbelaubter Obſtbaum zeitigt ſeine Fruͤchte auf der Sommerſeite fruͤher als auf der Winterſeite; ein edles Reis, auf einen Wildling gepfropft, hat ſein eigenes Bildungsleben, welches mit dem des Wildlings nichts gemein hat. Vergleicht man die Art und Beſchaffenheit derjenigen Stoffe, welche man jetzt mit mehr oder weniger directer Berechtigung fuͤr die Naͤhrmittel der Pflanze haͤlt, mit der Beſchaffenheit der Pflanzenmaſſe, ſo ergiebt ſich, daß es eines kraͤftigen Aſſimilationsvermoͤgens beduͤrfe, um aus jenen dieſe zu bilden. Man vergleiche z. B. die waͤſſerige, farb⸗, ge⸗ ſchmack⸗ und geruchloſe rohe Nahrungsfluͤſſigkeit und die daraus gewordenen aͤtheriſchen Oele. Die Vorgaͤnge der Aſſimilation im weiteren Sinne muß man ſcheiden als Aſſimilation oder Aneignung im engeren Sinne(der zur Bildung neuer Pflanzenmaſſe nothwendigen Stoffe) und als Ab⸗ und Ausſcheidung(der hierzu unnoͤthigen oder nachtheiligen Stoffe). Wir haben ſchon vorher geſehen, daß es vor der Hand noch nicht moͤglich iſt, die eigentlichen Aſſimilationsſtoffe von den Secretionsſtoffen ſcharf und mit Grund zu unterſcheiden. Vielleicht muß man zwiſchen beide eine Art von Vermittlungs⸗ ſtoffen ſetzen, welche die Scheidung der aufgenommenen Nah⸗ rung in die brauchbaren und unbrauchbaren Stoffe und die mit der Nahrungsformung(ſiehe das folgende Kapitel) zu⸗ ſammenhaͤngenden Umwandlungen der erſteren bewerkſtelligen. Dazu muͤßten wir zunaͤchſt die vier ſtickſtoffhaltigen Sub⸗ ſtanzen: Pflanzenleim, Pflanzenalbumin, Pflanzencaſein und fin hoͤhen Enſt heteitet lihen J ſie nur gioßet borkom den at man brauch denn einem richt unbta und einne! tig und leben⸗ in das Zimme lg unabhaͤngig en und bluͤhen; uchte auf der in edles Reis, Bildungsleben, hat. heit derjenigen veniger directer ehaͤlt, mit der h, daß es eints aus jenen dieſe ige, farb⸗, ge⸗ und die dataus eren Sinne muß ung im engeren ſe nothwendigen ierzu unnöthigen vor der Hand ationsſtoffe von u unterſcheiden. n Vermittlunge⸗ nommenen Nal⸗ Stoffe und die nde Kapitel) zu⸗ n bewerkſtlligen offhaltigen Ell⸗ larzenerſei und Von der Nahrungsumwandlung. 169 Pflanzenfibrin rechnen.(Solche Stoffe ſind im Koͤrper der hoͤheren Thiere die Gallenfluͤſſigkeit, der Darmſaft und der Saft der Bauchſpeicheldruͤſe, durch welche der vom Magen bereitete Speiſebrei(Chymus) umgewandelt und ſeiner end⸗ lichen Blutwerdung naͤher gefuͤhrt wird.) Mit manchen Stoffen kommt man in Zweifel, ob man ſie nur fuͤr Secretionsſtoffe anſehen duͤrfe, da ſie doch in ſo großer Allgemeinheit und augenſcheinlicher Nothwendigkeit vorkommen, wie es z. B. mit dem Blattgruͤn(S. 29) und den aͤtheriſchen Oelen(S. 30) der Fall iſt. Ueberhaupt muß man ſich huͤten, dem Begriffe Secretion den Sinn des Un⸗ brauchbaren, Ueberfluͤſſiggewordenen, unbedingt unterzulegen; denn was in dem lebenden Organismus vorhanden und in ſeinem Vorhandenſein den Geſetzen des organiſchen Lebens nicht zuwider iſt, das kann nicht unbedingt uͤberfluͤſſig und unbrauchbar ſein, obgleich zwiſchen dem zunaͤchſt Nothwendigen und zwiſchen dem unbrauchbar gewordenen Auswurfsſtoffe eine lange Stufenleiter der verſchiedenſten Grade der relativen und abſoluten Brauchbarkeit und Nothwendigkeit liegt, woruͤber das Urtheil oft ſehr ſchwierig iſt. Wenn wir vorher auch auf die zwei verſchiedenen Acte der Aſſimilation im weiteren Sinne aufmerkſam machen zu muͤſſen glaubten, ſo werden wir doch beide nicht ſtreng ge⸗ ſondert betrachten koͤnnen, weil ſie oft gleichzeitig im Zellen⸗ innern vorgehen. Daß bei der Nahrungsumwandlung auch verſchiedene aͤußere Kraͤfte und Einfluͤſſe veranlaſſend und maßgebend betheiligt ſein muͤſſen, liegt auf der Hand, jedoch man kennt weder dieſe Kraͤfte und Einfluͤſſe hinlaͤnglich, noch kennt man, wenn ſie ſelbſt bekannt ſind, allemal die Form und Weiſe ihrer Wirkſamkeit. 170 Elftes Kapitel. So ſehen wir, daß Licht und Dunkelheit, Waͤrme und welch Kaͤlte einen entſchiedenen Einfluß auf das Wachsthum der kann. Pflanzen, alſo auf ihr Aſſimilations⸗ und Bildungsvermoͤgen, V W aͤußern, aber wie ſich dieſer in den einzelnen Zellen ausſpricht, wäͤhnt welche Thaͤtigkeitsformen des Zellenlebens er hervorruft, iſt wiede uns noch voͤllig unbekannt. ſpira Als wichtigſten Nahrungsſtoff fuͤr die Pflanzen haben S heil wir die Kohlenſaͤure bezeichnet, weil ſie es iſt, welche den⸗ Man, ſelben ihren großen Bedarf an Kohlenſtoff zufuͤhrt. Bisher ſind n nahm man allgemein an, daß auch freie Kohlenſaͤure durch lüſten die Wurzel aneignungsfaͤhig ſei, und daß dieſelbe durch Ein⸗ richt wirkung des Lichtes in den Zellen der Blaͤtter zerlegt und uͤberg ihr Sauerſtoff an die Armoſphaͤre durch die Blattausduͤnſtung b aus (den ſogenannten Athmungs⸗ oder Reſpirations⸗ fehlen proceß der Pflanzen) abgegeben, der Kohlenſtoff dagegen dunſ zuruͤckbehalten werde. Allein Schleiden hat gegen dieſen b iner vermeintlichen Aneignungsproceß(a. a. O. S. 484 f.) ge⸗ ten gruͤndete Zweifel erhoben und es weit glaublicher gemacht, V Pfa daß der von den Pflanzen im directen oder reflectirten Son⸗ nenlichte fortwaͤhrend ausgehauchte Sauerſtoff von der Zer⸗ rich legung des weit leichter zerſetzbaren Waſſers(aus 2 Volu⸗ rich mentheilen Waſſerſtoff und 1 Volumentheile Sauerſtoff be— ſtehend) herruͤhre.. Im Dunkeln iſt dieſer Vorgang umgekehrt, die Pflanzen Pfln nehmen Sauerſtoff aus der Atmoſphaͤre auf und hauchen da⸗ d; .. 4 die fuͤr, und zwar eine geringere Menge, Kohlenſaͤure aus. a Der Hergang bei der Aneignung der Kohlenſaͤure iſt m jetzt noch ganz unbekannt, wenn man auch als Vermittler 4 . dieſes Actes die Einwirkung des Lichtes annimmt. Die ur 2 naͤchtliche Ausſcheidung der Kohlenſaͤure betrifft vielleicht den vie unbrauchbaren Ueberſchuß der den Tag uͤber aufgenommenen, „Waͤrme und Jachsthum der dungsvermoͤgen, dlen ausſpucht, hervortuft, iſt Poflanzen haben ſt, welche den⸗ aführt. Bisher ohlenſäute durch ſelbe durch Ei⸗ tter zerlegt und lattausdunſtung eſſpirations⸗ enſtoff dagegen at gegen dieſen 5 484 f.) g⸗ ublicher gemacht reflettirten Son⸗ öff von der Je⸗ (aus 2 Volu⸗ Sauerſoff be⸗ zet, die flanzen und hauchen do enſäure aus. Kohlenſtune iſ h als Vermittlt anninnt Die iſt iulliht den auügenommenen, 171 Von der Nahrungsumwandlung. welcher wegen des Mangels an Licht nicht firirt werden kann. Das aufgenommene Waſſer wird, wie wir bereits er⸗ waͤhnten, zum groͤßten Theile durch die blattartigen Organe wieder an die Atmoſphaͤre abgegeben, was man die Trans⸗ ſpiration der Pflanze nennt, indem nur ein ſehr geringer Theil deſſelben von der Pflanze ſelbſt verbraucht wird. Die im Pflanzeninnern mit dem Waſſer vorgehenden Umaͤnderungen ſind noch unerforſcht; ſie entzieht demſelben die darin aufge⸗ loͤſten organiſchen Stoffe, obgleich das ausgeduͤnſtete Waſſer nicht rein iſt, indem es in der Luft in ſtinkende Faͤulniß uͤbergeht; es muß alſo organiſche Stoffe bei ſeinem Austritt aus der Pflanze mit ſich fortgeriſſen haben. Leider aber fehlen zur Zeit noch chemiſche Unterſuchungen des ausge⸗ duͤnſteten Waſſers, ſowie auch genaue Meſſungen des von einer Pflanze aufgenommenen und davon wieder ausgehauch⸗ ten Waſſers, um dadurch den wirklichen Waſſerbedarf der Pflanze zu erfahren. Die Waſſerausduͤnſtung findet in einer Atmoſphaͤre, die nicht ſchon voͤllig mit Waſſerdunſt geſaͤttigt iſt, und bei hin⸗ reichender Waͤrme derſelben ohne Unterbrechung ſtatt*). *) Auf den erſten Blick könnte es ſonderbar erſcheinen, daß die Pflanzen eine ſo enorme Waſſeraufnahme zeigen, faſt blos um es an den Blättern wieder zu verdunſten, denn materiell angeſehen, erſcheint die dadurch bewerkſtelligte Nahrungszuführung faſt als unbedeutende Nebenſache. Nichts iſt aber ein größerer Beweis der Wichtigkeit der Pflanzen für den Haushalt der Natur. Daß ohne eine ſo unendlich reichliche Nahrungsaufnahme die Pflanzen nicht im Stande geweſen ſein würden, den Thieren ihren Nahrungsbedarf zuzuſühren, haben wir bereits kurz vorher geſehen Faſt noch wichtiger iſt die Ernährungs⸗ weiſe der Gewächſe für die Erhaltung des Waſſers in der Erdoberfläche, welches bald in den Erdboden verſinken würde, wenn es nicht die Pflan⸗ zen fortwährend aus ihm herausſchöpften und durch die Transſpiration 172 Elftes Kapitel. Dadurch aber wird nicht blos das uͤberſchuͤſſige Waſſer wodurt aus der Pflanze gefuͤhrt, ſondern zuletzt, wenn nicht immer mact wieder neue Waſſervorraͤthe aus dem Boden durch die Wur⸗ iin il zel zugefuͤhrt werden, verſchmaͤchtet und verdorrt die Pflanze 1an 8o durch den phyſikaliſchen Proceß der Verdunſtung aller waͤſſeri⸗ würde, gen Pflanzenſaͤfte. Inſofern haben diejenigen Recht, welche 4 3 Eidermi die Blattverdunſtung fuͤr die Urſache der Aufnahme und des Emporſteigens der Nahrungsfluͤſſigkeit halten. Aber da ſchon man an im erſten Fruͤhjahre, noch lange vorher ehe die Baͤume Gahuna, Blaͤtter haben, jene Aufnahme und Aufſteigung ſtatt⸗ gengan findet, ſo kann man hoͤchſtens ſagen, daß die Blaͤtter ſpaͤter durch 3 jenen Proceß unterhalten, nachdem er vorher durch eine ganz 3 andere Kraft(wie wir geſehen haben, aber nicht unumſchraͤnkt die Ba zugeben konnten, durch die Endosmoſe) eingeleitet worden len. iſt. Man hat die Gewalt des Fruͤhjahrſaftſtromes gemeſſen, lfelge dui indem man auf den Querſchnitt einer Weinrebe eine doppelt inſauge gekruͤmmte Barometerroͤhre befeſtigte, in deren aͤußeren Schen⸗ dn B kel man Queckſilber goß. Man ſah dann, daß der in die de dun Roͤhre hineinſteigende rohe Nahrungsſaft die Queckſilberſaͤule ununter mit einer Gewalt in die Hoͤhe hob, welche den Druck der der die Atmoſphaͤre weit uͤbertraf. unterſten Ob die Transſpiration der Blaͤtter durch die ganze Epi⸗ notichen dermis oder nur durch die Spaltoͤffnungen vermittelt werde, nich vai iſt noch nicht entſchieden. Es iſt dabei allerdings nicht zu begrifen verkennen, daß ſchon das Vorhandenſein der Spaltoͤffnungen der Zell zu der Meinung einladet, daß ſie es vörzugsweiſe ſeien, Haufſſeigt en 3 berſchied der Atmoſphäre wieder mdührten und durch dieſen fortwährend ſich Der * wiederholenden Kreislauf in der Umgebung der lebenden Weſen erhielten. endosmot Jedermann kennt den nachtheiligen Einfluß der Vernichtung der Wal⸗ bunnte m dungen, der dadurch einem Lande durch Verringerung ſeines Feuchtig⸗ ban w keitszuſtandes erwächſt. ſchüſſige Waſſe un nicht imme durch die Wur⸗ dortt die Nanze ung aller waͤſei⸗ n Recht, wilche fnahme und dos Aber da ſchon he die Baͤume ufſteigung ſatt⸗ e Blaͤtter ſpaͤter durch eine ganz t unumſchraͤnkt geleitet worden ömes gemeſſen, be eine doppelt außeren Schen⸗ daß der in die Queckſilberſäule den Druck der die ganze Epi⸗ rmittelt werde, dings nicht zu altöffnungen agsweiſe ſeien, fortwhtend ſich en Weſen erbielten nichkung der Wal⸗ ng ſeints Fuuchtig Von der Nahrungsumwandlung. 173 wodurch die Transſpiration vermittelt wird; allein dagegen macht ſich der Umſtand geltend, daß ſolche Pflanzen, welchen eine zu ſtarke Ausduͤnſtung ihres, weil nur ſehr ſpaͤrlich aus dem Boden ſich erſetzenden Waſſergehaltes nachtheilig ſein wuͤrde, durch eine beſonders dicke Cuticula der Epidermis⸗ zellen dagegen geſchuͤtzt ſind, was unnoͤthig waͤre, wenn die Epidermiszellen uͤberhaupt nicht ausduͤnſteten. Ueberdieß findet man an ſolchen Pflanzen(wohin die ſogenannten Succulenten gehoͤren, Cactus, Aloe, Agave ꝛc.) meiſt keine auffallend geringere Menge von Spaltoͤffnungen, um die Ausduͤnſtung durch dieſelben zu beſchraͤnken. Die natuͤrliche Folge der Verdunſtung des Waſſers durch die Blaͤtter iſt die allmaͤhlige Concentration der Saͤfte in den Zellen. Denken wir uns nun eine ununterbrochene Zellen⸗ folge zwiſchen den verdunſtenden Blaͤttern einerſeits und den einſaugenden Wurzeln andererſeits, ſo finden wir oben in den Blaͤttern die concentrirteſten, unten in den Wurzelzellen die duͤnnfluͤſſigſten Zellenſaͤfte, alſo von oben nach unten eine ununterbrochene Stufenfolge von endosmotiſcher Thaͤtigkeit, oder vielmehr die Veranlaſſung dazu, und ſomit an der unterſten Wurzelzelle fortwaͤhrend Veranlaſſung zu endos⸗ motiſcher Nahrungsaufnahme aus dem Boden. Wir wollen nicht verſchweigen, daß dieſe Annahme leichter hingeſtellt als begriffen iſt, aus Gruͤnden, die in der unendlichen Menge der Zellen eines Pflanzenkoͤrpers, in welchem Nahrungsſaft aufſteigt, und in her bei her Endosmoſe eben ſo zahlreich verſchieden vorausgeſetzten Saͤftedifferenz liegen. Der Entdecker der Endosmoſe, Ditrochet, hat einen endosmotiſchen Apparat erfunden, wodurch er die Kraft meſſen konnte, mit welcher eine Fluͤſſigkeit durch die Endosmoſe fort⸗ bewegt wird, und er fand, daß eine ſchwache Zuckerloͤſung Elftes Kapitel. innerhalb zwei Tagen die Queckſilberſaͤule im endosmotiſchen Apparat auf 45“ 9“ hob, alſo eine Kraft zeigte, welche der von 2 ½ Atmoſphaͤren gleich kam. Ob das aus den blattartigen Theilen durch die Ver⸗ dunſtung austretende Waſſer wirklich in tropfbarer Form oder nur in Dunſtform austrete, iſt zwar noch nicht entſchieden, ſcheint jedoch deswegen glaublich, weil man an manchen ſehr zartzelligen Stellen der Pflanzenoberflaͤche groͤßere Mengen von ſolchen Stoffen findet, als dunſtfoͤrmig austretendes Waſſer moͤglicher⸗ und denkbarerweiſe haͤtte mit fortreißen koͤnnen(z. B. kohlenſauren Kalk an den Blattraͤndern mehre⸗ rer Steinbrecharten). Nach der Beſeitigung des uͤberſchuͤſſigen Sauerſtoffes und Waſſers, der beiden weſentlichſten Acte der die Aſſimi⸗ lation begleitenden Ausſcheidung, wird die immer weiter vor⸗ ſchreitende Umwandlung und Aneignung der zuruͤckbleibenden concentrirteren Nahrungsſtoffe fortgeſetzt. Die damit verbun⸗ denen Vorgaͤnge und Erſcheinungen koͤnnen wir uns bis jetzt nicht anders denn als chemiſche Proceſſe denken, in denen Verbindungen gebildet und aufgehoben und deren Glieder wieder zu neuen Verbindungen zuſammengefuͤhrt werden. Nach den Producten derſelben zu urtheilen, koͤnnen wir mit Beſtimmtheit annehmen, daß moͤglicherweiſe in jeder Zelle eines Pflanzengliedes, z. B. eines Blattes, dieſe Aſſimilations⸗ proceſſe verſchieden ſein koͤnnen, ſelbſt wenn ſie unmittelbar neben einander liegen. So findet man nicht ſelten in drei dicht beiſammen liegenden Zellen in der einen Staͤrkemehl, in der andern Blattgruͤn und in der dritten fette oder aͤtheriſche Oele oder einen Farbſtoff. Daraus ergiebt ſich, wie ſchwer, ja wie unmoͤglich es ſein muͤſſe, die pflanzlichen Aſſimilations⸗ proceſſe kennen zu lernen, weil ſie ſich immer nur auf den — unendl iiner i heſchrin broduck begruͤnd In zunehme den Ze den Re Annahl klaͤen, müͤſfen 2 ſähjgten glede einige 8 Jellen lhte V der Fe nnſt ge fe im ungtke V dieſe F V was z. uubenfe V Daß d lidung At un konme, n endosmotiſche digte, welche de durch die Ver⸗ fbarer Form oder nicht entſchieden, an manchen ſehr groͤßere Mengen nig austretendes te mit fortreißen zttraͤndern mehre gen Sauerſtoffes der die Aſſimi⸗ amer weiter vor⸗ zuruͤckbleibenden ie damit verbun⸗ wir uns bis jtt denken, in denen nd deren Gläde führt werden. len, koͤnnen wi eiſe in jeder Zell eſe Afiimilatinns n ſie unmittebet icht ſelten in drij n Staͤrkemehl, u tte oder atheriſh ſch, wie ſcun⸗ hen ſimilations⸗ ner nur auf de Von der Nahrungsumwandlung. 175 unendlich kleinen Raum und auf die winzig kleine Materie einer einzelnen Zelle beſchraͤnken; und unſere Kenntniß davon beſchraͤnkt ſich auch lediglich auf die Differenz der Aſſimilations⸗ producte und auf die a priori durch die Chemie daruͤber begruͤndeten Schluͤſſe. In letzterem Falle muͤſſen wir freilich etwas kaum An⸗ zunehmendes annehmen: daß der Chemismus in der leben⸗ den Zelle auf dieſelbe Weiſe unumſchraͤnkt waltet, wie in den Retorten und Glaͤſern der Laboratorien. Gegen dieſe Annahme muͤſſen wir uns aber ſo lange entſchieden er⸗ klaͤren, als wir die Pflanzen fuͤr lebende Organismen halten muͤſſen. Trotz dem gleichen Aſſimilationsvermoͤgen aller dazu be⸗ faͤhigten Zellen(vergl. S. 44), ſie moͤgen in einem Pflanzen⸗ gliede ſich finden, in welchem es ſei, zeigen ſich doch hiervon einige bemerkenswerthe Ausnahmen. Die auffallendſte iſt die, daß weſentlich nur diejenigen Zellen das Blattgruͤn bilden koͤnnen, welche dem Sonnen⸗ lichte ausgeſetzt ſind, was ganz vorzuͤglich in den Blaͤttern der Fall iſt. Das hat zunaͤchſt zur Folge, daß Zellen, die ſonſt gewoͤhnlich Blattgruͤn bilden, dieß nicht vermoͤgen, wenn ſie im Dunkeln vegetiren(Kellerkeime der Kartoffeln), ſo wie umgekehrt gewoͤhnlich zur Chlorophyllbildung unfaͤhige Zellen dieſe Faͤhigkeit erlangen, ſobald ſie dem Lichte ausgeſetzt ſind, was z. B. von den uͤber die Erdoberflaͤche empordringenden ruͤbenfoͤrmigen Wurzeln gilt(Runkelruͤben, Mohrruͤben ꝛc.). Daß die Lichteinwirkung jedoch nicht allein die Chlorophyll⸗ bildung bedingt, ſondern daß es dabei auch gar ſehr auf die Art und das Maß der den Pflanzen gebotenen Nahrung an⸗ komme, ſieht man deutlich an den intenſiver gruͤnen, d. h. 176 Elftes Kapitel. chlorophyllreicheren Getreidepflanzen, die man oft an den Stellen aus der uͤbrigen Saat hervorleuchten ſieht, wo bei der Feldbeſtellung die Duͤngerhaufen laͤngere Zeit geſtanden haben. Dieſelbe Wirkung macht das Gypſen auf den Klee, woraus ſich zu ergeben ſcheint, daß hier ganz verſchiedene Nahrungsmittel das Aſſimilationsvermoͤgen auf gleiche Weiſe anregen. Ueberhaupt zeigt immer eine ſehr ſtickſtoffreiche Nahrung eine Vermehrung der Chlorophyllbildung, was in Beziehung auf den Gyps dann kein Widerſpruch iſt, wenn Liebig Recht hat, welcher die Wirkung des Gypſes darein ſetzt, daß ſich die Schwefelſaͤure deſſelben mit dem Ammoniak⸗ gas der Luft zu ſchwefelſaurem Ammoniak verbindet, welches von den Blaͤttern des Klee's aufgeſogen wird, obgleich es glaublicher iſt, daß die Wirkung des Gypſes in der Zufuͤh⸗ rung des Schwefels beruht, da er faſt blos auf die pflanzen⸗ albumin- oder leguminreichen Leguminoſen eine große Wirk⸗ ſamkeit aͤußert. Entgegengeſetzt verhaͤlt ſich die Bildung der aͤtheriſchen Oele, die, wenn auch nicht vermindert, doch nicht vermehrt wird durch reichliche Ernaͤhrung; darum ſind meiſt wildge— wachſene wohlriechende Kraͤuter dieſes mehr als cultivirte. Die fuͤr den menſchlichen Bedarf wichtigſte Bildung der ſtickſtoffreichen Pflanzenſtoffe(S. 18, 19) iſt vorzugsweiſe und zwar wenigſtens ſoweit auf gewiſſe Zellenpartieen beſchraͤnkt, als ſie vorzuͤglich in den Zellen der Samen ſtattfindet. Die bekannte Erſcheinung, daß die Getreidearten den Boden am meiſten erſchoͤpfen, wenn man ſie bis zur Samenreife, alſo bis zu ihrem Lebensende wachſen laͤßt, dieß aber dann we⸗ niger thun, wenn man ſie vorher abſchneidet, ſcheint zu be⸗ weiſen, daß dieſe Pflanzen zur Zeit der Samenreife mehr ſtickſtoffhaltige Nahrung aufnehmen als vorher, nicht aber dieſebb Form geyehe di fͤt uns lich in den M ſollen, Purzel, haupt i weben Blaͤteer Pfanzer Die Sintem Nahrun mehls wenigſt ohne 3 Aſinil (unter milatione ine guſ Au große andere! lungspr Ghlorop. tothe K. d Indi Uebahau Roßnäß n oft an den n ſieht, wo bi Zeit geſtanden Nauf den Klee, anz verſchiedene ff gleiche Weiſe r ſtickſtoffreiche dung, was in ruch iſt, wenn Gypſes datein dem Ammoriak⸗ bindet, welches d, obgleich es in der Zufüh⸗ j die vflanzen⸗ e große Wilk⸗ der aͤtheriſchn ſnicht vermehtt d meiſt wibge⸗ cultivirte. ſe Biddung der zugsweiſe und jeen beſchraͤnk, zattfindet. di den Boden am zamenteif, älſ aber dann we⸗ ſcein u be zameneit mahr hu, nicht dir Von der Nahrungsumwandlung. dieſelbe ſchon vorher aufgenommen und einſtweilen in anderer Form(als ſie ſich ſpaͤter im Samen findet) in ihrem Zell⸗ gewebe abgelagert haben. Die naͤchſt der Bildung der ſtickſtoffreichen Subſtanzen fuͤr uns ſo wichtige Bildung von Staͤrkemehl findet vorzuͤg— lich in ſolchen Zellen ſtatt, von wo aus den ſich entwickeln⸗ den Pflanzengliedern Nahrungsvorraͤthe zugefuͤhrt werden ſollen, naͤmlich in dem Marke und den Markſtrahlen, in der Wurzel, in den Samen und in der Rinde der Wurzebl, uͤber⸗ haupt in außerordentlich uͤberwiegender Menge in den Ge⸗ weben derjenigen Theile des Pflanzenkoͤrpers, welche die Blaͤtter und Bluͤthen(nach unſerer Anſicht die digentüichen Pflanzenindividuen) tragen und ernaͤhren. Die manchfachen Umwandlungen und Umbildungen des Staͤrkemehls, der Grundform, in welche die aufgenommene Nahrung(als welche hier zufolge der Conſtitution des Staͤrke⸗ mehls kohlenſaͤurehaltiges Waſſer ausreichend ſein kann) wenigſtens zu gewiſſen Zeiten zumeiſt uͤbergefuͤhrt wird, rufen ohne Zweifel die meiſten verſchiedenen chemiſchen Proceſſe der Aſſimilationsthaͤtigkeit hervor, bei deren Einleitung der Schleim (unter welchem Namen Schleiden die ſtickſtoffhaltigen Aſſi⸗ milationsſtoffe zuſammenfaßt) durch katalytiſche Einwirkung eine große Rolle zu ſpielen ſcheint. Auch zwiſchen Chlorophyll und Amylum beſteht eine große Verwandtſchaft, da die Umwandlung des einen in das andere beobachtet worden iſt. Ein eigenthuͤmlicher Umwand⸗ lungsproceß geht im Herbſte bei uns ſehr allgemein mit den Chlorophyllkuͤgelchen der Blaͤtter vor, indem ſie in gelbe und rothe Kuͤgelchen umgewandelt werden. Auch die Bildung des Indigos erfolgt durch eine Umwandlung des Chlorophyllls. Ueberhaupt beweiſt nichts mehr die ſo hoͤchſt manchſalig ſich aus⸗ Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. 178 Zwölftes Kapitel. ſprechende Zellenthaͤtigkeit als die ſo unendliche Verſchiedenheit der ttfolge Farben und Zeichnungen der Blumenblaͤtter, und wir erinnern ehärte deshalb an einige der bekannteſten Zierpflanzen(Georginen, Wi Levkoien, Nelken, Aurikel, Tulpen ꝛc.). wahrſche allmaͤhi —— eines T bidde. We Zwölftes Kapitel. R an A hewiſche von der Nahrungskormung, organisatio. kommen rung nie Unter Nahrungsformung verſtehen wir den Act, wobei win aus der aufgenommenen und verarbeiteten Nahrung die Zelle um die gebildet wird, als die organiſche Grundform, in welcher die V beſümnt Pflanzenmaſſe auftritt. Wir muͤſſen daher hiervon ausdruͤck⸗ IGeand lich die Formung der Chlorophyll⸗ und Amylumkuͤgelchen und e ör der Kryſtalle ausnehmen, welche mehr nach phyſikaliſchen und und An chemiſchen als nach organiſchen Geſetzen erfolgt. jmnige, Wenn es ſchon unmoͤglich iſt, den Act der Aſſimilation, ſoweit er ſichtbar in die Erſcheinung tritt, zu belauſchen und gtdeutt zur klaren Auffaſſung ſeiner formellen Auspraͤgung zu ge⸗ iinzutre langen, ſo iſt dieß nicht minder mit der Organiſation der lenme aſſimilirten Nahrung der Fall. Immer ſieht man die bereits anſete! gebildete Zelle, alſo das Product der Organiſation, niemals den Bild b 8 den Act der Organiſation ſelbſt. ln if 4 Es kann daher auch zu nichts fuͤhren, daruͤber zu ſtrei⸗ erend ten, ob die aſſimilirte organiſirbare Materie ſich in Form d. unendlich kleiner Kuͤgelchen in der Richtung der kuͤnftigen* Membran an einander lagere und dann zur Membran zu⸗ reing ſammenſchmelze, ob dieß regelmaͤßig ſpiral oder unregelmaͤßig eindeenn ſchiedenheitder id wir erinnern en(Georginen, ganisatio. en Act, wobei rung die Zelle in welchet die ervon ausdrick⸗ nkügelchen und yſikaliſchen und . der Afſimiltion belauſchen ud raͤgung zu ge tganiſcläon der man die bereits ſation, niena darüber zu ſi e ſch in dum 1 der küͤnftigen andinn in dr ungünußg Von der Nahrungsformung. 179 erfolge, oder ob die organiſirbare Materie als nach und nach erhaͤrtender Schleim zur Membran der Zelle werde. Wir erinnern hier an S. 40, wo es wenigſtens als wahrſcheinlich dargeſtellt wurde, daß in gewiſſen Zellen durch allmaͤhlige Condenſation und Erhaͤrtung der aͤußerſten Schicht eines Troͤpfchens organiſirbarer Materie die Membran ſich bilde. Wenn moͤglicherweiſe bei der Erklaͤrung der Erſcheinungen der Nahrungsaufnahme und Nahrungsumwandlung mit den chemiſchen und phyſikaliſchen Geſetzen und Kraͤften auszu⸗ kommen iſt, ſo koͤnnen dieſe bei der Organiſation der Nah⸗ rung nicht ausreichen. Bei dieſer handelt es ſich um zweierlei, um die Bildung und Umwandlung der Grundorgane, und um die Anordnung derſelben zu Gewebsmaſſen und zu den beſtimmt geformten Pflanzengliedern. Es iſt wenigſtens kein Grund vorhanden, zu vermuthen, daß die Urſache, welche die Grundorgane in eine beſtimmte gegenſeitige Verbindung und Anordnung bringt, eine weſentlich andere ſei als die⸗ jenige, welche das Grundorgan ſelbſt formt. Wir halten es nicht fuͤr angemeſſen, in den vorher an⸗ gedeuteten, keinen poſitiven Sieg verſprechenden Kampfplatz einzutreten, wo uͤber den Hergang bei der Bildung der Zellenmembran geſtritten wird, ſondern waͤhlen hier den fuͤr unſere Leſer erſprießlicheren Weg, indem wir verſuchen, ihnen den Bildungsverlauf der ſich aus dem Samenkorn entwickeln⸗ den Pflanze bis zur Samenproduction und zum eigenen Le⸗ bensende vorzufuͤhren. Der Keim eines Samenkornes kann, wenn die auf den folgenden Zeilen angegebenen Bedingungen zu ſeiner Er⸗ weckung abgeſchloſſen ſind, lange Zeit hindurch faͤhig bleiben, eintretenden Falls geweckt zu werden. Man kennt Beiſpiele, 12 180 Zwölftes Kapltel. daß Same nach tauſend Jahren noch keimte und ſich zur mm vollkommenen Pflanze entwickelte. Große Hitze und die groͤßte 1„ Kaͤlte, welche das Queckſilber zum Gefrieren bringt, zerſtoͤren fir in der Regel die Keimkraft nicht, ja ſelbſt 15 Minuten in ma ſiedendem Waſſer gelegener Same keimte noch vollſtaͤndig. ferno d Jedoch beſteht hierin bei den verſchiedenen Pflanzen ein un⸗ wicklu gleiches Verhalten. man ha Die Bedingungen zur Erweckung des im Samenkorn eiun ruhenden Keimes ſind im Waſſer und in der Luft durch ſanem Waͤrme(mindeſtens 4—70), Feuchtigkeit und Sauer⸗ Bidur ſtoffgas gegeben. den ve Same Letztere beiden werden in mehr oder weniger großer Menge dß i von dem Samenkorn eingeſaugt, um dadurch unter den in dem Zellgewebe des Samens aufgeſpeicherten Nahrungsvor⸗ V V u, raͤthen die Proceſſe hervorzurufen, welche erforderlich ſind, vaei um die Nahrung fuͤr das ſich bildende Keimpflaͤnzchen aſſi⸗ V bel milirbar zu machen. V ſleß Die dadurch geweckte Keimung des Samens erfolgt je lhen nach der Art der Pflanze und zum Theil auch nach dem* Vaſſe Alter des Samens bald ſehr ſchnell, bald erſt nach Wochen, eimen Monaten und ſelbſt Jahren. d 9 Der naͤchſte Vorgang im keimenden Samen iſt die Um⸗ V vorach wandlung des in ſeinem Samenlappen und Eieißkoͤrper V das B. enthaltenen Amylums in Gummi und Zucker unter Einwir⸗ iedar kung des Pflanzenleims und Pflanzeneiweißes[Diaſtaſe*)!, jungen 4 gleichu *) Diaſtaſe iſt der in Waſſer lösliche Theil des im Alkohol gelöſten ſo viel Klebers; ſie entwickelt ſich immer im keimenden Samen, namentlich in hatte, keimender Gerſte, und äußert die oben bemerkte katalytiſche Einwirkung auf das Stärkemehl. Auf dieſer Erſcheinung beruht der Malzungs⸗ proceß beim Bierbrauen. 3 — 9 und ſich zur und die grißte ringt, zerſͤren 15 Minuten in ech volſtändig. lanzen ein un⸗ im Samenkorn der Luft durch und Sauer⸗ großer Menge unter den in Nahrungsvor⸗ zrrderüch ſid, ſtnzcen aſ nens erfolgt je uch nach dem nach Wochen, en iſt die Um⸗ Eiweißkorper unter Einwir⸗ es Diaſtaſt” im Alobol galſſen een, mnutlich in ltiſch einwirkung ht der Nalzunge⸗ Von der Nahrungsformung. 181 um in dieſer Form dem ſich entwickelnden Keime zur Nahrung zu dienen. Dieſer erſte Nahrungsvorrath reicht lange Zeit fuͤr die junge Pflanze aus, ja man koͤnnte glauben, daß er bei manchen Pflanzen ohne weiteren Nahrungsbeitrag wenig⸗ ſtens von Seiten des Bodens ausreiche, ſie bis zur Ent⸗ wickelung wenigſtens eines Samenkornes zu naͤhren; denn man hat oft beobachtet, daß Samen in gepulverten Mineral⸗ ſubſtanzen und deſtillirtem Waſſer nicht nur leicht keimten, ſondern auch daß die daraus erwachſenen Pflanzen bis zur Bildung eines Samenkornes gelangten. Daraus zog man den voreiligen Schluß, auf unbegreifliche Weiſe den in dem Samenkorne aufgeſpeicherten Nahrungsvorrath uͤberſehend, daß die Pflanze keine Nahrungszufuͤhrung aus der Außenwelt beduͤrfe, ſondern durch ihre Lebenskraft ſich ihre Koͤrperbeſtand⸗ theile ohne fremde Huͤlfe bilde. Schon Laſſeignes und neuerlich Wiegmann und Polsdorff“) haben das Gegen⸗ theil dargethan, indem ſie Samen unter ſorgfaͤltiger Ab⸗ ſchließung aller in deſtillirtem Waſſer loͤslichen Stoffe der Außenwelt, und uͤberhaupt aller außer den in deſtillirtem Waſſer und in reiner atmoſphaͤriſcher Luft enthaltenen keimen ließen. Sie beobachteten, daß die daraus erwachſen⸗ den Pflanzen immer dann ſtarben, wenn der Nahrungs⸗ vorrath der Samen aufgezehrt war. Dabei wurde auch auf das Befriedigendſte dargethan, daß ſelbſt die in dem Samen niedergelegten anorganiſchen Subſtanzen zur Ernaͤhrung der jungen Pflanze verwendet werden, denn eine genaue Ver⸗ gleichung des Aſchengehaltes der Pflaͤnzchen mit dem von eben ſo vielen Samen, als man zu dem Experimente angewendet hatte, ergab eine vollkommene Gewichtsgleichheit beider. *) a. a. O. S. 36 f. 182 8* Zwölftes Kapitel. Jene Experimentatoren, welche zu dem Schluſſe kamen, daß die Pflanze aus der Außenwelt keine Nahrung aufnehme, ſondern ihre ganze Subſtanz durch die Lebenskraft aus Koh⸗ len⸗, Sauer⸗, Waſſer⸗ und Stickſtoff bilde, uͤberſahen dabei, daß der keimende Same Kohlenſaͤure ausſcheidet, wodurch das angewendete deſtillirte Waſſer in kohlenſaͤurehaltiges um⸗ gewandelt wurde, welches, wie wir geſehen haben, im Stande iſt, jene Mineralſubſtanzen wohl in ſo geringen Maſſen auf⸗ zuloͤſen, als ſie fuͤr den Bedarf der Pflanzen hinreichen. Die erſte Lebensaͤußerung des keimenden Samens iſt die Zerreißung der Samenſchalen und die Verlaͤngerung des im Keime vorgebildeten Wuͤrzelchens(radicula) zur Wurzel, die den Erdboden ſucht, in ihn eindringt, ſich bald veraͤſtelt und ſofort ihr Amt der Nahrungsaufnahme antritt. Bemerkenswerth iſt die durch kein Hemmniß zu ſtoͤrende Gewalt, mit welcher das Wuͤrzelchen abwaͤrts und das Staͤmm⸗ chen(Federchen, plumula) aufwaͤrts zu dringen ſtrebt. Der Augenſchein lehrt, daß nun ein reges Bildungs⸗ leben hervorgerufen iſt; die Samenlappen werden meiſt mit uͤber den Erdboden hervorgehoben(Beiſpiele vom Gegentheile ſind die Roßkaſtanie und die Eiche), wahrſcheinlich um unter Einwirkung von Licht, Luft und Waͤrme ihren Nahrungs⸗ gehalt fuͤr das junge Pflaͤnzchen aneignungsfaͤhiger zu machen. Dabei werden die Samenlappen nicht blos ausgeſogen, ſon⸗ dern in vielen Faͤllen(Wunderbaum, Ahorn) zeigen ſie ein ziemlich ſelbſtſtändiges Entwickelungsleben und vergroͤßern ſich unter Formaͤnderung oft nicht unbedeutend; immer aber fallen ſie in kurzer Zeit ab. Das Wachsthum der Pflanze ſchreitet nun unaufhaltſam vorwaͤrts, theils durch Ausdehnung der ſchon vorhandenen Elementarorgane(Entfaltung), theils durch Hinzubilden neuer(Zellenvermehrung), theils d bran der de Wach namentlt die bioße welche b legen und und verg Das tunden ba uns des Wan 8—10 In aber bal lung au d verlange an ſeine Ausdehn maͤhlige Nel ha de auch är durch 6 letteren Monok Je G S. zuwach Halzbün hluſſe kamen, ng aufnehme, rft aus Koh⸗ eerlahen dabei, idet, wodurch crehaltiges um⸗ en, im Stande n Maſſen auſ⸗ hinreichen. Samens iſ die gerung des im zur Wutzll bald veraͤſtet tritt. iß zu ſtorende d das Staͤum⸗ —n ſtrebt. ges Bildungs⸗ nden meiſt mit vom Gegentheie inlich um unte ren Nahrungi⸗ ger zu machen geſogen, ſor zägen ſee in und vergtüfen d; inmer cer um der Mfun uch Ausdehnu Entfaltung) ermehrung) Von der Nahrungsformung. 183 theils durch Verdickung und ſonſtige Umwandlung der Mem⸗ bran der Grundorgane(Verholzun g). Dieſe drei Formen des Wachsthums find ſehr oft ſcharf von einander geſchieden, namentlich die erſten beiden. Am deutlichſten ſieht man z. B. die bloße Entfaltung bei den Blumenblaͤttern des Mohns, welche vor dem Aufbluͤhen im Kelche zuſammengeknittert liegen und ſich dann durch Ausdehnung ihrer Zellen glaͤtten und vergroͤßern Das Wachsthum findet beſtimmt in den Vormittags⸗ ſtunden ſtaͤrker als in den andern Stunden ſtatt, obgleich bei uns ein zweimaliges beſonders bemerkliches Hervortreten- des Wachsthums ſich zeigt, naͤmlich außer Vormittags von 8— 10 Uhr auch noch von 12— 4 Uhr Nachmittags. Im juͤngſten Pflaͤnzchen finden ſich anfangs nur Zellen, aber bald entſtehen bei den Gefaͤßpflanzen durch Umwand⸗ lung aus Zellenreihen Gefaͤße. Der Stengel, als der Traͤger der uͤbrigen Pflanzentheile, verlaͤngert ſich vornehmlich durch Hinzubildung neuer Zellen an ſeiner Spitze, an ſeinen unteren Theilen nur wenig durch Ausdehnung ſeiner Zellen, was aber ebenfalls mit der all⸗ maͤhligen Verholzung aufhoͤrt. Neben der terminalen Verlaͤngerung des Stammes findet bei den Pflanzen, mit Ausnahme der meiſten Kryptogamen, auch eine peripheriſche Zunahme ſtatt, bei den Dikotyledonen durch eine zwiſchen Rinde und Holzkoͤrper ſich bildende neue letzteren rings umſchließende Holzſchicht(Jahresring), bei den Monokotyledonen durch Hinzubilden neuer Gefaͤßbuͤndel. Je ausgebildeter der Holzkoͤrper der Dikotyledonen iſt (ſ. S. 73 ff.), deſto vollkommener umſchließt der peripheriſche Zuwachs das ſchon vorhandene Holz, wobei ſich jedoch die Holzbuͤndel des letzteren an der Spitze des Stammes verlaͤngern. 184 Zwölftes Kapitel. (Daß man dieß ſonſt exogenes Wachsthum nannte und we⸗ ſentlich von dem der Monokotyledonen, als einem endogenen, verſchieden glaubte, wurde ſchon fruͤher bemerkt.) Auf dem Querſchnitte eines im Wachsthum begriffenen Dikotyledonenſtengels erkennt man leicht an dem groͤßeren Saftgehalt unter der Rinde die aͤußerſte Holzſchicht als die juͤngſte hinzuwachſende, mit welcher gleichen Schrittes die Rinde durch Hinzubildung neuer Zellen innen zunimmt. Unbegreiflicherweiſe fehlt es jedoch noch an ſorgfaͤltigen Beobachtungen uͤber die naͤheren Vorgaͤnge bei dem peripheri⸗ ſchen Wachsthum der dikotyledoniſchen Holzpflanzen. Bisher nahm man ziemlich allgemein an, daß die pe⸗ ripheriſche Umlagerung des alten Holzes mit der neuen Holz⸗ lage von der Stengelſpitze aus nach abwaͤrts erfolge; ja man ging ſo weit, anzunehmen, daß ein von den Blaͤttern zu⸗ bereiteter Bildungsſaft(Cambium genannt), zwiſchen Rinde und Holz herabſteige und unterwegs den neuen Holzring bilde. Allein dabei wuͤrde in vielen Rinden, die man vor⸗ zugsweiſe mit der Herableitung dieſes Saftes betheiligt, das leitende Organ dazu fehlen. Als Extravaſat, d. h. außerhalb der Grundorgane der Rinde und des Splintes in einem freien Raume befindlich, kann man aber unmoͤglich das Cambium betrachten wollen, und wenn auch der reichliche Saft, den man unter der abgeſchaͤlten Rinde z. B. einer Weidenruthe im Mai findet, frei zwiſchen Rinde und Holz zu ſein ſcheint, ſo iſt dieß eben nur ſcheinbar, denn er iſt in außerordentlich zartwandigen, bei dem Schaͤlen zerriſſenen Zellen eingeſchloſſen geweſen. Daher verſteht man in neuerer Zeit unter Cambium nicht mehr jenen Bildungsſaft, ſondern die ganz junge zart⸗ haͤutige davon ſtrotzende Holzſchicht. A waͤr 9 en her den beka Erf weiß, da bgeſchni Thätigke Blätter miſen d bald cor V durch d ſolcher am Leb Bildun H 2 bunden einen al wolen, En brät ga Tod d Fole. I haͤtige, bereits mechani laitn de ante und we⸗ em endogenen, t) um begrifenen dem großeren ſchicht als die Schrittes die zunimmt. mn ſorgfällgen dem peripher⸗ nzen. „daß die pe⸗ neuen Holz⸗ olge; ja man Blaͤttern zu⸗ wiſchen Ride euen Holzting die man vor⸗ betheiligt, das d.h. außerhal in einem freien das Cambium he Saft, den er Weidenruthe zu ſein ſcheit, außerordentic en engeſchoſn unter bambium anzjjunge zutt Von der Nahrungsformung. 185 Als hinlaͤnglichen Beweis fuͤr das Beſtehen eines ab⸗ waͤrts gerichteten Cambiumſtromes betrachtete man die von oben her erfolgende Ausheilung von Stammverletzungen und den bekannten Zauberring. Erſtere iſt nicht einnal ganz wahr, denn Jedermann weiß, daß die Vernarbung der Stelle eines glatt am Stamme abgeſchnittenen Zweiges ringfoͤrmig, ja ſogar mit vorwaltender Thaͤtigkeit von beiden Seiten, weniger von unten und oben erfolgt. Durch den Zauberring, d. h. durch einen ringfoͤrmigen Schnitt durch die Rinde eines Zweiges, wird nothwendig der endosmotifche Saͤfteaustauſch zwiſchen den ausduͤnſtenden Blaͤttern und der einſaugenden Wurzel unterbrochen, und es muͤſſen dadurch die oberhalb des Schnittes befindlichen Saͤfte bald concentrirter, daher bildungsfaͤhiger werden, was ſich durch die Steigerung der Bildungsthaͤtigkeit ausſpricht. Ein ſolcher Schnitt heilt bald wieder aus, und der Zweig bleibt am Leben und kehrt alsdann zu der fruͤheren gewoͤhnlichen Bildungsthaͤrigkeit zuruͤck. Dieß iſt die Thatſache, die mit dem Zauberring ver⸗ bunden iſt; ſie aber als einen ausreichenden Beweis fuͤr einen allgemeinen herabſteigenden Bildungsſaft annehmen zu wollen, ſcheint dadurch noch nicht voͤllig gerechtfertigt. Entbloͤßt man einen Zweig ringsum auch nur einen Zoll breit ganz von der Rinde, ſo hat dieß fruͤher oder ſpaͤter den Tod des oberhalb der Entbloͤßung liegenden Zweiges zur Folge. Jedenfalls deswegen, weil die noch wahrhaft lebens⸗ thaͤtige aͤußerſte Holzſchicht dadurch abſtirbt, indem die innerſte bereits organiſch todte Kernholzſchicht wohl im Fruͤhjahre mehr mechaniſch den gewaltſam emporgetriebenen Nahrungsſaft zu leiten vermag, nicht aber ſpaͤter, wenn jene Periode voruͤber 186 Zwölftes Kapitel. iſt und der ruhige, lebensgeſetzlich thaͤtige endosmotiſche Saͤfte⸗ austauſch allein ſtattfindet, dieſen vermitteln kann. Repro⸗ duciren kann ſich die Rinde, wie uͤberhaupt die Pflanze kein Reproductionsvermoͤgen hat, niemals. Bei der Bildung des neuen Holzringes hat man bisher die Betheiligung der Markſtrahlen zu wenig beruͤckſichtigt, die jedenfalls nicht unbedeutend iſt.(Vergl. S. 87 f.) Wir haben hier halb gegen unſere Ueberzeugung die alte Lehre in Frage geſtellt, hielten es aber doch fuͤr nothwendig, dadurch wenigſtens zu erkennen zu geben, daß die Acten hieruͤber noch nicht geſchloſſen ſind. Den Stengel, wie er aus dem Embryo des Samens durch Verlaͤngerung entſteht, nennt man in Beziehung auf ſeine primitive Entſtehung Hauptaxe und die Zweige Neben⸗ axen. Die Anlage zu letzteren ſammt den von dieſen zu tragenden blattartigen Organen iſt entweder in einer Knospe vorgebildet eingeſchloſſen, wie bei unſeren Baͤumen, oder ſie entwickeln ſich ohne eine ſolche umſchriebene Anlage frei aus den Blattachſeln, wie bei den meiſten Kraͤutern. Die Zerlegung einer groͤßeren Knospe unſerer Baͤume (z. B. der Roßkaſtanie) zeigt Erſteres deutlich. Jedoch findet dabei ein bemerkenswerther Unterſchied ſtatt, auf den wir nirgends aufmerkſam gemacht finden. Bei vielen Baͤumen waͤchſt ein Theil der Nebenaxen, Zweige, den ganzen Som⸗ mer hindurch an der Spitze ohne Aufhoͤren fort, neue Blaͤtter entwickelnd, und ſie werden dabei oft erſt durch die eintretenden Froͤſte unterbrochen. Dieß iſt z. B. der Fall bei den Weiden, Erlen, Hornbaͤumen, Ruͤſtern, Haſeln, Birken ꝛc. Andere, z. B. die Buche, Eſche, Linde, Roßkaſtanie, Eiche, beendi⸗ gen die Laͤngenausdehnung ihrer Nebenaxen im Mai in auf⸗ fallend kurzer Zeit und hoͤren dann mit der Verlaͤngerung detfelben Juli und witber for Bei ſer Neben Baumes, zuſtrömend vegetirende Hornbaum weiſe unr den gena ſtark verſ ausſchlag, Knospen gn wochf zwage ſi deswegen aus den alſo, w Achſeln! vorbreche zeit in g dos voch äinem wächen. di benen 3 der noch geſtaltete lächt zu dees R wotiche Sifte kann. Repte⸗ ie Mfanze kein dat man hisher berückſichtigt, 8 f) gung die alte t nothwendig, daß die Acten des Samens hung auf ſeine eige Reben⸗ von dieſen zu einer Knospe men, odet ſie Inlage ftei au m. unſerer Biume Iddoch fidet auf den wit dielen Baͤumen ganzen Som⸗ tt, neut Bütte die eintreteda bei den Wädden, ken u. Andert, FEite, dan⸗ n Aci in auf Valaͤngerung Von der Nahrungsformung. 187 derſelben entweder ganz auf, oder fahren damit erſt Ende Juli und Anfang Auguſt, im fogenannten zweiten Safte, wieder fort. Bei erſteren findet das ununterbrochene Verlaͤngern die⸗ ſer Nebenaxen nicht durchgehends an allen Zweigen eines Baumes ſtatt, ſondern, augenſcheinlich nach dem Maße des zuſtroͤmenden Nahrungsſaftes, vorzugsweiſe an den uͤppig vegetirenden Aeſten; bei manchen wird es auch, wie am Hornbaume, durch die terminale Stellung der Bluͤthen theil⸗ weiſe unmoͤglich gemacht. Vorzugsweiſe findet es ſich bei den genannten Baͤumen an jungen uͤppigen, oder an aͤlteren ſtark verſchnittenen oder gekoͤpften Exemplaren und am Stock⸗ ausſchlag, wobei man dann ſogar ſehr haͤufig, alſo ohne als Knospen einen Winter uͤber geruht zu haben, an dießjaͤhri⸗ gen noch fortwachſenden Zweigen aus den Blattachſeln Seiten⸗ zweige ſich bilden ſieht. Letztere Erſcheinung iſt bei der Akazie deswegen beſonders auffallend, weil ſich bei ihr die Knospen aus den Blattſtielnarben entwickeln, in vorliegendem Falle alſo, weil die ſtuͤtzenden Blaͤtter noch ſtehen, die aus ihren Achſeln hervorbrechenden Zweige an einer anderen Stelle her⸗ vorbrechen muͤſſen, als ſie es zur regelmaͤßigen Entwickelungs⸗ zeit im Fruͤhling thun, und zwar eine Linie uͤber der Baſis des noch ſtehenden Blattes, alſo auf eine Weiſe und an einem Orte, welche von der gewoͤhnlichen Regel ganz ab⸗ weichen. Die Baͤume der zweiten Art entwickeln zu der angege⸗ benen Zeit(des zweiten oder Auguſttriebes) aus den Knospen der noch ſtehenden Blaͤtter Triebe mit meiſt auffallend anders geſtalteten Blaͤttern, wofuͤr namentlich Buche und Linde leicht zu controlirende Belege ſind. Bei der Linde findet dieſes Nachtreiben, wie wir es nennen moͤchten, zum 188 Zwölftes Kapitel. Gegenſatz des vorherbeſchriebenen Forttreibens, namentlich bei gekoͤpften Exemplaren ſtatt(jedoch kann das Koͤpfen mehrere Jahre vorher ſtattgefunden haben) und zwar ſehr erſichtlich nur an den oberſten Zweigen der mittelſten Hauptaͤſte. Dieſer hoͤchſt bemerkenswerthe Unterſchied in dem Wachs⸗ thum der Zweige iſt uns vor der Hand noch unerklaͤrlich und findet ſelbſt bei Pflanzen ſtatt, welche ſonſt große Ueberein⸗ ſtimmung in ihrem anatomiſchen und morphologiſchen Baue zeigen, wie Buche und Hornbaum. Er ſcheint, wenn auch nicht auf das von dem Pflanzenleben ausgehende Vermoͤgen, die Nahrungsaufnahme zu unterbrechen, ſo doch auf das, die Bildungsthaͤtigkeit zu unterbrechen, hinzudeuten, wenig⸗ ſtens ſoweit letztere aͤußerlich ſichtbare Bildungen betrifft. Das Beſtehen des zweiten oder ſogenannten Auguſt⸗ triebes uͤberhaupt laͤßt ſich einigermaßen dadurch erklaͤren, daß um dieſe Zeit die Fruchtbildung ſchon ſo weit vorgeruͤckt iſt, daß eine weitere Saͤftezufuͤhrung zu ihnen unnoͤthig iſt, weshalb der noch fortwaͤhrend bereitete Nahrungsſaft zur Weckung und Entwickelung einiger Knospen verwendet wird, denn es betrifft dieß immer nur einen Theil der Knospen. Dieſe Erklaͤrung iſt jedoch(wie leicht einzuſehen) nicht ausreichend. Alle blattartigen Organe entſpringen aus kleinen warzen⸗ foͤrmigen Zellenhaͤufchen dicht unter der Spitze der Axe. Eine Knospe enthaͤlt, wenn ſie ſich im Sommer in einer Blatt⸗ achſel zu bilden anfaͤngt, als eine kleine kegelfoͤrmige Zellen⸗ anhaͤufung die Anlage zu einer Nebenaxe mit den Anlagen zu den Blaͤttern, welche dieſe zu tragen beſtimmt iſt; mit dem Unterſchiede, daß z. B. bei der Buche die Knospe die Anlagen von allen Blaͤttern des ſchon in ſeiner Anlage be⸗ ſtimmt begrenzten Zweiges mit enthaͤlt, bei anderen Baͤumen, 5 B. der Anlage de den Blatte In Blaͤtter a gedräͤngt, durch Ver Ba! facher. I ſch entwe winkeln denen ſich das ſehr hobachten Das ſchnell vo entwedet noch laͤn Att jungen le und Ven kete wird mehr und ſtabile B zur Folg geht mei oder gell nach den Blaͤtter e diit an d die tenij ns, namentiich n das Köͤpfen und zwar ſehr eiſten Hauptäͤſte. in dem Wachs⸗ unerkaͤrlih und große Ueberein⸗ lögiſchen Baue nt, wenn auch ende Vermoͤgen, doch auf das, deuten, wenig⸗ gen betrifft. nnten Auguſt⸗ zurch eklaͤren, weit vorgerückt n unnothig iſt hrungsſaft zut erwendet witd, l der Knospen. zuſehen) niht kleinen warzen⸗ det Are. Eine in äner Batt⸗ fförmige Zelle⸗ it den Anlagen ſimmt iſt ni die Kwoöpe die ine Aulage be⸗ deren Baͤumen, Von der Nahrungsformung. 189 z. B. der Weide, hingegen die Knospe blos die unbegrenzte Anlage des ins Unbeſtimmte ſich verlaͤngernden Zweiges mit den Blattanlagen einſchließt. In der Knospenlage ſind natuͤrlich die vorgebildeten Blaͤtter an der vorgebildeten Nebenaxe ſehr dicht zuſammen⸗ gedraͤngt, allein nach der Entfaltung der Knospe werden ſie durch Verlaͤngerung der Axe auseinander geſchoben. Bei den krautartigen Pflanzen iſt dieß Alles weit ein⸗ facher. Iſt die Pflanze faͤhig, ſich zu veraͤſteln, ſo entwickeln ſich entweder ohne eigentliche Knospenbildung aus den Blatt⸗ winkeln Nebenaxen, oder zunaͤchſt blos Blaͤtter, zwiſchen denen ſich allmaͤhlig die Nebenaxe hervorſchiebt. Man kann das ſehr leicht an den gemeinſten Kraͤutern jedes Gartens beobachten, Das Wachsthum der blattartigen Organe wird meiſt ſehr ſchnell vollendet, aber das Leben derſelben dauert alsdann entweder noch bis zum Ende der Vegetationsperiode oder noch laͤnger fort. Alte Blaͤtter ſind gewoͤhnlich haͤrter und trockner als die jungen lebenskraͤftigen, durch Verdickung ihrer Zellenmembranen und Verdunſtung alles uͤberſchuͤſſigen Waſſers. Durch letz⸗ tere wird nothwendig die Zellenthaͤtigkeit alter Blaͤtter immer mehr und mehr verringert, bis ſie endlich in eine chemiſch ſtabile Beſchaffenheit uͤbertreten, was den Tod der Blaͤtter zur Folge haben muß. Dem Tode und Abfallen der Blaͤtter geht meiſt eine Umwandlung der Blattgruͤnkuͤgelchen in rothe oder gelbe Saftkuͤgelchen voraus. Nach dem Tode, d. h. nach dem Aufhoͤren der Thaͤtigkeit ihrer Zellen, fallen die Blaͤtter entweder ſogleich ab, oder ſie bleiben noch laͤngere Zeit an den Zweigen(immergruͤne Pflanzen), bis allmaͤhlig die chemiſchen Kraͤfte der Atmoſphaͤre frei auf ſie einzuwirken 190 Zwölftes Kapitel. anfangen. Die immergruͤnen Blaͤtter ſind aber in der fol⸗ genden Vegetationsperiode(im zweiten Lebensjahre) oft noch nicht unbedingt als todt zu betrachten, ſondern ihre wahre lebendige Zellenthaͤtigkeit dauert kuͤrzere oder laͤngere Zeit noch fort, und zu dem Ende ſind ſie meiſt fleiſchig oder leder⸗ artig und mit einer beſonders feſten Epidermis und dicken Cuticula bekleidet, um die in ihrem Gewebe vorgehenden lebensthaͤtigen chemiſchen Proceſſe vor den Einwirkungen der Atmoſphaͤre(namentlich durch eine ſchnelle Verdunſtung) zu ſchuͤten und ihnen eben dadurch eine laͤngere Dauer und Fortſetzung jener chemiſchen Proceſſe(in denen ſich das Leben der Blaͤtter ausſpricht) moͤglich zu machen. Das Abfallen der abgeſtorbenen Blaͤtter erfolgt entweder ſogleich(oft ſogar ſchon bei noch anſcheinender Lebensfriſche derſelben) oder ſpaͤter nach Geſetzen und Urſachen, die noch nicht hinlaͤnglich bekannt ſind, zu denen aber in der Regel weder die Winterkaͤlte noch das Anſchwellen der in der Blatt⸗ achſel ſtehenden Knospe zu rechnen ſind, wie man dieß gleich⸗ wohl annehmen will. Die Blaͤtter zarter, nur eine Vege⸗ tationsperiode hindurch dauernder(einjaͤhriger) Pflanzen fallen zuletzt nicht mehr ab, ſondern verdorren an dem zugleich mit abſterbenden Pflanzenkoͤrper. Der intereſſanteſte Act der pflanzlichen Bildungsthaͤtig⸗ keit, ſowohl hinſichtlich der damit verbundenen Formerſchei⸗ nungen als auch ſeiner phyſiologiſchen Geſetzmaͤßigkeit, iſt die Bildung des Samens. Kein anderer Theil der Naturwiſſenſchaften hat in neuerer Zeit eine ſo auffallende Umgeſtaltung erlitten, als die Lehre von der Bildung des Samens, und wir ſind deshalb ge⸗ noͤthigt, vorher mit kurzen Worten mitzutheilen, wie man geſehen ſich bis wie min Bek und die und ohne beiden, hätigkeit deten En wickelung gebe ode Staubbe riſchen dafür ge kürnet, d (de den M man ub durch d der Win Er optiſche zu erforſa ahs allger de und eiſe aͤußerer bekleid hekannter iheraus ſes n ber in der fa ahre) oft noch een ihre wahre t laͤngere Zeit ſchig oder leder⸗ nis und dicken e vorgehenden wirkungen der erdunſtung) zu re Dauer und ſich das Leben ffolgt entweder er Lebensfriſche chen, die noch rin der Regel et in der Bat⸗ nan dieß gleic⸗ nur eine Vege⸗ Pflanzen falln em zugleich mit Biidungsthätig⸗ en Formerſch⸗ naßigkeit, ſt die en hat in nuern , ab dü behre in dehhalb ge⸗ ſeien, wit man Von der Nahrungsformung. 191 ſich bis vor wenigen Jahren dieſen Hergang dachte, und wie man ihn ſeitdem kennt. Bekanntlich nannte man die Staubgefaͤße die maͤnnlichen und die Piſtille oder Griffel die weiblichen Geſchlechtsorgane, und ohne es jemals geſehen zu haben, nahm man zwiſchen beiden, wie bei den Thieren, eine geſchlechtliche Zeugungs⸗ thaͤtigkeit an, in Folge deren im Fruchtknoten die vorgebil⸗ deten Samen(Eichen, ovulum) befruchtet und zur Ent⸗ wickelung getrieben werden ſollten. Dieſe Pollenkoͤrner, der gelbe oder anders gefaͤrbte Staub(frei gewordene Zellen) der Staubbeutel ſollten dabei als befruchtende Materie, dem thie⸗ riſchen Sperma aͤhnlich, wirken und zwar zunaͤchſt nur ein dafuͤr gehaltener ſchleimiger Inhalt(fovilla) dieſer Pollen⸗ koͤrner, den man aus denſelben heraustreten ſah. (Der Leſer ſieht leicht, daß hier abermals, wie ſo oft, den Pflanzenforſchern das einen Streich geſpielt hat, was man uͤber die Fortpflanzung der Thiere kennt, und daß da⸗ durch die Pflanzen zu einer Zeugungstheorie kamen, die in der Wirklichkeit keine Beſtaͤtigung findet.) Erſt die neuere Zeit war im Stande, durch beſſere optiſche Mittel den wahren Hergang bei der Samenbildung zu erforſchen, den wir hier ſo darſtellen wollen, wie er ſich als allgemeine Regel bei den phanerogamiſchen Pflanzen zeigt. Die Pollenkoͤrner, pollen, entſtehen, wie wir S. 42 geſehen haben, aus den Colenchymzellen des Staubbeutels und erſcheinen zuletzt als freie, von einer haͤrteren aͤußeren Wand oder Schale(Pollenſchale, tegmen) bekleidete Zellen. Dieſe Pollenkoͤrner bieten trotz ihrer bekannten Kleinheit doch eine große Manchfaltigkeit der oft uͤberaus zierlichen und regelmaͤßigen Formen dar, welche aber ſtets in jeder Pflanzenart ſich ſehr gleich bleibt. 192 Zwölftes Kapitel. Die innerhalb der Pollenſchale liegende eigentliche Pollen⸗ zelle hat eine ſehr zarte ſtructurloſe Membran und ſchließt eine aus Schleim, Oel und Amylum beſtehende Fluͤſſigkeit (fovilla) ein. Die Schale hat meiſt an mehreren ritz⸗ oder lochfoͤrmigen, regelmaͤßig vertheilten Stellen eine Anlage, hier zu berſten oder zu zerreißen, um die eingeſchloſſene Pollen⸗ zelle austreten zu laſſen(Fig. 44. c. d). (Ausnahmen hiervon ſind: nackte Pollenzellen ohne Schale, zu 3 oder 4 verwachſene Pollenkoͤrner.) Das vollendete Pollenkorn iſt zu betrachten als eine frei gewordene, ſehr entwickelungsfaͤhige Zelle. Die Freiwerdung derſelben aus dem Staubbeutel wird durch ein Platzen des Staubbeutels bewirkt, was bei vielen Pflanzen, vorzugs⸗ weiſe wenn die Staubbeutel von der Sonne beſchienen wer⸗ den, mit einer wirklichen verhaͤltnißmaͤßig ſehr heftigen Ex⸗ ploſion verbunden iſt, wodurch die Pollenkoͤrner weit weg⸗ geſchleudert werden.(Wir haben dieß wiederholt bei meh⸗ reren Pflanzen geſehen, namentlich bei mehreren Graͤſern und bei dem Wunderbaume, Ricinus communis.) Da⸗ durch und durch manche andere Vorkehrungen gelangen die Pollenkoͤrner auf die Narbe(stigma, den oberſten hoͤchſt verſchiedenartig geſtalteten Theil des Piſtills), aus deren ober⸗ ſten frei liegenden etwas warzenartig erhabenen Zellen eine eigenthuͤmliche Feuchtigkeit ausgeſondert wird. Dieſe uͤbt auf den Inhalt der Pollenzelle eine ſehr lebhafte Wirkung aus, ſo daß letztere ihre Pollenſchale gewaltſam zerſprengt und, ohne ſelbſt zu zerreißen, in Form eines Schlauches aus ihr heraustritt, was man die Schlauchbildung(tubiſicatio) nennt(Fig. 44, d). Nun heißt die von der Schale befreite ſchlauchfoͤrmig gewordene Zelle Pollenſchlauch. Dieſer tritt nun in dem, oft einen wirklichen Kanal(Griffelkanal, Fig. 46, Griffele Fuuchkkno Ende des Keimkn bald einz anſitt) un keinen 36 üͤber äna Endes des Das in Gi. 46 eingedrun hafte Zelle ducch Zal und aus die Keim weißkrp Thatigke knospe a Hir es iſt, w entſteht;) rogamen wicklung Keimes in den; und Unh crerſt faͤh (Nan kä Roßnäßl gentiche Polle⸗ an und ſchließt hende Flüſſigkeit greren ritz⸗ oder n eine Anlage, chloſſene Pollen⸗ en ohne Schale, ten als ene frei die Freiwerdung ein Platzen des nzen, vorzugs⸗ beſchienen wer⸗ it heftügen Ex⸗ rner weit weg⸗ tcholt bei me⸗ hreren Grͤſem umunis.) Da⸗ en gelangen di oberſten hochſ zus deren ober⸗ nen Zelen eie Dieſe übt auf Wirkung aub— zerſprengt und lauches aus in ig lubibtaui r Scale beftit lauch Diier Griffalkanal Von der Nahrungsformung. 193 Fig. 46, B) einſchließenden, leitenden Zellgewebe des Griffels oder Staubweges(stylus) herab bis in den Fruchtknoten. Hier dringt das vordere zuerſt ankommende Ende des Pollenſchlauches in das lockere Zellgewebe einer Keimknospe ein(die bei den verſchiedenen Pflanzenarten bald einzeln, bald in Mehrzahl hier an einem Arengebilde anſitzt) und welche anfaͤnglich, wie jede Knospe, aus einem kleinen Zellenhaͤufchen beſteht(Fig. 45, wo 3 Keimknospen uͤber einander ſtehen). Dieſes Eindringen des vorderen Endes des Pollenſchlauches in die Keimknospe heißt Einſaat. Das in die Keimknospe und zwar bis in den Keimſack (Fig. 46, f, eine beſonders erweiterte Zelle der Keimknospe) eingedrungene Ende des Pollenſchlauches zeigt bald eine leb⸗ hafte Zellenbildung und verwandelt ſich ſelbſt nach und nach durch Zellenvermehrung zunaͤchſt in die Keimzelle(Fig. 49, g) und aus dieſer in den Keim mit ſeinen Theilen, waͤhrend die Keimknospe um ihn herum deſſen Huͤllen mit dem Ei⸗ weißkoͤrper bildet, bis durch dieſe vereinten zellenbildenden Thaͤtigkeiten des Pollenſchlauches einerſeits und der Keim⸗ knospe andererſeits das Samenkorn gebildet iſt. Hieraus ſieht man, daß der Pollenſchlauch ſelbſt es iſt, woraus(nicht wodurch) der Keim des Samens entſteht; und demnach iſt die Samenbildung bei den Phane⸗ rogamen nichts Anderes als eine Einſaat des fuͤr die Ent⸗ wickelung in der Außenwelt noch nicht befaͤhigten ſporenartigen Keimes(des Pollenkornes) in einen andern Theil der Bluͤthe, in den Fruchtknoten, um hier ſeine vollendete Ausbildung und Umhuͤllung mit mancherlei Huͤllen zu erhalten, wodurch er erſt faͤhig wird, in der Außenwelt ſich entwickeln zu koͤnnen. (Man koͤnnte ſagen, das Pollenkorn ſei das Pflanzenei, Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. 13 8 194 Zwölftes Kapitel. welches in dem Fruchtknoten, als einer Gebaͤrmutter, zur vollendeten Entwickelung gebracht werde.) Wollen wir uns nun nach einer Scene in dieſem inter⸗ eſſanten Bildungsacte des Pflanzenſamens umſehen, welche etwas der thieriſchen Zeugung Aehnliches darboͤte, ſo kann dieß nur die Einwirkung der Narbenfeuchtigkeit auf die Aus⸗ dehnung und von da an eintretende große Bildungsthaͤtigkeit der Pollenzelle ſein. Jedoch von einer eigentlichen geſchlecht⸗ lichen Zeugung(im thieriſchen Sinne) kann auch hierbei nicht die Rede ſein. Wollen wir dann dem allerdings verzeihlichen, aber gewiß wiſſenſchaftlich nicht wuͤnſchenswerthen Verlangen folgen, die hierbei thaͤtigen Organe mit den thieriſchen Fort⸗ pflanzungsorganen zu identificiren, ſo waͤre der Staubbeutel der Eierſtock, die Narbenzellen waͤren die Hoden und der Fruchtknoten waͤre die Gebaͤrmutter. Hier faͤnden wir alſo die ſonderbarſten Trennungen und Vereinigungen bei den Thieren vereinigter oder getrennter Organe. Der Eierſtock waͤre bei den Pflanzen mit getrenntem Geſchlechte(z. B. bei dem Hanfe) auf einer ganz anderen Pflanze als die Gebaͤr⸗ mutter, und die Hoden waͤren unmittelbar auf letzterer be⸗ feſtigt! Darum iſt es ein mindeſtens eitles Beginnen, die durchaus ihr eigenthuͤmliches Bildungsleben zeigenden Pflan⸗ zen nach den Thieren deuteln zu wollen. Vergleicht man nun die Samenbildung der Kryptogamen mit der der Phanerogamen, ſo ergiebt ſich Folgendes. Die Kryptogamenſpore(S. 41) iſt wie das Pollenkorn eine ſehr zarthaͤutige, mit einer feſteren aͤußeren Decke oder Schale bedeckte Keimzelle, welche einen ſehr concentrirten Bil⸗ dungsſaft einſchließt und bei ihrem Keimungsproceß in der Außenwelt zunaͤchſt ebenfalls(wie das Pollenkorn auf der Narbe) in einen ſchlauchfoͤrmigen Keim verwandelt wird. (Dem a ſchlau de keime ſcidd in Kein iſ, in de dueiren, (das Pol ſuͤtte(der men, we E5 kryptoga iſt nicht Planze ſe äne Knd In zelle in Reihe d haͤtigkei näͤherem auhitht, weniger u Was Aler zo muß ma knoten Zwi aber ein formen, Lunſſpre zu goben. bärmutter, zu in dieſem inter⸗ umſehen, walche abbote, ſo kann teit auf die Aus⸗ ildungsthatigkeit tlichen geſchlecht⸗ zucch hierbei nicht gs verzeihlchen, rthen Verlangen thieriſchen Fot⸗ er Staubbeutel boden und der anden wir alſo ungen bei den Der Eierſpck ſchte(z. B. hi als die Gebär⸗ auf letzterer be⸗ Beginnen, die eigenden Pflan⸗ er Kryptoganen Folgendes. Di lenkorn eine ſch ecke oder Schil eneentittn Bie nzeunaß in 3 dlenlom auf d Von der Nahrungsformung. 195 (Dem entſprechend kann man ganz angemeſſen den Pollen⸗ ſchlauch einen Vorkeim, proembryo, nennen und hierin mit der keimenden Spore vergleichen.) Mithin beruht der Unter⸗ ſchied in der Samenbildung nur darauf, daß der nackte Keim(die Spore) der Kryptogamen ohne Weiteres faͤhig iſt, in der Außenwelt ſeine Stammpflanze aus ſich zu repro⸗ duciren, daß dagegen der nackte Keim der Phanerogamen (das Pollenkorn) vorher noch in einer eigenen Bildungs⸗ ſtaͤtte(dem Fruchtknoten) zu einer hoͤheren Form, zum Sa⸗ men, weiter ausgebildet werden muß, um jenes zu koͤnnen. Es entſpricht demnach das phanerogamiſche Pollenkorn der kryptogamiſchen Spore, und der aus jenem gebildete Same iſt nicht mehr blos der Keim zu einer Pflanze, ſondern die Pflanze ſelbſt in concentrirter Form und im kleinſten Raume, eine Knospe hoͤherer Bedeutung. An die uͤberraſchende Thatſache der Einſaat der Pollen⸗ zelle in das Zellgewebe der Keimknospe knuͤpft ſich nun eine Reihe der manchfaltigſten Erſcheinungen pflanzlicher Bildungs⸗ thaͤtigkeit, indem letztere alle uͤbrigen mit der Bluͤthe in naͤherem oder entfernterem Zuſammenhange ſtehenden Theile zuzieht, um bei der Entwickelung des Samens mehr oder weniger unmittelbar thaͤtig zu ſein. Was Frucht ſei, iſt durch den allgemeinen Ausſpruch Aller zwar praktiſch laͤngſt feſtgeſtellt, aber wiſſenſchaftlich muß man unter Frucht blos den einzelnen Frucht⸗ knoten zur Zeit der Samenreife verſtehen. Zwiſchen dem Weizenkorn und einem Fichtenzapfen liegt aber eine ſo große Anzahl der manchfaltigſten Frucht⸗ formen, daß es zu den ſchwierigſten Aufgaben der botaniſchen Kunſtſprache gehoͤrt, dafuͤr beſtimmt umgrenzende Diagnoſen zu geben. 13* 196 Zwölftes Kapitel. Die einfachſte Fruchtform muß die ſein, wo ein einzelnes freies Piſtill mit nur einer Samenanlage(Keimknospe) allein ſich zu einer einſamigen Frucht entwickelt, wie ein Roggen⸗ korn, ein Korn einer Sonnenroſe, eine Kirſche. Die Ver⸗ ſchiedenheit dieſer Fruͤchte beruht in der Umwandlung, deren das Zellgewebe der Fruchtknotenſchale faͤhig iſt, und in der urſpruͤnglichen Geſtalt des Fruchtknotens ſelbſt. Der naͤchſte Grund zu einer weiteren Verſchiedenheit der Fruͤchte iſt die Mehrzahl der Samenanlagen eines einzelnen freien Piſtills, wie z. B. in der Huͤlſe der Erbſe, Pisum sativum, der Kornrade, Agrostemma Githago. Ein an⸗ derer Grund zu einer anderen Fruchtform iſt die Eintheilung eines Fruchtknotens in einzelne, durch Scheidewaͤnde unvoll⸗ ſtaͤndig oder vollſtaͤndig getrennte Faͤcher; erſteres z. B. bei dem Mohn,(etzteres bei der Schwertlilie. Die verſchiedenſten Fruchtformen gehen hervor aus der mehr oder weniger innigen Verbindung mehrerer Piſtille zu einem zuſammengeſetzten Fruchtgebilde, wie bei der Himbeere und Brombeere. Bei anderen Fruchtformen gehen die nach der Beſtaͤubung ſtehen bleibenden Bluͤthenhuͤllen(Blume und Kelch) in die Fruchtbildung mit ein, z. B. bei den Hagebutten der Roſe und den Fruͤchten der Buche und Eiche, wo der Kelch bleibend iſt. Bei den Zapfen der Nadelhoͤlzer, Birken und Erlen bleiben ſogar die Deckblaͤtter der in ein ſogenanntes Kaͤtz⸗ chen, amentum, vereinigt geweſenen unvollkommenen Bluͤthen ſtehen und helfen, indem ſie auswachſen und leder⸗ oder holz⸗ artig werden, dieſe eigenthuͤmliche Fruchtform(die dieſen Na⸗ men eigentlich gar nicht verdient) mit bilden. Du dee Fuuc iigeſcho dene, für Vorzügl Gewebon bunbſtf unſete de die mandh di ſeinen die Sto haben un dingetret daſes 3 gewebe in den ſchen d ſehr kle Verbind Oe Samen! polſter bald lat dem Sa (kunieu de entweder der er diſet ab o ein einzelnes nknospe) allein ie en Roggen⸗ che. Die Ver⸗ andlung, deren t, und in der ſchiedenheit der änes einzelnen Erbſe, Pisum ago. Ein an⸗ die Eintheilung ewaͤnde unvoll⸗ heres z. B. bei hervor aus der erer Piftille zu ei der Himbeer der Beſtaͤubung Kalch) in die zutten det Roſe wo der Kalh icken und(len genannte Kaͤt⸗ mmenen Blüͤthen lder vder ho⸗ n ſci diſen Re⸗ Von der Nahrungsformung. 197 Durch die manchfaltige Umbildung des Gewebes der in die Fruchtbildung eingehenden Theile und der in ihren Zellen eingeſchloſſenen Subſtanzen werden bekanntlich ſehr verſchie⸗ dene, fuͤr unſere Beduͤrfniſſe wichtig werdende Stoffe gebildet. Vorzuͤglich werden in den dabei oft außerordentlich vermehrten Gewebsmaſſen Zucker, Saͤuren, fette und aͤtheriſche Oele und Farbſtoffe gebildet, wodurch unſer Hausbedarf ebenſo wie unſere Leckerhaftigkeit, unſere Apotheken wie unſere Gewerbe die manchfaltigſten Befriedigungen entnehmen. Die Reife des Samens iſt dann anzunehmen, wenn in ſeinem Zellgewebe nach Beſeitigung aller waͤſſerigen Theile die Stoffe eine chemiſch⸗ſtabile Beſchaffenheit angenommen haben und dadurch ein voͤlliges Aufhoͤren der Zellenthaͤtigkeit eingetreten iſt. Welchen directen Antheil an der Herbeifuͤhrung dieſes Zuſtandes der Samenreife die Thaͤtigkeit der Frucht⸗ gewebe nehme, iſt ſo gut als unbekannt. Sehr oft und wohl in den meiſten Faͤllen iſt die unmittelbare Verbindung zwi⸗ ſchen dem Samen und ſeinem Gehaͤuſe(der Frucht) auf eine ſehr kleine Flaͤche beſchraͤnkt, nicht ſelten aber betrifft dieſe Verbindung die ganze Oberflaͤche des Samens. Der meiſt centrale Theil der Frucht, an welchem der Samen befeſtigt iſt, heißt Samentraͤger oder Samen⸗ polſter(spermophorum), und das bald verſchwindend kurze, bald lange und fadenfoͤrmige Glied, wodurch der Same mit dem Samentraͤger verbunden iſt, nennt man Samenfaden (funiculus seminalis). Der vollkommen ausgebildete und gereifte Same verlaͤßt entweder, frei werdend, ſeine Bildungsſtaͤtte und ſinkt zur Erde, oder er bleibt in ſeiner Frucht eingeſchloſſen und faͤllt mit dieſer ab. 198 Zwölftes Kapttel. Immer iſt mehr oder weniger die Stelle am Samen bezeichnet, wo derſelbe mittels des Samenfadens mit dem Samentraͤger zuſammenhing. Sie iſt als die natuͤrliche Baſis des Samens zu betrachten, mag uͤbrigens ſeine Geſtalt dem widerſprechen oder nicht, und bekommt den Namen Hagelfleck(chalaza);(am Samen der Bohne, Phaseolus, erſcheint ſie als ein ovaler weißlicher Fleck). Dieſe Stelle iſt der Ort, wo waͤhrend der Ernaͤhrung des Samens von Sei⸗ ten der Mutterpflanze durch den Samenfaden demſelben die Nahrung zugefuͤhrt wurde. Diejenige Stelle, wo bei der Einſaat(S. 193) die Pollenzelle in die Keimknospe eintrat, heißt Keimmund (micropyle) und iſt an vielen Samen durch eine kleine, wulſtfoͤrmige Narbe, die Keimmundnarbe, angedeutet (bei der Bohne nicht weit von dem Hagelflecke). Samen, welche laͤngere Zeit aufbewahrt werden und da⸗ bei ihre Keimfaͤhigkeit behalten ſollen, unterwirft man be⸗ kanntlich einer ſogenannten Nachreife, welche weſentlich blos darin beruht, daß man unter Vermeidung einer zu heftig einwirkenden trockenen Waͤrme, alſo im Schatten, und der Stockung der Luft ein voͤlliges Verdunſten der noch in den Samen enthaltenen Feuchtigkeit beguͤnſtigt. Nicht ſelten gelangt zufaͤllig oder durch Kunſt herbeige⸗ fuͤhrt Pollen einer Pflanzenart, die wir A nennen wollen, auf die Narbe und in die Keimknospen einer anderen ver⸗ wandten Art, B, und wird hier zum Samen entwickelt. Die aus ſolchem Samen erwachſenden Pflanzen werden als Ba⸗ ſtarde betrachtet, an welchen Ausdruck man hier freilich die thieriſche Bedeutung nicht anknuͤpfen darf. Gewoͤhnlich nennt man die Pollenpflanze A den Vater und die Stigmapflanze B die Mutter; was freilich nach obiger Darſtellung von der Samend alten bet unfuucſh und kehre nihig; zwiſchen wüͤrdige; mentich wwölf Ge Arten od Na des Sa den ih Keimbli nanot, bis neu Eiwei das K plumu (tradie bildet. gelgew ders Et bereits J endigt denden Manz N wicke! in yft äle am Sanen fadens mit den ⁵ die natüriihe gens ſeine Geſtat aimt den Namen ohne, Phaseolus, Dieſe Stell iſt zamens von Sei⸗ den demſelben die nt(S. 103) die t Keimmund rch eine kleine, be, angedeutet de). werden und da⸗ rrwirft man be⸗ velche weſentich g einer zu hefig hatten, und der der noch in den Kunſt herbeige⸗ nennen wolle, net anderen ber⸗ entwicklt. di verden als Ba⸗ hier frilih di Gewähnich nemnt üe Stinapftanze rfalung vvn de Von der Nahrungsformung. 199 Samenbildung nicht zu rechtfertigen und ein Ueberbleibſel der alten verlaſſenen Theorie iſt. Die Baſtarde ſind gewoͤhnlich unfruchtbar oder erzeugen nur einzelne keimfaͤhige Samen und kehren wenigſtens in den folgenden Generationen oft all⸗ maͤhlig zu der Form eines der beiden Aeltern wieder zuruͤck, zwiſchen denen die erſte Baſtardgeneration oft eine ſehr merk⸗ wuͤrdige Zwiſchenform bildet. Jedoch kennt man ſchon, na⸗ mentlich durch Dr. A. F. Wiegmann, Baſtarde, die ſeit zwoͤlf Generationen ſich gleich bleiben und als neue wirkliche Arten oder Varietaͤten angeſehen werden muͤſſen. Nach Entfernung der Samenſchale finden wir im Innern des Samens als wichtigſten Theil den Keim(embryo) mit den ihm anhaͤngenden Samenlappen(Samenblaͤtter, Keimblaͤtter, Keimlappen, auch hier und da Kernſtuͤcke ge⸗ nannt, cotyledones) je einem oder zwei(bei den Nadelhoͤlzern bis neun) und den ſehr vielen Pflanzen aber ganz fehlenden Eiweißkoͤrper(albumen). Am Keime unterſcheidet man das Knospenherz oder Keimfederchen(coreulum s. plumula), woraus ſich der oberirdiſche, und das Wuͤrzelchen (radicula), woraus ſich der unterirdiſche Theil der Pflanze bildet. Samenlappen und Eiweißkoͤrper enthalten in ihrem Zellgewebe einen großen Vorrath an Reſervenahrung(beſon⸗ ders Staͤrkemehl oder ſtatt deſſelben fettes Oel), woraus, wie wir bereits geſehen haben, die junge Pflanze ihre Nahrung ſchoͤpft. Mit der Erzeugung und Ausſtreuung des Samens be⸗ endigt ſich unter allen Umſtaͤnden das Leben des ſamenbil⸗ denden Pflanzengliedes, und bei allen ein⸗ und zweijaͤhrigen Pflanzen das der ganzen Pflanze Noch haben wir uͤber die Waͤrme⸗ und Lichtent⸗ wickelung und uͤber die Bewegungserſcheinungen im Pflanzenreiche Einiges mitzutheilen. 200 Zwölftes Kapitel. Die Eigen⸗ oder Lebenswaͤrme der Pflanzen iſt im Allgemeinen ſehr unbedeutend und bei den meiſten Pflanzen nicht eben durch ihre Hoͤhe bemerklich; nur wenige Pflanzen, und auch dieſe vorzugsweiſe nur in den ganz beſonders bil⸗ dungsthaͤtigen Gliedern, entwickeln eine hoͤhere Temperatur. Dieſe erreicht, beſonders in den Bluͤthentheilen der Aroideen, waͤhrend ihrer kraͤftigſten Entwickelung die Hoͤhe bis 25⁰ R. uͤber der Lufttemperatur. Nicht minder merkwuͤrdig ſind die an den Bluͤthentheilen mancher Pflanzen ſich zeigenden Lichterſcheinungen, namentlich in den Monaten Juli und Auguſt nach Sonnenuntergang und bei ſehr warmem Wetter. Sie erfolgen in Form von Blitzen und ſtehen hoͤchſt wahrſcheinlich mit dem Entkohlungs⸗ proceſſe der Pflanzen in Verbindung, da ſie nur und um ſo intenſiver erſcheinen, wenn eine große Menge Sauerſtoff da⸗ bei einwirkt. Jedenfalls haͤngen ſie, wie die Waͤrmeent⸗ wickelung, mit den in den aſſimilirenden Zellen vorgehenden chemiſchen Proceſſen zuſammen. Unter den verbreiteteren Pflanzen finden Lichterſcheinungen ſtatt an der großen Capu⸗ zinerkreſſe, Tropaeolum majus, an der Sonnenroſe, He- lianthus annuus, an der Ringel⸗ oder Todtenblume, Calen- dula officinalis, an der Feuerlilie, Lilium bulbiferum, und an der Tagetes, Tagetes patula und erecta. An allen dieſen Blumen ſcheinen die Lichterſcheinungen von den ſaͤmmtlich gelb gefaͤrbten Blumenblaͤttern auszugehen. Die Lichtentwickelung verfaulender Pflanzenmaſſen ſteht mit dem Leben der Pflanze nicht in Verbindung und gehoͤrt alſo nicht hierher. Von jeher haben aber in noch hoͤherem Grade die Bewegungserſcheinungen mancher Pflanzen das Staunen der Menſchen erregt und namentlich in neuerer Zeit die gruͤndi anlaßt üie außeren eie ſol den erſt oder wen ſeens ein aber an als erſi Nichtun pflang, hat, di ſichtlich der Bo ſich die ruͤhrun ſpaͤter ſchwäht äine We ganz ar I Veranl Beweg (um di Vinden Al noch R Pflanzen iſt in eiſten Pflanzen enige Pfanzen, beſonders bil⸗ re Temperatur. der Aroideen, he bis 25 R. Blͤthentheilen gen, nawentlich onnenuntergang n in Form von n Entkohlungs⸗ ur und um ſo Sauerſtoff da⸗ die Waͤrmeent⸗ ten vorgehenden n verbreiteteren er großen Capl⸗ onnenroſe, He- nblume, Calen- 7 Dulbiferum, erecta. An mgen von den zugehen. Die ſteht mit dem dehr alp nict tem Grade die das Staunen ruure Zeit di Von der Nahrungsformung. 201 gruͤndlichſten anatomiſchen Unterſuchungen der Gelehrten ver⸗ anlaßt. Sie erfolgen entweder auf Veranlaſſung durch einen aͤußeren phyſiſchen Reiz, wie durch Beruͤhrung, oder ohne eine ſolche als das Product der Vitalitaͤt der Pflanze. Zu den erſteren Bewegungserſcheinungen, denen alſo ein mehr oder weniger entwickeltes Empfindungsvermoͤgen oder wenig⸗ ſtens eine gewiſſe Erregbarkeit zum Grunde zu liegen ſcheint, gehoͤrt zunaͤchſt die Erſcheinung, daß die Bluͤthen mancher Pflanzen ſich der Sonnenſcheibe zuzukehren ſtreben. Die auffallendſten Bewegungserſcheinungen zeigen ſich aber an den gegliederten(zuſammengeſetzten) Blaͤttern, welche als erſichtliche Folge auf einen aͤußeren Reiz ihre Lage und Richtung veraͤndern. Am bekannteſten iſt dadurch die Sinn⸗ pflanze, Mimosa pudica, welche doppelt gefiederte Blaͤtter hat, die am Stengel mittels einer etwas angeſchwollenen er⸗ ſichtlich anders in ihrem Innern conſtruirten Baſis(wie an der Bohne) aufſitzen. Die Bewegung erfolgt in der Art, daß ſich die gegenuͤberſtehenden Fiederblaͤttchen bald nach der Be⸗ ruͤhrung nach oben zuſammenlegen und, war der Reiz ſtark, ſpaͤter das ganze Blatt ſich ſenkt. Oft wiederholte Reizung ſchwaͤcht das Empfindungs- und Bewegungsvermoͤgen, und eine Verletzung jener Anſchwellung des Blattſtieles hebt ſie ganz auf. Zu den durch die Vitalitaͤt der Pflanzen ohne aͤußere Veranlaſſung bedingten Bewegungen kann man z. B. die Bewegung der Staubgefaͤße nach der Narbe des Griffels (um die Befruchtung des Pollens zu bewerkſtelligen) und das Winden windender Pflanzentheile(Stengel und Ranken) rechnen. Allen dieſen Erſcheinungen liegen aber weder Muskeln noch Nerven, die Vermittler der thieriſchen Bewegung und 202 Zwölftes Kapitel. Empfindung, zum Grunde, ſie ſind alſo ebenfalls etwas den Pflanzen Eigenthuͤmliches, was man mit den gleichnamigen Thaͤtigkeiten der Thiere nicht identificiren darf. Schon fruͤher wurde einmal beilaͤufig bemerkt, daß den Gewaͤchſen das Reproductionsvermoͤgen abgehe, was Denen als ein Irrthum erſcheinen koͤnnte, welche meinen, daß ja jeder Baum alle Jahre Tauſende von Blaͤttern re⸗ producire. Dieß iſt aber keine wahre Reproduction(wie ſie blos den Thieren zukommt), wodurch das entweder durch einen Act der freien Lebensthaͤtigkeit, oder durch eine aͤußere Gewaltthaͤtigkeit verlorene Glied genau an derſelben Stelle durch ein neues erſetzt(reproducirt) wird. Niemals aber iſt ein Blatt, eine Bluͤthe in dieſem Sinne der Stell⸗ vertreter eines verlorenen Blattes, einer verlorenen Bluͤthe, ſondern ſie bilden ſich immer an einer andern Stelle und ſtehen in keiner Beziehung zu den verlorenen. Wie es unmoͤglich war, den Grund und das Weſen des Lebens der Pflanze und den Act ſeines erſten Eintretens in die Erſcheinung zu erforſchen, ſo iſt es nicht minder unmoͤg⸗ lich, den Act ſeines Austretens aus der Erſcheinung, den Tod der Pflanze, nach allen Seiten zu erklaͤren und zu er⸗ faſſen. Er ſpricht ſich aus durch das Aufhoͤren der von der Lebenskraft geleiteten chemiſchen Proceſſe der Zellen⸗ einſchluͤſſe; dieß kann aber der Grund des Todes nicht ſein. Zwiſchen dem Tode eines Blattes und dem eines tauſend⸗ jaͤhrigen Baumes liegt eine zahlloſe Menge von Differenzen der pflanzlichen Lebensdauer. Einjaͤhrige Pflanzen ſterben, nachdem ſie gebluͤht und Samen producirt haben, jedoch kann man, indem man ſie hieran hindert, ihr Leben betraͤchtlich verlaͤngern. So hat man die bekannte Reſeda, ſonſt ein ſchwaͤchliches einjaͤhriges Kraut,d Blüͤthent zwungen. überleben Tod eint Die vichſts äner aus Kraͤutern de ſich lebend. We Jaßre la Hunderte leben kau mehr al ſamen k waͤchs, Baum We ſchoſene lebendes nicht der liches A ein lang aus den liegen d ſchen Kr ihnen de hishet n alls etwas den gleichnamigen nerkt, daß den n abgehe, was welche meinen, Blaͤttern re⸗ uction(wie ſie entweder durch rch eine aͤußere n derſelben vird. Niemal inne der Stel⸗ renen Bluͤthe, in Stelle und das Weſen des en Eintretens in minder unnig⸗ ſcheinung, den ſaren und zu er⸗ Lufhoͤren der eſſe det Jelen⸗ kodes nicht ſei m änts tuſir von Diferenzen ſie geblht und zißs inühige Von der Nahrungsformung. 203 Kraut, durch fortwaͤhrendes Abſchneiden der ſich entwickelnden Bluͤthentrauben zum mehrjaͤhrigen mannshohen Strauche ge⸗ zwungen. Das beweiſt, daß der letzte Lebenszweck, Bildung uͤberlebender Keime, erſt erreicht ſein muß, ehe der natuͤrliche Tod eintritt. Die Blaͤtter und Bluͤthen eines perennirenden Ge⸗ waͤchſes ſind als einjaͤhrige Pflanzen zu betrachten, die auf einer ausdauernden Unterlage vegetiren. Bei perennirenden Kraͤutern ſtirbt auch der Stengel mit, und blos die Wurzel, die ſich fortwaͤhrend durch neue Zweige verjuͤngt, bleibt uͤber⸗ lebend. Weshalb der Boabab(Adansonia digitata) fuͤnftauſend Jahre lang am Leben bleiben kann, die Fichte kaum ſo viele Hunderte, warum ein Baumindividuum doppelt ſo lange leben kann als ein anderes derſelben Art, das liegt jedenfalls mehr außer als in ihnen; daß aber die gegen einen Pappel⸗ ſamen koloſſale Bohne nur ein ſchwaͤchliches einjaͤhriges Ge⸗ waͤchs, jener dagegen einen himmelanſtrebenden hundertjaͤhrigen Baum bildet, liegt jedenfalls in ihnen. Weil die Pflanze nicht wie das Thier ein in ſich abge⸗ ſchloſſenes, in allen Theilen zugleich und zuſammenhaͤngend lebendes Individuum iſt, ſo kann auch der Tod der Pflanze nicht dem Tode des Thieres gleichen, er kann nicht ein ploͤtz⸗ liches Abreißen des einen Lebensfadens ſein, er iſt hingegen ein langſames, ſchrittweiſes Sichzuruͤckziehen der Lebenskraft aus den Gemaͤchern des Pflanzengebaͤudes; es iſt ein Unter⸗ liegen derſelben im Kampfe mit den chemiſchen und phyſikali⸗ ſchen Kraͤften, denen ſie im Pflanzentode das Feld raͤumt, ihnen das Feld forthin allein uͤberlaſſend, auf welchem ſie bisher mit ihnen gemeinſam gewirkt hatte. 204 Zwölftes Kapitel. Wem dieß zu vag und unbegruͤndet klingt, dem ſtimmen wir von Herzen bei, bemerken aber, daß wir uͤber Leben und Tod wohl niemals begruͤndeter werden reden lernen. Wir ſchließen unſere Arbeit mit etwas, was wir uns nicht entſchließen konnten in den Text mit aufzunehmen; wir meinen die vermeintliche Umwandlung der Pflanze in eine andere. Den Glauben, daß aus Roggenkoͤrnern Trespe erwach⸗ ſen koͤnne, glaubten wir nur noch in einigen wunderglaͤubigen Koͤpfen niſtend, und die allerneueſte Zeit hat ihn im Gegen⸗ theil durch den Mund gelehrter Leute uͤberboten und mit den Ergebniſſen von zahlreichen, freilich meiſt ſehr rohen Ex⸗ perimenten beglaubigen wollen. Dieſe Ergebniſſe ſind ſo frappant, daß ſie einem das Haar zu Berge treiben wuͤrden, wenn die Verſuche voll⸗ kommen ſicherſtellend waͤren, ſo aber verurſachen ſie einem mit dem Bildungsleben der Gewaͤchſe Bekannten nur das unangenehme Gefuͤhl des Hinundherſchwankens zwiſchen beſſerwiſſendem Unglauben und ſich ſelbſt mißtrauendem Fuͤr⸗ moͤglichhalten. Wer den naturhiſtoriſchen Wunderglauben kennt, der, wie er in jedem Menſchen keimt, ſo namentlich in demjenigen wuchernd aufſchießt, der, ohne tiefere Kenntniß von der Na⸗ tur, gleichwohl an ſie und ihre Kraͤfte, Erſcheinungen und Gebilde durch ſein Gewerbe gewieſen iſt,— der wird mit uns anerkennen, daß gegenwaͤrtig auf dem weiten Gebiete der Landwirthſchaftswiſſenſchaft nichts dringender die gruͤnd⸗ lichſte Erledigung erheiſcht, als die Frage, ob es moͤglich und erwi ſtinden 4 hauſt jett andwirth Stin de Viſſen 2 er feſioniren Landvirth Verl ſagen wi und ent gar nicht des Tfa Nichtbeſteh Leute hot alſo Ve Inſ zweier g lich auf durch Ue Bedingun gemein g aller von öffentiich digeren gebildeter gemacht; Wir ſier zu( dem ſtimmen ir uͤber Leben een lernen. was wir uns unehmen; wir Pflanze in Trespe erwach⸗ underglaͤubigen hn im Gegen⸗ ten und mit ſeht tohen Er⸗ ſie einem das Verſuche vol⸗ achen ſie einem nten nur das nkens zwiſchen rauendem Füͤr⸗ n kennt, der in demienigen ß von der Na⸗ heinungen ud jder wird mit weiten Gebiete nder di gründ⸗ ob es näglch umwandlung der Pflanze in eine andere. 205 und erwieſen ſei, daß z. B. aus Roggenſamen unter Um⸗ ſtaͤnden Trespenpflanzen erwachſen koͤnnen. Dieſer Zweifel hauſt jetzt wie ein unheimliches Geſpenſt auf der weiten Flur landwirthſchaftlichen Forſchens, er liegt als ein ominoͤſer Stein des Anſtoßes vor den Fuͤßen des nach gruͤndlichem Wiſſen Trachtenden, ja er ſteht nach dem Urtheil der pro⸗ feſſionirten Botaniker als ein Schandpfahl mitten in der Landwirthſchafts⸗Wiſſenſchaft. Verlangen unſere Leſer zu hoͤren, was wir hieruͤber zu ſagen wiſſen, ſo muͤſſen wir bemerken, daß hier mit Sagen, und enthielt es die Gelehrſamkeit aller Botaniker, nichts, gar nichts gedient iſt. Der gruͤndlichſten, nach den Geſetzen des Pflanzenlebens deducirten Beweisfuͤhrung von dem Nichtbeſtehen jener zauberhaften Erſcheinung halten gewiſſe Leute hohnlachend ihre Verſuche entgegen. Hier gilt's alſo Verſuch gegen Verſuch. Inſofern es aber hierbei darauf ankommt, die Differenz zweier großer, einander gegenuͤberſtehender Parteien gruͤnd⸗ lich aufzuloͤſen und die eine zum Uebertritt zu der andern durch Ueberfuͤhrung zu noͤthigen, ſo iſt es unerlaͤßliche Bedingung, daß deshalb anzuſtellende Verſuche von all⸗ gemein glaubwuͤrdigen Maͤnnern und unter Beruͤckſichtigung aller von Einfluß ſein koͤnnender Umſtaͤnde veranſtaltet und oͤffentlich mitgetheilt werden. Es giebt wohl keinen wuͤr⸗ digeren Gegenſtand, der es verdiente, von einem Vereine gebildeter Landwirthe zu ſeiner Angelegenheit und Aufgabe gemacht zu werden, als dieſer. Wir unſererſeits wuͤrden ſofort den Stab uͤber unſer hier zu Ende gehendes Buch brechen, wenn wir es noch 206 Zwölftes Kapitel. fuͤr noͤthig hielten, hier unſere Meinung uͤber dieſen Gegen⸗ ſtand ausdruͤcklich darzulegen und unſere Leſer dadurch fuͤr dieſe zu gewinnen. Wenn dieſe aus unſerer Arbeit nicht von ſelbſt ſich ergiebt, ſo haben wir unſere Aufgabe gaͤnzlich verfehlt. kurze E Stelle un gehalten! wäl ſei niemals wahr in korpers, mit Hiͦ Meſſers halten e Mittel a waͤchſe do An gutes Re den Sch einen ve ſtemmt n dern Me Gegenſta ſeine und er dieſen Gegen eſer dadurch fu eret Arbeit nich Aufgabe gäͤnzli Anhang. — Kurze Anleitung zum Antertigen einiger pllanzen- anatomiſcher Präparate. Es iſt uns von unſeren Leſern vielleicht bei mancher Stelle unſerer anatomiſchen Schilderungen ſtillſchweigend ein⸗ gehalten worden, daß das Alles ihnen nicht viel nuͤtzen koͤnne, weil ſie in Ermangelung eines Mikroſkopes dieſe Dinge doch niemals ſelbſt zu ſehen bekommen wuͤrden. Das iſt wohl wahr in Beziehung auf die feinſte Zergliederung des Pflanzen⸗ koͤrpers, allein gar Vieles laͤßt ſich doch auch ohne Mikroſkop mit Huͤlfe einer guten Lupe und eines guten haarſcharfen Meſſers zur hinlaͤnglich deutlichen Anſchauung bringen. Wir halten es daher nicht fuͤr uͤberfluͤſſig, hier unſeren Leſern die Mittel an die Hand zu geben, ſich uͤber den Bau der Ge⸗ waͤchſe durch Anſchauung zu belehren. An ſchneidenden Inſtrumenten genuͤgt fuͤr alle Faͤlle ein gutes Raſirmeſſer und außerdem zu den groͤberen vorbereiten⸗ den Schnitten ein Einlegemeſſer und ein Federmeſſer. Um einen völlig glatten Quer⸗ oder Laͤngsſchnitt zu machen, ſtemmt man, nachdem man vorher die Flaͤche mit einem an⸗ dern Meſſer aus dem Groͤbſten glatt geſchnitten hat, den Gegenſtand mit der linken Hand ſo gegen die Tiſchkante, daß ſeine und des Tiſchblattes Flaͤche ſo ziemlich in eine Ebene 4 208 Kurze Anleit. zum Anfertigen einiger pflanzenanat. Präparate. fallen; dann fuͤhrt man das Raſirmeſſer hobelartig uͤber die Flaͤche hin, indem man ſo feine Scheibchen oder Spaͤne da⸗ mit abſtoͤßt. Gewoͤhnlich reicht es hier ſchon hin, um den anatomiſchen Bau des ſo glatt geſchnittenen Pflanzengliedes kennen zu lernen, daß man die Schnittflaͤche mit der Lupe betrachtet. Man erhaͤlt jedoch ein noch beſſeres Bild, wenn man ein moͤglichſt duͤnn abgeſchnittenes Scheibchen zwiſchen zwei Glasplaͤttchen bringt und, indem man dieſelben gegen den Himmel kehrt, erſteres betrachtet. Auf dieſe Weiſe kann man bei großzelligem Parenchym(z. B. aus dem Kuͤrbis⸗ ſtengel) ſogar ſchon die Intercellulargaͤnge unterſcheiden. Die zu zergliedernden Pflanzen muͤſſen entweder ganz friſch und kraͤftig oder ganz todt und trocken ſein. Von welken und daher beim Schnitte nachgebenden und ſich leichter druͤcken als ſchneiden laſſenden Theilen iſt es ſchwer einen hinlaͤnglich feinen Schnitt zu machen. Ganz eingetrocknete Pflanzenglieder, z. B. getrocknete krautige Stengel, eignen ſich nicht weniger zu ſolchen Praͤparaten, man muß nur nachher die feinen Schnittchen in Waſſer legen, wo ſie ſich augenblicklich vollſaugen, ausdehnen und ihre lebendige Form wieder annehmen. Ueberhaupt iſt es in den meiſten Faͤllen anzurathen, ſolche feine Scheibchen oder Abſchnittchen in einem Waſſertropfen zwiſchen die Glasplaͤttchen zu bringen;(dabei ſind aber immer die in den Zellenraͤumen eingeſchloſſenen ſchwarz eingefaßten Luftblaͤschen in Abrechnung zu bringen). Will man von Holz, von abgeſtorbenen Pflanzenſtengeln und dergleichen entweder nur eine glatte, zum Beobachten geeignete Flaͤche oder feine Praͤparate ſchneiden, ſo benetze man immer vorher die Flaͤche, von der man den Schnitt fuͤhren will; dadurch wird, indem ſich die Zellenhaͤute voll Waſſer ſaugen und daher weicher werden, es ſich leichter Kurze ſchneiden weil feo daher kein Was anbelangt Schnitte Richtung, wtwinte tung/ in muß ma wit det der Dur Bei paraten Glastäfel oder wen borzieht, rathen iſ ſtiele, R ſonſt, w auch no⸗ das ungl So wütd Doldenſt von Saß öſt ſehr Abſchnitt Aovembe Roßnaß Präparate artig uͤbet die er Spaͤne da⸗ hin, um den Manzengliedes mit der Lue Bild, wenn ſchen zwiſchen ieſelben gegen ſe Weiſe kann dem Kuͤrbie⸗ ſſcheiden. entweder ganz ſein. Von dſich leichter ſchwer änen eingettocknete engel, eignen dan muß nu , wo ſie ſich bendige Form neiſeen Fällen hen in einem ngen;(abei ſſenen ſchwatz gen). jarzeſgi m Beobachte n, ſo benehe den Schnit Jenhäute voll ſch lhta Kurze Anleit, zum Anfertigen einiger pflanzenanat. Präparate. 209 ſchneiden, und der Schnitt wird auch reiner und ſchaͤrfer, weil trocken die Zellenhaͤute zuweilen ſehr bruͤchig ſind und daher keine ſcharfen und reinen Schnittflaͤchen zulaſſen. Was die Richtung der Schnitte von Stengelgebilden anbelangt, ſo werden fuͤr unſern Zweck zwei hinreichen; erſtens Schnitte genau in der Richtung der Holzbuͤndel, alſo in der Richtung, wie das Holz ſpaltet, und einmal in der dieſer rechtwinkelig entgegengeſetzten Richtung, d. h. in der Rich⸗ tung, in der ein Baum abgeſaͤgt wird. Die letztere Richtung muß man namentlich genau und vollkommen rechtwinkelig mit der andern abmeſſen; ſonſt erhaͤlt man verſchobene Figuren der Durchſchnitte von den Elementarorganen. Bei der Anlegung einer kleinen Sammlung von Praͤ⸗ paraten muß man entweder nur duͤnne Blaͤttchen zwiſchen Glastaͤfelchen(manche ſind nicht anders brauchbar) anfertigen, oder wenn man groͤßere Stuͤcke mit glattgeſchnittenen Flaͤchen vorzieht, was nur bei verholzenden Pflanzengliedern anzu⸗ rathen iſt, ſo muß man die Theile(Stengel, Wurzeln, Blatt⸗ ſtiele, Rinden ꝛc.) erſt vollkommen trocken werden laſſen, weil ſonſt, wenn man die Schnittflaͤchen an noch ſaftigen Theilen auch noch ſo glatt und ſcharf gemacht hat, ſie doch durch das ungleiche Eintrocknen der Elementartheile uneben werden. So wuͤrde z. B. auf dem Querſchnitte eines friſchen dickeren Doldenſtengels oder eines Krautſtrunkes alles duͤnnwandige, von Saft ſtrotzende Parenchym ſtaͤrker eintrocknen(alſo ein⸗ ſinken) als die ſich durch Eintrocknung weniger verkuͤrzenden Gefaͤßbuͤndel. Um daher auch von krautartigen Stengeln, deren Structur oft ſehr lehrreich iſt, groͤßere Praͤparate und nicht blos duͤnne Abſchnittchen machen zu koͤnnen, ſo waͤhle man dazu im November und December deren abgeſtorbene und vollkommen Roßmäßler, Bau u. Leben d. Gewächſe. 14 210 Kurze Anleit. zum Anfertigen einiger pflanzenanat. Präparate. ſaftleere Ueberbleibſel. Hierzu eignen ſich ganz vorzuͤglich die abgeſtorbenen dicken Hopfenſtengel, die in Gebuͤſchen ſtehenden duͤrren Doldenſtengel und mehrere andere. Hoͤlzer ſollte man ſtets nur im Winterzuſtande waͤhlen, weil da alle ſaftfuͤhrenden Organe leer und daher um ſo ſchoͤ⸗ ner erkennbar ſind. Zum Betrachten der Praͤparate bediene man ſich einer lorgnettenartig gebauten Loupe mit zwei uͤber einander zu ſchie⸗ benden Glaͤſern, wie man ſie fuͤr hoͤchſtens 2 Thaler bei jedem Opticus bekommt, von dem man ſich den Gebrauch derſelben zeigen laſſen muß. Noch etwas wirkſamer und auch noch billiger ſind die planconvexen Linſen(den Glasaugen der BVoͤgelausſtopfer ſehr aͤhnlich), die man gewoͤhnlich bei den kleinen die Jahrmaͤrkte beziehenden Optikern antrifft. Sie ſind gewoͤhnlich in einer perpendiculaͤren, etwa 1 ½ breiten Holzſcheibe eingelaſſen und mittels einer federkieldicken Saͤule auf einem runden Fuß zum Aufſtellen eingerichtet. Den letzteren ohnehin nutzloſen Fuß kann man, zum leichteren Handhaben und um die Linſe bei ſich fuͤhren zu koͤnnen, ent⸗ fernen. Gewohnlich ſteckt hinten in der Saͤule eine aufwaͤrts gekruͤmmte Objectennadel zum Aufſpießen von keinen Inſecten und anderen zu betrachtenden Objecten. Dieſe Linſen ſind ußerordentlich brauchbar und fuͤr einen halben Thaler zu 4 haben. Noch erwaͤhnen wir, daß die feinen Schnittchen am leichteſten mit einem benetzten Haarpinſel von dem Meſſer auf das Glasplaͤttchen gebracht werden. Nun wollen wir fuͤr diejenigen unſerer Leſer, welche ſich durch Selbſtanſchauung einige Kenntniß vom Bau des Pflan⸗ zenkörpers verſchaffen wollen, einige hierzu noͤthige uͤberall leicht zu habende Praͤparate bezeichnen, und hier unter den Kutſe⸗ Numme danauf b Nr. jähtigen, gemeinen fäͤche, d wit dem alle hohi kolbenſun Verſchw man im deutlich 2 Glat Ganz vo dien B Huflatt auf Lan ſehr der N. Wedelſt enen g (Treppen ihten bed terſcheide nung ii Meht e ſchnitten Gewaͤch Nr. ſiel von behutam at. Präparate vorzuͤglich die chen ſtehenden ſtande waͤhlen, er um ſo ſchl⸗ nan ſich einer ander zu ſchie⸗ haler bei jedem rauch derſelben und auch noch Glasaugen der hnlich bei den antrifft. Sie à 11" breiten ſederkieldicken en eingerichet „zum leichtenn zu können, ent e eine aufvirts kinen Inſette nſe eineen ſind lben Thaler zu Schnittchen om on dem Mſſer iſer walhe ſh Bau des Mfen⸗ rüͤie überal für unt da Kurze Anleit. zum Anfertigen einiger pflanzenanat. Präparate. 211 Nummern auffuͤhren, unter welchen wir uns in dem Terxte darauf bezogen haben. Nr. 1, Parenchym. Man ſſaltet einen zwei⸗ jaͤhrigen, vorher ganz ausgetrockneten Stengeltheil von dem gemeinen Flieder(Sambucus nigra) und ſchneidet die Spalt⸗ flaͤche, die moͤglichſt im Durchmeſſer des Stengels liegen muß, mit dem Raſirmeſſer glatt. Dazu eignen ſich uͤberhaupt faſt alle holzige Pflanzen mit ſtarkem Markeylinder, z. B. Hirſch⸗ kolbenſumach, Rhus typhinum, Weinrebe. Das allmaͤhlige Verſchwinden des Markparenchyms kann man ſehen, wenn man im Juli die ſtaͤrkeren hohlen Doldenſtengel ſpaltet. Am deutlichſten werden ſeine Quer⸗ und Laͤngsſchnitte zwiſchen 2 Glastaͤfelchen Bau und Anordnung des Parenchyms zeigen. Ganz vorzuͤglich groß ſind die Parenchymzellen in ſehr ſaftigen dicken Blattſtielen, z. B. des Kuͤrbis, Baͤrenklau(Heracleum), Huflattig(Tussilago Petasites) ꝛc.— Namentlich ſieht man auf Laͤngsſchnitten von Huflattigblattſtielen die großen Zellen ſehr deutlich in Laͤngsreihen geordnet. Nr. 2, Gefäße. Am unterſten Ende eines friſchen Wedelſtieles vom Adlerfarren, Pteris aquilina, mache man einen glatten Querſchnitt, auf welchem ſich dann die Gefaͤße (Treppengefaͤße) gruppenweiſe vereinigt darſtellen und durch ihren bedeutenderen Durchmeſſer von den engeren Zellen un⸗ terſcheiden. Da der ſaftige Stiel ſehr bald durch Vertrock⸗ nung einſchrumpft, ſo muß man einige Glaspraͤparate machen. Mehr einzeln vertheilt findet man die Gefaͤße auf Quer⸗ ſchnitten vom Holzkoͤrper vieler Wurzeln von krautartigen Gewaͤchſen. Nr. 3, Spiralfaſern. a) Man dehnt den Blatt⸗ ſtiel von dem rothrindigen Cornelbaum(Cornus sanguinea) behutſam ſo lange, bis er reißt, wobei man bemuͤht ſein muß⸗ 14* 212 Kurze Anleit. zum Anfertigen einiger pflanzenanat. Präparate. die beiden Stuͤcke nach erfolgtem Riß nicht uͤber einen Viertel⸗ oder einen Drittelzoll von einander zu entfernen. Die beiden Stuͤcke haͤngen alsdann noch zuſammen durch zahlreiche, aͤußerſt feine krauſe Faͤden, die einem feinen Stapelſtrange hochfeiner Wollfaͤden ſehr aͤhnlich ſehen.— b) Um ſelbſt bei der maͤßigen Vergroͤßerung der Loupe die Spiralgefaͤße in ihrer Vereinigung zu Gefaͤßbuͤndeln ſehen zu koͤnnen, ſpalte man einen großen krautigen Blattſtiel, z. B. der großen Klette(Lappa major) oder des Huflattichs(Tussilago Petasites) der Laͤnge nach aus einander und ſchneide auf die vorher angegebene Weiſe ſo lange feine Spaͤne herunter, bis es gelungen iſt, einen Schnitt mitten durch ein Gefaͤß⸗ buͤndel zu fuͤhren; nachdem die Schnittflaͤche trocken geworden iſt, wird man die neben einander verlaufenden Spiralgefaͤße deutlich als ſolche erkennen koͤnnen. Auch wenn man trock— nere Blattſtiele, z. B. von Cornus sanguinea, ſpaltet und dann beide Haͤlften auseinanderzieht, kann man die zwar feineren Spiralgefaͤße, von denen dabei immer einige aus⸗ einander gezogen ſein werden, als weiße Faͤden deutlich unterſcheiden. Nr., Gefäßhaut. Man ſchneide 3— 4 Zoll lange Staͤbchen vom gewoͤhnlichen duͤnnen ſpaniſchen Rohr, mache an einem Ende einen kurzen Spalt hinein, indem man das Meſſer moͤglichſt genau an einige der durchſchnittenen großen Gefaͤße ſetzt; alsdann reiße man in der durch den Spalt angezeigten Richtung das Staͤbchen auseinander. Sucht man alsdann mit der Loupe auf der Spaltflaͤche, ſo wird man leicht die theils zerriſſenen, theils unverletzten Membranen der Gefaͤße auffinden und, wenn die Loupe hinlaͤnglich ſcharf iſt, ſelbſt die Tuͤpfel und Puncte derſelben, wenn auch nur ſchwach, erkennen. Noch leichter wird das Kut Auffinde ſchwalze und nach p vill um ſie ganz ein Geüßvi M. man deu rale An daͤren Es 6-85 ſoßen, ſieht me turen Zellenb ſtanden N ſchnitte Oder B maͤßig Geſaß Zweger die Ri tigkeit N eigenth ſogenan kommen diſten räparate. inen Vierte⸗ Die beiden h zahlreiche, Stapelſtrange Um ſelbſt bei ralgefaͤße in nnen, ſpalte der großen (Tussilago ſchneide auf ane herunter, ein Gefaͤß⸗ en geworden Spiralgefäße man trock⸗ „ſpaltet und an die zwar einige aus⸗ aͤden deutich 3 4 3ol iſchen Äohr, indem man rchſchnittenen er durch den auseinander paltlüche, z unverlebten n die Loupe nte derſeben, er wird das Kurze Anleit. zum Anfertigen einiger pflanzenanat. Präparate. 213 Auffinden der Gefaͤßmembran, wenn man vorher rothe oder ſchwarze Tinte durch das Staͤbchen mit dem Munde gezogen und nachher wieder herausgeblaſen hat, ſo daß gerade nur ſo viel Tinte an der Innenwand der Gefaͤße haften bleibt, um ſie zu faͤrben. Spaltet man alsdann, wenn die Tinte ganz eingetrocknet iſt, das Staͤbchen, ſo werden die gefaͤrbten Gefaͤßwaͤnde deſto ſchoͤner hervorſtechen. Nach der Art, wie hier die Gefaͤßhaut zerreißt, ſieht man deutlich, daß ihre Bildung durch ringfoͤrmige oder ſpi⸗ rale Anlagerung des Membranen⸗ oder wenigſtens des ſecun⸗ daͤren Verdickungs⸗Stoffes erfolgt iſt. Es iſt leicht, an dem ſpaniſchen Rohre ein Roßhaar, 6—8 Zoll lang, durch die weiten punctirten Gefaͤße zu ſtoßen, um dadurch ihren langen Verlauf darzuthun. Auch ſieht man bei gehoͤriger Aufmerkſamkeit als ringfoͤrmige Con⸗ turen die Andeutungen der reſorbirten Scheidewaͤnde oder Zellenboͤden der Zellenreihe, aus welcher das Gefaͤß ent⸗ ſtanden iſt. Nr. 5, Luftlücken. Feine Quer⸗ und Laͤngs⸗ ſchnittchen von fleiſchigen Waſſerpflanzentheilen(Stengeln oder Blattſtielen) zeigen faſt ohne Ausnahme meiſt ſehr regel⸗ maͤßig vertheilte, groͤßere oder kleinere Luftluͤcken. Eigene Gefaͤße oder Saftbehaͤlter bietet die Rinde von gruͤnen Zweigen des Rhus typhinum, Sumach, und Harzgaͤnge die Rinde von Zweigen der Kiefern und Fichten mit Leich⸗ tigkeit dar. Ann Nr. 6, Monokotyledonenſtamm. Den eigenthuͤmlichen Bau deſſelben kann man am leichteſten am ſogenannten Pfefferrohre, welches man bei jedem Drechsler be⸗ kommen kann, kennen lernen. Man durchſaͤgt eines der un⸗ erſten kurzen und dicken Glieder in der Mitte und ſchneidet 214 Kurze Anleit. zum Anfertigeu einiger pflanzenanat. Präparate. die Flaͤche mit einem ſcharfen Meſſer glatt; naͤchſtdem ſpaltet man ein anderes Stuͤck mitten durch und ſchneidet ebenfalls moͤglichſt genau in der Richtung der Gefaͤßbuͤndel, die Spalt⸗ flaͤhe glatt. So erhaͤlt man eine genaue Einſicht von dem Bau des Monokotyledonenſtengels. Auf der Querſchnittflaͤche bemerkt man in der zelligen Grundmaſſe zunaͤchſt unter der ſehr ſchwachen Rindenſchicht ſehr dicht ſtehende gefaͤßloſe Baſt⸗ buͤndel und weiter nach innen zu die etwas weitlaͤufiger ſtehenden, auf dem Querſchnitt blumenaͤhnlichen Gefaͤßbuͤndel. Mit Jod faͤrbt ſich die zellige Grundmaſſe wegen des Staͤrke⸗ mehlgehaltes tief ſchwarzblau. Die Figur dieſes Praͤparates zeigt ſich auf Taf. III. Fig. 43. Nr. 7, Dikotyledonenholz. Um den Bau deſſelben kennen zu lernen, laſſe man von aͤlterem Holze von der Eſche, Ruͤſter, gemeinen Akazie, Eiche ꝛc. ſich ein Kloͤtz⸗ chen ſchneiden, an welchem man auf die am Anfange dieſes Kapitels angegebene Weiſe einen Quer⸗ und zwei Laͤngs⸗ ſchnitte mit dem Raſirmeſſer glatt ſchneidet; von den letzteren iſt der eine in der Richtung der Markſtrahlen, der andere in der Richtung der Rinde zu fuͤhren. Unſere Fig. 12 ſtellt dieſes Praͤparat dar. Man verabſaͤume nicht, ſich von der Eiche oder Buche ein Praͤparat von Wurzelholz zu machen. Nr. 8, Rindengewebe. Um den Bau der Rinde kennen zu lernen, eignet ſich am beßten die Linde, an welcher man die auf S. 68 gegebene Beſchreibung ſich durch Quer⸗ und innere und aͤußere Laͤngsſchnitte leicht veranſchaulichen kann. Nr. 9, Markgewebe. Unſer Tert bietet auf S. 59— 66 viele Fingerzeige zu Praͤparaten, um ſich die eigenthuͤmlichen Verhaͤltniſſe des Markes anſchaulich zu machen, da wir dort nur ſolche Pflanzen als Belege angefuͤhrt ha⸗ ben, welche uͤberall leicht zu haben ſind. von ſeb tz ihnen Elemente vom inn ſchatfe! hiareihe . Präparate hſidem ſpalte idet ebenfall , die Spalr ſict von dem uerſchnittflaͤhe cſt unter der efäßloſe Baſt⸗ weitlaͤufiger Gefaͤßbuͤndel n des Staͤrke⸗ s Praͤparates Um den Bau n Holze von ich ein Klaͤtz⸗ Infange dieſes zwei Laͤngs⸗ den letzteren der andere in Fig. 12 ſtell ſich von der z zu machen. gu der Rinde e, an welcher rch Quer⸗ und lichen kann. kt biett auj um ſich die ſch zu machen, angefüht he Kurze Anleit. zum Anfertigen einiger pflanzenanat. Präparate. 215 Die Hervorhebung dieſer Praͤparate wird unſere Leſer von ſelbſt auf andere fuͤhren, und wir zweifeln nicht, daß es ihnen ſo bald gelingen wird, die Structur der einzelnen Elementarorgane abgerechnet, ſich eine hinreichende Kenntniß vom innern Bau der Gewaͤchſe zu verſchaffen, wozu eine ſcharfe Loupe, ein ſcharfes Meſſer und eine geſchickte Hand hinreichen werden. Erklärung der Figuren. Taf. I. Fig. 1. Stärkemehlkügelchen, aus Schichten zwiebelartig zuſam⸗ mengeſetzt. — 2. a runde, b ovale, e u. d verlängerte freie Zellenſchläuche. — 3. Merenchym. — 4. Parenchym, teſulariſches. — 5. 6. Prismatiſches, geſtrecktes Parenchym. — 7. a regelmäßiges, b unregelmäßiges Prosenchym. — 8. Querſchnitt durch ganz regelmäßiges Parenchym. — 9. Merenchym, deſſen Zellen ſich ungleichmäßig ausgedehnt haben. — 10. Sternförmiges Zellgewebe; man ſieht, daß der Körper jeder einzelnen Zelle ſich in 4—6 Arme ſtrahlig ausgedehnt hat, die denen der benachbarten Zellen begegnen und ſich mit ihnen verbinden, wodurch drei⸗ oder viereckige Intercellularräume entſtehen(qaus dem Marke des Binſenhalmes). — 11. Intercellularſtoff. Oben 6 Zellen der Epidermis, an der man zu äußerſt die cuticula bemerkt(S. 57), darunter 6 an⸗ dere und noch tiefer noch einige Zellen, dazwiſchen 2 Schichten von Intercellularſtoff, der aber durch die darin ſichtbaren Grenz⸗ linien ſich deutlich als Ausſcheidungsſtoff der anliegenden Zel⸗ len zu erkennen giebt(aus dem Blattſtiele der rothen Rübe, Beta cicla). — 12. Sehr ſtarke Vergrößerung eines Durchſchnittes durch lockeres Zellgewebe, um die zwiſchen den Zellen bleibenden Inter⸗ cellulargänge zu zeigen. In 2 Zellen liegen kleine Druſen von Kryſtallen, in einer dritten liegen nadelförmige Kryſtalle (Raphiden). — 13. Zellgewebe mit 2 Luftlücken und einem Saftbehälter. — 14, Eigene Gefäße, im Parenchym. — 18. — 19 — 4 ten. jebelartig zuſam⸗ llenſchläuche. enchynm. ꝛusgedehnt halen. daß der Köryer ahlig ausgedehnt nen und ſcch mit ntercellularräume dermis, au der darunter 6 an⸗ hen? Schichten ichtbaren Gren⸗ anliegenden Zi⸗ e rothen Rübt, durch locketes bleibenden Jntet⸗ leine Druſen bon örwige Keyſtall tbehälter. — Erklarung der Figuren. Ta f. II. Fig. 16. Dickwandige Zellenz an den 2 oberſten iſt zuletzt der ganze Zellenraum verſchwunden. Man kann die einzelnen abgelager⸗ ten Verdickungsſchichten genau unterſcheiden. — 17, a mehr oder weniger dickwandige punktirte Zellen, mit den Tüpfelkanälchen, die die Communication der benachbarten Zellen vermitteln(Seite 26. 27.)— b ein Längsſchnitt durch eine Prosenchymzelle mit ſehr ungleichmäßig verdickter Membran — c ein Stückchen Membran einer dickwandigen Zelle, woran das wahre Verhältniß der Tüpfel und Tüpfelkanälchen deutlich wird; man bemerkt außer der primitiven Zellenmembran noch 5 wumihii abgelagerte Verdickungsſchichten.(Sehr ſtark ver⸗ größert). 18. Fünf Reihen quer durchſchnittener getüpfelter Prosenchymzellen des Fichtenholzes. Sie werden nach außen(nach der Peripherie des Stammes) immer dickwandiger. Die Buchſtaben aaaa deu⸗ ten die Richtung der Markſtrahlen an, in der die Zellenmem⸗ branen die eigenthümlichen Tüpfel haben(ſiehe folg. Fig.). * 4 2 19*, Ein Stück von 2 ſolchen aneinander liegenden Zellen a und b, die aneinander liegenden Zellenwände zeigen bei e oben einen durchſchnittenen Tüpfel, mit dem zwiſchenliegenden ſchwarz dar⸗ geſtellten Tüpfelraume; darunter ſieht man noch die Figuren von 2 Tüpfeln als Erhöhungen der Membran, àd, in deren Mittelpunkte die unverdickt gebliebene Stelle, e, ſichtbar iſt Fig. 19** zeigt einen noch mehr vergrößerten Längsdurchſchnitt durch einen Tüpfel(vergl. S. 28). 20, Spiralfaſerzellen, wie ſie in den Staubbeuteln oft vor⸗ kommen, darunter 4 anders organiſt 1 4 ganiſirte aus einem Blatt Sumpfmooſes(S. 28). P bes 21. Unter einer Oberhaut(deren Zellenſchicht eine deutliche cuticula hat) bemerkt man geſtreckte Merench ymzellen, welc ⸗ phyll enthalten. 31 he lozo⸗ 22, 23. a ein locker gewundenes,— b ein dicht gewundenes Spi⸗ ralgefäß, o ein dergl, mit 2 Spir i 8,. mi piralfaſern, d ein dergl. mit unregelmäßig entwickelter Spiralfaſer, e eins, deſſen Corrat⸗ faſer ſtellenweiſe in Ringe uſammengefloſſen iſt.(S. 33, 34). 24. Ein Ringgefäß(S. 34). 25. a. b c. regelmäßige und unregelmäßige Treppengefäße, bei b und c iſt die Längsſtreifun g durch die Kanten den Zellen entſtanden(S. 35). nder anlicgen⸗ 26, 27, 28. Netzförmige Gefäße; 26 drei kurze Glieder eines ſolchen(aus 3 Zellen entſtanden); 27 ein Vertiealſchnitt durch Erklärung der Figuren. ein Glied, der zugleich eine durchlöcherte Querſcheidewand hal⸗ birt. Man ſieht die innen netzartig aufgelagerte Verdickungs⸗ ſchicht, zwiſchen deren Verzweigungen die rundlichen oder eiför⸗ migen Stellen der primitiven Membran zum Theil reſorbirt ſind.(S. 35). Fig. 29, 30. Punktirte Gefäße, mit größeren und kleineren Tüpfeln (S. 35). — 31. Milchſaftgefäße, in lückigem Parenchym; es iſt eine Stelle gewählt, wo eine Einmündung ſtattfindet. — 32. Verzweigung der Milchſaftgefäße, an der durch Pfeile die Rich⸗ tung des ſtrömenden Milchſaftes angedeutet iſt. Aus einem Blatte des Schöllkrautes(Nach Meyen). Taf. III. — 33. Primäre Zellenbildung in der ſchleimigen Grundmaſſe. (S. 39. 40.)— — 34. Secundäre Zellenbildung durch Theilung.(S. 41.) — 35. Secundäre Zellenbildung durch Entſtehung von Brut⸗ zellen in Mutterzellen, I. einige Zellen aus einem jungen Staub⸗ beutel, in welchen ſich die Mutterzelle bildet; II. Urmutterzelle b, mit verdickter Membran a, in ihr 4 Mutterzellen, c, deren jede eine Pollenzelle dd einſchließt, von denen 2 bereits aus⸗ getreten ſind, indem ſie Mutter⸗ und Urmutterzelle durchbrochen haben.(Nach Nägeli). — 36. Epidermis oder Oberhaut aus einer einzigen Zellenlage be⸗ ſtehend, an der man äußerlich eine ſehr dicke über jeder ein⸗ zelnen Zelle gewölbte cuticula(a) wahrnimmt; bei b iſt eine Spaltöffnung getroffen worden, deren kleine chlorophyllhaltige Zellen quer durchſchnitten find.(S. 56.) — 37. Oberſchicht, d. h. eine aus mehreren Zellenlagen beſtehende Oberhaut.(Ebendaſ.) — 37a. Oberhaut vom hohlen Schafte der gemeinen Gartenzwiebel, mit ſehr zahlreichen Spaltöffnungen.(S. 17.) — 37b. Dikotyledoniſche Oberhaut mit welligen Zellenſeiten⸗ wänden, mit 3 Spaltöffnungen.(S. 57.) — 38. Eine Spaltöffnung.(Ebendaſ.) — 39. Querdurchſchnitt durch ein dikotyledoniſches Blattz a obere Epiderm mit dicker Cuticula; b untere Epiderm; c obere Zellenſchicht; d untere lückige Zellenſchicht, darin e eine Athem⸗ höhle, und ft in Zellen eingeſchloſſene Kryſtalle; ee eine durch⸗ ſchnittene Spaltöffnung.(Seite 57 und 91 f.) — 4. = 44. — 45, — 46. cheidewand hal⸗ te Verdickungs⸗ icen oder eiför⸗ Theil reſorbirt kleineren Tühfehn s iſt eine Stell Pfeile die Rich⸗ ſt. Aus einem gen Grundmaſſe 3.(S. 41.) ung don Brut⸗ m jungen Staub⸗ II. Urmutterjel terzellen, o, dern in A bereits aus⸗ rzelle durchruchn igen Zellnlage be⸗ ſce über jeder ein⸗ at; bei b iſt iin e chlorophyllhaltie llenlagen beſtehende inen Gartenzwitte 7), ellgen Fültnſtt ſches Blattz 2 Epiderm;0 ühtt arin e eine Athm. lc; oe eine durch⸗ 2 Erklärung der Figuren. 219 Fig. 40. Querdurchſchnitt durch ein monokotyledoniſches Blatt, ein Mittelſtück aus der nebenſtehenden unvergrößerten Fig. 41“. Man ſieht faſt nur eine Längsſcheidewand zwiſchen 2 großen Luftlücken und einen Theil der oberen und unteren Wandung des Blattes. Obere und untere Hälfte ſind ganz übereinſtim⸗ mend gebildet; oben zuerſt die Oberhaut, darunter kleinz lliges Parenchym, dann ein durchſchnittenes Baſtbündel, darunter ein Holzbündel, in welchem man die großen Gefäßlöcher von den engen Prosenchymzellen leicht unterſcheidet. 41. Spaltfläche eines Zweigſtückes, von welchem links ein junger 42. 43. 44. 45. 46. Zweig ausgeht; a Kernſchicht des Markes, in welchem die großen Parenchymzellen in deutliche Längsreihen geordnet ſind; b die Kreisſchicht des Markes, die in den abgehenden Zweig eintritt, indem ſich erſt oberhalb dieſer eingetretenen Kreis⸗ ſchichtmaſſe eine dem Zweige eigene Kernſchicht bildet; c von der Markkreisſchicht ausgehende, den Holzkörper durchſetzende, Markſtrahlen.(Vergl. S. 59 ff.) Schematiſche Darſtellung eines Stückes Buchenholz. a Das Mark, welches hier blos aus Kreisſchichtzellen beſteht; bb die Flächen⸗ und auf der oberen Schnittfläche die Dickenanſicht der Markſtrahlen, deren elliptiſche Endigungen man auf der Außen⸗ ſeite d ſieht; cece die 4 Grenzen der 5 Jahresringe, auf denen die Querſchnitte der durchgeſchnittenen Gefäße als Punkte an⸗ gedeutet ſind.(Vergl. S. 74 ff.) Ein Stück des ſogenannten Pfefferrohres wie vorhergehendes; der Schnitt ging durch einen Knoten, ober⸗ und unterhalb deſſen iſt die Markmaſſe, die als Kernſchicht anzuſehen iſt, durch Reſorption verſchwunden. Man ſieht in der übrigen zelligen Grundmaſſe die quer⸗ und längsdurchſchnittenen Gefäßbündel, (Vergl. S. 81 f.) Pollenkörner oder Pollenzellen, an denen die Pollen⸗ ſchale eigenthümlich und ſehr zierlich geſtaltet iſt; a von Ri- vina brasiliensis; b von Corydalis lutea; c von Scorzonera hispanica; hier bemerkt man die 3 rundlichen Stellen, aus deren einer bei der Tubiſication der Pollenſchlauch austritt; d ein Pollenkorn im Augenblicke der Schlauchbildung.(Vergl. S. 192). Ein Stück des Axengebildes eines Fruchtknotens mit 3 anhängen⸗ den Keimknospen. Ideale Darſtellung einer mitten durchſchnittenen ſchon etwas entwickelten Keimknospe nach erfolgter Einſaat. A. äußere Wand des Fruchtknotengehäufes; B. Griffelkanal; C. Narbe, auf deren papillöſen Zellen die Pollenſchale liegt, aus Erklärung der Figuren. ℳᷣ 7 n welcher der lange fadenförmige Pollenſchlauch herausgetreten iſt V ehi und von hier bis zu g, in die Keimknospe ſich erſtreckt und auf unſerer Figur als ein weißer Faden erſcheint; D. die aufwärts gebogene Keimknospe; an ihr a der Samenfaden(der verwei⸗ Beſchei ſende Strich iſt zu weit geführt, er muß nur bis an den zwei⸗ dorf, n ten ſtarken, den leeren Raum zwiſchen dem Samenfaden und anzich der äußeren Decke andeutenden Strich reichen); b Chalaza; dd lß 6 die äußere Decke; ee die innere Decke; i Kern; f der von dem Pollenſchlauche eingeſtülpte Keimſack; g Keimzelle, die ſich aus dem eingedrungenen Ende des Pollenſchlauches durch Zellenver⸗ mehrung entwickelt und zum Keime des Samens wird. Alles Denn ſch Schwarzausgefüllte iſt leerer Raum. Nach Unger und Endlicher. hhe (Vergl. S. 192 f.) wwniſche Recht be Aöſchnit wendeten Geb —S— oder eu ihrer C maͤßige uͤber d .. Fel Berichtigungen. Seite 41 Zeile 5 v. u. lies aabb für cc. —- 76— 12 v. u.— 42 für 43. — 86— 13 v. o.— jenen für jenem. b jen b * Dresden, b gedruckt bei C. H. Gärtner. herausgetreten iſ erſtreckt und auf D. die aufwärts den(der verwei⸗ bis an den zwei⸗ Samenfaden und z b Chalazaz; d u; f der von dem elle, die ſich aus durch Zellenver⸗ ens wird. Alles ger und Endlicher. em. In der Arnoldiſchen Buchhandlung in Dresden und Leipzig ſind erſchienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Dr. K. H. Schulz, Beſchreibung des Betriebes der Landwirthſchaft zu Zuſchen⸗ dorf, nebſt der daſelbſt eingefuͤhrten Buchhaltung. Zweite gaͤnzlich umgearbeitete und ſehr vermehrte Auflage. Nebſt einer Titelvignette, einem Plane des Rittergutes Zuſchendorf und 28 Abbildungen auf 6 Tafeln. gr. 8. broch. 1 Thlr. Wenn ſchon die erſte Auflage vorſtehender Schrift ſich des größten Bei⸗ falls der nach Verbeſſerungen und zweckmäßiger Einrichtung ihrer Güter ſtrebenden Landwirthe und der günſtigſten Beurtheilungen in allen öko⸗ nomiſchen Zeitſchriften zu erfreuen gehabt hat, ſo glauben wir mit Recht vorausſetzen zu dürfen, daß dieß bei dieſer zweiten, faſt in jedem Abſchnitte verbeſſerten, mit den Abbildungen der in Zuſchendorf ange⸗ wendeten Ackergeräthe und der dort beſindlichen landwirthſchaftlichen Gebäude vermehrten Auflage noch weit mehr der Fall ſein wird. 24 24 2 Düngerbüchlein oder ausfuͤhrliche Beſchreibung der gebraͤuchlichſten Duͤngmittel, ihrer Erzeugung und verſchiedenen Bearbeitung, ihrer zweck⸗ maͤßigen Anwendung und ihrer Wirkung im Boden und auf das Pflanzenwachsthum. Nebſt einem Anhange uͤber die Mittel, bei anhaltender Trockenheit die Feuchtigkeit im Boden zu erhalten und das Pflanzenwachsthum zu unteſſtuͤtzen. Bearbeitet von Conrad Lindau. gr. 8. broch. ¼ Thlr. A. G. v. Pflugk, der Searificator, ein vorzuͤgliches Werkzeug fuͤr Zucker-Runkelruͤbenbau oder einige Erfahrungen im Ackerbauweſen. Mit 3 Kupfertafeln. gr. 8. broch. 1. Thlr. Johann Chriſtian von Schubart, Edler von Kleefeld. Eine deſſen Andenken gewidmete, von der oͤkonomiſchen Ge⸗ ſellſchaft im Koͤnigreich Sachſen gekroͤnte und von ihr herausgegebene Preisſchrift. Mit dem Bildniß Schubart's von Kleefeld. gr. 8. broch. ½ Thlr. Dieſe Schrift, deren Verfaſſer der bereits rühmlich genannte Oekonomie⸗ Amtmann Rockſtroh iſt, ſoll eine Erinnerung an den Mann ſein, den ſeine Zeit hoch verehrte, und deſſen Verdienſte um die Landwirthſchaft, namentlich in Sachſen durch Einführung des Klee⸗ und Futterbaues, der Stallfütterung ꝛc., auch eine ſpätere Zeit noch nie verkannt hat. Sein Name, ſagt Thaer, wird in der deutſchen Geſchichte des vorigen Jahrhunderts unauslöſchlich unter der Zahl der Wohlthäter der Menſch⸗ heit ſtehen. Darum ging auch die Geſellſchaft bei Ausſetzung und Er⸗ theilung eines Preiſes für dieſe Schrift von der Anſicht aus, daß mehr ein lebensvolles Denkmal in den Herzen der Enkel als ein aus Erz und Stein gebildetes einem ſolchen Manne gebühre. Und dieſer Zweck iſt erreicht. Einer inhaltreichen Darſtellung der damaligen landwirthſchaft⸗ lichen Zuſtände folgt die getreue Schilderung des ſchon durch die Manch⸗ faltigkeit der Ereigniſſe anziehenden Lebens Schubart's in ſo faßlicher, natürlicher Ordnung und in ſo warmer, lebendiger Sprache, daß nicht allein der Landwirth, ſondern überhaupt Jeder ſich davon innig ange⸗ ſprochen fühlen dürfte. Dieſe Erwartung ließ die Verlagshandlung keinen Aufwand ſcheuen, um der Schrift auch eine würdige äußere Ausſtattung zu gewähren und durch einen ungemein billigen Preis mit dahin zu wirken, daß ſie ein volksthümliches Denkmal werde, das ebenſo Die ehrt, welche es in ihren Häuſern und Herzen errichten, als Den, dem es gilt, und den das ſonſt dankbare deutſche Volk faſt zu lange vergeſſen hat. Unterhaltungen für den Banuer in Winterabenden, von dem Verfaſſer des Seariſicators (A. G. von Pflugk), als geerntete Fruͤchte der von ihm ſeit ſechs Jahren aus dem Bauernſtande gebildeten oͤkonomiſchen Geſellſchaft in Wendiſchbora. Zweites Heft. gr. 8. broch. ¾½ Thlr. . Das erſte Heft koſtet ½ Thlr. die⸗ nach ttganiſ Jyyſä 6 ſieben durch die bart, momiſchen Ge⸗ und von ihr Kleefeld. dannte Oekonomie⸗ den Mann ſein, ie Landwirthſchaft, und Futterbaues, nie verkannt hat, chichte des vorigen häter der Menſch⸗ usſetzung und Er⸗ ht aus, daß maht ein aus Erz und dieſer Zweck iſt landwirtbſchaft⸗ durch die Manch⸗ s in ſo faßlicher, prache, daß vicht davon innig ange⸗ gshandlung keinen rußere Ausſtattang teis mit dabin ſi s ebenſo Die uhn Den, dem es gitt nge vergeſſen hat 1 abenden, rs Jahren aus dem zeſelſſhaft Dr. H. Bruhn .(Verfaſſer des„Steinkohlenbüchleins“), die Bodenkunde oder die Tehre vom Boden, nach dem gegenwaͤrtigen Standpuncte der Naturwiſſen⸗ ſchaften und ganz beſonders in Bezug auf Dr. J. Liebig's organiſche Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Phyſiologie mit einem vorausgehenden Abriß der Chemie und Geſteinslehre gemeinfaßlich und in moͤglichſter Kuͤrze bearbeitet. gr. 8. broch. ¾ Thlr. Fr. W. von Trautvetter, Anleitung ...„zum gedeihlichſten Bau der ſiebenzigfaͤltig tragenden Himalayagerſte (Hordeum coeleste himalayense). Mit 2 Steindrucktafeln. gr. 8. broch. ¼ Thlr. Fr. W. von Trautvetter, der Schilkroggen (Secale arundinaceum), durch botaniſche Gruͤnde und oͤkonomiſche Erfahrungen als die ergiebigſte und allerwaͤrts gedeihlichſte conſtante neue Roggenart dargeſtellt. Mit 2 Steindrucktafeln. gr. 8. broch. ¾ Thlr. Materialien zur Beurtheilung der den Staͤnden des Koͤnigreichs Sachſen vorzulegenden Frage uͤber die Nuͤtzlichkeit und Raͤthlichkeit von Credit⸗ Inſtituten nebſt dem Entwurfe einer Hypo⸗ thekenbank fuͤr die Oberlauſitz, von einem Mitgliede der Staͤndeverſammlung. 8. broch. 4 Thlr. Ueber Verbeſſerung der Bauerwirthſchaften im ſaͤchſiſchen Erzgebirge, Eine gekroͤnte Preisſchrift, verfaßt von einem praktiſchen Gebirgslandwirthe und herausgegeben von Prof. Dr. A. G. Schweitzer und H. Schubarth. gr. 8. broch. † Thlr. Dr. H. Bruhn, kurzgefalstes Tehrbuch der Chemie in Bezug auf die Landwirthſchaft und die in naͤchſter Beziehung zu derſelben ſtehenden Gewerbe. Zum Unterricht für angehende junge Landwirthe. Erſte Abtheilung.— Die unorganiſche Chemie. gr. 8. broch. 1 ½ Thlr. Für Freunde des Obſtbaues. Eine Zeitſchrift zur Befoͤrderung des Obſtbaues in Deutſchland. Herausgegeben unter Leitung des Obſt⸗ bau⸗Vereins in der Oberlauſitz. Erſten Bandes viertes Heft. gr. 8. broch. ¾ Thlr. Des erſten Bandes erſtes bis drittes Heft koſtet 1½¾ Thlr. C. A. Gühler,. Anweiſung zur Ausmittelung des Bedarfs an Futter⸗ und Streumaterial für die Viehſtände der größeren und kleineren Landwirthſchaften, ſowie zur Anfertigung der ſtets unentbehrlichen Futter⸗ und Stroh⸗Conſumtions⸗Etats mit Bezugnahme auf den dießjährigen Futter⸗ und Strohmangel. gr. 8. broch. ¾ Thlr. Tan Käniglic N Inhe anſtalten, ſachen, u ſie dieſen gebrachth Pahl eine der früher Mit einem A. G. So Angabt ü Von demf die Karto der berſch und theile ſorten 18. handlung wendung Landwirth (Sieru herrn b.) namentlch mäͤßler. das jaften im irthe ſchubarth. Chemie die in naͤhſſie werbe. indwirthe. ues. Obſtbaues in ng des Obf⸗ i. tet 11 Thlr. 1 Futter⸗ un dwitthſchaften, n Futter⸗ und utter⸗ und Xandwirthſehaftliches Jahrbuch, herausgegeben von der. 8 Koͤniglich Saͤchſiſchen Academie fuͤr Forſt⸗ und Land⸗ wirthe zu Tharand durch Dr. A. G. Schweitzer Erſter Jahrgang. Mit 3 Steindrucktafeln und einer Tabelle. gr. 8. geb. 1 ½ Thlr. Inhalt: I. Einige Betrachtungen über landwirthſchaftliche Lehr⸗ anſtalten, deren Weſen, Zweck und Einrichtung, ſowie über die Ur⸗ ſachen, warum dieſelben noch nicht allgemein den großen Nutzen, den ſte dieſem Gewerbe ſelbſt, wie den Staaten gewähren könnten, hervor⸗ gebracht haben, vom Prof. Dr. A. G. Schweitzer.— II. Ueber die Wahl einer neuen Wirthſchaftsform und den Uebergang in dieſelbe aus der früher beſtehenden, durch ein Beiſpiel aus der Wirklichkeit erläutert. Mit einem Grundriß(Tafel 1) und einer Uebergangstabelle. Von Dr. A. G. Schweitzer.— III. Nachtrag zu vorſtehender Abhandlung: über die Berechnung der Einwirkung irgend eines Fruchtwechſels auf die Vermehrung oder Verminderung der Kraft im Boden. Von demſelben. — IV. Ein paar Worte über landwirthſchaftliche Verſuche nebſt genauer Angabe eines über die Wirkung einer ſtarken Kalkdüngung angeſtellten. Von demſelben.— V. Einige Wahrnehmungen und Betrachtungen über die Kartoffeln und deren unbau Von demſelben.— VI. Verzeichniß der verſchiedenen auf dem Folgengute bei Tharand gegenwärtig cultivirten und theils ſchon unterſuchten, theils noch zu unterſuchenden Kartoffel⸗ ſorten 1842. Von demſelben.— VII. Nachtrag zu vorſtehender Ab⸗ handlung über die Kartoffeln und deren Anbau.— VIII. Neue An⸗ wendung des Centrifugat⸗Ventilators oder Windrad-Haspels in der Landwirthſchaft, Baukunſt und Technik, vom Prof. M. R. Preßler. (vierzu Taſel 11).— IX. Landwirthſchaftliche Preisaufgabe vom Frei⸗ herrn v. Riedeſel.— X. Ueber Entſtehung neuer Pflanzenformen, namentlich der ſogenannten Culturvarietäten, vom Prof. E. A. Roß⸗ mäßler.(Hierzu Tafel III).— XI. Die Königlich Sächſiſche Academie für Forſt⸗ und Landwirthe zu Tharand. G. H. Schmalz, das Trocknen des Klee's auf Reitern und Huͤtten. Mit einer Steindrucktafel. gr. 8. broch. ³ Thlr. K. L. Krutzſch, populuͤrer Abriß der wiſſenſchaftlichen Bohenknnde, nebſt einem Anhange das ABC der Chemie enthaltend. Zur Belehrung fuͤr praktiſche Land⸗ und Forſtwirthe, welche einen wiſſenſchaftlichen Unterricht entbehren. gr. 8. broch. 1 ½ Thlr. Dieſes Werk bildet auch den zweiten Theil von des Verſaſſers „Gebirgskunde“ welche 1 ½ Thlr. koſtet. C. Lindau, der umnſichtige Feldwirth, oder praktilche Anweilung zur Beurbarung, Bearbeitung, Verbeſſerung und Benutzung des Bodens faßlich dargeſtellt. gr. 8. broch. ¾ Thlr. Kurzgefaßtes Lehrbuch der Landwirthſchaft zum Gebrauche bei Vorleſungen uͤber dieſelbe, von Dr. A. G. Schweitzer. Erſte Abtheilung: Ackerbau. Zweite verbeſſerte und vermehrte Auflage. gr. 8. broch. 1 Thlr. Das wohlgetroffene lithographirte Bildniß Dr. A. G. Schweitzer's. Preis 1 Thlr. —fee— enutzung 9. 11 3 tte Aufla der's. T weeeeeeene lhl ſſ5 e ei 0 K 00 0=e 5 DOQM ) V A) N AS A 7 2 8 d “ Abn A 44p danhen-anenésenteraangth Rn 13gghnnang d 1nnaéeAansedê91ägaad dShaarethann Oem 1 3 4 5 6 1 8 9 10 11 12 13 14 rey Control Chart Green Vellow Hed Magenta Grey 2 Grey 3 Grey 4