Beſchreibung der in Weltkalen und Uheinpreutsen. Mit einem Anhang über den Weinbau in Rheinpreußen. Von Johann Nepomuk von Schwerz. —— —— Zweiter Theil. Stuttgart, Hoffmann'ſche Verlags⸗Buchhandlung. 1836. 8 8 8 Inhalt des erſten Theiles. Beſchreibung der Fandwirthſchaft in Weſtfalen. Seite I. Mehr allgemeine bäuerliche und landwirthſchaftliche Ver⸗ hältniſſe... 3 II. Zuſtand des Ackerbaues in dem Fürſtenthume Minden„ 46 III. Zuſtand des Ackerbaues in der Grafſchaft Ravensberg. 85 IV. Zuſtand des Ackerbaues in den Grafſchaften Tecklenburg und Lingen.... 115 V. Zuſtand des Ackerbaues in dem Fürſtenthume Munſter auf Thon⸗ und Kleiboden.. 13⁵ VI. Zuſtand des Ackerbaues in dem Fürſtenthume Munſter auf Sandboden... 186 VII. Bäuerliche Verhäͤltniſſe und Zuſtand der Landwirthſchaft auf dem Hellwege der Grafſchaft Mark und des Herzun, thums Weſtfalen... 241 VIII. Bäuerliche Verhältniſſe und Zuſtand der Landwirthſchaft in dem Fürſtenthume Paderborn.. 3⁰2 IX. Zuſtand des Landbaues in der Weſtfäliſchen Gebirgsgegend 397 Inhalt des zweiten Theiles. Beſchreibung der Landwirthſchaft in Rheinpreußen. Seite I. Bäuerliche Verhältniſſe und Zuſtand der Landwirthſchaft in den Herzogthümern Cleve und Geldern und dem Fürſten⸗ thume Mörs IV Seite II. Bäaͤuerliche Verhältniſſe und Zuſtand der Landwirthſchaft in dem Herzogthume Jülich... 71 III. Bäuerliche Verhältniſſe und Zuſtand des Ackerbaues in der Eifel.. 127 IV. Bäuerliche Verhältniſſe und Zuſtand des Ackerhaues in der Moſelgebirgsgegend..... 154 V. Zuſtand des Ackerbaues am Rhein und an der Moſel.. 167 Anhang. Veſchreibung des Weinbaues in Rheinpreußen. Zu I. Allgemeine Betrachtungen............ 241 II. Anlegung eines Weinbergs........... 250 III. Behandlung junger Weinberge..... 28 Belchren IV. Behandlung vollſtändig erwachſener Weinberge.... 285 jelchte V. Feinde und Krankheiten der Reben......... 304 Schwerz, kandwirthſch . Seite adwirthſchaft in heinpreußen. Zweite Abtheilung. . 241.. ...... 250 Beſchreibung der Landwirthlchaft ...... 304 1 in Nheinpreunßen. Schwerz, Landwirthſch. II. 6 Wem linie uheg ⁵) Alleil groſ bauf des i Abmn kehrs ſchaf und Klarl Ichn Verſah lichtve dieſer zu gel 1 in R Erſter Abſchnitt. Bäuerliche Verhältniſſe und Zuſtand der Land⸗ wirthſchaft in den Herzogthümern Cleve und Geldern und dem Fürſtenthume Mörs ⁵*). I. vertheilung des ländlichen Grundeigenthums. Wenn man von Venlo an der Maas aus eine Gedanken⸗ linie über Kempen und Crevelt nach dem Rhein zieht, von da **) Allenthalben in der Welt iſt die Verſchiedenheit des Bodens groß; aber nirgends größer als in den Provinzen, deren Acker⸗ bau ich hier zu entwickeln unternehme. Aus der Verſchiedenheit des Bodens und der Lage gehen dann wieder ſo mannigfaltige Abweichungen in Vertheilung des Grundeigenthums, des Ver⸗ kehrs mit den Grundſtucken, der Zuſammenſetzung der Wirth⸗ ſchaften, des Lebens und Webens der Einwohner, ihrer Mittel und Zwecke hervor, daß es äußerſt ſchwer wird, alle Theile mit Klarheit und ohne Weitläufigkeit in ein Ganzes zu ordnen. Ich muß daher zum Voraus um Verzeihung bitten, wenn jene Verſchiedenheiten mir es unmöglich machen ſollten, überall die lichtvolle Ordnung anzubringen, welche ich der Beſchreibung dieſer fuͤr die Landwirthſchaft ſo ſehr intereſſanten Provinzen zu geben wuüͤnſchte. Die Beſchreibung ihrer Kultur bietet durch die Theilung in Niederung und Höhe zwar einige Erleichterung dar, es — 4— längs der Emſcher auf Lünen an der Lippe ausgeht, dann die⸗ ſen letztern Fluß bis an das Deutſchburger Waldgebirge nörd⸗ lich von Paderborn verfolgt: ſo findet ſich, daß die Landwirthe auf der nördlichen Seite der angegebenen Richtung durchgehends in einzeln zerſtreuten Höfen, die auf der ſüdlichen Seite durch⸗ gehends in zuſammengebauten Dörfern wohnen. Dieſe auffal⸗ lende Verſchiedenheit rührt vielleicht von dem geſchichtlichen Gange der erſten Bevölkerungsart, wahrſcheinlicher aber daher, daß die Römer und Franken ſich nicht über jenen Grenzen mit gleicher Macht, wie auf der Südſeite, behauptet haben. Der Urſprung ſey endlich, welcher er wolle, ſo beſteht die angeführte iſolirte Lage der Bauerwirthſchaften in der Gegend, die wir vor uns haben, bis auf den heutigen Tag. In den Dörfern wohnen die Handwerker, Krämer, Tagelöhner, Geiſtlichkeit und Schullehrer, auf dem Lande zerſtreut, auch oft ſich nahe, die Bauern und Landwirthe. In dem Geldriſchen herrſcht das Eigene, daß die Höfe in gerader Linie faſt immer oberhalb und unterhalb dem Dorfe, wo ſie eingepfarrt ſind, liegen, und zwar ſo, daß ein Hofraum nebſt Garten oder Kamp unmittelbar an den andern anſtößt, alſo eine lange, wiewohl nur einſeitige Straße bildend. Sie führen den Namen von Humſchaften. So z. B. heißt es: das Dorf Neukirchen mit den Humſchaften Eyl, Winternam und Värsdonk. Man unterſcheidet die Höfe nach ihrer Größe in ganze, halbe und Kathſtellen. Unter dieſen letztern giebt es Pferds⸗ kötter und kleine Kötter. wechſelt aber auf der ſogenannten Höhe der Boden in ſeinen wellenfrmigen Beugungen ſo ſehr und ſo oft, daß wir bald Sand, bald Lehm, bald Thon, bald Moor, bald Kies, bald magern, bald mittelmäßigen, bald fetten Boden haben, wodurch ſich denn auch das Verfahren der Bewirthſchafts-Arten kreuzet. Doch vielleicht erhellt ſich der Pfad, wenn wir die vor uns liegenden noch dunklen und verworrenen Wege betreten. Schließlich bemerke ich, daß das Fuͤrſtenthum Moͤrs mit unter dem Namen der Niederung oder Cleveſchen Niederung begriffen iſt, Geldern aber und das Land um Kempen mit zu der Höhe gerechnet wird. 5 ꝙ Ma Geldriſch gen. 1 then, 9 ööllniſch 1 Mag In 60 bis mittlere Auf der 15 He wenige Käͤmpe aber li I Eöllniſ fällt un P M. darüber ger be ſich, zu Die H. zelne F —— gemei haben die kle die gr 50 Mo theils einwärt zuſamm Fall iſt In ten Ba Bauern der eiſ dann die⸗ birge nörd⸗ Landwirthe rchgehends eite durch⸗ eſe auffal⸗ chichtlichen ber daher, enzen mit den. Der ngeführte die wir Dörfern hkeit und nahe, die Hzfe in m Dorfe, Hofraum manſtößt, nd. Sie es: das nam und in ganze, § Pferds⸗ in ſeinen wir bald dies, bald , wodurch en kreuzet. vor unds 1. Mörs mit Niederung en mit zu — 5— Man rechnet in dem Cleveſchen nach Holländiſchen, in dem Geldriſchen und dem Fürſtenthum Mörs nach Cöllniſchen Mor⸗ gen. Der Hollandiſche Morgen enthält 600 Rheinländiſche Ru⸗ then, gleicht alſo 3 Magdeburger Morgen 60 Ruthen; der Cöllniſche Morgen hat 150 Ruthen zu 16 Fuß, p. p. gleicht er 1 Magdeburger Morgen 50 Ruthen. In den Cleviſchen Niederungen haben die größten Höfe 60 bis 80 Holl. Morgen, wovon ⅞ Graswuchs; die Höfe von mittlerer Größe 25— 40; die kleinſten 15, 20— 24 Morgen. Auf der Höhe ſind die Höfe etwas kleiner von 40 zu 25, auch 15 Holl. Morgen. Die großen Höfe, deren es aber hier nur wenige giebt, haben ihre Aecker zuſammenliegend, und oft in Kämpe eingeſchloſſen. Die Grundſtücke der kleineren Bauern aber liegen zerſtreut im offenen Felde untereinander. In dem Geldriſchen enthalten die größten Höfe 50 bis 100 Cöllniſche Morgen, die mittlern 25 bis 40; was darunter iſt, fällt unter die Zahl der Kätten. Die Wirthſchaften von 15 zu 25 Morgen kommen am häufigſten vor. Bis zu 15 und darüber heißt man einen Pferdebau. Diejenigen, welche weni⸗ ger beſitzen, haben in den letztern 25 Kriegsjahren angefangen, ſich, zur Vermeidung der Spanndienſte, der Ochſen zu bedienen. Die Höfe haben größtentheils ihr Areal zuſammenliegend, ein⸗ zelne Feldſtuͤcke ausgenommen. In dem Fürſtenthume Mörs ſind die Güter in den Rhein⸗ gemeinden größer als in den mehr landeinwärts gelegenen. Da haben ſie 125 bis 150, einige wenige 3 bis 400 Cölln. Morgen, die kleinſten Höfe haben ihrer 40 bis 50; hier erſtrecken ſich die größten nicht über 75 bis 80, die gewöhnlichſten haben 50 Morgen. In jenen oder den Rheingegenden kommen gegen⸗ theils die großen Wirthſchaften am häufigſten vor. Die land⸗ einwärts liegenden Höfe haben den Vortheil, daß ihre Feldſtücke zuſammenliegen, welches in den Rheingegenden nur ſelten der Fall iſt. In dem intereſſanten Kreiſe von Kempen beſtehen die größ⸗ ten Bauerngüter aus 100 bis 150 Morgen. Die kleinern Bauern haben nur 6 bis 10 Cölln. Morgen. Die Grundſtücke der erſten liegen zuſammen. — 6— In den drei letzt genannten Gegenden findet man nur we⸗ nig Kämpe, alſo durchgehends alles im offenen freien Felde. Man kann dieſe Provinzen nicht bereiſen, ohne einen all⸗ gemeinen Wohlſtand darin wahrzunehmen. Die meiſten Dörfer gleichen kleinen Städten; die Häuſer ſind ſchön und reinlich, die Straßen gepflaſtert. Ein naher Contraſt mit dem Münſter⸗ ſchen und Paderbornſchen! II. Verkehr mit den Grundltücken. Die Ueberlaſſung der Guͤter in Erbpacht kommt immer mehr und mehr außer Gebrauch; man verkauft blos oder verpachtet. Kauf und Verkauf des Grund und Bodens iſt ſeit Jahr⸗ hunderten nicht ſo häufig vorgekommen, als in den verfloſſenen letzten zwölf Jahren durch die Veräuſſerung der Domänen. Im Anfange, da man der Sache noch nicht traute, gingen dieſe Güter zu einem Spottpreiſe. Sie ſtiegen aber nach und nach und kamen am Ende zu ihrem wahren Werthe.— In einem Lande, wo ein ſo großer Unterſchied der Güte zwiſchen den Feldſtücken obwaltet, iſt nichts über den Kaufpreis zu be⸗ ſtimmen. Auf dem Cleviſchen rechten Rheinufer iſt der Antritt der Zeitpacht den 22ſten Februar, die Pachtfriſt von 6, höchſtens 12 Jahren. Die Zahlung hat Statt Martini. Der abgehende Pächter hat das Recht, das Winterfeld, welches ſich jedoch nicht über die des ganzen Areals ausdehnen darf, zu beſäen, wo⸗ von er die Hälfte der Körner, der angehende Pächter aber die andere Hälfte nebſt ſämmtlichem Stroh erhält. Dieſes contra⸗ ſtirt ſeltſam mit dem verderblichen Gebrauch, welcher in dem an das Cleviſche unmittelbar anſtoßenden Amt Bochold Statt hat, gegen welchen ich meine Klagen in einer meiner vorigen Abhandlungen erhoben habe.— Kommen Streitigkeiten vor, ſo werden ſie nach dem An⸗ und Abzugs⸗Reglement von 1733 entſchieden. Das Inventarium bringt der Pächter mit. Auf der linken Seite des Rheins, wiewohl in derſelben Provinz ſind die Pachtbedingungen von den vorhergehenden verſchieden. Die Pachtfriſt iſt von 3, 6 bis 9 Jahren. Die — 9½— — Uebergab Februar Ayril. ten und die Hälf Strohes In 12 Jaht dem geu der Mit Hetbſta fallt ſch bleiben nitgend In friſt Et pachtbe In ſtimmen zweckme ufer füt den Rice der Hö ſchaſtef daß es welche hieſige gellirung lich der wieder, Aſekura daß nich rung ei nur we⸗ Felde. einen all⸗ en Dörfer reinlich, Münſter⸗ der mehr erpachtet. it Jahr⸗ floſſenen omänen. gingen ach und — In zwiſchen 3 zu be⸗ ritt der öchſtens igehende och nicht en, wo⸗ aber die contra⸗ in dem d Statt vorigen vor, ſo n 1733 erſelben ehenden n. Die 3 — 7— Uebergabe der Wieſen und des Gartenlandes hat den 22ſten Februar ſtatt, die der Ackerlande und der Behauſung den 30ſten April. Der abgehende Paächter muß vorher allen Miſt ausfah⸗ ren und kann des Areals beſäen; davon genießt er dann die Hälfte des Ertrages, mit Ausnahme(ſo viel ich weiß) des Strohes. In dem Herzogthum Geldern iſt die Pachtfriſt von 6 auch 12 Jahren mit ſechſen zu verſagen. Dieſes richtet ſich nach dem gewöhnlichen Dungumlauf. Der An⸗ und Abzug iſt in der Mitte des Mai. Dazu hat der Abzieher im vorhergehenden Herbſt alles Land ſtoppelblos liegen zu laſſen, und ſeine Beſtellung fällt ſchon von da an dem Antreter zur Laſt. Stroh und Miſt bleiben auf dem Hofe. Ein eiſernes Inventarium findet man nirgends am Rhein. In dem Kreiſe von Kempen hat die letzt angegebene Pacht⸗ friſt Statt, der Antritt aber Martini oder Lichtmeß. Eine der Pachtbedingungen iſt hier, das Land alle Jahre zu düngen. In den Cleviſchen Niederungen, auf dem rechten Rheinufer, ſtimmen die Berichte für 40 bis 60 Holl. Morgen als die zweckmäßigſte Größe der Wirthſchaften; auf dem linken Rhein⸗ ufer für 80 bis 100. Ich beobachtete, daß die Hauptſache in den Niederungen aus Vieh⸗ oder Maſtweiden beſteht.— Auf der Höhe reichen 20 bis 30 holl. Morgen zu einer guten Wirth⸗ ſchaftsführung zu.„Ich glaube nicht, ſagt der alte Lobbes, daß es mehr als drei Ackerwirthſchaften hier zu Lande gebe, welche 40 bis 50 Holl. Morgen enthalten, und doch ſtand die hieſige Landescultur von jeher in gutem Rufe.“ „In denjenigen Gemeinden, ſagt der Prediger Rop von dem Kreiſe Rheinberg, herrſcht durchweg die meiſte Wohlhaben⸗ heit, wo die Güter 50 bis 60 Cölln. Morgen haben.“ Ein Umſtand, der nicht ſelten zu einer nachtheiligen Par⸗ zellirung der Höfe Gelegenheit giebt, iſt das Feuer; wenn näm⸗ lich der Eigenthümer die in Aſche verfallenen Gebäude nicht wieder aufzubauen vermag. Dagegen böte wohl eine Feuer⸗ Aſſekuranz⸗Kaſſe das ſicherſte Mittel an. Sie würde verhindern, daß nicht mancher in einer ſolchen Lage gedrückt zur Veräuſſe⸗ rung eines Theils ſeiner Ländereien zu jedem Preiſe ſchreiten — 8— müßte.— In den Dörfern würde eine dergleichen Aſſekuranz⸗ Kaſſe noch den bedeutenden Vortheil haben, daß mancher auf ſein Haus nun leichter ein Stück Geld zur Abfindung ſeiner Miterben erhalten könnte, welches ihn ſchützte, ſeine Grundſtücke loszuſchlagen, oder ſein Holz zu ſtark anzugreifen, wie jetzt nicht ſelten geſchieht. Von den Nachtheilen der Verpachtung der Domainen durch Meiſtgebote fand ich zu Griethauſen wieder ein Beiſpiel. 57 Holl. Morgen, worunter nur 15 Morgen Wieſen, von dem daſigen Kloſter herrührend, wurden zum erſten Male, da alles noch in gutem Stande war, für eine jährliche Pacht von 4600 Franken dem Meiſtbietenden überlaſſen. Dieſer mochte für eine ſolche friſchmelkende Kuh, die er nicht länger zu behalten gedachte, als ihr Milch abzuziehen war, viel Geld bieten, und vielleicht noch Vortheil dabei finden. Mit dem Erlöſchen der Pachtfriſt aber erloſch auch der Ertrag, und heuer hat das Gut nicht höher mehr als auf 2400 Franken gebracht werden können. Möchte doch das Verpachten nach billigem Anſchlage wieder aufgeſucht und der tüchtige zahlungsfähige Competent einem untüchtigen oder hergelaufenen Individuum dabei vorgezogen werden. In dem Fürſtenthume Mörs fand ich auf einem Pachthofe von 270 Cölln. Morgen Ackerland, meiſtens Weizenboden, und 20 Morgen Wieſen und Weiden folgende Bedingungen. Der Verpächter bezieht die Hälfte aller ausgedroſchenen Körner, der Pächter behält die andere und das Stroh von dem Ganzen. Dieſer hat dabei die Erlaubniß, zu ſeinem alleinigen Privat⸗ gebrauche ſo viel Wurzelgewächſe und Flachs zu bauen, als er nöthig hat. Den Graswuchs genießt der Pächter umſonſt; der Verpächter zieht die Hälfte des erſten Kleeſchnitts; der Samen, der vom zweiten Schnitte gewonnen wird, wird unter beide getheilt, dagegen muß der Pächter, Jahr aus Jahr ein, eine Milchkuh zum Beſten des Verpächters unterhalten. Dieſer letz⸗ tere trägt endlich allein alle Grundſteuer und Kriegslaſten und giebt die Hälfte der Einſaat her. III. Lage und Boden. Mit Ausnahme eines kleinen Theiles auf dem rechten Rheinufe ben, zbi DieNeiͦ Maasuf Die Nach d natürlid ſcheinlich gen Rhe breite hin a ſehr von Die da Erhaben Ufern d unter d Namen Ri der Reg den, de geeignet bearbeit fahr. 2 gepflügt hinab. in dem allgeme nicht ü Man ne trockene klein un In 1. ſ. w. ganz ode deckt wo ſaben, „gen; wo ſgekuranz⸗ ancher auf ing ſeiner rundſtucke wie jetzt nen durch 57 Holl. daſigen noch in Franken ne ſolche gedachte, vielleicht dachtfriſt ht höher Möchte ufgeſucht üchtigen u. achthofe en, und n. Der ner, der Ganzen. Privat⸗ ,als er nſt; der Gamen, er beide in, eine eſer letz⸗ ten und gen; wo der Grandſand aber nicht über einen Fuß ſtark iſt, 9— Rheinufer, liegen die Länder, deren Ackerbau wir vor uns ha⸗ ben, zwiſchen zwei großen Flüſſen, der Maas und dem Rhein. Die Neigung des Bodens geht nach Norden. Der Verluſt des Maasufers bringt dieſen Gegenden manchen bedeutenden Nachtheil. Die Gegend hat keine Berge, aber viele Unebenheiten. Nach dem Rheine zu bildet ſie durch ihre Erhabenheit einen natürlichen Damm, der vor Jahrtauſenden dem Strome wahr⸗ ſcheinlich zum Ufer diente. Zwiſchen dieſer Höhe und dem jetzi⸗ gen Rheinufer befindet ſich eine, eine halbe bis eine Meile breite Strecke von angeſchwemmtem Boden, der nach dem Strome hin zu Wieſen und Weiden dient, mehr landeinwärts aber ein ſehr vortreffliches Ackerfeld unter dem Namen Rheinfeld bildet. Die daran ſtoßende Höhe reicht, in ſteter Abwechſelung von Erhabenheiten und Vertiefungen, oder wellenförmig bis zu den Ufern der Maas hin. Ich werde in der Folge die erſte Gegend unter der Benennung der Niederung und die letzte unter dem Namen der Höhe begreifen. Niederung. Das Ackerland in der Niederung beſteht in der Regel aus einem milden mit— ⅛ Sand gemiſchten Bo⸗ den, der zu allen Früchten, deren Kultur das Klima geſtattet, geeignet iſt. Er läßt ſich auch bei ſehr trockener Witterung gut bearbeiten, weniger bei naſſer. Vom Ausfrieren iſt wenig Ge⸗ fahr. Die obere Krume iſt ſo mächtig, daß ſie zu jeder Tiefe gepflügt werden kann. Sie reicht manchmal bis zu 5—6 Fuß hinab. Ihr folgt der ſogenannte Wellſand, wie man ihn auch in dem Bette des Rheins findet. Allerdings iſt ſolches nicht allgemein. Es giebt Stellen, wo reiner Grand und Sand ſich nicht über anderthalb bis 2 Fuß unter der Oberfläche finden. Man nennt ſie hier Haide⸗Scheinen. Darauf dörren bei ſehr trockener Witterung die Früchte wohl aus, das Stroh bleibt klein und das Korn nothreift. In einigen Gegenden, wie Everſaat, Kärl, Vellach, Bort u. ſ. w. iſt durch die Durchbrüche der Dämme das Rheinfeld ganz oder zum Theile 6— 24 Zoll hoch mit Kies und Sand be⸗ deckt worden. Wo dieſe Gegenſtände ſich zu hoch angehäuft haben, da läßt man den Boden als zur Kultur untauglich lie⸗ — 10— kann ſehr guter Roggen darauf gebaut werden. Hat die Ge⸗ gend im Ganzen dem Strome ihre Fruchtbarkeit zu verdanken, ſo hat ſie auch in ihm ihren grimmigſten Feind, der, wenn er auch nicht alles Gute, was er fruher gegeben hat, auf immer vernichtet, doch vorübergehend die Hoffnung und die Erndte von manchem Jahre zerſtört. Durchgehends hat die Niederung einen Weizen⸗ und Win⸗ tergerſtboden. An manchen Orten kann von erſtern das zehnte, auch zwölfte Korn angenommen werden. Es giebt viele Felder, die ſeit 30 Jahren keinen Dung erhalten, und doch ſtets reich⸗ liche Ernten geliefert haben. Nimmt der Ertrag des Winter⸗ getreides etwas ab, ſo wird Hafer mit Klee ausgeſäet, und die Fruchtbarkeit wird von neuem durch den Fruchtwechſel allein belebt. Höhe. So wie man ſich von der Rheinniederung aus weſt⸗ wärts oder nach der Höhe wendet, hört der fette, ſchwere, gras⸗ reiche Boden auf, und wechſelt bald mit lehmigem Sand und ſandigem Lehm, bald mit wahrem Sand und auch Heideboden. Man muß ſich jedoch hier keine ſolche ſandige Wüſte denken, wie die, welche ſich in dem Cleviſchen in einiger Entfernung von dem rechten Rheinufer und da hinein nach Schermbeck im Mün⸗ ſterlande vorfindet. Ich habe die Beobachtung gemacht, daß das Rheinthal auf dem rechten Ufer von dem Siebengebirge oberhalb Cölln an, bis hinunter zu der Hollaͤndiſchen Grenze, weniger fett und fruchtbar iſt, als das auf der linken Seite. Dieſes gilt für die Niederung ſowohl als für die Höhe. Die wellenförmigen Beugungen der Höhe geben zu einer mannigfaltigen Verſchiedenheit des Bodens Anlaß. Die erha⸗ benen Striche beſtehen aus Sand, der doch meiſtens auf der Oberfläche mit etwas Thon gemiſcht iſt. Dieſe Krume zur Tiefe von einem Fuß p. p. ruht auf einer Schichte von rothem Sande, iſt leicht und zu jeder Zeit zu bearbeiten, leidet aber von der Trockenheit. Rückt man von dem erſten erhabenen, das Rheinthal oder die Rhein⸗Niederung begrenzenden Landſtriche mehr landeinwärts, ſo folgt eine zweite Niederung, die etwa eine halbe Stunde in ihrer Breite hat. Hier findet man einen ſehr ſchweren thonigen Boden, der nur ſehr wenig Sand enthält. Er iſt bei feuchter Witterun 1 bearbe ter ihr f durchläßt Hint Boden u ſchon an gleiche B da iſt ſe Pald, kömmt Niers i wird, d kleinen Das B. Schilf Steueru darauf? wozu ſic Im gemiſcht Capellen liegt der ſumpfige Niederu Da günſtigt man na meinen i Der ſuͤd hat einen magern Dung ein beſteht nn Diſ übetſehba laäͤngs de rrie Ge⸗ e anken, nn a in immer 1 Dte von ut Win⸗ zntzehnte, aeelder, 19 reich⸗ S iter⸗ and die a heſebt. un veſt⸗ u gras⸗ amne) und Iihoden. enken un von n Mün⸗ tr daß aatebirge nrenze, n Seite. 4 einer etha⸗ Slf der Tiefe re ande, 1 der 1n oder iacvärts, 10 de in ynigen z uchtet — 11— Witterung gar nicht, bei der Hitze oder Dürre äußerſt ſchwer zu bearbeiten. Die ackerbare Krume mißt etwa 1 ½ Fuß. Un⸗ ter ihr findet ſich ein gelber und weißer Klei, der kein Waſſer durchläßt. Hinter oder über dieſer undankbaren Vertiefung fängt der Boden wieder an zu ſteigen und erreicht die Höhe, welche der ſchon angeführte erſte erhabene Landſtrich hat, mit dem er auch gleiche Beſtandtheile theilt. Wo er noch höher wird als dieſer, da iſt ſchlechte Heide, wie z. B. die Bönninghaart und der Wald, der ſich bis nach Cleve erſtreckt. Ueber dieſer Höhe kömmt man dann in eine vertiefte Fläche, wodurch ſich die Niers in häufigen Krümmungen windet, der Boden wieder beſſer wird, die Wieſen aber wegen Vernachläſſigung des Bettes jenes kleinen Fluſſes durchaus verſäuern oder zu Mooren werden. Das Bett iſt durchaus verſchlammt und mit Gras, Ried und Schilf verwachſen. Man würde ohne Mühe und Koſten zur Steuerung des Uebels gelangen, wenn man den Fiſchfang darauf gegen die alljährliche Reinigung unentgeldlich verpachtete, wozu ſich, wie man mich verſichert, Liebhaber genug finden würden. Im Fürſtenthum Mörs iſt die Höhe ſanfter und hat einen gemiſchten mergelartigen fruchtbaren Boden, wie z. B. Repelen, Capellen, Neukirchen. Weiter landwärts bei Vlain, Crevelt u. ſ. w. liegt der Boden wieder tiefer und iſt daher auch thoniger und ſumpfiger. Ich werde daher auch dieſes Land mit der Cleviſchen Niederung zuſammenfaſſen. Das Herzogthum Geldern iſt weniger von der Natur be⸗ günſtigt. Sein Boden wird in dem Verhältniſſe beſſer, als man nach dem gelobten Jülicher Lande vorrückt. Im Allge⸗ meinen iſt der Boden trocken, mild, ſandig, aber auch moorig. Der ſüdliche Theil des Landes, z. B. Krickenbeck und Vierſen hat einen guten Lehmboden, die Gegend von Kempen aber einen magern ſandigen Lehm. In dem ganzen Gelderlande iſt viel Dung ein durchaus unentbehrliches Bedürfniß. Der Untergrund beſteht nur allzuoft aus zähem Thon und Eiſenletten. Dieſes Herzogthum bildet im Ganzen eine ſchöne, oft un⸗ überſehbare Ebene. Die ſuͤdliche Richtung von Geldern aus laͤngs der äſtigen Niers über Neuen⸗ und Altenkirchen nach — 12— Kempen hat eine vortreffliche Lage; das flache ſpiegelebene Feld von der öſtlichen, Waſſer und Wieſen von der andern Seite, zwiſchen beiden die Wirthſchaftshöfe auf einer langen einfachen Reihe liegend und durch etwas Gehölz gedeckt, dabei gute Wirthſchaften, wie es mir ſchien. IV. Kuh- und Fettweiden. Ich werde mich in dieſem Artikel auf die Niederung be⸗ ſchränken, denn die Höhe hat keine Fettweiden, und von den Kuhweiden wird bei dem Hornvieh vorkommen. Die Ufer der Ruhr, der Lippe und des Rheins ſind vorzüglich zur Weide geeignet, und man hat es daſelbſt in dieſem Stücke ſehr weit gebracht. Es iſt das Muſterhafteſte, das wir in Weſtfalen fin⸗ den. Von den Weiden der erſten beiden Flüſſe habe ich bei Gelegenheit der Beſchreibung der Grafſchaft Mark geſprochen. Von den Rheinweiden alſo hier. Die Weiden ſind ihrer Lage nach von verſchiedener Güte. Die vorzüglichſten ſind die, welche außerhalb des Rheindammes liegen, daher alljaͤhrlich im Winter vom Rheine überſchwemmt werden. Ihre anderweitige Verbeſſerungen müſſen ſie von der gehörigen Beweidung mit Rindvieh erwarten. Indeſſen leiden ſie auch manchmal Schaden vom Sande, wenn nämlich bei ſtarkem Strome die Sommerdämme(weite oder hintere Dammreihe) durchbrechen. Der Sand muß im folgenden Früh⸗ jahre wieder weggebracht werden. Die Weiden innerhalb des Rheindammes ſind ſchon ſchlechter und haben an einigen Orten nöthig, mit Dungerde überſtreut zu werden; allein aller Dung kömmt dem fetten Letten nicht gleich, den der Rhein auf die äußeren Wieſen abſetzt.— Die hohen Weiden endlich enthalten mehr Sand, welcher vom Rheine vor und nach auf ſie hinge⸗ bracht worden. Das Gras auf dieſen iſt zwar eben ſo ſuͤß und gut, aber nicht ſo rein und fett wie das der niederen Wieſen. Die Einfriedigung der Wieſen beſteht aus Gräben, Hecken oder einem hölzernen Geländer. Beide erſte ſind ſeltener als letztere. Wenn die Gräͤben das Ueberſetzen des Viehes verhin⸗ dern ſollen, ſo müſſen ſie tief und breit ſeyn. Sind ſie, wie etfordetli köſtlichen vicht dut man Mi des Vieh fahtt de freilich heſchreib habe. 2 de Pfo eung zä Hinſeh mungen Gehölze nen ſte Al Pacht das Ack halb de ſchen? Der A Au der We In ſcher N wedere rer G D alljährl bringen Boden ſich, d Heu, u vom Vi werden. Schelde dahet b Ne ged Süite rerinfachen Rei gute nöng be⸗ Gwn den Sifer der Weide yr weit Wen fin⸗ drich bei ſogrochen. un Güte. anmmes ſevemmt ze von 2eeſen mumlich 1 yintere an Früh⸗ e lb des Otten A Dung nuf die 9 ghalten inge⸗ 9 5 und 2 zieſen. mecken uker als as erhin⸗ ge. wie — 13— erforderlich, 5—6 Fuß breit, ſo nehmen ſie ſo viel von dem köſtlichen Raume weg. Auch durch die Hecken, wenn ſolche nicht dünne gehalten werden, wird Raum verloren; dabei hat man Mühe, eine gehörige Hecke aufzubringen, indem der Zahn des Viehes allemal darüber her iſt; dann droht ihnen jede Eis⸗ fahrt des Stromes den Untergang. Die beſte Einfriedigung, freilich auch die koſtbarſte, bleibt alſo allemal die von Holz. Ich beſchreibe ſie nicht, da ich ſolche ſchon anderwärts angegeben habe. An dem Rheine ſieht man ſich gezwungen, vor Winter die Pfoſten und Stecken(Riegeh) auszuheben und in Verwah⸗ rung zu bringen. Dieſes Wegnehmen und im Frühjahre wieder Hinſetzen iſt allerdings koſtbar, indeſſen wegen den Ueberſchwem⸗ mungen im Winter und der Holzdieberei nothwendig. Das Gehölze dauert auch etwas länger, wenn es Winters im Trocke⸗ nen ſteht. Auf dem rechten Rheinufer gelten die Weiden, ſowohl bei Pacht als Verkauf, die Hälfte, auch zwei Drittel mehr als das Ackerland. Bei Rees werden für recht gute Weiden, auſſer⸗ halb des Rheindammes, 5, 6 bis 700 Rthlr. für den holländi⸗ ſchen Morgen bezahlt. Der Pachtwerth iſt 20 bis 30 Rthlr. Der Acker hingegen kömmt nur an 200 bis 400 Rthlr. Auf dem linken Rheinufer, Gegend von Griethauſen, thut der Werth der Weiden ebenfalls das doppelte des Ackerlandes. In der Gegend von Rheinberg und Mörs thut ein Cöllni⸗ ſcher Morgen des beſten Ackers 125 Rthlr.; ein Morgen guter niederer Weide dagegen 225, und der einer Weide von mittle⸗ rer Güte 160 Rthlr. Cleviſch. Die Wieſen werden ſelten völlig geheuet. Wollte man es alljährlich thun, ſo würden ſie ganz gewiß verderben. Sie bringen zwar in dieſem Falle hohes Gras hervor; allein der Boden wird am Ende zu locker, das feine Untergras verliert ſich, die Halme ſtehen dünner und geben nicht mehr das fette Heu, welches man auf den Wieſen macht, welche zwei Jahre vom Vieh feſtgetreten und gedüngt und erſt im dritten gemähet werden. Eine Bemerkung, die man auch an den Ufern der Schelde in den überreichen daſigen Poldern macht. Es wird daher bei Verpachtungen wohl darauf geſehen, daß die Bedin⸗ — 14— gung des nicht Abmähens und des Abweidens darin feſtgeſetzt werde. Der Regel nach dürfen die nieder gelegenen Wieſen nur alle vier, und die höher gelegenen alle ſechs Jahre einmal gemähet werden. Nur bei den Verpachtungen durch Meiſtgebot wird ſolches manchmal überſehen oder mit Fleiß übergangen, um die Wieſen dadurch höher anzubringen, bei der nächſten Verpachtung aber wird ſolches wieder eingebüßt, indem die Wieſen alsdann weit weniger als das erſtemal werth ſind. Doch es kommt einem bloßen Verwalter auf ſo was nicht au! Er lebt und ſorgt nur für den Augenblick. Die hohen Wieſen werden zum Weidegange für das Milch⸗ vieh, auch wohl fur fettes Vieh gebraucht. Die niedern Wie⸗ ſen dienen den Maſtochſen zur Weide und, wie geſagt, im vierten Jahre zum Heuen. Man rechnet allgemein auf 3 Milchkühe 2 Holländiſche Morgen Weide(das iſt 2 Magdeburgiſche Morgen 40 Ruthen aufs Stück). Iſt aber die Weide trocken, ſo gehört auf jede Kuh ein Morgen. Bei Rbeinberg bedarf eine Milchkuh 2 Cöll⸗ niſche Morgen. Nehmen wir an, daß es nur Weiden von mitt⸗ lerer Güte ſind, ſo thun die Procente ihres oben angegebenen Capitalwerths zu 5 pr. C.(worin ich Einfrechtung und Unter⸗ halt der Wieſen einſchließe) 13 Rthlr. 8 Ggr. Solches wäre alſo das Weidgeld für eine Kuh. Bei einer Weide von der beſten Qualität würde das Weidgeld auch nicht höher kommen, indem hier auf einem kleinern Raume mehr Vieh genährt wer⸗ den kann; man findet aber mehr Vortheil, die beſten Wieſen mit Maſtvieh zu beſetzen, und dem Milchvieh die weniger reichen Grasplätze zu überlaſſen. Dabei frißt eine Milchkuh etwas mehr als ein Maſtochſe. Im Anfange nimmt dieſer zwar eben ſo viel, nachher aber weniger zu ſich. Das zur Maſt beſtimmte Vieh wird mit dem erſten Mai auf die Weide gebracht und bleibt, wenn es mager geweſen iſt und recht fett werden ſoll, bis Ende Octobers Tag und Nacht darauf. Die Weide muß ſehr gut ſeyn, wenn drei Stücke großes Vieh auf zwei holländiſchen Morgen ausgemäſtet wer⸗ den ſollen. Durchgehends rechnet man einen Morgen auf jeden Kopf. Eine Kuh, die mager 400 Pfund wog, wiegt gewöhnlich 50 bis S langen od wiegen; h kann dertt 5 lis 34 Bei geri t Dast entveder K weil es dit iwm Stalt etwas Ou üͤberhaud auf die t verkauſt ſer zweittt fett, abene Ochſen a aber bei der Rhe das aus licher erz gen kann Bei der Vollſ verhaͤlt e G d gezogen, Mätz fe die unur ſten blei traͤnkt ſi nen; ſeh durch ein Fatbe zu bis dahi geebt, un Roggen neſtgeſezt Wieſen 4 einmal eiſtgebot 1 angen, * anaͤchſten at em die adh ſind, n icht au! d Milch⸗ on Wie⸗ Dpt, im Joändiſche onluthen a zif jede aun Cöll⸗ na witt⸗ vonebenen anulnter⸗ ach wäre n an der i anmen, wnt wer⸗ Wieſen a zweniger 2 ichkuh un dieſer ran Mai apeſen iſt n Nacht 2 Stücke urt wer⸗ a f jeden — Q öhnlich — 15— 500 bis 525 Pfund, wenn ſie fett iſt; die Ochſen von 400 ge⸗ langen auf 600 Pfund. Man hat ihrer auch, die 800 bis 900 wiegen; ſolche ſind dann auch ſchwerer aufgeſtellt worden. Man kann den durch die Maſtung errungenen rohen Geldertrag zu 25 bis 35 Rthlr. Berl. Curs für jedes große Stück annehmen. Bei geringerem Viehe iſt natürlich auch der Ertrag geringer. Das zum Betriebe der Fettweiden erforderliche Vieh wird entweder angezogen oder angekauft. Letzterer geſchieht im Herbſte, weil es dann am wohlfeilſten iſt. Man füttert es im Winter im Stalle mit untereinander geſchnittenem Heu und Stroh, etwas Oelkuchen, tränkt es mit friſchem Waſſer und hält es überhaupt ſo gut als man kann. Kömmt es mit vollem Fleiſche auf die Weide, ſo kann es ſchon um Jakobi ganz fett ſeyn, verkauft und durch anderes auf der Weide erſetzt werden. Die⸗ ſer zweite Umſatz wird dann bis zu Martini freilich nicht ſehr fett, aber doch vollkommen ſchlachtbar. Man kauft die magern Ochſen auf den Viehmaͤrkten zu Cleve und Emmerich, die Kühe aber bei den Bauern. Am liebſten bezieht man das Vieh aus der Rheingegend, wo man überhaupt Weidevieh hat; indem das aus den Gegenden, wo Stallfütterung eingeführt iſt, weich⸗ licher erzogen wird und rauhes Wetter und Küälte nicht vertra⸗ gen kann. 3 Bei der Anzucht des Viehes, deren Beſchreibung ich hier, der Vollſtändigkeit des gegenwärtigen Artikels wegen, vorgreife, verhaͤlt es ſich folgendermaßen. Da das Vieh Tag und Nacht auf der Weide gehalten wird, ſo werden nur ſolche Kälber auf⸗ gezogen, welche im Januar und Februar oder ſpäteſtens im März fallen. Die ſpätern würden in dem erſten Lebensjahre die ununterbrochene Weide nicht wohl vertragen. Die frühe⸗ ſten bleiben daher zu dieſem Zwecke allemal die beſten. Man tränkt ſie ſo lange mit Milch, bis dahin ſie zur Weide kön⸗ nen; fehlt es an Milch, ſo ſchlägt man ein Ei mit Waſſer durch einander und miſcht ſolches mit etwas Milch, um ihm Farbe zu geben. Man entrahmt die Milch mehr und mehr, bis dahin man nach 6 Wochen blos abgerahmte dicke Milch giebt, unter welche etwas Leinmehl verrührt wird. Iſt der Roggen in dem Verhaͤltniſſe zum Leinmehle wohlfeiler, ſo — 16— erſetzt man letzteres durch Brod. Da das Kälberaufziehen eine koſtſpielige Sache bleibt, ſo zieht man vor, die Kälber zu kau⸗ fen, wenn ſie keiner Milch mehr bedürfen. Man räumt ihnen im erſten Jahre die beſſeren Weiden zugleich mit den Ochſen ein und rechnet, daß 4 Kälber ſo viel nöthig haben als ein Maſtochſe. In dem zweiten Jahre erhalten ſie eine etwas ſchlechtere Weide. Es giebt auch Leute, welche ſich auf die Zuzucht legen, obgleich ſie nicht mit zureichenden Fettweiden verſehen ſind. Sie bringen die Rinder bis ins zweite, dritte oder vierte Jahr, und verkaufen ſie dann. Im vierten Jahre iſt das Hornvieh am vortheilhafteſten zu mäſten; wenige werden im dritten Jahre dazu beſtimmt und noch wenigere bis ins fünfte Jahr dazu aufbehalten. Die Kälber werden mit 6 Wochen entmannt, die Kuhrinder im dritten oder vierten Jahre zugelaſſen. Auch die Kühe werden auf der Weide 3 bis 4 Monate vor ihrer Schlachtzeit begangen, ohne welches ſie nicht fett werden würden. Man zieht die größern Koppeln den kleinern vor; jedoch ſucht man die ganz großen zu vermeiden, indem das Vieh ver⸗ hältnißmäßig zu viel darin vertritt. In kleinen findet ſich das Vieh zu viel eingeſchränkt, und ſolches ſcheint ihm nicht anzu⸗ ſtehen. Koppeln für 12 bis 15 Stücke oder von eben ſo vielen holländiſchen Morgen ſcheinen die zweckmäßigſten zu ſeyn. Frei⸗ lich koſtet die vervielfachte Einfrechtung mehr als eine einzelne Einfaſſung, allein die Koſten lohnen ſich immer, wenn jemand eine Weide von 40 bis 50 Morgen, jene in zwei, dieſe in drei Abtheilungen legt. Der Handel, der durch die Maſtung getrieben wird, iſt ſehr betraͤchtlich. Ich habe Leute kennen gelernt, die zu dem Ende 100, ja 150 Stück durchwinterten. Das ſchwerfette Vieh geht nach dem Auslande, nach Lüttich, Brabant und Frank⸗ reich, beſonders dasjenige, was um Jakobi fett wird. Das übrige wird auf die inländiſchen Märkte gebracht, und von den Schlächtern erhandelt. Vor den franzöſiſchen Zeiten ließen hieſige Mäſter wohl Ochſen aus Dänemark kommen, um ihre Weiden damit zu beſetzen. Seitdem legten ſie ſich ſelbſt auf die Zuzucht, und das Geld bleibt im Lande. da did dürfen, 8 von machts ſehr thenet ts ſchwer man ſich! muß ich ſ gewechſelt ſie ſo lang ner berech gen daan. den halbe hat, auf Viehe we auch den, Dadurchf Bei trocke feuchter S Freßluſt u bleibende man dadl daß man und die D V Wieſe Worte, zum Then des Rhei⸗ Wieſen b ſährlich n damit abe vaͤrts gelg kleine Schl im Winter vieder ſon Der. Schwen, en eine is t ihnen *0Ogſen ernls ein iri etwas zalegen, nuf Sie i s Jahr, à 0 envieh rnritten an Jahr n anhannt, 1 ans Auch aand ihrer de in urden. d znedoch 5 ug ver⸗ d t das n aitzu⸗ n acj ellen ſe ubßtei⸗ in ii pelne en aj nand NA en üͤch, iſ di z dem de ſts Vieh 1 Grank⸗ 1 Das un u den zä mießen en un ihre ch ii auf 21 kau⸗ ———— —— Da die Wieſen nur alle vier Jahre einmal gemähet werden dürfen,— und ich glaube nicht, daß man ſo oft Gebrauch da⸗ von mache, es ſey denn, daß das Heu oder das magere Vieh ſehr theuer, oder das fette Vieh ſehr wohlfeil wäre;— ſo würde es ſchwer halten, das Vieh im Winter durchzuhalten, wenn man ſich nicht folgenden Aushülfsmittels bediente. Vor allem muß ich ſagen, daß mit den Weiden in demſelben Jahre nicht gewechſelt wird, ſondern daß das einmal darauf gebrachte Vieh ſie ſo lange inne hält, bis es verkauft wird. Daher wird im⸗ mer berechnet, wie viel Stücke eine Weidekoppel zu Fette brin⸗ gen kann. Mehr als das wird nicht hineingelaſſen. Gegen den halben Juni wird das Gras, welches das Vieh verſchmäht hat, auf einem Drittel oder der Hälfte der Weide unter dem Viehe weggemähet. Nach 4 bis 5 Wochen mähet man dann auch den zweiten und noch ſpäter den dritten Theil der Wieſe. Dadurch findet das Vieh junges, älteres und ganz altes Gras. Bei trockener Witterung wird es ſich an das junge und bei feuchter Witterung an das alte Gras halten, und dadurch bei Freßluſt und Geſundheit bleiben. Die durch das länger ſtehen⸗ bleibende Gras bewirkte Beſaamung iſt der zweite Vortheil, den man dadurch erhält. Ein dritter Vortheil endlich beſteht darin, daß man eine gute Menge Heu zum Winterfutter erübriget, und die Durchwinterung möglich und vortheilhaft macht. V. Wieſen. Wieſen und Weiden ſind in der Niederung gleichgeltende Worte, hier ſind alle gute Wieſen auch Weiden, und ſie ſind zum Theil nur ſo gut, weil ſie Weiden ſind. Die außerhalb des Rheindammes, alſo an dem eigentlichen Ufer gelegenen Wieſen bedürfen keiner Verbeſſerung. Der Fluß, der ſie all⸗ jährlich mit ſeinem fetten Schlamme deckt, ſorgt für alles; damit aber auch die hinter dem Damme, oder mehr landein⸗ wärts gelegenen Wieſen etwas von der Fülle erhalten, ſind kleine Schleuſen in dem Damme angebracht, welche das Waſſer im Winter bei hohem Stande einlaſſen und nach dem Ablaufe wieder ſorgſam geſchloſſen werden. Der Heuertrag ſolcher Wieſen, wenn ſie nur alle 6 Jahre Schwerz, Landwirthſch. 11. 2— — 18— einmal gemähet und die anderen Jahre mit Vieh beſchaart werden, iſt ſehr groß. Lobbes nimmt ihn zu 10,000, und das Nachheu zu 5 bis 6000 Pfund vom Holländiſchen Morgen an; oder zuſammen 45— 48 Centner vom Magdeburgiſchen. Bei Rheinberg liefert der erſte Schnitt 3— 4000 Pfund vom Cöllni⸗ ſchen, oder 2300— 3100 Pfund vom Magdeburgiſchen Morgen. So gut die Wieſen in der Niederung ſind, ſo ſchlecht ſind ſie in dem Innern des Landes. In den höher liegenden Ge⸗ genden ſind ſie aͤrmlich und karg, in den Flächen tragen ſie ein ſaures ſchlechtes Heu, das, wenn es nicht gekocht und mit Wurzelgewachſen oder mit anderem Futterwerk gemengt wird, den Kühen die Milch benimmt. Die Pferde freſſen es ungern, und es nährt ſie nicht; da gegentheils dieſe Thiere bei dem Rheinhen, auch ohne Hafer, friſch und geſund bleiben. Die beſten Wieſen, die man hier finden könnte, wären an den Ufern der Niers, allein da ſie vom erſten November bis zum erſten April, zum Vortheile der Müller, zwei Fuß hoch unter Waſſer ſtehen, und ſolches auch nicht ſelten im Sommer der Fall iſt, ſo können ſie wohl nichts als Riedgräſer, Seggen und andere heilloſe Pflanzen hervorbringen. Hier ſchreit wahrhaft die Natur um Hülfe, und der Ackerbau ſeufzet unter dem Drucke, wo nicht immer des graͤulichſten Unfuges, doch der ſträflichſten Nachläſſigkeit. Wie lange wird dieſes noch beſtehen, jeder Verſchub iſt ein Verbrechen! VI. Zutammenletzung der Wirthſchaft. Cleviſche Niederung. Die Wieſen oder Fettweiden bleiben in der Niederung der Hauptgegenſtand der Wirthſchaft, daher man oft ſolche Höfe trifft, welche Wieſen gegen ⅛ Ackerland haben. Man hat auf dem rechten Rheinufer Höfe von 2 bis 8 Pferden. Auf einem Hofe von 36 Holl. Morgen AOckerland haͤlt man zu Gotterswickerhamm 6 Pferde, 3 Knechte, 4 Arbeitsknechte, 2 Tagelöhner, einen Schweinhirt, 2 Kuhmägde, eine Küchen⸗ und eine Gartenmagd. Dieſes Perſonale iſt ſehr ſtark, rührt aber wahrſcheinlich von dem Maſtweſen her; übrigens müſſen die Knechte hier zu Lande dreſchen. Bei A worunter u s Milchküt Schweine: 3 Mägde Zwiſch ſchaft von Wieſen 5 ſie einen Das Abends Ep Cours Lo bis 25, e Auf ttwas gru halten 10 his 20 Gch liche und? Tagelöhner Rthli., d haben waͤh Die K an Sonn⸗ weder Tag gehen dara dachläſäägen gegen vor Eley Motgen he Hornvieh, worunter ei weerden, we kauft; dieſe ſäbrigen in das Hans 4 Knechte, Wirthin mi mirden Ge⸗ dotr ſie ein kerthind wit (amt gt wind, dnns ungen, 1 8i bei den d Ahen. Die murt an den er udh bis zum Fſpoch unter 1: mer der rD gen und ch unwahrhaft ze u ater dem g uahdoch der G ihanbeſtehen, t o a jettweiden mrthſchaft agn gegen d esRbeinufer ft ud 36 Holl. unb Pferde, weinhirt, en ant Dieſes ei bi von dem 2 mi zu Lande ³ beſchaart V (e und ins 1orgen an, dipfen. Bi n m öllni⸗ V ia Morgen. 1Aulecht ſud Bei Weſel finden ſich auf einem Hofe von 60 Morgen, worunter wahrſcheinlich die Häͤlfte in Gras niederliegt, 7 Pferde, 8 Milchkühe, 30 Ochſen, p. m. etwas Zuzucht, und 16 bis 20 Schweine groß und klein. Zu dem Betriebe gehören 7 Knechte, 3 Mägde nebſt einem Schweinejungen.— Zwiſchen Emmerich und Rees enthält eine große Wirth⸗ ſchaft von 50 Holl. Morgen Ackerland und 25 bis 30 Morgen Wieſen 6 Pferde und 60 bis 70 Stücke Hornvieh. Dabei hat ſie einen Baumeiſter, 2 bis 3 Pferdeknechte, 3 bis 4 Maͤgde. Das Geſinde hat alle Tage Fleiſch, und Morgens und Abends Speckpfannenkuchen; der Baumeiſter hat 40 Rthlr. Berl. Cours Lohn, ein Fuhrknecht 26 bis 30, ein Arbeitsknecht 23 bis 25, eine Magd 12 bis 15 und 2 Paar Schuhe. Auf dem linken Rheinufer ſind die Wirthſchaften ſchon etwas größer; die Höfe von 80 Holl. Morgen, als die größten, halten 10 bis 12 Pferde, 30 bis 50 Ochſen, 15 bis 20 Kühe, 15 bis 20 Schweine, 100 bis 150 Schafe. Dazu gehören 6 männ⸗ liche und 4 weibliche Dienſtboten, waͤhrend der Erndte 3 bis 5 Tagelöhner. Der Lohn der Knechte iſt zwiſchen 23 bis 25 Berl. Rthlr., der der Mägde zwiſchen 15 und 22. Die Tagelöhner haben während der Erndtezeit 15 Stüber(m. 5 Gr.) nebſt Koſt. Die Klage uber die Zügelloſigkeit des Geſindes, beſonders an Sonn⸗ und Feiertagen, iſt allgemein. Es iſt dann oft weder Tag noch Nacht zu Hauſe. Geld, Geſundheit und Sitten gehen darauf, und die Arbeit wird an dem folgenden Tage ver⸗ nachläſſiget. Dabei ſind Geſinde⸗ und Tagelohn um ein Drittel gegen vormals geſtiegen. Cleviſche Höhe. Auf einem Hofe von 30 bis 36 Holl. Morgen hält man gemeiniglich 4 Pferde, 12 bis 15 Stück Hornvieh, 70 bis 80 Schafe, 4 bis 5 üͤberjährige Schweine, worunter ein oder zwei Zuchtſauen. Die davon fallenden Ferkel werden, wenn ſie ſechs Wochen alt ſind, bis auf 4 bis 5 ver⸗ kauft; dieſe aber für das kuͤnftige Jahr zugezogen und die vor⸗ jaͤhrigen in dieſem Jahre zu 3 bis 400 Pfund gebracht und für das Haus eingeſchlachtet. An Perſonen hat die Wirthſchaft 4 Knechte, einen Schäfer, einen Jungen, 2 Maͤgde, wenn die Wirthin mit angreift, ſonſt 3. 2 35 An Lohn haben die Knechte 27 bis 30 Berl. Rthl., der Schäfer 11 bis 12 Rthlr. und kann 20 Schafe ausfüttern, der Junge 11 bis 12 Rthl., eine Magd 11 bis 15 Rthl. Die Be⸗ köſtigung kann unter 36 Rthl. pro Kopf nicht gereicht werden; denn das Geſinde wird gut gehalten, erhält fünfmal in der Woche Fleiſch, und Freitags und Sonnabends Faſtenſpeiſe. Das Getränke iſt Bier. Nur bei der Heu⸗ und Getreide⸗Erndte werden Taglöhner gebraucht, 4 bis 5 auf drei oder vier Tage. Der Taglohn zu der Erndtezeit iſt 6 ggr. nebſt Koſt. 1815 war er wegen Aus⸗ ziehung der Landwehr 10 ggr. Mörs. In der Rheingegend hat ein Hof von 150 Cöll⸗ niſchen Morgen Ackerland und 50 Morgen Wieſen gewöhnlich 6 Pferde, 12 Kühe, 12 Rinder, eben ſo viele Kälber und 10 Schweine; 6 männliche und 3 weibliche Dienſtboten und 3 Tag⸗ löhner, und ein Hof von 50 Morgen Ackerland und 10 Morgen Wieſen hat 4 Kühe, 4 Rinder, 4 Kälber, 2 Pferde und ein Paar Schweine; 2 männliche und 2 weibliche Dienſtboten und einen Taglöhner. Der Lohn des Großknechts iſt 38 Berliner Rthlr., der übrigen Knechte 27 bis 30 Rthlr., eine Magd hat 15 Rthlr.; die Koſt per Kopf ſchlägt man hier an auf 56 Rthlr. Berliner Cours. Man rechnet in der Umgegend von Mörs auf jede 25 Mor⸗ gen ein Pferd und 2 bis 3 Kühe. Im Ganzen iſt der Bauer hier, ſo wie im Cleviſchen, noch ungebildet. Auf der Höhe findet man nur wenige, die leſen und ſchreiben können. Beides können ſie aber durchgängig am Rhein. Mißtrauen und Eigennutz, erſteres der eigenthüm⸗ liche Charakterzug aller Bauern und letzteres der meiſten Menſchenkinder, ſind auch hier zu Hauſe. Der Rheinländer iſt mäßig, der Hochländer aber zum Trunke geneigt. Im Ganzen iſt die Landescultur hier weiter vorgerückt, als im benachbarten Münſterſchen und ſelbſt als im Bergiſchen. Geldern. Auf den größeren Höfen von 70 bis 80 Cöll⸗ niſchen Morgen hält man 5 Pferde, 18 bis 20 Stück Hornvieh, S Schweine, 5 mannliche, 3 weibliche Dienſtboten, einen Jungen, 4 Taglöhner auf 5 Wochen. Auf den mittlern von 50 Morgen s hferde, wotliche 6 Wochen. und deren 1 Pferd Banuern, Pferd, ve dient. Zu⸗ de zur M kauft. De Kem unterhäͤlt triebe gel rechnet do ſchaft von größten he Hof, wo hoch, wor Eie entzie Jahre un Alter fäll zur Laſt, theil gerei zuſehen, andern O heeren ge Menſchen es z. B., ſpännen u die Geide Der! tiner Ma weimal F Die A ſempen iſ da den 1u den auſten ohl., ur ttern, de 1 2t werden, ſc ral in der tisteiſe. das e nstaglöhner Du aglohn za du gen Aus⸗ K ‿e 150 Cöl⸗ 3 ee szewöhnlich -nr und 10 ot a und 3 Tag⸗ u 6) Morgen T rp und ein D ümoten und iſ e Verlinet unm Ragd hat hun an auf ö au i p 5 Mor⸗ e imtäleviſchen, Vr arige, de aurchgäͤngig à* ciigenthüm⸗ eat aer meiſten er GMarländer iſt ig m Ganzen 31 nnachbarten 08 80 Cöli⸗ Gun Hornoieh, en ig en Jungen, 1 050 Morgen — 21— 3 Pferde, 12 Stück Hornvieh, 4 bis 5 Schweine, 3 maͤnnliche, 2 weibliche Dienſtboten, einen Jungen und 2 Taglöͤhner auf 6 Wochen. Die kleinen Wirthſchaften von 20 bis 30 Morgen, und deren giebt es hier zu Lande die meiſten, haben oft nur 1 Pferd und 4 bis 8 Kühe, ohne die Zuzucht. Aber auch Bauern, die nicht mehr als 15 Morgen bauen, halten ein Pferd, welches dann nebenbei bei den Nachbarn ſein Brod ver⸗ dient. Zuchtſchweine findet man hier zu Lande äußerſt wenig; die zur Maſt erforderlichen Schweine werden alljaͤhrlich zuge— kauft. Das Geſinde erhält alle Tage Fleiſch. Kempen. Eine Wirthſchaft von 30 Cöllniſchen Morgen unterhaͤlt 1 Pferd, 5 bis 6 Kuhe, 2 Schlachtſchweine; zum Be⸗ triebe gehören 2 männliche, 2 weibliche Dienſtboten. Man rechnet doch lieber nur 25 Morgen auf ein Pferd. Eine Wirth⸗ ſchaft von 60 Morgen gehört ſchon unter die großen. Die größten haben 3 bis 4 Pferde. Ich kenne nur einen einzigen Hof, wo ihrer 6 vorkommen. Der Geſindelohn iſt hier ſehr hoch, worauf die Seidenband⸗Fabriken großen Einfluß haben.“ Sie entziehen dem Ackerbau die Arbeiter in der Blüthe ihrer Jahre und geben ſie ihm alt und abgenützt wieder zurück. Ihr Alter fällt dann der Gemeinde, das iſt dem Grund und Boden, zur Laſt, nachdem ihr Leben den Fabrikherren allein zum Vor⸗ theil gereicht hat. Ich bitte hier nebenbei auf dasjenige zurück— zuſehen, was ich bei der Beſchreibung von Ravensberg und an andern Orten über das Fabrikweſen der eigentlichen Fabrik⸗ herren geſagt habe. Ohne ſie würden in England nicht vier Menſchen den fünften zu ernähren haben. Wie viel beſſer wäre es z. B., die Landbewohner in den Umgebungen von Crevelt ſpännen und webten ihre eigenen Erzeugniſſe und für ſich, als die Seide für die Fabrikanten von Crevelt! Der Lohn eines Knechts iſt 30 bis 45 Berl. Rthlr., der einer Magd 23 bis 30 Rthl. Das Geſinde erhält hier täglich zweimal Fleiſch. Die An⸗ und Abzugszeit des Geſindes in dem Kreiſe von Kempen iſt ſehr verſchieden. Hier fäͤllt ſie den 10ten October, da den 11ten November, anderswo den 2ten Februar, weiter den 22ſten Februar. Dabei iſt durch den Gebrauch beſtimmt, daß das eintretende Geſinde erſt 8, ja 14 Tage nach dem auswandernden anlangt; dadurch bleibt dann eine Lücke in der Wirthſchaft und bei der Arbeit. Aus der angeführten An⸗ und Abzugszeit ergeben ſich manche Nachtheile: a) Bleibt jeder Wirthſchafter in der Wahl ſeines Geſindes auf einen kleinen Raum beſchränkt, indem er nur daher einen Dienſtboten beziehen kann, wo gleiche Anzugszeit ſtatt hat, weil ſonſt die Arbeit unterbrochen werden würde. b) Trifft der Zeitpunkt vom 10ten October und 11ten No⸗ vember in eine Epoche, wo ſich die Arbeit nicht 8 Tage verſchie⸗ ben läßt. Fällt dann dem Eintreter ein, noch einige Tage ſeinem Ausbleiben zuzuſetzen, wer kann's ihm wehren? Einen andern an ſeine Stelle zu dingen, iſt zu ſpät, und darauf ver⸗ läßt ſich das neue Geſinde. c) Iſt hier der läſtige Gebrauch, daß der Wirthſchafter das Geſinde fragen muß, ob es bei ihm bleiben will oder nicht? Das Miethen dauert daher das ganze Jahr hindurch, ſo daß man, wenn kaum das Geſinde eingetreten iſt, ſchon wieder auf neues fuͤr das kuͤnftige Jahr denken muß, welches beſonders bei dem Eintritte im Herbſte noch die nachtheilige Folge hat, daß man dann das Geſinde in Hinſicht ſeiner Arbeitsfähigkeit noch nicht beurtheilen kann und erſt nachher, gerade in dem wichtigſten Zeitpunkte der Arbeit findet, daß man nur unge⸗ ſchickte und unwillige Leute auf länger gedungen hat. VII. Dung und Dungltätte. Das Streumaterial in den Niederungen iſt Stroh. Einige bringen den Dung alle Tage weg, andere alle 8 bis 14 Tage, oder 3 Wochen. Fehlt es an Streumaterial, ſo wird der Stall nach holländiſcher Art zweimal im Tage ausgemiſtet. Die Zeit des Ausmiſtens haͤngt meiſtens von der Beſchaffenheit der Ställe ab. Dieſe haben allgemein den Fehler, daß der Stand der Kühe nicht tief genug, oder vielmehr ſo kurz iſt, daß ſo eben ein Menſch hinter dem Viehe durch kann. Daher dann die Kuh oft an einen andern Ort gelaſſen werden muß, wenn ſie kalben ſoll. Ein unverzeihlicher Fehler in der Bauart eines Stalles! ſhön dng Nach ihn in de ſouders d theils hit beſteht i hat, daß wenn es und mit D ſogleich er in ke fährt ihn und Ger und Oet miſtes de Von Zum G ſih Me leicht ett den M wieder g heizuhole wird er alle Ja⸗ Man bi Haufen. alsdann brennen und wie Rheinbon wird in daug iſt Gründen gewandt; ſteht bl Snuh dem c in der An⸗ und n Geſindes n Suher einen t mni hat, vel vrgnlten No⸗ 8 10 verſchie⸗ d nge Nage a? Einen er W thhſchafter ua Nyer nicht? in urm, ſo daß ahf n wieder * sdbeſonders eil Slolge hat, Nidsfähigkeit Gon in dem m mur unge⸗ n o o.(inige 7 14 Tage, ſo F det Stall 1 8 Die heit 3eauheit der JTder Skand 4t, daß ſo m T iher dann 1dr uß, wenn ³ Wlart eines Sarauf ver⸗ Stalles! Es iſt nicht zu begreifen, daß man ihn ſelbſt in neuen, ſchön eingerichteten Ställen nicht zu vermeiden geſucht hat. Nachläſſige Wirthe laſſen den Ahl fließen, beſſere fangen ihn in der Miſtſtätte auf, einige wenige ſammeln ihn in be— ſonders dazu erbauten Ziſternen. Die Dungſtätte wird größten⸗ theils hinter dem nördlichen Theile des Stalles angebracht. Sie beſteht in einer Vertiefung, welche, wie überall, den Fehler hat, daß ſich auch das Waſſer der Dächer hineinzieht, welches, wenn es im Ueberfluſſe kommt, die beſten Dungtheile auswäſcht und mit ſich fortführt. Die beſſern Landwirthe laſſen den Miſt auf dem Hofe ſogleich breiten und durch Pferde und Kühe feſttreten, damit er in keine zu ſtarke Gaͤhrung oder Erhitzung gerathe. Man fährt ihn dreimal im Jahre aus. Im Frühjahre zu Bohnen und Gerſte, um Johanni auf die reine Brache, im September und October zu dem Wintergetreide. Die Wirkung des Stall⸗ miſtes dauert 3 bis 4 Jahre. Von andern Düngmitteln wird wenig Gebrauch gemacht. Zum Grünplaggen hauen iſt der Boden zu koſtbar. Wo ſich Mergel findet, wird er benutzt, an einigen Orten viel⸗ leicht etwas zu häufig. Felder, welche nach hieſigem Ausdrucke den Mergel gewohnt ſind, wollen alle 10 bis 12 Jahre wieder gemergelt ſeyn. Kalk iſt in den Rheingegenden zu weit beizuholen, als daß man ſich damit abgeben könnte. Dagegen wird er im Kempener Lande auf magerem ſandigem Lehm, der alle Jahre gedüngt werden muß, mit Vortheil angewandt. Man bringt den Kalk mit dazwiſchen geſchichteter Erde in einen Haufen. Nach einigen Tagen fängt dieſer an aufzuſchwellen, alsdann muß er umgeſetzt werden, weil ſonſt die Maſſe zu ſtark brennen und dadurch klotzig werden würde. Mit Gyps iſt hin und wieder der Verſuch gemacht worden. Auf dem eigentlichen Rheinboden wirkt er wenig, mehr auf dem Hochlande. Aſche wird in den Rheingegenden, wo der Boden warm und locker genug iſt, nicht gebraucht, aber mit Nutzen auf den kalten Gründen in einer Entfernung von einer Meile vom Rheine an⸗ gewandt; er iſt beſonders gut für Klee und Flachs. Jauche ſteht bloß denen zu Dienſte, welche Branntwein brennen, und — 24— man ſieht ihren Feldern die Heilkraft jenes Göttertrankes wohl an. Man kann die kleinen Brennereien nicht genug favoriſiren. Ohne ſie wäre die Pfalz noch ein großes zweijähriges Brachfeld. Den Franzoſen, denen es mehr um das Wohl ihrer droits reunis, als um das Wohl des Ackerbaues zu thun war, ſuchten die großen Brennereien aufzubringen und die kleinen zu zerſtö⸗ ren. Den Moder läßt man im Lande von Kempen ein Jahr liegen, ſetzt ihn mit einem Sechstel Miſt in Haufen, begießt ihn mit Jauche, ſticht ihn um und bringt ihn vorzugsweiſe auf den Weitzen. In dieſem kleinen induſtrievollen Lande, wo die Stallfütterung heimiſch iſt, wird der Dung alle Wochen, oder auch alle 3 bis 4 aus dem Stalle gebracht, dabei hat jeder Hof ſeinen Jauchebehälter. Das Schnellunterpflügen des Dungs iſt allgemein, und man haͤlt ſolches für das beſte. Man bringt in der Niederung 50—60 zweiſpännige Fuder auf den Holl. Morgen und wieder⸗ holt ſolches, nach Beſchaffenheit des Bodens und der Mittel, alle 4, 5, 6, 7 Jahre. Die Rede iſt von gutem Rindviehdung; jeder andere animaliſche, mineraliſche oder vegetabiliſche Dung hält ſo lange nicht. In dem Fürſtenthume Mörs fährt man alle 4 Jahre 12 bis 15 zweiſpännige Fuder auf einen Cöllni⸗ ſchen Morgen gutes Land, und alle 3 Jahre 8 ſolche Fuder auf den Sandboden. Dieſer erhält alſo in 12 Jahren 32 und jener in derſelben Zeit 36 bis 45 Fuder: jener alſo im Durch⸗ ſchnitt s Fuder mehr. Die Sache iſt auffallend. Man hält den Kuh⸗ und Schafmiſt für alle Gewäͤchſe und alle Ländereien am zuträglichſten. Der Pferdemiſt wird nur auf ſchwerem thonigtem Boden unvermiſcht gebraucht, auf leichtem Boden würde er alles verbrennen. Man miſcht ihn daher gewöhnlich mit Kuh⸗ und Schweinemiſt. Für ſteifen tho⸗ nigen Boden zieht man den Miſt vor, ſo wie er aus dem Stalle kommt, auf milderem Boden liebt man den bis zu einem gewiſſen Grade von Reife gekommenen. Der friſche Miſt iſt im erſten Jahre nicht ſo wirkſam als der vergohrene, hält aber länger im Lande an als dieſer. Die Düngerbehandlung auf der Cleviſchen Höhe hat ihre Eigenheiten, verdient daher eine beſondere Beſchreibung. Der it, wit Zoll dick welche vor genſchicht fortgefah erfordert. gen aber weite eb taglich u geſagt w Plaggen wieder nämliche nachdem erreicht, ausgefah zuſamme nicht ein genmäͤhe keine Ja Tropfen 2‿ — — brachte( um ihn nicht ba ſo wird gänzlich Bei der chen aus Aus Tage her gebracht unter den gegenſtehe tung ein auf der es wohl Vooriſtn. rachfd. aer dhoits A, ſuchten t szu zerſtö⸗ rrein Jahr 19 begießt ldulgsweiſe 9 dde, wo 22 Wochen, asbei hat rind man iiderung an wieder⸗ 2 Mittel „dehdung; lale Dung feart man an Cöllni⸗ blg Fuder 1m und u Durch⸗ asnhſe und ird nur wit, auf u ſcht ihn fen tho⸗ us dem au einem t iſt in ält aber at ihre 2 Der vertiefte Kuhſtall wird, wenn der Miſt rein heraus iſt, mit einer Lage von trockenen Plaggen oder Erde S bis 10 Zoll dick belegt und darüber mit Stroh eingeſtreut. Die Jauche, welche von dem Stroh nicht aufgefaßt wird, zieht in die Plag⸗ genſchichte. Mit dem Stroheinſtreuen wird täglich und ſo lange fortgefahren, bis dahin die Höhe des Miſtes ſeine Wegſchaffung erfordert. Der Strohmiſt wird dann herausgebracht, die Plag⸗ gen aber bleiben liegen. Man bringt nun auf dieſe letzten eine zweite eben ſo ſtarke Plaggenſchichte, als die erſte war, ſtreut täglich und bringt den Strohmiſt zu ſeiner Zeit aus, wie ſchon geſagt worden iſt. Nun kommt eine dritte, aber etwas dünnere Plaggenſchichte uͤber die vorhergehenden; darauf wird in allem wieder eben ſo, wie die beiden erſten Male verfahren. Die nämlichen Vorrichtungen wiederholen ſich mehr oder weniger, nachdem der Stall tief iſt. Hat das Plaggenlager die Höhe erreicht, daß nicht mehr zugeſetzt werden kann, ſo wird alles ausgefahren, und niemaud wird läugnen, daß ein ſo lange zuſammengetretener, ſo häufig von dem Viehe begoſſener Dung nicht ein ſehr vortrefflicher Dung ſey, der uns mit dem Plag⸗ genmaͤhen ausſöhnen könnte. Die Einrichtung zeigt, daß hier keine Jauche allein aufgefangen zu werden braucht, und kein Tropfen davon verloren geht. Der aus dem Stalle zu verſchiedenen Malen herausge⸗ brachte Strohmiſt wird auf einige Fuß hohe Haufen geſetzt, um ihn etwas in Gaͤhrung kommen zu laſſen. Kann er aber nicht bald auf das Feld kommen, wie im Sommer geſchieht, ſo wird er nicht für ſich allein in Haufen aufgeſetzt, wo er ſich gänzlich verzehren würde, ſondern mit Plaggen unterſchichtet. Bei der angegebenen Art wird der Kuhſtall alle 3 bis 4 Wo⸗ chen ausgemiſtet, d. h. der Strohdung oben abgenommen. Aus den Pferdeſtällen wird der Dung früheſtens alle acht Tage herausgebracht. Der Pferdedung, der alltäglich heraus⸗ gebracht wird, taugt nicht viel und bringt wenig bei. Der unter dem Pferde liegende Dung trägt nach Lobbes, nicht ent⸗ gegenſtehend der Meinung der Herren Cavalleriſten, zur Erhal⸗ tung eines geſunden Hufes viel bei. Dabei bemerke ich, daß auf der Cleviſchen Höhe den Pferden nur bei Froſt Stroh —-— 26— eingeſtreut wird. Der davon kommende Miſt wird mit dem Kuhmiſt untereinander geſetzt, wodurch, ſagt Lobbes, beider Eigenſchaften, wie ich aus Erfahrung weiß, ſehr verbeſſert wer⸗ den. Die übrige Zeit des Jahres, welche wohl 8 bis 9 Monate währen kann, ſtreut man dem Pferde nur Sand oder loſe ſan⸗ dige Erde. Dieſer Dung wird dann, ſo wie der der Schweine, in den Schafſtall gebracht, doch ſo, daß beide jedesmal mit Heide⸗ plaggen(Grünplaggen werden nach dem Ausdrucke des biedern Lobbes nur von Barbaren gehauen) gedeckt werden. Die Heide⸗ plaggen haͤlt er überhaupt in den Schafſtällen für unentbehrlich Dieſe werden bei ihm vier- bis fünfmal im Jahre ausgeleert, im Herbſte zur Winterſaat, im Frühjahre zu Brachfrüchten, und noch 2 bis 3 Mal vom Mai zum October. Da der Dung zu dieſer Zeit keinen Raum auf dem Felde findet, ſo wird er mit dem früher beſchriebenen, aus dem Kuhſtalle kommenden fetten Plaggendung, nicht dem Strohdung, in Haufen geſetzt. Durch die darin entſtehende Gährung werden die noch nicht ganz verweſten Plaggen gänzlich zerſetzt, und das Ganze bildet einen unübertrefflichen Streumiſt(topdressing). Man nimmt 50 bis 60 einſpännige Fuder auf den Holl. Morgen. Zu dem Ende wird das Land vorher ein Paarmal wohl gepflügt und gewalzt, gedachter Miſt darauf geſtreut, der Roggen darüber hingeſaͤet und beides zuſammen in 4 Zoll tiefen, aber ſchmalen Furchen untergepflügt. Von dem mit Plagen außer dem Stalle zuſammengeſetzten Kuh⸗Stroh⸗Miſte, wovon früher die Rede geweſen, werden 150 gute einſpännige Fuder auf den Morgen erfordert, und will man einen rechten Ertrag davon haben, ſo muß man mit dem ſo eben beſchriebenen Streumiſte noch etwas zu Hülfe kommen. Nur in einem dunggierigen Lande weiß man den Werth des Dungs gehörig zu würdigen und legt ſich mit Einſicht auf ſeine Behandlung.„Ich bin, ſchreibt mir Lobbes, mit CTſchiffeli und den Brabäntern überzeugt, daß die Ausdünſtung der Thiere zur Verbeſſerung des Dungs viel beitrage. Bei dem Hürden⸗ ſchlag iſt oft eine halbe Nacht zureichend, das Land für eine Tracht Früchte fruchtbar zu machen, welches ſchon durch das tloße La nichts de warum Erdſchich Bei ſche Dut Höhebod gebreche. belobte cben ſo immer gicht er Oe gend ve Stunde mergel, ſaat au ſeinem geltende Mitt iſ Lol gleich d genſtän bei wei drucke, 6 Nachb ſett de Gießka Aſche und wi nun all ſöſten. Haufen Aſchenſ bis da weis t mit dem 2s, beider eſſert wer⸗ i9 Monate ¹ loſe ſan⸗ *, in den it Heide⸗ 1 biedern je Heide⸗ atbehrlich usgeleert, Shfrüͤchten, Syer Dung wird er A nmenden u geſetzt. och nicht Ee bildet u nimmt 1 Zu dem zrigt und 2darüber rochmalen A 1Stalle aie Rede Morgen ben, ſo r1) etwas 8 Werth nächt auf ziſchiffli zr Thiere rHürden⸗ Gür eine üech das bloße Lagern bewirkt wird, wenn ſie gleich an Exkrementen nichts darauf zurückgelaſſen haben. Dieſes iſt dann die Urſache, warum ich auch den Schweine⸗ und Pferdedung unter einer Erdſchicht in den Schafſtall bringen laſſe.“ Bei aller Mühe und Räͤthlichkeit reicht indeſſen der thieri⸗ ſche Dung allein nicht zu. Es ſcheint, daß es dem Cleviſchen Höheboden nicht allein an Kraft, ſondern auch an Thätigkeit gebreche.»„Ohne Mergel oder Kalk und Aſche, ſagt der mehr belobte Landwirth, würde bei uns kein Klee und nach dieſem eben ſo wenig Weitzen wachſen wollen. So theuer uns alſo immer jene Ingredienzien kommen, ſo können wir ihrer doch nicht entbehren.“ Den Mergel beziehen die braven Cleveländer aus der Ge⸗ gend von Maſtricht, alſo aus einer Entfernung von 30 bis 40 Stunden, jedoch großen Theils zu Waſſer. Es iſt ein Kalk⸗ mergel, der im Frühjahre, des Klees wegen, bei der Gerſten⸗ ſaat ausgeſtreut wird. Dabei bricht man aber dem Felde an ſeinem gewöhnlichen Dungquantum nichts ab; denn das hier geltende Sprichwort hat Gold im Munde. Es heißt: Ohne Miſt iſt das Geld für den Mergel verquiſt. Lobbes giebt dem Kalk mit Aſche den Vorzug; denn ob⸗ gleich die Wirkung des Mergels 8 bis 10, die der letztern Ge⸗ genſtände nur 4 Jahre anhäͤlt: ſo erfordern dieſe bei ihm doch bei weitem ſo viele Koſten nicht und ſind, nach ſeinem Aus⸗ drucke, im Hervortreiben beſſer, als es der Mergel iſt. Seine Weiſe, Kalk und Aſche zu bereiten, auch die ſeiner Nachbarn, zumal in der Colonie Pfalzdorf, iſt folgende: Man ſetzt den Kalk in einen Haufen, beſprengt ihn vermittelſt einer Gießkanne mit etwas Waſſer und deckt ihn mit einer Schichte Aſche ringsumher zu. Nach einigen Tagen bläht der Kalk auf und wird mit Stellen zwiſchen der Aſche ſichtbar. Man ſticht nun alles untereinander, beſprengt die noch nicht ganz aufge⸗ löſten Kalkſteine von neuem mit Waſſer, fertiget einen neuen Haufen von dem Ganzen an und bekleidet ihn wieder mit einer Aſchenſchichte. Die Sache wird noch einige Mal viederholt, bis dahin aller Kalk zerfallen iſt. Nun wird die Maſſe ſchicht⸗ weis mit Tauben⸗, Hühner⸗, kurzen Pferdedung und dergleichen — 28— in einen großen Haufen geſetzt, welcher in wenigen Tagen in eine ſtarke Hitze geräth, welche man nicht ſtören darf. Nach 14 Tagen, wo dieſe Hitze großen Theils vorüber iſt, iſt es Zeit, den Dung zu gebrauchen. Man bedient ſich dieſes Dungmittels zur Sommergerſte, zu welcher vorher mit langem Miſte gedüngt worden iſt, dann nämlich wenn Klee darunter geſaͤet werden ſoll, indem, wie früher geſagt, der Klee hier nicht ohne Kalk, Aſche oder Mergel kommt. Daß dieſer Compoſt nur bloß untergeeggt wird, läßt ſich denken. Man verwendet ihn auch auf den Buchweitzen, welcher außerordentlich darnach geräth. Im Herbſte angewendet, wirkt er ſehr wohlthätig auf den Roggen, welches letztere auch die Seifenſiederaſche thut; die Wirkung davon aͤußert ſich 2, höchſtens 3 Jahre lang im Boden. Von der Kraft dieſes Dung⸗ mittels ſagt Lobbes: Bei einem zweiten Verſuche von 1784 zog ich von 18 Scheffeln Gerſtenausſaat 448 Scheffel Körner, alſo beinahe 25 für eins. Daß es ſich eine Reihe von Jahren durch bewährt erwieſen habe, beweiſt ſich daraus, daß Lobbes ſich deſſelben noch im Jahre 1816 bediente und mir es mündlich und ſchriftlich anempfahl. Lobbes fordert zwar in ſeiner Abhandlung 30 Centner Kalk und noch etwas mehr Aſche zur Ausdüngung eines Holl. Mor⸗ gens, ich glaube aber, daß es ſo viel nicht ſeyn darf, wie wir bei dem Klee ſehen werden. Die Aſche, wovon hier die Rede iſt, iſt wahrſcheinlich Torfaſche und ausgelaugte Holzaſche, viel⸗ leicht zum Theil auch Steinkohlenaſche. Ueber die Anwendung der verſchiedenen Düngungen ſagt Lobbes folgendes: a) Der reine Kuhſtrohmiſt wird nur zu der Sommergerſte verwendet. b) Iſt er aber, wie fruͤher gedacht, mit Erde aus Graͤben von ſchmalen Feldwegen oder andern Orten, welche nicht behütet werden können, in Haufen zuſammengeſetzt worden; ſo kann er ſowohl zur Winter⸗ als Sommerſaat und auf jedem Boden gebraucht werden. c) Der Pferdedünger iſt vortrefflich auf ſchwerem lehmigem Boden. d) 2 ſhwer o Erhihen gewühnli e)? welcher, Erde in zuſamme Der und Ro gebracht Morge Der Dl Roggen Karren von c. Gd vortreffl Weihen 150, ve „d. Eleviſche lungen: Hüte, i Trödel vnd ge könnte; chapeal ließen( chen), dienzien einen gt und wer Aas der und au ausgem - Kagen in — rf. Nach t ſt, iſt es d atgerſte, zu raſſ, dann Ur hem, wie hi r Mergel g ut d, läßt n aThweitzen, ſt M ewendet, 56 tere auch Kut ſich 2, ſt uns Dung⸗ nt l?S: zog Lurber, alſo eAen durch Sbes ſich rmulich und 2 Eatber Kalk 8 u. Mor⸗ da frie wir hi!t zie Rede do ſme, viel⸗ utegen ſagt miergerſte de uan Gräben Heſes behütet en ar kann er a Boden ehmigem 29— d) Der Schafdung dient allenthalben, der Boden mag ſchwer oder leicht ſeyn. Iſt er aber mit Pferdedung bis zum Erhitzen zuſammengeſetzt worden, ſo muß er etwas dünner als gewöhnlich geſtreut werden. e) Noch dünner als letzterer iſt der Compoſt zu ſtreuen, welcher aus menſchlichen Exkrementen, die vorhin mit ſandiger Erde in den Abtritten vermengt worden, Pferde⸗ und Schafdung zuſammengeſetzt worden. Der Dung a. kann aber eben ſo gut zu Hafer, Weitzen und Roggen verwendet werden, wenn ſelbe nicht in Kleeſtoppel gebracht werden. Zur vollkommenen Ausdüngung eines Holl. Morgens gehören 75 Karren von 1000 bis 1500 Pfd. Schwere. Der Dung b. hält zwei Jahre im Lande, iſt deshalb nur zu Roggen, Hafer und Buchweitzen anzurathen. Es werden 200 Karren davon auf einen Holl. Morgen erfordert. Die Wirkung von c. d. e. iſt eigentlich nur von einem Jahre, aber groß und vortrefflich. Alle Getreidearten, mit Ausnahme von Gerſte und Weitzen, werden darin geſäet. Von c. und d. braucht man 150, von e. 120 Karren auf einen gedachten Morgen. „Der beſte Dung, ſagt endlich unſer alte Veteran in der Cleviſchen Landwirthſchaft, beſteht, trotz aller gelehrten Abhand⸗ lungen über Düngeſalze, Hornſpäne, wollene Lappen und alte Hüte, in den Auswürfen der Thiere; und wenn man auch alle Trödel in Schnipſel ſchneiden, von allen Thieren, die Hörner und geſpaltene Klauen haben, die Hörner und Späne raſpeln könnte; wenn die Millionen männlicher Köpfe unſerer Staaten chapeau⸗bas gingen und ihre Hüte zur Düngung einmachen ließen(vom Düngeſalz lohnt es wohl nicht der Mühe, zu ſpre⸗ chen), wie viel Holl. Morgen würden wohl mit dieſen Ingre⸗ dienzien gedüngt werden können? Wir müſſen deshalb auf einen guten, der Morgenzahl angemeſſenen, Viehſtand halten, und wenn dieſer Dünger machen ſoll, ihm zu freſſen ſchaffen. Aus der Vermehrung der Futterkräuter wird die des Dunges und aus dieſer die Vermehrung des Ertrags unſerer Felder ausgemacht folgen.“ — 80— VIII. Geſpann, Geſpannarbeit, Werkzeuge. In dem Cleviſchen iſt der unbewegliche Streichbrettspflug im Gebrauch. Das G(treichbrett ſitzt unmittelbar auf dem Schaar, wie im Paderbornſchen, hat alſo auch denſelben Fehler, daß es Grund mit ſich ſchleift. In dem Geldriſchen, dem Lande Kempen und dem Fürſtenthume Mörs, das Rheinufer dieſes letztern ausgenommen, findet ſich der ſogenannte Hundspflug mit beweglichem Streichbrette. Sein Gebrauch fängt etwas oberhalb Koblenz an und dehnt ſich über die Flaͤchen dieſſeits und jenſeits des Rheins bis zu der Cleviſchen Grenze aus. Die ſchöne Pflugarbeit, die man im Herzogthum IUlich findet, rührt von ihm. Da ich dieſes, zwar nicht auf Sand noch Thon, aber wohl auf mildem Lehmboden äußerſt paſſenden Werkzeuges in meiner Beſchreibung des Herzogthums Jülich gedenken werde, ſo enthalte ich mich hier daruͤber etwas zu ſagen. Man bedient ſich allgemein der Pferde zur Arbeit. Nur bei den Kleinbauern oder Köttern, wiewohl nicht am Rheine, findet man Ochſen. Dieſe letztern ziehen und ſchieben zwar mit dem Kopfe, werden aber nicht zuſammen gejocht. Sie tragen vor der Stirne ein ausgepolſtertes Brett, an welchem die Stränge oder Zugketten befeſtigt ſind. Einzeln in dem Karren müſſen ſie mit einem Tragſattel verſehen ſeyn. Dieſe Anſpan⸗ nungsart findet ſich auch im Cöllniſchen und Jülichſchen. An andern Orten ziehen die Ochſen im Kummet wie die Pferde. Kühe werden nie angeſpannt. Man pflügt in der Niederung mit 2 bis 3, auf der Höhe mit 1 bis 2 Pferden. Die Kötter thun es mit einem Ochſen. An dem Rheine, wo der Unter⸗ grund es durchgehends verträgt, pflügt man 6 bis 12 Zoll tief, auf der Höhe 2, 4 bis 8 Zoll. Es wird nicht mehr als ein Mann bei jedem Pfluge angeſtellt. Je nachdem das Land ſchwerer oder leichter iſt, tiefer oder flacher gepflügt wird, fertigt man 300 oder 400 Ruthen in einem Tage ab, auch wohl nur 200. Mit einem Pferde werden 2 ½ bis 3 Holl. Morgen gut geeggt. Ungeachtet der außerordentlichen Anzahl der Dungerde⸗, Heide⸗ Plaggen⸗, Kalk⸗ und Mergel⸗Fuhren, deren man auf der Höhe bedarf, n Holl. ode Pferde i 10 Stund Die Gras, i und Str. der Klee einigenO trockene arbeiten, man es Heu zu Weide, den Wi 4 bis 6 malz mit Pferdefu gemiſchte auf der Ma⸗ braucht, Kriege h⸗ Ni Graſe rungen, gut und es khöri Sommer aus dieſe an Alee hat uns und ſchi Kühe be lge. erettspflug aauf dem AlS'n Fehler, 4 nem Lande heumer dieſes e ndspflug anst etwas 89 dieſſeits 2enus. Die che zet, rührt on, aber Ar SZzeuges in Küan veerde, Mat. Nur dt u Rheine, ie mrwar mit 8 tragen awhem die n ug Karren Dn Anſpan⸗ a i gen. An is ic Pferde. iederung n d e Kötter wt. Unter⸗ s 8 zoll tief, = als ein si s ſchwerer — Ur aur 200. 61e geeggt. ut—⸗, Heide⸗ der Höhe igt man bedarf, wird daſelbſt doch nicht mehr als ein Pferd auf 10 Holl. oder 31 Magdeb. Morgen gerechnet, dagegen müſſen die Pferde in den langen Tagen 12 bis 13, im Frühjahre 9 bis 10 Stunden ſchaffen. Die Pferde werden im Sommer mit Klee, Wicken und Gras, im Herbſte mit Hafer und Heu, im Winter mit Heu und Stroh, auch wohl einer Zugabe von Hafer gehalten. Iſt der Klee noch zu jung, ſo wird Stroh mit untergeſchnitten. An einigen Orten am Rhein werden die Pferde des Nachts auf trockene Weiden gelaſſen, auch wohl im Tage, wenn ſie nicht arbeiten, ſo lange bis Eis und Schnee kommen. Doch hält man es für beſſer, ſie des Nachts aufzuſtallen und ihnen etwas Heu zu reichen. Junge Pferde bleiben Tag und Nacht auf der Weide, oft bis zum halben December. Kommen die Pferde auf den Winter für beſtändig in den Stall, ſo giebt man ihnen 4 bis 6 Wochen über täglich etwas Gerſtenmehl, auch Gerſten⸗ malz mit Haͤckſel untermiſcht. Man häͤlt Kleeheu für das beſte Pferdefutter im Herbſte, nicht aber im Frühjahre. Ueber ein gemiſchtes Futter von Möhren und Hafer ſoll kein Pferdefutter auf der Welt gehen. Und damit bin ich wahrhaft einverſtanden. Man erzieht im Ganzen ſo viele Pferde, als man im Lande braucht, aber wenig mehr. Die Pferdezucht iſt durch die leidigen Kriege hier ſehr heruntergekommen. IX. Hornvieh. Niederungen. Wo eine ſolche Quantität von gutem Graſe wächſt, als in den Cleviſchen und angrenzenden Niede⸗ rungen, dem Rhein entlang, und der Ackerboden an ſich ſelbſt gut und fett iſt, daher nur wenig Duͤnger bedarf, da würde es thoricht ſeyn, auf ganze Stallfütterung zu denken.„Die Sommer⸗Stallfütterung, ſagen einige meiner Correſpondenten aus dieſer Gegend, iſt bei uns ſehr möglich, da es uns weder an Klee noch andern Futterkräutern fehlt; allein die Erfahrung hat uns gelehrt, daß das Vieh auf dem Stalle nicht ſo ſtark und ſchwer als auf den Weiden wird. Wenn 4 oder 5jährige Kühe bei unſern Nachbarn auf der Höhe bei der Stallfütterung — — 32— 4 bis 500 Pfund wiegen: ſo wiegen unſere Weidekühe 6 bis 700 Pfund. Jene koſten mehr und geben nicht ſo viele Milch als die unſrigen ꝛc.“— Alles ſehr wahr für ſolche Weiden wie hier!— Doch ſetzt eben ſo wahr der Prediger Roß hinzu:„die Milchkühe Tag und Nacht in den Wieſen zu laſſen, iſt ein an⸗ deres Extrem, das die Bequemlichkeit und nicht die Oekonomie erfunden hat. Ich halte mein Vieh Nachts auf dem Stalle, laſſe es im Sommer Morgens um 5 Uhr aus, nehme es zur Zeit großer Hitze gegen 10 Uhr zu Hauſe, treibe es um 4 Uhr bis zur Nacht wieder zur Weide. Dadurch gewinne ich Dünger; das Vieh leidet nicht von der Hitze des Tages, noch von der Kälte der Nacht, und die Abwechſelung des Futters vermehrt ſeinen Appetit und ſein Gedeihen.“ Im Winter hält man das Vieh mit Heu, Stroh und Kaff⸗ Nichts Warmes oder Gekochtes wird gereicht. Nur wenige ſtriegeln und reinigen ihr Vieh. Morgens frühe wird Langſtroh vorgeworfen, um 9 Uhr Strohhäckſel mit Kaff oder Heu; ſolches wird mit Waſſer angefeuchtet, in welchem gute Wirthe auch wohl Oelkuchen aufweichen laſſen. Zu Mittag giebts wieder Langſtroh, um 4 Uhr wie um 9 Uhr, am Abend wieder Langſtroh. Das Rheinvieh iſt von einem ſehr ſchönen Schlage, hat kurze Beine, eine ſtarke Bruſt, ein breites Kreuz und breite Rippen, ſtatt daß das von der Höhe hochbeinig, ſchmal und ſpitz iſt. Eine gute Weidekuh giebt täglich 20 Kannen Milch, wovon ein Pfund Butter. Es giebt aber auch Kühe, die nur 15 Kannen, andere, die 1½, ja 2 Pfund Butter geben. Man läßt die Kühe 6—8 Wochen vor dem Kalben verſiegen, auch früher oder ſpäͤter. Der Kötter ſorgt dafür, daß ſchon ſein zweijähriges Rind im Stande ſey, ihm Milch zu geben; der Landwirth aber läßt das ſeinige erſt mit 2, 3 oder gar 4 Jahren zum Stiere. Die Kälber werden allgemein getränkt und wiſſen nichts vom Säu⸗ gen, einen Fall ausgenommen; wenn naͤmlich eine auf der Fettweide befindliche Kuh durch Zufall um Jakobi kalbt, ſo läßt man das Kalb drei Wochen an ihr ſaugen, verkauft es, ſtellt die Mutter trocken und läßt ſie bis zum Winter fett ——— beiden. ¹ abnimmt. Höh auch keins Weihen⸗ Kartoffeln und dieſe werden, a Gerſten⸗! in kleinen terung, die Höhe hen, mö nur dien dem Etal che ſind, hütung be des Mai Abends a⸗ platze ver des Juni ſen iſt. Klee an, Mairüben Laub ſchi dem Spd hat, da rung. 3 Grüne we ſtroh aus Die Monaten 12 bis 15 auf ein D Dabei ſee Milch g Heern La Schwerz, Ai kühe 6 bis viele Milch = Weiden vie Ir hinzu: ‚die [m iſt ein an⸗ 1i„Oekonomie u ſem Stalle aume es zur e 8am 4 Uhr unt Dünger; 2) von der 1 verwehrt und Kaff. Du venige r Langſtroh d Tuuz ſolches te W rthe auch g antts wieder vi an angſtroh⸗ 1benge, hat ern znd breite 30 mal und Hur un Milch, , die nur er e in. Man wrdren, auch do Maiges Rind 1 aber läßt uniere. Die ien vom Cäu⸗ hi e auf der ae kalbt, ſo en rkauft es, uns inter fett — 33— weiden. Man läßt die Milch verdicken, bevor man den Rahm abnimmt. Höhe. Da das Heu hier ſelten iſt, ſo wird den Kühen auch keins gereicht. Ihr Winterfutter beſteht aus Häckſel von Weitzen- und Roggenſtroh, worunter man Kaff, feingeſtoßene Kartoffeln, Rüben, Möhren und Abfall vom Kopfkohl mengt, und dieſes Mengſel mit Waſſer, worin Oelkuchen aufgelöſt werden, anfeuchtet. Solches wird dreimal im Tage gegeben. Gerſten- und Haferſtroh wird ſtatt des Heues täglich zweimal in kleinen Portionen in die Raufen geworfen.„Die Stallfüt⸗ terung, ſagt Lobbes, dem ich überhaupt in dieſem Artikel für die Höhe folge, iſt zwar allenthalben, wo Futterkraͤuter gedei⸗ hen, möglich; aber ſie iſt nicht überall vortheilhaft.“ Es ſind nur die wenigſten Wirthe, welche ihr Vieh ununterbrochen auf dem Stalle halten; die meiſten, beſonders da, wo Gemeinbrü⸗ che ſind, laſſen es heraus, diejenigen, welche eine kleine Gras⸗ hütung bei dem Gute haben, ſetzen ihre Kühe gegen die Mitte des Mai darauf, füttern ſie dabei des Morgens, Mittags und Abends auf dem Stalle. Die, welche mit keinem ſolchen Gras⸗ platze verſehen ſind, ſetzen die Winterfuͤtterung bis zu Anfang des Juni oder ſo lange fort, bis der Klee genug herangewach⸗ ſen iſt. Nun geht das Tütern des Viehes auf dem weißen Klee an, zugleich wird es auf dem Stalle mit rothem Klee und Mairüben, die ſchon im April geſäet worden, und ſehr ins Laub ſchießen, genährt. Im Herbſte folgt das Abtütern auf dem Spörgelfelde. Wo man das Brennmaterial im Ueberfluß hat, da erklärt ſich Lobbes für die gekochte und Brühfütte⸗ rung. Indeſſen iſt dieſes bei ihm nur ſelten der Fall.— Alles Grüne wird ungeſchnitten, alles Trockene, Hafer⸗ und Gerſten⸗ ſtroh ausgenommen, geſchnitten verfüttert. Die Kuhe geben im Durchſchnitte in den erſten 4 bis 5 Monaten, wo ſie gekalbt haben und grünes Futter genießen, 12 bis 15 Maß Milch; in den folgenden Monaten rechnet man auf ein Drittel weniger und bei großer Kälte nur auf die Haͤlfte. Dabei ſtehen ſie 6 bis 8 Wochen trocken. 12 bis 14 Maß Milch geben ein Pfund Butter.— Ob dieſe Berechnung von Herrn Lobbes ganz richtig ſey, daran zweifle ich, denn nach Schwerz, Landwirthſch, 11, 3 =———— ihr lieferte eine Kuh jährlich 230 bis 250 Pfund Butter, und dieſes thut eine Kuh ſelbſt in den Niederungen nicht, wo man doch 20 Maß Milch annimmt, woraus ein Pfund Butter her⸗ vorgeht. Nehmen wir dieſelbe Butterergiebigkeit der Milch auch für die Höhe an, ſo beläuft ſich der jährliche Butterertrag von einer Kuh auf 159 Pfund, und das iſt wohl alles, was ſich von daſiger Viehrace und Futtermaſſe erwarten und fordern läßt. Die Rinder werden im dritten, oft im zweiten Jahre be⸗ gangen. Die Kühe wiegen, wenn ſie fett ſind, 4 bis 560 Pfund, die von 6 bis 700 ſind Ausnahmen. Auf der Höhe wird, bei den Branntweinbrennern ausgenommen, keine gemäſtet. Die Bewohner der Niederungen kaufen das Vieh mager auf, und fetten es auf ihren ſchönen Rheinweiden.— Die Kälber werden getränkt und ſaugen nicht. Zum Mäſten derſelben findet man äußerſt vortheilhaft, bei jedem Tränken, alſo dreimal im Tage, eine Handvoll fein ausgeſiebtes Weitzenmehl der Milch beizu⸗ mengen. In dem Geldriſchen halten die beſten Landwirthe ihr Vieh im Sommer auf dem Stalle. Sie ſind aber wie Ausnahmen von der Regel zu betrachten. Erſtere fangen jetzt mehr und mehr an, nach Art der Brabänter Wirthe auf Sandboden, den Dung beſtändig in dem Stalle zu laſſen; ſie wußten mir nicht genug die Kraft eines ſolchen Dunges zu loben. Ich fand einen Landwirth zu Neukirchen, der ſeinen Stall blos zu dieſem Zwecke hatte vergrößern laſſen. Nur in dem wackern Kempnerlande fand ich die Stallfütte⸗ rung allgemein, wenigſtens für den Vorſommer. Im Nach⸗ ſommer ſucht man die Stoppeln und den Spörgel auf den Fel⸗ dern zu benützen. Wieſen und Weiden ſind hier ſelten und mittelmäßig, daher kein Gras noch Heu für die Kühe abfällt. Auſſer Spörgel im Herbſte und Rüben und Oelkuchen im Win⸗ ter, erhalten die Kühe nichts als Stroh. Hier wird alſo die Brühfütterung nach Art der Brabantiſchen Campine Jahr aus Jahr ein nöthig. Die Leinkuchen müſſen der Suppe die Kraft geben. Es giebt daher Leute, die nur 3 Kühe halten nnd für 20 bis 25 Ahthl. Kuchen kaufen. Ueberhaupt hält man die Lein⸗ 5 kuchen f man hie Fett erz junges! ſenes V wuchs guten G davon ſ Gründe habe, un welche ſie anſäete, ſind viel auch füt Spörgel Wetter Im Wit auf die Heu, ge ſer aufe Sand o wird na das rege würde. dieſe Art Die Weredlun den und eingegan Auc den in d atter, und = wo man Butter her⸗ an der Milch utterertrag alles, was nd fordern 1s Jahre be⸗ 11 860 Pfund, 8G wird, bei ſtet. Die Sl auf, und di der werden indet man Kans im Tage, ² P icch beizu⸗ d ihr Vieh Heuslusnahmen Vonrehr und S anoden, den iß usmir nicht ſand einen bl Szu dieſem 1 Stalffütte⸗ 1.Im Nach⸗ d ihe abfällt. el en im Win⸗ id u rd alſo die adn Jahr aus e die Kraft een und für m die Liin⸗ kuchen für das beſte Milchfutter. Von den Kartoffeln glaubt man hier, daß ſie mehr Milch, die Möhren mehr Fleiſch und Fett erzeugen. Der Abgang an Futter macht, daß man kein junges Vieh anziehet, ſondern die Kälber verkauft und erwach— ſenes Vieh ankauft. X. Schafe und Schweine. Die Schafzucht in dieſen Gegenden verdient kaum den Na⸗ men. Sie iſt beſonders am Rheine auch nie bedeutend geweſen. Die Parzellirung des Bodens iſt daſelbſt zu groß, der Gras⸗ wuchs zu fett, der Boden zu feucht. Auf der Höhe ſind die guten Grasplätze zu ſelten. Beherzigungswerth iſt, was Lobbes davon ſagt:„Seitdem ich bei meinem kleinen Gute alle wüſten Gründe entweder zu Land gemacht oder mit Holz beſtanden habe, und meinen Schafen ſtatt 30 Holl. Morgen Heidegründe, welche ſie dadurch verloren, 4 Holl. Morgen mit weißem Klee anſäete, hat ſich meine Wolle ſehr verbeſſert, und die Lämmer ſind viel anſehnlicher geworden, ſo daß ſich mein kleiner Trupp auch für den Nichtkenner auffallend auszeichnet.“ Auch wird Spörgel zu dem Zwecke geſaet, und die Schafe bei trockenem Wetter am Nachmittage auf einige Stunden darauf gebracht. Im Winter erhalten ſie Roggen⸗ und Erbſenſtroh und gehen auf die Heide, wo welche iſt. Gegen die Lammzeit giebt man Heu, ⸗getrocknete Quecken, Spörgelheu und Rapskuchen in Waſ⸗ ſer aufgelöſt. Man ſtreut, außer bei ſcharfem Froſte, mit Sand oder ſandiger Erde. Selbſt das im Froſte geſtreute Stroh wird nachher ausgeſchüttelt und wieder aufgenommen, weil es das regelmäßige Streuen des Miſtes auf dem Lande verhindern würde. 25 Schafe ſind zureichend, einen Holl. Morgen auf dieſe Art recht fett zu düngen. Die Heerden haben nicht über 100 bis 150 Stück. Die Veredlung iſt angefangen worden, hat wenig Aufnahme gefun⸗ den und iſt durch den Verkauf des Stöhrsdepot wieder ganz eingegangen. Auch über die Schweinezucht bleibt wenig zu ſagen.„Von den in dieſem Jahre gefallenen Ferkeln, ſagt Lobbes, läßt man 3 ⁵ — 36— 1 oder 2 im Winter belegen. Der Eber wird nach vollbrachtem Geſchäfte gelegt, lebt den Sommer durch und wird im Herbſte nebſt den Säuen, die er befruchtet, gemäſtet und geſchlachtet. Die von dieſen im Frühjahre geborenen Jungen werden da, wo man keine Weide dafür hat, mit Milch, Klee, Kohl und Buch⸗ weitzenkaff, welches ſonſt kein Thier frißt, unterhalten. Ein Theil davon wird an kleinere Haushaltungen verkauft, welche ſie noch in demſelben Herbſte mäſten. Mit dem Theile, den man zurückbehaͤlt, wird im Winter verfahren, wie früher ge⸗ ſagt worden. Kein Schwein wird bis ins dritte Jahr gehalten. Man rechnet 20 bis 24 Scheffel Kartoffeln und 2 bis 3 Malter (gleich 240 bis 280 Pfund) Gerſte und Buchweitzen zum Mäſten eines Schweines von 250 bis 300 Pfund. Ich habe es aber ſchon mit wenigerem gethan, ſetzt Lobbes hinzu.“ Die höchſte Schwere, die ſie hier erhalten, iſt von 400 Pfund. XI. Culturgegenſtände und Fruchtkolge. Niederung. Man baut Weitzen, Roggen, Winter⸗ gerſte, Hafer, Sommergerſte und Buchweitzen;— Bohnen, Erb⸗ ſen und Wicken;— Möhren, Kartoffeln, Rüben und etwas Runkeln;— rothen Klee;— Rapsſamen und Tabak; Hanf und Flachs nur zum häuslichen Bedarf. Fruchtfolge zu Gotterswickerhamm: 1) Brache gedüngt, 5) Roggen oder Hafer, 2) Rapsſamen, 6) Klee ungedüngt, oder ge⸗ 3) Weitzen, düngte Pferdebohnen, 4) Wintergerſte, 7) Weitzen, 8) Roggen oder Hafer; oder auch wohl 5) Roggen, 6) Weitzen gedüngt, 7) Roggen oder Hafer. Bearbeitung des Bodens zu dem angegebenen Fruchtwechſel. a) Die Brache wird vier bis fünfmal gepflügt, wovon einmal vor Winter. Am beſten wenn der Dung ſo frühe untergebracht wird, daß er dreimal mit umgepflügt werden kann. ͤͤ— b dann ( broche G und auch folgen auch! Rog⸗ recht ſem ten! gem wine das reine ſta rk gänzl uber hhen man düng ) llbrachtem m Herbſte 'ſchlachtet. an da, wo And Buch⸗ ten. Ein 17 ,welche eile, den züher ge⸗ Agehalten. 213 Malter n Mäͤſten — es aber ie hoͤchſte — le. s Vinter⸗ a nen, Erb⸗ d etwas anf und Der, — oder ge⸗ ohnen, X fer; 1 ffer. * won einmal an tergebracht — b) Zum Weitzen werden die Rapsſtoppeln einmal flach und dann tief gepflügt. c) Die Wintergerſte⸗Stoppeln zweimal zum Roggen umge⸗ brochen, auch dreimal, wenn das Land unrein iſt. d) Der Klee kommt nur auf den mehr magern Feldern, und auch nicht haͤufig vor. Wie ſchon geſagt worden, wird auch kein Dungmittel darauf verwendet, ſo wie auch zu den folgenden zwei Getreide⸗Erndten nicht. Dieſe ſind dann aber auch nicht ſo gut, als die vom Jahre 3 und 5. Beſondere Beobachtungen uüͤber die Folge der Früchte. Wintergerſte gut nach Weitzen, nicht gut nach Raps. Weitzen nach Raps ſo gut als nach Brache, gut nach Roggen, weniger gut nach Hafer, ſchlechter nach Wintergerſte, recht gut nach Buchweitzen, beſonders wenn das Land vor die⸗ ſem ſehr unrein geweſen. Man ſäet überhaupt den Buchwei⸗ tzen blos als Reinigungsmittel, indem ſein Ertrag auf hieſi⸗ gem Boden nicht viel bezeichnet. Man düngt dazu, und je un⸗ reiner der Buchweitzen den Boden antraf, um ſo beſſer gedeiht das auf ihn folgende Getreide. G Nach Sommergerſte kann nichts folgen, als Klee oder reine Sommerbrache. Stoppel⸗Rüben ſchlechte Vorarbeiter fuͤr die folgende Frucht. 4 Unterhalb Weſel hat man ungefähr denſelben Fruchtumlauf, oder auch 1) gedüngte Gerſte, 4) Roggen, 2) Klee, 5) Hafer oder Kartoffeln. 3) Weitzen, Bei Rees und Emmerich iſt der Fruchtumlauf noch etwas ſtärker, als der früher angeführte. Wenn näaͤmlich ein Feld gänzlich von Dungkraft exſchöpft iſt, und das Unkraut darauf überhand nimmt, beides Sachen, die nothwendig aus einer ſol⸗ chen gewaltſamen Fruchtfolge hervorgehen müſſen: ſo nimmt man die Zuflucht zu der reinen Brache, pflügt 5 bis é6mal, duͤngt ſtark und beſtellt das Feld mit Raps. Alſo: 3 1) reine Brache, 2) Raps, 3) Weitzen, 8) Klee, 4) Wintergerſte, 9) Weitzen, und wahrſchein⸗ 5) Roggen, lich 6) Hafer, 10) Roggen und 7) Sommergerſte gedüngt, 11) Hafer. Wenn alſo je die Brache Noth thut, ſo iſt es hier!— Wintert das Getreide durch irgend einen Zufall aus, ſo ſäet man Hülſenfrüchte an die Stelle. Auf dem linken Rheinufer hat man zu Griethauſen: 1) reine Brache, ſtark gedüngt, 5) Roggen etwas gedüngt, 2) Raps, der Sommergerſte, 3) Weitzen, 6) Klee, 4) Wintergerſte, 7) Weitzen, 8) Hafer oder Buchweitzen. Bearbeitung des Bodens zu dieſer Fruchtfolge. a) Man bringt 40 Fuder Dung pr. Holl. Morgen auf die Brache, pflügt 5mal und düngt zu der dritten Pflugart. b) Der Raps wird in der letzten Hälfte des Auguſt geſäet. Schlägt er fehl, ſo ſaͤet man Sommergerſte mit Klee an die Stelle. Dieſer bleibt aber nicht ſtehen, ſondern wird in dem⸗ ſelben Herbſte untergepflügt, und das Feld einfährig mit Wei⸗ tzen beſtellt, welches man ohne Zwiſchenkunft des untergeſaͤeten Klees, wiewohl er den Boden nur ein Paar Monate beſetzt, nicht wagen dürfte. Schlägt daher unglücklicher Weiſe der Klee unter der Gerſte fehl, ſo ſieht man dem Lande noch 3— 4 Jahre darnach die ſchädlichen Folgen an, welche die Gerſte da⸗ rauf zurückläßt. Welcher Beweis gegen die Sommergerſte, und welcher Beweis für den Klee! c) Die Rapsſtoppeln werden zum Weitzen dreimal umge⸗ pflügt. d) Eben ſo oft wird die Weitzenſtoppel zum Roggen ge⸗ brochen. Das Pflügen muß ſo viel wie möglich bei trockenem Wetter geſchehen, ſtatt daß ſolches beim Weitzen auch bei feuch⸗ tem Wetter geſchehen kann. Saatzeit um Michaelis. e) Auf den Klee wird nichts geſtreut. Iſt der Boden ab⸗ getragen, ſo werden nachher die Kleeſtoppeln gedüngt und ein⸗ fährig zu Weitzen gepflügt. Na durchal zerſtör dem( lichern der z großel — 2 —— — —— zelge wird Z ahrſchein⸗ 4 hier!— w, ſo ſaͤet awn: 20 gedungt, 8 Arſte, t hweitzen. aan auf die urt. aſt geſcet. Me an die o in dem⸗ Vitit Wei⸗ rtrgeſäeten or' beſetzt, ſz der Klee rrh 3— 4 erſte da⸗ rſte, und rril umge⸗ = ggen ge⸗ u rrockenem ei feuch⸗ dden ab⸗ und ein⸗ durchaus nicht darnach gedeihen. Der Falle wurzellos, und wenn er bald legt er ſich platt an die Erde und trägt — 39— Nach Wintergerſte folgt allemal Roggen. Weitzen will Weitzen wird in dem zur Reife kommen will, ſo folglich wenig Körner. Zu Wiſſel hat man: 1) reine Brache, geduͤngt mit 4) Roggen, 70 ſtarken einſpaͤnnigen 5) Klee, Fudern pro. Holl. Morgen, 6) We tzen, 2) Raps oder Rübſen, 7) Hafer. 3) Weitzen, Die angegebene Fruchtwechſel werden nicht ſelten durch die Ueberſchwemmungen des Rheins in ihrem Laufe geſtört. Auch lauft manchmal Tabak mit unter, doch gewöhnlich hat man be⸗ ſondere Felder für dieſen, wo er alle Jahre vorkommt. Wenn ſich keine Wintergerſte in dem letzt angeführten Fruchtumlaufe findet; ſo geſchieht es der Sperlinge wegen, welche ſie gaͤnzlich zerſtören würden. Selbſt Weitzen und Buchweitzen ſind hier dem Grimme ihrer Anfälle ausgeſetzt. Es giebt keine ſchaͤd⸗ virthſchaft, als Sperlinge und Juden. lichern Vögel für die Landw Die Fruchtfolge in dem Theile des Fürſtenthums Mörs, der zu den Niederungen gerechnet wird, und hiezu gehöͤrt ein großer Theil des Landes, verhält ſich wie folgt: 1) reine Brache, 4 bis 5 6) Roggen, mal gepflügt, 7) Buchweitzen oder Hafer, 2) Raps, oder 3) Weitzen, 7) Kartoffeln oder Rüben, 4) Klee, einfaͤhrig gepfluͤgt zu 8) Hafer, 5) Weitzen, Eine andere Fruchtfolge: 1) Sommergerſte, gedüngt, 2) Klee, 3) Weitzen oder 3) Hafer, 4) Roggen— 4) Brache, 5) Raps. Nach Hafer folgt allemal gedüngte reine Brache oder Wur⸗ zelgewäͤchſe. Auch dann, wenn kein Raps geſäet werden ſoll, wird doch immer im ſiebenten Jahre rein gebraacht. Nur in — 49— einigen Gemeinden, welche einen weniger fetten, aber guten Mergelboden haben, z. B. Capellen und Klain, hat die Brache nie ſtatt; es ſey denn, daß man Raps ſäen will. Zum Rapſe gehören 15 bis 18 zweiſpännige Fuder Dung auf den Cölln. Morgen. Man düngt durchgehends alle vier Jahre einmal; manchmal aber auch in dem ganzen achtjährigen Umlaufe nur einmal, dann aber muß Klee darin auftreten. Ob Leute in der Welt noch zweifeln dürfen, daß der Klee ein Verbeſſerungs⸗ mittel des Bodens ſey? Der Klee geräth hier beſſer unter dem Sommer⸗ als dem Wintergetreide. Auf meine Frage(welcher Fruchtumlauf der beſte ſey?) antwortete mir ein hieſiger ſehr intelligenter Landwirth, der es aber nicht aus Büchern geworden iſt:„Derjenige, woHalm⸗ und Schotenfrüchte mit einander abwechſeln.“ Er nahm aber das Wort Schotenfrüchte im weitern Verſtande, in⸗ dem er zur Verſtändigung ſeiner Worte folgenden Wechſel an⸗ gab: 1) gedüngte reine Brache, 2) Raps, 3) Weitzen, 4) Klee, 5) Weitzen, 6) gedüngte Erbſen, 7) Weitzen, 8) Buchweitzen, 9) Hafer.—„Weitzen und Hafer, ſetzte er hinzu, wollen hier nicht gut hintereinander gedeihen, und Weitzen nach Winter⸗ gerſte auch nicht.“ Man wird beobachtet haben, daß der be⸗ ſagte Landwirth der Wurzelgewächſe in ſeinem Umlanfe nicht gedacht hat, wahrſcheinlich weil er ſie nicht unter die verbeſſern⸗ den Früchte zählt. Wir gehen zur Höhe über. Man hat daſelbſt, das iſt im Cleviſchen auf den beſten Feldern, 1) Weitzen gedüngt, 7) Hafer, 2) Roggen, 8) Sommergerſte gedüngt, 3) Hafer, 9) Klee, 4) Kopfkohl, Möhren, Kar⸗ 10) Weitzen, toffeln ſtark gedüngt, 11) Roggen, 5) Weitzen, 12) Hafer. 6) Roggen, Auf Feldern von geringerer Güte hat man: 1) Roggen gedüngt, 3) Hafer, 2) Roggen, 4) Weißer Klee, abgetütert, nach de zwar, mit de wo ſie ſolches würdige Darin des La ſche ha ter zu die rei wenn 3 his. gehet, einzelne zur Ru A Vurze (Comp mancht gerſte, ſie imm das He 1 8 ſeyn w alten„ Jaber guten die Brache Zum Rapſe a den Cölln, We einmalz laufe nur — Leute in beſſerungs⸗ anter dem veſte ſey) h, der es oo Haln⸗ Aln.“ Er Sande, in⸗ D chſel an⸗ — 4) Klee, Schweitzen, llen hier — Winter⸗ der be⸗ lunfe nicht erbeſſern⸗ beſten „Lingt, getütert, — 41— 5) Roggen, der immer ſehr als Stroh einſchlägt, gut, ſowohl in Körnern 6) Hafer. Ob in beiden Umläufen nicht vor dem erſten Jahre, alſo nach dem Hafer, Brache vorkomme, weiß ich nicht. Ich weiß zwar, daß die Annahme einer Brache auf der Cleviſchen Höhe mit der Abhandlung des Herrn Lobbes im Widerſpruch ſteht, wo ſie ſagt:„Wir kennen keine reine Brache.“ Allein ſolches geht nicht aus den Antworten hervor, welche mir dieſer würdige Mann ein Jahr vor ſeinem Tode ſchriftlich ertheilte. Darin ſagt er:„Einzelne Ackerſtücke werden nach Gutbeſinden des Landwirths geſommerfahrt.“— Dann wieder:„Reine Drei⸗ ſche haben wir hier nicht, wenn nicht etwa die Sommerfahre darun⸗ ter zu verſtehen iſt.“ Daß er ſelbſt aber unter Sommerfahre die reine Brache verſtehe, drückt er an einer andern Stelle aus, wenn er ſagt: der Raps, zu welchem geſommerfahrt, das iſt 3 bis 4 mal im Sommer gepflügt wird. Aus allem dem er⸗ gehet, daß die Brache zwar nicht in der Regel, weil nur auf einzelnen Stücken, aber doch manchmal zur Reinigung, nicht zur Ruhe des Ackers vorkomme. Auf ſchlechtem Boden hat man: 1) Buchweitzen, gedüngt mit Streudünger, 2) Roggen gedüngt, 3) Roggen, von welchem letztern man ſich nur ſelten mehr als eine mittelmäßige Erndte zu verſprechen hat. In die beſten Lande werden Stoppelrüben geſaͤet, Spörgel zum Abtütern in die ſchlechten. Die Sommergerſte, ſagt Lobbes, geräth am beſten nach Wurzelgewächſen, beſonders wenn ihr mit etwas Streudünger (Compoſt) nachgeholfen wird. Der Roggen aber verliert ſich manchmal nach jenem auf dem Lande.„»Nach der Sommer⸗ gerſte, fährt er fort, will nie Roggen gedeihen, weshalb wir ſie immer mit Klee ausſaͤen.“ Und ſo wird der Schäͤdlichkeit das Heilmittel zugegeben. Der Vollſtändigkeit halber ſowohl, als weil es Schade ſeyn würde, wenn eine einzige Beobachtung des mehrgedachten alten Praktikers verloren gehen ſollte, führe ich das, was er in ſeiner gedruckten Abhandlung über die Fruchtfolge ſagt, mit in ſeinen den nöthigen Erläuterungen hier an. uns in „Da es nur ſehr wenige Güter bei uns giebt, wo alle dazu aut bel gehörigen Aecker von gleicher Güte ſind, ſo hält man es für kommen. vortheilhaft, dieſe Aecker durch unüberſchreitbare Eintheilung ſder ange zur Hervorbringung einer ihnen nicht angemeſſenen Gedreideart einzige zu zwingen. Wir behandeln ſie, wie ein ordentlicher Gärtner In ſeinen Garten, ſie tragen alle Jahre. Wir kennen keine Brache Regel u und beſtimmen die zu tragende Getreideart nach den noch vor⸗ V ſedoch m handen n oder durch Düngung wieder zu gebenden Kräften eines ren Gr⸗ jeden Stück Landes insbeſondere, jedoch wird beim beſten Grun⸗ Buchwe de nachſtehende Ordnung beobachtet und mit folgenden Getreide⸗ ger Ro arten abgewechſelt.“ oder 6 Der vierte Theil dieſer Stücke wird, nachdem er bereits SDSiünger im Herbſte von Quecken gereiniget, im Winter gut gedünget teen da und der Dünger ſobald als möglich untergepflügt, im Frühjahre Wenn! beſäet und zwar zuerſt mit Gerſte und Kleeſamen. Nachdem ſſel, ſo die Gerſte ganz reif abgemäht, pflegt der junge Klee im Herbſte ſetwas g noch einmal zur Viehfutterung abgemäht oder auch mit den V Wi Kühen abgehütet zu werden. Die Kühe müſſen aber angebun⸗ ſhei der den, und ihnen nur ein kleiner Theil zum Abgraſen gegeben Zu werden, weil ſie ſich leicht ſonſt in dieſem langen Klee zum Ber⸗ gleeſtop ſten freſſen, wogegen aber nachſtehendes Mittel untrüglich iſt. anrterge Man nimmt vom allerſchlechteſten Tabak und ſetzt gemei⸗ d nen Branntwein darauf, läßt es ziehen und hält es zum Ge⸗ ſobald brauche bereit. In ſich ereiznendem Falle nimmt man ungefähr zu ſage 2 Loth Seife und giebt ſie dem kranken Vieh mit 2 bis 3 Eß⸗ ſſaanden löffel voll von dem Tabaks⸗Extrakte ein, es hilft in der Minute. Das folgende Jahr oder 2) kommt der wahre Ertrag des 5 Tage Klees. Man füttert ihn im Stalle und, den Ueberſchuß macht 4 Zöll man zu Heu; der zweite Schnitt bleibt gemeiniglich zum Sa⸗ peln tre menbringen ſtehen. Wenn dieſer Same reif und abgefahren, ind, a ſo pflüget man die Stoppeln um und ſaͤet 3) Weitzen darin, un we nach dem Weitzen 4) Roggen, in die Roggenſtoppeln weiße Rü⸗ Winter ben, die im Herbſte und Winter zur Viehfutterung beſonders mende eingemacht mit großem Vortheil genutzt werden; nun folgt im och ni fünften Jahre wieder Gerſte und Klee.„Der Klee, ſagt Lobbes noch ei ¹ſagt, mit — alle dazu m es für ntheilung edreideart Gärtner Ae Brache tnoch vor⸗ ten eines een Grun⸗ Getreide⸗ r bereits gedüngtt aFrühjahre Nachdem a Herbſte — mit den aangebun⸗ 8 gegeben 2 aum Ber⸗ r ich iſt. 8 gemei⸗ 2 zzum Ge⸗ mangefähr 6 3(f⸗ Minute. ß macht — 43— in ſeinen ſchriftlichen Antworten auf meine Fragen, kann bei uns im ſechsten, und wenn das Land reichlich gebungt und gut behandelt worden, auch wohl im vierten Jahre wieder kommen. Man muß alſo durchaus nicht annehmen, als wenn der angefuhrte vierjährige Umlauf füͤr guten Boden allhier der einzige ſey.« In ſandigen Ländereien von wenig Güte halt man keine Regel und ſäet bisweilen 6 bis Smal Roggen nach einander, jedoch mit zweijähriger Düngung wenigſtens. In etwas ſchwe⸗ rem Grunde wechſelt man alle 3 Jahre mit Hafer auch wohl Buchweitzen ab; z. B. in dieſem Herbſte würde in friſchen Dün⸗ ger Roggen geſaͤet, in die Stoppeln nach der Erndte Rüben oder Spörgel, das folgende Jahr Hafer oder Buchweitzen ohne Dunger; nach dieſem friſch geduͤnget und Hafer oder Buchwei⸗ tzen darein geſäet; nach dieſem ungedüngt Roggen u. f. w. Wenn nach dem Roggen Hafer oder Buchweitzen geſäet werden ſoll, ſo wird allezeit vorher in den Stoppeln Spörgel und bei etwas gutem Lande Rüben geſaet. Wir kommen nunmehr auf die Behandlun bei der Fruchtfolge auf der Höhe. Zum Weitzen, der nach Klee geſäet werden ſoll, werden die Kleeſtoppeln 4 bis 5 Zoll tief umgeworfen, darauf geſäͤet und untergeeggt. Die Weitzenſtoppeln, worin Roggen zu ſäen iſt, werden, ſobald das Feld leer iſt, je eher je beſſer, mit dem Pfluge ſo zu ſagen nur aufgekratzt, damit die unter dem Klee etwa ent⸗ ſtandenen Quecken losgezogen werden und anfangen abzuſterben. Nachdem es nun trockenes Wetter, ſo pflügt man 4 bis 5 Tage nach der erſten Arbeit, die man brachen nennt, 3 bis 4 Zoll tief, und egget, läßt die ausgeeggten Quecken und Stop⸗ peln trocknen, walzet, egget wieder und laͤßt ſie, wenn ſie trocken ſind, auf dem Felde dreſchen, damit ſie von Erde und Staub rein werden. Man bringt ſie unter Dach, und ſie vertreten im Winter die Stelle des beſten Heues, welches die davon kom⸗ mende Milch beweiſet. Sollte nach dieſer Arbeit das Land noch nicht ganz rein ſeyn, ſo muß(jedoch nur in dieſem Falle) noch einmal alſo verfahren werden, und dann bauet man zur g des Bodens — 44— Saat 6 bis 8 Zoll und mehr tief; der Roggen wird nur unter⸗ geeggt. Nach dem Roggen verfaͤhrt man mit deſſen Stoppeln wie im vorigen Jahre; da aber Rüben und Spörgel im Anfang Auguſts, längſtens den zehnten, geſäet werden müſſen, ſo kann man ſich nicht ſo lange wie im vorigen Jahre dabei aufhalten. Wenn Roggen nach Roggen ohne friſchen Dünger folgt, wird ebenfalls gebraacht, gepflügt und dann tief zur Saat ge⸗ bauet. Soll aber zu dem zweiten Roggen gedüngt werden, ſo wird, wenn das Land rein iſt, der Dünger ohne vorheriges Pflügen in die Stoppeln gefahren, untergebauet und geſäet. Dieſes geſchieht nach dem Buchweitzen allemal, weil er keine Quecken leidet; nach dem Hafer aber muß das Land erſt gerei⸗ nigt werden, weil keine Kornart leichter Quecken hervorbringt als dieſe. Man will hier bemerkt haben, daß die Stoppeln des Hafers, wenn ſie ungeſtört im Grunde ſtehen bleiben, nach unten zu ausſchlagen und Quecken hervorbringen. Zur Gerſte wird das Land bereits im vorigen Herbſte bei der Einſaat der weißen Ruͤben gereinigt und gepflügt; hat die⸗ ſes nach den Regeln geſchehen können, ſo faͤhrt man den Dün⸗ ger ohne zu pflügen aufs Land und baut ihn, wenn es die Witterung erlaubt, unter, läßt das Land bis etwa Anfangs Mai liegen, damit das Unkraut auswachſe, welches dann mit der Egge auszutilgen iſt. Hierauf wird Gerſte und Klee ge⸗ ſäet; anſtatt der Gerſte kann auch Hafer geſaͤet werden, und die oben angezeigte Getreidefolge leidet dadurch im Uebrigen nicht, er verträgt ſich mit dem Klee ſehr wohl; hat aber das Land im Herbſte nicht ganz rein gemacht werden können, ſo fahren wir zwar beim Froſt den Miſt aufs Land, aber in gro⸗ ßen Haufen, pflügen und eggen das Land, bis es ganz rein iſt, breiten den Miſt und bauen ihn tief unter, welches wir bei allen Sommerdüngungen thun*). Im Herbſte aber ſetzen wir ihn ſo flach als möglich unter. *) Unter dem tiefen Unterpfluͤgen des Dunges verſteht Lobbes, nach ſeiner Erklärung in einem ſeiner an mich gerichteten Briefe ein 8 bis 10 zölliges,„weil, ſetzt er hinzu, uns die Erfahrung — Mit auf die male tie nicht ſta⸗ nach der Getſte! So Bodens. andern ben, 3 unterge 31 Fruchtz 1) S 2)4 9)9 K ad der zoe Samer ſondern von m ac Winte dieſer 4 Wint Dung 0 nur uͤnter Stoppeln wi — im Anfang ſen, ſo kann ei aufhalten. — nger folgt r Saat ge⸗ Vverden, ſo —t vorheriges and geſäet. eil er keine * erſt gerei⸗ ervorbringt Stoppeln I iben, nach ryerbſte bei 34; hat die⸗ den Dün⸗ zrin es die 114 Anfangs 2 s dann mit Ir Klee ge⸗ an den, und * Uebrigen aber das annen, ſo r in gro⸗ 132 rein iſt 3ss wir bei ſehen wit —t Lobbes, m ten Briefe Erfahrung Mit Hafer und Buchweitzen verfahren wir in der Brache auf die nämliche Art; auch ohne Düngung muß zum letzten male tief gepflügt werden. Wenn das Land zum Weitzentragen nicht ſtark genug iſt, ſo wird an deſſen Statt Roggen geſäet, nach dem Roggen Hafer, und nach dieſem folgt von neuem Gerſte und Klee. So weit die angeführte Abhandlung über die Behandlung Bodens. Sie legt, wie wir geſehen haben, ſchon wieder einen andern Fruchtumlauf zum Grunde, naͤmlich 1) Klee, 2) Wei⸗ tzen, 3) Roggen, 4) Hafer oder Buchweitzen, 5) Gerſte mit untergeſäetem Klee. Zu Neukirchen in dem Herzogthum Geldern hat folgende Fruchtfolge und Feldbehandlung Statt: 1) Klee, 4) Roggen, 2) Hafer oder Weitzen, 5) Roggen, 3) gedüngt Buchweitzen— 6) Gerſte mit Klee oder Hafer. Kartoffeln— Erbſen, ad 1. Der erſte Schnitt des Klees wird grün verfüttert, der zweite durchgehends zum Samen ſtehen gelaſſen. Daß das Samentragen des Klees dem Boden nicht allein nichts ſchade, ſondern ihn noch verbeſſern ſolle, hoͤrte ich in dieſen Gegenden von mehr als zwanzig Perſonen. Die Kleeſtoppel wird überdüngt, wo möglich vor ad 2. mit Hafer beſaͤet und Winter geſchält, im Frühjahre gepflügt, dieſer eingeeggt. ad 3. Die Haferſtoppeln werden vor Winter gefelgt, nach Winter 2 bis 3mal gepflügt, mit der letzten Pflugart der Dung eingebracht und Buchweitzen geſäet. ad 4. Die Buchweitzenſtoppel abgeegget oder abgeſchält, ſtark vereggt, damit die Stoppeln an der Sonne dörren, wel⸗ ches man für weſentlich hält. Pflügt man ſie grün unter, ſo daß es dem hat man durch vergleichende Verſuche erprobet, ——ʒö—— gelehrt hat, daß wenn der Miſt ſo tief untergebracht wird, daß keine Luft zu ihm dringen kann, er nicht in Faͤulung geraͤth und zerſetzt wird, welches zur Fruchtbarmachung des Bodens unſerer Meinung nach doch unumgänglich erforderlich iſt. —————— — 46— Roggen Nachtheil bringe. Später wird zur Saat gepfluͤgt, und der Roggen eingeeggt. Der Buchweitzen iſt eine gute Vorbe⸗ reitung zum Roggen. ad 5. Der Roggen von dieſem Jahre kann ſo gut wer⸗ den, als der von Nr. 4. ad 6. Die Roggenſtoppel wird zuerſt geſchält, dann zwei⸗ mal gepflügt, Spörgel geſäet zum Abtütern oder zum Unter⸗ pflügen. In beiden Fällen wird noch vor Winter gefelgt, im Frühjahre dreimal gepflügt und Gerſte geſäet. Iſt die Gerſte eingeeggt und gewalzt, ſo werden 2 Malter(5 ⅛ Berl. Schef⸗ fel) Mergel über den Cöllniſchen Morgen hergeſtreut, der Klee darauf geſäet und mit dem Mergel gelinde eingeeggt. Wird in dieſem ſechsten Jahre Hafer ſtatt Gerſte genommen, ſo wird die Spörgelſtoppel überdüngt, vor Winter ziemlich tief unterge⸗ pflügt, Hafer im Frühjahre darüber hergeſäet und flach einge⸗ pflügt. In dem Kempener Lande haben folgende Rotationen ſtatt: die eine 1) reine Brache, 2) Roggen, 3) Roggen, 4) Klee oder 4) Buchweitzen, 5) Hafer oder 5) Roggen. Die andere 1) Brachrüben, 4) Weitzen, 2) Gerſte, 5) Roggen, 3) Klee, 6) Hafer. Die Feldbeſtellung bei der erſten Rotation verhäͤlt ſich fol⸗ gendermaßen. ad 1. Nachdem die Haferſtoppeln ſchon im vorhergehenden Herbſte flach untergepflügt worden, wird im Juni das Land zum zweiten und im Juli zum drittenmal gepflügt, wobei zu⸗ gleich der Dung untergebracht wird. Man hält dieſen in nur halb verrottetem noch gelbem Zuſtande für den beſten, und fäͤhrt 12 einſpännige Fuder auf den Cöllniſchen Morgen. In der Mitte Septembers hat die vierte oder Saatfurche ſtatt. Sie — iſt die ti geſätt. ad mal gal Orten d lich zu brauche Roggen Piagſ nach. 10 R. gen( dabei zu 22 daß u will, Pflugſt A ſtark ſäͤet; drei ſtreut; eben ſ einand ben h eben unter als e man richt auf d dem? Uebern wohl ſprach den ſtreu⸗ 4 ppfluͤgt, und azute Vothe Sſo gut wer⸗ dann zwei⸗ s um Unter aefelgt, im Fidie Gerſte erl. Schef⸗ der Klee gt. Vird n, ſo wird f unterge⸗ ach einge⸗ znen ſtatt: d ſch fol⸗ gehenden s Land obei zu⸗ * in nur and fäͤhrt 1 In der att. Eie iſt die tiefſte von allen. Darauf dann wird der erſte Roggen geſäet. ad 2. Nach dieſem erſten Roggen wird die Stoppel zwei⸗ mal ganz flach umgepflügt und das Feld darauf an mehreren Orten gepflugſpatet(gepflügt und gegraben), dieſes iſt nament⸗ lich zu Beberich, Grevrath, Suchtelen und Hinsbeck im Ge⸗ brauche. Wird das Graben unterlaſſen, ſo nothreift der zweite Roggen nicht ſelten, und wird auf keinen Fall ſo gut. Beim Pflugſpaten aber giebt der zweite Roggen dem erſten nichts nach. Zu dem Spaten oder Ausgraben der Furchen ſetzet man 10 Mann für einen Pflug an. Dieſe beſchaffen 4 Cölln. Mor⸗ gen(über 5 Magdeb. Morgen) per Tag. Der Mann erhäͤlt dabei 9 Gr. Es käme alſo der Morgen ohne die Spannarbeit zu 22 Gr. 6 Pf.(18 Gr. p. M. M.) Nebenbei bemerke ich, daß man in dem Kreiſe Ahaus des Münſterlandes wahrnehmen will, daß die Kornerndten daſelbſt abnehmen, ſeit man das Pflugſpaten daſelbſt eingeſtellt hat. ad 3. Ueber dieſen zweiten Roggen, zu welchem eben ſo ſtark als zum erſten gedüngt worden, wird im März Klee ge⸗ ſäet; man nimmt 10 Pfund auf den Cöll. Morgen. Zwei, drei Wochen nachher wird das Feld mit Kalk oder Mergel be⸗ ſtreut; man braucht ein Malter Kalk auf den Morgen oder eben ſo viel Mergel. Der Kalk wird vorher mit Erde unter⸗ einandergeſetzt, auf die Weiſe, wie ich bei dem Dung angege⸗ ben habe. Eine ſolche Kalkerde thut gut auf ſchwerem, nicht eben ſo auf leichtem Boden. Hat man den diesjährigen Klee unter dem Roggen gekalkt, ſo tbut man es das nächſte Mal, als er auf demſelben Felde zurückkommt, nicht mehr, ſondern man bedient ſich dann des Kalkmergels, den man von Maſt⸗ richt aus bezieht. Man braucht von dieſem anderthalb Malter auf den Morgen. Man beobachtet ſowohl bei dem Kalke als dem Mergel ein gerechtes Maß, weil man glaubt, daß das Uebermaß den Stock befördere.— Man bedient ſich auch wohl des Compoſts von Moder, von dem ich früher ebenfalls ſprach. Man fährt ihn auf das Feld, ſobald der Klee über den Roggen geſäet iſt, zieht ihn in kleinen Häufchen ab, zer⸗ ſtreut dieſe mit der Schaufel und braucht keine Egge. Dieſer —— — 48— Compoſt wird dennoch haͤufiger zum Weitzen verwendet; ſeine Wirkung darauf iſt ſo groß, daß ich, obgleich hieſige Gegend keinen Weitzenboden hat, dennoch vorzüglich ſchöne Saaten von dieſer edeln Frucht daſelbſt getroffen habe. ad 4. Der Gyps ſoll an einigen Orten keine Wirkung auf den Klee hervorbringen. Man zieht vielen Samen. Wer zehn Morgen Klee hat, läßt ihrer 2 bis 3 zu Samen ſtehen. Daß der Klee unter den zweiten und nicht unter den erſten Roggen geſäet wird, haben wir geſehen. Er ſoll ſo beſſer gera⸗ then, wozu das Pflugſpaten wahrſcheinlich das Meiſte beiträgt. Hat das Feld im vierten Jahre keinen Klee, wie er wohl ſchwerlich alle 5 Jahre bei jener Fruchtfolge vorkommen darf, ſo trägt es Buchweitzen, zu welchem mit 12 Fudern gedüngt wird. Dann aber bedarf der darauf folgende Roggen keines Dunges. ad 5. Nachdem die Kleeſtoppel im vorhergehenden Herbſte mit dem Pfluge geſchält worden, wird das Feld im Frühjahre überdüngt und der Hafer zu Ende März einfährig beſtellt. Nach jeder andern Frucht ſäet man ihn nicht vor dem April. Kommt Flachs in den Umlauf, dann findet er nach dem Hafer ſeinen Platz. Er fällt alſo in das eigentliche Brachfeld oder Jahr; daß dazu gedüngt werden muß, werden wir ſeines Orts ſehen. Man hält den Flachs für die beſte Vorbereitung zum Roggen. Wir kommen nunmehr zu der Behandlungsart des zweiten Umlaufs. ad 1. Das Land wird zu Brachrüben zweimal im Früh⸗ jahre gepflügt, dann gedüngt und zum drittenmale gepflügt. Am beſten wird nicht gedüngt, ſondern das Land nach der letz⸗ ten Pflugart mit Jauche befahren. Die fingerslangen Rüben werden allemal ſcharf, und zwar manchmal 3 bis 4mal durch⸗ geeggt. Ein Wirth von 2 bis 3 Pferden ſaͤet zwei Morgen Rüben, welche ihm dienen, wenn der Klee zu Ende geht. Die Rüben gedeihen hier beſonders, und ihr Laub wird oft 4 Fuß hoch. ad 2. Das geweſene Rübenland wird vor Winter gedüngt und gepfuhlt, der Dung flach untergepfluͤgt; im Frühjahre noch einmal wendig und w ad nicht ſ erzwun⸗ wicht 15 Fn guter dünne dann folgt, nach 2 1 trockene wit ge Dünge die B blaſe, E haͤufige meiſten den Qu mir hit ewigen anders D (eine Februc Schn andet; ſeine ige Gegend —daaten von * Wirkung =nen. Wer aen ſtehen, a den erſten geſſer gera⸗ beitragt. 2u er wohl men darf. — gedüngt en keines run Herbſte rn Frühjahre Fplt. Nach es l. — nach dem Brachfeld s vir ſeines bereitung 4 3 zweiten * gedüngt A hn noch * — 49— einmal gedüngt oder gepfuhlt. Der Fruͤhjahrsdung muß noth⸗ wendig kurz ſeyn. Man pflügt dreimal zur Gerſte, egget ein und walzet; darauf ſäet man den Klee und eggt ihn flach ein. ad 3. Die gegenwärtige Rotation mit dem Gerſtklee kommt nicht ſo häufig vor, als die mit dem Roggenklee. Ein Land⸗ wirth, der 6 Morgen Klee hat, würde 4 Morgen Roggenklee und 2 Morgen Gerſtklee haben. 1 ad 4. Ich ſagte ſchon, daß der Weitzen hier mit Gewalt erzwungen ſeyn will. Der Klee als einziger Hebel reicht dabei nicht zu. Man überdüngt daher die Kleeſtoppel mit wenigſtens 15 Fudern des beſchriebenen Modercompoſtes, welches ein gar guter Dung für Weitzen iſt. Steht der Weitzen im Frühjahre dünne oder gelb, ſo wird er geeggt oder zuerſt gepfuhlt und dann geeggt. Doch findet man bei dem Weitzen, der auf Klee folgt, das Eggen weniger vortheilhaft, als auf Weitzen, der nach Buchweitzen folgt. ad 6. Je tiefer zu dieſem Roggen gepflügt wird, und je trockener das Wetter dabei iſt, um ſo beſſer. Daher das Pflug⸗ ſpaten hier ſehr anwendbar; einige ſuchen es durch Doppelpflü⸗ gen zu erſetzen. Nach Brache, Flachs und Buchweitzen folgt allemal Rog⸗ gen, nach Moͤhren Flachs. Daß hier Alles durch Dung will erzwungen ſeyn, haben wir geſehen; nur der Hafer nach Klee erhält keinen. Was das Düngen möglich macht, iſt die Stallfütterung, der viele Klee, die Brach⸗ und Stoppelrüben, die Beihülfe der Branntwein⸗ blaſe, womit alle etwas bedeutende Landwirthe verſehen ſind. Errungen im Schweiße des Angeſichts müſſen jedoch jene haͤufigen Erndten werden, und weder der ſchöne Dung noch das meiſterhafte Pflügen können die Forke bei dem Kampfe mit den Quecken entbehrlich machen. Der Stock, eine beſondere, mir hier zuerſt vorgekommene, Pflanzenkrankheit, mag von dem ewigen Plagen und Reitzen des Bodens herrühren. Ich werde anderswo darauf zurückkommen. Die Wieſen, welche man zu Fruchtland umſchaffen will, (eine Sache, die nur in der Niederung ſtatt hat) werden im Februar oder März mit einem ſtarken Pfluge umgebrochen, Schwerz, Landwirthſch. 11. 4 und ſobald die Witterung es erlaubt, Hafer auf die Narbe ge⸗ ſäet, und ſolcher mit doppelten Eggen, welche 7 bis Smal die⸗ ſelbe Stelle beziehen, unter die zerriſſene Narbe gebracht. Man läßt gewöhnlich 3Zmal nach einander Hafer folgen, ehe man Weitzen nehmen darf, welcher ſonſt einen zu geilen Halm trei⸗ ben und lagern würde. XII. Getreidebau*). Niederung. Man pflügt zum Wintergetreide einmal, dreimal, fünfmal, je nach der Beſchaffenheit des Bodens und der vorhergehenden Frucht. Nach Bohnen, Erbſen und Klee wird der Pflug nur einmal angeſetzt.— Man ſäet in der Regel 8 Tage vor Michaelis. An einigen Orten nimmt man 2, an andern 2 ½ und 3 Berl. Scheffel auf den Holl. Morgen. In dem Mörs'ſchen wird der Roggen um Michgelis, der Weitzen aber 14 Tage ſpäter geſät. Man braucht einen Berl. Scheffel auf den Cölln. Morgen. Die Saat wird zum Theile im Frühjahre(Monat April) durchgeeggt, beſonders wenn ſich der Boden gehoben hat. Dem Eggen folgt dann die Walze. Wenn es bald darauf regnet, ſo hält man es für eine vortreffliche Vorrichtung. Von dem Jäten findet man einzelne Spuren. Ende Juli oder Anfangs Auguſt werden Weitzen und Rog⸗ gen mit der Sichte(Hauſenſe) abgebracht. Sind die Halmen nicht allzuviel mit Unkraut durchwachſen, ſo wird ſogleich auf⸗ gebunden und die Bunde zu 8, 10 bis 16 aneinander hingeſtellt, vis ſie zum Einfahren trocken genug ſind. Die Angaben über die Koſten ſind verſchieden. Einen Holl. Morgen zu ſichten und binden, koſtet bei Biſchlich 1 Rthl. 6 Gr.; das Sichten bei Rees 1 Rthl. 6 Gr.; das Binden und Aufſetzen 13 bis 15 Gr.; zu Griethauſen das Schichten 1 Rthl. 12 Gr.; das Binden und Aufſetzen 13 bis 16 Gr. In dem Fürſtenthum Mörs geſchieht **) Ich beziehe mich in dieſem Abſchnitte zum Theil auf das, was ich über die Cultur des Getreides bei Gelegenheit der Frucht⸗ folge geſagt habe, und nehme hier blos das Uebrige nach. die Ert Frauen als ze Verdin Weiher dieſer Pfund Morge G zu Grf Stelle berg Jahre habe, bliebe Kleeſt fer.. Rach Da, ſen aus.“ jer an Ergiel macht I bin macht ſchaffe Morg den, 15 we det un N nach Lande den g 3 Narbe ge 3 Smal die⸗ Aicht. Man d,, ehe man Halm tre⸗ pe einm, odens und und Kle An der Regel nan 2) an orgen. J her Weißel el. Scheſfl nat Atih hat. Den Sauf regnet, d Von dem in und Rog⸗ eie Halmen ogleich auf⸗ hingeſtellt gaben über 3 ſichten und ien bei Reet 15 Gr.; zu Sinden und rs geſchielt anf das, na der Frucht Je nach. — die Erundtearbeit mit eigenen Leuten und Tagelöhnern. Eine Frauensperſon bindet ſo viel auf, und zwar mit zwei Banden, als zwei Männer niederlegen. Der Cölln. Morgen würde im Verdinge in allem auf 13 Gr. kommen. Der Ertrag des Weitzens im Cleviſchen ſchwankt zwiſchen 20 bis 30 Scheffel; dieſer wiegt 88 Pfund. Das Stroh ſchlägt man auf 5 bis 6000 Pfund an. Im Mörs'ſchen rechnet man von einem Cöllniſchen Morgen 10 ½ Scheffel Roggen oder Weitzen und 2090 Pfund Stroh. Geht der Weitzen durch Ueberſchwemmungen im Winter zu Grunde, ſo wird ohne vorheriges Pfluͤgen Hafer an die Stelle geſaͤet und dieſer eingeeggt. Der Prediger Roß zu Bod⸗ berg beſtaͤtigte mir, daß bei der Sommerüberſchwemmung im Jahre 1816 Weitzen zu Homberg im Waſſer geblüht und gereiſt habe, und auch darin abgeſchnitten worden ſey; die Körner blieben aber kleiner als gewoͤhnlich. Zu dem Hafer werden die Kleeſtoppeln ſchon vor Winter geſtürzt. Höhe. Der Weitzen folgt nach Klee oder auch nach Ha⸗ fer. Im letztern Falle muß ſehr ſtark dazu gedüngt werden. Nach dem Klee wird er einfährig beſtellt und ſtark eingeeggt. „Da, ſagt Lobbes, wo der Klee zur Samenreife gelaſ⸗ ſen worden, zeichnet ſich der Weitzen vortheilhaft aus.« Ein ſolches Zeugniß, mit dem Einſchluſſe deſſen ſo vie⸗ ler andern Perſonen, in einem Lande, wo aus der Kleeſamen⸗ Erzielung ein beſonderes Geſchäft und ein Handelszweig ge⸗ macht wird, iſt von entſcheidendem Gewichte. Man ſaͤet den ganzen October über.„Ich, ſagt Lobbes, bin ſehr fuͤr das frühe Saͤen, wenn das Wetter es möglich macht, den ſamentragenden Klee zeitlich genug vom Felde zu ſchaffen. Man ſäet in der Regel 3 Berl. Scheffel auf den Holl. Morgen; iſt aber das Land ſehr fett oder ſtark gedüngt wor⸗ den, dann wird, um das Lagern zu verhuüten, ⅛, auch wohl ⅛ weniger genommen, wonach ſich der Weitzen ſtärker beſtau⸗ det und nicht lagert.“ „Hat ein ſtarker Regen den Grund feſtgeſchlagen und ſich nach etwas ſtrenger Luft im Frühjahre eine Borke über dem Lande gebildet, ſo wird der Weitzen durchgeeggt, und der Bo⸗ den gelockert. Dieſer Weitzen zeichnet ſich dann gegen den nicht 4 25 ——— — geeggten ſehr aus. Das Jäten des Weitzens iſt höchſt noͤthig, weil das Unkraut bei uns vor dem Säͤen nicht vertilgt werden kann. Die Unkräuter des Weitzens ſind: Flughafer, Kornraden, Feldmohn, Kornblumen, Hederich(*) u. ſ. w.”« „Zum Roggen wird das erſte Mal 3 bis 4 Zoll tief und zur Saat 6 bis 8 Zoll tief gepflügt. Der ungedüngte Roggen wird von der Mitte bis Ende September geſaͤet, der gedüngte von Anfang October bis Weihnachten. Dies letztere thun je⸗ doch nur ſchlechte Landwirthe. Soll man auf das Wohlgera⸗ then des Roggens rechnen können, ſo muß auch der Miſtroggen vor Ablauf Octobers in der Erde ſeyn. Die Ausſaat iſt 3 Schfl. pr. Holl. Morgen.“ Die Erndtezeit des Roggens tritt in guten Jahren gegen die Mitte des Juli, ſpäteſtens den zwanzigſten ein, die des Weitzens 8 bis 14 Tage ſpäter. Das Getreide wird, wie in Niederungen und in Brabant, mit der Sichte(Hauſenſe) abge⸗ bracht. Hinter zwei Hauern folgt unmittelbar eine Binderin, welche mit einigen Halmen 2 bis 3000 kleine Garben auf den Holl. Morgen aufmacht. Auf 4 bis 5 Binderinnen kommt ein Aufſetzer, der immer 8 Garben in ein Häufchen ſo hohl zuſam⸗ menſtellt, daß die Luft durchſtreichen kann. Wenn es nicht regnet, kann das Getreide am zweiten oder dritten Tage nach dem Einſchnitte eingeſahren werden. Faͤllt Regen auf die Häuf⸗ chen, ſo reicht ein guter Tag zu, um die Feuchtigkeit auszuzie⸗ hen. Ein gehoͤriger Hauer fertiget alle Tage 300 Ruthen ab. Er bekommt im Tagelohn 5 Gr. 5 Pf.; Aufſetzer und Binderin haben eben ſo viel. Ein Holl. Morgen giebt 1500 bis 2600 Garben, jede zu 2 ½ Pfund Stroh, alſo 4 bis 5000 Pf. zuſammen. Den Körnerer⸗ trag giebt Lobbes im Durchſchnitte der Jahre folgendermaßen an: 3 Vom Weitzen das Ste bis 12te Korn. — Roggen— 8te bis 19te— — Hafer— 12te bis 20ſte— — Gerſte— 12te bis 16te— — Buchweitzen— 4ôſte bis 60ſte— — Erbſen— 20te— in de N der Fe die ſch von C 3 5 8 his mit de ſo de nach gen, ſchen und! den g 4 Ber 5 iigſter Holl. 3 April Malte 4 5 Das Vert hach 1½ 6 7 Mai, 272 folge pen der hſt nöthig —tgt werden ornraden, = tief und tte Roggen gedungte thun je⸗ SWohlgera⸗ iſtroggen iſt 3 Schfl. Aren gegen —, die des den, wie in rniſe) abge⸗ „ Binderin, 2 auf den rommt ein T hl zuſam⸗ r es nicht mage nach ſundie Häuf⸗ „auszuzie⸗ athen ab. „ Binderin dez zu 2 M auür merer⸗ 2 dermaßen von Wicken das 16te bis 24ſte Korn. — Bohnen— 12te bis 16te— NB. Dies alles iſt von einer guten Bauart oder Beſtellung der Felder zu verſtehen, und aus der guten Beſtellung gegen die ſchlechte folgt die hieſige große Deepropertiön der Päͤchte von Gütern einerlei Größe und Güte. Zu der Sommergerſte wird der lange Dung vor Winter s bis 10 Zoll tief untergepflügt. In der Mitte des Aprils wird mit dem Pfluge ein Paar Zoll tief unter den Miſt gegriffen, ſo daß dieſer, der dann mehrentheils ganz aufgelöſt iſt, wieder nach der Höhe kommt. So bleibt das Land bis zur Saat lie⸗ gen, welche den öteu bis 10ten Mai eintritt. In dieſer Zwi⸗ ſchenzeit laͤuft der in der Krume befindliche Unkrautsſame aus, und wird dann mit der Egge oder dem Pfluge vertilgt. Man ſaet den Hafer ohne Dung vom 15. bis 24. April, den geduͤngten aber bis Anfang Mai, auch ſpäter, und nimmt 4 Berl. Scheffel auf den Holl. Morgen. Der Buchweitzen wird vom Anfange Mai bis zum zwan⸗ zigſten geſaͤet. Er erfordert einen Scheffel Ausſaat auf den Holl. Morgen. In dem Geldriſchen iſt die Saatzeit des Hafers im April und zwar je fruͤher je beſſer. Man nimmt einen halben Malter auf den Coͤlln. Morgen. Den Buchweitzen ſäet man he zur Zeit, wenn der Roggen in der Blüthe ſteht, und nimmt ¾ Scheffel auf den Morgen. Das Stroh von dem Buchweitzen 8 bekanntlich keinen andern Werth atls zum Einſtreuen. Nach Lobbes verlieren die Kühe nach einem dreitaͤgigen Genuſſe davon die Milch. Die Zeit der Roggeneinſaat iſt um Michaelis, man nimmt 1 ½ Scheffel auf den Morgen. Die Gerſte ſäet man zwiſcheh dem erſten und zwanzigſten Mai, 1½ Scheffel auf den Morgen. Das Sommergetreide wird gejätet. Die Feldbehandlung dieſer Gegend findet ſich in der Frucht⸗ folge für Neukirchen angegeben. Auch in dem Lande von Kem⸗ de hat jenes Jäten ſtatt. Das Abbringen des Getreides in der ganzen Gegend geſchieht mit der Sichte(Hauſenſe)« XIII. Anbau der Futtergewächle. Futterkrauter. Man kennt in der Niederung nur ein Futterkraut: den rothen Klee. Sein Anbau wird ſtark genug für eine Gegend betrieben, welche ſo viele ſchöne Weiden und Wieſen und einen ſo fetten Boden hat, als die hieſige. Man kann wohl den sten bis 9ten Theil des Areals dafür annehmen. So was gereicht dem Klee zum Lobe, denn wenn man ſich nicht ſo ſehr von ſeinen Vortheilen überzeugt hielte, ſo würde man ihr hier eher als anderswo entbehren können. Man ſäet den Klee unter Weitzen, Roggen und Sommer⸗ gerſte, auf erſtere im März, auf letztere zur; Zeit, wo ſie ge⸗ ſäet wird, und simmt 15 bis 18 Pfund auf den Holl. Morgen. Man vermeidet die Gaile, ſo viel man kann, ſäet ihn in aus⸗ getragene Felder und überlaͤßt ihn ohne Ueberdüngung und Wartung ſeinem Schickſale. Beſonders gut gedeiht der Klee, wo der Rhein jährlich über das Land fließt. Der Klee bleibt nur ein Jahr ſtehen. Er wird zweimal benutzt. Was von dem erſten Schnitte nicht verfuttert wird, wird zu Heu gemacht. Was man vom zweiten Schnitte erüb⸗ rigt, bleibt zum Samen ſtehen, womit an einigen Orten ein ſtarker Handel getrieben wird. Alle Fruchte gedeihen vorzüglich nach dem Klee, ſogar weiße Rüben. Der Weitzen nach Klee iſt gewöhnlich gut. Der Halm wird nicht ſo lang, als wenn zum Weitzen gedüngt worden wäre; dagegen wird er ſtäaͤrker und ſcheffelt beſſer. Buchweitzen und Hafer ſind nach dem Klee ganz in ihrem Elemente. Schlägt der Klee zurück, ſo erſetzt man den Ausfall an grünem Futter durch Wicken. Auch das, was durch die Erzie⸗ lung des Samens an Futter verloren wird, deckt man durch Wicken. Wenn der Klee in der Niederung ſtark angebaut wird, ſo wird er es auf der Höhe noch weit mehr und mit mehr Mühe und Aufwand, wie wir ſchon geſehen haben. Der Abgang an gutem Dung, zu ver kann, hat. dem aller Ackerb Ceres ſerd J Elevi dem Nied gema des ſ Gute, ten al W wir! men ſäet Bode ter on Wind iſt, koſten Merg und ſo taut: r für eine 1 d Wieſen lan kann Annehmen. n ſich nicht ürde man er Sommer⸗ „vo ſie ge⸗ 19 Morgen. 1 in aus⸗ zung und * dder Klee, ai zweimal amrert wird, uchtte erüb⸗ norten ein err weiße Der Halm i worden 2 wweiten te. cfall an die Erzi⸗ an durch n witd, ſo hr Mühe bgang an gutem natürlichem Graswuchſe, die Gierigkeit des Bodens nach Dung, die daraus hervorgehende Nothwendigkeit, ſich dieſen zu verſchaffen, machen, daß hier keine Wirthſchaft beſtehen kann, wenn ſie nicht den ſechsten Theil ihres Areals in Klee hat. O wem nur immer das Herz für den Ackerbau ſchlägt, dem ſchlage es denn auch für die edelſte und wohlthäͤtigſte aller Pflanzen! Wenn Brabant kein anderes Verdienſt um den Ackerbau haͤtte, als daß es dieſem koſtbaren Schoßkinde der Ceres zur Wiege gedient hat, ſo verdiente es ſchon darum un⸗ ſern Dank und unſere Achtung. Die Sage trägt ſich in dem Eleviſchen, daß der Kleebau durch die Auswandernden, die vor dem Zorne Alba's und ſeiner Inquiſition aus den ſpaniſchen Niederlanden nach dem Rheine flüchteten, daſelbſt zuerſt bekannt gemacht worden ſey; daher ihm denn noch immer der Name des ſpaniſchen Klees bleibt. Indeſſen hat er ſich, wie manches Gute, nur ſehr langſam verbreitet, bis er vor einigen 30 Jah⸗ ren alle Hinderniſſe beſiegte und allgemein geworden iſt. Wie und worunter er auf der Höhe geſaͤet wird, haben wir bei der Fruchtfolge gezeigt. Man braucht 20 Pfund Sa⸗ men auf den Holl. Morgen. Da er mit ſolchen Früchten ge⸗ ſäet wird; zu welchen gedüngt worden iſt, oder doch in einem Boden, der noch in Kraft ſteht, ſo wird er im folgenden Win⸗ ter oder Frühjahre nie mit Dung gedeckt.»Ihn mit Dung im Winter decken, ſagt Lobbes, iſt nur eine Verſchwendung des Dungs.« Ein kraftvoller Boden iſt die beſte Schutzwehr des Klees, und dieſe Kraft wird im Cleviſchen noch durch Kalk oder Mergel erhöhet. Man ſtreuet nämlich auf einen Holl. Morgen 3 Müdden(10 bis 1600 Pfund) in Staub verfallenen Kalk oder 60 bis 99 Scheffel Mergel. Ich bemerke, daß ich hierin der ſchriftlichen Mittheilung des würdigen Mannes gefolgt bin. In ſeiner gedruckten Abhandlung, die vor 30 Jahren erſchienen iſt, wird das Doppelte an Kalk gefordert. 3 Müdden Kalk koſten 3 Rthl. 18 Gr., 75 Scheffel Mergel 11 Rthl. 12 Gr. Mergel oder Kalk wird geſtreut, wenn der Klee geſaͤet wird, und nicht im folgenden Frühjahre. Wenn kein Samen gezogen, noch Kleeheu gemacht wird; ſo reicht der Ertrag eines Holl. Morgens zum Unterhalte von 4 bis 5 Stück Hornvieh zu. Acht Tage vor Johannis wird der Reſt von dem erſten Wuchſe, wenn er nicht ganz hat grün ver⸗ füttert werden können, geheuet und faſt der ganze Heubedarf für die Wirthſchaft dadurch gewonnen. Der zweite Schnitt bleibt meiſtens bis zur Samenreife ſte⸗ hen. Geräth er recht gut, ſo wird viel Geld daraus gemacht. Dieſer Culturzweig iſt ſo ausgedehnt, daß in den dazu geeig⸗ neten Gegenden die gewöhnliche Grundſteuer damit befriedigt wird. Ein Holl. Morgen kann 3 Malter oder 1000 Pfund Sa⸗ men aufbringen. Die Abhandlung von Lobbes giebt zwar den Ertrag zu 2 Malter an, ich glaube mich aber auch hier an ſeine mir kurz vor ſeinem Tode gegebene ſchriftliche Mittheilung halten zu müſſen, um ſo mehr, da hier ſogar das Gewicht des Samenertrags beſtimmt iſt. Der Samen ging bisher größten Theils nach England. Man genießt dieſes Vortheils um ſo ungeſtrafter, als der darauf folgende Weitzen nicht allein nicht dabei leidet, ſondern nach dem wiederholten Zeugniſſe des alten erfahrnen und genaubeobachtenden Lobbes, ergiebiger wird, als da, wo der Klee zu rechter Zeit geheuet worden iſt. So ein⸗ träglich aber die Kleeſamenerndte iſt, ſo ungewiß iſt ſie. Ein 24ſtündiger Oſt⸗ und Nordoſtwind macht die Blüthe taub. Der Samen wird, ſo bald er reif iſt, gemäht, liegt 2 Tage und wird umgewandt, und dann, ohne gebunden zu ſeyn, ge⸗ gen einander aufgeſetzt, die Knoppen nach oben. So oft ihn der Wind umwirft, muß er noch vor Abend wieder aufgeſetzt werden, denn er wächſt aus, wenn er bei der mindeſten Feuch⸗ tigkeit auf der Erde liegt. Iſt er endlich ganz trocken, ſo wird er eingefahren, und die Knoppen ſogleich davon abgedroſchen, welche dann an einem ſehr trockenen Orte bis zum Froſte im Winter bewahrt werden; das Stroh verliert ſeine Blätter ſchon auf dem Lande und iſt zu nichts als zum Streuen zu ge⸗ brauchen. Im Winter bei trockenem Froſte driſcht man die Knoppen; da aber ein jedes Samenkorn in ſeiner eigenen Kapſel ſitzt, ſo koſtet es viel Arbeit, um es herauszubringen; alle Kapſeln ſpringen nicht ſogleich unter den Schlägen, weshalb dann das geſchlagene durch die Wannmühle gejagt wird; die zerriſſenen und led ſo wie letztern noch k wird ſ fahren J Hafer. das zu nach9 Vortt dung 6 Hafet iſt, damit treffli 1] Kultt d gefütt diel! gerer dann Gere Kihe des; Dün übert noch eine; und eigne getüt 16 wird der — grün ver⸗ ¹ Heubedarf nreife ſte⸗ ⸗ gemacht. 3u geeig⸗ befriedigt und Sa⸗ razwar den u hier an ittheilung ewicht des größten ngs um ſo ein nicht „ſdes alten oird, als 7 So ein⸗ Fiſie. Ein he taub. 1 2 Lage raaufgeſetzt ſon Feuch⸗ 8 ſo wird d ddroſchen, rroſte im tter ſchon n zu ge⸗ noppen; † ſitzt, ſe * Kapſeln ann das Zerriſſeen — 57— und ledigen Kapſeln fliegen in den Wind, die noch geladenen, ſo wie der ausgefallene Kleeſamen fallen vor die Mühle, den letztern ſiebet man mit einem feinen Siebe heraus, und die. noch vollen Kapſelu werden wieder gedroſchen; dieſe Arbeit wird ſo lange wiederholt, bis alle Kapſeln den Samen haben fahren laſſen. Nach dem Klee folgt am vortheilhafteſten Weitzen oder Hafer. Man zählt bei letzterem, das iſt nach dem Klee, auch das zwanzigſte Korn. Der Roggen aber ſticht ſich gemeiniglich nach Klee im Winter vom Lande ab. Dagegen wird er mit Vortheil nach dem Kleehafer angebracht, nur muß dazu ge⸗ dungt werden. Das Kleeheu dient den Pferden zum Futter, wodurch der Hafer erſpart wird. Was davon für das Hornvieh beſtimmt iſt, wird auf dem Boden lagenweiſe mit Stroh durchſchichtet, damit es zuſammenſchwitze, und giebt dann geſchnitten ein vor⸗ treffliches Pferdefutter. „Die Futterkräuter, ſagt Lobbes, ſind die Seele einer guten Kultur. Zu ihnen gehört denn auch der weiße Klee, und ob er ſchon nicht gemähet im Stall gefüttert werden muß, ſo erfordert ſeine Kultur auch nicht ſo viel Koſten, und ſo gutes Land als der zahme Klee. Geſetzt, ich ſäe im zweiten Jahr des Düngers, alſp im ma⸗ geren Lande Hafer, hierunter werfe ich wilden Kleeſamen, und dann dient mir dieſes Land im folgenden Jahre zur Hütung. Geräth der Klee, ſo ernährt ein Morgen Holl. reichlich zwei Kühe; ich breche dieſe Hütung im Herbſte, wie die Stoppeln des zahmen Klees, ſäe darin(aber vor Michaelis) Roggen ohne Dünger, und er wird den doppelt gemiſteten weit an Güte übertreffen; nach dem Roggen trägt das Land Rüben, nachher noch einmal Hafer ohne Duͤngung; ich gewinne alſo dadurch eine Düngung und habe beſſern Roggen.“ Den Spörgel erbaut man auf Feldern, die ſo ſandig und ſchlecht ſind, daß ſie zum Rübenbau ſich nicht mit Vortheil eignen. Er dient hauptſächlich als zweite Frucht und wird ab⸗ getütert. Man pflügt die Getreideſtoppel ſo flach als möglich um, eggt, ſäet, eggt wieder und walzt. Er hat das Unange⸗ nehme, daß wenn der Samen zur Reife kommt und ausfällt, dieſer im folgenden Jahre ausſchlägt und dann läſtig wird. Man nimmt 1 ½ bis 2 ½ Viertel Samen auf den Cölln. Mor⸗ gen; ein Viertel Maß zu 12 ½ Pfund angenommen. In dem Lande von Kempen ſäet man viel Spörgel in die Brache, und zwar bei der dritten oder vorletzten Pflugart, der dann mit der letzten oder Saatfurche ſtatt Duͤnger untergepflügt wird. In dem Geldriſchen ſaͤet man auch wohl Spörgel mit den Möhren, und rupft ihn beim Jäten dieſer letztern aus. Der Spöͤrgel, von dem man Samen ziehen will, wird zur Zeit der Hafer⸗ oder Gerſtenſaat geſäet. Iſt der Samen zeitig, ſo mähet man die Pflanzen weg, und behandelt ſie wie Heu. Man driſcht das Gewonnene zu Hauſe ab und erhält manch⸗ mal 4 bis 5 Malter Samen. Gemahlen auf einer Oehlmühle giebt der Samen ein vortreffliches Pferdefutter. Der Roggen geräth vorzüglich nach dem Samenſpörgel. „ XIV. Wurzelgewächſe. Man baut in der Niederung nicht viele Brach⸗, aber deſto mehr Stoppelrüben. Erſtere werden Ende Juli oder Anfangs Auguſt geſaet. Man kann den Ertrag der Stoppelrüben zu 80 bis 100 Säcken— 160 bis 200 Scheffel— vom Holl. Mor⸗ gen annehmen. Runkelrüben ſind erſt ſeit ſechs Jahren im Gebrauch. Sie verdanken der Zuckerfabrikation ihre erſte Aufnahme. Zwar hat ihre Anpflanzung ſeitdem etwas nachgelaſſen; da man ſie aber für ein köſtliches Viehfutter hält, ſo wird ſich ihr Anbau nie ganz verlieren. Man verpflanzt und behackt ſie und ver⸗ wendet eben ſo viel Dung darauf, als zum Rapſe. Dieſes letztere gilt auch für Kartoffeln und Brachrüben. Bei den Kar⸗ toffeln rechnet man auf 10 bis 12 Säcke Einnahme gegen einen Sack Ausſaat. Ueber die unvortheilhafte Einwirkung des Wurzelwerks auf —-— den Boden einzog ei „Sie die Kraft übliche Pf Wurzelgen ſehr viele den ſie er eine dritt als ander eigenen Ein ſehr hamm) peln des Umlaufe ſäet wird wirkung ſelbſt Bre ſind? Für über den rüͤben, Samen! ad zwif hacken g terung dagegen und une rung fut erhaͤlt. nach den Quecken wetden. kommen, Cultur d iſt ſehr ren iſt, as Unange dd ausfaͤlt ͤſtig witd, rölln. Mor⸗ 8. Stgel in die Tugart, der t tergepflügt 22 wit den ns. 4, wird zut — men zeitig, wie Heu. anlt manch⸗ Hehlmühle ₰. Roggen ber deſto 96 Anfangs a drüben zu oll. Mor⸗ uch. Sie Ke. Zwar wman ſe ahr Anbau und ver⸗ 4 Dieſes * den Kat⸗ gen einen verks auf den Boden ſind alle Nachrichten, die ich über die Niederung einzog, einſtimmig. „Sie ſind dem Boden nachtheilig, ſagt eine, weil ſie ihm die Kraft entziehen, und es kann ſolches nur durch das dafür übliche Pflugſpaten wieder gut gemacht werden.“—„Alle dieſe Wurzelgewächſe, ſagt eine andere Nachricht, entziehen der Erde ſehr vielen Nahrungsſtoff und conſumiren allemal den Dung, den ſie erhalten.“—„Ihre Einwirkung auf den Boden, ſagt eine dritte, iſt, daß ſie noch einmal ſo viel Kraft ausziehen, als anderes Getreide; daher mehr davon zu pflanzen, als zur eigenen Conſumtion erfordert wird, nicht anzurathen iſt.“— Ein ſehr intelligenter Landwirth(Baumann von Gotterswicker⸗ hamm) machte die Erfahrung, daß, wenn Rüben in die Stop⸗ peln des Getreides geſaͤet werden, welches als das letzte im Umlaufe der reinen Brache vorgeht, der Raps, der in dieſe ge⸗ ſaͤet wird, darunter leide. Wie ſchaͤdlich muß dann ihre Ein⸗ wirkung auf eine unmittelbar auf ſie folgende Frucht ſeyn, wenn ſelbſt Brache und Dung die Wunde zu heilen nicht im Stande ſind? Für die Cleviſche Höhe will ich Hrn. Lobbes das Wort über den Anbau der Wurzelgewäͤchſe allein überlaſſen.„»Brach⸗ rüben, ſagt er, werden hier wenig gezogen, es wird etwas Samen bei der Beſtellung der Gerſte mit Klee ausgeworfen, und zwiſchen den Kartoffeln, wenn dieſe durch Eggen und Be⸗ hacken gereinigt ſind. Sie werden als Nothhülfe bei der Füt⸗ terung betrachtet. Ihre Cultur iſt von geringerem Nutzen; dagegen iſt die Cultur der Stoppelrüben bei uns ſehr groß und unentbehrlich. Sie bringt uns faſt die ganze Winternah⸗ rung für unſer Rindvieh, welches niemals Heu zur Fütterung erhält. Ihre Beſtellung koſtet wenig Arbeit. Sie werden gleich nach dem Roggen in die Stoppeln geſäet, welche, wenn es die Quecken nicht verhindern, nur einmal 6 Zoll tief untergepflügt werden. Von dem Runkelrübenbau iſt man meiſtens zurückge⸗ kommen, weil man andere Gewäͤchſe vortheilhafter findet. Die Cultur der ſegenbringenden Kartoffeln, die hier Erdäpfel heißen, iſt ſehr ausgebreitet und wird jährlich größer. Die der Möh⸗ ren iſt anſehnlich und war es ſchon ſeit mehr als 50 Jahren. Paſtinaken werden wenig gezogen, weil ſie kein Menſch bei uns ißt und man die Möhren zur Viehfütterung für vorheilhafter hält. Kopfkohl wird in jeder Wirthſchaft wenigſtens zum Be⸗ darf, aber bei einigen Wirthen auch zum Verkauf und fürs Vieh gezogen. Zu letzterem wird vor Winter der Dünger 4 bis 5 Zoll tief untergepflügt. Im Frühjahr wird kurzer Miſt geſtreut und 6 bis 7 Zoll untergepflügt, wodurch der vor dem Winter eingebrachte Dung wieder nach oben kommt. Der Kopf⸗ kohl will fett behandelt werden. Zu den übrigen Gegenſtäuden wird im Frühjahr mit gutem ausgegohrenem kurzem Dünger ſtark gedüngt. Kopfkohl und Erdäpfel werden behackt, erſterer bisweilen zweimal, und behäufelt. Die Möhren werden gejä⸗ tet, welches Tagelöhner, für den Genuß des Unkrauts, die eine oder zwei Kühe halten, gern uͤbernehmen; eben ſp wie das Jä⸗ ten des Weitzens.“ „Zur Beſtellung der Kartoffeln wird das Land von Quecken und Unkrant gereinigt und gut gedüngt. Man fängt mit einem Pfluge an, eine Furche zu ziehen; ein Menſch mit einem Korbe voll Kartoffeln folgt dem Pfluge und wirft auf der Diſtanz eines Fußes allemal eine auf die aus der Furche geworfene Erde; ein zweiter mit drei Pferden beſpannter Pflug folgt in der nämlichen Furche des erſtern und holt an die 8 Zoll tiefe Erde heraus, die er auf die Kartoffeln bringt, und dieſelben tief genug bedeckt; der erſte Pflug kommt wieder und wirft die aufgenommene Erde in die Tiefe, die der zweite Pflug gemacht hat ꝛc. Sollte ein ſtarker Platzregen hierauf fallen und das Land feſtſchlagen oder ſich viel Unkrant zeigen, ſo kann man mit der Egge darüber ziehen, ſollten die Kartoffeln auch ſchon über fingerlanges Kraut getrieben haben. Man ſchätzt ihren Ertrag auf 500 Scheffel vom Holl. Morgen.“ Der Ertrag des Kopfkohls iſt nicht unbeträchtlich. Es ſte⸗ hen 2000 bis 2500 Pflanzen auf 100 zwölffüßigen Quadrat⸗ ruthen. Einige fallen aus, 2000 mögen alſo wohl ſtehen blei⸗ ben. Dieſe haben ein Gewicht von 5 bis 10 Pfund. Man zahlt das Hundert zehnpfündige Köpfe zu 3 Rthl. 18 gGr. In dem Lande von Kempen wird zu den Möhren vor Winter gedüngt und der Dung ſlach eingepflügt. Im Früh⸗ zahre witd ſungen M lettere ſel Zu K. Winter u Zu im Frühj hhes am b ohne Wit mal Dung deryflandt Cöllniſche Zu Burgund Erde ſin von nen ſcharf unr Pflanzen heißt: de noch Kt Rüben g. Eöllniſche Vinter e Laub un ſie entlat bedeckt, Die und Tal ſen, ſag vor all (Streuu herzigun Ra genſtand Sſc bei un I V rheilhafte 83 zum Be⸗ * und fürs Dünger 4 Surzer Miſt vor dem Der Kopf⸗ Denſtaͤnden 8 Döunger erſterer an den gejä⸗ 82, die eine dhe das Ja⸗ 1 n Qnecken nit einem em Korbe 1Diſtanz geworfene En folgt in 2 Soll tiefe rr dieſelben Ir wirft die u gemacht A und das ann mau a uch ſchon 2 t ihren. s Es ſte⸗ Quadrat⸗ en blei⸗ ud. Man Gr. yren vor m Früh⸗ — 61— zahre wird langer Miſt aufgebracht und gepflugſpatet. Die jungen Moͤhren werden zuerſt gejätet und dann geeggt, welches letztere ſehr wohlthätig darauf wirkt. Zu Kartoffeln wird vor Winter mit langem, und nach Winter mit kurzem Miſte gedüngt. Zu Runkeln vird ebenfalls vor Winter gedüngt, und im Frühjahre Jauche auf das Feld gefahren. Man thut ſol⸗ ches am beſten bei etwas feuchtem Wetter, nicht bei Froſt, wo ſie ohne Wirkung bleibt. Wer keine Jauche hat, bringt noch ein⸗ mal Dung auf. Man ziehet die Pflänzlinge im Garten, und verpflanzt und rechnet 20 bis 25,000 Pfund Runkeln auf den Cöllniſchen Morgen. Zu Stoppelruͤben nimmt man ſo viel Samen, als zwei Burgunder⸗Bouteillen faſſen. Wenn ſie 4 bis 5 Zoll über der Erde ſind, werden ſie durchgeeggt und 8 bis 10 Tage nachher von neuem in die Queere. Man ſetzt jedesmal die Egge ſo ſcharf und tief an, als ſie gehen will, ſo daß der Wind die Pflanzen auf dem Felde umwehen könnte. Das Sprichwort heißt: die Rüben ſind gut geeggt, wenn man ſo eben noch Kraut gegen die Sonne ſehen kann.— Wann die Rüben gut gerathen, ſo können 20 einſpännige Fuder von einem Cöllniſchen Morgen kommen. Die kleinſten davon bleiben im Winter oft auf dem Felde und werden dann im Frühjahre mit Laub und Stengeln verfüttert. Die Rüben werden, nachdem ſie entlaubt, im Herbſte in freier Luft aufgethürmt, mit Stroh bedeckt, und mit Raſen bekleidet. Sie halten ſich ſo am beſten. XV. Anbau der Handelsgewächle. u Die hauptſaͤchlichſten darunter ſind in der Niederung Raps und Tabak, auf der Höhe iſt es einzig der Lein.„Wir müſ⸗ ſen, ſagt gar weislich der biedere Lobbes, uns auf der Höhe vor allen Produkten hüten, die zur Erhaltung und Streuung des Viehes nichts beitragen.“ Ein ſehr be⸗ herzigungswerther Ausſpruch! Raps. Ich habe nur wenig Beſonderes über dieſen Ge⸗ genſtand zu erwähnen. —————— ——— — 62— Der Raps wird hier blos in die Brache geſaet, alſo nicht der Erde verpflanzt. Bei öfterem Pflügen und ſtarkem Düngen findet er hitig und ſein Element; dagegen gerathen nach ihm alle Früchte, Winter⸗ ſauſtomm 3 gerſte ausgenommen, vortrefflich. Man ſaͤet ihn zwiſchen dem ner Grun zwanzigſten und fünfundzwanzigſten Auguſt. Im Frühjahre einem hö wird er durchgeeggt, damit die Wurzeln neue und friſche Erde hinteren bekommen. Man ſichtet oder ſchneidet ihn, wenn die Körner Fuß höh⸗ anfangen braun zu werden. Man läßt ihn etwas auf den Aufentha Stoppeln liegen und driſcht ihn zu Hauſe. Das Rapsſtroh Miſtbeete wird zu Gotterswick, vermiſcht mit anderem Stroh, zum Dach⸗ den Bed decken gebraucht, und ein damit angefertigtes Dach ſoll ein ge⸗ che ſtatt wöhnliches von bloßem Getreideſtroh an Dauerhaftigkeit über⸗ V vollkomr treffen. oben ga In dem Kempener Lande wird zu Sommerrübſen der Dung V üͤber ſeit zuerſt in die Erde und dann wieder heraufgepfluͤgt. Zum drit⸗ Schwäͤch ten Male kommt er tiefer in den Boden, damit er nicht wieder das iſt erſcheine. Nun wird das rauhe Feld mit Jauche überfahren, Raute ſe und in der Mitte des Juni der Rübſen geſaͤet. Kommt viel haben. Unkraut darin vor, ſo iſt es nothwendig, zu jäten. Man I richtet ſi braucht zwei Burgunderflaſchen voll Samen auf den Cöllniſchen Zut Morgen. ruthen i Tabak. Vorläufig muß ich ſagen, daß die Gattung Ta⸗ wenn die bak, die man hier baut, an Breite der Blätter dem Pfälzer V ein Mit nicht gleich kommt, und noch weniger dem Elſaſſer; die Blätter zen auf ſind ſchmal und ſpitz zulaufend, daher die Pflanzen auf dem Quadrat Felde auch näher zuſammenſtehen können, als die am Ober⸗ I vraucht rheine. geht. Der Tabak erfordert dreimal ſo viel Dung und zwölfmal V geſchick ſo viel Arbeit als der Raps, ſein roher Geldertrag iſt aber hutſam auch dreimal ſo groß. Er wird, ſo viel ich weiß, nur blos in vermitte dem Kreiſe von Calcar gezogen. Wir kommen zu ſeiner Be⸗ Soden handlung. dir oeh Bekanntlich werden die Pflanzen in einem Miſtbeete erzo⸗ zugeſchm gen und dann verpflanzt. Man verwendet hier mehr Sorge auf Pfnet a die Miſtbeete als in der Pfalz und dem Elſaß. Zu ihrer An⸗ und Fu dann we fertigung ſticht man eine Vertiefung von einem Fuß in die Erde. Da Dieſe Grube wird mit Miſt gefuͤllt, ſo daß er zuſammengetreten 9 „ alſo niht zn findet er re, Winter⸗ iſchen den Frühjahre Priſche Erde ndie Koͤrner ts auf den Rapsſtroh zum Dach⸗ Gel ein ge⸗ gkeit uͤber⸗ der Dung Zum drit⸗ cht wieder herfahren, 2 mmt viel n. Man göllniſchen am Ober⸗ zwölfnal p iſt aber zn blos in iner Be⸗ Pete erzo⸗ Sorge auf z hrer An⸗ die Erde. angetreten — 63— der Erde gleich liegt. Pferdemiſt taugt nicht dazu, er iſt zu hitzig und erzeugt Pitze, die nahe um ſich keine Tabakspflanze aufkommen laſſen. Ueber den Miſt wird 3 bis 4 Zoll hoch fei⸗ ner Grund geſtreut, und das Miſtbeet gleich einer Kutſche mit einem hölzernen hohen Rahmen umgeben. Dieſer muß von der hinteren oder, wenn man will, von der obern Seite um einen Fuß höher ſeyn, als von vorne, damit das Regenwaſſer ohne Aufenthalt über die papierne Fenſter wegfließe. Die Breite des Miſtbeetes iſt von 5 bis 6 Fuß; ſeine Länge richtet ſich nach dem Bedürfniſſe. Auf dieſen Rahmen paſſen die Fenſter, wel⸗ che ſtatt des Glaſes mit geöltem Papiere verſehen ſind. Zum vollkommenen Abfluß des Waſſers muß das Fenſtergitter von oben ganz eben ſeyn, damit das Papier ſich ohne Unterbrechung über ſeine Länge und Breite herziehe. Damit aber dieſes ſeiner Schwäche wegen nicht durchbreche, muß die hölzerne Füllung, das iſt das Rautengitter, der Fenſter ziemlich enge ſeyn. Jede Raute ſoll z. B. nicht mehr als 6 Zoll in der Laͤnge und Breite haben. Die Fenſter meſſen 5 Fuß in der Breite; ihre Länge richtet ſich nach der Breite des Beets. Zur Bepflanzung eines Holl. Morgens von 600 Quadrat⸗ ruthen iſt ein Miſtbeet von 300 Quadratfuß nöthig; das iſt, wenn die Fenſter 6 Fuß lang und 5 Fuß breit ſind, ſo wird ein Miſtbeet von 10 Fenſtern dazu nöthig. Da 30,000 Pflan⸗ zen auf einen ſolchen Morgen fallen, ſo folgt, daß auf jedem Quadratfuß des Miſtbeetes 100 Pflanzen ſtehen müſſen. Man braucht ſo viel Samen, als in 15 Holländiſche Pfeifenköpſe geht. Die Saatzeit iſt im März. Der Samen muß von einer geſchickten Hand ausgeſtreuet werden. Einige harken ihn be⸗ hutſam ganz ſeicht ein, andere überſpringen ihn ganz gelinde vermittelſt einer Gießkanne, wo er dann leicht in den loſen Boden einſchlämmt. Sobald die Einſaat geſchehen iſt, werden die Papierfenſter aufgelegt und rundum ſorgfältig mit Kuhmiſt zugeſchmiert, damit keine Luft in das Miſtbeet dringe. Man öffnet alle 3 bis 6 Tage, nach dem Verhaͤltniß des Wärme⸗ und Feuchtigkeitszuſtandes der Witterung, und begießt, deckt dann wieder zu und beſchmiert die Oeffnungen. Das Land, welches die Pflanzen aufnehmen ſoll, wird 5 — 64— bis 6mal gepflügt, geeggt und gewalzt. Je früher es zuberei⸗ tet wird, um ſo beſſer iſt. Der Dung, wozu der Schafmiſt der beſte iſt, wird mit der dritt⸗letzten Pflugart untergebracht. Die vorletzte bringt ihn daher wieder herauf und die letzte von neuem hinunter.. Der Tabak gehört zu denjenigen Pflanzen, welche ſich ſelbſt nicht haſſen, das heißt, welche auf demſelben Felde öfters, ja ununterbrochen wiederkommen können, wie ſolches auch bei dem Hanfe der Fall iſt; zum Theile auch beim Roggen, aber durch⸗ aus nicht bei Lein, Erbſen und Klee. Der Landwirth Voß zu Wiſſel baut nun ſchon ſeit 30 Jahren den Tabak ununterbro⸗ ſchen auf demſelben Felde. Man behauptet allgemein im Cle⸗ viſchen, daß das ununterbrochene Fortkommen des Tabaks auf demſelben Boden, bei alljährlichem Düngen verſteht ſich, dieſer Pflanze nicht allein nicht ſchade, ſondern noch ihre Qualität verbeſſere; daß ſich dadurch ſein wilzender Geſchmack immer mehr und mehr verliere. Selbſt an Quantität ſcheint er dadurch zu gewinnen. Die Blätter werden zwar nicht ganz ſo groß, als bei ſeltenem Wiederkommen, allein ſie ſind dicker und feiſter und verlieren daher beim Trocknen 5 bis 6 p. Ct. weniger an Gewicht, als bei letzterem. In großen Wirthſchaften iſt dieſes bei ſtarkem Tabaksbau vielleicht nicht anwendbar, indem dem gan⸗ zen Umlaufe der übrigen Feldwirthſchaft zu viel Dung entzogen wird. Es können Obiges hauptſaͤchlich ſolche Wirthſchaften be⸗ folgen, welche einen Ueberfluß an Dung haben oder dieſen an⸗ derswoher beziehen oder den Tabaksbau nur im Kleinen treiben. Bei dem Verpflanzen ſpannt man auf kleinen Feldſtücken die Schnur, auf großen aber nimmt man ſich dieſe Mühe nicht, ſondern ſticht von beiden Seiten einen Maßſtock, und geht von einem auf den andern mit nebeneinandergeſetzten Füßen an, ſo wie das Bohntreten in den Gärten zu geſchehen pflegt. Der Maßſtock hat die Länge von 2 ½ Fuß für Pfad und Beet zu⸗ ſammen. Auf das Beet fallen zwei Reihen Pflanzen im Verbande. Jede Pflanze erhäͤlt nicht viel über einen Quadratfuß Raum. Die Zeit des Verpflanzens trifft in die letzten Tage des Aprils oder in die erſten des Mai. Man behackt einmal, und behäufelt einmal, aber nicht hoch. Iſt aber das Land unrein, ſo muß zweimal gehack w 14 Bläͤtt Die Ueber il die viel fetteſten werden einander nicht in! dier geſch Wande Ende eie Haufen worden. Epalte bracht. detem F durchſtrei der gege Blätter terſte R außieht. Nac drei Ga⸗ in große erhitzen, die Büſ Man re nach gä nach ſch Verl.( his 88 9 die Hang dingt die De gen Orie Oeelen . Schwer les zuberei⸗ hafmiſt de racht. Die k von neuem 8e ſich ſelbſ Söfters, ja n) bei dem veer durch⸗ e Voß zu aunterbro⸗ an im Cle⸗ abaks auf ach, diſe 1. Qualitäͤt kick immer ger dadurch d groß, als ind feiſter miger an giſt dieſes em gan⸗ tentzogen reften be⸗ gieſen an⸗ 3utreiben. lldſtüͤcken S he nicht, nzeht don 4 gt. Der Beet zu⸗ rzerbande. Lum. Die as oder in at einmal, s zweimal gehackt werden. Beim Koͤpfen läßt man dem Stamme 12 bis 14 Blätter, mit Inbegriff der zwei unterſten oder Sandblätter. Die Sandblätter(das Sandgut) ſind nur Auswurf. Ueber ihnen kommen 3 bis 4 Erdblätter(das Erdgut), die viel beſſer ſind und uͤber dieſen das Beſtgut, welches die fetteſten und beſten Blätter enthält. Sand⸗ und Erdblätter werden bei der Erndte zuerſt ausgebrochen, jedoch nicht unter einander gemiſcht. Man bindet die Blätter auf dem Felde nicht in Bündel, ſondern legt ſie frei auf den Karren, welches hier geſchehen kann, da dieſer einen dichten Boden und dichte Wände hat. Zu Hauſe werden die Rippen an ihrem dickſten Ende ein Paar Zoll lang geſpalten und die Blätter in kleinen Haufen reinlich übereinander hingelegt, bis ſie etwas welk ge⸗ worden. Darauf werden ſie angeſpillt, das iſt vermöge ihrer Spalte über lange Stecken angereiht und ins Trockenhaus ge⸗ bracht. Dieſes iſt ein Schuppen, deſſen Wände aus unbeklei⸗ detem Flechtwerke beſtehen, damit die Luft von allen Seiten durchſtreichen kann. In dem Strohdache ſind Zuglöcher einan⸗ der gegenüber angebracht. Der Aermere hängt auch wohl ſeine Blätter auf der Bühne über dem Kuhſtalle auf; allein die un⸗ terſte Reihe leidet durch die Feuchtigkeit, die aus dem Boden aufzieht. Nachdem die Bläter zureichend trocken ſind, wird jede der drei Gattungen beſonders in kleine Büſchel gebunden, und dann in große viereckte Brühhaufen zuſammengepackt. Wie dieſe ſich erhitzen, werden ſie in andere umgeſetzt, wobei man Acht hat, die Büſchel, welche oben lagen, nunmehr in die Mitte zu bringen. Man rechnet den Ertrag im Durchſchnitt auf 30 Centner, dem⸗ nach gäben jede 10 Pflanzen ein Pfund Tabak. Dem Gelde nach ſchlägt ein Bericht den Ertrag auf 225 bis 300 Rthlr. Berl. Cour. vom Holl. Morgen an,(den vom Rapſe zu 75 bis 88 Rthlr.) Von jenem Ertrage muß ein Drittheil blos für die Handarbeit abgerechnet werden. Der größere Bauer ver⸗ dingt dieſe letztere oft zu ſolchem Preiſe an die Handarbeiter. Der Flachs geht nur die Höhe an und wird an eini⸗ gen Orten ziemlich ſtark betrieben. Die Bevölkerung von 2700 Seelen der Colonie Pfalzdorf verdankt ihm einen Haupizweig Schwerz, Landwirthſch. 11. 2 ihrer Erhaltung. Zu Lobberich, in der Gegend von Kempen, werden alle Jahre ein Paar hundert Morgen mit Flachs be⸗ ſtellt. Der Lein folgt nach Klee, Möhren, Hafer und Buchweitzen. Man hält zu Neukirchen in dem Herzogthum Geldern 1) Gerſte, 2) Klee, 3) Flachs, 4) Weitzen, für eine ſehr gute Fruchtfolge. Vor dem ſechſten Jahre will der Lein nicht wiederkommen. Doch fand ich ein Beiſpiel, daß man ihn drei Jahre hintereinander mit gutem Erfolge ſaͤete, es war aber über der Stelle, wo man einen alten Wallgraben eingeriſſen hatte. Die Kleeſtoppel wird in jener Folge noch vor Winter tief umgepflügt, 20 einſpännige Fuder langen Miſt per Cölln. Mor⸗ gen auf die rauhe Furche geſtreut und obenauf liegen gelaſſen, im Frühjahre das Stroh abgeharkt, geeggt und geſäet, darauf wird wieder geeggt und gewalzt. Man nimmt 2 ½ Scheffel Samen auf den Morgen. In dem Cleviſchen reichen 5 Schef⸗ fel auf den Holl. Morgen. Daſelbſt braucht man gewöhnlich Riga'ſchen, bei Kempen Pfälzer⸗Samen. Man hält dieſen für den beſten, vorausgeſetzt daß er alle Jahre erneuert wird. Der Riga'ſche bleibt einige Jahre gut, ohne erneuert werden zu müſſen. Das angeführte Ueberdüngen und den Winter über auf dem Felde liegen laſſen, hat auch im Lande von Kempen ſtatt, wo der Flachs nicht nach Klee folgt. Man bepobachtet aber, daß alsdann zu dem auf den Flachs folgenden Roggen von neuem gedüngt werden muß, ſtatt daß man ſolches nicht braucht, wenn der Miſt untergepflügt worden. Dieſes beſtätigt denn die Meinung, welche ich ſchon anderswo angegeben habe: nämlich daß über dem Felde gebreiteter und liegender Miſt beſ⸗ ſer auf die erſte, ſchnell eingepflügter aber mehr auf die künf⸗ tige Saat wirke. Wer alſo viel Dung hat oder wem an dem Gerathen der erſten Saat das meiſte gelegen, der laſſe den Miſt eine Zeit lang über dem Felde gebreitet liegen. Wer zicht in einem dieſer Faͤlle iſt, der pflüge ihn bald unter. Das Röſten des Leins wird im Waſſer angefangen und an der Luft im Tbau durch Ausſpreiten über dem Boden voll⸗ endet. Hier bleibt er 6 bis 8S Wochen liegen. Man ſieht alle Wochen man beu Im Morgen brackten zu 1 Rt kauſt wi den Gam 80 bis 9 Gilln. I gr., Magdel Un! Erdeichel! Pucherbl mit dem zu tief, als daß den gehel vEin Futt Futter un Bra die beſte mit zerfe ſäet 240 Lobbes, dem Aus den nach fing, aus ſe war ee Gen gehat dem habe Veitze gel Aehre geh a Kempen Flachs he⸗ uchweitzen. 2 1) Gerſte, ruchtfolge. vn. Doch ereinander 1 vo man inter tief ln. Mor⸗ gelaſſen, d., darauf 2 Scheffel 75 Schef⸗ ewöhnlich Jieſen für rd. Der rdeu zu Deer über 2 Kempen pobachtet Roggen Ahſes nicht beſtäͤtigt au habe: liſt beſ⸗ wie künf⸗ an dem Kaſſe den . Wer ar. zen und Sen vol⸗ gieht alle N — 67— Wochen nach, ob der Baſt die gehörige Zartheit habe, welches man beurtheilt, wenn man eine Handvoll davon bricht. Im Cleviſchen rechnet man den Ertrag von einem Holl. Morgen zu 28 Scheffel Samen und 16 bis 17 Centner rein ge⸗ brackten und geſchwungenen Flachs, wovon der Stein(11 Pfund) zu 1 Rthlr. 12 Gr., auch etwas mehr, auf den Märkten ver⸗ kauft wird, circa 70 Rthlr. vom Magdeburger Morgen, ohne den Samengewinn.— Im Lande um Kempen rechnet man auf 80 bis 90 Stein à 5 Pfund(gleich 400 bis 450 Pfund) vom Cölln. Morgen, der Stein zu 80 bis 90 Stüber p. p. 24 bis 27 gr., gleich p. p. 90 Rthlr. Berl. Cour. oder 70 Rthlr. per Magdeburger Morgen. XVI. verchiedene Gegenttände. Unkräuter. In der Niederung hat man mit Diſteln Erdeicheln, auf der Höhe mit Quecken, Vogelwicken und Wucherblumen zu kämpfen. An allem dem Zeuge läßt ſich mit dem Exſtirpator nichts ausrichten. Die einen gründen zu tief, die andern treiben zu ſpaͤt, erſt unter dem Getreide, als daß ſich ihnen beikommen ließ. Die Queckenwurzeln wer⸗ den geheuet und zum Füttern der Kühe und Schafe verwendet. „Ein Futter davon, ſagt Lobbes, iſt mir mehr werth, als zwei Futter unſeres Heues von der Niers.“ Brand im Weitzen. Man nimmt am gewöhnlichſten die beſten vollkommenſten Körner zur Einſaat, vermengt ſie mit zerfallenem Kalke, gießt Jauche oder Miſtwaſſer darüber, ſäet 24 Stunden nachher und hat doch Brand.„Auch ich, ſagt Lobbes, war in dem Falle, bis ich 1794 durch einen Zufall an dem Ausſäen gehindert ward und dieſes erſt dreimal 24 Stun⸗ den nach dem Einbeizen, da der Weitzen ſchon zu keimen an⸗ fing, ausführen laſſen konnte. Ich gab die Ausſaat verloren, ſie war es aber nicht; der Weitzen ward beſſer, als ich je wel⸗ chen gehabt hatte, und zeigte nicht eine brandige Aehre. Seit⸗ dem habe ich den Weitzen immer dreimal 24 Stunden in der Beitze gelaſſen und in 20 Jahren nur eine einzige brandige Aehre gehabt.“— — 68— „So gewiß es iſt, ſagt der Pred. Roß, daß das beſte Korn zum Saͤen genommen werden muß, ſo hat doch die Erfahrung gelehrt, daß ſolches nicht immer vor dem Brande ſchütze. Ich ſaͤe daher ſeit mehreren Jahren nur alten Weitzen und habe ſeit der Zeit nie Brand gehabt. Da nicht alle Körner davon aufgehen, ſo muß man ⅛ an Samen mehr nehmen. Die ſchlechten kränklichen Körner ſcheinen alſo wohl empfänglicher für jenes Uebel zu ſeyn als die geſunden.“— „Ein Loth blauen Vitriol in heißem Waſſer aufgelöſt mit einer Metze ungelöſchten Kalk auf jeden Scheffel Weitzen ge⸗ miſcht, über Nacht liegen laſſen, wo möglich bei abnehmendem Monde geſaͤet, ſichert immer vor dem Brande.“ So verſichert ein Landwirth aus der Cleviſchen Niederung. Stock. Unter dieſem Namen kommt in dem Kreiſe Kem⸗ pen und einem Theile des daran ſtoßenden Jülicher Landes eine Pflanzenkrankheit oder vielmehr ein Pflanzen⸗Abſterben vor, von dem ich anderswo nie gehört habe. Roggen, Hafer, Buchweitzen und rother Klee ſind, ſo viel ich weiß, allein die⸗ ſem Uebel unterworfen. Der Weitzen fragt nichts darnach, noch weniger der Flachs. Ich hatte keine Gelegenheit, ſtockiges Getreide zu ſehen, aber wohl ſtockigen Klee. Ich grub eine Pflanze von dieſem aus, fand die Krone ſchwarz, die Wurzel welk, zähe, trocken, aber nicht den geringſten Anſchein von Fäule, Verletzung, Benagung u. ſ. w. Der Stock zeigt ſich bei dem Klee gewöhnlich ſchon im Herbſte vor dem Jahre ſeiner Benutzung. Sieht man dann auf dem Felde ſchwarze Flecken, auch nur von der Größe eines Tellers, ſo kann man verſichert ſeyn, daß ſie im folgenden Frühjahre ſchon bis auf ein Paar Ruthen in die Runde wer⸗ den um ſich gegriffen haben. Der Landwirth Stäger bei Kem⸗ pen grub um ſolche beſchädigten Flecken zum Verſuche eine Rinne aus, und dieſe Rinne hinderte, daß der Stock von dem ſchad⸗ haften Flecke weiter um ſich griff. Iſt der Klee beim erſten Schnitte ſtockig, ſo iſt von dem zweiten durchaus nichts zu hoffen. Der Buchweitzen wird als die eigentliche Mutter des Stocks betrachtet. Das Getreide vergeht durch den Stock gänzlich auf ———— — dem Feld din ſtoci beſtellt, von demn ſeeren S laßt hat Die die keine Beweis, vieſgem Ruhe, ebenfall wirthe daß ſie des jetz Dung in der Erfo toll wur der rein von eine figet. Dr lichen Lo aus ein eiſernen ein Pfe Ausſchi⸗ Haͤlfte man mi Ausdrei fer und wäͤhrend iſt ſie ni damit tä ſter'ſche Eh .. Landvit — 69— beſte Kon dem Felde und man ſagt dann: der Acker ſey toll. Wird * Erfahrung ein ſtockiges Haferland umgepflügt und im Herbſte mit Roggen hütze. Ic beſtellt, ſo wird dieſer unfehlbar auch ſtockig und verſchwindet 9 und habe von dem Felde. Jedoch habe ich geſehen, daß man auf deu Iner davon leeren Stellen, welche der Stock zwiſchen dem Roggen verau⸗ mmen. Die laßt hat, Hafer einſaͤete. fͤnglicher Die Heilmittel gegen dieſes Uebel ſind der Flachsbau und die reine Brache, auch Erbſen und Kartoffeln; ein offenbarer gjelöſt mit Beweis, daß das zu häufige Wiederkommen des Getreides auf eitzen ge⸗ bieſigem Boden den Stock erzeuge. Das Feld will, wo nicht Fehmendem NRuhe, doch Abwechslung. So halten zu Dahlen, wo man d verſichett ebenfalls den Stock häufig autrifft, die erfahrenſten Land⸗ wirthe die Brache von Zeit zu Zeit für unentbehrlich, und greiſe Ken⸗ daß ſie durch keinen Dung erſetzt werden könne. Der Vater ir Landes des jetzigen Bürgermeiſters Hendrix hatte eine Brennerei und Abſterben Dung in Ueberfluß. Er ging darum von der Brache ab, und der Erfolg nach mehreren Jahren war, daß alle ſeine Felder toll wurden und nicht mehr tragen wollten, bis dahin er wie⸗ der rein zu brachen anfing. Dieſes Faktum wurde mir zugleich von einem daſigen andern ſehr intelligenten Ackerwirthe beſtä⸗ tiget. Dreſchmühle. Man findet ſie bei mehreren gewöhn⸗ lichen Landwirthen in der Eleviſchen Niederung. Sie beſteht aus einem von ſtarkem Lattwerke zuſammengeſetzten oft mit eiſernen Staͤben verſehenen Kegel. Sie erfordert bei der Arbeit ein Pferd und 3 bis 4 Mann zum Anlegen, Abnehmen und öße eines Ausſchütteln. Man erſpart durch ihre Anwendung gerade die lgenden Hälfte der Hände, das heißt, man vollführt ſo viel damit, als nde wer⸗ man mit S Flegeln thun würde. Sie eignet ſich vorzüglich zum bei Ken⸗ Ausdreſchen des Rapſes, der Gerſte und des Kleeſamens. Ha⸗ ne Rinne fer und Weitzen laſſen ſich nur in ganz trockenem Zuſtande em ſchad⸗ während des Froſtes damit ausdreſchen. Für den Roggen aber in erſten iſt ſie nicht geeignet. Sie koſtet 150 bis 200 Rthlr. Man driſcht nichts zu damit täglich 6 bis 7⁰⁰ Garben aus. Sie liefert oft 120 Mün⸗ ſter'ſche Scheffel Wintergerſte in einem Tage. es Etock V Ehrendenkmal. Wenn je einer unter den praktiſchen lich auf a, Hafer, llein die⸗ 6 darnach, 8e ſtockiges Pirub eine Varzel rhein von ſſchon in man daun Landwirthen ein ſolches Denimat verdient hat, ſo iſt es der — 70— ehemalige Königl. Preußiſche Lieutenant Lobbes auf Vaſenhof nahe bei Goch im Cleviſchen. Ich kenne zu wenig von der Ge⸗ ſchichte ſeines Lebens, ſeines Thuns und Wirkens, als daß ich ihm ein ſolches Denkmal ſtiften könnte. Nur einige Blumen auf ſeinen Grabeshügel zu ſtreuen, das vermag ich. Ich hatte die ſüße Wonne, dieſen Veteran in der Cleviſchen Landwirth⸗ ſchaft im Jahre 1816, wiewohl nur auf ſeinem Krankenſeſſel, kennen zu lernen, von dem er nicht aufſtand, bis dahin er 1817 in eine beſſere Welt überging, geſchaͤtzt und geprieſen von allen, die ihn kannten. Er ſchrieb vor 30 bis 40 Jahren eine kurze Abhandlung über die Landwirthſchaft auf der Cleviſchen Höhe, welche zuerſt in den Niederſächſiſchen Annalen, dann 1809 auf Koſten der Cleviſchen Ackerbau-Geſellſchaft abgedruckt wurde. Das größte Lob von Wahrheit und Gründlichkeit, welches ich Bäuer ihr beizulegen vermag, iſt, daß wenn ich(nach jenem langen 4 Zeitraume) mich bei Jemand nach der Kultur auf der Höhe er⸗ 3 kundigte, ich allezeit die Antwort erhielt: Leſen Sie nur die Abhandlung von Lobbes, ſo wie er's darin ſagt, ſo treiben wir es und nicht anders. Dieſen gedruckten Bericht ergänzte er mir denn noch theils mündlich, theils durch die ſchriftliche Be⸗ antwortung von ein Paar hundert meiner Fragen und zwar mit einer Pünktlichkeit und Umſtändlichkeit, welche nichts zu wün⸗ We ſchen übrig laſſen, und doch war dieſer Mann damals ſchon ein ſchöd faſt blind und in hohem Grade leidend. Allein ſeine Leiden⸗ Gelegen chaft für den Ackerbau erhob ihn über ſich ſelbſt. Dabei war dere Hi er das Gegentheil von dem Gewöhnlichen der Greiſe, welche chen, ſ nur von dem Ihrigen zu erzählen ſuchen. Er war vielmehr ſo das La gierig zu hören und zu lernen, und legte mir ſo viele Fragen als det vor, daß ich ihn immer auf ſich ſelbſt zurückführen und ihm das Jü bedeuten mußte, daß ich nicht gekommen wäre, ihn zu belehren, ten zu ſondern von ihm zu lernen. Ein eifrigerer Freund der Land⸗ Un wirthſchaft iſt mir noch nie vorgekommen. Seine Aſche ruhe ſicht auf denn verehrt von Allen, welchen der Ackerbau lieb und werth iſt! n dieſ V ſich nich — es— von der Freilich huͤchſten * Vaſenzof lon der Ge⸗ ails daß ih tſe Blumen † Ich hatte tLandwitt⸗ Likkenſeſſel gin er 1817 wyon allen, veine kurze Ahen Höohe, * 1809 auf Zweiter Abſchnitt. nkt wurde. welches 2 2 △☛☛ dihes i Bäuerliche Verhältniſſe und Zuſtand der Land⸗ aim langen Höhe er⸗ 9: nur die veiiben wir gänzte e Atliche Be⸗ I. Vorbemerkungen. wirthſchaft in dem Herzogthume Jülich. zwar mit F wün⸗ Wenn ein guter milder Boden, eine vortheilhafte Lage, als ſchon ein ſchöner Himmel, die Ausdehnung der Wirthſchaften, die 9 Läden: Gelegenheit zum Abſatze und Verkehr roher Erzeugniſſe und an⸗ zbei war dere Hülfsmittel ein Land vorzüglich zum Ackerbau geſchickt ma⸗ e, welche chen, ſo trifft Solches in dem Jülicher Lande ein. Verdient elnehr ſo das Land von Waes wegen dem hohen Grade ſeiner Cultur † Fragen als der Garten der Ceres angeſehen zu werden, ſo verdient g und ihm das Jülicher Land, der Güte ſeines Bodens nach, dieſer Gar⸗ belehren, ten zu ſeyn. S'er Land⸗ Unbedingt bleibt dieſes Land die fruchtbarſte und in Hin⸗ ſche ruhe V ſicht auf den Ackerbau die vorzüglichſte Provinz, welche Preu⸗ ßen dieſſeits der Weſer beſitzt. Der Freund des Pfluges kann ſich nicht ohne etwas Wehe davon entfernen; denn ein ſo ſchön von der Natur begabtes Land giebt es für ihn nicht mehr. Freilich ſteht die laͤndliche Induſtrie darin noch nicht auf der höchſten Stufe; ſie ſteht aber doch ſchon ſo hoch, daß ſie immer verth iſt! — 42 den zweiten Rang unter den gut cultivirten Provinzen behaup⸗ ten kann. Ich ſage dieſes um ſo lieber, als ich dieſem Lande eine kleine Ehrenerklärung für einige Ausdrücke ſchuldig bin, die ich in meine Schrift über die belgiſche Landwirthſchaft habe fließen laſſen. Nicht daß ich das Geſagte zurücknehme(es galt damals, aber es gilt heuer nicht mehr), ſondern weil es mir ein herzerquickendes Schauſpiel war, nach 20 Jahren ſo viele vortheil⸗ hafte Veraͤnderungen in dem Ackerbau dieſer Gegend wahrzu⸗ nehmen, als ich in den Jahren 1816 und 1817 daſelbſt wahr⸗ genommen habe. Sie ſind nicht ſo ganz ohne allen Nutzen, die politiſchen Erſchütterungen! Eine allzuloſe Behandlung, deren dieſes und die benach⸗ barten Länder ſeit Jahrhunderten genoſſen, die ununterbrochene Einförmigkeit des Ganges des Ganzen, die ganz unbedeutenden Grund⸗ und Staats⸗Abgaben wiegten den Menſchen in Schlum⸗ mer. Was er bedurfte, ward ihm ſo zu ſagen im Schlafe. Wä⸗ rum hätte er ſich anſtrengen ſollen?— Dabei hat dieſes Land, in welchem die Pachtabgaben vormals über allen Begriff nied⸗ rig ſtanden, dadurch ſelbſt das Glück gehabt, auch in der Grund⸗ ſteuer in dem Verhältniß zu ſeinen weit weniger von der Na⸗ tur begünſtigten Nachbarn, unter welche ich die Bewohner der Eifel⸗ und Moſelufer zähle, begünſtigt zu werden. Denn offen⸗ bar, wenn eine übermäßige Beſteurung die Induſtrie niederſchlägt, ſo belebt eine gemäßigte Beſteurung dieſelbe. Es iſt ſchmerz⸗ haft, wenn man ſonſt genügſam und fleißige Landwirthe nu u in den Schenken ſich einander zum Saufen aufmuntern hört, weil ihnen, nach ihrem Ausdrucke, doch nichts übrig bleibt, und der T. Alles nimmt. Wer nicht im Stande iſt, jähr⸗ lich einen Thaler zu erübrigen, wird nie die Groſchen zuſam⸗ menlegen, ſondern ſie je eher je lieber durchzutreiben ſuchen. Die Aufhebung des Natural⸗Zehntens endlich, der durch die Veräußerung der Domainen entſtandene eigenthümliche Be⸗ ſitz, die Kriegshudeleien, die ungewöhnlich anhaltenden hohen Kornpreiſe, alles das hat offenbar die Bahn zu dem Beſſern gebrochen, und die Liebe dafür erregt, und ſo können 20 Jahre eine große Metamorphoſe hervorbringen! „ — Inde darin al Eleveſche dieſer leu zum Vo beiderſeit Wenn in muß und Gegend ihnen an Spendue ihre Fr werbsfle Offenba ob es g als das will ſag ßern rei bei der daß ma fer und noch an denen ſchnitte dort un Se lung de Maas Montje gehören ähnliche haben; Rheinbe olitiſchen tterſchlägt, ſchmerz⸗ Kitde nun ern hört I bleibt, gſt. fähr⸗ a zuſam⸗ Indeſſen konn man nicht ſagen, daß das Jülicher Land darin al pari mit dem daranſtoßenden Kreiſe Kempen und der Cleveſchen Höhe ſtehe. Vergleichen wir ſeinen Boden mit dem dieſer letzten Provinzen, ſo finden wir einen großen Unterſchied zum Vortheile des Jüͤlicher Landes; vergleichen wir aber die beiderſeitigen Erndten, ſo verhält ſich die Sache umgekehrt. Wenn in jenen Gegenden der Boden alle Jahr gedüngt werden muß und gedüngt wird, ſo glaubt man den Getreidefeldern der Gegend von Linnich, Aldenhoven u. ſ. w. anzuſehen, daß es ihnen an Dung fehlt. Reizt alſo da die Natur durch eine karge Spendung den Menſchen zum Fleiße, ſo befördert ſie hier durch ihre Freigebigkeit ſeine Indolenz. Bei jenem erſetzt der Ge⸗ werbsfleiß die Vorzüge, welche die Natur dieſem gewährte. Offenbar geht daraus das höhere Verdienſt des erſtern hervor, ob es gleich, des höheren Aufwandes wegen, nicht eben ſo hoch als das mindere Verdienſt des letztern gelohnt wird. Ich will ſagen: daß jener einen größern rohen, dieſer einen grö⸗ ßern reinen Ertrag habe. Ich beobachte nebenher, daß Solches bei der Beſteurung nicht genug berückſichtigt werden kann, und daß man ſich nicht dadurch irre führen laſſen muß, wenn Dör⸗ fer und Flecken des Herzogthums Jülich weder an Reinlichkeit, noch an Schönheit, noch an äußerem Anſcheine von Wohlſtand, denen in den Herzogthümern Cleve und Geldern im Durch⸗ ſchnitte gleichkommen, noch durch die kleinen Bettler, die ſich dort und nicht hier finden. Schließlich muß ich bemerken, daß ich in dieſer Abhand⸗ lung den Landſtrich vor Augen habe, der zwiſchen der Erft und Maas liegt, und daß ich den gebirgigen Theil, wozu die Kreiſe Montjoie, Malmedy, Gemünd, St. Vith und Blankenheim gehören, davon ausſchließe, da ſolche ſich keinesweges eines ähnlichen Bodens wie das gelobte Jülicher Land zu erfreuen haben; daß ich aber aus der entgegengeſetzten Urſache den Kreis Rheinbach in dieſer Beſchreibung mit einbegreifen werde. 7 84 II. Vertheilung des ländlichen Grundeigenthums. Wenn wir mehr noͤrdlich die Landwirthe durchgehends ein⸗ zeln oder auf dem Lande umher zerſtreut wohnend gefunden ha⸗ ben: ſo finden wir ſie in dem mehr ſüdlichen Theile, wozu denn auch das Herzogthum Jülich gehört, durchgehends in Dörfern beiſammen, jedoch nicht ſo, daß es nicht auch einzeln liegende Höfe daſelbſt gebe. Dieſe ſind dann meiſtens nicht über eine Viertelſtunde von den Dörfern entfernt. In dem nordweſtlichen Theile, der viel aus ſandigem und ſumpfigem Boden beſteht, ſind die abgeſonderten Höfe oder Bauerſchaften ſchon häufiger; ſtatt daß man in dem öſtlichen, zumal dem ſüdöſtlichen Theile, wie der Kreis Rheinbach, nichts als Dörfer findet. Es ſcheint doch wohl, daß die höhere oder geringere Güte des Bodens mit zu dem gedachten Unterſchied Anlaß gebe. Da wo der Boden in großen Flächen immer gut und ſich gleich bleibt, mögen die Menſchen ſich mehr zuſammen drängen, weil ſie rund um ſich her Gelegenheit zu nützlicher Beſchäftigung fin⸗ den, und ihr Pflug nach allen Seiten ausziehen kann; da aber, wo die guten Felder ſich nur zerſtückelt und zerſtreut, oft nur in der Ferne vorfinden, da mußten wohl die Menſchen dieſen nachziehen und ihre Hütten in der Nähe aufſchlagen, oft ein⸗ zeln, oft zu zwei oder mehreren bei einander. Vieles gründet ſich in der Welt auf den Zufall, aber noch Mehreres auf die Natur oder den Lauf der Dinge. Das Flächenmaß iſt ſich nicht allenthalben ganz gleich; im Durchſchnitte glaube ich den hieſigen Morgen zu 31,5 Acres an⸗ nehmen zu können, da der Magdeburger Morgen ihrer 25,5 enthäͤlt: ſo machte ein Jülichſcher oder Lölniſcher Morgen bei⸗ nahe ¾ Magdeburger. Die Größe der Höfe iſt nach den Gegenden und Umſtäaͤnden verſchieden. Sie reicht von 50 zu 5 bis 600 Morgen. Wenige dieſer Höfe haben ihr Areal zuſammenliegen. Durchgehends liegen die Felder zerſtreut unter einander in größern oder klei⸗ nern Stücken. In dem Kreiſe Rheinbach hat es dieſelbe Bewandtniß um die Größe Wirthſchaf mittleren, von da al Beihülfe! nähren. Ales bar und! geſeßlich muß der ſprochen! ten vor, Beiſpiel! Kau täglich, d von eine angenom Preiſes er von 1 Ebe⸗ zins de als ſell man zu Rthlr. ter zu 1 Geld) Verpäͤch zins gr 4 Berl. mal beſt Ddi bis 12 Beding athums. Ahends ein⸗ funden ha⸗ wozu denn dn Dörfern un liegende hüber eine weſtlichen en beſteht, a haͤufiger; zen Theile, R gere Güte Plaß gebe. ch glei agen, weil Sigung fin⸗ da aber, 3 oft nur un dieſen 2) oft ein⸗ 3 gründet s' auf die ich; im leres an⸗ gyrer 25,5 Lrgen bei⸗ wmſtaͤnden 6 Wenige chgehends Koder klei⸗ S tniß um 75— die Größe der Wirthſchaften, wie in dem Jülichſchen. Die Wirthſchaften von 5 bis 600 Morgen ſind ſehr ſelten. Die mittleren enthalten ihrer 150 bis 200, und fallen auf 50 und von da auf 12 bis 6 Morgen herab; welche letztere jedoch mit Beihülfe von Nebengeſchäften eine ganze Familie ehrbar er⸗ nähren. III. Verkehr mit den Grundſtücken. Alles Grundeigenthum, ſelbſt die Erbpachtgüter, ſind theil⸗ bar und können, jedoch ohne Nachtheil der darauf haftenden, geſetzlich eingetragenen Hypotheken, veräußert werden. Auch muß der Obereigenthuͤmer bei der Veräußerung darum ange⸗ ſprochen werden. Die Erbpacht⸗Güter kommen hier äußerſt ſel⸗ ten vor, und es giebt Gegenden, wo ſeit hundert Jahren kein Beiſpiel von Erbverpachtung mehr ſtatt gehabt hat. Kauf und Verkauf einzelner Grundſtücke kommt tag⸗ täglich, der ganzer Güter etwas ſeltener vor. Der Mittelpreis von einem Morgen Ackerland möchte wohl zu 75 Berl. Rthlr. angenommen werden können; allein die Verſchiedenheit des Preiſes übertrifft alle Vorſtellung. In demſelben Dorfe fäͤllt er von 150 auf 50 bis 40 Rthl. herab. Eben ſo verſchieden als der Kaufpreis iſt auch der Pacht⸗ zins der Güter. Die Localitäten entſcheiden hierin oft mehr als ſelbſt die Qualität des Bodens. Vor Zeiten verpachtete man zu Aldenhoven den Morgen zu 2 ½, jetzt zu 4 bis 6 ja 8 Rthlr. Cleviſch. Ein Gutsbeſitzer bei Bergheim hat ſeine Gü⸗ ter zu 1 Malter Roggen(circa 3 Scheffel und 16 Groſchen in Geld) p. Cöllniſchen Morgen verpachtet. Dabei aber trägt der Verpächter die Grundſteuer. Im Durchſchnitt könnte der Pacht⸗ zins großer Guͤter zu dritthalb, der einzelner Grundſtücke zu 4 Berl. Rthlr. per Cölln. Morgen angenommen werden. Manch⸗ mal beſteht der Pachtzins auch in Naturalien. Die Pachtfriſt im Kreiſe Erkelens iſt gewöhnlich von 6 bis 12 Jahren, ſelten von 24 und noch ſeltener von 30. Die Bedingungen dabei hängen von der Uebereinkunft der Contra⸗ henten ab; daher wird manchmal Nachlaß, manchmal nicht, die allgen bei Hagelſchlag, Mäuſefraß, Kriegsverheerungen vorbehalten. gen die b Im Kreiſe Dueren iſt die Pachtfriſt ebenfalls von 12 Jah⸗ 3 und klein ren; und ſollen die Pachthöfe emporkommen, ſo iſt auch dieſe an: ob in Dauer fürder anzurathen. Verderblich iſt die Verpachtungs⸗ ſſder neht methode von 2 zu 3 Jahren, welche bei den franzöſiſchen Do⸗ ſen Falle mainen eingeführt wurde, und nur einem um die ſolide Verbeſſe⸗ ſchaften d rung des Ackerbaues unbekümmerten Volke verzeihbar. Eben und dieſe ſo nachtheilig war die Clauſel, welche vormals den Pachtkon⸗ den größ trakten beigefügt wurde, daß Kauf Miethe brechen ſollte. FRaael w Die Abſtellung dieſer Clauſel gereicht der franzöſiſchen Geſetz⸗ treffen; gebung zum Lobe. ein arm In dem Kreiſe Rheinbach iſt die Friſt von 3 zu 6, von 6 Landwit zu 9 feſtgeſetzt, ſeltener von 6 zu 12. Die Pacht kann alſo im n heid erſten Falle mit jedem dritten, und im letzten Falle mit jedem b. ſechsten Jahre durch Aufkündigung einer der contrahirenden Parteien gebrochen werden. Mit dem Abzugsrechte und der Zeit des Abzugs hat es Ich allgemein folgende Bewandtniß: auf großen Gütern hat An⸗ tüchtiger und Abzug den 2. oder 22. Hornung ſtatt. Der Abzieher ge⸗„d. nießt die ⁄ des eingeſäͤeten Wintergetreides, womit er aber Urſachen nicht mehr als die Hälfte des Areals beſtellen darf. Dagegen bewieſen zahlt er auch die des Pachtzinſes, und muß die Wintergetreide⸗ und gar Erndte in die Hofesgebäude einſcheuern. Stroh, Kaff, Dünger das Vie müſſen ohne Ausnahme bei dem Hofe zurückbleiben. Noch muß rung a⸗ der Abzieher die andere nicht eingeſäete Hälfte des Areals dem dieſe ar Anzieher in Sturzfuhren(die erſte Pflugart) überliefern. Bei herbeiſt einzelnen Stücken geht die Pachtfriſt mit dem 30. November unterhä zu Ende. Dabei thut der Abzieher genug, wenn er das Land 96 in Stoppeln liegen läßt. Von Miſtrecht iſt hier keine Rede, 1 Feldſtu und es gilt der Rechtsſatz: wie angetreten ſo abgetreten. Herbſte Ein eiſernes Inventarium findet ſich nicht. Proviſi Nur im Kreiſe Rheinbach iſt ſich die Zeit des Abzugs nicht ſondern auf alten Gütern gleich, welches mancherlei Beſchwerlichkeiten V ſich nic mit ſich führt und ein gleiches Reglement für die ganze Pro⸗ weichen vinz wünſchen läßt.„8 Ueber die zweckmäßigſte Größe der Pachthöfe herrſcht hier und ihr mal nicht ebehalten. n 12 Ja⸗ zauch dieſ Lpachtunge⸗ riſchen Da⸗ te Verbeſſe⸗ kar. Ehen Pachtkon⸗ e ſoltte. jen Geſet⸗ 6, von Inn alſo im Amit jedem ahirenden is hat es n hat An⸗ gieher ge⸗ ot er aber — Dagegen argetreide⸗ 71, Dünger Noch muß ceals dem Jern. Bei Ukovember Hdas Land ine Rede⸗ zetreten. — ugs nicht elichkeiten ze Puu⸗ ſt kin — 77— die allgemeine Meinung, daß die von 150 bis 200 Cölln. Mor⸗ gen die beſte ſey. Bei der Entzifferung des Streites über große und kleine Wirthſchaften kömmt es wohl hauptſächlich darauf an: ob in einer gegebenen Gegend mehr der Grund und Boden, oder mehr die Zeit und Arbeit in Betracht kommen. Im er⸗ ſten Falle verdienen die kleinen, im letzten die großen Wirth⸗ ſchaften den Vorzug; denn unſtreitig benutzen jene den Boden und dieſe Zeit und Arbeit am höchſten, daher haben denn jene den größern rohen, dieſe den größern reinen Ertrag. Dieſe Regel wird gewiß allemal auf gutem und auf Mittelboden zu⸗ treffen; Ausnahme davon machen: a) der Sand⸗ oder ſonſt ein armer Boden, der häufigen Dünger erheiſcht, und b) der Landwirth, dem es an dem gehörigen Betriebscapital gebricht. In beiden Fällen paßt keine große Wirthſchaft. IV. Gemeingründe. Ich führe über dieſen Gegenſtand wörtlich an, was ein tüchtiger Mann aus dem Kreiſe Erkelens davon ſagt: „Die Theilung der Gemeingründe wäre aus verſchiedenen Urſachen bei uns zu. wünſchen; denn es hat die Erfahrung bewieſen, daß, wo Gemeingründe ſind, der gemeine Taglöhner und gar der Bettler veranlaßt wird, Vieh zu halten. Da aber das Vieh, ſelbſt im Sommer, nicht einmal hinreichende Nah⸗ rung auf der Gemeinheitsweide findet, ſo iſt die Folge, daß dieſe armere Claſſe das abgehende Sommer⸗ und Winterfutter herbeiſtehlen muß, und ihr Vieh auf Koſten des Begüterten unterhält.“ „So ſtehlen dieſe Leute im Frühjahre die aufkeimenden Feldfrüchte; im Sommer Klee, Gras, Heu, Grummet; im Herbſte Rüben, Möhren, Rapspflanzen, und zwar mit ſolchen Proviſionen, daß ihr Vieh nicht allein im Sommer vollauf hat, ſondern auch noch im Winter davon leben kann. Man wird ſich nicht leicht eine Vorſtellung von allem Schaden machen, welchen ſolche Leute anrichten.“ „Da ferner die Menſchen von dem Genuſſe ihres Viehes und ihrem Bettelſtabe zureichenden Unterhalt für ihre ganze Haushaltung finden, ſo iſt ein heilloſer Müßiggang davon dee thlomät unausſetzliche Folge. Sie verſchmähen das Dienſtbrod, welches Mrnats ihnen die Begüterten darbieten, indem ſie ihre Lebensweiſe an⸗. ſoiche lan genehmer als die eines arbeitſamen Lebens finden. Von den ſol, und Alten pflanzt ſich der Same des Uebels auf die Jugend fort. zu ſeinem In der Schule des Feldraubes und Plünderns erzogen, übt ſic dieſen dieſe ſich zu noch größeren Uebelthaten für die Zukunft.“ Wahrhei Vor dem Einrücken der Franzoſen beſtand im Jülicher ölu Lande die wahrhaft goldene Verordnung, daß derjenige, der R. 4 nicht 3 Morgen eigenthümlich oder pachtmäßig beſaß,. maineia kein Stück Vieh halten durfte. Dieſe Verordnung hatte Graden) die heilſamſte Wirkung. Der Felddiebſtahl war unbekannt, das Gemeind Volk arbeitſam und das Geſinde treu und bieder. di 3 aaß die V. Servituten. ſen und Gemeinde Garbenzehnt, Spann⸗ und Handdienſte haben nicht mehr ofenen, ſtatt. hatte 5 Die Hutberechtigung auf Aeckern iſt mit keinem Brach⸗ deihung zwange verbunden. nicht geg „Die von ältern Zeiten hergebrachte dreigewän⸗ zu andern dige Bauart, ſagen die Landwirthe des Kreiſes Duern, iſt Wal ein ſeit 20 Jahren faſt allgemein, und nicht ohne na⸗ du verſche mentlichen Bortheil abgeſchafft worden, und jeder geſtäert kann ſeinen Acker nach eigener Convenienz cultiviren. Nur bei ſeitdem abziehenden Pächtern behält man noch die alte Regel bei, daß beweide die Felder dreigewändig zurückgelaſſen werden muſſen.“ tigen W Ddie Hutſervitut auf den Wieſen iſt um ſo viel ſtrenger. TWenn 5 Sie dauert an einigen Orten bis Anfang, an andern bis Mitte, V um der an andern bis Ende April, und wieder an andern bis Ende Kön Mai. Dieſes letztere iſt der Fall mit den Wieſen längs der ſſe aufe Erft zu Bergheim. Dieſe werden dann Ende Auguſt gemähet. uf dieſe Der Boden iſt torfig oder moorig; daher behauptet man, daß ben, doch das Abweiden dieſer Wieſen zuträglich und nothwendig ſey, ohne erym a welches ſie in acht Jahren kein Pferd mehr tragen würden. Die ärgſte Servitut liegt wohl auf den Wieſen zu Kerpen. Die Viehhut dauert darauf bis Johannis und hebt mit Bar⸗ davon die 1d, welches A sweiſe an⸗ † Von den gend fort. ogen, üht äft. Jülicher jige, der i beſaß, taung hatte Nannt, das icht meht an Brach⸗ t gewän⸗ Wern, iſt hne na⸗ und jeder „ Nur bei äbei, daß 1 a ſtrenger. 1 Mitte, is Ende gings der n jemähet. iin, daß Byey, ohne a den. Kerpen. nit Bar⸗ — 79— tholomäi wieder an. Die Eigenthümer haben ſie alſo nur zwei Monate lang zu benutzen. Man behauptete daſelbſt, daß eine ſolche lange Behutung den daſigen Wieſen unentbehrlich ſeyn ſoll, und berief ſich auf einen Mann, der durch das Gegentheil zu ſeinem großen Schaden klug gemacht worden ſey.— Daß ich dieſen Mann aufſuchte, um eine ſo wichtige und traurige Wahrheit beſtätigt zu hören, verſteht ſich. Es war Hr. R. in Cölln. 1 R. kaufte zu franzöſiſcher Zeit einen guten Theil der Do⸗ mainenwieſen zu Kerpen an und ſchloß 10 Morgen davon mit Graben und Hecken ein, wodurch nach franzöſiſchen Geſetzen die Gemeinde mit ihrem Vieh nicht mehr darauf hüten durfte.— Die Berechtigten ließen es geſchehen, weil ſie überzeugt waren, daß dieſes ſchlendrianwidrige Unternehmen ſich bald ſelbſt ſtra⸗ fen und der Eigenthümer genöthigt ſeyn würde, ſich von der Gemeinde zur Gnade auszubitten, jene Wieſen, wie die übrigen offenen, bis Johannis mit ihrem Vieh abzuweiden.— Man hatte 5 Jahre auf die Erfüllung gewartet; allein die Prophe⸗ zeihung ſchlug fehl, und das liebe alte ländlich ſittlich hielt nicht gegen die neue Mode. Da riß die Geduld! Man griff zu andern Mitteln, rückte mit Haue und Karſt hin, riß den Wall ein und zerſtörte die Hecke, um dem Vieh den Eingang zu verſchaffen. Dem Unfuge wurde jedoch höheren Orts bald geſteuert, der Wall wieder in Stand geſetzt. Das Gras wachſt ſeitdem ungeſtört fort, ob es gleich nicht mehr bis Johannis beweidet wird. R. wünſcht nichts mehr, als daß alle ſeine üb⸗ rigen Wieſen eben ſo wie die 10 Molgen eingefriediget wären. Wenn er es bisher nicht that, ſo geſchah es aus dem Grunde, um der Gemeinde nicht auf einmal zu viele Weide zu entziehen. Kömmt Johannis, ſo treibt man die Heerde ab und bringt ſie auf eine Heide, um darauf bis Bartholomäi zu ſchmachten. Auf dieſe Weiſe halten Leute, die keinen Fuß breit Land ha⸗ ben, doch ein Paar Kühe. Dieſem Unweſen gleicht denn zu Kerpen auch der ganze übrige Ackerbau, wie wir ſehen werden. VI. Hindernille und Mitsbräuche. Wege. Es iſt nur mit Ekel, daß man davon ſpricht. Der ganze Umlauf des Verkehrs ſtockt, die Produktionskoſten werden größer, und die Produkte ſelbſt verlieren an Werth, wo ſchlechte Wege ſind. Es bedürfte in jeder Provinz nur eines Marneſta, und in zwölf Jahren würden alle Nebenwege Kunſt⸗ ſtraßen ſeyn. Die Sucht, welche die Franzoſen hatten, an allen Wegen und Straßen Bäume zu wollen, kann ich nicht theilen, wenn ſolche Bäume keine Obſtbäume, die ſich nicht in alle Gegenden ſchicken, ſeyn können, und jeder Eigenthümer die wilden Baäume auf ſeinen Feldern dulden muß, welche ihm nur Schaden und nicht geringſten Vortheil bringen. Ich fand ſchon Gutsbeſitzer, welche ſich erboten, von ihrem Felde einen 8 bis 10 Fuß brei⸗ ten Streifen längs dem Wege herzugeben, wenn nur keine Bäume auf dem Felde zu ſtehen brauchten. Uebrigens darf man nicht darauf zählen, wie der Erfolg nach allen Seiten be⸗ weiſt, je eine vollſtändige Baumreihe auf dem Raine der Fel⸗ der aufzubringen. Jeder wehret das Seinige vor Schaden, und ich glaube, die Natur giebt Jedem darin Recht. Ufer. Die Unterhaltung der Ufer der Ruhr iſt für das Jülicher Land von der äußerſten Wichtigkeit. Unter der ehemaligen kurfurſtlichen Regierung wurden die Ufer und Daͤmme dieſes ſeiner Natur nach reißenden und bös⸗ artigen Fluſſes, auf Koſten des Aerars durch einen Zuſatz zu den Steuern des ganzen Herzogthums hergeſtellt und unterhal⸗ ten, und zu dem Ende ein beſonderer Aufſeher angeſtellt. Unter der franzöſiſchen Verfaſſung wurde dieſer kleine Strom zum Privatſtrome umgeſchaffen, woraus die unſelige Folge ent⸗ ſtand, daß jeder Angrenzende, ſo weit ſein Eigenthum reichte, Dämme und Ufer im Stande halten ſollte. Von dem Augen⸗ blicke an war kein Zuſammenhang in der Arbeit mehr, und weil keiner, wie Recht, für den Saumſeligen arbeiten wollte, ſo that Niemand etwas, und wo noch Einer etwas that, ſo arbeitete er zu ſeinem Nutzen und dem Gegenüberliegenden zum Nach den fuͤr Mü hier! Di ſo hoch Wieſen in manch Nach de der Haut die daich neuen I mußte. griffn wiß wt Verfü un ſere an. Ich in dieſe gehört, Bt Lande ihnen d Kriegs einigen materie nöthig D Natur kohlenl fangen, dem Rh weiler i⸗ wieder; M. von B. und be Schwe — Kon ſprich. s ttionskoſten d nur eines tzege Kunſt⸗ en Wegen delen, wenn — Gegenden uden Baͤume haden und utsbeſttzer Fuß brii d nur keine Sgens darf * Seiten be⸗ de der Fel⸗ Sꝛden, und ait für das urden die 8 und döe⸗ Züſatz zu a unterhal⸗ eelt. ine Etron s Folge ent⸗ m reichte, em Augen⸗ znehr, und Peen wolte ds that, ſ erliegenden an Werth, zum Nachtheile. Ueberſchwemmungen und unberechenbarer Scha⸗ den für das Ganze ſind die Folgen jener unweiſen Verfuügung. Mühlen⸗Unfug. Dieſer findet ſich überall, alſo auch hier! Die Sohlen mehrerer Mühlen ſind erhöhet, oder bei neuern ſo hoch angelegt, daß die benachbarten Gärten, Aecker und Wieſen dergeſtalt überſchwemmt werden, daß die Eigenthümer in manchen Jahren den ganzen Ertrag davon hingeben müſſen. Nach der vormals beſtehenden Polizei⸗Verordnung reſidirte in der Hauptſtadt ein ſogenannter Wehrmeiſter, der jährlich die Teiche unterſuchen, die Teichordnung wahren, und bei jeder neuen Anlage oder Veräͤnderung am Mühlwerke zugegen ſeyn mußte. Er war befugt, ohne alle weitere Procedur den Ein⸗ griffen der Mühlinhaber brevi manu zu ſteuern. Es waͤre ge⸗ wiß wünſchenswerth, wenn dergleichen heilſame alte Verfügungen wieder belebt würden; denn gewiß unſere Väter griffen nicht alles ſo ganz verkehrt an. Ich übergehe die Vergiftungen, welche durch den Bleibach in dieſer Gegend entſtehen, als Privatunfug, der nicht hieher gehört, diejenigen aber ſehr drückt, welche darunter leiden. Brenn⸗ und Baumaterial. Ob es gleich dieſem Lande nicht an Waldungen und Forſten gebricht, ſo fehlt es ihnen doch einigermaßen an Holz, woran die vergangenen Kriegszüge und forſtwirthſchaftliche Mißhandlungen, auch in einigen Gegenden die ſchlechten Wege, ſchuld ſind. An Bau⸗ material fehlt es zumal. Man hätte in manchen Holzungen nöthig, die Bäume mit einer Laterne aufzuſuchen. Die Sorge für eine andere Art von Brennſtoff hat die Natur ſelbſt übernommen. Es ſind die unerſchöpflichen Stein⸗ kohlenlager, welche in der Grafſchaft Mark in Weſtfalen an⸗ fangen, ſich in der Richtung von Nordoſt nach Südweſt nach dem Rheine hinziehen und ſich daſelbſt verlieren, dann bei Eſch⸗ weiler in dem Herzogthum Jülich und weiter fort an der Maas wieder zum Vorſchein kommen. Mit dieſer Richtung kreuzt ſich gewiſſermaßen eine andere von Braunkohlen, welche ſich längs der Bergkette bei Bonn und bei Bergheim im Jülichſchen zeigt, in der Tiefe oder dem Schwerz, Landwirthſch. 11. 6 — 82— Rheinthale verliert und auf dem Weſterwalde wiedergefunden Die wird; alſo von Weſtnordweſt nach Oſtſüdoſt ſtreicht. ſteht aus Ueber die Steinkohlen bemerke ich blos, daß die alle Verkohl! menſchliche Begriffe überſteigende, ſchlechte Wege in der Ge⸗ ruht ein gend von Eſchweiler das Verfahren der Kohlen äußerſt erſchwe⸗ grobem ren und vertheuren; dann auch, daß es oft an Vorrath fehlt, Lehm, 1 nicht dem Schoße der Erde, denn man hält ihn daſelbſt für Bei unerſchöpflich, ſondern weil nur ein Kohlberg daſelbſt gangbar ein ſchäͤ iſt; daher zu wünſchen wäre, daß noch ein zweiter geöffnet die Stär würde. das unt Das Nachſuchen der Braunkohle in dieſer Gegend iſt dert. 2 noch nicht alt. Man macht aber jetzt, ihrer vortrefflichen Aſche che nich noch beſonders wegen, ſehr häufigen Gebrauch davon. Sie So wird theils durch bloßes Nachgraben, theils durch Schachten Unterſu und Stollen zu Tage gefördert, und beſteht theils in einer fei⸗ Richtun nen, fetten, ſchwefelhaften Erde, theils aus verkohlten Holz⸗— Von theilen. Die groben Holztheile(manchmal ſind ſie noch ſo feſt, daß ſie blos mit der Axt können gekürzt werden), verwittern am Ende durch Luft und Sonne, zerfallen dann und gehen ebene⸗ D. falls in jene fette Erde über. Da ſie aber in ihrem noch gan⸗ mir ha zen Zuſtande mehr geachtet werden, als nachher, ſo ſuchen die welche Graͤber ſolche ſogleich zu verkaufen.— des wei Die Kohlerde wird im Sommer bearbeitet, mit Waſſer der Ge angefeuchtet, mit ein wenig Lehm gemiſcht, kräftig und fleißig ſetzt, getreten, in Formen geſchlagen, an der Luft getrocknet und Nach demnächſt in Haufen zum Verkaufe aufgeſtellt. Weſte Bei Bonn führt die Braunkohlenerde etwas Alannſaͤure'irge! bei ſich, welche ſich aber bei Bergheim verliert. buͤhne Die Lage der Verkohlung iſt wellenförmig, wahrſcheinlich mehr nach der ehemaligen Geſtalt der Oberfläche des Bodens, auf* D welchem vor Jahrtauſenden der weſtliche Orkan die Waldungen Norder der Schöpfung niedergelegt und den damaligen Ueberfluß füur es gen! die mehr kargen Zeitperioden aufgeſpart hat. Ueber dieſem de Schatze haben gleichzeitig oder nachher Ueberſchwemmungen gleich, eine Decke hergeworfen, um ihn gegen einen gänzlichen Ver⸗ AEertie gang vor der Luft zu ſichern. lzum T wergefunden 4 V iß die ale an der Ge⸗ arſt erſchlwe⸗ Prath fihle aſalbſt ſüt 2tt gangbar dr geöffnet eihegend iſt lichen Aſche von. Eie Schachten einer fei⸗ Alten Holz⸗ ffeſt, daß enttern am hen eben⸗ 2 noch gan⸗ ſuchen die V it Waſſet vnd fleißig dacknet und launſäͤnre arſcheinlich W ens, auf Szaldungtn arfluß für der dieſem ommungen achen Vei⸗ — 83— Die Decke, welche das Kohlenlager zunäͤchſt berührt, be⸗ ſteht aus einem ſchwarzblauen feſten Thone, der vielleicht der Verkohlung ſelbſt ſein Daſeyn zu verdanken hat. Ueber dieſem ruht eine Schicht theils von aͤußerſt feinem Sande, theils von grobem Kies. Ueber ihr zieht ſich eine Rinde von ſchlechtem Lehm, welcher in der Höhe von der Ackerkrume gedeckt wird. Bei dem Durchbrechen der feſten Thonſchicht ſtößt plotzlich ein ſchädlicher Qualm aus dem dunkeln Sitze der Kohlenneſter, die Stärke dieſer letztern iſt nicht wohl zu berechnen, indem das unterirdiſche Gewäſſer an einer gänzlichen Ergründung hin⸗ dert. Man findet darin noch die Stämme ganzer Bäume, wel⸗ che nicht anders als mit der Axt zerlegt werden können. Sehr merkwürdig für die Naturkunde würde eine genaue Unterſuchung der Umgebungen ſolcher Kohlengegenden, der Richtung und Lage der Bäume, ihrer Holzart u. ſ. w. ſeyn! — Von dem Gebrauche der Aſche anderswo! VII. Belchatkenheit des Bodens. Die Gegend, deren Ackerbau ich in dieſer Abhandlung vor mir habe, hebt nach der öſtlichen Seite auf der Erhöhung an, welche ſchon in dem ECleviſchen ihren Anfang nimmt, den Rand des weiten Rheinthales bildet, und in dem ſüdlichen Theile zu der Gebirgskette erwächſt, die dem Rheine die engen Schranken ſetzt, welche bis zu dem Ufer der Nahe ſtromaufwärts laufen. Nach Norden wird unſere Gegend von dem ECleviſchen und nach Weſten von der Maas begrenzt. Südlich ſtößt ſie an die Ge⸗ birge der ſchauerlichen Eifel, welcher ſie gewiſſermaßen zur Vor⸗ bühne dient, und als ſolche ſich in dem Verhältniſſe mehr und mehr erhebt, wie ſie ſich dem Gebirge nähert. Das Jülicher Land erhält dadurch einen ſanften Hang nach Norden, wie die Richtung der Ruhr, der Erft und der Bäche es genugſam zeigen. Das Land, wiewohl im Allgemeinen flach, iſt nicht uberall gleich eben; oft wellenförmig, mitunter einige flache Thaͤler oder Vertiefungen, wie die, welche den angeführten beiden Flüſſen zum Bette dienen. Am ebenſten iſt das Land wohl in ſeiner 6 ²— unteren oder nördlichen Hälfte. Flach iſt ebenfalls, und oft wie eines Stromes Spiegel, der ſchöne Canton Rheinbach, wel⸗ chen ich in der vorliegenden Beſchreibung mit einbegreife. Man fühlt die Schönheit und den Naturreichthum dieſes Landes erſt dann in ihrer ganzen Fülle, wenn man, wie ich, einige Mo⸗ nate über die rauhen Erdſtriche des Hunsrückens und der Eifel reiſet, Felſen und Schluchten geſehen hat, Gegenden, wo der Menſch eben ſo ſehr mit der Unfreundlichkeit des Climas als der Armuth des Bodens, und der Lage ſeiner ſteilen oder ent⸗ fernten Aecker in immerwährendem Kampfe ſteht, man empfin⸗ det, ſage ich, das Schöne und Herrliche erſt recht, wenn man von der letzten Höhe, welche das Thal der Ahr einſchließt, auf einmal die unglaublich ſchöne Fläche des Cantons Rheinbach und des daranſtoßenden Jülicher Landes erblickt. Unzählbare Kirchthürme ragen von allen Seiten empor, als die Loſungs⸗ zeichen, um welche die Erdbewohner ſich ſammeln, um dem Gotte des Himmels, als dem Geber und Erhalter der Frucht⸗ barkeit ihres ſchönen Bodens zu huldigen, und ihre Bitten, ihren Dank, ihre Furcht und ihre Hoffnung vor ſeinen Altären niederzulegen. Ich beobachte, daß ich in der vorliegenden Abhandlung immer folgende fünf Cantone vor Augen habe: nämlich den Kreis Erkelens für den nördlichen, Geilenkirchen für den weſt⸗ lichen, Düren für den ſüdlichen, Rheinbach für den öſtichen und Jülich für den mittleren Theil des Landes. Die meyr ſüd⸗ liche rauhere und gebirgige Theile werden wir bei der B ſchrei⸗ bung der Eifel wiederfinden. Im Ganzen iſt der Boden ein guter, trockener, mergelar⸗ tiger oder über einer Mergelſchichte ruhender Lehm. So ſindet man ihn in dem ſüdlichen und öſtlichen Theile des Kreiſes Er⸗ kelens. Dagegen iſt der weſtliche und nördliche Tlell deſſ lben ſandig und ſumpfig, und erheiſcht, wie im Kreiſe Kempen, vie⸗ len Dünger. An ſichern Orten findet ſich ein ſowohl bei feuch⸗ tum als trockenem Wetter ſchwer zu bearbeitender Thon. Der Kreis Geilen⸗Kirchen hat durchgehends einen ſehr guten und tiefen Lehmboden. Sein Untergrund beſteht aus Sand, Lehm oder Mergel. Einige thonige Felder ſind dem Auffriere Eine obgleich einer G Der Mergel tergrur D Manch Boden chen n gend l von de 9 längs im V gute Nachl ſes w die A Acker kauft Ein 2 ſehr h In g über Cour ſolche 1, und i Auffrieren, daher dem Auswintern des Getreides unterworfen. bach, wir Einen vortrefflichen Boden hat beſonders der Kreis Düren, ife. Man obgleich einige Diſtrikte etwas feucht ſind. Bekannt iſt von Pandes erſt einer Gegend dieſes Kreiſes das Sprichwort: inige M⸗ Zwiſchen hier und Merken t der Eife Liegt das Haus Ferken; 3, wo der Im Lande zwiſchen Maas und Rhein tmas als Mag wohl kein beſſerer Boden ſeyn. snd Der Kreis Jülich giebt den vorhergehenden nichts nach. 1 enphne Mergel und Lehm, manchmal ein rother Sand, bilden den Un⸗ nm tergrund. Ober⸗ und Untergrund ſind ohne Geſtein. er V Das Geſagte gilt ebenfalls von dem Kreiſe Rheinbach. tnzähltat Manche Felder ſind kieſelartig, einige haben einen ſo feſten Loſungs⸗ Boden zur Unterlage, daß er nur mit Einer Spitzhaue erbro⸗ 4 um den chen werden kann. Auf den ſchlechteren Feldern hieſiger Ge⸗ er Frutt gend leidet das Sommergetreide, zumal der Klee, im Sommer ö. von der Trockenheit. e Bitten, An Altären VIII. Wielen. andln ibet Hiervon iſt im Ganzen ein großer Abgang. Man hat zwar uden weſ⸗ längs der Ruhr einige gute Wieſen, ſie ſind aber unbedeutend 3 aͤlichen im Verhaͤltniſſe zu dem Areal. An der Erft würde man eme)r ſid⸗ gute Wieſengründe haben, wenn ſie nicht durch Unfug und 3 B ſarer⸗ Nachläſſigkeit verſäuerten. Die Rectification dieſes kleinen Fluſ⸗ — ſes würde von dem größten Nutzen ſeyn. Smeryeler Ungeachtet des Abganges an Graswuchſe ſtehen dennoch 50 ſindet die Wieſen in dem Kreiſe Erkelens in gleichem Preiſe mit dem Ackerlande. Ein Morgen guter Wieſe wird nicht höher ver⸗ kauft, noch verpachtet als ein Morgen guten Ackerlandes u. ſ. w. 7,3 Er⸗ eiſes El⸗ 8 deſſ lben 5 5 Ein Beweis, daß die Cultur des Bodens durch den Pflug hier Aei feuc⸗ ſehr hoch geſtiegen iſt, oder daß die Wieſen ſehr ſchlecht ſind. . In guten Jahren liefert der beſte Cölln. Morgen Wieſen nicht jinen ſehr uͤber 20 Centner Heu, welche im Durchſchnitte 15 Rthl. Berl. bebt au Cour. werth ſeyn mögen. Das Mähen und Heuen von einem 15 ſolchen Morgen beläuft ſich auf 30 bis 33 Gr. ſind dem Der Kreis Geilen⸗Kirchen iſt reicher an Wieſen. Man kann ihre Ausdehnung zu der des Ackerlandes wie 1 zu 10 an⸗ nehmen. Das beweiſt, daß hier von keinem Ueberfluſſe daran Rede ſeyn kann. Der Morgen trägt 24 Centner Heu und 12 bis 15 Centner Grummet, erſteres zu 2, letzteres zu 1 Fr. 20 Ct., thut der ganze Ertrag pp. 16 Rthlr. Im Kreiſe Düren wird auch einiger Gebrauch von dem Waſſer der Ruhr gemacht. Ihr Werth ſteht hier, ſo wie im vohergehenden Kreiſe, um ⅛ höher als der des Ackerlandes. Im Kreiſe Rheinbach haben die Wieſen mehr als doppelten Werth wie das Ackerland. Man verwendet in dem IUülicher Lande auch wohl Dung, Jauche, Schlamm, Steinkohlenaſche, ausgelaugte Holzaſche, und an einigen Orten auch Gyps auf die Wieſen. IX. Zulammenletzung der Wirthichatt. Im Kreiſe Erkelens nimmt man an: auf 20 Cölln. Morgen einen Zugochſen, auf 30 Morgen ein Pferd, auf 10 Morgen eine Milchkuh. Dieſes gilt für die kleinen Wirthſchaften, in den größern hält man auf 70 Morgen 2 Pferde, auf 15 Morgen eine Kuh. An Dienſtboten kömmt in kleinen Wirthſchaften auf 1 Pferd ein Knecht, in größern auf 2 Pferde ein Knecht. Zu Dahlen bedienen ſich die kleinen Bauern auch wohl eines Zugochſens, und die ärmeren der Kühe. In Wirthſchaften von 100 bis 120 Cöllniſchen Morgen, wozu einiger Wieſenwuchs gehört, findet man 4 Pferde, 12 Stück Rindvieh, 60 Schafe, 8 Schweine, 2 Pferdeknechte, 2 ſtändige Arbeiter, 1 Schäfer, 1 Jungen, 2 Mägde. An Geldeswerth bezieht der erſte Knecht 36 Rthlr., der Tagelohn iſt 10 Groſchen ohne, und 5 Groſchen mit Koſt. Vor der franzöſiſchen Zeit that er nur die Hälfte. Im Kreiſe Geilen⸗Kirchen findet man auf einem Hofe von 400 Cölln. Morgen 15 Pferde, 50 bis 60 Stück Hornvieh, 200 Schafe, 15 Schweine, 13 Knechte, 6 Mägde. Der erſte Knecht ſtellt ſich zu 45, der zweite zu 30, die übrigen zu 20, die Mägde zu 15 Rthlr. Berl. C. Bei als der! ter in d hei ſeine gen baut 250 Sch naͤnnlich 10 Arbe hig meh Kri ſtem h Horude iſt, h Nutzvi Perſor 3 Gomm Tagelr das D hält! mehr Ochſer ſchlep Ochſe 16 1 klein treide Klee Weil Gege dorhe kaba künd ſchet Iſen. Ma zu 10 an⸗ auſſe daran eu und 12 d 1 Fr. 20 ) von dem d wie im erlandes. Idoppelten hl Dung, Holzaſche, 1 dao Cölln. p, auf 10 n größern Seine Kuh. an auf 1 8. uch wohl — Morgen, eerde, 12 Schte, 2 Shlr., der yſt. Vor m Hoſe Pyornvieh, 39, die 250 Schafe und 18 Schweine. — 87— Bei der Erndte hat man ſo viele Nebenarbeiter nöthig, als der Hof Arbeitspferde zäͤhlt. Hat der größere Wirthſchaf⸗ ter in dem Kreiſe Düren ſeine Beſitzungen zuſammen und nahe bei ſeiner Wohnung liegen, ſo kann er mit 7 Pferden 300 Mor⸗ Dabei hält er 24 bis 26 Stück Rindvieh, 200 bis An Geſinde muß er haben 10 männliche und 3 weibliche Dienſtboten, und während der Erndte 10 Arbeiter. Die kleineren Wirthſchaften halten verhaͤltnißma⸗ ßig mehr Rindvieh, indem die Schafe bei ihnen wegfallen. Kreis Jülich. In den Gegenden, wo noch das Brachſy⸗ ſtem herrſcht, hält man auf 100 Morgen 2 Pferde, 6 Stück Hornvieh und 6 Schweine. Da wo die reine Brache abgeſchafft iſt, hat man auf 60 Morgen dieſelbe Anzahl von Zug⸗ und Nutzvieh nöthig. In beiden iſt ſich alſo auch die Zahl des Perſonals gleich. In der Erndte werden auf jede 25 Morgen Winter⸗ und Sommergetreide 1 Taglöhner und 1 Taglöhnerin gerechnet. Der Tagelohn iſt nebſt der Bekoͤſtigung 5 Groſchen; er iſt alſo um das Doppelte gegen ſonſt geſtiegen. In dem Kreiſe Rheinbach haͤlt man auf 50 bis 60 Morgen 2 Pferde. Leute, die nicht mehr als ſo viel bauen, würden ſehr gerne ſtatt der Pferde Ochſen halten, wenn der Brennſtoff nicht von ſo weit herbeizu⸗ ſchleppen wäre. 4 Zu Frotzheim giebt es kleine Bauern, welche mit einem Ochſen 30, mit einem Pferde 50 Cölln. Morgen bauen. Zu Ollersheim baut H. Maryx 600 Cöllniſche Morgen mit 16 Pferden, und hält 50 bis 60 Stück Hornvieh, groß und klein, und 250 Schafe. Er ſäet 200 Morgen mit Winterge⸗ treide, 45 Morgen mit rothem und 75 Morgen mit weißem Klee. Von letzterm dienen 10 bis 12 Morgen dem Vieh zur Weide bei halber Stallfuͤtterung. An Graswuchs iſt in dieſer Gegend ein gaͤnzlicher Mangel. Das Geſinde hat hier die Gewohnheit, ein halbes Jahr vorher den Dienſt aufzukündigen, arbeitet dann mit Ekel, und kabalirt mit den übrigen. Zu pfaͤlziſcher Zeit durfte das Auf⸗ kündigen nur 4 Wochen vor der Beendigung der Dienſtzeit ge⸗ ſchehen. gen bauen. — 88— Eine tüchtige Geſindeordnung für das Landvolk thut ſo nöthig als das täͤgliche Brod! Zu Aldenhoven baut man 30 Morgen mit 1, und 70 mit 2 Pferden. Kleinere Bauern halten einen Zugochſen, und noch kleinere bedienen ſich der Kühe. Das Geſinde hat dreimal in der Woche Fleiſch und Bier zum Tranke. Zu Bergheim hat man auf 400 Morgen 8 Pferde, iſt der Boden aber ſchwer, ſo werden 10 Pferde erfordert, 25 Kühe, 8 Rinder, 150 Schafe; auf 300 Morgen 7 Pferde, 25 Kühe, 8 Rinder, dabei keine Schafe; auf 100 Morgen 3 bis 4 Pferde, 15 Kühe, 5 Rinder, 100 Schafe. Einzeln kann ein Pferd nicht mehr als 30 Morgen beſtreiten. X. Dung und Dungltätte. Die Gebäulichkeiten der großen Höfe hängen zuſammen und bilden meiſtens ein Viereck, in deſſen Mitte ſich eine ſehr geräu⸗ mige Stätte befindet, auf welche der Miſt von allen Seiten aus den Ställen hingebracht wird und auch die Jauche ihren Fluß hat. Die Pferdeſtäͤlle werden tagtäglich, die Kuhſtälle zwei bis dreimal in der Woche, die Schweineſtälle alle 8 Tage ausge⸗ miſtet. In den Schafſtällen bleibt der Dung ſo lange, bis man ihn unmittelbar auf das Feld bringen kann. Man feuch⸗ tet auch wohl von Zeit zu Zeit den Dung in den Schafſtäl⸗ len an. Die Jauche wird ſelten allein aufgefangen. Bei den klei⸗ nern Wirthen fließt ſie wohl auch auf die Straße, wie ich die⸗ ſes beſonders zu Kerpen beobachtete. Selbſt ein ſchöner großer Hof hatte, um ſich des unreinlichen Miſtwaſſers zu entledigen, ſogar einen Kanal uüͤber die Straße angelegt. Auch geſtehe ich, daß ich nirgends in der Welt fettere Straßen geſehen habe als zu Kerpen. Ehre, wem Ehre gebühret! Man erzeugt ſo viel Miſt, daß man an einigen Orten das Land alle 3 bis 4, an andern alle 6 Jahre düngen kann. Bei Jülich will man alle 4 Jahre 20 zweiſpännige Fuder auf den Cölln. Morgen bringen. Dieſes ſcheint mir aber etwas ſchwer zu glauben. Bei Geilenkirchen fährt in eben dem Zeitraume, zum Thei ſen Wite icht du gemerge mit 5, alle 3 bi Ma das Obe auch ein Nan ho ſchen. Dauer Al fordert. aſche. macht Man b den.( D. Da w. heſtim Klee Felder ger au üͤber d muß Gyps 9 im Ca daß w Boden eine, Slandrolt nd 70 mit — und noch a reimal in Se, iſt de 125 Kühe, 425 Kühe, 84 Pferde, ain Pferd Aumen und ar geräu⸗ eiten aus * Fluß hat. 2 zwei bis de ausge⸗ ge, bis 2 um feuch⸗ nööchafſtäͤl⸗ 8 Aden klei⸗ s ih die⸗ 8t großer ledigen, ehe ich, habe als ten das A n. Bei Hauf den ass ſchwer itraume, — 89— zum Theil auch alle 6 Jahre 10 dreiſpännige Fuder auf.„Weſ⸗ ſen Wirthſchaft, ſagt v. d. Leyen aus dem Canton Rheinbach, nicht durch Befolgung fehlerhafter Syſteme(!) aus⸗ gemergelt iſt und daher Stroh genug zieht, düngt ſeine Brache mit 5, 6, 7 zweiſpännigen Fudern, und dieſe Düngung wird alle 3 bis 4 Jahre wiederholt.“ Man pflügt allgemein den Dung ſogleich unter und hält das Obenaufliegenlaſſen deſſelben für ſchädlich, doch fand ich auch einen Landwirth, der vom Gegentheile überzeugt war. Man häͤlt den gut gegohrenen Miſt fuͤr wirkſamer als den fri⸗ ſchen. Zum Auflockern des Bodens aber und für die längere Dauer zieht man den letztern vor. Als Dunghülfsmittel bedient man ſich des Gypſes, Kalks, Mergels, Schlamms, der Aſche und der Jauche, letztere jedoch ſelten. Man bringt den zerfallenen Kalk auf die reine Brache ſtreut ihn auch, auf feuchten Boden, im Frühjahre über den Klee. Es werden 3 einſpäͤnnige Fuder auf einen Morgen er⸗ fordert. Er thut daſelbſt beſſere Wirkung als die Braunkohlen⸗ aſche. Auf trockenen Feldern trifft das Gegentheil zu. Kalk macht den feuchten Boden loſe und hindert das Auswintern. Man bringt ihn daher vorzugsweiſe auf kalten verſäuerten Bo⸗ den. Er äußert ſeine Kraft 12 Jahre lang. Der Gebrauch des Gypſes ſchränkt ſich auf den Klee ein. Da wo er auf dieſen wirkt, wirkt er durch dieſen auch ganz beſtimmt auf die folgende Frucht, beſonders auf den nach dem Klee folgenden Hafer. Er thut auf erhabenen und trockenen Feldern beſonders gute Wirkung. Man braucht 3 bis 4 Cent⸗ ner auf den Cölln. Morgen. Vei Erkelens wird der Gyps auch über den Raps geſtreut, wenn dieſer 4 bis 6 Blätter hat. Es muß bei regnigtem Wetter geſchehen, bei trockenem hat der Gyps keine Wirkung. Hillebrand, ein ſehr intelligenter Landwirth zu Oberdrees im Canton Rheinbach, hat durch vergleichende Verſuche erprobt, daß weder Gyps noch Torfaſche die geringſte Wirkung auf dem Boden bei ihm hervorbringe. Zufälligerweiſe blieb ihm einmal eine Tonne mit gemahlenem Gypſe ſtehen. Nach einem Jahre hatte ſich derſelbe ſo feſt auf einander geſetzt, daß man ihn los⸗ hauen und zerſchlagen mußte. Dieſer Gyps that nun vortreff⸗ liche Wirkung. Hillebrand will den Verſuch wiederholen.— Wie ſehr die Eigenheit des Bodens auf den Gyps einfließe, erhellt daraus, daß derſelbe Landwirth mir ſagte, daß er eine halbe Stunde von ihm bei dem Städtchen Rheinbach mit dem beſten Erfolge angewendet werde, ſo daß ein gegypster magerer Kleeacker daſelbſt beſſern Klee vorbringe, als ein danebenliegen⸗ der guter und fetter, aber nicht gegypster Acker. Der Schlamm⸗ und Flottſand, ſo wie der Straßen⸗ koth, werden erſt, nachdem ſie ein Jahr auf Haufen gelegen haben, gebraucht. Die Wirkung davon äußert ſich 3 bis 4 Jahre. Der Flott⸗ oder Flözſand iſt beſonders gut auf ſchwe⸗ ren, naſſen, kalten Gründen. Die Jauche wird im Februar oder Maͤrz uͤber die ſchmäͤch tigen Weitzenfelder, oder auf den Klee gebracht. Von dem Mergel wird beſonders in der Gegend von Bergheim Gebrauch gemacht. Man findet ihn allenthalben zu 4 bis 6 Fuß unter der Oberfläche. Er ſieht und fühlt ſich an wie ein fetter zerfallender Lehm, der viele glänzende Punkte enthält. Da wo er hoch zu Tage liegt oder die Oberfläche mer⸗ gelartig iſt, haͤlt man das Mergeln für unumgänglich nöthig. Auch auf naſſem, ſchwerem, ſaurem Boden wird der Mergel mit Vortheil angebracht, mit dem Unterſchiede, daß hier 100 Sturzkarren auf den Morgen erfordert werden, wenn auf mik⸗ derem Boden ihrer 60 zureichen. Große Vorſicht wird bei dem Mergeln erfordert. Wird zu viel aufgefahren, ſo bringt er oft eine entgegengeſetzte Wir⸗ kung hervor. Daher iſt nöthig, daß jeder ſeinen Boden kenne oder ihn kennen lerne. So wie ein ganzes Feld, ſo können auch einzelne Stellen zu ihrem großen Nachtheile übermergelt werden. Es bedarf daher bei dem Auffahren des Mergels der größten Genauigkeit. Zu dem Ende verfährt man dabei fol⸗ gendermaßen: nachdem man 4 Schritte von dem Rande des Feldes einen Sturzkarren entlaſtet hat, legt man eine zehn Fuß lange Stange an den Rand des Haufens und ſtürzt an dem andern Ende der Stange den zweiten Karren ab, und ſo ——4— vetfolgt beginnt von der dem Ra ſelben a wendig nen Sch Die im Bod ſage w Stand nichts wirth jetzt al dem er gen, fi Mergel Wieder Väter wenn Vorthe billig recht 9 ohnehn E orden und! und! — findet alter gut cu Uebert ter ich kohle hoben Vieh nm ihn loe in vortrif Nerholen.— 8s einfiießt aß er eine 2 mit dem Jer magerer vebenliegen⸗ 6 Etraßen⸗ emn gelegen 1 3 bis 4 nauf ſchwe⸗ wiie ſchmaͤch — gend von Shhalben zu Kit ſich an de Punkte Ache mer⸗ d nöthig. Nertgel 2 hier 100 r auf mit⸗ t. Wird gte Wir⸗ Den kenne * können ermergel Stgels der wyabei fol⸗ nde des wine zehn ſtuͤrzt al 3 und ſo — 91— verfolgt man es der ganzen Länge des Feldes nach. Dann beginnt man die zweite Reihe in der Entfernung von 10 Fuß von der erſten, das heißt, von dem Rande eines Haufens zu dem Rande des andern. Würde man vom Mittelpunkte der⸗ ſelben ausmeſſen wollen, ſo würde eine 14füßige Stange noth⸗ wendig ſeyn. Auf jene Art wird auf jedes Quadrat von 8 klei⸗ nen Schritten ein Sturzkarren Mergel fallen. Die Wirkung des hieſigen Mergels hält 20 bis 24 Jahre im Boden, dann aber muß von neuem gemergelt werden. Ich ſage muß, weil kein Dung allein mehr vermag, das Land in Stand zu bringen oder zu erhalten. Nichts iſt auffallender, nichts bewieſener als dieſe Erfahrung! Der angeführte Land⸗ wirth Hillebrand hat ein ſolches vor 30 Jahren gemergeltes, jetzt ausgemergeltes Land, das in einer guten Lage liegt, an dem er alle Verſuche, es ohne Mergel wieder in Stand zu brin⸗ gen, fruchtlos erſchöpft hat. Er muß ſich alſo von neuem zum Mergeln bequemen. Aus der Vernachläßigung einer ſolchen Wiederholung mag denn das Sprichwort gekommen ſeyn: reiche Väter, arme Kinder! Und ſo wäre es die Schuld dieſer letztern, wenn ſie arm würden. Indeſſen ſollte man ohne auffallenden Vortheil ſeiner Nachkommenſchaft eine ſolche Verbindlichkeit biltig nicht aufladen. Ein braver Landwirth ſagte mir: ein recht gutes Land müſſe nicht gemergelt werden, denn es leiſte ohnehin ſchon alles, was es leiſten könne. Eine Haupteigenſchaft des Mergels iſt, daß er ein außer⸗ ordentliches Stroh hervorbringt, welches wie Schilf rauſcht, und dann daß er eine ſonſt ſchwer zu pflügende Krume mild und locker macht. Die Aſche ſpielt in den Gegenden, wo ſich die Braunkohle findet, eine große Rolle.„Wenn, ſagte mir ein ſehr erfahrener alter Landwirth(Adams) zu Bergheim, unſere Väter nicht ſo gut cultivirt haben wie wir, ſo geſchah es weniger aus Mangel an Ueberlegung, als aus Abgang ſicherer Nebenhülfsmittel, worun⸗ ter ich vorzüglich die Aſche rechne. Seitdem man die Braun⸗ kohle häufiger hier gefunden hat, hat ſich auch der Kleebau ge⸗ hoben, und zwar ſo, daß jetzt ein ſechsſpänniger Bauer mehr Vieh auf dem Stalle unterhält, als ſonſt ein zwölfſpänniger halten konnte. Dem zufolge ſind wir nun in den Stand ge⸗ ſetzt worden, die reine Brache bis zu jedem vierten oder gar zum ſechsten Jahre hinauszuſetzen, ſtatt daß man ſie noch vor 20 Jahren hier ein Jahr über das andere auf unſern ſchönen Fluren antraf.“ Die angeführte Aſche iſt dem Landwirthe beinahe ſo viel werth, als ihm der Ankauf der Kohlen, woraus ſie entſteht, koſtet. Für das Ganze iſt ſie wichtiger. Ihre Wirkung auf Gras, Klee, kränkelnden Weitzen und mehrere Gegenſtände iſt auffallend. Zwar wirkt der Gyps etwas ſtärker auf den Klee wie die Aſche, dagegen äußert ſich die Wirkung dieſer letzten mehr auf die folgenden Früchte. Man verwendet die Aſche auch zur Düngung in dem Boden. So kann Raps ungedüngt nach Hafer folgen, wenn zu dem Hafer geaſcht worden iſt. Man ſtreut 10 Cölln. Malter auf den Cölln. Morgen.(24 Schfl. auf den Magdeburger.) Der intelligente Landwirth Mary von Ollersheim findet, daß der Weitzen ſich auf ſolchen Feldern, wo viel geaſcht wird, leichter lagere, als wo gekalkt oder gegypſt wird. Um das La⸗ gern zu verhuten, ſaͤet er den Weitzen auf ſolchen Feldern dich⸗ ter als gewöhnlich.. Auf feuchtem Boden thut die Braunkohlenaſche wenig Wir⸗ kung und bleibt die Steinkohlaſche vorzuziehen. XI. Geſpann und Geſpannarbeit. Man bedient ſich ſowohl der Pferde als der Ochſen und Kühe am Pfluge. Erſtere kommen jedoch am häufigſten, und in großen Wirthſchaften ausſchließlich vor. Der Vorliebe für das Pferd und einer Art von Erniedrigung, welche man auf das Ochſenfuhrwerk ſetzt, müſſen auch bei dem Bauern die öko⸗ nomiſchen Rückſichten nachſtehen. Gewiß iſt der größte Theil des Bodens in dem Jülich'ſchen von der Art, daß er den Ge⸗ brauch der Ochſen mit Vortheil zuläßt. Ihre Aufnahme würde in dieſem Lande um ſo erwünſchter ſeyn, als es an Grasän⸗ gern zum Aufkommen der Pferdezucht fehlt, und vieles Geld dafür zu den Holländern auswandert. Man füttert die Pferde —— ———— 1 in Som ſetzt ma⸗ iht Geſ Im W. und Erl verſeher Es M orgel bediener die 2! ſonſt K dem F ſie ab drücke! freien. bei der M Egge, ja eine ßig de welche P bis zu⸗ cherlei zeng, die m man breite Tiefe gehti Reihe ziehen D ſchen pflu⸗ Hunn chung 1 Stand N in oder gat iie noch w ern ſchönen ahe ſo vill zee entſteht Arkung auf Aiſtände iſt d den Klee ſer letzten 8 Aſche auch Büngt nach siſt. Man Schfl. auf S im findet, iſcht wird, n das La⸗ dern dich⸗ enig Wir⸗ 3 chſen und G liebe für P man auf 3n die öke⸗ Dite Theil den Ge⸗ nne würde 8 Grasäͤn⸗ es Geld ie Pfend — 93— im Sommer mit Klee und gruͤnen Wicken. Bei ſtarker Arbeit ſetzt man noch Hafer zu. Es giebt dennoch Landwirthe, welche ihr Geſpann das ganze Jahr mit trockenem Futter unterhalten. Im Winter bekommen die Pferde Weitzen⸗, Bohnen⸗, Wicken⸗ und Erbſenſtroh, und Hafer, Heu nur bei denen, welche damit verſehen ſind. Es giebt um Bergheim kleine Eigenthümer von 17 bis 18 Morgen, welche ſich ihrer Kühe vor dem Pfluge und der Egge bedienen, und dabei nicht ſelten wohlhabender ſind als andere, die 2 bis 3 Pferde halten. Die hieſigen Kuhſpänner hatten ſonſt Ochſen; allein da dieſe zur franzöſiſchen Zeit ebenfalls zu dem Frohndienſte herangezogen wurden: ſo ſchafften die Beſitzer ſie ab und bedienten ſich der Kühe. Um ſich von einem ſolchen drückenden und dem Ackerbau ſo nachtheiligen Dienſte zu be⸗ freien, würde man ſich am Ende noch der Katzen und Hunde bei der Feldarbeit bedient haben! Man ſpannt nie mehr als zwei Pferde vor Pflug und Egge; öfters auch nur eines, oder einen Ochſen, zwei Kühe, ja eine Kuh. Freilich ſetzt man auch den Pflug verhältnißmä⸗ ßig der Zugkraft an. Indeſſen geräth die Arbeit ziemlich gut, welches ich viel dem Pfluge ſelbſt zuſchreibe. Man findet dieſen Pflug von der Gegend von Coblenz aus bis zur Cleviſchen Grenze. Es iſt ein ſo leichtes, auf ſo man⸗ cherlei Art zu brauchendes und ſo genau zu ſtimmendes Werk⸗ zeng, daß ich nicht glaube, daß man mit irgend einem andern die mannigfaltigen Pflugarten würde ausführen können, welche man hier findet, und deren ich ſogleich gedenken werde. Zu breiten Furchen, zum tiefen Pflügen, und den Grund aus der Tiefe heraufbringen, zum Auspflügen, zu jeder kräftigen Arbeit geht ihm beſtimmt der Brabänter Pflug vor; aber nicht ſo beim Reihen, Felgen, Stülpen, noch im möglichſt ſchmalen Furchen⸗ ziehen, zumal nicht im Wühlen, im Wurzelunkraut ausheben. Dieſer Pflug, den man, ſo viel ich weiß, einmal den Bönn⸗ ſchen Pflug genannt hat, und in einigen Gegenden der Huns⸗ pflug heißt(vielleicht Pflug der Hunnen, wie Hunsrück von Hunnen⸗Rückzug), verdiente wirklich eine weitere Bekanntma⸗ chung, wozu aber mehr als die bloße Feder gehört. Sagen läßt ſich jedoch, daß er auf Raͤdern liegt, ein bewegliches Streichbrett, ein langes Schaar und eine zollbreite Sohle hat. Stütze und Sohle ſind aus einem einzigen Brette geſchnitten. Dieſe iſt nicht über einen Fuß lang. Das Schaar gleicht einem langen, ſpitzigen, hohlen, geſpaltenen Kegel. In der Spitze hat es an vielen Orten einen Schlangenkopf, an andern auch nichts. Es ſitzt ſo auf, daß ſein Hintertheil vermittelſt eines Keiles kann gehoben oder geſenkt werden. Man hat Streichbretter von verſchiedener Größe. Das größte iſt von Eiſen und gleicht, wie das Schaar, einem halben, ſpitz zulaufenden hohlen Kegel. Das kleinere iſt von Holz und hat dieſelbe Form. Das kleinſte iſt nichts als ein kurzer krum⸗ mer nach der Höhe gerichteter Stock, um die Narbe des Schnit⸗ tes aufrecht zu ſetzen, wenn er nicht umgelegt werden ſoll. Um den Pflug richtig zu ſtellen, gehört eine darin geühte Hand; zum Pflügen nicht minder. Ich geſtehe, daß ich außerhalb Brabant noch nicht ſo ſchön und ſorgfältig habe pflügen geſehen als in hieſiger Gegend. Hat das Pflügen in Beete nur in Brabant ſeine Meiſter: ſo hat das Flachpflügen die ſeinigen in dem Jülicher Lande, und in einigen daran ſtoßenden Kreiſen. Eine vollkommenere Be⸗ arbeitung des Bodens mit dem Pfluge kenne ich nicht, als in beiden angeführten Ländern, wiewohl man in jedem von einem ganz verſchiedenen Geſichtspunkte dabei ausgeht. Der Brabän⸗ ter ſucht nämlich die Fruchtbarkeit ſeines Bodens durch tiefes Pflügen, Wenden und Umſetzen zu unterhalten; der Jülicher ſie durch ein möglichſt vollſtändiges Zerkrümeln und Luftaus⸗ ſetzen der Krume zu erkämpfen. Das Pflügen des Brabänters hat den Vorzug, daß es die reine Brache bei ſeiner Körner⸗ wirthſchaft entbehrlich macht; ſtatt daß der Jülichländer, der immer in der oberen Krume ſchafft, bei der ſeinigen der reinen Brache nicht entbehren kann. Dabei kömmt dieſer zwar mit weniger Dung aus, jener aber erzwingt auf ſeinem geringeren Boden nicht allein eben ſo vortreffliche, ſondern noch reichhal⸗ tigere Erndten, als dieſer auf ſeinem beſſeren Boden. Ich komme zu den Pflugarten dieſes letzten, und verbinde ſie Kürze halber zugleich mit der Brache. .——— Ma bei der Felgen rungsat denheit Frucht, It zuerſt 9. kleinen den Gr ken erl andere die B ter au geſchie D 1 ‿ das er den Pf Einige Reihen Grund weil d dere ſ alſo d mir d inden Die brett A bis Stülp werder 9 geſchie . daß R glaube ken be T bewegliches ¹ Sohle ſat d geſchnitten leicht einem der Spitze ndern auch attelſt eines b D'ße. Das am halben, 8 Holz und rzer krum⸗ des Schnit⸗ r ſoll. rin geübte at ſo ſchön eir Gegend. eiſter: ſpo ande, und grenere Be⸗ Int, als in rnon einem Brahäͤn⸗ c tiefes Julicher 4 Luftaus⸗ — rabänters 1i Körnet⸗ Andet, der er reinen war mit rreringeren 31 reichhal⸗ 1 verbinde — 95— Man fängt dabei mit dem Reihen an. Solches geſchieht bei der Brache wo möglich ſchon vor Winter. Reihen, Bäͤlken, Felgen ſind gleichviel bedeutende Worte, wiewohl die Ausfüh⸗ rungsart nicht immer die nämliche iſt. Oft hängt die Verſchie⸗ denheit von dem Pfluge, oft von dem Boden, und oft von der Frucht ab, die vorhergegangen iſt. Iſt das Land ſehr vergraſ't, ſo wird es von dem Reihen zuerſt ganz umgeſchält. Man bedient ſich bei dem Reihen des kleinen hölzernen Streichbrettes, weil man mit dem eiſernen den Grund zu weit wegdrängen würde. Die Reihen oder Bal⸗ ken erhalten an einigen Orten die Breite von einem Fuß, an anderen ſind ſie möglichſt ſchmal. So aufgeworfen bleiben nun die Balken über Winter rauh liegen; kann man aber vor Win⸗ ter auch noch zu dem Stuͤlpen ſchreiten, ſo thut man es, ſonſt geſchieht es im Frühjahre. Das Stülpen iſt ein zweites, aber tieferes Reihen, als das erſte. Das Land wird vorher nicht abgeeggt. Die Weiſe, den Pflug dabei anzuſetzen, fand ich nicht allenthalben gleich. Einige ziehen den Pflug durch dieſelbe Furche, welche er beim Reihen ſchon geöffnet hat, bringen alſo noch einmal neuen Grund auf den Reihbalken. Dieſe Methode ſcheint fehlerhaft, weil dabei die Erde des Balkens unberührt liegen bleibt. Au⸗ dere ſetzen den Pflug gerade in der Mitte der Balken, ſpalten alſo dieſe letztere. Dieſe Methode iſt ſchon beſſer, aber, wie mir der Landwirth Marx bemerkte, immer noch mangelhaft, indem die Hälfte des Balkens dabei unberührt ſtehen bleibt. Die Dritten endlich ſetzen den Pflug ſo an, daß ſein Streich⸗ brett ſtark die ℳ des Balkens faßt und umlegt, wodurch nur 2 bis 3 Zoll davon ſtehen bleiben und unter den folgenden Stülpbalken fallen, darauf ohne Mühe mit der Egge zerriſſen werden können. Allerdings ſcheint dieſes die aͤchte Methode. Hat das Stülpen nicht vor Winter geſchehen kͤnnen, ſo geſchieht es im folgenden Frühlinge. Aus dem Geſagten folgt, daß Reihen und Stülpen dieſelbe Richtung einhalten; jedoch, glaube ich, ſo, daß der bei dem Reihen links aufgeworfene Bal⸗ ken bei dem Stuͤlpen rechts umgelegt wird, und vice versa. Das erſte Reihen und Stuͤlpen geht über die Länge des — Feldes, zumal auf großen Feldſtücken; es ſey denn, daß es nicht zu Brache, ſondern zu Stoppelgetreide ſey, wo es nicht wiederholt wird. In dieſem letzten Falle wird in verſchrägter Richtung, oder über Eck gereiht. Nach dem Stülpen kommt es zu dem Brechen, nachdem das Feld vorher mit der Egge geebnet worden iſt. Bei dem Brechen(Brachpflügen) wird das Feld gänzlich und zu ſeiner vollen Tiefe umgepflügt. Nothwendig bleibt das Feld in die⸗ ſem Zuſtande der Sonne und Luft ausgeſetzt liegen. Man eggt ſpäter und düngt. Der Dung wird durch ein zweites Reihen untergebracht. Dieſes zweite Reihen und nachherige Stülpen wird auf ganz breiten Stücken über die Breite des Feldes, alſo mit dem er⸗ ſten Reihen und Stülpen ins Kreuz ausgeführt. Hat das Stück aber keine beſondere Breite, ſo wird diesmal verſchrägt oder über Eck gereiht. Nunmehr folgt ein zweites Stülpen wie das Reihen über Eck, und endlich das Pflügen zur Saat, als die ſechste Pflugart. Die Saatfurche wird nie tief, ſondern immer flach ausgeführt. Das Brechen iſt nur dann nöthig, wenn das Land voller Diſtel iſt; ohne dieſen Umſtand unterbleibt es gewöhnlich, und die ganze Brache wird nur durch Reihen und Stülpen behan⸗ delt, zumal auf zähem Boden haͤlt man ſolches für das Beſte. Statt des Brechens wird alsdann geſtuͤlpt, alſo zweimal hinter einander. Wir hätten alſo 1) Reihen, 2) Stülpen, 3) Stül⸗ pen, Eggen und Düngen, 4) Reihen, 5) Stülpen, 6) zur Saat Pflügen. Zu Merken fand ich noch eine andere Pflugart, das Droſten oder Pflügen auf hohe und breite Rücken, es hat daſelbſt ad 4) an der Stelle des zweiten Reihens ſtatt. Iſt der Boden rein und das Jahr trocken, ſo wird zu Ol⸗ lersheim bei Marx 1) gereiht, 2) geſtülpt, geeggt, gedüngt, 3)(im Julius) gebrochen, 4)(im Auguſt) zur Saat gepflügt. Zu Fuerth wird 1) gereiht, 2) geſtülpt, 3) gereiht, 4) ge⸗ ſtülpt, 5) gebrochen im Junius, 6) ſehr ſtark und mehrmals geeggt und flach zur Saat gepflügt. Der Dung wird hier ent⸗ ———ʒ————— weder m bracht. Abe Gaaten Ich woh ſioppel die vert des Sche nicht übe lung de Streicht ſo liege ſetzte d Reihene Reihbal das Lan man abe ſes ſo nicht fü zwiſchen ſen in⸗ Die beſtimm erſt wir dem 65 welche noch eil Der Pf Narbe ter lieg und ob wird m kommen. gänzlich Liin ge Da bloßes Schwer 5i, daß es o es nich verſchräͤgte In, nachden . Bei den 8d zu ſeiner edd in die⸗ n Man eggt 4 tergebracht. — auf gau⸗ ait dem ir⸗ 2 das Eit chraͤgt oder ehen iht igart. d führt. Land voller anlich, und coen behan⸗ das Beſte⸗ zimal hinter 6, 3) Stüb 1)) zur Sant 4 s Droſten 3 daſelbſt al 8 vird zu de „ gedüngt Ann — riht, 4) g mehrmalo ad hier ent — gepfgt. — 97— weder mit der Brachfurche, oder mit der Saatfurche unterge⸗ bracht. Aber nicht allein zur Brache, ſondern auch zu den uͤbrigen Saaten wird das beliebte Reihen und Stülpen angewendet. Ich wohnte bei der Stadt Kempen dem Reihen einer Getreide⸗ ſtoppel bei. Es geſchah über Eck und ohne Streichbrett. Durch die vermittelſt eines Keiles erzweckte Erhöhung der Wölbung des Schaars wurden die möglichſt ſchmalen Furchen(ſie maßen nicht über 4 Zoll) aufrecht geſtellt, und um ihnen dieſe Stel⸗ lung deſto beſſer zu geben, ward das Krummholz ſtatt des Streichbrettes eingeſteckt. Das Gereihte blieb nun einige Zeit ſo liegen, wurde dann abgeeggt und darauf erſt geſtuülpt. Man ſetzte dabei den Pflug genau in die noch ſichtbare Furche des Reihens, ſo tief und mit einem ſolchen Streichbrette, daß der Reihbalken von Grund aus umgeworfen wurde. So ſollte dann das Land bis zur Haferſaat im Frühjahre liegen bleiben. Läßt man aber Roggen auf Roggen folgen,(wenigſtens fand ich die⸗ ſes ſo zu Dahlen) ſo hält man das Reihen und Stülpen, wo nicht für nachtheilig, doch für überflüſſig, indem der Zeitraum zwiſchen Erndte und Einſaat nicht zureicht, um Kraut und Ra⸗ ſen in Vermoderung zu bringen. Die Kleeſtoppel, welche im Jahre nachher Flachs zu tragen beſtimmt iſt, wird folgendermaßen zu Dahlen behandelt. Zu⸗ erſt wird geritzt und dann geſtülpt, beides vor Winter. Bei dem Stülpen wird der Pflug nicht in die Höhlungen angeſetzt, welche das Ritzen gemacht hat, ſondern neben daran, ſo daß noch ein Zoll breiter Streifen von der Kleeſtoppel ſtehen bleibt. Der Pflug muß dabei tief eindringen und das Streichbrett die Narbe rein unterſtülpen. Rauh bleibt das Land nur über Win⸗ ter liegen, während welchem der Dung aufgefahren, gebreitet und obenauf liegen gelaſſen wird. Erſt gegen Ende Aprils wird mehrmal geeggt, doch nicht ſo, daß die Raſen zu Tage kommen. Zwiſchen dem Eggen wird geſchleift, um die Schollen gänzlich zu zerſtören. Dann wird ohne weiteres Pflügen der Lein geſäet. Das Ritzen, von welchem höher die Rede war, iſt ein bloßes Durchbohren der Kleeſtoppel, ſo wie der Kleedreiſche. Schwerz, Landwirthſch. 11. 7 — 98— Es wird mit dem Pfluge ohne Streichbrett vollführt, ſo daß nur wenig Grund aus der ſeichten Gaſſe auf den ſtehenden Streifen gebracht wird. Ich ſah etwas ähnliches der Art in der Schweiz, geſtehe aber, daß ich den Nutzen dieſer Vorrich⸗ tung keineswegs errathe. Das Ritzen und Stülpen, wie es hö⸗ her für den Flachs angegeben worden, hat gleichermaßen auch für den Klee⸗ und Dreiſchhafer ſtatt. Soll Wintergetreide auf die Dreiſche folgen, ſo wird der Dung dazu untergeſtülpt. Vor der Saat wird, ſo viel ich weiß, allemal gepflügt. Ich gab höher die Breite der Reihbalken zu einem Fuß an, ich habe aber auch viel ſchmalere, namentlich zu Merken und Ollersheim geſehen, und wahrſcheinlich ſind die ſchmalſten Balken oder Furchen zum Reihen am ſchicklichſten. Bei dem Stülpen kömmt es nicht ſo viel darauf an, daher mag wohl das Droſten entſtanden ſeyn, wobei man wahrſcheinlich die Breite von zwei oder drei Reihfurchen zuſammen vereint. Es bleibt ſo ſchwer, ſolche verſchiedene Vorrichtungen mit einer un⸗ trüglichen Genauigkeit zu beſtimmen, wenn man dem ganzen Umlaufe nicht beigewohnt, ſondern nur einzelne Theile geſehen und das Uebrige gehört hat! Ich hoffe dennoch Alles nach der Wahrheit entwickelt zu haben. Ich glaube nicht, daß man der angeführten Feldbearbei⸗ tung, auf einem Boden wie der Itlich'ſche, ſeinen Beifall ver⸗ ſagen könne. Sie iſt erſt ſeit 30 Jahren aufgekommen, oder doch erſt allgemein geworden. Wo ihr Gebrauch noch nicht iſt, da wird ſie eingeführt; indem man findet, daß eine ſolche Be⸗ arbeitung die ſchönſten Früchte zur Folge hat, und meiner Mei⸗ nung nach auch haben muß. Schließlich muß ich noch des Stutzens erinnern. Ich fand ſolches zu Frotzheim. Da bei der Folgeſaat, wenn man Wintergetreide nach anderem Getreide ſäen will, nicht immer genug Zwiſchenzeit zu der doppelten Operation des Reihens und Stülpens übrig bleibt, ſo ſucht man beides durch das Stutzen zu erſetzen. Solches geſchieht ebenfalls über Eck, doch in einem ſpitzeren Winkel als das Reihen. Die Fuhren wer⸗ den nicht über 4 Zoll breit gehalten. Die Schnitte werden einer gegen den andern auf die Kante angeſtellt. Nachher wird ſehr ſcha bleibt da Ir diß Stülpen Die lichen T helfen. Ki größern denen Kreiſe( de, wel det, ſo weſtliche ſicher. die hall reichend dreiſche. Stall z Das W welches kommer kuchen, treide. das tro tene S Be Jahr ü Winter. ein, ſo reiben. d ſchen v it, ſo daß ſtehenden er Art in Ar Vorrich⸗ wie es ho⸗ daßen auch etreide auf Polpt. Vor ainem Fuß u Merken ſchmalſten & Bei dem — nag woll eeinlich die eeint. Es e einer ⸗ m garnzen K le geſehen nach der 8 ddbearbei⸗ eifall der⸗ Kanen, oder an nicht iſ s ſolche Be⸗ aner Mei⸗ ern. Ich „oenn man st immer Reihens uns das 2eEck, doch 2* hren wer⸗ a te werden chher witd 39— ſehr ſcharf über die Breite des Feldes geeggt. Das Stutzen bleibt daher nur auf mürbem und reinem Boden anwendbar. Iſt dieſer aber zaͤhe oder vergraſ't, ſo muß das Reihen und Stülpen zur Hand genommen werden.. Die Pferdezucht iſt ſeit dem Abzuge der Franzoſen in merk⸗ lichen Verfall gerathen, und es iſt wichtig, ihr wieder aufzu⸗ helfen. XII. Nutzvieh. Kühe. In den Kreiſen Rheinbach und Jülich iſt bei den größern Landwirthen die ganze Stallfütterung allgemein. In denen von Erkelens und Düren iſt ſie etwas ſeltener. In dem Kreiſe Geilen⸗Kirchen findet man ſie gar nicht. In einem Lan⸗ de, welches dem Mäuſefraß, der zumal die Kleefelder gefähr⸗ det, ſo ſehr unterworfen iſt, wie das Jülicher Land, zumal ſein weſtlicher Theil, da iſt eine reine Stallfütterung ziemlich un⸗ ſicher. Man zieht ihr daher, die Rheingegenden ausgenommen, die halbe Stallfuͤtterung vor. Diejenigen, welche nicht mit zu⸗ reichender Weide verſehen ſind, verſchaffen ſich eine weiße Klee⸗ dreiſche. Zum Mittage und zur Nacht kehrt das Vieh auf den Stall zurück, wo es dreimal im Tage grünes Futter erhält. Das Winterfutter beſteht aus Stroh, Rüben, Kartoffeln, Kaff, welches warm angebrüht wird. Wenn die Kühe zum Kalben kommen, ſo erhalten ſie einen Zuſatz von Grummet und Oel⸗ kuchen, oder in Ermangelung von jenen etwas Schrot von Ge⸗ treide. Das grüne Futter wird nicht geſchnitten; wohl aber das trockene, wenn es an Kaff fehlt. Dann wird das geſchnit⸗ tene Stroh und Grummet mit angebrüht. Bei den Stallfütterungswirthen werden die Kuhe: das ganze Jahr über alltäglich geſtriegelt; bei den Weidewirthen nur im Winter. Fällt jedoch Regen oder kalte Witterung im Sommer ein, ſo laſſen auch dieſe letztern ihr Vieh mit Strohwiſchen ab⸗ reiben. Alles ſehr löblich und ſchön! Das hieſige Hornvieh iſt, wenn man es mit dem holländi⸗ ſchen vergleicht, nur ein Mittelſchlag. Im Durchſchnitt kömmt 7 38 — 100— eine ſchlachtbare Kuh auf 450 bis 600 Pfund. Nicht oft reicht eine an 700. 1 Begangen werden die Rinder im zweiten oder dritten Jahre. Die wenigſten laſſen die Kaͤlber ſaugen, die meiſten tränken ſelbe. Man läßt die Mutter 2 bis 3 Monate vor dem Kalben trocken ſtehen. Friſch melkende Kühe geben täglich 10 bis 12 Maas Milch, und dieſe 1 Pfund Butter. In dem Illicher Lande hört die weſtfäliſche Bauart der Ställe auf. Die Kühe ſtehen mit den Köpfen nach der Wand zu, wo die Krippen angebracht ſind. Solches erſchwert freilich das Futtern, zumal bei gänzlicher Stallfütterung; indeſſen wenn der Kuhſtand in Weſtfalen und dem Cleviſchen ſo wenig tief iſt, als ich ſolches meiſtens geſehen habe; ſo würde ich doch noch lieber den Futtergang entbehren, als dem Viehſtand zu wenig Tiefe gewähren wollen. Schafe. Die Schafzucht iſt unbedeutend. Wo es an Wieſen und Weiden fehlt, wo die Mänſeheere oft die Futter⸗ kräuter zerſtören, wo man beſtändig reiht und ſtulpt, und ſtutzt und droſtet, da finden die Schafe wenig auf dem Felde. Die Heerden, welche große Landwirthe haben, erſtrecken ſich nicht leicht über 200 Stück. In der Gegend von Aldenhoven iſt das Gras und Heu ſo gedeihlich, daß ein daſiger Landwirth ſchon einige Male aus Speculation faule Schafe(das Stück zu 30 Groſchen) gekauft, ſie im Winter durchgebracht, Lämmer davon gezogen, und fett wieder verkauft hat. Die Veredlung hat nur geringe Fortſchritte gemacht. Man⸗ che haben ſie wieder ganz daran gegeben. Die fatale Klauen⸗ krankheit oder der Fußkrebs hat die wenigen Veredler, die hier ſind, mißmuthig gemacht. 3 Man füttert die Schafe im Winter mit Stroh, Heu, halb⸗ gedroſchenen Garben. Wicken, nach dem Schotenanſatze ge⸗ maͤhet und getrocknet, hält man für das beſte Futter. Man ſcheert im Durchſchnitt 4 Pfund Wolle, auf dem Stücke ge⸗ waſchen, wovon jetzt das Pfund mit 10 Gr. bezahlt wird. ——ͦ—ꝛ—— Ge Somm. 51 Buchwe Fi Kartoff Ha Wau, De ganz u ſchaft herrſch beſtimt Sicher! Strohe Gang dienten R. ſolches Rotati man a Gebühr D dem dens. als D ſchaften dem„ D D Kartof Weiſe, Formen gemach nie er zeugen liegt oft riih ü ten Jahte Iin tränken m Kalben t 10 bis 12 uart der cter Wand zeet freilich ſſen wenn 1 penig tief as ich doch — hſtand zu Zo es au e Futter⸗ und ſtutt 3de. Die = ſich nicht dd Heu ſo Nale aus dc) gekauft, und fitt dt Man⸗ 7 Klauen⸗ n di hier eu, halb⸗ s ſatze ge⸗ ae'r. Man ztuͤcke ge⸗ ird. — 101— XIII. Culturgegenſtände und Fruchtfolge. Getreidearten: Wintergerſte, Roggen, Spelz, Weitzen, Sommerweitzen, Hafer und Gerſte. Hülſenfrüchte: Erbſen, Wicken, Bohnen, Linſen und Buchweitzen. Futtergewächſe: rother und weißer Klee, Grünwicken, Kartoffeln, Rüben, Möhren und etwas Runkeln. Handelsgewächſe: Raps, Rübſen, Flachs, Karden, Wau, Hopfen. Der Getreidebau, zumal der des Wintergetreides, macht ganz unbedingt den Hauptgegenſtand der Jülich'ſchen Feldwirth⸗ ſchaft aus. Auf einem milden Lehmboden, wie er hier vor⸗ herrſcht, bleibt der Roggen immer die Hauptſache. Für ihn beſtimmt man die Brache, als das beſt zubereitete Land. Die Sicherheit ſeines Gedeihens, das Gewicht und die Güte ſeines Strohes, der nie ſtockende Abſatz ſeiner Körner ſichern den Gang der ganzen Wirthſchaft, daher auch ihm ſeinen wohlver⸗ dienten Vorzug. Nach dem Roggen tritt der Hafer auf; wenigſtens läßt ſolches ſich aus der Stelle ſchließen, welche man ihm in der Rotation anweiſt; und dieſe Stelle iſt die Kleeſtoppel. Da man auf dieſe Art jene wohlthätige Frucht nach Werth und Gebühr behandelt, ſo lohnt ſie auch nach Gebühr. Der Buchweitzen iſt nur eine Art von Lückenbüßer; bei dem Nachläſſigen der letzte Athemzug des ſich erſchöpfenden Bo⸗ dens. Der rothe Kleebau nimmt zu. Der des weißen Klees als Dreiſche und zur Samenerndte ſpielt in größern Wirth⸗ ſchaften eine bedeutende Rolle. Luzerne und Esper ſind kaum dem Namen nach bekannt. Der Bau der Wurzelgewächſe, die menſchenfreundliche Kartoffel ausgenommen, iſt wenig bedeutend.„Glücklicher Weiſe, ſagt ein hieſiger Landwirth, der ſich durch ſeine derben Formen ſeit einiger Zeit in dem Publikum am Rheine bekannt gemacht hat, hat der Schwindelgeiſt das ganze hieſige Land nie ergriffen, Wurzelgewächſe in ſtarkem Dünger als miſter⸗ zeugende Werkſtaͤtte anzulegen.“ Auch in dem Uebertriebenen liegt nicht ſelten einige Wahrheit! Der Flachsbau iſt nur in den Kreiſen Erkelens und Gei⸗ len-Kirchen bedeutend. Ueber dieſen Gegenſtand ſagt einer mei⸗ ner Correſpondenten:„In den Gegenden, wo Handelsgewächſe, wie Flachs, Hopfen und Kleeſamen, gebaut werden, iſt der Landwirth durchgehends wohlhabender, als da, wo er ſich blos auf den Getreidebau verlegt.« Fruchtfolge. Es hat keinen Zweiſel, daß bei dem Ab⸗ gange an Graswuchs, dem vormals wenig bekannten Kleebau, der großen Ausdehnung des Areals, dem Ueberfluſſe an Boden, dem leidlichen Pachtzinſe, und den geringen öffentlichen Abga⸗ ben, daß, ſage ich, bei dem Zuſammentreffen ſo vieler günſti⸗ gen und ungünſtigen Umſtände, vormals das Zweifelder⸗Brach⸗ ſyſtem im Julicher Lande das vorherrſchende, und in allen grö⸗ zern Wirthſchaften das allein angenommene war. Außer dem, was ich vor 20 Jahren in dieſem Lande ſelbſt davon geſehen habe und von den älteren Landwirthen beſtätiget wird, findet man noch zu unſern Tagen Spuren davon, die aber unfehlbar mit der Zunahme der Futtergewächſe und der Veränderung der Umſtände immer mehr und meyhr erlöſchen werden. Unter jenem alten Syſteme verſtehe ich dasjenige, wo die Brache ein Jahr über das andere vorkömmt, aber nicht jedes⸗ mal, ſondern nur ſelten gedüngt wird. Unmöglich konnten die kleinen Bauern dabei beſtehen, noch diejenigen, welche mit et⸗ was mehr Dung verſehen waren, dabei ihre Rechnung finden. Sie ſchoben alſo die Brache um ein Jahr weiter zurück und lie⸗ ßen das Sommergetreide, dem eine reine Brache ohenhin nicht ſo nöthig iſt, unmittelbar auf das Wintergetreide folgen, und ſo wurden dieſe Leute Dreifelderwirthe, wovon man auch noch Spuren findet. Bald aber wurde man inne, daß ein ſolches Sommerge⸗ treide demjenigen nicht beikam, welches man gewann, wenn kein Wintergetreide vorhergegangen war. Dieſes war beſonders bei dem Hafer auffallend ſichtbar. Man ſtieß ihn alſo wieder aus dem Sommerfeld aus und nahm Erbſen an die Stelle, oder hatte in dieſem Jahre Klee, der unter das Wintergetreide geſäet worden war. Auf beides ließ man nun den Hafer folgen, und es wirkte Wunder. Dabei war die reine Brache nun ſchon ins viert vierfeldr man, d doch ein Künigin Wintere nicht ge an, wor dem Kle der, und machen und die Es Wirthſ genmer des rich Brache bringt: oder W gende V pflügen Frucht 1)* 2)9 1) 2 2)7 3) 9 1s und Gei einer mei⸗ alsgewächſe, een, iſt der zer ſich blos ſi dem Ab: in Kleebau, nn Boden, hen Abga⸗ ler günſti⸗ der⸗Brach⸗ allen gru⸗ ußer dem, on geſehen rd, findet 9 unfehlbar werung der te, wo die icht jedes⸗ aunten die nie mit ei⸗ ang finden. ak und lie⸗ aahin nicht lgen, und Jauch noch Sjommerge⸗ un, wenn a beſonders zſo wieder nie Stelle, Pergetreide fer folgen, nun ſchon — 103— ins vierte, alſo um ein Jahr weiter verſchoben. Ein ſolcher vierfeldriger Umlauf findet ſich zum Theile noch. Später fand man, daß, wenn gleich dieſe Fruchtfolge lohnender war, ſie doch einen Ausfall an Wintergetreide, welches wohl immer die Königin des Feldes bleibt, nach ſich zog. Man nahm alſo eine Wintergetreide⸗Erndte mehr auf und brachte ſie ſehr weislich nicht gegen das Ende, ſondern gegen den Anfang des Umlaufs an, wodurch der Hafer ſeine ganz für ihn paſſende Stelle hinter dem Klee und den Erbſen behauptete. So hatte man fünf Fel⸗ der, und dieſe behalten mit Recht noch immer ihr Anſehen und machen gewiſſermaßen den Kern von allen hieſigen Rotationen und die Grundlage zu einer ſehr guten Wirthſchaft aus. Es giebt dennoch Wirthe, welche der Einrichtung ihrer Wirthſchaft oder der Eigenheit ihres Bodens halben, ihr Au⸗ genmerk auf eine noch ſtärkere Vermehrung des Wintergetrei⸗ des richten, und um ſolches zu erlangen, eine reine, oft magere, Brache mehr aufnehmen, wodurch denn 7 Felder entſtehen. Noch bringt der Raps oder die weiße Kleedreiſche eine Veraͤnderung oder Verkaͤngerung der angeführten Fruchtfolge hervor. Fol⸗ gende Beiſpiele werden die Sache anſchaulicher machen. Vor allem bitte ich das, was ich über die hieſige Art zu pflugen, geſagt habe, mit dem Werth der Fruchtfolge zu verbinden. Fruchtwechſel im Kreiſe Rheinbach zu Salmersheim. 1) Brache, 3) Klee, Erbſen, 2) Roggen, 4) Hafer. 1) Brache, 4) Klee, Erbſen, Wicken, 2) Raps,. 5) Hafer. 3) Roggen, Zu Oberdrees auf guten Feldern:. a. 1) Brache gedüngt, 4) Kartoffeln, Ruͤben, Flachs, 2) Raps, geduͤngt, 3) Roggen, 5) Weitzen. Daſelbſt auf den beſten Feldern: b. 1) Brache gedüngt, 4) Klee, 2) Wintergerſte, 5) Hafer. 3) Roggen gedüngt, — 104— Daſelbſt auf ſchlechtern Feldern: c. 1) Brache gedüngt, 4) Roggen, 2) Roggen, 5) Klee, 3) Brache gedüngt, 6) Hafer. H. Hillebrand hält die angeführten Fruchtwechſel für ſeine Gegend, und ich glaube nicht ohne guten Grund, für die vor⸗ theilhafteſten von allen. Nach ihm wird am wenigſten Dung dazu erfordert, und es faͤllt immer Beſchäftigung dabei vor. Er iſt überzeugt, daß ein Landwirth dabei von 40 Morgen ſehr ehrbar leben kann. Einer ſeiner Nachbarn, ſagte er mir, der ein Gut antrat, das durch und durch vernachläſſiget und durch ſeinen Vorgäͤnger zu Grunde gerichtet war, habe ſolches durch ein im Anfange alle zwei Jahre wiederholtes Brachen ſo hergeſtellt, daß er ein reicher Mann darauf geworden ſey. Man bringt hier 11 bis 12 einſpännige Fuder Dung auf den Cölln. Morgen. 1 Roggen, der nach Wintergerſte folgt, darf erſt 12 bie 14 Tage nach Michgelis geſäet werden. Thut man es früher, ſo deckt ſich der Boden mit einem feinen Graſe, wodurch der Roggen leidet. Obgleich der Klee in dem Umlaufe b. in die zweite oder Folgeſaat kömmt, ſo thut er doch da ſehr gut, weil zu jeder der beiden vorhergehenden Erndten gedüngt worden iſt. Zu der Folgeſaat, das heißt zu Roggen nach Wintergerſte, wird gereiht, dann geſtülpt, dann geeggt, dann zur Saat ge⸗ pflügt und der Same eingeeggt. Obgleich zu dieſem Folgeroggen gedüngt wird, ſo wird er doch nie ſo gut, und bringt auch nicht ſo viel Stroh, als der, welcher, wiewohl ungedüngt, nach Raps folgt. Fruchtwechſel im Kreiſe Bergheim. a. 1) Brache gedüngt, 4) Weitzen, 2) Weitzen, 5) Roggen, 3) weißer Klee, etwas gedüngt 6) Erbſen, zu— 7) Roggen. b. 1) Brache gedüngt, 4) Hafer und manchmal 2) Weitzen oder Wintergerſte, noch 3) Klee geaſcht oder gegypſt, 5) Hafer. 6. 1) ) 2 9) D gegeben geaſcht Abweit nicht! Seine Weitzer J wenn Man Land kraut, unkrau den.“- hei mit Rogget ging, unter weiſe Hafer; war. D. zum T des er N genomt ſtatt h Ke kein W die beſ kann; leichter ( für ſeine t die vor⸗ iien Dung abei vor. Morgen d er mir, käͤget und de ſolches Brachen den ſey. s)ung auf 4 14 Tage deckt ſich oin leidet, ite oder 4 zu jeder Dttergerſte 4 Saat ge⸗ 4 wird er 1 anchmal — 105— c. 1) Brache gedüngt, 4) Roggen, 2) Raps, 5) Kles, 3) Wintergerſte, 6) Hafer. Die Behandlung der Brache iſt bei der Geſpannarbeit an⸗ gegeben worden. Der weiße Klee in dem a. wird gegypſt oder geaſcht. Er dient ſchon im Herbſte nach der Weitzenerndte zum Abweiden; dann im folgenden Jahre wieder zur Weide, aber nicht länger als bis Johannis, und wird dann umgebrochen. Seine Stoppeln werden nur in dem Falle etwas gedüngt, wenn Weitzen darauf folgen ſoll. In dem Umlaufe b) hat der zweite Hafer nur dann ſtatt, wenn der Klee gut beſtanden und dabei geaſcht worden war. Man hält dieſes, zweimal Hafer, für das beſte Mittel, das Land von ſichern Unkräutern zu reinigen.„Das Sommerun⸗ kraut, ſagt Adams, muß durch Wintergetreide, das Winter⸗ unkraut(das perennirende) durch Sommergetreide getilgt wer den.“—„Man hatte, faͤhrt dieſer erfahrne alte Mann fort, bei mir die Gewohnheit, wenn das Feld in gutem Stande war, Roggen nach Hafer zu ſäen, ehe man wieder zur Brache über⸗ ging, und erhielt dann nur ſchlechte Früchte, indem der Hafer unter dem Roggen ausſchlug und dieſem im Herbſte unnützer⸗ weiſe den Platz raubte. Ich rieth daher, lieber Hafer nach Hafer zu nehmen, und der Erfolg hat bewieſen, daß es ſo beſſer war.“ Den weißen Klee haͤlt man für eine beſſere Vorbereitung zum Weitzen als den rothen, welches auch wohl dem Abweiden des erſten zugeſchrieben werden kann. Manchmal wird im Umlaufe b) nach dem Weitzen Roggen genommen, welches wahrſcheinlich nach der Wintergerſte immer ſtatt hat. Kann die Brache nicht gedüngt werden, ſo wird Roggen, kein Weitzen, hineingeſaͤet. In dem Umlaufe o) findet ſich die Wintergerſte nach dem Rapſe. Auf Boden, der zu beiden geeignet iſt, iſt der Raps die beſte Vorbereitung, welche man der Wintergerſte geben kann; ſelbſt beſſer als reine Brache, weil ſie nach dieſer ſich leichter lagert als nach jenem. — 106— Sind die Pferdebohnen auf ſchwerem, etwas feuchtem Bo⸗ den geſäet worden, ſo läßt man Weitzen, auf mildem warmen Boden aber Wintergerſte darauf folgen. Zu Bohnen wird alle⸗ mal gedüngt, alſo nicht zu dem darauf folgenden Getreide. Rüben und Sommergerſte werden für nachtheilige Vorar⸗ beiter zu den folgenden Fruchten gehalten. Und wo in der Welt ſtehen beide nicht in ſolchem Rufe? Damit die Sommer⸗ gerſte der Folgereihe nicht ſchade, muß Klee hineingeſaͤet wer⸗ den, wie wir anderwaͤrts geſehen haben. Es iſt ſeltſam, daß jene mit jedem andern unduldſamen Gewächſe unter ſich ver⸗ träglich ſind, wie es der Gebrauch in Norfolk längſt bewieſen hat. Fruchtwechſel im Kreiſe Düren. Der Fruchtumlauf zu Merken iſt dem von Bergheim gleich. Nur kömmt dort die Brache weniger vor, woran theils der beſſere Boden, theils die ſtärkere Vertheilung des Grundeigenthums ſchuld iſt. Mau bracht hier nur, wenn das Unkraut zu viel uͤberhand genom⸗ men hat, und in dem Falle ſollte man es überall thun. Die reine Brache gehört zu den geheiligten Sachen, die man nicht vernachläſſigen, von denen man aber keinen Mißbrauch machen muß. Sie iſt Labſal für den Schwachen, und Heilmittel für den, der heruntergekommen iſt. Zu gehöriger Zeit angewendet, verleiht ſie der ganzen Wirthſchaft Kraft und Leben. Wo man, wie es gewöhnlich in allen kleinen Wirthſchaften der Fall iſt, uͤberzäͤhlige Haͤnde, überzähliges Geſpann, ein kleines Areal und vielen Dung hat, da wird die Brache ent⸗ behrlicher, und das Plaggen des Ackers kann ihr vorzuziehen ſeyn. Daher ſetzt man zu Merken nach 1) Brache, 2) Raps, 3) Wintergerſte, 4) Roggen, 5) Klee, 6) Hafer, wohl 7) noch Gerſte oder Roggen hinzu. Dagegen haben die größern Land⸗ wirthe, wie Marx: Fruchtwechſel zu Ollersheim. 1) reine Brache,— 3) weißer Klee— rother 2) Roggen oder Weitzen, Klee, 4) Hafer. 1) S 2) R ) 2 J Jedoch Mary alſo w einigen Rogget R nach? Der( er kei Klee T etwas von ſei Diez als di daß mieden wird. ſchnitte die me dem K beherz 1) r 2)2 3) 4)§ Au nach He als hit wirthſe chtem Bo⸗ V In warmen wird alle⸗ treide. ge Vorar⸗ Svo in der 1 Sommer⸗ 'ſͤet wer⸗ ſam, daß ¹ ſich ver⸗ et bewieſen Zichtumlauf dit dort die s theils die Gſt. Mau Id genom⸗ Nun. Die daan nicht uch machen cnittel für gewendet, 1 Itthſchaften Kann, ein aache ent⸗ aotzuziehen 72) Raps, 107) noch Bern Laud⸗ - rother — 107— 1) Brache, 4) Erbſen, 2) Raps, 5) Hafer. 3) Wintergerſte— Weitzen— Roggen, Jedoch wird die Sache ſo vertheilt, daß von 600 Morgen, die Mary baut, 200 mit Wintergetreide beſtellt werden. Er muß alſo wohl noch einen beſondern Fruchtumlauf mit obigen ver⸗ einigen. Wahrſcheinlich auf ſichern Feldern ein paarmal Brache, Roggen, Brache Roggen mehr haben. Nach Kartoffeln folgt hier Sommergerſte oder Weitzen; nach Brachrüben Sommergerſte; nach Erbſen und Klee Hafer. Der Erbſenhafer giebt dem Kleehafer nichts nach, nur giebt er kein ſo langes Stroh als dieſer. Flachs darf erſt nach 3, Klee nach 5, Erbſen nach 8 bis 9 Jahren wiederkommen. Weder Mary noch andere Landwirthe dieſer Gegend halten etwas vom Hafer, der auf Wintergetreide folgt. Ueberzeugt von ſeinem Unwerthe, ſind ſie gänzlich davon zurückgekommen. „Die zweigewändige Bauart bewährt ſich durch die Erfahrung als die vorheilhafteſte von allen. Man erreicht ſie dadurch, daß das Säen des Hafers nach dem Wintergetreide ver⸗ mieden und dagegen Klee⸗ oder Erbſenſtoppel dazu beſtimmt wird. Ein Morgen von ſolchem Stoppelhafer iſt im Durch⸗ ſchnitte 3 Morgen Brachroggenhafer werth.« Es ſind dieſes die merkwürdigen Worte mehrerer vorzüglichen Landwirthe aus dem Kreiſe Duren und wohl werth, von allen Dreifelderwirthen beherziget zu werden.— Fruchtwechſel im Kreiſe Jülich. 1) reine Brache gedüngt, 5) Wintergerſte gedüngt, 2) Weitzen, 6) Roggen, 3) Klee,⸗ 7) Buchweitzen oder weißer 4) Hafer, Klee, 8) Roggen gedüngt. Auffallend iſt allerdings die Zwiſchenkunft der Wintergerſte nach Hafer. Nie und nirgends iſt mir dergleichen vorgekommen, als hier in einer uüͤbrigens ſo genau angeordneten Zweifelder⸗ wirthſchaft. Sollte man vielleicht die Wintergerſte als ein ſo — 108— vertraͤgliches Gewächs halten, daß man ſie darin in gleicher enmal; Kategorie mit den Brachgewächſen ſetzt? Uebrigens was man einen, hier nach Kleehafer thut, würde man wohl nach Stoppelhafer= Auf gewiß nicht thun dürfen. dder ind Klee und Flachs, heißt es, können hier alle 4 Jahre Aldenho wieder zurückkommen. Buchwei Auf Klee folgt am beſten Hafer, auf Wintergerſte und nen gere Buchweitzen Roggen, auf Raps Weitzen. dunn Fruchtwechſel zu Aldenhoven. unhn 1) Brache gedüngt mit 16 6) Wicken, Erbſen, Buch⸗ abgettag zweiſpaͤnnigen Fudern, weitzen, Mangel 2) Raps, 7) Roggen, 1 T 3) Wintergerſte, 8) Klee geaſcht, herrſcht 4) Roggen, 9) Hafer. und gal 5) Hafer. 4 then un Der Hafer Nr. 5. konnte wohl zu viel ſeyn, und beſſer u hie rei wahrſcheinlich, wenn man, wie zu Bergheim, bei dem Schluße des Umlaufs zweimal hintereinander Hafer nähme. 2) Re Die Wicken werden grün verfüttert. Der Buchweitzen ge⸗ 1 währt dem Boden einige wiewohl ſchwache Erholung. Dabei V Die Bur iſt der Boden hier vortrefflich, und das mag wohl die Urſache b 1) ni ſeyn, warum man ein wenig ſtrenger damit verfährt. Uebri⸗ gens macht der Schluß: Wicken, Roggen, Klee, Hafer die Sache 2 R wieder einigermaßen gut. 9 5o Weitzen wird wenig gebaut. Kömmt er aber vor, ſo iſt di es nach einer ungedüngten Brache oder nach gedüngten Kar⸗ bleibt d toffeln. Nach dem ungedüngten Brachweitzen folgt nun unge⸗ m en düngt Roggen. Ehre der Brache auf einem ſolchen guten Bo⸗ 1 vichſe dent p nur eine Nach Wintergerſte geräth der Roggen beſſer als der Weitzen. erh Den Klee ſäet man lieber in Roggen als unter Hafer. venig ge Man behauptet, daß der Boden hier eine öftere Bearbei⸗ die ditte tung nicht liebe; daher mag wohl kommen, daß ich am 27. V men ſi Juli 1816 noch eine Menge Felder ſah, welche in dem Jahre V auf Feld noch kein Pflug berührt hatte. Man düngt nur alle 9 Jahre haben. gleichet V was man voppelhafer e, Buch⸗ und beſſer G Schluße Seitzen ge⸗ 1u. Dabei Urſache 1i. Uebri⸗ die Sache bor, ſo ſſt A ten Kar⸗ in unge⸗ auten Bo⸗ Weihen. ufer. Bearbei⸗ am N. um Jahre 9 9 Jahle — 109— einmal; denn man hat keine Stallfütterung. Doch fand ich einen, der alle 3 Jahre düngte und ſich wohl dabei befindet. — Muß der gute Boden die Menſchen denn durchgehends träge oder indolent machen? Die guten Wirthe aus der Gegend von Aldenhoven mögen mirs verzeihen; allein die unabſehbaren Buchweitzenfelder neben eben ſo großen Feldern von Pferdeboh⸗ nen gereichen ihrer Induſtrie zu keiner beſondern Empfehlung. Der Contraſt iſt etwas zu auffallend. Der Buchweitzen ſcheint bei ihnen die letzte Krücke zu ſeyn, wenn der Boden ſich ohne Dung nicht weiter fortſchleppen kann. Man nimmt daher nur abgetragenes Land dazu. Mangel an Futter, Mangel an Dung! Mangel an Dung, Mangel an Futter! Fruchtwechſel zu Frotzbeim. Wohl allenthalben herrſcht ein Unterſchied in der Feldeintheilung zwiſchen großen und gar kleinen Wirthſchaften, zwiſchen eigentlichen Landwir⸗ then und bloßen Landwirthen und bloßen Bauern; ſo denn auch hier. Die Landwirthe haben: 1) reine Brache gedüngt, 4) Roggen oder Weitzen, 2) Roggen oder Weitzen, 5) Klee, 3) reine Brache gedüngt, 6) Hafer. Ganz gewiß fehlt es dabei dem Ganzen nicht an Kraft. Die Bauern haben: 1) reine Brache gedüngt, 4) Klee geaſcht, 2) Roggen, 5) Weitzen gedüngt, ſo ſtark 3) Hafer.. als nach Brache, 6) Hafer. Hier tritt alſo die förmliche Dreifelderwirthſchaft auf. Sie bleibt dem Kleinen verzeihlich, zumal wenn er ſie alle 6 Jahre mit einer reinen Brache verbindet und ſich keine Handelsge⸗ wächſe darin anmaßt. Dreifelderwirthſchaft bleibt alſo immer nur eine kleinliche Wirthſchaft. Erbſen dürfen vor 9 Jahren nicht wiederkommen; nur auf wenig Feldern im 7. Jahre. Auf fettem Boden können ſie in die dritte Gaile geſäet werden, auf magerem Boden aber kom⸗ men ſie an die Stelle des Sommergetreides. Bohnen werden auf Felder geſäet, die noch etwas zuviel Kraft zur Brache haben. Eine ſehr unrichtige Maxime! Die Brache thut nur — 110— auf etwas kräftigem Boden ihre rechte Wirkung. Einem er⸗ ſchöpften Lande wird der Dung nöthiger als die Brache. Nach gut beſtandenen Erbſen wird der Hafer eben ſo gut als nach Klee. Nach Kartoffeln folgt Sommergetreide, beſon⸗ ders Gerſte. Von der Bank zu Frotzheim ſäet im Jahre nach den Kartoffeln Wicken zum Grünabfüttern, und läßt dann Wintergetreide gedüngt folgen. In einer kleinen Wirthſchaft zumal iſt dieſes vortrefflich. Nach Flachs ſchlägt das Wintergetreide etwas zurück, wenn nicht dazu gedüngt wird. Fruchtwechſel zu Kerpen. 1) Brache gedüngt, 2) Wintergetreide, 3) Hafer, 4) Klee gekalkt, gegypſt, geaſcht, erſtes für das beſte ge⸗ gehalten, 5) Hafer, 6) Hafer. 1) Brache gedüngt, 2) Roggen, 3) Hafer, 4) weißer Klee, geaſcht, nachher mit etwas Dung überſprengt, nicht benutzt, um Johannis untergepflügt, oder vielmehr untergereiht und geſtülpt. 5) Weitzen, 6) Hafer. Fruchtwechſel zu Fuerth. Auf dem koſtbaren körnigen Klei dieſer Gegend hat man den vortrefflichen Fruchtwechſel: 1) reine Brache gedüngt, 6) Kartoffeln, Möhren, Rü⸗ 2) Wintergerſte, ben, wozu royolt und ſtark 3) Roggen, geduͤngt wird, 4 4) Klee gegypſt oder geaſcht, 7) Sommergerſte. 5) Hafer, 1) Brache gedüngt, 3) Weitzen, 2) Raps, 4) Hafer. teren U im ganz gen zu genſaat Hafer d telbar Au geweiht mit der gen üb ſelbſt, das Ehf Auch be Leute ki Lande, Fruchtfo Frt Flachsle vielen; Jülich'ſ Fru lande, Boden h⸗ inem er⸗ ghe. een ſo gut— dye, beſon⸗ ahre nach äßt dann Sirthſchaſt tick, wenn 8 beſte ge⸗ letiprengt, vielmehr d körnigen uvechſel: Thren, Rü⸗ und ſtatt 91 111 1) Brache nicht gedüngt, 4) Roggen, 2) Weitzen, 5) Klee geaſcht, 3) Hafer, 6) Hafer. Was das für ein Boden ſeyn mag, wo man ſich den letz⸗ teren Umlauf erlaubt? Doch treu bleibt man noch hier, wie im ganzen Lande, der goldenen Regel: nach Klee Hafer fol⸗ gen zu laſſen, und zwar ſo, daß wenn man auch einer Rog⸗ genſaat mehr in dem Umlaufe nöthig hat, man darum den Hafer doch nicht zurückſetzt, ſondern den Roggen lieber unmit⸗ telbar nach dem Hafer folgen läßt. Auch auf dieſem koſtbaren Boden bleibt die Brache eine geweihte Sache und heilige Pflicht. Alle gemachte Verſuche mit dem Gegentheil haben hier nur Nachtheil gebracht. Dage⸗ gen übertreiben es, nach dem Eingeſtändniß der Einwohner ſelbſt, die großen Landwirthe mit der Brache, woran weniger das Syſtem, als Indolenz und Abgang an Dung Schuld ſind. Auch bei der beſten Sache herrſcht Mißbrauch!— Nur kleine Leute können durch mehr als gewöhnliche Anſtrengung in einem Lande, wie das Inllich'ſche iſt, und bei der daſelbſt beſtehenden Fruchtfolge, die reine Brache mit einigem Vortheile entfernen. Fruchtwechſel zu Dahlen. Wir ſind hier in einem Flachslande. Der Boden iſt ſandig, oder lehmiger Sand, der vielen Dung fordert, ſo daß er ſeiner Natur nach nicht zu dem Jülich'ſchen Boden gehört. 1) Brache geduͤngt, 5) Roggen, 2) Roggen oder Weitzen, 6) Roggen gedüngt und ge⸗ 3) Klee, pflugſpatet, 4) Flachs gedüngt, 7) manchmal noch Hafer. Vor dem ſechsten Jahre darf Flachs nicht wiederkommen. Nach Flachs hat man hier den vortrefflichſten Roggen. Nach Kartoffeln beſſer Weitzen als Roggen. Fruchtwechſel im Kreiſe Erkelens, auch einem Flachs⸗ lande, welches jedoch beſſern, zum Theile den rechten Juͤlicher Boden hat. — 112— 1) Brache gedüngt, 5) Flachs gedüngt,) 2) Wintergerſte, 6) Weitzen, 9)2 3) Roggen, 7) Roggen gedüngt. 3)9 4) Klee, 4)9 1) Brache, 6) Hafer, 5)4 2) Raps, 7) Buchweitzen oder 7) Boh⸗ 3) Weitzen, 1 nen, Erbſen, zu welchen WViiße 4) Roggen gedüngt, Gegenſtänden gedüngt wird, 2 5) Klee, 8) Roggen, 8) Weitzen. lmanche können 1) Buchweitzen gedüngt, 5) Flachs gedüngt, vertrat 2) Roggen, 6) Weitzen, 3) Klee, 7) Roggen gedüngt, nur we⸗ V Lc 4) Hafer, nig. ſem A Viele halten für beſſer, den Flachs nach dem Kleehafer, der ſ als nach dem Klee ſelbſt folgen zu laſſen. daß i Man hält ein Flachsland für jede Art von Frucht geeignet. hitt. Zum Weitzen, der darauf folgt, wird gar nicht, und zu dem auf dieſen folgenden Roggen nur wenig gedüngt. Folgt aber Wintergerſte unmittelbar nach dem Flachſe, ſo muß etwas zu ihr gedüngt werden. da Vor dem 6. Jahre darf der Flachs nicht auf demſelben der Fn Felde wiederkommen. Wie ſehr dieſe Pflanze ſich ſelbſt haſſe, habe d darüber hat man 1817 eine auffallende Erfahrung gemacht. holen. 6 bis 7 Jahre vor dem angeführten Jahr hatte der Hagel den zr ſchon aufgewachſenen Flachs in Stücke geſchlagen, ſo daß man nach9 ihn unterpflügen mußte. Nun findet ſich an allen dieſen Stel⸗ Zohner len, wo vermöge des Fruchtumlaufes der Flachs in dem Jahre vfeln 1817 wieder vorkam, daß der Flachs nothreifte, das iſt, vor mal der Zeit gelb war, alſo auch vor der gerechten Zeit ausgezogen b1 1 werden mußte. Man hat ſich davon um ſo ſicherer überzeugt, 8 Ge e als zuſammenliegende oder ſeit mehreren Jahren zuſammenge⸗ danrf baute Feldſtücke, wovon ein Theil in der Unglücks⸗Periode d 5 Flachs, der andere keinen trug, den vergleichenden Beweis lei⸗ dan ſteten. Nach Hülſenfrüchten läßt man Weitzen, nach Buchweitzen idn 1 1 1 Roggen folgen. Weitzen folgt nicht gern auf Wintergerſte. b Schwe it. Ar 7) Boh⸗ tt welchen dingt wird, Liten. 1 at, nur we⸗ Kleehafer, a geeignet. d zu dem zolgt aber — etwas zu V udemſelben loſt haſſe a gemacht. agel den daß man teſen Stel⸗ zem Jahre k iſt, vor ausgezogen „überzeugt, ammen ge⸗ he s⸗eriode reweis lei zuchweitzen rgerſte — 113— Fruchtwechſel im Kreiſe Geilenkirchen. 1) Brache gedüngt, 6) Roggen, 2) Wintergerſte oder Wafen 7) Hülſenfrüchte, Sommer⸗ 3) Roggen, raps, Kartoffeln, geduͤngt, 4) Klee, 8) Weitzen. 5) Hafer, Heidekorn, Weitzen will nicht nach Wintergerſte und dieſe nicht nach Weitzen gerathen. Die Erfabrung hat hier gezeigt, daß Klee und Flachs an manchen Orten alle 4 Jahre mit gutem Erfolge gebaut werden können, während andere Aecker ſolches nur alle 10 bis 12 Jahre vertragen. Lange habe ich mich, und nicht ohne Vergnügen, bei die⸗ ſem Artikel verweilt; denn ich wage es ſagen zu dürfen, daß der Fruchtwechſel der Triumph des Jülicher Landes ſey, und daß ich kein Land kenne, wo er ſo richtig verſtanden iſt, als hier. XIV. Getreidebau. Da dieſer Artikel ſo enge mit dem der Geſpannarbeit und der Fruchtfolge verbunden iſt, und ich daſelbſt vieles davon habe einfließen laſſen: ſo bleibt hier nur noch Einiges nach zu⸗ holen. Zur Wiederholung dient, daß zu dem Wintergetreide, ſo nach Raps folgt, 4mal gepflügt und 3mal geeggt wird; nach Bohnen und Erbſen 3mal gepflügt, 2mal geeggt; nach Kar⸗ toffeln 1mal gepflügt, 2mal geeggt; die reine Brache wird 6mal gepflügt, 4mal geeggt. Ich glaube auch geſagt zu ha⸗ ben, daß zu jeder Folgefrucht(das iſt, wenn Getrede nach Getreide folgt; es ſey nun Winter⸗ oder Sommergetre de) als⸗ dann immer über Eck gereiht und geſtülpt wird, und nicht in die Länge wie bei der Brache. Noch muß ich zuſetzen, daß wenn Wintergetreide nach Wintergetreide geſäet werden ſoll, alsdann nothwendig zu letzterm tiefer als zu dem erſten gepflügt werden muß. Die Zeit der Ausſaat des Wintergetreides iſt 14 Schwerz, Landwirthſch. 12 8 * — 114— Tage vor und 14 Tage nach Michaelis. Zu Aldenhoven ſäet man den Kartoffelweitzen erſt um Allerheiligen. Man ſäet einen halben bis ¾ Berl. Scheffel Weitzen auf den Cölln. Mor⸗ gen. An einem andern Orte ſchlägt man die Ausſaat auf 50 Pfd. Weitzen an. Man hat das beſondere Prinzip bei dem Sommergetreide, ſowohl der Gerſte als dem Hafer, weniger Samen auf mage⸗ ren als auf fetten Boden zu nehmen; obgleich man beim Win⸗ tergetreide das Gegentheil thut. So nimmt man z. B. zum Kleehafer 4 und zum Haferſtoppelhafer nur 3 Faß Einſaat. Auf gutem Boden ſäet man den Hafer den 14. April, auf ma⸗ gerem den 8. oder 9. Mai. Das Durcheggen des Weitzens iſt in dem Jülich'ſchen all⸗ gemein üblich, zumal wenn die Erde ſtark beſchlagen iſt. Sol⸗ ches geſchieht im April, und zwar mit Nachdruck. Manchmal wird es zum zweiten, ja zum drittenmale wiederholt. Allent⸗ halben rühmt man den dadurch beförderten freudigen Wuchs. An einem Orte fand ich, daß man es auch bei der Wintergerſte thut. Damit die Egge um ſo tiefer bei dem Weitzeneggen ein⸗ greife, werden die Zähne der Egge geſpitzt. Man eggt einmal über die Länge und einmal über die Breite des Stücks. Je mehr der Acker verunkrautet iſt, je ſtrenger und wiederholter wird geeggt. Wo ich nicht irre, gleicht ein Dürner Malter 2 Hektoliter. Man nimmt hier den Hektoliter Weitzen im Durchſchnitt zu 170 Pfund an. Das Malter Weitzen wiegt alſo 340 Pfd. Cölln. Gewicht. Roggen 300 Pfd. Gerſte 220 ⸗ Hafer 190 ⸗ Wenn der Berl. Scheffel 52,320 Liter enthält, ſo gleichen die 2 Hektoliter oder das Duͤrner Malter 3,654 Scheffel. Man erndtet im Durchſchnitte von einem Cölln. Morgen in der Gegend von Düren: Roggen und Weitzen. 3 ½ Malter= 12 Schfl.*) ¹) Ein braver und bedeutender Landwirth gab mir den Brachrog⸗ gen zu 4 bis 5 Malter an. —— Wint Kleeh Som Som Hülſei 5 Rogg! Wint Kleehe A. Brach A Frucht! ferſtope für eine de M gar Anf befinden 4 bis 5 der Erd Boden ſtrenge, Da Nur W geſichel die des Di Erde lie Hoven ſaet Man ſtet lün. Mot⸗ Sat auf 5 teergetteide, uf mage⸗ im Win⸗ 1 B. zum Einſaat. 3 auf ma⸗ d ſſchen al⸗ eiſt. Gol⸗ 2 Alent⸗ ai Wuchs. Jntergerſte 2 ggen ein⸗ gt einmal cks. I derholter rprer. Man 1170 Pfund 8) Gewicht. . gleichen mfel. 4 Morgen S Schfl.) „ Prachtog⸗ Wintergerſte....... 6 Mltr.= 22 Schfl Kleehafer... 10= 36 ½ ⸗ Sommergerſte..... 4 ½*= 16 ½ ⸗ Sommerweitzen...... 3 ⸗— 11 ⸗ Hülſenfrüchte....... 4 2= 14 ½ ⸗ In der Gegend von Jülich. Roggen und Weitzen 9 Scheffel. Wintergerſte.... 21 Scheffel. Kleehafer.... 30 Scheffel. In dem Kreiſe Rheinbach. Brachroggen und Weitzen. 4 ½ Mltr.= 16 ½ Schfl.*) Folgeroggen.... 3 Mltr.= 11 GSchfl. Kleeſtoppelhafernr. 9 Mltr.= 33 Schfl. Folgekorn........ 3 Mltr.= 11 Schfl. Getreideſtoppelhafer. 5 Mltr.= 18 Schfl. Man achtet den Sommergerſtbau ſo wenig, daß man dieſe Frucht nur nach dem Hafer folgen läßt. Dazu werden die Ha⸗ ferſtoppeln im Spatjahr gedüngt. Man hält die Sommergerſte für eine den Boden ſehr angreifende Frucht. Den Sommerweitzen läßt man nach Kartoffeln folgen. Man ſäet die Pferdebohnen zu Ende Aprils; zu Aldenhofen gar Anfangs Mai. Man will ſich nicht gut bei früherem Säen befinden. Es wird ſtark dazu gedüngt. Die Bohnen werden 4 bis 5 Zoll tief untergepflügt; wenn ſie ein Paar Zoll über der Erde ſind, ſcharf in die Länge und Breite geeggt. Iſt der Boden aber loſe und rein, ſo eggt man zwar, aber nicht ſtrenge. Das Getreide wird mit der Sichte(Hauſenſe) abgebracht. Nur Weitzen und Gerſte werden, wenn ſie ſehr geil ſtehen, ab⸗ geſichelt. Die Koſten des Sichelns thun ein Fünftel mehr als die des Sichtens. Die Gerſte läßt man bei gutem Wetter zwei Tage auf der Erde liegen, bindet ſie bei Nachtzeit, ſtellt die Bunde zu 10 **) Der Ertrag davon ſteigt manchmal auf 6 Mltr. oder 22 Schfl. Man ſoll ſogar Beiſpiele von 30 Scheffel von einem Coͤlln. Morgen haben. * 8** — 116— bis 15 ſogleich aneinander an, und fährt ſie am folgenden Tage ein. Man verdingt die Erndtekoſten von einem Cölln. Morgen, alle Fruchtgattungen ineinander gerechnet, folgendermaßen: Sichten, Aufbinden, Aufſetzen 2 Frank. Einfahren, wo es nicht zu weit iſt 2 Frank. Abladen und Taſſen 2 Frank. 50 Ct. Totalkoſten circa 1 Rthlr. 18 Gr. Man errichtet häufig Getreidefiemen auf freiem Felde und giebt ihnen die Geſtalt eines länglichen Vierrecks. Die Abda⸗ chung wird mit Stroh gedeckt. In einiger Entfernung hält man ſie für ſchlechte Bauernhäuſer. Um ſie zu errichten, wird zunaͤchſt auf der Erde Stroh angelegt. Die Richtung der Gar⸗ ben wechſelt bei jeder Lage ſo, daß die Länge derſelben einmal nach der Laͤnge der Fiemen, und die Garben der zweiten Lage über die Breite der Fiemen herlaufen. Um ſolche Fiemen ge⸗ gen den Mäaͤuſefraß zu ſichern, ſchneidet man, ein Paar Fuß Entfernung davon, eine etwa einen Fuß breite und zwei Fuß tiefe Rinne in die Erde, mit ſenkrecht ſtehenden Wänden. Au⸗ ßerdem bringt man im Boden der Rinne einige irdene mit Waſſer gefüllte Geſchirre an. XV. Anbau der Futtergewächle⸗ Der Klee, wiewohl ſchon lange hier bekannt, hat ſich jedoch erſt ſeit 30 Jahren auszudehnen angefangen. So kann etwas Gutes von lange her bekannt ſeyn, und doch ohne eine ſichere Impulſion nicht, oder nur ſpät, in Aufnahme kommen. Ein Mann von Kopf und Herz kann viel thun, eine Regierung noch mehr. Ein Eifer, der an den Enthuſiasmus reicht, läßt ſelbſt unter Mißgriffen nicht, Gutes zu wirken. Jene verlieren ſich, dieſes einmal erkannt und eingeübt, beſteht. Aufgerüttelt von dem Schlafe mit Gewalt muß der große Haufen werden, wenn er erwachen ſoll. Ein leiſes Wort findet weniger Eingang in ſeine Ohren, als Poſaunenſchall. Zweifelsohne hat die vormalige wohlthäͤtige Curpfälziſche Regierung, ſo wie in der Pfalz, alſo auch hier, darauf einaewirkt. Klee g au Gh angeft oder Dung des: iſt, w ſten, K der Bo die Ege ſäen un M bte bis ßerdem zu 8 T den bei gefütte tergetre A den fur theils mergell H. von an. Abendsn überlaſſe es dem Wenn den gan Aden Tage 1¹ Morgen, eaßen: nelde und 2 Adda⸗ Fung hält den, wird g der Gar⸗ en einmal d ten Lage men ge⸗ mar Fuß 3vei Fuß 1e.. Au⸗ ene mit 11 hat ſich . So kann Ihne eine arkommen. Segietung a ht, läͤßt K verlitten 1 erütelt werden, pkingang yſätziche Saaewirkt. —— Man ſäet den Klee durchgehends über das Wintergetreide, und nur die wenigen Dreifelderwirthe, die man hier findet, ſäen ihn in das Sommergetreide. Man nimmt 6, 7 bis 8 Pfund Samen auf den Cölln, Morgen. Auf hochgelegenen Aeckern wird Gyps, auf niedrigen Aſche, auf ſumpfigem oder ſchwerem thonigem Boden Kalk über den Klee geſtreut. Man braucht an Kohl⸗ oder Torfaſche 30 Schfl. an Gyps 2 bis 300 Pfund, an Kalk 1500 Pfund. Statt der angeführten Streumittel braucht man auch 4 Karren Mergel oder 8 bis 10 Karren Moder, oder 5 Karren ganz kurzen Dung. Ueber das Mergeln des Klees fand ich zu Dahlen folgen⸗ des: Sobald der Kleeſamen über das Wintergetreide ausgeſäet iſt, wird der Mergel darüber hergeſtreut. Man findet am be⸗ ſten, Kalkmergel und Lehmmergel untereinander zu mengen. Iſt der Boden zur Zeit des Kleeſäens etwas beſchlagen, ſo wird die Egge ein wenig zu Huͤlfe genommen, ſonſt nicht. Das Klee⸗ ſäen über das Wintergetreide geſchieht im März. Mit Inbegriff des weißen Klees mag im Durchſchnitte der 6te bis 7te Theil des ganzen Areals in Klee niederliegen. Au⸗ ßerdem ſaͤen die größern Landwirthe auch noch Wicken, von 8 zu 8 Tagen bis Johannis, in wohlgedüngtes Land. Sie wer⸗ den bei dem Schotenanſetzen gemähet, und grün an die Pferde gefüttert. Ihr Verbrauch fällt in die Beſtellungszeit des Win⸗ tergetreides, wo der des Klees ohnehin aufhört. Weißer Klee. Er dient theils zu dem Erſatz der Wei⸗ den für diejenigen, welche keine ganze Stallfütterung wollen, theils und auch zugleich als Handelsartikel. Er liebt einen mergelhaltigen Boden. H. Mary zu Ollersheim ſäet jährlich wohl 75 Morgen da⸗ von an. Ein kleiner Theil wird den Kühen zur Morgens⸗ und Abendsweide eingeräumt; der größte Theil aber den Schafen überlaſſen, jedoch dieſen nicht länger, als man hoffen darf, daß es dem ferneren Wuchſe zum Samenanſetzen nicht ſchade. Wenn dieſer reif iſt, wird gemähet. Man läßt ihn in Schwa⸗ den ganz ungeſtört liegen. Iſt er dürre genug, ſo harkt man ihn beim Thaue in kleine Häufchen, die bis zum Wegfahren liegen bleiben. Fällt ſchlechtes Wetter ein, ſo werden die Häuf⸗ chen in große Haufen zuſammengebracht. Ein langer Regen ſchadet zwar dem Samen nicht, wohl aber dem Heu und Kaff. Letzteres zumal iſt ein vortreffliches Futter, welches angebrühet bei den Kühen jedem andern Kaff, ſelbſt den Oelkuchen, vorge⸗ zogen wird. Geräth der Samen, ſo können von einem Morgen vierthalb Berl. Scheffel gewonnen werden. Ueber die Wurzelgewächſe habe ich durchaus nichts zu ſa⸗ gen, als daß man zu Dahlen keine ganze Kartoffeln, ſondern bloß die Spitzen davon pflanzt, und ſo die ſchönſten Kartoffel⸗ erndten gewinnt. Ich fuͤhre ſolches hier nur eben an, als vor⸗ läufiger Beleg deſſen, was ich in der Folge noch darüber ſagen werde. XVI. Anbau der Handelsgewächſe. Flachs. Wird nur in den Kreiſen Geilenkirchen und Erkelens in einer bedeutenden Menge gezogen; anderswo blos zum häuslichen Bedarf. Leider aber iſt der Linnenhandel durch das holländiſche Douanenweſen, und wahrſcheinlich durch die Vereinigung Hollands mit Brabant und Flandern, welches letztere zumal das Hauptflachsland iſt, ſehr in Verfall gerathen. So zählt man jetzt in Gladbach, wo ſonſt 20 Leinweber waren, noch vier. Das feine Linnen, das hier gemacht wird, wird zu 60 bis 120 Rthlr. Berl. Cour. à Stück zu 50 brabanter Ellen verkauft. Der Flachs folgt entweder unmittelbar auf Klee oder auf Hafer, der in die Kleeſtoppel geſäet worden iſt. Man ſieht da⸗ bei auch auf die Reinigkeit des Feldes. Das Land wird im Herbſte gereiht und geſtüulpt, und bleibt in dieſem Zuſtande über Winter liegen. Die Weiſe, die Klee⸗ ſtoppel zu reihen und zu ſtülpen, iſt bei der Geſpannarbeit an⸗ gegeben worden. Anfangs Januar nimmt man vom beſten Dünger, und ſetzt ihn in einen verhältnißmäßig hohen Haufen zum Rotten, wo durch die Gährung dann auch manches Un⸗ krautköͤrnchen zerſtöͤrt werden mag. Nach vollbrachter Gährung wird d aber k ſolchen J liegen, Dorne ration krümm N. geeggt den iſ eher o weil gebree his 5 Beoha gewont dirbt, neuert fand der ſich allen⸗ J ſamen weil Nacht T geeggt umgen T April, Erkele 9 wird 8 zu ein „WLegfahren 9 die Häuf Szer Regen = und Kaß. angebruhe en, vorge⸗ am Morgen ahts zu ſt⸗ V 8, ſondern Kartoffel an als vor⸗ Siber ſagen 42 Jhen und A wo blos Addel durch Purch die velches oigerathen. zor waren, 2 wird zu A ter Ellen „oder auf rſieht da⸗ 4 annd bleibt die Klee⸗ rbeit an⸗ na beſten vei Haufen iches Un⸗ Gährung 119 wird der Dung aufs Land gefahren, und ſorgfältig gebreitet, aber nicht eingepflügt. Man braucht 15 einſpännige Fuder ſolchen Düngers auf den Cölln. Morgen. In dieſem Zuſtande bleibt das Feld bis Anfangs April liegen, wo es mit auf den Rücken gelegter und einer Menge Dornen verſehener Egge überſchleppt wird. Durch dieſe Ope⸗ ration wird der ohnehin ſchon dürre Miſt vollkommen zer⸗ krümmelt. Nach dem wird das Feld ſo lange in Kreuz und Queer geeggt, bis daß die Krume hinlänglich fein und locker gewor⸗ den iſt. Dabei iſt jedoch zu bemerken, daß dieſes Eggen nicht eher als unmittelbar vor der Einſat unternommen werden darf, weil es ſonſt dem Samen an nöthiger Feuchtigkeit zum Keimen gebrechen würde. Man ſäͤet Riga'ſchen Samen, den man jedoch erſt alle 4 bis 5 Jahre erneuert. Man hat zu Erkelens die beſondere Beobachtung gemacht, daß wenn der aus Riga'ſchem Samen gewonnene Lein ſich durch Regen lagert, er dennoch nicht ver⸗ dirbt, ſtatt daß der, den man ſeit 7 oder 8 Jahren nicht er⸗ neuert hat, bei jenem Unfalle an der Erde wegfault. Doch fand ich zu Dahlen einen wohlerfahrenen Mann(Willems), der ſich bei ſeinem ſelbſt erzogenen überjährigen Samen, ohne allen Wechſel, ſehr wohl befindet. Man nimmt 4 Faß(zu 30 Pfund) alſo 120 Pfund Lein⸗ ſamen auf den Morgen. Die Einſaat hat Vormittags ſtatt, weil man behauptet, aus Erfahrung zu wiſſen, daß der am Nachmittag geſaͤete Lein nicht ſo regelmäßig blühe als jener. Der Samen wird 2 bis 3mal queer über das Feld ein⸗ geeggt, und das Feld dann mit einer leichten Walze, oder einer umgeworfenen Egge überzogen. Der Frühflachs wird zu Geilenkirchen vom 7. bis zum 14. April, der ſpätere vom 25. April zum 12. Mai geſäet. Zu Erkelens hat ſolches zwiſchen dem 15. und 25. April ſtatt. Hat der Flachs die Höhe von 4 bis 6 Zoll erreicht, ſo wird gejätet, manchmal zweimal. Hat er verblühet, ſo beurtheilt man, ob er ſich am beſten zu einer feinen, oder mittlern, oder groben Leinwand eigne — 120— Im erſten Falle wird er gleich nach völlig vollendeter Blüthe ausgezogen, und auf dieſe Weiſe der zu erwartende Samen verloren gegeben. Dieſer Flachs wird zu dem feinſten Geſpinnſte ſtark geſucht und wenigſtens um ½ theurer als der nach der Samenreife gewonnene bezahlt. Im zweiten Falle wartet man den Samen ab, ohne ihn jedoch zu reif werden zu laſſen. Dieſer Flachs giebt dann das Mitteltuch.. Im dritten Falle läßt man die Samenbollen zu ihrer höch⸗ ſten Reife kommen, um in der Gewinnung eines guten Sa⸗ mens für die Grobheit des Geſpinnſtes entſchaͤdiget zu werden. Die Pflanzen müſſen ſo ſchnell als möglich ausgerauft und entbollt werden, damit ſie, ohne auszutrocknen oder ſich in den Bunden zu erhitzen, ſogleich zur Waſſerrötte kommen. Um den Samen gut zu erndten, müſſen die Samenknoten, ohne ſich zu erhitzen, gleich an einen luftigen Ort zum Trock⸗ nen ausgebreitet und fleißig gewendet werden. Hat der Flachs einige Tage im Waſſer gelegen, wo er wohl beſchwert und ganz untergetaucht ſeyn muß, ſo wird un⸗ terſucht, ob das Röſten vollendet ſey. Man erfährt dieſes, wenn der Flachsſtengel beim Winden um den Finger bricht. Beſtätiget ſich dieſes an mehreren Stengeln, ſo wird er auf der Stelle aus dem Waſſer genommen. Man richtet die Bunde nunmehr auf, damit ſie ſich des Waſſers entledigen können. Nun wird der Flachs geſprödet (geſpreitet). Wie lange er auf der Spreite liegen muß, hängt ebenfalls von der Witterung ab. Auch dieſe Friſt erheiſcht Aufmerkſamkeit. Man bemerkt, daß der Flachs nach 24 Stun⸗ den ſeine im Waſſer genommene Spröde wieder verliert, und ſich nun wie in ſeinem grünen Zuſtande ohne zu brechen wie⸗ der um den Finger wickeln läßt. Nach und nach verliert er aber dieſe Biegſamkeit wieder. Bricht er dann beim Umwickeln rein ab, ſo iſt das Spröden vollendet. So einfach dieſe Probe bei dem Rötten und Sproͤden iſt, ſo kann die genaue Beobachtung derſelben nicht genug empfoh⸗ len werden. Nunmehr wird der Flachs eingefahren und an einem luftigen Orte aufgetaſſet. —jyjy—— Durchſe nommer Ra in rein Brache mal mit 30 Sch bis 65 ſtaub i Ende? Naps. vermitt neuem; Loth von licher a dichten er geſich einander der Nu⸗ welches Nebenbe die Rut ſtören Zu 10 Mon Zum W Klee au ſteht. L Ka ſie in de ten oder ſie nach zubereite e Vlüthe —1 Samen gieſpinnſte ¹ nach den ohne ihn ann das eer höch⸗ en Sa⸗ werden. gerauft oder ſich mmen. anknoten, n Trock⸗ ap wo er Zoird un⸗ ast dieſes, u hricht. ei er auf 7 ſich des deſprödet 1 hängt erheiſct a Stun⸗ rt, und zen wie⸗ lirt er wickeln gpen iſt, Aumyſoh⸗ Aund an 5 2 — 121— Man ſchlug 1816 den Ertrag des Flachſes zu Erkelens vom Cölln. Morgen auf 125 Stein oder 625 Pfund an, wovon der Geldwerth zu 83 Rthlr. Preuß. Cour. geſchätzt wurde; im Durchſchnitt aber darf der Ertrag nicht über 62 Rthlr. ange⸗ nommen werden. Raps. Der Raps wird hier zu Lande nicht verpflanzt, alſo in reine, durch Reihen, Stürzen und Brechen wohl zubereitete Brache geſäet. Es wird allemal dazu gedüngt, doch nicht alle⸗ mal mit Miſt. Statt dieſes letztern nimmt man dann 24 bis 30 Scheffel Braunkohlenaſche, und ſtreut, wenn der Raps 4 bis 6 Blätter hat, 300 Pfund Gyps oder 1560 Pfund Kalk⸗ ſtaub über die jungen Pflanzen her. Die Zeit der Einſaat iſt Ende Juli. Die Aſche thut beſonders gute Wirkung auf den Raps. Man ſtreut ſie über das gepflügte Feld, verbindet ſie vermittelſt der Egge mit der Krume, ſäet den Raps, ohne von neuem zu pflügen, und eggt den Samen ein. Man bedarf 24 Loth von dieſem auf den Cölln. Morgen. Nichts iſt ihm ſchäd⸗ licher als„das zu dichte Säen. Hr. Hillebrand ſchreibt dem dichten Stande deſſelben zu, wenn er manchmal erfriert. Wenn er geſichert feyn ſoll, ſo müſſen die Pflanzen vor Winter kaum einander berühren. Darauf mag dann auch wohl zum Theil der Nutzen des ſcharfen Durcheggens der Pflanzen beruhen, welches hier üblich iſt, und bei dem man ſich ſo wohl befindet. Nebenbei muß ich bemerken, daß man an mehreren Orten auch die Rüben ſo ſtark durcheggt, als wenn man ſie gänzlich zer⸗ ſtören wollte. Zu Frotzheim ſchaͤtzte jemand im Jahr 1816, daß er von 10 Morgen 70 Malter Rapsſamen einerndten würde. Zum Rübſen wird oft gar nicht gedüngt. Wau.(Reseda luteola) wird manchmal mit dem weißen Klee ausgeſäet, und ausgezogen, wenn dieſer in der Blüthe ſteht. Der hieſige Wan ſoll dem engliſchen vorgezogen werden. Karden. Weberdiſtel,(Dipsacus fullonum). Man baut ſie in der Gegend von Düren. Die Pflanzen werden im Gar⸗ ten oder auf gutem Boden fruͤhe geſäet. Das Land, worauf ſie nachher zu ſtehen kommen ſollen, muß gedüngt und wohl zubereitet werden. Man pflanzt ſie nach der Schnur in Rei⸗ hen von 2 Fuß Entfernung und 1 ½ unter ſich. Sie müſſen nachher fleißig behackt und vom Unkraut rein gehalten werden. Sie bleiben über Winter ſtehen, können alſo nur im zweiten Jahre eingeerndtet werden. Die Erndte iſt das Verdrießlichſte bei dem ganzen Geſchäfte. Hat der Diſtelkopf verblüht, ſo fallen die Pedalen aus den Kelchen. Fällt nun Regen hinein, ſo halten dieſe wie lauter kleine Becher das Waſſer an, und der Kopf verdirbt. Will man ſich alſo dagegen ſichern, ſo müſſen die verblühten Köpfe ſogleich eingeerndtet werden. Hier tritt nun die Schwierigkeit ein, daß nicht alle Köpfe auf einmal, ſondern nur nach und nach blühen. Die Blüthezeit währt 2 bis 3 Wochen lang. Es bleibt alſo nichts übrig, als das Feld alle Tage zu durchgehen und alles, was verblüht hat, abzunehmen, welches zeit⸗ und koſtſpielig iſt. In Frankreich, wo viele Weberdiſtel gebaut werden, ſucht man ſich die Sache dadurch zu erleichtern, daß man die verblühten Köpfe nicht abnimmt, ſondern blos einknickt, wodurch ſie ab⸗ wärts hangen und kein Waſſer in die Kelche dringen kann. Es hat dieſes Verfahren auch das Gute, daß die früher ein⸗ geknickten Köpfe ſchon trocken ſind, wenn die Erndte des Gan⸗ zen nachher vorgenommen wird. Bei dem Pflücken oder Einknicken läßt man den Stiel an den Köpfen ſo lang, daß ſie zu 5 oder 10 zuſammengebunden werden können. In dieſem Zuſtande kommen ſie auf den Spei⸗ cher, werden gebreitet und von Zeit zu Zeit mit einer Forke gerührt. Man verkauft die Karden nach Scheiben. Jede Scheibe enthält 2000 Stück. Ein Cölln. Morgen kann 60 bis 70 Schei⸗ ben bringen. Der Preis der Scheibe iſt 2 Rthlr. 12 Gr. bis 3 Rthlr. Dagegen ſchlägt man Dung und Arbeit zu 66 Rthlr. an, worin der Landpacht von 2 Jahren nicht einbegriffen iſt, noch das Mißrathen der Karden, auf welches man in 7 Jah⸗ ren einmal zählen muß. Daher ſteigen ſie denn manchmal außerordentlich im Preiſe, ſo daß 1817 die Scheibe mit 30 Rthlr. bezahlt worden iſt. Wahrſcheinlich war die Erndte von 1816 durch die Näſſe zu Grund gegangen. Die Fabrikanten aus dem Jülich'ſchen beziehen viele Karden in der9 ten die erſt ſeit ſen. 3 ſetzt ird ßen un Je Bande pfohlen. geworde jetzt den Dei Er iſt? 6 Zoll. durchkan kurze R Von un der Oe Da die muß de gefüllt, Stäbche ihn an⸗ ie müſſen on werden. im zweiten Geſchäfte. 3 aus den Syie lauter Will man Je ſogleich I ein, daß ach bluhen. ¹ leibt alſo Hund alles, ſpielig iſt r ſucht man vyerblühten gih ſie ab⸗ aten kann. gruüͤher ein⸗ A des Gan⸗ 8 Stiel an eragebunden en den Syei⸗ aver Fanke 8 Scheibe 70 Scei⸗ Gt. bis 66 Rthl. friffen iſt l 7 Jah⸗ ernanchmal ate wit 30 zrudte von ele Karden 123 aus dem mittäͤgigen Frankreich, dem Limburger Lande und von Nürnberg. Die franzöſiſchen Karden ſind die beſten; aber noch beſſer als dieſe ſind die ſpaniſchen. XVII. Verſchiedene Gegenſtände. Mäauſe. Die Mänſe, welche das ſtattliche Jülicher Land in der Regel alle vier Jahre einmal heimſuchen und nicht ſel⸗ ten die ganze Einſaat, ſelbſt die Erndte zerſtören, haben ſich erſt ſeit den letzten 40 Jahren in ſo großer Menge blicken laſ⸗ ſen. Zu ihrer Vertilgung gräbt man wohl Löcher in die Erde, ſetzt irdene Töpfe hinein, allein das Hauptmittel, ſie im Gro⸗ ßen und mit Erfolg zu bekämpfen, iſt der Rauch. Ich habe die Art des Räucherns ſchon früher im zweiten Bande der Belgiſchen Landwirthſchaft angegeben und anem⸗ pfohlen. Sie iſt aber ſeitdem im Juülich'ſchen noch allgemeiner geworden. Man hat die Rauchmaſchine verbeſſert, welcher man jetzt den Ramen Rauchofen gibt. Der Ofen, von Eiſenblech, hat eine kegelförmige Geſtalt. Er iſt 2 Fuß hoch; ſein oberer Durchmeſſer hat 12, der untere 6 Zoll. Von oben iſt er feſt geſchloſſen, damit kein Rauch durchkann, nur in der Mitte des Bodens befindet ſich eine kurze Röhre, in welche die Pfeife des Blaſebalgs geſteckt wird. Von unten iſt der Ofen offen, hat aber ein Paar Zoll über der Oeffnung einen Roſt, der das Rauchmaterial zurückhält. Da dieſes Material von unten in den Ofen gebracht wird, ſo muß der Roſt herausgenommen werden können. Iſt der Ofen gefüllt, ſo wird der Roſt wieder hineingelegt, und ein eiſernes Stäbchen über ihn, oder vielmehr unter ihn hingeſchoben, um ihn anzuhalten. 124— Auf beigehender Abbildung deutet a. den Roſt, b. das Stäbchen an. c. iſt die Hand⸗ habe, wovon die Stiele von Eiſen ſind und der Griff von rundem Holze iſt. Die Hand⸗ habe muß eine ſichere Stärke haben, nicht ſowohl weil ſie zum Tragen dient, als weil ſie den Druck der Hand bei dem Anſetzen des Ofens zu leiden hat. d. iſt ein halber Ring oder eiſerner Bügel, auf den bei dem Auſetzen der Fuß geſtemmt wird, um es der Hand zu erleichtern. e. iſt die Röhre für die Blaſebalgspfeife. Es iſt gut, die Hand⸗ habe ein klein wenig verſchrägt anzuſetzen, damit der Blaſebalg bei der Arbeit nicht ge⸗ hindert werde. 8b — Das Räucherwerk beſteht aus Lumpen, Leder, Horn, Klauen und jeder Art von ſtinkenden, Rauch gebenden Dingen. Dabei gehört nothwendig zum Tödten der Maͤuſe geſtoßener Schwefel, welcher zwiſchen das Material eingeſtreut wird. Da er ſich ſchneller verzehrt, als das uͤbrige Material, ſo fuͤhrt man einen kleinen Vorrath Schwefel bei ſich, um von Zeit zu Zeit etwas durch die obere Röhre nachwerfen zu können. Am Abend vor dem Räuchern geht man mit Weib und Kind auf das Feld, um die Mäaͤüſeloͤcher zuzutreten. Am Mor⸗ gen ſind dann beſtimmt wieder welche offen, und zeigen an, daß ſie bewohnt ſind. Man ſetzt nun den Ofen über das erſte beſte Loch, drückt ihn mit der Hand und dem Fuß ein Paar Zoll tief in die Erde, wodurch der Rauch nicht neben auskann. So wie nur mit dem Blaſebalge von oben in den Ofen hin⸗ eingearbeitet wird, ſtrömt der Rauch von unten heraus und dringt in die Mäuſe⸗Galerien ein. Dabei iſt erforderlich, daß ein Helfer dem Blaſer zur Seite ſtehe, welcher auf die Stellen des Feldes Acht hat, aus welchen Rauch ſteigt, um ſolche ſo⸗ gleich zuzutreten. Wenn der Blaſer merkt, daß der Blaſebalg beſchwerlicher zu behandeln wird, ſo zeigt ihm dies, daß die unterirdiſchen Gänge ſattſam mit Rauch gefüllt ſind. Er hebt de an. Die etwas verliert Die ſo viele währt, ſie aber ben, ſo werde, einen T Lande, keine S könnten werden. gegen B meinde⸗d gegen de Feuerſche Noch ſagen; d viele zu Sperling len im W hinterlaſſ treide ha feld vorz los blieb anderes, obſchon d Bra Ider ſtre Hier keit verdie 9. dem Vor at a. den die Hand⸗ ſind und — Die Hand⸗ den, nicht a. als weil 8 Anſetzen Din halber I bei dem em es der iRöhre für die Hand⸗ anzuſetzen, 3 nicht ge⸗ Gi, Klauen 2nn. Dabei Schwefel a er ſcch ört man 8¹zu geit SDeib und Am Nor⸗ s eigen an, A das erſte Vein Par auskann. fen hin⸗ aus und zich, daß Ctellen kalhe ſo 8laſebalg daß die † Er — 125— hebt dann den Ofen aus und ſetzt ihn an eine andere Stelle an. Die Operation gedeiht dann am beſten, wenn der Boden etwas feucht iſt. Iſt er ſehr trocken und hat gar Riſſe, ſo verliert ſich der Rauch zu viel außerhalb der Erde. Die kräftige Wirkung dieſes Mittels hat ſich nun ſchon ſo viele Jahre durch eine immer zunehmende Erfahrung be⸗ währt, daß kein Zweifel mehr darüber obwalten kann. Soll ſie aber eine totale Vertilgung des Mäuſeheeres zur Folge ha⸗ ben, ſo wird nothwendig, daß von Polizeiwegen dahin geſehen werde, die Räucherung in jeder angegriffenen Gemeinde auf einen Tag und allgemein anzuordnen, welches im Julich'ſchen Lande, wo jeder gute Landwirth mit einem Ofen verſehen iſt, keine Schwierigkeiten hat. Für die Feider der ärmeren Klaſſe könnten einige Ofen auf Rechnung der Dorfskaſſe angeſchafft werden. Man hat Gemeinde⸗Feuereimer, um die Wohnungen gegen Brand zu ſchützen, warum ſollte man nicht auch Ge⸗ meinde⸗Rauchofen haben können, um die Früchte des Feldes gegen den Mänuſefraß zu ſchützen, welcher weit häufiger als Feuerſchaden vorfällt? Noch muß ich etwas zum Vortheile jener heilloſen Gäſte ſagen; doch nicht um eine Apologie zu ihren Gunſten, wie ſo viele zu Gunſten der noch heilloſern, weit mehr verbreiteten Sperlinge, zu ſchreiben. Der Vortheil beſteht, daß ihr Wüh⸗ len im Boden, vielleicht auch die Rückſtände, welche ſie darin hinterlaſſen, eine gute Wirkung auf das folgende Sommerge⸗ treide haben ſoll; ſo daß ſelbes ſich auf einem vorigen Mäuſe⸗ feld vorzüglich auszeichnet. Auf einem Rapsfelde, das mäuſe⸗ los blieb, war nachher das Wintergetreide nicht ſo ſchön, als anderes, das in verheerte Getreideſtoppeln geſäet worden war, obſchon das Rapsland ſonſt für das beſte Land gehalten wird. Brand im Weitzen. Man hat hundert Mittel dagegen. Jeder ſtreitet für die Güte des ſeinigen. Hier unter den Rezepten ein Paar, die mehr Aufmerkſam⸗ keit verdienen: H. Hillebrand zu Oberdrees, Kreis Rheinbach, wählt von dem Vorſchlag des aus der Sonne gedroſchenen Weitzens, die 126 beſten Körner, nimmt auf jedes Malter einen Spaten voll ge⸗ löſchten Kalk, rührt ihn in einer Butte mit Waſſer zum Breie, ſetzt vergohrene oder doch verdünnte Jauche mit ein Paar Häͤn⸗ den voll Salz zu, rührt um und den Weitzen hinein, laͤßt 12 bis 14 Stunden ſtehen, wo die Maſſe ganz compakt wird. Um ſie ſäen zu koͤnnen, wird ſie verkrümelt und mit etwas Aſche verrieben. Seit 16 Jahren hat Hillebrand keinen Brand mehr im Weitzen gehabt. H. Schmitz zu Düren nimmt auf 1 ½ Malter gleich 500 Pfund Weitzen Cölln. Gewicht: 1 Pfund Alaun, 1 Pfund Eiſenvitriol, ½¼ Pfund Salpeter, ½¼ Pfund Spaniſchgrün. Die zerſtoßenen Ingredienzien werden in zureichendem Waſ⸗ ſer über dem Feuer aufgelöſt, und wenn ſie erkaltet, mit ſo viel Waſſer gemiſcht, als nöthig iſt, den Weitzenhaufen ganz damit zu befeuchten. Man ſticht ihn mehrmal um und ſäet nach 24 Stunden. Seit ſo vielen Jahren, daß Schmitz ſich dieſes Mittels bedient, hat er nie Brand gehabt. Er bot ſchon mehrmalen, und bietet noch für jede brandige Aehre, welche man auf ſeinen Weitzenfeldern finden könnte, dem Entdecker einen Dukaten an. Ich erinnere mich, vor 12 Jahren daſſelbe Rezept zu Weisweiler im Jülich'ſchen erhalten zu haben. 0 Bäne Wit welcher Rheine, hegriffene der wilde jedoch ei des Mo und in Bezirke medy, 2 Pri Ales in der unten V mit Aus amaibt. mainen n V Zu elche 4 gen beſit Jen voll ge zum Breie Paar han⸗. an, läßt 12 2 wird. Un netwas Aſche trand mehr ngleich 500 indem Waſ⸗ Aet, mit ſo nufen ganz 4 und ſäet S'chwitz ſich arr bot ſchon m ire, welch g Entdecker Aen daſſelbe äben. Dritter Abſchnitt. Bäuerliche Verhältniſſe und Iuſtand des Acker⸗ baues in der Eifel. Wir begreifen unter dem Namen Eifel den Gebirgstheil, welcher zwiſchen dem flachen Theile des JülichLandes, dem Rheine, der Moſel und Belgien liegt, obgleich nicht alle darin begriffenen Gebirge und Thäler auf den zweideutigen Namen der wilden und verlaſſenen Eifel Anſpruch machen. Um mich jedoch einigermaßen darnach zu richten, werde ich die Cultur des Moſelgebirges in einem beſondern Abſchnitte vornehmen, und in gegenwärtigem mich auf die Eifel, und zwar auf die Bezirke von Prümm, Antweiler, Hildesheim, Monſchau, Mal⸗ medy, Blankenheim und St. Vith beſchränken. Prümm. Mit wenigen Ausnahmen wohnt in der Eifel Alles in zuſammengebauten Dörfern, daher denn auch die Fel⸗ der untereinander liegen. Von Befriedigungen weiß man nichts, mit Ausnahme der, welche den Gemüsgarten oder Grasgarten umgibt. Ganze Güter gibt es ſeit der Veräußerung der Do⸗ mainen nicht mehr. Zu Schönecke und Bitburg findet man einige Bauernhöfe, welche 4, 6 bis 8 Pferde unterhalten, alſo 3, 4 bis 500 Mor⸗ gen beſitzen. —-— 128— Antweiler zählt man zu den unfruchtbarſten Gegenden der Eifel(die Schneeeifel ausgenommen); der Ackerbau koſtet viele Arbeit und lohnt ſchlecht; daher die größern Haushal⸗ tungen eine Ausdehnung von 80 bis 90 Köln. Morgen Acker⸗ land und 20 Morgen Wieſen erfordern, wenn die Betreiber ihr ehrliches Auskommen darauf finden ſollen. Die kleinern Wirth⸗ ſchaften enthalten die Häͤlfte, die geringeren den vierten Theil, die meiſten aber haben noch weniger als das, leben kümmerlich, und würden nicht leben können, wenn ſie nicht das Wild⸗, Ge⸗ mein⸗ oder Schiffelland für ſich hätten. Sie ſuchen ſich daher mit Schiffeln(Hacken und Brennen), ſo gut ſie können, zu hel⸗ fen. Tritt demnach ein naſſer Sommer ein, wie der von 1816, wo das Schiffeln und Trocknen nicht angeht, ſo iſt das ſo gut wie ein Hagelſchlag für dieſe unglückliche Gegend. In einer ſtarken Entfernung von den Dörfern findet man wohl auch einzelne Höfe, welche 100 bis 150 Morgen enthalten⸗ Monſchau. Die Häuſer der Dörfer liegen meiſtens ſehr entfernt von einander, und jedes Bauernhaus hat 10 bis 25 Morgen Land um ſich her liegen. Das übrige liegt zerſtreut in den Fluren. Beſitzungen von 100 bis 200 Morgen ſind ſel⸗ ſelten, mehr von 50 bis 100, und die meiſten von 15 bis 30. Ein ſehr großer Theil des Bodens liegt in Kämpen oder Kop⸗ peln, die mit Hecken und Geſträuchen von Buchen umgeben ſind. Malmedy. In kleinen Dörfern vereint, bauen die Land⸗ wirthe ihr Eigenthum, welches ſelten über 50 und oft nur 6 bis 10 Morgen groß iſt. Man muß aber nicht denken, daß ſolche anhaltend unter dem Pfluge gehalten werden. Man kann dafür noch nicht die Hälfte annehmen. Zugleich iſt das Eigen⸗ thum zerſtuͤckelt und ohne Befriedigung. Blankenheim. Die ſtärkſten Güterbeſitzer, mit ſehr we⸗ nigen Ausnahmen, haben nicht über 100, am gewöhnlichſten 50 Morgen. Dabei haben ¾, der Einwohner nicht über 15 Mor⸗ gen zu bauen. Alles iſt zerſtückelt, alles liegt im offenen Felde untereinander.— Dieſelben Verhältniſſe haben auch im Kreiſe von St. Vith ſtatt. IL. I Pr ausgene thum; der beſte und Au Mo in den Aemter Kloſter Aemter cher m ſie zu hier eit henden erbt da übrigen Heiratt Geſamt Morger theilig von di Aerzte M welche bis 31 tel unt weide ſind n und vi D ſey So ſcheinli Gutes eben ſ Schw 4 Gegenden erbau köſtt in Haushat Acket⸗ ümmerlic, 6 Vild⸗ Ge⸗ 3 ſich daher een, zu hel⸗ von 1816, das ſo gut r indet man enthalten. iſſtens ſeht 21 10 bis 2 7 gt zerſtreut en ſind ſel 15 bis 30 oder Kop⸗ geben ſind die Land⸗ oft nut 6 enen Felde in Kreiſe 129 II. Rechtliche Belitzverhältnisse der Grundinhaber. Prümm. Einige unbedeutende landesherrliche Maierhöfe ausgenommen, iſt alles Uebrige jetzt zwar freies Grundeigen⸗ thum; dennoch hat ſich auf den konkreten Gütern, ungeachtet der beſtehenden franzöſiſchen Geſetze, die alte Sitte über Erbtheil und Auffolge erhalten. Man nennt ſolche Güter Stockgüter und findet ſie häufig in den vormaligen Aemtern Prümm und Schönberg. Beide Aemter machten die Dotation aus, womit Carl der Große das Kloſter Prümm begabte. Die bäuerlichen Verhältniſſe dieſer Aemter ſind alſo, nach der Hartnäckigkeit zu ſchließen, mit wel— cher man noch daran hängt, wahrſcheinlich die nämlichen, welche ſie zu und vielleicht auch vor Carls Zeit waren. Wir finden hier einige Aehnlichkeit mit den uralten, zum Theil noch beſte⸗ henden weſtfäliſchen Koloniaten. In dieſem Theile der Eifel erbt das älteſte Kind, es ſey Sohn oder Tochter, Alles. Die übrigen Kinder werden ſo geringe entſchädigt, daß ſie an kein Heirathen denken dürfen. Die Entſchädigung beträgt für die Geſammtheit der Erben p. p. 4 Rthlr. Preuß. Cour. für den Morgen. Die Erfahrung ſoll hier gelehrt haben, wie ſehr nach⸗ theilig ein ſolches Herkommen auf die Moralität einwirke, wo⸗ von die Angaben mir fehlen, die Geiſtlichkeit aber und die Aerzte die beſte Auskunft geben können. Manderſcheidt. Die Grafſchaft beſteht aus 77 Häͤuſern, welche alle Stockgüter ſind. Ein ſolches Gut beſteht aus 2 bis 3 und mehreren hundert Morgen, wovon aber nur ein Drit⸗ tel unter dem Pflug gehalten wird, und das Uebrige als Gras⸗ weide niederliegt. Der Boden iſt eben und trocken, die Weiden ſind mit einem ſüßen Graſe bedeckt. Die Wohnungen ſind groß und von Steinen. Alles verräth den Wohlſtand. Das Kind, welchem der Stock zukommt, das älteſte, es ſey Sohn oder Tochter, heirathet mit 16 oder 18 Jahren, wahr⸗ ſcheinlich um deſto mehr dienſtbare Hände zum Betriebe des Gutes zu erzeugen. Es iſt daher nicht ſelten, 3 Stockväter oder eben ſo viele Stockmütter in einem Hauſe zu finden. So lange Schwerz, Landwirthſch. II. 9 — 130— die älteſte dieſer Perſonen, der einmal der Stock angehörte, noch lebt, es ſey Groß⸗ oder Urvater, Groß⸗ oder Urmutter, ſo be⸗ hält ſie die Alleinherrſchaft, und alle übrigen Perſonen ſind nicht viel mehr, als dem Hauſe angehörige Knechte und Mäͤgde. Deer, welcher die Herrſchaft hat, heißt der Mann oder die Frau, letztere auch uns(unſere) Frau, welches zu manchen zweideutigen Auslegungen Gelegenheit gibt. Da auf jene Art ſich nur eins der Familienglieder verheirathet, ſo fehlt es an Oheimen und Muhmen in den Stockhäuſern nicht. Iſt der Stockerbe eine Tochter, ſo muß ihr nothwendig ein Sohn, Nichterbe, aus einem andern Stockhauſe zugelegt werden. Dieſes ſetzt, wie in Weſtfalen, einen ordentlichen Handel ab, und wird kaufmänniſch betrieben. Der Vater des jungen Menſchen kommt zum Vater der Stocktochter, und fragt, wie viel er zu geben habe, wenn ſein Sohn die Tochter heirathen würde. Forderungen und Gebote folgen ſich, bis daß man über ein Tauſend Kronenthaler oder mehr als Kauſſcchilling einig und die Waare losgeſchlagen wird. Der Vater der Stocktochter bedient ſich dann dieſes Geldes, um einen ſeiner eigenen Söhne mit einer andern Stocktochter zu verkoppeln. Der junge Mann, der auf jene Art in das Haus ſeiner Schwiegerältern tritt, lebt nur als Meiſterknecht darin, indem die Regentſchaft ſeiner Frau allein zuſteht, wenn anders ihre Aeltern und Vorältern ſchon mit Tode abgegangen ſind, denn ſonſt bleiben dieſe bis zu ihrem Abſterben Herr vom Hauſe. Stirbt endlich die junge, wirkliche Stockfrau vor ihrem einge⸗ heiratheten Mann, ſo wird dieſer Herr. Eben ſo iſt es mit der eingeheiratheten Frau, wenn ihr wirklicher Stockmann vor ihr mit Tode abgeht. Das freie Eigenthumsrecht gilt auch für die Bezirke von Malmedy, Blankenheim, Montjoie und St. Vith. In letzte⸗ rem ſteht es dem Vater zu, unter ſeinen Kindern das zu wäh⸗ len, es ſey Sohn oder Tochter, welches ſein Auffolger werden ſoll. Die Uebrigen werden von ihm mit baarem Gelde abge⸗ funden. Das, was ich über den Anſchein von Wohlſtand bei Ge⸗ legenheit der Stockgüter der Grafſchaft Manderſcheidt geſagt habe, bleibt k hier gr ſten G Thaler die Ste richten Müßig. Di den aͤlt hundert wohl a paar§ noch m herrn Ver Grund ſind, de herauskt Rechnun ſtrengun, er doch abzwacke In Staatsv zu legen wie die wendige Vohls ringe g. Land ni genug be Uebe von Coe Da Rnnte, noch Ar, ſo be⸗ nen ſind dͤ Mädde. oder die manchen ar jene Art Hlt es an Grdig ein 2 werden. —n Handel s jungen kagt, wie S heirathen nan über Ang einig O cktochter 2 1 Söhne 2 ſeiner un, indem i ers ihre d, denn Hauſe. An einge⸗ es mit wann vor Wirke von n lette⸗ gzu wäͤh⸗ verden O de abge⸗ 2 bei Ge⸗ 2 agt habe, — 131— bleibt keineswegs auf die Eifel überbaupt anwendbar. Obgleich hier größtentheils Alles Eigenthum iſt, ſo haben doch die mei⸗ ſten Grundbeſitzer nichts. Mancher, der für mehrere tauſend Thaler Grundeigenthum hat, muß das Geld leihen, wenn er die Steuer bezahlen ſoll. Da er weiter keine Abgaben zu ent⸗ richten hat, ſo überläßt er ſich der Sorgloſigkeit und dem Müßiggange. Die Gewohnheit, daß die eigentlichen Höfe unzertrennt auf den älteſten Sohn übergehen, der ſeine Geſchwiſter mit ein paar hundert Thalern für das Mobiliarvermögen befriedigt, trägt wohl am meiſten zu jener Indolenz bei. Man iſt gewohnt, ein paar Hageſtolze in jeder Bauernfamilie zu finden, die ihrer Seits noch mit ihrem Wenigen knauſern, um es ſpäter dem Stamm⸗ herrn der Familie zufließen laſſen zu können. III. Verkehr mit den Grundſtücken. Verpachtungen kommen in einem Lande wenig vor, wo Grund und Boden ſo ſchlecht, oder die Kulturkoſten ſo hoch ſind, daß, Alles nach ſeinem Werthe gewürdigt, nur Schaden herauskommt. Hier kann der Menſch beinahe nur für eigene Rechnung wirthſchaften, indem er ſeinen Schweiß, ſeine An⸗ ſtrengung und Arbeit in den Kauf gibt, ſie nicht achtet, weil er doch einmal leben und von dieſer kargen Exiſtenz noch etwas abzwacken muß, um die bürgerlichen Laſten zu befriedigen. In Bezug auf dieſe letzteren kann ich nicht umhin, jeder Staatsverwaltung den Umſtand auf das dringendſte an's Herz zu legen, daß die Bewohner ſolcher ärmlichen Gegenden nicht, wie die der beſſeren, ihrem Ueberfluſſe, ſondern ihrem Noth⸗ wendigen entziehen müſſen, was ſie zur Steuer des öffentlichen Wohls beizutragen haben, daß daher dieſer Beitrag nicht ge⸗ ringe genug ſeyn kann, nach dem Grundſatze, daß ein gutes Land nicht leicht zu theuer, und ein ſchlechtes nicht wohlfeil genug beſtehen kann. Ueber die Größe der Wirthſchaften drückt ſich der Landrath von Coels zu Blankenheim folgendermaßen ſehr paſſend aus: „Das Klima iſt bei uns der Kultur allzuſehr zuwider, da⸗ 9 4½ her das Geſchäft der Landwirthſchaft nur in ſofern einen Ge⸗ winn gewährt, als der Eigenthümer ſeine Güter ſelbſt bear⸗ beitet. Das Verhäͤltniß der Kräfte, welche auf die Kultur ver⸗ wendet werden können, beſtimmt den Vortheil, der aus einer größern oder kleinern Wirthſchaft hervorgeht. Bei dem geringen Viehſtande und bei Mangel an Stallfütterung ſind größere Wirthſchaften hier nicht wohl möglich, indem es an dem, was hier doppelt nöthig iſt, an Dung, fehlt.« „Da übrigens die Cultur gegen die eines ergiebigern Bo⸗ dens und unter einem gedeihlichern Klima zu beſchwerlich und koſtſpielig iſt, ſo kann der hieſige Landwirth bloß für ſeinen eigenen Hausbedarf, nicht aber für den Abſatz auf fremden Maͤrkten, mit einigem Vortheil bauen. Auf dieſen würde er die Konkurrenz der Preiſe des Getreides, das aus glücklichern Gegenden hingebracht wird, nicht aushalten können. Dieſer Umſtand gibt denn zum Theil zu den hieſigen ſehr kleinen Wirth⸗ ſchaften Anlaß, und berechtiget gewiſſermaßen die häufig ganz öde, ohne Kultur liegenden Felder.“ Nachtheilig jedoch bleibt in der Eifel die allzugroße Zerſplit⸗ terung einzelner Parcellen. In dem Kreiſe von Blankenheim gibt es Kommunen, deren urbares Land in 4, 6, 8, ja bis 10,000 Abſciſſen beſteht. Daß die bisher beſtehenden franzöſi⸗ ſchen Geſetze ſich gegen die ſtarke Parcellirung erklären, iſt be⸗ kannt; da aber dieſelben über einen allgemeinen, alſo nirgend hin paſſenden Leiſten geſchlagen worden ſind, ſo bleiben ſie un⸗ anwendbar, und die Zerſplitterung hat weder Maß noch Ziel. IV. Gemeingründe. In einem Lande, wo die Bevölkerung ſo geringe iſt, Bo⸗ den und Klima ſo undankbar ſind, und Felſen und Berge ſo häufig vorkommen, wie in der Eifel, da kann es an Gemein⸗ gründen nicht fehlen. Hier mehr als irgendwo hat die Entwickelung der Frage über die Theilung ihre Beſchwerlichkeiten und kann unmöglich im Allgemeinen entſchieden werden. Als Beitrag gebe ich die Meinung eines wackern Mannes der Gegend ſelbſt an, indem es hiet auf ſo 1 zu An nen. hen ſi ſind, b lohnen tete Gr wurde. faulen den k „ abgey und d getheil ſern B Lage d cher, gen, können ſehn,! Stallfi voraus Brod f 5 ſpricht der, wi fährt? werden iſt, d dadurq D. die Mi Schönd nun H die, n einen Ge⸗ übſt beat ultur ver⸗ an aus einer n geringen 8) größere Srem, was laizern Bo⸗ e Gelich und uͤr ſenen — fremden vürde er üͤcklichern tn. Dieſer en Witth⸗ aufig ganz e gerſplit⸗ ankenhein 1, ja bis 26 fralzöſi⸗ 1in, iſ be⸗ 20 nirgend m en ſie un⸗ A oc giel. . iſt, Be⸗ 4 Berge ſo Gemein⸗ Gyeer Frage r zunmöglich he ich die Fn, inden — 133— es hier mehr auf die genaue Kenntniß der Oertlichkeiten, als auf ſonſt Etwas ankommt. „Eine Theilung der Gemeinheiten— ſagt Michels, Paſtor zu Antweiler,— hat in hieſiger Gegend nie Statt haben kön⸗ nen. Meiſtentheils, beſonders in meiner Nachbarſchaft, beſte⸗ hen ſie aus Felſen, Klippen, Bergen, die nicht zu bearbeiten ſind, oder die da, wo ſie bearbeitet werden könnten, nur ſelten lohnen dürften, indem bei ſtarkem Gewitterſchauer der bearbei⸗ tete Grund ſammt der Frucht in die Thäler geſchwemmt werden würde. Ein anderer Theil unſerer Gemeinheiten beſteht aus faulem, naſſem Boden, wovon das Waſſer nicht abgeleitet wer⸗ den kann, und worauf alle Arbeit verloren iſt.“ „Endlich haben wir auch Schiffelland, das von Zeit zu Zeit abgeplaggt, ein paar Jahre unter den Pflug genommen wird und dann zur Viehweide liegen bleibt. Dieſes könnte freilich getheilt werden und würde unter andern Umſtänden einer beſ⸗ ſern Benutzung faͤhig ſeyn. Allein wenn in der gegenwärtigen Lage die Gemeindeweide darauf eingehen ſollte, ſo würde Man⸗ cher, der jetzt 3 Kühe unterhält, nur eine mit Noth durchbrin⸗ gen, und der ihrer zwei oder eine hat, dann gar keine hakten können. Und ſo würde der größte Theil Einwohner ohne Vieh ſeyn, von welchem er bisher ſeinen Lebensunterhalt bezieht.— Stallfuͤtterung könnte freilich dabei aushelfen, allein dieſe ſetzt voraus, daß man ackerbares Land genug habe, um zugleich Brod für Menſchen und Futter für Vieh zu erzeugen. „Wo aber dieſes mangelt, wie in der Eifel(der Einſender ſpricht wohl nur von dem Theile der Eifel, den er bewohnt, und der, wie das ganze Ahrthal von Felſen und Bergen ſtrotzt), da, fährt Michels fort, muß der Broderzeugung der Vorzug gegeben werden.— Endlich würde die Schafzucht, die, ſo elend ſie auch iſt, dennoch die Hauptnahrungsquelle der Einwohner bleibt, dadurch wegfallen.“ Die Theilung iſt dennoch nicht allenthalben unmöglich, noch die Mühe aller Urbarmachung fruchtlos, wie ſich in dem Kanton Schönberg wohl zeigt, wo durch die neuen Anſiedlungen ſich nun Häuſer, grasreiche Weiden und erträgliche Aecker zeigen, die, nach dem Ausdrucke der Eifeler, bislang zu nichts nutz . — 134— waren, als daß Hund und Wolf darüber wegliefen. Eben ſol⸗ che, durch die Erfahrung erprobte Vortheile haben ſeit den 1770er Jahren die vormalige chur⸗trierſche Landesregierung bewogen, die Theilung ſonſt untheilbarer Stockgüter zuzugeben, und Fremde, die ſich über ein Vermögen von 300 Thalern aus⸗ weiſen konnten, anſiedeln zu laſſen. Nothwendig zum Fortgange der Cultur nach geſchehener Theilung iſt allerdings die jedem Eigenthümer zu erſtattende Befugniß, ja zu ertheilende Ermunterung ſich auf ſeinem An⸗ theile, wenn dieſer 10 bis 20 Morgen in zuſammenhängender Lage beträgt, anzubauen, um dieſelbe leichter und beſſer aus dem Mittelpunkte derſelben, als aus dem entfernten Dorfe zu bewirthſchaften. Wird dieſes ihm nicht geſtattet, ſo hilft alles Theilen entfernter Grundſtücke nicht, und ſelbſt der gute Boden wird in der Entfernung von einer Stunde nach wie vor Wild⸗ land bleiben, oder wie ein ſolches behandelt werden. Der Einwurf, daß dadurch die öffentliche Sicherheit ge⸗ fährdet werde, iſt nicht gut und widerlegt ſich durch die Erfah⸗ rung in andern Gegenden, namentlich in Weſtfalen. Auch dem Vorwurf der Holzdiebereien iſt vorzubeugen, theils durch gehörige Aufſicht von Seiten der Förſter, theils dadurch, daß jeder Anſiedler gehalten werden müßte, eine verhältnißmäßige Ausdehnung, wozu ſeine unfruchtbaren Antheile, Abhänge und Schluchten dienen könnten, mit Holz anzupflanzen, um ſeinen Bedarf auf ſeinem Eigenthume zu finden. Bis dahin, daß dieſe kleine Holzungen im Stande wären, müßte den Anpflan⸗ zern auf eine beſtimmte Reihe von Jahren der nothwendige Brennſtoff in den königlichen Waldungen zu einem ſehr billigen Preiſe angewieſen werden. V. Servituten, Hindernisse, Missbräuche. Brachzwang herrſcht hier nicht, wohl aber an einigen Or⸗ ten der Felderzwang, wovon der Dreifelderzwang der ſchlimmſte iſt, indem das Gemüſefeld fehlt, wodurch Jeder gezwungen iſt, ſolches in der Brache zu bauen, und dadurch einen Rückſchlag an der Jeder, S — die laſſen. d. die H zum! den ſo von ke was ſchon ſucht. gen H die m T die Ge an. T munge dere 2 und of d Lande, ſchäftig kant gl weit da ſein Pr Es ſch Hinſich rückfüt hierin Ej Die hit verſaäͤun ot nich Kurz, mann, Siben ſol⸗ d ſeit den Legierung 1 ugeben, ern aus⸗ ſchehener Kattende tem An⸗ ingender ciſſer aus 1dorfe zu wilft alles te Boden or Wihd⸗ Aheit ge⸗ e Erfah⸗ 1. Auch als durch rch, daß lsmaͤßige Unge und n ſeinen gin, daß aUnpflan⸗ nywendige Jbilligen fl. gen Or⸗ limmſte agen iſ ückſchlag an der Winterfrucht erleidet. An andern Orten ſäet und pflanzt Jeder, wie es ihm beliebt. 1 Das Vieh geht von Michaelis bis zu Ende Aprils auf die Wieſen, Schafe aber müſſen ſolche zu Ende des März ver⸗ laſſen. Dieſe Zeit kann hier nicht ſchädlich ſeyn, wohl aber iſt es die Hut in den Peſchen(Obſt⸗, Gras⸗, Baumgärten), die bis zum 17. März geduldet werden muß und billig eingeſtellt wer⸗ den ſollte. Denn ſie iſt, wie leicht zu denken, für das Bieh von keinem Werthe. Sollte auch in günſtigen Fruͤhjahren et⸗ was Grünes darin austreiben, ſo weiß der Eigenthümer das ſchon wegzuſchaffen, noch ehe das Vieh der Gemeinde ſie heim⸗ ſucht. Dagegen thun das Vieh und der Muthwille ſeiner jun⸗ gen Hüter einen ſo beträchtlichen Schaden an den Bäumen, daß die meiſten Leute die Luſt verlieren, deren zu pflanzen. BeiGewitterſchauern oder anhaltendem Regen treten häufig die Gebirgsbäche aus ihren Ufern und richten großen Schaden an. Der krumme Lauf der Bäche befördert die Ueberſchwem⸗ mungen. Dieſen könnten mit Vortheil an manchen Orten an⸗ dere Betten angewieſen, den Ueberſchwemmungen vorgebeugt und oft bedeutende Strecken Wieſen gewonnen werden. Die Fabriken, ſagt ein Correſpondent aus dem Monſchauer Lande, ſind das größte Hinderniß der Ackerwirthſchaft. Sie be⸗ ſchäftigen alle Arme und verſchlingen alle Fonds. Der Fabri⸗ kant glaubt dadurch das allgemeine Wohl zu befördern; in wie weit das wahr iſt, will ich nicht erörtern(wahrſcheinlich, daß ſein Privatwohl und das Gemeinwohl Synonyma für ihn ſind). Es ſcheint indeſſen der hieſigen Gegend eine Kriſis in jener Hinſicht bevorzuſtehen, die dem Ackerbau Hände und Fonds zu⸗ rückführen wird, und der Zeit allein kann es überlaſſen bleiben, hierin Aenderung und Beſſerung herbeizuführen. Ein anderer Nachtheil für den Ackerbau iſt das Fuhrweſen. Die hieſigen Bauern durchfahren mit Fracht halb Europa und verſäumen dadurch ihre Ackerwirthſchaft, wo mit dem Geſpann oft nicht allein Tage, ſondern Stunden zu benutzen nöthig ſind. Kurz, der hieſige Einwohner iſt mehr Handels⸗ als Ackers⸗ mann, und oft, beſonders bei dem Fuhrweſen, zu ſeinem Schaden. — 136— VI. Brenn- und Baumaterial. Man ſollte ſehen und weinen! Ein Land, wie die Eifel, wo es nicht an Raum fehlt, wo der Boden zum Theil keinen Werth für die übrige Cultur hat, weil es an Dung und Dung⸗ material gebricht, da heben die Berge von allen Seiten ihre nack⸗ ten Schädel, welche kein Geſträuch deckt, und wo kein Vöglein ein Schattenplätzchen zu ſeinem Neſte findet. Daher wüthet denn der kalte Nord, der ſcharfe Nordoſtwind, daher iſt das Regenwaſſer, welches den Gipfeln entſtrömt, nur mager und bringt den Thälern kein Heil. Würde man auch ſo viel überflüſſi⸗ ges Holz haben, daß man es bloß der Aſche wegen verbrennen müßte, ſo würde ſolches ſchon eine große Wohlthat für den Ackerbau ſeyn; allein weit entfernt von einem ſolchen Ueber⸗ fluſſe, hat der Eifeler an den meiſten Orten ſelbſt den nöthigen Brennſtoff nicht mehr und muß ihn kaufen. Und wie dann, wenn in wenig Jahren kein Holz mehr zu kaufen ſeyn wird? Dieſem traurigen Zeitpunkte eilen wir mit Rieſenſchritten entgegen. Unter der, wie man behaupten will, ſchlechten Forſtaufſicht vor der Revolution ſind die Waldungen der Eifel aufgekommen, welche ſeitdem durch eine übertriebene Aufſicht zu Grunde gin⸗ gen. Was die Ayt der Revolution verſchont hatte, fiel unter dem Beile der franzöſiſchen Verſchönerung, das alles Krumme und jed en Ausſchlag von der Erde tilgte, der nicht ſeines ſchlan⸗ ken Wuchſes wegen das Glück hatte zu gefallen. Nach dieſen Principien wurden die Waldungen, wie ſo manches Andere, aufgeklärt. Die Sonne ſcheint nun freilich durch, die Winde ſtreichen ungehindert, fegen die Stube und führen den Blätter⸗ unrath, welcher ſonſt dem Holze zum Dunge diente, in unbrauch⸗ bare Höhlen und öde Schluchten. Das Auge hat indeſſen ſein Wohlgefallen an dem ſchlichten, hellen, reinlichen Walde. Nur Eins fehlt: der Nachwuchs. Werden einſt die ſchönen jungen gleichzeitigen Bäume gleich⸗ zeitig gefällt, dann wird das Auge nur eine Oede vor ſich haben, und Thränen, um über die allgemeine Noth zu weinen. — — Bei F Weſtf meiſte erneu gehen 6 welche Tilgu die U der F wird, nießu danke könnt liches für di an eit Beihü die k holzes die ge D bewirt W nicht Blan⸗ der G unweg rigkeit ſes let will i d nach d e die(ifel eil keinen and Dung⸗ Wiihre nack⸗ 34 Vöglein nolr wüthet Her iſt das ager und uberflüſſ⸗ nrerbrennen It fuͤr den Bwen leeber⸗ 28 nöthigen ac mehr zu Ii wir mit ritaufſicht rgekommen, dSnde gin⸗ fiel unter 2 Krumme 2 es ſchlan⸗ c dieſen 8= Andere, e Winde Blteee d unbrauch⸗ 5 iſſeu ſein he. Nur nne gleich⸗ ₰ vor ſich 1 weinen. Bei Forſten in der Eifel, wie ich auch von dem Herzogthum Weſtfalen bemerkt habe, iſt der der beſte Wald, welcher das meiſte Holz von jedem Alter hat. Er iſt unſterblich ſich immer erneuernd, wie die Völkerſchaft, welche ihn benutzt. Das Ab⸗ gehende wird ohne Verzug durch das Zuwachſende erſetzt. Hierzu kommen dann noch die gewaltigen Holzſchläge, zu welchen die Noth die Dorfſchaften beim Tragen der Laſten und Tilgung übermäßiger Schulden gedrungen hat. Es kommt hierzu die Unbeſtimmtheit des Eigenthums, welches ſeit dem Einbruche der Franzoſen den Gemeinden von der Forſtverwaltung beſtritten wird, ohne ihnen jedoch wie vorher die ganze und volle Nutz⸗ nießung deſſelben zu verweigern. Aber auch der entfernte Ge⸗ danke, daß das Eigenthum dermaleinſt abgeſprochen werden * 4 könnte, reicht zum Vorwande der Vernachläſſigung deſſelben zu. Der, für ein verödetes, wenig bevölkertes, wenig zugäng⸗ liches und geldarmes Land, hohe Holzpreis von 20 bis 24 Fr. für die Klafter von 108 Kubikfuß beweist ſattſam den Mangel an einer ſo nothwendigen Sache. Eine große und wohlthätige Beihülfe für die verlaſſenen Bewohner der Eifel wäre, wenn die königl. Domainen kleinere Looſe bei dem Verkaufe des Brenn⸗ holzes machen und einen Preis dafür anſetzen wollten, welchen die gewöhnliche Volksclaſſe erſchwingen kann. Die wenigen Torfmoore, welche man findet, werden ſchlecht bewirthſchaftet. VII. Boden, Lage, Klima. Der Boden der Eifel iſt nicht allenthalben ſchlecht, er iſt nicht verwerflich. Die hohe Lage(man ſchlägt die des Kreiſes Blankenheim auf 3000 Fuß über dem Rheine an), der Hang der Gebirge, die in und uber der Erde zerſtreuten Steinmaſſen, die unwegſame und volkleere Gegend bieten ungleich größere Schwie⸗ rigkeiten dar, als der Boden. Der tauſend Schattirungen die⸗ ſes letztern nicht zu gedenken, welche man in der Eifel antrifft, will ich mich nur auf einige der Hauptbodenarten beſchränken. Die Höhen und Bergflächen des Kreiſes Prümm beſtehen nach der Nordſeite aus Thon, Lehm und ſchiefriger Erde. Oeſt⸗ 138— lich iſt der Boden zähe, ſteinig und kieſelartig. Gegen Mittag findet man Thon, Kalk und lehmigen Sand. Nach Weſten ge⸗ hen jene Erdarten in ihre verwandten Schiefer⸗, Kieſel⸗ und Thongattungen über. Die Gründe und auch die Bergplatten ſind aus Mangel an Abzügen moorig.— Der Untergrund be⸗ ſteht aus dem angeführten Weſen, Sandkalkſteinen, Baſalt(hier Haſelſteine), Schiefer, mehreren Spatharten und vulkaniſchem Auswurfe. Mergel ſcheint nirgends vorhanden. Der ſchlechte Untergrund hat hier, wie anderwärts, wohl den meiſten An⸗ theil an dem Mißlingen der Vegetation. Läßt er, wie das der Fall in der Eifel iſt, bei einer ſeichten Oberkrume, die ſich ſchnell überſättigt, das Winter⸗ oder Schneewaſſer nicht durch, ſo heben ſich die Getreidepflanzen bei dem Wechſel des Frierens und Aufthauens aus der Erde und verderben; es ſey denn, daß ſie mit einer Schneedecke beſchwert wären. Schlechter als in der angeführten Gegend ſcheint der Bo⸗ den im Bezirke von Monſchau zu ſeyn. Der größte Theil da⸗ von iſt naß, thonig, ſehr ſtark mit Kies gemengt, und an vie⸗ len Orten moorig. Die ackerbare Krume iſt zwar im Allgemei⸗ nen tief genug, aber eben ſo arm an Humus. Der Untergrund iſt, wie die Oberfläche, aus Lehm, Kiesland und Or zuſammen⸗ geſetzt; unter bem Moorboden findet ſich hauptſächlich viel un⸗ fruchtbarer Kley. Kalk und Mergel fehlen gänzlich, die Haupt⸗ ſteinarten ſind Kies und feſter Schiefer. Der Boden iſt wegen ſeines leichten Gehalts und vieler Beimengung von Kiesſand zu jeder Jahreszeit zu bearbeiten, aber aus der nämlichen Urſache friert er bei der Kälte ſehr, auf, ſo daß in der Regel kein Wintergetreide darauf angebauet wer⸗ den kann. Im Sommer würde er leicht durch Trockenheit lei⸗ den, wenn die ewigen Nebel⸗ und Regenwolken, die beinahe das ganze Jahr den Himmel verfinſtern, den Schaden nicht abkehr⸗ ten. Die Gegend iſt ſehr hoch gelegen und bergig, indeſſen bie⸗ ten dieſe Höhen ſehr große flache Bergrücken dar, die mit Torf⸗ moor überzogen ſind. 9 berüͤh er da dieſe nämli dient als 9. alſo i mehrj bleibt jahre ſelnd ich nie N wenige kurzem den T ſie ſich wird it Ei der 3 Dreeſe immer liefern ſenwaͤſe ben wi das ge Winter in Mittag Weſten ge⸗ ⸗ ieſel⸗ und eergylatten — grund be⸗ ſſalt(hier s kaniſchen G ſchlechte tt ſten An⸗ 2 das der —n die ſich cctt durch, 8 Frierens n er un, daß 15 d de Bo⸗ 9 heil da⸗ unt an vie⸗ mulllgemei⸗ ttergrund ſammen⸗ viel un⸗ ee Haupt⸗ d vieler „* arbeiten, ſehr. auf⸗ a uet wer⸗ W heit lei⸗ ahe das nat abkehr⸗ e iſeen bie⸗ Sit Torf⸗ — 139— VIII. Weiden und Wielen. Wenn der Boden des Monſchauer Kreiſes, den wir eben berührt haben, nur ſchlecht zum Ackerbau geeignet iſt, ſo erſetzt er das von der andern Seite durch ſeine Graswuchſigkeit. Um dieſe zu benutzen, legt man ſich auf das Dreeſchen. Nachdem nämlich das Land 5 Jahre hintereinander Hafer getragen hat, dient es 3 bis 4 Jahre als Heuwieſe, und dann 5 bis S Jahre als Kuhweide. Da der Boden zu den Hafererndten gedüngt, alſo in Kraft darniedergelegt worden, und er ferner als eine mehrjährige Dreeſche von dem weidenden Vieh gedüngt wird, ſo bleibt er dabei im Stande. Ob es nicht beſſer wäre, die Mäh⸗ jahre mit den Weidejahren zu untermiſchen, das heißt: abwech⸗ ſelnd ein Jahr über das andere zu mähen und zu weiden, kann ich nicht entſcheiden. Nur in ſehr guten Wirthſchaften, deren es freilich nur ſehr wenige gibt, werden die Dreeſchwieſen im zweiten Jahre mit kurzem Schafmiſt überfahren. Bei ſtändigen Wieſen, welche in den Tiefen liegen, iſt ein ſolches Ueberdüngen unerläßlich, wenn ſie ſich am Ende nicht ganz mit Moos decken ſollen. Der Dung wird im Herbſte oder Winter aufgebracht. Ein Magdeb. Morgen Dreeſchwieſe bringt im Durchſchnitte der 3 erſten Jahre alljährlich 15 Centner Heu auf. Das zweite Dreeſchjahr iſt das beſte, und von da nimmt der Heuertrag immer ab. Die beſſeren gedüngten und wohlgehaltenen Wieſen liefern jährlich bis 30 Centner Heu. Die Gegenden von Malmedy und St. Vith ſcheinen zurei⸗ chend mit Graswuchſe verſehen zu ſeyn, deſto ſchlimmer aber ſieht es in einem großen Ueberreſte der Eifel damit aus. Das Wildland und die Gemeinholzungen ſind die einzigen Stützen des Viehſtandes. In dem Blankenheim'ſchen nimmt der Bauer bei der Wie⸗ ſenwäſſerung, welche übrigens ohne Beihülfe der Kunſt getrie⸗ ben wird, folgende Regeln wahr: daß das erſte Herbſtwaſſer das gedeihlichſte ſeyh; dann ſey es gut, im Advent und den Winter hindurch bis zum März zu wäſſern; daß aber alles — 140— nachherige Waͤſſern, beſonders im März, ſehr ſchaͤdlich, und ſelbſt im Junius bedenklich ſey, wenn eine allzugroße Dürre es nicht nothwendig macht. Die Urſache, welche man gegen das ſpäte Wäſſern angibt, iſt, daß das Sommerwaſſer den Boden zu locker mache. Man nimmt auch wohl ausgelaugte Holzaſche zu Hülfe, welche man nach der Heuwerbung aufführt, zu 5 bis ö kleinen Karren auf 240 rheiniſche Quadratruthen. Dennoch haben ei⸗ nige Landleute eine Abneigung dagegen, indem ſie behaupten, daß die Aſche Klee erzeuge, welcher, wenn er nach einigen Jah⸗ ren ausginge, leere Stellen zurückließe, auf welchen nachher kein Gras mehr wachſen wolle. Die beſten Wieſen können 30 bis 40 Centner von 240 Magdeb. Quadratruthen geben. Zu Hildesheim machte Herr Schmitz die Erfahrung, daß Wieſen, die er gegipst hatte, in den erſten Jahren den doppel⸗ ten Ertrag gegen nicht gegipste gaben, nach einem Verlaufe von fünf Jahren aber ſich ſo abgetragen hatten, daß ſie ohne kräftiges Düngen nicht wieder in Stand gebracht werden konn⸗ ten. Er beobachtete auch, daß Ankäufer von Domainenwieſen, die ihnen bekanntlich von jedem Servitute entbunden verkauft worden waren, dieſelben nach der Heuerndte nun nicht mehr wollten von der Gemeindeheerde betreiben laſſen, um das Nach⸗ heu oder Grummet ſelbſt zu benutzen. Durch dieſe Grummet⸗ werbung aber gingen die Wieſen ſo zuruck, daß die Eigenthü⸗ mer ſich gezwungen ſahen, die Herbſtweide darauf der Viehheerde von Neuem preiszugeben. IX. Zusammenhang der Wirthschatten. Malmedy. Größere Wirthſchaften: 6 Ochſen, 6 Kühe, 60 Schafe, 2 Schweine; 3 männliche, 2 weibliche Dienſtboten. Kleinere: 2 Ochſen, 3 Kühe, 1 Schwein; 1 männlicher Dienſtbote. St. Vith. Größere Wirthſchaften: 4 bis 5 Pferde, 30 Stück Hornvieh, 3— 400 Schafe, 4 bis 6 Schweine; 3 männ⸗ liche, 4 weibliche Dienſtboten. —— ler La O dieſer ſuchen und u Dieß Die O herrn ren, Zwan mal ungeb hen, vom L A ich der wirkt welche khlich, und oße Dirn an gegen das = hen Boden = zn Hilfe, Mö kleinen thaben ei⸗ apehaupten, 9 gen Jah⸗ hher kei Sen 30 bis ung, daß an doppel 8s Verlaufe 24 ſie ohne „Gen konn⸗ wrenwieſen, ₰ verkauft icht mehr rwyas Nach⸗ Hrummei⸗ cEigenthi⸗ * iehheerde . 2 6 Kühe, euſiboten. aͤnnlicher fferde, 30 2 3 maͤnn⸗ — 141— Kleinere: 2 bis 3 Pferde, 25 Stück Hornvieh, 200 Schafe, 3 bis 4 Schweine; 1 männlicher und 2 weibliche Dienſtboten. Die kleinſten: 1 Pferd, 2 Ochſen, 3 bis 4 Stück groß Vieh, 20 Schafe, 1 Schwein; keine Dienſtboten. Monſchau. Größte Wirthſchaften: 1 Pferd, 15 bis 20 Stück Hornvieh, 40 bis 50 Schafe. Kleine: 1 Ochſe, oft gar keiner, 3 bis 5 Kühe, ein paar Schafe. Dienſtboten kommen ſelten vor. Blankenheim. Größte Wirthſchaften: 2 bis 3 Pferde, 10 bis 20 Stück Hornvieh, 40 bis 100 Schafe, 3 bis 6 Schweine; 1 männlicher, 2 weibliche Dienſtboten. Kleinere: 1 Pferd, 2 Ochſen, 2 bis 4 Kühe, 6 bis 30 Schafe, 1 bis 2 Schweine. Größentheils kein Geſinde. Prümm. Größere Wirthſchaften: 2 bis 4 Pferde, 2 bis 4 Ochſen, 8 bis 12 Stück Hornvieh, 150 Schafe, 6 Schweine. Kleinere: 1 bis 2 Ochſen, 2 bis 4 Stück Hornvieh, 1 bis 2 Schweine, 6 Schafe. Beherzigungswerth ſind folgende Beobachtungen eines Eife⸗ ler Landbewohners über das Betragen des Geſindes: Ohne Vermögen, daher ohne Erziehung, wachſen die zu dieſer Claſſe beſtimmten Kinder heran. Sind die Kräfte da, ſo ſuchen ſie ſich zu verdingen, und nun ſoll man mit dieſen rohen und unordentlichen Leuten eine ordentliche Haushaltung führen. Dieß geht denn ſo, als wenn man ungelernte Ochſen anſpannt. Die Obrigkeit bekümmert ſich nicht um ihr Betragen, dem Haus⸗ herrn folgen ſie nicht, ſie haben in der Welt Nichts zu verlie⸗ ren, und ſo ſind ſie auf eine ſichere Art ſouveräne Herren. Zwangsmittel können hier keinen Platz greifen, weil es manch⸗ mal auch unbeſcheidene Herren gibt, welche das Geſinde mit ungebührender Arbeit beladen, ihm die gehörige Koſt entzie⸗ hen, und beim Auszahlen unter allerlei nichtigem Vorwande vom Lohne abzwacken. Wenn hier eine Verbeſſerung ſtatt finden könnte, ſo bin ich der Meinung, daß dieſe nur durch Aufmunterungsmittel be⸗ wirkt werden könnte. Man ſage z. B. alljährlich einem Knechte, welcher bei einer und der nämlichen fremden Landwirthſchaft, 142— wo keine Verwandtſchaft dazwiſchen iſt, in einem Kreiſe am längſten gedient hat, etwa 25 Rthlr., und einer Magd 15 Rlhlr. von Obrigkeits wegen zu, und theile dieſe Prämie mit Feierlich⸗ keit aus. Dadurch käme das Geſinde unter obrigkeitliche Aufſicht, und der Gedanke an Ordnung würde in ihnen rege. Damit aber keiner den Muth verlöre, den Preis einſt zu erhalten, ſo wären der⸗ oder diejenige, die denſelben einmal erhalten, davon auszuſchließen. Unter die Mißbrauche, welche bei dem Geſinde obwalten, gehören: 1) Verdingen ſie ſich, wie ſie ſagen, auf eine Vorſorge; finden ſie nachher einen Dienſt, welcher ihnen beſſer anſteht, ſo kündigen ſie ohne weitere Urſache dem erſten Herrn auf und verurſachen ihm öfters großen Schaden.— Im Kölniſchen be⸗ ſtand ehemals die Verordnung, daß der Knecht, welcher ſich einmal verdungen, von keinem andern durfte gedungen werden. 2) Das für Geſundheit und Beutel ſehr nachtheilige Tabaks⸗ rauchen. So habe ich mehr als Einen ſterben ſehen, der durch die Pfeife ſich den Krebs im Munde zugezogen, welcher durch allerlei vergiftete Beizen des Tabaks entſtanden war. Für Ta⸗ bak darf kein Geld fehlen; haben ſie keins, ſo beſtehlen ſie ih— ren Dienſtherrn. Auch manche Stunde wird durch das Rauchen der Arbeit entzogen. Wenn ein Knecht eine Stunde lang im Felde auf der Haut läge, ſo würde er als ein Faullenzer ange⸗ ſehen werden; wenn es aber heißt: ich habe eine Pfeife geraucht, ſo hat es ſeine Richtigkeit, wenn ſie guch mehrere Stunden gedauert haben ſollte. Freilich iſt bei denen, wo dieſe leidige Gewohnheit einge⸗ riſſen iſt, nichts weiter anzufangen; aber darauf müßte gehal⸗ ten werden, die Aeltern auf alle Weiſe durch Güte und Schärfe dahin zu bringen, ihren Kindern das Tabakrauchen zu unter⸗ ſagen. X. Spann- und nutzvieh. Man pflügt mit Pferden und Ochſen, ſelten und nur ganz arme Leute mit Kühen. Man ſpannt 1, auch 2 Pferde vor, ———— V und 1, Qden da mehrt Die O. ſammel d ſchiefer of Kuh wi malige ſchwere vierten kühe. 6 Ausna⸗ hier un übel an terkräͤut werden Stalle; ſo kärgl zuſamme gerüſte, Winterf am gew. hat allg nicht ſaͤl Die Dorfhee tener i nicht zu chen Gel glich di ſollte. Ma nigen 3 ſie nach m reiſe am 2 15 Rlhlr. d Feierlih⸗ a Aufſich, =. Damit alten, ſo mn, davon 2'bwalten, keſorgez a nſteht, ſo an auf und iſchen be⸗ lcher ſich d verden. 7 Tabaks⸗ „ter durch waher durch Für Ka⸗ —nn ſie ih⸗ r Rauchen „ Glang im „ Jeer ange⸗ s geraucht, 8„Ctunden a it einge⸗ ze gehal⸗ na Schärft au unter⸗ Iuur ganz Drde vor, -— 143— und 1, 2 bis 4 Ochſen, je nach dem Widerſtande, den der Bo⸗ den darbietet, welche durch die verborgenen Steine oft ſehr ver⸗ mehrt wird. Daher ſind denn auch Kühe wenig zu gebrauchen. Die Ochſen ſchieben zwar mit dem Kopfe, ſind aber nicht zu⸗ ſammengejocht, wodurch ſie freier ſchaffen koͤnnen. Der kalkartige Boden wird in der Brache mehrmals, der ſchieferartige aber nur einmal umgepflügt. Pferde⸗ und Rindviehzucht iſt unbedeutend. Eine magere Kuh wiegt 150 bis 200, ein Ochſe bis 300 Pfund. Der vor⸗ malige Statthalter des Herzogs von Aremberg ließ von dem ſchweren holländiſchen Vieh hierher kommen; in der dritten und vierten Generation war es nicht viel beſſer als die Eifeler Land⸗ kühe. Die Spielereien der Vornehmen ſind lehrreich! Stahlfutterung hat nicht ſtatt; alles Vieh, mit ſeltener Ausnahme, geht auf die Weide. Erſtere iſt im Allgemeinen hier unmöglich und würde, den Kreis St. Vith ausgenommen, übel angebracht ſeyn. Auf dem Schieferboden wollen die Fut⸗ terkräuter nicht fort. Auf die Nacht, auch wohl am Mittage, werden die Kühe heimgeholt, und man ſucht ihnen Etwas im Stalle zu geben. Leider aber, daß die Weide an vielen Orten ſo kärglich ausfallt, daß Kühe und Rinder nicht ſelten darauf zuſammenfallen, und auf einer Leiter, wie auf einem Trauer⸗ gerüſte, ausgeſtreckt, nach Hauſe getragen werden müſſen! Die Winterfütterung geſchieht theils warm, theils kalt. Doch wird am gewöhnlichſten alles kurze Futter heiß angebrühet.— Man hat allgemein den guten Sinn, die Kälber zu tränken und nicht ſäugen zu laſſen. 8 Die Schafzucht iſt in der Eifel nicht unbedeutend. Die Dorfheerden beſtehen aus 5— 600 Stück. Privatheerden ſind ſel⸗ tener und reichen nicht leicht über 100 bis 150 Köpfe. Es iſt nicht zu laͤugnen, daß die Schafzucht weit ſtärker in einem ſol⸗ chen Gebirgslande getrieben werden könnte und müßte, wenn gleich die Zahl des Hornviehs dadurch mehr beſchränkt werden ſollte. Man hat die Veredlung der Wolle durch Merino's vor ei⸗ nigen Jahren an mehreren Orten mit Wärme ergriffen, aber ſie nach mehreren nachtheiligen Verſuchen wieder aufgegeben; — 144— theils, weil die ſchlechte Weide, beſonders die Sommerweide in der Heide, den edeln Schafen nicht angemeſſen iſt, theils weil ſie die lange Aufſtallung, welche des Schnees wegen oft 5 bis 6 Monate dauert, nicht gut vertragen ſollen, theils weil man ihnen die Geneigtheit zur Räude zur Laſt legt. Für edles Vieh gehört edles Futter und eine edle Behandlung. Das Winterfutter der Schafe beſteht aus Heu, Stroh und Laubreiſig von Eſchen, Eichen, Erlen und Weiden. Die Wolle iſt nicht ſchlecht, man ſcheert aber im Durch⸗ ſchnitte nicht mehr als 2 Pfund vom Stücke. Die Krankheiten ſind: die Fäule, die Räude, das Drehen, und ſeit einigen Jahren die Klauenſeuche. XI. Fruchtfolge und Getreidebau. Malmedy. Der Acker liegt 4 bis 5 Jahre dreeſch, d. h. müßig und unangebaut. Hierauf wird gepflügt, gedüngt und Rog⸗ gen, und nach dieſem zweimal Hafer ohne Dung geſäet. Nun fängt die Ruhe wieder an. Werden aber in dem gedüngten Umbruch zuerſt Kartoffeln genommen, ſo muß der darauf fol⸗ gende Roggen noch eine halbe Düngung haben, worauf Hafer folgt, und der Acker liegen bleibt. Außer Roggen, Hafer und Kartoffeln wird Nichts hier gebaut, man wird alſo weder in der Wahl noch im Fruchtumlaufe irre. St. Vith. Was über Malmedy geſagt worden iſt, gilt auch von St. Vith. Die Dreeſche wird umgeriſſen, dann in die Quere gepflügt, tüchtig vereggt und zur Saat gepflügt. Häufig läßt man den Samen des Roggens, ſtatt ihn einzueg⸗ gen, durch die Schafe eintreten. Die Saatzeit faͤngt 8 Tage vor Michaelis an und dauert bis halb October. Der Ertrag vom Roggen iſt das achte Korn. Der Hafer gibt im erſten Jahre das zehnte Korn und ſinkt im vierten Jahre bis zum dritten Korn herab. Dann iſt Zeit aufzuhören. Monſchau. Hafer und Kartoffeln und an den beſten Or⸗ ten etwas Roggen ſind die ganzen. Culturgegenſtände. Fünf Jahre Hafer und 6 bis 10 Jahre Dreeſche iſt die Fruchtfolge. Kommen Kartoffeln, ſo werden ſie nach dem zweiten Hafer aufge⸗ nommen und tüchtig dazu gedüngt. Nach den Kartoffeln folgt dann werde da ſo ſoll d erndt gehal nichts Boder Futte Bode menh verwe Gras Hafer Nach Cultur B Hafer. Dritte Wirthſ wird. ausgeſe wird u den K muß n K Winte ſtenſaa W raſen, der Fro gebracht man et Jahre! Schw⸗ erveide in theils weil e oft 5 bis = veil man edles Vieh aStroh und .1 am Durch⸗ s Drehen, eeſch, d. h. 2 St und Rog⸗ e äet. Nun res gedüngten „ darauf fol⸗ g tauf hafer en Hafer und o weder in ton iſt, git , dann in —4t gepflägt. hn einzueg⸗ ot 8 Tage der Ertrag marſten Jahre Sum dritten 70 beſten Ot⸗ n de. Fünf a z5ruchtfolge. mafer aufge⸗ woffeln folgt — 145— dann von Neuem 3 Jahre hintereinander Hafer. Die Kartoffeln werden zwar auch wohl gleich in den Dreeſchumbruch gepflanzt; da ſolches aber viele Arbeit macht, ſo geſchieht es nur ſelten. Die Ruhe wenigſtens von 6, beſſer von 8 bis 10 Jahren ſoll dem hieſigen Boden durchaus nöthig ſeyn, um gute Hafer⸗ erndten hervorzubringen. Wird er zu lange unter dem Pfluge gehalten, ſo wird er mürbe und faul, und bringt am Ende nichts mehr hervor. Die außerordentliche Graswüchſigkeit des Bodens macht endlich die lange Dreeſche nicht unnütze, und die Futterkraͤuter entbehrlich. Man pflügt in der Regel nur einmal, indem der morſche Boden das öftere Pflügen, welches ihm ſeinen geringen Zuſam⸗ menhang benimmt, nicht liebt. Iſt die Dreeſche nicht zu feſt verwachſen, ſo wird der Dung darauf gebracht, dieſer mit der Grasnarbe umgepflügt und darauf geſäet. Die Saatzeit des Hafers iſt im April. Man braucht 3 Scheffel auf den Morgen. Nach Kartoffeln reicht man mit 2 Scheffeln aus. Bei gehöriger Cultur hat man 25 Scheffel davon zu erwarten. Blankenheim. Man baut Spelz, Roggen, Gerſte und Hafer. Auch in den beſten Jahren zieht man nicht über zwei Drittel des Brodkorns. Man hat hier eine halbe Dreifelder⸗ Wirthſchaft mit reiner Brache, welche letztere allemal gedüngt wird. Spelz und Roggen werden auch gemengt mit einander ausgeſäet. Die Erbſen kommen in’'s Sommerfeld. Der Klee wird unter das Sommergetreide geſäet; in ſeine Stoppeln wer⸗ den Kartoffeln gepflanzt. Nach dieſem folgt Hafer, dann aber muß nothwendig gebraacht werden. Klee darf höchſtens nuͤr nach 9 Jahren wieder kommen. Werden Rüben in der Brache gebaut, ſo darf durchaus kein Wintergetreide darauf folgen. Man benützt das Feld zur Ger⸗ ſtenſaat. Wenn Wieſen und Grasänger ſich nicht mehr gehörig be⸗ raſen, werden ſie Ende Februars oder Anfangs März, wenn der Froſt ausgezogen iſt, tief umgeſpatet, der Raſen in die Tiefe gebracht, und das Gegrabene mit Möhren beſäet, unter die man etwas Rüben⸗ und Salat⸗Samen wirft. Im folgenden Jahre wird etwas gedüngt und Kartoffeln gepflanzt. Nach die⸗ Schwerz, Landwirthſchaft, 11. 10 — 146— ſen folgt Hafer, und darauf bleibt es wieder zu Gras liegen. Das Klee⸗Einſaͤen hält man dabei nicht für zweckmäßig, weil der Boden ſich dann nicht ſo ſchnell benarbt. Hat der Froſt die Pflanzen des Wintergetreides aus der Erde gehoben, ſo wird im Frühjahre mit Vortheil gewalzt. Das Getreide wird mit der Sichel abgeſchnitten, und in Kaſten zu 5, auch zu 10 Garben unter einen Hut gebracht. Da der Spelz gewöhnlich vor ſeiner vollen Reife abgeſchnitten wird, ſo wird er ungebunden gekaſtet und mit einem Hute bedeckt. Hier ſchwitzt er denn aus und reift vollkommen nach. Solchen un⸗ gebundenen Kaſten gibt man den Namen Saukaſten. Antweiler. Drei Felder mit gedüngter, reiner, auch wohlbeſtellter Brache. Roggen gedeiht nicht mit Vortheil nach Hülſenfrüchten, Sommergerſte und Rüben, wohl aber nach Buchweitzen und Kopfkohl. Der Lein geräth am beſten nach dieſem letztern. Die Saatzeit für den Roggen iſt vom halben September bis zum halben October, für den Hafer vom halben März bis zum halben April. Die Gerſte wird etwas ſpäter geſäet. In der Grafſchaft Manderſcheidt geben ſich die Stock⸗ güter ſehr ſtark mit Potaſche ab, hauptſächlich der ausgelaugten Aſche als Duͤngmittels wegen. Der Bauer überſchlaͤgt im Früh⸗ jahre, wie viel Aſche er wohl auslaugen kann, und bricht nach dieſem Verhältniß ſo viel Wild⸗ oder Grasland um. Das Um⸗ brechen geſchieht im Frühjahre. Im Herbſte wird von Neuem gepflügt, geaſcht und Roggen geſäet. Nach dieſem Roggen folgt 2mal Hafer. Auf eine Oberfläche, worauf ein Scheffel Roggen fällt, werden 8 Scheffel Aſche gebraucht. Auf Wieſen hält die Aſche 10 und mehrere Jahre an; auf Aeckern muß durchaus mit anderem Dünger abgewechſelt werden. Hildesheim. Die Fruchtfolge iſt von der zu Antweiler nicht verſchieden. Ich führe nur an, daß ein hieſiger Landwirth ſchon ſeit 10 Jahren abwechſelnd Gerſte und Rüben, oder Gerſte und Kartoffeln auf demſelben Felde gebaut hat. Der Mann hat aber Dung und treibt Stallfütterung. Kommen Kartoffeln in die Brache, ſo folgt Gerſte darauf. Auf dieſe Gerſte folgen Erbſen, wenn kein Klee unter die Gerſte geſaͤet fruͤher, ſeyn g D barei. Mitta einen Abſätze werth Berge macht So w beit; che, in zwe 9 ſtucht, N Woch gen,! geröſt weitze T ſie nic Jahre das D ]) gedi tetn, 5 R. aus de Witth eas liegen. maͤßig, wil — s aus der — valzt. Das Kaſten zu = der Spelz 2 ſo wird 19ikt. Hier 2(chen un⸗ ² ner, auch t eanftüchten eitzen und Wetztern. t September V 2₰ März hi ſet. n die Stoc⸗ 2 ggelaugten te in Früh⸗ 7„yricht nach 2&— Das Um⸗ con Neuem = ggen folgt tel Roggen = hält die n durchaus Antweiler eandwirth er Gerſt⸗ er Mann g eie darauf. n die Gerſte — 147— geſaͤet worden iſt.— Oft tagt es im traurigen, finſtern Lande früher, als in einem andern, das aufgekläͤrt iſt, oder es zu ſeyn glaubt! Die Cultur der Eifel leidet mehr an Ohnmacht als an Bar⸗ barei. Die Berge, welche nicht zu ſteil ſind, werden auf ihrer Mittagsſeite bis zu den Spitzen angebaut. Ich fand irgendwo einen ſchmalen ſteilen Abhang, der in förmliche Teraſſen oder Abſätze gelegt war, obgleich der Platz mir ſo vieler Mühe nicht werth ſchien. Solcher Teraſſen ſoll es häufig da geben, wo die Berge ſo ſteil ſind, daß der Boden nur mit der Hacke umge⸗ macht und der Dung durch Eſel hinaufgeſchafft werden kann. So was iſt ehrwürdig in den Augen deſſen, der Fleiß und Ar⸗ beit zu ſchätzen weiß. Prümm. 1) Roggen, 2) Kartoffeln, 3) Hafer, 4) Bra⸗ che, oder 1) Roggen, 2) Hafer, 3) Hafer, 4) Brache. Oder 1) Roggen, 2) Hafer, 3) Buchweitzen, 4) Brache. Roggen nach Kartoffeln will nicht wohl gedeihen.— Gerſte muß in die erſte Gaile, und nicht, wo Dreeſche war. Kartof⸗ feln wollen den friſchen Dung nicht und gerathen am beſten in zweiter Gaile. Die Dreeſche wird 2 oder 3mal gepflügt; zu jeder Stoppel⸗ frucht, zumal zum Hafer, nur einmal. Roggen und Spelz werden gekaſtet und bleiben 2 bis 3 Wochen auf dem Felde. Der Hafer bleibt auf Schwaden lie⸗ gen, und zwar ſo lange, bis er gleichſam wie Hanf oder Flachs geröſtet iſt. Nur bei Regenwetter wird er gleich dem Buch⸗ weitzen aufgehockt.— Bittburg. Es gibt hier Felder, welche ſo gut ſind, daß ſie nie Dung verlangen; andere, welche alle 3, alle 6, alle 9 Jahre gedüngt werden müſſen. Die Noth verſchiebt nicht ſelten das Duͤngen bis in's zwölfte, ja ſechszehnte Jahr. Dreifelder: 1) gedüngte Brache, 2) Roggen, 3) Hafer, 4) Brache nüch⸗ tern, 5) Roggen, 6) Hafer. Nach Klee folgt Weitzen. Man ſieht wohl, daß wir hier aus der Eifel heraustreten, wie ſollte ſonſt auch die Dreifelder⸗ Wirthſchaft nach jener Art beſtehen können? 10* — 148— Nach Kartoffeln folgt Spelz, alſo kein Sommergetreide. Solches wäre gegen den Talmud der Dreifelder! In fettes, gutes Land wird der Roggen allein geſäet. Je ſchlechter ſolches iſt, je magerer, um ſo mehr Spelz wird bei⸗ gemengt. Man hält viel auf dieſes Gemenge. Schlägt eine der beiden Getreidearten fehl, ſo geräth die andere um ſo beſſer. Am liebſten hat man indeſſen, wenn der Roggen die Ueberhand ge⸗ winnt. Iſt das Land ganz abgetragen, ſo ſaͤet man noch wohl eine Frucht, welche man Spelzdinkel nennt, und wahrſcheinlich das Emmerkorn(Triticum dicoccum Schrank) iſt. Sie gibt ein gel⸗ bes Mehl, das aber nicht allein zu Brod verbacken werden kann. In den traurigen Jahren 1816, 1817 mußten die Menſchen ihre Zuflucht dazu nehmen. Die Saatzeit des Roggens nimmt mit Ende Auguſts ihren Anfang und muß in der dritten Woche des Septembers beendigt ſeyn. XII. Futtergewächle. Die Futterkräuter, wie Klee und Conſorten, ſind in der Ei⸗ fel ſeltene Vögel, und in den Kreiſen St. Vith, Malmedy und Monſchau kaum den Namen nach bekannt. Die Verſuche, wel⸗ che man mit dem Klee gemacht hat, ſind entweder fehlgeſchlagen, oder durchgehends von einem aͤußerſt unbedeutenden Erfolge ge⸗ weſen. Ein Boden, der zu einer Tiefe von 4 bis 5 Zoll einen feſten Lehm, Tuff oder Felſen enthält, iſt nicht dazu geeignet, und ſolcher Boden kommt hier nur allzuhäufig vor. Daß die Eifel noch Boden genug enthalte, wo man den Klee mit Vortheil bauen könnte, leidet keinen Zweifel, und vorzugsweiſe da, wo man ſich mit den Aſchenauslaugen abgibt. Die Aſche thut hier, der Erfahrung nach, mehr Wirkung auf den Klee, als der Gips. Wo Aſche ausgeſtreut wird, erzeugt ſich Klee, auch wenn man keinen ſäet. Es verdiente mit der Eſparſette vernünftige Verſuche zu machen, unvernünftige ſchaden zehnmal mehr, als ſie nützen. In einer ſo ſteinigen, an vielen Orten nicht kalkloſen Gegend koͤnnte Regel land, kannt ſind di die Sch würde ſchlem ſondern angeba gezoge weil Stand gebau⸗ ſterwa Vorth⸗ nicht z 3u Felder. Das d im Fr Mai u krautig Anf je ſind, D beſte2 was ei teren ſpruche wahr. Ir Kartoffe folgende ohne do A gende meergetreide. aeſäet. ao vird bei⸗ eine der eſſer. An phand ge⸗ ohl eine Ghllich das 2t ein gel⸗ aa den kann. Menſchen us iſts ihren 29 hbeendigt An der(i⸗ „Inedy und Siche, wel⸗ Aeſchlagen, ufolge ge⸗ 'oll einen geeignet uaman den ae fel, und eun abgibt. Ekung auf 11 erzeugt W rſuche zu * ie nüten. 2n Gegend — 149— könnte ſie doch wohl, wenn gleich nur als Ausnahme von der Regel, gerathen. Welche Wichtigkeit dann für manches Wild⸗ land, für manchen zur Cultur nicht brauchbaren Berg! Unbe⸗ kannt iſt ſie übrigens in der Eifel nicht. Im Blankenheim'ſchen ſind die damit angeſtellten Verſuche ſehr gut gelungen; allein die Schafheerden der Gemeinden haben ſie zerſtört. Auch Luzerne würde in manchen Bergkeſſeln auf dem darin zuſammen ge⸗ ſchlemmten Boden gedeihen können. Rüben in der Brache, be⸗ ſonders aber Kartoffeln, ſind das einzige Wurzelwerk, was hier angebaut wird. Erſtere werden jedoch nur auf gutem Boden gezogen. Runkelrüben wollen nicht wohl gedeihen, wahrſcheinlich weil ſie mehr Dung erfordern, als man ihnen zu geben im Stande iſt. Möhren werden nur auf gegrabenen Grasplätzchen gebaut. Warum man die Erdkohlrüben, welche auf dem We⸗ ſterwalde und dem Hundsrücken ſo ſtark und mit ſo vielem Vortheile vorkommen, nicht auch in der Eifel findet, weiß ich nicht zu ſagen. Zu dem Kartoffelbau waͤhtt man nicht leicht kalkſteinige Felder. Der Sand und Schieferboden ſpricht ihnen mehr zu. Das dazu beſtimmte Land wird beim erſten trocknen Wetter im Frühjahre gepflügt und mehr oder weniger gedüngt. Im Mai wird hinter dem Pfluge gepflanzt. Sind die Felder ſehr krautig, ſo laͤßt man nach dem Pflanzen den Boden hacken. Auf jeden Fall wird geeggt, wenn die Kartoffeln über der Erde ſind, ſpäter gehackt und hoch gehäufelt. Der Kartoffelbau wird in dem Monſchauer Lande als die beſte Vorbereitung zu dem folgenden Sommergetreide angeſehen, was einigermaßen mit dem, was von der Schädlichkeit des öf⸗ teren Pflügens in dieſem Lande geſagt worden iſt, im Wider⸗ ſpruche ſteht. Demungeachtet iſt die Sache faktiſch richtig und wahr. Im Kreiſe St. Vith faͤngt man an, die Felder, welche Kartoffeln getragen haben, zu kalken, und ſo ſoll die darauf folgende Frucht(wahrſcheinlich Roggen) beſſer einſchlagen, als ohne das. Als Nachtrag muß ich über die Eultur der Eifel noch fol⸗ gende Beobachtungen beifügen: 1) 2) 3) — 150— In dem Monſchauer Kreiſe hat die Erfahrung gelehrt, daß man den Boden ſo feſt wie möglich legen und nicht zu ſehr rühren muß. Daher nur eine Pflugart, daher die kräf⸗ tige Wirkung der Walze und der Gebrauch, bei dem Pflu⸗ gen den Schnitt bergab zu legen. Vortheilhafter würde es zwar ſeyn, um den Grund nicht allzuſehr herunterzupflügen, den Schnitt bergan zu legen; alsdann aber würde ſich der Acker nicht zureichend ſchließen, die Egge den Boden allzu⸗ ſehr lockern und die Erndte mißrathen. Die Balken rein und vollkommen umzulegen, iſt allenthalben gut, hier aber nothwendig. Wenn der feuchtere, lehmſandkieſige, humusarme Boden des Monſchauer Landes nur eine Pflugart, es ſey denn zu Kartoffeln, erträgt, ſo muß der Kalkſteinboden in der Graf⸗ ſchaft Blankenheim ihrer drei in der Brache haben. Läßt man es bei zweien bewenden, ſo hat dieſes zwar auf das Wintergetreide keinen beſonders nachtheiligen Einfluß, aber einen um ſo ſtärkern auf das dadurch folgende Sommer⸗ getreide daſiger Dreifelder⸗Wirthſchaft. Wenn es auffallen ſollte, im Monſchauer Lande nichts als Hafer, Kartoffeln und Gras zu finden, ſo kann man ſich darüber durch das Zeugniß eines intelligenten und unter⸗ nehmenden Einwohners daſiger Gegend beruhigen.„Ich ſelbſt,“ ſagt der Landrath Böcking,„habe alle Früchte und Futtergewächſe anzubauen verſucht, aber vergebens, und ſehe mich genöthigt, ſo gut wie meine Nachbarn, mich auf Ha⸗ fer, Kartoffeln und Graswuchs einzuſchränken. Ich baue zwar auch Roggen, er gibt indeſſen immer eine unſichere Erndte, und der Hafer lohnt im Durchſchnitt der Jahre weit ſtärker. Ohne die Graswüchſigkeit und Queckenſucht unſeres Bodens würde der Klee darauf noch wohl fortkom⸗ men; er iſt mir aber wirklich nur einmal gerathen. Die Quecken überziehen nach einigen Jahren unſere Aecker und bringen dem Fruchtertrag großen Schaden. Indeſſen bilden ſie nachher eine vortreffliche Grasnarbe.« 4) Wenn trockene Wieſen nach vielen Jahren zu dürren be⸗ ginnen, ſo müſſen ſie tief gerodet, gedüngt und einige Jahre —..— guten ſich in Feldal Das Haupt Stutze nem g zu gut wo eir düngu nun Urſach Lage Wild und d nicht B bergen rücken daſſell ehrt daß an vicht zu r die kräf⸗ dem Pfi⸗ dn wuürde es zupfluͤgen, de ſich der Sen allzu⸗ P lken rein in hier aber a ne Boden iy denn zu dder Graf⸗ Aen. Läßt rr auf das Dluß, aber 4. Sommer⸗ Snichts als der man ſcch und unter⸗ u.„Ich chte und 19, und ſehe n auf Ha⸗ 8 Jch baue e unſcchere zer Jahre 2 eckenſucht 1 a fortkom⸗ en. Die cker und A ren bilden aäurten be⸗ 7 iige Jahre — 151— über angebaut werden, wenn noch ferner Nutzen davon kom⸗ men ſoll. Manchmal iſt das Verdorren die Folge von Kä⸗ fermaden, welche ſich anſetzen und die Wurzeln der Gräſer und Kraͤuter abnagen. Sind die beſchädigten Stellen nicht allzugroß, ſo hilft das Ueberſtreuen von unausgelaug⸗ ter Holzaſche, wenn ſolches bei feuchter warmer Witterung geſchieht. 5) Sobald das Waſſer Schaum auf den Wieſen anſetzt, muß es ſogleich davon gekehrt werden, eine allgemeine, auch in der Eifel bekannte Regel. XIII. wildland, Schiftelland, Rodland. Wenn ſich in einer bevölkerten Gegend, oder auf einem guten Boden, Vieles gegen das Schiffeln ſagen ließe, ſo läßt ſich in Gebirgsgegenden, auf undankbarem Boden, bei großer Feldausdehnung und geringer Bevölkerung, Vieles dafür ſagen. Das Schiffelland iſt in der Eifel nicht allein unmittelbar die Hauptſtütze der Subſiſtenz, ſondern auch ſehr oft mittelbar die Stütze des gewöhnlichen Baulandes. Das Stroh, was auf je⸗ nem gewonnen, oder ſo zu ſagen gefunden wird, kommt dieſem zu gut. Die Gabe davon muß da um ſo willkommener ſeyn, wo ein ſchlechtes Bauland deſſen nicht zureichend zu ſeiner Be⸗ düngung und Inſtandhaltung erzeugt. Der wilde Boden iſt nun einmal da, und kann er ſeiner Entlegenheit oder anderer Urſachen wegen nicht anhaltend benutzt werden, ſo iſt Nichts dagegen zu ſagen, wenn man ihn nur periodiſch bearbeitet und ihm dann Alles abzwingt, was er hergeben will. Weit unwirthſchaftlicher würde es in der gegenwärtigen Lage der Dinge ſeyn, wenn man ſich gefallen laſſen wollte, das Wildland der Eifel anhaltend zu cultiviren, und unter dieſes und das Bauland Dung und Arbeit zu theilen, welche bisher nicht für eines von beiden zureichten. Beſſer ganz gewiß könnte das Wildland durch eine Hau⸗ bergswirthſchaft, wie in dem Siegen'ſchen und auf dem Hunds⸗ rücken ſtatt hat, benutzt werden, und würde dann nicht allein daſſelbe mittelbar und unmittelbar leiſten, was es jetzt in der — 152— Eifel als Schiffelland leiſtet; ſondern der Boden deſſelben würde ſich auch verbeſſern, ſtatt daß er ſich bei dem Roden und Bren⸗ nen, zumal wenn es zu ſchnell aufeinander vorkommt, von Generation zu Generation verſchlechtert. Allein eine ſolche Hau⸗ bergswirthſchaft in einer Gegend einzuführen, wo ſich die erſten Elemente, ich meine das Gehölz, nicht dazu vorfinden, iſt ſo leicht nicht. Man hat zweiexrlei Art mit dem Wildlande zu verfahren. Die eine, weit beſſere, aber ſeltnere, weil ſie ſchon mehr Kraft in dem Betreiber vorausſetzt, iſt, daſſelbe zu düngen und nicht zu brennen. Das Düngen geſchieht nur einmal. Das Land trägt dann einmal Roggen und 5— 6mal Hafer. Darauf liegt es zu Gras, und kann, wie im Monſchauer Lande, ein paar Jahre gemähet und mehrere Jahre abgeweidet werden. Die ſe Vorrichtung ſetzt aber ſchon voraus, entweder, daß man einen ſtärkeren Viehſtand unterhalten könne, als zur Ausdüngung des gewöhnlichen Areals nöthig iſt, oder daß man ſich andere Dungſurrogate, wie Kalk, Aſche u. ſ. w. ohne viele Koſten verſchaffen könne. Da aber ſolche guͤnſtige Umſtände nur Seltenheiten in ei⸗ nem ungünſtigen Lande ſind, ſo bleibt das Schiffeln(Abplag⸗ gen) und Brennen das Haupt⸗ und faſt einzige Mittel. Sein Gebrauch iſt ſo allgemein, daß man an manchen Or⸗ ten die Größe eines Hofes nach den Schanzen(Holz⸗ oder Reis⸗ büſchel) beſtimmt, welche er jährlich zu jenem Zwecke zu hauen und zu verbrennen berechtiget iſt. So gibt es Höfe von 500 bis mehreren tauſend Schanzen. Das Schiffeln und Brennen wird nach den Orten, nach ei⸗ ner 10, 12, 15, 20, 30, ja 50 jährigen Ruhe vorgenommen, wobei es wahrſcheinlich auf die größere und kleinere Ausdeh⸗ nung, oder die ſchlechtere und beſſere Beſchaffenheit des Wild⸗ landes ankommt. Ich habe der Vorrichtung in der Eifel nicht beigewohnt, kann ſie alſo nur nach Hörenſagen vortragen. Zu⸗ erſt wird der Boden mit einem eigenen Pfluge aufgeritzt, dann der Raſen mit der Haue losgehauen. Die Raſenſtücke werden ſo lange an Sonne und Luft umgewendet, geſchlagen und ge⸗ hackt, bis die meiſte Erde abgefallen iſt. Sind die Raſen end⸗ lich trock legt und ſtreut, d tergebrac Hafer, Holz ver gleicher ein naſſe eine öff! geſagt d n ben vüͤtzde aund Bren⸗ anmt, don ſolche Hau⸗ die erſten m, iſt ſo i'erfahren. a ohr Kraft rund nicht mas Land rauf liegt = ein paar mn. Dieſe nan einen S gung des ) andere ie Koſten s den in ei⸗ —(Abplag⸗ mal. manchen Or⸗ = der Reis⸗ ozu hauen e von 500 nach ei⸗ ommen, 19 Ausdeh⸗ es Wild⸗ fel nicht zen. Zu⸗ 1apt, dann e werden 19 und ge⸗ — ſen end⸗ — 153— lich trocken genug, ſo werden ſie um ein durres Reisbund ge⸗ legt und dieſes angezündet. Aſche und Kümmer werden ausge⸗ ſtreut, der Roggen darüber hergeſäet und mit dem Pfluge un⸗ tergebracht. Nach dieſem Roggen folgt dann noch 2— 3mal Hafer, oder einmal Hafer und einmal Buchweitzen. Wo das Holz ſeltner iſt, werden die Raſen auch wohl ohne Holz verbrannt. In dem Falle iſt ihr Kümmer aber nicht von gleicher Wirkung, als wenn Holz dazu gebraucht wird. Daß ein naſſer Sommer, wo die Raſen nicht trocken werden können, eine öffentliche Calamität für die Eifel ſey, glaube ich ſchon geſagt zu haben. Nach gelaſſen, . alſo blon Erdkohlri läßt es Mer wie lang V Düngen V ſondern meiſtetei Lande u allenfall für gan Vierter Abſchnitt. Bäuerliche Verhältniſſe und Zuſtand des Acker⸗ baues in der Moſelgebirgsgegend. 1) G 2 4 Kaiſerseſch. Die landwirthſchaftliche Gebirgsinduſtrie 9) 8 iſt wahrhaft hier zu Hauſe, und könnte die in manchen an⸗ 1 dern Gegenden beſchämen. Die Wirthſchaften ſind nur klein, b 9 6 indem der Bau für die Bevölkerung zu beſchraäͤnkt iſt. Nur wenige halten zwei Pferde, die meiſten unr eins, oder einen Au Ochſen. Man bedarf auch nicht mehr als eines ſolchen Thieres I b welche vor dem Pfluge. Seit einiger Zeit fängt auch der Gebrauch an, ſchoc ſich der Kühe dabei zu bedienen. Der Ort liegt in einer Schlucht, b bioder Alles um ihn her iſt uneben und Gebirge. Die Unterlage des 9 Bodens ſind Felſen und Steine. Da die Verſuche mit Eſpar⸗ Wild ſette, welche man darauf gemacht hat, fehlgeſchlagen ſind, ſo 10. S iſt zu vermuthen, daß die Steine wenig oder gar keinen Kalk V Centne enthalten. fuß)e Da man des wenigen Graswuchſes, der ſich hier findet, 4 65 kümmerlich zum Heu bedarf, ſo iſt von Weiden keine Rede. Irnuge Anderswo würde man das Vieh auf Heiden und Wildland trei⸗ ſache! ben. So nicht zu Kaiſerseſch.— Wo man den Werth des b dun Düngers kennt, und der Gewerbfleiß ſich gehoben hat, haͤlt man V zutraf das Vieh im Stalle, hält weniger und hält es beſſer. Daher erſte denn mehr Dung und beſſere Benutzung. 4 8 88s Acker⸗ 4—. = Jo gsinduſtrie anchen an⸗ 3s nur klein, d iſt. Nur a oder einen dſen Thieres brauch an, eer Schlucht † terlage des — mit Eſuar⸗ an ſind, ſo a einen Kalk V ee hier findet, 2 eine Rede. dland trei⸗ V as Werth des A haͤlt man dr ſer. Daher — 155— Nach der Heuwerbung jedoch wird das Vieh auf die Wieſen gelaſſen, und das mag dieſen vielleicht unentbehrlich, die Sache alſo ökonomiſch richtig ſeyn. Im Winter erhält das Vieh Stroh, Erdkohlrüben, und eine Siede von Kaff und Oelkuchen. Man läßt es dabei am Bache ſaufen. Merkwürdig iſt der hieſige Fruchtumlauf, und ein Beweis, wie lange man durch eine weiſe Wahl die Cultur bei ſeltenem Düngen fortſetzen kann. Er iſt aber nicht allein Kaiſerseſch, ſondern auch den 17 Ortſchaften eigen, welche zu dieſer Bürger⸗ meiſterei gehören. Die Grundlage davon iſt, daß man dem Lande nie zwei Getreiderndten hintereinander abfordert, es ſey allenfalls zweimal Hafer. Alsdann aber ſieht man den Boden für ganz ausgetragen an. Der Umlauf heißt: 1) Sommmerrübſen, geaſcht. in dem Jahre 1817 nicht Der Mittelertrag iſt 4 geſehen. Malter vom Morgen. 5) Erbſen, auch wohl Klee. 2) Roggen. 6) Roggen. 3) Kopfkohl, Kohlrabi, Rü⸗ 7) Klee, gegipſt. ben, Kartoffeln, gedüngt. 8) Roggen. 4) Sommergerſte. Schönere 9) Brache, nüchtern. Gerſte als hier habe ich 10) Roggen. Auf ſchlechtem und leichtem Boden wird zu den Kartoffeln, welche man unter den Gemüſen vorzugsweiſe darauf bringt, ſchwächer geduͤngt; dagegen wird das Düngen nach 6 Jahren wieder nöthig. Hafer kommt in jenem Umlaufe nicht vor, weil er auf dem Wildlande gezogen wird. Die Roggenſaat fängt mit dem 10. September an. Man ſchlägt ihren Ertrag zu 10 bis 11 Centner Körner vom Morgen(160 Ruthen zu 16 Quadrat⸗ fuß) an. Der Klee wird im April bei trockenem Wetter gegipſt. Man braucht 5 bis 6 Centner auf den Morgen. Vergleichende Ver⸗ ſuche haben gezeigt, daß der bei trockenem Wetter gegipſte Klee immer grün und wuchſig blieb, wenn das Gegentheil bei dem zutraf, der bei regneriſcher Witterung gegipſt worden war. Der erſtere wuchs in 8 Tagen mehr, als letzterer in 3 Wochen. Eine Hauptſtütze der hieſigen Wirthſchaft ſind die Potaſch⸗ — 156— brennereien, deren ſich ſechs in Kaiſerseſch befinden. Man legt der ausgelaugten Aſche eine außerordentliche Kraft bei. Wie hoch der Werth davon anzuſchlagen ſey, leitet ſich aus Folgen⸗ dem ab: Ein hieſiger Potaſchenbrenner gibt einem andern Mann 24 Malter ausgelaugter Aſche zu Bedüngung eines Morgens und bezieht dafür 6 Jahre lang die Hälfte von allen Früchten. Doch gibt er die Hälfte der Einſaat und der Bauer ſeiner Seits das Land her und verrichtet alle Spann⸗ und Hand⸗ arbeit.— Eines der ſchädlichſten Unkräuter iſt der Rhinanthus Crista galli, welcher den Körnerertrag des Roggens ſehr vermin⸗ dert und das Stroh verdirbt. Wo es überhand genommen, läßt man die Gerſte nach den Kartoffeln weg, und nimmt Ha⸗ fer an die Stelle, welches das Mittel ſeyn ſoll, ihn zu ver⸗ tilgen. Die Erdkohlrüben machen einen Hauptbau aus. Man zieht die Pflanzen im Garten, und ſäet ſie ſo früh als möglich. Ha⸗ ben die Pflanzen die Länge von einem Finger, und die Wur⸗ zeln die Dicke eines dünnen Strohhalms, ſo werden ſie ver⸗ pflanzt. Dieſes geſchieht, während dem der Pflug auf dem Felde beſchäͤftiget iſt. Man faßt die Spitze der Wurzel mit drei Fingern und drückt ſie in den friſch aufgeworfenen Schnitt ein. Da man immer eine Furche überſchlägt, ſo fallen die Zeilen 1 ½ Fuß von einander. Eben ſo weit ſtehen ſie auch auf den Zeilen ſelbſt. Iſt das Wetter trocken, ſo müſſen ſie angegoſſen werden. Später werden ſie nicht allein behackt, ſon⸗ dern auch behaͤufelt. Man blättert ſie auch wohl, doch nimmt man bloß die Erdblätter. Sie geben ein vortreffliches Maſtfut⸗ ter, aber nicht ſo viel Milch als die Rüben. Man gewinnt manchmal Kohlrüben, die 16 bis 18 Pfund wiegen. Sie halten ſich bis zur Zeit der Gerſtenſaat. Man findet in dem Moſelgebirge, ſo wie in der Eifel, das Wild⸗ oder Rodland. Ich verſtehe unter dieſer Benennung einen Bo⸗ den, welcher nicht beſtändig in Cultur genommen, ſondern, nachdem er eine Zeit lang getragen, liegen gelaſſen wird, bis er ſich wieder mit Gras, Genſt und Heide überzogen hat. Es iſt ein Gemeinland, welches weder für die Zeit der Cultur noch die des Weideganges einen beſondern Eigenthümer hat, ſondern der Gen rechtlich Vöhde M von der wovon und ein hei der ſtaͤnden. Ma nicht al den Pf und be bleibt d land ei jeder Kartoffe thümlich land wie geſchieder dient die Die folgende. lich ab. Zoll brei einander Raſen in einer Se gen blei jedem Form gekehrt! wegen ih mit der pen im Geg tet, die Man leg bei. We us Folgen⸗ dern Mann 3 Morgens an Früchten. uer ſeiner nd Hand⸗ A hinanthus Sihr verwin⸗ zgenommen, ⸗nimmt Ha⸗ hn zu ver: Man zieht glich. Ha⸗ u die Wur⸗ gen ſie ver⸗ N. auf dem Lurzel mit Aien Gchnitt fallen die Rin ſie auch muüſſen ſie 'hackt, ſon⸗ och nimmt zs Maſtfut⸗ 1 4 tia ₰ ze Vild⸗ a einen Bo⸗ n ſondern, Mn bis dan hat. Es 8* noch at, ſondern — 157— der Gemeinheit angehört. Das Wildland bleibt alſo in dem rechtlichen Beſitzverhältniſſe weſentlich von der weſtfäliſchen Vöhde verſchieden. Man findet auf den Gebirgen oft große Strecken ſolches, von dem Sitze der Dörfer etwas weit entfernten Wildlandes, wovon der größere Theil wohl einer beſſern Behandlung werth und einer höhern Benutzung fähig wäre, wenn nicht die ſchon bei der Eifel angegebenen Hinderniſſe der Verbeſſerung entgegen ſtänden. Man richtet, wie ſich denken laͤßt, die Sache ſo ein, daß nicht auf einmal Alles, ſondern alle Jahre Etwas davon unter den Pflug genommen werde. Die Beſtellung dauert drei Jahre und beſteht in 1) Roggen, 2) Kartoffeln, 3) Hafer. Darauf bleibt das Land 9 Jahre dreeſch liegen. Wird alſo alles Wild⸗ land einer Gemeinde in 12 Parcellen getheilt, ſo folgt, daß jeder Betheiligte alle Jahre Etwas in Roggen, Etwas in Kartoffeln und Etwas in Hafer, als Zugabe zu ſeinem eigen⸗ thümlichen Baulande, habe. In dieſem Stücke iſt das Wild⸗ land wieder weſentlich und zwar ſehr vortheilhaft von der Vöhde geſchieden, und wenn Etwas Barbarei zu nennen iſt, ſo ver⸗ dient die Vöhde ſolches zehnmal mehr als das Wildland. Die Art, wie man bei dem Aufroden deſſelben verfährt, iſt folgende. Man lappt vor Allem den Raſen ſo dünn als mög⸗ lich ab. Dieſes geſchieht mit einer 12—14 Zoll langen und 5 Zoll breiten Hacke. Der Hauer ſtellt dabei ſeine Beine aus⸗ einander und haut gegen ſich an, etwa 4—5 Hiebe unter den Raſen in einem Striche vor ſich her, wobei dieſer, der nur von einer Seite von der übrigen Narbe getrennt iſt, unverrückt lie⸗ gen bleibt. Nun wird er auch von der andern losgehauen, bei jedem Hiebe gehoben und mit dem Fuße über ſich ſelbſt, in Form einer Tute, hergerollt, wodurch der Raſen nach innen gekehrt wird. Darauf wird jede Tute aufrecht geſtellt, welches wegen ihrer etwas koniſchen Figur leicht von ſtatten geht. Da⸗ mit der Raſen Zeit habe, zu trocknen, ſo geſchieht das Ablap⸗ pen im Frühjahre. Gegen den Herbſt werden kleine Raſenmeiler davon errich⸗ tet, die etwa drei Fuß im Durchſchnitte und eben ſo viel in der Höhe meſſen. Zur Anlegung ſolcher Meiler wird zuerſt eine Tute aufrecht geſtellt, die andern Tuten werden entfaltet und rund um die ſtehende angelehnt, ſo daß die Raſen in die Runde auf ihren Kanten ſtehen. Iſt die unterſte Schichte in Ordnung, ſo wird etwas Reiſig darauf gelegt, oft Genſt, der an demſel⸗ ben Platze ausgewachſen ſtand. Ueber dieſem thürmt man ſo viel Raſen als nöthig auf und beobachtet dabei, nach der Windſeite eine Oeffnung zu laſſen, damit das Feuer deſto beſſer um ſich greife. Der Aſchenkummer wird erſt unmittelbar vor dem Säen aus einander geworfen, und die Raſenſtücke, welche nicht zerfallen wollen, mit der Hacke zerſtückelt. Man ſäet den Roggen über die Aſche her, pflügt ihn flach unter, egget aber nicht. Hat man ſonſt Aſche, und der Boden iſt gut benarbt, ſo hält man das Umpflügen der Narbe für vortheilhafter, als das Abplaggen und Brennen. Neben der Aſche nehmen Einige auch wohl noch Kalk zu Hülfe. Diejenigen, welche eigenthümliches Wildland in Cultur neh⸗ men wollen, beobachten dabei folgende Fruchtfolge und Behand⸗ lung: 1 Roggen, nachdem der wilde Boden, wie ſchon geſagt, dazu bereitet worden. 2) Sommerrübſen. Dazu werden die Roggenſtoppeln, wo mög⸗ lich vor Winter umgepflügt, im Frühjahre abgeeggt, ge⸗ pflügt, ausgelaugte Aſche geſtreut, und dieſe durch die Egge mit der Krume verbunden. Dann wird der Rübſen geſäet und flach untergepflügt. Die Saatzeit davon iſt vor und nach Johannis. Er bedarf nur drei Monate bis zu ſeiner Reife.— 3) Roggen. Iſt aber der Rübſen zu ſpät vom Felde gekom⸗ men, ſo läßt man den Roggen weg und nimmt Erbſen an die Stelle. 4) Erbſen. 5) Roggen. 6) Hafer. Soll das Land wieder wild liegen bleiben, ſo kann noch einmal Hafer und dann Buchweitzen geſäet werden; ſoll es ——— aber in tem Br 7) K 9 ₰ Ri Lr terſchie gehe vo wie ma dem U vermo⸗ nur 1 dem i Schaa wohne D feucht, gen, u iemlich geſchüt deſſen gen, ur Mo daher Weiſe! halten Many gehen des G Aecker des 2 Wirthſc M. ſind dd Theil beſſer toffeln apuerſt eine ifaltet und die Runde * Ordnung, (an demſel⸗ eint man ſo 9 nach der ddeſto beſſer rtelbar vor erte, welche Ft ihn flach 4 enarbt, ſo wr, als das winige auch nrultur neh⸗ 2. Behand⸗ ſagt, dazu 9 wo wög⸗ reggt, ge⸗ durch die Der Rübſen 1on iſt vor nate his zu 1 de gekon⸗ Ant Grbſen ſann noc —; ſoll 1 V — 59— aber in Cultur bleiben, ſo muß nun gedüngt werden. Auf gu⸗ tem Boden kommt noch 7) Klee und 8) Hafer. Im neunten Jahre wird geaſcht und wieder zum Rübſen übergegangen. Lutzerath. Wenn Jemand einen Begriff von dem Un⸗ terſchiede einer guten und ſchlechten Cultur haben will, der gehe von Kaiſerseſch nach Lutzerath. Hier alſo auch drei Felder, wie man denken kann, und ſind dieſe auch nicht der Grund von dem Uebel, ſo nehmen ſie ſolches doch in Schutz, und ſind un⸗ vermögend, ihm abzuhelfen. Schon der Pflug, deſſen Schaar nur 1 ½ Zoll breit iſt, reicht zu, um ſich einen Begriff von dem übrigen Weſen zu machen. Ein dicker Nagel würde das Schaar füglich erſetzen können, und doch behaupteten die Ein⸗ wohner, daß ihr Zahnſtocherpflug der beſtmöglichſte Pflug ſey. Der Boden iſt hier nicht ſchlecht, an einigen Orten etwas feucht, daher Klapperkraut und Trespe häufig unter dem Rog⸗ gen, und Binſen in den Gräben vorkommen. Die Gegend iſt ziemlich flach und wenig abſchüſſig, hoch liegend, durch Nichts geſchützt, daher der Kaͤlte und den Winden ſehr ausgeſetzt. In⸗ deſſen hindert das nicht, mehrere Obſtbäume bei den Wohnun⸗ gen, und auf dem Felde gute Gerſte zu erblicken. Man hat einen Ueberfluß an Wildland und Gemeinheiten, daher geht das Vieh auf die Weide, und verzettelt unnützer Weiſe den Miſt, der zu Kaiſerseſch auf dem Hofe bleibt. Doch halten einige wenige der beſſern Wirthe ihr Vieh zu Hauſe. Man pflügt mit Pferden, Ochſen, auch Kühen; die Spannkühe gehen mit den Ochſen auf die Weide. Im Ganzen hat man des Geſpanns zu wenig, daher die ſchlechte Zubereitung der Aecker. Vernachläßigung des Viehſtandes iſt Vernachläßigung des Ackers. Wie in einer Kette hängt Alles in der Land⸗ wurthſchaft zuſammen. Roggen, Hafer, Gerſte, Klee, Kartoffeln und Erdkohlrüben ſind die Gegenſtände hieſiger Cultur. Man kann den vierten Theil der Flur als reine Brache annehmen. Der Boden ſpricht beſſer dem Hafer als der Gerſte zu. Man laͤßt dieſe auf Kar⸗ toffeln und Erdkohlrüben folgen und ſäet Klee darunter, wel⸗ — 160— ches wohl das Beſte iſt, was man zu Lutzerath thut. Der Klee gedeiht beſſer unter der Gerſte als dem Hafer. Man gipſt ihn. In gewiſſen Jahren geräth er vortrefflich, in andern nur ſchlecht. Er kann kaum im neunten Jahre wieder kommen. Auf die Abſeiten der Höhen, die quellartig ſind, darf man ihn nicht bringen, indem er darauf auswintert. Man kaſtet den Roggen, und zwar in runden Lagerhau⸗ fen, deren Anfertigung ich ſchon früher angegeben habe. Sie wer⸗ den hoch und ſpitzig angelegt. Das Getreide ſoll ſich vortrefflich darin halten, und auch der ſtaͤrkſte Wind die Kaſten nicht um⸗ wehen. Zwei Männer kaſten ſo viel, als 15— 16 einſchneiden. Das Getreide wird von der Sichel unmittelbar in Kaſten gebracht. Bei unſicherem Wetter und graſigem Stroh iſt dieſe Art vortrefflich. Dreht man von 3—4 Seiten einige Halme vom Hut, und knüpft ſie mit dem liegenden Getreide feſt, ſo ſind die Haufen unzerſtörbar. Im Jahre 1816 ließ Einer das ſo gekaſtete Ge⸗ treide auf einem entfernten Felde aus Vergeſſenheit ſtehen. Nach drei Monaten fand er den Roggen darin ſo ſchön, daß er vor Allem das beſte Brod gab. Man ſchätzt die Kohlrüben über alle andere Wurzelgewächſe. Man düngt dazu ſo ſtark wie zum Kopfkohl, hackt und häu⸗ felt. Letzteres ſoll zu ihrem vollkommenen deihen nothwendig ſeyn. Man beraubt ſie ihrer Erdbläͤtter zum Viehfutter. Ihr gewöhnliches Gewicht iſt von 5— 6 Pfund. Man trifft welche, die das Doppelte und Dreifache wiegen. Bei der Erndte ſchnei⸗ det man ihnen die Krone und alles Gewürzel ab. Die beſte Weiſe, ſie zu bewahren, iſt: Man gräbt eine Rinne in die Erde, die einen Spatenſtich tief und weit iſt, und legt die Kohlrüben eine an die andere hinein. Indem man die zweite Rinne graͤbt, deckt man mit dem daraus gehobenen Grunde die Rüben, welche in der vorhergehenden liegen. Auf dieſe Weiſe erhalten ſie ſich bis Pfingſten.— Man ſchichtet ſie auch, wohl in dem Keller auf, wie einen Wall, ohne Sand und Erde. Der Keller muß aber viele Zugluft haben, bis zum ſtre gen Froſte. Schlagen ſie im Frühjahre aus, ſo geben dieſe Spröß⸗ linge ein vortreffliches Gemüſe für die Menſchen. Die Rod⸗ oder Schiffellande dieſer Gemeinde ſind ſehr aus⸗ —,— gedehl zuerſt hieſig fen, enthal Getrei der ju iſt. N Kartof 9 bis Nutze heith in der Rogge ihm g D. pital i Narbe im Jul aufgebr höhe ge als das Röggen die einm ſen, Dr wird R Streicht trefflich Iu den als zur der Bo Brennel der Rog Die haf lich vor in dieſe die Sähwer kt. Der Klee n gipſt ihn. anur ſchlech. . Auf die an ihn nicht 3 Lagerhal⸗ n Sie wer⸗ „Foortrefllich 7 vicht um⸗ s eiden. Das bracht. Bi vortreflich. e Hut, und n die Haufen ekaſtete Ge Aehen. Nach daß er vor 1 elgewaͤchſe tt und häu⸗ vothwendig Sitter. Ihr ifft welche, adte ſchnei⸗ gribt eine ceit iſt und am man die Sden Grunde . Auf dieſe eet ſi auch und Erde. n ſtre gen nieſe Spröſy d ſehr aut⸗ 1 1 —— 161 gedehnt. Um das Abplaggen zu erleichtern, wird die Narbe zuerſt mit dem Pfluge, ohne Streichbrett, aufgeritzt, wozu der hieſige Zahnſtocherpflug ganz gut geeignet iſt. Die Brennhau⸗ fen, welche man errichtet, mögen ein einſpänniges Fuder Raſen enthalten. Das Brennen ſoll das nicht weit davon entfernte Getreide durch den Rauch erſticken und taub machen, und auch der jungen Saat nachtheilig ſeyn, daher es ſchon verboten worden iſt. Man ſäet im erſten Jahre Roggen, im zweiten Hafer oder Kartoffeln, im dritten wieder Hafer. Alsdann bleibt das Land 9 bis 12 Jahre liegen. Die Weide darauf iſt von geringem Nutzen, allenfalls für die Schafe. Diejenigen, welche Gelegen⸗ heit haben, früh zu ſchiffeln und zu brennen, benutzen es noch in demſelben Jahre, um Sommerrübſen einzuſaͤen, wonach der Roggen eben ſo gut einſchlagt, als wenn der Boden Nichts vor ihm getragen hätte. Die Vermögendern, das heißt die, welche ein größeres Ca⸗ pital in ihren Miſthof ſtecken, ziehen das Unterpflügen der Narbe dem Brennen derſelben vor. Das erſte Pflügen geſchieht im Juli. Iſt ſpäter die Narbe etwas abgeſtorben, ſo wird Dung aufgebracht, und dieſer unter⸗, die Narbe alſo wieder in die Höhe gepflügt. Zu dem Ende ſetzt man den Pflug nicht tiefer, als das erſtemalgau. Bald darauf wird Alles vereggt, und Roggen eingeſaͤet. Nach einer andern Verfahrungsweiſe wird die einmal umgepfluͤgte, nun dürre Narbe mit der Egge zerriſ⸗ ſen, Dung aufgebracht und ſogleich ausgebreitet. Etwas ſpäter wird Roggen darüber her geſaͤet und mit dem Pfluge ohne Streichbrett, Furche an Furche, untergewühlt. Dieſes ſoll die trefflichſte Erndte geben, und der Noggen dabei nie auswintern. Zu dem folgenden Hafer wird nur einmal und auch nicht tiefer als zum Roggen gepflügt. Zu dem Hafer im dritten Jahre wird der Boden etwas tiefer mit dem Pfluge angegriffen. Nach dem Brennen, obgleich das Feld dann keinen Dung bekommt, wird der Roggen beſſer, als nach dem Raſenumpflügen und Düngen. Die Hafererndten gegentheils zeichnen ſich nach letztern vorzüg⸗ lich vor denen auf gebranntem Lande aus; ſo auch benarbt ſich in dieſem Falle der Boden ſchneller als nach dem Brennen. Die Wucherblume(Chrys anthemum segetum Linn.), unter Schwerz, Landwirthſch. II. 11 — 162— alter churfürſtlicher Regterung durch Foemalität vertilgt, läßt ſich haͤufig ſehen, und fängt an, alle Sommergetreide⸗Erndten zu bedrohen. Wo ſich jene unſelige Blume befindet, da ſcheffelt kein Getreide. Ihre Fortſchritte nicht zu bekämpfen, iſt ein öffentliches Verbrechen. Gegend von Witlich. Wenn man die wilde Gebirgs⸗ kette von Polch aus über Luzerath immer fort bergauf und ab gefahren iſt, ſo wird man durch ein ſo ſchönes, ausgedehntes und fruchtbares Thal, wie das von Witlich, nicht wenig über⸗ raſcht. Die blutrothen Bruͤche der Felſen und der durch die Verwitterung daraus entſtandene rothe Boden erinnern an die Berge und Ufer der Weſer. Dieſer Boden iſt beſonders gut zu Möhren geeignet, und das erinnert mich, in einem Werke A. Young's daſſelbe von einem rothen ſandigen, wenig zuſam⸗ menhangenden Boden geleſen zu haben. Es fehlt aber Etwas daran, daß die Güte der Cultur der des Bodens entſpreche. Sobald man Kaiſerseſch hinter ſich hat, wo die Cultur der Rheinmoſelgegend ihr Ende nimmt, und den Weg nach Trier einſchlägt, kommt die Dreifelderwirth⸗ ſchaft zum Vorſchein, und mit ihr läßt die Induſtrie nach. Die Wucherblume nimmt zu. Noch iſt es ein Leichtes, ſie durch Ausziehen zu tilgen, nach dem bekannten: principiis obsta. Eine Strafe von 9—10 gGr. haftete vormals auf jedem Exem⸗ plare dieſes verderblichen Gewächſes. Mit Verdruß ſah ich in dieſer äußerſt ſchönen und frucht⸗ baren Ebene, und beinahe an den Thoren von Witlich, einen kleinen Wald. Von dem Nachtheile, welchen er den daran grenzenden Feldern bringt, nicht zu reden, kann ich den Verluſt von einigen hundert Morgen des ſchönſten Ackerbodens, die er der Landwirthſchaft raubt, nicht unbeachtet laſſen. Wenn man ſieht, wie in den rauheſten Gegenden, in Klüften und auf den Abhängen ſteiler Berge, ein durch ſeine Lage ſowohl als ſchlechte Beſchaffenheit undankbarer Boden aufgeſucht und mit vieler Mühe und Arbeit beſtellt wird, ſo kann man nicht anders als das Hölz von den Flächen nach den Höhen, und die Getreide⸗ felder der Hoͤhen nach der Flaͤche wünſchen. Gedachter kleiner Forſt verdankt der Jagdliebhaberei der vormaligen Landesfür⸗ — ſten, verdan beamte D ſen. 5 nicht n meinw Jauche 9) er M 30 Jal nen T iſt no⸗ Klee. Getrei heſtellt nur au hleibt, zu Rog D Kartoffe Brache. vor de pfluͤgt. Septem ſo früh Gerſte Di Mähte brauch Menge Kohlrü von He⸗ de iſt, un kleine! Naps tilgt, lägt rde⸗Erndten da ſchefelt an, iſt ein d* ze Gebhirgs⸗ tyuf und ab zgedehntes zenig über⸗ 7 dorch de Aern an die Jers gut zu 2 Werke A. nig zuſam⸗ „ Cultur der J hinter ſih D de nimmt, alderwitth⸗ Fe nac. nieichtes, ſie eiy'iis obsta. en Eyem⸗ and frucht ich, einen r hen daran ren Verliſt Pois, die er denn man dd auf den dssſt ſchechte Annit vieler zanders als 7 Getteide⸗ de ter klaine a landesfüt⸗ — 163— ſten, welche ein Schloß zu Witlich hatten, ſein Daſeyn und verdankt noch jetzt der Jagdliebhaberei der Förſter und Forſt⸗ beamten ſeine Erhaltung. Die Wirkhſchaften ſind von 2 Pferden, von 4 oder 2 Och⸗ ſen. Kühe werden ſelten bei der Arbeit gebraucht. Man hält nicht mehr als 2—4 Kühe, und zwar Weidekühe, weil die Ge⸗ meinweiden nichts koſten. Man ſäet ſehr wenig Klee, die Jauche fließt zum Hof hinaus. Man ſchließe auf das Ganze! O, wenn der gute Boden und der Kalk nicht wären! Man braucht letztern ſehr häufig. Es gibt Felder, die ſeit 30 Jahren mit jedem dritten Jahre gekalkt worden ſind und kei⸗ nen Dung erhalten haben, und der Getreideertrag dieſer Felder iſt noch immer befriedigend. Er wirkt vorzüglich auf Hafer und Klee. Er kann aber nur in der reinen Brache, alſo zum Getreidebau, angewendet werden. Der Theil der Brache, der beſtellt wird, muß gedüngt werden. Man braucht den Kalk nur auf trocknem, ſandigem Boden; auf feuchtem, lehmigem bleibt er ohne Wirkung. Ueberhaupt iſt hier der Boden mehr zu Roggen und Hafer als zu Weitzen und Gerſte geeignet. Dem Dreifelderſyſteme zufolge muß der Roggen hier nach Kartoffeln folgen. Zwei Drittel des Brachfeldes ſind reine Brache. Man pflügt die Brache viermal, und bringt den Kalk vor der dritten Pflugart auf. Selten wird tiefer als 3 Zoll ge⸗ pflügt. Die Saatzeit des Roggens fängt ſchon vor dem halben September an und dauert bis Ende Octobers. Hafer ſaͤet man, ſo früh es geſchehen kann, von Ende des Hornung an, die Gerſte Anfangs Mai. Die Erdkohlrüben übertreffen bei der Fütterung ſowohl Möhren als Kartoffeln. Nur muß man einige Vorſicht dabei brauchen, indem das Vieh ſich leicht verfängt, wenn ſie in Menge gefüttert werden. Die Ochſen werden mit zerſchnittenen Kohlrüben, einer Mengung von Strohhäͤetſel und einem Zuſatze von Heu gemaͤſtet. Der Raps wird ſogleich aufgebunden, wie er geſchnitten iſt, und das halte ich für ſehr gut. Dann ſtellt man ihn in kleine Kaſten auf, welche man mit einem Strohhute deckt. Der Raps ſoll vorzüglich darin gewinnen. Mir gefiel dieſe Methode — 164— nicht, weil ich bei der Unterſuchung fand, daß aller Same aus den äußern Schoten gefallen war. Zu dem Kaſten des Getreides hat man fuͤr jeden Kaſten zwei Holzgabeln, welche in einer Entfernung von anderthalb Fuß in den Boden geſteckt und mit einem Zwerchholze überlegt werden. Dieſes Zwerchholz bleibt etwa einen Fuß über der Erde. Darauf wird dann das ungebundene Getreide armvoll angelegt, ſo daß das Stroh, aber nicht die Aehre auf der Erde ruht. Man häuft es in die Runde an, wodurch ein Kegel ent⸗ ſteht, den man mit einem Hute deckt. Man bringt das Ge⸗ treide ſchon am nämlichen Tage, wo es geſchnitten wird, in Kaſten. Bei regneriſcher Erndte iſt es rathſam, die Kaſten nicht zu groß anzulegen. Der Roggen hält ſich vortrefflich darin und gibt beſſeres Mehl, als der nicht in Kaſten gebrachte. Bei Hafer und Gerſte iſt dieſe Vorrichtung nicht gebräuchlich; indeſ⸗ ſen verſuchte es ein Mann 1816 bei dem Hafer und gewann dadurch, daß er ihn noch bei dem Schnee wohlbehalten nach Hauſe bringen konnte. Neuerburg. Man findet auch hier den rothen Boden von Witlich und bedient ſich zu ſeiner Beſtellung des Kalks. Man läßt ihn wie anderwärts in Staub zerfallen und ſtreut im Brachjahre vor der zweiten Pflugart 6 Ohm auf einen Mor⸗ gen. Er iſt vortrefflich zur Tilgung des Unkrauts, thut mehr Wirkung auf ſandigem als lehmigem Boden. Er wirkt haupt— ſächlich auf den nach dem Roggen ſolgenden Hafer. Bei naſſen Jahren iſt jene Wirkung geringer als bei trockenen. Auch ver⸗ wendet man den Kalk nicht auf ſolche Plätze, die von der Sonne ab liegen. Er bringt daſelbſt nur Nachtheil, deſto beſſer ſchickt ſich die Aſche dahin. Viele Aecker werden hier alle 3 Jahre gebraacht und ge⸗ kalkt, und nur ſelten gedüngt. Man zeigte mir Felder, welche nun ſiebenmal hintereinander gekalkt worden waren, alſo in 21 Jahren keinen Dung geſehen hatten und doch noch befriedi⸗ gende Erndte gaben. Man treibt Dreifelderwirthſchaft. Von 93 Morgen würden 33 Wintergetreide, 30 Hafer, 3 Erbſen und Kartoffeln, 1 ½ Klee tragen und alles Uebrige Brache. Man hält hier die Wicken, — ſelbſt als di und ie gute? O eine Stallf D kundig von N die 1 getrei⸗ treibt 37 M. dem Fütter bis 4 wenig 9 wohne gedraͤn haben, ihn alſt ten geg Kraft f De ſo fruc ſind äu Häſe be mit 2 den, n ſeine N de Och hoben. gern. reicht m Del Same aus en Kaſten anderthalb e überlegt n über der „y armvoll in der Erde nieegel ent⸗ u das Ge⸗ 8 witd, in aſten nihht n darin und Bchte. Bei ich; indeſ⸗ 1) gewann Lalten nach ton Boden 7s Kalks. runnd ſtreut een Mor⸗ thut mehr ett haupt⸗ Bei naſſen an Auch ber⸗ an der Conde ſer ſchickt 2 1t und ge⸗ zer, welche ſo in 21 illſo in un beftiedi⸗ on wüͤrden Aler ie Wicke — 165— ſelbſt wenn ſie gruͤn verfüttert werden, für mehr erſchöpfend als die Erbſen. Dieſes wurde mir von 2 Perſonen beſtätigt, und ich hörte ſchon daſſelbe in der Eifel. Flachsland gibt eine gute Roggenerndte. Obgleich das Vieh auf die Weide geht, ſo halten doch Viele eine Kuh auf dem Stalle, um Milch zu haben, indem eine Stallfütterungs⸗Kuh hier mehr Milch gibt als zwei Weidekühe. Da mir die Angabe mit den Wicken auffallend war, ſo er⸗ kundigte ich mich an dem naͤchſten Orte, der eine halbe Meile von Neuerburg ab liegt, darnach, und hörte, daß man daſelbſt die Wicken für eine ſehr gute Vorbereitung für das Winter⸗ getreide haͤlt. Man hat daſelbſt ein Zwölftel in Klee und treibt Stallfütterung. Ein Mann, der 24 Morgen(ungefähr 37 Magdeburgiſche Morgen) baut, hält 2 Pferde und 6 Kühe auf dem Stalle. Er ſäet 2 hieſige Morgen mit Klee, welche zu der Fütterung zureichen. Der Klee geräth ſo gut, daß man ihn 3 bis 4 mal ſchneiden kann. Man düngt alle 3 Jahre und macht wenig Gebrauch von Kalk und Gips. Hetzerath. Hier, wie in dem ganzen Moſelgebirgsſtriche, wohnen die Landleute in Dörfern beiſammen, und zwar oft ſo gedrängt aufeinander, daß ſie nicht ſo viel Raum auf dem Hofe haben, um den Miſt dahin bringen zu können. Sie thürmen ihn alſo auf der Straße auf und lehnen den Haufen nicht ſel⸗ ten gegen die Wohnung ſelbſt an. Die Jauche und Saft und Kraft fließen alſo dahin. Der Boden iſt ſchwer und ſpröde, nicht mehr ſo roth, noch ſo fruchtbar, als im Thale von Witlich. Die Wirthſchaften ſind äußerſt klein, von 12 Morgen. Nur einige wenige einzelne Höfe bauen ihrer 30. Man pflügt mit 2 Pferden, gewöhnlicher mit 2 ſtarken Ochſen. Da man keine Privat⸗ noch Gemeinwei⸗ den, noch viel zu Hauſe zu geben hat, ſo muß das Vieh ſich ſeine Nahrung auf Feldern und Rainen zuſammenſuchen. Selbſt die Ochſen ſind nach vollbrachter Arbeit dieſer Mühe nicht ent⸗ hoben. Der Stall dient ihnen bloß zur Ruhe und zum Hun⸗ gern. So am Morgen, ſo am Abend! Nur bei ſchwerer Arbeit reicht man etwas Heu. Im Winter iſt Stroh ihre Koſt. Der Fruchtumlauf iſt dreifelderig. Die Brache kann hier 166— weder durch Dung, noch Bearbeitung des Bodens erſetzt wer⸗ den. Sie wird entweder gedüngt, geaſcht oder gekalkt. Der zerfallene Kalk wird nicht untergepflügt, ſondern mit dem Saat⸗ korn eingeeggt. Die Beſſerung muß alle drei Jahre wiederholt werden. Man hält die ausgelaugte Aſche für beſſer als die Seifenſiederaſche. Der Kalk thut vortreffliche Wirkung auf Wie⸗ ſen. Man baut ſo wenig Klee, daß es keiner Erwähnung ver⸗ dient. Man wird bemerkt haben, daß die gute Cultur in dem Grade abnimmt, als man ſich von der Gegend von Koblenz entfernt und Frankreich nähert. Schweig. Von hier aus hebt das ſchöne Thal der Moſel bis nach Trier an. Die Obſtwälder finden ſich in hieſigen Flu⸗ ren wieder, freilich nicht ohne Nachtheil der Körnererzeugung; allein die Cultur, woraus der Landwirth den meiſten reinen Nutzen hat, iſt für ihn die beſte. Es fehlt der Gegend nicht an Land, wohl aber an Gras⸗ wuchs. Und dennoch keine Stallfütterung, alſo Vernachläßigung der Futterkraͤuter. Man legt dem Klee zur Laſt, daß er nicht gut mehr gedeihen wolle. Einige werfen die Schuld davon auf den Gips. Warum macht man keine Verſuche mit Luzerne, welche hier nicht fehlen kann? Große Nachtheile des Einzelnhütens, ſchlechte Feldpolizei; daher Klee und Feldfrüchte nicht geſichert ſind. Dreifelder-Wirthſchaft: 1) Brache, 2) Roggen, 3) Hafer. 4) Klee, Erbſen, Kar⸗ toffeln u. ſ. w., 5) Weitzen, 6) Gerſte. Alle drei Jahre wird gedüngt, oder gekalkt und geaſcht. Ich fand in dieſer Gegend Wildland in dem Hange eines Berges, welches einem Privatmanne zuſteht. Er verpachtet die Benutzung davon alle 9 oder 12 Jahre an kleine Leute, gegen 3 Garben von 5. Wer Trier beſucht, wird das landwirthſchaftliche Etabliſſe⸗ ment von Hrn. Nell nicht vorüber gehen. —— Zuſtan Nie von Bo drangt, wird h fruchtb birge a Ei unter Hier bl aus, u. thums? unterſuch gehörte öſtlich waldes, iſett wer⸗ alkt. Der dem Sagt⸗ wiederholt ar als die 8 auf Wie⸗ annung der⸗ r in dem * Kovlenz der Moſel jſigen Flu⸗ rxzeugung; ren reinen a dan Gras⸗ rtyläßigung mnr gedeihen i Warum aicht fehlen uldpolixei; a ſen Kar⸗ anre vird ange eines 22 pachtet die 2 tte, gegen Enbliſ⸗ f Fünfter Abſchnitt. Zuſtand des Ackerbaues am Rhein und an der Moſel. I. Einleitung. Nicht von der Gebirgskette, welche das Bett des Rheins von Bonn aus bis an das Ufer der Nahe ſo enge zuſammen⸗ drängt, daß oft nicht Raum genug zum Gemüſebau übrig bleibt, wird hier die Rede ſeyn, ſondern von der beträchtlichen und fruchtbaren Ebene, welche ſich von Bonn und dem Siebenge⸗ birge aus ſtromabwärts an beiden Ufern des Rheins bildet. Ein Theil dieſes großen Rheinthales iſt ſchon anderswo unter dem Namen der CEleve'ſchen Niederung vorgekommen. Hier bleibt alſo die Flaͤche des rechten Ufers von Duisburg aus, und die des linken Ufers von den Grenzen des Fürſten⸗ thums Moers aus bis zu dem Rheingebirge oberhalb Bonn zu unterſuchen. Erſtere gehörte zu dem Herzogthume Berg, letztere gehörte vormals zu dem Kurfürſtenthume Köln. Jene wird öſtlich von dem Gebirge der Mark, Bergs und des Weſter⸗ waldes, letztere weſtlich von den ſanften Höhen des Jülichſchen — 168— Landes begrenzt. Der Rhein dient beiden Flächen zur Scheide⸗ linie. Sie müſſen alſo nothwendig viele Aehnlichkeit unter ſich haben und laſſen ſich daher ohne Anſtand in der Beſchreibung ihrer Kultur zuſammenfaſſen. Außer gedachter ſehr flacher Ebene findet man ſtromauf⸗ wärts eine andere, welche bei Andernach anhebt und bis Ko⸗ blenz reicht, alſo nur 2 Meilen in der Breite, wohl aber 3 Meilen in der Länge hat. Sie wird nördlich von der Eifel und ſüdlich von der Moſel begrenzt. Dieſe ziemlich erhabene, oft unebene Flaͤche war von jeher dem daran grenzenden Lande wichtig und wurde zum Theil, unter dem Namen des Mai⸗ feldes und der Pellenz, als die Kornkammer des Nieder⸗ erzſtifts Trier angeſehen. Da Boden und Cultur dieſes Erdſtriches um Vieles von der Ebene des Kölniſchen und Bergiſchen Landes abweichen, ſo muß, wiewohl ich beide Gegenden der Kürze halber in ge⸗ genwärtiger Abhandlung in Eins zuſammenfaſſe, ein genauer Unterſchied zwiſchen ihrem beiderſeitigen Boden und ihrer Cul⸗ tur gemacht werden. Um ſolches deutlicher zu machen und in möglichſter Kürze anzugeben, wollen wir der Gegend bei Ko⸗ blenz den Namen der Moſelgegend, der bei Köln und Düſſel⸗ dorf den der Rheingegend geben. Ich muß noch erinnern, daß hier blos von dem Ackerbau und nicht von dem Weinbau die Rede iſt und auch nur ſeyn kann, indem die Gegenden, in ſo weit ich ſie beſchreibe, blos ackerbautreibend ſind, und durchaus keinen Weinbau mit ihrer Wirthſchaft verbinden, denn ſonſt würden ſich ganz andere Re⸗ ſultate ergeben. JII. vertheilung des ländlichen Grundeigenthums. Die Landwirthe wohnen, mit ſehr geringen Ausnahmen, in zuſammengebauten Dörfern, Marktflecken und kleinen Land⸗ ſtädten, haben daher auch ihre Grundſtücke in der Feldflur umher zerſtreut liegen. Einzelne Güter, wenn ſie für zwei oder mehrere Pferde Ackerland haben, heißen Höfe, und dieſe liegen, wo die Wohnungen zerſtreut ſind, in der Umgebung oder in der Nä führen Homme Da Quadra Nach d ares. Morgen Kürze! worge Klaſſe — 180 Hierau gen, a lich kor nen. der dri D. Verſtei Moſel welche welche Zeitpa haben zwei p mehr, K Alles! nntere ſeyn. Scheide⸗ 3unter ſich S ſchreibung * ſtromauf⸗ 4 his Ko⸗ rul aber 3 oder(ifel Sierhabene, aſen Lande nes Mai⸗ 3 Nieder⸗ ieles von abweichen, wer in ge⸗ 8 genauer gyrer Cul⸗ na und in 71) bei Ko⸗ d Düſſel⸗ 79 Ackerban 2 nur ſehn Sibe, blos — nit ihrer Ptun⸗ Ne⸗ enahmen, MPen Land⸗ 2d Feldflur f zwei oder leſe liegen, a oder in „ 4 — 169— der Nähe ihres zugehörigen Beſitzes. Die Betreiber derſelben führen den Namen Halbwennen, Halfen, Winnen, Hofleute, Hommen. Das Flaͤchenmaß oder der Morgen enthält 150 16füßige Quadrat⸗Ruthen, in der Moſelgegend 160 ſolcher Ruthen. Nach dem Decimalſyſteme gleichen letzterer 34,59, erſterer 31,68 ares. Nach demſelben Syſteme beträgt der Magdeburger Morgen 25,51 ares, welches dann das Verhältniß angibt. Kürze halber werde ich die Morgen von 150 Ruthen Rhein⸗ morgen, die von 160 Ruthen Moſelmorgen nennen. Ich glaube für die Rheingegend das kölniſche Malter zu 2 preuß. Scheffel, und für die Moſelgegend das Koblenzer Malter zu 3 ³¼ preuß. Scheffel annehmen zu können. In der Rheingegend gehören zu einem Hofe von der erſten Klaſſe 250— 300 Morgen, zu einem der zweiten Klaſſe 120 — 180, zu einem der dritten Klaſſe 80— 100 Rheinmorgen. Hierauf folgen die Bauern, welche nicht über 30 bis 40 Mor⸗ gen, auch ſolche, die nur für einen Ochſen Arbeit haben. End⸗ lich kommen die Kötter, welche kein Zugvieh unterhalten kön⸗ nen. Die Hoͤfe von der erſten Klaſſe ſind nur ſelten; der von der dritten Klaſſe giebt es mehrere, der Einſpaͤnner am meiſten. Durch den Verkauf der Staatsgüter und die nachherige Verſteigerung derſelben in einzelnen Morgen exiſtiren in der Moſelgegend beinahe gar keine Höfe mehr, außer den wenigen, welche bisher noch nicht verkauft worden, und einigen wenigen, welche Privaten zuſtehen. Man findet daher wohl noch einige Zeitpachthöfe von 200— 300 Morgen Land; durchgängig aber haben die Gutsbeſitzer für einen oder zwei Ochſen, für ein oder zwei Pferde Arbeit, alſo 10 bis 60 Morgen Ackerland, ſelten mehr, oft weniger. Kämpe oder eingeſchloſſene Felder ſind hier unbekannt. Alles liegt frei und offen da, und es möchte dieſes auch wohl unter einem ſolchen Klima, wie das hieſige, das vortheilhafteſte ſeyn. — 170— III. Kechtliche Belitzverhältnille der Grundinhaber. „Wir leben hier— ſagt einer meiner Korreſpondenten aus der Moſelgegend— in der geſegneten Gegend des Rheins, wo der geringſte Bauer eben ſo unumſchränkter Herr über ſeinen Morgen Land iſt, wie der groͤßte Eigenthümer über die Maſſe ſeiner geſammten Guͤter. Wir kennen keine Spann⸗ und Hand⸗ dienſte, als die zum Beſten des öffentlichen Wohles, wie z. B. zur Fertigung der Wege; keine Erb⸗ oder ſonſtige Unterthänig⸗ keit, als die Pflichten des Bürgers gegen den Landesherrn; keine Privilegien, keinen Vorzug, keine Exemtion von dem Geſetze. Wir haben Alle nur einen Gott, einen Herrn und ein Geſetz, welchen wir in voller Gleichheit, Einer wie der An⸗ dere, unterworfen ſind. Reichthum, Talente und öffentliche An⸗ ſtellungen gewähren zwar Auszeichnungen, die jedoch keinesweges in die Eigenthumsrechte desjenigen eingreifen, welcher ſie nicht hat.“ „Im Bergiſchen— ſagt ein Bewohner der Rheingegend— gilt kein Unterſchied der Stände im Eigenthumsbeſitze und Ge⸗ nuſſe, ſondern eine völlige Freiheit für alle Einwohner von allen Ständen, ohne irgend eine Abhängigkeit, die auf Unter⸗ würfigkeit des Bauernſtandes Bezug hätte. Dieß iſt nicht nur der jetzt geltende geſetzliche Zuſtand ſeit der franzöſiſchen Geſetz⸗ gebung, ſondern dieſe Freiheit war auch vor ihr unter deutſcher Herrſchaft, der Pfalzburgiſchen Regierung, durch keinen Unter⸗ ſchied des Standes beſchränkt. Es gelten nur Beſchränkungen, inſoweit dingliche Rechte und Verbindlichkeiten, ſey es aus Kontrakten, wie z. B. Emphyteuſis, Erbpacht, Erbzins, oder aus Lehns⸗Verhältniſſen, vorhanden waren. Es hatten zwar eigentliche Lehen bei großen,„adeliges genannten Gütern, Pa⸗ trimonial⸗Gerichtsbarkeiten, Unterherrſchaften u. ſ. w. ſtatt, dieſe gehören aber nicht hierher. Es beſtanden auch uneigent⸗ liche Lehen. Hierbei war es ebenfalls gleichviel, weſſen Stan⸗ des der Beſitzer war. Ein Bauer konnte Beſitzer eines Lehn⸗ hofs, und ein Edelmann Beſitzer eines darunter geltenden Lehn⸗ guts ſeyn. Eben ſo machten die dinglichen Rechte und Ver⸗ 9„ bindlich Erbfol⸗ ſete. M Lehen, und de nannt und V vium, Auf de Gegen richt. als u herrſch kung Geſetz die Re unbede ſind. ler Le exiſtir E ſtand Güter Veräu der S bder Dieſes franzö hoben Verkeh rung 6 ſchen d nhaber. wenten aus Seins, wo zer ſeinen g ie Maſſe a!d Hand⸗ doie z. B. WMerthäͤnig⸗ Desherrn; tevon dem zerrn und der An⸗ ätliche An⸗ nesweges ad ſie nicht fohegend— und Ge⸗ ar zyner von f Unter⸗ Flacht nur in Geſet⸗ deutſcher en Unter⸗ inkungen, ) es aus ns, dder * teen zwar Beern, Na⸗ 1 w. ſtatt, Kruneigent⸗ garn Stan⸗ es Lehn⸗ a den Lehn⸗ and Ver⸗ *7 — 171— bindlichkeiten in dem Genuß der perſönlichen Rechte und in Erbfolgefaͤllen gar keine Ausnahme von dem allgemeinen Ge⸗ ſetze.« Mehrere ſolcher uneigentlichen Lehngüter ſtanden unter einem Lehen, welches einem größeren Gute oder Lehnhof anklebte, und daher Hof⸗, Habslehen, ſo wie die Guͤter Habsgüter ge⸗ nannt werden, in einer Verbindung von wechſelſeitigen Rechten und Verbindlichkeiten, unter welche letztere laudemium rele- vium, mortuarium, Kurmüd und dergleichen Attribute gehörten. Auf dem Lehnhof wurde zu Zeiten ein Geding gehalten, dieſe Gegenſtände zu ſchlichten. Solches hieß Lehn- oder Habsge⸗ richt. Es ſind aber alle Lehnsverhältniſſe, ſowohl eigentliche als uneigentliche, inſoweit ſie auf Anerkennung einer Lehns⸗ herrſchaft, auf den Konſens derſelben, oder ſonſt auf Beſchrän⸗ kung der Eigenthumsfreiheit Bezug hatten, durch die franzöſiſche Geſetzgebung aufgehoben, und davon nichts mehr übrig, als die Realabgaben an Geld oder in Fruchtzinſen, welche jedoch unbedeutend und gegen Erlegung des Capitalwerthes ablösbar ſind. Der Grundbeſitz iſt übrigens allodial, frei erklärt, und al⸗ ler Lehnsverband vernichtet. Alles iſt Allodium. Kein Lehn exiſtirt mehr. Dieſes iſt der jetzige Zuſtand. IV. verkehr mit den Grundltücken. Erbpacht. Mit den ehemaligen Lehnsverbindlichkeiten ſtand die Beſchränkung des Verkehrs der darunter begriffenen Güter in Verbindung, daß ohne lehnsherrlichen Konſens keine Veräußerung geſchehen, und wenn ſie geſchehen, der Beſitzer der Sohlſtätte oder des größeren Theils den veräußerten Spliß oder Parzelle gegen Erlegung des Werthes einziehen konnte. Dieſes hieß das Konſolidationsrecht, welches aber zur Zeit der franzöſiſchen Herrſchaft, und im Bergiſchen noch früher, aufge⸗ hoben wurde. Es gilt an Moſel und Rhein nunmehr ein freier Verkehr mit allen und jeden Grundſtücken und eine Parzelli⸗ rung ohne die mindeſte Einſchränkung. Seitdem die franzöſiſche Geſetzgebung allen Unterſchied zwi⸗ ſchen dem dominio directo und utili aufgehoben, oder vielmehr — 172— beide dominia in der Perſon des Erbbeſtänders vereinigt hat, ſo iſt dieſer unumſchränkter Eigenthümer von ſeinem Beſitze ge⸗ worden. Er entrichtet ſeinem ehemaligen Gutsherrn den herge⸗ brachten Kanon und iſt verpflichtet, alle öffentliche Laſten und Abgaben zu tragen, wofür er ein Fünftel von dem zu entrich⸗ tenden Kanon abzuziehen berechtigt iſt. Der Erbkanon iſt alſo gegenwärtig nichts mehr, als eine beſtehende, auf dem Gute haftende Rente, welche der Pflichtige, gegen Erlegung des Kapitals, jeden Augenblick abkaufen, d. i. einlöſen kann. Wird der Kanon in Geld entrichtet, ſo beſtimmt der zwanzigfache Betrag deſſelben die Kapitalsſumme; wird der Kanon aber in natura abgegeben, ſo bildet der fünfundzwanzig⸗ fache Betrag dieſes Kanons die Kapitalsſumme. Vieles wäre über die Löſchung und Löſung des Erbvertrages zu ſagen, wenn ſolches hierher gehörte. Kauf und Verkauf. Seit die Welt beſteht, iſt Kauf. und Verkauf nicht ſo oft vorgekommen, wie ſeit den letzten 20 Jahren. Alltäglich ſteht Etwas zu verkaufen, und ſeit man in der Moſelgegend mit den Verſteigerungen der Domainen zu Ende iſt, ſteigen die Preiſe daſelbſt von Halbjahr zu Halbjahr auf eine ſo erſtaunliche als unbegreifliche Weiſe. Der Preis von einem Moſelmorgen erſter Klaſſe ſteht gegenwärtig zwiſchen 1000 und 2000 Franks. Einen Mißgriff in der franzöſiſchen Geſetzgebung muß ich hier anführen. Er betrifft die gerichtlichen Verkäufe(par ex- propriation forcée). Sie geſchehen vor den Kreisgerichten und durch dieſe, die von dem Orte, wo das zu Verkaufende gelegen iſt, oft ſehr weit entfernt ſind. Dadurch und durch das Ge⸗ häſſige, das in einer ſolchen Veraäͤußerungsart liegt, fehlt es an Konkurrenz, meiſtens durchaus an Steigerern. Dem Kre⸗ ditor bleibt dann nichts übrig, als ſelbſt der Anſteigerer zu ſeyn und ſich gegen die übertriebenen Expropriationskoſten zu decken. Er bietet zu dem Ende ein Kleines über den ſehr ge⸗ ringen Werthsanſchlag. Das Gut verbleibt ihm nun. Hat er aber die ungeheuren Koſten davon entrichtet, ſo behält er nur ſelten ſo viel übrig, wie das ihm geſchuldete Kapital betrug, und der Debitor ſieht ſein ganzes Vermögen in Rauch aufgehen. Bei ſo 1000—- ten Kle gegen, durchge befugt Stelle Verbin wieder 30 die Be 1) D 9 2) M digt hat, er eſite ge⸗ Ven herge⸗ aſten und a entrich⸗ d als eine 19 flichtige, umn, d. i. eſtimmt vird der Sdzwanzig⸗ S les wäre d en, wenn 1diſt Kauf er etzten 20 7 man in ainen zu 1 Halbjahr er Preis 1n zwiſchen muß ich (par ex. 1ten und —e gelegen das Ge⸗ . fehlt s jem Kre⸗ miiherer zu eoſten zu aoſehr ge⸗ un Hat er 9 er nur 3 betrug, aufgehen. Bei ſolchen Veräußerungen kommt dann ein Morgen, der 1000— 1200 Fr. werth war, ſelten über 300, einer der zwei⸗ ten Klaſſe von 4— 600 Fr. nicht über 120, u. ſ. w. Um ſich gegen einen ſo großen Schaden zu wahren, wird gegenwärtig durchgehends in den Schuldbriefen ſtipulirt, daß der Kreditor befugt ſeyn ſolle, das Gut durch einen Notar an Ort und Stelle verſteigern zu laſſen, falls der Debitor die eingegangenen Verbindlichkeiten nicht erfüllen ſollte, wodurch dann die Güter wieder zu ihrem gebührenden Werth zu kommen pflegen. Zeitpacht. Bei der Zeitpacht ſind in der Moſelgegend die Bedingungen gewöhnlich folgende: 1) Das Gut wird auf eine beſtimmte Anzahl Jahre in Pacht gegeben. 2) Man rechnet auf 2 Morgen Ackerland(gutes und gewöhn⸗ liches Land) ein Malter Korn jährliche Pacht, weil die Hälfte als brachliegend angeſehen wird. Dieſe Pacht wird Martini jeden Jahres dem Eigenthümer frei auf den Spei⸗ cher geliefert. 3) Man überläßt dem Beſtänder, nach Verhältniß der Mor⸗ genzahl Ackerland, auch eine gewiſſe Morgenzahl Wieſen während der Pachtzeit als Zugabe zum Genuß, wovon er Nichts abgibt. Das Verhältniß iſt hierbei verſchieden; auf 6 bis 10 Morgen Land wird gewöhnlich ein Morgen Wieſe zugegeben. 4) Der Pächter bezahlt die gewöhnliche Grundſteuer. 5) Er muß jährlich eine verhältnißmäßige Morgenzahl Feld in Dünger ſetzen. 6) Er muß die Grundſtücke bei Fuhr und Mahl in den Gren⸗ zen unverrückt erhalten. 7) Er darf aus keiner Wieſe ein Feld, oder umgekehrt, geſtal⸗ ten, noch Etwas vom Gute unterverpachten. 8) Er darf das Gut nicht verſchlimmern, ſondern muß es als ein guter Hausvater ſo benutzen, wie die gewöhnlichen Re⸗ geln des Ackerbaues ſagen, d. h., er darf die Felder nicht durch alljährlichen Bau ausſaugen, wenn er nicht die üb⸗ liche Düngung hinzufügt. 9) So wie der Pächter einzieht, muß er auch wieder vom Gute abziehen, d. i., erhielt er ſolches beſaͤtt, ſo muß er es auch in Saat geſetzt bei Ende der Pachtzeit wieder ab⸗ treten. Ueber einen allenfallſigen Nachlaß bei Froſt, Hagelſchlag, Ueberſchwemmungen ꝛc. wird mehr oder minder vortheilhaft für den Beſtänder im Pachtvertrage bedungen.— Eben ſo wird die Abgabe an Pacht nach Verhältniß der Güte des Ackerlandes oder der ſtärkern Zugabe an Wieſen vergrößert, und in umge⸗ kehrtem Falle verkleinert; auch zuweilen nach Bewandtniß der Umſtände vom Eigenthümer die gewöhnliche Steuer übernom⸗ men. Außer dieſer Verpachtungsart giebt es auch noch eine andere: näͤmlich das Gut wird um die Hälfte des Ertrags in Beſtand gegeben. Der Pächter muß alsdann das Feld ganz zur Saat rüſten und dann Samen einſäen ꝛc., auch die Früchte nachher einfahren. Dagegen muß der Eigenthümer die Hälfte des Samens zur Einſaat geben, die Hälfte der Fruchtſchneid⸗ und Ausdreſch⸗Koſten tragen und die ganze Steuer bezahlen. Weil kein Zehend mehr in dieſer Gegend ſtatt findet, ſo zieht der Eigenthümer vom Ertrage der Erndte die zehnte Garbe im Felde vor dem Einfahren ab, und vom Reſte des Ertrags hat er die Hälfte; dagegen aber bezahlt er, wie bemerkt iſt, die ganze Kontribution. Noch iſt eine andere und vielleicht die beſte Art von Ver⸗ pachtung im Gebrauch, wo nämlich Einer ſein in einem Dorfe liegendes Gut in kleinen Parthieen unter Viele verthe ilt, mit dem Bedinge, daß ſie jaͤhrlich den feſtgeſtellten Pacht und die ganze Steuer entrichten, Bäume anpflanzen und eine gewiſſe Anzahl Felder in den Pachtjahren düngen, nach deren Verlauf das Ganze in gutem Stande an den Herrn wieder zuruckfällt, und dieſes möchte man wohl den induſtriöſen Pachtvertrag nennen. Früher wurde die Pachtfriſt auf 12, 16, 20, 24 Jahre feſtgeſetzt, mit dem Vorbehalt, nach der Hälfte der Jahre auf⸗ kündigen zu knnen. Durch die franzöſiſche Verpachtungsweiſe iſt es nun auch unter den Privaten Sitte geworden, die Pacht⸗ friſt auf 3, 6, 9 Jahre zu ſetzen, mit der Befugniß, in jedem ‿‿ dritten Unkun K geſetzt Prozer zins d hohen es dan ihr K. losſchl Geld lich d und ä Ackerb nen V ſtens k eigenth wenn t liche, die Ste In von 6- die Pa trags i cher die koſten winner hergibt Das 6 jeder ſei ren ſonſ hierbei ziemt, tern We Ich niſ A ieder d⸗ elſchlag, ͤlhaft fü vitd die kerlandes itiin umge⸗ mitriß der „uubernom⸗ rroch eine ttrags in äld ganz wie Früchte * sdie Haͤlfte Ihtſchneid⸗ an bezahlen. 98 ſo zieht 1 Garbe in trags hat ut iſt, die I von Ver⸗ eem Dorfe Seiilt, mit t t und die cee gewiſe 4 Verlauf urückfäll, jchtvertrag G421 Jahre z ahre auf⸗ Ouungsweiſe s die Hacht⸗ n in jedem — 175— dritten Jahre zu kündigen. Und ſo trugen die Franzoſen ihre Unkunde im AOckerbau auf die Deutſchen über! Der Pachtpreis wird nun mehrentheils auch in Geld an⸗ geſetzt, und obgleich derſelbe in einzelnen Fällen auf 4, 5, 6 Prozent des Ankaufs⸗Kapitals getrieben wird, ſo ſteht der Pacht⸗ zins doch ſelten in einem gerechten Verhältniſſe mit dem allzu⸗ hohen Kaufpreiſe und rentirt nicht über 2 Prozent. Daher es dann kommt, daß diejenigen, welche nicht ſelbſt bauen und ihr Kapital anders anzulegen wiſſen, ihre Grundbeſitzungen losſchlagen. Es iſt alſo vorauszuſehen, daß der Städter ſein Geld ganz aus dem Boden zurücknehmen, und dieſer ausſchließ⸗ lich dem Bauern angehören wird. Die Belebung des Handels und der Induſtrie und noch einige günſtige Jahre für den Ackerbau werden ſolches bewirken. Ob dieſes zum allgemei⸗ nen Wohl gereichen werde, ſteht dahin. Den Städten wenig⸗ ſtens könnte es nicht vortheilhaft werden. Gehört das Grund⸗ eigenthum dem Bauern ausſchließlich an, ſo geht die Theilung, wenn nicht Maßregeln dagegen getroffen werden, ins Unend⸗ liche, und das platte Land wird am Ende mehr Bewohner als die Städte zäͤhlen. In der Rheingegend iſt die Pachtfriſt am häufigſten von 6— 12 Jahren. Der alte Hauptgrundſatz, von welchem die Pachtbeſtimmung ausging,„war Theilung des Naturaler⸗ trags in zwei Hälften, wovon die eine dem Eigenthümer, wel⸗ cher die Abgaben, die andere dem Pächter, welcher die Cultur⸗ koſten trägt, anheimfiel. Daher entſtand denn der Name Halb⸗ winner oder Halfe. Ich fand einen Seelſorger, der zum halben Korn bauen läßt, das Stroh ganz behält, aber auch den ganzen Dünger hergibt. Alle Fuhr⸗ und Handarbeit ſteht dem Halfen zu. Das Saatkorn geben beide zur Hälfte, und zum Dreſchen ſtellt jeder ſeinen Mann. Meine Aecker, ſagte mir der Pfarrer, wa⸗ ren ſonſt gegen eine beſtimmte Abgabe verpachtet; da es aber hierbei vielen Rückſtand gab und es einem Geiſtlichen wenig ziemt, Gewalt zu brauchen, ſo ſicherte ich mir auf einem ſanf⸗ tern Wege mein Einkommen. Ich fand irgendwo am Rheine, bei einer kleinen gewerbevollen — 176— Stadt, wo der Morgen zu 50 und mehr Franken im Einzelnen verpachtet wird, einen Domainenhof von 1400 Morgen, welche unmittelbar an die ſtädtiſche Gemarkung anſtoßen, verpachtet für 2800 Fr. Nahe dabei liegt ein anderer, einem Privaten zuſtehender Hof von 300 Morgen, welcher 1800 Fr. trägt; er⸗ ſter alſo 2, letzterer 6 Franken vom Morgen. Meiner Meinung nach wäre die bei den Domainen ange⸗ nommene 3— 6— 9 jährige Verpachtungsfriſt wenigſtens an ſolchen Orten abzuändern, wo jene Friſt nicht mit dem landüb⸗ lichen Fruchtumlaufe zuſammentrifft, damit man nicht gerade⸗ zu der Wiſſenſchaft und jeder Verbeſſerung des Ackerbaues ent⸗ gegenarbeite. Die An⸗ und Abzugszeit in der Rheingegend iſt theils den erſten Mai, theils den 22. Februar, theils den 9ten November. Ein bleibendes Inventarium hat nicht ſtatt. Dung und Stroh bleiben auf dem Hofe. An andern Orten nimmt der Abzieher das weiche Stroh mit. Noch gehört ihm als Nachgenuß das eingeſäete Wintergetreide, welches ſich dennoch nicht über ein Drittel des Areals erſtrecken darf. In der Moſelgegend hat der Abzug Lichtmeſſe(2. Februar) ſtatt. Das Miſtrecht, hier Nachbeſſerung, iſt nach den Orten verſchieden. Da, wo der Umlauf mit gedüngten Brachrüben anfängt, gehören dieſe dem Ahzieher, ſo wie die darauf folgende Gerſte, und damit hat das Miſtrecht ein Ende. Säet aber der Abzieher nach den Rüben, ſtatt der Gerſte, Erbſen, ſo behält er dieſe ebenfalls, und hat überdem noch Anſpruch auf die Hälfte des auf die Erbſen folgenden Getreides. Pflanzt der Abzieher in das gedüngte Land Kartoffeln, oder ſäet Getreide hinein, ſo hat er nur den Genuß von dieſen, und im zweiten Jahre Nichts weiter zu fordern. V. Grötse der Wirthtchaften. Ueber die zweckmäßigſte Größe der Höfe, die Vor⸗ und Nachtheile der Parzellirung will ich einigen wackern Einwoh⸗ nern der Gegenden, welche wir vor Augen haben, die Feder überlaſſen. — — und es Allgen ſowohl tionsge nicht d Höſen das Gr benutzt. und de ten ur Priva zu, di Wieſer einem „8 kleine beſten S faſſe. G eines) durch d und die Feldfru E nöthig In führe ſ Di Ackerla gewöhr Pa ben, ſi dagelöh Juden u beſonden gehends daher ſe Schwe Einzelnen Aen, welche erpachtet e Privaten = bägt; er rannen ange⸗ wuägſtens an 4 n landüh⸗ r ht gerade⸗ *daues ent⸗ theils den November. wund troh r Alzieher dpenuß das bi über ein Februar) Kn den Orten as rachrüben if folgende — t aber der 1s ſo behält die Hälſte e Aljieher de hinein, un zten Jahte aior 2 und „a Linwoh⸗ r die Fuͤer — 1— „Die Erfahrung lehrt, ſagt ein Bewohner der Moſelgegend, und es iſt auch ſicher, daß bei unſerer freien Verfaſſung, im Allgemeinen genommen, kleinere Landwirthſchaften dem Staate ſowohl wie dem Beſitzer am zuträglichſten ſind. Der Spekula⸗ tionsgeiſt zu Verbeſſerungen hat freieren Spielraum und wird nicht durch die Sorge für die vielen einzelnen Stücke bei großen Höfen unterdrückt. Die Wirthſchaft wird beſſer überſehen, und das Gut durchaus reichlicher gedüngt, zweckmäßiger gebaut und benutzt. Das Beiſpiel davon geben die Domainen⸗Verkäufe und deren Verſteigerungen im Kleinen faſt in allen Dorfſchaf⸗ ten unſerer Gegend. Die Einwohner vermehrten dadurch ihr Privateigenthum, die Bevölkerung und der Viehſtand nahmen zu, die Brache wurde großentheils abgeſchafft, die künſtlichen Wieſen vermehrten ſich, und der Landmann iſt durchaus in einem weit beſſern Vermögenszuſtande, als er vorher war.“ „Dagegen wäre die Zerſtückelung einzelner Feldſtücke in zu kleine Theile nachtheilig, und es wäre wohl gut, daß keins der beſten Felder weniger als den achten Theil eines Morgens um⸗ faſſe. Gewöhnliche Felder ſollten nicht unter dem vierten Theil eines Morgens vertheilt werden, weil eine zu ſtarke Theilung durch die vielen Trennungsfurchen viel Land unbenutzt läßt, und die Polizeiaufſicht über die Sicherheit des Eigenthums der Feldfrüchte erſchwert.«* „Es zeigt ſich, daß ein Gut, wozu 2 Pferde zum Bebauen nöthig ſind, hier am einträglichſten benutzt wird.“ In der Rheingegend ſind die Meinungen verſchieden. Ich führe ſie beide an. Die mittleren Landwirthſchaften von 150— 200 Morgen Ackerland— ſchreibt Jemand aus dem Kreiſe Siegburg— ſind gewöhnlich die beſten. Pächter, die nur etwa 100 Morgen Land im Gebrauch ha⸗ ben, ſind ſo unvermögend, wie andere geringe Bauern oder Tagelöhner; ſie borgen daher vor der Erndte durchgehends bei Juden und Kornhändlern, oder verkaufen wohl gar die Früͤchte, beſonders den Raps, ehe ſie erreift ſind, behelfen ſich durch⸗ gehends mit kleinem, öfters nur im Heuer ſtehenden Rindvieh, daher ſolche geringe Pächter, wenn ſie dabei keine eigenen Gü⸗ Schwerz, Landwirthſch. 11. 12 — 178— ter mitkultiviren, oder ein Nebengeſchäft betreiben, wie doch in hieſiger Gegend meiſtens der Fall iſt, in Kriegszeiten, bei entſtehenden Viehſeuchen und Mißwachsjahren meiſtentheils ganz verarmen und die Güter nicht gehörig behandeln können. Die größte Klaſſe von Höfen, zu 250 bis 300 Morgen Ackerland, welche zwar im Herzogthum Berg ſehr ſelten ſind, erfordert einen klugen und durchaus fleißigen Wirthſchafter, der dabei ſo viel Vermögen beſitzen muß, daß er einige Kriegs⸗ und Mißwachsjahre überſtehen kann. Ein Pächter, der dieſe Eigenſchaften nicht beſitzt, kann die große Wirthſchaft nicht gehörig überſehen, auch nicht ſo viel Vieh halten, als zur Dünge erforderlich iſt, wenn ſonſt keine Schaftrift zum Gute gehört. Wenn die Stallfütterung des Rindviehes(wie hier durch⸗ gehends der Fall) eingeführt iſt, und Mißjahre eintreten, und in Kriegszeiten, wo die Landwirthe durch Einquartierung, Vorſpann⸗ dienſte und Requiſitionen vorzüglich leiden, muß der Pächter ei⸗ nes großen Hofes durchaus zu Grunde gehen, wenn er kein eigenes Vermögen beſitzt und nicht einige harte Jahre überſtehen kann. Aus der Parzellirung der Höfe, beſonders wenn die Gründe meiſtbietend verſteigert werden, entſteht allgemeine Verarmung der Unterthanen; ein Nachbar überbietet und verdirbt den an⸗ dern, die Aecker werden durch⸗ unaufhörliche Beſäung ausgeſo⸗ gen; die meiſten ſolcher Parzellen⸗Pächter in hieſiger Gegend haben ihr Eigenthum ſchon bei ſolcher Pachtung eingeſchmolzen, die übrigen ſind Bettelvolk, welches durch Rauben und Stehlen auszuhelfen weiß, wenn der gepachtete Acker nicht ſo viel ein⸗ bringt, als davon Pacht gegeben werden muß. »Große Güter— ſagt ein Bewohner des Herzogthums Berg—, welche unter einer ungetheilten Wirthſchaft ſtehen, haben den Vortheil für den Staat, daß ſo viel mehr auf den⸗ ſelben producirt als konſumirt, alſo ſo viel mehr für die übri⸗ gen Konſumenten, die nicht produciren, in Cirkulation kommt. Dagegen aber gewinnen Angeſeſſenheit und Bevölkerung, je mehr der Grundbeſitz vertheilt wird, und deſto mehr Fleiß wird auch auf die Produktion verwendet. Dieſes ſind unwiderſprech⸗ liche Gründe, warum das höhere Staatsintereſſe der Verthei⸗ „ lung ke der po Witthſ der Be durch( Laſt fa ſem Vu ſtückeſ iſt. De kehr, Gutsbe heit ve da bei Im lichen rechtigt Theilh berechti⸗ ſchaftlich Vo ſtehen Ackerla viele, d dem die gemeinſ nutzt he Ko. durch V die Thei Ausnahn ländlicher rung ein nicht the fuͤhrden. V V e wie doch m zeiten, bi A ttheils gan men. ho Norzen Sſelten ſud F haſter, der AS e Kriege⸗ 717 kann die t ſo viel es ſonſt keine S hier durh⸗ ren, und in ATorſpann⸗ 18 hächter ei⸗ Kin eigenes ſashen kann. es ie Gründe a erarmung 1Gt den an⸗ 72, ausgeſo⸗ w er Gegend ziſchmolzen, 8 d Stehlen viel ein⸗ 2 Fogthums aft ſtehen, e auf den⸗ die ibri⸗ ann kommt. Geerung, je eleiß vird iderſprech Vetthi⸗ — 179— lung keine Hinderniſſe entgegenſetzen darf, jedoch mit Vorbehalt der polizeilichen Obhut, daß nicht irgendwo ſo kleine elende Wirthſchaften angelegt werden, wobei vorauszuſehen iſt, daß der Beſitzer nicht anders als auf Unkoſten ſeiner Nachbarn durch Entwendungen ſich erhalten oder der Armenpflege zur Laſt fallen werde. Den Gutseigenthümern muß es unter die⸗ ſem Vorbehalt überlaſſen bleiben, auch pachtweiſe ibre Grund⸗ ſtücke ſo viel zu vertheilen, als es ihrem Intereſſe angemeſſen iſt. Dieß iſt konſequent mit dem Princip der Freiheit im Ver⸗ kehr, Beſitz und Genuß des Eigenthums. Das Intereſſe der Gutsbeſitzer und der Ackerwirthe wird dem Gebrauch dieſer Frei⸗ heit von ſelbſt ſchon Schranken ſetzen, und große Wirthſchaften da bei einander halten, wo großer Gewinn daraus zu ziehen iſt.« VI. Marken und Gemeingründe. Im Bergiſchen gibt es: a) Gemeinheitsgründe im eigent⸗ lichen Sinne des Worts, zu welchen eine ganze Gemeinde be⸗ rechtigt iſt, oder an welchen alle Hofſtellen einer Gemeinde Theil haben, und b) Gemarken⸗Gründe, welche unter beſonders berechtigte Individuen oder Guͤter theilbar ſind, aber gemein⸗ ſchaftlich benutzt werden. Von letzterer Gattung findet man die meiſten. Beide be⸗ ſtehen hauptſaͤchlich in Büſchen und nicht urbaren Haiden. Ackerland und Wieſen ſind ſelten damit verbunden. Es giebt viele, doch nicht ſo viele, wie in manchen andern Ländern, in⸗ dem die zahlreiche Bevölkerung Theilung und Benutzung des gemeinſchaftlichen Beſitzes zu individueller Angeſeſſenheit be⸗ nutzt hat. Konſequent mit dem Intereſſe der Bevölkerung und der durch Vertheilung des Grundbeſitzes gewinnenden Cultur verdient die Theilung begunſtigt zu werden, vorbehaltlich der nöthigen Ausnahmen in einzelnen Fällen, wo zur Erhaltung kleiner ländlicher Wirthſchaften und der davon abhangenden Bevölke⸗ rung ein Gemeinheitsgrund im wahren Sinne des Worts ſich nicht theilen läßt, ohne die Exiſtenz der Bevölkerung zu ge⸗ fährden. — 180— Bei Gemarken, die unter beſtimmte Individuen theilbar ſind, darf keine Theilung erſchwert werden. Aus der Freiheit des Eigenthumsrechts fließt das Recht, auf Theilung zu klagen, wenn der Eigenthümer nicht länger in Gemeinſchaft bleiben will. Dieſen ſtaatswiſſenſchaftlichen und rechtlichen Grundſätzen gemäß wurde unter pfalzbaieriſcher Regierung die Theilung der gemarkten Gründe völlig ſanktionirt. Aber unter franzöſiſcher Herrſchaft wurde dieſe Theilung erſchwert, und zwar aus ein⸗ ſeitiger finanzieller Rückſicht, in Verbindung mit dem Einfluß, welchen die Domainen⸗Forſtverwaltung ſich zu verſchaffen wußte. Dieſe zog die Gemarken, eben ſo gut wie Gemeinheitsgründe, unter ihre Verwaltung, und wußte eine Verwechſelung oder Verwirrung dieſer weſentlich verſchiedenen Begriffe bei den lo⸗ kalunkundigen Franzoſen geſchickt zu unterhalten. Den Ge⸗ marken⸗Beerbten wurde das Recht, ihr Eigenthum ſelbſt zu verwalten, ohne Weiteres durch Machtſprüche genommen. Gleich den Domainenbüſchen wurden auch auf die Gemar⸗ kenbüſche die Gehalte des Forſtperſonals eingetheilt, und bei Holzverkäufen genoſſen die Forſtbeamten ebenfalls die üblichen, nicht unbedeutenden Emolumente. Es war daher zugleich ein eigennütziger Vortheil für die Domainen⸗Forſtadminiſtration und ihr Perſonal, der hierbei, auf Unkoſten des Rechts des Privateigenthums, bezweckt wurde. So ſtehen die Sachen leider noch bis auf dieſen Tag, und da in den meiſten Gemarken die Domainen ſelbſt Eigenthums⸗ antheile haben, ſo war es bei ſolcher Vorherrſchaft den übrigen Eigenthümern um ſo weniger bisher möglich, zur Ausübung ihres Rechtes zurück zu gelangen. Daraus ergibt ſich denn auch, welches der jetzige Zuſtand und die Benutzung der ungetheilten Gründe ſeyen. Klage über Uſurpation der Domainen⸗Forſtverwaltungen und großer Un⸗ wille iſt die allgemeine Stimmung. Unparteiiſch genommen ſind die nützlichen Anſtalten nicht zu verkennen, welche die Forſt⸗ verwaltung hin und wieder für die Holzeultur trifft; auch iſt in vielen Theilen beſſere Ordnung in die Verwaltung gebracht. Im Ganzen genommen iſt aber nur Eine Stimme darüber un⸗ ter den Eigenthümern, daß ſie Schaden und nicht den gebüh⸗ renden welche in Au Nutzer Theilu A Theilu einigen deuten, deres ſind len hi gelegen des, i zum 2 Holzcu Vü gibt vie ſpiel a Gemar träͤgt. Na lung d rung b heitsgre Bericht gehen! und Ar den mi In noch Fo ſteht in walt iſt tel⸗ u. ſtens Gi dung da n theilbar e Freiheit e izu klagen, t nit hleiben a rundſätzen eilung der aanzöſiſcher uc aus ein⸗ 2 Einfluß, ncheen wußte. e iitsgründe, lung oder Sei den lo⸗ a Den Ge⸗ zac ſelbſt zu nen. 7e Gemar⸗ 197, und bei uolichen, agleich ein A riniſtration Siechts des 1 ag, und centhums⸗ Aen übrigen d Ausübung 1ee Huſtond KAlage über V Soßer Un⸗ enommen an die borſt⸗ nii auch iſt 70 gebracht Arüber un⸗ pen gebih⸗ — 181— renden Genuß haben. In allen Fällen kommen die Gruͤnde, welche die Domainen⸗Forſtverwaltung für ſich haben mag, nicht in Anſchlag wider Eigenthumsrecht und wider den größeren Nutzen, den jeder Eigenthümer, wenn er ſein Stück nach der Theilung ſelbſt cultivirt, daraus ziehen wird. Außerdem kommt hierbei in Betrachtung zum Vortheil der Theilung, daß die Gemarken nicht aus großen Forſten von einigen tauſend Morgen beſtehen, welche zum Beſten des be⸗ deutenden Hochwaldes zuſammengehalten zu werden, ein beſon⸗ deres forſtwiſſenſchaftliches Intereſſe für ſich hätten, ſondern es ſind meiſtens nur Bezirke von einigen hundert, ſelten von vie⸗ len hundert Morgen. Aber auch bei dieſen größeren Gemarken, gelegen in einer wirthbaren Umgebung eines fabrikreichen Lan⸗ des, iſt das Intereſſe der Bevölkerung das Höchſte, und ſpricht zum Vortheil der Theilung im Gegenſatz zu dem Intereſſe der Holzcultur. Vom Zuſtand und der Benutzung der getheilten Gründe gibt vielleicht keine Provinz in Deutſchland ein glänzenderes Bei⸗ ſpiel als der Fabrikort Gemarke bei Elberfeld, welcher auf Gemarken⸗Gründen entſtanden und noch davon ſeinen Namen trägt. Nach dem Vorhergehenden iſt kein Zweifel, daß durch Thei⸗ lung der Gemarken⸗Gründe Ackerbau, Viehzucht und Bevölke⸗ rung befördert werden. Indeſſen wäre doch, was die Gemein⸗ heitsgründe im eigentlichen Sinne betrifft, oft durch umſtändliche Berichte der Localbehörden zu erörtern, ob eine Theilung an⸗ gehen könne, oder ob ſolche wegen der Erhaltung der Wohnſitze und Anſiedlung der dabei betheiligten Bevölkerung verſagt wer⸗ den müſſe. In Rückſicht des Markenweſens hieſiger Gegend muß ich noch Folgendes hinzuſetzen: Die Berechtigung zu Gemarken be⸗ ſteht in einzelnen Theilen, welche Gewalten heißen. Eine Ge⸗ walt iſt oft in mehrere Theile, nämlich in halbe, Viertel⸗, Ach⸗ tel⸗ u. ſ. w. Gewalten, getheilt. Dieſe Gewalten kleben mei⸗ ſtens Gütern an, ſtehen aber in keiner nothwendigen Verbin⸗ dung damit, ſondern kommen oft als ſelbſtſtändiges Eigenthum — 182— vor, ſo daß Gewalten für ſich beſeſſen und veräußert werden, gleich jedem Antheil an Grundeigenthum. Alles Geſagte betrifft die Rheingegend. In der Moſelge⸗ gend ſind beinahe alle beſtehende Gemeingründe von den Fran⸗ zoſen veraͤußert worden, die Waldungen ausgenommen. In einer ſo ſehr bevölkerten, ſo ſehr nach dem Ackerlande gierigen Ge⸗ gend, wo die Stallfütterung allgemein eingeführt iſt, können keine Gemeingründe ohne Sünde beſtehen. Alles muß dem Pfluge und dem Karſt weichen. Berge werden abgetragen, und auch der ſteilſte Boden wird in Ackerland umgeſchaffen. VII. Servituten. Alle der Cultur ſchädlichen Dienſtbarkeiten, eben ſo wie Spann⸗ und Handdienſte, ſind in der Moſelgegend durch die franzöſiſche Geſetzgebung, und zwar, wie bekannt, ohne Ent⸗ ſchaͤdigung der Berechtigten aufgehoben. Brachzwang oder ſonſt eine beſtimmte Eintheilung des Fel⸗ des, zu deren Beobachtung Jemand verpflichtet wäre, gibt es nicht. Jeder cultivirt, wie er es will, wiewohl nicht immer ohne Nachtheil ſeines Nachbarn. Nur dann, wenn die Erndte abgebracht iſt, können Schafe und anderes Vieh das Feld be⸗ ſuchen. Die Wieſen ſtehen dem Hornvieh— denn die Schafe wer⸗ den im Winter nach den Moſelgebirgen auf die Winterweide getrieben— vom November an bis zum 17. März offen. Jedem ſteht frei, das Seinige einzufriedigen, und von dem Augenblicke an bleibt das gefriedigte Stück aller fremden Hut entzogen, ſo gut als wenn es ein Garten wäre. Auf dem ganzen linken Rheinufer hört die Zehntpflichtig⸗ keit auf, beſteht aber, wie vorher, noch auf dem rechten. In⸗ deſſen iſt auch hier ſeit der franzöſiſchen Geſetzgebung der Na⸗ turalzehnt ſowohl als der Geldzehnt zu Kapital angeſchlagen ein ablöslicher Gegenſtand geworden. Man verfuhr alſo hier nach den Principien der Billigkeit, welche dort in dem erſten tumultuariſchen Weſen, wo es um den Fang des größeren Haufen o viele El der Zel in der dem C übrigen unterw Il zehent der B Garbe halten das G 2 ner de henſach wo es forderl 12. E9 d bleibt Name gab ei öffentln ner ho⸗ liegen noch, haltung Ke barer a wünſcht mung! das L ar Moſelhge⸗ 18 den Frau⸗ em uwen. In S ierigen Ge⸗ A ſt, können el muß dem nbgetragen, Hscchaffen. Kben ſo wie d durch die dnohne Ent⸗ Inng des Fel⸗ ae, gibt es icht immer * die Erndte 78 Feld be⸗ i'chafe ver⸗ Sinterweide Sffen. 11 und von eer fremden V 11 ntvfühti ten. In⸗ 23g der Na⸗ V geſchlagen en alſo hie ra dem erſen 5 rößeran — 183— Haufens zu thun war, zum Nachtheile der Kirche ſowohl, als ſo vieler Privaten übergangen worden war. Eben ſo gerecht iſt in dem Bergiſchen die Verfügung: daß der Zehentberechtigte für ſeinen Antheil dem Pflichtigen pro rata in der Entrichtung der Steuern zu Hülfe kommen muß, nach dem Grundſatze, daß die zehnte Garbe ſo gut wie die neun übrigen Frucht der Erde ſey, und als ſolche der Grundſteuer unterworfen ſeyn müſſe. In dem Kreiſe Siegburg wird jetzt meiſtens der Garben⸗ zehent auf folgende Art entrichtet: Von 100 Garben enthält der Berechtigte ihrer 8, wofür er aber dem Pflichtigen alle Garben auf den Erndtewagen gabeln muß, die Kirche zu unter⸗ halten, und ſonſt noch Manches zu leiſten hat. Dabei iſt nur das Getreide zehentſchuldig, alle übrigen Früchte ſind frei. Beſonders hart drückt der Naturalzehent diejenigen Bewoh⸗ ner des rechten Rheinufers, bei welchen der Ackerbau nur Ne⸗ benſache, der Weinbau aber das Hauptgeſchäft iſt. Bei ihnen, wo es immer an Stroh fehlt, um den vielen zum Weinbau er⸗ forderlichen Dung beizubringen, iſt die Entbehrung des 10. oder 12. Strohbundes ein ſehr fühlbarer Verluſt. VIII. Hindernille und Milsbräuche. Wege. Unſterblich, wenn auch blos der Wege halber, bleibt in dem vormaligen Rhein⸗ und Moſeldepartement der Name Lezay Marneſia, ſeines vormaligen Präfekten. Nie gab ein Verwalter ſich mehr Mühe um dieſen Hauptgegenſtand öffentlicher Wohlfahrt, nie verſtand ihn Jemand beſſer, als je⸗ ner hochherzige Mann. Die Beweiſe davon ſind noch da, noch liegen die Spuren davon vor Jedermanns Augen. Ich ſage noch, in der Furcht, daß ihre Ueberreſte durch die Nichtunter⸗ haltung derſelben in Kurzem verſchwinden werden. Keine Neuerung der franzöſiſchen Verwaltung wird dank⸗ barer anerkannt, die Fortſetzung keiner derſelben ſehnlicher ge⸗ wünſcht, als dieſe. Wichtig iſt es, dieſe noch lebende Stim⸗ mung des größern Haufens zum Guten nicht verfluͤchtigen, und das Landvolk, aus Mangel der Kenntniß eines Beſſern, in — 184— ſeine vormalige Indolenz über dieſen Punkt nicht zurückfallen zu laſ⸗ ſen. Noch kann man ohne Anſtand tauſend willige und einge⸗ übte Hände dazu aufbieten, welche nach 25 Jahren ſich nur mit Unwillen dazu verſtehen werden. Noch iſt die Ausbeſſerung des Angefangenen leicht; zerfällt aber einmal das Fundament, ſo bleibt ſeine Wiederherſtellung eine herkuliſche Arbeit, zu welcher man nicht allemal die Schultern, d. i. den Eifer, die Thätig⸗ keit und die Intelligenz des braven Lezay finden wird. Seine von ihm über den Wegebau erlaſſenen, meiſtens ge⸗ druckten Verfügungen ſind ſo beſtimmt, ſo zweckmäßig, ihre Güte hat ſich durch den Erfolg ſo ſehr beſtätigt, daß ſie als Muſter auſgeſtellt zu werden verdienen. Er hat den Wegbau (ich rede hier nicht von Heerſtraßen, ſondern von Communi⸗ kationswegen) in ein Syſtem gebracht und alle unzureichende Plackerei davon entfernt. Jeder Wohldenkende ſieht alſo nur mit Wehmuth den Ver⸗ fall eines ſo ſchön begonnenen Werkes. Zwar ermangelt die Königliche Regierung nicht, die Ausbeſſerung und Unterhaltung der Wege beſtens, aber gütigſt zu empfehlen; allein die Her⸗ ren Bürgermeiſter haben ein zu hartes Gehör, als daß ſie bloß mit gelinden Worten zur Erfüllung ihrer Pflicht zu bringen wären. Haben die Landräthe nicht die Macht, die Säumigen zur Strafe zu ziehen, ſo bleibt es um die Wege geſchehen. Zum Lenken ſelbſt edler Roſſe gehört, außer dem tüchtigen Reiter, noch ein tüchtiger Zügel. Vor Allem müßten die weiſen Ver⸗ ordnungen Lezay's wieder zur Hand genommen und befolgt werden. Jagd. Es gibt Gegenden im Bergiſchen, wo Domänial⸗ Jagden vielen Wildſchaden verurſachen, und die Klagen der Ackerwirthe ſchon öfter laut geworden ſind, aber gewöhnlich ohne Erfolg. Es iſt eine ſchwere Aufgabe, die Erhaltung der Jagd⸗ gerechtſame, für welche die Jagdluſtbarkeit ein herrſchendes Mo⸗ tiv und ein maͤchtiger Fürſprecher iſt, mit den Eigenthumsrech⸗ ten des Landmannes, der den Wildſchaden erleidet und auf ſei⸗ nem Eigenthum das Wild dennoch nicht tödten darf, zu verei⸗ nigen. Verpachtung der Domänial⸗Jagden möchte wohl noch das beſte Mittel ſeyn, dem Ackerbau zu Hülfe zu kommen, in⸗ —— dem d einen Gehör komm 3 14 allgem muß. Kobler Einzeln Claſſe Kinder halten Unred wird! beſond und C har. mit de ſie hie len un 9! uns ſch hat, he wenige Hat er durchg für V abſolu. tung u und ei Gegende ſchlech. leidige fen, da nd einge⸗ unr mit Arung des n ment, ſo Au velcher e hitij⸗ 5A.. airt tens ge⸗ bnig, ihre 6 ſe als 8 Wcegbau oommuni⸗ t areichende n den Ver⸗ nergelt die anehaltung us die Her⸗ ſie bloß eingen aͤrumigen chen. Zum 92 Räiter, as ſen Ver⸗ 1d befolgt omaͤnial⸗ d ween der a ulich ohre A ter Jal⸗ des Mo⸗ raumsrech⸗ Uan auf ſei⸗ u verei⸗ 1ohl noch ſ en zu laſ⸗ V 2 amen, in⸗ dem die Klagen des Gedrückten über Wildſchaden eher gegen einen Privaten, als gegen die landesherrlichen Jagdbeamten Gehör finden würden. Wehe, wo das Uebel von oben herab kommt! 3 Die Klagen gegen das Einzelnhüten des Viehes ſind ſo allgemein, daß ich mit jeder Gelegenheit darauf zuruͤckkommen muß.„»Nichts— ſagt ein Landbewohner aus der Gegend von Koblenz— iſt dem eigentlichen Landwirthe ſchaͤdlicher, als das Einzelnhüten des Viehes, welches die ärmere, immer zahlreiche Claſſe hier zu Lande ausübt. Die das Vieh hüten ſollen, ſind Kinder, denen es ſchon an Kräften fehlt, es in Schranken zu halten. Aber noch mehr Schaden, als die Schwäche, richtet die Unredlichkeit an, und das, was der Zahn des Viehes verſchont, wird von den Füßen der Kinder zertreten. Dieſer Schaden iſt beſonders auf unſern kleinen Parcellen, wo Klee, Raps, Kohl und Getreide untereinander laufen, auffallend und unberechen⸗ bar. Die Eltern ſchicken ihre Kinder, ſtatt nach der Schule, mit dem Vieh den ganzen Tag auf's Feld; ſtatt Sitten lernen ſie hier Unſittlichkeit. Hehlen, betrügen, Schaden zufügen, ſteh⸗ len und rauben wird ihnen dabei zur zweiten Natur.“ „Auch für den mittelmäßigen Bauer iſt die Viehhut bei uns ſchaͤdlich. Derjenige, welcher nicht für Eine Kuh Nahrung hat, hält ihrer gewöhnlich zwei und ein Rind obenein. Er ſieht weniger auf den Ertrag als auf die Zahl ſeines Viehſtandes. Hat er ſich im Sommer, oft auf anderer Leute Koſten, damit durchgeſchleppt, ſo kommt der Winter, und mit ihm bricht Noth für Vieh und Menſchen ein. Die größte Wohlthat würde ein abſolutes Verbot alles Einzelnviehhütens ſeyn. Die Stallfütte⸗ rung würde dann von ſelbſt kommen, fremder Schaden verhütet und eigenes Wohl befördert werden. Dieſes iſt der Wunſch aller redlichen Landleute meiner Gegend.“ Brenn⸗ und Baumaterial. Hier, ſo wie in allen Gegenden, die ich noch beſchrieben habe, iſt die Holzeultur ſchlecht. Was noch gut war, haben der leidige Krieg und die leidige Forſtverwaltung der Franzoſen zerſtört. Wir müſſen hof⸗ fen, daß es beſſer werden wird. Zum Glück erleichert der Rhein, * — 186— ſo wie die Moſel, die Zufuhr von Brenn⸗ und Bauholz, und von Steinkohlen. IX. Obſtceultur. Es wird erfreulich ſeyn, etwas über die Obſtcultur in der Moſelgegend zu ſagen. Sie fängt hauptſächlich bei Andernach an und erſtreckt ſich bis weit oberhalb Koblenz, und iſt einer der Haupterwerbszweige dieſer Gegend. Nach einer Rechnung des landſchaftlichen Syndikus in einem der letzten Jahre des guten Fürſten Clemens Wenzeslaus betrug der Ertrag der Kirſchen allein in den 6 Dörfern Metternich, Rübenach, Bubenheim, Mulheim, Kaerlich und Hettich in einem Jahre 18,000 fl., über 9800 Thaler preuß. Cour. Vor einigen Jahren löͤſete die Gemeinde Rübenach, laut geführten Protokolls, aus ihren Kirſchen 10,000 Franken, welche allein zu Schiffe abgegangen waren, ohne die, welche einzeln nach Coblenz getragen wurden, und ohne alles übrige Obſt an Aepfeln und Birnen. Ueber dieſen Kirſchenhandel ad protocollum muß ich Fol⸗ gendes anführen: Die Schiffer kommen in die Dörfer und ſchlie⸗ ßen vorläufig den Handel. Iſt die Zeit zum Einſchiffen da, ſo wird mit der Glocke ein Zeichen gegeben, und ſogleich macht ſich Jedermann an das Kirſchenbrechen, und bringt ſie nach dem Ufer, welches nicht ſelten bis auf eine Stunde vom Dorfe ent⸗ fernt iſt. Von Seiten der Bauern hält ſich einer ihrer Schöffen bei dem Schiffe und wiegt das ankommende Obſt korbweiſe ab. Die Kirſchen werden in das Schiff ausgeſchüttet, und der leere Korb wieder zurückgegeben. Der Betrag wird zu Protokoll ge⸗ nommen, und die ganze Summe von dem Schiffer an den Schöffen erlegt, welcher am folgenden Sonntage nach der Veſper jedem der Lieferanten ſeine Rata zuſtellt. Bei dem Einrücken der Franzoſen 1791 verlor Metternich alle ſeine Obſtbäume, an der Zahl 14,000 Stück. Der Abgang wurde zwar bald wieder mit 16,000 neuen Bäumen erſetzt; allein da zwiſchen dem gepflanzten Baume und ſeinem befriedigenden Ertrag ein Zeitraum von vielen Jahren hinläuft, ſo hörte man hunder Häuſer fallen 3 zu wüͦ einer zum T eine R A wacker kleine mit u lern klein rie ih wartel einlief ſion a Neugi führt G nes. wege! Moſel T beſchu Da d Feld, baͤum eine? mer ko weit u den. 2 werden die Gr fruͤher en, Und . tur in der Neernach an ſ einer der 6sung des 1 des guten 1Sirſchen benheim, 0 fl. über iach, laut wen, welche Woge einzeln in Obſt an men ich Fol⸗ ind ſchlie⸗ cen da, ſo „oich macht 7 nach dem adorfe ent⸗ 1ar Schöfen 'weiſe ab. ss der leere Ie tokoll ge⸗ Fer an den a der Veſper Atketternich 2 e Abgang no tt; allein g eitdigenden hörte man —-— 187— hundertmal von den Einwohnern, daß ſie lieber zweimal ihre Häuſer in Flammen als ihre lieben Obſtbäume unter der Axt fallen geſehen haben würden. In dieſem Induſtrie⸗Zweige bleibt hier wohl Nichts mehr zu wünſchen übrig, als vielleicht, daß er manchmal nicht mit einer Art von Wuth betrieben werden möge. Die Fluren ſind zum Theil wirkliche Obſtwälder geworden, welche man nicht ohne eine Regung von Staunen anſehen kann. Auch um dieſen Zweig ländlicher Induſtrie erwarb ſich der wackere Marneſia vieles Verdienſt, wenn gleich der bekannte kleine Mißgriff mit den Ciderapfelreiſern aus der Normandie mit unterlief. Auch der thätigſte, kräftigſte Mann iſt von Feh⸗ lern nicht frei, welche zu begehen der gewöhnliche Mann zu klein iſt. Marneſia verordnete und ſorgte dafür, daß jede Mai⸗ rie ihre Baumſchule hatte, wobei man denn auch von ihm er⸗ warten mußte, daß exotiſche Gewächſe mit unter die Nutzbäume einliefen. Allein jeder Druck des Genies vermehrt die Impul⸗ ſion auf den großen Haufen, weckt aus dem Schlafe, reizt die Neugierde, bringt zum Denken, erweitert die Begriffe und führt am Ende zum Beſſern. Geſegnet bleiben die Spuren des edeln, wohlthätigen Man⸗ nes. Möchte man ſie nicht ganz durch den Verfall der Neben⸗ wege und der Dorfbaumſchulen in dem ehemaligen Rhein⸗ und Moſel⸗Departement verſchwinden laſſen! Die Wuth des Obſtpflanzens, deren man einige Gemeinden beſchuldigen könnte, beſteht in dem Zuſammendraͤngen der Bäume. Da der Boden äußerſt parcellirt iſt, ſo pflanzt Jeder auf ſein Feld, hat es auch nur die Breite von 16 Fuß, eine Reihe Obſt⸗ bäume. Der Nachbar, um nicht zu kurz zu kommen, pflanzt eine Reihe dagegen, und ſo von Feld zu Feld kann im Som⸗ mer kein Sonnenſtrahl mehr zur Erde, ünd die Bäume tragen weit weniger, als ſie bei gehörigem Zwiſchenraume tragen wür⸗ den. Dieſem Unfuge müßte durch eine Verordnung geſteuert werden, welche unterſagte, einen Baum näher als 16 Fuß an die Grenzen ſeines Nachbars zu bringen, wie ſolches auch ſchon früher in Marneſia's Plane lag. — 188— X. Belchaffenheit des Bodens. Es hält ſchwer, einen von einem Strome, wie der Rhein, angeſchlämmten Boden mit Genauigkeit anzugeben. Thon und Sand und Grand und Kieſel und verwitterte Steine kommen darin in tauſend verſchiedenen Miſchungen vor. Größer noch iſt die Verſchiedenheit in dem Untergrunde. Wie oft kommt nicht das Meiſte auf die ſtärkere oder geringere Tiefe der Ober⸗ krume an? Das Richtigſte wird ſich wohl in der Folge aus den anzugebenden Fruchtfolgen und Cultur⸗Gegenſtänden, die in der Rheingegend vorkommen, ergeben. Hier wird genug ſeyn, zu ſagen, daß, einige moorige und ſandige Stellen aus⸗ genommen, der Boden im Ganzen gut iſt. Daß in der gegen⸗ wärtigen Abhandlung bloß von der ebenen Fläche des Rhein⸗ thales die Rede ſey, glaube ich geſagt zu haben. Der Boden der Moſelgegend bietet durch die Beimiſchung vieler vulkaniſcher Stoffe eine noch größere Verſchiedenheit dar. Der am niedrigſten gelegene, längs dem Rheine herziehende Theil enthält einen guten Antheil Thon und iſt durchgehends ein ſehr guter Boden. Er wird in dem Maaße ſandiger und grandiger, als man ſich von dem Fluſſe entfernt, wo ſich dann zugleich die Gegend erhebt. Auch findet man an dem Rheine dergleichen kieſige und ſandige Stellen, da nämlich, wo ſich Er⸗ höhungen vorfinden. Die Krume iſt hier durchgehends tief genug, um eine voll⸗ ſtaändige Cultur zuzulaſſen. Die ſandigen Stellen haben eine Tiefe von 2, 4, 6 Fuß, wo ſich dann eine ½ bis 1½ Fuß ſtarke Borke von ſehr grobem und verhärtetem Flußſand vor⸗ ſindet. Eine ähnliche Borke findet ſich auch unter dem mehr thonigen Boden. So gut aber auch immer der angeführte Boden iſt, ſo hat er doch die Kraft und Conſiſtenz nicht, welche ein Theil des Jülicher Landes und der Hellweg in Weſtfalen beſitzen. Er lei⸗ det daher etwas in trocknen Jahren. Auch folgt, daß er leicht zu bearbeiten iſt. Trockner, ſandiger und überhaupt geringer als der Boden der ang des höt zu eine dem M aber de zureich immer Jahr 1 allerdin Krume unter gelbem Etwas A Neſſel Man mußte ſchicht M gend, längſt erſtreck ſtein, gebrach gewöh und u J findet Aogang Gewerb ſchaft J wird e er Rhein, — Thon und ee kommen 9 ößer noch t kommt Ker Ober⸗ polge aus Fnden, die d genug lln aus⸗ 1 eer gegen⸗ Ryein⸗ ʒM niſchung zdsheit dar. rehende A hgehends rrjiger und nenſich dann A Rheine ſich Er⸗ t eine vol⸗ bben eine buſ arand vor⸗ A en mehr 1, h zriheil des 281 Er lei⸗ ac er leicht eer Boden — 189— der angeführten Gegend, wiewohl nicht ſchlecht, iſt der Boden des höher gelegenen Maifeldes. Statt daß wir nach dem Rheine zu einen ſandigen und grandigen Lehm finden: finden wir auf dem Maifelde nur einen lehmigen und grandigen Sand, der aber dadurch, daß er eine gelbe Lehmſchicht zur Unterlage hat, zureichende Feuchtigkeit aufnimmt. Naſſe Jahre bleiben indeſſen immer für dieſe Gegend die günſtigſten, wie denn das traurige Jahr 1816 ein wahres Glücksjahr für ſie war. Schlechter iſt allerdings der Boden da, wo ſich gleich unter der oft ſeichten Krume ein feſter, ſchiefriger Sandſtein(hier Pretz) durchzieht, unter welchem ſich dann wieder eine Schicht von unfruchtbarem gelbem Lehm befindet. Hier kann wohl nur in feuchten Jahren Etwas wachſen. Als eine ſonderbare Erſcheinung führe ich an die unzählbaren Neſſeln, welche ich auf einigen Brachfeldern bei Polch fand. Man hätte glauben können, ſie wären hingeſäet worden. Da mußte alſo wohl unter der ſandigen Krume eine koſtbare Thon⸗ ſchicht ruhen. Mehr nördlich ſtößt man endlich auf die vulkaniſche Ge⸗ gend, die ſich von dem Lacher See aus, als dem Becher des längſt erloſchenen Vulkans, auf ein paar Stunden weit umher erſtreckt. Der größte Theil dieſes Bodens iſt ein leichter Bim⸗ ſtein, welcher nur durch die Gewalt der Cultur zuͤm Tragen gebracht worden iſt. Unter jener leichten Schicht findet ſich dann gewöhnlich eine 4—8 Fuß maͤchtige Schicht von reinem Bimſtein und unter ihr eine noch ſtärkere von Mergel. XI. Weiden und Wielen. In der Rheingegend, und noch mehr in der Moſelgegend, findet ſich ein großer Mangel an Wieſen und ein gänzlicher Abgang an Weiden. Letzteres finde ich für die Erhöhung des Gewerbfleißes ſehr zuträglich. Erſteres aber ſetzt eine Wirth⸗ ſchaft durch den theuren Ankauf des Heues immer etwas zurück. Iſt der Boden nicht vorzugsweiſe zum Klee geeignet, ſo wird eine öftere Wiederholung der Brache zur Erſparung des — 190— Düngers nöthig, und dieſes iſt leider der Fall in manchen der hieſigen Diſtrikte, beſonders in der Moſelgegend. Man wird das Verhältniß der Ausdehnung der Wieſen zu der des Ackers im Durchſchnitte nicht ſtärker als 1 zu 20 an⸗ nehmen dürfen. Es gibt Dörfer, wo es nur wie 1 zu 46 ſteht. Die Luzerne, welche man in letztgedachter Gegend häufiger als den Klee trifft, iſt zwar vortrefflich zur grünen Fütterung, weit weniger aber zum Heuen, und mit der Eſparſette iſt man, ich weiß nicht recht warum, noch nicht vorgerückt. Wahrſchein⸗ lich hat man die Cultur an manchen Orten nicht verſtanden. Dabei iſt man, durch die Lebhaftigkeit des ſonſt ſo biedern Marneſia, zu raſch damit zu Werke gegangen, und hat eben ſo raſch den Muth wieder ſinken laſſen, geſchreckt durch einige un⸗ zureichende und mißlungene Verſuche. Auf dem Maifelde zumal würden, wenn dieſe edle Pflanze daſelbſt gelingen wollte, Wun⸗ der für den Ackerbau daraus hervorgehen. XII. Zulammentetzung der Wirthſchakten. Rheingegend. Auf einem Hofe von 250— 300 Rhein⸗ morgen unterhält man gewöhnlich 8 ſtarke Zugpferde, ein paar Ochſen, 20 Kühe, 12 Rinder und Kälber, 150 Stück Schafe und 20 Stuͤck Schweine. Auf einem Gute von 120— 180 Morgen 5— 6 Pferde, 15 Kühe, 12 Rinder und Kälber, 15 Schweine, ſelten aber Schafe. Auf einem Gute von 80— 100 Morgen werden 2—3 Pferde, 1 Ochſe, 9 Kühe, 8 Rinder und Kalber, 9 Schweine und keine Schafe gehalten. Zu Richterath oder Innigrath fand ich einen guten kleinen Landwirth, der 50 Rheinmorgen mit einem Pferde baut; wobei ich aber bemerken muß, daß er ſeine leichten Felder nach einan⸗ der eindreiſcht. In den kleinen Ortſchaften, wo die Stallfuͤtterung üblich, hält man auf 20 Morgen Land gewöhnlich 7 Stück Rindvieh und 2 Schweine, und im Hauſe des geringſten Taglöhners oder Handwerkers, der keine Aecker hat, wenigſtens 1, wo nicht 2 Kühe und 1 Kalb. Auf 12 mar männli 3 mant Es Dienſtt erwachſ hen. 2 Söhne I gewöhl andern Taglö A der zu die M. als 70 d Butter Portic dann Sonna Landw die fra worden ſind S Ackers! herrſch Will d anda dt win 1 zu 0 an⸗ n 4 ſteht. 8d häi haͤufiger ds fütterung, s iſt man, uyrſchein⸗ ärſtanden. 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In den kleinern Wirthſchaften von 20— 30 Morgen werden gewöhnlich außer einem Ochſen⸗Jungen und einer Magd keine andern Dienſtboten gehalten; im Nothfall braucht man einen Taglöhner. 1 Auf großen Gütern bekommt der erſte Knecht 180 Franken, der zweite 160 Fr., der dritte 120 Fr. und der geringſte 80 Fr.; die Mägde bekommen, Alles zuſammen gerechnet, nicht weniger als 70—90 Fr. 3 Des Morgens erhält das Geſinde eine gute Suppe nebſt Butter und Käſe, am Mittage daſſelbe und dabei eine ſtarke Portion Fleiſch; Abends verhält ſich's wie Morgens, nur kann dann ſtatt der Butter Schmalz gegeben werden. Freitags und Sonnabends wird kein Fleiſch, Sonntags aber deſſen zweimal gereicht. Zwei Dritttheile des Jahres hindurch bekommt das Geſinde auch gewöhnliches, in der Erndtezeit aber gutes Bier, wovon der Ohm in gewöhnlichen Jahren 9 Franken koſtet. In den Sommermonaten vom Mai bis October wird um 5 Uhr Nachmittags noch extra eine Mahltzeit gehalten, und Milch nebſt Butter, Kaͤſe und Brod geſpeiſet. Der üblen Gebräuche unter dem Geſinde, ſagt ein hieſiger Landwirth, ſind unzählig viele. Seitdem die Conſcription und die franzöſiſchen Geſetze nebſt den franzöſiſchen Moden eingeführt worden, iſt das Geſinde ſehr wenig nütze. Die beſten Arbeiter ſind Soldaten geworden und taugen nicht viel mehr ſür den Ackersmann, wenn ſie zurückkommen. Frechheit gegen die Brod⸗ herrſchaft, Faulheit und Ausgelaſſenheit ſind überall eingeriſſen. Will die Herrſchaft Etwas einreden, ſo läuft das Geſinde weg, — 192— und vermiethet ſich anderswo. Die ehemals von der Baierſchen Landesregierung erlaſſene Geſindeordnung wird gar nicht mehr geachtet. Auf einem Hofe von 120—180 Morgen werden 2— 3 Tag⸗ löhner erfordert. Außerdem wird alles Getreide durch eigen be⸗ dungene Schnitter abgebracht, hierzu werden fremde Leute aus den Gebirgsgegenden genommen. Der Lohn des Geſindes, ſo wie auch das Schnitt⸗ und Taglohn überhaupt, ſind ſeit 20 Jahren um 50 Procent ge⸗ ſtiegen. Moſelgegend. Höfe von 80, 100— 120 Moſelmorgen haben 6 Pferde oder 3 Pferde und 2 Zugochſen, 8— 16 Kühe, 3— 400 Schafe, 8— 10 Schweine, 3— 4 Knechte, 2—4 Mägde, 1 auch 2 Schäfer. In den kleinern Wirthſchaften findet man 2 Ochſen oder 1—2 Pferde, 6—8 Kühe, 2—4 Schweine, 1 männlichen und 1 weiblichen Dienſtboten, vorausgeſetzt, daß der Hauswirth mit Frau und Kind die meiſte Arbeit ſelbſt verrichtet. Dann gibt es haͤufig Leute, die nur einen Zugochſen, 2—3 Kühe, 1—2 Schweine haben. Zu Lonich auf dem Maifelde hält ein bedeutender Land⸗ wirth auf 300 Morgen nicht mehr als 6 Pferde, welche, wie⸗ wohl auf leichtem Boden, dennoch ihre Arbeit haben. Dabei hat er 23 Kühe. Die Anzahl der Schafe kenne ich nicht. Der Meiſterknecht in einer großen Wirthſchaft erhält mit Inbegriff einiger Kleidungsſtücke 150—170 Franken, der zweite Knecht 110— 120. Häufig herrſcht hier auch die Gewohnheit, daß der Oberknecht einige Morgen eingeſäetes Land ſtatt Lohns erhält. Eine Magd ſteht ſich ohne Zubehör auf 30, 40—50 Fr. Die Koſt beſteht Morgens aus Erbſen- oder Kartoffelſuppe und weichem Käſe; Mittags aus einer ähnlichen Suppe, Ge⸗ müſe und Butter; auf die Nacht kommen die Supp⸗ und Ge⸗ müſereſte vom Mittag, Kartoffelſalat und weicher Kaͤſe. Dreimal in der Woche wird Fleiſch oder Speck gereicht, Sonntag Abends aber Butter zu dem Uebrigen gefügt. In der Erndte erhaͤlt das Geſinde des Mittags alltäglich Fleiſch, Butter und harten Käſe; dabei zum Trunk Bier und üdder; a ngebrocktt In d des, wie te braucht w n den kleine des, welt s dritten A2 Gebitgsgeis ſpater aler Beinite mit der ſ Eineb Tag lan ſ gegeben. K gewöhnlice wöhnlich n. erndte bein auch oft 9 Lohn von⸗ hinſinkendes Gommerget erhaͤlt der beſſere Ko Alle e Felde, im 6% Stbr. Walde beſ Dreſch gewohnlich wird, erha Garben, n werden we Spelz, G. net. Erbſe großen de⸗ dafür ſein Schwerz, = Waietſchen t nich mehr —2—3 Tag⸗ h eigen be⸗ e Leute aus nitt⸗ und ocent ge⸗ B elmorgen ³-16 Kuͤhe * 4Mäde Bcſe oder arrhen und 1 undvirth mit e ſen, 2—3 V un der Land⸗ du lche, wie⸗ Miu. Dabei iht. ethält t mit dus der zweite 'ewohnheit utt Lohns Gud- 0 Fr. uu hye, Ge⸗ und Ge⸗ 1. ent 2 35 alltäglich E — D tiofe lſuppe Bier und des, welches ſich immer mehr verbreitet, S Cider; am Morgen Branntwein, am Nachmittage Milch mit eingebrocktem Weißbrode. In den Gegenden, wo das langweilige Sicheln des Getrei⸗ des, wie vormals in dieſer ganzen Gegend, noch üblich iſt, braucht man auf einem der größern Höfe 18—25 Menſchen, auf den kleinern 10—14. Seit dem Hauen und Mähen des Getrei⸗ braucht man nur den dritten Theil dieſer Perſonen. Die Schnitter kommen aus den Gebirgsgegenden herbei, wo die Erndte um 2, 3—4 Wochen ſpäter als in der Fläche eintritt. Beim Abbringen des Sommergetreides begnügt man ſich mit der Hälfte jener Arbeiter, ſo auch bei der Kartoffelerndte. Einem Arbeiter in der Erndte, wo die Hitze groß und der Tag lang iſt, werden gewöhnlich 12— 14 Stbr.= 4— 4 ½ gGr. gegeben. Weibsleute erhalten weniger. Der Vorſchnitter hat gewöhnlich 6—6 ½ gGr. Daneben iſt die Koſt in der Erndte ge⸗ wöhnlich weit beſſer, als ſonſt die der Taglöhner. In der Heu⸗ erndte bekommt der Mäher des Tages gewöhnlich 17 Stbr., 5 auch oft 6 gGr.; wird Getreide gemäht, ſo iſt es immer dieſer Lohn von 5—6 gGr., ſowohl für die Mäher ſelbſt, als die das hinſinkende Getreide zuſammenraffenden Wäibsperſonen. Beim Sommergetreideſchnitt, wo die Tage nicht mehr ſo lange ſind, erhaͤlt der Schnitter ohne interſchied S Sols(2 ½ Gr.) und beſſere Koſt. Alle übrigen Taglöhner, die man in Gärten, auf dem Felde, im Hauſe braucht, erhalten bei gewöhnlicher Koſt 6 bis 6 ½ Stbr.(2 gGr.), ausgenommen, die mit Holzmachen im Walde beſchäftigt ſind, welche 4 gGr. erhalten. Dreſcher werden auf's Hundert bezahlt, wo man nebſt Koſt gewöhnlich pro Hundert 10 gGr. gibt. Wo vor Tage gedroſchen wird, erhaͤlt der Dreſcher, ſeyen es 100 oder nur 75 oder 50 Garben, nebſt der Morgenſuppe 4 Sols(1 gGr. 6 Pf.); dabei werden wegen des mehrmaligen Flegelns und Aufſchüttens bei Spelz, Gerſte, Weitzen und Hafer immer 75 ſtatt 100 gerech⸗ net. Erbſen rechnet man nach Betten(Anlagen). Es gehen auf großen Tennen 4 Bett auf das Hundert, wogegen der Dreſcher dafuͤr ſeine 4 Sols(1 gGr. 6 Pf.) erhält. Schwerz, Landwirthſch. 11. — 194— Der Taglohn iſt nicht ſo geſtiegen wie der Geſindelohn; der Knecht, den man früher mit 20 bis 25 Thlrn. bezahlte, wird jetzt mit 40— 50 bezahlt, und die Magd, die ſonſt nur 6—8 erhielt, bekommt jetzt 15— 20. Die Urſache liegt bei den Manns⸗ perſonen in der häufigen Requiſition zu unaufhörlichen Kriegen und der dadurch veranlaßten Seltenheit derſelben; bei den Weibs⸗ perſonen in den großen Landgüter⸗Verkäufen und dem dadurch verurſachten größern Selbſtbau der Einzelnen. Wie die Perſonen ſelbſt, ſo iſt auch ihre Bildung, Indu⸗ ſtrie und Moralität verſchieden; im Allgemeinen kann man aber anmerken, daß ſelbige mit der Armuth oder dem Vermögen ab⸗ oder zunimmt, ſo daß derjenige in der Regel der Ungebildetſte und Unſittlichſte, welcher der Aermſte iſt. Es iſt alſo entweder die Armuth eine Folge von Unſittlichkeit und Trägheit, oder Unſittlichkeit und Trägheit ſind die Folgen der Armuth. Be⸗ währt hat ſich dieſes augenſcheinlich dadurch, daß, je nachdem in dieſen Gegenden durch die häufigen Domainenverkaͤufe die Armuth abgenommen, auch Bildung, Induſtrie und Sittlichkeit mit ſchnellen Schritten zuzunehmen anfangen. XIII. Dung. Die Dungzubereitung iſt allenthalben der Stein des An⸗ ſtoßes, und ich kann nicht verhehlen, daß er es auch für meine Landsleute an Rhein und Moſel iſt. Häufig fließt die Jauche auf die Straße; häufig wird der Miſt ſo auf den Hof gewor⸗ fen, wie ihn der Greif(Haken) aus dem Stalle zieht; häufig bleibt er übereinander bis zum Ausführen liegen, wo der un⸗ terſte zu ſtark verrottet, der obere noch bloßes Stroh iſt. Doch gibt es auch noch einige beſſere Wirthe, wovon ich einen aus der Moſelgegend hier redend einführen will. „Der Miſt, ſagt er, wird, ſo wie er aus dem Stalle kommt, welches bei trocknem Futter einmal, bei grünem Futter zweimal in der Woche geſchieht, auseinander gezogen, damit keine Höh⸗ lungen darin bleiben, wodurch Schimmel enkſtehen würde. Man läßt ihn von dem Vieh treten und bis zu ſeiner Reife liegen. Nun zieht man zuerſt den obern, noch allzuſtrohigen Dung ab, und bri einer u dem al nicht ſt auf die die So gefahre Jahren Vo wenig nichts verant beſſer. ten ſo verwen gelegen 1 Landw Nähe von a⸗ nur be werden unterhe Spätja gleich einſchn die Ja er ſie E die Ge Jauche nicht d chen he einem wirft alle A dlohnz det ilte, witd V . nur 6-8 en Mann⸗ t nen Kriegen Sden Weits⸗ m dadurch Ang, Indu⸗ m man aber Wwmügen al⸗ agebildetſte o entwedet heit, oder nuth. Be⸗ ee nachdem unkäufe die a nöittlichkeit 4 9 des An⸗ nas füͤt mäne a die Juuche Hof gewor⸗ n iſt. Dac 9* einen aus Sle kommt, Uugfr zweimal Anteine Hüh⸗ An arde. Man eife liegen 4 Dung ah) 1tt; häufig — 195— und bringt ihn an eine gelegene Stelle, wo er zum Fundamente einer neuen Miſtanlage verwendet wird. Der unmittelbar unter dem abgezogenen Strohmiſte liegende, ſchon etwas, wiewohl nicht ſtark gegohrne Dung wird auf den ſchwereren Boden oder auf die Winterfrüchte verwendet; der unterſte kurze aber für die Sommerfrüchte, beſonders auf den leichten Bimſteinboden gefahren, indem auf letzterem bei langem Miſte in trocknen Jahren das Getreide verdorrt.“ Von der Jauche wird bis jetzt in der Moſelgegend noch wenig Gebrauch gemacht. Da, wo ſie im Dunge bleibt, iſt nichts dabei verloren; da aber, wo ſie wegfließt, wie mag man's verantworten? In der Rheingegend geht's damit ein wenig beſſer. Man ſammelt die Jauche(hier Addel) an manchen Or⸗ ten ſorgfältig in Fäſſer oder in ausgemauerte Behälter, und verwendet ſie vorzugsweiſe zum Düngen der Gärten oder nahe gelegener Wieſen. „Um die Kraft der Jauche zu vermehren, ſagt ein hieſiger Landwirth, legt der gemeine Bauersmann ſeinen Abtritt in der Nähe des Ahlfaſſes an, wodurch denn eine wahre Quinteſſenz von animaliſchem Dunge producirt wird. Die Mixtur darf aber nur bei feuchter Witterung und vor Sonnenaufgang applicirt werden, ſonſt würde Alles darüber zu Grunde gehen.“ Siegers, ein guter Landwirth auf dem linken Rheinufer unterhalb Kaiſerswerth, führt die Jauche bei naſſem Wetter im Spätjahr, Winter oder Frühjahr über den Roggen. Und wenn gleich bei dieſer Vorrichtung die Räder noch ſo tiefe Furchen einſchneiden; ſo erlöſchen dieſe bald durch die Wunder, welche die Jauche hervorbringt. Bei trocknem Wetter oder Froſt findet er ſie ohne Wirkung. Eine Art von Landwirth auf dem Maifelde, welcher wider die Gewohnheit ſeiner Nachbarn, Landwirthe von Gewerbe, die Jauche in einen Behälter auffaßt, will von ihrer Anwendung nicht die Wirkung empfunden haben, die er ſich davon verſpro⸗ chen hatte. Er beſchloß dann den Verſuch zu machen, ſie in einem trocknen Zuſtand auf das Feld zu bringen. Zu dem Ende wirft er vor und nach Erde, Raſen, Schlamm, Schutt und alle Art von Kehricht und Unrath in den Behälter, ſo daß, 13 28 — 196— nachdem eine Lage mit Jauche geſaͤttigt iſt, eine neue zugewor⸗ fen wird, und ſo weiter, bis daß die Grube gefüuͤllt iſt. Nun läßt er auswerfen, die Maſſe eine Zeit lang auf Haufen liegen und austrocknen. Sie zerfällt nun in Staub und wird wie Aſche üher das Feld her zerſtreut. Dieſer Mann will die auf⸗ fallendſte Wirkung davon geſpürt haben, und zwar eine noch ſtärkere als von der Aſche. Derſelbe läßt auch einige ſeiner Brachfelder nach der zwei⸗ ten Pflugart mit Buchweitzen beſäen, und dieſen mit der dritten Pflugart unterbringen. Nur darf ſolches nicht kurz vor der Einſaat geſchehen, weil ſolches das Land zu loſe machen würde. Er verſah es bei dem erſtenmale und mußte dafür büßen.— Er ſchlägt noch vor, die Brache vor und nach mit Wicken zu beſäen, und dieſe in Hürden von den Schafen abweiden zu laſ⸗ ſen, wodurch der Boden für ein Jahr zureichend gedüngt ſeyn würde. Gegen die gewöhnliche Meinung, welche allenthalben für das ſchnelle Unterpflügen des Düngers ſtreitet, fand ich von jeher auch allenthalben einzelne Spuren von der Meinung der Nützlichkeit des Gegentheils. So behauptet der Landwirth Seil zu Lonnig, daß das Unterpflügen des feuchten Düngers nichts tauge. Er läßt daher den ſeinigen auf dem Felde gebreitet trocken werden, bevor er ihn in die Erde bringt. Unter den übrigen Dungmitteln hat man in der Rhein⸗ gegend den Kalk, den Gyps und die Aſche. Von dem Kalke wird zu Wittlar bei Kaiſerswerth ein ſtarker Gebrauch gemacht. Man verwendet ihn auf die Brache und den Klee, und nimmt 7, 8— 10 Malter auf den Rhein⸗ morgen. Man ſtreut ihn bei trocknem Wetter, und hält ihn auf ſchwerem feuchtem Boden am vortheilhafteſten. Er darf aber vor 6—8 Jahren nicht wieder vorkommen. Hat man ein Land, das abgetragen, oder eins, das verwildert iſt: ſo kann man es mit Kalk wieder in Stand ſetzen. Nimmt man ſtatt 20 Fuder Dünger ihrer nur 10 und Kalk dabei, ſo hat man ſich drei Jahre hinter einander beſſere Früchte zu verſprechen, als wenn man die 20 Fuder aufgefahren hätte. In dem Kreiſe Siegburg werden Kleefelder und Wieſen mit G wohl auf geſtre hat il den. Worr ſuche Kalk der g ſtaub kalkg ſandi dert daß Gyps dem man nicht; 3 Merge ter H. 5 gen S man werkt Luzer Axrile Man! Winte ſamm kung, nachlä dugevor⸗ i iſt. Nun ufen liegen 1 wird wie 5 die auf⸗ * eine noch a der zwei⸗ er dritten 3 vor der men wuürde. . üßen.— *Vicken zu esen zu laß⸗ —aungt ſeyn rtalben für 1of ich von WD iung der e nirth Seil ir ers nichts 19 gebreitet mer Rhein⸗ verth ein die Brache en Rhein⸗ 1 d häͤlt ihn 31 Et datf tman ein o kann mman ſtatt 9 hat man 3 ei ſprechen, nd Wieſen — 197— mit Gyps, Kalk und Aſche gedüngt, die jungen Weinberge auch wohl mit Lumpen und Horn. Kalk und Gyps wirken beſonders auf den Klee. Sie werden im April bei feuchtem Wetter aus⸗ geſtreut. Bei Glabach wurde der Gyps ſonſt häufig gebraucht; man hat ihn aber hin und wieder nicht gut gefunden, und zieht ihm den Kalk oder auch gute Kalkaſche vor. Dagegen hat man zu Worringen auf dem linken Rheinufer durch vergleichende Ver⸗ ſuche erprobt, daß der Gyps den Kalk, die Aſche und auch den Kalk mit Aſche übertreffe. Noch zeigte hier die Erfahrung, daß der grobgemahlene Gyps keine oder nur eine geringe, der Gyps⸗ ſtaub aber die ſtärkſte Wirkung hervorbringe. G Zu Dormagen findet man den Kalk gut auf jedem naſſen, kalkgrundigen, ſteinigen, den Gyps aber auf warmem, leichtem, ſandigem Boden. Kalk gibt vorzüglich feſtes Stroh und verhin⸗ dert das Lagern des Getreides. Ich füge hier ſehr angelegentlich die Beobachtung bei, daß unter vormaliger churpfälziſcher Regierung Kalk, Aſche, Gyps und andere Düngmittel kein Wegegeld bezahlt haben. Seit⸗ dem dieſes in dem Herzogthum Berg nicht mehr beſteht, bedien⸗ man ſich ſolcher Dinge jetzt wenig und die ärmere Volksclaſſe gar nicht mehr. In der Moſelgegend iſt der Gebrauch des Kalks ſo wie des Mergels nicht üblich. Man bedient ſich des Gypſes, ausgelaug⸗ ter Holzaſche und grüner Vegetabilien. Der Gyps wird auf die Klee⸗ und Luzerne⸗Felder, an eini⸗ gen Orten auch auf Erbſen, Wicken und Rüben verwendet, wo man einen außerordentlichen Wuchs an dieſen Gewächſen be⸗ merkt hat. Es gibt hier keinen Bauern, der ſeine Klee⸗ und Luzerne⸗Felder nicht gypſte. Solches geſchieht in der Hälfte Aprils bei feuchtem Wetter. Häufig wird von ausgelaugter Aſche Gebrauch gemacht. Man verwendet ſie gern zum Sommerraps, aber auch wohl zum Wintergetreide. Sie wird während des Säens ausgeſtreut und ſammt dem Samen eingeeggt. Sie äußert ſogleich ihre Wir⸗ kung, welche aber auf leichtem Boden mit dem dritten Jahre nachläßt, ſtatt daß ſie auf ſchwerem 8—10 Jahre lang zu ſpü⸗ — 198— ren iſt. Man braucht 4—8 Malter auf den Morgen. Das Mal⸗ ter ausgelaugter Aſche wird mit 2 ½ bis 3 Franken bezahlt. Zu vegetabiliſchem Dunge braucht man Feigbohnen(Lupi⸗ nen), Erbſen und Buchweitzen, läßt ſie in volle Blüthe kom⸗ men, und mähet ſie dann ab und pflügt unter. Sind ſie nicht ſtark verwachſen, ſo iſt das Abmähen nicht nöthig. Die Wir⸗ kung dauert nicht länger als ein Jahr. XIV. Geſpann und Genpannarbeit. Sowohl in der Rhein⸗ als Moſelgegend bedient man ſich der Pferde, Ochſen und Kuͤhe am Pfluge; letztere jedoch nur ſelten. In der Moſelgegend kommen die Ochſen am häufigſten vor. Es gibt hier Bezirke, wo man 3 Ochſen gegen 1 Pferd annehmen kann. Man pflügt einſpännig, auch zweiſpännig. Die einfache Be⸗ ſpannung reicht in der Regel zu. Mehr als zwei Thiere wer⸗ den nicht vorgeſpannt. Auch auf dem ſchwerſten Boden hieſiger Gegend reichen meiſtens ein Pferd oder ein Paar Ochſen zu. Zur Ehre ſey's geſagt, daß Ochſen und Pferde hier keinen An⸗ treiber nöthig haben. Mit 2 Pferden können 2 Rheinmorgen, mit 1 Pferd 1 ¼, mit einem Ochſen%¾ und einer Kuh ½ Morgen gepflügt wer⸗ den. Eine Egge mit einem Pferde kann 4, mit 2 Pferden 6 Morgen abfertigen. Wenn in den Gebirgsgegenden die Ochſen aus Noth zu⸗ ſammengejocht werden müſſen, um bei dem Bergab das Fuhr⸗ werk beſſer zurückhalten zu können, ſo iſt dieſer Gebrauch in der Fläche, ſo wie in der Moſelgegend ärgerlich, und ein Land⸗ wirth bei Coblenz ſagte nicht mit Unrecht, daß, wenn das arme Vieh reden könnte, es den Menſchen ſelbſt einen Ochſen nennen würde. An der Ahr und in der Rheingegend geht man ver⸗ nünftiger dabei zu Werke; denn wenn der Ochſe gleich mit dem Kopfe zieht, ſo iſt er doch nicht an den ſeines Geſellen ange⸗ ſchmiedet, er handelt freier. Die Ochſen ziehen daſelbſt an Ket⸗ ten, und ſind mit einem Hintergeſchirre verſehen. An einigen Orten hinter D zur Fü thut e ſchicht kochenn zwölf Pferde lauem ſollen. geben lich e den b und! angeh den. A mer w N der au man H haben, M wuchs daß es Im St und de geeigne He gendi und wi etwas die Küͦ 8 das Mal⸗ t shezahlt. 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Gewöhn⸗ lich erhalten ſie Stroh von allerhand Art. Von der den Pfer⸗ den beſtimmten Ration Hafer läßt er den vierten Theil ſchroten, und miſcht dieſen unter das Getränk. Er betreibt zwei ihm angehörige, ſich nahe liegende Wirthſchaften, jede von 8 Pfer⸗ den. Jede mag alſo 250— 300 Cöln. Morgen enthalten. Allgemein werden die Pferde an den Rheinufern im Som⸗ mer mit Klee oder Luzerne gefüttert. Man behauptete an zwei Orten in der Rheingegend, daß der ausgedroſchene Hafer den Pferden die Drüſen zuziehe, daher man Hafer mit Wicken ausſaͤet, und dieſe, wenn ſie Schotten haben, abbringt, trocknet und zum Pferdefutter aufſpart. Mit der Pferdezucht kann man beim Mangel an Gras⸗ wuchs ſich nicht befaſſen. Zu einem dauerhaften Pferde gehört, daß es in ſeiner Jugend frei auf Heide und Weide gehen kann. Im Stalle wird es nur weichlich. Die Eifel, der Hundsrück und der Weſterwald ſind zur Zucht dauerhafter, braver Pferde geeignet, nicht die Ufer des Rheins. XV. Nutzvieh. Hornvieh. Die Stallfütterung iſt in der Rheinge⸗ gend in allen großen und wohlgeordneten Wirthſchaften üblich, und wird auch in kleinen nach Möglichkeit eingeführt. Wer etwas Weide hat und dieſe nicht anders benutzen kann, läßt die Kühe ein Paar Stunden im Tage heraus. Andere laſſen ſie nur die Stoppelweide nach dem Getreide und Klee benutzen, aber nie länger, als bis man an's Ausziehen der Stoppelrüben kommt. So wie dieſe das Herbſtfutter ausmachen, macht der Klee das Sommerſtallfutter aus. Wenn die beſtaͤndige Stallfütterung als Regel für die Rhein⸗ gegend angeſehen werden kann, ſo hat ſie doch bei einigen, ſelbſt großen Wirthen ihre Ausnahmen, und es iſt billig auch dieſe anzu führen. So gibt Bönninghoven, ein wackerer Landwirth zu Monheim, der Weide auf weißer Kleedreeſche den Vorzug, indem die Kleeweide weniger Arbeit macht, weniger Stroh zum Einſtreuen fordert, und der Miſt ſammt dem Urin dennoch dem Lande zu gute kommt. Um dem unnützen Zertreten durch das weidende Bieh vorzukommen, wird dieſes angepfählt, alſo ge⸗ zwungen, Alles rein um ſich her abzufreſſen, ehe man ſeinen Stand verlegt. Er ſaͤet den weißen Klee ganz dicht aus, läßt ihn ſchon im erſten Herbſte, nachdem der Roggen abgebracht und der Klee groß genug iſt, abtüdern. Im Frühjahre wird gegypst, und das Vieh darauf gebracht, ſobald es nur den Klee faſſen kann. Dadurch gewinnt dieſer mehr Zeit um nachzuwachſen. Sobald die Stoppelweide offen iſt, bringt man die Kühe dahin, um die Dreeſche, welche nur ein Jahr gelaſſen wird, umzubrechen. Während der Stoppelweide wächſt der neu geſaͤete, junge weiße Klee auch heran, und dient zur Herbſtweide bis zu den Rüben. Bönninghoven behauptet, daß man die Kühe in ſeiner Um⸗ gebung vor 20 Jahren gaäͤnzlich auf dem Stalle gehalten habe, nun aber wieder davon abgegangen ſey und ſich ſo beſſer be⸗ finde. Dagegen behauptet er auch, daß ſolches nicht von der Grasweide gelten könne, indem dadurch dem Acker der Dung entzogen werde, daher man ſich auf einem ihm nahe gelegenen großen Gute ſchlecht bei der Gra sweide befunden habe. Auch Cremerius befolgt das Syſtem der Kleedreeſchweide, das wir ſchon im Jülich'ſchen bei Marx geſehen haben. Er ſagt gar weislich: Wer nothdürftiges Futter hat für 12 Kühe, ſollte ihrer nur 8 halten. Er wird dann mehr Nutzen von dieſen als von jenen haben, und in beiden Fällen gleichviel Miſt machen. — Ereme vorthe T tert. hat. Wirrf rius, mit d Uebert einem eingei nach benut iſt es hringt J ſchneid der O es zu dem g Paſſer ſich ſt ſetzt. des K Rüber aus, ßen R ben ge⸗ Fütter Hülſen Kartoff oder W ſelben Grumn G. gen ſic 8 benuen, 88 macht der Saa Rhein⸗ igen, ſelbſt auch dieſe . 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Nur im Herbſte ſucht man die Stoppelhütung, und nach dem Grummet die Wieſen täglich ein Paar Stunden zu benutzen. Da es hier ſo ſehr viele kleine Wirthſchaften gibt, ſo iſt es merkwürdig zu ſehen, wie man das Vieh darin aus⸗ bringt. Im Frühjahre ziehen Weib und Kind zu Felde. Man ſchneidet die jungen Diſteln und Neſſeln ab, gräbt den Wurzeln der Quecken nach, ſammelt alles erdenkliche Unkraut und ſucht es zu benutzen. Das Gewonnene wird in Waſſer ausgeſchlämmt, dem geſchnittenen Stroh und der Spreu beigemiſcht, mit heißem Waſſer begoſſen und verfüttert.— Später, wenn die Unkräuter ſich ſtärker zeigen, wird eine Tracht davon unvermiſcht vorge⸗ ſetzt. Endlich rückt die Zeit der Luzerne und etwas ſpäter die des Klees heran, und dauert bis zum Herbſte, wo es an das Rüben und Kohlblatten geht. Sieht es ſchlimm um das Futter aus, ſo wird auch Kartoffellaub beigemiſcht, bis wohin die wei⸗ ßen Rüben auftreten.— Kommt der Winter, ſo wird den Rü⸗ ben geſchnittenes Stroh beigemiſcht. Zugleich tritt die warme Fütterung ein. Morgens iſt es eine Suppe von Kaff, Raps, Hülſen oder Häckſel, mit geſtoßenen Rüben, etwas gekochten Kartoffeln oder Oelkuchen gemengt. Darauf wird Hafer⸗, Gerſte⸗ oder Weitzenſtroh vorgelegt. Mittags und Abends haben die⸗ ſelben Mahlzeiten ſtatt, wobei Mittags auch wohl etwas Heu, Grummet oder Kleeheu gereicht wird. Größere Wirthſchaften, welche 10—15 Kühe halten, begnü⸗ gen ſich, täglich nur zweimal Suppe zu geben. Da der Kleinere — 202— die Sache genauer herausſuchen und er nicht ſelten durch die Zubereitung erſetzen muß, was ihr an Güte fehlt, ſo gibt er ſeinem Milchvieh auch im Sommer wenigſtens einmal im Tage Suppe. Die Ingredienzien derſelben ſind geſchnittener Klee, Di⸗ ſtel, Winde(Convolvulus), andere Unkräuter. Man brühet ſie heiß an, ſchmälzt ſie mit etwas Oelkuchen, und verſchafft ſich dadurch viele und gute Milch. Sorgfältig verwahrte Rüben, Runkeln, Erdkohlraben, Kar⸗ toffeln und Rotabagas ſpielen in der Winter- und Frühjahrs⸗ fütterung ebenfalls ihre Rolle. Freilich herrſcht ein ſolcher Ue⸗ berfluß nicht bei Allen. Leider artet der Gewerbfleiß bei man⸗ chen Geringern in Raub aus. Sein Vieh befindet ſich im Som⸗ mer wohl bei dem übel erworbenen Gute, muß aber für die Sünde im Winter büßen. Da zu ſolcher Zeit nichts zu rauben iſt, ſo hat der Herr auch nichts als bloßes Stroh zu geben, und das ſo kümmerlich, daß ſein Vieh durchaus entkräftet aus dem Winter tritt, und der halbe Sommer darüber hinläuft, ehe es ſich wieder erholt hat. Dieſes führt mich von Neuem auf einen Gegenſtand, den ich zwar ſchon ſo oft berührt habe, den ich aber bei keiner Ge⸗ legenheit zu berühren unterlaſſen kann; denn wo ſich das mo⸗ raliſche Uebel zu dem phyſiſchen geſellt, da iſt das Schweigen ein Verbrechen. Ich werde daruͤber einen gewichtvollen Mann aus der Moſelgegend ſelbſt ſprechen laſſen. „Das Viehweiden iſt zwar bei uns nicht üblich, indem wir Sommerſtallfütterung haben, jedoch nimmt man im Herbſte zu der Stoppelweide ſeine Zuflucht. Hier leider ſind die Unordnun⸗ gen, welche davon auf die Moralität einfließen, kaum zu über⸗ ſehen, ja, man darf kühn behaupten, daß der Grund zu allem Böſen auf dem Lande in der Hut des Viehes durch Kinder liege. Dabei verſammeln ſich große und kleine; das Vieh wird meiſtens auf anderer Leute Koſten gehütet; man rottet ſich in Haufen; die Größern bringen ihre Ungezogenheiten in Gegen⸗ wart der Kleinern zur Rede; man verabredet Diebſtähle, Schlä⸗ gereien und Schlechtigkeiten; man ſtiehlt das Obſt, Erd⸗ und Baumfrüchte, und wenn man ſich Abends verläßt, ſo iſt es mit dem Wunſche, des andern Tages bald wieder bei einander zu ſehn, un zu vera ſicher, es kau. denn es zum U. menkor das bö Au tertrau ſch h vor. Krone dem tet di oft ſah unter, und C Hand ſtehen des 2 Sie ſt Erſord Contr bei ih hinder Sttoh) hat, weile I Supp d dunch de ſſo gibt a l im Tage 4 Klee, Die 4 brühet ſie ſchafft ſich tben, Kar⸗ irühjahrs⸗ zolcher Ue⸗ J bei man⸗ inm Som⸗ er für die czu rauben 2 zu geben, näͤftet aus d inläuft, Aland, den eeiner Ge⸗ das mo⸗ r5chweigen Gen Mann dindem wit Söſte zu der 3 lnordnun⸗ a zu über⸗ 4. zu allem ich Kinder bieh witd Stt ſich in ern Gegen⸗ ge, Schli⸗ FErd⸗ und itt es mit nander zu ſeyn, und das Verabredete in Ausübung zu bringen, oder Neues zu verabreden. Daher ſind weder Gärten noch Haus noch Feld ſicher, auch nicht einmal bei Nacht. Bei dieſer Einrichtung iſt es kaum möglich, eine Sommerſchule zu Stande zu bringen; denn es hält ſchon äußerſt ſchwer, daß man nur am Sonntage zum Unterricht in den chriſtlichen Lehren in der Kirche zuſam⸗ menkomme, wo denn das in einer Stunde erlernte Gute durch das böſe Beiſpiel einer Woche wieder verdrängt wird.« Auf dem Maifelde, wo es an Wieſen fehlt, und die Fut⸗ terkräuter noch nicht genug in Aufnahme ſind, bedient man ſich häufig des Laubfutters. Man zieht dafür die Holzpappel vor. Die Ausſchläge der Bäume, welche zu dem Ende der Krone beraubt ſind, werden alle 4 Jahre um Michaelis an dem Stamme abgehauen und in Büſchel gebunden. Man rich⸗ tet dieſe auf, damit das Laub trocken werden möge, welches oft ſchon in einer Woche der Fall iſt. Man häuft ſie dann unter einem Obdache an, und wirft ſie im Frühjahre den Kühen und Schafen vor. Für die Pferde wird das Laub mit der Hand abgeſtreift, und ſoll gutem Heu an Nahrungskraft gleich ſtehen. Manche ſetzen einen hohen Werth auf das Reinigen des Viehes und wiederholen es 3— 4mal in einer Woche. Sie ſtriegeln, bürſten, ſtaͤuben und waſchen es auch wohl nach Erforderniß mit eingeweichten Tüchern. Als einen Beweis des Contradiktoriſchen in den Geſinnungen der Menſchen führe ich an, daß ein Landwirth in der Rheingegend mir ſagte, daß man bei ihm das Striegeln des Hornviehes für eine Fleiſch⸗Ab⸗ nehmung halte. Ich bleibe noch ferner bei der Moſelgegend ſtehen. Im Frühjahre wird der Klee, ſo lange er noch weich und auch noch nicht haäͤufig vorhanden iſt, auf der Häckſellade mit Stroh geſchnitten, wodurch das gierige Freſſen des Viehes ge⸗ hindert wird. Spaͤter unterbleibt das Schneiden, ſo wie die Strohzugabe. Heu, wenn man welches im Winter zu geben hat, wird ungeſchnitten vorgeworfen, Grummet aber geſchnitten, weil es zur Siede gebraucht wird. Die Zugochſen erhalten im Winter, ſo wie die Kühe, ihre Suppe, im Sommer aber werden ſie kalt gefüttert, es wäre 204— denn, daß man ſie unter der Hand fett machen wollte. Man⸗ cher Bauer, der nicht viel Arbeit hat, ſucht ſeine Ochſen auf dieſe Weiſe anzufüttern, um in ihrem ſchnellen Umſchlage 2— 3 Friedrichsd'or zu verdienen, indem die fetten Ochſen im Sommer mehr geſucht werden als im October. Sonſt hält man die weißen Rüben hier für das Hauptmaſtfutter. Sie werden geſtoßen, mit gekochten Kartoffeln gemiſcht, und erwärmt ge⸗ reicht. Wo man Erdkohlraben zieht, da ſpielen dieſe eine Hauptrolle, wie wir ſeines Orts ſehen werden.— Linſenſchrot ſoll ganz beſonders auf die Milch wirken. Das Gewicht einer ſchlachtbaren Kuh geht in der Regel nicht über 3— 400 Pfund. Die von 5— 600 ſind Ausnahmen. Die Ochſen wiegen zwiſchen 5— 700 Pfund. Die Zugochſen, deren man ſich in der Moſelgegend ſo häufig bedient, werden allgemein auf Maͤrkten des Weſterwaldes aufgekauft. Man er⸗ neuert ſie alle Jahre, indem diejenigen, welche im Frühjahre zur Arbeit angekauft wurden, in dem Winter an die Schlächter abgeſetzt werden. Die Weſterwalder Hornvieh⸗Raſſe iſt guter Art, ſie ladet viel Fett, und ihr Fleiſch iſt zart; dennoch glaube ich, daß ſie als Zugochſen können verbeſſert werden, wenn hier⸗ zu die Bullen von dem Hundsrücken aus der Gegend von Bir⸗ kenfeld gezogen würden. Wenn aber, nach der Angabe meiner Correſpondenten, deren Ausſpruch ich nicht bezweifeln darf, eine gehörig genährte Kuh in der Moſelgegend 180— 200 Pfund Butter gibt, ſo glaube ich nicht, daß dieſer Ertrag durch ir⸗ gend eine Kreuzung bei gleicher Nahrung, vielleicht nicht ein⸗ mal bei mehr Nahrung, könne erhöhet werden. Ueber das Verſeichen der Kühe iſt der Brauch verſchieden. Man läßt ſie 12, 8, 4, 2 Wochen vor dem Kalben trocken ſte⸗ hen. Die Natur der Individuen und die Nahrung entſcheiden gewöhnlich. Iſt letztere gut und reichlich vorhanden, ſo ſoll nach Meinung der Einen das Kalb Nichts dabei verlieren. An⸗ dere gegentheils erklären ſich für ein Trockenſtehen von 3 Mo⸗ naten und behaupten, daß, wenn auch 4— 6 Wochen länger fort gemelkt, doch nichts dabei gewonnen werde, indem das Kalb immer darunter leide, und die Mutter nachher nicht ſo reichlich Milch gebe, als eine, die länger trocken geſtanden. 4 vor bl im Ste güterte das R G in der die M mehl: die N lichkei entzie ſchreit faͤllt 6 trächtt ſagen W 9⁰0 S D ſchritt gekom 1811 Schul zuſch unter deſſen Abſat fen ſte O halten wie ſi Ite. Man⸗ b nOchſen auf lhlage 2— Ochſen in Sit hält man Sie werden waͤrmt ge⸗ dieſe eine jinſenſchrot der Regel cusnahmen. (Zugochſen, =it, werden a Man er⸗ iFrüßjahre dScllaͤchter ſr iſt guter voch glaube zwenn hier⸗ von Bir⸗ eibe meiner „ datf, eine —!00 Pfund 4 durch ir⸗ z vicht ein⸗ Kerſchieden. rocken ſte⸗ gentſcheiden an, ſo ſoll s ren. An⸗ nn 3 Mo⸗ neen länger adem das ker nicht ſo Janden. — 205— In Rückſicht des erſten Begehens gilt hier zu Lande das Sprüchwort: Armer Leute Rinder und reicher Leute Kin⸗ der ſind früh beſtätig. Bei dem Armen iſt das Rind ſchon vor vollendetem 2. Jahre Mutter. Leute, die etwas beſſer im Stande ſind, warten 18 Monate oder 2 Jahre, und Be⸗ güterte, denen an ihrer Raſſe gelegen iſt, 3 Jahre ab, ehe ſie das Rind zum Bullen laſſen. Sowohl in der Rhein⸗ als Moſelgegend wird das Kalb in der Regel von der Geburt an getränkt. Vor und nach wird die Milch mit Waſſer verdünnt, und ihr Hafer⸗ oder Gerſten⸗ mehl zugeſetzt, bis daß es ſpäter zur Suppe wird, aus welcher die Milch ganz weg bleibt. Einige jedoch laſſen aus Gemäch⸗ lichkeit das Kalb 14 Tage ſaugen, entwöhnen es dann, und entziehen ihm aus Geiz jeden Tag mehr Milch. Das Kalb ſchreit den ganzen Tag nach der Mutter, an die es gewöhnt iſt, fällt ab, und wird zum erbärmlichen Gerippe. Schafe. Die Schafzucht iſt in der Moſelgegend weit be⸗ trächtlicher als in der Rheingegend. Was ich alſo darüber zu ſagen habe, ſchräͤnkt ſich bloß auf jene ein. Die Heerden enthalten gewöhnlich zwiſchen 300, 600 und 900 Stück. Die Veredlung der Wolle machte allgemein raſche Fort⸗ ſchritte, und war hin und wieder bis zur 2., 3. Generation gekommen, als die Räude unter allen hieſigen Heerden im Jahre 1811 einbrach. Da man, zum Theil nicht mit Unrecht, die Schuld davon den aus Frankreich bezogenen ſpaniſchen Schafen zuſchob, ſo ſcheute ſich Jedermann, fernerhin dergleichen Böcke unter ſeine Heerde aufzunehmen, und die Sache zerfiel. In⸗ deſſen, da in dieſem Augenblicke die gemeine Landwolle wenig Abſatz findet, ſo lange nur noch einigermaßen veredelte zu kau⸗ fen ſteht, ſo wird der Geiſt wieder für die Veredlung rege. Die Landſchafe geben nicht über 2, die Hammel nicht über 3 bis 3 ½ Pfund Wolle, wovon die 100 Pfund jetzt mit 58— 59 Thaler B. C. bezahlt werden. Im Sommer werden die Schafe auf den Brachfeldern ge⸗ halten, wobei den Schäfern großer Unfug zur Laſt gelegt wird, wie ſie ſich denn deſſelben gewöhnlich ſchuldig machen. Die an⸗ —-— 206— gebaute Brache, die Kleefelder, die angrenzenden Getreidefelder, die Außenſeiten der Wälder ſind nicht wenig von ihnen gefähr⸗ det. Bei trocknen Sommern ſind die Schafzüchter auch wohl gezwungen, ihren Schafen einige entlegene trockene Wieſen ein⸗ zuräumen. Auf den Winter werden die Heerden nach dem Gebirge der Moſel oder dem des Hundsrücken getrieben, von wo die Mut⸗ terſchafe Anfang Februars wieder zurückkehren. Dieſe werden dann mit zartem Heu, Laub, oft auch mit Möhren und Hafer gefüttert. Den davon gefallenen Lämmern werden, ſo bald ſie zu freſſen anfangen, klein geſchnittene Möhren mit etwas da⸗ runter gemiſchtem Hafer gereicht, bis ſie in den waͤrmern Ta⸗ gen des Mai mit den Alten ausgetrieben werden.— Hammel und güſtes Vieh bleibt bis in dem März auf der Winterweide. Die Schäfer erhalten entweder beſtimmten Lohn an Natu⸗ Vfralien, Roggen, Erbſen, Gerſte, Stroh, wovon Jeder nach An⸗ zahl der zu haltenden Thiere für ſeinen Antheil beiträgt, und in dieſem Falle erhält er von dem Pferchen Nichts; oder er hat, wie es beſſer zu ſeyn ſcheint, einen beſtimmten Theil an der Herde, auf 3— 500 Stück etwa 75— 100 Stück(wogegen er aber die Widder halten muß). Von dem Pferchen, welches vom März bis Ende Novembers, ſo lange es ſich thun läßt, ſtatt hat, bekommt er dann die Haͤlfte von jeder darin wach⸗ ſenden Fruchtgattung, wobei er oft die Hälfte der Ausſaat tragen muß, oft auch nicht; in jedem Falle aber muß er das geſchnittene Getreide binden. Ein Hammel wird im Durchſchnitt nach der Schur mit 2 Rthlr. 12 gGr. bezahlt, dagegen der Preis eines Mutterſchafs nur 1 Rthlr. 16 gGr. iſt. Häufig ſind ſie der Drehkrankheit, Waſſerſucht, und beſon⸗ ders der Räude oder dem Grind unterworfen. Wider die erſte Krankheit wiſſen die hieſigen Schäͤfer Mittel anzuwenden. Die letzte macht beinahe alle Mühe unnütz, und die Abſchaffung ganzer Heerden iſt die gewöhnlichſte Folge davon. Die nicht ſo beträchtliche Quantität Wolle wird gewöhnlich im Lande verbraucht. 6 jiemlie N was K ten ſie Gemüf monin. vom J es erl Wint ben, häuft Wäld als? traͤnk Oft b. treide gekoch zu mo man ihnen aber i Zwiſch haupt luſt; Lager G alt ge Schwe 250, 2 beſonde ſchlacht N trieben ten; o triddefelder, ten geüht d auch wohl „Wieſen ein agebirge dt die Mut⸗ iſe werden Hund hafer t ſo bald ſe etwas da⸗ rmern Ta⸗ n= Hammel ainterweide. Aan Natu⸗ a nach An⸗ mdägt, und . deer er n Weeil an ne(wogegen 2r, welches Stthun läßt, nin wach⸗ e Ausſaat ß er das ur mit 2 attttſchafs t und beſon⸗ eer die erſte anden. Die söbſchaffung gewöhnlih 207— Schweine. Die Schweinezucht wird in der Moſelgegend ziemlich ſtark betrieben. Man füttert ſie mit gekochten Kartoffeln, welche nebſt et⸗ was Kleie zu einem Getränke verdünnt werden. Dann erhal⸗ ten ſie Klee, auf den ſie ſehr verſeſſen ſind, Runkelnblätter, Gemüſeabfall. Von Zeit zu Zeit wird etwas Aſche oder Anti⸗ monium und Schwefel ihrer Speiſe zugemiſcht. Der Abfall vom Molkenweſen iſt beſonders ihre Sache. Wenn das Wetter es erlaubt, ſo werden ſie alle Tage, im Sommer zweimal, im Winter einmal, ausgetrieben, und ihnen die Brache preisgege⸗ ben, wo ſie von allem Vieh den wenigſten Schaden thun. Die Maſt geſchieht meiſtens im Stalle; denn daß ſie bei häufiger Eichen- und Buchen⸗Maſt und dem Wurme in die Waͤlder eingetrieben werden, iſt eher der Anfang einer Mäſtung als Mäſtung ſelbſt zu nennen. Gekochte Kartoffeln und Ge⸗ tränk von Getreide⸗Schrot machen das Hauptmaſtmittel aus. Oft bäckt man ihnen zu Ende der Maſt rauhes Brod von Ge⸗ treide, oder ſchüttet ihnen hauptſaͤchlich Erbſen roh oder halb gekocht, beſonders Abends, vor, um den Speck hart und feſt zu machen. Oft mäſtet man ſie auch mit Getreideſchrot, den man mit Sauerteig anrührt. Einſichtsvolle Landleute laſſen ihnen alle 2 bis 3 Stunden von dieſem genannten Maſtfutter, aber immer nur wenig, vorſchütten, jederzeit etwas Hafer zum Zwiſchenfutter vorlegen und ihre Getränke wohl ſalzen. Ueber⸗ haupt ſucht man dieſe Thiere durch Abwechslung bei der Freß⸗ luſt zu erhalten, und ſorgt fuͤr ein ſauberes, wohlgeſtreutes Lager. Gewöhnlich wiegen Schweine, da ſie kaum über 2 Jahre alt geſchlachtet werden, 160, 180, 200 bis 220 Pfund; ältere Schweine, die man der Zucht wegen hält, kommen häufig auf 250, 290— 315 Pfd., aber nicht ſelten werden auch Schweine, beſonders verſchnittene Eber, von 350 bis über 400 Pfund ge⸗ ſchlachtet. Mit jungen Schweinen(Ferkeln) wird ſtarker Handel ge⸗ trieben; dieſe gehen nach Frankreich und den benachbarten Staa⸗ ten; auch wenn Kornfrüchte nicht zu theuer ſind, wird mit .— 208— Maſtſchweinen ein nicht unanſehnlicher Handel gemacht. Sind aber die Früchte im Preiſe, ſo bezahlt die Maſt den Aufwand der Früchte nicht. XVI. Fruchtkolge und Feldbehandlung. A. Rechtes Rheinufer. Ich werde bei der Angabe der Fruchtfolge von unten oder der Gegend von Duisburg anfangen. Man hat daſelbſt auf einem Hofe, Namens Monning, 1) Gedüngte Brache, 2) Raps, 3) Weitzen, 4) Roggen, 5) Hafer, oder 5) Erbſen, gedüngt, 6) Weitzen, 7) Roggen. Kommt Klee in dem Umlaufe vor, ſo wird er unter den Roggen geſaͤet. Man hat dann 5) Klee, 6) Buchweitzen. Iſt der Boden gut, ſo wird geduͤngt und folgt 7) Weitzen. Hier alſo weicht man von der ſchönen Folge, die wir im Jülicher Lande trafen und noch ferner in der ganzen Rheinge⸗ gend treffen werden, den Hafer nach dem Klee zu ſaen, ab. Hederich und Quecken, ſagte man mir, ſeyen die Geißel des Landmannes, und mag das anders bei jener Fruchtfolge ſeyn? Darf man wohl noch daran zweifeln, wenn die Weitzen⸗ ſtoppel zur Aufnahme des Roggens nur einmal umgepflügt wird, es ſey denn, daß der Weitzen ſehr unrein war? Kleeſtoppel vor Winter umgepflügt, und dreimal im fol⸗ genden Fruͤhlinge. Ende Mai's der Buchweitzen geſäet. —— — acht. Eid Aufwand V 3 dg. auten oder aaſelbſt auf nter den iie vir im 2 Rheinge⸗ ſäen, ab. Seißl ds Keylge ſeyn? Weihen⸗ mgepfügt 0 ul im foke et. V — 209— Die fatale Sommergerſte muß wohl nicht ſchuldlos ſeyn, da man ſie allenthalben anklagt. Um den Boden wieder in Stand zu bringen, ſagt man auch hier, müſſe man rothen Klee darunter ſäen. Sie geraͤth vortrefflich nach einjähriger weißer Kleedreeſche. Huckingen. 1) Gedüngte und gekalkte 7) Buchweitzen, gedüngt, Brache, 8) Weitzen, 2) Raps oder Wintergerſte, 9) Roggen, 3) Weitzen, 10) weiße Kleedreeſche, 4) Roggen, 11) Weitzen, etwas gedüngt, 5) Klee, 12) Roggen, 6) Hafer, 13) Klee. Dieſer Fruchtwechſel hat ſich ſchon um Vieles gegen den aus der Gegend von Duisburg gebeſſert. Die Brache, der rothe Klee und die weiße Kleedreeſche erhalten ihn aufrecht. Sein Reichthum, beſonders an Winterfrucht, beweiſt nebenher für die Güte des Bodens. Die Brache erhält 5 Pflugarten, wovon eine flache vor Winter. Nach vollendeter Einſaat des Sommergetreides wird von neuem etwas tiefer gepflügt. Vor Johannis hat das Bra⸗ chen ſtatt, 7— 8 Zoll tief. Später wird der Dung aufgebracht und derſelbe untergepflügt. Nun wird gekalkt und der Kalk eingeeggt. Endlich hat die Saatfurche ſtatt. Die Haferſtoppel wird vor Winter flach umgepflügt, im Frühlinge geeggt, zur Saat gepflügt und Hafer geſäet. Auf den Feldern, welche den Ueberſchwemmungen ausge⸗ ſetzt ſind, wird weder Roggen noch Raps geſäet. Ob ich gleich, der Folge der Früchte wegen, den Umlauf auf 13 Jahre ausgedehnt habe, ſo muß man doch denſelben mit dem neunten Jahre als geſchloſſen anſehen, und dann bie⸗ tet er in 9 Jahren 5 Getreideerndten an. Wittlar. 1) Reine Brache, gedüngt, 4) Roggen, 2) Raps, 5) Klee, 3) Wintergerſte oder Weitzen, 6) Hafer. Schwerz, Landwirthſch. 11. 14 — 210— Wir finden alſo hier den reinen untadelhaften Jülich'ſchen Fruchtwechſel wieder, und wie im Jülich'ſchen Lande, ſo auch hier, das beliebte Reihen und Stülpen; mit einem Worte: die wahre Behandlung der Brache. Und ſo heiße ich ſie mir will⸗ kommen. Allgemein kommt jedoch die Brache hier nicht mit jedem ſechsten Jahre wieder, wohl öfters im neunten. Blu⸗ mencamp, ein trefflicher Landwirth, hält Alles auf die Brache. Außer der Verjungung des Bodens und der daraus hervorge⸗ henden ſtärkern Frucht⸗ und Stroherzeugung, vertheilt ſie auch beſſer die Feldarbeit, und macht, daß ſie ſich bei der Herbſtbe⸗ ſtellung nicht allzuſehr häufe. Daher behauptet jener Land⸗ wirth, daß er durch die alle 6 Jahre wiederkehrende Brache auf 6 Pferde eins erſpare. Der Raps wird von Ende Juli's an bis zum 12. Auguſt geſäet. Der Weitzen iſt ſicherer nach dem Raps als die Winter⸗ gerſte. Der Klee kommt alle 5— 6 Jahre wieder, und beſteht zum Theil aus rothem Klee, zum Theil aus weißem,— dieſer letztere zum Abfüttern, auch zum Samen. Der Klee wird mit Steinkohlenaſche oder mit Kalk beſtreut. Man gypste vormals, iſt aber davon auf den Kalk zurückgekommen. Nach dem weißen Klee läßt man Roggen folgen. 1 Klee unter Buchweitzen ſchlägt hier ſelten an, thut er es aber, ſo wird er ſehr gut. Man hat hier einigen ſchlechten Sandboden, auf dem es an Flöhkraut und Katzenklee nicht fehlt. Man behandelt ihn ſehr nachläſſig, und wendet Arbeit und Dung lieber dem beſſern Boden zu. Man gibt jenem oft gar keinen Dung, und läßt ihn eine Zeit lang als öde Dreeſche liegen. Daraus entſteht folgender Umlauf: 1), 2), 3) Dreeſche, 4) Roggen, 5) Hafer, auch Wicken zum Grünabfüttern, 6) Roggen. —— herv und eälchſte de ſo auch Aorte: die mir wile ¹ nicht mit R ten. Blu⸗ die Brache. a heryotge⸗ At ſie auch 1 Herbſtbe⸗ ger Land⸗ de Brache 22 Anguſt 4 Vinter⸗ d beſteht „— dieſer lwird mit aevormalb, 8 3 hut er 6 f dem es mandelt ihn Am beſſern und lißt — 211— Die Dreeſche kann nicht benutzt werden, indem ſie Nichts hervorbringt. Im dritten Jahre wird ſie wie Brache behandelt und gekalkt zum Roggen, im Fall nicht gedüngt werden kann. Auch die grünabzufüͤtternden Wicken werden gekalkt. Auf beſſerem Lehmboden hat man 1) Gedüngte Brache, 5) Roggen, gedüngt, 2) Roggen, 6) Klee, 3) Hafer, 7) Hafer. 4) Buchweitzen oder Brache, Die Folge mit dem Buchweitzen gibt mit dem Roggen zu⸗ ſammengenommen wohl mehr an Körnerwerth, aber weniger Stroh, als wenn die Brache dem Buchweitzen ſubſtituirt wird. Der Strohabgang zwingt daher zum häufigern Wiederkommen der Brache. Am gewöhnlichſten kommt, da der Boden hier oft nur ein lehmiger Sand oder auch Moorgrund iſt, folgender Umlauf vor: 1) Gedungte Brache, 4) Hafer, 2) Roggen, 5) Buchweitzen. 3) Klee, Nach Kartoffeln folgt auf ſolchem Boden Roggen. Nach gegypstem Klee wird Hafer oder ſonſtiges Getreide weder ſo ſteif von Stroh, noch ſo reich an Korn, als wenn der Klee gekalkt wird. Man miſcht dem Kalk etwas Modererde bei. Hat auf dem moorigen Boden der Klee nicht gekalkt wer⸗ den können, ſo wird die Kleeſtoppel zum Haferſaͤen gekalkt. Monheim. 1) Gedüngte reine Brache, 5) Roggen, 2) Raps, 6) Klee, 3) Weitzen, 7) Hafer. 4) Brache, Dieſes gilt für den beſten Boden; auf dem geringern fin⸗ det man die Brache häufiger, und die größern Landwirthe von 6— 8 Pferden ſcheinen ihre Vorliebe für ſie zu übertreiben, 14* wenn ſie dieſelbe alle 3 Jahre, oder gar in 5 Jahren zweimal wieder kommen laſſen. Man rechnet nicht ſehr ſcharf, wenn man nicht viel nöthig hat. Nach weißer Kleedreeſche folgt zweijährig ungedüngter Roggen. Glabach. 1) Reine gedüngte Brache, 2) Wintergetreide, 3) Sommergetreide oder Hülſenfrüchte, iſt hier der gewöhnlichſte Umlauf. Man nennt ihn in der Landesſprache Drei Gewannen. Man wird beobachten, daß die Hülſenfrüchte ins Sommerfeld kommen, damit die Brache rein bleibe. Bei dieſem Umlaufe gibt es aber eine Menge Ausnahmen, je nachdem der Land⸗ wirth ſeine Rechnung dabei findet, oder durch mehr Dünger auch mehr thun kann. Eine allzuöftere Brache, wozu offenbar ihr dreijähriges Wiederkommen gehört, iſt außer allem Zweifel die bloße Folge von Armuth an Dünger, daher von einer ſchlechten Zuſammenſetzung des Ganzen. Die Abweichungen von jenem Umlauf, welche man ſich hier erlaubt, ſcheinen indeſſen noch ſchlimmer zu ſeyn als die Regel, wie folgendes Probeſtück darthun mag: 1) Brache oder Kartoffeln, 4) Hafer, 2) Roggen, 5) Hafer, 3) Hafer, Doch glaube ich, daß auch Hülſenfrüchte ſtatt des ewigen Hafers mit unterlaufen. Gegend von Siegburg. Gewöhnlicher Umlauf: 1) Gedüngte Brache, 4) Roggen, 2) Roggen, darauf Stoppel⸗ 5) Klee, gegypst, rüben, 6) Hafer. 3) Brache nüchtern, — weimal df, Lenn Sſedüngter annen. = merfeld er Umlaufe Land⸗ ADünger ug ffenbar 99] Jweifel n einer arſich hier ae Regel, à ewigen — 213— Auch hat man 1) Gedüngte Brache, 5) Hülſenfrüchte, gedüngt, 2) Roggen, 6) Weitzen, 3) Klee, gegypſt, 7) Roggen. 4) Hafer, Dieſer letzte ſcheint mir ein ſehr guter Fruchtwechſel zu ſeyn. Auf recht gutem Boden hat man 1) Brache, gedüngt, 4) Brache, gedüngt, 2) Raps, 5) Wintergerſte, 3) Weitzen, darauf Stoppel⸗ 6) Roggen und Stoppelrüu⸗ rüben, ben. Darauf fängt im folgenden Jahre die Sache wieder von vorn an. Ohne den Raps hätte man alſo auf ſolchem Boden Dreifelder. Dieſe Gegend hat auch wirklich vormals drei Ge⸗ wannen gehabt, man iſt aber davon abgekommen, weil, wie man mir ſagte, ſolches ſchädlich befunden worden iſt. Man ſäete damals mehr, aber erndtete weniger als jetzt. Nach Stoppelrüben, ſagt man, muß gebracht werden. Keine Frucht, die darauf geſäet wird, taugt etwaß. Wenn Roggen geſäet werden ſoll, wird die Saatfurche flach, zum Raps aber und der Wintergerſte tief ausgefahren. Nach Klee thut der Hafer am beſten. Hennef. Man treibt hier durchgängig zweifeldrige Wirth⸗ ſchaft, ſo daß z. B. von 40 Morgen 16— 18 mit Winterge⸗ treide, 3—4 mit Sommergetreide, 4 mit Klee, 7—8 mit Brach⸗ früchten, wie Raps, Kartoffeln, Runkeln, Erbſen, Flachs, be⸗ ſtellt ſind, und S rein brachen. Der Hafer ſfolgt allemal nach Klee, und auf dieſen theils Weitzen, theils Kartoffeln. Nicht ſelten wird auch zweimal hin⸗ ter einander Wintergetreide genommeen. Auf einigen der beſten Aecker hat man 1) Brache, ſtark gedüngt, 5) Roggen, 2) Raps, 6) Klee, gegypſt, 3) Wintergerſte, 7) Hafer, 4) Weitzen, 8) Erbſen. Dieß mag dann wohl ein guter Boden ſeyn, und das iſt — 214— er. Ein ſchöneres Thal und einen glücklicheren Boden, als das Thal von Hennef, wird man nicht leicht finden. Doch bitte ich zu bemerken, daß, wenn in jenem Umlaufe die Ordnung der Dinge auch umgekehrt iſt, indem das Wintergetreide ſich darin zuſammendrängt, dennoch nicht mehr als die Hälfte des Feldes mit Halmfrüchten bedeckt iſt. Man hat auch ſchlecht abgelegene Felder, wo ein Jahr über das andere gebracht und nie Dung aufgebracht wird. Das zur Brache beſtimmte Feld wird im vorhergehenden Jahre noch mit Stoppelrüben beſaͤet. Nach ihrer Aberndtung wird ſogleich gepflügt. Das zweite Pflügen hat im Frühjahre ſtatt, darauf ein drittes tieferes. Nun wird gedüngt und der Dung untergereiht, darauf geſtülpt, wobei der Furchenſchnitt rechts umgelegt wird, wenn er bei dem Reihen links gelegt worden. So bleiben die Stülpfuhren der Sonne ausgeſetzt, bis daß zur Saat gepflügt wird. In naſſen Jahren wird das zur Saat Pflügen auch wohl unterlaſſen, die Stülpfuhren werden bloß vereggt und das Getreide darauf geſaͤet. Wenn Wintergetreide nach Wintergetreide folgt, ſo reiht man die Stoppeln ſogleich in ſchmalen Fuhren, ſtülpt ſie und ſäet. Kleeſtoppel wird vor Winter einfährig umgebrochen, und der Hafer ohne Weiteres im Frühjahre darüber hergeſäet. Schließlich muß ich noch erinnern, daß die Stallfütterung hier allgemein iſt.„Seit ihrer Einführung und der des Klee⸗ baues, ſagt Cloſtermann, ein ſehr braver Landwirth hieſiger Gegend, hat ſich unſer Ertrag um die Hälfte vermehrt.“ Der Raps macht nach ihm ein ſehr gutes Land, hält es rein und erzeugt Moder. Wenn dem nicht ſo wäre, wie dürfte man drei Wintergetreideerndten ununterbrochen darauf folgen laſſen? B. Linkes Rheinuker. Vierſt. 1) Gedüngte Bra⸗ 5) Klee, gegypst— 2 Ctr. che, 12— 16 zweiſpännige 6) Hafer, Fuder, 7) Buchweitzen, 2) Raps, 8) Weitzen, gedüngt, 3) Wintergerſte, 9) Roggen, 4) Weitzen, 10) Hafer. und ein! ren e dem et ſo 1 ein gem ſchle „—)/·— — 2 als das a bitte ic 1äung der ch darin 8 Feldes ein Jahr d. Ahehenden Krndtung miirüͤhjahre und der enſchnitt A gelegt ziſetzt, bis da das zur 8n werden 1 ſo reiht 3 ſie und Zen, und pet. G ütterung des Klee⸗ 8 hieſiger st.“ Der ein und 8 ſte man ar laſſen . 3 — 215— Oder der Umlauf wird mit dem ſechsten Jahre beſchloſſen und wieder mit 1 angefangen. Ein kräftiger Fruchtwechſel, aber auch ein kräftiger Boden, ein kräftiger Graswuchs und ein kraͤftiger Mann(Siegers) wa⸗ ren es, wo ich jenen Fruchtwechſel fand. Seine Nachbarn auf dem rechten Rheinufer koͤnnen ihn nicht unternehmen. Wird zum Raps mit Steinkohlenaſche gedüngt, ſo erfriert er ſo leicht nicht und tritt ſpäter in die Blüthe. Willich liegt landeinwärts Kempen zu. Der Boden iſt ein ſandiger Lehm, der mit dem des ſchönen Rheinthales Nichts gemein hat, und den ich deßwegen zum Kemper Lande hätte ſchlagen ſollen. 1) Brache, gedüngt, 5) Buchweitzen, geduͤngt, 2) Roggen, 6) Roggen, gedungt, 3) Klee mit Kalk und Moder, 7) Hafer. 4) Weitzen, gedüngt, Größere Wirthſchaften, denen es an Dung fehlt, müſſen ihre Anſprüche mäßigen. Sie nehmen 1) Gedüngte Brache, zugleich 4) Buchweitzen, mit Kalk und Erde, 5) Roggen, gedüngt, 2) Roggen, 9) Hafer. 3) Klee, Die Brache wird vor Winter gereiht, nach Winter geſtülpt und geeggt. Darauf wird zweimal gepflügt, das zweitemal tiefer alſo das erſtemal. Nun wird Miſt aufgebracht und un⸗ tergereiht, dann wieder geſtülpt und endlich zur Saat gepflügt. Wir hätten als hier eine ſiebenmal gerührte Brache, welches ich noch nirgend wo anders geſehen oder gehört habe. Man hat hier Stallfütterung, hält auf 60 Morgen 2 Pferde und S Kühe. Dormagen. 1) Brache, gedüngt, 5) Roggen, 2) Raps, 6) Klee, gegypst, gekalkt, ge⸗ 3) Roggen oder Weitzen, aſcht, 4) Brache, 7) Hafer. Man ſäet hier auch Winterwickenroggen aus, aber nie⸗ — 216— mals in noch fettes Land, weil er auch in einem halb ausge⸗ getragenen noch geräth, wenn nur dazu gegypst wrid. Worringen. 1) Brache, gedüngt, 4) Roggen, 2) Roggen, auch etwas Weiz⸗ 5) Klee, gegypst, zen, 6) Hafer. 3) Brache, nüchtern, Man ſieht dem Fruchtwechſel an, daß es hier an Dünger gebricht. Unterdeſſen iſt er auch ganz dazu gemacht, ohne vie⸗ len Dung gut durchgeſetzt werden zu können. Eremerius, ein hieſiger großer und vortrefflicher, wiewohl gemeiner Landwirth, ſchwört nicht höher als auf den oben angeführten Fruchtwechſel. Wer ihn beobachtet, ſpricht er, kann nicht verderben. Seine Meinung gründet ſich nicht bloß auf vorgefaßtes Urtheil, ſondern auf verſchiedene vergleichende Ver⸗ ſuche. Vorläufig muß ich ſagen, daß der Boden hier eher ein lehmiger Sand als ein ſandiger Lehm zu nennen iſt. Er iſt übrigens etwas feuchter, als Sandboden, alſo zu Vielem faͤhig. Da Cremerius Stallfütterung treibt und eine ſehr ausge⸗ dehnte Wirthſchaft hat, ſo konnte er den Verſuch im Großen machen, und brauchte keinen Dung dabei zu ſparen. Er wählte alſo 10 Morgen und ſetzte darauf folgenden Fruchtwechſel feſt: 1) Brache, gedüngt, 5) Buchweitzen, 2) Raps, 6) Roggen, gedüngt, 3) Weitzen, 7) Klee, 4) Roggen, gedüngt, 8) Hafer. In 8 Jahren wurde alſo dreimal gedüngt. Es kam nur viermal Getreide darin vor; der Fruchtwechſel war alſo nichts weniger als erſchöpfend. Nachdem der Umlauf zu Ende war, fand Cremerius, daß die 10 gedachten Morgen ihn ſo viel Dung gekoſtet hatten, wie 30 in ſeinem gewöhnlichen Fruchtumlaufe, und nicht ſo viele Frucht gebracht hatten, wie 10 von dieſen. Ein Morgen Brachroggen gab ihm ſo viel rohen Ertrag, wie zwei Morgen auf ſeinem Verſuchsfelde, und ſo viel reinen Ertrag, wie drei Morgen durch die Erſparung der Einſaat und Erndte koſten. —— Dre nicht gel ih mir und eine Bei ſchließt. Be und ein Nu Somme — Jenen d. dem T Cremer geſaͤet, E nicht d Dabei Ganz dieſem Stroh und da hat er unvert T geben, deni die D gen ſa 1 9 Erbſen zen na⸗ N D heiſcht er geg Alb ausge Dünger zohne vie⸗ * wiewohl den oben er, kann Woloß auf Aände Ver⸗ ac eher ein i Er iſ zem faͤhig. ansge⸗ a Großen arr wählte a jſel feſt: 8it, — D kam nur ſo nichts ade war, ie Dung wumlaufe, Goieſen. 3 Ertrag, al reinen Dſaat und —-— 2917— Dreifelderwirthe zumal können jenen erſten Fruchtwechſel nicht genug beherzigen. Um ihnen ſolches zu erleichtern, erlaube ich mir folgende kleine Auseinanderſetzung zwiſchen Cremerius und einem Dreifelderwirthe. 1 Beide haben einen Fruchtwechſel, der ſich mit 6 Jahren ſchließt.— Beide haben in dieſem Zeitraume zweimal Wintergetreide und einmal Klee. Nur hat Cremerius einmal, der Dreifelderwirth zweimal Sommergetreide. Der einzige Vortheil alſo, den dieſer über Jenen hat, oder vielmehr zu haben ſcheint, iſt eine Hafererndte. Dagegen kommen bei Cremerius zwei reine Brachen, bei dem Dreifelderwirthe nur eine reine Brache vor. Dann hat Cremerius Kleehafer, ich ſage nicht: Hafer, worunter Klee geſäet, ſondern Hafer, der in Kleeſtoppeln geſäet worden iſt. Cremerius möchte alſo wohl mehr Wintergetreide, und nicht viel weniger Hafer einerndten, als der Dreifelderwirth. Dabei hat Jener wahrſcheinlich beſſern, weit reineren Klee. Ganz gewiß bleibt das Land in weit beſſerem Zuſtande, als bei dieſem; und doch hat er weniger Dung vonnöthen als dieſer. Stroh hat Cremerius unbedingt mehr als der Dreifelderwirth, und da er dabei weniger Vieh zu halten braucht als dieſer, ſo hat er einen Ueberfluß daran. Alle dieſe Dinge ſind wohl unverkennbare Vortheile. Demnach kann ich dieſem tüchtigen Mann nicht Unrecht geben, wenn er ſagt: Wer den Fruchtwechſel befolgt, den ich befolge, der kann nicht zu Grunde gehen. Ob die Dreifelderwirthe daſſelbe eben ſo zuverſichtlich von dem ihri⸗ gen ſagen können? Noch muß ich Etwas über hieſige Fruchtfolge nachholen. Nach Kartoffeln, zu welchen ſtark gedüngt wird, folgen Erbſen, nach dieſen Roggen. Manchmal läßt man auch Weiz⸗ zen nach Kartoffeln folgen. Man bringt 3 Centner Gyps auf den Rheinmorgen Klee. Da der Winterwicken⸗Roggen keinen kräftigen Boden er⸗ heiſcht, ſo läßt man ihn wohl auf Weitzen folgen, nur muß er gegypſt werden. — 218— Nach der weißen Kleedreeſche ſolgt Hafer oder Roggen, auch auf einem Theile derſelben Rüben, welche ungemein danach ge⸗ rathen. Zu dieſen Rüben wird der Klee nur einfaͤhrig geſtürzt. Die Folge der Fruͤchte verhält ſich in letzterem Falle auf dieſe Art: 1) weiße Kleedreeſche, 3) Erbſen, etwas gedüngt, 2) Rüben, 4) Roggen. Da er beſtändige Stallfütterung hat, ſo läßt er ſein Vieh nicht weiden, wohl aber ſeine Nachbarn. Ich glaube alſo nicht, daß er ſelbſt weißen Klee ſäet. Das Wintergetreide muß vor dem October in der Erde ſeyn, wenn es gut einſchlagen ſoll. C. Molelgegend. Man findet nicht leicht ein Land, wo die beſſern Landwirthe ſo liberale Grundſaͤtze über die Fruchtfolge angenommen haben, als in dieſer Gegend. Wir können daher dieſen freien Vielfel⸗ derwirthen nicht folgen und beſchränken uns auf die daſelbſt vorkommenden gewöhnlichen alten Regeln. 1) Brachrüben, ſtark gedüngt, 4) Weitzen, Roggen oder 2) Gerſte, Spelz. 3) Klee, Es iſt auffallend, daß jener famöſe engliſche Fruchtwechſel, über den man ſo lange geſtritten hat und noch ſtreitet, nichts anders als der hieſige uralte, gemeinübliche Schlendrian iſt. Die Thatſache iſt da, und ich bezeuge ſie. Wenn meine Lands⸗ leute von der Moſel gewohnt wären, etwas über den Ackerbau zu leſen, oder ſelbſt etwas darüber zu ſchreiben, ſo wäre die Sache lange bekannt geworden. Jedoch muß ich ſagen, daß man hier nicht gerade 4 Felder hat, ſondern daß jener Frucht⸗ wechſel mit einem andern, aber immer nach den Regeln der Zweifelder eingerichteten Fruchtwechſel zuſammen verknüpft wird, oder mit dieſen abwechſelt, z. B. 1) Rüben, ſtark gedüngt, 4) Roggen, wahrſcheinlich 2) Erbſen, letzterer etwas gedüngt. 3) Roggen, 3 — 3—— 20 — — doggen, un in danach g. N rig geſtütg. — Tle auf diſe as gedüngt ir ſein Via az alſo nicht, an der Etde 4 Landpitthe ea men haben, Fn Willſet⸗ rwiie daſelhſt — ggen oder achtwechſel ſttet, nichts ndrian iſ. meine Lande⸗ an Ackerbau 1 wäre die ſagen, daß aer Frucht⸗ RNegeln der e üpft wird, 1 hrſcheinlich 88s gedüngt. Oder 1) Gedüngte Rüben, 2) Gerſte, 3) Klee, Oder 1) Gedüngte Brache, 2) Roggen, 3) Erbſen, 4) Hafer, Oder 1) Rüben, ſtark gedüngt, 2) Erbſen, 3) Hafer, Oder 1) reine Brache, gedüngt, 2) Roggen, 3) Klee, 4) Erbſen, Hafer, Weitzen, Kartoffeln, Auch 1) Rüben, gedüngt, 2) Erbſen, 3) Roggen, gedüngt, 4) Klee, Auch 1) Brache, gedungt, 2) Raps, 3) Weitzen oder Roggen, 4) Hafer, 5) Brachrüben, gedüngt, Oder wie zu Ochtendung: 1) Gedüngte Brache, 2) Erbſen, 3) Brache, nüchtern, 4) Roggen, Oder ebendaſelbſt: 1) Gedüngte Brachrüben, — 219— 4) Weitzen, 5) Roggen, gedüngt. 5) gedungte Brachrüben, 6) Gerſte, 7) Klee, 8) Weitzen oder Spelz. 4) Kartoffeln, halbe Dün⸗ gung, 5) Roggen. 5) Roggen, etwas gedüngt, wo ſolches nicht im vier⸗ ten Jahre geſchehen iſt. 5) Klee, nur ein Schnitt, dann Raps geſaͤet, 6) Raps oder Kartoffeln, 7) Roggen, etwas gedüngt. 6) Gerſte, 7) Klee, 8) Klee, der zweite Schnitt untergepflügt, 9) Roggen.— 5) Klee, 6) Kartoffeln oder Hafer, 7) Spelz. 2) Gerſte, — 220— 3) Klee, 5) Brache, 4) Hafer, 6) Roggen. In den meiſten jener Fruchtwechſel macht alſo das erſte Jahr Rüben, zweite Gerſte, dritte Klee oder Erbſen und darauf Wintergetreide die Grundlage aus, und nur dann, wenn man mehr Dung hat, als der Boden dazu bedarf, erlaubt man ſich mehr. Die zwei zuletzt angeführten Fruchtfolgen findet man zu Ochtendung, doch nur auf guten, nicht weit entlegenen Feldern. Auf mehr entfernten läßt man daſelbſt reine Brache und Roggen ununterbrochen mit einander abwechſeln, und bringt nur alle 10— 20 Jahre einmal entweder Dung oder 24 Malter ausge⸗ laugte Aſche darauf. Ganz ſchlechte und weit entfernte Felder haben daßſelbſt ebenfalls dieſen Umlauf, und erhalten weder Dung noch Aſche. Bon Zeit zu Zeit wird der Roggen darauf weggelaſſen, und Hafer oder Buchweitzen an deſſen Stelle genommen. Will der Boden endlich nicht mehr, ſo ſäet man Feigbohnen(Lupinen) zum Unterpflügen. Ich ſah ein ſolches Feld, wo die Lupinen 2 ½ bis 3 Fuß hoch und ſo dicht in einander gewachſen waren, daß man es in einiger Entfernung für ein Hanffeld hätte hal⸗ ten können. Wir hätten alſo für die ganze Moſelgegend mit Ausſchluß des Maifeldes eine allgemeine Zweifelderwirthſchaft und müſ⸗ ſen uns wundern, daß ſo wenig Getreide daſelbſt vorkommt. Ohne Zweifel muß die daſige betriebſame Menſchenclaſſe, der es keineswegs an Aufklärung fehlt, ihre Rechnung dabei fin⸗ den; thut ſie das aber, ſo iſt das Syſtem ſo ſchlecht nicht, und die reine Brache auf den entfernten Feldern, ſo wie die Brach⸗ früchte auf den nahe gelegenen, ſind bei Stallfütterung nicht ohne großen Nutzen für das Ganze. Strenger noch als in jener Gegend werden auf dem Mai⸗ felde die Zweifelder beobachtet, aber freilich nicht auf eine ſo empfehlungswürdige Weiſe, wie die, welche wir vor Augen ge⸗ habt haben. Wenn hier die reine Brache nur alle 6—8 Jahre vorkommt und ſelbſt von Jahr zu Jahr hinausgeſchoben wird, ſo bleibt ihr zweijähriges Wiederkommen auf dem Maifelde noch inmer Gegend Regier ſelbſt damit können N Brachf ander. a. Klatſe ärgſte b gen k Brach nen G d. mehr d Mühe zu eine 3 anzug⸗ Ich h. nicht ſtellte, Eicher wirthf fuͤr d der B wenn ſchaft n2 then aber ſchaft ſo das en z und darau a wenn mau ſet man zu Den Feldern. und Rogyen gt nur alle S lter ausge⸗ d en daßetbſt K noch Aſche Waſſen, und aon Wil der am(Lüpiden) gwie Lupinen nanſſen waren, 8 hätte hal⸗ Anusſchluh und niſ⸗ 2) vorkommt. at man ſih aclaſſe, dt .n dabei ſin⸗ — richt, und 1 die Brach⸗ erung ꝛich dem Mai⸗ Aauf eine ſo 58 Augen g „25=8 Jahte aifelde noh ben wit, — 221 — immer ein unwandelbares Geſetz, und noch immer behält dieſe Gegend das Anſehen der Kornkammer eines großen Theils des Regierungsbezirks von Coblenz. Dagegen iſt die Viehzucht da⸗ ſelbſt wenig in Aufnahme, der Dung alſo ſelten. Man ſucht damit ſo viel zu öconomiſiren, wie man kann, und um es zu können, nimmt man die reine Brache in Anſpruch. Nie folgen hier zwei Halmfrüͤchte, ſelbſt ſelten Halm⸗ und Brachfrüchte ohne Dazwiſchenkunft einer reinen Brache, auf ein⸗ ander. Die Urſachen, die man mir davon angab, ſind: a. Die Neigung des Bodens zum Unkraute, worunter die Klatſchroſen, Papaver rhoeas, und eine Gattung Chamillen die ärgſten ſeyn ſollen; b. die Behauptung, daß aller Dung es nicht dahin brin⸗ gen könne, ſo viel Korn, wie durch die öftere Anwendung der Brache zu erzeugen, daß aber eine reiche Kornerndte mehr rei⸗ nen Gewinn gäbe als zwei mittelmäßige Erndten; c. der Mangel an Menſchen und an nöthigem Vieh, um mehr Dung zu erzeugen; d. die einmal eingeführte Feldeintheilung, die nicht ohne Mühe und Verluſt eine Abweichung zuläßt und keine Hoffnung zu einer allgemeinen Abänderung darbietet. Ich bin weit entfernt, alle dieſe Urſachen als vollgeltend anzugeben, aber eben ſo wenig geneigt, ſie ganz zu verwerfen. Ich habe in der induſtriöſen Pfalz etwas Aehnliches geſehen und nicht gewagt, es zu tadeln. Vergleichende, im Großen ange⸗ ſtellte, auf alle Localitaͤten berechnete Verſuche könnten hier mit Sicherheit entſcheiden. So wie es keine allgemeinen Muſter⸗ wirthſchaften geben kann, gibt es auch keine allgemeinen Regeln fuͤr die Fruchtfolge. Immerhin mögen dann die guten Maifel⸗ der Bauern bei der ihrigen bleiben, und zehnmal beſſer, als wenn ſie zu der erſchoöpfenden und peinlichen Dreifelderwirth⸗ ſchaft übergehen wollten. Ich ſprach über dieſen Punkt mit einigen vernünftigen Wir⸗ then auf dem Maifelde, welche die Dreifelder wohl kennen; aber keiner unter ihnen ſchien geneigt, ſie gegen ihre Wirth⸗ ſchaft einzutauſchen.„Wir würden,“ ſagen ſie,„dann wohl 222 mehr ausſäen, aber wahrſcheinlich weniger erndten als jetzt. Der Himmel möge ſie bei dieſem Glauben erhalten! Ich komme endlich zu der Angabe der Maifelderfruchtfolge 1) Gedüngte Brache, 4) Roggen, 2) Raps, 5) Klee, gegypſt, 3) Brache, nüchtern, 6) Hafer oder Kartoffeln. Darauf kommt wieder gedüngte Brache. Man hat aber bei Weitem weder den ſechsten Theil des Areals in Klee noch in Raps. Ein Wirth, der 80 Morgen baut, hat ihrer 40 in Brache, von welchen letztern 10 mit Brachfrüchten beſtellt ſind. Folgendes iſt der am häufigſten vorkommende Fruchtumlauf: 1) Gedüngte Brachrüben, 4) Roggen, 2) Erbſen, 5) Brache, 3) Brache, 6) Roggen. Auf die Frage, warum man nicht wenigſtens nach dem Rapſe eine andere Frucht folgen ließe, da es doch eine ſo herr⸗ liche Vorbereitung waͤre, entgegnete man mir, daß es die her⸗ gebrachte Feldeintheilung einmal ſo fordere. Eine ſolche Ant⸗ wort deutet wenig auf ein Fortſchreiten in der Wiſſenſchaft. Schlecht, glaube ich, kann man den erſten der beiden Frucht⸗ wechſel nicht nennen. Der Kleebau hat etwas darin verbeſſert. Das nunmehrige Grundeigenthum wird in einigen Generationen weit mehr zu Stande bringen. Hier, wo vormals ¾ des Bo⸗ dens Zeitpacht und ¼ Eigenthum waren, verhält es ſich damit nunmehr umgekehrt. Der Abgang an Graswuchs und die Trockenheit des Bodens, welche dieſen zum Kleebau nicht allzu geeignet macht, ſind auf dem Maifelde die größten Hinderniſſe. Ein Bauer, der 40 bis 50 Morgen unter dem Pfluge hat, kann nicht mehr Dung er⸗ zeugen, als jährlich für 4—5 Morgen, alſo für den zehnten Theil erfordert wird. Da er aber die entlegenen Aecker, welche oft eine halbe Meile und weiter entfernt ſind, gänzlich von dem Dunge ausſchließt und ſich manchmal mit Lupinen dabei hilft, ſo kann er den näher liegenden Feldern alle 6 Jahre Dung geben. Die allerſchlechteſten Felder läßt man 3—4 Jahre lie⸗ gen, ohne ſie zu benutzen.. Wenn man den Dung nicht in Ueberfluß und Acker genug hat; fernt Fuhr allerd gen Felde Zeit Fruch Menſ Atbei eine nicht Fruc auch b un den, weihe 4 Feld, Dieſer 8 Duͤng Beob mach jäͤhri Hafer Gren, 8 gedei er erndten aen erhalten. arfruchtſolge 47¹ artoſſeln. — Son hat abit 81 Klee noch Mihrer 40 in Sdeſtellt ſind. A'tumlauf: 1 nach dem nre ſo hert⸗ ntes die her⸗ Inſolche Ant⸗ „errichaft. den Frucht⸗ an berbeſfert. ) rmetationen — des Bo⸗ ſich damit *'es Bodens n.t, ſind auf der 40 bis u. Dung er⸗ den zehnten. ctu, welche rrch von dem ugabei hilft 2 chre Dung Jahte lie n lcker geulg 7 — 223— hat; wenn dieſer zum Theil auf ½, ja 1 Stunde Weges ent⸗ fernt liegt; wenn gar noch Berge zu erſteigen ſind; wenn das Fuhrwerk obendrein mit Ochſen vollführt wird, dann mag es allerdings vortheilhaft ſeyn, den Dung in der Nähe anzubrin⸗ gen und es der lieben Natur zu überlaſſen, den entfernten Feldern zu Hülfe zu kommen, und ihr zu dem Ende die nöthige Zeit zu geſtatten. So etwas iſt keine Barbarei, ſondern die Frucht einer ſehr einfachen Berechnung. Dabei aber muß der Menſch die Hände nicht ganz in Schooß legen, ſondern durch Arbeit und andere Hülfsmittel nach Vermögen mitwirken; denn eine ſo gute Arbeiterin auch die Natur iſt, ſo pflügt ſie doch nicht, und ſäet auch keine Feigbohnen. Kun noch einige beſondere Bemerkungen zu und über die Fruchtfolge in der Moſelgegend. Der Klee wird allgemein gegypſt, von einigen Wenigen auch überdem gejaucht. Zu Rüben bringt man 25 zweiſpännige Fuder Dung auf, zur Brache weniger. Auf leichtem Boden darf zu Kartoffeln nicht gedüngt wer⸗ den, weil ſie in trocknen Jahren danach verdorren würden. Man weihet ihnen auf ſolchem Boden die Kleeſtoppel. Der Flachs hat in der Gegend von Mayen ſein eigenes Feld, wo er in der Regel ein Jahr um das andere vorkommt. Dieſes wäre alſo das Gegenſtück von Mutterſtadt in der Pfalz. Kopfkohl pflanzt man mit ſteigendem Ertrage bei mäͤßiger Düngung alljährlich auf demſelben Felde. Klee ſoll alle 4 Jahre wieder vorkommen können. Ob dieſe Beobachtung aber eine Reihe von Jahren mit Genauigkeit ge⸗ macht worden, oder ihre Angabe bloß gewagt iſt, weiß ich nicht. Nach einjährigem Klee gedeiht Alles ſehr gut, nach zwei⸗ jährigem der Raps vorzüglich, überhaupt aber nichts beſſer als Hafer, nach einſtimmiger Meinung aller Landwirthe von den Grenzen Hollands an bis zu der Moſel. Möhren kommen über das andere Jahr vor. Nach Sommergerſte und Kartoffeln will keine Frucht gut gedeihen. Nach Flachs will das Getreide auch bei dem beſten Dün⸗ —-— 224— gen nicht gerathen. An Stroh ſoll es ihm zwar nicht fehlen, wohl aber an Körnern. Der Aufbruch der Grasplätze, trockner Wieſen, welche we⸗ nig mehr vorbringen, wird alle Tage häufiger. Der immer ſteigende Gewerbfleiß dieſer Gegend ſucht Alles mehr und mehr zu benutzen. Der Raſen wird vor Winter mit der Hacke aufgehauen, umgekehrt, die darunter ruhende, oft ſchwarze Dammerde knie⸗ tief umgewühlt und dem Winterfroſt ausgeſetzt, im folgenden Frühjahr der Raſen zerſtückelt, und die Stelle Ende Aprils hin⸗ ter einem tief eindringendem Pfluge mit Kartoffeln bepflanzt. Auf dieſe folgen im zweiten Jahre wieder Kartoffeln, und im dritten zuweilen noch einmal. Nun folgt Hafer mit untergeſäetem Klee, und das Land kann wieder als Weide liegen bleiben; wo nicht, ſo wird die Kleeſtoppel im zweiten oder dritten Jahr umgebro⸗ chen, wieder Kartoffeln und wieder Hafer geſäet; dann aber wird Luzerneſamen mit dieſem ausgeworfen, und es bleibt als Luzernefeld 10, 15— 16 Jahre liegen. XVII. Getreidebau. Weniger intereſſant als die Betrachtung der Fruchtfolge iſt in der Moſelgegend die ihrer Feldbearbeitung. Das wenig Lehr⸗ reiche, was dieſe letztere darbietet, werde ich hier zuſammenfaſ⸗ ſen. Die Bearbeitung in der Rheingegend gleicht, wiewohl manchmal auf eine unvollkommene Art, derjenigen, welche ich in der Abhandlung über den Jülich'ſchen Ackerbau ſchon ſattſam auseinandergeſetzt habe; ich darf ſie alſo hier nicht wiederholen. Getreide. Zum Wintergetreide wird in der Moſelgegend die Brache viermal gepflügt. Man beobachtet auf dem Mai⸗ felde, daß der Roggen den ſo eben untergebrachten Dung nicht vertragen kann, daher man auf Felder, die nur ſpät gedüngt werden koönnen, Wintergerſte nimmt, und den Roggen davon wegläßt. Zur Sommergerſte werden die Rübenfelder zweimal ge⸗ — — pflügt, Klee hit der Sa thode er tigkeit. De unterge In Kle heranwe G’ Getreid D. als M Octobe Michas Dung, Hälfte Hafer De geeggt, fünf T Feld no gegend befürcht fen beſt dort ar In und get nach d einen? Die Er treide n Samwl Gerſte, Morgen Hafer der Sen Schwer , welche we Dor immer arr und meht Baufgehaun, „(merde hie mm folgenden 3 Aprils hin AM bepflanzt. dim dritten e etem Kler, ; vo nicht, a umgebro⸗ ann abet S tfolge in wenig Lehr⸗ aammenfaß . wiewohl 1= pelche ich on ſattſam iederholen. Sbſehegend as dem Mai⸗ n ung nicht 7*t gedüngt „igen dauon eimal de V V b 225— pflügt, und der Same untergeeggt. Dieſes geſchieht, wenn Klee hine in kommen ſoll; ſonſt wird nur einmal gepflügt, und der Same mit dem Pfluge untergebracht. Bei letzterer Me⸗ thode entgeht der aufgegangenen Frucht nicht ſo leicht die Feuch⸗ tigkeit.. Der genügſame Hafer wird früh auf ſchlechten Feldern ſeicht untergeackert, wo dann gewöhnlich Luzerne mit ausgeſäet wird. In Kleeſtoppeln aber, wo er zum Erſtaunen ſchön und dicht heranwächſt, wird er ſpäter eingeſäet. So viel ich weiß, wird auf dem Maifelde die Ausſaat des Getreides untergepflügt und nicht untergeeggt. Die Saatzeit des Wintergetreides ſowohl für die Rhein⸗ als Moſelgegend iſt von der Hälfte Septembers bis zur Hälfte Octobers. Auf dem Maifelde muß die Saat des Roggens vor Michaelis beendigt ſeyn. Beſſer haͤlt man frühe Saat ohne Dung, als ſpäte mit Dung. Sommergerſte wird in der erſten Hälfte des April geſaͤet, der Sommerweitzen etwas ſpäter, der Hafer gegen Ende des März. Der Weitzen wird in der Rheingegend im Frühjahre durch⸗ geeggt, beſonders dann, wenn er voller Unkraut iſt. Vier bis fünf Tage, nachdem der Hafer geſaet worden iſt, wird das Feld noch einmal durchgeeggt und gewalzt. Wird in der Moſel⸗ gegend das Wintergetreide etwas zu ſtark, ſo daß man Lager befürchten muß, ſo wird es vor dem Halmtriebe mit den Scha⸗ fen beſtrichen oder ausgekrautet, das heißt, die Frucht hier und dort ausgerauft. In beiden Gegenden wird das Getreide gemähet, gehauen und geſichelt, nach den Umſtänden und dem Gebrauche, oder auch nach der Getreideart. Drei Schnitter mit der Sichel fertigen einen Moſelmorgen auf einen Tag ab, auch wohl etwas mehr. Die Erndtekoſten davon belaufen ſich auf 24 gGr.; iſt das Ge⸗ treide nicht ſtark, ſo wird es abgemähet. Ein Mäher und eine Sammlerin beſchaffen täglich einen Moſelmorgen.— Spelz, Gerſte, Sommerweitzen werden abgeſichelt. Die Koſten vom Morgen fallen um“ ⁄ geringer, als die vom Roggen. Iſt der Hafer ſehr ſtark gewachſen, ſo wird er mit der Sichel, ſonſt mit der Senſe niedergelegt. Schwerz, Landwirthſch. II. 15 Das auf dem Hundsrücken allgemein kübliche und nützliche Kaſten des Wintergetreides hat ſich ſeit langer Zeit in der Mo⸗ ſelgegend verbreitet. Ich ſah aber hier bloß mit gebundenen Garben kaſten. Bei ungünſtigem Wetter, bei verkrautetem Getreide bleibt das Kaſten eine vortreffliche Vorrichtung. Sie empfiehlt ſich aber noch von einer Seite, auf welche man mich hier zu Lande aufmerkſam gemacht hat. Iſt nämlich, wie in heißen Som⸗ mern zu geſchehen pflegt, das Getreide ſtark reif, ſo iſt aller⸗ dings einiger Körnerverluſt bei dem Kaſten. Um ſich dieſem nicht auszuſetzen, faͤngt man früher zu ſchneiden an, als man ſonſt thun würde, indem das Getreide in den Kaſten vollkom⸗ men und ſo gut wie auf der Wuͤrzel ſtehend nachreift. Daher kann man denn in einer ſtarken Wirthſchaft den Einſchnitt fruͤh anfangen und dadurch eine oft koſtbare Zeit gewinnen, welches zumal bei dem langweiligen Sicheln von Wichtigkeit iſt. Noch hat man auf dem Maifelde eine Art, in liegenden Haufen zu kaſten, die weniger Umſtände als die in ſtehenden Kaſten erfordert, und doch nicht ohne allen Vortheil iſt. Man legt nämlich die vier erſten Garben in ein Viereck, ſo daß die Aehren der einen immer auf dem Strohende oder unterſten Theile der andern zu ruhen kommen, wodurch keine Aehre die Eroe berührt. Ueber dieſes Viereck werden drei Garben neben einander her gelegt, dann wieder drei andere auf die vorher⸗ gehenden, darauf zwei und endlich eine, welche den Schluß macht. Man legt dieſe 9 Garben alle in derſelben Richtung, und zwar ſo, daß ihr Strohende dem Regenwinde entgegengekehrt iſt. Da nun der untere Theil jeder Garbe betraͤchtlich dicker als ihr oberer Theil iſt, ſo bildet der Haufen eine Abdachung, welche ſich nach der dem Regen entgegengeſetzten Seite neigt, wodurch das Waſſer alſo leichter über die Aehren wegläuft. Seil, ein wackerer Landwirth zu Lonnig auf dem Mai⸗ felde, läßt ſeit einigen Jahren Gerſte und Hafer, ſtatt zu dre⸗ ſchen, ausreiten. Einige Krieger, welche bei ihm im Quartier lagen, gaben ihm darin den erſten Unterricht. Die Garben werden dabei aufrecht geſtellt, und zwar ſo, daß ſie ringsum nur von unten an die Waͤnde anſtoßen, von oben aber ſich nach dem Innerr 3— 4 über d maͤßige vor. 2 treide Exkren befinde merget war e rere) J. ſchen. weil ſi W Matz Aprils worder aber n demſel lich ſer man d ſaat. dern m Bu ſäet, w nig Un und di 30 und nie = ind nuͤtlic = in der Mo⸗ gebundenen Arreide bleibt ampfiehlt ſic ier zu Lande es'ißen Som⸗ piſo iſ aller⸗ ſich dieſen an, als man ten vollkon⸗ neift. Daher aichnitt fruh aen, welches tiſt Bn liegenden an ſtehenden iſt. Man ſpo daß di anr unterſten e Aehre die arben neben 8= die vorher⸗ luß macht. 1a, und zoar br iſt. Da Ker als iht wung, welhe matt, wodurch Mai⸗ att zu dre⸗ an Quartiet 5 tben werden Sim nur von⸗ 4 nach dem 227— Innern der Tenne gegen einander anneigen. Ein Reiter kann 3—4 Pferde lenken. Er bewegt ſich damit in Form einer 8 über dem Getreide hin und her. Auf eine Tenne von mittel⸗ mäßiger Größe nimmt man jedesmal 100 Garben auf einmal vor. Nach dem Ritte von einer halben Stunde wird das Ge⸗ treide aufgeſchüttelt, wieder beritten, und Beides noch ein paar⸗ mal wiederholt. Ju Jahren, wo die Körner ſich leicht löſen, iſt das Ausreiten in einer Stunde vollführt; in andern Jahren bedarf es etwas mehr Zeit, doch nie über 2 Stunden. Es folgt nothwendig Jemand mit einem Korbe, um die Exkremente, welche den Pferden entfallen, aufzuleſen.— Seil befindet ſich ſo wohl bei dieſer Vorrichtung, daß er das Som⸗ mergetreide nicht mehr anders ausdreſchen will. Im erſten Jahr war er der Einzige, der es that, im zweiten fand er ſchon meh⸗ rere Nachahmer unter ſeinen Nachbarn. In der Rheingegend wird für das ſechszehnte Korn gedro⸗ ſchen. Die Dreſcher müſſen ſich immer noch gut dabei ſtehen, weil ſie die Arbeit nicht gern für Koſt und Lohn übernehmen. XVIII. Hülfentrüchte. Wicken und Linſen werden in der Moſelgegend zu Ende März in leichtere Felder geſäet; Erbſen aber in der Hälfte Aprils in fette Rübenfelder, die zu dem Ende zweimal gepflügt worden ſind, einmal ganz früh, das zweitemal zur Saat, wobei aber nie geeggt wird. Das Pflügen geſchieht nach Winter. Vor demſelben darf der Boden nicht berührt werden, welches ſchäd⸗ lich ſeyn würde. Man nimmt noch einmal ſo viel Samen, als man Roggen nehmen würde; es iſt alſo eine koſtſpielige Aus⸗ ſaat. Erbſen, Wicken und Linſen werden nicht abgehauen, ſon⸗ dern mit dem Krummeiſen aus dem Boden geriſſen. Buchweitzen wird im Mai nach zweimaligem Pflügen ge⸗ ſäet, wobei man bei der hier wenig geſchätzten Frucht auch we⸗ nig Umſtände macht, und ihr nur den Auswurf der Gemarkung und die ſchlechteſten, ſandigſten und kieſigſten Felder einraͤumt. Zu den kleinen Vicebohnen wählt man ein gutes, reines und nicht friſch gedüngtes Land. Man legt ſie im Mai, wenn 15* keine Fröſte mehr zu fuͤrchten ſind, zu 5, 8— 10 beiſammen auf die friſche, nicht abgeeggte Furche, ſo daß ſie kaum mit Erde bedeckt werden. Sie erfordern ℳ oder% weniger Ein⸗ ſaat, als man Roggen nehmen würde. XIXN. Futterbau. Futterkräuter.„Der Kleebau,“ ſagt einer meiner Corre⸗ ſpondenten aus der Rheingegend,„wird ſtark bei uns betrie⸗ ben, und mit Recht für das weſentlichſte Hülfsmittel der in neuerer Zeit geſtiegenen Cultur betrachtet, beſonders weil er die Stallfütterung und die daraus hervorgehende Dungvermehrung befördert. Im Durchſchnitt kann man den ſiebenten bis achten Theil des Areals als Kleefeld annehmen. Diejenigen, welche eine ſtarke Zulage von Graswuchs haben, bauen etwas weniger; die, welche einen Abgang an Gras haben, bauen zwar manch⸗ mal mehr Klee, es hat dieſes aber keinen guten Erfolg.“ Man ſäet den Klee im März über den Roggen, und nimmt 7—8 Pfund auf den hieſigen Morgen, wenn es einzelne Grund⸗ ſtücke ſind; da, wo aber ein großes Kornfeld zuſammenliegt, reichen 5— 6 Pfund zu. Im April wird gegypſt oder gekalkt. Von dem Gyps werden 3, von dem Kalk 6 Malter oder 24 Centner gebraucht. Da, wo der Klee gekalkt worden, hält die gute Wirkung mehrere Jahre nacheinander an. Vom weißen Klee braucht man bei einzelnen Stücken 5 bis 6 Pfund Samen auf den Morgen; bei größern Maſſen ſind 4 Pfund hinreichend. Dieſer Klee wird ebenfalls gegypſt. Wenn er nicht abgetüdert werden ſoll, ſo wird der erſte Schnitt geheut, der zweite ſteht zu Samen. Man behauptete zu Siegburg, daß, wenn der weiße Klee in gutes Land geſäet werde, ſein erſter Schnitt mehr Heu gebe als der des rothen Klees. Er verbeſſert namentlich den Boden, ſelbſt wenn er geheuet und von dem Nachwuchſe der Same aufgenommen wird. Nach dem weißen Klee werden Weitzen und Roggen mit Vortheil gezogen, vorausgeſetzt, daß die Narbe nicht zu ſpät umgebrochen wird. Daß nach dem rothen Klee der Hafer das Vorthei Eine O günſtig Man! D. als ul braucht Quanti gerigne A Miſte Jenes ſelbſt Miſt gypſt. der Kl Gyps, d ). Zeitpr man! zu beſt doch r den g Einfül beſtim hat ſi düngt gezoge der Le bflegt feln di D. ker bet Bauer ſͤet d nicht, in beiſammen kaum mit veniger Ein⸗ it iner Corre⸗ 1 Zuns betrie⸗ tttel der in r weil er die r vermehrung in his achten t zeen, welche n as weniger; war manch⸗ D. eund nimmt na lne Grund⸗ Ammenliegt, er gekalkt. naot oder 4 =i, hätt die icken 5 bis E ſen ſind 4 „Venn er Sittt geheut, Sbutg, doß⸗ ues ſein erſter erbeſſert nn von dem zt zu ſpät n Haſtt da — 229— Bortheilhafteſte ſey, was man ſäen kann, dafüur ſpricht nur Eine Stimme. Obgleich der Boden der Moſelgegend dem Klee weniger günſtig iſt, ſo wird er doch ziemlich ſtark daſelbſt gebaut. Man wählt vorzugsweiſe den ſchwereren Boden dazu. Der meiſte Klee wird mit der Gerſte geſäet, wo er beſſer als unter Weitzen und Roggen gedeiht. Im erſten Falle braucht man 12, im letzten 14 Pfund Samen. Dieſe ſtarke Quantität beweiſet ſchon, daß der Boden nicht beſonders dafür geeignet iſt, denn ſonſt wäre die Einſaat zu ſtark. An einigen Orten werden geachtete Kleefelder mit langem Miſte überfahren und das Stroh im Frühjahr wieder abgeharkt. Jenes geſchieht aber nicht des Froſtes, ſondern des Düngers ſelbſt wegen, daher man auch auf geringere Kleefelder keinen Miſt bringt.— Allgemein wird der Klee im Frühjahre über⸗ gypſt. Ein Oekonom findet am beſten, ſolches zu thun, wenn der Klee ſchon eine Hand lang iſt. Man braucht 3 bis 4 Ctr. Gyps, wovon der Ctr. nicht über 6—7 gGr. koſtet. Nicht ſehr fern,“ ſagt ein Correſpondent,„iſt bei uns der Zeitpunkt, wo man dieſes köſtliche Futter eingeführt hat, und man hat ſich nur 25— 30 Jahre zurüͤckzuerinnern, um die Zeit zu beſtimmen, wo er zwar nicht erſt anfing gekannt zu ſeyn, aber doch nicht häufig gebaut wurde. Sein herrlicher Einfluß auf den ganzen Ackerbau iſt ſo einleuchtend, daß man von deſſen Einführung zu der Vollkommenheit jedes Ackerbaues die Epoche beſtimmen möchte(nur die Schäfer haſſen ihn). Die Viehzahl hat ſich ſeitdem verdoppelt und verdreifacht. Felder werden ge⸗ düngt, die es früher entbehren mußten; Früchte werden mehr gezogen; die Brache wird alljährlich kleiner, und mit der Menge der Lebensmittel iſt auch die Menſchenmenge geſtiegen; ja, man pflegt hier ſich erſtaunt zu fragen, wie ohne Klee und Kartof⸗ feln die alte Welt habe beſtehen können?“ Dennoch könnte der Kleebau bei größern Bauern hier ſtär⸗ ker betrieben werden. Nicht ſo bei den geringern. Der kleinſte Bauer, ſollte er auch nicht mehr als einen Morgen beſitzen, ſäet darauf ein Stückchen mit Klee an. Kann er das aber nicht, ſo ſucht er Klee auf einem fremden Stücke zu miethen. 4¼ — 230— Der größere Bauer, wenn er Graswuchs beſitzt, hat bei einem Areal pon 50 Morgen nicht über 3 Morgen Klee; der, welcher 100 Morgen baut, hat oft nicht mehr als 5 Morgen in Klee. Geht es aber mit dem Ackerbau ſo fort, wie in dem letztver⸗ floſſenen Jahrzehend, und wird dem Unfuge der Schäfer geſteu⸗ ert, ſo wird ſich der Kleebau noch um ein Drittel vermehren. Man kommt allgemein in der Gegend von Coblenz darin überein, daß ſeit der Einführung des Kleebaues ſich die Zahl des Viehes um zwei Drittel vermehrt habe. Dabei darbte das wenige Vieh vormals, bis es zur Stoppelweide gelangen konnte, ſo ſehr, daß es durchaus ohne Nutzen blieb. Wenn man wiſſen will, warum ſich die Menſchen ſo ſehr vermehren, ſo darf man nur Klee und Kartoffeln nennen. Nähme man uns beide jetzt, ſo ginge ein Drittel der Bevölkerung zu Grunde. Häufig kommt in der Moſelgegend die edle Luzerne vor, und nothwendig muß ihr Anbau täglich mehr in einem Lande gewinnen, wo der Boden ihr ſo ſehr und mehr als dem Klee zuſagt. Man glaubt kein Futter zu haben, wenn man nicht ein kleines Luzernefeld beſitzt, und wirklich iſt man ohne ein ſolches hier nicht gegen den Mangel an grüner Fütterung geſichert. Man ſäet ſie unter das Sommergetreide und nimmt 16 bis 18 Pfund Samen auf den hieſigen Morgen. Dabei fügt man aber noch 4 Pfund Kleeſamen hinzu. Am allerbeſten geräth die Luzerne, wenn ſie im Mai mit Buchweitzen, etwas Erbſen oder Hafer ausgeſäet wird. Man läßt dieſes Gemiſch aber nicht zur Reife kommen, ſondern füttert es in der Blüthe grün weg. Die Luzerne, welche unter der wohlthätigen Beſchattung gedieh, iſt nun ſtark genug, nebſt dem Klee das Feld allein zu behaup⸗ ten. Auf ſolche Art lohnt ſie ſchon im folgenden Jahre befrie⸗ digend und läßt ſich dreimal ſchneiden. Läßt man aber die Frucht über ihr reifen, ſo darf man ſich ein Gleiches noch kaum im dritten Jahre von ihr verſprechen. Ihre Dauer iſt von 10— 14 Jahren, und würde noch aus⸗ gedehnter ſeyn, wenn man ſie manchmal durcheggen wollte. Wird ein Luzernefeld aufgebrochen, ſo kommen Kartoffeln an die Stelle. Von Eſparſette findet man einzelne Spuren. Bei Klee und Luzerne fur jen ſind eb M rüben, Zu jahtige würde. Menſch K (Kohlt Bei Ge men, K ail wit geſcheh Am b Doch häufelt wohl! ) ſchen nachhe wird maſt! R hen il einen nicht machen das ſi ſchätzb durch 4 bei einen err, welchen n in Klee. em letzter: Üfer geſteu⸗ ermehren. leuz darin d die Zahl 1earbte das „Wen konnte, mnan viſſen darf man en beide jezt, erne vor, eem Lande un dem Klee orn nicht ein nrin ſolches ſcchert. t umt 16 is a fügt mam ſen oder maber nicht en grün weg⸗ wrg gedieh 1 hehaup⸗ 3 hre beſtie⸗ 17 aber die 8 ch kaum Aloch aus⸗ ean wollte. „Roffeln au Klee und eräth die V — 231— Luzerne iſt ſie zu entbehren. Sonſt iſt der hieſige Boden auch für jene geeignet. Die grün zu fütternden Wicken als Aushülfe ſind ebenfalls bekannt. XX. Wurzelgewächle. Man baut in der Moſelgegend Kartoffeln, Runkeln, Brach⸗ rüben, Möhren, Kohlrüben, Erdkohlrüben und Kohl. Zum Kohl hat man beſtändige Felder, die durch das all⸗ jährige Düngen ſo fett ſind, daß das Getreide darauf lagern würde. Er dient, den Abfall ausgenommen, bloß für die Menſchen. Kohlrüben(Kohlrabi) ſind Menſchenkoſt. Erdkohlrüben (Kohlrabi unter der Erde) dienen hauptſächlich für das Vieh. Bei Gelegenheit der Gebirgsgegenden, wo ſie häufiger vorkom⸗ men, habe ich ihre Cultur angegeben. Kartoffeln. Ihre Anwendung iſt bekannt. In der Re⸗ gel wird dazu gedüngt. Ich kenne jedoch Orte, wo ſolches nicht geſchehen darf, weil die Kartoffeln zu ſtark ins Laub treiben. Am beſten und ſchmackhafteſten werden ſie in Kleeſtoppeln.— Doch was geraͤth nach Klee nicht!— Daß ſie behackt und be⸗ haͤufelt werden, verſteht ſich. Die Unterlaſſung davon hat auch wohl nur bei Barbaren ſtatt. Möhren werden nicht viel mehr geſäͤet, als fuͤr die Men⸗ ſchen nöthig iſt. Man jätet und hackt ſie im Juni, läßk auch nachher kein Unkraut dazwiſchen aufkommen. Der Ueberfluß wird an die Pferde verfuttert, häufiger aber auf die Rindvieh⸗ maſt verwendet. Runkeln(Runkelrüben) werden haͤufig gezogen, und ſte⸗ hen in großer Verehrung, ſo viel Dung ſie auch koſten. Für einen Stallfütterungswirth, das heißt für einen Mann, der nicht bloß aus dem Getreide, ſondern auch aus dem Viehe Geld machen will, ſind ſie von Wichtigkeit. Ein Wurzelgewaͤchs, das ſich bis in die Mitte des Sommers friſch erhält, iſt ſehr ſchätzbar. Zu den Runkeln muß ſtark gedüngt, und der Dung durch ein zweites Pflügen wohl mit der Erde vermengt werden. Allgemein werden ſie hier verpflanzt, welches auch nur die — 232— einzige wahre Art bleibt, ſie zu behandeln. Uebrigens habe ich die Cultur, ſo wie ſie hier betrieben wird, in der Belgiſchen Landwirthſchaft angegeben. Die Runkeln dienen im Frühjahre, mit Häckſel oder Kaff gemiſcht, zum allgemeinen Futter, beſon⸗ ders der Zugochſen, die ſchöne Leiber davon bekommen und da⸗ bei arbeiten können. Daß ſie den Boden ſtark ausziehen, hat ſich leider auch hier bewährt. Den größten Platz, wie wir bei Gelegenheit der Frucht⸗ folge geſehen haben, nehmen die Brachrüben ein. Die ganze Fruchtfolge ſcheint ſich nur um ſie herum zu ziehen. Es iſt die⸗ ſes um ſo bemerkenswürdiger, als hier von keinen behackten Rüben die Rede iſt. Der Stallfütterungswirth ſorgt zuerſt für ſein Vieh, dann für ſich und das Uebrige. Man düngt ſtark zu den Rüben und pflügt dreimal. Später werden ſie ausge⸗ krautet und einmal geblattet. Ob Letzteres allgemein, und mit welchem Erfolge weiß ich nicht. Wenn meine Landsleute ein⸗ mal im Elſaß geweſen wären, und daſelbſt das Rübenhacken geſehen hätten, ſo würden ſie ſchon längſt es eben ſo gemacht haben. Die Urſache, warum hier der Rübenbau oder vielmehr der Bauer dabei beſtehen kann, iſt, daß man hier weiſe genug iſt, Sommergerſte, alſo kein Wintergetreide, darauf folgen zu laſ⸗ ſen. Wenn die Brachrüben anderswo mehr Nachtheil als Vor⸗ theil bringen, ſo kommt es von dem unrichtigen Syſteme her, nach welchem der Dreifelderwirth nichts Anderes als Winter⸗ getreide darauf folgen laſſen darf. Die Rüben ſind das Hauptfutter im Herbſte und dem größ⸗ ten Theil des Winters. Die Kühe geben davon viel Milch und gute Butter, welche man hier unter dem Namen der Rüben⸗ butter ſchätzt. Auch die Zugochſen werden nach der Winter⸗ beſtellung mit Rüben gemäſtet und nur wenig Getreide und Kartoffeln darauf verwendet. Sehy paſſend drückt ſich ein Be⸗ wohner aus der Gegend von Coblenz über den Hackfruchtbau mit folgenden Worten aus:„Von allen Wurzelgewächſen kann man hier ſagen, daß ſie den Boden lockern, das Unkraut ver⸗ treiben und, wenn ein Winter dazwiſchen kommen kann, — das F gewaͤc 3 zelgen pelri Jahre wirku iſt. Durch und! mit zuziet aber Blate einer Gemi Oeffn Verle erhal dazu zweite weiß, allge wenit im 3 köpfe ſie de behat Orte allein her ft u Sns habe ich Belgiſchen Füüthjahre men und da⸗ Jiehen, hat — Stter, beſon⸗ Zeer Fruch⸗ zi Die ganze 18s iſt die⸗ * behackten an zuerſt für rüngt ſtark S ſie ausge⸗ 8, und mit as zleute ein⸗ à benhacken nazo gemacht Awehr der * genug iſ en zu laſ als Vor⸗ 8 ſteme her, Vinta⸗ an dem größ⸗ Milch und 4 er Rüben⸗ Vinter⸗ ar ride und a ein Be⸗ Sfruchtbau aayſen kann 21 raut ver⸗ „ zen kann, — 233— das Feld zum Getreidebau vorbereiten.“ Ich bitte die Wurzel⸗ gewächs⸗Antagoniſten, letztere Bedingniß nicht zu überſehen. In der Rheingegend gibt man ſich weniger mit den Wur⸗ zelgewächſen ab. Brachrüben kommen ſelten vor, und Stop⸗ pelrüben ſäet man nur dann, wenn das Feld im folgenden Jahre rein brachen ſoll, indem man von ihrer ſchädlichen Ein⸗ wirkung auf alle unmittelbar darauf folgende Fruͤchte überzeugt iſt. Wenn die Rüben zu dicht ſtehen, wendet man wohl das Durcheggen an. Bekanntlich wird nur einmal dazu gepflügt und nicht gedüngt. Man hat hier die Gewohnheit, Rüben mit dem Raps auszuſen, und dann jene im Herbſte aus⸗ zuziehen. Sie ſchießen auf dieſe Art hoch ins Laub, geben aber wenig oder gar keine Wurzeln. Man bedient ſich der Blattſtiele oder Rippen zur Hausproviſion, ſchneidet ſie auf einer Häckſellade kurz, und macht ſie in Tonnen ein. Dieſes Gemüſe wird von den Menſchen im Winter verzehrt. Bei dem Oeffnen einer ſolchen Tonne kommt aber die Naſe in gewaltige Verlegenheit. Möhren werden blos auf magerem Boden gezogen. Sie erhalten keinen Dung, werden nicht behackt, wohl aber wird dazu gepflugſpatet, und ſpaͤter ein⸗, auch zweimal gejätet. Ein zweites Jäten beweiſt, daß man mit der Hacke nicht umzugehen weiß, oder ihren Werth mißkennt. Bei Langenfeld, Innigrath u. ſ. w. pflanzt man ziemlich allgemein die bloßen Kartoffelköpfe oder Spitzenden, ſo daß wenig ganze mehr gelegt werden. Zu dem Ende fängt man ſchon im Februar an, die Kartoffeln vor dem Gebrauche jedesmal zu köpfen. Man läßt die Köpfe etwas abtrocknen, und ſchichtet ſie dann mit Aſche oben und unten zu einem Haufen. Einige behaupten, daß es am beſten ſey, die Köpfe an einem luftigen Orte durch und durch dürr werden zu laſſen, wodurch ſie nicht allein vollkommen erhalten werden, ſondern in der Erde nach⸗ her früher zum Keimen kommen ſollen. — 234— XXI. Anbau der Handelsgewächſe. Hiervon kommt in der Moſelgegend blos das Obſt, und in der Rheingegend nur der Raps vor. Das Obſt iſt für jene Gegend ein wirklicher Handelsartikel, der in ſeinem friſchen Zuſtande nach Köln, Düſſeldorf und ſelbſt nach Holland verführt wird. Man muß ſich alſo nicht wun⸗ dern, wenn man oft die ganze Ackerflur vor lauter Obſtbäu⸗ men nicht ſehen kann. Zum Raps wird in der Rheingegend ſechsmal gepflügt, dreimal geeggt und einigemal gewalzt, ſo daß der Boden mög⸗ lichſt fein und locker liegt. Man bringt ſchon im Mai vielen und guten Dung auf. Die Einſaat geſchieht in der letzten Woche des Julius, oder in der erſten des Auguſt. Man nimmt 3 Pfund Samen auf den hieſigen Morgen. Steht der Raps nach⸗ her zu dicht, ſo wird er durchgeeggt. Man ſchneidet ihn mit der Sichel, noch ehe er ganz reif iſt, und bindet ihn ſogleich in kleine Bunde, welche man auf dem Felde zum Nachreifen aufſtellt, dann einfährt und abdriſcht. Das Stroh dient zur Feuerung. Leute, die keinen guten Boden, oder bei ſchlechtem Boden nicht Ueberfluß an Dung haben, müſſen ſich mit dem Rapsbau nicht befaſſen. XXII. Vertchiedene Gegenſtände. Unkrauter. Eines der böſeſten Unkräuter nach der Quecke iſt an einigen Orten der Rheingegend der Fuchsſchwanz. Die Pflanze ſchien mir einjäͤhrig. Sie bringt eine ungeheure Menge platten ſchwarzen Samens. Der Theil eines Haferfeldes, den man 2 Jahre vorher rein gebracht hatte, war weit mehr davon angeſteckt, als ein anderer deſſelben Feldes, der zur Zeit, als jener brachte, Buchweitzen getragen hatte. Die ſchädlichſten und häufigſten Unkraͤuter in der Moſelge⸗ gend auf Feldern, unter den Fruͤchten und Futterkraͤutern ſind: a) der kleine rothe Mohn, b) die Raden, Agrostemma githago, c) die Winde, ten, d wechsl vertilg ſtaͤrken durch waſche — gegend Sie in na ſich d Man Thiere vor, tilgen man zubrin 7, bſt, und delsartikel, e und ſelhſt icht wun⸗ 1 Oſſthaͤu⸗ mn gepfluͤgt, dden mug⸗ ⸗ ai vielen E ten Woche nimmt 3 aps nach⸗ ihn mit dan ſogleich rndachreifen za dient zur a ſchlechtem mit dem — * der Ouecke anz. Dir are Menge e(des, den ehr davon 1 geit, als aa Moſelge⸗ arern ſind: — 235— d) die Hohlwicke(Vogelwicke wahrſcheinlich), e) die Quecken, f) der Schacht(Equisetum arvense), g) die Kamille, h) die Diſteln, i) der Heedsraſen, k) der Klapper(Rhinanthus crista galli), 1) die blaue Wucherblume(wahrſcheinlich Centaurea cyanus), m) die böſe tiefgehende Hohldorn(Hauhechel), n) der Bocksbart, 0) der wilde Holder(Attich, Heiland), p) die Flachsſeide, J) das Taͤſchelkraut, r) die Wolfsmilch(Euphorbia esula), s) der Fuchsſchwanz, t) die Reibe, u) die Ackerklette,— v) die Brennneſſel auf dem Maifelde, xX) der blaue Ritterſporn, ebendaſelbſt, unter dem Roggen. Man ſucht alle dieſe durch tieferes Pflügen, häufiges Jä⸗ ten, den abwechſelnden Bau von Wurzelgewächſen und die Ab⸗ wechslung der Früchte mit Klee zu verdrängen. Den faſt un⸗ vertilgbaren Hauhecheln ſucht man durch tiefes Ausgraben und ſtärkern Dung der Felder zu ſteuern. Die Quecken werden durch die Egge ausgeriſſen, von einzelnen Leuten aufgeleſen, ge⸗ waſchen und verfüttert. Ungeziefer. Eine Plage des Landmannes in der Moſel⸗ gegend ſind die ſogenannten Kornthiere(Curculio frumentarius.) Sie halten ſich in den Scheunen auf und ſchoten, beſonders in naſſen Jahren, das Getreide aus. Bei dem Dreſchen finden ſich dann oft auf jedem Lager mehrere Metzen leere Hülſen. Man hat bisher noch kein Tilgungsmittel gegen dieſe ſchädlichen Thiere erfunden. Einige ſchlagen hierzu die ſchwarzen Ameiſen vor, welche, in die Scheunen übergetragen, den Curculio ver⸗ tilgen ſollen. In neuerbauten, wohl bekalkten Scheunen, wo man ſich hütet, fremdes Stroh aus verdächtigen Scheunen hin⸗ zubringen, finden ſich jene Thiere nicht. — 236— Mittel, den Ackerbau zu befördern.„»Das beſte Mittel hierzu iſt, ſagt ein Landwirth aus der Rheingegend, wenn den Ackersleuten freier Spielraum gelaſſen, der Cultur keine Hinderniſſe in den Weg gelegt, hauptſächlich aber, wenn der Soldatenſtand nicht zu ſehr vermehrt wird. Der Ackerbau hat wirklich in hieſiger Gegend, durch Vermehrung der Truppen, durch Errichtung der Landwehr und häufiges Exerciren derſelben ſtark gelitten. Es fehlt daher durchgehends an guten Pflügern und überhaupt an Dienſtboten, und der Arbeitslohn wird ver⸗ doppelt.“. „Das Landwehrweſen, ſagt ein anderer, hat den leidigſten Einfluß auf unſern Ackerbau. Die Pächter tragen Bedenken, junge Leute, welche zu den meiſten Arbeiten am brauchbarſten ſind, zu dingen, weil ſie nicht ſicher ſind, daß ſelbe zur Zeit oder Unzeit aufgeboten werden, und dann die Arbeit mit ſammt der ganzen Wirthſchaft ins Stocken gerathe.« Charakter des Landvolks. Das Landvolk an Rhein und Moſel iſt nicht mehr das, was es vor 20 Jahren war. Es rückte, ſo wie die übrigen Stände, mit dem Geiſte der Zeit im Guten und Böſen vor. Seine Abneigung gegen die Elaſſe, welche ſich Herren nennt, iſt erloſchen, ſeitdem dieſe dem Landmann den Grad von Recht und AOchtung zugeſtehen, der ihm gebührt. Der Name Bauer iſt, bei der Gleichheit der Bürgerrechte und der Aufbebung aller Privatzwangsmittel, kein Schand⸗ und Spottname mehr. Die Unabhängigkeit, die Selbſt⸗ ſtaͤndigkeit, eine Art von Wohlſtand, geben auch dem Ungebil⸗ deten eine bisher unbekannte Kraft und entwickeln in ihm nicht geahnete Fähigkeiten. Da ſich vor ſeinen Augen eine beſſere Ausſicht in die Zukunft öffnet, ſo werden ihm auch ſeine Kin⸗ der lieber, und er verwendet Etwas auf ihre Bildung. Da er an den Herren aus den Städten wohl ſieht, daß Kleider Leute machen, ſo hängt auch er ſeinen zerlumpten Kittel hinter die Thuͤre, erſcheint am Sonntage mit einem anſtaäͤndigen Rock in der Kirche, und die Mutter will, daß es auch bei den Kindern ſo gehalten werden ſoll. Der Schmutz ſchwindet und die Rein⸗ lichkeit ſtellt ſich ein. Mochte der Menſch nur faͤhig ſeyn, in allen ſeinen Unternehmungen die ſchöne Mittelſtraße zu halten, 4 und, Rohhe rufes auf d nicht und a Das heſte eingegend, der Cultur Aber, wenn —r Ackerbau er Truppen, d derſelben 11 Mflügern wird ver⸗ * leidigſten Bedenken, uͤochbarſten e zur Zeit n mit ſammt Noan Rhein Dren war. 1ee der Zeit * die Glaſſe, en dieſe dem „Hehen, der Ecchheit der ittel, kein ddie Selbſt⸗ Ungebi⸗⸗ in ihm ine beſſere be ſeine Kin⸗ E g. Da er d deer belte Wwinter die Li Rock in aa Kindern un die Reil⸗ er ſeyn, in — 2 zu halten, — 237— und, gleich weit vom Schmutze und Prunke, von aäußerſter Rohheit und überflüſſiger Aufklärung, den Pflichten ſeines Be⸗ rufes treu zu bleiben, Zucht, Sitte, Einfalt und Religion nicht auf die Seite zu ſchieben und die Schranken ſeines Standes nicht zu uͤbertreten! Das gewähre Gott meinen Mitbürgern und allen meinen Pflug⸗ und Ackergenoſſen! * Anhang. Belchreibung des Weinbaues Nheinpreußen. Beſchreibung des Weinbaues in Rheinpreußen*). Erſter Abſchnitt. Allgemeine Betrachtungen. Der Weinbau, uns von den Römern überbracht, hat ſich ſeit ihrer Zeit nur wenig verbeſſert. Glauben wir den Schriften *⁵) Mit Vergnuͤgen ubernahm ich es, aus dem Vortrag uͤber Weinbau, den mein hochverehrter vehrer J. N. v. Schwerz im Jahr 1820 als Director des Hohenheimer Inſtituts den Candidaten der Anſtalt, zu denen ich damals gehörte, hielt, einen Auszug zu machen und zum Druck zu ordnen. Dieſer Vortrag beſchränkte ſich, wie natuͤrlich, nicht blos auf den Rheinpreußiſchen Weinbau, ſondern: auch auf den Rheingauer, Ungariſchen, Wuͤrtembergiſchen ꝛc.; kurz, er gab ein Bild der verſchiedenartigſten Verfahrungsweiſen bei dieſem landwirthſchaft⸗ lichen Zweige und ſtellte die durch die Erfahrung bewährten Grundſätze daruͤber auf. Ihn vollſtändig mitzutheilen, lag da⸗ ber außer dem Kreiſe der vorliegenden Schrift; dagegen ſchien es — mir nicht angemeſſen, mich mit der Aufnahme deſſen zu begnügen, was ſpeciell den Weinbau an der Moöſel, Aar, Nabe und dem Schwerz, Landwirthſch. 11. 16 242— der agronomiſchen Claſſiker, wie Columella, Varro, Pal⸗ ladius, ſo haben wir ſogar die Sorgfalt und Genauigkeit, wo⸗ mit die Römer bei dem Weinbau verfuhren, noch nicht einmal erreicht; ſelbſt in den letzten drei Decennien, wo die Wiſſenſchaft des Acke rbaus ſo weſentliche Fortſchritte gemacht hat, iſt es mit dem Weinbau bei den alten Mißbräuchen und Vorurtheilen geblieben. Bekanntlich vermögen nur größere Landwirthe auf bedeu⸗ tende Verbeſſerungen auszugehen, und ſich Neuerungen und Ab⸗ weichungen von der hergebrachten Eultur zu erlauben, die als noch wenig bekannt und noch weniger eingeübt, im Aufang, wo nicht mit Verluſt und Entbehrung, doch immer mit einigem Riſiko verbunden ſind. Ein ſolches Riſiko iſt aber bei weitem größer bei dem Weinbau, als dem Getreidebau, indem ein Miß— griff bei dieſem nur auf 1 Jahr, bei jenem auf eine Reihe von Jahren einwirkt. Wie dürften alſo die gewöhnlichen Winzer, die mehr wie Taglöhner als Herren ihrer kleinen Beſitzungen zu betrachten ſind, ſich einer ſolchen Aufgabe unterziehen?— Fügen wir hiezu die Vorurtheile und die Anhänglichkeit an das Herkommen, denen die Winzer um ſo mehr ankleben, als ſie weniger verſtehen, wie ſolches allen ungebildeten Menſchen eigen Unterrhein betrifft; dieſe Notizen, bruchſtückartig hingeworfen, däuchten mir im Verhältniß zu der Reichhaltigkeit des Vortrags, den ich vor mir hatte, wahrlich allzumager, allzufarblos; kaum hätte ſich der verehrte Schwerz darin als Verfaſſer wieder erkennen laſſen. Ueberzeugt, im Sinne der Leſer dieſer Schrift zu handeln, gebe ich deßhalb im Nachſolgenden etwas mehr, als die Ankuͤndigung verſpricht, nämlich auch die weſentlichſten der all-— gemeinen Lehren; ſie dienen zugleich als Ergänzung, wo ſpeecielle Notizen der betreffenden Gegenden mangeln oder für den Plan des ganzen Werks nur mit allzugroßer Weitläufigkeit hätten ein⸗ geſchaltet werden können, wie dieß zuweilen im vierten Abſchnitte der Fall iſt. Möge, auf ſolche Weiſe geordnet, der vorliegende Anhang den Freunden der Landwirthſchaft den Beweis liefern, daß Schwerz nicht blos im Acker⸗ und Wieſen⸗Bau, ſondern auch im Weinbau, über den bis jetzt nichts aus ſeiner Feder im Druck erſchienen iſt, ſeinen eigenthuüͤmlichen, die Wiſſenſchaft fördernden und zugleich den Praktiker beſonders anſprechenden und belehrenden Weg gieng. Prof K. Göriz. Wein daß Men lich! Weit führe ſeyn, b bau ſtig, einige könnt iſt, u den 9 deuten rem? Aus u land, ſerma außerſe Es einen; in der ſtaͤndi 48. un da ind 4 V Frro, Pak auigkeit, vo Nicht einnal ⸗ Wiſenſchaſt 3, iſt es mit Gorurtheiln I auf bedeu⸗ zen und Ah⸗ Ren, die ass 8 Anfang, vo önit einigem 8 bei weitem im ein Mißſ⸗ Neihe von à jen Winzer, Beſitzungen mr ziehen!— J ſeit an das en, als ſie Tnſchen eigen hingeworfen zes Vortrag, a rblos; kaum aſſer wiedir er Schriſt n m mehr, äls di A ſien der al⸗ 8, wo ſpetielle a ür den Plan —t hätten ein zen Abſchnitte vorliegende Kr eis liefern, rau, ſondern aun ſeiner Feder Wiſſenſchaft anſprechenden Goriz. — 243— iſt, ſo darf man ſich über das Stocken der Fortſchritte des Weinbaus nicht wundern. Es ſteht jedoch zu erwarten, daß das Beiſpiel einer mehr vermögenden, mehr gebildeten Claſſe, gekrönt durch ſichtbar guten Erfolg auch über dieſen für viele Gegenden ſo weſentlichen Zweig der Landwirthſchaft ein helleres Licht verbreiten und den größern Haufen unmerklich zur Nach⸗ ahmung reizen werde. Indeſſen ſtellt ſich ſchon deßbalb dem Streben größerer Weinbergbeſitzer ein nicht unbedeutendes Hinderniß entgegen, daß nämlich ſie ſich gerade jener von Vorurtheilen umſtrickten Nenſchen bei ihrem Andersmachen bedienen, alſo ihnen perſön⸗ lich und unaufhörlich auf dem Nacken ſitzen müſſen. Wäre der Weinbau mit Pferden und Ochſen, wie der Feldbau, zu voll⸗ führen, die Verbeſſerungen würden leicht und längſt vollführt ſeyn, allein hartmäuliger als das Pferd iſt der Menſch. I Clima. Ungleich mehr, als bei dem Ackerbau, kommt bei dem Wein⸗ bau das Clima in Betracht. Es ſind wenig Climate ſo ungün⸗ ſtig, wo nicht wenigſtens einige Getreide⸗ oder Gemüſe⸗Arten, einige Futterkräuter angebaut werden und zur Reife gelangen könnten; nicht ſo bei einem Bau, wo die Rebe Eins und Alles iſt, und wenn gleich eine zahlreiche Menge von Varietäten bei den Reben Statt hat, ſo iſt doch der Unterſchied nicht ſo be⸗ deutend, daß man ſich eine bedeutende Abweichung über die ih⸗ rem Anbau von der Natur vorgeſteckten Gränzen erlauben darf. Aus wärmeren Gegenden herſtammend, kann die Rebe in Deutſch⸗ land, und zwar blos in dem mehr ſüdlichen Theile deſſelben, gewiſ⸗ ſermaßen nur erkünſtelt werden, ihre Frucht kommt daſelbſt nur äußerſt ſelten in ausgezeichneten Jahren zur vollſtändigen Reife. Es bleibt überhaupt ein mißliches, gewagtes Unternehmen, einen Weingarten in einem Land anzulegen, in welchem man in der Regel nicht auf einen zeitigen Frühling und warmen be⸗ ſtändigen Sommer rechnen kann. Eigentlich ſollte über den 48. und 49. Grad nördlicher Breite kein Wein gebaut werden; da indeſſen die höhere und tiefere Lage einer Gegend, der Schutz 16** — 244— hoher Gebirge einen nicht unbedeutenden Einfluß auf das geo⸗ graphiſche Clima haben, ſo rückt man mit dem Anbau des Weins auch wohl weiter gegen Norden, als geſagt iſt, wiewohl mit weniger Sicherheit. Ibrer Steilheit und ihres felſigen Bodens wegen nicht anders zu benützende Berge koͤnnen hiezu berech⸗ tigen, aber unrecht iſt es, an ſolchen Orten auch die Flächen dazu zu verwenden und den Güterbau zu ſchmälern, um nur herben Wein mit vieler Gefahr und ſtarken Auslagen zu er⸗ zielen. Manche ſchroffe Ufer des Rheins und der Moſel, jetzt von Menſchen bewohnt, würden ohne Weinbau verlaſſen ſeyn. Weiter aber, als höchſtens zum 51. Grad, finden wir am Rhein keinen Wein, und in dieſer Entfernung noch eher guten rothen, als weißen. Auch kann der Weinſtock in Europa ſoweit blos in dem weſtlichen Theile Deutſchlands gedeihen. II. Lage. Berge und Hügel gehören zum Gebiete des Bacchus, die Ebenen zu denen der Ceres. Eine gebirgige, hügelige Lage wird allenthalben für die paſſendſte für den Weinbau gehalten. Die Ebenen erzeugen wohl mehr Wein, der ſich aber an Güte mit dem der Abſeiten der Berge nicht meſſen kann. Die Stoͤcke erfrieren hier leicht, blühen nicht ſo bald, das Holz wird nicht ſo reif, auf feuchtem ſchwerem Boden oft gar nicht; in etwas regneriſchen Jahren leiden die Reben durch die Näſſe; ein Stock beſchattet den andern, benimmt ihm Sonne und Luft; Reifen, kalte Nebel, Mehlthau zerſtören Blätter, Blüthen und Trauben, beſonders wenn die Ebenen zu ſehr eingeſchloſſen ſind, alſo keine ſtreichende Luft den ſchädlichen Einflüſſen einer feucht kalten Atmoſphäre entgegen wirken kann. Der Gärtner legt ſeine Obſt⸗Spaliere gegen eine Wand an, und ſollte er auch eine von Schilf, wie in den Niederlanden, errichten, um die Baͤume gegen den Einfluß kalter Winde zu ſchützen. Das Erwärmen einer ſolchen Wand, das Abprallen der Sonnenſtrahlen, die Concentrirung der Wärme tragen nicht wenig zur ſchnellern und vollkommenern Zeitigung des Obſtes hei. dem( gel de Gärtt einen die E tung Vorth den deſſen ſo wi gen zu u Wän brech 3 Spiel ſeite ſo w Wein Theil Ueber haupt dem Berg und d Nitt Wirk. J fuͤr ei Theile Mitte zur L ſuͤdwe i das gue b 2 des Weint viewohl mit aen Bodens heezu berech⸗ e Flächen e, um nur Szen zu er⸗ — Soſel, jeßt a laſſen ſeyn. am Rhein ten rothen, Soweit blos V 2 cchus, dit Lage wird ilten. Die V 8. Güte mit Ddie Stöcke vitd niht m;:; in etwas =; ein Etech t Reifen, — ad Trauben, 17, alſo keine ücht kallten a Wand an, C derlanden, 21 Winde zu . Abprallel a ragen nihh 4 des Ohbſte — 245— bei. Den Schutz und die Vortheile, welche eine ſolche Wand dem Gärtner gewährt, gewähren die Seiten der Berge und Hü⸗ gel dem Winzer. Zur Erziehung des frühern und feinern Gemüſes legt der Gärtner Beete oder Rabatten ſo an, daß ſie ſo viel möglich einen rechten Winkel mit dem Stande der Sonne bilden, damit die Strahlen nicht davon abgleiten, ſondern in ſenkrechter Rich⸗ tung in den Boden eindringen mögen; daher denn auch der Vortheil einer ſtärkern Erwärmung, welche die abſchüſſige Lage den Weinbergen gewährt. Bei gar ſteilen Bergen iſt man in⸗ deſſen des Entſinkens der Feuchtigkeit und des Abrutſchens, ſo wie der vergrößerten Beſchwerlichkeiten der Bearbeitung we⸗ gen genöthigt, den natürlichen Abhang durch Mauern ſtückweiſe zu unterbrechen, allein alsdann erſetzen dieſe Mauern wie die Wände bei den Spalier⸗Baͤumen das, was durch die Unter⸗ brechung des Winkels mit dem Stande der Sonne verloren geht. Nicht alſo der Berge Rücken, wo die Reben nur das Spiel aller Winde und Stürme ſeyn würden, ſondern ihre Ab⸗ ſeiten ſind es, wo der Wein gedeihen kann; ſelbſt der höhere, ſo wie der niedrigſte Theil dieſer Abſeiten erzeugen einen Wein, der dem in der Mitte nicht gleich kommt; der höhere Theil leidet durch den Abgang an Hitze, der niedere durch den Ueberſchuß an Feuchtigkeit, Nebel ꝛc. Letzteres gilt dann auch hauptſächlich von dem Theile des Weingartens, der ſich von dem Fuße des Bergs in die Ebene hinzieht. Das Geſagte ſetzt ſchon voraus, daß nur von derjenigen Bergſeite die Rede ſeyn könne, welche gegen die Sonne hinſieht, und daß diejenige Richtung die beſte ſey, welche gerade gegen Mittag gekehrt iſt, alſo die Strahlen zur Zeit der größten Wirkung des Sonnenlichtes empfaͤngt. Weder die reinöſtliche noch die reinweſtliche Lage können für einen Weinberg vortheilhaft ſeyn, indem es beiden an einem Theile des Tages an Sonne gebricht, und die Strahlen am Mittag nur von der Seite darauf fallen, ihre Wirkung alſo zur Hälfte verloren geht. Weit beſſer iſt die ſüdöſtliche oder ſüdweſtliche Richtung. Von dieſen beiden verdient die letzte, — 246— gegen die Meinung des braven Sprengers*½), den Vorzug, theils wegen der weniger ſcharfen Winde und der größern Wärme, die ſich am ſtärkſten zwiſchen 1 und 3 Uhr äußert, theils wegen der geringern Gefahr bei eintretenden Maifröſten, wo die auf⸗ gehende Sonne die mehr öſtlich gelegenen Weinſtöcke ſogleich trifft und die gefrornen Saftgefäſſe zerſprengt. Alle nördliche Expoſitionen taugen in der Regel gar nicht. Indeſſen hat auch dieſe auf der Natur des Weinſtocks ſo feſt⸗ gegründete Regel ihre Ausnahme. So liefert der Köſtrich zu Mainz in nordöſtlicher Richtung einen edlen Wein, die berühm⸗ ten Champagner Weingärten von Epernay und Verzenay liegen genau nach Mitternacht; die ſchönen Burgunder Weingärten von Nuits und Beaune nach Morgen. III. Umgebungen. Auch dieſe können einen bedeutenden, vortheilhaften, auch nachtheiligen Einfluß auf die Rebberge und ihre Produkte haben. Zu den vortheilhaften Umgebungen gehören: 1) höhere Gebirgslagen, welche den eigentlichen Weinberg, zumal wenn er gegen einen Hügel anliegt, vor den ſchar⸗ fen Nord⸗ und Oſt⸗Winden beſchützen, am beſten, wenn ſie in einer ſolchen Entfernung ſind, daß dadurch den Re⸗ ben kein Sonnenſtrahl entzogen wird, einen gegen Süden offenen Bogen bilden, in welchem ſich die Hitze zuſammen⸗ drängt und verweilt. **) Balthaſar Sprenger, geb. 1724, geſt. 1791 als Prälat zu Adelberg im Würtembergiſchen, hat viele Verdienſte um die Landwirthſchaft und insbeſondere um den Weinbau. Ein und zwanzig Jahre lang, bis zu ſeinem Tod, wirkte er in der ge⸗ leſenſten Volksſchrift, dem Kalender, auf die Aufklärung ſeiner Landsleute, in vielen andern größern Werken auf die gebildeten Stände. Unter letzteren zeichnet ſich ſeine„vollſtändige Abhand⸗ lung des geſammten Weinbaues“ und ſeine„Praxis des Wein⸗ baues“ aus und iſt noch heute, obwohl die Theorie durch die Fortſchritte der Naturwiſſenſchaften und der Landwirthſchaft ſelbſt weſentliche Veränderungen erlitten hat, in praktiſcher Beziehung eines des gründlichſten und empfehlenswertheſten Werke, welche wir beſitzen. Gz. and V derſc „ eankk. Vege ſehr ſtaͤnd tur, Rebe Berg =tng, thät ten Wärm heils wegen nwo die auf⸗ cke ſogleic 8l gar nicht. v'cks ſo feſt⸗ „Köſtrich zu nie berühm⸗ eay liegen r Weingärten Lä ften, auch aAukte haben. * Weinberg, den ſchar⸗ ſten, wenn · 1cch den Re⸗ — rgen Süden zuſammen⸗ Prälat zu ſß um die — 8 Ein und :in der ge⸗ 1 1' ſeiner je gebildeten Abhand⸗ des Wein⸗ „ane durch die 1 i ut tſelbſt I „Beziebung ung 5 5 ke, welche 8. 217 2) Ströme, Flüſſe und große Seen, deren Ausdünſtungen im heißen trockenen Sommer den Weinbergen Feuchtigkeit zu⸗ füͤhren, wohl auch, weil die Strahlen der Sonne ſich auf ihrem Spiegel brechen und gegen die Reben anprallen. In China ſoll! man Reben ſogar hart am Rande der Flüſſe bauen, und ihre Ranken in Form einer Laube über das Waſſer herwölben. Nachtheilig wirken: 1) die Nähe von Moräſten, feuchten Wieſenthälern, welche Gelegenheit zu ſchädlichen Nebeln, Reifen, Mehlthau ꝛc. geben. 2) Nahe liegende Waldungen und einzelne Bäume, wenn ſie einigen Schatten auf die Weinberge werfen, oder gar mit ihren Wurzeln hineingreifen. 3) Plätze, die dem Wild zum Gehäge und ſchädlichen Vögeln, wie Staaren, zum Aufenthalt dienen. 4) Eine durch nahe, gegen die Sonne gelegene Berge beengte Lage, die zwar nicht im Sommer, doch im Frühjahr und Herbſt den Weinberg mehr oder weniger in Schatten ſtellen. 5) Die Nachbarſchaft von Gebirgen, worauf der Schnee im Frühjahr lange liegen bleibt, beſonders wenn ſie in einer Richtung liegen, welche der vorherrſchende Wind zu dieſer Jahrszeit einhaͤlt. IV. Boden. Außer dem ſchweren zaͤhen Thon, dem ſogenannten kalten und naſſen Boden, ſo wie dem dürren Kies und magern Sand, verſchmaͤht der Weinſtock keine Erde, wenn ſie nicht allzuſehr entkräftet iſt. Ein fetter und guter Gartenboden iſt zwar der Vegetation des Weinſtockes und einem reichlichen Traubenanſatz ſehr guͤnſtig; ſelten aber oder nie giebt er unter ſolchen Um⸗ ſtänden einen edlen, feinen und gewürzhaften Wein. Die Na⸗ tur, welche die fetten Gründe zum Getreide beſtimmte, wies den Reben die felſigten, oft nicht anders zu benutzenden Waͤnde der Berge zum eigenthümlichen Standorte an, und der Menſch ſollte — 248— dieſem Fingerzeige folgen. Kalk⸗, Thon⸗, fette Sand⸗, ja Dach⸗ ſchiefer⸗Gebirge, ſelbſt wahrer Granit, ſind zu Erzeugung edler Weine die günſtigſten. In käͤlteren, haͤufig dem Regen unter⸗ worfenen Gegenden ſind Kalkberge, ſelbſt reiner Kalkſchiefer vor⸗ züglich zum Weinbau geſchickt, indem ihr Geſteine die Feuch⸗ tigkeit am leichteſten durchläßt, und die Wärme am längſten anhält.. Auf Kalkgebirgen wachſen die edelſten Champagner und Burgunder Weine. Der Rüdesheimer Berg beſteht größtentheils aus Kalkſchiefer. Der berühmte Rothenberger bei Geiſenheim wächst im fetten rothen Sandſchiefer, der koſtbare Asmanns⸗ häuſer und die beſſeren Moſelweine auf blauem Dachſchiefer; die berühmteſten Rhoneweine wachſen im reinen Granit. Alle dieſe Steinarten verwittern, wenn ſie einmal, in Stücke zerſchlagen, der Luft, dem Regen, der Hitze und dem Froſt aus⸗ geſetzt ſind, und bilden eine dem Rebenbau günſtige Erde. An der Moſel hält man den Boden für ſo viel beſſer zu dem Rebenbau, als er mehr Schieferſteine enthält. Er beſteht oft aus ½, ja ¾ Steine; fehlt es an letzteren, ſo ſucht man wo möglich ſie von anders woher beizuführen und die Wein⸗ berge gewiſſermaßen damit zu überdüngen. Es wird dieſes Schiefern von fleißigen Weinbauern in regelmäßigen Zeiträu⸗ men etwa im vierten bis ſechsten Jahr wiederholt und wechſelt am beſten mit der eigentlichen Düngung, die dort ebenfalls in einem ſolchen Zeitraume eintritt, ab. Wer einen Weinberg hat, liebt deßhalb als Beigabe einen Schieferfelſen(am liebſten Dachſchiefer, in Ermanglung deſſen auch Thonſchiefer), von dem er ſeinen Bedarf losſprengen und über den Weinberg herbreiten kann. Dieſer Operation ſchreibt man großentheils das Gewürz, das die Moſelweine auszeichnet, zu. Indeſſen verſchmäht die Rebe auch den ſteinlofen Boden nicht, wenn er nur trocken, 3 bis 4 Fuß tief, von geeigneter Zuſammenſetzung und von Thätigkeit iſt. Dieſer Boden muß aber ſelbſt in beträchtlicher Tiefe keine nachtheilige Näſſe ent⸗ halten, folglich auch nicht quellgründig ſeyn. Jede Unterlage von Steinen, beſonders wenn ſie mürbe iſt, ————— —— und! günſt zug, zunä Die Obſt 4, ſn Dah S gung edle gen unta. cchiefer dor⸗ i die Feuch n längſten tagner und ßßtentheils rheiſenheim * Asmanns⸗ achſchiefer; nit. in Etückt = Froſt aus: Hörde. 1 0 heſſer zu Er beſteht i ſucht man 22 die Wein⸗ vird dieſes =n Heitraͤu⸗ And wechſelt at ebenfall n Weinbetg zam liebſten —), von den herbreitn has Gewint —— oſen Boden . geeigneter V 717 wuͤtbe iſt — 249— und keine ſtauende Feuchtigkeit veranlaßt, iſt dem Weinbau ſehr günſtig. Unter den Bodenarten haben vor allen jene den Vor⸗ zug, deren Rinde vulkaniſchen Urſprungs iſt. Dieſen kommen zunächſt die kalk⸗ und mergelartigen, dann der ſandige Lehm. Die übrigen Bodenarten taugen beſſer zum Getreidebau, zur Obſtzucht und zum Holz, als zum Weinbau. Zweiter Abſchnitt. Anlegung eines Weinbergs. Der Boden mag alt oder neu, d. h. ſchon Weinberg oder nicht geweſen ſeyn, ſo iſt das Roden, das tiefere Aufbrechen deſſelben unerläßlich. In dem einen wie in dem andern Falle geht man auf die nämliche Art dabei zu Werke. I. Vorbereitung zum Koden. Hat ein Weinberg ſich uüberlebt, ſo werden an der Moſel die Stöcke in dem letzten Jahre weder geſchnitten noch aufge⸗ bunden, wohl aber der Boden gehackt und gedüngt. Dieſe al— ten Reben geben dann zum Abſchiede nicht ſelten noch einen reichlichen Ertrag. Es haben Einige, wiewohl ohne einen zu⸗ reichenden Grund anzugeben, die angeführte Benutzungsart im letzten Jahre getadelt; es ſcheint aber, daß der Winzer, der ſich zum Umroden, daher zu einer vier⸗ bis fünfjährigen Entbehrung entſchließt, wohl berechtigt ſey, ſeinem Weinberge vorher noch eine Löſe abzufordern, und zwar um ſo mehr, als noch dazu gedüngt wird. Nachdem der Weinberg ausgeworfen, d. h. nachdem die Stöcke mit der Haue an der Erde weggehauen worden, läßt man an einigen Orten den Boden einige, oft 4—6 Jahre liegen, ausruhen, ehe man zum Roden ſchreitet. An andern Orten heſte ſen; Aus⸗ ruht Rep über ſich her allei min Vot Fut We ſteit lichk Not leite ſich ſche Gat unn berg wird vere fort Aon zeug häͤn, dazu Nut Ant um Ma „Eberg oder „alufbrechen d ern Falle der Moſel och aufge⸗ Dieſe al⸗ w ot einen einen zl⸗ azsart in rir, der ſich autbehrung orher noch d och dazu a hdem die a wyen, läßt ore liegen, eern Ortten — 251— beſtellt man ihn ein oder mehrere Jahre mit ſonſtigen Gewäch⸗ ſen; wieder an andern ſchreitet man unmittelbar nach dem Auswerfen zum Ausroden und Pflanzen. Die erſte Weiſe be⸗ ruht auf dem Vorurtheil, daß die Erde einer völligen Ruhe zur Reproduktion bedürfe, welches doch nach unzähligen Erfahrungen überflüſſig iſt. Das Einzige, was eine ſolche Unterbrechung der Cultur für ſich haben könnte, wäre die Beraſung der Oberfläche, die nach⸗ her allerdings einen Vortheil bei der Anpflanzung gewährt; allein wie theuer wird nicht ein ſolcher Vortheil durch die ver⸗ minderte Benützung des Bodens erkauft! Auch iſt dieſer geringe Vortheil weit eher und beſſer durch die Anſaͤung künſtlicher Futterkräuter zu erreichen. Die zweite Art iſt in ſolchen Gegenden, wo der Boden als Weinberg keinen ſehr ausgezeichneten Werth hat, dabei wenig ſteinig iſt, nicht ganz zu verwerfen. Man muß aber die Nütz⸗ lichkeit dieſes Verfahrens nicht, wie Einige wähnen, aus der Nothwendigkeit eines Fruchtwechſels, wie bei den Cerealien ab⸗ leiten: zwiſchen der Abwechslung einer Pflanze, deren Dauer ſich auf ein halbes oder ganzes Menſchenalter erſtreckt, und zwi⸗ ſchen dem flüchtigen Vorübergehen einer Getreide⸗ oder Futter⸗ Gattung beſteht gar kein Verhäͤltniß. Wo die vielhundertjährige Eiche ſtand und ſtarb, ſteigt unmittelbar eine andere aus der Erde hervor; ſelbſt bei Reb⸗ bergen, die, wie an gewiſſen Orten geſchieht, nie gerodet werden, wird an keine Abwechslung gedacht. Wie der Wald ſich ſelbſt, verewigt an ſolchen Orten der Menſch durch allmähliges und fortgeſetztes Einlegen ſeinen Rebberg, ohne daß der Boden eine Abwechslung erfordert oder, ermüdet durch die alljährliche Er⸗ zeugung des nämlichen, aufhört, die Rebe mit Trauben zu be⸗ hängen. Indeſſen kann eine Zwiſchencultur, vorausgeſetzt daß gehörig dazu gedüngt wird, unter manchen Umſtänden von einigem Nutzen ſeyn— es ſey, bei Abgang an zureichendem Boden zum Anbau von etwas Getreide, Gemüſe, Futter, Stroh— es ſey, um vorlaͤufig einen guten Raſen zu bilden, welcher bei dem Pflanzen des Blindholzes nicht ohne Vortheil iſt. 3 — 252— Je weniger Werth der Boden als Weinberg hat, um ſo mehr kann ein ſolcher Zwiſchenbau fortgeſetzt werden; je höher aber jener Werth iſt, um ſo kürzer ſollte dieſer dauern. Endlich wird an ſolchen Orten der Zwiſchenbau nöthig, wo man fehler⸗ haft den Boden nicht zu voller Tiefe zu roden pflegt. An guten Orten ſollte die Unterbrechung der Rebenpflan⸗ zung nicht über zwei Jahre dauern. Iſt der Boden gegraben und geebnet, ſo wird er mit Gerſte oder Roggen und unterge⸗ ſäetem Klee beſtellt, auf deren Benützung alſo nur zwei Jahre hinlaufen; bei dem Ablaufe derſelben wird die Kleenarbe durch das Roden in die Tiefe gebracht, dieſes gibt hernach eine ſehr vortreffliche Pflanzung. Nach der Beſchaffenheit des Bodens kann der Klee durch Eſparſette oder Luzerne erſetzt werden. Der ſich ſelbſt in dem Weinberg erzeugende Raſen kommt einer Kleenarbe nicht gleich. Auf Fels⸗ und ſehr ſteinigem Boden faͤllt endlich der Zwi⸗ ſchenbau von Getreide und Klee, ſo wie alles Ausruhen des Bodens gänzlich weg, beſonders wenn ſehr tief gerodet wer⸗ den ſoll. II. Zeit und Art des Kodens. Unter allen Arbeiten, die der Weinberg erfordert, iſt die des Rodens die beſchwerlichſte. Man wählt alſo gewöhnlich den Winter dazu, wo die Tage nicht ſo lang ſind, die Hitze nicht ſo groß iſt, der Arbeiter alſo weniger angegriffen und erſchöpft wird. Der September und October bleiben jedoch die beſte Zeit zu dem Geſchäfte. Die früh aufgelockerte— aus ders Tiefe hervorgerufene Erde wird durch die oft noch ſehr kräftige herbſt⸗ liche Sonne, dann durch die Spatregen, und endlich durch die Einwirkung der Winterfröſte gebeſſert, der trockene ſteinige Bo⸗ den den Winter über mit Feuchtigkeit, die zum Wachsthum der jungen Reben ſo nöthig iſt, verſehen. Auf jeden Fall bleibt es am räthlichſten, die Zeit zu be⸗ nutzen, ſobald man ſie hat, und die Arbeit nicht auf das Un⸗ gewiſſe hinauszuſchieben, indem Froſt und Schnee ſpäter die Ausführung verhindern können. Zu Rüdesheim hat die Erfah⸗ rung bewieſen, daß die ſchon im Auguſt gerodeten Weinberge ſich auch und werd ſchli bede käͤlte müß jedo lich ſcha len, faͤn berg erfo zur brei arbe erde dant Erde der ferti Dab es! Füll dem tra aber tige darf beit Die 1) Dhat, um ſo ; je hüöher nn. Endlich nan fehler . 3u gegraben d unterge⸗ 1wei Jahre „larbe durch niyj eine ſehr Klee durch bſt in dem 1 icht gleich, 8. der Zwi⸗ „Nruhen des f odet wer⸗ Att, iſt die „Zhylich den 'e nicht ſo s erſchöpſt beſte Zeit ders Tiefe iige hetbſt⸗ durch die eainige Bo⸗ othum der it zu be⸗ un das Un⸗ a paͤter die . die Erfah⸗ an Weinberge Nebenpflan⸗ — 3 — 253— ſich vor allen ſpäter gerodeten auszeichnen. Indeſſen kann auch dieſe Arbeit auf nicht ſteinigem, zumal etwas ſchwerem und feuchtem Boden mit Vortheil bis zum Frühjahr verſchoben werden, um zu verhindern, daß der Boden ſich nicht zu ſtark ſchließe oder von NRäſſe überſättiget werde. Man rodet nie, wenn der Boden gefroren oder mit Schnee bedeckt iſt. Durch das Gegentheil würde der Boden ſo ſehr er⸗ kältet werden, daß der Weinberg viele Jahre darunter leiden müßte; daſſelbe gilt, wenn die Erde naß und ſchmierig iſt, jedoch mit Ausnahme des kieſigen und ſteinigen Bodens. End⸗ lich reutet man auch nicht gerne bei allzurauhen, trockenen, ſcharfen Winden, wo die Erde ſtörrig wird, und die feſten Bal⸗ len, wie Steine, in die Tiefe fallen würden.. Da das Abwärtshacken die Arbeit ungemein erleichtert, ſo fängt man mit dem Roden an dem unterſten Theile des Wein⸗ bergs an. Nachdem nämlich der erſte oder unterſte Graben zur erforderlichen Tiefe und Breite geöffnet, und die Erde davon zur Seite gelegt worden iſt, bezeichnet man den zweiten 3 Fuß breiten Graben allenfalls durch das Spannen einer Schnur, und arbeitet vor Allem die beſſere Krume, es ſey Raſen oder Damm⸗ erde, von der Oberfläche ab und läßt ſie in die Tiefe fallen; dann fährt man mit der Arbeit fort, bis der erſte Graben mit Erde gefüllt, der zweite alſo ebenſo tief ausgeleert iſt, als es der erſte war. Darauf ſchreitet man auf gleiche Weiſe zur An⸗ fertigung des dritten und der folgenden Gräben bis zur Höhe. Dabei bleibt keine Wand zwiſchen den Gräben ſtehen, ſondern es wird der ganze Boden vor dem Fuße umgerodet. Da es zum Füllen des oberſten Graben an Erde gebricht, ſo muß die aus dem unterſten Graben zuerſt ausgeworfene— nach der Höhe ge⸗ tragen und hineingeworfen werden, welches freilich beſchwerlich, aber nur ſelten zu vermeiden iſt. Vom guten und richtigen Roden hängt das Heil der künf⸗ tigen Pflanzung ab; das fleißig beobachtende Auge des Herrn darf folglich nicht dabei fehlen, und es iſt am beſten, dieſe Ar⸗ beit im Taglohn und nicht im Verdinge ausführen zu laſſen. Die weſentlich dabei zu beobachtenden Dinge ſind: 1) daß die Erdſchichte in ihrer ganzen Höhe umgekehrt werde, 2) 3) 4) 5) — 254— d. h. daß das Oberſte in die Tiefe und das Unterſte in die Höhe kommt; man bringt alſo den guten Grund, die Krume und den Raſen hinab, und den rohen Grund herauf. Die Urſachen, die dazu bewegen, ſind einleuchtend. Die Rebe ſchlägt ihre erſten und ſpaͤter auch ihre Hauptwurzeln nicht in der Höhe, ſondern in der Tiefe an. Man muß alſo bei dem Roden um ſo mehr bedacht ſeyn, jenen daſelbſt Nah⸗ rung zu verſchaffen, als man ſpäter nicht mehr zu ihnen gelangen kann; der rohe, oben aufgebrachte Boden aber wird in der Folge durch Dung, Bearbeitung und Einfluß der Atmoſphäre ohnehin ſattſam gemildert und bereichert. Man ſuche den Boden oder die Sohle des Grabens ſo viel möglich mit umgeſtürzten Raſen zu bekleiden, und führe ſolche, wenn die Oberfläche keine erzeugt hat, wenn z. B. kein Klee vorher darauf ſtand, von anderswo bei. Muß die Erde vollſtaͤndig verarbeitet, das Wurzelgeflechte der alten Rebſtöcke gänzlich durchbrochen und zerſtört, und die gröberen Steine weggebracht werden, daher muß das Unterminiren, wodurch ein Theil der Wand von ſelbſt ein⸗ ſtürzt, alſo das Rühren, Verarbeiten und Umkehren der Erde hindert, durchaus unterſagt werden; noch weniger darf ein Streifen unberührt im Boden ſtehen bleiben. Muß der Boden ſo gelegt werden, daß ſeine Oberfläche nachher eine ebene Abdachung und weder Höker noch Keſſel bildet. Man erreicht dieſes— wenn man das Reuten nicht auf den erhabenen, ſondern tiefen Stellen anfaͤngt, wo⸗ durch Raum gewonnen wird, den Grund dagegen hinzu⸗ arbeiten. Umſichtige Weingärtner beobachten ſogar die Regel, die Convexität des Bodens zu vermindern, und ihn ſo concav als möglich gegen die Sonne zu legen. Bei dem Roden iſt wohl zu beobachten, daß die Steine ſo viel möglich oben auf zu liegen kommen, wo ſie durch die Wärme, die ſie an der Sonne aufnehmen, dem Weinſtocke 7 3 frommen, ſtatt daß ſie in der Tiefe dem Vortreiben der jungen Wurzeln im Wege ſtehen. Sind der Steine zuviel, ſo verſenkt man ſie entweder, oder man trägt ſie nach einer höher gelegenen Mauer und ſchüttet ſie in langen Haufen heit un Derſte in di * Hrund, di J und herauf. . Die Rehe — artzeln nicht uß alſo bei ſelbſt Nah⸗ rer zu ihnen J'oden aber ad Einfluß rreichert. Aens ſo viel —n und führe venn z. B. Pei. Tzelgeflechte as kött, und muß das a ſelbſt ein⸗ kehren der eeniger darf a Oterfläche noch Keſſel eeuten nicht aͤngt, wo⸗ en hinzu⸗ — die Regel, ſo contah * Stiine ſo durch die r weinſtocke Abeiben der Sine zuvitl nach einer man Haufen 8) 9) fläche zu benutzen. 255— dagegen an, um ſie ſpaäͤter zum Vertheilen über die Ober⸗ Die Erfahrung hat gelehrt, daß über ſolchen Stellen, wo Steine begraben worden, die Rebſtöcke vorzüglich gedeihen. Man hüte ſich aber, ein ſolches Ver⸗ graben unmittelbar hinter einer Mauer vorzunehmen, wo⸗ durch ſich das Waſſer dahin ziehen und die Mauer bei dem Winterfroſte Schaden nehmen würde. Die größeren Steine werden entweder zu Errichtung der Mauern ver⸗ wendet, oder mit Hämmern zerſchlagen; ſie ſeyen denn von einer Art, die ohnehin an der Luft verwittert. Außer den Steinen ſind beim Auswerfen des Grabens alle Un⸗ krautswurzeln, ſowie die Wurzeln von Brombeeren und ande⸗ ren Geſtraͤuchen ſorgfältig aufzuleſen und ſpäter wegzubringen. Wenn auf koſtbaren Plätzen hin und wieder ein guter trag⸗ barer Stock ſtehen bleiben kann, ſo iſt ſeine Errettung nicht zu vernachläſſigen, nur muß alles um ihn her wohl gerodet werden. Man hat erfahren, daß mancher ganz alte Stock ſich in dem friſch gerodeten Boden wieder erholt und die herrlichſten Trauben gegeben habe. Wenn man einen Platz umrodet, der zwiſchen fremden, noch in ihrer Kraft ſtehenden Weinbergen liegt, ſo pflegen die Reben dieſer letztern die Gelegenheit zu benutzen, ihre Wur⸗ zeln in den nachbarlichen Boden einzuſchlagen, und daher den jungen Reben dieſes letzteren zu ſchaden, oder ſie gar zu verdrängen. In dieſem Falle bleibt kein Mittel, als einen 2 Fuß tiefen Graben dem nachbarlichen Weinberge entlang offen zu halten, und ſo das Wuzelneh deſſelben zu unterbrechen. Man muß nicht glauben, das Roden gut vollbracht zu ha⸗ ben, wenn man ſich begnügt, den Boden in der Sohle des Grabens aufzuhauen, und nicht ſämmtliche Erde in die Höhe bringt. Eine gaͤnzliche Umwälzung des Bodens kann nicht genug empfohlen werden. III. Tieke des Kodens. Die Tiefe des Rodens richtet ſich bald nach der Beſchaffen⸗ heit und der Lage des Bodens, bald nach der Laͤnge der Reben⸗ — 250— ſetzlinge, bald nach dem Herkommen. In den Bergen wird in beiadii b der Regel tiefer als in den Ebenen gerodet; auf lockerem oder b dehe,ſt gutem Boden weniger tief, als auf feſtem oder ſteinigem. 1 merx ſeh Dieſe Regel ſcheint allgemein, weil ſie in der Natur der Um⸗ auf 6 ſtände gegründet iſt. Ob aber der Rodgraben tiefer ſeyn ſoll, als mangeſt die Pflanzrebe lang iſt, darüber ſind die Gebräuche verſchieden; baſſen an einigen Orten will man, daß die Rebe auf dem feſten Bo⸗ luuß d den aufſitze, an andern, daß dieſer wenigſtens ½ Fuß tiefer er⸗ dihe ge brochen ſey, als die Rebe reicht. Im erſten Fall wird alſo der Fundam Graben nicht über 2— 2 ½ Fuß vertieft. icl u Die Erfahrung lehrt durchgängig, daß der Stock beſſer in In tiefer, als in ſeichter gerodeter Erde gedeihe. Das tiefe Roden ſhwem iſt beſonders da von Nutzen, wo man in dem Untergrund vernach Schichten von weißer Kalkerde, Sand oder feſtem Thon antrifft, nicht al in welchen die Reben nicht fort wollen. Durch das tiefe Roden an der werden ſolche Schichten durchbrochen und durch die Vermengung riederi mit dem andern Grunde verbeſſert. Auf tief gerodetem Boden 64 1 iſt ein Weinberg immer von laͤngerer Dauer als auf einem dumne andern.. and Res Die Rodgräben müſſen in dem Hange eines Bergs durchaus V Däne nicht von oben nach unten, ſondern in wagrechter Richtung ge⸗ Gheines zogen werden. Die Tiefe der Gräͤben wird nicht nach der Höhe V digene wird. 2 der obern, ſondern nach der der untern Wand gemeſſen. Die Wände müſſen durchaus ſenkrecht ſeyn. ſind, dar Die Errichtung von Mauern, wodurch der allzuraſche Hang derſlhen eines Bodens unterbrochen wird, iſt oft nothwendig und alle⸗ Unterha mal ſehr nützlich. Abſätze erleichtern die Arbeit ſowohl bei dem du Bau der Reben, als der Weinleſe, und brechen den Strom des Errichu Gewäſſers bei ſtarken Regengüſſen. Man gibt den Mauern die tiefung, Dicke von 1 ½— 3 Fuß, je nach dem Verhältniß ihrer Höhe. dem W Dieſe richtet ſich ihrerſeits nach der Steile des Berges und reicht— den we demnach 3, 6, auch wohl mehr Fuß über ihr Fundament hervor. man de In Bergen, wo die Reben einen hohen Werth haben, findet gen kleit man nicht ſelten Mauern von 10— 12 Fuß Höhe, blos um her. einige wenige Stöcke zu gewinnen. hunter d Das Fundament muß 1 paar Fuß tief in der Erde ſtehen; en Ete in der Höhe darf die Mauer durchaus nicht über die dahinter c A Reben g Schwer⸗ gen witdin ckerem ode Kaigem. — tur der Un eeyn ſol äls erſchieden; ⁵ feſten Bo⸗ 8 ß tiefer er⸗ u dd alſo der —'h beſſer in mStiefe Roden de Untergrund on anttift, ee ttiefe Roden s ermengung zotem Boden In auf einen e=s durchäus A ictung ge e h der Höhe Sſſen. Die * kraſche Hang t ag und ale⸗ 1il lbei den 7 Strom des Mauern die ihrer hihe. as und reicht Sent hervor. a een, findet n 6, b blos um rde ſtehen; 1 dahinte — 257— — befindliche Erde hervorragen, damit das Waſſer ſich nicht hinein⸗ ziehe, ſondern über die Mauer herſchieße. Da die Mauern im⸗ mer ſehr koſtſpielig ſind, ſo iſt bei ihrer Errichtung um ſo mehr auf ihre Dauerhaftigkeit zu ſehen, als ſie ohne Mörtel zuſam⸗ mengeſetzt werden; die Steine müſſen alſo wohl auf einander paſſen und im Verbande über einander angebracht ſeyn. Dabei muß der Mauer eine Böſchung von 1 paar Zoll auf jeden Fuß Höhe gegeben werden. Eine 6 Fuß hohe Mauer darf alſo beim Fundament nicht weniger als 2 Fuß, eine 10— 12 Fuß hohe nicht weniger als 3 Fuß haben. In ſolchen Weinbergen, wo der Regen viele Erde abzu⸗ ſchwemmen pflegt, iſt die Anwendung von Fanggräben nicht zu vernachläſſigen. Man fertigt ſolche Gruben bis zu 3“ Tiefe nicht allein am Fuße des Weinberges, ſondern auch nach der Höhe an verſchiedenen Stellen an, worin die Erde aus dem Waſſer ſich niederſchlägt und ſpäter wieder an Ort und Stelle zurückgebracht wird. Oft wird es nöthig ſeyn, oberhalb den Beeten kleine Erden⸗ dämme aufzuwerfen, um das von der Höhe herabſtrömende Schnee⸗ und Regen⸗Waſſer nach der Seite zu leiten. Oft müſſen dieſe Dämme mit Waſſerfällen, d. i. offenen Kanälen von trockenen Steinen in Verbindung ſtehen, in welchen das ſtrömende Waſſer aufgenommen und bis zum Ausgang des Weinbergs abgeführt wird. An Orten, die ſo ſtarken Ueberſchwemmungen ausgeſetzt ſind, daß die Daͤmme allein nicht zureichen, wird an dem Fuße derſelben nach oben noch ein Graben gezogen und auf deſſen Unterhaltung wie auf die der Daͤmme wohl geachtet. Durch das Abtheilen des Berges in Abſätze vermittelſt der Errichtung der Mauern gewinnt man hinter dieſen eine Ver⸗ tiefung, wo man zuunterſt die zu den Mauern undienlichen, dem Wuchſe der Reben aber nachtheiligen— alſo aus dem Bo⸗ den wegzuräumenden Steine hinbringen kann; darüber zieht man denn bei dem Planiren des Beetes die Erde mit den übri⸗ gen kleinen Geſteinen, welche zwiſchen dem Karſte durchlaufen, her. Jene vergrabene Steinlage darf jedoch nicht höher, als 2 unter der Oberfläche heraufragen und beſteht ſie aus ſehr gro⸗ ßen Stücken, ſo müſſen dieſelben zerſchlagen werden. Auf ſol⸗ chen von unten mit Steinen gefüllten Plätzen gefallen ſich die Reben ganz beſonders und geben einen geiſtreichen guten Wein. Schwerz, Landwirthſch. 11. — — 258— Nachtraͤglich bleibt zu bemerken, daß es immer nützlich iſt, den Boden vor dem Roden zu düngen, wenn er von Natur mager oder durch den Bau mehrerer Früchte erſchöpft oder ſchlecht benarbt iſt.— IV. Ptlanzung eines Weinbergs. Auswahl der Reben. So wie der Ackersmann nicht Roggen, Hafer, Gerſte, Weitzen oder Dinkel, ob ſie gleich alle Getreidearten ſind, ohne Rückſicht auf jeden Boden bringt, wie der Pomolog nicht ohne Würdigung der Lage, des Klima's und Bodens Birnen⸗, Apfel⸗, Zwetſchen⸗, Kirſchen⸗, Mandeln⸗, Apri⸗ koſen⸗ und Pfirſich⸗Bäume pflanzet, und ſo wie beide nicht ohne Unterſchied alles ohne Wahl unter einander miſchen, eben ſo wenig darf es dem Winzer gleichgültig ſeyn, welche Reben⸗ gattungen er in ſeinen Weinberg aufnimmt. Zwar gibt jede Rebe Trauben, aus jeder Traube läßt ſich Wein keltern, allein nicht allenthalben kommen alle Trauben zu gehöriger Reife, nicht alle alſo geben guten Wein; nicht allenthalben lohnt dieſe oder jene Traubenart durch ihren Er⸗ trag der Hand, die ſie pflanzte und pflegte. Qualität und Quantität bleiben bei dem Ertrage zu berückſichtigen. Da aber beide bei dem Weinſtocke in hohem Grade in der Regel nicht vereinbar ſind, ſo hat der Winzer darauf zu ſehen, ob die Er⸗ höhung der Qualität oder die Vermehrung der Quantitaͤt für ihn die vortheilhafteſte ſey. Hierüber entſcheidet nicht er, ſon⸗ dern Klima, Boden und Lage, auch wohl andere zeitliche und örtliche Verhältniſſe, welche letztere aber als zufällig hier nicht in Betracht kommen. Der Qualitäͤt ſagen mehr die Höhen— der Quantität die Niederungen zu. Mit Unrecht würde man alſo z. B. den viel erzeugenden— aber wenig geiſtigen nicht ſo reichlich tragenden Kleinberger(Elben) in den Bergen, den geiſtigen nicht ſo reichlich tragenden Riesling auf den Ebenen anpflanzen. Erſtere würden auch in der beſten Lage nur mit⸗ telmäßigen Wein liefern, letztere in den Ebenen oft nicht zur Reife kommen. Die erſte aller Bedingungen bei dem Weine, ſo wie beim Getreide und Obſt, iſt wo nicht eine völlige, doch eine zureichende Reife der Frucht nicht allein in gut niger w ſchen on ſpät, al Je edle günſtige tung, di niger ed auf das Verſucht unter ä bedeuten andere, Die welche a) D hüglicht leichten einer f Weiſe, ausgeze lange 5) T w ne A W wurde, denn in nützlich it von Natur yöpft vder = = mann nicht e gleich alle 1 bringt, wie lima's und * Keln⸗, Apri⸗ t beide nicht iſchen, eben che Reben⸗ 2 be laͤßt ſih lle Trauben 2 ein; nicht zn ihren Er⸗ ¹aalitaͤt und . Da aber „ iegel nicht 2 od die Er⸗ antitat für an jt er, ſon⸗ a. eitliche und las hier niſ Höhen- oürde man ſiigen nicht ergen, den 17 Ebenen 28 nur mit⸗ „. vicht zut wbeine, ſ un ht allein 259 in guten, ſondern auch in mittleren Jahren. Je we⸗ niger warm alſo das Klima eines Weinbergs ſeiner geographi⸗ ſchen oder phyſiſchen Lage wegen iſt, um ſo mehr muß man die ſpät, alſo ſchwer reifenden Traubengattungen zu vermeiden ſuchen. Je edler der Boden in Bezug auf die Erzielung des Weins, je günſtiger ſeine üͤbrigen Umſtaͤnde ſind, um ſo edler ſey die Gat⸗ tung, die man darauf zu bringen hat, und umgekehrt; auf we⸗ niger edlem Boden kommt es mehr auf das Viele, dort mehr auf das Gute an. Verführeriſch lockt indeſſen den Winzer die Verſuchung, des Guten viel zu haben, und da beides nur unter äußerſt ſeltnen Umſtänden bei dem Weinſtocke in einem bedeutenden Grade vereinbar iſt, ſo verderbt er eines durch das andere, wobei dann die Qualität am meiſten zu kurz kommt. Die beachtenswertheren Rebſorten für die Weinbereitung, welche ſich am Rheine, der Moſel, Nahe und Aar finden, ſind: a) Der kleine Riesling. Ihm gebührt unſtreitig der erſte Rang unter den Sorten, welche weißen Wein liefern. Bei keiner andern verbindet ſich geiſtiger Gehalt ſo ſehr mit dem höchſten Feingeruch und Feingeſchmack, als bei dieſer; dabei hat das Getränke eine außerordentliche Lagerhaftig⸗ keit, daher man am Rhein und der Moſel, wo die beſten Lagen dieſer Rebſorte beinahe ausſchließlich eingeräumt ſind, ſehr feine und edle Weine von hohem Alter findet. Der Stock erfordert eine beſonders warme, ſonnige, ſomit hüglichte oder bergichte Lage, einen guten, mehr thonigen als leichten Boden, reichliche Düngung und eine auf Herbeiführung einer frühen Reife berechnete Erziehungs⸗ und Behandlungs⸗ Weiſe, denn er iſt ſpätreifend; daher muß auch, wenn man ausgezeichnete Qualität des Produkts beabſichtigt, die Leſe ſo lange als möglich aufgeſchoben werden. b) Der Orleans oder Harthengſt. Obwohl, ſoviel wir wiſſen, die älteſte rheiniſche Traubenſorte, wird ſie doch neuerdings von dem kleinen Riesling mehr und mehr verdrängt. Wenn dieſem ſchon ſpaͤte Reife zu einigem Vorwurf gemacht wurde, ſo verdient ihn der Orleans in noch höherem Grade, denn in Deutſchland gibt es nur wenige der Rebe ſo günſtige 17 36 260— Lagen, daß man eine ſpätere Sorte, als den Riesling dafür empfehlen dürfte, daher er ſich auch mit Recht in den hier be⸗ ſchriebenen Gegenden nur ausnahmsweiſe, etwas häufiger noch in Rüdesheim, Nierſtein und ahnlichen privilegirten Plätzen findet. Den Orleans mag höͤherer Ertrag, welcher erwieſen iſt, bevorzu⸗ gen, es mag ihm dabei gleicher Geiſtgehalt, gleiche Lagerhaftig⸗ keit zum Ruhme nachgeſagt werden; es mag ihm bei einigem Alter — denn in den erſten Jahren ſteht er unbezweifelt zurück— Kraft, Feinheit und einiges Gewürz zugegeben werden; dagegen kommt er in der eigentlichen Blume dem Riesling nicht gleich. c) Der Traminer, der kleine oder kupferfarbene oder Sand⸗ auch Gewürz⸗Traminer ſtellt ſich neben dem Riesling in die erſte Reihe der Sorten für weißen Wein, die ihm auch in manchen rheiniſchen Weinbergen zugeſtan⸗ den wird. Wie eine ſeiner Benennungen zeigt, iſt er eben⸗ falls reich an Gewürz, dagegen ſteht ſein Wein dem des Rieslings an Lagerhaftigkeit und wohl auch an Geiſtgehalt nach, daher es zweckmäßig iſt, ihn früher als dieſen zu verwenden. Sein Ertrag iſt mit dem des letzteren ſo ziemlich gleich, dagegen macht er, als fruͤher reifend, ge⸗ ringere Anſpruͤche hinſichtlich des Klima's, der Lage und des Bodens und lohnt auch in minder guten Lagen den Anbau. d) Der Kleinberger, Klämmer, Elben, Alben gehört zu den verbreitetſten weißen Rebſorten Deutſchlands und nimmt auch eine wichtige Stelle in den Gegenden, von denen hier die Rede iſt, am Rhein, an der Moſel und Aar ein, allein nicht hinſichtlich der Qualität ſeines Produkts, welches zwar reinſchmeckend und lieblich, dabei aber nur in guten Jahren geiſtreich, feurig, nicht ſehr la⸗ gerhaft noch dauerhaft, d. h. frei von der Krankheit des Zäh⸗ oder Schwerwerdens, und ohne Zumiſchung edlerer Sorten gewürzarm iſt. Er gibt demzufolge nur gute Mittelweine, die allerdings auch ihre Abnehmer haben und den Produ⸗ centen in minder guten Lagen, da er zwar launiſch, doch im Durchſchnitt immerhin reichlich trägt, für ſein Kapital und ſeine Muhe wohl entſchädigen. Wi Weinbe⸗ zu ſehen gleicher ſchaden: vertrag⸗ welche berg au Wein, kaufen; ſich find iſt, blei muß je der Tra essling defit den hirr be⸗ S figer noch in ¹ äten nde n iſt, bevorzu⸗ Kagerhaftig nigem Alter Nir zurück— zan; dagegen Qicht glei⸗ ene oder ' neben dem ißen Wiin, an zugeſtan⸗ Lit er eben⸗ Tin dem des ar Geiſtgehalt d dieſen zu Sehteren ſo f * eifend, ge⸗ 1 Lage und 9 Lagen den ben gehött 1„lands und anden, von 4 Moſſel und Se taͤt ſeines V 1 lich, dibei t ſeht la⸗ ait des Häͤh⸗ eer Gorten sittelweine, anen Produ⸗ a jriſch, doch ar ein Kapital e) Der blaue oder ſchwarze Klävner, Klebroth, Burgunder ſteht unter den Rebſorten zu Bereitung geiſtreicher, feiner, gewürzhafter rother Weine eben ſo ſehr obenan, als der Riesling für die weißen Weine, nur ſind dann jene im Vergleich mit dieſen von geringer Lagerhaftigkeit. Wie man in Frankreich die beſten rothen Burgunder⸗ und Champagner⸗, ja ſelbſt die beſten weißen mouſſirenden Champagner⸗Weine von dieſer Sorte gewinnt, ſo am Rhein den berühmten rothen Asmannshäuſer, In⸗ gelheimer, Patersberger und die Rheinbleicharte, an der Aar die Aarbleicharte, welche letztere nicht, wie man aus ihren Namen ſchließen könnte, mittelfarbige oder Schiller⸗ Weine, ſondern entſchieden dunkelrothe Weine ſind. Dieſe Rebſorte iſt frühreifend, eignet ſich daher auch für minder warme und ausgeſuchte Lagen, wenn ſchon ihr Produkt in guten Verhältniſſen erzielt von viel höherer Qualität, als in untergeordneten, iſt. f) Der Ruländer oder graue, auch rothe Klävner, wie der ſchwarze frühreifend und ſomit auch in Auswahl der Localitäten genügſam, ſpielt eine mehr untergeordnete Rolle und ſchließt ſich den weißen ſowohl, als rothen Sorten guter Qualität mit Nutzen an, indem er beiden vortheilhaft beigemengt werden kann. Will man Miſchungen von verſchiedenen Reben in einem Weinberge vornehmen, ſo iſt vor Allem auf gleichzeitige Reife zu ſehen, dann auf gleichmäßigen Wuchs, damit alle Reben in gleicher Entfernung gepflanzt werden können, ohne einander zu ſchaden; ferner, daß ſie einen gleichförmigen Schnitt und Bau vertragen und endlich dieſelbe Bodenart erheiſchen. Die Urſache, welche man für das Miſchen mehrerlei Reben in einem Wein⸗ berg anführt, ſcheint nicht vollgültig; wohl verbeſſert es den Wein, wenn gute Rebengattungen zwiſchen viele ſchlechte ein⸗ laufen; allein darin liegt ſchon ein Fehler, daß die ſchlechten ſich finden, wo gute wachſen wollen; wo aber die Mehrzahl gut iſt, bleibt es ein Fehler, ſchlechte dazwiſchen zu pflanzen. Man muß jedoch den Begriff von Miſchung der Reben nicht mit dem der Trauben vertauſchen. Dieſe kann ohne jene beſtehen, indem — 262— man verſchiedenartige nützliche Rebengattungen in denſelben Weinberg, aber in verſchiedene Abtheilungen, wie Boden und Lage ihnen am beſten zuſagen, bringt. Man mag ſie auch neben einander pflanzen, wenn eine oder ein paar Zeilen einer mehr groblaubigen, ſtärker wachſenden Gattung den Schwächern Schutz gegen Winde und Hagel gewähren können, ohne ihnen Licht, Sonne und Nahrung zu rauben. Wahl und Behandlung des Pflanzholzes. Man pflanzt die Reben durch das Holz fort, wozu ihr markiges We⸗ ſen ſie ſehr geeignet macht. Die abgeſchnittenen Schoſſe werden entweder ohne Wurzel an Ort und Stelle geſteckt und heißen dann Blindholz, Setzreben, Schnittlinge, oder vorher in einer Rebſchule zum Wurzelanſchlagen gelegt und nachher verpflanzt, und heißen dann Reiflinge, Würzlinge, Wur⸗ zelreben, oder man legt die Rebzweige unabgeſchnitten bei dem Stocke ſelbſt in die Erde, trennt ſie erſt davon, wenn ſie Wur— zel gefaßt haben, und verpflanzt ſie; ſolche heißen Bögen, Söhne, Senkrebenz endlich kommen noch die Gruber, ein⸗ gelegte Schenkel und Lotten, die aber blos zu Ergänzung leerer Plätze dienen und nicht verpflanzt werden, wovon anderswo ge⸗ handelt werden wird. Auf welche Art man auch die Pflaͤnzlinge anzieht, ſo hat man ſich dabei vor mehreren Mißgriffen zu hüten und mehrere Regeln zu beobachten, die von der höchſten Wichtigkeit ſind, denn leichter ohnegleichen iſt es, ſich untadelhaftes Saatgetreide zu verſchaffen, als gutes Setzholz, und mehr ohnegleichen als jenes, kommt letzteres in Betracht. Bei ſchlechtem Samen geht nur 1, bei ſchlechtem Setzholz gehen 4—5 Jahre nebſt ſo vieler Arbeit, geſpannter Erwartung und ſchweren Koſten verloren. Wer alſo nur immer ſein Pflanz⸗ holz von ſelbſt erzogenen Reben aufſchlagen kann, der ſuche nicht, es bei andern zu kaufen. Es iſt nicht genug, die Auswahl derjenigen Rebgattungen gehörig getroffen zu haben, die am beſten im Verhältniſſe zu der Beſchaffenheit des Weinbergs paſſen, wenn die Umſicht dieſer Wahl ſich nicht zugleich auf die Stoͤcke ſelbſt und ihre Lotten in Bezug auf Geſundheit, Alter, Reife und Fruchtbarkeit und ſon⸗ n denſelben = Boden und auch nebn ³ einer mehl en chern Schuz ihnen Licht A hes. Man tt rkiges We⸗ B oſſe werden und heißen dder vorher and nachher ge, Wur⸗ Dten bei den un ſie Wur⸗ an Bögen, Ouber, ein⸗ ap zung leerer dderswo ge⸗ aumht, ſo hat ad wehrere 1 aigkeit ſind, aatgetreid leichen ald an Ctthoh n(rvattung 3 ſein Pfan⸗ an der ſüche n attungen aſältniſſe I aſcct dieſer ece Lotten in it und ſol⸗ — ſtige Beſchaffenheiten erſtreckt, woran manche Winzer nicht ein⸗ mal denken. Wir geben hier die Regeln dafuͤr an: 1) Man nehme kein Pflanzholz von allzualten, faſt untragbar gewordenen Stöcken. Der Verfall der Lebenskraft erſtreckt ſich nicht blos auf den Stamm, ſondern auch auf ſeine Glieder, dieſe können alſo nur eine kümmerliche Fortpflan⸗ zung bilden. 2) Man hüte ſich inſonderheit, das Setzholz aus ſehr fetten und maſten jungen Weinbergen zu nehmen, zumal wenn die Stöcke noch nie Frucht getragen haben, indem ſolches nachher zwar Stämme mit ungemein ſtarken Wurzeln und vielem Holz, aber mit weniger Frucht bildet. Man hält die Lotten von 7— 10jährigen Stöcken für die tauglichſten. 3) Man vermeide in ſolchen Jahren Pflanzholz zu ſammeln, wo die Reben durch mancherlei Zufälle gelitten haben, be⸗ ſonders wenn das Holz nicht ſeine vollſtändige Reife erlangt hat. Man hat beobachtet, daß die aus nicht ganz zeitigem Holze erzogenen Stöͤcke keine vollkommene, oder doch nicht lauter vollkommene Beeren geben, d. i. kleine und große Beeren an einer und derſelben Traube unter einander tragen. Auch das geringſte Zeichen von Krankheit, wie Roſtflecken, Beſchädigungen ꝛc. machen das Holz für die Fortpflanzung verwerflich. Es bleibt daher jede Lotte genau anzuſehen, ehe man ſie zur Zucht beſtimmt. 5) Man nehme nur das Holz von ſolchen Stöcken, welche die unverwerflichſten Zeugniſſe ihrer Tragbarkeit 3—4 Jahre über mit Inbegriff des laufenden Jahrs abgelegt haben. Es finden ſich oft unfruchtbare Weinſtöcke, bei denen alſo zu befürchten iſt, daß ihre Unfruchtbarkeit ſich auf die Nach⸗ kommen forterben würde. Auch die Unterſuchung der Trau⸗ ben iſt nicht dabei zu vernachläſſigen, und auf große voll⸗ kommene Beeren, dünne Häute, wenig und kleine Kerne und ſüßen Geſchmack, ſo viel als nämlich ſolches bei der ge⸗ wählten Rebengattung angetroffen werden kann, zu ſehen. 6) Das Setzholz vom Kleinberger— und wahrſcheinlich verhaͤlt es ſich ebenſo mit andern Rebengattungen, die ihrer Natur nach mehr für die Niederungen und lehmigen Boden paſſen,— 4 — 7) 8) 9) 10) — 264— ſoll nicht aus einem Berge oder aus einem hitzigen Kies⸗ boden aufgenommen werden, weil in ſolchem Falle die Stöcke gar bald und jedenfalls früher kerbig und untragbar werden, als Setzlinge, die von mehr lehmigem Boden be⸗ zogen werden. Man ſollte überhaupt das Setzholz nur von ſolchen Stellen waͤhlen, deren Boden und Lage mit denen übereinſtimmt, wohin es gepflanzt werden ſoll. Das Setzholz muß von Lotten mittlerer Dicke, doch eher von ſtärkeren als ſchwächeren genommen werden; dünnes Setzholz ſchlägt zwar leicht an, allein es erfordert 1 Jahr mehr, bis es zum vollſtändigen Ertrage kommt; jedoch ver⸗ meide man ſolche Lotten, welche gar zu dick und maſt ſind, und deren Augen hoch und weit über einander ſtehen. Da man die einjährigen Schoſſe oder Lotten zur Fortpflan⸗ zung gebraucht, ſo iſt begreiflich, daß nur ihr unterer Theil am vollſtaͤndigſten ausgebildet, der obere hingegen es nicht in demſelben Grade ſeyn könne, dieſer daher weniger taug⸗ lich zur Fortpflanzung ſey. Kauft man das Setzholz an, ſo iſt es nützlich, dabei zu bedingen, daß jeder Schnittling etwas von dem alten Holze anhabe, als Beleg, daß er nicht aus der Mitte geſchnitten ſey; kann man das nicht, ſo bleibt am beſten, die Lotten ungeſchnitten, alſo in ihrer ganzen Länge zu kaufen und ſie ſelbſt ausſchlagen zu laſſen, wobei man zugleich alle wegwirft, die wegen eines übeln Kennzeichens verdächtig ſind. Schlaͤgt man das Setzholz von eigenem Wachsthum aus, ſo würde es gut ſeyn, alle Stöcke vor dem Herbſte zu zeichnen, wovon das Holz genommen werden ſoll; da ſolches aber für große Pflanzungen nicht wohl möglich iſt, ſo laſſe man beim Beſchneiden der Stöcke alle Lotten zerbrechen, von de⸗ ren Güte der Winzer noch nicht ganz überzeugt iſt, worauf nur die guten zuſammen gebunden und zum Zuſchneiden aufbewahrt werden. Zu den Lotten, welche nicht aufgenommen, alſo zerbrochen werden müſſen, gehören noch jene, welche oben am Stocke oder aus dem harten Holze, d. i. Kopf und Schenkel, aus⸗ gewachſen ſind, ob ſie ſchon Frucht trugen, ſo wie alle die, — wel nin ger 10) Köt zu den Wi Ve was wer Ta etu 12) Da vol ziel erh 13) Wi ten. bind ger auf frei von ſen jahn ſie in ſen eben o hoc den 14) We Sti Sen tzigen gies⸗ an Falle die ) untragbar Boden be⸗ olz nur von mit denen d0 doch eher zan; dünnes rort 1 Jahr jedoch ver⸗ a maſt ſind, ehen. 8s Fortpflan⸗ aterer Theil 1n es nicht a riger taug⸗ 9 ttzholz an, r'cchnittling 26, daß er e das nicht, wo in ihrer 2 zu laſſen, anes übeln a im aus, ſo A zeichnen, lches aber laſſe man n, von de⸗ 1 ſt worauf auſchneiden mMerbrochen aum St tocke Sakel, aus⸗ alle die, — I — 265— welche in dem Jahre keine Frucht gezeigt haben. Man nimmt endlich nur ſolche, die auf jungem, d. i. zweijähri⸗ gem Holze aufgewachſen ſind. 11) Können die abgeſchnittenen Lotten, wovon man Setzlinge 13) zu machen gedenkt, nicht auf der Stelle zugeſchnitten wer— den, ſo müſſen ſie bis dahin nicht der Sonne und dem Winde zum Ausdorren Preis gegeben werden, ſondern ohne Verzug mit dem untern Ende ins Waſſer geſtellt, oder, was beſſer iſt, in einen kühlen, feuchten Keller gebracht werden. Müſſen ſie wegen Abgang an Zeit mehr als einige Tage im Keller liegen bleiben, ſo werden die Bunde mit etwas Waſſer beſprengt. Das Setzholz kann entweder vor oder nach dem Winter von den Stöcken getrennt werden. Erſteres bleibt vorzu⸗ ziehen, indem man dann ſicher iſt, kein erfrornes Holz zu erhalten. Wird das Setzholz im Frühjahre geſammelt und zugeſchnit⸗ ten, ſo legt man es ſorgfältig zu 100 auch 200 zuſammen, bindet es oben, unten und in der Mitte feſt, damit es ſich gerade ſtrecken möge, ſetzt die Bündel in eine Kufe(Bütte) auf, gießt 2—3“ Waſſer daran, und bringt ſie zwar in die freie Luft, aber außerhalb der Sonne. Das Waſſer muß von Zeit zu Zeit erneuert werden, zumal, ſobald ſich Bla⸗ ſen darauf zeigen. Das Zufrieren des Waſſers beim Früh⸗ jahrsfroſte darf für die Reben nicht fürchten machen, ſollten ſie auch viele Tage in Eis ſtehen; nur muß man ſie nicht in der Sonne, ſondern im Schatten wieder aufthauen laſ⸗ ſen. Der Gebrauch der Jauche ſtatt des Waſſers iſt ein ebenſo unnützes als ſchädliches Verfahren. Man kann die Schnittlinge auch in die Erde vergraben und mit ½ Fuß hoch Grund bedecken, wodurch das Nachſehen, welches bei dem Waſſer nöthig iſt, erſpart wird. 14) Werden die Lotten vor Winter, ſobald das Laub von den Stöcken iſt, abgenommen, ſo ſchneidet man ſie ſogleich als Setzholz zu. Sollen ſie erſt im Frühjahre gepflanzt werden, ſo öffnet man einen Graben, und legt die Reben eine neben der andern gegen die ſchiefe Wand des Grabens an, und 15) 16) 17) — 286— zwar ſo tief, daß ſie bei dem Auffüllen, welches mit der Erde aus dem folgenden Graben geſchieht, bis an das oberſte Auge bedeckt werden. Durch ein ſolches Einſchlagen bleibt das Holz friſch, grün und biegſam, und bleibt eben ſo gut, als das beſte im Frühjahre aufgeſchlagene Setzholz. An der Aar legt man die zugeſchnittenen Reben in Büſchel gebunden ganz in den Graben ein und deckt ſie vollſtändig zu; an der Moſel begnügt man ſich, ſolche Büſchel nur mit dem unterſten Ende im Garten in die Erde einzugra⸗ ben, und behauptet, daß ihnen in dieſem Zuſtande auch der ſtrengſte Froſt nichts ſchade. Hat man im Sommer gero⸗ det, ſo können die Setzlinge ſelbſt noch vor Winter an Ort und Stelle verpflanzt werden; das Einſchlagen faͤllt alſo weg. Ob das Setzholz, welches im Frühjahre ausgeſchlagen wird, wenn das Holz ſchon in vollem Saft ſteht, ſogleich geſetzt werden dürfe, oder ob man 4—5 Tage damit warten ſoll, darüber ſind die Meinungen und Erfahrungen nicht über⸗ einſtimmend. Man gibt den Setzreben die Länge von 2—3 Fuß, in den Ebenen reicht jene, in den Bergen dieſe Länge zu. Man ſucht, daß die Reben 7—8 Augen haben. Bei dem Zuſchneiden beobachtet man den Schnitt horizontal und nicht verſchrägt zu führen, und ſo, daß er am untern Ende mitten durch ein Auge gehe. Die Schnittlinge müſſen unten in dem Bund ganz gleich gelegt werden, damit ſie beim Einſtellen in die Erde oder in das Waſſer alle hinein kommen. 3 Wird das Holz zum Verpflanzen nach dem Weinberge ge⸗ bracht, ſo netzt man es vorher, ſchuͤtzt es ſorgfältig vor austrocknender Luft, ſchlägt es zu dem Ende in naſſe Tü⸗ cher ein, oder ſteckt es im Weinberge ſo lange in die Erde, bis die Reihe zum Pflanzen daran kommt, um die Reben auch nicht eine Stunde in der Luft und Sonne zu laſſen. Blindhölzer und Reiflinge. Beide ſind, wie ſchon gedacht worden, Schnittlinge, d. i. abgeſchnittene Rebenlotten⸗ ſtücke, daher die angegebenen Maaßregeln auf eines ebenſowohl, als auf das andere paſſen. Der Unterſchied, der unter ihrer fernete hölzer Reiflin ſchule, gepflan darüber d haftere zum Er die we man d her ³ 31 Rebſ graben nicht reihen und de dem ol Rebſch ander ſchaffen die Tie bringen man 1 deckt a tere a worde. dem T ecches mit der A³ bis au deo —² Einſchlagen V 8d bleibt eben Aene Sehholz 1 an in Büſchel vollſtändig 8 Büſchel nm Me einzugra⸗ — nde auch der nmmer gera⸗ inter an Ot Fllt alſo weg. Mblagen wind ggleich geſett a warten ſol, nicht ü übel⸗ —43 Fuß, in =e Lange zu. 12 nt den 8 zonta l und a auntern Ende nüſſen vntel Aüt t ſie bein ale hinei inberge ge⸗ ztgfältig uöt * in naſſe di⸗ in die Erde, die Reben zu laſſen. 1 nie ſchol Rebenb ten⸗ 1 cbenſowoh un ter ihrer , — 267— ferneren Behandlung obwaltet, beſteht darin, daß die Blind⸗ hölzer ohne weiteres bleibend an Ort und Stelle gepflanzt, die Reiflinge aber vorläufig zum Wurzelanſchlagen in eine Reb⸗ ſchule geſetzt und erſt nach 2 oder 3 Jahren an Ort und Stelle gepflanzt werden. Welche von beiden die vortheilhafteſten ſeyen, daruͤber wird nach Ortsgewohnheit und Herkommen geſtritten. Durchgehends behauptet man, daß das Blindholz dauer⸗ haftere Stöcke gebe, daß aber die Reifliuge um 1 Jahr früher zum Ertrag kommen, wodurch die mehrere Mühe und Koöſten, die man mit letzteren gehabt hat, gedeckt würden; dabei ſey man des Gerathens beim Anpflanzen gewiſſer und bedürfe da⸗ her ⅛ oder ¼ weniger Pflänzlinge, als bei dem Blindholz. Zu dem Erzielen der Reiflinge oder Wurzelreben iſt eine Rebſchule nothwendig. Man fertigt ſie auf einem tief ge⸗ grabenen Beete von feuchter, aber nicht naſſer, nicht fetter und nicht magerer, etwas lockerer Erde an, und legt die Schnittlinge reihenweis 2— 3“ weit von einander in ſchräger Richtung ein, und deckt ſie mit der Erde aus dem folgenden Graben bis zu dem oberſten Auge. Da das Reinhalten und Hacken bei der Rebſchule nothwendig iſt, ſo müſſen die Reihen 2 Fuß von ein⸗ ander entfernt bleiben, um ungehindert dazwiſchen gehen und ſchaffen zu können. Es ſoll gut ſeyn, etwas feuchtes Moos in die Tiefe jedes Grabens, alſo auf den Fuß der Schnittlinge zu bringen. Iſt eine Reihe oder das Ganze gepflanzt, ſo ſtreut man 1“ hoch loſen Grund über die Köpfe der Pflänzlinge her, deckt auch wohl etwas Moos darüber, damit ſie nicht von der Sonne austrocknen. Fällt nach dem Setzen eine große Dürre ein, ſo wird von Einigen begoſſen; Andere wollen das Gießen nicht für gut halten. An einigen Orten verarbeitet man vor dem Pflanzen die Erde mit Waſſer beinahe zu Koth, und das mag auf ſehr locke⸗ rem, trockenem Boden ſeinen Nutzen haben. An der Moſel wählt man einen Raſenplatz zur Rebſchule, ſticht einen Graben mit einer ſanften Böſchung aus, legt die Schnittlinge gegen letz⸗ tere an, und bringt die Grasnarbe, die deßhalb dünne abgeſtochen worden, mit der grünen Seite auf die Schnittlinge an, welches dem Mooſe vorzuziehen zu ſeyn ſcheint, und füllt den Graben — 268— mit dem aus dem folgenden Graben gezogenen Grunde. Die Reiflinge können zwar nach einem, beſſer aber nach 2 und noch beſſer nach 3 Jahren verpflanzt werden. Im letzten Falle hei⸗ ßen die Würzlinge Dreilauber, im zweiten Falle Zweilauber; man läßt ſie auch wohl bis ins vierte Jahr ſtehen, und heißt ſie dann Vierlauber. Im Würtembergiſchen werden ſie meiſtens mit 3, am Rhein und an der Moſel mit 2 Jah⸗ ren verpflanzt. Die Rebſchule erfordert eine eigene Wartung. Im Sommer des erſten Jahrs, wenn die Schoſſen 3—4 Zoll über der Erde ſind, wird zum erſten Mal, und gegen den halben Auguſt zum zweiten Mal gefelgt. Fürchtet man den Froſt, ſo können die Pflanzenreihen mit 1“ hoch Erde überdeckt werden; im Früh⸗ jahre wird dieſe abgeräumt, und alle im vorigen Jahre getrie⸗ benen Schoſſen bis auf 1 oder 2 Augen über dem Kopfe des Stockes abgeſchnitten, welches fruhe geſchehen muß, indem ſolche junge Reben frühzeitiger, als die der Weinberge treiben; doch könnte dieſes Schneiden nicht nothwendig ſeyn. Im zweiten Jahre wird die Rebſchule drei Mal behackt. Das Frühjahrs⸗ Behacken erfordert viele Umſicht und Arbeit. Man entblöst nämlich die Stämmchen bis zu ½ oder 1 Fuß tief unter der Oberfläche und ſchneidet alle daſelbſt befindliche Würzelchen weg, ſo daß nur die unterſten verſchont und unbewegt bleiben. Man ſieht dieſe Operation als unbedingt nothwendig an, indem man dafür hält, daß nur die untern Wurzeln dem Weinſtock from⸗ men, und dieſe bei den Reiflingen durch das Abſchneiden der obern um ſo mehr gewinnen. Die übrige Arbeit verhält ſich wie im erſten Jahre. Läßt man die Reiflinge noch um 1 Jahr laͤnger ſtehen, ſo haben dieſelben Arbeiten wie im zweiten Jahre Statt. 3 Bögen, Senker, Ein⸗, Ableger, Söhne ſind ſolche Rebenlotten, die neben dem Stock in die Erde gelegt und nicht eher davon getrennt werden, als bis ſie zureichende Wurzeln gefaßt haben. Zu dem Ende werden gleich nach dem erſten Hacken ſolche Stöcke, die vorzüglich zeitige und ſtarke Lotten haben, aufgeſucht, dann gräbt man mit dem Spaten oder dem Karſte ein oder zwei ſchmale 8— 12“ tiefe und 2—3 lange „Gräben, mit er! die Gru und feſt aus der auf 20 Höhe un Somme ſaͤrker, genden und en z. B. Beſſer von den lich ebe die Reb ſedoch l Reifling werden M. Nähe e werden, ſchon it Rückſich von aus man we ſchönſten laſſen, damit die geh Be eingeleg als 2, entkraft Apſenke Gle der Aug runde. — 2 und noch an Falle hei 1 Zveilauber; = und heißt ₰ verden ſee = mit 2 Jah⸗ Sommer l uͤder der t ben Auguſt — ſo können ; in Früß⸗ rahre getrie⸗ 8 Kopfe des ndem ſolche ben; doch O zweiten 20 Frühjahre⸗ en entblöst unter der Lelchen weg, dyen. Man indem man ſtock from⸗ † hyneiden der zyerhält ſic um 1 Jaht iten Jahre 2 ſind ſolche 3 A und nicht 19 Wurzeln wem erſten 7 re Lotten 2 oder den — 3 lange V V — 269— Gräben, dreht den Einleger nahe am Stocke etwas herum, da⸗ mit er dieſem nicht zu viel Kraft entziehe, und beugt ihn in die Grube herab, die man mit der ausgegrabenen Erde bedeckt und feſt tritt. Man ſorgt dafür, daß der obere Theil der Lotte aus dem Graben hervorrage, ſchneidet das Spitzende davon bis auf 2 oder 3 Augen über der Erde weg, richtet ſolches nach der Höhe und heftet es gegen einen kleinen Pfahl. Während des Sommers bewurzelt ſich nun dieſe eingelegte Rebe, und zwar ſtärker, als es der Reifling im erſten Jahr that, wird im fol⸗ genden Herbſt oder Frühjahre von dem Mutterſtocke getrennt, und entweder gleich verpflanzt, oder an einem feuchten Orte, z. B. im Keller, bis zum künftigen Frühjahr eingeſchlagen. Beſſer ſcheint im letzten Falle zu ſeyn, ſie nicht vor dem Winter von dem Stocke zu trennen; der Winter wird ihnen wahrſchein⸗ lich eben ſo wenig, als den alten Stöcken ſchaden. Die Art, die Reben durch Bögen anzuziehen, iſt ohne Zweifel die ſicherſte; jedoch behauptet man, daß ſie früher als die von Blindholz und Reiflingen abſterben, und ſchon vor dem ſechsten Jahre vergrubt werden müſſen. Man bedient ſich auch der Senker, um leere Stellen in der Nähe eines Weinſtocks auszufüllen, wo ſie alſo nicht verpflanzt werden, und geht dabei folgendermaßen zu Werk: Man nimmt ſchon im vorhergehenden Sommer zur Zeit des Entwickelns Rückſicht auf diejenigen Stöcke, in deren Nähe ſich leere Stellen von ausgegangenen oder ſolchen ſchlechten Stöcken befinden, die man wegzuſchaffen gedenkt. Zu dem Ende werden einige der ſchönſten und zum Einlegen bequemſten Lotten unentwipfelt ge⸗ laſſen, denn je länger die Lotten ſind, um ſo weiter kann man damit ausreichen, um die daraus zu bildenden neuen Stöcke in die gehörige Entfernung zu bringen. Bei dem Beſchneiden im folgenden Frühjahre, werden die eingelegten Lotten geſchont, man behält ihrer aber nicht mehr, als 2, höchſtens 3 bei, indem eine Mehrzahl den Mutterſtock entkräften würde. Auf ſandigem Boden zumal hält man alles Abſenken dem Mutterſtock für nachtheilig. Gleich nach dem erſten Hacken, alſo noch vor dem Anlaufen der Augen ſenkt man die Lotten ein, weil ſie dann eher Wur⸗ 279— zeln treiben, als wenn ſolches ſpäter geſchehen würde. Man könnte ohne Zweifel das Einlegen vortheilhafter ſchon vor Winter ausführen, wenn das Eingelegte durch das Schneiden des Weinſtockes und das erſte Hacken nicht Gefahr liefe, zer⸗ treten oder blos gelegt zu werden. Der Senker wird zuerſt mit ein paar Finger hoch guter Erde, dann ½ hoch mit verrottetem Kühdung und endlich mit eben ſo viel Erde bedeckt. Dabei hat man einige Jahre darauf zu ſehen, daß der Obergrund zum Eindringen der Feuchtigkeit offen gehalten werde. Bei dem Hacken dürfen die Senker durchaus nicht verrückt und im Wur⸗ zelanſchlagen geſtört werden. Das Reinhalten von Gras und Kraut thut den verſenkten Reben noch mehr als andern nöthig. V. Anpklanzung gereuteter Weinberge. Wer keinen Wald, wo alles ohne Ordnung unter einander läuft, wo eine Rebe der andern durch die Wurzeln Feuchtigkeit und Nahrung entzieht, ſondern einen Weinberg pflanzen will, der muß dabei mit Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit verfahren, das Licht der Sonne gleichförmig unter den Stöcken zu verthei⸗ len, und ſie in einem gerechten Ebenmaaß ſowohl in Länge als Breite von einander zu entfernen ſuchen. In Gegenden, wo man an die Verewigung der Weingärten durch Einſenker, Einleger gewohnt iſt, kann freilich eine ſolche Regelmäßigkeit nicht Statt haben; die neuen Stöcke kommen, ſo nahe oder ferne die Lotten reichen wollen; dadurch entſteht dann mit der Folge ein wirklicher Rebenwald, der mancher Vortheile beraubt iſt, und bei der Bearbeitung ſowohl, als der Weinleſe, mehr Beſchwerlichkeiten darbietet, als ein regelmäßig nach Gaſ⸗ ſen und Zeilen angelegter Weinberg. Wir gehen zur Beſchreibung einer regelmaͤßigen Anlegung eines neu gereuteten Weinbergs über. Dabei wird nun entweder zu gleicher Zeit gereutet und gepflanzt, oder zuerſt gereutet und nachher gepflanzt. Da die Verfahrungsar⸗ ten bei dieſer Operation nach den Orten verſchieden ſind, ſo wollen wir einige der merkwürdigſten davon anführen. VI. M nach de Mittag erwärm Oſten! daß die zwiſcher Breite und es wirken; die Län, eine ſei tigen, Ende de ſchenräͤu Breite werfen Da mit der kommt, dem hi denn, do Erde ge So pflanzer etwas a tiefer a der Re Erde he einem 2 verſehen ſchon dor 8 Schneiden andd zuerſt mit ar verrottetem 8 Dabei hat X(Cgrund zum 26 Bei dem deim Wur: Gras und a ern nöthig. Sge raer einander A euchtigkeit a anzen wil 2. urfahren, *e zu verthei⸗ A Länge als „ cWeingärten eine ſolche kommen, ſo Stiſtet dann arde. Man r Vortheile b er Weinleſe 8 uach Gaf en Anthung Zu entweder der zuerſt „ahrungsar⸗ „zen ſind, ſ es en. — 271— VI. RKeuten und Pflanzen zugleich an der Moſel. Man wählt die Richtung der Weinſtöcke ſo viel möglich nach dem Stande der Sonne, ſo daß die Strahlen derſelben am Mittage gerade in die Gaſſen fallen und den Boden beſtens erwärmen. Da nun die Zeilen über die Breite des Stückes von Oſten nach Weſten gezogen werden, ſo geſchieht auch dadurch, daß die Sonne nicht frühe noch ſpät gehindert werde, die Erde zwiſchen den Stöcken zu beſcheinen. Sowohl der Länge als Breite nach fallen die Stöcke 4“ ins Quadrat von einander, und es iſt nicht gleichgültig, ſolches auf das Genaueſte zu be⸗ wirken; zu dem Ende fängt man damit an, die Schnur über die Länge des zu pflanzenden Stückes alſo bergan zu ziehen, und eine ſeichte Rinne auf dem Boden mit dem Bickel*) abzufer⸗ tigen, dann auf 4¹ davon eine zweite und ſo fort bis zu dem Ende des Stückes. Dieſe erſten Linien oder vielmehr ihre Zwi⸗ ſchenraͤume bilden die Gaſſen; darauf wird die Schnur über die Breite oder von Oſten nach Weſten gezogen, und zu dem Aus⸗ werfen des erſten 4“ weiten Grabens geſchritten. Das Aufhauen geſchieht mit dem Karſte, das Auswerfen mit der Schaufel. Die Erde, welche aus dieſem erſten Graben kommt, muß nachher in Hocken(Butten) aufgeladen, und zu dem höhern Rande des Weinbergs getragen werden; es ſey denn, daß man zum Füllen des dahin fallenden letzten Grabens Erde genug habe. So wie der erſte Graben ausgeworfen iſt, wird zum Be⸗ pflanzen deſſelben geſchritten. Man ſpannt die Schnur nunmehr etwas anders, nämlich in den Hang des Grabens, aber nicht tiefer als 1 Zoll unter der Oberfläche, um nach ihr die Höhe der Rebenſchnittlinge, die mit ihren Köpfen nicht über der Erde hervorragen dürfen, zu richten. Der Arbeiter, der mit einem Vorrath dünner, 3 ½ langer, etwas zugeſpitzter Pfähle verſehen ſeyn muß, ſteckt an jedem Punkte, wo ſich die früher *½) Die Moſelgegenden ſind vorherrſchend ſteinig, daher der Bickel, d. h. die ſchwere, vorne etwas ſpitzige Haue und der Karſt, d. h. die zweizinkige Haue, die Hauptwerkzeuge ſind. — 272— bezeichneten Rinnen mit der Schnur kreuzen, ein Pfählchen hart wider die ſenkrechte obere Wand des Grabens einige Zolle tief in die Erde und befeſtigt 3 Schnittlinge an jeden Stab. Man nimmt 3 Reben, um, da es Blindholz iſt, ſich wenigſtens des Anſchlagens einer derſelben zu verſichern, und dadurch ſo viel möglich das unangenehme Nachpflanzen zu vermeiden. Das Befeſtigen der Schnittlinge an das Pfählchen geſchieht mit 3 Banden von Stroh, oder beſſer von Weiden, ſo daß das eine Band gleich unter der Schnur, die andern etwas tiefer an⸗ zulegen kommen. Die Reben müſſen, wie geſagt, nicht über die Schnur herauf, von unten aber einige Zoll tiefer herabreichen, als es die ſenkrechte Tiefe des Grabens erlaubt; dadurch iſt man im Stande, den Fuß der Reben über die Sohle des Grabens herzukrümmen, welches während dem Anbinden an das Pfähl⸗ chen geſchieht. Während die Hände mit dem Binden beſchaͤftigt ſind, wird mit dem Fuße ſo auf die Reben angedrückt, daß ſie ſich auf die Sohle des Grabens und zugleich gegen das Pfaͤhl⸗ chen anlegen und das Binden ausführbar machen. Durch das Krümmen der Schnittlinge über die Sohle des Grabens wird wahrſcheinlich das Anwurzeln befördert; auf jeden Fall dient es, die Reben feſter in dem Boden zu halten; denn, ſind ſie gut gepflanzt, ſo muß man ſie, nachdem der Graben gefüllt worden, nicht mehr ohne die größte Anſtrengung mit der Hand ausziehen können. Da man 3 Reben zuſammen bringt, und dieſe ſich des beſſern Wurzelns wegen am Fuße nicht be⸗ rühren dürfen, ſo dreht der Pflanzer nach dem Anbinden ihr unteres Ende ſo, daß das eine ſich nach ſeiner Rechten, das andere nach ſeiner Linken und das mittlere gerade gegen ihn richtet. Noch iſt zu beobachten, daß man bei dem Anbinden der Reben an die Pfählchen mit dem oberſten Bande anfaͤngt, auch daß man, wenn das Pfählchen eingeſteckt iſt, ein paar Hände voll Raſenſtücke dabei auf die Sohle des Grabens legt, damit die Reben mit ihrer Krümmung darauf zu ruhen kommen; ſol⸗ ches iſt beſonders im ſteinigen Boden nothwendig, damit die Wurzeln durch ihre Feuchtigkeit hervorgelockt ſogleich etwas Grund finden, in den ſie einſchlagen können. Sind die Reben * angebu Fuß 90 dieſe R 20— 30 ganze hutſam neuem ſchiefen gemeſſe und g ſchreite deſſen mit der hier vo weg un hackt i gepflan herunte des Bo⸗ des ner wie ma mit in Hierhei linge, d Richtun unterſtü Breite diee, Da etwas! folgt, d ganz m mehr zu daß die etwas i men un gegen Schwe Saͤhlchen hat e Zolle ti t 5tab. Man igſtens ds Säurch ſo dil Wen. Feen geſchießt sſſo daß das ars tiefer an⸗ t uͤber di yerabreichen, a arch iſt man 8 hes Grabens 2 das Hfäht un heſchäftigt A ck, daß ſie das Pfähl⸗ . I 7 Sohle des 18; auf jeden atten; denn, nrder Graben a anng wit der mnen bringt⸗ 3 fe nicht be⸗ binden iſt —— 1= gegen ihn inden det fängt, auch zaar haͤnde pgt dawit 1 umen; ſol⸗ 23 damit die eich etwas leich etiab — die Reben — 273— angebunden, ſo wird ebenfalls noch ein wenig Raſen auf ihren Fuß geworfen und wohl angetreten. Es iſt merkwürdig, daß dieſe Raſen unverwest im Boden bleiben, und man ſie nach 20— 30 Jahren bei wiederholtem Reuten wieder findet. Iſt die ganze Zeile, ſo weit die Schnur reicht, geſetzt, ſo wird dieſe be⸗ hutſam aufgenommen und in einer Entfernung von 4 von neuem ausgeſteckt. Dieſe Entfernung muß aber nicht nach dem ſchiefen Hange des Berges, ſondern in wagrechter Richtung gemeſſen werden, ohne welches die Zeilen nicht die gehörige und gleiche Entfernung unter ſich erhalten würden. Man ſchreitet nunmehr zu dem Auswerfen des folgenden Grabens, deſſen Erde den vorhergehenden füllen muß. Man hackt zuerſt mit dem Karſte die obere Krume mit ſammt dem Dung, der hier vorläufig aufgebracht worden, von dem 4 breiten Raum weg und bringt ihn in die Tiefe des gepflanzten Grabens; dann hackt man tiefer und arbeitet zuerſt die Wand zunächſt an den gepflanzten Reben aus. Man zieht aber dabei den Grund nicht herunter, wodurch nicht allein eine unvollkommene Verarbeitung des Bodens entſtehen, ſondern auch die völlige Ausarbeitung des neuen Grabens unmöglich gemacht werden würde, ſondern, wie man mit dem Karſte einſchlägt, hebt man den Grund da⸗ mit in die Höhe und läßt ihn in den offenen Graben fallen. Hierbei iſt einige Vorſicht nöthig, damit die gepflanzten Setz⸗ linge, denen man nun ihre Rückwand entzieht, nicht aus ihrer Richtung kommen, daher man ſie auch gleich mit etwas Erde unterſtuͤtzt. Iſt die Wand abgearbeitet, ſo wird auch die übrige Breite des neuen Grabens mit Schaufel und Karſt zu derſelben Tiefe, wie der erſte Graben, ausgeworfen. Da die Reblinge ſchon beim Anbinden mit ihren Köpfen etwas tiefer ſtanden, als die Oberflaͤche der Rückwand war, ſo folgt, daß ſie durch das Aufbringen des gerührten Bodens nun ganz mit Grund überdeckt ſind und ſelbſt von den Stäben nichts mehr zu ſehen iſt. Es wird daher ſpäter, wenn man denkt, daß die vergrabenen Reben zu treiben anfangen, der Boden etwas über ihnen aufgeräumt, ſo daß ihre Triebe zu Tage kom⸗ men und wie in einem kleinen Keſſel ſtehen. Um ſie alsdann gegen das Abrollen der Steine und ſonſtige Verletzung zu Schwerz, Landwirthſch. 11. 18 — 274— ſichern, werden einige platte Steine um jeden Stock geſteckt, und hiemit iſt dann die Arbeit des Pflanzers vollbracht. Man pflanzt im März und April, und auf Schieferboden, wenn es geſchehen kann, im Advent. Das Reuten und Pflan⸗ zen zugleich iſt an ſolchen Stellen, wo man große Steine zu bekämpfen hat, nicht anwendbar, weil ſolches beim Pflanzen einen ſtarken Aufenthalt geben würde; in dieſem Fall reutet man zuerſt, verfaͤhrt aber nachher bei dem Pflanzen auf die nämliche Art, wie ſchon angegeben worden iſt. Daſſelbe Ver⸗ fayren, welches hier für den Gebrauch des Blindholzes gegeben worden iſt, gilt auch für den der Reiflinge. Die Stellen, auf welchen der erſte Satz nicht angeſchlagen, müſſen nachher nothwendig mit Reiflingen und nicht mit Blind⸗ holz ausgefüllt werden, daher jeder Winzer immer eine gewiſſe Anzahl von erſteren vorräthi haben muß. VI. Pllanzungs⸗Methode in der Aar. Sie iſt wenig von der an der Moſel verſe ieden, obgleich hier weißer, an der Aar rother Wein gepflanzt wirn Man hält den Advent für die beſte Pflanzungszeie⸗ aber auch noch im Fruͤhjahre bis in den Mai. Mam gitt den Pflanzreben kein Pfählchen, nimmt ihrer nur zwei u.n ſteckt ein Stäbchen darüber her, um den Platz des Satzes zu bezeichnen. Wenn nachher die Oberfläche durch den Regen be⸗ ſchlagt, ſo iſt es nothwendig, ſie daſelbſt behutſam aufzulockern, damit die Triebe durchkönnen. Solches iſt auf Thonboden von äußerſter Wichtigkeil und muß nach jedem ſchweren Regen wie⸗ derholt werden, daher es gut iſt, an ſolchen Orten gleich An⸗ fangs etwas ſandige Erde über jedem Satze anzubringen. Die Entfernung, welche man den Stöcken gibt, iſt nach der Anſicht der Winzer verſchieden. Die rechten Winzer ſetzen die Gaſſen 6, die Zeilen 5“ von einander, und in der Ebene noch weiter. Der Klevner⸗ oder Burgunder⸗Weinſtock, welcher hier vorzugs⸗ weiſe gebaut wird, wächst ſtärker in's Holz, als der Riesling. VI. No ſchloſſen Reuten des St der Ha auf leich Man u dem de iſt wir plaggt, der Gr und d tigt, de gezogen Beetes der Ra bens g und die legt. D der des Hähe, den obe bis zur zum M Grund geebnet. um ſo an heid Mitte ſpäter Zeilen — *) Es gu ſttt, ud ſchieferboden V und Pflau⸗ 2 Gteine z m Pfanzen t Fal reutet 1 eren auf die 2 ſſelbe Ver⸗ AM czes gegeben ageſchlagen, mit Blind⸗ a eine gewiſe Sr. Bn obglech — chas a = Regen be⸗ ulockern, Sbeden von a egen wie⸗ 8n gleich An⸗ Sgen. di Her Anſcht trie Gaſſen 1 in ch weiter. dund votzugs⸗ Riesling⸗ 275 VII. Pptlanzungsart der rothen Reben am untern Khein*). Nachdem der Boden 3—4 Jahre dreiſch gelegen, ſich feſtge⸗ ſchloſſen und gut benarbt hat, wird gedüngt und darauf zum Reuten geſchritten. Man faͤngt an, die Schnur über die Breite des Stückes zu ziehen und die Linien mit dem Grabſcheite oder der Haue zu bezeichnen. Ihre Entfernung in den Bergen und auf leichtem Boden beträgt 4“, auf gutem Boden und der Ebene 5“. Man nennt den Zwiſchenraum zweier Linien ein Beet. Nach⸗ dem der ganze Weinberg auf gedachte Weiſe in Beete getheilt iſt, wird der Raſen von dem erſten, d. i. unterſten Beete abge⸗ plaggt, und nach der Höhe des Weinbergs gebracht; nun wird der Grund längs der gezogenen Linie zu der Breite von 2 ½ und der Tiefe von 2“ ausgeworfen, alſo ein Graben angefer⸗ tigt, der die Hälfte der Breite des Beets einnimmt; die daraus gezogene Erde wird alſo auf der ſtehenbleibenden Bank des Beetes angehäuft. Nun wird zum zweiten Beete übergegangen, der Raſen davon abgeplaggt und in die Tiefe des erſten Gra⸗ bens geworfen. Darauf wird der zweite Graben ausgehoben, und die Erde wie bei dem vorhergehenden auf ſeine Bank ge⸗ legt. Der Raſen des dritten Beetes kommt in den zweiten, und der des vierten in den dritten Graben, und ſo weiter bis zur Höhe, wo der hinaufgeſchaffte Raſen des unterſten Grabens in den oberſten geworfen wird. In dieſem Zuſtande bleibt das Feld bis zur Zeit liegen, wo der Weinſtock zu treiben anfaͤngt, alſo bis zum Mai; nunmehr wird der in Sonne und Luft ausgewitterte Grund von den Bänken in die Gruben gezogen und das Feld geebnet. Um aber die Mitte der Gräben des Pflanzens wegen um ſo ſicherer unterſcheiden zu können, wird vor dem Ebnen an beiden Enden jedes Grabens ein Pfahl eingeſteckt, um die Mitte anzugeben. Von einem dieſer Pfähle zum andern wird ſpäter die Schnur gezogen, und die Linie abgeſteckt, welche die Zeilen andeuten, darauf die Schnur von neuem über die Länge **) Es iſt hier die Gegend unterhalb Linz gemeint; der Boden iſt guter Thon, der ſich leicht mit Gras uͤberzieht. 18 s8 des Stückes geſpannt, um die Gaſſen zu bezeichnen. Man gibt letzteren die Breite von 4—4 ½ Fuß. Iſt der ganze Weinberg auf dieſe Art in Quadrate vertheilt, ſo wird an jedem Durchkreuzungs⸗Punkte der Linien ein Pfähl⸗ chen eingeſteckt, als die Stelle, wo der Satz hinkommen ſoll. Die Reblinge, welches hier Blindholz iſt, von 1½ Länge wer⸗ den beigeholt, mit dem Setzſtickel oder keilförmigen Pfahleiſen wird bei jedem Pfählchen ein Loch geſtoßen, in welches 2 Reb⸗ linge, der Oberfläche gleich, ſenkrecht eingeſteckt, mit einem höl⸗ zernen Stampfer feſtgeſtellt und die Köpfe mit etwas Erde he⸗ deckt werden. Kann man zu den Reblingen in jedes Loch eine Handvoll verhackter wollener Lumpen thun, ſo befördert ſolches ihr Wachsthum ungemein. Fällt ſtarke Trockenheit ein, ſo gießt man auch wohl etwas Waſſer zu jedem Stocke und deckt mit angefeuchtetem Mooſe. Die durch die angegebene Methode des Reutens bewirkte Luftausſetzung des offen gehaltenen Grabens ſowohl, als der aufgeworfenen Erde, hat ohne Zweifel einen großen Vortheil, wenn gleich dabei der Boden der Bänke ſelbſt nicht erbrochen wird, welches man als einen Nachtheil anſehen könnte. VIII. Pflanzungs-Methode bei Bacharach*). Da man die Weingärten hier unmittelbar nach dem Um⸗ hauen der alten Stöcke reutet, alſo dem Boden keine Ruhezeit gewährt, ſo ſuchen gute Wirthe in den zwei letzten Jahren den alten Reben⸗Weingarten in guten Stand zu ſtellen, wofür die⸗ ſer dann noch durch ſeinen verbeſſerten Ertrag in etwas lohnt, welches die Dreiſche nicht thut. Man reutet im März und April 2— 3 tief und pflanzt einige Wochen ſpäter, wenn der Boden ſich etwas geſetzt hat. Das Pflanzen geſchieht mit dem Setzſtickel. Man thut nur Eine Rebe in jedes Loch, dagegen ſtößt man 3 Löcher dicht neben einander in Geſtalt eines Dreiecks ein; dieſe 3 Reblinge bilden alſo einen Satz. Der Grund wird mit dem Setzſtickel feſt an jede Rebe gedrückt, beſonders in der Tiefe. Das Blindholz, deſſen man ſich hier bedient(Reiflinge ³*) Bacchi arae; der hieſige Weinbau iſt ſehr alt; er ſoll von den Römern hieher gebracht worden ſeyn. ind ni Erde g die En P nützlich aus ſch O verdien jede kommt J Pflang tete L holz on dern a von 6, von 1 und ſe D trocken Setzſtid lang iſ ſitzt un Nun l iſt, in mit de wohl man damit res A jedem ben ve B des S ſpäteſte Man düt 8 te vertheilt —* ein Pfä t iymmen ſoll. 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Das Pflanzen geſchieht mit dem Setzſtickel, alſo in das vorhergereu⸗ tete Land. Man pflanzt gewöhnlich 3 Reblinge, es ſey Blind⸗ holz oder Reiflinge, für jeden Satz, aber nicht in ein Loch, ſon⸗ dern auf der Reihe von oben nach unten, in einer Entfernung von 6“ von einander; andere ſetzen ihrer auch 4 ins Quadrat von 1 Fuß; ſchlagen ſie alle an, ſo werden die überflüſſigen und ſchwächſten im vierten Jahre herausgeriſſen. Das Setzen geſchieht im April. Man ſchafft vorläufig den trockenen Grund von der Oberfläche weg und ſtößt mit dem Setzſtickel ein Loch ſo tief in die Erde, als der Rebling beinahe lang iſt, dieſen drückt man dann ſo tief hinunter, bis er auf⸗ ſitzt und mit dem obern Auge der Oberfläche gleich kommt. Nun läßt man zarten Grund in das Loch laufen, bis es voll iſt, indem man die Reblinge zugleich hin und her bewegt, da⸗ mit der Grund ſich von allen Seiten, beſonders in der Tiefe wohl anſchließt. Auf ſtörrigem oder ſteinigem Boden nimmt man ſtatt des Grundes trockenen Sand, und läßt das Loch damit anlaufen. Der Sand ſchließt ſich von ſelbſt ohne ferne⸗ res Anſtoßen und Andrücken an die Reben und ſetzt ſich bei jedem Regen noch feſter, wodurch man des Anwachſens der Re⸗ ben verſichert ſeyn kann. Bei dieſer Art zu pflanzen ſcheint nichts über den Gebrauch des Sandes zu gehen, der noch überdem den Stock bis in das ſpäteſte Alter vor Ungeziefer und Fäulniß bewahrt. — 278— X. Anpklanzung und Fortpllanzung der Weinberge durch Vergrubung. Man bedient ſich des Vergrubens oder des Verſenkens al⸗ ter Stöcke hauptſaͤchlich zur Verewigung ſchon beſtehender Wein⸗ berge durch ein ununterbrochenes Ergänzen leerer Stellen und abgängiger Stöcke. Dieſe in Deutſchland nicht unbekannte Methode iſt beinahe die einzige, der man ſich in manchen andern Ländern, nament⸗ lich in Ungarn bedient, die Weingärten in ſtets tragbarem und vollſtändigem Zuſtande zu unterhalten; das gänzliche Umreuten wird erſpart, dadurch wird ein Weinberg anhaltend verjüngt, Arbeit und Ertrag gleichförmiger in die Jahre vertheilt und endlich der Ausfall von 5— 6 Carenz⸗Jahren, die nach dem Reuten folgen, vermieden, indem die Stoͤcke ſchon in dem Jahre ihrer Vergrubung, wenn gleich nicht ſtark, tragen. Ob aber im Ganzen die Koſten dadurch verringert und der Ertrag erhöhet werde, iſt noch nicht ausgemacht; ſo viel be⸗ weist die Erfahrung, ſelbſt in Ungarn, daß die durch Verſenken gewonnenen Stocke nur die Hälfte des Alters derjenigen errei⸗ chen, die man aus abgeſchnittenen Reben erzielt. Wenn alſo dieſe beiſpielsweiſe in gedachtem Lande ein Alter von 12 Jah⸗ ren erreichen, ſo müſſen jene ſchon nach 6 Jahren wieder ver⸗ grubt werden. Es falien alſo die Koſten von einem zweimaligen Vergruben gegen die von einem einmaligen Reuten, und da mögen ſich die Arbeitskoſten wohl gegen einander aufwiegen. Die Art der Vergrubung verhält ſich folgendermaßen: Im Herbſte oder im Frühjahr, unmittelbar nach dem erſten Hauen, werden diejenigen Stöcke, welche entweder ihrer Untragbarkeit wegen ſelbſt eine Verjüngung erheiſchen, oder zur Beſtockung leerer Plätze in ihrer Nähe beſtimmt werden, ausgeputzt und von allen ungeſunden, nicht zureichend langen und überflüſſigen Lotten gereinigt, dann wird mit dem Spaten die Größe und Form der Grube bezeichnet und mit der Haue und Schaufel ausgearbeitet. Man gibt der Grube die Tiefe von 2“ und fängt ſie unmittelbar bei dem Fuße des zu vergrubenden Stockes an, bishin Stock Wurze daß er kann. Grund in die ſichtigt migen rückge ſtande ebenfa Stelle Wand eine auch d G bis zu und m Erfolg und d ragend ſehr w wenn! men w er doc vorgen Blattg verfah zum f legten J welche zu tra wird jenen — Wennberge ſenkens al Jender Wein⸗ Stellen und Geiſt beinahe din, vamenk⸗ A barem und Ze Unreuten t 2d verjüngt, rtheilt und nach dem ddem Jahte -1 arirt und der zeſo viel be⸗ a4) Verſenken Ssiigen errei⸗ . Wenn alſo 1a 12 Jah⸗ = vieder ver⸗ eerweimalige e, und da ſwiegen. Saßen: Im kn Hauen, I trazbarkeit e Beſtockung un reyußt und gerflüſſigen ai'röße und u Schaufel e und fängt as tockes an, — 279— bishin, wo ſeine Lotten wieder hervorkommen und einen neuen Stock bilden ſollen. Zugleich wird der alte Stock von allen Wurtzelfaſern entblößt und von allen Seiten ſo frei gemacht, daß er mit Vorſicht auf die Sohle der Grube hingeſteckt werden kann. Iſt dieſes geſchehen, ſo wird er mit ein paar Schaufeln Grund angehalten, damit der Arbeiter die Lotten nach Gefallen in diejenige Lage bringen kann, welche zur Beſetzung der beab⸗ ſichtigten Stellen dient. Beſonders erfordern die oft zirkelföͤr⸗ migen Biegungen derjenigen Lotten, die wieder an den Ort zu⸗ rückgeführt werden müſſen, worauf der alte Stock bisher ge⸗ ſtanden, eine beſondere Behutſamkeit. Man befeſtiget nun ebenfalls die gekrümmten Lotten mit etwas Erde in ihren Stellen, und vertheilt darauf die übrigen und zwar ſo gegen die Wände der Grube, daß die zukünftig daraus entſtehenden Stöcke eine gerechte Entfernung unter ſich behalten; darauf werden auch dieſe durch eine Schaufel Grund befeſtiget. Geſchieht das Vergruben im Herbſte, ſo müſſen die noch bis zu 12 oder 18“ leeren Gruben vollends mit Dung verſehen und mit Erde bedeckt werden, oder aber, welches mit gutem Erfolge geſchiehet, man läßt es am Dungeinlegen bewenden und deckt erſt im Fruͤhjahre. Das über die Oberfläche hervor⸗ ragende Ende der Lotten wird bei dem Herbſtvergruben nur ſehr wenig verkürzt, indem die Erfahrung gezeigt hat, daß, wenn der Schnitt auf 1 oder 2 Augen vor Winter vorgenom⸗ men wird, der Stamm erſt im zweiten Sommer trage, welches er doch ſchon im erſten thut, wenn das Kürzen im Frühjahr vorgenommen wird. Wird im Frühjahr vergrubt, welches man Blattgruben heißt, ſo wird mit dem Einlegen auf dieſelbe Weiſe verfahren, nur können dann die Gruben auch ohne Dung bis zum folgenden Herbſte offen bleiben, ohne daß ſolches die einge⸗ legten Reben im erſten Jahre am Tragen hindert. Man rechnet auf jede einfache Grube, d. i. eine ſolche, welche 2 Reben hat, eine halbe Laſt Dung, wie ein Menſch ſie zu tragen pflegt. Hat ſie aber 3— 4 Reben oder gar 5—6, ſo wird auch das Doppelte und Dreifache an Dung erfordert. In jenen Gegenden, wo die Weinberge auf eine ſolche Art verewigt, — 280— alſo alle Jahre ein Theil der Stöcke vergrubt und in die Gru⸗ ben gedüngt wird, hat kein ſonſtiges Düngen des Weinberges Statt. Daß in Jahren, wo das Holz nicht zur Zeitigung ge⸗ kommen oder im Winter erfroren iſt, nicht vergrubt werden darf, läßt ſich denken. d. ſchieden Ar nichts Unkrau dem Ka ſie gege kein Ir die Sch Das 9. abgehen gen ſin um ſole der jur heſchnit Jahre garten delt.) dem er der Ob ſchon e Win die hh⸗ = Weinberges eeitigung ge⸗ mubt weiden Dritter Abſchnitt. Behandlung junger Weinberge. Dieſe iſt, wie die Pflanzungsart, nach den Orten ſehr ver⸗ ſchieden. An der Moſel wird im Sommer des erſten Jahrs nichts an dem jungen Weinberge gethan, als etwa das größere Unkraut ausgezogen. Vor Winter werden die Pflaͤnzchen mit dem Karſte gehäufelt, ſo daß ſie beinahe völlig bedeckt ſind, um ſie gegen den Froſt zu ſichern. Im zweiten Jahre, wenn kein Froſt mehr zu befürchten iſt, wird gehackt, darauf abgedeckt, die Schöſſe an der Erde bis auf 1 oder 2 Augen geſchnitten. Das Hacken geſchieht im Bergaufgehen, das Abdecken im Berg⸗ abgehen oder im Rücktreten; ſieht man, daß Stöcke ausgegan⸗ gen ſind, ſo wird ſogleich an der Stelle ein tiefes Loch gemacht, um ſolches ſpäter zu beſetzen. Im dritten Frühjahr wird der junge Weingarten vor allen andern gegraben, im März beſchnitten, dem Stocke dabei einige Augen mehr als im erſten Jahre gelaſſen; ein kleiner Pfahl wird beigeſteckt und der Wein⸗ garten mit Hacken und Rühren, wie ein alter Weinberg, behan⸗ delt. Nun muß gedüngt werden, wenn ſolches nicht ſchon nach dem erſten Schnitt geſchehen iſt. Dieſer Dung bleibt dann auf der Oberfläche liegen. Im dritten Jahre zeigt der Weinberg ſchon einige Trauben. Im vierten Jahre wird der Stock ganz wie ein alter behandelt; man hat dann einen halben und im fünften Jahre einen ganzen Herbſt zu erwarten. An der Aar. Im erſten Jahre dieſelbe Behandlung wie an der Moſel. Im Frühling des zweiten Jahrs wird abgedeckt. Man hackt nur in dem Falle, daß der Boden nach ſtarken Regengüſſen eine feſte Borke bildet; auf jeden Fall wird die obere Fläche rein gehalten. Die Stöcke werden manch⸗ mal ſchon vor dieſem Winter, ſonſt im folgenden Frühjahre geſchnitten, darauf gegen die Gefahr des Froſtes gehäufelt. Man hält das Düngen in den beiden erſten Jahren für ſchäd⸗ lich. Im dritten Jahre bei dem erſten Schnitte werden, wenn es nicht ſchon vor Winter geſchehen iſt, den Köpfen alle überflüſſige Schöſſe abgenommen, nur 2—3 der beſten Lotten gelaſſen, welche fuͤr die Folge die Schenkel bilden und dieſe auf 2— 3 Augen beſchnitten. Die Stöcke werden nun mit Pfählen verſehen, darauf gedüngt und gehackt. Das Hacken wird im Sommer noch einigemal wiederholt, aber nur oberflächlich, blos zur Tilgung der Unkräuter, unter welchen die Quecken die ge⸗ fährlichſten ſind. Im vierten Jahre werden die jungen Stöcke auf 3— 4 Augen geſchnitten, jedem Schenkel aber nur 1 Lotte gelaſſen; übrigens wird, wie im vorigen Jahre, gehackt, jedoch nicht gedüngt. Im fünften Jahre tritt die Behand⸗ lung wie bei den alten Stöcken ein. Am untern Rhein. Im Nachſommer des erſten Jahrs wird zur Reinigung vom Unkraute nur leicht, vor Ein⸗ tritt des Winters aber ordentlich gehackt, und die jungen Stöcke dabei ſtark mit Grund bezogen. Im zweiten Frühjahre wird wieder gehackt, die Stöcke abgeräumt, die fehlenden durch andere erſetzt. Der Weinberg wird in dieſen zwei erſten Jahren durch Anpflanzung von Gemüſe benützt und durch Hacken rein gehalten; vor dem Winter wird gedüngt und der Dung unter⸗ gegraben. Im dritten Frühjahre wird gegraben(gehackt), die Stöcke werden von der Erde entblößt und auf dem Kopfe beſchnitten, d. h. der Wuchs des erſten und zweiten Jahrs wird gleich der Erde weggeſchnitten, jedoch ohne den Stamm ſelbſt zu berühren. Nun wird geſtöckt, oder mit andern Worten, es werden klekne Pfähle gegeben. Man läßt von den Lotten, die der Sto ubtigen Im 1 Weinbe Be Jahre ſchneide Zeit we dadurch hältriß ſehr fe dem ſi doch v jedem A der Re d. h. d Erde b beſonde anzuzie Bau a iſt gut, hervorr dem K gen ein men, Schutte nicht zweit Stoͤcke rührt zu, oh haben. und ganzel Einige dann 2r halben un e. 2 Behandlumg 1ten Jahre ß der Bohen ruf jeden Fale erden manc din Frühjahre 1 gehäͤufelt. 0. für ſchd⸗ Sätte werden, Köpfen alle a eſten Lotten and dieſe auf a nit Pfählen Sen wird in ichlich, blos Cken die ge⸗ ro die jungen el aber nut — re, gehack, rie Behand- s erſten 't vor Ein⸗ en Gtöcke rühjahre aden durch ſen Jahren K.)Facken rein Ung unter⸗ 1 gehackt as'em Kopfe mahrs wird S mm ſälſt Lorten, d6 as'otten, de — 283— der Stock treibt, höchſtens 2— 3 durchwachſen und bricht die übrigen aus. Nach dem Herbſte wird der Weinberg gegraben. Im vierten Jahre tritt die Behandlung wie bei alten Weinbergen ein. Bei Bacharach. Man thut hier in den drei erſten Jahren nichts an den jungen Stöcken und läßt ſie, ohne zu ſchneiden, nach Belieben wachſen. Je ſtrauchiger ſie in dieſer Zeit werden, um ſo lieber hat man es, indem der Stamm ſich dadurch verdickt und die Wurzeln ſich wahrſcheinlich im Ver⸗ hältniß zu den Zweigen verbreiten. Man hackt im erſten Jahre ſehr flach, in den folgenden beiden ein⸗ auch zweimal, je nach⸗ dem ſich Unkraut zeigt. Man düngt ſchon vor dem erſten oder doch vor dem zweiten Winter und zwar in Gruben oberhalb jedem Stöckchen, doch nicht kurz daran. An der Nahe. Im erſten Sommer wird nichts an der Neupflanzung gethan; nach dem Herbſt wird zugegraben, d. h. die jungen Stöcke werden, ohne geſchnitten zu ſeyn, mit Erde bedeckt; bei dem Zugraben wird beobachtet, den Grund, beſonders in den Bergen, nicht von obenher gegen die Pflanzen anzuziehen, wodurch ſie ſich abwärts ſenken und durch wiederholten Bau aus ihrer geraden Richtung gebracht werden würden. Es iſt gut, wenn die Spitzen der Triebe ein wenig aus der Erde hervorragen, damit man ſie beim nachherigen Aufgraben mit dem Karſte ſchonen könne. Sind im Sommer durch ſtarke Re⸗ gen einige Stöcke mit Erde überſchüttet, ſo muß man aufräu⸗ men, damit ſie nicht darunter erſticken. Haben unter dem Schutte einige Augen angefangen auszulaufen, ſo müſſen ſie nicht plötzlich der Sonne und Luft ausgeſetzt werden. Im zweiten Jahre gräbt man nicht vor dem Mai auf, um die Stöckchen ſo lange als möglich gegen die Kälte zu ſchützen. Man rührt im Juni noch einmal und grabt gegen den Winter wieder zu, ohne auch in dieſem Jahre etwas am Stocke geſchnitten zu haben. Im dritten Jahre wird das Jungfeld aufgegraben und geriſſen, d. h. man ſchneidet dem jungen Stocke ſeinen ganzen Auswuchs bis auf eine Lotte von 1—2 Augen weg. Einige thun ſolches ſchon im zweiten Frühjahre, wodurch ſie dann ſchon im dritten Jahre Holz zu Bogreben gewinnen, und — 284— der Weinberg im vierten Jahre zum Ertrage kommt, wodurch ein Jahr gewonnen wird; zugleich erhält der Stock einen Pfahl; verkürzt man aber in dieſem Jahre die Lotten jedes Mal, wenn ſie eine Elle hoch aufgeſchoſſen ſind, bis zur Hälfte, ſo iſt kein Pfahl nöthig. Dadurch ſoll auch der Schenkel dicker und ſtäm⸗ miger werden und im vierten Jahre kräftiger wachſen, als wenn die Lotten ganz gelaſſen und angebunden worden wä⸗ ren. Nach dem Herbſte wird etwas gedüngt. Im vierten Jahre wird das Jungfeld auf Knoten(Zapfen) geſetzt, d. i. alle Lotten werden abgeſchnitten, nur eine der beſten, die oben auf dem Kopfe ſitzt, wird gelaſſen und erhält einen Knoten von 3— 4 Augen. Im fünften Jahre werden Bogreben aufge⸗ ſetzt. Sollte der Stock aber noch ſchwach ſeyn, ſo erhält er abermals einen Knoten und erſt im ſechsten Jahre Bogreben. Beſſer bleibt es, ein Jahr ſpäter, als ein Jahr zu frühe, Bog⸗ reben aufzuziehen. Durch das wiederholte Schneiden auf Kno⸗ ten erſtarkt der Stamm und wird ein dauerhafter Stock, ſtatt daß er bei zu frühem Bogrebenaufſetzen in der Höhe zu viel austreibt und in der Erde ſchwach bleibt. In dieſem Jahre wird gedüngt und der Rebberg gleich einem alten behandelt. Behe Ordnun mt, mͤutf n einen pfaht; 2is Mal wem 8,, o iſt kein Zer und ſtäm. Apachſen, al ¹ worden wi m vierten Ueſetzt, d. i. pen, die oben 2 Knoten von Steben aufge⸗ ſo erhält et V „e Bogreben. frühe, Bog⸗ an auf Kno⸗ 1 Stock, ſtatt zöhe zu viel eeſem Jahre rhandelt. Vierter Abſchnitt. Behandlung vollſtändig erwachſener Weinberge. Wir führen alle dahin einſchlagende Arbeiten nach der Ordnung an, wie ſie im Jahre vorkommen: a) Aufziehen, b) Räumen, c) Schneiden, d) Rebenleſen, e) Bogenmachen, f) Ergänzen, g) Grundauftragen, h) Hacken, i) Pfählen, k) Anheften, 1) Rauhfelgen, m) Ausbrechen, n) Binden, 0) Heften, p) Zweites Felgen, J) Abgipfeln, r) Traubenleſen, s) Beziehen, t) Düngen. — 286— a. Aufziehen. Dieſe Verrichtung hat nur da Statt, wo das Beziehen vor Winte r ſtattfindet; beides iſt am untern Rhein und an der Moſel unbekannt. In Gegenden, wo der Weinſtock dem Ausfrieren unterwor⸗ fen iſt, wird er vor Winter eingegraben, oder mit Stroh und ſonſtigen Dingen bedeckt. Das Wegräumen dieſer Decke und das Wiederaufrichten der Weinſtöcke nennt man Aufziehen. Die Zeit des Aufziehens iſt der März und darf nicht länger verſchoben werden, es ſey denn, wenn Kälte noch anhielte, oder Fröſte zu befürchten wären, indem der bezogene Weinſtock weit empfindlicher dafür iſt, als der, welcher den Winter über im Freien ausgehalten hat. Außerdem verdient das frühe Auf⸗ ziehen den Vorzug, weil bei warmem Wetter die Augen unter der Decke zu treiben und bei naſſem Wetter zu faulen anfan⸗ gen. Eine vorläufige Unterſuchung bleibt deshalb nöthig. b. Räumen könnte füglicher Wurzelſchneiden genannt werden, indem das Räumen letzteres zum Zweck hat. Man entblößt dabei mit einer nicht zu ſcharfen Haue den Stock bis zu der Tiefe von dem erſten, und bei jungen Stöcken von dem zweiten Gliede, und ſchneidet alle daſelbſt befindliche Wurzeln ſorgfältig ab. Man ſieht dieſes Wurzelſchneiden in den meiſten Gegenden für die weſentlichſte Verrichtung bei dem Weinbau an und nimmt ſie alle Jahre, oft zwei Mal in einem Jahre, und zwar ſo lange vor, bis der Stock und ſeine Herz⸗ wurzeln vollkommen erſtarkt ſind, alſo bis zu einem Alter von 8—9 Jahren, wo ſich die Thauwurzeln größtentheils verlieren; aber auch von da an wiederholt man es von drei zu drei Jahren ſo tief, als die Haue einzugreifen pflegt, und hat be⸗ ſonders Acht, diejenigen Wurzeln alljährlich zu zerſtören, welche aus dem Kopfe oder Haupte vorbrechen. Die Nothwendigkeit des Räumens gründet ſich theils auf die Unnützlichkeit jener Wurzeln, die als zu oberflächlich in trocke⸗ nen Sommern verdorren, bei ſtrengem Wißter erfrieren und kein Hacken leiden; theils auf die Nachtheile, welche ſie bewir⸗ ken, indem ſie den tiefern Wurzeln die Feuchtigkeit entziehen und bei dem Hacken nahe an dem Stocke hindern. Wird der Stock nicht gezwungen, ſeine Nahrung tiefer in der Erde zu ſuchen, ſeinen H des Froſ er iſt, U hat der Feuchtig erſten I zu entkr Nur bei anfanger alsdann kann; d bleiben 6. wickelten zu nehn Dauer d den örtl nur allzu Theil de erwarten Schn ihre Erze hingehöre immerwaͤ der mac hei dem Bei mläugba⸗ Dyramide getiren, Früchte ti dagegen i Bogen an haltend u keinem V Purzeln; ka Statt wo Et am untetn Arn untervor⸗ 21 Stroh und 8 Decke und 2. Außiehen. richt länger hielte, oder ‚iyſtock weit neer uͤber im eh fruͤhe Auf⸗ hlugen unter alen anfan: Zöthig. en genannt 1 Haue den „en Stöcken * befindliche a reiden in wgg bei dem E in einem a ſeine Her⸗ * Alter von verlieren; ii zu drei and hat be⸗ en, welche ss auf die 1 in trocke⸗ aw eren und nn ſie bevir⸗ 93 entziehen an Wird det rErde zu — 287 — ſuchen, ſo nehmen die untern Wurzeln ab, der Stock verliert ſeinen Halt und wird das Opfer der Winde, der Sonne und des Froſtes. Je trockener der Boden an ſich, oder je feuchter er iſt, um ſo unerlaͤßlicher iſt das Räumen, denn um ſo mehr hat der Stock der Wurzeln in der Tiefe nöthig, um ſich mit Feuchtigkeit zu verſehen. Unterläßt man das Räumen in den erſten Jahren nur ein Mal, ſo läuft man Gefahr, den Stock zu entkräften, wenn man es im folgenden Jahre nachnimmt. Nur bei alten Stöcken, deren Herzwurzeln ohnehin abzuſterben anfangen, iſt das Räumen nicht anwendbar, indem der Stock alsdann mehrere Jahre über durch ſeine obern Wurzeln beſtehen kann; die Kopfwurzeln aber, die nur über den Boden herlaufen, bleiben auch alsdann noch zu unterdrücken. c. Schneiden. Keine von allen Verrichtungen iſt ver⸗ wickelter, als der Schnitt; bei keiner ſind ſo viele Rückſichten zu nehmen; keine endlich hat mehr Einfluß auf Ertrag und Dauer des Stockes, als der Schnitt. Daß jene Rückſichten den örtlichen Gewohnheiten und einem gewohnten Schlendrian nur allzu oft unterworfen werden, läßt ſich von dem größten Theil der Winzer, wie von dem der Gärtner der Spalierbäume, erwarten. Schwer fällt es überhaupt, wenn wir der Natur entgegen ihre Erzeugniſſe hinzwingen, wo ſie ihrem Weſen nach nicht hingehören und, um ſolches zu erreichen, aus ihren Rieſen durch immerwährendes Verſtümmeln nur Zwerge der Kunſt machen, oder machen zu müſſen glauben, denn ſelbſt darüber iſt man bei dem Weinſtocke noch nicht ganz im Reinen. Bei den Obſtbäumen hat in neuerer Zeit die Erfahrung unläugbar bewieſen, daß die in Spalieren gezogenen, ſo wie in Pyramiden oder Kugelform geſchnittenen Bäume kräftiger ve⸗ getiren, ſtaͤrkere Lotten und grüneres Laub treiben und mehr Fruͤchte tragen, wenn ſie nicht oder nur ſehr wenig geſchnitten, dagegen ihre Zweige in etwas geſtreckten, dann herabgeſenkten Bogen angebunden werden. Bei einem Baume, den man an⸗ haltend unter dem Meſſer halt, ſtehen die Aeſte und Zweige in keinem Verhältniß mehr mit der Ausdehnung und Menge der Wurzeln; dieſe arbeiten immer, ziehen immerfort die Säfte der — 288— Erde an ſich, welche der Stamm unter ſeinen Verzweigungen vertheilen ſollte, ſolches aber nicht vermag, wenn er keine Ab⸗ nehmer findet. Daher entſteht dann eine Ueberfülle(Plethora), deren Folgen Zerſprengungen der Saftgefäße, Harzfluß beim Steinobſt, Brand beim Kernobſt und Abſterben vor der Zeit ſind. In wie weit eine gleiche Behandlung bei dem Weinſtocke anwendbar ſeyn dürfte, iſt noch nicht verſucht, und ſo lange müſſen wir bei dem Alten ſtehen bleiben. Die Gewohnheit, dem Stock Bogenreben außzuſetzen, ſcheint indeſſen darauf hinzudeu⸗ ten; denn ſie iſt im Grunde nichts anderes als das, was man mit den Zweigen der Spalierbäume zu thun angefangen hat. Wir geben hier die meiſten und nothwendigſten der bei dem Schnitte zu beobachtenden Rückſichten und zu einzuhaltenden Regeln an: Der Zweck des Schnittes bei dem Wein⸗ ſtocke iſt: Trauben von gehöriger Guüte und Größe und in ſolcher Menge zuerzeugen, als es ohne Nach⸗ theil des Stockes geſchehen kann. Würde man gar nicht ſchneiden, ſo würde der Weinſtock verwildern und am Ende keine Früchte bringen. Schneidet man zu wenig, läßt alſo zu viel Holz ſtehen, ſo kann man wohl einige Trauben mehr bekommen, aber ihrer Kleinheit wegen auf weniger Saft rechnen. Entwendet man dem Stock zu viel Holz, ſo ver⸗ mindert man den Ertrag und ſchadet dem Stocke, indem alles Verhältniß zwiſchen ſeinen Wurzeln und ſeinem Wuchſe aufge⸗ hoben wird. Je ſtarkwüchſiger das Holz einer Traubengattung, je ſtärker der Stamm, je größer die Entfernung der Stöcke un⸗ ter ſich, je üppiger der Boden iſt, um ſo mehr Holz läßt man und umgekehrt. Nach einem reichen, vollkommenen Herbſte muß im folgen⸗ den Jahre dem Stocke ſtärker bei dem Schnitte zugeſetzt wer⸗ den, damit er ſich nicht übertrage; auch nach vorangegangenem naſſen Sommer muß ſtärker als nach trockenem geſchnitten werden. Hält man den Stock durch das Schneiden zu hoch, ſo er⸗ reichen die Trauben nicht diejenige Güte, welche ſie, näher an der Erde erzogen, erlangen. Bei putzt, a Brandig gehalten dem Kon ein Jah den folg lich me Worte, thig hat 1 oder Stamm dienen, bilden, kürzer! Mo Schente gibt; nn Man h Pfahl; lotten von 3/1 Falle he erſten F nicht lei Da das nicht fen Jahre nicht m beide z die and wachſen eine Au man w tung zu alten 2 immer Schw 1 4 * unetunn in er keine A⸗ 6(Elethora) ußfluß bein ² vor de Zeit 2 Wäinſtote d ſo lange aßei, dem arf hinzuden⸗ A³, was man 2 angen hat. 1SSten der hi a uhaltenden em Vein⸗ dd Griße Syne Nach⸗ Anman gar Mlin und am u nig, lßt d aze Tranben a niger Gaft „GCz, ſo ver⸗ aden alls D ſſe aufge⸗ we engattung, Liice un⸗ 12 läßt man aam folgen⸗ 8 iſetzt ver⸗ e Hangenem Wacnite 7 0, ſo er⸗ * näher an — 289— Bei dem Schneiden ſelbſt wird vor Allem der Kopf ausge⸗ putzt, alle Storzen und unnützen Ausſchläge ausgeputzt, alles Brandige und Dürre ausgeſchnitten, der Kopf rein und rund gehalten und ihm nur die nöthigen Schenkel gelaſſen. Die auf dem Kopfe unmittelbar aufſitzenden Lotten heißen, wenn ſie nur ein Jahr alt ſind, Bodenhölzer oder Waſſerruthen, in den folgenden Jahren aber Schenkel. Da der Stock gewöhn⸗ lich mehr Lotten aus ſeinem Kopfe oder ſeinem Halſe, mit einem Worte, aus dem erſten Holze ausſtößt, als man Schenkel nö⸗ thig hat, ſo werden die überflüſſigen zwar abgeſchnitten, jedoch 1 oder 2 derſelben beibehalten und auf 3—4 Augen über dem Stamm abgekürzt. Man heißt ſolche Bodenſchnitte. Sie dienen, im Fall ein Schenkel abgeht, einen neuen daraus zu bilden, und geben zugleich das Mittel an die Hand, den Stock kürzer bei der Erde zu halten. Man läßt dem Stock nicht leicht mehr als zwei bis drei Schenkel und nur ſo viel, wenn man ihm mehr als einen Pfahl gibt; nur an wenigen Orten läßt man 5—6 Schenkel ſtehen. Man hält überhaupt für gut, jedem Schenkel einen eigenen Pfahl zu geben. Aus den Schenkeln ſtoßen ihrerſeits die Trag⸗ lotten oder Ruthen aus, denen man entweder eine Länge von 3 läßt, oder die man auf 2—3 Augen abkürzt. Im letzten Falle heißen ſie Zapfen, Stifter, Knoten, Knöter; im erſten Falle Ruthen, Bogen, Bogreben. Man läßt dieſen nicht leicht eine Länge über 10 Augen; 6 ſind ſchon hinreichend. Da das Holz oder die Bogen, welche einmal getragen haben, nicht ferner zum Tragen tauglich ſind, ſo werden ſie mit jedem Jahre bis auf ihre zwei hinterſten Lotten abgeſchnitten, und nicht mehr als zwei für jeden Schenkel gelaſſen, die entweder beide zu Bögen, oder beide zu Zapfen, oder eine zum Bogen, die andere zum Zapfen geſchnitten werden. Nur überaus geil⸗ wachſende, daher wenig Frucht tragende Stöcke machen hiervon eine Ausnahme; man ſchneidet ihnen ſo viel Bögen hin, als man machen kann, um dem Ueberfluß von Saft mehr Ausbrei⸗ tung zu geben. Man wählt deswegen die hinterſten Lotten der alten Bogreben, weil ohne ſolches der Stock von Jahr zu Jahr immer höher ſteigen würde, welches doch vermieden werden muß. Schwerz, Landwirthſch. 11. 19 — 290— Keine Lotte, die von dem Hagel getroffen worden oder ſonſt nicht geſund iſt, darf zu einer Bogrebe beſtimmt, ſondern ſie muß auf Knoten geſchnitten werden, indem die verletzten Reben beim Biegen brechen. Es gibt Traubengattungen, welche die Bögen nicht wohl vertragen, ſo auch Gegenden, wo gar keine gemacht werden, und Alles auf Knoten geſchnitten wird; dagegen vertragen andere Rebengattungen den bloßen Knotenſchnitt durchaus nicht. Am auwendbarſten bleibt letzterer auf leichtem, wenig fettem Boden; auf ſchwerem Boden hätte man dabei eine allzu ſtarke Belau⸗ bung zu befürchten, die Circulation der Luft würde fehlen und das Träubchen in der Blüthe dadurch abfallen. Unter ſolchen Umſtänden ſind alſo die Bogen unentbehrlich. Der Schnitt geſchieht in horizontaler Richtung und nicht ſchräg, jedoch ſo, daß der bei dem Weinen der Reben ausflieſ⸗ ſende Saft dem Auge nicht ſchade, ſondern hinter ihm ab⸗ träufle. Noch ſchneidet man mehr bei letzterem weg, um keine Storzen zu bilden. Es iſt ein Grundſatz beim Schneiden, daß der Knoten oder Zapfen nicht vor der Bogrebe, ſondern hinter ihr nach dem Stocke ſtehen ſoll, indem die davon zu erwartenden Schöſſe zu Bildung künftiger Bogreben dienen ſollen, und wie ſchon er⸗ innert worden, den Stock ſo niedrig als möglich zu halten, alſo zurück zu holzen. Werden die Schenkel an jungen Stöcken zu ſtark, und droht daher der Kopf zuzuwachſen, ſo ſchneidet man einen weg und erſetzt ihn durch ein nachgezogenes Bodenholz. Iſt kein Boden⸗ holz da, ſo legt man den andern Schenkel ein; im folgenden Jahre wird dieſer Schenkel anderswohin verpflanzt. Der Stor⸗ zen, den er auf dem Kopfe des Stockes hinterläßt, wird eben abgeſchnitten, worauf an dieſer Stelle beſtimmt friſches Holz austreiben wird; daſſelbe gilt auch, wenn der Stock nur einen einzigen Schenkel gehabt hätte. Bei allem Abſchneiden, ſowohl des Holzes als der Wurzeln beobachtet man, es nur bis auf 1 Zoll von der Stelle ihres Auswuchſes zu thun, um das Verweinen zu verhüten, und fegt den kurzen Skvozen erſt im folgenden Jahre weg.. ₰ & J ſehlert ſeines Gaft! Die ft bruar aber d 5 trocken verliet mit d dieſer d wird gebun ber un gen zu zerhau ſogleic bewat 6. das A Lotten Fuß a Uebun, ſo kan ab. rechten an un man letzten man ethalt Lotte ſpitze Lotte drück ¹ oder ſoſt ſondern ſie Azten Reben anicht wohl Aerden, und d zen andere Sicht, Am Ron Boden; ke Balau⸗ fehlen und ſolchen und nicht n ausflieſ⸗ de ihm ab⸗ d un keine 2 dien oder Jnach dem 8 35chöſſe zu 1esſchon er⸗ äten, alſo und droht n weg und Boden⸗ e ifolgenden her Stor⸗ oird eben Holh urr einen 20 Wyrzeln ₰ ell ihres uand fegt A — 291— In Betreff der Zeit des Schneidens iſt die ſpäteſte Zeit die fehlerhafteſte, indem der Stock alsdann einen zu großen Theil ſeines Saftes verliert. Nur heftig treibende Reben dürfen im Saft geſchnitten werden, um ſie ihres Ueberfluſſes zu entledigen. Die fruͤheſten ſchönen Tage im März und ſelbſt noch im Fe⸗ bruar ſind am beſten dazu geeignet, die ſcharfen windigen Tage aber dabei zu vermeiden. Das frühe Schneiden iſt beſonders bei hoch gelegenen, trockenen Weinbergen nöthig, indem ſie am wenigſten Saft zu verlieren haben. Man hat ſelbſt das Schneiden vor Winter mit vielem Erfolge verſucht, findet aber dann ſelten Zeit zu dieſer Arbeit. d. Rebenleſen. Das bei dem Schneiden abfallende Holz wird mit der Hape auf 1— 1 ½, Länge gekürzt, in Büſcheln gebunden und weggebracht. Solches iſt das Geſchäft der Wei⸗ ber und Kinder. Nur die Lotten, welche der Fortpflanzung we⸗ gen zu Blindholz oder Würzlingen beſtimmt ſind, werden nicht zerhauen, ſondern Mittags und Abends geſammelt und entweder ſogleich eingegraben, oder zu Hauſe im Keller oder Garten auf⸗ bewahrt, damit ſie friſch bleiben. e. Bogenmachen. Nachdem der Schnitt vollendet und das Abfallholz weggebracht iſt, wird zum Biegen derjenigen Lotten geſchritten, welche das Meſſer bis zur Länge von einigen Fuß abgekürzt hat; dieſe an ſich nicht ſchwere Arbeit erfordert Uebung und Achtſamkeit. Wird die Lotte beim Biegen geknickt, ſo kann ſie keinen runden Bogen mehr bilden oder bricht gar ab. Um den Bogen zu machen, faßt man die Lotte mit der rechten Hand bei der Spitze, ſetzt die linke einige Zoll tiefer an und beugt den Zwiſchenraum etwas krumm, darauf fährt man mit der linken Hand an der Lotte abwärts bis zu ihrem letzten Gleiche und beugt daſelbſt auch ein wenig. Nun zieht man die Spitze mit der rechten Hand nach der linken hin und erhalt ſo einen ſchönen runden Bogen; nur in der Mitte der Lotte darf nicht gebeugt werden, weil der Bogen dadurch einen ſpitzen Bauch bekommen würde. Oder aber— man faßt die Lotte nach dem Stamm zu mit voller Hand, legt den Daumen drückend nach ihrer Mitte, fährt mit der Spitze, aber nicht zu 19* 292— kurz, herum nach dem Stocke zu und heftet jene mit einer dün⸗ nen Weide an dem Schenkel feſt, wodurch der Bogen in ſeiner Form erhalten wird. Bricht die Lotte während dem Beugen, ſo ſchneidet man ſie unmittelbar unter dem Bruche weg und läßt ſie frei nach der Höhe wachſen. Sie bekommt dann in einigen Gegenden den Namen Kunkel, Flaſchenträger. Sind mehrere Bögen zu machen, ſo müſſen ſie ſich nicht zu nahe kommen; bei zwei Bö⸗ gen auf Einem Schenkel beugt man den einen rechts, den an⸗ dern links, und zwar ſo, daß der eine Berg auf, der andere Berg ab ſieht, wodurch die Gaſſen nicht verſperrt werden; es muß jedoch dabei auf den Stand der Lotten Rückſicht genom⸗ men werden, um dieſelben nicht mit Gewalt aus ihrer natür⸗ lichen Richtung zu zwingen. Bei vierkantigen Stöͤcken aber bindet man die Bögen nach den vier Winkeln auswärts. Das Biegen geſchieht allemal nach unten, ſo daß der Schnabel(die Spitze) des Bogens ſich bis auf 8 oder 12“ der Erde nähert. Ein tiefes Abwärtsbeugen kann bei jungen Weinſtöcken im dritten Jahre nicht genug em⸗ pfohlen werden, wenn man die Stöcke nicht in die Höhe treiben will; der Rücken des Bogens muß ſich daher in ſeiner Höhe nicht viel über den Ort, wo er ausgewachſen iſt, erheben, es ſey denn, daß der Schenkel, der ihn trägt, ſehr kurz wäre. Man macht die Bogen gern nach einem gelinden, warmen Regen, oder doch frühe Morgens, wo die Reben weniger gebrech⸗ lich ſind. An vielen Orten geht das Pfählen oder Sticken vor dem Gürten her, da nämlich, wo die Bogen an die Pfähle gebunden werden. Eine beſondere Erwähnung verdient das Guürten und Ziehen der Reben zu Bacharach. Man gibt dem Stocke hier zwei Pfähle, wovon der eine neben dem Stamme ſelbſt, der andere in einer Entfernung von 2— 2 ½, in der Richtung den Berg auf eingeſteckt wird; der erſte dient ſpäter zum Anheften eines Schenkels, der auf Knoten geſchnitten wird, der zweite Pfahl dient zur Befeſtigung des andern Schenkels, der alſo lang ge⸗ nug ſeyn muß, um hinzureichen. Dieſer Schenkel führt den Name auch! geſchi Folge Strech dem e Lotten geſchn welche jaͤhrig Schen ſo mi bel a werde zu un 7 Bo⸗ dazu reben. f wo ei beſond zen ge vor T und 1 der vo oder ſ erzoge berger gänze chen J gattur fältig vergö ſuchen er ſie einer duͤn⸗ ea in ſeiner w eidet man ffrei nach * Gegenden ² Bigen zu zwei Bi⸗ aai den an⸗ et andere erden; es 't genom⸗ n er natür⸗ ggen nach 8 allemal gens ſich mantsbeugen euug em⸗ e treiben ner Höhe 1s eben, es as wäre. * varmen 8 gebrech⸗ „ vor dem T gebunden d iehen a hitt zwei andere 111 Berg „en eines ene Dahl laug ge⸗ aäͤhrt den Namen Streckrebe und wird ſo nahe als möglich an der Erde, auch wohl darauf liegend, zu dem Pfahle hingeleitet. Dieſes geſchieht bei dem jungen Weinſtocke im vierten Jahre; in der Folge wird nun jedesmal die zum Tragen beſtimmte Lotte der Streckrebe nach dem Stocke, alſo von dem zweiten Pfahle nach dem erſten, zurück gebogen und an dieſen gegürtet; alle andern Lotten werden von der Streckrebe bis auf einen Knoten weg⸗ geſchnitten, der dann im folgenden Jahre die Lotte liefert, welche zurückgebogen werden ſoll, wobei wie gewöhnlich der vor⸗ jährige Bogen abgeworfen wird. Da die Traglotte aus einem Schenkel hervorwächst, der gewiſſermaßen auf der Erde liegt, ſo muß ſie an ihrem hintern Theile hoch aufgebogen, ihr Schna⸗ bel aber nahe bei der Erde an dem erſten Pfahl angebunden werden; dadurch wirft der Bogen die Hauptſchöſſe nach hinten zu und nicht in ſeine Mitte. An der Moſel rechnet man auf einen gewöhnlichen Stock 7 Bogreben und 7 Zapfen, wenn es ſeyn kann und Holz genug dazu da iſt. Ein Stock von Kraft bekommt ſelbſt 8— 9 Bog⸗ reben. f. Ergänzen. Nach dem Gürten werden alle Stellen, wo ein Stock ausgegangen, wieder geſetzt oder ergänzt, welches beſonders in jungen Weinbergen unerläßlich iſt. Das Ergän⸗ zen geſchieht mit Reiflingen, wozu die Stufen am beſten ſchon vor Winter gemacht worden ſind. Sie müſſen 1— 1 ½ tief und 1“ weit ſeyn. Man bedient ſich zum Pflanzen entweder der vor Winter ausgeworfenen, durch den Froſt zerkrümmelten, oder ſonſt einer guten Setzerde. Das Ergänzen mit in Körben erzogenen Ablegern iſt freilich das ſicherſte und in alten Wein⸗ bergen das beſte, aber mit Muͤhe verbunden. Von dem Er⸗ gänzen durch Ableger und Einſenker iſt ſchon anderswo geſpro⸗ chen worden. Man hat auch nicht ſelten Stöcke von ſchlechter Trauben⸗ gattung, oder ſolche, die keine Früchte tragen wollen. Ein ſorg⸗ fältiger Winzer wird beiden keinen Platz in ſeinem Weinberge vergönnen, ſondern ſie auswerfen und durch beſſere zu erſetzen ſuchen. Sind aber ſolche Stöcke vom Stamm geſund, ſo kann er ſich des Pfropfens, als eines ſchneller zum Zwecke füh⸗ = 294— renden Mittels, das insbeſondere in Ungarn ſehr üblich iſt, bedienen. g. Grundauftragen. Da beim Hacken der Weinberge der Grund abwärts gezogen wird, ſo entſteht dadurch nothwen⸗ dig in der Höhe derſelben ein leerer Graben; kann dieſer nicht mit anderem daſelbſt vorgefundenem Grunde gefüllt werden, wie ſolches wohl ſelten der Fall iſt, ſo muß man den Grund vom Fuße des Weinberges nach ſeiner Höhe tragen. Man nimmt zu dem Ende die Erde auf 6 tief da weg, wo mit dem Hacken der Anfang gemacht werden ſoll. Dieſe Oeffnung füllt ſich dann durch das Abziehen mit der Haue oder dem Karſte bei dem Hacken von ſelbſt. h. Hacken. Die Bearbeitung des Bodens iſt eine der weſentlichſten Bedingungen beim Weinbau. Man unterſcheidet zwiſchen Hacken und Felgen; von letzterem wird ſpäter die Rede ſeyn. Es gibt zwar Weinbergsorte am untern Rhein, in de⸗ nen die Haue den ganzen Sommer über nur einmal in den Weinberg kommt; eben ſo wird in Trarbach und anderen Moſelorten nur zweimal gehackt, das erſtemal im März, das andere Mal im Juni oder Juli; weiteres hielte man für ſchädlich; dennoch glauben wir, da anderwärts eine fleißigere Bearbeitung nöthig wird, die Arbeiten vollſtändig in ihrer gan⸗ zen Reihenfolge aufführen zu müſſen. Das Hacken, Harthacken, Faſtenhauen, heißt auch an einigen Orten Graben, ob es gleich nicht mit dem Grab⸗ ſcheite, ſondern am gewöhnlichſten und auf ſteinigem Boden immer mit dem Karſte, auf feſtem Thonboden auch wohl mit der Reuthaue geſchieht. In ſteinigen Gebirgen hat der Karſt Spitzen, ſonſt eine etwa 1“ breite Schneide. Man fangt mit dem Hacken am Fuße des Weinbergs an, hackt alſo bergab, weil es zu ſchwer fallen würde, bergan zu hacken. Läßt man es im Verdinge thun, ſo muß es an ununterbrochener Aufſicht nicht fehlen. Die Punkte, welche dabei zu beobachten ſind, ſind folgende: 1) Der Arbeiter muß tief genug einſchlagen, um die Ober⸗ krume vollſtändig zu durchbrechen; er darf nicht weiter als 1“ 4- vor ſ gehöri 2 ziehen ihn de len un 3 den E 4 und h . der C muß cher Beete mit ges! tem würd Witt Die? ab. vor d gehac ſchon ober⸗ Wei Vor Aug der Sütli i t Weinberge t I nothwen⸗ n ieſer nichht t t verden, een Grund en. Man an mit dem (ung füllt am Karſte eine der t terſcheidet haäͤter die ', in de⸗ un in den Iunderen 1 Mätz, ts man für rs ifleißigere Kuyrer gan⸗ eißt auch m Gral⸗ an Boden aohl mit t yer Karſt V a angt mit an bergah⸗ ißt man a Aufächt mund, ſind hie Ober⸗ err als 1. — 295— vor ſich einhauen, weil bei breiten Streifen der Grund nicht gehörig gebrochen wird. 2) In Bergen zumal darf man nicht zu ſtark auf ſich an⸗ ziehen, weil der Grund ſonſt zu viel abgebaut wird. Man wiegt ihn daher nur los, hebt ihn aber ſo auf, daß er ſich beim Fal⸗ len umkehrt. 3) Es muß kein Fleck unberührt bleiben, zumal rund um den Stock alles losgeſchafft und das Unkraut getilgt werden. 4) Die Quecken müſſen ſorgfältig mit der Hand aufgeleſen und hinter ſich auf das ſchon gegrabene Land geworfen werden. 5) In Weinbergen, die teraſſenförmig angelegt ſind, darf der Grund nicht auf der obern Mauer liegen bleiben, ſondern muß herunter gearbeitet werden, um den Raum zu füllen, wel⸗ cher unmittelbar an dem Fuße der Mauer auf dem untern Beete durch das Abbauen entſtanden iſt, bis zuletzt die oberſte mit dem Grund gefüllt wird, der von dem Fuße des Weinber⸗ ges hinaufgetragen worden iſt. 6) Das Graben oder Hacken taugt durchaus nicht bei feuch⸗ tem Wetter, wodurch die Quekken, ſtatt getilgt, nur vermehrt würden. Viel beſſer iſt, gar nicht zu hacken, als es bei naſſer Witterung zu thun. 7) Das Hacken muß geſchehen, ehe die Knoſpen auslaufen. Die Zeit davon hängt alſo von der Witterung und von dem Boden ab. Sie kann manchmal ſchon im März, und manchmal nicht vor dem Mai eintreten. Die Nachtfröſte werden einem friſch⸗ gehackten Weinberge leicht ſchädlich. 8) Bei alten Weinſtöcken, die ihre Wurzeln in der Tiefe ſchon zum Theil verloren haben, und größtentheils durch die obern leben, darf nicht ſo tief gehackt werden, wie in jungen Weingärten. 9) Sobald der Karſt ſich dem Stocke nahet, muß er mit Vorſicht geführt werden, um dieſen nicht zu verletzen, noch die Augen abzubrechen, welches letztere ſchon durch bloßes Erſchüt⸗ tern geſchehen kann. 10) Das Rauhlegen beim Hacken iſt dem Feinlegen vorzu⸗ ziehen, weil der Boden im erſten Falle beim Regen weniger zuſammenſchlämmt. ⸗ — 296— 1¹) Das früher berührte Räumen der Stöcke kann auch bei Gelegenheit des Hackens vorgenommen werden, wodurch an Ar⸗ beit erſpart wird. 12) Nichts iſt den Reben nachtheiliger, als das Bloßſtehen der Köpfe, daher bei dem Graben der Grund ſorgfältig daran zurückgebracht werden muß. 13) An guter Koſt und gutem Trunk darf es beim Hacken, als einer wirklich ſchweren Arbeit, den Leuten nicht fehlen. Hier, ſo wie bei vielen landwirthſchaftlichen Operationen, heißt ſparen— verlieren, und ausgeben— gewinnen. An der Nahe hat man die Gewohnheit, auf Balken zu gra⸗ ben. Der Grund wird nämlich mitten in die Gaſſen, alſo berg⸗ auf in einen Balken zuſammengezogen und beim nachherigen Rühren wieder von einander gegen die Reihen der Stöcke ange⸗ bracht. Dieſes Ab⸗ und Anhäufeln gleicht dem Ab- und An⸗ pflügen, welches man auch für die Cultur gewiſſer, in Reihen gepflanzter Gewächſe empfohlen hat. Es iſt nicht zu läugnen, daß ſpröder, roher Grund dadurch gemildert werde, allein es ſcheint bei dem Weinbau die weſentlichen Nachtheile zu haben, daß die Wurzeln, welche durch die Gräben hinziehen, zu viel von ihrer Decke verlieren, daher bei ſtarker Trockenheit leiden, und dann, daß das Waſſer bei jedem nur etwas ſtarken Regen kleine Bäche in den Gräben bildet und den Grund daraus entführt. i. Sticken oder Pfähle Einſetzen geſchieht unmittel⸗ bar nach dem Hacken, in ſo fern der Boden trocken iſt. Die Länge des Pfahls hängt von der Erziehungsweiſe des Rebſtocks ab; da jener aber dem Abfaulen in der Erde unterworfen iſt, ſo iſt es der Unterhaltung wegen vortheilhaft, ihn um einen Fuß länger anzuſchaffen, als ſonſt nöthig wäre. Die Gewohn⸗ heit, den Pfahl umzukehren und das, was in einem Jahre in der Erde ſtand, in dem folgenden nach oben zu bringen, iſt nicht vortheilhaft, indem das, was einmal in der Erde war, ſchneller in der Luft verwittert, als wenn es wieder in die Erde gekommen wäaͤre. Alles Holz kann zu Pfählen dienen; indeſſen iſt das harte Holz, wenn gleich theurer, ſeiner längern Dauer wegen, dem 4 weichen ſind di aber g Gtücke er Sche zu hef verſcha gerade zu beit kantige aber e⸗ ſpielig einen J wohl o Pfahl die Re den nie rung n mehrer des Et W dem E thut d tungen heftige brachte ſchwan k. der B Einſet einſtec heit h An auch be arch an Ar⸗ * Bloßſtehen ltig daran An Hacken, en ht fehlen. Aden, heißt an zu gra⸗ Aalſo berg⸗ cchherigen cke ange⸗ ³ und An⸗ an Neihen d läugnen, Kallein es al haben, *4 zu viel it leiden, nn Regen in daraus a anmittel nn ſt. Die iebſtocks u rrfen iſt einen 'ewohn⸗ ahre in r en, jf d e wat, ne Erde 1 s harte , dem — 297— weichen vorzuziehen. Eichen, Kaſtanien, Mandeln und Akazien ſind die Hölzer, welche ſich am beſten dazu ſchicken; es muß aber geriſſenes Holz ſeyn, das geſaͤgte bricht vom Winde in Stücke. Akazien ohne Dornen ſollen die beſten Pfähle geben. Da beim Einſtecken der Pfahl bis in den untern oder feſten Boden dringen muß, ſo reicht die Kraft der Arme allein nicht zu, und man nimmt ein Fußeiſen zu Hülfe. In der Regel gibt man jedem Stocke ſo viele Pfähle, als er Schenkel hat, um die Schöſſe jeder einzelnen Bogrebe daran zu heften, und dieſer ſo viel Sonne und Luft als möglich zu verſchaffen. Hat man drei Pfähle zu geben, ſo wird der eine gerade hinter den Stock, die andern in gehöriger Entfernung zu beiden Seiten eingeſteckt. Bei vier Pfählen, alſo auch vier⸗ kantigen Stöcken, ſteckt man ſie ins Quadrat; an vielen Orten aber erhält der Stock nur einen Pfahl, welches weniger koſt⸗ ſpielig, aber auch weniger gut iſt. Ein ſtarker Stock erfordert einen ſtärkern Pfahl, als ein ſchwacher. In manchen Gegenden geht das Pfählen dem Gürten ſo⸗ wohl als dem Hacken vor. Da, wo man dem Stocke nur einen Pfahl zu geben pflegt, ſcheint ſolches Vorzüge zu haben, indem die Reben ſogleich daran geheftet werden können, und der Bo⸗ den nicht zu ſeinem Nachtheile, wie ſolches bei feuchter Witte⸗ rung nach dem Hacken geſchieht, zuſammen getreten wird; bei mehreren Pfählen aber wird das Hacken durch ein vorhergehen⸗ des Sticken allerdings erſchwert. Wegen mancherlei Betrug, welchen ſchlechte Winzer ſich bei dem Einpfählen ſowohl mit dem Holze als der Arbeit erlauben thut die Aufſicht dabei nicht weniger als bei andern Verrich⸗ tungen im Weinberge nöthig. In der Folge muß nach jedem heftigen Windſtoße nachgeſehen und die aus ihrer Richtung ge⸗ brachten Pfähle wieder in dieſelbe zurückgebracht, ſo wie die ſchwankenden befeſtigt werden. k. Anhängen oder Anheften beſteht in dem Anbinden der Bogreben an den Pfahl; es geſchieht unmittelbar nach dem Einſetzen dieſes letztern. Da, wo man die Pfähle vor Allem einſteckt, geht das Bogenmachen und Anhängen in einer Ar⸗ beit hin. — 298— 1. Rauhfelgen. Dem Anhängen folgt das erſte Felgen oder Rühren. Es muß bei trockenem Wetter und entweder vor oder unmittelbar nach der Traubenblüthe geſchehen, nur nicht während derſelben. Das Rauhfelgen geſchieht nur flach; ein tiefes Rühren des Bodens würde dieſen zu ſehr austrocknen, daher mehr ſchädlich als nützlich ſeyn. Man hat drei Zwecke bei dieſer Arbeit: den aufgehackten Boden zu verkrümeln; das Unkraut zu tilgen; den bei dem Hacken oder Graben entblößten Stock wieder mit Grund zu decken. Letzteres erhält man, wenn bergan gefelgt wird, der Grund alſo in einer dem Hacken entgegengeſetzten Richtung wieder aufwärts nach den Stöcken gezogen wird. Wird das Bedecken des Fußes des Weinſtocks unterlaſſen, oder lange über das Abblühen hinaus verzögert, ſo fallen die Träubchen bei trockenem Wetter ab. Im Ganzen iſt das Rauhfelgen eine unerläͤßliche Arbeit, wenn der Weinberg nicht verwildern ſoll. Iſt alles gut ge⸗ macht, ſo muß er nach der Arbeit wie ein gegrabener Garten vorkommen. m. Ausbrechen, Verbrechen oder Zwicken. Der auf weniges Holz zurückgeſchnittene Weinſtock ſucht dieſen Abgang wieder zu erſetzen, und zwar in ſolcher Menge, daß die nütz⸗ lichen Schöſſe durch die Vertheilung von Saft unter ſo vielen Brüdern darunter leiden müßten, wenn man ſie alle beſtehen ließe. Nothwendig wird daher das Abzwicken aller überflüſſi⸗ gen und unnützen Schöͤſſe, d. h. ſolcher, die nicht zur Bildung der Bögen und Knoten im folgenden Jahre ſtehen bleiben müſ⸗ ſen. Dieſe Verrichtung ſetzt alſo in demjenigen, der ſie auszu⸗ führen hat, die Kenntniß des Schneidens voraus; denn es ſind nicht immer die ſchönſten Schöſſe, welche an dem Weinſtock er⸗ halten werden müſſen, ſondern diejenigen, welche außer ihrer Tauglichkeit auch an dem rechten Orte, alſo ſo weit möglich nach hinten oder dem Schenkel zu anſitzen. Hat man die 3—4 geeignetſten ins Auge gefaßt, ſo faßt man ſie mit einer Hand zuſammen und kürzt mit der andern die übrigen ab. Es ver⸗ ſteht ſich, daß man nur diejenigen Schöſſe, welche keine Frucht zeigen, ganz abzwickt, die übrigen aber etwas über dem Trauben⸗ Anſatze darf de beſchei D. mit der geſchieh einande noch w auch de das er 0. dann i petzt u Man am R welches an Or. p. wiewob pfehler dem 9 Reinigt Erdſchi⸗ beim H. und at tigkeit, füllung Unkrau perenn gegrab getilgt muß a ſtoßen, geſchit 4 Lotten das u ſte Fugn twedet vor nur nicht flach; ein strocknen, ifgehackten bei dem diörund zu vird, der Richtung Wird das Slange über ubchen bei 1he Arbeit, gut ge⸗ drr Garten 5 Der auf in Abgang 8 die nüt⸗ a ſo vielen l beſtehen A iberflüſſi⸗ Bildung ben müſ⸗ G ſie auszu⸗ m es find inſtock er⸗ außer ihrer tt möglich 2 die 3—4 zaer Hand Es vet⸗ ne Frucht 3 Traubel⸗ — 299— Anſatze, wo noch ein Blatt ſtehen bleiben muß. Das Zwicken darf daher auch nicht eher vorgenommen werden, als wenn die Geſcheine gebildet ſind, alſo um die Zeit, wo ſie blühen wollen. n. Binden. Es folgt unmittelbar auf das Zwicken, da⸗ mit der Wind die ſtehen bleibenden Schöſſe nicht abſchlage; es geſchieht mit etwas Roggenſtroh in einigen loſen Banden über einander. Man beobachtet ſorgfältig dabei, daß keine Blätter noch weniger Träubchen oder Geſcheine mit eingebunden werden; auch darf das Binden nicht bei naſſem Wetter geſchehen. Auf das erſte Binden folgt nach einiger Zeit das zweite oder o. Das Heften, um den Nachwuchs feſtzuhalten, wobei dann die Ausſchläge(Eberzähne) aus den Schoſſen ſelbſt abge⸗ petzt werden, damit das Holz der Schoſſe um ſo eher reife. Man nennt dieſes Abpetzen auch Ausbrechen. Außerdem hat am Rhein noch ein Entlauben Anfangs September ſtatt, welches bei ſtarklaubigen Reben, dicht ſtehenden Stöcken und an Orten, wo Mangel an Luft herrſcht, von Nutzen iſt. p. Zweites Felgen oder Lauter Rühren. Dieſes, wiewohl nicht allenthalben üblich, iſt eine nicht genug zu em⸗ pfehlende Verrichtung, jedoch muß dabei eben ſo wenig als bei dem Rauhfelgen vergeſſen werden, daß der Zweck davon die Reinigung vom Unkraute und die Auflockerung der oberſten Erdſchichte, aber keineswegs ein Aufbrechen des Bodens, wie beim Hacken, ſey; daß ein tiefes Rühren in trockenen Jahren und auf hitzigem Boden ein zu ſtarkes Verdunſten der Feuch⸗ tigkeit, in feuchten Jahren und auf thonigem Boden eine Ueber⸗ füllung von Naͤſſe hervorbringen könne. Das Reinhalten vom Unkraut aber bleibt in jedem Weinberg unbedingt nöthig. Die perennirenden Unkräuter müſſen ſorgfältig ausgezogen und aus⸗ gegraben, die Samen⸗Unkräuter vor Ergießung des Samens getilgt werden. An manchen Orten hat das Ausgraſen ſtatt, muß aber mit Vorſicht geſchehen, um die Trauben nicht abzu⸗ ſtoßen, oder die Reben zu beſchädigen. Das Lauter Rühren geſchieht Ende Auguſts oder Anfang Septembers. q. Abgipfeln, Ueberhauen, Verhauen. Wenn die Lotten oder Schoſſen über den Pfahl hervorgewachſen ſind und das untere Holz nun anfangen will zu zeitigen, ſo ſchneidet — 300— man ſie der Höhe des Pfahls gleich weg, vorausgeſetzt, daß dieſer die gehörige Länge habe; dadurch wird die Ueberſchattung des Stockes vermieden, das Holz ſchneller zur Reife gebracht und dem Eingreifen und Zerſchlagen des Windes geſteuert. Bei kurzen Pfählen iſt Acht zu haben, daß man den Lotten, worunter einige zu Bogreben beſtimmt ſind, eine zureichende Laͤnge laſſe. Das Abgegipfelte ſucht der Winzer für ſein Vieh recht gut zu benützen. Es gibt Gegenden, wie bei Trarbach an der Moſel, wo man weder ausbricht, noch abgipfelt, ſon⸗ dern dem Stock ganz ſeinen freien Wuchs läßt, indem man überzeugt iſt, daß er ſonſt kränkeln würde. r. Die Leſe, Traubenerndte. Die Beobachtung des richtigen Zeitpunktes der Leſe iſt von der größten Wichtigkeit, und wird doch in der Ausübung ſo oft verfehlt. Wo der große Haufen zu entſcheiden hat, da unterliegt nicht ſelten die Ver⸗ nunft, und dem anſcheinenden Vortheil wird der wahre Vor⸗ theil nachgeſetzt; oft kommt noch Kelter⸗ und Zehntzwang dazu, und da helfen auch die weiſeſten Vorſchriften des Beſſern nicht. Nach dem Kalender läßt ſich die Leſezeit eben ſo wenig als die Erndtezeit des Getreides beſtimmen, und weder Michael noch Gallus haben darüber ein entſcheidendes Wort, wohl aber hat es die zu erwartende höchſt nützliche Reife der Trauben. Aeußerſt ſelten wird durch zu ſpätes— ſehr oft durch zu fruͤhes Leſen gefehlt; in mittlern und ſchlechten Jahren zumal bringt das voreilige Leſen den größten Nachtheil. Jeder neblichte Tag, jede ſonnige Stunde vermag im Herbſte die den Trauben noch anklebende Säure und den Ueberfluß wäſſriger Theile zu ent⸗ ziehen. Luft, Licht und Nebel wirken noch veredelnd auf ſie und begünſtigen die fortdauernde Entwickelung des Zuckerſtoffes; der Regen ſelbſt trägt bei, die Häute zu verdünnen, mit einem Worte: Die Trauben können bei uns nicht zu lange an dem Stock hangen, nicht zu reif werden. In Ungarn, mit einem Clima, heißer als das unſrige, fällt die Leſe im Durchſchnitte in die zweite Hälfte des Oktobers. Der edelſte aller Rheinweine, der Johannisberger, verdankt der ſpäten Leſe, welche Ende Oktobers oder Anfang Novembers eintritt, hauptſächlich den Vorzug vor den übrigen; wo man an an iſt, un nisber 5 der U Froſt, reifen, werthe Rißlin faulni ſolchen Verhäͤ vom 2 man d T der S vom E ſeine( Zeicher Feinhe beſonde 8. dem im Her beit in wo der Am R V thig. hen, d ter ein gehend . bau te wendbe vom R len det eſett, dai Jerſchattung Afe gebracht * geſteuert. n yen Lotten, Izureichende 8 ſein Viez Sdrarbach yfelt, ſon⸗ dem man ehtung des ichtigkeit X der große n die Ver⸗ ahre Vor⸗ Krang dazu, ern nicht. 7 denig als ²: Michael d wohl aber 8 Tauben. Szu frühes 1 ul bringt ichte Tag, nden noch ae zu ent⸗ ndd auf ſi eerſtoffes; git einem nge, fällt S ktobers. „ ankt der ovembers g wo man 2 12 — 301— an andern Orten, im Rheingau, darauf aufmerkſam geworden iſt, und nun daſſelbe zu thun ſucht, gibt der Wein dem Johan⸗ nisberger wenig nach. Die ſpaniſchen, die ungariſchen Weine verdanken ihre Güte der Ueberreife, der halben Vertrocknung eines Theils. Der Froſt, der im Spätherbſte einfallen kann, ſchadet nur den halb⸗ reifen, unzeitigen, nicht den reifen Trauben. Am empfehlens⸗ wertheſten iſt der möglichſt lange Aufſchub der Leſe bei dem Rißling, welcher dabei in den Zuſtand der ſogenannten Edel⸗ fäulniß gelangt; die Qualität des Weins gewinnt dabei in einem ſolchen Grade, daß der Verluſt an Quantität damit in keinem Verhältniſſe ſteht; gerne hat man es, wenn viele Beeren ſelbſt vom Boden aufgeleſen werden müſſen. Bei andern Sorten darf man dieß nicht ſo weit treiben. Das Abfallen der Blätter, das Welken und Braunwerden der Stiele, die dünne Haut der Beeren, ihre leichte Trennung vom Stiele, die Klebrigkeit des Saftes zwiſchen den Fingern, ſeine Süſſigkeit ohne beigemiſchte merkliche Säͤure, ſind die Zeichen zureichender Reife. Wem es um vorzügliche Güte und Feinheit des Weins zu thun iſt, der laͤßt die überreifen Trauben beſonders ausleſen und behandeln. s. Beziehen oder Bedecken der Weinſtöcke nebſt dem Pfahlausziehen. Erſteres beſteht darin, die Reben im Herbſte feſt auf den Boden anzulegen, und iſt die letzte Ar⸗ beit in dem Weinberge, jedoch nur in ſolchen Gegenden üblich, wo der Weinſtock dem Erfrieren im Winter unterworfen iſt. Am Rhein und an der Moſel kennt man das Beziehen nicht. Vor dem Beziehen iſt das Ausziehen der Pfähle nö⸗ thig. Solches muß mit Vorſicht und gerade aufwärts geſche⸗ hen, damit ſie nicht brechen. Die Pfähle werden entweder un⸗ ter ein Obdach gebracht, oder im Weinberge ſelbſt in ſpitz auf⸗ gehenden Haufen über einander gelegt. t. Düngen. Aller Dung ohne Ausnahme iſt zum Wein⸗ bau tauglich; aber nicht aller Dung iſt auf jedem Boden an⸗ wendbar. In trockenen Bergen taugt vorzugsweiſe der Miſt vom Rindvieh; in den Niederungen auf thonigen, feuchten Stel⸗ len der Roß⸗ und Schafmiſt. Eine Haupteigenſchaft iſt, daß — 302— der Miſt bis zu einem gewiſſen Grade verrottet ſey, beſonders wenn man ihn im Frühjahre anwendet. Unreinigkeit aus dem Abtritt thut vorzügliche Wirkung, und Stellen, wo ſonſt kein Stock aufkommen konnte, werden dadurch zur Fruchtbarkeit ge⸗ bracht. Die Meinung der Franzoſen, die allen thieriſchen Aus⸗ wurf und Abfall verwerfen, iſt nur ein Vorurtheil; ſie geſtehen zwar, daß er eine kräftige Vegetation und einen ſtarken Trau⸗ ben⸗Ertrag bewirke, behaupten aber, daß Gewürz und Geruch darunter leiden und der Wein ſich mit Pflanzenſchleim und erdigen Salzen überlade. Die beſte Widerlegung davon geben die Rheinweine, mit deren feinem Geruch und feinem Geſchmack ſich in guten Jahren kein franzöſiſcher Wein meſſen kann, und doch iſt der deutſche Winzer uͤberzeugt, daß ohne fetten Thier⸗ miſt nur ſchlechter, magerer Wein gewonnen werden könne. Uebrigens bleiben verfaulte Raſen und ſonſtiger vegetabi⸗ liſcher Dung ein ganz gutes Dungmittel für die Weinberge. Auch Aſche, Moder, gute Erd⸗ und Mergel⸗Arten, beſonders die Zuſammenſetzung dieſer Dinge mit Miſt, können dazu dienen. Beſſere und vorzügliche Dungmittel ſind Klauen, Hornſpähne, Haare, Wolle, Abfall von Gerbereien, zumal Schabſel von der innern Seite der Häute. Gehackte, eine Zeitlang in Miſtjauche getränkte, wollene Lumpen befördern die Vegetation und den Ertrag ungemein; ſie haben beſonders die Eigenſchaft, daß ſie im Sommer die Feuchtigkeit nicht ſchnell verdunſten laſſen. Den Schafdung hat man an einigen Orten mit dem größten Vortheil, an andern mit Nachtheil angewendet. An einigen Orten, namentlich in Frankreich, ſoll ſogar das Pförchen in den Weinbergen üblich ſeyn und die Schafe die Reben nicht berüh⸗ ren, wenn ſie vor dem Eintritt wohl gefüttert worden ſind. Man hat zweierlei Art zu düngen: die eine, daß der Dung über der ganzen Oberfläche gebreitet und untergebaut wird, die andere, daß man ihn in Gruben neben dem Weinſtock ein⸗ legt. Auf ebenem Boden verdient jene, auf abhängigem Boden dieſe den Vorzug. Die Gruben werden in einem kleinen Halb⸗ zirkel oberhalb der Stöcke und nicht zu ihrer Seite angebracht. Iſt der Dung eingelegt, ſo wird er mit Erde bedeckt. Bei dem erſten darauf folgenden Hacken oder Graben wird der Dung an ſolchen aber i einand O darübe chen, ſchwere an ein der Re nicht, manch werden * beſondetz Et aus den ſonſt kein arkeit ge 1ichen Als⸗ S e geſtehen t ken Trau⸗ d Geruch rneim und 7 geben die re Geſchmack mun, und d en dhier⸗ wunne. D degetabi⸗ Seinberge. Anoers die 20 dienen. 2 naſvähne⸗ 7Il von der re liſtjauche G und den auft, daß 1 un laſſen. größten einigen en in den ht herüſ⸗ S ſind. ander Dung wut witd, a flock ein⸗ A Bda „en Halb⸗ agebracht. 4 Bei dem „(Dung an r — 303— ſolchen Stellen bloß mit dem Karſte gelüftet, bei dem Graben aber in dem folgenden Jahre mit dem übrigen Boden unter einander gearbeitet. Ob man ſelten und ſtark, oder oft und ſchwach düngen ſoll, darüber ſind die Meinungen verſchieden, ohne ſich zu widerſpre⸗ chen, denn, wie bei dem Ackerbau, paßt erſteres beſſer auf ſchwerem, letzteres beſſer auf leichtem Boden. Daher düngt man an einigen Orten alle 2, an andern alle 4, an der Moſel in der Regel alle 6 Jahre. Allzu ſtarkes Düngen taugt übrigens nicht, indem die Trauben ſtark darnach faulen und der Wein mancher Sorten dadurch eine entſchiedene Neigung zum Schwer⸗ werden(Zähwerden) erhält. Fünfter Abſchnitt. Feinde und Krankheiten der Reben. Froſt. Die heftige Winterkälte zerſtört zuweilen den ganzen Stock bis in oder nahe zu der Erde. Sind die Schenkel bis in die Erde gefroren, welches jedoch nur ſelten geſchieht, ſo wird beim erſten Treiben des Saftes der Stock tief aufgeraumt, alles Verdorbene weggeſchnitten und der Ueberreſt leicht mit Grund bedeckt. Man erkennt den Schaden an dem Aufſpringen der äußern Rinde der Schenkel, und wenn die untere Rinde braun ſtatt grün ausſieht. Werden die Reben nur theilweiſe von dem Froſte getroffen, ſo wartet man mit dem Schnitte, bis dahin der Saft eingetreten iſt, damit man die guten Augen von den ſchlechten zu unterſcheiden wiſſe. Die Frühlingsfröſte ſchaden gewöhnlich nicht unmittel⸗ bar, ſondern nur dann, wenn bei hellem Himmel die aufgehende Sonne ihre Strahlen ſogleich auf die von Froſt gedrückte Rebe wirft, durch den plötzlichen Uebergang von Kälte zur Hitze ihre Saftgefäße zerſprengt und ihre Organiſation vernichtet. Das Mittel dagegen beſteht alſo darin: die erſten Sonnenſtrahlen ſo lange davon abzuhalten, bis dahin die Temperatur der Luft ſich nach und nach erhöht und die Saftgefäße allmählich wieder erweitert werden. Man hat ſolches durch einen ſtarken Rauch, der ſich zwiſchen der Sonne und den angegriffenen Reben lagert, zu bewirken geſucht. Da ſo treten, ſo Dinge nach Weinberg! Morgen de ſelbſt zu Er den Luft. der Nacht, ſteht, mit d gegen Mitt Soll die Ea beſizern deſe Noch ſt plötlichen in tender Froſt Wenig! einttitt, deß und die Auge es treiben a mehr Traub haben würde Die Het vor ihrer Zeit Trauben ſo ſt dahin die So⸗ beſten Wein Regen. allen anderen wettet zut 3 ab. Anhalt zeitig ſind, anhaltende, Regel nur we erſten Iihten ben blau und noetiums Fe einen da 1 Schwet,,lan gleben. vönt zuweit den zind die Sczte. rulten geſchiht ſt a tief aufgerunt, erreſt leiht nit dem Aufptinzen pjie untere Ande dn nur telwiſe adem Schnitte bis die guten Lugen ch nicht anmittel⸗ a die nujgende ſte zur hihei vernichtet, 11 Sonenſtch en mperatu d Luft allmählih wieder * ſatie Kaßt ch, genen Rebel lagert, Da ſolche Fröſte mit Oſt⸗, Nord⸗, oder Nordoſt⸗Luft ein⸗ treten, ſo bringt man feuchtes Stroh oder ſonſt ſtark rauchende Dinge nach der Windſeite;— der von da aus ſich über den Weinberg verbreitende dicke Dampf wehrt dann nicht allein am Morgen dem Eindringen der Sonnenſtrahlen, ſondern dient ſelbſt zu Erhöhung der Temperatur der die Weinſtöcke umgeben⸗ den Luft. Gerathen bleibt, ſchon vor der Däͤmmerung und in der Nacht, ſobald der Thermometer auf 0 oder 1 Grad darüber ſteht, mit dem Räuchern anzufangen und ſich am Abend oder gegen Mitternacht bei 3—4 Grad über 0 darauf zu richten. Soll die Sache von Wirkung ſeyn, ſo muß von allen Weinberg⸗ beſitzern deſſelben Reviers gemeinſchaftlich Hand angelegt werden. Noch ſchadet die Winterkaͤlte, wenn nach einem häufigen, plötzlichen und wäſſerigen Schnee oder ſtarken Nebel ein bedeu⸗ tender Froſt eintritt. Wenig nachtheilig iſt der Fruͤhlingsfroſt, wenn er ſo frühe eintritt, daß der Weinſtock kaum zu treiben angefangen hat, und die Augen noch in der Wolle ſtecken; dieſe fallen zwar ab, es treiben aber wieder andere an der Stelle, und man hat oft mehr Trauben davon, als man von den erſten Augen erhalten haben würde. Die Herbſtfröſte ſchaden nur dann, wenn ſie die Trauben vor ihrer Zeitigung befallen. Im Jahr 1777 froren die reifen Trauben ſo ſtark, daß ſie nicht getreten werden konnten, bis dahin die Sonne ſie wieder aufgethaut hatte. Sie gaben den beſten Wein in jenem Jahrzehent. Regen. Zu häufiges Regnen iſt dem Weinſtock mehr, als allen anderen Obſtgattungen, nachtheilig. Fällt kaltes Regen⸗ wetter zur Zeit der Blüthe ein, ſo fallen Beeren und Trauben ab. Anhaltendes Regenwetter, wenn die Trauben noch nicht zeitig ſind, erzeugt die Grüͤnfäule; dagegen ſchadet eine lange anhaltende, heiße und dürre Witterung dem Weinſtocke in der Regel nur wenig, wie die Jahre 1783 und 1811 beweiſen. Im erſten Jahre wurden die Blätter des Weinſtocks welk, die Trau⸗ ben blau und ſchrumpften zuſammen, bis zur Zeit des Aequi⸗ noctiums Regen einfiel, worauf ſie auf einmal zeitigten und einen der beſten Weine des vorigen Jahrhunderts gaben. Schwerz, Landwirthſch. II. 20 Nebel ſchaden nur zur Zeit der Blüthe, frommen aber den gebildeten Trauben im Herbſte. Brenner. Was Roſt, Honig⸗ und Mehl⸗Thau bei den Cerealien und andern Gewächſen iſt, das iſt der Brenner bei dem Weinſtock; die Sonnenſtiche, welche zwiſchen Regen oder Regenwolken auf die Stöcke treffen, ſo wie der plötzliche Ueber⸗ gang von Hitze zur Kälte verurſachen ihn, die Blätter dorren, die Trauben fallen ab, und das Holz leidet. Ein bald darauf eintretender Regen vermindert das Uebel. Laubrauſch. Das Laub dorrt und ſtirbt ab, die Trauben bleiben, alles Schirms entblößt, den heftigen Sonnenſtrahlen aus⸗ geſetzt und braten. Es iſt oft die Folge eines unüberlegten Fel⸗ gens oder Rührens bei großer Hitze. Der Laubrauſch tritt ge⸗ wöhnlich ein, wenn nach Jakobi gerührt wird und alsdann ſtarke Hitze in den aufgelockerten Boden dringt; viel beſſer unterbleibt das Rühren unter ſolchen Umſtänden. 4.. Unfruchtbarkeit. Fallen nach der Blüthe die Tragkno⸗ ſpen ſammt den Stielen ab und laſſen an der Rebe ein Merk⸗ mal, wie eine Linſe zurück, oder haben einige der Lotten dop⸗ pelte Augen, wovon eines dem andern gegenüber ſteht, oder ſind die Traubenſtiele ſo dünne wie Fäden, oder wird das Laub bei den Klevnern, Kleinbergern klein und kerbig und es ſetzen ſich an den Reben viele Augen auf einem Punkte zuſammen, oder iſt das Holz röthlich, ſehr dick und maſtig und die Frucht hat einige ungewöhnlich große, mit vielen kleinen, weit ausein⸗ ander ſitzenden Beeren gemiſchte, ſo kann man ſolche Stöcke ohne Bedenken als untauglich auswerfen. Inſekten. Hierher gehören: die gefräßigen Maikäfer; die Blattlaus(Aphis), beſonders ſchädlich durch ihre außerordentliche Vermehrung; nackte Schnecken(Limax), welche die Augen der Stöcke abweiden, ſie laſſen ſich unter feuchtem Strohe wegfangen; die Trauben⸗Made(Pha- laena tinea uvae), ſie erſcheint zweimal in einem Jahr, legt das erſtemal ihre weißglänzenden Eier im Mai in die Knoſpen der Blüthentheile, die nach 14 Tagen den ausgekrochenen Rau⸗ pen zur Nahrung dienen; dieſe verpuppen ſich ihrerſeits im Juni, und einen Monat ſpaͤter legen die daraus hervorgehenden dure zur hint Wir ſtock ſond gan⸗ dure well am der auf ſe auf unmen abet au bei den Brenner bei iſtegen oder iche Ueber⸗ er dorren, aild darauf aie Trauben dahlen aus⸗ klegten Fel rh tritt ge hann ſtarke unterbleibt Tragkno⸗ Pin Merk⸗ goiten dop⸗ teht, oder das Laub 4) es ſetzen „uſammen, adie Frucht it ausein⸗ stöcke ohne aikaͤfer; arch ihre (limax), aſich unter Hye(Pha aahr, legt Knoſpen „nen Rau⸗ erſeits in s rgehenden 0 — 307— Schmetterlinge ihre Eier auf die Beeren. In der Mitte Auguſts durchfreſſen dieſe neuen Puppen die Beeren, welches Gelegenheit zur Grünfäule gibt. Die Raupen verpuppen ſich im Herbſte hinter der alten Rinde. Um ſie zu tilgen, muß man dieſe im Winter von den Stöcken leſen und verbrennen. Neben dieſer Made iſt der gefährlichſte Feind des Wein⸗ ſtocks der Rebenſtecher(Curculio bacchus). Er ſchadet be⸗ ſonders in neu angelegten Weinbergen und zerſtört nicht ſelten ganze Pflanzungen. Er faͤllt am liebſten auf die zarten Triebe, durchſticht ſie mit dem Rüſſel und ſaugt ſie aus, daß ſie ver⸗ welken und dorren, ſpäter fällt er auch die jungen Trauben an; am meiſten ſchaden dieſe Käfer, wenn ſie kurz vor oder während der Blüthe in großer Menge erſcheinen. Die beſte Zeit, ſie aufzuſuchen, iſt gleich vor oder bei dem Sonnenaufgang, wenn ſie in einer Art von Erſtarrung ſind und ſich von den Stöcken auf ausgebreitete weiße Tucher herabſchütteln und ſammeln laſſen. —— —— ————-—ℳ———y— 3* 8 — 8* 1 8 L 1J- len li an. 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