Univ-Sidſ. Giessen F. 4 Aibersicht de europäiſchen veredelten Schafzucht von J. G. EIsner. Erſter Band. J. G. Calve'ſche Buchhandlung. 1828. S. ftuchtb der jüngſten Bedunkens, geichſam ar hetab er de ihten Gang Standpunk nich dei bitete. A Schaßuch Sie trag vorhanden Schafzuch Vorrede. So fruchtbar auch die Literatur der Schafzucht in der juͤngſten Zeit geweſen iſt: ſo fehete ihr, meines Beduͤnkens, doch noch ein Werk, das den Leſer gleichſam auf einen Hoͤhepunkt ſtellt, von welchem herab er die europaͤiſche Schaßzucht uͤberſchauen und ihren Gang und Stand genau beobachten kann. Dieſen Standpunkt zu gewinnen, war das Beſtreben, das mich bei der Verfaſſung des gegenwaͤrtigen Buches leitete. Alle encyelopaͤdiſchen Arbeiten, welche uͤber Schafzucht vorhanden ſind, haben eine andere Tendenz. Sie tragen zuſammen, was von Praxis und Theorie vorhanden iſt, ohne eine Total⸗Uiberſicht der ganzen Schafzucht zu gewaͤhren.— Die Durchſicht meiner Iv Arbeit wird dem Leſer am beſten zeigen, von wel⸗ J1]) chen Geſichtspunkten ich ausgegangen bin. Der erſte Band handelt die Frage ab: 1 giie iſ Wie iſt die europaͤiſche Schafzucht da⸗ n gele bin gelangt, wo wir ſie jetzt finden? 8 und der zweite wird enthalten: iinetmmg 1, x.„&. Allgemeine Wie iſt ihr gegenwaͤrtiger Zuſtand? V Schrß und Spanier Englan Welche Muthmaßungen haben wir I Frankr . Deutſch fuͤr ihre Zukunft? 2 Pre Oeſt 1 Der Werkasser. Kieder Italien Polen Rußlan Schwede Daͤnem G. Wäche oder den! beige ¹) Naßr beſ ) 2) Die d 1 — Inhaltsverzeichniss. I. Wie iſt die europäiſche Schafzucht da⸗ tda⸗ hin gelangt, wo wir ſie jetzt finden?— nden? Inhalt des ganzen erſten Bandes. Seite. Einleitung......„ 414 bis 3 57 A. Allgemeine Aufſtellung des frühern Ganges der Schafzucht in Europa. Spanien...... 3 ⸗ 46 England..... 47 ⸗ 418 wir Frankreich.... 18 23 Deutſchland..„ 3.„ 23*⸗ 65 Sachſen.... 24 ⸗ 43 Preußen....„ 43 ⸗ 506 Oeſterreich.... ⸗ 56 ⸗ 63 Ungarn.... 57 ⸗ 58 Mähren.... 58 ⸗ 60 Erzherzogthum Oeſterreich.. 60. Böhmen..... 60 63 Würtemberg und Baden... 63 ⸗ 65 4 Niederlande.... 65 ⸗ 66 Italien...... 66 ⸗ 67 Polen....-„ 67 ⸗ 69 Rußland. 4... 69 ⸗ 72 Schweden..... 72 Dänemark.. B. Welche Urſachen haben zum Emporkommen oder auch zum Verfalle der Schafzucht in den verſchiedenen Ländern Europas beſonders bbeigetragen 2....4 1) Maßregeln, welche die Regierungen zur Ver⸗ beſſerung der Schafzucht nehmen.. 76 33 2) Die verſchiedene Art und Weiſe, wie die ver⸗ beſſerte Schafzucht von den Landwirthen auf⸗ genommen und in Ausübung gebracht wurde 3) Die allmähligen Fortſchritte der veredelten Schafzucht bis zu ihrem jetzigen Standpunkte Die verſchiedenen Grundſätze, welche man bei der veredelten Schafzucht befolgt hat. 3 Die Urſachen, welche die veredelte Schafzucht be⸗ ſonders befördert haben... Schafzüchtervereine.... Literatur der Schafzucht... c. Allmählige Entwicklung der Wollkenntniß. D. Der Wollhandel..... Wollmärkte. E. Von den Meinungen, Anſichten, Verſuchen und Verfahrungsarten, welche bei der europäi⸗ ſchen Schafzucht ſo vielfach vorgekommen und aufgeſtellt worden ſind.. Ob die Merinos mehr und beſſeres Futter brauchen, als Landſchafe.. Ob dieſe wenigeren Krankheiten unterworfen ſind als jene.... Kreuzungen oder Vermiſchungen der Racen Stallfütterung.. ¹.. Welche Fütterungsarten am beſten auf den Körper und die Wolle der Schafe wirken Sorgloſe Behandlung.. Verpflegung der Schafe... Kartoffelfütterung.... Erdſchocken(Topinambours)... Ablohnung der Schäfer... Auffriſchung des Blutes... Gebrauch von Widdern.„. Frühes Lammen„.. F. Von einigen Abarten der veredelten Schafe. G. Woher kommt es, daß manche junge Schaf⸗ züchter alte erfahrne ſo ſchnell und mitunter ſo weit übertroffen haben?... —— Seite. 83 bis 94 94 ⸗ 104 104 ⸗ 117 117 117 ⸗ 128 128 ⸗ 144 145 ⸗ 160 160 ⸗ 194 182 ⸗ 193 194 ⸗ 227 194 ⸗ 195 196 ⸗ 197 193 ⸗ 199 199 ⸗ 205 205 ⸗ 209 209 ⸗ 210 211* 212 212 ⸗ 215 215 ⸗ 216 217 ⸗ 221 221 2 223 223* 225 225 ⸗ 227 227 ⸗ 234 234 ⸗ 237 Wie ißt Wen hunderten ſelben war wir eine ſo werth iſt,; kann. W. Gelegenhei Zunahme zucht faſt bei den üb niger der d Schafen ſtteitig in niſſe, die hält. Da Ausbildun dern groß der wärm Eldner's fe Gite. de 83 bis 94 160;: 194 182 ⸗ 193 194 ⸗M 194 ⸗ 195 196 ⸗ 497 198 ⸗ 199 109 ⸗W? 225 ⸗L09 09 ⸗ A0 411 ⸗ 242 42 ⸗ 25 15 ⸗A6 11 ⸗A MA⸗B 23 ⸗ 225 25 ⸗ A] I. WMie ist die europäische Scharucht dahin ge⸗ langt, wo wir gie jetzt ünden? Wenn wir den Zuſtand der Schafzucht, wie ſie vor Jahr⸗ hunderten in Europa, beſonders im nördlichen Theile des⸗ ſelben war, mit dem vergleichen, wie ſie jetzt iſt: ſo finden wir eine ſo große Verſchiedenheit, daß es wohl der Mühe werth iſt, zu vergleichen, wie ſie das endlich geworden ſeyn kann. Wir werden bei dieſer Vergleichung meiſtentheils Gelegenheit haben, die Bemerkung zu machen, daß mit der Zunahme der Civiliſation auch die Verbeſſerung der Schaf⸗ zucht faſt auf gleiche Weiſe vorſchritt. Denn iſt dies auch bei den übrigen Gattungen der Hausthiere mehr oder we⸗ niger der Fall: ſo findet es doch gewiß vorzugsweiſe bei den Schafen Anwendung. Die Urſache hievon liegt wohl un⸗ ſtreitig in der Verfeinerung der Genüſſe und Lebensbedürf⸗ niſſe, die mit erhöhter Civiliſation ſtets gleichen Schritt hält. Daß bei dieſem Fortgange der Menſchen in der höhern Ausbildung die Schafzucht beſonders in den nordiſchen Län⸗ dern große Fortſchritte machte, liegt in dem Bediürfniſſe der wärmern Bekleidung, die das Klima nöthig macht. Elsner's Ueberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. A 2 Denn nur bei ganz rohen Völkern wird das Schaf bloß um ſeines Fleiſches und ſeiner Haut willen gehalten, bei den gebildeten dagegen iſt die Wolle ſtets der Hauptgegenſtand ſeiner Nutzung geblieben. Wie nun die höhere Bildung der Völker auch mehr Geſchmack an feinerer Bekleidung fand: ſo ſuchte man auch vorzugsweiſe Schafe zu haben, welche die andern ihrer Gattung an Feinwolligkeit übertrafen. In Europa waren in den älteſten Zeiten die Griechen und Rö⸗ mer die gebildeteſten Nationen, und wir finden bei ihnen ſchon Spuren von beſonderer Sorgfalt, die ſie der Schafzucht widmeten. Zwar waren die Länder, welche ſie bewohnten, ſüdlich genug gelegen, um nicht zu allen Jahreszeiten wol⸗ lene Bekleidungen am wünſchenswertheſten zu machen, aber dennoch bedurften ſie deren in den kältern Monaten, und bei dem zunehmenden Reichthume, deſſen ſie ſich erfreuten, und bei dem daraus hervorgehenden Luxus, mußten ſie das Feinſte in der Bekleidung allemal dem Minderfeinen vorziehen. Haben wir nun auch keine zuverläſſigen Nachrichten darüber, von welcher hohen Qualität die Wolle war, welche man ſchon damals erzeugte: ſo mußte ſie dies doch gewiß ſeyn, weil man ſie ſchon zu vielen Lurusartikeln verarbeitete, und ihr die koſtbarſten Farben gab. Ob man ſchon damals die Merinos gekannt habe, iſt deshalb nicht ganz zu bezweifeln, weil dieſe zuerſt in Aſien einheimiſch waren, und die beiden gedachten Völker durch ihre daſigen Beſitzungen ſie leicht kennen lernen konnten. Von Aſien kamen ſie über Afrika nach Europa, und zwar wahrſcheinlich durch die Mauren zuerſt nach Spanien. Denn wenn auch Don Pedro XIV., König von Caſtilien, im 14ten Jahrhunderte Merinos aus der Berber deshalh re und derſch nullt. De Schftacen Handel dine ſo bliben o was iber E mithin auch gehandelt u nun folgend nügend zu⸗ 4. Allg Gange Tir Curopa, u Epanien an die ungekehr in Dauſſcha rien ij zuſ ſchied tückn nicht mehr de lrſachen in den letten d nicht der fbloß um „bei den egenſtand dung der fand: ſo lche die u. In und Rö⸗ ei ihnen cafzucht wohnten, ten wol⸗ den, aber en, und ten, und Feinſte orziehen. darüber, nan ſchon —n, weil und ihr nals die zweifeln, ie beiden ſie leicht er Afrika Mauren 0 XIV., nos aus 5 der Berberei kommen ließ: ſo that er dies wohl vorzüglich deshalb, weil er dieſe edlen Thiere bereits im Lande kannte, und den ſchon vorhandenen Stamm vermehren und auffriſchen wollte. Da dieſe Merinos aber die edelſten unter allen Schafracen ſind, da ſie auf Landwirthſchaft, Gewerbe und Handel einen ſo bedeutenden Einfluß in Europa ausüben: ſo bleiben auch ſie jederzeit der Hauptgegenſtand alles deſſen, was über Schafzucht geſagt und geſchrieben wird, und ſind mithin auch hier die Hauptgattung, von der vorzugsweiſe gehandelt werden ſoll. Nach dieſer Einleitung mache ich nun folgende Abtheilungen, um die oben geſtellte Frage ge⸗ nügend zu beantworten. A. Allgemeine Aufſtellung des fruͤhern Ganges der Schafzucht in Europa. Spanien. Wir fangen mit dieſer an dem äußerſten Ende von Europa, und zwar der Natur der Sache gemäß, mit Spanien an. Hier aber haben wir Gelegenheit, gerade die umgekehrte Beobachtung davon zu machen, als wir ſie in Deutſchland zu machen haben werden. Nämlich in Spa⸗ nien iſt zwiſchen dem Jetzt und Ehemals ein ſehr großer Unter⸗ ſchied rückwärts, das heißt, dort iſt man jetzt bei weitem nicht mehr ſo hoch oben, wie man in frühern Zeiten war. Die Urſachen davon ſind hauptſächlich die zerſtörenden Kriege in den letzten 20 Jahren, und die ſpaniſche Indolenz, die es nicht der Mühe werth achtet, auf einen Gegenſtand alle A 2 4 Aufmerkſamkeit zu verwenden, der doch für das ganze Land von ſo hoher Wichtigkeit war. Denn ſieht man auch deſſen Werth ein, hat auch ſelbſt die Regierung die ſtrengſten Ver⸗ bote wegen Ausfuhr von Merinos ergehen laſſen: ſo ſind die ſpaniſchen Heerdenbeſitzer doch noch weit davon entfernt, mit jener Sorgfalt und mit jenem Verſtande die Schafzucht zu behandeln, die wir in Deutſchland ſo allgemein darauf verwenden ſehen. Ob die Zahl der Merinos im Verhältniß zu den Landſchafen(Churros) in Spanien eben ſo abge⸗ nommen habe, wie deren gute Qualität, das läßt ſich bei dem zerrütteten Zuſtande, in welchem ſich dieſes Land ſchon ſeit langer Zeit befindet, nicht genau ausmitteln, ſo viel iſt aber gewiß, daß die Merinozucht in Spanien in einem ſolchen Verfalle iſt, daß das Einkommen, welches ſie dem Lande gewährt, bei weitem nicht mehr die Hälfte von dem beträgt, was es in frühern Zeiten war. Denn auch abge⸗ ſehen davon, daß die Zahl der Merinos ſich ſo bedeutend vermindert hat, ſo iſt auch die von ihnen erzeugte Wolle in ihrer Güte ſo tief herabgeſunken, daß ſie faſt mit keiner aus andern Ländern von Europa mehr in Concurrenz treten kann. Die Vergleichung der Preiſe von ſpaniſcher, fran⸗ zöſiſcher und deutſcher Merinowolle, welche Herr Terneaur aufgeſtellt hat, gibt uns hierüber die klarſte Anſicht. Ich führe ſie hier an, weil ſie mir den beſten Maßſtab zur Ver⸗ gleichung der Schafzucht und ihres Fortganges in den ge⸗ nannten drei Ländern gibt. Nach dieſer Vergleichung ſtellten ſich die Preiſe der Merinowolle von 1804 bis zu 1327 auf folgende Weiſe. e Land deſſen n Ver⸗ o ſind ffernt, fzucht darauf ältniß abge⸗ ei dem on ſeit diel iſt einem e dem n dem abge⸗ deutend Wolle tkeiner treten fran⸗ neaur . Ich ur Ver⸗ den ge⸗ eiſe der olgende das Kilogramm.......... 5„ 7 7 2 franzöſiſche ⸗ ſächſiſche In Jahr 1310 galt die allerfeinſte ſpaniſche - ⸗ 2 ⸗z filanzöſiſche ⸗ ⸗ ſaächſiſche Im Jahr 1816 galt die allerfeinſte ſpaniſche 2 2 A 2 2 ⸗ rranzöſiſche - ⸗- ⸗ ſichſiſche Im Jahre 18320⸗⸗⸗ ⸗ ſpaniſche - 2z 2z ⸗ feleanzöſiſche 2 27 2 ſächſiſche Im Jahre 18235 ⸗⸗⸗ ⸗ ſpaniſche 2 7 2 7 franzöſiſche 5 7 7 2 ſächſiſche Im Jahre 1324⸗·⸗ ⸗ ⸗ ſpaniſche - 2 ⸗ ⸗ frlranzöſiſche „ 7 7 ⸗ ſächſiſche 3 Im Jahre 1327⸗⸗⸗ ⸗ ſpaniſche 5 7. franzöſiſche - ⸗ ⸗ ſüchſiſche Dieſe Vergleichung gibt uns zu folgenden Banus tungen Veranlaſſung. Spanien iſt, wenn wir annehmen, daß die jetzigen Foderungen der Manufacturen nicht höher geſpannt ſind, als ſie 1804 waren, in der Qualität ſeiner Merinowolle und alſo in deren Werthe unter die Hälfte herabgerückt, und zwar in dem kurzen Zeitraume von 23 Jahren. Frank⸗ Im Jahr 1804 galt die allerfeinſte ſpaniſche 24 Franken. 18 16 20 22 20 26 22 23 12 24 25 10 15 34 A¹ A 6 reich hat eher Rück⸗ als Fortſchritte gemacht, dagegen hat ſich Deutſchland und namentlich Sachſen ſo hoch emporge⸗ ſchwungen, daß ſein Erzeugniß über 50 Procent im Werthe geſtiegen iſt. Bemerken muß ich aber hier, daß mehrere andere deutſche Provinzen, vorzüglich aber Mähren, Schle⸗ ſien und Brandenburg mit Sachſen den Ruhm theilen. Denn werden die letztern auch bei der Verſendung der Wolle in's Ausland nicht genannt: ſo rührt dies aus folgenden Gründen her: 1) War Sachſen die erſte Provinz, die feine Wolle in's Ausland ſandte. 2) Haben ſich aus dieſem Grunde gerade die meiſten Wollhandlungen dort gegründet. Dieſe verſandten nun alle feine Wolle, wenn ſie auch in andern Provinzen erzeugt war, unter der Firma von ſächſiſcher in's Ausland. 5) Thaten dies auch andere Wollhandlungen, weil dieſe Firma einmal im Auslande beliebt war und geſucht wurde. Dies geſchieht auch jetzt noch, weil der Kaufmann nur ungern und zwar meiſt mit Schaden die Firma des Hauſes ſowohl als der Waare ändert. Entſchieden iſt aber, daß gerade die hochfeinſten Sortimente, die ſogenannte Blume der Waare, faſt eben ſo häufig, und zuweilen von höchſter Qualität aus Mähren, Schleſien und Brandenburg kommen, wie aus Sachſen. Doch ich will dem Ganzen nicht vorauseilen und alles, was ich hier noch zu ſagen habe, bis zur Beantwortung der zweiten Frage, wohin es auch eigentlich gehört, laſſen. Ich habe ſchon oben als eine Haupturſache des tiefen Verfalls der Schafzucht in Spanien die zerſtörenden Kriege, welche geben. Soͤlech gehm, nanenti griben. arin in lber ſoh men wan Wander ſehende es im nich eit den ſie und ihr ohne Je. den. 7 de Wieder 5. B obgleich traf, jer ſeine g d heit b jene K Feld re mehr( Hennde egen hat mporge⸗ Werthe mehrere Schle⸗ hheilen. Wolle genden Voll meiſten un alle erzeugt il dieſe wurde. in nur Hauſes r, daß Blume höchſter zmmen, id alles, vortung laſſen. z tiefen Kriege, 7 welche ſeit 20 Jahren jenes Land zerrüttet haben, ange⸗ geben. In dieſen ward nicht allein eine Menge Schafe dem Schlachtmeſſer zur Verpflegung der Invaſions⸗Armeen über⸗ geben, ſondern es wurden auch ſehr anſehnliche Haufen, namentlich durch die franzöſiſchen Generale, aus dem Lande getrieben. Die Heerden, welche auf dieſe Weiſe neue Schä⸗ fereien in Frankreich und Ober⸗Jtalien bildeten, bewieſen aber ſchon, wie die ſpaniſchen Merinos in Verfall gekom⸗ men waren. Die Sache ging aber ſehr natürlich zu. Die Wanderungen derſelben wurden geſtört. Bei den(estantes) ſtehenden Heerden entſtand ein Gemiſch. Wie häufig kommt es im Kriege vor, daß dieſelben fliehen müſſen, wenn ſie nicht eine Beute des Feindes werden ſollen! Dadurch wur⸗ den ſie wohl hie und da mit den Churros zuſammengetrieben, und ihr reines Blut ward verdorben. Ein Gleiches traf ohne Zweifel auch die(transhumantes) wandernden Heer⸗ den. Zu allem dieſem kommt dann der ſpaniſche Charakter, der es den Beſitzern nicht geſtattet, ſich perſönlich um die Wiederherſtellung ihrer Heerden zu bekümmern, wie dies z. B. die Deutſchen thun. Denn wir haben geſehen, daß, obgleich Sachſen einigemal gleiches Unglück, wie Spanien be⸗ traf, jenes doch ſchnell wieder auf die alte hohe Stufe mit ſeiner Schafzucht zurückkam. Wir können übrigens wohl auch mit ziemlicher Sicher⸗ heit behaupten, daß die ſpaniſche Merinozucht auch ohne jene Kalamitäten der deutſchen allmählig würde haben das Feld räumen müſſen, weil der deutſche Schafzüchter ungleich mehr Eifer, Sorgfalt und Verſtand bei der Haltung ſeiner Heerden anwendet, als der ſpaniſche. Ich weiß ſehr wohl, 8 daß man mir nicht ohne Grund einwenden kann: daß ja die ſpaniſche Schafzucht Jahrhunderte hindurch ſich im Flor erhalten habe, und daß man ja nur ſtets dieſelben Grund⸗ ſätze beibehalten dürfte, denen man zuvor gehuldigt hatte, um immer auf gleich hoher Stufe zu bleiben. Aber dieſe Einwendung wird und iſt ſchon durch eine Menge Beiſpiele in Deutſchland entkräftet. Denn auch da gibt es viele Schäfereien, die in dem feſten Vertrauen auf das einmal reine Blut der ächten Merinos dieſe ihrem natürlichen Gange überließen, und dadurch am Ende weit hinter andere ka⸗ men, die mehr nach Grundſätzen, die der höhern Veredlung günſtig waren, ihre Heerden züchteten. Werfen wir hier die Frage auf, die von vielen Schaf⸗ züchtern und ſchon oft aufgeworfen worden iſt: ob die frü⸗ her berühmten Heerden, ſowohl in Spanien, als in andern Ländern von Europa, durch Degeneration oder durch die ſich ändernden Forderungen der Mode in ihrem Rufe ver⸗ loren haben?— ſo möchte die Antwort wohl auf folgende Art richtig lauten: die Natur geht zwar bei der Entwik⸗ kelung aller organiſchen Weſen einen feſten Gang, aber ſie bildet auch Abweichungen oft auf eine überraſchend ſchnelle Weiſe aus. Leitet man ſie nun nicht auf den urſprüng⸗ lichen Weg zurück, ſo wird am Ende die Abweichung zur Regel und die Ausartung zum feſten Geſetz. Wäre dies nicht: ſo hätte der Menſch die Züchtung der verſchiedenen Thiergattungen nicht in ſeiner Gewalt. Dies nun auf die Schafzucht angewandt: ſo iſt es klar, daß auch die beſte Heerde ſelbſt ausarten, oder auf den Weg der Ausartung geleitet werden kann. Wo man ſie nun ſich ſelbſt über⸗ lijt d etwas d. Die 29 imnir we gülk. Ht man damn: ſo Einklange darnach bei der werden. bringen Stätte ſie nehn ſie Ein Heenden A Eperie Fahthu n Mturii ſchende entkrift füglih einmal ſeit lan tinozuch ſehen jienüch daß ja im Flor Grund⸗ zt hatte, her dieſe Beiſpiele 8 viele einmal Gange dere ka⸗ etedlung 1 Schaf⸗ die frü⸗ andern acch die ufe ver⸗ folgende Entwik⸗ aber ſie ſchnelle ſprüng⸗ ung zur ire dies hiedenen auf die die beſte zartung t über⸗ ——--yõ— v ——, — 9 läßt, da muß nothwendig in der Folge der Generationen etwas anderes hervorkommen, als was urſprünglich da war. Die Tendenz der Menſchen bei der höhern Schafzucht iſt immer weiter gehende Steigerung der Feinheit und Güte der Wolle. Dieſe erfodert eine Verfeinerung des Organismus. Hat man die Natur darauf hingeleitet, und verläßt ſie dann: ſo wird ſie, die ſtets das Kräftigere, vermöge des Einklanges des Ganzen, ſchneller producirt, als das Zartere, darnach ſtreben, jenes hervorzubringen, und die Wolle wird bei der vermehrten Körperkraft der Thiere auch gröber werden. Vielfach wird ſie unterdeß noch das Zartere hervor⸗ bringen, bis ſie endlich das Ganze auf gleiche Stufe der Stärke erhoben hat. Dieſen Gang haben alle Schafzüchter ſie nehmen geſehen, die da glaubten, es ſey genug, wenn ſie Einleitungen zur Veredlung und Verfeinerung ihrer Heerden getroffen hatten, und dieſe nicht fortſetzten. Aber, könnte man mir einwenden, dieſe Lehre auf Spanien angewandt, müßte ja dieſes Land durch die vielen Jahrhunderte, ſeit es Merinos beſaß, in der Wollqualität ganz heruntergekommen ſeyn, da es die Sache ſo ſehr der Natur überließ. Dieſer Einwand wird durch die ſtets herr⸗ ſchende Verfahrungsart bei der Merinozucht in Spanien entkräftet. Erſtens tragen die Wanderungen und die vor⸗ züglich günſtige Nahrung auf denſelben zur Erhaltung einer einmal edlen Wolle reichlich bei; zweitens waren aber die ſeit langer Zeit gleichſam ſanctionirten Grundſätze der Me— rinozucht bei den Spaniern von der Art, daß ſie das Be⸗ ſtehen derſelben in der einmal erlangten Vollkommenheit ziemlich ſicherten. Man wählte nämlich ſtets die dicht⸗ 10 und feinwolligſten Widder zum Sprunge, daher dieſe für die meiſten aus den Leoneſer Heerden genommen wurden. Die Mutterſchafe überließ man ihrer Natur, und ſah bei den Lämmern nur ſtets darauf, Vollwolligkeit zu erzielen. Dazu kam noch, daß man in frühern Zeiten mehr auf eine feine, ſogenannte Kernwolle ſah, und dieſe wächſt auf kräf⸗ tigen Thieren, die, wie eben bemerkt, weniger ausarten. Denn mehr ſind diejenigen, welche eine hochfeine und hoch⸗ ſanfte Wolle tragen, die jetzt ſo beliebt iſt, dieſer Aus⸗ artung unterworfen. Daß aber auch die Mode, oder lieber möchte ich ſagen, die ſteigenden Foderungen an ein edles Product diejenigen⸗ Schäfereien herabgeſetzt haben, die jenen Foderungen nicht nachkommen, iſt eben ſo gewiß. Vergleichen wir Wollmuſter der feinſten Sorten, wie ſie vor dreißig Jah⸗ ren waren, mit denen, wie wir ſie jetzt produciren, ſo tritt der Vorzug der letzteren augenſcheinlich hervor. Die höher geſtiegene Civiliſation verlangt jederzeit etwas Voll⸗ kommneres. Dieſes iſt mit Kleidern, wie mit Kunſtwerken. Vergleichen wir doch Wollenmanufacte aus früherer Zeit mit denen aus der neuern, und wir werden einen in die Augen ſpringenden Unterſchied ſinden. Jene haben Dich⸗ tigkeit und Dauer, dieſe Gefälligkeit und Zartheit fürs Auge und Gefühl. Was jene als rohes Product foderten, war etwas anderes, als was dieſe verlangen. Eine kernige, zwar feine, aber weniger zarte als derbe Wolle brauchte man damals, wogegen man jetzt jene zurückſetzt, und die hochfeine und hochſanfte vorzieht. Daher kam es auch, daß man z. B. vor 20 Jahren den Werth der ſächſiſchen Wolle 1 uüh licht niſt gege Ternect Kernrele Fci zur und bon we nach inmer luſfger en Pen der früher de wit d iſt nicht ſpaniſch derungen, derblichen ſpeniſchen haben, d dere L mehr ne fortginge E und Weif leitet, we fen per wenn di Daher! bornen lehet hat Ein her dieſe für nen wurden, und ſah bei zu erzielen, ihr auf eine ſt auf kräf⸗ eausarten. und hoch⸗ ieſer Aus⸗ eich ſagen, diejenigen foderungen ichen wir ißig Jah⸗ eiren, ſo or. Die das Voll⸗ nſtwerken. zerer Zeit n in die en Dich⸗ ürs Auge en, war kernige, brauchte und die uch, daß n Wolle 1 1 noch nicht ſo hoch ſchätzte. Denn um ſoviel ſtand ſie nicht mehr gegen die ſpaniſche zurück, als die obige von Herrn Terneaur gegebene Vergleichung zeigt. Und dieſe Kernwolle war es auch, welche die öſterreichiſchen Schaf⸗ züchter zur damaligen Zeit vorzugsweiſe zu erzeugen ſtrebten, und von welcher ſie erſt ablenkten, als die Nachfrage dar⸗ nach immer geringer ward, wie ich weiter unten noch weit⸗ läufiger anführen werde. Wenn ſich nun das Bedürfniß der feinen Wolle in der frühern Zeit eben ſo nach den Foderungen der Mode, die mit der Cioiliſation faſt ſtets gleichen Schritt gegangen iſt, richtete: ſo lag es in der Natur der Sache, daß die ſpaniſche vorzugsweiſe geſucht war, weil ſie jenen Fo⸗ derungen aufs beſte genügte. Wären aber auch jene ver⸗ derblichen Kriege nicht eingetreten: ſo würden dennoch die ſpaniſchen Schafzüchter die betrübende Erfahrung gemacht haben, daß ihr Product von Jahr zu Jahr gegen das an⸗ derer Länder zurückgekommen ſeyn würde, weil dieſe ſich mehr nach dem Bedürfniſſe richteten, und mit der Zeit fortgingen. Es hat aber die ſpaniſchen Schafzüchter auch bie Art und Weiſe des Wollverkaufes in ihren Grundſätzen irre ge⸗ leitet, weil ſie nämlich von jeher die Wolle von ihren Scha⸗ fen per Stück verkauft haben, und höhere Preiſe erhielten, wenn die Thiere vollwollig, als wenn ſie armwollig waren. Daher ließ man auch vorzugsweiſe alle etwas haarig ge⸗ bornen Lämmer zur Zucht gehen, weil die Erfahrung ge⸗ lehrt hatte, daß dieſe in der Regel dichte Vließe bekamen. Eine gleich falſche Anſicht ſchien ſich noch vor kurzem 1 2 bei den deutſchen Schafzüchtern einſchleichen zu wollen. Man ſtrebte hauptſächlich darnach, die Maſſe der Wolle zu ver⸗ mehren, und verſäumte darüber die höhere Qualität im Auge zu behalten. Verkehrte Conjuncturen, durch unſin⸗ nige Speculationen herbeigeführt, hatten zu dieſem Abwege verleitet, weil man Mittelgut über den Werth, und ein ausgezeichnetes Product nicht ganz demſelben gemäß bezahlt erhielt. Eine gewaltige Kriſis hat aber vor kurzem dieſen Mißgriffen große Einbuße auferlegt, und die Schafzucht hat die Lehre bekommen, daß es ſtets am lohnendſten bleiben wird, ſich jederzeit des Vollkommenſten zu befleißen. Noch muß ich bei dem frühern Gange, den die ſpa⸗ niſche Schafzucht nahm, die Maßregeln anführen, welche der Staat traf, ſie ſtets im Flor zu erhalten. Die Meſta, das iſt das Vorrecht, nach welchem eine Menge Magnaten den Vortheil genoßen, Schafe auf Koſten fremder Grund⸗ beſitzer zu halten; das Vorrecht, nach welchem ſie über deren Fluren trieben, und die entfernten vorzüglichen Wei⸗ den in den gebirgigen Theilen von Spanien beſuchen konn⸗ ten, war hauptſächlich um deswillen eingeräumt worden, um die Merinozucht beſonders zu begünſtigen und ſtets als einen Zweig des Nationalreichthums zu erhalten. Auf gleiche Anſicht gründeten ſich die oft wiederholten ſtrengen Verbote gegen die Ausfuhr der Merinos in fremde Länder. Nur beſondre Vergünſtigungen hoben dies Verbot auf, und wenn die ſpaniſche Regierung ſah, daß die Merinozucht ſich in andern Ländern hob, ſo wurden dieſe Verbote ſtets aufs neue geſchärft. Dies geſchah erſt noch vor einem Jahre. Aber leider ſind ihr die Augen etwas zu ſpät aufgegangen. zettwüdde Denn 6c Undem in Symnie in Genhe s für Spe focſtine dies nch die Aodſic dorterz in un die ſpeni fanden, ſehr ſoch Dont heiß ſcönſten! ngp do ſad wach ten ſind⸗ des Krie otdnung denen N du war de zoſen a 34 Nil ziglich * die bei volen. Man Lolle zu ver⸗ Qualität im durch unſin⸗ ſem Abwege , und ein näß bezahlt tzem dieſen Schafzucht ſten bleiben ßen. en die ſpa⸗ en, welche die Meſta, Magnaten er Grund⸗ ſie über ichen Wei⸗ chen konn⸗ t worden, ſtets als en. Auf ſtrengen de Länder. auf, und zucht ſich ſtets aufs m Jahre. gegangen. 13 Jetzt würde es eines ſolchen Verbotes wohl eben nicht bedürfen. Denn Schafe, die eine Mittelwolle tragen, ſind in andern Ländern in Maſſen zu finden, und viel beſſere kann man in Spanien jetzt ſchwerlich antreffen, wie deren ſo ſehr im Werthe geſunkene Wolle ſattſam beweiſt. Eher dürfte es für Spanien gerathen ſeyn, Prämien auf die Einfuhr hochfeiner Merinos zu ſetzen. Der ſpaniſche Stolz wird dies noch lange nicht zulaſſen, und jenes Land hat ſomit die Ausſicht, allmählig mit ſeiner Wolle außer aller Con⸗ currenz im Welthandel zu treten. Um einen Begriff zu geben, in welchem Zuſtande ſich die ſpaniſchen Merinoheerden ſchon im Jahre 1816 be⸗ fanden, hebe ich einzelne Stellen aus einem Berichte eines ſehr ſachverſtändigen Reiſenden, von Madrit datirt, aus*⁴). Dort heißt es unter andern: die königlichen Heerden, die ſchönſten und feinſten Racen eines Negretti, Aquirres, Mont⸗ argo, des Friedensfürſten, des Kloſters von Guadeloupe ꝛc. ſind nach und nach ganz verſchwunden, andere der feinſten Ra⸗ cen ſind zerſtreut worden. Die Wanderungen konnten während des Krieges gar nicht ſtatt finden, und dazu hob eine Ver⸗ ordnung der Cortes vom 8. Juni 1813 die bisher beſtan⸗ denen Privilegien der Meſta gänzlich auf. Durch den Krieg und das Wegtreiben ganzer Heerden war die Zahl der Merinos, die vor dem Einfalle der Fran⸗ zoſen auf 6,000,000 geſchätzt wurde, bis auf ungefähr 3½ Million herabgeſchmolzen. Schlechte Jahrgänge, vor⸗ züglich allgemeine Dürre, verhinderte das ſchnelle Wieder⸗ *) Dieſer Bericht findet ſich in den Oekon. Neuigkeiten(Prag bei Calve), in Nr. 1, 1848. 14 aufkommen derſelben, ſo viel Mühe man ſich auch deshalb gab. Die Regierung gab neue Verbote gegen die Ausfuhr von Merinos. Aber alles dieſes iſt durch den letzten Krieg und den neuen Einfall der Franzoſen zu nichten geworden. Die obige Vergleichung der ſpaniſchen Wollpreiſe mit den fran⸗ zöſiſchen und deutſchen gibt darüber Beweis genug. Nach dem allegirten Berichte galt 1816 die Leoneſer gewaſchene Wolle in Madrit das Pf. 16 Realen(1 Rthlr. 16 Sgr.) oder die Arobe 165 Realen(16 Rthlr. 15 Sgr.) bis in die Häfen von St. Sebaſtiano, St. Andre und Bilbao frei zu liefern 19 Realen(1 Rthlr. 27 Sgr.) das Pfd. Da die Leoneſer Wolle die feinſte in Spanien iſt, ſo dürfen wir dieſen Preis nur mit obiger Angabe von Herrn Terneaur vergleichen. Nach derſelben galt im Jahre 1816, die feinſte ſpaniſche Wolle das Kilogramm 16 Franken, oder das Pfd. 3 Franken(2 Rthlr.). Rechnen wir zu dem Preiſe, den die Wolle bis in die ſpa⸗ niſchen Häfen koſtet, noch den Transport bis nach Paris hinzu: ſo ſtimmt die beiderſeitige Preisangabe genau überein. Seitdem iſt nun aber dieſer Preis bis auf 9 Franken das Kilogramm oder 42 Franken das Pfd., alſo noch bis beinahe auf die Hälfte herabgeſunken. Ein Beweis, daß ſeitdem der Verfall der ſpaniſchen Merinozucht noch ſehr zugenom⸗ men hat. Was nun von ihrem jetzigen Zuſtande zu ſagen iſt, und das Prognoſticon, welches man ihr für die Zukunft ſtellen kann, das gehört in den zweiten Theil dieſes Werkes. Zun ſicht E von iter wew ge tr M G Ennſteit Flima tru 3 B. auc faſt ſonſte dort ſuſt det, al die auch in G botzugäwe die Man des Lande ſo vole bald ein Naſe de bei weite Fichter ei mactt, di beaälte. deutende Ertrag der üppic Hinlänglic daß diſe auch deshalb die Ausfuhr g und den dden. Die den fran⸗ ug. he Leoneſer (1 Rthlr. .15 Sgr.) Andre und Sgr.) das panien iſt, ngabe von im Jahre dilogramm ꝛRthlr.). in die ſpa⸗ nach Paris zu überein. anken das ßis beinahe ſeitdem der zugenom⸗ ſagen iſt je Zukunft heil dieſes 15 England. Zunächſt Spanien muß bei dieſer vergleichenden Uiber⸗ ſicht England angeführt werden. Hier hat die Schafzucht von jeher eine gleiche zwiefache Tendenz gehabt, nämlich die des Fleiſches und der Wolle. Letztere zeichnete ſich ſchon vor der Einführung der Merinos durch ihre Weiße und Sanftheit aus. Das feuchte und im Ganzen nicht rauhe Klima trug hierzu wohl weſentlich bei. So bildet ſich ja z. B. auch die Merinowolle auf Neuholland weißer und faſt ſanfter aus, als in Europa, obgleich dieſe Sanftheit dort faſt in Schlaffheit übergeht, und der Wolle mehr ſcha⸗ det, als nützt. Die beſondere Einwirkung des Klimas war es wohl auch in England, welche die Schafzüchter beſtimmte, ſich borzugsweiſe der langen und glatten Wolle zu befleißigen, Die Manufacturen richteten ſich dann nach dem Producte des Landes, und verfertigten Waaren, die anderwärts nicht ſo vollkommen geliefert werden konnten, daher dieſe auch bald einen allgemeinen Markt fanden. Da überdies die Maſſe der Wolle von der genannten Art die der Merinos bei weitem übertrifft: ſo war es natürlich, daß die Schaf⸗ züchter eine Schafart liebgewannen, die, für ihr Klima ge⸗ macht, die auf ſie gewandte Sorgfalt und Pflege am beſten bezahlte. Dazu kam noch die Größe der Thiere und ihr be⸗ deutendes Fleiſchgewicht, was außer der Wolle noch den Ertrag der Schafzucht ziemlich hoch ſtellte. Weiden mit der üppigſten Vegetation gaben dieſen großen Körpern ſtets hinlängliche Nahrung, und alles ſchien dahin zu deuten, daß dieſe Schafart hier ganz an ihrem Platze ſey. Dies mochte wohl auch die vorzüglichſte Urſache ſeyn, warum die ſchon im fünfzehnten Jahrhundert in England eingeführten Merinos ſo ſchlechten Fortgang hatten, daß man ein Paar Jahrhunderte ſpäter noch wenig Erfolg der Schaf⸗ veredlung von ihnen ſah. Zwar hat man wiederholte Verſuche zur Einführung der Merinos in England gemacht, aber dennoch hat es die Schafzucht dort noch nie ſo weit gebracht, ein ſo vollendetes Product an den Markt zu bringen, wie es das Ausland dorthin liefert. Viele rationelle Schaf⸗ züchter gingen auch bald wieder von ihrem Unternehmen ab, wenn ſie ſich überzeugten, daß vorzügliche Maſtfähigkeit ſich mit hoher Wollfeinheit durchaus nicht vereinigen laſſen wollte. Die Verhältniſſe des engliſchen Landbaues ſind übrigens von der Art, daß man dort die Wolle nie für den niedrigen Preis erzeugen konnte, für den ſie andere Länder dahin lieferten. Dazu kam, daß die Wollproducenten die lange Wolle noch ſtets für Preiſe, die ihren Aufwand bei der Ernährung der Schafe deckte, an Mann bringen konnten. Auch iſt der engliſche Landbau durchaus nicht im Stande, die große Maſſe der Wolle, welche Englands Manunfacturen bedürfen, ſelbſt zu erzeugen, ohne ſich in andern Zweigen und namentlich in dem dort ſo einträglichen Kornbaue zu ſchaden. Daher iſt es natürlich, daß der engliſche Landwirth es vorzieht, eine Schafrace zu kulti⸗ viren, die ihm nächſt der Wolle durch ihr Fleiſch die darauf verwandten Koſten und Mühe bezahlen hilft. So lange alſo die jetzt beſtehenden Verhältniſſe in England währen, hat das übrige Europa von deſſen Erzeugung der Merino⸗ wolle nichts zu fürchten. Wenn daher auch einzelne enhgerde de Ein Beſteun fubnecun tils Be helln ke Pen Englend dennoch Woll der ſehr velt Zeit ein zung derſ dieſer ha ihren vor rerdanken In viele Erf beweiſen den keine förmlichen angetrofer tendenz d vorzüglch En weniger tielmehr vihhig. in Derh Elsner's Urſache ſeyn, in England n, daß man der Schaſ⸗ te Verſuche acht, aber t gebracht, igen, wie le Schaf⸗ hehmen ab, thigkeit ſich igen laſſen baues ſind nie für den dere Länder roducenten Aufwand in bringen us nicht im Englands ne ſich in inträglichen daß der e zu kulti⸗ die darauf So lange n währen, der Merino⸗ h einzelne 17 enhgerzige und ſelbſtſüchtige engliſche Grundbeſitzer gegen die Einfuhr fremder Wolle eifern und deren höhere Beſteurung verlangen, wenn ſie ſogar gern ein Ein⸗ fuhrverbot zuwege bringen möchten: ſo iſt dies nur als eitles Beſtreben zu betrachten, das die Nation niemals theilen kann. Wenn es nun auch erwieſen iſt, daß die Merinos in England nicht ſonderliches Glück gemacht haben: ſo iſt dennoch wohl nicht zu verkennen, daß ihre Einführung die Wolle der inländiſchen Schafe durch Kreuzungen mit ihnen ſehr verbeſſert hat. Denn da jene ſchon ſeit ſo langer Zeit eingeführt worden ſind: ſo muß eine vielfache Kreu⸗ zung derſelben mit den Landſchafen vorgekommen ſeyn. Und dieſer hat wohl auch unſtreitig die engliſche Kämmwolle ihren vorzüglichen Glanz und ihre beſondere Sanftheit zu verdanken. In keinem Lande dürfte wohl aber die Schafzucht ſo viele Erfahrungen gemacht haben, wie in England. Dies beweiſen die Menge der verſchiedenen Racen, die dort von den kleinen ſchottiſchen an, bis zu den großen und faſt un⸗ förmlichen Geſtalten aus der Züchtung des Herrn Backewell angetroffen werden. Bei letzterer iſt die zweite Haupt⸗ tendenz der engliſchen Schafzucht, nämlich die Fleiſch⸗Maſſe vorzüglich ſichtbar. England bleibt daher für den deutſchen Schafzüchter weniger wegen der Erzeugung der Merinowolle, als vielmehr wegen der Abnahme ſeiner ſelbſt erzeugten wichtig. Denn ob es gleich auf dem ganzen Erdboden im Verhältniß zu ſeiner Oberfläche die meiſten Schafe Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. B 18 hält*), ſo iſt der Wollbedarf ſeiner Manufacturen doch ſo groß, daß es noch alljährlich ungeheure Maſſen vom Aus⸗ lande bezieht. Beiläufig geſagt, widerlegt England aber auch aufs ſprechendſte die thörichte Behauptung mancher Unkundigen, die da glauben, eine allzu ſtarke Viehhaltung beſchränke die Erzeugung der menſchlichen Nahrungsmittel. Denn die Bevölkerung in England iſt ſtärker, als die irgend eines europäiſchen Staates; und dennoch erhält es ſich, zum Leidweſen der Landwirthe des Continents, ſchon ſeit vielen Jahren ohne erhebliche Getreide⸗Zufuhren von außen. Frankreich. Vergleichen wir die franzöſiſche Schafzucht mit der ſpaniſchen und engliſchen in ihrem frühern Gange: ſo ſteht ſie ohne Zweifel gegen beide ſehr zurück. Vor der Einführung der Merinos war die Schafzucht in Frankreich eben ſo wenig ein Gegenſtand der beſondern Aufmerkſamkeit und Sorgfalt der Landwirthſchaft und der Regierung, wie in andern Ländern. Ja ſelbſt jetzt noch werden die gemeinen Schafheerden ſo ſchlecht behandelt, daß darüber von dem Wollveredlungsverein zu Paris fortwäh⸗ rende Klagen geführt werden. In der Provence beſtand zwar ein faſt ähnliches Recht für die Schäfereibeſitzer, wie in Spanien, d. h. das Recht, im Sommer auf entfernte Weideplätze mit ihren Heerden wandern zu dürfen. So wie *) In England kommen auf eine Quadratmeile beinahe 8000 Schafe, dagegen auf dem Continente, da wo die meiſten Schafe ge⸗ halten werden(in Schleſien) noch nicht 3500 Stück auf die Quadratmeile kommen. dies Re kam d nicht ae etzant! etaſe Erhunger die natür d ſchle Erzeugur Al Stüc R ſo ward Rechnun dort züch noch jett deutſchen keinesweg Shnfji überließ dem Unter Fortgang Lage der ſonderlich franziſch )) In ſch gleich Daul ſGrfolg ren doch ſo vom Aus⸗ glland aber g mancher iehhaltung nngsmittel. die irgend t es ſich, ſchon ſeit von außen. zt mit der Hange: ſo Schafzucht beſondern ait und der ſt jett noch andelt, daß z fortwäͤh⸗ nee beſtand eſiter, wie uf entfernte n. So wie 23000 Schafe, en Schafe ge⸗ Etück auf die 19 dies Recht aber beſchränkt und zuletzt aufgehoben ward, da kam die Schafzucht immer mehr in Verfall. Man war nicht gewohnt, für Futtervorräthe zu ſorgen; was auch etwa erzeugt ward, das ging im Sommer auf, weil man die Schafe nicht mehr auf fremde Koſten ernähren konnte. Erhungerte Thiere und ſchlechte Wollnutzung war hiervon die natürliche Folge. Die Wolle war auch im Ganzen von ſo ſchlechter Art, daß ihr geringer Preis unmöglich zu ihrer Erzeugung ſonderlich anreizen konnte. Als dann*) im Jahre 1786 ein Stamm von 400 Stück Merinos auf Koſten der Regierung eingebracht wurde, ſo ward derſelbe auf der Domaine Rambouillet für deren Rechnung unterhalten. Nach welchen Grundſätzen man ihn dort züchtete, iſt am beſten aus dem Erfolge klar. Denn noch jetzt iſt die Ramboulleter Wolle bei weitem der feinen deutſchen nicht gleich, auch erfüllen von dort bezogene Thiere keineswegs die Foderungen, die der deutſche verſtändige Schafzüchter an Schafe von hochfeiner Gattung macht. Man überließ ſchon damals die ganze Leitung der Schäferei mehr dem Unterperſonale, und es konnte daher kein ſo erwünſchter Fortgang ſtatt finden. Auch ſoll die feuchte Trift und tiefe Lage der höhern Schafzucht in Rambouillet nicht gerade ſonderlich günſtig ſeyn. Als bei dem Basler Frieden die franzöſiſche Regierung ſich von Spanien die Erlaubniß be⸗ *) Im Jahre 1776 machten die Herren Trüdaine den erſten Ver⸗ ſuch mit der Einführung der Merinos in Frankreich. Ob er gleich nicht mißlang, da beſonders der berühmte Schafzüchter Daubenton ſich der Sache ſehr annahm, ſo war deſſen Erfolg doch für das Land gering. B 2 20 dung, wieder 5000 Merinos von dort nach Frankreich bringen zu dürfen: ſo wurden dieſe nach mehreren Verzö⸗ gerungen und auch nicht einmal die volle Zahl auf einige Domainen vertheilt, der Hauptſtamm aber nach Perpignan gebracht. Von dieſen Depots verbreiteten ſie ſich dann weiter im Lande; jedoch ging dies bei einer Menge zu be⸗ kämpfender Vorurtheile nicht günſtiger, als in andern Län⸗ dern. Dies iſt am beſten daraus erſichtlich, daß nach einem Berichte des Miniſters des Innern an Napoleon im Jahr 1811 ungefähr 5 Millionen veredelter Schafe an⸗ genommen wurden. So groß dieſe Zahl auch erſcheint: ſo iſt ſie doch gering, wenn man bedenkt, daß darunter alle von Merinowiddern und Landſchafen erzeugten Nachkommen mit eingeſchloſſen ſind. Denn die Anzahl der Widder, welche ſchon von den drei eingebrachten Stämmen in dieſem langen Zeitraume hätten erzeugt werden können, hätte in dem gedachten Jahre ſchon ſo groß geweſen ſeyn müſſen, daß ſie faſt zur Belegung der Hälfte von ſämmtlichen in Frank⸗ reich vorhandenen Mutterſchafen hätten ausreichen können. Nach dem angeführten Berichte bedurfte Frankreich jährlich 6 Millionen Kilogramm fremder Wolle, wozu Spa⸗ nien und Deutſchland faſt gleiche Theile beitrugen. Um dieſe Inportation los zu werden und dem Lande jährlich eine Summe von 57 Millionen Franken zu erhalten, erließ Napoleon ein Decret, nach welchem in den Jahren 1811 und 1812 ſechzig Depots von Merino⸗Widdern angelegt werden ſollten. Jedes dieſer Depots ſollte wenigſtens aus 150 und höchſtens aus 250 Widdern beſtehen. Dieſe Widder ſollten Landeigenthümern oder Pächtern übergeben werden inländif an des⸗ in„39 v Sdd ict kaiſe den geno bon reine Heerde laſſen. I cher Me fälbſt bef laſſen.; General⸗ Kreiz ang einnal al vung der und oo Franken Lerfügun Innern ken bewi Au NMooleo ſchnell u Es welchen können di Frankreich eren Verzö⸗ auf einige Perpignan ſich dann gee zu be⸗ dern Län⸗ daß nach poleon im Schafe an⸗ ſſcheint: ſo rrunter alle rachkommen r Widder, in dieſem —, hätte in vn müſſen, en in Fuamk⸗ hen können. Frankreich wozu Spa⸗ ugen. ÜUm nde jährlich halten, erliß gahren 1911 dern angelegt enigſtens aus hen. Dieſe m übergeben 21 werden, und zur Zeit der Begattung den Beſitzern von inländiſchen Heerden überlaſſen ſeyn, die ſie hernach wieder an das Depot ablieferten. Die Anzahl dieſer Depots ſollte in 7 Jahren bis auf 500 gebracht werden. Zur Anlegung der Widder⸗Depots ſollten die überflüſſigen Widder aus den acht kaiſerlichen Schäfereien und andere aus ſpaniſchen Heer⸗ den genommen werden. Jeder Inhaber einer Schafheerde von reiner Race durfte nunmehr keinen Widder von ſeiner Heerde ohne Erlaubniß des betreffenden Inſpectors kaſtriren laſſen. Jeder Inhaber von Schäfereien(lautet es ferner), wel⸗ cher Merinos⸗Widder erhalten kann, muß alle Widder, die er ſelbſt beſitzt, unter Strafe von 100 bis 1000 Franken kaſtriren laſſen. Zur Ober⸗Aufſicht der Widder⸗Depots werden vier General⸗Inſpectoren, und ein beſonderer Aufſeher für jeden Kreis angeſtellt. Die General⸗Inſpectoren beſuchen alle Jahre einmal alle Depots, beſorgen den Ankauf der Widder für Rech⸗ nung der Regierung, und bekommen 3000 Franken Gehalt und 4000 Franken Reiſekoſten, und die Kreisaufſeher 2400 Franken Gehalt und 1200 Franken Reiſekoſten. Um obige Verfügung in Ausführung zu bringen, wird dem Miniſter des Innern für das Jahr 1811 ein Fond von 600, 000 Fran⸗ ken bewilligt, und für die Folge das weitere Nöthige bis zur völligen Verbeſſerung der Schafzucht. Aus dem Ganzen dieſes Decrets ſieht man, daß es Napoleon Ernſt damit war, die franzöſiſche Schafzucht ſchnell und kräftig empor zu bringen. Es wird nun auch nicht unintereſſant ſeyn, zu ſehen, welchen Erfolg dieſe großen Anſtalten gehabt haben. Wir können dieſen am beſten aus einer Uiberſicht entnehmen, die 22 ſich in dem 4ten Bulletin des Wollveredlungsvereins in Pa⸗ ris befindet, und die von Herrn J. Cordier aufgeſtellt iſt. Nach dieſer führte Frankreich noch im Jahre 1822 und 1825 für mehr als 24 Millionen Franken rohe Wolle, für mehr als 4 Millionen Franken Schafe, und für mehr als 5⁰0,000 Franken wollene Zeuge ein. Nach derſelben Uiberſicht hatte ſich die Zahl der Schafe in Vergleich zu dem obigen Bericht von 1811 um 2 Millionen vermindert. Denn dort ſind 37 Millionen angegeben und hier nur 35 Millionen. Wenn an beiden Orten kein Irrthum in den Angaben ſtatt findet: ſo müßten die Wollen⸗Manufacturen ſeit jener Zeit in Verfall gekommen ſeyn, weil bei vermin⸗ derter eigener Erzeugung die Einfuhr von Wolle geringer geworden iſt. Im Ganzen hat aber der Zeitraum von 10 Jahren den großen Erfolg nicht gehabt, den man von jenen durchgreifenden Maßregeln wohl hätte erwarten können. Denn in mehrern deutſchen Provinzen hat die Schafzucht in gleichem Zeitraume ſich mehr als um 50 Procent in ihrem Geldertrage vermehrt, ohne daß von Seiten der betreffenden Regierungen ſolche kräftige Anſtalten zum Emporkommen derſelben wären gemacht worden. Die Sache findet ihre Erklärung wohl in folgenden Umſtänden: Erſtens. Nicht lange nach jenem Dekrete kam der ruſſiſche Feldzug mit allen ſeinen für Frankreich ſo verderb⸗ lichen Folgen und die Ausführung jener Maßregeln konnte nicht fortgeſetzt werden. Zweitens. Anſtatt daß neue Merinoſtämme nach Frank⸗ reich kamen, wurden viele der vorhandenen hinweggeführt; und dit ticht ſo worden, bir wrillüſſge Unter die Shaf ſie zun h ds Naii Polgrod übrigen! die von d bon den er nugsweiſe Seit dem di obige ſcher und zucht auf daher für ſichter, vo Pat ſen und Ob man Schafe z len die N ſonders gi Denn noch nz in Pa⸗ geſtelt iſt 822 und Wolle, für mehr als derſelben gleich zu rmindert. :nur z5 m in den nufacturen ei vermin⸗ e geringer n von 10 von jenen n können. Schafzucht tin ihtem etreffenden vorkommen folgenden e kam der ſo verderb⸗ geln konnte nch Frank⸗ 25 drittens iſt in Frankreich die Schafzucht noch lange nicht ſo zur Privatbeſchäftigung der Heeidenbeſiber ge⸗ worden, wie in Deutſchland. Hiervon wird weiter unten in einem andern Abſchnitte weitläufiger gehandelt werden. Deutſchland. Unter allen Ländern von Europa hat in Deutſchland die Schafzucht den günſtigſten Gang genommen. Hier iſt ſie zum Hauptzweige der Landwirthſchaft und dadurch zugleich des Nationalwohlſtandes geworden. Sie liefert jetzt ein Wollproduct, das einen entſchiedenen Vorzug vor dem aller übrigen Länder von Europa hat. Deutſche Wolle iſt es, die von den vorzüglichſten Wollmanufacturen in Europa, von den engliſchen, franzöſiſchen und niederländiſchen vor⸗ zugsweiſe geſucht und mit den höchſten Preiſen bezahlt wird. Seit dem Jahre 1316 behauptet ſie dieſen Vorzug, wie die obige Vergleichung der Preiſe von ſpaniſcher, franzöſi⸗ ſcher und deutſcher Wolle zeigt. Wie die deutſche Schaf⸗ zucht auf dieſen hohen Standpunkt gelangt iſt, das muß daher für jeden, beſonders aber für den deutſchen Schaf⸗ züchter, von hohem Intereſſe ſeyn. Vor der Einführung der Merinos zeichnete ſich Sach⸗ ſen und ein Theil von Schleſien durch ſeine Wolle aus. Ob man in uralten Zeiten ſchon durch Einführung fremder Schafe zu dieſen Vorzügen beigetragen habe, darüber feh⸗ len die Nachrichten. Wahrſcheinlicher iſt es wohl, daß be⸗ ſonders günſtige Weidetriften dabei das meiſte gethan hatten. Denn noch jetzt zeigen dieſe einen entſchiedenen Einfluß auf 24 die Vorzüglichkeit der erzeugten Wolle. Schleſien hat einige Gegenden, wo ſchon vor der höheren Veredlung der Schaf⸗ zucht die Wolle beſonders guten Ruf hatte, ohne daß für dieſelbe ſonderlich mehr getan warden wäre, als an an⸗ dern Orten. Dieſe günſtigen Localitäten helfen dem ratio⸗ nellen Schafzüchter ungemein, obgleich durch Verſtand und Sorgſamkeit auch das Ungünſtige beſiegt wird. In Sach⸗ ſen fanden gleiche Verhältniſſe ſtatt. Einzelne Schäfereien wurden von den Tuchfabrikanten vorzugsweiſe gerühmt, noch ehe an Veredlung durch Merinos gedacht worden war. So gab man z. B. Börln den Vorzug im ganzen Lande, und nächſt dieſem Lohmen. Durch dieſe günſtigen Triften hatte Sachſen und Schleſien ſchon einen Vorſprung beim Beginn der Veredlung durch Merinos. Sonderbar genug ſchreiben die Franzoſen die Vorzüge der ſächſiſchen Wolle dem feuch⸗ ten und kalten Klima, das Sachſen haben ſoll, zu. Wäre dies die Urſache: ſo würde Norwegen noch Vorzüge vor Sachſen haben. Sachſen. Wir wollen zuerſt den Gang der ſächſiſchen Schafzucht, als des Centralpunktes der Deutſchen, von der Einführung der Merinos an durchgehen. Was ſich von derſelben vor dieſer Einführung ſagen läßt, iſt bereits angedeutet, und zur Er⸗ gänzung deſſen führen wir bloß an, daß die vielen Wollen⸗ zeug⸗Manufacturen von jeher die Landwirthſchaft zur Er⸗ zeugung der Wolle aufmuntern mußten, weil dieſe ſtets einen guten und ſichern Abſatz gewährten. Dadurch auch mußten die Landwirthe ſchon aufgemuntert werden, auf Verfeinerung der Wolle hinzuarbeiten. A uu Ende tig eußui ſowußl a wuran er d tn einem un jeher ſ auch ſeine einen neue auch dem! rung det gab, aus betroffen! von einer Nachfolgen Yuäzug au Etolpen Im beſtehend jihrigen Auswahl d ſſche Sth tung aufi Sachſenw Andrea mitgegeben Reiſenden ſynniſchen de gmeſſ hat einige der Echaf⸗ e daß für ls an an⸗ dem ratio⸗ ſtand und In Sach⸗ chäfereien hmt, noch war. So Lande, und riften hatte im Beginn g ſchreiben dem feuch⸗ u. Wäre rzzüge vor Schafzucht, ührung der vor dieſer dzur Er⸗ en Wollen⸗ ift zur Er⸗ dieſe ſiets durch auch den, auf 25 Als der für Sachſen ſo unglückliche ſiebenjährige Krieg zu Ende war, und deſſen Landesherr dem Lande wieder kräf⸗ tig aufzuhelfen ſtrebte: war die Belebung des Landbaues ſowohl als der Manufacturen und Fabriken das Erſte, woran er dachte. Im Mittelpunkte von Deutſchland, und von einem Hauptfluſſe desſelben durchſtrömt, war Sachſen von jeher für den Handel günſtig gelegen. Deshalb florirten auch ſeine Fabriken ſtets. Um nun den Wollenmanufacturen einen neuen Aufſchwung zu geben, und dadurch mittelbar auch dem Landbaue aufzuhelfen, beſchloß man, die Einfüh⸗ rung der Merinos zu verſuchen. Die ſpaniſche Regierung gab, aus Mitleid mit den Unfällen, die Sachſen im Kriege betroffen hatten, bereitwillig ihre Einwilligung zur Ausfuhr von einer Partie dieſer edlen Thiere in das verheerte Land. Nachfolgendes über die Einbringung dieſer Schafe iſt ein Auszug aus den Akten, welche über dieſen Gegenſtand zu Stolpen niedergelegt ſind. Im Jahr 1765 den 31. Juli kam der Transport, beſtehend aus 6 einjährigen, 67 zweijährigen, und 19 drei⸗ jährigen Stähren und 123 Schafen in Dresden an. Zur Auswahl derſelben war ein gewiſſer König und zwei ſäch⸗ ſiſche Schäfer nach Spanien geſchickt worden. Zur Beglei⸗ tung auf ihrer Reiſe und zur Einrichtung ihrer Station in Sachſen war dieſen Merinos ein ſpaniſcher Majoral, Namens Andreas Moreno, und ein Schäfer, Namens Manuel mitgegeben worden. In Spanien wurde den ſächſiſchen Reiſenden aller Vorſchub geleiſtet, und alle Majorals der ſpaniſchen Heerden, woraus gewählt werden ſollte, hatten die gemeſſenſten Befehle, das Beſte herzugeben. Nimmt 26 man nun an, daß die ſächſiſchen Schäfer ſchon Begriffe von guter und feiner Wolle hatten, daß die Majorals ihnen ſelbſt das Beſte empfahlen, und daß zur damaligen Zeit die ſpaniſchen Heerden in ihrer höchſten Blüthe waren: ſo iſt entſchieden, daß dieſer Transport die vorzüglichſten und edelſten Thiere bringen mußte. Die Auswahl war aber aus folgenden Heerden in Spa⸗ nien gemacht worden. 1) Von dem Herzoge Alfaro, gefallen in den Fel⸗ dern Alcantara Caſſary in der Provinz Eſtre⸗ madura: 6 einjährige, 39 zweijährige, 16 dreijährige am Kopfe Stähre, 28 zweijährige Schafe, gezeichnet 8 2) Von dem Herzoge Bejar, gefallen in Bela⸗ laſar in Eſtremadura: 20 zweijährige, 2 dreijährige Stähre,) gezeichnet zo zweijährige Schafe, 1 2 4) Von Herrn Alcolea, gefallen in Caſſary: 12 zweijährige Schafe, gezeichnet— Von der Gräfin Negrette, gefallen in den Fel⸗ dern Alanje und in Eſtremadura: 4 zweijährige Stähre,. 4, zweijährige Schafe, reeihnet E. 5) Von Herrn Torrevietto in Caſſary in Eſtremadura: 4 zweijährige, 1 dreijähriger Stähr, 15 zweijährige Schafe, 31 1 gezeichnet 4 6): ton Cer 29 T Samn- Sne ind Umgi Ankunft d Landſchefer den nach ahgeſonde Ausſchlag war. Jet auf folgen ßin, I Oberau Naren Dahle: dewitz. E ton der Th und da a Ien reine ſoe haben, ſe ſnd ſhj ſchfereien mande S Begrife von jorals ihnen gen Zeit die ren: ſo iſt chſten und en in Spa⸗ in den Fel⸗ t Eſtre⸗ am Kopfe gezeichnet 6 n Bela⸗ ezeichnet Cgaſſary: den Fel⸗ V ſſary in 27 6) erena d' Escurial, gefallen in einem Theile von Cerena in Eſtremadura: 28 zweijährige Schafe, gezeichnet V Summa ôé einjährige, 67 zweijährige, 19 dreijährige Stähre und 123 zweijährige Schafe. Summa Summarum 230 Stück. Unglücklicher Weiſe aber hatten dieſe Thiere bei ihrer Ankunft die Räude, ſo daß man ihre Vermiſchung mit den Landſchafen fürs erſte völlig vermeiden mußte. Sie wur⸗ den nach dem Thiergarten bei Stolpen gebracht, und dort abgeſondert gehalten, bis nach zwei Jahren dieſer böſe Ausſchlag geheilt, und keine Anſteckung mehr zu fürchten war. Jetzt wurden die übrigen Stähre vertheilt, und zwar auf folgende Privat⸗Rittergüter: nach Gersdorf, Tro⸗ ßin, Milkel, Klipphauſen, Glauſchnitz, Oberau, Rammenau, Wolkenburg, Wolkau, Maxen, Mokritz, Spillbach, Dahlenberg, Dahlen, Dreſchkau, Frankenhauſen, Ra⸗ dewitz. Es wurden auch Stähre und ſpaniſche Mutterſchafe von der Thiergarten⸗Schäferei nach Hohenſtein gegeben, und da eine neue Pflanzſchule errichtet. Jene Rittergüter können alſo nunmehr, wenn ſie ſtets reine ſpaniſche Stähre aus den Staatsſchäfereien gebraucht haben, ſchon in der 15— 2oſten Generation ſeyn. Sie ſind ſich jetzt nicht alle gleich, aber viele ſtehen den Staats⸗ ſchäfereien nicht mehr nach. Ein Beweis, daß nicht, wie manche Schafzüchter behaupten, mehr als 30 Generationen 28 nöthig ſind, um reines Blut zu erzeugen. Und dennoch iſt bei jenen Schäfereien gar nicht einmal ganz gewiß, daß ſie nicht zuweilen Metis⸗Widder gebraucht haben. Niemand wird aber den meiſten derſelben Race die Veredlung abſprechen wollen, beſonders da ihre Wolle zur edelſten gehört, die bis jetzt erzeugt wird, und da kein rationeller Schafzüchter Anſtand nimmt, Widder aus vielen derſelben zur Veredlung zu kaufen. Dasſelbe gilt ja auch von den damals kurfürſtlichen, jetzt königlich ſächſiſchen Schäfereien, die zum Theil ver⸗ edelt, zum Theil mit überzähligen Schafen von den Meri⸗ nos beſetzt wurden. Wir würden auch in Deutſchland we⸗ nig Heerden finden, die in der Beziehung rein genannt werden können, daß ſie entweder ſtets, vom Anfange ihrer Beziehung aus Spanien an, bis jetzt, rein und unver⸗ miſcht erhalten worden wären, oder daß ſie ſchon 3o Ge⸗ nerationen der Veredlung hinter ſich hätten. Der Erfolg, den die oben genannten Rittergüter von ihren bekommenen ſpaniſchen Widdern hatten, war ſo günſtig, daß er großes Aufſehen machte, und einen ſtarken Begehr nach ſolchen Thieren erzeugte. Dieſer konnte von den bereits vorhandenen nicht ganz befriedigt werden, und es wurde daher beſchloſſen, Anſtalten zu einem neuen Trans⸗ porte ſpaniſcher Schafe zu machen. Auffallend iſt es, daß ſich der erſte Stamm bis zum Jahre 1776 nur bis auf 600 Stück vermehrt hatte. Die Räudekrankheit, die neue Einrichtung, die Ungewohntheit der Sache mochten wohl jedes das Seinige zu dieſem Zurückbleiben beigetragen haben. Bei dieſer zweiten Beziehung hatte man die Idee, Schafe aus der Berberei kommen zu laſſen; da aber, nach dendesſet iigkeiten ſich wic c ej Bert fnde Herr hatten wa derner ſte die Vered die gube die inlind arbeitete die Auif und daß durch ſehl 1764 wo hatten. burg und mäßigen zeugte, feiner W lende an man ferr daraufe arbeiten füßrung ſpaniſche di pories e d dennoch iſt viß, daß ſie jemand wird abſprechen die bis jett ter Anſtand tedlung zu fürſllichen, Theil ver⸗ den Meri⸗ ſchland we⸗ in genannt fange ihrer und unver⸗ n z0 Ge⸗ rgüter von „war ſo inen ſtarken konnte von erden, und een Trans⸗ iſt es, daß ur bis auf t, die neue hten wohl agen haben. die Kee, abet, nach 29 den desfalls eingezogenen Erkundigungen, dies großen Schwie⸗ rigkeiten unterworfen geweſen ſeyn würde: ſo wandte man ſich wieder nach Spanien. Ehe man jedoch die Sache ins Werk richtete, wurden erſt Berathſchlagungen gehalten, wohin die neu anzuſchaf⸗ fende Heerde gebracht werden ſollte. Nach mehreren De⸗ batten ward Lohmen hierzu für am tauglichſten befunden. Ferner ſtellten einige das Bedenken auf, daß, wenn man die Veredlung der Schäfereien allzu ſtark betriebe, am Ende die grobe Wolle fehlen würde, und dies um ſo mehr, als die inländiſchen Manufacturen meiſtentheils nur ſolche ver⸗ arbeiteten. Dazu kam noch, daß Preußen zu jener Zeit die Ausfuhr von Wolle aus ſeinen Staaten verboten hatte, und daß namentlich die Tuchmacher aus der Oberlauſitz da⸗ durch ſehr ins Gedränge kamen, da ſie z. B. im Jahre 1 764 von Breslau allein 16,000 Stein Wolle bezogen hatten. Da ſich jedoch ergab, daß Sachſen aus Mecklen⸗ burg und aus Niederſachſen ſeinen fehlenden Bedarf zu ſehr mäßigen Preiſen erhalten konnte, und da man ſich über⸗ zeugte, es ſey beſſer fürs Land, wenn der Uiberſchuß von feiner Wolle theuer ins Ausland verkauft, und das Feh⸗ lende an grober wohlfeil vom Auslande bezogen werde; da man ferner wohl einſah, daß die Tuchfabrikanten ſich leicht darauf einrichten würden, auch eine feinere Wolle zu ver⸗ arbeiten, und dabei mehr zu verdienen: ſo ſtand der Aus⸗ führung des Beſchluſſes zur Anſchaffung einer neuen Heerde ſpaniſcher Schafe nichts mehr im Wege. Die Bewilligung zur Ausführung dieſes neuen Trans⸗ portes erlangte Sachſen vom ſpaniſchen Hofe durch den — 5⁰ Grafen von Florida Blanca, und zwar durch beſondere Bemü⸗ hung des Legations⸗Secretärs Becker. Es ward demnach von der ſächſiſchen Regierung durch ein Reſcript vom 7. Decem⸗ ber 1777 befohlen, 100 Stähre und 200 Mutterſchafe einzukaufen. Die Leitung dieſes Transportes ward einem gewiſſen Vogel, Kammerdiener des Conferenz⸗Miniſters, Grafen Einſiedel, übertragen. In ſeiner Inſtruction ward ihm be⸗ ſonders empfohlen: beim Einkauf auf Geſundheit, guten Wuchs, feine Wolle und auch darauf zu ſehen, daß kein Stück über zwei Jahre alt ſey. So wie der erſte Trans⸗ port, ſollten die Schafe in Cadix ein⸗ und in Hamburg ausgeſchifft werden. Zum Begleiter ward Vogeln außer ein Paar ſächſiſchen Schäfern, ein gewiſſer Frenzel als Rechnungsführer mitgegeben. Die Abreiſe geſchah am 27. December 1777, und man kam über Frankfurt, Lyon, Perpignan ꝛc. am 22. März in Madrit an. Nach einigem Aufenthalt wegen der Päſſe gab ihnen Becker fünf Adreſſen an die Majorals der Heerden von Infantado, Bejar, Urbieta, Jran⸗ da und Paildas mit. Der Einkauf war ſchwierig, weil in der Adreſſe es dem Gutachten der Majorals überlaſſen war, was ſie verkaufen wollten. Das meiſte Vieh mußte man von der Cavagne des Marquis d' Iranda nehmen, denn deſſen Majoral hatte gemeſſene Ordre, ausleſen zu laſſen. Etwa 100 Stück ſollten aus andern Heerden ge⸗ ſucht werden. Vogel meldete, daß bei dem erſten Trans⸗ porte, der vor 13 Jahren geholt worden war, ein könig⸗ licher Befehl an alle Majorals ergangen ſey, nach welchem jder bei die beſte klären, porte in vm It diſerrich Ehjaſe ge Gabagne d Von daß a ſ xndet I §a. 100 Sän Cuenta⸗ und war mündüche ſehr geſt er antraf ſehn. W ſo benutze dieſer Hee ondere Bemi⸗ demnach von 7 7. Decem⸗ Mutterſchafe m gewiſſen es, Grafen ard ihm be⸗ eit, guten daß kein iſte Trans⸗ i Hamburg geln außer nzel als 777 und t. am 22. wegen der ajorals der a, Fran⸗ ierig, weil überlaſſen zieh mußte a nehmen, nusleſen zu Heerden ge⸗ en Trans⸗ ein könig⸗ h welchem 31 jeder bei achtjähriger Gefängnißſtrafe angewieſen worden ſey, die beſten Stücke zu geben. Daraus iſt denn leicht zu er⸗ klären, daß faſt nie weder vor noch nach jenem Trans⸗ porte ein ähnlicher aus Spanien gewandert iſt. Vor ein Paar Jahren, ſo ſchrieb Vogel weiter, ſeyen in das Oeſterreichiſche ebenfalls auf königliche Erlaubniß ſpaniſche Schafe gegangen, zu denen ein großer Theil auch von der Cavagne der Herren d'Iranda gekauft worden ſey. Von Sevilla ſchrieb Vogel unterm 5. Mai 17738, daß er ſeinen Einkauf gemacht habe, und zwar in fol⸗ gender Art: 156 Schafe von der Cavagne des Marquis d' Iranda, 20 Schafe von der Comteſſe de Cuenca. Sa. 176 Schafe. 21 Stähre aus der Cavagne des Grafen Villa Paterna, 57 ⸗ 2 2 2 Iranda, 17 2 5 2 2 Negretti, 5 2 ⸗ 4- Cuenca Sa. 100 Stähre. Sämmtliches Vieh war 2 Jahr 5 Monat alt. Der Cuenta⸗ oder Cuenia⸗Stamm gehörte zu den Sorianern und war von ſehr niederer Qualität. Nach Vogels mündlicher Aeußerung war der Majoral von Paular ein ſehr gefälliger Mann, und ſeine Heerden die erſten, die er antraf. Von ihm würde Manches zu erwarten geweſen ſeyn. Weil Vogel aber ohne gehörige Vorkenntniſſe war, ſo benutzte er die ſchöne Gelegenheit nicht, und nahm von dieſer Heerde keine Schafe, was um ſo mehr zu bedauern 5² war, da auch das erſte Mal von derſelben keine mitge⸗ kommen waren. Die Einmiſchung der Stücke von Cuenca richtete großen Schaden an. Vogel und Frenzel hatten ſie nicht ſelbſt geholt, ſondern ſie waren ihnen von dem Majoral von der Iranda⸗Schäferei aus Gefällgkeit herbeigeſchafft worden. Es drängt ſich hierbei der Gedanke auf, ob nicht dieſer Majoral dabei die Liſt anwenden wollte, durch Vermiſchung mit ſchlechterem Viehe den Grund zur Un⸗ gleichheit und Mangelhaftigkeit bei dem in Sachſen zu grün⸗ denden Stamme zu legen. Nach mehrerem Ungemache, welches ſie auch beſonders in Spanien durch ſchlechtes Wetter ausgeſtanden hatten, kam die Heerde am 26. September 1773 in Zitzſchen, einem Privatgute des Hofraths von Schönberger an, der ſich zu deren Aufnahme erboten, weil er ſeine Schäferei ab⸗ geſchafft hatte.(Sie war den 26. Juni in Cadix einge⸗ ſchifft worden, und kam den 1. Auguſt zu Blankenſee, zwei Meilen von Hamburg, an.) In Zitzſchen blieb ſie bis zum nächſten Jahre, und kam dann am 23. Mai 1779 nach Thiergarten. Sie be⸗ ſtand jetzt nur noch aus 169 Schafen und 55 Stähren. Das übrige war bis dahin theils auf der Reiſe, theils den Winter hindurch gefallen. Die Schafe hatten, ſo wie die erſten, wieder die Räude mitgebracht. Der ſämmtliche Koſtenbetrag dafür war 10995 Rthlr. 15 Sgr.: man rechnete ſich aber auf die geſchorne Wolle 611 Rthlr. Dieſe galt aber, nachdem ſie nach Amſterdam, Lüneburg und Leipzig zum Verkauf gebracht worden und nicht weggegangen war, in Oſchatz, wo ſie verkauft wurde, der Centne 6. 16: goßen R ſe di uc Nhk 206 i nach Th So wi jing der fl kamen dieſe Nutterſchaf dem hot ai Schäferei ſcuß von! Umtauſch b Schäferei al Anfang des wiſchen Re dorf ſidr Icg Thatſachen zogen zu he und zver h btingung de richten in Schaßzucht Deutſchland bon hoher; Der f ten ſpeniſch Elsner's Uit keine mitze⸗ von Cuenca Frenzel ihnen von Gefälligkeit er Gedanke 5 häferei ab⸗ .. dr gzno kadn einge⸗ — S Blankenſee, Imſterdam, worden und 3 do zauft wurde, 35 der Centner 36 Rthlr.(im Schmutze) und es kamen, da 10 Ctr. 13 Pfd. geſchoren worden waren, nach Abzug einer großen Menge Unkoſten, nur 253 Rthlr. 19 Gr. heraus, ſo daß nach Abzug dieſer Summe die Heerde auf 10,736 Rthlr. 20 Gr. kam. Es koſtete alſo ein Stück von denen, die nach Thiergarten gekommen waren, über 40 Rthlr. So wie dieſer neue Transport nach Thiergarten kam, ging der frühere nach Hohenſtein ab. Im Jahre 1783 aber kamen dieſe nach Lohmen, und die Heerde war damals 531 Mutterſchafe, 94 Hammel und 142 Stähre ſtark. Seit⸗ dem hat einige Jahre nachher zwiſchen Rennersdorf(deſſen Schäferei von Stolpen aus durch Stähre und den Uiber⸗ ſchuß von Merinos veredelt worden war) und Lohmen ein Umtauſch von Stähren ſtatt gefunden. Die Thiergarten⸗ Schäferei aber iſt in ſich ſelbſt fortgezüchtet worden. Seit Anfang des Jahres 1790 hat jener Umtauſch von Stähren zwiſchen Rennersdorf und Lohmen aufgehört, und in Renners⸗ dorf ſind nur Stolpner Stähre gebraucht worden. Ich glaube, mir durch die weitläufige Mittheilung dieſer Thatſachen das Mißfallen meiner Leſer um ſo weniger zuge⸗ zogen zu haben, als die Sache von großem Intereſſe iſt, und zwar vorzüglich deshalb, weil einmal über die Ein⸗ bringung der gedachten Schafe mancherlei unrichtige Nach⸗ richten im Umlaufe ſind, und weil zweitens die ſächſiſche Schafzucht wegen ihres großen Einfluſſes auf das übrige Deutſchland und wegen des beſondern Rufes ihrer Wolle von hoher Wichtigkeit iſt. Der fernere Gang derſelben, nachdem die eingebrach⸗ ten ſpaniſchen Schafe naturaliſirt waren, war wie überall Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. C 34 ſchwankend. Man betrieb die Sache nicht allenthalben mit gleicher An- und Einſicht. Dies beweiſt ſchon der gegen⸗ wärtige Stand der verſchiedenen Heerden, die nach obigen Nachrichten die erſten ſpaniſchen Stähre bekamen. Manche dieſer Schäfereien haben ſich eine hohe Celebrität erworben und erhalten, andere dagegen ſind weniger berühmt ge⸗ worden, ja manche ſogar in Dunkelheit verfallen. Zu den erſtern gehören Gersdorf, Klipphauſen, Wol⸗ kenburg, Dahlen, Dreſchkau. Auffallend iſt aber die ſchwache Vermehrung des aus Spanien eingeführten erſten Stammes. Denn es kamen im Jahre 1765 doch 123 junge Mutterſchafe an, die man mindeſtens vier Jahre zur Zucht brauchen konnte, und dennoch war nach 18 Jahren bei der Uiberſiedlung die Heerde nur 581 Mutterſchafe ſtark. Die wahrſcheinlichen Urſachen hiervon habe ich ſchon oben angegeben. Durch die Widder aus dieſen beiden Stämmen ward aber allmählig die Schafzucht des ganzen Landes veredelt, und es vergingen von jener Zeit an, wo die beiden ſpa⸗ niſchen Schäfereien in Sachſen nun förmlich eingerichtet waren und in regelmäßigen Gang kamen(von 1785 an), kaum zwei Jahrzehende: ſo bekam die ganze ſächſiſche Schaf⸗ zucht ſchon hohen und ausgebreiteten Ruf, und ihre Wolle ward ein Gegenſtand des ausländiſchen Handels. Dies kam aber erſt im Anfange des jetzigen Jahrhunderts recht eigent⸗ lich in Gang, und die oben gegebene Vergleichung der Preiſe ſächſiſcher hochfeiner Wolle mit der ſpaniſchen und franzöſiſchen zeigt, daß ſie mit dem Jahre 1810 ſchon der ſpaniſchen gleich ſtand, dieſelbe aber in der Folge immer mehr übertraf. 65 indem G wohl zu welchr da genalt wo rente in I Die in Klaren werde ſie wich aler De ungefähr Aus deß ſi ih widmeten, Penn z. ihre edlen Sorgfalt die Echan den Ställ dieſelben Schäfet ei lih die K waren ſie ſo edlen man ſie di ſich a Scifereien Anſchine enthalben mit n der gegen⸗ nach obigen n. Manche t erworben erühmt ge⸗ . Zu den n, Wol⸗ ng des aus n es kamen an, die man onnte, und ſiedlung die rſcheinlichen mmen ward des veredelt, beiden ſpa⸗ eingerichtet 1785 an), iſche Schaf⸗ ihre Wolle . Dies kam recht eigent⸗ ig der Preiſe franzüſiſchen er ſpaniſchen ehr übertraf. 35 Es fragt ſich nun, ob die ſächſiſche Wolle wirklich ſich in dem Grade fortwährend veredelt habe, wie ihr erhöhter Preis wohl zu beweiſen ſcheint. Dann wäre aber der Tadel, welcher der ſächſiſchen Schafzucht hie und da ſchon öffentlich gemacht worden iſt, und der auch auf dem Leipziger Wollcon⸗ vente im Jahre 1325 gehört wurde, unverdient geweſen. Die Sache verdient daher, da ſie noch nicht genug im Klaren iſt, doch wohl eine genauere Beleuchtung. Ich werde ſie anführen, wie ſie in der Wirklichkeit iſt, und mich aller Partheilichkeit aufs ſtrengſte enthalten. Die Vorwürfe, welche man aufgebracht hat, ſind ungefähr folgende:* Auswärtige Schafzüchter werfen den Sachſen vor, daß ſie ihren Heerden bei weitem nicht die große Sorgfalt widmeten, die ſie wegen ihrer hohen Qualität verdienten. Wenn z. B. ſchleſiſche und öſterreichiſche Schafzüchter, die ihre edlen Heerden mit übertriebener Aufmerkſamkeit und Sorgfalt behandelten, nach Sachſen kamen, und fanden die Schafe ſchon im März auf ſumpfigen Wieſen und auf den Ställen nur noch geringe Futtervorräthe; oder ſahen dieſelben bei tagelangem Regen im Felde, ohne daß die Schäfer ein Obdach für dieſelben ſuchten, wodurch natür⸗ lich die Oberfläche des Vließes ſehr verunſtaltet ward, ſo waren ſie erſtaunt und glaubten, daß man den Werth von ſo edlen Heerden gar nicht zu würdigen verſtände, weil man ſie ſo gering zu achten ſchien. Wenn dieſe ferner, die ſich an Prachtgebäude gewöhnt hatten, wenn ſie edle Schäfereien ſahen, hier in alte, dunkle, niedrige und dem Anſcheine nach ungeſunde Ställe kamen: ſo wurden ſie in C 2 36 ihrer bereits gefaßten ungünſtigen Meinung noch beſtärkt. Nun unterſuchten ſie vielleicht die Wolle der Thiere, und fanden ſie, weil die Witterung nachtheilig darauf eingewirkt hatte, keinesweges ſo vorzüglich, wie ſie ſich vorgeſtellt hatten; ja ſie glaubten auch zu bemerken, daß die Thiere, welche ſie hie und da als Merzen ausgeſetzt ſahen, zum Theil die in der Heerde bleibenden übertrafen, und wiederum urtheilten ſie, daß die ſächſiſchen Schafzüchter ihre Schätze nicht genug zu achten wüßten. Dasſelbe glaubten ſie auch, wenn ſie da und dort bemerkten, wie man Widder von entſchieden geringer Qualität zum Sprunge ließ. Daß diejenigen, welche das Ganze der ſächſiſchen Schafzucht noch nicht kannten, ſo urtheilen mußten, wenn ſie nach ihrer Meinung ſolche Mißgriffe ſahen, iſt leicht be⸗ greiflich. Ob aber der Tadel auch im Allgemeinen ſo ge⸗ gründet war, das wollen wir hier etwas genauer unterſuchen. Es iſt allerdings wahr, daß die ſächſiſchen Schaf⸗ züchter ihre Heerden häufig ſehr zeitig im Frühjahr, oft ſchon im März auf die Weide, und namentlich auch auf naſſe Wieſen gehen laſſen. Dies mag vielleicht auch die Franzoſen be⸗ ſtimmen, zu glauben, daß, wie ſchon oben angeführt worden iſt, die ſächſiſche Wolle ihre Vorzüge dieſer Verfahrungsart verdanke. Die Urſache dieſer eben nicht ganz zu billigenden Weiſe liegt aber meiſtentheils in einer Menge noch in Sach⸗ ſen herrſchender Servitute. Nach dieſen müſſen ſich viele Grundbeſitzer die Hütung der herrſchaftlichen Schafe auf ihren Feldern und Wieſen bis zu gewiſſen Zeiten gefallen laſſen. Um nun dieſe Gerechtſame auf keine Art im min⸗ deſten in Verfall kommen zu laſſen, achtet man bisweilen weniget Krankh Nutzen auch ven imn d ännal der Aath. T Bezuemi fihrten G ſerer Et ſeht geſh Schäferei die als7 ſtell wer Uinmer noc Ich nuß terleitete Schafßuch gehuldigt ſätſſſchen ihre Ehne ſhmerzte, liige Beh Fölge ſe die land gen die ſ A de ſächſſ ſleiſce och beſtätkt. Thiere, und ff eingewitt vorgeſtellt die Thiere, ahen, zum wiederum de Schätze en ſie auch, Lidder von . ſächſſſchen zten, wenn 1 leicht be⸗ nen ſo ge⸗ nterſuchen. hen Schaf⸗ oft ſcon im naſſe Wieſen anzoſen be⸗ hrt worden ahrungsart billigenden ch in Sach⸗ en ſich biele Schafe auf ten gefallen t im min⸗ bisweilen 37 weniger auf den indirecten Schaden, den man ſich durch Krankheiten in der Heerde zuzieht, als auf den directen Nutzen der Weide. Durch dieſe Berechtigungen iſt man auch weniger genöthigt, auf ſtarken Futterbau auf den eigenen Feldern zu denken, und man kommt deshalb, wenn einmal der Frühling ungewöhnlich ſpät eintritt, in große Noth. Dies dürfte aber nicht ſo ſeyn, und die geringe Bequemlichkeit, die für Schäferei⸗Beſitzer aus der ange⸗ führten Gerechtſame entſteht, wird durch den Schaden grö⸗ ßerer Sterblichkeit und oft auch geringeren Wollertrages ſehr geſchmälert. Dies iſt aber nicht in allen ſächſiſchen Schäfereien ſo; es gibt deren vielmehr auch eine Menge, die als Muſter einer guten Behandlung in jeder Art aufge⸗ ſtellt werden können. Aber es gibt deren leider bis jetzt immer noch mehrere, die dem obigen Tadel ausgeſetzt ſind. Ich muß mich im Voraus gegen den Vorwurf ſichern, als verleitete mich irgend eine Nebenabſicht dazu, die ſächſiſche Schafzucht anzutaſten. Vielmehr habe ich ihr von jeher gehuldigt, wie auch die Gründung meiner Schäferei aus ſächſiſchen Stämmen beweiſt. Ja ich habe oft und vielmals ihre Ehre verfochten, und nur getadelt, wo es mich tief ſchmerzte, wenn ſo edle Heerden durch falſche und ſaumſe⸗ lige Behandlung um ihren Ruhm kommen ſollten. Die Folge ſolcher Behandlung ſind ſo entehrende Angriffe, wie die landwirthſchaftliche Zeitung im vorigen Jahre einen ge⸗ gen die ſonſt ſo berühmte Schäferei von D ahlen enthielt. Wie oft habe ich Urtheile zu entkräften geſucht, die der ſächſiſchen Schafzucht allen Werth abſprachen. Berühmte ſchleſiſche Schafzüchter, und zwar mehr als einer, kamen 58 aus Sachſen mit der Aeußerung zurück, ſie hätten dort nichts Gutes von Schafen getroffen, und die Reiſe dorthin habe einzig und allein den Nutzen für ſie gehabt, einzuſehen, wie hoch ihre Heerden über den ſächſiſchen ſtänden. Außer den gerügten Mißbräuchen, die aus den noch beſtehenden Servituten entſtehen, hat die ſächſiſche Schafzucht auch durch den Krieg von 1815 bedeutend gelitten. Viele ſehr edle Heerden mußten flüchten, und verloren dabei einen großen Theil ihres Viehes, andere wurden eine Beute des Feindes und beinahe ganz aufgerieben; viele verkaufte man großentheils, weil es an Futter und Gebäuden zu ihrer Unter⸗ bringung bei der großen Verwüſtung mancher Gegenden fehlte. Zwar haben ſich dieſe Heerden wieder erholt, aber dennoch währte es lange, ehe ſie wieder zum alten Flor gelangen konnten. Wenn nun nach ſolchen Calamitäten die ſächſiſche Wolle dennoch jetzt wieder wie ein Stern erſter Größe am merkantiliſchen Himmel glänzt: ſo muß der Verfall der ſäch⸗ ſiſchen Schafzucht doch nicht ſo groß ſeyn, wie Unkundige glauben, und ſich ſo gern überreden laſſen. Der Tadel hat in Sachſen das ſehr Gute gewirkt, daß er die Schaf⸗ züchter aufmerkſam gemacht und zu einem verſtändigen Ver⸗ fahren geleitet hat. Wer es mit der deutſchen Schafzucht, wovon die ſächſiſche noch immer den Kern bilden hilft, red⸗ lich meint, dem iſt gewiß daran gelegen, daß der Theil derſelben, der das Ganze empor brachte, nicht untergehe. Aus dieſem Geſichtspunkte betrachtet, habe ich mir ſelbſt zu⸗ weilen Tadel erlaubt, und es konnte mir, als Enthuſiaſten für deutſche Schafzucht nur erfreulich ſeyn, daß dieſer Tadel Gutes wirkte. Nur daß 662 wie dos! menhei dl unt Tacen Sit behau Wollendung iilne Ehü angtfangen ſen ongeſe Schaffücht haben no Heerde bo Noch eiſt und das he Schafzucht. ſt der Wm in dr A0 Abe der Kitter Entwicklun hachtungen macht, die bei ſeinem er verbun thun. 2 llüßenden Volle ther dunns fo in dort nichts vorthin habe z-uſehen, wie 3 den noch Schaßzucht en. Viele dabei einen Beute des kaufte man her Unter⸗ nden fehlte. er dennoch en konnten. ſächſiſche Größe am U der ſäch⸗ Unkundige Der Tadel die Schaf⸗ digen Ver⸗ Schafzucht, hilft, red⸗ der Theil untergehe. ir ſelbſt zu⸗ Enthuſiaſten daß dieſer 39 Nur von dem Geſichtspunkte aus tadelte ich aber, daß es Jammerſchade wäre, wenn etwas ſo Vollendetes, wie das vollkommene Electoralſchaf iſt, in ſeiner Vollkom⸗ menheit aufhören und vielleicht zuletzt durch andere Namen und Racen verdunkelt werden ſollte. Stets habe ich den Satz behauptet, daß keine Race in der Welt ſich zu der Vollendung ausbilden laſſe, wie das Electoralſchaf. Ein⸗ zelne Schäfereien in Sachſen haben dies ſchon zu beweiſen angefangen. Aber vorzüglich haben dies mehrere aus Sach⸗ ſen angeſtammte Heerden bewieſen. Viele, viele deutſche Schafzüchter, die man ſelbſt zu den rationellen zählen kann, haben noch kaum eine Ahndung davon, was eine ganze Heerde vollendeter, vollkommener Electoralſchafe ſeyn würde. Noch exiſtirt ſie nirgends, aber ſie iſt zu erzeugen möglich, und das höchſte, aber noch weit entfernte Ziel der höhern Schafzucht. In einzelnen Exemplaren vorzüglicher Heerden iſt der Typus angegeben, den eine ſolche vollendete Heerde in der Allgemeinheit entwickeln müßte. Aber auch der häufige Gebrauch der Verpachtungen der Rittergüter und Domainen in Sachſen hat der höhern Entwicklung der Schafzucht ſehr geſchadet. Bei dieſen Ver⸗ pachtungen iſt oft nicht einmal dem Pächter zur Pflicht ge⸗ macht, die Schäferei auf der Veredlungsſtufe, wo ſie ſich bei ſeinem Antritte befindet, zu erhalten; geſchweige, daß er verbunden ſeyn ſollte, noch mehr für deren Veredlung zu thun. Die Pachten ſind vielmehr meiſt aus den frühern blühenden Zeiten der Landwirthſchaft, wo Getreide und Wolle theuer war, in die jetzigen übergetragen, und die daraus folgende Höhe derſelben zwingt die Pächter, auf alle 4⁰ Weiſe zu ſtreben, die faſt unerſchwingliche Summe des Pachtgeldes heraus zu bringen. In dem Verkaufe edler Mutterſchafe fanden ſie meiſtentheils das einzige Mittel, dies zu bewerkſtelligen, und ſie wandten dies Mittel zum Ver⸗ derben der Heerden an, die auf dieſe Weiſe allmählig in ihrer Qualität ganz herabkamen. Dazu konnte nun ein ſolcher Pächter auch keine große Summen auf den Ankauf guter Sprungwidder verwenden. Glücklicherweiſe hatten lange Zeit hindurch dieſe gleiche Taxe, ihr reeller Werth mochte auch noch ſo verſchieden ſeyn. Wenn daher ein Pächter nur Kenntniß genug beſaß, eine richtige Auswahl zu treffen, ſo konnte er dem Uibel doch zum Theil wieder Einhalt thun. Faſt eben ſo wie dieſe Verpachtungen haben den ra⸗ ſchen Fortgang zum höhern Ziele bei der ſächſiſchen Schaf⸗ zucht die Verwaltungen der Güter aufgehalten. Die Beſitzer derſelben lebten meiſtentheils in der Reſidenz, und hatten ſich auch ſelbſt keine Kenntniſſe in dieſem Fache erworben: ſo daß ſie nicht eingreifen konnten, wenn es auch nicht ging, wie es ſollte. Einen gewiſſen Tact, ſollte man glauben, müßte ſich zwar jeder Wirthſchaftsverwalter aneignen, wenn er immer mit der Sache umgeht. Dem iſt aber nicht über⸗ all ſo, und man ſtößt hie und da auf Dinge, die man mit Verwunderung ſieht. So war es auch in Sachſen, und dies war keine der geringſten Urſachen des gehemmten Fortganges der edlen Schafzucht. Aber es gibt dort noch eine Menge edler Heerden, die durch rationelle Züchtung ſchnell und glücklich zu einem ſehr hohen Ziele gelangten, und die zur Erhaltung und Vermeh⸗ nung des diel beit da, und de üng Etiifrie gurf Sch tihtige E ginger an andere ſo darf nur, Naher anführen den man weſentlich Wole er Aber einheimiſch den Vorr darüber dem Leip gegen ſolch die Wolhe ohne Grur meine Be⸗ Sie bello ſo viel ho Schuren ile ſächſiſ ſehn konnt Summe des erkaufe edler Mittel, dies I zum Ver⸗ Umählig in ee nun ein een Ankauf eiſſe hatten ler Werth daher ein de Auswahl Lheil wieder en den ra⸗ en Schaf⸗ di Beſitzer und hatten erworben: nicht ging, n glauben, nen, wenn icht über⸗ die man Sachſen, gehemmten terden, die einem ſehr Vermeh⸗ 41¹ rung des ſo vortheilhaften Rufes der ſächſiſchen Wolle ſehr viel beitrugen. Rochsburg ſtand eine lange Zeit als Muſter da, und von dort aus kamen eine Menge edle Schafe in die übrigen deutſchen Provinzen. Aus den landesherrlichen Schäfereien ſelbſt angeſtammt, wandte der Gründer derſelben, Graf Schönburg, einen ſo unermüdeten Fleiß und ſo richtige Einſichten an dieſelbe, daß ſie ſehr bald ihre Vor⸗ gänger an Güte erreichte und an Ruf übertraf. Mehrere andere folgten mit gleichem lobenswerthem Eifer, und ich darf nur, um doch einige zu nennen, Klipphauſen, Machern, Dröſchkau, Leitewitz, Thale ꝛc. anführen. Dieſe und andere entkräften den Tadel wieder, den man der ſächſiſchen Schafzucht machte, und trugen weſentlich dazu bei, daß ſich der Ruhm der chüſchen Wolle erhielt. Aber nicht bloß fremde Schafzüchter, ſondern uucß viele einheimiſche Wollhändler machten den ſächſiſchen Schäfereien den Vorwurf, daß ſie zurückgingen, und ſie ſprachen ſich darüber privatim ſowohl als auch öffentlich, beſonders auf dem Leipziger Wollconvente, laut aus. Muß man auch gegen ſolche Ausſprüche immer etwas mißtrauiſch ſeyn, da die Wollhändler es oft ihrem Intereſſe angemeſſen finden, ohne Grund zu tadeln: ſo iſt dieſe vielfache und faſt allge⸗ meine Beſchwerde doch wohl nicht ganz ungegründet geweſen. Sie beklagten ſich vorzüglich darüber, daß ſie gar nicht mehr ſo viel hochfeine, d. i. Electa⸗Wolle aus den ſächſiſchen Schuren herausſortirten. Die Sache muß aber, da nicht alle ſächſiſche Schäfereien zugleich und ſo ſehr zurück gegangen ſeyn konnten, auf folgende Weiſe erklärt werden. 4² Erſtens iſt man in der Auswahl und Beſtimmung von Electa⸗Wolle jetzt viel ſtrenger als früherhin, und was ſonſt ſchon in dies Sortiment genommen ward, gilt jetzt nur noch für gute Prima. Dieſe größere Strenge, und der da⸗ durch verwöhnte Geſchmack der Manufacturiſten, beſonders in England, hat auch hauptſächlich der ſpaniſchen Wolle den Hauptſtoß gegeben. Zweitens wurde gerade zu der Zeit, als jener Vorwurf der ſächſiſchen Wolle am meiſten gemacht ward, die kurze hochfeine Electoral⸗Wolle vorzugsweiſe beliebt. Nun hatten aber die meiſten Schäfereien ſich mehr auf die frühere Nach⸗ frage, d. i. auf eine lange feine Wolle eingerichtet, und dieſe ward jetzt, auch bei der höchſten Qualität der kürzern, wenn beide in der Feinheit gleich waren, nachgeſetzt. Und endlich drittens war dies auch gerade die Periode, wo die gezwirnte Wolle in Verruf gekommen war. Um nun dieſe auszurotten, hatten viele Schafzüchter mit Widdern von ſehr dichter, aber weniger feiner Wolle gekreuzt, und waren dadurch in der hohen Qualität bedeutend heruntergerückt. Jedoch kann bei einem verſtändigen und conſequent fortge⸗ ſetzten Verfahren dieſe Verminderung der Feinheit der Heer⸗ den bei ihrer guten und edlen Grundlage bald wieder aus⸗ geglichen werden, und es können ſich dann Stämme bil⸗ den, die alle, auch die ſtrengſten Foderungen an höhere Schafzucht erfüllen. Mehr aber, als der öffentlich ausgeſprochene Tadel hat wohl eine gewiſſe Lobhudelei der ſächſiſchen Schafzucht geſchadet. Denn es fühlten ſich hie und da Manche berufen, da lob daß ſe beſtinden ſtand the ſehende b Wütheit Viel rihtige ur ſSchafzuch Er naht diſſen B gegen da Kämpe! Ihnen be und das ſe Gewinne In Verhältni zucht nich Landern Nalze, die betrieben. tiels ſh anwendet ten keine Shäfereie ungünſtige immung bon „ und was ilt jetzt nur ind der da⸗ beſonders hen Wolle rVorwurf die kurze dun hatten here Nach⸗ ichtet, und er kürzern, nachgeſetzt. „wo die nun dieſe n von ſehr und waren teergerückt. nt fortge⸗ der Heer⸗ ieder aus⸗ imme bil⸗ an höhere ſene Tadel Schaßßucht e berufen, 45 das Lob derſelben ſtets mit Poſaunenton zu verbreiten, ohne daß ſie eigentlich ſelbſt recht wußten, worin die Vorzüge beſtänden, die ſie ſo laut prieſen. Durch dieſes Lob ent⸗ ſtand aber ein weit größeres Mißtrauen gegen die in Rede ſtehende Schafzucht, als durch jenen Tadel, der ſich auf Wahrheit gründete und mit Mäßigkeit ausgeſprochen wurde. Viel hat aber zum Ruhme des Electoralſchafes die richtige und gründliche Würdigung des Veteranen in der Schafzucht, des Freiherrn von Ehrenfels gethan. Er machte in einem Lande darauf aufmerkſam, wo man deſſen Vorzüge noch wenig kannte, und voll Vorurtheile gegen dasſelbe war. An ihn ſchloß ſich als würdiger Kämpe der zu früh verewigte Rudolph André an. Ihnen beiden gelang es auch, die Vorurtheile zu zerſtreuen, und das ſächſiſche Schaf in ihrem Vaterlande, zum hüßten Gewinne für dasſelbe, beliebt zu machen. Preußen. In Preußen war wegen der verſchiedenen Lage und Verhältniſſe ſeiner Provinzen auch der Fortgang der Schaf⸗ zucht nicht überall derſelbe. Gleich den übrigen nördlichen Ländern wurde ſie mehr wegen des Fleiſchertrages und der Pelze, die ſie für den Winter lieferte, als wegen der Wolle betrieben. Man hielt Schafe, weil man die Weide und vieles ſchlechtes Winterfutter auf die beſte Weiſe durch ſie anwendete. Die Wollpreiſe gewährten in den frühern Zei⸗ ten keine Aufmunterung zur übertriebenen Vermehrung der Schäfereien; denn ſie ſtanden zu denen des Getreides weit ungünſtiger als jetzt. Als Friedrich der Große ſich über⸗ zeugte, daß es zum Wohle ſeiner Staaten ſehr erſprießlich ſeyn würde, wenn die bisherige geringe Wolle verbeſſert würde; als er, der ſtets das Wohl ſeiner Unterthanen im Auge hatte, und überall die zweckmäßigſten Anordnungen traf, ſah, daß die durch ſeine Fürſorge empor gekommenen Manufacturen und Fabriken nur dann vorzüglich blühen könnten, wenn ſie in der Beziehung des rohen Materials ſoviel als möglich vom Auslande unabhängig wären: traf er auch Anſtalten zur Verbeſſerung und Veredlung der Schaf⸗ wolle. Leider hatte die Anſchaffung eines Stammes von Merinos wenig Erfolg. Die verderbliche Räude, die ſie mitbrachten, verſchaffte ihnen bei den Landwirthen gleich an⸗ fangs eine höchſt ungünſtige Aufnahme, und dieſe thaten daher alles, was in ihren Kräften ſtand, davon verſchont zu bleiben. So war der Erfolg dieſer wohlthätigen Maß⸗ regel ſo gering, daß man nach einigen Jahren nur noch ge⸗ ringe Spuren davon ſah. Wenig trug es übrigens zur Er⸗ muthigung für die Verbeſſerung der Schafzucht bei, daß jener große König, von etwas einſeitiger Politik geleitet, die Manufacturen vorzugsweiſe dadurch zu begünſtigen ſuchte, daß er die Ausfuhr der rohen Wolle aus ſeinen Staaten verbot. Dadurch blieb der Preis derſelben ſtets ſehr herab⸗ gedrückt, und es lohnte den Landwirthen nicht, große Aus⸗ lagen zur Verbeſſerung ihrer Schäfereien zu machen. Daß dies eine Haupturſache war, daß zur damaligen Zeit gerade in Preußen, wo alles Beſſere im Staate Aufmunterung und Unterſtützung fand, die Schafzucht die geringſten Fort⸗ ſchritte machte, das wird auch beſonders durch den Umſtand außer Zweifel geſetzt, daß in demſelben Staate in der neuern Zeit, n deutende vervoll porſihnt üün üö fuder b menſiig dr Eiſer um ſo me Aich weitet? hunderts Hen Nr nach Gu hatten, wi fingen me Jahren d Nerinos zu bezie⸗ ſo nahme wo ſchon den Mark in de Gr witz, de thends de käufe für r erſprießlich le verbeſert rthanen in nordnungen kommenen lich blühen Materials m: traf er der Schaf⸗ mmes von de, die ſie gleich an⸗ jeſe thaten verſchont gen Maß⸗ noch ge⸗ s zur Er⸗ bei, daß geleitet, die gen ſuchte, Staaten ehr herab⸗ roße Aus⸗ ben. Daß Zeit gerade fmunterung gien dort⸗ n Umſiand der neuern 45 Zeit, nachdem der drückende Ausfuhrzoll in eine unbe⸗ deutende Abgabe verwandelt wurde, dieſelbe ſich ſo ſchnell vervollkommnete, daß die Ausländer über ihre reißenden Fortſchritte erſtaunten. Denn nunmehr wurden die preu⸗ ßiſchen Wollmärkte von einer Menge auswärtiger Groß⸗ händler beſucht, und Urſache und Wirkung ſteigerten ſich gegenſeitig, das heißt, je ſtärker die Nachfrage, deſto größer der Eifer, dieſe zu befriedigen, und jemehr dieſer zunahm, um ſo mehr fand jene ihre Rechnung. Nicht glücklicher als der erſte gelang in Preußen ein zweiter Verſuch, Merinos zu Anfang des jetzigen Jahr⸗ hunderts einzuführen. Ich meine den Ankauf, welchen der Herr Präſident Vink für den Grafen von Podewils nach Guſow machte. Die Thiere gefielen nicht, und hatten, wie die frühern, gleiches Uibel mitgebracht. Indeß fingen mehrere Privatbeſitzer doch ſchon in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts an, Schafe, die durch Nerinos veredelt waren, aus den benachbarten Provinzen zu beziehen. Waren auch die erſten Fortſchritte nur gering, ſo nahmen ſie doch bald zu, und es verging kein Jahrzehend, wo ſchon edle Wolle nach Breslau und Berlin auf den Markt kam. In Schleſien war es Graf Magnis in der Grafſchaft Glaz, und in Oberſchleſien Graf Haug⸗ witz, die hierin kräftig auftraten. Ihnen folgten Mehrere und auch in der Mark Brandenburg entſtanden allmählig edle Heerden. In Sachſen fing man im Anfange des zweiten Jahr⸗ zehends des gegenwärtigen Jahrhunderts an, bedeutende Ein⸗ käufe für die ſchleſiſchen Schäfereien zu machen, und es 46 gründeten ſich eine Menge neuer Heerden. Beſonders ging man ſehr häufig nach Rochsburg; ſo daß jetzt noch eine Menge edler Heerden vorhanden ſind, die ſich vom gedach⸗ ten Orte angeſtammt haben. Nach dem zweiten franzöſiſchen Feldzuge ließ die preu⸗ ßiſche Regierung eine bedeutende Anzahl von Merinos in Frankreich aufkaufen und beſtimmte dieſelben zur Anlage einiger Stammſchäfereien, die auf Koſten des Staates zum Beſten des Landes errichtet und erhalten werden ſollten. Kam auch dieſe Maßregel dem Anſcheine nach ſchon etwas ſpät, ſo hat ſie ihren Zweck doch noch nicht ganz verfehlt, ob ſie gleich, früher getroffen, zum ſchnellern Emporkommen der Ledlen Schafzucht in Preußen viel beigetragen haben würde. Unter der Leitung des Staatsraths Thaer ſtehend, mußten dieſe Inſtitute ſchnell und glücklich das werden, wo⸗ zu ſie der Staat anlegte: nämlich Anſtalten, die, als Muſter edler Schäfereien daſtehend, für die noch nicht ganz veredelten Heerden des Landes Zuchtthiere lieferten. Erlaubt iſt es aber wohl, die Meinung hier auszuſprechen, daß ſie ihren Zweck vielleicht in noch ausgedehnterem Maße erreicht haben würden, wenn, wie in Würtemberg, allen Grund⸗ beſitzern, die vielleicht zur Anſchaffung ſo theurer Thiere, die anfangs wegen Concurrenz der Käufer zu ſehr hohen Preiſen weggingen, nicht Mittel genug hatten, dieſelben unentgeldlich für die Sprungzeit überlaſſen worden wären. Dies hätte vielleicht für die Provinzen Oſt⸗ und Weſtpreußen von den wohlthätigſten Folgen ſeyn, und manchen der da⸗ ſigen Grundbeſitzer von dem Ruin, der ihn ſpäter betroffen hat, retten können. Wie dieſe Inſtitute ſich geſtalteten und noch da Heerden diehvenn konnint Etaat un tiiyraiſ als wos tzeure) aus ftem eigentlich oöhne Hi In der Mar Etaates eine böli Es der Star der Sch durch 5 Und die guten F derauf, jat voch der. Bindes Iin dö deß jigt wod ine die ſih vom gah⸗ duy lej di gra⸗ ton Meinos in gſäbn zu nlgge des Etaates um u werden ſolin. nach ſchon ttwes ſicht gaz terfeſt enn Enportonmen deigaraen faben Thaer ſeehen, dos werden, wo⸗ zaiten, de, als a woch vicht genz jefeten. Ellubt iſtrche, di ſe en Mije errict tp, dlen Grund⸗ theunr Thien, a u ſehr gehen gatt deſche woden wirn. „und Bffrajn dunr d d⸗ in pitrbttfen ſt gfalten und 47 noch da ſtehen, wurden ſie für viele Privatbeſitzer von edlen Heerden ein Dorn im Auge, weil ſie mit dieſen beim Zucht⸗ viehverkaufe in Concurrenz traten, und ſie wurden, oder konnten wenigſtens werden, eine gute Speculation für den Staat und ſeine Kaſſe, weil ſie, durch die theuern Zucht⸗ viehpreiſe, die ſie erreichten, ungleich mehr einbringen mußten, als was ſie koſteten. Diejenigen, welche aus ihnen für ſo theure Preiſe kauften, beſaßen übrigens Mittel genug, aus fremden Heerden ſich zu verſorgen, und die, denen eigentlich geholfen werden ſollte, blieben nach wie vor ohne Hilfe. In Schleſien war es Panthen bei Liegnitz, und in der Mark Brandenburg Frankenfelde unweit Fwien⸗ walde, wo dieſe Inſtitute errichtet wurden. Nach Preußen, wo ſie am nöthigſten geweſen ſeyn dürften, kam keins. Warum?— weil man die Localität nicht für geeignet dazu hielt. Dennoch aber haben ſich dort in ſpätern Jahren ſehr edle Heerden gebildet, die guten Fortgang haben. Fragen wir nun, was mit dieſer Veranſtaltung des Staates gewonnen worden iſt?— ſo möchte wohl Folgendes eine völlig unpartheiiſche Antwort ſeyn. Es hat von jeher in Preußen geſchienen, als wenn der Staat kein Glück hätte, wenn er ſich der Verbeſſerung der Schafzucht annahm. Die Einführung von Merinos durch Friedrich den Großen erfuhr ſchon dieſes Schickſal. Und die königlichen Stammſchäfereien haben, wenn ſie auch guten Fortgang hatten, doch keine gegründete Anſprüche darauf, zu behaupten, daß ohne ſie die höhere Schafzucht jetzt noch nicht auf der Stufe ſtehen würde, auf der ſie 4 8 43 ſteht. Sie haben theilweiſe genützt, das iſt nicht abzu⸗ ſprechen, aber ſie ſtehen nicht vollendeter da, als viele Privatſchäfereien. Ihre Wohlthätigkeit iſt dadurch geſchmälert worden, daß man in ihnen ſo theuer und faſt theurer kaufte, als in Privatheerden. Das Verbot, daß an keinen Ausländer etwas daraus verabfolgt werden durfte, war nicht hinlänglich und wurde auch gar nicht einmal ſtreng genug ge⸗ halten. Wollte man, ich komme noch einmal darauf zurück, die Widder aus derſelben auch nicht unentgeltlich an unbe⸗ mittelte Schafzüchter zum Sprunge geben, ſo konnte man einen beſtimmten und zwar niedrigen Preis für dieſelben feſt⸗ ſetzen, ſie dann in die verſchiedenen Kreiſe vertheilen, und die Verwaltungen derſelben konnten darüber verfügen. Jetzt ſind ſie, wie die Erfahrung lehrt, ganz in die Kategorie von Privatinſtituten zurück getreten, die bloß noch ſo lange beſtehen, als man bei der darauf begründeten Speculation ſeine Rechnung findet. Es hat ſich in Preu⸗ ßen aufs neue beſtätigt, daß der Staat bei Handel und Gewerbe nur jedem das laissex nous faire geſtatten darf, und daß es dann immer am beſten geht.. Reißende Fortſchritte machte aber die Schafzucht in den Provinzen des preußiſchen Staates, beſonders aber in der Mark Brandenburg und Schleſien, ſeit dem Jahre 1816. Man könnte, da in dieſes Jahr die Gründung der Staats⸗ Stammſchäfereien fällt, vermuthen, daß ſie beſonders dar⸗ auf eingewirkt haben müßten. Dem iſt aber nicht alſo. Der freiere Wollverkehr und die erhöhten Preiſe derſelben gaben den Hauptimpuls. Große Einkäufe in Mähren und Sachſen begründeten neue edle Heerden mit einer ſolchen ſehen ſch M überzurn jet af di den ber⸗ Häſe ſi Perthe be⸗ Wolle me Schaßzuch machte, d ich nur n 37 Heerde,d rerſändige de Henn Volkkomm ſenn dünft Nit plit und zu den erſ Ddie fen gegrin durchiren die In Grafen d ſeit zehn gezüctet. Elsner'z t nigt alzu⸗ a, alz diele h eſchmäͤlert faſt theurer Fan keinen war nicht genug ge⸗ ruf zurück, h an unbe⸗ konnte man jeſelben feſt⸗ heilen, und fügen. ganz in die die bloß eegkündeten hin Preu⸗ Handel und ſatten darf, hafzucht in ers aber in ahre 1816. der Staats: ſonders dat⸗ richt alſo. iſe derfelben in Nihten mit einer 49 ſolchen Schnelligkeit, daß ſie wie von ſelbſt zu ent⸗ ſtehen ſchienen. Man kann ſich von dieſem raſchen Fortgange am beſten überzeugen, wenn man die Quantitäten von Wolle, die jetzt auf die Märkte von Breslau und Berlin kommen, mit denen vergleicht, die früher dahin kamen. Faſt um die Hälfte ſind dieſe jetzt größer, und in der Güte und im Werthe beträgt die alljährlich erzeugte und dahin gebrachte Wolle mehr als das Doppelte von ehemals. Wie die Schafzucht in dem gedachten Staate ſo ſchnelle Fortſchritte machte, das gehört in einen andern Abſchnitt. Hier führe ich nur noch einige vorzugsweiſe ausgezeichnete Heerden an. In der Mark Brandenburg iſt es die Mögliner Heerde, die den erſten Platz behauptet. Sie iſt durch die verſtändige und ſorgfältige Züchtung ihres Eigenthümers, des Herrn Staatsrathes Thaer, auf eine Stufe der Vollkommenheit gelangt, die andern ſchwer zu erreichen ſeyn dürfte. 1 Nächſt ihr ſind es die Schäfereien des Grafen Itzen⸗ plitz und des Baron Eckartſtein, die man ſchon längſt zu den erſten zählt. Die Mögliner Heerde ward aus ſächſiſchen Scha⸗ fen gegründet und mit einigen franzöſiſchen Böcken glücklich durchkreuzt. Die andern beiden ſind rein ſächſiſchen Urſprungs. In Schleſien führe ich an: Glumbowitz, dem Grafen von Rödern gehörig. Dieſe Heerde wird ſchon ſeit zehn Jahren mit der größten Sorgfalt und Sachkenntniß gezüchtet. Sie iſt ſchon mehr als zwanzig Jahre edel und Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. D 5⁰ nimmt einen der erſten Plätze in der Provinz ein. Ihre Grundlage iſt ſächſiſches Blut. Tſchileſen, in hoher Feinheit des Ganzen Glum⸗ bowitz faſt übertreffend, ſchließt ſich ruhmvoll an dieſe an. Sie iſt Lychnowskyſcher Abſtammung. Die Heerden des Freiherrn von Rothkirch bei Liegnitz gehören ebenfalls zu denen des erſten Ranges in der Provinz, und ſind aus Sachſen angeſtammt. In Oberſchleſien ſind es die von Dambrau, Cho⸗ zelitz, Sodow ec., die hohen Ruf haben. Den meiſten behaupten aber wohl die des Fürſten von Lychnowsky. Da die Schäfereien dieſes Magnaten faſt alle im preußiſchen Antheile von Schleſien liegen: ſo gehört ihre Anführung hieher. Sie machen in den Annalen der neuern Schaf⸗ zucht Epoche, und deshalb wird es nicht unnöthig ſeyn, etwas über ihre Entſtehung hier zu ſagen; beſonders da darüber eine Menge falſcher Meinungen unter den Schaf⸗ züchtern herrſcht. Das Glaubwürdigſte, was über dieſe Entſtehung vorhanden iſt, befindet ſich in den Oekonomiſchen Neuigkeiten und Verhandlungen, Jahrgang 1811, Seite 178, abgedruckt. Ich führe dasſelbe hier wörtlich an, und bemerke nur noch im Voraus, daß der Herausgeber ge⸗ dachter Zeitſchrift, der Herr Hofrath André, unter dem Texte folgende Note abdrucken ließ.„Die Authenticität dieſer Nachrichten kann ich verbürgen, da der fürſtliche Be⸗ ſitzer der auserleſenen Schafheerde, deren Geſchichte und Eigenthümlichkeit hier dargelegt wird, ſelbſt die Güte gehabt hat, dieſelbe anzuerkennen.“ Der Bericht lautet wie folgt: „Bei der nun einreißenden Gewohnheit, daß jeder, der zut Kurzem ſeiner ſ rine N finet die ſs wegen erſe Veted Meſizen! zu Erzeuf e nicht fi über die zuweiſen, aufzuforder „Dor ſerung des thie Sthr zuct rühm tit erkauf Holiſcher aher, wie dusgeſtelter ſank aber nier ſich origin war ſo g ſtehende Miionärzi Henn pr von hdewi ein. Ihre zen Glum⸗ m dieſe an. kirch bei Ranges in au, Cho⸗ den meiſten nowsky. preußiſchen Anführung eern Schaf⸗ öthig ſeyn, ſonders da den Schaf⸗ über dieſe Konomiſchen 311, Seite ich an, und sgeber ge⸗ unter dem luthentieitüt örſtliche Be⸗ eſciihte und Güte gehabt wie folgt: daß jedet, 51 der zur Veredlung ſeiner Schafzucht oft auch erſt nur ſeit Kurzem etwas leiſtete, ſich zu geſchwinderer Hereinbringung ſeiner Koſten, oder aus Gewinnſucht, ſogleich als Verkäufer reiner Merinos ankündigt, und nur zu oft noch Käufer findet, die theils aus Unkenntniß, theils des mindern Prei⸗ ſes wegen, größtentheils aber in dem Wahn, als ob die erſte Veredlung bei dem Landviehe auch durch ſogenannte Meſtizen oder veredelte Böcke bewirkt werden könne, ſich zu Erkaufung ſolcher Stähre beſtimmen laſſen; hält man es nicht für überflüſſig, durch eine einfache Darſtellung ſich über die Entſtehung der hieſigen veredelten Schafzucht aus⸗ zuweiſen, und andere zu einer ähnlichen Handlungsweiſe aufzufordern.“ „Vor ungefähr 12 Jahren wurde zuerſt zur Verbeſ⸗ ſerung des zweiſchürigen groben Landviehes eine kleine Par⸗ thie Stähre von dem als Vater der öſterreichiſchen Schaf⸗ zucht rühmlichſt bekannten Herrn von Geißlern auf Hoſch⸗ titz erkauft, dann dieſen bald darauf eine anſehnliche Heerde Holitſcher und Mannersdorfer Mütter zugeſellt, welche aber, wie es bei dem in größerer Menge zum Verkauf ausgeſtellten Viehe nur zu oft der Fall iſt, zwar groß und ſtark, aber nicht von gleicher Feinheit und Güte waren.“ Uiberzeugt von deren Unvollkommenheit, ſuchte man ſich original ſpaniſche Merinos⸗Schafe zu verſchaffen, und war ſo glücklich, jene ganze aus einigen 40 Stücken be⸗ ſtehende Parthie zu erhalten, welche bei der durch Privat⸗ Aktionärs im königlichen Preußiſchen veranlaßten Reiſe des Herrn Präſidenten Vink nach Spanien dem Herrn Grafen von Podewils auf Guſow zu Theil geworden war. Dieſen D 2 5² 1 geſellte man einen kleinern vom Herrn Miniſter von Struen⸗ ſee überlaſſenen Antheil gleicher Art zu. Man erkaufte ferner bei Gelegenheit der eigens deshalb gemachten Reiſe noch einige 50 Stück vom Herrn Amtmann Fink aus Kö⸗ ſig bei Halle, welche obigen ſpaniſchen Müttern in allen Eigenſchaften ſehr nahe kamen, und man war ſo glücklich, auch einige Stähre aus mehreren der angeſehenſten Schäfereien in Sachſen zu erhalten.“ „Ohne Rückſicht auf den durch beſchwerliche Trans⸗ porte erhöhten ſchon urſprünglich koſtbaren Ankaufspreis dieſer Thiere wurden ſie nun auf das ſtrengſte geprüft, ſor⸗ tirt; man muſterte alle minder vollkommneren aus, und beſchränkte ſich nur auf die vollkommenſten; eine Manipu⸗ lation, welche ſeitdem alljährlich ſtatt hat, ſo zwar, daß alle untauglichen Stücke in mindere Klaſſen zurückgeworfen, die Original⸗Heerde aber ganz unvermiſcht erhalten, und in dieſelbe nie auch nur ein einziges veredeltes Stück aufgenommen wird.“ „Hier zeigte es ſich nun aus Erfahrung, daß, ſo ſehr man auch Anfangs mit den orignal ſpaniſchen Stähren zu⸗ frieden zu ſeyn Urſache hatte, ſie dennoch in der Folge durch einen ſächſiſchen, vermuthlich glücklicher gewählten Stähr, der noch dermalen in voller Kraft exiſtirt, an Feinheit und Reinheit übertroffen wurden, und dieſer ſich auch in ſeinen Nachkommen vorzüglich auszeichnete.“ „Da nun aber mit einem Mal der Geſchmack an fal⸗ tigen, am Kragen und oft über dem ganzen Körper mit hervorſtehenden Ringen verſehenen Vieh überhand nahm, welches aber nur, wie aus Thaers Annalen zu erſehen, eine iigene reinesd den M ſchnui⸗ ſih tii güſte „Al zwar ſeh berſehene lihes gt Zeit trot Ja bei ſchen der jener der theile des und ſeine z halten ſen zu g 5 zu errei erwähnte unverwiſe worfenen jenen, Mikten Parthie aber der Lemmiſſ brauhhbar bon Struen⸗ kan erkauſte achten Reiſe n aus Kö⸗ en in allen ſo glücklich, Schäfereien che Trans⸗ nkaufspteis eyrüft, ſor⸗ maus, und ne Manipu⸗ zwar, daß icggeworfen, halten, und eltes Stück daß, ſo ſehr Stähren zu⸗ Folge durch ten Stähr, Feinheit und uch in ſeinen umack an fal⸗ Kötper mit thand nahm eiſehen, eine 55 eigene Viehgattung iſt, und unter welcher vielleicht weniger reines durchaus feines Vieh anzutreffen ſeyn dürfte, als in den Merinos ohne Falten; ſo glaubte man, ſich dem Ge⸗ ſchmacke der meiſten Käufer fügen zu müſſen, und ſuchte ſich einige Stähre dieſer Gattung bei den alljährlich in Holitſch abgehaltenen Lizitationen zu verſchaffen.“ „Allein bald ergab es ſich aus der Nachzucht, daß zwar ſehr ſchön geſtaltete, aber mit höchſt dichter Wolle verſehene Lämmer zur Welt kamen, dieſe aber um ein Merk⸗ liches gröbere Wolle hatten, und auf dieſe Art in kurzer Zeit trotz der urſprünglich feinen Mütter degenerirt waren. Ja bei ſorgfältig angeſtellten Vergleichungen zeigte ſich zwi⸗ ſchen der Nachkommenſchaft jenes ſächſiſchen Stähres und jener der gefaltenen ein ſo auffallender Unterſchied zum Vor⸗ theile des Erſtern, daß man gezwungen war, ſich an dieſen und ſeine ihn zum Theil ſchon übertreffende Nachkommenſchaft zu halten, letztere hingegen unter Heerden minderer Klaſ⸗ ſen zu geben.“ „Trotz aller dieſer Sorgfalt fand man doch immer den zu erreichen möglichen Wollpreis, ſelbſt wenn die Wolle erwähnter Schäfereien rein auf dem Viehe gewaſchen, und unvermiſcht verkauft wurde, bei dem keinem Kurſe unter⸗ worfenen Verkaufe der Wolle ins Ausland zu ſehr unter jenem, welchen die feinſte ſächſiſche Wolle auf den dortigen Märkten gilt, und verſuchte daher, ſich eine anſehnliche Parthie Mütter aus Sachſen zu verſchaffen, von welchen aber der damit verbundenen Schwierigkeiten, und des durch Kommiſſion beſorgten Ankaufs wegen, nur der vierte Theil brauchbar war. Dieſe ließ man auch durch das erſte Jahr 54 eigens bloß durch die mit ihnen zugleich angekommenen ſpaniſchen Stähre beſpringen, um auch ganz beſtimmt dieſe Wollgattung zu erzeugen, fand aber die Lämmer der ge⸗ hegten Erwartung nicht entſprechend, und überzeugte ſich, daß man mit Zulaſſung der Nachkommen des oben erwähnten ebenfalls ſächſiſchen Stähres weit beſſer daran geweſen wäre.“ „Um endlich nichts unverſucht zu laſſen, was zu höchſter Verfeinerung der Wolle durch Vermiſchung der edelſten Ra⸗ cen beitragen könnte, hat man durch die gütige Zulaſſung des Herrn Grafen J. Bapt. Batthyany, drei von Herrn Deleſſart in Paris erkaufte urſprünglich Rambouilleter Stähre angeſchafft, die ſich vor den bisherigen vorzüglich durch ihren größern Körperbau und Länge der Wolle aus⸗ zeichnen, und wovon zwei an Feinheit dem früher erwähnten ſächſiſchen Stähre völlig gleich kommen. Man verbindet ſich, ſpäter den Erfolg dieſer Zucht getreu bekannt zu machen.“ „Die bei allen dieſen verſchiedenen Viehgattungen ge⸗ machten Erfahrungen haben unter andern folgende Reſultate gegeben: 1) Daß es nicht genug iſt, ſelbſt eine ächte Merinos⸗ Race rein und unvermiſcht zu erhalten, in ſofern ſie noch einer Verbeſſerung fähig iſt, und daß ſelbſt unter den aus Spanien gekommenen doch immer noch Wolle verſchiedener Gattung ſey, ſo daß eine jährliche Zurückwerfung unter den Nachkommen immerfort ſtrenge ſtatt haben müſſe, wenn man anders auf Vieh gleicher Art und Vollkommenheit An⸗ ſpruch machen wolle. 2) Daß es unter dem faltigen Viehe eben ſo gut grobes als feines gebe, ja letzteres vielleicht unter ihnen noch ſel nachthe oder al ) kannenh meichen, von Fein werden Woll di 9 den üſte mit der Wuchſe ſächſſch ſichlichd ſächſſch wits ge 5) Theil! oft dura Beendun Vahgatt indem b Gattene 40 Pre 1 und dur zucht hat meht gr angekommenen beſtimmt diſe amer der ge⸗ rzeugte ſich erwähnten eſen wäre.“ zu höchſter delſten Ra⸗ e Zulaſung von Hertn ambouilleter n vorzüglich Wolle aus⸗ erwähnten verbindet u machen.” ttungen ge⸗ de Reſultate te Merinos⸗ m ſie noch ter den aus verſchiedener g unter den nüſſe, wenn menheit In⸗ hben ſo gut unter ihnen 55 noch ſeltner anzutreffen, und es für die Nachzucht gleich nachtheilig ſey, ob der Zuchtſtähr an den hintern Schenkeln oder auf den Falten am Halſe ſich grobwollig zeigt. 3) Daß bei der Schwierigkeit, alle mögliche Voll⸗ kommenheit an einem und eben demſelben Individuum zu erreichen, in Stammſchäfereien mehr auf den höchſten Grad von Feinheit, als auf alle übrigen Eigenſchaften geſehen werden müſſe, vorausgeſetzt, daß hier nicht von ſchütterer Wolle die Rede ſeyn könne. 4) Daß die Urſache, warum ſich die feine Wolle in den öſterreichiſchen Staaten nicht in gleichem Verhältniſſe mit der mittlern Wollgattung hebt, und ſelbſt bei reinem Wuchſe und abgeſonderten Verkaufe der Preis der feinen ſächſiſchen Wolle noch lange nicht erreicht werde, haupt⸗ ſächlich darin liege, weil ſie auch nicht ſo fein iſt, wie die ſächſiſche, und ſich die meiſten ſchon mit dem, was ſie be⸗ reits gethan und erreicht haben, zufrieden ſtellen. 5) Daß die Länge der Wolle, und vielleicht auch zum Theil die Dichtheit derſelben, welche Verkäufer gar ſehr oft durch verſtärkte Fütterung bei ihrem Verkaufsviehe zu Blendung der Käufer hervorzubringen ſuchen, ſeltner in der Viehgattung ſelbſt, als in der Behandlung desſelben liege; indem bei häufigerem Futter und kälteren Ställen dieſelbe Gattung und Menge Vieh in dem nämlichen Jahre um 40 Procent mehr Wolle verſpricht.“ „Zu Gründung dieſer bisher mit Vortheil beſtandenen und durch das Vertrauen des Publikums beehrten Schaf⸗ zucht hat vorzuglich der vormalige fürſtliche Inſpector, nun⸗ mehr gräflich Joh. Bapt. Batthyaniſche Wirthſchaftsrath 56 Herr Kern, ein Zögling des Herrn v. Guibert, beige⸗ tragen; dermalen wird ſie mit eben ſo großem Eifer und Sorgfalt von dem dermaligen Inſpector Herrn Helvety in Troppau fortgeſetzt.“ Ich habe, weil ich alle Weitläufigkeit von Herzen haſſe, nur einzelne der bekannteſten Heerden angeführt. Es liegt nicht im Plane meines Werkes, jede gute Schäferei mit Namen zu nennen, was auch für eine Uiberſicht der Schaf⸗ zucht viel zu weit führen würde. In Pommern hat man erſt in der neueſten Zeit an⸗ gefangen, edle Schafheerden zu gründen, dasſelbe gilt auch von den Provinzen Oſt⸗ und Weſtpreußen. In beiden Ländern aber zwingen die Verhältniſſe den Landwirth, ſein Heil in der edlen Schafzucht zu ſuchen. In den weſtphäliſchen Provinzen des preußiſchen Staa⸗ tes wird es wohl noch einige Zeit dauern, ehe die Schaf⸗ zucht einen Hauptzweig der Landwirthſchaft ausmacht. Oeſterreich. Groß ſind die Fortſchrittte, welche die höhere Schaf⸗ zucht in dieſer Monarchie ſchon gemacht hat. Die land⸗ wirthſchaftlichen Verhältniſſe geſtatten dort auch die Aus⸗ dehnung derſelben in hohem Grade. Die Größe der Be⸗ ſitzungen, verbunden mit dem Eifer der Heerdeneigenthümer und dem zweckmäßigen Eingreifen der Regierung, hat dort der Schafzucht ſo vielen Vorſchub geleiſtet, daß nur daraus ihr allgemeiner und glücklicher Fortgang erklärt werden kann. Die erſte bekannte Anſchaffung von ſpaniſchen Merinos fältt in das Jahr 1775, wo Maria Thereſia einen mnkaufi merkt we von I wohlhüi niztgii jir fiti aung der unn bad Stämme biidet h und eii ſtänmen auch, a noch eini Dautſch einen ſeh Landes. hät der zucht in merkung der Scha dieſer Aer eutopäſch Und der ſten Hee Der Eif auch die ſcenten, wechunge ibert, beige⸗ fem Eifer und n Helvety Herzen haſſe . Es liegt ſchäferei mit der Schaf⸗ n Zeit an⸗ be gilt auch In beiden wirth, ſein chen Staa⸗ die Schaf⸗ acht. zere Schaf⸗ Die land⸗ die Aus⸗ ze der Be⸗ iigenthümer g, hat dort nur daraus gerden kann. ee Meinos gſſa anen 57 Ankauf in Spanien machen ließ, der, wie oben ſchon be⸗ merkt worden, meiſtentheils aus den Heerden der Grafen von Iranda geſchah. Zwar waren die Folgen dieſer wohlthätigen Maßregel, wie an andern Orten, auch hier nicht gleich ſichtbar; jedoch ward dadurch der Grund zu der jetzt faſt im ganzen öſterreichiſchen Staate bemerkbaren Ver⸗ edlung der Schäfereien gelegt. Auch in Ungarn gewann man bald Vorliebe für die Sache, und die vielen edlen Stämme, die ſich dort ſcheinbar aus ſich ſelbſt herausge⸗ bildet haben, verdanken ihre Grundlage wohl jenem erſten und einigen etwas ſpäter nachgeholten ſpaniſchen Schaf⸗ ſtämmen. Da ich einmal von Ungarn ſpreche: ſo will ich auch, als von einem Theile der öſterreichiſchen Monarchie, noch einiges davon hier beifügen. Man hat nicht allein in Deutſchland, ſondern auch in andern europäiſchen Ländern einen ſehr unrichtigen Begriff von der Schaßzucht dieſes Landes. Auch der Engländer Luccock theilt dieſe Beſchränkt⸗ heit der Anſicht. Indem er von dem Fortgange der Schaf⸗ zucht in Schweden und Rußland ſpricht, macht er die Be⸗ merkung:„ſelbſt in Ungarn ſind die Verbeſſerungen der Schafheerden nicht undeutlich wahrzunehmen.“ Nach dieſer Aeußerung ſollte man glauben, Ungarn ſey unter allen europäiſchen Ländern in der Schafzucht am weiteſten zurück. Und dennoch findet man dort Schäfereien, die mit den edel⸗ ſten Heerden Deutſchlands in die Schranken treten können. Der Eifer der daſigen Grundbeſitzer iſt ſo groß, daß ſie auch die höchſten Preiſe beim Ankaufe von Zuchtvieh nicht ſcheuten, ſobald ſie überzeugt waren, durch dergleichen Er⸗ werbungen ihre Heerden auf eine höhere Stufe zu bringen. 58 Die Schäfereien der Herrſchaft Altenburg, der Fürſten Eſterhazy und Palffy, des Grafen Feſtetics, des Baron Gaal und vieler Andern verdienen im erſten Range aufgeſtellt zu werden, und können ſie auch wegen ihrer großen Zahl nicht alle gleich edel ſeyn; ſo ſteht doch ein großer Theil davon auf einer ſo hohen Stufe der Fein⸗ heit, daß viele Wolle davon unter der Firma von Electoral ins Ausland geht. Ungarn iſt und bleibt der gefährlichſte Rival von Deutſchland, weil es ſeine Wolle zu wohlfeil produciren, und dann, wenn dieſe einmal edel iſt, mit jedem andern Lande leicht Concurrenz halten kann. Unter allen öſterreichiſchen Provinzen hat ſich aber Mähren in der Schafzucht am höchſten empor geſchwungen. Die intellectuellen Mittel, durch welche es dies vorzüglich bewerkſtelligt hat, führe ich in einem folgenden Abſchnitte an. Die pphyſiſchen waren nicht günſtiger, als bei andern Ländern. Der Eifer für höhere Schafzucht erwachte vor ungefähr zwei Jahrzehenden mit aller Macht, und die Heerden, welche bereits damals ſchon edel waren, wie z. B. die des Baron Geißlern auf Hoſchtitz, und die kai⸗ ſerlichen Stammſchäfereien zu Holitſch und Mannersdorf fanden beſonders in den mähriſchen Schafzüchtern gute Ab⸗ nehmer. So entſtanden mit reißender Schnelligkeit eine Menge edler Heerden, und ließ man ſich auch durch be⸗ ſchränkte Anſichten und einſeitige Urtheile von Wollhändlern und Manufacturiſten zu manchen Abwegen verleiten: ſo wußte man bei der ſorgfältigen Leitung und den richtigen Einſichten bald wieder auf den rechten Weg einzulenken. Iſt auch hier das Grundeigenthum nicht in ſo großen Strichen titheilt abet ſeh merkſan auf ſch ina git ha diſem augleiher mmzuführer im Eifet erwuͤden wahrung der Wol mieß,! wegs die In hudigte Meinos Koder u und ſehr der dam begünſtig alßerdem Aeßgrif nicht hüt Art des ſchaftsra Preis de d kiſtim wenig ge der Firſien fetics, des en im erſten auch wegen o ſteht doch fe der Fein⸗ n Electoral gefährlichſte zu wohlfeil del iſt, mit ann. at ſich aber geſchwungen. es vorzüglich i Abſchnitte , als bei iht erwachte ht, und die waren, wie und die kai⸗ Mannersdorf in gute Ab⸗ eligkeit eine ich durch be⸗ Vollhändlern terleiten: ſo den rihtigen dinzulenken. hen Strichen 59 vertheilt, wie in Ungarn: ſo waren dort die zwar kleinern aber ſehr edlen Heerden von der Art, daß ſie die Auf⸗ merkſamkeit der Schafzüchter ſowohl, als der Wollkäufer auf ſich zogen, und beide der Wolle und dem Zuchtvieh einen guten und ſichern Abſatz verſchafften. Es entſtanden bei dieſem allgemeinen Eifer eine Menge edler Heerden faſt zu gleicher Zeit, und es wird ſchwer, einzelne vorzugsweiſe anzuführen. Dem Baron Geißlern blieb aber der Ruhm, im Eifer und in der Conſequenz des Verfahrens nicht zu ermüden und dadurch eine Heerde aufzuſtellen, die bei Be⸗ wahrung ihrer Race⸗Eigenthümlichkeit ſtets die Foderungen der Wollkäufer zufrieden geſtellt hat. Wenn ich noch Na⸗ mieſt, Reitz, Quaſſitz u. a. nenne: ſo will ich keines⸗ wegs die nicht genannten zurückſetzen. In den erſten zwei Dezennien des jetzigen Jahrhunderts huldigte man auch in Mähren den impoſanten Figuren der Merinos, und fand die am ſchönſten, welche die meiſten Koder und Kragen hatten, nächſtdem aber eine reiche dichte und ſehr üppig gewachſene Wolle trugen. Das Bedürfniß der damaligen Zeit, beſonders der inländiſchen Fabriken, begünſtigte aber gerade eine dergleichen Wolle, und da ſie außerdem an Maſſe die ergiebigſte war: ſo wäre es ein Mißgriff der Schafzüchter geweſen, wenn ſie ſich derſelben nicht hätten befleißigen wollen. Darauf ſtützte ſich auch die Art des Verkaufs von Merinoſchafen, welchen der Wirth⸗ ſchaftsrath Petri eine zeitlang beibehielt, nämlich den Preis der Thiere nach dem Gewicht, was ihr Vließ hielt, zu beſtimmen. Jetzt würde freilich dieſe Art von Abſchätzung wenig gelten, da man ſich überzeugt hat, daß vorzügliche 6⁰ Vollwolligkeit ſelten mit hoher Feinheit verbunden iſt. Letzere aber muß jetzt gerade das ganze Streben des höhern Schafzüchters leiten. Die aus Spanien direct bezogenen Merinos des Herrn Petri machten eine zeitlang Epoche in der öſterreichiſchen Schafzucht und das mit vollem Rechte. Die Mühe und die Gefahren, die er bei der Einbringung derſelben über⸗ nommen hatte, mußten ihren Lohn finden. Sein Werk: „das Ganze der Schafzucht“ hat zu ſeiner Zeit viel genützt, aber, um ihm dieſe Gemeinniützigkeit zu erhalten, hätte die zweite Ausgabe desſelben mehr mit der Zeit fortgehen ſollen. Es wäre keineswegs eine Verläugnung ſeiner frühern An⸗ ſichten und Uiberzeugungen geweſen, wenn er auch dem Gange des Wollhandels, der allemal durch die Manufacte geleitet wird, gehuldigt, und manche frühereals höchſt brauch⸗ bar anerkannte Züchtungsgrundſätze jetzt als nicht mehr in der alten Art anwendbar, dargeſtellt hätte. Dadurch wären ſeine Verdienſte um die deutſche Schafzucht nur noch mehr erhöht worden. Durch dieſe Bemerkungen bin ich auch auf die Schaf⸗ zucht in dem Erzherzogthume Oeſterreich, wo Herr Petri ſeinen Stamm züchtete, gekommen. So wenig ich auch ins genaueſte Detail dieſer Schäferei dringen kann: ſo glaube ich, wird Herr Petri die alte Erfahrung gemacht haben: daß ein Prophet nirgends weniger gilt, als in ſeinem Vater⸗ lande. Denn ſo viel ich Nachrichten ſammeln, und was ich ſelbſt an ſo vielen Orten ſehen konnte, ſind ſeine Haupt⸗ verkäufe mehr ins Aus⸗ als ins Inland geſchehen. Böhmen war in der Zeit des allgemeinen Enthuſiasmus richt zu wandert Die M zur fähe druch ſten gen Ich zur 6 nch ſo wäti Domein und vor ging di Ländem. auch ben men nich Ei Erchein Verfolg 8 das Grn Kommt wöhnlich Diſe E rere an ſchwer, fremder des die Büel. Wittſch verbunden iſt. en des hühern s des Hern ſterreichiſchen Mühe und ſelben über⸗ Sein Werk: diel genützt, en, hätte de ttgehen ſollen. frühern An⸗ er auch dem e Manufacte böchſt brauch⸗ cht mehr in durch wären ut noch mehr if die Schaf⸗ Herr Petri ig ich auch in: ſo glaube macht haben: ſeinem Vater⸗ ln, und was ſäine Haupt⸗ then. Enthuſiasmmu⸗ 61 nicht zurückgeblieben. Die am theuerſten bezahlten Widder wanderten in den Jahren 18311 und 1812 nach Böhmen. Die Magnaten dieſes Landes hatten Kraft und Willen genug, zur höhern Veredlung ihrer Schäfereien zu wirken, und dennoch/ hat die Wolle dieſes Königreichs noch wenig Auf⸗ ſehen gemacht. Zwar kaufte man noch vor fünfzehn Jahren Vieh zur Veredlung aus böhmiſchen Heerden, und brachte es nach Mähren, und dennoch iſt Böhmen jetzt von letzterem ſo weit überholt worden. Zwar wurden auf die kaiſerlichen Domainen nach Böhmen eine Menge edler Schafe gebracht, und von dortaus im Lande weiter verbreitet, und dennoch ging die Sache nicht ſo raſch vorwärts, wie in andern Ländern. Dazu kam noch die Nähe von Sachſen, die man auch benutzte, und auch dies hob die Schafzucht in Böh⸗ men nicht auf den Gipfel. Eiinnige Urſachen von dieſer in der That überraſchenden Erſcheinung will ich hier nur andeuten, da ich ſie im weitern Verfolge dieſes Werkes genauer entwickeln werde. Böhmen hat, wie Ungarn, die Landesverfaſſung, daß das Grundeigenthum in ſehr großen Portionen vertheilt iſt. Kommt man dort erſt auf eine Herrſchaft, ſo reiſt man ge⸗ wöhnlich meilenweit, ehe man wieder eine andere betritt. Dieſe Größe der Beſitzungen, wovon noch gewöhnlich meh⸗ rere ein und demſelben Herrn gehören, machen die Uiberſicht ſchwer, und erfodern, daß der Beſitzer ſie der Verwaltung fremder Perſonen überläßt. Was aber ein Mietbling thue, des die Schafe nicht eigen ſind, das lehrt uns ſchon die Bibel. Aber es ſey fern von mir, über den Stand der Wirthſchaftsbeamten in Böhmen aburtheilen zu wollen. Ich 62 laſſe ihnen, wie Jedem, Gerechtigkeit widerfahren. Sie ſelbſt tragen meiſt auch nicht die Schuld, daß nicht alles geht, wie es gehen ſollte und könnte. Der Wirkungskreis der Oberbeamten iſt oft ſo groß, daß ſie ſich nicht um das Einzelne bekümmern können. Die erſte und Hauptaufgabe, die ihnen ihre Principale zu löſen geben, iſt meiſt eine gewiſſe Höhe der Rente, die aufgebracht werden muß. Da nun die Beſitzer ſelbſt nicht auf ihren Gütern, ſondern meiſt in der entfernten Reſidenz leben: ſo ſind ſie weit davon, einen gewiſſen Plan oder Ideen zur Aufbringung dieſer gefoderten Rente anzugeben; ſondern dies bleibt lediglich dem Oberbeamten überlaſſen. Nun ſind zum Glück für dieſen die Güter meiſt in der Verfaſſung, daß ſie dieſe Rente ohne ſonderliche phyſiſche und geiſtige Anſtrengung tragen. Wer kann dann erwarten, oder es den Beamten zumuthen, daß ſie auf eigene Gefahr Auslagen machen, ſich wegen Aufbringung des abzuführenden Einkommens in Ge⸗ fahr bringen, und am Ende, gelänge die Sache nicht ſchnell, ſich noch großer Verantwortlichkeit ausſetzen ſollten. Und dies hätten ſie zu fürchten, wenn ſie zur Veredlung der Schäfereien große Anſtrengungen machen wollten, daher ſie lieber die Sache ihren alten ruhigen und ſichern Gang fortgehen laſſen. Dann iſt aber auch nicht in Abrede zu ſtellen, daß es unter dieſen Beamten viele gibt, die für alles Neue im voraus eingenommen ſind, ohne es nur einer weitern Prü⸗ fung zu unterwerfen, ob es beſſer oder ſchlechter ſey, als das Alte. Wo nun auch der Grundbeſitzer für ſeine Schä⸗ ferei durch Ankauf edlen Viehes vieles that, da fand die Sache gewöhnlich ihr Ziel in dieſen Vorurtheilen. W. in Böhl anttete: beſſen, Günrſi Tyſichken ſen Gan der Aufzu Die etwas ſch kommend über ihr Eifer fü raſchen d weſllichen In Vürtemb man der dort ſche ſie nur beſern un einen Eta bidete in unbedent könnte. nach ein die groß und dene hei ſehl faßten. Eie ß nictt alls Zirkungskrii icht um das uptaufgabe, meiſt eine muß. Da ndern meiſt veit davon, zung dieſer bt lediglich Glück für ſie dieſe Inſtrengung Beamten ahen, ſich ens in Ge⸗ ücht ſchnell . Und dies Schäfereien lieber die ihen laſſen. cellen, daß 3 Neue im eitern Pri⸗ dr ſey/ dl ſeine Echů⸗ a fand die e. 63 Wo dieſe angeführten Mängel nicht ſtatt fanden, wo in Böhmen verſtändige und mit der Zeit fortgehende Be⸗ anitete in den Plan ihrer Herrn, die Schäfereien zu ver⸗ beſſern, eingingen; oder wo die letztern die Leitung ihrer Güter ſelbſt übernahmen und mit dem Eifer auch richtige Anſichten und Kenntniſſe vereinigten, da ging es einen beſ⸗ ſern Gang, und es bildeten ſich Schäfereien, die man bei der Aufzählung der vorzüglichen nicht überſehen darf. Die durch die niedern Getreidepreiſe in der letzten Zeit etwas ſchwieriger gewordene Aufbringung des Soll⸗Ein⸗ kommens öffnet einer Menge von Eigenthümern die Augen über ihren wahren Vortheil und es erwacht in Böhmen ein Eifer für höhere Schafzucht, der dem Lande einen eben ſo raſchen Fortgang verſpricht, wie den ſeiner öſtlichen und weſtlichen Nachbarn. In den übrigen deutſchen Provinzen zeichneten ſich Würtemberg und Baden in der Aufmerkſamkeit aus, die man der Schafzucht widmete. Die Landesregierungen thaten dort ſchon faſt ſeit einem halben Jahrhunderte alles, was ſie nur für erſprieslich hielten, um die Schafzucht zu ver⸗ beſſern und zu veredeln. In Baden züchtete man ſeit 1788 einen Stamm ſpaniſcher Merinos in und durch ſich fort und bildete in ihm einen ſo reinen Typus aus, daß man ihm unbedenklich den Namen von Badiſchen Merinos geben könnte. Durch ſtrenge Inzucht und das Beſtreben, immer nach einerlei Ziele hinzuarbeiten, hat man Schafe erzeugt, die groß von Figur, gedrungen und edel von Wolle ſind, und denen nur noch das höchſte Ziel der vorzüglichen Fein⸗ heit fehlt. Jedoch wird bei einmal richtig erkanntem Ziele 64 auch dieſe ſich bald in jenen Stamm hineinbilden laſſen. Gehören auch dazu einige Generationen: ſo wird die Sache doch ſo lohnend werden, daß man bei der ſonſt ſo ſorg⸗ fältigen Züchtung hierin gewiß nicht ermüden wird, und dies um ſo weniger, als ohne jene hohe Feinheit dieſer ſonſt vorzügliche Stamm immer mehr von ſeinem Werthe verlieren müßte, je mehr die Mittelwolle im Preiſe ſinkt. Durch die Vertheilung von Widdern im Lande, und durch die Uiberlaſſung des Merzviehes für wohlfeile Preiſe an die Unterthanen hat die Regierung ſchon ſeit langer Zeit wohl⸗ thätig für die Veredlung der Schafzucht im Staate geſorgt. In Würtemberg macht dieſelbe in neuerer Zeit um ſo raſchere und glücklichere Fortſchritte, als der jetzige Kö⸗ nig keine Koſten ſcheut, theils auf ſeinen Privatgütern die ausgezeichnetſten Merinos aufzuſtellen, theils auch durch unentgeldliche Uiberlaſſung von Widdern an die Landes⸗ Inſaſſen zur allgemeinen Verbeſſerung der Schafzucht im Lande kräftig zu wirken. Der rege Eifer und das perſön⸗ liche Intereſſe, welches der König an dieſer gemeinnützigen Sache nimmt, bürgen um ſo mehr dafür, daß hier unter kurzem eine Elite von Schafen ſtehen wird, die von keiner, auch ſelbſt von den ausgezeichnetſten Heerden Deutſchlands übertroffen werden wird. Es ſind für den eigentlichen Kern der königlichen Schäfereien die vorzüglichſten Thiere, die man nur haben konnte, ohne engherzige Berückſichtigung der Preiſe, erkauft worden. So hat zur Zuſammenſtellung derſelben die berühmte Nazer Heerde, die ausgezeichnetſten ſächſiſchen Schäfereien und endlich auch die zu Reindorf in Preußiſch⸗Schleſien beigetragen. Dadurch iſt nun ein ſo vollen Zucht m ankauff, zuſoemen narteit ge chen, um Kifſchift, Heerde d nachen. ger zu ſch eigennützi abzuſprech ſchauung d tiefe Demi Die i fiſt ſtes 9 zucht beche Schafvered in Sachſer laute vieles ceen Schrite De witthſcheft zucht weni theures Lan Sheßuch. gelett, die Elsner li inbiden laſen. vird die Eache ſonſt ſo ſtg m wird, und dieſer ſonſ tthe verlieren Lande, und ile Preiſe an Zeit wohl⸗ aate geſorg. er Zeit un jetzige Kö⸗ atgütern die auch durch die Landes⸗ hafzucht im das perſön⸗ meinnützigen hier unter von keiner, Deutſchlands tlichen Kern Thiere, die rücſſichtigung mmenſtellung gezeihnetſten Reindorf it nun äin ſo vollendeter Stamm entſtanden, den man durch eigene Zucht nur langſam hervorbringt. Aus allem, was man ankaufte, ward nämlich nur das beſte und gleichartigſte zuſammengeſtellt, und mit Böcken von gleicher Vollkom⸗ menheit gepaart. Man muß dieſen Stamm ſelbſt geſehen haben, um das Widerſinnige einer deutſchen ökonomiſchen Zeitſchrift, die ſich über den Ankauf, beſonders aus der Nazer Heerde, vor einiger Zeit aufhielt, recht anſchaulich zu machen. Es iſt in der landwirthſchaftlichen Literatur noch gar zu ſchlecht beſtellt, wenn man ſich von engherzigen und eigennützigen Anſichten beſtimmen läßt, über eine Sache abzuſprechen, die man weder kennt, noch durch eigene An⸗ ſchauung durchdrungen hat. Bittere Zurechtweiſungen und tiefe Demüthigungen ſind davon die natürliche Folge. Die übrigen kleinern Provinzen von Deutſchland haben faſt ſtets gleichen Gang mit ihren Nachbarn in der Schaf⸗ zucht beobachtet. So ward z. B. im Deſeauiſchen die Schafveredlung von jeher von Seiten der Regierung, ſo wie in Sachſen, befördert. Auch ward durch mehrere Privat⸗ leute vieles dafür gethan, und die Schafzucht hielt faſt glei⸗ chen Schritt mit der in Sachſen. Die Niederlande. Die natürliche Lage ſowohl, als auch die übrigen land⸗ wirthſchaftlichen Verhältniſſe ſind in dieſem Lande der Schaf⸗ zucht wenig günſtig. Naſſe Triften, kleine Beſitzungen, theures Land, alles dies ſind verhindernde Dinge für höhere Schafzucht. Auch hat man von jeher dort eine Schafart geliebt, die für dieſe Verhältniſſe mehr paßt, als die Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. E 66 Merinos. Das große frieſiſche hier einheimiſche Schaf iſt weniger empfindlich gegen Näſſe als dieſe, und ſeine War⸗ tung und Pflege darf nur gering ſeyn. Bei der kleinern Anzahl, welche die Eigenthümer an Schafen halten, iſt es ihnen auch weniger nachtheilig, ſich ſelbſt überlaſſen zu bleiben. Man hat zwar in den Niederlanden wiederholt die Einführung der Merinos verſucht, aber dieſe Verſuche waren ſo im Kleinen, daß der Erfolg auch nicht groß ſeyn konnte. Uiberhaupt würde es um die niederländiſchen Wollmanufac⸗ turen ſchlecht ſtehen, wenn ſie vom Auslande keine rohe Wolle beziehen könnten. Trotz dem aber, daß ſie dies von jeher thun mußten, haben ſie doch ſtets geblüht, weil ein lebhafter Handel ihre Producte immer ſchnell in Umſatz brachte, und weil ihnen das Ausland die rohe Wolle, die ſie bedurften, ſtets mit großer Bereitwilligkeit lieferte. Daß aber die Merinos auch hier gedeihen, und daß ihre Wolle nicht gerade ausarte, das haben einzelne Land⸗ wirthe durch deren Haltung dargethan. Nur wird man hier ſtets die Merinowolle theurer erzeugen, als im Auslande, und die wenige Belohnung, welche die Land⸗ wirthe daher in der Veredlung der Schafzucht finden, kann ſie nicht ſonderlich dazu aufmuntern. Italien. Ein Gleiches gilt, wie in den Niederlanden, in Ita⸗ lien, nur auf eine andere Art. Auch hier iſt das Land zu großer Schafhaltung zu theuer, und es kommt hierzu noch der Mangel der eigenen Manufacturen. Denn Italien bezieht ten, al auch l diſ fan Gcenden Nerinos dieſe nich derſprach. die Rade lündiſcher Und doch ſo günſi Schafe in jate in d In ftühem denn nach 8ſcleſſche: Nacht. D feine dand ſchaf d ſricht. einheimiſc duch Land inc. 3 dieſer et he Sczaf iſt ſeine Var⸗ der kleinern halten, iſt überlaſſen derholt die uche waren eyn konnte. ollmanufat⸗ keine rohe ſie dies von t, weil ein in Umſatz Wolle, die jeferte. , und daß zelne Land⸗ witd man n, ab im die kand⸗ nden, kann en, in Ita⸗ f das Land ommt hierzu denn Italien 67 bezieht eine Menge Wollwaren aus den öſterreichiſchen Staa⸗ ten, aus Frankreich und aus andern Ländern. Hat man auch hie und da an Veredlung der Schafe gedacht, ſo wurde dieſe keinesweges mit dem Eifer betrieben, wie in andern Gegenden. Denn nehmen wir auch die Einführung der Merinos im Jahre 17953 in Piemont aus: ſo hat auch dieſe nicht die großen Erfolge gebracht, die man ſich davon verſprach. Noch iſt von Wollausfuhr von dort ſo wenig die Rede, daß man ſich gerne begnügt, wenn man die in⸗ ländiſchen Manufacturen nur zu befriedigen im Stande iſt. Und doch ſind die Verhältniſſe gerade in dieſer Provinz faſt ſo günſtig wie in Spanien. Denn auch hier wandern die Schafe im Sommer in die Gebirge, und kommen im Spãt⸗ jahre in die Ebenen zurück. Polen und Rußland. In Polen fand man, ſo wie in Schleſien, ſchon in frühern Zeiten in manchen Gegenden feinwollige Schafe, denn nach Deſſau wurden ſchon im Jahre 1737 polniſche und ſchleſiſche Widder zur Veredlung der daſigen Schafzucht ge⸗ bracht. Dies waren aber noch keine Merinos, ſondern nur feine Landſchafe. Freilich muß man nicht an das Zakel⸗ ſchaf denken, wenn man von guten Schafen in Polen ſpricht. Denn obgleich dies dort noch ſo gut wie in Ungarn einheimiſch iſt: ſo beſtehen nichts deſto weniger neben ihm auch Landſchafe mit guter Wolle und auch die feinſten Me⸗ rinos. Ja man hat auch hie und da ſchon Kreuzungen dieſer letztern in ihrer Wolle von den Zakeln ſo ſehr ver⸗ E 2 68 ſchiedenen Schafgattung mit dieſen verſucht, und einen nicht ganz ungünſtigen Erfolg davon gehabt. Die große Werthloſigkeit des Getreides in Polen, wie ſie ſeit den letzten acht Jahren dort beſtand, und welche die Grundbeſitzer faſt ganz zu Grunde zu richten drohte, machte ſie aufmerkſam darauf, was ſie zu thun hätten, um ihrem Verderben zu entgehen. Die Schafzucht war das Einzige, was ſie zu ihrer Rettung am dienlichſten achteten. So⸗ weit ihre pecuniären Kräfte es daher nur immer noch geſtatteten, boten ſie alles auf, ſich ſchnell in den Beſitz edler Heerden zu ſetzen. Ohne richtige Vorkenntniſſe wurden ſie mitunter aber ſehr hintergangen, und ſie bezahlten ſchlechtes Mittelgut ſo theuer, wie ſie bei richtiger Einſicht nur edle Thiere würden erkauft haben. Die gegenſeitige Abneigung des Slaven und Deutſchen trug das Ihrige dazu bei, daß man bei ſolchen Verkäufen nicht ſonderlich ge⸗ wiſſenhaft zu Werke ging. So kam es denn, daß bei Vielen auch dieſe faſt letzten Anſtrengungen vergeblich waren. Zwar gab es ſchon früher gegründete Heerden von Merinos in Polen, aber ihre Zahl war nur gering. Zu jenen unglück⸗ lichen Einkäufen kam dann noch die polniſche Einrichtung. Schlechte Ställe, über alle Beſchreibung unwiſſende Schä⸗ fer, daraus folgende fehlerhafte Behandlung der neu einge⸗ brachten Schafe, richtete dieſelben noch wieder theilweiſe zu Grunde, ſo daß alſo durch große Anſtrengungen wenig Er⸗ folg ſichtbar wurde. Da und dort war wohl ein Gutsbe⸗ ſitzer beſſer berathen, und er bekam für ſein Geld auch edleres Vieh, aber wenn er ſich nicht perſönlich und mit allem Eifer der Sache annahm: ſo richteten die eben angeführten Urſache Grunde 0 bis ſißt Aulkufe i T dorther je für deut glicher, Unm witthſche in der verkennen weit geh ſehen, di wenn ſie derſchaff ſhe in Schäſer der Güte von der wiedtiger endring ſchen beſtegen. die Rahi Sung d Küclicher 69 einn niht Urſachen dieſes eben ſo gut als minder edles Vieh zu Grunde. b Polen, wie Dieſen hemmenden Gang hat in Polen die Schafzucht welche die bis jetzt genommen. Noch iſt man auch von Seiten der te, machte Wollkäufer gegen die polniſche Schafzucht ſo eingenommen, um ihrem daß z. B. auf dem Breslauer Wollmarkte für Wolle von Einzige, dorther jederzeit um einige Procente weniger gezahlt wird, als en. So⸗ für deutſche, ſollte ſie auch wirklich mit dieſer von ganz mmer noch gleicher Güte ſeyn. den Beſit Unter dieſen Umſtänden wird es der polniſchen Land⸗ iſſe wurden wirthſchaft wohl noch lange ſchwer werden, der deutſchen e bezahlten in der Schafzucht nachzukommen. Jedoch iſt auch nicht zu er Einſicht verkennen, daß einzelne Schäferei⸗Beſitzer es ſchon ſehr egenſeitige weit gebracht haben. Ich habe Schuren von ſolchen ge⸗ rige dazu ſehen, die mit den beſten deutſchen wetteiferten, und die, erlich ge⸗ wenn ſie überhand nehmen, der polniſchen Wolle Credit ba Vielen verſchaffen werden. Meiſt hatten ſolche Gutsbeſitzer Deut⸗ ten. Zwar ſche in ihrem Dienſte als Rathgeber und Leiter bei den Merinos in Schäfereien. Erreichten die Polen erſt die Deutſchen in en unglick⸗ der Güte der Wolle, ſo würde für dieſe dann der Gewinn irichtung. von der Schafzucht dahin ſeyn, weil jene wegen ihrer weit ide Sthi⸗ niedrigern Productionskoſten dieſe in jedem Falle vom Markte neu einge⸗ verdrängen können. elviſt in Faſt Gleiches wie von Polen läßt ſich von der ruſſi⸗ wenig Er⸗ ſchen Schafzucht ſagen. Viele Hinderniſſe ſind dort zu iin Gutzbe⸗ beſiegen. Aber bei den großen Maßregeln, welche dort auch oleres die Rehierung ſeit einiger Zeit zur Emporbringung und Ver⸗ edlung derſelben genommen hat, läßt ſich auch endlich ein allem Eifer 3dd— glücklicher Erfolg erwarten. In keinem Lande mehr als angefüͤhrten 7⁰ in Rußland beſtätigt ſich am auffallendſten der von mir oben ausgeſprochene Satz, daß die Veredlung der Schafzucht ſtets mit der Civiliſation der Völker gleichen Schritt gegangen iſt. Denn eben ſo reißend, wie die Fortſchritte dieſer Civili⸗ ſation in Rußland ſind, beginnen auch die Fortſchritte der Schafzucht zu werden. Hat nun auch dieſes Reich mit mancherlei Widerwär⸗ tigkeiten bei der Veredlung derſelben zu kämpfen: ſo fangen doch ſchon jetzt die Erfolge jener großen Maßregeln der Regierung an, ſichtbar zu werden. Zwar ſind dieſe Fort⸗ ſchritte für den übrigen Continent für den Augenblick des⸗ halb noch nicht ſo ſehr gefährlich: weil bei der Zunahme der Civiliſation auch eine große Menge feiner Wolle nöthig iſt, die höher geſteigerten Bedürfniſſe in der Bekleidung der Nation zu befriedigen. Dazu kommt noch, daß Ruß⸗ land, ſo wie die übrigen Länder von Europa ſich erſt Er⸗ fahrungen in dieſem Zweige der National⸗Induſtrie ſam⸗ meln muß, und daß dazu ein geraumer Zeitraum erfoderlich iſt. Müßte es dieſe Erfahrungen ſo langſam ſammeln und theuer erkaufen, wie viele andere europäiſche Staaten: ſo wären wir noch beinah ein halbes Jahrhundert außer Ge⸗ fahr. Aber leider ſind es Deutſche, die in dieſem Zweige gerade die meiſten Kenntniſſe haben, und leider ſind es alle⸗ mal Deutſche, die ihre geſammelten Kenntniſſe immer mehr zum Wohle des Auslandes, als ihres Vaterlandes anzu⸗ wenden pflegen. Deutſche ſind es, die hie und da ſchon der polniſchen Schafzucht emporgeholfen haben, Deutſche ſind es, und werden es ſeyn, die ein Gleiches in Rußland thun und thun werden. Eigener Gewinn iſt es zwar, der ſe dazu gößten 1 zutt i ehnn ſi taäben fehmung unterliege der Sache nach Ru digte. Qualität dort eint eine groß man nur ddelte B im ſüdhe Dieſe ha verhinder iſ freilic Tooſ, der Jaͤc Augendle 1 deten ed habt, da worden! ¹) daſm n wir oben fzucht ſets gegangen ſer Civili⸗ hritte der diderwär⸗ ſo fangen tegeln der jeſe Fort⸗ ablick des⸗ Zunahme olle nöthig zekleidung aß Ruß⸗ erſt Er⸗ ſtrie ſam⸗ erfoderlich nmeln und aaten: ſo ußer Ge⸗ m Zweige d ale⸗ amet meht ndes anzu⸗ dda ſchon Deuiſche Nußland Wwat, der 7 ¹ ſie dazu antreibt, aber er iſt nicht dauernd und wird mit dem größten Schaden des Vaterlandes erkauft. Zur ſchnellen Emporbringung der veredelten Schaf⸗ zucht iſt es in Rußland nachgegeben worden, dergleichen Schafe frei einzubringen, und jedem geſtattet, damit Handel zu treiben, ohne den ſonſtigen Schwierigkeiten bei Unter⸗ nehmung irgend eines Handelsgeſchäftes in dieſem Lande zu unterliegen. Dieſe Freiheit ward bis jetzt von vielen, freilich der Sache höchſt Unkundigen, benutzt. Dieſe brachten Schafe nach Rußland, deren ſich Deutſchland mit Freuden entle⸗ digte. Sind jedoch dieſe auch von keiner ausgezeichneten Qualität: ſo ſind ſie doch veredelt, und überſtrahlen die dort einheimiſchen bei weitem. Und wird erſt durch dieſe eine große und ſichere Grundlage gelegt ſeyn, dann darf man nur mit hochedlem Viehe nachkommen, um das ver⸗ edelte Blut zu heben. Außerdem ſind ſchon ſeit langer Zeit im ſüdlichen Rußland Stämme reiner Merinos gegründet. Dieſe haben guten Fortgang, und nur der Mangel an Waſſer verhindert die Ausbreitung ins Ungeheure. Dieſer Mangel iſt freilich der am ſchwerſten zu beſeitigende und der einzige Troſt, der dem deutſchen Schafzüchter bleibt. Jedoch iſt, wie ſchon bemerkt, die Gefahr für den Augenblick noch nicht ſo groß, wie ſie ausſieht. Denn 2) Haben die bereits ſeit länger in Rußland gegrün⸗ deten edlen Schäfereien noch keinen ſo raſchen Fortgang ge⸗ habt, daß deren Wolle im Wollhandel beſonders bemerkt worden wäre. 2) Wird Rußland noch lange kaum den eigenen Be⸗ darf an edler Wolle decken, weil deſſen Civiliſation allzu 7² ſehr, und mit derſelben der Bedarf dieſes Productes gleich⸗ mäßig ſteigt. Mit dieſer Civiliſation ſteht dann auch dort der National⸗Reichthum im gleichen Verhältniß; ſo daß es nie an Mitteln fehlen wird, ſich jene aus feinerer Wolle gefertigten beſſeren Bekleidungen anzuſchaffen. 3) Wird Rußland auch mit ſo viel Mittelgut und we⸗ niger als mit dieſem von Schafen überſchwemmt, daß Deutſchland nur ſtets auf die Erzeugung eines vorzüglichen Products bedacht ſeyn darf, um ſich den Markt für immer zu ſichern. Doch dieſe Gegenſtände gehören ſchon in den dritten Abſchnitt, nämlich in die Muthmaßungen über die Zukunft der europäiſchen Schafzucht. Schweden. Schweden verſuchte ſchon früher als die übrigen nörd⸗ lichen Länder von Europa, die Merinos einzuführen. Ob⸗ gleich dieſe erſten Verſuche ſchon das herrſchende Vorurtheil widerlegten, als vertrügen dieſe Schafe das rauhe nordiſche Klima nicht: ſo fanden ſie doch wenig Fortgang. Der lange Winter, und die Vorſorge für vieles Futter für die⸗ ſelben, war eine Hauptſchwierigkeit, mit der man zu kämpfen hatte. Dennoch wiederholte man die Verſuche der Einführung, und es hat ſich ergeben, daß die von ihnen erzeugte Wolle nicht zurück geſchlagen wäre, denn noch neu⸗ erlich fielen Vergleiche derſelben mit franzöſiſcher Merino⸗ wolle nicht zu ihren Ungunſten aus. Man ſtellte ſie dieſer gleich. Auch der jetzige König bemühte ſich, ihre Verbrei⸗ tung zu befördern, und ließ zu dem Ende noch neue Trans⸗ porte von Merinos kommen. Die klimatiſchen und land⸗ vittſſcaf eiſchwere los bleibe ſie gren diſ lud nifſſhfte 3n D dr inländi Erfolg in lichen Ver ſclugen, keiner ſo zur Verm Wen piiſche Sch tergleihhn Ehan derſelben, Staaten! England gleich, oft Spanien gddehnten es darin hat die feinen S nutzen ver de Noth dharcktet uctes gleich⸗ in auch dort ; ſo daß e rerer Wolle t und we⸗ umt, daß orzüglichen für immer von in den en über die igen nürd⸗ en. Ob⸗ Porurtheil ſe vordiſche ang. Der er füt die⸗ man zu erſuche der ton ihnen voch neu⸗ her Metino⸗ le ſie diſſer te Verbrei⸗ ꝛeue Trand⸗ und land⸗ 7³⁵ wirthſchaftlichen Verhältniſſe aber werden hier ſtets die Sache erſchweren, und wenn auch die Wolle in ihrer Güte tadel⸗ los bleiben dürfte. Deshalb werden ſie aber immer die auf ſie gewandte Mühe und Auslage vergütigen, und die ſchwe⸗ diſche Ausdauer wird einen einmal aufgefaßten Zweig land⸗ wirthſchaftlicher Induſtrie ſchwerlich wieder fallen laſſen. In Dänemark ward früher weniger zur Verbeſſerung der inländiſchen Schafzucht gethan, als in Schweden. Der Erfolg in dieſem Lande ermuthigte es jedoch auch zu ähn⸗ lichen Verſuchen, die, wie natürlich, hier eben ſo wenig fehl⸗ ſchlugen, als dort. Jedoch iſt die Merinozucht noch von keiner ſolchen Bedeutung geworden, daß ſie ſichtbar viel zur Vermehrung des Nationalwohlſtandes beitrüge. Wenn wir nun den aufgeſtellten Gang, den die euro⸗ päiſche Schafzucht bis jetzt genommen hat, in eine Haupt⸗ vergleichung zuſammenfaſſen: ſo wäre ſie folgende. Spanien ſtand in den frühern Zeiten an der Spitze derſelben, die Urſache war ſeine Nachbarſchaft mit den Staaten der Berberei, woher es ſeine Merinos holen konnte. England folgte ihm nach oder war vielmehr ihm immer gleich, oft zuvor geweſen, da ja von daher Schafe nach Spanien eingeführt worden waren. Sein durch den aus⸗ gedehnten Handel entſtandener Kosmopolitismus begünſtigte es darin vorzüglich. Frankreich ſchwankte hin und her, und hat die Vortheile, die ihm ſein Klima und die Nähe der feinen Schafzucht gewährte, lange Zeit nicht richtig zu be⸗ nutzen verſtanden. Deutſchland lehrte, wie dort faſt immer, die Noth beten. Aber es wußte auch, ſeinem National⸗ 6 charakter getreu, die gebotene Hilfe in ſeiner ganzen Größe 74 zu würdigen und zu benutzen. Ungarn ward ſo zu ſagen durch Uibermuth zur Veredlung ſeiner Schafzucht getrieben, indem es die Schätze ſeines Bodens und ſeine natürlichen Reich⸗ thümer noch durch dieſe vermehren und gegen ſeine Nachbarn nicht zurück bleiben wollte. Dieſer Uibermuth hat ſich vielfach auch bei übertrieben hohen Ankäufen von Zuchtviehe docu⸗ mentirt. Die Niederlande trieben von jeher Schafzucht als Lückenbüßerei, daher ward auch ihre edle nicht mehr. Ita⸗ lien vergaß über ſeinen ſchönen Himmel an die Veredlung der Schafzucht anhaltend und ernſtlich zu denken. Polen betrachtete die veredelte Schafzucht als ultimum remedium gegen den Untergang ſeiner Landwirthe. Rußland aber erfaßte ſie als ein neues Mittel, ſich in eine große und kräftige, von allen andern unabhängige Welt zu bilden. Schweden und Dä⸗ nemark verſuchte, was ſich thun ließe, ermüdete und lebte wieder auf, und gewann am Ende durch veredelte Schafzucht doch ſo viel, ſich in dieſem Zweige vom Auslande unab⸗ hängig zu machen. B. Welche Urſachen haben zum Empor⸗ kommen, oder auch zum Verfalle der Schafzucht in den verſchiedenen Laͤndern Europas beſonders beigetragen? Das Bedürfniß der Schafveredlung nahm überall dann überhand, wenn der geſtiegene Luxus eine feinere und beſſere Bekleidung foderte. Dieſer aber ſtieg jedesmal mit der zunehmenden Civiliſation. Beide aber wurden die Urſache eines ausgebreiteten Handels, weil man durch dieſen die die hwdue wit das nun das frendurli land hrurt dlf dis z ih iiht al jiſte, ſonde falt, diem man baldi der Perar geſteigerten brachte wie viliſftten Ie meht die de ſie ein geſcherten! Idderzeit! terlich geſi beigetragen Ezengung di weitae! ſie hat dade dergleichen dem Hand ducte abzu meinen We niht ſinwi geſehen, u ſo zu ſagen iht genreben, lichen Reich⸗ ne Nachbarn ſich vielfach viehe docu⸗ hafzucht als mehr. Ita⸗ e Veredlung ken. Polen mremedium aber erfaßte kräftige, von den und Dä⸗ e und lebte Schafzucht lande unab⸗ Empor⸗ alle der Laͤndern gen! überall dam e und beſete nal mit der die Urſache hdieſen die 7⁵ die Producte aller Länder und Erdtheile herbeiholte und da⸗ mit das entſtandene Bedürfniß befriedigte. Sobald man nun das Drückende fühlte, in irgend einem Producte von fremden Ländern abhängig zu ſeyn, was das eigene Vater⸗ tand hervorbringen könnte: ſo ſuchte man Mittel und Wege auf, dies zu bewerkſtelligen. Dadurch nun gewann man oft nicht allein das, daß man das eigene Bedürfniß befrie⸗ digte, ſondern die Erzeugung nahm bei Fleiß und Sorg⸗ falt, die man auf den Gegenſtand verwandte, ſo zu, daß man bald über den Bedarf hatte. Die Mannichfaltigkeit der Verarbeitung des rohen Productes richtete ſich nach den geſteigerten Bedürfniſſen, und gerade dieſe Mannichfaltigkeit brachte wieder Kunſtproducte hervor, die für den Markt der civiliſirten ſowohl, als auch der rohen Völker geeignet waren. Je mehr dies von ſolchen Producten galt, deſto mehr wur⸗ den ſie ein Gegenſtand des Handels, weil dieſem durch ihren geſicherten Abſatz ſtets ein Gewinn mit deren Verkehr blühte. Jederzeit hat aber eine weiſe und für ihre Unterthanen vã⸗ terlich geſinnte Regierung zur Erleichterung dieſes Verkehrs beigetragen. Sie hat die Mittel herbeigeſchafft, die zur Erzeugung des Naturproductes erfoderlich waren; ſie hat die weitere Benutzung und Verarbeitung desſelben begünſtigt; ſie hat dadurch den Tribut, den das Land an Fremde für dergleichen Producte zu zahlen hatte, aufgehoben; ſie hat dem Handel die Wege gebahnt, um die überflüſſigen Pro⸗ ducte abzuſetzen, und dadurch das Gleichgewicht des allge⸗ meinen Wohlſtandes herzuſtellen. Regierungen, die darauf nicht hinwirkten, haben ihre untergebenen Länder verarmen geſehen, und das aus dem natürlichen Grunde, weil kein 76 Land in der Welt alle Bedürfniſſe für ſeine Bewohner ſelbſt erzeugt, und dieſe Länder alſo viel vom Auslande ein⸗ und wenig an dasſelbe verkaufen konnten. Ich ſpreche hier nur ſtets von civiliſirten Völkern. Dem Wilden bietet freilich jede Gegend, wohin er kommt, ſeine wenigen Bedürfniſſe dar. Jener Verkehr, jene gegenſeitige Aushilfe, die gerade um ſo freiwilliger iſt, je mehr der aushelfende Theil dabei gewinnt; jene Bereitwilligkeit, allen, auch den erkünſtelten Bedürfniſſen anderer Nationen mit den Mitteln zu deren Befriedigung entgegen zu kommen: gerade dieſe ſind es, ſo eigennützig die Beweggründe dazu auch ſeyn mögen, welche die Völker des ganzen Erdbodens mit einem feſten Bande umſchlingen und das ſonſt leere Leben zum genuß⸗ reichſten machen. Die phyſiſchen Bedürfniſſe beſtehen aber in Nahrung und Bekleidung. Letztere iſt für Europa, als zum Theil ſehr nördlich gelegen, ein Hauptgegenſtand, und zu derſelben liefert das Schaf einen Hauptbeſtandtheil in ſeiner Wolle, ja auch in ſeiner Haut. Die Vermehrung und Verbeſſerung der Schafzucht mußte daher jeder Regierung der europäiſchen Staaten bald als ſehr wichtig erſcheinen. Dies iſt auch faſt allenthalben der Fall geweſen, und wir haben daher hier ¹) von den Maßregeln zu ſprechen, welche die Landes⸗ Regierungen zur Verbeſſerung der Schafzucht nahmen. Spanien verdankte die Einführung der Merinos ſeinen Landesherren. Wurden auch dieſelben zuvörderſt für dieſe eine der ergiebigſten Quellen der Staatseinnahme: ſo ge⸗ wann dennoch das Land auch mittelbar durch den Vortheil, den Priva ducch die kamen un mittellr ehr täiß fini von ſgihtlih mene’? ne det etwa z Begünſig Recht der Beſitzer v Jahres in in den e den Merine da dieſe d deten, ind nicht gera ganze Lar gierung be daß ſie zu ſtemde kär gethan, un zen von E den Vorr haupten. dangvolle ung ab, zu biingen e Bewinet felbt uslande an⸗ und ſprache hin wur en bietet fraiſ te Bedirrfniſe nife, die gerade de Theil dabei den ankünſtelten itteln zu deren dieſe ſind e, h ſcyn mügen, nt einen feſte 1 zum genuß⸗ er in Nahrung als zum Theil nd zu darſäben in ſner Voll, and Verheſſerung der europüiſchen Dies iſt auch d wir haben ſche die kande⸗ t nahmen. Meiinos ſiten ddaſt für diſ nnhme: ſo ge⸗ h den Vorthei 2 74 den Privatperſonen durch die Zucht der Merinos zogen, und durch die großen Summen, die für deren Wolle ins Land kamen und den Nationalwohlſtand befördern halfen. Un⸗ mittelbar hat übrigens die ſpaniſche Regierung nicht gerade ſehr thätig für dieſe ſchönſte Perle in ihrer Krone, wie ein König von Spanien die Merinos ſelbſt nannte, gewirkt. Geſchichtlich iſt nur dies bekannt, daß der Kardinal Xi⸗ menes neue Schafe aus der Berberei bringen ließ, um der etwa zu befürchteten Degeneration vorzubeugen. Die Begünſtigungen, welche die Könige von Spanien durch das Recht der Meſta, d. h. die Berechtigung für die privilegirten Beſitzer von Merinoheerden, mit denſelben einen Theil des Jahres in den gebirgigen Theilen von Spanien, hauptſächlich in den Provinzen von Leon und Navarra weiden zu dürfen, den Merinos zu theil werden ließen, gehören auch hieher. Da dieſe aber den Landbau drückten, und dem Einen ſcha⸗ deten, indem ſie dem Andern nützten: ſo können wir ſie nicht gerade zu den Maßregeln zählen, die wohlthätig fürs ganze Land wirken. Mittelbar aber hat die ſpaniſche Re⸗ gierung vorzüglich begünſtigend für die Merinos gewirkt, daß ſie zu wiederholten Malen die Ausfuhr derſelben in fremde Länder ſehr ſtreng verbot. Hätte ſie dies von jeher gethan, und unter keiner Bedingung dieſelben über die Grän⸗ zen von Spanien kommen laſſen: ſo würde dieſes jetzt noch den Vorrang mit ſeiner Wolle auf dem ganzen Erdballe be⸗ haupten. Freilich hing es in den neuern für dies Land ſo drangvollen Zeiten oft nicht mehr von der ſpaniſchen Regie⸗ rung ab, dergleichen Verbote zu geben, oder in Ausübung zu bringen: aber das übrige Europa wäre dann noch zurück, 73 und hätte nicht, wie es jetzt der Fall iſt, Spanien mit ſeiner Wolle vom Weltmarkte verdrängen können. Die freiſinnige engliſche Regierung bot mehrere Mal große Summen auf, und ließ bedeutende Haufen Merinos nach England bringen. Das eben ſo freiſinnige Volk aber ging ſeinen eigenen Gang und hing nur dem nach, was ihm in ſeinen ökonomiſchen und merkantiliſchen Verhältniſſen am meiſten einbrachte. Die Merinos machten deshalb nicht überall im Lande Glück, und man züchtete ſich ſeine eigenen Racen, je nachdem die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe dieſe oder jene am vortheilhafteſten machten. Wenn nun auch die wiederholte Einfuhr der Merinos, welche die Regierung verſuchte, dieſelben doch nicht im Lande allgemein machte: ſo that dieſe doch wieder alles, was ſie nur für die ganze Schafzucht des Landes für das beſte hielt, um dieſelbe auf die Stufe zu heben, wo ſie dem Lande ſeine Bedürfniſſe ſichern und um es in dieſem Punkte vom Auslande ſo unabhängig als möglich zu machen. So ſehr auch deshalb die Schafzucht, wie überhaupt der Land⸗ bau, begünſtigt, und ſo hoch auch damit zugleich die Schaf⸗ haltung geſteigert ward: ſo reichte dennoch die Wolle für den Bedarf der Menge von Wollmanufacturen nicht hin. Wollte auch England ſeine Wollproduction bis zu dem Grade ſteigern, daß dieſer Bedarf gedeckt würde: ſo müßte dies auf Koſten des Getreideanbaues geſchehen, und man würde dann, um einem kleinern Uibel zu entgehen, einem größern, d. i. dem Mangel und der Hungersnoth, unterliegen. Mehr als jede andere Regierung hat aber auch die engliſche bei der Verbeſſerung der Schafzucht bewieſen, wie ſehr ſie in jädet Art Und ſind und ſo t land: in ie I duſche bis Lunn wol nüſſen, das erſte, ſch dolſe anwendet dieſes Iw auch ein rictig au machen w der Zwea dacten der dann ſot Viele lie und Pfe Theure fi es auch d engiſchen auffaßter habenden folgende Unf weitem in uns ſe ſe t, Spaien mit nnen. t mehrere Mal aufen Merinos nige Volk aber nch, was ihm thältniſen am deähalb nicht h ſeine egenen en Verhältniſſe der Merinos, nicht im Lande iles, was ſie für das beſte „wo ſie dem dieſem Punkte machen. Eo aupt der band⸗ eich die Shhaf⸗ die Wole für een vicht hin. z dem Grade ſo wüßte die nd man würde iinem grißern/ riegen. Mehr eenlite bi ie ſchr ſe i 79 jeder Art das Wohl der Landeseinwohner im Auge habe. Und ſind auch in England die Merinos nicht ſo einheimiſch und ſo vollkommen in ihrer Wolle geworden, wie in Deutſch⸗ land: ſo ſteht nichts deſto weniger die engliſche Schafzucht in ihrer Art auf einer ſo vollendeten Stufe, wie es die deutſche bis jetzt nur noch theilweiſe von ſich rühmen kann. Denn wollen wir ſie, wie wir dies bei jedem Gewerbe thun müſſen, aus dem richtigſten Geſichtspunkte auffaſſen: ſo iſt das erſte, woran wir zu denken haben, der Zweck, den ſie ſich vorſetzt, die Mittel, die ſie zur Erreichung desſelben anwendet, und der mögliche Erfolg, der aus der Verfolgung dieſes Zweckes hervorgehen kann. Dieſen Geſichtspunkt muß auch ein Privatmann bei jedem Unternehmen ruhig und richtig auffaſſen, wenn er nicht die traurige Erfahrung machen will, ſich vergeblich bemüht zu haben. Nun iſt der Zweck der Schafzucht im Allgemeinen: von den Pro⸗ ducten derſelben ſo viel als möglich, ſo gut als möglich, und dann ſo theuer als möglich an den Markt zu bringen. Das Viele liegt in der Schafrace und in deren guten Wartung und Pflege, das Gute in der Veredlung derſelben, und das Theure findet ſich theils aus beiden von ſelbſt, theils wird es auch durch die Nachfrage beſtimmt. Wenn nun die engliſchen Schafzüchter dieſen dreifachen Geſichtspunkt richtig auffaßten und ihn auf die Merinos und ihre bereits inne habenden Schafracen vergleichend anwandten: ſo enſtand folgende Schlußfolge: Unſre vorhandenen Schafe übertreffen die Merinos bei weitem in dem Viel oder in der Menge der Wolle, und des bei uns ſo ſehr zu berückſichtigenden Fett⸗ und Fleiſchanſatzes. 8⁰ Die Merinos dagegen liefern zwar eine beſſere Wolle als unſre Schafe, dagegen aber Sind die Producte unſerer Schafe, als Wolle und Fleiſch, theurer, d. h. ſie bringen beides in größerer Menge, und tragen deshalb mehr Geld ein, auch iſt die Nachfrage nach dieſen Producten faſt lebhafter, als nach denen der Merinos. Wenn nun zu dieſen Argumenten noch die liebe Ge⸗ wohnheit kam, nach welcher man das Alte nicht gern mit dem Neuen vertauſcht: ſo wäre wohl die eben nicht ſehr günſtige Aufnahme der Merinos in England erklärt. Zu erwarten ſteht übrigens wohl, daß die engliſche Regierung nicht ermüden wird, in ihren Verſuchen, die Merinos nach Großbritannien zu verpflanzen, beſonders da ſchon oft die Parlamentsmitglieder in dieſer Maßregel noch ein beſonderes Heil für Alt⸗England ſehen, und dieſes da⸗ durch von einem läſtigen Tribute, den es dem Auslande durch Ankauf feiner Wolle bringen muß, zu befreien hoffen. Wie ſehr die franzöſiſche Regierung es ſich angelegen ſeyn ließ, die Schafzucht zu verbeſſern, dadurch den National⸗ wohlſtand zu vermehren und Frankreich in dieſem Zweige vom Auslande unabhängig zu machen, haben wir ſchon oben geſehen. War auch der Erfolg nicht jedesmal der Erwartung gemäß: ſo hat ſich dieſe Regierung doch ein bleibendes Ver⸗ dienſt um das Land durch ihre desfallſigen Bemühungen erworben.. In Deutſchland geſchah in vielen Staaten eben ſo viel und faſt noch mehr. Väterlich ſorgte z. B. die ſächſiſche Regierung für die Verbeſſerung der Schafzucht, zuerſt durch die Anſc theilung Veranſte worden dur W n if un witd Das die Einſü regierung blieben i man no zuvor die auch begt Schafßuch Landes ger ſelbe in Und zut wirthſch terte von den Betr Pre ud glar kommen der Eife thuung, hochfeine Wo angeführe Claner' eine beſſge Vole als Wolle und rößerer Mange die Nachfrage nch denen der die lebe Ge⸗ nicht gern mit ben nicht ſehr erklärt. ß die engliſch Verſuchen, die „beſonders da Maßtegel noch und dieſes da⸗ dem Auslande befreien hoffen. s ſic angelegen H den National⸗ deſem Zweige wi ſchon oben der Erwartung bleberdes Ve⸗ en Bemühungen reer den ſ dit g die ſihhiſch iht, greit durh 8¹ die Anſchaffung der Merinos, und dann durch deren Ver⸗ theilung im Lande. Uiberſchwenglich ſind aber auch dieſe Veranſtaltungen durch ein beſonderes Gelingen belohnt worden. Ungeheure Summen hat die Schafzucht ſeitdem durch Woll⸗ und Schafverkauf dem Lande eingetragen, und noch iſt ſie eine Haupt-Einnahme für das ganze Land, und wird es noch lange bleiben. Dasſelbe kann man von Oeſterreich ſagen. Durch die Einführung der Merinos legte die öſterreichiſche Landes⸗ regierung ihren erſten Grundſatz, dem ſie ſtets getreu ge⸗ blieben iſt, recht deutlich an den Tag; nämlich den: wenn man nothgedrungen das Land beſteuern muß, dieſem zuvor die Mittel an die Hand zu geben, ſeine Steuern auch bequem aufbringen zu können. Die öſterreichiſche Schafzucht iſt jetzt ein ſo wichtiger Gegenſtand des ganzen Landes geworden, daß ohne ihren bedeutenden Ertrag das⸗ ſelbe in nicht geringe Bedrängniß verſetzt werden müßte. Und zur Gründung dieſes einträglichſten Zweiges der Land⸗ wirthſchaft legte die Landesregierung den Grund; ſie mun⸗ terte von jeher zu deſſen Emporbringung auf, und begünſtigte den Betrieb der höhern Schafzucht auf alle Weiſe. Preußen blieb hinter andern Regierungen nicht zurück, und gelang es ihm auch nicht, direct ſo viel zum Empor⸗ kommen der Schafzucht zu bewirken, ſo wurde doch indirect der Eifer dafür erregt, und es hat jetzt die große Genug⸗ thuung, in der erſten Reihe der Länder zu ſtehen, welche hochfeine Wolle produciren. Was Würtemberg und Baden gethan haben, iſt oben angeführt. Der Erfolg iſt aber den Anſtrengungen ange⸗ Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. F 3² meſſen, und die Zeit iſt nahe, wo beide Staaten ein Woll⸗ product liefern werden, was an Maſſe und Güte am Woll⸗ markte hervortritt. Ungeheuer ſind aber die Anſtalten, welche die ruſſiſche Regierung in neuerer Zeit zur Verbeſſerung der Schafzucht getroffen hat. Bei einer Anzahl von 60,000, 00 Scha⸗ fen, welche dieſer Staat bereits zählen ſoll, iſt einer ſo energiſchen Regierung ein würdiges und weites Feld geöffnet, und es iſt faſt mit Gewißheit anzunehmen, daß, ſo wie die zunehmende Civiliſation in Rußland den Sinn für hö⸗ here Schafzucht geweckt hat, dieſe hinwiederum jene halten und heben helfen wird. Da übrigens der ruſſiſchen Re⸗ gierung ſo ungeheure natürliche Mittel in der Ausdehnung ſeiner Ländereien zu Gebote ſtehen, da ſie an dieſe natür⸗ lichen Hilfsmittel auch die pecuniären anſchließen kann: ſo iſt es nicht zu verwundern, daß die Schafzucht dort ſeit einem Jahrzehend ſchon ſo große Fortſchritte gemacht hat. Denn man muß ſich über dieſelbe nicht täuſchen, und die Veredlung in Rußland, ſo weit ſie bis jetzt gediehen iſt, nicht mit der in Deutſchland vergleichen wollen. Da wird freilich die erſte verlieren. Aber man bedenke nur die Kürze der Zeit, man gehe nur zurück, und ſehe, wo Rußland mit dieſem Zweige der National⸗Induſtrie ſtand, als Deutſch⸗ land ſchon damit florirte; man vergleiche nur den ganzen Zuſtand der Bildung des Volkes, wie es ſeit 10 Jahren vorgerückt iſt. So wie dieſer und noch raſcher geht die Veredlung der Schafzucht in dieſem Lande. In Schweden hat es die Regierung auch an Aufmun⸗ terung nicht fehlen laſſen, die Schafzucht in Zahl und Güte envotzub u Gebot falg riht 2 eurnüſſher tfaun; ſo ſe deran gringe ge der Nütli wären, ur mächtigſten Verbeſſerun ſichlich, we Auſſchwung uuf welchet natürlichen ) d ſerte Schai Anwendun Kein geneigt ſeyn Alte wit der tigen Neue Verſuche ſ geit zu me Niſß iſ ei ſalden Ter Folxen des würde dier taaten ein Pol⸗ Güte u Pol⸗ he die ruſch der Schaßucht 0,000 Scha⸗ wiſ einer ſo dedd geffnet, daß, ſo wie Einn fir ſö⸗ zm jene halten ruſſiſchen Re⸗ er Ausdehnung n dieſe natür⸗ gließen kann: zucht dort ſeit gemadht hat. ſhen, und de at gsdichen iſ⸗ len. Da wird enur die Kütze o Rußland als Deulſch⸗ t den ganzen it 10 Jahren ſcher geht ie Han Aufmun⸗ ahl und Güte 8³ emporzubringen. Ihr ſtanden lange die Hilfsmittel nicht zu Gebote, wie der ruſſiſchen, daher konnte auch der Er⸗ folg nicht ſo glänzend ſeyn. So viel nun aber auch die meiſten Regierungen der europäiſchen Staaten für die Veredlung der Schafzucht thaten; ſo groß mitunter auch der Koſtenaufwand war, den ſie daran ſetzten, ſo würde der Erfolg dennoch immer nur geringe geblieben ſeyn, wenn nicht die Landwirthe auch von der Nützlichkeit dieſer Veranſtaltungen überzeugt worden wären, und die Ausſicht auf den eigenen Vortheil, dieſen mächtigſten unter allen Hebeln, ſie zur Mitwirkung bei dieſer Verbeſſerung aufgemuntert hätte. Dieſe war es aber haupt⸗ ſächlich, welche der Schafveredlung einen raſchen und glücklichen Aufſchwung gab, und ſie zu der Vollkommenheit brachte, auf welcher wir ſie jetzt ſehen. Es folgt daher hier dem natürlichen Gange gemeß 2) die verſchiedene Art und Weiſe, wie die verbeſ⸗ ſerte Schafzucht von den Landwirthen aufgenommen und in Anwendung gebracht wurde. Kein Stand im Staate wird wohl von Natur weniger geneigt ſeyn, das gewohnte und deshalb auch lieb gewonnene Alte mit dem unbekannten und deshalb ſtets etwas verdäch⸗ tigen Neuen zu vertauſchen, als der Landwirth. Seine Verſuche ſind nicht mit ſolcher Leichtigkeit und in ſo kurzer Zeit zu machen, wie die des Künſtlers und Handwerkers. Meiſt iſt ein ganzes Jahr erfoderlich, ehe er den Erfolg von ſolchen Verſuchen ſieht, und oft mehrere Jahre, ehe er die Folgen des Mißlingens wieder gut machen kann. Es würde daher wenig für ſeinen Verſtand und für ruhige Uiber⸗ F 2 34 legung ſprechen, wenn er jedes, was ihm als beſſer, als das bisher Gewohnte, gerühmt wird, ſogleich ergreifen und darüber die möglichen nachtheiligen Folgen vergeſſen wollte. Dieſe Rückſichten haben alle diejenigen allezeit viel zu wenig genommen, die alte Mißbräuche in der Landwirthſchaft ſchonungslos tadelten, und wegen derſelben dem Landmanne Indolenz und Mangel an Empfänglichkeit für das Beſſere anſchuldigten. Vorzüglich hat der Landwirth bei der Einführung neuer Viehgattungen vorſichtig zu ſeyn. Er muß zuvor den Auf⸗ wand, den er dabei zu machen gezwungen iſt, mit dem möglichen Erfolge vergleichen; er muß wohl überlegen, wie vortheilhaft oder nachtheilig dieſe neu anzuſchaffenden Vieh⸗ ſtämme auf ſeine Wirthſchaft einwirken können; er muß bedenken, ob Trift, Wartung und Pflege, die er ihnen anweiſen kann, darnach ſind, ſie zu begünſtigen und ihr „Aufkommen und gutes Gedeihen ſchnell zu Wege zu bringen. Vor allen übrigen Landwirthen haben ſich die deut⸗ ſchen, ihrem Nationalcharakter getreu, durch ſtandhaftes Beharren bei dem einmal Ergriffenen ausgezeichnet. Dies haben ſie auch bei der feinen Schafzucht gethan, und da⸗ durch den Ruhm erlangt, jetzt die beſte Wolle in Europa zu erzeugen. Sachſen ging darin mit gutem Beiſpiele voran. Schon oben habe ich bemerkt, daß man dort auch vor der Einführung der Merinos ſelbſt unter der inländiſchen Race ſchon ziemlich feine Heerden hatte. Konnten ſich dieſelben nun auch nicht mit den Merinos in Vergleich ſtellen: ſo gaben ſie doch dem Schafzüchter ſchon einen gewiſſen Tact und Maßſtab zur Beurtheilung ſeiner Wolle an. Dieſem haite d da erfen giff ne bei drä timn. dine um Zeit wfen wor ſeinen Hee wielmeht d forſſcheite und ſich! züchter dl Bei in Sachſe ſonderich; man ſch t Mundherle ungegüün bringen, cher erft aus Spar Netins wan ſch dieſe: d der Sche überzeugt mfangs ſir fe mumehr 1 als hüſtt, als ich ergriin ud bergeſſen wolle. t viel zu wit Landwirthſchaft dem Landmanne ür das Beſſere inführung never zuvor den Auf⸗ iſt, wit dem überlegen, wie cafenden Vitj⸗ unen; er muß „die er ihnen nlügen und ihr Wege uubingen. en ſich die delt duch ftndheft ezeichnet. Dies ſethan, und da⸗ polle in Europa Beiſpiele voran. vort auch dor de ialärdiſchen Nace nten ſich diſfeben gliih ſelen: ſo nen gewiſſen Tact olle an. Dieſen 35 hatte es wohl auch Sachſen zu verdanken, daß man bei der erſten Wahl der einzuführenden Merinos weniger Miß⸗ griffe machte, als in andern Ländern, und daß man auch bei der Züchtung derſelben gleich anfangs nach ziemlich rich⸗ tigen Principien verfuhr. Denn iſt auch Sachſen in der neuern Zeit von manchen Schäfereien anderer Provinzen über⸗ troffen worden: ſo lag dies weniger daran, daß es in ſeinen Heerden nicht gleich edles Blut gehabt hatte; ſondern vielmehr daran, daß es ſich nach den Bedürfniſſen der raſch fortſchreitenden Wollen⸗Manufacturen nicht genug richtete und ſich dadurch einen Tadel zuzog, der mehr ſeine Schaf⸗ züchter als ſeine Schafheerden traf. Bei der erſten Einführung der Merinos ging es zwar in Sachſen wie überall, d. h. man war im Lande nicht ſonderlich für dieſelbe, und es währte eine Zeitlang, ehe man ſich entſchloß, in Privatheerden dieſelben aufzunehmen. Mancherlei Vorurtheile, unter andern auch das nicht ganz ungegründete, man würde ſich Krankheiten in die Heerde bringen, waren die Haupturſachen dieſer Abneigung. Als aber erſt die Krankheit der Räude, welche die Schafe mit aus Spanien gebracht hatten, geheilt war, als man die Merinos eben ſo gut gedeihen ſah, wie die Landſchafe; als man ſich überzeugte, wie viel einträglicher jene ſeyen, als dieſe: da drängte man ſich nach ihnen, und die Veredlung der Schafzucht nahm im ganzen Lande reißend zu. Bald überzeugten ſich auch die inländiſchen Manufacturiſten, die anfangs gegen dieſe Veredlung geweſen waren, daß auch für ſie Vortheile aus denſelben erwüchſen, und daß ſie nunmehr Producte liefern könnten, die wegen ihrer Vor⸗ 86 züglichkeit im Großhandel mit denen anderer Länder wett⸗ eifern konnten. Jedoch verarbeiteten ſie die jetzt im Lande erzeugte edle Wolle nicht ganz, und es bildete ſich mit der⸗ ſelben ein Handel nach dem Auslande. Dieſer beſteht nun jetzt ſchon ſeit den neunziger Jahren des vorigen Jahrhun⸗ derts, und hat eine Menge Handlungshäuſer reich gemacht, und der ſächſiſchen Wolle eine Eelebrität verſchafft, um welche ſpäter alle übrigen deutſchen Provinzen gebuhlt haben. Doch dies gehört in das Kapitel des Wollhandels, welches ich weiter unten abhandle. Der Hauptgrundſatz, welchen die ſächſiſchen Schaf⸗ züchter vom erſten Anfange der Veredlung ihrer Schäfereien durch Merinos befolgt haben, war hohe Feinheit und Sanft⸗ heit der Wolle. Daß ſie dabei auf dem richtigſten Wege waren, beweiſt ſich auch dadurch, daß jetzt, nachdem ſeit der Einführung der Merinos in Sachſen ſchon über ſechzig Jahre verfloſſen ſind, und ſo mancherlei Anſichten und Grundſätze bei der feinen Schafzucht auf⸗ und abgekommen ſind, jener Hauptgrundſatz in ſeiner Richtigkeit bewährt iſt, und dem deutſchen Schafzüchter aufs neue ganz beſonders em⸗ pfohlen wird. Durch dieſes Verfahren erzeugten die Sach⸗ ſen ihre berühmte Electoral⸗Wolle, die ihren Ruf ſtets un⸗ geſchmälert behauptet hat. Die Liebe zum Gewinne hat aber auch die ſächſiſchen Schafzüchter ſo gut, wie die anderer Länder zu einzelnen Mißgriffen verleitet. Sie war es, die ſie bewog, eine Menge edlen Viehes ins Ausland zu verkaufen, und oft das aller⸗ edelſte, wurde es nur bezahlt, hinzugeben; es war die Liebe zum Gewinn, die ſie bewog, Unedles mit Edlem zu ver⸗ niſchen, das Beſ hochfeile zuratil vir ſe es tantſecht! iuſtnel! Sie ſehr leble Zweck nie gemacht, Ein gegangen: ſicht und, iſt jn in a Sachſen wan an man 6s edles, oſt Jh een und d ter anzfil Wi ſchen dieſen u keine ſo auch die Au erſt al deh t Länder wett⸗ jetzt in unde ſich mit de⸗ rbeſtet nun en Jahrhun⸗ eich gemacht, ft, um welche daben. Doch „welches ich ſſchen Schaf⸗ er Schäfereien t und Sanft⸗ higſten Wege nachdem ſeit über ſechzig nſichten und abgekommen währt iſt und eſonders em⸗ n die Gach⸗ uf ſtets un⸗ ze ſächſiſcen zu einzelne eine Nange yft das aler⸗ war die biebe dlem zu ver⸗ 37 miſchen, in der Meinung, beides ſogleich in eins und zwar in das Beſſere zu verſchmelzen; ſie war es, die ſie verleitete, ihre hochfeine aber dünn gewordene Wolle ſogleich in dichte um⸗ zuwandeln, wodurch ſie Rückſchritte in der Feinheit machten; war ſie es doch auch, die den Fehler der Dünnwolligkeit verurſacht hatte, indem man die höchſte Feinheitsſtufe gar zu ſchnell hatte erreichen wollen. Sie ſind um aller dieſer Mißgriffe willen hart und oft ſehr lieblos getadelt worden. Aber dieſer Tadel hat ſeinen Zweck nicht verfehlt; er hat die Schafzüchter aufmerkſam gemacht, und zum Einlenken zur Beſſerung veranlaßt. Sind nun auch gleich dort einzelne Heerden rückwärts gegangen: ſo gibt es deren mehrere, die durch richtige An⸗ ſicht und große Sorgfalt ſchnell emporgekommen ſind. Dies iſt ja in andern Ländern derſelbe Gang. Daß man aber Sachſen härter tadelte, als jedes andere, lag darin, weil man an ihm ſtets ein Vorbild gefunden hatte, und weil man es wunderbar fand, wenn andere Länder ein gleich edles, oft ſelbſt noch beſſeres Product aufzuweiſen hatten. Ich werde, wenn ich auf die Beantwortung der zwei⸗ ten und dritten Frage komme, dieſen Gegenſtand noch wei⸗ ter ausführen. Wie in Sachſen ſo ging es auch in den übrigen deut⸗ ſchen Provinzen mit der veredelten Schafzucht, und in dieſen um deshalb noch langſamer, weil man hier noch keine ſo richtige Begriffe von edler Wolle hatte, zum Theil auch die Landesregierung ſich nicht ſpeciell ſo damit befaßte. Nur erſt als die ſächſiſche Wolle anfing, Aufſehen zu machen, als die hohen Preiſe, die man für dieſelben bewilligte, die ——* — 83 Liebe zum Gewinn bei den andern Provinzen weckte, da fing man an, auch an die Veredlung der eigenen Schafheerden zu denken. Hatten auch in Oeſterreich die originalſpaniſchen Merinos guten Fortgang; bezahlte man auch dergleichen Thiere mit übertrieben hohen Preiſen: ſo machte die aus dieſer Veredlung hervorgegangene Wolle doch lange nicht das Aufſehen im Welthandel, wie die ſächſiſche, und dies aus zweierlei Urſachen. Einmal ward die in Oeſterreich erzeugte edle Wolle im Lande ſelbſt verarbeitet und daher im auswärtigen Handel wenig oder gar nicht bekannt. Zweitens hatte ſie auch andere Eigenſchaften, als die ſächſiſche. Man verfolgte nämlich hier ein anderes Ziel, als dort. Wenn, wie ſchon bemerkt, die ſächſiſchen Schaf⸗ züchter ſtets nur die höchſte Veredlung der Wolle im Auge hatten: ſo ſahen die öſterreichiſchen wieder mehr auf die Veredlung der Thiere, d. h. auf ihre Figur und äußere Schönheit. Die Wolle hielten ſie in ſich ſelbſt ſo voll⸗ kommen, daß es ihnen nicht einfiel, daß dieſelbe ausarten, oder auf die oder jene Weiſe in ihrem Werthe herabſinken könnte. Die Verarbeiter derſelben beſtärkten die Erzeuger in ihren Anſichten, indem ſie eine von dieſen kräftigen und impoſanten Thieren gewonnene kernige Wolle jeder andern vorzogen, und mit ihren Manufacturen ganz auf dieſe ein⸗ gerichtet waren. Die derben und dauerhaften Waaren, die ſie hervorbrachten, und die nächſtbei eine ziemliche Fein⸗ heit hatten, eine Feinheit, die vor der von Landwolle einen unendlichen Vorzug behauptete, fanden guten Abſatz und ermuthigten zu ihrer vermehrten Production. Au Wollkäu geſchlſe bot, ſet futt Ithzehen til wenig mehr gcb Ynſichen dies The de ſcon ge wurde, Glück in an ernſt deRegier wenigbe wohl, a Hier ern Zweige, in das 6 Parthell auchdes kam es rihmte ſien, a jetigen d und auj ale wecte da fing Schafheetden inalſpaniſchn h dergleichen nhte die aus lange nicht he, und dies te edle Wolle auswärtigen ften, als die eeres Ziel, als ſchen Schaf⸗ Wolle in det meht auf r und äußere elbſt ſo vol⸗ elbe ausarten, e herahſinken die Erzeuger räftigen und jeder andern auf diſe ein⸗ ten Waaren, immlihe Fii ndwolle einen m Aſit und 89 Auf dieſe Weiſe konnte es vorkommen, daß einſt ein Wollkäufer, der mit dem Producenten nach Wollmuſtern ab⸗ geſchloſſen hatte, demſelben freiwillig ein Anſehnliches mehr bot, ſo wie er die mit Kodern und Kragen reichlich ausge⸗ ſtatteten Schafe ſah, deren Wolle er gekauft hatte. Ein Jahrzehend ſpäter hätte ihn dies vielleicht beſtimmt, eben ſo viel weniger bei dieſem Anblicke zu bieten, als er damals mehr gab. Ich werde, wenn ich von den verſchiedenen Anſichten bei der Schaf⸗ und Wollzüchtung ſprechen werde, dies Thema noch einmal aufnehmen. Da aber in den übrigen deutſchen Provinzen, wie ſchon geſagt, man erſt dann auf die Sache aufmerkſam wurde, als die veredelte Schafzucht in Sachſen ſo großes Glück und Aufſehen machte: ſo fing man auch erſt dann an, ernſtlich auf Nacheiferung zu ſinnen. Was auch früher die Regierungen, z. B. in Preußen, gethan hatten, das ward wenig beachtet und nur geringe Spuren blieben zurück, die dann wohl, als der Eifer erwachte, wieder aufgenommen wurden. Hier ermannte man ſich aber plötzlich, und es war in dieſem Zweige, als ob der Geiſt Friedrich des Großen auf einmal in das Ganze zurückgekehrt wäre. Man hatte kaum den Vortheil der veredelten Schafzucht richtig erkannt, als man ſich auch desſelben mit aller Kraft zu bemächtigen ſtrebte. Daher kam es, daß kaum zehn Jahre vergingen, wo ſchon be⸗ rühmte Heerden in dieſem Staate, namentlich in Schle⸗ ſien, auftraten. Dieſe Revolution ging im Anfange des jetzigen Jahrhunderts vor. Der Eifer nahm immer mehr zu, und man benützte den Vortheil der Nähe von Sachſen auf alle Weiſe. Die Wollmärkte von Breslau und Berlin 9⁰ bewieſen von Jahr zu Jahr mehr, welche Fortſchritte man machte. Die Nachfrage vermehrte ſich, je mehr edle Wolle an den Markt kam, und indem ſich das früher aufgebrachte Quantum mehr als verdoppelt hatte, waren nebenbei die Preiſe immer höher gegangen. So kam es, daß durch die qualitative und quantitative Vermehrung der Schafzucht der Breslauer Wollmarkt zu einer Bedeutung ſtieg, die noch ſelten ein Markt erreicht hat. Doch dies gehört in einen andern Abſchnitt. In Frankreich fand die verbeſſerte Schafzucht anfangs eine noch ſchlechtere Aufnahme als in Deutſchland. Der Verſuch der Herren Trudaine, der durch den Eifer und Verſtand eines Daubenton unterſtützt ward, hätte, wenn man aus dem Geiſte, der Lebendigkeit und Empfänglichkeit der Franzoſen einen Schluß ziehen wollte, unendlich mehr Glück machen müſſen, als er gemacht hat. Zehn Jahre ward er fortgeſetzt, ehe die Regierung den Gegenſtand ihrer Aufmerkſamkeit würdigte, und nun zum Emporkommen der franzöſiſchen Schafzucht ſelbſt thätig eingriff. Aber auch dann hatte die veredelte Schafzucht nicht den erwarteten Fortgang, und ſie blieb, ſo viel Mittel auch hier zu Gebote ſtanden, dennoch weit hinter der deutſchen zurück. Die Urſachen lagen wohl zum Theil in den Miß⸗ griffen, welche man bei dieſer erſten Einführung machte, theils in der wenigen Vorliebe der franzöſiſchen Landwirthe für Schafzucht überhaupt. Die Mißgriffe, die man gleich anfangs beging, beſtanden hauptſächlich darin, daß man ſich von dem erſten günſtigen Erfolge der Kreuzung von Merino⸗Widdern mit Landſchafen täuſchen ließ. Man glaubte hätte ſe und inde zurüt 11 daunn i Duiſhlau fine Ir wiedet g Wa Fuankrei liegt, wi der fran Es git weniger Oas Gr kommt di Revolutie ihre Güt überließe der Fall venig El wen ſe warten u fand, o man me kam und Nan ſch nan ſche waſten. Förſchite nm meßr edle Vale der aufgehrthe nebenbei die daß durch die Shaßuct der lieg, die noch thött in einen ucht anfangs ſſchland. Der en Eifer und hätte, wenn mpfänglickeit endlich mehr Jehn Jahre en Gegenſand JEmyotkommen rif. befuht nict Miteel auch der deutſchen in den Ri⸗ hrung macte hen kandwithe di un glic rin, daß man Freczung von n liß. Nm 91 glaubte das Ziel, welches man mit Verſtand und Ausdauer hätte feſthalten und verfolgen ſollen, ſchon erreicht zu haben, und indem man ſich dieſer Täuſchung überließ, kam man zurück, und verlor den bereits erreichten Grad von Ver⸗ edlung faſt ganz wieder. Man hatte zwar hie und da in Deutſchland auf ähnliche Art verfahren, aber man wurde ſeinen Irrthum noch zeitig genug gewahr, um ihn ſchnell wieder gut machen zu können. Warum aber die Beſitzer von Privatſchäfereien in Frankreich ſo wenig Sinn für die Veredlung zeigten, daran liegt, wie ſchon geſagt, der Grund in der wenigen Vorliebe der franzöſiſchen Landwirthe für Schafzucht überhaupt. Es gibt dort vermög der landwirthſchaftlichen Verhältniſſe weniger Ermuthigung zu derſelben als in Deutſchland. Das Grundeigenthum iſt im Ganzen theurer, daher kommt die Erzeugung der Wolle höher; dazu kam vor der Revolution, daß die großen Grundbeſitzer ſich weniger um ihre Güter bekümmerten, und die Sache ihren Verwaltern überließen. Wenn nun, wie dies in Frankreich von jeher der Fall war, man mit der Verwerthung der Wolle deshalb wenig Glück hatte, weil es keinen Hauptplatz gab, wohin man ſie zum Verkauf bringen konnte; wenn man vielmehr warten mußte, bis ſich von freien Stücken ein Käufer ein⸗ fand, oder wenn man ſie dieſem antragen mußte: ſo war man meiſt genöthigt, um jeden Preis loszuſchlagen. Dazu kam und kommt jetzt noch die Ungewißheit beim Verkauf. Man ſchwemmt die Wolle nicht auf den Schafen, ſondern man ſcheert ſie im Schmutze, und veräußert ſie auch unge⸗ waſchen. Dies gibt für Käufer und Verkäufer einen höchſt 9² unſichern Handel. Je mehr nun Letzterer dabei zu verlieren glaubt, deſto weniger hat er Luſt, die Erzeugung eines Productes zu vermehren, das er nur mit Mühe, und oft mit dem größten Nachtheile ins Geld ſetzt. Unter dieſen Umſtänden konnte der Eifer nicht allzu rege werden. Den⸗ noch aber iſt er in der neuern Zeit erwacht, und die Zucht⸗ viehpreiſe, welche in Rambouillet, beſonders im zweiten Jahrzehend des gegenwärtigen Jahrhunderts, gezahlt wurden, beweiſen hinlänglich, daß in Frankreich auch eine Menge Schafzüchter ſich fanden, welche die Sache aus dem rich⸗ tigen Geſichtspunkte anſahen. In Spanien ward die höhere Schafzucht von jeher zunftmäßig betrieben. Denn wenn auch die kleinen Stämme der Estantes hier und da mit mehr Aufmerkſamkeit und Sorg⸗ falt von den Eigenthümern behandelt wurden: ſo waren doch die Wanderheerden immer der Haupttheil der edlen ſpaniſchen Schafzucht, und dieſe blieben bei ihrer einmal gewohnten Ver⸗ fahrungsart ohne im mindeſten abzuweichen. So lange ſie dies nun ungeſtört fortſetzen konnten: ſo ging die Sache ihren alten Gang, und die Schafzucht blieb Jahrhunderte lang faſt auf gleicher Stufe. Als aber die letzten verderb⸗ lichen Kriege über jenes Land kamen, da wurde dieſer Ver⸗ fahrungsart und zugleich der ganzen edlen Schafzucht der Todesſtoß verſetzt. Soll Spanien ſich, gleich den übrigen Ländern von Europa, darauf einrichten, daß jeder Schäferei⸗ eigenthümer dieſelbe nur auf ſeinem Beſitzthume ernährt, d. h. ſoll es nur Eſtantes⸗Heerden haben: ſo wird es etwas lange dauern, ehe es damit in Ordnung iſt, weil es ſein ganzes Landbauſyſtem umformen muß; was ſch der net H der nur 3 Eifer er Vorthel thum id darbot, Sobalt die R künnen: ncht ſch ddyfiſch ſo ſed überw Schaf habe i ei zu velieren Beugung eines ihe, und üſt Unter dieſen rden. Den⸗ ʒd die Zucht⸗ im zweiten zahlt wurden, eine Nenge us dem rich⸗ ſcht von jeher inen Stämme it und Sorg⸗ waren doch —n ſpaniſchen vohnten Ver⸗ So lange ſie g die Sache Jahrhunderte gten verderb⸗ edieſer Ver⸗ chaffucht der den übtigen der Shiſeri⸗ tume ernüjt. ſo wid es ung it, well muß; was 95 ihm unter den jetzigen Gährungen wohl etwas ſchwer werden wird. Was in England die veredelte Schafzucht bei den Landwirthen für Aufnahme fand und welche Anwendung man davon machte, haben wir ſchon oben geſehen. Der ſichere Lohn, den dort jede Verbeſſerung beim Landhaue findet, mußte auch in dieſem Zweige und zwar vorzugs⸗ weiſe deshalb reizen, weil die Maſſe von Fabriken und Manufacturen ſtets den Abſatz des rohen Productes ſicherten. Durch dieſe jederzeit gewiſſe Anwehr aller Erzeugniſſe hat ſich denn auch der engliſche Landbau im Allgemeinen zu einer Höhe emporſchwingen können, wohin ihm andere Län⸗ der nur ſchwer folgen können. Vorzugsweiſe hat Ungarn die veredelte Schafzucht mit Eifer ergriffen. Seine Landwirthe ſehen den phyſiſchen Vortheil, den ihnen die Größe und der natürliche Reich⸗ thum ihrer Beſitzungen für dieſen Zweig der Landwirthſchaft darbot, ſehr bald ein, und benutzte ihn auf alle Weiſe. Sobald ſie ſich überzeugt hatten, durch veredelte Schafzucht die Renten ihrer Beſitzungen unendlich höher ſtellen zu können: ſo ſcheuten ſie auch keine Ausgabe, um ihr Ziel recht ſchnell zu erreichen. Haben ſie auch wiederum mit phyſiſchen und moraliſchen Schwierigkeiten zu kämpfen: ſo ſind dieſe doch nicht ſo groß, daß ſie dieſelben nicht überwinden könnten. Wie in Rußland, Polen und Schweden die höhere Schafzucht aufgenommen und in Anwendung gebracht ward, habe ich ſchon oben dargeſtellt. Aus dem Ganzen aber iſt erſichtlich, daß ſie überall ——— 94 in ganz Europa erſt dann die beſte Aufnahme fand, wenn das erzeugte Product Aufſehen zu machen anfing, und eben deshalb ſeine Erzeugung beſonders belohnt ward. 3) Die allmähligen Fortſchritte der veredelten Schaff zucht bis zu ihrem jetzigen Standpunkte. Schon oben habe ich angedeutet, daß, wie bei jedem Gewerbe, ſo auch bei der Landwirthſchaft, und dem beſondern Zweige derſelben, der Schafzucht, nur dann diejenigen, welche ſich damit befaſſen, zu deren thätigem Betriebe auf⸗ gemuntert werden, wenn ſie auch einen ſichern Lohn ihrer Mühe hoffen können. Jedes rohe Product muß aber erſt⸗ in einer gewiſſen Menge vorhanden ſeyn, ehe man darauf aufmerkſam wird, und ſeine weitere Anwendung zu Kunſt⸗ producten verſucht. So lange dergleichen Verſuche nicht gemacht und gelungen ſind, ſo lange kann auch keine lebhafte Nachfrage nach dem Urerzeugniſſe ſtatt finden. Da dasſelbe nun aber, ſo lange dieſe nicht eintritt, auch keinen Vor⸗ zug vor andern, die ihm auch in der Güte weit nach⸗ ſtehen, erlangt: ſo gibt es auch für deſſen Erzeuger keine Aufmunterung. Dieſe Reflexionen auf die Wolle angewandt, ſo folgt, daß auch ſie bei ihrer erſten Veredlung nicht ſogleich nach ihrem Werthe geſucht und bezahlt werden konnte. Zwar kannte man die feine ſpaniſche Wolle ſchon ſeit Jahrhun⸗ derten, und ſie wurde in großen Maſſen in fremde Länder ausgeführt. Daß es ihr bei ihrer erſten Erzeugung in Spanien nicht beſſer gegangen ſeyn mag, als in den übrigen Ländern Europas, iſt wohl ziemlich gewiß, ob wir gleich keine genauen Nachrichten darüber haben. Als man ſie in lettem Die M dadon i alle jen Sprnin. und ſciwen auj voch den Vorzu auch dieſe ſchung al Waaren während menſte li Nich Lindern Jeit ein ſmopolitiſ ſo daß m ſpaniſcher England Preiſe abl zumuntern derſelben, als aud gung hat In Fran doch ſind zu tadeln ein gunz! e fand, wenn rd. delten Schaf⸗ ie bei jedem em beſondern diejenigen, Betriebe auf⸗ Lohn ihrer auß aber erſt⸗ man darauf 9 zu Kunſt⸗ rſuche nicht ine lebhafte da dasſelbe teinen Vor⸗ weit nach⸗ zeuger keine t ſo folgt gleich nach te. Zwar t Jahrhun⸗ imde Linder zeugung in den übriſen wir gleich man ſie in 95 letztern einführte, herrſchten anfangs Vorurtheile dagegen. Die Mannfacturiſten konnten oder mochten ſich lange nicht davon überzeugen, daß ſie in fremden Ländern ebenfalls alle jene guten Eigenſchaften in ſich vereinige, wie die in Spanien. Vorurtheile dieſer Art ſind nur ſehr langſam und ſchwer auszurotten. Glauben wir doch in Deutſchland auch noch immerfort, daß die engliſchen Waaren aller Art den Vorzug vor denen des Vaterlandes behaupten, wenn auch dieſe oft weit beſſer ſind. Werden wir nur der Täu⸗ ſchung ausgeſetzt, daß man uns deutſche ſtatt engliſcher Waaren gibt: ſo ſind wir befriedigt, und bleiben fort⸗ während bei dem Wahne, daß nur England das Vollkom⸗ menſte liefere.— Nicht beſſer ging es mit der in andern europäiſchen Ländern erzeugten Merinowolle. Man behielt die längſte Zeit ein Vorurtheil dagegen. Und gerade die ſonſt ſo ko⸗ ſmopolitiſchen Engländer hatten dies Vorurtheil am meiſten: ſo daß man z. B. den Manufacturiſten die Wolle von der ſpaniſchen Heerde, welche der König im Jahre 1792 nach England hatte bringen laſſen, anfangs für ſehr niedrige Preiſe ablaſſen mußte, um ſie nur zu dem Verſuche auf⸗ zumuntern, und zu der Uiberzeugung zu bringen, daß aus derſelben eben ſo feine Waaren gearbeitet werden könnten, als aus der original⸗ſpaniſchen. Sobald ſie die Uiberzeu⸗ gung hatten, bewilligten ſie auch für beide gleiche Preiſe. In Frankreich und Deutſchland ging es nicht anders. Je⸗ doch ſind deshalb die Manufacturiſten nicht als unpatriotiſch zu tadeln. Denn es iſt immer eine gewagte Sache für ſie, ein ganz neues, ihnen noch unbekanntes rohes Product zu — 96 verarbeiten. Und dies gilt vorzugsweiſe von der Wolle. Sie haben an dieſelbe eine große Menge von Foderungen zu machen, und wenn ſie nicht alle guten Eigenſchaften beſitzt, welche ſie für die zu fertigenden Waaren haben muß: ſo wagen ſie ſelbſt dabei, fallen dieſe weniger vollkommen aus, als die bisher gelieferten, ihr Renommée und ihre ge⸗ ſicherte Abnahme. Wenn nun unter dieſen Umſtänden nach der in einem Lande erzeugten veredelten Wolle die Nachfrage im Anfange eben ſo gering iſt, wie deren Preis: ſo kann dies die Land⸗ wirthe wenig ermuthigen, Zeit und Koſten auf eine Sache zu verwenden, die ihnen gar keinen großen Gewinn ver⸗ ſpricht. Es ſind dann immer nur diejenigen, welche ſich nicht abſchrecken laſſen, die eine beſondere Vorliebe für die Sache und eine eben ſo unerſchütterliche Ausdauer beſitzen. Sie verdienen dafür den wärmſten Dank ihres Vaterlandes, weil der Nutzen, den ſie ihm für die Folge ſtiften, ins Un⸗ endliche fortgeht. Wenn nun die Fortſchritte der veredelten Schafzucht nicht in allen Ländern gleich raſch geſchahen: ſo lag dies theils in der Nationalität der Völker, theils in ihren öko⸗ nomiſchen und merkantiliſchen Verhältniſſen. Allmählig aber iſt es doch dahin gekommen, daß es kein Land in Eu⸗ ropa mehr gibt, in welchem dieſe Veredlung nicht mehr oder weniger überhand genommen hätte. Sie mußte auch um ſo mehr überall ein National⸗Intereſſe bekommen, als ſie ein Product lieferte, was faſt zum Mehrtheil der Beklei⸗ dung der Landeseinwohner die Mittel hergibt. Denn nicht ſind es mehr nur die männlichen Kleider, welche großentheils aus wol meht z ainer 9. ſchlaht, Penn nu Bue in üiſe die ſ iſ d awi wel veredelter ſit ſeine Au zucht die Grunde, am meiſe und es une daß, jeme natürlich fackuren und ſelh ſcge, au eandesreg duſtrie muntert ſchritte kenden In beden 3 Mitelpu Eloger' von der Woll. on Fodeungen Eigenſchſten en haben mu: er vollkommen und ihre ge⸗ h der in einem age im Anfange dies die Lard⸗ auf eine Sache en Gewinn ver⸗ hen, welche ſic Zorliebe für die dauer beſizen. 3 Vatetlandes, liſten, ins Un⸗ elten Shaffuct en: ſo lag dies z in ihren dko⸗ cn. Alnühli in Land in Eu⸗ richt mehr er mußte auch um konman, db ſ ttheil der Bellei⸗ it. Denn nicht llche gwſßenthel 97 aus wollenen Stoffen verfertigt werden; ſondern die immer mehr zunehmende Feinheit der Wolle eignet ſich auch zu einer großen Menge von Zeugen, welche das zartere Ge⸗ ſchlecht mit Vergnügen zu ſeiner Bekleidung verwendet. Wenn nun bei ſteigender Civiliſation der Verbrauch der Wolle immer häufiger wird; wenn an ſie eben durch dieſe die Foderungen wegen ihrer Güte ſich vermehren: ſo iſt dem Schafzüchter ſtets ein neues Feld geöffnet, auf welchem er ſeine Thätigkeit und Intelligenz bei der veredelten Schafzucht entwickeln und hinlänglichen Lohn für ſeine Mühe finden kann. Aus dem Grunde aber, daß die Veredlung der Schaf⸗ zucht dieſen großen Nutzen für ein Land gewährt; aus dem Grunde, daß ſie deſſen Einwohnern eins der nothwendigſten und am meiſten gebrauchten Producte zur Bekleidung verſchafft, und es unabhängig vom Auslande macht; aus dem Grunde, daß, jemehr die Schafzucht in ihrer Veredlung ſteigt, auch die natürliche Bodenrente des Landes zunimmt, und die Manu⸗ facturen eine im Handel immer mehr geſuchte Waare liefern und ſelbſt zu immer höherer Vollkommenheit gelangen: ich ſage, aus dieſen Gründen haben auch alle europäiſchen Landesregierungen dieſen wichtigen Zweig der Landes⸗In⸗ duſtrie nicht überſehen, und ihn auf alle Weiſe aufge⸗ muntert, und dieſe Aufmunterungen haben auf die Fort⸗ ſchritte in der Veredlung der Schafzucht einen ſehr bedeu⸗ tenden Einfluß gehabt. In Deutſchland haben ſich dieſe Fortſchritte in den letzten beiden Jahrzehenden am reißendſten gezeigt. Sachſen, im Mittelpunkte dieſes Landes gelegen, gab den Impuls. Die Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. G — 98 Landesregierung legte den Grund, und blieb unermüdet in ihrem Beſtreben. Keiner iſt aber auch ein ſo vorzüglicher Lohn ihres Eifers und ihrer Ausdauer geworden, wie ihr; keiner in ganz Europa gelang es, ſo unmittelbar auf das Ganze einzuwirken. Denn wenn auch in Oeſterreich dieſelbe gleichen Eifer zeigte und gleiche Anſtalten traf: ſo konnte ſie dennoch nicht ſo unmittelbar auf das Ganze wirken. In Preußen ſchien die Regierung nur verſuchsweiſe zu verfahren, und es mehr den Privaten überlaſſen zu wollen, in wiefern ſie dieſe Verſuche ſich aneignen und in Ausführung bringen wollten. Hatten auch die andern Staaten, wie z. B. Würtemberg und Baden dieſelbe Bahn wie Sachſen betre⸗ ten: ſo war doch der raſche Fortgang auf derſelben nicht mit jenem gleich. Es wird der Mühe werth ſeyn, die Urſachen dieſes verſchiedenen und für Sachſen ſo beſonders günſtigen Erfolges ein wenig aufzuſuchen. Sachſen hatte für das glückliche Gedeihen der einzu⸗ führenden Veredlung ſeiner Schafzucht folgende ſehr gün⸗ ſtige Umſtände:— Erſtens war das Land nicht ſo groß, als daß es nicht, wenn vom Mittelpunkte aus auf die einzelnen Theile ge⸗ wirkt wurde, die erſprießlichſten Folgen hätte ſchnell em⸗ pfinden ſollen. Seine größern Gutsbeſitzer lebten zum Theil am Hofe, und konnten den günſtigen oder ungünſtigen Erfolg von den eingeführten Merinos genau beobachten; ſie waren alſo auch nahe an der Quelle, um ſogleich daraus ſchöpfen zu können, ſobald der erwartete Nutzen davon ins Leben trat. Dies geſchah auch ziemlich zeitig, und das Jahr und die Schäfereien, wann und wohin ſpaniſche Wid⸗ dr ſeh bis we lung d nicht Vrnͤlur vn ka I eine Me deſelber rade g⸗ züge de welche ren berj land wa kommene ſſſhe d. Seine treflich für gute leute ler entſpran anſengs und der überdie hielt: ſihſiſhe tet all ſianden nernidet in ſo vorzigliher den, wie ihr; auf das Ganze eſelbe gleichen te ſie dennoch In Preußen tfahren, und in wiefern ſie hrung bringen n, wie z. B. Sachſen bette⸗ derſelben niht rth ſeyn, die ſo beſonders en der einzu⸗ nde ſehr gin⸗ 3 daß es nicht, en Theile ge⸗ e ſchnell em⸗ lehten zum et ungünſtigen zu beobachten; ſeglei daraus tann daven ins iig, und das ſpeniſch Wiͤ⸗ 99 der ſehr bald wanderten, beweiſt, daß es nicht lange dauerte, bis wo man an den verſchiedenſten Orten die Vered⸗ lung durch dieſelben begann. Dazu kam die von Natur nicht ſchlechte Wolle der Landſchafe, vermöge welcher die Veredlung viel ſchneller erzielt ward, als in vielen an⸗ dern Ländern. Zweitens hatten ſich in Sachſen ſchon ſeit langer Zeit eine Menge Wollmanufacturiſten niedergelaſſen, und obgleich dieſelben anfangs mit dieſer edlen ſpaniſchen Wolle nicht ge⸗ rade ganz gut umzugehen wußten: ſo lernten ſie ihre Vor⸗ züge doch ſehr bald kennen und ſchätzen. Die Waaren, welche ſie aus den durch ſpaniſche Widder veredelten Schu⸗ ren verfertigten, fanden bald guten Markt, und das Aus⸗ land ward aufmerkſam auf das rohe Product, das ſo voll⸗ kommene Waare gab. Dadurch bildete ſich der große ſäch⸗ ſiſche Wollhandel. Drittens iſt Sachſen für den Handel ſehr gelegen. Seine ſchon ſo lange berühmte Leipziger Meſſe war der vor⸗ trefflichſte Stapelplatz für Waaren aller Art, alſo auch für gute Wollmanufacte und für rohe Wolle. Seine Kauf⸗ leute lernten den Gewinn, der ihnen aus dieſem Handel entſprang, ſehr bald nach Werth ſchätzen, und da ſie gleich anfangs auf reelle Bedienung hielten: ſo wuchs ihr Credit und der Gewinn machte ſie ſehr bald wohlhabend. Da man überdies die geringen Sorten der rohen Wolle im Lande be⸗ hielt: ſo gründete ſich auf dieſe Weiſe der hohe Ruf der ſächſiſchen oder Electoralwolle im Auslande, der ſich bis jetzt trotz aller Fluctuationen, die durch Handel und Mode ent⸗ ſtanden, ſo feſt behauptet hat. G 2 Machte nun die veredelte Schafzucht in Sachſen bei ihrem ſchnellen Fortgange auch einzelne Rückſchritte: ſo lag dies in der Natur der Sache. Wenn Viele Einerlei er⸗ greifen, ſo faſſen ſie es verſchieden auf, behandeln es ver⸗ ſchieden und führen es verſchieden aus. Dies geſchah auch in Sachſen. Daß aber dieſe Rückſchritte unbedeutend gegen die Fortſchritte waren, beweiſt ſich aus der Zunahme der Menge und Gütt der edlen ſächſiſchen Wolle, die nach den oben angegebenen Preiſen des Herrn Terneaux bis zum Jahre 1827 im Aufſteigen geblieben iſt. Ich muß darauf zurückkommen, daß Sachſen ſeiner Landesregierung dieſen günſtigen Fortgang der veredelten Schafzucht hauptſächlich verdankt, denn die Mißgriffe, welche einzelne Schafzüchter auch machten, konnten ſchnell immer wieder ausgeglichen werden, wenn man ſie nur zeitig ge⸗ nug einſah, und zur Verbeſſerung derſelben ſich des rein er⸗ haltenen Blutes der landesherrlichen Schäfereien bediente. Man hatte nämlich auf dieſe Reinerhaltung hier vom An⸗ fange an gewiſſenhaft geſehen. Dieſen verdankt auch Sach⸗ ſen vorzugsweiſe die beſondere Güte ſeiner edlen Wolle. Denn da, wie oben bei der Einführung der Merinos in Sachſen angegeben iſt, man bei dem erſten Stamme der⸗ ſelben das Glück gehabt hatte, das Vorzüglichſte dieſer Race zu bekommen: ſo war es ſehr weiſe gehandelt, ſich dieſes nicht durch Einmiſchung fremden Blutes zu verderben. Was an dem Adel dieſer in Sachſen einheimiſch gewordenen Me⸗ rinos ſey, beweiſt ſich am beſten dadurch, daß ihre Wolle ſich allen Bedürfniſſen des geſtiegenen Lurus und der Mode ſo leicht fügt, und daß es nur die Schuld der Schafzüchter war, w nicht richt! geſest 11 ſan Et licht ſo nach R daß in mit rol Landesr Sie er nicht: k zeugung dieſelbe! ſo mußt vom Au zügen mußten alein ü vim fi woch im d Ha Lnnde, die ber fühlen wwiſche S Staate in Saühſen bei ſchritte: ſo lag e Einerlei a⸗ ndeln es ver⸗ z geſchah auch deutend gegen Zunahme der de vnach den bis zum Jahte Sachſen ſeiner der veredelten ißgriff, welche ſchnell immer uur zeitig ge⸗ des rein er⸗ eeien bediente. hiet vom An⸗ nkt auch Sach⸗ edlen Wolle. r Merinos in Stamme der⸗ ſſte deſer Race elt, ſich dieſs erderben. Tos gewordenen M⸗ diß ihre Voll nd der Mode ſo a Scjaftüchte 401 war, wenn ſie dadurch, daß ſie ſich nach dieſen Foderungen nicht bequemen und die Auswahl ihrer Zuchtthiere darnach nicht beſtimmen wollten, dem Tadel der Wollhändler aus⸗ geſetzt wurden. Waren nun aber auch in den Provinzen des preußi⸗ ſchen Staates die Fortſchritte in der veredelten Schafzucht nicht ſo raſch: ſo holten dieſe in der Folge das Verſäumte nach Möglichkeit wieder ein. Schon oben habe ich geſagt, daß in den frühern Zeiten die Beſchränkung des Handels mit roher Wolle den Preis derſelben niedrig hielt. Die Landesregierung wollte damit die Manufacturen begünſtigen. Sie erreichte ihren Zweck aus dem ganz einfachen Grunde nicht: daß unter dieſen Umſtänden die Landwirthe zur Er⸗ zeugung der edlen Wolle nicht angereizt wurden. Wenn dieſelbe nun nur in unbedeutenden Parthien erzeugt ward: ſo mußten die Manufacturiſten entweder das rohe Product vom Auslande beziehen, wenn ſie gegen dieſes in den Vor⸗ zügen ihrer Waare nicht zurückbleiben wollten, oder ſie mußten darauf verzichten, und demſelben den Markt dafür allein überlaſſen. In beiden Fällen aber entſtand kein Ge⸗ winn für das Land. So beſtätigte ſich auch hier, was ſich noch immer als wahr bewieſen hat: daß jede Beſchränkung des Handels, ſey es mit rohen oder Kunſtproducten, dem Lande, welchem ſie nützen ſoll, ſchadet, und daß nur dann die verſchiedenen Staaten von Europa ſich am wohlſten fühlen werden, wenn ein völlig ungehemmter Handelsverkehr zwiſchen allen ſtatt finden wird. Schwankender als in irgend einem andern europäiſchen Staate war der Fortgang der veredelten Schafzucht in 102 Frankreich. Auffallend iſt es, daß dieſer faſt überall dem Nationalcharakter getreu geweſen iſt. In Deutſchland war derſelbe feſter und beſonnener als in irgend einem andern Lande von Europa. Man betrieb die veredelte Schafzucht in Frankreich gleich anfangs mit großem Eifer. Die erſten Schritte geſchahen raſch und mit vielen Verſuchen. Diejenigen, welche Herr Daubenton in Verbindung mit den Herren Trüdaine machte, geſchahen mit großem Fleiße. Aber es mußte dem lebendigen Charakter des Franzoſen ganz natürlich die größte Freude gewähren, als er ſich bei der dritten und vierten Generation der Veredlung ſchon am Ziele glaubte. Der Deutſche iſt bei ſolchen Erſcheinungen ungewiß und mißtrauiſch und verläßt ſich auf den Erfolg erſt nach einiger Zeit, nachdem er ſich von der Gewißheit desſelben ganz überzeugt hält. Nicht ſo der Franzoſe, und namentlich in dem vorliegenden Falle. Er glaubte, wie geſagt, das Ziel ſchon erreicht zu haben, und ſetzte alle Vorſicht bei Seite. Die Baſtardierungen und Meſtizie⸗ rungen, welche ſich nun vielfach durchkreuzten, gaben zuletzt Erzeugniſſe, die in ihrem Werthe faſt auf die niedrige Stufe der urſprünglichen Landrace zurückgingen. Da konnte denn natürlich auch die Wolle nicht geſucht und für hohen Preis gekauft werden. Die Folge davon war, daß die Schaf⸗ züchter den Muth zur Veredlung verloren, und daß dies auf lange Zeit dem Fortgange derſelben ſchadete. Immer haben aber die im Lande in Flor kommenden Mannfacturen die Fortſchritte bei der Veredlung der Schaf⸗ zucht beſchleunigt. Außer ihnen aber übte der Wollhandel faſt noch größern Einfluß darauf aus. Wie er ſich bis zu dr Gr hat, d dankte weil h fir as ih ſch dr ſpan bor, ei anzige langer übriger erwart liefern, doch die erzeugte ſe geſ Hande witthe Hande auf das oher d vot d übrig wenn ſchied fen I land. Ireg t faſt iberal —Oeutſcland rgend einem die veredelte oßem Eifer. nVerſuchen. indung mit oßem Fleiße. ranzoſen ganz ſich bei der ng ſchon am Erſcheinungen f den Erfolg r Gewißheit anzoſe, und laubte, wie d ſehte ale nd Meſtizie⸗ gaben zulett iedrige Stufe konnte denn hohen Preis die Shhaf⸗ und daß dies dete. or kommenden m dr Etaf⸗ r— erſih bis h 103 der Größe ausdehnte, zu der er ſich jetzt emporgeſchwungen hat, das werde ich weiter unten noch angeben. Ihm ver⸗ dankte auch die Merinozucht in Spanien ihr Fortbeſtehen, weil durch ihn dieſelbe eine der ergiebigſten Nahrungsquellen für das Reich wurde. So wie ſie aber immer tiefer ſank, zog ſich der Wollhandel auch von dort weg, und es ſteht der ſpaniſchen edlen Schafzucht die traurige Kataſtrophe be⸗ vor, endlich ganz zu nichte zu werden. Spanien iſt das einzige Land in ganz Europa, wo die edle Schafzucht ſeit langer Zeit nur Rückſchritte gemacht hat, während alle übrigen Länder mehr oder weniger vorwärts gingen. Trotz dem, daß in England alle Gewerbe einen un⸗ erwartet raſchen Gang nehmen, ſobald ſie nur Producte liefern, die in ſeinem Welthandel gangbar ſind: ſo ſchwankte doch die veredelte Schafzucht lange Zeit, und die im Lande erzeugte Wolle hat ſich in ihrer Güte bald gehoben, bald iſt ſie geſunken. Das kommt aber daher, daß der allgemeine Handelsgeiſt von Großbritannien ſich auch den Landwirthen mittheilt. Ihr ganzes Treiben richtet ſich genau nach den Handelsconjuncturen, und ſie werfen ſich ſtets vorzugsweiſe auf das, was gerade die höchſte Rente trägt. Nun ſteht aber dort die von der Schäferei in keiner Art ſo günſtig vor allen übrigen Zweigen der Landwirthſchaft, wie im übrigen Europa, und es iſt daher nicht zu verwundern, wenn auch die engliſchen Landwirthe nicht mit dieſer ent⸗ ſchiedenen Vorliebe die Schafzucht an die Spitze ihrer gro⸗ ßen Wirthſchaften ſtellen, wie wir zum Beiſpiel in Deutſch⸗ land. In welch' ganz andere Stellung auch mit den übrigen Zweigen ſie in England kommen müſſe, wird ſchon daraus 104 1 klar, wenn wir eine Vergleichung der Getreide⸗ und Woll⸗ preiſe zwiſchen Deutſchland und England aufſtellen. Wenn wir z. B. in Deutſchland ziemlich allgemein im Durchſchnitt der Jahre alsdann 2 Ctr. Weizen für 2 fl. Conv. M. erzeugen können, indem uns unter gleichen Verhältniſſen 1 Ctr. Wolle auf 6o fl. zu ſtehen kommt: ſo koſtet in England der Ctr. Weizen dem Landwirthe min⸗ deſtens 5 fl., und alſo der Ctr. Wolle von unſrer Qua⸗ lität 150 fl. Er wird aber in den meiſten Fällen den Ctr. Weizen viel leichter zu 6 fl., als den Ctr. Wolle zu 150 fl. verkaufen können. Bei uns iſt es umgekehrt. Der Ctr. Wolle gilt noch immer weit mehr, als die angegebenen Productionskoſten, wogegen der Weizen im Durchſchnitt noch ſelten darüber gegolten hat. Daher muß der engliſche Landwirth, wenn er Schafzucht betreibt, von ganz andern Anſichten ausgehen, als der deutſche. Jenem bezahlt das Schaf mit der Wolle nur in ſeltenen Fällen den Aufwand, den es koſtet, er muß daher auch auf die Fleiſcherzeugung als zweite Hauptnutzung bei derſelben ſehen; dieſer darf die Veredlung nur einigermaßen mit Verſtand betrieben haben: ſo braucht er nur auf die Wolle bei ſeinen Schafen zu rechnen, um die Koſten ihrer Haltung ſicher heraus zu bringen. Dieſe Betrachtungen führen mich auf Die verſchiedenen Grundſätze, welche man bei der veredelten Schafzucht befolgt hat. So lange man die Sache ſich mehr ſelbſt überließ, wie man dies bei der gemeinen Landrace allgemein thut, z dh pl Landwirt zukomma friſen: ſ ankitmd un ſe ſel cheben d virth auff Zweige i müſſe, d weiſe zu bringen. ſchon vor der Fall tung ton⸗ haben: ſo als eine Erzzugrif Jahren. häher wa Lreiserhöt rug, u wmentlch nun aher nach eine mußten, nichung! man noch ſcen hetr addee un Pol⸗ fſtellen. lich allmen Weizen ſir unter gleichen ehen kommt: wirthe min⸗ unſter Qua⸗ llen den Ct. e zu 150 ſ. . Der Ctr. angegebenen Durthſchnitt der engliſche ganz andern bezahlt das en Aufwand, eiſcherzeugung ; dieſer darf nd hetrieben nn Schafen icher heraus elche man igt hat. löſt überließ, gemen thut 105 d. h. ſo lange man die Schafe bloß als Lückenbüßer in einer Landwirthſchaft betrachtet, und ihnen nur gerade ſo viel zukommen läßt, als nöthig iſt, um ihr Leben damit zu friſten: ſo lange wendet man auch darauf keine Aufmerk⸗ ſamkeit und Sorgfalt, wie man ihren Geldertrag vermehren, und ſie ſelbſt auf eine höhere Stufe der Vollkommenheit erheben könne. Wenn aber der höhere Gewinn den Land⸗ wirth aufmerkſam darauf macht, daß er dieſem oder jenem Zweige in ſeiner Wirthſchaft beſondere Sorgfalt widmen müſſe, dann ſucht er die Mittel auf, denſelben vorzugs⸗ weiſe zu pflegen und dadurch zu immer höherem Ertrage zu bringen. Dies ward in mehreren Ländern von Europa ſchon vor einem halben Jahrhunderte mit der Schafzucht der Fall. Denn hatte man auch damals noch keine Ahn⸗ dung von Wollpreiſen, wie wir ſie in ſpätern Jahren erlebt haben: ſo galt doch eine gute Wolle ſchon bedeutend mehr, als eine ganz gemeine, und alle übrigen landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe ſtanden in geringerem Preiſe, als in ſpätern Jahren. Da in jener Zeit der Werth des Geldes höher war, als in den neuern: ſo war auch eine mäßige Preiserhöhung von einem Erzeugniſſe ſchon Veranlaſſung ge⸗ nug, zu ſeiner Hervorbringung anzureizen. Dies fand namentlich bei der feinen Wolle ſtatt. Je mehr man ſich nun aber derſelben befliß, je mehr einzelne Landwirthe nach einem und demſelben Ziele ſtrebten, deſto verſchiedener mußten auch die Mittel und Wege ſeyn, die ſie zur Er⸗ reichung dieſes Zieles wählten, und dies um ſo mehr: da man noch gar keine vorgezeichnete und von vielen andern ſchon betretene Bahn vor ſich hatte. Jeder mußte ſich ſein 106 eigenes Syſtem bilden, und ſeine eigenen Grundſätze be⸗ folgen. Wornach man zu ſtreben hatte, das wußte man wohl, nämlich nach Verfeinerung der Wolle; aber wie man dies auf die kürzeſte und leichteſte Weiſe erreichen könne, dazu fehlten die Erfahrungen. Eine Literatur der höhern Schafzucht gab es noch nicht, woraus man ſich hätte Be⸗ lehrung holen können, daher blieb ein Jeder auf ſeine eigenen zu machenden Verſuche angewieſen. In Spanien, das wußte man wohl, war das goldne Vließ zu holen; dazu aber gehörten große Mittel, die nicht in der Macht jedes Privatmannes ſtanden, auch war deſſen Ausfuhr von dort verboten. Man hatte daher nur das Mittel, ſich Widder von den aus Spanien gebrachten und im Vaterlande ge⸗ züchteten Merinoſtämmen zu verſchaffen. That man dies nun, und beging nicht gerade grobe Fehler bei der Paarung derſelben mit ſeinen Schafen: ſo war der Erfolg, wenn auch erſt nach einiger Zeit, doch ziemlich belohnend. Von welcher Qualität aber die Widder waren, die man bekam, das hing rein vom Zufall ab: weil man die Wahl derſelben aus Mangel an richtiger Wollkenntniß nicht auf die beſte Weiſe traf. Der Hauptgrundſatz, dem man damals hul⸗ digte, war: von Zeit zu Zeit neue Widder zu kaufen, und damit die Veredlung der Heerden fortzuſetzen. Was aber im Anfange der Aufnahme von edlen oder Merinowiddern in die Schäfereien ſehr im Wege ſtand, das waren Krankheiten, die dieſelben aus Spanien mitgebracht hatten. So waren ſie z. B. großentheils mit der Räude behaftet, und es war den Schafzüchtern nicht zu verargen, wenn ſie Bedenken trugen, Thiere aus ſolchen Stämmen fir ihre b krankheit Anſteckuns gut vi nnd I nu ſih atſcho Etifereien ton Verſtan tungen An betteiben i feine Woll mehr geſuc daher, daß rohe Nodu Waare hervo Die Aufwe Effer und die zur W mehr, ſobe heraus zu als zu wen in eine Art zu glauben nicht alem 60 ſucht war, zemacht ha dam auf die kinge Grundſite be⸗ das wußte man aber wie man reichen könne, ir der höhern ſich hätte Be⸗ fſeine eigenen Spanien, das u holen; dazu r Macht jedes fuhr von dort I, ſich Widder ‚Gaterlande ge⸗ dat man dies der Paarung erfolg, wenn hnend. Von e man bekam, Pahl derſelben auf die beſte damals hul⸗ kaufen, und won edlen oder ege ſtand d ien mitzetract nit der Rüde t zu verargen, hen Stämmen 107 für ihre Schafheerden zu kaufen, ſelbſt wenn auch jene Krankheit bereits geheilt und wenig oder nichts für eine Anſteckung zu fürchten war. Dies fand in Frankreich ſo gut wie in Deutſchland, Schweden und andern Ländern ſtatt. Als nun aber doch von den Landwirthen eine Menge ſich entſchloſſen hatte, den Verſuch der Veredlung ihrer Schäfereien zu machen, als derſelbe gelang, als Männer von Verſtand und Scharfſinn auf den Grund ihrer Erfah⸗ rungen Anweiſungen ſchrieben, wie man jene Veredlung betreiben müſſe: da nahm die Sache überhand, und die feine Wolle ward, je mehr deren erzeugt wurde, immer mehr geſucht und mit höheren Preiſen bezahlt. Das kam daher, daß die Manufacturen, je edler das ihnen gelieferte rohe Product war, ſtets eine beſſere und mehr geſuchte Waare hervorbringen konnten. Jetzt hob eins das andere. Die Aufmerkſamkeit der Schafzüchter nahm zu, weil ihr Eifer und Fleiß hinlängliche Belohnung fand; man ſcheute die zur Verbeſſerung ſeiner Heerde nöthigen Koſten nicht mehr, ſobald man überzeugt war, dieſelben reichlich wieder heraus zu bekommen, und man fing an, hierin eher zu viel als zu wenig zu thun. Denn bald wäre die Sache wieder in eine Art von Spielerei übergegangen, und man fing an zu glauben, nur das Theuerſte ſey das Beſte, obgleich dies nicht allemal der Fall war. So wie nun die veredelte Wolle um guten Preis ge⸗ ſucht war, und man zu deren Erzeugung alle Anſtrengungen gemacht hatte: ſo handelte es ſich auch hauptſächlich darum, deren auf einem Thiere ſo viel als möglich zu erzeugen. Die Länge der Wolle half dazu am meiſten, und nächſtdem 108 die Geſchloſſenheit und Derbheit des Vließes. Aber auch die Größe der Thiere war eine Hauptbedingung für die zu vermehrende Wollmaſſe. Das Streben des Schafzüchters mußte daher auf die genannten drei Erfoderniſſe gerichtet ſeyn. Erſteres, d. i. die Länge der Wolle, liegt zwar in der natürlichen Anlage vieler Schafe, dergleichen zu tragen, aber eine vorzüglich reichliche Fütterung vermehrt dieſe An⸗ lage. Es ward daher Grundſatz, die edlen Schafe aufs kräftigſte zu füttern, und alle Nebenabſichten ſchwanden dabei. Nächſtdem, daß man dadurch das Wachsthum der Wolle ungemein beförderte, vermehrte man auch das natür⸗ liche der feinen Wolle inwohnende Fett. Dadurch erreichte man wieder einen doppelten Zweck. Einmal erhielt man damit eine preiswürdigere Waare, weil die Manufacturen nach damaliger Anſicht und nach damaligen Bedürfniſſen auf ein dergleichen Product einen vorzüglichen Werth legten, und zweitens vermehrte ſich durch dieſes Fett das Gewicht der Wolle ungemein und man zog von derſelben ein deſto größeres Geldquantum. Aber auch der dichte Stand der Wolle wurde neben deren Länge berückſichtigt. Da man zu jener Zeit noch in Hinſicht der hohen Feinheit der Wolle nicht ſo gewählt war, wie jetzt, und man ſich damit begnügte, eine edle Wolle, d. i. eine ſolche zu erhalten, deren Haar geſchmeidig und in ſeiner ganzen Vereinigung ächt und ausgeglichen war: ſo waren die Schafzüchter bei der Auswahl ihrer Zuchtthiere weniger in Verlegenheit, als wir es jetzt ſind, wenn wir Wollreichthum mit hoher Feinheit vereinigen wollen. Man gab daher Thieren, beſonders Widdern, mit ſehr dichtem Vice ein ſerem, we ttafen. 1 giebititin den lachen, Pasn p mußte me mehr Körpe Noſtbei ſat an alen, dergleichen impoſantes Pottheile f fallnde Ae dſchwarz ang füt ſe ein. der Söhafß zum Thei ſelben ge⸗ nict geahr ſchtzt, ſon geſuchte W In ausgezeich Preie fü Fabel halt bouilet, n in Jahr: daß nan zes. Aber auch dung füͤr die zu Schaßuüchtes eniſſe gerichtet liegt zwar in hen zu tragen, tehrt dieſe An⸗ a Schafe aufs teen ſchwanden Wachsthum der nuch das natüt⸗ adurch erreichte ' erhielt man Manufacturen Bedürfniſſen Werth legten, das Gewicht ben ein deſto e wurde neben „eit noch in gewählt war, edle Wolee eſchmeidig und lichen wot: ſ rer Zuchthie nd, wemn wir wolen. Man tir dichten 109 Vließe einen entſchiedenen Vorzug vor andern mit ſchüt⸗ terem, wenn auch dieſe die erſten an Feinheit weit über⸗ trafen. Daher kam es, daß man dieſelben nach der Er⸗ giebigkeit ihrer Schur bezahlte, und deren Preis faſt nach den Lothen, die ſie an Wolle mehr lieferten, erhöhte. Was nun die Größe dieſer feinwolligen Schafe betraf, ſo mußte man um ſo mehr darauf ſehen, als große Thiere mehr Körperfläche bieten, worauf die Wolle wachſen kann. Nebſtbei ſah man aber auch bei denſelben auf Vollwollgkeit an allen, ſelbſt den äußerſten Theilen des Körpers. Um dergleichen Schafe deſto mehr zu empfehlen, ſtach ihr impoſantes Anſehen vor den gemeinen Schafen zum größten Vortheile für ſie ab. Die Größe und Kraft und das auf⸗ fallende Aeußere, das ihnen ihre viele, dabei von Fett ſchwarz angelaufene Wolle gab, nahmen auf den erſten Blick für ſie ein. Bernhard Petris Werk:„Das Ganze der Schafzucht“ verdankte ſeine ſo ſehr günſtige Aufnahme zum Theil jenen Anſichten, und den impoſanten in dem⸗ ſelben gezeichneten Figuren. Damals hätte man freilich nicht geahndet, daß in ſo kurzer Zeit dieſe nicht mehr ge⸗ ſchätzt, ſondern ſogar als eine zu barſche und gar nicht mehr geſuchte Wolle tragend, vermieden werden würden. In Oeſterreich und Frankreich huldigte man dieſen ausgezeichneten Geſtalten vorzugsweiſe, und man bezahlte Preiſe für Thiere dieſer Art, die man in der Folge für Fabel halten wird. So galten z. B. die Widder in Ram⸗ bouillet, wo man dergleichen Geſtalten beſonders begünſtigte, im Jahr 1311 im Durchſchnitt beinahe 400 Franken, ſo daß man die beſten wenigſtens 5 mal ſo theuer rechnen 110 muß, da die geringern wohl um 100 Franken weggingen. Die Mutterſchafe kamen im Durchſchnitt auf 217 Franken. In Holitſch aus der kaiſerlich öſterreichiſchen Stammſchä⸗ ferei wurde der theuerſte Widder im Jahr 1312 mit 1925 fl., und ein zweiter mit 1300 fl. bezahlt. Auch Herr Petri bekam für ſeine bekoderten und grandiös ſich zeigenden Thiere faſt eben ſo hohe Preiſe. Ich werde auf dieſen Ge⸗ genſtand beim zweiten Abſchnitte, wo ich über Zuchtvieh⸗ preiſe ſpreche, noch einmal zurückkommen. In Frankreich mußten dergleichen Thiere beſonders hohen Werth haben, da ihre Wolle faſt immer mit Fett überfüllt iſt, und deshalb ganz vorzüglich ins Gewicht fällt. Da ſie nun dort im Fett oder Schweiß verkauft wird: ſo gab ſie eine ſehr hohe Einnahme. Nicht allzu lange aber dauerten dieſe Anſichten. Sie kamen gegen das Ende des erſten Jahrzehends dieſes Jahr⸗ hunderts auf und währten ungefähr ein Jahrzehend. Der Wollhandel, der ſich immer mehr ausbreitete und vervoll⸗ kommnete, beſtimmte nun die Grundſätze der Schafzüchter und ſeine Foderungen waren es, die ihr ganzes Verfahren beſtimmten. Zwar wurde ſie durch denſelben ſehr irre ge⸗ leitet, weil er, je nach den verſchiedenen Ländern, wohin er ſeine Waare verſandte, auch verſchiedene Foderungen machte. Jedoch nahm der nach England bald die Oberhand, und durch ihn ward beſonders ein großer Theil der ver⸗ edelten deutſchen Wolle aufgeräumt. Nun hatten aber die engliſchen Wollmanufacturen erſt ſeit nicht gar langer Zeit einen ernſten Wettſtreit mit den niederländiſchen und fran⸗ zöſiſchen begonnen, und ſtanden auf dem Punkte, ſiegreich aus denſel leſonder? vorzugere bekant C britk und Snrt derſel ahu goßer beſitt, vnd andern zwa thümüich iſ. den Schafe ſitt, in ih ceen bildet in die Epi geich bleitt nien vorgug Kreuzungen meht die u nur immer bei ſoher⸗ Die Tupen und Unrath währen, u Wanre zu Werthe iſt ſtimmt. ohnt, inde Anug ware wegs war nken wegiingen. 1217 Funen. en Stammſhi⸗ mit 1925 ſ. hh Herr Petri ſch zeigenden auf dieſen Ge⸗ über Juchtieh⸗ hiere beſonders mmer mit Fett Gewicht fäll. auft wird: ſo ſichten. Sie dieſes Jahr⸗ zehend. Der e und vervol⸗ er Schaßücte zes Verfahren ſehr irre ge⸗ neern, wohin e Foderungen die Oberhand, Theil der ber⸗ hatten aber die zer langer Zeit chen und fran⸗ ntte, ſegreih 111 aus denſelben hervorzugehen. Dazu bedurften ſie aber eines beſonders ausgewählten rohen Products. Dies fanden ſie vorzugsweiſe in Sachſen, und die ſchon länger rühmlichſt bekannte Electoralwolle erlangte eine immer größere Cele⸗ brität und ſtärkere Nachfrage. Beſonders fing man die Sorte derſelben am meiſten zu ſchätzen an, die bei nicht allzu großer Länge eine ungemeine Zartheit und Sanftheit beſitzt, und eine Treue oder Aechtheit des Haares hat, die andern zwar auch hochfeinen Sorten, doch nicht ſo eigen⸗ thümlich iſt. Es iſt dies die Wollart, welche gedrängt auf den Schafen ſteht, einen ſehr hohen Grad von Feinheit be⸗ ſitzt, in ihrem Wuchſe keine allzu hohe Bogen der Stapel⸗ chen bildet, und ſich in der ganzen Länge des Haares bis in die Spitze in ihrer Feinheit und Zartheit vollkommen gleich bleibt. Sie fand ſich in manchen ſächſiſchen Schäfe⸗ reien vorgugsweiſe, und zwar in denjenigen, die, ohne Kreuzungen mit fremdartigen Widdern vorzunehmen, viel⸗ mehr die reinen Electorals ſtets vorgezogen und bei dieſen nur immer darauf geſehen hatten, einem geſchloſſenen Vließe bei hoher Feinheit vor allen übrigen den Vorzug zu geben. Die Tugend, welche dergleichen Wolle hat, wenig Staub und Unrath aufzunehmen, eine ausgiebige Schur zu ge⸗ währen, und bei der Schur nach der Schwemme eine Waare zu liefern, die blühend, tadellos und von hohem Werthe iſt, hatte jene Schafzüchter in ihrer Auswahl be⸗ ſtimmt. Dieſe richtige Wahl ward ihnen nun reichlich be⸗ lohnt, indem ſie für ihre Wolle Preiſe bekamen, die hoch genug waren, ihren Eifer ſtets rege zu erhalten. Keines⸗ wegs war es aber etwa Eigenſinn oder beſondere Lieb⸗ 1 12 haberei der engliſchen Manufacturiſten, wenn ſie einer ſolchen Wolle den Vorzug vor allen übrigen gaben. Denn ſie eignet ſich zu allen hochfeinen Waaren ganz beſonders. Ihr gleich⸗ artiger Wuchs, ihr hoher Grad von Elaſticität und ihr richtiges Maß von Krümpekraft eignet ſich zu den vorzüg⸗ lichſten Wollproducten, und gibt dieſen Dichtheit ohne ſtarre Derbheit, hohe ſeidenartige Sanftheit und einen reinen Glanz. Wenn nun auch die Wollhändler, ſobald ſie von den engliſchen Manufacturiſten aufmerkſam gemacht worden waren, jene lange, derbe und von Fett überſättigte Wolle von den großen impoſanten Schafgeſtalten anfingen geringer zu ſchätzen: ſo war ihnen dies nicht zu verdenken. Sie mußten ſich nach den Foderungen ihrer Abnehmer ſo gut bequemen, wie es die Schafzüchter in Rückſicht der Woll⸗ händler thun müſſen. Man kann den Gang der veredelten Schafzucht in Eu⸗ ropa nach den verſchiedenen oft veränderten Foderungen der Manufacturiſten und Wollhändler an die feine Wolle in einige abgeſonderte Perioden abtheilen. Die erſte beginnt mit dem Anfange der Veredlung der europäiſchen Schafzucht durch ſpaniſche Merinos. In dieſer war man mit ſeinen Foderungen noch nicht ſo beſtimmt und ſtreng, wie in den ſpätern. Man kannte bloß die gemeine Wolle des Landes, worin ſie auch verarbeitet ward, und wenn dieſe nach ver⸗ ſchiedenen Diſtrikten auch in ihrer Güte etwas abwich: ſo kannte man an der beſſern doch nur die Vorzüge des feinern Haares und der höhern Sanftheit des rohen Products. Was die Länge, den dichten oder dünnen Stand der⸗ ſelben ꝛc. betraf, das glaubte man, hinge lediglich von dem müütliche uß e in anderoe eine viel geunt an rrit zufte Hens blß und ihre d dus zu der gleide Wii weil man richtete. durſte esn ein gleich bringen. 2 ſcinen vich abhelfen, e geiiſen kon der Manuf in dem Er⸗ Nit dieſen Wolle zu, Waaren dei ſonach der Erzeugniſ gemachten Die denann, w des wigen Elsner s u mn ſie eine ſolchen Denn ſi äiget ers. Ihr git ſticität und ihr zu den borzig⸗ heit ohne ſtarre en reinen Glanz. bald ſie don den gemacht wodden berſättigte Wolle anfingen geringer berdenken. Eie (bnehmer ſo gut kſicht der Wol⸗ afzucht in Eu⸗ Foderungen der fäne Wolle in de erſte beginnt ſchen Schafzucht nan mit ſeinen g, wie in den olle des Landes, dieſe nach ver⸗ waz abwich: rzüge de ftinem phen Pmhucts. nen Suand der⸗ digich von den 113 natürlichen Zuſtande der Schafe und ihrer Triften ab, ohne daß es in der Macht des Schafzüchters ſtände, darin Ver⸗ änderungen hervorzubringen. Wenn nun die Manufacturen eine rohe Wolle zur Verarbeitung bekamen, die alle bisher gekannte an Feinheit und Milde übertraf: ſo waren ſie damit zufrieden, und beachteten die Länge und Kürze des Haars bloß in ſofern, als ſie die Wolle nach demſelben und ihrer Feinheit zuſammenlegten. In Hinſicht der dar⸗ aus zu bereitenden Manufacte abey fand man jede faſt auf gleiche Weiſe tauglich, und dies damals weit mehr als jetzt, weil man alle Arbeiten mehr mit einfachen Maſchinen ver⸗ richtete. Als aber dieſe zuſammengeſetzter wurden, da be⸗ durfte es mehr eines gleichartigen rohen Products, um auch ein gleichartiges Geſpinnſt und Gewebe daraus hervorzu⸗ bringen. Man konnte bei dieſen zuſammengeſetzten Ma⸗ ſchinen nicht ſo jedem kleinen Mangel im rohen Producte abhelfen, als da, wo die menſchliche Hand ſogleich ein⸗ greifen konnte. Daher erhöhten ſich auch die Foderungen der Manufacturiſten an die Qualität des rohen Productes in dem Grade, als die Maſchinen zuſammengeſetzter wurden. Mit dieſen aber nahm zugleich auch der Bedarf der rohen Wolle zu, und die wohlfeilere Verfertigung der wollenen Waaren beförderte ihren größern Verbrauch. Es gewann ſonach der Urproducent in dem geſicherten Abſatze ſeines Erzeugniſſes, und er ward dadurch für die ſtrengern an ihn gemachten Foderungen entſchädigt. Die erſte Periode der feinen Wollerzeugung in Europa begann, wenn wir Spanien ausſchließen, nach der Mitte des vorigen Jahrhunderts. In ihr war noch kein beſtimmtes Elsner's Uiberſ. b. europ. Schafz. I. Bb. H 114 ſyſtematiſches Streben ſichtbar. Was man zur Veredlung ſeiner Schäfereien that, das geſchah auf die Weiſe, daß man die gemeine Wolle ſeiner Schafe allmählig in eine edle zu verwandeln ſtrebte, ohne dabei ſich ein feſtes Ziel vor⸗ zuſtecken, die oder jene Wollart hervor⸗, oder die oder jene beſondere gute Eigenſchaft in dieſelbe hineinzubringen. In der zweiten Periode beſtrebte man ſich ganz beſon⸗ ders, eine ſehr lange, feine und mit vielem ölichtem Fette geſättigte Wolle zu erzeugen. Der Uibergang zu dieſer aus der erſten war ſehr natürlich. Die aus der Veredlung durch Widder hervorgegangene Wolle der Meſtizen mußte mit⸗ unter und wohl auch größtentheils etwas zu trocken ſeyn. Denn die gemeine Wolle der Landſchafe konnte ihre natür⸗ liche Trockenheit und ihren Mangel an Fett, was die Ge⸗ ſchmeidigkeit des Wollhaares ſo weſentlich befördert, durch das Blut der Widder nicht gleich in den erſten Generationen verlieren. Die aus Spanien gekommenen Originalſchafe hatten dieſes Fett im Uibermaße, weil man vielleicht gerade als Gegenſatz dergleichen Thiere vorzugsweiſe dort ausge⸗ wählt hatte. Um nun dieſen Originals ſich ſo viel als möglich zu nähern, ſtrebte man mit aller Kraft nach einer dergleichen fetten Wolle. Da mußten denn die bekoderten und in der Wolle von außen ſchwarz angelaufenen Schafe, die wir jetzt Infantados oder Negrettis nennen und gering ſchätzen, vorzugsweiſe geſucht werden. Die Länge der Wolle war, wie ſchon geſagt, eine wünſchenswerthe Eigenſchaft für den Schafzüchter, und der Manufacturiſt ſchätzte ſie eben ſo ſehr, weil ſie ihm zu ſeinem Geſpinnſt und Gewerbe beſonders taugte, und für ſeine Maſchinen gut paßte. Die ſädeutſche Polle, wi boriges ſumn in eir krze, Nit di lübergang i fucht. Do det zweiten kommen, bitter getad Feinheit, hie und da rſache hien oſt alzu ſe hochfeine R Voll(Flzi Fehler in d Hinatbeiten ihn eben ſo daß mau ih Stämmen ſo tütlich. E lang wadſe für Luſt, dett abſorb ire Biegun ader verla dieleMühe n zu Vereolung die Weſß, daß glig in eine gle feſtes Ziel vor⸗ er die oder jene zubringen. ſih ganz beſon⸗ üücctem Fette ng zu dieſet aus Veredlung durch zen mußte mi⸗ zu trocken ſeyn. unte ihre natür⸗ , was die Ge⸗ efördert, durch Generationen Originalſchafe dielleicht gerade eiſe dort ausge⸗ ſich ſo viel as Kraft nach einer n die bekoderten laufenen Schafe nen und geiin Länge der Vole erhe Eihencht turſf ſhißte ſe unt und bewerbe utpiſte. Die 115 ſüddeutſchen Manufacturen ſind noch jetzt für eine dergleichen Wolle, wie dies beſonders Herr Moro in Klagenfurt erſt voriges Jahr noch deutlich ausgeſprochen hat. Weniger ſtimmen ihm die Niederländer und Engländer bei, welche ein kurze, ſanfte und hochfeine Wolle jener weit vorziehen. Mit dieſer Wollart beginnt die dritte Periode. Den Uibergang zu derſelben bildete vorzüglich die ſächſiſche Schaf⸗ zucht. Dort hatte man, indem man ſich der langen Wolle der zweiten Periode befleißigte, einen Fehler in dieſelbe be⸗ kommen, der bald von den Manufacturiſten erkannt und bitter getadelt wurde. Ich meine das Zwirnen. Die hohe Feinheit, welche man ſtets im Auge behielt, und die man hie und da allzu ſchnell erreichen wollte, war wohl die erſte Urſache hievon. Ich ſage, man wollte dieſe hohe Feinheit oft allzu ſchnell erreichen; dadurch ward man verleitet, hochfeine Widder auf Mutterſchafe mit gar zu heterogener Wolle(filziger, auch barſcher) zu brauchen, wodurch dieſer Fehler in die Nachkommen gebracht wurde. Aber auch das Hinarbeiten auf eine lange und dabei ſehr feine Wolle hat ihn eben ſo ſtark befördert. Daher gerade kommt es auch, daß man ihn in den von Rochsburger Schafen gebildeten Stämmen ſo vorzugsweiſe findet. Die Sache iſt ſehr na⸗ türlich. Eine feine, nicht ganz dicht ſtehende, und dabei lang wachſende Wolle legt ſich aus einander, und öffnet ſich für Luft, Sonne und Staub. Dadurch wird ihr ölichtes Fett abſorbirt, ſie ſelbſt ſpröde und dadurch krümmen ſich ihre Biegungen mehr als natürlich zuſammen, bis ſie in ein⸗ ander verlaufen, und die Trennung der Haare nur mit vieler Mühe zulaſſen. Dieſen eingeſchlichenen Fehler heraus⸗ H 2 116 zubringen, gab man ſich alle Mühe, und wählte freilich nicht allemal die glücklichſten Mittel. Denn Vergröberung der Schur war nicht ſelten die Folge des herausgebrachten Fehlers des Zwirnens. Wer dieſen aber noch nicht hatte, der war ſehr vorſichtig, ihn nicht etwa zu bekommen, und er wählte ſtets nur Zuchtthiere mit geſchloſſenem Vließe und kurzem Stapel. Dadurch bildete ſich in ſolchen Heer⸗ den eine ganz vorzügliche und in einzelnen Thieren ganz vollendete Wolle. Viele Eigenthümer ſolcher Heerden wußten im Anfange eigentlich ſelbſt nicht, welchen Schatz ſie be⸗ ſaßen, bis ihnen durch den Begehr ihrer Wolle und den guten dafür erhaltenen Preis die Augen geöffnet wurden. Aus dem Vorzüglichſten dieſer Schuren bildete man die Super⸗Electoral, die man früher im Wollhandel noch nicht unterſchieden hatte. In den rein erhaltenen ſächſiſchen Heer⸗ den, z. B. in Lohmen u. a., fand ſie ſich beſonders vor. Aber auch die andern, die mit Verſtande und gründlicher Einſicht gekreuzt worden waren, wie z. B. in Möglin und in einzelnen Lychnowskyſchen Stämmen, bildete ſie ſich aus. Dieſe Wollart iſt es, die jetzt am höchſten geſchätzt wird und welche die gegenwärtige dritte Periode bezeichnet. In ihr kam man zu immer höherer Anſicht eines vorzüglich edlen Products, und der Eifer nahm mit den vermehrten Kenntniſſen und den mannichfach gemachten Erfahrungen immer mehr zu. Dadurch iſt es denn dahin gekommen, daß man jetzt eine Wolle am Markte ſieht, die in einzelnen Vließen nichts mehr zu wünſchen übrig läßt, und die dem rationellen Schafzüchter das freilich noch etwas entfernte Ziel zeigt, nach welchem er mit ſeiner ganzen Heerde zu ſtreben hat. Was ſggen iſt Verfahtn weitn A Oer! mi nun al die Uiſ zuch Bei gehirt die licher Zei welche die Volſtindin ungemein, Erfabrunge Was det ohferunger Vereinigte Daher m tig auf de virken. ehrwütdig Anregung Man ka dem erſte 1314 9 Sttfzuch lungen de d wihls faii an Vergtidaung herausgebrahien woch nicht hat a zu bekomman chloſſenem Vliß in ſolchen Hen⸗ en Thieren ganz Heerden wußten n Schatz ſe he⸗ Volle und de geöffnet wutden. zildete man die andel noch nicht ſächſiſchen Heet⸗ beſorders vot. und gründlicher 8. in Nöglin en, biddete ſe ſch höchſten geſhitt Pperiode bezechnet. t eines vorjägic it den vermehrien hten Erfthrunge dahin gekommm, t diein tinzelnen lißt, un de dem wos entfernte Jiel endezuſtreben hat. 117 Was noch mehr von den Züchtungsgrundſätzen zu ſagen iſt, das gehört, in ſofern es auf das gegenwärtige Verfahren bei der veredelten Schafzucht Bezug hat, in den zweiten Abſchnitt. Der natürliche Gang meiner Unterſuchungen leitet mich nun auf Die Urſachen, welche die veredelte Schaf⸗ zucht beſonders befördert haben. Bei jeder Erfahrungswiſſenſchaft, und zu dieſen ge⸗ gehört die veredelte Schafzucht, iſt nicht allein ein ziem⸗ licher Zeitraum, ſondern auch die Vereinigung Mehrerer, welche die Sache betreiben, erfoderlich, um ſie zu einiger Vollſtändigkeit zu erheben. Durch letztere wird der erſtere ungemein abgekürzt, weil die Menge von verſchiedenen Erfahrungen in derſelben in ein Ganzes vereint wird. Was der Einzelne in langer Zeit und mit großen Auf⸗ opferungen endlich zur Gewißheit erhebt, das können die Vereinigten ſchnell und mit wenigeren Anſtrengungen. Daher mußten Schafzüchtervereine hüöchſt wohlthä⸗ tig auf den günſtigen Fortgang der veredelten Schafzucht wirken. Unſterbliches Verdienſt erwarb ſich daher der ehrwürdige André, daß er zu dieſen Vereinen die erſte Anregung gab, und bei denſelben ſo raſtlos thätig wirkte. Man kann ohne Uibertreibung behaupten, daß ſich von dem erſten derſelben, der in Brünn am 16. Mai 1814 gehalten wurde, eine neue Aera der deutſchen Schafzucht datiren läßt. Waren nun auch die Verhand⸗ lungen desſelben noch von der Art, daß man über manche 118 damals mit langen Debatten beſprochene und verfochtene Gegenſtände und Lehren bei den jetzt klarer gewordenen An⸗ ſichten ſchneller ins Reine kommen würde: ſo liegt dies in dem natürlichen Gange der Sache und in der Unvollkom⸗ menheit jedes neuen Beginnens. Die Tendenz, die man ſich aber bei dieſen Vereinen vorgeſetzt hatte, war die ſicherere und ſchnellere Veredlung der Schafzucht zu bewirken, und man hat ſein Ziel gewiß nicht verfehlt, wie die ſeitdem ſo raſch emporgekommene mähriſche Schafzucht ſattſam be⸗ weiſt. Die Statuten dieſes Vereins waren und ſind noch ungefähr folgende: Gegenſeitige Mittheilungen von An⸗ ſichten und gemachten Erfahrungen der zu Mitgliedern Auf⸗ genommenen unter einander. Zulaſſung dieſer Mittheilungen auch von andern rationellen Wollerzeugern und Wollver⸗ arbeitern; Ausſtellung von Schafen und deren Beurtheilung, zu deren Behuf jedesmal eine Beſchau⸗Commiſſion ange⸗ ſtellt wird; Verhandlungen nach dieſer Beſchau, die ſich beſonders auf Woll⸗Beurtheilungen und Züchtungsgrund⸗ ſätze beziehen. I8 Dieſer Verein hat ſich zeither alle Jahre in der erſten Hälfte des Mai's verſammelt, und die fortwährende rege Theilnahme an demſelben beweiſt am beſten, wie ſehr man von ſeiner Nützlichkeit überzeugt iſt. Die Beſchau der aufgeſtellten Thiere, welche eigentlich am lehrreichſten für alle Anweſende und zwar vorzüglich deshalb iſt, weil über deren gute oder üble Eigenſchaften nach derſelben geurtheilt wird, geſchieht ſo, daß die Mitglieder derſelben ihre Mei⸗ nung über dieſe Thiere entweder ſogleich ausſprechen, oder dieſelbe auch zurückhalten und dann privatim abgeben, je nadem d ſwünſch auch zur M ſondenr al Dehi wafmn Bü nggermoße de Heerde worden ſir es doch ein zu Jaht neres zu d Ein Scaßücht tjiere hier gleichen wi urd koſſſp fanden, un Wahl tref Ich gepflagene dichtern in beſchränkte Meinunge zum Loh mit wahl Gegenſti Ntenrück hat in der und rerfocſene gewordenen An⸗ ſo liegt dies in er Unvollkom⸗ enz, die man tte, war die t zu bewirken, wie die ſeitdem htt ſattſam be⸗ und ſind noch ngen von An⸗ ſitgliedern Auf⸗ Mittheilungen und Volber⸗ Beurtheilung, wiſſion ange⸗ hau, die ſich chtungegrund⸗ e in der erſten währende rege wie ſeht man Beſchau der hrraichſten fir iſt, weil über elben gauthäl lben ihre Mi⸗ ſprechen, oder m ahgeben, e 119 nachdem das eine oder das andere von dem Eigenthümer gewünſcht wird. Manche der hieher gebrachten Schafe ſind auch zur bloßen Anſicht hergeſtellt, ohne daß man eine be⸗ ſondere ausgeſprochene Beurtheilung derſelben verlangt. Die hier aufgeſtellten Thiere beſtehen meiſt aus einer wahren Blüthe der Schafzucht, und wenn auch jeder nur einigermaßen erfahrne Schafzüchter ſehr wohl einſieht, daß die Heerden, aus welchen dieſe Muſterthiere genommen worden ſind, nicht im Durchſchnitt ſo ſeyn können: ſo iſt es doch eine erfreuliche Erſcheinung, die man hier von Jahr zu Jahr wahrnimmt, daß faſt allemal etwas Vollkomm⸗ neres zu dieſer Ausſtellung gebracht wird. Ein fernerer Zweck dieſes Vereins war es auch, den Schafzüchtern Gelegenheit zu geben, zu verkaufende Zucht⸗ thiere hier aufſtellen zu können. Diejenigen, welche der⸗ gleichen wünſchten, hatten nun nicht nöthig, auf langen und koſtſpieligen Reiſen zu ſuchen, was ſie hier vereinigt fanden, und woraus ſie für ſich eine leichte und zweckmäßige Wahl treffen konnten. Ich muß es noch einmal wiederholen, daß die hier gepflogenen Verhandlungen den dabei anweſenden Schaf⸗ züchtern immer die beſte Gelegenheit gaben, ihre oft noch beſchränkten Anſichten zu erweitern, und vorgefaßte irrige Meinungen zu berichtigen. Es gereicht übrigens allen ſehr zum Lobe, daß ſie, fern von ſtolzer Selbſtgenügſamkeit, mit wahrer weltbürgerlicher Anſicht über die vorkommenden Gegenſtände urtheilten und dem Vollkommnen ohne allen Nebenrückſichten den Vorzug jederzeit zuerkannten. Man hat in den Möglinſchen Annalen des Landbaues der Beſchau 8 120 die Ausſtellung gemacht, daß ſie deshalb nicht ganz unpar⸗ theiiſch ſeyn könne, weil den Beſchauern bekannt wäre, aus welchen Schäfereien die hier aufgeſtellten Muſterthiere wären; es würde beſſer ſeyn, bemerkt man, wenn die Beſitzer dieſer Thiere unbekannt wären, weil dann deren Beurtheilung ganz ohne alle Nebenrückſichten ausgeſprochen werden könnte. Dem Anſcheine nach, ſind dieſe Bemer⸗ kungen nicht ganz unrichtig. Da jedoch die Beſchau⸗Com⸗ miſſion aus mehrern Mitgliedern beſteht, wovon ein großer Theil keine Veranlaſſung zu beſondern Rückſichten hat: ſo fällt jene Bedenklichkeit größtentheils weg. Das Ur⸗ theil über jene Thiere iſt daher auch faſt immer ganz dem wirklichen Werthe des Aufgeſtellten gemäß ausge⸗ ſprochen worden. Nicht geringe Epoche machte der Leipziger Wollconvent. Daß ſeine Tendenz nicht ganz die des Brünner Schafzüchtervereins war, geht ſchon aus ſeiner Benennung hervor. Der um alle Zweige der deutſchen Landwirthſchaft ſo hoch verdiente Staatsrath Thaer ver⸗ anlaßte ſeine Entſtehung. Nur Schade, daß er bloß ent⸗ ſtanden, und nicht weiter fortgeſetzt worden iſt. Der vor⸗ geſetzte Hauptzweck desſelben war, wie auch aus ſeinen Verhandlungen hervorging: die Anſichten über Wolle und deren Beurtheilung aus ihren ungewiſſen Zuſtande in einen ſicherern zu bringen. Zu dem Ende mußten ſich deren Erzeuger und Verbraucher vereinigen, und beiderſeits die Hand dazu bieten, und die ſchwankenden Begriffe, die bis jetzt noch über die guten und ſchlechten Eigenſchaften dieſes Products herrſchten, in feſte und klare zu verwandeln. So wenig nu vorkomme doch unen breitet in der jiher geneit diel fudler un Yenge ſeh waren ung der ifentl Fehlen ke einander, ſogleich a und die b und Erfah gemeine Ur die ich ohe Peride b weiſe Mo Gan terſchieden vorhet noch ſchiedenat ſe in ir dies war zarte Bi wohnende Kern, 1 dadaem üt gan iper⸗ bekannt väte, n Muſtertzien n, wenn die l dann deren ausgeſprochen dieſe Bemer⸗ Beſchau⸗Com⸗ von ein geoßer ſhten hat: ſo . Das Ür⸗ immer ganz gemäß ausge⸗ Leipziger ganz die des n aus ſeiner der deutſchen Thaer ver⸗ jer bloß ent⸗ 7. Der vor⸗ aus ſeinen r Wole und ande in einen en ſihh deren bederſeit die giffe, di ſchften dieſes vandeln. So oorher noch eine wahre Verwirrung der Sprache. 121 wenig nun auch ein einziger ſolcher Convent alle dabei vorkommenden Schwierigkeiten beſeitigen konnte: ſo hat er doch unendlich viel Licht über die veredelte Schafzucht ver⸗ breitet, und zur Vorzeichnung der richtigen Bahn, welche der höhere Schafzüchter betreten und fortwandeln muß, un⸗ gemein viel beigetragen. Mehrere der erſten deutſchen Woll⸗ händler und Fabrikanten vereinigten ſich hier mit einer Menge ſehr intelligenter Schafzüchter. Die Verhandlungen waren unpartheiiſch, weil der Name deſſen, der hier etwas der öffentlichen Beurtheilung Preis gab, verſchwiegen blieb. Fehlen konnte es freilich nicht, daß man hie und da an einander gerieth, und daß man Lieblingsanſichten nicht gern ſogleich aufgab. Die Mehrheit der Stimmen entſchied jedoch, und die vorgebrachten Gründe mußten, da ſie ſich auf Praxis und Erfahrung ſtützten, ſiegen und überführen. Das all⸗ gemeine Urtheil fiel übrigens zu Gunſten der Wollart aus, die ich oben als ein Product der dritten oder gegenwärtigen Periode bezeichnet habe, und die manche Schafzüchter ſcherz⸗ weiſe Modewolle nennen. Ganz beſonders aber faßte man den Unterſchied der verſchiedenen Merino⸗Racen ins Auge. Bei dieſem herrſchte So ver⸗ ſchiedenartig auch die mancherlei erzeugte Wolle iſt: ſo trug ſie in ihren Extremen doch ein Hauptunterſcheidungszeichen, dies war: in der einen hohe Sanftheit, erzeugt durch zarte Bildung des Wollhaares und ſehr feines dieſem in⸗ wohnendes Fett; in der andern Gedrungenheit und Kern, von ſtärkeren Beſtandtheilen des Wollhaares und derberem Fette hervorgebracht. Dieſe beiden Extreme hatte 122 man in den Thieren, welche ſie trugen, bisher mit den Namen Escurials und Negrettis bezeichnet. An dieſen Benennungen nahm man aber hier deshalb Anſtoß, weil ſie auf ſpaniſche Stämme hindeuteten, die nicht gerade jene Haupteigenſchaft der Wolle beſonders entwickelten. Man ſchlug daher vor: die erſten Electorals und die andern Infantados zu nennen. Der erſtere Ausdruck iſt deshalb auch ganz paſſend, weil Thiere dieſer Art ganz beſonders die Wolle tragen, welche im Wollhandel unter dem Na⸗ men Electoralwolle ſchon längſt bekannt war. Da nun aus der Heerde von Infantado in Spanien beſonders viele Thiere, welche die zweite Wollart trugen, nach Deutſchland ge⸗ kommen waren: ſo war deren hier vorgeſchlagene Benen⸗ nung auch nicht ganz unpaſſend. Uibrigens wußten die hier verſammelten Wollzüchter und Wollverbraucher ſehr wohl, daß dieſe beiden Benen⸗ nungen keinesweges ganz hinlänglich waren, um alle vor⸗ kommende veredelte Wolle damit zu bezeichnen. Der Uiber⸗ gang von der einen zur andern bildet ſich in ſo unendlich vielen und oft unbedeutenden Abſtufungen, daß es ſchwer iſt, ihn im Einzelnen überall genau zu bemerken, und mit ganz paſſenden Ausdrücken zu belegen. Die mannichfaltigen Anſichten der Schafzüchter, und ihr daraus folgendes ſehr verſchiedenartiges Verfahren bei der Züchtung; die fremd⸗ artigſte Vermiſchung der Racen, die man da und dort vor⸗ nahm, ſelbſt der Einfluß der verſchiedenen Triften bildeten ein ſo verſchiedenartiges Wollproduct ſowohl, als auch eine Menge Abweichungen der Geſtaltungen der Schafe, daß es in der That ſehr ſchwierig, wo nicht faſt unmöglich iſt⸗ all die d namen ge Ein bracr 6 bah uchi lene Erſch nit großer jett een wie die I ſee bei d Gitod ſehr viel ſind aber keinem ga Lüaichen an daatzole, Färheiteg wede, z man leid dan die Polle nae auf eine vermertt weil gerc auf gleit nicht hat nich hier lünnte, fühnan. isher wit den zeichnet. An halb Anſiaß. nicht gerade entwickelten. d die andern iſt deshalb anz beſorders nter dem Na⸗ Da nun aud z biele Thiere, eutſchland ge⸗ gene Benen⸗ Wolzüchter den Benen⸗ um all vor⸗ .Der liber⸗ ſo unendlich aß es ſchwer ken, und mit annichfaltigen folgendes ſehr 3 de ftend⸗ und dott bor⸗ Lritten bibetn mab auf dine brſt daß es unnigich iſ 125 alle die daraus entſtandenen Abarten mit einzelnen Haupt⸗ namen genau zu bezeichnen. Eiinn anderer auf dem Wollconvente zur Sprache ge⸗ brachter Gegenſtand betraf die Beurtheilung der Lämmer bald nach ihrer Geburt. Es iſt in der That eine auffal⸗ lende Erſcheinung, daß man, trotz der vielen genauen und mit großer Sorgfalt angeſtellten Beobachtungen doch ſelbſt jetzt eben ſo wenig im Stande iſt, mit Gewißheit anzugeben, wie die Wolle ſich bei den Schafen entwickeln werde, wenn ſie bei den Lämmern ſo oder ſo ausſieht. Die Herren Girod und Perault de Jotems haben in Naz ſehr viel Aufmerkſamkeit auf dieſen Gegenſtand verwandt, ſind aber, nach ihrem eigenen Geſtändniß, doch noch zu keinem ganz ſichern Reſultate gekommen. Die Zahl der Löckchen auf einer gegebenen Fläche, z. B. auf einem Qua⸗ dratzolle, zu zählen, und nach der Menge derſelben den Feinheitsgrad der Wolle, die das Schaf künftig tragen werde, zu beſtimmen, hat einige Richtigkeit; nur kann man leider damit ſehr bald in den Fehler gerathen, in den die Schafzüchter verfielen, welche die Feinheit der Wolle nach der Zahl der Biegungen der kleinen Stapel auf eine gewiſſe Länge beſtimmten. Sie geriethen un⸗ vermerkt mit ihren Heerden in den Fehler des Zwirnens; weil gerade eine Wolle mit dieſem Fehler mehr Biegungen auf gleicher Länge zählt, als eine andere, die denſelben nicht hat. Es liegt außer dem Plane dieſes Werkes, mich hierüber ſo weitläufig zu äußern, wie ich dies wohl könnte, und ich hatte die Sache nur geſchichtlich anzu⸗ führen. 124 Das Hauptthema, was wohl auch in der Tendenz dieſes Vereins ganz beſonders lag und ſchon durch deſſen Namen angedeutet wurde, waren, wie ich ſchon bemerkt habe, die verſchiedenen Qualitäten der Wolle. Bisher hatten eine Menge, ja man kann wohl ſagen, die meiſten Schaf⸗ züchter faſt nur im Finſtern getappt. Sie waren oft aus Abſicht oder auch aus mangelnder eigenen richtigen Kennt⸗ niß von den Wollhändlern und Fabrikanten im Irrthume erhalten worden. Es kam gar zu oft vor, daß faſt un⸗ mittelbar hinter einander eine Wolle auf dem Markte von einem Wollhändler wegen gewiſſer Eigenſchaften getadelt wurde, während ſie bald darauf von einem andern gerade wegen dieſer Eigenſchaften gelobt ward. Dies erregte nun bei den Producenten Mißtrauen und Mißmuth, und mußte zuletzt beiden Theilen ſchaden. Der Leipziger Wollconvent hat das große Verdienſt, dieſen Nachtheil zum größten Theile beſeitigt zu haben. Er konnte in dieſer Hinſicht unendlich mehr wirken, als der Brünner Schafzüchterverein, weil auf dieſem ſtets mehr Producenten, als Wollverarbeiter zu⸗ gegen waren, und weil ſich die letztere Zahl meiſt nur auf Inländer beſchränkte, deren mitgetheilte Anſichten nur ſo weit gehen konnten, als es ihre Manufacte, und die dazu nöthigen rohen Stoffe zuließen; wogegen der Leipziger Woll⸗ convent hierin eine viel größere Allgemeinheit ausſprechen konnte: weil hier eine Menge Wollhändler zugegen waren, die die Wolle in den Welthandel brachten. Was auf dieſem Convente in Hinſicht der Feinheits⸗ beſtimmungen der Wolle verhandelt wurde, und was man von Wollmeſſern, und dem neu erfundenen des Herrn Köh⸗ ler inst wo ich! der Wol dußs jiſer Bul lite Geſe freien ißr ane derg in Thüri Theilnah haben de Zu ſtelung, zu zuhlen aufgeſtelt und behrr gſezen über die erhalten kungen, ſitig pr iffentlice achter d dafüt: zucht d auch, w zu erreie 3 aͤlun der danden; z durch dſſen ſchon bemait Bisher hatten -eſten Schaf⸗ varen oft aus tigen Kennt⸗ im Irrthume daß faſt un⸗ Markte von aften getadelt andern gerade s erregte nun , und mußte Woltconbent äßten Theile icht werdlich rverein, weil gerarbeiter zu⸗ neiſt nur auf ichten nur ſo und die dazu apäiger Wol⸗ t ausſprechen ugegen waren, der geinheis⸗ und wos man ben Köh⸗ 125 ler insbeſondere urtheilte, das berühre ich weiter unten, wo ich von der Art der Beſtimmung des Feinheitsgrades der Wolle noch beſonders ſpreche. Außer dem Brünner Schafzüchtervereine und dem Leip⸗ ziger Wollconvente bildeten ſich noch an anderen Orten ähn⸗ liche Geſellſchaften, welche die höhere Veredlung der Schä⸗ fereien ihres Vaterlandes zum Zwecke hatten. So entſtand eine dergleichen Vereinigung in Ungarn, in Niederſachſen, in Thüringen ꝛc. Freilich iſt der Wirkungskreis nach der Theilnahme, die ſie erregten, beſtimmt worden, aber alle haben doch mehr oder minder genützt. Zu dieſen Vereinen iſt auch mit Recht die Viehaus⸗ ſtellung, welche alliährlich Anfangs Mai in Wien ſtatt findet, zu zählen. Die Menge und Verſchiedenartigkeit der hier aufgeſtellten Schafe macht deren Anſchauung höchſt intereſſant und lehrreich, und wenn es auch hier weniger darauf ab⸗ geſehen iſt, durch mündliche Mittheilungen und Debatten über die ausgeſtellten Thiere Belehrung zu geben oder zu erhalten: ſo iſt das Beſchauen derſelben und die Bemer⸗ kungen, welche die hier anweſenden Schafzüchter ſich gegen⸗ ſeitig privatim mittheilen, doch ein ziemlicher Erſatz jener öffentlichen Verhandlungen. Für den ſachkundigen Beob⸗ achter aber gibt dieſe Aufſtellung einen Maßſtab ab, ſowohl dafür: zu beurtheilen, auf welchen Standpunkt die Schaf⸗ zucht des Landes ſich bereits emporgeſchwungen habe, als auch, welche Anſichten man bei derſelben, und welche Swech⸗ zu erreichen man ſich vorgeſetzt hat. In Frankreich hat ſich erſt in neuerer Zeit ein Woll⸗ veredlungsverein gebildet. Er trat das erſtemal in Paris 126 am 18. April 1325 zuſammen, und beſteht aus einer Menge von Mitgliedern, ſowohl von Wollerzeugern als Ver⸗ brauchern. Mehrere auswärtige Mitglieder, beſonders engliſche Schafzüchter, ſind in ſeinem Verzeichniß aufgeführt. Seine Verhandlungen beweiſen den großen Eifer, den man für die Sache hegt. Nur ſcheint man der engliſchen lang⸗ wolligen Schafrace die Hauptaufmerkſamkeit zu widmen. Sie iſt es, welche vorzugsweiſe zur Sprache kommt, und über deren Einführung, Acclimatiſirung und Nützlichkeit am meiſten verhandelt wird. Man hat freilich den großen patriotiſchen Zweck im Auge, Frankreich in dem Erzeug⸗ niſſe der langen Kämmwolle vom Auslande unabhängig zu machen; und dazu mag wohl die ſeit Jahrhunderten beſte⸗ hende Rivalität zwiſchen ihm und England das ihrige bei⸗ tragen. Wenn man aber die franzöſiſchen Einfuhrliſten von feiner Merinowolle mit denen von den Zeugen, zu welchen man Kämmwolle braucht, vergleicht: ſo kommt man auf die Bemerkung, daß Frankreich wohl thun wird, wenn es über der Einführung der langen Kämmwolle nicht die höhere Veredlung ſeiner Merino⸗ und Meſtizheerden vergißt, und durch deren Hintanſetzung nicht am Ende dem Auslande tributbarer wird, als es durch die Einführung jener es ſchon iſt. Die vielen verſuchten Kreuzungen langwolliger Schafe mit Merinos erinnern den aufmerkſamen rationellen Schafzüchter unwillkürlich an das erſte Verfahren bei der Einführung der Merinos, und ich habe oben klar genug an⸗ gegeben, warum Frankreich in der Züchtung dieſer von Deutſchland ſo weit überflügelt worden iſt. So ſehr auch in England alles, was den Landbau betrift, muthigun ſondern gemeing mit beſond züttr ſt meinſten( riſſ alle Manufact ſind ſonas daß esd Ermutzie einander erreichen. iſ den Pr und zu de winn imn können. kommen Grund u einem Ve Varbrauch und ans Ed achtet, ſ vereinige ſogar An hend an dem Punk keht aus einer ugern als Ve⸗⸗ er, beſondes ß aufgeführ. fer, den man pliſcen lang⸗ zu widmen. kommt, und Nützlichkeit am h den großen dem Erzeug⸗ anabhängig zu nderten beſte⸗ ihrige bei⸗ uhrliſten von „d welchen int man auf ird, wenn e⸗ ict di huhere tergißt, und em Auslande un jener 8 langwoliger en nationelen ahren bei de Nor genug el⸗ dieſer kon 1 127 betrifft, mit dem regſten Sinne aufgefaßt iſt, ſo viel Er⸗ muthigungen auch für den engliſchen Landwirth in dem be⸗ ſondern Schutze liegen, deſſen ſich dort der Landbau im All⸗ gemeinen erfreut: ſo fanden doch dort bis jetzt noch keine mit beſondern Statuten begründete Vereine der Schaf⸗ züchter ſtatt. Jeder iſt dort, als Landwirth, im allge⸗ meinſten Sinne des Wortes, ſelbſtſtändig, die rohen Erzeug⸗ niſſe aller Art finden ſtets eine geſicherte Abnahme bei ihren Manufacturen und Fabriken; die Koſten dieſer Erzeugniſſe ſind ſonach ſtets durch einen lohnenden Ertrag gedeckt: ſo daß es dort weniger als ſonſt irgendwo der gegenſeitigen Ermuthigung und Kraftvereinigung der Landwirthe unter einander bedarf, um irgend ein vorgeſtecktes Ziel leichter zu erreichen. Das Bedürfniß der Manufacturen und Fabriken iſt den Producenten ſo nahe, daß ſie es leicht kennen lernen, und zu deſſen Befriedigung zu ihrem eigenen größten Ge⸗ winn immer auf dem kürzeſten und leichteſten Wege wirken können. Darum bedürfen ſie ſolcher Vereine nicht, und kommen dennoch auch ohne dieſelben immer dahin, ihrem Grund und Boden eine hohe Rente abzugewinnen. Mit einem Worte: Urproduction und weitere Verarbeitung und Verbrauch ſtehen ſich dort näher, als in andern Ländern, und eins befördert aufs wirkſamſte das andere. Spanien hat es bei ſeiner Indolenz nie für nöthig er⸗ achtet, ſeine Schafzüchter zum Wohle ſeiner Merinozucht zu vereinigen. Man ſchien zwar ſo etwas zu fühlen und ſogar Anſtalten dazu zu machen, als man vor einem Jahr⸗ zehend anfing, aufmerkſam darauf zu werden, daß man auf dem Punkte ſtände, durch andere Völker vom Weltmarkte 8öoöooöooooo 128 in dieſem wichtigen Zweige verdrängt zu werden. Aber Nationalität und politiſche Erſchütterungen ließen dieſen guten aufſprießenwollenden Keim nicht emporkommen, und ſo iſt die ſpaniſche Merinozucht auf dem Punkte, in ſich ſelbſt unterzugehen, wenn ſie nicht ein Deus ex machina ins Leben zurückruft. In andern Ländern war die höhere Schafzucht theils zu. unbedeutend, theis iſt ſie noch zu ſehr in der Kindheit, als daß ſich Vereine aus mehreren rationellen Schafzüchtern hätten dort bilden können. Ziehen wir nun aus allem dieſen eine Folgerung, ſo finden wir: daß Deutſchland in jeder Art in der hochfeinen Schafzucht einen Vorzug und Vorſprung vor allen übrigen europäiſchen Ländern voraus hat, und daß es dieſen ſo lange behalten muß, als es mit demſelben Eifer und dem⸗ ſelben Verſtande und zwar Viele zu Einem vereint das ein⸗ mal aufgefaßte Ziel verfolgen wird. Die Vereine der Schafzüchter wurden aber alle durch die Literatur ins Leben gerufen, und ich habe der Ordnung gemäß jetzt von dieſer zu ſprechen, in ſo weit ſie ſich auf die Schafzucht erſtreckt. Den erſten Impuls zu jenen Vereinen gaben die von dem Hofrath C. Ch. Andreé redigirten, und in Prag herauskommenden Oekonomiſchen Neuigkeiten und Verhand⸗ lungen. Sie beſchäftigten ſich gleich vom erſten Anfange an vorzugsweiſe mit der höhern Schafzucht, und ſie gaben durch ihre vielfachen Bekanntmachungen von einer Menge Erfahrungen in dieſem Zweige der Landwirthſchaft einen Uiberblick von ſeinem Stande und Fortgange, und erregten iumer u Organ, fahrungen Ganze ter Mithellun der höhern diſo werit aufmunter Mittel w Dunkel a Folge for beleuchtete wieder au nur Einm auch ganz der Zeit ſe ſee von i jetige 3e ſichlich i ihnen den ceerlei Sch ward.— ſie auch wollte, die Sach Verdienſt An nitthſcha der Schan Eldner's werden. Aber ließen diſen rkommen, und unkte, in ſih Hex machina fzucht theils zu Kindhett, als Shafzüchtern Folgerung, ſo der hochfeinen r allen übrigen Jes dieſen ſo fer und dem⸗ raint das ein⸗ aher alee durch de der Ordnung peit ſie ſih auf gaben die von und in Prag und Vethand⸗ eſſen Anftnge , und ſe geben on einer Menge rittſchet einen e, und erregten 129 immer mehr den Eifer für denſelben. Sie wurden das Organ, deſſen ſich viele Schafzüchter bedienten, ihre Er⸗ fahrungen der Welt mitzutheilen, die ohne dasſelbe für das Ganze verloren gegangen wären. Wenn nun auch dieſe Mittheilungen hie und da noch den Zuſtand der Kindheit in der höhern Schafzucht verriethen: ſo waren ſie doch nichts deſto weniger von großem Nutzen, weil ſie zum Nachdenken aufmunterten und zu Debatten veranlaßten, die das beſte Mittel wurden, manches bisher undurchdringlich ſcheinende Dunkel aufzuklären. Da dieſe Blätter in ununterbrochener Folge fortgingen, da ſie dasſelbe Thema oft ſo vielſeitig beleuchteten, und wenn es ganz zur Klarheit gebracht war, wieder aufnahmen: ſo hatten ſie vor andern Schriften, die nur Einmal erſchienen, einen weſentlichen Vorzug, und zwar auch ganz beſonders deshalb: weil ſie auf dieſe Weiſe mit der Zeit fortgehen konnten. Es iſt daher höchſt intereſſant, ſie von ihrem erſten Erſcheinen an(1311) bis auf die jetzige Zeit in dieſem oder jenem Gegenſtande, und haupt⸗ ſächlich in der Schafzucht zu verfolgen. Man ſieht in ihnen den augenſcheinlichen Fortgang, der aber durch man⸗ cherlei Schwankungen und zuweilige Rückſchritte unterbrochen ward.— Wer dieſen Blättern ihr großes Verdienſt, welches ſie auch insbeſondere um die Schafzucht haben, abſprechen wollte, der würde beweiſen, daß er entweder gar nicht in die Sache eingeweiht, oder daß er aus böſem Willen dieſes Verdienſt zu ſchmälern geſonnen ſey. An ſie reihen ſich die Mögliniſchen Annalen der Land⸗ wirthſchaft an. Ich ſpreche nämlich hier immer nur von der Schafzucht. Auch ſie haben eine Menge Gegenſtände Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. J n 130 zur Sprache gebracht und aufgeklärt, die ohne ſie vielleicht jetzt noch im Dunkel wären. Obgleich ſpäter auftretend als die ſüddeutſchen Schafzüchter, durchdrang der würdige Staatsrath Thaer mit ſeinem ungewöhnlichen Scharfſinn dieſen Gegenſtand, ſobald er ſich ihm ernſtlich hingab, auf eine Weiſe, daß man durch ihn Aufſchlüſſe über viele Gegen⸗ ſtände bekam, die ſonſt immer höchſt problematiſch geblieben wären. Seine Art und Weiſe, die Sache aufzufaſſen und zu behandeln, war, wie in allem übrigen, deſſen ſein Geiſt ſich bemeiſterte, ſo originell, und zeigte von einem ſo erhabenen Talente, daß alle Andere, die auch vor ihm ſchon nicht mehr Laien in ihrem Fache geweſen waren, nur auf ihn hörten und ſich ſeinen Ausſprüchen fügten. Er war es auch, der den Leipziger Wollconvent zu Stande brachte, von welchem ſo ſehr bedauert werden muß, daß er nur einmal ſtatt fand. (Es dürfte ſcheinen, als hätte ich die Zeit umgekehrt, und ſpätere Schriften über höhere Schafzucht vor denen an⸗ geführt, die früher erſchienen. Aber ich that dies aus keinem andern Grunde, als um denen, deren Gemeinnützigkeit beſonders hervorragt, den erſten Platz anzuweiſen. Der Zeitordnung gemäß würde freilich Daubentons Katechismus der Schafzucht, und Germershauſen„Das Ganze der Schaf⸗ zucht“ früher anzuführen geweſen ſeyn. So ſehr erſteres Buch zu ſeiner Zeit ganz nach Verdienſt zu würdigen war: ſo ſehr dünkt es uns jetzt aus der Kindheit der höhern Schafzucht herzurühren. Die darin enthaltenen Vorſchriften und Regeln ſind bei aller ihrer Anwendbarkeit doch von der Art, daß wir ſie bei dem, der die veredelte Schafzucht hrem jet torausſet ſelben d wäre th ſcht brau ſih iber d z läugnen lehrung u beſonders einer Mer Betriebe nicht alle und über Paarung, geündert h ſeltten deh und das k ſo wehr, daran dae Das ſhienene Tuſſehen. gab d üt kannte ſy Niberblich in alen d zeworden Cwwerhs Püüidung hne ſie tielleiht äter auftetend g der winixe zen Scharfſinn h hingab, auf er viele Gegen⸗ atiſch geblieben wfzufaſſen und n, deſſen ſein e von einem ſo vor ihm ſchon daren, nur auf n. Er war es tande brachte, doß er nur eit umgekehrt, vor denen an⸗ dies aus keinem zemeinnütigkei uweiſen. Der 3 Katechismus anze der Schof⸗ zo ſcht erſtets wüddigen wir: heit der höhem enen Vorſhrift ſiit dch von der dite Saiuht 131 ihrem jetzigen Standpunkte nach inne hat, ſchon als bekannt vorausſetzen müſſen. Freilich kann der Anfänger in dem⸗ ſelben die beſte und gründlichſte Anleitung ſinden, und es wäre thöricht, das Werkchen deshalb nicht jetzt noch als ſehr brauchbar anzuerkennen. Faſt dasſelbe Urtheil ließe ſich über das Werk von Germershauſen fällen. Es iſt nicht zu läugnen, daß es zu ſeiner Zeit unendlich viel zur Be⸗ lehrung und zur richtigen Behandlung aller Schäfereien, beſonders aber der veredelten beigetragen, und daß es bei einer Menge von Schafzüchtern den Grund zum rationellen Betriebe ihres Faches gelegt habe. Wenn denn nun gleich nicht alles in demſelben mehr für die gegenwärtige Zeit paßt, und über dies und jenes ſich die Grundſätze, als über Paarung, Behandlung, Weide und Winterfütterung ꝛc. ſich geändert haben: ſo bleiben doch die in demſelben aufge⸗ ſtellten Lehren größtentheils in ihrer Kraft und Anwendung, und das Buch behält ſeinen dauernden Werth, und dies um ſo mehr, als es zu einer Zeit erſchien, wo noch wenige daran dachten, die Schafzucht wiſſenſchaftlich zu behandeln. Das unter gleichem Titel von Bernhard Petri er⸗ ſchienene Werk machte bei ſeiner Erſcheinung nicht geringes Aufſehen. Die Urſachen davon waren folgende. Einmal gab es über die bis dahin faſt nur durch Traditionen be⸗ kannte ſpaniſche Schafzucht Aufſchlüſſe und einen gewiſſen Uiberblick. Es ſtellte dieſelbe in ihrer Vollkommenheit und in allen den Eigenſchaften dar, durch welche ſie ſo berühmt geworden war, und dem Lande eine ſo reiche Quelle des Erwerbs gegeben hatte. Die dieſem Werke beigefügten Abbildungen ausgezeichneter ſpaniſcher Schafgeſtalten machten J 2 13² auf jeden Schafzüchter, der es in die Hände bekam, einen um ſo günſtigern Eindruck, als ſie gegen die ihn in der Natur umgebenden auf eine ſo vortheilhafte Weiſe abſtachen. Hier ward ihm das goldne Vließ gezeigt, und der Weg angegeben, auf welchem er ſich desſelben bemächtigen könne. Kein Wunder, daß man mit großer Begierde darnach griff, und dies um ſo mehr, als man die Hoffnung hatte, nicht allein an Preiswürdigkeit des erzeugten Productes, ſondern auch an deſſen Menge überſchwenglich zu gewinnen.— Zweitens enthielt dieſes Buch auch ſo viel Neues über Be⸗ handlung, Fütterung, Wäſche ꝛc. der Schafe, daß es ſchon deshalb begierig geleſen werden mußte. Und dies traf gerade zu einer Zeit, wo der Sinn für höhere Schafzucht durch die ſo ſehr lohnenden Preiſe der feinen Wolle ganz beſonders aufgeregt war.— Es iſt keineswegs meine Ab⸗ ſicht, dieſem Werke ſein Verdienſt abſprechen zu wollen. Die Zeit hat dasſelbe am richtigſten gewürdigt. Es machte im Anfange ungemeine Epoche, hatte einen unverkennbaren Einfluß auf die Züchtungsgrundſätze von einer Menge deut⸗ ſcher rationeller Schafzüchter, ſank aber in ſeinem Rufe, als die Thiere, welche es beſonders empfohlen und deren Anzucht es beſonders veranlaßt hatte, deswegen von ihrem Werthe verloren, weil die Manufacturen anfingen, deren Wolle nicht mehr ſo zu preiſen, und vielmehr derſelben eine andere vorzuziehen. Dieſe andere war die mehr ſanfte mit weniger klebrigem Fette durchdrungene, mit einem Worte, die Electoralwolle. Die großen, breiten, von Herrn Petri empfohlenen Geſtalten trugen dieſe Wolle nicht, und je mehr dieſelbe in Aufnahme kam, deſto mehr mußten jne an Ru halbet nur Gegenſtnd einer neuen er latte auc ſbe riht d Niht g de Bekanntr nage der f Europa ind Merinos in Der Titel feinwoliien Länder ꝛc. Holſtin⸗B enſimwend Zuſtand die Mangelhaf zwar: ein öft zu eilg ſogen haben hauptſächlic von paite ſind, un Mittheilu Vorwurf er doch n ſeht, wie nögſich au de bekan, einen die ihn in der Weiſe abſtachen. und der Wag üchtigen könm. e darnach grif, ng hatte, nicht Kuctes, ſondern gewinnen.— Neues über Be⸗ fe, daß es ſchon Und dies traf here Schaßucht den Wole ganz 9s meine Ab⸗ en zu wolln. gt. Es wachte unverkennbaren ner Menge deut⸗ n ſeinem Rufe, hlen und deren gen von ihrem anfingen, deren t derſelben äine mehr ſanſte mi it einem Wo, on Hrn Netri lle nict, und ſ mht mußten 153 jene an Rufe und Werthe verlieren. Ich kann der Kürze halber nur andeuten, und habe weiter oben ſchon über dieſen Gegenſtand geſprochen. Herr Petri fühlte wohl, was bei einer neuen Ausgabe ſeines Werkes zu berückſichtigen ſey: er lenkte auch ein, aber nicht genug, und daher fand die⸗ ſelbe nicht die ſo ſehr günſtige Aufnahme der erſten. Nicht geringeres Verdienſt erwarb ſich Laſteyrie durch die Bekanntmachung der Reſultate ſeiner Reiſen, die er im Auf⸗ trage der franzöſiſchen Regierung durch mehrere Länder von Europa in der Abſicht machte, um ſich über die Einführung der Merinos in denſelben und über deren Zuſtand zu unterrichten. Der Titel ſeines Werkes: Geſchichte der Einführung der feinwolligen Schafe in die verſchiedenen europäiſchen Länder ꝛc.(überſetzt von Friedrich Herzog zu Schleswig⸗ Holſtein⸗Beck) iſt deshalb nicht ganz mit dem Werke über⸗ einſtimmend, weil neben dieſer Geſchichte auch der damalige Zuſtand dieſer Schafe ziemlich ausführlich abgehandelt wird. Mangelhaft bleiben dergleichen Werke faſt immer, und zwar: einmal, weil die Verfaſſer derſelben auf ihren Reiſen oft zu eilig ſind, und manches, was ſie bloß vom Hören⸗ ſagen haben, für authentiſch ausgeben; zweitens aber auch hauptſächlich deshalb, weil ſie nicht allemal mit der Menge von praktiſchen und theoretiſchen Kenntniſſen ausgerüſtet ſind, um das eigene reife Urtheil an ſo manche unreife Mittheilungen anlegen zu können. Trifft nun auch dieſer Vorwurf das in Rede ſtehende Buch zum Theil: ſo kann er doch nur ganz gelind ſeyn, da man es unverkennbar ſieht, wie ſehr ſich der Verfaſſer bemüht hat, ſo viel als möglich aus reinen Quellen zu ſchöpfen, und da ſein eigenes 134 Urtheil, wo er es anwendet, wenn auch nicht überall eine Kenntniß, welche die ſtrengſte Kritik aushält, doch eine ſo richtige Auffaſſungsgabe zeigt, die hie und da wohl die eigene Erfahrung zum Theil erſetzen kann. Höchſt lehrreich bleibt das Werk aber immer, und das ſowohl für ſeine Zeit, als für die Zukunft: indem es nicht allein einen Uiberblick über den damaligen Zuſtand der Merinozucht in Europa gibt; ſondern auch manche ſehr wichtige und nützliche Notizen darüber mittheilt, wie manche beſonders rationelle Schaf⸗ züchter ſchnell zu einem ſichern Ziele gelangten. In ſofern gehört es auch nicht bloß dem Namen nach zur Literatur der Schafzucht, ſondern es hat zur Vervollkommnung der⸗ ſelben ſehr wohlthätig gewirkt. Merkwürdig iſt es aber ſchon für unſre Zeit, und wird es für die Zukunft noch mehr werden, daß ſich Laſteyrie und alle Schriftſteller ſeiner Zeit noch alle Mühe geben mußten, zu beweiſen: daß die Merinos unter allen Himmelsſtrichen und faſt unter allen klimatiſchen Verhältniſſen aushalten, und daß deren Wolle, wenn ihr anders überall eine rege Sorgfalt gewidmet wird, in ihrer Güte wenig verliert. Lange Zeit hatte man dies beſtritten, und beſonders die Manufacturiſten behaupteten hartnäckig, daß die original⸗ſpaniſche Merinowolle vor jeder andern, die außerhalb Spanien erzeugt ſey, den Vorzug be⸗ haupte. Dieſes Vorurtheil iſt in unſerer Zeit aufs ſatt⸗ ſamſte widerlegt und zwar dergeſtalt, daß es vielleicht nicht lange mehr dauern wird, wo dasſelbe gegen die original⸗ ſpaniſche Wolle ſich eben ſo äußern wird, wie es ſich da⸗ mals für dieſelbe ausſprach. Daß übrigens die Schafzüchter anfangs der Meinung natn, d dehen, d fürchete 1 Weddrit, riht mndet Dam kam Scaft, di Lickenbüße Famkeit wů ſcleht ie lih died Wethalten ſabſt in finden, u Epanien u Mernoſtär wenn ſch ſo rauhes Daher w Merinos zu laſſen, baten Th daß ven daß ihre noch nis Europa jenes G. ſens zu Stafzü ict übernl eine doch äne ſo wohl die eigee lehrreich blüt ſeine Zeit, als Uiberblick über Eutopa gibt; tliche Nrizen tionele Schaf⸗ n. In ſofetn zur Literatur kommnung der⸗ g iſt es aber Zukunft noch fiſteler ſeiner ſen: daß die ſt unter alen deren Woll, ſewidmet witd, atte man dies n behaupteten volle vor jeder en Vorzug be⸗ Zat aufs ſatt⸗ riellich nich n die orijina⸗ vie s ſih da⸗ z der Minung 155 waren, die Merinos würden in andern Ländern weniger ge⸗ deihen, als in Spanien, das war wohl ganz natürlich. Man fürchtete vors erſte, daß ein rauheres Klima, eine geringere Weidetrift, und eine beſchränktere Freiheit auf denſelben nicht anders als nachtheilig auf ſie einwirken würden. Dann kam hierzu die frühere ſorgloſe Behandlung der Schafe, die man in den meiſten Landwirthſchaften nur als Lückenbüßer betrachtete, ſie auch als ſolche keiner Aufmerk⸗ ſamkeit würdigte, und ſie in Behandlung und Fütterung ſo ſchlecht hielt, daß es ein Wunder war, wenn nicht alljähr⸗ lich die Hälfte davon dahin ſtarb. Bei einem gewohnten Verhalten der Art konnte eine vernünftige, den Thieren ſelbſt in allem zuträgliche Behandlung nicht ſogleich ſtatt finden, und es war daher kein Wunder, wenn manche aus Spanien nach den übrigen europäiſchen Ländern gewanderte Merinoſtämme dort keinen günſtigen Fortgang fanden, und wenn ſich daraus das Vorurtheil begründete, daß dieſe ein ſo rauhes Klima und ſo ungewohnte Triften nicht ertrügen. Daher war man in Sachſen bei der Anſchaffung der erſten Merinos ſo weiſe, einen ſpaniſchen Oberſchäfer mitkommen zu laſſen, um in der Wartung und Behandlung dieſer koſt⸗ baren Thiere keine Mißgriffe zu machen. Trotz dem aber, daß nun hier die Merinos ſich trefflich befanden, trotz dem, daß ihre Wolle endlich die ſpaniſche erreichte, war man doch noch nicht überzeugt, daß dies in den übrigen Ländern von Europa eben ſo glücklich der Fall ſeyn könnte. Man ſchrieb jenes Gedeihen den beſonders günſtigen Weidetriften Sach⸗ ſens zu; und ſelbſt jetzt noch glauben viele franzöſiſche Schafzüchter, wie ſchon oben angeführt worden, daß dies ein 136 Hauptgrund zur beſondern Güte der ſächſiſchen Wolle ſey. Schon aber haben die Nachbarn von Sachſen auf allen Seiten angefangen, in der That zu beweiſen, daß es lediglich die Art und Weiſe der Züchtung, d. i. die mehr oder weniger angewandte Intelligenz bei der Haltung der Merinos ſey, die den Werth ihrer Wolle erhöht oder vermindert. Unter mehrerern Handbüchern und Anweiſungen für die feinwollige Schafzucht führe ich nur das vom Staats⸗ rath Thaer vom Jahre 1311 an. So niützlich dies zu ſeiner Zeit auch war, und ſo tief es auch in die damaligen Verhältniſſe der Schafzucht in Deutſchland eingriff: ſo lückenhaft erſcheint es doch jetzt, wenn wir den Maßſtab von dem gegenwärtigen Standpunkte derſelben entlehnen. Merkwürdig ſind die Arbeiten dieſes großen Mannes auch in dieſem Zweige der Landwirthſchaft; ſie bezeichnen genau den wiſſenſchaftlichen Fortgang desſelben, und können als die Stufenleiter angeſehen werden, die uns das allmählige Steigen andeutet. Dadurch aber hat er, meines Bedünkens, gerade am meiſten ſeine Geiſtesgröße dargelegt, daß er jeder⸗ zeit den wiſſenſchaftlichen Geiſt ſeines Faches ſo richtig ver⸗ ſtand, auffaßte und ihn leiten half. Unter allen war aber wohl der Baron von Ehrenfels der erſte, der das Electoralſchaf mit allen ſeinen vorzüg⸗ lichen Wolleigenſchaften richtig ins Auge faßte. Was er darüber als Schriftſteller ausſprach, hatte vor ihm noch keiner gethan. Da er dies jedoch zu einer Zeit that, wo man von der Vorzüglichkeit eines Merinoſchafs noch von den gegenwärtigen ganz verſchiedene Anſichten hatte: ſo derzalle ſe Piſſe. 1 weil Sdjoſ den Tyui ſondeiihe tüſiien Vert Yyſſe ſeiner ſeleriſchen; Schatz, der die Überolſ ſchaftüchket er damit( durch Belch möchte es 9e literariſchen! ethabenen. ſonſt gcbühr Duellanten in ſeinem endlich jede ſeiner Kun Der b chen des He franziſſche fahrungen welchen die und Weiſe, giigt klar, ſälben widn chen Vlll ſe. hſſen auf alen iſen, daß e fi. die mehr Haltung der ethöht oder weſſungen für 3 vom Stantz⸗ nütlich dies zu die damaligen eingtiff: ſo den Maßſtab en entlehnen. Mannes auch ichnen genau können als das almäͤhlige nes Bedünkens, daß er jeder⸗ richtg ber⸗ Ehrenfels ſaͤnen vorzü⸗ ßte. Was er vor ijm wch Zeit that, wo haſß noch bon ien hekke: ſo 137 verhallte ſeine Stimme gleich der eines Predigers in der Wüſte. Dies war auch deshalb um ſo mehr der Fall, weil Schafe, die er zur Brünner Beſchau ſandte, und welche den Typus des Electoralſchafes darſtellen ſollten, nicht ſonderliches Glück machten. Er hat ſeitdem ſich ſtets als rüſtigen Vertheidiger ſeiner Lieblingsthiere gezeigt, und die Maſſe ſeiner Erfahrungen, die allenthalben aus ſeinen ſchrift⸗ ſtelleriſchen desfalſigen Arbeiten hervorſtrahlt, iſt ein reicher Schatz, den er dem landwirthſchaftlichen Publikum auf die liberalſte Weiſe öffnet. Nur Schade, daß ſeine Leiden⸗ ſchaftlichkeit ihn ſo oft fortriß und noch fortreißt, und daß er damit Erbitterung der Partheien hervorbringt, wo er durch Belehrung alle gewinnen und verſöhnen würde. Ich möchte es gerade dieſem Umſtande zuſchreiben, daß er in der literariſchen Welt nicht das hohe Vertrauen genießt und den erhabenen Platz einnimmt, die ihm beide von rechtswegen ſonſt gebühren würden. Ihm geht es wie einem hitzigen Duellanten, der bei aller Kunſtfertigkeit und Erfahrung in ſeinem Fache doch in der Hitze Blöße auf Blöße gibt, endlich jedem Gegner unterliegt, und am Ende den Ruf ſeiner Kunſt verliert. M Der beſondern Erwähnung verdient auch das Werk⸗ chen des Herrn Girod und Perault de Jotems, zweier franzöſiſcher Schafzüchter, die ihre Beobachtungen und Er⸗ fahrungen hier auf eine Weiſe bekannt machen, die jeden, welchen dieſes Fach intereſſirt, anſprechen muß. Die Art und Weiſe, wie ſie ihren Gegenſtand umfaſſen und behandeln, zeigt klar, mit welcher entſchiedenen Vorliebe ſie ſich dem⸗ ſelben widmen, und wie ſcharfſinnig ſie der Natur bei der 138 Bildung der Wolle nachforſchen. Das Werkchen iſt daher nicht bloß eine lehrreiche Anweiſung zur Erkennung und richtigen Beurtheilung der Wolle, und zu einem verſtändigen und ſorgſamen Betriebe der Schafzucht überhaupt: ſondern auch ein Muſter, wie man Gegenſtände dieſer Art ins Auge zu faſſen und zu behandeln habe. Darum fand es auch bei den deutſchen Schafzüchtern, die ihr Fach mit regem Eifer ergriffen haben, eine ſo gute Aufnahme, und ward bald unter denſelben in zwei Uiberſetzungen, (die eine von Thaer, die andre von Andre) allge⸗ mein bekannt. Neben einander müſſen aufgeführt werden: des engli⸗ ſchen Wollhändlers„John Lucook Werk über Wolle überhaupt und die engliſchen Vließe insbeſondere,“ und „Wagners Beiträge zur Kenntniß und Behandlung der Wolle und Schafe“. Denn wenn auch letzteres ſich un⸗ mittelbar auf die Schafzucht einläßt, ſo leuchtet doch in dieſem Gegenſtande allenthalben der Mangel eigener Erfah⸗ rung ſo augenſcheinlich durch, daß, wenn das Buch in Hinſicht der Mittheilung von Wollkenntniſſen keinen höhern Werth hätte als darin, es hier nicht angeführt ſeyn würde. Wir müſſen es daher auch nur lediglich von dieſer Seite be⸗ trachten, und da liefert es einen ſehr ſchätzbaren Beitrag zur richtigen Erkenntniß und Beurtheilung der Wolle. Es hat vorzüglich das große Verdienſt, über dieſelbe im rohen Naturzuſtande, d. h. wie ſie auf den Schafen ſitzt, richtige Anſichten aufzuſtellen, und hat den Schafzüchtern, die be⸗ ſonders zur Zeit ſeines Erſcheinens(1320) in Ungewißheit und Unſicherheit über die Eigenſchaften der Wolle waren, nanche Au treulich be mußten. dienf, de At dr Lo 1 odnen. iinn höchſt ſenſt unglar aaͤner hö man Schaf Klaſſer, in nennt, hat auf ganze und hat die un gebracht Wäſſe ſo ſe dools T deshalb är lichſten En Eigenſcheft durch dasſe Polle bele ſeyn muß feinen de deutſche der Etzeu ſcherer bl Wahte B weiſängen derkchen iſ daße Erkennung und nem verſtändigen rhaupt: ſonden dieſer Art in Darum fand es e iht Fach mit gute Aufnahme, i Uiiberſetzungen, André) alge⸗ erden: des engi⸗ Werk über Wole eſondere,“ und Behandlung der etteres ſich un⸗ ſeuchtet doch in e eigener Erftſ⸗ mn dos Buch in en keinen hühern ührt ſeyn würde. dieſer Seite be⸗ itbaren Beitng der Wale. 6 deſelbe in tohen dafen ſtt ni iy hüchtem, di be⸗ ) in lngewißhei 3 Polle waren, 159 manche Aufſchlüſſe gegeben, welche für dieſelben, wenn ſie treulich benutzt wurden, von nicht geringem Nutzen ſeyn mußten. Vorzüglich hat Herr Wagner auch das Ver⸗ dienſt, daß er die Bahn dazu brach, die Schäfereien nach Art der Wollſortimente, wie dieſe in den Handel kommen, zu ordnen. Dadurch bekamen eine Menge Schäfereien einen höchſt günſtigen Umſchwung, und arbeiteten ſich in ſonſt unglaublich ſcheinender kurzer Zeit von einer niedern zu einer höhern Stufe empor. Dieſes Verfahren, welches man Schafklaſſification, d. i. Stellung der Schafe in die Klaſſen, in welche ſie nach Beſchaffenheit der Wolle gehören, nennt, hat, wo es mit richtiger Kenntniß und Umſicht geſchah, auf ganze Gegenden den wohlthätigſten Einfluß geäußert, und hat die Wollerzeugung in ein ſo ſyſtematiſches Verfah⸗ ren gebracht, daß deren ſteigende Veredlung auf keine andere Weiſe ſo ſicher und ſo ſchnell erreicht werden konnte. Lu⸗ cooks Werk mußte den deutſchen Schafzüchtern vorzüglich deshalb äußerſt willkommen ſeyn, weil ſie neben den gründ⸗ lichſten Erörterungen und Belehrungen über gute und ſchlechte Eigenſchaften, richtige und falſche Behandlung der Wolle ꝛc. durch dasſelbe über das wahre Bedürfniß Englands an Wolle belehrt wurden; woran ihnen deshalb ſo viel gelegen ſeyn muß: weil dasſelbe ſtets der Hauptabnehmer der feinen deutſchen Wolle geblieben iſt. Je mehr nun der deutſche Schafzüchter jenes Bedürfniß kennt, und ſich bei der Erzeugung des rohen Productes darnach richtet, deſto ſicherer bleibt ihm auch jener Markt. Uibrigens gibt das gedachte Buch aber auch ſehr gründliche und belehrende Nach⸗ weiſungen über die in England erzeugte Wolle und deren Ver⸗ 14⁰ brauch und hat in ſo fern auch für den Schafzüchter im All⸗ gemeinen großes Intereſſe. Es würde mich viel zu weit führen, wenn ich alle Bücher, welche ſeit ungefähr vier Dezennien, als ſeit wel⸗ cher Zeit die Literatur der Schafzucht eigentlich aufzuleben begann, erſchienen ſind, anführen ſollte. Zu dem ſind manche davon ihrem Gehalte nach von der Art, daß ſie wenig Nutzen ſtifteten und faſt eben ſo ſchnell vergeſſen waren, als ſie ins Publikum kamen. Nur diejenigen mußte ich vorzugsweiſe würdigen, welche auf den Fortgang der veredelten Schafzucht in Europa einen beſondern Einfluß gehabt haben. Dieſen ſind, außer den bereits angeführten noch beizufügen: Pictet„Beobachtungen und Erfah⸗ rungen über die ſpaniſchen Merinoſchafe, die Feinheit ihrer Wolle und das Kreuzen derſelben mit gemeinen Racen,“ ein Buch, das jedem, der mit gehörigen Vorkenntniſſen und Erfahrungen ausgerüſtet, es lieſt, in ſo fern recht an⸗ ſprechend ſeyn muß, als es ihm zu den intereſſanteſten Ver⸗ gleichungen Veranlaſſung geben wird. Denn viele der hier mitgetheilten Erfahrungen halten, wenn man ſie mit andern ähnlichen vergleicht, nicht Stich, wogegen andere unter allen Verhältniſſen ſich faſt auf gleiche Weiſe machen laſſen wer⸗ den. Große Behutſamkeit iſt übrigens allen Anfängern bei der Anwendung faſt aller dergleichen Anleitungen, wie ſie hier und an hundert andern Orten gegeben werden, zu em⸗ pfehlen, damit ſie nicht durch blindes Glauben und Be⸗ folgen zu Schaden kommen und am Ende gegen alle auch noch ſo brauchbaren Lehren mißtrauiſch werden. Ferner gehört hieher noch Teſſier„Uiber die Schafzucht, insbe⸗ ſodere ib Daubenton liegt ibti wenn Nc ſi ſch in biſin Ged iqhe der R au Gebote 36 zacht, we den Schif ſonders u ſichert. niſe ſehle aus allem, ergäazen u lungen m Schriften beurtheile nach Ver um dem linge ange de lichen d Range: finden ſi luſſäze rict jed lungen, zafzüchter in Al⸗ wenn ich ille n, als ſeit wel⸗ tlich aufzuleben du dem ſind Att, daß ſie ſchaell vergeſſen ditjenien mußte n Fortgang der eſondern Einfluß rits angeführten een und Erfah⸗ e Feinheit ihrer einen Racen,“ Vorkenntniſſen fern recht an⸗ reſſanteſten Ver⸗ un viele der hier n ſie mit andern dere unter allen ſchen laſſen wer⸗ Anfängern bii tungen, wie fe werden, zu en⸗ zlauben und B⸗ e ghun alt auch verden. derner Sthafzuht inebe⸗ 141 ſondere über die Race der Merinos.“ Enthält, wenn man Daubenton und Laſteyrie geleſen hat, wenig Neues. Es liegt übrigens auch wohl in der Natur der Sache, daß, wenn Mehrere über ein und denſelben Gegenſtand ſchreiben, ſie ſich in vielen Punkten berühren müſſen, und daß bei dieſem Gegenſtande ganz beſonders da, was das Geſchicht⸗ liche der Merinozucht betrifft, faſt allen nur einerlei Quellen zu Gebote ſtehen, aus denen ſie ſchöpfen können. Ich übergehe alle die Werke über die veredelte Schaf⸗ zucht, welche von Compilatoren verfaßt ſind, die, weil ſie den Schriftſtellerberuf in ſich fühlen, ſich allemal dem Fache be⸗ ſonders widmen, das ihnen am erſten einen ſoliden Verleger ſichert. Da ihnen nun aber meiſt alle praktiſchen Kennt⸗ niſſe fehlen; da ſie dieſe gewöhnlich durch Zuſammentragung aus allem, was die Literatur des ergriffenen Faches bietet, ergänzen wollen; da ſie meiſt den Mittheilungen und Erzäh⸗ lungen mancher flachen Praktiker trauen und dieſe in ihre Schriften aufnehmen: ſo iſt deren Werth darnach ſchon zu beurtheilen. Leider würdigt ſie die Kritik nicht allemal nach Verdienſt, was ſie doch ihrem Berufe gemäß ſollte, um dem Schaden, der durch ſo manche ſolcher Aufſchöß⸗ linge angerichtet wird, vorzubeugen. Gegen dergleichen Producte ſtehen alle landwirthſchaft⸗ lichen Zeitſchrifften, wenn ſie auch von untergeordnetem Range ſind, doch in weit höherem Werthe. In ihnen be⸗ ſinden ſich, wenn auch nicht durchgehends, doch meiſtentheils Aufſätze von ausübenden Landwirthen, und ſind dieſe auch nicht jedesmal die ſcharfſinnigſten, beweiſen deren Mitthei⸗ lungen auch öfters die unrichtige Verfahrungsart der Ver⸗ 14² faſſer: ſo unterſcheidet dieſe doch jeder, wenn er nur einiger⸗ maßen mit Scharfſinn begabt iſt, und kann ſie oft als auf⸗ geſtellte Warnungen betrachten, wenn auch der Autor ſie gerade dafür am allerwenigſten hat geben wollen. Wenn ich von dieſen landwirthſchaftlichen Zeitſchriften noch einige anführe: ſo muß ich zu allererſt die Mähriſchen Mittheilungen, in ſofern ſie ſich auf Schafzucht beziehen, erwähnen. Sie enthalten die ſehr lehrreichen Verhand⸗ lungen der ökonomiſchen Geſellſchaft in Brünn, die ſonſt ihre Stelle in den oben angeführten Oekonomiſchen Neuig⸗ keiten fanden. Ich würde ihnen auch deshalb ihren Platz neben dieſen angewieſen haben, wenn nicht durch das ſo kleine Publikum, das ſie haben, ihre Gemeinnützigkeit ge⸗ ſchmälert würde. Dasſelbe läßt ſich von den Verhand⸗ lungen der Schweidnitz⸗Jauerſchen patriotiſchen Geſellſchaft behaupten. So viel Nützliches und praktiſch Brauchbares dieſe auch enthalten: ſo geht dies zum großen Theile ver⸗ loren, weil man über den Wirkungskreis des Vereins hin⸗ aus ſeine Arbeiten kaum kennt. Die ſeit ſchon ſo lange beſtehende landwirthſchaftliche Zeitung, redigirt vom Prediger Schnee, hat ſich in neuerer Zeit dem beſondern Bedürfniſſe des landwirthſchaftlichen Publikums auch darin gefügt, daß ſie die Schafzucht und deren Veredlung öfter aufnimmt. In Pohls Archiv der deutſchen Landwirthſchaft gehört ſie ſchon von ſelbſt, weil es ſonſt ſeinem Titel wenig entſprechen würde. Jedoch hat es dieſen beiden letzten Zeitſchriften noch nicht gelingen wollen, Mitarbeiter zu gewinnen, die ſich gerade in dieſem Zweige der Landwirthſchaft auszeichnen. Rech landwirthſ dieté d'an die ſpritle ſehr lſnit ntinele d zihen, daß lihkeit und niſen auss zucht bette Wen leſen, we iſ das anzurathen Welch zucht erwe madäniſch zwn wit Man bild hälfig du formen w ſehr lobene die nund ſowohl, nur in d die Nitt der gera werigſten darderkte nn er nir äiniger ſie oſt ab uf⸗ h der Autor ſe vollen.„ hen Zeitſchrifte die Mähriſchen afzucht beziehen, eichen Vethand⸗ rünn, die ſonſt wemiſchen Nevig⸗ halb ihren Plat ht durch das ſo neinnütigkeit ge⸗ den Verhand⸗ hen Geſellſcheft ih Brauchbares zen Theile ver⸗ 8 Vereins hin⸗ dwitthſcheftlice ſich in neuerer witthſchaftlichen Schafzucht und hls Archiv de on ſebſt, well wütde. Iedof h riht gelinen fenade in dieſem 145 Recht intereſſant zur Vergleichung mit den deutſchen landwirthſchaftlichen Journalen ſind die Bulletins der So- ciété d' amélioration des laines in Paris. Sie enthalten die ſpeciellen Verhandlungen jener Geſellſchaft und mehrere ſehr leſenswerthe Aufſätze. Aus allen aber kann ſich der rationelle deutſche Schafzüchter doch leicht die Folgerung ziehen, daß man in Frankreich noch nicht mit der Gründ⸗ lichkeit und mit der Menge von Erfahrungen und Vorkennt⸗ niſſen ausgerüſtet, wie in Deutſchland, die höhere Schaf⸗ zucht betreibt. Wem daran gelegen iſt, recht vieles nachgewieſen zu leſen, was über Schafzucht geſchrieben worden iſt, dem iſt das Werk von Kort„Das Schaf und die Schafzucht“ anzurathen. Welcher rege Eifer aber in der Literatur der Schaf⸗ zucht erwacht ſey, beweiſt am meiſten die Menge von mediziniſchen Schriften über dieſen Gegenſtand. Es geht zwar mit ihnen, wie mit der Heilkunde überhaupt. Man bildet hie und da Theorien und Hypotheſen, die ſehr häufig durch die vorkommenden veränderten Krankheits⸗ formen wieder umgeſtoßen werden. Jedoch bleibt es immer ſehr lobenswerth, daß ſo viele allen Eifer darauf verwenden, die mancherlei bereits bekannten Krankheiten der Schafe ſowohl, als die hie und da als neu, vielleicht aber wohl nur in veränderter Form vorkommenden, zu erforſchen, und die Mittel zu ihrer Heilung aufzufinden. Leider iſt man aber gerade in der Erforſchung der verderblichſten noch am wenigſten im Klaren. Das Drehen und die ihm verwandte Traberkrankheit raffen in den veredelten Heerden wohl faſt 144 unter allen Krankheiten die meiſten Opfer weg. Ausge⸗ ſtellte Preiſe und gekrönte Preisſchriften haben zur Vermin⸗ derung dieſes Uibels noch wenig beigetragen. Doch iſt man jetzt wohl allgemein darüber einig, daß ihnen faſt allein vorbeugend, höchſt ſelten aber heilend abgeholfen werden könne. Mehr ſchon hat man ſich des Uibels der Pocken bemeiſtert, und ein anderes, die Räude, iſt aus den edlen Heerden, in Folge einer viel ſorgſameren Haltung, faſt ganz verſchwunden. Dieſer guten Haltung verdanken auch ſehr viele Schäfereien die Befreiung von Klauenſeuche, Lämmerruhr, Lämmerlähme, Blutſchlag, Egelkrankheit ꝛc., und da dieſe Krankheiten ehemals eine Maſſe von Opfern hinrafften: ſo iſt in den veredelten Schäfereien die Sterb⸗ lichkeit trotz jener beiden erſten verderblichen Uibel dennoch geringer, als ſie früher in den gemeinen Landſchäfereien war. Da es keineswegs meine Abſicht iſt, alle literariſchen Werke, welche über Schafzucht bekannt ſind, anzuführen und einer Kritik zu unterwerfen; da ich im Gegentheil nur die guten Folgen, welche die Literatur auf die Ver⸗ edlung der Schafzucht und deren raſchen Fortgang äußerte, anführen wollte: ſo durfte ich auch nur insbeſondere auf die Schriften hinweiſen, welche ſich hierin vorzugsweiſe ausge⸗ zeichnet und ihren wohlthätigen Einfluß ſichtbar geäußert haben. Aus dem aber, was ich genannt habe, eben ſowohl, als aus allen Verzeichniſſen landwirthſchaftlicher Schriften, geht deutlich hervor, daß ſich Deutſchland in der Literatur der Schafzucht ganz beſonders auszeichnet, daß alſo in dieſem Lande jenes Fach mit dem größten Eifer und der meiſten Intelligenz betrieben wird. 6o All Di hifiunend Unſtänden Polberbte digen. 7 Aufmerkſe iſt mit i Stoffen, wie dieE das Kunſ natürſichen fiſt immer anders it derſelben unendlich bedingt, auf deren daß dara erſen Daher! Schafzü ductes, Um nun Vainder veſerigt Elsner er wig. Augge⸗ Wben zur Vemin⸗ .. Doch iſt nan hnen faſt allin geholfen werden ſlibels der Pocken iſt aus den edlen a Haltung, faſt g verdanden auch don Klauenſeuche, Egelkrankheit d, Naſſe von Opfen ſereien die Sterl⸗ en Uibel dennoch dſchäfereinn war. ale litetariſchen ſind, anzufühten h im Gegenthel tur auf die Ver⸗ Fortgang äußerke, bbeſondere auf die zugsweiſe ausge⸗ ſicter geäͤußen habe, cen ſoviſ⸗ rflucher Scriftn d in der literater unet, daß alb in in Eiir und der 145 C. Allmaͤhlige Entwickelung der Woll⸗ kenntniß. Die Beſchaffenheit der Wolle, und ihre darnach zu beſtimmende Güte oder Tadelhaftigkeit hängt von ſo vielen Umſtänden ab, daß es ein ganz beſonderes Studium des Wollverbrauchers bedarf, um ſie jedesmal richtig zu wür⸗ digen. Aber weit mehr Fleiß, weit mehr ganz beſondere Aufmerkſamkeit muß der Erzeuger auf ſie verwenden. Es iſt mit ihr ein ganz Anderes, als mit ähnlichen rohen— Sctoffen, z. B. mit Baumwolle und Seide. Erſtere wächſt wie die Staude und das Klima es gebieten, die zweite iſt als das Kunſtproduct eines Thieres, welches es, durch ſeinen natürlichen Inſtinkt geleitet, ſtets auf gleiche Weiſe verfertigt, faſt immer und überall von gleicher Beſchaffenheit. Ganz anders iſt dies mit der Wolle des Schafes. Die Ausbildung derſelben und ihre davon abhangende Güte iſt von einer unendlichen Menge wichtiger und unbedeutender Umſtände bedingt, die, je nachdem ſie ſo oder ſo zuſammentreffen, auf deren Qualität einen ſo bedeutenden Einfluß äußern, daß daraus eine Mannigfaltigkeit entſteht, die man im erſten Augenblicke gar nicht für möglich gehalten hätte. Daher war es denn auch nicht zu verwundern, daß die Schafzüchter lange Zeit über den wahren Werth des Pro⸗ ductes, welches ſie erzeugten, nicht ganz im Klaren waren. Um nun dieſe Schwierigkeit noch zu vermehren, kommt die Veränderlichkeit der Mode in den Waaren, welche aus Wolle verfertigt werden, hinzu. Ohnehin eignet ſie ſich zu einer Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. K ——— — “ 4 3 1 — 146 ſo mannigfaltigen Menge von Waaren, die zur menſchlichen Bekleidung dienen, wie faſt kein roher Stoff in der ganzen Natur. Wenn nun in dieſer Menge von Zeugen noch eine ſo ſtete Abwechslung, wie ſie die Mode gebietet, hinzu⸗ kommt: ſo iſt es kein Wunder, wenn die rohe Wolle, welche die Manufacturiſten eine Zeitlang für ſehr gut er⸗ klärten, ein andermal wieder dem Tadel unterlag. Ja dasſelbe mußte auch oft zu gleicher Zeit vorkommen, weil das verſchiedene Bedürfniß der Manufacturen auch verſchie⸗ dene Wolle erheiſchte. Zur Vermehrung der Schwierig⸗ keiten und des Mißmuths der Erzeuger kam dann noch oft abſichtlicher Tadel der Käufer, um durch Herabwürdigung der Waare deren Preis zu erniedrigen. Lange hatten die Producenten mit dieſen entmuthi⸗ genden Umſtänden zu kämpfen, und die Ungewißheit, in welche ſie dadurch verſetzt wurden, trug viel dazu bei, daß die veredelte Schafzucht anfangs gar nicht die raſchen Fortſchritte that, die ſie wohl hätte machen können. Erſt als man in der Wollkenntniß ſich vervollkommnete; erſt als dieſelbe bei den Wollverbrauchern eine feſte Baſis bekam; erſt als dieſe wiederum einſehen lernten, daß ſie nur dann ein voll⸗ kommenes und wünſchenswerthes Product zum Kaufe be⸗ kommen könnten, wenn ſie die Producenten auf eine ver⸗ ſtändige Weiſe darauf aufmerkſam wachten, was ſie eigent⸗ lich wünſchten; erſt als nun dieſes hochveredelte und voll⸗ kommene Product auch einen Werth erhielt, der alle darauf verwandte Mühe reichlich belohnte: erſt dann ging die höhere Veredlung einen raſchen Gang; erſt dann kam ein Erzeugniß an den Markt, das die Käufer oft ſelbſt aufs anzeehmſt gſiegenin 7 und wodung dann verd die auf velhm ſie Nriuna⸗Inter Man kan tertdelte Sche de jider Anfi wind er, ſo l Sachkennern ſcheine und Menge der au theilen ſuchen die er dieſem tanfengen, d und da wind gethm hat, merken. Die welcher er der dm er ſich R nch fir die und diſe ui fal ſo ginſ dann kommt lleibt, dahi Tolle zu erz fadn. Ve dühthertien e zur meiſhlichen bff in der anzen Zeugen noch dig gebietet, hinge die rohe Woll, für ſeßr gut er⸗ lunterlag. Ja orkommen, weil ren auch verſchie⸗ der Schwierig⸗ im dann noch oft Herabwürdigung dieſen entmuthi⸗ ngevijheſt, in azu bei, daß die ſichen Fortſchritte Erſt als man erſt als dieſebe bekam; erſt als dann ein bol⸗ zum Kaufe be⸗ en auf eine vet⸗ , mas ſie eige⸗ eredelte und vol⸗ n, de ale darauf t dann ging ie af dam kan ein trti ictt ui 147 angenehmſte überraſchte, das zu neuen Manufacten, die den geſtiegenen Luxus beſonders willkommen waren, ſich eignete, und wodurch deſſen Verbrauch vermehrt ward; und erſt dann ward die Schafzucht auf einen Standpunkt geſtellt, auf welchem ſie in das landwirthſchaftliche ſowohl, als in das National⸗Intereſſe des Landes aufs vortheilhafteſte eingriff. Man kann ziemlich ſicher annehmen, daß die ganze veredelte Schafzucht faſt dieſelbe Schule durchzumachen hatte, die jeder Anfänger in derſelben durchgehen muß. Anfangs wird er, ſo lange ihm noch keine beſondere Belehrung von Sachkennern zu Theil geworden iſt, bloß nach dem Augen⸗ ſcheine und nach dem Gefühle ſowohl die Feinheit als die Menge der auf ſeinen Schafen wachſenden Wolle zu beur⸗ theilen ſuchen. Wenn er nun in ſeiner Aufmerkſamkeit, die er dieſem Gegenſtande widmet, fortfähxt, dann wird er anfangen, das Vließ der Schafe aus einander zu ſchlagen, und da wird er, wenn er dies bei mehrern Exemplaren gethan hat, eine große Verſchiedenheit der Wollbildung be⸗ merken. Dies muß ihn nun nothwendig zweifelhaft machen, welcher er den Vorzug geben ſoll. Hat er niemanden, bei dem er ſich Raths erholen kann: ſo wird er ſich nach und nach für die oder jene Wollgattung beſonders beſtimmen, und dieſe zu ſeiner Lieblingswolle machen. Iſt ihm der Zu⸗ fall ſo günſtig, daß er gerade die beſte Art getroffen hat: dann kommt er, wenn er conſequent bei ſeinem Verfahren bleibt, dahin, eine ganze Heerde von dieſer preiswürdigen Wolle zu erziehen, und er wird ſeine Mühe reichlich belohnt finden. Verfällt er aber bei ſeiner Unkenntniß auf gewiſſe Liebhabereien, und wird er nicht bei Zeiten aufmerkſam K 2 143 gemacht: ſo bildet er ſich Fehler in ſeine Heerde, die am Ende ſo überhand nehmen, daß er zuletzt ein höchſt tadel⸗ haftes und werthloſes Product erzeugt. Dergleichen Lieb⸗ habereien aber finden ſich ſehr bald. Z. B. große, impo⸗ ſante Geſtalt, dichte, filzige, dem Anſcheine nach eine ſehr reiche Schur gewährende Wolle u. dergl. Aus dem Ge⸗ ſagten geht hervor, daß zwei Schafzüchter, die ganz zu gleicher Zeit und mit ganz gleichen Mitteln die Veredlung ihrer Heerde anfangen, dennoch, ſo bald ſie verſchiedenen Anſichten folgen, in einiger Zeit ſo weit entfernt von ein⸗ ander ſeyn können, daß der eine dem vorgeſteckten Ziele, nämlich eine edle und mit hohen Preiſen bezahlte Wolle zu erzeugen, ganz nahe gerückt iſt, während ſich der andere immer mehr von demſelben entfernt hat. Wenden wir nun dies auf ganze Provinzen und Länder an, ſo wird es begreiflich, daß die Schafzucht in dem einen ſo große Fortſchritte machen konnte, während ſie in dem andern ſchwankte und zurückblieb. Das Beiſpiel wirkt hier zu ſehr ins Große. Was der eine, auf deſſen Verſtand und Einſicht in das Fach man Vertrauen hat, thut, wird hundertfach nachgeahmt, und ſein richtiges Verfahren oder ſeine Mißgriffe vervielfältigen ſich dadurch ins Unendliche. Als die veredelte Schafzucht im übrigen Europa außer Spanien feſten Fuß faßte, da mangelte es allen denen, die ſich damit befaßten, nicht allein an allen Kenntniſſen und Erfahrungen in der Behandlung und Wartung der Merinos, ſondern auch hauptſächlich in der Beurtheilung der Wolle. Das Gefühl und das Auge gab ihnen wohl an, daß dieſe Wolle unendlich mehr Sanftheit und Gefälligkeit für dieſe keden Sin über die be von der unter konnte unnc untrſcheden. Hiurhen, deh aühigen natü frälich wohl lige Auffaſſ Qualität de Deren ware auch die Wo Schaßüchter weiſe ſchäßten beitung auf d dnzuleiten:d konnten. D mäſſt in den ganz andere gewaſchen w zeugern, w wusten dieſe dl 8 noh Käufer wie ihnen bon! ders darſte libelſtandes That iſt Shzüchte Heerde, de an ein höchſt tidel⸗ dergleichen ib⸗ . große, inge⸗ enach eine ſehr lus dem Ge⸗ er, die ganz zu in de Vereͤlung ſie berſzadenen entfernt von ein⸗ orgeſtekten Ziele bezahlte Wole zu wſich der andete nzen und Länder ztin dem einen tend ſie in dem zäſpiel witkt hir f deſeen Verſaand hat, thut wird z Perfahren oder ins Unendliche. en Euroha außer z3 allen denen, die Kenntriſin un rtung der Merino, zeiunng der Poll. rohl an, daß dieſ füligtit ſü diſ 149 beiden Sinne hatten, als die bisher geſehene Landwolle, aber die verſchiedenen feinen Abſtufungen, die in derſelben von der untern bis zur höchſten Qualität ſtatt finden, die konnte man ohne vorhergegangene Uibung nicht ſogleich richtig unterſcheiden. Man mußte ſich alſo anfangs bloß der Natur hingeben, d. h. man mußte die Fortzucht dieſer Thiere ihren ruhigen natürlichen Gang gehen laſſen. Es fanden ſich freilich wohl bald Schafzüchter, deren Scharfſinn und rich⸗ tige Auffaſſungskraft ſie einen auffallenden Unterſchied in der Qualität der Wolle der verſchiedenen Thiere finden ließ. Deren waren aber im Anfange nur wenige. Wenn nun auch die Wollkäufer(Wollhändler und Manunfacturiſten) die Schafzüchter darauf hinwieſen, welche Wolle ſie vorzugs⸗ weiſe ſchätzten und zu haben wünſchten: ſo war die Hinar⸗ beitung auf dieſelbe um deswillen nicht ſo leicht und ſogleich einzuleiten: weil ſie ſich beide nicht klar genug verſtändigen konnten. Die Sache iſt nämlich dieſe. Die Wolle hat meiſt in dem Zuſtande, wie ſie auf den Thieren ſteht, eine ganz andere Geſtaltung, als wenn ſie erſt nach der Schur gewaſchen wird. Zeigten nun auch die Wollkäufer den Er⸗ zeugern, welches Product ſie vorzugsweiſe wünſchten: ſo wußten dieſe nicht, wie dasſelbe in dem Zuſtande ausſah, als es noch auf dem Thiere ſtand. Dagegen wußten die Käufer wieder nicht, wie die Wäſche eine rohe Wolle, die ihnen von den Producenten gezeigt war, verändere und an⸗ ders darſtellen würde. Die Abhilfe dieſes gegenſeitigen Uibelſtandes ſcheint leichter und ſchneller, als ſie es in der That iſt. Der Natur der Sache nach, darf man nur dem Schafzüchter die Lehre geben, ſich die Schafe mit verſchie⸗ Trenn neei minnnkeeree neenewenai——*— 3 2—— oöoöoöͤͤöͤſ — —— 15⁰ dener Wolle zu merken, und dieſelbe nach der Wäſche zu bezeichnen, um den Verarbeiter ein competentes Urtheil dar⸗ über fällen zu laſſen, damit er auf das Beſſere künftig halten und das Geringere wegſchaffen könne. In der Wirklichkeit iſt aber die Sache weit ſchwieriger. Denn einmal waren, be⸗ ſonders in frühern Zeiten, die Anſichten der Wollverbraucher ſehr verſchieden. Der Eine tadelte, was der Andere lobte, der Dritte verwarf unbedingt, was der Vierte vorzog. Dies thaten ſie nun aber nicht allemal aus thörichten Grundſätzen, um die Wollproducenten über den Werth ihrer Waare irre zu leiten und deren Preis herab zu drücken; ſondern das Bedürfniß war, nach den Manufacten, welche ſie daraus bereiteten, verſchieden. In der Natur der Sache lag es zwar wohl ſchon, daß es ein ſo vollkommenes und vollendetes Woll⸗ product geben müſſe, das jedem genügen und auch die ſtrengſten Foderungen erfüllen würde, aber dies war theils nur in ſehr kleinen Parthien vorhanden, theils waren auch die Wollmanufacturen noch lange nicht alle in den Zuſtand der Vollkommenheit gebracht, daß ſie ein dergleichen Pro⸗ duct ganz nach Würden hätten ſchätzen und behandeln können. Zweitens war aber auch die Sache nicht ſo ſchnell ausgeführt. Denn wenn der Schaßzüchter erſt einſehen ge⸗ lernt hat, was das Beſſere in ſeiner Heerde ſey: ſo muß er dies zuvörderſt beſonders vorziehen und auswählen. Nun iſt deſſen aber wohl nicht gleich anfangs ſo viel, daß er ſich des Geringern ſogleich ganz entledigen könnte. Es ver⸗ gehen daher mehrere Jahre, ehe er dies ganz zur Aus⸗ führung bringt. Bei dem Einlenken zur Vollkommenheit aber bedarf er wieder mehrere Jahre, ehe er die erſte Ge⸗ neration witd etn alte Fehee er die gan Hautr Gune 10 1 12 Wir! Pollkenntn Waklchkei anfang⸗ be Länder vo wichigen! wor desha die Sahe daher anfan Sanſte und ſo nahe ka war es ga höhern od ſeine Wal ſichlich tha hatte hie u in vnende der Mam heit enthi bei einen regierung Luſſtellun und Klima der Viſce 1 tes Urtheil dar⸗ künftig haten Virklichkeit ſ nal waren, be⸗ Wollverbraucher ndere lobte, der og. Diss thaten nd ſätzen, um die de irre zu leiten das Bedürfniß rraus bereiteten, es zwar wohl Lendetes Woll⸗ und auch die ies war theils ils waten aach in den Zuſtand dergleichen Pw⸗ und behandeln niht ſo ſchnel iſ einſehen ge⸗ de ſey: ſo nuß zzwählen. An vill, daß ar ſih Pnnte. Es k⸗ genz zur Auö⸗ gollkomnenheit er die erſe ge⸗ 15¹ neration ſeiner verſtändigen Züchtung ſieht, aus dieſer aber wird er wieder eine Menge Thiere entfernen müſſen, die in die alte Fehlerhaftigkeit zurückſchlagen. Es vergeht daher, ehe er die ganze Schäferei dahin gebracht hat, daß ſie nur lauter Gutes enthält, ein bedeutender Zeitraum, der mit 0 bis 12 Jahren gar nicht zu lang angeſetzt iſt. Wir wollen nun dieſen a priori gefolgerten Gang der Wollkenntniß mit dem zuſammenſtellen, wie er ſich in der Wirklichkeit gezeigt hat. Wie ſchon bemerkt, war man anfangs bei der Einführung der Merinos in die verſchiedenen Länder von Europa faſt ohne alle Anweiſung über dieſen wichtigen Gegenſtand. Ihn ſelbſt ſogleich richtig aufzufaſſen, war deshalb nicht möglich, weil, wie ſchon oben geſagt, die Sache ihre beſondern Schwierigkeiten hat. Man ließ daher anfangs ganz vorzüglich das Gefühl entſcheiden. Das Sanfte und Wohlthätige, und das dem Anfühlen der Seide ſo nahe kam, wenn man die Wolle der Merinos angriff, war es ganz beſonders, worauf man ſah, und nach dem höhern oder niedern Grade desſelben beſtimmte man auch ſeine Wahl und die Werthſchätzung der Thiere. Haupt⸗ ſächlich that man dies in Sachſen. Die inländiſche Wolle hatte hie und da ſchon jene gute Eigenſchaft, wenn auch in unendlich niederem Grade, gezeigt, und das Urtheil der Manufacturiſten, die jener, welche die meiſte Sanft⸗ heit enthielt, einen entſchiedenen Vorzug gaben, hatte hier⸗ bei einen ſehr weſentlichen Einfluß. Auch die Landes⸗ regierung nahm darauf beſondere Rückſicht, und wählte zur Aufſtellung der erſten Merinoſtämme gerade die Orte, wo Trift und Klima jene Sanftheit am meiſten entwickelt hatten. Dieſe 15² gleich anfangs aufgefaßten und ſtets feſt gehaltenen Prin⸗ cipien dürften es wohl vorzugsweiſe ſeyn, denen die ſäch⸗ ſiſche Wolle ihren ausgezeichneten Charakter und daraus folgende große Nachfrage und Preiswürdigkeit erworben hat. Ihr zeitiges Auftreten im Großhandel und der ihr dadurch geſicherte Abſatz zu guten Preiſen ermunterte zum eifrigen Fortgange auf der betretenen Bahn. Anders war es in Schweden, Frankreich und Oeſter⸗ reich. Die natürliche Hinleitung auf die hohe Sanftheit der Wolle war hier nicht ſo vorhanden, wie in Sachſen, auch wurde dieſelbe in dieſen Ländern von den eigenen Ma⸗ nufacturen verarbeitet, und da dieſe in ihren Foderun⸗ gen weniger delicat waren: ſo hatten auch die Schaf⸗ züchter weniger Aufforderung, auf eine beſondere hohe Qua⸗ lität hinzuarbeiten. Es handelte ſich hier vielmehr um die Menge, um den Begehr zu befriedigen. Dabei mußten denn die Producenten doppelt gewinnen, indem ſie bei hohen Preiſen durch die geſteigerte Menge der Wolle die Rente ihrer Schäfereien außerordentlich erhöhten. Daher kam es denn auch, daß man gerade in dieſen Ländern für Zucht⸗ thiere, welche jene Menge beſonders zu begründen und zu liefern verſprachen, ſo unglaublich hohe Preiſe bezahlte, wel⸗ ches in Sachſen nie der Fall war. Als man nun aber anfing, ſich nicht mehr allein da⸗ mit zu begnügen, bloß Merinowolle zu verlangen; ſondern als man den Feinheitsgrad derſelben mehr berück⸗ ſichtigte: da mußten auch die Schafzüchter darauf achten und ſich Kenntniſſe über denſelben erwerben. Das bloße Auge war dabei nicht genug, wo es auf ſo große Subtilitäten ankam, n u Hife; hatte mm aus, Man ihrer Hautt dder Wellur nd bei mt Polle, we zihlte, d. ſtanden,! man dies noch gilt richig iſ. mung der Bald aber hielt nwt e hervortteter dieſe gonz daß man Denn je deſto klarer geht ſie in man daran und oft angegeber Mi Denn obe üch Herr ſöiſſen ſehalteten Prir⸗ denen die ſih⸗ er und darau erworben hat. er ihr dadurch te zum eifrigen ich und diſter⸗ hohe Sanſtheit wvie in Sachſen, en eigenen M⸗ ihren Foderun⸗ ih die Schaf⸗ dere hoße Qu⸗ elmehr um die Dabei mußten m ſie bei hohen olle die Rente Dahet kam es dern füt Zuc⸗ ründen und zu bezahlte wel⸗ mehr alein de zu verlangen; en mehr herüt⸗ er deruf ahten zen. Das bloße nße Sübtihtäten 155 ankam, man mußte alſo Mittel erſi nben, dieſer Schwäche zu Hilfe zu kommen. Wollmeſſer, die man ſpäter erfand, hatte man noch nicht. Ein anderes Mittel half zum Theil aus. Man bemerkte an der Merinowolle in der Vereinigung ihrer Haare zu kleinen Büſchelchen eine Menge Biegungen oder Wellungen, die bei verſchiedenen Thieren abwichen, und bei mehrerer Aufmerkſamkeit fand man denn, daß die Wolle, welche deren auf eine gewiſſe Länge die meiſten zählte, d. h. deren Wellungen am engſten beiſammen⸗ ſtanden, unter allen übrigen die feinſte war. Jetzt wählte man dies zu einer Beſtimmung des Feinheitsgrades, und noch gilt er dafür, ob er gleich nicht in allen Fällen ganz richtig iſt. Für das bloße Auge iſt übrigens die Beſtim⸗ mung der Wollfeinheit nach dieſen Wallungen die leichteſte. Bald aber kam man damit in ein anderes Extrem. Man hielt nur eine Wolle, welche dieſe Biegungen recht eng und hervortretend hatte, für die vorzüglichſte, und da man auf dieſe ganz beſonders hinarbeitete: ſo währte es nicht lange, daß man damit in die Fehlerhaftigkeit des Zwirnens gerieth. Denn je feiner die Wolle bei einem dünnen Stande iſt, deſto klarer treten ihre Biegungen hervor, und deſto leichter geht ſie in den genannten Fehler über. Wie man ihn, als man darauf aufmerkſam gemacht wurde, zu verbeſſern ſuchte und oft in den entgegengeſetzten verfiel, habe ich ſchon angegeben. Mit der Feinheit war es aber allein nicht genug. Denn obgleich manche deutſche Wollmanufacturiſten, nament⸗ lich Herr Moro in Klagenfurt, behaupten, daß mit der höchſten Feinheit auch alle übrigen preiswürdigen Eigen⸗ 154 ſchaften in der Wolle vereinigt wären: ſo gilt dies doch nicht in der größten Allgemeinheit. Es ſchlichen ſich außer dem Zwirnen auch andere Fehler ein. So z. B. gab es Wolle, die in dem Ganzen ihrer Haare nicht ausgeglichen war, wo nämlich einzelne derſelben ſtärker oder ſchwächer ſind, als die übrigen. Dieſer Fehler ſchadete bei der Ver⸗ arbeitung beſonders darin, daß eine ſolche Wolle kein gleiches Geſpinnſt gab. Während ſie auf den Schafen ſteht, bildet ſie in ihrer Oberfläche eine gewiſſe Unebenheit und eine Art von Verworrenheit. Wenn ſie aber dieſen Fehler nicht hat, ſo iſt ſie im Gegentheil oben in den Spitzen der Woll⸗ büſchelchen ganz abgerundet, indem alle Haare derſelben gleiche Länge, gleiche Stärke, und ſomit auch ganz gleiche Biegungen haben. Dies nennt man denn, wenn ſie dieſe glatte und gerundete Oberfläche hat, einen regelmäßigen Stapel. Da er faſt allemal eine große Aechtheit der Wollhaare, d. h., ganz gleiche Feinheit derſelben unter einander ſowohl, als auch jedes einzelne von der Grundlinie bis zur Spitze an⸗ deutet: ſo ſchätzt man ihn ganz beſonders, und mußte dies um ſo mehr alsdann, als jene beiden Fehler des Zwirnens und der Verworrenheit der Wolle häufig vorkommen. So⸗ bald die Wollzüchter darauf aufmerkſam gemacht wurden, und eine regelmäßig geſtapelte Wolle vorzugsweiſe geſucht und gut bezahlt ward: befliß man ſich derſelben mit allem Eifer, und dies um ſo mehr, als man bei derſelben ſeine Rechnung in doppelter Hinſicht fand. Denn einmal gab eine dergleichen dichte und rund geſtapelte Wolle eine ausgiebigere Schur; zweitens nahm ſie weniger Staub und Unrath in ſich auf und behielt ſo mehr Klarheit und Glanz, und dritter Anſehen, ausnimmt. ant, d 1 geſebt waren hyſchäbene emangelt. ihten Had dets durch rundeten E Polzüchte ſchon ſehr ſanftes un Nroduct er Volkommer ward. W vach wenig Preis noch Dieſ Super⸗E Bogen an eagen Wel urtheilen. Eigenſche keit ihres ſie ſih ne it welche nmeckt ſi lign Ber ſo gilt des doch lchen ſic ußer z. B. gab 8 cht ausgegliche der ſchwähen ete bei der Ver⸗ ole kein gleiches gfen ſeht, biddet heit und aäne Art Fehler nicht hat, pitzen der Vol⸗ te derſelben gleihe gleiche Biegungen dieſe glatte und n Stapel. Da Ahaare, d. h., der ſowohl, als zur Spite an⸗ und mußte dies er des Zwirnens bmmen. So⸗ rmacht wurden, gzweiſe geſudt ſelben wit allm n bei derfäben ʒDenn einmi gyalte Wole lite niar Etut und teit ud Gaanz 15⁵ und drittens gaben Schafe mit dergleichen Wolle ein beſſeres Anſehen, indem ihre ganze Geſtalt ſich dabei vortheilhafter ausnimmt. Es liegt übrigens in der Natur dieſer Woll⸗ art, daß die Schafzüchter dabei mancherlei Mißgriffen aus⸗ geſetzt waren. Denn meiſt hat ſie auf den Schafen das eben beſchriebene Anſehen, wenn ſie auch übrigens aller Sanftheit ermangelt. Ja gerade eine etwas barſche, nach oben in ihrem Haar ſtärker werdende Wolle zeichnet ſich ganz beſon⸗ ders durch Geſchloſſenheit in der Oberfläche und einen abge⸗ rundeten Stapel aus. Daher kam es denn auch, daß ſich viele Wollzüchter durch den Uibergang zu derſelben ihre ſonſt ſchon ſehr feine Wolle vergröberten. Ein hochfeines, hoch- ſanftes und mit allen Tugenden der Electoralwolle begabtes Product errangen zwar Mehrere und bildeten es zu einer Vollkommenheit aus, daß es im höchſten Grade geſchätzt ward. Aber die Schwierigkeit der Sache machte, daß es noch wenig allgemein geworden, und daß ihm jener hohe Preis noch immer geſichert geblieben iſt. Dieſe Wolle, welche auch einen großen Theil der Super⸗Electoral gibt, iſt aber wegen der Flachheit der Bogen an den kleinen Wollüſchelchen und wegen der ſehr engen Wellungen derſelben mit bloßem Auge ſchwer zu be⸗ urtheilen. Zu dieſer Schwierigkeit kommt dann noch die Eigenſchaft, daß ſolche Wolle noch eine Ausdehnungsfähig⸗ keit ihres Haares über ihre Biegungen hinaus hat, d. h. daß ſie ſich noch zu einer größern Länge ſpannen läßt, als die iſt, welche ſie hat, wenn ihre Biegungen vollkommen aus⸗ geſtreckt ſind. Weil man nun die Schwierigkeit einer rich⸗ tigen Beurtheilung des Feinheitsgrades mit den bloßen — 156 Augen nimmermehr fühlte: ſo ſann man auf Inſtrumente, wodurch man dem unbewaffneten Auge zu Hilfe kam. Man erfand Wollmeſſer. So viel mir bekannt, iſt der von dem Mechanikus Schirmer in Wien erfundene, der erſte. Man bediente ſich ſeiner beſonders auf dem Brünner Schaf⸗ züchtervereine. Er theilte den Wiener Zoll in 3200 gleiche Theile und man konnte alſo nach demſelben beurtheilen, wie viel ſolcher Theile der Durchmeſſer des auf ihm gebrach⸗ ten Wollhaares betrug. Größere Epoche machte, und eine ausgedehntere Anwendung fand der von Dolland in London erfundene, der eigentlich anfangs mehr zu aſtrono⸗ miſchen Meſſungen als zur Wolle beſtimmt war, bald aber den Namen Wollmeſſer(Eirometer) bekam, weil man ihn zu dieſem Gebrauche ganz beſonders häufig kaufte. Er theilt den engliſchen Zoll in 10000 gleiche Theile, und iſt ſonach noch beſtimmter als der Schirmer'ſche, und die Meſſungen mit demſelben ſind auch viel genauer. Der von Herrn Köhler, Wollhändler aus Zwickau in Sachſen, er⸗ fundene, und auf dem Leipziger Wollconvente im Jahre 18253 zuerſt vorgezeigte Wollmeſſer hat zwar in der Be⸗ ſtimmtheit und Sicherheit der Meſſungen vor jenen beiden den Vorzug, die Verfahrungsart mit demſelben iſt jedoch ſo mühſam, daß es faſt zur Unmöglichkeit gehört, den Fein⸗ heitsgrad der Wolle einer ganzen Schafherde nach demſelben zu beſtimmen. Wenigſtens würde eine Geduld dazu erfor⸗ derlich ſeyn, die weniger Menſchen Sache iſt. Dadurch nun iſt ſeine Anwendbarkeit beſchränkt. Uiberhaupt haben wohl faſt alle dieſe Wollmeſſer den Fehler, daß ihre Mani⸗ pulation ſo ſchwierig und mühſam iſt, weshalb auch ihre Anwendun dahet auch heitsgrnd dadurch di der dan be priin iſ E w s abführ vemannten wärts vie liufgkeit Von nicht zur. ic jdoch meht ein I dem Baro Er beſteht von ohng Rahmen die Woll Man faßt kügflchen, deſte f Ende in ſam das geſpannt dieſes feſ ſcher Fei Da wbe⸗ auf Inſunent, zul Hiff kam. mnnt, iſt der wa indene, der erſ Brünner Schaf⸗ in 8200 gleich uben beurthellen, auf ihm gorach⸗ machte, und eine Dolland i mehr zu aſtono⸗ t war, bald aber , weil man ihn ſſi kaufte. Er Theile, und iſt rſche, und die nauer. Der von in Sachſen, er⸗ nvente im Jahte war in der Be⸗ bor jenen beiden ſelen iſ jdoch zchärt, den en⸗ enach demſäben eduld dazu erfb⸗ he iſ. Orduuc lüberhaupt ichen ß ihr Nani⸗ ethalb uuh ihr 25) Anwendung gar nicht allgemein werden konnte. Sie haben daher auch vielmehr nur dazu gedient, ſich über den Fein⸗ heitsgrad gewiſſer Wollmuſter in Gewißheit zu bringen, um dadurch einen ſichern Maßſtab für's Auge zu erlangen, der dann bei wiederholter Uibung ſtets der beſte Wollmeſſer geweſen iſt und bleiben wird. Es würde mich viel zu weit vom Plane meines Wer⸗ kes abführen, wenn ich eine genaue Beſchreibung von den genannten Wollmeſſern hätte geben wollen. Dieſe iſt ander⸗ wärts vielfach zu finden und hie und da mit vieler Weit⸗ läufigkeit vorgetragen. Von einem andern weniger bekannten, und faſt gar nicht zur Kenntniß des großen Publikums gekommenen muß ich jedoch hier einige Worte ſagen. Es iſt dies eigentlich mehr ein Wollvergleicher als ein Wollmeſſer, und er verdankt dem Baron von Poſtazky in Mähren ſeine Erfindung. Er beſteht aus einem auf einem Fuße feſtſtehenden Rahmen von ohngefähr 2 Fuß Höhe und 1 Fuß Breite. In dieſem Rahmen ſind einige ſchwarze glatte Leiſten, auf welchen die Wollhaare auf folgende Weiſe aufgeſpannt werden. Man faßt das eine Ende derſelben in ein kleines Wachs⸗ kügelchen, und klebt dieſes auf der obern Kante einer ſolchen Leiſte feſt, dann faßt man auf gleiche Weiſe das andere Ende in ein gleiches Wachskügelchen und zieht nun behut⸗ ſam das Haar über die Leiſte herunter, bis es völlig aus⸗ geſpannt iſt, und ſo wie dies geſchehen, klebt man auch dieſes feſt. Zur Norm nimmt man nun ein Wollhaar von hoher Feinheit, z. B. aus einer Probe von Super⸗ Electoral. Die neben demſelben aufgeſpannten zeigen ihre Abweichung 158 von dieſen mehr oder weniger. Wenn man nun den Fein⸗ heitsgrad eines neu aufgeſpannten Haares im Vergleich zu jener Super⸗Electa kennen lernen will, ſo entfernt man ſich allmählig ruckwärts von dem Rahmen, gibt genau Acht, wenn das Normal⸗ Haar dem Auge verſchwindet, und merkt nun, wie weit man ſich noch zu entfernen habe, bis auch das zu vergleichende nicht mehr ſichtbar iſt. Aus der geringern oder größern Entfernung folgt die höhere oder geringere Feinheit. Denn verſchwindet das Normal⸗Haar z. B. ſchon bei 10 Fuß Entfernung, und man muß dann noch 10 Fuß rückwärts gehen, ehe man das zu verglei⸗ chende nicht mehr ſieht: ſo folgt daraus, daß deſſen Durch⸗ meſſer oder Stärke doppelt ſo viel betrage, als bei jenem. Aus der jedesmaligen Berechnung der weitern oder nähern Entfernung läßt ſich dann leicht der Feinheitsgrad jeder Wollart beſtimmen. Auch iſt dies ein treffliches Mittel, die Treue des Haares zu prüfen, d. h. zu unterſuchen, ob auch die Wollhaare in ihrer ganzen Länge herauf gleiche Feinheit haben, und dann auch, ob ſie alle unter einander ausgeglichen ſind. Im erſten Falle muß man das ganze Haar zugleich aus den Augen verlieren, und es nicht theil⸗ weiſe noch ſehen, während ſchon einzelne Stücke verſchwin⸗ den, und im zweiten Falle befeſtigt man deren mehrere aus einem Wollmuſter neben einander. Iſt nun die Wolle ächt, d. h. ſind alle Haare derſelben gleich fein: ſo müſſen ſich dieſe neben einander geſpannten Haare alle zuſammen in gleicher Entfernung dem Auge entziehen. Da das Auge in der Fernſicht bei vielen Menſchen verſchieden iſt: ſo läßt ſich keine beſtimmte Entfernung argäen, i gegebenen Dies iſt r das fente! ihn ſten ſih vier ei uf die beit ſäines Auge ſch zu ent und nach Es iſt ibr meſeer erfe erſt volkon natürlichen beldenen a Wie ſe der Wiſche der Vereini nennt, wi ander und igre vorige göt, die di nat aus de gerade nac Zuſtande urtheilt: ſin Anhal mmcht fin erethen, in nun da Fein⸗ in Vergeih zu ſo entfernt un n, gibt genan eiſchwindet, und ernen habe, bis iſt. Aus der die höhere oder 3 Normal⸗Haart man muß dann das zu vergle⸗ p deſſen Durch⸗ als bei jenem. mnoder nuhern eitsgrad jeder ffäches Mitte, untetſuchen, 0b e hetauf geiche unter einander man das ganze es nicht theil⸗ tülke verſchwin⸗ en wehrere aud nun die Wöll fein: ſö müſſn e all zuſemmen 1 riten Mmſcen inte Ertfernung 159 angeben, in welcher man das Wollhaar von einem gewiſſen gegebenen Feinheitsgrade aus dem Geſichte verlieren müßte. Dies iſt vielmehr ganz relativ, und einer wird z. B. noch das feinſte Haar unterſcheiden, während einem andern neben ihm ſchon ein noch ſo ſtarkes entſchwunden iſt. Es muß ſich daher ein jeder die Rechnung, die aus der Entfernung auf die Feinheit ſchließt, nach der Stärke oder Schwäche ſeines Auges machen, d. h. er muß erſt ſehen, wie weit er ſich zu entfernen habe, ehe er das Normalhaar verliert, und nach dieſer Diſtanz hat er dann ſeinen Maßſtab. Es iſt übrigens bei dieſem, wie bei jedem andern Woll⸗ meſſer erfoderlich, die Wollhaare, ehe man ſie aufſpannt, erſt vollkommen zu entfetten, weil ſie ſonſt nicht in ihrer natürlichen Feinheit erſcheinen, und die mit vielem Fette beladenen am ſtärkſten ausſehen müßten. Wie ſchon bemerkt worden, ſo erleidet die Wolle bei der Wäſche eine große Veränderung. Ihre Bildung in der Vereinigung der kleinen Wollbüſchelchen, die man Stapel nennt, wird verändert. Es treten deren mehrere in ein⸗ ander und ſie verziehen ſich auf dieſe Weiſe oft ſo, daß ſie ihre vorige Form faſt ganz verlieren. Wenn es auch Wolle gibt, die dieſem weniger ausgeſetzt iſt: ſo beſteht dieſe doch nur aus dem geringſten Theile. Da nun der Schafzüchter gerade nach jener Bildung, welche die Wolle im regelmäßigen Zuſtande auf dem Thiere hat, meiſtentheils deren Güte be⸗ urtheilt: ſo iſt es kein Wunder, wenn ihm auf einmal ſein Anhaltpunkt entriſſen wird, daß er ſich nun nicht mehr zurecht findet. Um darin ſich Kenntniß und Uibung zu erwerben, die Wolle auch im gewaſchenen Zuſtande richtig 160 kennen zu lernen, geht er, wenn ich mich ſo ausdrücken darf, viel zu kurze Zeit mit derſelben um. Denn die Zeit zwiſchen der Schur und dem Verkaufe dauert nicht lange, und bleibt ſie ihm auch vielleicht einmal ein Jahr liegen: ſo iſt ſie verpackt, und er ſieht ſich dieſelbe wenig mehr an. Dasſelbe gilt im umgekehrten Verhältniſſe von den Woll⸗ händlern und Manufacturiſten. Sie haben wenig Gelegen⸗ heit, die Wolle im rohen Zuſtande auf den Schafen zu ſehen, und mangelt ihnen daher alle Uibung, ſie in demſelben richtig zu beurtheilen. Daher verfallen auch beide Theile in die größten Irrthümer, wenn ſie aus ihrem Fache in der Wollbeurtheilung heraustreten. Der Producent weiß dann eben ſo wenig, welchen Werth die gewaſchene Wolle habe, wie der Conſument von der ungewaſchenen. Letztere haben daher auch meiſt müſſen theures Lehrgeld geben, wenn ſie die Wolle zuweilen ſchon auf den Schafen kauften. Daß man aber ällmählig in der Wollkenntniß auf beiden Seiten weiter gekommen ſey, das beweiſt von den Producenten die richtige Verfahrungsart bei der Erzeugung und Behandlung der Wolle, und bei den Verbrauchern die immer vollkommnere und köſtlichere Waare, die ſie aus der⸗ ſelben liefern. Ganz dem natürlichen Gange gemäß kann ich nunmehr D. den Wollhandel folgen laſſen. So wenig auch derſelbe die Schafzucht direct angeht, ſo wichtig iſt er indirect für dieſelbe, und ſein leb⸗ hafter oder flauer Gang trug jedesmal ganz beſonders zum Fottgang Inſofern Urſachen Schefu⸗ aber dehen ſih eine i Europa ſo telbar beri G allemal do einer bede für den? und 3.) nicht halte oder aber dänder& Wolle gelt den ſeit le faſt erwie und gedeit Nenſchen Geher Pundte de nur dann die Neng e mehrere Denn ſo lange nich Nemander Eläners ich ſo ausdrücken Denn di geit gert nicht lug, ein Jahr lieg: nenig mehr a. ewon den Wol⸗ nenig Gelegen⸗ den Shhafen zu z ſie in demſäben auch bede Thell hrem Jache in de ducent weiß dann chene Woll habe eeßtere haben geben, wenn ſie kauften. Vollkenatriß auf beweſt von den bei der Etzeugung Verbrauchert die die ſje aus der⸗ ange gemäß kann del die Schafuht ditect ſelbe, und ſein leb⸗ ganz heſonders zum 161 Fortgange oder Stillſtande in der Veredlung derſelben bei. Inſofern hätte dieſer Abſchnitt freilich unter den beſondern Urſachen aufgezählt werden ſollen, welche die Veredlung der Schafzucht befördert oder gehemmt haben. Ich habe ihn aber deshalb nicht mit dorthin gezogen, weil er einmal für ſich eine zu große Rolle bei der veredelten Schafzucht in Europa ſpielt, und zweitens weil er dieſelbe nicht unmit⸗ telbar berührt. Es wird aber jedes Natur⸗ oder Kunſtproduct erſt allemal dann ein Gegenſtand des Handels, wenn es 1.) in einer bedeutenden Menge, 2) von einer Qualität, die es für den Verkauf angenehm und beſonders geeignet macht, und 3.) in einem Preiſe erzeugt wird, den andere Länder nicht halten können, nach denen es dann verführt wird, oder aber auch 4.) wenn es von der Art iſt, daß andere Länder es gar nicht erzeugen können. Für die veredelte Wolle gelten nur die erſten drei Punkte, denn es iſt nach den ſeit langer Zeit ſo mannigfaltig angeſtellten Verſuchen faſt erwieſen, daß das veredelte Schaf überall da fortkommt und gedeiht, wo man deſſen Wolle zur Bekleidung des Menſchen anwendet. Gehen wir in der angegebenen Ordnung die drei Punkte durch, ſo findet ſich bei 1.) überall beſtätigt, daß nur dann der Wollhandel auflebte, wenn in einem Lande die Menge der veredelten Wolle ſo zugenommen hatte, daß es mehreren Kaufleuten lohnte, ſich mit demſelben zu befaſſen. Denn ſo lange deren nur noch ſo wenig iſt, daß ſie noch lange nicht den inländiſchen Bedarf deckt, ſo lange wird es Niemanden ſo leicht einfallen, ſie für den auswärtigen Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. L 16² Handel aufkaufen zu wollen, weil er vermöge der hohen Preiſe, die er für eine, aus jenem Grunde ſehr geſuchte, Waare bezahlen müßte, eine ſchlechte Ausſicht auf einigen Gewinn haben würde. Außerdem bedarf jeder Handel, beſonders wenn er für beide Theile, d. h. für Käufer und Verkäufer ermuthigend werden ſoll, der Concurrenz. So lange der Einkauf das Monopol eines oder einiger Einzel⸗ nen bleibt, werden ſie den Preis der Waare über die Ge⸗ bühr herabdrücken, und es wird dies dann den Producenten nicht ſonderlich aufmuntern, die Erzeugung ſeines Products nach Menge und Güte zu vermehren. Er wird dies auch um ſo weniger können, jemehr er dazu bedeutende Mittel nöthig hat, die ihm durch jenes Herabdrücken des Preiſes geſchmälert werden. Im andern Falle gilt ein Gleiches. Sind nur Wenige, die ein Product zum Verkaufe anbieten: ſo haben ſie die Preisbeſtimmung in ihrer Gewalt, und ſie können dieſen bis zu einer Höhe ſteigern, wo dem Käufer keine Ausſicht auf Gewinn mehr bleibt, was ihm denn das Geſchäft verleidet und dasſelbe am Ende ganz ſtört. Auch iſt es zu dem Credit, dem eine Waare im Auslande erlangen muß, unumgänglich nothwendig, daß ſie erſt in bedeutender Menge dahin gebracht werde. Denn nur da⸗ durch wird die Aufmerkſamkeit der Bevölkerung darauf gezogen, und zu ihrem Verbrauche aufgemuntert. Dies hat ſich in Hinſicht der Wolle aufs Augen⸗ ſcheinlichſte bewieſen. Der Handel mit ihr konnte ſich aber nur meiſt auf die edlern Sorten beſchränken, weil die ge⸗ meinen überall in Menge und zwar ohne etwa beſondere Mühe und Aufmerkſamkeit erzeugt werden, und weil bei ihten, 9 niedriger in dem Oe nim. E führt htt nan die ſhon die blühendſt Zeugen, ten jener waren grindete Polle in üher von; bezabhlte, reihhet de auf den weil man geringere des Hande Grundſite anlaßt, n aufzuziche gegen die ſogleich z Seit deutſch der Vaan möge der ſohen e ſehr gichte, cht auf einign jeder Hande ür Käufer und hüutenz. Eo diniget Einzel⸗ te üder de Ge⸗ den Mroducenten ſeines Product t widd dies auch edeutende Mittel ken des Preiſes t ein Gleiches. kaufe anbieten: zewalt und ſie wo dem Kälfer z ihm denn das de ganz ſüört. are in Aulande vß ſee eiſ in Denn nut da⸗ ölkerung darauf mtert. le auß Augei⸗ komt ſih dber imn, wil i ge e ttw beundere n, und well biͦ 163 ihnen, gerade wegen dieſes Umſtandes und wegen ihres ſehr niedrigen Preiſes es nicht möglich iſt, ſehr großen Gewinn in dem Handel mit ihnen zu machen. Der erſte bedeutende Wollhandel gründete ſich in Spa⸗ nien. Ehe man im übrigen Europa die Merinos einge⸗ führt hatte, war dies auch das einzige Land, aus welchem man die edle Wolle bezog. Die Holländer und vor ihnen ſchon die Venetianer und Genueſer holten ſie in den blühendſten Zeiten ihres Handels und verarbeiteten ſie zu Zeugen, die der Seide gleichgeſchätzt wurden. Später folg⸗ ten jenen die Franzoſen und Engländer. Die letzteren waren es, bei denen ſich der Wollhandel bald im Großen gründete, und die nunmehr die Hauptkäufer der feinen Wolle in Europa ſind. In Spanien ward dieſer Handel aber von jeher ſo betrieben, daß man die Wolle pr. Kopf bezahlte, und einen um ſo höhern Preis bewilligte, je woll⸗ reicher die Thiere waren, ohne daß man grade ſonderlich auf den höhern oder niedern Feinheitsgrad derſelben ſah: weil man nämlich vorausſetzte, durch die Menge die etwa geringere Güte reichlich wieder erſetzt zu ſehen. Dieſe Art des Handels hat die ſpaniſchen Schafzüchter auch in ihren Grundſätzen beſonders geleitet, und zu dem Verfahren ver⸗ anlaßt, nur Lämmer, welche mit Haaren geboren werden, aufzuziehen, weil dieſe ſtets Reichwolligkeit verſprechen, da⸗ gegen die ganz glatt gebornen, als armwollig werdend, ſogleich zu tödten. Seit einiger Zeit iſt ohne Zweifel der Wollhandel in Deutſchland am bedeutendſten geworden. Die Menge der Waare hat ſich hier ſo vermehrt, daß ſie in die Wag⸗ L 2 164 ſchale des Activhandels des ganzen Landes ein bedeutendes Gewicht legt. Es hat ſich hier ganz beſonders beſtätigt, daß nur erſt dann der Handel mit Wolle recht lebendig ward, als deren Production immer mehr zunahm. An den deutſchen Wollhandel hat ſich der aus Ungarn bis jetzt angeſchloſſen. Denn ob dieſer gleich der Maſſe der erzeugten Wolle nach leicht ſelbſtſtändig ſeyn könnte: ſo wurde er es bis jetzt deshalb noch nicht, weil die Qualität der dort erzeugten Wolle im Ganzen noch zu ſehr zurückſteht, ſoviel deren auch ſchon von hoher Veredlung erzeugt wird. Dies leitet mich denn 2.) darauf, daß nämlich jede Waare, die ein Gegen⸗ ſtand eines lebhaften Handels werden ſoll, auch von einer ſo guten Beſchaffenheit ſeyn müſſe, daß ſie für den Ver⸗ brauch angenehm und beſonders geeignet ſey. Die Geſchichte des Wollhandels hat dies aufs augen⸗ ſcheinlichſte beſtätigt; denn er blühte allenthalben da am meiſten, wo jedesmal die beſte Wolle erzeugt ward. Die Sache hat auch ihre ſehr natürlichen Urſachen. Denn ein⸗ mal wird das Vorzügliche eines Products nicht gleich ſo allgemein, als daß es nicht ſollte von den Orten her ge⸗ ſucht werden, wo man es nicht erzeugt, wozu dann der Handel die Hand bietet, und zweitens wird allemal, je voll⸗ kommener ein rohes Product iſt, auch deſſen Verbrauch deſto größer und ausgedehnter: weil es vermöge ſeiner Voll⸗ kommenheit den Sinnen ſchmeichelt, und ſich auf unendlich mehrfache Art in Kunſtproducte umgeſtalten läßt, als ein unvollkommneres. Dann hat eine beſſere Waare auch ſchon den Vortheil vor einer geringern im Handel voraus, trß ſie gleich ha ganzen! ten gend die lei g jn Koſte kuuf ſetz aber auch 5) andere! es am n anreizt, einen be erworben höher ſeyn Unternehr handel iſ geblieben in einem ſondere! machten, Staiſin einen ge bemerkt de Holl Meinow in bedeutendes S beſtäg, dß lebbendig wade raus Ungarn ih der Maſſe ſeyn könnte: i di Qualttät ſehr zurüäſht, gerzeugt widd. die ein Gegen⸗ auch von einer für den Ver⸗ aufs augen⸗ halben da am t ward. De n. Denn ein⸗ nicht glech ſo Orten her ge⸗ wozu dann der alemal, ſe vol⸗ ſen Verbruuch üge ſeiner Vol⸗ ſch ꝛi unendlch iten lißt, il ſere Woil auch Hande boraud, 165 daß ſie die Transport⸗ und andere Koſten nur mit dieſer gleich hat, und daß bei ihr dieſelben, im Vergleich zum ganzen Werthe, weit geringer werden. Denn zum entfern⸗ ten Handel wird die Waare allemal den Vorzug behaupten, die bei gleichem Gewicht und gleichem Volumen, wovon jene Koſten meiſt abhängen, ein höheres Kapital in Um⸗ lauf ſetzt und zu gleichen Procenten verzinſet. Es muß aber auch zur beſondern Belebung des Handels 3.) ein Product in einem Preiſe erzeugt werden, den andere Länder nicht halten können. Denn gerade dies iſt es am meiſten, was zu Unternehmungen mit jeder Waare anreizt, wenn man die Ausſicht hat, ſie anderwärts für einen beſſern Preis wieder anzubringen, als wofür man ſie erworben hat. Dieſer Preis muß dann allerdings bedeutend höher ſeyn, wenn er außer der Deckung der Koſten dem Unternehmer noch einen Gewinn ſichern ſoll. Der Woll⸗ handel iſt daher für alle jene Länder ſtets ein Activhandel geblieben, in denen entweder das Grundeigenthum noch nicht in einem überſpannt hohen Preiſe ſteht, oder die durch be⸗ ſondere begünſtigende Umſtände Fortſchritte in der Schafzucht machten, und nicht durch allzukoſtſpielige Anſchaffungen von Schafſtämmen die Wolle zu theuer erzeugten, um damit einen gewinnreichen Handel nach außen treiben zu können. Nach dieſen Vorausſetzungen mag nun der geſchichtliche Gang des Wollhandels folgen, und zwar beſonders, wie er ſich in den letzten 50 Jahren geſtaltet hat. Wie ſchon bemerkt worden: ſo kauften in frühern Zeiten beſonders die Holländer in der Periode ihres blühenden Handels die Merinowolle in Spanien ſehr häufig. Der Preis derſelben 166 konnte, wegen weniger Concurrenz der Käufer nicht ſo hoch ſeyn, als er es in ſpätern Zeiten oft geworden iſt, war aber dennoch ſo, daß er die Regierungen des Auslandes wohl darauf aufmerkſam und den Wunſch in ihnen rege machen mußte, die Merinos in ihre Länder zu ziehen. Spanien kannte dieſen Schatz genug, um ihn auch nach Werthe zu würdigen, und die Ablaſſung von einigen dieſer edlen Thiere war jederzeit nur eine beſondere Begünſtigung. Frankreich war und blieb im Wollhandel vom Auslande abhängig und hat bis jetzt noch alljährlich ſehr bedeutende Summen für edle Wolle ausgeben müſſen. Ehe in Deutſchland dieſe in großer Menge erzeugt ward, mußte es ſich ebenfalls nach Spanien wenden. Dasſelbe that auch England. Ich habe ſchon bemerkt, daß man in Spanien von jeher die Wolle aus erſter Hand nach der Stückzahl der Schafe kaufte. Die Händler, welche dies thaten, richteten ſie dann bei der Schur für ihren fernern Verſchleiß vor, und ſtellten ſie zu dem Ende in drei Sorten, die mit den Namen Refina(R. F.) Fina(F.) und Caida(C.) be⸗ legt und bezeichnet ward. Nachdem ſich aber der Woll⸗ handel in Deutſchland ausbildete, und nachdem man hier in der Veredlung dieſes Products immer mehr vorſchritt: ſo begnügte man ſich mit der Scheidung derſelben in drei Sorten nicht, ſondern ſtellte deren fünf; dies that man aber ganz beſonders für den engliſchen Markt. Man nannte dieſe fünf Sorten Electa, Prima, Secunda, Tertia und Quarta. In der Folge ſchied man noch das alleredelſte aus und nannte es Super⸗Electa. Nun blieben aber, wenn man dieſe Sorten gut und rein don allem lge übr zwar ung Sölecti nannte ma Ordrung u hendlunger wihtend in ihter In handel in gab dazu Wolee gt häuſer ein dieſe Wao digſelbe in voransger bewarben vorzüglich leicht dur her ſie die fürſtiche Ed land im Wolhan wetteifer in der E ſchſiſcher Enand rnicht ſo hoch iſt war cher landes wall rege machen n. Spanien ch Verthe zu redlen Thiere 6. Narkreich abhängig und Summen für chland dieſe in ebenfals nach ngland. Ich von jeher die der Schafe nchteten ſie leiß vor, vid de wit de Jaida(C. be⸗ üher der Tol⸗ zden man hier naht borſhrit: erſelben in wi des that um Natkt. Ma nn, Setunda, ſtid nn och er⸗ Electa⸗ n gut und rein 167 von allem Unrath halten wollte, noch eine Menge Abgäng⸗ linge übrig, die man unter dem Namen von Stücken, und zwar nach den obigen Sorten in den Handel brachte. Das Schlechteſte, was noch dazu mit Schmutz beladen war, nannte man Locken. Um nun dies alles mit der größten Ordnung und Pünklichkeit auszuführen, gründeten die Woll⸗ handlungen Sortiranſtalten, in welchen Menſchen immer⸗ während beſchäftigt wurden, die denn eine große Fertigkeit in ihrer Arbeit erlangten. In Sachſen, und zwar in Leipzig, entſtand der Woll⸗ handel in Deutſchland zuerſt. Die berühmte daſige Meſſe gab dazu die erſte Veranlaſſung, und die edle ſächſiſche Wolle gründete ſehr bald für die hieſigen Wollhandlungs⸗ häuſer einen ſehr ſoliden Credit. Die Engländer, welche dieſe Waare ganz beſonders gern hatten, und die durch dieſelbe in den Stand geſetzt wurden, mit den früher ihnen vorausgeeilten franzöſiſchen Wollmanufacturen zu wetteifern, bewarben ſich eifrig darum, und zwar beſonders um die vorzüglichſte oder Electa⸗Sorte. Sie gaben ihr nun, viel⸗ leicht durch Vertauſchung des Namens mit dem Lande, wo⸗ her ſie dieſelbe bezogen, den Namen Electoral⸗ oder chur⸗ fürſtliche Wolle. So wie nun die Veredlung der Schafzucht in Deutſch⸗ land immer mehr überhand nahm: ſo breitete ſich auch der Wollhandel in demſelben immer mehr aus. Beſonders wetteiferten die Mark Brandenburg, Schleſien und Mähren in der Erzeugung eines immer beſſern Wollproductes. Die ſächſiſchen Wollhändler, welche bisher den Handel nach England faſt nur allein genau gekannt und betrieben hatten, ——. ſſſſſſſſͤſſ² 163 ſuchten die edle Wolle in jenen Provinzen auf, und brachten ſie dann mit ihrer ſächſiſchen an den engliſchen Markt. Da⸗ her kam es denn, daß man lange Zeit in England von hochfeiner Wolle außer Sachſen nichts wußte, da alle aus jenen Provinzen zuſammengekaufte erſt nach Sachſen trans⸗ portirt, dort alsdann ſortirt, und unter der Firma von ſächſiſcher nach England verſandt wurde. Dieſen Uibelſtand und Nachtheil fühlten beſonders die öſterreichiſchen Schaf⸗ züchter, und der würdige André ſchlug deshalb als Se⸗ cretär des mähriſchen Schafzüchtervereins demſelben im Jahre 1819 vor, man möchte die edle öſterreichiſche unter dem Namen Imperialwolle nach England zu bringen ſuchen. Dies kam nicht zur Ausführung, und konnte auch aus fol⸗ genden Gründen nicht dazu kommen. ¹1) War der hochveredelten Wolle damals in den öſter⸗ reichiſchen Staaten noch nicht genug, um ſo bedeutende Parthien über den eigenen Bedarf fürs Ausland zu erübrigen, daß man damit ſogleich im Großen unter einer neuen Firma hätte auftreten können. 2) Hätte man müſſen, um ſich Credit damit zu ver⸗ ſchaffen, nur Waare von ganz vorzüglicher Qualität unter der gedachten Firma nach England und wohl auch nach Frankreich verſenden, und deſſenungeachtet würde es 3) noch ſchwer gehalten haben, Glück damit zu machen, weil es lange dauert, eine unter neuer Firma auftretende Waare neben einer andern ſchon lange in beſon⸗ derm Rufe ſtehenden vortheilhaft an Mann zu bringen. Es wären daher fürs erſte Opfer nöthig geweſen. Wer hätte dieſe bringen ſollen?— Der Wollhändler würde ſich ſchwer⸗ lih dazu ſe von i ghabt, ſtden/ Jahrg. 16 land aufge viſeneit dn gekon Der habenheit merkſamt fanden ſi dann, d hielt. D die Unkenn das wahrr dieſe vich venderbli bene W ſchwindel wieder he dſt zuſar Wole d weil ih gioß ſe dergleich De nchte A hen Part f und hacen n Markt. Da⸗ England don „da alle auz zachſen trans⸗ er Firma von ſen Uibelſtand diſchen Scaf⸗ eshalb als Se⸗ elben im Jahre ſche unter dem inngen ſuchen. auch aus fol⸗ in den öſter⸗ ſo bedeutende Hn eribtigen, e neuen Firm damit zu ber⸗ Qualitit unter chl auch nach bürde glück damit zu er neuer Fima lange in ben⸗ zu bringen. Es en. Wer hitte ünde ſch ſcwer 169 lich dazu verſtanden haben, und der Producent hätte, wenn ſie von ihm gefodert worden wären, am Ende die Meinung gehabt, daß ihm dann nicht geholfen ſey. Es ſoll zwar ſeitdem, wie die Oekonomiſchen Neuigkeiten in Nr. 39, Jahrg. 1828 erzählen, die Imperialwolle wirklich in Eng⸗ land aufgetreten ſeyn. Ich geſtehe aber darin meine Un⸗ wiſſenheit. Auch iſt ſie noch nie in irgend einer aus Lon⸗ don gekommenen Preis⸗Courant genannt werden. Der große Gewinn und die daraus folgende Wohl⸗ habenheit der ſächſiſchen Wollhändler mußten endlich die Auf⸗ merkſamkeit anderer Handels⸗Speculanten erregen. Es fanden ſich deren auch bald in Menge und beſonders als⸗ dann, da die edle deutſche Wolle immer höhere Preiſe er⸗ hielt. Die allzu große Gewinnſucht, zum Theil aber auch die Unkenntniß des Geſchäfts, führte jedoch ein Uibel herbei, das mehrmals für die Wollhändler im Allgemeinen, und für dieſe nicht allein, ſondern auch für die Producenten die verderblichſten Folgen herbeiführte. Ich meine die übertrie⸗ bene Wuth zu ſpeculieren, wodurch man die Preiſe auf eine ſchwindelnde Höhe trieb, von welcher ſie dann plötzlich wieder herabgeſtürzt wurden. Mancherlei Umſtände wirkten oft zuſammen, die Meinung zu begründen, daß die edle Wolle einen noch nie erreichten Werth bekommen müſſe, weil ihr Bedarf und die Nachfrage nach ihr ſo ungemein groß ſey. Es waren vorzüglich dreimal im Wollhandel dergleichen Perioden, die ich hier einzeln anführen will. Der Wollhandel erlangte überhaupt erſt dann eine rechte Allgemeinheit, als die deutſche Wolle anfing, in gro⸗ ßen Parthien auf demſelben zu erſcheinen. Zwar mußte 17⁰ dieſelbe der ſpaniſchen anfangs wohl natürlicherweiſe nach⸗ ſtehen, weil ſie theils noch nicht deren Vollkommenheit, noch weniger deren Ruf erreicht hatte. Aber trotz dieſen ließen ſich die deutſchen Schafzüchter nicht entmuthigen; auch waren die Preiſe, welche ſie für ihre veredelte Wolle be⸗ kamen, doch weit höher, als für die gemeine. Zudem deckten dieſelben die Erzeugungskoſten ſchon ſo reichlich, daß der Eifer für veredelte Schafzucht immer mehr belebt wurde. Das Beginnen des deutſchen Wollhandels im Großen fällt in den Anfang des jetzigen Jahrhunderts. Denn war auch vor dieſer Zeit ſchon viel für Veredlung der Schäfereien, beſonders in Sachſen und Oeſterreich, gethan worden: ſo war theils die Zeit noch zu kurz, um ſchon feine Wolle zu großen Maſſen an den Markt bringen zu können, theils konnte auch, wie bei jeder neu beginnenden Sache, der Er⸗ folg noch nicht ſo groß ſeyn. Bedenken wir, daß wenigſtens zwei Jahrzehende erfoderlich ſind, um die Schafzucht, wenn ihre Veredlung in einem Lande erſt angefangen wird, nur zum Theil emporzubringen, ſo konnte ſelbſt Sachſen erſt in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts anfangen, mit ſeiner veredelten Wolle ſo aufzutreten, daß ſie die Auf⸗ merkſamkeit im Inlande bedeutend erregte. Um dies fürs Ausland zu thun, war wenigſtens wiederum ein Jahrzehend erfoderlich. Und ſo war es auch in der That. Denn in den neunziger Jahren erlangte die ſächſiſche feine Wolle Ruf in den Niederlanden und in Frankreich. Noch ſpäter erſt in England. Die übrigen deutſchen Provinzen konnten, da ſie ſpäter mit der Einführung der Merinos und der Ver⸗ edlung ihrer inländiſchen Heerden anfingen, auch deshalb mi Sachſe auftreten. hinausgeſh erſte bedeu gefiir und Nrinzen, Wenn unn ich w well ftüher ſich nur a auch von deshalb eu war, als und dann, manufacture nun zwari in bedeuten ſeinet We gleichen gewiſſes ſellt, und in Hande gewich. von Stag ſcch weni Wolle ſo darin ſo⸗ beianden durh die licerwiſe nac⸗ Folkomnazei, ber trotz digen nuthigen; auc elte Wolle be— neige. Zudem Hreichlih, daß t beleht wurde. n Großen filt Denn war auch er Schifereien, an worden: ſo feine Wolle zu können, theils jache, der Er⸗ aß werigſtens hafzucht, wenn den wird, nur ſt Saaſen erſ derts anfangen, aß ſiedie Auf⸗ Um dies füts ein Jahrzehend hat. Dem in fine Pole guf ſoch ſpite ef zun kotn, da zund dr Ver⸗ 1 auch deshelb 17¹ mit Sachſen nicht zugleich im Wollhandel mit ihrem Product auftreten. Dies war für ſie noch ein Jahrzehend weiter hinausgeſchoben. In der That finden wir auch, daß der erſte bedeutende Wollhandel von Sachſen ins Ausland un⸗ gefähr um das Jahr 1794, und für die übrigen deutſchen Provinzen, um das Jahr 1804 beginnt. Wenn ich die oben beregten drei Perioden angebe: ſo kann ich nur von letzterer Zeit anfangen, und zwar deshalb: weil früher wegen Mangel an Concurrenz der Wollhandel ſich nur auf einzelne Länder und Provinzen beſchränkte, auch von wenigen Individuen betrieben wurde, und eben deshalb auch weniger den großen Fluctuationen unterworfen war, als ſpäterhin. Denn nur Spanien war es anfangs, und dann, wie ſchon bemerkt, Sachſen, die den Wollen⸗ manufacturen ihr feines rohes Product anboten. Da dies nun zwar in ziemlicher Menge, aber doch noch gar nicht in bedeutendem Uiberfluſſe geſchah; da ferner Spanien in ſeiner Wollproduction, vermög ſeiner Meſta, faſt ſtets auf gleichem Quantum ſtehen blieb: ſo war eben darum ein gewiſſes Gleichgewicht zwiſchen Bedarf und Angebot herge⸗ ſtellt, und gerade deshalb ſetzte ſich die Verarbeitung der im Handel gangbaren feinen Wolle auch in dasſelbe Gleich⸗ gewicht. Daraus folgte denn ziemlich natürlich eine Art von Stagnation des Preiſes, weil Nachfrage und Anbot ſich wenig änderte. Als aber die Erzeugung der feinen Wolle ſo reißend überhand nahm, als beſonders Deutſchland darin ſo Großes that: da mußten ſich ſehr ſchnell die lange beſtandenen Verhältniſſe des Wollhandes umgeſtalten. Ein durch die vermehrte Production der Natur der Sache nach 1 7² erfolgter verminderter Preis der edlen Wolle warf im An⸗ fange für die Manufacturen einen erhöhten Gewinn ab, indem deren Waaren nicht ſogleich mit dem Wolpreiſe ſanken. Dies reizte zur Vermehrung des Verbrauchs. Die beſtehenden Manufacturen vergrößerten ſich und neue traten neben ihnen auf. Sie mußten, wollten ſie ihre Anlagen nicht umſonſt gemacht haben, alle um das rohe Produck ſich bemühen. Jetzt ſing die Nachfrage an, das Anbot zu übertreffen, was nur eine kurze Zeit der umgekehrte Fall geweſen war. Dieſe Ereigniſſe fallen in die erſte Periode. Wir können ſie von 1800 an datiren. Fragen wir die Geſchichte des Wollhandels über jene Zeit, ſo iſt deren Ant⸗ wort dieſe, daß von dem gedachten Jahr an die feine Wolle ſehr geſucht ward, daß aber ihr Preis dennoch eine Zeitlang wenig anzog, ſondern vielmehr im Anfange zurück ging, bis er ſich allmählig wieder hob. Letzteres geſchah von 1803 an, und das Steigen dauerte allmählig fort bis zu 1811, wo eine Schwankung rückwärts ſtatt fand, die aber lange nicht von der Art war, wie die ſpäter vorkommenden. Im Jahre 1815 war die Sache wieder dergeſtalt hergeſtellt, daß die Preiſe bedeutend höher ſtanden, als früherhin. Dieſes Steigen ward bloß 1817 etwas unterbrochen, nahm aber im Jahr 1813 auf eine Weiſe zu, die man früher auch in den kühnſten Hoffnungen nicht erwartet hatte. Doch da mit dieſen letzten beiden Jahren die zweite Periode beginnt; ſo werden ſie auch bei derſelben erſt vorkommen. Die erſte umfaßt alſo einen Zeitraum von 16 Jahren, wenn wir von 130o anfangen und bis zu 1816, dies Jahr mit eingeſchloſſen, zählen. Von dieſer kann man ſahen, daß ſ wie der ſand vorji anfing, die gſtt, di auch deten Nenge und zumal da war. Ei zw ibelſch nung der durch dieſ Hälſte de gegen ſonf daß die A derſelben, dies ein Maſchinen theil vern Sechötheil Naſchinen indem dar Fabrtato feilheit e ohnehin bölkerung Grade zu Nriode t Kadunge le wan Wim An⸗ ken Genim ab, dem Wolgriſt zerbrauchs. Die und neue traten ſie iire Anlagen as rohe Moduck , dos Anbot zu umgekehrte Fall die erſte Periode Fragen wit di ſo iſt deren lnt⸗ n die feine Voll och eine Heitlang ge zurück ging, des geſchah von öhlig fort b p tt fand, die aber er vorkommenden. geſtat hergſell, wabz fräherhin. tebrochen, nahm die man früher erwattet htte e weite Neriode erſt voromnen. von 16 Inhten, uu 1616, dic dieſer kam man 175 ſagen, daß ſich in ihr die Größe der Erzeugung der Wolle, ſo wie deren Verbrauch erſt ausbildete. In ihr trat Eng⸗ land vorzüglich auf eine ſo kräftige Weiſe auf, daß es bald anfing, die Wollpreiſe zu beſtimmen. Ich habe oben ſchon geſagt, daß bei der zunehmenden Erzeugung edler Wolle auch deren Verbrauch ſich vermehrte. Denn die erhöhte Menge und Güte der Waare reizte zu ihrer Verarbeitung, zumal da mit derſelben ein ſo ſicherer Gewinn verbunden war. Ein Hauptumſtand iſt aber in dieſer Periode nicht zu überſehen: dies iſt die Vermehrung und Vervollkomm⸗ nung der Maſchinen bei der Verarbeitung der Wolle. Da durch dieſe der Arbeitslohn ſich faſt niedrieger als auf die Hälfte des frühern ſtellte, ſo mußten die Wollenwaaren gegen ſonſt ungemein wohlfeil werden, wenn man bedenkt, daß die Arbeit wenigſtens ein Drittheil des ganzen Preiſes derſelben, ganz beſonders der feinen beträgt. Wenn nun dies eine Drittheil ſich dadurch, daß die Arbeit durch die Maſchinen um die Hälfte niedriger ward, auf ein Sechs⸗ theil verminderte, ſo konnten die ganzen Waaren um ein Sechstheil wohlfeiler werden. Die Koſten der Anlage der Maſchinen wurden durch die vermehrte Producirung erſetzt, indem durch dieſelbe der etwas verminderte Gewinn bei der Fabrikation wieder ausgeglichen ward. Dieſe größere Wohl⸗ feilheit vermehrte dann natürlich auch ihren Verbrauch, der ohnehin durch die immerfort im Zunehmen begriffene Be⸗ völkerung faſt aller Länder auf dem Erdboden auch in gleichem Grade zunimmt. Die vielen Kriege der in Rede ſtehenden Periode trugen das ihrige ebenfalls zum Verbrauche aller Kleidungsſtücke, beſonders auch der wollenen, reichlich bei. 174 Da ſich nun in dieſer Periode der Wollhandel erſt recht eigentlich ausbildete, da ihm in derſelben ſo reiche Nahrung theils durch die Menge und zunehmende Güte der Wolle, theils deren fortwährend ſteigenden Preis gegeben ward: ſo trug derſelbe gerade zu dieſem Steigen und Feſt⸗ halten desſelben bei, indem nunmehr die Wolle mehr ein Lagerartikel als früher ward, wodurch man deren zu raſches Fallen eher verhüten konnte, als wenn bei einer einmal ein⸗ tretenden verminderten Nachfrage dieſelbe um jeden Preis von den Producenten hingegeben wird. Daß übrigens die Woll⸗ händler dieſen Preis auch nicht allemal halten konnten, werden wir in der zweiten und dritten Periode ſehen. Wir werden aber auch dort die Urſachen kennen lernen, warum dieſe faſt außer aller gewöhnlichen Ordnung liegenden Fälle vorkommen. In die erſte Periode, von der ich hier rede, fällt die Gründung einer Menge von deutſchen Wollhand⸗ lungshäuſern. In Sachſen entſtanden deren, außer Leip⸗ zig und Dresden, in mehreren kleinen Städten, die zur Verſendung der Wolle an ſchiffbaren Flüſſen beſonders gut gelegen waren. So z. B. in Naumburg an der Saale, Pirna u. a. In Preußen befaßten ſich in Breslau mehrere Häuſer anfangs mehr mit dem Zwiſchen⸗ als mit dem directen Handel mit Wolle, bis ſie endlich letztern ihnen angemeſſener und vortheilhafter fanden. In Oeſterreich finden wir in dieſer Periode einige bedeutende Wollhand⸗ lungshäuſer in Wien, Brünn und Prag genannt. Jedoch blieb der Wollhandel dort meiſt noch in erſter Hand, d. h. die Manufacturiſten kauften größtentheils direct von den Er⸗ zeugern. Die Sache hatte auch ihren natürlichen Grund. Dan obg zet ſchon der inlind ins Gläch bindung i Eurpa un tinen ſo b nem Lan dies vicht daß ſie ſi und ſichd Der ging mei Wolle zun Frankreich ſpäter wi Wee Spanien Anfang a gleichung ſſchen We 1816 das wihrend: dieſem N Franken Herr Te derten G ſucen; ſenn. U eWolhndel erf rſelben ſo viche mmende Güte der Preis gegeben teigen und ßeſ⸗ Wolle mehr ein deren zu raſches aͤner änmal ein⸗ jeden Preis von brigens die Wol⸗ halten konnten iode ſehen. Wir lernen, warum liegenden Fäll rich hier rede, hen Wolhand⸗ en, außer Liy⸗ tädten, die zur in beſonders gut an der Saale, Preslau mehtere „als mit dem h letztern ihnen In Deſterreih ttende olhend⸗ genannt. Itc ſter Hnd, h. inct vonden Er⸗ tirlihn Grund 175 Denn obgleich dort die Production der feinen Wolle in jener Zeit ſchon ziemlich bedeutend war: ſo ſtellte ſich der Bedarf der inländiſchen Wolle doch meiſtentheils noch mit derſelben ins Gleichgewicht. Die Größe der Monarchie, ihre Ver⸗ bindung mit den öſtlichen und nordöſtlichen Ländern von Europa und mit Italien ſicherten den Manufacturen ſtets einen ſo bedeutenden Abſatz, daß ſie mehr als in irgend einem Lande des Continents floriren konnten. Haben ſie dies nicht allemal: ſo liegt die Schuld wohl meiſt darin, daß ſie ſich von andern hie und da den Rang haben ablaufen und ſich vom Markte verdrängen laſſen. Der erſte Wollhandel aus der öſterreichiſchen Monarchie ging meiſt nach Frankfurt am Main, von wo aus die Wolle zum Theil nach den Niederlanden, zum Theil nach Frankreich ging. Den Weg nach England fand ſie erſt ſpäter, wie wir weiter unten ſehen werden. Wie während der gedachten Periode der Wollhandel in Spanien ging, entnehmen wir am ſicherſten aus der zu Anfang angeführten von Herrn Terneaux aufgeſtellten Ver⸗ gleichung der Preiſe der ſpaniſchen, franzöſiſchen und ſäch⸗ ſiſchen Wolle. Nach dieſer fiel die ſpaniſche von 1804— 1816 das Kilogramm von 24 Franken auf 16 Franken, während die ſächſiſche und alle andere deutſche, die unter dieſem Namen ins Ausland ging, von 16 Franken auf 23 Franken geſtiegen war. Die Urſache hievon iſt, wie dies Herr Terneaux auch darthut, wohl zunächſt in der vermin⸗ derten Güte der erſten und der vermehrten der zweiten zu ſuchen; aber doch möchte dies wohl nicht allein hinreichend ſeyn. Unſtreitig hat hierbei auch der Umſtand weſentlich 176 beigetragen, daß zu Anfang dieſer Periode Spanien noch faſt allein im Beſitz des Activhandels mit feiner Wolle war, und daß, da man ſie dort vorzugsweiſe ſuchte, und ſie auch nur dort von der höchſten Qualität zu finden meinte, man ſie auch da mit beſſern Preiſen bezahlte, als an jedem andern Orte, hätte ſie ihr auch an dieſem in Güte nicht nach⸗ geſtanden. Da aber nachher die deutſche Wolle in ſo großer Menge in den europäiſchen Handel kam, da man nun an⸗ fing, auf ſie aufmerkſam zu werden und ihre guten Eigen⸗ ſchaften kennen zu lernen: da nahm auch die Nachfrage nach derſelben zu, und ſie ward mehr ihrem wahren Werthe gemäß bezahlt. Auffallend iſt es, daß gerade in der Mitte dieſer Periode beide, die ſpaniſche und ſächſiſche, in ihrem Preiſe ganz gleich ſtanden, und da in derſelben ſich die Auf⸗ merkſamkeit der Käufer auf beide faſt auf gleiche Weiſe ge⸗ richtet hatte: ſo iſt ziemlich ſicher anzunehmen, daß ſie ſich auch in ihrer Güte damals(1310) faſt ganz gleich ſtand. Es war daher dieſes Jahr der Punkt der Begegnung der deutſchen und ſpaniſchen Schafzucht. Letztere ging von da ab⸗ und erſtere aufwärts. Wie jetzt beide gegen einander ſtehen, und welchen Gang ſie muthmaßlich ferner nehmen werden, das kommt im zweiten Bande dieſes Werkes vor. Frankreich hat von jeher, ſo wie England und die Nie⸗ derlande nur einen Paſſiv⸗Wollhandel getrieben. Denn das wenige, was auch aus den erſten beiden Reichen zuweilen ausgeführt worden iſt, gleicht ſich mit dem eingeführten nicht im entfernteſten aus. England führte überhaupt nur ſeine lange Wolle aus, und es hat von jeher, ſo lange ſeine Wollmanufacturen floriren, feine oder Merinowolle tineführt hat, bewe betrug di nicht vil! 1943 ilet de Itht rode ſehen ass Notm heuer. S dem hohen auch über lich von (A2 Cen gefüßrt. der lüberſ Ganzen der der Volle muß, da fand. Ve land im Iiht ſeyn Vabrauch ſo finden trug, das Die des Woll dutende Ich beginnt, n Elsnens ode Spmien wd feiner Wil vn, eſuchte, un ſe uufinden mann te, als an jeden Gite nicht nach⸗ Wole in ſo großer da man nun an⸗ ihre guten Eihn⸗ ih die Nacffine m wahten Vertz ride in der Rit hſiſce, in ihren lben ſich die Auf gleiche Weiſe ge⸗ nen daß ſe ſch ganz geich ſtnd. Begegnung de tter ging von de de gegen einanden ih ferner nehimen iſes Werkes vor. and und die Nie⸗ jeben. Denn de Kächen zuwelln dem eingefüfren hrie iberzaupt nur n kther, ſ lange ider Mrinowoll 177 eingeführt. Wie ſehr dies im Laufe der Zeit zugenommen hat, beweiſen die Einfuhrliſten dieſes Reiches. Denn 1800 betrug die Einfuhr deutſcher Wolle nach Großbritannien nicht viel über 1000 Ballen(à 4 Centner) und im Jahre 1325 über 8400o ſolcher Ballen. War nun auch dieſes das Jahr der Uiberſpannung, wie wir bei der dritten Pe⸗ riode ſehen werden: ſo iſt, auch wenn wir nur die Hälfte als Norm annehmen wollten, dennoch die Zunahme unge⸗ heuer. Ob nun gleich die Einfuhr aus Spanien nicht in dem hohen Grade zugenommen hatte: ſo betrug ſie doch auch über ein Viertheil mehr als 1300. Es wurden näm⸗ lich von derſelben in dieſem Jahre ungefähr 30000 Ballen (à 2 Centner), und im Jahre 1825 48000 Ballen ein⸗ geführt. Sehen wir aber auch von dieſem letztern Jahre der Uiberſpannung ab, ſo ergibt ſich doch aus dem Ganzen der Wollerzeugung und des Wollverkaufs, daß ſich der Wollhandel beſonders nach Deutſchland gezogen haben muß, da er dort ein ſo weites Feld für ſeine Betriebſamkeit fand. Vergleichen wir nur, was aus demſelben nach Eng⸗ land im Jahre 1824 verführt ward, das eher ein Normal⸗ Jahr ſeyn kann, als alle übrigen, weil in demſelben der Verbrauch in England ſich mit der Zufuhr faſt ausglich: ſo finden wir, daß dies mehr als das Dreifache deſſen be⸗ trug, das aus Spanien dahin kam. Die übrigen Länder von Europa ſpielten im Gange des Wollhandels in dieſer erſten Periode eine viel zu unbe⸗ deutende Rolle, um ſie hier beſonders aufzuführen. Ich komme nun zur zweiten, die mit dem Jahre 1817 beginnt, und bis zu 1325 geht. Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. M 278 Der immer beſſer gewordene Preis derveredelten feinen Wole reizte die Producenten zu deren immer weitern Ver⸗ mehrung und ſteigendern Veredlung. Die dadurch etwas plötzlich zunehmende Wollmenge drückte deren Werth zuweilen herab, wenn nämlich eine ungünſtige Conjunctur den Ver⸗ brauch derſelben etwas herabſetzte. Dies glich ſich aber in der Regel ſchnell wieder aus, wie auch der immer wieder bald in die Höhe gehende Preis der Wolle bewies. Im Jahre 1317 fand eine jener leichten Stockungen ſtatt. Da⸗ gegen trat das Jahr 1813 wieder höchſt glänzend auf, und der Begehr nach Wolle war ſo dringend, daß man zuletzt ohne ſehr beſondere Auswahl auch Mittelgut kaufte, und es für einen übertriebenhohen Preis erwarb. Die Ausſicht auf guten Verſchleiß nach den frei gewordenen nordameri⸗ kaniſchen Staaten hatten die Speculation auf eine unge⸗ wöhnliche Weiſe aufgeregt. Dieſer ſo ſchnell und gewaltſam geſpannte Zuſtand konnte der Natur der Sache gemäß nicht anhalten. Wirklich trat auch ſchon 1819 ein tiefes Fallen der Wollpreiſe ein, was auch 1820 noch anhielt; bis end⸗ lich 1822 das Gleichgewicht wieder hergeſtellt war. In Frankreich erfuhr die deutſche Wolle in dem gedachten Jahre keinen ſo harten Stoß, und ſie ward dort die beſte mit 25 Franken das Kilogramm bezahlt, während ſie auf den deutſchen Wollmärkten kaum die Hälfte ſo viel galt. Die höhere Impoſtirung der fremden Wolle in dieſem Reiche machte ihre Einführung beſchwerlicher und verhütete eine Uiber⸗ ſchwemmung des Marktes, weswegen ſie einen gleichmäßigen Preis erhielt. Das galt von der dortigen inländiſchen weniger, die von 1820 zu 1825 von 24 Fr. auf 15 Fr. herabging. 8. Scicſ hatte i das henh Mun ſan auf die? prach terleiten Gewinn an gro landes, als ſehe Nndel algemei tmn biel nngen, unbeſone ſtraft u abgeſchr henden duß ſich undande R. jene S Waare ſoliden ihre ehe und die in Engl veredee feinen ter weiten Ver⸗ e dadurch ews Werth zuweiln zuncuur den Ver⸗ z güch ſich aber er immer wieder lle bewicd. In ungen ſtatt. Da⸗ glänzend auf, und daß man zulett gut kaufte, ud 6. Die Ausſit denen nordameri⸗ auf eine unge⸗ urd gewaltſam zache gemiß nicht ein tiefes Falln anhielt; bien⸗ eſelt wm. I n gddachten Jähre nt die beſſ mit gred ſe duf dn ovill galt. Die ſjen Käihe nahi zütete eine liber⸗ einn glihriſge li ndichenverige, ludk fatgns 179 In dieſer Perfode erlitt der Wollhandel mancherlei Schickſale. Das Anlockende des Gewinnes bei demſelben hatte ihn da und dort in ſo unkundige Hände gebracht, daß das ganze Geſchäft in Gefahr gerieth, in Verfall zu kommen. Man ſandte Wolle ins Ausland, die den Sorten, welche auf die Ballen geſchrieben waren, nicht im mindeſten ent⸗ ſprach. Selbſt alte Wollhandlungen ließen ſich hie und da verleiten, ihren Ruf weniger, als einen augenblicklichen Gewinn im Auge zu behalten. Daher kam es denn, daß ein großes Mißtrauen bei den Manufacturiſten des Aus⸗ landes, namentlich Englands, erregt ward, was nicht andere als ſehr nachtheilige Wirkungen auf den deutſchen Woll⸗ handel äußern konnte. Da man die Sache nicht ſogleich allgemein aus dem richtigen Geſichtspunkte anſah, ſo glaub⸗ ten viele derſelben, die deutſche Schafzucht ſey zurückge⸗ gangen, und dies hätte, wenn nicht glücklicherweiſe jene unbeſonnenen Speculanten durch harte Verluſte wären be⸗ ſtraft und für die Zukunft von einem ähnlichen Verfahren abgeſchreckt worden, den ſehr großen gar nicht zu überſe⸗ henden Nachtheil für die deutſche Schafzucht haben können, daß ſich die Nachfrage nach der deutſchen Wolle vermindert und andere Länder uns den Rang abgelaufen hätten. Nach der von Rechtswegen erlittenen Einbuße waren jene Speculanten vorſichtiger geworden, und die Güte der Waare und die Reellität der Bedienung ſicherte den alten ſoliden deutſchen Wollhandlungen ihren ſonſtigen Ruf und ihre ehemalige Abnahme. So blieben die Sachen bis 1824, und die Preiſe der deuſchen Wolle hielten ſich faſt drei Jahre in England ziemlich auf gleicher Höhe. In Deutſchland M 2 180 ſelber erfuhr zwar der Producent einige Schwankungen und er bekam 1822 beſſere Preiſe, als die beiden folgenden Jahre. Jedoch waren die Abſtände derſelben bei weitem nicht ſo groß, wie von 1313 zu 1819. Mit dem Jahre 1824 beginnt die dritte Periode. Die Verarbeitung der rohen Wolle war jetzt beſonders in England auf einen ſo hohen Grad geſtiegen, daß die Manu⸗ facturen für die Deckung ihres Bedarfs im Ernſte beſorgt wurden. Die des Continents und namentlich der Nieder⸗ lande und Frankreichs eiferten, ſo viel ſie konnten, nach, und die Ausſicht nach dem frei gewordenen Amerika, nörd⸗ licher und ſüdlicher Hemiſphäre, ſteigerten dieſen Bedarf im höchſten Grade. Kein Wunder, daß man deshalb bei Zeiten darauf ſann, ſich zu verſorgen. Die Nachfrage be⸗ gann mit ungewohnter Lebhaftigkeit. Eine Menge Agenten, die ſtets dem Großhändler folgen, wie die Hyäne dem Löwen, war mit Eifer thätig, und zum Einkauf behilflich. Alles, was von Wolle noch in erſter Hand befindlich war, wurde ſchnell aufgekauft, und eine Menge Contracte wurden auf die Wolle, die noch auf den Schafen ſtand, geſchloſſen. Dieſe Nachfrage erhielt ſich bis in die erſten 4 Monate des Jahres 1825. Im fünften fing man ſchon an, ſtutzig zu werden. Die engliſchen und niederländiſchen Manufac⸗ turiſten ſahen aus der bedeutenden Zufuhr, die noch von alter Wolle erfolgte, daß die Noth noch nicht ſo groß ſey. Zudem beſtätigten die aus Amerika eingehenden Nachrichten gar nicht die allzu ſanquiniſchen Hoffnungen, die man für die dortigen Märkte gehegt hatte. Eine Folge davon war, ein eintretender Stillſtand im Wollhandel. Dieſer erzeugte nr bald Jahr ve nie ſo u früher m Vermeru berſucht, veniger ſ eintteterd in der un liche beg nothwend Da ſie! hatten, waren bi lice Folge den Gihfe verhältni kommt, welt bel Vollmaſ losgeſchla richt me unerwan leicht zu producen 1926 p auf die wiiter u der Vol wankungen und eiden folgenen den bei weinn diitte Periode. ͤt beſonders in daß die Nanu⸗ Ernſte beſorgt lich der Aier⸗ konnten, nach, Amerika, nörd⸗ ieſen Bedarf in in deshalb bei Nachfrage be⸗ renge Agenten, Hyäne dem Kauf behilflich. befindlich war, ontratte wurden and, geſchoſſen. 4 Monate des an, ſüubig zu hen Manufte⸗ „die noch bon ict ſo gr ſh nden Naclichen en, die m füt Holge davon wal, Diiſe azeugie 181 gar bald ein Zurückgehen der Preiſe, und ehe noch ein halbes Jahr verging, war eine Conjunctur in demſelben, die noch nie ſo ungünſtig geweſen war: gerade, wie acht Monate früher noch nie eine günſtigere ſtatt gefunden hatte. Zur Vermehrung des Uibels hatten Speculanten es noch einmal verſucht, in Hoffnung auf den großen Begehr, die Sorten weniger ſtreng zu halten, als ſonſt. Da nun bei der bald eintretenden ungünſtigen Conjunctur dem Manufacturiſten in der ungeheuer großen zugeführten Menge eine ungewöhn⸗ liche bequeme Auswahl zu Gebote ſtand: ſo mußten jene nothwendig mit ihrer halb verfälſchten Waare ſitzen bleiben. Da ſie nun in derſelben faſt ihr ganzes Vermögen ſtecken hatten, und es nicht wieder frei bekommen konnten: ſo waren viele bald darauf eintretende Falliments die natür⸗ liche Folge hiervon. Dies brachte denn das Uibel erſt auf den Gipfel. Ohnehin war eine Kriſis in allen Handels⸗ verhältniſſen eingetreten, wie ſie nur höchſt ſelten vor⸗ kommt, und dadurch alles Vertrauen aus der Handels⸗ welt verſchwunden. Die großen in Cridam verfallenen Wollmaſſen wurden nun zu gleicher Zeit und um jeden Preis losgeſchlagen. Waare in ſoliden Händen war jetzt gar nicht mehr verkäuflich. Die Rückwirkung dieſer eben ſo unerwarteten als furchtbaren Erſchütterung war, wie wohl leicht zu errathen, höchſt gewaltſam, und für den Woll⸗ producenten im hohen Grade entmuthigend. Das Jahr 1826 war für denſelben in keiner Art erfreulich. Was es auf die Schafzucht ſelbſt für Einfluß hatte, das kommt weiter unten vor, wo ich von den Einwirkungen, welche der Wollhandel im Allgemeinen jederzeit auf dieſelbe ge⸗ — 182² äußert hat, ſprechen werde. Jedoch brachte das Jahr 1827 ſchon wieder beſſere Hoffnungen, und da in demſelben alles wieder in einen geregelten Gang zurück getreten war: ſo zeigten ſich hie und da auch ſchon die guten Folgen der frühern Jahre, d. h. man überzeugte ſich, daß eine ſo unſinnige Art zu ſpeculiren, wie ſie im Jahre 1825 geherrſcht hatte, für den Erzeuger der Wolle ſowohl, als für den Ver⸗ braucher nachtheilig iſt, und daß eine empfangene harte Lehre doch als ſolche für die Zukunft immer einen hohen Werth habe. Den Gang des Wollhandels beſtimmten und beför⸗ derten aber auch beſonders die Wollmärkte, weswegen ich nun von dieſen ſprechen will. Von jeder Waare bildet ſich erſt allemal dann ein Markt, wenn ſie anfängt, den Bedarf zu decken. Denn ſo lange dies noch nicht der Fall iſt, wird der, welcher dieſe Waare dringend nothwendig hat, dieſelbe bei dem Erzeuger auf⸗ ſuchen, und dieſer wird ſich gewiß die Koſten, die jedes Aufbringen ſeiner Waare an den Markt ihm verurſacht, erſparen. Die Entſtehung der Wollmärkte ſind alſo ein ziemlich ſicherer Maßſtab für die Zunahme der Wollpro⸗ duction im Verhältniß zu ihrem Verbrauche. Die Größe und Bedeutenheit derſelben hängt aber von der Menge und Güte der Waare, und von dem Platze ſelbſt ab, in wiefern er ſich zum Großhandel mehr oder weniger eignet. In Spanien hat es von jeher keine eigentlichen Woll⸗ märkte gegeben, wenn wir nicht die Abſchlüſſe und Woll⸗ verkäufe bei den Schurhäuſern als ſolche betrachten wollen. Meinen angegebenen Prämiſſen nach ſollte zwar Spanien vorzugsweiſe und zu allererſt Wollmärkte gehabt haben: wile alb es im Monopo und votz hein Nro auf einem Eichſen in deiyi der oͤle die Wol kauften auch ſ Geſchäf Wollenn nachötac in der Wolhär zur bel dutrenz ſrarten weitläu mußten iüre en G die öſt eine l edle I der W laage das Ja 27 demſelben dles war: ſo zeigim en der frühem a ſo unſinnige gcherſcht hatte, füt den Ver⸗ aene hartedehre ohen Werth habe. ten und beför⸗ e, weswegen ih dann ein Mar Denn ſo lange er dieſe Waare Erzeuger auf⸗ iſten, de jides uͤm verwſah, te ſud alſo en ne der Tolpro⸗ he. Die Größe der Menge und 8b, in witfen taägnet. igentlichen Wol⸗ clüſe und Pol⸗ betrachten wolln. te zvar Eranien te gehebt haben: 185 weil es ſchon ſeit ſo langer Zeit weit mehr Wolle erzeugt, als es im eigenen Lande verbraucht. Jedoch hatte es ſonſt das Monopol mit ſeiner Wolle, und da dieſe nur hier faſt allein und vorzugsweiſe zu finden war: ſo ſuchte man ſie von ſelbſt beim Producenten auf, ohne daß dieſer erſt nöthig hatte, ſie auf einem Markte feil zu bieten. Wir haben Aehnliches in Sachſen ſonſt geſehen. Denn obgleich dieſes ſeinen Wollmarkt in Leipzig hatte: ſo kam dennoch ein ganz unbedeutender Theil der edlen im Lande erzeugten Wolle dahin. Immer ſuchten die Wollhändler die Producenten in ihrer Heimath auf, und kauften das Product daſelbſt. Letzteren blieb dieſer Verkauf auch ſtets geſichert, weil Erſtere, wollten ſie anders ihre Geſchäfte noch ferner betreiben, genöthigt waren, der Wolle nach zu reiſen, da man ſie ihnen nicht freiwillig nachbrachte. Nachdem aber andere Provinzen mit Sachſen in der Erzeugung der edlen Wolle wetteiferten, als die Wollhändler dort das mühſam geſuchte Product in Menge zur beliebigen Auswahl, und noch dazu, wegen der Con⸗ currenz des Angebots, in billigern Preiſen fanden: da er⸗ ſparten ſie ſich immer mehr die Koſten einer langen und weitläufigen Reiſe, und die ſächſiſchen Wollproducenten mußten ſich gleich ſo vielen in andern Provinzen bequemen, ihre erzeugte Waare an den öffentlichen Markt zu bringen. Ganz dasſelbe Schickſal, wie dieſe, haben nunmehr die öſterreichiſchen Schafzüchter. Wie ſchon bemerkt, ging eine lange Zeit die in den öſterreichiſchen Staaten erzeugte edle Wolle in dem innern Bedarf auf, ſo daß auch deshalb der Wollhandel ſich nicht im Großen ausbilden konnte. So lange dies nun der Fall war, ſuchte man dieſes geſchätzte 184 Product am Orte der Erzeugung auf, und ſehr häufig war es, ſelbſt wenn es auch die Schafe noch auf den Rücken trugen, ſchon verkauft. Bei der immer mehr zunehmenden Production aber fing zuletzt ein Uiberfluß ſich zu zeigen an, und die Producenten kamen endlich in den Fall, ſich Ab⸗ nehmer für ihre Waare ſuchen zu müſſen. Jetzt fing man an, das Bedürfniß eines Wollmarktes zu fühlen. In Wien, als dem Centralpunkt der Monarchie, glaubte man dieſen am beſten angebracht. Und dennoch kam er, trotz mehrerer Verſuche, nicht auf. Die Urſache hiervon lag wohl haupt⸗ ſächlich in folgenden Umſtänden. Einmal war man von Seiten der Producenten oder Verkäufer mit einem der⸗ gleichen Markte zu wenig bekannt und nicht genug darauf eingerichtet, um es den Käufern einigermaßen bequem zu machen. Zweitens konnte man ſich nicht gut daran ge⸗ wöhnen, jetzt der anbietende Theil zu werden, wo man zuvor der geſuchte geweſen war. Drittens lag es auch im Intereſſe der inländiſchen Wollhändler, keine auswärtigen herbeizulocken, um dann mit dieſen eine nachtheilige Con⸗ currenz zu beſtehen: dieſe mußten alſo nach Kräften gegen einen Markt arbeiten. Endlich viertens hatten die auslän⸗ diſchen Wollhändler und Manufacturiſten noch nicht genaue und ſichere Kenntniß genug von der Güte und Menge der in der öſterreichiſchen Monarchie erzeugten Wolle. Sie konnten daher nicht aufs Gerathewohl bedeutende Reiſen und Koſten machen, und am Ende ihre Rechnung nicht finden. Ein dergleichen Markt kann ſich nur allmählig bilden, und er wird im Anfange immer einen langſamern Gang nehmen. Gibt man nun gleich die Hoffnung auf, wie dies mit dem in Wien Sunde ke Al hem Grad der iſtrii funder T eate an4 und bekom Unkoſten Wolle. ableiten, Handels Unvollkkom nüßen wir tt ger zu pa handelt es der Kartä vorbereite oder Käm ahmlich de Hauptearit ſo nenn tinents n aus, dur riit der. azeugten Thal der Prodaeent ſehr hiufg ver auf den Ken r zunehmedn h zu zeigen i, Ful,, ſih Ab⸗ Itt fing man len. Jn Wien, ubte man dieſen 7, trotz mehrerer ag wohl haupt⸗ war man bon mit einem der⸗ t genug darauf hen bequem zu zut daran ge⸗ en, wo man lag& auch im ne auswärtigen rchtheilige Con⸗ —BKrüften gegen ten die auslin⸗ h nicht genaue nd Menge der Wolle. Sie ende Reiſen und ng nicht finden ig biden, un Gang uehnen. edies mi dem 135 in Wien der Fall war: ſo kann er nie eigentlich zu Stande kommen. 1 Als Erſatz für dergleichen, der Wollproduction in ho⸗ hem Grade nützlichen Märkte, hat ſich in neuerer Zeit in der öſtereichiſchen Monarchie der Commiſſionshandel einge⸗ funden. Die Erzeuger geben ihre Wolle gegen gewiſſe Pro⸗ cente an Handlungs⸗Unternehmer zum fernern Verſchleiß, und bekommen nach Abwicklung des Geſchäfts, wenn alle Unkoſten abgezogen ſind, den Erlös aus der übergebenen Wolle. Es wiürde mich von der Tendenz meiner Schrift ableiten, wenn ich alle Vor⸗ und Nachtheile dieſer Art des Handels hier aufzählen wollte. Immer bleibt er etwas Unvollkommenes, der dem Commiſſionär faſt jederzeit mehr nützen wird, als dem Committenten, und der am Ende, wenn er gar zu ſehr überhand nimmt, allen ſoliden Handel zerſtört. Auf allen Wollmärkten des europäiſchen Continents handelt es ſich nur um kurze Wolle, d. h. ſolche, die auf der Kartätſche oder Krampel zu ihrem fernern Verbrauche vorbereitet wird. Dagegen macht in England die lange oder Kämmwolle, d. h. diejenige, die auf einem Kamme, ähnlich der Flachshechel, jene Vorbereitung erhält, den Hauptartikel aus. Was die kurze veredelte Wolle anbelangt, ſo treten die engliſchen Wollerzeuger mit denen des Con⸗ tinents nur in geringe Concurrenz, obgleich von England aus, durch deſſen Wollhandel und Manufacturen faſt jeder⸗ zeit der Preis derſelben ſich regelt. In Hinſicht der dort erzeugten und zum Verkauf geſtellten Wolle herrſcht zum Theil der Gebrauch, daß ſie von den Käufern bei den Producenten aufgeſucht, zum Theil aber auch von letztern 186 auf den Markt gebracht wird. Der inländiſche Woll⸗ handel iſt aber in England dem Umfang nach von weit größerer Bedeutung, als der ausländiſche, da nur allein von langer Kämmwolle dort jährlich weit über 300,000 Centner erzeugt wird. Die Hauptmärkte ſind aber dort nicht von der Größe, wie mehrere auf dem Continente, z. B. der von Breslau. Einer von jenen iſt der von Exeter in der Grafſchaft Kent, auf welchem jährlich unge⸗ fähr 4000 Säcke gebracht werden. Rechnen wir nun dieſe zu 3— 4 Centner, ſo beträgt dies Quantum etwa 15000 Centner, nicht viel über den vierten Theil deſſen, was in Breslau aufgebracht wird. Da der eben genannte Breslauer Wollmarkt wohl ohne alle Frage nach der an Umfang und Werth dorthin gebrachten Wolle der bedeutendſte auf dem Erdballe iſt: ſo will ich von ihm auch zuerſt ausführlicher ſprechen. Es beſteht dieſer Markt ſchon ſeit allten Zeiten, und er fing bald nach der Beſitznahme Schleſiens durch Preußen an, ſich immer mehr zu heben. Neben ihm wurden von jeher in einer Menge von Provinzialſtädten, faſt in jeder Kreisſtadt, deren abgehalten, die zum Theil nicht unbedeu⸗ tend waren. Beſonders war der in Schweidnitz in der frühern Zeit oft nicht viel geringer als der in Breslau. Als aber die höhere Veredlung der Schafzucht in Schleſien immer mehr überhand nahm, da vermehrte ſich auch das Quantum der auf den Breslauer Markt gebrachten Wolle alljährlich, und dies lockte immer mehrere auswärtige Käu⸗ fer an. Viele hindernde Gebräuche, z. B. das Vorkaufs⸗ recht der Inländer bis zu einer gewiſſen Zeit während des Marts w nehr aul ſondern Jemehr n die in der genann inem ſie rinen Ei bei dem regeln ſü er der Volmärd ſt ſten Werth, 0 Reichethal Cher regultrune die Woll jetzt abe Da derj d aber chemalige Umaͤnder . Wollma die ſäch ſacturiſt de aus und ſe inländiſh Pol⸗ g nach bon weit ſe, da nur alin über 3 00,000. te ſind aber dor fden Continente, jenen iſt der von hen ſührlih unge⸗ gnen wit nun dieſe tum etwa 15000 ei dſen, ugi olmarkt wohl ohne dorthin gebracten eiif: ſo vil ij dten deiten und ens durch Preußen ihm wurden wm ten, fiſt in jeder geil nich unbedeu⸗ wedniz in der der in Breslau. fzucht in Schleſen thrte ſih auh dis tt gebrachte Poll te auzwirtie Raͤu⸗ .B das Vkaußs⸗ n Zeit wilend de 187 Markts wurden abgeſchafft. Auch blieb ſeine Dauer nicht mehr auf den kurzen Raum von zwei Tagen beſchränkt; ſondern er dehnte ſich bald auf eine ganze Woche aus. Jemehr nun dieſer Markt zunahm, deſto geringer wurden die in den Provinzialſtädten, bis ſie zuletzt ſo unbedeutend geworden ſind, daß ſie kaum mehr der Erwähnung verdienen, indem ſie auf die ſich bildenden Preiſe der Wolle faſt gar keinen Einfluß mehr haben. Deſto größer iſt aber dieſer bei dem Breslauer, denn faſt nur nach ihm bilden und regeln ſich die Preiſe der Wolle für das ganze Jahr, da er der erſte und größte unter allen übrigen deutſchen Wollmärkten iſt. Das hier aufgehäufte Wollquantum hat ſich ſchon bis auf 60000 Centner belaufen, und deſſen Werth, oberflächlich geſchätzt, hat dann gegen 4 Millionen Reichsthaler betragen. Ehemals wurde, bevor die neue Maß⸗ und Gewichts⸗ regulirung in den preußiſchen Staaten eingeführt ward, die Wolle nach Stein à 24 Pfund berechnet und verkauft, jetzt aber werden alle Rechnungen auf Centner geſtellt. Da der jetzige Centner zu 5 Stein à 22 Pfund berechnet wird, da aber dieſe 22 Pfund neues Gewicht ſchwerer ſind, als die ehemaligen 24 Pfund, ſo verloren die Producenten bei dieſer Umänderung, wenn ſie ſich den Preis nach Steinen ſchätzten. Im Anfange der großen Zunahme des Breslauer Wollmarktes beſuchten als Ausländer denſelben hauptſächlich die ſächſiſchen und niederländiſchen Wollhändler und Manu⸗ facturiſten. Endlich aber wurden die Engländer durch die aus Sachſen bezogene ſchleſiſche Wolle aufmerkſam, und ſie erſchienen perſönlich auf dieſem Platze. Dies iſt 133 ſeit ungefähr 10 Jahren der Fall, und ihre Zahl nimmt faſt alle Jahre zu. Auch Wollhändler aus Nord⸗Amerika hat man ſeit einigen Jahren dort geſehen. Die Art und Weiſe der Aufſtellung der hieher ge⸗ brachten Wolle, ſo wie der Kaufabſchluß verdienen noch angeführt zu werden. Die ganze ungeheure Maſſe iſt auf einem Raum von ungefähr 400 Quadratruthen(à 144 Quadratfuß) die Häuſer mit eingeſchloſſen, zuſammenge⸗ drängt. Sämmtliche Wolle iſt in Säcken(Züchen) gepackt, die zur Anſicht der Waare an einer Nath aufgeſchnitten werden. Der Mangel einer genauen Uiberſicht und darauf gegründeten richtigen Beurtheilung derſelben leuchtet um ſo mehr ein, als bei der ungeheuern vorliegenden Maſſe dem Käufer nicht Zeit genug übrig bleibt, um eine Parthie von mehreren Seiten und in allen Säcken zu durchwühlen, und dadurch einen etwa vorſeyenden Betrug zu entdecken. Den⸗ noch aber kommt ein ſolcher nur höchſt ſelten vor, wie aus den wenigen bis jetzt noch erhobenen Klagen deutlich genug einleuchtet. Zur Abhilfe für dergleichen Klagen iſt ſeit einigen Jahren ein Wollmarkts⸗Jury eingerichtet, beſtehend aus einem Rechtsgelehrten, zwei Wollkäufern und zwei Ver⸗ käufern, die jeden dergleichen Handel ſogleich ſchlichtet. Die ganze hieher gebrachte Wollmaſſe iſt zum Theil in den am Markte befindlichen Häuſern, zum Theil aber auch unter freiem Himmel untergebracht. Seit einigen Jahren haben die Eigenthümer von Wolle der guten Qualität ſich Zelte gebaut, und ſie unter denſelben ins Trockne gebracht. Die im Freien liegende wird, ehe ſie zur Wage kommt, in un⸗ geheure Haufen(Rollen genannt) aufgeſchichtet. Beim Etgenſtand käne Förn liren ſih h ſcrtüt ſ Pagzeltl, Glbes, nac Tooh diſer ſt noch nie bedungener anders nie der geſche ſey, dezu Der und zwar gehalten. ihn meſt! der zuneh hören wir tender, al ton dieſem dann in Mant wer Der Berlin. ufgebrach de Quali biz jezt wiſten ihre Zahl ninm us Nord⸗Anaiika ag der hieher ge uß verdienen noch eure Muſſe iſt auf ratruthen(à 144 ſen, zuſammwenge⸗ n(Güchen) geackt, ſath auffeſchnitten berſicht und darauf tben leuchtet un o genden Maſſe dem eine Parthie bon zuurchwühlen, und endecken. Den⸗ ten vot, wie aus gen deutlich genug en Klagen iſt ſii gerihtet, beſthend ern und zwei Ver⸗ fageich ſchähtet zum Thell in de al aber auch unte geen Jahren kade Dulitit ſch gile kne gürazt. Die cye kunmt, in un⸗ bichtt 189 Beim Abſchluß des Kaufes ſindet, auch wenn der Gegenſtand viele tauſend Reichsthaler beträgt, weiter gar keine Förmlichkeit ſtatt. Der Käufer und Verkäufer no⸗ tiren ſich bloß den bedungenen Preis jeder für ſich, Erſterer ſchreibt ſodann ſeinen Namen auf den ihm übergebenen Wagezettel, und beſcheidet den Verkäufer zur Abholung des Geldes, nachdem er die Wolle hat in Empfang nehmen laſſen. Trotz dieſer Einfachheit und des großen Gewühles des Marktes iſt noch nie ein Fall bekannt worden, daß ein Käufer den bedungenen Preis nicht hätte halten woleen, wenn er anders nicht durch begründete Ausſtellungen, daß die Waare der geſehenen Probe nicht in allen Stücken gleich geweſen ſey, dazu berechtigt worden wäre. Der Wollmarkt in Breslau wird alle Jahre zweimal, und zwar einmal im Frühjahre und einmal im Herbſte ab⸗ gehalten. Letzterer wird jedoch immer geringer, da auf ihn meiſt nur die zweiſchürige Wolle gebracht wird, die bei der zunehmenden Veredlung der Heerden zuletzt ganz auf⸗ hören wird. In frühern Zeiten war er nicht viel unbedeu⸗ tender, als der im Frühjahr. Zuweilen trifft es ſich, daß von dieſem eine Menge Wolle liegen bleibt. Dieſe wird dann im Herbſte zum Verkauf geſtellt, und hilft ſo dieſen Markt vergrößern. Der zweite Hauptwollmarkt in Deutſchland iſt der von Berlin. Wenn er auch den Breslauer in der Menge der aufgebrachten Wolle nicht erreicht: ſo ſteht er ihm doch in der Qualität derſelben nicht nach. Das dorthin gebrachte bis jetzt als größtes bekannte Quantum an Wolle hat zwiſchen 3o und 40000 Eentner betragen. Trotz dem 190 aber imponirt dieſer Markt keineswegs ſo, wie der Bres⸗ lauer, weil die aufgebrachte Wolle nicht ſo auf einem Platze aufgehäuft, ſondern vielmehr in einem Theile der großen Stadt zerſtreut liegt. Er iſt von jeher nach dem Bres⸗ lauer Frühjahrswollmarkte abgehalten worden, und meiſt haben ſich auf ihm die Preiſe günſtiger geſtellt, als auf dieſem. Das kommt aber wohl unſtreitig daher, daß die Verkäufer hier die Verſendung noch näher und bequemer haben, und deswegen deren auch noch mehrere zuſammen⸗ kommen. Was in Hinſicht der auf dem Berliner Woll⸗ markte ſtatt gefundenen Conjuncturen zu bemerken wäre, das iſt ganz dasſelbe wie beim Breslauer. Bei der zunehmenden Erzeugung der veredelten Wolle fand man für nöthig, noch an mehreren Orten neue Woll⸗ märkte zu gründen. So enſtanden erſt vor einigen Jahren die in Stettin und Dresden. Beide ſtehen dem erſt ge⸗ nannten in der Wollmaſſe bedeutend nach, obgleich letzterer wegen der Güte der Waare faſt immer einen ſehr lebhaften Verkehr und Abſatz gebracht hat. Schon oben habe ich bemerkt, daß der Verſuch, in Wien einen Wollmarkt zu gründen, fehl ſchlug, auch habe ich die Urſachen hiervon angeführt. So ſehr auch die Maſſe der veredelten Wolle in der öſterreichiſchen Monarchie zu⸗ nimmt, und ſo ſicher man eben deswegen glauben ſollte, daß Wollmärkte da gerade recht wohlthätig ſeyn müßten: ſo iſt dem doch nicht alſo. Wie ſchon bemerkt, verarbeiten dort die inländiſchen Manufacturen einen großen Theil der erzeugten Wolle, und die auch in den auswärtigen Handel kommt, fand bisher meiſt ihre Käufer zu Hauſe. Es haben rinlic i handlung Weg nach ſuchten, der Vole mime de ſchan die Daher w händler ſe reiſen dah Zeit, wo nicht zur ſo bekann Der Vollmarkt in Ungarn der Naſſt gewähnli Wolle i ſtaunen ſ Vonr nirkten; Reſultat de Main 9e kamm die wie es, Kdeutet Vale bo ſo, wie dr Bre⸗ ſo auf einen plag Theile der gnhen t nach dem Bre⸗ wonden, und miſ er geſtelt, als auj ſtig dihet, daß die üher und beuemer mehrere zuſammen⸗ dem Berliner Vol⸗ zu bemerken win, uer. der veredelten Woll Orten neue Vol⸗ or einigen Jahren chen dem eiſt g⸗ h, obgleich letteren ainen ſeht lebhafte ſ der Verjuch, in lſchug, auc habe ſehr auch die Maſſe gen Ronarchie ſl⸗ egen glauben olle hätig ſeyn müßten: bemerkt, eemkeütn en guußen Thi jell der uzwürtigen Hande Hauſe Es haben 191 nämlich in den öſterreichiſchen Staaten einige große Woll⸗ handlungshäuſer, welche ſich mit ihrer erkauften Waare den Weg nach Frankreich, den Niederlanden und nach England ſuchten, gleichſam eine Art von Monopol beim Einkaufe der Wolle. Die Geldgeſchäftsverbindungen, in welchen mehrere der Wollproducenten mit ihnen zugleich ſtehen, ſichern dieſen Häuſern faſt immer den Ankauf der Wolle. Daher mußte es auch kommen, daß ausländiſche Woll⸗ händler ſelten viel Gewinn hatten, wenn ſie auch Verſuchs⸗ reiſen dahin machten. Es hat ſich dies freilich in neuerer Zeit, wo die öſterreichiſche Wolle im Fortgange der Veredlung nicht zurück bleibt, ſehr geändert, und ſie iſt im Welthandel ſo bekannt geworden, wie jede andere ihres gleichen. Der einzige ſehr bedeutende und bis jetzt feſt beſtandene Wollmarkt in der öſterreichiſchen Monarchie iſt der zu Peſth in Ungarn. Freilich entſpricht dort die Qualität noch nicht der Maſſe, und es werden daher von dieſem Markte auch gewöhnlich Preiſe notirt, welche die Producenten der feinen Wolle in Deutſchland wegen ihrer Niedrigkeit in Er⸗ ſtaunen ſetzen. Von den erſt vor einem Jahre neu errichteten Woll⸗ märkten zu Prag und Pilſen in Böhmen läßt ſich noch kein Reſultat angeben. Der Wollverkauf auf den Meſſen zu Frankfurt am Main geht meiſt ſchon durch die zweite Hand, und man kann dies daher keinen Wollmarkt in dem Sinne des Worts, wie es gewöhnlich gebraucht wird, nennen. Denn da bedeutet es das Zuſammenbringen und Verkaufen der Wolle von den Urproducenten an einem beſtimmmian Platze, 192 Fragen wir nun, was die Wollmärkte für einen Ein⸗ fluß auf den Fortgang der veredelten Schafzucht gehabt haben; ſo iſt er unſtreitig von nicht geringer Bedeutung. Einmal ſind ſie dem Wollhandel ſelbſt zu ſeiner größten Be⸗ lebung und Ausbreitung ſehr günſtig geweſen, und dadurch haben zweitens die Schafzüchter den Abſatz ihres Productes ſowohl, als auch einen angemeſſenen Preis desſelben ſtets mehr geſichert gehabt. Was aber den meiſten Nutzen für ſie hatte, das war die auf den Wollmärkten erlangte richtigere Kenntniß und Würdigung ihrer ausgebotenen Waare. Daßdurch wurden ſie in den Stand geſetzt, den erkannten Mängeln entgegen zu arbeiten, und dem allge⸗ mein als vollkommen und gangbar anerkannten nachzuſtreben. Auf dieſen Wollmärkten entſtand jedesmal eine Art von Kampf. Die Käufer glaubten es ihrem Vortheile angemeſſen, wenn ſie die Waare tadelten und herabwür⸗ digten, ſelbſt wenn dieſelbe auch ganz ihren Foderungen und Wünſchen entſprach. Sie fürchteten ihren Gewinn zu verlieren, wenn die Producenten erſt den Werth ihrer Wolle richtig zu würdigen verſtänden, und ſuchten ſie deshalb ab⸗ ſichtlich irre zu leiten. Dies Verfahren brachte ihnen aber ſelbſt einen großen indirecten Nachtheil, denn durch das⸗ ſelbe ward mancher Schafzüchter vom richtigen auf einen unrichtigen Weg geleitet. Es hat dasſelbe unſtreitig den Fortgang der höhern Schafzucht in früherer Zeit ungemein gehemmt. Die Wollproducenten dagegen bildeten ſich auch oft ein, daß ſie ſchon ein vollendetes Product erzeugten, wenn ſie auch noch weit davon entfernt waren. Dieſe Schwankungen fallen ganz beſonders in das zweite Decen⸗ niun des man aber die Erzen ſeitiges ſe daß mrii duet ehell giſchent b Natü welche der angegeben höhern ode in ihrem gleitet we daß nur d die Schfer wiedet gan⸗ ſelſte Wei Ich man bei de welche ſich ductes beze darüber ſich Stand hiet ändertes 2 gen Meine arten, we dat ſo den ſnd, alerwaiiſe Elsner's n te für enn En⸗ chafzucht ghabt ger Bedeunng. ner größten Bi⸗ en, und dadurch ihres Productes z desſelben ſtets meiſten Nutzen mmärkten ellangte er ausgebotenen aand geſetzt, den und dem alge⸗ en nachzuſtreben. ezmal eine Art grem Vortheile und herabwür⸗ ren Foderungen hren Gewinn zu gerth ihter Wole ſie deshalb ab⸗ nachte ilnen aber denn durch das⸗ ſuigen auf einen de unſtreitig dn e Zeit ungemen bildte ſih u drodut azagle, t urren. Diſſe d zweit Decen nium des jetzigen Jahrhunderts. Nach langen Debatten iſt man aber endlich ziemlich zu der Uiberzeugung gelangt, daß die Erzeuger und Verbraucher der Wolle ſich durch gegen⸗ ſeitiges freundſchaftliches Verſtändigen weſentlich nützen, und daß nur dadurch ſtets ein vollkommnes und geſuchtes Pro⸗ duct erzeugt werden und damit der Abſatz für die Dauer geſichert bleiben kann. M Natürlicherweiſe mußten durch die Schwankungen, welche der Wollhandel zeither erfuhr, und die oben näher angegeben worden ſind, und durch die daraus folgenden höhern oder niedern Preiſe der Wolle die Schafzüchter auch in ihrem Verfahren bei ihren Heerden bald ſo, bald anders geleitet werden. Bald ſchien es, daß die Maſſe, bald wieder, daß nur die Güte der Wolle einen hohen Reinertrag für die Schäfereien ſichern könnte. Dann kam es aber auch wieder ganz vorzüglich darauf an, die Wolle auf die wohl⸗ feilſte Weiſe zu erzeugen. Ich habe oben, wo ich von den Grundſätzen,d denen man bei der veredelten Schafzucht folgte, nur auf diejenigen, welche ſich zunächſt auf die Verſchiedenheit des Wollpro⸗ ductes bezogen, geſprochen, und das deshalb: weil nur darüber ſich gewiſſe Grundſätze aufſtellten, die eine Zeitlang Stand hielten, dann aber durch veränderte Anſicht und ver⸗ ändertes Bedürfniß von andern erſetzt wurden. Dieſeni⸗ gen Meinungen aber, die Verſuche, die Verfahrungs⸗ arten, welche ſeit wenigſtens einem halben Jahrhun⸗ derte ſo vielfach aufgeſtellt und wieder geändert wor⸗ den ſind, konnte ich zu keinen Grundſätzen zählen, am allerwenigſten aber zu Grundſätzen in der veredelten Schaf⸗ Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. N 194 zucht, indem man dabei faſt nur immer an deren Wolle denkt. Ich ſpreche daher jetzt E. von den Meinungen, Anſichten, Ver⸗ ſuchen und Verfahrungsarten, welche bei der europaͤiſchen Schafzucht ſo vielfach vorgekommen und aufgeſtellt worden ſind. Daß man in den Zeiten, wo die Merinos in den ver⸗ ſchiedenen Ländern von Europa eingeführt wurden, anfangs die Meinung hegte, es könnten dieſelben außerhalb Spanien nirgends ſo gut gedeihen, wie ſonſt irgendwo, das habe ich ſchon angeführt, ſo wie auch, daß dieſe Meinung durch den Erfolg ſattſam widerlegt worden iſt. Sehr getheilt ſind aber die Meinungen lange Zeit darüber geblieben, ob die Merinos, um zu beſtehen, mehreres und beſſeres Futter und ſorgſamere Pflege bedürſen, als die gewöhnlichen Land⸗ ſchafe. Der Streit ſcheint ſchnell entſchieden werden zu können, wenn man einige vergleichende Verſuche machte, und dennoch iſt er es noch nicht. Manche Schafzüchter fingen dergleichen Verſuche wohl an, aber ſie führten ſie nicht dauernd genug aus, um zu einem ſichern Reſultate damit zu kommen. Die Sache hatte wohl vorgüglich darin ihren Grund, daß man, ſobald man ſich einen Stamm von Merinos anſchaffte, auch mit den von dieſen erzogenen Widdern die Landſchafe zu veredeln anfing, und alſo Me⸗ ſtizen bekam, die man wegen ihrer beſſern Wolle ſchon beſſer hielt, um mehr davon zu gewinnen. Hatte man nun abet voch geme ſhon deiw ir i gzut ui ukii ibe aus bidete un zu beſt Voruttheil unterhalten und brauch z wachen wohl dieſe Behandlun geweſen ſin Mißherdi ſat überal eben ſo ge wie dieſe achtet, we heen Gru Eine zum Verd ſeit lange wegen ihr tintragen! irer al dien werd de Mine an derm Woll ihten, Ver⸗ ten, welche zt ſo vielfach worden ſind. terinos in den ber⸗ wurden, anfang ꝛußerhalb Spanien endwo, das habe 2 Meinung durch Eehr getheilt der geblieben, ob ind beſſetes Futter gewähnlichen Land⸗ ſhieden werden zu Verſuche machten anche Scaßzüchter her ſie fühtten fe ſcchern Reſultae e wohl votgüglic ſich einen Stanm won dieſen enlgenen ing, und iſo Me⸗ heſſetn Palle ſchon nen. Hatte umn 195 nun aber auch anfangs, ehe man dieſe Meſtizen züchtete, noch gemeine Schafe neben den Merinos: ſo machte man ſchon deswegen den vergleichenden Verſuch nicht, weil man es für zu koſtſpielig hielt, gemeine Landſchafe auf dieſelbe gute und kräftige Weiſe zu füttern und mit gleicher Sorg⸗ ſamkeit überhaupt zu behandeln, wie die Merinos. Dar⸗ aus bildete ſich dann jenes Vorurtheil, daß nämlich letztere, um zu beſtehen, weit mehr bedürften, als erſtere. Dies Vorurtheil ward aber ganz beſonders von denen gehegt und unterhalten, die gegen jedes Neue, wenn es auch weit beſſer und brauchbarer iſt, als das Alte, anſtreben und es verdächtig zu machen ſuchen. Das Wahre an der Sache iſt und bleibt wohl dieſes: daß allerdings die Merinos eine ſorgſamere Behandlung bedürfen, weil ſie dieſelbe von jeher gewohnt geweſen ſind, daß ſie ſich aber eben ſo gut allmählig an die Mißhandlungen gewöhnen würden, denen die Landſchafe faſt überall ausgeſetzt ſind; daß ſie aber auch dann einen eben ſo geringen Ertrag an Fleiſch und Wolle geben würden, wie dieſe, bei denen man darauf bloß deshalb weniger achtet, weil ihr Werth viel geringer iſt, und man aus glei⸗ chem Grunde auf keine ſo hohe Rente bei ihnen rechnet. Eine andere Meinung hat ſich bis jetzt noch immer zum Verdruße derer nicht beſtätigt, welche dieſelbe ſchon ſeit lange aufgeſtellt haben. Es iſt die: daß die Merinos wegen ihrer zu großen Vermehrung am Ende nicht mehr eintragen werden, als die Landſchafe, weil ihre Wolle wegen ihrer all zu ſtarken Erzeugung am Ende unter allen Werth gehen werde. Denn, ſo folgern dieſe, wenn auch die Wolle der Merinos nicht ganz im Preiſe der von Landſchafen N 2 196 gleich kommen ſollte: ſo iſt auch das Fleiſch von dieſen mehr werth als von jenen. Wir wollen letzteres ganz auf ſich beruhen laſſen, und in Hinſicht der Wolle nur bemerken, daß bis jetzt das Preis⸗Verhältniß der Merinowolle, be⸗ ſonders der feinen Sorten derſelben, ſich immer günſtiger geſtellt hat, anſtatt daß es ſchlechter geworden wäre. Jene beſchränkten Anſichten haben alſo alle diejenigen, welche ſie hatten, dadurch in großen Schaden gebracht, das ſie ſich da⸗ durch verleiten ließen, in der Veredlung ihrer Schäfereien nicht gleichen Gang mit den übrigen zu halten. Ich werde im zweiten Bande dieſes Werkes darauf zurück kommen, wie wahrſcheinlich es ſey, daß die eben angeführte Meinung noch lange nicht in Erfüllung gehen werde. Viele aber, welche entweder zu vorſichtig oder zu träge ſind, etwas Beſſeres ſogleich bei ſeinem Bekanntwerden zu ergreifen, haben ſich auch überredet, es ſey gefährlich, ſich der Veredlung der Schafzucht hinzugeben, indem man da⸗ durch endlich eine ſchwächere und für ſehr viele Krankheiten empfänglichere Viehgattung aufſtellen würde. Weil hie und da, durch verkehrte Behandlungsart vielleicht, in ver⸗ edelten Schäfereien mehr Schafe ſtarben als in gemeinen: ſo glaubten ſie ihre Meinung ſchon völlig beſtätigt zu ſehen. Dergleichen Menſchen ſuchen überhaupt immer nur nach Mängeln und Gebrechen, und wer dies thut, der findet deren überall. Auf andere Heerden, die trotz ihrer hohen Veredlung geſünder waren und weit weniger Abgang hatten, als die gemeinen, achteten ſie nicht, und ſchrieben den guten Geſundheitszuſtand derſelben nur den beſondern vorwaltenden günſtigen Verhältniſſen derſelben zu. Es wäre eine thö⸗ iite MN wollen. ſe den mit gen d aber, der dung der gemacht, an mei waren, ſchwun wo ma berſchie man ei auch läch gwiſen, Ertteme Ruhe! nete?- oft ände ungen einem a leiten! dern ſa nicht i durch Aniicht land un men. Fleiſch don dieſe letzteres ganz auf zolle nur bemaden, Merinowolle, be hinmer günſtige orden wire. Jene eejenigen, welche ſie aht, das ſie ſih da⸗ jihrer Schifetien halten. Ich wetd uf zurück kommn, ngefühtte Meinung de otij oder zu trie Gzekanntwerden zu e) gfühich, ſch indem man da⸗ viele Krankheiten würde. Weil hie vieleicht, in ver⸗ als in gemeinen: heſtätigt zu ſehen. immet nur nc zthut, der fide die trot ihter hohen iiger Pögang hatn, ſchiben du gale pndern wrmaltenden Es wir ene thi⸗ 197 richte Mühe, dergleichen beſchränkte Landwirthe beſſern zu wollen. Sie ſind jederzeit dadurch beſtraft worden, daß ſie den Vortheil, welchen allemal das Beſſere gewährt, nicht mit genoßen. Trotz dieſer beſchränkten Meinungen und Anſichten aber, deren ich noch viele anführen könnte, hat die Vered⸗ lung der Schafzucht in Europa doch die größten Fortſchritte gemacht, und gerade da, wo die Meinungen und Anſichten am meiſten verſchieden und einander oft geradezu entgegen waren, hat ſie ſich am ſchnellſten und höchſten emporge⸗ ſchwungen. Denn iſt es nicht in Deutſchland geweſen, wo man ſich am meiſten widerſprochen hat, wo man die verſchiedenſten, oft paradoxeſten Anſichten aufſtellte? wo man einander um derſelben Willen anfeindete und zuweilen auch lächerlich zu machen ſuchte? Iſt es nicht in Deutſchland geweſen, wo man oft in unglaublich kurzer Zeit von einem Extreme aufs andere überging? wo man dafür ſogar die Ruhe und Beſonnenheit ſeines Nationalcharakters verleug⸗ nete?— In Deutſchland war es, wo man ſein Syſtem ſo oft änderte, wo man ſich durch die Anſprüche und Fode⸗ rungen der Wollkäufer am ſchnellſten immer wieder zu einem abgeänderten Gange nach dem vorgeſetzten Ziele ver⸗ leiten ließ. Man kann dies wohl auch von andern Län⸗ dern ſagen, aber doch trieben dieſe die Sache bei weitem nicht in dem hohen Grade und mit dieſem Eifer.— Und durch dies Aendern und Modeln und Wechſeln in ſeinen Anſichten und Meinungen iſt man doch gerade in Deutſch⸗ land unter allen europäiſchen Ländern am weiteſten gekom⸗ men. Aber es gehört auch der deutſche Nationalcharakter 198 dazu, um nicht zu ermüden, um durch die ſo oftmalige Ent⸗ rückung des Zieles nicht den Muth zu verlieren, es immer wieder aufs neue aufzuſuchen und mit verſtärkter Kraft darnach zu ſtreben. Wenn ich an die Meinungen und Anſichten die Ver⸗ ſuche anreihe, die man bey der Ernährung, Wartung und Pflege der Schafe überhaupt, inſonderheit aber der veredel⸗ ten gemacht hat: ſo öffnet ſich mir ein ſehr weites Feld, auf welchem ich nur das Wichtigſte und was zum Theil einen weſentlichen Einfluß auf die Schafzucht gehabt hat, herausſuchen kann. Dazu gehören nun vor allen Dingen diejenigen, welche man mit Kreuzungen, d. i. mit Vermi⸗ ſchung der Racen gemacht hat. In dieſem Punkte thaten beſonders im Anfange die franzöſiſchen Landwirthe ſehr viel. Der Erfolg der Parungen von Merinowiddern mit Land⸗ ſchafen übertrafen ſchon in den erſten Geſchlechtern dermaßen ihre Erwartungen, daß ſie in einem nicht gar zu langen Zeitraume vermittelſt dieſer Operation die ganze Maſſe der Schafe ihres Landes in feinwollige umzuſtalten hofften. Wie trügeriſch dieſe Hoffnungen aber geweſen ſind, davon gibt die franzöſiſche Schafzucht, wie ſie jetzt iſt, den Be⸗ weis. Vielfacher und mit weit mehr Conſequenz betrieben die Engländer dieſe Kreuzungen. Sie gingen, durch die Verhältniſſe ihres Landes beſtimmt, von einem andern Ge⸗ ſichtspunkte aus. Die Maſſe der Wolle, die ihre Manu⸗ facturen bedurften, und die Maſſe des Fleiſches, das dort ſtets ſo hohen Werth hat, waren die beiden Tendenzen ihres Strebens. Unglaublich weit brachten ſie es durch ihre richtige Auffaſſung des thieriſchen Organismus und durch ihre ausda de ganze Theile an, Vet deukt Gz deiſlbe ſe diſebe rict errei So formen d bildeten! ſamkeit, dient, be braucher men, in Scaſeg die Polb gerüdt. noch an erreichte auſs her die den neuer e R wenn N ſingen, Somm über ar aus un rur an ſo oftmäüie Ent tlieren, es inmet verſtärkter Kaaſt enſihten die Ver 9, Vartung und aber der veredel⸗ ſehr wätss Feld, d was zum Theil zucht gehabt ha vor allen Dingen d. i. mit Vermi⸗ ‚em Punkte thaten dwirthe ſehr die dern mit Land⸗ tchtern dermaßen ht gat zu langen ganze Maſſe der guſtalten hoffen. reſen ſind, dabon ett iß, den Be⸗ nſeguenz bettieben gingen, durch die einem andern ge⸗ le, die ihte Munl⸗ Jleiſches, das dort den Tendenzel ihres ſe 6 urch ihe nismus und durch 199 ihre ausdauernde Conſequenz. Sie änderten, ſo zu ſagen, die ganze Geſtalt der Thiere um, ſie bildeten ihnen ſtarke Theile an, die ſonſt ſchwach waren, und wieder umgekehrt. Wer denkt nicht hier an Bakewall.— Mit der Wolle war es dasſelbe. Bis zum Wuchſe von einer Länge brachten ſie dieſelbe in einem Jahre, die ſie bei andern im zweiten nicht erreicht. So wie die Engländer in der Umbildung der Körper⸗ formen der Schafe es ſehr weit brachten, eben ſo eifrig bildeten die Deutſchen die Wolle um. Mit einer Aufmerk⸗ ſamkeit, die alle Ehre und das größte Anerkenntniß ver⸗ dient, beobachteten ſie die Foderungen, welche die Wollver⸗ braucher an dies Product machten, und in kurzen Zeiträu⸗ men, in denen ſie oft kaum zwei bis drei Generationen ihrer Schafe gezüchtet hatten, waren ſie den Foderungen, welche die Wollverbraucher an ſie machten, ſchon immer ganz nahe gerückt. Neben dieſem Haubtſtreben aber machten ſie ſtets noch eine Menge Verſuche in Kreuzungen aller Art, und erreichten auf dieſe Weiſe oft ein Ziel, welches ihren Eifer aufs herrlichſte belohnte, d. h. ſie bildeten eine Wolle aus, die den Manufacturiſten zur Erfindung und Verfertigung neuer Zeuche und Modewaaren höchſt willkommen war. Zu den Verſuchen müſſen wir es aber auch zählen, wenn viele Schafzüchter, beſonders aber in Deutſchland, an⸗ fingen, anſtatt des Weideganges, die Schafe den ganzen Sommer hindurch im Stalle zu füttern. Man war dar⸗ über anfangs ſo bedenklich, daß man glaubte, es wäre durch⸗ aus unmöglich, dieſe Thiere, die beſonders in Spanien faſt nur an Weide gewöhnt waren, bei Stallfütterung das ganze 200 Jahr geſund zu erhalten. Nun glaubten aber manche rationelle Schafzüchter, es könne den Schafen unmöglich ſchaden, wenn ſie auch nicht den ganzen Tag der Bewe⸗ gung in der freien Luft genößen, ſondern dies nur einige⸗ mal des Tages könnten. Dazu kam, daß ſie bei der Stall⸗ fütterung viel regelmäßiger genährt und vor dem zu viel und zu wenig bewahrt werden konnten. Eine Menge an⸗ geſtellter Verſuche fielen auch höchſt vortheilhaft aus, und die Heerden, mit denen man die Sommerſtallfütterung trieb, befanden ſich ſehr wohl. Eine andere Frage war freilich aber noch zu beantworten, dies war die: welchen Einfluß kann aber dieſe veränderte Haltung auf die Ausbildung der Wolle haben? Der Vergleich hierüber fiel keinesweges zum Nachtheil der Stallfütterung aus, und wenn auch vielleicht hie und da eine Bedenklichkeit oder ein Tadel über die Wolle ſolcher Schafe aufgeſtellt ward: ſo hatten dieſe keinen haltbaren Grund. Weniger vortheilhaft und weniger gün⸗ ſtig beurtheilte man aber dieſe Wolle, als man anfing, auf die Kürze derſelben bei hoher Feinheit vorzugsweiſe zu ſehen. Bei der Stallfütterung wuchs ſie jederzeit zu lang und die bei denſelben faſt immer zu gute Ernährung der Schafe machte die Wolle etwas maſtig. Daher kam es denn, daß man dieſe Wolle tadelte, und daß die Käufer derſelben meinten, ſie arte aus, und ſolche Schäfereien gin⸗ gen in ihrer Güte zurück. Ich darf hierbei nur auf Rochsburg in Sachſen hinweiſen. Dort ward zuerſt im Großen das Beiſpiel von Sommerſtallfütterung der Schafe gegeben. Man erreichte dadurch einen doppelten Zweck: Vermehrung der Woll⸗ und der Körpermaſſe. Es bildeten ſih dort 1 ſenders de Beſiher d Bakebal, fir ſin athakender dtt, die d genug in liberſicht überflüſſg einen ſoe ben, etw Ma genug iſ. iſre Woll zun zwir Meinung, aus der kann, je zuſtarke? deinheitsg den kann. der Hautd ſition des haaren au wenn die ſehen. und wenn wit ſo aber manche afen unnixlic ag der Bewe⸗ tes nur einige⸗ bei der Stal⸗ r dem zu viel ne Nenge an⸗ haft aus, und fütterung trieb, ge war freilich velchen Einfluß Ausbildung der inesweges zum auch vieleicht del über die dieſe keinen weniger gün⸗ manfing, auf tzugeweiſe zu erzeit zu lang rnährung der daher kam es ß die Käufer häfereien gin⸗ rbei nur auf vard zuerſtin ung der Siſe ppeltn zock: . G iddeten 201 ſich dort Thiere aus, wie man von den Merinos und be⸗ ſonders von den Electorals gar nicht erwartet hatte. Der Beſitzer dieſer Heerde, Graf Schönburg, ein zweiter Bakewall, lebte und webte nur in der Wartung und Sorge für ſeine Schafe, und hatte, wie ſchon geſagt, durch dieſen anhaltenden unermüdeten Fleiß ſich eine eigene Race gebil⸗ det, die auch unter dem Namen der Rochsburger bekannt genug in Deutſchland geworden iſt. Es wird bei einer Uiberſicht der veredelten Schafzucht in Europa wohl nicht überflüſſig ſeyn, wenn ich bei einem Schafſtamme, der ſich einen ſo ausgebreiteten und dabei ſo verdienten Ruf erwor⸗ ben, etwas ins Einzelne gehe. Man macht, wie es in Deutſchland wohl bekannt genug iſt, den Rochsburger Schafen den Vorwurf, daß ihre Wolle zu lang, zu wenig dicht, und eben deshalb ſehr zum Zwirnen geneigt ſey. Es iſt wohl keine zu gewagte Meinung, wenn ich(im Fall dieſer Vorwurf nicht ganz aus der Luft gegriffen iſt, was er um ſo weniger ſeyn kann, je allgemeiner man ihn hört) annehme, daß die all⸗ zuſtarke Ausbildung der Körper der Schafe bei einem hohen Feinheitsgrade, ſchon Veranlaſſung zur Dünnwolligkeit wer⸗ den kann. Es wird dadurch eine allzugroße Ausdehnung der Hautoberfläche bewirkt, und da die angeborne Dispo⸗ ſition des Schafes nur zu einer gewiſſen Maſſe von Woll⸗ haaren auf einer beſtimmten Fläche hinwirkt: ſo werden ſie, wenn dieſe Fläche vergrößert wird, auch dünner darauf ſtehen. Einzelne Individuen werden dieſen Mangel erſetzen, und wenn man dieſe vorzugsweiſe hegte und zur Zucht aus⸗ wählt, ſo wird man allmählig denſelben ausrotten. Dies 202 iſt auch in der That vielen Schafzüchtern, welche Rochs⸗ burger Stämme haben, gelungen. Andere dagegen kamen in die angegebenen Fehler auf eine Art, die ihnen zuletzt einen unerſetzlichen Nachtheil brachte. Sie achteten nämlich nur auf die Feinheit des Wollhaares und ließen ſich durch den Schein blenden, der allemal für die dünnſtehende Wolle war. Bei der Länge derſelben, auf die man deshalb ſehen mußte, um in der Ergiebigkeit der Schur nicht all⸗ zuſehr zurück zu kommen, fiel dann eine ſolche Wolle im Stapel anseinander und das Zwirnen fand ſich in hohem Grade. Doch ich kehre zu den Verſuchen der Sommerſtall⸗ fütterung zurück, und ich werde zu dem angeregten Thema über verſchiedene Schafſtämme weiter unten zurück kehren. Hier war es bloß darum zu thun, bei der Anführung der Rochsburger Schäferei, die ein großes Beiſpiel dieſer Stall⸗ fütterung gegeben hat, zu zeigen, welchen Erfolg und Ein⸗ fluß dieſelbe auf die Ausbildung der Wolle derſelben hatte. Man wird mich deshalb wohl nicht beſchuldigen, daß ich die hier logiſche Ordnung verletzt hätte. In Oeſterreich war man, ſo wie die Sommerſtall⸗ fütterung erſt bekannt wurde, ſehr dafür. Es wurden große Verſuche gemacht, wobei der Veteran, Freiherr von Ehrenfels, an der Spitze war. Eine Menge Debatten entſpannen ſich über dieſen Gegenſtand, wie die Oekonomi⸗ ſchen Neuigkeiten ꝛc. in den Jahrgängen 1815— 1817 überflüſſig beweiſen. Die Sache hatte ihre Widerſacher und ihre Verfechter, im Ganzen aber ging aus der Füh⸗ rung des Streits wohl klar genug hervor, daß ſie ohne allen Näthei Vortheil In und Etele hewits, W auf einer gerade de db Sommer ausgtfü jett die den Sch richt ur woher k kommen, gfühnt d. 6 kultivin Großen Graswu duf kne benuten walt d durch i was er erkaufe wemaß gen at welche Rochs⸗ dagegen amen de ihnen zulett hteten nämlich eßen ſich durch uſtehende Wolle man deshalb Schur vicht al⸗ ee ſolche Woll n fand ſih in —r Sommerſil⸗ geregten Thema zurück kehren. Anführung der dieſet Stall⸗ eſolg und Ein⸗ derſelben halte. ldigen, daß ich ſe Sommerſtal⸗ Es wurden , Freihert von Menge Debatten t die Dekenoni⸗ 1n5- 147 ihre Pürſſcher ng aus dr dih⸗ daß ſ ühne allen 2⁰3 Nachtheil für die Schafzucht und für den Ackerbau nur zum Vortheile zuläſſig ſey. In Schleſien war es der Amtsrath Blok, der mit Leib und Seele zu dieſer Fahne ſchwor, und auch durch ſein Beiſpiel bewies, wie gut man ſich bei demſelben ſtände. Denn er hielt auf einer ſehr geringen Fläche ungewöhnlich viel Schafe, ohne gerade den Anbau der Cerealien dabei beſchränken zu müſſen. Ob in andern, außer den gedachten Ländern, die Sommerſtallfütterung der Schafe verſucht und im Großen ausgeführt worden ſey, das iſt mir nicht bekannt. Es iſt jetzt die Frage aufzuſtellen: Wenn nun dieſe Stallfütterung den Schafen zuträglich, wenn ſie der Ausbildung der Wolle nicht ungünſtig, wenn ſie dem Ackerbaue beförderlich iſt; woher kommt es da, daß ſie nicht mehr in Gebrauch ge⸗ kommen, ja vielmehr, daß ſie da, wo man ſie bereits ein⸗ geführt hatte, wieder abgeſchafft worden iſt? Die Hauptgründe davon ſind folgende: Einmal iſt ſie da nicht zuläſſig, wo man einen Boden kultivirt, der ſich nicht zum Anbau von Futterkräutern im Großen eignet, wo man im Gegentheil den ſparſamen Graswuchs, ſey er durch Natur oder Kunſt bewerkſtelligt, auf keine andere Weiſe, als durch Abweiden mit den Schafen benutzen kann. Wer auf einem ſolchen Boden es mit Ge⸗ walt durchſetzen wollte, ſeine Schafe das ganze Jahr hin- durch im Stalle zu füttern, der würde etwas unternehmen, was er kaum durchſetzen, und ſtets mit den größten Opfern erkaufen müßte. Uiberdies würde ihn jede nur eini⸗ germaßen ungünſtige Witterung in Verlegenheiten brin⸗ gen, aus denen er ſich ſchwerlich reißen könnte. 204 Zweitens gibt es ſehr viele Güter, die eine Menge Weidetriften haben, deren knapper und dabei ſo ſehr ge⸗ ſunder Graswuchs ſie von der Natur ganz eigentlich zu Schafweiden beſtimmt hat. Wollte man es hier darauf ankommen laſſen, daß dieſe Weiden ſo weit in ihrer Vege⸗ tation gelangen ſollten, bis man das Gras davon abmähen könnte: ſo würde man oft vergeblich darauf warten, weil die Trockenheit dies leicht verhindern möchte. Wer würde aber einen ſo augenſcheinlichen Vortheil, als den ſolche Weiden geben, fahren laſſen, bloß um den Verſuch zu ma⸗ chen, ob Stallfütterung oder Weidegang den Schafen zu⸗ träglicher ſey? Drittens führt aber auch die Sommerſtallfütterung der Schafe ſo viel Arbeit und Beſchwerden mit ſich, daß ſelbſt diejenigen, deren Oertlichkeit ſich ganz beſonders für dieſelbe eignete, ſie wieder aufgegeben haben. Das Mähen und Anfahren des Futters, der Raum, wohin es gebracht werden muß, die ſorgfältige Aufſicht, daß es ſtets friſch er⸗ erhalten, und niemals erwärmt oder wohl gar ſchon halb verdorben den Schafen gegeben werde, alles dies ſind Dinge, die in der Wirklichkeit mehr Schwierigkeiten machen, als man ſich im Anfange einbildet. Durch⸗ zuſetzen iſt es, aber auch berechnet werden müſſen alle die dabei vorkommenden Koſten, und dann muß ver⸗ glichen werden, ob der ſcheinbare Gewinn dieſer Fütte⸗ rungsart nicht in jenen Koſten wieder aufgeht, und ob man am Ende nicht die mehrere Aufſicht und die größere Gefahr wegen Verfütterung des Viehes noch obenein als Zugabe hat. Bei de ih auch von un zu erühr ungirrta de kunas gü ſin die Ver Jahte 1820 nit diſer führen. 2 welch dütt Fleiſch und wäre ſeht grißten Nu chen Verſu wollten. d T meiſt darar ſehr rauhe ſehr ſorglo ſehr häuft dern Verſu Kmas, in ofenen gewinnen ſchaden, Wolee äl Man erl ſanft, al n s fr. die eine Nenge bei ſo ſehr g⸗ zeigentlich u ds hier darauf in ihrer Vege⸗ davon abmähen f warten, weil . Wer würde als den ſolche Gerſuch zu ma⸗ n Schafen zu⸗ erſtalffütterung nit ſich, daß beſonders für Das Mähen in es gebracht ſtets ftiſch et⸗ gat ſchon halb les dies ſind chwierigkeiten det. Dutch⸗ wüſſen all an muß vet⸗ dieſer Fütte⸗ geht, und 1 und die gihae bbenin al 2⁰5 Bei den Verſuchen in der veredelten Schafzucht habe ich auch von denen zu ſprechen, welche man gemacht hat, um zu erfahren, auf welche Weiſe und durch welche Fütte⸗ rungsarten der Körper der Schafe(Carcaſſe) und ihre Wolle beſonders günſtig oder ungünſtig ausgebildet werde. Hier ſind die Verſuche des Herrn von Raumer, die er im Jahre 1320 öffentlich bekannt machte, und die noch keiner mit dieſer Sorgfalt angeſtellt hatte, vor allen andern anzu⸗ führen. Durch dieſelben bewies er den Schaßzüchtern, welche Fütterungsarten für Wolle, und wieder, welche für Fleiſch und Fetterzeugung am günſtigſten wirkten. Es wäre ſehr verdienſtlich und für höhere Schafzucht von dem größten Nutzen, wenn noch mehre Landwirthe ſich ähnli⸗ chen Verſuchen widmen und dieſelben öffentlich mittheilen wollten. 1 Die Verſuche bei der Haltung der Schafe haben ſich meiſt darauf beſchränkt, daß man dieſelben entweder einem ſehr rauhen Klima, oder ſehr feuchten Triften, oder einer ſehr ſorgloſen Behandlung ausſetzte. Letzteres geſchah wohl ſehr häufig, ohne daß man gerade die Abſicht eines beſon⸗ dern Verſuchs dabei hatte. Hinſichtlich der Rauhigkeit des Klimas, ließ man z. B. die Schafe den Winter hindurch in offenen Gebäuden. Man wollte damit die Uiberzeugung gewinnen, ob ihnen die Strenge des Winters körperlich ſchaden, oder ob ſie einen nachtheiligen Einfluß auf die Wolle äußern würde. Beides erfuhr man hinlänglich. Man erlitt großen Verluſt, und die Wolle war weniger ſanft, als die in warmen Ställen erzeugte. Ein anderes iſt es freilich mit den engliſchen langwolligen Schafen. üê— ——— 206 Dieſe ſind von Natur mehr an ein rauhes Klima gewöhnt und ihre reiche Bedeckung ſchützt ſie auch vielmehr. Zu⸗ dem iſt es auch ihrer Wolle weniger nachtheilig, da das Haar derſelben an ſich ſchon weit rauher obgleich glänzen⸗ der iſt, als das der Merinos. Die Verſuche mit Schafen auf feuchten Triften ſind hie und da über alle Erwartung gut ausgefallen. Daß die engliſchen langwolligen Schafe dergleichen Triften vor⸗ zugsweiſe lieben und darauf am beſten gedeihen, iſt bekannt, aber von den Merinos und deren Abkömmlingen durch Kreuzungen glaubte man von jeher, daß dieſe Triften ihnen jedesmal den Tod brächten. Dies iſt jedoch nicht allemal der Fall, und mir ſelbſt ſind Beiſpiele bekannt, wo man dieſelben nothgedrungen auf ſolchen, ja ſogar auf verſchlämm⸗ ten Weideangern ernähren mußte, ohne daß man gerade nachtheilige Folgen davon verſpürt hätte. Schlimmer ſind jederzeit für ſie dergleichen Weiden geweſen, auf denen quellige und ſumpfige Stellen mit trocknen wechſeln. Im⸗ mer verfielen ſie auf ſolchen im Herbſte in die Egelkrank⸗ heit: ſo wie ſie auf allen den Triften, die bei ſonſt trock⸗ ner Lage doch eine Menge verdeckter Ackerquellen haben, auf denen üppige und ſcharfe Gräſer wachſen, ſehr häufig vom Blutſchlage betroffen werden. Die hierüber geſam⸗ melten Erfahrungen geben daher die Lehre, auf dergleichen Triften die größte Vorſicht anzuwenden, ſolche verborgene Quellen abzuleiten, oder, wo dies nicht thunlich iſt, ſie von den Schafen nie betreten zu laſſen. Bei durchaus naſſen Triften iſt es leichter möglich, den Schafen mit trocknem Zwiſchenfutter und Präſervativen zu Hilfe zu kommen. zugen wi de Vole worten, gaubten kin Aiberfülun licht da, die Buutſ ſch uf ſenner 30 Werth de Att, die Mu ftri und führ auf Niede ſchaften ih dagegen machte, mualität! oder von trugen di aber in it Haupteig die Echa ziger We den Sch ſtande a Au Renen Er Küma gerihnt jelmehr. gu⸗ eilig, da da gleich glänzen⸗ Tüſften ſind efalen. Daß n Tüiſten vor⸗ en, iſt bekangt, mlingen durch Triften ihnen nicht allemal mt, wo man f verſchlämm⸗ man gerade Güwmet ſind n, auf denen ſechſeln. Im⸗ die Egelkrank⸗ bei ſonſt tro⸗ guellnn haben, r, ſehr hüug terüber geſam⸗ ruf dexlite ſche verborgene lich iſt ſe vn durchaus niſe n mit tuinem fe zu kommen. 207 Fragen wir aber, welchen Einfluß dergleichen Triften auf die Wolle geäußert haben: ſo wäre darauf, wohl zu ant⸗ worten, daß derſelbe weniger nachtheilig war, als manche glaubten, doch aber immer unverkennbar blieb. Ein gleiches iſt von den allzugeilen Triften zu ſagen. Uiberfüllung des Blutes iſt auf denſelben bei den Schafen leicht da, und man hat oft genug erfahren, daß gerade hier die Blutſeuche am häufigſten wüthete. Die Wolle bildet ſich auf dieſen zu geil aus, das Haar verliert dabei an ſeiner Zartheit, Geſchmeidigkeit und Sanftheit, und der Werth der Waare wird dadurch vermindert. Verſuche aller Art, die man hierüber angeſtellt hat, haben dies bewieſen. Man ſtritt zwar auf dem Leipziger Wollconvente hiergegen und führte Beiſpiele an, wo Schafe, die von Höhentriften auf Niederungen verſetzt worden waren, die guten Eigen⸗ ſchaften ihrer Wolle ganz treu erhalten haben ſollten. Aber dagegen ſtreiten eine Menge von Erfahrungen, die man machte, wenn man Schafe von der ausgezeichneteſten Woll⸗ qualität von trocknen Höhentriften auf Niederungen, die feucht oder von ſehr gutem Graswuchſe waren, verſetzte. Sie trugen dieſelbe Wolle, dem Charakter oder der Natur nach, aber in ihrer Sanftheit und Geſchmeidigkeit, alſo in ihren Haupteigenſchaften, hatte ſie verloren. Vielleicht hatten die Schafzüchter, welche obige Behauptung auf dem Leip⸗ ziger Wollconvente aufſtellten, dies überſehen, und ſich durch den Schein der Wolle im rohen, d. i. ungewaſchenen, Zu⸗ ſtande auf den Schafen täuſchen laſſen. Aus dieſen Verſuchen und den daraus hervorgegan⸗ genen Erfahrungen muß nun die Folgerung gezogen werden, —y— 298 ob es auch rathſam und ökonomiſch vortheilhaft ſey, auf ſolchen Triften große Kapitalien zur Anſchaffung von edlen Merinoheerden zu verwenden? Denkende und rechnende Land⸗ wirthe haben ſich die Frage vorgelegt, und gefunden, daß trotz dem Nachtheile, in welchem ſie hierin gegen die Be⸗ ſitzer von Höhentriften ſtehen, es dennoch ſehr reichlich lohne, edle Schäfereien auf Niederungen anzulegen, und daß, wenn ſie auch die höchſte Qualität zu erreichen faſt aufgeben müſſen, ſie dennoch bei der Haltung von edlen Schafen ihre Rechnung noch beſſer fanden, als bei allen übrigen Zweigen der Landwirthſchaft. Ein Anderes würde es freilich ſeyn, wenn, wie in England, das Fleiſch einen ſo hohen Preis hätte, daß die Wolle mehr zum Neben⸗ und nicht, wie in Deutſchland, zum Hauptertrage gerechnet werden müßte, wo es dann bei ihnen mehr auf die Größe der Schafe, als auf die Feinheit der Wolle ankommen würde. Eine Frage kommt aber hier von ſelbſt, nämlich: ob es auf ſolchen Triften nicht beſſer ſeyn würde, die gänzliche Stallfütterung bei den Schafen einzuführen? Man würde dabei vielleicht der allzugeilen Ernährung der Schafe, und ſomit dem allzuüppigen Wachsthum der Wolle eher vorbeu⸗ gen. Dies zugegeben, ſo hat, wie oben angegeben, die Sommerſtallfütterung ihre nicht geringen Schwierigkeiten, und am Ende würde bei der Uippigkeit des Futters im Ganzen für die Wolle auch nicht viel dabei gewonnen. Es ſind, wie wohl von ſelbſt zu vermuthen iſt, dergleichen Verſuche gemacht, aber großentheils wieder aufgegeben worden. Zu erwarten ſteht übrigens, daß man in der Folge auch mit den langwolligen engliſchen Schafen Ver⸗ ſute auf Fünſig eud Wenn Behand ung venixerdüſ die Sache g hig, nach überall vo ider Wit Hite, R dies wohl Hodden b hieher.. edelten M riht ſchwach dabei nicht fr dieſelber Thiere imr man einſet ganzen Lan Pegen, aber daageſett, das Wintef des Märze zehrt wind: lahlen An Sonne aus tieleicht da u daten, Elsrers vi eilheſtſh, auf affung von aͤlen rechnende band⸗ gefunden, daß gen die Be⸗ hrräͤhlich lohne, gen, und daß, en faſt aufgeben len Schafen ihre lbrigen Zweigen es freilich ſeyn, ſo hohen Preis nicht, wie in werden mißte, er Schaft, als „niwüch: 0b de, die ginzliche a2 Nan wüdde der Schafe, und alle eher vorbin angegeben, de Schwierigkeiten des Futters in dabei gewonnen. niſ,, denlihen der auffgn ß man in der r Etwin Ver⸗ 209 ſuche auf ſolchen Triften machen werde, die dann gewiß günſtig ausfallen müſſen. Wenn ich nun auch von den Verſuchen mit ſorgloſer Behandlung ſoreche: ſo ſind dieſe, wie ſchon bemerkt, wohl weniger abſichtlich, als vielmehr aus Mangel an Sinn für die Sache gemacht worden. Man hat freilich oft nicht nö⸗ thig, nach ſolchen Verſuchen ſich weit umzuſehen, da ſie überall noch zu finden ſind.— Wenn man die Schafe jeder Witterung, Regen und Schnee, Sturm, Kälte und Hitze, Mangel und Uiberfluß abwechſelnd ausſetzt, ſo ſind dies wohl dergleichen Verſuche. Auch das Pferchen und Horden bei Nacht, beſonders in ſpäter Jahreszeit, gehört hieher. Daß die Merinos, und die durch dieſelben ver⸗ edelten Meſtiz⸗Schafe dies alles ertragen, zeigt von ihrer nicht ſchwachen Conſtitution, und daß auch deren Wolle dabei nicht alzu viel leidet, iſt ebenfalls eine Empfehlung für dieſebben. Man hat zwar in neuerer Zeit dieſe edlen Thiere immer mehr in Obhut genommen; man hat, da man einſehen lernte, daß ſie die ſtützenden Pfeiler der ganzen Landwirthſchaft ſind, ſich ihrer Pflege mehr unter⸗ zogen, aber dennoch ſind ſie noch manchen Mißhandlungen ausgeſetzt, die man ihnen erſparen könnte. Wenn für ſie das Winterfutter ſo ſparſam beſorgt iſt, daß es mit dem Ende des Märzes, und noch dazu in rauhen Gegenden, aufge⸗. zehrt wird; wenn man ſie dann auf ſumpfigen Wieſen und kahlen Angern weiden läßt; wenn ſie mit Aufgang der Sonne aus dem Stalle in den Thau hineingejagt werden, vielleicht damit ſie weniger Zeit haben, an ihren Hunger zu denken, und dann den ganzen Tag ſich um ihr höchſt O Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. 4 219 kärgliches Mahl bemühen müſſen; wenn ſie der Rohheit von Schäfern, die ſie auf jede Weiſe mißhandeln, ohne alle Auf⸗ ſicht übergeben ſind: dann ſind dies Verſuche, die man mit ihnen macht, welche wohl nicht gerade allemal vortheilhaft aus⸗ fallen können. Wo es aber nicht Verſuche ſind, wo es bloß Folge von Mangel an Intereſſe für die Sache iſt; wo man zwar den Gewinn, aber nicht die Mühe haben will: da läßt ſich freilich wenig ſagen, und nur bemerken, daß die Thiere, welche in ſolche Obhut kommen, zu bedauern ſind. Das hier zuletzt Abgehandelte hätte freilich mehr zu den Verfahrungsarten, als zu den Verſuchen gezählt werden ſollen; ich glaubte es aber ſchonender dieſen anzureihen. Auch hat es als Verſuch einigen wiſſenſchaftlichen Werth, zu erfahren, in wie weit man edle Schafe ohne alle Sorg⸗ falt erhalten und benützen könne. Wirkliche Verſuche dieſer Art hat man da gemacht, wo man veredelte Schafe in den Zuſtand der Wildheit verſetzte und ſie in demſelben ſich ſelhſt überließ. Sie erhielten ſich darin, ihre Wolle aber verlor, wie ſich wohl von ſelbſt verſteht, durch die Verunreinigung und Verunſtaltung faſt allen Werth. Das Schaf iſt ein⸗ mal ganz an den Menſchen gewieſen, und ſein edles Vließ iſt eben ſowohl ein Product der Sorgfalt und Aufmerkſam⸗ keit(alſo der Kunſt) desſelben, als der Natur. Man denke ſich die edelſten Merinos in den Zuſtand der Wild⸗ heit verſetzt, man denke ſich ihre Vermiſchung mit an⸗ dern Thiergattungen, z. B. den Ziegen ꝛc., und nun denke man ſich dieſen Zuſtand Jahrhunderte lang: ſo wird man Zackel, Argalis und Muſlons herausbringen. Von den verſchiedenen Verfahrungsarten, welche man ſit der V will ich m die jiemii Rütkgang! Das! nur einige gute Unter überhaut. Landſchaſe daß ſe mau es ti da baute ſünder, die Scofe der Folge und dort ſchiedenen kungen üb wollte beo den alten fühlen gen helen.- ſich ungeſi ten gezogen und zarte es mangel dnn auch 8 aber ein enge dunkl e der Rohheit von 7, ohne all Auf⸗ che, die man mit vortheilhaft au⸗ ſind, wo es bloß cche iſ; wo man ben wil: da läßt n daß die Thiere, uern ſind. freilich mehr zu en gezählt werden jeſen anzureihen. zaftlichen Werth, johne alle Sorg⸗ Verſuche dieſer eSchafe in den mſelben ſich ſelhſt Volle aber verlot, e Verunreinigung das Echaf it ein⸗ ſein eles Bließ und Aufmerkſam⸗ * Natur. Nan uſtand der Wid⸗ niſchung mit an⸗ en ꝛc., und nun ete lanz: ſ vid duöbringen. nnen, wiche man 211 ſeit der Veredlung der Schafzucht in Europa beobachtet hat, will ich nur die wichtigſten, und zwar diejenigen anführen, die ziemlich allgemein wurden, und die auf den Fort⸗ und Rückgang der Veredlung einenn ſentlichen Einfluß hatten. Das Erſte, was man bei einer Schäferei, der man nur einige Sorgfalt widmete, zu bedenken hatte, war ihre gute Unterbringung, ihre Verpflegung und ihre Beſorgung überhaupt. Die Stallungen, welche man den gemeinen Landſchafen anwies, waren zum Theil ſo elend und ſchlecht, daß ſie für edleres Vieh kaum zu brauchen waren. Wo man es thun konnte, und wo man Sinn für die Sache hatte, da baute man beſſere; man machte ſie luftiger und ge⸗ ſünder, und hatte dafür auch die Genugthuung, daß man die Schafe beſſer darin gedeihen ſah. Freilich ging man in der Folge auch darin etwas weit, und es entſtanden da und dort wahre Paläſte. Uiber dieſe Haltung in den ver⸗ ſchiedenen Ställen ſind ſogar Bedenklichkeiten und Bemer⸗ kungen über die Ausbildung der Wolle entſtanden. Man wollte beobachtet haben, daß namentlich in Sachſen in den alten dunklen Ställen dieſelbe ſanfter und zarter anzu⸗ fühlen geweſen ſey, als in den neuen, geräumigen und hellen.— Wäre etwas Wahres an dieſer Sache: ſo ließe ſie ſich ungefähr ſo wie bei den an dunkeln und eingeſchloſſenen Or⸗ ten gezogenen Pflanzen erklären. Dieſe ſind dann auch weicher und zarter, als die in der freien Luft gewachſenen, aber es mangelt ihnen auch dafür alle Kraft. Dasſelbe würde dann auch gewiß bei der Wolle ſtatt finden. Immer würde es aber eine grauſame Verfahrungsart ſeyn, die Schafe in enge dunkle Ställe zu ſperren, ſelbſt wenn man auch dabei O 2 2 12 die Wollqualität erhöhen könnte, was aber jederzeit wohl nur eingebildet ſeyn würde. Wenn jene Bemerkung, daß die Wolle in neuen, geräumigen Ställen weniger fein und ſanft gefunden worden wald, richtig ſeyn ſollte: ſo beruhte ſie ohne Zweifel auf dem Umſtande, den ich in dem Werk⸗ chen:„Meine Erfahrungen in der höhern Schafzucht, Stuttgard bei Cotta“, angeführt habe, und der darin be⸗ ſteht, daß die Wolle in gemauerten Ställen, beſonders wenn die Schafe dieſelben ganz neu beziehen, eine Art von Roſt befällt, wovon ſie das Anſehen verliert, und ſich rauh anfühlt. Das Verfahren bei der Verpflegung der Schafe war, wie ſchon aus dem Vorhergehenden genug erſichtlich iſt, ſehr verſchieden. Manche hielten dieſe, manche jene Fütterungs⸗ art für beſſer. Die vermehrte Zahl der Schafe ſowohl, als deren beſſere Verpflegung machten es nothwendig, daß man auf vermehrtes und verbeſſertes Futter ſah. Man machte Verſuche mit dieſer und jener Futterart, und je nachdem dieſe günſtig oder nachtheilig ausfielen, je nachdem baute man ſie nun fort, oder gab ſie wieder auf. Beſonders fing zu Anfange des gegenwärtigen Jahrhunderts in Deutſch⸗ land die Kartoffelfütterung an, bei den Schafen eingeführt zu werden. Sie hat nachher ſo große Epoche gemacht, und beſonders auf die vermehrte Schafhaltung auf Sandlände⸗ reien, einen ſo ungeheuern Einfluß ausgeübt, daß es wohl der Mühe werth iſt, von ihr etwas weitläufiger zu ſprechen. Man betrieb ſie, wie Laſteyrie bemerkt, ſchon im Jahr 1302 ſehr ſtark in Sachſen, und gerade dort hatte ſie ſeit⸗ dem faſt wieder ganz aufgehört, und nur erſt in der neuern zeit hat n Erſcheinung Zeit behaun „ligen Einſu gaben die n auf, Odet acteten hier nieb ſie an Schafen zu niger aush tung der Schafzüchte zeugten Wo tun beſchra ganze Witthſ In Schleſier gedehntem⸗ Bodenreicht kräuter, al etzeugen kan ſch auch la mehtten Sch Hilfsquellen waren wohl nicht nüthig fir die vor fingt jetzt a Karvffln rungzmitel ber jederzei wohl Bemerkung, daß weniger fein und ſollte: ſo beruhe ich in dem Werk⸗ öhern Schaßzucht, und der darin be⸗ Ställen, beſonders tziehen, eine Art verliert, und ſic der Schafe war, erſichlich iſt, ſehr jene Fütterungs⸗ hafe ſowohl, als wendig, daß man h. Man machte hund ie nchden je nachdem haute rauf. Beſonderö Inderts ir eutſch⸗ Schafen eingefühft oche gemach und eübt, daß es we läufiger zu ſpreen. arkt, ſcon in Iaht e dort hatte ſe ſeit af in der neuern 213 Zeit hat man ſie wieder aufgenommen. Die Urſachen dieſer Erſcheinung liegen darin, daß die Wollhändler die längſte Zeit behaupteten, es habe dieſe Fütterung einen nachthei⸗ ligen Einfluß auf die Wolle. Auf dieſen Ausſpruch bauend, gaben die meiſten ſächſiſchen Schafzüchter dieſelbe wieder auf, oder führten ſie auch gar nicht erſt ein. Weniger achteten hierauf die in der Mark Brandenburg. Die Noth trieb ſie an, dieſes Futter in Maſſe zu bauen, und es ihren Schafen zu geben. Ohne dasſelbe hätten ſie deren viel we⸗ niger aushalten können. Wenn alſo auch wirklich die Behaup⸗ tung der Wollhändler richtig geweſen wäre: ſo mußten die Schafzüchter ſich lieber eine Herabſetzung der Qualität ihrer er⸗ zeugten Wolle gefallen laſſen, als daß ſie ihre ganze Schafhal⸗ tung beſchränken, und einen ſo einträglichen Zweig für ihre ganze Wirthſchaft hätten nicht mit aller Kraft erfaſſen ſollen. In Schleſien geſchah dasſelbe, wenn auch nicht in ſo aus⸗ gedehntem Maße, weil dieſe Provinz wegen des großen Bodenreichthums in vielen Theilen derſelben andere Futter⸗ kräuter, als Klee, Lucerne, Wicken ꝛc. in großen Maſſen erzeugen kann. Die öſterreichiſchen Provinzen gewöhnten ſich auch lange nicht daran, den Kartoffelbau zum ver⸗ mehrten Schaffutter ins Große zu betreiben. Die innern Hilfsquellen, welche das Land in dieſem Reiche darbietet, waren wohl die Haupturſache davon, weil man deshalb nicht nöthig hatte, ſehn auf beſondere Zuſchüſſe an Futter für die vorhandenen Viehbeſtände zu denken. Aber man fängt jetzt auch dort damit an, und die Wohlthätigkeit der Kartoffeln vermehrt ſich immer mehr, indem ſie die Nah⸗ rungsmittel für die fortwährend ſteigende Bevölkerung aller 214 Länder ſo ſehr vermehren helfen, und dadurch, daß ſie als Schaffutter in ſo großen Maſſen erzeugt werden, auch für die Bekleidung dieſer Bevölkerung in gleichem Maße för⸗ derlich ſind. Wenn nun aber von Seiten der Wollhändler und auch hie und da der Manufacturiſten der Kartoffelfütterung bei den Schafen der Vorwurf gemacht wurde, als habe ſie einen nachtheiligen Einfluß auf die Ausbildung der Wolle: ſo iſt es von großer Wichtigkeit, zu unterſuchen, ob dieſer Vorwurf gegründet ſey oder nicht. Er ward zwar auf dem Leipziger Wollconvente ſchon zum Theil beſeitigt, jedoch iſt er immer noch nicht genug entkräftet, beſonders, da es noch eine Menge Schafzüchter gibt, die ſich von der Vorſtellung noch nicht loßreißen können, daß die Kartoffeln in keiner Art den andern Futterarten, als dem Heu ꝛc. gleich zu ſetzen ſeyen. Was den Kartoffeln wohl zunächſt den Vorwurf der Wollkäufer zuzog, das war die allzu ſtarke Fütterung, welche die Schafzüchter durch Hilfe derſelben ſogleich bewerk⸗ ſteligten. Es ward alſo die Wolle das, was man maſtig nennt. Das wäre ſie aber auch geworden ohne Kartoffeln, wenn man die Schafe eben ſo reichlich mit anderm Futter verſehen hätte. Als die ſo überaus niedrigen Kornpreiſe zur Getreidefütterung Veranlaſſung gaben, da hörte man dieſelben Klagen und Vorwürfe.— Daß ſie bei den Kar⸗ toffeln gerade um dieſerwillen nicht gegründet waren, be⸗ weiſen manche Fehlgriffe, welche die Wolkäufer machten, wenn ſie ſich anmaßten, an der Wolle ſogleich erkennen zu wollen, ob man die Schafe mit Kartoffeln gefüttert ſite. D Fas die und beweiſ arderm Fu dee Stufe Pole am iicht nacht Heerden T ledden, ode giſtelt we dabei ein das vorzi für den gehoben. Karvoffeln. ſandheitszw Belſpiel all Theo Ale Schä beſtandthe Gin beſten ondern au daß all werden, welche f denſelben riel beſſe Ein piambur ,, daß ſi als den, auh für n Maße ſit⸗ ler und auch fütterung bei als habe ſie g der Vole: en, ob dieſer id zwar auf heil beſeitit, t, beſonders, ſich von der ee Kurtofeln em Heu n.. Porwurf der tterung welch glech bewett a mm maſiig jne Kartoffeln, anderm datter gen Kornpteiſ da hötte man ſe bei dn Im⸗ det ware, be⸗ käufer nachten, eic akmnen d 29 ffin gefüttet 215 hätte. Da riethen ſie denn oft gerade aufs Gegentheil. Was die Sache aber ſo ziemlich außer allem Zweifel ſetzt, und beweiſt, daß die Kartoffeln, beſonders wenn ſie mit anderm Futter abwechſelnd gegeben werden(als wobei ſich die Schafe auch jederzeit am geſündeſten befinden und ihre Wolle am beſten ausbilden), für die Qualität derſelben gar nicht nachtheilig wirken, das ſind eine Menge der edelſten Heerden Deutſchlands, die ohne Kartoffelfütterung Mangel leiden, oder auf einem viel niedrigern Stand der Zahl nach geſtellt werden müßten. Sie erzeugen noch fortwährend dabei ein Product, das ganz beſonders geſucht, und für das vorzüglichſte anerkannt wird. Hierüber wären alſo für den Schafzüchter wohl ſo ziemlich alle Bedenklichkeiten gehoben. Eine andere aber ſtößt ihnen darin auf, ob die Kartoffeln, wenn man ſie in Maſſe füttert, auch dem Ge⸗ ſundheitszuſtande der Schafe jederzeit zuträglich ſeyn dürften. Beiſpiele und Erfahrungen beweiſen auch hier mehr, als alle Theorien, und jene ſind ganz zu Gunſten der Kartoffeln. Alle Schäfereien, welche ſie ſeit langer Zeit zu einem Haupt⸗ beſtandtheile ihrer Fütterung gemacht haben, befinden ſich im beſten Geſundheitszuſtande, ja ſie zeichnen ſich faſt vor andern aus. Beſonders macht man aber die Bemerkung, daß alle die Schäfereien, in welchen Kartoffeln gefüttert werden, glücklicher im Erziehen der Lämmer ſind, als die, welche keine bekommen. Die Mutterſchafe erhalten von denſelben mehr Milch, und nähren darum ihre Lämmer viel beſſer.— Ein anderes Futter waren die Erdſchoken oder To⸗ pinamburs(Helianthus tuberosus). Dieſe erbaute man 216 weniger ihrer Wurzelknollen, als vielmehr ihres Laubes wegen. Man fing in Schleſien zuerſt damit an, und der Bekanntmacher dieſes Schaffutters, der Wirthſchafts⸗In⸗ ſpector Kade, hat ſich dadurch einen Namen geſtiftet. In der Mark Brandenburg machte man auch bald Verſuche damit, beſonders da ſie gerade für den Sandboden paſſen. So vortheilhaft man nun auch dies Futter finden wollte, und ſo geſund es den Schafen war, auch ſehr gerne von ihnen genommen wurde: ſo iſt die Sache doch bald wieder ins Stocken, ja ſchon beinahe in Vergeſſenheit gekommen. Die Schwierigkeit der Ausrottung dieſer Frucht von den Stellen, wo ſie einmal erbaut worden iſt, verbunden mit der ſpäten Erndte des Laubes(October und November), wo es denn zuweilen verdirbt, hat, neben dem Umſtande, daß ſie doch nicht die große und nahrhafte Maſſe an Futter gewährt, wie man anfangs glaubte, dies zu Wege gebracht. So gewiß iſt es, daß das praktiſch Brauchbare, ſelbſt wenn es anfangs gar nicht geachtet oder verdächtig gemacht wird(wie z. B. die Kartoffeln), dennoch zuletzt in ſeinem ganzen Werthe hervortritt, wogegen das ſcheinbar Nützliche, auch wenn es im Anfange noch ſo viele Vortheile verſpricht, doch bald wieder den Platz räumen muß. In der Verpflegung der Schäfereien machte man aber ſehr große Fortſchritte und Verbeſſerungen, ſobald die Ver⸗ edlung immer mehr betrieben ward, und der Eiſer dafür durch immer lohnendere Wollpreiſe fort und fort angeregt wurde. Man ſorgte nunmehr im Allgemeinen für weit beſſeres und reichlicheres Futter, und dadurch hat der ganze Landbau eine höchſt wohlthätige Umformung erlitten, wie ij in zweit heſſere Futter den Geſundhe dünick.- zuht intnſt gißers und well es vich als der bich in allen d Perſtand u frühenn de verdopbelt. ſcönſen L nagen die unter alen it den National Effers vicht Der! an, größere bin ſo zieml einer Schafh bekümmerte, ihren Tuͤbut an, ſich der eignes Beif hatten ſeit Herde gehe der bei dem ſebe als Ka ehr ihres daubes mit an, un der Lirthſchaftz⸗In⸗ Namen geſtiſtet. ch bald Verſuche kandboden paſſen. ter finden wollte, ſehr gerne von doch bald wieder enheit gekommen. Frucht von den „verbunden mit d November), wo dem Umſtande, Maſſe an Futter Wege gebracht, auchbare, ſebſt nächtig gemacht zulett in ſeinem heinbar Nüblihe ttheit verpriht, nachte man aber ſobald die Ver⸗ der Eſſet difür nd fort angengt meinen füt wit urch hat der ganze ng erliten, wie 217 217 ich im zweiten Theile zeigen werde. Dieſes reichlichere und beſſere Futter ward auch mit mehr Ordnung und alſo für den Geſundheitszuſtand der Schafe weit zweckmäßiger ver⸗ abreicht.— Auf dieſe Weiſe vermehrte ſich denn die Schaf⸗ zucht intenſiv und extenſiv, d. h. man hatte geſünderes, größeres und kräftigeres Vieh, und deſſen Zahl nahm zu, weil es nicht an Nahrung zur Aushaltung einer größern, als der bisherigen Zahl, fehlte. Vergleichen wir die Zahl in allen den Ländern, wo man die Schafzucht mit Verſtand und Liebe umfaßte, der gegenwärtigen mit der frühern Zeit, ſo finden wir ſie in manchen derſelben faſt verdoppelt. Dieſe Länder haben aber auch darin ihren ſchönſten Lohn geſunden. Denn trotz dieſer Vermehrung tragen die Schafe ihnen fortwährend den höchſten Gewinn unter allen übrigen Zweigen der Landwirthſchaft und ſie helfen den Nationalwohlſtand erhalten, der in andern, die ſich jenes Eifers nicht rühmen können, gar ſehr zu ſchwinden anfängt. Der Beſorgung der Schäfereien aber fing man auch an, größere Aufmerkſamkeit zu widmen. Wenn es früher⸗ hin ſo ziemlich in der Ordnung war, daß der Eigenthümer einer Schafheerde ſich faſt das ganze Jahr nicht um dieſelbe bekümmerte, außer wenn ſie geſchoren ward, und nun ihren Tribut bezahlte: ſo fingen jetzt ſehr viele derſelben an, ſich der Sache perſönlich anzunehmen, und durch ihr eignes Beiſpiel die Schafmeiſter aufzumuntern. Dieſe hatten ſeit uralten Zeiten einen gewiſſen Antheil in der Heerde gehabt. Ihre Ablohnung ähnelte der des Fröhners, der bei dem Antritte ſeines ſcheinbaren Beſitzthumes für das⸗ ſelbe als Kaufſchilling die Verpflichtung erlegte, daß er um 218 einen geringen Lohn beſtimmte Zeiten arbeiten mußte, und ſich in denſelben dem Dienſte ſeines Herrn, von dem er den Beſitz überkam, unter keinem Vorwande entziehen durfte. So war es mit den Schafmeiſtern. Die Heerde ward ihnen übergeben, zwar als Eigenthum des Herrn, aber doch als ſolches, an welchem ſie unter gewiſſen Be⸗ dingungen einen Mitgenuß hatten. Eine kleine Anzahl von Schafen in der Heerde gehörte ihnen ausſchließlich unter dem Namen von Vorvieh, und außerdem hatten ſie noch einen gewiſſen Antheil von dem Ertrage der ganzen Heerde. So lange nun dieſe aus Thieren der niedrigen Art beſtand, und ſo lange ihr eben deshalb auch ihre Verſorgung an Futter, Stallung ꝛc. kärglich zugemeſſen ward: ſo lange ging dies ohne großen Nachtheil für die Eigenthümer ab. Wenn dieſer aber an⸗ fing, Ausgaben für die Veredlung der Schäferei zu machen, wenn er mit Aufopferung für mehreres und beſſeres Futter, und für ein bequemeres und dem Viehe geſünderes Unter⸗ kommen ſorgte, dann fing die Sache an, ihre beſondern Schwierigkeiten darzubieten. Zwar war wohl der Schaf⸗ meiſter verpflichtet, nach Maßgabe ſeines Renten⸗Antheils auch zu dieſen außerordentlichen Ausgaben beizutragen, aber dennoch geſchah dies nicht in dem Grade, daß der Eigen⸗ thümer nicht immer dabei im Nachtheile geblieben wäre. Außerdem entſtanden nun eine Menge von Betrügereien und Mißbräuchen. Denn da nicht allein der Schafmeiſter, ſondern auch deſſen Gehilfen(Knechte) als Ablohnung be⸗ ſtimmte Schafe hatten, die ihr Eigenthum waren, von denen ſie die volle Nutzung zogen, und mit denen ſie nach Be⸗ lüen gbthr erwarten iſ Schife ſith auch ein Eti auertgäen, tenn anget Fetkufen a Es gf Overtatione deutlich ger lung ſiſt dne Meng einer edlen Difſe bräuche ert rungen, un endlich den wirkte abe gehörte we goße Vo herrſchende ſonn daher richt ala Heerden iſt es nu möglich ſ ſonſt woh ſo blind i daß die arbeiten nußte, verrn, von dem wande entzichen 7. Die Heerde hum des Herrn, ter gewiſſen Be⸗ er Heerde ghörte e Vorvieh, und Antheil von dem nun dieſe aus vlange ihr eben e, Stallung d. dies ohne großen dieſer aber an⸗ ferei zu machen, beſſeres Futter, eſünderes Unter⸗ „ihre beſondern wohl der Shaf⸗ Renten⸗Antheils eijutragen, aber daß der Eigen⸗ geblieben wine von Betrügereien der Schafmeſſe, is Abhuug be⸗ tum wum, von denenſi mch Be⸗ 219 lieben gebahren konnten: ſo kam es, wie vorn hinweg zu erwarten iſt, zu Betrug in jeder Art. Das Vorvieh der Schäfer ſtirbt nicht, war ein bekanntes Sprichwort. Starb auch ein Stück davon: ſo ward es leicht für ein herrſchaftliches ausgegeben, und an einem von dieſem das Zeichen des geſtor⸗ benen angebracht. Ein Gleiches galt bei Austauſchungen, Verkäufen auf eigene Hand ꝛc. Es gibt ganze Gegenden, wo man die Folgen dieſer Operationen noch jetzt in faſt allen Bauern⸗Schäfereien deutlich genug ſieht. Denn obgleich in dieſen für Vered⸗ lung faſt gar nichts gethan wurde: ſo ſieht man dennoch eine Menge Thiere darin, die unverkennbar die Spuren einer edlen Abſtammung tragen. Dieſe der Landescultur ſo verderblichen groben Miß⸗ bräuche erregten am Ende die Aufmerkſamkeit der Regie⸗ rungen, und dieſe griffen durch Verordnungen ein, die endlich dem Unweſen ein Ende machen ſollten. Am meiſten wirkte aber wohl die eigene Einſicht und Uiberzeugung. Es gehörte wenig Scharfſinn dazu, um inne zu werden, welch' große Vortheile und welch' reichen Gewinn man bei der herrſchenden üblichen Weiſe aus den Händen gab. Man ſann daher auf Mittel zur Abänderung. Dies ging freilich nicht allzu raſch, und noch jetzt gibt es ſelbſt in ſehr edlen Heerden Deutſchlands Vorvieh. In den meiſten aber iſt es nun wohl abgeſchafft. Man möchte fragen, wie es möglich ſey, daß der Menſch, der den eigenen Vortheil doch ſonſt wohl ſo ziemlich immer zuerſt im Auge hat, ihn hier ſo blind überſehen kann? wenn man nicht daneben bedächte, daß die Liebe zur Bequemlichkeit, die ſich ſo gern an die 2 20 Meisls eun bhds Althergebrachten anſchließt, auch eine ige tie feder in der Handlungsweiſe der Menſe wigiede Dieſe beiden waren es, welche die Lchider m, ſich zu überreden, daß nur dann, wenn 3 8 meiſter ſeinen Antheil an der Nutzung der 8 3 chaf⸗ er dieſelbe ganz mit aller Sorgfalt behandeln 33 e habe, vergaßen aber zu bedenken, und hatten nicht dechach 3 die Wohlhabenheit, in welche dieſe Menſchen dadu 5 daß bers bei veredelten Heerden verſetzt wurden, eedene kſon⸗ lich und rnheliebend machte, daß ſie deshalb die Veſor zenih⸗ Schüferei ihren Dienſtboten überließen, und ſich derſben 3 in ſo weit unterzogen, als es die Nothwendigkeit des 3 48 Stheines gebot.— Daher kam es ja gerade, daß uberi jenigen Schäfereien, in welchen man Vorrieh und S Adie⸗ antheil aufbob, und dies auf eine feſte Einnahme düden Sthafmeiſier zurückbrachte, am beſten gehalten dn bee in ihrer Wartung und Pflege bei weitem den Larhir 3 jenen Antheilſchäfereien hatten.— Und welch' un 8 Hinderniſſe beim Fortgange zur höhern Veredlun mn 4* durch dieſe Abänderung zugleich beſeitigt! Au aen war der Gewinn, und man kann dreiſt begaug de nich nur dabei der höchſte Punkt in der Güte der Shaee daß wohl, als in deren Rein⸗Ertrage erreicht werden te 4 Feindſelig mußte natürlicherweiſe jener alte Mi orer nunh dem entgegen treten, der ſich perſönlich um 88 Lnu ferei bekümmerte, und die Oberleitung derſelben mit 8 lebe ſelbſt übernahm. Und deren gab es in den 1 Zeit beſonders in Deuſchland ſehr viele. Es ward nh maßen Liebhaberei und Ehrenſache, ſich hierin ade, eh. heilih kam werden. R. um vonſilih und wodurch Schon! zit, d. i. diteratut der ders wit d aufmerkſam Mehr Eins dere lange in de Graden der auzarten, gehen würde von andern Darum ber fremde ein borzüglich gelten und entging ma biddete ſch zulett faſt dies denen aus gleicha lag ein Ha her Heerde ut Erreich Wege t, auc eine der Miſten Schaßüche in der Schaf⸗ eerde habe, kinne. Sie bachet, daß durch, beſon⸗ ben gemich⸗ eſotgung der derſelben nur des äußern aß alle die⸗ nd Schifer⸗ ꝛe für den aten, und Vorzug vor äine Menge ing wurden genſcheinlic pten, daß chäferel ſo⸗ en könne. Mißbrauch ſeine Shhi⸗ en mit Ver⸗ der neuern td geviſer⸗ zuheichnen. 221 Freilich kann dies nur von einzelnen Provinzen gerühmt werden. Man erkennt dieſe ſchon, ohne ſie zu nennen, an dem vorzüglichen Producte, das ſie an den Markt bringen, und wodurch ſie ſich ſo ſehr vor den andern auszeichnen. Schon oben habe ich bemerkt, daß ſich in der neuern Zeit, d. i. in den letzten drei Decennien, eine eigentliche Literatur der Schafzucht bildete. Dieſe ward ganz beſon⸗ ders mit den Bekanntmachungen der Erfahrungen ſolcher aufmerkſamer und fleißiger Schafzüchter bereichert. Mehrere Hauptthemata kamen bei ihnen zur Sprache. Eins der erſten war die Frage, ob die Schafe, wenn ſie lange in der eigenen Zucht, oder im eigenen Blute in allen Graden der Verwandtſchaft ſich fortpflanzten, nicht zuletzt ausarten, und ſowohl im Körper als in der Wolle zurück⸗ gehen würden? Man leitete die Beantwortung dieſer Frage von andern Thiergattungen her, und bejahte ſie deshalb.— Darum bemühte man ſich, ſeine Schafheerde zuweilen durch fremde eingemiſchte Thiere aufzufriſchen. Dies that man vorzüglich durch Widder. Bei der noch nicht ganz gere⸗ gelten und zur vollen Klarheit gekommenen Wollkenntniß entging man aber dabei manchen Mißgriffen nicht. Man bildete ſich ein Gemiſch in ſeine Heerde, aus dem man ſich zuletzt faſt ſelbſt nicht mehr herausfand. Weniger geſchah dies denen, die mit einer gewiſſen Conſequenz nur ſtets aus gleichartigen Stämmen ihre Ankäufe machten. Hierin lag ein Hauptgrund der Verſchiedenheit des Fortganges man⸗ cher Heerden, die zugleich die Veredlung angefangen, und ſich vor Erreichung des Ziels ſo weit von einander entfernt hatten. Wegen dieſer Auffriſchung des Blutes iſt man noch 222 jetzt nicht ganz einer übereinſtimmenden Meinung. Viele ſcharfſinnige Schafzüchter, die ihr Ziel richtig aufgefaßt haben, gehen ruhig ihren Gang in der eigenen Inzucht fort, und haben es dabei ſo weit gebracht, daß ſie von unzäh⸗ ligen unerreicht da ſtehen. Die mit ihnen nicht gleiche An⸗ ſicht theilen, prophezeihen ihnen freilich einnentnervtes, für alle Krankheiten empfängliches Geſchlecht. Sie können dies wohl ruhig anhören, da ſich jetzt noch nichts davon zeigt, und da ſie einen ſo hohen Gewinn bereits hinweg haben, der ſie, träfe ſie auch jene Calamität, ſchon im Voraus entſchädigt haben würde. Wahr iſt es wohl, daß, wenn man von gleichem Blute und in gleicher Vollkommenheit Erzeugtes aus frem⸗ den Heerden jederzeit zur Fortpflanzung der eigenen haben könnte, man dabei auch der Bedenklichkeit einer Entartung und Schwächung des Geſchlechts entgehen würde. Da aber bis jetzt die veredelte Schafzucht noch gar nicht auf der hohen Stufe ſteht, daß man dies erlangen kann, ſo thun nach meiner Meinung jene Schafzüchter ſehr wohl daran, die lieber das Vollkommenſte in der Wollproduction, ſelbſt auf die Gefahr hin, ihre Race zur Schwächlichkeit auszu⸗ bilden, durch Inzucht erzeugen, als ſich dieſes ſo feſt auf⸗ gefaßte und ſo nahe erreichte Ziel wieder entrücken laſſen wollen.— Man muß ihnen hierin um ſo mehr beipflichten, als jene Bedenklichkeit noch gar nicht einmal begründet iſt. Noch ſind jene Heerden, wie geſagt, nicht mehreren Krank⸗ heiten unterworfen, noch ſind ſie nicht ſchwächlicher, als andere, bei denen man die Blutauffriſchung ſtets wieder⸗ holt hat. Daß übrigens nur die Heerden eine innere kuftige Aui tits auf in das ligt in halb aus mnd kommen, das Suampunkte fiſt.-D heelden, d halb eineA müſſen, un Von d. i. ſolc ſind, ſor Tedanterie Erfolge, 5 hem und Dieſer Geg dern Abſch die jüngern Ländern ſo An di brauch an, In Spanie Schafe ſiet man in fri war es als Stähr zu entniß 9 duräpgwei Meinung. giel richtig auigißt enen Inzuüht ſort 4ß ſie von unzij n riht gleiche An⸗ einentrerbtes, füt ht. Sie künnen noch nicht daton mm bereits hinweg lamitit, ſchon in nan bon gleichem zeugtes aus frm⸗ er eigenen haben einer Entartung ürde. Da aber at nict auf der n kann, ſo thun ſehr wohl daran production, felbſt ichlichkeit auszu⸗ eſes ſo feſt auf⸗ entrücken laſſen meht beipflihten, nal begtündet i⸗ mehreren Krunk⸗ ſcwächiche als hung ſtet vider⸗ zeden di innere kräftige Aufforderung zur ſtrengen Inzucht haben, die be⸗ reits auf einer ſehr hohen Stufe der Vollkommenheit ſtehen, das liegt in der Natur der Sache. Sie können eben des⸗ halb aus andern Schäfereien nur gar zu ſchwer etwas be⸗ kommen, das für ſie brauchbar iſt, und das auf dem hohen Standpunkte erhalten, oder wohl gar noch weiter bringen hilft.— Daraus folgt dann aber auch von ſelbſt, daß alle jene Heerden, die noch von ſo vielen übertroffen werden, gerade des⸗ halb eine Auffriſchung des Blutes aus vollkommenen betreiben müſſen, um in der Veredlung dieſen immer nachzurücken. Von der Auffriſchung des Blutes durch Originalthiere, d. i. ſolche, welche direct aus Spanien bezogen worden ſind, ſpreche ich hier nicht. Eine dergleichen orthodoxe Pedanterie mögen alle die treiben, welche blind ſind für alle Erfolge, die ohne jene Auffriſchung in Europa in ſo ho⸗ hem und glänzendem Grade zu Stande gekommen ſind. Dieſer Gegenſtand wird mich weiter unten auf einen beſon⸗ dern Abſchnitt darüber bringen, woher es komme, daß die jüngern Schafzüchter die ältern faſt in allen europäiſchen Ländern ſo weit überflügelt haben. An die Auffriſchung des Blutes ſchließt ſich der Ge⸗ brauch an, den man von den Widdern überhaupt macht. In Spanien war es und iſt es noch jetzt Sitte, auf 100 Schafe ſtets 4 Widder zu rechnen. Dieſer Sitte huldigte man in frühern Zeiten auch in Deutſchland. Denn überall war es als Regel angenommen, 25 Mutterſchafe auf einen Stähr zu rechnen. Da man aber zu der genauern Woll⸗ kenntniß gelangte, und da man anfing, ausgezeichnete Thiere vorzugsweiſe zu ſchätzen, beſonders wenn man ihre Ver⸗ 224 erbung ſah: ſo machte man den Verſuch, dergleichen Indi⸗ viduen ſtärker zur Fortpflanzung zu gebrauchen. Durch kräftigeres Futter, welches man ſolchen Widdern während der Sprungzeit reichen ließ, unterſtützte man ihre Kräfte und man gelangte bald dahin, von einem derſelben mehr Nachkommen zu erhalten, als ſonſt von zweien. Ja man trieb es ſo weit, daß man ihm bis 100 Mutterſchafe und darüber zugeſellte, die er dann auch meiſt alle befruchtete. Hierdurch gelangte man dann auf die ſchnellſte Weiſe zu dem Ziele der hohen Verfeinerung und Ausgleichung in der Wolle einer ganzen Heerde. Jetzt bildete ſich ein ganz neues Syſtem. Man bezahlte ausgezeichnete Widder mit ungewöhnlich hohen Preiſen, und hatte dennoch dabei den größten Gewinn, wenn man den Erfolg gegen dieſe Preiſe in die Wagſchale legte. Dies Mittel wirkte denn auch zum raſchen Emporkommen aller der Heerden, wo es mit Einſicht und Kenntniß angewandt wurde, auf eine bewun⸗ dernswürdig ſchnelle Weiſe. In einigen Generationen, d. i. in einem Zeitraume von 6— 8 Jahren, wurden ganze Schäfereien umgeſtaltet, und die Käufer der Wolle von denſelben wur⸗ den von Jahr zu Jahr mehr überraſcht. Wenn man nun noch, was auch einige thaten, zwei verſchiedene Sprung⸗ zeiten hielt: ſo kam es wohl vor, daß ein einziger Widder in einem Jahre bis zu 150 Nachkommen erzeugte. War nun ſeine Vererbung vorzüglich, und konnte er auch nur drei Jahre ſo ſtark gebraucht werden, ſo mußte eine ent⸗ ſchiedene Ausgeglichenheit in der Heerde bewerkſtelligt wer⸗ den, und dieſe iſt es gerade, welche der Wolle derſelben einen ſo beſondern Werth gibt. Hinſic Lidder wan entſchied ſch Jährlinge. Entartung d ging un die aber auch be de Wolle ſo theilig ände ſolecht vere der Veredlu Hand, den wendete, un land ſehr ge Etwos, konnte, war die davon machte Verſ war, zu ber Zuchtthiere doponirt wi ſhaffte, da denſelben gef deihen. Re gen Heetde dieſelbe Abſ neſen, die? Nutterſchaf Win Föruar, Elsner's Uitb dergleichen Indi⸗ auchen. Duch diddern wihtend dan ihre Kruffte derſelben mehr veien. Ja man Mutterſchafe und alle befruchtete. nellſe Weiſe zu zgleichung in der te ſich ein gen nete Widder nit ennoch dabei den ggen dieſe Nriſſ eete denn auch en, wo 6 mit auf eine bewun⸗ rationen, d.i. i zanzeSchifereie denſelben wur⸗ Wenn man nun iedene Eprung⸗ einzger Waͤder etzeugte. Bnr nte er auch nur nußte eine ent ewerkſelit ha⸗ Poll zaſlben 225 Hinſichtlich des Alters der zur Zucht zu brauchenden Widder war man auch eine Zeitlang nicht einig. Man entſchied ſich für ſehr junge Thiere und wählte am liebſten Jährlinge. Nun fand man aber, daß man damit auf die Entartung und Entnervung des Geſchlechts hinarbeitete, und ging von dieſem Gebrauche wieder ab. Dieß that man aber auch beſonders deshalb, weil man ſich überzeugte, daß die Wolle ſolcher Thiere ſich im zweiten Jahre oft ſehr nach⸗ theilig änderte, und man ſich alſo, da ſie eben deswegen ſchlecht vererbten, den größten Nachtheil in dem Fortgange der Veredlung der Heerden zuzog. Vom Sprunge aus der Hand, den man in vielen edlen Heerden Deutſchlands an⸗ wendete, und von dem Ausleihen der Widder, was in Eng⸗ land ſehr gebräuchlich iſt, ſpreche ich im zweiten Theile. Etwas, worüber man ſich auch nicht bald einigen konnte, war auch die Zeit des Zulaſſens der Mütter, und die davon abhängende Ablammung derſelben. Man machte Verſuche, dies früher, als es bisher üblich geweſen war, zu bewerkſtelligen. Dazu war aber nöthig, daß die Zuchtthiere durch beſonders gute Ernährung zur Paarung disponirt wurden. Wo man kleine Stammheerden an⸗ ſchaffte, da kam man bald damit zu Stande. Die von denſelben gefallenen frühen Lämmer hatten beſonderes Ge⸗ deihen. Natürlicher Weiſe wünſchte man ſich von der übri⸗ gen Heerde ähnliche. Auf gleichem Wege erreichte man dieſelbe Abſicht. Es war aber früherhin ſtets Sitte ge⸗ weſen, die Widder nie vor dem Monat September zu den Mutterſchafen zu laſſen. So bekam man denn die Lämmer im Februar, und Lichtmeß war gewöhnlich der Termin, Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. P 226 zu welchem die Schäfer den Anfang der Ablammung rech⸗ neten. Jetzt aber, das heißt, als die Veredlung der Schä⸗ fereien immer weiter fortſchritt, fing man an, dieſen Ter⸗ min allmählig immer vorzurücken, bis man denn endlich ſoweit gelangte, daß die Schafe den Widder faſt jederzeit annahmen, und man gewöhnlich die Lämmer ſchon zu der Zeit bekam, wo ſonſt deren Mütter erſt zugelaſſen wurden. In Schäfereien, wo man reine Merinos züchtete, und wo der Zudrang nach Zuchtvieh groß war, trieb man es ſo weit, daß man faſt immer in 3 Monaten, alſo in zwei Jahren dreimal Lämmer bekam. Dieſes Zwingen der Natur kann aber nie auf die Dauer Beſtand halten, und läßt ſich nur eine Zeitlang durchſetzen. Unterſuchen wir nun, ob eine frühere Ablammung vortheilhaft für eine Schäferei ſey, ſo muß man ohne alles Bedenken dafür ſtimmen. Lämmer, die kurz vor der Ein⸗ winterung der Schafe geboren werden, finden bei ihren Müttern eine reichliche Nahrung. Die Gleichmäßigkeit und Trockenheit des Futters derſelben erhält dieſe Nahrung ſtets geſund und zuträglich für die Lämmer, und ſie gedeihen dabei augenſcheinlich. Dagegen müſſen ſie, wenn ſie im März geboren werden, den Uebergang von der Winter⸗ fütterung zur Sommerweide allemal mitmachen. Da nun dieſer ſchon die Mütter angreift, ſo thut er es noch weit mehr mit den Lämmern, was man bei aufmerkſamer Be⸗ obachtung deutlich genug ſieht. Wem alſo an dem Gedeihen ſeiner Schäferei liegt, wer beſonders durch eine geſunde und kräftige Zuzucht vorwärts ſchreiten will, der wird allemal für frühe Lämmer ſtimmen. Manche ragleicen bedürfen, u ſebſt dnon Grund if ſe mau herfüt ſtlecht mit freiich man welche es gu rere Futtera reicliche S etwa noch Jahre durch Ans k Verſahtuns denn auch dit doß es ſch mußte, um trugen, zu Ich will, Vorten J. Von In 2 linführung ſeben alle n Scaſen. mmung rech⸗ ig der Schä⸗ dieſen Ter⸗ denn endlich aſt jederzeit chon zu der ſee wurden. te, und wo man di ſo alſo in zwei Zwingen der halten, und Ablammung n ohne alles ot det Ein⸗ in bei ihren nißigkeit nd Nahrung ſtets ſie gedeihen wenn ſie im der Winter⸗ n. Da nun ds noch weit ꝛerkſamer Be⸗ dem Gedeifen ꝛ geſunde und wind allmal 227 Manche Schafzüchter wenden dagegen freilich ein, daß dergleichen frühe Lämmer ſehr viel und gutes Winterfutter bedürfen, und daß man da, wo man dies nicht hat, von ſelbſt davon abſehen müſſe. Ob dies gleich nicht ganz ohne Grund iſt: ſo bin ich doch der Meinung, daß man da, wo man hierfür nicht Rath ſchaffen kann, im Ganzen ſchon ſchlecht mit ſeiner Schäferei beſtellt iſt, und daß man dann freilich manches nicht ſo treiben kann, wie die es thun, welche es gut machen. Uibrigens wird aber auch der meh⸗ rere Futteraufwand ſchon im erſten Jahre beinahe durch die reichliche Schur der Lämmerwolle bezahlt, und was dazu etwa noch fehlen dürfte, das wird gewiß im folgenden Jahre durch die größern Jährlinge reichlich ausgeglichen. Aus den mancherlei ſo verſchiedenen Verſuchen und Verfahrungsarten bei der veredelten Schafzucht haben ſich denn auch eine ſolche Menge Abarten von Schafen gebildet, daß es ſchwer ſeyn würde, ſie alle aufzuführen. Man mußte, um die verſchiedenen Arten von Wolle, welche ſie trugen, zu bezeichnen, eine eigene Terminologie erfinden. Ich will, um keine Lücke zu laſſen, hier nur mit kurzen Worten F. Von einigen Abarten der veredelten Schafe ſprechen. Im Anfange der Veredlung der Schafzucht und bei Einführung der Merinos in Deutſchland belegte man die⸗ ſelben alle mit dem gemeinſchaftlichen Namen von ſpaniſchen Schafen. Auch die Wolle der veredelten ſowohl, als die P 2 —— ☛ 228 der original⸗ſpaniſchen Schafe nannte man ſpaniſche Wolle. Jemehr ſich aber dieſe Veredlung verbreitete, jemehr neue Stämme aus Spanien eingeführt wurden, deſto mannig⸗ faltigere Arten von Wolle erzeugte man. Freilich mußte man die Production derſelben ſchon eine Zeitlang betrieben haben, um den Unterſchied davon zu bemerken, wenn man nicht etwa durch die Käufer darauf aufmerkſam gemacht ward. So lange dies nicht der Fall war, glaubte man, es ſey alles eins, von welcher Art, von welchem Wachsthume und von welcher Ausbildung die Wolle ſey, wenn ſie nur von ſpaniſchen Schafen oder deren Abkömmlingen erzeugt wäre. Nach und nach fand man aber denn doch, daß außer der Feinheit des Haares auch noch andere Eigenſchaf⸗ ten an der Wolle zu beobachten ſeyen. Die wiſſenſchaftliche Behandlung der Schafzucht, welche vor etwas mehr als zwei Decennien eintrat, that das ihrige dabei. Die ver⸗ ſchiedenen Mittheilungen der gemachten Beobachtungen reiz⸗ ten zur Aufmerkſamkeit und erzeugten neue Wahrnehmun⸗ gen. So bildete ſich allmählig neben der größern Sorg⸗ falt in der Behandlung der Schafe auch eine viel richtigere Kenntniß in ihrer Fortpflanzung aus. Man überzeugte ſich, daß durch ein verſchiedenes Verfahren bei der Paarung man auch eine verſchiedene Nachkommenſchaft erziele, und daß man es ziemlich in der Gewalt habe, erkannte Fehler zu verbeſſern, und wahrgenommene Vollkommenheiten zu erreichſen. Unter den ſpaniſchen Stämmen fand man einen weſentlichen Unterſchied in Figur und Wolle. Man konnte, ohne gerade große Kenntniſſe in der ſpaniſchen Schafzucht ſowohl, äls gattungen 1 hoch und g ihre Volen ſliſig war dn Gegenſt zets war ſcwerfällg von diel gleich den Beinen ge das den ſcnell zu ſchwarzen kalgraues, behielt. S die Schaf Arten zu Man nam die erſten wollte när ſchen Heer der beiden kam auf d und da hi waren; b Negretti⸗ und barſc vn Escu ſpeniſte Voll. e, jemct nae deſto mamig⸗ Freilich mit tlang bettieben ten wenn man naiſan gemacht t, Taubte man, hen Vatztume y, wenn ſie nur umüngen erzugt denn doch, daß anden Eigenſcaf⸗ die wiſſenſchfliche „etwas mehr als dabej. Dee ke⸗ zeobachungen ni⸗ eue Wahrnhmun⸗ der grißern Enn⸗ eine viel vichüiene Man übetzugte bei der Purung haft erzite, un „erkannte Faͤle kommeneiln zu fend man inen lle. M vnnte, riſtn Stafuh 229 ſowohl, als in deren Wolle zu haben, leicht zwei Haupt⸗ gattungen unterſchieden. Die eine war ſchlank von Figur, hoch und geſtreckt; ihre Lämmer ähnelten jungen Rehen; ihre Wolle war ſanft, zwar mit Fett durchzogen, das aber flüſſig war, und ſich jedem mit ihm in Berührung kommen⸗ den Gegenſtande ſchnell mittheilte, ſo daß es ihn, wenn er porös war, ſchnell durchdrang. Die andere Art war ſchwerfälliger, ſtark von Körper, im Verhältniß zur Länge 2 von viel größerem Umfange, als die erſte, mit Kodern (gleich dem Triel der Stiere) behangen, niedrig auf den Beinen geſtellt; ihre Wolle war derb mit harzigem Fette, das den ſie berührenden Gegenſtänden anhing, ohne ſie ſchnell zu durchdringen. Dies gab ihrer Oberfläche einen ſchwarzen Uiberzug; wogegen die erſtere Art mehr ein dun⸗ kelgraues, an den Seiten bloß etwas geſchwärztes Anſehen behielt. Dieſe weſentlichen Abweichungen beſtimmten denn die Schafzüchter, einen Unterſchied zwiſchen den beiden Arten zu machen und ſie mit beſondern Namen zu belegen. Man nannte auf den Vorſchlag des Staatsrathes Thaer die erſten Escurials und die zweiten Negrettis. Man wollte nämlich bemerkt haben, daß aus den beiden ſpani⸗ ſchen Heerden gleiches Namens gerade am meiſten Thiere der beiden gedachten Arten gekommen wären. Die Sache kam auf dem Leipziger Wollconvente aufs neue zur Sprache, und da hier eine Menge Stimmen gegen jene Benennungen waren; beſonders da man bewies, daß gerade aus den Negretti⸗Heerden Spaniens am wenigſten dergleichen derb und barſchwollige Thiere gekommen wären, wogegen auch von Escurial nicht allemal jene ſanftwolligen ſtammten: 23⁰ ſo wählte man zwei andere Benennungen. Man nannte die letztere als ein eigentliches Product der Züchtung Sach⸗ ſens: Electorals, und jene Infantados; weil von der Heerde von Infantado aus Spanien die meiſten Thiere mit der beſchriebenen Wolle und Figur gekommen waren. Dieje⸗ nige Art aber, welche in Spanien ſich durch die oben be⸗ ſchriebene ſchlanke Geſtalt und ſanfte Wolle ſchon bei ihrer Ankunft auszeichnete, und die beſonders von Escurial ſtamm⸗ ten, wurden auf den Vorſchlag des Staatsrathes Thaer Escurials genannt. Jedoch iſt dieſe Benennung nicht mehr recht im Gange, und man findet es bequemer, bei jenen Hauptbenennungen, Electorals und Infantados zu verblei⸗ ben, weil ſie das beſte Mittel ſind, die beiden Extreme der Eigenſchaften der Merinowolle mit einem paſſenden Aus⸗ druck zu bezeichnen. Zwiſchen dieſen inne liegt aber eine ſo große und verſchiedene Menge von Schafarten, daß man nur die vor⸗ züglichſten derſelben ſchnell herausfinden und näher bezeich⸗ nen kann. So nenne ich z. B. bei den Electorals: den Rochsburger Stamm. Er entſprang aus den ſaächſiſchen Merinos, die aus den in den Jahren 1765 und 1778 aus Spanien nach Sachſen gekommenen Schafen gezüchtet waren. Der Gründer dieſes Stammes, der verſtorbene Graf Schön⸗ burg auf Rochsburg, wandte einen ſolchen Eifer und ſo große Sorgfalt auf deſſen Züchtung, daß ihm ein ausge⸗ zeichneter Erfolg nothwendig werden mußte. Sein Schaf⸗ ſtamm zeichnete ſich durch Körpergröße aus, und dennoch behielt die Wolle desſelben ihre hohe Qualität. Sie ward auch ſtets zu den erſten in Deutſchland gezählt, bis das teinderte? og, und d oflege lang Da glaubten wahten Gef feni ſy in ichen Gru darf aber dieſer Mod dieſe Schä Charakteri nende Köl dtt meiſ wurf einer ſchon einn gegeben. Gr der Electo der Einfü hatte man wahl von wohl von denn auch Man hatt Güte der Wolman Bei den nit Landf Rätufen, Man mannte btung Saz⸗ en der Hande ere mit der en. Dieje⸗ de oben be⸗ oon hei ihrer urial ſtamm⸗ athes Thaer ennung nicht ner, bei jenen zu berblei⸗ Extreme der ſſenden Aus⸗ Rtoße und nur die vor⸗ äher bezeich⸗ ectorals: den n ſächſſſcen d 1778 aus ühhtet waren. Hraf Schön⸗ Liſer und ſo m ein auöge⸗ Sein Schof und dennoch Sie nard ült, bis das gegeben. 23¹ veränderte Bedürfniß der Mode eine kürzer gewachſene vor⸗ zog, und der, vermöge kräftiger Körperform und beſondere Pflege lang gewachſenen Rochsburger Ausſtellungen machte. Da glaubten denn viele, welche die Sache nicht aus dem wahren Geſichtspunkte betrachteten, die Rochsburger Schä⸗ ferei ſey in ihrer Güte zurückgegangen. Aus leicht begreif⸗ lichen Gründen nährten manche dieſen Glauben.— Es be⸗ darf aber nur einer Accommodation nach den Foderungen dieſer Mode, die gerade nicht ſo ſchwierig ſeyn kann, um dieſe Schäferei wieder in ihrem ganzen Glanze herzuſtellen. Charakteriſtiſch iſt an ihr der für Electorals groß zu nen⸗ nende Körperbau der Thiere, die hochgeſtapelte Wolle und der meiſt weiße Glanz derſelben. Daß man ihr den Vor⸗ wurf einer ſtarken Neigung zum Zwirnen mache, habe ich ſchon erinnert, auch den Grund von dieſer Erſcheinung an⸗ Es wird nöthig ſeyn, daß ich hier über die Ausbildung der Electoralſchafe noch etwas ſage. Wie ſchon oben bei der Einführung der Merinos in Sachſen angegeben iſt, hatte man das Glück gehabt, aus Spanien gerade eine Aus⸗ wahl von Thieren zu bekommen, wie ſie früher und ſpäter wohl von dort nicht gekommen waren. Dieſe hielt man denn auch in Sachſen ſo werth, wie ſie es verdienten. Man hatte von jeher ſchon Gelegenheit gehabt, ſich über die Güte der Wolle zu unterrichten, die im Lande blühenden Wollmanufacturen hatten dazu das ihrige beigetragen. Bei den Kreuzungen der ſelbſt erzogenen ſpaniſchen Widder mit Landſchafen hatte man auch ſtets eine kluge Auswahl getroffen, und ſo erlangten auch die Meſtizen in einigen 23² Generationen eine große Vollkommenheit. Da man bei denſelben ſtets neue Original-Widder brauchte, und in ſeiner Auswahl beſonnen und mit Verſtande zu Werke ging: ſo kam man immer weiter, und es bildete ſich im ganzen Lande in faſt allen Schäfereien ein Hauptcharakter der Wolle, d. i. der Electoralcharakter aus. Dies ging ſo lange fort, bis die Foderungen der Manufacturen anfingen, ſich bald ſo bald anders zu ſtellen, und bis die Schafzüchter ſich verleiten ließen, aus Gewinnſucht auf die Menge der erzeugten, zu immer höhern Preiſen bezahlten Wolle mehr, als auf deren Güte zu ſehen. Die Verpachtungen der Güter thaten das ihrige dabei, und es arteten manche Heer⸗ den aus, oder gingen doch in ihrer Güte ſehr zurück. Darüber erhoben ſich denn viele Stimmen. Die Wollkäufer beſonders klagten, und machten hie und da die Sache ſchlimmer, als ſie wohl war.— Deſſenungeachtet hat das Electoralſchaf ſeinen Typus treu erhalten. Es zeichnet ſich durch Feinheit der Körperformen eben ſo aus, wie der Wolle. Sein Bau iſt ſchlank, der Hals geſtreckt, die Beine im Verhältniß zum Körper hoch, ohne ſtelzig zu ſeyn. Es iſt bewollt bis unter die Augen, und bis an die Knie. Zartheit des Wollhaares, die von hoher Sanftheit unzertrennlich iſt, zeichnet ſeine Wolle aus. Alle Vermi⸗ ſchungen von andern Merinos mit ihm haben ſeine Geſtalt etwas umgeformt, ſeine Wollqualität aber mehr oder weni⸗ ger den von ihm erzeugten Individuen mitgetheilt. Dies iſt namentlich auch mit der fürſtlich Lychnowskyſchen Race der Fall. Sie ward, wie aus dem oben angegebenen offi⸗ ciellen Berichte erſichtlich, durch ſächſiſche oder Electoral⸗ Mhder aue zemehr d die Wollu ſelben mit rmpfehlade Stufe iſt Aichung! meiſt Iuſa Typus de det ſtreng weilen jer parück. in wiſenſ ig, und derſelhen ſ M d von verſe voch zwi I thümliche inne zwiſ derin eine Electorals it dieg Jiel ſo daß ihne Ganzen ſücſten Du Elsneve B 22 55 Widder aus Meſtizen und öſterreichiſchen Merinos gebildet. Jemehr das ſächſiſche Blut vorwaltete, deſto höher ward die Wollqualität derſelben. Die innige Vereinigung des⸗ ſelben mit dem jener Merinos hat einen neuen ſie ſehr empfehlenden Typus hervorgebracht. Die Figur dieſer Schafe iſt denen der Electorals ähnlich, jedoch iſt ihre Miſchung mit den ehemaligen öſterreichiſchen Merinos(die meiſt Infantados waren) noch zu erkennen. Wo der reine Typus derſelben feſt gehalten wird, da kann ihnen auch der ſtrengſte Tadler nichts ausſetzen; wohl aber ſchlägt zu⸗ weilen jener noch in das kräftige Blut der Infantados zurück. Es iſt dieſe Kreuzung, die ſo ſehr gelungen iſt, in wiſſenſchaftlicher Hinſicht für die Schafzucht höchſt wich⸗ tig, und ſie ſichert denen, die ſich mit Verſtand und Liebe derſelben hingeben, jeden Erfolg. Und dies iſt deshalb ſo gut, weil wir noch nicht wiſſen, zu welcher Ausbildung von verſchiedenen Schafabarten uns die wandelnde Mode noch zwingen wird. In Frankreich iſt die Race von Ramboulllet ein eigen⸗ thümliches Product der Züchtung. Sie ſteht faſt mitten inne zwiſchen den Electorals und den Infantados, und iſt darin einem Theile der mähriſchen Merinos ähnlich. Den Electorals in Sanftheit und Feinheit der Wolle völlig gleich, iſt die Heerde von Naz. Die Züchter derſelben haben ihr Ziel ſo richtig aufgefaßt und mit ſolchem Eifer verfolgt, daß ihnen dasſelbe nicht entgehen konnte. Sonſt ſind im Ganzen die franzöſiſchen Merinos noch nicht denen von der höchſten Qualität beizuzählen. Durch Kreuzungen der Merinos mit Landſchafen Elsner's Uiberſ. d. europ. Schafz. I. Bd. Q 234 ſind eine unendliche Menge von Abweichungen der Schafe unter einander entſtanden, lang⸗ und kurzwollige, ſtumpf⸗ und ſpitzgeſtapelte, glanz⸗ und mattwollige, Schafe mit dichtem, andere mit ſchlaffem fladdrigem Vließe, kurz eine Menge Varietäten, die kaum alle herzuzählen ſind. Es würde mich zu weit führen, wenn ich dieſen Ge⸗ genſtand noch weiter verfolgen wollte. Das Bedürfniß der Manufacturen hat jederzeit am beſten beſtimmt, welche Schaf⸗ und Wollart den Züchtern am meiſten eintragen kann. Da nun die Schafzucht ſo bildſam iſt, da man bei Verſtand, Fleiß und Aufmerkſamkeit ſo manches zuvor kaum für möglich Gehaltene darin zu Stande bringen kann: ſo iſt leicht zu erklären, was ich im folgenden Abſchnitte ab⸗ handeln will, nämlich G. Woher kommt es, daß manche junge Schafzuͤchter alte erfahrne ſo ſchnell und mitunter ſo weit uͤbertroffen haben? Das Sprichwort ſagt zwar, der Schüler iſt nicht über ſeinen Meiſter, jedoch möchte dies bei Erfahrungswiſſen⸗ ſchaften nicht allemal paſſen. Was der Meiſter da mit Sorgfalt in langer Zeit durch Beobachtungen an Kennt⸗ niſſen geſammelt, das kann der Schüler, wenn er anders Sinn und Empfänglichkeit für die Sache hat, ſich in viel kürzerer Zeit zu eigen machen, weil ihm dieſe Erfahrungen ſchon als Schatz geöffnet ſtehen, den jener erſt nur mühſam zuſammen bringen mußte. Haben nun auch ſelbſtgemachte Erahrung Lorzug: man ſih mmn rict def.— ſahen iun duch wenn haben, de Einne ur dach agt geſchwind kommt, auffaſſen macht lei rungen ſ ſolgen, d iſ diesg Denn ſ werbe ſi machen! wenig un müäig auf ſichten u immer d daß 3.L land ein zoderun mannigfe in Haan ſen der Schafe lige, ſuunyf⸗ „ Schaft mit ge, kurz eine ſind. ih diſen Ge⸗ a Baürfniß immt, wahe ſten eintragen t, da man bi es zuvor kaum ngen kann: ſo Abſchnitte ab⸗ nche junge ſo ſchnell fen haben! e iſ nicht über fahrungswiſſen⸗ Neiſter da mit gen an Kennt⸗ went er anders at, ſih in il eſe Erfthrungen eſt nur nüjſam j ſabibemacht 23⁵ * Erfahrungen vor den von andern mitgetheilten allezeit den Vorzug: ſo ſind doch dieſe immer eine Stufe, auf welche man ſich zum höhern Emporkommen nur ſtellen, und die man nicht erſt mit langer und ſchwerer Mühe erklimmen darf.— Gehen wir von dieſem Geſichtspunkte aus: ſo ſtehen junge talentvolle(sit venia verbo) Schafzüchter, auch wenn ſie ſelbſt noch wenige Erfahrungen ſich erworben haben, doch den alten ſchon ziemlich nahe. Bei offenem Sinne und jugendlicher Behendigkeit, mit welcher ſie ihr Fach ergreifen und ausüben, holen ſie dann das Fehlende geſchwind nach. Was ihnen aber ganz beſonders zu ſtatten kommt, das iſt die Leichtigkeit, mit der ſie neue Anſichten auffaſſen und Winke und Belehrungen benutzen. Das Alter macht leicht auf mühſam erworbene Kenntniſſe und Erfah⸗ rungen ſtolz, es iſt weniger geneigt, andern Anſichten zu folgen, weil es ſchon von Natur mißtrauiſch iſt. Und doch iſt dies gerade in der höhern Schafzucht oft ein Hauptfehler. Denn ſo wenig auch derjenige, welcher bei dieſem Ge⸗ werbe ſich von jedem Winde leiten läßt, gerade großes Glück machen und zum erwünſchten Ziele gelangen kann: eben ſo wenig und vielleicht noch weniger wird der, welcher hart⸗ näckig auf vorgefaßten Meinungen, auf liebgewordenen An⸗ ſichten und lange beibehaltenen Verfahrungsarten beharrt, immer den rechten Weg gehen. Die Erfahrung zeigt uns, daß z. B. ſeit den 60 Jahren, ſeit die Merinos in Deutſch⸗ land eingeführt worden ſind, die Anſichten über, und die Foderungen an deren Wollproduct bei den Manufacturiſten mannigfach gewechſelt haben. Erſt wollte man nur eine im Haare feine und ſanfte Wolle, ohne Unterſchied auf Q 2 256 deren Länge; dann verlangte man, daß ſie ſehr lang ſeyn ſolle; wieder ſchätzte man ſie nur alsdann für vorzüglich, wenn ſie viel natürliches Fett enthielt. Bald aber tadelte man dies Fett, ſo wie jene Länge wieder, und man wollte eine kurze, feine, ſanfte, ſehr elaſtiſche Wolle. Bei dieſer Foderung ſtehen wir jetzt. Solche Wolle iſt das Ideal, nach dem wir zu ſtreben haben, der für ſie bezahlte Preis über⸗ trifft den für jede andere, und gleicht Mühe und Koſten, die auf ihre Erzeugung verwandt werden, ſehr reichlich aus. Was ferner noch alles ſeyn, und was die Bildſamkeit der Schafzucht möglich machen kann, das werde ich im zweiten Theile andeuten. Wenn nun bei dieſen Aenderungen des Bedürfniſſes der Manufacturen der Schafzüchter auf ſeine langen Erfahrungen fußt, wenn er glaubt, was ein⸗ mal als das Edelſte anerkannt und geſchätzt worden iſt, das müſſe es auch immer bleiben, oder doch ſehr bald wieder werden; wenn er in Folge dieſer Voraus⸗ ſetzungen beim alten Verfahren beharrt, ohne ſich im min⸗ deſten den neuen Foderungen zu fügen: dann iſt es kein „Wunder, wenn er zurück hleibt, und gelinde geſagt, iſt es dann ſonderbar, wenn er darüber ein Geſchrei erhebt, und alle diejenigen, welche ihm vorbei eilen, der Charlatanerie, und weiß Gott; was alles beſchuldigt. Allemal hat der, welcher mit ſeiner Zeit fort gegangen iſt, den Gewinn gehabt. Wer ſtehen bleibt, ſteht am Ende allein, und ſieht in dumpfem Staunen den Andern nach, und begreift nicht, daß dieſe klüger als er ge⸗ weſen ſind. Wer jugendlich irgend ein Fach ergreift, wer dies mit Verſtande termöge ſe giel wenig Bahn ühle ſein Gewer deinb w hingen, Doc geſagt.— Erfahrung Achtung dz übrigen aber die dauer den winn mach deen höher Hae und verw zu ſinden möglich e ehr lang ſeyn ir vorziglch, aber tadelte dman wolle Bei diſſer Neal, nach Niiz über⸗ und Koſten, reichlich aus. ldſamkeit der h im zweiten derungen des tet auf ſeine was ein⸗ äßt worden t doch ſehr eſer Voraus⸗ ſich in min⸗ riſt es kein geſagt, iſt es i erhebt, und Fjarlatanerie! fort gegangen bt, ſteht am n den Andern er als er K⸗ wer dies mit 257 Verſtande und Talente zur Sache thut, der wird auch, vermöge ſeines regen Eifers alles ſchneller erfaſſen, und ſich viel weniger durch Vorurtheil von der richtig aufgefaßten Bahn ableiten laſſen. Er wird ſich den Foderungen, die ſein Gewerbe an ihn macht, mit Aufmerkſamkeit fügen, und deshalb wird er auch immer Producte an den Markt bringen, die gangbare Artikel ſind. Doch zum Verſtändniß der Sache habe ich genug geſagt.— Sey es den alten Schafzüchtern, für deren Erfahrungen und große Kenntniß ich gewiß gebührende Achtung hege, auch ein neuer Dorn im Auge. Ich werde es übrigens nie vergeſſen, daß jede Wiſſenſchaft, am meiſten aber die der Erfahrung, nur durch lange Praxis und Aus⸗ dauer denen, die ſie mit Fleiß betreiben, den größten Ge⸗ winn macht, und daß ihre Nachfolger nur auf ihren Schul⸗ tern höher ſtehen, als ſie. Hiermit ſchließe ich den erſten Theil dieſes Werkes, und verweiſe überall, wo man vielleicht Lücken in demſelben zu finden glaubt, auf den zweiten, der dieſe ſo viel als möglich ergänzen ſoll. Gedruckt bei C. W. Medau in Leitmeritz. Druckfehler. u. in der Anmerkung leſe man wogegen ſtatt dagegen. ſtatt Cuenia leſe man Cuenca. o. lies u. ⸗ 2 2 0,* u. 2 0. 2 2 2 u. 2 0. 2 u. 2 2 2 2 82 Ehrzelitz ſtatt Chozelitz. war ⸗ wäre, ſichern konnte ſtatt ſichern,. ſahen ſtatt ſehen. 1 Gewebe⸗ Gewerbe. derſelben ſtatt denſelben. Luccok- Lucook. einzelnen⸗ einzelne. immer mehr⸗ nimmermehr. ſanguiniſchenſtatt ſanquiniſchen. übertraf ⸗- übertrafen. umzugeſtalten⸗ umzuſtalten. derſelben ⸗ denſelben. In dur g empf ndri, Sch und! zuſh heraut Nabell Ausle — Da ſcha wirtt verbl Ein der! der Auss Ehrenfe tor ſial döhee ſchen 6. Elsner, zu 1840 Entwur Wit entha hiit alsi gegen ſitt ca. elitz. * ſichern, ne. nermehr. guiniſchen. ertrafen. zuſtalten. nſelben. In der Verlagshandlung dieſes Werkes ſind auch folgende empfehlungswerthe Werke erſchienen: André, Rudolf, Anleitung zur Veredlung des Schafviehes, nach Grundſätzen, die ſich auf Natur und Erfahrung ſtützen. Zweite mit Anmerkungen und Zuſätzen vermehrte Auflage. Nach des Verfaſſers Tode herausgegeben von J. G. Elsner. Mit Kupfern und Tabellen. 4. 1826. Geb. 2 fl. 8 kr. C. M.(Fürs Ausland 1 Thlr. 12 ggr.) —— Darſtellung der vorzüglichſten landwirth⸗ ſchaftlichen Verhältniſſe, in ſo fern ſie auf Be⸗ wirthſchaftung des Grundes und Bodens und die damit verbundenen Nebenzweige der Oekonomie Bezug haben. Ein Taſchenbuch für praktiſche Landwirthe und Freunde der Landwirthſchaft in allen Gegenden Deutſchlands und der benachbarten Länder. Zweite verbeſſerte und vermehrte Ausgabe. 8. 1819. 1 fl. 48 kr. C. M.(1 Thlr. 4 ggr.) Ehrenfels, J. M. Freiherr von, über das Elek⸗ toralſchaf und die Elektoralwolle, nebſt An⸗ ſtalt für reine Stammhalter derſelben. Ein Beitrag zur höhern Schafzucht.(Aus Chr. C. André's Oekonomi⸗ ſchen Neuigkeiten beſonders abgedruckt). 8. 1822. 12 kr. C. M.(4 ggr.) Elsner, J. G., Beſchreibung meiner Wirthſchaft zu Reindorf in Preußiſch⸗Schleſien. gr. 8. 1826. Broſchirt 40 kr. C. M.(12 ggr.) Entwurf einer Dienſt⸗Inſtruktion für die Wirthſchaftsämter in den k. k. Staten; enthaltend eine Anleitung zur Geſchäftsführung ſowohl hinſichtlich der judiziellen und politiſchen Amtshandlungen, als im Fache der Oekonomie; für alle Klaſſen der Beam⸗ ten. Zweite umgearbeitete und vermehrte Auflage von Profeſſor G. N. Schnabel. Zwei Abtheilungen. 4. 1827. Preis geb. 3 fl. C. M.(2 Thlr.) Entwurf eines Mittelſyſtems zwiſchen der Dreifelder⸗ und reinen Wechſelwirthſchaft, nach welchem der zweckmäßigſte Uibergang von der Drei⸗ felder⸗ zur Wechſelwirthſchaft in kurzer Zeitfriſt ohne Nachtheil des Getreidebaues, und ohne hierzu erforder⸗ liches beſonderes Kapital nach dem beigefügten Maßſtabe der Feldereintheilung ſichtbor gemacht wird. Von einem praktiſchen Oekonomen in Böhmen. Zweite, mit einem Nachtrag vermehrte Ausgabe. gr. 8. 1825. Broſchirt 30 kr. C. M.(8 ggr.) Fragmente über Schafzucht, Wollhandel und Wöllmärkte in Böhmen. Von einem Gutsbe⸗ ſitzr(Dr. Löhner). gr. 8. 1828. Broſchirt 36 kr. C. M.(12 ggr.) Jotemps, P., Fabry und Girod, neueſte An⸗ ſichten über Wolle und Schafzucht. Erſter Theil, überſetzt und mit Anmerkungen begleitet von Chr. C. André.(Aus den Oekonomiſchen Neuigkeiten beſon⸗ ders abgedruckt.) gr. 4. 1825. Broſchirt. 1 fl. C. M. (1s ggr.) Peterka, J., Verſuch einer ſyſtematiſchen Dar⸗ ſtellung der Dreh⸗, Horn⸗ und Lungen⸗ wurmkrankheit der Schafe. Nebſt Verhaltungs⸗ regeln für Schäfer. Mit Beantwortung der von der k. k. Landwirthſchaftsgeſellſchaft in Wien über die Dreh⸗ krankheit am 19. Jäner 1824 ausgeſetzten fünf Preis⸗ fragen. gr. 8. 1826. 30 kr. C. M.(10 ggr.) Ribbe, J. C., das Schaf und die Wolle, deren Geſchichte, Erzeugung, Wartung, Veredlung und Beur⸗ theilung; mit Bezug auf die großen Vortheile, welche die Wolle, beſonders aber der Handel mit derſelben, nicht nur den ſtädtiſchen Gewerben, ſondern auch der landwirth⸗ ſchaftlichen Betriebſamkeit in Deutſchland gewährt. g. 8. 1825. 1 fl. 45 kr. C. M.(1 Thlr. 8 ggr.) Tennecker, S. v., praktiſcher Unterricht für Oeko⸗ nomen, über die Erkenntniß und Heilung der Klauen⸗ ſeuche bei den Schafen. 8. 1821. 48 kr. C. M. (12 ggr.) Verrichtungen, monatliche, landwirthſchaft⸗ liche; herausgegeben von einem praktiſchen Land⸗ wirth. Mit 11 Tabellen. Dritte verbeſſerte Auflage. 8. 1820. Schreibpapier 1 fl. 48 kr. C. M.(1 Thlr. 4 ggr.) hierzu erfodder⸗ ügten Maßſtade d. Von einem ite, mit einem 325. Broſchirt ünem Gutsee⸗ Sroſchitt 36 kr. neueſte An⸗ zucht. Erſte ggleitet von Chr. teuigkeiten beſen⸗ jitt 1 fl. C. N. ttiſchen Dar⸗ nd Lungen⸗ öſt Verhaltungs⸗ g der von der k. über die Dreh⸗ zten fürf Nräs⸗ (10 ggr.) Wolle, deren adlung und Beur⸗ Vortheile, weiche itt derſelben, nicht uch der landwirth⸗ d gewährt. g9. 8. 8 ggr.) icht füt Oeko⸗ ung der Klauen⸗ 88 kr. C. M. ndwirthſchaft⸗ 4 tiſcher Lard⸗ aurgs 7 Hn rg b5 1n Edoan⸗ — — 3 1 L 9 9 6 8 Jn ilelaltltlalt ltlel elelalelalahs as at aleealalelalsulrdLeeioshhn, dirnſinneindnſtiinſnihniinnijſiginſiiiiiiſſüſinfinniſninenunſ) 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Oem 1 2 3