—— 8 8 38 aibersicht der europäiſchen veredelten Schafzucht, von J. E. Elsner. Zweiter Band. J. G. Calve'ſche Buchhandlung. 1829. Un] 3 uthig; 1 Werkes — b b ben. 1 3 b gehorte zelnen zucht a gekomm Faden als ein * deren ten. 7 — eine e dies aus n gorrede. Um Mißverſtaͤndniſſen zu begegnen, finde ich hier noͤthig zu bemerken, daß es keineswegs im Plane dieſes Werkes lag, eine Geſchichte der⸗ Schafzucht zu ge⸗ ben. Denn, wenn es auch zur Uiberſicht derſelben gehoͤrte, daß ich darauf zuruͤck ging, wie in den ein⸗ zelnen Laͤndern und Provinzen Europa's die Schaf⸗ zucht allmaͤhlig auf ihren gegenwaͤrtigen Standpunkt gekommen iſt: ſo war dabei nur inſofern noͤthig, den Faden der Geſchichte bei derſelben aufzunehmen, als einzelne Perioden und beſondere Umſtaͤnde auf deren guͤnſtigen oder langſamen Fortgang einwirk⸗ ten. Nie wuͤrde ich es aber unternommen haben, eine eigentliche Geſchichte derſelben zu ſchreiben, da dies ein Unternehmen waͤre, dem ich mich durch⸗ aus nicht gewachſen fuͤhlte. Die Zerſtreuung der IV Materialien, die Dunkelheit, welche uͤber vielen Gegen⸗ ſtaͤnden der Schaßzucht in fruͤhern Zeiten ſchwebt, wo man die Sache noch nicht mit dem Eifer und der Vor⸗ liebe wie jetzt betrieb, und alſo auch nicht fuͤr wichtig genug fand, viel daruͤber zu ſagen, und endlich der große Umfang des Gegenſtandes, haͤtten mich gewiß zu der Anſicht gebracht, daß es ein muͤhſames und undankbares Geſchaͤft ſeyn wuͤrde, das ich unternom⸗ men und das ich deshalb nur hoͤchſt mangelhaft aus⸗ gefuͤhrt haben wuͤrde.— Der Zweck und Plan bei meinem Werke war der, eine Uiberſicht der europaͤi⸗ ſchen Schafzucht in der Art zu geben, daß man da⸗ durch in Stand geſetzt wuͤrde, mit Leichtigkeit zu be⸗ urtheilen, auf welche Stufe ſie ſich allmaͤhlig empor⸗ gehoben, welche wichtige Rolle ſie in der National⸗ Induſtrie eines Volkes ſpielt, wie ſie auf die Land⸗ wirthſchaft ſelbſt einen bedeutenden Einfluß ansuͤbt, und inwiefern ſie zu deren erhoͤhtem Rein⸗Ertrage wirkt. Aus dieſem Geſichtspunkte betrachtet, konnte denn auch der erſte Band, nach den Gegenſtaͤnden, die er abhandelte, nur als Einleitung fuͤr den zweiten dienen, und dieſer erſt mußte den eigentlichen Zweck des Ganzen entwickeln. Da Mittheiln wih auf de 6. 4 üͤber de auf, Si ankauf ve Der ſich ſehr beſitzer w chen Krie daß Star daß Herr Sche hen ſchein wirkl auf die Jede eine en Gegen⸗ pebt, wo der Vor⸗ wichtig gliich der h gewiß nes und ſternem⸗ aft aus⸗ lan bei europaͤi⸗ nan da⸗ t zu be⸗ empor⸗ dational⸗ ie Land⸗ anduͤbt, Erttage , konnte enſtaͤnden, n zweiten en Zweck — V Dankbar nehme ich hier auch eine berichtigende Mittheilung des geheimen Oberfinanzrathes von Pritt⸗ witz auf Caſimir in Oberſchleſien in Bezug auf die S. 45 des erſten Bandes enthaltene Nachricht uͤber die Einfuͤhrung ſpaniſcher Merinos in Preußen auf. Sie lautet wie folgt:„Mit dieſem Schaf⸗ ankauf verhielt es ſich folgendergeſtalt: Der Herr Miniſter von Struenſee, welcher ſich ſehr fuͤr den Landbau intereſſirte, und ſelbſt Guts⸗ beſitzer war, erklaͤrte einige Jahre vor dem ungluͤckli⸗ chen Kriege(1806) mehreren Schafßzuͤchtern in Berlin, daß er Mittel finden wuͤrde, uns einen aͤchten Stamm Merinos aus Spanien zu verſchaffen, daß der Herr Praͤſident von Vink und der Herr Regierungsrath Hecht mit mehreren Schaͤfern zu dieſem Ankauf nach Spanien ge⸗ hen wuͤrden, und daß Se. Majeſtaͤt ſich wahr⸗ ſcheinlich bewegen laſſen wuͤrden(wie auch wirklich ſpaͤter ſtatt fand), die Transportkoſten auf koͤnigliche Kaſſen zu uͤbernehmen; da jedoch die Einkaufskoſten unbeſtimmt waͤren, ſo moͤchte Jeder, der daran Theil zu nehmen wuͤnſche, eine beſtimmte Summe in Golde unterzeichnen. Die Zahl der hierauf Unterzeichneten war bald ſehr bedeutend, und erinnere ich mich namentlich, außer dem Herrn Miniſter von Struenſee und Grafen von Haugwitz, des Geheimen Finanz⸗Raths von Borgſtaͤdt, des Landes⸗Direktors von Arnim auf Neuerſund, und der Grafen von Itzenblitz und von Poduwils. Ich unterſchrieb 200 Friedrichsdo'r und erhielt dafuͤr 16 Muͤtter und 8 Boͤcke bei Vertheilung der Schafe in Lenzen. Ob und wie viel ich bei der Berechnung heraus gezahlt bekommen habe, erinnere ich mich jedoch nicht mehr genau, da ich ſtets in Anrechnung mit der Seehandlung ſtand. Da dieſe Schafe aber außerordentlich ſtark von der Raͤude befallen waren, ſo konnte ich ſie nicht in meinen Hauptſchaͤfereien benutzen. Ich gab ſie daher nach einem kuͤrzlich erkauften Gute bei Strausberg, wo ſie im Laufe des Krieges groͤßtentheils ein Opfer franzoͤſiſcher Durchzuͤge wurden, und verkaufte ich uͤberdem dieſes Gut kurze Zeit darauf. Wenn ich dieſe Schafe in mein Gedaͤchtniß zuruͤckrufe, ſo kann ich nur bedauern, daß ich gegen⸗ waͤrtig nicht mehr zu einem ſolchen Ankaufe Gelegen⸗ heit habe meine dan ſo ſhr be mals an zeichen ei Kleine S Ahndung zureichen ſch bei Ausgegli zweifel⸗ ral als d R. in Heil trug, d hoͤrig w Rath v von] großem haben. 81 nows Transp war bald amentlich, ſee und inz⸗Raths Arnim henblitz d erhielt ertheilung hbei der erinnere ſtets in ſtark von nicht in ſie daher rausberg, ein Opfer kaufte ich Gedaͤchtniß ich gegen⸗ Gelegen⸗ VII heit habe, nachdem Erfahrung und beſſere Einſicht meine damaligen Anſichten in Beurtheilung der Wolle ſo ſehr berichtigt haben. Denn alles, was man da⸗ mals an dieſen Schafen tadelte, iſt jetzt als Kenn⸗ zeichen entſchiedener Electoral⸗Vorzuͤge anerkannt. Kleine Statur, wenig gekraͤuſelte Wolle, ohne eine Ahndung von Zwirnen, faſt gar kein Fettſchweiß bei zureichender Dichtigkeit des Wollwuchſes, vereinigten ſich bei den vorzuͤglichſten Individuen, mit großer Ausgeglichenheit des Vließes, und hat es keinen Zweifel, daß dieſe Schafe ſich weit mehr dem Electo⸗ ral als dem Negretti⸗Charakter in der Wolle naͤherten. Nicht alle Unterzeichner waren gleich gluͤcklich in Heilung der Naͤnde, die wohl beſonders dazu bo⸗ trug, daß man den Werth dieſer Schafe nicht P⸗ hoͤrig wuͤrdigte, dennoch ſollen der Herr Geheime Rath von Borgſtaͤdt in Prittwitz und Herr von Arnim in Neuerſund dieſe Merinos mnit großem Erfolg zur Veredlung ihrer Heerden bemitzt haben. Wahrſcheinlich hat aber der Fuͤrſt von Lich⸗ nowsky den groͤßten Vortheil aus dieſem Schaf⸗ Transport gezogen, indem der Vater des jetzigen VIII Fuͤrſten zufaͤllig gerade nach Berlin kam, als der Miniſter von Struenſee geſtorben war, und Gelegenheit fand, ſeinen kleinen Stamm Meri⸗ nos, welcher auf dem Gute Marksdorf bei Zie⸗ bingen ſtand, von den Erben anzukaufen.“— Dieſe ſo ſchaͤtzbare Mittheilung gibt beſonders auch fuͤr die Guͤte der Wolle, welche die erwaͤhnten Schafe trugen, wichtige Aufſchluͤſſe, und beweiſt zugleich, daß zur damaligen Zeit die ſpaniſche Schafzucht noch auf einer ſehr hohen Stufe der Veredlung ſtand. Auch trat ja ihr Verfall, wie ich im erſten Bande die⸗ ſes Werkes gezeigt habe, erſt nach der fuͤr Spanien ſo ungluͤcklichen Invaſion von 1809 ein. Von da anging ſie mit ſo raſchen Schritten abwaͤrts, daß ſie bald von andern Laͤndern uͤbertroffen ward. Wie weit jetzt dieſer Verfall gekommen ſey, werden wir im gegenwaͤrtigen zweiten Bande genauer ſehen. Der Perrasser. In II. Der g päiſch 1. Inwiefern andern ſe ſtehen d ner Gat erhält? 3 Pähe Stu tigkeit in 1) Dos ſir Köſten 2 Lie m Wirte 3) Beſtim niſſe ferei i 4) Die geb diejeni gegen 5) Eine ſeh der el daß ſie ſcaftli und d Landw c. Behandlur 1) Ihre Fi 2 Nan ſe n, als der war, und mam Meri⸗ ef bei Zie⸗ — Dieſe uch fuͤr die hafe trugen, h, daß zur t noch auf and. Auch Bande die⸗ fuͤr Spanien n. Von da bwaͤrts, daß ward. Wie werden wir ſehen. sser. Inhaltsverzeichniss. II. Der gegenwärtige Zuſtand der euro⸗ päiſchen veredelten Schafzucht. a. Inwiefern hat das erzeugte Wollproduct Vorzüge vor andern ſeines Gleichen und in welchem Verhältniß ſtehen die Koſten ſeiner Erzeugung zu ähnlichen ſei⸗ ner Gattung und zu dem Preiſe, den es am Markte erhält? 3. 4. 8.. B. Welche Stellung hat die Schäferei vermöge ihrer Wich⸗ tigkeit in der übrigen Landwirthſchaft eingenommen? 1) Das für die Schäferei nöthige Futter muß nicht auf Köſten der Getreide⸗Erzeugung erbaut werden. 2) Sie muß auch nicht das Einzige ſeyn, deſſen ſich der Wirthſchaftsdirigent mit Eifer annimmt... 3) Beſtimmt die Lage, der Boden und die Landesverhält⸗ niſſe auch ganz beſonders, welche Stellung die Schã⸗ ferei in einer Landwirthſchaft einnehmen muß.. 4) Die gebührende Stellung iſt daher für eine Schäferei diejenige, die ſie nach Verhältniß ihrer Einträglichkeit gegen die übrigen Zweige der Landwirthſchaft verdient. 5) Eine ſehr richtige Stellung hat aber die Schäferei in der europäiſchen Landwirthſchaft dadurch bekommen, daß ſie eine Menge großer Güterbeſitzer und wiſſen⸗ ſchaftlich gebildeter Männer zu ſich hingezogen hat, und dadurch zur gründlichen Ausbildung der ganzen Landwirthſchaft beiträgt..... c. Behandlungsart der Schafe.... 1) Ihre Fütterung...... 2) Man ſetzt ſie in neuerer Zeit weniger den Anfällen der Seite. 67 71 72 79 Witterung aus, treibt ſie früh nicht ſo zettig auf Weide, und ſorgt auch für beſſere Wohnungen für ſie. D. Von den Krankheiten, die unter veredelten Schafen am bekannteſten ſind und am öfteſten vorkommen. 4) Die Pocken 2) Die Räude 4 4. 2 2. 4 „..* 4 3) Die Klauenſeuche oder Krümpe... 4) Die Drehkrankheit „. 0„** 5) Die Traberkrankheit.. 4.. 6) Die Lämmerruhr. 7) Die Lämmerlähme E. Die Bildung der Schafmeiſter und ihre Stelung.. F. Rationeller Betrieb der Schafzucht.. 2 * 4 4 ⁵* *. Der rationelle Schafzüchter ſieht zuerſt auf die körper⸗ liche Pflege und gute Fütterung der Schafe. Zweitens auf die Beſchaffenheit ihrer Wolle. Drittens muß er wiſſen, nach welchen Grundſätzen er bei der Züchtung ſeiner Schafe zu verfahren hat Erſter Grundſatz: Hohe Feinheit der Wolle.. Zweiter Dritter Vierter Fünfter Sechſter 2 2 2 Menge derſelben... Das Halten auf Race.. und Conſtanz... Auffriſchung des Blutes.. Wegen des Alters der ſprungfähi⸗ gen Widder... Mehr Sorgfalt in der Pflege und Wartung der Schäfereien als ehemals Viertens gehört zu einem rationellen Verfahren in der höhern Schafzucht die Art und Weiſe der Leitung bei der Paarung... Fünftens. Die eingeführte Ordnung in Sinſi cht ber Ab⸗ lammung..... Sechſtens. Aufmerkſamkeit auf Weide und Winterfüt⸗ terung * 4 4 4*„ Seite. 91 146 147 447 149 4 Er d 5) Prt Wollhal II. Einige 4) Ver Erſt Iwe Dri Vie Seite. auf r ſie. 91 am gfähi⸗ . 444 ze und hemals 414⁴⁰ in der Leitung der Ab⸗ 4147 nterfüt⸗ .44⁴9 Siebentens. Die Bereitwilligkekt und Sorgſamkeit, mit welcher man ſich den Forderungen der Wollhändler und Manufacturiſten fügt*.. G. Schaf⸗ und Wollhandel. 1) Der Werth der zum Verkauf geſtellten Thiere in ſchwer zu ermitteln.....* 2) Er iſt ſehr relativ.... 3) Zum vortheilhaften Ankaufe trägt die Oertlichkeit und der Gang des Schafhandels viel bei... 4) Er wird durch das Zuſtrömen zu den berühmten Heer⸗ den erſchwert...... 5) Preiſe von Zuchtſchafen..... Wollhandel***** ³» II. Einige allgemeine Bemerkungen... ¹) Verſchiedene Erſcheinungen bei den veredelten Schafen Erſte Erſcheinung: Scheinbar ſchnelle Veredlung. Zweite—— Rauh geborene Lämmer.. Dritte—— Veränderung der Wolle bei Uiberſie⸗ delungen der Schafe... Vierte—— Zurückſchlagen in's großelterliche Ge⸗ ſchlecht 4A. 4 ⁴. 2) Ein⸗ und zweiſchürige Schafe.... 3) Einzelne beſondere Umſtände, die auf den Fort⸗ oder » Rückgang veredelter Schäfereien wirken.. Erſter Umſtand: Verpachtung von Gütern mit Schã⸗ fereien... Zweiter— Schwankende Wolpreiſe.. Dritter— Klaſſifikation der Schafe.. 4) Haben wohl die nördlichen Länder mit mehr Schwierig⸗ keiten bei der Veredlung der Schafzucht zu kämpfen als die ſüdlichen?„.* 2³*. 5) Verſchiedene Schafarten in Europa, beſonders in Be⸗ ziehung auf ihre Wolle.... 6) Jetziger Standpunkt der veredelten Schafzucht in Europa 186 492 XII Seite. III. Welche Muthmaßungen haben wir für die Zukunft der veredelten Schafzucht in Europa? 200 Beſchluß: Männer, die ſich um die Veredlung der euro⸗ päiſchen Schafzucht verdient und dadurch berühmt gemacht haben.... 222 Der Naht veredelt dern na welcher bei in erſten diejenig ganz be weiſe i gleichur 1 Deutſe ſteht e — I und F weiten Bande hüllen daherh Elsner II. Der gegenwärtige Zustand der veredelten europäischen Schatzucht. Nachdem ich im erſten Bande den Gang, welchen die veredelte Schafzucht in den verſchiedenen europäiſchen Län⸗ dern nahm, angegeben habe, will ich jetzt den Zuſtand, in welchem ſie ſich gegenwärtig befindet, darſtellen, und da— bei in ſofern von der Art, wie ich meinen Gegenſtand im erſten Bande behandelt habe, abweichen: daß ich hier diejenigen Gegenden und Provinzen, worin die Schafzucht ganz beſonders raſche Fortſchritte gemacht hat, vorzugs⸗ weiſe in's Auge faſſen, und dann die andern mehr ver— gleichungsweiſe an dieſe anreihen werde. Aus dieſem Geſichtspunkte betrachtet, verdient aber Deutſchland vor allen andern genannt zu werden. Denn ſteht es auch in der Menge ſeiner Schafe hinter England und Frankreich: ſo übertrifft es dieſe beiden Länder bei weitem in der Güte des Woll-Products. Im erſten Bande habe ich ſo viel als möglich die Urſachen zu ent⸗ hüllen geſucht, die dies bewirkt haben. Hier habe ich daher hauptſächlich zu zeigen: Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. II. B;⸗ A 2 A. Bis zu welcher Vollkommenheit und Bedeutung iſt die Schafzucht gelangt? Wenn man aber von irgend einem Gewerbe eine große Vollkommenheit, zu der es gediehen iſt, rühmt, ſo ſind jederzeit zwei Hauptfragen zu beantworten. Die erſte iſt die: In wiefern hat das er⸗ zeugte Product Vorzüge vor andern ſei⸗ nes Gleichen? und die zweite: In welchem Verhältniſſe ſtehen die Koſten ſeiner Er⸗ zeugung zu ähnlichen ſeiner Gattung und zu dem Preiſe, den es am Narkte erhält? Unterwerfen wir nun die erſte Frage einer genau⸗ ern Prüfung, ſo wird es gut ſeyn, wenn wir uns vor allen Dingen ein gewiſſes Ideal von Vollkommenheit eines Productes vor Augen ſtellen. Ich darf wohl nicht erſt wiederholen, daß bei der veredelten Schafzucht faſt nur einzig und allein von deren Wolle die Rede ſey. Wenn wir uns nun von dieſer den höchſten Begriff von Vollkommenheit(ein Ideal) bilden wollen: ſo iſt vor allen Dingen nöthig zu wiſſen, welche Art von Wolle bei dem jetzigen Zuſtande der Vollkommenheit der Manu⸗ facturen vor allen übrigen den Vorzug und ſomit auch den höchſten Preis behauptet. Ich darf, um dieſe zu bezeichnen, nur auf Seite 115 und 116 des erſten Bandes zurückweiſen, wo ſie beſchrieben iſt. Zur genau⸗ ern Bezeichnung derſelben füge ich hier nur noch bei, daß ſie in ihrem einjährigen Wuchſe ſelten über 1½ Zoll im unausgedehnten Zuſtande hat. Als Hauptkennzeichen ihrer daß d ſo d wie? die S ſen. Zeiche! Kreuz haben Ob d Vorzl beim! gen fü engliſ den e die E am m Brand in En daß ſi vor w 6f. ſonde man für's 12 fl gern unter eit und angt? verbe eine rühmt, ſo n. das er⸗ ern ſei⸗ welchem iner Er⸗ ung und erhält? ner genau⸗ ir uns vor kemmenheit wohl nicht aßucht faſt Rede ſey. Begriff von ſo iſt vor von Wolle der Manu⸗ ſomit auch im dieſe zu des erſten Zur genau⸗ ur noch bei, üher 11 Zoll ttkennzeichen 5 ihrer Sanftheit und gleichen Feinheit ihres Haares dient: daß die Bogen ihrer Windungen nicht zu hoch ſeyn dürfen, ſo daß ſich deren Höhe zu ihrer Grundlinie ungefähr wie 2 zu 5 verhält, und daß dieſe Bogen ſich bis in die Spitze der Stapel vollkommen gleich bleiben müſ⸗ ſen. Denn würden ſie oben weiter, ſo iſt dies ein Zeichen von der abnehmenden Sanftheit. Thiere aus Kreuzungen mit kurz⸗ und dichtwolligen Negretti's haben dieſes fehlerhafte und charakteriſtiſche Kennzeichen. Ob dieſe hier beſchriebene Wolle aber immer gleichen Vorzug vor allen übrigen behaupten wird, das werde ich beim dritten Hauptabſchnitte, d. i. bei den Muthmaßun⸗ gen für die Zukunft der veredelten Schafzucht, angeben. Wenn nun dieſe Wolle, welche man beſonders im engliſchen Wollhandel Super⸗Electoral nennt, für jetzt den erſten Rang behauptet, ſo muß auch in den Ländern die Schafzucht in der höchſten Blüthe ſtehen, die deren am meiſten erzeugen. Und dies iſt Sachſen, die Mark⸗ Brandenburg, Schleſien und Mähren. Die bisher, beſonders in England für dieſe Wolle gezahlten Preiſe ſind von der Art, daß ſie wohl zu deren Erzeugung aufmuntern können. Noch vor wenig Jahren galt in London das Pfund 10 Schilling (5 fl. Conv. Münze) und das nicht etwa nach der Fabrik, ſondern nur nach einer guten Pelzwäſche. Jetzt bezahlt man ſie mit 7 bis 3 Schilling. In Frankreich gab man für's Kilogramm= 2 Pf. 27— 30 Franken(11— 12 fl. C. M.) und noch jetzt wird ſie für 24 Franken gern gekauft. Der höhere Einfuhrzoll, dem ſie hier unterliegt, iſt der Grund des erhöhteren Preiſes im Ver⸗ A 2 4 gleiche zu England. Bloße Liebhaberei kann es aber von den Manufacturiſten unmöglich ſeyn, daß ſie dafür ſolche hohe Preiſe zahlen. Es iſt daher der Mühe werth, und für die Wollproducenten wohl auch von nicht geringem Intereſſe, wenn ich hier ein wenig auseinander ſetze, worin die großen Vorzüge dieſer Wolle beſtehen. Wie man anfangs weniger durch beſonders rationelle Züch⸗ tungsgrundſätze, als vielmehr durch glücklichen Zufall auf ihre Erzeugung hingeleitet worden ſey, das habe ich am angeführten Orte ſchon dargethan. Ich habe daher hier nur ihre Vorzüge in ein klares Licht zu ſetzen. Es hat aber dieſe Wolle folgende beſondere Tugenden: Erſtens iſt ſie ungemein ſanft und alle aus ihr bereitete Fabrikate ſchmeicheln ganz ungemein dem Gefühle. Dieſe Sanftheit beruht auf ihrer beſondern Natur oder ihrem Charakter. Sie macht vermöge der Feinheit und Zart⸗ heit der Säfte/ woraus ſie die Natur bildet, nur ſehr flache Windungen in ihren Stapeln. Daß ſie aber ohne alle ſolche Windungen und Krümmungen ſey, iſt ein bloßer Irrthum, den ſchwachſichtige Schafzüchter hegen. Jede Merinowolle hat dieſelben, und ſie ſind gerade für ſie ein charakteriſtiſches Zeichen. Von ihnen hängt die Walk⸗ fähigkeit oder Krümmkraft ab, und wenn auch ganz ge⸗ meine Wolle, die jene Bogen oder Krümmungen nicht hat, dieſe Walkfähigkeit beſitzt, ſo wird ſie ihr erſt bei der Verarbeitung durch die Lauge, in welcher ſie gewalkt wird, mitgetheilt. Sie iſt daher auch weniger regelmäßig und weniger günſtig für das Anſehen des Fabrikats. Jene Super⸗Electoral⸗Wolle gibt ferner auch ein höchſt feines vermo ſo auc hang! Eanft ihrer Faden verfeit gen i hoher rohe guten duct fürcht Preis mit werd der g aber Eine Woll meiſt et d Elet letzte ten? Vollt ſorgf einig der n aber von ür ſolche th, und geringem der ſetze, n. Wie lee Züch⸗ sufall auf be ich am daher hier Lugenden: bereitete le. Dieſe der ihrem und Zart⸗ nur ſehr aber ohne ein bloßer gen. Jede de für ſie die Walk⸗ h zunz ge⸗ ngen nicht hr erſt bei ſie gewalkt regelmißig Fabrikat. j ein hüchſt 5 feines Geſpinnſt, indem ſich ihre feinen und zarten Haare vermöge ihrer engen Wellungen leicht verſchlingen, und ſo auch bei einem dünnen Faden einen feſten Zuſammen⸗ hang bilden. Ohnehin müſſen ſie, da ſie neben ihrer Sanftheit noch eine bedeutende Kraft beſitzen, vermöge ihrer eigenen natürlichen Feinheit auch einen ſehr feinen Faden geben. Da nun der geſtiegene Luxus und der verfeinerte Geſchmack ein Fabrikat, was ſeinen Forderun⸗ gen in ſo hohem Grade genügt, begierig ſucht, und zu hohem Preiſe kauft: ſo folgt von ſelbſt, daß auch das rohe Product ſich einer lebhaften Nachfrage und eines guten Preiſes zu erfreuen haben muß. Dieſes rohe Pro⸗ duct aber iſt nicht ſo leicht zu erzeugen, als daß man fürchten ſollte, daß ſeine allzuſtarke Production ſeinen Preis bald herabdrücken würde.— In Schäfereien, die mit Sorgfalt und nach einem feſten Syſteme gezüchtet werden, kann ſie bis zu einem ziemlich bedeutenden Theile der ganzen Schur erzeugt werden. Noch gibt es deren aber nur wenige, die ſich deſſen zu erfreuen haben. Eine ſorgfältige Auswahl der Zuchtthiere hinſichtlich ihres Wollcharakters ſichert die größere Maſſe derſelben am meiſten. Wer ſie aber dadurch zu erzeugen wähnt, daß er dicht- und kurzwollige Negretti's mit langwolligen Electorals kreuzt, der iſt auf einem falſchen Wege. Aus letztern allein, wenn einzelne Individuen zu dem gedach⸗ ten Wollcharakter hinneigen, kann man ſie in ihrer größten Vollkommenheit erzeugen, wenn man jene Individuen ſorgfältig auswählt und mit einander paart. Wer dies einige Generationen hindurch mit Beharrlichkeit thut, der wird ſein Ziel am ſicherſten erreichen. Dieſe kurze, ſtumpfgeſtapelte und dicht gewachſene hochfeine und hochſanfte Wolle iſt es aber nicht allein, welche einen ſo entſchiedenen Werth hat, und unter dem Namen Super⸗Electoral im Handel gilt, auch eine mehr lang gewachſene Wolle, die dabei aber ebenfalls von der höchſten Feinheit und Sanftheit iſt, wird in dies Sortiment aufgenommen. Nächſt dieſer höchſten Sorte iſt aber die eigentliche Electoral⸗Wolle die, welche ſchon lange den entſchiedenſten Ruf und den ausgebreiteteſten Markt hat. Früher kannte man nur dieſe als höchſtes Sortiment, bis man, wie ich ſchon im erſten Bande bemerkte, anfing, die Super⸗Elec⸗ toral von ihr zu ſondern, und dieſe an die Spitze aller Sortimente zu ſtellen. In Frankreich unterſchied man lange Zeit gar keine Electa oder Electoral-Wolle, und nannte das höchſte Sortiment nur Prima. Jetzt aber haben die daſigen Manufacturen, und namentlich die des Herrn Terneaur ſich überzeugt, welch einen entſchie⸗ denen Vorzug die Electoral⸗Wolle vor der einheimiſchen Prima hat, und ſie laſſen jener die volle Gerechtigkeit beſonders auch dadurch widerfahren, daß ſie dieſelbe für ſehr hohe Preiſe kaufen und zur Fabrikation ſie jeder andern bei weitem vorziehen. Wenn nun auch die Merinowolle nicht die einzig edle iſt, wenn auch die lange Kämmwolle, beſonders in manchen engliſchen Grafſchaften, wie z. B. in Leiceſter⸗ ſhire vermöge ihres Seidenglanzes zu einer Menge von Luxusartikeln verarbeitet wird: ſo iſt und bleibt jene doch, vermöge ihrer Anwendung zu ſo mannigfaltigen Artike lichſte komme haben Vorher rinos Länder erzeug Sorti zur g ganz wieſen höchſt ſamen Koſte ſich höher ſelbſt Elect der der ausg wen dan⸗ auf Deß wenn Schl gewachſene ht allein, inter dem zuch eine ebenfalls d in dies eigentliche hiedenſten hher kannte n, wie ich per⸗Elec⸗ pitze aller hied man Lolle, und Jetzt aber ich die des mentſchie⸗ hheimiſchen erechtigkeit ieſelbe für ſie jeder die einzig eſonders in in Leiceſter⸗ Menge von bleibt jene nnigfaltigen 7 Artikeln der Mode und des Luxus, immer die vorzüg⸗ lichſte, und die Länder, welche ſie in der größten Voll⸗ kommenheit und in der größten Menge hervorbringen, haben immer ſichern Gewinn. Da jedoch, wie aus dem Vorhergehenden klar iſt, ſich zwiſchen Merinos und Me⸗ rinos ein großer Unterſchied findet: ſo verdienen jene Länder vor allen den Vorzug, die von der Maſſe ihrer erzeugten Wolle die größte Menge des oben gedachten Sortiments, d. i. der Electoralwolle liefern. Daß dies zur größern Vollkommenheit der Schafzucht eines Landes ganz beſonders erforderlich ſey, iſt am beſten damit be⸗ wieſen, daß dann der Rein⸗Ertrag der Schäfereien ſich am höchſten ſtellt.— Denn wenn, wie dies jedem aufmerk⸗ ſamen praktiſchen Schafzüchter bekannt genug iſt, die Koſten der Unterhaltung und Verpflegung einer Schäferei ſich völlig gleich bleiben, mag deren Wolle auch einen höhern oder niedern Feinheitsgrad haben: ſo iſt es von ſelbſt klar, daß, je mehr ſich die gewonnene Schur der Electoralwolle in ihrer Totalität nähert, deſto größer auch der Ertrag der ganzen Schäferei ſeyn müſſe.— Ich muß hier auf eine Befangenheit, welcher bei der Beurtheilung der Wolle die meiſten Wollproducenten ausgeſetzt ſind, kommen. Sie glauben nämlich meiſtens, wenn ihre Schafheerden eine hohe Feinheit erreicht haben, dann komme es beim Werthe ihrer Wolle nicht ſo genau auf einen noch etwas höhern Grad dieſer Feinheit an. Deßhalb halten ſie es für ein Vorurtheil der Wollkäufer, wenn dieſe eine ihnen bereits bekannte, entſchieden gute Schur ſtets begierig ſuchen, und ſcheinbar unverhältniß⸗ 0 9 mäßig hoch bezahlen. Wir werden gleich ſehen, ob dieſe Käufer bei ihrem Verfahren einem bloßen Vorurtheile huldigen. Ich werde, um uns davon zu überzeugen, ein vergleichendes Beiſpiel aufſtellen. Eine Schäferei, die von jeher veredelt und ſtets mit Aufmerkſamkeit und Umſicht gezüchtet worden iſt, kann es wohl dahin gebracht haben, daß ſie 10 Proc. Super⸗Electoral, 50Proc. Electoral, 40 Proc. Prima, 10 Proc. Secunda, das übrige Locken ꝛc. bei der Sortirung gibt. Ich weiß ſehr wohl, was dazu gehört, eine Schäferei bis zu dieſem Grade der Vollkommenheit zu bringen, aber ich weiß als Vertrauter mit der Sache auch eben ſo wohl, daß es nicht unmöglich, iſt, bei Fleiß und Verſtand das Ziel zu erreichen. Super⸗Electoral⸗ Wolle hat jetzt noch den Preis in England zu 3 Schilling das Pfund, in Deutſchland aus erſter Hand ungefähr 62 Schilling(3 fl. 15 kr. Conv. Münze). Electoralwolle, in England 6 Schilling, in Deutſchland 4 ¼¾ Schilling, Prima in England 4 Schilling, in Deutſchland 3 Schil⸗ ling, Secunda in England a2 Schilling, in Deutſchland 2 Schilling. Locken von feiner Wolle in England 11 Schilling, in Deutſchland 1* Schilling.(Beiläufig ge⸗ ſagt, iſt aus dieſen Preiſen in England und Deutſchland erſichtlich, daß man bei der ſuperfeinen Wolle im Handel immer noch am meiſten verdient, weßhalb ſie auch faſt immer am lebhafteſten geſucht und am erſten verkauft wird.) Aus jenen Preisangaben bildet ſich nun eine Skala, die ſich durch folgende Zahlen angeben läßt. Ich regulire dieſe Skala nach den Preiſen in Deutſchland, als dem Hauptmarkte der Merinowolle in erſter Hand. Super⸗ cunda gibt ſih Procente tend vo heerde, diberbl Wir w Zuvor jetzt w alſo 5 , ob dieſe orurtheile ugen, ein ferei, die kkeit und gebracht Electoral, cken ꝛc. bei zu gehört, ommenheit der Sache bei Fleiß Electoral⸗ Schilling ungefähr toralwolle, Schilling, 3 Schil⸗ eutſchland gland 12 äufig ge⸗ eutſchland im Handel auch faſt verkauft nun eine läßt. Ic eutſchland, fer Hand. 9 Super⸗Electoral gilt 26, Electoral 18, Prima 12, Se⸗ cunda 3, feine Locken ꝛc. 5. Aus obiger Schäferei er⸗ gibt ſich, wenn wir die Zahlen dieſer Skala mit den Procenten der Sortirung multipliciren, folgendes Reſultat. 10 Proc. Super⸗Electoral mit 26 gibt= 260 30 ⸗ Electoral 3 18 ⸗—= 540 40 ⸗ Prima 2 12*⸗—=t 480 10 ⸗ Secunda 8 2 8o 10 ⸗ Locken ⸗ 5 2= 50 1410 Die hier heraus gekommene Zahl iſt der Maßſtab des Werthes der gedachten Schur im Vergleich zu andern. Wir nehmen nun eine Schäferei, die dem Anſcheine nach wenig hinter der angeführten in der Feinheit der Wolle zurückſteht. Das Sortiment derſelben ergibt 6 Proc. Super⸗Electoral, 20 Proc. Electoral, 36 Proc. Prima, 20 Proc. Secunda, 3 Proc. Tertia, 1 Proc. Locken ꝛc. Ob⸗ gleich dieſe Procente in den Zahlen gerade nicht unbedeu⸗ tend von den obigen abweichen, ſo wird dennoch die Schaf⸗ heerde, vergleicht man ſie mit jener durch einen allgemeinen Uiberblick, wenig gegen dieſelbe zurückzuſtehen ſcheinen. Wir wollen nun die obige Rechnung auch hier anwenden. Zuvor muß ich noch bemerken, daß Tertia in Deutſchland jetzt wenig über 1 Schilling gilt, ihre Zahl in der Skala alſo 5 wird. Nun iſt die Rechnung folgende: 6 Proc. Super⸗Electoral mit 26 gibt= 156 20 ⸗ Erlectoral 360 36 ⸗ Prima ⸗ 12= 432 20 ⸗ Secunda 8 2⸗— 160 8 2 Tcertia 5 ⸗= 140 10 ⸗ Locken 5 5 ⸗—= 50 ———¶—¶—QCOQC—QV—ꝛ—ę—ꝑ—⸗Q.-·— 1198 Dieſe Schur iſt alſo, wenn die erſte 1410 werth war, nur 1193 werth, dies beträgt beinahe ein Sechs⸗ theil des Ganzen, und wenn daher ein Käufer für die erſte für den Centner 200 fl. Conv. Münze bezahlt hätte: ſo könnte er für dieſe nur 166 fl. geben, vorausgeſetzt, daß ſie beide bei der Wäſche und Schur gleichmäßig be⸗ handelt wären. Aus dieſer Vergleichung aber können ſich die Schaf⸗ züchter zweierlei entnehmen. Das erſte iſt die Lehre, daß es in jedem Falle der Mühe lohnt, in der Veredlung und Vervollkommnung ſeiner Schafheerde nicht zu ermüden, ſondern unverdroſſen fortzugehen. Denn ꝛ¹z mehr in der Einnahme bei einem Erwerbszweige, ſteigert den Rein⸗ ertrag ungemein, da von dieſem Sechstheile nichts mehr abzuziehen, ſondern dasſelbe lediglich zur liquiden Rente zu ſchlagen iſt. Wem ſeine Schäferei alſo z. B. im zweiten Falle 5000 fl. brächte, der bezöge von ihr, wenn ſie die Qualität der erſten erreichte 6000 fl. Wenn nun in bei⸗ den Fällen alle Koſten bis zum Verkaufe 3000 fl. betrü⸗ gen: ſo wäre im erſten Falle der Reinertrag um die Hälfte höher als im zweiten. Das Zweite, das aus der gegeben Vergleichung hervorgeht, iſt der Troſt für den rationellen Schafzüchter, daß, wenn er einmal auf der Stufe des zweiten gege⸗ benen Falles ſteht, er auch bei fortgeſetzt conſequentem Verfahren ſchnell die Stufe von Nr.)erreichen, und ſo ſeine Schäferei⸗Rente leicht um die Hälfte vermehren kann. Da ich eben behauptet habe, daß die höchſte Stufe der Vollkommenheit bei den Merinos nur allein durch ein fortgeſet reicht we Orte ſey Ob man werde ic Ra Schafßü ſicheres hat, zo punkt und de in den einträgl jenes 3 mit bei Sanftl bezahlt dern zu gen dar nicht a gen ſu nur in verbrei daß er rückſch ßerſte! Lenden daß es Zuchtt 1410 werth e ein Sechs⸗ ufer für die zahlt hätte: brausgeſetzt, ſchmäßig be⸗ h die Schaf⸗ ie Lehte, daß eredlung und zu ermüden, mehr in der t den Rein⸗ nichts mehr uiden Rente 8. im zweiten wenn ſie die nun in bei⸗ d fl. betrü⸗ rag um die Vergleichung Schafzüchter, weiten gege⸗ tonſequentem 7, und o ſeine nehren kann. hüchſte Stufe ein durch ein 11 fortgeſetztes conſequentes Verfahren bei der Züchtung er⸗ reicht werden könne: ſo wird es hier nicht am unrechten Orte ſeyn, zu zeigen, worin ein ſolches Verfahren beſtehe. Ob man dasſelbe auch außer Deutſchland beobachte, davon werde ich weiter unten ſprechen. Rationell und conſequent aber verfährt derjenige Schafzüchter in ſeiner Heerde, der ſich für's allererſte ein ſicheres und feſtes Ziel ſteckt, und der auch Einſicht genug hat, zu wiſſen, wornach er zu ſtreben und welchen Ziel⸗ punkt er zu verfolgen hat. Die Beliebtheit der Waare und deren guter Preis haben in Deutſchland, beſonders in den Provinzen desſelben, wo die Schafzucht einer der einträglichſten Zweige der Landwirthſchaft geworden iſt, jenes Ziel genauer beſtimmt. Hohe Feinheit der Wolle mit beſonderer Gutartigkeit, wozu auch hauptſächlich die Sanftheit gehört, iſt es, die man vorzugsweiſe ſucht und bezahlt. Nach ihr hat alſo der Schafzüchter vor allem an⸗ dern zu ſtreben. Nun kommt es aber auch vor allen Din⸗ gen darauf an, daß er jene wünſchenswerthen Eigenſchaften nicht allein bei allen Thieren ſeiner Heerde hervorzubrin⸗ gen ſuche; ſondern dieſe müſſen auch, ſoweit es die Natur nur immer zuläßt, über den ganzen Körper der Thiere verbreitet ſeyn. Denn jeder Schafzüchter weiß ſehr wohl, daß er beſonders im Anfange der Veredlung mit dem Zu⸗ rückſchlagen der Wolle in die groben Sorten auf den äu⸗ ßerſten Theilen der Schafe, d. i. auf Nacken, Hals und Lenden, auch wohl auf dem Rücken zu kämpfen hat, und daß es der größten Aufmerkſamkeit bei der Auswahl der Zuchtthiere bedarf, um allmählig dieſen Fehler zu tilgen. 13 Wie ſehr aber derſelbe dem höhern Preiſe der Wolle ſcha⸗ den müſſe, das leuchtet aus der oben gegebenen Berech⸗ nung des Sortiments von zwei Schuren klar genug ein. — Man muß alſo, wenn man von Ausgeglichenheit ei⸗ ner Schäferei ſpricht, dies nicht bloß von den Thieren unter einander, ſondern ganz beſonders auch von den gan⸗ zen Vließen der ſämmtlichen Heerde verſtehen können. Um nun dieſe ſo wünſchenswerthe Eigenſchaft in eine Heerde zu bringen, und darin feſt zu erhalten, iſt vorzugsweiſe in Deutſchland von ſehr vielen Schafzüchtern ein ſyſtema⸗ tiſches Verfahren eingeführt und beobachtet worden. Man ordnet nämlich ſämmtliche zur Zucht beſtimmten Thiere nach der Güte ihrer Wolle in beſtimmte Klaſſen, gibt den Nutterſchafen die ihnen als gleichartig zuſagenden Widder, und führt beſtimmte Abſtammungsregiſter, wodurch man beſonders bei den Widdern für die weitere Vererbung ihrer guten Eigenſchaften geſichert iſt. Um nun dieſes ſyſtematiſche Verfahren mit aller Genauigkeit fortwährend beobachten zu können, iſt es nöthig, daß man jedes Schaf nach den Vollkommenheiten und Mängeln, die es in ſei⸗ ner Wolle entwickelt, kenne. Dies würde bei der großen Zahl einer ganzen Heerde unmöglich ſeyn, wenn man keine beſondern Hilfsmittel hätte. Dieſe ſind die Nummeri⸗ rung der ganzen Heerde. Jedoch iſt dieſelbe einer Menge Schwierigkeiten unterworfen. Anfangs verſuchte man es mit kleinen Täfelchen, auf denen eingebrannte Nummern waren, und die man den Schafen um den Hals band. So feſt man nun aber auch die Schnur wählen mochte, ſo fehlte es, wenn man die Heerde revidirte, nicht an einer Menge de ſem Uibel zu ſchlagen Schafen i durch, und bildete me durch Zeich nach dieſe geholfen. . groß genn ſem hilft Zeichen n vorſicht, kleinen N ſondern zu tief i daß Blut durch we werden i den Stel ſie deſto ihre Höh von Ster ſich die gerichtet das Oh genau d ſich, wie Maſchine rWole ſcha⸗ nen Berech⸗ genug ein. ichenheit ei⸗ den Thieren on den gan⸗ können. Um eine Heerde votzugsweiſe ein ſyſtema⸗ orden. Man aten Thiere en, gibt den den Widder, odurch man e Vererbung nun dieſes fortwährend jedes Schaf je es in ſei⸗ der großen an man keine Nummeri⸗ einer Menge cchte man eo te Nummern Hals band. glen mochte, icht an einer 13 Menge verlorener Nummern. Man verſuchte es, um die⸗ ſem Uibelſtande zu begegnen, dieſe Nummern auf Blech zu ſchlagen, dieſelben an Drath zu befeſtigen, und ſo den Schafen in die Ohren zu hängen. Aber auch dieſe riſſen durch, und man war in der alten Verlegenheit. Jetzt bildete man ſich durch einen beſondern Schlüſſel Zahlen durch Zeichen(Löcher und Lücken) in den Ohren, und zählte nach dieſen. Aber auch damit war noch nicht ganz ab⸗ geholfen. Denn die Lücken verwuchſen, wenn ſie nicht groß genug waren, und die Löcher riſſen aus. Allem die⸗ ſem hilft das Tattowiren ab, wenn die einzudrückenden Zeichen nur gut und deutlich gemacht ſind. Die Haupt⸗ vorſicht, welche man dabei zu beobachten hat, iſt, daß die kleinen Nägelchen(Stifte) in den Zeichen nicht zu ſpitzig, ſondern ein klein wenig abgeplättet ſind, damit ſie nicht zu tief in das Ohr einſchlagen. Denn geſchieht dies, ſo daß Blut nachfolgt, ſo entſteht in der Folge eine Eiterung, durch welche die ätzende Materie weggeht. Die Zeichen werden im Innern des Ohres angebracht, und zwar an den Stellen, die ganz frei von Haaren ſind, damit man ſie deſto beſſer ſehe. Allzuklein dürfen ſie nicht ſeyn, und ihre Höhe kann immer 3 Zoll betragen. Mit einer Art von Stempel, den man mit der Hand aufdrückt, macht ſich die Sache am beſten. Denn, iſt die Maſchine ſo ein⸗ gerichtet, daß ſie zum Zuſammendrücken iſt, ſo daß man das Ohr zwiſchen dieſelbe preßt: ſo kann man nicht ſo genau die glatten Stellen ausſuchen. Die Zahlen laſſen ſich, wie bei einer Buchdruckerei, neben einander in die Maſchine einlegen, ſo daß man jede beliebige Höhe zeich⸗ 14 nen kann. Mit welcher Farbe man die eingedrückten Num⸗ mern ätzen will, iſt ganz gleich, auch kann man, wenn man vielleicht in den Jahrgängen der gezeichneten Thiere ſich ſchnell zurecht finden will, mit dieſer Farbe wechſeln. Den Widdern brennt man die Nummern in die Hörner, wenn ſie deren nämlich haben. Denen ſie fehlen, die behandelt man wie die Mutterſchafe. Wenn aber dieſe Nummerirung mit Genauigkeit voll⸗ zogen iſt, dann wird es leicht, die Stammregiſter zu füh⸗ ren. Dieſe haben einen doppelten Werth für den Schaf⸗ züchter: einmal geben ſie ihm die größte Sicherheit für den Adel der Abſtammung, und zweitens kann er auch am beſten ſehen, welche Thiere ſich in ihrer edlen Fort⸗ erbung am meiſten auszeichnen, und ſo den entſchieden höch⸗ ſten Werth haben. Man ſieht leicht ein, daß man bei einem dergleichen Verfahren raſche und ſichere Fortſchritte in der Veredlung der Schäfereien machen müſſe, auch kann man dabei leicht die oder jene Wollart in einer Heerde conſtant machen. Denn es iſt angenehm überraſchend, wie bildſam die Na⸗ tur hierin iſt. Uiberwindet man nur die Schwankungen von zwei bis drei Generationen: ſo hat man gewonnen, und man darf dann nur ſtandhaft auf der betretenen Bahn fortgehen, ſo gelangt man auf die erfreulichſte Weiſe an's vorgeſteckte Ziel. Wie bildſam aber für die Leitung des Menſchen die Sache ſey, beweiſt ſich am beſten dadurch, daß beſonders die Widder gewöhnlich ihre guten und ſchlechten Eigen⸗ ſchaften auf ihre Nachkommen augenſcheinlich forterben. Man dalr man feft die zuchtt ben. Er ſehr rauh Weiſe au et auf de Keule die Sac Fehler f da ſind, Vließes mer derg fortbrauc ganze V der Nat neration ſo verda Pflanzer ten Ind den Feh⸗ zu, wie R leuchtet tadelloſ Streng Man ka linge ein man Au⸗ ückten Aum⸗ wenn man Thiere ſich jſeln. Den ürner, wenn ie behandelt uigkeit voll⸗ iſtet zu füh⸗ den Schaf⸗ ſcherheit für nn er auch edlen Fort⸗ zieden höch⸗ dergleichen Veredlung dabei leicht nt machen. am die Na⸗ wankungen gewonnen, tenen Bahn Weiſe an' Nenſchen die ß beſonders hten Eigen⸗ forterben. 15 Man darf nur eine Heerde genau durchſehen, ſo wird man faſt mit Gewißheit beſtimmen können, welche Fehler die Zuchtthiere, beſonders aber die männlichen, gehabt ha⸗ ben. So erbt z. B. ein Widder, der über dem Nacken ſehr rauhe Wolle hat, dieſe Eigenſchaft in auffallender Weiſe auf ſeine Nachkömmlinge fort, desgleichen, wenn er auf dem Widerriſt(Vorderbug) zwirnige, oder an der Keule(Lende) grobe und haarige Wolle hat. Was aber die Sache noch ſchlimmer macht, das iſt das, daß dieſe Fehler faſt jederzeit bei den Nachkommen in höherm Grade da ſind, als bei den Eltern. Die tadelhaften Stellen des Vließes nehmen in dem Grade zu, daß, wenn man im⸗ mer dergleichen mangelhafte Zuchtthiere bei der Züchtung fortbraucht, der Fehler nach einigen Generationen das ganze Vließ einnimmt. Gibt es auch unter der Menge der Nachkommen einzelne Thiere, die in der erſten Ge⸗ neration den Fehler noch nicht geerbt zu haben ſcheinen: ſo verdanken ſie dies gewöhnlich ihrer fehlerfreien Mutter. Pflanzen ſich aber ſolche Ausnahmen ferner mit tadelhaf⸗ ten Individuen fort, ſo nimmt ihre Nachkommenſchaft den Fehler auch an, und er nimmt dann in dem Grade zu, wie bei den übrigen. Nach dieſen durch Erfahrung beſtätigten Thatſachen leuchtet es recht deutlich ein, welchen hohen Werth ganz tadelloſe, durch mehrere Generationen mit Intelligenz und Strenge gezüchtete Thiere, beſonders Widder, haben. Man kann unbedingt annehmen, daß alle deren Nachkömm⸗ linge ein Drittel mehr werth ſind, als die von ſolchen, denen man Ausſtellungen machen kann. Berechnet man ſich dies 16 auf die Menge der Mutterſchafe, die man einem Widder zu⸗ gibt, und bedenkt man dabei die Folgen für die künfti⸗ gen Generationen: ſo iſt auch der höchſte Preis für ein dergleichen vollendetes Thier immer noch ſehr mäßig ge⸗ gen jeden auch noch ſo geringen, den man für ein fehler⸗ haftes Thier zahlt. Nur diejenigen, welche mit der Sache nicht hinläng⸗ lich vertraut ſind, und die noch nicht Erfahrung genug dar⸗ über haben, wie viel höher die Schur von einer ſehr ausgeglichenen Heerde vor einer minder ausgeglichenen ſtehe, können mir hier eine Uibertreibung vorwerfen. Fragen wir aber, ob es ſchon viele Heerden gebe, die jenen hohen Grad von Ausgeglichenheit haben: ſo möchte wohl die Antwort dahin lauten, daß man noch gar ſehr darnach ſuchen muß. Dem rationellen Schafzüchter aber, dem ſein Fach wichtig genug iſt, eine Art Studium damit zu verbinden, und der es dann auch mit beſonderer Vorliebe betreibt, iſt in einer ſolchen völlig ausgeglichenen Heerde, die nur Wolle von der höchſten Qualität, mit Ausnahme weniger Parthien trägt, das Ziel ſeines Stre⸗ bens geſteckt. Zu erreichen muß es ſeyn, da es in vor⸗ züglichen Heerden immer mehrere Exemplare gibt, die dieſen Normal⸗Typus tragen.— Je weiter aber die Schafzucht durch unermüdeten Eifer ſachverſtändiger Män⸗ ner in ihrer Vollkommenheit vorrückt, deſto geſicherter wird ihr jederzeit der Abſatz ihres Productes ſeyn.— Denn je edler dasſelbe wird, zu deſto mehr Fabrikaten eignet es ſich, und man wird dann immer wieder neue Arten von Zeugen verfertigen, die zuletzt der Seide den Nang ablaufen von Zeu di it abe gemeinh das iſt! meine d de Jo man de langen deß ſehr Frankre Herr T Vaterle insbeſo⸗ der Na werden, Darum Tributs Neuigke Plan, ganzen nur im neau Nation den tief iſiſche Ganer Widder zu⸗ die künfti⸗ eis für ein mäßig ge⸗ ein fehler⸗ t hinläng⸗ genug dar⸗ einer ſehr geglichenen verfen. rden gebe, haben: ſo mn noch gar hhafzüchter t Studium beſonderer geglichenen alität, mit ines Stre⸗ es in vor⸗ gibt, die raber die diger Män⸗ herter witd — Denn neignet es Arten von den RNang 17 ablaufen werden. Ohnehin ſind deren ſchon ſo vielerlei, daß man in frühern Zeiten kaum eine Ahndung davon hatte. Man nehme nur die Shawls und eine Menge von Zeugen zu den Bekleidungen der Frauen. Dieſe Weiſe, die Schafzucht ſo rationell zu betreiben, iſt aber bis jetzt faſt nur in Deutſchland zu einiger All⸗ gemeinheit gelangt. Was in Frankreich dieſer Art geſchieht, das iſt nur ein Stern in dunkler Nacht zu nennen. Ich meine die Schafzucht der Herren Girod und Perault de Jotems, ſo wie des Herrn Terneaur. Ehe man dort zu der Allgemeinheit, wie in Deutſchland ge⸗ langen wird, da kann dieſes in ſeinen Fortſchritten unter⸗ deß ſehr weit vorgerückt ſeyn. Zwar gibt man ſich in Frankreich alle Mühe, und die Manufakturiſten, beſonders Herr Terneaur, fühlen däs Drückende ſowohl für ihr Vaterland im Allgemeinen als für ihre Manufakturen insbeſondere, welches darin liegt, daß ſie in dieſem Zweige der National⸗Induſtrie ſo ſehr vom Auslande überboten werden, und deshalb auch ſo abhängig von demſelben ſind. Darum bieten ſie auch alle Kräfte auf, um dieſes läſtigen Tributs los zu werden. Ich habe in den Oekonomiſchen Neuigkeiten und Verhandlungen(Prag bei Calve) den Plan, den man zu dieſem Ende entworfen hat, in ſeiner ganzen Ausdehnung mitgetheilt, und führe ihn daher hier nur im Auszuge an. Dieſer Plan geht von Herrn Ter⸗ neaux, einem der wichtigſten Männer für die franzöſiſche National⸗Induſtrie, aus.— Zuerſt macht derſelbe auf den tiefen Standpunkt aufmerkſam, auf welchem die fran⸗ zöſiſche Schafzucht noch ſteht. Er ſcheint aus ziemlich Ersner's Uiberſ. d. europ. Schafz. II. Bd. B 18 ſichern und offiziellen Quellen geſchöpft zu haben, weshalb auch ſeine Angaben ſehr wichtig ſind und allen Glauben verdienen. Nach dieſen Angaben zählt Frankreich gegenwärtig 29/5 04,000 Schafe. Von dieſen ſind aber nur 4000 in die höchſte Klaſſe, d. i. in diejenige zu ſtellen, die Elec⸗ toralwolle trägt. Selbſt von dieſen ſagt Herr Terneaur ganz beſcheiden, daß ihre Wolle der Electoral⸗Wolle ähnlich ſey. Sachſen producire, wie er zugibt, 150 bis 160,000 Kilogramme dieſer Wolle im Schweiße, was, 24 Kilogramm auf das Stück gerechnet, eine Zahl von 60— 64000 Schafen erfordert, und ſomit fünfzehn bis ſechszehnmal ſo viel beträgt, als was ganz Frankreich da⸗ von producirt. Welch' günſtiges Verhältniß für Sachſen. Während dieſes nicht viel über 13 Million Einwohner zählt, erzeugt es ſechzehnmal ſo viel hochedle Wolle, als Frank⸗ reich, das 30 Millionen, d. i. zwanzigmal ſoviel Einwohner hat als Sachſen. Welch' Uibergewicht für den Activhandel Sachſens in dieſem Zweige!— Sollte Frankreich mit die⸗ ſem Lande in der Urproduction der Wolle auf gleicher Stufe ſtehen: ſo müßte es, wenn wir das Verhältniß der Einwohnerzahl annehmen, zwanzigmal ſoviel Schafe mit Electoralwolle haben als Sachſen, und es müßte deren daher im Ganzen 17200,0oo zählen. Es iſt nicht unin⸗ tereſſant, den Geldwerth, der ihm, verglichen mit jenem Lande, in der Urproduction der Wolle entgeht, hier nach⸗ zuweiſen. Zuerſt verliert es ſchon an der erſten Klaſſe ſei⸗ ner eigentlichen Merinos, die 160,000 Stück beträgt, die Summe von 1/440,000 Franken, weil nämlich jedes Pließ! anſtatt neaut wit ferr die 340 koſtet 9 Electore 5 40, die 40 eingere Zahl g. von der 1 400, g Fran Elector Franke Frankre ſteht, b gar kei Landſch man in dort no Fünſtel ſind 1 jährlich z6 kr. mehr h deſtens jährlich n, weshalb n Glauben genwärtig r4000 in die Elec⸗ Lerneaur ral⸗Wolle gibt, 150 veiße, was, eZahl von inßehn bis nkreich da⸗ tSachſen. hner zählt, als Frank⸗ Einwohner ctivhandel ich mit die⸗ gleicher hältniß der Schafe mit nüßte deren nicht unin⸗ mit jenem hier nach⸗ n Alaſſ ſei⸗ beträgt, die mlich jedes 19 Vließ von dieſen nur den Werth von 11 Franken hat, anſtatt daß es von den Electoralſchafen nach Herrn Ter⸗ neaur Beſtimmung 20 Franken werth wäre. Nun müſſen wir ferner die zweite Klaſſe der franzöſiſchen Merinos, die 340,000 Stück beträgt, annehmen. Jedes ihrer Vließe koſtet 9 Franken, folglich 11 Franken weniger als die der Electorals, und Frankreich gewänne, wären ſie dieſes, 5/740,000 Franken. Jetzt hätte es deren aber 504,000, die 4000 vorhandenen wirklichen Electorals nämlich mit eingerechnet, und wir müſſen, um die verhältnißmäßige Zahl gegen Sachſen herauszubringen, noch 696, 00 Stück von der dritten Klaſſe berechnen. Deren zählt Frankreich 1/400,000, und der Werth jeden Vließes derſelben iſt g Franken, alſo 12 Franken weniger, als der von den Electorals. Dies beträgt hier die Summe von 3/352,000 Franken. Der ganze Nachtheil, in welchem daher Frankreich zu Sachſen in der Zucht hochveredelter Schafe ſteht, beträgt 15/552,000 Franken. Dabei iſt aber noch gar keine Rückſicht auf die große Maſſe von gemeinen Landſchafen genommen, die Frankreich noch hat, und die man in Sachſen faſt gar nicht mehr trifft. Sie betragen dort noch die ungeheuere Zahl von 247000,000, d. i. vier Fünftel des ganzen Schafſtandes. Von dieſen 24/000,000 ſind 10000,000 ganz ſchlecht, und zwar ſo, daß ihre jährliche Schur nur 1 Franken 65 Centimen(ungefähr 56 kr. C. M.) werth iſt. Da Sachſen dergleichen gar nicht mehr hat, und die geringſte Schaf⸗Klaſſe dort doch min⸗ deſtens 1 fl. C. M. oder 22 Franken durch ſeine Wolle jährlich einträgt: ſo würde Frankreich, ſtände es mit ſei⸗ B 2 20 ner letzten Klaſſe auch nur auf dieſer Stufe, für die 1⁰⁄000,000 Schafe jährlich noch über 9 000,000 Franken mehr einnehmen. Trägen wir dieſen Vergleich noch auf die übrigen Mittelklaſſen über: ſo würden wir über 3⁰%000,000 Franken herausbringen, die der Ackerbau in Frankreich jährlich mehr gewinnen würde, wenn die fran⸗ zöſiſche Schafzucht in Menge und Güte auf gleicher Stufe mit der ſächſiſchen ſtände. Da nun dieſe ganze Rechnung gar nicht beſonders zu Gunſten Sachſens geſtellt iſt: ſo leuchtet ein, welch' wichtiger Zweig des National⸗Erwerbs in dieſem Lande die Schafzucht iſt. Freilich kann man dies nicht von ganz Deutſchland in gleichem Grade rühmen; jedoch ſtehen die Mark⸗Bran⸗ denburg, Schleſien und Mähren nicht gar weit hinter Sach⸗ ſen, und man kann ſonach behaupten, daß Deutſchland einen Vorſprung von mehreren Jahrzehenden vor Frank⸗ reich voraus habe. Wie es aber um Spanien mit der Schafzucht in Vergleich mit Deutſchland ſtehe, das wird am beſten dar⸗ aus klar, daß nach den Angaben des Herrn Terneaur die Leoneſer(die immer die beſte ſpaniſche geweſen iſt) mit der dritten Sorte der franzöſiſchen Merinowolle über⸗ einſtimmt. Dagegen erreicht die Segovianer, Sorianer und Eſtremadurer nur die vierte Sorte der franzöſiſchen, und mit der fünften Sorte ſtellt ſich erſt die Andaluſier, die von der Sierra Morena und die von Portugal gleich. So groß nun auch die Rückſchritte ſeyn mögen, welche die ſpaniſche Schafzucht, beſonders in den letzten beiden zöſſchen gerorden in Frankre Wollte me chung der wärtigen Um mehrere Schaßuc ans Ausle den, hat faſt nicht Es welche h berzähli ſchafe an edlung n Bedingu abzugebe⸗ ihren W neun Jal zurückge Nachkon und der ger Sach zugebend , für die do Franken Hnoch auf wir über ſckerbau in die fran⸗ cher Stufe beſonders ein, welch' eſem Lande eeuutſchland ark⸗Bran⸗ nter Sach⸗ deutſchland vor Frank⸗ afzucht in eſteen dar⸗ erneaur wweſen iſt) wolle über⸗ „Sorianer anzöſiſchen, Andaluſier, ugal gleic gen, welche ten beiden 21 Jahrzehnden gemacht hat: ſo iſt es doch faſt als unmög⸗ lich zu betrachten, daß dieſe ſo weit gehen ſollten, daß nunmehr die beſte daſige Sorte erſt mit der dritten fran⸗ zöſiſchen und mit der vierten deutſchen übereinſtimmend geworden ſeyn kann, wenn nicht zugleich die Schafzucht in Frankreich und Deutſchland eben ſo vorgeſchritten wäre. Wollte man dies auch beſtreiten: ſo könnte eine Verglei⸗ chung der Wollenzeuge aus der frühern Zeit mit der gegen⸗ wärtigen den beſten Beweis für die Sache liefern. Um nun in Frankreich, wie ſchon bemerkt, durch mehrere und allgemeinere Fortſchritte in der Veredlung der Schafzucht, des läſtigen Tributs, den man alljährlich noch ans Ausland für feine Wolle zu zahlen hat, los zu wer⸗ den, hat man einen Plan entworfen, an deſſen Gelingen faſt nicht zu zweifeln iſt. Es wollen ſich nämlich alle diejenigen Eigenthümer, welche hochedle Schafheerden beſitzen, vereinigen, und ihre überzähligen Widder, ſo wie auch einen Theil Mutter⸗ ſchafe an ſolche Schafheerdenbeſitzer geben, die in der Ver⸗ edlung noch wenig oder gar nichts gethan haben. Die Bedingungen dabei ſollen ungefähr folgende ſeyn. Die abzugebenden Thiere werden von einer Commiſſion nach ihrem Werthe beurtheilt, und müſſen nach Verlauf von neun Jahren ganz in derſelben Güte von den Empfängern zurückgegeben werden. Zu dem Ende darf dieſer von den Nachkommen der ihm übergebenen Merinos keine verkaufen, und der Director des Vereins wählt mit Zuziehung eini⸗ ger Sachverſtändigen die an den erſten Ausſteller zurück⸗ zugebenden Thiere aus. Um genau zu wiſſen, von wel⸗ 23 cher Qualität die Thiere waren, welche der Empfänger zur Veredlung ſeiner Heerde empfangen hat, werden vor Uibergabe derſelben Wollproben von mehreren Theilen des Körpers der gedachten Schafe genommen und dieſe ſorg⸗ fältig aufbewahrt, um ſie als Maßſtab zur Beurtheilung der zurückzugebenden Thiere zu haben. Der Empfänger gibt als Zinſen während der neun Jahre alljährlich die Vließe der erhaltenen Schafe ab. An die Stelle deren, welche während dieſer Zeit ſterben, wer⸗ den andere von den Nachkommen geſtellt, die ſoviel als möglich von gleicher Wollgüte mit den abgegangenen ſind: ſo daß alſo dem Verein für die Dauer der neun Jahre ſtets die Quantität und Qualität des Wolle⸗Ertrags ge⸗ ſichert bleibt. Fremde Widder auf die erhaltenen Merinoſchafe zu brauchen, wird unter keiner Bedingung nachgegeben. Was der Empfänger von den erhaltenen Merinos durch Zufälle, mit Ausnahme von höherer Gewalt, ver⸗ liert, darüber muß er ſich gehörig ausweiſen, und er hat ſodann die Hälfte des Verluſtes zu tragen. Bei der Be⸗ rechnung wird jeder Widder zu 90 Franken, und jedes Mutterſchaf zu 45 Franken angenommen. Der Director des Vereins bereiſet zuweilen die Schä⸗ fereien, wohin Merinos gegeben worden ſind, auch wer⸗ den an ihm die Wollpließe jährlich abgeliefert. Alle entſtehenden Streitigkeiten werden durch Schieds⸗ richter, die von beiden Theilen gewählt werden, ausgegli⸗ chen, und es findet weiter kein Berufen auf irgend eine andere Gerichtsbarkeit ſtatt. Dit NMan keit inden un die it iſ vahl; ſch eines jene. Der und de maßen kennen. daran 2 nur eine den an ein Che haft ur Wichtig welche! gen. Je ohne Ve die Zinſ ſeckende E iſ gibt an eine h ſteigt gewinn der bac bei den Empfinger verden vor heilen des dieſe ſorg⸗ urtheilung der neun afe ab. An erben, wer⸗ j ſoviel als genen ſind: eun Jahre ertrags ge⸗ noſchafe zu egeben. n Merinos walt, ver⸗ und er hat i der Be⸗ und jedes n die Schä⸗ auch wer⸗ rch Schiedẽ⸗ n, ausgegli⸗ irgend eine 25 Dies ſind die ungefähren Statuten dieſes Vereins. Man wird bei dieſer Veranſtaltung einige Aehnlich⸗ keit finden mit der, welche Napoleon im Jahre 1811 traf, und die im erſten Bande Seite 21 angeführt iſt. Jedoch iſt wohl ziemlich ſicher anzunehmen, daß die gegenwärtige ſich eines günſtigern Erfolgs zu erfreuen haben wird, als jene. Denn einmal wird ſie mehr ein Privat⸗Inſtitut, und die dabei Betheiligten können, wenn ſie nur einiger⸗ maßen die Augen öffnen, ihren Vortheil gar nicht ver⸗ kennen. Zweitens iſt aber auch die Sache denen, welche daran Theil nehmen wollen, ſo leicht gemacht, daß es nur einer geringen Liebe zur Sache bedarf, um mit Freu⸗ den an dieſer Veranſtaltung Theil zu nehmen. Es iſt ein Cheptel⸗Vertrag, der für beide Theile höchſt vortheil⸗ haft und für das Intereſſe des Landes von der höchſten Wichtigkeit iſt. Weniger gewinnen aber dabei diejenigen, welche die Merinos abgeben, als die, welche ſie empfan⸗ gen. Jedoch iſt auch für erſtere die Sache inſofern nicht ohne Vortheil, als ſie, ohne weitere Mühe und Koſten, die Zinſen von dem in ihren edlen überzähligen Schafen ſteckenden Grundkapital ſicher und hoch herausbringen. Es iſt eine Art von Actiengeſellſchaft. Jeder Actionär gibt anſtatt baaren Geldes Schafe, und erhält von dieſen eine höhere oder niedere Rente, je nachdem der Wollpreis ſteigt oder fällt. Am wenigſten würde freilich derjenige gewinnen, der ſeine überzähligen edlen Schafe und Wid⸗ der baar verkaufen könnte. Da dies jedoch in Frankreich bei dem noch mangelnden Sinne für höhere Veredlung 24 der Schäfereien ſehr ſchwierig iſt: ſo bleiben faſt Jedem dergleichen Thiere unverkauſt ſtehen, und er iſt am En⸗ de genöthigt, ſie an den Schlächter zu verkaufen. Inſofern nun durch den hier gegebenen Plan für die franzöſiſche veredelte Schafzucht große Vortheile zu er⸗ warten ſind, muß ich hier noch anführen, ob und was von dieſer Art in Deutſchland geſchieht. Hier hat man freilich bis jetzt noch nicht gerade nöthig gehabt, edle Schafe, aus Mangel an Abſatz zur Zucht, an den Schlächter zu verkaufen: weil noch immer der Sinn und Eifer für höhere Veredlung der Schäfereien fo rege geweſen iſt, daß man alles aufbot, ſich deren anzuſchaffen, und daß in anerkannt guten Heerden die Nachfrage ſtets ſo ſtark war, daß ſie kaum befriedigt werden konnte. Wie hoch der Preis derfelben war, und im Allgemeinen noch jetzt iſt, werde ich weiter unten angeben. Da es jedoch eines nicht geringen Kapitals bedarf, um einen nur einiger⸗ maßen nicht unbedeutenden Stamm edler Schafe anzu⸗ ſchaffen, und da es gar zu lange Zeit erfordert, aus ei⸗ nem kleinen Stämmchen ſich allmählig eine Heerde zu bil⸗ den: ſo findet man es hie und da bequemer, ähnliche Cheptel⸗ Verträge gegen gewiſſe Antheile zu errichten. Hierbei hat man denn noch die zweite ſehr gültige Nebenabſicht, näm⸗ lich ſich der Intelligenz und Erfahrung deſſen zu bedienen, mit dem man dergleichen Verträge ſchließt. Ich ſelbſt bin dergleichen eingegangen, und will hier im Allgemeinen die Ideen eines ſolchen Vertrages angeben. Der Empfänger der Schafe übernimmt dieſelben nach einer gewiſſen Tax:, und zahlt dieſe dem Abgeber zur Hälfte, m thumzuect det Engüt gleichen T) der uf dre run vothau Nachzucht Empfänge ein jeder gegenſeiti Der Abge dee Schäf ſo wie die de die Sch Empfänge Anlag⸗ anzuſchaff woraus e mit zu be ges in der gekauft ho lih geſich Erhaltun N abgeſchlo bezahlt, ſie mögen daß er hi beſtimmte faſt Jedem iſt am En⸗ fen. lan für die ile zu er⸗ d was von tade nöthig t Jucht, an r der Sinn ien ſo rege zuſchaffen, frage ſtets nnte. Wie einen noch da es jedoch tur einiger⸗ hafe anzu⸗ t, aus ei⸗ nde zu bil⸗ e Cheptel⸗ dietbei hat ſicht, näm⸗ bedienen, hſelbſt bin Ulggemeinen ſelben nach hgeber zut 25 Hälfte, wodurch ſie zuſammen jeder in das halbe Eigen⸗ thumsrecht treten. Die Unterhaltung an Futter beſorgt der Empfänger, dagegen werden alle übrigen Koſten zu gleichen Theilen getragen. Nach Ablauf des Vertrages, der auf drei Jahre geſchloſſen iſt, gehört ein Drittel der nun vorhandenen Heerde, wozu, wie natürlich, die ganze Nachzucht gehört, dem Abgeber und zwei Drittel dem Empfänger. Eine neue Einigung kann beſtimmen, ob ein jeder ſeinen Theil in natura nimmt, oder ob ſie ſich gegenſeitig über deſſen Werth berechnen und vergleichen. Der Abgeber hat aber während der Dauer des Vertrages die Schäferei zu leiten, deren Fütterung und Haltung, ſo wie die ganze Züchtung anzuordnen, und zu dem En⸗ de die Schäferei alljährlich mehreremale zu inſpiciren. Der Empfänger hat dabei den Vortheil, mit einem geringen Anlag⸗Kapitale im Anfange ſich eine edle Schafheerde anzuſchaffen, und dann durch das Renommee der Schäferei, woraus er dieſe bezog, auch das ſeiner neu angelegten mit zu begründen. Uiberdies iſt er wegen des Rückgan⸗ ges in der guten Qualität, den ſo viele, die edle Schafe gekauft haben, zu ihrem größten Nachtheile erfuhren, ziem— lich geſichert, da es Sache des Abgebers iſt, über deren Erhaltung und Zunahme zu wachen. Denn ähnliche Verträge hat man auch in der Art abgeſchloſſen, daß der Empfänger im Anfange gar nichts bezahlt, daß er aber dagegen alle Koſten der Unterhaltung, ſie mögen Namen haben wie ſie wollen, zu tragen hat; daß er hinwiederum die Wolle von dem Abgeber für einen beſtimmten Preis als ſein Eigenthum bezahlt bekommt, 26 wofür er denn aber auch allen Zuwachs in der Heerde nach einem ziemlich hohen Werthe dieſem abkaufen muß, und daß dieſer endlich ſeinen anfangs abgegebenen Stamm ſich aus der Nachzucht nach eigener Auswahl erſetzt, und nach Ablauf des Vertrags vollzählig zurücknimmt. Der Em⸗ pfänger hat alſo für ſeine ganze Unterhaltung nichts als die Wolle während der Zeit des Vertrages. Dagegen wird er faſt jederzeit die Nachzucht theurer bezahlen müſſen als ihr wahrer Werth iſt, weil der Abgeber das beſte aus derſelben für ſeinen Stamm auswählt.— Wer nun ſich jemals in ſeiner Schäferei eine genaue Rechnung gemacht hat, der wird gefunden haben, daß, wenn er von der Nach⸗ zucht gar nichts hatte, die Wolle immer einen guten Preis haben mußte, wenn er für alle Unterhaltungskoſten da⸗ durch entſchädigt ſeyn ſollte.— Die Sache iſt durch Er— ſparung des erſten Anlage⸗Kapitals ſcheinbar erleichtert, wird aber durch den alljährlichen Ankauf des Uiberſchuſſes für einen feſten hohen Preis in der Folge unendlich er⸗ ſchwert. Um es recht anſchaulich zu machen, für wen die⸗ ſer Vertrag am vortheilhafteſten iſt, darf man nur berech⸗ nen, was dem Abgeber z. B. ein Stamm von 100 Stück in fünf Jahren bringen muß. Da er ihn nach Ablauf dieſer Zeit vollzählig und zwar, indem er aus der Nach⸗ ucht immer das beſte für ſich wählt, in weit beſſerer Qua⸗ lität und ſomit in viel höherem Werthe zurück nimmt: ſo ſind ihm ſeine landüblichen Zinſen ſchon faſt damit ge⸗ deckt. Nun kommt ihm aber alles durch die Nachzucht überzählig werdende Vieh zu Gute. Nehmen wir hier einen Preis nur von 12 fl.(ob er gleich höher ſeyn ſoll) an, und rechnen vi Stük iler eine binna 3600 f. b und er hat ds er füt nicht viel; lchen,jau de gering Dag die Jahl tritt, auc genießen. Wen beträgt a ſein Kap Heerde, Drittel de legekapita lich z. B. 9oo fl. a 100 Stü Stück ve verpflegte Stück, d dem die an der 2 terhaltun Theile d Heerde nach n muß, und Stamm ſih zt, und nach Der Em⸗ g nichts als dagegen wird hlen müſſen das beſte aus Cer nun ſich ung gemacht on der Nach⸗ guten Preis gkoſten da⸗ ſt durch Er⸗ m erleichtert, Uiberſchuſſes nendlich er⸗ ür wen die⸗ nur berech⸗ 100 Stück nach Ablauf s der Nach⸗ eſſerer Qua⸗ rück nimmt: aſt damitge⸗ die Nhzucht vir hier einen oll) an, und 27 rechnen wir, daß in dieſen fünf Jahren jährlich nur 60 Stück überzählig geworden ſind: ſo gibt dies des Jahres eine Einnahme von 720 fl. und in allen fünf Jahren 360o fl. Dagegen bleibt für den Empfänger faſt nichts, und er hat von Glück zu ſagen, wenn er für das Vieh, das er für einen feſten Preis zu kaufen gezwungen iſt, nicht viel zu viel hat bezahlen müſſen. Statt des mög⸗ lichen, ja wahrſcheinlichen Verluſtes hat er ſonach auch nicht die geringſte Ausſicht auf einen Vortheil. Dagegen hat derſelbe im erſten Falle, wo er durch die Zahlung des halben Werthes in's halbe Eigenthum tritt, auch die halbe Nutzung von allen Erträgniſſen zu genießen. Wenn nun ſchon der Werth der Wolle doppelt ſoviel beträgt als der von ſeiner einheimiſchen Heerde: ſo iſt) ſein Kapital ſchon verzinſet, und der größere Theil der Heerde, der ihm bei Ablauf des Vertrages durch die zwei Drittel des ganzen Beſtandes zufällt, erſetzt ihm ſein An⸗ legekapital weit mehr als das Doppelte. Wenn er näm⸗ lich z. B. auf 100 Stück pr. Kopf g fl., in summa alſo 90o fl. als halben Werth gezahlt hat, und wenn dieſe z00 Stück nach Ablauf von drei Jahren ſich auf 300 Stück vermehrt haben, was bei einer geſunden und gut verpflegten Heerde gar nicht viel iſt: ſo bleiben ihm 200 Stück, die ihm nun nicht mehr als 900 fl. koſten, in⸗ dem die Zinſen des Anlagekapitals durch ſeinen Antheil an der Wolle um ſo mehr herauskommen, als er zur Un⸗ terhaltung der Heerde außer dem Futter, das ihm zum Theile durch den Dünger wieder vergütet wird, nur die 9 28 Hälfte zu allen Koſten beizutragen hätte. Genießt nun gleich der Empfänger im zweiten Falle den Ertrag der gan⸗ zen Wolle: ſo fielen ihm auch ſämmtliche Unkoſten allein zu, und ſeine reine Einnahme wird ſonach wenig mehr betragen, als bei dem im erſten Vertrage. Dieſem koſtet aber nach Ablauf desſelben das Stück 4 ³ fl., alſo nicht viel über das Drittel des zweiten. Wohl zu bedenken iſt aber, daß die ihm zufallenden Schafe den Durchſchnitt des Ganzen bilden, während beim zweiten Vertrage ſtets das Beſſere für den beſtehenden Stamm des Abgebers ausgewähkt worden iſt, wodurch denn der Werth des Zu⸗ rückbleibenden ungemein herabgeſetzt wird. Da dieſe Vekträge erſt einen Anfang dieſer Art in Deutſchland bilden: ſo habe ich es für wichtig genug ge⸗ halten, ſie hier genauer anzuführen, weil ſie vielleicht für die Folge eine weitere Ausdehnung und größere Bedeuten⸗ heit erlangen könnten. Dies iſt ſogar zu wünſchen, weil der weiter fortgehenden Veredlung der Schafzucht ſowohl als auch ganz beſonders der größern Verbreitung derſelben dadurch ganz beſonders Vorſchub geleiſtet werden könnte. Ich fand es auch um ſo mehr der Mühe werth, ſie hier anzuführen, als wir in Deuſchland dadurch ein ſtetes Ge— gengewicht gegen ähnliche Veranſtaltungen in Frankreich anlegen könnten. In andern Ländern außer Frankreich und Deutſch⸗ land ſind ähnliche Verträge noch nicht im Gange. Denn das Ausleihen von vorzüglichen und berühmten Widdern in England für übertrieben hohe Sprunggelder läßt ſich mit dieſen wohl nicht vergleichen. Wenn ich aber von dieſem Au bemerkt z ſie üra) berechnen! woligen E iigkeit, in ſeht. We ten Vorzi Wder wenn gl Schaßüt kunft feſ hen um ne höhere wolligen Länge u ſchätzens ſohe Fein ſen Grade tung zu Ind Sthafen Eigenſche ſelbſt di mit aͤhn D 2 ſteht in artigen atigkeit Genießt nun trag der gan⸗ koſten alein wenig mehr dieſem koſtet alſo nicht zu bedenken Durchſchnitt erttage ſtets es Abgebers erth des Zu⸗ leſer Art in ggenug ge⸗ vieheicht für re Bedeuten⸗ inſchen, weil ucht ſowohl no derſelben den könnte. th, ſie hier. in ſtetes Ge⸗ Frankreich nd Deutſch⸗ ange. Denn ten Wuͤdern der lißt ſic ich aber von 29 dieſem Ausleihen ſpreche: ſo verdient dabei wenigſtens das bemerkt zu werden, daß die engliſchen Landwirthe im Gei⸗ ſte ihrer Nation ſehr wohl Aufopferung und Gewinn zu berechnen verſtehen. Denn es iſt bei ausgezeichneten lang⸗ wolligen Schafen eben ſo wie bei Merinos von hoher Wich⸗ tigkeit, in wie weit man deren Vorzüge zu erhöhen ver⸗ ſteht. Wenn man dies nun durch einen Widder von eminen⸗ ten Vorzügen am beſten erreichen kann, und wenn dieſer Widder für keinen Preis zu kaufen, wohl aber für einen, wenn gleich hohen, zu miethen iſt: ſo wird jeder rationelle Schafzüchter, der ſeinen wahren Vortheil auch für die Zu⸗ kunft feſt im Auge hat, gewiß gern die Auſopferung ma⸗ chen, um durch ein dergleichen Thier ſeine Heerde in ei⸗ ne höhere Wollqualität zu verſetzen. Bei jenen, den lang⸗ wolligen Schafen, iſt es aber der regelmäßige Wuchs, die Länge und der Seidenglanz der Wolle, die ſie vorzugsweiſe ſchätzenswerth macht; ſo wie es bei der Merinowolle die hohe Feinheit und Sanftheit, verbunden mit einem gewiſ⸗ ſen Grade von Blähkraft(ich ſage abſichtlich, um Mißdeu⸗ tung zu vermeiden, nicht Elaſticität) iſt. Indem ich nun von den langwolligen engliſchen Schafen ſpreche, und deren gute und wünſchenswerthe Eigenſchaften anführen will, werden ſich daran, wie von ſelbſt die däniſchen, polniſchen und ungariſchen Schafe mit ähnlicher Wolle anſchließen. Das Eigenthümliche der engliſchen Kämmwolle be⸗ ſteht in der Gleichmäßigkeit der Länge und dem ſeiden⸗ artigen Glanze der Wolle. Die Gleichmäßigkeit oder Gleich⸗ artigkeit des Wuchſes iſt die Eigenſchaft, nach welcher die 2 — 59⁰ Wollhaare unter einander gleiche Länge und Feinheit haben. In je vollkommenerem Grade dieſe Eigenſchaft in der Kämmwolle ſich befindet, deſto vorzüglicher iſt ſie. In England begünſtigt das feuchte Klima dieſen günſtigen Wuchs, obgleich zur Hervorbringung desſelben erſt eine gewiſſe Race⸗Eigenthümlichkeit da ſeyn muß. Gerade das iſt es, was beſonders den polniſchen und ungari⸗ ſchen Zackelſchafen fehlt. Bei ihnen iſt zwiſchen der langen und langhaarigen Wolle noch ein filziger Flaum, der dieſe Wolle verbindet und ihre Scheidung(das Kämmen) ſo⸗ wohl, als das Legen in kleine glatte Stränchen erſchwert und faſt unmöglich macht. Gerade dieſe nachtheilige Eigen⸗ ſchaft aber iſt es, die ſie zur Kämmwolle untauglich macht. Wenn man nun von dieſen Zackelſchafen zu glauben geneigt iſt, ſie würden bei einiger Sorgfalt in der Haltung leicht ein Product liefern, was der engliſchen Kämmwolle an Güte ſehr nahe käme: ſo dürfte man wohl, aus Mangel an richtiger Einſicht in die Sache, leicht in Irrthum gerathen. Kreuzungen ſolcher Schafe mit entſchieden vorzüglich engli⸗ ſchen Widdern könnten aber wahrſcheinlich, wenn ſie durch mehrere Generationen fortgeſetzt würden, ein günſtiges Reſultat liefern. Ich bin jedoch der Mei— nung, daß es ſchwieriger ſeyn müßte, etwas Vollkom— menes durch dergleichen Kreuzungen zu erzielen, als mit Merinos: weil bei dieſen ſchon ein gleichartiger und geregelter Wollwuchs da iſt, und nur eine Vereinigung der guten Eigenſchaft der Regelmäßigkeit bei beiden ſtatt finden darf, während bei den Zackeln ein vorhandener Fehler herauszuſchaffen iſt. Die däniſchen langwolligen Schafe he die engliſ Geſchned ſcuun u g Pas Schafe in ds iſ th und groß 6 auchi ſamkeit zum Bei In Fran Verſuche, indeß hat zucht nich mit Rec im Anfa ſind aber zungen d als mit! durch den nen. Di einem g. Lebhaftig thum,! faſt eine und es Sie hat und nubi ind Feinheit Eigenſchaft liher iſt ſie en günſtigen en erſt eine ß. Gerade und ungari⸗ der langen aum, der dieſe tämmen) ſo⸗ den erſchwert eilige Eigen⸗ glich macht. aben geneigt ltung leicht mmwole an 5 Mangel an zm gerathen. iglich engli⸗ ‚wenn ſie irden, ein ) der Mei⸗ as Vollkom⸗ en, als mit artiger und Vereinigung beiden ſtatt bothandener lanzwoligen 84 . 5¹ Schafe haben faſt ganz die Qualität ihres Products wie die engliſchen, nur fehlt ihnen etwas an der Länge und Geſchmeidigkeit des Haares. Ihre Wolle wird übrigens ſchon zu glatten Zeugen verarbeitet. Was man in Hinſicht der Züchtung der langwolligen Schafe in neuerer Zeit auf dem Continente verſucht hat, das iſt theils noch zu gering, um ſchon viele Erfahrungen und große Erfolge davon mittheilen zu können; theils iſt es auch immer noch nicht mit der entſchiedenen Aufmerk⸗ ſamkeit und dem Eifer betrieben worden, wie man dies zum Beiſpiel in Deutſchland mit der Merinozucht thut. In Frankreich wendet man zwar große Koſten auf dieſe Verſuche, auch macht man ſchon ziemliche Erfolge bekannt, indeß hat man es dort von jeher mit der ganzen Schaf⸗ zucht nicht ſo gründlich genommen, und man hat daher mit Recht Urſache, gegen Bekanntmachungen von daher im Anfange etwas mißtrauiſch zu ſeyn. Nicht unwichtig ſind aber die Verſuche, welche die Gräfin Caila in Kreu⸗ zungen von nubiſchen Widdern mit engliſchen ſowohl, als mit Landſchafen vornehmen ließ. Ich habe mich ſelbſt durch den Augenſchein von dem Erfolge überzeugen kön⸗ nen. Die Thiere aus dieſer Züchtung verbinden mit einem großen und ſtarken Körperbaue eine ungemeine Lebhaftigkeit. Ihre Wolle hat ein ſehr freudiges Wachs⸗ thum, und ſie erreicht in jedem Monate die Länge von faſt einem Zolle. Ich ſah ſie drei Monat nach der Schur, und es fehlte der Wolle ſehr wenig zu drei Zoll Länge. Sie hat bei den Nachkömmlingen von engliſchen Schafen und nubiſchen Widdern einen beſondern, aber nicht ganz — 5² ſeidenarigen Glanz. Vielmehr ähnelt dieſer dem Scheine von weißem Email. Sie hat das Anſehen, als wäre ſie zwiſchen einer Kerbmaſchine gedrückt worden. Man läßt ſie nicht das ganze Jahr hindurch, ſondern ſchert ſie, wenn ſie 6— 3 Monat alt iſt. Die jährliche Ausbeute ſoll, nach Ausſage des Schäfers, bis zu 4 Kilogramme (3 Pfund) betragen. Sie ward mit 2 Franken das Kilo⸗ gramm bezahlt, und die Nutzung eines ſolchen Schafes iſt demnach ziemlich hoch. Die Manufacturiſten ſollen dieſe Wolle wegen ihres hohen Glanzes ſehr ſchätzen. Da die Sache großes Auſſehen machte: ſo war es nicht zu verwundern, daß man für einen etwas guten Widder von dieſer Race 1000 Franken bezahlte. Weniger voll⸗ kommen ſind, wie natürlich, die Nachkömmlinge von Land⸗ ſchafen. Die Unregelmäßigkeit im Wuchſe der Wolle gibt ihr einen weit geringern Werth als der vorigen. Die rein erhaltenen engliſchen Schafe von der Lei⸗ ceſter- und Diſhley⸗Race entwickeln ihre Wolle auf dem Continente ſo gut und vollkommen, wie in England, in⸗ deß erreicht dieſe nicht ganz die Länge, wie dort, wahr⸗ ſcheinlich wohl darum, weil ihr das feuchte Klima und das überreichliche und ſaftige Futter, welches die Schafe in England haben, fehlt. Eine Vergleichung des Preiſes der engliſchen Kämmwolle und des Ertrages dieſer Schafe, mit dem der Merinos, die ich weiter unten geben werde, wird am beſten beweiſen, ob wir auf dem Continente mehr der Zucht dieſer oder der der langwolligen Schafe nachſtreben ſollen. Schon im erſten Bande habe ich angedeutet, daß unter alln Ribal fir: zwar wiew wolen, Ung ten nicht z Fer jedoch witthſchaft Inteligens Hinderriſ leichter al handlung dieſem Uib die Größe würdigen! ſchon da ſe chen wir, in jenem! gethan, un ner, die ſic her Deutſch man dies 5 mit dieſen dies auch! Landes, ſo kann, ſo g ler Wolle, iſt, ein z topäiſchen? Nagnaten Glzuers uit dem Scheite als wäre ſie . Man läßt ſchert ſie, he Ausbeute Kilogramme en das Kilo⸗ hen Schafes griſten ſollen ſehr ſchätzen. war es nicht uten Widder geniger voll⸗ ge von Land⸗ er Wolle gibt gen. von der Lei⸗ olle auf dem England, in⸗ dort, wahr⸗ Klima und die Schafe des Preiſes zeſer Schafen geben werde/ Continente ligen Staff tdeuttt, daß 53 unter allen europäiſchen Ländern Ungarn der gefährlichſte Rival für Deutſchland in der Schafzucht ſey. Man hat zwar, wiewohl nicht mit zureichendem Grunde, behaupten wollen, Ungarn eigne ſich wegen ſeiner allzu geilen Trif⸗ ten nicht zur Erzeugung einer hochfeinen Merinowolle. Wer jedoch eigene Erfahrung in dieſem Zweige der Land⸗ wirthſchaft gemacht hat, der weiß ſehr wohl, daß die Intelligenz des Dirigenten einer Schäferei wohl größere Hinderniſſe als dieſes überwindet. Zudem iſt ihm auch leichter abzuhelfen als dem Mangel. Eine richtige Be⸗ handlung und Vertheilung ſolcher geilen Triften hilft dieſem Uibel leicht ab. Die Frage iſt demnach, wenn wir die Größe der Gefahr für die deutſche Schafzucht richtig würdigen wollen, ob in Ungarn dieſe nöthige Intelligenz ſchon da ſey, oder erſt erworben werden müſſe. Unterſu⸗ chen wir, was die Literatur uns darüber berichtet: ſo iſt in jenem Lande ſchon ſo viel für die höhere Schafzucht gethan, und es leben dort ſo praktiſch ausgebildete Män⸗ ner, die ſich die Sache angelegen ſeyn laſſen, daß es au⸗ ßer Deutſchland wohl wenige Länder in Europa gibt, wo man dies Fach mit dieſer Vorliebe, mit dieſer Kraft und mit dieſen Vorkenntniſſen betreibt, wie in Ungarn. Gilt dies auch noch nicht von der ganzen Ausdehnung dieſes Landes, ſo iſt doch der Theil, von dem dies geſagt werden kann, ſo groß, daß er eine ſo bedeutende Maſſe von ed⸗ ler Wolle an den Markt bringt, die jetzt ſchon groß genug iſt, ein bedeutendes Gewicht in die Wagſchale des eu⸗ ropäiſchen Wollhandels zu legen. Die Reiſen der dortigen Magnaten in die Reſidenzſtadt Wien, und ihr daſiger Elsner's Uiberſ⸗ d. europ. Schafz. II. Bd. C 54 Aufenthalt macht ſie mit dem Fortgange der deutſchen Schafzucht jederzeit vertraut, und die dortigen alljährli⸗ chen Vieh⸗Ausſtellungen führen ihnen Muſterthiere vor, die ihnen den Typus klar genug zeigen, nach welchem ſie zu ſtreben haben. Das in Ungarn noch in ſeiner ganzen Ausdehnung herrſchende Feudalſyſtem, verbunden mit der Größe der Beſitzungen, geſtattet überdies eine Ausdehnung der Schäfereien, wie ſie in Deutſchland nur wenig, und in den übrigen europäiſchen Ländern, außer Polen und Rußland, gar nicht denkbar ſind. Das Einzige, was dem raſchen Fortgange der veredelten Schafzucht in Ungarn noch hemmend entgegen tritt, iſt die niedere Stufe der Volksausbildung. In dieſem Punkte theilt es gleiches Schickſal mit Polen und Rußland. Die Unwiſſenheit der Unterbeamten in der Landwirthſchaft, die Rohheit und der gänzliche Mangel an allen Kenntniſſen bei den Schäfern, ſind beim Fortgange der edlen Schafzucht weit größere Hinderniſſe als Viele glauben. Mit dieſen Män⸗ geln kämpft auch noch das ſonſt in der Geiſtesbildung ſo hoch ſtehende Frankreich. Ich habe dort Dinge von Schäferei⸗Einrichtungen geſehen und erzählen gehört, die früher meinen Glauben überſtiegen haben würden. Wenn Schäfer aus Dummheit Widder im Werthe von 1000 Fran⸗ ken, die ein wenig aufblähen, abſchlachten, um deren Fleiſch zu retten; wenn ſie andere von gleichem Preiſe auf dem Transporte ſo mit dem Stricke um den Hals an den Wagen befeſtigen, daß ſie ſich erwürgen; wenn ſie Schafe von neuen Racen ganz willkürlich behandeln, und, ohne Anordnung des Herrn, nach eigenem Beliehen ſcheren, wie ein Fal vereins er leiht nid ganye der auch noch witfigkeit alemal er garns zet bei det⸗ züng al Schäfere behandelt kann, daß Was muß, do Wollhan feilen E meht nach das, weg der Wolle man dieſe den einzel ben ſeyn winnen. W ähnliche nichts de tenden A der neuer r deutſchen en alljährli⸗ thiere vor, welchem ſie ner ganzen den mit der lusdehnung nig, und in Polen und ge, was dem in Ungarn Stufe der es gleiches inwiſſenheit die Rohheit iſen bei den zaßucht weit dieſen Män⸗ eiſtesbildung Dinge von gehört, die rden. Wenn 1000 Fran⸗ deren Fleiſch teiſe auf dem Hals an den enn ſie Echafe n, und, ohne ſcern, wie 55 ein Fall in den Bülletins des Pariſer Wollveredlungs⸗ vereins erzählt wird: dann ſind alle andern Mißgriffe leicht möglich und denkbar, und es iſt vom raſchen Fort⸗ gange der Veredlung wenig zu erwarten. Und ſo iſt es auch noch in Ungarn. Hilft auch hier die ſclaviſche Unter⸗ würfigkeit, ſo kann die Knute den Verſtand doch nicht allemal erſetzen. Wolle aus ſonſt guten Schäfereien Un⸗ garns zeigt durch ihre gränzenlos ſchlechte Behandlung bei der Wäſche und Schur, und durch ihre Verunreini⸗ gung aller Art, wie und auf welche Weiſe das ganze Schäfereiweſen betrieben werden müſſe. Einzelne beſſer behandelte Schuren zeigen zwar, daß es anders ſeyn kann, daß es aber noch nicht allgemein gut iſt. Was aber der ungariſchen Schafzucht ſehr aufhelfen muß, das iſt der Ruf ihrer Wolle, den ſie bereits im Wollhandel erlangt hat. Die unverhältnißmäßig wohl⸗ feilen Einkäufe derſelben locken die Wollhändler immer mehr nach derſelben hin, und meiſt werden ſie nur durch das, wegen ſchlechter Behandlung erlangte üble Anſehen der Wolle, von deren Ankaufe zurückgeſchreckt. Kaufte man dieſelbe, wie in Frankreich, im Schweiße und nach den einzelnen Vließen: ſo würde dieſer Uibelſtand geho⸗ ben ſeyn und die ungariſche Schafzucht viel dabei ge⸗ winnen. ähnliche Hinderniſſe im Wene ſtehen: ſo ſchretet ſie doch nichts deſto weniger ſehr vorwärts, und die ſehr bedeu⸗ tenden Ankäufe von Zuchtſchafen, welche dies Land in der neuern Zeit in Deutſchland gemacht hat, beweiſen C 2 36 mehr als alle Nachrichten, was dort geſchieht. Glückli⸗ cherweiſe wandert dorthin noch ſo viel Mittelgut, und es conſumirt dies ausgedehnte Reich bei der Maſſe ſeiner Einwohner und der ſo ſchnell ſteigenden Bildung derſel⸗ ben alles, was es an edler Wolle producirt, ſelbſt, und dies wird auch noch auf lange hinaus der Fall ſeyn: ſo daß von dort aus keine bedeutende Rivalität für Deutſch⸗ land zu fürchten iſt. Eine geraume Zeit wird es übri⸗ gens auch noch dauern, bis Rußland die Stufe in der veredelten Schafzucht erreicht hat, auf der Deutſchland jetzt ſteht, und mittlerweile hat ſich dieß wieder höher hinaufgearbeitet und bleibt ſo immer das erſte am Woll⸗ markte. Sonach wären denn die Vorzüge in der veredelten Schafzucht, welche ſich Deutſchland vor allen übrigen europäiſchen Ländern erworben hat, erwieſen, und keines der übrigen hätte es bis jetzt erreicht. Denn, bringt auch in England die Schafzucht im Verhältniß zur Fläche des Lan⸗ des und der Bevölkerung mehr ein als in Deutſchland: ſo iſt nichts deſtoweniger das erzeugte Product hier von un⸗ gleich höherem Werthe als dort; auch kann die dortige Schafzucht, d. i. die langwollige, nie zu dieſer großen Allgemeinheit gelangen wie die Merinozucht: weil von der Wolle dieſer ungleich mehr verſchiedenartige Zeuge angefertigt werden können, und weil dieſe für das rauhe nordiſche Klima weit zuträglicher ſind. Von wo aus man aber beſonders Gefahr für die deutſche und für die ganze europäiſche Schafzucht fürch⸗ tet, das iſt von Neuholland. Dort fangen die Engländer an, äll bi ritt terprict ſchen mit dahin geg Parthien ſcickt. handenen get Zeit dorther Gefahr Denn na feit einer ddelten ſind die Europa Nach der von dort mehreren len. Be Schwieri nehmende witd ſich eine ang der alle lenwaan faſt vert lichen Ui dem geg Glückli⸗ tt, und es iſſe ſeiner ng derſel⸗ bſt, und ſeyn: ſo Deutſch⸗ es übri⸗ ufe in der deutſchland jeder höher am Wol⸗ veredelten n übrigen und keines ngt auch in e des Lan⸗ ſchland: ſo er von un⸗ die dortige iſer großen weil von tige Zeuge das rauhe ahr für die zucht fürch⸗ Engländer 57 an, alle ihnen in ſo reichem Maße zu Gebote ſtehenden Hil mittel auf eine Art zu benutzen, die großen Erfolg verſpricht. Klima und Trift begünſtigen die Sache. Men⸗ ſchen, mit den nöthigen Vorkenntniſſen ausgerüſtet, ſind dahin gegangen, um das Unternehmen zu leiten. Große Parthien von edlen Schafen werden alljährlich nachge⸗ ſchickt. Dies und die Vermehrung der bereits dort vor⸗ handenen läßt allerdings erwarten, daß in nicht gar lan⸗ ger Zeit bedeutende Maſſen von Wolle nach Europa von dorther werden gebracht werden. Jedoch iſt auch hier die Gefahr für die europäiſche Schafzucht noch nicht ſo groß. Denn nach den großen Anſtrengungen, welche man ſchon ſeit einer Reihe von Jahren zur Emporbringung der ver⸗ edelten Schafzucht auf Neu⸗Süd⸗Walles gemacht hat, ſind die Wollparthien, die man ſeitdem von dort nach Europa gebracht hat, immer noch als ſehr gering zu achten. Nach den engliſchen Einfuhrliſten kamen im Jahre 1319 von dort 2000 Ballen Wolle, und im Jahre 1826 die von mehreren Jahren dort aufgehäufte mit ungefähr 5000 Bal⸗ len. Bedenkt man nun die bedeutenden Koſten und die Schwierigkeit eines ſo weiten Transportes, dann den zu⸗ nehmenden Bedarf an Wollenwaaren für Amerika: ſo wird ſich die Sache der Wahrſcheinlichkeit nach noch auf eine lange Zeit hinaus ausgleichen. Dazu kommt denn noch der allgemein immer mehr zunehmende Verbrauch von Wol⸗ lenwaaren aller Art, ſo daß die ſeit einigen Jahrzehnden faſt verdoppelte Production der Wolle doch keinen merk⸗ lichen Uiberfluß derſelben zu wege gebracht hat: wie aus dem gegenwärtigen Preiſe derſelben, verglichen mit dem 8 0 50 frühern, am klarſten einleuchtet. Immer wird es aber darauf hinauskommen, daß das Land, welches am läng⸗ ſten das edelſte und verhältnißmäßig wohlfeilſte Product liefern wird, auch am längſten einen ſichern Markt da⸗ für finden muß. Ich komme nun zur Beantwortung der zweiten Frage, nämlich dieſer: In welchem Verhältniſſe ſtehen die Koſten der Erzeugung des Woll⸗ productes zu ähnlichen ſeiner Gattung, und zu dem Preiſe, den es am Markte erhält. Es war nicht genug, daß ich darthat, ob Deutſch⸗ land in der Wollerzeugung durch die Vorzüge ſeines Pro⸗ ductes unter allen europäiſchen Ländern oben an ſtehe, ſondern ich muß jetzt auch beweiſen, wie hoch die Koſten dieſer Erzeugung ſind; ob ſie mehr betragen als die für ein minder edles Product, das andre Länder liefern, und ob ſie auch jederzeit durch den Preis, den man dafür erhält, gedeckt ſind. Es iſt keine leichte Aufgabe, genügend zu berechnen, wie hoch z. B. dem Landwirthe Ein Centner Wolle zu ſtehen komme, bevor er ihn ſeinem Käufer anbieten kann. Dieſer Preis iſt ſo verſchieden, er wird durch ſo mancher⸗ lei Umſtände erhöht oder erniedrigt, daß es geradezu un⸗ möglich iſt, alle die verſchiedenen Fälle anzugeben und zu berechnen. Es iſt daher nur möglich, einen annähern⸗ den Satz zu finden, an welchen ſich die verſchiedenen abweichenden Fälle leicht anreihen laſſen. Bei der Berechnung ſind zuerſt zwei Hauptaus⸗ gaben feſtzuſtellen; dieſe ſind: das Anlagekapital auf die Schäferei ſey, das von der 6 au uh Pris von arten und der Indird ttägt oft, Einfache. don dort Europar ſchaf für viel theur beſonders detedlune tauſend mit den worden i ſo hoher dener Sa Geh Electral der Preis ren, imm für Vid Stellen ferei vor Preiſe au verth 10 d es aber am läng⸗ e Product Narkt da⸗ zweiten ltniſſe 3 Woll— ng, und erhaͤlt. b Deutſch⸗ eines Pro⸗ an ſtehe, die Koſten s die für tefern, und man dafür berechnen, Wolle zu eten kann. mancher⸗ radezu un⸗ ngeben und mannähern⸗ erſchiedenen Hauptaud⸗ ital auf die 59 Schäferei und deren Verpflegung. Wie groß das Erſtere ſey, das hängt von der Quantität der Schafe ſowohl als von der Einſicht deſſen, der kauft, ab. Es gibt durch⸗ aus noch keinen allgemein geltenden Maßſtab für den Preis von edlen Schafen. Er iſt nach den verſchiedenen Arten und Heerden derſelben eben ſo verſchieden als nach der Individualität der Käufer und Verkäufer, und er be⸗ trägt oft, bei ganz gleicher Waare, das Zehnfache gegen das Einfache. In Spanien kaufte man zur damaligen Zeit, als von dort aus mehrere Stämme von Merinos ins übrige Europa wanderten, d. i. vor etwa 50 Jahren, ein Mutter⸗ ſchaf für ungefähr 10 fl. C. M. und einen Widder. nicht viel theurer. In Deutſchland dagegen bezahlte man für beſonders beliebte Widder zu der Zeit, wo die Schaf⸗ veredlungsſucht in eine Art von Wuth ausartete, mehrere tauſend Gulden. Sonderbar aber iſt dies, daß faſt überall mit den theuerſten Thieren am wenigſten ausgerichtet worden iſt. Ein Beweis, daß man bei der Bezahlung ſo hoher Preiſe mehr von Liebhaberei⸗ als von entſchie⸗ dener Sachkenntniß geleitet wurde. Gehen wir von den edelſten Schafen, d. i. den Electorals, aus: ſo iſt ſeit einer ziemlichen Zeitperiode der Preis von Mutterſchafen, aber entſchieden edlen Thie⸗ ren, immer ungefähr 4 Friedrichsd'or oder 32 fl. C. M., für Widder aber oft fünf⸗ bis zehnmal ſo viel geweſen. Stellen wir nun als Exempel zur Berechnung eine Schä⸗ ferei von 500 Stück Mutterſchafen zu dem angegebenen Preiſe auf: ſo iſt der ganze auf ſie verwandte Kapitals⸗ werth 16,000 fl. C. M. Zu einer ſolchen Heerde ſind 4⁰ 10 Widder erforderlich, im Werthe jeder von 100 fl., zuſammen alſo 1000 fl. und mit der Mutterheerde 17,000 fl. Ich ſtelle mein Exempel abſichtlich nicht von einer regelmäßig eingerichteten Heerde, die aus jungen und alten Mutterſchafen und Hämmeln beſteht, ſondern wähle hier das Beiſpiel eines Ankaufes, um es deſto unpartheiiſcher aufſtellen zu können. Die hier angeführte Mutterſchafheerde würde in einem Jahre, wenn das Glück nur einigermaßen günſtig wäre, ſich um 400 Lämmer ver⸗ mehrt haben. Dadurch wäre ihr an Werthe ein Fünftel zugewachſen, wenn wir vier Lämmer für ein erwachſenes Schaf rechnen. Leichter wird aber die Sache, wenn wir den angekauften Stamm drei Jahre als vollzählig be⸗ ſtehend, und ihn dann als ausgeſtorben betrachten. Was über dieſe Zeit lebt, das wird durch die früher ſterbenden aufgewogen. Nach Verlauf dieſer drei Jahre kann aber die Nachzucht mindeſtens auf 1000 Stück angewachſen ſeyn, wenn wir auch auf Abgang durch den Tod nicht unbedeutende Procente rechnen. Wären nur zur Hälfte Mutterſchafe und zur Hälfte Hämmel: ſo würden von erſterer zwar noch kaum 200 Stück alt genug ſeyn, um zur Begattung zugelaſſen zu werden; jedoch würden im⸗ mer noch eine Parthie von den alten Schafen des erſtern Ankaufes die Lücke ausfüllen helfen, ſo daß, wie es bei einer Heerde von 1000 Stück gewöhnlich iſt, 30o Mutter⸗ ſchafe zu den Widdern gelaſſen werden könnten. Somit wäre man denn nach drei Jahren mit der Schäferei in der Ordnung. Wir haben daher zuvörderſt zu berechnen, wie viel Zinſen das Kapital bringen, und wie hoch das Futter an à 5 pt⸗ Win zweiten, ungefähr 6. zu texpſeg Hruptſumn nißig bert Nehmen w wie es we laſſen wit wonnenen Landwirth wo ſich di Kartoffeln, fer, folger das erhau dem geda iſt auch d ein gering und Viehf niſſe weni Landes, wind in Durchſſchn Sein Ert *) Wen Volun ſie wi was z on 100 ſl. butterheerde h nicht von aus jungen t, ſondern m es deſto angefüͤhrte ndas Glück ämmer ver⸗ ein Fünftel erwachſenes wenn wir lzaͤhlig be⸗ zten. Was ſterhenden e kann abet angewachſen Tod nicht zur Hälfte vürden von ſeyn, um würden im⸗ des erſtern wie es bei oo Nutter⸗ en. Somit Schäferei in u berechnen, vie hoch das 41¹ Futter angeſchlagen werden mußte. 17,000 fl. geben à 5 pCt.= 850 fl. Da im erſten Jahre nur 500, im zweiten, incluſive Lämmer, nach Abzug des Abganges, ungefähr 850, und im dritten, wie geſagt, 1000 Stück zu verpflegen ſind: ſo wollen wir Sämmtliches in eine Hauptſumme werfen, dieſe auf die drei Jahre gleich⸗ mäßig vertheilen und deren Bedarf an Futter berechnen. Nehmen wir als ein Drittel der Fütterung Stroh an*), wie es wohl in jeder guten deutſchen Schäferei iſt; und laſſen wir dieſes Stroh gegen den von den Schafen ge⸗ wonnenen Dünger aufgehen: ſo wird man deſſen in einer Landwirthſchaft, die in ſieben Schläge geordnet iſt, und wo ſich die Früchte im regelmäßigen Wechſel, nämlich Kartoffeln, Gerſte, Klee, Weizen, Erbſen, Roggen, Ha⸗ fer, folgen, hinlänglich erzeugen, um es gerade gegen das erbaute Futter aufgehen zu ſehen. Ich will, da zu dem gedachten Fruchtwechſel ein guter Boden erfoderlich iſt, auch dieſen hier zur Berechnung ziehen. Trägt auch ein geringerer eine weniger reiche Ernte an Getreide und Viehfutter: ſo koſtet er auch in demſelben Verhält⸗ niſſe weniger. Der preußiſche Morgen ſolchen guten Landes, faſt gleich mit 1 ¾ niederöſterreichiſchen Metzen, wird in Deutſchland, wenn wir nach einem ungefähren Durchſchnitt gehen wollen, nicht über 90 fl. C. M. koſten. Sein Ertrag iſt an Kartoffeln, nach Abzug der Ausſaat *) Wenn ich hier von Strohfutter ſpreche, ſo meine ich nicht das Volumen, das den Schafen vorgelegt wird, ſondern das, was ſie wirklich von dem Stroh verzehren, mit Abrechnung deſſen, was zurückbleibt. 1 4² in ſiebenjähriger Fraction, nicht unter go Centnern; von Kleeheu in zwei Schnitten 24 Centner. Rechnen wir nun zu den Zinſen, die von 9o fl.= 42 fl. betragen, noch die Gewinnungskoſten, wobei die Ackerbeſtellung mit eingeſchloſſen iſt, vom Centner Kartoffeln à 4 kr. und vom Centner Kleeheu à 3 kr.; und endlich dazu noch die ſämmtlichen Koſten des Wirthſchafts⸗Etats, die man mindeſtens auf 4 pCt. des Grundkapitals, auf den Mor⸗ gen alſo 3 fl. 36 kr. annehmen muß: ſo koſten die 30 Centner Kartoffeln, welche auf Einem Morgen er⸗ baut worden, 13 fl. 26 kr. oder der Centner 15 kr. Das Kleeheu auf derſelben Fläche koſtet 9 fl. 13 kr. oder der Centner 25 kr. Für dieſen Preis wird man ſich faſt überall die angegebenen beiden Futterarten anbauen können. Das Stroh kommt, wie ſchon bemerkt, nicht zur Berechnung. Die obige Schafzahl betrug auf alle drei Jahre 2350 Stück, folglich ſind auf Ein Jahr zu berechnen 783 Stück. Wir können uns hier auf keine Weideberechnung einlaſſen, dieſe iſt aber jederzeit wohl⸗ feiler, als wenn man, wie hier angenommen werden muß, Stallfütterung durch's ganze Jahr annimmt. Wenn ich ſage, eine Weideſchäferei komme wohlfeiler, als bei Stallfütterung: ſo meine ich dies ſo daß man die Stop⸗ peln zur Weide mit ziehen kann, die hier bei unſrer Rechnung ganz außer Berührung bleiben. Dem ge⸗ wöhnlichen Satze nach werden für Ein Schaf als tägli⸗ cher Futterbetrag 2 Pfund Heu oder deſſen Nahrungs⸗ gehalt gerechnet. Kartoffeln kommen 2 Pf. für 1 Pf. Heu. Da nun, wie oben bemerkt, ¹ des ganzen Futters V . mn Stroh ber den Durhjchni heides d Ka hen: it p Karufeln er tiglih 522 aüfs ganze Heu und 561 un dieſe be ejſee he derlich. Der i kr. und run zu dieſen gitale, welch rechnet wer 2415 fl. 5 waltungko gen auf 100 betragen.( ner feſten li der Schäfere tben gefund 26⁄1 ſl. 2 Bei e dem hier u der Lämmen Gewichte, von allen ⸗ diſe koſtet entnern; von Rechnen wir fl. betragen, eſtellung mit à4 kr. und azu noch die 3, die man uf den Mor⸗ ſo koſten die Morgen er⸗ ntner 13 kr. . 19 kr. oder rd man ſich ten anbauen merkt, nicht rug auf alle Ein Jahr zu jer auf keine erzeit wohl⸗ men werden mmt. Wenn ler, als bei an die Stop⸗ er bei unſter Dem ge⸗ af als tigl⸗ i Nahrungs⸗ für 1 Ff anzen Futters 45 an Stroh berechnet werden muß, ſo ſind 1½ Pf. Heu für den Durchſchnitt der Heerde anzunehmen. Laſſen wir beides, die Kartoffeln und das Heu, als zur Hälfte rei⸗ chen: ſo iſt pr. Stück täglich 3 Pf. Heu und 13 Pf. Kartoffeln erfoderlich. Dies beträgt auf 735 Stück täglich 522 Pf. Heu und 1044 Pf. Kartoffeln, und auf's ganze Jahr 190,550 Pf. oder 1905 Cent. 30 Pf. Heu und 581,060 Pf. oder 5810 Cent. 60 Pf. Kartoffeln. Um dieſe beiden Futtermaſſen zu erzeugen, wären für erſtere 79³ Morgen und für letztere 475 Morgen erfo⸗ derlich. Der Preis des Heues betrüge in summa 758 fl. 13 kr. und der der Kartoffeln 825 fl. 36 kr. Wenn nun zu dieſen beiden Summen noch die Zinſen vom Ka⸗ pitale, welches die Schafheerde koſtete, mit 350 fl. ge⸗ rechnet werden: ſo gibt dies eine Hauptſumme von 2415 fl. 54 kr. Dazu treten aber nun noch die Ver⸗ waltungskoſten, die nach meinen vieljährigen Erfahrun⸗ gen auf 100 Stück 35 fl., folglich hier 253 fl. 23 kr. betragen.(Da wo dies mehr koſtet, liegt es nach mei⸗ ner feſten Uiberzeugung an der mangelhaften Einrichtung der Schäferei.) Rechnen wir nun dieſen Betrag zur eben gefundenen Summe: ſo bekommen wir zuſammen 2672 fl. 2 kr. Bei einer ſehr mäßigen Schur geben Schafe von dem hier vorausgeſetzten Feinheitsgrade, mit Einſchluß der Lämmer, 12 Pf. Wolle nach ſchwerem öſterreichiſchen Gewichte, und der ganze jährliche Betrag wäre ſonach voon allen 785 Stück 1570 ¾ Pf. oder 23 Cent. 70¾ Pf. Dieſe koſteten nun zu erzeugen die obige Summe von 6 2672 fl. 2 kr. Es kommt ſonach der Centner auf 178 fl. Dies iſt allerdings ein ſehr hoher Preis„und man wird ihn nach den gegenwärtigen Conjuncturen am Markte kaum erreichen. Jedoch iſt hier zu bedenken, daß die Heerde, welche Anfangs 500 Stück ſtark war, nunmehr auf 1000 angewachſen iſt. Sind dies nun auch nicht lauter Mutterſchafe, ſondern ein großer Theil Hämmel: ſo ſind dabei wieder eine Parthie Widder, die bei einer Heerde von dieſer hohen Qualität einen bedeutenden Werth haben, ſo daß man nicht unrichtig rechnen wird, wenn man auch den Preis im Durchſchnitt der Heerde pr. Stück auf 20 fl. annimmt. Dadurch hat ſich in den drei Jah⸗ ren der innere Werth der Heerde um 300o fl., alſo jähr⸗ lich um 100o fl. vermehrt, und dieſe müſſen dem Woll⸗ preiſe zu Gute gerechnet werden. Die Wolle käme alſo nur auf 1672 fl. 2 kr., mithin koſtete der Centner ungefähr 122 fl., und wenn man Wolle von der hier angenomme⸗ nen Güte für dieſen Preis erzeugen kann, ſo iſt man wohl noch lange ſicher, die Erzeugungskoſten dieſes Pro⸗ duets gedeckt zu ſehen.— Wer ſich dieſelbe für dieſen Preis nicht herzuſtellen getraut, deſſen ganze landwirth⸗ ſchaftliche Einrichtung muß dann eine andere ſeyn, oder er legt die Rechnung nicht genau und unpartheiiſch genug an. Unter gewiſſen Verhältniſſen kann man ſie aber noch weit wohlfeiler erzeugen. So kommt ſie mir z. B. namentlich noch bei weitem nicht auf dieſen Preis, wie ich in der Beſchreibung meiner Wirthſchaft: Prag, bei Calve, 1326, dargethan habe. Es iſt übrigens ſehr we⸗ ſentlich, ſich genaue Rechnung über jedes der in einer — aandwirthe nach beſim und daher Für die der Pictgkeit, niedrigen 4 ſe dann mi kann, ſelbſ ſollten. Noch das Grun Iedoch iſ als in der it nur eir berechnen i Rechnung des Futter Norgen 44 Geſetzt nun den üſllichen Sechstel der die gedachte verzinſen ke erſparen. Woll für aber in Er ſich edles; theuerem doß ferner ₰ℳ tner auf 17g. und man uitd en am Manke nken, daß die war, nunmeht nun auch nicht heil Hämmel: die bei einer eutenden Werth n wird, wenn eerde pr. Stück den drei Jah⸗ ſl, alſo jähr⸗ ſen dem Wol⸗ ekäme alſo nur ntner ungefäͤhr er angenomme⸗ , ſo iſt man en dieſes Pro⸗ be für dieſen ge landwirth⸗ ere ſeyn, oder rtheiiſch genug man ſie abet ſie mir z. B. en Preis, wie ft: rag, hi rigens ſeht we⸗ z der in einer 45 Landwirthſchaft erzeugten Producte zu legen, um dar⸗ nach beſtimmen zu können, welches am meiſten einträgt, und daher auch die größte Ausdehnung erhalten muß. Für die deutſche Schafzucht aber iſt es von beſonderer Wichtigkeit, daß ſie ihr edles Wollproduct zu einem niedrigen Preiſe hervorzubringen im Stande iſt, weil ſie dann mit jedem andern Lande noch lange concurriren kann, ſelbſt wenn auch die Preiſe noch ſehr herabgehen ſollten. Noch wohlfeiler aber produciren die Länder, wo das Grundeigenthum einen ſo niedrigen Werth hat. Jedoch iſt der Vortheil für ſie auch ſcheinbar noch größer als in der Wirklichkeit.— Denn das Grundeigenthum iſt nur ein Theil, der bei der Erzeugung der Wolle zu berechnen iſt. So betrugen z. B. bei der vorliegenden Rechnung die Zinſen von dem Acker, der zum Anbau des Futters für 1000 Stück Schafe nöthig war(für den Morgen 41 fl.), zuſammen für 127 Morgen= 5712 fl. Geſetzt nun auch, man könnte z. B. in Ungarn und in den öſtlichen europäiſchen Ländern dieſelbe Fläche für ein Sechstel des angenommenen Werthes kaufen: ſo würden die gedachten 127 Morgen zwar nur 95 fl. 15 kr. zu verzinſen koſten, und man würde dabei 476 fl. 15 kr. erſparen. Dies betrüge auf jene 13 Centner 70 Pf. Wolle für den Centner= 25 fl. 15 kr. Ziehen wir aber in Erwägung, daß man in den gedachten Ländern ſich edles Zuchtvieh nicht ſo bequem, vielmehr nur zu viel theuerem Preiſe als in Deutſchland verſchaffen kann; daß ferner dort eine Menge Schwierigkeiten mehr, z. B. 46 die wenigern Erfahrungen der Schäfer, hie und da un⸗ günſtigeres Klima und Trift, zu bekämpfen ſind: ſo gleicht ſich die Sache beinahe wieder aus, und der deutſche Schafzüchter darf ſich deshalb nicht allzuſehr beunruhigen. Dasſelbe dürfte auch in Beziehung auf Neuholland Be⸗ achtung verdienen. Eine andere Sache iſt es aber mit den Ländern, wo das Grundeigenthum nicht allein ungewöhnlich theuer, ſondern auch noch dazu ſo zerſtückelt iſt, daß es ſchwierig wird, große Schäfereien zu errichten. Denn unter allen übrigens gleichen Verhältniſſen kommt eine kleine Schaf⸗ heerde verhältnißmäßig viel theurer als eine große. Schon die Verpflegung, die Aufſicht ꝛc. bleibt z. B. bei 300 Stück faſt dieſelbe wie bei 400.. Nehmen wir nun die ſüdeuropäiſchen Staaten, wie Frankreich und Italien: ſo haben dieſe ſchon wegen ihres theuerern Grundes und Bodens, noch mehr aber wegen der Kleinheit der Be⸗ ſitzungen, eine ſchwierigere Aufgabe zu löſen, wenn ſie die Wolle für denſelben Preis liefern ſollen, wie wir Deutſchen. Was uns aber mehr als alles Uibrige zu Statten kommt, das iſt der große Vorſprung, den wir vor allen andern Ländern voraus haben. Ein zweiter Vortheil iſt aber auch der höhere Grad von Ausbildung, den wir in dieſem Fache erreicht haben. Mögen auch immerhin die Klagen, die man über Unwiſſenheit und Unerfahrenheit der Schäfer in Deutſchland führt, nicht ungegründet ſeyn: ſo ſteht dieſes Mangelhafte doch noch immer in keinem Vergleich mit andern Ländern, z. B. mit Frankreich, Polen und Rußland. Dafür aber gibt 6 auchj Schafheet nit ſ ri annehwen, Ausnahme kann. Wem gehen ſollt Schaden! der von i nur noch ſich aber, derte, der ehemalige zu Jahr ſeiner We ferner ni kann. E Zerrüttung (das Rech ſich für di Räich nich verlieren; es alßer, mals mit einmal ve Europa! Setzen w Viederem hie und da m ppfen ſind: ſo ind der deutſce r beunruhigen. deuholland Be⸗ den Ländern, vöhnlich theuer, daß es ſhwierig denn unter allen ne kleine Schaf⸗ egrofe. Schon .B. bei 300 n wit nun die und Italien: n Grundes und enheit der Be⸗ ſſen, wenn ſie gen, wie wir les Uibrige zu ung, den wir Ein zweiter n Ausbildung, Aögen auch wiſſenheit und dführt, nicht zafte doch noch ändern, 3 B. afüt abet gibt 7 47 es auch in Deutſchland eine Menge Eigenthümer von Schafheerden, die ſich der Sache mit ſolchem Eifer, und mit ſo viel Vorkenntniſſen und Erfahrungen ausgerüſtet, annehmen, daß wohl kein anderes europäiſches Land, mit Ausnahme von England, ſich hierin mit uns gleich ſtellen kann. Wenn nun die edle Wolle bis auf den Preis herab⸗ 3 gehen ſollte, wo ſie Deutſchland nur gerade noch ohne Schaden produciren könnte: ſo würden eine Menge Län⸗ der von ihrer Erzeugung abſtehen müſſen, weil ſie dies nur noch mit Schaden thun könnten. Dadurch müßte ſich aber, weil die Concurrenz des Angebots ſich vermin⸗ derte, der Preis derſelben von ſelbſt wieder heben. Das ehemalige Hauptland, Spanien, tritt ohnedies von Jahr zu Jahr mehr aus dieſer Concurrenz. Die Qualität 1 ſeiner Wolle gibt ihr nur noch einen Preis, wofür es ſie ferner nicht mehr ohne den größten Schaden erzeugen kann. Erwägen wir nun dazu noch die große politiſche Zerrüttung dieſes Landes, nehmen wir an, daß die Meſta (das Recht der freien Weide in beſtimmten Diſtrikten) ſich für die Länge nicht mehr halten kann, wenn dieſes Reich nicht vollends alle Mittel zu ſeiner Reſtauration verlieren will: ſo wird uns klar genug einleuchten, wie es außer aller Wahrſcheinlichkeit liegt, daß Spanien je⸗ mals mit ſeiner erzeugten Wolle, ſelbſt wenn wir gar nicht einmal von der hochveredelten ſprechen, mit dem übrigen Europa wieder in eine kräftige Concurrenz treten werde. Setzen wir den Fall, es erwachte dort der Sinn für Wiederemporbringung dieſes einſt ſo reichlich lohnenden 48 Nahrungszweiges, und es erſtände auf einmal(ich möchte ſagen, beinahe wie durch ein Wunder) eine Menge eifri⸗ ger und rationeller Schafzüchter, die mit aller Kraft die noch vorhandenen Trümmer von edlen Schafen ſammelten, ſie in ein Ganzes vereinigten und mit Fleiß und hoher Intelligenz fortzüchteten: ſo würde dennoch aus folgen⸗ den Gründen ihr Unternehmen keinen dauernd günſtigen Fortgang haben können. Einmal würde jene Vereinigung ſchon ſehr ſchwer werden. Nicht etwa, daß ich zweifeln wollte, es gäbe gar nichts Edles von Schafen mehr in Spanien. Dies wäre eine Präſumtion, die aller Wahrſcheinlichkeit er⸗ mangelte. Aus ſo edlem Blute, wie ehemals die ſpa⸗ niſchen Heerden, und zwar Jahrhunderte hindurch, in ſich bewahrt hatten, ſprießt ſelbſt bei der wildeſten Ver⸗ miſchung immer wieder einzelnes Edle auf; aber dieſes zu ſammeln und in ein Ganzes zu vereinigen, müßte ſich gweitens der ganze politiſche und intellectuelle Stand⸗ dunkt der ſpaniſchen Schafheerden⸗Eigenthümer umge⸗ ſtalten. Dies wäre aber, ſelbſt wenn wir auch bei dem Gange der Ereigniſſe in der menſchlichen Geſellſchaft zu⸗ weilen Unwahrſcheinliches in Wirklichkeit treten ſehen, dennoch für den Augenblick rein unmöglich. Ein Land, das ſolche Gährungen beſtanden und gar noch nicht voll⸗ endet hat, wie Spanien, iſt in einem Zuſtande der Aufregung, den man mit dem eines heftigen Fiebers bei einem Menſchen vergleichen kann. So wie nun in einem ſolchen Zuſtande der Menſch gerade am wenigſten fähig iſt, die Gegenſtände außer ſich ſowohl, als ſeinen eigenen lunern 3 eigenen; then b i Ggleic wi einen ſole fühlt und zuſtand d Reich.— Jahren Hilfmit licher Er kehren, u viele hat. Fieberkrar zeigt, un wird, ſo dies wirt ſeines Na ſeyn.— und gewa Etwachen ſind die als ihner man die und veiſ auch bei wahren übrigene tel theils Elsner's nal(ic nahſe Menge eifi aleer Kraft die en ſammelten, eiß und hoher h aus folgen⸗ ernd günſtigen en ſehr ſchwer olte, es gäͤbe panien. Dies einlichkeit er⸗ mals die ſpa⸗ hindurch, in wildeſten Ver⸗ f; aber dieſes gen, müßte ſich ctuelle Stand⸗ thümer umge⸗ auch bei dem geſelſchaft zu⸗ treten ſehen, . Ein Land, ich nicht vol⸗ Zuſtande der een Fiebers hei nun in einem venigſtn fihig ſeinen eigenen 49 innern Zuſtand richtig zu beurtheilen, und zu ſeinem eigenen Beſten die zweckmäßigſten Mittel zu wählen: eben ſo iſt es mit einem aufgeregten Reiche der Fall. Gleich wie, um das Beiſpiel fortzuſetzen, der Menſch in einem ſolchen fieberhaften Zuſtande bald Kraft in ſich fühlt und zu entwickeln ſtrebt, bald aber wieder in den Zuſtand der Erſchöpfung zurückfällt: ſo auch ein ſolches Reich.— Haben wir das nicht an Spanien ſeit vielen Jahren geſehen?— Oft ſcheint es, als wären alle Hilfsmittel erſchöpft, und es fiele in den Zuſtand gänz⸗ licher Entkräftung; oft ſcheinen ſeine Kräfte zurückzu⸗ kehren, und wir ſind verwundert, daß es deren noch ſo viele hat. Aber ſo wie bei der wirklichen Geneſung des Fieberkranken ſich ſeine Schwäche erſt in vollem Maße zeigt, und er ſich derſelben erſt alsdann deutlich bewußt wird, ſo auch bei einem ſo durchrüttelten Reiche.— Und dies wird namentlich auch bei einem der Hauptzweige ſeines National⸗Einkommens, der Schafzucht, der Fall ſeyn.— Erſt muß es wie aus einem Traume erwachen und gewahr werden, was um dasſelbe vorgeht. Dieſes Erwachen ſcheint anzufangen. Denn laut Nachrichten ſind die ſpaniſchen Schafzüchter ganz erſtaunt geweſen, als ihnen einer ihrer Landsleute bekannt machte, daß man die Schafzucht in Deutſchland weit zweckmäßiger und verſtändiger betreibe als bei ihnen. Wenn nun auch bei dieſem Erwachen wirklich die Kenntniß von dem wahren Stande ihrer Schafzucht im Vergleich zu den übrigen europäiſchen Ländern ſich fände: ſo ſind die Mit⸗ tel theils nicht gleich ſo zu Gebote, dem erkannten Man⸗ Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. II. Bd⸗ D 30 —— gel abzuhelfen, theils iſt man noch zu wenig beſonnen und unterrichtet, als daß man ſelbſt diejenigen, welche auch nahe genug liegen, ſogleich kräftig erfaſſen könnte. Zudem würde die ſpaniſche Schafzucht, ſelbſt wenn auch alle dieſe Hinderniſſe hinweggeräumt würden(ſo un⸗ wahrſcheinlich dies auch für den gegenwärtigen Augen⸗ blick iſt), einen Hauptanſtoß gegen ihr Streben nach dem Beſſern in ihrer eigenen Landesverfaſſung finden. Ge⸗ ſetzt, die Meſta hört auf, was ſehr wahrſcheinlich iſt: ſo ſind für den Augenblick die Mittel zur Subſiſtenz der Schafheerden ſo beſchränkt, daß dieſelben ungemein ver⸗ mindert werden müßten. Denn mit welcher Aufopfe⸗ rung würden ſich die Eigenthümer derſelben dieſe herbei⸗ ſchaffen müſſen! Und dieſe Aufopferung würde keines⸗ weges belohnt, weil bei der verminderten Güte und dem verlorenen Rufe die ſpaniſche Wolle auf einen Preis herabgeſunken iſt; die unter ſolchen Umſtänden ihre Er⸗ zeugungskoſten bei weitem nicht mehr deckte. Und wer würde wohl einen großen Aufwand auf eine Sache wen⸗ den, von der er augenſcheinlich ſieht, daß er ihm nie wieder erſetzt werden kann?— Geſetzt aber auch, die Meſta bliebe: ſo iſt auch dabei kein Gewinn mehr für den ſpaniſchen Schafzüchter; weil ſelbſt unter dieſen Verhältniſſen, nach glaubwürdigen Nachrichten, in Spa⸗ nien die Wolle ihre Erzeugungskoſten nicht mehr deckt. Ich könnte dieſe auf Thatſachen ſich gründenden Annahmen für den wahrſcheinlich immer tiefer gehenden Verfall der ſpaniſchen Schafzucht noch mit mehreren Gründen unterſtützen, wenn die bereits angegebenen Be⸗ weiſe ni dieſem t und in d beftiumte hut bere z dieſen it bereit rüttert Ich kommen Eigenth wie des. einzelne ſhen Sch inigen? die Thie kamen. jüchter il beſonders wollten: ibrigen ine Wol men entſſ Hert Te Klaſſen vorzugsn bettifft, jener Wie zweifel d ig beſonnen gen, welche ſſen könnte. wenn auch en(ſo un⸗ gen Aügen⸗ en nach dem nden. Ge⸗ heinlich iſt: zubſiſtenz der geemein ver⸗ er Aufopfe⸗ dieſe herbei⸗ inde keines⸗ ute und dem einen Preis den ihre Er⸗ .. Und wer Sache wen⸗ et ihm nie a auch, die inn mehr füt unter dieſen ten, in Spa⸗ mehr deckt h gründenden jefer gehenden mit mehteren tgebenen Be⸗ 5¹ weiſe nicht ſchon überzeugend genug wären. Nach allem dieſem tritt alſo das Land, welches früher das erſte war, und in der edlen Wolle den Ton angab und den Präis beſtimmte, außer aller Concurrenz, und Deutſchland hat bereits ſeinen Platz eingenommen. Wie lange es dieſen der Wahrſcheinlichkeit nach behaupten werde, iſt bereits angedeutet, ſoll aber weiter unten noch kuner erörtert werden. Ich muß jetzt noch einmal auf Frankreich zurück⸗ kommen. Oben habe ich geſagt, daß die Schäfereien der Eigenthümer von Naz(Herren Girod und Perault), ſo wie des Herrn Ternaur und einige wenige andere, wie einzelne Sterne am nächtlichen Himmel in der franzöͤſi⸗ ſchen Schaßzuͤcht glänzen. Die Erſtern erlangten vor einigen Jahren in Deutſchland eine Art Celebrität durch die Thiere, die aus ihnen nach Wien zur Ausſtellung kamen. Ob nun gleich dort manche deutſche Schaf⸗ züchter ihnen nicht unbedingt ausgezeichnete Vorzüge, beſonders vor den edelſten deutſchen Schafen, einraumen wollten: ſo iſt doch ſo viel erwieſen, daß ſie vor den übrigen franzöſiſchen Merinos bedeutend vorragen und eine Wollqualität haben, die der der Electorals vollkom⸗ men entſpricht. Unter den 4000 Electoralſchafen, welche Herr Ternaur bei ſeinen Angaͤben der Menge und der Klaſſen von den franzöſiſchen Schafen aufführt, ſind ſie vorzugsweiſe mitgezählt.— Was den damaligen Streit betrifft, der ſich über dieſe Schafe in Deutſchland nach jener Wiener Ausſtellung entſpann: ſo war er wohl ohne Zweifel dahin zu entſcheiden: daß die gedachten D 2 ö 52 Schafe als die Eliten der franzöſiſchen Schafzucht wohl mit den deutſchen edlen in die Schranken treten konnten; daß es aber den Herren Eigenthümern der Nazer Heerde wohl ſchwer werden dürfte, Thiere aufzuſtellen, die das Edelſte, was man in der deutſchen Schafzucht hat, übertref⸗ fen würden. Vielmehr möchte es denſelben wohl nicht gelingen, dasſelbe zu erreichen. Herr Ternaurx er⸗ kennt dies dadurch an, daß er die Wolle der edelſten franzöſiſchen Schafe als ſolche die der Electoralwolle ähnlich ſey, anführt.— Doaß der in Ungarn begüterte Fürſt Palffy bei ſei⸗ nen ohnehin ſchon ſehr edlen Heerden noch einen Ankauf von Nazer Schafen machen wollte, beſtätigt meine oben aufgeſtellte Behauptung von dem Eifer der ungariſchen Magnaten; daß der Handel ſich zerſchlug, beweiſt die Unſicherheit einer richtigen Beurtheilung edler Schafe nach bloßen Wollmuſtern, nach welchen der Kauf vor der Ankunft der Thiere geſchloſſen war. Sey dem wie ihm wolle: ſo konnte der berühmteſte franzöſiſche Schaf⸗ züchter, Herr Girod, ſich in Deutſchland die Uiberzeu⸗ gung holen, daß da, wo es richtige Anſicht, tiefes For⸗ ſchen und Ausdauer in irgend einem Fache gilt, der Deutſche von dem Franzoſen ſelten übertroffen wird. Es hat ſich übrigens in Frankreich jetzt eine ſehr vortheil⸗ hafte Meinung für die deutſche Schafzucht gebildet, und alles, was über dieſelbe in der Literatur geſagt wird, findet dort die günſtigſte Aufnahme. bi welche di Schaßuch vind ihner machen. iter Verd den, weil llein iſt gehen kon und ſchar von groß theilungen Noch Frage ein Kämmwo iſt um ſo Continenn herüherzu welchen m folgende: Erſte hen Verm Mange S mal wied Merinawe hofften, ten. Di Größe der Landbau, zöſiſchen en edlen z daß es er-Nazer „ Thiere vas man bertref⸗ lben wohl ernaur er⸗ der edelſten lectoralwolle lfy bei ſei⸗ nen Ankauf meine oben ungariſchen beweiſt die dler Schafe r Kauf vor ey dem wie ſſche Schaf⸗ ie Uiberzeu⸗ tiefes For⸗ he gilt, der en wird. 6 ſehr vortheil⸗ gebidde und geſagt wird/ N 55 Höchſt ehrenvoll bleibt aber ſtets die hohe Stufe, welche die Beſitzer der Nazer Heerde in der höhern Schafzucht erreicht haben. Kein rationeller Schafzüchter wird ihnen den Rang unter den erſten in Europa ſtreitig machen. Leicht könnten ſie freilich zur Uiberſchätzung ihrer Verdienſte und ihres Standpunktes verleitet wer⸗ den, weil der Maßſtab, den ſie in Frankreich finden, zu klein iſt, und weil ſie ſo ſchnell über denſelben hinaus- gehen konnten. Ihre Aufmerkſamkeit und ihre beſonnenen und ſcharfſinnigen Forſchungen in der höhern Schafzucht ſind von großem Verdienſte, und ſie verdienen durch die Mit⸗ theilungen derſelben den wärmſten Dank aller Schafzüchter. Noch muß ich bei der Beantwortung dieſer zweiten Frage eine Vergleichung des Ertrages der Schafe mit Kämmwolle und der Merinos aufſtellen. Dieſe Sache iſt um ſo wichtiger, als man in neuerer Zeit auf dem Continente angefangen hat, die Erſteren aus England herüberzuholen und zu acclimatiſiren. Die Urſachen, von welchen man ſich hierzu beſtimmen ließ, waren ungefähr folgende: Erſtens glaubte man durch dieſelben der allzu gro⸗ ßen Vermehrung der Merinos abzuhelfen. Es gab eine Menge Schafzüchter des Continents, die bei den einige⸗ mal wiederkehrenden ungünſtigen Conjuncturen für die Merinowolle denſelben für die Folge dadurch zu entgehen hofften, wenn ſie neben dieſer auch Kämmwolle erzeug⸗ ten. Die Menge, welche Schafe dieſer Art trugen, die Größe der Thiere, deren Einträglichkeit für den engliſchen Landbau, alles dies waren Gründe, die überzeugend ge⸗ ——— ͤ 54 65⸗ je etzt e erte nug zu ſeyn ſchienen, um einen Verſuch mit der An⸗ rde 1 ſchaffung ſolcher Schafe zu machen. Dazu kommt noch, benr daß man das Garn, welches aus England von dieſer diſen Wolle kommt, zu hohen Preiſen bezahlen muß, und daß na ie eine Menge glatter wollener Zeuge allein von dieſer Kina Wolle gemacht werden können. Beſonders ſind in Frank⸗ Etajuc reich eine Menge Wollenmanufacturen, die den Mangel V Lultamn des rohen Productes für glatte Zeuge ſehr fühlten und zu neuen 3 deren Erzeugung im Lande auffoderten. Dies war denn vnten auch Urſache, daß man dort an mehreren O Orten den lusgene Verſuch mit Einführung langwolliger Schafe machte. Die 1 Gräfin Caila, der Graf Türenne, Herr von Galbois wollgen und mehrere andere Gutsbeſitzer gründeten auf ihren Gü⸗ nehmen; tern Stämme von dieſen Schafen, und der Erfolg entſprach watten, ihren Erwartungen. Obgleich die Schafe im Anfange Werthe, wegen Ungewohnheit des Klimas und der Trift einigen nict li Unpäßlichkeiten ausgeſetzt waren: ſo gab ſich dies wie⸗ ertrage der, und der Verluſt, den man erlitt, war nicht ſo be⸗ deren Z⸗ deutend, daß man ſich von der Fortzüchtung derſelben land, da hätte ſollen abſchrecken laſſen. Die Exrgiebigkeit der Schur hohen Ve dieſer Schafe und die Preiswürdigkeit des Productes, auch dort das ſie liefern, machen ſie, da man ihre Wolle ſucht, zu Kimmwo einem Gegenſtande der größten Aufmerkſamkeit, und es hriſen iſt wohl faſt gewiß zu erwarten, daß das Unternehmen Ste guten Fortgang gewinnen und für das Land einträglich ges der? werden wird.— Man hat nun auch mehrere Kreuzun⸗ Vor ale gen dieſer Schafe mit den Merinos verſucht, die faſt tere weg überall zur Zufriedenheit ausgefallen ſind. Jedoch iſt Stallrau bei dem Standpunkte, den die franzöſiſche Schafzucht rinos an mit der An⸗ kommt no, von dieſer 5, und daß von dieſer din Frank⸗ den Nangel ilten und zu jes war denn n Orten den machte. Die on Galbois uf ihren Gü⸗ olg entſprach im Anfange Trift einigen ich dies wie⸗ nicht ſo be⸗ ing derſelben eit der Schur Productes, olle ſucht, zu keit, und es Unternehmen nd einttäglih ere Kreuzun⸗ ucht, die faſt d. Jtdoch iſt he Scußucht 59 jetzt erreicht hat, wohl zu fürchten, daß man ſich auf dem betretenen Wege der höhern Veredlung der Merinos durch dieſes neue Unternehmen wird aufhalten laſſen, indem man dieſem vielleicht vorzugsweiſe ſeine Aufmerkſamkeit widmen wird. Ohnedies iſt man dort in der höhern Schafzucht gerade noch nicht in einem Zuſtande ſo großer Vollkommenheit, daß man dann, wenn man ſich einem neuen Zweige derſelben hingibt, ganz mit Zuverſicht er⸗ warten könnte, man werde auch in dieſem bald etwas Ausgezeichnetes liefern. S Auch in Deutſchland hat man Verſuche mit lang⸗ wolligen Schafen gemacht. Hier iſt von dieſem Unter⸗ nehmen um ſo weniger ein günſtiger Fortgang zu er⸗ warten, als es neben der Vollkommenheit und dem hohen Werthe, zu welchem die Merinowolle hier geſtiegen iſt, nicht leicht möglich iſt, jene Schafe zu gleich hohem Rein⸗ ertrage zu bringen. In jedem Falle hat Frankreich zu deren Züchtung ungleich mehr Auffoderung als Deutſch⸗ land, da dort einmal die Merinowolle noch nicht zu der hohen Veredlung geſtiegen iſt wie hier, und da zweitens auch dort eine Menge Manufacturen ſind, welche der Kämmwolle bedürfen, mithin aufſuchen und zu guten Preiſen bezahlen. Stellen wir nun eine Vergleichung des Reinertra⸗ ges der Merinos und der langwolligen Schafe auf.— Vor allen Dingen muß hierbei bemerkt werden, daß letz⸗ tere wegen ihrer bedeutenderen Größe mehr Futters und Stallraums bedürfen, und daß man mindeſtens vier Me⸗ rinos anſtatt dreier langwolligen Schafe halten kann. 56 Der lährliche Wollertrag von einem dex letztern iſt zwar in England bis zu 3 Pf., auf dem Continente aber gewöhnlich nicht über 5 Pf. Der Preis des Pfundes ſolcher Wolle iſt ungefähr 45 kr. C. M. Drei Stück würden alſo durch die 15 Pf. Wolle, welche ſie liefern, einen Geldwerth von 11 fl. 15 kr. bringen. Vier Me⸗ rinos dagegen geben, à 1½ Pf., zuſammen 7 Pf. Der Preis dieſer Wolle, die wir hier von guter Qualität an⸗ nehmen müſſen, iſt pr. Pfund a fl. 45 kr., folglich brin⸗ gen die 7 Pfund an Gelde 12 fl. 15 kr., und alſo a fl. mehr als die langwolligen. In Frankreich muß ſchon deshalb die Rechnung zu Gunſten der letztern ausfallen, weil dort die Merinos, vermöge ihrer geringern Woll⸗ qualität, weniger einbringen, und weil man auch aus den oben angeführten Gründen die Kämmwolle theurer bezahlt. Eine neue Epoche könnte aber der Merinozucht da⸗ durch aufgehen, wenn man von ihr eine hochfeine Kämm⸗ wolle zu erzielen im Stande wäre. Schon ſind der⸗ gleichen Verſuche in Deutſchland gemacht worden, und es liegt keineswegs außer den Gränzen der Wahrſchein⸗ lichkeit, daß man damit nicht zu einem höchſt erfreuli⸗ chen Reſultate ſollte gelangen können. Ein Hauptaugen⸗ merk müßten aber die Schafzüchter bei der Erzeugung einer dergleichen Wolle auf die Schlichtheit derſelben, d. i. auf die Eigenſchaft richten, nach welcher ſie ſo wenig als möglich Neigung zu den Krümmungen oder Wellungen der Stapel entwickelte. Denn da von dieſen hauptſächlich ihre Krümpekraft abhängt, und da die ——— ——y— Kimmwol ſie duch mägli ſe folge iſ u zichter ſo borzugswe Einige G ehe man man ſein gen. T ich jetzt Bemühu von vier zu bringe und Bra dieſer jet drei Zoll einen höl tern Fade deutender Kön Volkomn uns den deren E ward wo 4 Schil dieſer di Parthien ſe neue r letztern iſ ztinente aber des Pfundes Drei Stück eſie liefern, Vier Me⸗ 7 PYf. Der Aualität an⸗ folglich brin⸗ und alſo 1fl. h muß ſchon en ausfallen, gern Woll⸗ n auch aus volle theurer rinozucht da⸗ feine Kämm⸗ du ſind der⸗ orden, und Wahrſchein⸗ hſt erfreuli⸗ Hauptaugen⸗ er Erzeugung eit derſelben, velcher ſie ſo mungen oder da von dieſen und di die Kämmwolle dieſe gerade nicht haben darf: ſo müßte man ſie durch ſorgfältige Auswahl der Zuchtthiere ſo viel als möglich herauszubringen ſuchen. An dem günſtigen Er⸗ folge iſt um ſo weniger zu zweifeln, als es der Schaf⸗ züchter ſo ſehr in der Gewalt hat, die oder jene Wollart vorzugsweiſe in ſeiner Heerde vorherrſchend zu machen. Einige Generationen müßten freilich erſt vorübergehen, ehe man darin zu einer feſten Baſis käme; auch müßte man ſein Ziel mit Umſicht und Standhaftigkeit verfol⸗ gen. Was ſich dabei wird leiſten laſſen, das verſuche ich jetzt ſelbſt, und werde ſeiner Zeit den Erfolg meiner Bemühung getreulich berichten.— Bis zu der Länge von vier Zoll in Einem Jahre müßte man ſolche Wolle zu bringen ſuchen, weil ſie dann erſt vorzüglichen Werth und Brauchbarkeit für den Kamm bekommt. Zwar iſt dieſer jetzt ſo vervollkommnet, daß man auch Wolle von drei Zoll Länge recht gut darauf bearbeiten kann, aber einen höheren Glanz und einen ausgeglichenern und glat⸗ tern Faden gibt es allemal, wenn ihre Länge etwas be⸗ deutender iſt. G Können wir eine dergleichen Wolle in einer gewiſſe Vollkommenheit in Deutſchland erzeugen: ſo werden wir uns den Ruf unſrer Schafzucht aufs Neue ſichern und deren Ertrag wieder ungemein erhöhen. Auf dieſelbe ward von engliſchen Manufacturiſten ſchon der Preis von 4 Schilling(2 fl. C. M.) für das Pfund geboten, und dieſer dürfte ſich leicht erhöhen, wenn ſie erſt in größern Parthien vorhanden wäre, um die Mühe zu lohnen, auf ſie neue Erfindungen von jetzt noch unbekannten Zeugen 2 58 zu gründen. Gerade dieſe, die vermöge ihres reinen Glanzes, welcher der Merinowolle eigenthümlich iſt, und ihrer hohen Sanftheit ungemein viel Anſprechendes und Empfehlendes haben würden, wären am meiſten geeignet, die ſeidenen Zeuge zu erſetzen. Und zu welchem Preiſe könnte dann das rohe Material eingekauft werden, wenn man es nach der Vergrbeitung wieder ſo hoch ins Geld ſetzen könnte!— Die Sache verdient daher wohl un⸗ ſtreitig alle Beachtung, und es iſt, gelinde geſagt, ſehr ſonderbar, wenn man ſie ins Lächerliche zu ziehen ſucht. Erreichte man das angegebene Ziel: ſo wäre der Uiber⸗ production der Merinowolle wieder auf lange vorgebeugt, weil man ihrem Verbrauche ein neues großes Feld öffnete. Was aber Schafe dieſer Art eintragen würden, das will ich hier in einem Beiſpiele aufſtellen. Bei einer Länge von vier Zoll wiegt die Wolle von einem nur mittelmäßig großen Schafe mindeſtens bei der einjährigen Schur vier Pfund. Das Pfund zu 2 fl. gerechnet, gibt einen Geldertrag von 3 fl. pr. Kopf. An Futter bedarf ein Schaf durchaus nicht mehr, wenn auch ſeine Wolle noch ſo lang iſt. Seine Pflege iſt ebenfalls dieſelbe. Nun trägt aber ſelbſt ein engliſches langwolliges Schaf in ſeinem Vaterlande bei der beſten Haltung und ſtärk⸗ ſten Fütterung nur höchſtens 3 Pf. Wolle, und dieſe gilt nur in ſeltenen Fällen 2 Schilling(1 fl.), gewöhnlich aber nur 14 Schilling. Dieſe Schafe bedürfen aber, wie ſchon oben erinnert worden, in jeder Art ein Drittel mehr als die Merinos, folglich ſetzt ſich dadurch ihr Rein⸗ ertrag um ein Drittel herab. Eine Schäferei, die dem⸗ nach eint in Deutſe als dietol lande. E des lohen Taren, di ſo hohen un die K dß tro hohen R einer ſo ſich eine engliſher der Nachz nung, d weſentlic witde. gehen. E gleich zwi Polle an euroyäiſch ges muß welche di mit den mehr ſtt Füſiſchen eine Mei der Mitte j ihres reinen mlich iſt, und rechendes und ſten geeignet, elchem Preiſe werden, wenn hoch ins Geld her wohl un geſagt, ſehr uziehen ſucht. are der Uiber⸗ ge vorgebeugt, Feld öffnete. würden, das .Bei einer on einem nur der einjährigen gerechnet, gibt Futter bedarf hſeine Volle falls dieſelbe. voliges Schaf ug und ſtät und dieſe gil ), gewöhnlih bedürfen aher, Art ein Drittl durch ihr Rein⸗ ferei, die dem⸗ —Q———-mmQ—yy/————— 59 nach eine dergleichen Merino⸗Kämmwolle lieferte, würde in Deutſchland wenigſtens ein Drittel mehr eintragen als die vollkommenſte engliſche Schäferei in ihrem Vater⸗ lande. Bedenken wir nun, daß in England, vermöge des hohen Preiſes des Grundeigenthums, der Menge Taxen, die auf demſelben haften, des mehr als doppelt ſo hohen Arbeitslohns ꝛc., alle erzeugten Producte faſt um die Hälfte theurer kommen als in Deutſchland, und daß trotz dieſem doch eine Schäferei in England einen hohen Reinertrag abwirft: ſo leuchtet das Vortheilhafte einer ſolchen neuen Production recht klar ein. Es ließe ſich eine ſolche Wolle vielleicht auch durch Kreuzung engliſcher Widder mit langwolligen Merinomüttern bei der Nachzucht hervorbringen. Jedoch bin ich der Mei⸗ nung, daß ſie dann der hohen Sanftheit, die eine ſo weſentliche Eigenſchaft bei ihr ſeyn müßte, ermangeln würde. Auch dürfte ihr wohl der reine Seidenglanz ab⸗ gehen. Es würde mich zu weit führem, wenn ich den Ver⸗ gleich zwiſchen den Erzeugungskoſten mit dem, was die Wolle am Markte gilt, noch ſpeciell auf die übrigen europäiſchen Länder anwenden wollte. Aber noch Eini⸗ ges muß ich über die Klagen der Landwirthe ſagen, welche dieſelben darüber führen, daß der Preis der Wolle mit den Koſten ihrer Production in keinem Verhältniſſe mehr ſtehe. Dieſelben ſind vorzugsweiſe von den fran⸗ zöſiſchen Schafzüchtern geäußert worden, obgleich auch eine Menge deutſche, die aber meiſt nur auf der Stufe der Mittelmäßigkeit mit ihren Schäfereien ſtehen geblieben ÿm——ß— 60 ſind, in dieſelben einſtimmen. In Frankreich glaubte man dieſem Uibel durch eine übertrieben hohe Beſteuerung der vom Auslande eingehenden Wolle abzuhelfen. Aber ſonderbar genug, man vermehrte das Uibel durch das Mittel, wodurch man demſelben abzuhelfen ſuchte. Der⸗ gleichen Prohibitiv⸗Maßregeln verrathen faſt immer eine Beſchränktheit in der Anſicht der weltbürgerlichen Ver⸗ hältniſſe. Klarer ſehende Männer, wie Herr Terna ux und die Eigenthümer der Nazer Heerden, ſträubten ſich gegen dieſe, aufs neue noch vor Einem Jahre beſonders von dem Grafen Polignac, verlangte Erhöhung des Einfuhrzolles auf fremde Wolle, Merkwürdig iſt die Darſtellung, welche Herr Ternaur in einer Uiberſicht von fünfzehn Jahren von den Wollpreiſen und den Ur⸗ ſachen ihres Steigens und Fallens gibt. Das Reſultat davon iſt, daß allemal, je höher man die vom Auslande eingehende Wolle beſteuerte, auch die einheimiſche deſto niedriger im Preiſe ſtand. Die natürliche Urſache lag darin: daß die Manufacturen bei dem Mangel an einem edlen rohen Producte dasſelbe um jeden Preis vom Aus⸗ lande beziehen mußten, wenn ſie nicht fürchten wolkeen, vom auswärtigen Markte mit ihren Fabrikaten zuletzt ganz ausgeſchloſſen zu werden. Da ſie nun aber mit den Ausländern nur mit dem größten eigenen Nachtheile Concurrenz halten konnten: ſo war es ſehr natürlich daß ſie ihre Fabrikation aufs möglichſte beſchränkten 8, durch nahm denn der Bedarf des rohen Productes ſehr ab, und dies mußte zum Theil liegen bleiben. Wer es denn doch aber gern ins Geld ſetzen wollte, der mußte ſich jeden tis Schne Herr bi lignac Kerheit u er hii ſti Mriſteriu auch die dem es: ſchlag.- Wolle n Dies drü fſt gm Fraukteich doch vicht theil im wickeln d beſonders tine große los werde tete Kund B. Pe vermde gen Jed ſeinen Vo hefangen nireich glaubte de Beſteuernn thelfen. Aber bel durch des ſuchte. Der⸗ aſ inmer eine gerlichen Ver⸗ tr Ternaur ſträͤubten ſich Jahre beſonders Erhößung des rürdig iſt die iner Uiberſicht und den Ür⸗ Das Reſultat vom Auslande heimiſche deſ e Ürſache lag ngel an einem eis vom Aus⸗ üten wollten, rikaten zuletzt nun aber mit enen Nachtheile ſehr natüriih hränkten. De⸗ Productts ſehr eiben. Per es lte, der mußte 61 ſich jeden Preis gefallen laſſen.— Ein recht intereſſan⸗ tes Schreiben erließen über gedachten Gegenſtand die Herren Girod und Perault an den Grafen von Po⸗ lignac. In demſelben entwickeln ſie ihm mit großer Klarheit und Beſonnenheit die Trugſchlüſſe, von denen er bei ſeinem Vorſchlage ausgegangen war.— Das Miniſterium des Innern, welches unbefangen genug war, auch die andere Parthei zu hören, verwarf auch, nach⸗ dem es mehrere Gutachten eingeholt hatte, jenen Vor⸗ ſchlag.— Noch iſt aber die aus der Fremde eingehende Wolle mit einem Drittheile ihres Werthes beſteuert. Dies drückt nun natürlich nur die Mittelſorten, die dann faſt gar nicht eingeführt werden können. Ob nun gleich Frankreich davon gerade das Meiſte hat, ſo ſind dieſe doch nicht mehr geſucht als früher, ja ſie ſind im Gegen⸗ theil im Preiſe geſunken. Die gedachten Herren ent⸗ wickeln die Urſachen hiervon ſehr klar, und dieſe liegen beſonders darin, daß die Manufacturiſten nur dann noch eine große Maſſe von Wollenzeugen mittlerer Qualität los werden, wenn ſie ſich ihren Ruf und eine ausgebrei⸗ tete Kundſchaft mit den beſſern erworben haben. B. Welche Stellung hat die Schaͤferei vermoͤge ihrer Wichtigkeit in der uͤbri⸗ gen Landwirtbhſchaft eingenommen? Jedermann, der irgend ein Gewerbe betreibt, und ſeinen Vortheil nur einigermaßen mit Klarheit und Un⸗ befangenheit aufzufaſſen verſteht, wird vor allen Dingen 6² die verſchiedenen Zweige desſelben richtig kennen zu ler⸗ nen ſuchen, und dann ihre Einträglichkeit unter einander vergleichen, um demjenigen allezeit den Vorzug zu ge⸗ ben, der vor den übrigen den höchſten Reinertrag ge⸗ währt. Um dies zu können, muß er freilich in ſeinem Fache erfahren ſeyn, damit er nicht durch ſcheinbare Vor⸗ theile ſich zu Trugſchlüſſen verleiten laſſe, und am Ende zu ſpät einſehe, in welchen Nachtheil er ſich dadurch geſetzt hat.— Dieſe Vorſicht hat man aber ganz beſonders bei der Landwirthſchaft zu beöbachten. Hier gibt es ſo Vieles, was das Auge blendet und das Urtheil befängt. So iſt es z. B. Manchem recht angenehm, von einer Schäferei zuſammen, freilich auch des Jahres nur ein⸗ mal, eine bedeutende Summe einzunehmen. Einem Andern dagegen ſcheint es wieder beſſer zu ſeyn, wenn er von andern Zweigen, als z. B. vom Getreide und Rindviehe, recht oft, vielleicht alle Wochen, eine Ein⸗ nahme hat, und ſo für die täglich wiederkehrenden Aus⸗ gaben eine ſichere Quelle zu deren jedesmaliger Befrie⸗ digung findet. Wer die Sache bloß oberflächlich betrach⸗ tet, und ſich von dem einen oder dem andern ohne gründ⸗ liche Unterſuchung und Prüfung beſtimmen läßt, der iſt einer Menge von Mißgriffen und Nachtheilen ausgeſetzt. Dieſe Einleitung paßt nun auch ganz beſonders auf eine Menge Schafzüchter, die trotz dem, daß die Schäferei in den letzten zehn Jahren bei einer Menge von Land⸗ wirthſchaften der einzige Pfeiler war, der das Ganze ſtützte und hielt, dennoch dabei ihre Rechnung nicht fan⸗ den, und bei denen die letzten Anſtrengungen, die ſie auf Grün endung i Das dern a ſi deren lind ndelte gveig iin die gißte Räſtig dem übri hemmend denſelben 1) d Koſten de ſch hier Denn es alte M meiſten halten,! ſchränken, finden me nur inme was ſie Wurzager hören, d daß ſie alle Weiſ wieder ei bedenken kennen zu la⸗ unter einander gorzug zu ge keinertrag ge⸗ lich in ſeinem heinbare Vor⸗ und am Ende dadurch geſetzt danz biſonders iet gibt es ſo rtheil befängt. m, von einer hres nur ein⸗ nen. Einem ſeyn, wenn Getreide und en, eine Ein⸗ hrenden Aus⸗ aliger Befrie⸗ chlich betrach⸗ ohne gründ⸗ lißt, der iſt len ausgeſetz. nders auf eine die Schfttei nge von band— der das Ganze nung nicht ſen⸗ ungen, die ſie 63 auf Gründung einer edlen Schafheerde machten, zur Väll⸗ endung ihres Unterganges ausſchlugen. Das Geſagte gült von Deutſchland nicht allein, ſon⸗ dern es findet ſeine Beſtätigung noch in mehreren an⸗ deren Ländern.— Trotz dem aber war und iſt eine veredelte Schäferei doch ſeit langer Zeit der einträglichſte Zweig einer Landwirthſchaͤft, und ſie verdient daher auch die größte Aufmerkſamkeit und einen der erſten Plätze. Richtig wird aber ihre Stellung alsdann ſeyn, wenn ſie dem übrigen Betriebe der Landwirthſchaft in keiner Art hemmend entgegen tritt, ſondern vielmehr günſtig auf denſelben wirkt. Zu dem Ende muß alſo: ¹) das für die Schäferei nöthige Futter nicht auf Koſten des Getreides erzeugt werden. Jedoch muß man ſich hier auch nicht durch den Schein täuſchen laſſen. Denn es gibt eine Menge Landwirthe, die ſich ſo gern alte Praktiker nennen laſſen, welche jede Viehart, am meiſten aber die Schafe, für ein nothwendiges Uibel halten, die deshalb dieſelben auch auf alle Weiſe be⸗ ſchränken; und ganz beſönders darin ihren Vortheil zu finden meinen; wenn ſie dem Getreidebau, ſo viel als nur immer möglich, Land anweiſen können. Alles, was ſie von dieſem nur etwa erzeugen, wozu die Wurzelgewächſe; als: Kartoffeln, Weißtohl ꝛc. ge⸗ hören, das ſuchen ſie zu verkaufen.— Dadurch aber, daß ſie auf dieſe Weiſe dem Viehe ſein Futter auf alle Weiſe ſchmälern, entziehen ſie mittelbar dem Acker wieder eine reichliche und kräftige Düngung, und ſie bedenken nicht, daß dabei allmählich ihre Ernten ver⸗ 64 mindert werden.— Wollten ſie nur erſt den Verſuch wagen, den Anbau von Futterkräutern zu erweitern und dabei, wenn es gerade nicht anders durchzuſetzen wäre, im Anfange allenfalls die Getreideausſaat um ein Ge⸗ ringes zu vermindern: ſo würden ſie keine lange Zeit zu erwarten haben, wo ihnen der reichlichere Ertrag der Felder, der durch die ſtärkere und kräftige Düngung zu⸗ wege gebracht wäre, den kleinen Nachtheil, den ſie an⸗ fangs erlitten, vollkommen erſetzen könnte. Uiberdies wäre auch dieſer Nachtheil nur ſcheinbar, und er würde durch die höhere Viehnutzung mehr als vergütet. Der Landwirthe, die immer noch in ihren Anſichten und in ihrem Verfahren ſo beſchränkt ſind, werden aber immer weniger, und die Zahl deren, die ihren wahren und beſonders ihren dauernden Vortheil richtig einzu⸗ ſehen und zu ſchätzen verſtehen, nimmt immer mehr zu. Dieſe haben denn auch nicht allein zur Veredlung ihrer Schäfereien alles, was in ihren Kräften ſtand, gethan, ſondern ſie haben denſelben auch den ihnen gebührenden Platz in ihren Wirthſchaften angewieſen. Und daß ſie dies thaten, wirkte wieder ſo wohlthätig auf ihren Land⸗ bau, daß deſſen Ertrag nicht allein nicht vermindert, ſondern noch ſehr bedeutend vermehrt wurde. Beſonders waren es die veredelten Schafheerden, welche auf Län⸗ dereien mit magerem Sandboden höchſt wohlthätig wirk⸗ ten. Durch die Einführung einer zweckmäßigen Koppel⸗ Weide⸗Wirthſchaft auf denſelben ward ihre Ertrags⸗ fähigkeit auffallend vermehrt, und die hohe Rente, welche die auf demſelben ernährten Schafheerden bringen, iſt gleichſan darf bie die Mui ner Boht gen Eint der höher heſonders daher di änem Schafha treidepr werden. treide ei deſſen z Dies we zinen a eine ſo die Dau leckern ſ daß geram gtoßen W reien kon während klagen h Ernte je möchte i⸗ Es mehr als ſeht nied. Elsner's etſt den Pai zu erweitern und rchzuſetzen win dat um ein Ge⸗ ſeine lange Zeit chete Ertrag der de Düngung zu⸗ eil, den ſe an⸗ ante. Uherdies :, und er würde ergütet ihren Anſichten d, werden aber eihren wahren Lrichtig einzu⸗ nmer mehr zu. geredlung ihrer ſtand, gethan, en gebührenden „Und daß ſie auf ihren Land⸗ icht vermindert, de. Beſonders welche auf Lin⸗ wohlthätig vit⸗ näßigen Fayi⸗ d ihre Ettagi⸗ dhe gent, velhe den hrinzn, iſ 65 gleichſam noch eine Zugabe zu jenem Gewinne. Ich darf hier nur die norddeutſchen Provinzen: Mecklenburg, die Mark Brandenburg und Pommern als Beweis mei⸗ ner Behauptung nennen. Von einer ſolchen zweckmäßi⸗ gen Einrichtung einer Landwirthſchaft hängt denn auch der höhere oder geringere Reinertrag einer Schäferei und beſonders einer veredelten ab.— Wie thöricht erſcheint daher die Aeußerung, welche Unkundige vor ungefähr einem Jahrzehnde thaten: daß nämlich die zu ſtarke Schafhaltung eine Haupturſache der damaligen hohen Ge⸗ treidepreiſe war. Vom Gegentheil kann ſie es vielmehr werden. Denn während in den letzten Jahren das Ge⸗ treide einen ſo unglaublich niedrigen Preis hatte, ward deſſen zwar eine Menge mit den Schafen verfüttert. Dies war aber faſt eben ſo gut, als wäre es in Maga⸗ zinen aufgehoben worden: weil dadurch für die Aecker eine ſo reichliche Düngung gewonnen ward, die nun für die Dauer einen viel höhern Körner⸗Ertrag von den Aeckern ſichert. Und auffallend iſt es ſchon dieſes Jahr, daß gerade dieſe Länder und Provinzen, die während der großen Wohlfeilheit ſo vieles Getreide mit ihren Schäfe⸗ reien konſumirten, die reichlichſte Ernte gewonnen haben, während man von ſo vielen Orten her über Mißwachs klagen hört. So wenig ich auch geneigt bin, dieſe gute Ernte jenem Umſtande allein zuzuſchreiben: ſo wenig möchte ich auch läugnen, daß er nicht mit gewirkt hat. Es iſt übrigens wohl gewiß, daß es in Deutſchland mehr als in jedem andern Lande gebräuchlich iſt, bei ſehr niedrigen Preiſen einen Theil des Getreides mit der Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. II. Bd. E 66 Schäferei zu verbrauchen. Jedoch möchte ich dies nie lo⸗ ben, und es zeigt immer entweder von einer fehlerhaften Einrichtung ſeiner Wirthſchaft, nach welcher man nicht Futter genug erbaut, um in allen Fällen damit auszu⸗ reichen, oder von einer Unkenntniß der nachtheiligen Fol⸗ gen, die eine dergleichen Getreidefütterung jederzeit hat. Dieſe ſind erſtens: eine Verringerung der Wollqualität, und zweitens mancherlei Krankheiten, die man in die Schäferei bekommt, und am Ende erblich darin erhält. Man hat zwar von Seiten der Schafzüchter lange nicht zugeben wollen, daß eine ſo geile Fütterung, wozu die mit Körnern ganz beſonders gehört, einen nachtheiligen Einfluß auf die Güte der Wolle habe. Jedoch iſt die Sache ſo entſchieden wahr, daß nur Mangel an Erfah⸗ rung ſie beſtreiten kann. Ich habe ſo auffallende Bei⸗ ſpiele hievon geſehen, daß ſie faſt allen Glauben über⸗ ſteigen. Entſchieden edle Heerden kann man damit ſo weit bringen, daß ſie kaum wieder zu erkennen ſind, und daß man, ohne ſie vorher gekannt zu haben, an ihrem edlen Blute gänzlich zweifeln könnte.— Auch der zweite Nachtheil unterliegt wohl keinem Zweifel. Denn gerade in den Heerden, die faſt immer eine ſtarke Körnerfütte⸗ rung betreiben, findet man am meiſten, beſonders aber erbliche, Krankheiten. 2) Muß aber auch die Schäferei, wenn ihre Stel⸗ lung richtig ſeyn ſoll, nicht das einzige ſeyn, deſſen ſich der Dirigent der Wirthſchaft mit Eifer annimmt. Ge⸗ ſchieht dies in dem Grade, daß er darüber die andern Zweige der Landwirthſchaft zurückſetzt: ſo iſt der Gewinn, den er! muß, welche d det, dabe gemeint fültige2 theile u Nachthei gekomm Vollma hing, in der man nut Merſcher faßten, gat nie theilige 5) berhältn Schäfere die Woll nungen zeugniſe ſächlich a man in wie in! welche leſonders dorgingen hdies nie lo⸗ t fehlerhaften her man nicht damit auszu⸗ theiligen Fol⸗ jederzeit hat. Volqualität, man in die ˖darin erhält. ter lange vicht ng, wozu die nachtheiligen Jedoch iſt die gel an Erfah⸗ fiallende Bei⸗ Glauben übet⸗ man damit ſo nen ſind, und een, an ihrem uch der zweite Denn gerade 3 Käötnerfütte⸗ beſonders gber enn ihte Stl⸗ in, deſer ſ annimrt. be⸗ ʒber die undenn ſt erGim, 67 den er von jener zieht, nur ſcheinbar ſehr groß, und man muß, um ihn richtig zu ſchätzen, erſt die Nachtheile, welche die übrige Wirthſchaft wegen der Schäferei erlei⸗ det, davon abziehen.— Damit iſt nun aber keinesweges gemeint, als erfodere eine edle Schäferei nicht die ſorg⸗ fältige Aufſicht des Wirthſchaftsdirigenten. Im Gegen⸗ theile wird dieſelbe, wo dieſe fehlt, jederzeit großen Nachtheilen ausgeſetzt ſeyn. Oft genug iſt es mir vor⸗ gekommen, daß der Schafmeiſter in Allem unbedingte Vollmacht hat, und daß es nur von ſeinem Willen ab⸗ hing, ob die oder jene Veränderung oder Verbeſſerung in der Schäferei vorgenommen werden ſollte.— Wenn man nun erwägt, mit welchen Vorurtheilen dergleichen Menſchen angefüllt ſind, und wie hartnäckig ſie an vorge⸗ faßten, oft höchſt irrigen Meinungen hängen: ſo kann es gar nicht fehlen, daß ſie nicht eine Menge höchſt nach⸗ theilige Mißgriffe begehen ſollten. 3) Beſtimmen die Lage, der Boden und die Landes⸗ verhältniſſe auch ganz beſonders, welche Stellung die Schäferei in einer Landwirthſchaft einnehmen muß. Da die Wolle, als ihr Hauptproduct, leicht auf große Entfer⸗ nungen fortzuſchaffen iſt: ſo ſind Landgüter, die ihre Er⸗ zeugniſſe nicht in der Nähe anzubringen wiſſen, haupt⸗ ſächlich auf jene angewieſen. Dieſen Geſichtspunkt ſcheint man in frühern Zeiten nicht ſo richtig aufgefaßt zu haben wie in der gegenwärtigen. Die drückenden Verhältniſſe, welche aus den niedrigen Preiſen der übrigen Producte, beſonders aber des Getreides, für die Landwirthſchaft her⸗ vorgingen; die Schwierigkeiten, welche ſich an manchen, E 2 68 von großen Städten und ſtark bevölkerten Gegenden ent⸗ fernt liegenden Orten für den Abſatz der Producte, ſelbſt um jeden Preis, fanden; dagegen die Annehmlichkeit und der hohe Werth der Wolle, mußten den Beſitzern ſolcher fern liegenden Güter die Augen wohl über ihren wahren Vortheil öffnen, und ſie beſtimmen, alle Kräfte zur Grün⸗ dung einer guten Schäferei anzuſtrengen, und dieſer dann den erſten Platz in der ganzen Landwirthſchaft anzuweiſen. Gerade dadurch gewann dieſe aber mittelbar ungemein. Denn, wenn auch die Schäferei der Centralpunkt des Gan⸗ zen wurde: ſo wirkte dieſer doch durch die Geldmittel, die er herbeizog, ſo kräftig aufs Ganze, daß dieſes ſich augenſcheinlich hob und vom drohenden Untergange ge⸗ rettet ward.— Das Geſagte gilt beſonders von den nord⸗ öſtlichen Ländern, namentlich von Pohlen und Preußen. Vergleicht man aber auch in demſelben den Reinertrag einer veredelten Schäferei mit dem aller übrigen land⸗ wirthſchaftlichen Zweige: ſo iſt der Vortheil, in dem jene ſteht, ſo groß, daß es unbegreiflich erſcheint, wie nicht ein jeder, dem nur irgend noch Hilfsmittel zu Gebote ſtanden, dieſen letzten Nothanker erfaßte. Denn be⸗ denkt man, daß dort die Preiſe des Getreides ſo gering waren, daß ſie bei weitem nicht mehr die, in jenen Ländern doch ſo ſehr niedrigen Productionskoſten deckten; daß dagegen die der Wolle ſo hoch ſtanden, daß ſie die Mühe und Aufwand ſelbſt in Ländern reichlich lohnten, wo Grundeigenthum und andre Koſten weit höher ſtehen als dort: ſo bedarf es wohl weiter keines Beweiſes, wie klug derjenige verfuhr, der dieſe ihm dargebotenen Hilfs⸗ wittel wurden ten. 1 ginyen Sb jit die durc finden, ten aus den L0 ernten zwar ſucht, zur An Gutsbe der E. daß e nen. den A werden dann n den, n gen un einen; Ma ten un *) 4 K zel zegenden ent⸗ oducte, ſelbſt mlichkeit und itzern ſolcher hren wahren te zur Grün⸗ ddieſer dann anzuweiſen. ar ungewein. unkt des Gan⸗ ſe Geldmittel aß dieſes ſich tergange ge⸗ en den nord⸗ und Preußen. en Reinertrag übrigen land⸗ in dem jene t, wie nicht - zu Gebote Denn be⸗ des ſo geting die, in jenen koſten deckten; 7, daß ſie di chlichlohnien, it huher ſehen Bwveiſt nt üütenen Hfs⸗ 69 mittel ergriff. Viele thaten dieß aber dennoch nicht, und wurden zu ſpät inne, welche Mißgriffe ſie begangen hat⸗ ten. Andere dagegen ſahen ſich bei Zeiten vor, und ent⸗ gingen auf dieſe Weiſe dem Verderben ihrer Nachbarn. So gibt es z. B. in Oſtpreußen einzelne Gutsbeſitzer, die durch ihre edlen Schafheerden ſich im Wohlſtande be⸗ finden, und dadurch fähig waren, die nachtheiligen Zei⸗ ten auszuhalten, und jetzt von den eintretenden beſſern den Lohn ihres klugen Verfahrens und ihrer Ausdauer Dernten. Dem tiefen Verfalle der Landwirthſchaft hat zwar die Landesregierung in Preußen*) aufzuhelfen ge⸗ ſucht, indem ſie bedeutende Kapitalien darlehnsweiſe zur Anſchaffung von edlen Schafheerden, die unter die Gutsbeſitzer vertheilt wurden, hergab. Leider war aber der Schaden ſchoön zu groß und zu tief eingegriffen, als daß er augenblicklich hätte ſollen geheilt werden kön⸗ nen. Auch ſind dergleichen Maßregeln gewöhnlich von den Regierungen beſſer gemeint, als ſie ausgeführt werden. Wenn ich weiter unten vom Schafhandel ſpreche, dann will ich einige Andeutungen geben, die zeigen wer⸗ den, welchen Schwierigkeiten dergleichen Veranſtaltun⸗ gen unterworfen ſind. 1 1 Die frühern guten Getreidejahre hatten in Preußen einen ziemlich allgemein verbreiteten Wohlſtand gegründet. Man wirthſchaftete nur dem gemäß. Weitläufige Bau⸗ ten und andrer, für das Ganze gar nicht zweckmäßig an⸗ *) Ich muß erinnern, daß ich hier nur von dem eigentlichen Königreiche Preußen rede, und daß dabei die deutſchen Provin⸗ zen der preußiſchen Monarchie nicht mit gemeint ſeyn können, 70 gebrachter Aufwand, zehrten den Nothpfennig, den man ſich hätte halten ſollen, auf. Der verderbliche Krieg von 18⁰7 und die Durchmärſche 1812 und 1815 griffen jenen Wohlſtand aufs empfindlichſte an, und um das bereits beginnende Verderben der Gutsbeſitzer, beſonders der grö⸗ ßern, zu vollenden, entzog ihnen die neue Geſetzgebung noch eine Menge Gerechtſame, auf welche ſie früher freilich einen zu hohen Werth gelegt und zu große Kaufſummen gezahlt hatten.— Als die ſchlimmen Zeiten anfingen, überließ man ſich der Hoffnung auf eine beſſere Zukunft mit einer Art Indolenz, und immer glaubte man, die Zweige der Landwirthſchaft, welche früher ſo viel einge— tragen hatten, müßten bald wieder aufblühen. Darüber verſäumte man die Zeit, etwas anderes, hier beſonders aber die edle Schäferei, an die Stelle zu ſetzen. Als man endlich einſah, was man hätte thun ſollen, da war es leider für die meiſten ſchon zu ſpät, weil bei der allmäh⸗ lig fortgehenden und nun vollendeten Verarmung alle Mittel fehlten, jene anzuſchaffen. Der Staat kann in ſolchen Fällen allerdings helfend ins Mittel treten, aber da, wo dieſe Hilfe ſo vielſeitig angeſprochen werden muß, wo ſie allein alles thun ſoll, und der Hilfsbedürftige aller eigenen Kraft ermangelt, da reicht jene nicht aus. Wenn nun bei Anwendung derſelben noch ſo mancherlei Mängel vorkommen, wie das in ſolchen Fällen faſt un⸗ vermeidlich iſt, dann darf man ſich nicht wundern, wenn wir keine größeren Erfolge ſehen.— Zu läugnen iſt übrigens wohl keineswegs, daß in Preußen für den be⸗ mittelten und rationellen Landwirth kein geringer Ge— winn zu der der müßte wittſſh küeſte wäre, un tur geke bringt. wie de faei bei, u loſten I behauy dieſelb Uibel hühren wirthſe Verhä der Lat W Puovir es aue ihr d am d auch man riellei ig den man he Krieg vun griffen jenen das bereits ders der grö⸗ Geſetgebung rüher freilich Kauſſummen ten anfingen, iſſere Zukunft bte man, die biel einge⸗ n. Darüber er beſonders n. Als man da war es i der almäh⸗ armung alle aaat kann in treten, aber werden muß, ilſsbedürftige ne nicht aus. ſo mancherlei ilen faſt un⸗ undern, wenn a läugnen iſ en für den be— geriuyer Ge⸗ 71 winn zu machen iſt, und daß dieſer vor allen andern in der veredelten Schafzucht zu erlangen ſeyn wird. Dort müßte ſie auch fürs Erſte an die Spitze der ganzen Land⸗ wirthſchaft geſtellt werden: weil nur durch ſie in der kürzeſten Zeit eine ſichere und hohe Rente zu erlangen wäre, und weil ſie auf Gütern, die ſo außer aller Kul⸗ tur gekommen ſind, dieſe am erſten wieder in Aufnahme bringt. Die Erzeugung des Getreides würde ſich ſodann wie von ſelbſt finden, denn: erſtens ſchaffte die Schä⸗ ferei Geld, d. i. den Hebel alles weitern Betriebes, her⸗ bei, und zweitens gäbe ſie auch Dünger für die verwahr⸗ loſ'ten Aecker. Aehnliches, wie von Preußen, läßt ſich von Polen behaupten. Auch dort ſind zum Theil die Verhältniſſe dieſelben geworden, und es würde deshalb dem gleichen Uibel auch durch gleiche Mittel abgeholfen werden können. 4) Aus dem Vorhergehenden folgt nun, daß die ge⸗ bührende Stellung, welche die Schäferei in einer Land⸗ wirthſchaft einnehmen muß, diejenige ſey, die ſie nach Verhältniß ihrer Einträglichkeit gegen die übrigen Zweige der Landwirthſchaft verdient. Wenn ſie, wie eben bewieſen worden, in manchen Provinzen unbedingt den erſten Rang behauptet: ſo gibt es auch wieder Länder, wo es ein Mißgriff ſeyn würde, ihr dieſen anzuweiſen. Ich darf nur z. B. die Gegenden am Rhein, die bevölkertſten Diſtricte von Frankreich, auch manche Parthieen von Italien anführen. Wenn man dort eine Schäferei, und noch dazu, wenn dieſe vielleicht kaum mittelmäßig zu nennen wäre, an die 72 Spitze der ganzen Landwirthſchaft ſtellen und darüber manchen andern ſehr einträglichen Zweig zurückſetzen wollte: ſo würde man ſich durch genau geführte Rechnung ſehr bald von ſeinen Mißgriffen überzeugen können. Daß man aber im entgegengeſetzten Falle eben ſo unklug verfahre, habe ich oben bewieſen. Nirgends hat noch die Schafzucht einen wichtigern Platz behauptet, als in Spanien. Dieſer gebührte ihr aber früherhin mit Recht. Dagegen bringt ſie jetzt, wenn man ſie noch länger in dieſer Stellung erhält, dem Lande den größten Schaden. Denn es iſt ein Unterſchied, ob ſie demſelben, wie früher, jährlich vielleicht mehr als 20 Millionen Gulden und jetzt nicht mehr 10 Millionen einträgt. Nur dieſelbe Höhe, auf der ſie früher ſtand, und dasſelbe Einkommen, das ſie dem Lande ſicherte, könnte ihre jetzt noch behauptete Stellung rechtfertigen. Sie trägt alſo, da ſie jenes nicht mehr bringt, und dieſe doch noch hat, das ihrige zum Ruine des Landes reich⸗ lich bei. 5) Eine ſehr richtige Stellung hat aber die Scha⸗ ferei in der europäiſchen Landwirthſchaft dadurch bekommen, daß ſie eine Menge großer Güterbeſitzer und wiſſenſchaftlich gebildeter Männer zu ihr hingezogen hat, und dadurch zur gründlichern Ausbildung der ganzen Landwirthſchaft we⸗ ſentlich beiträgt. Dies läßt ſich ganz beſonders von Deutſch⸗ land behaupten, ob es gleich auch in den übrigen europäi⸗ ſchen Ländern immer mehr überhand nimmt. Sehr viele Beſitzer großer Ländereien, die ſich früher kaum um deren Ausdehnung und Lage bekümmerten, haben nun durch die auf den Intereſ dieſe be brachtei Beipil hinter ſe das Geft ſochvere um ſein man di doppeln perſöni mittelba dann zz Da de ehrenve ehemal tete es füt eine ſeine La wir hal halten! die ober d durch d anſtalt des Ka einer ſo ſen Kai und darüher ſſetzen wolle: kechnung ſehr n. Daß man lug verfahre, en wichtigern gebührte ihr je jetzt, wenn t, dem Lande tterſchied, ob ot meyr als do Milionen rüher ſtand, ande ſicherte, rechtfertigen. gt, und dieſe Landes reich⸗ er die Schä⸗ hbekommen, iſſenſchaftlich ddadurch zur irthſchaft we⸗ von Deutſch⸗ igen europi⸗ . Sehr biele num un deren nun durch die 7⁵ auf denſelben gegründeten edlen Schäfereien ein großes Intereſſe für dieſelben bekommen. Die hohe Rente, welche dieſe brachten, erregte zuerſt ihre Aufmerkſamkeit und brachte ihnen Vorliebe dafür bei. Dazu kam noch das Beiſpiel, und es ward eine Art von Ehrenſache, nicht hinter ſeines Gleichen zurückbleiben zu wollen. Auch iſt das Gefällige für Gefühl und Auge, was die Wolle von hochveredelten Schafen hat, ein eigenthümlicher Reiz, um ſeine Aufmerkſamkeit auf eine edle Schäferei, wenn man dieſe erſt einmal lieb gewonnen hat, noch zu ver⸗ doppeln. Dadurch nun, daß ſich dieſe großen Güterbeſitzer perſönlich um ihre Schäfereien bekümmerten, lernten ſie mittelbar auch ihre übrige Landwirthſchaft kennen, was dann zum Wohle des Ganzen nicht wenig beitrug.— Da dies aber von ſo Vielen geſchah, ward die Sache ehrenvoll, und gerade das Gegentheil von dem, was ſie ehemals geweſen war. Denn in den frühern Zeiten ach⸗ tete es jeder Adelige, der Beſitzer von Rittergütern war, für eine Art von Schimpf, wenn er ſich perſönlich um ſeine Landwirthſchaft bekümmern ſollte, und jetzt haben wir bald die Ausſicht vor uns, daß man es für entehrend halten wird, wenn der, welcher auf ſeinen Gütern lebt, die obere Leitung derſelben nicht perſönlich übernimmt. Beſonders aber ehrt man den Landbau in Oeſterreich durch die jährlich im Anfange des Mai's in Wien ver⸗ anſtalteten Viehausſtellungen. Die oftmalige Gegenwart des Kaiſers und der Erzherzoge, und das Zuſammentreffen einer ſo großen Menge von Magnaten faſt aus dem gan⸗ zen Kaiſerſtaate, geben der Sache einen hohen Glanz und 74 einen mächtigen Impuls, in der Veredlung immer weiter vorwärts zu ſtreben.— So wie in China die Wichtigkeit des Ackerbaues durch das alle Jahr gefeierte Feſt, bei welchem der Kaiſer perſönlich eine Ackerfurche mit dem Pfluge zieht, aufs glänzendſte anerkannt wird: ſo geſchieht dies hier dadurch, daß das Oberhaupt des Staates per⸗ ſönlich an einem landwirthſchaftlichen Feſte Antheil nimmt, das den Zuſtand und Flor des ganzen Landes in einzelnen Muſtern vor die Augen einer großen Menſchenmaſſe dar⸗ legt. Aehnliche Feſte feiert man in München und Stutt⸗ gard, und auch dort nehmen die Regenten meiſtentheils auf die humanſte Weiſe Theil an denſelben. Preußen und Sachſen ermangeln aber derſelben, und dennoch iſt in dieſen beiden Staaten weder die Landwirthſchaft noch auch insbeſondere die Schafzucht gegen andere Länder zu⸗ rück.— Es mag nicht unintereſſant ſeyn, den Urſachen dieſer Erſcheinung ſowohl, als auch der, warum die Re⸗ genten gedachter Reiche keine öffentliche landwirthſchaftliche Feſte gründen und begünſtigen, ein wenig nachzuſpüren. Sehen wir zuerſt auf Sachſen, ſo ſind die Urſachen, welche die daſige Schafzucht auf ihren hohen Standpunkt hoben, im erſten Bande dieſes Werkes wohl ziemlich genügend auseinander geſetzt. Der Landbau hob ſich mit der Schafzucht zugleich, auch hatte er durch die faſt jeder⸗ zeit in gutem Preiſe ſtehenden ländlichen Erzeugniſſe eine ſtete Aufmunterung zum fleißigen und verſtändigen Betriebe. Dieſe guten Preiſe, die faſt in ganz Deutſch⸗ land immer mit die höchſten ſind, entſtehen aber durch die ſtarke und zum größten Theil wohlhabende Bevölke⸗ rung de Manuſtt del. 6 das Eri Beſtrin alten Zei dieſen Uu wendige Feſten, doch in Dieſe zeitver Streben andern; genden weiſe! ſchaften leichter, ſchnitt über jer In Nonarch Rfehen. dieſelber es dem ſelbſt; auch im zu den gaben, gimmer weite die Wichtißti terte Feſt, bei irhe mit dem d: ſo geſchieht Staates per⸗ Antheil nimmt, es in einzelnen ſchenmaſſe dar⸗ den und Stutt⸗ meiſtentheils den. Preußen d dennoch iſt rthſchaft noch ete Länder zu⸗ den Urſachen vwarum die Re⸗ witthſchaftliche machzuſpüren. d die Urſachen, een Standpunkt wohl ziemlich au hob ſich mit die faſt jeder⸗ en Etzeugriſe id verſtändißen ganz Deuſh⸗ hen aber dur bende Bebölke⸗ 7⁵ rung des Landes, und dieſe wiederum durch die regſamen Manufakturen und Fabriken und den blühenden Han⸗ del. Ein richtiger Tact der Regierung und beſonders das Entfernthalten von allen nutzloſen und hemmenden Beſchränkungen des freien Volksverkehrs hatten dies ſeit alten Zeiten bewirkt und in den neuen erhalten. Unter. dieſen Umſtänden fand die Landesregierung keine noth⸗ wendige Aufforderung zu dergleichen landwirthſchaftlichen Feſten, die neben ihrem großen und unverkennbaren Nutzen doch immer nicht ganz frei von Mängeln bleiben können. Dieſe Mängel ſind denn eine mit Koſten verbundene Zeitverſäumniß der entfernten Theilnehmenden und ein Streben nach Täuſchung, um zu glänzen, und vielleicht andern den Preis abzulaufen, was unter gerade begünſti— genden Umſtänden dem Einen vor dem Andern vorzugs⸗ weiſe leicht werden kann. Dies iſt nun bei kleinen Wirth⸗ ſchaften mit einzelnen Exemplaren von Thieren weit leichter, als bei großen; obgleich bei letztern der Durch⸗ ſchnitt des Adels und des Werthes der Viehheerden weit über jenen ſtehen kann.. In Preußen, d. i. in den deutſchen Provinzen dieſer Monarchie, hat man von jeher dergleichen Volksfeſte wenig geſehen. Der Ernſt der Norddeutſchen ſcheint weniger für dieſelben zu ſeyn, auch hat die Landesregierung immer es dem Walten des Nationalgeiſtes überlaſſen, ſich von ſelbſt zu rühren und zu regen. Und dieſer hat denn dies auch immer ſo kräftig gethan, daß trotz der, im Verhältniß zu den übrigen deutſchen Staaten ungewöhnlich hohen Ab⸗ gaben, die Wohlhabenheit des Volkes nie ſo erſchüttert 76 worden iſt, daß dasſelbe in beſondern Nachtheil gegen vibige ſeine Nachbarn gerathen wäre. witthen Wenn ich Mängel anführte, die den landwirthſchaftli⸗ in Helc chen Volksfeſten ankleben: ſo dürften dieſe bei der Wiener eit ſi Viehausſtellung weniger zu finden ſeyn, da es hier nich Gehuſi auf Preiſe, ſondern vielmehr auf eine Darſtellung abgeſe⸗ zuct aus hen, wie weit man in der Vervollkommnung der Hausthiere des Nit gekommen iſt, und da ſich dort zugleich Gelegenheit für die⸗ als jene jenigen darbietet, welche ſolche vollkommene Exemplare gern V S erwerben möchten, dieſelben zu bekommen; wodurch denn haben zugleich für deren Eigenthümer der Vortheil entſteht, den Landw Lohn ihres Fleißes, durch die hier erhaltene Vergütigung des lrtheit vollen Werthes ſo ausgezeichneter Thiere, zu ernten. inzelne In Frankreich ſcheinen ſich dergleichen Ausſtellungen eigenen bilden zu wollen. So veranſtaltet z. B. Herr Ternaux. 8 alljährlich eine Zuſammenkunft von den Magnaten des V nung Reichs bei ſich in St. Ouen, wo ſowohl über ausgezeich⸗ f d nete Thiere, beſonders Schafe, ein Urtheil gefällt, als auch V auf di über das Intereſſe der Landwirthſchaft berathſchlagt wird. V Gtoßen In Spanien könnte man das Zuſammenkommen der Denn Heerdenbeſitzer, ſo wie ihrer Schafherden bei den Schur⸗ zu wen häuſern eine ſolche Vereinigung nennen. Wenigſtens hat ſie in Ver das Gute, daß man gegenſeitig ſieht, was man hat, und cht daß die Käufe von Wolle ſowohl als von Zuchtvieh ſo raic meiſtentheils dort abgeſchloſſen werden. kann So ſind es in England wiederum die großen Vieh⸗ rung märkte, die für eine ſolche Ausſtellung gelten können, ihrer b und wo das Vollkommenſte von Vieh(deſſen letzter und Dasſel * Hauptzweck hier immer das Fleiſch bleibt) anzutreffen iſt. doch in Nachtheil geg ndwirthſchafti⸗ bei der Wiener a es hier nicht ſtellung abgeſe⸗ der Hausthiere ggenheit für die⸗ Eremplaregern az wodurch denn eil entſteht, den gergütigung des uernten. Ausſtellungen ert Ternaur Magnaten des her ausgezeich⸗ fällt, als auch thſchlagt wird. henkommen der ei den Schur⸗ rigſtens hat ſi man hat, und von Zuchtrich te großen Viej⸗ gelten können, eſſen lebte und )anzutreftn iſt. ⸗ 77 Uibrigens ſind aber auch die Verſammlungen von Land⸗ wirthen auf ihren Beſitzungen, z. B. die bei Herrn Corc in Holcham u. a. gewöhnlich ſo zahlreich beſucht, und die Zeit wird daſelbſt mit der Verhandlung von ſo lehrreichen Gegenſtänden über Landwirthſchaft und namentlich Schaf⸗ zucht ausgefüllt, daß unſre Schafzüchtervereine uns kaum des Nützlichen und Wiſſenswerthen mehr zu Tage fördern als jene Verſammlungen. Solche öffentliche Ausſtellungen von Muſterthieren haben aber allezeit das Gute, daß ſie zur Belehrung der Landwirthe beitragen: indem ſie die Befangenheit im Urtheile aufheben und hier den Typus der Vollendung in einzelnen Exemplaren aufſtellen, nach dem ſie in ihren eigenen Wirthſchaften zu ſtreben haben. In Schweden hat die Schafzucht zu wenig Ausdeh⸗ nung und alſo auch keine ſo hohe Wichtigkeit, als daß ſie auf den erſten Platz einer Landwirthſchaft geſtellt und auf dieſe Weiſe ſo ehrenvoll werden könnte, daß die Großen des Reichs ſich beſonders damit befaſſen ſollten. Denn geſchieht dies auch in einzelnen Fällen: ſo iſt es zu wenig allgemein, als daß es z. B. mit Deutſchland in Vergleich kommen ſollte. So lange in einem Lande nicht, wie hier, ein Zweig der Landwirthſchaft zu einer ſo reichen Quelle des Nationalwohlſtandes wird, ſo lange kann er auch nicht die Aufmerkſamkeit der Landesregie⸗ rung ſowohl als der Großen des Reichs erregen, und zu ihrer beſondern Theilnahme an demſelben aufmuntern.— Dasſelbe läßt ſich auch von Dänemark ſagen. Da je⸗ doch in neurer Zeit junge Männer aus jenen Reichen ihre 78 landwirthſchaftliche Ausbildung auf der deutſchen Aka⸗ demie des Landbaues in Möglin vollendet, und da ſie dort die Wichtigkeit der veredelten Schafzucht deutlich genug kennen gelernt haben: ſo iſt wohl zu erwarten, daß ſie in ihrem Vaterlande alles aufbieten werden, dieſen einträglichen Zweig dorthin zu verpflanzen. Durch ihr Beiſpiel muß denn die Aufmerkſamkeit erregt werden, und man wird das Edle, das in frühern Zeiten dort ſchon eingeführt war, aus den mannigfaltigen Vermi⸗ ſchungen, die es bis jetzt erfahren hat, zu ſcheiden ſuchen und mit dem neu eingeführten Beſſern vereinigen. Die Schäfereien werden daher gewiß auch dort in ihren Stel⸗ lungen ungemein gewinnen. Welch' ehrenvollen Platz man ihnen in Rußland anweiſet, iſt ſchon angeführt. Nach allem dem Geſagten iſt es denn klar, daß die veredelte Schafzucht in der neuern Zeit einen bedeutenden Einfluß auf die ganze Landwirthſchaft ausgeübt, und daß ſie die wohlthätigſten Umformungen herbeigeführt habe. C. Behandlungsart der Schafe. Dadurch, daß durch Einführung der veredelten Schafe und insbeſondere der Merinos nicht allein in dem ganzen Schäfereiweſen, ſondern auch in der Land⸗ wirthſchaft überhaupt eine große Umformung vorgekommen iſt, muß denn natürlicherweiſe die Behandlungsart der Schafe eine Veränderung erlitten haben. Dieſe Behandlungsart iſt aber ſo mannigfach und erſtrect ſ in zwi! di Veryſegl ihrt dort grundſät dingeni Wo dem u menſuch dieſes k Päldern dem Sch neuern; theil. faſt als das Ful ſoviel, im erſte untomm Polle, ſo erzen Menge in hohe G kationel ftraße ge deutſchen Ah⸗ et, und da ſi fzucht deutii erwarten, daß derden, dieſen en. Durch ihr erregt werden, en Zeiten dort altigen Vermi⸗ ſcheiden ſuchen rreinigen. Die in ihren Etel⸗ in Rußland rklar, daß die en bedeutenden eübt, und daß geſührt habe. Schafe. eer veredelten icht allein in in der Land⸗ vorgekonnen dlungzart der annigfach und 79 erſtreckt ſich auf ſo vielerlei, ds ich bns zeiſgeghe Thema in zwei rabtheilungen bringen muß. 18 es unennagen de äußere Behandlung, d. i. die Verpflegung und die Unterhaltung, und zweite die e dun ihrer Fortpflanzung oder die in Ausübung ge rachte ätze ihrer Züchtung. Gunufite aeait der daan eeehd iſt vor allen Wi i ütterung zu beachten. Dineaher in ninhern Zeiten den Schafen⸗ außer dem, was ſie ſich höchſt mühſam auf der Weide zuſam⸗ menſuchten, faſt gar nichts zukommen ließ; wenn ſie ſi dieſes kümmerliche Futter oft ſogar im Wimter in den Wäldern und auf Haiden, gleich den Nennthieren, unter dem Schnee hervorſcharren mußten: ſo thut man in der neuern Zeit hin und da faſt wieder zu viel im Gegen⸗ theil. Man läßt ihnen eine Ernährung zukommen, die faſt als Maſtung gelten könnte; man verwüſtet ſo zuinden das Futter mit ihnen, und reicht pjelleicht 100 tücken ſoviel, als wovon deren 125 geſättigt werden könnten. V Das eine wie das andere iſt fehlerhaft und bringt gewöhnlich ſeine Strafe von ſelbſt mit ſich. Wenn z. B. im erſten Falle die armen Thiere vor Hunger zundehei umkommen, und nicht allein eine ſehr geringe 3 enge Wolle, ſondern auch dieſe noch von weniger Güle bringen 1 ſo erzeugt man im zweiten durch das nihe naßs eine Menge Krankheiten und verſchlechtert die Güte der 3 e in hohem Maße. Zwiſchen dieſen Pehlern ter hatan rationelle Schafzüchter die rechte und glückliche S ei ſtraße gefunden, und ich will nun hier zeigen, welche dieſ 90 80 ſey, und wie man ſich am beſten auf dieſelbe begeben und am ſicherſten darauf erhalten könne. Auffallend iſt es, daß man bei der Aufmerkſamkeit, welche man auf die Schafzucht verwendet, und bei den mannichfaltigen Mittheilungen, die man über die Ernäh⸗ rung der Schafe gibt, noch nicht einmal darüber ganz im Klaren iſt, welches Futter, und in welchem Maße gereicht, denſelben am zuträglichſten iſt. Jedem ſchreibt freilich ſeine Localität und die übrigen Verhältniſſe ſeiner Land⸗ wirthſchaft faſt immer vor, was und wie er füttern ſolle, aber dennoch können dabei gewiſſe Abwechſelungen und vortheilhafte Eintheilung die Sache günſtig ſtellen.— In Wirthſchaften, die keine ausgedehnte Wieſenflächen und außerdem auch keinen kleewüchſigen Boden haben, iſt man ganz beſonders auf die Kartoffelfütterung gekom⸗ men, und ſie allein iſt das Mittel geworden, vermöge deſſen man eine ſtärkere Schafhaltung durchzuſetzen im Stande war. Dieſe Fütterungsart fand, da ſie etwas Neues war, Anfechtungen und Ausſtellungen aller Art. Man hielt ſie anfangs der Geſundheit der Schafe nicht vollkommen zuträglich, und als man durch Erfahrung von dem Un⸗ grunde dieſer Beſchuldigung überzeugt wurde, machte man ihr den Vorwurf, daß durch ſie die Wolle verſchlechtert würde. Dies Vorurtheil, denn als ſolches hat es ſich jetzt gefunden, ward beſonders von den Wollhändlern und Fabrikanten genährt. Ehe man in den gedachten Schä⸗ fereien zur Aushilfe der Kartoffeln ſchritt, hatte man immer höchſt ſparſam füttern müſſen. Wenn dies nun nur nicht bis zur Hungerleiderei ausartete, ſo bekam die Wolle, d dabei giſ geviſtn geſegt if qualtit a! termehrten utter re meht etwe was ma Tadel zu fütterun wo ſie b nigelmäß da verlot Qualität könnte ausgeſot Polle fü jielten, Sch Urtheile! bein Füt hatten ſie nicht ine ihrer en bemerkt auch hin Da, wo Schafe d Glner's dieſelbe begin 2 Aufmerkſamtin det, und bei m über die Ernit⸗ darüber ganz in im Naße gereich, ſchreibt freili niſſe ſeiner Land⸗ wie er füttern e Abwechſelunger günſtig felen.— kte Wieſenflächen n Boden haben, fütterung gekom⸗ en, vermöge deſſen etzen im Stande was Neues war, rt. Man hielt cht vollkommen Fvon dem Un⸗ nde, machte man le verſchlechtert Zhat es ſich jett ollhändlern und gedachten Sti⸗ ritt, hatte man Wenn dies nn ete, ſo belan di 8¹ Wolle, da ohnehin die Schafe bei einer knappen, aber dabei geſunden Fütterung zur Feinheit hinneigen, einen gewiſſen Grad von Zartheit und Annehmlichkeit. Beiläufig geſagt, iſt dies auch ein Hauptgrund zu der guten Woll⸗ qualität auf trocknen Bergtriften. Wenn man nun bei vermehrtem Kartoffelanbau den Schafen ein reichlicheres Futter reichen laſſen konnte: ſo bekam die Wolle nun⸗ mehr etwas, wenn auch nur in geringem Grade, von dem, was man Uiberfütterung nennt, und dies zog ihr den Tadel zu, den man jetzt einzig und allein auf die Kartoffel⸗ fütterung ſchob.— Wo man dieſe aber nicht übertrieb, wo ſie vielmehr das Mittel wurde, die Schafe nun mehr regelmäßig und weder zu ſtark noch zu ſchwach zu ernähren, da verlor deren Wolle nicht allein nichts von ihrer guten Qualität, ſondern ſie gewann vielmehr dabei. Daher könnte es denn auch kommen, daß die Wollkäufer in ihren ausgeſprochenen Urtheilen oft ſo ſehr fehl gingen, und Wolle für ſolche, die bei Kartoffelfütterung erzeugt wäre, hielten, die es nicht war, und eben ſo umgekehrt. Schafzüchter, die ſich durch dergleichen incompetente Urtheile beſtimmen ließen, wurden nun in ihrem Verfahren beim Füttern ihrer Schafe ſchwankend, und gerade dadurch hatten ſie großen Nachtheil. Diejenigen aber, welche ſich nicht irre machen ließen, erhöhten die Menge und Güte ihrer erzeugten Wolle. Wie aber dasſelbe, was, wie oben bemerkt worden, die Güte der Wolle herabſetzte, dieſelbe auch hinwiederum erhöhen konnte, das liegt in Folgendem. Da, wo man ohne die Aushilfe der Kartoffeln ſeine Schafe darben laſſen mußte, litt die Wolle und ward Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz⸗ II. Bd. F 8³ das, was man hungrig nennt. Dies iſt ganz beſonders bei Mutterſchafen der Fall. Bekommen dieſe nun aber als Zulage zu ihrem dürftigen und knappen Futter, be⸗ ſonders während ſie ihre Lämmer ſäugen, eine Zulage von Kartoffeln: ſo erſetzt ihnen dieſe die verlornen Säfte, und dies wirkt höchſt günſtig auf ihre Wolle. Dieſer für die Erzeugung einer hochedlen Wolle höchſt wichtige Gegenſtand veranlaßt mich hier zu einer kleinen Digreſſion. Es iſt von den meiſten Schafzüchtern noch lange nicht genug anerkannt, welch' einen großen Einfluß die Fütterung und Haltung der Schafe auf deren vorzügliche Wolleigenſchaft habe. Gehen wir auf die natürliche Er⸗ zeugung der Wollhaare zurück: ſo wird uns dieſe Wich⸗ tigkeit ſehr bald einleuchten. Von der Bildung der Haut und deren Zellengewebe hängt das Hervorſprießen der Woll⸗ haare ab. Wie dies in ſeinem Beginnen ſowohl, als in ſeinem Wachsthume dürch dieſes Zellengewebe genährt werde, darnach richtet ſich denn auch ſeine innere Güte. Wird die Haut ungewöhnlich gereizt, z. B. durch zu große Stallhitze und wieder ſchnelle Abkühlung; durch üppiges Futter und wieder folgenden Mangel; durch erzeugte ſcharfe Säfte und wieder allzulinde ꝛc.: ſo zeigt ſich der Einfluß deſſen auch auf die Wolle. Iſt es doch bei den Haaren der Menſchen und Thiere derſelbe Fall.— Dar⸗ aus folgt aber, daß die Wolle der Schafe alsdann alle⸗ mal ihre höchſte natürliche Güte erreichen werde, wenn dieſelben vor allen Extremen ſo viel als möglich bewahrt bleiben. Demnach iſt eine gleichmäßige, dem Bedür rung! mag ih wolle, fundhe Sit hat ruch jed gündlih Wichtig ten un rigkeit leitung boralitit zulißt. D füng Vorurt gewöhn das nt rungimi und hab vervand bei dem nicht ſo Diesh benen! gleichm N gegründ ſt ganz beſorder dieſe nun äher pen Futter, be n, eine Zulge verlornen Säfte bolle. den Volle höchſt zu einer kleinen htern voch lange roßen Einfluß die deren borzügliche die natürliche Er⸗ uns dieſe Wich⸗ Bildung der Haut ſprießen der Vol⸗ en ſowohl, als in tewehe genührt ine innere Güte. g. durch zu große 3 durch üppiges Bdurch erzeugte ſo zeigt ſich de ſ es doch bei d be Pil.—M⸗ hafe alsdam ille cen wede, vimn ls niih hmaße nißige, dem 85 Bedürfniß jederzeit angemeſſene Ernäh⸗ rung unter allen Umſtänden die beſte, ſie mag übrigens beſtehen, woraus ſie immer wolle, vorausgeſetzt, daß ſie nie der Ge⸗ ſundheit der Schafe zuwider ſey. Dieſer Satz hat ſich dem aufmerkſamen rationellen Schafzüchter auch jederzeit und unter allen Umſtänden als wahr und gründlich beſtätigt.— Er iſt übrigens von der höchſten Wichtigkeit, weil er die ſcheinbar hie und da der veredel⸗ ten und höhern Schafzucht im Wege ſtehenden Schwie⸗ rigkeiten beſeitigt, und bei verſtändiger Anordnung und Leitung die Züchtung von edlen Schäfereien faſt in allen Localitäten und allen landwirthſchaftlichen Verhältniſſen zuläßt. Diejenigen, welche, entweder ohne alle weitere Prü⸗ füng oder auch weil ſie dieſelbe nie nöthig hatten, ein Vorurtheil gegen die Kartoffelfütterung haben, meinen gewöhnlich, es ſey ein gutes Heu unter allen Umſtänden das naturgemäßeſte und folglich auch das geſündeſte Nah⸗ rungsmittel für die Schafe. Dieſe bedenken aber nicht, und haben auch ihre Aufmerkſamkeit nicht genug darauf verwandt, um Erfahrungen darüber zu ſammeln, daß auch bei dem geſündeſten und beſten Heue die Schafe oft gar nicht ſo ſichtbar gedeihen, vielmehr ſich recht übel befinden. Dies hat ſeinen natürlichen Grund in der oben angege⸗ benen Urſache: weil man ihnen dies Futter nämlich nicht gleichmäßig und dem Bedürfniſſe ſtets angemeſſen reicht. Meine langjährigen, auf ſorgfältige Beobachtungen gegründeten Erfahrungen haben mir bei der Fütterung F 2 84 der Schafe die Regel vorgeſchrieben, denſelben ſteis ihr Maß, deſſen ſie zu ihrer Ernährung bedürfen, in der Art zu reichen, daß bei einer zweckmäßigen Abwechslung ihnen auch zwiſchen jedem Futter Zeit genug zum Wiederkäuen und Verdauen bleibe. Wollte man ihnen z. B. bei dem hinlänglichen Vorrathe von Winterfutter, welches aus Heu, Kartoffeln, Stroh, Wicken ꝛc. beſteht, jede Futter⸗ art mehrere Tage ohne alle Abwechslung hinter einan⸗ der reichen laſſen: ſo würden ſie dieſe ſchon nicht ſo gern verzehren und ſich auch gewiß nicht ſowohl befinden. Dasſelbe Verfahren iſt auch gut, wenn man es bei der Weide im Sommer beobachtet. Selten wird es ſich finden, daß alle Weiden von gleicher Beſchaffenheit ſind. Daher iſt es gut, mit denſelben zu wechſeln, und es dem Schäfer zur Pflicht zu machen, in einzelnen Perioden bald dieſe bald jene abzuhüten. Ohnehin ſchreibt ja die größere oder ge⸗ ringere Trockenheit derſelben einen Wechſel bei der ver⸗ ſchiedenen Witterung vor. Ob Wieſen⸗ oder Kleeheu den Vorzug verdiene, darüber iſt man auch noch nicht allgemein einverſtanden. Jedoch iſt wohl ſoviel gewiß, daß erſteres dem zweiten vollkommen gleich zu ſchätzen ſey, wenn beides gut ge⸗ erntet und jenes nicht von naſſen Wieſen iſt, und aus ſauern Gräſern beſteht. Anſtatt Kartoffeln füttert man auch hie und da Kohlrüben, Runkeln ꝛc. Letztere geben den Mutter⸗ ſchafen viele und gute Milch, und tragen zu einer gu⸗ ten Lämmerzucht ſehr viel bei. Dasſelbe gilt auch von den Kartoffeln. Bei dieſen will ich nur noch bemerken, daß, we den Sch geben ne Abgeſehe Schafe ne ungünſti witken. natkotiſe ſen, ſ In ger anderen und wie der Ein günſſig fahrune mit di Unbefa der Fal angefüll zeugt h R de Kar zu gebe fült w ben. der H thätig zeuge d man ih ſelben ſteizin en, in der A ſchslung ihnen Wiederkäuen 5. B. bei dem velches aus :, jede Futter⸗ hinter einan⸗ n nicht ſo gern wohl befinden nan es bei de es ſich finden ind. Dahtrit em Schäftr zut bald dieſe bald rößere oder ge⸗ el bei der bet⸗ zu berdiene, einberſtanden. dem zweiten beides gut ge⸗ ſſ, und aus hie und d den Nuütter⸗ zu einer gl⸗ gitt auh wn oc hbemerken, 85. daß, wenn man ihre Fütterung zu ſehr übertreiben und den Schafen mehr als die Hälfte ihrer Ernährung davon geben wollte, dies leicht Nachttheile herbeiführen dürfte. Abgeſehen davon, daß es am Ende der Geſundheit der Schafe nachtheilig werden könnte: ſo würde es gewiß auch ungünſtig auf deren Haut und folglich auch auf die Wolle wirken. Die natürliche Schärfe, die ſie vermöge ihres narkotiſchen Gehaltes haben, müßte, im Uibermaße genoſ⸗ ſen, ſich zu ſehr entwickeln und jene Nachtheile äußern. In geringerem Maße aber und mit Abwechſelung von anderem Futter gegeben, wird jene Schärfe gemildert, und wie ich glaube, gerade nur ein wohlthätiger Reiz der Eingeweide und der Haut hervorgebracht, der eher günſtig als nachtheilig ſich entwickelt. Wer hierüber Er⸗ fahrungen ſammeln will, der muß ſeine Beobachtungen mit vielem Fleiße und Scharfſinn und mit der größten Unbefangenheit machen. Gewöhnlich iſt dies aber nicht der Fall, und man iſt ſchon mit Vorurtheilen dagegen angefüllt, noch ehe man ſich von ihrem Nachtheile über⸗ zeugt hat. Nan hat zuweilen auch ſchon den Satz aufgeſtellt, die Kartoffeln ohne alle Beimiſchung, als Häckerling ꝛc. zu geben, indem dadurch nur der Wanſt der Schafe ge⸗ füllt werde, ohne ihnen an Nahrungsſtoffe etwas zu ge⸗ ben. Dies iſt ein Trugſchluß. Denn nicht allein, daß der Häckerling, Spreu ꝛc. die Näſſe der Kartoffeln wohl⸗ thätig abſorbiren, ſo würden auch die Verdauungswerk⸗ zeuge der Thiere viel zu ſehr angegriffen werden, wenn man ihnen die Kartoffeln ohne alle Beimiſchung geben 86 wollte, indem es eines gewiſſen Volumens bedarf, in rununie welchem die ernährenden Stoffe eingehüllt ſind, und aus Byden b welchen ſie die Thätigkeit der Verdauungswerkzeuge der cere h Thiere ausſcheidet. 3 3 b 6 Hinſichtlich des Winterfutters iſt man in unſern nizit, Zeiten für die Schafe ungleich beſorgter als in den frü⸗ ii inme hern. In jeder guten Schäferei iſt man gewiß darauf 9 bedacht, davon einen Vorrath zu haben, der vom Anfange ungemen des Novembers bis in die Mitte des Aprils ausreicht. Dääaber Wenigſtens muß man dies in den nördlichen europäiſchen daß e Ländern. In Frankreich, Spanien und Italien, ja ſelbſt b— in England hat man es wegen des kürzern Winters freilich gem We nicht ſo nöthig. Ehemals hätte man es ohne den Ruin V Al der ganzen Wirthſchaft wohl auch nicht für möglich ge⸗ V Anbaue halten, die Schafe faſt ein halbes Jahr im Stalle aus⸗ ewod zufüttern. Und mit dieſem kommt man im nördlichen b Rußland und in Schweden noch nicht einmal aus. Pinnter Ich muß hier noch eines Fütterungsmittels erwäh⸗ anr die nen, wovon vor wenigen Jahren noch großes Weſen, be⸗ erwieſer ſonders in Schleſien und der Mark Brandenburg gemacht man ſie ward. Ich meine das Laub der Erdſchocken oder Topi⸗ keinem namburs. Ob es gleich nicht gerade zu läugnen iſt, daß mnn ſe es ein recht angenehmes und geſundes Futter für die allin ſe Schafe gibt: ſo ſind doch deſſen ungeachtet dem Anbau heite! dieſer Topinamburs nach längern Erfahrungen folgende jet du Ausſtellungen zu machen: man d 1) Geben ſie auf Boden, worauf man ſie ohne aauf eit Nachtheil gegen andere Früchte anpflanzen kann, doch zuziehe nicht Maſſe genug, um zu ihrem Anbaue beſonders auf⸗ E bedarf, in nd, und aus ertzeuge der in unſern in den frü⸗ fewiß darauf om Anfange s auzreicht. europäiſchen ien, ja ſelbſt nters freilich e den Ruin möglich ge⸗ Stalle aus⸗ n vördlichen tal aus. ttels erwaͤh⸗ Weſen, be⸗ urg gemacht oder Topi⸗ gen iſt, daß utter für die dem Anbau gen folgende nan ſie ohte kann, doch ſonders auf⸗ 87 zumuntern. Sollen ſie dies: ſo erfordern ſie einen guten Boden, der an Klee und Kartoffeln allemal ein reichli⸗ cheres und ſichereres Futter geben wird. 2) Iſt ihre Ausrottung ſo ſchwer, ja beinahe un⸗ möglich, daß faſt jede nach ihnen gebaute Frucht durch ihr immer wieder kommendes Ausſchlagen leidet. 5) Iſt aber auch die Ernte dieſes Laubes dadurch ungemein erſchwert, daß ſie erſt ganz ſpät im Jahre, im Oktober vorgenommen werden kann; woher es denn kommt, daß es ſehr häufig verdirbt, und 4) Sind die Knollen als Viehfutter von höchſt gerin⸗ gem Werthe und den Kartoffeln in keiner Art gleich. Alle dieſe Nachtheile hat man denn auch bei dem Anbaue der Topinamburs empfunden und ſie ſind Urſache geworden, daß man ſie meiſt wieder aufgegeben hat. Ein Vorurtheil, welches die Schafmeiſter bei der Winterfütterung der Schafe auch beſonders hatten, war die Furcht vor allem Tränken. Wenn es nun gleich erwieſen iſt, daß es den Schafen nicht heilſam ſey, wenn man ſie zu viel trinken läßt: ſo unterliegt es doch auch keinem Zweifel, daß man durch die Qual des Durſtes, der man ſie in frühern Zeiten meiſt ausſetzte, ihnen nicht allein ſehr wehe that, ſondern auch zu manchen Krank⸗ heiten Veranlaſſung gab.— Es iſt vielmehr gewiß und jetzt durch viele Erfahrungen beſtätigt, daß Schafe, denen man das klare Waſſer nie vorenthält, deſſen ſelten ſoviel auf einmal zu ſich nehmen, daß ſie ſich dadurch Schaden zuziehen. Etwas zur Geſundheit und zur Beförderung der guten 3 —— 88 Verdauung der Schafe iſt auch die Salzlecke. So ſehr auch manche, ſonſt ſehr rationelle Schafzüchter bemüht ſind zu be⸗ haupten, daß dies eine bloße Verwöhnung der Schafe ſey: ſo ſehr ſpricht doch alle Erfahrung dafür, daß dieſelbe in ho⸗ hem Grade heilſam und zum guten Gedeihen der Schafe und zur kräftigen Entwickelung der Wolle faſt unumgänglich nöthig ſey. Uibertreibung hierin iſt, wie bei jeder Sache, ſchädlich und macht nur unnöthige Koſten; aber ein in beſtimmten Zeiten wiederholtes Geben des Salzes erhält die Schafe ſtets bei gutem Appetite und hat auf ihr gutes Gedeihen ſichtbaren Einfluß. Man kennt dies auch ſo ziemlich allgemein, und auch in Spanien würde man das Auslaſſen desſelben für einen großen Mißgriff halten. Hinſichtlich der Ernährung der Schafe im Sommer auf den Weiden hat man in Vergleich zu den frühern Zeiten ſehr große Verbeſſerungen getroffen. Von Kul⸗ tivirungen ſolcher Weiden, wodurch man deren Graswuchs vermehrt und ungeſunde Stellen verbeſſert, wußte man ſonſt nichts. Man überließ dieſelben der Natur und glaubte es als ein unvermeidliches Uibel betrachten zu müſſen, wenn durch ungeſunde Gräſer auf denſelben Krankheiten in den Heerden entſtanden. Jetzt hat man an ſehr vielen Orten angefangen, durch eine zweckmäßige Verbeſſerung ſolcher Weiden deren Ertrag ungemein zu vermehren, ſo daß man zuweilen mehr als das Doppelte auf ihnen wachſen ſieht, und auf der halben Fläche eine eben ſo große Anzahl Schafe ernähren kann, wie früher auf der ganzen. Dadurch hat man denn einen doppelten Gewinn: einmal trägt der Grund und Boden eine zwei⸗ der Sach mal ſoh auch jede ders die Tagen, d in dieſet kann. F „Scafßue ziht, a eniger din hier können iſt um N frellich ab. 4 ſtreitig heſonden geraded und für fteilich Samen Schafw hat ma Da jed der G. ſolchen da ma wüthen So ſehr au iht ſind zube⸗ r Schafe ſey: eeſelbe in h⸗ rSchafe und mumgänglich jeder Sache, aber ein in Balzts erhält hat auf ihr unt dies auch würde man griff halten. im Sommer den ſrühern .Von Kul⸗ n Graswuchs wußte man Natur und etrachten zu f denſelben etzt hat man zweckmäßige ungemein zu das Doppelt n Fläche eine 1 wie früher nen doppelten den einezwei⸗ 39 mal ſo hohe Rente wie ehemals, und zweitens iſt man auch jederzeit vor Mangel geſichert, und man hat beſon⸗ ders die große Bequemlichkeit, daß man bei regnichten Tagen, die oft nur einige Stunden das Weiden zulaſſen, in dieſer kurzen Zeit doch ſeine Schafe zur Noth ſättigen kann. Freilich iſt dieſe große Verbeſſerung, die nicht die Schafzucht allein, ſondern auch den ganzen Landbau an⸗ geht, außer England faſt nur in Deutſchland erſt in einiger Allgemeinheit eingeführt; aber einzelne Beiſpiele, die hiervon auch in Frankreich ſchon aufgeſtellt worden, können ſehr bald zur Nacheiferung aufmuntern. Dies iſt um ſo weniger zu bezweifeln, als das Vortheilhafte der Sache gar zu ſchnell und klar einleuchtet. Womit man die Weiden anſäen wolle, das hängt freilich von der individuellen Anſicht des Schafzüchters ab. Klee, mit Grasſämereien gemiſcht, wird aber un⸗ ſtreitig allemal die beſte und geſündeſte Weide geben, beſonders wenn man von den Gräſern und Kräutern gerade diejenigen wählt, die den Schafen am angenehmſten und für ihre Geſundheit am zuträglichſten ſind. Es iſt freilich etwas ſchwieriger, einen dergleichen gemiſchten 3 Samen aufzubringen, als wenn man zur Beſämung der Schafweiden nur den Klee wählt, und aus dem Grunde hat man denn auch dieſem überall den Vorzug eingeräumt. Da jedoch manchen aufmerkſamen Schafzüchtern hinſichtlich der Geſundheit der Schafe Bedenklichkeiten wegen einer ſolchen immerwährenden Kleeweide aufgeſtoßen ſind, und da man geneigt iſt, manche in den Heerden verderblich wüthende Krankheiten dieſer zuzuſchreiben: ſo verdient 99 die Sache wohl, daß man fernere ſorgfältige Beobach⸗ tungen darüber mache und ſie einer ſtrengen Prüfung unterwerfe. Was ich davon halte, und die Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, will ich hier mittheilen. Hat man die Weide bloß mit weißem Klee beſäet: ſo laſſen die Schafe, beſonders aber die Lämmer, den⸗ ſelben zuletzt faſt unangerührt, wenn man nicht zuweilen mit einer Grasweide wechſelt. Es gibt freilich Boden, der bei ſeiner natürlichen Graswüchſigkeit eine Menge anderer Gräſer zwiſchen dem Klee hervortreibt, da findet ſich denn die den Schafen angenehme Miſchung von ſelbſt. Aber von dieſem ſpreche ich hier nicht, ſondern von einem ſolchen, der den Klee faſt nur allein hervor⸗ bringt. Miſcht man jedoch unter den weißen ungefähr ein Viertheil rothen: ſo wird er den Schafen angeneh⸗ mer, und ſie nehmen eine ſolche Weide jederzeit gern an und freſſen ſie rein ab. Nun haben manche Schaf⸗ züchter, die früher nur natürliche Weiden hatten, jetzt, nachdem ſie dieſelben mit Klee beſtellen, die Bemerkung machen wollen, es fänden ſich ſeitdem mehr Dreher, ja ſogar auch Traber unter dem jungen Viehe ihrer Heerden. Ich bin nach meiner Localität nur auf Kleeweiden an⸗ gewieſen, und habe in manchen Jahren faſt gar keine, in andern wieder mehrere Dreher gehabt. Letzteres traf mich allemal alsdann, wenn ich allgemein dieſe Klage hörte. Es rührte alſo nicht von der Weide, ſondern von dem Jahrgange und den Einwirkungen der Witterung und Luft her. Was die Traberkrankheit anbelangt, ſo iſt ihre Entſtehung oder auch nur ihre Beförderung durch Kleeweide daß man am meiten am verig jeit uf ge deß die K niemals n ngrachte zong ihr weilen d N handlung man ſie o Witterun (Pferche ſchon de rauheres ſchlag der Vaterlan daß dieſe aushalte iſt de E iſ da gebract Fett in recht ei darauf keit, kal ken.— tige Beobach⸗ gen Prüfung Erfahrungen, ttheilen. Klee beſaet: immer, den⸗ icht zuweilen eilich Boden, teine Nenge eibt, da findet Miſchung von icht, ſondern allein hervor⸗ gen ungefähr fen angeneh⸗ jederzeit gern anche Schaf⸗ hatten, jetzt, Bemerkung Dreher, ja zeer Heerden. eeweiden an⸗ aſt gar keine, detzteres trif dieſe Klage „ſondern von der Witterung anbelangt, b rderung durch 9³ Kleeweide ſchon durch den einzigen Umſtand widerlegt, daß man dieſe Krankheit in den ſächſiſchen Schäfereien am meiſten findet, wo man noch bis jetzt die Kleeweiden am wenigſten kennt.— Meine Erfahrung, die ſich jeder⸗ zeit auf genaue Beobachtung gründet, hat mich gelehrt, daß die Kleeweide, wenn ſie mit Vorſicht benutzt wird, niemals nachtheilig iſt, daß es aber den Schafen deſſen⸗ ungeachtet zur Dauer ihrer Geſundheit und zur Rei⸗ zung ihres Appetites heilſam ſey, wenn man ihnen zu⸗ weilen dazwiſchen eine Grasweide anweiſen kann. Nächſt der vernünftigeren und ſorgfältigeren Be⸗ handlung der Schafe in Hinſicht ihrer Ernährung ſetzt man ſie auch in neuerer Zeit weniger den Anfällen der Witterung aus. Das Uibernachten guf freiem Felde (Pferchen) kann in den nördlichen Gegenden den Merinos ſchon deshalb nicht zuträglich ſeyn, weil ſie hier ein weit rauheres Klima und bei weitem einen ſtärkeren Nieder⸗ ſchlag der Luft zu ertragen haben als in ihrem eigentlichen Vaterlande.— Man wolle mir hier ja nicht einwenden, daß dieſelben ja bis zu einer ſehr hohen nördlichen Breite aushalten und ſich fortpflanzen. So wahr dies iſt, ſo iſt die Sache doch eine andere. In den warmen Tagen iſt der Körper derſelben zu einer ſtarken Transpiration gebracht, die den Merinos von Natur eigen iſt, wie das Fett in ihrer Wolle beweiſt; dadurch ſind ſie nun ſo recht eigentlich in ihre Natürlichkeit verſetzt. Die ſchnell darauf folgende Kühle, verbunden mit ſtarker Feuchtig⸗ keit, kann dann nicht anders als nachtheilig auf ſie wir⸗ ken.— Iſt es doch mit dem Menſchen derſelbe Fall. 92 Er verträgt alle Klimate, das heißeſte wie das kälteſte, und doch erkrankt auch der geſündeſte und abgehärtetſte, wenn er ſich nach einem heißen Tage ohne allen Schutz einer naßkalten Nacht ausſetzt.— Ich werde weiter unten hierauf zurückkommen, wenn ich von Schafkrankheiten ſprechen werde, die in einem Lande mehr als im andern herrſchen.— Viele Schafzüchter haben ſich auch, viel⸗ leicht mitunter durch Schaden gewitzigt, überzeugt, es ſey ihren Heerden beſſer, wenn ſie den Pferch ganz ein⸗ ſtellen, und ſie haben die guten Folgen der Abſchaffung desſelben ſehr bald empfunden. Neben der Erhaltung einer dauerhaften Geſundheit gewinnt man dabei auch ein beſſeres Anſehen der Wolle. Auch darin iſt man aufmerkſamer geworden, daß man die Schafe nicht früh allzuzeitig auf die Weide treibt, während dieſelbe noch ganz mit Thau bedeckt iſt. Desgleichen vermeidet man auch, mit edlen Heerden bei regnichten Tagen die Felder und Wieſen beweiden zu laſſen. Ob dies gleich noch nicht ganz allgemein iſt, ſo überzeugt man ſich doch immer mehr von der Nützlichkeit und ahmt das desfalſige gute Beiſpiel nach. Hauptſächlich aber läßt man auch den Schafen in den Ställen eine beſſere Wohnung, Wartung und Pflege zukommen. Die finſtern Hütten, in welche weder Sonnenſtrahlen noch Luft dringen konnten, ſind größten⸗ theils in luftige und helle Gebäude umgeformt worden. Das ſparſame und mitunter kraftloſe Futter hat ſich in reichliches und kräftiges verwandelt, ſo daß man ſchon vor der Uibertreibung im Gegentheile warnen muß.— I ſo d Schrſe d dies ſihet lung uin Dieſe aher die d ſondern m angedeihe ketnt, W ehrenvol träglich Da Schafe m ſnd: ſo D. Vo edelte 1 36 ſeher beka Maüdem reien dad dezaii regeln kräftig das Im, auch gre hrovinze as kälteſte, und härtetſte, wen Schutz einer weiter unten haffrankheiten al im andern ch auch, viel⸗ überzeugt, es ferch ganz ein⸗ der Abſchaffung der Erhaltung in dabei auch worden, daß uf die Weide hau bedeck iſt n Heerden bei heweiden zu emein iſt, ſo — Aützlichkeit n Schafen in i und Pflege welche weder ſind größten⸗ formt worden. ter hat ſih in aß man ſhon nen muß.— 95 Als ſo edle und einträgliche Thiere erfreuen ſich die Schafe der beſondern Vorliebe ihrer Eigenthümer, und dies ſichert ihnen auch eine beſſere körperliche Behand⸗ lung von Seiten der ſonſt meiſt ſo rohen Schäfer. Dieſer beſſern Behandlung in jeder Art genießen aber die veredelten Schafe in Deutſchland nicht allein, ſondern man läßt ſie ihnen faſt in allen Ländern Europas angedeihen. Uiberall, wo man erſt ihren Nutzen kennen lernt, werden ſie begünſtigt, und es wird ihnen der ehrenvolle Platz eingeräumt, den ſie wegen ihrer Ein⸗ träglichkeit in einer Landwirthſchaft verdienen. Da von dieſer Behandlung es oft abhängt, ob Schafe mehreren oder wenigeren Krankheiten ausgeſetzt ſind: ſo handle ich hier:. D. Von den Krankheiten, die unter ver⸗ edelten Schafen am bekannteſten ſind und am oͤfteſten vorkommen. Ich nenne zuerſt die Pocken. Dieſe ſind zwar von jeher bekannt, noch ehe an Schafveredlung gedacht wurde. Nachdem dies aber geſchehen, und der Werth der Schäfe⸗ reien dadurch ſehr geſtiegen war, ſing man an, von Lan⸗ despolizei wegen darauf aufmerkſam zu ſeyn, und Maß⸗ regeln zu nehmen, um ihrem Weiterumſichgreifen jederzeit kräftig zu begegnen. Man hat ihre Bösartigkeit durch das Impfen, beſonders bei den Lämmern ſehr vermindert, auch greifen ſie nie mehr ſo weit um ſich, daß ganze Provinzen, wie es früherhin oft geſchah, von ihnen ver⸗ 94 wüſtet würden. Erwieſen iſt es übrigens wohl, daß ſie noch eben ſo oft wiederkehren wie ſonſt, und daß nur die kräftigen Maßregeln, die man gegen ſie ergreift, ihrer größern Ausbreitung Schranken geſetzt haben. Eine zweite Krankheit, die Räude, iſt ſo im Ab⸗ nehmen, daß man ſie in guten und ſorgſam gehaltenen Schäfereien nur dem Namen nach kennt. Ehemals, be⸗ ſonders bei der Einführung der Merinos in Deutſchland, war ſie ein Hauptübel, mit dem man zu kämpfen hatte, und es gab eine Menge Schäfereien, beſonders aber im nördlichen Deutſchland, wo man ſich ſo in ſein Schikſal ergeben hatte, daß man gar an keine Ausrottung mehr glaubte, ſondern ſtets mit vorbeugenden Mitteln ſich be⸗ gnügte. Man nannte dergleichen Schäfereien, weil man die räudigen Schafe ſtets mit Salbe einrieb, Schmier⸗ ſchäfereien. Jetzt dürfte es ſchwer ſeyn, dergleichen noch zu finden. Unreine Haltung und ſchlechtes Futter mögen wohl die erſte Entſtehungsurſache dieſer Krankheit ſeyn, weshalb ſie auch allemal die ſehr weit her transportirten Schafe, z. B. die, welche aus Spanien und Frankreich kamen, mitbrachten. Kein rationeller Schafzüchter wird ſie in ſeiner Heerde zu fürchten haben, ſo lange ſie nicht von außen eingeſchleppt wird. Um dies zu verhindern, iſt eine ſtrenge Stallpolizei nöthig, und es iſt dem Schäfer nie zu geſtatten, nach eigenem Belieben ſeine Zunftge⸗ noſſen in den Schafſtall zu nehmen. Drittens die Klauenſeuche oder Krümpe hat vor einiger Zeit die Aufmerkſamkeit der höhern Schaf⸗ züchter ſehr in Anſpruch genommen, und manche Debat⸗ ken zwit zwerſt au Mirſche attig 4 Blute un oſt zu ei fereien g fortſchlen ßen Ve grißere wird, und dei Thiere Teifft ſ well ſe manh verwin Anwend meiſt ſe nur fü figer ve ten, das s wohl, d , und daß nur ie ergreift, in aben. iſt ſo in A gam gehaltenn CGhemalz, h⸗ in Deutſchland, kämpfen hatte, ſonders aber in in ſein Schikſal tsrottung mehr itteln ſih be⸗ ien, weil man ied, Schmiet⸗ ergleichen noch Futter mögen rrankheit ſeyn, transportirten ind Frankreich afhüchter wird lange ſie nicht zu vethindern iſt dem Schüfe ſeine Zunftge⸗ Krünpe het ſühern Etaf⸗ manche Debat⸗ 95 ten zwiſchen ihnen veranlaßt. Ohne Zweifel entſtand ſie zuerſt aus ähnlichen Urſachen wie die Räude. Weite Märſche auf ſchmutzigen Wegen erzeugen leicht die gut⸗ artige Klauenſeuche. Die bösartige hat ihren Sitz im Blute und vererbt ſich auf die Nachkommen. Sie wird oft zu einem ſehr furchtbaren Uibel, und ich habe Schä⸗ fereien geſehen, wo die halbe Heerde ſich auf den Knien fortſchleppte, dabei ganz abmagerte, und am Ende gro⸗ ßen Verluſt erlitt. Immer war, ſelbſt wenn auch nicht größere als gewöhnliche Sterblichkeit durch ſie erzeugt wird, der Verluſt ſchon groß genug, den man an Wolle und Zeitaufwand erlitt. Denn die Behandlung ſolcher Thiere erfodert viele Aufmerkſamkeit, Mühe und Zeit. Trifft ſie zut Lammzeit: ſo verkümmern die Lämmer, weil ſie die Mütter nicht gehörig nähren können, und man hat mittelbar einen Schaden, den man lange nicht verwindet. Nur die größte Aufmerkſamkeit und ſchnelle Anwendung von Hilfe bei ihrem Entſtehen kann ihre, meiſt ſehr ſchnell um ſich greifende, Wuth zähmen. Das ſchlimmſte iſt, daß ſie, wie mir glaubwürdig verſichert worden iſt, oft nach Jahren wiederkehrt, wenn man ihrer auch bereits für immer los zu ſeyn glaubt. Viertens die Drehkrankheit. Sie iſt wohl ſo lange bekannt, als der Menſch das Schaf gezähmt hat; aber Manche wollen behaupten, ſie greife jetzt weiter um ſich und ſey bösartiger als ehemals. Das halte ich aber nur für ſehr bedingt wahr. Wenn ſie jetzt vielleicht häu⸗ ſiger vorkommt als ſonſt: ſo mag das theils daher rüh⸗ ren, daß die zärtlicher behandelten Merinos wohl gerade 96 an einer dem Schafe ſo eigenthümlichen Krankheit mehr als gewöhnlich leiden; theils mag man es vielleicht auch für ärger halten als es iſt: weil ein edles Schaf einen höhern Werth hat als ein unedles, und weil man des⸗ halb von ſeinem Verluſte auch mehr ſpricht. Ich darf, um mich davon zu überzeugen, nur eine Erinnerung aus meiner früheſten Jugend anführen. Vor mehr als 30 Jahren weiß ich, daß in einer Schäferei in der Nähe mei⸗ nes Geburtsortes ſehr häufig die Hälfte der Jährlinge am Drehen eingingen, und dieſe Schäferei beſtand aus ganz unveredeltem Landviehe. Soviel ich mich aber auch noch daneben erinnere und jetzt auch noch von der daſigen Localität kenne: ſo war ohne Zweifel die Weide und Trift die einzige Urſache des dort ſo heftig graſſirenden Uibels. Was ich früher ſchon mehrmals öffentlich ausgeſprochen habe, daß nämlich die Drehkrankheit ſich bei den Lämmern alsdann am meiſten entwickelt, wenn ſie in ihrer Ernäh⸗ rung nicht ganz der Natur gemäß gehalten werden, das beſtätigt ſich mir alle Jahre aufs neue. Dieſe Haltung iſt aber oft ſo ſchwierig und zuweilen rein unmöglich, daß wir nur über das Uibel ſeufzen und ihm, ſoweit es etwa unſre Kräfte geſtatten, entgegen arbeiten können.— Es wird aber ein Lamm ganz ſeiner Natur gemäß gehalten (wohl zu merken, es iſt hier von der Natur in gezähm⸗ tem Zuſtande die Rede), wenn es vor allen Alterationen, als Jagen in der Hitze, im Regen, durch böſe Hunde, muthwillige Schafhirten ꝛc. bewahrt, wenn ihm geſundes Futter im richtigen Maße(alſo nicht zu viel oder zu wenig) gereicht wird; wenn man es vor allzuſchnell wechſeln odet Käl Futtet,d Wim Aaftt es bon je eatfernt h wenn er ſchein. Jahtgär Temper ſind es für; auc die Kla Schafzü ſamteit in ſeine überzeu Ne terſchafe auf das Deehen, Muttetl nen L dü man in gab ma theils b heit befa gu ſch Elöner' drankheit miht vielleicht auch 8 Schaf einen veil man des⸗ ft. Ich darf, tinnerung aus mehr als 50 der Nähe mei⸗ der Jihtlinge ei beſtand aus nich aber auch on der daſigen ide und Trift nden Uibels. ausgeſptochen den Lämmern ihrer Ernaͤh⸗ werden, das jeſe Haltung mwöglich, daß weit es etwa nnen.— E⸗ :mäß gehalten ar in gezäͤhm⸗ Alterationen, ˖böſe Hunde ihm geſundes t zu biel der or alhuſhnel wechſelnder Temperatur ſowohl, als vor zu großer Hitze oder Kälte verwahrt; wenn man ihm neben dem grünen Futter, das ſeine Verdauungswerkzeuge zu ſehr angreift, im Anfange noch eine Zeitlang dürres reichen läßt, und es von jeder ungeſunden, beſonders aber ſumpfigen Weide entfernt hält. Der Verſtoß gegen jede dieſer Regeln bringt, wenn er auch einzeln geſchieht, leicht das Uibel zum Vor⸗ ſchein. Daraus iſt es denn zu erklären, warum manche Jahrgänge dasſelbe ſo ſehr entwickeln. Solche, wo die Temperatur, die Näſſe und Trockenheit ſchnell wechſeln, ſind es hauptſächlich. Der vorige iſt Beweis genug da⸗ für; auch ſelbſt der von 182 7. In beiden Jahren waren die Klagen über die Drehkrankheit allgemein. Jeder Schafzüchter, der ſein Fach mit Verſtand und Aufmerk⸗ ſamkeit betreibt, forſche nur einmal ein wenig rückwärts in ſeinen Beobachtungen und Erfahrungen, und ich bin überzeugt, er wird meine Meinung theilen. Aehnliche Verſtöße gegen die Geſundheit der Mut⸗ terſchafe können aber auch, wenn dieſe tragend ſind, ſchon auf das Lamm wirken, und ihm die Dispoſition zum Drehen, vielleicht auch die Krankheit ſchon entwickelt im Mutterleibe beibringen, wie ja die drehend gebore⸗ nen Lämmer beweiſen. Fünftens die Traberkrankheit. Dieſe kannte man in frühern Zeiten faſt gar nicht, oder wenigſtens gab man ihr, wenn ſie vorkam, andere Namen. Meiſten⸗ theils bezeichneten die alten Schäfer die von dieſer Krank⸗ heit befallenen Schafe mit dem Namen Kreuzdreher. Sie hat ſich hie und da, beſonders aber in den ſächſiſchen Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. II. Bd. G 98 Schäfereien als ſehr verheerend gezeigt. Ihre Symptome ſind ſo wenig genau bekannt, daß es eine Menge Schaf⸗ züchter gibt, die ſie gar nicht beſtimmt kennen, ſelbſt wenn ſie dieſelben auch ſchon in den eigenen Heerden haben. Die Gefahr der Anſteckung, die man ihr zuſchreibt, ver⸗ bunden mit der Forterbung, haben ſie zu einem höchſt be⸗ denklichen Uibel gemacht, weshalb denn auch eine Menge Schäfereibeſitzer dieſelbe, wenn ſie auch in ihren Heerden vorhanden iſt, zu verheimlichen ſuchen. Dadurch muß denn natürlicherweiſe das Uibel nur ärger werden. Im entgegengeſetzten Falle hat man aber auch oft Heerden, als mit der Traberkrankheit behaftet, verdächtig zu ma⸗ chen geſucht, und zwar aus dem höchſt unmoraliſchen Be⸗ weggrunde, denſelben in dem Abſatze ihres Zuchtviehes zu ſchaden. Beides, das Verheimlichen und das Andich⸗ ten iſt tadelhaft, letzteres aber zugleich ſchändlich, weil es einen Eingriff in das Vermögen eines Andern genannt werden kann. Schafzüchter, die es redlich mit ihren Ne⸗ benmenſchen meinen, haben keinen Anſtand genommen, das Uibel, wenn es ſie einmal traf, bekannt werden zu laſſen.— Nur wenn man allgemein nicht mehr ſo heim⸗ lich damit ſeyn wird, dann kann Hilfe erwartet werden. Manche wollen in demſelben ein mächtiges Hinderniß für die weitere Ausbreitung der veredelten Schaßzucht ſehen. Dieſe gehen aber in ihrer Beſorgniß viel zu weit. Daß ſie das thun, beweiſt ſich am beſten daraus: weil dieſe Krankheit in Sachſen ſchon längſt einheimiſch iſt, und beſonders im Fürſtenthum Deſſau in hohem Grade über⸗ hand genommen hatte; und dennoch von dieſen beiden Provinz geführt ſe linſ ten auch mindern. feine Gei mit Erf ſchätzen, A ſenſo daß me Herr miſchen Nicht u kann, hen m wie a Jferche Körners Venn kräſtige gegriffe und die ſtatke: kältun Kennt griffen natürli weiſt. hre Symptome Nenge Saif⸗ en, ſelbſt wenn deerden haben. zuſchreibt, ver⸗ inen höchſt be⸗ uc eine Menge ihren Heerden Dadurch muß werden. Im Heſt Hder, dächtif zu ma⸗ raliſchen Be⸗ Zuchtviehes das Andich⸗ ndlich, weil dern genannt nit ihren Ne⸗ d genommen, nt werden zu mehr ſo heim⸗ watttt werden. dirderniß für chaßucht ſehen. zu weit. Daß aus: wel diſe niſt it nd hen bniehn⸗ n dieſen heiden 99 Provinzen alle Jahr große Maſſen von Zuchtſchafen aus⸗ geführt werden. Wäre die Gefahr ſo groß: ſo müßten ſie längſt nichts mehr abzugeben haben, ſondern es müß⸗ ten auch jene Heerden anfangen, ſich in ſich ſelbſt zu ver⸗ mindern. Damit will ich aber keinesweges behaupten, daß keine Gefahr bei der Krankheit wäre. Wer ſeinen Feind mit Erfolg bekämpfen will, der muß ihn weder gering ſchätzen, noch vor ihm als vor einem Rieſen erſchrecken. Auffallend iſt es, daß dieſe Krankheit ſich in Sach— ſen ſo häufig und mitunter recht gefährlich gezeigt hat, und daß man von dorther ſie erſt recht eigentlich kennen lernte. Herr Ribbe ſchrieb ihre Entſtehung in den Oekono⸗ miſchen Neuigkeiten der zu ſtarken Körnerfütterung zu. Nicht unwahrſcheinlich iſt es, daß ſie mit dazu beitragen kann, ob ich ſie gleich nicht als die einzige Urſache anſe⸗ hen möchte. Da ſie entſchieden eine Nervenkrankheit iſt, wie alle Symptome derſelben beweiſen: ſo kann das Pferchen mehr Urſache zu ihrer Entſtehung haben als die Körnerfütterung; oder eins kann dem andern helfen. Wenn z. B. der Körper ſo zarter Thiere durch eine ſo kräftige Fütterung, wie die mit Körnern, gewaltſam an⸗ gegriffen und ſein Nervenſyſtem unnatürlich geſpannt wird, und dieſe Thiere dann, wie beim Pferchen, anfangs eine ſtarke Transpiration, und bald darauf eine heftige Er⸗ kältung erleiden: ſo bedarf es wohl weniger ärztlicher Kenntniſſe, um einzuſehen, wie ſehr ihre Nerven ange⸗ griffen werden müſſen. Die jüngſten Schafe werden dann natürlich immer am meiſten leiden, wie es ſich auch be⸗ weiſt. Wenn dann dergleichen in ihrem Nervenſyſtem G 2 100 erſchütterte Thiere ſich fortpflanzen: ſo werden ſie, wenn auch nicht allemal die entwickelte Krankheit, doch die Dis⸗ poſition dazu auf ihre Nachkommen übertragen. Dieſe kann ſich wieder vermindern, und beim Wegfallen der Erregungs⸗Urſache kann die Krankheit ganz ausbleiben. Daher iſt es erklärbar, wie manche aus traberkranken Heerden angeſtammte Schäfereien doch ganz frei von dem Uibel bleiben: weil ſie bei der ſorgfältigſten Haltung und Wartung ihrer Schafe, und bei beſonders begünſtigenden Umſtänden, als von allem Zuge geſchützte Weiden, ſehr geſunde Ställe ꝛc. das Uibel in ſeinem Keime erſticken und deſſen Ausbruch unmöglich machen. Daß die Fälle aber mehr denn einmal ſchon vorgekommen ſind, iſt mir von höchſt glaubwürdigen Perſonen verſichert worden. Ohne Nennung der Namen führe ich nur einen an. Ein Schäfereibeſitzer verkaufte an ſeinen Freund Schafe aus einer ſeit langer Zeit an der Traberkrankheit heftig lei⸗ denden Heerde, und ſtellte, da er die Krankheit nicht ge⸗ rade nennen wollte, die Bedingung, er wolle entweder die Schafe zurück nehmen, wenn unter einem halben Jahre welche davon krank würden, oder er wolle ein ganzes Jahr allen Abgang davon erſetzen. Er ward weder zu dem einen noch dem andern aufgefodert, und man kaufte ihm noch mehrere Jahre ſeine Schafe ab. Dies war in Schleſien. Aehnliches habe ich in Sachſen gehört. Wodaher das Uibel durch angekauftes Vieh ſchnell um ſich greift, da iſt es theils ein Beweis, daß die Schäferei, aus der man kaufte, ſchon im höchſten Grade davon durchdrungen iſt, theils kann es auch ein Zeichen ſeyn, d gen.— tung le berkrant ülrixenü zu Perk ſchellet d rchtig manche dem R den das bon geſe theilen. übet g großer nen zu glaube det eur Eprache als Hin ſind, u des at d Gange tertheil Sprün zuweil änmal den ſie, wemn doch die Di⸗ ggen. Dieſe zegfällen der ausbleiben. taberkranken ſtei von dem Haltung und egünſtigenden Weiden, ſehr eime erſticken aß die Fälle ind, iſt mir ert worden. en an. Ein d Schaft aus it heftig lei⸗ eit nicht ge⸗ le entweder zalben Jahre ein ganzes rd weder zu d man kaufte Dies war in gehört. BVieh ſchnel eis, diß die öchſten brahe Hein zeihen 101 ſeyn, daß Trift und Wartung die Krankheit begünſti⸗ gen.— Nach dieſer auf Thatſachen ſich gründenden Behaup⸗ tung leuchtet denn ein, daß, ſo gefährlich das Uibel der Tra⸗ berkrankheit auch iſt, es nicht, wie manche glauben, alle übrigen übertrifft, und daß, wenn man nur erſt offener dabei zu Werke gehen wird, demſelben ſeine Gränzen vielleicht ſchneller geſteckt werden können als irgend einem andern. Da im Allgemeinen dieſe Krankheit noch ſo wenig richtig von den Schafzüchtern erkannt wird, und da man manches dafür hält, was es nicht iſt, anderes aber mit dem Namen einer andern Krankheit belegt, was entſchie⸗ den das Traben iſt: ſo will ich hier alles, was ich da⸗ von geſehen und glaubwürdig erzählen gehört habe, mit⸗ theilen. Ich glaube um ſo weniger einen Vorwurf dar⸗ über zu fürchten zu haben, als Manchem vielleicht ein großer Dienſt damit geſchieht, dieſe Krankheit näher ken⸗ nen zu lernen und Vorkehrungen dagegen zu treffen. Ich glaube auch, daß dieſer Gegenſtand in einer Uiberſicht der europäiſchen veredelten Schafzucht um ſo mehr zur Sprache gebracht werden kann, als alle Schafkrankheiten als Hinderniſſe des Fortgangs der Veredlung anzuſehen ſind, und ſonach ihre Beſeitigung ein Hauptaugenmerk des rationellen Schafzüchters ſeyn muß. Traber werden ſolche Schafe genannt, die in ihrem Gange etwas Ungewiſſes annehmen, bald mit dem Hin⸗ tertheile zuſammenſinken; bald mit den Vorderfüßen Sprünge, gleich trabenden Pferden, zu machen verſuchen. Zuweilen fallen ſie auch ſchnell hin, als wenn ihnen auf einmal alle vier Füße den Dienſt verſagten. Dann wer⸗ 102 ſie ſich auf der Erde herum und verrathen großen Schmerz. In dieſem Zuſtande halten ſie unerfahrne Schäfer ge⸗ wöhnlich für Dreher. Ehe die Krankheit ausbricht, zei⸗ gen die Schafe eine ungewöhnliche Furchtſamkeit und er⸗ ſchrecken vor jedem Gegenſtande. Dieſes Erſchrecken bringt die Krankheit oft plötzlich zum Ausbruche, weil es auf die ohnehin angegriffenen Nerven heftig wirkt. Bei der fernern Zunahme der Krankheit verliert das Schaf alle Kraft der Lenden und des Rückgrates und es ſinkt bei einem geringen Drucke zuſammen. Es magert dann, trotz dem, daß es periodenweiſe mit einer Art von Heißhun⸗ ger frißt, immer mehr ab, bis es endlich, oft erſt nach mehreren Monaten, ſtirbt. Bei andern iſt aber auch der Verlauf der Krankheit raſcher und ſie artet zuletzt in eine Art von fallender Sucht aus. Die Krankheit iſt am gefährlichſten für die Schafe von 1— 3 Jahren, indem ſie in dieſem Alter am häu⸗ figſten davon befallen werden, ob es gleich auch nichts Seltenes iſt, wenn dies ſpäter geſchieht. Eine Abart davon iſt das Reiben an den Hinter⸗ theilen, und das Abknabbern der Wolle, weshalb man ſolche Schafe auch Gnubber nennt. Aber es iſt ganz irrig, wenn man meint, Traber und Gnubber ſeyen ganz ein und dasſelbe. Nur darin ſind dieſe beiden Krank⸗ heiten ſich gleich, daß ſie ihren Sitz in dem angegriffenen Nervenſyſteme haben, und ſich daher zuletzt durch ein völ⸗ liges Abſterben des Rückenmarkes zur Vollendung ent⸗ wickeln. Aber die eigentlichen Traber nehmen nie das Reiben Eynyte für Tra ſchiſti Echafe, Koyfin wie T. Schaf eintrit tet die ihrer; den al den H den b Horn zugeg ferang ken T ſtecken rungs bis z mit die! zu je wen Auge ſich oßen Schmen e Schäfer ge⸗ zuöbricht, zi⸗ mnkeit und er⸗ hrecken bringt veil es auf itkt. Bei der as Schaf alle d es ſinkt bei gert dann, trotz von Heißhun⸗ oft erſt nach aber auch der tet zuletzt in für die Schafe llter am häu⸗ h auch nichts den Hinter⸗ weshalb man er es iſt ganz ber ſeyen ganz heiden Krank⸗ Kangegtiffenen t durch ein ö⸗ olendung ent rhmen nie s 103 Reiben an, ſo wie die Gnubber nur hoͤchſt ſelten die Symptome des Trabens zeigen. Man kann ſich aber auch ſehr häufig irren, und Schafe für Traber halten, die es gar nicht ſind. Das Drehen zeigt ſich oft in den erſten Stadien ganz ähnlich mit dem Traben. Schafe, die Dreher werden wollen, fangen auch oft an, den Kopf in die Höhe zu werfen, Sprünge zu machen, und ſich wie Traber zu gebährden. Dies geht aber vorüber, und das Schaf wird ſcheinbar wieder geſund, bis das zweite Stadium eintritt. Dies iſt aber bei den Trabern nicht, denn hier ſchrei⸗ tet die Krankheit allmählig und ohne Unterbrechung bis zu ihrer Vollendung vorwärts. Die gedachten Sprünge ma⸗ chen aber häufig Widder, die Würmer(Oeſtrus⸗Larven) in den Hörnern haben. Schneidet man ihnen dieſe bei Zei⸗ ten bis auf den Stock ab und heilt das aufgebrochene Horn mit Vorſicht zu, ſo ſind ſie leicht zu retten. Eine Anſteckung der Traberkrankheit hat noch keiner zugegeben, der ſie genau beobachtet, und nicht auf Schä⸗ ferangaben gebaut hat. Der Schleim, der ſolchen kran⸗ ken Thieren zuletzt aus der Naſe fließt, ſoll eine an⸗ ſteckende Eigenſchaft haben. Welcher ſorgſame und ord⸗ nungsliebende Schafzüchter wird aber ein Thier, wenn es bis zu dieſem Grade in der Krankheit vorgeſchritten iſt, mit geſunden in Berührung bringen; und wer wird, der die bisherige Unheilbarkeit des Uibels kennt, dieſelbe bis zu jenem Grade ſteigen laſſen, bevor er das Thier tödtet, wenn er es nicht etwa zu Beobachtungen bis zum letzten Augenblick leben laſſen will?— Eine Forterbung läßt ſich faſt aus der Natur der Krankheit folgern, ſelbſt wenn — 104 auch noch keine Erfahrungen darüber vorhanden wären. So wie jedes Uibel, iſt aber auch dieſe Krankheit für den Unerfahrnen und Sorgloſen am gefährlichſten. Der Hoffnung können aber alle Schafzüchter leben, daß es, wie gegen jede Krankheit, auch gegen dieſe ein Mittel geben wird, und daß die Gefahr, die Veredlung der Schafzucht könne durch ſie gehemmt werden, mehy ein⸗ gebildet als wirklich iſt. Sechſtens die Lämmerruhr. Dieſe Krankheit iſt in einer Menge von veredelten Schäfereien ein weit ge⸗ fährlicherer Feind als die Dreh⸗ und Traberkrankheit. Sie wüthet in denſelben oft ſo, daß ſie bei weitem mehr als die Hälfte der Lämmer hinrafft. Da ſie ſo ſehr örtlich iſt, und ſelten einmal ganze Diſtrikte trifft, ſo iſt es wohl erwieſen, daß ſie von ungeſunden Triften oder ſchlechter Wartung und Pflege herrührt. Gewöhnlich befällt ſie die Lämmer da, wo ſie oft ſo heftig graſſirt, erſt wenn ſie 1— 2 Nonate alt ſind. Ich habe Mittheilungen aus Schäfereien bekommen, die mich, wenn ſie ſich nämlich auf genaue Beobachtungen gründen, über das Entſtehen des Uibels ſehr zweifelhaft machen. Man iſt nämlich oft mehrere Jahre davon auf's heftigſte geplagt, und dann ſetzt die Krankheit wieder viele Jahre aus, und dies unter ganz gleichen Verhältniſſen und bei ganz gleicher Behandlung. Die eigene Beſichtigung der Triften brachte mich zu der Vermuthung, daß dieſe lediglich Schuld an der Krankheit ſeyn müßten. Sie waren hüglicht, mit vielen Ackerquellen durchſetzt, und man ließ ſie im Früh⸗ jahre meiſt ſehr zeitig beweiden, und dies gerade zu der geit, w waren. 2 zweine der Mitter libels ſeyn ein, wenn ſolchen a de Sache Schäfet, zu überre Eine und ein a Fütterung gewiß hal ſelbſt mi ich düͤrf weilen m dern Jahl munter ſi Welt bri ſoät eing fütterung Limmet rücken; n Geſundh alles Un laſen. einen Wi ſeine Län anden wiren, kheit für den hſten. Der ben, daß e5, ſe ein Mittel eredlung der n, mehr ein⸗ Krantheit iſt ein weit ge— aberkrankheit. weitem mehr ſehr örtlich iſt es wohl der ſchlechter befäll ſie die erſt wenn ſie lungen aus ſich nämlich z Entſtehen iſt nämlich t, und dann 8, und dies ganz gleicher riten brachte h Schuld an züglicht, nit ſie im grüj⸗ jerade zu det 105 Zeit, wo die Lämmer in dem oben angeführten Alter waren. Der Uibergang von der trockenen Winterfütterung zu einer ſo ſaftreichen ſcharfen Weide verändert die Milch der Mütter augenblicklich und kann wohl die Urſache des Uibels ſeyn. Man behauptete zwar, es fände ſich auch ein, wenn die Schafe nicht ausgingen, aber ich bin in ſolchen Fällen etwas ungläubig, weil ich oft, wenn ich die Sache genauer unterſuchte, mich überzeugte, daß es Schäfer gibt, welche die Gabe haben, ihre Herren alles zu überreden. Eine etwas länger hinaus geführte Winterfütterung und ein allmähliger Uibergang von der trocknen zur grünen Fütterung würden dies Uibel, ſo furchtbar es ausſieht, gewiß bald vertreiben. In Schäfereien, die der Herr ſelbſt mit Verſtand und Aufmerkſamkeit leitet, glaube ich, dürfte es ſchwer zu finden ſeyn. Daß es aber zu⸗ weilen mehrere Jahre ausſetzt, liegt wohl in den beſon⸗ dern Jahrgängen. Wenn z. B. die Mütter ungewöhnlich munter ſind, und ganz beſonders geſunde Lämmer zur Welt bringen; wenn man vielleicht durch ein etwas ſpät eingetretenes Frühjahr nothgedrungen die Winter⸗ fütterung länger als gewöhnlich fortſetzen muß, und die Lämmer mittlerweile über dies gefährliche Alter hinaus⸗ rücken; wenn dann vielleicht ein ſehr trockener Frühling zur Geſundheit der Weide beſonders beiträgt: ſo können dies alles Umſtände ſeyn, die das Uibel nicht aufkommen laſſen. Aber eben dieſelben können auch dem Schafzüchter einen Wink geben, wie er ſeine Schafe zu behandeln und ſeine Lämmer aufzuziehen habe.. 106 G Siebentes die Lämmerlähme. Ausgebreiteter als die vorige iſt dieſe Krankheit, und ſie rafft oft eine Menge der beſten von dieſen jungen Thieren dahin. Sie ver⸗ dankt unſtreitig ihre Entſtehung meiſtentheils auch der Schärfe, welche die Lämmer in der Nahrung von ihren Müttern bekommen. Manche Beobachtungen und Mitthei⸗ lungen ſprechen wenigſtens dafür. Ich für mein Theil habe beide Krankheiten in meinem Stalle an einem Exemplare geſehen. Die ſorgfältige Fütterung der Mutterſchafe, ihr Aufenthalt in einem Stalle, der ſtets eine mäßige Tem⸗ peratur hat, hauptſächlich aber auch die Verwahrung der Lämmer vor allem Zuge, mögen wohl das ihrige beitra⸗ gen, daß ich dieſe Uibel nie kennen gelernt habe. Niemals dürfen die Lämmer bei mir in der Nähe der Thüren, die gegenüber Fenſter haben, ſtehen; ſondern es wird ihnen ſtets ein Platz im Stalle angewieſen, wo ſie von der durch die Thüren einſtrömenden Luft erſt berührt werden, wenn dieſe bereits durch eine Abtheilung der Schafe gegangen iſt. Zu dem Ende werden ſie auch den Winter hindurch im Stalle getränkt. Da ich keine Krankheitsgeſchichte der Schafe ſchreiben will, ſo übergehe ich alle übrigen, beſonders aber auch diejenigen, die eine Folge der Verletzungen der diätätiſchen Regeln ſind, als: Egeln, Blutſeuche ꝛc. Auch liegt es nicht in meinem Plane, für die genannten ein Heilungs⸗ verfahren vorzuſchreiben. Nur nennen mußte ich ſie und auf ihre Entſtehung aufmerkſam machen, und dadurch wollte ich einen vorbeugenden Weg andeuten. Ich glaube in den genannten Krankheiten ſo ziemlich diejenigen der ration Echafßuch ſpruch gend chen Lnde und dabei warum ſ Die Kegel i häufigſt Brander nichts R de Impf da eingef Ländera wäͤhrend Spaniel ſi roch ſcheint a in den die lichen L lung der tung of d & oder Kr krumm Deutſch unbekan Tusgebreitttrin taſtoſt eine Na dahin. Sie ie⸗ iientheils auch e Närung bon ihre tungenund Mitther⸗ für mein dheil habe meinen Crenplare er Nuttenſhaft, ihr eine mißige Ten⸗ ie Verwahrung der des ihrige heitta⸗ tt habe. Nemals äähe det Thüren, ſondern& wid wieſen, wo ſie von Leuſt ertt berührt e Abtheilung der eden ſie auch den rSchafe ſchreiben enderz aher auc en de diä rüttſſ . lut liegt ten ein Heilunf⸗ nußte ih ſeun hen und adurc deuten. niheite ſ jimlic 107 diejenigen bezeichnet zu haben, welche die Aufmerkſamkeit der rationellen Schafzüchter, ſeitdem die Veredlung der Schafzucht ihren raſchen Gang nimmt, beſonders in An⸗ ſpruch genommen hat. Anführen will ich nur noch, in wel⸗ chen Ländern die eine oder die andere vorzugsweiſe herrſcht, und dabei noch hie und da auf die Urſachen hindeuten, warum ſie in denſelben ſich beſonders entwickelt habe. Die erſte, nämlich die Pocken, zeigen ſich in der Regel in den nordöſtlichen Ländern von Europa am häufigſten. Polen, Preußen, Pommern, die Mark Brandenburg ſind dieſelben ſo gewohnt, daß ſie ihnen nichts Neues mehr ſind, und daß man als Schutzmittel die Impfung der Lämmer in den edlen Heerden hie und da eingeführt hat. Sie dringen zwar in die ſüdlichern Länder auch vor, aber nur mit großen Zeitunterbrechungen; während ſie in den gedachten faſt alle Jahre wiederkehren. Spanien und Frankreich kennt ſie zwar auch, aber ſieht ſie noch ſeltener als das ſüdliche Deutſchland. Offenbar ſcheint alſo ihr Entſtehen in der Luft zu liegen, die dann in den nordöſtlichen Gegenden mehr darauf influiren muß. Ddie Räude findet man wieder häufiger in den weſt⸗ lichen Ländern. Etwas Saumſeligkeit in der Behand⸗ lung der Schafe vermehrt ſie, und hat zu ihrer Verbrei⸗ tung oft ungemein beigetragen. Das eben Geſagte gilt auch von der Klauenſeuche oder Krümpe. Den letzten Namen hat ſie von lahm oder krumm gehen. Sie ward aus Frankreich mehrmals nach Deutſchland eingeſchleppt, und iſt auch in Spanien nicht unbekannt. Sie ſcheint den Merinos faſt eigenthümlich 108 zu ſeyn, indem ſie die gemeinen Landſchafe nur höchſt duiſcen ſelten befällt. Das nordiſche Klima ſcheint ihre Wuth. V erkannte zu mäßigen, auch ſoll das Treiben im Schnee ein ſehr üunien heilſames Mittel gegen ſie ſeyn. ſtreinn Die Drehkrankheit iſt allgemein. Sie verſchont tingelütt weder das gemeine noch das veredelte Schaf; ſie ſucht auf di ſie heim, ob ſie am Nordpole oder am Südpole ſind. ſtreibund Dies liegt auch in ihrer Eigenthümlichkeit. Wie der zumittelr Rotz bei den Pferden: ſo iſt das Drehen bis jetzt auch ſeh, wa nur bei den Schafen ausſchließungsweiſe gefunden worden. gerichet Denn was man auch z. B. von Kälbern behaupten will, ſtarken die einen Waſſerkopf gehabt und gedreht hätten, ſo iſt könne, d dieſe Krankheit von dem Drehen der Schafe ſehr ver⸗ die ſchieden.— Auffallend iſt es aber in der Heilkunde, daß ſehr heſt gerade ſolche Krankheiten, die einer Thiergattung aus⸗ winzen, ſchließungsweiſe eigenthümlich ſind, faſt jedesmal für un⸗ davon heilbar erklärt werden müſſen, und daß man ihrem Ent⸗ man beſ ſtehen nur vorbeugen, ſie aber, wenn ſie einmal ausge⸗ iigeen brochen ſind, nie mehr heben kann. können d Die Traberkrankheit ſcheint inſofern mit der vorigen ders auch verwandt, als wir ſie bis jetzt auch nur an den Schafen mnn hiet kennen. Da ſie jedoch aus andern Urſachen als jene b kann, da⸗ entſpringt, und da auch ihr Verlauf und ihre Natur V mit alle anders iſt: ſo kann man ſie weniger verwandt, als viel⸗ Exttem, mehr nur ähnlich nennen. Bis jetzt muß man aber auch Sitall, die Traberkrankheit als unheilbar anerkennen, und auch ſie V Al iſt nur durch Vorbeugung zu vermeiden. Wie oben ſchon habe ich bemerkt worden, hat ſie ſich in Sachſen zuerſt in ihren ehme n Verwüſtungen gezeigt. Man findet ſie zwar in den übrigen ſenen in afe nur hächi nt ihre Vuth hnee ein ſehr die verſchont hef; ſie ſucht Südpole ſind. t. Wie der bis jetzt auch inden worden. haupten wil, itten, ſo iſt e ſehr ver⸗ lkunde, daß gattung aus⸗ zmal für un⸗ ihrem Ent⸗ nmal ausge⸗ der vorigen den Schafen en als jene ihre Natur dt, als viel⸗ an aber auch und auchſi ie oben ſchon nerſtin ihren den übrigen 74 „ 109 deutſchen Provinzen auch, jedoch iſt ſie zum Theil dort nicht erkannt oder mit andern Namen bezeichnet. Auch in den übrigen europäiſchen Ländern fehlt ſie nicht, und die Be⸗ ſchreibung von engliſchen langwolligen nach Frankreich eingeführten Schafen, wovon einige erkrankten, paßt ganz auf die Traber. Es iſt überhaupt ſchwierig, durch Be⸗ ſchreibungen, beſonders von Schäfern, ganz genau aus⸗ zumitteln, von welcher Art dies oder jenes Uibel geweſen ſey, was oft große Verwüſtungen in den Schäfereien an⸗ gerichtet hat. Was in Sachſen Urſache zur beſonders ſtarken Entwickelung der Traberkrankheit gegeben haben könne, das habe ich oben ſchon angeführt. Die Lämmerruhr und die Lämmerlähme wüthet oft ſehr heftig in den Schäfereien der öſterreichiſchen Pro⸗ vinzen, wie die Oekonomiſchen Neuigkeiten oft Zeugniß davon gegeben haben. In Böhmen und Mähren klagt man beſonders darüber. Die hie und da etwas ſchwie⸗ rigen Weidetriften, beſonders in den Gebirgsgegenden, können das ihrige wohl dazu beitragen. Ob nicht beſon⸗ ders auch zur Lämmerlähme das andre Extrem, in welches man hier mit den Schafſtällen fiel, Urſache geweſen ſeyn kann, das könnten nur diejenigen richtig beurtheilen, die mit allen Umſtänden genau bekannt ſind. Das andre Ertrem, welches ich meine, ſind die hohen, palaſtähnlichen Ställe, die leicht eine rauhe und zugige Luft erzeugen können. Als Andeutungen, und mehr ſollten es nicht ſeyn, habe ich von dieſen Krankheiten genug geſagt, und ich nehme nun ein Thema auf, das mit dem eben geſchloſ⸗ ſenen in ziemlich genauer Verbindung ſteht, es iſt: 110 E. Die Bildung der Schafmeiſter und ihre Stellung. Wenn man auf Reiſen veredelte Schäfereien beſucht, und den Frohſinn der Beſitzer recht klar auf ihrem Ge⸗ ſichte ſieht: ſo verwandelt ſich in der Regel derſelbe in Trübſinn, wenn man die Frage aufwirft, wie es um die Schäfer und ihr Perſonal ſtehe. Gewöhnlich ertönen dann eine Menge Klagen über Unwiſſenheit, Vorurtheile, mitunter auch offenbare Bosheit, daß man eine Art von leidigem Troſte empfindet, wenn man an ähnlichen Uibeln leidet. Der Zunftgeiſt, der unter den Schafmeiſtern noch herrſcht; das Regiment, das ſie früher in den Schä⸗ fereien führten, und welches ſie ſich nicht entreißen laſſen wollen; die Meinung, daß ſie als gelernte Schafmeiſter es beſſer wiſſen müſſen als der Heerdenbeſitzer, deſſen Fach es nicht iſt; die Gewohnheit und Uibung, die ſie von ihren Lehrmeiſtern erlangt haben, den Herrn zu hin⸗ tergehen und zu betrügen; die Leichtigkeit, mit der ſie dies früherhin, während ſie noch ihren Antheil und ihr Vorvieh unter der Heerde hatten, bewerkſtelligen konnten; endlich die Wohlhabenheit, zu welcher ſie unter dieſen Um⸗ ſtänden gelangten, und wodurch ſie übermüthig wurden, machen dieſe Kaſte zu einem nothwendigen, aber ſehr drü⸗ ckenden Uibel. Ihr Geiz, ihre Genüßlichkeit, die Scha⸗ denfreude, wenn ſie die, welche die Hutung als Servi⸗ tut auf ihren Feldern dulden müſſen, kränken können, haben ſie faſt allgemein auf dem Lande verhaßt gemacht. — Dieſes harte Urtheil ſpreche ich mit voller Uiberzeu⸗ gung au nich ſch kommt Kagen! Un tifer in Die it ohne? ſer Stal ſich den die ande hatten. gat zu g deutet i ſe in de gleich d auch de pyfer 1 Ergreifu weniger aufgehört auf dem hören, immer! oder ſeh nichts 81 der durc on ſo neiſter und fereien beſutt auf ihrem Ge⸗ egel derſelbe in ft, wie es um voͤhnlich ertönen eit, Vorurtheile, an eine Art von ähnlichen Uibeln Schafmeiſtern r in den Scha⸗ entreißen laſſen te Schaſmeiſte beſitzer, deſſen nibung, die ſe Herrn zu hin⸗ t, mit der ſie antheil und ihr ligen konnten; nter dieſen Um⸗ wüthig wurden maber ſehr dri- hkeit, die Ehe⸗ ung als Serti⸗ kränken können, verjaßt genuct. voler Uiberzeu⸗ 111 gung aus, ich, der ich es für eine Ehre achte, wenn man mich ſcherzweiſe einen Schafmeiſter nennt. Und woher kommt jenes Verderben?— Woher ſchreiben ſich dieſe Klagen? Um dieſe Frage zu beantworten, müſſen wir etwas tiefer in die Sache eindringen. Die erſte Urſache von der Schlechtigkeit der Schäfer iſt ohne Zweifel in der Verachtung zu ſuchen, welcher die⸗ ſer Stand in frühern Zeiten ausgeſetzt war, weswegen ſich denn auch nur Menſchen zu demſelben entſchloßen, die anderwärts wenig Hoffnung zu einem Unterkommen hatten. Ein Volksſprichwort, welches ſich wegen ſeiner gar zu großen Gemeinheit hier nicht ausſprechen läßt, deutet ziemlich genau den Standpunkt an, auf welchem ſie in der bürgerlichen Geſellſchaft ſtanden. Wenn nun gleich dieſe Verachtung längſt aufgehört hat, und wenn auch der Gewinn und die Einträglichkeit, die mit dem Poſten eines Schafmeiſters verbunden ſind, Manche zu Ergreifung dieſes Faches beſtimmen: ſo hat nichts deſto weniger das nachtheilige Vorurtheil noch gar nicht ganz aufgehört. Denn es wird ſich bis jetzt nie ein Menſch auf dem Lande, deſſen Eltern zu den beſſern Klaſſen ge⸗ hören, dazu entſchließen, ein Schäfer zu werden, und immer bleiben für dieſen Stand nur noch die roheſten, oder ſehr arme Menſchen, für deren moraliſche Ausbildung nichts gethan werden konnte. Woher aber dieſe Verachtung gegen einen Stand, der durch die Beſchäftigung mit einem Nahrungszweige von ſo hoher Wichtigkeit eine große Bedeutung gewon⸗ 112 nen hat, und auch meiſtentheils dem, der ſich ihm wid⸗ met, einen viel ſichereren und reichlichern Lohn verſpricht als jeder ähnliche?— Die Beantwortung liegt in den frühern Verhältniſſen und mitunter rohen Begriffen von Ehre. Ehemals trugen die Schäfereien wenig ein, und ſie wurden deshalb meiſt auf eine unverantwortliche Weiſe vernachläſſigt. Eine große Sterblichkeit in den Schaf⸗ heerden war daher die immerwährende natürliche Folge. Das Abledern der gefallenen Schafe, das herumſtreuen der Cadaver, mit denen man es gar nicht genau nahm, ſtempelten daher manche Schäferei zu einer wahren Sch... Grube. Dies erregte beim Publicum einen Widerwillen, und der Spott, und die Verachtung, die man deshalb den Schäfern anthat, mußten jeden verſtändigen jungen Menſchen von der Ergreifung dieſes Faches abhalten.— Iſt es nun auch ſchon längſt anders geworden: ſo iſt dies doch noch nicht eben lange allgemein. Ein Vorurtheil, das aber einmal im Volke ſo feſte Wurzel geſchlagen hat, läßt ſich nur ſchwer und durch die Länge der Zeit ausrotten. Da nun die Sachen ſo ſtehen; da die gemeinſten und zu andern Beſchäftigungen untauglichen; da die Sub⸗ jecte Schäfer werden, welche meiſt dieſe Beſchäftigung bloß deswegen wählen, weil ſie bei derſelben ihrem Hange zur Trägheit am beſten fröhnen zu können glauben; da ein anſtändiger und gebildeter junger Menſch ſich bis jetzt noch zu beſchimpfen glauben würde, wenn er zu die⸗ ſem Fache griffe; da mit einem Worte bei der Klaſſe der Schäfer Bildung und darauf gegründete Moralität und we werthe gehlten Shhäfen dos iſt an zute reich Ländern ſtanden Vorzug ein Sch lung wo 6 zur Elsger ſich ihn vie Lohn verſpriht gliegt in den Begriffen von enig ein, und wortliche Weiſe in den Schaf⸗ ftürliche Folge. z herumſtreuen ht genau nahm, wahren Sch.. Widerwillen, man deshalb ndigen jungen abhalten.— den: ſo iſt dies lin Vorurtheil, zel geſchlagen ünge der deit die gemeinſten n; da die Suh⸗ Beſhäftigung en ihrem Hange nnen glauben; Nenſch ſih li went et zuͦ die bei det Klaſſe ndete Nunliät 113 und wahres Ehrgefühl bis jetzt nur noch zu den wünſchens⸗ werthen, aber noch gar nicht vorhandenen Eigenſchaften gehören: ſo iſt es nicht zu verwundern, wenn es in den Schäfereien ſo ſteht, wie es ſteht. Durch die reichlichen Einkünfte, welche die Schäfer in den meiſten veredelten Schäfereien genießen, iſt das Uibel meiſt noch ärger geworden. Denn Wohlhabenheit hat noch ſelten die Moralität des rohen ungebildeten Men⸗ ſchen vermehrt. Das hier entworfene Bild iſt nicht erfreulich; aber ich frage jeden Schäferei⸗Eigenthümer, der ſich perſönlich der Sorge für ſeine Heerde unterzieht, ob ich die Farben zu grell aufgetragen habe. Ausnahmen gibt es, Gott ſey Dank! auch hier, aber ſie ſind leider ſo ſelten, daß ſie wenig in Betrachtung kommen. Wer das Glück hat, auf eine dieſer Ausnahmen gekommen zu ſeyn, der halte es feſt, damit nicht ſpäte Reue ihn befalle. Da es aber faſt gegen jedes Uibel, beſonders üuber auch gegen moraliſche, eine Abhilfe gibt: ſo kann ſie auch hier nicht fehlen. Wie ſie aber angebracht werden ſolle, das iſt die ſchwierige Aufgabe. Man fühlt den Mangel an guten Schafmeiſtern allgemein in Deutſchland, Frank⸗ reich, Polen, Rußland und faſt in allen europäiſchen Ländern. Spanien hat wegen ſeiner ſchon ſo lange be⸗ ſtandenen Schäferei⸗Verfaſſung hierin einen weſentlichen Vorzug. Die daſigen Majorals ſind eigentlich das, was ein Schafmeiſter heißen kann und ſeyn ſoll. Ihre Stel⸗ lung war von jeher ehrenvoll und einträglich; jedoch dürfte es zur jetzigen Zeit eine Menge deutſche Schafmeiſter Elsner's Uiberſ. b. europ. Schafz. II. Bd. H 144 (sie dictos) geben, die faſt beſſer ſtehen als jene Ma⸗ jorals.— Sachſen überzeugte ſich von den Vorzügen der ſpaniſchen Schäferei⸗Verfaſſung, und ließ deshalb einen ſpaniſchen Majoral mit dem erſten Transporte Merinos kommen, um das ſpaniſche Schafweſen mit den Merinos einzuführen. Bei Schafweſen iſt nicht die Rede von der Meſta, ſondern, wenn ich ſo ſagen darf, von dem Geiſte der Schäferei. Um dem Mangel an guten Schäfern von Grund aus abzuhelfen, errichtete man eine Schäferſchule in Stolpen, ſie ging aber aus Mangel an Theilneh⸗ mern bald wieder ein. Man hat in neuerer Zeit den Verſuch in Preußen wiederholt, und es ward im Jahre 1818 in Frankenfelde in der Mark Brandenburg eine dergleichen Schule eingerichtet. Sie erfuhr aber dasſelbe Schickſal wie die in Sachſen. Man hat es unbegreiflich gefunden, daß bei dem ſo ſchmerzlich gefühlten Mangel an guten Schäfern ein der⸗ gleichen Inſtitut nicht mit Enthuſiasmus von allen Sei⸗ ten aufgenommen, und nicht eher überfüllt als leer ge⸗ laſſen worden iſt. Die Urſache davon liegt, wie mich dünkt, ſehr nahe. Die erſte Frage iſt: wer ſoll dieſe Schule beſuchen? Antworten wir auch darauf wie natürlich: junge Leute, die Schafmeiſter werden wollen; ſo iſt damit noch ſehr wenig geſagt. Denn diejenigen, welche Talent zu dieſem Fache haben, werden gern an den Orten behalten, wo ſie ſchon den praktiſchen Dienſt verſehen, und da ſie be⸗ reits davon eine Ablohnung beziehen: ſo würden ſich ihre Finanzen ſehr verſchlechtern, wenn ſie nun ſtatt deren entwede zahlen man i Beſiter ſagt; be get Mn weiſe be den!- dalich am En einen f 3 dieſer N venn ſe dem Sp wollen mit der geleh! bekannte ergießen er in der de noch kei abzuhel mittlern Hilfe legen, lbhilfe Jel als jene M— Vorzügen der deshalb einen orte Merinos den Merinos Rede von der on dem Geiſte Schäfern von Schäferſchule Zan Theilneh⸗ erer Zeit den ard im Jahre Brandenburg erfuhr aber daß bei dem ſo afern ein der⸗ oon allen Sei⸗ t als leet ge⸗ gt, wie mich hule beſuhhen? junge Leutt, mmit noch ſehr lent zu dieſen behalten, wo und da ſi be⸗ vürden ſih iſre un ſiatt deren 115 entweder nichts bekommen, oder am Ende gar noch be⸗ zahlen ſollten.— Das ſoll aber nicht ſeyn, entgegnet man hier. Dieſe Leute müſſen auf Koſten der Schäferei⸗ Beſitzer auf die Schäferſchule gegeben werden. Gut ge⸗ ſagt, wenn dieſe dann Bürgſchaft hätten, daß ein jun⸗ ger Menſch, wenn er nun ausgebildet iſt, auch vorzugs⸗ weiſe bei ihnen diente. Er müßte dazu gezwungen wer⸗ den!— Das iſt aber bei einem Schäfer ein höchſt be⸗ denklicher Handel. Ein ſolcher gezwungener Dienſt könnte am Ende weit ſchlimmer ausfallen, als wenn man lieber einen freiwilligen und weniger geſchickten annähme. Zu allem dieſem kommt noch eine natürliche Abneigung dieſer Menſchenklaſſe gegen alles was Schule heißt; und wenn ſie dann von dieſer zurückkämen, dann ſind ſie noch dem Spotte von ihren Zunftgenoſſen ausgeſetzt: Darüber wollen wir aber nicht gar zu ſtrenge richten. Iſt es doch mit den Wirthſchaftsverwaltern beinahe nicht beſſer. Ein gelehrter, d. h. ein in der Literatur ſeines Faches bekannter Landwirth iſt in ihren Augen lächerlich, und ſie ergießen ihren herrlichen Witz in Strömen über ihn, ſobald er in den Bereich desſelben geräth. Da ſtänden wir denn am alten Platze und haben noch keine Mittel gefunden, dem in Rede ſtehenden Uibel abzuhelfen. Wir könnten uns freilich an die Hauptver⸗ mittlerin, die Zeit;, halten, und von ihr die allmählige Hilfe erwarten. Aber ehe wir die Hände in Schooß legen, verſuchen wir noch einmal, ob wir gar nichts zur Abhilfe finden ſollten. Jeder rationolle Schafzüchter, der ſeine Heerde per⸗ H 2 116 ſönlich unter Aufſicht behält, alſo auch genau das Betra⸗, gen ſeines Schafmeiſters beobachten kann, wird es ſich zur e 5 Pflicht machen, wenn derſelbe fleißig und ergeben iſt, I ſühen ihm Anweiſung in dem vollkommnern und verſtändigeren V e ies aud Betriebe ſeines Gewerbes zu geben. Er wird zu dem Ende keinen mit alten Vorurtheilen vollgepfropften wäh⸗ dem Ech len. Denn bei dieſen heißt es: quamvis expellas furca, nagegen tamen usque recurrent. Wenn er nun einen dergleichen naſenn guten Schafmeiſter gefunden und ausgebildet hat, und jag ſie ſich beiderſeits trennen, dann wird er auf alle Weiſe Ertag bemüht ſeyn, ihm wieder einen guten Platz zu ver⸗ berne ſchaffen, wo er mit der Anwendung ſeiner erworbenen den ſi Kenntniſſe nützen kann. Den ſchlechten muß er durch ter groß wahrhafte Zeugniſſe brandmarken, damit er end⸗ Gerin lich wie ein räudiges Schaf ausgemerzt werde. Wenn theils a dies die große Menge von rationellen Schafzüchtern thut: nm ſo bilden ſich nebenbei die Schafknechte und Jungen, dig in die endlich wieder gute Meiſter werden, und wir ha⸗ Aun ben ſodann die beſten Schäferſchulen und einer arbeitet uenan für den andern. der Et Ich ſpreche nunmehr von der Stellung der Niwa Schäfer. Dieſe faßt ihre Ablohnung, ihren imm Rang und ihre Behandlung in ſich. n we Was die Ablohnung betrifft: ſo hatte die oben behe genannte unverantwortlich ſchlechte Behandlung der Schä⸗ durch: fereien ſo große Sterblichkeit und ſo empfindliche Verluſte fführt: herbeigeführt, daß man endlich zu einem Auskunftsmittel mu ſchritt, von welchem man Abhilfe erwartete. Es war dies V nimlic firr die ein gewiſſer Antheil an den Nutzungen der Schäferei, der Sache u au das Betra⸗ vird es ſich zur d ergeben iſ verſtändigeren wird zu dem pfropften wäh⸗ Npellas furcd, nen dergleichen det hat, und auf alle Weiſe Platz zu ver⸗ er erworbenen nuß er durch mit er end⸗ derde. Wenn züchtern thut: und Jungen, und wir ha⸗ einer arbeitet llung der ung, ihren hatte die vben lung der hj⸗ ndliche Veruuſe luskunftömittl e. Es wnrdies rStifeii der 117 dem Schäfer als Lohn bewilligt wurde. Da man es in frühern Zeiten liebte, da wo eine Abfindung am Natu⸗ ralertrage zu leiſten war, den Zehnten zu geben: ſo ward dies auch hier eingeführt. In den meiſten Schäfereien wurde dem Schäfer der zehnte Theil aller Nutzungen bewilligt, wogegen er aber auch den zehnten Theil aller beſondern Laſten und Ausgaben zugleich übernahm. Als man aber anfing, die Schäfereien zu veredeln, und als dadurch deren Ertrag ſtieg, da wurde dieſer zehnte Theil allzugroß und man verwandelte ihn hie und da in den zwölften, wohl auch in den fünfzehnten. Zu jener Veredlung waren aber mitun⸗ ter große Vorauslagen nöthig, und die Schäfer, die ihren Gewinn für die Zukunft theils nicht genau genug einſahen, theils auch nicht wußten, wie lange ſie ihren Poſten behal⸗ ten und jenen Gewinn ziehen würden, fingen an, ungedul⸗ dig zu werden. Dies gab zu gegenſeitigem Verdruße Veranlaſſung, und man hob den Antheil ganz auf und verwandelte ihn in einen feſtgeſetzten Lohn, der ſich nach der Stärke der Schäferei und der damit verbundenen Mühwaltung richtete. Dieſes Verhältniß iſt es, das jetzt immer allgemeiner in den veredelten Schäfereien wird, und welches auch ohne Zweifel das einfachſte und für beide Theile bequemſte iſt. Da, wo die alte Ablohnung durch Antheil und ſogenanntes Vorvieh noch ſtatt findet, führt man für deſſen Beibehaltung immer den Grund an, der in frühern Zeiten dies Verhältniß gegründet hatte: nämlich die wahrſcheinlich größere Sorgfalt des Schäfers für die Heerde, da er doch ſeinen Theil dabei habe. Die Sache unterliegt einer Menge Bedenklichkeiten, und die 118 Erfahrung hat gerade bewieſen, daß die Antheilſchäfereien in der Regel ſchlechter beſorgt ſind als die Lohnſchä⸗ fereien. Wir wollen die Urſachen davon aufſuchen.— Nehmen wir zwei Fälle an, den erſten: der Schäfer ſey ein träger pflichtvergeßner Menſch, der die Heerde, wenn er ſeinen Antheil nicht darin hätte, zu Grunde richten würde. Hier frage ich, ob ein ſolcher Mann auch bei dem Antheile nicht großes Unglück in der Heerde ſtifte?— Geſetzt er wäre Lohnſchäfer: ſo hat der Herr der Schäferei ſchon den erſten großen Vortheil, daß er ihn ohne viele Schwierigkeit außer der Zeit wegjagen kann, was bei dem Antheilſchäfer viel weniger angeht. Aber auch abgeſehen davon: ſo muß er als Lohnſchäfer mehr gehorchen, und kann gegen ſeine groben Verſtöße nicht immer, wie es dergleichen Subjecte in der Regel thun, den Grund vor⸗ bringen, daß, da er ſeinen Antheil in der Heerde habe, er dieſelbe nicht zu Grunde richten würde, und daß er ſehr wohl wiſſe, was er für dieſelbe zu beobachten habe. Der zweite Fall, den wir annehmen, iſt: der Schäfer ſey ein ſittlich guter und ſeines Gewerbes völlig kundiger Mann. Und dann iſt ſchon eo ipso von ihm Dienſttreue, Fleiß und alle Schäfertugend zu erwarten, er mag An⸗ theil⸗ oder Lohnſchäfer ſeyn. Der Herr hat daher in allen Fällen bei einem Schäfer, der auf feſten Lohn geſetzt iſt, den Vortheil, daß er nicht muthwillig einen Theil des Lohnes für ſeine Induſtrie, den er auf die höhere Vered⸗ lung ſeiner Schäferei verwandte, verliert; ohne daß er dabei in irgend einer Art einer größern Gefahr oder grö⸗ ntheilſchäferaie die Lohnſti aufſuchen.— der Schäfer ſe Heerde, wenn Grunde richten inn auch bei dem eerde ſtifte;— err der Schäferei ihn ohne viele in, was bei dem auch ahgeſehen ehorchen, und umer, wie es den Gtund vor⸗ er Heerde habe, , und daß er eobachten habe. : der Schäfer völiig kundiger im Dienſttreue, n et mag An⸗ t daher in allen kohn geſetz iſ einen Theil des ie höhere Vered⸗ rt; ohne daß er Gefahr oder grü⸗ 119 ßerem Schaden ausgeſetzt wäre, als wenn er ſeine Schäfer auf Antheil geſtellt hätte. 1 Der Rang, welchen die Schäfer zur gegenwärti⸗ gen Zeit in der bürgerlichen Geſellſchaft einnehmen„ iſt unendlich ehrenvoller als er früher war. Die Wohlha⸗ benheit, zu welcher faſt alle diejenigen gelangen, die ihrem Fache nur einigermaßen gewachſen ſind, und die ſich das Erworbene dann auch zu Rathe halten, ſichert ihnen ſchon in der bürgerlichen Klaſſe, zu welcher ſie ge⸗ hören, einen ehrenvollen Stand. Wenn ſie nun noch dazu Männer von unbeſcholtenem Rufe ſind, die jederzeit ein gutes Unterkommen finden: ſo haftet gewiß, wegen ihres Standes, auch nicht der kleinſte Makel an ihnen. Dieſer Umſtand muß auch den rationellen Schafzüchtern für die Folge die gegründete Hoffnung geben, daß endlich auch etwas gebildete junge Leute ſich zur Ergreifung dieſes Faches entſchließen werden, und das um ſo mehr, als man von allen Seiten die Klage wiederholen hört, daß alle Gewerbe ſo mit Menſchen überfüllt ſind, daß faſt bei keinem mehr ein nur mäßiges Auskommen verſprechen⸗ des Unterkommen zu finden iſt; und als gerade dieſer Stand bis jetzt ſeinen Mann noch ſo gut nährt, daß es viele Schafmeiſter gibt, deren Einkommen das eines Wirthſchaftsverwalters bei weitem überſteigt. Hinſichtlich der Behandlung haben ſich vielleicht unter allen andern Dienſtboten die Schafmeiſter gerade am wenigſten über Härte von ihren Herrſchaften zu be⸗ ſchweren. Die Wichtigkeit des ihnen anvertrauten Gutes macht es dem Herrn ſchon zur Nothwendigkeit, ſelbſt mit 120 einem Taugenichts gelinder zu verfahren, als er es in jeder andern Lage thun würde: weil ihm dieſer, reizt er ihn erſt zur Bosheit, unendlichen Schaden in kurzer Zeit zufügen kann. Iſt er aber ein redlicher, verſtändiger Magn, der ſeinen Poſten mit Einſicht, Kenntniß und Treue verwaltet, dann iſt ſeine Behandlung gewiß ſo, daß man ihn eher den Freund, als den Untergebenen ſeiner Herrſchaft nennen könnte. F. Rationeller Betrieb der Schafzucht. So wie in der neuern Zeit die ganze Landwirthſchaft auf eine weit rationellere und ſyſtematiſchere Weiſe be⸗ trieben wird, ſo geſchieht dies ganz beſonders mit der Schaßucht. Die Einträglichkeit dieſes Zweiges der Land⸗ wirthſchaft, die beſonders da recht deutlich und über⸗ zeugend hervortrat, als alle übrigen ſo darnieder lagen, und als deren ganzem Betriebe der Untergang drohte, wovon zum Theil auch nur die Schafzucht rettete, mußten allen Schäfereibeſitzern ein ganz beſonderes Intereſſe ein⸗ flößen. Dazu kommt noch die Sanftmuth des Schafes, mit dem es ſich ſo gut umgeht; der gefällige Anblick einer feinen und gut ausgebildeten Wolle; die Bildſamkeit der Züchtung der Schafe und der allgemeine Wetteifer, der überall ſich regte. Kein Wunder, daß man nun die Beſchäftigung mit der Schafzucht an Männer übergehen ſah, die es in frühern Zeiten für einen Schimpf gehalten haben würden, ſich deren anzunehmen.— Ehrenvoll ward dieſe Beſchäftigung aber auch ganz beſonders dadurch, zcß nu Liele d iſtte Be E fahur run nich Ieen, potaus entwicke füllte ſ züchter geblieb der ihn Ich wil zubehalt von de derſelb 9' Heätde derſelbe die köt Was de da beine oben ſa reichlic als des fühlt,: manche den gel worden. als er es in dieſer, reit den in kurzer t verſtändigen Kenntniß und lung gewiß ſo, Untergehenen Ichafzucht. andwirtyſchaft ere Weiſe be⸗ ders mit der iges der Land⸗ ich und übet⸗ rnieder lagen, gang drohte, ttete, mußten Intereſſe ein⸗ des Schafes, Anhlick einer Bildſamkeit ine Wetteifer, man nun die mner übergehen himpf gehalken — Ghrerwoll unersdauac, 121 daß nunmehr die Schafzucht zur Wiſſenſchaft wurde. Viele denkende Männer, die ſich damit befaßten, theilten ihre Bemerkungen ſchriftlich mit, andere verglichen ihre Exfahrungen damit, und enthielten auch dieſe dem Publi⸗ cum nicht vor, und ſo bildeten ſich Austauſchungen der Ideen, neue Verſuche und Erfolge reiheten ſich daran, woraus ſich denn endlich ein ſyſtematiſches Verfahren entwickelte. Manche bisher ſehr ſtark bemerkte Lücke füllte ſich nun aus, und iſt auch den rationellen Schaf⸗ züchtern für die Zukunft noch vieles zu ergänzen übrig geblieben: ſo haben ſie doch einen Schatz von Vorarbeiten, der ihnen ihre noch zu leiſtenden ungemein erleichtert. Ich will, um eine gewiſſe ſyſtematiſche Ordnung bei⸗ zubehalten, bei dem rationellen Betriebe der Schafzucht von den erſten bis zu den letzten Beſchäftigungen bei derſelben fortgehen. Wenn ein Schäfereibeſitzer ſich perſönlich um ſeine Heerde bekümmert und ſich einer verſtändigen Leitung. derſelben befleißigt: ſo iſt das erſte, worauf er ſieht, die körperliche Pflege und gute Fütterung. Was darin jetzt geſchieht, und wie man hierin hie und da beinahe eher zu viel als zu wenig thue, das habe ich oben ſchon geſagt. Zur verſtändigen Anwendung des reichlich herbei geſchafften Futters bedarf es aber mehr, als des bloßen Vorlegens desſelben. Man hat dies ge⸗ fühlt, und es ſind in den Mittheilungen der Schafzüchter mancherlei Futterarten und mancherlei Fütterungsmetho⸗ den gerühmt und getadelt, angenommen und verworfen worden. Um hierin keine Mißgriffe zu begehen, iſt es 122 ein vorzügliches Kennzeichen eines verſtändigen Schaf⸗ züchters, wenn er nicht blind glaubt, ſondern ſorgfältig prüft und eigene Verſuche, zur Sicherheit aber anfangs allemal im Kleinen, anſtellt. Dann wird er ſich am be⸗ ſten überzeugen, was von dem Gehörten und Geleſenen Kern und was Spreu ſey.— Viele, die dies nicht tha⸗ ten, die jede Mittheilung, gränzte ſie auch an Charlatane⸗ rie, ſogleich für wahr annahmen, haben mancherlei ſon⸗ derbare Sprünge in ihren Schäfereien gemacht, und ſich neben dem directen Schaden, den ſie in ihren Heerden anrichteten, noch den indirecten zugezogen, daß ſie ſich um das Vertrauen und Anſehen bei ihren Schafmeiſtern brachten, und darum in der Folge zu manchen Fehlgriffen, welche dieſe in ihren Vorurtheilen thaten, ſtill ſeyn muß⸗ ten. Mein Wahlſpruch iſt: Wo ich die Sache nicht gründlichkenne, lieber auf die Praxris des Schafmeiſters zu vertrauen, als mnichbe⸗ ſchämenden Mißgriffen auszuſetzen. Wo ich aber Erfahrung und Uiberzeugung habe, da fordere ich auch blinden Gehorſam, und ich habe unter andern, um dieſen bildlich darzuſtellen, mei⸗ nem Schafmeiſter die Lehre gegeben, daß, wenn ich ihm den Befehl gebe, meinen Hauptwidder, der mir um kei⸗ nen Preis feil iſt, zu tödten, er dies unbedenklich thun müſſe, wenn er mir nicht etwa eine Art von Delirium im Augenblicke dieſes Befehls anſähe. Nur auf dieſe Weiſe können die verſtändigen Anordnungen des Dirigenten in der Schäferei zur pünktlichen Ausführung gebracht werden. dies g trieb u an ihr Empe geho die B trager ihn n ein einem et ja perſt kein den der2 kauf fand faͤndigen Schaf ondern ſorgfilti eit aber anfang der ſich am h⸗ und Geleſenen ie dies nicht tha⸗ han Charlatane⸗ mancherlei ſon⸗ gemacht, und ſich in ihren Heerden gen, daß ſie ſich en Schafmeiſtern chen Fehlgriffen, ſtill ſeyn muß⸗ e Sahe nicht e Praris des als mich be⸗ iſetzen. Wo eugung habe, hor ſam, und arzuſtelen, mei⸗ . wemn ich ihn der mir um kei⸗ nbedenklich thun von Delirimm im rauf dieſ iſe des Düiienten führung züracht 125 Oben ſchon habe ich davon geſprochen, wie man man⸗ cher Futterart, z. B. den Kartoffeln, einen nachtheiligen Einfluß auf die Ausbildung der Wolle zugeſchrieben habe. Auch andre Fütterungsmittel habe ich dort angegeben, z. B. das Laub der Topinamburs ꝛc. Bei dem immer mehr überhand nehmenden verſtändigen Betriebe der Schä⸗ fereien hat man ſich denn aber auch dergleichen Ausſprüche, die ſich auf bloße Annahmen und Vorausſetzungen, kei⸗ nesweges aber auf Verſuche und Erfahrungen gründeten, nicht mehr irre machen laſſen. Es wäre auch ein unbe⸗ rechenbarer Verluſt für das Ganze geweſen, wenn man dies gethan hätte. Inſofern hat denn der rationelle Be⸗ trieb und der perſönliche Antheil, den die Schäfereibeſitzer an ihren Heerden nahmen, ungemein genützt und zur Emporbringung der Schäfereien mehr als alles andere geholfen. gweitens ſieht der verſtändige Schafzüchter auf die Beſchaffenheit der Wolle, welche ſeine Schafe tragen. Die Verſchiedenheit des Preiſes derſelben kann ihn nicht gleichgültig dabei laſſen, ob z. B. die ſeinigen ein Product bringen, das kaum den vierten Theil von einem vollkommenen werth iſt. Der Hauptzweck, den er ja bei ſeiner ganzen Schäferei, und beſonders beim perſönlichen Betriebe derſelben hat, iſt und bleibt doch kein anderer, als der Reinertrag oder die Rente. Bei den veredelten Schafen geht dieſe faſt ausſchließlich aus der Wollqualität hervor. Denn auch der Zuchtviehver⸗ kauf gründet ſich darauf. Um alſo ſein Fach mit Ver⸗ ſtand zu betreiben, bedarf er einer richtigen Wollkenntniß. 124 Daß dies keine leichte Sache ſey, habe ich ſchon im erſten Theile dargethan. Jedoch gibt es jetzt ſo viele Anwei⸗ ſungen hierzu, und beſonders kann der, welcher ein ge⸗ ſundes Auge und Talent für die Sache hat, bei fortge⸗ ſetzter Aufmerkſamkeit ſich hierin bald große Uibung er⸗ werben. Wenn er nun die noch vorhandenen Mängel in ſeiner Schäferei entdeckt hat: ſo bleibt es ſeinem Ver⸗ ſtande überlaſſen, wie er denſelben abhelfen will. Hier geräth er freilich in eine Art von Labyrinth, aus wel⸗ chem herauszufinden ihm ein klarer Verſtand und vorher⸗ gegangene Uibung allein helfen können Die gewun⸗ denen Gänge dieſes Labyrinths ſind theils: die ver⸗ ſchiedenen Meinungen und Anſichten der Wollproducenten ſowohl als der Wollkäufer über das, was das Edelſte und Preiswürdigſte von Wolle ſey; theils aber auch die mannigfachen Anerbietungen der zum Verkauf geſtellten und aufs höchſte geprieſenen Schafe. Wer da mit einer Art von blinder Tapferkeit in dieſem Labyrinthe vorwärts geht, der kommt gewöhnlich an einem Orte heraus, wo er es nicht vermuthete, und wo er ſo ziemlich auf dem⸗ ſelben Platze ſteht, als ehe er hineinging. Jedoch war dieſe Gefahr ehemals viel größer als jetzt. Denn, wie ſchon geſagt, es hat ſich die Schaf⸗ und Wollkenntniß in neuerer Zeit ſehr ausgebildet und ausgebreitet, und Flun⸗ kerein, wo man etwas Unedles als Edles anpreiſt, hal⸗ ten keinen Stich mehr. Daher findet auch das Alleredel⸗ ſte immer zuerſt ſeinen Käufer, ſo theuer es auch ſcheinen mag, und daneben bleibt das Wohlfeile meiſt unverkauft. Dies iſt aber ganz beſonders in Deutſchland der Fall. Iedoch auch in „ B. 1 liberzeu dem ent hat. 1 cet Eife unlängſt don Ga Vollkon der Be in der Kenntni negen E zu den zu s Was ic ganges Ländern bildung, jener Se ben, da leicht w dies ei Vorthe dieſe, ſtig w reitwill Hauptei ſchon im erſen viele Anwei⸗ velcher ein ge⸗ t, bei fortge⸗ iße Uibung er⸗ denen Mängel es ſeinem Ver⸗ ſe will. Hier inth, aus wel⸗ und und vorher⸗ Die gewun⸗ eils: die ver⸗ ſollproducenten 3 das Cdelſte Haber auch die erkauf geſtellten r da mit einer inthe vorwärts e heraus, wo nlich auf dem⸗ „ Jedoch war Denn, wie Vollkenntniß in itet, und Flun⸗ anpreiſt, hal⸗ h das Aleredel⸗ es auf ſeine eiſ uneerkuſt gland de Fal 125 Jedoch nimmt dieſer verſtändige Betrieb der Schaßzucht auch in andern Ländern ſehr überhand. So ſcheuet man z. B. in Frankreich keine Koſten, wenn man die eigene Uiberzeugung oder fremde kompetente Beſtätigung von dem entſchiedenen Werthe eines Widders oder Schafes hat. Auch in den oſteuropäiſchen Ländern erwacht glei⸗ cher Eifer. Eine große Uiberraſchung hievon bekam ich unlängſt durch Wollmuſter, die mir aus dem öſtlichen Theile von Galicien zugeſandt wurden. Sie waren von einer Vollkommenheit, wie ich ſie dort nicht geſucht hätte, und der Beſitzer jener Heerden, die im Süden von Lemberg, in der Nähe der Karpathen aufgeſtellt ſind, zeigt eine Kenntniß und Erfahrung in der Sache, und einen ſo regen Eifer, daß unter ſeiner Leitung jene Schäfereien zu dem Range der erſten deutſchen ſteigen werden, wo⸗ zu es auch gar keiner ſo ſehr langen Zeit bedürfen wird. Was ich weiter oben als eine Hemmung des raſchen Fort⸗ ganges der veredelten Schafzucht in den oſteuropäiſchen Ländern anführte, nämlich die niedere Stufe der Volks⸗ bildung, das iſt es hier gerade nicht. Denn der Beſitzer jener Schäfereien, Herr von M., verſichert in ſeinem Schrei⸗ ben, daß bei der Bildſamkeit des daſigen Volkes es ſehr leicht wäre, ſich Schäfer zuzuziehen; und daß man, wenn dies einmal geſchehen ſey, mit denſelben einen großen Vortheil vor den deutſchen voraushabe, weil ſie nicht, wie dieſe, von Vorurtheilen angeſteckt und weniger widerſpen⸗ ſtig wären. Unbedingter Gehorſam und die größte Be⸗ reitwilligkeit bei allem, was ihnen aufgetragen wird, ſind Haupteigenſchaften von ihnen. Dabei ſind ſie mit einem 126 für Deutſchland ſehr geringen Lohne zufrieden, der frei⸗ lich für die dortigen Verhältniſſe den Leuten hoch erſcheint. Auch iſt unter dem daſigen Volke der Stand eines Schaf⸗ meiſters ein ſehr ehrenvoller. Die Schafzüchter haben daher dort eine Menge Hinderniſſe, die ich im Vorher⸗ gehenden aufgeführt habe, weniger zu bekämpfen.— Finden ſich deren erſt viele in den dortigen Provin⸗ zen von dem Verſtande, den Kenntniſſen und dem Eifer des Herrn von M. ein: dann muß die veredelte Schaf⸗ zucht Rieſenfortſchritte machen, und ſie kann im Woll⸗ handel auf eine für Deutſchland eben nicht vortheilhafte Weiſe auftreten. Doch ich kehre zu meinem Thema zurück. Wenn nun der verſtändige Schafzüchter eingeſehen hat, was zur Erzeugung einer wirklich edlen und für hohen Preis geſuchten Wolle erfoderlich iſt; wenn er ſich Zuchtvieh angeſchafft hat, mit welchem er ſeinen vorge⸗ ſetzten Zweck erreichen kann: ſo muß er aber auch Drittens wiſſen, nach welchen Gründ⸗ ſätzen er bei der Züchtung dieſer Schafe verfahren müſſe. Wenn man von Grundſätzen ſpricht: ſo muß man diejenigen, welche ſich ein Schaf⸗ züchter zur Richtſchnur ſeines Verfahrens bildet und feſtſtellt, von den allgemein gültigen und anwendbaren unterſcheiden. Erſtere ſind leicht gefaßt, wenn der, welcher ſie befolgen will, nur mit ſich ſelbſt zu einiger Klarheit gelangt iſt, und wenn er nur einigermaßen deutlich ein⸗ ſieht, was er zu thun und zu befolgen habe, um das vorgeſtreckte Ziel zu erreichen. Schwieriger ſind die letztern Anſichten nicht w it, liſ felen. ſe eine E Är Scha daher bi hähern den ſpet einzelne Beweggt wenn ich auf die⸗ wit der E z. B., Nebenrü iſt dies die ſich! ſeht Lie man bei heit aue Schwit Zwirne ſatze, ne ten Wo der Sche Ei eden, der ftir n och erſcheint d eines Schaf⸗ fßüchter haben ich in Vorher⸗ impfen.— artigen Provin⸗ und dem Eifer deredelte Schaf⸗ kann im Wol⸗ ht vortheilhafte rck. ter eingeſehen edlen und für ; wenn er ſic ſeinen vorge⸗ det auch en Gründ⸗ ſer Schafe n Grundſätzen ſich ein Schaf⸗ ss bildet und danwendbaren enn der, welcher äniget Klatſei en deutlih in habe, um dus riger ſid die 127 letztern aufzuſtellen, weil ſie für eine Menge verſchiedener Anſichten paſſen ſollen. So lange man in dieſen noch nicht wenigſtens zu einer gewiſſen Einigkeit gelangt iſt, laſſen ſich auch keine allgemeinen Grundſätze auf⸗ ſtellen. Denn es liegt ja im Urbegriffe des Wortes, daß ſie eine Baſis bilden müſſen, auf welcher die Wiſſenſchaft der Schafzucht und ihre Ausübung beruht. Wenn man daher bis itzt auch hie und da von Grundſätzen in der höhern Schafzucht ſprach: ſo konnte dies immer nur von den ſpeciellen, oder von denen gemeint ſeyn, welche ſich einzelne Schafzüchter, oder auch einige, die nach gkeichen Beweggründen verfuhren, feſtgeſtellt haben. Ich werde, wenn ich erſt von dieſen noch Einiges geſagt habe, auch auf die allgemeinen kommen und unterſuchen, inwiefern wir deren, und welche wir haben. Ein Grundſatz der einzelnen Schafzüchter iſt es aber z. B., wenn man ſich die höchſte Feinheit, ohne alle Nebenrückſichten zum Ziele ſeines Strebens macht. Es iſt dies zwar mehr oder weniger der Endzweck aller derer, die ſich mit der veredelten Schafzucht beſchäftigen; aber ſehr Viele, welche die Erfahrung gemacht haben, daß man bei dem einſeitigen Streben nach der höchſten Fein⸗ heit auch leicht manche Mängel, als: Armwolligkeit, Schwächlichkeit der Thiere; ja ſogar auch Fehler, als: Zwirnen ꝛc. einſchleichen ſah, machten es ſich zum Grund⸗ ſatze, neben dieſer höchſten Feinheit auch die andern gu⸗ ten Wolleigenſchaften, ſo wie die Kraft und Geſundheit der Schafe nicht aus den Augen zu verlieren. Ein anderer Grundſatz iſt es wieder, wenn 128 man bei einer ziemlichen Wollqualität ganz beſonders auf deren Menge hinarbeitet. Es haben ſich, da dieſe bei⸗ den Grundſätze faſt gerade einander entgegen ſind, man⸗ cherlei Debatten darüber entſponnen. Die einen behaup⸗ teten, die höchſte Feinheit allein könne eine Schä⸗ ferel auf den höchſten Reinertrag ſtellen; die andern da⸗ gegen meinten, die Wollmenge thäte dies mehr als die Feinheit. Man hat zur Behauptung ſeiner Meinungen viele Rechnungen für das eine und das andre aufgeſtellt. Es würde mich zu weit führen, wenn ich hier Parthei nehmen und durch Rechnung beweiſen wollte, wer von beiden Theilen am klügſten verfährt. Am Ende können ſie Beide Recht haben, und Beide würden ſich ſchaden, wenn einer ſchnell zu den Grundſätzen des andern über⸗ gehen wollte. Ihr Product wird beiderſeits ſeine Ab⸗ nehmer jederzeit finden, und der ſüße Glaube, das Rechte erfaßt zu haben, iſt ihnen noch eine Zugabe des Lohnes ihres Fleißes. Wie es aber für eine weitere Zukunft ſtehen könne, das wird weiter unten vorkommen. Ein dritter Grundſatz iſt das Halten auf Race. Hier theilen ſich die rationellen Schafzüchter in zwei Hauptpartheien. Die eine läßt nur die Race zu, wo eine lange Fortzucht in demſelben Blute ohne fremde Einmiſchung ſtatt findet; die andere dagegen behauptet, daß ſolche Race wohl ihren Werth haben können, inſofern der Adel des Blutes, wenn auch Ausartungen vorge⸗ kommen ſind, wie dies überall in der Natur geſchieht, immer wieder hervortritt, und zu ſeiner natürlichen Vollkommenheit leicht geleitet werden könne; daß aber gerade um jer ſich di weshalt halten! in einen Llatte Natur richtige 5 iſt der Schaͤfen bringen denheit Wenn Verein die ih Eltern beſchaffe erzeuge ſeine e Parthei denten dieſe beide in der daher Race eine la Elöner nz beſondets a ich, da dieſe bei egen ſind, man⸗ e einen behau⸗ ünne eine Schi⸗ die andern da⸗ te dies mehr als einer Meinungen andre aufgeſtellt. ich hier Parthei wollte, wer von im Ende können en ſich ſchaden, 3 andein über⸗ rſeits ſeine Ab⸗ aube, das Rechtt gabe des Lohnes veitere Zukunſt kommen. Halten auf en Schafzüchter aut die Race zu, lute ohne fremde gegen behauptet können, inſofern dartungen borge⸗ Natur geſtithh ziner natürichen känne; dij aber 1 39 gerade die Nothwendigkeit des Eingreifens der Menſchen, um jene Ausartungen zu entfernen, ein Fingerzeig ſey, ſich die Race ſelbſt zu bilden, um die Eigenthümlichkeit, weshalb man ſie ja auch eigentlich nur ſchätzt, feſt zu halten und zur Conſtanz zu bringen. Leidenſchaftlichkeit in einem Zwiſte dieſer Art würde ſehr am unrechten Platze ſeyn, da es hier gleichſam auf ein Belauern der Natur abgeſehen iſt, wo Ruhe und Beſonnenheit allein richtige Beobachtung gaben kann. Der Hauptpunkt, wovon beide Partheien ausgehen, iſt der: Nace iſt nothwendig, wenn man eine edle Schäferei zu dem gewiſſen Ziele einer höhern Veredlung bringen will. Darin ſind ſie beide einig. Die Verſchie⸗ denheit beruht alſo lediglich auf dem Begriff von Race. Wenn nun dieſer kein andrer iſt und ſeyn kann als: die Vereinigung gewiſſer Vollkommenheiten in einem Thiere, die ihm angeboren ſind, und die es deshalb von ſeinen Eltern ererbt hat, weil deren Blut und Organismus ſo beſchaffen war, daß ſie keine andre als ſolche Nachkommen erzeugen konnten, und die es denn auch wieder auf ſeine eigenen überträgt: ſo ſcheint es mir, als ob beide Partheien, wenn ſie nur erſt ſich einem ruhigen Nach⸗ denken überlaſſen wollten, einig wären. Beide wollen dieſe gewiſſe Vererbung jener guten Eigenſchaften, und beide werden ſie haben, wenn ſie ihre Begriffe von Race in den zu züchtenden Thieren realiſirt ſehen. Sie ſind daher nur darin verſchieden, daß die erſten meinen, dieſe Race könne ſich nur durch die Länge der Zeit oder durch eine lange Zahl von Generationen gründen, die andere, Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. II. Boͤ. J X dagegen, daß die Intelligenz des Menſchen hier hellend einſchreiten und dieſe Zeit ſehr abkürzen könne. Hier muß ich beinahe noch einmal von vorn anfangen. Die Natur liebt bei allen lebloſen und lebendigen Weſen die Abweichungen. Wir Menſchen nennen dieſe Ab⸗ weichungen, wenn ſie nicht gerade in das ſchlagen, was wir erreichen wollen, Unvollkommenheiten. Uiberläßt man ſie ſich nun eine Zeitlang ſelbſt: ſo bildet ſie zuletzt Weſen, die von dem erſten(dem Originaltypus) ſich entfernen, und es entſtehen Variationen, die zuletzt immer mehr abweichen und am Ende faſt zu andern Gattungen werden. Wenigſtens ſind wohl viele derſelben von ihren 'erſten Bildungen an auf dieſe Weiſe entſtanden. Unter⸗ nimmt aber der Menſch die Züchtung einer Thiergattung; ſo ſteckt er ſich gewiſſe Eigenſchaften dabei vor, die er erreichen will, und er entfernt dann alles, was aus der Art ſchlagen will, von der Fortpflanzung. Bei der ver⸗ edelten Schafzucht iſt es die feine und edle Wolle, welche das Hauptaugenmerk ſeines Strebens iſt. Lange war man nicht recht im Klaren, welches eine wahrhaft edle Wolle ſey. Durch die Länge der Zeit und durch die Mittheilungen der Wollverarbeiter erlangte man dieſe Kenntniß. Aber nicht alle Schafzüchter zugleich und auf gleiche Weiſe. Gibt es deren doch noch jetzt genug, denen das klare Licht noch nicht aufgegangen iſt. Durch dieſe Kenntniß wurden ſie in Stand geſetzt, zu beur⸗ theilen, welche Thiere die guten Eigenſchaften und die Vollkommenheiten beſäßen, die man von der Race fordern zu müſſen glaubte. Dieſe nun entfernten alles Mangel⸗ hafte un zen; da Kenntrit kommene fortfſan auegebrei deſto län Venn m gil und vielleicht von den ſie zwar mit Umſü dern ſie die Str gelten! dann ha fort auf auf etwe ſich aber wegen V nichts al kommen in ihr er n hier helfen önne. vorn anfangen. endigen Weſen nen dieſe Ab⸗ ſchlagen, was ten. Uiberläßt bildet ſie zuletzt inaltypus) ſich die zuletzt immer dern Gattungen elben von ihren anden. Unter⸗ Tjiergattung; bei vor, die er s, was aus der Bei der ver⸗ e Wolle, welche 4. Lange war wahrhaft edle und durch die ngte man dieſt zugleih und ai och jetzt genug, gen iſt Duuj eſeßt, u ban⸗ nſchaften und die der Rae fndern ten alles lunge 131 hafte und Unvollkommene, und ließen es ſich nie fortpflan⸗ zen; dagegen alle jene, welchen die gedachten richtigen Kenntniſſe ſpäter zu Theil wurden, auch das Unvoll⸗ kommene nicht erkannten, und deshalb dasſelbe ſich noch fortpflanzen ließen. Je länger dies nun geſchah, deſto ausgebreiteter und hartnäckiger wurde das Uibel, und deſto länger mußte es auch dauern, es auszurotten.— Wenn nun jene mit ihren richtigen Kenntniſſen die Män⸗ gel und Gebrechen einſahen und zur ſchnellen Abhilfe ſich vielleicht Thiere bedienten, die nicht gerade urſprünglich von dem ihrem untergebenen Stamm waren: ſo miſchten ſie zwar die Racen, d. i. ſie kreuzten; aber wenn ſie es mit Umſicht thaten, ſo verdarben ſie dieſelben nicht, ſon⸗ dern ſie verbeſſerten ſie, und erhoben ſie eigentlich auf die Stufe, auf welcher ſie dieſelben als vollkommene Race gelten ließen.— Wenn ſie dies nun bewerkſtelligt hatten, dann hatten ſie ihr Ziel erreicht, und jene, die ſich immer⸗ fort auf ihr ſtets rein erhaltenes Blut beriefen und dar⸗ auf etwas zu gut thaten, ſtaunten ihnen nach.— Um ſich aber keine Blöße zu geben, tadelten ſie dieſelben wegen Vermiſchung der Racen und prophezeiheten ihnen nichts als Unvollkommenes für die Zukunft. Dieſe Zu⸗ kunft wird aber wahrſcheinlich nie kommen, oder wenig⸗ ſtens ſo lange nicht, als jene rationellen Schafzüchter mit gleichem Verſtande und gleicher Beſonnenheit nach ihtem vorgeſteckten Ziele ſtreben werden. Wenn man nun aber mit einer Thiergattung ſo weit ge⸗ kommen iſt, daß man mit Sicherheit auf die Forterbung der in ihr erlangten Vollkommenheit rechnen kann; oder mit J 2 andern Worten: wenn man bei der Nachzucht niemals ein Zurückſchlagen in die frühern Mängel und Fehler fürchten darf, ſondern ſchon im voraus die guten Eigen⸗ ſchaften, welche die Nachkömmlinge entwickeln werden, faſt beſtimmen kann: ſo nennt man dies Conſtanz. Doch ehe ich hievon ſpreche, will ich noch den Ausdruck: Race vollends abfertigen. Man hat unter den veredelten Schafen eine Menge verſchiedener Racen, wie ſich auch wohl aus dem Begriff von Race ſelbſt ſchon ergeben muß. Je nachdem man die oder jene Eigenſchaften als vorzugsweiſe für beſonders empfehlenswerth fand und auf ſie hielt, ſie alſo in den Schafſtämmen endlich erblich machte: je nachdem hat man auch verſchiedene Racen hervorgebracht. Ich habe. im erſten Bande über dieſelben ſchon geſprochen und bei Anführung des Leipziger Wollconvents die beiden Haupt⸗ racen die der Electorals und der Infantados genannt; auch habe ich ſchon von beſonders ausgebildeten deutſchen Racen geſprochen. In Spanien gibt es deren mehrere nach den verſchiedenen Provinzen, in welchen ſie gezüchtet worden ſind. Jedoch iſt„Stämme“ für jene verſchiedenen Schafe wohl ein richtigerer Ausdruck. Es ſteht zu er⸗ warten, daß ſich in Deutſchland endlich eine Race aus⸗ bilden wird, welche die Tugenden der Electoralwolle ganz allgemein entwickeln und deshalb vorzugsweiſe Deutſche Race genannt werden wird. Die verſchiedenen bis jetzt ausgebildeten deutſchen Schafſtämme ſind übrigens ſo mannigfaltig, daß es ſchwer halten würde, ſie alle zu bezeichnen. Jedoch iſt ihre Ab⸗ kunft d und der neigen von eine feinwoli ſchaſten! tdos hit beĩden Shhafzü der und und kr unterſche wolle, u mehr ode lage zu unwahr ſo wie mit den denz, di ihrer Ei Sachſen neſer zu und nah fortgeſet thümlit züchter! merkſam viſſe W. fortgeſetz rchzucht iinas gel und Fille ſe guten Eihu⸗ wickeln werden, Conſtanz. Doh Ausdruck: Race afen eine Menge aus dem Begrif Je nachdem man eiſe für beſonden „ſie alſo in den je nachdem hat acht. Ich habe. iſprochen und dei ie beiden Haupr⸗ ntados genannt; deten deutſchen deren wehrere zen ſie gezüchtet ne verſchiedenen Es ſteht zu er⸗ eine Race aus⸗ lectoralwolle gani gzweiſe Deutſce bildeten deutſchen 135 kunft von einer der beiden Hauptracen, der Electorals und der Infantados, meiſt nicht zu verkennen, wenigſtens neigen ſie alle mehr oder weniger zu den Eigenſchaften von einer derſelben hin. Es iſt überhaupt, als wenn alle feinwolligen Schafe zu einer von den beiden Haupteigen⸗ ſchaften der genannten Racen von Electorals und Infan⸗ tados hinneigten. Man würde, wenn der Begriff dieſer beiden Hauptgattungen nicht bereits unter den höhern. Schafzüchtern feſtgeſtellt wäre, dieſelben vielleicht paſſen⸗ der und kenntlicher mit den Namen: ſanftwollig und kraftwollig bezeichnen. Beide Eigenſchaften unterſcheiden die Merinowolle von der gemeinen Land⸗ wolle, und ſie ſind es, die ſich bei veredelten Thieren mehr oder weniger entwickeln, je nachdem die erſte Grund⸗ lage zu der einen oder andern mehr hinneigt. Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß ſich beide Arten in Spanien eben ſo wie in Deutſchland durch die urſprüngliche Vermiſchung mit den inländiſchen Schafen, und dann durch die Ten⸗ denz, die man bei ihrer weitern Veredlung feſthielt, zu ihrer Eigenthümlichkeit ausgebildet haben. So wie in Sachſen die Electorals, bildeten ſich in Spanien die Leo⸗ neſer zu einem vorzugsweiſe ſanftwolligen Stamme aus, und nahmen durch die Länge der Zeit und ein conſequent fortgeſetztes Verfahren bei der Züchtung jene Race⸗Eigen⸗ thümlichkeit an. Die Sache wird dem erfahrnen Schaf⸗ züchter um ſo glaubwürdiger, als er bei fortgeſetzter auf⸗ merkſamer Beobachtung ſich überzeugen kann, wie er ge⸗ wiſſe Wolleigenſchaften, hält er ſie nur bei der Züchtung fortgeſetzt feſt im Auge, endlich in einer ganzen Heerde⸗ 134 vorherrſchend und zuletzt conſtant machen kann. Wäre dies nicht: ſo würde es für die weitere Vermehrung der edlen Schafzucht ein Haupthinderniß werden. Denn je bildſamer dieſelbe iſt, das heißt, je mehr es möglich iſt, die oder jene gegebene Wolleigenſchaft durch ein ratio⸗ nelles Verfahren endlich in überwiegendem Maße zu er⸗ zeugen, deſto leichter kann der Wollproducent allen an ihn gemachten Forderungen wegen eines Products genügen, was ſich nach den Launen der Mode bei der Fabrikation auf unendlich mannigfache Weiſe in gefälligen Zeugen darſtellen läßt. Bei dieſem Punkte komme ich darauf, einen mir vom Freiherrn von Ehrenfels in der Recenſion des erſten Bandes dieſes Werkes leiſe und ſchonend ge⸗ machten Vorwurf zu beantworten. Er betrifft das, was man Conſtanz nennt. Ich will, ehe ich hierüber mein Glaubensbekenntniß ganz freimüthig und offen ablege, erſt den Begriff, den wir mit dieſem Worte verbinden müſſen, angeben. Es wird dies, glaube ich, nicht un⸗ nöthig ſeyn, damit man nicht Worte nachſagt, und am Ende nicht recht weiß, woran man iſt, wenn man ſich den Sinn derſelben genau angeben ſoll. Dies hat oft zu großen Mißverſtändniſſen verleitet und unnütze Zän⸗ kereien veranlaßt. Von Conſtanz kann aber im ſtrengſten Sinne des Worts nur dann die Rede ſeyn: wenn in einer Schafheerde gegebene Wolleigenſchaften (denn nur um dieſe handelt es ſich hier) ſo gewiß und ſicher in allen Individuen derſelben hervor noch be merkli konnt konme Erklärun ſeyn, eir gife ve ſoräche. leicht zu genz be daß nig ſöörend daher m zu eihe ratione Heerde mindern auch ſe einen d ben mü bei der man ei Sichert kann viele! gen ge heit de das beſ den kann. Vie Vermehrung d derden. Denne hr es muͤglich ſſ durch ein rati⸗ dem Naße zu e ucent allen an ihn doducts genügen ei der Fabrikatict gefäligen Zeugen rrauf, einen mit in der Recenſion und ſchonend ge⸗ betriftt das, was ich hierüber mein und offen ablegt Worte verbinden be ich, nicht un⸗ nhſagt, und an „wenn man ſih 1. Dies hat df und unnütze Zir⸗ engſten Sinne de enn in eiten eigenſchaften hier) ſo gewiß en derſelben 155 hervortreten, daß weder bei den Eltern noch bei Kindern und Kindeskindern eine merkliche Abweichung von denſelben vor⸗ kommt, und auch möglicherweiſe nicht vor⸗ kommen kann. Was dazu gehöre, liegt in dieſer Erklärung, und es dürfte wohl eine reine Unmöglichkeit ſeyn, eine Schäferei dahin zu bringen, daß ſie dem Be⸗ griffe von Conſtanz in ſeiner ganzen Ausdehnung ent⸗ ſpräche. Sie würde alsdann in ihre fürdere Züchtung ſo leicht zu leiten ſeyn, daß es gar keiner weitern Intelli⸗ genz bedürfte, und daß man nur darüber zu wachen hätte, daß nichts von fremdem Blute eingemiſcht würde, was ſtörend gegen dieſe Conſtanz wirken könnte. Wäre es daher möglich, eine Heerde bis zu dieſer Vollkommenheit zu erheben: ſo ſtänden wir mit derſelben am Ziele der rationellen Schafzucht. Beim Märzen aus einer ſolchen Heerde hätte man dann bloß auf den etwas höhern oder mindern Feinheitsgrad zu ſehen, wenn es nämlich nicht auch ſchon in der Conſtanz läge, daß alle Individuen einen durchaus ganz gleichen Grad von Wollfeinheit ha⸗ ben müßten.— Ich ſpotte nicht; ſondern bin ſo enſthaft bei der Sache, wie man nur irgend ſeyn kann.— Daß man eine Schäferei bis zu einem auffallenden Punkte der Sicherheit für eine gute Nachzucht erheben könne, davon kann kein Menſch mehr überzeugt ſeyn als ich, da ich ſo viele hunderte von beweiſenden Beiſpielen ſchon vor Au⸗ gen gehabt habe; daß aber auch ſelbſt bei dieſer Sicher⸗ heit die Natur oft mit einer ihrer wunderbaren Launen das beſte Spiel verdirbt, weiß ich eben ſo gewiß. Kein 136 deutſcher Schafzüchter wird mir auch darin mehr beiſtimmen, als der ſcharfſinnige und erfahrene Ehrenfels. Wie aber, iſt es denn mit aller Conſtanz nichts?— Das wäre eine niederſchlagende Wahrheit für den rationellen Schaf⸗ züchter. Es gibt in der höhern Schafzucht etwas, was man bis jetzt Conſtanz genannt hat, und was eben den Grad von Sicherheit für die Vererbung dieſer oder jener preiswür⸗ digen Eigenſchaften bezeichnet; aber Conſtanz im ſtreng⸗ ſten Sinne des Worts gibt es nicht und wird es nie ge⸗ ben.— Iſt es aber etwa niederſchlagend für den Schaf⸗ züchter, daß es ſo iſt?— Gar nicht. Im Gegentheil, es könnte dem, welcher endlich dieſes ſchwere Ziel errun⸗ gen hätte, am Ende gehen, wie es dem Menſchen ge⸗ wöhnlich mit ſeinen Lieblingswünſchen geht:„wenn er ſie erreicht hat, iſt er nicht glücklich.“ Dies könnte den rationellen Schafzüchter in zweifacher Hinſicht treffen. Einmal ſtände nun ſeinem Streben nach etwas Vorzüg⸗ licherem kein Feld mehr offen(wenn er nicht etwa immer wieder mit neuen Heerden anfangen wollte); und zwei⸗ tens könnten ihm am Ende die lang' und mühſam errun⸗ genen Früchte gar nicht einmal zum Segen gedeihen.— Gehen wir doch einmal ein wenig rückwärts in den Fo⸗ derungen, welche die Manufakturen, die wieder der Mode unterthan waren, an edle Wolle gemacht haben. Faſt alle Gegenſätze ſind ſchon da geweſen. Bald war es die Länge, bald die Kürze; bald die Feinheit, bald die Kraft; bald Kräuſelung, bald Schlichtheit ꝛc., was man rühmte und als einziges Erfoderniß aufſtellte, was eine ausgezeichnete Wolle haben müſſe. Hätte man nun 5.2 und ein geſucht ſchaſten bis zut Genugtht gerade de Paare,! nur hohe verſtehe ſicher ge einfinde! von fren dies im zu erte Wolcha wornac dieſer C Manufa Das ei alen Ve anerkant rakter n iſ eiger Menſche A ſtanz ei theilung ſeets ehr beiſtimmnen, ifels. Ve — Das wan onellen Schaf⸗ was, was man en den Grad von ener preiswür⸗ anz in ſtreng⸗ vird es nie ge⸗ fir den Schaf⸗ im Gegentheil, ere Ziel errun- Nenſchen ge⸗ ¹„wenn er les koͤnnte den inſicht treffen. etwas Vorzig⸗ t etwa immer ); und zwei⸗ lühſam errun⸗ gedeihen.— z in den Fo⸗ leder der Rode haben. Faſt Bald war s einheit, bald htheit, va aufſtellt, waa Hitt nen 157 nun z. B. vor etwa 20 Jahren, wo die Länge der Wolle und ein ſtarkes Fett in ihr ganz beſonders gerühmt und geſucht wurden, mit einer Schäferei nur auf dieſe Eigen⸗ ſchaften hingearbeitet, und hätte man es nun damit jetzt bis zur Conſtanz gebracht, ſo hätte man die troſtloſe Genugthuung, daß man bei Erreichung ſeines Zieles gerade den Hauptzweck, eine geſuchte und gut bezahlte Waare, verfehlt hätte.— Wollte man aber unter Conſtanz nur hohe Feinheit, die ſich auf alle Individuen vererbte, verſtehen: ſo würde man, dünkt mich, auch darin nicht ſicher genug gehen, weil neben dieſer ſich leicht Fehler einfinden, die man dann durch andere Thiere, oftmals von fremdem Blute, verbeſſern müßte. Jedoch würde dies immer die einzige Conſtanz ſeyn, die möglicherweiſe zu erreichen wäre, und wenn man dabei irgend einen Wollcharakter feſthält, ſo iſt dies eigentlich das Ziel, wornach ein jeder rationelle Schafzüchter ſtrebt. Aus dieſer Conſtanz muß man aber, ſobald die Mode den Manufacturen neue Aufgaben gibt, wieder herausgehen. Das eine, die hohe Feinheit, wird immer und unter allen Verhältniſſen eine geſuchte und durch guten Preis anerkannte Eigenſchaft bleiben; aber was man Wollcha⸗ rakter nennt, und wovon ich weiter unten ſpreche, das iſt eigentlich das, an dem die Natur und die Kunſt des Menſchen immer modelt und ändert. Herr von Ehrenfels verbindet mit dem Worte Con⸗ ſtanz einen weniger ſtrengen Begriff. Aus ſeinen Mit⸗ theilungen geht hervor, daß er darunter verſteht: eine ſtets erhaltene Reinheit des edlen Blu⸗ 138 tes und eine conſequente Fortzüchtung desſelben. Es iſt dies nach meiner Meinung aber immer nur eine Annäherung an Conſtanz, weil ſelbſt bei dieſem Verfahren ſtets Thiere vorkommen, die vom Haupt⸗ Typus abweichen. Nun iſt ſeine Anſicht, im Vertrauen auf jene Conſtanz, für die höhere Schafzucht folgende. Die beiden Urſtämme, ich will ſie ſo nennen, ſo wenig dies auch paßt, da ſie erſt durch die Züchtung des Men⸗ ſchen entſtanden ſind, müſſen in einzelnen Heerden rein erhalten werden. Sie müſſen die Materialien oder Grundlagen liefern, aus denen die feinen Wollheerden, (zum Unterſchiede von Raceheerden) wählen, um eine durch verſtändige Züchtung erzeugte und den Forderungen der Wollmanufacturen angepaßte Waare zu liefern. Es würden alſo die reinen und conſtanten Raceheerden nur einen aufmerkſamen, dagegen die feinen Wollſchäfereien einen rationellen Schafzßüchter nöthig haben, wenn ſie beide ihren Zweck erreichen ſollten.— Dies ſcheint zwar Herr von Ehrenfels nicht zuzugeben, und er ſetzt immer Rationalität bei den Heerden der Conſtanz voraus, weil der verſtändige Schafzüchter da einlenken muß, wo die Natur auf einem Wege, z. B. der allzuhohen Sanftheit und Anmuth der Wolle, oder der allzuvielen Kraft und Fülle(die leicht in Grobheit übergeht) zu weit gehen will. Dies aber iſt es gerade, was einen kleinen Widerſpruch mit Conſtanz enthält. Uibrigens ſtimme ich ihm von ganzem Herzen bei, daß der Schafzüchter, welcher eine Heerde von altem Blute beſitzt, die er noch dazu ſeit langem, ſelbſt mit Verſtand und! treten harxtni behann Wolbr und g unter und i thiere nicht Ankä Hauf berbre⸗ Stard woe Exen Vier Beme S.( tonſ wie werd Anm übel mach ange habe ortzüchtung Meinung her weil ſelbſt hi die vom Haupt⸗ im Vertrauen zucht folgende. nnen, ſo werig tung des Men⸗ en Heerden rein aterialien oder en Wollheerden, hlen, um eine n Forderungen e zu liefern. en Raceheerden en die feinen aßzüchter nützig chen ſollten.— icht zuzugeben, Heerden der Schafßüchter da Wege, 3⸗ B. er Woll, oder it in Grobheit iſt es gerade nſtanz enthil derzen bii dij i alten Bute ſt nit Leſand 159 und Umſicht in der Zucht geleitet hat, feſt auf der be⸗ tretenen Bahn fortgehen müßte. Hat er dabei nicht hartnäckig auf vorgefaßten, vielleicht irrigen Meinungen beharrt: ſo kann es auch gar nicht fehlen, daß das Wollproduct, das ihm ſeine Heerde liefert, ein geſuchtes und gut bezahltes ſeyn und daß eo ipso dieſelbe auch unter den Schafzüchtern den gebührenden Ruf behaupten und ihm einen ſteten Abſatz ſeiner abzulaſſenden Zucht⸗ thiere ſichern wird; denn wir leben, Gott ſey Dank! nicht mehr in den Zeiten, wo die Schafzüchter mit ihren Ankäufen von Zuchtvieh nur dahin gehen, wo der große Haufe hinſtrömt. Das Licht hat ſich bereits ſo weit verbreitet, daß ein jeder verſtändig zu wählen ſelbſt im Stande iſt. Der beſte Beweis hiefür iſt der, daß überall, wo ein Widderverkauf ſtatt findet, allemal die beſten Exemplare zuerſt weg ſind, wenn auch deren Preis das Vierfache der Mittelſorten überſteigt. Wenn aber Herr von Ehrenfels am Schluſſe ſeiner Bemerkungen in den Oekonomiſchen Neuigkeiten Nr. 87 S. 694 ſagt: bei den Schafausſtellungen ſollten nur conſtante, wollreiche Electoralſchafe, ſo wie conſtante, feine Negrettiſchafe vorgeführt werden, und zwar von der Art, wie er ſie in der fünften Anmerkung beſchrieben hat: ſo wird mir derſelbe es nicht übel deuten, wenn ich ihm einige Einwendungen dagegen mache. Ehe ich dies aber thue, muß ich noch mein oben angedeutetes Glaubensbekenntniß ſchließen. Nach den Foderungen des Herrn von Ehrenfels habe ich keine conſtante Schafheerde, ſondern 140⁰ nur eine feine Wollheerde; denn obgleich das Product von derſelben ſtets von ein und demſelben Handelshauſe geſucht wird, und für den engliſchen Markt ein ſehr günſtiges Reſultat gibt: ſo züchte ich ſie noch viel zu kurze Zeit(ſeit ſechs Jahren) als daß ich nur Race⸗ Eigenthümlichkeit, geſchweige Conſtanz, hätte hinein brin⸗ gen können. Habe ich ſie nun gleich aus edlen Heerden angeſtammt: ſo mußten die Elemente erſt in ein Ganzes verſchmolzen werden. Deſſen ungeachtet aber haben meine Widder das Lob einer ausgezeichnet guten Ver⸗ erbung, und ſie haben die Heerden, wo man ſich ihrer bedient, zur Zufriedenheit der Erwerber in der erſten Generation ſchon ſehr ſichtlich gehoben. Ich habe mich bei meiner Züchtung nach den Foderungen der Zeit gefügt, und zur Zucht immer das Edelſte und jenen Anfoderungen ganz beſonders Entſprechende gewählt. Auf Conſtanz, in dem Sinne ,wie es Herr v. Ehrenfels nimmt, mache ich noch keinen Anſpruch, mithin konnte ſie mir auch nicht ſo dornig vorkommen, wie Herr von Ehrenfels fürchtet. Aber bei Rationalität in der Züch⸗ tung glaube ich meinen Mann zu ſtellen, und dieſer ſchreibe ich den guten Fortgang, ſo wie das Renommee meiner Schäferei zu. Dies Bekenntniß beantwortet auch die Verwunde⸗ rung des Herrn von Ehrenfels, daß ich das Wort Conſtanz im erſten Bande dieſes Werkes ganz übergangen hätte. Dorthin gehörte es nicht, weil erſt in der gegenwärtigen Zeit die Rede davon ſeyn konnte, und weil bei der Beantwortung der Frage: wie iſt die europäiſche Schaf⸗ jGonſtan Au wie Het werden d ausfallen geben d Unter d ſih mit zur Co und es ſelben aus jen ſchiwmer um die ſolchen zu thur geben n ſtante könnte und die Ez fehl lehrende Und da man ji ten: d dies al wären, dortgan das Product Handelshauſt arkt ein ſehr noch viel zu ch nur Nace⸗ te hinein brin⸗ edlen Heerden in ein Ganzes t aber haben t guten Ver⸗ nan ſich ihrer en der erſten ch habe mich en der Zeit te und jenen ude gewählt. v. Ehrenfels nithin konnte ie Herr von in der Züch⸗ urd dieſer 3 Renommee e Verwunde⸗ Vort Conſtanz gangen hätte. gegenwärthel weil bei der iſſche Stuf⸗ 14 ½ zucht dahin gelangt, wo wir ſie jetzt finden, noch wenig Conſtanz aus den frühern Zeiten nachzuweiſen war. Nun zu den Ausſtellungen. Wenn nur ſolche Schafe, wie Herr von Ehrenfels will, auf dieſelben gebracht werden dürften: ſo würden ſie für's erſte etwas mager ausfallen, da es der Heerden bis jetzt noch gar wenige geben dürfte, die jenen Foderungen genügen könnten. Unter den feinen Wollſchäfereien, die Herr von Ehrenfels ſich mit der Zeit, aber länger als in einem Mannsalter zur Conſtanz erheben läßt, gäbe es bis jetzt noch keine, und es würde auch noch eine gute Zeit dauern, ehe die⸗ ſelben auftreten könnten. Ein Freund von mir wollte aus jenen Aeußerungen einen Monopolitismus hervor⸗ ſchimmern ſehen, was ich aber da, wo es ſich ſo ernſtlich um die Wiſſenſchaft handelt, nicht zugeben kann. Bei ſolchen Ausſtellungen iſt es hauptſächlich um Belehrung zu thun, die durch Vergleichungen am anſchaulichſten ge⸗ geben werden kann. Wenn nun aber aus jenen con⸗ ſtanten Heerden nur Thiere aufgeſtellt würden: ſo könnte aus jedem der beiden Stämme nur ein Typus, und dieſer in der höchſten Vollendung vorgezeigt werden. Es fehlte alſo alle Vergleichung und beſonders die ſo be⸗ lehrende des allmähligen Aufſteigens zur Vollkommenheit. Und das Urtheil der Wollhändler und Fabrikanten kann man ſich ſelbſt ſagen. Es würde ohne Zweifel dahin lau⸗ ten: daß dieſe vollkommenen Thiere recht ſchön ſeyen, daß dies aber wenig nütze, da deren wahrſcheinlich nur wenige wären, und da ſie aus dieſen unmöglich den Stand und Fortgang der Schaßzucht des Landes entnehmen könnten. 14² Und nun, ehe ich weiter gehe, noch die Vertheidi⸗ gung gegen den Vorwurf des Indifferentismus, den mir Herr v. E. macht. Soll ich das Wort in ſeiner wahren Bedeutung nehmen, ſo hieße es: mir wäre es gleichgül⸗ tig, welchen Gang die veredelte Schafzucht einſchlage. Da dünkt mich aber, wird das ökonomiſche Publicum meine Vertheidigung ſtatt meiner übernehmen. Ehe ein ſolcher Indifferentismus in mir Wurzel ſchlagen könnte, müßte ich erſt meine ganze Natur ausziehen.— Etwas geſucht könnte ich aber dem Ausdruck auch eine andere Deutung geben. Es könnte ja auch heißen: Unpartheilichkeit und Gleichgültigkeit gegen nutzloſen Zank. Nie habe ich lei⸗ denſchaftlich und blind für eine Meinung gefochten; viel⸗ mehr habe ich es mir zur ſtrengen Pflicht gemacht, das Gute überall hervorzuheben, wo ich es nur gefunden habe. Wenn auch andere Schafzüchter nicht denſelben Weg ein⸗ ſchlugen, den ich verfolgte: ſo habe ich nie geglaubt, daß ſie deswegen ihr Ziel verfehlen müßten. Beobachtet aber habe ich ſie, um ihren Mißgriffen zu entgehen, und von ihrem Gelingen mir Lehren zu bilden. Und nun genug der Debatten, die ich ſo fern von ira et studio führe, daß ich ſie als eine willkommene Gelegenheit anſah, meine Meinung über dieſen und jenen Gegenſtand klarer aus⸗ zuſprechen. Es wäre übrigens über das Thema von Race und Conſtanz noch ſo manches zu ſagen, aber dies würde mich zur Uiberſchreitung der Gränzen führen, die ich mir in dieſem Werke vorgezeichnet habe. Das Hinarbeiten auf Race oder auf die Eigenthüm⸗ lickeit, men ſtet zeit ein wenige ſenn, di werde als dß die deſelben Effolg a die, wo zucht ve Att ſchla deutſche de aleti Eb ſtets au zuarbeit welche in ſahen, w ihte geme weil ſie men, und haben a Auch ſie und ſudh E Züchtern Viel iſt der ob die Vertheide⸗ mus, den mi ſeiner wahren es gleichgül⸗ inſchlage. Da ublicum meine Ehe ein ſolcher könnte, müßte Etwas geſucht ndere Deutung theilichkeit und e habe ich lei⸗ ffochten; viel⸗ gewacht, das gefunden habe. elben Weg ein⸗ geglaubt, daß eobachtet aber hhen, und von d nun genug studio führe, t anſah, meine nd klarer aus⸗ von Race und ies würde nich die ich mir in die Eigenfün⸗ 143 lichkeit, nach welcher ein Schafſtamm in ſeinen Nachkom⸗ men ſtets edle Thiere bringt, iſt in der gegenwärtigen Zeit ein faſt allgemeiner Grundſatz geworden, und nur wenige Schafzüchter werden damit nicht einverſtanden ſeyn, daß von Edlen immer wieder eher Edles erzeugt werde als von Unedlen. Aber widerholen muß ich es, daß die Anſichten über dieſen Grundſatz und die Ausübung desſelben verſchieden ſind. Die richtigſte und durch den Erfolg am meiſten beſtätigte iſt und bleibt aber immer die, wo man ſtets nur das Vollkommenſte wieder zur Nach⸗ zucht verwendet, und alles, was im mindeſten aus der Art ſchlägt, entfernt. Dieſer Grundſatz iſt es, der die deutſche Schafzucht ſo ſchnell empor gebracht und über die aller übrigen europäiſchen Länder erhoben hat. Eben ſo iſt zum allgemeinen Grundſatz geworden, ſtets auf eine höhere Verfeinerung ſeiner Schäferei hin⸗ zuarbeiten. Selbſt diejenigen Anfechter der Merinozucht, welche im Anfange nur Nachtheil für die Landwirthſchaft ſahen, wenn ſie allgemein werden ſollte, und die deshalb ihre gemeinen Landheerden ſorgfältig zu erhalten ſtrebten, weil ſie glaubten, man würde zuletzt noch zu ihnen kom⸗ men, und die nur bei ihnen noch zu treffenden Schafe ſuchen, haben angefangen, eine andere Meinung anzunehmen. Auch ſie haben die Veredlung ihrer Schäfereien begonnen und ſuchen die ihnen Vorausgeeilten einzuholen. Ein faſt allgemeiner Grundſatz war ehemals bei den Züchtern der edlen Schäfereien die Auffriſchung des Bluts. Viel iſt darüber geſtritten worden, ob dieſe nöthig ſey, oder ob man ſich nicht mehr damit ſchade als nütze. Bei 144 Stämmen, die ſtets in ſich fortgezüchtet werden, und bei denen ſich zuweilen Fehler einſchleichen, die zuletzt Erb⸗ fehler werden, dürfte eine dergleichen Auffriſchung wohl nicht gerade überflüſſig ſeyn. Aber auch wegen der Ge⸗ ſundheit und Kraft der Thiere dürfte es zuweilen nicht ſchaden, dieſelbe vorzunehmen; beſonders wenn eine gewiſſe Schwäche oder Verzwergung des Geſchlechts bemerkbar wird. Immer aber dürfte es wohl Fehler bei der Züch⸗ tung anzeigen, wenn dergleichen Mängel vorkommen. Wer dagegen ſeine Heerde mit Verſtand, Uibung und Sorgfalt leitet, der wird weder eine Ausartung der Wolle noch der körperlichen Geſtalten zu fürchten haben. Faaſt allgemeiner Grundſatz war es vor einiger Zeit beſonders in Deutſchland geworden, die Widder ſo jung als möglich zur Zucht zu benutzen, und man brauchte ſie, wenn ſie nur irgend bei einiger Kraft waren, ſchon, wenn ſie kaum ein volles Jahr hinter ſich hatten. Dies konnte denn natürlicherweiſe nur Schwächlichkeit des Geſchlechts bewirken und kränkliche Nachkommen hervorbringen. Man that dies, weil man glaubte, daß ein ſo junges Thier ſeine guten Eigenſchaften vorzugsweiſe vererbe. Nachdem man ſich aber von dem Nachtheile dieſes Verfahrens überzeugt hat: ſo iſt das Gegentheil zum Grundſatze geworden. Man läßt nämlich einen Widder erſt volle zwei Jahre alt wer⸗ den, ehe man ſich ſeiner zum Sprunge bedient, und man hat viel lieber einen, der über als unter jenem Alter iſt. Ausgezeichnete Thiere benutzt man ſo lange, als ihre Zeu⸗ gungskraft nur noch da iſt. Dies thut man beſonders, um eine gleichartige und vollkommene Nachzucht zu bekomme und alte Verhäln zu daß man Nutterhe ſatz vond auf einer Nutterſe langſam als aber lebendige ſehr ſchw heerdevo Wüdern was no⸗ Und doch den raſch Um dem ganz beſt zu hilfe. leiſten. kriſte, linge wa es gibt mehr M Der Ge auf Wid usgezeic Eläner's werden, und hi die zuletzt Gr⸗ uffiſchung wel wegen der Ge⸗ zuweilen niht wenn eine gewiſſe lechts bemerkbar ler bei der Züc⸗ gel vorkommen d, Uibung und artung der Voll en haben. vr einiger Zeit Vidder ſo jung nan brauchte ſit ten, ſchon, wem n. Dies konnte des Geſchlechts Nbringen. Man nes Thier ſeine Nachdem man hrens überzeugt gewonden. Nan i Jahre alt wer edient, und man jenem Alter iſ. ge, als iſe del t man heſonders, e Nachucht zu 145 bekommen. Man kann freilich auch hierin zu weit gehen, und alte kraftloſe Eltern können unmöglich unter allen Verhältniſſen geſunde und ſtarke Kinder zeugen, Zu den Grundſätzen möchte ich es auch noch zählen, daß man nicht mehr ſo viele Widder zum Bedecken einer Mutterheerde gibt, wie ehemals. Man ſchien den Grund⸗ ſatz von den Spaniern angenommen zu haben, daß man auf einen Widder immer zwanzig bis fünf und zwanzig Mutterſchafe rechnete. So lange die Veredlung nur einen langſamen Gang ging, blieb man bei dieſem Verfahren; als aber die Luſt dafür allgemein erwachte und immer lebendiger wurde, da lernte man auch einſehen, daß es ſehr ſchwer, wo nicht gar unmöglich ſey, für eine Mutter⸗ heerde von nur einiger Bedeutung eine ſo große Anzahl von Widdern aufzufinden, die alle von gleicher Güte, und was noch mehr iſt, von gleichem Wollcharakter wären. Und doch ſollte dies ſeyn, wenn man mit Sicherheit auf den raſchen Fortgang der Veredlung wollte rechnen können. Um dem Mangel abzuhelfen, hielt man die guten Widder ganz beſonders ſorgfältig und kam ihrer Kraft mit Futter zu Hilfe. Dafür ließ man ſie aber auch doppelte Dienſte leiſten. Als man ſich überzeugte, daß ſie dies nicht ent⸗ kräfte, und daß auch ihre Nachkommen keine Schwäch⸗ linge waren: ſo trieb man die Sache noch weiter, und es gibt jetzt viele Heerden, wo ein Widder hundert und mehr Mutterſchafe, freilich in zwei Sprungzeiten, belegt. Der Gewinn iſt dabei doppelt: einmal iſt die Ausgabe auf Widder geringer, und zweitens kann man von einem ausgezeichneten Thiere eine ſo ausgebreitete Nachkommen⸗ Elsner's Uiberſ. b. europ. Schafz⸗ II. Bd. K 146. ſchaft in einigen Jahren haben, die faſt eine kleine Heerde in ſich bildet. Jeder verſtändige Schafzüchter wird dieſe Operation freilich nur mit Thieren vornehmen, deren be⸗ ſonders gute Vererbung erprobt iſt. Ich kenne deren, die auf dieſe Weiſe in unglaublich kurzer Zeit eine Heerde von einer ſehr niedern Stufe auf eine ziemlich hohe gehoben haben. Bleibt ſich aber ein ſolcher Schafzüchter bei den nachfolgenden Generationen getreu: ſo überſpringt er ein Jahrzehend in dem Fortgange ſeiner Heerde. Schwierig iſt es freilich, ſolche ausgezeichnete Thiere jederzeit zu haben. Aber eben wegen des großen Nutzens, den ſie ihrem Beſitzer gewähren, werden ſie auch mit ſo vorzüg⸗ lichen Preiſen bezahlt. Nooch iſt zu den Grundſätzeen i in der höhern Schaf⸗ zucht zu rechnen, daß man jetzt weit mehr Sorgfalt auf die Pflege und Behandlung der Schäfereien verwendet, wie ich dies oben ſchon unter einer beſondern Uiberſchrift bewieſen habe. War es ehemals faſt Grundſatz, die Schafe allen übrigen Thieren in einer Landwirthſchaft nach⸗ zuſetzen: ſo zieht man ſie jetzt allen übrigen vor, und weiſt ihnen, wenigſtens im größten Theile von Deutſchland, den erſten Platz unter allen Viehgattungen an. Daß man hierin wieder zu weit gehen könne, habe ich ſchon bemerkt. Die goldene Mittelſtraße und eine genaue und richtige Berechnung und Vergleichung der Einträglichkeit der verſchiedenen landwirthſchaftlichen Zweige unter ein⸗ ander muß jederzeit als das rationellſte Verfahren aner⸗ kannt werden, und wird auch allemal den Reinertrag des Ganzen am höchſten ſtellen. Der l zu einem i die Att Paarung ten Bandes einſchalten, geſelten Se Mißdeutung kurz geweſe hin zurück. Fünf Schaßzucht otdnung in zu zihlen. dem eintret gewähnlich peln einek ungefäht in Limmer erſ Da dies ſo eine Nenge niemals fru man dachte rung magli Ablammun führte. D lige, das daß der un eine Altera ekleine Heetde hter wird diſe nen, deren be⸗ mkenne deren, eit eine Heerde ich hohe gehoben züchter bei den erſpringt er ein de. Schwierig re jederzeit zu utzens, den ſie mit ſo botzüg⸗ höhern Schaf⸗ drSorgfalt auf eien verwendet, dern Uiberſchift grundſatz, die irthſchaft nach⸗ vor, und weiſt n Deutſchland, gen an. Daß whabe ich ſchon eine genaue und e Eintrglichtt weige unter ein⸗ Verfahren ane⸗ den Reinrtrag 147 Der logiſchen Ordnung nach gehört nun viertens zu einem rationellen Verfahren bei der höhern Schafzucht die Art und Weiſe der Leitung bei der Paarung, die ich ſchon oben im Anfange dieſes zwei⸗ ten Bandes angeführt habe. Dort mußte ich es aber einſchalten, weil es zur klaren Anſicht des daſelbſt auf⸗ geſtellten Satzes durchaus erfoderlich war, und leicht zu Mißdeutungen hätte führen können, wenn ich dort allzu⸗ kurz geweſen wäre. Ich weiſe daher hier lediglich dort⸗ hin zurück. Fünftens iſt zu dem rationellen Verfahren bei der Schafzucht auch die jetzt faſt allgemein eingeführte An⸗ ordnung in Hinſicht der Zeit des Ablammens der Schafe zu zählen. In frühern Zeiten hing man lediglich von dem eintretenden Begattungstriebe der Schafe ab, der ſich gewöhnlich erſt dann zeigte, wenn dieſelben auf den Stop⸗ peln eine kräftigere Weide einige Zeit genoſſen hatten, was ungefähr im September der Fall war, ſo daß man die Lämmer erſt im Februar, oft auch erſt im März bekam. Da dies ſo zur Gewohnheit geworden war: ſo glaubten eine Menge Schafzüchter, die Schafe würden den Widder niemals früher als um die gewohnte Zeit annehmen, und man dachte daher auch gar nicht daran, daß eine Aende⸗ rung möglich wäre, wenn auch jene gewöhnliche Zeit der Ablammung eine Menge Unbequemlichkeiten mit ſich führte. Dieſe Unbequemlichkeiten waren: das Nachthei⸗ lige, das für die Geſundheit der Lämmer daraus entſtand, daß der Uibergang von der Winterfütterung zur Weide eine Alteration bei den ſäugenden Schafen bewirkte und K 2 148 ſich auf die Lämmer übertrug, weshalb ſie auch um dieſe Zeit jedesmal zurückkamen; ferner ein gleichmäßig übler Einfluß, dem ſo junge Lämmer bei dem Weidegange, den man ſie machen ließ, ausgeſetzt waren; dann der Nachtheil, in den man ſie durch die ſpäte Schur verſetzte, die man erſt im Juli oder Auguſt mit ihnen vornehmen konnte, und wo dann die rauhe Herbſtwitterung ſie un⸗ gleich mehr anfiel, als wenn ſie ſchon im Juni hätten geſchoren werden und wieder gut vor dem Herbſte be⸗ wachſen können. Die gedachten Unbequemlichkeiten fühl⸗ ten eine Menge Schafzüchter. Um ihnen abzuhelfen, machten ſie den Verſuch mit einer frühern Zulaſſung der Mutterſchafe, und da dieſe beſſer als ſonſt gepflegt waren: ſo nahmen ſie den Widder an, und man rückte ſo mit der Lammzeit um einen, ja auch um mehrere Monate vor. Jetzt iſt man in den edlen Heerden dahin gekommen, daß man zu jeder Zeit die Widder unterlaſſen und auf die Annahme der Mütter ſicher rechnen kann. Man kann ſich daher die Zeit der Ablammung ganz ſo wählen, wie ſie den übrigen geſtellten Verhältniſſen der Wirthſchaft am bequemſten iſt. Die Bedenklichkeit wegen früher Lämmer, daß man für ſie zu viel Winterfutter bedürfe, kann bei einem rationellen Betriebe einer edlen Schäferei nicht mehr ge⸗ hört werden, da man dafür hinlänglich zu ſorgen ver⸗ ſteht. Auch bezahlt ſich dieſes mehrere Futter reichlich durch geſündere und kräftigere Thiere, und ſchon durch eine ſtärkere Schur der Lammwolle. Als Jährlinge brin⸗ gen aber ſolche Lämmer das etwa noch Fehlende reichlich ein, daſt und dann deten Kury 3u den die Lufm und Win det. Ich laſen, ſche auſnehmen Hau willigk man ſich ler und: werden. S dieſe Fode geändert in frühern fer eigentli berſtandene bei ihren doch auf d aufmerkſan Endlic git tervereine, Mannfaxtu bei. Was Letztern w d, wie ſie Glücklicher e auch un diſ eichmäßig ühle n Weidegange, neen; dann der Schur verſetzte hnen vornehmen itterung ſie un⸗ im Juni hätten dem Herbſte be⸗ mlichkeiten fühl⸗ nen abzuhelfen ihern Zulaſſung ſonſt gepflegt nd man rüctte ch um wehrere Heerden dahin dder unterlaſſen rechnen kann, nmung ganz ſo erhältniſſen der mmet, daß man kann bei einem ej richt mehr ge⸗ zu ſotgen be⸗ Futter nitlih un ſton duh z Jährling hrin⸗ gehlend rüchlih 149 ein, da ſie eine volle Jahreswolle tragen„ und deshalb und dann auch wegen ihres größern und mehr ausgebil⸗ deten Körpers eine weit größere Maſſe liefern. Zu dem rationollen Verfahren gehört auch ſechſtens die Aufmerkſamkeit, welche man auf Weide und Winterfütterung der Schafe verwen⸗ det. Ich mußte aber dieſen Punkt, um keine Lücke zu laſſen, ſchon oben bei der Behandlungsart der Schafe aufnehmen. Hauptſächlich aber muß ſiebentens die Bereit⸗ willigkeit und Sorgſamkeit, mit welcher man ſich den Foderungen der Wollhänd⸗ ler und Manufacturiſten fügt, hierhergezählt werden. Schon im erſten Bande habe ich geſagt, wie dieſe Foderungen nach der wechſelnden Mode ſich oft geändert haben. Wußten nun gleich die Schafzüchter in frühern Zeiten oft gar nicht genau, was die Wollkäu⸗ fer eigentlich verlangten, indem viele derſelben, aus falſch verſtandenem Intereſſe, eine wahre Geheimnißkrämerei bei ihren Wollankäufen zeigten: ſo waren die Erſtern doch auf die hie und da ihnen gegebenen Winke höchſt aufmerkſam, und boten alle Kräfte auf, dieſen zu folgen. Endlich ging auch darin das Licht auf. Die Schafzüch⸗ W tervereine, die auch von verſtändigen Wollhändlern und Mannfacturiſten beſucht wurden, trugen hierzu das meiſte bei. Was ſie wünſchten und verlangten, konnten die Letztern wohl angeben; aber Sache der Schafzüchter blieb es, wie ſie dies hervorzubringen im Stande ſeyn würden. Glücklicherweiſe gaben dieſen die früher geſammelten Er⸗ 15⁰ fahrungen die Mittel an die Hand, wodurch ſie am leich⸗ teſten zur Befriedigung jener Foderungen gelangen konn⸗ ten. Jetzt iſt man hierin ſehr weit gekommen, und die immer größere Zufriedenheit der Wollkäufer beweiſt am beſten, daß ſie jetzt bei weitem mehr als ſonſt gegen⸗ ſeitig über den wahren Werth des Wollproductes einver⸗ ſtanden ſind. Das Urtheil einzelner muthwilliger Tadler kann hier um ſo weniger gelten, als die Mehrzahl, und hauptſächlich die engliſchen Wollhändler der deutſchen Wolle volle Gerechtigkeit widerfahren laſſen. Daß aber eine Schäferei, die vielleicht, um ein Product zu liefern, das den jetzigen Foderungen ganz entſprechen ſoll, gerade in's Gegentheil ihrer bisherigen Beſchaffenheit übergehen muß, nicht augenblicklich darin ſich auszeichnen könne, das liegt in der Natur der Sache. Wenn z. B. Dünn⸗ wolligkeit und Neigung zum Zwirnen der vorherrſchende Wollcharakter iſt: ſo bedarf es einer großen Aufmerk⸗ ſamkeit und eines verſtändigen und kräftigen Eingreifens, um Dichtwolligkeit, verbunden mit hoher Feinheit und Sanftheit, an die Stelle zu ſetzen. Ich habe im erſten Bande von der Rochsburger Schäferei geſprochen und bemerkt, daß mehrere von dort bezogene Stämme die eben genannten Mängel entwickelt hättén. Ob dies gleich nicht zu läugnen iſt: ſo habe ich auch behauptet, daß es keinesweges nothwendig ſey, daß dieſe ſich entweder ſo ſtark entwickeln müßten, oder, wenn dies einmal geſchehen wäre, bleibend werden ſollten. Ich deutete dort auf Männer hin, die denſelben kräftig begegneten, und ſie auch vertilgt hätten. Ich nenne als Beiſpiel den Grafen von Rhe den Frei führtn 4 gleich 8 auf eine ine Spu Shäferei in Betri Erfolg ſe Nacheifer Ein ligen Wo augenblic zugehen, tung, d de aber ga richtete u haben, be ſelben all falt, mit Scharfſin Natur ac eines gu ſie ihrem ſind es kann, ur man ihre Großer 2 urch ſie an lit⸗ gelangen kon⸗ ömmen, und di äufer beweiſt in als ſonſt geger lroduttes einver⸗ thwiliger Tadlen ie Mehrzahl, um ler der deutſchen laſſen. Daß aben roduct zu liefern chen ſol, gerade enheit übergehen aszeichnen könne, eenn z. B. Düm⸗ der vorherrſchende großen Aufmerk⸗ ggen Eingreifens, er Feinheit und h habe im erſte geſprochen und ene Etämme die n. Od dies gleit hehauptet, daß s ſcch entweder 5 zeinmal geſhehe deutete dort 71 gegneten, un ſe eiſpiel den Grafen 15¹ von Rhedern auf Glumb owitz in Schleſien, und den Freiherrn von Ehrenfels, der in der oben ange⸗ führten Kritik des erſten Bandes dieſes Werkes ein gleiches Verfahren anzeigt. Erſterem iſt ſein Bemühen auf eine ausnehmende Weiſe geglückt. Man findet faſt keine Spur mehr von jenen Fehlern in ſeinen bedeutenden Schäfereien. Seine Sorgſamkeit und ſeine Rationalität im Betriebe der höhern Schafzucht iſt muſterhaft. Der Erfolg ſeiner Bemühungen kann aber auch zur ſtärkſten Nacheiferung aufmuntern. Ein Gleiches gilt auch von allen übrigen nachthei⸗ ligen Wolleigenſchaften; denn bei allen iſt es nicht leicht, augenblicklich in eine andere oder beſſere Qualität über⸗ zugehen, und es bedarf vieler Aufmerkſamkeit und Erfah⸗ rung, dabei ſchnell zum Ziele zu gelangen. Den rationellen Betrieb der höhern Schafzucht hat aber ganz beſonders das große Intereſſe, welches unter⸗ richtete und gebildete Landwirthe an derſelben genommen haben, befördert. Die Aufmerkſamkeit, mit welcher die⸗ ſelben alles, was in ihr vorkommt, beobachten, die Sorg⸗ falt, mit der ſie perſönlich ihre Schäfereien leiten; der Scharfſinn, mit dem ſie auf die gegebenen Winke der Natur achten; die Mühe, die ſie ſich für die Erzeugung eines guten und geſuchten Wollproducts geben, haben ſie ihrem Ziele ſchnell und ſicher nahe gebracht. Deutſche ſind es aber vorzugsweiſe, von denen man dies ſagen kann, und nur als ihre Nachfolger und Nachahmer kann man ihre öſtlichen und weſtlichen Nachbarn betrachten. Großer Wetteifer würde freilich zwiſchen ihnen und den 1 52 Engländern ſtatt finden, wenn nicht die Schafzucht in dieſen beiden Ländern eine verſchiedene Tendenz hätte. Jedoch wird dieſe Rivalität jetzt von einem ſehr entfernten Punkte des Erdballs(von Auſtralien) eintreten. Der deutſchen Erfahrungen und der durch dieſe bereits errun⸗ genen Erfolge bedienen ſich die Engländer dort, um die Merinozucht ſchnell auf eine Höhe zu bringen, welche zu erklimmen, nach dem bisherigen Gange, ein langer Zeit⸗ raum nöthig war. Deutſche Schäfer und deutſche Schaf⸗ züchter ſucht man dahin zu ziehen, um eines guten Er⸗ folges gewiß zu ſeyn.— Ich werde bei Beantwortung der dritten Frage noch einiges über den wahrſcheinlichen Erfolg dieſer Unternehmungen ſagen. Man muß es auch zum rationellen Betriebe der Schafzucht zählen, daß viele Schafzüchter eine Menge Verſuche mit Kreuzungen von verſchiedenen Racen und Stämmen gemacht, und daß ſie neben den Merinos auch langwollige Schafe, wie z. B. in Deutſchland und Frank⸗ reich, eingeführt haben. Durch dergleichen Verſuche wird oft ein Product erzeugt, das angenehm überraſcht und das rohe Material zu einem Fabrikate gibt, das man früher nicht kannte, und welches einen weiten und raſchen Abſatz findet. Ein ſolches Product kann auch aus den Kreuzungen der Merinos mit langwolligen Schafen her⸗ vorgehen. Uiberhaupt verdankt aber die höhere Schafzucht ihrem rationellen Betriebe den guten und ſtets geſicherten Ab⸗ ſatz ihrer Producte, und dieſer bürgt für ihre blühende Exiſtenz trotz der ſo ſehr zugenommenen Vermehrung. Wee weit! zunehmen! 6. Sczon vätigen h dabei bemer der Thiere Eäche nac einet hohe genau zu da er noch andert, un haupt bei Handels i und der ſachlich be werden ab Zwiſchenur geſehen, da ſtage nach über ale, von der W wieder die ſorgniß de ſo, daß di tiben We dieſe Schn in erſten die Schaßucht in ene Tendenz hitte tem ſehr entfernten ) eintreten. Dar dieſe bereits errun⸗ inder dort, um die bringen, welche zu ein langer Zeit⸗ nd deutſche Schaf⸗ neines guten Er⸗ hei Beantwortung n wahrſcheinlichen en Betriebe der heer eine Menge denen Raten und den Merinos auch gland und Frank⸗ en Verſuche wird überraſcht und gibt, das man eiten und taſchen an auch aus den gen Schſen her⸗ Schaßzucht ihrem z geſicerten A für ihre blihende en Vermehrun. 155 Wie weit dieſe möglicher und wahrſcheinlicher Weiſe noch zunehmen wird, das gehört ebenfalls zur dritten Frage. 6. Schaf⸗ und Wollhandel. Schon im erſten Bande und auch in dem gegen⸗ wärtigen habe ich von Zuchtviehpreiſen geſprochen und dabei bemerkt, daß dieſe nicht allemal dem wahren Werthe der Thiere gemäß ſind. Dies iſt aber der Natur der Sache nach faſt unmöglich. Bei allen Hausthieren, die einer hohen Veredlung fähig ſind, iſt es niemals ganz genau zu beſtimmen, wie hoch ihr abſoluter Werth ſey, da er nach den jedesmal beſtehenden Verhältniſſen ſich ändert, und daher höchſt relativ wird. Da nun über⸗ haupt bei jedem Producte, das ein Gegenſtand des Handels iſt, deſſen Preis nach dem Maße des Angebots und der Nachfrage beſtimmt wird: ſo iſt dies auch haupt⸗ ſächlich bei Thieren der Fall. Bei veredelten Schafen werden aber dieſe beiden Bedingungen durch mancherlei Zwiſchenumſtände modificirt. Wir haben im erſten Bande geſehen, daß in frühern Zeiten oft eine ſo lebhafte Nach⸗ frage nach veredelten Schafen eintrat, daß deren Preis über alle Gebühr in die Höhe ging. Ein Gleiches galt von der Wolle. Andere Umſtände dagegen verminderten wieder dieſe Nachfrage über die Maßen, und die Be⸗ ſorgniß des Nichtverkaufs ſteigerte dagegen das Angebot ſo, daß die Preiſe wieder unter allen wahren und rela⸗ tiven Werth herabgingen. Ich habe die Urſachen, welche dieſe Schwankungen im Wollhandel früher hervorbrachten, im erſten Bande berührt, und werde daher über dieſen 154 SGegenſtand nur einige Bemerkungen über den gegen⸗ wärtigen Wollverkehr machen, zuvor aber über Schaf⸗ An⸗ und Verkauf und über Schafhandel überhaupt ſprechen. Wenn ein Product einen feſten, d. i. ſeinem innern Werthe und den beſtehenden Conjuncturen angemeſſenen Preis haben und behaupten ſoll: ſo müſſen erſtens keine großen Verbeſſerungen oder Verſchlechterungen in ſeiner Qualität vorkommen, und zweitens müſſen ſich mit deſſen An⸗ und Verkauf nur Menſchen beſchäftigen, die eine genaue Kenntniß der Waare ſowohl, als der für dieſelbe beſtehenden günſtigen oder ungünſtigen Conjuncturen ha⸗ ben. Iſt dies nicht der Fall: ſo wird oft die eine zu hoch, die andre zu gering bezahlt. Wenden wir dieſe Regel auf den Schafhandel an(ſo nenne ich im Allge⸗ mmeinen den An⸗und Verkauf von Schafen): ſo ergibt ſich gleich anfangs, daß er ein höchſt unſicherer und noch auf keiner beſtimmten Baſis ruhender ſey. Und dies aus folgenden Gründen. 1) Iſt der Werth der zum Verkauf geſtellten Thiere aus zwei Gründen ſchwer ganz genau zu ermitteln. Der erſte dieſer Gründe iſt die geringere oder größere Sicher⸗ heit des edlen Blutes, das ſie haben, und wovon ihre fernere Veredlung in ihrer Nachkommenſchaft ſo ſehr ab⸗ hängt; der zweite liegt in der Gefahr, ob dergleichen Thiere mit erblichen Krankheiten behaftet ſind. Was den erſtern anbelangt: ſo kann freilich das Alter der Heerde aus welcher man Schafe kauft, einige Bürgſchaft gewähren: wenn nänlich ſtets mit gleicher Sorgfalt verfahren, und nicht etwa, wie dies ſo häufig geſchieht, alles durch ein⸗ ander gen nommen! ſceen d geblichen: dder diegu heit iſt a gußen Au man aus n übern ſchlagend den. 3 ſoſchen S dige und man dies Blick an pus, der flüchtigen knnets, nicht get kaufe geſ daß man fürchten auf hohe wenn m hochfeine Aber nie typus. ich viele vor einer über den gege aber über Eih berhaupt ſpreche i. ſeinem innen nen angemeſſenn iſen erſens kein rrungen in ſeing ſen ſich mit deſn iftigen, die ein z der für dieſelbe Lonjuncturen ha⸗ oft die eine zu nden wir dieſe eich im Alge⸗ afen): ſo ergitt ſicherer und noch . Und dies aus geſtellten Thiere ermitteln. Der grißete Eicher⸗ und wovon ihre haft ſo ſehr al⸗ oob dergleichr find. Was di lter der Heende ſchaftgemihtn: verfahren, und alles dur ein⸗ 155 ander gemiſcht, und die heterogenſten Kreuzungen vorge⸗ nommen worden ſind. Iſt aber auch letzteres nicht ge⸗ ſchehen, dabei aber die Heerde ſich ſorglos ſelbſt überlaſſen geblieben: ſo hat ſich in ihr entweder ein Gemiſch gebildet, oder die gute Wollqualität, z. B. hohe Feinheit und Sanft⸗ heit iſt ausgeartet. In dieſem Falle bedarf es einer ſehr großen Aufmerkſamkeit bei der Züchtung von Thieren, die man aus ſolchen Schäfereien kauft, um die Schwankungen zu überwinden, und durch ſtetes Ausmerzen des Zurück⸗ ſchlagenden endlich den hohen Adel der Heerde zu begrün⸗ den. Iſt aber keine dergleichen Sorgloſigkeit in einer ſolchen Schäferei vorgekommen, hat man keine unverſtän⸗ dige und heterogene Kreuzungen vorgenommen: ſo wird man dies einer dergleichen Heerde ſchon auf den erſten Blick anſehen. Sie trägt einen ſo klar ausgedrückten Ty⸗ pus, der ſich gar nicht verkennen läßt, und der beim erſten flüchtigen Uiberblick ſogleich vor das Auge, ſelbſt des Halb⸗ kenners, tritt. Werden nun auch aus ſolchen Schäfereien nicht gerade Thiere von der höchſten Qualität zum Ver⸗ kaufe geſtellt: ſo iſt jener Grund⸗Typus volle Bürgſchaft, daß man in der Nachzucht keine große Abweichungen zu fürchten und nur ſtets auf deſſen Erhaltung ſowohl als auf hohe Feinheit hinzuarbeiten hat, die ſich dann auch, wenn man eine verſtändige Wahl von gleichartigen und hochfeinen Widdern trifft, ſehr bald erreichen laſſen wird. Aber nicht immer ſichert das Alter der Heerde dieſen Haupt⸗ typus. Ich brauche es nicht weitläufig zu verſichern, daß ich viele Schäfereien geſehen habe, die in dieſer Hinſicht vor einer großen Anzahl anderer voraus waren, und den⸗ 156 noch ſowohl in der Gleichartigkeit, als in der beſondern Güte der Wolle weit hinter dieſen zurückſtanden. Ein unverſtändiges, unachtſames und inconſequentes Verfahren hatte dies zu Wege gebracht. Wo aber eine Schäferei mit Fleiß und mit Verſtande lange Zeit geleitet worden iſt; wo man frühere Erfahrungen zur Vermeidung von Mißgriffen und zum ſchnellern Emporſteigen benutzt hat: da wird man jederzeit ohne alles Bedenken ſeine Ankäufe machen können, und dieſe werden ſelbſt bei hohen Preiſen doch immer weit vortheilhafter ſeyn, als andere, die dem Anſchein nach ganz beſonders wohlfeil ſind. Da nun aber ein ganz rationelles und conſequent durchgeſetztes Verfahren in der höhern Schafzucht noch nicht allzulange bei der Schafzucht in Aufnahme iſt; da das Licht hierin noch nicht viel länger als ſeit einem Jahrzehend ganz klar leuchtet: ſo iſt ausgemacht, daß der Heerden, welche jene Forderungen erfüllen, noch nicht gar ſo viele ſeyn können. Ich weiß wohl, daß ich mit dieſer Bemer⸗ kung hie und da anſtoßen werde. Aber behaupten kann ich auch, daß eine Widerlegung derſelben, wenn ſie gründ⸗ lich ſeyn ſoll, wohl nicht leicht ſeyn dürfte. Einzelne Ausnahmen können nicht für die Regel gelten. Jedoch gilt theilweiſe meine Bemerkung auch von dieſen Aus⸗ nahmen. Denn, hielten auch einzelne Schafzüchter in Sachſen, Schleſien und Oeſterreich, wozu ich namentlich Mähren zähle, auf Reinheit des Blutes: ſo war anfangs das Ziel, das ſie ſich vorſteckten, noch nicht feſt genug, weil ſie durch die noch ſchwankenden Anſichten der Schaf⸗ züchter ſowohl als der Wollkäufer bald da bald dorthin geleitet w Heerden Baſis athe kommenbei Bs Perthes vo⸗ iche Krank diſſet eine inmet dar Krankheit lichkeit b oben gegel ten vielleic ſcieden iſ willg der die größt ſolchen N betrachtet, ſo ſehr ſe jedem Hau ¹)8 halb ſehr welche ſie müſſen. l und Kenn der Wol⸗ eine Auf 3) ds Scha in der beſonden ſkſtanden, Ein entes Verfahen eine Schäͤfere geleitet worden zermeidung von en benutzt hat: n ſeine Ankäufe ei hohen Preiſen andere, die dem . ind conſequent ucht noch nicht eiſt; da das em Jahtzehend jder Heerden, ht gar ſo biele dieſer Bemer⸗ haupten kann enn ſie gründ⸗ te. Einzelne lten. Jedoch n dieſen Aus⸗ chafzüchtet in ich namentli war anfanzs iht feſt genug, ten det Sclf⸗ hald dorthin 157 geleitet wurden. Immer gber blieb der Werth ihrer Heerden hoch, weil ſie, wie ſchon bemerkt, auf einer ſichern Baſis arbeiteten, und deshalb auch zu einer hohen Voll⸗ kommenheit gelangt ſind. Was den zweiten Grund des ſchwer zu ermittelnden Werthes von anzukaufenden Schafen betrifft, nämlich erb⸗ liche Krankheiten, die ihnen ankleben können: ſo erſchwert dieſer einen Ankauf ganz beſonders. Es kommt freilich immer darauf an, bis zu welch' einem Grade ſich dieſe Krankheiten ausgebildet haben, und in wieweit jene Erb⸗ lichkeit bedingt oder unbedingt anzunehmen iſt. Meine oben gegebenen Bemerkungen über Schafkrankheiten könn⸗ ten vielleicht belehrende Winke hierüber enthalten. Ent⸗ ſchieden iſt übrigens wohl, daß ſich kein Menſch muth⸗ willig der Gefahr ausſetzen wird. Aber leider ſchützt oft die größte Vorſicht und Sachkenntniß nicht vor einem ſolchen Mißgriffe. Aus dem Geſichtspunkte der Moral betrachtet, ſind Verkäufer ſolchen Viehes höchſt zu tadeln, ſo ſehr ſie ſich auch mit dem allgemeinen Verfahren bei jedem Handel entſchuldigen mögen. 2) Iſt der Werth der zu erkaufenden Schafe des⸗ halb ſehr relativ, weil die Güte und Menge der Wolle, welche ſie tragen, denſelben ganz beſonders beſtimmen müſſen. Um erſtere richtig zu würdigen, bedarf es Uibung und Kenntniſſe; die zweite hängt von dem dichten Stande der Wolle und der Größe der Thiere ab, iſt alſo mehr eine Aufgabe für ein geſundes Auge. 3) Trägt aber auch die Oertlichkeit und der Gang des Schafhandels ſehr viel dazu bei, ob man ſeine An⸗ 158 käufe mit Gewinn oder mit Nachtheil machen könne. Zur Oertlichheit gehört ganz beſonders die Gegend, in der man lebt. Es iſt z. B. für den ruſſiſchen Schaf⸗ züchter ungleich ſchwieriger, einen guten und vortheil⸗ haften Ankauf von edlen Zuchtſchafen zu machen, als für den Deutſchen, weil dieſer, wie man ſagt, an der Quelle ſitzt, die er dann auch genau kennt, während jener ſie erſt mühſam aufſuchen und am Ende doch höchſt unſicher daraus ſchöpfen kann. Soll er die Reiſe ſelbſt unter⸗ nehmen, ſo verurſachen die Koſten derſelben eine bedeu⸗ tende Steigerung des Schafpreiſes; gibt er Aufträge, ſo ſteht er aufs Ungewiſſe, und hat am Ende, wenn ſie ausgeführt ſind, den Verdruß, eine Waare, die weit unter ſeiner Erwartung iſt, zu bekommen. Weniger ſchwierig macht am Ende noch der Gang des Schafhandels der⸗ gleichen Ankäufe, und zwar einmal: weil er noch eben nicht ſehr lebhaft iſt, und mehr eine Gleichmäßigkeit vermöge der gleichzeitig ausgebotenen Parthieen hat; zweitens aber auch: weil des Angebots immer mehr wird, und weil die Concurrenz von Jahr zu Jahr zunimmt. 4) Erſchwert iſt aber dem, der etwas Edles von Schafen ſucht, ſein Ankauf durch das Zuſtrömen zu den renommirten Heerden. Ich habe zwar weiter oben be⸗ hauptet, daß die Zeit des blinden Nachlaufens in der⸗ gleichen Heerden vorüber ſey; aber dennoch iſt gerade in den entſchieden edlen der Zudrang immer noch ſehr groß und zwar eben deshalb, weil man richtiger urtheilen, und das, was reellen Werth hat, von dem weniger werth⸗ vollen unterſcheiden gelernt hat. Nach Sthafhande demſelben t ſo geſören! deruntr.2 Herrden, d war, und Shiifereien derte, Auct Staasſchäft einen derg die edlen E theils auch Käufet wehr Perſteigern werden m tet, ſtehen Ein e fen ſoll ſich ſchein hat, Sachkundig den Ankäu für Dſ⸗ ſind esz aue liſche Neu⸗ den. Wa in die and werber ver gioßen Er. machen fönn. die Gegend, in ſſiſchen Sch⸗ und vorthei⸗ aachen, als für an der Quelle hrend jener ſie höchſt unſicher e ſelbſt unter⸗ en eine bedeu⸗ er Aufträͤge, nde, wenn ſie die weit unter ger ſchwierig fhandels der⸗ her noch eben Zleichmäßigkeit arthieen hat; er mehr wird, hr zunimmt. 3s Edles von römen zu den eiter oben be⸗ ufens in der⸗ iſt gerade i eth⸗ 1 59 Nach dieſen Vorausſetzungen komme ich nun zum Schafhandel, wie er jetzt geführt wird. Wenn ich unter demſelben jeden Verkauf von veredelten Schafen verſtehe: ſo gehören natürlicherweiſe alle Veräußerungen derſelben darunter. Man hat ſeit einiger Zeit angefangen, in Heerden, wo der Zudrang von Käufern ziemlich ſtark war, und wo er ſich, wegen der Concurrenz anderer Schäfereien, die auch Zuchtvieh ausboten, etwas vermin⸗ derte, Auctionen zu veranſtalten. Man ahmte hierin den Staasſchäfereien nach, die es ſich zur Regel geſtellt hatten, einen dergleichen Verkauf zu betreiben: theils um für die edlen Schafe dadurch mehr Aufmerkſamkeit zu erregen; theils auch dieſelben durch eine größere Concurrenz der Käufer mehr zu ihrem hohen Werthe wegzubringen. Dieſe Verſteigerungen machen aber jetzt wenig Glück mehr, und werden meiſt nur noch als das letzte Hilfsmittel berdach⸗ tet, ſtehen gebliebene Schafe an Käufer zu bringen. Ein eigentlicher Zwiſchenhandel mit veredelten Scha⸗ fen ſoll ſich aber noch bilden. Denn was auch dieſen An⸗ ſchein hat, das ſind meiſtentheils nur Aufträge, die von Sachkundigen ausgeführt werden. Dies gilt z. B. von den Ankäufen, welche vor einigen Jahren in Sachſen für Oſt⸗ und Weſtpreußen gemacht wurden. Eben ſo ſind es auch nur Käufe im Auftrage, welche für die eng— liſche Neu- und Süd-Walles-Geſellſchaft gemacht wur⸗ den. Was in Deutſchland hie und da aus einer Provinz in die andere gezogen und auf eigene Rechnung der Er⸗ werber verkauft wird, iſt bis jetzt immer noch von keiner großen Erheblichkeit. Wirklicher Schafhandel aber iſt es, 160 der nach Rußland getrieben wird. Da dieſer ſich aber faſt lediglich auf ſehr gemeines Mittelgut und daher auch auf ſehr niedrige Preiſe beſchränkt: ſo iſt er von ſo ge⸗ ringer Erheblichkeit, daß er nur noch für einen ſchwachen Schatten gelten kann. Uibrigens wird Rußland durch dieſen Handel, der noch dazu von ganz unkundigen Per⸗ ſonen geführt wird, in der veredelten Schafzucht eben keinen ſonderlichen Gewinn oder ſehr große Fortſchritte machen. Der ſolideſte Schafhandel für Käufer und Verkäufer würde ſich aber ohne Zweifel dann bilden, wenn, wie dies wohl ſchon im Kleinen geſchieht, bei den Schafaus⸗ ſtellungen dergleichen Geſchäfte mehr im Großen getrieben würden. Hier wären kompetente Beurtheiler und Richter beiſammen, und wer auch ſeinem eigenen, vielleicht be⸗ ſchränkten Urtheile nicht trauen wollte, der vernehme hier das Allgemeine und hätte ſomit eine große Sicherheit. Mittelgut würde an ſo einem Platze ſich auch um ſo weniger halten, weil es theils keine Käufer finden, theils auch durch das nachtheilige Urtheil, das es erführe, ſich von ſelbſt davon entfernt halten müßte. Ein eigentlicher kaufmänniſcher Schafhandel hat ſich in Frankreich gegründet, der ſich aber meiſt nur mit den langwolligen engliſchen Schafen beſchäftigt. Da man jedoch jetzt dort für dieſe ein großes Intereſſe gewonnen hat: ſo mag er nicht gerade zu den Geſchäften gehören, die ihren Unternehmern Nachtheil bringen. Aus Spanien ward von jeher der Handel mit Schafen nur als Schmuggelei betrieben, weil deren Ausfuhr ſtets ſteng be rentiren, Renomme die aus an Esr lie Preiſe Ausführu his auf d noch anzu kamen, abe, da aber vorz ſie in Eh Ftandteich aus der mitunter die Widd ſchafe 21 die aus d äußerten wohlfeilſt de beſten weil das Dagegen mit 20 In ſpät es kam zu 2— richteten Clsner's dieſer ſich aie und daher tuch ter von ſo ge einen ſchwachen Rußland durz unkundigen he⸗ Schafzucht then toße Fortſchritte und Verkäufer en, wenn, wie den Schafaus⸗ oßen getrieben let und Kichter , Hieleicht he tvernehme hiet oße Sicherheit h auch um ſo rfinden, theil z erführe, ſi fhardel hat ſih iſ nur mit den igt. Da mal ereſſe gewonn häften gehitn n. del nit Shhſen en Ausfahr ſets 161 ſtreng verboten war. Jetzt wird derſelbe um ſo weniger rentiren, als die ſpaniſchen Schafe von ihrem ehemaligen Renommee ſo viel verloren haben und ſchon längſt durch die aus andern Ländern überboten werden. Es wird meines Bedünkens nicht unintereſſant ſeyn, die Preiſe von Zuchtſchafen, wie ſie vom Anfange der Ausführung der Merinos aus Spanien ins übrige Europa bis auf die gegenwärtige Zeit ungefähr geweſen ſind, hier noch anzugeben. Die, welche im Jahre 1778 nach Sachſen kamen, koſteten, wie ich im erſten Bande angegeben habe, das Stück über 40 Rthlr. Dieſer hohe Preis rührte aber vorzüglich von den vielen Transportkoſten her, da ſie in Spanien nicht einmal auf 10 Rthlr. kamen. In Frankreich bezahlte man die Merinos, welche alle Jahre aus der Schäferei zu Rambouilllet verſteigert wurden, mitunter ſehr hoch. So galten z. B. im Jahre 1811 die Widder im Durchſchnitte 338 Franken und die Mutter⸗ ſchafe 217 Franken. In Holitſch galten im Jahre 1812 die aus der daſigen kaiſerl. öſterreichiſchen Schäferei ver⸗ äußerten Merinos: der theuerſte Widder 1925 fl., der wohlfeilſte 3o fl. Die Mutterſchafe wurden zu 6 fl. und die beſten zu 12 fl. hingegeben. Das kam aber daher, weil das Jahr 13812 ungünſtig für den Wollverkauf war. Dagegen bezahlte man im Jahre 1314 die Mutterſchafe mit 20— 45 fl. und die Widder mit 12— 1051 fl. In ſpätern Jahren gingen die Preiſe viel höher, und es kam vor, daß man für beſonders beliebte Widder bis zu 2— 35000 fl. zahlte. In den preußiſchen 1817 er⸗ richteten königl. Stammſchäfereien gingen die beſten Wid⸗ Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. II. Bö. L ſſſͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤſſ eMe—— —— —— 162 der bis zu 2— 300 Rthlr. und die beſten Mutterſchafe von 20— 30 Rthlr. mehrmals weg. In Sachſen hat man faſt nie ſo hohe Zuchtviehpreiſe bezahlt, weil dort die Concurrenz des Angebots größer als in irgend einem andern Lande iſt. In Lohmen als dem Hauptſitze des eigentlichen Electoralſchafs iſt ſeit langer Zeit der Preis der Mutterſchafe 3 Friedrichsd'or(24 fl. C. M.) und der Widder 5 Friedrichsd'or geweſen. In den andern ſäch⸗ ſiſchen Schäfereien hat man zuweilen für beſonders aus⸗ gezeichnete Thiere noch höhere als die genannten Preiſe erhalten; jedoch ſind dieſe nur ſelten geweſen und nie bis auf die Höhe deren in Frankreich und Oeſterreich ge⸗ ſtiegen. Nirgends hat man aber ſo hohe Preiſe für aus⸗ gezeichnete Thiere weniger geſcheut als in Schleſien. Denn dort ſind zuweilen Thiere bis zu 1000 Rthlr. und darüber bezahlt worden. Bei dem gegenwärtigen Stande der Schafzucht in Europa ſind es beſondere Ausnahmen, wenn für hochedle Thiere: für Widder mehr als 100— 200 Rthlr. und für Mutterſchafe mehr als 20— 30 Rthlr. bezahlt werden. Der Werth ſolcher Thiere iſt und bleibt relativ. Und zwar er iſt es: einmal nach der wirklichen Auszeichnung und dem mehr oder weniger entſchiedenen Adel der Thiere, und zweitens nach den Schäfereien, wohin dergleichen Thiere verpflanzt werden. Sind dieſe der höchſten Stufe ſchon nahe, und können ſie nur durch dergleichen ſeltene Exem⸗ plare vollends darauf gehoben werden: ſo wird ihr Preis nie zu hoch ſeyn; in einem andern Falle könnte es wohl für eine Verſchwendung gelten, wenn man ſo viel für ſie bezahlt. . gegenwi zung für ein beſe Die Pollhänd de Woll nun der derſelbe eigniſſer Preis a kann er Handlun dieſen ſe aber wi wagt b. in Han Al nach Gegenth theile der ſch miſ An ten Jeit nen, we veranlaf zunehm dem Ge aufs blo St n Nutterſchfe n Sachſen ſat alt, weil dor irgend einen Hauptſitze des Zeit der Preis . M.) und der en andern ſäch⸗ beſonders aus⸗ nannten Pteiſ peſen und nie Deſterreich ge⸗ reiſe für aus⸗ in Schleſien. 0o Rthlr. und Schafzucht in für hochedle Kthlr. und für zaahlt werden. v. Und zwar nung und dem Thiere, und leichen Wiien in Stufe ſchon ſeltene Eren⸗ id ihr Priini z wohl für eine hür ſe bzehl 163 Wenn ich jetzt noch etwas über den Wollhandel der gegenwärtigen Zeit ſage: ſo wird dies mehr als Ergän⸗ zung für das im erſten Bande ſchon Enthaltene, denn als ein beſonderer Abſchnitt gelten. Die Manufacturiſten leiten durch ihren Begehr die Wollhändler in ihren Einkäufen, und dieſe leiten wieder die Wollproducenten bei der Erzeugung der Waare. Da nun der Bedarf ſich niemals ganz gleich bleibt, und da derſelbe von oft ſchnell und unerwartet eintretenden Er⸗ eigniſſen abhängt: ſo iſt es ſehr natürlich, daß der Preis auch oft wechſeln müſſe. Eine gewiſſe Feſtigkeit kann er nur alsdann erlangen, wenn ſehr bedeutende Handlungshäuſer ſtets auf großen Vorrath halten und dieſen zur Zeit des lebhaften Begehrs losſchlagen, dann aber wieder bei der Abnahme desſelben vermehren. Ge⸗ wagt bleibt jedoch ein dergleichen Verfahren immer, weil im Handel nie ein ſolches corps d'esprit ſtatt findet, daß Alle nach einem und demſelben Grundſatze verfahren. Im Gegentheil ſucht vielmehr immer einer von dem Nach⸗ theile des andern Gewinn zu ziehen, und ſo zerſtören ſie ſich meiſt ihren eigenen Vortheil zugleich mit. An Sicherheit hat aber der Wollhandel in der neue⸗ ren Zeit ganz gewiß durch die großen Einbußen gewon⸗ nen, welche die frühern oft unſinnigen Spekulationen veranlaßten. Auch iſt zu erwarten, und wohl ſchon an⸗ zunehmen, daß er immer mehr in Hände übergeht, die dem Geſchäfte gewachſen ſind und ſich nicht, wie früher, aufs bloße Gerathewohl damit befaſſen. Steht nun auch gegenwärtig England noch immer L 2 164 an der Spitze des europäiſchen Wollhandels: ſo bildet er ſich doch auch immer mehr auf dem Continente aus. Ich meine damit nicht den Handel von hieraus nach Eng⸗ land; ſondern den, der zwiſchen den Wollhändlern und 3 Manufacturiſten des Continents ſtatt findet. Nach Frank⸗ reich wird, trotz der hohen Beſteurung, eine ſehr große Menge Wolle alljährlich durch den Handel geſchafft, und jetzt wieder geht dieſer lebhafter als je. Es iſt dies auch ganz natürlich. Eine Nation, wie die franzöſiſche, die durch Ehrgefühl faſt eben ſo ſehr als durch den Ge⸗ winn, und ich möchte dazu ſetzen, durch die eingewurzelte National⸗Rivalität zur Nacheiferung Englands angeſpornt wird, kann ſich durch den Mangel des rohen Materials, den es empfindlich fühlt, nicht von derſelben abhalten laſſen. Sie wird alles thun, um dieſem Mangel abzu⸗ helfen. Da nun aber die Erzeugung jenes Materials nicht ſo ſchnell in's Werk geſetzt iſt: ſo muß einſtweilen der Handel dasſelbe aus der Fremde herbeiſchaffen. Für die deutſchen Wollenmanufacturen hat ſich noch gar kein eigentlicher Wollhandel gebildet. Die Manu⸗ facturiſten kaufen faſt allen ihren Bedarf aus erſter Hand. Scheinbar entſteht für ſie daraus ein Gewinn, indem ſie die Proviſion, welche ſonſt der Wollhändler zieht, für ſich haben. Aber dieſer Gewinn wird durch zwei große Nachtheile ihnen doppelt wieder entriſſen. Der erſte iſt, daß nur diejenigen, welche einen bedeutenden Kapitalfond haben, ſich vortheilhaft aufs ganze Jahr verſorgen können. Denen dieſer nicht zu Theil geworden iſt, die müſſen, wenn ſie den kleinen Vorrath, den ihnen ihr gerin geatbeite da ſiedi ſe eſt Maäthell Schuren jinden, d haßt, unr verkaufe verarbei Magezie ab; jedd den erſte dieſen A durch u Auswal geradei facturiſt Ausdehr Volhan jider be der Cre bewilligt Erleichte N franzöſt turiſten und da ſhiedeng 5: ſo bildet e ente aus. Ih us nach Eng⸗ händlern und „Nach Frank⸗ ine ſehr große ndel geſchafft, *. Es iſt dies die franziſiſche, durch den Ge⸗ eingewurzelte nds angeſpornt en Materials, ben abhalten Mangel abzu⸗ Materials nicht inſtweilen der fen. hat ſich noch Die Manu⸗ rf aus erſter ein Gewinn, lhändler zieht d durch zvi⸗ ütiſſen. D n bedeutenden z ganze Jat Theil geworden tth, den ihnen 165 ihr geringes Vermögen ſich anzuſchaffen geſtattete, auf⸗ gearbeitet haben, nach dem rohen Material ſuchen, und, da ſie dieſes nur an wenig Orten noch finden, ſo müſſen ſie es oft unverhältnißmäßig theuer bezahlen. Der zweite Nachtheil beſteht darin, daß ſie genöthigt ſind, ganze Schuren zu kaufen, worin ſie denn eine Menge Wolle ſinden, die für die Waaren, welche ſ ie verfertigen, nicht paßt, und welche ſie dann entweder mit Nachtheil wieder verkaufen, oder zur Verſchlechterung ihrer Manufacte verarbeiten müſſen. Die jetzt hie und da eingeführten Magazinirungsanſtalten helfen dieſem Uibel zum Theil ab; jedoch beheben ſie, wie ſie jetzt noch beſtehen, nur den erſten Nachtheil, der zweite aber bleibt, weil mit dieſen Anſtalten noch keine Sortirungen verbunden ſind, durch welche die Qualitäten geſchieden, und jedem die Auswahl nach ſeinem Bedürfniß erleichtert würde. Dies gerade iſt der große Vortheil für den engliſchen Manu⸗ facturiſten, daß er dieſe Bequemlichkeit in der größten Ausdehnung genießt, und daß er ſeinen Bedarf in den Wollhandlungen ganz ſeinen Waaren anpaſſend und in jeder beliebigen Quantität zu allen Zeiten haben kann. Der Credit, der ihm noch außerdem auf mehrere Monate bewilligt wird, iſt noch eine angenehme Zugabe zu jener Erleichterung. Weniger geregelt, wenn gleich annähernd, iſt der franzöſiſche Wollhandel. Da jedoch dort die Manufac⸗ turiſten meiſtentheils ihr Gewerbe im Großen betreiben, und da ſie dabei ſich auf die Anfertigung von ſehr ver⸗ ſchiedenartigen Waaren einlaſſen: ſo können ſie mit mehr 266 Bequemlichkeit ganze Schuren kaufen’, als dies die Eng⸗ länder können würden. Dort iſt, wie in allem, ſo auch hier, eine Theilung der Arbeit, und dieſe iſt es, welche den engliſchen Waaren aller Art eine ſo große Vollkom⸗ menheit neben einer auffallenden Wohlfeilheit gibt. In den Niederlanden iſt es faſt wie in Frankreich, nur mit dem Unterſchiede, daß die großen Manufacturiſten zugleich eine Art von Wollhandel treiben, indem ſie ſich gegenſeitig das, was ſie für ihre Waare nicht als tüchtig erachten, abkaufen. In dieſem Punkte ſteht alſo die deutſche Wollver⸗ arbeitung der von England, Frankreich und den Nieder⸗ landen nach, und daraus gerade läßt es ſich erklären, warum die deutſchen Wollmanufacturen nicht in der Qua⸗ lität ihrer Waaren ſowohl als in deren Wohlfeilheit alle andern überbieten, da ſie an der Quelle ſitzen, woraus ſie das rohe Material am beſten und wohlfeilſten entneh⸗ men können. Die Qualität verliert durch die Miſchung des rohen Products, das die Engländer ſo ſorgfältig ſcheiden, und die Wohlfeilheit durch den Zwang, dem ſie unterworfen ſind, ihren Bedarf auf einmal und oft gerade nicht zur gelegenſten Zeit anzuſchaffen. Bildet ſich erſt in Deutſchland ein Wollhandel für die inländiſchen Manufacturen: ſo wird dieſer ſich mehr als alles Uibrige heben. Nur allmählig aber kann ſich dies finden, weil die Manufacturiſten noch kein Vertrauen zu dieſem Handel haben, und es für vortheilhafter halten, daher auch vorziehen, aus erſter Hand zu kaufen. Gerade aber die Magazinirungsanſtalten können dieſem Mangel 4 m beſten hate Vern ſee nich, ruch auf dies enh, die Sotter Paaten b helte Wei mal, wie zweitens zuflucht die doch un jeden ruf dieſe dels ſehſt Es gefühlt, einleucht lung in' gauz, we waten, hat ſie d gäzlich Da in? auf den die Pre verbreit und ma bom Br dies die En⸗ allem, ſo auch iſt es, welhe koße Vollkon⸗ eit gibt. in Frankreich, ranufacturiſten indem ſie ſich it als tichig ttſche Volber⸗ d den Nieder⸗ ſich erkläten, in der Qua⸗ ohlfeilheit alle ſiten, woraus eilſten entneh⸗ die Miſhung ſo ſorgfältig vang, dem ſie und oft gerade Wollhandel für ieſer ſich mehr kann ſich die ein Vertrauen lhafter halten kaufen. Gernde dieſem Nangel 267 am beſten abhelfen. Iſt dabei eine tüchtige und verlaß⸗ bare Verwaltung angeſtellt: ſo ſehe ich nicht ein, warum ſie nicht, wie die engliſchen Wollhandlungen, dem Käufer auch auf einige Monate Credit geben ſollten. Geſchieht dies erſt, und findet der Manufacturiſt in derſelben gerade die Sorten von Wolle ſtreng geſchieden, die er zu ſeinen Waaren bedarf: ſo werden dieſe Anſtalten auf eine dop⸗ pelte Weiſe höchſt wohlthätig für das Land wirken. Ein⸗ mal, wie eben gezeigt, für die Wollenmanufacturen, und zweitens für die Wollproducenten, die dann eine ſichere Zuflucht haben, wenn bei nachtheiligen Conjuncturen, die doch immer wieder vorübergehen, ſie gezwungen ſind um jeden Preis zu verkaufen. Solche Anſtalten würden auf dieſe Weiſe auf einen geregeltern Gang des Wolhan⸗ dels ſebſt wirken. Es haben hie und da die Staatsverwaltungen dies gefühlt, wie aus den deshalb genommenen Maßregeln einleuchtet. So trat z. B. in Preußen die Seehand⸗ lung in's Mittel. Erreichte ſie auch ihren Zweck nicht ganz, weil ihren Veranſtaltungen, ſo wohlthätig ſie auch waren, hie und da Ausſtellungen gemacht wurden: ſo hat ſie doch in den letzten Jahren viel zur Verhütung einer gänzlichen Herabwürdigung der edlen Wolle beigetragen. Da in Breslau der erſte und größte Markt für die Wolle auf dem Continente iſt: ſo reguliren ſich nach dieſem die Preiſe für Deutſchland aufs ganze Jahr. Von hier verbreitet ſich der Einfluß auf England und Frankreich, und man kann deshalb behaupten, daß es hauptſächlich vom Breslauer Wollmarkte abhänge, wie die Preiſe für 163 Wolle das Jahr hindurch ſeyn werden. Iſt auch nicht zu läugnen, daß die Rückwirkung von England aus er⸗ folgt, und daß auch die erſte Anregung von dort ausgeht: ſo werden doch beide durch den Gang des Breslauer Marktes modificirt. Wenn nun auf dieſem die Producenten nicht gezwungen ſind, um jeden Preis los zu ſchlagen, ſo kann ſchon kein allzuniedriger Preis ſich bilden und zur Norm werden. Und daß dies nicht über alle Gebühr geſchah, dazu trug die preußiſche Seehandlung ſehr viel bei. Was den Wollhandel auf dem Continente aber noch ſehr erſchwerte, das iſt der Mangel an Sachkundigen und reellen Mäcklern. Meiſt ſind es Juden, die ſich mit dieſem Geſchäfte befaſſen, und denen nur daran liegt, ein Geſchäft zu Stande zu bringen, ohne alle Sorge, ob ein Theil dabei auch noch ſo ſehr benachtheiligt werde. Der⸗ gleichen Mäckler ſind in jedem Handel durchaus nothwendig, weil es dem Kaufmann bei der Größe des Geſchäfts gar nicht möglich iſt, ſich die hie und da zerſtreuten Waaren ſelbſt aufzuſuchen. Aber wenn ſie ihren Zweck ganz und recht erfüllen ſollen: ſo müſſen ſie erſtens: anerkannt red⸗ liche Männer ſeyn, denen man unbedingt vertrauen kann, und zweitens müſſen ſie auch genaue Kenntniß von der Waare haben, deren Kauf und Verkauf ſie leiten. Nun iſt dies aber gerade beim Wollhandel zu beklagen, daß diejenigen Mäckler, welche ihn leiten helfen, oft ſo un⸗ kundig ſind, daß ſie die beſte von der ſchlechteſten Qualität kaum zu unterſcheiden wiſſen. Dazu kommt noch, daß ſie an vielen Orten gar nicht einmal vereidet ſind, und des⸗ halb ſich einen Betrug nicht übel nehmen, wenn ſie nur dadurch die ßen libel polizey ihe gerune de Ehafen. det Vered mit der I artigkeit Feinheitsg ddles Blu geerbt hab bei den e Thiere, dieſen vo ſo biel Ve olen Hee ſen günſtt ſich dadur ſo ſchwere und ſie w löſigkeit erſten g andern( ſie dies; dergleiche nungen h If auch nich gland aus er dort ausgehtt lauer Marktes ducenten nicht ſagen, ſo kann und zur Norm Vüh gt viel bei. ente aber noch Sachkundigen 7, die ſich mit ran liegt, ein Sorge, ob ein werde. Der⸗ is nothwendig, Geſchäfts gar puten Waaren veck ganz und nerkannt red⸗ rtrauen kann, ntniß von der leiten. Nun beklagen, diß n,oſt ſo ur teſten Quslitt nt noch, daßſt ſind, und dei⸗ wenn ſi nür 169 dadurch das Geſchäft zu Stande bringen. Dieſem gro⸗ ßen Uibelſtande ſucht man zwar von Seiten der Landes⸗ polizey überall abzuhelfen, jedoch wird wohl noch eine geraume Zeit vergehen, ehe er ganz abgeſchafft ſeyn wird. H. Einige allgemeine Bemerkungen. 1¹) Verſchiedene Erſcheinungen bei den veredelten Schafen. Wenn man das Glück hat, bei dem Beginnen der Veredlung einer Schäferei Widder zu bekommen, die mit der Wolle der zu veredelnden Schafe einige Gleich⸗ artigkeit haben, wenn auch dieſe ſich keinesweges auf deren Feinheitsgrad erſtreckt, und wenn in dieſen Widdern ein edles Blut, das ſie aus einer Reihe von ihren Vorfahren geerbt haben, fließt: ſo wird man durch den Erfolg ſchon bei den erſten Generationen aufs angenehmſte überraſcht. Thiere, die den ganz edlen ähnlich ſind, kommen unter dieſen vor. Ja die Wolle ſolcher Thiere hat oft ſchon ſo viel Vollkommenes, daß man ſie kaum von der einer edlen Heerde unterſcheiden kann. Schafzüchter, die die⸗ ſen günſtigen Erfolg durch bloßen Zufall erreichten, ließen ſich dadurch in den Wahn verſetzen, als ſey es gar keine ſo ſchwere Sache um die höhere Veredlung einer Schäferei, und ſie wurden dadurch veranlaßt, die Sache mit Sorg⸗ loſigkeit zu behandeln. Dadurch verloren ſie aber den erſten günſtigen Erfolg wieder und waren nun auf der andern Seite wieder eben ſo unangenehm überraſcht, wie ſie dies zuvor angenehm geweſen waren. Wer aber bei dergleichen Erſcheinungen ſchon vorausgegangene Erfah⸗ rungen hat, der läßt ſich weder auf die eine noch auf die — 170 andere Weiſe irre leiten. Er weiß dann den erſten gün⸗ ſtigen Erfolg gehörig zu benutzen, ohne ſich dadurch ein⸗ ſchläfern zu laſſen, und durch das verſtändige Auffaſſen der Winke, welche ihm die Natur gab, gelangt er un⸗ gleich ſchneller vorwärts als ein Anderer, deſſen erſter Anfang nicht ſo günſtig war. So gibt es Meſtizheerden, die durch jenes kluge Verfahren in unglaublich kurzer Zeit Fortſchritte machten, die man kaum für möglich halten ſollte. Wenn nun einem ſo verſtändigen erſten Beginnen die nachherige Leitung bei der Züchtung entſpricht, wenn man dann beſonders ſtreng darauf hält, alles, was zurück⸗ ſchlägt, ſogleich auszumerzen und unter keiner Bedingung zur Zucht zu laſſen; ſo gewinnt eine ſolche Heerde eine ſo feſte und ſichere Grundlage, daß es ihr leicht wird, andere, deren Veredlung viel früher angefangen worden iſt, bei guter Zeit einzuholen. Eine andere ſehr auffallende Erſcheinung ſind die Lämmer bei ihrer Geburt. Es gibt zwar Schaßßüchter, die da behaupten, daß in ihren Schäfereien die Lämmer durchaus nicht anders, als ganz glatt gebohren würden. Ich geſtehe aber, daß ich mir gegen dergleichen Behaup⸗ tungen einigen Zweifel erlaube. Denn ſelbſt in den aller⸗ edelſten Heerden kommt es wohl vor, daß haarige oder rauhe Lämmer geboren werden. Bedenkt man auch die Abſtammung unſerer Merinos von den ſpaniſchen, und weiß man, daß dort auf haarige Lämmer von jeher vor⸗ zugsweiſe gehalten worden iſt, weil dieſe in der Folge reichwollige Thiere ſichern: ſo würde es zu den ſonder⸗ barſten Erſcheinungen in der Natur gehören, wenn von ichten und Limmer f ein grofer unbertdelte während d lic ſind. eine beſor Stande a an einem ſolcher Li erſten M Flaum m unedlen Li haare ſich ce ganz Blut, at daß ihre mißige itt: ſo ha mißiger; die höchſt gleichen? Bürgſcha Fortzücht daß in H ausgezei höhern Falten u ſnnd auch den erſten gir ich dadurch ein indige Auffaſen gelangt er m⸗ er, deſſen erſter 8 Meſizheerden, glaublich kurze ür müglich halten erſten Beginnen entſpricht, wem les, was zurück iner Gedingung he Heerde eine hr leicht wird, ffangen worden einung ſind die r Schaßüchter, gen die ämmer bohren wütden eichen Behaup⸗ 'ſt in den alle⸗ aß haarige odet tt man auch di ſpaniſchen, un von jeher bor ſe in der dile zu den ſonder⸗ en, wem bon 17¹ ächten und vollbürtigen Merinos durchaus keine haarige Lämmer fallen ſollten. Freilich iſt unter dieſen immer ein großer Unterſchied. Denn die Haare, welche ganz unveredelte Lämmer haben, gleichen mehr den Borſten, während die der ganz edlen Lämmer einem Flaum ähn⸗ lich ſind. Letztere entwickeln in der Regel in der Folge eine beſonders gutartige Wolle, die bei einem dichten Stande alle die guten Eigenſchaften beſitzt, welche man an einem vorzüglichen Producte vorausſetzt. Die Haare ſolcher Lämmer verlieren ſich aber in der Regel in den erſten Monaten und verwandeln ſich in einen ſanften Flaum mit ſchönem Glanze, während die Haare jener unedlen Lämmer ſtets ſtarr bleiben und nach Art der Hunde⸗ haare ſich in große Locken bilden. Lämmer dagegen, wel⸗ che ganz glatt geboren werden, verrathen zwar ein edles Blut, arten aber oft in den entgegengeſetzten Fehler aus, daß ihre ganze Wolle kraftlos, dürftig und ohne alle regel⸗ mäßige Bildung aufwächſt. So fein denn auch ihr Haar iſt: ſo hat ſie, wegen des Mangels an Kraft und gleich⸗ mäßiger Bildung, weniger Werth. Wenn man ſtets auf die höchſte Feinheit hinarbeitet, dann kommen häufig der⸗ gleichen Thiere zum Vorſchein. Immer aber ſind ſie eine Bürgſchaft für edles Blut, wenn man ſie ſelbſt auch für die Fortzüchtung nicht benutzen kann.— Die Erfahrung lehrt, daß in Heerden, wo ſolche Lämmer vorkommen, auch ganz ausgezeichnete Thiere zu finden ſind, welche die Ideale der höhern Schafzucht genannt werden können.— Lämmer mit Falten und Kodern deuten allemal auf barſche Wolle: ſie ſind auch meiſt nur den Negrettiheerden eigenthümlich. —— 17² Die Feinheit der Wolle, welche die Lämmer in der Folge tragen werden, nach der Kleinheit und Menge der Locken zu zählen, die ſie tragen, wie Herr Girod vor⸗ ſchlägt, würde am Ende zu demſelben Extreme führen, und denſelben Mißgriffen ausſetzen, wie das Zählen der Windungen der kleinen Woll⸗Stapel auf eine gewiſſe Länge. Eine dritte bis jetzt noch nicht genügend erklärte Er⸗ ſcheinung bei veredelten Schafen iſt die häufige Verände⸗ rung ihrer Wolle bei Uiberſiedlungen nach andern Orten. Rührt auch dieſe oftmals und vielleicht meiſtentheils von der veränderten Wartung und Pflege her: ſo trägt das andere Klima und die andere Nahrung, die ihnen hier zu Theil wird, doch wohl auch zu dieſer Veränderung bei. Eine offenbare Verſchlechterung der Wollqualität entſteht aber bei einer übermäßigen Fütterung der Schafe. Ich habe davon auffallende Beiſpiele geſehen, wo die Wolle durch dieſelbe ſo verändert und verunſtaltet ward, daß man ſie gar nicht mehr wieder erkannte, und für keine edle mehr hielt. Dies war beſonders alsdann der Fall, wenn zu dieſer übermäßigen Fütterung noch eine ſorgloſe Haltung kam, die dann die Verunſtaltung der Wolle noch ver⸗ mehrte. Und dies war nicht etwa bei Thieren von zwei⸗ deutiger Abſtammung, ſondern vom reinſten Blute der Fall. Lange haben die Schafzüchter ſich hiervon nicht überzeugen wollen, und ſie hielten die Klagen der Woll⸗ händler über allzuſtarke Fütterung für ungegründet und für eine thörichte Einbildung.— Es iſt hier nicht der Ort, die phyſiſchen Urſachen dieſer Erſcheinung außzuſuchen, ʃ Lämmer in i und Menge der r Girod or⸗ atreme führen dos Zählen der uf eine gewiſe hend erklärte Er⸗ äufige Verände⸗ Handern Orten. heiſtentheils von : ſo träͤgt das ihnen hier zu ränderung bei. ualität entſteht rSchafe. Ic wo die Woll tt ward, daß füt keine edle rFall, wenn zu rgloſe Haltung Volle noch ver⸗ ieren von zwi⸗ ſten Blute de jhiervon nitt lagen der Pol⸗ ngegründet und er nicht der Ort ij außuſtcen 175 aber zu der hier verhandelten Uiberſicht gehoͤrt es, ſie an⸗ zuführen, um darauf aufmerkſam zu machen, damit nicht ein leicht zu vermeidendes Verfahren Urſache werde, die höher ſteigende Veredlung der Schafzucht zu hemmen. Eine vierte Erſcheinung kommt bei den veredelten Schafen, wie wohl faſt bei allen Thiergattungen vor, daß nämlich das zweite Geſchlecht bei den Nachkommen immer wieder dem Urgeſchlecht, oder die Enkel den Groß⸗ eltern ähnlich werden. Dies iſt bei der veredelten Schaf⸗ zucht ein Gegenſtand, der ſehr beachtet werden muß. Denn er iſt z. B. ein Beweis für einen Widder, ob er auch von eben ſo edler Abſtammung iſt, wie die Wolle zeigt, welche er trägt. Seine Vererbung, das iſt, ſeine Progenitur beweiſt dies am beſten. Trägt dieſe ſeine guten Eigen⸗ ſchaften: ſo hat er ſeine Ahnenprobe beſtanden, weicht ſie aber ab, dann iſt er verdächtig. Umgekehrt kann ein anderer von niederer eigener Güte beſſere Eigenſchaften vererben, ein Beweis, daß ſeine Abſtammung edel iſt. Da jedoch ſeine Enkel wieder in ſeine Qualität wenig⸗ ſtens zum Theil zurückſchlagen: ſo iſt zwar mit ſeiner guten Vererbung etwas, aber noch nicht alles gewonnen. Dieſe Schwankungen werden aber nie aufhören, wenn man nicht durch mehrere Generationen hindurch nur lauter ahnenfeſte Zuchtthiere gebraucht hat. Dieſe edlen Ahnen müſſen aber nicht blos das Alter des Blutes, ſondern viel⸗ mehr noch das Alter des nie ſchwankenden Adels tragen. Nach dieſem Ziele aber ringt jetzt die veredelte Schaf⸗ zucht, und beſonders die deutſche, da ſie nur ſtets auf das Edelſte bei der Züchtung hält. Alle Heerden können 174 dies freilich nicht; denn die erſt von unten anfangen, und in der Zahl der veredelten Thiere noch große Lücken auszufüllen haben, können unmöglich zugleich daran den⸗ ken, die Mängel in der Qualität alſobald auszugleichen. Jedoch ſind die Heerden, welche nur auf letzteres zu ſehen haben, ſchon ſehr viele, und eine Menge derſelben erfreuen ſich dieſes Verfahrens ſchon ſeit langer Zeit und ſind daher dem Ziele hoher Veredlung ſchon ſehr nahe gerückt. 2) Ein⸗ und zweiſchürige Schafe. Bevor die Veredlung der Schafe ſo allgemein wurbe, war es faſt überall, beſonders aber in Deutſchland Sitte, dieſelben zweimal im Jahre zu ſcheeren. Man hatte dazu einen doppelten Beweggrund. Einmal fand man eine ſolche zweimalige Schur einträglicher, wie es denn auch wohl erwieſen iſt, daß man dabei an Menge etwas gewinnt. Dabei hatte man noch den Vortheil einer zwei⸗ maligen Einnahme im Jahre, und man durfte auf den Ertrag der Schäferei nicht ſo lange warten. Zweitens aber hatten auch die Wollverarbeiter eine ſolche Wolle nicht gern allzulang: weil dabei ihre Walkfähigkeit (Krümmkraft) ſich verminderte, und weil ſie auch im Haare ſelbſt, beſonders aber in den Spitzen, ſtarrer wurde, und eine minder gefällige Waare gab. Dies wurde auf Seiten der Schafzüchter zu mancherlei drolligen Mißver⸗ ſtändniſſen Veranlaſſung. Denn ſo wie man in der Veredlung ſeiner Schäferei vorſchritt, glaubte man auch ſogleich diejenigen, die hierin viel weiter waren, ein⸗ zuholen. Nun mußte aber eine veredelte Wolle einſchü⸗ rig ſeyn, und man ließ auch die ſeinige ein ganzes Jahr wadſen. erfuht ſie ſie win; votkm,d nur ſochber ſe kuſten wite ohn Daher we bracht, ur wenn ſie ten. Die Poll, die ſteht, hau bermöge d nig oder wie dies ähnliche lichen Tra noch kurz lnger ſi das Ende rauh. De eine füt d Ein Schafe, gibt, daß Witterun Bedeckun theil dar n anfangen, un ſch große liten leich daran der dauszugleichn letteres zu ſehn erſelben erfteun it und ſind dahe ahe gerück. algemein wurde utſchland Sitte, Ma hatte mal fand man wie es dem n Menge etwes theil einer zwei⸗ durfte auf den ten. Zweitens ne ſolche Woll Walkfähigkeit auch in Haan reer wurde, un fdes wurde auf roligen Mifte die man in de aübte man auc ter waren, eir t Polk einſbü⸗ ein genzs Jahr 175 wachſen. Wenn man ſie dann an den Markt brachte: ſo erfuhr ſie faſt allgemein den Tadel, daß es beſſer wäre, ſie wäre zweiſchürig. Wenn nun, wie dies ſehr häufig vorkam, dieſe Verkäufer früherhin oft von Käufern, die nur hochveredelte Wolle kauften, die Aeußerung hörten, ſie kauften nur einſchürige Wolle: ſo glaubten ſie, dieſe wäre ohne alle Ausnahme beſſer als die zweiſchürige. Daher waren ſie aufs höchſte gegen die Käufer aufge⸗ bracht, und ſie meinten, dieſe wollten ſie bloß verſpotten, wenn ſie allemal das rühmten, was ſie gerade nicht hät⸗ ten. Die Sache hat aber ihre ganz natürlichen Urſachen. Wolle, die noch auf einem niedern Grade der Veredlung ſteht, hauptſächlich aber die ganz gemeine, empfängt, vermöge des den Schafen inwohnenden Organismus, we⸗ nig oder gar kein Fett, das ſie geſchmeidig machen könnte, wie dies bei den höher vexedelten der Fall iſt. Eine dem ähnliche Subſtanz aber durchdringt, vermöge der natür⸗ lichen Transpiration der Schafe, ihre Wolle, ſo lange ſie noch kurz und alſo ihre Spitzen der Haut näher ſind. Je länger ſie aber wird, deſto weniger erreicht jene Subſtanz das Ende der Wollhaͤare, und ſie werden dann ſtarr und rauh. Daher geben ſie denn ein ſchlechtes Geſpinnſt und eine für das Gefühl unangenehme Waare. Ein großer Uibelſtand iſt es aber für zweiſchürige Schafe, deren es auch in Deutſchland noch immer viele gibt, daß ſie im Herbſte, nach der Schur, der rauhen Witterung zum Nachtheil für ihre Geſundheit ohne alle Bedeckung ausgeſetzt ſind. Gemeine Landſchafe waren theils daran gewöhnt, theils ertrug ihre kräftige Körper⸗ 176 conſtitution dies eher, als es die veredelten aushiel⸗ ten. Außerdem haben Schafe, die zweimal im Jahre geſchoren werden, auch zweimal die große Anſtrengung des Schwemmens zu ertragen. Wären dieſe Nachtheile nicht: ſo würde es bei manchen veredelten Schafen, die beſonders zu einer langen Wolle Neigung haben, vortheil⸗ hafter ſeyn, ſie zweimal als einmal zu ſcheeren. Denn die Qualität ihrer Wolle würde offenbar dabei gewinnen. Ginge es an: ſo wäre vielleicht, beſonders bei ſolchen Schafen, die Schur alle acht Monate am einträglichſten, ſowohl der Maſſe als der Güte der Wolle nach. In einem ſehr milden Klima würde es ſich ausführen laſſen, nie⸗ mals aber in den rauhen nordiſchen. Anſtatt aber die Schafe zweimal im Jahre zu ſcheeren, haben wieder andere Schafzüchter, unter andern in Un⸗ gern, verſucht, die Wolle zwei Jahre hinter einander wachſen zu laſſen. Ich ſelbſt habe ganze Sortimente da⸗ von geſehen, aber die Wollhändler ſowohl, als auch be⸗ ſonders die engliſchen Manufacturiſten, für die ſie eigent⸗ lich beſtimmt war, legten wenig Werth darauf. Uibri⸗ gens behalten die Schafe bei geſunder Nahrung und Pflege, ihre Wolle feſt auf der Haut, und wenn man ſie ihnen auch 8— 10 Jahre läßt. Die Gewohnheit der gemei⸗ nen Landſchafe, die beſonders bei ihrer gewöhnlichen ſchlechten Haltung ihre Wolle abwerfen, wenn ſie anfängt etwas lang zu werden, hatte bei den meiſten Schafzüch⸗ tern die Vermuthung begründet, daß, wenn man den Schafen nach Verlauf eines Jahres, der Zeit ihrer jedes⸗ maligen Schur, die Wolle nach ſtehen ließe, ſie dieſe von ſelbſt al Ungrund hie und zeugend eehielt n trreicte Schafe fottzuber éie wa ihre. freilich 3) der Rü Eir auf den beſtand iſt vorz läugnen ſſſchen ſchwieri Werthe Kückger ſehen, tigen, n daß me zu vere liche A Dies ſchon de Elsner' tedelten auszil eimal im Iahr oße Anſtrenzun dieſe Nachthal ten Schafen, in zhaben vorthel⸗ ſcheeren. Den dabei gewinnen nders bei ſolchen m einträͤglichſten nach. In einen ten laſſen, nie⸗ ahre zu ſcheeren t andern in la⸗ hinter einande Sortimente der gl, als auch be⸗ r die ſie eigent⸗ darauf. Uibti⸗ rung und Pfleg⸗ man ſie ihnen nheit der gemi⸗ rer gewöhnlien wenn ſie anfän eiſten Shafüit „wenn man dn eit ihrer jider⸗ teße, ſi dieſe von 177 ſelbſt abwerfen würden. Um ſich von dem Grunde oder Ungrunde dieſer Meinung zu überzeugen, machte man hie und da Verſuche. Die ausgedehnteſten und über⸗ zeugendſten waren die in Pleß in Oberſchleſien. Dort erhielt man welche bis zu 10 Jahren, und die Wolle erreichte eine Länge von mehr als einem Fuß. Die Schafe ſelbſt waren dabei kaum mehr im Stande ſich fortzubewegen, da ſie dieſelbe an der Erde ſchleppten. Sie waren von mittlerer Veredlung. Ob ganz gemeine ihre Wolle eben ſo gut erhalten haben würden, wäre freilich damit nicht bewieſen⸗— 3) Einzelne beſondere Umſtände, die auf den Fort⸗ oder Rückgang veredelter Schäfereien wirken. Einer derſelben iſt die Verpachtung von Gütern, auf denen edle Schäfereien ſind, und die als Wirthſchafts⸗ beſtand übernommen und zurückgewährt werden. Dies iſt vorzüglich in Sachſen der Fall. Keineswegs iſt zu läugnen, daß dieſer Umſtand der hohen Blüthe der ſäch⸗ ſiſchen Schafzucht Schaden gebracht hat. Es iſt eine ſchwierige Aufgabe, eine edle Schäferei ganz nach ihrem Werthe zu würdigen und darnach eine Norm für ihre Rückgewähr zu bilden. Es iſt dabei auf ſo vieles zu ſehen, es iſt eine ſolche Menge Schwierigkeiten zu beſei⸗ tigen, man kommt unvermerkt in ſolche Weitläufigkeiten, daß man am Ende das ganze Geſchäft auf alle Weiſe zu vereinfachen ſucht, dabei aber die wahre und gründ⸗ liche Ausmittelung des Werthes der Schäferei verliert. Dies fühlt man allgemein; daher iſt auch dieſe Sache ſchon der Gegenſtand von Preisaufgaben geworden, die Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. II. Bd. M 173 aber noch nicht genügend gelöſt ſind. Aber wenn man auch wirklich eine zuverläſſige Methode und einen ſichern Maßſtab für eine dergleichen Abſchätzung fände: ſo iſt damit dem Uibel einer Verſchlechterung der Heerde nur zur Hälfte Einhalt gethan, weil der Pächter, der ſie überkommt, nur für den Geldwerth, keineswegs aber für den beſtehenden Adel der Heerde zu haften hat. Und dieſer iſt durch Geld nicht allemal, wenigſtens nicht ſchnell wieder herzuſtellen. Die Schafzucht wird daher in einem Lande, wo dergleichen Verpachtungen ſehr all⸗ gemein ſind, allemal leiden, wenn es gleich nicht zu läugnen iſt, daß ſie auf manchen Gütern durch den Pächter mehr als durch den Eigenthümer in Flor kommt. Aerger als in Deutſchland iſt aber das Uibel in Frank⸗ reich. Dort kann durch die Cheptel⸗Verträge unmöglich etwas Vollkommenes werden. Denn, wenn der Eigen⸗ thümer der Schafe keinen Antheil am Grundſtücke hat, worauf ſie ernährt werden müſſen, ſo iſt das Intereſſe ſchon getheilt, und der Uibernehmer einer ſolchen Schä⸗ ferei kann, wenn er ein unredlicher Menſch iſt, ſo viele Durchſtechereien treiben, daß am Ende die Schafe in Menge und Güte immer weiter abwärts gehen. Der große Plan, den man dort jetzt auszuführen gedenkt, und den ich im Anfange dieſes Bandes mitgetheilt habe, kann dieſem Uibel freilich aus dem Grunde helfen, wenn näm⸗ lich das ganze Land ſich für denſelben intereſſiren ſollte. Wollte man nun auch, um für die Rückgewähr der Schafe bei Verpachtungen einen ſichern Anhaltspunkt zu haben, es auf dieſe Weiſe bewerkſtelligen, wie es der gedacht Thieren nähme gelten l ſo ſchwie unterli würde. ein Geſ ſo ſchwa Viele Geſicht noch fe⸗ wenn ſie alſ Aus eil Geſchäf einem( Iahren zen ha Gebahr und ei es hat veredel Schaß! Aber wenn mi ad einen ſichen g fände: ſoiſ der Heerde nu aähter, der ſe eineswegs aber zu haften hat. wenigſtens nicht cht wird daher tungen ſeht al⸗ gleich nicht zu ern durch den m Flor kommt. ibel in Frank⸗ rige unnöglih enn der Eigen⸗ grundſtücke hat, das Intereſſe ſolchen Schä⸗ ih iſt/ ſo diele die Scafe in hen. Der guoße denkt, und der zilt habe, kam en, wenn näͤm⸗ tereſſiren ſlt Rückgewähr de örhel ltspunkt zu dn, wit e di 179 gedachte Plan beſtimmt, daß man näͤmlich von allen Thieren und zwar von mehreren Stellen Wollmuſter nähme und dieſe dann bei der Zurückgabe als Maßſtab gelten ließe: ſo möchte die Sache bei großen Schäfereien ſo ſchwierig ſeyn, daß ſie einer Menge Bedenklichkeiten unterliegen und gar nicht zur Ausführung kommen würde. Es bleibt daher die Sache bis jetzt immer nur ein Geſchäft auf Treu und Glauben, und ob kein Nach⸗ theil für beide Partheien daraus entſtehen ſolle, das be⸗ ruht nur auf ihrer beiderſeitigen Rechtlichkeit, dabei aber auch auf der Einſicht und Erfahrung in der veredelten Schafzucht, welche der Pächter ſich erworben hat. Dem Fortgange in der Veredlung haben die bisher. ſo ſchwankenden Wollpreiſe bald genützt bald geſchadet. Viele Schafzüchter, welche die Sache aus einem falſchen Geſichtspunkte anſahen, ließen ſich ſogleich abſchrecken, noch ferner für die Veredlung ihrer Heerden zu wirken, wenn unerwartet der Preis der Wolle herabging, und ſie alſo den gehofften Gewinn nicht ſogleich machten. Aus einem ſo ſchwankenden Verfahren aber geht bei allen Geſchäften nichts Sicheres hervor, am allerwenigſten bei einem Gewerbe, wie die Landwirthſchaft iſt, wo nach Jahren immer erſt der Erfolg ganz gewiß iſt. Im Gan⸗ zen hat aber dieſes von ſo vielen beobachtete unſichere Gebahren denen, die klar genug in die Zukunft ſahen, und einen feſten Gang fortgingen, viel genützt. Denn es hat zur Verhütung des allzuraſch Umſichgreifens der veredelten Schafe gewirkt; auch hat es die rationellen Schafzüchter ehrenvoll vor denen ausgezeichnet, die bieſen M 2 18⁰ Namen nicht verdienen. Noch immer gibt es deren, die ſich von jedem Winde leiten laſſen, und die, wenn ſie ihre gemachten Auslagen nicht ſogleich wieder in ihre Kaſſe zurückfließen ſehen, ſogleich den Muth verlieren und die Sache beim Alten laſſen. Dagegen haben die oftmals ſtatt gefundenen guten Wollpreiſe, die beſonders gegen den Werth der übrigen landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe ſich ſo ungemein günſtig ſtellten, auf den Fortgang der veredelten Schafzucht aus⸗ nehmend gewirkt. Bei der allgemeinen Calamität, in welche die Landwirthſchaft verfallen war, bot jeder, dem es nur noch möglich war, alles auf, um durch eine ver⸗ edelte Schäferei die Ausfälle zu decken, welche ſeine Wirth⸗ ſchaft von allen Seiten erlitt. Da nun die hochfeinen Wollſorten ganz beſonders hohe Preiſe erhielten, ſo wandte man alle Aufmerkſamkeit und Sorgfalt auf die höhere Verfeinerung der Schäfereien. Und auch jetzt noch gilt dies wie ſonſt, und wird gelten, ſo lange die Menſchen dieſelben Gefühle haben, wie jetzt; daß ihnen nämlich etwas feines und ſanftes angenehmer iſt als etwas grobes und rauhes. Das Verhältniß des Preiſes der ganz feinen Wolle zu dem der ganz groben iſt oft ſo ge⸗ weſen, daß erſtere ſechsmal ſo viel galt als letztere. So bezahlte man z. B. auf dem Continente ſchon oft für die hochfeine 180 Rthlr.(260 fl. C. M.), während die grobe nur 30 Rthlr.(432 fl. C. M.) galt. Dieſer un⸗ geheure Abſtand mußte dann natürlicherweiſe auch einen Halbblinden aufmerkſam machen, beſonders da beide, grobe und feine, Schafe gefüttert und gepflegt ſeyn wollen. 8 ſchen E nach we ihnen ge den mate zurickor genauer Fortgar in Deu und de borzüg der S ſonders nach ihr ſie auf Güte; nach de Klaſſen zeichnet auf: ſ fund iſt bis die beſonde den R. Widde folg iſ tung. dies V ſonſt un t es deren, 1 die, wenn ſe wieder in ihrt Muth verlieren ffundenen guten erth der übrigen ngemein 38 j Schafzucht a Calamität, in bot jeder, dem durch eine ber⸗ je ſeine Wirth⸗ die hochfeinen lten ſo wandte auf die höher jetzt noch gilt die Menſchen ihnen nimlih iſt als etwas es Preiſes der i iſt oſt ſ g⸗ ts letztert. Eo ſchon oft für ) wihrend de lt. Dieſer un⸗ veiſe auch einen z da beide grle gt ſeyn wollen. 18¹ Ob ich gleich ſchon oben bei den Vorzügen der deut⸗ ſchen Schafzucht auf das Verfahren aufmerkſam machte, nach welchem man die Schafe nach ihrer Wollgüte in die ihnen gebührenden Klaſſen ſtellt, und ob ich gleich bei dem rationellen Betriebe der Schafzucht ebenfalls darauf zurückkommen mußte: ſo nehme ich doch hier noch etwas genauer und weitläufiger ein Verfahren auf, das auf den Fortgang zur höhern Veredlung der Schäfereien beſonders in Deutſchland einen unverkennbaren Einfluß gehabt hat, und deſſen fortwährende Befolgung dieſen Fortgang ganz vorzüglich ſichert. Ich meine die Klaſſification der Schafe. Dieſe iſt in Deutſchland und ganz be⸗ ſonders in Schleſien das Mittel geworden, eine Heerde nach ihrem wahren Standpunkte richtig zu würdigen und ſie auf eine unerwartet ſchnelle und ſichere Weiſe in ihrer Güte zu heben. Bei derſelben werden ſämmtliche Schafe nach den Wollſorten, die ſie vorzugsweiſe tragen, in fünf Klaſſen getheilt, und mit den Namen der Wollſorten be⸗ zeichnet. Das Ausmerzen geſchieht dann von unten her⸗ auf: ſo daß in den höhern Klaſſen alles, was nur ge⸗ ſund iſt, ohne Rückſicht auf Alter ſo lange behalten wird, bis die untern Klaſſen erſt alle weggeſchafft ſind. Ganz beſonders genau und ſtreng wird dieſe Klaſſification mit den Mutterſchafen vorgenommen. Dieſen werden dann Widder von der erſten Qualität beigegeben, und der Er⸗ folg iſt in den erſten Generationen ſchon über alle Erwar⸗ tung. Ich könnte eine Menge Heerden nennen, die durch dies Verfahren ſo ſchnell emporſtiegen, daß ſie, die ſich ſonſt unter dem Mittelgute verloren, nunmehr unter den — ſ⅓— 8 ſſ“ r eprrceireane eee dufvmrranee— 8——— —— 182 erſten der Provinz glänzen. Das Haupt⸗Erfoderniß bei einer ſolchen Klaſſification iſt aber die genaue Sach⸗ kenntniß deſſen, der ſie vollzieht. Was aber ihren Werth dauernd macht, das iſt die Reinheit des Adels, den man ſich dadurch in ſeiner Heerde begründet. Darum iſt auch der Erfolg ſo außerordentlich belohnend. Aus keiner an⸗ dern Heerde wird man jemals Zuchtſchafe mit ſolcher Sicherheit für die Forterbung guter Eigenſchaften kaufen können, als aus denen, die mehrere Generationen hindurch mit Sachkenntniß und ſtreng klaſſificirt worden ſind. In ihnen hat ſich nie ein Thier der untern Klaſſen fort⸗ gepflanzt, und wenn erſt die Schwankungen der erſten Generationen vorüber ſind, dann kann man die Klaſſen der Nachkommen faſt im voraus beſtimmen, weil ſie ſich beinah wie ein Rechnungsexempel verhalten; wovon Va⸗ ter und Mutter die Factoren, und die Nachkommen das Product ſind. Ich kann bei dieſer Behauptung um ſo ruhiger die etwaigen Einwendungen erwarten, als ſie nicht leere Präſumtionen, ſondern vielfach ſchon dargelegte Thatſachen enthält. Bedürfte es Zeugen: ſo könnte ich eine Menge der rationellſten Schafzüchter Schleſiens auf⸗ rufen. Doch wozu Weitläufigkeiten bei einer Sache, die, faſt a priori, aus der Natur der Thiere ſich erklären läßt. Bei einer dergleichen Klaſſiſication muß aber mit großer Strenge verfahren werden. So kann z. B. ein Schaf, das auch einen großen Theil Electa⸗Wolle trägt, doch dann nicht in die höchſte Klaſſe kommen, wenn es auf den äußerſten Theilen ſeines Körpers zurückſchlägt, und dort Wolle von viel niederer Qualität hat. Etwas geringer richt bei übrigen. geſtelt ſi deuten, d Denn da ſcieht: ſchnur m 4) Schwier kämpfen A den nürd man lan ihte gu ihret I Verſuch zeugung Breite! eigenſch daß, we anſchein des Kli Kälte i durch geſtellt halte dieſe fern. pt⸗Erfoderni genaue San⸗ er ihren Werth dels, den ma Darum iſt auch Ars keiner an⸗ afe wit ſolcher nſchaften kaufen ationen hindurch t worden ſind. —n Klaſſen fort⸗ ngen der erſten an die Klaſſen a, well ſie ſich en; wodon Va⸗ lachkommen das auptung um ſo varten, als ſie ſchon datgelegte „ſo könnte ich Schleſiens auf⸗ net Sache, die ch erkliren läßt. muß aber nit kann z. B. n ta⸗Wolle trägt mmen, wenn e⸗ ers zuricfhhligt tit ht. Gna 185 geringer iſt ſie bei jedem Exemplare, nur iſt der Abſtand nicht bei allen gleich. Dieſelbe Regel muß auch bei den übrigen Klaſſen gelten. Wenn dann dieſelben richtig geſtellt ſind, ſo müſſen auch die Zeichen, welche dies an⸗ deuten, deutlich genug ſeyn, um ſie jederzeit zu erkennen. Denn da das Ausmerzen gewöhnlich nach der Schur ge⸗ ſchieht: ſo könnte der Anblick der Wolle dabei keine Richt⸗ ſchnur mehr abgeben. 4) Haben wohl die nördlichen Länder mit mehr Schwierigkeiten bei der Veredlung der Schafzucht zu kämpfen als die ſüdlichen? Als man anfing, die Merinos aus Spanien nach den nördlichen Ländern von Europa zu verpflanzen, war man lange zweifelhaft, ob ſie dort ausdauern und auch ihre guten Eigenſchaften, d. i. die Feinheit und Güte ihrer Wolle, behalten würden. Eine Menge angeſtellte Verſuche fielen günſtig aus, und man bekam die Uiber⸗ zeugung, daß ſie ſich ſelbſt bis zum 60. Grade nördlicher Breite und darüber hinaus erhielten und ihre guten Woll⸗ eigenſchaften bewahrten. Jedoch iſt unbedingt anzunehmen, daß, wenn auch die Wolle in dieſer hohen nördlichen Breite anſcheinlich ihre Güte behält, dieſelbe durch die Rauheit des Klimas, beſonders durch die anhaltende und ſtrenge Kälte in derſelben herabgeſetzt werden muß. Denn es iſt durch vielfache Beobachtungen als ein Erfahrungsſatz auf⸗ geſtellt, daß z. B. bei einem ſtrengen und an⸗ haltenden Winter die Schafe mehr Wolle, dieſe aber von geringerer Qualität lie⸗ fern. Dies haben die beiden Winter von 1825 zu 1326 ———— 184 und von 1826 zu 1327 wieder ganz augenſcheinlich bewie⸗ ſen. Erſterer war kalt und lang, und man hatte viel, aber nicht ſonderlich gute Wolle, letzterer war kurz und meiſt gelinde, und er gab an Quantität weniger, an Qualität aber eine beſſere Wolle. Ich ſelbſt habe mich überzeugt, daß ein und diefelbe Schäferei im letztern Jahre 5 pCt. mehr Electoral lieferte als im erſtern. War nun die⸗ ſelbe auch im Fortgange begriffen: ſo konnte dies in einem einzigen Jahre nicht ſo viel betragen; auch war dieſe Be⸗ merkung allgemein, und faſt alle Schäfereien gaben in dem gedachten Jahre weniger hochfeine Wolle als das Jahr vor⸗ und nachher. Die Sache hat in zwei ganz natürlichen Urſachen ihren Grund. Jeder, der ſich ſpeciell mit ſeinen Schäfereien beſchäftigt, weiß, daß bei der Kälte die Schafe das Futter begieriger aufnehmen als bei ge⸗ lindem Wetter. Es iſt alſo eine ſtärkere Fütterung in kalten Wintern ſchon in dem größern Appetite der Schafe begründet, und daß dieſe die Qualität der Wolle herab⸗ ſetze, das habe ich ſchon bewieſen. Zweitens wirkt aber auch die Natur auf eine dichtere Bedeckung der Thiere bei ſtrenger Kälte. Dies ſehen wir nicht allein an den Hausthieren, ſondern auch an den wilden. Wenn dies nun auch bei den Schafen geſchieht, und dieſelben doch nicht auf einmal mehr Wollhaare anſetzen, als ſie deren von Natur auf ihrer Haut tragen: ſo müſſen dieſe dicker (gröber) werden, wenn ſie einen dichtern Stand verurſachen ſollen. Dazu kommt denn noch zum Uiberfluſſe, daß bei Kälte das natürliche Fett(der Schweiß) der Schafe ſich der Wolle nicht ſo reichlich und gleichmäßig mittheilen kann, wi entſchieden doch einme derſelben. Sommerwo alen Fälee und wenit luſt mind die Scha nichts, Güte ver Nac Frage ſcho die rede winden außer de Un des Futt mers gei ſo lange viel meh mer kon ſeine Zu gewöhnl veredelt Ei ſind die Schutze rend ma cheinlichbenie⸗ hatte viel, aher kurz und meiſ an Qualitit nich überzeugt Jahre 5 pEt. War nun die⸗ te dies in einem hwar dieſe Be⸗ ereien gaben in Wolle als das in zwei ganz der ſich ſpeciell bei der Kälte nen als bei ge⸗ te Fütterung in etite der Schafe ar Wolle herab⸗ tens witkt aber ung der Thiere alein an den a. Wenn dies dieſelben doch , als ſie derel iſen dieſe dite tand verurſoche erfluſſe dß ba der Stafe ſi naßig mittzeltn 185 kann, wie bei gelinder Witterung. Wer aber an dieſen entſchiedenen Thatſachen noch zweifeln wollte, der frage doch einmal den gemeinſten Tuchmacher, ob von ein und derſelben Heerde, die zweiſchürig iſt, die Winter⸗ oder Sommerwolle ſanfter(milder, würde er ſagen) iſt. In allen Fällen iſt es die Sommerwolle. Sehr warme Ställe und weniges Ausſetzen an die rauhe und kalte Winter⸗ luft mindert deren Einfluß. Im Ganzen aber verlieren die Schafzüchter durch einen dergleichen kalten Winter nichts, weil ihnen die Menge das erſetzt, was ſie an Güte verlieren. 1 Nach dieſen Vorausſetzungen iſt die oben aufgeworfene Frage ſchon dahin beantwortet, daß im nördlichern Klima die veredelte Schafzucht mehr Schwierigkeiten zu über⸗ winden habe als im ſüdlichern. Es gibt deren aber außer der verminderten Güte der Wolle noch mehrere. Unter andern iſt dies auch eine, daß man dort wegen des Futters mehr beſchränkt iſt. Die Kürze des Som⸗ mers geſtattet den Weidegang kaum um zwei Drittheil ſo lange wie in ſüdlichern Ländern; man muß alſo auf viel mehr Winterfutter bedacht ſeyn. Selbſt im Som⸗ mer kommt es häufig vor, daß man zur Stallfütterung ſeine Zuflucht nehmen muß, weil naſſe Witterung hier gewöhnlich mit großer Kühle verbunden und daher fü veredelte Schafe höchſt nachtheilig iſt. Eine andere Schwierigkeit unter ſolchem rauhen Klima ſind die mehreren und feſtern Gebäude, welche man zum Schutze der veredelten Schafe hier aufführen muß. Wäh⸗ rend man in den ſüdlichen Ländern, z. B. in Spanien, 186 Frankreich und Italien dieſelben nur wenige Wochen im Jahre unter gutes und etwas geſchütztes Obdach zu brin⸗ gen hat, und ſie außerdem faſt ſtets im Freien oder nur unter leichten Schoppen haben kann: muß man in den nördlichen Ländern z. B. in Schweden, Dänemark, Preu⸗ ßen, Rußland wohl verwahrte Gebäude gleich den menſch⸗ lichen Wohnungen oft mit vielen Koſten für ſie auffüh⸗ ren, wenn man ſie nicht dem Verderben Preis geben will. Alle Verſuche, die man auch noch hier gemacht hat, um ſie an die Kälte zu gewöhnen, ſind zum Nachtheile aus⸗ geſchlagen. Zu läugnen iſt zwar nicht, daß ſie einen ziemlichen Grad derſelben ertragen, aber dennoch kommen ſie dabei ab und verkümmern. Mit Mutterſchafen, die Lämmer im Winter bringen, ſind ſie nun vollends ganz zum Verderben ausgefallen. Die Lämmer erfroren und die Mütter gingen allmählich ein. Dieſe Schwierigkeiten des nördlichen Klimas hat man aber dennoch überwunden. Man hat ſchützende Ge⸗ bäude für die edlen Schafe aufgeführt, man hat für hin⸗ längliches Futter geſorgt. Und wie ſollte man dies nicht auch können, da man ja im Stande iſt, das ganze Jahr hindurch Schafe im Stalle auszufüttern? Aber die erſt genannte und Hauptſchwierigkeit hat man noch nicht be⸗ ſeitigt und wird dies auch ſchwerlich können. Darin liegt ein mächtiger Anſtoß der veredelten Schafzucht für das weit ausgedehnte Rußland, das in ſeinen nördlichen Provin⸗ zen niemals mit derſelben zum höchſten Flor gelangen kann. 5) Verſchiedene Schafarten in Europa, beſonders in Beziehung auf ihre Wolle. Im! tinos and geſtelt; dung durc Züchtung! bewieſen, eelangt, gewirkt h Einfluß a Verblendt lung nich künnen un nicht ale werden. europäiſe Schafe, liſche Se niſche hei vorzugsn nachmale dern gün in Hinſi Ale Lär haben, Darum kommt durch d Merinos Natur u enige Wochen in Obdach zu bri⸗ Freien oder nu nuß man in dei Dänemark, Prer⸗ gleich den menſt⸗ en für ſie auffü⸗ Preis geben wil. gemacht hat, un Nachtheile aus⸗ t, daß ſie einen dennoch kommen ztterſchafen, die un vollends ganz ger erftoren und hen Klimas hat at ſchützende Ge⸗ nan hat füt hir⸗ man dies nict das ganze Jaht * Abe die eit an voch nich be nen. Darin lig hafzucht ſit d ündlichen Pmil⸗ er gelangen kam. uropa, beſende 187 Im ganzen Gange dieſes Werkes habe ich die Me⸗ rinos an die Spitze aller übrigen europäiſchen Schafarten geſtellt; ich habe gezeigt, welche verſchiedene Ausbil⸗ dung durch die mancherlei Verfahrungsarten bei ihrer Züchtung man in dieſelben übergetragen hat; ich habe bewieſen, welche Wichtigkeit ſie in der Landwirthſchaft erlangt, und wie ſie auf deren ganzen Betrieb ein⸗ gewirkt haben: daraus folgerte ſich denn auch deren Einfluß auf den Nationalwohlſtand. Partheilichkeit oder Verblendung wird man mir hoffentlich bei meiner Darſtel⸗ lung nicht vorwerfen können. Neben den Nerinos aber können und müſſen auch andere Schafarten beſtehen. Denn nicht alle Wollenzeuge können aus deren Wolle verfertigt werden. Ihnen zunächſt ſtehen an Wichtigkeit für die europäiſche Schafzucht die langwolligen oder diejenigen Schafe, welche Kämmwolle tragen. Da man dieſe eng⸗ liſche Schafe nennt, ſo wie man die Merinos auch ſpa⸗ niſche heißt: ſo geht daraus hervor, daß ſie in England vorzugsweiſe gehalten werden. So wie in Spanien und nachmals in Deutſchland mancherlei Urſachen zur beſon⸗ dern günſtigen Aufnahme der Merinos wirkten: ſo iſt dies in Hinſicht der langwolligen Schafe in England der Fall. Alle Länder, die ein mehr feuchtes als trocknes Klima haben, ſind zur Aufzucht derſelben beſonders geeignet. Darum paſſen ſie auch für England ſo vorzüglich. Dazu kommt noch der ſo ſehr ſtarke Verbrauch der Kämmwolle durch die engliſchen Manufacturen. Ob nun gleich die Merinos und die gedachten langwolligen Schafe in ihrer Natur und in ihrem Geſchlechte keinesweges verſchieden —— 188 ſind: ſo weicht doch ihre beiderſeitige Wolle ſo weſent⸗ lich ab, daß ſie hierin ſehr wenig Aehnlichkeit haben. Die der Merinos hat als charakteriſtiſches Kennzeichen die Windungen in ihren Stapeln, deren Regelmäßigkeit die Aechtheit oder Treue des Haars andeutet, und die ihre Krümmkraft(Walkfähigkeit) bedingt; die langwolligen dagegen haben von dieſen Windungen keine Spur, und die Gradheit der Haare, ſo wie deren Glanz gehören zu ihren vorzüglichſten Eigenſchaften, ſo wie der Mangel an Krümmkraft gerade eine Haupttugend derſelben iſt. Zwi⸗ ſchen dieſen beiden Hauptgattungen ſind nun eine Menge anderer in Europa zu finden. Durch Meſtizirung(Kreuzun⸗ gen) ſind deren eine Unzahl entſtanden; aber auch außer dieſer gibt es noch mehrere Arten, die als Urgeſchlechter in Europa gelten können. Ich nenne z. B. die däniſchen Schafe, deren Wolle viel Aehnlichkeit mit der von den engliſchen hat, nur daß ſie nicht ganz ſo lang und ſo gleichmäßig im Haare wird. Bei dieſen bilden ſich die Flocken(Stapel) regelmäßig, weil alle Wollhaare gleiche Länge und Stärke haben; bei jenen aber formen ſie ſich in Locken, die oben ſpitzig ſind: ein Zeichen, daß eine Menge Wollhaare in ihrem Wachsthume zurückgeblieben ſind. Auch hat die Wolle der däniſchen Schafe mehr Neigung zur Krümmkraft als die der engliſchen. Zwi⸗ ſchen beiden mitten inne ſtehen die isländiſchen. Ihre Größe übertrifft die der ausgezeichneteſten Geſtalten eines Backewell, und ihre Wolle iſt als Kämmwolle niederer Qualität zu brauchen. Dieſen wieder ähnlich ſind die polniſchen, ungariſchen und ruſſiſchen Zackel. Ich habe weiter obt deuſſch d durch Kin zwergung! Haddiſtund unter den g nannigfach auf das fie ſtrecen. Geſtalt al hervorgege leiter von föchſen ge ihren Vere ſelbſt den gerükt ſi Nichtunge durch ſolch dig wiede Etwas bo jedoch hat Heerden außen llie recht gut Deutſchla tet, daß zeichnet ddler Wol ſolte mar „Wole ſo weſen lehnlichkeit haben es Kennzeichen i Regelmäßigkeit d net, und die inn jdie langwollign keine Spur, und Glanz gehören z die der Manzel m derſelben iſt. Zwi⸗ d nun eine Menge hzirung(Kreuzun⸗ aber auch außer as Vrgeſhlehte . B. die däniſchen mit der von den z ſo lang und ſ en bilden ſich dit Wolhaare gleich er formen ſie ſih ziichen, daß ein ne zurückebliebe hen Sczafe met engliſchen. Zui⸗ ländiſchen. Iht en Geſtalten ine mmwolle niedete r ahnlich ſind 1 gatel. It habe 189 weiter oben ſchon von denſelben geſprochen. Das gemeine deutſche Landſchaf entfernt ſich von den genannten wieder durch Kürze und Walkfähigkeit der Wolle. Eine Ver⸗ zwergung desſelben ſind die in Lüneburg einheimiſchen Haideſchunken; ſo wie das Eiderſchaf wieder der Rieſe unter den gedachten Landſchafen iſt. Nit dieſen hat man mannigfache Kreuzungen verſucht, die ſich eben ſo auch auf das franzöſiſche, dem deutſchen ähnliche, Landſchaf er⸗ ſtrecken. Aus dieſen Kreuzungen ſind denn ſowohl in Geſtalt als Wolle die verſchiedenartigſten Erſcheinungen hervorgegangen. Es hat ſich in derſelben eine Stufen⸗ leiter von der Wolle der niedrigſten Qualität bis zur höchſten gebildet. Unter ihnen gibt es ſehr viele, die ihren Veredlern(den Merinos) nicht allein nahe, ſondern ſelbſt den vorzüglichſten unter denſelben dicht an die Seite gerückt ſind. In Maſſen ſtrömen ſie jetzt aus nach allen Richtungen, beſonders nach Oſten, und es entſtehen da⸗ durch ſolche verwickelte Baſtardirungen, daß nothwen⸗ dig wieder neue Abarten ſich daraus bilden müſſen. Etwas von ganz edlem Blute wandert zwar mit aus, jedoch hat man auf die Reinerhaltung in den meiſten Heerden viel zu wenig geſehen, als daß deſſen viel nach außen fließen könnte, da man dasſelbe im Innern noch recht gut brauchen kann.— Uibrigens haben ſich in Deutſchland die neu gebildeten Racen ſo günſtig geſtal⸗ tet, daß ſie dreuſt mit dem Namen deutſcher Merinos be⸗ zeichnet werden können: wenn man nämlich Schafe mit edler Wolle nur mit dieſem Namen belegen kann. Warum ſollte man ſie aber nicht in Zukunft mit dem Namen: 19⁰ deutſcher Schafe bezeichnen, da man die eigentlichen Me⸗ rinos ja auch ſpaniſche nennt, ohne daß gerade in Spa⸗ nien lauter edle Wollträger exiſtiren, wie z. B. die Churros beweiſen. Unter den deutſchen Schafen werden dann die ſächſiſchen als die erſten genaunt werden. Ja was ſollte am Ende, wenn die deutſche Schafzucht in ihrem raſchen Fortgange nicht durch unerwartete Ereig⸗ niſſe gehemmt wird, im Wege ſtehen, die deutſchen Schafe nur mit dem Namen Electoralſchafe zu bezeichnen? Doch dies nehme ich bei der Beantwortung der dritten Frage noch einmal auf. 4 Es haben zwar ſich ängſtliche Stimmen erhoben und gerufen: die deutſche Schafzucht iſt auf dem Abwege; man folgt verkehrten Züchtungsgrundſätzen; man verba⸗ ſtardirt das edle Blut; man producirt bei weitem keine ſo feine und edle Wolle mehr, wie ſonſt; wir gehen mit unſerer ganzen deutſchen Schafzucht dem Verderben ent⸗ gegen ꝛc. Dergleichen laudatores temporis acti ſehen aber oft durch gefärbte Gläſer, und am Ende ſchreien ſie über Verderben nur deshalb, damit man zu ihnen als den Errettern aus demſelben fliehen ſolle. Wo That⸗ ſachen ſprechen, da werden Declamationen den Gang nicht hemmen; wo Erfahrungen leiten, da kommt man mit ſcheinbaren guten Lehren zu ſpät. Und Thatſachen ſind es, die da ſprechen, wenn die erſten Manufacturen von Europa, die in England, Frankreich und den Nie⸗ derlanden der deutſchen Wolle jetzt den Vorzug vor aller übrigen in Europa erzeugten geben; was ſie erſt ſeit we⸗ nig Jahren thun. Pelche ſe, lit ſt Nenge Nben geoßen Einluß ntionelen Se jderzit geſue gahlt werden. nit den hoch zutem Vorbei Shhafe dieſer einmal der hocfeine wer Qualität(wa⸗ ſo wärde 6 werden, ſich dies mit der Wenn höchſten Rein Schafarkemr zu den berſch rohes Produe leret und ger Und es könn die es durche halten, dien von der hohe lagen auf je detriſten, fe uung, Mang e eigentlichen g F gerade in E wie z. B. i Schafen wein ünt werden. che Schaßzucht i nerwartete Eri e deutſchen Scof bezeichnen? Doh der dritten Frage men erhoben und f dem Abwege; en; man derba⸗ bei weitem keine t; wir gehen mit n Verderhen ent⸗ poris acti ſehen Ende ſchreien ſi nh zu ihnen a olle. Wo That onen den Gang „da kommt man Und Thatſachen en Manufactunn iich und den N⸗ Vorzug vor äll a ſie erſt ſet we 19¹ Welche Schafart übrigens die abſolut einträͤglichſte ſey, läßt ſich nie im Allgemeinen angeben, weil eine Menge Nebenumſtände auf deren Einträglichkeit einen großen Einfluß ausüben. Immer wird es aber für den rationellen Schafzüchter diejenige ſeyn, deren Producte jederzeit geſucht ſind, und immer mit guten Preiſen be⸗ zahlt werden. Und dies iſt im gegenwärtigen Augenblicke mit den hochfeinen Merinos der Fall. Ich brauche mit gutem Vorbedachte das Beiwort„hochfein“, weil es auch Schafe dieſer Ratce gibt, die dies nicht ſind. Sollte ſich einmal der Geſchmack an Wollenwaaren ändern, und die hochfeine weniger geſucht werden als die von mittlerer Qualität(was freilich außer aller Wahrſcheinlichkeit liegt): ſo würde es dem rationellen Schaßzüchter viel leichter werden, ſich darin dieſen Forderungen zu fügen, als er dies mit der Erzeugung hochfeiner Wolle konnte. Wenn nun aber auch bis jetzt hochfeine Merinos den höchſten Reinertrag gewähren: ſo ſind darum die übrigen Schafarten noch nicht um ihren Ruf gebracht. So wie zu den verſchiedenen Wollenwaaren auch ein verſchiedenes rohes Product gebraucht wird: ſo wird auch das von mitt⸗ lerer und geringer Qualität immer ſeinen Käufer finden. Und es können landwirthſchaftliche Verhältniſſe obwalten, die es durchaus rathſam machen, eine Schäferei beizube⸗ halten, die nur dieſe Qualitäten liefert, als eine andere von der hohen zu begründen, und dabei die großen Aus⸗ lagen auf jede Gefahr hin zu machen. Ungeſunde Wei⸗ detriften, fehlende Intelligenz bei der Schäfereiverwal⸗ tung, Mangel an Mitteln, ſchnell eine edle Heerde zu 192² errichten ꝛc., können jene Verhältniſſe ſeyn. Am Ende gibt es ja auch Localitäten, wo auch das allerſchlechteſte Schaf noch ſeine Rente trägt, und wo nur gerade dieſes noch aushält. Ich erinnere nur an die Haideſchunken. 6) Jetziger Standpunkt der veredelten Schafzucht in Europa. Aus dem, was ich bis jetzt ſowohl im erſten als dem gegenwärtigen Bande von der europäiſchen Schaf⸗ zucht geſagt habe, läßt ſich deren Standpunkt wohl ſchon ziemlich feſt ſtellen. Ich will jedoch zur erleichternden Uiberſicht dieſen hier noch beſonders angeben. Bei dem Standpunkte der europäiſchen Schafzucht muß aber vor allen Dingen die Zahl der vorhandenen Schafe in Betracht kommen. Nach den ſtatiſtiſchen Ta⸗ bellen der verſchiedenen europäiſchen Länder erreicht faſt überall, wo die Schafzucht in guter Aufnahme iſt, dieſe die Zahl der Menſchen. So hat z. B. Frankreich gegen 30 Millionen Einwohner und ungefähr eben ſo viel Schafe; bei Deutſchland wird es ſich faſt eben ſo ausgleichen. Ruß⸗ land hat angeblich 36 Millionen Schafe, und ſeine Be⸗ völkerung iſt jetzt gewiß nicht geringer. Unverhältniß⸗ mäßig hoch iſt aber die Zahl der Schafe in England gegen die der Einwohner; denn ſie beträgt mehr als das Dop⸗ pelte. Die ſtarke Fleiſch⸗Conſumtion begünſtigt dort die Viehhaltung jeder Art, und dieſe und der ſo große Woll⸗ bedarf der Manufacturen hat in doppelter Hinſicht die Schafzucht in England einträglich gemacht. Nehmen wir alſo dieſes Reich aus: ſo würde es als ein ungefährer Maßſtab für den blühenden Zuſtand der Schaßzucht in — inen Lande der Bevülkt beſondereltſ wie dis z.B wir Ungern und landwir zum Flor die Zahl der wirklich der zugroße Zer aus ſorgſan Mlätzchens; ausgedehnte de di Bet Was bettift: ſ zu zweifeln ſteuerung de der höhere ſelben argn macht. De der Wirklic Fall bei R ſolche auff Unglaublich von der An meinde. 2 Schfl. ausſ Ertrag betr. Elsner's Uibe ſeyn. An Ewe ſas alerſchletet nur gerade diſſ de Haideſchunta delten Schafzt ohl in erſen aropäiſchen Schi dpunkt wohl ſche zur erleichternden geben. iſchen Schaßuch der vorhandenen ſtatiſtſchen Te⸗ under erreicht fif Ffnahme iſt, diſſ Frankreich gegen en ſo viel Schaft, usgleichen. Ruß⸗ „und ſeine B Urverhältnif⸗ in England gegen ir als das Dä⸗ egünſtigt dort d er ſo große Pel⸗ velter Hinſcht dä emacht. Nehme als ein ungefähun der Sczaßuht in 1953 einem Lande gelten, wenn deren numeriſche Stärke mit der Bevölkerung gleich iſt. Es können jedoch mancherlei beſondere Urſachen obwalten, die dies Verhältniß aufheben, wie dies z. B. ſo eben von England geſagt iſt. Betrachten wir Ungern in gleicher Hinſicht: ſo ſind ſeine politiſchen und landwirthſchaftlichen Verhältniſſe von der Art, daß es zum Flor der Schafzucht dort erfoderlich iſt, daß ſie die Zahl der Einwohner überſteige, wie dies denn auch wirklich der Fall iſt. In Ländern dagegen, wo die all⸗ zugroße Zerſtückelung des Grundeigenthums, und die über⸗ aus ſorgſame Kultur des Bodens und die Benutzung jedes Plätzchens zum Anbaue menſchlicher Nahrungsmittel eine ausgedehnte Schafhaltung verbietet, kann deren Zahl nie die der Bevölkerung erreichen. Was aber die Angaben der ſtatiſtiſchen Tabellen betrifft: ſo iſt an deren Richtigkeit mitunter gar ſehr zu zweifeln. Mancherlei Urſachen, unter andern die Be⸗ ſteuerung des Grundeigenthums, die von deſſen geringerem oder höherem Reinertrag abhängt, haben die Beſitzer des⸗ ſelben argwöhniſch und in ihren Angaben behutſam ge⸗ macht. Daher kommt es, daß dieſe oft kaum die Hälfte der Wirklichkeit anzeigen. Dies iſt ganz beſonders der Fall bei Ruſtical-Beſitzungen. Bei dergleichen ſind mir ſolche auffallende Unrichtigkeiten vorgekommen, die in's Unglaubliche gingen. Unter andern nur ein Beiſpiel von der Angabe der Ausſaat und Ernte bei einer Ge⸗ meinde. Von dieſer weiß ich factiſch, daß ſie über 100 Schfl. ausſäet, und es waren deren 50 angegeben. Der Ertrag betrug bei derſelben, ganz gering geſchätzt, die Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. II. Bd. N 194 ſiebenfache Ausſaat, alſo 700 Schfl., und es waren von den 50 Schfl. 4 ½ Korn Ertrag, alſo 225 Schfl. ange⸗ geben. Beiläufig geſagt, ſieht man daraus, wie wenig es den Regierungen möglich iſt, die Erzeugung der Nah⸗ rungsmittel und deren Bedarf für ein Jahr gehörig aus⸗ zumitteln. Bei den Viehbeſtänden laſſen ſich freilich dieſe falſchen Angaben nicht ſo weit treiben, weil der Augenſchein gar zu ſehr dagegen iſt. Schafe laſſen ſich jedoch am beſten unterſchlagen, da ſie ſich in großen Haufen nicht ſo leicht überzählen laſſen. Aus dieſen ſo höchſt unrichtigen Angaben läßt es ſich denn auch er— klären, daß manche Provinz im Verhältniß zu ihrer Größe und ihrer Bodengüte ſo ſehr wenig Schafe zählt, wenn auch alle beſtehenden Verhältniſſe günſtig für die Schaf⸗ zucht ſind, wie dies namentlich mit Böhmen der Fall iſt. Nächſt der Zahl kommt es bei dem Stande der Schafzucht auf ihre Güte oder ihren intenſiven Werth an. Vergleichen wir dieſen im Allgemeinen in ganz Europa mit dem frühern, ſo hat er ſich ungeheuer ge⸗ hoben, und die Landwirthſchaft hat in dieſem an Grund⸗ kapital unglaublich zugenommen. Betrachten wir nur die eine Rente der Schafzucht, die Wolle: ſo hat ſich dieſe ohne allen Zweifel in den letzten beiden Jahr⸗ zehenden mehr als verdoppelt. Die numeriſche Vermeh⸗ rung derſelben allein kann beinahe die Hälfte betragen, die Zunahme der Güte des Products und ſomit deſſen Preiſes aber trägt noch weit mehr aus als dies. Nehmen wir nur Deutſchland allein, ſo bezieht dies bloß für die Wolle, die in den Wollhandel kommt, jetzt weit meht als libergehen Polk, dien und die ſehr der Wetth d fütten Wol Dieſe Sun die ganze nun gleich Grade vorg zucht in i Spanien a mals zurüc Lrde de ſcheßt ſ ſo jugend land kann ſie früherh Epoche me Unſtreitig geſtiegen, tendes Gei zu legen. meneren ſchon fruh rationeller Europa,! gedachten; Esg. des waren von 5 Schſl. ange us, wie wenig gung der Nah⸗ ir gehörig aus⸗ ſen ſich freilich eiben, weil der ſchafe laſſen ſich ſich in großen n. Aus dieſen h denn auch er⸗ Jzu ihrer Größe fe zählt, wenn für de Schaf⸗ nen der Fal iſt em Stande der ntenſiven Werth hinen in ganz Hungeheuer R⸗ ſem an Grund⸗ achten wir nur Volle: ſo hat n beiden Jaht⸗ netiche Verme⸗ zälfte betragen, n ſenit deſe z dies. ehinn t dis bß ſi mnt, iit ni 195 mehr als ſonſt von der ganzen Schafzucht überhaupt. Uibergehen wir auch ſelbſt die großen Quantitäten von Wolle, die von hier nach Frankreich ausgeführt werden, und die ſehr bedeutende Summen zurückliefern: ſo beträgt der Werth der allein nach England jährlich jetzt ausge⸗ führten Wolle im Durchſchnitte über 10000000 Rthlr. Dieſe Summe brachte vor einem halben Jahrhunderte die ganze in Deutſchland erzeugte Wolle nicht. Sind nun gleich nicht alle europäiſchen Länder in gleichem Grade vorgerückt, hat z. B. auch die franzöſiſche Schaf⸗ zucht in ihrer Einträglichkeit wenig zugenommen, iſt Spanien auch in derſelben unter die Hälfte gegen ehe⸗ mals zurückgekommen: ſo gibt es doch noch eine Menge Länder, die Deutſchland gewaltig nacheifern. Ungern ſchließt ſich wohl zunächſt an.— Ja aber auch die noch ſo jugendliche veredelte Schafzucht in Polen und Ruß⸗ land kann ſich eines weit höhern Ertrages rühmen als ſie früherhin jemals gehabt hat. Weniger Aufſehen und Epoche macht dieſelbe in Schweden und Dänemark. Unſtreitig iſt ihr Ertrag dort wohl etwas gegen früher geſtiegen, aber immer noch nicht genug, um ein bedeu⸗ tendes Gewicht in die Wagſchale des Nationalwohlſtandes zu legen. In England war mit dem übrigen vollkom⸗ meneren Betriebe des Landbaues auch die Schafzucht ſchon früher zu einem höhern Flor gelangt und auf eine rationellere Weiſe betrieben worden als im übrigen Europa, daher konnte ſich deren Einträglichkeit in der gedachten Zeit nicht ſo vermehren wie z. B. in Deutſchland. Es geht aber aus dem ganzen gegenwärtigen Zu⸗ N 2 196 ſtande der veredelten Schafzucht in Europa ſo viel hervor, daß ſie noch erſt im eigentlichen Aufblühen ſey, deſſen ungeachtet aber zum Wohlſtande der Völker und zu ihrem behaglichen Leben ſchon kräftig beitrage, und noch mehr beizutragen verſpreche.. Stellen wir in derſelben die Länder Europa's ver⸗ gleichend gegen einander, ſo bekommen wir folgendes Gemälde: Als koloſſale Maſſe ſteht die engliſche Schafzucht oben an. In der innern Güte und in dem edlen Producte hat Deutſchland alle ſeine Rivalen überflügelt. An Maſſe, mit Güte vereint, ſtrebt Ungern und Rußland alles zu erdrücken, und reißt, um dies noch zu vermehren, Polen mit ſich fort. Wie aus einem Traume erwacht, ſteht Frankreich in der Schafzucht da; es ſieht ſich überflügelt und dadurch doppelt kompromittirt: einmal dadurch, daß andre Länder ihm den Rang abgelaufen haben, wodurch gewiſſermaßen ſein Nationalſtolz gekränkt iſt, und zweitens durch die Abhängigkeit, in welche es nun gegen dieſelben verſetzt iſt, ein edles Product, das es ſelbſt nicht hat, von ihnen erkaufen zu müſſen. Spanien hat mit ſeinen politiſchen Zerrüttungen ſo vollauf zu thun, daß es den großen Schaden, den es durch den Verfall ſeiner Schafzucht erleidet, gar noch nicht genug würdigt und noch nicht tief genug fühlt, gleich einem ſchwer Verwundeten, der erſt die einzelnen — Purnden al einander da Italier gen Eltope nalz gethar hekümmern, Schw ſchftlichen angeregten Und die ich ob auch we jetzt eit nonmen mals be Frage kön tragen als dieſelben: den Vergl z. B. vor komtmen ſi geht dieſe über, und mit den f Es hande in den eben ſo denſelb zeiten, ſo viel herdor, hen ſey, deſen r und zu ihrem und noch mehr Eyropa'z ver⸗ wir folgendes ſche Schaßfucht en Producte hat t Ungern und dies noch zu ſteht Ftankreich elt und dadurch Fande Länder gewiſſetmaßen tens durch die ben berſett iſt at, von ihnen Zerrüttungen haden, den 1 idet, gir n ej genug fühle ſt die einzelen 497 Wunden alle gewahr wird, wenn der Schmerz ihn nach einander daran erinnert. Italien rivaliſirt jetzt eben ſo wenig mit dem übri⸗ gen Europa in der höhern Schaßzucht, wie es dies je— mals gethan hat. Es ſcheint ſich faſt wenig darum zu bekümmern, was in derſelben vorgeht. Schweden und Dänemark geſtatten ſeine landwirth⸗ ſchaftlichen Verhältniſſe kein kräftiges Auftreten in dem angeregten Gegenſtande. Und nun iſt hier noch eine Frage zu beantworten, die ich oben ſchon leiſe angeregt habe: ob nämlich auch wirklich die veredelte Schafzucht jetzt einen höhern Standpunkt einge⸗ nommen habe, als ſie ihn früherhin je⸗ mals behauptet hat?— Zur Entſcheidung dieſer Frage können die Schafzüchter als Parthei weniger bei⸗ tragen als die Wollhändler und Manufacturiſten. Leben dieſelben nun aber auch nicht ſo lange, um genau aus den Vergleichungen der Wollqualitäten, wie ſie ihnen z. B. vor fünfzig Jahren und jetzt unter die Hände ge⸗ kommen ſind, ein competentes Urtheil zu formiren: ſo geht dieſe Kenntniß doch von dem einen auf den andern über, und es iſt damit, wie mit der Kunſt, die auch mit den früher lebenden Meiſtern nicht ausgeſtorben iſt. Es handelt ſich alſo zunächſt um die Frage: iſt man in den Wollſovtirungsanſtalten jetzt noch eben ſoſtreng, und verfährt mannoch nach denſelben Principien, wie in den frühern Zeiten, wo man erſt anfing, dieſes Ge⸗ 19³ ſchäft mit Umſicht und Sachkenntniß zu betreiben?— Urtheilen wir hier a priori: ſo müſſen wir annehmen, daß man jetzt in Beſtimmung der Qua⸗ litäten(der Sortimente) viel genauer und ſtrenger ſeyn werde als ehemals, weil man durch die Länge der Zeit und durch die erworbene größere Kenntniß und meh⸗ rere Uibung die Sache viel richtiger einſehen müſſe. Die Wollenwaaren von ehemals und von jetzt können am beſten entſcheiden, ob dieſe Präſumtion richtig ſey. Mich dünkt, ſie können ſie nur beſtätigen, wenn man zu ihrer Ver⸗ gleichung ein geſundes Auge und geſundes Gefühl mitbringt. Da nun durch die gedachten Sortirungs-Anſtalten jetzt aus einer Menge Schuren ungleich mehr der hoch⸗ edlen(Electoral⸗) Wolle ausgeſondert wird, als dies jemals früher der Fal war: ſo wäre einmal die obige Frage ſchon bejahend beantwortet. Es verſteht ſich übrigens von ſelbſt, daß hier nur von den Sortirungen der ſoliden Wollhandlungen die Rede ſeyn könne, deren immerwäh⸗ rende Praxis die erfoderliche Uibung und den richtigen Blick gewährt. Von ſolchen, die dies Geſchäft wie frü⸗ her bei den günſtigen Wollconjuncturen aufs Gerathewohl vollzogen, zu ihrem eigenen Schaden auch für die gemachten Mißgriffe beſtraft wurden, kann keine Rede ſeyn. Es gibt aber noch eine zweite ähnliche Antwort dar⸗ auf. Dieſe liegt in dem höhern Preiſe, den ſo viele ge⸗ genwärtige Schuren vor denen der frühern Zeit voraus haben. Iſt auch der Bedarf an Wollenwaaren geſtie⸗ gen, hat auch in Folge deſſen die Nachfrage nach dem rohen Material zugenommen: ſo iſt dies durch die ſo ſehr wermehrte⸗ nan nun tis zu 419 zu den elte zucht in ihr ſcn. BWat ſan zu ber die ſie beſt ſondern irre leiten glauben n Fahne ſch ganzen eun woßu noch daxu ale wer nihht herum vo theilichkeim Ihn kann juncturen da dieſer gleich ſtel Europa's ſcheinen: höhere Ve welche ſie Moducts Verbrauc und deſſe enntniß zu riori: ſo niſſn mung der Qua⸗ nd ſtrenger ſeyn de Länge der nntniß und meh⸗ einſehen wüſſe. jetzt können am ichtig ſey. Mic nanzu ihrer Ver⸗ Gefühl mitbringt. ungs⸗Anſtalten mehr der hoch⸗ als dies jemals die obige Frage ht ſich übrigens ngen der ſoliden eren immerwäh⸗ d den uchtigen eſchäft wie fri⸗ ufs Gerathewohl für die gemachten Rede ſeyn. che Antwort dar⸗ den ſo viele g⸗ hern Zeit vorn enwaaren geſt⸗ cfrage nach den durch dieſ ſeh 199 vermehrte Production wieder ausgeglichen worden. Wenn man nun jetzt z. B. für die höchſte Qualität pr. Pfund bis zu 4 fl. C. M. zahlt, und wenn ehemals 3 fl. ſchon zu den ſeltenſten Ausnahmen gehörten: ſo muß die Schaf⸗ zucht in ihrer Veredlung doch wohl nothwendig geſtiegen ſeyn. Warum ich ſolche entſchiedene Thatſachen erſt müh⸗ ſam zu beweiſen ſuche?— Darum, weil es Leute gibt, die ſie beſtreiten; weil dies nicht etwa Wollverbraucher, ſondern Wollerzeuger ſind; weil dieſe manchen Schwachen irre leiten könnten; weil ſie die ganze Schafzüchterwelt glauben machen wollen, daß, wenn nicht alle zu ihrer Fahne ſchwören, die höchſte Gefahr für den Adel der ganzen europäiſchen Schafzucht daraus entſtehe.— Doch wozu noch ein„weil“, da deren ohnehin genug und noch dazu alle ungültig ſind?— Wer unbefangen urtheilt; wer nicht muthwillig die Augen für alles, was um ihn herum vorgeht, verſchließt; wer Rechthaberei der Unpar⸗ theilichkeit aufopfert, der wird freilich anders urtheilen. Ihn kann es nicht irre machen, daß vorübergehende Con⸗ juncturen zuweilen den Preis einer Waare herabſetzen, da dieſer ſich mit deren wahrem Werthe bald wieder gleich ſtellt. Und wenn auch die rationellen Schafzüchter Europa's hie und da ein verſchiedenes Ziel zu verfolgen ſcheinen: ſo geht ihre Tendenz doch allgemein auf die höhere Veredlung der Wolle. Die verſchiedene Richtung, welche ſie dabei nehmen, gibt eine Mannigfaltigkeit des Products, und wenn dies ſonſt edel iſt: ſo wird deſſen Verbrauch gerade durch dieſe Mannigfaltigkeit erweitert und deſſen Abſatz um ſo mehr geſichert. III. Melche Muthmassungen haben wir tür die Zukunkt der veredelten Schatzucht in Luropa? Da die Beantwortung dieſer dritten Hauptfrage ſich zum Theil ſchon aus dem, was ich über die erſte und zweite geſagt habe, folgern läßt: ſo werde ich hier mich ziemlich kurz faſſen können. Eine ſichere Vorausbeſtimmung geben zu wollen, welchen Gang die veredelte Schafzucht in der Folge neh— men, und welches Ziel ſie am Ende erreichen werde, wäre eine große Vermeſſenheit. Denn läßt ſich auch aus deren früherem Gange ſowohl als aus dem gegenwär⸗ tigen Zuſtande ein Schluß für die Folge ziehen: ſo gibt es eine Menge Zufälligkeiten, denen ſie, wie jedes menſch⸗ liche Unternehmen, ausgeſetzt iſt, daß oft die größten Wahrſcheinlichkeiten nicht eintreten, und das Unerwartete an deren Stelle kommt. Wenn wir uns mit der Zukunft für die europäi⸗ ſche Schafzucht beſchäftigen, ſo ſtoßen uns zwei Haupt⸗ fragen auf: die eine betrifft den Grad, bis zu welchem ſie noch vermehrt, und die zweite: die Güte, bis zu welcher ſie noch erhoben werden kann und wird?— Verweilen wir zuerſt bei der zunehmenden Zahl der veredelten Schafe: ſo finden wir, daß dieſe ſich ſeit ungefähr zwei Jahrzehnden ungeheuer vermehrt hat. Man hat dies hie und da ſo weit getrieben, daß man früher gat nicht an p große Me der rationel quellen, an mehtte Anbal Win liberfluſ oben an. O um die Häl gerade in( 3. B. im S man daher von der Ha Nahrungém gemachte ſi dung der thätigkeiti zu fühlen, lich beraubt blicklich ein Neben Schafe ver dern Hauss mehrung fe kam man d Futternoth getäuſcht, erweiterte. koſtſpielige und hinten vir kür dit Rin Kuropa Hauptfrage ſic er die erſee und de ich hier mich eben zu wollen, der Folge neh⸗ rreichen werde, läßt ſich auch dem gegenwir⸗ ziehen: ſo gibt vie jedes menſch⸗ oft die größten das Unerwartete ir die europäi⸗ s zwei Haupt⸗ bis zu welchem Güte, bis zu d witd?— ehmenden Zail az dieſe ſic ſi nehrt hat. Nan daß man ftüſer 201 gar nicht an die Möglichkeit geglaubt haben würde, eine fo große Menge auf irgend eine Weiſe ernähren zu können. Der rationelle Betrieb der Landwirthſchaft entdeckte Hilfs⸗ quellen, an die man früher nicht gedacht hatte, der ver⸗ mehrte Anbau von Futterkräutern lieferte Nahrungsmittel im Uiberfluſſe. Unter dieſen aber ſtanden die Kartoffeln oben an. So wie dieſe die Nahrung der Menſchen faſt um die Hälfte vermehrten, ſo auch die der Schafe. Und gerade in Gegenden, wo andere Futterkräuter verſagen, z. B. im Sandboden, gedeihen, ſie am allerbeſten. Wenn man daher von ihnen ſagen kann, daß ſie die Ernährung von der Hälfte mehr Menſchen zulaſſen als alle übrigen Nahrungsmittel: ſo geben ſie auch durch die möglich gemachte ſtärkere Schafhaltung die Mittel zu der Beklei⸗ dung der vermehrten Menſchenmenge her. Ihre Wohl⸗ thätigkeit iſt daher nie genug zu preiſen. Um dieſe recht zu fühlen, denke man ſich derſelben nur auf einmal gänz⸗ lich beraubt! Welch gränzenloſes Elend müßte da augen⸗ blicklich eintreten!— Neben dieſen vermehrten Fütterungsmitteln für die Schafe verminderte man noch nebenbei die Zahl der an⸗ dern Hausthiere, als z. B. der Kühe. Dieſe große Ver⸗ mehrung fand aber ſchon hie und da ihre Gränzen. Theils kam man doch, trotz aller Verbeſſerungen, zuweilen in Futternoth; theils aber fand man ſich auch hie und da getäuſcht, wenn man auf jede Gefahr hin die Schäferei erweiterte. Theure Ankäufe von Zuchtſchafen, nöthige koſtſpielige Bauten, höhere Schäferei⸗Verwaltungskoſten, und hintennach niedrige Wollpreiſe, Unglück durch Krank⸗ 202 heiten in der Heerde ꝛc. machten ſo manchen ſtutzig und bewogen ihn, der zu raſchen und etwas unklugen Ver⸗ mehrung der Schafzahl Einhalt zu thun. Jedes Ding hat ſeine Gränzen, alſo auch dieſe, und ich getraue mich zu behaupten und es auch zu beweiſen, daß es ſchon viele Provinzen gibt, wo eine fernere Steigerung der Zahl der Schafe, wenn auch nicht geradezu unmöglich iſt, doch ohne großen Nachtheil für die übrigen landwirthſchaftlichen Verhältniſſe nicht fortgeſetzt werden kann. Eine ſtreng und mit richtiger Einſicht geführte Rechnung würde auch ſo manchen Schäferei⸗Eigenthümer zu ſeinem größten Erſtaunen überzeugen, daß deren Reinertrag bei weitem nicht ſo hoch ſtehe, wie er ſich bisher immer überredete. Dieſe Uiberzeugung würde ihn aber dahin bringen, zu überlegen, wie er dieſem Uibelſtande abhelfen könne, und er würde das Mittel dazu in der geſteigerten guten Qua⸗ lität der Wolle ſeiner Schafe finden. Das iſt die eigentliche Tendenz, die jeder rationelle Schafzüchter in einem Lande haben muß, deſſen Grundeigenthum wegen ſtarker Bevölkerung hohen Werth hat.— Dahin werden aber allmählig alle denkenden Landwirthe dieſer Länder kommen, und ſie werden dann finden, daß die nume⸗ riſche Stärke ihrer Schafheerden vollkommen genüge, um, wenn die Güte des erzeugten Wollproducts es dem vor⸗ züglichſten am Markte gleich ſtellt, eine ſichere und hö⸗ here als alle übrigen Zweige, lohnende Rente zu tragen. Ein anderes iſt es aber mit den Ländern, die noch wenig bevölkert ſind, und wo deshalb Grund und Boden woohlfeil iſt. Dieſe mögen die Zahl ihrer Hausthiere, und votzugen auch ein nie zeugung vol Bebölkerung auch Schafe, tſier bedürf Veh. Dieſ an ſich reiße um jeden„ wird es dar lin H der veredelg den alle übr lag erlitte wohet dieſ ein, wor Gegentheil ſchaftlichen müſſe ſich zwar in gle ſtigen. B Da nun a gingen, un der Vahrſ 13²5) de wartete He die Schaf deren ſtet wollte. C ande fuhtn das unklugen Ver⸗ un. Jedes Dim dich getraue nit daß es ſchon vi igerung der 3 a unmöglich iſt, doc andwirthſchaftliche kann. Eine ſirem hnung würde auc au ſeinem größten tertrag bei weiten immer überredete. ahin bringen, zu helfen könne, und erten guten Qua⸗ den. Oas iſt die e Schaßüchter in degenthum wegen — Dahin werden the dieſer känden daß die nume⸗ men genüge, um ucts es dem vor⸗ e ſichete und ⸗ Rente zu tragel endern, die nt grund und Bode ihrer Hꝛuetjiee 205 und vorzugsweiſe der Schafe vermehren, denn ihnen wird auch ein niedriger Wollpreis lohnen. Da ihnen die Er⸗ zeugung wohlfeiler kommt; und da bei einer ſchwachen Bevölkerung die Arbeit gewöhnlich theuer iſt: ſo ſind auch Schafe, da ſie deren weniger als die übrigen Haus⸗ thiere bedürfen, ſchon deshalb einträglicher als anderes Vieh. Dieſe werden dann den Markt für das Mittelgut an ſich reißen, weil ſie ihn damit überſchwemmen und um jeden Preis losſchlagen werden: Jedem das Seine, wird es dann auch hier heißen. Ein Hauptgrund für die peißend ſchnelle Vermehrung der veredelten Schäfereien lag auch in dem Unwerthe, den alle übrigen landwirthſchaftlichen Producte eine Zeit⸗ lang erlitten. Es iſt hier der Ort nicht zu unterſuchen, woher dieſer Unwerth kam; er trat jedoch zu einer Zeit ein, wo man ihn gar nicht erwartet und wo man im Gegentheil geglaubt hatte, der hohe Preis der landwirth— ſchaftlichen Erzeugniſſe, beſonders aber des Getreides, müſſe ſich nicht allein erhalten, ſondern allmählig und zwar in gleichem Grade mit der zunehmenden Bevölkerung ſteigen. Vergebens hoffte man darauf mehrere Jahre. Da nun aber anſtatt deſſen die Preiſe immer niedriger gingen, und da gerade da, wo dies bis über alle Gränzen der Wahrſcheinlichkeit ſchweifte(im Jahre 1824 und 1325), der Preis der veredelten Wolle eine eben ſo uner⸗ wartete Höhe erreichte: ſo ſtürzte man, ſo zu ſagen, auf die Schafzucht, und nur ſie und immer ſie war es, in deren ſteter Vermehrung man dem Verderben entrinnen wollte. Vielen gelang es,— aber nicht denen, die in 2⁰4 ihrer Handlungsweiſe jene Ruhe und Feſtigkeit nicht ha⸗ ben, die allein ſtets ſicher zum Ziele führt. Dieſe raſende Vermehrung mußte ihre Folgen bald zeigen. Eine Maſſe von Wolle, zum Mehrtheil Mittelgut, erſchien am Markte, und ein Sinken der Preiſe hätte auch dann die unaus⸗ bleibliche Folge ſeyn müſſen, wenn gleich nicht jene un⸗ glückliche Cataſtrophe eingetreten wäre, deren ich im erſten Theile erwähnt habe. Nicht aber etwa, daß die jetzt be⸗ ſtehende Anzahl der Schafe von Europa nimmer zu groß ſeyn werde.— Vielmehr wird ſie ſich im Allgemeinen noch anſehnlich vermehren müſſen, wenn ſie ſtets das Bedürfniß decken ſoll. Nur aber muß ihr Zuwachs nicht mit ſolchen Rieſenſchritten, ſondern nur allmählig erfol⸗ gen, wenn er keine Störung im Gange der Erzeugung und des Verbrauchs hervorbringen ſoll. Aus dem Geſagten ergibt ſich nun, daß die nume⸗ riſche Vermehrung der veredelten Schafe an zwei Beding— niſſe gebunden iſt, nämlich an die Rente, die ſie abſo⸗ lut einbringen, und an die, welche ſie im Vergleiche zu den übrigen landwirthſchaftlichen Zweigen tragen. Das Erſte hängt jederzeit von der Nachfrage nach deren Wollproducte ab, und dieſe wird durch den Ver⸗ brauch desſelben beſtimmt. Wir haben es alſo zuvörderſt mit dieſem zu thun. In welchem Verhältniſſe er gegen⸗ wärtig mit der Erzeugung ſtehe, das können allein die Beſtände oder Vorräthe, welche alle Jahre beim Eintritt der neuen Schur auf dem Lager liegen, beweiſen. Im Jahre 1825 ſchien eine ſolche Uiberfüllung von Wolle überall zu ſeyn, daß man hätte glauben mögen, es werde de Nachftage Fänzlch feſle denn trot d ds gedachten welche der B alz ein Jahr 1346 wieder 1s 1623 hör ungeachtet d 1324 und: den war, un hatte. Dieſe ken, und die origes und alem dieſem nicht günſtt nördlichen O Syſtem, das Handel, un als günſtig. ja ſelbſt bei haftern Gan eintretenden nung hätten wie es jetzt Bevölkerun dem Maße, eintreten, i liigen Beſta feſtigkeit nich he ert. Dieſe nſend igen. Eine Mſt ſſhien am Markt, h dann die unans⸗ eeich nicht jene ur deren ich im erſte a, daß die jetzt he⸗ a nimmer zu gii ch im Algemeinen denn ſie ſtets di r Zuwachs nich Jalmaͤhlig erfol⸗ ſe der Erxugung 1, daß die nume⸗ an zwei Beding⸗ ate, die ſie abſt⸗ Wim Vergleiche zu en tragen. r Mahhftaze nach durch den Ver⸗ es alſo zuvörder zältniſſe er gegen⸗ können allein di hre beim Eintrit „beweiſen. I üllung von Pole mögen, es werde 2 05 die Nachfrage nach der neu erzeugten ein Jahr lang gänzlich fehlen. Und ſiehe da, dies war nicht der Fall. Denn trotz den Nachrichten, welche z. B. im Herbſte des gedachten Jahres aus England kamen, und nach welchen der Bedarf der daſigen Manufacturen auf mehr als ein Jahr gedeckt ſeyn ſollte, trat doch im Frühjahre 1826 wieder Nachfrage ein, und am Ende des Jah⸗ res 1323 hörte man nirgends von bedeutenden Vorräthen, ungeachtet die Production durch die guten Preiſe von 1824 und 1825 ſo außerordentlich aufgemuntert wor⸗ den war, und in der That auch reißend zugenommen hatte. Dieſe läßt ſich nun nicht augenblicklich beſchrän⸗ ken, und die Maſſe des erzeugten Products konnte erſt voriges und dieſes Jahr recht ſichtbar werden. Und zu allem dieſem kommt noch eine für den Verbrauch gerade nicht günſtige Zeit. Das ſeit dem letzten Frieden im nördlichen Europa allgemein angenommene Prohibitiv⸗ Syſtem, das ſich ſelbſt bis auf Amerika erſtreckt, iſt dem Handel, und ſomit auch der Fabrikation nichts weniger als günſtig. Wir können alſo bei veränderten Syſtemen, ja ſelbſt bei wieder eintretenden Kriegen einen viel leb— haftern Gang des Handels, der ſich auf einen ſtärker eintretenden Verbrauch gründet, rechnen.— Dieſe Hoff⸗ nung hätten wir auch ſelbſt dann, wenn alles Uibrige bliebe, wie es jetzt iſt. Dies iſt aber keineswegs der Fall, die Bevölkerung aller Länder nimmt reißend zu und zwar in dem Maße, daß ſie, wenn keine ſtörenden Einwirkungen eintreten, in 50 Jahren das Doppelte von dem gegenwär⸗ tigen Beſtande betragen müßte. Mit der Bevölkerung 206 iſt noch jederzeit, ſo weit die Geſchichte reicht, auch die Kultur und mit dieſer der Luxus geſtiegen. Man ſehe nur einmal um ſich, und man wird ſelbſt unter den un⸗ terſten Klaſſen eine beſſere Bekleidung finden als ſie noch vor wenigen Jahrzehenden war. Welch' eine Menge Kleider von roher Leinwand haben jetzt tuchenen Platz gemacht. Aus dieſem Geſichtspunkte betrachtet, kann ſich in Rußland die Schaßzucht nicht ſchnell genug ver⸗ mehren, um fortwährend das erwachende Bedürfniß zu befriedigen. Die reißend fortſchreitende Kultur in dieſem Reiche ſteigert den Luxus in gleichem Grade, und wir haben von dorther wohl wenig Rivalität für den übrigen europäiſchen Wollmarkt zu fürchten. Ja! ich möchte ſo⸗ gar behaupten, daß das übrige Europa in dieſer Waare noch eine geraume Zeit eher einen Activ⸗ als Paſſivhan⸗ del nach jenem Reiche treiben werde. Jene ſteigende Kultur und der damit verbundene Luxus aber wird die Nachfrage nach einem edlen Producte ſtets vermehren. Ich habe ſchon bewieſen, daß dies nicht ſogleich da ſey, und daß die Länder, bei denen die Schaf⸗ zucht noch in der Kindheit iſt, lange zu thun haben, ehe ſie dasſelbe erzeugen. Darum iſt für Deutſchland noch ein fruchtbares Feld offen. Seine hochveredelte Schaf⸗ zucht wird noch lange reiche Früchte tragen. Iſt auch deren Vermehrung vielleicht ſchon auf einem Puncte, wo es nicht gerade räthlich ſeyn dürfte, ſie im Allgemeinen noch zu ſteigern: ſo wird ihm der jetzige Beſtand, wenn er im Adel ſo fort zunimmt, wie er dies früher gethan hat, noch lange die ausgiebigſte Rente tragen.— Da⸗ nit abet wi lusnahme ſ och biele b größen Gewin heit leihen Nach al alhaſtarken! nur roch eit Rren Zunat nothwendig ſen ſttts n Pir ſind jet inmer noch ihter Verne föchſt geſs Nun gleich keine uns nicht et wohl ohne will. Nach lima, dem wirthſchaftl allss die ei Meinung d irre machen verkauf aus Ende, wei ſorgen könn ten, die die e reicht, auc d iegen. Man ſii bſt unter den ue ag finden als ſi Wälch eine Men etzt tuchenen Nh betrachtet, kam ſchnel genug ve ende Bedürfniß g eKultur in dieſen Grade, und wi tt für den übriga a! ich möchte ſ⸗ din dieſe Waare ⸗ als Paſſibhan⸗ damit verbunden em edlen Producte een, daß dis nich Idenen die Schaf thun haben, the Denutſchand nuc chveredelte Shef tragen. Iſt aut einem Puncte, w te im Algemeine ge Beſtand, wem dies früher gethan Oa⸗ te tragen. DA 207 97 mit aber will ich keinesweges ſagen, es könne gar keine Ausnahme ſtatt finden. Auch in Deutſchland gibt es noch viele Güter, wo eine vermehrte Schafhaltung noch großen Gewinn ſichert. Dort würde es immer eine Thor⸗ heit bleiben, wenn man dieſen nicht zu erlangen ſtrebte. Nach allem aber ſteht wohl feſt, daß die Gefahr einer allzuſtarken Vermehrung der Schafe in Europa bis jetzt nur noch eingebildet iſt, und daß auch für die Zukunft deren Zunahme durchaus nothwendig ſey, wenn uns die nothwendigſten rohen Materiale zur Bekleidung des Men⸗ ſchen ſtets in hinreichender Menge erzeugt werden ſollen. Wir ſind jedoch für dieſelbe geſichert, da die Schafzucht immer noch einen lohnenden Reinertrag gewährt, um zu ihrer Vermehrung da, wo dieſe nicht ohnehin ſchon aufs höchſte geſteigert, aufzumuntern. Nun fragt es ſich aber, ob auch, wenn in Europa gleich keine Uiberproduction der Wolle zu fürchten iſt, uns nicht etwa Gefahr von außen drohe. Man erräth wohl ohne Schwierigkeit, daß ich von Neuholland ſprechen will. Nach allem, was man bis jetzt von dem dortigen Klima, dem Boden und den ganzen politiſchen und land⸗ wirthſchaftlichen Verhältniſſen weiß, begünſtigt daſelbſt alles die edle Schafzucht. Ich theile keinesweges die Meinung derer, die ſich durch die engliſchen Nachrichten irre machen laſſen, und nun ſchon glauben, der Woll⸗ verkauf aus Deutſchland nach England nahe ſich ſeinem Ende, weil dieſes ſich bald wird von Neuholland aus ver⸗ ſorgen können. Eben ſo wenig möchte ich denen beipflich⸗ ten, die dies ins Lächerliche zu ziehen und zu beweiſen ——— — 208 ſuchen, daß aus der veredelten Schafzucht in jenem ent⸗ fernten Welttheile, bei den dort beſtehenden Verhält⸗ niſſen, wenig oder nichts werden könne. Noch ſelten hat man den Feind beſiegt, den man verachtete. Da die Sache beſonders für die deutſche Schafzucht von der höchſten Wichtigkeit iſt: ſo will ich hier meine Anſicht ſo klar als möglich mitzutheilen mich bemühen. Man ſucht ſich über den Erfolg, welchen die ge⸗ machten Anſtalten zur Gründung edler Schäfereien in Neu⸗Süd⸗Walles haben können, dadurch zu beruhigen, daß man meint, eine Colonie von Verbrechern werde einen landwirthſchaftlichen Zweig, den in Europa nur wiſſen⸗ ſchaftlich gebildete und im Fleiße ausdauernde Männer ſo empor gebracht haben, ſchwerlich ſehr zum Blühen brin⸗ gen. Dabei vergißt man aber, daß dieſe Verbrecher nach allen Nachrichten ein fleißiges und ordentliches Leben am Orte ihrer Verbannung führen, daß viele unter ihnen ſind, denen eine wiſſenſchaftliche Bildung zu Theil ge⸗ worden iſt, und daß mehrere derſelben ſich ſchon ein be⸗ deutendes Eigenthum dort erworben haben. Die mora⸗ liſche Tiefe alſo, welche man bei den daſigen Einwohnern als ein Hinderniß für den Fortgang der veredelten Schaf⸗ zucht aufſtellt, dürfte dies ſchwerlich ſeyn. Die Ausſicht auf großen Gewinn, die damit verbunden iſt, wird der mächtigſte Antrieb zu ihrem eifrigen Betriebe werden. Was an Intelligenz aber fehlt, welchen Punkt man als das zweite Hinderniß anſieht, darauf dürfen wir auch keine großen Hoffnungen bauen. Es ſind Männer, die Sachkenntniß beſitzen, zu Directoren dieſer Schäfereien angeſtelt laſſen, 1 und vielf deutſche Ee große Stän ie der Ve gethan hat aufbieten Erreichung Nan der edlen derſelben, heit, dabei hett. Erſ luft an do immer nt ungeheuer zu Gebote tiefer in? daß ihre ſie bermög tragen, ne Die ditt ainig beſeitigten jener Col ein halbes anderes ne hegründet Elsner s Un cht in jenem enr ſehenden Pahül⸗ Noch ſlten za ihtete. eutſce Schaßzuh vill ich hier mein nmich bemühen. ewelchen die g⸗ er Schäfereien in urch zu beruhigen echern werde einn uropa nur wiſſer vernde Männer ſo um Blühen biin⸗ ſe Verbrecher nac ntliches Leben am viele unter ihnen ung zu Theil ge⸗ ſich ſchon en be⸗ ben. Die mora⸗ ſigen Einvohnern veredelten Schaf⸗ yn. Die Ausſich nden iſt, wird de zetriebe werden. elchen Punkt mar uf dürfen vir aut ſind Männer/ di dieſer Scifrreien 209 angeſtellt, Männer, die durch Unterricht ſich haben belehren laſſen, und die ihre erlangten Kenntniſſe durch Reiſen und vielfache Anſchauung befeſtigt haben. Erfahrene deutſche Schäfer hat man dahin gezogen und mit ihnen große Stämme edler Thiere. Die pekuniäre Kraft, wel⸗ che der Vereinigung zu Gebote ſtehen, die alles dies ſchon gethan hat, läßt keinen Zweifel übrig, daß ſie noch alles aufbieten und durchſetzen werde, was ſie zur ſchnellen Erreichung ihres Zweckes für erſprießlich halten wird. Man hat ferner das Klima als für die Ausbildung der edlen Wolle nicht günſtig finden wollen. Muſter derſelben, die ich geſehen habe, verriethen einige Schlaff⸗ heit, dabei aber einen ungewöhnlichen Grad von Sanft⸗ heit. Erſtere Eigenſchaft kann ſie von der feuchten See⸗ luft an den Küſten angenommen haben, da man bisher immer nur noch dieſe anbaute und benutzte. Welche ungeheuere Ausdehnungen des beſten Landes ſtehen aber zu Gebote, und wenn man die dortigen Merinos erſt tiefer im Lande ziehen wird, dann iſt es wohl entſchieden, daß ihre Wolle alle die Tugenden annehmen wird, die ſie vermöge des Adels, den die Thiere haben, welche ſie tragen, nothwendig annehmen muß. Die weite Entfernung Neuhollands von England gibt einige Hinderniſſe, die gegründeter ſind als die eben beſeitigten. Man kann freilich ſagen, es iſt den Beſitzern jener Colonien gleich, ob ſie den Werth ihrer Wolle auch ein halbes Jahr ſpäter erhalten. Dabei iſt aber etwas anderes noch zu bedenken. Der weite Transport zur See begründet einige Gefahr der Verunglückung unterweges, Elsner s Uiberſ. d. europ. Schafz. II. Bd. O 210 So klein dieſe auch wegen der Sicherheit, zu welcher die Schifffahrt gelangt iſt, ſeyn mag: ſo iſt ſie doch da, und wenn wir ſie auch nur auf den zoſten Theil des ganzen erzeugten Quantums anſchlagen: ſo wird dieſes doch da⸗ durch um ſo viel vermindert. Ein anderer Umſtand iſt aber noch wichtiger. Alt gewordene Wolle findet nie ſo willige Käufer wie friſche. Das iſt auch der Grund, warum die neuen in England angekommenen Parthien, ſelbſt bei ganz gleicher Güte, jederzeit ſich leichter und zu beſſern Preiſen verkaufen. Dies geht ſo weit, daß augenblicklich die Nachfrage nach alter Wolle in London und Leeds, als den Hauptplätzen für den auswärtigen Wollhandel, ſtockt, ſobald neue am Markte erſcheint. Da nun die Wolle von Neuholland auch im allerglücklichſten Falle erſt ſechs Monate nach der Schur in England an⸗ kommen kann; da ferner ein ſo weiter Seetransport nachtheilig auf ihre Güte einwirkt, ſo wenig dies auch immer ſey: ſo wird ihre Nachfrage allemal leiden, ſo lange friſche Wolle aus Deutſchland am Markte iſt. Geht dieſe nun mit der Zeit noch außerdem unter ihren jetzigen Preis, was nicht unwahrſcheinlich iſt, und was auch die deutſche Schafzucht noch ertragen würde: ſo möchte am Ende Deutſchland ein weit gefährlicherer Nebenbuhler für Neuholland bleiben, als dieſes nur jemals für jenes wer⸗ den kann. Aber abgeſehen von dem engherzigen kaufmänniſchen Grundſatze, wo immer einer ſein Glück auf den Trüm⸗ mern des Wohlſtandes des Andern baut: ſo können wir, ſelbſt auch wenn die neuholländiſche Schafzucht noch ſo glätlche weit iſt d ſt auch ſů kation iſtn iyren Culmi der Fal ſe land vicht führen wi ſehr heben ja auch v Oeutſchla ſnd. W nehme, dar Manufact ungeachtet vante für einer der der her, u wieder ein eintreten, theiligen. Was gert, das menheit. und Man ſtand des gar nicht nicht zu ve Vollkommm t, zu welche di ſie doch du, un Teeil des ganzen d dieſes doch da derer Umſtand iſ Colle firdet nie ſo auch der Grum, amenen Parthien, ſich leichter und heht ſo weit, daß ole in London den auswärtizen te erſcheint. Da allerglückichſten in England an⸗ ter Seetrandpot wenig dies auch lemal leiden, ſo Markte iſt. Geht nter ihren jebigen und was auch die ee: ſo wüche am Rebenbuhler ſü als für jenes we⸗ en kuufmämiſta t auf du Jür t: ſo können vit tehutt nh 211 glückliche Fortſchritte macht, ruhig bleiben. Ehe ſie ſo weit iſt, daß ſie mit bedeutenden Maſſen vorrücken kann, iſt auch für ſie das Feld geöffnet. Die engliſche Fabri⸗ kation iſt noch im Steigen, aber geſetzt auch, ſie hätte ihren Culminationspunkt erreicht, was wohl noch lange nicht der Fall ſeyn dürfte: ſo iſt wahrſcheinlich, daß Deutſch⸗ land nicht immer ſo viel edle Wolle nach England aus— führen wird, weil ſeine eigenen Manufacturen ſich jetzt ſehr heben, und deren Bedarf zunimmt. Dasſelbe gilt ja auch von den niederländiſchen, die ſich faſt allein von Deutſchland verſorgen und gleichſam an dasſelbe gewieſen ſind. Wie ſehr aber der Verbrauch der rohen Wolle zu⸗ nehme, das iſt auch daraus klar, daß z. B. die genannten Manufacturen deren jetzt mehr bedürfen als ehemals, ungeachtet der Handel mit Wollenwaaren nach der Le⸗ vante für ſie faſt auf Null reducirt iſt, der doch ſonſt einer der ausgiebigſten war. Stellt ſich dieſer erſt wie⸗ der her, was vielleicht gar nicht ſo entfernt iſt, dann wird wieder eine von jenen unerwartet günſtigen Conjuncturen eintreten, die eben ſo ſchnell kommen wie die nach⸗ theiligen. Was aber den Verbrauch der Schafwolle ſo ſehr ſtei⸗ gert, das iſt ihre immer zunehmende Güte und Vollkom⸗ menheit. Man ſehe und bewundere nur einmal die Menge und Mannigfaltigkeit der Wollenwaaren, die ein Gegen⸗ ſtand des Luxus geworden ſind. Zeuge, die man ſonſt gar nicht kannte, und die man ſich aus Schafwolle gar nicht zu verfertigen getraut hätte, ſieht man in der größten Vollkommenheit, und ſie rivaliſiren mit den Seidenwaaren. O 2 2 12 Rechnen wir dazu noch die Annäherung der orientaliſchen an die europäiſche Civiliſation, die in der Türkei ihren mächtigen Anfang nimmt, und die ſich auch in der An⸗ nahme der Moden des Occidents zeigen wird: ſo wird man in der That über die allzuſtarke Erzeugung der Wolle ſo beruhigt, daß man am Ende eher an einen Mangel als an den Uiberfluß zu denken geneigt wird. Zu allem dieſem kommt denn noch, daß jetzt wiederum die andern landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe anfangen ſich dem Preiſe zu nähern, den ſie in Beziehung auf Be⸗ völkerung und den Werth aller übrigen Producte behaupten müſſen. Und dies kann und wird auf die Beſchränkung der Vermehrung der Schafe ſeinen ſehr wirkſamen Ein⸗ fluß nicht verfehlen. Ich habe oben dies als zweites Be⸗ dingniß der zu vermehrenden Schafzucht angegeben, daß ſie in Vergleich zu den übrigen Zweigen der Landwirth⸗ ſchaft eine höhere Rente tragen müſſe, wenn man zu ihrer ſtärkern Haltung aufgemuntert werden ſolle. Sobald nun jene wieder mehr eintragen, ſo laſſen viele Landwirthe die Schafzucht wieder ſinken, weil ſie dieſelbe bloß als Nothanker während der ſo drückenden Zeiten benutzten. Es iſt ſonach für deren Vermehrung jetzt in allen den Ländern, wo z. B. das Getreide wieder einen höhern Preis erreicht hat, und wo dieſer nunmehr die Erzeugungs⸗ koſten wieder hinlänglich deckt, gar nichts zu erwarten; vielmehr iſt faſt ſicher anzunehmen, daß ſie ſich der Zahl nach noch eher vermindern werde. Die angeführten Gründe ſind meines Erachtens ſo aus der Natur der Sache entlehnt; ſie ſind auch übrigens — p klar, beruhigt Gabe der! wenn iht als begtün gerne eine Stafzücht und Fleiß Und (aeuholli beinah be fen kann. lichen, ſor von feinet eine Lücke drei Mon hatte, w leicht mög Grund gei Dauer hit von edler angedeuten widd ſie zu tiefem! auch nie! dieſe Lück nuffacturi einer ande über mein der orientalichen der Türkei ihrn Hauch in der V⸗ witd: ſo wih zeugung der Wolt an einen Nangel wird. daß jetzt wiederun niſſe anfangen ſch tziehung auf Be roducte behaupten die Beſchränkung wirkſamen Ein⸗ als zweites Be⸗ angegeben, daß en der Landwirt⸗ zenn man zu ihter n ſolle. Söbald nviele kandwitthe dieſelbe buß als zeiten benutten. jeßt in alen den eder einen ſöhern r die Erzeugungs⸗ hts zu erwarten; jſie ſich der Jahl anes Erachten ſ ind auch iörienz 215 ſo klar, daß wohl ſelbſt das ſchwächſte Gemüth dadurch beruhigt werden kann. Auch glaube ich, ohne auf die Gabe der Weisſagung Anſpruch zu machen, nicht zu irren, wenn ich vorherſage, daß der Erfolg dieſelben vollkommen als begründet darſtellen, und daß in nicht gar zu großer Ferne eine Conjunctur eintreten müſſe, die den rationellen Schafzüchter den Lohn ſeines angewandten Verſtandes und Fleißes in reichem Maße ſpenden wird. Und dieſe günſtige Conjunctur wird die auſtraliſche (neuholländiſche) Schafzucht nicht verhindern, ja ich möchte beinah behaupten, daß ſie dieſelbe eher herbeiführen hel⸗ fen kann. Man denke ſich einmal den nicht allein mög⸗ lichen, ſondern ſogar wahrſcheinlichen Fall, daß Parthien von feiner Wolle, die man von dort erwartet, und die eine Lücke am engliſchen Markte auszufüllen beſtimmt ſind, drei Monate ſpäter eintreffen, als man dies vermuthet hatte, was bei einem ſo weiten Seetransporte ſo ſehr leicht möglich iſt. Man bedenke, was ich oben nicht ohne Grund geſagt habe, daß Deutſchland nicht für noch weite Dauer hinaus den engliſchen Markt mit ſo großen Maßen von edler Wolle, wie bisher, verſorgen wird: ſo iſt die angedeutete Lücke ſehr bald möglich. Spanien kann und wird ſie nie mehr ausfüllen, da ſeine Schafzucht in viel zu tiefem Verfalle iſt, und ſich auch nicht ſobald, vielleicht auch nie wieder, von demſelben erholen wird. Um nun dieſe Lücke auszufüllen, bleibt denn den engliſchen Ma⸗ nufacturiſten nichts übrig, als ſich um jeden Preis von einer andern Seite her zu verſorgen. Nur derjenige wird über meine ſcheinbar ſanguiniſchen Hoffnungen lächeln, der 214 mit dem Gange des Ganzen nicht vertraut iſt. Ich will ihn zu meiner Rechtfertigung hier ganz kurz darſtellen. Die Manufacturen in England arbeiten, wie bekannt, faſt alle im Großen. Die Menge von Arbeitern, und die theuer anzuſchaffenden Maſchinen müſſen ſtets be⸗ ſchäftiget ſeyn, wenn das Anlagekapital ſeine regelmã⸗ ßigen Zinſen tragen ſoll. Nun denke man ſich einen augen⸗ blicklichen Stillſtand derſelben. Die ausbleibenden Zin⸗ ſen ſind dabei nicht der größte Verluſt. Die Arbeiter, welche man vielleicht auf eine unbeſtimmte Zeit nicht be⸗ ſchäftigen kann, leiden Noth, was dem Fabrikherrn nicht gleichgültig ſeyn wird, oder ſie ſuchen ſich anderwärts Be⸗ ſchaͤftigung, was er noch weniger ruhig anſehen kann.— Aber dergleichen Manufacturen verſorgen ſich doch in der Regel auf eine Zeitlang mit dem rohen Material, wodurch ſie vor dergleichen Verlegenheiten geſichert werden.— Dies iſt allerdings gegründet, jedoch aber nicht im All⸗ gemeinen, vielmehr gibt es deren, die nie auf große Vor⸗ räthe halten, weil ſie bei dem geregelten engliſchen Woll⸗ handel ſich ſtets hinlänglich verſorgen können.— Wenn nun noch dazu gerade in einer Periode, wo das rohe Material zu mangeln anfinge, eine ſtarke Nachfrage nach Wollenwaaren einträte: ſo würde und müßte ſich ein Preis für edle Wolle bilden, wie er noch kaum einmal da geweſen wäre. Da ich nun über das Ungegründete der Furcht vor einer allzuſtarken Vermehrung der edlen Schafe mehr als genug geſagt habe, ſo gehe ich jetzt zu dem zweiten Punkte über; dieſer betrifft haben. ſorochen ſchaften werkt, heiten in ſeyn wir ſamen u überzeue ſelben E Tiere: ähnlich es aud denſelbe ſchwier Ausfüh foderlic Es wü dut ſt. Jh vl z kurz darſelen, eiten, wie bekann, a Abbeitern, und müſſen ſtets be ſtal ſeine regelmi⸗ um ſich einen augen⸗ zusbleibenden zin⸗ ſt. Die Areeite, imte Zeit nicht be⸗ Fabrikherrn rict c anderwärts Be⸗ anſehen kann.— n ſich doch in der Material, wodurch ſicert werden.— aber nicht im Al⸗ nie auf große Vor⸗ en engliſhen Pol⸗ können.— Wenn de, wo dis roh ake Nachfuxe uch ind müßte ſch ein noch kaum einmi dete der Furch ve en Schafe meſr an em zweiten pumdt 215 Die Güte, bis zu welcher die edle Wolle noch geſteigert werden wird und kann. So viel auch bis jetzt ſchon für die veredelte Schaf⸗ zucht gethan worden iſt, ſo kann man doch behaupten, daß wir damit noch lange nicht an dem möglich zu er— reichenden Ziele ſind; ja daß wir erſt ſeit noch nicht gar langer Zeit eine richtige Bahn nach demſelben betreten haben. Schon habe ich von ſo hochedlen Thieren ge⸗ ſprochen, die alle guten und wünſchenswerthen Eigen⸗ ſchaften in ſich vereinigen; dabei habe ich aber auch be⸗ merkt, daß dergleichen Thiere nur noch ſeltene Einzeln⸗ heiten in ganzen Heerden ſeyen. Ob es jemals möglich ſeyn wird, ſie zur Allgemeinheit auszubilden, das iſt die Aufgabe für die rationelle Schafzucht. Wir legen uns nun die Frage zunächſt vor: wird es wohl einmal einer Schäferei gelingen, dieſen Grad von Vollendung zu erreichen?— eine Frage, die keineswegs ſo gar ſchwer zu beantworten ſeyn wird. Jeden aufmerk⸗ ſamen und verſtändigen Schafzüchter hat ſeine Erfahrung überzeugt, daß, wenn er mit gleicher Sorgfalt ſtets die⸗ ſelben Grundſätze befolgte, er bei jeder Generation mehr Thiere zählte, die dem Vorbilde, das er ſich geſetzt hatte, aͤhnlich waren. Wenn dies nun Thatſache iſt, ſo muß es auch möglich ſeyn, daß endlich alle Nachkömmlinge denſelben gleich werden müſſen. Was aber die Sache ſchwierig macht, und die Wahrſcheinlichkeit der völligen Ausführung ſchwächt, das iſt die Länge der Zeit, die er⸗ foderlich iſt, um endlich an dieſes Ziel zu gelangen. Es würden wohl ein Paar Menſchenalter erfoderlich — 216. ſeyn, um dies zu können. Daher müßte ein verſtändiger Schafzüchter, der ſein Ziel ganz richtig aufgefaßt hätte, wenigſtens drei Nachfolger haben, welche die Schäferei, die er ihnen hinterließe, ganz in gleichem Geiſte fort⸗ züchteten. Zu den Unmöglichkeiten gehört dies freilich nicht, wohl aber zu den Unwahrſcheinlichkeiten. Wäre dies nun aber auf die angegebene Weiſe durchgeführt: ſo würde eine ſolche Schäferei als Ideal für alle übrigen daſtehen. Sie müßte dann, nach der Beſtimmung, wie ſie jetzt in den Wollſortimenten ſtatt findet, ungefähr die Hälfte Super⸗Electoral, die zweite Hälfte Electoral, mit Abrechnung von weniger Abfallwolle geben. Da der⸗ gleichen Thiere, wie ſchon geſagt, auch jetzt bereits exiſtiren, ſo wäre es Unſinn, behaupten zu wollen, daß es phyſiſch unmöglich wäre, eine ganze Heerde von dieſer Qualität zuſammen zu bringen. Möglich iſt es, ich wiederhole es, nur nicht wahrſcheinlich. Und geſetzt, es wollte das gün⸗ ſtige Geſchick der veredelten Schafzucht, daß dieſe Möglich⸗ keit auch in die Wirklichkeit überginge: ſo würde dies vielleicht nur einmal vorkommen.— Wir denken uns die Sache nun realiſirt, und fragen, ob uns auch dann wegen der bleibenden Vollkommenheit einer ſolchen Heerde gar keine Bedenklichkeiten aufſtoßen ſollten. Angenommen, der Culminationspunkt ſey erreicht, ſo hat man, wenn er nicht einige Generationen hindurch feſtgehalten wor⸗ den iſt, noch keine Garantie, daß man darauf ſtehen bleiben werde. Sonſt ſind die letzten bis zur Vollkommen⸗ heit emporgehobenen Individuen noch nicht conſolidirt, und ein Streben nach Abweichungen wird in ihnen ſich regen. Auf herr von Bandes d keiten Nr. ſo klar un Ein tein Verſtand: aͤlen Sch Reiner nur für Leich ein Anong haben. 6 Mrigkeite Widder ſey in! ualit wurde) erz ſich der ob nicht bern die noch d zu jener auf eine aus Liebe düen ange reich und die Va nen To hitte hiet ein erſändihe rufgefaßt hätte j die Schäftrit en Geiſte fott it dies freilih hhkeiten. Wäre ſe durchgeführt: für all übtigen eſtimmung, wie et/ ungefähr die eElectoral, mit ben. Da der⸗ jereits exiſtiren, ah es phyſich dieſer Qualitäͤt wiederhole es, wollte das gün— dieſe Nöglich⸗ ſo würde dies denken uns die ih dann wegen hen Heerde gar Angenommen, jat man, wenn ſtgehalten wor darauf ſtehen ur Vollkommen⸗ conſoliditt, und hnen ſich echen 217 Auf dieſes hohe Ziel, glaube ich, deutet der Frei⸗ herr von Ehrenfels in ſeiner Kritik des erſten Bandes dieſes Werkes in den Oekonomiſchen Neuig⸗ keiten Nr. 37 hin, wenn er ſich dasſelbe auch nicht ſo klar und vollendet vor die Phantaſie gezaubert hat. Ein rein in ſich ſelbſt erhaltener, mit Ausdauer und Verſtand vom erſten Anfange an gezüchteter Stamm von edlen Schafen iſt dazu erfoderlich. Aber in dieſer Reinerhaltung kann jeder Schafzüchter nur für ſich ſelbſt ſtehen. Leichter ſcheint freilich die Erſtrebung dieſes Ideals ein Anonymus, mit G. B. unterzeichnet, ſich gemacht zu haben. Er behauptet in den gedachten Oekonomiſchen Neuigkeiten: daß eine Schäferei, die bloß durch Widder von unten herauf veredelt worden ſey, in wenigen Jahren Wolle der hoͤchſten Guglitst(die auch mit dem höchſten Preiſe bezahlt wurde) erzeugt habe. Zu verwundern war es freilich, daß ſich der oben genannte Veteran der veredelten Schafzucht nicht berufen fühlte, eine ſolche lächerliche Uibertreibung, die noch dazu mit auf ſeine Koſten geſchah, da man zu jener Veredlung Widder von ihm gebraucht hatte, auf eine gebührende Weiſe zu rügen, wenn er es nicht aus Liebe zum Frieden that. Sein Satz, den er in der eben angezeigten Kritik gegen Uibertreibungen aus Frank⸗ reich und Preußen ſcharf ausſpricht, nämlich:„Wen die Wahrheit erbittert, der ändere ſei⸗ nen Ton und rücke der Wahrheit näher,“ hätte hier ganz beſonders Anwendung gefunden. Es iſt 218 freilich ein undankbares Geſchäft, jemanden, der ſich mit ſeinem Muthe und ſeiner Weisheit in die Hecken der Anonymität verkriecht, von dort hervor zu holen, und ſich am Ende noch dabei zu verwunden. Aber gerade die Liebe zur Wahrheit und der Sinn für die Wiſſenſchaft müſſen ſolche Rückſichten aufheben. Zu welchen Irr⸗ thümern können dergleichen, für den Erfahrnen freilich hirnloſe, für den Unerfahrnen aber doch zweifelhafte Be⸗ hauptungen die Anfänger in der Schafzucht verleiten! Und daß dies nicht geſchähe, darüber müſſen die Co⸗ ryphäen in derſelben wachen. Wo es ſich um Wahrheit handelt, da muß man den Pygmäen die Freude gönnen, daß ſie dadurch eine Art von Wichtigkeit erlangen, wenn man mit ihnen anbindet. Nachdem ich nun eine als Ideal vollendete Schäferei aufgeſtellt, dabei aber bewieſen habe, daß dieſe, wenn ſie nach irgend einer Wahrſcheinlichkeit einmal in die Wirk⸗ lichkeit treten ſollte, gewiß allein und als Vorbild für alle übrigen daſtehen würde, gehe ich auf den fernern Fortgang über. Bei dem allgemeinen Streben, deſſen man ſich mit ſo großem Eifer zur höhern Veredlung der Schäfereien befleißigt, machen dieſelben ſo erfreuliche Fortſchritte, daß für die Zukunft ein immer vollendeteres Product und zwar in einer unendlichen Mannigfaltigkeit entſtehen muß. Die erſten Elemente, aus denen die verſtändigen Schafzüchter ihre Heerden zuſammenſetzen, ſind meiſt ſo verſchieden, daß daraus ſchon bei der Menge derſelben eine Mannigfaltigkeit des Products entſtehen muß, wenn auch die wie dieſe würde. ſich ein So wie tohe Wa Manufac dieſen de von Wa weiſe hie Lammwe der Nich Und wie tigung de gebracht deſto n Stoffe der Ver. W der Wal das iſt Hauptfr einen ſe erwarte Was m in Frau mehr ei buhlerei doſen de unden, der ſih mi in die Heckn d zu holen, und ſih lber gerade di ür de Wiſfenſchei Zu welchen Irr⸗ Erfahrnen fteilih h zweifelhafte B⸗ hafzucht verleiten! er müſſen die G⸗ ſih um Wahrhei die Freude gönnen it erlangen, wenn olendete Schäferi daß dieſe, wenn ſe nmal in die Vit⸗ und als Vorbild ich auf den fernen eſeen man ſih mi g der Sohifereien he Fortſchritte dij teres Produtt und faltigkeit entſeee en die verfündihe ten, ſind meiſt r Menge derſelben tſtehen muß, wenn 219 auch dieſes nicht durch die verſchiedene Art und Weiſe, wie dieſelben die Veredlung fortſetzen, zu Stande gebracht würde. Aber gerade auf dieſe Mannigfaltigkeit gründet ſich ein immer mehr zunehmender Verbrauch desſelben. So wie nun die Schafzüchter eine höchſt vollkommene rohe Waare, auf verſchiedene Weiſe ausgebildet, den Manufacturiſten zum Verkauf bringen, ſo bietet ſich dieſen daraus wieder eine Veranlaſſung zur Verfertigung von Waaren, die man bis jetzt noch nicht kannte. Ich weiſe hier. ſtatt mehrerer Beiſpiele, nur auf die feine Lammwolle hin, aus welcher man Zeuge verfertigt, die der Nichtkenner gewiß nicht als ſchafwollene anſehen wird. Und wie weit hat man es mit der Wolle in der Verfer⸗ tigung von Shawls und anderer Bekleidungen der Frauen gebracht! Je vollendeter alſo das rohe Wollproduct wird, deſto mehr können wir mancher rohen ausländiſchen Stoffe entbehren, und um ſo mehr erweitert ſich dann der Verbrauch der Wolle. Welches Land ſich aber jener hohen Vollendung, der Wahrſcheinlichkeit nach, am ſchnellſten nähern werde, das iſt wohl ſchon in der Beantwortung der erſten beiden Hauptfragen enthalten. Deutſchland hat vor allen übrigen einen ſo großen Vorſprung gewonnen, daß es ganz un⸗ erwarteter Ereigniſſe bedürfte, um ihm dieſen zu rauben. Was man auch immer von Seiten der Schafzüchtervereine in Frankreich unternehmen wird: ſo iſt gewiß, daß dies mehr eine Nacheiferung Deutſchlands als eine Neben⸗ buhlerei bleiben wird. So wenig auch ſonſt die Fran⸗ zoſen den Deutſchen Gerechtigkeit widerfahren laſſen: 220 ſo thun ſie dies doch hierin. Die deutſche Ausdauer; die Entfernung von dem Dünkel, daß man das ſchon er⸗ reicht habe, wornach man noch ſtrebt; die Ruhe und Beſonnenheit, mit der man ſein Ziel auffaßt, die Erfah⸗ rungen, die man mit Verſtand bereits geſammelt hat: alles dies ſichert der deutſchen Schafzucht den erſten Rang für die Folge und läßt ſie als Centralpunkt der veredelten leuchten. Und dies wird in der Folge ſich noch mehr offenbaren. Ja es wird die Zeit eintreten, wo deutſche Merinos und Electoralſchafe Synonyma ſeyn werden. So wenig es noch eines langen Beweiſes für dieſen Satz bedarf, ſo will ich doch hier noch einiges dafür an⸗ bringen. Der hochedlen Schafheerden werden in Deutſchland immer mehr. Es iſt daher für diejenigen, welche noch in der Veredlung zurück ſind, leicht, ſich mit Zuchtthieren zu verſehen, um das Fehlende nachzuholen. Der Sinn für die veredelte Schafzucht iſt in dem Grade erwacht, daß er einen allgemeinen Wetteifer zu Wege gebracht hat. Selbſt in den kleinern Schäfereien der Ruſtikalbeſitzer hat man damit begonnen, und der erſte gute Erfolg reizt zur Fortſetzung des Unternehmens. Einzelne Ausnahmen können um ſo weniger für die Re⸗ gel gelten, als ſie immer ſeltener werden, und als jener Sinn bereits auch da ſich zeigt, wo früher noch die größte Gleichgültigkeit und Dunkelheit herrſchte. Wenn auch da und dort eine einzelne Schäferei nicht gerade vorwärts geht, ja wenn es auch welche gibt, die eher zurückkommen: ſo ſind deren ſo wenige, daß ſie ———˖:—⸗—⸗—⸗—⸗:::::——„4„.,—— riht in! Nenge d machen. wieder der terſndige Mißgriffe Der der deutſe als alles Peredlun Abe nicht ſtehe nien behal zertüttet; nige libe ihm durch wenn es wälzungen zu ſpät, ſinen M einem hö dann wie überall z kenntlicht Es wird freuen, d benutztth Wer und polit ſche Ausdaue⸗ n das ſchon er⸗ die Ruhe un faßt, die Erfe⸗ geſammelt hat: den erſten Rang kt der veredelten ſich noch mehr en, wo deutſche zſeyn wetden. eiſes für dieſen niges dafür an⸗ in Deutſchland en, welche voch nit Zuchtthieren n. zucht iſt in dem en Wetteifer zu ern Schäfereien unen, und der BUnternehmens. ger für die Re⸗ „und äls jene noch die ißte zelne Shiftri uch welche güüt venige,deß ſe 2 21 nicht in Betrachtung gezogen werden köͤnnen gegen die Menge derer, die in ihrer Veredlung raſche Fortſchritte machen. Selbſt die, welche zurückgehen, haben bald wieder das günſtigere Schickſal, daß ſie in die Hände eines verſtändigen Schafzüchters gerathen, der die begangenen Mißgriffe wieder gut macht. Der lohnende Preis und der große Vorzug, welcher der deutſchen Wolle überall zu Theil wird, muntert mehr als alles Uibrige zu deren Erzeugung und immer mehrerer Veredlung auf. Aber auch die übrigen Länder Europa's werden nicht ſtehen bleiben. Läßt ſich dies doch ſogar von Spa⸗ nien behaupten, ſo ſehr ſeine Schafzucht auch gegenwärtig zerrüttet iſt. Wenn dies Land erſt immer mehr die trau⸗ rige Uiberzeugung gewinnen wird, welche reiche Einnahme ihm durch ſeine verſchlechterte Wollqualität entgeht, und wenn es ſich erſt ein wenig von ſeinen politiſchen Um⸗ wälzungen erholt haben wird: dann muß es, freilich wohl zu ſpät, anfangen, einen Schatz, dem ihm die Natur in ſeinen Merinos gegeben hat, mehr zu würdigen und zu einem höhern Werthe zu erheben. Es wird ihm freilich dann wie dem Stumpfſinnigen und Trägen gehen, der überall zu ſpät kommt. Umſonſt wird es dann auf Er⸗ kenntlichkeit der übrigen europäiſchen Länder rechnen. Es wird ſich, wie überall in der Handelswelt, jedes Land freuen, das dieſen Schatz aufs beſte zum eigenen Vortheil benutzt hat. Wenn nun aber keine unvorhergeſehene phyſiſche und politiſche Zerrüttungen dieſem Fortgange in der Ver⸗ 222 edlung der Schafzucht in den Weg treten: ſo wird es endlich ſo weit kommen, daß auch der niedere Stand feine wollene Kleider tragen und ſich dabei behaglicher finden wird als in der jetzigen gröbern. Und wenn erſt alle andere Verhältniſſe allmählig vorgerückt ſind, dann werden auch die feinen nicht theurer ſeyn als jetzt die groben, weil die Erzeugung der feinen Wolle alsdann mit denſelben Koſten wird bemwerkſtellgt werden können, wie jetzt die der gemeinen. Freilich ſteht dieſem Zuſtande der höhern Kultur, der dann wohl auch in allen übrigen Gewerbszweigen eingetreten ſeyn müßte, noch ſo manches Hinderniß im Wege, und wenn auch der eben geſchilderte hohe Grad der Verfeinerung der Genüſſe, beſonders in der Beklei⸗ dung, noch zu den ſchönen Träumen für die Zukunft ge⸗ hört: ſo darf man ihn doch nicht zu den Chimären zählen. Ich ſchließe das Ganze mit der Anführung einiger Männer, die ſich um die Veredlung der europäiſchen Schaf⸗ zucht verdient und dadurch berühmt gemacht haben. In Frankreich nenne ich Daubenton und Pictet. Beide bemühten ſich nicht allein, die Einführung der Merinos in ihrem Vaterlande zu vermehren, ſondern ſie trugen auch durch Lehre und Beiſpiel viel zu deren höherer Veredlung bei. In neuerer Zeit ſind es die Herren Girod und Perault de Jotems; ſo wie auch ins⸗ beſondere Herr Ternaux der ältere, die dieſen wichtigen Zweig der National⸗Induſtrie und des Wohlſtandes rihtig wi virkten. That vill Schafe zu zu wecken. einn, um da InS den, der Denn wa um deren das war! wirthſchaf Tas Hauhone Wollmaſſe Neben ihr in ſo coor einzelne he Deut in die In Oeſter erſeer Gröh hard Pe verſtorben Gtef Ma Verſtande Ich nenn als ihr I ſͤnlich wa ten: ſo wid rniedere Stand dabei behagliher Und wenn u rüct ſind, dam eyn als jetzt die n Wole alsdam t werden können, t höhern Kultur, Gewerbäzweigen hes Hinderniß in derte hohe Grad in der Balei⸗ die dukunft ge⸗ Chimären zählen Inführung einiger ropäſchen Sche⸗ nacht haben. ton und hittet⸗ Einfährung de ihren, ſendern ſe el zu deren föhere d es die hertn zſowie auch in⸗ ie dieſen wichizen des Pohlſandes 225 richtig würdigten und zu deſſen Aufblühen aufs kräftigſte wirkten. Beſonders trugen die erſteren durch Lehre und That viel dazu bei, die richtige Kenntniß hochveredelter Schafe zu befördern, und den Sinn für deren Züchtung zu wecken. Letzterer greift mit ſeiner ſtarken Hand jetzt ein, um das angefangene Werk dieſer Beiden zu fördern. In Spanien iſt nie ein Name beſonders genannt wor⸗ den, der ſich in der Merinozucht berühmt gemacht hätte. Denn was auch der Cardinal Nimenes veranſtaltete, um deren Blut durch eine neue Auffriſchung zu veredeln, das war mehr eine politiſche als ſcientifiſche und land⸗ wirthſchaftliche Unternehmung. * Was Backewell in England gethan hat, um den Hauptzweck der engliſchen Schafzucht, große Fleiſch- und Wollmaſſe ſchneller zu erreichen, das iſt bekannt genug. Neben ihm glänzen noch viele andere Schafzüchter, aber in ſo coordinirtem Range, daß es ſchwer werden würde, einzelne herauszuheben. W Deutſchland kann ſtolz ſeyn auf die Männer, die es in dieſem Fache als ausgezeichnet aufzuweiſen hat. In Oeſterreich glänzen deren ſehr viele, aber als Sterne erſter Größe Herr von Ehrenfels und Herr Bern⸗ hard Petri. Neben ihnen erhob ſich der leider ſo früh verſtorbene Rudolph And rée. In Preußen war es Graf Magnis in der Grafſchaft Glatz, der zuerſt mit Verſtande und unermüdlichem Eifer die Sache betrieb. Ich nenne die Einführer der Merinos um ſo weniger, als ihr Verdienſt zwar groß, aber nicht gerade ſo per⸗ ſönlich war, da ſie mehr nach politiſchen Verhältniſſen 224 handelten. Unter Allen aber erhob ſich unſer nun ver⸗ ewigte Thaer, der Altvater der ganzen deutſchen Land⸗ wirthſchaft, und alſo auch der höhern Schafzucht. Sein Scharfſinn durchdrang jedes, dem er ſich mit Eifer hin⸗ gab. Da nun dieſer Zweig der Landwirthſchaft bald ſein Lieblingsfach wurde: ſo war es natürlich, daß er darin ſo viel und ſo Großes leiſtete. Seine Anfechter gleichen daher auch den Dohlen hinter dem Adler. Un⸗ ſterblich ſind ſeine Verdienſte, und Undank, deſſen ſich der Deutſche wohl nicht ſchuldig macht, wäre es, dieſe ſchmälern zu wollen. Auffallend aber iſt es, daß gerade im Centralpunkte der deutſchen Schafzucht, in Sachſen, kein ſolcher Stern erſter Größe glänzt. Man möchte ſich dies ſo erklären, als ob dort die Sache durch ſich ſelbſt gearbeitet hätte, und als ob die im erſten Bande dargelegten günſtigen Verhältniſſe für die Schafzucht in Sachſen nicht erfodert hätten, daß ein mächtiger Arm zu deren hohem Schwunge ſich hätte erheben müſſen. Aber gleich dem Tyrtäus, der, obgleich nicht ſelbſt Held, doch die andern ſo begeiſterte, daß er zehn Helden in der Schlacht aufwog, ſteht unſer würdiger André da. Durch ſtete Aufmunterung, durch raſtloſes Anreizen bewirkte er, daß zu einer Zeit, wo noch wenig Eifer für veredelte Schafzucht herrſchte, dieſer mächtig erwachte, und daß man nun die Sache ſo kräftig ergriff, daß als⸗ bald die glücklichſten Folgen ſichtbar wurden. Unſchätz⸗ bar ſind ſeine Verdienſte um die deutſche Schafzucht, und er iſt durch ſeinen raſtloſen und unermüdlichen Eifer der Wohlthit her andet dohn träg daß er d Wie matk in gemach, hat, zu bekennen In du Hauſ findet no auf keiner Und dies iſtd jung, al gezeichne h unſer nun ver en deutſchen ban Schafzucht. Ein ſich mit Eifer hir ndwirthſchaft bad natürlich, daß Seine Anfechte tdem Adler. U⸗ ndank, deſſe ſi ſt, wäre es, diſß eim Centralpuite hin ſolcher Sten hdes ſo erlliren, t gearbeitet hitk, gelegten gunfühe chſen nict erföde en hohem Schwunge obgleich rict ſehſt aß er zehn helden würdiger An di raſtloſes Irreizer noch wenit Eife⸗ e mächtig ervacht ig ergriſf dch ie wurden. Unſchi⸗ he Scjaßfuh n müdlichen Eifer d 225 Wohlthäͤter ſeines Vaterlandes mehr geworden, als man⸗ cher andere, dem man prächtige Denkmäler ſtiftet. Seinen Lohn trägt er in ſich ſelbſt, und vergrößert iſt er ihm dadurch, daß er das Gelingen ſeiner Anſtrengungen geſehen hat. Wie ſchon immer bemerkt, hat Schweden und Däne⸗ mark in der veredelten Schafzucht nie großes Aufſehen gemacht, und es iſt daher auch keiner, der ſie betrieben hat, zu beſonderer Celebrität gelangt. Ich wenigſtens bekenne darin meine Unwiſſenheit. 3 In Ungern iſt Eifer und Fleiß für die Schafzucht zu Hauſe, aber eigentliche Berühmtheit in derſelben findet noch nicht ſtatt, ſie konnte ſich daher auch noch auf keinen der dortigen Schafzüchter übertragen. Und ſo iſt es auch in Polen und Rußland. Uiber⸗ dies iſt dort auch die veredelte Schafzucht noch viel zu jung, als daß es ſchon Männer geben könnte, die Aus⸗ gezeichnetes darin geleiſtet hätten. VU N N A N Q uuuNN N u nn u n Ann nn uuN Nuu unun n N Nu N uu Nin A u N v. 8 VU NU U n Nu N u. ρ — 2 A Nu u Druckfehler und Verbeſſerungen. lies T N Vuu u u uNn a n u NN R rügen ſtatt Trägen. ihn ſtatt ihm. dem ⸗ denn. hat ⸗ hätte. vorzüglichen ſtatt vorzüglich. Volksbildung ſtatt Volksausbil⸗ Weltmarkte ſtatt Wollmarkte. Qualität- Quantität. laſten ſtatt haften. 5 Cooc ⸗ Corc. hie ⸗ hin. könne ⸗ können. ihnen⸗ ihrem. Armuth ſtatt Anmuth. müſſe ſtatt müßte. rationellen ſtatt rationollen. Neu⸗Süd⸗Wales ſtatt Neu⸗ und Süd⸗Walles. vernähme ſtatt vernehme. gültig ⸗ ungültig. immer ⸗ nimmer. eins der⸗ uns der. ſoll ſtatt ſollen. — ꝑ,¾ ͤ— ——— ſſerungen, rägen. tatt vorzüglic. ſtatt Volksausbib⸗ att Wollmarkte, „Quantität. ten. 6. nen. em. nmuth. te. att rationollen. gales ſatt Rel⸗ Walles. t vernehme. ungültig. nmer. z der. n. Im Verlage der J. G. Calve ſchen Buchhandlung er⸗ ſcheint und wird in allen ſoliden Buchhandlungen Deutſchlands Pränumeration angenommen auf nach⸗ ſtehende ſehr empfehlungswerthe Zeitſchrift: Oekonomiſche Neuigkeiten und Verhandlungen. Zeitſchrift für alle Zweige der Land⸗ und Hauswirthſchaft, des Forſt⸗ und Jagdweſens im Oeſterreichiſchen Kaiſerthum und dem ganzen Deutſchland. Herausgegeben von Chr. C. André und J. G. Elsner. 19. Jahrgang für 1829. Jährlich erſcheinen 2 Bände in gr. 4., deren jeder 48 Bogen Text, mit den dazu nöthigen Kupfern und Ta⸗ bellen enthält. Der Pränumerations⸗Preis im Buchhandel iſt 10 fl. C. M. für den Jahrgang. Auch nehmen die k. k. Poſtämter mit 6 fl. 36 kr. C. M. für den halben Jahrgang, incluſive der poxtofreien Zuſendung bis zum reſp. Wohnorte der T. P. Herren Beſteller, Pränumeration an. Die Jenaiſche Allgemeine Literaturzeitung vom Jahre 1828, Ergänzungsblätter Nr. 69— 72, ſagt über dieſe Zeitſchrift:„Unter allen ökonomiſchen Zeitſchriften iſt dieſe unſtreitig die vorzüglichſte; ſie zeichnet ſich beſonders dadurch aus, daß ſie von jeher eine große Anzahl der auserleſenſten Männer aus allen Ländern und Gegenden Deutſchlands zu Mitarbeitern hatte, und daher nicht nur in demſelben, ſon⸗ dern auch ſogar in andern Welttheilen geleſen wird; daß ſie ſchon ſo lange ihren Werth behauptet, und dadurch zu einem Magazin der Wiſſenſchaft für alle Zweige der Land⸗ und Hauswirthſchaft, des Forſt⸗ und Jagdweſens angewachſen iſt 3 endlich daß ſie der würdige Herausgeber von aller Parthei⸗ ſucht entfernt hielt, damit ſich nur die reine Wiſſenſchaft ab⸗ läutern ſollte.“ ꝛc. ꝛc,—. Folgende ſehr empfehlungswerthe Schriften erſchienen ebenfalls in der J. G. Calve ſſchen Buchhandlung in Prag, und ſind durch jede ſolide Buchhandlung zu beziehen: André, Rudolf, Anleitung zur Veredlung des Schafviehes. Nach Grundſätzen, die ſich auf Natur und Erfahrung ſtützen. Zweite mit Anmerkungen und Zuſätzen vermehrte Auflage. Nach des Verfaſſers Tode herausgegeben von J. G. Elsner. Mit Kupfern und Tabellen. 4. Prag 1826. Gebunden 2 fl. 8 kr. C. M. (1 Rthlr. 12 ggr.) Ehrenfels, J. M. Freihr. v., Wie kann die geſunkene Landwirthſchaft und der geſunkene Bodenwerth in Oeſter⸗ reich wieder gehoben werden? Eine beantwortete Preis⸗ frage mit dem Motto:„Alles darf nicht überall wachſen.“ (Aus den Oekonomiſchen Neuigkeiten 1828 beſonders ab⸗ drcd) gr. 8. Prag 1828. 7 Bogen ſtark. In nettem mſchlag broſchirt 48 kr. C. M.(14 ggr). Elsner, J. G., Beſchreibung meiner Wirthſchaft z9 Reindorf in Preußiſch⸗Schleſien. gr, 8. Prag 1826. Broſchirt 40 kr. C. M.(12 ggr.) Ribbe, J. C., das Schaf und die Wolle, deren Ge⸗ ſchichte, Erzeugung, Wartung, Veredlung und Beurtheilung; mit Bezug auf die großen Vortheile, welche die Wolle, beſon⸗ ders aber der Handel mit derſelben, nicht nur den ſtädti⸗ ſchen Gewerben, ſondern auch der landwirthſchaftlichen Be⸗ triebſamkeit in Deutſchland gewährt. gr. 8. Prag 1825. 18 den ſtarb Preis 1 fl. 45 kr. C. M.(1 Rthlr. Verrichtungen, monatliche landwirthſchaftliche; herausgegeben von einem praktiſchen Landwirth. Mit 11 Tabellen. Dritte verbeſſerte Auflage. 8. 1820. Schreib⸗ papier 1 fl. 48 kr. C. M.(1 Rthlr. 4 ggr.) Anſichten, neueſte, über Wolle und Schafzucht. Von Perrault de Jotemps, Fabry und Girod. Erſter Theil, überſetzt und mit Anmerkungen von Ch. C. André.(Aus den Oekonomiſchen Neuigkeiten beſonders abgedruckt.) gr. 4. Prag 1825. Broſchirt 1 fl. C. M. (18 ggr.) Löhner Dr., Kurze Anleitung zur Kenntniß und Beurtheilung der Wolle und zur Veredlung der Schafherden. Für böhmiſche Schafzüchter und höhmiſche Wirthſchaftsbeamte. gr. 8. Prag. Broſchirt 30 kr. C. M.(8 ggr.) —— Fragmente über Schafzucht, Wollhandel, und Wollmärkte in Böhmen. gr. 8. Prag 1828. Broſchirt 36 kr. C. M.(12 ggr.) ne denntdorte gai⸗ nicht überal niſe en 1828 detndt den ſtark. dun u gor), einer Wirthth Ohle ſien. g, M. Ac gr ie Wälle, den e lung un Tauthe heilmn welche de Wals ti nicht nur de ſhi⸗ eahuinͤſhähne 8 e9 8. Pr 93 C. M.(d Whc M. dwirthſchaſtlite⸗ ſchen Landwitth. M lage.§. 18 0. Strü⸗ thlr. 4 ögr) 1 und Schaffuch , Fadry ud Giron tmerkungen u Ch.L en Nevigkeite därde Broſchirt 1 ,8N, zut Kenntnignn und und zur Veredung niſche Schaßzitt ter un it 3 r. 8. Drag. Britt 14t, Vol lhnu— ) 6 efeaa 1'' telasnsrnsnarnRsrRsäatngehnsannaaganenéénsnanaannohha 10 11 12 13 14 eear eree “ —