——— 4 1 hoffna Beſchreibung der Landwirthſchaft wectkalen und RKheinpreulsen. Mit einem Anhang uͤber den Weinbau in Rheinpreußen. Von Johahkn NMepomuk von Schwerz. Erſter Theil. —-— Stuttgart, Hoffmann ſche Verlags⸗Buchhandlung. 1836. das ho in Jahre 18 Köngglichen riſn, und Vatjulniſe; einer weijähr ringreichen! Da es zen der Freu den Stnats⸗ do erntiſh lcha guhlt li e ſ, auhuncmen, b Vorwort. Das hohe preußiſche Miniſterium des Innern geruhte im Jahre 1816, mich mit dem Auftrage zu beehren, die Königlichen Staaten in Weſtfalen und am Rheine zu be⸗ reiſen, und über daſige bäuerliche und landwirthſchaftliche Verhältniſſe Bericht zu erſtatten, den ich dann auch nach einer zweijährigen Beobachtungsreiſe dem hohen Miniſterium einzureichen die Ehre hatte. Da es dem nunmehr verlebten, im Geiſte und Her⸗ zen der Freunde des Ackerbaues aber immer noch fortleben⸗ den Staats⸗Rathe Thaer ſchien, daß die Bekanntmachung des praktiſchen Theiles jenes Berichtes dem landwirthſchaft⸗ lichen Publikum zu einigem Nutzen gereichen könnte, er⸗ bot er ſich, denſelben in ſeine Annalen des Ackerbaues aufzunehmen, welches mich bewog, die noͤthigen Auszüge Iv aus meinen Papieren zu machen und ſie meinem beſagten Freunde und Gönner mitzutheilen, der ſodann auch in ge⸗ dachter Zeitſchrift Gebrauch davon machte. Was die Veranlaſſung zu der jezigen Herausgabe vorlie⸗ genden Werkes gab, iſt der Wunſch, den meine vormaligen verehrten Mitgehülfen und Lehrer der mit immer mehr Ruhm fortbeſtehenden landwirthſchaftlichen Anſtalt in Ho⸗ henheim gegen mich geäußert haben, die in den Möglin⸗ ſchen Annalen zerſtreuten Beobachtungen über die Land⸗ wirthſchaft des nordweſtlichen Deutſchlandes in einem eige⸗ nen Bande zuſammengeſtellt zu ſehen, damit ſie, gleich der Beſchreibung der belgiſchen, elſäßer und pfälzer Land⸗ wirthſchaft, fuͤr ein groͤßeres Publikum zugänglich würden. Ob nun gleich vorliegende Beiträge ſchon vor meh⸗ reren Jahren erſchienen ſind, ſo glauben die Herrn Her⸗ ausgeber derſelben dennoch, daß, da das Gute nicht al⸗ tert, und man es zu wiederholen und zu empfehlen nicht unterlaſſen und es anzuhören nicht ermüden ſoll, die Er⸗ ſcheinung vorliegender Schrift manchem ihrer Leſer nicht unwillkommen, noch ohne allen Nutzen ſeyn wird. Als Zugabe wird mein ehemaliger Schüler, der jetzige Profeſſor Gbriz, Notizen über den Weinbau der be⸗ ſchriebenen Gegenden, welche noch nicht gedruckt ſind, im Auszug aus einer meiner fruͤheren Vorleſungen bei⸗ fügen. d di Jil Kandſtznzüjäh jöirrtſchlicer 4 ſr in ih ni gün, ſt ageſß Eiin, alrn und ud Gthiffn be Koſche Luibch Ackung auf de i mit ab tin vünſchen. ſan vch Süümn Loblenz, em beſagten auch in ge⸗ sgabe vorlit e vormaligen immer mhr ſtalt in Ho den Mögli⸗ r die Land einem eiges e, gleich de älzer Land lich wütden. i vor meh⸗ Herrn Her te nicht al fehlen nicht ll, die Er⸗ Leſer nicht . der jetzige u der be⸗ uckt ſind, ngen bei⸗ V Da dieſe Zeilen wohl der Schwanengeſang eines ſie⸗ benundſiebenzigjährigen und beinahe blinden Greiſes in land⸗ wirthſchaftlicher Hinſicht ſeyn durften, und es wohl Zeit für ihn iſt, mit einem noch ernſteren Spiele ſich abzu⸗ geben, ſo ergreift er dieſe Gelegenheit, ſeinen ſaͤmmtlichen Leſern, alten und neuen, ſo wie ſeinen Freunden, Gönnern und Gehülfen beim Pfluge für die ihm während ſeiner irdiſchen Laufbahn erwieſene gütige Nachſicht, Liebe und Achtung auf das herzlichſte zu danken und ihrem Werke, in mehr als einer Hinſicht, Gedeihen von oben her zu wuͤnſchen. Nun noch ein herzliches und ewiges Lebewohl von Seiten Johann Nepomuk von Schwerz. Coblenz, im Februar 1836. Sähwerz, Landwirt Erſte Abtheilung. Belchreibung der Landwirthlchaft Weſtfalen. Schwerz, Landwirthſch. Mehr! † Die derten H. vertheilt, bilden, dern ſcho dieſer gat Weiſe we ſolches ne ſolcher a Det in der ein rundt Vottheile nützlich d 2 Grundſtu ſchaͤnkt, Erſter Abſchnitt. Mehr allgemeine bäuerliche und landwirthſchaftliche Verhältniſſe. I. vVertheilung des Grundeigenthums. Die Landwirthe in Weſtfalen wohnen einzeln auf abgeſon⸗ derten Höfen, deren Gründe mehrentheils in Kämpe(Koppeln) vertheilt, mit Hecken und Wällen eingeſchloſſen, ein feſtes Erbe bilden, und als ein ſolches von einer Generation zu der an⸗ dern ſchon ſeit Jahrhunderten unzertheilbar übergehen. Daß dieſer ganze Theil von Weſtfalen im Urſprunge auf eine ſolche Weiſe vertheilt war, leidet keinen Zweifel, und es beweiſen ſolches noch einige Städte, welche auf dem Grund und Boden ſolcher eingezogenen Haupthöfe erbauet worden ſind. Der eigentliche weſtfäliſche Bauer oder Colonus wohnt alſo in der Mitte ſeiner Beſitzungen, und ſein Hof oder Erbe bildet ein rundirtes Ganze, das durch ſeine iſolirte Lage ſich mancher Vortheile freuet und unter manchen Nachtheilen leidet. So nützlich das Einzelnwohnen der Bauern iſt, wo jeder ſeine Grundſtücke um ſich hat, wo jede Familie, auf ſich ſelbſt be⸗ ſchränkt, fern von dem Beiſpiele des Böſen,— das immer mehr Eindruck auf den Menſchen macht und ſich beſſer mit ſei⸗ nem Hange verträgt, als das des Guten,— ihre Sittlichkeit beibehält und manche ſonſt durch Zerſtreuung verlorene Stunde zum Fleiße und zur Hänuslichkeit erübriget; ſo nützlich, ſage ich, als jene Iſolirung in dieſer und mancher andern Rückſicht iſt, ſo nachtheilig wirkt ſie auf die geiſtigen Fortſchritte, auf Ver⸗ beſſerung und höhere Cultur. Die Kinder müſſen oft Stunden weit zur Schule gehen und verlieren, da ſie nur wohl zuerſt in ihrem neunten Jahre dahin geſchickt werden können, die beſte Zeit zu ihrem Unterricht. Die Familie ſelbſt ſieht und hört die Woche über nichts Neues. Keine neue Idee dringt ſich ihnen auf; keine Mittheilung bietet ſich dar; keine Liebe zum Beſſern wird in ihr rege. Ihr Gang dreht ſich daher ewig in dem nämlichen Kreiſe herum. Nur der ſchlechtere Landwirth läßt ſich Sonntags in der Schenke ſehen, und das Neue, was er da auffaßt, iſt bekanntlich nicht das Beſſere. Die Höfe(Colonate) liegen mehr oder weniger unter ſich entfernt. In ſchlechten Gegenden, wo zur Subſiſtenz einer Fa⸗ milie ein größerer Flächenraum nöthig iſt, ſind ſich die Höfe ſehr fern; naͤher in reichern Gegenden. Gewöhnlich aber liegen einige davon ziemlich nahe beiſammen und werden dann durch die weitläuftigen Marken von allen übrigen getrennt. Sechs bis acht ſolcher ſich nahe liegenden Colonate bilden den Kern jeder Bauerſchaft, von welcher die mehr umher zerſtreuten Höfe Theil machen. In dieſem Centralpunkte findet ſich auch wohl das Schulhaus, welches zugleich zu den Verſammlungen in Bauernangelegenheiten dient, oder der Ort, wo die ſogenannte Bauerſprache ſtatt hat. Da die iſolirten Höfe nicht ganz ohne Taglöhner beſtehen können, und dieſe, der Entfernung von den Brinken und Dör⸗ fern wegen, nicht nach Belieben zu haben ſind: ſo findet man auf jedem Erbe ein oder ein Paar kleine Wohnungen für Ar⸗ beiterfamilien. Dieſe Heuerlinge treiben gewöhnlich ein Hand⸗ werk, wie Leinweben, Holzſchuhmachen. Der Hofbauer vermie⸗ thet ihnen außer der Wohnung und einem Gaͤrtchen etwas Land und läßt ſie ihr Vieh, unter dem Schutzmantel ſeines Rechtes, in die Mark oder Gemeinweiden eintreiben. Die Ab⸗ gabe, u der Taol⸗ oder H996 ſie ihn Arbeits s ſäter gi mand be diß falen v Anſiedlt meßtetelt Bauetſed dielen 6r genden, a Hof ſolg nehr dem ſtimmtee Morgen betheili Das dem ſie ie vohl nictt ſie einnenn 8, 10 Fl gen. D s Zingels. Jlaubt, in Ren daſ der geig der Kant venden Gennd in ren Bod ſam a5, 8 dinen Z nit ſei⸗ klichkeit Stunde ſjage ich icht iſt, if Ver⸗ ttunden gerſt in ie beſte oört die h ihnen Beſſern in dem th laͤßt s er da ter ſich ner Fa⸗ ie Hofe r liegen n durch Sechs n Kern en Höfe h wohl ggen in enannte beſtehen d Dör⸗ det man für At⸗ Hand⸗ vermie⸗ metwas ſeines Die Ab⸗ — 5— gabe, welche ſie zu eutrichten haben, iſt nicht groß; dagegen iſt der Tagelohn, den ſie erhalten, auch nur geringe. Der Hof⸗ oder Herrbauer beſtellt ihr Feld mit ſeinem Geſpanne, wofür ſie ihm zu jeder Zeit bei der Arbeit zu Gebote ſtehen. Die Arbeitstage werden auf einem Kerbſtock eingeſchnitten, und ſpater gegen einander ausgeglichen, ſo daß am Ende ſelten je⸗ mand baares Geld herausbekömmt. II. Koppeln oder Kämpe. Die Einkoppelung oder Eintheilung in Kämpe iſt in Weſt⸗ falen nicht allgemein. Das Hauptgut, als der Sitz der erſten Anſiedlung, liegt gewöhnlich zuſammen und iſt durch eine oder mehrere Umwallungen befriediget. Außerdem haben die meiſten Bauerſchaften Feldfluren(hier Eſchen), worin die Felder in vielen Stücken zerſtreut unter einander liegen. In guten Ge⸗ genden, wo nicht ſo viel Dung erforderlich iſt, beſitzt mancher Hof ſolche Feldſtücke, die bis zu einer halben Stunde und noch mehr davon entfernt liegen.— Die Koppeln haben keine be⸗ ſtimmte Größe. Man findet ihrer von einem bis zu zehn Morgen. Auch ſind oft mehrere Individuen an einem Kampe betheiligt. Der Münſterländer hält viel auf ſeine Umwallungen, in⸗ dem ſie ihm eine anſehnliche Menge Schlagholz gewähren; wie⸗ wohl nicht nach dem Verhältniß der Breite des Raumes, den ſie einnehmen. Ueberdem bleibt noch längs dem Walle ein 6, 8, 10 Fuß breiter Streifen von dem Felde ſelbſt unbenutzt lie⸗ gen. Dieſe Anwende, auch Hegge, welche, wegen ihres Zingels um den ganzen Kamp, mehr Platz wegnimmt, als man glaubt, dient dann zu weiter nichts, als um einige Grünplag⸗ gen daſelbſt zu machen und den Dung⸗ damit zu vermehren, oder gewährt allenfalls ein Grasſtück zum Grünabfüttern. Iſt der Kamp klein, ſo nehmen ſolche Umwallungen mit ihren An⸗ wenden oft ſo viel Grund weg, als ſie einſchließen, und dieſer Grnnd iſt für den Pflug verloren. Uebrigens trocknen auf ſchwe⸗ rem Boden die umwallten und bepflanzten Koppeln nur lang⸗ ſam ab, und ihre Beſtellung verſpätet ſich.— Die Luft hat keinen Zug und vermag im Fruͤhjahre nach kalten Nächten die — 6— herabſchlagende Feuchtigkeit nicht zu verwehren, die dann am Morgen zu Eis friert und, ſticht die Sonne unmittelbar darauf, vielen Schaden bringt.— Die nachtheiligen Nebel im Vorſom⸗ mer, angehalten durch die Umwallungen, bleiben dazwiſchen ſitzen, ſchlagen ſich nieder und verurſachen wahrſcheinlich den Honigthau.— Es gibt leicht Lagerkorn.— Die Reife tritt bei dem Getreide ſpäter ein. Iſt es geſchnitten, ſo reift es lang⸗ ſamer nach und ſcheffelt ſchlechter, als auf offenem Felde. An dem ſchlechter Scheffeln mögen die Umwallungen auch dadurch Schuld ſeyn, daß ſie die Verbreitung des Saamenſtaubes der Roggenblüthe z. B., welcher in offenen Fluren über das ganze Feld von allen Seiten her wehet, in ihrem eingeſchloſſenen Raume hindern.— Endlich dienen die Umwallungen den Sper⸗ lingen, Mäuſen und Inſekten zum Zufluchtsorte und den Un⸗ kräutern zur Pflanz⸗ und Saamenſchule. Es ſcheint alſo wohl, daß ſolche Art von Einkoppelung mehr Verluſt als Gewinn bringe.— Indeſſen will ich das Geſagte nicht auf den Neu⸗ bruch, noch auf ſehr ſandige, noch auf dem Winde ſtark ausge⸗ ſetzte Felder anwenden. III. Gröſse und Zulammentletzung der Wirthichaften. In der Ausdehnung der Wirthſchaften tritt die größte Man⸗ nigfaltigkeit ein. Im Allgemeinen kann man annehmen, daß ſie in den Geſpinnſtgegenden kleiner iſt als anderswo, ſo auch klei⸗ ner auf dem Sandboden, wenn man die Marken oder uncultivirten Gründe mit eingreift, als auf Thon⸗ oder Kleiboden. Kötter, Kleingüter, Brinkſitzer hat es viele in der Nähe der Städte und Dörfer, in den Volksfabrikgegenden, mit einem Worte überall, wo bei einem kleinen Feldbau ein Nebengewerbe ſtatt⸗ findet oder etwas im Taglohn zu verdienen iſt. Jemehr ſich aber der ganze Erwerb auf den Ackerbau einſchränkt, um ſo größer ſind die Wirthſchaften. Um dabei beſtehen zu können, hält man in den ſandigen Gegenden dafuͤr, daß außer dem nöthigen Weide⸗, Wieſen⸗, Torf⸗ und Plaggengrund 30 Mag⸗ deburger Morgen Ackerland erfordert werden. Die Bauernhöfe, welche in dieſer Gegend 200 Morgen Grund und Ungrund (man erlaube mir dieſen Ausdruck) beſitzen, worunter dann 69=10 zu betralt 30— 501 fungen darin ke indem el Ein Gutt⸗ Gärten, land. Wiſs zwa K Schweinn Vi Kühe, eil Vi Morgen 2 eine Zuer Vi ten acht Wis Gtück gt Schweine Vir auf Sang Rheine) fuͤnf mäu Auf t ten ſchon! in Echuli hoſe gehi ten A- einige n davon ſte hüfe gibt Auf; Pferde, maͤnnlicher n am rauf, rſom⸗ iſchen h den tt bei lang⸗ An durch d der ganze doſſenen Sper⸗ n Un⸗ wohl, hewinn Neu⸗ ausge⸗ ten. Man⸗ daß ſie h klei⸗ ivirten Kötter, Stäͤdte Worte ſtatt⸗ ehr ſich um ſo können, er dem Mag⸗ ernhöfe, ngrund t dann ———————ꝗ— — 7— 60— 70 Morgen Bauland gehören, ſind nur als Ausnahmen zu betrachten. Im Durchſchnitte kann man eine Vollerbe zu 30— 50 Morgen Bauland annehmen, und demnach die Abſtu⸗ fungen der Halb⸗, Viertel⸗ und Achtelerbe berechnen, wiewohl darin kein beſtimmtes Verhaͤltniß angenommen werden kann, indem es Halberbe gibt, die manchem Vollerbe gleich kommen. Ein Gut von 200 Morgen hat ungefähr: 60 an Bauland, 7 an Gärten, 20 an Weidegrund, 13 an Schlagholz, 100 an Wild⸗ land. Wirthe, die nur Arbeit für einen Zugochſen haben, halten zwei Kühe, ein Rind oder Kalb und mäaͤſten ein bis zwei Schweine aus. Wirthe mit einem Pferde oder zwei Zugochſen halten drei Kühe, ein Rind, ein Kalb, ein bis zwei Schweine. Wirthe mit einem Pferde und einem Ochſen bauen 15— 22 Morgen, halten vier bis fuͤnf Kühe, zwei Rinder, ein Kalb, eine Zuchtſau, ein Paar junge Schweine. Wirthe mit zwei Pferden bauen bis 20— 30 Morgen, hal⸗ ten acht Kühe, zwei Rinder, ein Kalb, drei bis vier Schweine. Wirthe mit drei Pferden bauen 45 Morgen, halten 12— 15 Stück Hornvieh, groß und klein, 60— 70 Schafe, 3— 5 Schweine. Zum Betriebe werden erfordert 6 Menſchen. Wirthe mit vier, fünf Pferden(von der Größe findet man auf Sandboden doch nur Wirthſchaften in der Gegend vom Rheine) halten 20 Stück Rindvieh, 100 Schafe, 3—6 Schweine, fünf männliche und vier weibliche Dienſtboten. Auf dem Kleiboden des Münſterlandes ſind die Wirthſchaf⸗ ten ſchon etwas größer. Man theilt ſie in einigen Gegenden in Schulzenhöfe, Zellerhöfe und Kotten. Zu einem Schulzen⸗ hofe gehören p. m. 250, zu einem Zellerhofe 100, zu einem Kot⸗ ten 20— 25 Morgen Ackerholz und Grasgrund. Es gibt auch einige wenige Schulzen, die 1200 Morgen beiſammen haben, davon ſteht aber ein ſtarkes Drittel mit Holz bewachſen. Zeller⸗ höfe gibt es die meiſten, nach ihnen der Kotten. Auf einem der gedachten Zellerhöfe unterhält man 5— 6 Pferde, 11— 16 Stück Hornvieh, 8— 10 Schweine, vier maͤnnliche und vier weibliche Dienſtboten. Die Schulzenhöfe — 8— pflegen zwar die Zeller hierin in etwas, jedoch nicht verhältniß⸗ mäßig, zu uͤbertreffen, die ſehr großen, aber ſeltenen Schulzen ausgenommen. Ein Kötter unterhält auf ſeinen 20— 25 Morgen 2 Pferde, 2—4 Kühe, 2 Schweine, 2—4 Dienſtboten. Aus dem Geſagten geht hervor, daß man im Durchſchnitte nicht mehr als 12 Morgen AOckerland auf jedes Arbeitspferd nehmen darf, und zwar auf dem meiſt ſandigen Boden, ſtatt daß in Brabant, auf ähnlichem Boden und bei weit tieferem Pflügen, 26 Morgen auf ein Pferd fallen. Die ſchlechten Wege, die unzweckmäßigen Werkzeuge, die ſchlechte Unterhaltung der Pferde und die geringere Intelligenz der Betreiber ſind in Weſt⸗ falen an jenem Uebel Schuld. Das Verhältniß des übrigen Viehſtandes zu dem Acker iſt zwar weit angemeſſener, indem ungefähr ein Stück Großvieh auf jede drei Morgen kömmt, ſtatt daß man in den ſandigen Gegenden der Niederlande nur auf jede fünf Morgen eines zäͤhlt; allein dabei treten folgende kleine Umſtände ein: 1) daß der Brabanter ſein Vieh Jahr aus, Jahr ein, im Stalle hält, ſtatt daß der Weſtfaͤlinger das ſeinige fünf, oft ſechs Monate lang hinaustreibt und häufig über Nacht auf der Weide laͤßt; dadurch macht der Erſte von drei Kühen ſo viel, und dabei viel beſſern Dung als der Letzte von fünf; 2) daß der Brabanter zum Unterhalte für ſein Vieh nichts hat, als was er auf dem Acker ſelbſt erzeugt; dagegen muß der Weſtfälinger auf jede ſechs Morgen Acker zwei Mor⸗ gen Weide als Zugabe haben, wenn er beſtehen ſoll, und das vermindert nicht wenig ſeinen reinen Ertrag; 3) hat der Mün⸗ ſterländer noch eine ſehr wichtige Beihülfe an den Weideplätzen in den Marken, welche dem Brabanter abgehen.— Und doch ſteht dieſer, der angegebenen Vortheile beraubt, ſo weit über jenem! Es gibt alſo eine Entbehrung, die den Menſchen zu⸗ träͤglicher iſt als ein ſicherer Ueberfluß. Dieſer gewöhnt ihn an Indolenz, jene erweckt ihn zur Induſtrie, und dieſe letztere allein iſt ſchon ein großer Erwerb. Außer den Bauergütern und Colonaten gibt es noch eine Menge Edelgüter. Ihre Größe gleicht gewöhnlich der eines guten Schulzenhofes, und außer allem Zweifel waren ihre erſten Beſther 1 und nacht oder Güt ſind ſo ſ machen is in Eultun ſondetn ſa worin m? was nicht hen. Eos mittleren II. 5 Die d der altenſe Heerband nachher t. freiung! und Diett Geſet, 1 gemeindeit Geblüte! die Gtäͤttes zu ziehen ze mußte nog Der Pſtünde. leiſtenden a Zeiten dar daß jede e behalte, des altell Erliſchuns gehen ſoll ſorgt, daſe igenbehöts Stand geſ ltniß⸗ hulzen Dferde, cnitte spferd ſtatt eferem Wege, ug der Weſt⸗ brigen indem ömmt, he nur algende Jahr eer das haͤufig De von Letzte Vieh gegen „Mor⸗ 5) das Mün⸗ lätzen 4 doch 1 über gen zu⸗ ahn an gallein n eine geines reerſten — 9— Beſitzer nichts anders als Schulzen oder Colonen, die ſich vor und nach vor den übrigen ausgezeichnet, und durch Verdienſt oder Glück über ſie erhoben haben. Einige dieſer Edelgüter ſind ſo groß, daß man ſechs und mehr Bauernhöfe daraus machen könnte. Sehr ſelten nimmt indeſſen der Edelmann ſie in Cultur, ob es gleich auch davon einige gute Beiſpiele gibt, ſondern parzellirt und verpachtet ſie. Sie bilden eine Hofſaat, worin mehrere Gebäude für Pächter angelegt ſind, welche das, was nicht zu Holzanlagen beſtimmt iſt, unter dem Pfluge ha⸗ ben. Solche Pachtwirthſchaften ſind daher nicht größer als die mittleren, ſelbſt die kleineren gewöhnlichen Bauergüter. IV. Unzertheilbarkeit der Erbgüter oder Colonate. Die Untheilbarkeit der Bauergüter in Weſtfalen lag ſchon in der alten Hofesverfaſſung. Jeder Hof ſtellte ſeinen Mann zu dem Heerbanne; er durfte alſo nicht getheilt werden. Selbſt als nachher ganze Haupthöfe Herren⸗ und Kirchenſchutz zur Be⸗ freiung von der Heerbannspflicht gegen die Leiſtung von Pächten und Dienſten nachſuchten, blieb die Unzertheilbarkeit ein heiliges Geſetz, bei dem die Schutzherren eben ſowohl als die Bauer⸗ gemeinden intereſſirt waren. War kein Subjekt mehr von dem Geblüte des Colonus übrig, ſo war der Hofherr wohl befugt, die Stätte einem andern zu überlaſſen, aber nicht ſie an ſich zu ziehen, oder zu ſeinem Vortheile zu benutzen. Die Stelle mußte nothwendig mit einem neuen Wehrfeſten beſetzt werden. Der Staat ſah nämlich jede Stätte als eine öffentliche Pfründe an, und hat ſeine urſprünglichen Rechte der davon zu leiſtenden Steuern und andern öffentlichen Laſten bis zu unſern Zeiten darauf behauptet. Er iſt befugt, darauf zu beſtehen, daß jede Stätte in dieſer Hinſicht eine ſelbſtſtaͤndige Eigenſchaft behalte, nicht allein ſo lange noch jemand von dem Stamme des alten Wehrfeſten da iſt, ſondern auch, wenn nach ihrer Erlöſchung die Stätte, ſelbſt durch Kauf, in andere Hände über⸗ gehen ſollte. Sogar hat der Staat durch die Geſetze dafür ge⸗ ſorgt, daß die Gutsherren die Präſtanden ihrer Meier⸗ oder Eigenbehörigen nicht ſteigern dürfen; indem dieſe dadurch außer Stand geſetzt werden könnten, ihren beſtimmten Antheil an den — 10— öffentlichen Laſten zu tragen.— Da jedoch hierin vor Zeiten manche widerrechtliche Eingriffe von mehreren Gutsherren ge⸗ macht worden ſind: ſo wurde 1680 im Münſterlande das merk⸗ würdige Edikt de non dismembrandis praediis gegen dieſen Unfug erlaſſen, wodurch jede Parzellirung ſchätzbarer Erben, als der rechtlichen und natürlichen Billigkeit, den guten Gewohn⸗ heiten, den Polizei⸗ und andern Verordnungen zuwider, von Anfang an für null und nichtig erklärt wurde. Man kann die⸗ ſes Edikt als das Palladium der Münſter'ſchen Landwirthſchaft anſehen, ohne welches zu unſern Zeiten wahrſcheinlich nur we⸗ nige Bauergüter mehr exiſtiren, und das Land mit mehr Heuer⸗ lingen und Taglöhnern, als Landwirthen bevölkert ſeyn würde. Jenes Edikt wurde ziemlich ſtrenge bis zu dem franzöſiſchen Untereinandermiſchen aller Rechte und dem Uebereinanderwerfen deſſen, was die providentia patrum ſo weislich verfügt, und ihre Nachkommen eben ſo weislich beibehalten hatten, gehand⸗ habet. Wahr iſt es, daß bei der neuern Art zu kataſtriren, auch die kleinſten Abſpliſſe aufgefunden und zu den öffentlichen Ab⸗ gaben herangezogen werden können; allein werden ſolche Ab⸗ ſpliſſe, welche das Antheil der ärmern Volksklaſſe werden, oder ſolcher, deren Hauptexiſtenz von einem andern weit unſicherern und unbeſtändigeren Erwerbszweige abhängt, werden, ſage ich, jene Abſpliſſe dem Staate dieſelbe Garantie, wie concrete Güter und wohlhabende Bauerfamilien darbieten? Vorzüglich aber gilt dieſes in einer Gegend, wo der Ackerbau das einzige Han⸗ delsprodukt liefert. Hier bleibt es wichtig, daß wenige Conſu⸗ menten Vieles produciren und in dem möglichſten Wohlſtande bleiben, theils um Kraft genug zu haben, etwas auf die Er⸗ höhung der Produktion zu verwenden, theils um in Zeit der Noth dem Staate noch ein Uebriges leiſten zu können. Aus der Untheilbarkeit der Güter mußte nothwendig ein zweites Gewohnheitsrecht hervorgehen, nämlich, daß, da nur einer das liegende Erbe erhielt, die andern oder abgehenden Kinder nur mit einer, oft geringen, Ausſteuer und einem An⸗ theile an der Errungenſchaft der Aeltern abgefertigt wurden. In einigen Hofrechten war die Ausſtattung beſtimmt; an an⸗ dern Orſ ſen. Nac dazu beitt ſah, daſs übrigen ſ die Ausye Traditiotn auch da, gedacht. n Aoffolgee Agabeld Gewohn: Vent beſchweren digkeit d ſelbſt aunn hatten, d gen hört) muß iſ geſchützte weit, daß Nöthige zahlte. Ef und mehnn ohne daß gegen ein, den Kinde geſchehene die alte T gted de tracht, d vird/ E deutſcher Mein un Oo he eines Fre Werthe, Zeiten en ge⸗ merk⸗ dieſen n, als wohn⸗ „ von n die⸗ jſchaft ar we⸗ Hexyer⸗ würde. ſiſchen verfen 8, und ehand⸗ z, auch pen Ab⸗ ſye Ab⸗ n, oder aberern ge ic, a Güter n aber a Han⸗ gonſu⸗ ſtande nie Er⸗ it der auig ein ha nur aenden an An⸗ nurden. :inn an⸗ — 11— dern Orten beſtimmten ſolche die Verwandten oder Hausgenoſ⸗ ſen. Nach der Münſter'ſchen Verordnung mußte die Bewilligung dazu bei dem Gutsherrn nachgeſucht werden, der dann darauf ſah, daß der Betreiber des Colonats durch die Abfertigung der übrigen Geſchwiſter nicht zu ſehr entkraͤftet wurde. Häufig iſt die Ausſteuer bei einzelnen Familien durch uralte mündliche Tradition feſtgeſetzt. An einen Antheil am Gute ſelbſt ward auch da, wo es unter keinem gutsherrlichen Nexus ſtand, nicht gedacht. Das Gut kam nur ſo weit in Betracht, als es dem Auffolger wegen ſeines gröſſern Ertrages oder ſeiner geringen Abgaben möglich war, mehr als ſein Nachbar, oder etwas über Gewohnheit zu thun. Weit entfernt, ſich über die Ungleichheit der Theilung zu beſchweren, waren die abgehenden Kinder ſo von der Nothwen⸗ digkeit dieſer Einrichtung überzeugt, daß man diejenigen, die ſelbſt auf freien Gütern nicht den vierten Theil deſſen erhalten hatten, was ihnen von väterlicher Verlaſſenſchaft gebührte, ſa⸗ gen hörte: Es mag nicht anders ſeyn; denn das Erbe muß im Stande bleiben. Dieſer fruͤherhin vom Staate geſchützte, den Bauern heilig gewordene Grundſatz wirkte ſo weit, daß der Auffolger nur dann, wenn er es, ohne ſich das Nöthige abzubrechen, vermochte, die Abfindung ohne alle Zinſen zahlte. Es iſt nichts Seltenes, daß Brautſchatzreſte von ſechszig und mehreren Jahren vorkommen, die nie eingefordert worden, ohne daß es dem Erbe des Auffolgers einfällt, Verjährung da⸗ gegen einzuwenden. Auch die Fälle ſind nicht ſelten, daß wenn den Kindern vorgerechnet wird, was der Auffolger ihnen nach geſchehener Taxation heraus zu geben hat, ſie ausdrücklich nur die alte Ausſteuer und nicht mehr verlangen.— O des ſchönen alten Treu und Glaubens! o der Bruderliebe und Familienein⸗ tracht, die bei der kargen Eintheilung des Reichthums vermißt wird! Es liegt ſo was Ehrwürdiges in dieſen Spuren alter deutſcher Einfalt und Sitte, daß die kleinliche Entſcheidung über Mein und Dein davor zuruͤcktreten muß. So hart es übrigens klingen mag, daß bei vier Kindern eines Freibauern von einem Gute z. B. von 5000 Rthlr. am Werthe, die abgehende Tochter nur eine volle Kiſte, und uͤber⸗ — 12— haupt nur in langen Friſten etwa 400 Rthlr. an Geld, Vieh und Korn erhaͤlt; ſo wenig iſt es dieſes in der That. Sie heirathet auf ein anderes Gut ein, wo den abgehenden Kindern eben ſo wenig herausgegeben wird, und wenn das auch nicht wäre, ſo beruhiget man ſich bei der Obſervanz. Arbeiten, heißt es, müſſen wir auf jeden Fall, und ein Paar hundert Thaler mehr würden uns nicht davon freiſprechen.— Dann ſteht dem Verunglückten unter den abgegangenen Kindern das Stammgut der Familie noch immer offen. Das liebe Olderhues iſt da, deſſen Beſitzer es ſich zur Pflicht macht, den von ſeinem Ge⸗ blüte Abſtammenden, anderswo Verſtoßenen wieder aufzuneh⸗ men, und dem Nothdürftigen durch Rath und That beizuſtehen. — Die Kinder waren abgefunden, aber nicht enterbt. Das Opfer, welches dem Auffolger nach Familienherkommen gebracht wurde, war nicht erzwungen, ſondern aus Liebe für Einen von allen Andern hingegeben. Es war ein Band, welches den Stamm mit jedem Zweige zuſammenhielt, und keine Keule, wie die völlige Abtheilung, welche die Aeſte für immer von dem Baume trennt. Wie über alle heiligen Bande der Vorzeit, ſo fiel die fran⸗ zöͤſiſche Parze auch über dieſe her und vernichtete in einem Au⸗ genblicke, was die providentia patrum gewiß nicht ohne reife Ueberlegung und nach langer Erfahrung eingeführt hatte. Auch ſieht der Bauer dieſe Veränderung mit dem größten Wider⸗ willen. Er ſieht im Geiſte ſein ſchönes Gut zerſplittert, ſeine ſtolzen Eichen gefällt, ſein großes Wohnhaus zur Hälfte ver⸗ ödet, den Namen des alten Beſitzers erloſchen. Er ſieht ſeine Enkel oder Urenkel als preisgegebene Zeitpächter deſſelben Gu⸗ tes, das nun noch ihr Erbe iſt; nach dem hieſigen Sprich⸗ worte: Getheiltes Gut kömmt nicht auf die vierte Brut.— Was man endlich gegen das Geſagte aus der in andern Laͤndern üblichen Theilbarkeit der Güter anführen könnte, gibt für Weſtfalen keine Beweiſe, welches auseinander zu ſetzen hier der Ort nicht iſt. Ohne Zweifel vermehrt die Theilung des Grund und Bodens die Bevölkerung, aber nur(wenn man nicht wie Buonaparte die Vermehrung der Menſchen für eine Staatsrevenue anſieht, wovon me ſuche vetſt in Zait t Hochſänt nur die 1 haͤltniß k als ein f⸗ Capital Grade zuß ſchaften ü⸗ mal da bracht ie Erwerbe n Bevölkert ſtaͤrker alc Mehtzahl: in dem L die großte bleibt alt Nun (Marktft falen ohna gegenden, blos diene zu verwen. verſchaffen; barkeit gel⸗ D d tern und ſtücken die der Erzguͦ haͤltniſſe ſe eigen, ſein Freiherr in wwiſchen ih 1 Vac indern 5h vicht 8, heißt IMNhaler Iit dem renmaut Zeſt da, um Ge⸗ veh⸗ 1 iſtehen. 8 Das mebracht Den von es den r Keule, n dem Je fran⸗ adn Au⸗ Aoe reife uin Auch rz Wider⸗ ua ſeine lüce ver⸗ ant ſeine Ign Gu⸗ mprich⸗ ghierte an der in könnte, dau ſehen 3 Bodens uenapatte an anſeeht, — 13— wovon man alljährlich einige achtzigtauſend auf politiſche Ver⸗ ſuche verwenden kann, indem der ſchnelle Anwuchs den Ausfall in Zeit von achtzehn Jahren, alſo weit ſchneller als bei den Hochſtämmen in einem Forſte, deckt), ſie vermehrt, ſage ich, nur die Zahl der Conſumenten, aber nicht in demſelben Ver⸗ hältniß die der Producenten. Zu der Produktion gehört mehr als ein Paar geſunde Arme und Beine. Es wird auch ein Capital zu dem Betriebe erfordert, deſſen Bedürfniß in dem Grade zunimmt, und deſſen Größe in dem Grade in den Wirth⸗ ſchaften abnimmt, als dieſe ſich vermehren. Dieſes bleibt zu⸗ mal da wahr, wo das Capital aus der Erde allein hervorge⸗ bracht werden ſoll, und keine Nebengewerbe oder ſonſtigen Erwerbe dazu concurriren. Wahr iſt es, daß die zunehmende Bevölkerung und die damit verknüpfte Nothwendigkeit, ſich ſtärker anzugreifen, und die individuellen Bedürfniſſe unter der Mehrzahl zu befriedigen, die Produktion ſteigern, jedoch nicht in dem Verhältniſſe der Vermehrung der Conſumenten, die ohne die größte Sparſamkeit nicht dabei beſtehen können, und was bleibt alsdann für den Fall der Noth und den Staat übrig? Nur ganz in der Nähe der Städte oder großer Wigbolde (Marktflecken) mag die Zerſplitterung der Bauergüter in Weſt⸗ falen ohne nachtheilige Folgen ſeyn; da, ſo wie in den Fabrik⸗ gegenden, wo der Ackerbau nur Nebenſache iſt, wo die Abſpliſſe blos dienen, um einige leere, ſonſt verlorene Stunden darauf zu verwenden, und wo, durch die Gelegenheit, ſich Dung zu verſchaffen, einzelne Stücke zu dem höchſten Grade von Frucht⸗ barkeit gebracht werden können. V. Zeitpachtgüter. Die Anzahl der Zeitpachtgüter, wenn von wirklichen Gü⸗ tern und Höfen, und nicht von Abſpliſſen oder einzelnen Feld⸗ ſtücken die Rede iſt, iſt im Durchſchnitte weit geringer, als die der Erbgüter oder Colonate, und die Verſchiedenheit ihrer Ver⸗ hältniſſe ſehr groß. Der Colon, wenn gleich eigenhörig, leib⸗ eigen, ſeinem Gutsherrn mit Blut und Gut zugethan, iſt ein Freiherr in Vergleich mit einem Zeitpaͤchter. Der Unterſchied zwiſchen ihrem beiderſeitigen Looſe iſt ſo groß, daß kein Zeit⸗ pächter in ganz Deutſchland iſt, der nicht würde mit einem der größeren weſtfäliſchen leibeigenen Colonen tauſchen wollen. Ich ſage dieſes nur nebenher, um den Unkundigen in den weſtfäli⸗ ſchen Colonatverhältniſſen die aͤngſtliche Idee zu benehmen, die ſich anderswo an das Wort Leibeigenthum knüpft. Die Pachtbedingniſſe ſind allzu verſchieden, als daß ſich etwas darüber ſagen ließe. Nur einer Art von Verpachtung, die in dem weſtlichen Theile des Münſterlandes auf ziemlich mittelmäßigem, und zum Theile auf ſchlechtem Sandboden ſtatt hat, muß ich erwähnen. Ein Hof der Art enthält 80— 100 Morgen. Darunter ſind 27—30 Morgen Ackerland, 4 Morgen Gartenland, 12 Morgen Graswuchs und Schlagholz, 44 Mor⸗ gen Heideplaggenland, und 6—7 Morgen hochſtämmiger Holz⸗ grund, welchen letztern aber der Verpächter zu eigenem Gebrauche vorbehalt. Der Grasgrund iſt nur ſchlecht. Die Weiden müſſen von Zeit zu Zeit umgebrochen und dann geduͤngt werden. Das Inventarium gehört dem Pächter; von Seiten des Gutsherrn iſt keines in Weſtfalen üblich. Die Pachtabgabe beſteht in der dritten, an gar ſchlechten Orten in der vierten Garbe, einem Jahrgelde von 20— 30 Rthlr., einigen Spanndienſten, Feder⸗ vieh, Eiern, Butter, der Hälfte vom Obſt u. dergl. Da auf dem Acker nichts als Getreide und Buchweizen(Stoppelrüben und Herbſtſpörgel ausgenommen) gezogen werden darf, ſo wird dem Pächter vorab 1— 1 ½ Morgen für Flachs, Klee und Ge⸗ müſe geſtattet.— Der Gutsherr zieht die ihm zuſtehende dritte Garbe ſelbſt aus, die der Pächter einfuüͤhren und dreſchen muß, zu welcher Arbeit der Herr zwar einen Helfer ſtellt, den aber der Pächter zu beköſtigen hat. Das Stroh davon verbleibt dem Pächter, das Korn aber muß er nach dem Hauſe des Gutsherrn. bringen.— Bei größeren Baureparaturen gibt der Päͤchter den Arbeitern die Koſt, und der Gutsherr beſoldet ſie. Die Bau⸗ materialien muß der Erſte unentgeltlich beifahren. Die kleinern Reparaturen liegen dieſem allein ob.— Endlich hat der Bauer alle Staats⸗ und Kirchſpielslaſten von dem ganzen Gut zu entrichten, Einquartirung zu tragen, Holz zu pflanzen und ſolches bis zum dritten Laube zu bringen. Die Härte dieſer Bedingungen für einen Boden, wie der, von welfs Hitte, 18 Bauer, ſ3 zu beſteſ ſpaten k lihen A2 dem rechk⸗ ſche Wen Gache arts ſobchen Die Saah Pächter btaucht 4 Verſachu ſaſtigern 1 dritte Ko auf Morz Ackerbaut Fottſchris Dien Der An⸗! aber Petr gel an gei Pachter in eine Erwa echt, nac nach ſeinen dere verka⸗ Gegenden NXNo ſo gebuhe ganzen A und des velches P übrigen D und das andlich hle em der en. Ich — üte sen, die baß ſich richtung, iemlich gen ſtatt 9— 100 Norgen Nor⸗ drr Holz⸗ Nrauche aemuſſen Gr. Das Dssherrn 18t in der dA' einem 8s Feder⸗ „Da auf alrüben p vird u and Ge⸗ am dritte act muß, 4 n aber olat dem acDherru zäter den e Tuu⸗ a eleinern d Bauer n'ut zu nunn und V ie dit von welchem hier die Rede iſt, iſt auffallend, und ſo wie alle Haͤrte, gibt ſie zu den ſchwerſten Uebertretungen Anlaß. Der Bauer, der ſich in der Unmöglichkeit ſieht, bei ſeinem Pachte zu beſtehen und von ſeiner Arbeit leben zu können(vom Er⸗ ſparen kann hier keine Rede ſeyn), ſucht ſich auf einem unrecht⸗ lichen Wege füͤr das ſchadlos zu halten, was man ihm auf dem rechtlichen verweigert. Seinen Gutsherrn auf alle mög⸗ liche Weiſe zu hintergehen, das hält er für erlaubt und der Sache angemeſſen.„Der Herr, heißt es bei ihm, muß keinen falſchen Schilling annehmen, aber wohl eine ſchlechte Garbe.“ Die Sache geht oft ſo weit, daß es Geſinde gibt, das bei einem Pächter der Art nicht dienen will, wenn es zum Dreſchen ge⸗ braucht werden ſoll. Auch fürchten gewiſſenhafte Bauern die Verſuchung ſo ſehr, daß ſie lieber einen andern Hof unter noch läſtigern Bedingungen annehmen, als einen ſolchen, wo ſie das dritte Korn zu entrichten haben. Zu dieſem ſchaͤdlichen Einfluß auf Moralität kömmt noch der, den ſolche Bedingniſſe auf den Ackerbau haben, wie ich bei Gelegenheit des Zuſtandes und der Fortſchritte der Cultur zeigen werde. Die Pachtfriſt iſt von ſechs, höchſtens von zwölf Jahren. Der An⸗ und Abzug der Pächter iſt um Martini, gewöhnlicher aber Petriſtuhlfeier, oder den 22ſten Februar. Bei dem Man⸗ gel an geſetzlichen Beſtimmungen hat ſich bei dem Abzuge der Pächter in einigen Gegenden ein Gewohnheitsrecht gebildet, das eine Erwähnung verdient. Es iſt dieſes das ſogenannte Miſt⸗ recht, nach welchem der Abzieher die Aecker noch 2—3 Jahre nach ſeinem Abzuge defructuiren und ſogar dieſes Recht an an⸗ dere verkaufen kann. Die vorgeſchriebene Fruchtfolge in ſolchen Gegenden iſt 1) gedüngter Roggen, 2) magerer Roggen, 3) ungedüngter Buchweizen. Tritt der Pächter Ende Februars ab, ſo gebührt ihm in demſelben Jahre der Genuß der Erndte des ganzen Areals, das heißt, des Miſtroggens, des Stoppelroggens und des Buchweizens. In dem zweiten Jahre fällt das Land, welches Buchweizen trug, weg, und er beſaͤet noch die zwei ubrigen Drittel, nämlich das Miſtroggenfeld mit Stoppelroggen, und das Stoppelroggenfeld mit Buchweizen. Im dritten Jahre endlich bleibt ihm noch ein Drittel, nämlich das Roggenfeld, welches er ſchon zweimal nach ſeinem Abzuge abgeerndtet und nun zum Schluſſe mit Buchweizen beſtellt. Das Miſtrecht er⸗ ſtreckt ſich aber nicht allein auf die Körner, ſondern auch auf das Stroh. Die Lage, in welcher ſich unter ſolchen Umſtänden der an⸗ gehende Pächter befindet, läßt ſich leicht ermeſſen. Sie wird aber oft durch das unrechtliche Betragen des Abziehers noch um Vieles vermehrt. So bald nämlich dieſer ſeinem Gutsherrn, oder der Gutsherr ihm aufgekündiget hat, ſo denkt der Abzieher darauf, ſo viel Miſt als möglich zu machen, damit er nicht allein das gewöhnliche Drittel der Aecker, ſondern auch noch einen Theil derer, die Buchweizen tragen ſollten, ausdüngen kann, und dadurch ſein Benutzungsrecht auch darauf um zwei Jahre zu verlängern. Wie da gedüngt wird, iſt leicht zu den⸗ ken, zumal, da man auf ſolchem Boden noch bis zu Ende Februars Roggen ſaen kann. Nebenbei bricht er auch noch ei⸗ nige Dreiſchweiden auf, düngt und hat dann das Recht, ſie zwei Jahre hinter einander zu benutzen. Hiermit iſt aber der Unfug noch nicht zu Ende, den größten übt ein ſolcher Abzieher an dem Gehölze aus, wodurch er dem Gutsherrn ſowohl, als ſeinem Auffolger im Pachte, einen un⸗ erſetzlichen Schaden thut. Es würde uns zu weit abführen, wenn ich ſolches hier ganz entwickeln wollte, und ich kehre deß⸗ halb zu dem neuen Anpächter zurück. Man denke ſich, wo möglich, die Lage eines ſolchen Un⸗ glücklichen! Einen Acker, den er unter ſeinen Augen ausmergeln ſieht, einen Theil ſeiner Viehweiden aufgeriſſen; kein Dung, kein Stroh, als das der dritten Garbe ſeines Gutsherrn; im erſten Jahre kein Scheffel Getreide, und im zweiten nur ein Drittel der Erndte, kein Futtervorrath, auf 3—4 Jahre kein Bund Holz zum Brennen, es bleiben ihm alſo zu dem ſchweren Anfange nichts als der Garten, ein Theil kuüͤmmerlicher Weide und eine Wieſe, im Fall eine bei dem Gute iſt. Dafür hat er nun ſchon in dieſen genußleeren Jahren Dienſte und Geldpacht an den Herrn zu entrichten, dem Staate die Steuern zu zahlen, Kriegslaſten zu tragen, das Inventarium beizuſchaffen, und ſich und die Seinigen aus eigenen Mitteln zu nähren. Zehn glück⸗ — ce Jahted braucht mot wenn man t endlich der „ zweimal o richtet, undt hächter mel vormaligen T und Abbaub⸗ zar venn A9 tern ſehr ſit Pächter iſt t ſo vetderblit geben und VI 3u: t Oöogleich ic ſacht voddſt wohl ſo k Gigenſtandſe bloß in bconn ſah ihn nune genwaͤrtigent barten Geges Vorte das e bei dem lan⸗ in neues Ce Einſturz dese REMdo wegzuſchafſe Demnch an, zu wiſſ mittlern odes am zuträglite dieſe oder j⸗ palitiſchen L Schw N Soſerz, Laß dch um Doherrn, aolbzieher . 8 dungen NVun zwei icu den⸗ 6 Ende toch ei⸗ G ht, ſie es guüßten e er dem en un⸗ d ühren, Ra e deß⸗ algn Ur⸗ aunergeln nis Dung, 899; im mur ein 42e kein wchweren Weide iir hat er Jdpacht u zahlen, nnd ſch E glück⸗ —— liche Jahre reichen nicht zu, um ſolche Wunden zu heilen. Auch braucht man nicht zu fragen, wo die meiſten Juden wohnen, wenn man weiß, wo es die meiſten Zeitpächter gibt. Kömmt endlich der Wechſel der Pächter in einem kurzen Zeitraume zweimal vor, dann iſt das Gut durch und durch zu Grunde ge⸗ richtet, und der Eigenthümer findet keinen auch nur halbtüchtigen Pächter mehr, der ſich zu ſeiner Uebernahme verſteht. In dem vormaligen Amte Horſtmar des Münſterlandes ſoll das Miſt⸗ und Abbauungsrecht auf Klaiboden vier, und auf dem Sande gar neun Jahre dauern; daher auch der Wechſel mit den Päch⸗ tern ſehr ſelten vorkömmt. Der Verdruß für einen aufziehenden Pachter iſt wahrlich hier nicht zu überſehen. Die Mittel, einem ſo verderblichen Herkommen zu begegnen, ſind anderswo ange⸗ geben und gehöoͤren nicht hieher. VI. Zweckmätsigtte Grälse der Höke, in belonderer Hinlicht auf die Provinz Welttalen. Obgleich dieſer Gegenſtand ſchon ſo oft und vielmal unter⸗ ſucht worden iſt, ſo wage ich es doch, mich von neuem, wie⸗ wohl ſo kurz als möͤglich, darüber einzulaſſen, indem der Gegenſtand bisher theils zu allgemein, theils zu einſeitig, theils bloß in öconomiſcher Rückſicht dargeſtellt worden iſt. Mancher ſah ihn nur, wie er zu ſeinen Umgebungen oder auf den ge⸗ genwärtigen Augenblick paßte, und verlor darüber die benach⸗ barten Gegenden oder auch die Fortdauer der Zeiten, mit einem Worte das große Ganze aus den Augen. Uebrigens hängt es bei dem langbeſtandenen Gange der Dinge nicht von uns ab, ein neues Gebäude von Grund aus aufzuführen, ſondern dem Einſturz des wirklich exiſtirenden Guten, auch Mittelmäßigen, vorzukommen, es im Stande zu erhalten, das Mangelhafte wegzuſchaffen und das Unvollkommene allmäͤhlig zu verbeſſern. Demnach kömmt es bei der Staatswirthſchaft nicht darauf an, zu wiſſen: welche Landwirthſchaften, die ganz großen, die mittlern oder die kleinen dem öffentlichen Wohl überhaupt m zuträglichſten ſind?— als darauf: welche von ihnen auf dieſe oder jene Provinz in Rückſicht ihrer geographiſchen oder politiſchen Lage, ihres Bodens, ihrer gegenwärtigen Bevölke⸗ 2 — Schwerz, Landwirthſch. — 18— rung, ihres Verkehrs mit den benachbarten Provinzen, des Eingreifens von Handel, Fabriken und Nebengewerben, der her⸗ gebrachten Culturarten und eingeführten Culturgegenſtände, des Abganges oder Ueberfluſſes an Brenn⸗ und Bau⸗Material, der örtlichen Bedürfniſſe, der Zahl arbeitender Hände, des durch lange Gewohnheit gebildeten Nationalſinnes, der Ausdehnung noch urbar zu machenden Landes, der Größe des Capitals, das in dem Ackerbau ſteckt oder hineingelegt werden kann, und end⸗ lich der phyſiſchen und moraliſchen Kräfte derjenigen Claſſe, welche ſich mit der Cultur der Erde befaßt,— es kömmt dar⸗ auf an, ſage ich: welche Größe von Wirthſchaften unter einem oder mehreren ſolcher Umſtände auf dieſe oder jene Provinz am beſten paſſe, und nichts würde zweckwidriger und ſelbſt verderb⸗ licher ſeyn, als für alle Provinzen nur einen Leiſten annehmen zu wollen. Offenbar und außer allem Zweifel ſind die Wirthſchaften mittlerer Größe für das öffentliche Wohl die zuträglichſten. Unter dieſen Wirthſchaften verſtehe ich ſolche, worin eine Fa⸗ milie bei Induſtrie, Fleiß und den gehörigen Mitteln ſich ehr⸗ bar ernähren, und einen Sparpfennig für die Zukunft zurücklegen kann. Dazu reicht meiner Meinung nach eine Ackerausdehnung zu, welche auf Sandboden zwei, auf gewöhnlichem Lehmboden vier, und auf ſchwerem Lehm- oder Klaiboden ſechs Pferde oder Ochſen zureichend beſchäftiget. Die Vertheilung des Bodens un⸗ ter ſolcherlei Wirthſchaften würde eine anſehnliche Bevölkerung und einen bewährten, dauerhaften Wohlſtand(wiewohl keinen Reichthum, der auch nicht aufs Land gehört, und daſelbſt mehr nachtheilig als vortheilhaft auf Moralität und Induſtrie wir⸗ ken würde) hervorbringen. Es würde dabei nicht an Früchten mangeln, um die Mäaͤrkte befriedigend und in guten Jahren überflüſſig damit beſetzen zu können. Durch ein gutes aber ge⸗ wöhnliches Auskommen würde ein Volk von ſolchen Landwirthen eben ſo weit von dem Prunke und dem Uebermuthe, wozu große Wohlhabenheit ſo leicht verleitet, als von Muthloſigkeit, Gleich⸗ gültigkeit, Unſittlichkeit und Niederträchtigkeit, wozu Druck und Noth den Menſchen herabwürdigen, entfernt ſeyn. Ueberall alſo, wo es möglich iſt, dieſen Mittelweg einzuführen, oder ihn da, wo er ſchon fördern, do Lider genden beſ zen nicht ſe RWͤitiit d wohner der äten, inde Volksſtäͤmn a den E. denheit in Pflanzen⸗ demn mir Graſſchaft! Weſtfalen n Herzogthun Fabriken b haderborn, wenn dem Mark nich Sollen knnen, ſo um dazu z ſelhſt nicht wird bekant gehindert, meht Kotn produziren höchſtens d dächtet de fäche met meht als nen Wirth wütde die hrovinzen, tigkeit, ſole nagauine, zen, des der her⸗ tände, des berial, der des durch dehnung hals, das nund end⸗ n Caaſſe, zmt dar⸗ zer einem vvinz am verderb⸗ nanehmen dſchaften anlichſten. meine Fa⸗ bn ſich ehr⸗ krücklegen aundehnung Anmboden rde oder ens un⸗ adlkerung an keinen in ſt mehr atrie wir⸗ urüchten ann Jahren ann aber ge⸗ aA dwirthen u zu große agGlüch auruck und duneall alſo, da ihn da — 19— wo er ſchon eingefuhrt iſt, zu ſchüͤtzen, zu erhalten und zu be⸗ fördern, da hat die Staatswirthſchaft das hoͤchſte Ziel erreicht. Leider aber iſt dieſes glückliche Mittelloos nicht allen Ge⸗ genden beſchieden, und kann es auch ohne Nachtheil des Gan⸗ zen nicht ſeyn. Eine ſolche gleiche unabhaͤngige Vertheilung in Rückſicht der Production nährender Subſtanzen würde die Be⸗ wohner der verſchiedenen Provinzen eines Staates zu viel iſo⸗ liren, indem nur wechſelſeitige Bedürfniſſe die verſchiedenen Volksſtämme zuſammenknüpfen. Und wahrſcheinlich hat ſchon zu dem Endzwecke die Natur ſelbſt ſo mannigfaltige Verſchie⸗ denheit in Boden, Clima, Lage, Gewäſſer, Mineral⸗ und Pflanzen⸗Reich gelegt. Wie würde z. B., um mich nicht von dem mir vorgeſteckten Unterſuchungskreiſe zu entfernen, die Grafſchaft Ravensberg mit ihrem Linnenweſen, das Herzogthum Weſtfalen mit ſeinen Wäldern, Hüttenwerken und Klippen, das Herzogthum Berg mit ſeinen Wolle⸗, Seide⸗ und Baumwollen⸗ Fabriken beſtehen, wenn beiden erſtern nicht das Fürſtenthum Paderborn, letzterem nicht das Cöllniſche und Jülich'ſche Land, wenn dem gebirgigen und gewerbsvollen Theile der Grafſchaft Mark nicht die Flaͤche zwiſchen Ruhr und Lippe zu Hülfe käme? Sollen aber die abgebenden Provinzen dieſe Huͤlfe leiſten können, ſo müſſen ſie erſt ſelbſt einen Ueberſchuß haben, und um dazu zu gelangen, iſt es nöthig, daß die Conſumtion da⸗ ſelbſt nicht gleichen Schritt mit der Production halte. Dieſes wird bekanntlich durch die vergrößerte Ausdehnung der Höfe gehindert, denn, wenn gleich ein Hof von 1200 Morgen nicht mehr Korn producirt, als neun Höfe, jeder von 100 Morgen, produziren würden, ſo conſumirt er auch nicht mehr, als drei, höchſtens vier von dieſen conſumiren würden. Der größere Pächter bringt alſo ſchon ⁄⸗4 oder gar 35 von derſelben Ober⸗ fläche mehr zu Markt, als der mittelmäßige, und die Häaͤlfte mehr als der kleine. Reichte nun bei einer mittlern oder klei⸗ nen Wirthſchaft der Ueberfluß für ihre Provinz gerade zu, ſo würde die große Wirthſchaft noch immer an die benachbarten Provinzen abzugeben haben. Es iſt alſo von der größten Wich⸗ tigkeit, ſolche ins Große wirthſchaftende Provinzen als Frucht⸗ magazine, zum Beſten ihrer Nachbarn, in dieſem Zuſtande zu 3 2 8½ — 20— erhalten, und eher die Theilung darin zu verhindern, als zu befördern. Eine Veränderung in ihrem gegenwärtigen Weſen, wenn gleich zu ihrem eigenen Beſten, würde ohne allen Zweifel eine ſehr nachtheilige Wirkung, vielleicht den Untergang der benachbarten Provinzen nach ſich ziehen. Daſſelbe gilt auch in Hinſicht auf die Erhaltung der Forſten, indem das Holz für induſtriereiche Gegenden ein beinahe noch nothwendigerer Artikel iſt, als das Getreide; indem letzteres mit weniger Muͤhe und Koſten, als jenes, aus entfernten Gegenden beigeſchafft werden kann. Sollte es endlich durchaus zu einem Extreme kommen muͤſ⸗ ſen, ſo wäͤre die Erhaltung großer, ſelbſt übergroßer Pachthöfe einer zu ſtarken Parzellirung vorzuziehen. Wenn jene in Ueber⸗ maaß ausarten, ſo hat es nur im Einzelnen ſtatt, und dieſes Extrem erreicht ſeine Grenzen, welche durch die Vermögensum⸗ ſtände der Betreiber oder durch den größern Vortheil, der für den Eigenthümer aus einer Vertheilung hervorgehen würde, be⸗ ſchränkt werden. Grenzenlos hingegen iſt die Zerſtückelung; ſie gehet bei öffentlicher Ruhe und Frieden ins Unendliche. Eine erſte Theilung ruft nothwendig die zweite, dieſe die dritte her⸗ bei, bis dahin, daß der Pflug ſich nicht mehr auf der Breite des Stuͤckes drehen kann. Die Blutgefäße werden ſo enge, daß das Geblüt ſeinen Umlauf darin verliert, wodurch am Ende alle Glieder ſchmachten und der ganze Staatskörper kränkelt. Erſt dann, wenn eine Provinz anhaltend mehr erzeugt, als ſie braucht und als ihr die benachbarten Provinzen zu einem gebührenden Preiſe abnehinen, werde dem Uebel durch die Thei⸗ lung in kleinere Wirthſchaften, alſo durch die Vermehrung der Conſumenten, abgeholfen. Auch in Gegenden, wo die Cultur auf ihrer höchſten Stufe ſteht, und der Boden durch ſie zu einer eben ſo hohen Stufe von Fruchtbarkeit erhoben wird, mögen die kleinen Wirthſchaften beſtehen, und man mag den Reiner⸗ trag berückſichtigen; allein da, wo die Cultur noch in der Wiege liegt, wo ſie noch nicht einmal unternommen hat, ihre matten, unſichern Hände an eine Menge ſie umgebender, bisher unge⸗ bauter Gründe zu legen: da kömmt der Boden weit weniger als Arbeit und Aufwand in Betracht, und alles darauf an, ſo 8 7 räthlich alt vorhandene wohl nuri Roßen geſ Man! bei Etädten . B. in de ſchen, Berg faltig auf Reſchen, Kornſpeich hat dos g treide abu dem Areale nur einmal lihen Verh die Witthſ weitern. G die Theile Franzoſen nicht mehr bleiben, un der weſtfali war, wie dem Verhä derſchvinden Yothfalle d leiſten. Do ſeltener wer Aerden de Das ſchaftshöfe daß ſie im und Betriel eine und au verden kan ſchehen. D da, als zu an Weſen, en Zweifel srgang der t auch in Holz für Der Artikel Mühe und Iit werden a wen müſ⸗ NPachthöfe rrin lleber⸗ ind dieſes a0gensum⸗ 24, der für ruͤrde, be⸗ Plung; ſie he. Eine dritte her⸗ Nier Breite ange, daß kam Ende zänkelt. s eugt, als 1azzu einem du die Thei⸗ eryrung der gie Cultur w einet ad, mögen n Reiner⸗ 15 yer Wiege r ematten, id her unge⸗ dan: weniger meuf an, ſo — 21— räthlich als moͤglich bei der Verwendung und Vertheilung der vorhandenen Kräfte zu Werke zu gehen, und dieſes kann doch wohl nur in Wirthſchaften von mittlerer Größe oder in ganz großen geſchehen. Man geſtatte die Parzellirung ſelbſt einzelner Felder nahe bei Städten, in Fabrik⸗ und Gewerbgegenden; man laſſe ihr z. B. in dem Ravensbergiſchen, dem Maͤrkiſchen, Tecklenburgi⸗ ſchen, Bergiſchen ungeſtörten Lauf; allein man hindere ſie ſorg⸗ fältig auf dem platten Lande im Paderborn'ſchen, dem Mün⸗ ſter'ſchen, Jülich'ſchen und Cöllniſchen. Dieſe Länder ſeyen die Kornſpeicher, wenn jene die Fabrikſtätten abgeben. Bis jetzt hat das Fürſtenthum Munſter keine bedeutende Maſſe von Ge⸗ treide abzugeben, indem auch die groͤßten Wirthſchaften daſelbſt, dem Areale nach, nur unter die mittleren gehören; allein ſind nur einmal die Marken oder Almänden getheilt, und die bäuer⸗ lichen Verhaͤltniſſe auf einen feſten Fuß geſetzt, ſo werden ſich die Wirthſchaften von ſelbſt und mit ihnen der Ueberſchuß er⸗ weitern. Geht aber bis dahin die Verſplitterung der Güter und die Theilung des Vermögens den Gang fort, den ſie unter den Franzoſen leider einmal genommen hat, dann wird in kurzem nicht mehr ſo viele wirkende Kraft in dieſem Lande zuſammen bleiben, um der Urbarmachung ſo großer Landſtriche, wie die der weſtfaͤliſchen Marken, gewachſen zu ſeyn. Hütten werden zwar, wie die Pilze, aus der Erde hervorgehen, aber in eben dem Verhaͤltniſſe die ehrwürdigen alten Wirthſchaftsgebaͤude verſchwinden. Kaum wird mehr ein Geſpann da ſeyn, um im Nothfalle die Kriegesfuhren und andere öffentliche Dienſte zu leiſten. Das Holz, das Bauholz zumal, wird mit jedem Tage ſeltener werden, und Raub, Frevel, Bettelei und Auswanderung werden den Beſchluß machen. Das Maximum oder Minimum der Ausdehnung der Wirth⸗ ſchaftshöfe zu beſtimmen, iſt wohl eine zu ſchwere Aufgabe, als daß ſie im Allgemeinen gelöst werden koͤnnte. Boden, Menſchen und Betriebskapital legen eine ſo große Verſchiedenheit zwiſchen eine und andere Gegend, daß blos örtlich darüber ausgeſprochen werden kann, und dieſer Ausſpruch iſt großen Theils ſchon ge⸗ ſchehen. Die Länge der Zeit ſchleift ſo lange an dem eckigen — 22— Kieſel, bis dahin, daß er rund wird, und nun ohne Mühe fort⸗ rollt. Eben ſo geht es mit dem Getriebe der Menſchen. Un⸗ vermerkt findet es ſich in dem Zuſtande, in welchem es am beſten in das nicht zu verändernde Weilen, durch die Natur einer Gegend vorgeſchrieben, hineinpaßt. Wird es aber da ge⸗ waltſam heraus geriſſen, dann wird es auch nothwendig, dem allzuſchnellen Rollen des Kieſels durch zweckmäßige Maßregeln zuvorzukommen. Das Bergiſche Geſetz von 1808, welches, nach Zernichtung des Colonatweſens, dem gänzlichen Verderben des Landes durch eine grenzenloſe Zerſplitterung zuvorkommen wollte und zu dem Ende feſtſtellte, daß unter 10 Morgen nicht ge⸗ theilt werden dürfte, ohne ſelbſt einmal die Morgengröße anzu⸗ geben, war nur eine geſetzliche Sottiſe. VII. vöhden. Unter allen läſtigen Grundſervituten ſtehen die vier⸗, fünf⸗ oder ſechsjährigen Felder, ſogenannte Vöhden, oben an. Unter Vöhde verſteht man ein Grundſtück, welchem die hergebrachte Verpflichtung anklebt, daß der Eigenthümer es nur 4— 6 Jahre beackern darf, und dann daſſelbe auf eben ſo viele Jahre liegen laſſen muß, während welcher Zeit das Vieh der Gemeinde oder anderer Berechtigten daſſelbe als Weide benutzt. Gewöhnlich hat man in einer Gemeinde zwei ſolcher mit der Vöhde behaftete Fluren, wovon die eine der Hute überlaſſen iſt, während die andere angebauet wird. Im letzten Weide⸗ jahre darf der Boden nicht vor Johannis aufgebrochen werden, und im letzten Kornjahre tritt die Weidegerechtigkeit ein, wenn das Getreide vom Felde iſt. Dieſe heilloſe Wirthſchaft findet ſich nicht auf ſchlechtem noch auf ſandigem Boden, ſondern auf gutem Lehm⸗ und Klaiboden, welches ſie alſo um ſo ſträflicher macht, als die darauf haftende Weide um ſo ſicherer durch den Anbau von Futterkräutern darauf erſetzt werden könnte. Eine ſchlechte Cultur iſt unſtreitig noch ſchlimmer, als gar keine. Wenn bei dieſer die Kraft wie ein unbenutztes Capital ohne Zinſen im Boden vergraben bleibt, ſo bleibt ſie doch we⸗ nigſtens darin, und kann früh oder ſpät in Umlauf geſetzt werden, allein bei jener wird die Kraft, oder das Capital ſelbſt, angegrifen nagen übri weſen, me superest ſpäͤter, al kleiner und ben, daher ktaft, wor indem Wä dange, ſa Dung übe oder ſechs Gtande ſet eine förml des weiden beinahe Aerndten ſo allmäͤhl es ſelbſt mehreren Diee! zwiſchen A den zu erhe Witthſchaf Otten nich Gervitut, Werlaufe ſe ihn Ander kläͤrung, d hs Kener ſehr weni Nachtheil der Schad wäre noch entzöge, u Stiefkinde ncht thut, Kühe fort⸗ then. Un⸗ Am es am Die Natur er da ge⸗ adig, dem Kaßregeln Ahes, nach Serben des aneen wollte —. nicht ge⸗ söße anzu⸗ „ r⸗, fünf⸗ ann. u(chem die ae es vur zn ſo viele 2 Vieh der ioe benutzt. nch mit der aaiberlaſſen 1 Weide⸗ werden, 1 3e in, wenu Feaft findet 7 ddern auf graͤflicher — durch den 1te. 1 als gar nis Capital doch we⸗ meruf geſet Dital ſelbſt — 28— angegriffen, und ſo lange daran genagt, bis nichts mehr zu nagen übrig iſt. Eine ſo unſelige Wirthſchaft, wie das Vöhde⸗ weſen, mochte, ſo lange das arva per annos mutant, nam superest ager noch galt, wohl beſtehen; ſie mochte ſich ſelbſt ſpäter, als der ager nach dem Verhältniß der Bevölkerung kleiner und kleiner wurde, noch eine Zeitlang mit Nutzen trei⸗ ben, daher auch rechtfertigen laſſen. So lange nämlich die Ur⸗ kraft, woran der Boden ſeit Jahrhunderten geſammelt hatte, indem Waͤlder auf ihm vergingen und Wälder entſtanden, ſo lange, ſage ich, als dieſe Kraft noch vorherrſchte, und den Dung überflüſſig machte, mochte der Boden, nach einer vier⸗ oder ſechsjährigen Benutzung durch den Pflug, noch immer im Stande ſeyn, ſich mit zureichendem Grün zu decken. Es war eine förmliche Dreiſche, welche dem Boden, durch den Abfall des weidenden Viehes und den Rückſtand der graſigten Narbe, beinahe eben ſo viel zurückgab, als die 4 oder 6 erſchöpfende Aerndten davon genommen hatten. Das Sinken ging alſo nur ſo allmaͤhlich vor ſich, daß diejenigen, die daran Schuld hatten, es ſelbſt nicht inne wurden, bis endlich nach dem Verlaufe von mehreren Menſchenaltern die Sache zu Null herabſank. Die Urſache des Verfalls liegt alſo nicht in dem Wechſel zwiſchen Acker und Weide. Dieſer war eher geeignet, den Bo⸗ den zu erheben als ihn herabzuwürdigen, wie die Holſteiniſche Wirthſchaft es beweist, und wie ſelbſt in Weſtfalen an einigen Orten nicht ohne Vortheil gedreiſcht wird: ſie liegt in der alten Servitut, nach welcher der Eigenthümer des Bodens, nach dem Verlaufe ſeiner Genußjahre, nicht mehr Herr davon iſt, ſondern ihn Andern Preis geben muß. Es bedarf hier wohl keiner Er⸗ klärung, daß der Ackerwirth, wenig um den Vortheil des Vie⸗ hes ſeiner Nachbarn bekümmert, nur nimmt und nichts oder ſehr wenig wiedergibt, und es der Natur allein überläßt, den Nachtheil gut zu machen, den er angerichtet hat. Freilich ſchlaͤgt der Schaden davon auch auf ihn zurück; allein ſein Schaden wäre noch größer, wenn er den Dung ſeinen andern Feldern entzöge, und den Vöhdelanden, die er nicht ohne Grund als Stiefkinder betrachtet, zuwendete. Was er aber mit Dung nicht thut, das ſucht er leider durch Reizmittel zu erzwingen, — 24— durch Kalk und Mergel, woran es in dieſen Gegenden nicht fehlt. Mit ihrer Beihülfe wird die wenige Gewäͤchserde, die der Thon bekanntlich länger an ſich hält als der Sand, völlig zerſetzt und durch die Vegetabilien ausgeſogen. Und wenn der Boden dann am Ende ganz ausgemergelt iſt, was wird aus ihm werden? Uns ſind Aecker bekannt, welche dadurch ſchon ſo erſchöpft ſind, daß ſie nicht mehr die Koſten der Beſtellung tragen können, und worauf ſelbſt der aus Noth aufgebrachte Miſt keine Wirkung mehr zu äußern ſcheint. Dabei haben die Vöhdelande noch eine Menge Nachtheile für die Ackerwirthſchaft ſelbſt zur Folge— Ungleichheit des Areals, der Arbeit, der Früchte, des daraus erzeugten Düngers, und daher das feh⸗ lende Gleichgewicht zwiſchen allen Theilen. Es gibt hier Höfe, welche, wenn ſie nicht gerade in zwei Vöhde⸗Fluren gleichmäßig betheiligt ſind, in den erſten 4 Jahren nur für 2 Pferde Arbeit haben, und in den folgenden 4 Jahren kaum mit 6 Pferden zureichen, die alſo bald Vieh an⸗ und bald wieder verkaufen müſſen; die einmal zu viel und das andere Mal zu wenig Futter, Stroh, Dung und arbeitende Kraft beſitzen. Wo bleibt unter ſolchen Umſtaͤnden der reine Ertrag? Die Benutzung der Weideberechtigten ſteht ihrerſeits eben⸗ falls in keinem Verhältniſſe mit der Ausdehnung und Güte des Bodens. Ein Boden, der nach vier ungedüngten Aerndten oder nach ſechs Aerndten bei einer, wie man denken kann, kar⸗ gen Düngung zu Gras niedergelegt wird, wie kann der ſich benarben? Selbſt da, wo man noch ein Uebriges thut, und in dem letzten Jahre Kleeſaamen über das Getreide wirft, geſtand man mir, daß die Kühe in den erſten zwei Jahren eine befrie⸗ digende, im dritten Jahre eine knappe, und in den drei letzten Jahren eine völlig leere Weide fänden. Di ieſe letzten drei Jahre ſind alſo für den Siaat und die Menſchheit verloren. Man treibt das Vieh auf, mehr, um es nicht hungern zu ſehen, als ſeinen Huͤnger zu ſtillen. Indeſſen entblößt ſich der Boden, oder deckt ſich mit Diſteln, Moos und allen erden klichen Un⸗ kräutern. Selbſt der von dem Vieh verlorne D Dung kann ihm nicht frommen. död Kraut und Gras nicht geſchützt, dörret ihn die brennende Sonne, verwäͤſcht ihn der Regen, zerſtöͤren ihn Voge wie eine kein Ein gleichte det. Ei⸗ eine gro themalige haren Be AUunkraute bewachſer hin und Anbauel oder daß Wäürgfeld was Du Jahren k ſäen, aäͤt de. Ba den ſtat Hafer od ungedüng worfen w nen habe den meiſt es denn k Getreiden Wenn Lultur fü — ſch daß ſo mand die Thei dernünfti ſdigenthün die blos; ſo hoch, ſüidigung lden nicht Lerde, die d. völlig a wenn der uid ans t ſchon ſo heſtellung H gebrachte zzaben die „sirthſchaft ¹ eit, der d das ſeh: Zier Höfe, g ichmäßig pye Arbeit Pferden „yerkaufen Nu wenig o bleibt ſeräits eben⸗ nnd Güte erndten d unn, kar⸗ unt der ſich un, und in 1 geſtand e befrie⸗ A ei letzten 1ei Jahre =n. Man a hen, als . Boden, Acen Uu⸗ nizunn ihm 1n, dörret 1 a zerſtören 1 — 25— ihn Vögel und Inſekten, verweht ihn der Wind. Verſchloſſen wie eine Tenne liegt ihrerſeits des Bodens Krume, auf welche kein Einfluß der Atmoſphaͤre günſtig einwirkt. Das Ganze gleicht einer Oede, worauf kaum ein Inſekt mehr Nahrung fin⸗ det. Siehſt Du irgendwo, geliebter landwirthſchaftlicher Leſer, eine große ebene Fläche, auf der ſich die Abtheilungen einer ehemaligen Feldbeſtellung noch abzeichnen; ſiehſt Du dieſen koſt⸗ baren Boden nackt wie deine Hand vor Dir, oder mit einigem Unkraute, oder höchſtens mit einigen einzelnen Grasſtaͤmmchen bewachſen; erblickſt Du darauf einige traurige Kühe kraftlos hin und her ſchwanken, ſo denkſt Du gewiß, daß die ehemaligen Anbauer dieſer Gegend von einer Seuche weggerafft worden, oder daß dieſe Ebene dem gräulichen Mars zum Schlacht⸗ und Würgfelde gedient habe. Das denkſt Du, allein Du irreſt. Das, was Du vor Dir haſt, iſt eine weſtfäliſche Vöhde! Nach 4— 6 Jahren kommen die Einwohner wieder zum Vorſchein, pflügen, ſäen, ärndten einige Jahre, und dann liegt das Land wieder bde.. Bei Bochum hat folgender Fruchtumlauf auf ſolchen Lan⸗ den ſtatt: 1) Roggen, 2) Roggen, 3) Roggen, 4) gedüngter Hafer oder Kartoffeln, 5) wieder Hafer oder Kartoffeln, jedoch ungedüngt, 6) Roggen, über welchen weißer Kleeſaamen ge⸗ worfen wird, dann 7, 8, 9, 19, 11, 12) Weide. Den Kleeſaa⸗ men haben die Hutberechtigten anzuſchaffen und auszuſäen, an den meiſten Orten aber geſchieht dieſes Kleeausſäen nicht; daher es denn kömmt, daß das Vieh in dem erſten Jahre nach den Getreideärndten äußerſt wenig auf ſolchen Vöhdelanden findet. Wenn es wahr iſt, was ich höher ſagte, daß eine ſchlechte Cultur für den Boden ſchlimmer ſey, als gar keine, ſo ergibt ſich, daß die Auseinanderſetzung des Vöhdeweſens, unter dem ſo mancher brave Landwirth leidet, noch nothwendiger iſt, als die Theilung der Marken. Die Stimme und der Wunſch aller vernünftigen, und bei weitem des größern Theiles der Grund⸗ eigenthümer iſt dafür, deſto heftiger aber widerſetzen ſich ihr die blos zur Hut Berechtigten. Sie ſpannen ihre Forderungen ſo hoch, daß an manchen Orten das Ganze kaum zu ihrer Be⸗ friedigung zureichen würde. Dieſes haͤlt, wie billig, die Grund⸗ eigenthuͤmer an ſolchen Orten ab, an eine Aufhebung der Voͤhde zu denken. VIII. Spann- und Handdientſte. Man hat ihrer von dreierlei Art: 1) In Zeitpachtbriefen verſprochene Dienſte. Dagegen iſt wohl nichts zu ſagen, wenn ihre Zahl, Art und Weiſe beſtimmt iſt, indem der Bauer dabei berechnen konnte, wie viel weniger er an andern Abgaben zu leiſten hat. Wehe aber! wie oft geſchieht, wo der Pächter zu ungemeſſenen Dienſten, gegen eine geringe, alt herkömmliche Vergütung, gehalten iſt. Wehe ihm! zumal wenn der Gutsherr ſein Gut ſelbſt bewirthſchaftet, und ihn, als den Pächter eines Theiles der Güter, bei der Beſtel⸗ lung des andern Theiles zu Hülfe nimmt. Nicht allein muß er dann ein Pferd und einen Dienſtboten zum bloßen Herren⸗ dienſt mehr halten, ſondern auch die Beſtellung ſeiner Aecker verſchieben, und ſeine Aerndte bei ungünſtiger Witterung auf das Spiel ſetzen, um die ſeines Pachtherrn zu ſichern. Ueber⸗ haupt möchten zum allgemeinen Beſten die Zeitpächter eine Art von Schirmvogt nöthig haben. In den Händen bloßer Sclaven — und die Zeitpächter ſolcher Art ſind es zehnmal mehr als die leibeigenen Colonen— wird der Ackerbau nie gedeihen! 2) Dienſte, welche in den Berleihungscontrakten der Ei⸗ genhörigen und Erbpächter verſprochen worden, wohin auch die Handdienſte gerechnet werden müſſen, welche Gutsbeſitzer in Dörfern für eigenthümliche Verleihung von Grund zu Häuſern und Gärten ſich vorbehalten haben. Dieſe Dienſte ſind durch⸗ gehends feſtgeſtellt. Ungemeſſene Dienſte findet man hier zu Lande nicht, oder doch nur höchſt ſelten. 3) Die hergebrachten, an Andere als Gutsherren zu lei⸗ ſtende Dienſte. Sie haben ihren Urſprung in der Schutzgerech⸗ tigkeit aus den Zeiten der umherziehenden Könige, Biſchöfe, Sendgrafen u. ſ. w. Sie können nur als perſönliche Dienſte angeſehen werden. Wenn die Abſchaffung dieſer letztern den Franzoſen auch durchzuſehen iſt, ſo bleibt die Abſchaffung ohne Entſchädigung der Dienſte von Nro. 2. eine auffallende Unge⸗ vechtigkeit. Mau beg Ich Spaun⸗ Götetbeſ Handdier ausbedin ſo Mode von Pari daß er al ſäcken zut d Hra Reitpfet ber(See Gitten des urſyr Pachtleut unter de lung ſich Gutes at lieder d damals tollte. gemeſſen, Da dern zur als ſie i durften, tbenfalls der Acke woß. ſtrengen rergaß, war. 6 ten Deut tar. Der erhaßten ſKanzuſeher B'er Voͤhde gegen iſt d beſtimmt a weniger *s wie oft egen eine ehe ihm! Mtet, und r Beſtel⸗ d ein muß 20 Herren⸗ nor Aecker aung auf un Ueber⸗ „ eine Art Sclaven Anehr als ashen! a der Ei⸗ ceſitzer in * Häuſern 1d durch⸗ ar hier zu „ a zu lei⸗ utzgerech⸗ Biſchöfe dai Dienſte sern den fong ohne ee Unge⸗ — 27— Ich komme auf den Werth und die Nachtheile, welche die Spann⸗ und Handdienſte haben.— Es war eine Zeit, wo ein Güterbeſitzer aus Mangel an arbeitenden Händen ſich beſtimmte Handdienſte zur Vollführung landwirthſchaftlicher Verrichtungen ausbedingen mußte; eine Zeit, wo das Pferdehalten noch nicht ſo Mode war, wo z. B. ein erſter Präſident vom Parlament von Paris ſich von dem Pächter einer ſeiner Höfe vorbehielt, daß er alle Jahre zweimal mit einem Leiterwagen, mit Laub⸗ ſäcken zum Sitzen, in die Stadt kommen mußte, um die Familie des Präſidenten aufs Land zu führen, dann mußte noch ein Reitpferd für den Herrn ſelbſt und ein Eſel für ſeinen Schrei⸗ ber(Secretair) dabei ſeyn.— Zu dieſen vergangenen älterlichen Sitten gehört dann auch noch die Zeit, wo des Nutzens oder des urſprünglichen Herkommens wegen, oder aus Abgang von Pachtleuten, der Eigenthümer einen Theil ſeines Gutes ſelbſt unter dem Pfluge hielt, und ſich zu deſſen bequemerer Beſtel⸗ lung ſichere Spanndienſte bei den Pächtern der Abſpliſſe ſeines Gutes ausbedung. Ihrerſeits mochten die Pächter ihren Herrn lieber durch ſolche Dienſte als mit Geld zahlen, welches letztere damals nicht, wie zu unſern Tagen, durch Jedermanns Hände rollte. Ein ſolcher Vertrag war alſo den Umſtänden ganz an⸗ gemeſſen, und beide Theile mochten ihre Rechnung dabei ſinden. Da der Gebrauch anfing zu veralten, ſo artete er aus. Man begehrte von einer Seite zu viel, und leiſtete von der an⸗ dern zu wenig. Die Gutsherren foderten um ſo mehr Dienſte, als ſie ihrer durch die immer zunehmende Bedürfniſſe mehr be⸗ durften, und bedachten nicht, daß die Bedürfniſſe ihrer Pächter ebenfalls geſtiegen waren, und daß, um dieſe zu befriedigen, der Ackerbau mit mehr Fleiß als ehemals betrieben werden mußte. Die Dienſte fingen alſo an läſtig und unter einem ſtrengen Gutsherrn drückend zu werden. Der Dienſtpflichtige vergaß, daß er für ihre Leiſtung anderer Abgaben enthoben war. Gaudent muneribus, ſagte Tacitus ſchon von den al⸗ ten Deutſchen, sed nec data imputant, nec acceptis obligan- tur. Der Bauer ſieht in dem Dienſtberechtigten nur mehr einen verhaßten Zwingherrn; und wie dieſem gedient wird, iſt leicht einzuſehen. Es iſt höchſtens nur eine halbe Arbeit. Der Vor⸗ — 28— theil iſt alſo fuͤͤr den Gutsherrn bei weitem nicht ſo groß, als der fuͤr das öffentliche und das Privat⸗Wohl des Leiſtenden daraus hervorgehende Nachtheil. Manche Gutsherren werden indeſſen ſolche Dienſte doch nicht gern entbehren, indem ſie ih⸗ nen bei der Arndte und Saatzeit nicht wenig zu ſtatten kom— men; aber eben hierin liegt der große Nachtheil für das Ganze. Der Gutsherr oder ſein Pächter, dem in ſeinem Namen die Dienſte zu Gebote ſtehen, haͤlt weniger Pferde und Geſinde, als er ohne ſie halten würde. Daher müſſen die Dienſtleute, zumal in dringenden Fällen, herbei, und werden gezwungen, ihr Intereſſe zu Grunde gehen zu laſſen, und für das eines Andern zu ſorgen. Daher Mißmuth und Unzufriedenheit, und wer will die dem Unglücklichen verargen? Es gibt dennoch einige Perſonen, die, ich weiß nicht wel⸗ chen, Vortheil für die Dienſtpflichtigen, für ihre Aufklärung und die Verbeſſerung ihres Ackerbaues in dem Perſonaldienſt ſehen wollen; allein es heißt da: Cicero pro domo. Im All⸗ gemeinen iſt nur eine Stimme dagegen, und man hält ſie ſo⸗ wohl in öconomiſcher als phyſiſcher und moraliſcher Rückſicht für ſchäͤdlich. Sie ſind die wahre Schule der Trägheit. Men⸗ ſchen und Pferde entwöhnen ſich der Anſtrengung bei der Arbeit. Betriebſamkeit und Moralität wird man am meiſten verdorben finden, wo am meiſten gefrohndet wird. Die Unordnung, die Tendenz zu betrügen, die Berührung mit dem Geſinde der Edel⸗ höfe, die Verführung, wodurch auch der Beſſerdenkende hinge⸗ riſſen wird, Alles vereiniget ſich, uns von ihrem Nachtheile zu überzeugen. Auch fehlt es nicht an Gutsbeſitzern in Weſtfalen, welche aus freien Stücken die Dienſte gegen eine billige Ent⸗ ſchädigung in Gelde erlaſſen haben, ſelbſt ſolche, die eine be⸗ trächtliche Wirthſchaft treiben. Ich kenne einen Zeitpächter in der Weſergegend, dem eine ſichere Zahl von Spanndienſten durch ſeinen Contrakt zugeſichert war, der, da er ſich von dem geringen Nutzen derſelben überzeugt hatte, ſie den Pflichtigen für ſeine Pachtfriſt gegen einen halben Thaler jäͤhrlich erließ. Statt jener Dienſte legte er ſich ein Geſpann Ochſen mehr zu, und ſeitdem iſt er ſtets zuerſt mit ſeiner Arbeit fertig, ſtatt daß er ſonſt der letzte war. 1 — Unt gen We über den gewinnen Es herrſe des Verſ den alth ſnſte tute bel ſonſt! T mitten d Weiſe de eigenen? dem Lebe Schl einmalb Wenn d man nu dahin ei⸗ hinaus g jahre bis Der Eigel ſeyn, welt oder kahl darüber d unter frei aus jenen Rünen T der Vert ſollte gla fühtt, 3 werden kü ebenfalls der Fall i darte hein groß, als keiſtenden en werden Im ſie ih⸗ Pten kom⸗ s Ganze. amen die 2 Geſinde, Saſtleute, 2 wungen, as eines eit, und icht wel⸗ Lkklaͤrung aldienſt Im All⸗ It ſie ſo⸗ Ruͤckſicht 8. Men⸗ 8 Arbeit. ordorben 1ig, die Der Edel⸗ ee hinge⸗ heile zu eſtfalen, ige Ent⸗ eeine be⸗ ichter in dienſten on dem Schtigen a erließ. anaehr zu, 43, ſtatt — — 295— IX verſchiedenartige Zervituten. Unter die nachtheiligen Servituten gehören alle überflüſſi⸗ gen Wege und Fußpfade. Wie oft bahnt man nicht einen Pfad über den Winkel eines Feldes, blos um 10— 15 Schritte zu gewinnen? Für Weſtfalen führe ich beſonders die Leichwege an. Es herrſcht hier an einigen Orten der Glaube, daß die Seele des Verſtorbenen keiner Ruhe genieße, wenn die Leiche nicht den altherkömmlichen Weg gefahren wird. Sollte auch der ſchönſte neuangelegte Weg, neben den mit einer ſolchen Servi⸗ tute belaſteten Grundſtücken, nach der Grabſtätte führen; um⸗ ſonſt! Der Leichwagen darf ihn nicht betreten, und ſollte er auch mitten durch die wallenden Saaten durch. Bleibt auf dieſe Weiſe der Bauer den Fußſtapfen ſeiner Väter auch nach ſeinem eigenen Tode getreu, wie kann man fodern, daß er ſich in ſei⸗ nem Leben davon entfernen ſolle? Schlimmer als die Leichwege, die für jeden Menſchen nur einmal betreten werden, ſind die Wege nach Weidegerechtigkeit. Wenn die Weiden nicht gerade an einem Wege liegen, und man nur zu einer durch die andere gelangen kann: ſo iſt dieſes dahin eingeſchränkt, daß das Vieh einmal hinein und einmal hinaus getrieben werden kann. Dadurch bleibt es vom Früh⸗ jahre bis zum Herbſte Tag und Nacht in ſeinem grünen Kerker. Der Eigenthümer mag alſo wollen oder nicht; es mag Wetter ſeyn, welches es will; die Weide mag noch mit Gras bedeckt oder kahl abgefreſſen ſeyn; es mag Dung, Milch und Butter darüber verloren gehen, ſo muß das Vieh bis zum Spätherbſte unter freiem Himmel wirthſchaften. Es rührt dieſer Gebrauch aus jenen futterarmen Zeiten her, wo man noch von keiner grüͤnen Fütterung im Stalle etwas wußte; man war alſo bei der Vertheilung des Grünbodens auf keine Wege bedacht. Man ſollte glauben, daß, da die andern Weiden, wodurch der Weg führt, zugleich abgeweidet werden, die Durchtrift wohl geſtattet werden könnte. Dieſes würde auch gehen, wenn die andern ebenfalls ihr Vieh des Nachts eintrieben; da aber ſolches nicht der Fall iſt, ſo läßt das Vieh, welches ſieht, daß das benach⸗ barte heimgeholt wird, ſich auf keine Weiſe mehr in ſeiner — 80— Weide zuruͤckhalten. Es bricht durch die ſtärkſten Zäune, be⸗ ſchaͤdiget ſich und richtet Unheil auf den nahen Feldern an.— So etwas ſind ſchwere Feſſeln für einen auf halbe Stallfütte⸗ rung denkenden Landwirth, und können nur durch eine gemein⸗ ſchaftliche Uebereinkunft gehoben werden. Die Entſchädigung für den Durchgang des Viehes wäre leicht auszumitteln. X. Hindernilſe und Miſsbräuche. a) Wege. Furcht und Grauſen erregend ſind die Wege in den Klaigegenden Weſtfalens! Eingekerkert, wie auf Robinſons Inſel, ſitzt bei etwas ungünſtigem Wetter jeder Bewohner daheim und verliert die Gelegenheit, Meliorationen zu machen, ſein Ge⸗ ſpann zu beſchäftigen, ſeine Proviſionen beizufahren, ſeine Pro⸗ dukte mit Vortheil zu verſilbern, ſein Feld zu gehöriger Zeit zu beſtellen. Die Arbeit überhaͤuft ſich zu einer andern Zeit. Geſpann und Geräthe leiden; die Zeit, das koſtbarſte Kapital, welches der Landwirth zu ſeiner Arbeit hat, geht verloren. Der Verkehr unter den Menſchen ſtockt, und die Induſtrie liegt in Feſſeln. Um ein Land empor zu bringen, ſind Heerſtraßen und Com⸗ municationswege die erſten und beſten Mittel. Natur und Nachläſſigkeit vereinigen ſich in Weſtfalen, um die Wege zu den ſchlechtmöglichſten zu machen, die der Menſch ſich denken kann. Der Münſterländiſche Klai iſt von einem außerordentlichen Thongehalte, wodurch er die Eigenſchaft be⸗ kömmt, bei feuchtem Wetter zu einer ſo ungewöhnlichen Tiefe aufzuweichen, daß man einen Spazierſtock ohne Mühe oft drei Fuß tief in die Erde ſtoßen kann. Nun denke man ſich ſolche Stellen zu Hohlwegen ausgefahren, ſo enge, daß nur ein Wa⸗ gen mit Getreide ſo eben durch kann, von beiden Seiten mit Geſträuchen, Wäͤllen und Wallhecken eingeſchloſſen, damit weder Sonne noch Wind auf den Boden kann, keine Seitengräben, keine Abzüge, und man wird ein treues Bild eines großen Theils der Wege zwiſchen dem Rhein und der Weſer haben. Auf den Heiden, Marken, Gemeinheiten geht es etwas beſſer, indem der Weg hier ſo breit als die ganze Mark iſt. Indeſſen geht es nur in ſo weit gut, als man auf den Höhen bleibt; da dieſe aber mit Sinken abwechſeln, ſo fährt man ſich —— wieder feſ ſehen iſt. gut, ind vorin di ein in 2 tet nicht Im! werk beho und ſie i ladete, u Die giif und da einzelt lie ſchlagen d tiefere un zu Grund ſpannen daß die? bewirkt: Pferde zi ſich frei wenn die Das ſolche Brü bare Ding thig, und ahgeben, u darauf ver bollends; der Wege Abhandiu 9) ſtenthum der grßte früher ein in einigen däche un Aune, be⸗ En an.— ttallfütte⸗ e gemein⸗ thäͤdigung Aln. 1 Wege in obinſons Arr daheim ſein Ge⸗ ine Pro⸗ air Zeit zu riGeſpann ches der Verkehr Feſſeln. and Com⸗ Nulen, um 4 Menſch an einem ichaft be⸗ aen Tiefe 33 oft drei aich ſolche azein Wa⸗ iten mit „güt weder ngräben, s großen aben. des etwas a Mark iſt. a Hühen man ſcc — 31— wieder feſt, im Fall man nicht mit doppeltem Geſpanne ver⸗ ſehen iſt. Selbſt auf dem Sande ſind die Wege nicht immer gut, indem ſolcher häufig mit moorigen Stellen abwechſelt, worin die Wagen verſinken. Die Wege, die Jahr aus Jahr ein im Waſſer ſtehen, ſind noch die beſten, wenn ſich im Win⸗ ter nicht manchmal klafterhohes Eis darin anhäufte. Im Münſterſchen hat man ſich bisher mit zweierlei Flick⸗ werk beholfen. Das eine, daß man dicke Steine herbeifuhr und ſie in die Löcher der Wege, ſogenannte Klalloͤcher, ent⸗ ladete, wodurch aus einem Uebel ihrer zwei gemacht wurden. Die größeren Steine verſinken durch ihre Schwere im Kothe, und da ſie daſelbſt nicht an einander geſchloſſen ſondern ver⸗ einzelt liegen, ſo zwängen ſich die Räder davor in die Höhe, ſchlagen dann plötzlich wieder hinunten, und verurſachen um ſo tiefere und gefährlichere Löcher, worin Geſchirr und Geſpann zu Grunde gehen. Dieſe Klailöcher machen dann das Lang⸗ ſpannen bei dem Zugviehe nothwendig, ſo bekannt es auch iſt, daß die Verlängerung der Zuglinie der Zugkraft ſchade. Man bewirkt nämlich durch jene Verlängerung, daß die hintern Pferde ziehen können, wenn die vordern Mühe genug haben, ſich frei durch die Klailöcher durchzuquälen, und ſo umgekehrt, wenn die hintern darin verwickelt ſind. Das zweite Flickwerk wird mit Faſchinen vollführt. Allein ſolche Brücken über den Koth ſind zu unſern Tagen allzu koſt⸗ bare Dinge. Wir haben das Holz an zehn andern Orten nö⸗ thig, und dürften daher den Wegen wenig oder nichts davon abgeben, und doch iſt es unglaublich, welche Holzſtöße alljährlich darauf verwendet werden. Aber was thut man nicht, um nicht vollends zu verſinken? Ich muß die Mittel zur Verbeſſerung der Wege übergehen, ihre Beſchreibung würde eine beſondere Abhandlung erfodern. b) Gewäſſer. In einem flachen Lande, wie das Für⸗ ſtenthum Münſter, kann durch den Mangel an Entwäſſerung der größte Nachtheil entſtehen. Man hatte in dieſem Lande früher ein vortreffliches Edikt über dieſen Gegenſtand, welches in einigen Gegenden ſehr gut ausgeführt worden. Alle Fluͤſſe, Bäche und Zuggräben wurden aufgenommen, ihre Richtung, Breite, Tiefe in Tabelken fuͤr jede Bauerſchaft beſtimmt, jedem Grundeigenthümer ſein Bezirk, worin er räumen mußte, abge⸗ pfählt, und Saͤumige wurden bei der Mai⸗ und Herbſtſchau in Strafe gezogen. Dieſe nützliche Anſtalt iſt bei der franzöſiſchen Occupation, wo die Markengerichte aufhörten, denen gedachte Schau oblag, in Stocken gerathen, und nun äußern ſich die Folgen davon auf eine ſehr traurige Art. Die Bäche ſind an manchen Orten ſo zugeſchlämmt, die Ufer ſo mit Buſchwerk und Schilf verwachſen, daß das Waſſer bei jedem etwas ſtarkem Regen austritt, und ſchäͤdliche Ueberſchwemmungen verurſacht. Es geſchieht nicht ſelten, daß man dasjenige als ein Schutz⸗ mittel anſieht, was das Uebel ſelbſt herbeiführt; ſo denn auch das Holzpflanzen an den Ufern der Bäche und Flüſſe. Wenn das Holzwerk nicht allezfalls auf dem Ufer eine breite unun⸗ terbrochene Wehre, von Weiden z. B., bildet, ſo iſt nichts wi⸗ derſinniger, als eine Bepflanzung mit einzelnen Holzſtämmen oder Hörſten. Selbſt an ſtehenden Teichen ſchwemmt das Waſ⸗ ſer den Grund zwiſchen den Stämmen weg, weil kein Gewebe von Graswurzeln ihn zuſammenhängt. Vor und nach höhlt ſich der Boden unter dem Stamme aus, und wenn dieſer einſt ver⸗ geht, ſo iſt ein Theil des Ufers und alle natürliche Feſtigkeit des noch ſtehenden verloren. An fließendem Gewäſſer erfolgt der Schaden noch ſchneller. Hier bildet jeder Stamm mit ſeinem Gewurzel eine Krippe, welche das gegenſeitige Ufer anfrißt. Dadurch entſtehen Krümmungen, die immer mehr zunehmen; das Beet des Fluſſes oder Baches verlängert ſich, mithin nimmt das Gefäaͤlle des Waſſers ab, und Ueberſchwemmungen werden unvermeidlich. Es kömmt— und hierin können wir zuverſicht⸗ lich der langen Erfahrung der Holländer Glauben beimeſſen— keine Uferdeckung der von einem guten Raſen gleich, und keine iſt ſchlechter, als eine von Erlen, Pappeln und Weiden. Letz⸗ tere ſind nur da von Werth, wo ſie weiter hinaus in das Beet eines großen Stromes reichen, die Macht der Wellen und des Eiſes zu brechen. Was die Müller allenthalben zur Vermehrung des Uebels beitragen, iſt bekannt. Die Erfindung der erſten Waſſermühle war für die Landwirthſchaft die unglücklichſte aller Erfindungen; and geſchle aber wäͤte das Güke Tauſend können! ſert verd und dem ſteigenden als hätte Müller er der dieme unbenuht Manches darauf zu 6) in andern acige eig wohnen ze Wäͤllen u geſchloſſen ſich nicht Geht Bewaffaete von einen dazu erkau an, veißen Raps⸗, K Penn auch fenen Feld Wohl der Colo ſein zu li zu erhaſche dieſer iſtd Wälhfang, iſt ein mit dalländer Sören, ämt, jedem te, abge⸗ Sſtſchau in anzöſiſchen * gedachte In ſich die Be ſind an A uſchwerk Itz ſtarkem erurſacht. an Schut⸗ S'enn auch 23. Wenn rdte unun⸗ Jichts wi⸗ dſtämmen X ras Waſ⸗ 1 Gewebe hyylt ſich einſt ver⸗ Ießeſtigkeit für erfolgt rit ſeinem anfrißt. nehmen; zin nimmt 822 werden iuverſicht⸗ gaeſſen— dd teide en. Leh⸗ das Bet 1 und des es Uebels iſermuͤhle = ndungen; aber wäre Erſteres auch nicht, ſo verhindern ſie an vielen Orten das Gute, welches durch das Waſſer erzweckt werden könnte. Tauſend und abermal tauſend Morgen Wieſen würden ohne ſie können bewäſſert und ganze jetzt verſumpfte Gegenden entwäſ⸗ ſert werden. Mancher Fluß würde ſchiffbar zu machen ſeyn und dem allgemeinen Verkehr zu einem alle Berechnung über⸗ ſteigenden Nutzen gereichen, ſtatt daß es nun das Anſehen hat, als hätte Gott Bäche und kleine Flüſſe blos zum Nutzen der Müller erſchaffen. Die Holländer benutzen den Strom der Luft, der niemand beeinträͤchtiget; bei uns verrauſcht er durchgehends unbenutzt. Auch in der Mühlenverbeſſerung könnten wir noch Manches von den Hollaͤndern lernen. Ich werde gelegentlich darauf zurück kommen. 9 c) Jagdweſen. Dieſes ſo manchem braven Landwirthe in andern Theilen läſtige Weſen verurſacht in Weſtfalen noch einige eigene Nachtheile. Die Landwirthe in dieſer Provinz wohnen zerſtreut, ihre Beſitzungen ſind in Kämpe getheilt, mit Wäͤllen und Hecken befriediget und werden mit Schlagbäumen geſchloſſen, welche hindern, daß das Vieh des Eigenthümers ſich nicht verlaufen, noch fremdes hineinkommen kann. Geht nun die Jagd auf, ſo ſtürmen auf einmal 5— 6 Bewaffnete, deren jeder, nach dem jetzigen Zuſtande der Dinge, von einem Rittergutsbeſitzer die Erlaubniß für 4— 5 Rthlr. dazu erkauft hat, auf die friedliche Beſitzung des Landmanns an, reißen die Waͤlle ein, beſchädigen die Hecken, verwüſten die Raps⸗, Kohl⸗ und Kleeſtücke und laſſen die Schlagbaͤume offen. Wenn auch je das Ausüben oder Verpachten der Jagd auf of⸗ fenen Feldern duldbar iſt, ſo ſollte es nicht in den Gärten und geſchloſſenen Käͤmpen ſeyn. Wohl mag ein Gutsherr ſelbſt die Früchte ſeines Pächters oder Colonen noch ſchonen; aber nicht ſo ſein Jaͤger, der, um ſein zu lieferndes Wildpret bald und mit der wenigſten Mühe zu erhaſchen, ſich uͤber Alles hinausſetzt. Schlimmer noch als dieſer iſt der Paͤchter einer Jagdpermiſſion, welcher ein junger Wildfang, ein müßiger Capitaliſt, ein verdorbener Handwerker, oft ein mit Provinzial-⸗ und Religionshaß angeſteckter gemeiner Holländer iſt; lauter Geſindel, das keine Rückſicht kennt, nie Schwerz, Landwirthſch. 3 — 84— einen Schlagbaum ſchließt, neuangelegte Umwallungen ausein⸗ ander tritt, die Fruͤchte mit ſeinen Hunden durchwühlt, und wenn ihm Diana nicht gewollt hat, ſich unter dem Federvieh des Hofes einen Braten aufſucht und mit dem gutherzigen oder furchtſamen Landmanne manchen Muthwillen treibt. Dabei muß dieſer zu Gunſten ſeines Peinigers das Wild auf Koſten ſeiner Feldfrüchte nähren, er muß geſchehen laſſen, daß es im Winter die Rinde ſeiner Obſtbäume benagt, und die Haſen ſeinen Braunkohl, das einzige Gemüſe, was er auf den Win⸗ ter hat, wegfreſſen, und dabei warten, bis ein Jäger ſich ſeiner erbarmet; denn ſich ſelbſt von ſeinen Feinden zu befreien und für die Sicherheit ſeines Eigenthums zu wachen, iſt ihm nicht erlaubt. Wenn der Servitutberechtigte, der bisher mit ſeinen Schafen fremde Felder und Wieſen zu ſichern Zeiten abgeweidet hat, gehalten werden kann, dieſem Rechte zu entſagen und ſich mit einer Entſchädigung zu begnügen, wie weit mehr derjenige, der mehr zum Vergnügen als Nutzen das Eigenthum Anderer durchſtreift und einen Schaden anrichtet, den im Durchſchnitte alles erſchoſſene Wildpret nicht erſetzen kann! XI. Holzungen. Ein großer, wichtiger Gegenſtand für die Landwirthſchaft! Eben ſo nothwendig als das Getreide, iſt er noch beſchwerlicher als dieſes aus der Ferne beizuſchaffen. Der Mangel an Brenn⸗ ſtoff führt den Verfall einer Provinz unaufhaltbar nach ſich. Und doch, wie ſorglos iſt man dabei? Wie unwirthſchaftlich wird damit verfahren? Iſt der Ackerbau in manchen Gegenden noch zurück, ſo iſt es die Holzkultur noch weit mehr. Unwiſſen⸗ heit, Gierigkeit, Mangel an polizeilicher Aufſicht, Sorgloſigkeit, Frevel und Kriegsverwüſtungen vereinigen ſich zu dem Nach⸗ theile des Holzes. Das Feld, das heut ſeiner Erndte beraubt wird, deckt ſich in jedem folgenden Jahre wieder mit neuem Grün. Zu dem Holzerſatze gehört die Periode von einigen Ge⸗ nerationen, und eben die Länge dieſer Periode iſt es, welche die Indolenz des großen Haufens unterhält. Er ſäet nicht leicht, was er nicht ſelbſt einärndten kann, und die Enkel mögen ſe⸗ hen, wie ſie fertig werden. So thun wir, ſo thaten unſere V gater! S fahtens, vnſtigen! Das! nacztheilt ſtig. Nach der Erb⸗ durfte aber dem Colon Sathe aahe ägenem Banern gentliche ſch blos au u jeder de für das A Eicheln un daher man Vanwe 9e der wahre fällen dur dadurch be⸗ nicht licht greifen kon Diſſe richt gan handen. E Drr eigenſe wetden, be da Guds gerte ſein Var er Vergeltung Hol zu, a Folge dieſe diſchont wu mdagte, d en auzein⸗ Jühlt, und 4 Federvieh tzigen oder odt. Dabei Kauf Koſten daß es im à die Haſen anden Win⸗ Alſich ſeiner freien und ihm nicht Smit ſeinen reubgeweidet 2nn und ſich 1 derjenige, In Anderer 1rchſchnitte „drthſchaft! Ahwerlicher Aun Brenn⸗ ranach ſich. nehſchaftlich 19 Gegenden a Unwiſſen⸗ Szloſigkeit, am Nach⸗ te beraubt zn nit neuem anigen Ge⸗ es, welche — gicht leicht, möͤgen ſe⸗ tten unſere — 35— Vaͤter! Schon leiden wir an den traurigen Folgen ihres Ver⸗ fahrens, und mehr als wir werden unſere Enkel an denen des unſrigen leiden. Das weſtfäliſche Markenweſen war der Holzcultur im Großen nachtheilig, und die Colonatverfaſſung war ihr im Kleinen guͤn⸗ ſtig. Nach der Münſterſchen Leibeigenthums⸗Ordnung hatte der Erb⸗Colon die ausſchließliche Nutznießung der Bäume, durfte aber keinen Baum ſallen. Der Gutsherr war verbunden, dem Colonen den nöthigen Holzbedarf für Bau⸗ und Ackerge⸗ räthe anzuweiſen, und konnte nur einen oder andern Baum zu eigenem Gebrauche faͤllen, im Fall ſolches den Genuß des Bauern nicht beeinträchtigte. Daraus geht hervor, daß die ei⸗ gentliche Nutznießung des Colonen bei dem hochſtämmigen Holze ſich blos auf folgende zwei Punkte einſchränkte. Der erſte: um zu jeder Zeit mit dem nöthigen Bau⸗ und Zimmerholz, ſo wie für das Ackergeräthe verſehen zu ſeyn. Der zweite: um die Eicheln und Buchecker zum Vortheile ſeiner Schweine zu benutzen; daher man auch den Eichen und Buchen den Namen fruchtbarer Bäume gab. Daraus folgte dann, daß, obgleich der Gutsherr der wahre Dominus von den Bäumen blieb, er jedoch keinen fällen durfte, wenn der Colon auf die eine oder andere Art dadurch beeinträchtiget wurde. Es folgte alſo wieder: daß er nicht leicht ohne Einwilligung dieſes letztern zu einem Baume greifen konnte. 1 Dieſe Regeln waren zur Erhaltung des Hochholzbeſtandes nicht ganz ohne Nutzen, indem ſie beiden Parteien die Hände banden. Sie hatten aber eben ſo gut ihre großen Nachtheile. Der eigenſinnige reichere Colon ließ die Bäume eher gipfeldüͤrre werden, bevor er ihre Unnützlichkeit für ihn eingeſtand und ſie dem Gutsherrn verabfolgte. Der racheſuchtige Gutsherr wei⸗ gerte ſeiner Seits dem Colonen die nöthige Holzanweiſung. War er habſüchtig, ſo ließ er ſich die Anweiſung gegen eine Vergeltung abzwingen und ſtand dem Colonen manchmal mehr Holz zu, als das Gut entbehren konnte.— Die unausbleibliche Folge dieſer Spannungen war, daß, wenn gleich die Baͤume geſchont wurden, man auch keine, oder doch nur ſo jaͤmmerlich pflanzte, daß ſie zu Grunde gehen mußten, indem ſie dem Co⸗ „ 38 „. — 36— lonen mehr Schaden als Nutzen brachten, zumal wenn er be⸗ dachte, wie viel Erdholz, deſſen Benutzung ihm allein gehörte, auf der Stelle wachſen könnte. War nur ſo viel hochſtämmiges Holz vorräthig, als zur Unterhaltung der Gebäude, und für den Fall der Noth zur Errichtung neuer, erfoderlich war, ſo war der Colon zufrieden.— Es war ein Glück für das Holz in Weſt⸗ falen, daß die franzöſiſchen Dekrete über die Auflöſung der Eigenhörigkeit ſo ſchlecht auf die Verhältniſſe der Colonen paß⸗ ten, und dieſe daher den ihnen zugeſtandenen Freikauf des Holzes gar nicht begehrten, ohne welches der Abgang an Bau⸗ holz jetzt allgemein ſeyn würde, indem es in dieſem Theile Weſtfalens nur äußerſt wenige Forſten giebt. Außer den Eichen, Rothbuchen und Kiefern vertegk. man ſich ſeit einigen 40 Jahren ziemlich ſtark auf das Anpflanzen der gemeinen oder ſchwarzen Pappel. Faſt kein Ufer bleibt davon unbeſetzt; denn ſie liebt vorzüglich einen Flußſandboden und erreicht darauf in 30 Jahren einen Werth von 5—6 Rthlr. Ihre Aſche wird vorzüglich zu dem Leinwandbleichen geſucht. Ihr Hauptwerth beruht auf ihrer Geeignetheit zu Holzſchuhen. Die Erle, die Birke, die Weide können zwar auch dazu ge⸗ braucht werden, wiewohl mit weniger Vortheil. Das Holzſchuh⸗ machen iſt eine Arbeit für Heuerlinge, Kötter und Knechte in müßigen Stunden. Die Holzſchuhe gehen ſtark nach dem Hol⸗ ländiſchen. Es giebt ſolcher Schuhmacher, die jährlich 60— 70 tauſend Paar anfertigen laſſen. Bei dem Abtriebe des Erdholzes hat das Pländern ſtatt, deſſen Nothwendigkeit man der geringen Ausdehnung des Ge⸗ hölzes zuſchreibt. Man haut nämlich das Dickſte aus und läßt das Dünnſte ſtehen; eine Wirthſchaft, welcher wohl Niemand ſeinen Beifall geben kann*), der bedenkt, daß, nach Wegräu⸗ mung der ſtaͤrkſten Schüſſe, die halbverkümmerten übrigen Lo⸗ den, wenn ſie gleich durch etwas mehr Raum auch mehr Lebens⸗ luſt gewinnen, dennoch nie zu dem frechen Wuchſe gelangen *) Ich nehme die felſigen Gegenden mit ſeichtem Boden davon aus, wo die Oberfläche zu viel ausdörren würde, wenn man ſie auf einmal von dem ganzen Holzſtande entbloͤßte. können, de von ander Die rechtfertig gewäͤhrt, wird der Hotzbeſizu un licht Beſſe an dnige gen Lod Abtriebe hen, vud weiſe hat vird dabe ſendem E ſtraͤuche, nach 4— dann de ſchöſſen Weiſe en Weit bevirthſch und man halbverkrt tüchtigen ten Virt Erde abh auftomam das der 8 Forſten Theurun ſich das und es Das hol dgiget Nenn er be⸗ in gehörte, Hſtaͤmmiges 1u, und füt Dar, ſo war 2z in Weſt⸗ Zlöſung der lonen paß⸗ 3 ikauf des an Bayu⸗ em Theile rlegt man Slnpflanzen alfer bleibt ſandboden „— b Rthlr. n geſucht. oolzſchuhen. = h dazu ge⸗ Holzſchuh⸗ andnechte in o dem Hol⸗ nch 60— 70 anshern ſtatt, ung des Ge⸗ an und läßt a0 Niemand 22) Wegkäͤl⸗ brigen Lo⸗ ehr Lebens⸗ me gelangen oden davon a wenn man te. — 37— können, den ſie haben würden, wenn ſie in ihrer Jugend nicht von andern unterdrückt worden wären. Die Kleinheit der Holzbeſitzung kann das Pländern nicht rechtfertigen, indem es nicht mehr, wohl aber weniger, Holz gewährt, als ein gänzlicher Abtrieb in kleinen Schlägen. Nur wird der Uebergang vom Pländern zum Abtreiben bei kleinen Holzbeſitzungen ſchwer, wenn man ſich in den erſten 4—5 Jah⸗ ren nicht durch Nebenmittel helfen kann. Beſſer verfährt man bei dem Abtriebe der Hainbuchen, und an einigen Orten auch der Erlen. Man nimmt alle überfluͤſſi⸗ gen Loden, die der Stamm in den erſten Jahren nach dem Abtriebe auswirft, weg und läßt nur die 3— 4 ſchönſten ſte⸗ hen, wodurch dieſe an Stärke gewinnen. Dieſe Verfahrungs⸗ weiſe hat in kleinen Wirthſchaften ihre Vorzüge, und das Holz wird dabei am höchſten benutzt. Bei fettem, üppig aufſchieſ⸗ ſendem Schlagholze und gehörig gedrängtem Stande der Ge⸗ ſtraͤuche, verdrängen die ſtärkeren Loden die ſchwächeren, und nach 4—5 Jahren findet man dieſe abgeſtorben. Sie dienen dann den Holzraffern zur Lockſpeiſe, während ſie den Haupt⸗ ſchöſſen in den erſten Jahren einen Theil der Säfte unnützer Weiſe entzogen haben. Weit ſchlechter werden die Erdholzbüſche auf ſolchen Gütern bewirthſchaftet, wo ſie zugleich dem Vieh zur Weide dienen und man das Dickſte abhaut und das Dünnſte ſchont. Das halbverkrüppelte Gereiſe mag nachher ſehen, wie es zu einer tüchtigen Stange erwäͤchst. Indeſſen iſt man zu dieſer ſchlech— ten Wirthſchaft gezwungen; denn würde man alles Holz an der Erde abhauen, ſo würde der Zahn des Viehes Nichts davon aufkommen laſſen. So aber iſt das Stehenbleibende ſchon et⸗ was dem Viehe entwachſen und leidet daher weniger davon. Die Nachläßigkeit, welche den Verfall der weſtfäliſchen Forſten nach ſich zog, zog auch den Mangel an Holz, dieſer die Theurung, die Theurung den Raub nach ſich. Der Frevel, den ſich das Volk in einigen Gegenden erlaubt, iſt ohne Grenzen, und es wird keine kleine Aufgabe ſeyn, demſelben zu ſteuern. Das Holzſtehlen iſt durchaus keine Sünde mehr. Die Frechheit einiger Individuen iſt dabei ohne Gleichen. Sie tragen keine — 38— Scheu, bei hellem Tage auf einzelnen Colonaten umher zu ge⸗ hen, um ſich die jungen Bäume zu wählen, welche ſie wegzu⸗ hauen Willens ſind. Sie trotzen dabei dem Colonen, der ihnen den Weg zeigen will, unter die Augen, und dieſer giebt am Ende doch noch lieber ſein Holz als ſeine Knochen dran. Der Weg Rechtens hilft hier nichts, indem die Beweiſe nur äußerſt ſelten geführt werden können. Geldſtrafen ſind nicht anwend⸗ bar, da die Holzdiebe nichts zu verlieren haben. Nur die Schandſtrafe kann etwas wirken. Das beſte Mittel bleibt end⸗ lich das, dem Mangel abzuhelfen. Das Verbrechen kann durch Gewalt und Schreckmittel in Schranken gehalten werden, aber nicht die Noth. Wird dieſer geſteuert, ſo hört bei dem recht⸗ lichen Manne das Uebel von ſelbſt auf, und der Unfug, der dann noch getrieben wird, den kann man unbedingt für die. Folge des Laſters hal ten und um ſo ſtrenger dagegen ver⸗ fahren. XII. Torkmoore. Dieſe Moore liefern wegen Verminderung des Holzbeſtan⸗ des ein mehr und mehr ſchäͤtzbares und unentbehrliches Mate⸗ rial. Es giebt hier noch ſehr anſehnliche Torfmvore, wiewohl manche durch eine unverzeihliche Bewirthſchaftung erſchöpft wor⸗ den ſind und andere auf dem Punkte ſtehen, es zu werden. Man unterſcheidet den Torf in Klühe, Dußtorf und harten Torf. Die Klühe iſt ein wahrer Moorſchlamm, den man be⸗ ſonders in ſumpfigen Mooren findet, und der aus verfaulten moorigen Beſtandtheilen des Torfs entſtanden iſt. Man bringt dieſen Schlamm auf einen feſten Boden, knetet ihn mit den Füßen, ſtreicht ihn eben, läßt den Teig etwas abtrocknen, ſchnei⸗ det ihn in Stücke, welche die Form eines Mauerziegels haben, und läßt dieſe vollends in der Sonne austrocknen. Solche Stücke heißen Klühen. Sie liefern den beſten Brand, der, wenn er bei der Anfertigung nicht mit Sand verfälſcht worden iſt, eine den Steinkohlen gleiche Aſche giebt. Die daraus entſte⸗ hende Kohle hält das Feuer 24 Stunden lang an und läßt am Ende nur ſehr wenig Aſche zurück. Der Dußtorf, loſe Torf, iſt ein Gewebe in einander ge⸗ wachſener ſchanm dient we torf iſt Arten w dorſs häͤ wenig ge ſſen Kl 12 Gr., let, Es tern, di 50 Rthl Ma eihner Liej die Rückſ daß man het auf weißen E Digſes und ent, es auch Ich überg getrieben In d Gtaſſchaft ungeheuren wäſſert w gegen eine ſenausſaa wit age es einige in der l wo ein 9 Bevegung fen einige eiſernen dertrun iher zu ge⸗ d ſie wegzu⸗ *der ihnen or gieht am Mran. Der Jur aͤußerſt ent anwend⸗ ** Nur die Pleibt end⸗ mnnn durch Aden, aber Sdem recht⸗ aufug, der he ihen. Loegen ver⸗ ohzbeſtan⸗ 'es Mate⸗ e wiewohl röpft wor⸗ rden. Nundh harten 7G man be⸗ Syerfaulten Pan bringt Ai mit den un, ſchnei⸗ 2ls haben, ₰ Solche an der, wenn orden iſt, nus entſte⸗ n und läßt s ander ge⸗ — 39— wachſener Pflanzen, unter welchem der höher gedachte Klühen⸗ ſchlamm liegt. Dieſer Torf iſt von dem wenigſten Werthe. Er dient meiſtens zum Bierbrauen und Kalkbrennen. Der Hart⸗ torf iſt von feſterer Conſiſtenz, als der vorhergehende. Beide Arten werden mit dem Spaten ausgeſtochen. Der Preis des Torfs hängt viel von der Sommerwitterung ab, ob viel oder wenig getrocknet werden kann. Ein zweiſpänniges Fuder des beſten Klühens koſtet an Ort und Stelle nicht über 1 Rthlr. 12 Gr., oft weniger. Der Harttorf iſt um ein Achtel wohlfei⸗ ler. Es giebt Zeitpaͤchter von an der Mark berechtigten Gü⸗ tern, die den Mooren über Gebühr zuſprechen und jährlich für 50 Rthlr. Torf verkaufen. Man hat Moore, die ſo reichhaltig ſind, daß ſie bis zu einer Tiefe von 10 Fuß reichen. An einigen Orten finden ſich die Rückſtände von Baͤumen darin, worunter einige ſo feſt ſind, daß man Möbel daraus anfertigen kann. Die Torſſchichte ru⸗ het auf einer Bank von Mergel, häufiger aber von feinem weißen Sande, welcher nachher ein dünnes ſaures Gras trägt. Dieſes wird von der ärmern Claſſe alle 6 Jahre abgeplaggt und enthält noch einigen Brennſtoff. Soölcher Schadden giebt es auch noch hin und wieder auf den niedrigen Heideſtellen. Ich übergehe den Unfug, der in den noch ungetheilten Mooren getrieben wird. Er findet ſich anderswo angeführt. In dem nördlichen Theile des Fürſtenthums Münſter, der Grafſchaft Bentheim, dem Osnabrückſchen u. ſ. w. werden die ungeheuren, anders nicht zu benutzenden Moore, wenn ſie ent⸗ wäſſert werden koͤnnen und mit Heidekraut überwachſen ſind, gegen einen geringen Preis ſtückweiſe zu achtjähriger Buchwei⸗ zenausſaat verpachtet. Die obere Schichte wird zu dem Ende mit eigenen Hacken aufgelockert und im Frühjahre, nachdem es einige Tage trocken geweſen iſt, angezündet. Solches geſchieht in der letzten Häͤlfte des Mais. Man wäͤhlt dazu einen Tag, wo ein Nordoſtwind weht, der den Erdbrand um ſo leichter in Bewegung ſetzt. Um das Feuer gleichmäßig zu vertheilen, lau⸗ fen einige hundert Menſchen dazwiſchen her und ſchüren mit eiſernen Haken, bis alles Moos und Heidekraut ſammt der Oberkrume in Aſche verwandelt iſt. In dieſe Aſche wird der — 40— Buchweizen geſaet und durch Menſchen eingeeggt, indem der moorige Boden die Pferde nicht tragen würde. Das Brennen wird alle Jahre, ſo lange die Pachtzeit dauert, wiederholt. Länger als 8 Jahre kann die Benutzung nicht getrieben werden. Die 4 erſten Jahre ſind die eintraͤglichſten. Nach dem muß der Boden wenigſtens 20 Jahre ruhen, ehe er wieder vorgenommen werden kann. Bei angemeſſener Witterung liefert jene Buch⸗ weizenausſaat einen ſehr hohen Ertrag. Man hält durchgehends dafür, daß der beſchwerliche Heide⸗ rauch, Heerrauch, Harrauch aus jenem Moorbrande entſtehe. Des Nachtheils wegen, welchen man dieſem Rauche zuſchreibt, und des Geruchs und anderer Unannehmlichkeiten wegen, womit er verknüpft iſt, wurde das Brennen 1720 im Osnabrückſchen unter Strafe verbothen. Die Bauern zahlten aber lieber die Strafe, als daß ſie das Brennen unterließen. Die Abſtellung deſſelben würde auch für manche jener Gegenden einen beträcht⸗ lichen Nachtheil bringen, wiewohl es für die angrenzenden Gegenden nicht wenig zu wünſchen wäre. XIII. Landwirthichaftliche Gebäude. Die landwirthſchaftliche Bauart in Weſtfalen hat ihr Ei⸗ genthümliches, und obgleich Menſchen und Thiere unter einem Dache, und, ſo zu ſagen, in einer großen Stube bei einander wohnen, ſo iſt es doch nicht ganz ſo arg, als man es manch⸗ mal geſchildert hat, und noch weniger wahr, daß desfalls auch Schweine und Menſchen aus einem Topfe ſpeiſen. Das Ganze der Einrichtung hat vielmehr viel Zweckmäßiges und iſt mit den geringſten Koſten verbunden. Das ganze Gebäude, welches Wohnung, Ställe, Scheune, Dreſchtenne und Kornboden in ſich faßt, iſt geraͤumig, hoch geſtochen, durchaus luftig und geſund. Der Hof eines Colonen iſt ein Pallaſt, wenn ich ihn mit den mulſtrigen Stuben mit einem ellehohen Fenſter und den dum⸗ pfigen Staͤllen mehrerer Gegenden, die ich kenne, vergleiche. Würde man die Dreſchtenne etwas ſchmaͤler, die Ställe auf beiden Seiten etwas tiefer machen und immer einen Rauchfang anbringen, ſo wüßte ich keine Bauart, welche der Oeconomie ——— ℳC—— und dem die Weſt ——— ——— Dieſe vird zurei Ein fahrt, und breit. in den E⸗ Küche und Vw anß geworfen tern, un taus er; und die E keſer witd bage dem Kinfahren ndem der Brennen wiederholt. an werden. 2muß der Senommen ine Buch⸗ Ihe Heide⸗ 1 entſtehe. zuſchreibt, wen, womit syrückſchen ieber die Sibſtellung 2 betraͤcht⸗ r rrenzenden 29 ihr Ei⸗ auer einem 2 einander a s manch⸗ alls auch 2 1s Ganze un iſt mit u welches nen in ſich 8d geſund. n nit den 8 hen dum⸗ ergleiche. 9 alle auf nuchfang cconomie — 41— und dem Zwecke der Landwirthſchaft beſſer entſpraͤche, als eben die Weſtfäͤliſche. O 6 — „ 8„ .„* / 8 1 — — baunaMKL ammMMAene 65 1 1 1 1 1 1 1 1 4 1 1 4 1 1 2 8 1 — 6 „ =, D. Dieſer, wiewohl ohne Maasſtab entworfene Grundriß A wird zureichen, eine deutliche Anſicht davon zu geben. a die Ein fahrt, zugleich der Haupteingang. b die Tenne, ſehr hoch und breit. Sie dient zugleich zum Futtergange, indem das Vieh in den Ställen co mit dem Kopfe dahin gerichtet ſteht. d die Küche und allgemeine Wohnſtube. ee Kammern. Ff der Miſt⸗ hof, auf welchen der Miſt durch kleine Thürchen aus den Staͤllen geworfen wird. Das Geſinde ſchläft gewöhnlich über dieſen letz⸗ tern, und der Wirth in einer Art von erhöheter Bude x, wo⸗ raus er zugleich den Heerd ſeiner Küche, ſein Vieh, ſeine Tenne und die Schlafkammern ſeines Geſindes überſehen kann. Der Leſer wird von ſelbſt die Vortheile einſehen, welche ein ſolches Lager dem Wirthe gewährt. Im Falle man die Tenne bei dem Einfahren oder Dreſchen verlängern will, läßt ſich die Bretter⸗ — 42— wand öͤffnen, welche die Küche von der Tenne trennt. Die Ställe, wie die Durchſchnittszeichnung B angiebt, B & ſind ſo vertieft, daß, wenn ſie leer ſind, das Hornvieh eben zu den Krippen, die auf dem Rande der Tenne ſtehen, reichen kann. Die Schweine logiren nahe bei dem Hauptausgange, oder auch wohl außerhalb dem Gebäude, neben dem Backhauſe oder unter einem Schuppen. Der Schafſtall iſt nie in dem Hauptgebaude ſelbſt. Das Gebäude wird in der Regel mit Fachwänden, die mit Ziegelſteinen ausgemauert ſind und auf einer kleinen Mauer ruhen, aufgeführt. Nur die Aermſten bedienen ſich der Lehm⸗ wände. An manchen Orten wird durch Unkunde und Schlen⸗ drian unnützer Weiſe vieles Holz auf das Fachwerk verſchwendet. Es giebt Leute, die eine Größe darin ſetzen, die Faͤcher ſo klein als möglich zu machen und Stiel an Stiel wie Riegel an Riegel anzureihen. Auch beſteht der Stolz darin, unmäßig dicke Balken über der Tenne zu haben. So prunkt der Städter mit ſeinen Spiegeln, Tapeten, Vorhängen u. ſ. w., und der weſtfäliſche Colonus mit ſeinem Holze! Iſt beides Eitel⸗ keit! Dagegen bieten die Gebäunde in dem Bezirke von Bochold ein Muſter von Oeconomie dar. Das Dach zumal iſt mit einer Leichtigkeit ausgeführt, die man bewundern muß. Es hat kei⸗ nen Dachſtuhl, nicht einmal einen Werm, worauf die Sparren mit ihrem obern Ende ruhen. Dieſe Sparren beſtehen aus ganzen, Shihe g Durchü piant ſt Schwepp Breite l angenage Daches; hin. A Uaterſchi tung an ſie mit Hut veſtfäliſc gange, aus eine Magd pe Vernachl Miſtthun ſtäͤtte e gedachte ſchlechken her gehö Ställe, d für einem der Miſt gemächlich habe, laͤ der Dreſe Fhler genomm Menſche In d von Lehm nitunter, ennt. Die 1 anh eben zu an, reichen A ausgange, Backhauſe ie in dem Iu, die mit aen Mauer „ der Lehm⸗ d Schlen⸗ ſſchwendet. er ſo klein „Riegel an an unmäͤßig r Staͤdter und der zs Eitel⸗ Bochold mit einer s hat kei⸗ 1Sparren A iehen aus ganzen, jungen Tannen, die Fig. B zwei und zwei an der Spitze g ins Kreuz zuſammen geheftet, gegen einander über den Durchzügen hh und den Platen ii ruhen und darauf feſtge⸗ pinnt ſind. Um aber dem Winde Widerſtand zu leiſten, iſt eine Schweppe(Dachband) angebracht. Solches hält 3 Zoll in der Breite und 2 Zoll in der Dicke und wird gegen die Sparren angenagelt. Die Schweppe laͤuft von dem untern Winkel des Daches zu dem obern Winkel deſſelben ſchief über das Dach hin. Auf der andern Dachſeite hat daſſelbe ſtatt, mit dem Unterſchiede, daß die Schweppe hier die entgegengeſetzte Rich⸗ tung einhaͤlt. Man nagelt die Latten auf die Sparren, behängt ſie mit Backziegeln, und das Dach iſt fertig. Zur Sommerſtallfütterung beſonders iſt die Einrichtung der weſtfäliſchen Bauart geeignet. Die Tenne dient zum Futter⸗ gange, wo das grüne Futter eingefahren und nach Belieben aus einander geworfen werden kann. Wirth, Wirthin und Magd paſſiren ſtündlich durch dieſen Gang, es kann alſo keine Vernachläſſigung bei dem Viehe ſtattfinden. Die angebrachten Miſtthürchen und die unmittelbar darauf anſtoßende Miſt⸗ ſtätte erleichtern ungemein das Ausbringen des Dunges. Hat gedachte Bauart ihre Mängel, ſo ſind ſie die Folgen einer ſchlechten Ueberlegung und keineswegs damit verbunden. Hie⸗ her gehört hauptſächlich der Abgang an gehöͤriger Tiefe der Ställe, die gewöhnlich nur 7 Fuß im Lichten haben. In was für einem ſchmutzigen Zuſtande ſich das Vieh dabei befinde, da der Miſt lange unter ihm liegen bleibt, und mit welchen Un⸗ gemächlichkeiten man bei dem Melken und Kalben zu kaͤmpfen habe, läßt ſich denken. Durch die Verminderung der Breite der Dreſchtenne, die oft 28 bis 30 Fuß mißt, ließe ſich dem Fehler leicht abhelfen. Noch ſind die Gebäude, die neuern aus⸗ genommen, ohne Schornſtein. Der Rauch ſpaziert alſo mit Menſchen und Vieh zu derſelben Oeffnung hinaus. XIV. Dretchtennen von Zinder. In den geringern Bauerhäͤuſern iſt die Tenne mehrentheils von Lehm angefertigt. In den größern iſt ſie von Sandſteinen, mitunter auch wohl von kleinen Kieſeln, welche mit Lehm ein⸗ — 44— gelegt ſind. Eine ſolche Tenne iſt ſehr dauerhaft, und wenn man die Kieſel in der Naͤhe hat, nicht koſtbar. Sie koſtet nur die Hälfte deſſen, was eine von Sandſteinen koſten würde. In den Gegenden, wo der Steinkohlenbrand eingeführt iſt, legt man gegoſſene Tennen an, welche die ſchwerſten Wagen tragen und ſo eben ſind, daß ſich kein Körnchen darauf verliert. Ihre größere oder geringere Dauer hängt vorzüglich von dem Zu⸗ ſammenſetzen der Materialien und ihrer Verarbeitung ab. Ich gebe ſie zu Folge der Erfahrung eines darin bewanderten Man⸗ nes umſtändlich hier an. Wenn man den nöthigen Zinder(Abfall oder Ueberbleibſel von verbrannten Steinkohlen) bei den Schmieden und Fabriken, welche ſich derſelben zum Feuern bedienen, geſammelt hat, ſo wird der Boden der zukünftigen Diele oder Tenne zuerſt mit einer Schichte trockenem Sande gedeckt, und dieſer geebnet. Der Sand reicht bis zu der Höhe, daß fuͤr den Zinderguß die ge⸗ hörige Dicke überbleibt. Soll die Diele ſtarke Laſten beim Ein⸗ fahren tragen, ſo muß der Guß 6—7 Zoll ſtark ſeyn, ſonſt reichen 5, auch 4 Zoll dafür zu. Der Zinder wird durch ein Drathſieb geworfen, damit die gröbern Schlacken davon getrennt werden, dann rührt man ihn vorerſt mit geloͤſchtem Kalk und Waſſer zu einem dicken Breie, etwa ſo, wie der Mörtel zum Mauern. Es darf nicht mehr, als die Hälfte, und nicht we⸗ niger als der vierte Theil an Kalk genommen werden. Dieſer muß von der Beſchaffenheit ſeyn, daß er leicht, ſelbſt im Waſſer, feſt wird. Das Durchrühren der Maſſe muß in dem Verſchlage von einigen Brettern geſchehen, und es gehoren zwei Mann zu der Arbeit, weil ſie ſchnell vor ſich gehen muß. Das Rühren geſchieht mit geſtielten halbzirkelfͤrmigen Brettchen, deren Ra— dius etwa 4—5 Zoll mißt. Bei der Anwendung dieſes Guſſes, welcher ſogleich vorge⸗ nommen werden muß, damit er nicht zu ſteif werde, wird fol⸗ gendermaßen verfahren. Nachdem, wie geſagt, die Sandunter⸗ lage vollführt iſt, werden Latten genommen, welche genau die Höhe haben, die man dem Zinderguſſe zu geben gedenkt. Man ſetzt ſie über dem Sande ſo weit aus einander, als man denken kann, daß die jedesmal zum Guſſe bereitete Maſſe zur Füllung — des Zwi alſo der wird zur derguſſe gleich 3 egnehm Etelle zu derdünnt ſtapfen Gehen d den den ſtatt ha allmäͤhli Und zwau hen CEtell alsdath mehr od arbeiten ſie eine ſich oft aher ehen 3 und wenn ü koſtet nur wuͤrde. In 3t iſt, legt Dgen tragen 1liert. Ihre 2i dem Zu⸗ rig ab. Ich irten Man⸗ eberbleibſel 1* Fabriken, Kult hat, ſo Atzuerſt mit 2 bnet. Der Auß die ge⸗ 1 beim Ein⸗ Aeyn, ſonſt durch ein =n getrennt Kalk und örtel zum an nicht we⸗ an. Dieſer Am Waſſer, 4 Verſchlage 2 Mann zu s Rühren an deren Ra⸗ a eich vorge⸗ ., wird fol⸗ andunter⸗ H genau die 1aikt. Man zan denken arr Füllung — 45—. des Zwiſchenraumes zureichen werde. In dieſen Raum wird alſo der Guß gebracht und mit einer Schinde geebnet. Dann wird zur Füllung der zweiten Abtheilung mit einem neuen Zin⸗ derguſſe und ſofort mit den übrigen geſchritten. Da die Maſſe gleich zu ſtehen pflegt, ſo muß man die Latten fruͤhe genug wegnehmen, und die Lücken, welche ſie hinterlaſſen, auf der Stelle zugießen. Dieſes geſchieht mit derſelben, aber etwas verdünnten Maſſe. Um aber bei dieſem Zugießen nicht Fuß⸗ ſtapfen auf der Oberfläche zu bilden, legt man ein Brett zum Gehen darüber her. So bald der nun ganz übergegoſſene Bo⸗ den den Fußtritt aushält, welches oft ſchon nach einer Stunde ſtatt hat, ſo wird derſelbe mit flachen hölzernen Stämpfern allmählig feſtgeſtampft. Das Stampfen wird mehrere Tage, und zwar ſo lange wiederholt, bis ſich auf ein und eben derſel⸗ ben Stelle keine Feuchtigkeit mehr auf der Oberfläche äußert; alsdaun iſt die Diele fertig, deren Dauer und Feſtigkeit von mehr oder wenigerm Kalke, und beſonders von tüchtigem Durch⸗ arbeiten der Maſſe abhängt. Wenn ſie gut bearbeitet iſt, muß ſie eine durchaus glatte und ebene Flaͤche bilden. Man begnügt ſich oft mit wenigerem Kalke, als angegeben worden iſt, es iſt aber eher zu der Hälfte, als dem vierten Theile zu rathen. Bweiter Abſchnitt. Zuſtand des Ackerbaues in dem Fürſtenthum Minden. I. Lage und Boden. Das Fürſtenthum Minden hat eine von der Natur ſehr begünſtigte Lage, und Jedermann kennt die ſchönen Gegenden der Weſer. Der nördliche Theil der Provinz iſt flach, und der Anblick über dieſe unermeſſene mit einzelnen Höfen, Landhäu⸗ ſern und Dörfern überſaete Flur iſt ſo ſchön und reich, als das Herz es wünſchen kann. Der ganze Streifen laͤngs dem Fuße des Wehengebirges von Lübecke nach Minden und laäͤngs den Ufern der Weſer hat einen ſchweren ſchwarzen fettigen, oder koſtbaren rothen Boden. Er miſcht ſich aber mehr mit Sand oder Moor in dem Verhältniſſe, als man nach Norden vor⸗ rückt, und endiget ſich in der Gegend von Rhaden in loſem Sand⸗ auch Moorboden. Der ſüdliche Theil des Fürſtenthums iſt uneben, zum Theil gebirgig, daher wechſelt der Boden mannigfaltig ab. Es fehlt zwar nicht an naſſem Boden, der bei ſchlechter Witterung nicht wohl zu bearbeiten und in naſſen Jahren wenig ergiebig iſt, indeſſen iſt doch der größte Theil trocken, mehr mild als zähe, nicht ſteinig noch moorig. Es iſt bald ein ſandiger Lehm⸗, bald ein lehmiger Sandboden, der mehr oder weniger Damm⸗ erde enthält. Nur wenige Felder beſitzen in dieſem Theile eine ——— tief eindr oder Ear 3el. Der iſ bekan dir Feuch die Fruch auf welch ftiert; da bbenenh Das Ueb⸗ lig. Ar geballet kehrt; u andem der tiefungen. behauptet Nadelhol⸗ 1 Ich ſprecen/ Beſchreibu Haſtor We ſat die Cu in vier pe Atten, 3e ihn beſtell mand. D ces wahr hat. Der Jemand: der etwas kifer hetri kenahmen, fange durch nict wenig Geaſſenheit „Minden. atur ſehr — Gegenden ——, und der reandhäu⸗ 21 als das = em Fuße cangs den een, oder an nit Sand s(den vor⸗ in loſem um Theil Es fehlt aung nicht iebig iſt, Aals zähe, ai Lehm⸗ Damm⸗ eile eine — 47— tief eindringende Ackerkrume. Sie gründet auf magerem Lehm, oder Sand, oder gar Eiſenſtein, aber nicht auf Kalk noch Mer⸗ gel. Der Einfluß jener Unterlagen, wenn ſie hoch zu Tage ſind, iſt bekannt. Sie hindern nicht ſelten das tiefe Pflügen, halten die Feuchtigkeit zu viel oder zu wenig auf und benachtheiligen die Fruchtbarkeit der Oberkrume. So giebt es hier Sandboden, auf welchem die Früchte verdorren, und Lehmboden, der auf⸗ friert; daher der Roggen wenig darauf gedeihet. Einige ſchöne Ebenen haben einen lockeren und vortheilhaft gemiſchten Boden. Das Uebrige iſt, ohne gebirgig zu ſeyn, doch uneben und hüge⸗ lig. Anſtatt daß anderswo der Weizen mehr in den Tiefen gebauet wird, ſo iſt es hier, mit wenigen Ausnahmen, umge⸗ kehrt; und der beſte Weizenboden findet ſich auf den Anhöhen, indem der Boden da ſteifer und ſchwerer iſt, als in den Ver⸗ tiefungen. Es giebt hier einigen Sandboden, von dem man behauptet, daß er durchaus keine Cultur annehme und nur zu Nadelholz tauglich ſey. II. Zuſtand und Fortſchritte der Cultur. Ich will hier einen würdigen Mann aus dem Mindenſchen ſprechen laſſen, dem der Leſer Manches in der gegenwärtigen Beſchreibung zu verdanken hat.„In den 40 Jahren,“ ſagt der Paſtor Weihe von Mennighüffen,„wo ich hier beobachten konnte, hat die Eultur ſich immer verbeſſert. Ich theile ihre Fortſchritte in vier Perioden. Vor der erſten war hier noch Alles beim Alten. Jeder beſtellte ſeinen Acker, wie Vater und Großvater ihn beſtellt hatten. An beſondere Verbeſſerungen dachte Nie⸗ mand. Das Einzige, was man that, war das Mergeln, wel⸗ ches wahrſcheinlich hier ſchon ſeit Jahrhunderten ſtatt gehabt hat. Der Kleebau war noch nicht bekannt, außer was etwa Jemand in dem Garten anzog. Der damalige Cantor Graff, der etwas las und daher ſeinen kleinen Ackerbau mit vielem Eifer betrieb, und ich ſelbſt, wir waren die erſten, die es un⸗ ternahmen, Klee in freiem Felde zu bauen„wobei wir im An⸗ fange durch das Behüten der Felder gleich nach der Aerndte nicht wenig Schaden erlitten. Indeſſen ertrugen wir Alles mit Gelaſſenheit in Hoffnung auf eine beſſere Zukunft. Unſere Hoff⸗ — 48— nung ging bald in Erfüllung. Der Klee wuchs, ſo bald er im Frühjahre Ruhe hatte, wieder heran. Das gab Aufſehen. Bald wagte es einer, dann noch einer, ein wenig auszuſaͤen, und, ſiehe da! er gerieth. Die Sache griff nun um ſich, wurde all⸗ gemein, und der Mißbrauch des Abhütens ging von ſelbſt ein. Dieſes war die erſte Periode!“ „Die zweite trat unmittelbar darauf ein. Es war die Erweiterung des Kartoffelbaues, der bis dahin blos auf die Gärten beſchränkt geweſen war, und der, da die Gaͤrten unbe⸗ deutend ſind, nicht groß ſeyn konnte. Der brave Cantor und ich gaben auch hier das Beiſpiel und bauten ſie im Felde. Die Einwohner waren dießmal etwas ſchwer zur Nachahmung zu bewegen, weniger aus Abgang von Ueberzeugung der Nützlich⸗ keit, als aus Furcht vor Schaden; denn auch hier ſtand der Verbeſſerung das freie Herumlaufen der Schweine im Wege, ſowohl im Frühjahre, wann die Kartoffeln gelegt wurden, als im Spätjahre, wann das Getreide das Feld geräumt hatte. Indeſſen üͤberwog der Wunſch für ein ſo vortreffliches Gewächs vor und nach die Furcht vor dem Schaden, und ſo behauptete auch dieſe Cultur einen ihr wohl gebührenden Platz auf allen Feldern.“ „Die dritte Periode der Verbeſſerung unſerer Landescul⸗ tur trat ein mit der Theilung der Gemeinheiten, die, wie alles Gute, anfangs vielen Widerſpruch fand, aber doch durchgeſetzt wurde und eine gänzliche Umwälzung in der Landwirthſchaft hervorbrachte. So lange die Marken ungetheilt waren, trieb Jedermann ſein Vieh im Sommer, und ſelbſt im Winter, wenn die Erde nicht mit Schnee bedeckt war, hinein,— ich ſage Jeder⸗ mann, der große Bauer ſowohl, als der Kötter und der Heuer⸗ ling. An Stallfütterung war nicht erlaubt zu denken, ein Paar Perſonen ausgenommen, die damit einen Anfang gemacht hat⸗ ten, aber doch auch ihr Vieh zum Theil mit austrieben. Den kleinen Leuten, welche die freie Hut den meiſten Nutzen hätte gewähren ſollen, brachte ſie den meiſten Nachtheil. Sie hielten gewöhnlich mehr Vieh, als ſie durchwintern konnten, kauften in der Aerndte etwas Korn zuſammen, um ihr uͤberzähliges Vieh bei Leben zu erhalten, und mußten dann das Geld für das Erkaufte Vieh, de hatte un gioßen! führung Land, u eminnen Seite die größerten wieder. Kartoffe dieſe let dadurch „En und des Gegend Kühe bei Lerndten dieſen E Bedingu zu ſehen, auf eine zur Folge „Die führte zu den Perſu hjen alle dor ſich 9 nicht alle eignen 8. zwei h ten. Da ſo gaben als ſie ſo aller Arbe nunmehr Fenblick au Söwetz, 9 bald er in lehen. Ban ſäͤen, und, 3 wurde al⸗ 8r ſaltſt in .Es war dir os auf die 4 ärten unbe⸗ Cantor und Felde. Die Vnung 1 r Nüßlich⸗ 1h ſtand der kim Wege, urden, als rzumt hatte 18 Gewächs behauptete auf allen 1a andeschl⸗ 83 wie alles urchgeſetzt wirthſchaft rren, trieb Enter, wenn Kage Jeder⸗ n der Heuer⸗ 8. ein Paat macht hat⸗ n eben. Den autzen hätte Sie hielten kauften in liges Vieh 8 für das — 49— Erkaufte kümmerlich zuſammen ſpinnen. So brachte ihnen das Vieh, das doch noch immer nur eine ſchlechte Sommerweide hatte und den Dung verſchleppte, wenig Nutzen. Selbſt die großen Bauern mußten alljährlich Butter zukaufen. Zur Ein⸗ führung der Stallfütterung hatten die kleinen Leute zu wenig Land, um darauf allein zureichendes Futter für das Vieh zu gewinnen. Die Markentheilung, indem ſie ihnen von einer Seite die Weide nahm, gab ihnen von der andern in dem ver⸗ größerten Eigenthume die Mittel zu einer beſſern Viehzucht wieder. Die Stallfutterung ward nothwendig, und Klee⸗ und Kartoffelbau erreichten ihre höchſte Stufe, zumal da man lernte, dieſe letzteren unter Haufen in freier Luft aufzubewahren und dadurch die Keller zu entbehren.“ „Endlich rückte die vierte Periode der erhöheten Cultur und des verbeſſerten Zuſtandes der kleinen Leute in unſerer Gegend heran. Es war die Zeit, wo dieſe anfingen, ſich der Kuhe bei dem Pfluge, der Egge, dem Miſtkarren und dem Aerndtewagen zu bedienen. Vorher waren die Kleinen in allen dieſen Stücken von den Größeren abhaäͤngig, mußten ſich harte Bedingungen dabei gefallen laſſen und hatten den Verdruß zu ſehen, daß die Arbeit gewöhnlich zur Unzeit, im Regen oder auf eine untreue Art geſchah, welches nur nachtheilige Aerndten zur Folge haben konnte.“ „Die Vermehrung der Aecker vermehrte die Noth, und dieſe führte zum Nachdenken über ihre Abhülfe. Es machte einer den Verſuch mit ein Paar Kühen. Es ging, und ſogleich bra⸗ chen alle los. Nie iſt eine Neuerung mit ſchnelleren Schritten vor ſich gegangen als dieſe. Der Vortheil war ſo ſichtbar, daß nicht allein Kötter und Heuerlinge nunmehr ihren Acker mit eignen Kühen beſtellten, ſondern daß ſelbſt Bauern, die ſonſt zwei Pferde hielten, dieſe abſchafften und ihre Kühe anſpann⸗ ten. Da die Kühe der Arbeit wegen auch beſſer genährt wurden, ſo gaben ſie nicht allein Milch und Butter, ſondern auch mehr, als ſie ſonſt bei ihrem Weidegange auf der Mark, frei von aller Arbeit, gegeben hatten. Dabei ſteht der kleine Bauer nunmehr unabhängig für ſich da, benutzt jeden günſtigen Au⸗ genblick auf dem Felde, ſpart ſein Geld, hat ſchönes Vieh und Schwerz, Landwirthſch. 4 — 50— reichere Aerndten. In der traurigen Epoche von 1806 bis 1815 zumal zeigte ſich der Vortheil, den wir von dem Gebrauche der Kühe bei unſerer Arbeit gewonnen hatten. Bei den vielen Kriegesfuhren, womit die Pferdehaltenden Bauern geplagt wa⸗ ren, würde ohne die Kühe die Häͤlfte des Ackers ungebaut lie⸗ gen geblieben ſeyn. Ich wiederhole es: unſer Acker iſt jetzt im Ganzen ergiebiger, wozu auch der Fruchtwechſel mit Klee und Kartoffeln beiträgt. Wir haben manchen Fortſchritt gemacht, ob ich gleich geſtehen muß, daß wir auch noch manchen zu ma— chen haben.“ So weit der würdige Paſtor Weihe. Man wird bemerkt haben, wie das ganze Aufkommen des Ackerbaues nur bloß um das Aufkommen des Viehſtandes kreist, daß alſo Futter, Sorge und Boden, den man dieſem weiht, für jenen nicht ver⸗ loren, daher das Syſtem, was ſich darauf gründet, kein Sy⸗ ſtem des Verderbens, wofür einige Schwindelköpfe es noch zu unſern Tagen auspoſaunt haben, ſondern ein Syſtem des Heils für Staat und Vaterland ſey. Was die flache Gegend, namentlich das ſchöne Land zwi⸗ ſchen Minden und Lübecke, betrifft, ſo zweifle ich, ob die Cultur gleiche Fortſchritte mit dem ſo eben angeführten Theil des Für⸗ ſtenthums gemacht habe. Vielleicht iſt der Boden zu gut, und der Menſch ſchlendert darauf unbedachtſam fort, weil er ſich auf die milde Natur verläßt, die das Gaͤngelband mit kräftiger Hand anfaßt, und ihn zwar ſtolpern, aber doch nicht hinſtürzen läßt. Obgleich die Gemeinheiten in dem noͤrdlichen ſandigen Theile getheilt ſind, ſo kann man dieſes daſelbſt nicht als eine Periode der Verbeſſerung des Ackerbaues anſehen. Sie ſind getheilt und bleiben, was ſie waren. Die lieben alten Fuß⸗ tapfen nach dem Weidegange ſind noch da, und die läßt der Ochſe nicht gern unbetreten. Der Kleebau iſt noch zurück, und der Glaube herrſcht, daß bei ganzer Stallfütterung Milch und Geſundheit zu Grunde gehen. Hier fehlet wohl ein Paſtor Weihe und ein Cantor Graff! III. Geſpann, Getpannarbeit, Werkzeuge. Man bedient ſich im Mindenſchen der Pferde zum AOcker⸗ bau. Der Gebrauch der Kühe zu demſelben Endzwecke hat erſt, —— wie geſat dieſer Pr auf den und wir ſovohl wie vor Mergel⸗ auch imr daß man Abecke, Aerndie nun fre gebrauch Feſtigkeit auch mit den ihr mir beſo heck in die ſich davon; Kühe m Gon nicht mit dem mau 4 Pferde doch vird Ver 10 haut, ha reinen E daen und be Landwi auch nic ſeyn, we nuß ihm letzterer 16 bis 1815 * Gebrauche 3 den vielen seplagt wa⸗ — gebaut lie⸗ iitt jett im dt Klee und eit gemacht, tien zu ma⸗ dd bemerke 4 nur bloß Slſo Futter, an nicht ver⸗ 20 kein Gy⸗ Aies noch zu 9 des Heils Land zwi⸗ a die Cultur Aldes Füt⸗ gut, und iil er ſich kräͤftiger M hinſtuͤrzen & ſandigen at als eine Sie ſind ulten Fuß⸗ 7 laͤßt der Arüͤck, und icc und n Laſtor ghe. m Acker⸗ 79 hat erſt, — 51— wie geſagt, vor zehn bis zwölf Jahren in dem ſüdlichen Theile dieſer Provinz den Anfang genommen, ſich auch ſchon in etwas auf den ſandigen Gegenden des nördlichen Theils verbreitet, und wird daſelbſt immer beliebter. Man bedient ſich der Kühe ſowohl bei dem Pfluge, als bei der Egge, vor dem Miſtkarren wie vor dem Aerndtewagen. Einige fahren ſogar damit den Mergel aus der Entfernung von einer Meile bei, ſo ſchlecht auch immer die Wege dahin ſind. Man behauptet indeſſen, daß man ſich ihrer auf ſchwerem fetten Boden, wie der um Lübecke, nicht bedienen kann, und die Arbeit damit nur ſchlechte Aerndten zur Folge gehabt hat. Auf einem feuchten Teige kann nun freilich die Kuh eben ſo wenig als der Ochſe zur Arbeit gebraucht werden. Iſt der Boden aber trocken, ſo wird ſeine Feſtigkeit nicht hindern, bei einem zweckmäßigen Werkzeuge auch mit Kühen darauf zu Stande zu kommen. Der Nutzen, den ihr Gebrauch den kleinen Bauern gewähren würde, fiel mir beſonders auf, als ich aus dem Mindenſchen nach Jöllen⸗ beck in der Grafſchaft Ravensberg kam, und drei Männer fand, die ſich an einer mühſamen Egge erſchöpften, und nicht weit davon zwei, die an eine Walze geſpannt waren, während ihre Kühe müßig im Stalle ſtanden oder auf der Weide hergingen. Sowohl Kühe als Ochſen ziehen mit Hals und Bruſt, und nicht mit dem Kopfe. Man ſpannt 2,3— 4 Kühe an, je nach⸗ dem man ſie hat. Mit den Pferden geht es eben ſo. Wer 4 Pferde hat, ſpannt ihrer nicht leicht 2 vor den Pflug, und doch wird der, welcher ihrer nur 2 beſitzt, auch damit fertig. Wer 10 Morgen baut, hat 2 Pferde, und wer ihrer 20— 25 baut, hat ihrer 4. Ob 4 Pferde nicht den größten Theil des reinen Ertrags von 25 Morgen Land aufzehren? Doch entſchul⸗ digen vielleicht zum Theil die ſchlechten Wege dieſen Mißbrauch, und beweiſen dadurch den unerſetzlichen Schaden, den ſie der Landwirthſchaft bringen. Die Kunſt, die Pferde zu leiten, iſt auch nicht weit her. Es müſſen ſchon 2 gut abgerichtete Pferde ſeyn, wenn ein Pflüger allein damit zurecht kommen ſoll; fonſt muß ihm ein Leiter zu Hülfe kommen. Bei 3— 4 Pferden iſt letzterer hier unerläßlich. Zu Kühen gehört immer ein Treiber, 4* 52 und ich erinnere mich nicht, einen allein damit pflügen geſehen zu haben. Der Pflug hat ein unbewegliches Streichbrett und meiſtens ein muldenförmiges Pflugſchaar, das dem brabantiſchen ähnelt, aber einen ſtumpfen Winkel bildet. Würde das Streichbrett ſich nach dem Schaare durch eine ähnliche muldenförmige Schwei⸗ fung richten und ununterbrochen den Grund von dem Schaare übernehmen, heben und kehren, wie ſolches bei dem brabanter Pfluge ſtatt hat, ſo würde der Pflug ohne Zweifel beſſer ſeyn. Man giebt ihm hier den Namen Pulterpflug, und hält ihn, da er den Schnitt faſt ganz umlegt und dabei verkrümelt, auf ſchwe⸗ rem Boden für vortheilhaft. Dagegen wollen einige ſagen, daß er den leichten Boden zu viel auflockere, welches freilich bei oberflächlichem, aber nicht bei tiefem, Pflügen nachtheilig wer⸗ den kann. Die Tiefe des Pflügens hängt zu viel von dem Untergrunde, dem Geſpanne und dem Eigenſinne des Pflügers ab, als daß etwas darüber geſagt werden könnte. In Weſtfalen hat nicht, wie bei den ſchmalen Ackerbeeten in Belgien, jeder Schnitt ſeine geſetzliche Tiefe. Man iſt froh, wenn nur das Land umgewendet iſt. Zu dem Sommergetreide wird in der Regel tiefer als zum Wintergetreide gepflügt. Der Dung wird allemal nur flach in die Erde gebracht, um ihn für die folgende Saat durch ein et⸗ was tieferes Pflügen wieder in die Höhe zu bringen. Beim Stoppelpflügen(Strecken) können zwei Pferde täglich zwei bis drittehalb Morgen, und iſt der Boden leicht, drei Morgen ab⸗ fertigen. Beim Wenden, das zur Gerſte in der Regel nur flach ſtatt hat, ſo wie beim Dungunterpflügen, beſchafft man 2 Morgen, oder nur anderthalb, wenn es tief geſchehen ſoll. Spannt man aber 4 Pferde an, ſo können 2 Morgen im letzten Falle abgefertiget werden. Man bedient ſich fleißig ſowohl der Egge als der Walze, beſonders aber erſterer. Zum Hafer wird viermal geeggt, und es giebt Leute, die es 6—7 mal dafür wiederholen. Man ſpannt lieber 3— 4 Pferde als 2 vor die Egge. Wer Gras oder Ktee genug hat, füttert im Sommer die Pferde gern grün. Wer es kann, läßt ſie nebenher ausgehen — und hüte nach der der ſche die Wi wozu E die Arhe genannte der in de in den C Nation Da zucht ni ſen ſelb geſehen, die jung räpye — Viele bringen wardei Hor gemein Und man ds ſeine, der Miin Promena kentheilu Rerline ader we auf den Die Futterkon man mit tend dem ten werde jenes Sc dhen geſeen d meiſtens n hen aͤhnelt cicchbrett ſic ige Schwei⸗ in Schaare * brabanter Ireſſer ſeyn. elt ihn, da J auf ſchwe⸗ Wagen, daß ² rreilich bei Geilig wer⸗ 1 tergrunde, „, als daß 2 hat nicht, * hnitt ſeine angewendet Sir als zum dr flach in dch ein et⸗ mrn. Beim A zwei bis orgen ab⸗ Aegel nur 2 afft man Sehen ſoll. o im letzten =tt Wale, gt, und Wu ſpannt Snmer die „ausgehen — 53— und hüten. Im Winter iſt das erſte Futter, womit ſchon gleich nach der Aerndte angefangen wird, geſchnittener Roggen, wozu der ſchlechtere und mit Trespe untermengte gewählt wird. Wenn die Winterſaat vollendet iſt, füttern die meiſten mit Wicken, wozu Stroh mit durchgeſchnitten wird. Im Fruͤhjahre, wenn die Arbeit von neuem angeht, hält man ſich gern an das ſo⸗ genannte Faſtenfutter. Es beſteht in unausgedroſchnem Hafer, der in der Faſtenzeit zerſchnitten und aufbewahrt wird und bis in den Sommer ausreicht. Daneben bekommen die Pferde ihre Ration Heu. Da hier wenig oder keine Weiden ſind, ſo kann die Pferde⸗ zucht nicht ſtark betrieben werden. Wer kann, zieht ſich indeſ⸗ ſen ſelbſt ſein Pferd an. Auf Schönheit wird dabei weniger geſehen, als auf Güte. Durch das frühe Anſpannen werden die jungen Fohlen ſchon im zweiten Jahre verdorben. Viele verkrüppeln, und erlangen nie die gehörige Größe und Stärke. — Viele Verbeſſerung wird ſich hier in dieſem Fache nicht an⸗ bringen laſſen. Die Einrichtung mit paſſenden Zuchthengſten würde indeſſen immer noch von Nutzen ſeyn. IV. Nutzvieh. Hornvieh. Man kann die Sommerſtallfütterung als all⸗ gemein anſehen, obgleich man das Vieh auch etwas ausläßt und mauchmal auf eine Dreiſche bringt. Auf jeden Fall erhält es ſeine Hauptnahrung in dem Stalle. Man iſt noch immer der Meinung, daß das Vieh zu ſeiner Geſundheit einer kleinen Promenade in freier Luft nöthig habe. Bei den hieſigen Mar⸗ kentheilungen hat man zum Behufe der kleinen Leute und Heuerlinge einen Hüteplatz neben jedem Dorfe gelaſſen, er reicht aber nicht zu, wenn ſie ihren Kühen nicht die Hauptfütterung auf dem Stalle geben.. Die Sommerfütterung geſchieht mit Gras und ſogenanntem Futterkorn, d. i. einem Gemiſche von Gerſte und Hafer, die man mit Klee ausſaͤet und ein oder zweimal abſchneidet, wäh⸗ rend dem der Klee heranwächst und noch vor Winter geſchnit⸗ ten werden kann. Gewiß eine ſehr herrliche Methode!— Da jenes Sommerfutter aber erſt ſpäter zu gebrauchen iſt, ſo ſäet — 34— man im Herbſte etwas Roggen auf ſolche Felder, die im fol⸗ genden Jahre mit Steckrüben und dergleichen Brachfrüchten beſtellt werden ſollen. Dieſer Roggen liefert, wenn man will, zwei Schnitte, wovon der erſte dem Klee vorhergeht.— Gewiß alles ſehr vortrefflich und nachahmungswerth!— Im Winter füttert jeder, ſo gut er kann. In der Regel iſt es geſchnittenes Stroh, worunter etwas gutes Heu geſchnitten wird. Wer von ſeinen Kühen Nutzen ziehen will, der ſucht ſich auf den Win⸗ ter einen Vorrath von Rüben, Runkeln, Steckrüben, Kartof⸗ feln u. ſ. w. zu verſchaffen und miſcht ſolche entweder mit dem Strohfutter oder mit dem Getränke. Die Bemittelten ſetzen für ihre Milchkühe ſogar etwas gemahlnes Korn, wie Hafer, Trespe oder Kleien und Oelkuchen hinzu. Die Fütterung ge⸗ ſchieht kalt. Allenfalls wird bei großer Kälte das Saufen etwas erwärmt. Das Wirrſtroh ausgenommen, wird alles trockene Futter geſchnitten; bei dem grünen geſchieht es nur in beſonderen Fäl⸗ len, wenn z. B. der Klee zu hartſtenglig geworden iſt, oder wenn das Vieh zu viel von den Fliegen geplagt wird und da⸗ her das Futter aus der Krippe um ſich her ſchleudert, oder bei kärglichem Vorrathe an Grünfutter, wenn der Ackerwirth genö⸗ thiget wird, Stroh mit zu füttern, wie dieſes im Sommer 1816 der Fall war. Man ſchneidet dann Klee und Stroh zu⸗ ſammen. Wohl dem, der unter ſolchen Umſtänden noch Stroh hat! Der Ertrag der Kühe hängt bekanntlich von ihrer Haltung und Fütterung ab. Wie ſehr jener Ertrag ſich ſeit Einführung der halben und ganzen Stallfütterung gehoben habe, habe ich ſchon oben angeführt. Von einer gut genährten Kuh nimmt man täglich ein Pfund Butter an, bei einigen während 3— 4, bei andern 5— 6 Monaten, je nachdem die Kühe geeigenſchaftet ſind. Auf die Futtergattung und hauptſächlich auf den Grund und Boden, worauf ſie gewachſen iſt, kömmt vieles da⸗ bei an. Dieſelbe Quantität Gras wird an einem Orte mehr Rahm auf der Milch erzeugen als an einem andern, ob es gleich dieſelben Graͤſer ſind. Gute Waſſerrüben mögen hier beſſer ſeyn als dort ſchlechte Kartoffeln u. ſ. w. Vergleichungen und Geg jedes beſ hat. Ee klagt m einen he Kühe an wenn ſie Kuhe 6 Woch wanche und Ve Hausha henugen und nin welche g det Nat Wachötl gemacht muß d füttert werden man ſie noch die vermiſche zu gewöt Sch Fürſtent von 2— hat noch in Gar 3 Pfur ſchen, Im Jau letzten Minden die Rachfe die im fal⸗ Jachfrüchten a man wil, 8— Gewiß m Winter chnittenes Ver von aden Win⸗ 9, Kartof⸗ 3 wit dem A ten ſeten hie Hafer, gerung ge⸗ men etwas Hne Futter Geren Fäl⸗ rsiſt, oder und da⸗ oder bei aurth genö⸗ r Sommer g'ötroh zu⸗ r h Stroh = Haltung O führung 5 habe ich 24 uimmt d 3— 4, — enſchaftet auf den ales da⸗ Ae mehr uan ob es arnen hier lS cunge — 55— und Gegeneinanderſtellungen der Gewächſe ſind daher nur auf jedes beſondere Locale paſſend und im allgemeinen nicht anwend⸗ bar. Selbſt zwiſchen Klee und Klee iſt ein Unterſchied. So be⸗ klagt man ſich auf dem Gute Ulenbrug im Mindenſchen, welches einen beſſern Getreideboden hat, als ſeine Nachbarn, daß die Kühe an Milch und Futter weit hinter andern zurückſtehen, wenn ſie auch zugleich mit Klee gefüttert werden. Kühe, die lange genug Milch geben ſollen, läßt man nur 6 Wochen vor dem Kalben ſeicht ſtehen; bekanntlich laſſen manche Kühe von ſelbſt und leider nur zu früh nach. Bei Kauf und Verkauf der Milchenden kömmt dieſes, beſonders in kleinen Haushaltungen, denen alles daran liegt, die Milch lange zu benutzen, ſehr in Betracht. Man läßt die Milch ſich verdicken, und nimmt dann den Rahm zum Buͤttern ab. Die Rinder, welche gut gepflegt ſind, werden ſchon im zweiten Jahre, wenn der Naturtrieb ſich aͤußert, zugelaſſen, ohne daß es ihrem Wachsthume ſchade. Man hat hier vielfältig die Erfahrung gemacht, daß ſolche oft die beſten Kühe werden. Aber freilich muß ein ſo frühe trächtig gewordenes Stück vorzüglich gut ge⸗ füttert werden, wenn es nicht verkrüppeln ſoll. Die Kälber werden getränkt, indem man zuviel entbehren würde, wenn man ſie wollte ſaugen laſſen, und dann gewährt das Tränken noch die Gelegenheit, die Milch vor und nach mit Zuſaͤtzen zu vermiſchen und das Kalb ſtufenweiſe an eine andere Nahrung zu gewöhnen. Schaafe. Die Schaafzucht iſt in dem unebenen Theile des Fürſtenthums nicht ganz unbeträchtlich. Man findet Heerden von 2— 3— 400 Stück. Die Veredlung durch ſpaniſche Boͤcke hat noch wenig Fortſchritte gemacht, dennoch hat ſich die Wolle im Ganzen um etwas verbeſſert; man rechnet im Durchſchnitte 3 Pfund Wolle. Vor 1806 war der Preis vom Pfunde 6 Gro⸗ ſchen, in den folgenden Jahren ſchwankte er zwiſchen 6 und 8. Im Jahre 1816 ſtieg er plötzlich auf 10. Die Wolle gieng im letzten Jahre nach Rinteln ins Heſſiſche, ſtatt daß ſie ſonſt nach Minden und ins Osnabrückſche gieng. Die Sommerweide iſt theils auf Heidegrund, theils auf Brachfeldern. Jene iſt durch die Markentheilung ſehr beſchränkt — 56— worden; denn obgleich die Berechtigten eine Abfindung bekom⸗ men haben, ſo möchte das zwar den Schaafherren nutzen, den Schaafen ſelbſt aber geſchah dadurch Nachtheil, indem dieſe Abwechſelung lieben, und ſich nicht gern auf einen beſtimmten Raum einſchränken laſſen. Die Winterweide, ſo lange die Erde offen iſt, iſt dieſelbe wie die vom Sommer. Durch Begünſti⸗ gung werden auch woht die Schaafe über Felder und Wieſen getrieben, wohin ſie kein Recht haben zu kommen. Die Klee⸗ felder zumal, welche den Schäfern nicht wenig in die Augen ſtechen, werden beträchtlich dadurch gefährdet.— Im Stalle werden die Schaafe mit Heu, Wicken, Erbſen, Stroh und im Frühjahre ſelbſt mit unausgedroſchnem Roggen gefüttert. In den Sandgegenden treibt man ſie wohl auf die Rübenfelder. Die hieſigen Haͤmmel gehen ins Hannöpvriſche nach Hoya. Ihr Preis iſt im Durchſchnitte 3 Rthlr., der der Mutterſchaafe 2 Rthlr. Die Laͤmmer ſind ſtark der Drehkrankheit unterworfen. Schweine. Ganz beſonders verlegt man ſich hier nicht auf die Schweinezucht, und nichts iſt wandelbarer als ihr Be⸗ ſtand. Steigen ſie im Preiſe, ſo wirft ſich auf einmal jeder⸗ mann auf ihre Zuzucht, und iſt das folgende Jahr nicht ergiebig, ſo ſucht ſie kein Menſch, und der Eigenthümer, der ſie nun einmal hat, iſt mit ihrem Unterhalte verlegen. Das Jahr 1816 liefert von letzterem einen traurigen Beweis. Jedes Dorf hat ſeine Plätze zur Schweinehut. Zu Hauſe ſchleppt ſich jeder damit durch, wie er kann. Mit dem Maͤſten gehts denn auch ſo. Vor Zeiten hatte man keine andere Wahl, als die Schweine in die Maſt zu ſchicken oder ſie zu Hauſe mit Körnern fett zu machen. Seitdem die großen Holzungen verſchwunden, wird auch die Maſt immer geringer, und ſeit man ſich mehr auf den Anbau von Futterkräutern und Wurzel⸗ gewächſen, namentlich Kartoffeln, verlegt, geht man auch bei der Hausmaſt etwas öconomiſcher zu Werke und ſucht das Korn ſo viel nöthig zu ſparen. Im Sommer bedient man die Schweine mit Klee⸗, Runkelrüben⸗ und Kohlblättern, Abfall aus dem Garten und der Küche. Im Herbſte kommen die Kar⸗ toffeln anfangs roh, und wenn ſie ſo nicht mehr ſchmecken, dann gekocht, und bald mehr bald weniger mit Schrot oder V Mehl ve Kartoffe Dauer, zürück, auch au ſind frol hörigen ſind alſo Da cher ſa andete das eige des Eta lnger! richtung zu naß aufgefa Nede. haben n Og liegen un ſogte nen Unte Hälfte d ſtiſchem der man da dhe: eln ſo ſchreitet Unſchäd! in Min ſeine Kre ſt um ſe Ait von Lng bekom⸗ nutzen, den dem dieſe Seſtimmten ge die Erde Begünſti⸗ d Wieſen Die Klee⸗ nie Augen d Stalle Kih und im stert. In Ifelder. ch Hoya. Alerſchaafe merworfen. Pyier nicht ihr Be⸗ n nal jeder⸗ ergiebig, à ſie nun zahr 1816 zu Hauſe 8 Mäſten mite Wahl, Riu Hauſe olzungen aund ſeit 22 Worzal⸗ auch bei Sucht das man die 2 Abfall radie Kar⸗ zhmecken, Sceot oder — 57— Mehl vermiſcht. Herr Weihe hat den Verſuch gemacht, die Kartoffeln im Backofen zu braten. Er fand aber doch auf die Dauer, daß es zu umſtändlich wäre, und iſt auf das Kochen zurück gekommen.— Da man die Körner ſpart, ſo darf man auch auf keine ſchwere Schweine zählen. Kleine Haushaltungen ſind froh, wenn ſie ſelbe auf 80— 100 Pfd. bringen. In ge⸗ hörigen Wirthſchaften wiegen ſie jedoch 180 bis 240 Pfd. Wir ſind alſo hier nicht mehr in Weſtfalen! V. Dung und Dungltätte. Das allgemeine Streuſel in den Ställen iſt Stroh. Man⸗ cher ſammelt etwas Laub oder Heide und Plaggen. Einige andere haben Gelegenheit, Schilf zu trocknen, welches freilich das eigentlichſte Surrogat für das Stroh iſt.— Das Ausmiſten des Stalles hat keine beſtimmte Zeit. Man läßt den Miſt länger liegen, oder ſchafft ihn ſchneller weg, je nach der Ein⸗ richtung der Ställe und der Futterart, damit das Vieh nicht zu naß oder zu warm ſtehe. Die Jauche wird nicht beſonders aufgefangen. Es iſt alſo von Ziſternen und Pfuhlfäſſern keine Rede. Miſtſtätte und Behandlung des Miſtes auf derſelben haben nichts, was der Erwähnung verdiene. Obgleich alle guten Landwirthe den Dünger eine Zeitlang liegen und gähren laſſen, ehe ſie ihn auf das Land bringen, ſo ſagte mir doch ein hieſiger aufmerkſamer Mann, daß er kei⸗ nen Unterſchied in dem Erfolge wahrgenommen, wenn die eine Hälfte des Feldes zufällig mit gegohrnem und die andere mit friſchem Miſte aus dem Stalle befahren worden war. Der Dung wird in der Regel ſo ſchnell untergepflügt, als man dazu thun kann. Dagegen breitet man den Dung in dem nahen Lippeſchen ſowohl auf Brachfeldern, als auf Rapsſtop⸗ peln ſogleich aus, und lange vorher als man zum Unterpflügen ſchreitet. Man muß alſo wohl von dem Nutzen oder doch der Unſchädlichkeit dieſer Verfahrungsart überzeugt ſeyn. Die Leute im Mindenſchen glauben gegentheils, die Luft ziehe dem Dung ſeine Kraft aus, wenn er lange liegen bliebe. Dieſer Glaube iſt um ſo ſonderbarer, als man auch hier weiß, daß der Dün⸗ ger von der Schaafpferche mehrere Wochen liegen, und das 58— Grüne des Bodens ganz dadurch aufwachſen kann, nicht allein ohne daß dadurch die Kraft des erſten verloren gehe, ſondern daß es ſo beſſer ſey, als wenn er ſogleich eingepflügt, und nachher vor der Saat noch einmal umgerührt wird. Wenn nun die Kraft durch die Ausdünſtung verloren ginge, ſo würde ſich ſolches am meiſten bei dem Schaafmiſte äußern, der ſeinen Geruch am ſtaͤrkſten verbreitet. Ueber das Unterpflügen des Miſtes hat der Verwalter Schemel auf Beck, ein guter Oekonom, wohl die richtigen Anſichten, da er mir ſagte: daß der nicht ſogleich untergepflügte Dung im erſten Jahre mehr und ſchneller wirke, in dem fol— genden aber dem ſogleich untergepfluͤgten nachſtehe. So auch: daß friſcher aus dem Stalle aufgebrachter Miſt ſich länger im Boden erhalte, allein im Anfange nicht die Wirkung des län⸗ ger gereiften hervorbringe. Man nimmt hier für einen gut gedüngten Morgen 8 Fu⸗ der an; oft aber iſt man auch mit 6 Fudern zufrieden. Die Qualität des Düngers und das Bedürfniß des Landes entſchei⸗ den übrigens. Zum Wintergetreide wird ſtärker als zum Som⸗ mergetreide gedüngt, indem letzteres ſonſt leicht zu üppig wächst, und bei ſtarkem Regen lagert. In der Regel wird alle 4 Jahre einmal Dung aufgefahren. Lieber thut man's mit jedem drit⸗ ten. Indeſſen kann man bei einer klugen Abwechſelung der Früchte auch wohl ins fünfte Jahr damit reichen. Auf dem Sande wird öfter gedüngt, am liebſten alle Jahre. Auch be⸗ dient man ſich in den hieſigen Sandgegenden der Heideplaggen und ſetzt ſie mit Miſt in Haufen. Sie werden durchgängig von lehmigen feuchten Stellen aufgenommen. Auch mähet man das Heidekraut zum Einſtreuen. Man häͤlt die Plaggen für unent⸗ behrlich, indeſſen gibt es auch Sandgegenden, die keine Plaggen haben und doch zurecht kommen. Der Mergel iſt ſeit unendlichen Zeiten im Gebrauche. Man hat davon mehrere Gattungen. Ich beſchränke mich blos auf die Anwendung zweier derſelben. Die erſte iſt ein ſchwarzer Thon⸗ oder Schiefermergel, der bald mehr, bald weniger tief unter der Oberfläche liegt und oft aus dem Waſſer geſchöpft werden muß. Man bedient ſich ſeiner, um einem Sand⸗ oder leicten und noch keine be Di hald gel Helkuche ſchen Her ſch nahe diel Klai dgen E. zel entt unbekan bhachtnn Hügel v bekannte Marge brauch, geweſen ſchließer den M. nene M Unter un alem zu lahe an die der ganze Das ung de Iedingan daſes 8 behrlich Landit auf ihren köngen, di dicken and zu tt Bei sꝛicht allein de, ſondern fluͤgt, und Wenn nun 8 würde ſich a der ſeinen erwalter G richtigen 24:geyflͤgte den fol⸗ SSo auch: Slänger im uu des läͤn⸗ glen 8 Fu⸗ den. Die entſchei⸗ =um Som⸗ wig waͤchst, 4 Jahre dem drit⸗ lung der Auf dem *₰ Auch be⸗ S deplaggen „Angig von eman das ar unent⸗ Naggen d„ſe. Man wiblos auf rrichwarzer zun iger tief zs ſgeſchöpft nd⸗ oder — 39— leichten Lehmboden mehr Bindung zu geben. Man führt 20 und noch mehr Fuder auf einmal auf; bei weniger thut er keine beſondere Wirkung. Die zweite Gattung iſt ein bröcklicher, bald weißlicher, bald gelblicher, bald gelber, bald grünlicher(der Farbe der Oelkuchen ähnlicher) Kalkmergel, der ſich in dem Doberge zwi⸗ ſchen Herford und Bünde im Ravensbergiſchen ſindet. Er zeigt ſich nahe an der Oberfläche des Bodens, reicht dann aber ſo viel Klafter in die Tiefe, daß man noch nicht durch die maͤch⸗ tigen Schichten auf den Untergrund gekommen iſt. Dieſer Mer⸗ gel enthält ſo viele Seeprodukte von Schaalthieren, zum Theil unbekannter Art, daß ein Geolog daſelbſt reichen Stoff zu Be⸗ obachtungen finden würde. Man muß annehmen, daß dieſer Hügel vormals Meeresgrund geweſen, der durch eine uns un⸗ bekannte Erdrevolution empor gehoben worden.— Von dieſem Mergel wird in einem Umkreiſe von 3— 4 Stunden viel Ge⸗ brauch gemacht. Er ſcheint ſchon ſeit Jahrhunderten bekannt geweſen zu ſeyn, wie ſich aus den weiten und tiefen Gruben ſchließen läßt.— Man braucht 4 ſtarke vierſpaͤnnige Fuder auf den Magdeburger Morgen, velches das allgemein angenom⸗ mene Maaß dafür iſt. Man pflügt ihn, ſo flach als möglich, unter und hütet ſich auch in den nächſtfolgenden Jahren vor allem zu tiefem Pflügen, denn er wirkt am beſten, wenn er nahe an der Oberfläͤche liegt. Die unglaublichen Vortheile, welche dieſer letzte Mergel der ganzen Gegend gewährt, werden aus Folgendem ſich ergeben. Das Ueberfahren mit dieſem Mergel iſt bei der Urbarma⸗ chung der hieſigen Marken und Gemeingründe die unerlaͤßliche Bedingung zu einem guten Erfolge. Nirgend iſt die Wirkung dieſes Kalkmergels ſichtbarer, nirgend hält man ihn fuͤr unent⸗ behrlicher als bei einem ſolchen Neubaue. So erzäͤhlte mir eine Landwirthin, ſie habe vor dem Mergelaufbringen den Hafer auf ihrem Markenantheile mit einzelnen Halmen zuſammenleſen können, ſtatt daß ſie nach dem Aufbringen nicht gewußt hätte, die dicken Schwaden des langen und ſtarken Haſers zu wenden und zu trocknen. 1 Bei Aeckern, die in guter Eultur ſtehen und auch ohne — 60— Mergel befriedigende Aerndten liefern, hat man durch ſeinen Zuſatz keine auffallende Verbeſſerung verſpürt, außer daß das Sommergetreide etwas üppiger darauf wächst. Aber ein Acker, der durch ſchlechte Bewirthſchaftung ganz verwildert iſt, und kaum mehr Früchte tragen will, wird durch den Mergel erſtau— nend verbeſſert und zu neuer Fruchtbarkeit erhoben. Wenn alſo auf einem Colonate lange Zeit ein ſchlechter Wirth gehauſet hat, und ſein Nachfolger will den Acker wieder in Stand brin⸗ gen: ſo überfährt er ihn mit Mergel, und tritt dadurch ſogleich in den Genuß ſeines Fleißes.— Hat Jemand einen Acker, der keine Gerſte tragen will, und er bringt Mergel auf, ſo folgen die ſchönſten Gerſtenärndten darauf.— Wollen im Garten keine Möhren wachſen, ſo bedarf es nur des Mergels.— Auch der Klee wächst beſſer darnach, ſonderlich die Hülſenfrüchte, Wicken, Erbſen, Bohnen. Unter allen Früchten gedeiht keine ſo gut nach dem Mergel als der Hafer; aber es iſt auch nach der Verſicherung mehrerer Landwirthe keine, die den Boden als⸗ dann ſo angreift und den Boden auszieht. Der Verwalter Schemel auf Beck ſagte mir, daß er einen friſch gemergelten Boden durch wiederholtes Haferſäen auf mehrere Jahre verdor⸗ ben habe. Er iſt daher von dem Haferſäen in den erſten Jah⸗ ren nach dem Mergeln abgegangen, und räth beſonders zu Erbſen an deſſen Stelle; auch lehrt die Erfahrung, daß die gemergelten Aecker vom Flughafer leiden, der darin außeror⸗ dentlich wuchert und nur mit vieler Mühe wieder wegzubrin⸗ gen iſt. Auch hier iſt das Sprüchwort bekannt, daß der Mergel reiche Väter und arme Söhne mache; allein man weiß ihm den gehörigen Sinn zu geben, nämlich: wenn der Vater, ſich auf die Kraft des Mergels allein verlaſſend, ſeinem Acker nicht durch Dünger nachhilft, nur Reizmittel und keine nährende gebraucht, wenn er zuviel fordert und zu wenig zurückgibt, dann muß der Boden ſich nothwendig erſchöpfen, und der Sohn mag den ephe⸗ meren Ertrag ſeines unvorſichtigen Vaters beweinen.„Ehedem,“ ſagt der Paſtor Weihe,„glaubte ich, der Sohn dürfe nur gleich „wieder Mergel auf den Acker bringen, um dem Verarmen „vorzukommen; allein ich habe mich überzeugt, daß ſolches nicht zweckma „Jahren „daß „haͤlt, k in ſvät „ten kan jedoch hie des Merg Mergels weil vad Auf aufalle dheiſe d Mergel ſieht ſc von dem muß; d Ehe ma Lein, n Ales, ſondern außert ſ Giye brauche. rechten! vitd auf gen habe ſie entw ſcichtet diſte a einer Haufen in den. Jſ der führt un nittel i ngeriſ erch ſeinen ner daß das ein Acker, 3t iſt, und Lgel erſtau⸗ * Wenn alſo i gehauſet rand brin⸗ dich ſogleich * Acker, der a ſo folgen rten keine — Auch der h. Vicken, ke ſo gut n nach der oden als⸗ „ Werwalter emergelten Ate verdor⸗ ſten Jah⸗ „onders zu 9n daß die naußeror⸗ zegzubrin⸗ 4 Nergel au ihm den az ſich auf icht durch j ebraucht, muß der aten ephe⸗ 1 hhedem,“ gfur gleich erarmen hes nicht — 61— „zweckmäßig ſey, und man das Mergeln erſt nach 40— 50 „Jahren wiederholen dürfe. Zugleich aber bin ich überzeugt, „daß, wer ſeinen Acker gehörig bedüngt und in gutem Bau „hält, keine Ausmergelung zu fürchten hat; ob er gleich freilich „in ſpätern Jahren nicht ganz den großen Ertrag mehr erwar⸗ „ten kann, den er in den erſten Jahren gehabt hat.“ Ich muß jedoch hierbei bemerken, daß man in dieſer Gegend die Wirkung des Mergels auf 20 Jahre berechnet, und die Vergütung des Mergels auf gepachteten Ländereien nur für 12 Jahre ſtatt hat, weil nachher die Wirkung davon nicht bedeutend genug iſt. Auf Sandboden iſt die Wirkung des Mergels beinahe noch auffallender als auf Klaiboden. Man findet in dem nördlichen Theile des Mindenſchen noch wohl Klaiboden, auf welchem der Mergel keine Wirkung hervorbringen ſoll. Ohne Zweifel ver⸗ ſteht ſich dieſes von dem höher benannten Thonmergel und nicht von dem Muſchelmergel, wie ich aus mehreren Angaben ſchließen muß; deſto nützlicher aber iſt jener auf hieſigem Sandboden. Ehe man den Mergel gebrauchte, konnten weder Wicken, noch Lein, noch Gerſte darauf gebaut werden, und nun wächst Alles. Doch ſcheint der Mergel dem Wintergetreide keinen be⸗ ſondern Vortheil zu bringen. Die ganze Kraft des Mergels äußert ſich erſt nach den erſten 3— 4 Jahren und endiget mit 20. Gips findet ſich hier nicht, iſt daher auch nicht im Ge⸗ brauche. Den Kalk wendet man, ſo viel ich weiß, auf dem rechten Ufer der Weſer an.— Die Torf⸗ und Steinkohlenaſche wird auf die Wieſen verwendet.— Wer nur immer Grünplag⸗ gen haben kann, der macht auch Gebrauch davon. Man breitet ſie entweder über den Dünger auf der Miſtſtätte oder man ſchichtet ſie in einem mannshohen Haufen mit friſchem Stall⸗ miſte auf. Hat man Pferdemiſt, ſo bringt man ihn gern in einer der unterſten Schichten an, um die Erhitzung in dem Haufen zu befördern. Man ſtößt auch wohl von oben Löcher in den Haufen und gießt bei trockenem Wetter Waſſer hinein. Iſt der Haufen in voller Hitze, ſo muß er auf den Acker ge⸗ führt und untergebracht werden. Eines der vortrefflichſten Dünge⸗ mittel iſt bekanntlich der alte Lehm von abgebrannten oder umgeriſſenen Häuſern, der in Haufen zuſammengeſetzt und — 62— dann aufs Land geführt wird. Er muß aber ziemlich dick auf⸗ gebracht werden, wenn er auf mehrere Jahre wirken ſoll. Der angegebene Grunddünger wird vorzugsweiſe auf Som⸗ merrübſen und Herbſtrüben verwendet. Man führt ihn auf das mit dem Pfluge völlig abgefertigte Feld und verbindet ihn blos durch die Egge mit dem Boden. Den Pferdedünger verwendet man nicht auf das Sommergetreide, weil dieſes bei trockener Witterung dadurch leidet. VI. Culturgegenttände und Fruchtfolge. Man baut Weizen, Roggen, Hafer, Gerſte,— Bohnen, Erbſen, Wicken, Buchweitzen,— Rüben, Runkeln, Steckrüben, Kartoffeln, Möhren,— Sommerrübſen, Flachs, Klee;— Som⸗ merroggen, Sommerweitzen, Winterraps kommen nicht vor. Die Fruchtfolgen ſind ſehr mannigfaltig. Man hat in der Gegend von Lübecke, wo überhaupt ein ſchwerer fetter Boden iſt: 1. Bohnen oder Wicken gedüngt, 2. Weizen, 3. Hafer, 4. Gedüngt Roggen oder 4. Weizen, 5. Flachs— 5. Roggen, 6. Roggen— 6. Wicken gedüngt. Welche Fruchtfolge! Aber auch welcher Boden! Noch hat man daſelbſt: 1. Sommergerſte gedüngt, 2. Roggen, 3. Wicken auch Bohnen oder 3. Flachs, 4. Weizen auch Bohnen oder 4. Weizen. Zu dem Weizen, der nach Flachs folgt, wird etwas ge⸗ düngt. Nun fängt die Reihe wieder mit der Gerſte an. Nach dem Gebirge zu, wo der Boden magerer iſt: 1. Gedüngt Sommergerſte oder 1. Bohnen, 2. Roggen— 2. Weizen, 3. Wicken gedüngt, 4. Weizen. Der Klee wird unter ſolches Getreide geſaͤet, zu welchen gedüngt worden; Flachs kömmt in die zweite Gaile. — Da ſo nach Au Ma übethan Rlt we komme durchzu zufelfen und geee wütde, trockene und zur ſem rau der Ach Man ſe Macht, Jahren, noch gut In Fürſtent und öſtl den Dörf auf den nd Ing aber vo Fruchtfe von jede 1. 2. 3 h dick auf⸗ ſoll. à auf Som⸗ on auf das det ihn blos verwendet trockener 2 cl. Vohnen, dteckruͤben, — Som⸗ mntt vor. nat in der razoden iſt: d „. RNoch hat Antwas ge⸗ in* welchen 4 — 688— Das Düngen zu Sommergerſte, welches man anderswo für ſo nachtheilig hält, iſt alſo hier gang und gebe. Auf lehmigem Sande bei Iſenſtädt hat man: 1. Roggen ſtark gedüngt, 2. Hafer, 3. Roggen gedüngt, 4. Hafer. Man baut nicht viel Klee. Das Unkraut nimmt darin überhand, und er kommt nicht gut, es ſey denn, wenn gemer⸗ gelt worden.— Wie er auch bei einer ſolchen Fruchtfolge gut kommen könnte? Der Hafer wird Arbeit genug haben, um ſich durchzuſchlagen. Um dieſem einigermaßen durch die Cultur nach⸗ zuhelfen, wird die Roggenſtoppel vor Winter flach umgepflügt und geeggt, indem im Frühjahre es nicht mehr möglich ſeyn würde, mit der Egge durchzukommen. Nach Winter wird bei trockenem Wetter wieder flach gepflügt(geſtrichen), abgeeggt und zur gehörigen Tiefe gepflügt. Man läßt den Acker in die⸗ ſem rauhen Zuſtand bis gegen das Ende Mais liegen. Jemehr der Acker dann mit Grün und Kraut überzogen iſt, je beſſer. Man ſaͤet den Hafer über das Unkraut her, und eggt ihn mit Macht, zweimal in die Länge und einmal in die Quer. In Jahren, wo der ſo ſpät geſäete Hafer nicht reift, gibt er doch noch gutes Pferdefutter im Stroh, und das Land wird rein. In dem mehr ſüdlichen und weniger ebenen Theile des Fürſtenthums, wo der Boden weit mehr als in dem nördlichen und öſtlichen abwechſelt, iſt die Fruchtfolge nicht allein unter den Dörfern, ſondern auch in jedem einzelnen Dorfe und ſelbſt auf den Aeckern mancher Höfe ſehr verſchieden. Ein ſolches Ab⸗ und Zugeben zeigt zwar von einem ſichern Grade von Induſtrie, aber von geringer Aufklärung. Ich will hier die gewöhnlichſten Fruchtfolgen anführen, mit dem Bemerken, daß das erſte Jahr von jeder das Duͤngjahr iſt. 1. Roggen, 2. Gerſte, 3. Hafer oder Flachs. Nachdem kömmt nicht ſelten noch einmal ungedüngt Roggen. — 614— 1. Wicken oder Erbſen, 2. Roggen oder Weizen, 3. Gerſte, wird auch manchmal weggelaſſen, 4. Hafer oder Flachs. 1. Gerſte, 2. Wicken oder Erbſen, 3. Roggen, 4. Hafer. 1. Kartoffeln, 2. Roggen oder Gerſte, manchmal auch Flachs, 3 3. Hafer. 1. Gerſte, 2. Klee, 3. Hafer⸗ oder 3. Wintergetreide und 4. Hafer. 1. Sommerrübſen, 1. Roggen, 2. Wintergetreide, 2. Roggen, 3. Hafer oder Flachs. 3. Hafer oder Flachs. Der Dungvorrath entſcheidet, ob man alle drei oder vier Jahre düngt. Wo keine Gerſte gebaut werden kann, nimmt man wohl zwei Jahre hinter einander Hafer. Dieſer Hafer auf Hafer oder Wintergetreide auf Wintergetreide hat gewöhnlich nur bei denjenigen ſtatt, welche Schaafe halten. Dabei wird die erſte Roggenſtoppel tief umgewendet, gepfercht, und dann flach zur zweiten Roggenſaat gepflügt. Wer nach 1. gedüng⸗ tem Roggen, 2. Gerſte, 3. Wicken, noch 4. Roggen und 5. Hafer alles ohne Dünger ausführen will, muß nothwendig die Pferche in den letzten Jahren zu Hülſe nehmen; auch der, welcher nach Lein, der in die dritte Gaile geſaͤet iſt, noch Rog⸗ gen und Hafer folgen laſſen will.— Keine von den angeführten Fruchtfolgen wird auf ganz ſchlechtem, noch auf dürrem Sand⸗ boden angewendet. Weizen und Roggen folgen nach hieſiger Beobachtung am liebſten nach Hülſenfrüchten und Sommerrübſaamen; nicht ſo gut nach gerathen wird nu Hafer dürfen nicht zu Sei ſeht ma durchaus zom W dan u Be heſäete düngten arbeitete ſießen freich N et auich Korn in angenme ein The gigen G Preußiſe größeren rung de Grunde entbehre behand ſchwere und we Wirthſa Ein ga ſe zu nauch Söwer 1 7r. s. ur oder vier un, nimmt Hafer auf ewöhnlich 2 bei wird „and dann gedüng⸗ 82 und 5. zendig die 3 nauch det, och Rog⸗ geführten ein Gand⸗ mötung am nicht ſo 8 — 65— gut nach Kartoffeln, die das Land zu locker machen. Deſto beſſer gerathen Flachs und Gerſte darnach.— Roggen nach Gerſte wird nur ſchlecht und leicht, an Korn ſowohl als an Stroh.— Hafer geräth ausnehmend nach dem Klee. Flachs und Erbſen dürfen nur alle 7 Jahre einmal vorkommen. Klee darf auch nicht zu oft wiederholt werden. Er iſt ein Freund des Mergels. Seitdem Klee⸗ und Kartoffelbau allgemein geworden ſind, ſieht man wenig Dreiſche mehr, ob es gleich den Bewohnern durchaus an Weide gebricht. Borher hatte man ſolche, die bis zum Anfange der Stoppelweide auf den uͤbrigen Feldern benutzt, dann umgebrochen, gedüngt und mit Roggen beſtellt wurden. Bei dem Aufbrechen der vormaligen Gemeinweidegründe beſaͤeten die meiſten ſie zwei Jahre nach einander mit Hafer, düngten dann und brachten Roggen. Andere brachen und be⸗ arbeiteten den Boden zwei Jahre nach einander, pflügten, zer⸗ ſtießen und eggten, düngten etwas und ſäeten Roggen, dem freilich nachher keiner im ganzen Lande beikam. VII. Anbau des Getreides. Roggen. Da der Roggen hier das Brodkorn iſt, ſo iſt er auch die Hauptfrucht, auf welche man ſich verlegt. Dieſes Korn in möglichſter Menge und Güte zu erzeugen, iſt das Haupt⸗ augenmerk des hieſigen Landwirthes. Ehedem wurde wenigſtens ein Theil davon in die Brache geſaͤet. Auch wird in den ber⸗ gigen Gegenden des Lippeſchen und ſelbſt des daran ſtoßenden Preußiſchen noch viel auf die reine Brache gehalten. In dem größeren Theile hieſiger Gegenden iſt ſie indeſſen ſeit Einfüh⸗ rung des Klee⸗ und Kartoffelbaues abgekommen, wo ſie im Grunde auch in den meiſten, jedoch nicht allen Fällen dadurch entbehrlich geworden iſt. Eine ſchlechte Fruchtfolge und ſchlecht behandelte Brachfrüchte können ſie freilich nicht erſetzen. Auf ſchwerem ſteifem Klai iſt ſie, wo nicht nothwendig, doch nützlich und wohl angebracht. Bei dem Uebergange aus einer ſchlechten Wirthſchaftsart zu einer beſſern leiſtet ſie weſentliche Dienſte. Ein ganz verkrauteter oder zurückgekommener Lehmacker kann ſie zu ſeiner Inſtandſtellung nicht entbehren. Nur der Miß⸗ brauch der Brache, nicht die Brache ſelbſt, iſt tadelnswerth. Schwerz, Landwirthſch. 5 -— 66— Wo der Roggen nicht in die Brache kömmt, wird das Land ſogleich nach der vorhergehenden Aerndte geſchält(geſtreckt, flach umgepflügt). Die mürb gewordene Narbe wird nachher abgeeggt, und wenn nicht gedüngt werden ſoll, das Feld ſogleich etwas tief zur Saat gepflügt. Darauf wird der Dung auf die abge⸗ eggten Felder gefahren und flach untergepflügt, um den Dün⸗ ger ſo viel möglich in der obern Krume zu erhalten, wo er ſiche⸗ rer wirkt, als wenn man ihn zu tief unterbringt. Den Schaaf⸗ dünger zumal kann man kaum flach genug unterpfluügen. Die hieſigen großen Pachthöfe haben gemeiniglich noch einen Theil reiner Brache, welche einen Hürdenſchlag erhalten, wenn alle Sommerfrüchte beſtellt ſind. Die Saatzeit des Roggens auf dem fetten und ſchweren Boden an der Weſer und in der ganzen Richtung von Minden nach Lübeck und von da nach Oldendorf iſt um Michaelis. In dem unebenen Theile der Provinz, die wir hier hauptſäch⸗ lich vor Augen haben, faͤngt ſie mit dem halben October an und dauert bis zur Mitte des Novembers. Würde man hier früher ſäen wollen, ſo würde die Saat ſchnell aufſchießen und im Frühjahre zurückbleiben. Die allgemeine, allhier durch Er⸗ fahrung beſtaͤtigte Regel iſt, daß der Roggen vor dem Winter nur etwa fingerslang ſeyn darf, oder(nach dem Ausdrucke der Landleute) daß er wie die Stacheln einer Hechel aus dem Bo⸗ den hervorſteche. Man nimmt hier nie das Saatkorn von geduͤngtem Roggen auf. Es mag dieſes ſeine Gründe haben, die ich jedoch nicht kenne; aber daß man die Körner bei dem Würfeln nicht vor dem Vorſprunge wählt, ſondern ſie aus dem mittleren Haufen aufgreift, das iſt ſicher ein Mißbrauch, zu dem ein ſehr übel verſtandener Geiz verleiten kann. Es gehen nämlich ſolcher Körner mehr in den Scheffel, als der vollen Körner, ergo braucht man auch weniger Scheffel zum Ausſaen zu nehmen.— O gewiß durch eine wohl eingerichtete Volksſchrift über den Ackerbau ließ ſich noch mancher nachtheilige Irrthum vor den Augen des Landmanns entwickeln, und mancher der Weiſern unter ihnen wäre zu bekehren und durch ſie auf den großen Haufen mit Erfolg einzuwirken! W Rogge trocke zuſäͤe jiehen Jaht rung ſchwan davon Tresye und! ſo vie bekom als T genſurt naſſen mit 3 in der T geſchie wovon folgend das Fe 10 Paa drei he halten ſchon ei 9 ten R und d ſchlech tem B weiße chungen Anfang und kör a das Land eckt, flach Rabgeeggt, Riich etwas die abge⸗ den Dün⸗ Her ſiche⸗ 6 Schaaf⸗ Men. Die en Theil wenn alle ſchweren 28 Minden Hielis. In auptſäch⸗ 2 October 1 man hier ißen und durch Er⸗ A Winter ashrucke der zan dem Bo⸗ * Roggen ddoch nicht 1s nicht vor an Haufen ae ſehr übel ich ſolcher 1 aer, elg0 an ehmen.— drüber den ah vor den d Weiſern znn großen n — 67— Das in einigen Gegenden Weſtfalens übliche Ausſäen des Roggens mit Trespe hat zum Theil auch hier ſtatt. Auf gutem trockenem Roggenboden wäre es unverzeihlich, Trespe mit aus⸗ zuſäen. Reiner Roggen bleibt doch dem Trespenroggen vorzu⸗ ziehen; allein beſſer noch Trespe als gar nichts!„Ich habe ein Jahr erlebt, ſagt Paſtor Weihe, wo durch ungünſtige Witte⸗ rung der Roggen zu Anfang des Frühlings ſo vom Lande weg⸗ ſchwand, daß ſelbſt auf trocknen guten Aeckern nichts mehr davon zu ſehen war. Meine Saat war gewiß mit ſehr wenig Trespe vermengt geweſen, aber zum Glück keimte dieſe hervor und beſtaudete ſich auf dem leeren Acker dermaßen, daß ich eben ſo viele Garben und Körner ärndtete, als ich Roggen würde bekommen haben. Damals aß faſt die ganze Gemeinde nichts als Trespenbrod, und auch ich war froh, daß ich dieſes Rog⸗ genſurrogat hatte.“ Da es nun der naſſen Felder und der naſſen Jahre ſo viele gibt, ſo iſt die Miſchung des Roggens mit Trespe durchaus ſo widerſinnig nicht, als ſie Manchem in den erſten Augenblicken ſcheinen könnte. Die Roggenſaat erhaͤlt keine fernere Wartung. Die Aerndte geſchieht mit der Senſe. Zwei Frauen begleiten den Maͤher, wovon die eine ſo viel mit der Harke zuſammenzieht, als die folgende in eine bald größere, bald kleinere Garbe bindet. Wenn das Feld abgefertiget iſt, werden die Garben in Stiege von 10 Paar gegen einander angeſtellt, daß ſie ſich ſtuͤtzen. Jene drei Perſonen fertigen in der Regel zwei Morgen ab und er⸗ halten im Verdunge 12 Gr. vom Morgen. Das achte Korn iſt ſchon eine ſeltne Aerndte, und das zehnte iſt außerordentlich. Hafer. Der Hafer behauptet in hieſiger Cultur den zwei⸗ ten Rang. Man baut zwei Gattungen deſſelben, den weißen und den ſchwarzen oder rauhen Hafer. Letzterer kömmt, als zu ſchlecht, nicht in den Handel. Indeſſen da er auch auf ſchlech⸗ tem Boden ſtarkes Stroh giebt, ſo baut man ihn da, wo der weiße nicht wachſen will. Es gibt von dieſem mehrere Abwei⸗ chungen, mit welchen man hier Verſuche gemacht und ſich im Anfange wohl dabei befunden hat, allein ſie arten zu leicht aus und können nicht genug vor Vermiſchung mit anderm bewahrt 5 Is * — 68— werden, ſo wie auf manchem Felde ſelbſt der gewöhnliche weiße bald bunt wird und mit jedem Jahre mehr ins Schwarze über⸗ geht. Es gibt daher wenig Getreide, bei welchem die Abwech⸗ ſelung mit dem Saatkorn ſo nützlich iſt als bei dem Hafer. Nur muß man vorher recht wiſſen, woher man ihn zu beziehen hat. So iſt in dem Lippeſchen der Ort Uffeln, wo ein Salz⸗ werk iſt, durch ſeinen Haferhandel zum Saatkorn berühmt. Miſt und ein gutes Land werden dieſer braven und lohnen⸗ den Frucht nicht gegönnt, ob ſie gleichwohl im Stande iſt, beides zu bezahlen. Da ſie aber auch ohne jene Vortheile, wiewohl etwas kümmerlicher, zurecht kömmt, ſo läßt man's dabei be⸗ wenden. Wird der Sandboden mit Hürden belegt, ſo trägt auch er vortrefflichen Hafer. Die Haferſaat iſt die letzte in der Zeit, welche man vornimmt. In der Regel wird der Hafer nicht vor dem erſten Mai geſäet, oder wenn die Buchen ausbrechen. Man kann ihn zwei Jahre hintereinander auf demſelben Lande folgen laſſen, und die zweite Aerndte kann beſſer werden, als die erſte. Der Acker wird zum Hafer gewöhnlich im Frühjahre um— gebrochen; ſo bald es die Witterung leidet, abgeeggt und ſo ſchnell als möglich umgepflügt. So bleibt er bis zur Zeit der Saat liegen. Der Hafer liebt einen feſten Boden, daher lohnt es ſich, wenn man ihn öfter eggt, als man zu thun gewohnt iſt. Oft kann man mit Vortheil den Acker ſchon vor Winter zur Saat pflügen und ihn im Frühjahre ohne Weiteres beſaͤen. „Dieſes,“ ſagt der Paſtor Weihe,„habe ich oft mit gutem Erfolge ausgeführt. Ich ließ die Kleeſtoppel im Spätherbſt bei guter Witterung und tief umbrechen, da ſie ſich dann im Win⸗ ter feſtlegte und im Fruͤhling ohne neues Pflügen beſaͤet wurde. Doch muß es für dieſen Fall nicht zu naß geweſen ſeyn, weil ſonſt das Land zu ſehr begraſet und mit der Egge nicht zu be⸗ arbeiten ſeyn würde. Das ſchädlichſte Unkraut für den Hafer iſt der Hederich, Rettich ſowohl als Senf, der leider auch hier zu Hauſe iſt und es wohl in Gemäßheit der Fruchtfolgen ſeyn muß. Man ver⸗ tilgt ihn hier durch Eggen, wenn der Hafer fingerslang iſt. Dieſer wird dadurch zwar zum Theile mit ausgehoben, ſteht —— deßhat um ſo T Schw ſo be⸗ gen a ſo mu ungen teres ſelten dem mehr Jeder jedem ſtenme Klee gebau bearb ander wird; der A unterg gedüng herauf aufgele nich ſe bis A dad ſtellen ſagt: Rogge könne dem S 153 dde die Ge he weiße trze uͤber⸗ 4 Abwech⸗ n Hafer. bziehen Sin Salz⸗ ojmt. en lohnen⸗ 3, beides * wiewohl dabei be⸗ A ſo traͤgt Sde in der Ter nicht an brechen. an Lande „ven, als anhte um⸗ 88 und ſo Zeit der „Ger lohnt „ohnt iſ. M nter zur 94 beſäen. rit gutem mterbſt bei rrim Win⸗ 7t wurde. Ann, weil zt zu be⸗ hederich, an iſt und lan ver⸗ rallang iſt deßhalb nachher etwas dünner, allein er beſtaudet ſich darauf um ſo ſtärker, und ſeine Halme werden dicker. Das Einärndten des Hafers geſchieht mit der Senſe in Schwaden, wenn er nicht über 3 Fuß hoch iſt. Iſt er höher, ſo behandelt man ihn auf dieſelbe Art, die ſchon bei dem Rog⸗ gen angegeben worden. Liegt er im erſten Falle auf Schwaden, ſo muß er zufolge der Witterung ein oder mehrmal behutſam umgewendet und dann erſt in Garben gebunden werden. Letz⸗ teres geſchieht unmittelbar vor dem Einfahren.— Es iſt nicht ſelten, daß man das zwölfte Korn ärndtet. Sommergerſte. Die Sommergerſte wird weit ſtaͤrker in dem flachen fetten Theile des Mindenſchen gebaut, als in der mehr unebenen ſüdweſtlichen Gegend, dennoch ſaet auch hier Jedermann gern etwas Gerſte zu ſeinem Küchenbedarf, weil in jedem Hauſe der Regel nach in der Frühe eine Suppe von Ger⸗ ſtenmehl vorkömmt. Zu der Gerſte wird entweder gedüngt und Klee darunter geſäet, oder Wicken und Erbſen nach derſelben gebaut. Der Boden wird durchgängig dreimal mit dem Pfluge bearbeitet, naͤmlich einmal im Herbſt nach der Aerndte, zum andernmal im Frühjahr um die Zeit, wenn zum Hafer gepflüget wird; dieß nennt man Wenden, und es geſchieht tief, wenn der Acker gedüngt werden ſoll, damit hernach der Miſt flach untergepflügt werden kann; oder flach, wenn vorher zum Roggen gedüngt war, damit das letzte Pflügen zur Saat den Dünger herauf an die Oberfläche bringe. Da die Gerſte durchaus einen aufgelockerten Boden liebt, ſo braucht bei der Saat das Land nicht ſo feſt als bei Hafer oder Roggen geeggt zu werden. Die Zeit der Einſaat iſt in der letzten Hälfte des Mai's bis Anfang Juni und richtet ſich ganz nach den Umſtänden, bald nach der Witterung, bald darnach, ob die früher zu be⸗ ſtellenden Saaten ſchon vollendet ſind. Ein altes Sprüchwort ſagt:„Man könne noch zur Gerſte pflügen, wenn bereits die Roggenblüthen in die Fuhr fallen.“ Und ein anderes:„Man könne die Gerſte in 9 Wochen aus dem Sack und wieder in dem Sack haben.“ Das Quantum der Einſaat iſt gemeiniglich ¼ oder weniger, als man an Roggen gebrauchen würde. Die Gerſte wird durchgehends in Schwaden gemähet, und nach⸗ dem es die Witterung erfordert, ein oder mehrmals umgewen⸗ Urſache det, bis ſie trocken genug iſt, um eingebunden und dann gleich leden. eingefahren zu werden.— Der Ertrag iſt, wann ſie ſehr gut gebig. geräth, das 10te Korn, ſonſt auch wohl nur das Ite, Ste, 9te. Gerſt In den Weſergegenden ſteigt der Ertrag manchmal auf das Boden. 18te Korn, oder 20 Scheffel vom Morgen. V Bo So viel ich erfahren habe, geſchieht das Düngen zur Gerſte, aasgene welches auf gutem Boden in manchen Gegenden für ganz un⸗ ſeyn, un paſſend gehalten wird, in der ſchönen und fruchtbaren Ebene werden von Minden nicht ſowohl der Gerſte wegen, als weil man nicht ſdare. weiß, wo man mit dem Winterdung bleiben ſoll. Da das Vieh in der Weſergegend noch viel zur Weide geht, ſo hat man im Frühjahre mehr Dung als im Herbſte. ) VIII. Anbau der Hüllenkrüchte., Erbſen kommen wenig vor. Ihr Ertrag iſt ſo unſicher, 3 1 3 daß kaum die Einſaat, oft nur das dritte Korn, und ſelten ſo A viel herauskömmt, daß es der Mühe lohnte. gedüng Wicken ſaͤet gern, wer Pferde hält, weil der Landmann hat, außer der Saatzeit dieſelbe mit Roggenſtroh und dazwiſchen ge⸗ ua ſchnittenen Wicken zu futtern pflegt, um den Hafer entweder gut zu verkaufen oder für die Arbeitszeit der Pferde zu ſparen. luch Wicken wachſen ſo ziemlich auf jedem Boden, der Gerſte trägt, gen. und vorzüglich baut ſie, wer Weizen ſaͤen will, da alsdann zu dald ii den Wicken gedüngt wird und der Weizen ungedüngt folgt. Nant Sie erfordern nur ein zweimaliges Ackern, nämlich das Strecken dut it vor, und das Pflügen nach dem Winter, welches gemeiniglich man w das erſte iſt, wenn die Erde vom Froſt frei und zur Bearbei⸗ Rüͤtſea tung tüchtig wird. Einige wollen bemerkt haben, es ſey beſſer, Sälzat das Strecken nicht im Herbſt zu verrichten, ſondern das Land 44— im Stoppel liegen zu laſſen bis zum Frühjahr, und es alsdann he früh zu ſtrecken und kurz vor der Einſaatzeit zu pfluͤgen. Ei⸗ muß nige ſäen auch gerne etwas Pferdebohnen unter die Wicken, die ſunden dann die Stützen der Wicken werden, damit dieſe nicht zu ſehr daß n an die Erde fallen, welches leicht geſchieht und ſie bei naſſer 4 Witterung verrotten läßt, wodurch ſie den Pferden ſchädlich Brach werden. Vielleicht daß die unreinen und mulſtrigen Wicken die = mgewen⸗ an gleich ſehr gut s Ste, 9te. auf das Gerſte, Kanz un⸗ on Ebene Jan vicht (as Vieh man im 27 wächer, Trelten ſo admann S ſceen ge⸗ xontweder us ſparen. rie träͤgt, n)ann zu e üt folgt. 2 15trecken rApiniglich A earbei⸗ 1 beſſer, 6s Land alsdann en. CEi⸗ ken, die aizu ſehr i naſſer ar chädlich M ten die Urſache ſind, warum die Bauernpferde ſo oft an den Drüſen leiden. Uebrigens iſt ihr Körnerertrag hier zu Lande wenig er⸗ giebig. Sie lieben den Mergel eben ſo ſehr wie Erbſen und Gerſte und gedeihen vortrefflich auf einem friſch gemergelten Boden.. Bohnen werden ſelten allein gebaut, die Weſergegend ausgenommen. Der Boden ſcheint ihnen anderswo zu leicht zu ſeyn, und ſie ſind dem Mehlthau ſtark unterworfen. Bei Lübecke werden ſie mit dem Pflanzſtocke geſetzt, um an Saamen zu er⸗ ſparen. Vom Behacken derſelben weiß man nichts. IX. Anbau der Futtergewächte. a) Futterkraͤuter. Außer dem grüͤn gefuͤtterten Ge⸗ treide, wovon bei Gelegenheit des Hornviehes geſprochen worden iſt, kennt man kein anderes Futterkraut als den Klee. Man ſaͤet ihn am häufigſten unter die Gerſte, zu welcher gedungt worden iſt. Indeſſen, wie Paſtor Weihe beobachtet hat, ſteht die Gerſte bei etwas weichem Wetter bei ihm immer zu naß. Der Halm bleibt weich, und das Ganze ſcheffelt nicht ſo gut, als wenn kein Klee unter die Gerſte geſaͤet worden wäͤre. Auch wirft man den Kleeſaamen im Frühjahre über den Rog⸗ gen. Geſchieht ſolches bei trockner Zeit, und es kömmt nicht bald viele Feuchtigkeit hinzu, ſo ſteht er nachher ſehr dünne. Man nimmt 7— 8 Pfund auf den Morgen, wenn der Saame gut iſt. Wird der Klee auf ungedüngtes Land geſaͤet, ſo fährt man während dem Froſte etwas Dung darauf, und harkt im Frühjahre das Stroh wieder davon.— Gyps, Kalk, Mergel, Salzabfall werden nicht dazu verwendet. Ein Bauer, der 40— 50 Morgen baut, hat nicht leicht mehr als 2 Morgen Klee. Will er aber ſeine Pferde im Sommer grün fuͤttern, ſo muß er Gras dafür haben, welches einige fuͤr die Pferde ge⸗ ſunder als den Klee achten. Aus dem Geſagten geht hervor, daß nicht viel Kleeheu gemacht werden könne. „Seitdem,“ ſagt Paſtor Weihe,„Dreiſche und Brache durch den Kleebau hier faſt ganz aufgehört haben, hat ſich der Acker verbeſſert, ward die Stall⸗ fuͤtterung möglich, der Dunger vermehrte ſich, und der Ackerbau hat ſehr zugenommen.“ Der Klee geräth hier auf jedem Boden, der nicht allzu naß iſt, denn da würde er im Winter verwäſſern und ausfrieren. Er wird zwei⸗, drei⸗, ja viermal geſchnitten, je nachdem man ſich früͤher und öfter an das Schneiden macht und der Boden gut iſt. Länger als ein Jahr kann er nicht wohl benutzt werden. Quecken und Unkraut nehmen ſonſt darin überhand. Die Frucht, welche ſich am beſten nach dem Klee ſchickt, iſt der Hafer, und wenn man nach dieſem Hafer Rog⸗ gen nimmt und etwas dazu düngt, ſo wird ſolcher vor jedem andern Vorzüge haben. Auf ſchwerem Bo⸗ den mag das Weizenſäen nach dem Klee vortheilhafter ſeyn, allein hier, ſagt Paſtor Weihe, gefäͤllt mir's nicht. Der Anbau des weißen Klees iſt ſeit einiger Zeit in dieſer Gegend in Aufnahme gekommen. Man ſäet etwa 6 Pfund Saamen auf den Morgen unter den Hafer. Das folgende Jahr wird der Acker wie Dreiſch behütet, und die Kühe haben die trefflichſte Weide darauf bis Johannis. Alsdann werden ſie davon genommen, und nun wächst der Klee fort und ſetzt Saamen an. Er wird nach der Aerndte im September bei gu⸗ tem Herbſtwetter gemähet, wie Heu behandelt und eingeführt, im Winter bei Froſtwetter gedroſchen, wo der Saame ſehr leicht und beſſer als beim rothen Klee ausfällt und, wenn der Som⸗ mer nicht zu naß war, ſo gut lohnt, daß von 3 ½ bis 4 Mor⸗ gen Landes für mehr als 100 Rthlr. gewonnen werden kann. Außerdem wird nun das Ausgedroſchene gleich dem beſten Heu verfüttert, ſogar für Schaafe. Geräth der Saamen, ſo bringt ein ſolcher Acker mehr Gewinn auf, als er bei der glücklichſten Weizenſaat aufbringen würde, denn das Pfund wird mit 4 Gr. bezahlt, oder 6 Pfund mit einem Thaler. Seit einigen Jahren haben die Bauern, die nahe am Berge wohnen, hiedurch einen guten und reinen Geldgewinn gezogen, woran ſelbſt kleine Leute Theil genommen haben. b) Wurzelwerk. Brachrüben, Stoppelrüben, Runkel⸗ rüben, Möhren, Paſtinaken und Kohl werden nur wenig, und die drei letztern blos in den Gärten angebaut. Steckrüben oder ☚ — Kohlrab oben a lehten. dern„ Vorthe eine al die Kat Man fe behäͤufe Witte winter Haufe ſchlage ) 51 ſondern fettet( ber obe Gleiche Steck bauen niger In Er Miſt d pflanzt den pfl nöthig Gewaͤch zu den geegget recht a könner durchg ten un Kartoff Dde dieſer G ſich, und 8 allzn naß Zausftieren. Ahdem man der Boden szt werden. Ind. Die ſchickt, Cer Rog⸗ *. ſolcher erem Bo⸗ Aſter ſeyn, „i. sgin dieſer 26 Pfund zc folgende ihe haben n werden — und ſeht ir bei gu⸗ angeführt, zzrehr leicht mer Som⸗ 4 Mor⸗ wen kann. 2 eſten Heu ſo bringt aa cklichſten A nit 4 Gr. Jahren rih einen dfne leute u Runkel⸗ as aig, und rpyen oder Kohlrabi unter der Erde ſind ſchon mehr beliebt. Natürlich ſteht oben an die Kartoffel. Man düngt möglichſt ſtark zu dieſer letzten. Die Schaafzüͤchter bringen nicht allein Miſt auf, ſon⸗ dern pferchen noch überdem das Land und finden dabei ihren Vortheil. Der Schaafmiſt, zumal aus dem Winterlager, hat eine außerordentliche Wirkung auf ihren Ertrag. Nur erhalten die Kartoffeln dadurch einen weniger angenehmen Geſchmack. Man fängt an, dieſe Frucht mit dem Pfluge zu pflanzen, zu behäufeln und auszupfluͤgen; jedoch leidet ſolches bei feuchter Witterung auf zaͤhem Boden manche Hinderniſſe. Man durch⸗ wintert die Kartoffeln jetzt meiſtens über der Erde, in runden Haufen aufgeſchuttet, mit Stroh bedeckt und mit Grund zuge⸗ ſchlagen; daſſelbe gilt für Rüben u. dergl. Zu den Rüben nimmt man nicht gerne friſchen Dünger, ſondern alten, und am liebſten einen ſolchen, der mit guter fetter Erde gemiſcht und durchgebrannt war, und den man lie⸗ ber oben auf das gepflügte Land bringt als unterpflügt. Ein Gleiches, ſagt Paſtor Weihe, habe ich in Rückſicht der Steckrüben bewährt gefunden, und rathe es jetzt Jedem, der ſie bauen will, weil die Erfahrung mich belehrt hat, daß ſie we⸗ niger gut gerathen, wenn man den Miſt untergräbt oder pfluͤgt. In Ermangelung ſogenannter kurzer Gaile habe ich langen Miſt oben aufs Land gebracht, die Steckrüben dazwiſchen ge⸗ pflanzt und es blos darauf ankommen laſſen, daß der Regen den Pflanzen ſo viel davon zufuͤhrte, als zu ihrem Wachsthum nöthig war. Aus gleichen Gründen halte ich auch bei andern Gewächſen den Duͤnger in der Oberfläche. So laſſe ich z. B. zu den Kartoffeln das vorher geſtreckte Land, nachdem es ab⸗ geegget worden, möglichſt tief umpfluͤgen, damit der Boden recht aufgelockert werde und die Kartoffeln darin frei wuchern können. Nachdem der Acker dann eine Weile gelegen und wohl durchgeeggt worden, wird er mit dem Dünger reichlich überfah⸗ ren und dieſer nur flach untergepflügt, und dann werden die Kartoffeln gepflanzt. X. Anbau der Handelsgewächſe. Der Lein macht einen der Hauptgegenſtände der Eultur dieſer Gegend aus. Es wird nicht dazu gedüngt. Man hütet ſich vielmehr, ein noch allzu fettes Erdreich dazu zu wahlen, weil der Flachs zwar gut darauf gedeihen, aber zu grob wer⸗ den würde, und die Feinheit ſeine Haupttugend iſt. Man kann es wagen, ihn auf einen ſonſt magern Boden in die zweite Gaile zu ſäen. Doch glaubt man, daß der Rigaiſche Saame, der bei Minden viel gebaut wird, wo er einen fettern Boden findet, auch nachher gern einen beſſern Boden nehme als an⸗ derer Saame. Gewöhnlich ſäet man den Leinſaamen in die dritte Gaile, wie ſchon bemerkt worden iſt. Man kann ihn aber auch, wenn das Land nicht gar zu ſchlecht iſt, in die vierte Saat bringen und der Landmann hat die Meinung, daß Flachs einen Boden liebe, wo in mehreren Jahren kein Flachs gebaut worden. Noch findet hier die Bemerkung ihren Platz, daß der allen andern Fruͤchten förderliche Mergel dem Flachs nicht zutraͤglich ſey, und auffallende Beiſpiele haben beſtätiget, daß entweder der Flachs auf ſolchen Aeckern wie verbrannt ausſieht, oder doch nicht die Güte oder Tugend(wie der Landmann ſagt) bekömmt, als auf anderem Boden. Indeß kommt dabei viel auf die Witterung an. Zu Flachs wird in der Regel das vor dem Winter aus dem Stoppel umgebrochene Land im Frühjahr gepflügt, und zwar gleich nachdem zum Hafer gepflügt worden iſt, damit der Acker einige Brache bekömmt, ſich feſtſetzt und das Unkraut Zeit hat aufzugehen. Zu dieſem letzten Zweck iſt es gut, 14 Tage vor der Ausſaat den Acker tüchtig eggen und walzen zu laſſen, um das Unkraut hervorzulocken, welches deſto leichter vertilgt wird, und dem Jäten zu ſtatten kommt. Beim Säͤen iſt es eine allgemein bekannte Hauptregel, daß der Boden fein und klar geeggt und möglichſt feſtgetreten ſeyn muß, worauf ſehr viel ankömmt. Sind daher viel Klöße auf dem Acker, und iſt es eine trockene Jahreszeit, ſo muß zwiſchen den Eggen oft die Walze zu Hülfe genommen werden. Iſt der Lein geſaͤet und eingeegget, ſo haͤngt es von Zeit und Witterung ab, ob er gewalzt werden ſoll. Iſt die Witterung anhaltend trocken und der Acker ſo ausgedörrt, daß man fürch⸗ ten muß, der Leinſaame könne kaum zum Aufgehen kommen, ſo iſt das Walzen heilſam, um das fernere Austrocknen zu „—— vahinder regen, e Kruſte, und mo manche Die den, wel Beinahe findet hä w W der ſy Felde Minden herg 10 lichen G und dan nins. an, un Meinun hindurc Indeſſet lich, und ſten Ma Veihe, iſ der) mal gu ſpäter zu Das ſchieden. dod ne Oee eir gen La Ooppelt vorausſe genug iſ Arten de guſſcem kan woͤhlen, grob wer⸗ Man kann die zweite je Saame, Drn Boden Ie als an⸗ 3 te Gaile, ach, wenn =t bringen n Boden een. Noch don andern an ſey, und er Flachs a nicht die in als auf eerung an. inter aus igt, und „Hamit der 0 Unkraut gut, 14 * nwalzen zu o leichter 1 uuptregel, getreten 1 al Klöße ts ſo muß a verden, w eit und 2 itterung T an füͤrch⸗ mommen, unknen zu „ 75— verhindern. Sollte dann aber ein Gewitter kommen mit Platz⸗ regen, ehe der junge Flachs aus der Erde iſt, ſo ſetzt ſich eine Kruſte, die es der jungen Saat ſchwer macht durchzubrechen, und man leidet Schaden. Um dieſer Furcht willen wollen manche lieber das letzte Walzen nicht anwenden. Die Zeitbeſtimmung der Einſaat gehört zu Umſtän⸗ den, welche ſich unter keine allgemeine Regel bringen laſſen. Beinahe ein jeder Ort hat darin ſeine Abweichungen. Man findet haͤufig, daß in Gärten auf kleinern oder größern Flecken vom 25ſten März an, je nachdem es die Witterung fruͤher oder ſpäter zuläßt, Lein geſaͤet wird, der ſchön geräth; im Felde aber iſt die Saatzeit die letzte nach der Gerſte. Bei Minden wird um Maitag geſäet,— in der Grafſchaft Ravens⸗ berg 10 bis 14 Tage ſpäter. In der mehr berührten ſüdweſt⸗ lichen Gegend iſt der letzte Tag des Mais der erſte Leintag, und dann hält man mit dem Säen an bis zur Mitte des Ju⸗ nius. Um dieſe Zeit fängt es dann erſt im Lippeſchen Lande an, und dauert daſelbſt bis Ende Juni. Man iſt nicht der Meinung, als ob man nicht auch hier den ganzen Maimonat hindurch Lein ſäen könne; auch geſchieht es wohl hie und da. Indeſſen iſt in der angeführten Gegend jede frühe Saat miß⸗ lich, und man muß ſich durch die guͤnſtige Witterung der er⸗ ſten Maitage nicht verfuͤhren laſſen.„Ich habe, ſagt Paſtor Weihe, auf dieſe Art viel Flachs mißrathen geſehen, und man iſt der Meinung, daß die frühe Saat nur in 6 Jahren ein⸗ mal gut bei uns ausfalle, und es immer das ſicherſte ſey, ſpäter zu ſaͤen.“ Das Quantum der Einſaat beim Flachsbau iſt ver⸗ ſchieden. Zuerſt muß hier alter, das heißt ſelbſt gewonnener, und neuer, das heißt aus der Fremde und namentlich über See eingeführter, Saame unterſchieden werden. Auf einen Mor⸗ gen Landes ſaͤet man von altem Saamen in der Regel das Doppelte, was an Roggen darauf fallen würde, weil man vorausſetzen muß, daß nicht jedes Korn aufgeht und kräͤftig genug iſt. Bei neuem Saamen unterſcheidet man wieder die Arten deſſelben, und glaubt, daß man mit Windauer und Ri⸗ gaiſchem Saamen weiter reiche, als mit dem aus der Libau, — 76— welches vielleicht doch Vorurtheil iſt, obgleich der Windauer oft feiner erſcheint, und man daher weiter damit kommen mag. Bei dem neuen oder fremden Saamen kann man bei der Ein⸗ ſaat, je nachdem der Saame beſſer oder ſchlechter, reiner oder unreiner iſt, ½¼— ⅛, wohl gar erſparen. Man iſt in neuern Zeiten hierin klüger geworden, als vor 40 Jahren, wo in der Regel dicker geſäet wurde, viel Flachs zurück blieb und nicht aufkommen konnte. Bei dem ächt Seeländiſchen Sacklein reicht bei gehörig zubereitetem Lande ein Berliner Scheffel oder 80 Pfund auf einen Morgen Landes zu. Daß der Flachs gejätet wird und werden muß, iſt bekannt, doch geſchieht es nicht auf einerlei Art. In dem Mindenſchen ſitzen die Jäter auf dem Lande und rücken ſitzend bei ihrer Ar⸗ beit fort. In der Grafſchaft Ravensberg wartet man, bis der Flachs faſt einen Fuß hoch iſt, dann geht man, oder reitet auf den Knieen durch das Stücke hin und her, um das Unkraut auszuziehen, welches beweiſt, daß man den Boden ſchon vorher reiner zu machen oder zu erhalten gewußt hat. Wenn der Flachs ſeine gehörige Reife hat, wird er aufge⸗ zogen, in größere Bunde gebunden, wozu man Weiden nimmt, dann nach Hauſe gebracht, da man die Knoten zwiſchen eigens dazu verfertigten eiſernen Stangen abſtreift, die Knoten trock⸗ net, den Flachs nun in kleinern ſogenannten Waſſerboden in die Röte bringt. Nachdem er darin die gehörige Gährung be⸗ kommen, wird er auf einem Lande, gewöhnlich einem Stoppel⸗ feld, dünn ausgebreitet, 8 bis 14 Tage liegen gelaſſen, bis er an einem ſchönen trockenen Tage eingebunden und ins Haus gebracht werden kann. Hiebei einige Bemerkungen: 1) Die Zeit des Aufziehens richtet ſich oft darnach, ob der Flachs ſtehen geblieben war, oder ſich bei vielem Regen früh gelegt hatte. Im letzten Fall kann man die Reife nicht immer abwarten, ſondern muß den Flachs früher aufnehmen und lei⸗ det dann an den Knoten Schaden, die nicht ſo reif ſind, daß ſie einen vollkommenen Saamen liefern.— In der Grafſchaft Ravensberg läßt man überhaupt den Flachs nicht ſo reif wer⸗ den und bekümmert ſich weniger um den Saamen, weil man ——— — e nit Rech heit und 2) man der gewiſſe er ſo mi Gegenden folgt, ab Faachs d wünſcht. ſener N ten in beſten F garn, li dane gei der eit aus ge⸗ dazu g Flachs ſind. N Rath fre könnte e zerftele u 9 bteitete der Baſt Die ſodaven iſt thei ſtimmn Nennig keweicht, dann ger tel gezo Esi Winaner ymmen mag. n bei der Ein⸗ a reiner oder Man iſt in Jahren, wo 3n blieb und din Sacklein Acheffel oder X iſt bekannt, Mindenſchen li ihrer Ar⸗ an n, bis der 10 reitet auf 1 8 Unkraut ahon vorher =p er aufge⸗ den nimmt, a hen eigens N'ten trock⸗ werboden in — hrung be⸗ an Stoppel⸗ Wnn, bis er Ir ins Haus math, ob der aegen fruͤh icht immer r’ und lei⸗ wwind, daß 19'rafſchaft 7 reif wer⸗ veil man A’ ee mit Recht glaubt, daß der zu reif gewordene Flachs an Fein⸗ heit und Güte verliere. 2) Es iſt in neuern Zeiten oft zur Sprache gekommen, daß man den Flachs gar nicht im Waſſer röten, ſondern ihn eine gewiſſe Zeit auf dem Lande ausgebreitet liegen laſſen ſolle, bis er ſo murbe geworden, daß er ſich verarbeiten laͤßt. Es giebt Gegenden im Fürſtenthum Minden, wo man dieſe Methode be⸗ folgt, aber doch geſteht, daß ſie ihre Nachtheile hat, und der Flachs dabei nicht zu allem ſo brauchbar wird, wie man ihn wünſcht.„Meine Verſuche, ſagt Paſtor Weihe, gereichen auch jener Methode nicht zur Empfehlung, und ich glaube, das Rö⸗ ten im Waſſer wird immer die Oberhand behalten und den beſten Flachs, ſonderlich für den Handel und zu dem Fabrik⸗ garn, liefern.“ 3) Das Röten erfordert eine eigene Aufmerkſamkeit und eine geübte Kenntniß, um richtig beurtheilen zu können, wann der Zeitpunkt da iſt, wo der Flachs aus dem Waſſer muß her⸗ aus gezogen werden. Denn oft kann er in 4 oder 5 Nächten dazu geeignet ſeyn, oft kaum in 7 oder 8, je nachdem der Flachs ſelbſt, oder das Waſſer, oder die Witterung beſchaffen ſind. Man muß alſo taͤglich prüfen und oft bei Erfahrenen Rath fragen, denn wenn der Flachs zu lange im Waſſer bliebe, könnte er ſo mürbe werden, daß er unter der Bearbeitung ganz zerfiele und in Hede überginge. 4) Eben ſo muß der auf dem Felde zum Trocknen ausge⸗ breitete Flachs oft geprüft werden, ob er ſchon ſchälet oder der Baſt ſich von dem Mark ablöͤſet. Die Bearbeitung des Flachſes, um entweder im Hauſe ver⸗ ſponnen oder auch als Kaufmannswaare verhandelt zu werden, iſt theils bekannt genug, theils verſchieden, je nachdem die Be⸗ ſtimmung iſt, wozu der Flachs gebraucht werden ſoll. Bei Mennighüffen wird er zuerſt in der Bockmühle geſtampft und erweicht, dann gebraket(oder wie man hier ſpricht, gera cket), dann geribbet und endlich durch eine gröbere und feinere He⸗ chel gezogen. Es iſt ſehr ſchwer, über den Ertrag des Flachſes etwas .( 18— allgemein geltendes zu ſagen. Man kann nur einzelne Data angeben. Iſt der Lein gehörig gut gerathen, ſo kann er, auf dem Lande ſtehend, für 32 bis 40 Rthr. verkauft werden. Indeſſen iſt zu bedenken, daß der Bauer auch für den Saamen 12 bis 15 Rthlr. ausgelegt hat, es bleiben ihm hier alſo für Feld und Arbeit noch 20 bis 25 Rthlr. übrig. Ehedem konnte man 10 Pfund gerackten Flachs für einen Thaler kaufen. Nachher iſt der Preis auf 9 bis 8 und gar 7 Pfund geſtiegen. Auf den Märkten erhalt man 5 bis 6 Pfund gehechelten Flachs für einen Thaler, da man im Ravensbergiſchen nur 2½ bis 3 Pfund bekömmt; wie denn überhaupt dieſer Flachs ſchon fei⸗ ner und vielleicht auch beſſer gehechelt iſt. Verarbeitung des Flachſes. Die Zeit iſt ohne Zweifel das größte Capital, das die Natur dem Menſchen lieh, und das unter ſeinen Haäͤnden zerrinnt, wenn er es nicht be⸗ nutzt und keinen Augenblick davon verloren gehen läßt. Hier⸗ zu gehoren Beſchaͤftigung und Mittel. Erſtere läßt ſich weder auf dem Felde noch in dem häuslichen gewöhnlichen Betriebe kleiner Wirthſchaften finden. Dieſe ſind im Verhäͤltniß zu ihrer Ausdehnung zu ſtark mit Menſchen überfuüͤllt und müſſen es ſeyn, wenn ihre Arme für die Tage der Arbeit im Freien zureichen ſollen, dagegen aber reicht die Arbeit in den Tagen und Stunden erzwungener Ruhe nicht für dieſe Arme zu, und ſo geht das auf dem Felde errungene plus der Production wie⸗ der verloren, die Conſumtion prädominirt, und Noth und Ar⸗ muth ſind die Folge. An der Ausfüllung jener leeren Augenblicke iſt alſo alles gelegen, und das beſte Mittel dazu iſt die weitere Verarbei⸗ tung ſelbſt gezogener Produkte oder doch ſolcher, die ohne viele Umſtände in der Nähe zu haben ſind, und unmittelbar aus der Produktion des Bodens ſelbſt hervorgehen. Dadurch wird dieſes Getriebe zweimal zum Vortheile des Ganzen be⸗ nutzt; einmal durch das Geld, das aus der Fabrikation her⸗ vorgeht, das anderemal dadurch, daß die Cultur des Bodens befördert und der Werth der Produktion erhöhet wird. Das geſchieht namentlich durch die Geſpinnſtpflanzen. Friedrich —-— Lithelt Minden u der Große Fabriken v nerklich, d ein Fabtika Fabriken eit dieſe nur ei gemeinen2 dorch dänig durch ſie nen; bei ſih unmit Der Zuſtan fließt in gr ner. Der! bloße Bure trirt ſich d jedes Hau dern Pun prunfvolle Ganzen nie der Etrom theilt, ſchei dern, Elſaß atziehen, d ben nichts Villes auf die A den Gavhh⸗ nen Gac werden, n dauer un⸗ Oäten zieht vor, und in nach. Zu d nen keinen tzzelne Data der, auf dem 8. Indeſſen mnen 12 bis ſo für Feld wonnte man †. Nachher D. Auf den z Flachs füͤr A bis 3 s ſchon fei⸗ t iſt ohne 9s Menſchen 19 8 vicht be⸗ ußt. Hier⸗ 8 ſich weder Betriebe hältniß zu Annd müſſen Prim Freien maden Tagen 1se zu, und 1arction wie⸗ 25l) und Ar⸗ ſpialſo alles 15 Verarbei⸗ an die ohne eanmittelbar Ondurch zanzen be⸗ nition her⸗ 6 Bodens u rd. Das 5 iedrich Wilhelm l. nannte bekanntlich die Provinzen Ravensberg, Minden und Tecklenburg ſein Spinnländchen. Friedrich der Große achtete ſie weniger und warf ihnen den Mangel an Fabriken vor, aber mit Unrecht! man machte dem Könige be⸗ merklich, daß in Weſtfalen jedes Kind von 5 Jahren an ſchon ein Fabrikant ſey.— Zwiſchen einer Volksfabrik aber und den Fabriken einiger Privaten iſt ein weſentlicher Unterſchied. Wenn dieſe nur einige wenige bereichern, ſo verbreitet jene einen all⸗ gemeinen Wohlſtand. Bei dieſen wird der große Haufe nur durch einige wenige Privaten genährt, er hängt alſo auch nur durch ſie(ich meine die Fabrikherrn) mit dem Staate zuſam⸗ men; bei jener nährt ſich jeder ſelbſt, und ſein Wohl knüpft ſich unmittelbar an den Boden, mithin an den Staat an. Der Zuſtand der Privatfabriken iſt mehr glänzend, das Geld fließt in größeren Maſſen zuſammen, es beſoldet mehrere Die⸗ ner. Der Zuſtand einer Volksfabrik iſt mehr ſolid, er erhält bloße Bürger. Der Unterſchied iſt groß, ſehr groß. Concen⸗ trirt ſich das Geld bei einer ſolchen allgemeinen Fabrik, wozu jedes Haus im Lande beiträgt, zwar nicht auf einigen beſon⸗ dern Punkten, und kündigt ſich daher äußerlich nicht durch prunkvolle Gebäude und Auſſenſchein an, ſo fehlt es dabei dem Ganzen nicht an Reichthum im Ertrage. Nur dadurch, daß der Strom ſich in ſo viele Canäle, Rinnen und Röhren ver⸗ theilt, ſcheint er dem Auge unerheblich. Ich darf hier Flan⸗ dern, Elſaß und Ravensberg als mir wohl bekannte Provinzen anziehen, die ohne Hanf und Flachs, ohne Spinnen und We⸗ ben nichts ſeyn würden, und durch ſie viel, ſehr viel ſind. Vieles kommt bei dem Flachsbau auf den Saamen, alles auf die Aerndte, und wieder vieles in dem Mindenſchen auf den Garnhandel an. Man hat in Weſtfalen außer dem eige⸗ nen Saamen noch vier fremde Gattungen, die hier angeſäet werden, nämlich den Rigaiſchen, den Libauer, den Win⸗ dauer und den Seeländiſchen oder Sacklein. An einigen Orten zieht man dieſe, an anderen jene der vier Gattungen vor, und immer ſteht ihnen der im Lande gewonnene Saamen nach. Zu der Zeit, als die Franzoſen dem ruſſiſchen Leinſaa⸗ men keinen Eingang mehr geſtatteten, nahm die Güte und — 80.— Länge des Flachſes merklich ab, welche ſogleich wieder herge⸗ ſtellt wurde, als man nach der Veraͤnderung ſich wieder frem⸗ den Saamen verſchaffen konnte. Ich bin zwar der Meinung, daß wir, unter andern Umſtänden, den fremden Saamen gänz⸗ lich entbehren könnten; allein ſo lange dieſe Umſtande, welche zu entwickeln hier zu weitlaͤuftig fallen würde, nicht eingetre⸗ ten ſind, bleibt uns der ausländiſche Saame, wofür ſo große Summen außer Lande gehen, zum Beſten unſerer Geſpinnſt⸗ fabrikate nothwendig oder doch äußerſt nützlich. Mehr als die Auswanderung jener Summen bleibt der Wucher, nicht ſelten auch die Verfälſchung zu bedauern, welche man den Saamenhaͤndlern zu Laſt legt, und welche den armen Landmann nicht wenig drücken und ihm einen guten Theil deſſen entziehen, was er mit ſo viel anhaltendem Fleiße zu verdienen ſucht. Ein großes Unglück für hieſige Gegend iſt eine mißrathene Flachsäͤrndte, weniger des Verluſts ihres Ertrags wegen, als wegen dem Abgange an Beſchäͤftigung für die innere Haushal⸗ tung und dem Verluſt an Verdienſt, der daraus entſteht. Un⸗ ter ſolchen unglücklichen Umſtänden liegen Hände bei tauſenden müßig und das Capital der Zeit geht verloren. Man läuft nach dem Ravensbergiſchen, dem Osnabrückſchen, und geht ſelbſt bis in das Hildesheimiſche, um ſich nur Material zur Arbeit zu verſchaffen. Man verliert die Zeit, und kmmt am Ende mit einem theuren und oft nur ſchlechten Vorrathe am Hauſe. Man war ſchon verbunden, in ſolchen unglüͤcklichen Jahren Flachs aus der Oſtſee zu verſchreiben, blos um die an Arbeit gewohnte Hände zu beſchäftigen. Hier zumal tritt der Wucher auf, der alles zuſammenkauft, und dann den armen Spinner, deſſen Bekanntſchaften ſich nicht außerhalb ſeiner Hei⸗ math erſtrecken, unter die Scheere faßt!— Man hat Kornma⸗ gazine, warum ſollte man keine Flachsmagazine haben können, da eben dieſe das Mittel für den Armen ſeyn würden, um ſich Arbeit und Brod zu verſchaffen? Der Flachs hält ſich ohne Gleichen länger und beſſer als das Getreide. Es giebt Jahre, wo er über den Bedarf geräth. Dieſe wären der Augenblick, ihn aufzuſpeichen und ihn für die Fälle der Noth den Spinnern zu einen ſes woh Spinnl in Auf guten. bis jeß Abgange Dar Dieſe, Graſſch nem L einen ſo muß durch k zöſiſche zu legen Schleich les dat Linnen war ihn ließen Act un mer von hetei, Die Haſ wutden berſehens ſah zu, Bind di keiten w wo mei in ſtrei garn mm Stück Fäden. theils nic Jinde od Süwerz der herge⸗ eder frem⸗ 3 Meinung, Samen gäny 8 de, welche n eingetre⸗ d ſo große 15Geſpinnſt⸗ K oleibt der Srn, welche dden armen ten Theil eiFleiße zu aißtathene gen, als * Haushal⸗ eht. Un⸗ tauſenden aan läuft annd geht „erial zur mmt am u grathe am nlücklichen n die an matritt der an armen iner Hei⸗ — können, = un ſich aich ohne ei Jahre, o genblick an'pinnern — 81— zu einem gerechten Preiſe überlaſſen zu können. Es wäre die⸗ ſes wohl die wichtigſte Wohlthätigkeitsanſtalt, die man in einem Spinnlande errichten könnte. Der Flachsbau ſelbſt würde dabei in Aufnahme kommen, weil die Anbauer ſicher wären, auch in guten Jahren Abſatz zu finden.— So viel iſt ſicher, daß, wenn bis jetzt nicht noch mehr geſponnen wird, die Schuld davon am Abgange des Materials liegt. Das Fürſtenthum Minden iſt nicht das Land der Weberei. Dieſe, beſonders die Feinweberei, beſchraͤnkt ſich blos auf die Grafſchaft Ravensberg. Dafür kömmt der Garnhandel in je⸗ nem Lande um ſo mehr in Betracht. Sollen die Garnhaͤndler einen gebuͤhrenden Preis für das Geſponnene zahlen können, ſo muß der Garnhandel möglichſt begünſtiget, erleichtert, und durch keine Abgaben erſchwert werden. Die geldgierige fran⸗ zöſiſche Regierung war unweiſe genug, dieſen Handel in Feſſeln zu legen, und hätten die Kaufleute ihn nicht durch allerhand Schleichwege noch nothdürftig zu erhalten gewußt, ſo wäre al⸗ les darüber zu Grunde gegangen. Wenn die Franzoſen dem Linnenhandel ſo viele Beſchwerlichkeiten in den Weg legten, ſo war ihnen natürlich an ſeinem Fortgange nichts gelegen, und ſie ließen die darüber beſtehenden polizeylichen Einrichtungen außer Acht und verfallen. Vor 1806 wandte die Königliche Kam⸗ mer von Minden ihre vorzügliche Aufmerkſamkeit auf die Spin⸗ nerei, und ſuchte ſie immer mehr in Aufnahme zu bringen. Die Haſpeln, deren Arme die gebührende Länge nicht hatten, wurden zerſchlagen, die richtigen geſtempelt. Man ging un— verſehens in die Häuſer, nahm das Garn aus den Haken, und ſah zu, ob die Stücke die gehörige Anzahl Binde und jedes Bind die gehörige Anzahl Fäden hatte. Die Widerrechtlich⸗ keiten wurden geſtraft. Auf der Bürgermeiſterei zu Lübecke, wo mehrere Garnhaͤndler wohnen, war die Maaßkette, die man in ſtreitigen Faͤllen zu Rath ziehen konnte. Ein Stück Nold⸗ garn mußte halten 20 Binde, jedes Bind 50 Fäden. Ein Stück Wollgarn enthielt auch 20 Binde, aber jedes von 60 Fäden. Durch die Vernachläſſigung der Polizey hat das Garn theils nicht ſeine Länge, theils fehlen in den Stücken einige Binde oder in den Binden einige Fäden. Es ſteht alſo, theils Schwerz, Landwirthſch. 6 — 82— um der Immoralität zu ſteuern, theils um dem Garn in dem Gewerbe ſeinen Credit wieder herzuſtellen, zu hoffen, daß die vernachläſſigten Polizeianſtalten wieder in Gang gebracht wer⸗ den mögen. XI. Vertchiedenes. Unkräuter. 1) Döbbe, Taubkraut, Rhinanthus crista galli, befindet ſich ſowohl auf Aeckern als in Wieſen. Es hat die unglückliche Eigenſchaft, ſeinen Saamen noch vor der Reife des Getreides fallen zu laſſen. Man findet es nur unter dem Winterkorn, und der Landmann iſt ihm als einem Un⸗ kraute, das dem Getreide viele Nahrung entzieht, ſehr gram. Er behauptet, daß die Garben, worunter es ſich befindet, nur ſchlecht ſcheffelrn, und ſelbſt noch in der Scheune von dieſem Unkraute verzehrt werden. Es läßt ſich nur durch eine ſorg⸗ fältige Cultur wegſchaffen.„Ich hatte,“ ſagt Paſt. Weihe, „einen Acker, der ſtark damit angeſteckt war. Ich beſaͤete ihn mit Gerſte, wo die Döbbe der Gewohnheit nach nicht zum Vor⸗ ſchein kam. Darauf beſtellte ich den Acker mit Roggen, uber den ich im Frühjahre Klee ausſäete, und ſogleich fand ſich mein Unkraut wieder ein. Ich ließ ihm aber keine Zeit; denn da ich den Roggen nur zum Grünabfuttern geſäet hatte, ſo mußte ſein Feind mit weg. Im folgenden Jahre zeigte ſich dennoch Döbbe, wurde aber mit dem Klee weggemähet. Im vierten Jahre kam Hafer, im fünften Roggen und die Döbbe war fort.“ 2) Der Flughafer, ein ſehr hartnäckiger Feind. Man lockt ihn im Frühjahre durch zeitiges Pflügen und Eggen hervor, und vertilgt ihn; aber er kömmt immer wieder und macht bei dem Flachsjaͤten nicht wenig Mühe. Das beſte Mittel iſt eine Brache im Vorſommer, wo man ihn ruhig heranwachſen läßt, ihn vor dem Saamenanſatze wegmähet und das Feld allenfalls mit Rüben beſtellt. 3) Hederich, AOckerſenf und Ackerrettig. Wir haben ſei⸗ ner ſchon bei dem Hafer gedacht.„Vergebens,“ ſagt Paſt. Wei⸗ he,„habe ich ihn vor der Gerſtenſaat herausgelockt, um ihn zu vernichten. Es kam immer wieder neuer mit der Gerſte her⸗ ———— vor. 3 ane re 9) kömmt wenn 51 folge, Anlaß! A! ſawme ſes S lichen ſich a Nach! Aecke, ſcda reif ſache landn wird, giebte Brand „Es m auf der dieſem fbrdern den R der Ge ug d den kalft Gaile, dritte ſen und das K Drn in dem 1 daß die 2 acht wer Kaus erista Geſen. Es 7¹) vor der * nur unter inem Un⸗ ehr gram. vardet, nur nn dieſem mine ſorg⸗ Weihe, eſätte ihn 2 zum Vor⸗ gen, uber a fand ſich 1 eit; denn vahatte, ſo „tzeigte ſich rshet. Im gie Döbbe 9d. Man Din hervor, z nnacht bei l iſt eine ashſen läßt, alenfils anben ſei⸗ P ſt. Wei⸗ m ihn zu ) gerſte her⸗ — 83— vor. Nur der Anbau von Flachs, Kartoffeln, Rüben oder eine reine Brache kann ihn bändigen, wiewohl nicht tilgen.“ 4) Die Wucherblume, das gehäſſigſte aller Unkräuter! Sie kömmt nur in Sommerfrüchten, doch auch im Wintergetreide, wenn ſolches ungewöhnlich dünne ſteht. Zu ſo viel Hader und Streit giebt eine ſchlechte Frucht⸗ folge, oder die Dreifelderwirthſchaft, ohne reine Brache Anlaß! Anderweitige Nachtheile.— Berberitzen. Neu ge⸗ ſammelte Erfahrungen beſtätigen den nachtheiligen Einfluß die⸗ ſes Strauches auf den Roggen, deſſen Aehren bis zu einer ziem— lichen Entfernung davon taub werden. Auch beſchäftiget man ſich allenthalben, dieſen nachtheiligen Strauch auszurotten. Nach der Beobachtung des Paſt. Weihe giebt es bei ihm Aecker, wo der Roggen faſt jedesmal, wenn er auch noch ſo ſchön angeſetzt haͤtte, verbleichet, oder vor der Zeit weiß und reif wird und faſt kein Korn liefert, ohne daß man die Ur⸗ ſache davon angeben könnte. Brand im Weizen. Wenn alle Rezepte, womit das landwirthſchaftliche Publikum gegen dieſes Uebel überſchwemmt wird, hülfen, ſo wären wir ſchon lange davon befreit. Jeder giebt ein Mittel an, und jeder hat das beſte und noch immer Brand.— Dafür eine andere Erfahrung über das Einkalken. „Es mögen über 20 Jahre ſeyn,“ ſagt Paſt. Weihe,„als ich auf den Gedanken kam, das Einkalken des Saamens könnte dieſem auf eine andere Art nützen und ſein Wachsthum be⸗ fördern. Ich verſuchte alſo und fand, daß das Einkalken auf den Roggen gar nicht wirke, den Schotenfrüchten nachtheilig, der Gerſte aber ſehr vortheilhaft ſeye. Ich überzeugte mich völ⸗ lig davon, daß die gekalkte Gerſte mir unter gleichen Umſtän⸗ den beinahe ⁄tel mehr einbrachte als die, welche ich nicht ge⸗ kalkt hatte. Ich ſäete meine Gerſte damals in die zweite Gaile, durch das Einkalken aber konnte ich ſie füglich in die dritte bringen. Da ich aber ſeitdem mehr Klee baue, und die⸗ ſen unter die Gerſte ſae, alſo zu dieſer dünge, unterließ ich das Kalken, um ſo mehr, da ich hier nicht wohl Kalk haben 6 8 — 84— kann. Indeſſen theilte ich meine Erfahrung andern guten Oeco⸗ nomen auf großen Gütern mit, ſie machten denſelben Ver⸗ ſuch und rühmten ſeinen Erfolg.“ Ich bitte den geneigten Leſer, dem würdigen Paſtor Wei⸗ he Dank zu wiſſen für die ſchätzbaren Beiträge, die er mir über die Cultur ſeiner Gegend geliefert hat. —:— Zuſta d Wald ſchnitt der öͤſt als mi ſich ja man ſa Klei. di da ind ſo mag pfluͤgen d V gender Naͤſſe haͤufige Lehmbo eine O Moorgt iin ein uten Otco⸗ alben Ver⸗ Sſtor Wei⸗ ie er mir Dritter Abſchnitt. Zuſtand des Ackerbaues in der Grafſchaft Raveusberg. I. Lage und Boden. Die Grafſchaft Ravensberg wird von dem Deutſchburger Waldgebirge in der Richtung von Nordweſt nach Südoſt durch⸗ ſchnitten. Der ſüdweſtliche Theil iſt durchaus flach und ſandig; der öſtliche aber weniger eben, eher naß als trocken, eher zähe als mild, eher thonig als ſandig. In dem Kreiſe Bünde findet ſich jedoch auch etwas Sandboden. In dem Kreiſe Vlotho hat man ſandigen Lehm, auch lehmigen Sand und mit Stellen auch Klei. Die Tiefe der Ackerkrume iſt verſchieden, von 4—6— 9 Zoll. Da indeſſen der Untergrund mit wenigen Ausnahmen Lehm iſt, ſo mag wohl jene Tiefe blos zufällig und durch die Art zu pflügen beſtimmt worden ſeyn. Man fürchtet ſich oft mehr vor dem Untergrunde als nöthig, und das kömmt in einigen Ge⸗ genden der Indolenz zu Hülfe. Wenn nicht gar zu anhaltende Naͤſſe eintritt, läßt ſich der Boden hier wohl bearbeiten. Bei häufigen Baarfröſten frieren die Neubrüche und der ganz leichte Lehmboden auf. Vermuthlich geſchieht ſolches auf Feldern, die eine Ockerſchichte oder einen gelben feſten Thon oder einen Moorgrund zur Unterlage haben. Andere Felder können durch ein einziges Pflügen bei feuchter Witterung ganz verdorben — 86— werden. Obgleich es im Ganzen viele niedergelegene feuchte Felder giebt, ſo iſt doch keines moraſtig. II. Zultand der Cultur, Induttrie der Bewohner. Wenn man die Feld⸗Cultur im Kleinen und bei den Klei⸗ nen, den Köttern und Heuerleuten, betrachtet, ſo kann ſie wohl nicht höher ſteigen als ſie in dem Ravensbergiſchen geſtiegen iſt. Die Arbeit iſt das Element des Ravensbergers. Von dem Alter von 5—6 Jahren in der Spinnſtube daran gewöhnt, dient ſie ihm ſtatt aller andern Bildung. Da er beſtändig auf ſeinem kleinen Acker liegt, ſo kennt er ihn durch und durch, weiß ihn ſo hoch als möglich zu nutzen, und verbeſſert ihn mit einer be⸗ wundernswürdigen Unverdroſſenheit. Kein Fuß breit liegt un⸗ genutzt; keine Furche wird ungleich umgeſtürzt; keine Mergel⸗ grube iſt ihm zu entlegen. Wo er irgend einen Fanggraben anlegen kann, um den Schlamm zu faſſen, den der Regen her⸗ beiführt, da thut er es. Nur die gärzliche Stallfütterung will noch keinen rechten Eingang finden. Er verläßt ſich auf ſeine Weiden, für welche er eine beſondere Vorliebe hat, und worauf er ſeinen höchſten Fleiß verwendet. Auf Spinnrad und Kuh gründet ſich ſein ganzes Daſeyn. Seit der Theilung der Ge⸗ meinheiten hat man aus den unebenſten, höckrigſten und ver⸗ löchertſten Flecken Wieſen entſtehen ſehen, die jeden andern, der den Fleiß der Ravensberger nicht beſitzt, würden abgeſchreckt haben. Das Geſagte trifft aber nicht ſo ganz bei den eigentlichen Colonen oder Meiern zu. Da ſie mehr an Wohlleben gewöhnt ſind, ſo haben ſie oft mehr Mühe nach ihrer Art durchzu⸗ kommen als ihre Heuerleute nach der ihrigen. Das erſte Früh⸗ ſtück eines ſolchen Colonen iſt ein guter ſtarker und mit Zucker wohl verſüßter Kaffee. Um 8 Uhr ißt er mit ſeinen Hausge⸗ noſſen das Imbt oder Frühſtück, um 10 Uhr nimmt er einen Anbiß Fleiſch oder Wurſt oder gebackene Eier mit einem Schluck Branntwein. Um 12 Uhr ſpeist er zwar mit ſeinen Hausge⸗ noſſen zu Mittag, nur daß er auch an den Tagen Fleiſch hat, wo dem Geſinde keins gereicht wird, und ohne die Federbiſſen, —,— welche Weib e ſie hau dicken ten bel Prozeß her!. vensber tüchtige Js Erfaht Gemei zaues, fältigen Gründe ſeaͤnde einiger Anfan und Die heiten wendet hald be Gache folgend flaͤche den Aſ und ve zweiten renthe legten dadul ſie an Der) Die a nen, u Ze feuche Sohner. A den Klei⸗ rr ſie wohl rS geſtiegen Von dem unt, dient uf ſeinem X veiß ihn neiner be⸗ Wiegt un⸗ un Mergel⸗ 23 ggraben 8 gen her⸗ a zung will auf ſeine n worauf Iund Kuh en der Ge⸗ annd ver⸗ a gern, der in eſchreckt za ntlichen z ewöhnt urchzu⸗ 8 ee Fruͤh⸗ Zucker Hauͤhe⸗ Ver einen a2tSchluck myausge⸗ dFſch hat, „rbiſſen, 8 — 87— welche ihm ſein Weib heimlich zuſteckt; denn hier ſetzt jedes Weib eine Ehre in die Maſtung ihres Eheherrn und betreibt ſie hauptſächlich mit Eiern, Wüurſten und Pfannkuchen. Die dicken Wänſte ſind daher nicht ſelten, und dicke Wänſte arbei⸗ ten bekanntlich nicht gerne, non student libenter. Die leidige Prozeßſucht macht weniger Mühe. Doch das gehört nicht hie— her! Ich bin jedoch weit entfernt, dieſes auf alle größere Ra⸗ vensbergiſche Colonen anzuwenden. Es giebt darunter manche tüchtige Ausnahme. Ich kehre wieder zu unſern kleinen Leuten zurück.— Die Erfahrung hat hier gelehrt, daß ſeit der Theilung der hieſigen Gemeinheiten die Verbeſſerung des Acker⸗, Wieſen- und Holz⸗ baues, ſo wie die Verbeſſerung der Viehzucht und ihre ſorg⸗ fältigere Pflege lediglich von den Anſiedlern auf den wilden Gründen ausgegangen iſt. Gedrungen durch Noth und Um⸗ ſtände wurden dieſe Leute erfinderiſch, ſannen und lernten nach einigen Mißgriffen, was ihr Aufkommen befördern konnte. Im Anfange riß man den wilden Boden mit einem Radpfluge auf und brachte dadurch die obere Narbe zu tief in den Boden. Die Felder wurden uneben, und wenn man, um die Uneben⸗ heiten auszugleichen, den Grund von andern Stellen dazu ver⸗ wendete, ſo verſchlechterte man dieſe letztern. Man ließ alſo bald ben Radpflug weg und machte etwas feinere Arbeit. Die Sache war aber dadurch noch nicht zureichend gebeſſert, bis man folgende Methode ergriff. Man plaggte die Narbe oder Ober⸗ flaͤhhe ab, trocknete und brannte ſie; dann grub man zwiſchen den Aſchhaufen und ſtreuete die Aſche über das Umgegrabene her, und verband ſie durch Eggen oder Harken mit dem Boden. Im zweiten und dritten Jahre wurde der Acker gemergelt und meh⸗ rentheils zu jeder Frucht gegraben. Die armen Neubauer legten ſich ſtark auf Kartoffel⸗ und Gemüſe⸗Bau, und da ſie dadurch einen Abgang an Heu und Kornfutter hatten, ſo fingen ſie an, ihre einzige Kuh mit Gemüſe und Wurzelwerk zu füttern. Der Nutzen davon leuchtete bald ein und wurde allgemeiner. Die alten Bauern ſahen, daß dieſe Leute mehr Milch gewan⸗ nen, und nahmen deren Verfahrungsart an. Durch die Proben, welche die Anſiedler machten, wurde der Gebrauch des Mergels allgemeiner; ſo wie man überhaupt an⸗ fing, die alten Laͤndereien ſorgfaͤltiger zu bearbeiten. Trafen ſie auf ein zur Wieſe ſich paſſendes Fleckchen, ſo ſparten ſie weder Kraft noch Schweiß, es in Ordnung zu bringen. Die durch die Anſiedlung vermehrte Bevölkerung gab den Grasplätzen ſchon einen höhern Werth und dadurch wirkte das Beiſpiel der Ver⸗ beſſerung derſelben auch auf die übrigen Bewohner ein. Auf das Holz hatte jene Bevölkerung einen eben ſo ſtarken Einfluß, und die dadurch veranlaßte größere Schonung trug nicht wenig zur Einführung der halben und ſelbſt der ganzen Stallfütte⸗ rung bei. Wenn man den günſtigen Einfluß bezweifeln wollte, den das Beiſpiel jener Anſiedler und die Theilung der Gemeinheiten auf die Ravensbergiſche Cultur gehabt haben, ſo darf man nur den Kreis Vlotho, wo die Theilung noch nicht vor ſich gegangen iſt und daher noch alles auf dem alten Fuße ſteht, mit den übrigen Kreiſen vergleichen. Erſt ſeit einigen Jahren fängt man daſelbſt an, den Kartoffelbau etwas zu vermehren und an die Möglichkeit zu glauben, daß auch Klee in der Gegend wach⸗ ſen kann, wo ohnehin ein Abgang an Wieſen iſt. Endlich kam uns denn noch die liebe nützliche Noth zu Hülfe. In den vergangenen unglücklichen Kriegszeiten geriethen die Pferde haltenden Wirthe mit ihrer Ackerbeſtellung in's Ge⸗ dränge. Wollen oder nicht! Wenn ſtie ſich nicht ſelbſt an den Pflug ſpannen ſollten, ſo mußten ſie ihre Kühe dabei zu Hülfe nehmen, welches wohl freilich nicht ohne Kampf mit den Wei⸗ bern mag hergegangen ſeyn; aber ſelig ſind die noch immer ein⸗ wirkenden, ſich immer mehr verbreitenden Folgen dieſes heil⸗ ſamen Gebrauchs! Denn nun beſtellt der Kleine ſein Land ſelbſt und bedarf des Großen Hülfe nicht mehr, welche ihm die⸗ ſer doch gewöhnlich nur zur Unzeit leiſtete. Die, welche nur eine Kuh halten, vereinigen ſich zu zweien oder vieren, um ihr Geſpann vollzählig zu machen. Der Acker gewinnt und das Vieh leidet nicht darunter. Statt daß es ſich ſonſt auf öden Aengern mühſam und unter Nahrungsſorgen umherſchleppte, er⸗ hält es nun zum Solde ſeiner Arbeit beſſere Nahrung auf dem b Stalle, ſo diel Da nern, w teres ni Männer bei eine Es vor de Gehülf von ein Vor die Paar 9 früchter M und m den 4. M ſammt Kler; i Von ſtarker ihrer al der Geg 9 auf 4. leichter kleine 70-80 Gan halbe al wurde der d haupt an⸗ Teafen ſte ſie weder durch die A tzen ſchon 1 der Ver⸗ An. Auf a Einfluß, aht wenig tallfütte t lite, den „Veinheiten zenan nur Hgegangen wit den men fäͤngt acn und an 1end wach⸗ 2 Noth zu roeriethen amin's Ge⸗ an an den ezu Hülfe zien Wei⸗ i mer ein⸗ id es heil⸗ un Land ihm die⸗ lche nu dn um ihr Aand das nuf bden Ghypte, el⸗ amuuf dem — 89— Stalle, und giebt dadurch nach dem allgemeinen Zeugniſſe eben ſo viel Milch als vorher. III. Geſpann und Geſpannarbeit. Das Zugvieh der Größern ſind die Pferde, das der Klei⸗ nern, wie wir ſo eben geſehen haben, die Kühe. Doch iſt Letz⸗ teres nicht allgemein genug; denn ſonſt würde ich nicht drei Männer auf dem Felde bei Jollenbeck gefunden haben, die ſich bei einer Egge außer Athem zogen. Es ſeyen Pferde oder Kühe, ſo ſpannt man ihrer 2, 3, 4 vor den Pflug. Bei dem Pflügen wird außer dem Pflüger ein Gehülfe zu dem Antreiben der Pferde erfordert,— ein Zeichen von einer ſchlechten Erziehung oder von einem ſchlechten Pfluge. Vor die Egge kömmt ein Paar, auch nur ein Pferd oder ein Paar Kühe. Die Walze wird beinahe nur zu den Sommer⸗ früchten gebraucht. Man pflügt 3, 4, 5, 6 Zoll tief, und beſchafft 1 Morgen und mit vier Pferden 2 Morgen im Tage. Mit der Egge wer⸗ den 4—6 Morgen abgefertigt. Man unterhält die Pferde im Sommer mit Hafer, der ſammt dem Stroh unter einander geſchnitten iſt, und grünem Klee; im Winter mit Häckſel von Roggenſtroh und Wicken. Von Pferdezucht kann aus Abgang von Weiden und wegen ſtarker Parzellirung des Bodens keine Rede ſeyn; es müſſen ihrer alſo viel beigekauft werden, zumal Fohlen, die man aus der Gegend von Bremen und dem Oldenburgiſchen bezieht. W. nu t; vi eh. Hornvieh. Man nimmt das Gewicht einer Kuh auf 4— 600 Pfund an. Nur in dem Kreiſe Vlotho ſind ſie leichter und kommen nicht über 300 Pfd. Dennoch ſoll dieſe kleine Race ſehr gut ſeyn. Man ſchlägt den Butter⸗Ertrag auf 70— 80 Pfd. an. Ganze Stallfuütterung iſt zwar nicht ſelten, indeſſen iſt die halbe allgemeiner. Das Vieh wird auf Weiden oder Klee⸗ — 90— dreiſchen gehütet, im Canton Vlotho aber auf der Brache und den noch daſelbſt beſtehenden Gemeinheiten. Das Vieh erhäͤlt dabei noch etwas Klee auf dem Stalle. Man haͤlt die Sommer⸗ ſtallfütterung nicht für allgemein möglich, weil es an Streuſtroh und Plaggen fehlt. So ſagt man! Indeſſen werden wir im Münſterlande ſehen, daß der Vorrath von Plaggen allein nicht zur Stallfutterung bewegen kann. Es fehlt wohl mehr an ernſtlichem Willen und einer guten Einrichtung. Auch ſagt der Domainenpächter Haccius vom Canton Vlotho:„Die Sommer⸗ ſtallfütterung iſt hier überall möglich und würde von dem größ⸗ ten Nutzen ſeyn.“ Die Winterfütterung beſteht aus Kohl, Rüben, Häckſel von Weitzen⸗ und Roggenſtroh, Wirrſtroh, etwas Heu, und bei Einigen auch etwas Mehl. Die Winterfütterung geſchieht kalt und nichts wird gekocht, und dieſer Gebrauch iſt allgemein. Sattelmeier Johann hält das Kochen der Kartoffeln ſelbſt für ſchädlich. Hafer mit dem Stroh zu Häckſel geſchnitten, mit rohen Kartoffeln und etwas Mehl gemiſcht, wird für das beſte Fettfutter gehalten. Im Canton Vlotho läßt man die Rinder mit 2 ½— 3 Jah⸗ ren zum erſten Mal von dem Bullen begehen, anderswo ſchon im zweiten. Die Kälber werden getränkt. Die Kühe läßt man 6—8 Wochen vor dem Kalben verſeichen; man melkt ſie auch wohl bis 14 Tage vor dem Kalben. Eine feſte Regel hat da⸗ bei nicht ſtatt. Schaafe findet man beinahe nur noch im Canton Vlotho, wo die Gemeinweiden noch nicht getheilt ſind. Doch iſt die Schaafzucht auch hier nicht beträchtlich. Die größten Heerden haben nicht mehr als 3— 400 Stücke. Verſuche haben gezeigt, daß die Veredlung daſelbſt nicht gedeihen will. Das Stück ſcheert 2 ½— 3 Pfd. Wolle, wovon das Pfd. jetzt 8 Gr. gilt; ſonſt galt es nur 4—5 Gr. Ein Mutterſchaaf koſtet 2 ½, ein Hammel 3 ½ Thlr. Faulwerden und Drehen ſind die Krank⸗ heiten, denen das Wollvieh unterworfen iſt. Das Winterfutter beſteht in Stroh aller Art. Mutterſchaafe und Jährlinge er— halten auch wohl etwas ausgedroſchene Wicken und Hafer im Strohe. Die Schäfer haben ihr Vorvieh als Lohn. A& Die doch ger die Aas rung he gehört! 110, 13 die Ma inem 3 füttern Granx 20 fettſten 89 dieſe ü keine. unter? Weide ligen, Acerlat Da es! zumäͤtzen gebracht. Oo und auf doch in linge be den ſ die fii ihrem ſitzer b lleiht a Brod mi angeſtrich väden z rache und ieh erhält Sommer⸗ Strevſtroh en wir im rellein nicht de mehr an adl) ſagt der Sommer⸗ rodem größ⸗ ackſel von 8 und bei ag hieht kalt Fullgemein. 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Die Graſfſchaft hat ſehr wenige Weiden, und dieſe liegen bei Bilefeld und Herford. Anderswo hat ſie gar keine. Die höher gelegenen Weiden werden von Zeit zu Zeit unter den Pflug genommen und mit Getreide beſtellt. Da der Weiden ſo wenig ſind und ſolche nahe an gedachten Städten liegen, ſo ſtehen ſie noch einmal ſo hoch im Werth als die Ackerlande. Man zahlt bis 10 Thlr. Weidegeld für eine Kuh. Da es hier keine Fettweiden giebt, ſo wird das güſte oder aus⸗ zumärzende Vieh aufgekauft und nach den Weiden an der Lippe gebracht.. So nachtheilig das Viehhüten einzelner Stücke in Gräben und auf Rainen den benachbarten Feldern auch iſt, ſo iſt es doch im Ravensbergiſchen beinahe unabſtellbar, da die Heuer⸗ linge bei der Theilung der Gemeinheiten ganz übergangen wor⸗ den ſind, und die Brinkſitzer nur ſehr wenig erhalten haben, ſie, die früher dieſelbe verhältnißmäßig am meiſten, beſonders mit ihrem Milchvieh, benutzt hatten, ſtatt daß die großen Hofbe⸗ ſitzer blos ihre Fohlen, Rinder und Schweine hinſchickten. Es bleibt alſo ſchon hart genug für den Armen, daß er nun ſein Brod mühſamer auf den Rainen zuſammen ſuchen muß. Un⸗ angeſtrickt ſollte indeſſen nicht erlaubt ſeyn, das Vieh daſelbſt weiden zu laſſen. — 94— Es muß einem Fremden auffallen, auf den nahe um die Wohnungen gelegenen Weideplätzen nur hochſtämmiges Wald⸗ holz und keine Obſtbaͤume zu finden, da doch das Gras unter dieſen beſſer fortkömmt und gedeihlicher iſt, als unter jenen, und ſie nebendem den Genuß von Obſt darbieten. Allein dieſer letztere fällt hier für den Eigenthümer weg; denn jeder eignet ſich das Recht zu, ſolches zu brechen, wo es nur ausgewachſen hängt, und zwar nicht bei Nacht, ſondern vor den Augen des Eigenthümers ſelbſt. Man ſieht nämlich ſolche Früchte, die Gott ohne ferneres Zuthun der Menſchen wachſen läßt, als ein allgemeines Gut an, und derjenige Colonus würde als der ärgſte Filz verſchrien werden, der die Kinder ſeiner Kötter und Heuerlinge hindern wollte, ihm ſein Obſt wegzunehmen. Wieſen. Auch hieran hat das Ravensbergiſche keinen Ueberfluß; jedoch reicht man damit zu, denn was einigen Can⸗ tonen an Heuwuchs fehlt, kann durch die andern erſetzt werden. Da man der Bevölkerung wegen ſo viel Land unter den Pflug nimmt, als ſich pflügen läßt, ſo bleiben nur die feuchteſten Plätze zu Wieſen liegen, und dieſen fehlt es meiſtentheils an Entſumpfung oder Abwäſſerung. Das Düngen der Wieſen kann hier, wo man den Dung für den Acker ſo ſtark zu Rath hält, nicht ſtatt finden. Doch ſtreuen die kleinen Wirthe Torf⸗ aſche, den Abdruſch von Leinſaamen und von der Gerſte über ihre Wieſenplätzchen.— Wie ſchön würden ſie auch das friſche Kartoffellaub dazu benutzen können?— Vom Gebrauche der Holzaſche zu dem Zwecke kann keine Rede ſeyn, indem der Scheffel hier einen Werth von 12—16 Gr. hat. Die Bewäͤſſe⸗ rung dagegen wird ziemlich ſtark betrieben. Herr Dreckmeyer bei Bilefeld hat vieles Verdienſt um den Wieſenbau durch Be⸗ wäſſerung und Abſchlämmung des Sandes, um einer Seits zu vertiefen und andrer Seits zu erhöhen. Er hält dafür, daß es am Beſten ſey, die Wieſen nach dem Winter ſo lange trocken liegen zu laſſen, bis ſie wie ausgedorret ſind, und dann erſt das Waſſer darauf zu bringen. An einigen Orten nimmt man den Heuertrag von einem Morgen zu 16, an andern zu 24 Zentner an. Der Preis vom Zentner iſt 10—12 Gr. Das Heu wird durchgehends durch ———— dägene: Leute g. durchſch von et aus Ec Fürz Zum. fi Amz 6 Am Fuht Kot M denn, gen al vensber im Mi kommen Det Viehe l aus tein fotmig, feſttreten Grönyl durch, cher d angeme tem, do miſte, auf ſchu locerung 3 he um die ges Wald⸗ Hras unter anter jenen, llein dieſer reder eignet a ggewachſen erelugen des 8 ichte, die I t als ein 8e als der Kötter und n. rhe keinen is gen Can⸗ unt werden. „9 den Pflug cfeuchteſten antheils an er Wieſen Fk zu Ratb Mtthe Torf⸗ erſte über Gas friſche dsluche der andem der Bewäͤſſe⸗ Sckmeyer nh urch Be⸗ Seits zu cr, daß es 1 ge ttvcken Kͤann erſt mdn einem „ areis vom ads durch 5 — 93— eigene Dienſtboten geworben; da aber, wo es durch fremde Leute geſchieht, kommen die Koſten ziemlich hoch und nehmen durchſchnittlich den dritten Theil des Extrages weg. Die Koſten von etwas weniger als 11 Morgen Wieſen, die einem Bürger aus Schildeſche zuſtehen, verhalten ſich wie folgt: Für zweimaligen Schnitt, gut gemähet 16 Thlr. Zum Hauen am erſten Tage zehn Perſonen à 6 Gr. für die zwei Schnitte.. 5— Am zweiten Tage ſechs Perſonen; für die beiden Schnitte. 3— Am dritten Tage acht Perſonen; fuͤr die beiden Schnitte 4— Fuhrlohn von 12 Fuder Heu.... 4— Summa 32 Thlr. Kommen auf den Morgen 3 Thlr. VI. Dung und Dungltätte. Man hat außer dem Stroh nicht viel andere Streumittel; denn, ſeit die Gemeinheiten getheilt ſind, hört es mit den Plag⸗ gen auf. Uebrigens ſind dieſe auf einem Boden wie der Ra⸗ vensbergiſche nicht ſo erforderlich, als auf ſchlechtem Sandboden im Münſterlande, man kann alſo auch eher ohne ſie zurecht kommen. Der Miſt bleibt 8— 14 Tage bis 3 Wochen unter dem Viehe liegen, nach der Beſchaffenheit der Ställe. Beſteht er aus reinem Stroh, ſo breitet man ihn auf der Miſſtſtätte gleich⸗ förmig aus, läßt ihn in großen Wirthſchaften durch die Pferde feſttreten, und deckt ihn im Sommer mit einer einzigen Lage Grünplaggen, wenn man ſie hat, ſonſt mit etwas Erde. Da⸗ durch erhält er ſich dann in ſeinem braungelben Zuſtande, wel⸗ cher dem ſandigen Lehm und ſelbſt dem lehmigen Sande der angemeſſenſte iſt. Er hält ſo die Mitte zwiſchen ſchwarzgerotte⸗ tem, daher kurzen, und zwiſchen friſchem oder langen Stroh⸗ miſte, wovon jener am beſten auf ganz leichten Boden, dieſer auf ſchweren thonigen paßt. Die mechaniſche Wirkung der Auf⸗ lockerung, welche der lange Miſt auf dem Thone hervorbringt, — 94— würde auf dem Sande nur ſchädlich ſeyn, und ſo umgekehrt mit dem verrotteten Dunge. Weiter erfordert der Thon, indem ſich der Miſt nur langſam zerſetzt, eine ſtarke Doſis auf einmal, damit die Gewächſe in erſter Gaile keinen Mangel leiden; dem Sande aber, der den Miſt ſchnell angreift, muß nicht zu viel auf einmal gegeben werden. Damit dieſes wenige aber ſchon im erſten Jahre dazu geſchickt ſey, muß es vorher einen ſtarken Grad von Gährung überſtanden haben. Da unter beiden Erd⸗ arten, als Extremitäten, der Lehm die Mitte hält, ſo hält auch der ihm beſtimmte eben angegebene gelbe Dung die Mitte, und muß weder zu roh noch zu friſch ſeyn. Was ich hier geſagt habe, betrifft aber nur den gewöhn⸗ lichen oder Strohmiſt. Bei anderm Streuſal, wie Heide, Moos und Heideplaggen, könnte wohl im Allgemeinen ein höherer Grad von vorheriger Gährung oder Zerſetzung nothwendig ſeyn; daher denn auch die Weſtfälinger ſolche Dunghaufen nie feſt zuſam⸗ mentreten, ſondern nur locker aufſchichten, wodurch ſie ſchneller in Hitze gerathen und jene kauſtiſche Subſtanzen ſich leichter zer⸗ ſetzen. Für die Jauche iſt weder hier noch ſonſt in Weſtfalen eine Vorrichtung getroffen. Sie fließt zwar auf die Miſtſtätte, aber eben dahin fließt auch das Waſſer von den Dächern und reißt die Jauche mit fort. „Ich ſorgte dafür,“ ſagte mir ein wohlerfahrner Ravens⸗ berger,„daß mein Miſt Feuchtigkeit genug habe, um nicht ſchwarz, ſondern braungelb zu werden, ein Zuſtand, in welchem er zu allen Früchten geſchickt iſt.— Hürdenſchlag und Schaafdünger verwendete ich vorzugsweiſe zur Gerſte.— Im Sommer fuhr ich auf den entfernten Feldern Plaggen, Moos, Laub und Flötz⸗ erde ſchichtweiſe in Haufen, um welche ich die Horden ſetzte und mit jeder Nacht die Schaafe darauf verlegte. Dabei ließ ich noch von Zeit zu Zeit friſchen Stallmiſt hinzuführen, und mit der Erde und dem Uebrigen fortfahren. Dieſen Dung brachte ich dann im Herbſte auf das ſchon gepflugte Land, ließ ihn nur mit der Egge unterbringen, ſäete und pflügte den Saamen flach unter. Und da gab's Korn!“ pfe dieſes haben, Miſſſe halten Gd vöhnlich „Wenn ſiger La wten er am in der an, n breitete war, l durchwr ruhend dieſen etwas durch der da Dieſes andern M auf ein Au Ravens Erde a⸗ an all Ader Damt mit a dem g Verbeſſ der zur ſie end den au Byxkehn mit 3 indem ſich muf einmal, eiden; dem icht zu viel aber ſchon een ſtarken reiden Erd⸗ häͤlt auch 21 Nitte, und an gewöhn⸗ 1 ide, Moos act erer Grad hn; daher »reſt zuſam⸗ ie ſchneller Meichter zer⸗ kfalen eine n ätte, aber ue und reißt un Ravens⸗ i ht ſchwarz, lawem er zu Daafdünger acmer fuhr und Flöt⸗ 1— ſetzte und ei liſj i und mit dg brachte ul ihn nur smen flach —— — — 95— Pferdemiſt iſt der Haupt⸗Dung für naſſe Felder. Doch iſt dieſes nur ein Wink für große Landwirthe, die viele Pferde haben, und den Dung abſondern können. Er will auch auf der Miſtſtätte nicht blos feucht wie der Kuhmiſt, ſondern naß ge⸗ halten werden. Sobald der Miſt gebreitet iſt, wird er auch nach der ge⸗ wöhnlichen, aber nicht allgemeinen Bauernregel untergepflügt. „Wenn der Miſt gleich untergepflügt wird,“ ſagte mir ein hie⸗ ſiger Landwirth,„ſo äͤußert er ſeine Wirkung am ſtärkſten bei der zweiten Frucht; bleibt er lange gebreitet oben aufliegen, ſo wirkt er am meiſten auf die erſte.“ Ich werde noch mehr als einmal in der Folge auf jene Regel zurück kommen. Ich führe hier nur an, was mir ein anderer Ravensberger davon ſagte:„Ich breitete bei meiner Praxis den Dung aus, ſobald er aufgefahren war, und ließ ihn im Herbſte ſo lange liegen, bis er grün durchwuchs. Auf dieſe Weiſe lockte ich das in der Oberfläche ruhende Samen⸗Unkraut und Gras hervor, und vermehrte durch dieſen Zuwuchs von Vegetabilien den aufgebrachten Dung, ſtatt etwas davon zu verlieren, indem der Saft des Düngers, der durch den Regen ausgewaſchen wurde, in den Boden drang, und der darauf liegende den Boden unter ſich faul oder moder machte. Dieſes Verfahren gab den Früchten einen großen Vorzug vor andern, und ich erhielt ein reines Land.“ Man bringt im Durchſchnitte 6 vierſpännige Fuder Dung auf einen Morgen, und dieſer dient für 3—4, auch 5 Jahre. Außer dem Stallmiſte bedient man ſich in der Grafſchaft Ravensberg auch des Pfannenſteins, des Mergels und der Erde aus Fanggräben(hier Brökelkuhlen). Man gräbt nämlich an allen niedern Stellen am Rande der Wege u. ſ. w. Löcher oder Gräben aus, um die mit dem Regenwaſſer fortſtrömende Dammerde, Thon und Dungtheile aufzufangen, und ſelbe ſpäter mit anderm Dung wieder aufs Feld zurückzubringen.— In dem gebirgigen Kreiſe Vlotho geſchieht ſolches nicht blos der Verbeſſerung wegen, ſondern aus Noth, um den Abhängen wie⸗ der zurückzugeben, was ihnen alljährlich entſtrömt, ohne welches ſie endlich ihre ganze Krume verlieren würden. Man ſchlägt den aufgefangenen Grund in Haufen, und ſetzt dieſe ein paar — 96— Mal um, ehe man ſie an Ort und Stelle faͤhrt. Der Schlamm, der aus dem Beete der Bäche geſchöpft wird, kann gleich aufs Feld gebracht werden, ſtatt daß der Weyer⸗Schlamm oder der aus ſtehendem Waſſer ein Jahr an der Luft liegen muß. Der Pfannenſtein, den man von dem Salzwerke zu Rheme und dem zu Uffeln im Lippeſchen bezieht, wird pulveri⸗ ſirt und im Frühjahr nach Eintritt der Vegetation auf den Klee verwendet. Man nimmt davon ſo viele Scheffel, als man Getreide ausſäen würde. Auf dem Klee, ſagt der Domainen⸗ pächter Haccius, hat dieſes Düngerſurrogat bei uns(Canton Vlotho) einen entſchiedenen wohlthaͤtigen Einfluß, der dem des Gypſes völlig gleich kommt. Die Wirkung davon dauert aber nur ein Jahr. Daß der Pfannenſtein aber auch noch außer dem Kreis Vlotho gebraucht werde, beweist das ſtarke Aufkaufen deſſelben für das Ausland. Der Mergel iſt hier allgemein im Gebrauche. Man hat drei Arten ihn anzuwenden. Die erſte: man fährt ihn im Sommer in Haufen zuſammen, läßt ihn verwittern, ſtreut ihn im Herbſte über den gepfluͤgten Acker und ſucht ihn durch mehr⸗ maliges Pfluͤgen und Eggen damit zu vermiſchen. Die zweite: man ſtreut den Mergel im Winter über die Roggenſaat. Die dritte: man bringt ihn auf den Klee, und hier ſcheint er am zweckmäßigſten angewendet, ob es gleich am öfteſten nach der erſten Art geſchieht. Im Canton Vlotho nimmt man 15—20 Fuder, anderswo 6—15 auf den Morgen. Eine Regel kann nicht dafur angegeben werden, indem es dabei auf die Qualität des Mergels und die Beſchaffenheit des Bodens ankömmt. Er hält 10—12 Jahre im Lande und äußert bis dahin bei einer zulänglichen Miſtdüngung eine große Wirkſamkeit auf alle Saaten. An andern Orten iſt ſeine Dauer von 20 Jahren. Der gelbe Kalkmergel wird vorzugsweiſe auf die Neubrüche ver⸗ wendet, weil er die darin vorhandenen Vegetabilien ſchnell zer⸗ ſtört und in Dammerde verwandelt. Man vergleiche gefälligſt, was ich über den nämlichen Ge⸗ genſtand in dem Abſchnitte von dem Zuſtande des Ackerbaues des Fürſtenthums Minden angeführt habe. Re — Kar nig od * ſtet! einen er D.CI Mn 7 Wehlſta ². Schlanm, gleich auſs Zm oder der muß. 2 hzwerke zu d pulveri⸗ An auf den fi als man yomainen⸗ 2 3 Canton a dem des Fauert abet eoch außer alufkaufen „Man hat waſt ihn im t aſtreut ihn urch wehr⸗ —e zweite: Saat. Die wiint er am 27 nach der it n 15— 20 8 ggel kann i Oualität sankömmt. dahin bei ant auf ale 2Jahren. rüche vel⸗ an qihtell jel⸗ arichen Ge⸗ 4 zkerbaues VII. Cultur-Gegenſtände. Fruchtkolge. Roggen, Weitzen, Gerſte, Hafer, Bohnen, Erbſen, Wicken, — Kartoffeln, Rüben, Möhren, Kohl, Klee— Flachs und we⸗ nig oder gar keine Oelgewächſe. Unter allen dieſen Pflanzen ſteht der Flachs oben an. Er iſt in der Grafſchaft Ravens⸗ berg das Ein und Alles. Sein Gedeihen und Mißrathen hat einen entſchiedenen Einfluß auf das Steigen oder Fallen des Wohlſtandes ihrer Bewohner, indem ſich bei weitem der größte Theil von der Spinnerei ernährt. Die Fruchtfolge iſt die einer Dreifelderwirthſchaft. Die wegen dem Flachsbau angewendete und durch den Flachsbau bezahlte Muͤhe auf das Reinigen des Feldes mag ſie hier auf⸗ recht halten, und doch weit eher bei den Kleinen als bei den Großen. Das Muſter hieſiger Fruchtfolge iſt: 1. Reine Brache gedüngt mit 4. Bohnen, Wicken, beide ge⸗ 6 Fuder vierſpännig. düngt mit 4 Fuder, Flachs, 2. Roggen, ſelten Weitzen, 5. Roggen, 3. Gerſte, 6. Hafer. Das Beſte in dieſem ganzen Umlaufe iſt wohl die reine Brache als die einzige Krücke, worauf ſich die Dreifelderwirth⸗ ſchaft noch mit Ehren durch die Welt ſchleppen kann. Wird die Brache mit Erde oder Moder gedüngt, dann wird auf fol⸗ gende Weiſe dabei verfahren. Nachdem das Feld im vorher⸗ gehenden Winter gepflügt war, bleibt es bis nach der Beſtel⸗ lung des Sommergetreides liegen, dann wird es von neuem gepflügt und noch einmal im Juli, und zwar diesmal zur vol⸗ len Tiefe. Nun wird die verwitterte Erde aufgefahren à 40— 50 vierſpännige Fuder auf den Morgen. Man breitet ſie und pflügt flach unter, erſt 2, dann 3 und endlich 4— 5 Zoll tief, um ſie aufs innigſte mit dem Boden zu verbinden. Bei Bilefeld fand ich folgenden Fruchtumlauf mit Klee auf ſandigem Boden: 1. Klee, 4. Roggen, weil Gerſte ſich 2. Klee nach dem zweiten lagern würde, Schnitte umgebrochen, 5. Rauchfutter, 3. Roggen, 6. Weitzen. Schwerz, Landwirthſch. 7 — 98— Die Kleeſtoppel wird zuerſt flach, dann tief umgepflügt, Darauf wird Erde oder Moder gefahren, Fuderweis abgeladen und nach drei, vier Wochen gebreitet und untergepfluͤgt. Bei Engeren fand ich: 1. Roggen gedüngt, 6. Hafer, 2. Hafer, 7. Roggen gedüngt, 3. Lein, 8. Roggen, im Falle daß noch 4. Roggen gedüngt, Kraft genug im Lande ſitzt; 5. Klee, ſonſt Wicken. Man hat hier erfahren, daß der Klee im Sommergetreide, das nach Wintergetreide folgt, nicht gut fortkömmt, daher man ihn in gedüngten Roggen nimmt. Sonſt ließ man Roggen nach dem Klee folgen, man befindet ſich jetzt aber beſſer, wenn man Hafer darauf folgen läßt. Nothwendig muß in obiger Frucht⸗ folge eine reine Brache vorhergehen, welches nicht angegeben iſt; dadurch kämen dann 9 Jahre heraus. Uebrigens hat man auch immer etwas Dreiſche, und zwar 120 Ruthen für jede Kuh; dieſe bleibt drei Jahre liegen, darauf folgt Hafer und nachher gedüngter Roggen, wie oben. Der beſte Dung zur Gerſte iſt aufgefahrne Erde, die aber ein bis zwei Jahre im Haufen gelegen hat. Kömmt Klee in dieſe Gerſte, ſo wird er beſſer, als wenn zu der Gerſte mit Miſt gedüngt worden wäre: der Klee haßt ſich hier 6, der Lein 4 Jahre. Der Ausdruck haſſen iſt vielleicht nur im Münſterlande bekannt und wird daſelbſt bei der Fruchtfolge vorkommen. Zu Spenge fand ich folgenden fürchterlichen Umlauf: 1. Roggen gedüngt, 5. Roggen, wo möglich in hal⸗ 2. Roggen, ber Düngung, 3. Hafer oder 3. Flachs, 6. Hafer!!! 4. Roggen gedüngt oder 4. Weitzen, Dieſes ſoll nun ziemlich gut ſo gehen; wie lange? wußte man nicht. Auch müſſen wohl Lein, Klee, Kartoffeln darin eine Stelle finden. Nach Klee, der gegipſt wird, folgt Hafer ohne Dung, zum folgenden Roggen aber muß gedüngt werden. Läßtt dazu k Rogge Klee, 3 Ro. ſchaft 1,2 d 2 9 3. G Aw ſchlechte Halm. theilha der W dem Gomn ins Er Al der Ha lach H banern * maepfügt abgeladen Augt. ul daß noch mande ſitzt; mrergetteide, daher man den Roggen venn man r Frucht⸗ ängegeben ars hat man 2 für jede oafer und die aber erit Klee in gerſte mit er 6, der di nur im ruchtfolge wuuuf: Bich in hal⸗ 1 aunt? wußte fon darin af t Hafer ari werden. „ — 99— Läßt man aber Lein nach dieſem Hafer folgen, ſo bedarf es dazu keines Dunges. Nach dieſem Lein folgt dann gedüngter Roggen und dieſen hält man für den beſten. Alſo wäre 1 Klee, 2 Hafer, 3 Lein, 4 Roggen beſſer, als 1 Klee, 2 Hafer, 3 Roggen, und ſo raͤumt man denn der Wechſelwirthſchaft, ohne es zu bedenken, einen Vorzug vor der Köoͤrner wirthſchaft ein. Wann wird man ſich ganz bekehren? Der Fruchtwechſel, den ich bei dem Meier Sudbrack bei Bilefeld fand, iſt: 1. Kleedreiſch, 2. Roggen oder Weitzen, zu die⸗ ſem gedüngt, 3. Gerſte, zum Theil Hafer, 4. Bohnen gedüngt, Die Sache wird ſo eingetheilt, daß in 14 Jahren einmal Klee und einmal Lein auf dieſelbe Stelle kömmt, welches frei⸗ lich für beide das beſte iſt. Der Lein verträgt hier ein ſchnel⸗ leres Wiederkommen als der Klee. In dem Kreiſe Vlotho hat man ebenfalls Dreifelderwirth⸗ ſchaft: 1. Brache gedüngt mit 6 Fu⸗ der vierſpännig, 5. Weitzen, 6. Hafer gepfercht— Klee, 7. Lein gepfercht— Klee⸗ dreiſch. 4. Wicken mit 4 Fuder— oder Flachs, 2. Roggen, 5. Roggen, 3. Gerſte, 6. Hafer. Auf gutem Boden köͤnnen hier Lein und Klee nach 6, auf ſchlechtem Boden aber erſt nach 9 Jahren auf ſich ſelbſt folgen. „Halm⸗ und Blattfrüchte, ſagt Haccius, folgen ſich am vor⸗ theilhafteſten. Nach Wurzelwerk geräth die Gerſte, nach Klee der Weitzen oder Roggen vorzüglich.“ Zu Spenge giebt man dem Hafer nach dem Klee den Vorzug vor dem Weitzen. Nach Sommergerſte und Kartoffeln wächſt der Roggen wohl ſtark ins Stroh, er ſcheffelt aber nicht gut. Allgemein nimmt man im Ravensbergiſchen an, daß ſich der Hafer am beſten nach der Dreiſche und der Lein am beſten nach Hafer ſchicke. In dieſem letzten Stücke wären die Lein⸗ bauern in Weſtfalen mit denen in Flandern einverſtanden. 7*⁸ — 100— mit de VIII. Anbau des Getreides. V Ler Es wird nur wenig Weitzen in der Grafſchaft geſaͤet. Der Bo⸗ leicht den eignet ſich durchgehends beſſer zu Roggen. Die Saatzeit iſt von ſäͤßt. Anfang bis zu Ende Oktobers. Die beſte fällt in die Hälfte ang dieſes Monats. Zu Rheme und Niederbecken wird der Weitzen zum Theil in die ungedüngte Brache geſaͤet, theils nach Wicken, V Bohnen, Erbſen und Klee. Zur erſten wird 4— 5 mal ge⸗ 5 pflügt, nach letztern zwei⸗, auch wohl nur einmal. Soll Win⸗ Slee tergetreide nach der Dreiſche oder nach altem Klee folgen, ſo Aüga wird die Narbe zuerſt flach abgeſtrichen, vereggt, dann flach geld umgepfluͤgt, gepfercht, wieder flach gepflügt und geſäet. Gute Nruor Wirthe laſſen die Weitzenfelder im Frühjahre tuüͤchtig durcheg⸗ ans gen; allgemein aber iſt dieſer Gebrauch nicht. Der Meyer ſhaft Sudbrack entledigte ſich vom Staubbrande durch folgendes alſ Mittel: er überſtreut einen Haufen von 16 Scheffel Weitzen f niſſ mit 1 Scheffel an der Luft zerfallnen Kalk, ½ Scheffel Holz⸗ rut aſche und 2 Händen voll Salz, rührt alles wohl untereinander, fütt beſprengt es mit Jauche, ſticht ſorgfaltig um und ſäet am fol⸗ 100 genden Tage. Dabei hat er ſeit 20 Jahren keinen Brand ge⸗ habt.— Iſt es wirklich die Beitze, die geholfen hat?—„Ueber⸗ ſih jähriger Weitzen zur Saat genommen,“ ſagt Haccius,„ſichert gegen den ſchädlichen Brand; aber nicht immer die Einkalkung.“« 4 3 — Wer hat Recht?— Vermuthlich beide, aber nicht allemal, 6 7 noch allenthalben. h Alles Getreide wird gemähet. Eine Senſe beſchäftiget im in g Kreiſe Vlotho 3 Perſonen, einen Mäher, einen Abnehmer und u, a einen Binder, und dann kömmt noch hinter jeden drei Senſen tirt d ein Aufhocker. Die Garben werden im Stiege zu 20 aufge⸗ dem richtet. Man fordert von einem Mäher, daß er 300 Ruthen„ nan in einem Tage abfertige. Man bleibt hier der Regel, daß berg der Roggen acht Thaue haben müſſe, ehe er einge⸗ dreiſ fahren werden kann, gerne getren; es ſey denn, daß die in of . e 2 fe Witterung allzu ſchlecht wäre. Aden Das Wintergetreide wird gleich hinter der Senſe gebunden N und aufgeſtiegt. Daſſelbe geſchieht auch von einigen Wirthen = Der Bo⸗ a eit iſt von e Häͤlfte 8 Weitzen un Wicken, rmal ge⸗ 9 A Win⸗ gen, ſo ann flach =t. Gute an durcheg⸗ . Meyer cholgendes 5 Wäbzen ofel Holz⸗ reinander, ant an fol⸗ m zrand ge⸗ rlleber⸗ u i vſchert Dkalkung.“ te allemal, a ſtiget im chmer und A i Senſen 2ed aufge⸗ 0 Ruthen el, daß ** einge⸗ aun daß die Fugebunden 9 ½ Wirthen — 101— mit dem Hafer. Auch Bohnen werden gleich aufgebunden, nur Gerſte und Wicken nicht. G Wenn der erſte Roggen gut geräth, ſo ſchlägt der zweite leicht fehl, daher man denn in dem Falle nicht Roggen folgen läßt.— Nach Gerſte ſoll guter Roggen wachſen, wenn zu die⸗ ſem gut gedüngt wird. IX. Cultur- und Futtergewächſe. Futterkräuter. Man kennt nur eins, nämlich den Klee. Da man keine ganze Stallfütterung und dabei einen Abgang an Grasweide hat, ſo wird die Dreiſche auf dem Felde in den größern Wirthſchaften nöthig. Der Klee macht davon den Anfang, wird zweimal im erſten Jahre geſchnitten und bleibt dann zur Weide 3 bis 4 Jahre liegen. Eine Wirth⸗ ſchaft von 100 Morgen hat ungefaͤhr 17 in Dreiſche, ſie beſaͤet alſo alle Jahre 4— 5 Morgen mit Klee. Dieſe Dreiſchjahre müſſen wohl nothwendig die hoher angegebenen gewaltſamen Fruchtwechſel durchſetzen helfen. Zu Spenge, wo ganze Stall⸗ fütterung ſtatt hat, findet man 12— 15 Morgen Klee auf 100 Ackerland. Er wird daſelbſt nur ein Jahr benutzt. Daß der Klee immer in die erſte Gaile genommen wird, habe ich ſchon geſagt. Man ſaͤet ihn unter Gerſte, oder ſtreut ihn im April über den Roggen und ſäet 8— 9 Pfund auf den Morgen. Manche nehmen auch etwas weißen Kleeſaamen unter den rothen. Man überfährt ihn im Winter oder Früh⸗ jahre mit 6 Fuder Mergel per Morgen, oder überſtreut ihn im April mit Gips oder Düngeſalz und nimmt eben ſo viel da⸗ zu, als man Getreide nehmen würde. Seine Einführung da⸗ tirt von einigen dreißig Jahren her. Er geräth nur auf trock⸗ nem guten Boden, aber nicht auf naſſem. Im Ganzen kann man nicht ſagen, daß ſein Anbau in der Grafſchaft Ravens⸗ berg große Fortſchritte gemacht habe, welches wohl durch das Dreiſchweiden kömmt. Im Kreiſe Vlotho wird er noch wenig in offenem Felde gebaut. Seinen günſtigen Einfluß auf den Boden bezweifelt hier kein Menſch. Wurzelwerk. Der Rübenbau, ſowohl der Stoppel⸗ als Brachrüben, iſt von wenigem Belang. Zu den Kartoffeln — 102— wird im Fruhjahre mit 10— 12 vierſpännigen Fudern gedüngt, dreimal gepflügt und eben ſo oft geegt. Nach dem Einlegen der Einſaat mit dem Pfluge bleibt das Land rauh liegen. So⸗ bald aber die Kartoffeln aufgegangen ſind, werden ſie kräftig geeggt, auch wohl zweimal, nach einiger Zeit behackt und end⸗ lich behäufelt. Ihr Ertrag iſt 70— 80 Scheffel vom Morgen. „Von der darauf folgenden Frucht, ſagt Nordmeyer, hat man, wenn es, wie gewöhnlich geſchieht, Roggen iſt, keinen Nutzen; es ſey denn, daß zu dieſem von neuem gedüngt werde.“ — Deſto beſſer aber kömmt die Gerſte darauf fort, ſagt Hac⸗ cius. Es heißt alſo auch im Ravensbergiſchen, wie an ſo manchen andern Orten; meliora scio, deteriora sequor. Man hält die Kartoffeln für eine ſehr gute Vorbereitung zum Lein. Man macht noch Gebrauch von dem Braunkohl für die Winter⸗ fütterung der Kühe. Man ſchneidet ihn vor dem Froſte ab, bin⸗ det die Stiele in kleine Bündel zuſammen, hängt dieſe jedesmal zu zwei über einem Balken oder eine Stange in einem luftigen Raume auf und läßt ſie an der Luft dörren. Im Winter wer⸗ den dieſe Stiele auf einer Häckſellade kurz geſchnitten und in die Siede gegeben. Sie ſollen mehr als Rüben auf die Milch wirken. Man ſaͤet lange weiße Rüben oder auch Möhren unter die dicken Gartenbohnen, zieht dieſe letztere möglichſt früh aus, wenn man ſie nicht ſchon vor ihrer Reife verſpeiſet hat, jätet den Boden und harkt ihn ſorgfältig. Nun fangen die noch kärglich ſtehenden Rüben an zu treiben und gelangen zu einer ſtarken Dicke; daher ſie auch vorzüglich zum Viehfutter beſtimmt wer⸗ den.— Auch nach dem zweiten Kleeſchnitte ſaͤet man manchmal Rüben, die dann für die Kühe dienen. Nach Winter⸗Rübſen werden wohl noch im ſelben Jahre Kartoffeln gepflanzt. X. Cultur der Handelsgewächte. Der Leinbau, denn von dieſem allein kann hier die Rede ſeyn, ſteht hier auf einer hohen Stufe von Vollkommenheit, und ſeine Verarbeitung iſt wahrhaft der Brodſtab der ganzen Grafſchaft Ravensberg. Die Erhaltung des Getreidebaues kann in andern Provinzen nicht nothwendiger ſeyn, als es der Lein⸗ bau für dieſe Provinz iſt. Der Verfall gewöhnlicher Fabriken „ bringt telſtab der 2 in d Dieſe dem d folh tung d wahrli Jahre ausge und daß! geſoi ſchen! erleich es ſey zuſam hinde milie ſchon ſind. und 3 lezter läͤſſigu daß d Erwerk zehſ mit E welche das! und einzul die K dies d den T dm — gedüng, Einlegen nn zen. Sr⸗ 2 ſie krͤftig — und end⸗ =— Morgen. agyer, hat tw, keinen 1zt werde.“ at Hac⸗ ie an ſo r. Man an Lein. Winter⸗ Mab, bin⸗ sedesmal ue luftigen uter wer⸗ an urnd in ie Milch een unter Hüh aus, Aatet den 2 käͤrglich m3r ſtarken mint wer⸗ anchmal „⸗Rübſen imn vie Nede Gtenheit, 26 ganzen udes kaun der Lein⸗ 1 aabriken — 103— bringt eine Menge Menſchen in andern Gegenden an den Bet⸗ telſtab. Der Verfall der hieſigen Volksfabrik würde die Hälfte der Bewohner ums Leben bringen. Man will beobachten, daß in den Geſpinſtgegenden die meiſten armen Leute wohnen. Dieſes iſt nicht unbedingt wahr; denn es trifft in Flandern und dem Lande von Waes durchaus nicht zu. Doch geſetzt auch, ſo folgt daraus keinesweges, daß der Anbau und die Bearbei⸗ tung der Geſpinnſtpflanzen die Armuth herbeiführe. Der erſte wahrlich nicht, denn ſonſt könnte die Leinerndte von einem Jahre nicht ſo viel werth ſeyn, als der Boden, worauf ſie ausgewachſen ſteht, wie dieſes in Flandern an einigen Orten und zu Mutterſtadt in der Pfalz der Fall iſt. Es folgt nur, daß die Möglichkeit und Mittel, welche die Verarbeitung der Geſpinſtpflanzen darbieten, ſich davon zu ernähren, die Men⸗ ſchen heranziehen und denen, die ſchon da ſind, das Heirathen erleichtern. Zwei Individuen bringen ſich leicht durch die Welt; es ſey, daß ſie jeder für ſich oder beide vereint in Geſellſchaft zuſammen leben. Nichts kann ſie alſo an einer Verbindung hindern,— nichts als der Gedanke, einer zu erwartenden Fa⸗ milie kein Brod verſchaffen zu können. Da aber, wo das Kind ſchon mit 5— 6 Jahren ſein Brod ſelbſt verdienen kann, da ſind Kinder keine Laſt und das Hinderniß fällt weg. Luxus und Immoralitaͤt können hier allein die Armuth herbeiführen, letztere durch ihre Zügelloſigkeit und erſterer durch die Vernach⸗ läſſigung der Sparſamkeit. Auch fehlt es nicht an Beiſpielen, daß das Mäadchen(in Weſtfalen das Wicht) ſeinen ganzen Erwerb um ſeinen Leib hängt, und der Burſche(hier der Ben⸗ geh ſeinen Sparpfennig in eine Taſchenuhr, ſilberne Schnallen, mit Silber beſchlagene Tabackspfeifen⸗Köpfe von Meerſchaum, welche Artikel ihm die Juden aufzuſchwätzen wiſſen, ſteckt, und das Uebrige verraucht oder im Bier und Brandtwein vertrinkt, und ſo beide kein anderes Hausgeraͤth in den heiligen Eheſtand einzubringen haben. Es kömmt daher nicht ſelten, daß ſpäter die Kinder ihren Aeltern wieder aufhelfen müſſen. Es ſind dies die wahren Quellen der Armuth in den Fabrik⸗ vorzüglich den Volks⸗Fabrikgegenden, und hier iſt mehr als irgendwo dem Luxus entgegen zu arbeiten und ächte Moralität durch — 104— gute Erzieher und würdige Seelſorger zu befördern. Der Lu⸗ xus würde auf dem platten Lande ſich mindern, wenn der Hauſir⸗ handel unterſagt würde, er würde ſich legen, wenn jedes an⸗ gehende Ehepaar einen gewiſſen Fond nachweiſen müßte. Um zum Zwecke zu kommen, würde die junge Welt ſparſamer wer⸗ den. Reinlichkeit und Ordnung würden an die Stelle der Pracht⸗ liebe treten, mit dem Brautpaar in die Ehe übergehen und das Wohl derſelben begründen. Ich komme zu meinem Gegenſtande zurück und zwar zuerſt zu der Cultur und rohen Bearbeitung des Leines. Leinſaamen. Daß der Lein in den Jahren, wo durch das franzöſiſche Syſtem der ruſſiſche Leinſaamen keinen Ein⸗ gang fand, an Höhe und Güte in Weſtfalen verloren habe, iſt bekaunt und bedarf keiner Belege. Daß aber die Auswande⸗ rung von ſo vielen tauſend Thalern dafuͤr nothwendig ſey, das bezweifle ich ſtark. Freilich, ſo lange man die Leinſtängel zieht, während ſie noch grünen, den Lein ſo dicht wie gewöhnlich ſäet, den Saamen nicht zum Hauptgegenſtande dabei macht: ſo lange wird unſer Saamen nicht taugen. Würden aber einzelne grö⸗ ßere Landwirthe gerade das Gegentheil thun und mit Sorge und Fleiß dabei zu Werke gehen, ſo würden ſich auch ganz an⸗ dere Reſultate bei dem Saamen ergeben. Auch müßte der Saa⸗ men nicht im erſten Jahre gebraucht werden, ſondern überjäh⸗ rig und durch und durch trocken ſeyn. Merkwürdig iſt folgen⸗ des: Ein Landwirth im Münſterlande hatte einen Reſt von Leinſaamen, der auf dem Soller irgendwo unter das Dach ge⸗ ſchoben und daſelbſt vergeſſen wurde. Nach ein paar Jahren begehrte ein Nachbar, der zu kurz kam, etwas Leinſaamen von ihm. Man erinnerte ſich nun wieder des Verborgs, zog die Kiſte hervor, wo die obere Körnerſchichte wie mit Moos zu⸗ ſammen gekleiſtert, die Körner aber unter ihr noch ganz gut ausſahen. Der Mann machte aus der Noth eine Tugend, warf den Saamen auf Gerathewohl aus und hat nie ſchöneren Lein gezogen, als dieſer nachher ward. Man kennt hier 4 ausländiſche Arten Leinſaamen: den Winde in To der G aus de ſehr fe den me Er iſt dauer zum Etund in der luft und? Kirchf jener und ſponn zurück beſten zu der d ber Le ßen S in ein die er en g die⸗ alſo, theilen T wohnh gend ſ dungte 1 Der Lu⸗ er Hauſir⸗ jedes an⸗ ßte. Um amer wer⸗ r Pracht⸗ und das 1e r zuerſt . wo durch Men Ein⸗ rarhabe, iſt swande⸗ ig ſey, das ggel zieht, llich ſäct, ſo lange zelne grö⸗ it Eorge 2 ganz an⸗ à der Saa⸗ überjäh⸗ Saſ folgen⸗ de Reſt von „Dach ge⸗ e Jahren mnen von —n og die a Noos zl⸗ Beanß gut un Tugend, sichöneren aren: den Windauer, Liebauer und Rigaer Saamen. Dieſe drei kommen in Tonnen, daher das Wort Tonnenlein. Bei letztern ſind die Tonnen von Eichenholz. Der vierte iſt der Sacklein, und er kömmt aus Seeland. Unter dieſen Qualitäten giebt man in der Grafſchaft Ravensberg dem Windauer den Vorzug. Der aus dem Rigaſchen Saamen gewonnene Flachs iſt zu hart für ſehr feine Leinwand und dabei etwas zackig. Der Liebauer, den man im Mindenſchen will, iſt hier nicht ſo ſehr geachtet. Er iſt zwar nicht zackig, allein er erreicht die Höhe des Win⸗ dauer Saamens nicht. Der Seeländiſche Lein iſt unter den vier Gattungen der ſchlechteſte. Flachsgegend und Boden. Der beſte Landſtrich zum Flachsbau in der Grafſchaft Ravensberg liegt genau eine Stunde von der Kette des Deutſchburger Waldgebirges, faͤngt in der Bauerſchaft Gellershagen im Canton Schildeſche an und läuft durch die Bauerſchaften Babenhauſen, Schroutinghauſen und Häger des Cantons Werther, und verliert dann in den Kirchſpielen Wallenbrück und Spenge bedeutend an Guüte. Aus jener guten Gegend geht der Flachs nach Brackwede, Rheda und Gütersloh, an welchen Orten das allerfeinſte Garn ge⸗ ſponnen und als ſolches wieder von den Webern um Bilefeld zurück bezogen wird. Es iſt auffallend, daß in erſtgedachter beſten Flachsgegend das Geſpinſt nicht ſonderlich iſt und daher zu der feinen Weberei nicht gebraucht wird. Der Boden iſt hier feucht, aber nicht naß. Es iſt ein gel⸗ ber Lehm, der, wenn man ihn abſchwämmt, einen feinen wei⸗ ßen Sand zurückläßt. Schüttelt man ihn im Waſſer aufgelöſt in einem langen Glaſe tüchtig durcheinander, ſo zeigt ſich, wenn die erdigen Theile ſich wieder geſenkt haben, in dem Waſſer ein ganz klarer hellbrauner Stoff, und gießt man Salzſäure in die Maſſe, ſo entwickeln ſich ſogleich kleine Blaſen. Es ſcheint alſo, daß es in dieſem Boden weder an Humus noch an Kalk⸗ theilen gebreche. Vorfrüchte zum Flachſe. Hierüber ſind die Ge⸗ wohnheiten nicht gleich. In der angeführten feinen Flachsge⸗ gend ſäet man den Lein in die dritte Gaile; das heißt 1. ge⸗ düngte Bohnen, 2. Weitzen, 3. Lein. Im Kirchſpiele Jöllen⸗ — 106— beck ſäet man ihn in die zweite Tracht, das iſt, nach gedüng⸗ tem Roggen. Bei Spenge nimmt man ihn in die Wendedreiſche, das heißt: nach dem Hafer, der in die umgebrochene Drei⸗ ſche geſäet worden iſt. Bei Engeren hat man, wie ſchon angeben: 1. Roggen gedüngt, 2. Hafer, 3. Lein. Bei Bi⸗ lefeld 1. gedüngte Bohnen, 2. Weitzen, 3. Hafer gepfercht, 4. Lein. Den Lein nach Kartoffeln zu bringen, darauf, ſcheint es, war man noch nicht verfallen. Man hat aber jetzt Verſuche damit gemacht, und ſoll ſich wohl dabei befunden haben.— Ich habe nirgendwo im Ravensbergiſchen gehört, daß man zum Lein dünge. Feldbearbeitung zum Flachſe. Ausſaat. Die Getreideſtoppeln werden geſtreckt und bleiben über Winter rauh liegen. Im Frühjahr wird tüchtig geeggt und flach umgepflügt. Nach ein paar Wochen wird geeggt und von neuem, aber 5 — 6 Zoll tief, gepflügt. So bleibt das Land bis etwa 14 Tage vor der Einſaat liegen. Alsdann wird es drei bis viermal ge⸗ eggt und eben ſo oft gewalzt, um den Boden ſo fein als mög⸗ lich zu machen. Daher werden die Eggen bei der letzten Vor⸗ richtung beſchwert. Man fährt dabei lang, ſchräg und quer, und ſo, daß man jedesmal zweimal über dieſelbe Stelle in ovalen, ſich durchſchneidenden Kreiſen fährt. Nun wird ge⸗ walzt, geſaͤet und der Saamen mit lediger Egge einmal lang und zweimal quer, einmal von der Rechten zur Linken und einmal von der Linken zur Rechten, untergebracht. Solches geſchieht mit 3 Eggen, wovon jede mit 2 Pferden beſpannt iſt. Man behauptet, daß der Boden zum Lein nicht zu feſt gelegt werden könne. Das Land wird am Ende ſo feſt, daß kaum der Huf der Pferde mehr eintritt, und ſo iſt es am beſten. Das Pflügen hat zu der Zeit ſtatt, wenn auch zu dem Hafer gepflügt wird. Geſchieht es aber ſpäter, ſo muß ſolches durch öfter wiederholtes Eggen und Walzen erſetzt werden. Sud⸗ brack ſagte mir, daß er mehr als einmal das Feld zwanzig⸗ mal geeggt habe. Durch dieſes ſo häufige Eggen wird denn auch ſehr viel auf das Jäten gewonnen. Aus dieſem allen ergiebt ſich, daß die Beſtellung von einem Morgen Lein ſo viel Arbeit mache, als die von drei Morgen Wintergetreide. —— Lin Man Leinſa Morg lͤndi Saatz Land den, a ben M A anen beiti Pfiug nachl ßerord ſchon ſaat g ner z einen dieſes mehr Außen daß d nicht teffen wäre. d ₰‿ paar? umpflü Nieder 408 T G ſaat, bunder einzelt Vetſue gefund a h gedung⸗ Sdedreiſche Dhene Drei⸗ wie ſchon * gepfercht, 88n darauf, ntthat aber befunden 9 ürt, daß Kat. Die Wuter rauh a ggepflügt. 8en, aber 5 9 14 Tage a rwal ge⸗ Fals mög⸗ een Vor⸗ Eannd duer, 2Stelle in rrwird ge⸗ ar aaal lang kken und e Solches a aannt iſt. ſt gelegt S kaum d heſten. m Hafer Ses durch . Su!⸗ warzig⸗ u d denn ſoin allen vagLein ſo an zetrede. — 107— Man ſäet einen Scheffel auf 120 Quadrat⸗Ruthen. Eine Tonne Leinſaamen wiegt 162 Pfund und hält 2 Scheffel. Auf einen Morgen fallen alſo 121 ½ Pfund reinen Saamen. Von in⸗ ländiſchem Saamen aber muß mehr genommen werden. Die Saatzeit iſt an einigen Orten um den 25ſten Mai, iſt das Land in gutem Stande, ſo kann 14 Tage früher geſaet wer⸗ den, an andern Orten ſaͤet man vom 12ten zum 1sten deſſel⸗ ben Monats. Wartung und Erndte. Das Jäten iſt bei dem Flachſe eine unausweichliche Bedingung. Da es eine koſtſpielige Ar⸗ beit iſt, ſo liegt alles daran, das Land vorher durch Egge und Pflug ſo rein als möglich gemacht zu haben. Iſt ſolches ver⸗ nachläſſiget worden, ſo belaufen ſich die Koſten des Jätens au⸗ ßerordentlich hoch. So ſagte mir z. B. ein Meier, daß er ſchon 124 Tagarbeiten zum Jäten für eine einzige Tonne Aus⸗ ſaat gehabt habe. Der Tagelohn der Weiber zu 6, der Män⸗ ner zu 8 Gr., wovon das medium genommen, würden auf einen Morgen 27 Thlr. 3 Gr. gefallen ſeyn. Indeſſen bleibt dieſes außerordentlich. Im Durchſchnitte rechnet man nicht mehr als 12 Tagarbeiten, alſo 4 Thlr. auf den Morgen.— Außer den Koſten hat das Jäͤten auch noch das Unannehmliche, daß der Lein durch Treten und Rutſchen der Jäterinnen oft nicht wenig zurückgeſetzt wird, indem es auf einen Tag ein⸗ treffen kann, wo der Flachs einen Fingerlang aufgeſchoſſen wäͤre. Der Lein geräth in den Jahren am beſten, wenn er ein paar Wochen trauert und ausſieht, als wenn man das Feld umpflügen müſſe. Dieſes ſtimmt mit dem, was man in den Niederlanden darüber ſagt: der Flachs müſſe einmal ungünſti⸗ ges Wetter haben. Man zieht den Lein 10, 11, 12 Wochen nach ſeiner Aus⸗ ſaat, wo er anfaͤngt gelb zu werden. Man iſt manchmal ver⸗ bunden, ihn ſchon früher aufzuziehen! dann nämlich, wenn ſich einzelne gelbe Stellen darin zeigen. Sattelmeier Johann hat Verſuche gemacht, ihn von 9 bis 13 Wochen zu ziehen, und gefunden, daß die beſte Zeit die von 11 Wochen iſt. Soll der Lein etwas tauglichen Saamen tragen und der Baſt doch nicht — 108— zu ſtark darunter leiden, ſo darf der Lein nicht über 12 Wo⸗ chen im Felde ſtehen.— Nachdem die Saamenknoten abgerif⸗ felt ſind, wird er in Buͤſchel von 6 bis 7 Zoll im Durchmeſſer gebunden und ſogleich nach der Röde gebracht. Behandlung des Leins nach der Erndte. Ertrag. Das Röden geſchieht im Waſſer. Man deckt ihn mit etwas Stroh und beſchwert ihn mit Steinen. Er bleibt aber nicht über 4— 6 Tage darin. Der Augenblick, wo er heraus muß, zeigt ſich, wenn die Pfeife hohl iſt und der Baſt ſich ohne Mühe abziehen läßt. Man bringt die Büſchel auf ein Stoppelfeld, und breitet ſie auseinander. Der Lein bleibt daſelbſt 6— 10 — 14— 20 Tage liegen, und wird einige Tage vor dem Ein⸗ führen umgewendet. Darauf geht es an die eigentliche Bear⸗ beitung deſſelben. Zuerſt geht der Lein zur Bocke⸗ oder Stampf⸗ mühle, dann wird er gebrackt, darauf wieder gebockt, nun ge— rippet und zuletzt gehechelt. Er heißt roher Flachs, wenn er nur einmal gebockt und dann gebrackt worden iſt. In dieſem Zuſtande kauft man 6— 7— 8 Pfund für einen Thaler nach dem Verhältniſſe ſeiner Güte. Bei dem Bocken bezahlt man die ſtündliche Verrichtung von einem Stampfer oder Stempel zu einem Mariengroſchen. Die Bockemühle, die ich ſah, ſetzte nur 4 Stämpfer in Bewegung. Das Rippen geſchieht mit der Hand und iſt eine gräulich langwierige Arbeit. Der Ripper nimmt ein kleines Stuüͤck dickes ſteifes Leder auf ſeine Knie, haͤlt den Lein darauf an, und ſtrippt mit einem Eiſen von der Dicke eines Meſſerrückens ſo lange darüber hin, bis das Rind⸗ artige ganz von dem reinen Baſte abgekratzt iſt. Um den Leinbau mit Nutzen zu betreiben, müſſen von einer Tonne Einſaat 80 Thlr. an rohem, das iſt, blos gebro⸗ chenem(gerackten) Flachſe erlöſet werden. Bei 60 Thlr. iſt ſchon Schade dabei. Geräth der Lein, ſo giebt die Tonne 650 Pfund rohen Flachs. Nach einer andern Angabe aus einer andern Gegend giebt die Tonne 850 Pfund Flachs, wovon die 7 ½ Pfund jetzt 1 Thlr. koſten. Demnach wäre der Ertrag 112 Thlr., wovon aber der Preis des Leinſaamens(heuer 24 Thlr. für die Tonne) noch abgezogen werden muß. Man rechnet, daß aus einem Thaler an rohem Flachſe durch das Spinnen —; 5—8- den Gewi an, ſo Thlr.— für eine die Graſſ geben den lem Recht Parlamen Die betrieben Kauffeute heſte Flac Geſpinſt! zemacht. 90 bis 1. Der fond, ſe Viel Gr auch Heu in einem milie dem haͤusliche damit die Es gi ich nur di 1. P und auße wrſen d. ter ihren Das Wi mer geſpe Arbeit zu der Faden ter. Dieſ tiren des 3r 12 We⸗ n abgerif⸗ * durchmeſer 8 Erttag. mit etwas aber nicht raus muß, Ahne Mihe toppelfeld, ſt5-1 dem(Ein⸗ aupe Bear⸗ 3 Stampf⸗ it nun ge⸗ 86 wenn er in dieſem aler nach Aaylt man Stempel a), ſetzte 18i mit der ☚. Nipper ſe Knie, fh von der 8s Rind⸗ er ſen von d³' gebro⸗ Gahlr. iſt nne 650 s einer von die D rag 112 11414 Thlr. untrechnet, 5pinnen —,— — 109— 5— 8— 12, ja 14 Thlr. gemacht werden könne. Nehmen wir den Gewinn von dem Geſpinſt zu 9 ½ Thlr. als Durchſchnitt an, ſo giebt die Tonne 1054 Thlr., oder der Morgen 790 ½ Thlr.— Es iſt dieſes gewiß ein außerordentlicher Vortheil für eine Provinz, wo ſolches gewonnen wird, und da mag die Grafſchaft Ravensberg mit ihrem Spinnrocken noch wohl neben dem Throne ihres Königs ſtehen, und immer mit ſo vie⸗ lem Rechte, als ſich die Wollſäcke in dem Saale des engliſchen Parlaments einfinden. Weberei auf dem platten Lande. Die Weberei wird vorzüglich in dem Weichbilde Schildeſche betrieben, deſſen Einwohner, mit Ausnahme einiger Beamten, Kaufleute und Handwerker, Haus bei Haus Weber ſind. Der beſte Flachs wächſt im Kirchſpiele Werther, und das feinſte Geſpinſt wird im Kirchſpiele Brackwede, Gütersloh und Rheda gemacht. Dieſes Garn wird einzig zum feinſten Leinen, was in 90 bis 115 Gängen geht, verwendet. Der Wohlſtand des Webers gründet ſich auf ſeinen Geld⸗ fond, ſeine Kenntniſſe, ſeine Sparſamkeit und ſeinen Fleiß. Viel Grundeigenthum dient ihm nicht. Die meiſten Weber ſind auch Heuerlinge, und ſelbſt begüterte Weber halten wo möglich in einem Nebenhauſe(Kotten) einen Weber, der mit ſeiner Fa⸗ milie dem Wirthe, ſo wie er nur pfeift, zu Gebote ſtehet und häusliche Arbeiten, als Graben, Holzhauen ꝛc. verrichten muß, damit die Webeſtühle des Wirths immer im Gange bleiben. Es giebt daher unter den Webern viele Klaſſen, von denen ich nur die Hauptklaſſen anführe. 1. Weber, die in ihrem eigenen Hauſe drei Stühle haben, und außer denſelben 1 bis 12 Stühle beſchäftigen. Dieſe be⸗ dürfen ein ſtarkes Capital, indem ſie bei Zeiten das Garn un⸗ ter ihren Spinnern ſammeln und bei ſich aufhäufen müſſen. Das Wintergarn hat große Vorzüge vor dem, was im Som⸗ mer geſponnen wird, weil dann ſchon die Finger durch grobe Arbeit zum Spinnen in etwas verdorben werden und folglich der Faden nicht ſo gleich oder eben werden kann, wie im Win⸗ ter. Dieſe Weber ziehen einen großen Nutzen von dem Sor⸗ tiren des Garns theils vor theils nach dem Kochen. — 110— Alles Garn wird nämlich in feiner Büchen⸗Aſche gekocht. Feſtgeſponnenes Garn(wird zur Kette gebraucht) muß 2 Stun⸗ den, auch wohl länger kochen, wenn der Flachs von Natur hart und ſproͤde war. Der Einſchlag muß immer loſe geſpon⸗ nen und eine halbe Stunde länger gekocht werden. Zu einem Werke Linnen von 60 Ellen gehört ½ Scheffel. Aſche à 8 Gr. Steigt das Garn im Keſſel beim Kochen, ſo iſt es von gerin⸗ gerem Werthe; fällt es aber, ſo iſt es beſſer, und giebt ver⸗ hältnißmäßig feineres Linnen. Die Kunſt, das gekochte Garn richtig zu ſortiren, bringt großen Gewinn. Das beſte Garn wird im Hauſe gewebt, das übrige aber den andern Webern gegeben. 2. Weber, die im Hauſe nur 1 bis 3 Stühle und weiter nichts haben, deren Capital aber doch noch bedeutend genug iſt, um ihr Garn bei Zeiten für baares Geld kaufen zu können. 3. Weber, die zwar auch 1 bis 3 Stühle im Hauſe haben, aber das Garn nur zur Zeit, wo ſie es brauchen, alſo auch Sommergarn, kaufen müſſen. Viele dieſer letztern müſſen ſich ſchon an bemittelte Spinner halten und auf Credit Garn kau⸗ fen, welches denn ohne Auswahl und ½ Stück per Thaler theu⸗ rer angenommen werden muß. 4. Weber, die nur einen Stuhl haben und das Garn ge⸗ kocht von den Webern No. 1. übernehmen. Sie müſſen für das Kochen per Werk à 60 Ellen 1 Thlr. geben. Sie erhalten denn das Garn nach dem Einkaufspreiſe, aber freilich nur eine Art von Ausſchuß. Sobald ſolche Weber ihr gefertigtes Stück Linnen zu Bilefeld verkauft haben, bezahlen ſie das Garn und erhalten anderes wieder. 5. Weber, die bei No. 1. nicht ſo viel Credit wie die von No. 4. haben. Dieſe erhalten von Nro. 1. das ſchlechteſte Garn, welches Eigenthum des Darleihers bleibt, der mit dem Weber auf knappem Lohn accordirt, das gefertigte Stück Linnen gegen Bezahlung des vereinbarten Lohns an ſich nimmt, in Bilefeld verkauft und den Nutzen, den ihm der Kaufman giebt, für ſich behält. Dieſe Menſchen ſind ſehr zu bedauern. Sie ſagen in ihrer Sprache: wir müſſen die Faͤden für andere knüpfen. Die Weber No. 1. und 2 weben nicht ſelbſt, ſondern ſie beſorgen! den Verk und weil für ein) erhalten. Vebermäͤ Weiber w ſet ſie we In d Söhne v. Kunſt de Hiet fleißie; ſühle ko kind fängt ſelben das die Hau⸗ von einen angefertig gen, und dem es g Der? theilt, je jeder Gan ſchwarz g eichtern. Kamm faner ei ab. In und gleich venn alle auch in d in den er on Natur ſe geſpon⸗ 3u einem eà s Gr. =on gerin⸗ Gniebt ver⸗ Kahte Garn ſe Garn a Webern ad weiter a wenug iſt, wnnen. ⸗Gſe haben, alſo auch a nüſſen ſich 'arn kau⸗ aler theu⸗ aa Garn ge⸗ aſſen für ₰ erhalten r nur eine ates Etück * Harn und dn die von uſte Garn, lm Weber A nun gegen Biefeld 1ei, für ſich ie ſagen in auffen. 1j adern ſie — 111— beſorgen den Einkauf des Garns, das Sortiren, Kochen und den Verkauf des gefertigten Linnen. Hier verrichten männliche und weibliche Dienſtboten das Weben, welche bei freier Koſt für ein Werk 16 Gr. bis 1 Thlr. 8 Gr. je nachdem es fein iſt, erhalten. Dieſe Perſonen weben Jahr aus Jahr ein. Die Webermädchen haben durchgehends dicke Füße, und wenn ſie Weiber werden, gebähren ſie in der Regel ſehr ſchwer. Je beſ⸗ ſer ſie weben, deſto eher kommen ſie unter die Haube. In den Klaſſen No. 3, 4, 5. weben die Weiber oder ihre Söhne und Tüchter, die ſich aber, wenn ſie Meiſter in der Kunſt geworden, bald bei No. 1— 2 vermiethen. Hier kochen, fegen und melken die Männer, um das gute fleißige Weib in ſeiner Arbeit ja nicht zu ſtoren. Zwei Webe⸗ ſtühle können 5 Menſchen hinlänglich beſchäftigen. Das Schul⸗ kind fängt beim Spulrade an, und der Greis empfindet an dem⸗ ſelben das Entſchwinden ſeiner Kräfte bis ins ſtille Grab! Der aufmerkſame Beobachter aller dieſer Klaſſen von Men⸗ ſchen muß ſtaunen über das Leben, Weben und Treiben der⸗ ſelben. Der Webſtuhl iſt bekannt. Der Weberkamm iſt daran die die Hauptſache. Seine Zähne werden aus der äußern Rinde von einem Rohr, welche in ganz feine Spänchen geſpalten iſt, angefertiget. Dieſes Rohr wird zunächſt von Amſterdam bezo⸗ gen, und dort in 200 Stöcken zu 20 bis 25 Gulden, je nach⸗ dem es gut iſt, verkauft. Der Webekamm iſt in 50 bis 115 Gänge(Ginge) einge⸗ theilt, je nachdem das Linnen grob oder fein ſeyn ſoll. Ein jeder Gang hat 20 Zähne, wovon jedesmal der hundertſte Zahn ſchwarz gebeitzt iſt, um dadurch das Zählen der Gänge zu er⸗ leichtern. Hundert Zähne machen alſo 5 Gänge. Ein ſolcher Kamm iſt mit Ausſchluß des Rahmen 2 bis 3 Zoll hoch. Je feiner er iſt, deſto mehr nimmt die Höhe von 3 bis zu 2 Zollen ab. In jedem Kamme müſſen alle Zähne ſauber gearbeitet und gleich dick und ſtark ſeyn. Er hat zwar das Anſehen, als wenn alle Zähne gleich weit auseinander ſtünden, und das muß auch in den mittelſten Gängen ganz genau der Fall ſeyn; aber in den erſten 5 Gängen zu beiden Seiten werden die Zähne, von der Mitte an gerechnet, unmerklich immer enger und en⸗ ger an einander geſetzt, welches man nur durch ein genaues Ausmeſſen in den feinen Kämmen bemerken kann. Hierin be⸗ ſteht die vorzüglichſte Kunſt eines Kammmachers. Es muß ge⸗ ſchehen, weil die Reibung der durchlaufenden Fäden nach den Seiten zu immer ſtärker wird. Dieſe ſteigende Reibung ent⸗ ſteht durch die über dem Linnen liegende Sperruthe, welche das Werk immer in gleicher Breite erhalten muß. Würde nun dieſe Vorſicht nicht gebraucht, ſo würde das Linnen an den Seiten nicht ſo dicht werden wie in der Mitte. Der Preis von einem ſolchen Kamme iſt 1 Thlr. 16 Gr. bis 7 Thlr., je nach ſeiner Feinheit. Ein Werk, was durch einen Kamm von 75 Gängen ge⸗ webt wird, erfordert an Garn zur Kette(Schierung) 70 Stück Vollgarn, welches über einen Haſpel von 2 Berliner Ellen zu 20 Gebinden und 60 Fäden gehaſpelt iſt. Zum Einſchlagen gehören 60 bis 75 Stück Garn, je nachdem die Kette fein iſt. Das Garn wird jetzt die 10 Stück zu 1 Thlr. eingekauft, und der Verkaufspreis eines Werks iſt 18 bis 20 Thlr., wovon ein Weberknecht oder Magd bei Koſt 1 Thlr. erhält. Ein ſolches Werk kann wohl in 15 Tagen vollendet werden, wenn das Garn recht gut und haltbar iſt. Ein Werk in 85 Gängen erfordert zur Kette 80 Stück Garn, 9 bis 9 ½ Stück zu 1 Thlr. Einkaufspreis, und zum Einſchla⸗ gen 75 bis 85 Stücke. Ein ſolches Werk kann in 20 Tagen gewebt werden. Dabei erhält der Weber bei freier Koſt 1 Thlr. 6 bis 8 Gr. Der Verkaufspreis eines ſolchen Werks iſt 23 bis 25 Thlr. Hiernach läßt ſich alles bis auf das feinſte Lin⸗ nen berechnen. Das Garn, was zur Kette auf den Stuhl ge⸗ bracht iſt, wird mit einem Brei von feinem Roggenmehle(1 ½ Pfd. auf ein Werk) geſchlichtet und mit Bürſten durchgebür⸗ ſtet. Demnächſt wird es noch mit Talg(½¼ Pfd. auf ein Werk) ebenfalls mit Bürſten geglättet. Früherhin wurden die Bahnen, ſo wie ſie gewebt waren, immer mit Plundermilch eingenetzt und dann mit einem großen glatten Knochen ſtark gerieben, welches dem Linnen eine Politur und gutes äußeres Anſehen gab. Dieß darf aber nicht tehr geſt Bleichen und dad Mal 60 brabat bis 120 2 das Ctück wiegen. wwei Thal kann vur Unt ſind die e die Dreiſc auch de marken men noe Winterg dräͤngen. Uebe tir ein V ſürze da V keicht. A V gzut durch ten Schn Furche h ſaat, w dommt. der und ſtande. dergleic Bet Roggen fend ich d m Säuer zeer und en⸗ du genaues Hierin he⸗ dd muß g⸗ 3 nach den ¹ ibung em⸗ a he, nelche aß. Würde Linnen an Der Prei * Thlr., je ängen ge⸗ 2u 70 Stück nn Ellen zu uſchlagen fäͤn iſt. Sauft, und wvovon ein in ſolches Buwenn das 2 ück Gary, Einſchla⸗ 1r 20 Tagent ſt 1 Thlr. Aks iſt 23 einſte Lin⸗ 165tuhl ge⸗ chle* 2 aurchgebur⸗ n ein Werk) a ot warel, it einem ainnen eine aber nicht — 113— mehr geſchehen, weil ein ſolches Linnen, wenn es vor dem Bleichen lange auf dem Lager liegt, ſehr leicht ſtockig wird und dadurch in ſeiner Güte verliert. Man verkauft in Bilefeld und Warendorf Linnenſtücke von 60 brabanter Ellen, zu 1 ½ Ellen Breite, zu dem Preiſe von 60 bis 120 Thlr. Man ſpinnt in Gütersloh ſo feines Garn, daß das Stück oder 2400 berliner Ellen nur ⅞tel, ja nur ½ Loth wiegen. Von ſolchem Garn koſtet das Loth anderthalb bis zwei Thaler. Es iſt feiner als das feinſte Frauenhaar, und kann nur zu Spitzen gebraucht werden. XI. Verichiedenes. Unkrauter. Wucherblume, Flughafer und Hederich ſind die einzigen von Bedeutung. Der Flachs⸗ und Hanfbau, die Dreiſche und Kartoffeln haben die meiſten verdrängt und auch die genannten ziemlich vermindert. Es giebt dennoch Feld⸗ marken an den Grenzen des Lippeſchen, wo ſich die Wucherblu⸗ men noch ſtark ſehen laſſen. Jäten, Mergeln, Hackfrüchte, Wintergetreide, haͤusliche Vorſichtsmaaßregeln könnten ſie ver⸗ drängen. Ueber das Tilgen der Quecken auf lehmigem Boden ſchreibt mir ein Landwirth aus dem Ravensbergiſchen folgendes:„Ich ſtürze das verqueckte Land gerade ſo tief als das Gewurzel reicht. Auf den umgelegten Schnitt ſtoße ich friſchen, wiewohl gut durchgetretenen Pferdemiſt, und decke ihn mit einem zwei⸗ ten Schnitte, den der Pflug aus dem Untergrund derſelben Furche hebt. So bleibt der Acker liegen bis zur Zeit der Ein⸗ ſaat, wo ſo ſeicht gepflügt wird, daß der Miſt nicht zu Tage kömmt.“ Die Quecken kommen nun ganz ſicher nicht mehr wie⸗ der und dienen der folgenden Frucht in ihrem verrotteten Zu⸗ ſtande. In der Beſchreibung der Cultur von Lingen wird auch dergleichen etwas vorkommen. Berberitzen. Schädlicher als alle Unkräuter iſt für den Roggen die bekannte Berberitze, Sauerach, Dreidorn. Davon fand ich zu Spenge einen neuen Beweis. Es befinden ſich in dem zu einem herrſchaftlichen Gute gehörigen Bosquet mehrere Schwerz, Landwirthſch. 8 — 114— Berberitzen als Zierpflanze. Dadurch verbleicht oder verſcheint auf den nahen Feldern, die unter dem Winde liegen, bis zu einer gewiſſen Entfernung der Roggen. In dem nicht weit da⸗ von entfernten Osnabrückiſchen Dorfe Kirchhövel geſchah daſſelbe auf einem Felde, das laͤngſt einer Berberitzen⸗Hecke herlief, ohne daß man die Urſache davon wußte, bis der jetzige Pfarrer des Ortes etwas darüber in einer ökonomiſchen Schrift las. Da die Hecke ihm angehoͤrte, ließ er ſie ſogleich ausreuten, und das Uebel bei dem Roggen hörte auf. Die Berberitzen auf hö⸗ her gedachtem Gute ſtehen noch, weil ſie zur Zierde dienen; ſtatt daß die Hecke des guten Pfarrers blos ſeinem Garten zur Befriedigung diente!! Einige Erfahrungen. Frühe Wintergetreide⸗Ausſaat liefert die beſten Erndten.— Roggen nach Roggen, wenn zum zweiten nicht geduͤngt oder gepfercht worden, lohnt nicht.— Das Aufeggen der Saat im Frühjahre auf gebundenem Boden iſt von ſehr großem Nutzen, wenn es nicht ſchwach, ſondern kräf⸗ tig geſchieht. Der Ravensberger Bauer nimmt keinen Saamen von friſch gedüngtem Getreide auf, auch keinen Vorſprung.— Iſt das Vorurtheil? Iſt das Geſetz? Oder irrt ſich ein anderer guter Ravensberger Landwirth, wenn er ſagt:„Wenn jedesmal die beſten und ſchwerſten Körner zur Ausſaat beſtimmt werden, ſo iſt der Wechſel mit dem Saatkorn nicht erforderlich?«— Je ſonnenreicher die Frucht aufwächſt, deſto vollkommener bildet ſich das Korn aus, und deſto tauglicher wird es zum Säen. „Ich habe einen Landwirth gekannt, ſagte mir ein ſehr be⸗ währter Mann, der nie fremden Leinſaamen kaufte, ſondern ſeinen ſelbſt gewonnenen überjährigen Saamen ausſäete. Er ließ ihn zu dem Ende zwei, ja drei Jahre in den Knoten lie⸗ gen, und brach ihn erſt aus, wenn er ihn brauchen wollte.« Iu di die do Nabent das Fü Lingen⸗ beſtand und Na⸗ rücken, langen ſondern Esparſe nutzt we der Ra ſo ſehr nicht, der Ge getheilt lichen M laſſen, ſ zaf den J derſcheint on, bis zu nt weit da⸗ aah daſſelbe rlief, ohne farrer des Alas. Da riten, und in auf hö⸗ 9i dienen; in Garten ⸗Ausſaat venn zum nt t.— Das mnhoden iſt 2rn kraf⸗ . von ſriſch . Iſt das Kzerer guter Aismal die erden, ſo 1?— Je mrner bildet 1,. Säen. a ſehr be⸗ 1 ſondern räete. Er oten liè⸗ a vollte.“ Vierter Abſchnitt. Zuſtand des Ackerbaues in den Grafſchaften Tecklenburg und Lingen. I. Lage und Boden. Die Kette des Teuto⸗ oder Deutſchburger Waldgebirges, die durch ein Stück des Osnabrückſchen gehet, die Grafſchaft Ravensberg in zwei Theile theilet, das Lippeſche begränzt und das Fürſtenthum Paderborn mitten durchſtreift, nimmt in dem Lingen⸗ und Tecklenburgiſchen ihren Urſprung. Da der Haupt⸗ beſtand dieſes Gebirges kalkartig iſt, ſo haben ſeine Bewohner und Nachbarn ſich dieſes Vortheiles zu erfreuen. Der Gebirgs⸗ rücken, der in dem Tecklenburgiſchen nicht viel mehr als einen langen Hügel bildet, iſt nicht allein zu Holz und Schaafweide, ſondern auch zu Land und dem beſten aller Futterkraͤuter, der Esparſette, geeignet, wiewohl er bis jetzt zu alledem wenig be⸗ nutzt wird. Es iſt wirklich eine Schande, wenn man einen von der Natur begünſtigten Erdſtrich in einem ſehr bevölkerten Lande ſo ſehr vernachläſſiget ſiehet! Allein, wo ſind es die Gemeinpläͤtze nicht, die, weil ſie allen angehören, niemand angehören?— In der Gegend von Lengerich wurde zwar ſchon vor einigen Jahren getheilt; da aber die Theilungs⸗Commiſſarien den unverzeih⸗ lichen Mißgriff thaten, die gemeine Viehhute darauf beſtehen zu laſſen, ſo wurden ganz natürlich alle Holzpflanzungen, die man auf den getheilten Stücken anlegte, ſo wie alle andere Cultur 8 — 116— in ihrem Entſtehen vernichtet. Seit einiger Zeit hat man den⸗ noch angefangen die Hut aufzugeben, und das Holz kömmt lang⸗ ſam bei. Das Land von beiden Seiten des Gebirgsrückens iſt flach, und bildet beſonders nach Süden und Weſten eine unabſehbare Ebene, der es nur allzu oft an Waſſerabzügen fehlt; daher im Winter ein großer Theil derſelben eher einem Archipel als einem feſten Lande gleich ſieht, und aller Verkehr unter den Menſchen geſtört iſt. 1 Der Sandboden iſt bei weitem der vorherrſchendſte, ſeine Unterlage iſt theils ocker⸗, theils moorartig. Ueber der moori⸗ gen Unterlage friert die Krume leicht und zu großem Nachtheile auf. Uebrigens findet man hier auch ſandigen Lehm, lehmigen Sand, Sand mit einer ſteinigten Lehmunterlage(guter Boden), Klei an dem Fuße eines Kalkgebirges(bei Näſſe ſo wie bei trockner Zeit nicht zu bearbeiten, trägt kleine Gerſte und mit⸗ telmäßigen Weitzen, vieler Regen iſt dieſem Boden zuträglich), Sand auf Sandſtein, ſchwarzen Sand über weißem, rothen mit Sand gemiſchten Lehm(vortrefflicher Boden in ſanften Abhän⸗ gen nach den Ufern der Düte), ſchwarzen Schiefer, Mergelſand, Moor u. ſ. w. Im Ganzen zeigen die Produkte des Landes, daß ſein Boden von der Natur nicht iſt vernachläſſiget worden. II. Zuſtand der Cultur. Wenn es gleich den Einwohnern dieſer zwei kleinen Pro⸗ vinzen nicht an einem hohen Grade von Fleiß gebricht, ſo kann man doch nicht daſſelbe von ihrer Intelligenz ſagen. Die noch ſubſiſtirenden viele Brücher und Heiden(man kann ſie wenigſtens auf ein Viertel des Ganzen anſchlagen), der gänzliche Abgang an Communicationswegen, der dadurch erſchwerte Verkehr unter den Menſchen, ſchlechtes Geſpann, Abgang an Futter und andere mir unbekannte Urſachen äußern ihren nachtheiligen Einfluß. Im Ganzen iſt hier nur eine Cultur in Kleinem und oöft ſo ſehr in Kleinem, daß alles durch die Arbeit muß erzwungen werden, und die Intelligenz weder Spielraum noch Kräfte hat, ſich zu — erheben. dau hie Da ſpann n anzuſog. Wenn verſtatt doch y zu pfli zu hed Heuerli hau in Leute w Rehalte lung d beitra⸗ ſchädit machen de Osnabt dern, ei Manp brauch. iſt viel für ein im Ta⸗ Ba d men; 3 gefütte ſo wer fer⸗ un die me ſcen, man den⸗ kimt lang⸗ iſt flach, abſehbare daher im als einem nnenſchen waie ſeine ar moori⸗ srachtheile enlehmigen 2 Boden), wie bei „ad wit⸗ traglich), then mit 4 Abhän⸗ welſand, 8 Landes, an worden. Men Pro⸗ nch ſo kaun ddie noch 15 znigſtens 1 Wogang ehr unter — 1 andere influß 8 ſo ſehr 4 werden, — 117— erheben. Ich verweiſe hierbei auf das, was ich uͤber den Hanf⸗ bau hieruͤber ſagen werde. III. Geſpannarbeit und Werkzeuge. Da, wo man nur ſchlechtes Geſpann hat und dieſes Ge⸗ ſpann noch ſchlechter füttert, hat man wohl Urſache 3—4 Pferde anzuſpgnnen, wo ihrer zwei vor dem Pfluge zu viel wären. Wenn gleich die Gegend faſt überall den Gebrauch der Ochſen verſtattet und Kühe dazu gebraucht werden könnten, ſo iſt man doch zu ſtolz dazu, aber demüthig genug, um mit Rozinanten zu pflügen. Doch fänst man hier und dort an ſich der Kühe zu bedienen. Wird dieſer Gebrauch unter den Kötern und Heuerlingen allgemein, ſo iſt kein Zweifel, daß ſich der Acker⸗ bau in dieſer Provinz heben werde. Der Acker dieſer kleinen Leute wird dann zu rechter Zeit beſtellt, die Kühe werden beſſer gehalten, mehr und beſſerer Dung gemacht werden. Die Thei⸗ lung der Marken wird nicht wenig zu dem Gebrauch der Kühe beitragen, und die Abſchaffung der Spanndienſte(gegen Ent⸗ ſchädigung) wird die Pferde immer mehr und mehr entbehrlich machen. Der Pflug, den man hier hat, iſt dem im Mindeſchen und Osnabrückſchen gleich. Ein Vordergeſtell mit ungleichen Rä⸗ dern, ein feſtes gehöhltes Streichbrett und gehöhltes Pflugſchaar. Man pflügt 3—5 Zoll tief. Die Walze iſt nicht außer Ge⸗ brauch. Vor die Egge wird nur ein Pferd geſpannt, und das iſt vielleicht nicht das Beſte, was man thut. Die Tagesarbeit für einen Pflug iſt ein Magdeburger Morgen; läßt man aber im Tagelohn umpflügen, ſo werden nur 120 Ruthen abgefertigt. Bei dem Pflügen mit 3—4 Pferden wird ein Führer genom⸗ men; bei zwei Pferden aber kann einer allein zurechtkommen. Im Sommer werden die Pferde größtentheils mit Gras gefüttert oder auf die Heide hinausgejagt. Da es an Heu fehlt, ſo werden ſie im Winter mit geſchnittenen ungedroſchenen Ha⸗ fer⸗ und Roggengarben gehalten. Gegen dieſe Garbenfütterung, die man ſo häufig in Weſtfalen, namentlich dem Paderborn⸗ ſchen, antrifft, wäre nichts einzuwenden, wenn nicht eine ſehr — ns— ungleiche Fuͤtterung daraus entſtände. Dies Garbenhaͤckſel, in Vorrath angehäuft, kann nie gehörig gemiſcht bleiben, indem die ſchweren Körner ſich immer abwärts ſenken, und die Pferde daher nicht immer gleich viel davon erhalten. Die Knechte ſollen zwar immer vor dem Fuße von Grund aus aufſchuffeln; allein ſind ihrer ein Paar, wovon jeder ſein eigenes Geſpann zu beſorgen hat, ſo weiß man wie es geht. Dann haben die Halme in einem Jahre mehr, in dem andern weniger geladen; die Nahrhaftigkeit des Korn⸗Häckſels bleibt ſich alſo nicht gleich. Mit einem Worte: die Pferde, wie mich aufmerkſame Land⸗ wirthe verſichert haben, leben dabei manchmal in Fülle und manchmal in Noth. Man weiß nicht genau, weder was ein Pferd erhaͤlt, noch was der Acker ertragen hat. Daß ein tieferes Pflügen, und zwar mit einem Rajolpfluge, da, wo es der Boden verträͤgt, von dem größten Nutzen ſey, davon fand ich in der Grafſchaft Lingen einen auffallenden Be⸗ weis. Ich ſah 1816 auf einem Stücke, welches H. Kerſtein zu Ibbenburen baut, den prachtvollſten Roggen. Er hatte den Acker von einem armen Manne übernommen, der ihn ſo außer Stand geſetzt hatte, daß er nicht mehr tragen wollte, und der ſo von Quecken verwildert war, daß der Beſitzer keinen Men⸗ ſchen auftreiben konnte, der ihn umpfluͤgen wollte. Er ſtand ihn alſo an Kerſtein ab, nur bedingte er ſich noch eine Hafer⸗ Erndte davon aus. Kerſtein ließ den Acker einen guten Zoll tiefer als gewöhnlich pflügen, und der Hafer wurde beſſer, als der Mann je welchen auf dem Acker gewonnen hatte. Nach der Erndte wurden die Stoppeln überdüngt, und darauf mit zwei Pflugen hinter einander oder doppelt tief gepflügt, etwas gegen die Regel, wie Kerſtein ſelbſt bemerkte. Er that es aber, um ſich der Quecken zu entledigen, und wirklich fand er den Acker rein und den Roggen darauf vortrefflich. Er hält überhaupt viel auf das Tiefpfluͤgen auf ſeinem ſandigen aber guten Boden. Da er Poſthalter iſt, und mehr Dung als ſeine Nachbarn hat, ſo mag er das auch wohl mit Vortheil thun. Da Mittage ihm etue gel und: Kartoffl meiſten Jrüdes Die I 250- 30 einige! nißlang die Vere glaubte, hoffte d Metam Dacht, getränk len gelc Die an Hau, ohne B. findet de ſtens ein Pfund? iſt ande mit alle d 300, m rerhaͤlt daß me Lecker Roggen daß die dewußt ickſel, in n, indem Ee Pferde 2 Knechte dſchuffeln; „Geſpann mben die Auzeladen; *t gleich. ne Land⸗ gzüͤlle und „was ein Alpfluge, Gzen ſey, Mae Be⸗ lerſein Jatte den ſo außer * und der don Men⸗ 3r ſtaud e Hafek⸗ ten Zoll üeſſer, ls Nach det mit zwei as gegen aber, umn en Acke berhaubt — 119— IWV. nutz vioh. Das Hornvieh geht im Sommer auf Heide und Weide. Mittags und Abends wird's auf den Stall gebracht, wo man ihm etwas Gras oder Klee und im Herbſte Kohlblaͤtter, Spör⸗ gel und Rübenlaub giebt. Im Winter hält man es mit Kaff, Kartoffeln, Rüben, Kohlſtengel, Stroh, ſelten mit Heu. Die meiſten fuͤttern kalt, einige warm, arme Leute kochen. Sowohl grünes als trocknes Futter wird ungeſchnitten vorgeworfen. Die Viehrace iſt nur klein. Die allergrößten Kühe mögen 250— 300 Pfund wiegen. Die Verſuche, dieſelbe zu veredlen, die einige Landwirthe ſich rühmen vorgenommen zu haben, ſind mißlungen und mußten mißlingen, weil man nicht zugleich auf die Veredlung oder Vermehrung des Futters bedacht war und glaubte, mit dem Kreuzen allein ſey's gethan. Vermuthlich hoffte man, ein einziger Sprung ſollte ſchon die vollſtändige Metamorphoſe hervorbringen!— Man melkt die Kühe bei der Tracht, ſo lange ſie Milch geben wollen. Die Kaͤlber werden getraͤnkt, die Rinder mit anderthalb bis zwei Jahren zum Bul⸗ len gelaſſen.. Die Schaafe verdienen keiner Erwähnung. Sümpfe, Mangel an Heu, kahle Weideplätze, äußerſt kleine Wirthſchaften, Felder ohne Brache, Alles widerſetzt ſich hier der Schaafzucht. Man findet dennoch hier und dort kleine Heerden von 60—70, höch⸗ ſtens eine von 150 Stück. Sie ſcheeren nicht viel über ein Pfund Wolle, das 5—8 gGr. gilt. Der Preis eines Hammels iſt anderthalb Thaler, wenn er angefüttert iſt. Man iſt hier mit allem, was Vieh heißt, noch zurück, die Schweine ausgenommen, welche fett auf 250 und 300, manchmal auf 500 Pfund gebracht werden. Welches Un⸗ verhältniß gegen die Kühe! Es iſt wirklich außerordentlich, daß man ohne Brandtweinbrennerei, ohne Eicheln und Buch⸗ Aecker jene Thiere mit einigem Vortheile durch Kartoffeln und Roggen zu einem ſolchen Gewichte bringen kann. Es ſcheint, daß die Weſtfälinger durch ihre Vorliebe für die Schweine wohl gewußt haben, dieſe Viehrace zu veredeln; denn offenbar hängt 120— ihre Anlage zu ſolchem Gewicht und Größe von der Conſtitution der Schweine ab. Auch werden hier viele Faſelſchweine aufge⸗ kauft und nach Holland getrieben. V. Dung und Düngltätte, Das Streumaterial beſteht aus Stroh, Plaggen und Laub. Man läßt den Miſt ſo lange unter dem Viehe liegen, bis die 4 Fuß ſtarke Tiefe des ſchmalen Viehſtalles ausgefüllt iſt, worauf 2, 3, 4 Wochen anlaufen. Mit dem Miſte bleibt dann zugleich die Jauche im Stalle. Was der Miſt nicht von der Jauche anhalten kann, wird zur Traͤnkung von Erde⸗ und Plaggenhaufen verwendet. Nur an einem Orte fand ich einen großen gewölbten unterirdiſchen Behälter, in welchen ſich die Jauche unmittelbar aus den Ställen zieht. Sie wird nachher ausgepumpt und auf die Wieſen verfahren. Der Miſt wird, wenn Gelegenheit dazu da iſt, aus dem Stalle unmittelbar auf das Land gebracht, oder auf dem Miſt⸗ hofe ausgebreitet und mit Plaggen oder etwas Erde gedeckt, oder in Haufen auf dem Felde oder an einem beſondern Platze aufgeſchichtet; dieſes letztere verdient einige Aufmerkſamkeit. Der größte Theil des Dungs, der hier auf das Feld verwendet wird, beſteht aus einem Compoſt von Miſt, Erde und Raſen. Die Erde wird von den höheren Stellen der Wieſen, aus Sin⸗ ken, Erdfangen, Gräben u. ſ. w. gezogen. Sie wird ein paar Monate früher, als man ſie brauchen will, ausgeworfen und dann mit Stallmiſt, auch wohl mit etwas Mergel aufgeſchichtet. Der Haufen, der zum Roggen verwendet werden ſoll, wird an⸗ fangs Sommer zuſammengebracht, und anfangs Winter der⸗ jenige, der fuͤr das Sommergetreide dienen ſoll. Man findet, daß der Compoſt beſſer wird, wenn man den Haufen in einer Grube anſetzt. Dieſe Grube, ſo wie ich ſie bei dem Colonus Determeyer bei Ibbenbühren ſah, welcher mir auch die ganze Behandlung erklärte, war muldenförmig in die Erde einge⸗ ſchnitten, ſo daß man von der einen Seite mit dem Karren hinein- und auf der andern hinausfahren konnte. Sie war allenfalls 12 Fuß breit und 3—4 Fuß tief. Um die Erde in 1 V b dem Hau Seiten de gefahren geworfen %% Erde liegen. 20 Jahrel ſein Bod heiſch, ſ dann wi den Mo ſelbſt an terhaufen jahte die Man vot, der ganz fri Man lo ſondern hänfig und die boden fü dem Str nach me Strohmiſ treide⸗Er werden. mehr al⸗ hier eine A meſſene bietet, man ne Jaturſch ſolideſten und Vor tiſchö pfi vnſtitution eine aufge⸗ 8 8 annd Laub. gen, bis Sausgefüllt ſte bleibt X nicht von Erde⸗ und i ich einen d ſich die im nachher fi aus dem ſ em Miſ⸗ — Iddeck ern Platze wrkſamkeit. lyerwendet 1 8d Raſen. maus Ein⸗ zaein paar uaerfen und zureſchichtet. Mwird an⸗ nter der⸗ mfidet a in einer i Colonus a di ganze Seie einge⸗ 61 Karren „Sie war 64 Erde in — 121— dem Haufen nicht feſt zu ſtampfen, wird ſie auf die zwei langen Seiten der Grube oder des zu errichtenden Compoſthaufen an⸗ gefahren, und ſo nach Belieben zwiſchen die Miſtſchichten ein⸗ geworfen. Determeyer nimmt dazu ⁄ Miſt, ¾⁄ Mergel und Erde. Wenn er kann, läßt er den Haufen ein ganzes Jahr liegen. Er bedient ſich auf dieſe Art des Mergels ſchon ſeit 20 Jahren und hat immer gute Wirkung davon geſpürt. Da ſein Boden, ein lehmiger Sand, eine alljaͤhrliche Düngung er⸗ heiſcht, ſo düngt er ein Jahr um das andere mit Compoſt und dann mit Miſt. Zur Gerſte führt er 80 Fuder Compoſt auf den Morgen.— Die Sommerhaufen werden auch wohl im Hofe ſelbſt angeſetzt, wodurch ſie gewöhnlich fetter werden. Die Win⸗ terhaufen werden oft auf dem Felde, wo ſie im folgenden Früh⸗ jahre dienen ſollen, angelegt. Man zieht den Miſt, der etwas gelegen hat, demjenigen vor, der unmittelbar aus dem Stalle kömmt. Dieſer letzte ganz friſche Dung wird vorzugsweiſe auf den Hanf verwendet. Man läßt den Miſt nicht ohne Noth auf dem Lande liegen, ſondern pflügt ihn noch am ſelben Tage unter. Man ſetzt auch häufig Compoſt⸗Haufen von ⅞ Heideplaggen und 1⁸ Miſt an, und die meiſten halten den Gebrauch der Plaggen auf Sand⸗ boden für unentbehrlich, ſelbſt dann, wenn man mit hinreichen⸗ dem Stroh zum Einſtreuen verſehen wäre. Sie behaupten, daß nach mehreren darüber angeſtellten Verſuchen ein mit bloßem Strohmiſt gedüngter Acker bei weitem nicht ſo körnerreiche Ge⸗ treide⸗Erndten gebe, als wenn Plaggen mit zu Hülfe genommen werden. Ob ich gleich auf dieſen Gegenſtand in der Folge noch mehr als einmal zurückkommen werde, ſo kann ich mich doch hier einer vorläufigen Betrachtung nicht enthalten. Als ich von der hohen verfallenen Tecklenburg die uner⸗ meſſene Fläche überſah, die ſich ſo wunderſchön dem Auge dar⸗ bietet, ſo miſchte ſich ein gewiſſes ernſtes Gefühl mit ein, welches man nothwendig empfindet, wenn man die immer beſtehenden Naturſchönheiten von den Truͤmmern der Vergänglichkeit der ſolideſten Menſchenwerke anblickt. Die Monumente der Zeit und Vorzeit veralten, aber immer neu bleibt die Natur. Un⸗ erſchöpflich und unermüdet im Gebäbren wacht ſie nach jedem — 122— Winterſchlummer wieder auf, kleidet und ſchmuckt den Schooß der Erde mit Grüͤn und friſchen Gewächſen und, während ſie durch die Hand der Zeit die Kunſtwerke der Menſchen zerſtört, benutzt ſie die Trummer und bearbeitet ihren Staub zur Nah⸗ rung dürrer Mooſe, Flechten und Ranken von Epheu, die ihrer Seits wieder nützlicheren Gewächſen als Vorarbeiter dienen. Selbſt auf dem trocknen Sande lebt und ſchafft ſie immer fort, obgleich der Menſch durch Plaggenhauen und Paltenſtich jedes⸗ mal ihr angefangenes Werk zerſtört. Was alſo die Natur an den Werken des Menſchen, das thut der Menſch an den Werken der Natur. Er entkleidet ſie an einem Ende, um den weniger abgelegenen, nicht immer beſſern, Boden damit zu bereichern, oder vielmehr zu verhindern, daß er ſich durch den unaufhör⸗ lichen Dienſt zum Nutzen der Menſchen nicht ganz erſchöpfe. Lange und noch tadelt man dieſen ſeltſamen Wechſel von Rauben und Wiedergeben, und ſchwer kann ſich der Freund der Natur, der Menſchen und des Staates daran gewöhnen, ganze Strecken geſchunden und zu anhaltender Unfruchtbarkeit verdammt zu ſehen, blos um die Fruchtbarkeit auf einigen andern Stellen zu unterhalten. Bei längerer Anſicht jedoch, bei ſtrengerem Forſchen ſöhnt ihn die Allgemeinheit eines ſolchen Gebrauches einigermaßen mit dem Unwirthſchaftlichen aus, das damit ver⸗ bunden iſt. Erblicken wir nämlich unter gleichen Umſtänden beinahe allenthalben den naͤmlichen Gebrauch; huldiget ihm nicht allein der Träge und Unwiſſende, ſondern auch der fleißige und aufgeklärte Landwirth; ſtimmen die Erfahrungen darüber in nahen und ent⸗ fernten Gegenden überein: ſo hat ganz gewiß der Gebrauch, be⸗ ſonders dann, wenn er mit Mühe, Beſchwerlichkeit und Auf⸗ wand verbunden iſt, etwas für ſich und ſcheint nicht auf Zu⸗ fälligkeiten und bloßen Schlendrian, ſondern auch in der Natur der Sache ſelbſt gegründet. Er iſt derenthalben, in ſo ferne kein Mißbrauch davon gemacht wird, nicht ganz verwerflich, meiſtentheils nützlich und oft nothwendig. So ſoll in dem vor⸗ gelegten Falle, das iſt auf Sandboden, ſelbſt auf lehmigem Sandboden, der Strohdünger den mit Plaggen gemiſchten Dünger nicht erſetzen, dieſer den Boden mehr binden, länger darin anhalten und den Gewächſen bei trockener Zeit weniger nachtheilig auch eine! Indes Recht dag noch nicht Fruchtfolge auf dem g vöhnlich b Ueberſpann und dieher ausgehen die Plagg wirft, mi den reinen finden kön vicht gan lkeicht wer würden. mit Hoh liche Rot ſo ſcheint von dieſen Beſitzung Noch dungs ſehr er leiſten: daß der T ſtiſch und nur der! d de dem Ote ſehr im nicht ſo Plaggenn um ſo v Stroh, grüne 1 den Schooß ährend ſi an zerſtört, d zur Nah⸗ 2, die ihrer Zer dienen. umer fort, Hich jedes⸗ ſeRatur au mun Werken en weniget s bereichern, Aunaufyöt⸗ ſhöpfe. P echſel von arreund der en, ganx „A verdammt n Stellen ſtrengerem ur ebrauches 2 amit ver⸗ „een beinahe ztallein der aufgeklaͤrte n und ent⸗ * brauch, be⸗ und Auf⸗ rnt auf Zu⸗ 3 der Nathr an ſo ferne erwe ſich, a dem vor⸗ an lehmigem an gemiſchten rrin, länger it wenigen 5 L — 123— nachtheilig werden. Er gewährt nicht blos einen Dung, ſondern auch eine Erneuerung der Erdkrume. Indeſſen geſtehe ich gerne, daß ſich noch Vieles und mit Recht dagegen einwenden laͤßt, und daß das Geſagte mich ſelbſt noch nicht befriediget. Kann z. B. die Schuld mit an der Fruchtfolge liegen, die dem Boden weit mehr abfordert, als er auf dem gewöhnlichen Wege zu leiſten vermag, wie dieſes ge⸗ wöhnlich bei dem Sandboden der Fall iſt: ſo beweist eine ſolche Ueberſpannung nichts fuͤr die Unentbehrlichkeit der Plaggen, und diejenigen, die auf einen ſo unverhaͤltnißmäßigen Ertrag ausgehen, müſſen nicht vergeſſen, den Werth des Bodens, der die Plaggen dazu hergiebt und für ſich ſelbſt keinen Ertrag ab⸗ wirft, mit dem ihrer cultivirten Lande zu vereinigen, und ſo den reinen Ertrag dieſer letztern auszumitteln; wo ſie dann finden könnten, daß ſie durch jenen überſpannten Rohertrag nicht ganz ſo viel Vortheil haben, als ſie glaubten, und viel⸗ leicht weniger, als ſie bei einer andern Feldeintheilung haben würden. Setzen wir zum Beiſpiele, daß ihre Plaggengründe mit Holz beſtanden waͤren und ſie nun eine weniger einträg⸗ liche Rotation auf ihren cultivirten Feldern annehmen müßten: ſo ſcheint kein Zweifel, daß ſie jetzt zwar etwas weniger Korn von dieſen, aber einen größern Nutzen von dem Ganzen ihrer Beſitzung einerndten würden. Noch kann die Verſchiedenheit der Bereitung des Stroh⸗ dungs ſehr viel dazu beitragen, daß er nicht ſo viel leiſtet, als er leiſten müßte. Es kömmt auf dem Sande alles darauf an, daß der Dung alle Feuchtigkeit der Jauche enthalte, ſo fett und friſch und doch ſo geſchloſſen als möglich ſey, und dieſes kann nur der Miſt, der lange Zeit im Stalle gelegen iſt, aus dem kein Tropfen Jauche verloren worden, und der unmittelbar aus dem Stalle auf das Feld gebracht wird. Ein ſolcher Miſt iſt ſehr im Stande, den Boden zu binden. Wahr iſt es, daß er nicht ſo lange darin anhaͤlt, als der langſamer verweſende Plaggenmiſt, aber dafür bringe man von jenem alle Jahre und um ſo viel weniger auf einmal auf. Hat man Abgang an Stroh, um die Jauche ſammt den Excrementen, beſonders bei grüner Stallfütterung, aufzufangen, ſo kann der Sand, der — 124— nach Art der Dellbruͤcker auf dem cultivirten Lande ſelbſt aus⸗ geſtochen und in den Stall oder den friſchen Dung gebracht wird, hierzu dienen. Auf ſolche Art wird dem Boden auch mehr Feuchtigkeit zu⸗ geführt; denn das beſondere Auffangen der Jauche in gut ein⸗ gerichteten Ställen finde ich für Sandboden durchaus zweck⸗ widrig, man müßte denn allenfalls mit Trebern oder Brand⸗ weinwäſche Maſtung treiben. Endlich müßte ein tieferes Pflü⸗ gen zu Hülfe genommen werden, wodurch der Boden mehr Feuchtigkeit annehmen, die Wurzeln tiefer eindringen und nicht immer in derſelben Erdkrume vegetiren würden. Ich irre ſehr, wenn durch die Vereinigung aller dieſer Hülfsmittel die Heide⸗ Plaggen nicht zu entbehren wären, und aus dem Ganzen der Wirthſchaft nicht ein höherer Gewinn hervorgehen ſollte! VI. Culturgegenſtände und Fruchtfolge. Man baut am gewöhnlichſten Roggen, Buchweitzen und Hafer, an einigen Orten auch Gerſte und Erbſen, und nur an wenigen Weitzen.— Rüben, Möhren, Kartoffeln, Steckrüben, Spörgel, Klee und brauner Kohl ſind die Futtergewächſe. Hanf endlich iſt das Handel⸗ und Hauptgewächs, der wahre Nähr⸗ vater der Grafſchaft Tecklenburg. Das ſelbſt erzielte Korn reicht nicht zur Conſumtion, und man kauft, noch für p. p. 20,000 Rthlr. zu. Indeſſen da für das Linnen jährlich wohl⸗ 140,000 Rthlr. eingehen, ſo iſt jener Ausfall leicht zu decken. Die Fruchtfolge auf hieſigem Sandboden iſt: 1. Roggen, darauf Spörgel, 2. Buchweitzen, 3. Roggen, darauf Spörgel, 4. leichter Hafer oder auch Buchweitzen. Oder auch wohl zwei⸗ mal Roggen nach einander. Man düngt alle zwei Jahre. Man hat ſich erſt ſeit 5—6 Jahren etwas ſtaͤrker auf den Ackerbau des Hafers verlegt, wegen der vielen Mißjahre bei dem Buch⸗ weitzen. Zu Lengerick hat man auf ſehr gutem Sandboden: 1. Hanf gedüngt, 3. Sommergetreide, 2. Roggen, 4. Erbſen oder Buchweitzen. Meiſtens hat man jedoch beſondere Hanfſtücke, worauf der Hanf einige Jahre hinter einander vorkömmt, und dann werden von Zeit ſich, daß Boden z ihn zu d In Unterlage ſäet dahet pffanzt Ka wenig Gt Wir hatt Ju boden: 1. Haf 2. Roge 3. Rogg Nun ewas ſch ſaat. K. ſtärker a ſolchen g Ackerhau, Einfluſſes Venn Compoſt, Hafer nich Dang nac meyer ſag gen nur gehme ma Rogden f die giſchen i 1. Wei 2 Gerſ 3, Erbſe Kle 4 Hafe ſelbſt aus⸗ V Lag gebracht Schtigkeit z40 Ain gut ein⸗ s aus zweck⸗ er Brand⸗ eeres Pflü⸗ noden mehr n und nicht h irre ſehr, i die Heide⸗ et Ganzen der alte! xe. V aneitzen und annd nur an *n GCteckrüben, ichſe. Hauf u uhre Nähr⸗ y ielte Kord wan für p. p. hrlich wohl! ru decken. „11. Roggen, rnf Spötgel, dan wohl zwei⸗ atre. Nan men Ackerbal 8 deu Luch dboden: 26 aubeitzen. b awotauf der 1 oinn werden — 15— von Zeit zu Zeit einmal Kartoffeln eingeſchoben. Es verſtehet ſich, daß ſolche Felder alljährlich gedungt werden. Da, wo der Boden zu dem Hafer zu hoch, alſo zu trocken liegt, hat man ihn zu dieſem Ende mit unſäglicher Mühe vertieft. In der Bauerſchaft Ringel, wo der Sand eine moorige Unterlage hat, wollen weder Gerſte noch Erbſen gedeihen. Man ſäet daher zur Abwechſelung etwas Spörgel im Frühjahre und pflanzt Kartoffeln, wenn jener abgefüttert iſt. Man baut hier wenig Stoppelrüben, weil beſonders dazu gedüngt werden muß. Wir hätten alſo hier einen ſchlechten Sandboden. Zu Ibbenbühren in dem Lingenſchen hat man auf Sand⸗ boden: 1. Hafer oder Gerſte ſtark gedüngt mit Compoſt, 2. Roggen, 3. Roggen mit etwas Stalldung. Nun fangt es wieder mit 1 an. Einige düngen auch wohl etwas ſchwach zum Sommergetreide und dann zu jeder Roggen⸗ ſaat. Kerſtein findet, daß die Gerſte ſeinen guten Sandboden ſtärker angreift als der Hafer, daher er jene nicht leicht auf ſolchen Feldern baut.— Wir haben wenige Wahrheiten bei dem Ackerbau, die ſo ſehr erwieſen ſind, als die des nachtheiligen Einfluſſes der Sommergerſte auf den Boden!— Wenn K. bloßen Stallmiſt zum Hafer nimmt, alſo keinen Compoſt, ſo bringt er ihn etwas tief in die Erde, damit der Hafer nicht lagere. Beim Pflügen zum Roggen bringt er den Dung nachwärts wieder in die Höhe. Der Colonus Deter⸗ meyer ſagte mir, daß das 1. Sommergetreide, 2. Roggen, 3. Rog⸗ gen nur einigemal hinter einander ſo gehen könne; dann aber nehme man einmal Klee oder Kartoffeln, auf welche beide man Roggen folgen läßt. Die Fruchtfolge auf Klei⸗ und Lehmboden im Tecklenbur⸗ giſchen iſt vierfelderig. 1. Weitzen gedüngt, 2. Gerſte, 2. Roggen, 3. Erbſen, Pferdebohnen, 3. Gerſte, Hafer, Klee. 4. Erbſen, Klee. 4. Hafer. 1. Weitzen geduͤngt, — 126— 1. Weitzen geduͤngt, oder: 2. Gerſte, 2. Erbſen, 3. Klee, 3. Roggen, 4. Hafer. 4. Klee. Zu Gerſte, wo Klee geſaͤet wird, wird geduͤngt. Man ſaͤet ihn auch häufig über Roggen.— In allen dieſen Fruchtfolgen empfiehlt ſich wohl nichts, als daß der Hafer nach dem Klee kömmt. VII. Anbau des Getreides. Man ſäet auf einem Magdeburger Morgen 1 ½ Schfl. Weitzen, eben ſo viel Roggen, Sommergerſte und Erbſen, 2 Schfl. Hafer und ¾ Schfl. Buchweitzen. Die Zeit der Wintereinſaat fängt mit dem 20. September an und dauert bis acht Tage nach Michaelis. Den Hafer ſäet man auf trocknem Boden Ende März oder Anfangs April, auf naſſem aber erſt Anfangs Mai; Gerſte auf trocknem Boden Ende April und Aufangs Mai, auf naſſem zu Ende dieſes Monats; Buchweitzen vom 5ten bis zum 20ſten Mai. Auf feuchten Feldern ſäet man Trespe mit dem Roggen aus. Geht dieſer im Winter aus, wie auf ſolchem Boden oft geſchieht, ſo nimmt die Trespe ſeinen Platz ein und liefert noch eine anſehnliche Erndte; bleibt der Roggen aber, ſo geht wenig Trespe, die erſt im Frühjahre hervorſticht, darunter auf. Iſt der Trespe nicht zu viel unter dem Roggen, ſo giebt das Gemiſche noch ein gutes Brod. Für die Pferde bleibt jene ein vortreffliches Futter und iſt bei gleichem Maaße mehr werth als Hafer. Man hätte alſo Unrecht, die Trespe unter die Un⸗ kräuter zu zäͤhlen. Das Getreide wird gemähet, in Garben gebunden, in Stiege zu 20 G. geſetzt und nach 8—10 Tagen eingefahren. Der Mäher erhält 4, der Binder 3 gGr. Tagelohn nebſt Koſt. An⸗ dere ſchlagen die Erndtekoſten von einem Morgen zu 32 gGr. an. Fut auf Klee gedehnt, a löchſtens e heil ſeine treide, doch u vnd d ihn in d Egge ſo erforderli à 3 Gcheff Man Jahr ſtehe Auf Sand gutem Co Ockerſchic und Karl nur witd deſſen frü⸗ man es ſel hird. der E laͤnder. E zogen wird ſaet 5 Ee untergeyfle einer gewi Provinz Aufnahm Pfatz ma⸗ Vur⸗ toffeln wire dadet, un den vf age 2 Man ſat er rruchtfolgen an dem Klee 1½ Schf Ken, 2 Cchfl. G utereinſaat ad acht Tage zwoden Ende n Mai; r Mai, auf en bis zum em Noggen Aaſem Boden ig und lefert er, ſo geht 4 runter auf. giebt das Id bt jene ein aanehr werth un ter die Un⸗ n, in Stiege ren. N — 127— VIII. Anbau der Futtergewächse. Futterkrauter. Der Anbau derſelben ſchraͤnkt ſich blos auf Klee und Spörgel ein. Erſterer iſt bei weitem nicht ſo aus⸗ gedehnt, als er ſeyn könnte und müßte. Der größte Bauer hat höchſtens einen oder anderthalb Morgen, alſo den 30ſten oder 40ſten Theil ſeines Ackers in Klee. Man ſäet ihn unter jedes Ge⸗ treide, doch am häufigſten unter das Sommergetreide und nimmt 12 und noch mehr Pfund auf den Morgen. Man überfährt ihn im Frühjahr mit gutem kurzen Dünger, den man mit der Egge ſo gut als möglich verbreitet. Hierzu ſind 8—12 Fuder erforderlich. Man bedient ſich des Kalks zum Ueberſtreuen, à 3 Scheffel, oder des Mergels à 8 Fuder per Morgen. Man ſchneidet den Klee zweimal und läßt ihn nur ein Jahr ſtehen. Der Klee liebt bekanntlich den ſchweren Boden. Auf Sandboden kann er blos durch Dung und lleberfahren mit gutem Compoſt erzwungen werden. Auf Sand aber, der eine Ockerſchichte unter ſich hat, verſagt der Klee gänzlich. Flachs und Kartoffeln gerathen vorzüglich nach Klee; Hafer zwar auch, nur wird er leicht Lager. Das Ueberdüngen des Klees ſoll deſſen früheres Heraustreiben im Frühjahre befördern, daher man es ſelbſt dann thut, wenn der Klee in die erſte Gaile geſäet wird. Der Spörgel iſt in jeder Hinſicht die Gabe für die Sand⸗ länder. Er iſt, wenn er nicht mit ſammt der Wurzel ausge⸗ zogen wird, ein verbeſſerndes Mittel für den Boden. Man ſäet ⅜ Scheffel auf den Morgen. Wird er früh geſäet und untergepfluͤgt, ſo ſchätzt man ſeine Wirkung zu dem Viertel einer gewöhnlichen Düngung. Für den gebirgigten Theil dieſer Provinz ſollte man auf alle Arten ſuchen die Esparſette in Aufnahme zu bringen, die auf ähnlichem Boden das Glück der Pfalz macht. Wurzelwerk. Kartoffeln, Rüben, Möhren. Zu Kar⸗ toffeln wird das Land geſtrichen, gewendet, gedüngt mit 20— 25 Fuder, und zuletzt gepflugſpatet, d. h. man läßt die mit dem Pfluge geöffnete Furche mit dem Spaten ausgraben. Die Kartoffelreihen werden ſpäter behackt, aber nirgends, ſo viel ich weiß, behäufelt. Man pflanzt 12—15 Scheffel auf einen Mor⸗ gen und erndtet ihrer 150— 200. Das Nichthäufeln der Kar⸗ toffeln auf ſehr ſandigem Boden findet man auch in Brabant. Der Roggen geräth beſonders gut darnach. Die Stoppelrüben folgen nach Hanf oder Roggen. Die Roggenſtoppel wird nur einmal umgepflügt, abgeeggt, geſäet und zugeeggt. Auf ſchlechtem Sandboden muß dazu beſonders gedungt werden, und ſo kann ein Morgen 18—20 Scheffel Rüben liefern. Dieſe Rü⸗ beneinſaat geſchieht nach der zweiten Roggenerndte. Die Möhren werden unter Flachs oder Bohnen geſäet. Ihr Ertrag iſt 15—20 Scheffel. IX. Anbau des Hankes. Da hier das eigentliche Hanfland Weſtfalens iſt, ſo verdient ſeine Eultur und ſeine Bearbeitung eine etwas vollſtändige Aus⸗ einanderſetzung. Der ſandige feuchte, oft ſchwarze Boden der Provinz begünſtiget den Hanf ohne Zweifel mehr als den Flachs, obgleich auch von dieſem hier gebauet wird. Der rohe Hanf kömmt nie in den Handel, ſondern wird als Fabrikat unter dem Namen Löwend oder Löwendlinnen über Bre⸗ men nach England und Amerika ausgeführt. Dieſes Fabrikat iſt eine Art Zwilch, deſſen Zettel oder Ketts aus reinem Hanfe, der Einſchlag aus Hede beſteht. Es wird in der Regel von ſchon weiß gebleichtem Garne angefertiget, nur ſelten von grauem. Dieſes geſchieht nur in der Noth, wenn nämlich der kleine Wirth Geld im Winter braucht, oder an einigen Orten, wo die Holzaſche zu theuer oder zu ſelten iſt. Man hat im Tecklenburgiſchen keine beſondere Bleichanſtalten. Jede Haus⸗ mutter bleicht ihr Garn zu Hauſe, ſo wie es auch daſelbſt zu Leinwand verwebt wird. Jeder Colon oder Meier unterhält zu dem Ende ein be⸗ ſonderes Dienſtmädchen, deſſen Hauptbeſchäftigung im Weben beſteht. Es iſt dieſes das eigentliche Geſchäft der Frauen. Das Spinnen gegentheils geht die Männer mit an, und es iſt ſeltſam, daß dieſe gerade das feinſte Garn ſpinnen, und Weiber und Kind werden in verfertige ſeyn ma⸗ Gpinnen zu bringe Begriff d Ausfuhr d don 1780 wit dun ſchwaͤlert und wie heibt, we Linnen an zehn tauſe inländiſch Die wachſes Tecklenb gründe n Meile rec nicht allei der Mhr) der Boden zewöhnlich untethalte von dem werkes an Syiadel er ſtripp ſpinnt, e it eine im einen nur mit in Gelde Stwerz, 3 ſo vil ih inen Met⸗ V d. der Kar. Brabant. oppelrüben V de wird ur at., Auf irden, und dieſe Rü⸗ 4 2— . ſaet. Iht iſe verdient Andige Aus⸗ Boden der mar als den .☛„Oer rohe h Fabrikat n züber Bre⸗ 161 Fahritat amm Hanfe, Kiegel von älten von 1 umlich der imhen Orten, Em hat im Sde Hahd⸗ du daſelbſt zu 5 nde iin be⸗ im Weben rauen. Das aund 6 iſ V und Weiber 129— und Kinder ſich mehr mit der Hede abgeben. Im Durchſchnitte werden in jedem Colonate jährlich 2—3 Stücke Leinwandlinnen verfertiget, wovon eins in das andere 26 Rthlr. in Golde werth ſeyn mag. Eine Heuerlingsfamilie, deren Haupterwerb im Spinnen und Weben beſteht, ſucht jährlich 2—3 Stücke zur Legge zu bringen, und jede Dienſtmagd ein halbes. Um ſich einen Begriff davon zu machen, führe ich nach Holſche an, daß die Ausfuhr des Lewendlinnens in dem Durchſchnitte von 6 Jahren, von 1780 zu 1786, alljährlich 173,772 Rthlr. betrug; nehmen wir nun auch an, daß wegen dem durch den Hanf etwas ge⸗ ſchmälerten Getreidebau jährlich 20,000 Rthlr. für Brodkorn und wieder 10,000 Rthlr. für Hanfſaamen auswandern, ſo bleibt, wenn wir auch nur 140,000 Rhlr. für das auswandernde Linnen annehmen, doch noch ein Ueberſchuß von hundert und zehn tauſend Thaler in der Provinz zurück, außer dem, was die inländiſchen Kaufleute darauf gewinnen. Die Erzielung und Fabrizirung eines ſolchen Handelsge⸗ wächſes bleibt einer ſo ſtark bevölkerten Provinz, wie das Tecklenburgiſche, wo man ungeachtet ihrer ungeheuern Gemein⸗ gründe und ihres Wildlandes 3000 Seelen auf die Quadrat⸗ Meile rechnet, unentbehrlich, und von ihrer Erhaltung hängt nicht allein der Wohlſtand derſelben, ſondern die ganze Exiſtenz der Mehrzahl ſeiner Bewohner ab. Die Erde iſt hier zu klein, der Boden im Ganzen zu ſchlecht, um die Bevölkerung auf dem gewöhnlichen Wege gehörig zu beſchäftigen und alſo auch zu unterhalten. Der Einwohner lebt mehr von ſeinen Händen als von dem Schooße der Erde. Hat er einen Theil ſeines Tage⸗ werkes auf dieſen verwendet, ſo kehrt er nach Hauſe, greift zu Spindel und Spuhl. Er zieht, er rödet, er ſprödet, er brackt, er ſtrippt, er bocket, er durchſtößt, er ſchwingt, er hechelt, er ſpinnt, er webt, er bleicht, er kalandert, er geht zu Markte. Es iſt eine Arbeit ohne Ende, zwiſchen welcher nur der Sonntag ihm einen Augenblick zur Erholung geſtattet; ein Brod, welches nur mit Schweiß und Mühe erkämpft wird. Wollte man alles in Gelde anſchlagen, ſo würde man freilich finden, daß der reine Schwerz, Landwirthſch. 9 — 130— Ertrag unter Zero herabſinkt. Allein es wäre unbillig, die Ar⸗ beit hier in vollen Anſchlag zu bringen, indem ſie ein Capital in Umlauf ſetzt, das ſie nichts koſtet, und das, wenn ſie es nicht benutzte, gaͤnzlich für den Nichtarbeiter verloren ſeyn würde. Dieſes Capital iſt die Zeit. Da aber die Zinſen dieſes Capitals auf jene Art nur mit den bloßen Händen und durch ungewöhnlichen Fleiß und außer⸗ ordentliche Anſtrengung erpreßt werden können, ſo verdient ihr Erwerb von Seiten der Verwaltung alle mögliche Beachtung, Schonung und Begünſtigung. Soll eine ſolche raſtlos arbeitende Volksklaſſe nicht verkümmern, und die von ihr ausgehende wachſende Bevölkerung nicht zuſammenſchmelzen; oder, was noch ärger iſt, ſoll aus ſo vielen ſich jetzt löblich und anſtändig nährenden Staatsbürgern nicht ein Haufen läſtiger Staats⸗ bettler werden: ſo muß für ihre Selbſtſtändigkeit geſorgt, der Ab⸗ ſatz der Produkte ihres Schweißes noch mehr, als der rohen Produkte der Erde, befördert, und ſie ſelbſt ſo geringe als möglich zu dem Beibringen für allgemeine Laſten herangezogen werden;— eine Sache, die ſich bei den eigentlichen Fabriken, wobei ſich nur ein einziger bereichert, im umgekehrten Verhältniß verhalten könnte. Und dennoch hat man die eigentlichen Fa⸗ briken in dem franzöſiſchen Steuerſyſtem ohne Fug begünſtiget und dafür die ländliche Induſtrie der Mehrheit ſo widerrechtlich gedrückt. Man erwog nicht, daß die Selbſtſtändigkeit des Staates(den despotiſchen oder orientaliſchen ausgenommen) auf der Selbſtſtändigkeit ſeiner Bürger beruhe, daß der Arbeiter eines Fabrikanten nur durch dieſen mit dem Staate zuſammen⸗ haͤnge, daß daher das Intereſſe dieſes Arbeiters zuerſt auf die Erhaltung ſeines Fabrikherrn und dann erſt auf die des Staates ausgehe, daß er daher mehr Knecht als Bürger ſey. Wie ver⸗ ſchieden verhält ſich nicht dieſes alles bei dem fabrizirenden Landmann, der bios für ſeine Rechnung ſchafft und von niemand als von Gott und ſeinem Könige abhängt?— Doch genug, und vielleicht ſchon zu viel! Wir kommen zu der Cultur und Be⸗ handlung des Hanfs. Um unter den leiden di Landwir heſäen, Schweiz tiefungen naͤchſt die fahren di von ihren fehlt, au Mau hat, und jedoch nich den beſter Roggen⸗ Herbſte zur Saat Furchen Furchen gehindert, vor dem⸗ Der Hanf ihn auf ei ich habe den Feme ſtehen laß fahrungen Das erſten 3 nur die Staͤngel Stunden gewachſen giſchieht kiig, di Ar Fein Capital enn ſie es loren ſeyn et nur mit Aind außer⸗ derdient ihr Gö eachtung, . arbeitende Jausgehende der, vas an anſtäͤndig aif Staats⸗ daft, der Ab⸗ 7n der when Deringe als 8 rrangezogen — Fapriken, a verhältniß „p lichen Fa⸗ a degünſtiget u derrechtlich anügkeit des anamen) auf 4 Arbeiter n zuſammen⸗ us eſt auf die S es Staates Wie yer⸗ rjjirenden 1 niemand Huenug, und ur und Be⸗ — 131— Um guten Samen zu haben, wirft man einige Hanfkörner unter den Lein und über die Kartoffelfelder. Nothwendig aber leiden dieſe beiden Gegenſtände etwas dabei; daher die größeren Landwirthe auch wohl ein beſonderes Stück dünner als gewöhnlich beſäen, um ſich von da her Samen zu verſchaffen. In der Schweiz ſah ich den Samenhanf in runde flache iſolirte Ver⸗ tiefungen von anderthalb Fuß im Durchſchnitte ſaͤen und dem⸗ nächſt die Stämme mit Jauche begießen. Auf jeden Fall ver⸗ fahren die Tecklenburger ſehr weiſe, daß ſie nicht den Samen von ihren Hanferndten aufnehmen, und lieber das, was ihnen fehlt, aus der Ferne kaufen. Man wählt zu dem Hanfe den beſten Sandboden, den man hat, und düngt dabei ſehr reichlich(24—30 Fuder, welche ich jedoch nicht für vierſpännig ausgeben will). Man nimmt dazu den beſten Dung und zieht zumal den Pferdedung vor. Das Roggen⸗ oder Kartoffelland, das man dazu beſtimmt, wird im Herbſte geſtrichen, im Frühjahre gewendet, dann gedüngt und zur Saat gepflugt. Dieſes letztere Pflügen geſchieht in ſchmalen Furchen und tiefer als beim Wenden. Durch die ſchmalen Furchen wird der Dung beſſer mit der Krume vereint und doch gehindert, zu tief in den Boden zu kommen. Man ſäet nicht vor dem Mai und nimmt 1 ¾ Scheffel Samen auf den Morgen. Der Hanf nimmt das Feld etwa 13 Wochen ein. Man zieht ihn auf einmal aus.(Holſche ſpricht zwar von den Femeln, ich habe aber nichts davon gehört. Dabei ſagt er, daß man den Femel für ſchlechter als den halte, den man zum Samen ſtehen läßt, welches für die Weberei allen meinen andern Er⸗ fahrungen widerſpricht). Das Röoͤden geſchieht im Waſſer. Dieſes erfordert nach den erſten 3 Tagen eine beſtändige Aufmerkſamkeit. Sobald ſich nur die Blätter mit der Hand abſtreifen und der Baſt von dem Stängel abziehen läßt, muß er aus dem Waſſer. Ein Paar Stunden mehr bringen ihm Schaden. Je geiler der Hanf auf⸗ gewachſen iſt, je mehr muß man ihn beobachten.— Das Bocken geſchieht an dem ſchon gebrackten Hanf auf einer eigens dazu — 132— eingerichteten Stampfmühle. Ohne dieſes Stampfen würde ſich der Baſt nicht genug vertheilen. Das Durchſtoßen geſchieht mit einem Beile, auf eine Art, die ſich mit der Feder nicht wohl verſinnlichen läßt. Der Zweck davon iſt, den Hanf zu kürzen, weil er ohne das zu lang zum Spinnen ſeyn würde. Das Durchſtoßen zerreißt ihn eigentlich, ſpleiſt ihn an ſeinen Enden, macht dieſe ungleich, wodurch er ſich gleicher in einander ſpinnen läßt. Dann wird geſchwungen, gehechelt, geſponnen, ge⸗ kocht, gebleicht und endlich gewebet. Bei mittelmäßiger Erndte gewährt ein Morgen Hanf den Stoff zu 2 Stücken Löwend, jedes von 100 Legge oder 200 bra⸗ banter Ellen. Es koſtet nach den Verhältniſſenu ſeiner Guͤte als Oberband 28, als Mittelband 26 ½, als Unterband 25 Rthlr. in Gold. Der Abſatz iſt auf der Königl. Legge, über deren Ein⸗ richtung ſowie über die ganze umſtändliche Behandlung des Hanfs und Linnens ich mich enthalte ein Weiteres zu ſagen, indem Holſche in ſeiner Beſchreibung der Grafſchaft Tecklen⸗ burg, lange vor mir, ziemlich umſtändlich und gründlich davon gehandelt hat. Um dieſen Artikel noch mehr zu ergänzen, füge ich hier die Hanf⸗Cultur bei, ſo wie ſie in dem nahe gelegenen Dellbrücker Ländchen betrieben wird. Der Hanf kömmt daſelbſt in den ſogenannten Hanfgärten auf tiefem, ſchwarzem, etwas feuchtem Boden alle Jahr vor; aber auch muß alle Jahre dazu mit 16 Fudern gedüngt werden. Man pflügt dreimal, einmal mit 2 und die andern Male mit 3 Pferden, alſo tief. Der Dung wird erſt mit dem dritten Pflügen untergebracht. Man ſäͤet den Hanf zu Ende Mai's und nimmt ſtark 1 ½ Scheffel Samen auf den Morgen(1 Sch. p. M. Br. Maaß). Der keimende Hanf wird gegen den An⸗ fall der Sperlinge von Kindern gehütet. Man zieht ihn auf einmal aus und femelt nur da, wo man Samen ziehen will. Dieſer Femel giebt das beſte Leinwand. Der Hanf wird hier im Durchſchnitte 7 Fuß hoch. Fangen die unterſten Samen⸗ körner an hart zu werden, ſo iſt es Zeit ihn auszuziehen. Er bedarf bis dahin, bei guter Witterung, eilf Wochen zu ſeinem Wachsthu abfallt, pogen iſt geſchnitte Mu zil Gebrauche Hauf wird Was nich Breche we ſolchen de häͤlt iſt 9 bis 10 rathen iſt Bau Woche(E ſäet werd gegen die Hülſenfruͦ Beten und Erfal mit Rüben tofeln auf njolt und ttag als be Untr. Keieg ankt man Hade das liebe Hederichs waren, da linander R vſlanzte er inander R tt dendient, 7 wünde ſc V en geſchieht en Hanf zu Zeyn würde. s an ſeinen ron einander lonnen, ge⸗ — Hanf den 200 bra⸗ ar Güte als 8r 25 Rtylr. rren Ein⸗ 9 Gawodd des 82 zu ſagen, t Vllen⸗ dlich davon Sinzen, füge mn gelegenen — t danfgärten „Jahr dor; agt werden. Male wit eem dritten ande Mai'’s a zen( Sch. 171 den An⸗ Si in uf ie ilhen will. a vird hier ifan Samen⸗ ag iehen. Er 2 zu ſeinem V eder nicht — 133— Wachsthum. Das Kaff, was bei dem Abdruſche des Hanfs abfällt, wird auf die Wieſen geſtreut. Nachdem der Hanf ge⸗ zogen iſt, werden ihm auf einer Häckſel⸗Lade die Wurzeln ab⸗ geſchnitten: darauf wird er auf 4—5 Tage ins Waſſer gelegt. Man zieht hier die Waſſerrode der Thaurode, und zu jenem Gebrauche das ſtehende Waſſer dem fließenden vor. Der hieſige Hanf wird ſehr geſchätzt und dem Ruſſiſchen gleich geſtellt. Was nicht im Lande ſelbſt verſponnen wird, wird von der Breche weg verkauft. Der gewöhnliche Preis eines Zentners ſolchen rohen Hanfs, der höchſtens nur ¼ reinen Hanfs ent⸗ haͤlt iſt 6—7 Thaler. In ſchlechten Jahren wird er mit 8, 9 bis 10 Thalern bezahlt, wie 1816, wo er gänzlich miß⸗ rathen iſt. X. Vertchiedenes. Bauernregeln und Sprüchwörter: In der Gallus⸗ Woche(Gallus faͤllt den 16ten Oktober) darf kein Roggen ge⸗ ſäet werden.— Kalk ſchützt wider den Brand im Weitzen und gegen die Raubvögel.— Hanf gehört in die friſche Furche.— Hülſenfruchte ſind nur bei abnehmendem Lichte zu ſehen.— Beten und Düngen ſind kein Aberglaube. Erfahrungen, gelungene, mit Esparſett auf Kalkklei; mit Rübeneggen im dritten Blatte; mit Flachs nach Kar⸗ toffeln auf Wildgrund.— Zu Kartoffeln mit dem Pfluge rajolt und mit ſelbem gepflanzt und bearbeitet, gab mehr Er⸗ trag als bei gewöhnlicher Behandlung mit dem Spaten. Unkraͤuter. Da, wo Hanf und Kartoffeln ihnen den Krieg ankündigen, ſind ſie nicht fürchterlich. Anderswo findet man Hederich und Wucherblumen und die Freundin des Sandes, das liebe Triticum repens.— Kerſtein entledigte ſich des Hederichs dadurch, daß er auf Feldern, die davon überladen waren, das Sommergetreide wegließ und ſieben Jahre hinter einander Roggen ſaͤete, der auch alljährlich wohlgerieth). Darauf pflanzte er einmal Kartoffeln, darauf wieder vier Jahre nach einander Roggen und dann wieder Kartoffeln, und nun hatte er verdient, ſeines Feindes los zu ſeyn. — 134— Der Colonus Determeyer hatte der Wucherblumen(hier Denter⸗Blumen von Deventer aus dem Holländiſchen) ſo viel, daß ſich bei dem Aufgehen des Samens die ganze Oberkrume der Erde hob. Durch beſtaͤndiges Abwechſeln mit Kartoffeln I und Roggen machte er ihnen den Garaus. Zuſtat Sande die Cul we in Nanhme meinem den antt ſtehende einander ſchiedene die von Lehm⸗ALe zu fallen kleinen! Thonfel vorherr die Cul ſtimmen heachten Nandes i — digen don jener Fünfter Abſchnitt. Zuſtand des Ackerbaues in dem Fürſtenthum Mün⸗ ſter auf Thon⸗ und Kleiboden. In einer Provinz, in welcher der Boden von dem feinſten Sande(Wehſande) zu dem thonhaltigſten Klei übergehet, kann die Culturart ſich unmöglich gleich ſeyn. Und da beide Eytre⸗ me in dem Fürſtenthum Munſter nicht etwa zufaͤllig eine Aus⸗ nahme von der Regel bilden, ſondern da man daſelbſt, nach meinem Dafürhalten, ℳ wahren Thonboden gegen Sandbo⸗ den antrifft, ſo iſt es nothwendig, ſolche ſo weit von einander ſtehende Bodenarten auch in der Beſchreibung ihrer Cultur von ein ander zu trennen. Auf die Schattirungen, welche die ver⸗ ſchiedene Miſchungen jener zwei Bodenarten hervorbringen, und die von Sand⸗Sand⸗Lehm in Sand⸗Lehm und von dieſem in Lehm⸗Lehm⸗Sand übergehen, konnte ich, ohne ins Unendliche zu fallen, keine Rückſicht nehmen; eben ſo wenig als auf die kleinen Abweichungen, nach welchen ſich in ſandigen Gegenden Thonfelder und in Kleigegenden Sandfelder vorfinden. Da die vorherrſchenden Hauptbeſtandtheile des Bodens, Sand und Thon, die Cultur und Wirthſchaftsart einer Gegend hauptſächlich be⸗ ſtimmen, ſo kann ich auch nur dieſe beide Verſchiedenheiten beachten und theile demnach den Ackerbau des Münſter⸗ landes in Cultur auf thonigem Boden und Cultur auf ſan⸗ digem Boden. Von dieſem wird in dem nächſten Abſchnitte, von jenem in dem gegenwärtigen die Rede ſeyn. — 136— I. Lage und Boden. Das ganze Münſterland iſt größten Theils flach, und ob es gleich in der Gegend zwiſchen Coesfeld und Horſtmar hüge⸗ lich iſt, ſo weiß ich doch in dem ganzen Lande nicht einen Berg, der dieſen Namen verdient. Alles, was hier hügelich iſt, iſt auch thonig, obgleich nicht alles Thonige hügelich iſt. Zwiſchen den Hügeln findet man in den tiefen Stellen Sandboden, aus welchem das von den Anhöhen ſtrömende Gewäſſer vermuthlich den Thon ausgewaſchen und dieſen weiter geführt hat. Es iſt dieſes wohl eine Wohlthat der Natur, indem ſolche Tiefen bei vielem Thone nur feucht und wenig fruchtbar ſeyn würden. Der thonige Theil des Münſterlandes bildet einen großen Winkelhaken, der ſich von Horſtmar aus in ſüdlicher Richtung über Coesfeld nach der Lippe hinzieht und ſich dann in öſtlicher Richtung über Lüdinghauſen, Drenſteinfurt, Sendenhorſt, Ah⸗ len nach Beckum und Oelde erſtreckt. Es iſt dieſes ohne Zwei⸗ fel der fruchtbarſte Theil des ganzen Landes. Die Strecke, die ſich in der erſten Richtung befindet, iſt etwas hügelich, die in der zweiten iſt eben, flach, oft tief. In beiden ſind die Wege heillos, und es ſollte ſchwer ſeyn zu beſtimmen, welcher von beiden der Preis davon zuſtehe? Ich werde genöthigt ſeyn, jene Eintheilung in dieſer ganzen Abtheilung beizubehalten, und un⸗ ter A. die hügeliche, und unter B. die flache Gegend an⸗ deuten. A. 1. Der hieſige wahre Kleiboden hat einen ſehr großen Thongehalt, und würde ohne ſeine größtentheils abſchüſſige und hügeliche Lage kaum einer Beackerung fähig ſeyn. Man findet in der Gegend von Darup Felder, die nach v. Bön⸗ ninghauſen 87 Proc. abſchwemmbaren Thon haben. Es iſt einleuchtend, daß ein ſolcher Boden ſehr ſchwer zu beackern iſt, durchaus kein tiefes Pflügen erträgt, und in Jahren wie das von 1816 den ganzen Sommer unzugänglich und dem Auffrie⸗ ren ſehr unterworfen iſt. Am nachtheiligſten iſt es, daß ſich der Dun auch dar thut, w nimmt. 2 1 Kleibode körnigem zu bearbe fen Acker Hälſerfre Dieſer? zum T Jedoch vorzüglich 3. D cher wenic enthaͤlt. ten des vom Kle dieſem! Dieſer E kaſſer W. fläche in eine denn den und von der? Beſtellung düngt, ſe ſprechen. 4. T geſchwen anders, hüßer ma das Rege der nicht ſeinen urſ daloren, und oh nar hüge⸗ nen Berg, it, iſt Zwiſchen den, aus rmuthlich . Es iſt diefen bei irden. n großen Richtung üſtlicher drſt, Ah⸗ hne Zwei⸗ trecke, die ch, die in die Wege lcher von eyn, jene und un⸗ gend an⸗ ee großen iſchüſſige n. Man Sb. Böl⸗ 6 Es iſt gkern iſt, wie das Auffrie⸗ 1 daß ſich — 137— der Dünger weder mit der AOckerkrume vereinigen läßt, noch auch darin verweſen kann und daher ſehr ſpät ſeine Wirkung thut, wodurch der Kreislauf des Ganzen einen trägen Gang nimmt. 2. Um vieles beſſer, als der vorhergehende, iſt ein anderer Kleiboden. Er hat eine dunklere Farbe und iſt mit ſehr grob⸗ körnigem Sande vermiſcht. Er iſt zwar eben ſo ſchwer als jener zu bearbeiten, allein er iſt weit reicher. Bei ſeiner gehörig tie⸗ fen Ackerkrume lagert das Getreide ſeltener, und Klee und Hülſenfrüchte gelangen darauf zur höchſten Stufe ihrer Stärke. Dieſer Boden beſitzt eine große Menge Humus, der ſich aber zum Theil wie ausgeglühte Kohle verhält und unauflöslich iſt. Jedoch hat man durch Mergel häufig nachgeholfen, der hier vorzügliche Wirkung thut. 3. Die dritte Bodenart iſt der ſogenannte Senkelboden, wel⸗ cher wenig Thon, ſelten Kalk, aber vielen ſehr feinkörnigen Sand enthält. Dieſer Boden gehört zu den gewöhnlichſten Bodenar⸗ ten des Münſterlandes. Man kann ihn für den Uebergang vom Klei zum milden Lehm anſehen. Er unterſcheidet ſich von dieſem letztern durch die Feinheit ſeines beigemiſchten Sandes. Dieſer Sand giebt ihm die beſondere Eigenſchaft, daß er bei naſſer Witterung, beſonders bei heftigem Regen, auf der Ober⸗ fläche in einen Brei zuſammenfließt und beim Abtrocknen wie eine Tenne hart wird. Deswegen darf er nie rein geeggt wer⸗ den und muß kloßig liegen bleiben. Sein Ertrag hängt ſehr von der Witterung ab, welche während und gleich nach der Beſtellung einfällt. Iſt dieſe günſtig und der Acker wohl ge⸗ düngt, ſo hat man ſich eine prachtvolle Erndte davon zu ver⸗ ſprechen. 4. Der Lehmboden des Münſterlandes iſt mehrentheils ab⸗ geſchwemmter Klei- oder Senkelboden. Man findet ihn ſelten anders, als in den Sinken zwiſchen Anhöhen, und er wird, je höher man ſteigt, deſto thonreicher und ſchwerer, je nachdem das Regenwaſſer den obern Humus ſtaͤrker ausgewaſchen hat oder nicht. Durch dieſes Auswaſchen hat das Münſterland all ſeinen urſprünglichen Reichthum von jener koſtbaren Subſtanz verloren, und muß ihn leider in Holland und Oſtfriesland in — 138— den daſigen Marſchen wiederſuchen. Unſer Lehm iſt daher ma⸗ ger, dunggierig, aber nicht ſchwer zu bearbeiten und dankbar für die ihm gegebene Pflege. Die Ackerkrume iſt in dieſer Gegend nicht tief, welches aber weniger der eigenthümlichen Beſchaffenheit des Bodens, als dem langen, flachen Pflügen zugeſchrieben werden muß. Wird dieſer, ſo lange Jahre der atmoſphäriſchen Einwirkung beraubte Untergrund aufgepflügt, ſo äußert er immer eine nachtheilige Eigenſchaft auf den Acker. Der ſtrengere Kleiboden ruht ſehr häufig auf einer Unter⸗ lage von Mergel, welcher jedoch gewöhnlich nicht ganz bis zur Ackerkrume hinaufreicht, indem ſich zwiſchen ihm und dieſer eine unfruchtbare, äußerſt ſchädliche, zähe, gelbe Thonlage be⸗ findet. Der Kalk iſt in dieſem Mergel überwiegend und kann zu ⅞, ja ¾ des Ganzen angeſehen werden. Der Thon mag ½42 und der Sand ½. darin betragen. An einigen Orten iſt der Kalkgehalt noch ſtärker, ſo daß der Mergel zum Kalkbren⸗ nen gebraucht werden kann. Man findet auf einigen ſteinigen Aeckern Marmorſtücke, welche wirkliche Kalkkryſtalle ſind. Man ſtößt manchmal auf Mergelfelſen, welche, wie man zu Havix⸗ beck gefunden hat, über 200 Fuß tief gehen und ſowohl in der Höhe als nach der Tiefe allerhand Muſcheln und Ammonshör⸗ ner enthalten, welche auf eine ſchichtweis geſchehene Entſtehung ſchließen laſſen. B. Dieſelben Bodenarten, mit Ausnahme vielleicht von Nr. 2, finden ſich auch in der flachen Kleigegend des Münſterlan⸗ des. Nur iſt der Boden, ſeiner ebenen zum Theil tiefen Lage wegen, der Feuchtigkeit noch ſtärker unterworfen, als der in der Gegend A. Wird der Kleiboden bei naſſem Wetter bearbeitet, ſo ſiehet man Jahre lang die böſen Folgen davon, und er kann dann nur durch wiederholte Brache in Ordnung gebracht wer⸗ den. Im Winter friert er noch wohl auf, dagegen ſchadet ihm im Sommer auch eine anhaltende Dürre nichts, wenn ſich nur die Pflanzen beſtaudet haben, und ihre Wurzeln uͤberſchatten können. V b Es ſeiner w angeſehe Beſchaff ſehen nc Eigenſche den und ſtaͤuben, nachtheil die gan. lich rüh der ſon, Ohne 3u mit Waf dehnung Dhonthei einande No der ſich liegt et iſt aller men ent Die Kru lichem H ſchwarzen er in W darauf g rung da Durree trocknet Die zu Lehm, lange a au Tage mehrere halb wirt zu Graſe daher ma⸗ dankbar f, welches Bodens, den muß. nwirkung mer eine ner Unter⸗ nz bis zur und dieſer onlage be⸗ und kann hon mag Orten iſt Kalkvreh⸗ jſteinigen jind. Mau zu Havir ohl in der monshöt⸗ g'niſtehung evon Rr. ünſterlau⸗ hefen Lage 9 der in der bearbeitet, nd er kann racht wer⸗ chadet ihm un ſich nur dberſchatten — 139— Es giebt häufig in dieſer Gegend Weitzenboden, welcher ſeiner weichen Krume nach als Weitzen⸗ und Großgerſtboden angeſehen werden muß, dagegen aber durch eine eigenthümliche Beſchaffenheit nicht den Ertrag giebt, den man ihm dem An⸗ ſehen nach zuſchreiben würde. Er hat nämlich durchgängig die Eigenſchaft, durch den Winterfroſt gleichſam zu Pulver zu wer⸗ den und bei trocknem Frühlingswetter im Winde ſo dahin zu ſtäuben, daß die Wurzeln des Wintergetreides dadurch dem nachtheiligen Einfluſſe der Atmoſphaͤre blos geſtellt werden und die ganze Pflanze dem Verderben ausgeſetzt wird. Wahrſchein⸗ lich rührt dieſes von einem allzuſtarken Abgange an Sand her, der ſonſt eine mehr mörtelartige Maſſe daraus bilden würde. Ohne zureichenden Sand überfüllt ſich der Thon im Winter mit Waſſer, und dieſes zerreißt durch ſeine gewaltſame Aus⸗ dehnung beim Froſte alle und jede Verbindung, die unter den Thontheilchen beſtand, und dieſe fallen alſo wie Staub aus⸗ einander. Noch muß ich für dieſe Gegend eines Bodens erwähnen, der ſich unter anderm bei dem Gute Ittlingen vorfindet. Er liegt etwas tief zwiſchen ſehr wenig abhängigen Anhohen und iſt aller Wahrſcheinlichkeit nach durch allmähliches Aufſchwem⸗ men entſtanden. Meiſtentheils iſt er im Graſe niedergelegt. Die Krume beſteht aus ſehr vielem, aber zum Theile unauflös⸗ lichem Humus und nur ſehr wenig Sand enthaltendem, fettem, ſchwarzem Thon. Eben dieſes ſtarken Thongehaltes wegen friert er im Winter ſo ſtark auf, daß durchaus keine Winterfrucht darauf gedeihen kann. Um ſo beſſer aber ſchlägt die Sömme⸗ rung darauf ein, im Fall nach der Einſaat nicht anhaltende Dürre einfällt; denn ſonſt wird der Boden wie ein Aſchenhaufe, trocknet ſchuhtief aus und verliert alle Art von Zuſammenhang. Die zureichend ſtarke Krume ruht über einem gelben, todten Lehm, unter welchem ſich ein graulicher Stein findet, welcher lange an der Luft liegt, ehe er zerfällt, und als ein Stein zu Tage gefördert immer ſchäͤdlich wirkt und den Acker auf mehrere Jahre verdirbt. Quecken wachſen hier niemals, des⸗ halb wird der Boden auch nie mehr als einmal gepflügt. Der zu Graſe liegende Boden dieſer Art trägt nur ein kümmerliches, — 140— wenig nahrhaftes Futter. Ein neuerdings zu Graſe niederge⸗ legtes Stück beraſet ſich ſehr langſam. II. Zuſtand der Cultur. Namen einiger ausgezeichneter Landwirthe. Es iſt mir leid, daß ich nicht viel Befriedigendes über den erſten Gegenſtand zu ſagen habe; denn im Ganzen iſt die Cultur im Münſterlande noch ziemlich zuruͤcke und nicht wohl mit der in der Grafſchaft Mark zu vergleichen. Es wird da⸗ ſelbſt fehlerhaft gepflügt, weniger geeggt und überhaupt oft fehlerhaft zu Werke gegangen. Dagegen ſind die Culturkoſten, einzeln genommen, ſehr theuer, weil meiſtens nur vierſpännig gearbeitet wird, und anderer Urſachen und Mißbraͤuche wegen, die nicht hierher gehören. Daher ſteht denn im Münſterlande der Pachtzins gewöhnlich niedrig; daher die Seltenheit des im eigentlichen Sinne des Worts vermögenden Bauers. Der fruchtbarſte und kräftigſte Boden leidet hier ſehr von der Naͤſſe, welches zwar von ſeiner wenig abhängenden Lage und ſeinem ſtarken Thongehalte herrührt, dem man aber oft durch eine zweckmäßige Behandlung zu Hülfe kommen könnte. Der Anbau der Futterkräuter, der wegen Abgang an na⸗ türlichen Wieſen doch ſo nothwendig waͤre, wird allenthalben vernachläſſiget. Sommerſtallfütterung kennt man nicht einmal dem Namen nach. Das Colonatweſen iſt der Induſtrie und das Markenweſen dem Viehſtamm nicht vortheilhaft! Man nimmt wenig Rückſicht auf die Gegenſtände, denen die Natur des Bodens am meiſten zuſagt. Ein guter Klein⸗ gerſtboden muß große Gerſte hervorbringen, und wo man gu⸗ ten Hafer gewinnen könnte, will man lieber ſchlechte Gerſte haben. Der Münſterländer läßt ſich von ſeiner beſſern Nah⸗ rung nichts abziehen, am allerwenigſten ſeinen Bierkrug neh⸗ men, die Gerſte mag herkommen, wo ſie will. Es fehlt dennoch nicht an ausgezeichneten Landwirthen, wozu ich fuͤr den lehmigen Theil des Münſterlandes die beiden Colonen oder Schulzen: Oſterhoff zu Nienbergen bei Mün⸗ ſter und Frühe zu Rödder bei Dielmen zähle. Dy. ſo ſchät ter Lar Hauſe Männet der mit zeichnen Ind ninghe anen M ſcher ſchon im Gau mir es vegte, ſ zotheilen De lichen! mittlere Hand ho unverwüt auch nich und Pfle che man eiſt recht men, der beit aber Mönſte gegende ziehen; der Kauf ſterländer uten W ſährlich, ddet vier niederze⸗ des über iſt die ht wohl wird da⸗ daupt oft turkoſten, rſpännig wegen, derlande des im ſehr von den Lage aber oſft könnte. an na⸗ uthalben einmal trie und 1, denen Klein⸗ anan gu⸗ Gerſte gern Nah⸗ rüg neh⸗ wirthen, ze beiden — 141— Dr. Meyer, Paͤchter des Gutes Ittlingen, iſt ein eben ſo ſchätzbarer Mann als aufgeklaͤrter, thätiger und muſterhaf⸗ ter Landwirth. Die Religioſen von la Trappe auf dem Hauſe Burg bei Rinckerode ſind ſehr fleißige und intelligente Männer; Dr. Bispinck bei Ahaus ein gebildeter Landwirth, der mit Nutzen auf ſeine Umgebung einwirkt. Seine Aecker zeichnen ſich auffallend vor denen ſeiner Nachbarn aus. In der Perſon des landraͤthlichen Commiſſarius v. Bön⸗ ninghauſen zu Darup hat die Landwirthſchaft in Weſtfalen einen Mann gewonnen, der ſowohl in praktiſcher als theoreti⸗ ſcher Hinſicht durch ſeine Thaätigkeit und Vorliebe für das Gute ſchon Manches geleiſtet hat und in der Folge fuͤr den Ackerbau im Ganzen immer mehr und mehr leiſten wird. Ich rechne mir es zum Verdienſte, daß ich der erſte war, der ihn be⸗ wegte, ſeine Kenntniſſe und Erfahrungen dem Publikum mit⸗ zutheilen. III. Pferde. Der Müͤnſterlaͤndiſche Pferdeſchlag iſt zu landwirthſchaft⸗ lichen Arbeiten ganz vorzüglich geeignet. Es ſind Pferde von mittlerer, eher kleiner als großer Struktur, nicht über 15— 16 Hand hoch, aber gedrungen, ausdauernd und von feſter, faſt unverwüſtlicher Geſundheit. Ohne dieſe Eigenſchaften wäre es auch nicht möglich, daß ſie bei ihrer ſehr ſchlechten Nahrung und Pflege die viele und ſchwere Arbeit verrichten könnten, wel⸗ che man von ihnen fordert. Ihre Güte zeigt ſich aber dann erſt recht, wenn ſie zu einem anders rechnenden Wirthe kom⸗ men, der an Futter und Aufwartung nichts ſpart, für die Ar⸗ beit aber auch kein überzähliges Zugvieh hält, wie das bei den Münſterländer Bauern gewöhnlich geſchieht.— In den Sand⸗ gegenden fieng man ziemlich ſtark an, Ochſen ins Geſpann zu ziehen; jedoch nimmt es wieder ab, weil ſie zum Transport der Kaufmannsgüter nicht zu gebrauchen ſind, womit der Mün— ſterländer durch den Mangel an ſchiffbaren Strömen und an guten Wegen manchen Thaler verdient.— Jeder Bauer zieht jährlich ein oder mehrere Fohlen an und verkauft ſie mit drei oder vier Jahren zu 60— 90 Thaler. — 142— Wenn die Pferde im Sommer keine Arbeit haben, werden ſie häufig auf die Weide getrieben und auch über Nacht da ge⸗ laſſen. Arbeiten ſie aber, ſo erhalten ſie(ich rede von ordent⸗ lichen Bauern) Klee und Hafergarben, beide geſchnitten und unter einander gemiſcht, oder im Nothfalle, wenn die Arbeit zu Ende geht, auch nur bloßes Strohhäckſel unter den Klee ge⸗ mengt. Im Winter giebt man ihnen durchgängig geſchnittene Hafergarben oder Wickhafer. Nur bei Ahaus fand ich, daß man wenig Hafer⸗ und dafür geſchnittene Roggengarben nimmt. Heu, da es in Weſtfalen ſelten iſt, wird nicht viel und nur an ſehr wenigen Orten gereicht. Leider aber, daß dieſes die beſtbehandelten Pferde nur ſo haben. Dagegen wird manches unglückliche Geſchöpf dieſer Art nach vollbrachter Tagesarbeit hinaus auf die Gemeinheit getrieben und des andern Morgens wieder zur Arbeit hereinge⸗ holt. Im Winter erhalten ſie Häckſel, beſonders von Weitzen⸗ ſtroh, welches nicht ſo ganz rein ausgedroſchen(blos geklaapet) iſt; doch müſſen auch dann noch viele Pferde, welche als halb wilde anzuſehen ſind, und die man Winterpferde nennt, ihre Nahrung in den Waldungen ſuchen, wo man ſie beſonders zu tractiren glaubt, wenn man ihnen etwas Heu in einen offenen Schuppen hinwirft. Körnerfutter erhalten nur die Pferde von einigen bemittelten Bauern oder ſolche, die häufig auf den Landſtraßen fahren müſſen; hierzu dient beſonders der im Mün⸗ ſterlande immer häufiger angebaute Wickhafer. Der oben gerühmte hieſige Pferdeſchlag iſt von der Art, daß es Schade ſeyn würde, ihn mit fremden ſogenannten ſchö⸗ nen Pferden, die gewöhnlich zu dem wenig äſthetiſchen Zwecke der Landwirthſchaft nichts taugen, zu verhalbedeln. Nur eine Veredlung der Race durch ſich ſelbſt iſt räthlich, wie bei allem Vieh, mit Ausnahme der Schafe, und würde hinlänglich durch Wegraͤumung desjenigen befördert werden, was jetzt das Zug⸗ vieh verdirbt. Hierher gehört: 1. Die nachlaͤſſige Auswahl von Beſchälern, die man oben⸗ drein ſchon mit 2 oder gar 1½ Jahren zuläßt. Iſt der Hengſt ſchön, ſo daß er geſucht wird, ſo hat er ſchon in dieſem frühen Alter 50— 60 Stück jährlich zu bedienen. Er erſchöpft ſich alſo vor Föhlen. händler aber un feine pit fundenen Beſchälet auch gut werden! 2 Jahres ten. H Pferdes zeit größ ſollte bill 3. T Zäit ihre ſetze, Rrdorb Geburt 4. was er f man ihm Yieß in und Nutz Weiden! Leide ländiſche am Ende darch v zucht zu de und wegen d ſind. M Race meg , werden ht da ge⸗ ordent⸗ itten und Arbeit zu Klee ge⸗ ſchnittene ich, daß nnimmt. und vur de nur ſo öpf dieſer emeinheit hereinge⸗ Wähey⸗ geklaaped) als halb ennt, ihre ſonders zu en offenen fferde von auf den im Mün⸗ der Art, inten ſchö⸗ en Zwecke Nur eine dei allem iglich durch t das Z⸗ zman oben⸗ ader Hengſt iem frühen ſchöpft ſich V — 143— alſo vor der Zeit ſeiner beſten Kraft und macht ſchwäͤchliche Fohlen. Mit 4 Jahren wird er dann entmannt und an Roß⸗ händler verkauft. Nicht fremde Hengſte müſſen wir haben, aber unter den inländiſchen könnten von Kennern(welches aber keine piqueurs ſeyn dürfen) die kräftigen und nntadelhaft ge⸗ fundenen ausſchließlich dazu beſtimmt und allen andern das Beſchaͤlen verboten werden. Ein ſolcher Hengſt müßte dann auch gut gefüttert, zu keiner übermäßigen Arbeit angehalten werden und dafür die Befreiung von Dienſtfuhren genießen. 2. Der zu frühe Gebrauch. Schon nach Verlauf eines Jahres wird das Fohlen eingeſpannt und zur Arbeit angehal⸗ ten. Hiedurch wird die vollſtändige Ausbildung des jungen Pferdes verhindert, und der Schade iſt für ſeine ganze Lebens⸗ zeit größer als der Nutzen des Verdienſtes. Unter 3 Jahren ſollte billig kein Pferd arbeiten. 3. Die nöthige Schonung der Mutterpferde in der letzten Zeit ihrer Tracht. Alt und Jung wird durch eine entgegenge⸗ ſetzte, ſinnloſe und unverſtändige Anmuthung erſchöpft und verdorben, und dadurch manches brave Pferd ſchon vor ſeiner Geburt verkrüppelt. 4. Die ſchlechte Nahrung. Dem Landmann vorſſcheiben, was er futtern ſoll und wie viel, geht freilich nicht an; nimmt man ihm aber durch die Theilung der Marken die Mittel, ſein Vieh in die Wüſte zu jagen, ſo wird er entweder ſein Zug⸗ und Nutzvieh auf dem Stalle füttern oder auf eigene cultivirte Weiden bedacht ſeyn müſſen. Leider iſt zu fürchten, daß die gute Pferderace des münſter⸗ ländiſchen Kleibodens durch die angeführten Vernachläſſigungen am Ende ganz ausarten und ein bedeutender Erwerbzweig da⸗ durch verloren gehen wird. Es iſt um ſo nöthiger, der Pferde⸗ zucht zu Hülfe zu kommen, als ſeit 10 Jahren die beſten Pfer⸗ de und Zuchtſtuten theils zum Kriegsdienſte ausgehoben, theils wegen des hohen Preiſes, worin ſie ſtanden, verkauft worden ſind. Man findet daher nur wenige alte Pferde von der guten Race mehr. -— 144— IV. Fuhrwerk und Ackergeräthe. Das Fuhrwerk im Muͤnſterlande, und beſoͤnders auf dem Klei, iſt übermäſſig ſchwer und könnte unbeſchadet der Dauer⸗ haftigkeit weit leichter ſeyn. Auf ebenem, nicht gar böſem Wege hat ein Pferd am leeren Wagen ſeine Fracht. Wenn auch durch leichtere Bauart etwas an der Dauerhaftigkeit ver⸗ loren ginge, ſo würde dies immer mehr als hinreichend durch größere Wohlfeilheit und beſonders durch Erſparung an Zug⸗ kraft erſetzt werden, und die Arbeit obendrein weit leichter und ſchneller von ſtatten gehn. „Außer dem Fehler der übertriebenen Schwere, ſagt v. Bönninghauſen, ſcheinen mir noch einige andere Sachen an dem hieſigen Fuhrwerke tadelnswürdig.« „Erſtens ſind die Naben und Schenkel an den Achſen zu lang und vermehren unnöthigerweiſe die Reibung.— Man ſagt dagegen, daß eine lange Nabe beſſer Schmiere halte, wiewohl ohne Grund, denn in der Mitte hilft die Schmiere wenig, und da, wo die Reibung der Büchſen hinfällt, iſt man immer gleich weit vom Ende, die Schenkel mögen lang oder kurz ſeyn. Da⸗ zu findet man in den langen Naben am dünnen Ende allezeit Spalten, welche den Theer durchquillen laſſen, der ſomit un⸗ genutzt verloren geht; dies und die mehrere Wagenſchmiere, welche die größere Oberfläche erfordert, macht, daß wirklich das Umgekehrte der Fall iſt.— Ferner ſagt man, der von der Felge fallende Koth triefe nicht auf die Linſe(Böhne) und ver⸗ urſache da Trockenlaufen; aber dieſem iſt durch Kapplinſen, die übrigens auch vorzuziehen ſind, abgeholfen.— Endlich, glaubt man, der Wagen habe bei längeren Schenkeln einen feſteren und ſtäteren Gang, aber das liegt nicht an der Länge der Schenkel, ſondern vielmehr, ob die Länge zwiſchen der Linſe und der Stoßſchiene von der Nabe ausgefüllt wird oder nicht. — Man könnte noch hinzuſetzen, daß nach bekannten mechani⸗ ſchen Grundſatzen kurze Schenkel ſtärker ſind als lange, jene darum verhältnißmäſſig dünner ſeyn können, und man die Friktion noch mehr vermindern darf, ohne der Stärke etwas zu vergeben.“ 0 derfelgen er die macht. henden wothwen Reifbtſch nen, iſt dr ſpaunde gen des Ueberſe ausgefa Wwar, da tig werde dichſelo Pferde das Ete den, we v. ſ. w. Wa dielen 9 die Jugli kraft geſe das Gute ziehen fe ihren eig d. W Stüͤcker dn von al Münſte harn au der Dau⸗ Vas hen zu iichtige T Schwerz, auf dem er Dauer⸗ ar böſem . Wenn kkeit ver⸗ ud durch an Zug⸗ chter vnd ,, ſagt v. Jachen an Achſen zu Nan ſagt , wiewohl tenig, und mmet gleich eyn. Da⸗ de allezeit ſoomit un⸗ Lwſchwiete, z wirklich er von der und ver⸗ applinſen, nch, glaubt an fiſteren „Lange de der Linſt oder nicht. a1 mechari⸗ aunge, jene a man die Huke etwas — 145— „Zweitens tadle ich den uͤblichen Schienenbeſchlag der Rä⸗ derfelgen und finde den Reifbeſchlag weit vorzuͤglicher, indem er die ganze Felge des Rades zuſammenhaͤlt und ſo ſtärker macht. Man findet an einigen felſigen Stellen die hervorſte⸗ henden großen Nägelköpfe zur Verhinderung des Rutſchens nothwendig, und da hat man Recht. Sie ſchließen aber den Reifbeſchlag nicht aus, und wo die Naͤgel erſpart werden kön⸗ nen, iſt die Ausgabe für den Wagenbeſchlag nicht ſehr bedeutend.“ „Drittens ſcheinen die üblichen Scheerdeichſeln oder Ein⸗ ſpanndeichſeln auch nachtheilig. Sie ſind an den ſchlechten We⸗ gen des Münſterlandes großen Theils Schuld, indem dabei das Ueberſetzen oder Beſtreiten wegfällt, und immer das alte tief ausgefahrene Gleiſe eingehalten werden muß. Man behauptet zwar, daß man nicht allenthalben mit einer einfachen Deichſel fer⸗ tig werden kann; das mag aber nur da wahr ſeyn, wo die Scheer⸗ deichſelwagen den Weg ſchon ſo ſehr verdorben haben, daß zwei Pferde neben einander nicht gehen koͤnnen.— Zudem muß das Stellpferd auf geradem Wege und bergauf geſchont wer⸗ den, weil es beim Drehen und bergab alles allein thun muß u. ſ. w. Was anderswo zu tadeln iſt, nämlich die Anſpannung der vielen Pferde vor einander, iſt es hier weniger. Freilich wird die Zuglinie dadurch ſehr verlängert und eben dadurch die Zug⸗ kraft geſchwächt, aber in Weſtfalen hat es der Kleilöcher wegen das Gute, daß die vorderſten Pferde wieder frei und zum An⸗ ziehen fertig ſind, wenn die Hinterſten Mühe genug haben, ihren eigenen Körper aus dem Schlamme zu arbeiten.“ v. Bönninghauſen iſt ſeiner Gegend auch in dieſem Stücke mit einem guten Beiſpiele vorgegangen, indem er ſich aus Holland leichteres Fuhrwerk hat kommen laſſen, welches von allen obigen Fehlern frei iſt und kaum die Hälfte des Münſterländiſchen Fuhrwerks koſtet. Schon ſind ſeine Nach⸗ barn aufmerkſam darauf geworden; ſie wollen ſich aber erſt von der Dauerhaftigkeit deſſelben uberzeugen und dann nachahmen. Was den Pflug angeht, ſo iſt es übverflüſſig, ihn beſchrei⸗ ben zu wollen, indem ſelbſt durch eine Zeichnung ſich keine richtige Vorſtellung von irgend einem Pfluge geben laͤßt. Die Schwerz, Landwirthſch. 10 — 146— beiden Pflüge, der Feder⸗ und der Schülppflug, die man im Münſterlande findet, haben beide ein unbewegliches Streichbrett und ruhen auf einem Vordergeſtelle mit Rädern. Der Schülp⸗ pflug findet ſich nur in dem nördlichen Theile des Landes, ſein Gebrauch erſtreckt ſich von den Ufern der Weſer bis zu der Yſſel. Sein Schaar hat viele Aehnlichkeit mit dem Brabanti⸗ ſchen, ſein Streichbrett aber iſt durchaus davon verſchieden und fehlerhaft. Der Federpflug iſt in dem weit größeren Theile des Landes in Anwendung. Er hat ein ſehr kleines Schaar, das an einem Hefte ſitzt, welches 3— 4 mal ſo lang iſt. Das Streichbrett muß hier das Meiſte leiſten, der Pflug geht daher ſchwer, und fordert auf Mittelboden zu einer ſechszoͤlligen Tiefe eine Beſpannung von wenigſtens 3 der gewöhnlichen landüblichen Pferde, und der Pflüger muß bei ſolcher Tiefe mit ſtarker An⸗ ſtrengung auf die Sterze drücken, indem der Pflug ſonſt leicht aus dem Boden ſpringt. Auf widerſpenſtigem Boden läuft er der kleinen und ſchmalen Feder ſeines Schaares wegen auf der Naſe. v. Bönninghauſen hat zwar einige Verbeſſerungen an dieſem Pfluge angebracht; allein ſie reichen nicht zu, um aus einem ſchlechten Pfluge einen guten zu machen. Zu Ahaus fand ich bei Dr. Bispinck den brabanter Pflug, den ich vor acht Jahren hatte nach Weſtfalen kommen laſſen. Bispinck braucht und zieht ihn allen andern Pflügen vor.„Den großen Unterſchied, ſchreibt er, des brabanter Pflugs vor dem unſrigen, ſowohl in Ruͤckſicht des gerin⸗ geren Kraftaufwandes, wenn man ihn gehörig zu ſtellen weiß, als der beſſern und tiefern Bearbeitung, kenne ich aus eigener Erfahrung. Es erkennen es aber auch meine Nachbarn, indem man mir beinahe das Doppelte an Geld bie⸗ tet, wenn ich für einen oder andern gegen Zahlung pflügen laſſe und dazu den brabanter Pflug nehmen will.“ V. Genpannarbeit. Man hat auf dem Kleiboden im Münſterlande kein ande⸗ res als Pferdegeſpann. Und wirklich ſcheint der Gebrauch der Ochſen auf dieſem feuchten zaͤhen Boden nicht zu paſſen. In den Klei grat vn Meo auch 3 zuſtand man doe als daß aber die die Unte in Abte Mug; dem M nigſtens viele Ar Jene vi Daß Führer fälltees legen! ſich zu nicht ſe haft; er daher n Pferden Auf milt aber au nicht. Da Peerder Kehen Wahe und ni M Doch la ſtimmen ein gut Nraucht le man in ötreichbrett er Schüly⸗ ndes, ſein is zu der Brabanti⸗ jeden und Theile des aar, das iſt. Das geht daher igen Tiefe ndüblichen arker An⸗ nſt leicht Käuft er a dwf Rr teſſerungen ſt za, um brabanter kommen n Pfagen brabanter 3 gerin⸗ zu ſtellen ig, kenne ich meine Geld bie⸗ g yflüͤgen gein ande⸗ rauch der -— 147— den Kleiloͤchern der Wege wuͤrden ſie mit ihrem ſteifen Rück⸗ grat und geſpaltenen Klauen noch weniger zurecht kommen. Man ſpannt in der Regel 4 Pferde an den Pflug, aber auch 3 und 6, je nachdem man ſie hat oder der Feuchtigkeits⸗ zuſtand den Boden mehr oder weniger bindet. Indeſſen nimmt man doch lieber bei trocknem Wetter ein Paar Pferde mehr, als daß man mit weniger bei feuchter Witterung pflügt. Daß aber die Nothwendigkeit, 6 Pferde vor einen Pflug zu ſpannen, die Untauglichkeit dieſes letztern beweiſt, wird wohl niemand in Abrede ſtellen, der einen brabantiſchen, das iſt einen beſſern Pflug in Händen gehabt hat.— Zu 6 Zoll Tiefe werden bei dem Münſterländer Pfluge auf Klei und ſelbſt auf Lehm we⸗ nigſtens 3 Pferde erfordert, und dieſe werden damit nie ſo viele Arbeit verrichten, als 2 Pferde vor dem brabanter Pflug. Jene wird ſchöner für das Auge, dieſe aber beſſer ſeyn. Daß bei 3 und 4 Pferden außer dem Pfluͤger auch ein Führer nöthig iſt, verſteht ſich von Weſtfalen, und wirklich fälltes einem Menſchen, der ſich auf die Sterze des Pfluges legen muß, damit dieſer nicht aus der Erde fährt, unmöglich, ſich zugleich mit den Pferden abzugeben. Jeder Pflug, der ſich nicht ſelbſt in der Erde erhält, deſſen Conſtruction iſt fehler⸗ haft; er theilt die Achtſamkeit ſeines Führers, und dieſer muß daher noch Beihuͤlfe haben; daher man manchmal ſelbſt bei 2 Pferden einen Gehülfen ſieht, der wenigſtens die Peitſche trägt. Auf mildem Lehmboden mögen die hieſigen Pflüge gut ſeyn; aber auf Kleiboden taugen ſie nur halb, und auf Sand gar nicht. Das Eggen geſchieht mit 2, auch mit 3, mit 4, ja mit 5 Pferden. Es ſind meiſtens nur hölzerne Eggen, aber die Zähne ſtehen ſcharf. Die Walzen ſind unbedeutend. Eine hölzerne Walze müßte hier wenigſtens 18 Zoll im Durchmeſſer haben und nicht uͤber 4 ½ Fuß lang ſeyn. Man pflügt in einem Tage 2 Morgen und eggt ihrer 3 ½. Doch läßt ſich nicht wohl etwas Sicheres für das Letztere be⸗ ſtimmen, und ein guter Wirth ſieht auf Kleiboden mehr auf ein gutes Eggen als gutes Pflügen. Auch bei dem Eggen braucht man zwei Menſchen. Ich denke hier an das Pader⸗ 10* — 148— bornſche, wo ein einziger Menſch zugleich 6 Pferde und 6 Eg⸗ gen regiert. Alles iſt Gewohnheit! So denn auch der Gebrauch, einen beſondern Mann zum Lichten der Egge zu haben. Wehe, wo je eine ſchlimmere Gewohnheit eingeführt iſt, beſonders eine ſolche, die auf Gemächlichkeit ausgeht! VI. Rutzvieh. Hornvieh. Das hieſige Vieh gehört zu der kleinſten Höherace. Eine Kuh wiegt fett 300 Pfund. Dieſe Race iſt blos durch Vernachläſſigung bis zu dieſem Grade herabgeſunken, man findet daher auch einzelne Ausnahmen, die fett 4— 500 Pfund wiegen. Was läßt ſich aber da erwarten, wo bei ſchlech⸗ ter und oft nicht hinreichender Koſt das Kalb ſchon mit an— derthalb oder gar einem Jahre begangen, die Kuh während der Tracht ſo lange abgemolken wird, als ſie Milch hergeben will; wo man dem Kalbe nur wenig und dazu noch verdünnte Milch reicht. Ein alſo ſchon von der Geburt an verkrüppeltes Thier muß nun während dem ganzen Sommer bei Tage, oft auch bei Nacht, ſeine kümmerliche Koſt ſuchen, und im Winter von bloßem Stroh und allenfalls einem Zuſatze von gekochtem Kaff leben. Hierzu kommen noch die Ställe, welche zwar luf⸗ tig genug, aber ſo wenig weit ſind, daß das Vieh mit dem Hintern beinahe an die Mauer anſtöoͤßt. Mangelt es nun an zureichendem Stroh zum Einſtreuen, dann läßt ſich der Unrath denken, der ſeine Haut wie eine feſte Borke umzieht. Außer daß das Reinigen und Striegeln unter ſolchen Umſtänden un⸗ möglich wird, ſo iſt es auch ſo unbekannt, daß ſelbſt nur we⸗ nige Pferde ſich dieſer Wohlthat zu freuen haben. Dieſes iſt in wenigen Worten das Ganze der hieſigen Vieh⸗ zucht und Viehwartung. Und an dieſem Unweſen ſind Vöhden und Gemeinheiten ſchuld! So lange dieſe beſte⸗ hen, wird der Bauer nicht aufhören, ſeinen Viehbeſtand nur nach der Kopfzahl abzuſchätzen. Jeder zur Hut Berechtigte ſucht den Andern durch die Mehrzahl, die er auftreibt, zu uber⸗ vortheilen, und ſo haben beide nichts. Ich werde wohl nicht zu ſagen brauchen, daß hier an Stallfütterung kein Gedanke — K. Ee ſern Lat ſem Ete Tag un der Lag⸗ ſo daßi nen Flech munter! was Bre den ſchd das E Un vor Au⸗ des Vie ſagt der auf de Mittag lich ein rung d dem G anholte alsdann terung d große A werden d mit Haͤc ſedesmal goſſen. dem H ten, i Bohlet Haͤcker! aber n. Kälber Vieh ei Nur bei Rträͤnkt und 6 Eg⸗ Gebrauch, n. Wehe, inders eine kleinſten Race doeſonden, 4— 500 bei ſchlech⸗ n mit an⸗ waͤhtend hergehen verdünnte rrüppeltes Nage, oft im Winter gekochtem war luf⸗ zwit dem nun an Unrath i Außer unden un⸗ nur we⸗ zen Vieh⸗ gen ſind sieſe beſte⸗ and nur rrechtigte Jzu uber⸗ ohl nicht „Gedanke I — 149— iſt. Selbſt den braven Fiye, deſſen Namen ich unter den beſ⸗ ſern Landwirthen aufgezaͤhlt habe, kann ich nicht ganz in die⸗ ſem Stücke frei ſprechen. So fand ich bei ihm 1816 das Vieh Tag und Nacht auf der Weide, wo des naſſen Sommers und der Lage wegen das Waſſer allenthalben in dem Graſe ſtand, ſo daß ich nicht ſah, wo die Kühe auf die Nacht einen trock⸗ nen Fleck fanden, um ſich zu lagern. Das Vieh war dennoch munter und ſah wohl aus; aber es erhielt auch nebenbei et⸗ was Branntweinwäſche. Wie viel höher konnte dieſer Mann den ſchönen, unmittelbar an ſein Haus anſtoßenden Boden und das Spühlicht bei Stallfütterung benutzen? Um uns in etwas für das Bild des Elendes, das wir vor Augen gehabt haben, zu tröſten, müſſen wir den Zuſtand des Viehes an einigen günſtigen Orten betrachten⸗„Die Kühe, ſagt der Schulze Oſterhoff, gehen im Sommer Tag und Nacht auf die Dreiſchweide; jedoch füttern einige Wirthe ſie auch Mittags auf dem Stalle. Ich füͤr meinen Theil halte gewöhn⸗ lich einige Milchkühe beſtaͤndig auf dem Stalle. Die Einfüh⸗ rung der gänzlichen Stallfuͤtterung iſt in dieſer Gegend aus dem Grunde nicht gut möglich, weil bei eintretender Kälte oder anhaltender Hitze der Klee zu leicht im Wuchſe ſtockt, und man alsdann ohne Futter iſt. Dann iſt bei eintretender naſſer Wit⸗ terung das Futter wegen der Feuchtigkeit des Bodens für eine große Anzahl Vieh nicht vom Lande zu bringen. Im Winter werden die Milcher im Tage mehrmal mit Stroh und zweimal mit Häckſel und Kaff gefüttert. Dabei wird auf das Häckſel jedesmal ein Eimer eingemachter Rüben ſammt der Bruͤhe ge⸗ goſſen. Die Rüben(Stoppelruüben) werden zu dem Ende in dem Herbſte ſammt dem Laube auf einer Haͤckſellade geſchnit⸗ ten, in einen großen ausgemauerten Behälter geworfen, mit Bohlen bedeckt und beſchwert. Die Rinder erhalten Stroh, Haͤckerling und Kaff, wie die Kühe. Das kurze Futter wird aber nur mit bloßem Waſſer angefeuchtet. Die halbjährigen Kälber bekommen Häckerling und Heu. Mittags wird das Vieh eine Stunde auf dem Hofe gelaſſen und daſelbſt geträͤnkt. Nur bei großer Kälte wird für das Vieh gekocht und milchwarm getränkt.“ 150— Bei allem dem ſchlaͤgt Oſterhoff den Ertrag einer Kuh im Durchſchnitte nur auf 50 Pfund Butter an, welches ver⸗ muthlich mit von der Kleinheit der Race herrührt; denn auch hier ſchätzt man eine fette Kuh im Durchſchnitte nur auf 300 Pfund. „Die Kühe, ſagt Dr. Meyer, bleiben durchgehends vom Frühjahr auf den Spätherbſt auf der Weide. Stallfütterung findet in den Bauerwirthſchaften nicht ſtatt. Ich habe ſeit neun Jahren die Sommerſtallfütterung, wiewohl mit Mühe, einge⸗ führt. Sie wird indeſſen nicht allgemein hier werden können, indem der Klee auf unſerm Kleiboden durchaus nicht gut, und auf dem Lehm⸗ und Sandboden nur mittelmäſſig geräth. Er ſteht duünne auf dem Klei, leidet im Winter und vorzüglich im Frühjahre von der Kälte, wächſt nicht hoch und nicht ſchnell. Höchſtens auf zwei Schnitte kann man bei Stallfütterung rech⸗ nen, und noch bleibt der zweite ſo kurz und dünne, daß ich ihn gewöhnlich abweiden laſſe. Indeſſen gedeiht dieſe Weide dem Milchviehe vortrefflich, doch bringe ich es Nachts auf den Stall. Nur die Ausſaat von Wicken auf gedüngtem Lande hat meine Stallfuüͤtterung möglich gemacht. Dieſes Wickenland beſtelle ich dann nach zweimaligem Pflügen mit Roggen, welcher ſich durch Güte vor dem Brachroggen auszeichnet. Weder Klee noch Wicken werden bei der Fütterung klein geſchnitten.“ „Im Winter wird das Rindvieh blos mit Häckſel und et⸗ was langem Stroh, ohne alle andere Zugabe, gefüttert. So auffallend, fäͤhrt Meyer fort, als mir Anfangs dieſe Fütte⸗ rung war, ſo muß ich doch geſtehen, daß die großen frieſiſchen Kühe, die ich mit hieher brachte und die im Winter an das Heu gewöhnt waren, bei bloßem, aber reichlichem Strohfutter den Winter beſſer aushielten, als vorher beim Heu.“ „Die Kühe werden kalt getränkt und mehrmal in der Wo⸗ che auf den Hof gelaſſen, während dem man den Dung im Stalle ebnet. Der Milch⸗Ertrag einer Kuh, ſo lange ſie auf die gewöhnliche Weide geht, kann täglich zu 4— 5 Maaß Milch angenommen werden.(Ich bemerke, daß es Kühe ſind, die fett nicht über 300 Pfund wiegen.) Bei Stallfütterung aber oder auf guter Weide geben die nämlichen Kühe 6— 10 Maaß. mit Ett Milchbe mehrere Daf ter gut keine M Landwirt Die frühe ſ mehl g ſen iſ, veſen. den Ral Butter geht.( Thlr.) der M vicht wenn! ſatt d In hält m dieſe J gentheil auf der pinck! ſolches bau ei erſten chen; die au 5 falen, haben. 6 Veſti einer Kah lches ver⸗ denn auch r auf 300 ends vom füͤtterung ſeit neun ſe, einge⸗ können, gut, und räth. Er vorzüglich jt ſchnell. ung rech⸗ Zich ihn ede den den Etall. hat meide peſtelle ich ſich durch Klee noch 1 und et⸗ zert. So e Fütte⸗ rieſiſchen au das rohfutter 1 hder Wo⸗ Dung in de ſe auf i Maaß zihe ſind, hütterung 1 6— 10 — 151— Maaß. Sobald aber die Kühe im Herbſte aufgeſtallt und nur mit Stroh gefüttert werden, hört die Milch auf. Zu dem Milchbedarf der Haushaltung unterhalt man dann eine oder mehrere Kühe etwas beſſer.“ Daß große Kühe mit bloßem aber gutem Stroh im Win⸗ ter gut ausgefüttert werden können, dann nämlich, wenn man keine Milch von ihnen fordert, habe ich ſchon in der belgiſchen Landwirthſchaft beobachtet. Die Kälber, welche aufgezogen werden ſollen, werden ſchon frühe ſtatt Milch an einen Brei von Weitzen⸗ und Roggen⸗ mehl gewöhnt. So ſchlecht die Viehrace im Kreiſe Ludinghau⸗ ſen iſt, ſo groß iſt doch die Aufmerkſamkeit auf das Molken⸗ weſen. Man beobachtet dabei die größte Reinlichkeit und nimmt den Rahm von der flüſſigen Milch ab, welches eine vortreffliche Butter giebt, die nach Münſter und der Gegend über der Lippe geht. Ein mittelmäſſiger Bauer verkauft jährlich für 70— 80 Thlr. Butter; dabei iſt zu bemerken, daß in den Wirthſchaften der Münſterländer Bauern, die an Wohlleben gewöhnt ſind, nicht ſo viele Butter zum Verkaufe erübrigt werden könnte, wenn hier nicht allgemein das Schmalz der Schweine(Federfett) ſtatt der Butter auf dem Brode gegeſſen würde. In der Gegend von Ahaus ſowohl, als von Horſtmar, hält man haͤufig die Kälber im erſten Jahre zu Hauſe, und dieſe Methode iſt gewiß ſehr lobenswürdig. Die Rinder ge⸗ gentheils bleiben vom Mai bis in den Herbſt Tag und Nacht auf der Weide. Bei Ahaus findet ſich außer dem Dr. Bis⸗ pinck nur einer, der Sommerſtallfütterung hat, und ſelbſt ein ſolches einzelnes Beiſpiel iſt ſchon eine Wohlthat für den Acker⸗ bau einer Gegend. Es koſtet immer die meiſte Mühe, den erſten Stein aus einer feſt verkitteten alten Mauer auszubre⸗ chen; iſt man damit zu Stande, ſo iſt Hoffnung da, daß auch die andern kommen werden. Daß man die Kälber, meines Wiſſens, nirgendwo in Weſt⸗ falen an der Mutter ſaugen läßt, glaube ich ſchon bemerkt zu haben. Schafe. Hierüuber wird ſich in dem Münſterlande wenig Befriedigendes ſagen laſſen. Die Natur ſowohl, als die Ver⸗ 15² theilung des Grund und Bodens widerſetzen ſich dem Fortkom⸗ men der Schafzucht, und es würde nur ein Mißgriff ſeyn, jene wegen eines einzelnen Induſtriezweigs meiſtern zu wollen. Schweine und Milchvieh gehören dem Münſterlande, das Fett⸗ vieh den Ufern der Ruhr, der Lippe und des Rheins, die Schaf⸗ zucht dem Paderbornſchen und dem Herzogthum Weſtfalen an. So ſteht alles an ſeinem Orte, und eine Provinz bietet der an⸗ dern eine hülfreiche Hand. Im Münſterſchen iſt und bleibt die Schafzucht nur Nebenſache, nur dungerzeugendes Mittel, und unter dieſer Anſicht mag es wahr ſeyn, daß man den be⸗ ſten Dung am wohlfeilſten erhaͤlt. Viele kleine zerſtreute Heer⸗ den, Schafhaufen vielmehr, erfüllen dieſen Zweck am beſten, benutzen allenthalben, was ohne ſie an manchen Orten verlo⸗ ren ſeyn würde, und ihr Dung kömmt dem Pfluge nach allen Seiten ein wenig zu Hülfe. Die moorigen ſumpfigen Plätze, die flachen, vernachläſſig⸗ ten, im Winter unter Waſſer ſtehenden, daher verſchlämmten Gemeinweiden, das eingeſchränkte Recht, ſolche mit Schafen nur bis zu einer beſtimmten Zahl zu benutzen, der Abgang an Privatweiden, an reiner Brache, der Mangel an Bergen und Hügeln, die Kleinheit der Wirthſchaften, dieſe und mehr Um⸗ ſtände ſind hier der Schafzucht nicht günſtig. Sie nimmt da⸗ her eher ab als zu, beſonders ſeit einigen naſſen Jahren, wo die Faͤule einen ſo großen Theil davon aufgerieben hat. Ich weiß in dem ganzen Lande nur eine einzige Heerde von 900 Stück, wenige von 300, und von da ab bis zu 20, 30, 60. Dieſer kleinen Haufen giebt es bei weitem die meiſten. Das hieſige Kleiſchaf iſt ziemlich groß, hat kurze Beine, ſtarke Knochen, dicke Hinterſchenkel, einen kurzen Hals, einen breiten Rücken. Man hat an mehreren Orten die Veredlung angefangen, ſie hat aber an einigen mißglückt. Die Vered⸗ lung des Futters müßte hier wohl vorangehen. Die Theilung der Gemeinheiten und die daraus hervorgehende beſſere Bewirth⸗ ſchaftung des Bodens könnte wahrſcheinlich auch auf die Ver⸗ beſſerung der Schafzucht bei einigen ſtark Betheiligten wirken, ſo wie ſie im Ganzen die Zahl der Schafe auch beträchtlich her⸗ abbringen wird. Der gegenwärtige Zuſtand der Gemeinweiden it ſo ſe die Beſ ſelben i oder de dieſen! ten ſtehe zuſamme Fottgang In das And bergiſche Dorſten mit Et men ſie wird der batten Ackerlan hat ſeit welche den jet weimal den Wei⸗ den auf wahrſchei Hornvieh Sch. vorliegen nachdem die weſt Alang; wo im Beine, ten zeich ſtung, in Schweine äls die v ſes macht Fortkom⸗ ſeyn, jene wollen. das Fett⸗ die Schaf⸗ falen an. t der an⸗ d bleibt Mittel, den be⸗ eute Heer⸗ zmm beſten, ten verlo⸗ ach allen Wanwen Schafen lbgang an ergen und nehr Um⸗ immt da⸗ hren, wo hat. Ich von 900 130, 60. * Beine, 33) einen Peredlung e Vered⸗ (Theilung Bewirth⸗ die Ver⸗ wirken, lich her⸗ inweiden — 153— iſt ſo ſchlecht und ihre Ausdehnung ſo wenig zureichend, daß die Beſitzer der eigentlichen Stammheerden genöthigt ſind, die⸗ ſelben im Sommer auf einige Monate nach dem Paderbornſchen oder dem Herzogthum Weſtfalen zu bringen. Da aber auch in dieſen Provinzen nicht mehr, wie ſonſt, eigene Huden zu pach⸗ ten ſtehen, ſo werden die hingeſchickten Schafe mit den daſigen zuſammengeſtoßen, welches kein geringes Hinderniß fuͤr den Fortgang der Veredlung iſt.— In dem Kreiſe Lüdinghauſen verlegt man ſich mehr auf das Ausmäſten der Schafe, die man zu dem Ende in dem Arens⸗ bergiſchen oder Paderbornſchen, der Gegend von Haltern und Dorſten im Herbſte aufkauft und den Winter über im Stalle mit Stroh und Heu fuͤttert. Im Frühjahre und Sommer kom⸗ men ſie auf die Weiden, das heißt Privatweiden, und Nachts wird der Hördenſchlag oder die Pferche davon an die benach⸗ barten Bauern, im Falle die Beſitzer der Schafe nicht ſelbſt Ackerland haben, verpachtet. Dieſe Art, die Weiden zu benutzen, hat ſeit einigen Jahren ſehr zugenommen, und viele Weiden, welche ſonſt als Fettweiden für Rindvieh benutzt wurden, wer⸗ den jetzt mit Hammeln betrieben. Manche Weiden können zweimal im Jahre mit neuem Bieh beſetzt werden. Da aber den Weiden der nächtliche Dung durch die Verlegung der Hor⸗ den auf das Ackerland entzogen wird, ſo werden die Weiden wahrſcheinlich ſich von Jahr zu Jahr verſchlechtern, und das Hornvieh wird wohl wieder müſſen darauf zurück berufen werden. Schweine und Gänſe. Die Schweinezucht wird in den vorliegenden Gegenden mehr oder weniger ſtark betrieben, je nachdem das Getreide hoch oder niedrig im Werthe ſteht. Daß die weſtfäliſche Schweinerace zu einem hohen Grade von Ver⸗ edlung gekommen, zeigt ihr Gewicht, zu dem man ſie anders⸗ wo im Durchſchnitte bei dem Mäſten nicht bringt. Feine kurze Beine, ein langer ſich tief herabſenkender Leib, breite Lappoh⸗ ren zeichnen ſie aus; noch mehr aber ihr Fleiſch nach der Ma⸗ ſtung, indem die Schinken von einem 3— 400 Pfund ſchweren Schweine verhältnißmäßig weit weniger Speck aufſitzen haben, als die von Schweinen von 180 bis 200 Pfund anderswo. Die⸗ ſes macht denn auch die weſtfäliſchen Schinken zum Theile an⸗ — 154— genehmer und bei der Verſpeiſung nützlicher. Sie werden gro⸗ ßen Theils zum Handel beſtimmt, das Uebrige wird in der Haushaltung verzehrt. Im Sommer werden die Schweine auf Dreiſch, Kleefeldern, Vöhdelanden oder in Gehölzen gehütet. Dabei giebt man ih⸗ nen auch noch Auswurf von Getreide, Trespe, Sauermilch, Küchen⸗ und Gartenabfall. Im Winter erhalten ſie eine Suppe, die von Scheuer⸗Auswurf, Lein⸗ und Kleeſamen⸗Hülſen, ſchlech⸗ tem Gerſtenmehl u. ſ. w. zuſammengeſetzt und gekocht wird. Vielleicht, daß der Weſtfälinger ſeine Schweine auch außer der Maſtzeit beſſer haͤlt und füttert, und daß es daher kommen mag, daß ſie vor der Hand mehr Fleiſch anſetzen, ſtatt daß man ſie anderswo ihre Lebenszeit über oft darben läßt, und dann erſt ein paar Monate vor ihrem Tode vollauf füttert, wodurch ſich dann wohl Fett anſetzt, allein das Fleiſch zurück⸗ bleibt. Und ſo wäre auch die Verſchlechterung der Race der ſchlechteren Behandlung zuzuſchreiben, wie das wohl bei den meiſten, wo nicht allen, Thierarten der Fall iſt. Zum Mäſten werden ſie zu zwei und zwei in einer Ab⸗ theilung eingeſchloſſen. Die Maſtzeit beginnt gegen Ende Septembers und iſt im December vollendet. Man füttert drei⸗ mal im Tage. Der Anfang wird mit gekochten und zerſtampf⸗ ten Kartoffeln oder Möhren gemacht, darin etwas Gerſtenſchroot oder trockene kleine Bohnen zugeſetzt werden; ſpäter bekommen ſie reinen Schroot von Gerſte, Bohnen, Erbſen, auch dreimal im Tage. Die meiſten Schweine zum Verkauf werden jedoch von Branntweinbrennern, Bierbrauern und Müllern gemäſtet; auch iſt die Waldmaſt an einigen Orten ein weſentliches Hülfs⸗ mittel zum Fettmachen dieſer Thiere. Zu einer Zeit, wo Weſt⸗ falen noch mit Eichen und Buchen bedeckt war, beſtand das Einkommen der Landwirthe großen Theils in der davon her⸗ rüͤhrenden Maſt. Daher kömmt denn wohl, daß die Schweine von jeher eine ſo bedeutende Rolle in der weſtfäliſchen Ver⸗ faſſung ſpielten, und die Eichel⸗ und Büchelmaſt als eine der größten Wohlthaten Gottes betrachtet wurde. So heißt es in einem Markenprotokolle von 1571:„Weil der allmächtige Gott in Hom u. ſ. w. Na wid, ſe Einjähr kommen fetten i pfund. Pfund; Bo, die wovon die M nimmt. Na⸗ iſt, wind und über geyackt. Buſen! aufgeha Birken! den Zu⸗ Birkenge Dit einy die ihrer bo nämlich Wanchen Jederm doch ni jjr We oder nic derſtändi jangen u ter⸗Unter erden gro⸗ rd in der Kleefeldern, tman ih⸗ auermilch, ne Suppe, n, ſchlech⸗ ocht wird. außer der er kommen ſtatt daß äßt, und f füttert, ch zurück⸗ Raer der Ul bei den einer Ar⸗ gen Ende jttert drei⸗ zerſtampf⸗ ſtenſchroot bekommen h dreimal den jedoch gewäſtet; hes Hüͤlfs⸗ wo Waſ⸗ eſtand das davon her⸗ ke Schweine ſiſchen Ver⸗ ils eine der zyeißt es in ichtige Gott in Homer Marken etwas Maſt ſehen laſſen und beſcheert u. ſ. w. Nach welcher Art uͤbrigens in Weſtfalen auch gemaͤſtet wird, ſo erreichen die Schweine daſelbſt ein ſehr großes Gewicht. Einjährige erhalten um Horſtmar und Ahaus in der Regel voll⸗ kommen 300, einzelne bis 450 Pfund. Bei Darfeld haben die fetten mittlern Schweine 250— 300 und die ſchwerſten 400— 420 Pfund. Im Kreiſe Lüdinghauſen haben ſie gewöhnlich 270— 350 Pfund; in der Gegend von Münſter gelangen die mittleren auf 250, die ſchwerſten aber ſelten auf 340 Pfund. Die leichteſten, wovon ich Kenntniß erhalten habe, ſind zu Rödder, wo man die Mittelſchweine zu 200 und die größten zu 300 Pfund an⸗ nimmt. Nachdem das Fleiſch nach dem Schlachten kalt geworden iſt, wird es in Stücke geſchnitten, mit Salz ſtark eingerieben und uberſtreut, und 14— 18 Tage in einem Faß feſt zuſammen⸗ gepackt. Nachher werden Speck und Schinken in dem weiten Buſen des Rauchfanges zum Trocknen und allmäligen Räuchern aufgehangen, darauf in einer Kiſte zwiſchen grünbelaubten Birkenreiſern verpackt und dieſelbe an einen trocknen Ort in den Zugwind geſtellt. Einige laſſen den Speck zwiſchen trocknen Birkengereiſe und Vitzbohnenhülſen an einem kühlen trocknen Ort einpacken, die Schinken aber in Aſche legen. Die Gänſezucht iſt nicht beträchtlich, und ich erwähne ihrer blos, um einen Mißbrauch zu rügen. Die Gänſe gehen nämlich zum Verderben der Privat⸗ und Gemeinweiden, und an manchen Orten ſelbſt auf Feldern, frei herum; und obgleich Jedermann die Schäͤdlichkeit dieſer Thiere einſieht, ſo will ſich doch niemand dazu entſchließen, ſeine Gäͤnſe abzuſchaffen oder ihr Weſen einzuſchränken, ſo lange der Nachbar Gänſe hält oder nicht ein Gleiches thut.„Wenn man, ſagte mir ein ſehr verſtändiger Landwirth, ihren ganzen Ertrag an Federn, Eiern, jungen und alten Gänſebraten gegen ihren Sommer⸗ und Win⸗ ter⸗Unterhalt und den Nachtheil, den ſie dem Vieh auf der Weide — 156— und den Fruͤchten auf dem Felde bringen, vergleicht, ſo wird ſich finden, daß die Gänſe bei uns mehr Schaden als Vortheil bringen.“ So laufen in der Gegend von Ahaus Schweine und Gänſe den ganzen Winter über bis in den April, auch wohl noch ſpäter, frei auf Aeckern, Weiden und Wieſen herum, und jeder gute Landwirth wünſche, daß eine ſo gehäſſige Gewohnheit durch ein Geſetz abgeſchafft und durch gehörige Aufſicht gehindert würde. Der angefuührte Unfug iſt keine Servitut, ſondern die bloße Folge von Indolenz, die Einer dem Andern überſieht, damit auch ihm ein Gleiches überſehen werde. Der fleißige, ordentliche Landwirth, der zwiſchen ſolchem Geſindel lebt, kann nur klagen und muß es geſchehen laſſen, was die Mehrheit thut. 3 VII. Weiden und Wielen. Weiden. Wenn das Münſterland einen Ueberfluß an Gemein⸗ weiden hat, ſo hat es doch einen Abgang an guten Weiden, und ſo hat die Maſſe ſo vielen zu Gras niedergelegten Wildgrundes, mit Zuzug der Huͤtungen in den Holzungen, nicht den Abgang an Futter verhindert; ſtatt daß, wenn der vierte Theil dieſes Grundes(ich rede nur von dem zu Futter tauglichen) gehörig beſorgt und benutzt wäre, das Land einen Ueberfluß an Futter, alſo an Fleiſch, Milch, Fett und Dünger haben würde. Man ſieht hieraus, welche elende Stütze die Gemeinwei⸗ den überhaupt für den Ackerbau ſind. Wo ſich jene Gemeinweiden nicht von vorzüglicher Güte oder in außerordentlicher Menge finden, da hilft man ſich, wie man kann. Man dreiſcht ein, ſäet etwas Klee, und das ſind noch wohl die weiſeren Gegenden. An mehr finſtern Orten herrſcht die troſtloſe Vöhde. Sind die Gemeinheitsweiden auch gut, ſo daß ſie dem Ackerbau einen weſentlichen Beiſtand leiſten können: ſo werden ſie doch ſo ſehr mit Vieh aller Art übertrieben, durch Heerden von Gänſen ſo verdorben, daß Kühe, Rinder und Pferde nur dürftig einige Nahrung darauf finden. 6s ſind und zw ihrer der Ack Erndte Graſe de thun wü Hauſen nicht ehe ſein Wi Die 3 einiges Weiden mit Vor Die macht a⸗ Wadegr hauſen; Kleibod =3 T Darfeld alſo in auf eine ₰ Da, tbenfalls nohr tro Nai auf dHauſe.- viid, iſt Die K Vöhden ſo muß ſiilen.« Das jemlich, hchtet w andern iſo wird ſc 8 Vorthel dund Gänſe 1wohl noch und jeder jewohnheit gehindert Indern die 2 überſieht, er ſleißige, Elebt, kann Mehrheit an Gewein⸗ Den, und ſo lͤgrundes, a Abgang gheil dieſes 3) gehörig an Futter, Man neinwei⸗ äher Güte an ſih, wie 3 ſind noch Jeen herrſcht uuch gut, ſo on können: zyen, durch inder und Es iſt zu verwundern, daß, da die Privatweiden ſo ſelten ſind und ſo ſehr geſucht und geſchätzt werden, man doch ſo wenig zu ihrer Verbeſſerung thut; allein ich bin überzeugt, daß, wenn der Acker ungepflügt, alſo von Natur aus, auch nur eine halbe Erndte hervorbrächte, ſo wie dieſes bei dem Anger mit dem Graſe der Fall iſt, man eben ſo wenig für jenen als für dieſen thun würde. Nur die eiſerne Hand der Noth kann den großen Haufen zu Arbeit und Nachdenken bringen. Der Wil8lde ſteht nicht eher von ſeinem Lager zur neuen Jagd auf, als bis all' ſein Wildprett verzehrt iſt und der Hunger ihn auftreibt.— Die Zerſtörung der Maulwurfshaufen und die Ausrottung einiges Geſträͤuches iſt alles, was man an den natürlichen Weiden thut. Nach der holländiſchen Gränze hin ſoll man ſich mit Vortheil der Torfaſche zu den Grasplätzen bedienen. Die Verſchiedenheit der Güte der weſtfäliſchen Weiden macht auch eine Verſchiedenheit in der Ausdehnung, die zum Weidegang einer Kuh erfordert wird. In dem Kreiſe Lüding⸗ hauſen ſind es 2, 3 und mehr Magdeburger Morgen. Auf dem Kleiboden in der Nachbarſchaft von Münſter werden 8 Scheffel = 3 Morgen 36 Quadratruthen, bei Horſtmar 2 Morgen, zu Darfeld anderthalb Morgen auf eine Kuh gerechnet. Man kann alſo im Durchſchnitte zum wenigſten zwei Magdeburger Morgen auf eine hieſige Kuh von 250— 300 Pfund annehmen. Da, wo man eingefriedigte Dreiſchkoppeln hat, rechnet man ebenfalls 2— 2 ½ Morgen auf eine Kuh, je nachdem der Boden mehr trocken oder mehr feucht iſt. Die Kühe werden gegen halb Mai aufgetrieben und kommen nicht vor Ende Oktobers nach Hauſe.— Wie viel Morgen Vöhdeweide auf eine Kuh erfordert wird, iſt wohl ein gordiſcher Knoten, den Niemand löſen kann. „Die Kühe,“ ſagt ein guter Landwirth,„bleiben wohl auf den Vöhden am Leben; wenn ſie aber dabei Milch geben ſollen, ſo muß man ihnen am Abend auf dem Stalle den Hunger ſtillen.“ Das Grasland ſteht an einigen Orten dem Ackerlande ziemlich gleich; jedoch da jenes nur ſelten verkauft oder ver⸗ pachtet wird, ſo läßt ſich ſolches nicht ſo genau beſtimmen. An andern Orten verhält ſich ſein Werth zum Acker wie 3 zu 2. — 158— Zu Itlingen, wo viel auf die Molkerei gehalten und die Butter verfahren wird, ſtehen die Weiden in hohem Preiſe. Die Weide für eine Kuh thut 5— 10 und noch mehr Thaler Pacht. Die ſchlechten Rinderweiden thun 3—4 Thaler. Bei Ahaus zahlt man für das Auftreiben einer Kuh 2—5 Thaler, dagegen kommen die Kühe am Abend auch hungrig nach Hauſe. Eigentliche Fettweiden, wie an den Rheinufern, in dem Eleviſchen, den Ufern der Lippe und Ruhr in dem Märkiſchen, hat man hier wenig oder gar nicht. Man legt ſich mehr auf die Zuzucht, welche dann die Fettweider jener Gegenden der hieſigen abnehmen. Sie wird an einigen Orten ſtark betrieben, ſo daß jeder Voll⸗ und Halb⸗Bauer jaͤhrlich 6 Stuck Kühe und Rinder zu verkaufen hat. Ein großer Vortheil, wenn man bedenkt, daß ein Bauer ſich dadurch immer ſeiner ſchlechten Milcher ſogleich entledigen kann! Indeſſen wird doch auch einiges Vieh in dem Münſterlande auf den Weiden fett gemacht. Es muß ſchon eine ſehr gute Weide ſeyn, wenn anderthalb Magdeb. Morgen eine fette Kuh von 300, höchſtens 350 Pfund liefern ſollen. Bei Münſter rechnet man 2 ½ Morgen darauf. Daſſelbe gilt auch von der Gegend von Horſtmar. Man pflegt das Vieh anfangs Mai aufzutreiben und hält dafür, daß es in gewöhn⸗ lichen Jahren gegen Ende Auguſts ſeine Vollendung erreicht habe. Was es noch über dieſe Zeit weidet, dient nur blos zu ſeiner Erhaltung. Anderswo hält man 5 Monate dazu er⸗ forderlich, welche Verſchiedenheit mehr oder weniger von der Güte des Graſes herrühren mag. Ein Stück Vieh von mehr⸗ mals angeführter Größe koſtet beim Ankaufe 15—18 Rthlr. und beim Verkaufe 24—28. Da das Maäſten im Ganzen nur ſchwach betrieben wird, ſo iſt von Ausfuhr des Fettviehes nach den benachbarten Pr. Provinzen keine Rede, es wird vielmehr von da eingeführt. Dr. Meyer macht die beſondere Bemerkung, daß das Vieh, ſo auf Kleiboden erzogen worden, vorzugsweiſe für die Fettweiden aufgekauft und den auf Sandboden erzogenen vorgeſetzt wird. Jenes ſoll dauerhafter ſeyn, der Näſſe und Kälte beſſer wider⸗ ſtehen, nicht ſo leicht erkranken und in Fleiſch und Fett mehr zunehmen. —— Die ſtehen a Gelaͤnde ander! welche Dieſe Be ausgeſetz noch Wa wird. Dauer i Wi Abgang gar nich geweidet, werden andete a ſlben a gezogen eine Et aber reg Das zuſehen. Moder 4 In der G in Winte auch vohh Haufen, Ane Ausdehn iſ ihr Gegend hat Hüch unter be⸗ daß die ſöher als dn Vort Keiſe dü die Butter Die Weide hacht. De lhaus zahlt gen kommen n, in dem Märkiſchen, wmehr auf zenden der dk betrieben, F Kühe und Dvenn man un Milcher iiges Vieh 1 Es muß 9 Magdeb. und liefern anf. Daſſelbe dat das Vieh in gewöhn⸗ ang erreicht reyr blos zu ze dazu er⸗ aer von der von mehr⸗ Rthlr. und an wird, ſo gbarten Hr. eingefühtt. 1as Vieh, o Feettweiden eeſetzt wird. eſſer wider⸗ a Fett meht 3 — 159— Die Befriedigungen der Weiden ſind verſchieden, und be⸗ ſtehen aus Gräͤben mit bepflanzten Wällen, aus Hecken und Geländern von geſägtem Holze. Dieſe ſind aus zwei über ein⸗ ander herlaufenden 6—7 Zoll breiten Scheiden angefertiget, welche durch 8 Fuß von einander entfernte Poſten laufen. Dieſe Befriedigungsart iſt in Gegenden, die den Ueberſtrömungen ausgeſetzt ſind, allein anwendbar, indem ſie weder Schlamm noch Waſſer anhaäͤlt und nicht von ihnen bedeckt oder geſtört wird. Uebrigens geht durch ſie kein Raum verloren. Ihre Dauer iſt von 25—30 Jahren. Wieſen. Die Kleigegenden im Münſterlande haben einen Abgang an Wieſen, und an ihre Verbeſſerung wird wenig oder gar nicht gedacht. Die höheren Wieſen werden gewöhnlich ab⸗ geweidet, gehen daher in Weiden über; die tiefer gelegenen werden gemähet, manche auch wechſelsweis ein Jahr um das andere abgemähet und abgeweidet, welches den Heuertrag der⸗ ſelben anſehnlich vermehrt. Von dem Waſſer wird wenig Nutzen gezogen, höchſtens daß man ſich einmal die Mühe giebt, durch eine Staue etwas von einem Bache uͤber eine Wieſe zu treiben, aber regelmaͤßige Bewaäſſerungen kennt man durchaus nicht. Das Düngen der Wieſen iſt als eine bloße Ausnahme an⸗ zuſehen. Wo man es hat und kann, verwendet man dennoch Moder, ausgelaugte oder Bleicheraſche und Torfaſche darauf. In der Gegend von Nottulen geſchieht das Aufbringen der Aſche im Winter beim Froſte, oder nach der Heuerndte. Man ſchlägt auch wohl den Moder mit der Aſche und etwas Dung in einen Haufen, und dieſer Compoſt iſt ohne Zweifel ſehr paſſend. An einigen Orten verhalten ſich die Wieſen zum Ackerlande an Ausdehnung wie 1 zu 30 und an Werth wie 3 zu 2, an andern iſt ihr erſtes Verhältniß wie 1 zu 18. Ein Ackerwirth in der Gegend von Nottulen, der 200 Scheffel Geſäe Ackerland hat, hat höchſtens 6—7 Scheffel Wieſen, und doch iſt beim Verkaufe unter beiden kein beſonders weſentlicher Unterſchied. Vermuthlich daß die Schuld am Ertrage liegt, den man per Morgen nicht höher als auf 8 Zentner Heu rechnet. Diejenigen Wieſen, die den Vortheil des Waſſers haben, gelten die Hälfte mehr. Im Kreiſe Lüdinghauſen ſteht der Werth der Wieſen zum Ackerland — 160— wie 4 zu 1; zwei Morgen gute Wieſen geben hier ein ſtark vierſpänniges Fuder Heu. Auf dem Kleiboden bei Münſter rechnet man 8 ½ bis 9 Zentner Heu vom Morgen. Der Preis des Zentners Heu ſchwankt zwiſchen 12— 14 gGr.— Die Heu⸗ werbungskoſten ſind nicht wohl zu beſtimmen, da dieſe Arbeit durchgehends vom Geſinde ausgeführt wird. VIII. Dung und Dungltätte. Stroh iſt das einzige Streumaterial, was man in den Kleigegenden hat. Die armen Leute bedienen ſich auch des Laubs und Schilfs, in ſofern ſie ſolches haben können.— Ich habe nicht einen Stall in Weſtfalen geſehen, wo alltäglich aus⸗ gemiſtet wird. Der Miſt bleibt wenigſtens eine Woche unter dem Viehe liegen, durchgehends aber 4—6 Wochen, oder ſo lange, bis die Lage deſſelben dem Standorte der Krippen gleich kömmt, worauf 4, 6—8 Wochen hinlaufen. Wer den Werth eines ſolchen Dunges kennt, der wird dieſen Gebrauch nicht tadeln, wohl aber den engen Raum der Ställe, wodurch das Vieh nothwendig bis an die Hacken im Kothe ſteht. Hierin herrſcht ein großer Unterſchied zwiſchen den weſtfäliſchen und brabantiſchen Ställen, und jener Umſtand des engen Raumes für den Viehſtand macht einen weſentlichen Fehler in der weſt⸗ fäliſchen Bauart, dem jedoch durch die Beſchränkung der Tenne und der Vertiefung der Abſeiten bei neuen Gebäuden abgeholfen werden könnte. Der Miſt wird entweder aus dem Stalle unmittelbar auf das Feld gebracht oder auf der Miſtſtätte ziemlich ebenmäßig vertheilt. Die Miſtſtätte iſt an den meiſten Orten wenig oder gar nicht und an andern zu ſehr vertieft, ſo daß bei erſtern alle Feuchtigkeit davon fließt, bei letztern die Miſtgrube einen Sumpf bildet. Dieſer Sumpf muß bei vielem Regen nothwendig abge⸗ laſſen werden, und dient dann zum Düngen der Wege und Straßen. Nur zu Nienbergen bei Münſter hoͤrte ich von Miſt⸗ gruben ſprechen, die an der Nordſeite der Gebäude angebracht und mit Bohlen oder Steinen ausgelegt ſind. Die nac der friſch, anterſch man lei Würde: Oder Kal anfullen platz flie darauf d titat we ein paa und zwe Da. Mel unſeres habe ſelb dungang kann, u Jahren! Daf zäßlt ma in dem E Landwirt dder ſtatt gelben M dem Ende kroß an, Miſt, wi und vert als mag überdeck Naſen. der Miſt dem Eta⸗ iinige V nitklich Säner, r ein ſtark ei Muͤnſter Der Pris Die Heu⸗ jdieſe Arbeit an in den ) auch des an.— Ich iglich als⸗ zoche unter b oder ſo 2 poen Kach (den Werth Lrauch vicht odurch das ht. Hierin Fiſchen und ara Naumes an der weſt⸗ a der Tenne eabgeholfen rattelbar auf z ebenmaͤßig wenig oder erſtern alle ¹ ren Gunpf noig abge⸗ Wege und z von Miſ⸗⸗ angebracht — 161— Die Jauche wird nicht beſonders aufgefangen, ſondern fließt nach der Düngſtätte, wo ſie freilich, wenn der Miſt mit Plaggen unterſchoſſen wird, zu ſeiner Befeuchtung unentbehrlich iſt; oder man leitet ſie auch wohl auf einen nahe gelegenen Raſenplatz. Würde man die Jauche zuvor in einem weiten und tiefen Troge oder Kanal ſammeln, dieſen zur Haͤlfte oder mehr mit Waſſer anfüllen und dann das Ganze von Zeit zu Zeit auf den Gras⸗ platz fließen laſſen, ſo würde ſich die Jauche beſſer und weiter darauf vertheilen können, ſtatt daß ſie jetzt der geringen Quan⸗ titat wegen ſich unterwegs verliert oder nur der Oberfläche von ein paar Schritten beim Anfange der Wieſen zu gut koͤmmt, und zwar zur Zeit und zur Unzeit.—„Die Jauche,“ ſagt Dr. Meyer,„kann unſerer ſchlechten Wege und der Beſchaffenheit unſeres Kleies wegen nur beim Froſte aufgefahren werden. Ich habe ſelbſt die Erfahrung gemacht, daß die vortreffliche Ahl⸗ düngung auf hieſigen ſchweren Boden nicht angewendet werden kann, und ſolche nach wiederholten vergeblichen Verſuchen ſeit Jahren wieder aufgeben müſſen.“ Daß der etwas gerottete Miſt wirkſamer ſey, als der ganz friſche, darin ſtimmen die meiſten Nachrichten überein: doch zählt man nicht zu dieſem letztern den Dung, der 6—8 Wochen in dem Stalle gelegen hat. Feye zu Röoͤdder, ein ſehr braver Landwirth, hat ſein eigenes Miſtſyſtem. Er will keinen ſchwarzen oder ſtark gegohrenen Dung, noch vermodertes Stroh, ſondern gelben Miſt, in welchem das Stroh kurz und erweicht iſt. Zu dem Ende legt er ſeinen Miſthaufen auf flacher Erde und ſo groß an, als es der Raum zugiebt. Er ſorgt dafür, daß der Miſt, wie er aus dem Stalle kömmt, auf das Genaueſte geſtreut und vertheilt werde; dann läßt er ihn von dem Viehe ſo feſt als möglich treten, nur bringt er keine Schweine darauf, und überdeckt ihn mit einer duͤnnen Schichte Grund oder umgekehrten Raſen. Durch das Feſttreten haͤlt er die Gährung zurück, und der Miſt erhält ſich beinahe in demſelben Zuſtande, wie er aus dem Stalle kam. Er ſtach in meiner Gegenwart mit der Forke einige Wuͤrfe von dem Miſthaufen aus, und der Miſt hatte wirklich das friſche gelbe Anſehen, welches Feye davon ver⸗ Schwerz, Landwirthſch. 11 — 1862— langt, und wie er ihn am wirkſamſten findet. Ich geſtehe, daß ich ſo ziemlich ſeiner Meinung hierüber bin. Man iſt allgemein für das ſchnelle Unterbringen des Dungs, und läßt ihn nicht leicht einen Tag auf der Oberfläche des Feldes liegen,„weil,“ ſagt hierüber ſehr paſſend Oſter⸗ hoff,„aus Mangel an Dünger dieſes ſchnelle Unterpflügen für die folgenden Früchte die beſte Methode iſt.“ Da⸗ gegen ſagt ein anderer guter, rationeller und praktiſcher Oekonom:„Nach meiner Erfahrung iſt es in den meiſten Fällen beſſer, wenn der Dung einige Zeit ausgebreitet liegen bleibt, und trocken untergepflügt wird. In dieſem Falle habe ich ihn auf die erſte Frucht am wirkſamſten gefunden.“ Ich glaube, daß durch dieſe zwei Beantwortungen die ganze Frage ſehr richtig entſchieden iſt. Der ſogleich eingepflügte Dung erhält ſich länger in der Erde und äußert ſeine Kraft ſpäter; der Dung, der eine Zeit auf dem Felde gebreitet liegen bleibt, äußert ſeine Kraft ſchneller und erhält ſich ſchon darum nicht auf gleiche Dauer, wie der erſte in dem Boden. Wem alſo darum zu thun iſt, daß ſeine erſte Frucht den Hauptnutzen von dem Dunge ziehe, der pflüge ihn erſt nach einiger Zeit unter, und wer da will, daß der Dung einige Jahre über ſeine Kraft aͤußern ſoll, der pflüge ihn gleich unter. Zu Wintergetreide ſcheint es alſo gerathener, letzteres zu thun; zu Sommergetreide überhaupt ſcheint erſteres den Vorzug zu verdienen. Ferner: wer alle Jahre düngt, laſſe den Dung etwas obenauf liegen; wer ſelten, aber ſtark düngt, pflüge gleich unter. Endlich, wer mit dem Dünger geizen muß, pfluͤge gleich unter, wenn die erſte Frucht nicht zuviel davon ausziehen ſoll. Daher ſagt der ſcharfſinnige Oſterhoff ſehr richtig:„Dieſe Methode iſt wegen Mangel an Dünger für die folgenden Früchte die beſte.“ „Der Miſt aus dem Stalle,“ ſagt ferner dieſer excellente Landwirth,„wird am beſten zu Wintergetreide, der aus der Miſtgrube zu Sommerfrüchte benutzt. Die aufgefahrne Erde wirket vorzüglich auf Gerſte und Flachs. Der Hühnermiſt be⸗ hagt den Zwiebeln und der Schweinemiſt den Gartengewächſen.“ Heideplaggen, Grünplaggen, Moder, Erde, Mergel und Aſche ſind keine unbekannte Düngemittel in den Münſterſchen Kleigege die übri Erd worfen, einande mit den mittel w in erſter Noch we vracht. Winter den Ee in Her mit Gta auf die? aui was her an das Ue Wirkon Ob er doch aus. NM Moderer halbe D laſſe,“ ſo vermiſche Fanggrä und fahr Winter. gerathen erſten? Frühjag umläufe nicht au dünge, welches d Wade. Zeſtehe daß rringen des Oberflaͤhe und Oſter⸗ anterpflügen iſt. Da⸗ praktiſcher meiſten zlitet liegen Falle habe enden.“ Ich Frage ſehr nerhält ſich Sdung, der wine Kraft Cdauer, Wie an iſ, daß ziehe, der zwill, daß der pflüge ferathener, Pat erſtetes aingt, laſſe ark düngt, rizen muß, zel davon poff ſehr zer für die 4 extellente r als der hrne Erde diermiſt be⸗ 'wächſen.“ ergel und 3 iuſterſchen V — 163— Kleigegenden, obgleich, Plaggen, Moder und Erde ausgenommey, die übrigen nicht viel in Anwendung kommen. Erde und Moder werden gewöhnlich im Herbſte ausge⸗ worfen, im Winter auf den Acker gefahren, im Frühjahr aus⸗ einander geworfen und durch das viermalige Pflügen der Brache mit dem Boden verbunden. Auf dieſe Art ſind jene Dünge⸗ mittel wirkſamer, als wenn, wie gewöhnlich zu geſchehen pflegt, im erſten Fruͤhjahre Gerſte in die friſche Erde geſäet wird. Noch werden Erde, Moder, Teichſchlamm auf die Kleefelder ge⸗ bracht. Da, wo man dreiſcht, führt man jene Gegenſtände im Winter auf, breitet ſie aus, läßt das Grüne durchwachſen, es den Sommer über von dem Viehe benutzen und pflügt dann im Herbſte um. Eben daſelbſt ſetzt man ſie auch mit Aſche oder mit Stalldünger in Haufen und führt dieſen Compoſt nachher auf die Wieſen. Ich beobachte, daß aller Schlamm und Moder, auf was für Art er auch gebraucht wird, ein ganzes Jahr vor⸗ her an der Luft gelegen hat. Ueberhaupt hält man dafür, daß das Ueberfahren mit Erde den Boden ſehr verbeſſere. Die Wirkung davon erhält ſich auf Kleiboden 4—5 Jahre über. Obgleich der Mergel an vielen Orten vorhanden iſt, ſo wird er doch wenig gebraucht. Hiervon nehme ich einige Gegenden aus. Man wendet ihn auf dieſelbe Weiſe an, wie wir von der Modererde geſagt haben, nur giebt man dem Boden dabei eine halbe Düngung, welches bei dem Moder nicht geſchieht.„Ich laſſe,“ ſagt Oſterhoff,„den lehmartigen Mergel auswerfen, vermiſche ihn mit Sand aus dem Bache und Moder, den ich in Fanggräben ſammle, laſſe den Haufen zwei Winter über liegen und fahre ihn dann auf die Dreiſche, und zwar wo möglich im Winter. Ich bringe 150 Fuder auf den Morgen und finde am gerathenſten, ihn auf die Kleeſtoppel zu führen, alſo nach dem erſten Dreiſchjahr. Er wird karrenweiſe abgeworfen und erſt im Frühjahr ausgebreitet. Seine Wirkung dauert zwei Frucht⸗ umläufe, alſo 16 Jahre. Jedoch ſchließt dieſes den Stalldung nicht aus. Außerdem, daß ich bei dem Umbrechen jeder Dreiſche dünge, ſo dünge ich auch gerne zu dem letzten Getreide, unter welches der Klee geſäet wird. Dadurch erhalte ich eine beſſere Weide. Das Umbrechen der Dreiſche geſchieht im Sommer, — 1464— wobei das Land wie Brache behandelt und 3—4 mal gepfluͤgt wird. Geſchieht das Umbrechen bei trocknem Wetter, wird nichts dabei vernachläſſiget und mit 6 Fuder gegohrnem oder 8 Fuder friſchem Strohmiſte nachgeholfen, ſo hat man ſich die beſten Folgen, ſowohl für Stroh als Korn, davon zu verſprechen, und das auf mehrere Jahre.“ Gyps und Pfannenſtein ſind hier wenig gekannt, auch nicht in der Nähe zu haben.„Von Pfannenſtein,“ ſagt Meyer von Itlingen,„habe ich bei wiederholten Verſuchen auf Klee gar keine Wirkung wahrgenommen und deshalb dieſe Düngung wieder aufgegeben.“ IX. Culturgegenſtände und Fruchtkolge. Ich ſehe mich gezwungen, hier wieder die Unterſcheidung der Kleigegenden des Münſterlandes in A und B vorzunehmen⸗ welche ich ſchon gleich Anfangs bei der Angabe des Bodens ge⸗ macht habe. A. Nordweſtlicher Theil des Münlſterländiſchen Kleibodens. Man hat hier durchgehends Dreiſche⸗ oder Koppelwirthſchaft. Vier Fruchtjahre wechſeln mit eben ſo vielen Weidejahren ab. Karl der Große ſcheint mit ſeinem Dreifelder-Syſtem nicht bis hieher gedrungen zu ſeyn. Ohne Zweifel iſt die Dreiſchwirth⸗ ſchaft die älteſte von allen. Es war der erſte Schritt, den die Menſchen, gedrängt durch ihre Vermehrung, bei dem Ueber⸗ gange aus dem bloßen Hirtenleben zu dem Stande der Acker⸗ leute thaten. Sie entzogen nur nothgedrungen dem Viehe einen Theil ſeines bisherigen Raumes und reduzirten ihn wahr⸗ ſcheinlich nur immer bis zur Hälfte des Bodens, das Aeußerſte, bis wohin man zu einer Zeit gehen konnte, da Klee und ſonſtige Futterkräuter noch nicht bekannt waren. Die alten Vöhden be⸗ zeichnen die Geſchichtsſpuren davon noch deutlich. Die Marken waren im Urſprunge, wie noch zum Theile jetzt, nicht getheilt; indeſſen hatten ſich in den fruchtbaren Gegenden ſo viele Menſchen angeſiedelt, daß ſie nebenher nicht Brod genug erzeu⸗ gen konnten. Sie beſchloſſen alſo einen Theil, manchmal die — 4 zanze T Ende. die Geſ vor, n an eini letzteres und ſetzt hatte. aber die dicht. ein, ſo Beſtell Etande den, we Bei grö dolkome jene ei nicht g Natur wirthſch dazu in zu unſer Ddie Hufe, dicke ode Klee, R. Weizen aud. Bei einige mit al F Münſt 4 als O zweimal Stallmiſ dan gl al gepfägt tter, wird ahrnem oder Nan ſich die zoerſorechen, Nauch nicht zeyer von d Klee gar 2 Düngung 2 alſcheidung aonehmen⸗ S'odens ge⸗ Dibodens. rirthſchaft. ahren ab. 9 vicht bis iſchwirth⸗ 2, den die im Ueber⸗ ger Acket⸗ nehe einen n wahr⸗ Sleußerſte, dſonſtige öͤbden he⸗ „Marken a getheilt; ae ſo viele Hug erzel⸗ Shmal die — 165— ganze Mark unter den Pflug zu nehmen und theilten zu dem Ende. Da, wo es an Graswuchs nebenher gebrach, behielt ſich die Geſammtheit das Recht der Hut auf der Häͤlfte der Felder vor, wenn die andere mit Getreide beſtellt war. Vier Jahre an einigen Orten, an andern ſechs Jahre, mogte der Boden letzteres tragen, darauf ließ man ihn liegen, ſich ſelbſt begraſen und ſetzte den Pflug auf dem Theile an, der bis dahin geruhet hatte. So entſtand die Vöhde⸗ und Dreiſchwirthſchaft; wenn aber die erſte ſchlecht und verwerflich war, ſo war es die letzte nicht. Raͤumte der Menſch dem Vieh die Haͤlfte ſeiner Felder ein, ſo hatte er auch Nutzen von demſelbeu; ſeine Aecker, ſeine Beſtellungskoſten waren geringer, und ſein Acker blieb im Stande. Die Dreiſchwirthſchaft hat keinen andern Zweck als den, welchen die Zweifelderwirthſchaft(Wechſelwirthſchaft) hat. Bei größern Mitteln erreicht dieſe letztere ihren Zweck freilich vollkommener. Dieſe hat daher wirklich einen höhern Ertrag, jene eine geringere Ausgabe, und ſo nähern ſie ſich, wiewohl nicht ganz; aber ganz gewiß ſtehen beide, als dem Gange der Natur angemeſſener, uͤber der Dreifelder⸗ oder bloßen Körner⸗ wirthſchaft. Wir werden, glaube ich, ſpäter noch einige Data dazu in der Grafſchaft Mark auffinden. Für jetzt kehren wir zu unſerem Gegenſtande zurück. Die Gegenſtände der Cultur ſind: Weitzen, Roggen, Gerſte, Hafer, graue, gelbe und kleine Erbſen, Wicken, Pferdebohnen, dicke oder Saubohnen, Möhren, Kartoffeln, Rüben, Paſtinaken, Klee, Raps, Flachs, einige Runkelrüben und etwas Cichorien. Weitzen und Hafer machen die Hauptgegenſtaͤnde der Cultur aus. 1 Bei Aufzählung der Fruchtfolgen will ich mich nur auf einige unter ſich entfernte Punkte der Gegend beſchränken, wo⸗ mit alles geſagt ſeyn wird, was ſich über alle andere ſagen läßt. Fruchtfolge auf Kleiboden in der Gegend von Münſter. Der Fruchtumlauf dauert hier 8 Jahre, wovon 4 als Dreiſche zur Viehweide beſtimmt ſind. Man düngt dabei zweimal: einmal zum Getreide mit 6 vierſpännigen Fudern Stallmiſt per Morgen, und das andere Mal zur Dreiſche oder dem Klee, von welcher Duüngung hier unten. Man hat: & 6 1. Roggen, gedüngt, oder 1. Weitzen, gedüngt, 2. Gerſte, 2. Hafer, 3. Mengkorn, 3. Weitzen, 4. Hafer, 4. Hafer. „ 2 1. Gerſte, gedüngt, oder 1. Flachs, gedüngt, 2. Roggen, 2. Weitzen, 3. Erbſen oder Flachs 3. Erbſen oder Gerſte, 4. Weitzen, 4. Hafer. Wo das Düngen zum Flachſe geſchieht, wie in dem Umlaufe 6, da wird er frühe geſäet; will man aber Spätflachs, ſo wird nicht dazu, ſondern zu der Frucht, die auf den Flachs folgt, ge⸗ düngt. Man weicht auch wohl von jenen Regeln ab und nimmt nach dem Weitzen, zu dem gedüngt worden, wieder Weitzen oder nach dem Dungroggen Weitzen. In dem vierten Jahre wird Klee in das Getreide geſaet, 5 Pfund auf den Morgen. Derjenige Klee, der beſtimmt iſt im folgenden Jahre geſchnitten zu werden, wird im Winter mit einem Fuder Kuhmiſt überfahren; er giebt zwei Schnitte und liegt dann in den drei folgenden Jahren zur Weide. Der Klee aber, der ſchon im erſten Jahre zur Dreiſchweide dienen ſoll, wird im Winter mit 50 Karren Erde überfahren. Nach Flachs, Erbſen, auch Hafer, folgt am beſten Weitzen oder Roggen; nach Gerſte allenfalls im zweiten Jahre Weitzen, aber ſpäter nicht. Nach Rüben und Kartoffeln wächſt ſelten gutes Wintergetreide, auch ſelten nach Klee guter Flachs. Das Vortheilhafteſte, was man im erſten Jahre auf die Dreiſche folgen laſſen kann, iſt Flachs oder Gerſte oder Roggen oder Weitzen, ſo wie ſie auch an der Spitze in den angegebenen Fruchtfolgen α, 6, y, d ſtehen.— In die aufgebrochene Gras⸗ änger wird im erſten Jahre vorzugsweiſe Hafer genommen. Dazu wird die Narbe ſchon im Frühlinge des vorhergehenden Jahres umgebrochen und im Sommer 2—3 mal gepflügt. In dem folgenden Frühlinge wird noch zweimal gepfluͤgt und eben ſo oft geeggt.— Auch auf Wildgegenden wird zuerſt Hafer zeſäet ab, ode unter, einem eggt in hir der ſatt. wier Jat d 1.„ 2 2 3 Ge Au ſchoite mit W M zweiten Hviſche unterbr der Ger Man ſi ſündiget ſchaft zu und Kle wieder! nahme Boden eher v N hauptſe gerne 9 Dieſe n geeggt, Winter Lie, n Umlaufe 2s, ſo wird n folgt, ge⸗ And nimmt itzen oder Side geſaͤet, ſimmt iſt ILinter mit hnitte und g Oer Klee siegen ſoll, Lin Weitzen „ee Weiten, t hſſt ſelten 3chs. Afe auf die meer Roggen mangegebenen n hene Gras⸗ genommen. aetgehenden Bäügt. In 3 und eben erſt Hafet — 167— geſäͤet; dazu ſticht man im vorhergehenden Sommer die Narbe ab, oder wenn die Witterung trocken iſt, pflügt man ſie mit unter, pflügt und eggt in dem Jahre mehrmalen, düngt mit einem Compoſt aus Moder, Flötzſand und Miſt, pflügt und eggt im Frühjahr noch zweimal.— Auf den beſſern Vöhden hat hier der Umlauf: 1 bis 4 Dreiſche, 5 Weitzen, 6, 7, 8 Hafer ſtatt. Auf den ſchlechteren wechſeln vier Jahre Dreiſche mit vier Jahren Hafer ab. Fruchtfolge in der Gegend von Darfeld. 1. Pferdebohnen oder Erbſen, 4. Klee, gedüngt,. 5. Weitzen, gedüngt, 2. Weitzen, 6. Gerſte. 3. Gerſte, Auf den Dreiſchkämpen wird der Klee nur einmal ge⸗ ſchnitten, dann liegt der Boden einige Jahre zu Weide, worauf mit Wintergetreide der Anfang gemacht wird. Man nimmt auch wohl Weitzen nach Weitzen und nennt den zweiten Weitzen Folgeweitzen. Durch den Flachsbau oder eine Zwiſchenſaat von Erbſen wird auch wohl der angeführte Umlauf unterbrochen, alſo um ein Jahr verlängert. Auch wird nach der Gerſte, worunter kein Klee ſteht, noch Hafer nachgeſäͤet.— Man ſiehet wohl, daß man hier auf die Güte des Bodens los⸗ ſündiget; daß er aber ein guter Boden ſey, ſcheint die Eigen⸗ ſchaft zu beweiſen, daß man Weitzen nach Weitzen ſaͤen kann und Klee und Flachs mit gutem Erſolg in jedem dritten Jahre wieder vorkommen können. Erbſen allein machen hievon eine Aus⸗ nahme und wollen ſelbſt im vierten Jahre noch nicht fort. Der Boden friert nicht auf und leidet auch nicht von der Trockenheit, eher von der Räſſe. Nach Bohnen und Erbſen geräth der Weitzen ſehr gut, hauptſaͤchlich aber nach Flachs. Auf reine Brache läßt man gerne Roggen folgen, ſo auch im erſten Jahre nach der Dreiſche. Dieſe wird im Sommer aufgebrochen, nach einiger Zeit ab⸗ geeggt, wieder gepflugt, geeggt, mit Dung befahren und zur Winterſaat gepflügt. — 168— Man bricht auch wohl auf aͤhnliche Weiſe einen Grasanger auf. Hat das Umbrechen nicht früh genug geſchehen können, ſo ſäet man Hafer in den friſchen Umbruch und läßt die Narbe den Sommer üͤber von ſelbſt unter dem Hafer vergehen. Die Wildgründe werden zum Wintergetreide auf gleiche Art wie die Grasänger behandelt. Wird kräftig dazu gedüngt, ſo fehlts nicht an Fruͤchten auf ſolch einem neuen Grunde. Fruchtfolge in der Gegend von Horſtmar. Unter einem Fuder Dünger verſtehe ich in dieſem und dem folgenden Artikel eine Ladung, wie ſie drei gewöhnliche Pferde auf gutem Wege, ohne überladen zu ſeyn, ziehen. Die Gegenſtände, wozu gedüngt wird, und die Zahl der Fuder iſt durch die Zahl der* angegeben. Der Dung iſt, ſo wie er aus dem Stalle gezogen wird. Die Ausnahmen ſind ſelten und gezwungen, wenn der Stall den Dung nicht mehr faſſen kann und die Witterung nicht erlaubt, ihn ſogleich auf das Feld zu bringen. Umlauf ohne Dreiſhhweide. 1. Erbſen und Bohnen, un 3. Gerſte oder Hafer, 2. Weitzen, 4. Hafer. oder: 1. Gerſte, A** 2. Roggen, 2. Erbſen, 3. Gerſte, 3. Wintergetreide, 4. Hafer, 4. Hafer, oder: 1. Kartoffeln 4 e 2. Roggen, 2. Gerſte, 3. Gerſte, 3. Hafer, 4. Hafer, 4. Roggen. Umlauf mit Dreiſchweide. 1., 2., 3. Weide, 6. Erbſen, 4. Wintergetreide, 7. Wintergetreide. 5. Gerſte, Es hier gen Die einande folgt. laſſe, w wird al Punder Weide, ſch wer den Be alſo zu das le Né Ge hier ang Kle daraus Cultur gleich liebe? Grazanger dkönnen, ſ die Narbz gehen. Die dlrt wie die t ſo fehlts tir. Unter folgenden 1auf gatem ande, wozu Zahl der 3lle gezogen wenn der niwitterung — 169— Es kömmt auch manchmal eine reine Brache vor, welche hier gewiß nöthig iſt. Die Fruchtfolgen mit und ohne Dreiſche laufen oft unter einander, ſo daß eine der andern auf demſelben Stücke nach⸗ folgt. Es ſcheint, daß man dann erſt die Dreiſche eintreten laſſe, wann die Lebenskraft des Ackers zu Ende geht. Der Klee wird alſo meiſtens in einen abgelegenen Boden geſaͤet. Kein Wunder, wenn er nur niedrig bleibt und dünne ſteht! Auch die Weide, die darauf folgt, iſt nicht viel werth. Gräſer erzeugen ſich von ſelbſt ſehr ſparſam, und wenn Kamillen und Diſteln den Boden nicht deckten, ſo ſtünde er ganz kahl. Man hat ſich alſo zu Horſtmar auf dem Privateigenthum noch wenig uber das leidige Vöhdeweſen erhoben, das auch hier Platz findet. Als Gegenſtück will ich den Fruchtumlauf von dieſem letztern hier angeben. Umlauf auf Vöhden. 1., 2., 3., 4. Weide, 7. Hafer oder Wintergetreide, 5. Wintergetreide, us 8. Hafer. 6. Gerſte, oder: oder: 1., 2., 3., 4. Weide, 5. Flachs, 1., 2., 3., 4. Weide, 6. Wintergetreide,** 5. Wintergetreide, 7. Gerſte oder Hafer, 6., 7., 8. Hafer. 8. Hafer. Klee wird hier auf den Vöhden nicht geſäet. Man ſchließe daraus auf den Werth der Weide!— Ich geſtehe, daß die Cultur zu Horſtmar Weſtfalen keine beſondere Ehre macht, ob⸗ gleich die Gegend für eine der Hauptgegenden gilt.— Hätte die liebe Natur nicht für uns geſorgt!! Fruchtfolge zu Ahaus, Weſſam, Wüllen. 1. Roggen,** oder: 2. Roggen, 1. Weitzen,* n*6 3. Hafer oder 3. Gerſte, 2. Roggen, 4. Hafer. 3. Hafer oder Gerſte. oder: oder: 1. Erbſen, Bohnen, 6 1. Gerſte mit Plaggendung, 2. Weitzen, 2. Klee, dreimal geſchnitten, 3. Roggen, 3. Weitzen, einfährig, 4. Hafer. 4. Roggen, 5. Hafer. Nun aber iſt das Land mit Gebähren fertig. Oder: 1. Reine aber nicht gedüngte 3. Roggen, Brache. 4. Hafer. 2. Weitzen, Verſtand und Feder ſtehen hier ſtille! Auch geſteht man, daß ſo was bald nicht wieder geſchehen darf. Statt Bohnen und Erbſen werden auch wohl Flachs, Raps, Kartoffeln einge⸗ ſchaltet. Jedoch wird zum Flachſe nicht ſo ſtark gedüngt. Eine ſeltſame Ausnahme von jenem landublichen Frucht⸗ umlaufe machen die Fruchtfolgen zweier Männer bei Ahaus, die wirklich wohlhabend ſind und ihre Wirthſchaft mit Liebhaberei treiben. Der eine hat zum Theile einen ſtarken Roggenboden, einen ſchwarzen, lehmigen, humusreichen Sand, worauf auch Hülſenfrüchte und Gerſte gedeihen, der Klee ſich aber bald ver⸗ liert. Auf dieſem Boden baut er: 1. Roggen,* 3. Roggen, 2. Roggen, 4. Hafer. Dann geht die Geſchichte wieder von vorne an. Der dritte Roggen ſoll dabei ſo gut wie der erſte und zweite ſeyn. Unter⸗ deſſen geſteht man doch, daß der Körner⸗Ertrag jetzt geringer ſey, als vor Zeiten. Auf Mittelboden, der ſich ſehr gut zu Gerſte, Hülſenfrüch⸗ ten und Klee ſchickt, auch nach dieſem Weitzen trägt, zum Rog⸗ gen aber nicht eben ſo gut paſſen ſoll, hat jener Wirth ſolgenden Umlauf: 1. Hafer, 4. Weitzen, 2. Erbſen, Bohnen, Flachs,**n 5, Roggen, darauf Stoppelruͤben. 3. Weitzen, Jahren ſchlecht Rogge heſond ren. ſchnitte b — 171— Darauf fängt die Sache wieder mit 1 an⸗ 8* 3 Ferner hat dieſer Mann auf mildem warmem Kleiboden: d 1 1. Reine Brache, eingedüngt, 2. Weitzen, oder: 2. Raps, 3. Weitzen, 3. Weitzen, 4. Roggen, 4. Weitzen, 5. Hafer oder Gerſte, 5. Hafer oder Gerſte. Kach dem Roggen läͤßt er noch Stoppelrüben folgen, die aber auf dieſes plus ultra nicht einſchlagen wollen. Noch auf ſelbem Boden: 1. Erbſen und Bohnen,** 4. Roggen, darauf Stoppel⸗ 2. Weitzen, rüͤben,(dieſe ſchlecht), det man, 3. Weitzen, 5. Hafer oder Gerſte. dt Bohnen aln einge⸗ Der andere dieſer Männer hat auf ſolchem Kleiboden: 1gt. 1. Weitzen,** oder: 1. Gerſte,* In Frucht⸗ 2. Weitzen, 2. Klee, alhaus, die 3. Gerſte, 3. Weitzen, 8 ⁸ ibhaberei 4. Weitzen, 4. Weitzen, Sgenboden, oder auch: rauf auch 1. Erbſen und Bohnen, 5b 3. Weitzen,*8 Ae bald ver⸗ 2. Weitzen, 4. Gerſte. Man ſieht wohl, daß dieſe Maͤnner ihr Syſtem nicht aus Büchern geſchöpft haben, und wenn das Syſtem den Grund zu ihrem Wohlſtande gelegt hat, ſo hat der Boden alle Ehre ze davon. der dritke Der Klee wird nicht gerne vor 6 und der Flachs vor 7 f. Uäter⸗ Jahren wieder genommen. Nach Gerſte rechnet man auf eine t geringer ſchlechte Roggenerndte. Auch nach ſchwerem Hafer ſoll der Roggen nicht ſo gut als nach leichtem gerathen. Weitzen geräth ülſenftüce beſonders gut nach Bohnen. Unter den Flachs ſäet man Möh⸗ 4 zum Rog⸗ ren. Raps folgt nach reiner Brache. Klee kann dreimal ge⸗ ſolgenden V ſchnitten werden. ppelruͤben. Fruchtfolge zu Rödder, Gegend von Duͤlmen. 1., 2., 3. Dreiſche, 4. Weitzen, 5. Weitzen, oder: 5. Roggen, 6. Bohnen,.6. Erbſen, 7. Weitzen, 7. Roggen oder Weitzen. Einige ſäen etwas Klee unter den letzten Weitzen, Andere unterlaſſen es. Auch nimmt man wohl im ö6ten Jahre Gerſte. Doch geſteht der brave Feye, und ich glaube es ihm ohne Mühe, daß der Weitzen nicht ſo gut nach Gerſte als nach Hül⸗ ſenfrüchten gerathe. Roggen zumal wolle noch weniger nach Gerſte gedeihen.— Der liebe Bierkrug mag wohl Urſache an jenem widerrechtlichen Einſchieben der Gerſte ſeyn. Bei allem dem bleibt die Folge: Weitzen, Weitzen, welche ich ſonſt nicht möglich glaubte, ſonderbar. Wir kommen zur Behandlung des Bodens bei dem angeführten Fruchtumlaufe. Die Dreiſche wird am vortheilhafteſten im Winter des zweiten Jahres überdüngt. Dieſer Dung beſteht aus Moder, Schlamm und Erde. Er wird in Häufchen von dem Karren ge⸗ zogen, welche im folgenden Frühjahre auseinander geſtoßen werden. Das Gras wäaͤchſt nun, d. h. im dritten Dreiſchjahre, fröhlich durch, und der Boden bereitet ſich zu dem Empfange des Getreides vor. In dem Nachſommer dieſes Jahres wird die Dreiſche mit Stallmiſt gedüngt und flach umgebrochen. Man eggt nicht ab, damit die Balken bei der folgenden Pflügart ſichtbar bleiben. Man ſetzt bei dieſem zweiten Pflügen den Pflug gerade auf derſelben Stelle, nur tiefer als das erſte Mal, an. Dadurch kömmt der Untergrund mehr in die Höhe, die Narbe mehr nach unten, und der Dung bleibt in der Mitte. Ich denke nicht, daß ſich an dieſer Pflugart etwas verbeſſern läßt, noch daß der Weitzen oder, wenn der Boden etwas leicht iſt, der Roggen ſich eine beſſere Vorbereitung wünſchen können, indem ihre Wurzeln hier frühe im Dung und ſpäter in der faulenden Grasnarbe Nahrung finden. —.— Nach und wie in die Stoppe ſtrichen Krel;, Man yf 6s imn darüber Gerſte, wie obe Feye, darunten Nach Vinterge wieder nicht ¹ hirthſch die Dre bringen hieſge erzeugt. Feh jährige7 bei ihnen ſeyn, ind zeugen un welchen drijühti B. laſes Vir Teoſt gehe men. tzen. da, Andere eyre Gerſte. ihm ohne nach Hül⸗ iger nach irſache an Zei allem 1ich ſonſt rehandlung zinter des s Moder, rarren ge⸗ a geſtoßen eiſchjahre, Ffange des wird die 9. Man Pfluͤgart Ligen den Hderſte Mal, dohe, die ayer Mitte. verbeſſern vas leicht „ können, jer in der = 173— Nach der Weitzenerndte wird geſtrichen, ſpaͤter vereggt, gepfluͤgt und wieder Wintergetreide geſaͤet, welches, da die Raſennarbe in die Höhe gebracht worden, keinen Dung nöthig hat. Die Stoppeln dieſes Getreides werden im Herbſte ſogleich umge⸗ ſtrichen und ſolches, wo möglich, wiederholt,(vielleicht ins Kreuz, oder das zweite Mal etwas tiefer als das erſte Mal?) Man pflügt demnächſt das Land noch vor Winter um und eggt es im Frühjahre ab. Man düngt etwas, ſaͤet die Bohnen darüber her und pflügt ſie ſammt dem Miſt unter. Auch zu der Gerſte, wenn welche in dieſes Land kömmt, wird gedüngt. Doch, wie oben geſagt, ſäet man ſie mehr aus Noth; daher auch Feye, um ſie weniger ausſaugend zu machen, Erbſen mit darunter ausſäet. Ehre alſo dieſen! Nach den Erbſen und Bohnen kann dann hier wohl noch einmal Wintergetreide folgen und in den Dreiſchjahren ſich der Boden wieder gänzlich erholen. Wenn aus einer ſolchen Wirthſchaft nicht ½ mehr reiner Ertrag hervorgeht, als aus der Dreifelder⸗ wirthſchaft, ſo irre ich ſehr. Nur muß ich bei der Berechnung die Dreifelderwirthe bitten, die Grasänger mit in Anſchlag zu bringen, deren ſie bei ihrer Wirthſchaft bedürfen, ſtatt daß der hieſige Koppelwirth ſeine Weide auf dem Ackerlande ſelbſt erzeugt. Feye und Ennigmann zu Bulderen finden eine zwei⸗ jährige Dreiſche vortheilhafter, als die dreijährige, und das mag bei ihnen, die zugleich Branntwein brennen, wohl der Fall ſeyn, indem ſie dadurch nebenher noch Nahrung fürs Vieh er⸗ zeugen und den Acker kräftiger unterſtützen können; allein die, welchen ſolches nicht gegeben iſt, würden ſich beſſer bei ihrer dreijährigen Dreiſche befinden. B. Fruchtkolge auf dem lüdöltlichen Theile des Münſter- ländilchen Kleibodens. Wenn wir in dem mehr nördlichen und neſtlichen Theile der Thongegenden des Münſterlandes nicht allemal ein tadel⸗ loſes Wirthſchaftsſyſtem gefunden haben, ſo haben wir doch den Troſt gehabt zu ſehen, daß man darin von dem jetzt allenthalben — 174— anerkannten richtigen Grundſatze ausgehe, daß es nothwendig ſey, zwiſchen Körner und Futter zu wechſeln; es ſey nun, daß dieſes von vier zu vier Jahren oder von einem Jahre zum andern geſchehe. Dieſer Troſt wird uns aber, durch welches Verhängniß weiß ich nicht, in dem ſuͤdöſtlichen Theile dieſes Regierungsbezirkes nicht werden. Wir finden daſelbſt die Drei⸗ felderwirthſchaft, mit Ausnahme allenfalls einiger ſchlechten Bodenarten, bei denen das Dreifeldern nicht gehen wollte. Fruchtfolge auf Weitzen⸗ und Gerſtenboden. 4. Hülſenfrüchte oder Gemenge von ¾ Erbſen u. ½ Hafer, 5. Weitzen, 6. Hafer. Die Fruchtfolge auf Roggen⸗ und Gerſtboden iſt von dieſer nicht verſchieden, als daß im zweiten Jahre allemal Roggen vorkömmt, auch im fünften Jahre bleibt manchmal der Weitzen weg. 1. Reine Brache, gedüngt, 2. Weitzen oder Roggen, 3. Gerſte, Auf Weitzen⸗ und Haferboden. 4. Weitzen, 5. Hafer, 6. Hafer. 1. Reine Brache, gedüngt, 2. Weitzen, 3. Hafer, Auf armem Weitzenboden. 3. Rauchfutter,%¾ Wicken, ¼ Hafer, 4. Weitzen. oder: 3. Hafer, 4., 5., 6. Dreiſche. 1. Reine Brache, gedüngt, 2. Weitzen, Auf ſchlechtem ſogenannten pannerdigen Boden hat man: 4. Trespenroggen, 5. Hafer, 6., 7., 8., 9. Dreiſche. 1. Reine Brache, gedüngt, 2. Trespenroggen, 3. Hafer, —— 1 vorzügli Einige das F. die C. liefert den gen zu ſatt Hälſerf Treope, kaſſem, 8o dem N denarte 1, Er 2 Ge Da ‿ geggt! vird, ſt groß, ale Gegend. A läßt ſic gehe ſte Auch übe dei Gele Uennige nothwendig nun, daß Jahre zum rch welches theile dieſes I die Orei⸗ ſchlechten hllte. den. er Gemenge 1. ¼ Hafer, don Daſer Jal Roggen her Weihen Wicken, — 175— Auf naſſem Haferboden, deſſen Ertrag ſehr geringe iſt: 1. Brache, gedüngt, 4. Klee, 2. Roggen, 5. Hafer. 3. Hafer, Ich habe nur wenige Beobachtungen über ein Syſtem zu machen, das ſich genug von ſelbſt ausſpricht. Man hat geſehen, daß in 6 Jahren nur einmal gedüngt wird. Indeſſen geben vorzügliche Wirthe zum Rauhfutter noch eine halbe Düngung. Einige unter ihnen finden vortheilhafter, die Brache ſchwach, das Futterfeld aber ſtark zu düngen. Auf dem Lehmboden iſt die Cultur des Wick⸗ oder Erbſenhafers merkwürdig. Sie liefert eine große Maſſe von ſehr gedeihlichem Futter, welches den gewöhnlichen wieſenarmen Gütern des Münſterlandes ſehr zu ſtatten kömmt. Auf den Weitzenboden ſäet man jedoch die Hülſenfrüchte oft allein. Die Vermiſchung des Roggens mit Trespe, welche auch in andern Gegenden vorkömmt, iſt hier auf naſſem, kaltgründigen Boden ſehr gebraͤuchlich. Schließlich muß ich noch die Fruchtfolge angeben, der auf dem Niederungsboden Itlingen, deſſen ich höher unter den Bo⸗ denarten erwähnt habe, Statt hat., 1. Erbſen und Bohnen, 3. Hafer, 2. Gerſte, 4. Hafer. Da zu allen jenen Gegenſtänden nur einmal gepflügt, geeggt und gewalzt und in vier Jahren nur einmal gedüngt wird, ſo iſt der Reinertrag von dieſem Niederungsboden ſo groß, als der der beſten Lehm⸗ und Kleibodenarten in derſelben Gegend. X. Anbau des Getreides. Die Cultur der Dreifelderkleigegend des Münſterlandes läßt ſich aus ihrer Fruchtfolge leicht entnehmen, und ich über⸗ gehe ſie als ſattſam bekannt und nichts Beſonderes darbietend. Auch über den Getreidebau in den Dreiſchgegenden habe ich mich bei Gelegenheit der Fruchtfolge ſchon zum Theile erklaͤrt, das Uebrige werde ich hier nachholen. — 16— Die Dreiſche wird bei Münſter und Darfeld dreimal zum Weitzen gepflügt und der Dung vor der letzten Pflugart unter⸗ gebracht. Auch die Kleeſtoppel behandelt man eben ſo, wenig⸗ ſtens zum Roggen. Nach Erbſen und Bohnen wird der Boden ſogleich mit dem Pfluge umgeſtrichen, 8— 14 Tage nachher geeggt und zur Saat gepflügt. Man ſaͤet in der Mitte Okto⸗ bers; indeſſen wollen aufmerkſame Beobachter erfahren haben, daß die frühere Saat durchgehends die beſte ſey. Man ſaͤet an Weitzen, Roggen, Gerſte und Hülſenfrüchten einen Scheffel und an Hafer anderthalb Scheffel auf den Morgen. Wenn der Bo⸗ den zähe iſt, wird an einigen Orten der Weitzen bei trockenem Wetter Anfangs Aprils durchgeeggt. Iſt er loſe, ſo wird er geſchleift oder gewalzt. Beſonders ſieht man gerne, wenn auf das Eggen, auch auf das Walzen, bald ein gelinder Regen ein⸗ tritt.„Durch das Eggen,“ ſagt Oſterhoff,„werden die durch ſtarken Froſt und ſcharfe Winde entblößte Wurzeln wieder zu⸗ geſcharret, angehäufelt und erhalten neue Erde. Der Weitzen fängt jetzt erſt recht an zu leben und dehnt ſich durch das Aus⸗ treiben neuer Sprößlinge auseinander.«— Man hört gerne einen blos praktiſchen Landwirth ſo raiſonniren! Das Jäten des Weitzens im Vorſommer hat hier bei meh⸗ reren guten Landwirthen ſtatt. Man unternimmt es, wenn die Frucht 8— 9 Zoll hoch iſt. Das Jäten hat nicht allein ein reines Korn, ſondern auch eine ſtärkere Beſtaudung zum Zwecke, und„dieſe letztere Abſicht, ſagt Borchmeyer, wird auch immer dadurch erreicht.« Der Weitzen wird mit der Senſe abgebracht, mit einer kleinen Harke in Garben zuſammengezogen, gebunden und gaſ⸗ ſenweiſe zu 20 Garben je zwei und zwei gegeneinander ange⸗ ſtellt und nach 8 Tagen eingefahren. Die Hunger harke folgt. Das ſo nützliche, ſo beliebte Kaſten des Getreides kennt man in Weſtfalen, ſo wie in den Niederlanden nicht. Ich werde es in der Folge beſchreiben. Die Erndtekoſten vom Morgen thun ohne Beköſtigung 1 Rthlr. 18 Gr., mit Beköſtigung 12— 13 Groſchen. Bei dem Roggen hat großentheils dieſelbe Behandlung ſtatt, jedoch wird die Dreiſche einmal mehr als zum Weitzen geyfiüg den Ro dieſes Was Weſtſä wirthen Die lihſſt da watzt. ben geb gebrach 30 Anfang 3¹ Eie wer Rounde der nas Die Er etwas! A Weißen zwar mi jätet an Nume aus Hafe Zu ihrem v Garben regt ein Rſäͤet. Säner reimal zum gart unter⸗ ſſo, wenig⸗ der Boden ge nachhet Witte Okto⸗ en haben, n ſaͤet an theffel und Ia der Bo⸗ trockenem ſſo wird er n wenn auf diegen ein⸗ hdie durch vieder zu⸗ er Waͤhen a das Aus⸗ ezetne einen bei meh⸗ nes, wenn Kiicht allein Idung zum ner, wird nit einer Ir und gaſ⸗ uder ange⸗ aarke folgt. skennt man 4 Ich werde rr Morgen pung 12— ehandlung n Weihen — 177— gepfluͤgt, eben ſo oft geeggt und gedüngt. Die Saatzeit für den Roggen iſt um Michaelis. Im März wird gewalzt, und dieſes Walzen muß dem Dreiſchroggen ſehr willkommen ſeyn. Was zu Saatkorn beſtimmt iſt, wird gejätet. Die Weſtfalinger verdienen alſo wohl eine Stelle unter den Land⸗ wirthen. Die Gerſte wird im Mai geſaͤet, nachdem der Boden mög⸗ lichſt dazu aufgelockert worden iſt. Nach der Ausſaat wird ge⸗ walzt. Sie wird nur bei ungünſtiger Erndtewitterung in Gar⸗ ben gebunden, ſonſt, wenn ſie 6 Tage gelegen hat, in Haufen gebracht und los aufgeladen. Zum Hafer wird 2— 3 mal gepflügt, Ende April oder Anfangs Mai geſäet. Zu Erbſen wird 3 mal gepfluͤgt, Anfangs April geſäet. Sie werden mit der Sichel abgebracht und ſogleich in Garben gebunden. Man wendet nach 8 Tagen dieſe Garben, und wie⸗ der nach 8 Tagen bringt man ſie in Haufen und fäaͤhrt ſie heim. Die Erndtekoſten belaufen ſich dabei auf 1 Rthlr. 12 Gr., alſo etwas höher als bei dem Getreide. Auch in der Gegend von Ahaus wird hin und wieder der Weitzen im April geeggt, damit er ſich ſtärker beſtaude, und zwar mit gutem Erfolge. Der Roggen wird gewalzt. Man jätet an einigen Orten aus dem Wintergetreide die blaue Korn⸗ blume und das Klapperkraut, Rhinanthus crista galli, und aus Hafer, Gerſte und Buchweitzen den Hederich. Zu Ahaus, Weſſum und Wüllen werden die Halme an ihrem oberen Theile eingeknickt, wodurch die Aehren in den Garben abwärts hangen. Bei dem, der das Kaſten kennt, er⸗ regt eine ſolche Vorrichtung nur Erbarmen. XI. Anbau der Futtergewächſe. Dieſer ſchränkt ſich blos auf den Klee ein. In den Drei⸗ felder⸗Gegenden wird er durchgehends unter Hafer, einigemal unter Gerſte, jedoch nie unter Roggen, der nach Weitzen folgt, geſäet. Man nimmt 4— 5 Pfund auf den Morgen. Beide Schwerz, Landwirthſch. 12 Kleeſchnitte werden im folgenden Jahre zu Heu gemacht, dar⸗ auf umgebrochen und einjährig mit Weitzen beſäet. Im Win⸗ ter wird, ſo weit es reicht, der Klee mit Erde aus Gräben und Teichen, auch wohl mit kurzem Miſt befahren und beſtreuet, wonach er ſehr üppig wächſt. Gyps iſt nicht zu haben, und wiederholte Verſuche mit Salz⸗Abfall ſind ohne alle Wirkung auf den Klee ſowohl, als auf die nachfolgende Frucht geblieben. Nur in den Kreiſen von Lüdinghauſen und Beckum wird der Kleebau ſtark betrieben, vorzüglich des Saamens wegen, wovon viel Geld gemacht wird. Von 50 Morgen werden ihrer 8 mit Klee beſtellt, ſtatt daß man in andern Gegenden kaum die Hälfte davon hat. Grün wird der Klee wenig und etwa nur an die Pferde gefüttert; in der Regel wird er zu Heu gemacht und die Pferde damit im Winter, ohne hartes Futter, ernährt. Der Kleebau iſt hier ſchon lange eingeführt; doch hat ſich ſolcher vermehrt, ſeit man angefangen hat, Saamen davon zu ziehen. Man benutzt den Klee in der Regel nur ein Jahr, es ſey denn, daß man das Land zur Weide will liegen laſſen. Im Allgemeinen geräth der Klee nur mittelmäſſig und„nach vielen Verſuchen, ſagt Meyer, welche ich ſeit neun Jahren auf verſchiedenartigen Boden damit angeſtellt, habe ich doch nur in den Jahren, wo der Klee am beſten ſtand, zwei mittel⸗ mäſſige Schnitte davon gehabt, aber ihn nie dreimal ſchneiden können.“ Auf dem ſtrengen Kleiboden will der Klee gar nicht fort, und auf gutem Sandboden geräth er auch nur mittelmäſſig und ſteht gewöhnlich dünn. Hat er auch den Winter glücklich überſtanden, ſo leidet er bei kalter trockener Witterung im Maͤrz, April und Mai. Iſt er dann einmal von der Kälte im Wachsthum geſtort, ſo waͤchſt er auch wenig mehr, wenn ſelbſt gute warme Witterung eintreten ſollte. Auf Boden, welcher Aehnlichkeit mit dem ſogenannten Aueboden hat, hat Meyer Verſuche mit dem Kleebau, wiewohl vergebens, gemacht. Der Klee fror im Winter aus, und wenn auch hier und da ein Stück ſtehen geblieben, ſo blieb er doch ſo kurz, daß er kaum konnte gemäͤhet werden. Der Weitzen geräth nach dem Klee vortrefflich, nicht ſo ————“ 4 der R mäͤſſig nur at lich g merſta hemen Dreiſche wozu a ſchneide dient ſem 9 nichts ein Ja. mit Ete peln ſol vorthen eine un Au beſten, kaltem u fer Leit Winter, Kelggt. Votzug. di man 5 zu 17 zu duͤnd doch ſch rig mit benutzer welches liſgtit ſehen kar ahfüttern Ande nacht, dar⸗ Im Vin dus Graͤben nd beſtreuet haben, und e Wirkung it geblieben. ckum wird ans wegen, derden ihrer Enden kaum die Pferde die Pferde h hat ſich dadon zu „Jahr, es gen laſſen. Jund„nach run Jahren ze ich doch gwei wittel⸗ aal ſchneiden à' gar nicht wittelmäͤſſig er glücklich Peerung im „ Kaͤlte im wenn ſelbſt V enn, welcher at Meyer . 9 nacht. Der 4nd da ein ß er kaum ), nicht ſo — 179— der Roggen, welcher auch nach mehrmaligem Pfluͤgen mittel⸗ mäſſig, ja ſchlecht ſteht. Wicken zum Grünabfüttern werden nur auf einigen wenigen Gütern geſaͤet. Sie gerathen gewöhn⸗ lich gut.„Ohne Wicken, ſagt Meyer, iſt hier keine Som⸗ merſtallfütterung mit dem Hornviehe ausführbar.“ In der Gegend von Münſter auf dem unter A beſchrie⸗ benen Theile wird der Klee nur meiſtens zum Niederlegen als Dreiſche betrachtet, und dann wo möglich mit Erde überfahren, wozu aber mehr als 100 Karren per Morgen fallen. Man ſchneidet ihn in dem erſten Jahre zweimal, in den folgenden dient er zur Weide. Man hält den Klee für vorzüglich zu die⸗ ſem Zwecke, weil ohne ihn die Dreiſche in den erſten Jahren nichts leiſten würde. Die wenigen kleinen Kleeſtuͤcke, die nur ein Jahr zum Abſchneiden für die Pferde dienen ſollen, werden mit Stallmiſt gedüngt, à 3 Karren per Morgen. Die Stop⸗ peln ſolcher einjährigen Kleefelder haben bei weitem r 9t gleich vortheilhafte Wirkung auf die nachherige Körner gung, als eine umgebrochene mehrjaͤhrige Klee⸗ und Gra. aſche. Auf gutem Roggen⸗ und Gerſtboden gedeiht der Klee am beſten, weniger auf ſchwerem Weitzenboden, auf naßgründigem kaltem Boden gar nicht. Zu Ahaus ſäet man den Klee unter Weitzen, Gerſte, Ha⸗ fer, Lein und, wiewohl nicht gerne, unter Roggen. Ueber das Wintergetreide wird er bis zu Ende Aprils ausgeſaäet und ein⸗ geeggt. Die Gerſte hat unter allen dieſen Vorfrüchten den Vorzug. Die Verſchiedenheit in der Quantität des Saamens, die man braucht, iſt bewundernswürdig. Sie ſchwankt von 5 zu 17 Pfund. Doch findet man, daß er bei 5 Pfunden zu duͤnne ſtehe. Man überdüngt den Klee hier ſelten, und doch ſchneidet man ihn dreimal, beſtellt dann das Feld einfäh⸗ rig mit Weitzen oder mit Hafer, ſeltner mit Roggen. Einige benutzen den Klee blos als Weide, ſchneiden ihn alſo gar nicht, welches gewiß eine bloße Vergeudung iſt, die Folge einer Nach⸗ läſſigkeit, welche der wahre Landwirth nicht ohne Verdruß an⸗ ſehen kann. Dagegen halten die hieſigen Bewohner das Grün⸗ abfüttern der Wicken für eine noch größere Vergeudung. Andere Futtergewächſe kennt man nicht. XII. Anbau des Wurzelwerks. Man kennt oder will hier nichts als Kartoffeln, Ruͤben und etwas Möhren, die man an einigen Orten unter den Lein ſäet. Paſtinaken und Runkeln ſind noch ſeltener, und man findet ſie nur in den Gaͤrten. Die ganze Eultur der Wurzel⸗ gewaͤchſe bezeichnet ſich hier ſo wenig, daß ſie beinahe keine Beſchreibung verdient. Zu den Stoppelrüben wird an einigen Orten gedüngt, und ſolche, wenn ſie das vierte Blatt haben, auch wohl durcheggt. Zu Kartoffeln bringt man 8 Fuder Dung auf den Morgen. Es giebt Orte, wo man ſich nicht einmal die Mühe nimmt, die Kartoffeln zu behacken. Indeſſen wie in der Nacht noch hier und dort ein Sternlein aufgeht und den irrenden Wanderer zurechtweiſt, ſo denn auch in der Bauer⸗ ſchaft Lünten unter Vreden, wo ein Bauer, Namens Decker, ſeine Kartoffeln mit dem Pfluge behackt. Es fand ſo ſehr Bei⸗ fall, daß man jetzt in ſeiner Umgebung faſt nur bepflügte Kar⸗ toffeln findet, indem jeder, der ihm darin nachahmt, einen beinahe doppelten Ertrag hat. So viel kann Beiſpiel! und Beiſpiel allein kann ſo viel unter dem rohen Haufen! Vom Ertrage kann ich nichts ſagen. Dr. Bispinck ſagte mir, daß er vom Scheffel Geſäe auf 58 Quadratruthen Rhein⸗ länd. ſchon 35 Berl. Scheffel Kartoffeln geaͤrndtet habe.— Flachs geräth nach den Kartoffeln am beſten. Das Säͤen der Möhren unter Flachs wird hier ſehr zweck⸗ mäſſig gefunden; nur kann dann, wegen Verſpätung, nicht wohl mehr Wintergetreide darauf folgen. Man düngt den Morgen mit 6 Fuder, wenn Möhren unter den Flachs kom⸗ men. Wenn der Flachs weggebracht iſt, wird das Land gejä⸗ tet und darauf tüchtig geeggt. XIII. Cultur der Handelsgewächſe. Die Oelgewächſe, Raps, Rübſen und Sommerraps, welche hier gebaut werden, und zu welchen der Boden an vie⸗ len Orten vortrefflich geeignet waͤre, reichen zu dem Bedürf⸗ niſſe d aus de die ſo bau, etwas gufent oln, Rüͤben ger den Lein und man er Wurzel⸗ ahe keine an einigen zatt haben, uder Dung cht einmal iſſen wie in ht und den ner Bauer⸗ us Decker, o ſehr Be⸗ flügte Kar⸗ vymt, einen iſpiel! und an! hinck ſagte zhen Rhein⸗ ert habe.— diehr zweck⸗ gung, nicht düngt den gilachs kome Land gejä⸗ 3 1 mmerrays, gen an vie⸗ m Bedurf⸗ — 181— niſſe des Landes nicht zu. Die Haͤlfte des Oelvorraths koͤmmt aus dem Auslande, und ſo wandert das Geld dafür aus und die ſo nützlichen Oelkuchen kommen nicht herein. Der Raps⸗ bau, dieſer wichtige Induſtriezweig, der ſich ſo leicht mit jeder etwas kräftigen Wirthſchaft verträgt und ſo wenig Arbeit und Aufenthalt darin verurſachet, wird alſo hier zum Erſtaunen vernachläſſiget. Man baut ihn beinahe nur in den Gärten, und bringt man ihn aufs Feld, ſo wird nicht dazu gebraacht, ſondern es werden die Roggenſtoppeln dazu genommen. Ge⸗ düngt wird zwar wie zum Wintergetreide; allein, da man nie hackt, wie im Elſaß, und nicht verpflanzt, wie in den Nie⸗ derlanden, ſo kann man ſich den Ertrag davon in einem Lande, wie Weſtfalen, leicht vorſtellen. Ehre jedoch dem Dr. Bis⸗ pinck, bei dem ich auf Reihen gepflanzten und behäufelten Raps ſah! Seine Pferdebohnen waren in 20 Zoll von einander entfernten Reihen geſaͤet, und die Zwiſchenräume ſo rein gehal⸗ ten, wie in einem Garten, ſtatt daß die Erbſen⸗Aecker ſeiner Nachbarn ſo ſehr mit Hederich überwachſen waren, daß ich ihnen darin(leider!) den Vorzug vor allen andern zugeſtehen muß, die mir je vorgekommen ſind. Wenn auch nichts einen Landwirth dazu bewegen kann, Geſpinnſtpflanzen zu bauen, ſo iſt es doch die Nothwendigkeit, ſeine weiblichen Dienſtboten in den langen Abenden und ſonſt arbeitleeren Wintertagen zu beſchäftigen. Heuerlinge, Taglöh⸗ ner u. ſ. w. würden durchaus ohne ſie nicht beſtehen können. Die Erfindung der Methode, mit 2 Händen auf 2 Spulen zu ſpin⸗ nen, die immer beliebter wird und ſich mehr und mehr verbreitet, vermehrt den reinen Ertrag, indem ſie die Arbeit verringert. Man baut den Lein entweder nach Kartoffeln oder nach Getreide oder nach der Dreiſche. Nach Kartoffeln wird einmal vor und einmal nach Winter gepflügt, und der Boden durch fleiſſiges Eggen und Walzen oder Klötte Zerſchlagen moͤglichſt klein gemacht. Auch nach dem Getreide hat dieſelbe Zurichtung für den Flachs ſtatt. Iſt es eine Dreiſche, die Jahres vorher hat umgebrochen werden müſſen, ſo wird ſie im Frühjahre zum Flachſe nicht weiter gepfluͤgt, ſondern blos geeggt und gewalzt. Möhren können aber unter den Dreiſchflachs nicht wohl geläet — 182— werden. Der Frühflachs wird Anfangs April und der Spät⸗ flachs Anfangs Juni geſäet. Dann ſäet man noch an einigen Orten auch Anfangs Mai. XIV. verſchiedene UNotizen. Unkräuter. Die häufigſten und ſchaͤdlichſten Unkräuter dieſer Gegend ſind: 1) Flughafer, 2) Hederich, 3) Vogelwicken, 4) Waſſerknöterich(Polygonum amphibium), 5) Klatſchroſen, 6) Wucherblume, 7) Klapperkraut(Rhinanthus crista galli), 8) Hundediel(Anthemis cotula), häufig im Klee, 9) blaue Korn⸗ blume, 10) Kamillen, 11) Diſteln, 12) Kandelwiſch(Equisetum arvense), 13) wilde Zwiebeln oder wilder Knoblauch. Die Unkräu⸗ ter von 1 bis 5 wuchern am meiſten, wenn, nach dem hieſigen Ausdrucke, kein Dreiſch mehr in dem Boden iſt. Sie können daher durch Sommerbrache oder Dreiſch wieder vertilgt werden. Nr. 6 wird durch Mergel verdrängt. Nr. 7 wird nur durch Ausziehen vor dem Samenanſetzen getilgt. Es wächſt bekanntlich auf feuchten Feldern und Wieſen; ſo auch Nr. 13. ein beſchwerliches Unkraut, das der Butter einen bittern Ge⸗ ſchmack mittheilt. Man hat in der Gegend von Rottulen ſeit kurzem die Erfahrung gemacht, daß es durch Aufführen von Sand getilgt werden kann. Die Wurzeln von Nr. 12 liegen oft 15 bis 20 Fuß tief unter der Erde, wo ſie eine feuchte Schichte finden. Durch ein ſehr fleißiges, oft wiederholtes Hacken und Häufeln bei dem Kartoffelbau kann dieſe Pflanze der Erfahrung nach vermindert werden. Erfahrungen. Wir verdanken die Mittheilung folgen⸗ der Erfahrungen dem Schulzen Oſterhoff. 1. Wenn der Boden in hieſiger Gegend.(Bürgermeiſterei Nienberge) zu gehöriger und trockener Zeit zubereitet, das Ge⸗ treide bei naſſer Witterung geſaͤet und eingeeggt wird, und nachher wieder trockene Witterung einfällt, ſo giebt das Ge⸗ treide gewöhnlich den größten Ertrag. 2. Je mehr das Saatkorn ausgetrocknet iſt, um ſo beſſer gedeiht es. 3, Das Saatkorn, das erſt unmittelbar vor dem Säen ausgedr nicht vo 4. Leinſaa der nic 5. nicht ſo 6. als der 7 Saatke Kraft; detholt 8. Att iw Kae das er man; darau Gtück ferte d 9. ſpreitet mit der den, u der Ve Thol ließ, 1 ten 2 gel a wodur Gerſte 1! den S der Spät⸗ dan einigen allnkraͤuter gelwicken, atſchroſen, Sta galli), Llaue Korn⸗ Aequisetum ie Unkräͤu⸗ hieſigen giſt. Sie her wertilgt a widd vyt Es waͤchſt ich Nt. 13 vittern Ge⸗ Sttulen ſeit A'hren von C n ligen ge feuchte derholtes Ze Pflanze ns ſolger⸗ zerweiſtetei 8, das Ge⸗ wird, und 8 das Ge⸗ 1 ſo beſſer em Säͤen — — 183— ausgedroſchen wird, geht ſchneller auf, und der Hafer leidet nicht von dem Brande. 3. 4. Der vor der Ausſaat im Backofen gelinde getrocknete Leinſaamen giebt einen halben bis ¾ Fuß längeren Flachs, als der nicht getrocknete. 5. Der zu lockere und zu ſehr ausgetrocknete Boden iſt nicht ſo ergiebig, als der feſte, reine und gehörig naſſe. 6. Der dicke, feiſte Getreideſaamen gedeihet nicht ſo gut, als der von mittlerer Vollkommenheit. 7. Hornſpäne, auf trocknen Boden geſäet und mit dem Saatkorn untergeeggt, äußerten zwei Jahre lang ihre düngende Kraft; als aber der nämliche Verſuch auf naſſem Boden wie⸗ derholt wurde, blieben die Hornſpäne ohne Wirkung. 8. Im Oktober 1815 ſäete Oſterhoff zwei auf gleiche Art im Trocknen zubereitete, neben einander liegende Grund⸗ ſtücke von gleicher Guͤte und Größe mit Weitzen, und zwar das erſte und niedrigſte während einem ſtarken Regen, ſo daß man gezwungen war, es zu verlaſſen, noch ehe die Egge ganz darauf vollendet hatte. Einige Tage nachher wurde das zweite Stück bei günſtiger Witterung eingeſaͤet. Bei der Erndte lie⸗ ferte das erſte an Ertrag mehr als das letztere. 9. Wegen der im Sommer 1816 ſo regneriſchen Witterung ſpreitete er den Spatflachs gegen die Gewohnheit ſeiner Gegend mit den Knoten auf einer Dreiſche, ſtatt ihn im Waſſer zu rö— den, und fand beim Dreſchen den Samen und den Baſt bei der Verarbeitung von vorzüglicher Güte, da doch ein anderer Theil Flachs von demſelben Felde, welchen er in Waſſer legen ließ, faſt gar keinen Werth hatte. 10. Er hält das vergangene naſſe Jahr und den ſo feuch⸗ ten Winter von 1816— 17 für ſehr heilſam, indem der Man⸗ gel an Feuchtigkeit ſich von Jahr zu Jahr mehr ſpüren ließ, wodurch die Fruchtbarkeit des Bodens nachließ und zumal die Gerſte nicht mehr voran wollte. 11. Er behauptet, daß Krebſe, todte oder lebendige, auf den Soller oder Kornboden gebracht, den Kornwurm vertreiben. — 184— So viel vom Schulzen Oſterhoff! Es iſt zu bedauern, daß das Münſterland nicht ein Paar Schocke ſolcher Schulzen beſitzt! Brand, Honigthau, Roſt. Man nimmt hier zu 12 Scheffel Weitzen ½¼ Scheffel ungelöſchten Kalk, läßt ſolchen in 3 Eimer(NB. keine preußiſchen) Waſſer auflöſen und kochen, und übergießt mit dieſem heißen Waſſer den Saatweitzen unter be⸗ ſtändigem Umſtechen. Nach 24 Stunden iſt er trocken und kann geſäet werden, ohne im folgenden Jahre Brand befürchten zu laſſen. Oſterhoff behauptet, daß ſowohl er als ſeine Nach⸗ barn durch den Gebrauch dieſes Mittels durchaus keinen Brand haben. Dagegen ſagt Meyer:„Ich habe ſchon ſeit 8 Jahren gekalkt und gevitriolt, auch zur Ausſaat zum Theile nur alten Weitzen genommen, und habe doch öfters Brand gehabt.“ Vielleicht liegt der Unterſchied darin, daß der Kalk bei Oſter⸗ hoff gekocht und heiß, ja ſiedend gebraucht wird. Honigthau und Roſt befallen das Wintergetreide in eini⸗ gen Gegenden ziemlich oft. Der Roſt hat vorzüglich auf das Stroh einen ſehr nachtheiligen Einfluß. Es verliert dadurch viel von ſeinem Nahrungsſtoff, und das Vieh frißt es ungern. „Berberitzen, ſagt Meyer, giebt es bei mir wenige, doch kenne ich anderswo eine Hecke zwiſchen Ackerlanden, worin ſich viele Berberitzen befinden, und wo auf jenen Landen nie kernreiches Wintergetreide wächſt.“ Ich beziehe mich hier auf die Erfah⸗ rungen, welche ich ſchon bei der Beſchreibung des Ackerbaues im Ravensbergiſchen angeführt habe und noch in der Folge an⸗ führen werde. Saamen wechſeln. Wird allenthalben für gut und nütz⸗ lich gehalten; nur muß man nicht den Samen von Sand⸗ auf Kleiboden bringen. Man ſchätzt das Wechſeln mit dem Saat⸗ korn einer halben Düngung gleich.„Nach meiner achtjährigen Erfahrung, ſagt Meyer, geräth der fremde Getreideſamen außerordentlich gut; es iſt aber nur für ein Jahr, und das Wiederſaͤen des davon genommenen Korns taugt nicht. Auch darf das fremde Saatkorn nur mit Auswahl und Berückſichti⸗ gung des Bodens, worauf ſolches gewachſen iſt und worauf man es ſäen will, genommen werden. So würde z. B. Rog⸗ — gen von Derſelbe aber hat werden ander d neue Nff Es derholte hoben we bedauen, Ir Schuhhen zhier zu olchen inz ochen, und ¹ unter he⸗ a n und kann ürchten zu eeine Nach⸗ nnen Brand S Jahten * nur alten ati gehabt.“ di Oſter⸗ 69 in eiri⸗ d auf das It dadurch 88 ungern. doch kenne ſich viele Sjernreiches P'ie Erfah⸗ ckerbaues ofolge an⸗ unind nütz⸗ and⸗ auf am Saat⸗ tjaͤhtigen eideſamen d und das tl. Auch ückſichti⸗ u worauf B. Rog⸗ „ gen von leichtem Sandboden auf ſchwerem Klei nicht gerathen.“ Derſelben Meinung iſt auch Oſterhoff.— Mit Kartoffeln aber hat es eine entgegengeſetzte Bewandtniß. Auf dem Klei werden ſie bald zu wäſſerig, wenn ſie mehrere Jahre nach ein⸗ ander darauf gebaut werden. Man pflegt daher alle zwei Jahre neue Pflanzkartoffeln von dem Sande zu beziehen. Es verſteht ſich, daß obige Beobachtungen noch eine wie⸗ derholte Prüfung erfordern, bevor ſie zu Erfahrungsſätzen er⸗ hoben werden koͤnnen. Kechster Abſchnitt. Zuſtand des Ackerbaues in dem Fürſtenthume Münſter auf Sandboden. I. Lage und Boden. Sand und Moor ſind in dem größten Theile des Furſten⸗ thums Münſter vorherrſchend. Hiezu gehören die Umgebungen der Stadt Münſter ſelbſt. Von ihr erſtreckt ſich der Sand in öſtlicher Richtung über Wahrendorf nach dem Fuße des Deutſch⸗ burger Waldgebirges und dem Paderbornſchen, in nördlicher Richtung zu beiden Seiten der Ems über Rheine nach den Grenzen der Grafſchaft Lingen; vom Rheine aus bekömmt der Sandſtrich eine weſtliche Richtung nach der holländiſchen Grenze, und dann wieder eine ſüdliche über Borken und Bochold nach der Lippe und jenſeits der Lippe durch die Veſte Recklinghauſen. Nach dem Laufe der Flüſſe und Bäche zu urtheilen, hat das ganze Land eine, wiewohl nur ſchwache, Neigung nach Nord, Nordweſt und Weſt, und es fehlt ihr nicht an Waſſer. Der Moor oder moorartige Boden behauptet die Tie fee und allzuflachen Ebenen, der Sand die mehr erhabenen Neätze, das eigentliche Ackerland, die ſogenannten Eſchen. Außerdem laufen Thon, Lehm, ſteinige Striche, auch wohl Weheſand und ſehr ſchreler, weißer und elender Sand mitunt⸗e. Im Ganzen aber bleibt der Sandboden des Münſterlandes noch immer ein gater B ſchen Ca die Scht fenheit wirkt un Dieſ durchaus Dor(Ock lich nicht fet, an Auffrier niger a⸗ Boden! wenn er Jahre ur er aach ſchwarge giebt. det mar der lieg da muß An oder Kal ſind nich der Ober derſelben Eöyarſet len liegt nen. 2 ein Sau glatt u Gruhe Düngm ſo riich den Kalt J0 hole deſe ithume =es Fuͤrſten⸗ mgebungen r Sand in Ss Deutſch⸗ nördlicher 8 nach den kömmt der zien Grenze, chold nach finghauſen. 1i, hat das nach Nord, Aſer. 8 die Tief enen vetße e ßerdem eſand und Ganzen Anmer ein — 187— guter Boden, beſonders wenn wir ihn mit dem der brabanti⸗ ſchen Campine vergleichen. Da, wo der Boden ſchlecht iſt, liegt die Schuld größtentheils an dem Untergrunde, deſſen Beſchaf⸗ fenheit auf den Sand noch ſtärker als auf den Thon zurück⸗ wirkt und oft ein unheilbares Uebel iſt. Dieſer Untergrund beſteht manchmal aus einem gelben durchaus magern Lehm, bald aus ſchwarzem bald aus rothem Oor(Ocker, Eiſenſtein). Der ſchwarze Oor iſt indeß ſo ſchäd⸗ lich nicht als der rothe. An manchen Orten liegt der Oor tie⸗ fer, an manchen flacher, und hiervon hängt die Gefahr des Auffrierens und des Verdorrens des Getreides mehr oder we⸗ niger ab. Sind die Lehmbänke nicht zu dick, ſo läßt ſich der Boden durch Umſetzen verbeſſern, da gegentheils der rothe Oor, wenn er in die Höhe gebracht wird, den Boden auf mehrere Jahre unfruchtbar macht. Er enthält keine Eiſenaugen, daher er auch in den Schmelzen nicht dienen kann, ſtatt daß der ſchwarze, der eigentliche Raſenſtein, ein ſchönes flüſſiges Eiſen giebt. Da er zu dieſem Ende ſtark ausgeſucht worden, ſo fin⸗ det man ihn kaum noch, deſto häufiger aber den rothen, und der liegt oft ſo hoch zu Tage, daß der Pflug ihn berührt, und da muß in trockenen Jahren nothwendig alles darauf verdorren. An mehreren Orten beſteht der Untergrund aus Mergel oder Kalkſteinen; allein auch dieſe wiewohl heilbringenden Stoffe ſind nicht ſelten die Urſache des Auffrierens und Austrocknens der Oberfläche, dann nämlich, wenn ſie nicht tief genug unter derſelben liegen. Auf dieſem letztern Boden wäre es, wo die Esparſette Heil und Segen verbreiten würde. An einigen Stel⸗ len liegt der Mergel ſo hoch, daß ſie nicht gepflügt werden kön⸗ nen. Man hat hier zweierlei Arten von Mergel, die eine iſt ein Sand⸗ und Kalkmergel, die andere ein Lehmmergel, der ſich glatt und fett anfühlt. Von letzterm wird das Fuder an der Grube zu 5 Gr. bezahlt. Von ſeinem Gebrauche wird bei den Düngmitteln die Rede ſeyn. Die Kalklager ſind an einigen Orten ſo reichhaltig, daß ein hieſiger Gutsbeſitzer vor einigen Jahren den Kalk, der unter der Ausdehnung von 150 Ruthen ſaß, zu 560 holländiſchen Gulden verkaufte. Beſonders ſind im Frühjahre die moorigen Gegenden dem — 188— Auffrieren unterworfen, weswegen dort der Roggen mit der Walze wieder feſtgedrückt werden muß. Der Sandboden hat wenigſtens das Gute, daß er bei jeder Witterung bearbeitet werden kann; der moorige aber wird bei großer Hitze zu einem feinen Staube und kann bei der Näſſe kaum betreten werden. Ein Gedanke über die Art, wie man den ſtrengen Lehm zur Verbeſſerung des Sandbodens, mit dem er ſich ſonſt ſo äu⸗ ßerſt ſchwer vermiſchen läßt, verwenden könnte. Die Erfahrung beweiſt für den Nutzen des Gebrauchs alter Lehmwände. Ich würde den rohen Lehm in Backſteine formen, dieſelben ein Paar Jahre über an der Luft trocknen, ſie dann aufs Feld bringen und zu Staub ſchlagen laſſen. Man wird die Koſten der Arbeit dagegen anführen, allein das Sodenſtechen, das Beifahren, das mit Miſt Aufſchichten koſtet auch Arbeit, frei⸗ lich ſo viel nicht; dagegen verderbe ich ſchon, um mir Soden zu verſchaffen, die Oberfläche eines eben ſo großen Stückes, als das, was ich damit dünge; dann bringe ich mit dieſen Soden doch wohl nur Sand auf den Acker, alſo Sand auf Sand, ſtatt bei dem vorgeſchlagenen Verſuche Thon auf Sand kömmt, welches eine Verbeſſerung zu ewigen Zeiten bewirkt. Zumal würde ſich der Thon dazu eignen, der mit Sauren et⸗ was aufbrauſet. Uebrigens fehlt es in den Münſterſchen Sand⸗ gegenden beinahe nirgends an Thon. II. Zuſtand der Cultur. namen einiger guten Landvirthe. Es gilt hier Vieles von dem, was ich über denſelben Ge⸗ genſtand für den Kleiboden des Munſterlandes angeführt habe. Mehr Fleiß als Intelligenz, und mehr Intelligenz als Kraft! Wo die größte Kraft nöthig wäͤre, da findet man die geringſte, und der Fleiß muß allein alles erzwingen, aber leicht wird die⸗ ſer Fleiß, der von allem andern verlaſſen iſt, muthlos. Er unternimmt keine Verbeſſerung, weil es ihm an Intelligenz fehlt, und ihm iſt wenig an der Erweiterung dieſer letztern ge⸗ legen, weil es ihm an Kraft zur Ausführung gebricht. Die erſte Sache, die hier geſchehen müßte, wäre wohl der Kraft zu Hülle z Verbeſ zum B Fäddein 1. Rog der die der Ein wuͤrden der Pac Einnah gabe n gegen daher, ringern es aber dem Se Hande mit ei et unt lich di höchſte Eigent gen das Weſtfa findet, leibe i Eolona müſſe, lich w denn den mit der ¹dboden hat 4 bearbeitet —e zu einem 8n werden. irgen Lehm Puſt ſo äͤu⸗ Errfahrung anvaͤnde. 2n dieſelben aufs Feld n die Koſten richen, das S eit, frei⸗ mwir Soden 9h Stückes, nit dieſen * Sand auf auf Gand ”n bewitkt, * Säuren et⸗ hen Gand⸗ 4. 3 ſelben Ge⸗ ührt haber als Kraft! e geringſte ,)t wird de⸗ thlos. Er ytelligenz etzt tern ge⸗ bich. d Kraft! — 189— Hüͤlfe zu kommen, wodurch die Intelligenz erwachen und die Verbeſſerung ſich von ſelbſt ergeben wurde. Was würde es zum Beiſpiel einem Sandwirthe nützen, das Unrichtige ſeiner Feldeintheilung, die ſich in dem ewigen, nie unterbrochenen 1. Roggen, 2. Roggen, 3. Buchweitzen herumdreht, einzuſehen, oder die Nothwendigkeit der Erzielung von Futterkräutern und der Einführung der Stallfütterung zu fühlen? Was, ſage ich, würden ihm dieſe Einſichten helfen, wenn ſein Gutsherr bei der Pacht der dritten Garbe auf dieſer alljährigen Natural⸗ Einnahme beſteht? Aber auch da, wo eine ſolche drückende Ab⸗ gabe nicht Statt hat, ſteht doch der Pachtzins des Sandlandes gegen den des Kleibodens zu hoch. Dieſes kömmt wahrſcheinlich daher, weil der Sand leichter zu beſchaffen iſt, alſo einen ge⸗ ringern Koſtenaufwand erfordert, als der Klei. Daher kömmt es aber auch, daß ſich nur derjenige zu einer Wirthſchaft auf dem Sande entſchließt, der mehr auf ſeine und der Seinigen Händearbeit und auf Nebenverdienſt, als auf den Pflug zählt; mit einem Worte der Unvermögendere. Er iſt nur froh, daß er unterkommt und ſich von einem Jahre zum andern kümmer⸗ lich durchſchlaͤgt. Um ihm dieſes zu erleichtern und doch den höchſten Pachtpreis von ſeinem Boden zu ziehen, parzellirt der Eigenthümer dieſen ſo viel, wie möglich und als er Wohnun⸗ gen darauf zu errichten im Stande iſt.— Wenn man aber in Weſtfalen auf dem Sande häufig Ausnahmen von jener Regel findet, ſo haben ſie nur auf Erb⸗Colonaten Statt, und ich bleibe überzeugt, daß auf dem Sande mehr als irgendwo das Colonatweſen paſſend iſt und ſeine Integrität geſchützt werden müſſe, wenn nicht endlich alle Sandbewohner eben ſo erbärm⸗ lich wie ihre Heideſchnucken umherlaufen ſollen.— Dazu kommt denn die wenige Schonung bei der Heranziehung derſelben zu den öffentlichen Laſten, deren Vertheilung unter dem franzöſi⸗ ſchen Steuerſyſteme ſo unglücklich wie möglich für ſie ausge⸗ fallen iſt. Ich muß endlich geſtehen, daß ich dennoch einen tüchtigen Zeitpächter auf dem Sande gefunden habe; dieſer aber hat ſei⸗ nen Hof auf eine Pachtfriſt von 25 bis 30 Jahren und zu einer beſtimmten Abgabe in Geld oder Getreide. Dieſer wichtige — 190— Mann, wiewohl nur ein gemeiner Bauer, der kaum ſchreiben kann, verdient hier wohl einer Erwähnung. Sein Name iſt Johann Wilhelm Boß(im gemeinen Leben Bußmann genannt) in Thüshauſen, Bauerſchaft Sporck, Kirchſpiel Bochold. Als ich ihn vor etwa 8 Jahren das erſtemal beſuchte, fand ich zwei Kühe, die er den Sommer über auf dem Stalle fütterte, eine Sache, die in ſeiner Gegend bei den gewöhnlichen Bauern noch ganz unerhört war.»Das habe ich von den Brabäntern gelernt, ſagte er mir; geht's gut, ſo ſtehen ihrer im nächſten Jahre noch zwei neben dran.“ Daß im Jahre 1816, wo ich wieder nach Weſtfalen kam, mein erſter Gang zu Bauer Boß war, läßt ſich denken.„Nun Bußmann, wie geht's den Kühen bei der Stallfütterung?«—„Sie ſtehen nun alle auf dem Stalle, war die Antwort, und werden da ſtehen, ſo lange der Bauer Boß Bußmann heißen wird.“ Nur den Rindern erlaubt er auszugehen. Ich werde von ſeiner Stallfütterung etwas bei den Kühen ſagen; hier nur ſoviel, daß der Boden, den dieſer Bauer bebaut, einer von den undankbarſten der Gegend iſt. Der rothe Oor reicht darin oft bis auf ein Paar Zoll unter die Oberfläche; er muß alſo zum Theile mit heraufgepflügt werden, um eine Krume für den Pflug zu erhalten; Bußmann zwingt ihn aber durch fleißiges Düngen und paſſende Behandlung. Die Einführung der Stallfutterung war alſo daſelbſt kein Kin⸗ derſpiel. Dabei hat das Gut einen, ſo viel ich weiß, gaͤnz⸗ lichen Abgang an Heuwieſen, und ſeine Weiden beſtehen in eini⸗ gen Grasplaͤtzen zwiſchen lichtem Gehölze. Bußmann verbeſſerte dieſe letztern, räumte ſo viel Holz davon weg, als ihm zuge⸗ ſtanden wurde, und entſchädigte dafür das Gut durch die Ur⸗ barmachung bisher ganz unnützer Plätze. Sein Meiſterwerk bleibt wohl die Anlage einer Wieſe von ein Paar Morgen auf einem bis dahin wüſten Grunde. Fuͤr einen Mann, der am Ende nichts als ein Zeitpächter iſt, bleibt dieſes Unternehmen wirklich groß. Er planirte, düngte, fuhr Erde und Schlamm aus Teichen und Gräben zu und brachte das Waſſer aus einer bedeutenden Entfernung dahin. Die Wieſe koſtete ihm ein Paar Hundert Thaler,„und doch, ſagte mir Bußmann, will das Gras nicht wachſen, und alle Mühe und Koſten ſind hier ) verloren. die Urſe auf eini gener T Zeit au und ſog Einrichtt ſo einfac lage und wege n aus, d. eines t mit ebe NMo und Ru leſener u ter, baues intellig Gutsbe Ackerba ſer Bi Hokzanl II. Ma landes! dem K. den no nvlichſt als au ſammel kleine E durch d wiiſt un ͤcläßt dn ſchreiben ₰ Namee iſ n genannt) Jold. Zuchte, fand Ke fütterte, Ain Bauern trabäntern m naͤchſten 81, vo ich auer Boß den Küßen Im Ctalle, Ader Bauer plaubt er lwas bei „en dieſer = iſt. Der aunter die Eit werden, un zwingt Wandͤlung. Mikein Kin⸗ 118, gänz⸗ ar in eini⸗ nerbeſſerte in zuge⸗ 2n die Ur⸗ aͤſterwert 1 rgen auf dn der am ernehmen a Schlamm us einer ihm ein rann, will wind hier — — 191— verloren. Das Gras bleibt niedrig und dünne, ohne daß ich die Urſache davon anzugeben weiß.“ Er will die Wieſe nun auf einige Jahre unter den Pflug nehmen, denn kein mißlun⸗ gener Verſuch ſchlägt ſeinen Muth nieder. Er war vor einiger Zeit auf der holländiſchen Grenze, ſahe einen Hund buttern, und ſogleich mußte der ſeinige das Handwerk treiben. Die Einrichtung des Radwerks an ſeiner Buttermaſchine iſt eben ſo einfach, als wenig koſtſpielig und zweckmäßig.— Die An⸗ lage und Erhaltung der Zaͤune, Graͤben, Umwallungen, Fahr⸗ wege, mit einem Worte Alles zeichnet ſich bei ihm zum Lobe aus, und Bußmann gilt in der ganzen Gegend für das Muſter eines tüchtigen Bauern; ein Zeugniß, das auch ich ihm hier mit eben ſo viel Wahrheit als innerem Vergnügen gebe. Noch zeichnen ſich in dieſen Sandgegenden aus: Sarrazin und Rubroock, Bürger in Bochold, erſterer ein denkender, be⸗ leſener und erfahrener Oekonom, letzterer ein vortrefflicher Prak⸗ tiker, der durch ſein Beiſpiel viel zur Verbreitung des Klee⸗ baues in ſeiner Gegend beigetragen hat; Geucking, ein ſehr intelligenter Bauer und Eigenthümer bei Südlohn, v. Heiden, Gutsbeſitzer zu Heiden, von dem ſich ſehr viel Gutes für den Ackerbau ſeiner Gegend erwarten läßt, endlich der Bürgermei⸗ ſter Bispinck zu Meſſum bei Rheine, deſſen Colonat und Holzanlagen man nicht ohne Vergnügen ſehen kann. III. Ackerwerkzeuge, Gelpann und Gelpannarbeit. Man findet in den weſtlichen Sandgegenden des Münſter⸗ landes verſchiedenartige Pflüge. Des Federpfluges habe ich bei dem Kleiboden ſchon erwähnt. Er iſt in dieſer Sandgegend, den nordweſtlichen Theil derſelben ausgenommen, der gemein üblichſte, ob er gleich daſelbſt meiner Meinung nach weniger als auf Kleiboden paßt, indem ſich auf dieſem der feſte zu⸗ ſammenhangende Streifen, wenn er gleich durch das äußerſt kleine Schaar nicht gehörig abgelöſet worden, dennoch, gedrängt durch das Streichbrett, gewaltſam von dem Untergrunde los⸗ reißt und umwälzt, daher keinen beſonders ſtarken Balken zu⸗ rückläßt, Auf Sandboden hingegen löſt ſich in der Tiefe nicht — 192— mehr los, als das Schaar eben abſchneidet, das Uebrige ſoll nun das Streichbrett wegſchieben. Es thut es aber nur in einer ſchrägen Richtung, daher jeder Pflugſchnitt einen Balken in der Erde hinterläßt. Endlich ſcheint man dafür zu ſorgen, daß der Pflug ja nicht tief eindringe, und giebt ihm ein Streich⸗ brett, das ſo kurz und niedrig als möglich iſt. Das Kolter iſt wohl dabei überflüſſig und wird daher auch meiſtens weggelaſſen. Weit zweckmäſſiger für den Sand ſind die Schülppflüge, de⸗ ren ich ebenfalls ſchon erwähnt habe. Ihr Schaar gleicht auf⸗ fallend dem brabantiſchen, nur bildet es einen etwas ſtumpferen Keil und hat eine mehr ſtehende, das brabantiſche eine mehr liegende Richtung. Das Streichbrett aber weicht durchaus von dem brabantiſchen ab und hat die Concavität nicht, welche bei dem letztern ſo vollkommen in die des Schaars einpaßt, daß beide Theile nur ein Stück zu ſeyn ſcheinen, oder anders: daß das Schaar den Anfang des Streichbretts und das Streichbrett die Fortſetzung des Schaars bildet, welches ich für einen der weſentlichſten Vortheile an einem Pfluge anſehe, und den ich noch bei keinem andern Pfluge gefunden habe. Auch bleibe ich überzeugt, daß der brabanter Pflug auf Sandboden und lehmigem Sand bei Leuten, die den Acker auf eine gebührende Art behan⸗ deln und nicht blos aufkratzen wollen, alle Pflüge ohne Ausnahme übertreffe. Durch einige Aehnlichkeit in der Conſtruktion mit dieſem verdient denn der Schülppflug auf Sandboden auch bei weitem den Vorzug vor dem gewöhnlichen Muͤnſterländiſchen. In der Veſte Recklinghauſen hat man zum Theile den Pflug mit beweglichem Streichbrette(hier Hundspflug), den man mit mehr oder weniger Abweichungen höher hinauf an dem Rheine findet, und von welchem ich in der Folge Gelegen⸗ heit haben werde zu ſprechen. Die Walze, deren man ſich bedient, iſt viel zu leicht, als daß ſie die Bändigung des Bodens durch das Zerdrücken feſter Erdſchollen zuwege bringen könnte. Sie dient blos, um die Oberkrume bei dem Sommergetreide, dem Lein, dem Klee und Spörgel etwas anzudrücken, damit dieſelbe nicht zu ſtark aus⸗ trockne. Beim Lein zumal hält man das Feſtlegen für unbe⸗ dingt nothwendig, daher man auf kleineren Stücken den Boden —— nach der auf kalt man de fraß be macht, Klötte, aufgeſan Ma Der Ge der Ku Kätterk Minde brauch welden ſtenthun mal eit ben F lung! ſchaffe T ten in ihn do jiehen Kopfe, Rede i boden, gejochte den ſol virgige nothw gewiß ſo iſt Ochſe den z bei de N dur ei⸗ recht 8 Slebrige ſol aur in einen Balken in e ſorgen, daß Iin(treih⸗ — Kolter it 1 eggelaſſen. üfluͤge, de⸗ Lleicht auf⸗ Miumpferen Peine mehr chaus von X welche bei à9 aßt, daß i ers: daß Krreichbrett G nen der d den ich A bleibe ich 1dlehmigem S Art behan- t(Ausnahme Arktion mit Loi auch bei diſchen. heeile den seug), den winauf an ar Galegey⸗ leiht, als 1cken feſte a, um die 2 Kle und fark aus⸗ ffür uube⸗ gyen Boden — 193— nach der Einſaat wohl mit Holzſchuhen anzutreten ſucht. Auch auf kaltgründigen moorigen Feldern, die leicht auffrieren, ſucht man das Getreide wieder anzudrücken. Gegen den Schnecken⸗ fraß bedient man ſich der Walze. Da ſie das Land ebener macht, ſo hindert ſolches die Schnecken, ſich nicht unter die Klötte zu verkriechen, und macht, daß ſie von den Menſchen aufgeſammelt werden können. Man bedient ſich beinahe nur der Pferde bei der Arbeit. Der Gebrauch der Ochſen iſt weit ſeltener und noch ſeltener der der Kuͤhe. Bei der großen Menge von Heuerlingen und kleinen Köttern iſt dieſes letzte wirklich auffallend, da doch in dem Mindenſchen, wo der Boden ſchwerer iſt, dieſer nützliche Ge⸗ brauch zunimmt. Die Urſache davon mag ſeyn, daß die Gemein⸗ weiden in dem Fürſtenthume Minden getheilt und in dem Für⸗ ſtenthum Münſter noch ungetheilt ſind. Eine Weidekuh, zu⸗ mal eine, die auf die Allmaͤnde getrieben wird, iſt keiner Ar⸗ beit fähig. Hiezu gehört nothwendig Stallfütterung. Die Thei⸗ lung der Marken wird alſo auch von dieſer Seite Nutzen ſchaffen. Der Gebrauch der Ochſen hat ſeit den unſeligen Kriegszei⸗ ten in dem letzten Jahrzehnt zugenommen. Indeſſen kann man ihn doch nur als eine Ausnahme von der Regel anſehen. Sie ziehen an einigen Orten mit dem Nacken, an andern mit dem Kopfe, und dieſe letztere Art, wenn von Zuſammenjochung die Rede iſt, iſt in einer ebenen Gegend und noch dazu auf Sand⸗ boden gewiß fehlerhaft. Ein paar mit dem Kopfe zuſammen⸗ gejochte Ochſen haben bei weitem den ſchnellen Schritt nicht, den ſolche haben, die nicht zuſammengejocht ſind. Nur in ge⸗ birgigen Gegenden iſt das mit den Köpfen Zuſammenſpannen nnothwendig. Da ſo vieles auf Erziehung ankömmt, oder doch gewiß, da unſere üble Angewohnheiten alle von ihr herrühren, ſo iſt es denn auch der Fall bei dem langſamen Schlendern der Ochſen. Um demſelben vorzukommen, iſt es gut, ſie mit Pfer⸗ den zum Ziehen zu gewöhnen. Sie lernen dann eben ſo ſchnell bei der Arbeit vorſchreiten, als dieſe. Man ſpannt in der Regel 2 Pferde vor den Pflug, auch nur eins, wenn man nicht mehr hat. Will man aber einmal recht tief pflügen, ſo ſpannt man ihrer drei vor. Wo mit Schwerz, Landwirthſch. 13 19t Ochſen gepfluͤgt wird, nimmt man haͤufig nur einen dazu. Die Eggen werden mit 1 auch 2 Pferden beſpannt, je nachdem die Eggen groß und ſchwer ſind. 3 Die Tiefe des Pflügens richtet ſich nach der Qualität des Untergrundes. Da wo die Fruchtfolge 1. gedüngter Roggen, 2. magerer Roggen, 3. Buchweitzen iſt, wird zu dem erſten Roggen vier bis fünf Zoll tief gefahren, zu dem zweiten Rog⸗ gen ſechs bis ſieben Zoll und zu dem Buchweitzen noch um einen Zoll tiefer. Der Dung kömmt alſo im erſten Jahre zu einer anſtändigen Tiefe, ſo daß ihn die Wurzeln des Getreides ohne Mühe erreichen und doch nicht durch ihn verdorren. Im zwei⸗ ten Jahre, wo kein Nachtheil vom Dung mehr zu fuͤrchten iſt, werden die Reſte deſſelben durch das Untergreifen des Pfluges wieder nach der Höhe gefördert, um dem zweiten Roggen zu frommen. Man kann dieſes Verfahren keiner Inconſequenz beſchuldigen. Wie aber der Buchweitzen fertig wird, weiß ich nicht. Noch hält man in der Gegend von Siedlohn dafür, daß zu Möhren und Klee nicht zu tief gepflügt werden kann. Ge⸗ wöhnlich dringt man S bis 10 Zoll dazu in die Erde. Auch zu Lein und Erbſen wird tiefer als zum Roggen gepflügt. Wei⸗ dedreiſche wird von guten Wirthen 9 Zoll tief für Lein umge— riſſen. Wird aber eine ſolche Weide zu Roggen beſtimmt und mit ihren eigenen Plaggen gedüngt, ſo pflügt man nur 3 Zoll tief. Bei dem Flachpflügen fertiget man täglich 5 bis 600 Qua⸗ dratruthen, bei dem Tiefpflugen 3 bis 400 ab. Mit der Egge beſchafft man ſchon 6 bis 800 Ruthen. Die meiſten Pferde gehen im Sommer zwiſchen Saat und Ernte auf die Weide. Der Klee wird vorzugsweiſe für ſie ge⸗ ſpart und, je nachdem man ihn hat, mit mehr oder weniger Stroh kurz geſchnitten. Jene Weide iſt freilich oft nur ein Gemeingrund, auf dem man die Pferde im Sommer auch über Nacht laͤßt. In den übrigen Jahreszeiten ſchneidet man den Hafer oder, wenn dieſer zu Ende iſt, den Roggen im Stroh, ſeltner Gerſte, und giebt etwas Heu daneben, welches oft ſehr ſchlecht iſt. Im Herbſte giebt man den Pferden auch wohl —ÿʒÿõ———.— — etwas brenner Bei W Nation Arbeit mit eine zufüttern Zu herange. handen Die„ zurückg ſind in größere Die gu an de der Fe die ſo unſere wenig 9. Sandge Weiden mancher Entſch woth ſütter häch weil! ſeine iſt un laſſen Waide lazu. Die chdem die Jalitaͤt des 2 Roggen, zem erſten titen Rog⸗ Saum einen A zu einer addes ohne 2 In zwei⸗ cchten iſ à Pfluges zpggen zu aPnſequenz Aweiß ich für, daß ann. Ge⸗ de. Auch at. Wei⸗ umge⸗ onmt und nur 3 Holl 21 00 Qua⸗ ſder Egge e Saat und alr ſie ge⸗ —e weniger ur ein auch iber man den er Stroh, 4 oft ſehr ach wohl — 195— etwas Möhren, wenn man Ueberfluß daran hat. Branntwein⸗ brenner reichen ihnen auch von der Wäſche(hier Fuſeltrank). Bei Wirthen und Fuhrleuten erhalten die Pferde eine gleiche Ration an Körnern; der Bauer richtet ihre Mahlzeit nach ihrer Arbeit ein. Gedenkt er ein Pferd zu verkaufen, ſo weiß er es mit einem Breie von Buchweitzen dick und ſpiegelglatt heraus⸗ zufüttern. Zu dem hieſigen Ackerbaue werden zur Nothdurft Pferde herangezogen. In den Gegenden aber, wo keine Weiden vor⸗ handen ſind, koſtet das Heranziehen eines Fohlens zu viel. Die Pferdezucht iſt durch die langwierigen Kriege ſchrecklich zurückgekommen. Die ſonſt hier vorhandenen ſchönen Pferde ſind in ein elendes Häufchen zuſammen geſchmolzen. Selbſt größere Landwirthe ſind noch außer Beſitz irgend eines Pferdes. Die guten Hengſte ſind alſo ſeltener als je, muͤſſen mehr als je an die Arbeit und an das Begattungsgeſchäft. An das Schonen der Fohlen iſt in ihrem zweiten Jahre nicht zu denken. Daher die fortſchreitende Verkrüppelung. Dazu denn noch endlich unſere ſchönen Roßaͤrzte, die alle ausgemachte und mehr oder weniger unglückliche Empiriker ſind! IV. Uutzvieh. Hornvieh. So ſchlecht auch immer die Weiden hieſiger Sandgegenden durchgehends ſind, ſo treibt man doch nichts als Weidewirthſchaft, wozu freilich die Beſchwerlichkeit, den Klee an manchen Orten zu erzielen, vieles beiträgt; indeſſen iſt dieſe Entſchuldigung allein nicht zureichend, denn auf aͤhnlichem und noch ſchlechterem Boden treibt der brabantiſche Campiner Stall⸗ fütterung. Allein wo durch kontraktmäßige Uebereinkunft dem Pächter der Anbau der Futterkräuter auf dem Felde verſagt iſt, weil der unüberlegte Gutsherr zum Beſten der folgenden Erndten ſeine dritte Garbe nicht in einem einzigen Jahre miſſen will, da iſt und bleibt Stallfütterung freilich unmöglich. Die Art der Weidewirthſchaft iſt ſehr verſchieden. Einige laſſen ihr Vieh den Sommer über Tag und Nacht auf der Weide, Andere bringen es am Abend nach Hauſe, Andere auch 13 ⁵ — 196— am Mittage, noch Andere, die mit Klee verſehen ſind, treiben ihre Kühe nux ein Paar Stunden Morgeus und eben ſo viel Nachmittags heraus. Völlige Stallfütterung iſt kaum dem Namen nach bekannt, als allenfalls hier und dort bei einem Einzelnen in einem Städtchen. Der Bauer Boß, von dem oben geſprochen worden, macht eine Ausnahme. Seine ſieben milchenden Kühe ſtehen nun un⸗ unterbrochen auf dem Stalle, und da er aus Liebhaberei die Reſultate aller ſeiner Verſuche aufſchreibt, von allen überſpann⸗ ten Ideen und Windmachereien frei iſt und in allem ſeinem Streben nur auf den reellen Nutzen losgeht: ſo können wir ſeiner Erfahrung glauben, nach welcher er verſichert, daß auf dem Stalle gut gefütterte und gehoͤrig behandelte Kühe bei ihm mehr Milch als auf guter Weide geben. Er berechnet nach einer genauen Aufzeichnung von einigen Jahren, daß er mit dem Ertrage ſeines Viehſtandes nunmehr ſeinen ganzen Pachtzins abzahlen kann und doch dabei für die Erzielung und Beiſchaffung des Futters gedeckt iſt.„Seit ich dieſe Erfahrung gemacht habe,“ ſagte er mir,»laſſe ich mein Weib mit ihren Kühen hauſen, und ſie hat nur zu befehlen, was und wieviel ich für ſie einſaͤen ſoll.« Ich geſtehe aber auch, daß hier alles mit einer Pünkt⸗ lichkeit vor ſich geht, die man nur von einer Hausfrau erwarten kann. Da der Klee nicht im Ueberfluſſe wächſt, ſo wird er den Kühen auch eben ſo wirthſchaftlich zugemeſſen und in ſehr kleinen Portionen gereicht. Da die Kühe mit den Köpfen nach der Scheuerdiele ſtehen, und dieſe Diele zugleich der Haupt⸗Aus⸗ und Eingang iſt, ſo hat man im Vorbeigehen immer Gelegenheit, dem Viehe ein Paar Hände voll Futter vorzuzetteln, das in der Mitte der Tenne aufgefahren wird. Bleiben dann noch einige Stiele vor dem Viehe liegen, ſo werden ſie weggenommen und nicht die neue Gabe über die verſchmähete hergeſtreut, damit das Vieh immer mit Luſt freſſe. Das Weggenommene wird an die Luft gebracht und gedörrt. So kleinlich dieſes ſcheint, ſo verſicherte Bußmann, er habe in einem Sommer 5 Zentner Kleeheu davon erhalten, welches ſonſt doch nur in den Miſt ge⸗ kommen wäre. Sobald die Blumenköpfe am Klee ſich öffnen, —⏑——ZOBUñ—pn—— hält er Unter kleine 29 M. gut g, Geine ſener E Bußma wird be 6 zu wi Aufhe Einfü Heithaͤ lange ſchtänk in de der 8 Geay Pächt unge Anfat Schad Grünn Ausfa⸗ fallen ſolchen ſolcher Natu fütte gera⸗ nicht der thun ſteuer dewäc d, treiben wen ſo vit Jaum dam ₰ bei einem wen, macht 3 nun un⸗ Jiaberei die en berſpann⸗ em ſeinem onnen wir . daß auf 2Kühe bei aöhnet nach mit dem 7s Nachtzins eiſchaffung t gemacht en Käͤhen iel ich für *eer Pünkt⸗ e erwarten erd er den zyr kleinen fnach der aup:⸗Als⸗ Aegerheit, wyas in der och einige nmen und ntt, damit mene wird s ſcheint, u Zentnet Mißf ge⸗ ich ffnen, — 192— hält er dieſen nicht mehr für ſo zutraͤglich bei der Fütterung. Unter allem Futter zieht er den Spörgel vor. Auch hatte dieſer kleine Landwirth im Herbſte 1815 neun Malterſen, das iſt 20 Morgen in Spörgel, und da er in demſelben Jahre äußerſt gut gerathen, ſo war er beinahe verlegen, ihn aufzufüttern. Seine Kuhe fraßen ſich bald feiſte, und da ein geil aufgewach⸗ ſener Spörgel nicht ganz ohne Gefahr bei der Fuͤtterung iſt, ſo hatte Bußmann damals einige ſchlafloſe Nächte. Anch der Spörgel wird bei ihm im Stalle gefüttert. So ſehr auch dieſe Stallfuͤtterung für dieſe Sandgegenden zu wünſchen, ſo nothwendig ſie iſt, und ſo dringend nothwendig Aufhebung der Gemeinheiten werden wird, ſo bietet ihre erſte Einführung doch außerordentliche Schwierigkeiten und bei den Zeitpächtern zur dritten Garbe die Unmöglichkeit dar. So lange als den in ihren landwirthſchaftlichen Begriffen einge⸗ ſchränkten Gutsherren nicht erweislich dargethan wird, daß die in den erſten 12 Jahren erlittene Verminderung ihres Pachts in der Folge gedeckt ſeyn wird und ſie dann auf einen höheren Genuß zählen dürfen; ſo lange ſie nicht begreifen, daß ihr Pächter ſich in demſelben Falle wie ſie dabei befindet, daß er vnarathüet ſeines beſſer genährten Viehes auf dem Stalle im Anfange bei ſeiner Wirthſchaft eben ſo viel und noch mehr Schaden hat, als ſie ſelbſt, und ſo lange ſie, bewogen von dieſen Gründen, in Erwartung einer beſſern Zukunft ſich nicht den Ausfall ihrer dritten Garbe für die Klee⸗ und Futterfelder ge⸗ fallen laſſen: ſo lange, ſage ich, iſt es unmöglich für einen ſolchen Zeitpaͤchter auf Stallfütterung zu denken. Allein auch ſolchen Pächtern, welche eine beſtimmte Pacht in Geld oder Naturalien zu entrichten haben, wäre die Einführung der Stall⸗ fütterung nur verderblich, wenn ihre Pachtfriſt nicht auf eine geraume Zeit von Jahren feſtgeſtellt iſt, und der Gutsherr nicht für die erſten ſechs Jahre den Pachtzins im Verhältniß der mit Futterkräutern beſaͤeten Felder ermaͤßiget. Sehr, ſehr vieles könnte auch die höchſte Regierung hierin thun und im Allgemeinen wohl das Meiſte, wenn ſie die Grund⸗ ſteuer für das Klee⸗ oder Futterkräuterfeld(die Wurzel⸗ gewächſe doch nicht einbegriffen) allen denen erließe, die er⸗ — 198— weislich Sommerſtallfütterung einführten. Dieſes ſollte indeß nur für die erſten zwölf Jahre gelten, indem die Sache in der Folge keine Unterſtutzung mehr bedarf. Jene Erlaſſung wäre nicht ſowohl eine Begünſtigung, welche der Perſon, als welche dem Ackerbaue ſelbſt erwieſen würde. Im Ganzen hat man in den Sandgegenden mehr Sorge für das Vieh als in den Kleigegenden. Im Herbſte kommen Spörgel und Stoppelrüben dabei trefflich zu Statten. Erſterer wird auf dem Felde abgetütert. Er bringt das Vieh bis zum November oder gar zum December. Die Stoppelruüͤben werden an mehreren Orten mit ſammt dem Laube geſchnitten und in große Küben oder Behälter, wie Sauerkraut, eingemacht. Man ſpart dieſes Futter ſo lange, bis man ſonſt nichts friſches mehr zu geben hat. Im Winter werden die Kühe beinahe allent⸗ halben warm gefüttert und getraänkt. Die Suppe beſteht zwei⸗ mal des Tages aus Kartoffeln, Braunkohlſtöcken, gedörrten Quecken, Oelkuchen, daneben Roggen⸗, Hafer⸗, Erbſenſtroh und etwas Heu. Gutes Haferſtroh haͤlt man fuͤr halbes Heu, dagegen behauptet man, daß das Gerſtenſtroh das Vieh verſtopfe. Man ſetzt auch etwas Schroot oder Kleien zu, wenn die Kühe gute Milcher ſind, oder wenn es aufs Kalben angeht. Iſt man in der Noth, welches doch wohl nur ſelten der Fall iſt, ſo wird Heu oder wenigſtens Stroh zu Haͤckſel geſchnitten, ſolches heiß angebrüht und dann mit etwas Schroot überſtreut.— Selbſt im Sommer erhält das Vieh noch wohl bei denen Suppe, die ihnen bei kaͤrglicher Weide ſonſt kein Grün zu Hauſe zu geben haben. Man hält die warme Suppe mit einem kleinen Zuſatz von Hafer⸗, Gerſten⸗, Bohnenmehl für ein die Milch kräftig beför⸗ derndes Mittel. Ueber die Möhren hat man zu Ottenſtein die Meinung, daß ſie gut zur Maſt ſind, aber den Kühen die Milch benehmen. Durchgehends verwendet man Möhren, Kartoffeln und Mehl zur Maſt. Spörgel, Klee, friſche Quecken und Rü⸗ ben werden allenthalben fuͤr gutes Milchfutter geachtet; doch hält man letztere an einigen Orten noch tauglicher zur Maſt. Die Meinungen ſind nach den Orten über die Wirkung auf Fett oder Milch getheilt. Ich bin geneigt zu glauben, daß alles ———,—ʒ—:—,·:—:...— —.——V:—— ſaſtige Maſſe Milch ſten de des V un die Ei wohl n Der ausßo Kalbe ſie al 7 3 manch hier di mww gleich Rahr nach ſand Butt ten he ( A met Györg dem Dieſe mit und hier Str tert gefun alsz gemaͤ abgen kollte indeß iche in der Sſung wure mals welche ahr Gotge I kommen its Erſterer ic bis zum Kan werden t nn und in cht. Man ihes mehr ati'e allent⸗ ad eht zwei⸗ Nedorrten F dſroh vnd e dagegen f wfe. 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Allgemein läßt man hier die Milch verdicken, ehe man den Rahm zur Butter davon nimmt. Der wackere Bußmann machte zweimal den ver⸗ gleichenden Verſuch mit 48 Kannen Dickmilch, wovon er den Rahm abnahm und beſonders ſtieß, und eben ſo viel, wo er nach Art der brabanter Campiner alles untereinander ſtieß, und fand jedesmal, daß er bei dieſer letzten Methode ⅛ mehr an Butter gewann, daher er ſeitdem die brabantiſche Art beibehal⸗ ten hat. In dem Delbrücker Lande geht das Hornvieh im Som⸗ mer auf die Weide; im Herbſte erhält es Stoppelrüben und Spörgel, im Frühjahre Rüben und Roggen, welche beide nach dem Hanf geſäet werden und auf dem Felde überwintern. Dieſe Rüben erfrieren auch manchmal, daher ſie von einigen mit Strohmiſt gedeckt werden. Der Spörgel wird abgemäht und den Kühen auf dem Stalle gegeben, ein Zeichen, daß er hier zu Lande wohl geräth. Im Winter werden die Kühe mit Stroh und Heu unterhalten. Ehedem wurden ſie warm gefüt⸗ tert und getränkt; man iſt aber davon abgegangen und hat gefunden, daß ſie ſich beſſer bei kalter Fuͤtterung befinden. Das auszumerzende Hornvieh wird mit Stoppelrüben und Kartoffeln gemäſtet. Zum Buttern wird der Rahm von der dicken Milch abgenommen. Die Butter wird geſtampft; zu dem Ende iſt der — 200— Stampfer an einem Arme angebracht, wie bei einer Waſſer⸗ pumpe, welches die Arbeit erleichtert. Schafe. Wenn die Schafzucht auf dem Münſterſchen Kleiboden nichts bedeutet, ſo iſt ſie auf dem Sandboden noch viel unbedeutender. Da wie hier und hier wie da bleibt der dadurch gewonnene vortreffliche und wenig koſtſpielige Dünger der Hauptgegenſtand dabei. Weiter damit zu gehen, würde auf ärmlichem oder ſehr vertheiltem Boden mehr Schaden als Nutzen bringen. Wo die Marken noch ungetheilt und die Weide darauf nicht ungeſund oder zu armſelig iſt, erhält ſich die Schafzucht noch in etwas. So hat die Bauerſchaft Commert auf etwa 33 Hundert Morgen Markengrund, meiſt Heideboden, im Som⸗ mer 500 Stück Schafe, daneben muß aber dieſe Mark auch die Heideplaggen zur Inſtandhaltung von etwa 350 Morgen Bau⸗ land hergeben. Wo ſeit dem ſiebenjährigen Kriege Marken⸗ parzellen zu allerlei Bedürfniſſen verkauft worden ſind, findet man noch bei einem oder andern Colonen etwas, was den Na⸗ men einer Heerde verdient, die dann noch wohl einzelne Haufen von andern gegen ein Wärtergeld von etwa 8 Gr. dazuſtoßen laſſen. Doch haben nicht alle an der Mark Berechtigten das Recht ungezählter Triften; dieſe müſſen ſich dann an die den Markenverkehrungen(placitis) beſtimmte Zahl von 75—100 pro Vollerbe halten. Die größten Heerden ſind von 150 bis zu 2— 300 Schafen. Die herrſchaftliche Schäferei in Ghemen zählt ihrer 240, darf aber auf alles leere Land, Wieſen und Weiden, auf letztere jedoch nur bis zum 17. März treiben.— Wer nicht zur Mark kommen kann, hält wohl einzeln ein Paar Schafe zur Weide auf Rainen, Anweiden und Stoppeln, um etwas Wolle zu haben, weil in den mehr ökonomiſchen Sandlaͤndern noch die gute alte Regel herrſcht, daß wenigſtens die Werktagskleidung von eigenem Produkte und ſelbſt gemachtem Zeuge ſey. Im Winter gehen die Schafe ſo lange aus, als ſie noch den Schnee wegkratzen können, ſonſt werden ſie im Stalle mit Heu unterhalten, welches aber ſo elend iſt oder ihnen ſo kärglich zugemeſſen wird, daß nicht ſelten ganze Heerden davon weg⸗ ſterben.— Außerdem leiden dieſe armen Thiere bei langem —„— Regen, fäule un im Falle chen zer Mehl. Mal 11%, genwärtie eines Ha De kleinen was zu Sch kann ſag ſelbſt ge von 150. A nilch, graſen ſie ſcho eine H Die M ſtoßenes läßt me einer im mit beig Neujahr kochten den in Micch, maͤſtete und zu ſie gew bis 6 6 Bohnen. Die vohl au 8 jer Waſſer ünſterſche boden noch bleibt der ne Dünger Kawürde auf raals Nutzen Tde darauf = Schaßzucht auf etwa 2im Som⸗ ACk auch die Kllgen Bau⸗ 99 Marken⸗ Aund findet a den Na⸗ a ne Haufen Sdazuſtoßen Itigten das ruin die den — 100 pro 9 bhis zu Dnen zäͤhlt an Weiden, — ber nicht „ochafe zur aas Wolle —= noch die a gskleidung 9. S ſie noch eStalle mit ſo kärglic von beg⸗ i langem — 201— Regen, auf niedrigen Heidegruͤnden geweidet, an der Lungen⸗ fäule und Waſſerſucht(hier Galle), dann an der Leberkrankheit, im Falle dieſe von der vorhergehenden verſchieden iſt. Beim Ko⸗ chen zerfaͤllt naämlich die Leber eines ſolchen kranken Schafes zu Mehl. Man ſcheert von dem Sandſchafe oder einer Heideſchnucke 1 ½, 2 ½¼ bis höchſtens 3 Pfund Wolle, wovon das Pfund ge⸗ genwärtig zu 8 bis 9, ja 10 gGr. bezahlt wird. Der Preis eines Hammels iſt 2—3 Rthlr., der des Schafes etwas weniger. Die Ablohnung der Schaͤfer beſteht, außer Koſt und einem kleinen Lohne, in dem Vorvieh, das ſie zur Heerde bringen, was zu ſo vielen Unordnungen Anlaß giebt. Schweine. Schweinefleiſch iſt die allgemeine und, man kann ſagen, ausſchließliche Fleiſchſpeiſe der Landbewohner, und ſelbſt geringe Tagelöhner ſuchen jährlich ein junges Schwein von 150— 200 Pfund auszumäſten. Die zur Zucht beſtimmten unterjährigen werden mit Sauer⸗ milch, Kleien und ſonſtigem Abfall gehalten. Man läßt ſie graſen und Würmer ſuchen. Vor und nach, beſonders wenn ſie ſchon mit dem Eber zuſammengekommen, wird ihnen taͤglich eine Handvoll Gerſten⸗, Buchweitzen⸗ oder Bohnenmehl gereicht. Die Maſtung ſelbſt fängt mit ſaurer Milch an, worunter ge⸗ ſtoßenes oder geſchnittenes Grünfutter gemengt wird. Später läßt man das Grünfutter allmälig eingehen und erſetzt es mit einer immer mehr zunehmenden Gabe von gekochten Kartoffeln mit beigemiſchtem Mehle. In der Mitte December oder um Neujahr wird vie Maſtung mit gehackten rohen Moͤhren, ge⸗ kochten Kartoffeln und Mehl vollendet. Dieſe Subſtanzen wer⸗ den in einen Brei zuſammengerührt, den man durch abgerahmte Milch, wenn man ſie hat, verdünnt. Auf ein im Stalle ge⸗ mäſtetes Märzſchwein, welches alſo noch unter einem Jahre iſt und zu 200 Pfund kömmt, und auf eine jährige Sau, nachdem ſie geworfen hat und fett 300 Pfund wiegen ſoll, gehoren 4 ½ bis 6 Scheffel Buchweitzen, oder 5 bis 6½ Scheffek Gerſte oder Bohnen. Ein Beweis, daß der Buchweitzen beſſer mäſtet. Die weſtfäliſche Schweinerace iſt durchaus die größte und wohl auch die beſte, die mir noch vorgekommen.„Ich habe 202— ihrer drei,“ ſagt einer meiner Freunde,„aber von 2 Jahren, alſo über das gewöhnliche Alter, bei einem Müller geſehen, die übermäßig mit Staub und Billmehl gemäſtet worden waren und zuſammen bis 1600 Pfund wogen, eines in einer Bürger⸗ haushaltung von 430 und ein anderes von 433 Pfund.“— Schweine von anderthalb Jahren, die zu 350, und andere von 9— 10 Monaten, die zu 210 Pfund gebracht werden, ſind keine Seltenheit. Ein Oekonom in Ghemen behauptet, daß er ſeine Schweine alljaährlich mit 6 Schefſel Roggenmehl per Stück zu 400 Pfund bringe. Bußmann rechnet ſeine unterjährigen Schweine auf 270 bis 289, und ſeine überjäͤhrigen auf 360 Pfund. In dem Dellbruckſchen, wo man ſich ſtark auf Schweine⸗ zucht und Maſt legt, wird die Dickmilch darauf verwendet. Sie werden mit Roggen, Buchweitzen und Kartoffeln gemäſtet. Der Buchweitzen maͤſtet zwar ſchneller, aber das Fleiſch wird von dem Roggen beſſer. Man läßt den Roggen ſchrooten, miſcht ihn mit gekochten zermalmten Kartoffeln und läßt die Maſſe ein Paar Tage ſtehen, damit ſie anfange zu ſäuern. Der Buchweitzen wird nicht geſchrooten; man wirft ihn mit den Kartoffeln in den Keſſel und laͤßt beides zuſammen kochen. Die Schweine ſind hier von einem ungeheuern Gevichte. Ein Schwein von 12 bis 13 Monaten wiegt 300 bis 350 Pfund. Man hat Schweine geſchlachtet, die noch nicht ganz fett waren und 427 Pfund wogen. Als eine Ausnahme von der Regel hatte man vor einigen Jahren ein Schwein auf dem Sande, Wirthshaus auf der Straße von Münſter nach Paderborn, das 600 Pfund gewogen haben ſoll. Einzelne Schinken wiegen 30 bis 40 Pfund. Nur Branntweinbrenner und Müller maͤſten Schweine auf den Verkauf, der Müller nur dann, wenn ihm Korn und Frucht über Erwartung gerathen, und er ſie nicht vortheilhafter zu verſilbern weiß. Er verkauft gewöhnlich die Schinken und be⸗ hält das Uebrige fuͤr ſich. Die Schinken gehen als Handels⸗ waare nach Holland. Die Ankäufer kaufen ſie grün auf und räuchern ſie ſelbſt. Auch hier läuft oft Betrug mit unter. Man räuchert nämlich mit naſſem Holze ſo ſchnell als moglich, wo⸗ durch n ger am mit 3 mäͤſtete auſfgedu her von Bei Auf 200 Man la Rauchfa ſichtig ſchließen gen es Der Eh Die brücker auf die die 40, Jahre! an den Mätz Gans g verkauft ſind, ven die Jun, werden i tupft.. gedroſche W har, da hat, Wo ſoltt; a der Bev Nan m. lur kile durch nur die äußere Rinde hart wird und der Schinken weni⸗ ger am Gewichte verliert. Das Pfund grüner Schinken wird mit 3 bis 3 ½ Gr. bezahlt. Die mit Branntweinſpühlig ge⸗ mäſteten Schweine taugen nicht zum Räauchern; ſie ſind nur aufgedunſen und verlieren zu viel beim Ausdörren, werden da⸗ her von den Schlächtern friſch weg verkauft. Beim Einböckeln wird jedes Stück mit Salz eingerieben. Auf 200 Pfund Fleiſch werden zehn Pfund Satz erfordert. Man läßt es 9—14 Tage im Böckel und hängt es dann im Rauchfange auf. Gegen das Frühjahr muß das Fleiſch vor⸗ ſichtig vor den Maiwürmern bewahrt werden; zu dem Ende ſchließen es einige in eine völlig dunkle Kammer, oder umhän⸗ gen es mit friſchem Birkenreiſig, oder verpacken es in Tonnen. Der Speck wird nur getrocknet und nicht geräuchert. Die Gänſezucht kömmt im Großen nur in dem Dell⸗ brücker Lande vor; ſie werden daſelbſt heerdenweiſe gezogen und auf die Gemeinbrücher und Aenger getrieben. Es giebt mehrere, die 40, 80, 100 Stück beſitzen. Man rupft ſie viermal im Jahre und nimmt ihnen alle Federn, mit Ausnahme derer, die an den Flügeln und dem Halſe ſitzen. Das Rupfen hebt im März an und wird dann alle zwei Monate wiederholt. Eine Gans giebt im Durchſchnitte 1 Pfund Federn, welche zu 14 Gr. verkauft werden. Gänſe, die zum Eierlegen oder Brüten beſtimmt ſind, werden nur zweimal der Federn entblößt, dann nämlich, wenn die Jungen ein wenig herangewachſen ſind. Auch dieſe letztern werden in ihrem erſten Lebensjahre, wiewohl nur zweimal, be⸗ rupft. Im Winter werden die Gänſe mit geſchnittenem unaus⸗ gedroſchenem Hafer oder Roggen und Kartoffeln unterhalten. V. Weiden und Wielen.* Weiden. Man findet es bei dem erſten Anblicke ſonder⸗ bar, daß man gerade in den Gegenden die wenigſten Weiden hat, wo man zur Inſtandhaltung des Ackers die meiſten haben ſollte; allein eben die Armuth des Bodens war bei Zunahme der Bevölkerung die Urſache, warum die Weiden abnahmen. Man mußte mehr Land unter den Pflug nehmen, und wozu 204 ſollte man greifen? Die Heuwieſen an den Ufern der Flüſſe und Baͤche waren zu feucht, der hohe Heidegrund zu dürre, zu ſchlecht; es blieb alſo kein Mittel übrig, als die Weiden auf⸗ zubrechen, welche durch ihre Lage etwas trockner als die Wieſen und etwas feuchter und beſſer als die Höhen waren. Um dieſen Ausfall zu decken, nahm man an einigen Orten ſeine Zuflucht zu der Dreiſche, beſonders da, wo man keine Gemeinweidegüter hatte, welche durch ihre bisherige Untheilbarkeit das Palladium der Weide, aber auch leider das ihrer ſchlechten Cultur und Benutzung waren. Außer dieſen Gemeinweiden ſind die Privatweiden, die man noch findet, gewöhnlich in einer Lage, die nicht tief genug iſt, um darauf heuen, und zu tief, um Wintergetreide mit einiger Sicherheit darauf erzielen zu koͤnnen. Sie ſind oft ſo ſehr mit Genſt(Spartium Scoparium) überwachſen, daß man ſie für wirkliche Genſtpflanzungen halten ſollte. Dieſer Genſt dient in— deſſen den Schafen im Winter zu einem ſehr gedeihlichen Fut⸗ ter und wird als Brennmaterial benutzt. Daß zum Unterhalt einer Milchkuh(von Fettvieh kann hier keine Rede ſeyn) ein beträchtlicher Flächenraum ſolcher Weide gehöre, laͤßt ſich den⸗ ken. Wenn die Kühe am Abend nach Hauſe geholt und daſelbſt im Stalle noch nachgefüttert werden, ſo muß es ſchon eine der beſſern Weiden ſeyn, wenn 400 Quadratruthen dafür zureichen ſollen. Iſt ſie ſchlechter, ſo gehören 600, ja 8— 900 Ruthen dazu. Bei allen dem ſind ſolche Weiden dem Viehe gedeih⸗ licher, erzeugen mehrere und ſüßere Milch, als die niederen Weidegründe, die heermoosartig ſind und die Butter nach Jo⸗ hannis verderben. Die Weiden, welche ein wenig hoch liegen, arten nach eini⸗ ger Zeit aus und decken ſich mit Heidekraut, ſtatt mit Gras; alsdann nimmt man die Zuflucht zum Abplaggen, bringt die abgeplaggte Narbe in Haufen, welche mit Stallmiſt durch⸗ ſchoſſen werden. Nach 3—4 Wochen, wo die Gährung derſelben vollendet iſt, reißt man ſie auseinander, ſtreut ſie über den Boden, der die Plaggen dazu hergegeben hat, pflügt gedachten Compoſt flach unter und beſtellt den Boden zwei Jahre mit andern Gegenſtänden, wie Flachs, und im zweiten Jahre mit — aatergeſt Dreiſche geſchickt, reichen, bedeutend fütterte f nicht die; Daß derſteßt ſe odhwiſche zewöhnt Weiden Um jene fahrt er gereinigt neſteln. Nutzen Das iſt an daraus! wenige; ſchäͤdliche phorbia durch an Höhere ſe mit Genſt wiſchen Genſt i ſolche W ſchon in Boden, mit Bra Das Ackerland heit der G tingeren, gen Drten — der guͤſſ =a dürre, z deiden auf⸗ die Wieſen Um dieſen ne Zuflucht ernweidegüter D Palladium mtiultur und an, die man genug iſt mit einiger Naſo ſehr mit aan ſie für geet dient in⸗ lichen Fur⸗ = Unterhalt e ſeyn) ein ound daſelbſt Nn eine der dor zureichen — 00 Ruthen g ehe gedeih⸗ siie niederen zanr nach Jo⸗ m nach eini⸗ — mit Gtas; bꝛingt di lmiſt durc⸗ ng derſelben le üher den 4 1 gedachten 70 Jahre mit. 1i Jahre mi ßt ſich den untergeſäetem weißem Klee; darauf bleibt er 6—10 Jahre zur Dreiſche liegen. Solche Dreiſchweiden wäͤren zum Kleebaue ſehr geſchickt, und man würde mit 190 Ruthen für eine Kuh aus⸗ reichen, wo als Weide kaum 600 dafür genug ſind. Und welcher bedeutende Unterſchied würde ſich durch jene auf dem Stalle ge⸗ fütterte Kuh gegen eine weidende ergeben? Und welches würden nicht die Folgen davon auf die ganze Wirthſchaft ſeyn? Daß an jenen Weiden ferner nichts mehr gethan wird, verſteht ſich von ſelbſt. Mergel, Kalk, Steinkohlenaſche, Moder ſind böhmiſche Dörfer für einen Mann, der an das Plaggenweſen gewöhnt iſt und der die Plaggen nicht ſelten ſeinen eigenen Weiden entwendet, um auf dem Acker ſeinen Hunger zu ſtillen. Um jene geſchundene Plätze dann wieder ein wenig zu bekleiden, fährt er die Quecken darauf, wovon er anderswo ſeine Felder gereinigt hat, welche, ſobald ſie Erde fühlen, ſich wieder hinein neſteln. Der Bürgermeiſter von Weſecke ſoll ſolche Plätze mit Nutzen mit Mergel befahren haben. Das Heermoos(Wieſenſchachtelhalm, Equisetum palustre) iſt an einigen Orten die allgemeine Plage der Weiden. Die daraus hervorgehende Milch buttert nur äußerſt ſchwer, und die wenige Butter hat einen bittern Geſchmack. Ein zweites ſehr ſchädliches Unkraut auf den Weiden iſt die Wolfsmilch, Eu- phorbia esula, die ungemein tiefe Wurzeln ſchlägt und nur durch anhaltendes Abſtechen am Ende getilgt werden kann. Höhere ſandige Weiden überwachſen, wie ſchon geſagt, ſo ſehr mit Genſt oder Brahm, daß man kaum den grünen Boden da⸗ zwiſchen ſieht. Man ſticht ihn bei jedem Blühen ab. Viel Genſt iſt das Zeichen eines guten Roggenbodens, daher man ſolche Weiden am liebſten unter den Pflug nimmt.— Ich habe ſchon in meiner belgiſchen Landwirthſchaft geſagt, daß jeder Boden, der Brahm trägt, urbar zu machen ſey. Das Düngen mit Brahm kennt man in Weſtfalen nicht. Das Verhältniß des Werths der Weiden zu dem der Ackerlande iſt ſehr verſchieden, welches ſowohl von der Verſchieden⸗ heit der Güte der einen und der andern, oder der größeren oder ge⸗ ringeren Zahl der erſten abhaͤngt, Sie ſtehen ſich daher an eini⸗ gen Orten gleich, an andern haben ſie einen doppelten und wieder 206— an andern nur ¼, ¼, ⅛ mehr an Werth. A. Young würde mit ſeiner Hypotheſe, den Stand der Agricultur nach jenem Verhältniſſe auszumeſſen, übel weggekommen ſeyn. Daß in⸗ deſſen eine höhere Intelligenz bei dem Ackerbaue den Werth der Weiden beträchtlich fallen mache, davon liefert das Beiſpiel des tüchtigen Ackerwirths Rubroock in Bochold durch die Ein⸗ führung und Verbreitung des Kleebaues den Beweis.— Der mittlere Pachtpreis für tägliche und nächtliche Weide einer Kuh ſteht in der Nähe der Städte und Dörfer zu 4 ½, auch 7 ½ Rthlr. Wieſen. So gering die Ausdehnung der Wieſen zu der des Ackerlandes iſt, ſo wenig wird doch daran gethan. Ich könnte fragen: in welchem Theile der Welt, mit einzelnen we⸗ nigen Ausnahmen, thut man was dafür? Sind die Wieſen ziem⸗ lich gut, ſo haͤlt man die Arbeit und ſonſtige Vorſchüſſe, weil Gras Gras iſt und ſchon von ſelbſt wächſt, für überflüſſig. Sind ſie ſchlecht, ſo achtet man es nicht der Mühe werth, et⸗ was darauf zu verwenden, und ſo kömmt der köſtlichſte, der am meiſten geſchaͤtzte und geſuchte Theil des Bodens immer zu kurz.— Man hat in Weſtfalen den Wieſen keinen Dung zu geben, weil man das Stroh beinahe alle auffüttert; man füttert dieſes auf, weil man kein Heu oder doch kein gutes Heu hat, und man hat kein Heu, weil man keinen Dung auf die Wieſen verwendet. Der Ackerbau iſt eine Maſchine, wo ein Rad ununterbrochen in das andere eingreift; nimmt man nur eines weg, gleich ſtockt oder hinkt das Ganze. Die Haupt⸗ triebfeder dieſer Maſchine bleibt aber immer der Viehſtand, alſo das Futter. Doch läßt ſich auch ohne Dung noch vieles zum Beſten der Wieſen thun. Ich halte ſelbſt dafür, daß ihnen kein Stall⸗ miſt gebuͤhre. Sind ſie ſo ſchlecht, daß ſie dieſen nicht entbeh⸗ ren können, ſo werden ſie vortheilhafter als Ackerland benutzt; allein Gyps, Kalk, Mergel, Aſche aller Art, Jauche, Sand, Moder, Scheuerkehricht und zumal Waſſer, ſind ſtarke Hebel, der natürlichen Fruchtbarkeit der Wieſen zu Hülfe zu kommen, vorausgeſetzt, daß man die Hinderniſſe durch Entwaͤſſerung, Ebenung, Reinigung u. ſ. w. aus dem Wege geräumt habe. Es fehlt gen Wie ten, keit hbeingt m arbeit da andere, d Einze thau. D. Ache den tenſtan kehricht, che traͤnt er bringt Moder u Von dem daß, wer⸗ frieren aufbring ben werd frierens ſtauet au über die? Moorwaſ Beiſpiel, Feldbaches und ſich d Die Holländi Heu ein, gen bleit gute Bu Der Güte unm ſiznehmu daſigen be des ſchlech 3or., leh ung wüͤde nach jenem * Daß in⸗ Werth der 1s Beiſpiel ch die Ein⸗ vis.— Der i einer Kuh d auch 7 ½ jeſen zu der than. Ich * zelnen we⸗ eeſen ziem⸗ r üſſe, weil nberfluſſig. werth, et⸗ liichſte, der 1ens immer inen Dung Xttert; man Bekein gutes 2 Dung auf Pſchine, wo mammt man Die Haupt⸗ rs Wiehſtand, Beſten der kein Etal⸗ richt entbeh⸗ and benußt; 9 woͤſſerung, runt habe. — 207— Es fehlt in Weſtfalen eben ſo wenig an Sand, als an moori⸗ gen Wieſen. Jener koſtet, außer dem Beifahren und Ausbrei⸗ ten, kein Geld, benimmt dem Acker keinen Dung und doch bringt man ihn nicht auf. Wie viel beſſer würde ſich die Pferde⸗ arbeit dabei in freien Tagen lohnen, als das Frachtfahren für andere, das Vorſpannen? Einzeln wird jedoch hie und da etwas an den Wieſen ge⸗ than. Da man viel Linnen webt und bleicht, ſo kömmt die Aſche den Wieſen noch wohl zu gut. In der Gegend von Ot⸗ tenſtein macht man Compoſthaufen von Haus⸗ und Straßen⸗ kehricht, Torfaſche, Torfabfall, Excrementen, die man mit Jau⸗ che tränkt. Man ſtreut dieſen Compoſt im Frühjahre aus, und er bringt ſichtbare Wirkung hervor.— An anderen Orten wird Moder und Erde aufgefahren, auch wohl etwas Stalldung. Von dem Moder aus Gräben und Sümpfen hat man bemerkt, daß, wenn man ihn nicht wenigſtens einen Winter über durch⸗ frieren läßt, ehe man ihn mit Miſt zuſammenſetzt, und ſo aufbringt, eine Wieſe dadurch auf Menſchenalter kann verdor⸗ ben werden. Ueber die Nothwendigkeit dieſes vorherigen Durch⸗ frierens des Moders wird noch mehreres vorkommen. Man ſtauet auch wohl hie und dort einen Bach auf, um das Waſſer über die Wieſen zu bringen. Man beobachtet dabei, daß es kein Moorwaſſer ſeyn darf. Es giebt ſelbſt im Münſterſchen ein Beiſpiel, wo ein Freibauer durch die Richtung eines elenden Feldbaches auf einen erhabenen Sandhügel dieſen weggeſpült, und ſich dadurch eine prächtige Wieſe verſchafft hat. Die Landwirthe, die nicht allzuweit von der Cleviſchen und Holländiſchen Grenze wohnen, fahren dahin und kaufen ſich Heu ein, wovon aber ein guter Theil in den Wallhecken hän⸗ gen bleibt, welche die Wege dahin eindämmen, worüber der gute Bußmann ſich ſo ſehr beklagt. Der Preis der Heuwieſen iſt nach dem Verhältniſſe ſeiner Güte und der Orte ſehr verſchieden. Vor der franzöſiſchen Be⸗ ſitznehmung kaufte jemand im Amte Bochold den Morgen des daſigen beſten Heugrundes zu 43 Rthlr., des mittleren zu 28, des ſchlechten zu 22. Er verpachtet erſteren zu 1 Rthlr. 12 gGr., letzteren zu 21 gGr. In guten Jahren wirft dieſer, 208— der ſchlechte Wieſengrund, 860 bis 850 Pfund Heu ab. Durch die äußerſt drückende Steuer, womit der Grund und Boden in dieſer Gegend überlaſtet iſt, iſt auch der Kaufpreis des Heu⸗ grundes merklich gefallen. Auch in dem Amte Ahaus verliert der Werth der Wieſen 20 p. C. ſeit der hohen Beſteuerung. Faſt alle Wieſen dieſer Gegend werden nur einmal, und zwar erſt nach der Roggenernte, gemähet, nachher mit Vieh betrieben. Wo die Wieſen nicht eingefriediget ſind, kann die Weide von fremdem Viehe vor dem 23. April nicht gehindert werden.— Es herrſcht hier noch ein beſonderer Mißbrauch. Wo mehrere Eigenthuͤmer eine Heuwieſe in unzertheilter Ge⸗ meinſchaft benutzen, wird ſie in eben ſo viele Parzellen, als Eigenthümer ſind, vertheilt, wovon die Benutzung alljährlich unter ihnen wechſelt. Der gierige Mitbeſitzer, und mehr noch der, welcher ein ſolches Parzel für ein Jahr gepachtet hat, rich⸗ tet ſeine Senſe ſo, daß er beinahe die Narbe mit wegmäht, ſo daß das Gras ſich erſt nach ein Paar Jahren von dieſer Wunde erholen kann. Daß dabei ein betriebſamer Eigenthü⸗ mer auf keine Verbeſſerung denken wird noch darf, verſteht ſich von ſelbſt. Der Preis von 1000 Pfund Heu iſt im Durchſchnitte 6 bis 7 Rthlr. Ein Mann mäͤhet ſo viel Gras per Tag, daß es getrocknet 13 bis 25 Zentner Heu giebt, je nachdem die Wieſe gut oder ſchlecht beſetzt iſt. Sein Tagelohn bei eigener Koſt beträgt p. Morg. 13 gGr., auch etwas Bier und Branntwein, das ihm gereicht wird. Die geſammten Heuwerbungskoſten vom Mähen, Heuen und auf eine Viertelmeile weit Einfahren belaufen ſich auf 2 Rthlr. 13 gGr. für ein Fuder von 2000 Pfund. Ohne das Einfahren rechnet man gewöhnlich 1 Rthlr. Unkoſten auf 1000 Pfund Heu. VI. Dung und Dungllätte. Stroh, Laub, Schilf, Moos, Heidekraut und Heideplaggen ſind das Streumaterial, deſſen man ſich bedient. Sand iſt nicht üblich, es möͤchte denn hier oder dort ein Gaſtwirth ſeyn, der ihn in ſo hatt tentheil ſal. J ſind zu deſto be⸗ Audh maͤndern, auf ſcha vloßem mal ſot da dieſ bringt. Plaggen dorben! ker wird entwade geſetz. da ma liegen ſandige Gtälle, das be dem Er dern gre Feldes Länge! A Vorfra det Cr habe, ſtand in das ſchuldi di der Plc ſtera Sähwe ab. Dutch und Boden is des Heu⸗ der Wieſe mal, und wit Vieh kann die zt gehindert Mißbrauch. theilter Ge⸗ zellen, als alljährlich mehr noch that, rich⸗ t wegmaͤht, von dieſer r Eigenthü⸗ rf, verſteht hſſchnitte 6 ag, daß es die Wieſe gener Koſt ranntwein, bungskoſten t Einfahren e von 200 ich 1 Rihl iideplaggen und iſt nich h ſeyn, de 209— ihn in den Pferdeſtall bringt. Da man nicht viel Heu hat, ſo hat man auch nicht viel Streuſtroh, indem man dieſes größ⸗ tentheils auffuüttert. Die Plaggen bleiben alſo das Hauptſtreu⸗ ſal. Ich rede von den Heideplaggen, denn die Grünplaggen ſind zu ſelten und ſind auch nicht zum Einſtreuen, wiewohl deſto beſſer zur Miſchung mit Miſt geeignet. Auch in dem nahen Dellbrücker Lande, wie in allen Sand⸗ ländern, ſpielen die Plaggen eine große Rolle. Man hält ſie auf ſcharfem Sande für unentbehrlich, indem der Roggen bei bloßem Strohmiſte verbrennen würde. Am Sommerroggen zu⸗ mal ſoll man die Nothwendigkeit des Plaggendüngers erkennen, da dieſer ohne ihn verſcheint oder nothreift, daher nichts bei⸗ bringt. Doch geſteht man auch, daß der Boden durch zu viele Plaggen, wenn ſie nicht zureichend mit Dung verſetzt ſind, ver⸗ dorben werden kann, und der ſchrelle Sand dadurch noch ſchrel⸗ ler wird. Die Plaggen werden einen Zoll dick gehauen, und entweder im Stalle eingeſtreut, oder auch mit Miſt in Haufen geſetzt. Erſteres wird dennoch für beſſer gehalten, um ſo mehr, da man hier den Dung ſo lange im Stalle läßt, als er darin liegen bleiben kann. Hat man keine Plaggen, ſo wird der ſandige Grund von dem Felde ſelbſt genommen und in die Ställe, zumal unter die Schafe, gebracht. Dieſer Dung giebt das beſte Stroh und das meiſte Korn. Man ſticht aber zu dem Ende auf dem Felde nicht die ganze Oberfläche weg, ſon⸗ dern gräbt alle 3 bis 4 Fuß eine Rinne über die Queere des Feldes aus, welche ſich denn hernach durch das Pflügen in die Länge und das Eggen wieder füllen. Hier dann noch einmal die Unterſuchung der wichtigen Vorfrage über die Plaggen, welche ich ſchon bei Gelegenheit der Cultur in den Grafſchaften Tecklenburg und Lingen berührt habe, und worauf ich mich zum Theil beziehe. Dieſer Gegen⸗ ſtand iſt für die Sandländer ſo wichtig, und zum Theil ſo ſehr in das Markenweſen mit einverflochten, daß ich um keine Ent⸗ ſchuldigung für etwas Weitläufigkeit bitten darf. Die Frage zerfällt in zwei Haupttheile, nämlich 1) iſt der Plaggenhieb unter ſichern Umſtänden nothwendig, oder 2) iſt er auf jeden Fall unentbehrlich?— Ueber keinen Punkt der Schwerz, Landwirthſch. 14 — 210— mir gegebenen Aufſchlüſſe ſind die Meinungen der Landwirthe auf Sandboden ſo übereinſtimmend, als über den erſten, oder die Nothwendigkeit der Heideplaggen. Dieſe Nothwendigkeit gründet ſich: a. auf die Gierigkeit des Bodens nach Dünger; b. auf ſeinen geringen Strohertrag, daher Abgang an Streumaterial; c. auf den Abgang an Gras, Heu und künſtlichem Futter⸗ gewächſe, wodurch das wenige Stroh größtentheils aufgefüttert wird; d. auf das Feldſyſtem oder die Fruchtfolge. Je mehr dieſer Umſtände an einem Orte zuſammentreffen, je größer und unbedingter wird die Nothwendigkeit eines Streu⸗ und Dungſurrogats.— Daß ein ſolches Zuſammentreffen von Umſtänden auf Sandboden nicht ſelten ſtatt habe, iſt keinem Zweifel unterworfen; alsdann iſt aber ein ſolcher Boden auch keiner Cultur werth, und würde weit beſſer zu Holz zu verwen⸗ den ſeyn. Iſt aber einmal die Anſiedlung darauf geſchehen, alſo keine Wahl mehr zu treffen, ſo muß wohl aus Noth Tu⸗ gend gemacht werden, und hundert Morgen Land müſſen wüſt und öde liegen bleiben, um zwanzig Morgen kümmerlich in Grün zu kleiden. Hieraus erginge die anzunehmende Vorſichts⸗ maßregel: Nicht unbedingt und allenthalben die An⸗ ſiedelung in den Marken zu geſtatten, ſon dern nur da, wo Bodenund Lokalitätendie Hoffnung zueinem befriedigenden Fortgange rechtfertigen. Eine ſichere kleine Regierung hat durch das Gegentheil einen traurigen Be⸗ leg zur Erweiſung der Nothwendigkeit jener Maßregel geliefert. An ſolchen Orten alſo wäre bei der Theilung der Marken mit großer Umſicht zu verfahren. Es iſt wahr, daß eine gänz⸗ liche unbedingte und ploͤtzliche Theilung keinen der ſtark Bethei⸗ ligten hindern wuͤrde, vor wie nach ſeine Plaggen zu beziehen, indem er auf ſeinem eigenen Boden finden würde, was er ſonſt allenthalben zuſammenſuchen mußte; allein das Gegentheil iſt der Fall bei den wenig Betheiligten, zumal bei den Heuerlin⸗ gen, den Heidejunkern u. ſ. w. Verhäͤltnißmäſſig benutzt der Arme die Gemeinheiten ungleich mehr als der Vermögende, — 2 —— 4 ſowohl zug alt oft gat ſiert e hischen nag er ihn hier päͤchter kommen ancheil Vorket ſchehe, Viehfu tung d üͤbergehe don me zufälli lein e Dieſer Kartoff ſo iſt? Klee ge hier nie auf all Ich be entgege Nagg bandwitthe ſten, oder wendigkeit zgang an m Futter⸗ ifgefüttert nentreffen, ſes Streu⸗ effen von ſt keinem den auch d deywen⸗ geſchehen, Noth Tu⸗ üſſen wüſt nerlich in Vorſichts⸗ die Au⸗ ern nur neinem ne ſichere eigen Be⸗ geliefert. r Marken eine gän rk Bethei⸗ beziehen, ser ſonſt rtheil iſt heuerlin⸗ nutzt der nögende, ſowohl in Bezug auf die Weide und den Brand, als in Be⸗ zug auf den Plaggenhieb, er, der an der Mark am wenigſten, oft gar nicht berechtigt iſt. Verliert er jenen Genuß, ſo ver⸗ liert er ſeine ganze Exiſtenz, er verliert Alles. Da wo ſein bischen Feld von ſolcher Art iſt, daß es Klee tragen kann, da mag er zurecht kommen, allein auf einem Boden, ſo wie wir ihn hier unterſtellt haben, iſt er verloren.— Selbſt die Zeit⸗ pächter können mehr oder weniger in die nämliche Verlegenheit kommen, je nachdem ihr betheiligter Gutsherr ſeinen Marken⸗ antheil zu ſeiner Privatbenutzung beſtimmt. Es müßte da Vorkehrung getroffen werden, daß ſolches nur ſtufenweis ge⸗ ſchehe, daß der Herr ſeinem Paͤchter mehr' freies Land zu Viehfutter einräume, damit er ſich immer mehr zur Entbeh⸗ rung der Plaggen vorbereiten und allmählig zur Stallfütterung übergehen könne. Doch ich entferne mich wirklich viel zu weit von meinem eigentlichen Gegenſtande und komme daher auf dieſen zurück. Unter den angeführten vier Urſachen der Nothwendigkeit der Plaggen könnte man vielleicht die der Fruchtfolge als blos zufällig betrachten, und ſie nur weggeräumt wiſſen wollen, al⸗ lein es iſt auf aͤußerſt ſchlechtem Sandboden nicht an dem. Dieſer iſt nur zu Roggen und Spörgel und höchſtens zu etwas Kartoffeln tauglich. Will er Rüben oder Buchweitzen tragen, ſo iſt er ſchon beſſer, aber darum doch noch nicht immer zum Klee geeignet. An eine Verbeſſerung der Rotation iſt alſo hier nicht zu denken. Indeſſen bin ich weit entfernt, dieſes auf alle Sandgegenden Weſtfalens ausdehnen zu wollen. Ich behaupte gegentheils, daß der Mehrtheil davon in dem entgegengeſetzten Falle iſt, und daß, wenn man daſelbſt die Plaggen als nothwendig betrachtet, dieſes nur von einer rela⸗ tiven und keiner abſoluten Nothwendigkeit verſtanden werden müſſe. Es könnte vielleicht auch wohl dieſelbe Bewandtniß ha⸗ ben mit der Unentbehrlichkeit der Plaggen oder dem zweiten Theile der vorgelegten Frage. Ich ſage: vielleicht, weil ich das Gegentheil durchaus nicht erwieſen glaube. Hierüber muß ich mich erklären. Es fraͤgt ſich nämlich: ob, wenn jemand 14* — 212— auch mit zureichendem Strohe und Dünger verſehen wäre, ob, ſage ich, dann die Heideplaggen ohne Nach⸗ theil entbehrt werden können?— Alles ſcheint für die Bejahung dieſer Frage zu ſtimmen und ſie außer Zweifel zu ſetzen, und doch wird ſie nicht allein durch die allgemeine Meinung bezweifelt, ſondern auch durch mehrere Erfahrungen beſtritten. Die wenigen Perſonen, welche für die Entbehrlich⸗ keit in gedachtem Falle ſtimmen, haben entweder ſelbſt keine Erfahrung darüber gemacht, wozu ich auch den wackern Buß⸗ mann zähle, der, ungeachtet ſeiner Wirthſchaftlichkeit und ſei⸗ ner Stallfütterung, doch immer noch Plaggen zu Hülfe nimmt; oder ſie haben einen beſſern Boden vor Augen, wie der intelli⸗ gente Geucking,„und doch, ſagt dieſer, wage ich es nicht zu entſcheiden, ob ſolches ohne allen Nachtheil geſchehen könne; denn man iſt bei mir überzeugt, daß der Plaggendung das beſte Stroh und auch das beſte Korn erzeuge.“«—„Es giebt allhier ſo leichten Boden, ſagt ein anderer, daß er im Früh— jahre kein Stroh leiden will, wo daher die Plaggen unentbehrlich ſind.“—„Meiner Meinung nach, ſagt Dr. Meyer, werden die Plaggen auf Sandboden nicht wohl zu entbehren ſeyn, wenn auch in den Wirthſchaften ſo viel Stroh gewonnen würde, daß das Land zureichend damit ausgedüngt werden könnte. Ohne alle Plaggendüngung würde, meiner Erfahrung nach, eine Ver⸗ minderung der Körner erfolgen; indeſſen giebt der Sandboden alsdann den höchſten Ertrag, wenn abwechſelnd mit Stroh⸗ und Plaggendung gedüngt wird.“— Daſſelbe beſtätigen meh⸗ rere Landwirthe aus dem Amte Bochold.—„Bei mir, ſagt Dr. Bispinck, häͤlt man den Plaggenmiſt für entbehrlich; allein in Vreden und Altſtätte verliert man an Koͤrnern, wenn nicht ab⸗ wechſelnd mit Stalldung und Plaggen gedüngt wird. Selbſt eine vermehrte Stalldüngung ſoll, nach der Verſicherung eines wirklich einſichtsvollen Landwirths aus Altſtätte, den Abgang an Plaggen nicht erſetzen können.“— Ich übergehe mehrere, und komme zu einem ſehr gewichtvollen Zeugniſſe des Guts⸗ beſitzers von Heiden, der eine Branntweinbrennerei, Stallfütte⸗ rung und Kenntniſſe, Mittel und Willen genug hat, um einen entſcheidenden Verſuch zu machen. Auch er war wider allen Plagge an gu ſo wie er nich körnte, ſtand; Stroh; wieder, und vot zurück. merkſa Glaub vernah ſoll na wenn ie wirthſeh E Heiden werder geſetzt zumal für un gen un durchei Schafd. wegen Boden anhaͤlt T ſtreue will, de der mit 3. fen ne ert ſpi da he verſehen dne Nach⸗ ſcheint für jer Zweifel allgemeine fahrungen lthehrlich⸗ löſt keine ern Buß⸗ t und ſei⸗ fe nimmt, der intell⸗ 3 nicht zu in könne; pung das Es giebt im Fruh⸗ entbehrlich *, werden eyn, wenn ürde, daß ie. Ohne eine Ver⸗ andboden Strohe gen meh⸗ ſagt Dr. allein in nicht ah⸗ d. Selhſt zung eines n Abhang mehtere, 16 Guts⸗ tallfütte⸗ im einen det allen * — 213— Plaggendung, um ſo mehr, als es ihm an Stallmiſt, und zwar an gutem Stallmiſte, nicht fehlte; allein mit aller Vorliebe, ſo wie mit allem Eifer, womit er die Sache betrieb, konnte er nicht hindern, daß ſein Getreide von Jahr zu Jahr weniger körnte, und es hierin bei weitem unter dem ſeiner Nachbarn ſtand; ſo daß er befürchten mußte, am Ende nichts als bloßes Stroh zu erndten. Er gab alſo nach einigen Jahren die Sache wieder auf, nahm ſeine Zuflucht von neuem zu den Plaggen, und von dem Augenblicke an kamen die Körner zu den Aehren zurück.— Man hatte mich ſchon früher auf dieſes Beiſpiel auf⸗ merkſam gemacht; ich ſchwankte aber noch immer in meinem · Glauben, bis ich die Sache umſtändlich von demjenigen ſelbſt vernahm, der dieſe Erfahrung gemacht hatte.— In der Twente ſoll nach v. Bönninghauſen durchaus derſelbe Fall ſeyn, und wenn ich dieſen letztern Namen anführe, ſo kann man in lond⸗ wirthſchaftlicher Rückſicht etwas darauf bauen. So viel über die Nothwendigkeit und Unentbehrlichkeit der Heideplaggen!— Um ſie als düngende Maſſe vorzubereiten, werden ſie entweder eingeſtreut oder auf dem Felde in Haufen geſetzt, oder es wird die Miſtſtätte damit gedeckt. Erſteres hat zumal in den Schafſtällen Statt, und man erachtet ſie daſelbſt für unübertrefflich. Man ſtreut jeden Morgen eine Lage Plag⸗ gen und läßt ſie ſo lange unter den Schafen, bis dahin alles durcheinander getreten und hinreichend angefault iſt. Dieſer Schafdung, obgleich er vor jedem andern ſeiner Wirkſamkeit wegen den Vorzug hat, dauert dennoch nur ein Jahr in dem Boden, ſtatt daß der Kuhplaggendung 2 bis 3 Jahre darin anhält. Derjenige, der viel Plaggen und Moos in ſeine Ställe ſtreuet, und den daraus hervorgehenden Dung ſchnell benutzen will, ſetzt ihn, wenn er ausgeworfen iſt, auf Haufen am Ran⸗ de der Miſtſtätte und begießt ihn, wenn er ſich zu ſehr erhitzt, mit Jauche. Um ſeine Reife zu befördern, werden ſolche Hau⸗ fen nur locker aufgethürmt.— Soll gegentheils der Dung erſt ſpät gebraucht werden, wie im Sommer, wo man ihn auf den Herbſt zuſammenſpart: ſo wird der Stallmiſt auf der Miſt⸗ 214— ſtätte ausgebreitet, ſo feſt wie möglich getreten und mit einer Schichte Plaggen gedeckt. Auch die Haufen, die lange ſitzen ſollen, werden feſt zuſammen gepackt. Werden die Plaggen, ohne eingeſtreut zu werden, in Hau⸗ fen aufgeſetzt, ſo wird auf jede zehn Fuder ein Fuder Miſt genommen, und dieſer in dünnen Lagen zwiſchen den Plaggen eingeſchichtet. Man legt die Haufen ſehr groß an, giebt ihnen eine runde Form, aber nicht mehr als 5 Fuß Höhe. Man läßt ſie ſo lange ſitzen, bis daß ſie gehörig(nach dem hieſigen Aus⸗ drucke) gebrennt haben; dann werden ſie aufgefahren und ſo⸗ gleich untergepflügt. Auf welche Art man aber auch immer die Heideplaggen anwenden will, ſo ſieht man vorzüglich darauf, daß ſie vorher durch und durch ausgetrocknet ſind. Zu dem Ende werden ſie im Juli geſammelt und erſt im September mit Miſt in Hau⸗ fen gebracht; es gehen dann 3 bis 4 Wochen darauf, ehe ſie brauchbar werden. Ueber die Güte des Plaggendungs für Sandboden iſt nur eine Stimme. Derjenige Dung aber, zu dem ſtatt der Plag⸗ gen mit bloßem Heidekraut eingeſtreut worden, ſoll als⸗ dann bei weitem ſo gut nicht ſeyn, und dieſes Kraut ſehr ſchwer darin verweſen. Da die Plaggen durchgehends auf einem Bo⸗ den gehauen werden, der ſchlechter iſt als das Feld, was ſie bedüngen ſollen, ſo iſt ſchwer zu ſagen, wie der damit aufge⸗ brachte ſchlechte Sand auf einem beſſern Boden von guter Wir⸗ kung ſeyn könne. Was mir am wahrſcheinlichſten vorkömmt, iſt: daß dieſer Sand nur mittelbar zur Fruchtbarkeit der Erde beitrage und zwar durch eine ſchnellere Zerſetzung des abgeplagg⸗ ten Heidekrauts, die er vielleicht durch ſeine eigene Erhitzung in dem Haufen oder als Streue befördert. Auch weiß man, daß ein Land durch zu öftern Plaggendung verdorben werden kann; daher man wo möglich mit ihm und Stroh, Stallmiſt oder Grünplaggen abwechſelt, und alsdann ſicher iſt, die beſten Früchte zu erzeugen. Auch ſind es nur die ſchlechten Bauern, die ihre nahe gelegenen Felder unausgeſetzt mit Plaggendung düngen. lenthalbe Von Plaggen auſgeſchi 19 Quad worauf d und ein; und eint noch all düngen. gendung tniſt. Endd aber nur den, d boden, ſo gut etwa 2 anders gern ma naͤmliche man Kö des Mer ten Bod könnte it jedeswa nommel dern au aufgelt ge holung den iſt, mich alle ben.— Inhten. mit einer ange ſihen n, in Hau⸗ uder Miſt n Maggen iebt ihnen Man laͤßt ſigen Aus⸗ ein und ſo⸗ ideplaggen ſie vorher eerden ſie in Hau⸗ e, dhe ſee hen iſt nur der Plag⸗ ſoll als⸗ ehr ſchwer inem Bo⸗ pas ſie it aufge⸗ ater Wir⸗ dorkömmt, der Eide aogeplagg⸗ Erhitzung heiß man, en werden Etalmiſt die beſten Bauern, ggendung düngen. Die entfernten Felder müſſen ſich ſolches freilich al— lenthalben gefallen laſſen. Von den Plaggendunghaufen, das heißt ſolchen, wo die Plaggen nicht eingeſtreut, ſondern trocken mit etwas Stallmiſt aufgeſchichtet werden, wird ein zweiſpänniges Fuder auf jede 10 Quadratruthen, alſo 18 Fuder auf den Morgen erfordert, worauf der Acker an den meiſten Orten zwei Jahre Roggen und ein Jahr Buchweitzen, an andern aber nur einmal Roggen und einmal Buchweitzen zu tragen pflegt. Man geſteht den⸗ noch allenthalben ein, daß es beſſer ſeyn würde, alle Jahre zu düngen. Gerſte und Oelſaamen gedeihen gern in ſolchem Plag⸗ gendunge der Schaafſtälle, der Flachs aber will reinen Stroh⸗ miſt. Endlich bedient man ſich auch wohl moorartiger Plaggen, aber nur nicht auf Kleiboden, indem ſie ſolchen ſo ſehr verder⸗ ben, daß kein Dünger mehr darauf hilft. Selbſt auf Sand⸗ boden, wenn man ſie zu oft aufbringt, ſollten ſie auch noch ſo gut mit dem Miſte zuſammengefault ſeyn, bringen ſie nach etwa 20 Jahren eine merkliche Unfruchtbarkeit hervor, die nicht anders als durch das Mergeln gehoben werden kann, ſo un⸗ gern man ſich auch an dieſes macht, indem man weiß, daß die nämliche Vorrichtung periodiſch wiederholt werden muß, wenn man Körner auf dem Felde erzielen will. Die Nothwendigkeit des Mergels, um einen durch ſolche moorige Plaggen verſäuer⸗ ten Boden wieder in Stand zu ſtellen, iſt einleuchtend; es könnte ihm aber dadurch vorgebeugt werden, wenn der Mergel jedesmal zugleich mit in die moorigen Plaggenhaufen aufge⸗ nommen würde, wodurch nicht allein ihre Saͤure gehoben, ſon⸗ dern auch der nicht allzuſtark verkohlte darin enthaltene Humus aufgelöſet, der Dung alſo wirkſamer gemacht würde. Schwerer iſt die Nothwendigkeit der periodiſchen Wieder⸗ holung des Mergelns, wenn ſolches einmal unternommen wor⸗ den iſt, zu erklären, und doch eben ſo wenig zu läugnen, wie mich alle in Weſtfalen geſammelte Erfahrungen überzeugt ha⸗ ben.— Auf den Roggen zumal wirkt der Mergel in den erſten Jahren unglaublich. Auf einem meiner Höfe, ſagt der R. R. — 216— Langenberg, wo zwei Päͤchter gemeſſen gleiches Land, und die dritte Garbe abzugeben haben, brachte derjenige, der ſein Rog⸗ genland friſch gemergelt hatte, mir 4 Scheffel Roggen in einem Jahre mehr als der andere; er hatte alſo, bei übrigens durch⸗ aus gleicher Wirthſchaft, 12 Scheffel mehr producirt, als ſein Nachbar. Die Aſche(nur nicht die Holzaſche, welche zum Bleichen dient) wird zur Düngung der Wieſen verwendet, oder auch für den grünen Aufbruch irgend einer Dreiſche oder Weide, in welche man Lein zu ſaͤen gedenkt, ſorgfältig aufbewahrt. Man ſetzt die Aſche mit Stallmiſt, Cloakenauswurf und ſonſtigen leicht faulenden Sachen zuſammen und verwendet dieſen Com⸗ poſt vorzugsweiſe zu Kopfkohlpflanzen. Verſuche mit Seifen⸗ ſieder-⸗Aſche über den Klee geſtreut haben nichts gefruchtet. Das Unterpflügen der Vegetabilien iſt wohl bekannt;„al⸗ lein, ſagt der Vikar Hecking, der Bauer ſieht es für groß Sünde an, den Klee oder Spörgel, den ſeine Kuhe noch nutzen könnten, unterzupflügen; aber daraus macht er ſich kein Ver⸗ brechen, den Klee 3 bis 4 Jahre ſtehen zu laſſen und den Acker ſo lange abzumähen, als ſich noch ein Kleeblatt darauf blicken läßt, ſollte es auch darauf ſo ſelten ſeyn wie ein vierblättriges, nach welchem die Kinder oft einen Tag vergebens ſuchen. Iſt dann auch dieſes letzte Zeichen von Leben verſchwunden, dann kömmt der Bauer mit ſeiner ſchweren Plaggenhacke, um den Acker zu ſchinden, nimmt eine 3 bis 4 Zoll tiefe Krume weg, und führt ſie einem andern noch erbärmlicheren Felde zu, wodurch er dann den erſten Acker zu Grunde richtet, ohne daß ihn ſein Gewiſſen einer Sünde zeiht.“ Indeſſen geſchieht das Unterpflügen der Vegetabilien doch manchmal an andern Orten, aber nur mit Buchweitzen, der erfroren iſt, oder auf weit entfernten Feldern mit Spörgel, der in der Blüthe ſteht, zumal wenn ein ſolches Feld zu ſtark verunkrautet iſt und es wie Brache behandelt werden muß. Alsdann wird der Spörgel auf die vorletzte Furche geſäet, und hernach mit der Saatfurche umgeſtürzt. Die Grünplaggen, da wo man ſie hat, ſpielen eine große Rolle unter den Dungſurrogaten, und da, wo man ſie nicht hat, ſu Weiſe d Det Man ſu mit Mi Maggen den ſollen gedüngt. Uebe kann ich lonus Um ſich waͤnde lorene) zung bei lichkeit!: maͤſſigen Wege, fallende ten The er nimn fälinger, Er eigne zu. Mi Er f einen laͤ durchſchic Ackerſebd ſtichen dem erſ Iſt der und zu ſchrotet damit G kommen. Raum zu doll ha , und die ſein Rog⸗ in einem * ſens durhe als ſein Bleichen auch für Leide, in hrt. Man ſonſtigen ieſen Com⸗ it Seifen⸗ htet. unt; zal⸗ for große toch nutzen kein Ver⸗ en Acker ſo licken läͤßt, gges, nach Iſt dann un kömmt Acker zu zund führt her dann „Gewiſſen fuͤgen der he nur mit en Feldern ein ſolches hehandelt vorletzte kürzt. ne große ſie nicht — 217— hat, ſucht man ſich ſolche nicht ſelten auf eine unrechtmäſſige Weiſe von den Gemeinweiden zu verſchaffen. Der Bauer bewahrt ſie hauptſächlich für ſeine Herbſtrüben. Man ſucht ſie im Sommer herbei, und bringt ſie noch friſch mit Miſt in Haufen zuſammen. Die Dreiſche muß ihre eigene Plaggen dazu hergeben. Die Weiden, welche aufgebrochen wer⸗ den ſollen, werden auch gewöhnlich mit ihren eigenen Plaggen gedüngt. Ueber die Art und Weiſe, die Grünplaggen zu behandeln, kann ich nichts beſſeres als das muſterhafte Verfahren des Co⸗ lonus Bispinck, Bürgermeiſters zu Meſſum, hier anführen. Um ſich ſolche zu verſchaffen, benutzt er den Rand, die An⸗ waͤnde ſeiner Felder, die Feldwege und alle grastragende ver⸗ lorene Plätze. Da er eine anſehnliche und ſchöne Holzpflan⸗ zung bei ſeinem Gute hat, ſo hat er ſolche zu größerer Bequem⸗ lichkeit und beſſerer Bewirthſchaftung des Gehölzes mit regel⸗ mäſſigen Fahrwegen nach allen Seiten durchſchnitten. Dieſe Wege, die ſich leicht benarben und alle Jahre durch das ab⸗ fallende Laub und Gereiſe bereichern, verſchaffen ihm einen gu⸗ ten Theil Grünplaggen, ohne ſeinem Gehöͤlze zu ſchaden; denn er nimmt ſich wohl in Acht, nach dem Beiſpiele ſo vieler Weſt⸗ fälinger, die Oberfläche zwiſchen dem Holze ſelbſt wegzunehmen. Er eignet ſich nicht einmal das Laub und die Nadeln davon zu. Mit einem Worte: er raubt nicht, um zu geben! Er fährt zuerſt ſeine Plaggen zuſammen und bildet davon einen laͤnglichen Haufen. Um aber weiter damit zu reichen, durchſchichtet er ihn mit eben ſo viel Erde, die er von ſeinen Ackerfeldern zieht. Er läßt zu dem Ende mit einzelnen Spaten⸗ ſtichen den Grund hie und da davon wegnehmen, ſo daß bei dem erſten Pflügen und Eggen alles wieder ausgeglichen wird. Iſt der Plaggenhaufen gebildet, ſo wird Miſt herangefahren und zu beiden langen Seiten des Haufens abgeladen. Nun ſchrotet man den Haufen an einem ſeiner Enden ſenkrecht ab, damit Erde und Raſen auf dieſe Weiſe beſſer unter einander kommen. Man wirft das Abgeſtochene etwas von ſich weg, um Raum zur fernern Arbeit zu erhalten, und fertigt damit eine 6 Zoll hohe Schichte an. Auf dieſe Grundſchichte kömmt eine 218— von Stallmiſt, den man, wie geſagt, zur Hand hat; man faͤhrt dann mit dem Abſchrooten und Schichten des Plaggengrundes mit untergeſchobenem Miſte fort, bis man ſich Raum genug ver⸗ ſchafft hat, wieder eine neue Schichte auf dem Boden anzulegen und auf dieſe Art einen neuen Haufen anzuſertigen. So bleibt denn alles bis zum Gebrauche liegen.— Ein ſolcher Dung iſt wirklich ein herrlicher Dung für Sandboden. Bei Südlohn faͤngt man an, friſchgegrabenen Lehm mit langem Stallmiſt zuſammen zu ſchichten, ſolchen den ganzen Winter über liegen zu laſſen, und auf Sand davon Gebrauch zu machen. Der Erfolg ſoll dieſem Verfahren vollkommen ent⸗ ſprechen. Jauche vor oder nach dem Regen über Klee oder leeres Land zu fahren, hat in Bochold der Wirth Rubrock eingeführt, und ſchon hat der Erfolg ſeines Beiſpiels auf mehrere Andere ſeiner Gegend eingewirkt. Bekanntlich aber gewährt das Be⸗ jauchen nur Geile für eine Saat. Man verwendet den Pferdemiſt am liebſten auf tiefen, feuchten, thonigen und moorigen Boden, ſo wie zu Oel⸗ und Gartengewächſen; den Schweinemiſt zu Kopfkohl. Schafplaggen⸗ dung dient vorzüglich zur Roggenſaat, Grünplaggendung zu Herbſtrüben und menſchliche Exkremente mit Aſche, Stallmiſt und Jauche zuſammen gemiſcht und recht vergohren zu Kopfkohl. Zu Winterfrüchten hält man den friſchen Miſt für den beſten, auch daß er am längſten im Boden anhalte. Gerſte und andere Sommerfrüchte gedeihen beſſer in gegohrnem Dung, und leiden nicht ſo viel bei der Trockenheit.. Man iſt ziemlich allgemein für das ſchnelle Unterpflügen des Miſtes, und treibt die Gewiſſenhaftigkeit an einigen Orten ſo weit, daß man es kaum wagt, ihn am Abend vor dem Pflü⸗ gen auszubreiten, aus Furcht, der Regen möge ihn treffen und ihm alle Kraft benehmen!!! Doch geſtehen Andere, nach zu⸗ fälligen Erfahrungen, daß das Längerliegenlaſſen des Dunges keine ſchlimme Wirkung gehabt habe. Nur in der Gegend von Rheine herrſcht eine andere Anſicht. Man läßt daſelbſt den Miſt eine Zeitlang über dem Felde gebreitet liegen, damit er, nach dem Bauernausdrucke, ſeine ſchädlichen ſauern dheile Colonus nicht ſe Die bung de darau iſ und nicht den iſt Nur wnthſcha Mau ten oder Gerſte. und awf gegenden von Bu ſehr bed man K S''ütgel ſeyn.— was eine die Cult hohen Ee trieben. Lein den Auf und aue ſchaft, Iſte 2tes rfährt daan rundes mit genug ver⸗ Nanzulegen 2 Go bleibt r Dung iſt Kehm mit gen ganzen a Gebrauch mmen ent⸗ nder leeres vingeführt, ere Andere a das Be⸗ aauf tiefen, 21 Oel⸗ und Hjafplaggen⸗ dendung zu Stallmiſt Kopſkohl. lt für den erſte und hung, und atetyftügen gen Orten dem Hfl⸗ ttreffen und e, nach zl⸗ es Dunges tgend von ſelbſt den amit er, ſauern — 219— Theile verliere. Von dieſer Meinung iſt auch der tüchtige Colonus Bispinck. Der Dung ſoll hier knappen und nicht ſappen.— Die Einrichtung der Dungſtätte läßt ſich aus der Beſchrei⸗ bung der weſtfäliſchen Gebäude erkennen. Der größte Fehler daran iſt, daß alles Waſſer von den Daͤchern dahin ſtrömt, und nichts zum Auffangen der überflüſſigen Jauche vorhan⸗ den iſt. Nur weil in dem Dunge der Stein des Wiſſens der Land⸗ wirthſchaft liegt, durfte ich ſo lange dabei verweilen. VII. Culturgegenſtände und Fruchtkolge. Man baut in den Sandländern Roggen, Buchweitzen, leich⸗ ten oder braunen Hafer, Sommerroggen, Sommerweitzen und Gerſte. Letztere beiden Gegenſtände kommen indeſſen nur ſelten und auf wohlgedüngten Stücken vor. In den öſtlichen Sand⸗ gegenden fängt man ziemlich häufig an, eine Art Mengkorn von Buchweitzen und Hafer auszuſäen, welches gewoͤhnlich einen ſehr bedeutenden Ertrag giebt.— An Futtergewächſen findet man Kartoffeln, Rüben, Möhren, etwas Paſtinaken, Kohl, Spörgel und ein wenig Klee, ſollte es auch nur für die Pferde ſeyn.— Unter den Handelsgewächſen iſt der Flachs das einzige, was einer Erwähnung verdient: der Hanfbau hat abgenommen; die Cultur der Oelſaamen wird vernachläſſigt. In einigen hohen Sandgegenden wird Handel mit dem Spörgelſaamen ge⸗ trieben.— Unter allen dieſen Produkten machen Roggen und Lein den Hauptgegenſtand hieſiger Cultur aus. Auf den meiſten Sandfeldern, nicht den allerſchlechteſten und auch nicht den allerbeſten, hat man eine Dreifelderwirth⸗ ſchaft, und dieſe iſt. iſtes Jahr Miſtroggen, alſo gedüngt, 2tes Jahr Brachroggen, nicht gedüngt(er ſollte eigentlich Stoppelroggen heißen), darauf Rüben oder Spörgel, 3tes Jahr Buchweitzen, nicht gedüngt. Auch wohl an etwas niedrigen Stellen Hafer. Dieſe ſchweren dreijährigen Feſſeln, worauf die Gutsherren — 220— ſo ängſtlich achten, machen das Unglück ihrer Zeitpächter und hindern ihr Aufkommen, mithin das des Ackerbaues. Plaggen und Plaggen und abermals Plaggen müſſen hier aushelfen. Vieles wird ſich nach der Theilung der Marken, wenn die Guts⸗ herren einſehen werden, daß ſie einen beſſern Gebrauch von ihrem Markenantheile machen können, hierin ändern. Auf ganz ſchlechtem Sandboden hat man 1 bis 4 bis 8 bis 12, ja bis 15 Jahre hinter einander Roggen, dann werden nach dem letzten Roggen im Herbſte Spörgel oder Rüben ge⸗ ſäet, und in dem folgenden Jahre wird Buchweitzen genommen, worauf die Reihe wieder mit dem Roggen anfängt. Der Rog⸗ gen verlangt alle Jahre eine Düngung. Man wechſelt dabei mit Stallmiſte und Plaggenmiſte ab, und bringt von erſtem 7 ½, von letztem 20— 25 Fuder auf. In ſolchen Gegenden hat man durchgehends auch etwas niedrigen Boden; auf dieſen wer⸗ den Flachs, Kartoffeln, Möhren, auch wohl Gerſte mit Klee ge⸗ nommen. Zwiſchendurch laufen denn ein Paar Roggenerndten, ſo daß man mit dem 7ten oder 8ten Jahre wieder auf den Flachs zurück kommt. Ueber das Gerathen oder Nichtgerathen eines Culturgegen⸗ ſtandes nach einem andern oder nach ſich ſelbſt, hat man hier folgende Beobachtungen: Roggen folgt vortheilhaft nach Buchweitzen, Wicken, Rog⸗ gen, Hafer und Kartoffeln, nach dieſen doch nicht allenthalben. Er gedeiht gar nicht nach Gerſte. Die beſte Vorfrucht zu Flachs ſind Kartoffeln. Klee iſt nur ſchlecht dazu geeignet, es ſey denn, daß er 2 Jahre geſtan⸗ den habe. Dagegen bringt man den Flachs unmittelbar auf eine friſch umgebrochene Dreiſche. Der Flachs liebt ein ge⸗ ſchloſſenes Land, und die Kleeſtoppel macht den Sandboden zu ſeiner Aufnahme zu locker; ſonſt kömmt nach Klee alles Uebrige ſehr vortrefflich. Nach Möhren läßt man am beſten Kartoffeln und auf dieſe Flachs folgen; gewöhnlich aber kömmt Roggen ungedüngt nach den Möhren. Ich muß dabei erinnern, daß die hieſigen Möhrenbeete ein wahres Potpourri ſind, wo Erbſen, Bohnen, Sommerrübſen, Rüben und Möhren, und vielleicht noch andere —j,.— Dinge ul Herbſt w dem Fel in vorhe Iſt zu de Dünger. ſey, alsda ſieht ſich Auch nach nommen, gepflugſo Für hier eine ſie haſ Paſtinake hat Geuc aber dut Zwiſchen je länge Na von Bo Weißhaf hafer all Drei verält n mit den zweierlei. abgehaue und nac Narbe! iſt. En Torfaſch ſicher au dann Ro beſtehen, Bnden w 2is 3 V V üchter ui Nlagga aushelfen. n die Guts. von ihrem bis 8 bis an werden Rüben ge⸗ genommen, Der Rog⸗ hhſelt dabei von erſtem genden hat dieſen wer⸗ it Klee ge⸗ generndten, er auf den aulturgegen⸗ t man hiet ſcken, Rog⸗ lenthalben. Klee iſt ſre geſtan⸗ attebat auf t ein ge⸗ ndboden zu dles Uerie auf dieſe züngt nach e hieſigen , Bohnen, boch andere Dinge unter einander laufen, wo man den ganzen Sommer und Herbſt was zu raffen hat, und wirklich einen hohen Ertrag von dem Felde zieht. Dabei iſt noch zu erinnern, daß dieſes Feld in vorhergehendem Herbſte ſchon Stoppelrüben getragen hat. Iſt zu dieſen gedüngt worden, ſo bedarf das Möhrenland keinen Dünger. Man hat ſogar die Erfahrung gemacht, daß es beſſer ſey, alsdann den Dung zu den Möhren wegzulaſſen. Es ver⸗ ſteht ſich, daß ein ſolches Land gepflugſpatet(rayolt) wird. Auch nach Sommergerſte, nach welcher ſonſt, den Klee ausge⸗ nommen, nichts geräth, wollen die Möhren kommen, wenn dazu gepflugſpatet worden. Für Früchte, die mit ſich ſelbſt unverträglich ſind, hat man hier einen eigenen ſehr paſſenden Ausdruck. Man ſagt nämlich: ſie haſſen ſich. So haſſen ſich Flachs, Klee, Winterrübſen, Paſtinaken, Kopfkohl, Erbſen 6, 8, 9 Jahre über. Dennoch hat Geucking über den Flachs einen Beweis vom Gegentheile, aber nur auf einem fetten Gartenfelde, wo der Flachs nach einem Zwiſchenjahre vortrefflich gerieth. Je ſchlechter der Boden iſt, je länger haſſen ſich jene Früchte. Nach wohlgedüngten Herbſtrüben kann man in der Gegend von Borcken zweimal Roggen ungedüngt folgen laſſen. Nach Weißhafer wächſt ohne neuen Dung keine Kornart, nach Braun⸗ hafer alles. Man betrachtet dieſen als eine halbe Düngung. Dreiſche kömmt in dieſen Sandgegenden nicht oft vor, ſonſt verhält man ſich mit der Beſtellung nach ihrem Umbruche wie mit den trockenen Weiden. Die Verfahrungsart dabei iſt zweierlei. Entweder wird die ganze Oberfläche mit der Hacke abgehauen, und in einen Haufen mit Miſt zuſammengebracht, und nachher der Boden damit gedüngt, oder man pflügt die Narbe vor Winter um, nachdem ſie vorher üͤberdüngt worden iſt. Ende Aprils bis zur Mitte Mai wird dieſe Narbe vereggt, Torfaſche darüber hergeſtreut und Leinſaamen geſaͤet, wobei man ſicher auf eine ſchöne Flachserndte zählen kann, nach welchem dann Roggen folgt. Soweit könnte dann die Sache mit Ehren beſtehen, wenn unter dieſen Roggen Klee geſaͤet wird, und der Boden wieder zu Gras liegen bleibt; wenn man aber nun noch 2 bis 3 Jahre an dem Boden fortmelkt, bis ihm der letzte —-— 222— Krafttropfen entzogen iſt, dann mag er wohl in langen Jahren kein Kalb mehr ernähren, wie ſolches an einigen Orten, nament⸗ lich um Borcken, der Fall iſt. Da die Fruchtfolgen auf dem Münſterſchen Sandboden ſo wenig Intereſſantes darbieten, ſo fuͤhre ich hier diejenigen an, welche der Gutsbeſitzer v. Heiden angenommen hat, und bemerke dabei zum voraus, daß ſeine Wirthſchaft mit einer Branntwein⸗ brennerei verbunden iſt. Sein Boden iſt ganz leichter Sand, die Größe ſeines Areals 91 Morgen. In 7 Schläge vertheilt fallen auf jeden derſelben 13 Morgen. 1. Kartoffeln, gedüngt mit 9 Fuder Miſt. 2. Flachs mit Möhren, Sommerroggen, Sommerweitzen— Gerſte mit Klee. 3. Buchweitzen mit Rüben, Spörgel, darauf Buchweitzen — Klee. Alles grün abgefüttert, gedüngt wie im erſten Jahre. 4. Roggen, darauf Spörgel und Stoppelrüben. 5. Buchweitzen. 6. Roggen, gedüngt wie 1 und 3, darauf Spörgel und Stoppelrüben. 7. Rauh⸗ oder Braunhafer auf hohem, weißen Hafer auf niederem Boden. VIII. Cultur der Wildgründe. Da ſie einigermaßen zur Fruchtfolge gehöͤrt, oder doch ganz gewiß, da die Fruchtfolge die Seele bei dem Aufbruche ſolcher wüſten Gründe iſt, ſteht die Cultur hier nicht an ihrem unrech⸗ ten Orte. Leider aber läßt ſich das Münſterländiſche Verfahren dabei nicht zum Grunde legen. Iſt man in der Cultur der alten Aecker noch zurück, ſo iſt man es noch weit mehr bei der des Neubodens. Dafür werde ich die Verfahrungsart eines ein⸗ zelnen Mannes, des ſchon gedachten Gutsbeſitzers v. Heiden an— geben. Es iſt nämlich nur von einer allmäligen Urbarmachung die Rede, oder einem Anbaue durch Abbau, welches der ge⸗ meinublichſte und für die Bauern nur der einzig ſichere Weg iſt, daher das Sprüchwort von dem Gegentheile: Anbau ohne — ‚— —— ——— Abban prechen! . b Maaßgal Birken 1 waldungen Die reichend 1 fern und Werke ge Mäͤtze w Pflanzen Falle ſin kommen nicht gewe MAle machten und Bed durchaus derungen deihen, höl Hofe in Mder, maaßen il „Im ſechs Zoll gget, ſo Frühſahre Der Mon theilt, u wird die ſolcher, ſ darauf ne beſtet, un⸗ Syörgel Sodald d igen Jahnen en, nament⸗ andboden ſo jenigen an, ind bemerke ranntwein⸗ yter Sand, ge dertheilt erweitzen— Buchweitzen v im erſten pörgel und Haſer auf d doch ganz ache ſolcher em unrech⸗ Verfahren SEultur der Jehr bei der et eins tin heiden au⸗ emachung 's der ge⸗ ihere Weg Lau ohne Abbau iſt Todtbau. ſprechen laſſen. „Die zu vertheilenden hieſigen Gemeingründe würden nach Maaßgabe ihrer höheren oder niedern Lage, jene zu Ackerland, Birken und Nadelholz, dieſe zu Weiden, Wieſen und Erlen⸗ waldungen zu benutzen ſeyn.“ „Die höheren Diſtrikte ſind, nachdem deren Narbe hin⸗ reichend wund gemacht, ſehr leicht und ziemlich ſicher mit Kie⸗ fern und Birken zu beſaamen. Jedoch würde man ſicherer zu Werke gehen, wenn man kleinere gegen rauhe Winde geſchützte Plätze mit den beſagten Holzungen beſaamte und hierin die Pflanzen für die zu cultivirenden Diſtrikte anzöge. In dieſem Falle ſind beſonders die Birken, die ohne Schatten nicht auf⸗ kommen wollen, und dieſen kann ihnen das bloße Heidekraut nicht gewähren.“ „Alle andere Laubholzarten gedeihen, meiner hinlaͤnglich ge⸗ machten Erfahrung zufolge, ohne vorherige tiefe Umackerung und Bedüngung mit Moder auf den hieſigen Gemeingründen durchaus nicht.— Pflanzen von Erlen oder Ellern für die Nie⸗ derungen, welche daſelbſt nahe zuſammen gepflanzt ſicher ge⸗ deihen, ſind bei uns hinlänglich vorhanden.“ Ich werde jenen Oekonomen ſelbſt „Höher liegende ebene Diſtrikte ſind bei dem auf jedem Hofe in Gräben, Teichen und Vertiefungen ſattſam befindlichen Moder, meiner ſelbſt gemachten Erfahrung gemäß, folgender⸗ maaßen in Cultur zu bringen.“ „Im Frühjahre wird die zu Ackerland beſtimmte Fläche ſechs Zoll tief umgepflügt, im Herbſte mit der großen Egge ge⸗ egget, ſodann vor Winter nochmals gepflügt und im folgenden Frühjahre mit dem vor Winter ausgegrabenen Moder befahren. Der Moder wird gleichmäßig auf die umgebrochene Fläche ver⸗ theilt, und tüchtig mit der großen Egge eingeegget. Hierauf wird die Fläche Anfangs Mai mit Spörgelſaamen beſaet und ſolcher, ſobald die Pflanze in voller Blüͤthe ſteht, untergepflügt; darauf noch in demſelben Sommer der Acker mit Buchweitzen beſaͤet, und dieſer mit der kleinen Egge, ſoviel ſolches, ohne den Spörgel wieder herauszubringen, geſchehen kann, eingeegget. Sobald der Buchweitzen in voller Blüthe ſteht, wird er nieder⸗ — 2214— gewalzt und ebenfalls untergepflügt.— Den folgenden Herbſt und Winter bleibt der Acker ſo liegen, wird dann im Frühjahre per Morgen mit 30 ſtarken zweiſpännigen Fudern wohl ver⸗ gangenen(gegohrenen) Plaggenmiſt(ein Compoſt von bis¼ Strohmiſt und ½ bis ¾ Raſen oder Heideplaggen) gedüngt, und eine Furche über die andere mit Kartoffeln bepflanzt, welche, ſobald ſie aufgehen, geegget und ſodann etwa vier Wochen ſpäter mit dem Pfluge angehöhet werden.“ „Ein Morgen ſo behandelten hoch und trocken liegenden Heidegrundes lieferte mir im Jahre 1816 den für ſolchen Boden unglaublichen Ertrag von 150 Berliner Scheffel großen und kleinen Kartoffeln. Hierauf werde ich dieſen Boden im folgen⸗ den Frühjahre mit einem ſtarken Hordenſchlage bedüngen und ſodann mit Sommerroggen oder Heidekorn mit untergeſäetem rothen und weißen Klee beſtellen, und ſelben nach Aberntung der beſagten Halmfrüchte einige Jahre zur Weide und Benar⸗ bung liegen laſſen, welche Weide dann hinlängliche Düngung für jede fernere Cultur und Frucht für dieſen Boden produciren wird.“ „Daß der weiße und rothe Klee, der hier ſonſt auf hoch— liegendem Lande durchaus nicht gedeihen will, für einmal, bei einer nicht gar zu trockenen Witterung, auf ſolchem Neubruch gut gerathe und ſich einige Jahre gut erhalte, iſt eine hier all⸗ gemein bekannte Sache.“ „Obiges Verfahren iſt einem jeden hieſigen Bauern, unter Beihülfe des Moders und der Plaggen jährlich für einen Mor⸗ gen ausführbar, und zwar ohne nachtheiligen Einfluß auf ſein übriges Ackerland, indem dieſem nur höchſtens der Duͤnger für einen Morgen jährlich entzogen, aber der Wirthſchaft reichlich durch Kartoffeln und Weide erſetzt wird.« IX. Cultur des Getreides. Wintergetreide. Da der Weitzen in den Sandgegenden nur als Ausnahme vorkömmt, ſo kann ich ſeine Cultur übergehen, und berühre nur das Einzige, daß das Weitzendurcheggen im Früh⸗ jahre hier ſehr wohl bekannt iſt, und mit vortrefflichem Erfolge aus⸗ geübt wi dazu gi Die E Gleich Buchlvei vereggt. it, vitd breitet li Andet⸗ ſogleich gen wit ſchieht⸗ caelis: 1 ½ Ech det hat 8t A di gehende de brin Stiege, Vinderi gelohn; Ernoͤtete Man Gelege o gegen die dem un etwas! dagegen die Aet der Die durch di ſchlagen Bei dede an 30 bis 40 Schwer jeenden Helhſt im Frühjahre Pn wohl ver— don 1s bis on) gedüngt Lanzt, welche, nochen ſpäter un liegenden Alchen Boden vgroßen und a im folgen⸗ düngen und tergeſäͤetem a Aberntung Ind Benar⸗ le Dungung er produciren ſt auf hoch⸗ Jeinmal, bei on Neubruch Nne hiet al⸗ gern, unter Pinen Mor⸗ duß auf ſein (Dunger für daft reichlich nögegenden übergehen, an im Fruh⸗ örfolge aub⸗ — 223 2241 — geübt wird. Es geſchieht im Maͤrz oder April, wenn die Witterung dazu günſtig iſt. Iſt der Boden zu locker, ſo wird gewalzt. Die Behandlung des Bodens zum Roggen iſt folgende. Gleich nach dem Wegbringen der vorhergehenden Erndte, des Buchweitzens z. B., wird das Land geſtrichen(flach geeggt) und vereggt. Nach einiger Zeit, wenn das Unkraut ausgeſchlagen iſt, wird Dung aufgefahren; dieſer bleibt auf dem Felde ge⸗ breitet liegen, bis gegen Michaelis zur Saat gepflügt wird. Anderswo wird zweimalgeſtrichen, geeggt, gedüngt und der Dung ſogleich zur Saat eingepfluͤgt. Der Acker zu ungedüngtem Rog⸗ gen wird auf gleiche Weiſe behandelt. Das letzte Pflügen ge⸗ ſchieht 4, auch 6 Zoll tief. Die Roggeneinſaat nimmt mit Mi⸗ chaelis ihren Anfang und dauert bis im December. Man ſäet 1 ¼ Scheffel auf den Morgen. Steht der Roggen zu dicht, oder hat er zu viel Unkraut, ſo wird wohl im Frühjahre ge⸗ eggt, aber mit ſchlechtem Erfolge. Die Zeit der Erndte fällt um Jacobi und geſchieht durch⸗ gehends mit der Seuſe. Jedem Mäher folgt ein Binder. Bei⸗ de bringen am Ende die Garben in Reihen, zu 20 auf die Stiege, zuſammen. Man verlangt, daß 2 Mann und eine Binderin 400 Ruthen per Tag abfertigen. Der Mann im Ta⸗ gelohn zu 8, und die Frau zu 6 Gr. macht nicht ganz 10 Gr. Erndtekoſten vom Morgen. Man hat in einigen hieſiger Kreiſe eine beſondere Art, die Gelege oder einfache Garben zu binden, wobei man die Halme gegen die Mitte ihrer Länge einknickt, ſo daß die Aehren nach dem unteren Ende des Strohes hangen. Dieſes Binden hält etwas länger auf, als das lange Binden(hier Langband), hat dagegen den Vortheil des leichteren Dreſchens fuͤr ſich, indem die Aehren näher bei einander bleiben, wenn die Garben auf der Diele gebreitet werden, wogegen bei Langband die Aehren durch die ganze Länge der Garben kommen, alſo uberall aufge⸗ ſchlagen werden muß. Bei ungünſtiger Erndtewitterung errichtet man auf dem Felde an einigen Orten Fiemen von 100 Garben, an andern von 30 bis 40. Der Regen ſoll dem Getreide darin nichts anhaben. Schwerz, Landwirthſch. 15 Da ich keine ſolcher Fiemen habe errichten ſehen, ſo kann ich über ihre Bauart nichts ſagen. Hafer. Das zum Hafer beſtimmte Land wird in der Gegend von Rheine im Herbſte umgepflügt, im Frühjahre mei⸗ ſtens etwas gedüngt, im März oder April gepflügt und geſäet. Man nimmt die Hälfte mehr, auch wohl noch einmal ſo viel Saamen, als vom Roggen. Man häͤlt den weißen Hafer für eine ſehr ausſaugende Frucht, den braunen oder leichten Hafer aber für eine halbe Düngung; nicht ſowohl(denke ich) weil man glaubt, daß er den Boden wirklich verbeſſere, als weil er nur halb ſo viel Kraft aus dem Boden zieht, als eine andere Getreideart, und weil auch andere Früchte gut darnach gerathen. Sommerroggen. Der Sommerroggen kömmt in einigen Sandgegenden des Münſterlandes ziemlich häufig vor; entweder da, wo man keine Gerſte noch Hafer gewinnen kann, oder auch ſtatt des Winterroggens, auf ſolchen Feldern nämlich, zu deren Beſtellung man im Herbſte und Vorwinter keinen Dung gehabt hat. Man verwendet alſo den Winterdung auf den Sommer⸗ roggen. Dieſe Getreideart wäͤchſt wohl auch auf ſchwerem Bo⸗ den; allein da ſie weniger lohnt als Wintergetreide, ſo wird ihr vorzugsweiſe der leichte trockne Boden angewieſen. Der Sommerroggen kömmt am beſten nach Sommerſpörgel, das iſt nach Spörgel, der in die Brache geſaͤet worden, auch wohl nach anderem Sommergetreide; man läßt ihn aber nicht auf Winterroggen, wohl aber dieſen auf ihn folgen. Dreiſche, das iſt Schafdreiſche, weil man auf hohem trocknem Boden wohl keine andere findet, ſoll nicht zu Sommerroggen taugen. Die Feldzubereitung und Behandlung iſt folgende. Das Land wird ſchon vor Winter gepfluͤgt, und vom Unkraute, na⸗ mentlich den Quecken, gereiniget. Im Februar wird der Dung aufgefahren, denn ohne Dung will er auf einem ſolchen Boden nicht wachſen. Der Dung, der ſich am beſten dazu eignet, iſt der der Schaafſtälle, wo, wie ſchon erinnert worden, immer mit Heideplaggen eingeſtreuet wird; es gehören aber 20 bis 22 Fu⸗ der dazu, ſtatt daß man mit ſonſtigem Strohſtallmiſt mit der Hälfte zureicht. Auf jeden Fall muß der Dung vorher tüchtig gegohre feuchten ihn un als da die G bringen Ma Winterr don die vermut iſt wie D dauert der Anf der Aues zurück. ſo leid bringt tritt d Sein Dahei er ſeine roggen. 33. N ihn mit ga nich Der alle auf ihn fol kann z nicht v Au als No fertig l0 das La und einn veißen, ſo kann ic Crd in der hjahre mei⸗ und geſäet. nal ſo viel sſaugende eine halbe det, daß et alb ſo viel ideart, und rin einigen entweder oder auch n, zu deren ung gehabt Sommer⸗ werem Bo⸗ go wird ihr rnerſpötgel, den, auch zaber nicht 9 Dreiſche, oem Boden 2 taugen. Ade. Das Paute, la⸗ der Dung F'en Weüen K hn, ſſ Kamer mit 418 A Fl⸗ t mit der ger tüchtig gegohren haben, alſo rott ſeyn, es ſey denn auf ſchwerem feuchten Boden, wo der friſche Dung Vorzüge hat. Man pflügt ihn unmittelbar vor der Einſaat unter, und zwar nicht tiefer, als daß er ſo eben mit Erde bedeckt iſt, und ſo viel, daß man die Saat eineggen kann, ohne den Dung in die Höhe zu bringen. Man nimmt, da die Körner etwas kleiner ſind, als die Winterroggenkörner, auch etwas weniger Saamen davon, als von dieſem, auf ſchwerem naſſem Boden aber ein geringes mehr, vermuthlich weil dieſer Boden nicht eben ſo gut dazu geeignet iſt wie der trockene. 1 Die Saatzeit fängt in der Mitte des Februars an und dauert bis Ende März, aber nicht länger. Die beſte Zeit iſt der Aufang dieſes letzten Monats, denn wenn ſtarke Kaͤlte nach der Ausſaat eintritt, ſo ſetzt ſolche den Roggen immer etwas zurück. Wird er ſpäter ausgeſäet, alſo gegen Ende des März, ſo leidet er bei ſtarker Sommerhitze, reift vor der Zeit und bringt nur unvollſtändige Körner. Seine gewöhnliche Reife tritt 8 bis 14 Tage ſpäter als die des Winterroggens ein. Sein Ertrag iſt um ein Drittel geringer, als der des letztern. Dabei ſteht er im Preiſe um ein Siebentheil niedriger, indem er ſeiner Kleinheit wegen mehr Kleien giebt als der Winter⸗ roggen. In dem Geyvichte verhält er ſich zu dieſem wie 20 zu 23. Man laͤßt ihn zum Verkaufe ſelten rein, ſondern miſcht ihn mit dem letztern. Die Branntweinbrenner verlangen ihn gar nicht. Er iſt und bleibt alſo nur eine Nothhülfe. Der Sommerroggen hat das Gute, daß er den Dung nicht alle aufzehrt, ſo daß der Winterroggen ungedüngt ſehr gut auf ihn folgen kann. Man nennt dann dieſen Folge⸗Roggen. Jener kann zwar auch dieſem zur Folge dienen, aber nur ſchlecht, wenn nicht von neuem dazu gedungt wird. Auch in dem Dellbrückſchen dient der Sommerroggen nur als Nothſtütze, wenn man mit dem Winterroggen nicht hat fertig werden koͤnnen, oder nicht Dung genug dazu gehabt hat. Das Land wird im Frühjahre dazu geſtrichen, dann gedüngt und einmal gepflugt. Iſt das Land rein, wie z. B. nach Buch⸗ weitzen, ſo faͤllt das Streichen weg. Man ſäet ein Achtel 15 3 — 228— weniger als Winterroggen. Die beſte Zeit iſt im März oder Anfangs April, doch ſaͤet man ihn in der Sende noch wohl Anfangs Mai. Der fruͤher geſaͤete iſt durchgehends beſſer als der ſpätere. Sprüchwort, daß man auf Petri Stuhlfeier (22. Februar) Morgens noch Winterroggen ſäen könne, Nach⸗ mittags aber ſchon Sommerroggen ſäen müſſe. Sein Ertrag iſt um ein Viertheil geringer als der des Winterroggens. An Qualitaͤt ſchaͤtzt man hier beide gleich. Gegen die Zeit der Saat ſteht der Sommerroggen manchmal noch höher im Preiſe als der Winterroggen. Sie erfordern beide eben viel Dung, und können beide auch hinter einander folgen, doch geht ge⸗ wöhnlich der Sommerroggen vor. Dieſer hat das Unangenehme, daß er ein ſtark verquecktes Land hinterläßt. Ich fand hier einen ſehr intelligenten Landwirth, Namens Weſtermeyer, der behauptet, daß der Saatroggen, der nicht zur vollen Reife ge⸗ kommen, der beſte ſey, und nicht allein leichter aufgehe, ſondern ſich auch beſſer mache und halte. Sommerweitzen. Wenn nur der Boden ſich in einem guten Dungzuſtande befindet, ſo qualificiren ſich beinahe alle Bodenarten zu dieſem Getreide. Daß er den Boden weniger als die Gerſte angreife, behauptet man im Elſaß. Er gedeiht vorzüglich nach Kartoffeln. Dieſe Erfahrung ſtimmt alſo allent⸗ halben überein. Ungeachtet deſſen will er doch von neuem gedüngt ſeyn, wenn gleich zu den Kartoffeln gedüngt worden iſt. Ohne friſch aufgebrachten gerotteten Dung will er hier nicht wachſen. Der Dung wird unmittelbar vor der Saatfurche aufgebracht, und der Weitzen in die friſche Furche geſaet. Die Zeit der Ein⸗ ſaat dauert vom 23. April bis 2. Mai. Auf naſſem Boden läßt er ſich auch etwas ſpäter ſäen. Man nimmt ein Viertheil weniger Saatkorn, als man Roggen nehmen würde. Das Korn giebt weder ſo gutes Mehl noch ſo weißes Brod, als das vom Winterweitzen. Da der Sommerweitzen ſehr dem Brande unterworfen iſt, ſo muß das Korn erſt ge⸗ waſchen und wieder getrocknet werden, ehe man es zur Mühle bringt. Es liefert nicht ſo viel Mehl als der Winterweitzen und verhält ſich im Gewichte zu dieſem kaum wie 9 zu 10. Da das Brod davon immer etwas ſchwärzlich, und, was bemerk ſo wir Uebrig darnach Bt Mau 5 dreiſcht dder im dreimal Pferden und Eg. Hederic 1 Schef maaße.) Mat Finken Unkraut furca, t Einſagt, mal kur gehangen ſondern in den ſtörung d vöhnliche 2 Mai. kannt.( zerſtören. zählen, man hier Scheffel ſeinen E Scheffel v it von a Anbau für der und mauch März oder noch wohl beſſer als Stuhlfeier ne, Nach⸗ Ertrag iſt uns. An Zeit der um Preiſe nel Dung, 1) geht ge⸗ Angenehme, Tfand hier yer, der Reife ge⸗ 2 donden d in einen linahe alle «l weniger err gedeiht kſo allent⸗ an gedüngt n. Ohne zn wachſen. gebracht, 3 der Ein⸗ m Boden Viertheil . Eoſo weißes nerveihen a' uft ge⸗ t Mühle Merweitzen 81 9 M 10. und, wac — 229— bemerkungswerth, auch feſter iſt, als das Winter⸗Weizenbrod, ſo wird der Sommerweitzen von den Bäckern nicht gekauft— Uebrigens hat er das Gute, daß der Winterroggen vorzüglich darnach gerath und gut ſcheffelt. Buchweitzen ſäet man in der letzten Hälfte des Mai. Man braucht halb ſo viel Saamen als vom Roggen. Man dreiſcht entweder ſogleich bei dem Einfahren in die Scheune, oder im Winter. Zu dieſer Frucht wird in dem Dellbrückſchen dreimal gepflügt, ein mal mit 2 und die andern male mit 3 Pferden zu einer Tiefe von 6 bis 8 Zoll. Nach dem letzten Pflügen und Eggen bleibt das Land 10 bis 14 Tage liegen, damit der Hederich ausſchlage. Darauf wird der Buchweitzen geſäet, 1 Scheffel per Morgen.(0,64 nach Pr. Getreide⸗ und Flächen⸗ maaße.) Man eggt ihn mit vorwärts gerichteten eilf Zoll langen Zinken ſcharf und auf das ſorgfältigſte ein, um zugleich das Unkraut zu zerſtören. Allein es heißt wohl: naturam expellas furca, tamen usque repellit; daher wird acht Tage nach der Einſaat, wo der Buchweitzen anfaͤngt zu keimen, alles noch ein⸗ mal kurz und klein vereggt. Die Egge wird dabei ſchräg ein⸗ gehangen, ſo daß die Zähne weder vorwärts noch rückwäͤrts 1 7 8 7 ſondern ſeitwärts gerichtet ſind. Dieſe Eggungsart, wovon auch in den Niederlanden häufig Gebrauch gemacht wird, iſt zur Zer⸗ ſtörung des eben aufkeimenden Unkrauts vortrefflich. Die ge⸗ wöhnliche Saatzeit des Buchweitzens iſt vom 16. April bis zum 2. Mai. Wie vielen Zufällen dieſe Frucht unterworfen, iſt be⸗ kannt. Ein einziger kalter Nebel reicht zu, die ganze Saat zu zerſtören. Man kann daher in drei Jahren nur auf eines zählen, wo er einſchlägt. In außerſt günſtigen Jahren hat man hier wohl das 1s8te Korn oder eben ſo viel Dellbrücker Scheffel vom Morgen. Im Durchſchnitte aber nimmt man ſeinen Ertrag vom Morgen zu 10 Scheffel an.(6 ¼ Berl. Scheffel vom Magdeb. Morgen.) Das Stroh des Buchweitzens iſt von äußerſt geringem Werthe, dagegen hält man ſeinen Anbau für ein den Boden verbeſſerndes Mittel. Der Buchweitzen wird im Werthe der Gerſte gleichgeſetzt, und manchmal erreicht er den des Roggens. Er wird bei der — 230— Erndte gemähet, in Stücken aufgeſetzt und gebunden. Nach 14 Tagen guter Witterung wird er eingefahren, und meiſtens vom Wagen weg, doch auch einigemal im Winter, gedroſchen. Das Kaff mit dem Staube der Blätter wird trocken an die Kühe verfüttert. X. Cultur der Futtergewächſe. Futterkräuter. Man kennt hier nur zwei, Klee und Spörgel. Man ſäet den Klee in Roggen, Hafer, Gerſte, Leinſaamen und Sommer⸗Rübſen. Sehr oft wird die Gerſte grün abge⸗ füttert, und da hat man ſchon im erſten Jahre zwei Futter⸗ ſchnitte, und ganz gewiß iſt dieſes auf einem nicht zu mächtigen Boden eine vortreffliche Methode, indem er dadurch eine zwei⸗ jährige Ruhe gewinnt.„Uebrigens, ſagte mir jemand, iſt meiner Erfahrung nach der Sommer⸗Rübſen die beſte Ueber⸗ frucht für den Klee. Da jener nicht zu dichte ſteht, ſo wird dieſer nicht zu ſtark überſchattet. Da endlich der Rübſen aus⸗ gezogen wird, ſo wird dadurch der Boden um den Klee her etwas aufgewühlt.“ Das Quantum der Einſaat iſt nach den Gegenden ſehr verſchieden, 8, 9, 10 Pfund iſt das gewöhnlichſte. An einem Orte fand ich 7 Pfund, dagegen ſieht man in der Gegend von Bochold 12 Pfund als das Minimum an, das man nehmen darf. Man miſcht hier auch wohl noch ein Pfund weißen Kleeſaamen darunter, weil dieſer, wenn die Gerſte, und nach⸗ her der rothe Klee abgemäͤhet worden, nicht ſo ſehr berührt wird, demnach den kahlen Boden vor der Sonnenhitze deckt, wornach der rothe Klee zwiſchen ihm in höhere Stengel auf⸗ treibt. Dieſe Methode mag auf Sandboden ihren guten Nutzen haben. Allenthalben wird der Klee überdüngt. Einige verlangen hierzu langen Stallmiſt, andere nur kurzen vermoderten. Einige ziehen den Pferdedung dazu vor. Da, wo der Klee Gefahr läuft, auszufrieren, iſt der lange Miſt gewiß vorzuziehen. Die, welche dafür ſind, bringen ihn gegen Anfang Decembers, am liebſten ſich der Froſt; Frühja Es gel Ma ſ Moder überdung dererde, Da und an ſein A Orten gehendo wird au Rehören guten! etwas .5 p. 4 Rind Scheffel haben, falen be ſieht.. von zu gedacht in der Kevelaer Bauer bergen nen K W nutzung daß ma entbehren Nan ſie niht au Nach u iſtens vom gedroſchen. ſen an die ¹ Klee und veinſaamen ifrün abge⸗ i Futter⸗ mächtigen zeine zwei⸗ nand, it eſte Ueber⸗ ei, ſo wird abſen aus⸗ 8 Klee her enden ſehr .An einem wgend von g nehmen Io weißen vinnd nach⸗ berührt vitze deck, engel auf⸗ den Nutzen a vebagen Einige 2 Gefahr zren. Die, wers, am V 231— liebſten bei regnigter Witterung, auf, wodurch die Dungtheile ſich dem Boden mittheilen. Das Stroh bleibt, um gegen den Froſt zu ſchützen und den Schnee darin zurück zu halten. Im Frühjahre wird dieſes abgeharkt, und zum Einſtreuen gebraucht. Es gehören 6 bis 7 Fuder ſolchen Miſtes auf einen Morgen. Man ſetzt auch einen Compoſt von Miſt, Aſche, Kehricht und Moder zuſammen, laßt den Haufen über Winter ſtehen, und überdüngt damit im Fruͤhjahre.— Man düngt noch mit Mo⸗ dererde, Mergel, Aſche, ſelten mit Gyps. Da der hohe Sandboden nicht für den Klee geeignet iſt, und anderswo die Pachtverhältniſſe ihm entgegen ſtehen, ſo iſt ſein Anbau hier ohne Bedeutung, und nur an den glücklichſten Orten mag er ein Zehntel des Areals einnehmen. Durch⸗ gehends ſteht er außer dem gewöhnlichen Fruchtumlauf und wird auf einige Nebenpläͤtze beſchränkt. Bei Stallfütterung gehören nach hieſigen Erfahrungen 75 bis 100 Quadratruthen guten Klees auf eine Kuh im Sommer, die aber nebenbei noch etwas Zufutter bekömmt. Wer alſo auf 80 Scheffel Geſäe = p. p. 44 Morgen Ackerland 2 Pferde, 1 Zugochſen, 9 Kühe, 4 Rinder und 4 Kälber hält, der müßte ſchon 14 bis 15 Scheffel guten Klee, alſo den éten Theil ſeines Areals in Klee haben, ein Fall, in welchem ſich nicht ein Wirth in ganz Weſt⸗ falen befindet. Man iſt froh, wenn man o daſelbſt in Klee ſieht. Außer den Pferden bekömmt das andere Vieh wenig da⸗ von zu freſſen; es kann alſo auch an keine Stallfütterung gedacht werden. Man ſollte Prozeſſionen nach Thushauſen in der Bauerſchaft Sporck, Kirchſpiel Bochold, anſtatt nach Kevelaer und andern Wallfahrtsorten, veranlaſſen, und der Bauer Johann Wilhelm Boß müßte ſie, mit einer großen ſil⸗ bernen Medaille am Halſe hangend, empfangen, und durch ſei⸗ nen Kuhſtall um ſeine Aecker herumführen. Was man gegen den Klee einwendet, iſt, daß ſeine Be⸗ nutzung nur ein Jahr dauert, und dieſes ſcheint zu geringe, als daß man ſich Mühe darum geben, etwas anders auf dem Felde entbehren und noch ſo vielen Dung darauf verwenden ſoll. Man ſieht alſo nur auf das, was er unmittelbar leiſtet, und nicht auf die mittelbare Wirkung, die er zum Beſten des Ganzen 232 hervorbringt. Um den vermeintlichen Verluſt der erſten Aus⸗ lage für den Klee wieder einzuholen, ſucht man ſeine Lebens⸗ friſt noch um ein oder zwei Jahre zu verlaͤngern; dabei ver⸗ queckt das Land von Grund aus, und man zieht ſich ſo einen wirklichen Schaden zu. Kartoffeln allein können nachher einen ſolchen Boden wieder in Stand bringen. Daß bei einem ſolchen Verfahren aller Einfluß des Klees auf Boden und Wirthſchaft verſchwinde, leuchtet von ſelbſt ein. Mit Kartoffeln häͤtte man anfangen und nicht endigen ſollen, und ſo würden Kartoffeln und Klee, in der Wirthſchaft verzehrt, das Doppelte an Dung wiedergegeben haben, was man darauf verwendet hat. Zum Glücke fehlt es auch in Weſtfalen nicht an einigen guten Oekonomen, die weiter ſehen als der große Haufen, und aus Erfahrung bezeugen, daß der Körnerertrag ſeit Einführung des Kleebaues gewonnen habe. Einer derſelben, Geucking bei Südlhon, behauptet, daß die Kleeſtoppel nur ſehr flach unterge⸗ pflügt werden darf, wenn Roggen eingeſaͤet wird, ohne welches dieſer vergehe.* Ausgenommen müſſen von dem Kleegeſetze werden, 1) der allzu hohe dürre Sand, 2²) der auf eiſenhaltigem und moorigem Untergrunde aufſitzende Boden, 3) eine ſeichte Ackerkrume über einer ſtrengen Thonſchichte, als welche zwei letztere Bodenarten leicht auffrieren, 4) ein ſchwarzer Grund, der auf rothem Ocker liegt. Hier geräth der Klee nur ſchlecht, und bei Dürre und Kälte gar nicht. 8 Es iſt hier wohl nicht das Land zu Luzerne; ſie ſtirbt ſelbſt im beſten Gartenlande ſchon im dritten, vierten Jahre ab. In⸗ deſſen wenn ich denke, daß ich in der Pfalz prachtvolle Luzerne auf baarem Sande gefunden habe, ſo läßt ſich ihr Anbau auch hier nicht allgemein ausſchließen; deſto mehr aber würde die Esparſette an einigen Orten, die haͤufig Kalk und Mergel zur Unterlage haben, wie zu Borcken, Weſecke, Südlhon und vor⸗ züglich in der Gegend von Rheine paſſen. Das Herz blutete mir, als ich eine ſolche Strecke und einen ſolchen Boden, wie der, welcher an den Gaͤrten von Rheine anfäaͤngt und ſich bis nach Meſum erſtreckt, zur gemeinen Hut verdammt ſah, meh⸗ rere Hundert Morgen vielleicht, wo man nur den Pflug anzu⸗ x — — uutes Nachth. ſehen! Roggen gutes g. ihn, nach Man tül nicht, u nur na⸗ Buchwe falen a der Ep ſtinkte, man es ſtattet. alnzi erſten Am⸗ tine Lebens⸗ dabei mr⸗ ſich ſo einen chher einen em ſolchen birthſchaft hätte man Kartoſfeln wan Dung nt. dan einigen ufen, und dinführung acking bei d untetge⸗ ne welches en, 1) det 3 moorigem Prume über „yodenarten hem Ocker SDürre und ſjirbt ſelbſt e ab. In⸗ Ale Lerne ntu auch „würde die Nergil zur 1) Vnd vll⸗ 7 kutete den, wie ſich bis vh, meh⸗ lug anzi⸗ 233— ſetzen braucht, um jede Getreideart zu erzielen. Ein trockener ſanfter Abhang mit einem kalkhaltenden Untergrunde, den ſchon jetzt in ſeinem verlaſſenen Zuſtande die ſchönſte Grasnarbe deckt, dieſer Boden würde ſich meiner Meinung nach über alles zur Esparſette eignen, und alsdann würde der zehnte Theil dieſes ſchönen Landſtrichs mehr Nutzen bringen, als jetzt das Ganze. Wahrlich hier ſchreit die Natur um Hülfe, und weg mit denen, die um einiger Schafe und ihres Privateigen⸗ nutzes dan durch Stärke und Einfluß ſich der Theilung zum Nachtheile aller übrigen Intereſſenten und des Staates wider⸗ ſetzen! Süher ſie, wie ſollte dieſe Wüſte blühen und Manna von der Höhe darauf herab regnen!— Es würde mehrere in⸗ telligente Wirthe geben, die ſich gern mit dem Verſuche, Espar⸗ ſete zu ſäen, auf verſchiedenen Punkten abgeben, wenn Saamen zu haben wäre. Spörgel iſt das rechte Grün der Sandlaͤnder, und wenn er der Quantitäͤt nach nicht viel beibringt, ſo koſtet auch ſeine Beſtellung wenig Arbeit, und ſeine Qualitaͤt als Rindviehfutter iſt unübertrefflich; wird aber geweidet, ſo verbeſſert er das Sandland. Auf ſchwerem Boden kömmt er zwar auch, aber hier iſt das Abtütern ſchädlich. In der Brache gebaut, gewährt er ein koſtbares Heu, und bereitet den Boden vortrefflich zum Roggen vor. Sein Saame und Saamenſtroh ſind ein ſehr gutes Futter. Mähet man ihn vor der Blüthe, ſo kann man ihn, nach Bußmanns Verſicherung, noch einmal einſchneiden.— Man tütert den Herbſtſpörgel auf dem Felde ab und bringt ihn nicht, wie in Brabant, zwiſchen zwei Roggenerndten, ſondern nur nach dem zweiten oder mageren Roggen und läßt dann Buchweitzen folgen.— Eine beſondere Bemerkung, die in Weſt⸗ falen allenthalben bekannt iſt, iſt, daß das Vieh, wenn es von der Spoͤrgelweide kömmt, aus einem mir unerklaͤrbaren In⸗ ſtinkte, mit größter Begierde das Heidekraut aufzehrt, daher man es ihm auch da, wo Gelegenheit dazu iſt, ſehr gerne ge— ſtattet. Bußmann, als Stalffütterungswirth, mähet ſeinen Spör⸗ gel. Da ihm alles daran liegt, ihn früh im Herbſte und in allmählicher Folge zu haben, ſo mähet er einen Theil ſeines — 234— Roggens noch ehe er ſeine volle Zeitigung erreicht hat. Dieſen Roggen legt er zum Schneiden für Pferdefutter zurück, und ich bin überzeugt, daß er ſo zu dieſem Gebrauche nichts verliert, indem dasjenige, was dem Korn an Vollſtändigkeit fehlt, durch die beſſere Qualität im geſchnittenen Strohe erſetzt wird. Die⸗ ſer abgeerndtete Streifen wird dann ſogleich mit Spörgel be⸗ ſtellt. Bald darauf nimmt er ein zweites Stück Roggen vor, alſo beim Anfange der Erndte, und bringt Spörgel an die Stelle; iſt die Roggenerndte vollendet, ſo beſäet er den Reſt. Bei dem früher beſtellten Spörgel braucht er ¼ Scheffel Sa⸗ men auf 400 Ruthen, bei dem ſpätern, der mehr Zeit hat aus⸗ zuwachſen, nur ¼6. Die Beſtellungsart für den Spörgel iſt folgende. Die Rog⸗ genſtoppel wird möglichſt flach umgepflügt. Tiefpflügen, oder zweimal Pflügen taugt durchaus nicht. Man vereggt mit der leichten Egge, welches man hier ſchlichten nennt, ſäet, ſchlich⸗ tet wieder und walzt. Je feiner die Krume verpulvert iſt, und je feſter gelegt, deſto beſſer geraͤth der Spörgel. Wenn Buß⸗ mann den Spörgel abgemähet hat, ſo laͤßt er die Stoppel ſo⸗ gleich umbrechen, ſchlichten, düngen, zur Saat pflügen und Roggen ſäen, ohne daß dieſer Roggen einem andern Miſtrog⸗ gen, dem kein Spörgel vorangegangen, nachſtehe.— Er ſäet auch Spörgel im März auf ſolche Aecker, wo er in demſelben Jahre Kartoffeln oder Kohl hinpflanzen will. Daß Bußmann auf ſeinem kleinen Areal 1815— 3600 Ruthen Herbſtſpörgel gehabt habe, glaube ich ſchon geſagt zu haben. In dem Dellbrückſchen nimmt man ⅛ Scheffel Spörgel⸗ ſamen auf den Morgen. Wenn man des Spörgels nicht ängſt⸗ lich als Futter bedarf, ſo wird er mit der Egge verriſſen und umgepflügt. Wurzelgewächſe. Paſtinacken. Man ſäͤet ſie un⸗ ter dicke Bohnen, und wenn dieſe abgebracht ſind, ſo läßt man jene über Winter im Felde ſtehen, um ſie im Maͤrz und April zu verfuttern; ſie geben aber der Milch und Butter einen un⸗ angenehmen Geſchmack. Sie werden auch nur von armen Leu⸗ ten gegeſſen. Man klagt, daß die Wurzeln von Jahr zu Jahr dünner werden, wogegen das Samenverändern nichts hilft. — Es koͤn tenfeld und ſi Flachs Z0 früher einigen der Ertt dratrutt viſchem 12 Kat Somm 1 Scheff 6 Glef di 6 Fude Auffahr Auflade Breiten Unterpft Einſtoße Da geſtattet, Rthl. 1 zu § Menſe ter halbe kin Weil ſen u lat. Diſet tick, und ich uts verliet, gfehlt, durch vird. Die⸗ pörgel he⸗ dogen vor, tel an die den Reſt. scheffel Sa⸗ it hat aus⸗ G Die Rog⸗ gzen, oder ut mit der t, ſchich⸗ Atiſ, und enn Buß⸗ „Stoppel ſo⸗ lügen und 8 Miſtrog⸗ 96— Er ſäet demſelden „ Bußmann öfſtſpörgel Gydtgel⸗ sicht angſ⸗ eiſen und äet ſie un⸗ lißt nan annd gril 'inen un⸗ unen Lel⸗ 1 zu Jahr 4 ts hilft — 235— Es kömmt wahrſcheinlich daher, weil, da man ſie nur im Gar⸗ tenfelde zieht, ſie zu oft auf derſelben Stelle wieder kommen, und ſie, hieſiger Erfahrung nach, ſich mehr, als Klee oder Flachs, haſſen. Zu den Möhren wird gepflugſpatet. Ich habe ſchon früher erwähnt, daß ein Möhrenland, hier Wurzelbeet, an einigen Orten einen ganzen Garten bildet. Beiſpiels halber der Ertrag, den ein Bürger von Bochold 1815 von 100 Qua⸗ dratruthen gehabt hat. Der Anſchlag des Werths iſt in Ele⸗ viſchem Gelde. 12 Karren Möhren mit Laub 18 Rth. Sommer⸗Rüben, überhaupt geringe angeſchlagen 2 ⸗ 1 Scheffel Erbſen 4 ⸗ 6 Scheffel trockene dicke Bohnen 15 ⸗ Total 39 Rthl. Die Koſten waren folgende: 6 Fuder Stallmiſt aus Stroh 12 Rthl. 90 Stbr. Auffahren deſſelben(lag nahe) 1*⸗ 0 ⸗ Aufladen deſſelben einen halben Tag 0* 12 ⸗ Breiten deſſelben einen halben Tag 0 ⸗ 12 ⸗ Unterpflugen deſſelben einen halben Tag 0 50 ⸗ Einſtoßen deſſelben in die Furche 0 12 ⸗ Zuſammen 14 Rthl. 26 Stbr. Da aber ein Wurzelbeet ein Nachſaͤen ohne fernern Dung geſtattet, ſo kann ihm nur die Hälfte der Miſtkoſten, alſo 7 Rthl. 13 Stbr. Cleviſch, zur Laſt geſchrieben werden. Alſo hier 7 Rthl. 13 Stbr. Das Land im Mai mit 2 Pferden zu pflügen, einen halben Tag 1 0 ⸗ 8 Menſchen zum rajolen,— hin— ter dem Pfluge ſpaten— einen halben Tag 1 12 Ein Weib zum Einlegen der Erb⸗ ſen und Bohnen, ein anderes Latus 9 Rthl. 25 Stbr. zum Saͤen, dann beide zum Re⸗ chen und Einharken 0 ⸗ 20 ⸗ ½ Scheffel Bohnen Ausſaat 1* 15 ⸗ Schfl. Erbſen höchſtens 0 30 ⸗ Für Möhren und Rübſamen 0 25— 6 Weiber zum Jäten, einen Tag 2 2 0⸗ Erndte⸗ und Einfuhrkoſten 2* 40 ⸗ Erbſen⸗ und Bohnen⸗Stroh iſt fürs Dreſchen weggelaſſen worden. Transport 9 Rthl. 25 Stbr. Total ſämmtlicher Unkoſten 16 Rhl. 35 Stbr. Von dem Ertrage ab bleiben, Landpacht und Grundſteuer nicht gerechnet, 22 Rthl. 25 Stbr. Die Möhren werden durchgehends einen Fuß lang, und haben bei der Krone 1 bis 2 ½ Zoll im Durchmeſſer. Ihr Er⸗ trag giebt zwiſchen 10 und 20 Pferdfrachten vom Morgen. Die unter dem Lein erzogene ſind die ſchmackhafteſten, man thut ſolches aber nicht leicht in den Gegenden, wo der Flachs den Hauptgegenſtand der Cultur macht. Ob man gleich in der Re⸗ gel Roggen auf die Möhren folgen läßt, ſo zieht man doch den Hafer und die Kartoffeln dazu vor, und das mit Recht. Zu Kartoffeln mag man gern pflugſpaten(rajolen). Man bringt am liebſten den Dung dazu in der Mitte März auf. Daſſelbe gilt auch von den Möhren. Man ſtreicht den Dung nur ſo eben unter, damit er gedeckt werde. Eilf zwei⸗ ſpännige Fuder reichen zu. Die Kartoffeln werden noch an den wenigſten Orten behackt! Kartoffeln, in derſelben Gattung Bo⸗ den gezogen, arten mehr und mehr aus; die beſten ſind, welche man vom Klei auf den Sand bringt. Dieſelbe Erfahrung, die ich davon für den Münſterländiſchen Klei angeführt habe, be⸗ ſtätigt ſich alſo auch auf dem Sande. Werden die Kartoffeln gehörig behandelt, ſo geben ſie 100 und mehr Scheffel vom Morgen. Nach Kartoffeln, die gehoͤrig behackt und von allen Quecken rein gehalten werden, geräth alles, zumal der Lein. De ſterſchen was er könnte d des, beſ ſehen. As Beiſpiel Familie hat, ge a. Bre 47s Elle, gle wie 695 in der gröberem Wird die Keuten zu In fertiget. durch der hat his V ſelben B ſider Feing hat zviſch bis 1200 Eine groß Rtht. der . 35 Stbr. yrundſteuer rang, und 1 Iht Er⸗ 2tgen. Die d man thut Flachs den ein der Re⸗ d man doch t Recht. 4(eaſolen). ditte Mitz areicht den eEiff zwei⸗ ach an den tttung Bo⸗ rand, welch rung, die 3 habe, he Kartfäl effel vom a OQuecken 1 XI. Cultur der Handelsgewächte. Der Lein⸗ oder Flachsbau allein verdient in dem Mün⸗ ſterſchen unſere Aufmerkſamkeit; er iſt hier mehr oder weniger, was er für das Ravensbergſche und Mindenſche iſt. Ohne ihn könnte die Bevölkerung in den Sandgegenden des Münſterlan⸗ des, beſonders in dem weſtlichen Theile deſſelben, nicht be⸗ ſtehen. Als häuslichen Erwerbzweig führe ich ein mir bekanntes Beiſpiel von einem Zeitpächter auf einem Halberbe an, welcher in den vier Wintermonaten 181551 616 wöchentlich 30, zuſammen 500 Stück Garn, aus eigenem Flachs, durch ſeine eigene Leute nebſt einer beſoldeten Spinnerin hat abſpinnen laſſen. Da er aus jedem Stuͤck ⅛ Laubthaler löſte, ſo machte dies für dieſe kleine Familie eine Summe von beinahe 100 Rthlr. Meiſtens aber wird der ſelbſtgeſponnene Flachs von der Familie des Producenten auch verwebt, wenn ſie gutes Waſſer hat, gebleicht, und dann erſt verkauft. Die Gattungen ſind: a. Breittuch zu 1 ½ brab. Elle Breite, oder Fünfpvierteltuch zu ¾ Elle Breite. Die Länge von beiden iſt von 51 ½ brab. Elle, gleich 53 ¾ Berliner Elle, die brab. Elle zu der Berliner wie 695 zu 666. b. Schmaltuch, ſolches mißt nur eine Elle in der Breite, und hat keine beſtimmte Länge. Es wird von gröberem Garne angefertiget. c. Wergentuch aus Hede. Wird dieſe fein gehechelt, ſo dient das Linnen davon geringen Leuten zu Hemden, ſonſt zu Säcken u. ſ. w. In den beſſern Flachsgegenden wird mehr Breittuch ange⸗ fertiget. Das gemeinſte hält 1100 Fäden über den Baum und durch den Kamm auf eine Breite von 1 ½ Elle, Das feinere hat bis 1400 Fäden, ja man hat welches von 2000 Fäden zur ſelben Breite gemacht. Man ſagt daher bei der Beurtheilung der Feinheit: es iſt eine kleine oder große Eilf. Eine kleine hat zwiſchen 1050 und 1150 Fäden, eine große Eilf hat 1150 bis 1200 Fäden; eine Zwölf hat 1200 Fäden und darüber. Eine große Eilf oder eine Zwölf wird gebleicht zu 15 bis 16 Rthr. verkauft. Die Elle zu bleichen koſtet 3 Stbr. Die feinſte — 238— Leinwand wird um Borcken und Raesfeld gemacht. Ein emi⸗ grirter Prälat aus Flandern, der ſich mehrere Jahre in Bor⸗ cken aufhielt, hat ſich vieles Verdienſt um die Verbeſſerung der Cultur und Behandlung des Flachſes, ſo wie der Feinſpin⸗ nerei und Weberei, erworben. Seitdem der Flachs nicht mehr im Waſſer, ſondern im Thaue gerodet wird, hat die Leinwand an äußerer Schönheit, wiewohl auf Unkoſten ihrer innern Güte, gewonnen. Der ge⸗ deichte Flachs bleibt ſtärker, alſo auch die daraus gewebte Lein⸗ wand. Auch im Gewichte findet ſich dieſes um 2 Pfund auf das Stück ſchwerer, als das im Thaue gerödete. Es würde zwar vortheilhaft ſeyn für den eigenen Gebrauch, wobei es mehr auf die innere als äußere Güte ankommt, im Waſſer zu rö⸗ den, allein es geſchieht nicht, vermuthlich um ſich nicht zweier⸗ lei Arbeit zu machen. Die Zahl der in den Handel kommenden Stücke hat ſich durch das eingeführte Spinnen mit zwei Händen ſehr vermehrt. Dieſe Spinnart hat in der Gegend von Borcken ihren Anfang genommen, wo man auch bequeme, wenig Raum einnehmende Räder dazu anfertigt. Es giebt Weiber, die im Stande ſind, 5 Stücke Garn auf jene Weiſe zu ſpinnen. Das ſo geſponnene Garn ſoll ſich ſehr gut zum Weben ſchicken, indem das mit der rechten Hand, etwas feſter gedrehte, zu der Kette, und das loſere der linken Hand zu dem Einſchlage genommen wird. Der Flachsbau iſt hier noch immer im Steigen, und würde es im Amte Bochold noch mehr ſeyn, wenn die Zeitpächter, de⸗ ren es daſelbſt ſo viele giebt, nicht der Naturalabgabe der drit⸗ ten Garbe, und daher dem unveränderlichen Fruchtwechſel von Roggen, Roggen, Buchweitzen unterworfen wären. Würde ih⸗ nen erlaubt ſeyn, dieſen manchmal gegen eine Vergütung in Gelde zu unterbrechen(welches auch zugleich für Klee und Fut⸗ tergewächſe ſtatt haben müßte), dann würden die ſeit Jahrhun⸗ derten mit ſchlechten Heideplaggen abgeſpeiſten Aecker auch ein⸗ mal beſſeren Dung zu ſehen bekommen, einer beſſeren War⸗ tung gewürdiget werden, und die Cultur überhaupt, ſo wie der innere Wohlſtand der Zeitpächter⸗Familien ſich erheben. Auch wird die Flachsb Da ſetzen Preis. Ein ſehr vere das beſte damit. an ſch Handel ſchaft Hände. aus dem erknaben derzehrer ſind die Patente Franker und der M Kartoffe wendig, dder Aor ſte umgel noch lieh darf e aber aue einer g bricht ſi durch E lein folg vieder h gedüngt, losgeſünd ſausgeſtet Dängen 1. Ein eni⸗ eyre in Bot⸗ Verbeſſerung. er Feinſpin⸗ ſondern im Schönheit, 1. Der ge⸗ ewebte Lein⸗ Pfund auf Es würde t'ei es mehr Lſer zu ri⸗ tht zweier⸗ cte hat ſich de vermehtt. ten Anfang Ainnehmende tande ſind, geſponnene 3. das mit 19, und das nwird. mund würde Bachter, de⸗ oe der drit⸗ „vechſel von „ Wätde iſ⸗ Sgitung i d und glt⸗ ayrhun⸗ wauch ein⸗ en Var⸗ 1uo wie der gen. Auc —, 239— wird die Theilung der Marken nicht wenig zur Erweiterung des Flachsbaues beitragen. Daß wir endlich noch mehr Leinwand nach Holland ab⸗ ſetzen könnten, als wirklich geſchieht, beweiſt ihr ſteigender Preis. 3 Ein großes Hinderniß bei dieſem Handel iſt, daß er zu ſehr vereinzelt wird. In Borcken, wo doch ſo vieles und gerade das beſte Linnen gemacht wird, handelt ſchon kein Bürger mehr damit. Die Bauern haben den ganzen Handel vor und nach an ſich gezogen, und ganz gewiß zu ihrem Schaden. Mit dem Handelsgeſchäfte unbekannt, ohne Correſpondenz und Bekannt⸗ ſchaft ſolider Haͤuſer, fallen ſie den holländiſchen Juden in die Hände. Der gutmüthige Bauer borgt, wird betrogen, und um aus dem Schaden zu kommen, betrügt er wieder. Selbſt Bau⸗ erknaben geben ſich mit dieſem Handel ab, laufen hin und her, verzehren ihr Geld und entwenden der Cultur ihre Zeit. Das ſind die Folgen der franzöſiſchen Philanthropie und der Handels⸗ Patente, die den Kundigen wie den Unkundigen für ein Paar Franken zu Dienſt ſtehen. Die Cultur gehört dem Bauern und der Handel dem, der eine eigene Profeſſion davon macht. Man ſäet den Flachs entweder nach Getreide, oder nach Kartoffeln, oder in eine Dreiſche. Nach Getreide muß noth⸗ wendig gedüngt werden. Solches geſchieht entweder im März oder April, nachdem die Getreideſtoppel im vorhergehenden Herb⸗ ſte umgeriſſen worden war, oder man düngt auch und zwar noch lieber vor Winter. Nach wohlgedüngten Kartoffeln be⸗ darf es zu dem Flachſe keiner fernern Düngung. Man pflügt aber auch dann vor und nach Winter. Die ungedüngte Narbe einer guten Weide eignet ſich am beſten zum Flachſe. Man bricht ſie vor Winter auf, und bereitet ſie im Frühjahre blos durch Eggen und Wakzen zur Einſaat vor. Nach dieſem Dreiſch⸗ lein folgt im zweiten Jahre, wo die nun verfaulte Grasnarbe wieder heraufkömmt, Roggen oder Hafer. Darauf wird ſtark gedüngt, 2 bis 3 Jahre mit der Einſaat verſchiedener Früchte losgeſündiget, und bei der letzten derſelben weißer Klee mit ausgeſäet. Würde die Sache mit einer Erndte nach dem ſtarken Düngen beſchloſſen, ſo wäre an dieſer Cultur nichts auszuſetzen; — 240— allein der Menſch weiß ſich nur ſchwer in dem Genuſſe des ge⸗ G ſie mit genwärtigen Augenblickes zu maͤſſigen, und da muß er in der Kürben Folge büßen und gewärtigen, daß der Boden ſich erſt nach viee aͤrmere len Jahren wieder benarbt. Oekon! weißen Nach meiner Erfahrung, ſagte mir ein Freund, treibt ganz früh aufgefahrne Jauche, und ein Compoſt von Aſche, Miſt 2 und Straßenkoth, welcher letztere aber ſchon einen Winter über ſje ic muß gelegen haben, den Lein ganz vorzüglich. Vürze Man ſäet den Flachs zu Anſange Mai, und nimmt auf un 3 ein Quadrat von 12 Schritt oder 144 Quadratſchritt ⁄ 6 Schef⸗ umn⸗ fel, wenn es fremder, und ½ wenn es ſelbſtgezogener Saamen könmt iſt. Doch iſt beides das minimum. Genauer iſt wohl, was man mir in Suͤdlhon angab: 1 Berliner Scheffel auf 100 Qua⸗ m. dratruthen. Ueber den Saamen ſelbſt ſind folgende Bemerkun⸗— gen nicht unpaſſend. in Man giebt hier allgemein dem Liefländiſchen Saamen den un Vorzug. Durch die Sperrung des Seehandels unter den Fran⸗ ein ſo ſen hörte das auf, und man mußte ſich begnügen, den ſchlech⸗ riffend ten Seeländiſchen zu ſäen. Das Uebel wurde durch das Frei⸗ am 6 heitsſyſtem und den damit verknüpften Verfall der polizeilichen tiefge Maaßregeln, beſonders ſolcher, die blos örtlich waren, noch Foggen vermehrt; denn nun ſuchte jeder mit Leinſamen zu handeln, und der E da keine Certifikate ſeiner Guͤte mehr vorgezeigt werden durf⸗ Feirin ten, damit zu betrügen. Dieſes Uebel dauert noch zum Nach⸗ ang theile manches unglücklichen armen Bauern fort, deſſen Hoff⸗ vendet nung dadurch für ein ganzes Jahr vernichtet wird. d XII. Verſchiedene Rotizen. ſtyn macht, Unkräuter. Die Quecke, die Königin des Sandes ſpürt, und Erbfeindin des Ackerbaues! Die hieſige Erfahrung beſtätigt Ob es die Meinung des Staatsraths Thaer, daß ſie durch zu vieles gen ſen Eggen eher vermehrt, und nur durch oftmaliges Pflügen in aber ke hochaufgeworfenen Furchen, alſo in möglichſt unebener Ober⸗ Die fläche, vermindert werde. Die denkendſten Landwirthe in Weſt⸗ aannt, falen brauchen daher keine Egge mehr, wenn ſie gebraacht ha⸗ zeminde ben. Auf kleinern Aeckern, und bei dem Flachsbaue werden da Schwen b kuſſe des ge iß er in der iſt nach die⸗ treibt gan) alſche, Miſt wzinter über tnimmt auf 21 5s Schef⸗ Zer Saamen Spohl, was 100 Oua⸗ emerkun⸗ aowen den den Frau⸗ en ſchlech⸗ das Itei⸗ olizeilichen dden durf⸗ Hum Nach⸗ iſſen Hof⸗ 6 . s Eandes 19 heſtäͤthn M lile fühen in eer Ober⸗ znin Wiſ⸗ ¼ aacht ha⸗ die werden 1 — 241— ſie mit der Forke ausgehoben, von Kindern aufgeleſen und in Körben weggetragen. Die Wurzeln dienen dann getrocknet der ärmeren Claſſe zum Winterfutter für das Vieh.— Ein hieſiger Oekonom behauptet, daß die Quecken durch wohlgedüngten Buch⸗ weitzen am beſten getilgt werden. Die Bärbinde,(Feldwinde, Convolvulus arvensis), wel⸗ che ſich um Korn und Flachs rankt, hat ſtarke tief eindringende Wurzeln. Sie wird am beſten durch Kleebau, Sommerbrache und Pflugſpaten, wie zu den Möhren geſchieht, vertilgt. Der Ackerrettig. Sein Saame ſitzt in Hülſen, die nur dann erſt aufſpringen, wenn ſie an die Sonne kommen. Er kömmt unter Buchweitzen, Herbſtrüben und Spörgel ſtark her⸗ vor. Die Horde(Klapperkraut, Rhinanthus crista galli) er⸗ ſcheint vorzüglich unter dem Roggen. Der Saamen kömmt in Korn und Stroh, vergeht nicht unter dem Miſte. Sie artet beſonders in naſſem und moorigem Boden. Man hlält ſie für ein ſo gefährliches Unkraut, daß man ſie zwiſchen dem ſchon reifenden Roggen auszieht, ſo vielen Schaden man auch dabei am Getreide thut. Sie iſt eines der ſchädlichſten Unkräuter hieſiger Gegend und ſchwer zu vertilgen. Bei ſchlecht ſtehendem Roggen nimmt ſie oft den ganzen Acker ein. Dem Brode giebt der Saame einen bittern Geſchmack. Tiefes und öfteres Pflügen, Reinigung des Saatkorns, Ausrupfen und Verbrennen der Pflanze vor ihrer Reife, ſind die Mittel, die man dagegen an⸗ wendet. Das Heersmoos(Equisetum palustre). Da es, wie ich ſchon erinnert, die Weiden untauglich für das milchende Vieh macht, ſo müſſen die Grasänger, ſobald man es darin ver⸗ ſpürt, aufgebrochen, gedüngt und mit Früchten beſtellt werden. Ob es durch Sand, Kalk, Mergel, Lauge oder Aſche zu vertil⸗ gen ſey, müßte durch Verſuche entſchieden werden, wovon mir aber keiner bekannt iſt. Die Wucherblume iſtt, leider, nicht ſelten. Es iſt an⸗ erkannt, daß ſie durch Mergeln, wo nicht vertilgt, doch ſehr gemindert wird. Das Moos in den Grasängern iſt durch Steinkohlenaſche Schwerz, Landwirthſch. 16 242— und Ruß auf eine kurze Zeit, dauerhaft aber durch Umbrechen des Bodens und Miſchung mit gutem Sande zu vertilgen, in⸗ dem es meiſtens über zähem, kein Waſſer durchlaſſendem Grunde waͤchſt. 3 Hauhecheln, Kandelwiſch, Wolfsmilch, Flachsſeide und eine Menge anderer Unkräuter dieſer Gegend zeige ich nur an. Beſondere landwirthſchaftliche Erfahrungen. Man hält den überjaͤhrigen Roggen für untauglich zum Saen. Ein weſtfäaͤliſcher Landwirth, Schlüter zu Schüttenſtein, dem der Roggen auf dem Felde erfroren war, ließ ihn ſchnei⸗ den und ſtreute zwiſchen die eingefahrenen und aufgeſchichteten Garben ſo viel alten Roggen, als das Stroh ungefähr, ohne den Froſtſchaden, würde getragen haben. Er ließ den Haufen bis zur Saatzeit auf einander ſitzen und ſäete dann den wieder⸗ geſammelten alten Roggen, und er gab eine eben ſo gute Erndte, als der beſte neue. Der Bauer driſcht den Saatroggen erſt unmittelbar vor der Einſaat und nimmt nicht gern von dem aus der Sonne gedroſchenen Korne dazu. Nicht völlig reif gewordener Roggen giebt das ſchönſte Brod. Zum Branntweinbrennen aber ſchickt er ſich nicht. Roggen von hohen Sandländern gedeiht vorzüglich, wenn er auf etwas beſſern Boden geſäet wird. Wird der Saamen von dem weißen Hafer mehrmals nach⸗ einander in hieſigen Gegenden aufgenommen, ſo wird er im⸗ mer brauner und ſein Mehlgehalt immer geringer. Der Schef⸗ fel Braunhafer wiegt 45 Pfund, Roggen 84, Weitzen 94, Sommergerſte 71. Daß einige todte vermodernde Krebſe auf dem Kornboden ein Mittel gegen den Kornwurm ſeyn ſollen, wurde mir auch hier beſtätiget. Bäu wirt 1 W men, Dder linken andere Ufer. von al Muͤnſte liegt fr ſdem Grunde nlachsſeide d zeige ich rungen. auglich zum hüttenſtein, ihn ſchnei⸗ Zzeſchichteten nrähr, ohne Jen Haufen men wieder⸗ ate Erndie, gittelbar vor der Sonne önſte Brod. alich, wenn „mals nach⸗ erd er im⸗ der Schef⸗ zeihen, Kornboden a nit auc Umbrechen tilgen, in. Siebenter Abſchnitt. Bäuerliche Verhältniſſe und Zuſtand der Land⸗ wirthſchaft auf dem Hellwege der Grafſchaft Mark und des Herzogthums Weſtfalen*). L vertheilung des ländlichen Grundeigenthums. Die Landwirthe wohnen mehrentheils in Doͤrfern zuſam⸗ men, weniger auf abgeſonderten ſich nahe liegenden Höfen, oder einzeln auf zerſtreuten Colonaten. Das Land auf dem linken Ufer der Lippe hat ein ganz anderes Anſehen, eine ganz andere Cultur, ganz andere Menſchen, als auf dem rechten Ufer. Koppeln, Kämpe, vereinzelte, in ihrem Gehölze ſteckende, von allem Verkehr abgeſchnittene Colonate, wie man ſie im Münſterlande findet, verſchwinden mehr und mehr; der Acker liegt frei und offen, für das Auge oft zu unbegrenzt, da; die **) Nur von dem niederen Theile dieſer beiden Provinzen, dem ſchönen und fruchtbaren Erdſtriche, der unter dem Namen des Hellweges ſich zwiſchen Ruhr, Möhne und Lippe von der Gegend von Eſſen aus bis zu dem Paderborn'ſchen hinzieht, wird in gegenwärtiger Abhandlung die Rede ſeyn. Boden und Cultur dieſes flachen Theiles ſind von der daranſtoßenden Ge⸗ birgsgegend ſo ſehr verſchieden, daß ſie in der Beſchreibung unmoͤglich zu vereinigen, noch ſelbſt ohne die größte Verwir⸗ rung neben einander aufzuſtellen ſind. Beide Gegenden bleiben alſo getrennt, und der flache Theil komme in dieſer, der Ge⸗ birgstheil in einer andern Abhandlung vor. 16* — 244— Feldſtuͤcke liegen gemiſcht untereinander.— Alles hat ſeine Aus⸗ nahmen, ſodann auch dieſes, und das Angeführte gilt nur für den größern Theil des Landes. Einzelne, auch zu 3 bis 4 zu⸗ ſammenliegende Höfe finden ſich allerdings, und um ſie kreiſen ihre Beſitzungen, prangen ihre Bäume, grünen ihre Wallhecken. Wir ſind noch Weſtfalen, haben alſo noch immer die Spuren der erſten Anſiedlung unſerer Väter, die anderwärts meiſtens verwiſcht ſind, vor uns. Selbſt die Dörfer ſind nicht ſo wie anderswo, oder doch nicht ſo häufig, ſtraßenförmig zuſammen⸗ gebaut; ſondern jeder Bauerhof darinnen hat in der Regel ſei⸗ nen geſchloſſenen, ziemlich weitlaͤuftigen und mit Bäumen be⸗ ſetzten Hofraum, auf dem ſich die Wirthſchaftsgebäude nebſt einigen Einliegerwohnungen befinden. Da die Dorſſchaften klein ſind, ſo liegen die Ländereien meiſtens in der Naͤhe, und die Ackerpferde haben nicht nöthig, wie im Paderborn'ſchen, ſammt dem Futtertroge und Trankfaß zu Felde zu ziehen. Man hat an einigen Orten Vollbauern, Halbbauern, Köt⸗ ter, Einlieger, an andern Schulzen, Bauern u. ſ. w., an an⸗ dern Schulzen, Halbſchulzen, Drillinge, Pferde⸗Kötter, Kuh⸗ Kötter, Brinkſitzer; an andern Vollſpanne, Halbſpanne u. ſ. w. Schulzen ſind ſolche, welche 6 und mehr Pferde auf ihrem Colo⸗ nate halten, Halbſchulzen, welche 4—5 Pferde halten müſſen; Drillinge, welche ihrer 3 haben; Kötter, welche 1 bis 2 Pferde, auch wohl einen Ochſen oder ein Maulthier halten. Auf dem Hellwege rechnet man auf jeden Pflug, das iſt, jedes Geſpann von 2 Pferden, ein Areal von 40 bis 60 Magde⸗ burgiſchen Morgen, je nach der Beſchaffenheit des Bodens und der Entfernung der Grundſtuͤcke. Die Wirthſchaften von 2 Pflügen, alſo von 80 bis 120 Morgen Ackerland, ſind die ge⸗ wöhnlichſten. 1 In der Soeſter Börde und dem Amte Werl hat man— Soeſter Morgen zu 40,000 Quadratfuß= 234 rheinländiſche Ru⸗ then und zu 50,000 Quadratfuß gleich 294 ½ Rh. R. Da die Mini⸗ ma hier nicht erforderlich ſind, ſo nimmt man fuͤr den erſten 1 ½, für den letzten 1⅞ Magdeburger Morgen an. Der Dortmun⸗ der Morgen gleicht ungefähr 2 Magdeburger Morgen. Dem⸗ von 18 Conſe verbo ſind in der theilba veryfä ſchen ſchag — häuff wird Baſis 9 damal Werl norgen Rthle. nicht hier, Gege 1„ ſeerde gern 1 ditthe 3 ſeine Aus⸗ V ailt nur fit bis 4 3l. a ſie kreiſen „ Wallhecken. die Spuren Sts meiſtens icht ſo wie zuſammen⸗ 3 Regel ſe⸗ aumen he⸗ iude nebſt Mͤndereien ir t nöthig, 7. Trankfaß ern, Köt⸗ —)h, an an⸗ ter, Kuh⸗ ne u.ſ. w. ſutem Colo⸗ aon müͤſſen; te 1 his 2 alten. ann das iſt, 8) Magde⸗ dens und Son von 2 d die ge⸗„ 1 mun- iihe Ri⸗ i Mini⸗ nen 16, wortmun⸗ 8* Dem⸗ nach haben die größten Höfe im Amte Werl 200 bis 250 Magdeburgiſche Morgen. Dieſer giebt es aber wenige. In der Soeſter Börde enthalten die größten, aber ſeltenen Höfe 150 bis 250, die mittleren 60 bis 100, die kleinen 40 bis 50. Magdeb. Morgen. Die Kötter bauen 5 bis 20 Morgen. II. VYerkehr mit den Grundſtücken. In der Grafſchaft Mark war früher, nach dem preußiſchen Conſolidations⸗Edikt, die Theilung eines ſteuerbaren Colonats verboten. Seit der Umwälzung des Alten durch die Fremdlinge ſind alle Grundſtuͤcke dem freien Verkehr unterworfen. Auch in dem Herzogthume Weſtfalen waren die Höfe geſetzlich un⸗ theilbar. Der Colon konnte kein Grundſtück davon veräußern, verpfänden, nicht einmal ſublociren. Die Weisheit der franzöſi⸗ ſchen Landes⸗Regierung hat die alten Fugen aus einander ge⸗ ſchlagen, und alles in infinitum theilbar gemacht. Kauf und Verkauf einzelner Grundſtuͤcke kommen ſehr häufig, die ganzer Güter ſehr ſelten vor. Seit einigen Jahren wird in der Mark der 25fache Werth des reinen Ertrags zur Baſis des Verkaufspreiſes angenommen. Vor zwanzig Jahren wurde viel theuerer verkauft, weil damals mehr Geld unter den Bauern im Umlaufe war. Um Werl gab es in den neunziger Jahren Fäͤlle, wo der Werl⸗ morgen gutes Ackerland bis zu 500 Rthlr. Berliner Cour.(300 Rthlr. der Magdeb. Morgen) bezahlt worden iſt, für den jetzt nicht die Hälfte zu erhalten ſeyn würde. Wörtlich führe ich hier an, was ein Bewohner der Soeſter Börde mir über dieſen Gegenſtand mittheilt: „Einzelne bei den Städten liegende Ländereien, ſagte er, werden nach Maaßgabe ihrer Lage und der größern oder gerin⸗ gern Güte des Bodens bezahlt.“ „Ehe der unglückliche Zeitpunkt, welcher durch die Ereigniſſe von 1806 veranlaßt wurde, eintrat, war unter unſern Land⸗ wirthen ein ſolcher guter Wohlſtand, daß ſie ſelbſt in der ſtaͤdti⸗ — 246— ſchen Feldmark Ländereien ankauften, und den Cölln. Morgen mit 300, ja bis 350 Rthl. bezahlten.“ Allein das ſchwere, allen Muth und Fleiß niederdrückende Grundſteuer⸗Syſtem, welches die meiſten Landwirthe und Gü⸗ terbeſitzer ihres baaren Geldes beraubt und den Werth der Grundſtücke ſo ſehr ſinken läßt, hat zur Folge gehabt, daß Beiſpiele vorhanden ſind, wo der Morgen Landes zu 100 Rthl. ausgeboten worden und ſich dennoch keine Käufer gefunden haben. Eine übertriebene Beſteuerung iſt nicht das Mittel, um den Zuſtand der producirenden Menſchenklaſſe zu verbeſſern. Erb⸗Verpachtungen kommen bei Privat⸗Gütern we⸗ nig vor, öfter bei Domanial⸗Grundſtücken. Dazu wird ein öko⸗ nomiſcher Nutzungs⸗Anſchlag(der Reinertag des Guts) zum Grunde gelegt. Sind Gebäude vorhanden, ſo werden dieſe pro Taxato übertragen; Grund und Boden wird öffentlich zum höch⸗ ſten Gebot ausgeſtellt. Der Erbverpächter bedingt eine reine Revenüe in baarem Gelde, für deren Zahlung der Erbpächter Caution ſtellt. Letzterer übernimmt nebenbei alle direkte und indirekte Staatsabgaben und Laſten, alle Cultur- und Verbeſſerungkoſten. Nachläſſe bei Unglücksfällen finden nicht ſtatt. Der Erbpächter darf bei Verluſt ſeines Anrechts die Pachtzinſe keine zwei Jahre nach einander ruͤckſtändig bleiben. Das Erbpachtsrecht geht un⸗ bedingt auf alle ſeine Erben und Nachkommen über; will er es aber an einen Dritten verkaufen, ſo muß dieſes unter Rück⸗ frage an den Erbverpächter, welcher ſich das dominium direc- tum reſervirt, geſchehen, und wird bei einer ſolchen Veräuße⸗ rung die Zahlung des geſetzlichen Laudemii(2 p. Ct. vom Ca⸗ pitalwerth) vorbehalten. Zeitpacht kömmt vor a. bei einzelnen Grundſtücken: Gärten, Ländereien, Weiden, Wieſen. Die Dauer iſt gewöhnlich 6 Jahre; die Pacht wird häufig durch öffentliches Ausgebot erzielt und jährlich in baarem Gelde bezahlt. Der Paͤchter darf die Natur des Grundſtücks nicht verän⸗ dern. Bei den Gärten, Weiden, Wieſen finden bei der Wie⸗ — derabtre dereien Eigenth ſolche a fieit etſ dieſer o richtet ſe h. Be ſcha Gen ſteht in ter, d meiſten tarium der Päc 88 40b giebt ſ überlie und A Bürgſe c. B M heißt C werden Lebensge aber all Verheir tener F bleibt Bauer zu Ma dienſte auch e Erneuen Gevinn lich iſt doch b ₰ —l. Morgen rdruͤckende —* und Gi⸗ iDerth der abt, daß 8 100 Rthl. gefunden 1 Mittel, zerbeſſern. Aütern we⸗ as d ein oͤkv⸗ uts) zum Jddieſe pro Hium höch⸗ 2u vaatem lt. a indirekte F ungkoſte. arbpaͤchter ei Jahre 4s geht un⸗ vill er es ter Rück⸗ eum direc- a Veräͤuße⸗ — von Ca⸗ adereiu, uſ 1 belde in verän⸗ acyer Wie⸗ ——— V 247— derabtretung keine Anrechnungen von Meliorationen ſtatt; Län⸗ dereien hingegen müſſen, wenn ſie direkt aus den Händen des Eigenthümers übernommen ſind, in dem Dungzuſtand, worin ſolche angetreten worden, wieder zurückgegeben, oder das De⸗ ficit erſetzt werden. Wenn ein neuer Pächter eintritt, ſo muß dieſer den abgehenden fuͤr den Dung entſchädigen. Der Werth richtet ſich nach den Ortspreiſen. b. Bei ganzen Gütern(Edelhöfen und Domainen⸗Wirth⸗ ſchaften). Gewöhnliche Dauer 12 Jahre; der jaͤhrliche Pachtzins be⸗ ſteht in baarem Gelde. Man einiget ſich darüber mit dem Päch⸗ ter, durch Accord unter der Hand. Die Holzungen bleiben meiſtens von der Pachtung ausgeſchloſſen. Ueber das Inven⸗ tarium einiget man ſich auf zweierlei Weiſe: entweder ſchafft der Pächter daſſelbe für ſeine eigene Rechnung an und darf es alſo beim Abzuge wieder frei veraͤußern, oder der Verpaͤchter giebt ſolches in die Wirthſchaft und muß alſo nachher wieder überliefert werden. Der Werth wird auf dieſen Fall beim An⸗ und Abzuge taxirt, und der Pächter leiſtet für das Capital Bürgſchaft. Die Grundſteuern trägt der Verpächter. c. Bei Bauernhöfen. Man nennt dieſe Zeitpachten Gewinnungen. Der Contrakt heißt Gewinn⸗Nottul, und wenn gleich ſelbige periodiſch erneuert werden müſſen, es ſey alle 10, 15 oder 20 Jahre, oder als Lebensgewinn bei dem Abſterben des Pächters, welcher den Hof aber allemal erſt bei erlangter Großjährigkeit oder bei ſeiner Verheirathung überkommen hat, ſo iſt es doch ein äußerſt ſel⸗ tener Fall, daß die Hoͤfe in fremde Hände gerathen, vielmehr bleibt die Familie faſt immer im Beſitze des Pachtrechts. Der Bauer entrichtet ſeinen Pachtzins, wenige Fälle ausgenommen, zu Martini. Er beſteht in Naturalien, Hand⸗ und Spann⸗ dienſten, Getreide, Schweinen, Gänſen, Hühnern, mitunter auch etwas Flachs und ſonſtigen kleinen Küchengaben. Bei Erneuerung jeder Pachtperiode wird außerdem ein ſogenanntes Gewinngeld an den Grundherrn auf einmal bezahlt. Gebräuch⸗ lich iſt es, daß dieſes den Werth einer Jahrespacht beträgt; doch bleibt ſelbiges ſich nicht immer gleich und wird mitunter — 248— höher angeſchlagen. Dahingegen bleibt die jaͤhrliche Natural⸗ Pachtabgabe unverändert. Der Werth richtet ſich nach dem Laufe der Zeiten, obgleich derſelbe nicht überall dem Ertrage der Höfe angemeſſen iſt, vielmehr bei manchen Höfen von glei⸗ chem Grundwerthe ſehr differirt. Alle Steuern und öffentliche Laſten trägt der Bauer ohne Zuthun des Hofesherrn. Das ganze Inventarium iſt ein Eigen⸗ thum des erſteren. Mehrentheils gehören auch hierzu die Ho⸗ fesgebäude, und wenn in ſeltenen Fällen der Bauer den Hof räumen muß, ſo wird der Grundherr für ſchuldig gehalten, ihm ſein unbewegliches Eigenthum, als Gebäude, Miſtrecht, erweisliche Grundverbeſſerungen, Frechtungen, Obſtbaumpflan⸗ zungen ꝛc. zu bezahlen. An dem hohen Gehölz wird den Zeitpachts⸗Bauern kein Mitgenuß eingeräumt; doch gebührt ihnen davon der Bedarf zur eigenen Wirthſchaft, mehrentheils auch die ganze Maſt: zu jährlichen Pflanzungen werden ſie verpflichtet, alles Schlag⸗ und Brandholz dürfen ſie nützen, auch das Entbehrliche ver⸗ kaufen. Bei den Domainen⸗Höfen der alten landesherlichen Ren⸗ teien ſind obige Verhältniſſe anders: dort zahlt der Bauer nichts als ſeine Pacht, der Landesherr übernimmt alle andere auf Grund und Boden laſtende Abgaben und unterhält die Hofesgebäude; die Pachtungen werden von 6 zu 6 Jahren er⸗ neuert, und der Ertrag nach landwirthſchaftlichen Grundſätzen ausgemittelt. Zu Dortmund, wo man einen koſtbaren Großgerſtboden hat, iſt es nicht ſelten, daß die Aecker für die Hälfte des Kör⸗ nerertrages beſtellt werden. Ich fand dabei folgende Ueberein⸗ kunft: der Ackersmann verrichtet alle Spann⸗ und Handarbeiten, welche auf die Beſtellung des Bodens fallen, giebt den Sa⸗ men her, führt die ganze Erndte in die Scheune des Eigen⸗ thümers und driſcht ſie aus. Dafür zieht er die Hälfte des Körnerertrages. Der Eigenthümer behält die andere Hälfte und das Stroh von der ganzen Erndte, giebt aber auch allen Miſt zur Bedüngung der Aecker her. Es ſind ſolches wohl die vor⸗ theilhafteſten Bedingniſſe, welche ein Eigenthümer ſich wünſchen —— kann, a annehml Im Zeitpäch ab. Si Dung n wieder zu In d in Gettei des Hof auf 3 2 Hafer. Fruchtun vird ge oder zwer nach ſch Petri E Z hofe, ſo müſſen einer H Köpft, 1 Knecht der zue halten, Im Alg beſten b Uofang fälle au lig einn Vö beſſern T den Aeme mehrenth Natural⸗ 1 nach dem im Ertrage en von gli⸗ a zauer ohne ein(Eigen⸗ zu die Ho⸗ —) den Hof 3 gehalten, „ Miſtrecht, k aumpflan⸗ G ern kein ar Bedarf 9 Maſt: 2 ⁸ Schlag⸗ E rliche ver⸗ 1chen Ren⸗ er Bauer lle andere zaerhält die Dahren er⸗ undſätzen a gerſtboden dos Kor⸗ a Ueberein⸗ carbeiten ¹ den Er⸗ es Eiyel⸗ yülii des iſſe und ain Miſt ardie vor⸗ ahünſchen V — 249— kann, aber auch nur auf ſolchem Boden wie um Dortmund annehmbar. Im Amte Werl iſt die Pachtfriſt der Aecker 5 oder 6jährig. Zeitpächter ganzer Güter ziehen meiſtens um Oſtern an und ab. Sie haben ihr eigenes Inventarium, uͤbernehmen den Dung mit dem Acker und liefern dieſen in derſelben Gaile wieder zurück. Das Plus davon wird vergütet. In der Soeſter Börde beſteht die Pachtabgabe gewöhnlich in Getreide. Sie richtet ſich nach der Lage, Größe und Güte des Hofes. Die höchſte Pacht vom hieſigen Morgen kömmt auf 3 Berliner Scheffel, triplicis, d. i. Roggen, Gerſte und Hafer. Die Pachtfriſt iſt von 12 Jahren, als dem zweimaligen Fruchtumlaufe. Nachlaß wegen bevorſtehender Unglücksfälle wird gewöhnlich vom Verpächter ausgeſchloſſen. Ein ein⸗ oder zweijaͤhriger Pachtrückſtand zieht den Verluſt des Pachtes nach ſich.— Die An⸗ und Abzugszeit hat um Martini oder Petri Stuhlfeier ſtatt. Zweckmaſſige Größe der Höfe. Auf einem Bauern⸗ hofe, ſagt einer meiner Correſpondenten aus dem Märkiſchen, müſſen nothwendig 9 bis 10 Menſchen leben können; denn in einer Haushaltung auf dem Lande finden ſich leicht ſo viel Köpfe, z. B. 1 oder 2 Alte, 1 Mann, 1 Frau, 3 Kinder, 1 Knecht, 1 Magd. Dieſe Perſonenzahl zu ernähren, die Kin⸗ der zu erziehen und dem Staate eine nützliche Familie zu er⸗ halten, dazu gehört ein Hof von 4 Pferden oder 2 Pflügen. Im Allgemeinen findet man, daß zweipflügige Bauernhöfe am beſten bewirthſchaftet werden, weil das Hausperſonal dem Umfange angemeſſen iſt, und manche unvermeidliche Unglücks⸗ fälle auf eine ſolche mittelmäſſige Wirthſchaft nicht ſo nachthei⸗ lig einwirken. III. Servituten und Vöhden. Vöhden ſind um ſo unverzeihlicher, als ſie nur auf dem beſſern Boden zu Hauſe ſind. Man trifft ſie in den vormali⸗ gen Aemtern Lünen, Caſtrop, Bochum und Werl. Sie ſind mehrentheils 5jährig, ſeltener 6 oder 3jährig. Ich habe ihre Nachtheile und ihren Unnutzen ſchon anderswo ſattſam entwickelt. An Entwäſſerung und gehörige Pflege iſt nicht zu denken. Die periodiſch wiederkehrende Dreiſche ſoll alles erſetzen. Sind die erſten Erndten gut, ſo ſind die letzten um ſo ſchlechter. Umgekehrt verhält es ſich bei der Viehweide. Würde der Boden ſich auch benarben wollen, ſo kann er es nicht, weil er mit einer unverhältnißmäſſigen Anzahl Vieh, oft mit einem ungeheueren Heere Gänſe überladen iſt. Abfindung der Hutberechtigten iſt hier das einzige Mittel, welches dann noch mit einer beſſern Zuſammenſchlagung der Felder verbunden werden könnte. Wer ſoll das zu Stande bringen? Gewiß keine Juſtiz⸗Commiſſarien. Haben die Herren der Themis bei den Theilungen der Communen, Vöhden u. ſ. w. mit einzuſprechen, oder gar das große Wort zu führen, wird mit der Pünktlichkeit eines Krämers bei allem gewägelt, wird nicht in dieſem, wie in manchen andern Verwaltungszweigen, mit einer ruhigen und weiſen Entſchloſſenheit durchgegriffen; dann, ich wage es zu ſagen, werden wenig Verbeſſerungen in dem bäuerlichen Weſen zu Stande kommen, und Vöhden, Ge⸗ meinweiden und Servituten noch in einem Seculo nicht aus⸗ einandergeſetzt ſeyn. Ich übergehe Spann⸗ und Handdienſte, worüber ſchon an⸗ derswo geſprochen worden. Die Ungerechtigkeit ihrer Unterdrückung ohne Entſchädigung iſt auffallend und war nur der franzoſiſchen Revolution würdig. Garben⸗Zehnt beſteht nicht allenthalben in dieſen Ge⸗ genden und iſt an mehreren Orten in einen Sackzehnt verän⸗ dert worden. Die Frucht wird in Stiege zu 20 Garben auf⸗ geſetzt. Der Zehntherr haͤlt einen vereideten Ausnehmer; dieſer fängt an dem Ende des Stückes, wo der Miſtwagen herauf⸗ kommt, zu zählen an und bezeichnet allemal die zehnte Stiege. So lange dieſes nicht geſchehen, darf der Bauer nicht einfah⸗ ren, doch muß der Ausnehmer auf erhaltene Ordre gleich kom⸗ men. Der Zehntherr muß ſelbſt den Zehnten vom Felde holen laſſen. Von Hülſenfrüchten, welche nicht aufgerichtet werden können, wird die zehnte Reihe genommen, von Flachs das Der hebt etw mund, Fürſtente len in d Der Wir we ſche Hei Rfein a nen, un und der zu dem beiden; rin, da trocken mehr fü Roggen: Theilen Niq den Ufer ſeine Mi Addachun ohne We Er hat lichen9 zu Weit kriftigen über and vobei ſic nürdlichen Tponbode nundlche entwickelt. aken. Di men. Eind Kechter. o kann er Wihl Vieh, n. rre Mittel, naung der =n Stande en die Herten W'n u. ſ. w. fen, wird iatelt, wird u syweigen, chgegriffn; Zerungen in * dden, Ge⸗ a nicht ale: I ſchod an⸗ O ſchaͤdigung amnn würdig. a z'ieſen Ge⸗ ao nt vein⸗ arben auf⸗ maner; diſtt een berauß te Giege. acht einfah⸗ alich kom⸗ alde holen dant werden Klachs das — 251— zehnte Bund. Futterkräuter ſind in der Regel nicht zehntbar, wohl aber hin und wieder die Kartoffeln. IV. Lage und Boden. Der Landſtrich, deſſen Beſchreibung wir vor uns haben, hebt etwas weſtlich von Bochum an und dehnt ſich über Dort⸗ mund, Unna, Werl, Soeſt, Erwitte bis zu den Grenzen des Fürſtenthums Paderborn aus. Er beträgt alſo 10 bis 12 Mei⸗ len in die Laͤnge, und 1, 2 bis 3 in die Breite. Der weſtliche Theil davon gehört zu der Grafſchaft Mark. Wir werden dieſen Kürze halber den Hellweg(eine alte römi⸗ ſche Heerſtraße, welche weiland den ganzen Erdſtrich von dem Rhein an bis zu der paderbornſchen Grenze durchſchnitt) nen⸗ nen, und den öſtlichen unter dem Namen des Amtes Werl und der Soeſter Börde andeuten, obgleich auch dieſer Theil zu dem Hellwege gehört. Der Hauptunterſchied, der zwiſchen beiden Theilen in Hinſicht auf den Boden obwaltet, beſteht da⸗ rin, daß der öſtliche Theil mehr feucht, der weſtliche mehr trocken iſt. Daher kann man im Durchſchnitte Werl und Soeſt mehr fuͤr einen Weitzen- und Hafer-, den Hellweg für einen Roggen⸗ und Großgerſtboden annehmen; wiewohl in beiden Theilen wieder Abweichungen vorkommen. Nicht überall iſt der Hellweg von gleicher Güte. Zwiſchen den Ufern der Lippe und Ruhr liegend, erhebt er ſich gegen ſeine Mitte und bildet hauptſaͤchlich nach der Nordſeite eine Abdachung nach der Lippe zu. Jene mittlere Erhöhung bleibt ohne Widerſpruch der beſte und fruchtbarſte Theil des Ganzen. Er hat einen milden mergelartigen tiefen, beinahe unübertreff⸗ lichen Roggen- und Großgerſtboden, der aber auch ebenfalls zu Weitzen und Wintergerſte geeignet iſt. Die Breite dieſes kraͤftigen Erdſtrichs erſtreckt ſich im Durchſchnitte wohl nicht über anderthalb Stunden. Von da an nimmt er an Güte ab, wobei ſich doch die ſüdliche Seite zu ihrem Vortheile vor der nördlichen auszeichnet. Erſtere geht mehr oder weniger in Thonboden über, welcher oft mit Steinen gemiſcht iſt. Die nördliche Seite liegt niederer, iſt daher feuchter als die ſüdliche. — 252— Der Boden iſt an einigen Orten zäͤher, an andern moorig, an andern ſandig, letzteres beſonders nach der Lippe zu. Da, wo er thonig oder moorig iſt, leidet er von der Näſſe und iſt oft ſchwer zu bearbeiten. Der ſandige Lippenſtrich iſt ſtark mit Eiſenſtein durchſchoſſen. Der Untergrund des mittleren Erd⸗ ſtriches beſteht aus Thon und Mergel. Nach der Ruhr zu be⸗ ſteht er aus Thon, Mergel, Sandſtein und Grand. Kalkſteine finden ſich nicht. Der ſogenannte Huflattig(hier Kleyblatt) kömmt auf dem thonigen Boden oft vor. Häufig findet man auf der nördlichen Seite Wieſen, Wei⸗ den und Holz. An Körnern iſt dieſe Seite weniger ergiebig, und dieſe ſind nicht ſo mehlreich und ſchwer als die der ſüd⸗ lichen Seite; doch gerathen alle Fruchtarten und Gewächſe, den Roggen ausgenommen, noch immer ſehr gut daſelbſt und geben in der Regel mehr Stroh als in der Südſeite. Dabei aber muß da ſtärker und öfter als hier gedüngt werden. Die Süd⸗ ſeite iſt zu allem, jedoch mehr zum Roggen als Weitzen geeig⸗ net. Der Boden im Amte Werl iſt zum Theil unübertrefflich und würde den aus der Gegend von Dortmund übertreffen, wenn ihn die Feuchtigkeit, vielleicht auch nur der Mangel an Abwäͤſſerung, nicht daran hinderte. Es kommen zwar auch hier allerhand Bodenarten vor, al⸗ lein der größte Theil beſteht aus einem milden, mergelartigen. oft ſchwarzen Thon. Die Erhöhungen ruhen auf einem mergel⸗ artigen Kalkſteine. Nur an den Abhängen nach der Ruhr und Möhne zeigt ſich Schieferthon und Sandſteine im Untergrunde. Guter milder Mergel kömmt im Ganzen nur an einzelnen Stellen vor. An den meiſten Orten verwittert er nur langſam. Die Soeſter Börde liegt an der Abdachung der Gebirge des Herzogthums Weſtfalen in der Richtung von Süden nach Norden. Sie iſt daher auf ihrer ſüdlichen Seite, oder in der Oberbörde, trocken oft ſteinig, und auf der nördlichen Seite, oder in der Niederbörde feucht und naß. Der Boden beſteht aus einem vorzüglichen Gemiſche von Lehm⸗ und Dammerde. Der Untergrund iſt Lehm und Thon, und auf den höheren Aeckern der Oberbörde Geſtein. Der wiewohl nicht ſtarke Hang nach Norden fördert viele Quellen zu Tage. Manche Stellen V Wen ſad dah beiten,“ 8 wan doe ſtandthe Anſicht ohne Be⸗ zumal we Stallfutt ſtarken? wenig A dieſe al obgleich baten Ac baren Ufern je ſondern gend.( für ſic fehlt es Kuhweide Nur wen ungetheil Alle demn wirk bedeutend Weiden „ einige, väͤchzerd V ſind. Auf ſonderen bedürfen an den F ſchwemmt. arn moori, She zu. Da, rtäͤſſe und iſt dſt ſtark mit Eitleren Etd⸗ uhr zu be⸗ àn Kalkſteine a Kleyblatt) Piſen, Wai⸗ urr exgiebig, 1 ie der ſüd⸗ D äͤchſe, den dund geben Habei aber am Die Gud⸗ Ee en geeig⸗ übertreflich Aübertrefen, Mangel an u vor, al⸗ r caelattigen, eem merge⸗ 2 Ruhr und ntergrunde. einzelnen a langſam. h'er Gebitge * eSüden nach det il a r chen Glite, u heſteht )yenmerde V 1 höheren zarke Hang V oälhe Stellen ſind daher bei feuchtem Wetter ſchwer oder gar nicht zu bear⸗ beiten, und obgleich die Krume durchgehends tief iſt: ſo ſcheut man doch den Pflug tief anzuſetzen. Ohne die chemiſchen Be⸗ ſtandtheile des Bodens unterſucht zu haben, bedarf es nur der Anſicht der hohen gedrängten prachtvollen Saaten, um ihn ohne Bedenken unter die beſten Bodenarten zählen zu können, zumal wenn man bedenkt, daß in einem Lande, wo man keine Stallfütterung, keine Sorge für die Miſtſtätte und dabei einen ſtarken Abgang an Wieſen und Weiden hat, der Dung nur wenig Antheil an der Pracht jener Erndten haben könne, daß dieſe alſo hauptſächlich dem Boden zuzuſchreiben ſeyn müſſe, obgleich die Cultur deſſelben nicht verwerflich iſt. V. Kuh- und Fettweiden. Wenn die Gegend zwiſchen Ruhr und Lippe mit einem koſt⸗ baren Ackerboden geſegnet iſt, ſo iſt ſie es nicht weniger mit koſt⸗ baren Wieſen und Weiden. Da aber dieſe meiſt längs den Ufern jener beiden Flüſſe liegen, ſo haben ſie doch keinen be⸗ ſondern Einfluß auf den eigentlichen Ackerbau der innern Ge⸗ gend. Sie machen vielmehr, beſonders als Fettweiden, einen für ſich allein beſtehenden läͤndlichen Erwerbszweig. Dennoch fehlt es auch dem Ackerwirthe des Hellwegs nicht gänzlich an Kuhweiden, zumal nachdem man die Gemeinheiten getheilt hat. Nur wenige Communen behelfen ſich mit der Austrift in die ungetheilten Waldungen. Alle Weiden längs den Fluüſſen ſind gut, wenn gleich in dem wirklichen Werthe rückſichtlich des Flächenraumes ſich ein bedeutender Unterſchied findet. Von ſchlechterer Güte ſind die Weiden von ehemaligen Gemeinheiten, doch finden ſich darunter einige, welche urſprünglich aus aufgeſchwemmten, ſehr viele Ge⸗ wächserde enthaltenden Böden beſtehen, und die alſo ſehr gut ſind. 3 Auf die Verbeſſerung der Weiden verwendet man keine be⸗ ſonderen Koſten. Man reinigt ſie möglichſt vom Unkraut; ſonſt bedürfen ſie keiner beſondern Cultur. Das Vieh düngt ſie und an den Fluſſen werden ſie zu ihrer Verbeſſerung öfters über⸗ ſchwemmt. — 254— Die eigentlichen Fettweiden überſteigen, wie leicht begreif⸗ lich, im Kauf⸗ und Pachtwerthe das Ackerland um mehr als die Hälfte. Es fehlt niemals dabei an Concurrenz, und finden ſich ſelbſt aus einer Entfernung von mehreren Meilen Liebha⸗ ber dazu ein. So gut auch immer die Lippeweiden ſind, ſo hält man die an der Ruhr noch für beſſer. Wenigſtens hat ſolches an der Lippe unterhalb Lühnen ſtatt, wo ſich die Ufer des Fluſſes zu viel erhöhen, der Boden trockner, ſandiger und weniger grasreich iſt. Höher die Lippe hinauf werden die Wei⸗ den ſchon beſſer, und zwiſchen Hamm bis Lippſtadt ſind ſie von vorzüglicher Güte. Um zu beſtimmen, welche Ausdehnung für eine Weidekuh erforderlich ſey, kömmt es ſehr auf die Natur der Weide an, und dann auch auf die Größe oder das Gewicht der Kühe. Der größte Theil des ausgewachſenen Rindviehes im Dortmun⸗ der Kreiſe hat im fetten Zuſtande ein Gewicht von 350 bis 400 Pfund. Dieſes als Normalgewicht hier angenommen. Iſt der Weidegrund nicht ſumpfig, nicht zu trocken und locker, ſondern dicht und feſt, ſo kann eine Milchkuh mit we⸗ niger als 2 Magdeburger Morgen auskommen, im Durch⸗ ſchnitte muß man aber 2 Morgen dafür annehmen. Auf eine Maſtkuh von dem angegebenen Normalgewichte wird andert⸗ halb Morgen guter Weide erfordert. Sie bedarf im Allgemei⸗ nen weniger Flächenraum wie eine Milchkuh; das Verhältniß iſt ungefähr wie 4 zu 5. Weiden, die an Flüſſen liegen und überſchwemmt werden, haben den Vorzug. Wenn gleich hier auf trockenem Boden oft mehr Flächeninhalt für ein Stück Vieh erfordert wird, als auf andern guten Weiden, ſo iſt auf jenem das Gras ſüßer und nahrhafter und giebt daher mehr Fett und Gewicht. An der Ruhr bedarf das Vieh im Durch⸗ ſchnitt weniger Flaͤchenraum zur Weide, als an der Lippe und Emſcher, weil dort der Boden mehr Feuchtigkeit hält, dicht und ſtärker mit fettem Graſe und wildem Klee bewachſen iſt. Die Zeit zur völligen Ausmäſtung erfordert ½ Jahr, vom Monat Mai bis Ende Oktober. Die Weiden werden ſelten von den Eigenthümern ſelbſt benutzt, ſondern an die Viehmä⸗ ſter verpachtet. Das Vieh, was aufgeſchaart wird, beſteht größ⸗ Eingan tentheil gen ein Me Hat de Reit, er nicht haft füt läuft; d worauf ewas d Sch fett ge Eine fet und vird mehr, b daß all Rindvie d U (ſchmal alle 10 ſind. D Hecken ſer halte Bei der Gpie daher de der Aluß auf Wi Je es auf treten in nachtheil ſchlaͤmmt unterhalb mag man ſchwenmt ct bexrif meht ül . und finden Dlen Liebha⸗ =n ſind, p Bigſtens hut hy die Ufer diiger und 12 die Wei⸗ ind ſie von 0 Weideuh * Weide an, whider Küße, ui Dortmun⸗ u. R bis A owen. rocken und t=hh wit we⸗ a im Duth⸗ m Alf eine idd andert⸗ Agemei⸗ . Verhältniß asliegen und angleich hiet miein Gtück no ſo iſt auf d daher meſr im Dlrc⸗ Liype Ind i äͤk, di tſſen iſt. hatr, vom aut en ſelten 41 Viehwaͤ⸗ ſeeht groß V — tentheils aus Kuͤhen. Man giebt ihnen der Befriedigung we⸗ gen einen Bullen zu, ohne welchen ſie nicht fett werden würden. Man findet daher die Kühe bei dem Schlachten träͤchtig. Hat der Bulle ſein Geſchäft beendiget, ſo wird auch ihm der Reitz, wiewohl auf eine andere Art, benommen, ohne welches er nicht gedeihen würde. Zu große Weiden ſind nicht vortheil⸗ haft fuͤrs Fettmachen, weil das Vieh ſich darin zu viel ver⸗ läuft; die beſten an Umfang ſind die für 20 bis 25 Stück, worauf ein Bulle gerechnet wird. Wo möglich ſorgt man für etwas Schatten gegen die ſtarke Sonnenhitze und für freien Eingang in den Fluß. Schafe werden auf dieſen Weiden wenig oder gar nicht fett gemacht, weil man ſeine Rechnung nicht dabei findet. Eine fette Kuh, von 350 bis 400 Pfund, koſtet mager 25 Rthlr. und wird fett zu 40 Rthlr. Berl. Cour. verkauft, auch wohl mehr, beſonders wenn ſie recht fett iſt. Man kann annehmen, daß allein im Dortmunder Kreiſe jäͤhrlich über 3000 Stück Rindvieh zum Verkauf auf den Weiden gemäͤſtet werden. Die Frechtungen(Einfriedigungen) beſtehen aus Schligger (ſchmale 6 bis S Zoll breite eichene Bretter), welche ungefäͤhr alle 10 Fuß in eingegrabene aufrechtſtehende Pfoſten gezapft ſind. Dieſe Einfriedigung iſt koſtbar, indeſſen werden lebendige Hecken zu ſehr vom Vieh ruinirt, und tiefe Gräbe, welche Waſ⸗ ſer halten, ſind nicht anzubringen. Bei Lippſtadt, wo vorzüglich gute Futterweiden ſind, liegt der Spiegel des Fluſſes höher, als die Umgebungen, und muß daher durch Daͤmme eingehalten werden. Im Winter tritt der Fluß regelmäſſig aus und ſetzt ſeinen fruchtbaren Schlamm auf Wieſen und Weiden ab. Je länger das Austreten anhält, je vortheilhafter wirkt es auf den Graswuchs. Anders verhält es ſich bei dem Aus⸗ treten im Sommer, wodurch das Gras, beſonders für die Schafe nachtheilig wird, indem dieſe bekanntermaßen ſich auf über⸗ ſchlammten Weiden faul freſſen. Den Antheil, den die Mühle unterhalb der Stadt an den Sommerüberſchwemmungen hat, mag man zu Lippſtadt wiſſen. Um ſich auf den Fall einer Ueber⸗ ſchwemmung im Sommer vor gänzlichem Verluſte zu ſchützen, pachten die Viehmäſter ſtets einige trockene Weiden nebenher, um das Vieh im Nothfalle auf ein paar Wochen darauf in Sicherheit zu bringen. Hat jemand z. B. eine Fettweide für 20 Stück Vieh gepachtet, ſo miethet er noch eine trockene für 10 Stück dazu. Damit aber dieſe Weide auf jeden Fall benutzt werde, be⸗ ſetzt er ſie nur mit 5 Stück, um für die ganze Schaar eine Nothhülfe im Hinterhalte zu haben. Auch hier behauptet man, daß die Lippweiden nicht ſo ſchweres Vieh als die Ruhrweiden tragen können. Man hat zwar Berſuche gemacht, ſchweres Braunſchweiger Vieh aufzu⸗ ſchaaren, allein es hat ſchlecht gelohnt. Das Fettvieh beſteht auch hier blos aus Kühen von 350 bis 400 Pfund. Sie werden großen Theils im Ravensbergiſchen aufgekauft und gehen fett nach Paderborn und Caſſel, oder nach Bielefeld zu⸗ rück. Man ſetzt nicht mehr Kühe auf einen Kamp, als anhal⸗ tend darauf fett werden können. Es ſcheint zwar, daß man ſie aus einem Kamp in den andern treiben könne, allein ſol⸗ ches hat ſich nicht räthlich befunden. Das Vieh frißt auf einem friſchen Kampe im Anfange übermäſſig, laͤßt aber dann nach, zehrt in Erwartung eines beſſern nicht alles auf und ſchmach⸗ tet, wenn man es nicht ſogleich wieder wegbringt. Man rech⸗ net ¼ Magdeburger Morgen Lippweide zum Fetten einer Kuh, von trockenen Weiden aber gehören 2 Morgen, auch mehr da⸗ zu. Man haͤlt dafür, daß zwei Milchkühe ſo viele Weide be⸗ duͤrfen als drei Maſtkühe, welcher ſtarke Unterſchied aber wohl daher rühren mag, daß jenen nie ſo gute Weiden eingeräumt werden, als dieſen. Sonſt würden doch wohl nur 4 Milchkühe 5 Maſtkühen im Freſſen gleich zu ſtellen ſeyn. Die Pachtfriſt der Weiden iſt gewöhnlich von 5 bis 6 Jah⸗ ren. Der Pachtpreis von ¾¼ Morgen oder ſo viel, als zum Fetten einer Kuh erfordert wird, iſt 10 bis 12 Rthlr. Verkauf kömmt nicht oft vor und erweckt viele Liebhaber. Unter 300 Rthlr. läßt ſich nicht wohl ein Soeſter Morgen (¾ Magdeb. Morgen) guter Weide kaufen. Dieſe ſteht um 1 höher im Ankaufe, als das Ackerland aber nur um höher im Pacht, denn der Pachtwerth dieſes letzteren ſteht zu S Rthlr., woran ſig ſo wurfss D thümer ten Un die Er Der R welche 7 Zol Eichen ſehr ke vegzun ſchäͤdlich Wieſen Auf d gen, d Lippwe und d man dem 9. tet ma waͤre;z A Ein 39 cher 6 wöhnl aus 1 Bullen ber. L geſchlacg icce Gi auj Ger Stue an nebenhen, A darauf in ttweide fir Ittrockene fir n werde, he⸗ Achaar eine fon nicht ſo Nan hat ieh aufu⸗ — dieh beſteht fund. Gie ankauft und eelefeld zu⸗ gnals anhal⸗ 10, daß wan a aleein ſil tauf einen 4 ddann na and ſymach⸗ . Man rech⸗ t3 enet Kuh, V dn) mehr die 3 Weide be⸗ icg aber woh „geingeräumt 24 Milhfüße a lis i gi , als zun rcr. 0ℳ lichaber. ar Nosgen Weht umn 1 r 1 dohe Whus Rühſe — 257— woran freilich die Lokal⸗Umſtände von Lippſtadt, der übermaͤ⸗ ſige ſonſt nicht anzuwendende Dünger Schuld ſind. Der Paͤchter der Weide muß für die Zerſtörung der Maul⸗ wurfshügel ſorgen. Die Einfrechtung und ihr Unterhalt aber geht den Eigen⸗ thümer allein an. Die Einfrechtung beſteht aus einer tod⸗ ten Umgebung. Alle 7 Fuß iſt ein Poſten(hier Riegel) in die Erde eingelaſſen, der etwa 5 Fuß darüber hervorragt. Der Riegel iſt mit 2 Augen oder Löchern verſehen, durch welche die Queerbretter(Riegelſcheiden) laufen. Dieſe haben 7 Zoll in der Höhe und einen in der Dicke. Alles von Eichenholz. Die Anlage einer ſolchen Einfrechtung iſt allerdings ſehr koſtſpielig; ſie hat aber auch die Vortheile: keinen Raum wegzunehmen, keinen nachtheiligen Schatten zu geben, und keine ſchädliche Thiere zu beherbergen. Sie dauert auf trocknen Wieſen nur 20 Jahre, indem der Sand die Poſten angreift. Auf den Lippweiden iſt ihre Dauer, des feuchten Bodens we⸗ gen, viel länger. Schließlich muß ich noch bemerken, daß die Lippweiden durch häufiges Mähen ihre Grasnarbe verlieren, und dann ſich durchaus nicht wieder benarben wollen, daher man ſie nur ein Jahr über das andere maäͤhen darf und in dem Zwiſchenjahre beweidet. Eine ſolche Abwechſelung beobach⸗ tet man auch in den Poldern unterhalb Antwerpen, und es wäre zu wünſchen, daß man ſie allenthalben beobachten könnte. VI. Zulammentetzung der Wirthichakt. Auf dem Hellwege verhält es ſich damit folgendermaßen. Ein 3pflügiger Hof, von 126 bis 150 Magdeb. Morgen, wel⸗ cher 6 Arbeitspferde und ein Paar Zuchtfohlen hält, hat ge⸗ wöhnlich einen Hornviehſtand von 40 Stück. Dieſer beſteht aus 12 bis 15 Milchkühen, 2 bis 3 Schlachtkühen, einem Paar Bullen; die übrigen ſind drei⸗ bis einjährige Rinder und Käl⸗ ber. Ochſen werden nicht viel angezogen, ſondern als Kälber geſchlachtet. Nur einzelne große Höfe, und meiſtens alle ade⸗ liche Güter, halten Schafheerden, weil das Recht der Schafhut auf Gemeinheiten, des Sommers nach der Erndte auf den Fel⸗ Schwerz, Landwirthſch. 17 — 258— dern und des Winters auf den Weiden, nur dieſen groͤßern Wirthſchaften anklebt. Die Heerden beſtehen gewöhnlich aus 150 bis 300 Stück. Vermehrt werden ſelbige hin und wieder durch Vergrößerung des Weideraums mittelſt periodiſcher Ein⸗ dreiſchung von Feldkämpen und wilden Kleebau. Wo Schafe gehalten werden, iſt der Rindviehſtand verhältnißmäſſig ge⸗ ringer. An Schweinen werden in der angeführten Wirthſchaft zum eigenen Bedarf eirca 20 Stücke gehalten, theils zum Mäſten, theils zur überjährigen Zucht. Der Bedarf für die Haushaltung wird auf 1800 bis 2000 Pfund Schweinefleiſch Jerechnet. Außer⸗ dem werden noch viele Schweine zum mageren Verkauf ange⸗ zogen. Ein Hof von 2 Pflügen hält 20 bis 25 Kühe, 10 bis 12 Schweine zum eigenen Bedarf; ein Kötter 8 bis 10 Kühe und nur ein Paar Schweine zum Schlachten. Dreipflügige Bauernhöfe haben in der Regel, außer dem Landwirthe ſelbſt, 3 Ackerknechte, einen Hofknecht, eine Schweine⸗ hirten, oder einen Jungen zum Futtern der Schweine, auf den Fall die Gemeinde einen gemeinſchaftlichen Hirten hält, 4 bis 5 Mägde. Auf adelichen Gütern von 3 bis 4 Pflügen wird außerdem noch ein Gaͤrtner, ein Schlätter zum Bierbrauen und Brodbacken, eine Köchin und ein eigener Schmidt, auch wohl ein Zimmermannsknecht gehalten. Ein Bauer von 4 Pfer⸗ den hält 2 Knechte, einen Jungen, 3 Maͤgde, ein Kötter kei⸗ nen Knecht, aber eine Magd und einen Jungen. Wenn der Lohn in baarem Gelde gezahlt wird, ſo iſt ein guter Baumeiſter(Großknecht) auf einem ordentlichen Hofe un⸗ ter 40 bis 45 Rthl. Berl. Cour. nicht mehr zu haben. Ein gewöhnlicher Ackerknecht hat 30, ein Junge 15, eine Magd 20 Rthl. Berl. Cour. Täglich wird 3 mal zu Tiſche geſeſſen, 3 Gerichte ſind wenigſtens jedesmal erforderlich. In regelmäſſi⸗ gen Wirthſchaften reicht man gewöhnlich des Morgens 7 Uhr Gruͤtze in Milch gekocht, dann eingeweichte Semmel mit Fett übergoſſen(ſogenannte Zoppe) und Butter, oder des Winters Schweineſchmalz. Um 10 Uhr giebt's wieder Butterbrod. Des . Mittags ter. T „Schma der W reicht. 9 6 Uhr Bier w beſtändit Jetzt iſt für zuih reicht. ſatt B. beim g mal zuii Inls brauch n beſteht.u Scheffene davon i reichlichs und ms bräuchlit Schuhe 7 2 Jaarſe wird. dies 10 Ellenz ihnen 17 bearbeit Ben nicht, zu recht der Die als er an Heiten he ſaſſen, d den Lahne ſen grißern üöhnlich aus und wieder diſchet Ei⸗ Wo Schafe mäͤſſg ge⸗ hſchaft zum im Miſten, aushaltung ſet. Außer⸗ kauf ange⸗ 9 bis 12 Küͤhe und ußer dem Schweine⸗ eine, auf mhaͤlt, 4 Pflügen jierbrauen idt, auch 14 Pfer⸗ ſtter kei⸗ diſt in Hofe un⸗ den. Ein Magd 20 eſeſn, 3 ggelmäſſi⸗ 5 7 Uhr mit Fett Winters Zd. Des —,— — 259— Mittags Suppe von Milch oder Kaetoffeln, Gemüſe und But⸗ ter. Des Abends Grütze, aufgewärmtes Gemüſe, Butter oder Schmalz. Brod jedesmal, ſo viel gegeſſen wird. Dreimal in der Woche wird für einen jeden Kopf eine Portion Fleiſch ge⸗ reicht. Des Sommers erhaͤlt jeder außerdem des Abends um 6 Uhr ein Butterbrod(Veſperbrod) und die Mägde dabei Kaffee. Bier wurde vorhin in jeder ordentlichen Bauern⸗Haushaltung beſtändig gebraut, und jeder Knecht erhielt täglich 1 Maaß. Jetzt iſt dieſes nicht mehr ſo allgemein. Dahingegen wird da⸗ für zuweilen bei ſchweren Arbeiten ein Glas Branntwein ge⸗ reicht. In der Erndte muß indeſſen jeder Bauer dem Geſinde ſatt Bier, und des Morgens einen Schnaps geben; auch wird beim Frucht⸗ und Heumäͤhen dreimal auf dem Felde und ein⸗ mal zu Hauſe gegeſſen, wozu des Mittags Fleiſch gehört. In den meiſten Landwirthſchaften herrſcht der üble Ge⸗ brauch, daß der Geſindelohn nicht aus lauter baarem Gelde beſteht. Auf vielen Bauernhöfen ſäet der Knecht für ſich einen Scheffel Roggen und einen Scheffel Gerſte, und erhält die Frucht davon ſtatt des Lohns. Da der Acker dann gut gepflügt und reichlich geerndtet wird, ſo macht ein ſolcher Knecht oft 100 und mehre Thaler Lohn in einem Jahre. Es iſt ferner ge⸗ bräuchlich, daß den Knechten zum Nebenlohn wenigſtens 2 Paar Schuhe und doppeltes Linnenzeug, d. h. 2 Hemden, 2 Kittel, 2 Paar Hoſen gegeben, auch das Zeug gewaſchen und geflickt wird. Die Määgde erhalten als Nebenlohn 2 bis 3 Paar Schuhe, 10 Ellen feine und 10 Ellen grobe Leinwand, außerdem muß ihnen ½ bis ¾ Scheffel Leinſamen mit geſäet, der Flachs bearbeitet, geſponnen, gewebt und gebleicht werden u. ſ. w. Bei dieſen Verdienſten iſt der baare Lohn freilich ſo hoch nicht, und bei den Mägden nur zur Hälfte des gewöhnlichen zu rechnen; indeſſen iſt der Bauer bei dieſen Einrichtungen nur der Diener ſeines Geſindes und verliert dadurch weit mehr, als er an baarem Lohn erſpart. Es ſind alte, aus frühern Zeiten herkommende Gewohnheiten, die ſich ſchwerlich abſchaffen laſſen, doch fangen einige Landwirthe an durchzugreifen, und den Lohn auf baares Geld zu ſetzen. — 280— Ein uͤbler Gebrauch iſt ferner unter den Knechten das über⸗ mäſſige Tabakrauchen, und unter den Mägden das Kaffeetrin⸗ ken, welches wenigſtens einmal im Tage ſtatt hat, und wozu denn auch Kaffeebrod gereicht werden muß. Das Rauchen iſt gefährlich, beide ſind koſtbar und zeitverderbend. Die größern Landwirthe haben gewöhnlich zwei bis drei Einlieger(Heuerlinge) in kleinen Häuſern auf ihren Gründen wohnen, welche auf dem Hofe arbeiten helfen. Von der Erndte bis nach vollendeter Beſtellzeit im Herbſte kann auf einem 3 bis 4pflügigen Hofe im Durchſchnitt täglich auf 2 Nebenarbei⸗ ter gerechnet werden. Im Winter werden 3 Monate über zwei Taglöhner zur Beihülfe beim Dreſchen gebraucht, indem mit dem eigenen Geſinde auf großen Höfen höchſtens nur% des Getreides des Morgens bei Licht abgefertiget werden können. Der männliche Taglohn beträgt jetzt im Durchſchnitt 4 gGr. nebſt der Beköſtigung, der weibliche 2 gGr. Vormals that es 2 und 1 gGr. Eben ſo iſt der Geſindelohn geſtiegen. In der Sooſter Börde findet man in den größern Wirth⸗ ſchaften von 120 bis 140 Magdeb. Morgen 6 Pferde, 12 bis 15 Kühe, 12 Schweine und einige wenige Schafe. In der Oberbörde, wo der Boden nicht ſo feucht iſt, würden 4 Pferde bei einer ahnlichen Wirthſchaft zureichen. Zu ihrem Betriebe gehören 3 Knechte, 1 Schweinhirt, 1 Rinderhirt und 3 Mägde. — Eine Wirthſchaft von 30 Magdeb. Morgen hat 2 Pferde nöthig. Der Bauer mit ſeiner Familie reicht gewöhnlich zu ihrem Betriebe zu. Der Knecht erhält zum Lohn einen halben Soeſter Morgen Roggen und eben ſo viel Gerſte, wenn das Getreide auf den Schwaden liegt. Er hat dabei die Auswahl. Wird er in Geld abgelohnt, ſo ſind es 30 bis 36 Rthlr. In jedem Falle noch 1 Rthlr. Miethpfennig, 2 Paar Schuhe und 2 Hemden. Die Sache der Mägde, ſo wie die Beköſtigung des Geſindes iſt von dem, was wir für den Hellweg angeführt haben, wenig ver⸗ ſchieden. VIII Dic findet, ſi bieten ds dar, der ns conif oder leic geſchloſ Dreſcht weſtfäliſ t verſchied zerſtteut ir und de gebödm wird un der Min werfen Getreiden zu haber Dal ſchen volt⸗ ohne einit gegen Fr iſt ſehr n Fenſter geſcheu terhalbin Bauerm Den zu werda thun. En zutes ſch Hauptna, —n das döer. V Kaffeetrin und wou m auchen iſ ei bis dri 8n Gründen 18der Erndte Uf einem lebenarbei⸗ ſae üͤber zwei A indem mit var ²4 des Fran können. ahſtt 4 gGr. urrs that es G. t jern With⸗ de, tit .. In der 14 Pferde ran Bettiebe 3 Mädde. eniet Morgen 'e auf den a eer in bib aalle 1och! den. Ne dws ift von nfnig ver⸗ 2ν VII. Hausliche und moraliſche Verhältnille der Landein wohner. Die iſolirten Bauernhöfe, welche man auf dem Hellwege findet, ſind von ihren Holz⸗ und Obſtpflanzungen umringt, und bieten daher dem Auge den ſo gefälligen ländlichen Anblick dar, der ſo ſehr mit dem des ſtädtiſchen Lebens und Aufenthal⸗ tes contraſtirt. Die Hofräume ſind groß, mit todten Zäunen oder lebendigen Hecken umgeben, und mit einem Gatterthore geſchloſſen. Außer dem Hauptbau, welcher die Ställe, die Dreſchtenne und die Wohnung, nach der beliebten allgemeinen weſtfäliſchen Bauart, enthält, liegen Scheunen, Schuppen und verſchiedene kleine Bauten im Hofe unter den hohen Bäumen zerſtreut umher. Die Tenne iſt mit ſteinernen Platten belegt, und die Höhe oder das Gebälk daruüͤber durchaus mit Brettern gebödmet, eine Sache, die anderswo meiſtens vernachläſſiget wird und zu manchem unglücklichen Sturze Anlaß giebt. In der Mitte oberhalb der Tenne iſt ein viereckiges Loch zum Ab⸗ werfen der Garben gelaſſen. Man bringt von allen Gattungen Getreide hinauf, um zum Bedarf von jedem etwas an der Hand zu haben. Das Uebrige wird in die Scheune gebracht und zum Dre⸗ ſchen von da nach der Tenne abgeholt. Dieſes geht wohl nicht ohne einigen Körnerverluſt her; es iſt aber eine Sicherung mehr gegen Feuersgefahr. Der Theil, welcher die Wobnung bildet, iſt ſehr geräumig, hat hochgeſtochene luftige Stuben, große Fenſter und gute eichene Thüren, an welchen durchgehends ſchön geſcheuerte kupferne Schlöſſer anſitzen. Außer den Poldern un⸗ terhalb Antwerpen habe ich noch nie ſo geräumige und gute Bauernwohnhäuſer geſehen, als in dieſem Theile Weſtfalens. Der Weſtfälinger theilt gerne mit. Um mit ihm vertraut zu werden, muß man mit ihm eſſen und trinken und nicht blöde thun. Seine Küche hat immer etwas herzugeben. Er backt ein gutes ſchmackhaftes weißes, oder doch gemiſchtes Brod. Seine Hauptnahrung aber iſt der verrufene Pumpernickel, welcher — 262— 12 Stunden noͤthig hat, um auszubacken. Wenig genoſſen und nicht zu friſch, ſchadet er auch einem ſchwachen Magen nicht. Dieſe Brodart hat einen kraͤftigen Geruch, ein fettes Anſehen, eine dunkelbraune Farbe, und, wenn ſie kunſtmäßig bereitet worden, einen angenehmen Geſchmack. Folgender, von einem Märkiſchen Landwirthe mitgetheilte Beitrag über das Weſen und die Verhäͤltniſſe der Landwirthe auf dem Hellwege hat zu viel Intereſſe, als daß ich ihn nicht wörtlich anführen ſollte. Er reicht überdem zu, um einen Beweis von der Bildung der beſſern Klaſſe hieſiger Landwirthe zu geben. »Es fehlt,“ ſagt er,„hieſiger Gegend an keiner Art von Vortheil. Zu dem guten, zum Theile koſtbaren Boden geſellt ſich noch die glückliche Lage, wo wegen der Nachbarſchaft volk⸗ reicher Handels⸗ und Fabrikgegenden es nie an Umſchlag und Abſatz gebricht. Vor 25 Jahren führten die politiſchen Ereig⸗ niſſe in Frankreich für das diesſeitige Nachbarland eine glück⸗ liche Epoche herbei. Durch das ploͤtzliche Aufblühen der Fabri⸗ ken und des Handels, durch die häufigen Auswanderungen aus Frankreich, durch den Krieg ſelbſt, den damals noch keine Re⸗ quiſitionen begleiteten, entſtand eine große Vermehrung des Geld⸗ umlaufs. Der Werth der Dinge ſtieg auf einmal ſehr, und der Landmann in den kornreichen Gegenden der Grafſchaft Mark gründete damals ſeinen Wohlſtand. Selbſt unter den Stürmen der nachherigen Zeit haben ſich vernünftige Landwirthe bei dieſem Wohlſtande erhalten, d. h. ſolche— und es giebt noch manche dieſer Art— welche durch ihren vermehrten Geldreichthum nicht auf Abwege gerathen, ſondern nach dem Sprüchwort beim Leiſten geblieben ſind. Leider aber hat ſich ſeit einiger Zeit ein Luxus unter den hieſigen Bauern eingeſchlichen, der vielen ſehr verderblich ge⸗ worden iſt. Derſelbe äußert ſich zunächſt in der Kleidung. Alles Provinzielle des Anzugs, welches den Bauer und ſeine Angehörigen in andern Gegenden auszeichnet, und ehedem zu einem Vortheil auch hier unterſchied, verſchwindet täglich mehr. Man ſucht es den vornehmern Ständen in der Kleidung gleich 4 u thun. 1 ausgehöht Der Fall beinſ dabei, d Schau kti glaͤnzen. figen hätt ben ſo ſelt⸗ Muüßiggon Dooſt ſagen, n mancheni wieder 38 an mehren die fortſe⸗ etwas beſt dert vomi im Noth bei der 6 meiſtens Weng hat, ſo vs nicht, ſen⸗ heit, denz zur Arbeg nützen Gn Seh diſh gein verdienen ſeſſoniſ, Haus un cultivirt Sie bezat ſehlt es is Der 4 bewohut oſfen und gen nicht. Arſeßen = bereite iggetheilte anndwirthe 1 ich ihn Wzum einen andnirthe a Art von aden geſellt iraft volk⸗ ierblag und Cräg. Sine glic. t zeer Fabr: Singen aus S keine Re⸗ undes Geld⸗ und der (Auft Mark aben ſich wcn, d. h. n cchhe durch — gerathen, ſind. t anter den 1— blich ge⸗ Klehung. mannd ſeine Fnedem zu uich mehr. 119 ns gleich 1 — 263— zu thun. Die Eitelkeit geht ſo weit, daß ein Bauernknecht faſt ausgehöhnt wird, wenn er keine Taſchenuhr trägt. Der Eine will den Andern übertreffen, beſonders iſt das der Fall beim weiblichen Geſchlecht. Der Kaufmann ſteht ſich wohl dabei, der Jude noch beſſer; denn alles, was zur öffentlichen Schau kömmt, muß neu ſeyn, von anderswo herkommen und glänzen. Dazu geſellt ſich ein Hang zum Wohlleben und ſon⸗ ſtigen häuslichen übertriebenem Aufwande, welcher die Ausga⸗ ben ſo ſehr mehrt, und das größte Uebel beim Landwirthe, den Müßiggang, zur Folge hat. Doch läßt ſich dieſes letztere jetzt nicht mehr im Allgemeinen ſagen, denn glücklicherweiſe haben die letzten drückenden Jahre manchen Leichtſinn gedäͤmpft. Zwar wird der Bauer hier nie wieder zu ſeiner frühern Einfachheit zurück kehren, denn er iſt an mehrere Genüſſe gewöhnt, welche der häufige Verkehr und die fortſchreitende Bildung mit ſich führen. So lebt z. B. der etwas bemittelte Bauer mit ſeiner Familie im Hauſe abgeſon⸗ dert vom Geſinde, er führt ſeinen eigenen Tiſch, und geht nur im Nothfalle ſelbſt mit zur Arbeit, ſeine Kinder müſſen jedoch bei der Arbeit mit in die Reihe treten, in ſofern ſolche, wie meiſtens der Fall iſt, für ſeinen Stand erzogen werden. Wenn der hieſige Kötter eine große Familie zu ernaͤhren hat, ſo muß er kümmerlicher leben als der Bauer. Hat er das nicht, ſo erwirbt er ſeinen Unterhalt leichter und mit Sicher⸗ heit, denn da er keinen Knecht halten kann, ſo muß er ſelbſt zur Arbeit gehen und wird dadurch vom Müßiggang und un⸗ nützen Geldausgaben außerhalb dem Hauſe abgehalten. Sein Haushalt iſt klein und einfach. Es wird nur ein Tiſch gedeckt. Großen Aufwand kennt er nicht. Die Brinkſitzer verdienen unter uns überall ihr Brod. Sie ſind meiſtens Pro⸗ feſſioniſten, die von ihrem Handwerk leben, dabei haben ſie Haus und Garten, auch etwas Land, welches ihnen der Bauer cultivirt, wovon ſie die Koſten mit ihren Häͤnden abverdienen. Sie bezahlen wenig Pacht, unbedeutende Steuern, und an Arbeit ſehlt es ihnen nie. Der Heuerling oder Taglöhner hat kein Vermögen, er bewohnt die Hütten des Bauern und dient dieſem. Wenn er — 264— geſund iſt und arbeiten will, ſo ernährt ihn der Hof mit ſeiner ganzen Familie. Der Vermögenszuſtand der Zeitpächter unterſcheidet ſich eben nicht von dem der Eigenthümer. Doch findet man bei dem Erſteren mehr Gleichgültigkeit bei manchen Gegenſtänden der Cultur, z. B. Verbeſſerung ſchlechter Grundſtücke, Holz⸗ anbau, Obſtbaumzucht u. ſ. w. Seit 25 Jahren iſt es mit den Schulen und Unterrichts⸗ Anſtalten beſſer geworden, und ſeitdem auch ſind mehrere Kenntniſſe nützlichen Wiſſens unter den Landleuten verbreitet worden. Die zugenommene Induſtrie in vielen andern Zweigen, der dadurch ſich vervielfachte Handelsverkehr, die vielen Kriege ſelbſt haben beigetragen, daß der Landmann jetzt hier auf einer höhern Stufe der Bildung ſteht, als vor jener Zeit. Aus dem Bauernſtande ſind ſehr viele brauchbare Mänger für andere Fächer hervorgegangen, und der Vermögende verwendet fort⸗ während für ſeinen Stand ungewöhnliche Koſten auf die Er⸗ ziehung der Kinder. Man kann indeſſen überhaupt nicht ſagen, daß die Ver⸗ beſſerung der Schulen und des Unterrichts bis jetzt auf den Wohlſtand und das Lebensglück des Bauern wohlthätig ein⸗ gewirkt habe, Beſſer wird es erſt hiermit werden, wenn man noch einige Decennien in der geiſtigen Ausbildung wird fortge⸗ ſchritten ſeyn. Ein großer Theil der jetzigen Generation iſt darin erſt zu einer gewiſſen Halbheit gekommen, welche mehr ſchadet als nützt. Der Bauer waͤhnt jetzt überklug zu ſeyn, weil er leſen, ſchreiben und rechnen kann, er weicht aus ſeinem Gleiſe, er beſchäftigt ſich mit Dingen, die nicht in ſeinen Wirkungskreis gehören, nnd die ihm verderblich werden, weil er auf den Rath der Vernünftigen nicht achtet. Die Zeitereigniſſe haben ein Freiheitsgefuhl angefacht, welches heilbringend werden kann, wenn es gehörig geleitet wird. Daſſelbe aͤußert ſich aber bisher noch zu häufig auf eine verkehrte Weiſe. Vorzüglich auffallend iſt dieſes rückſichtlich der Verhältniſſe der Bauern gegen ihre Grundherrn. Es hat ſich ein widerſtrebender, prozeßſüchtiger Geiſt eingeſchlichen, welcher durch die Unvollkommenheit der neueren bende R feindſelin ſtimmten In! des Land ſeicht gl8 waren u einer reit wat derr frieden z linge ven Motive 2) 8 b) dt Den den Gie und zu weit in ſeiner Hie gen hatt nen, weſſ Iweifelt mit Gun Dei genomr. vieler i Schade manchen, Landmar nindeſten deſſelben, 2 mit ſeinen ſcheidet ſch wet man bei ggenſtänden Sick Holz⸗ Aunterrichtz⸗ d mehrere a verbreitet 3n Zweigen, elen Kriege d auf einer Aus dem anr andere ardet fort⸗ ff die Er⸗ 8 die Ver⸗ Kt auf den a ethätig ein⸗ awenn man idd fortge⸗ ration iſt che mehr is ſeyn, weil em Gleiſe tungskrii 3 den Nat) r haben ein n den fuun, r hisher affallend ngen ihre agaſüchtiger rmaheit der — 265— neueren Geſetze aufgeregt und durch unedle und Zwietracht lie⸗ bende Rathgeber genährt wird. Dieſer Geiſt wird bald in den feindſeligſten Haß ausarten, wenn die Regierung nicht mit be⸗ ſtimmteren und kräftigeren Geſetzen ins Mittel tritt. In ſtaatsbürgerlicher Hinſicht hat der jetzige Charakter des Landmanns nicht einen ſo hohen Werth, als mancher viel⸗ leicht glaubt. Die großen Opfer des letzten Freiheitskrieges waren nicht allgemein Ausflüſſe eines löblichen Gemeinſinnes, einer reinen Vaterlandsliebe. Mit der franzöſiſchen Regierung war der größte Haufe des Bauernſtandes am wenigſten unzu⸗ frieden; dennoch half er kraftvoll mit zuſchlagen, als die Fremd⸗ linge vertrieben werden mußten. Aber welche waren die Haupt⸗ Motive? a) Das gute Beiſpiel ſeiner ehemaligen Landsleute; b) die neue Art und Weiſe der Aufforderung zum Kampfe für König und Vaterland; c) die Verſprechung einer beſſern Zeit, welche jene Auffor⸗ derungen begleitete; und d) die darauf gegründete Hoffnung, daß es wirklich beſſer werden würde. Der Bauer, ſo wie er jetzt iſt, kennt den ehemaligen blin⸗ den Gehorſam nicht mehr. Er hat angeſangen zu denken und zu urtheilen; das Ziel ſeiner Einſichten darf aber nicht zu weit in die Zukunft hinaus geſteckt ſeyn, er mißt die Erfolge ſeiner Handlungen nach der Gegenwart. Die vorigen Regierun⸗ gen hatten ſein Vertrauen verloren, die jetzige kann es gewin⸗ nen, wenn ſie nur anfängt, einzelne, ſeine Subſiſtenz betreffende, Zweifel dem Geiſte gemäß zu löſen. Daß er dem Vaterlande mit Gut und Blut verpflichtet ſey, davon iſt er überzeugt. Der Gewerbfleiß hat ſeit 25 Jahren außerordentlich zu⸗ genommen; durch verbeſſerte Cultur, durch die Urbarmachung vieler wüſten Gründe, hat ſich der Getreidebau ſehr vermehrt. Schade iſt es nur, daß die Induſtrie der Bauern auch hier an manchen Orten die verkehrte Richtung genommen hat. Der Landmann des Hellweges kann vom Ackerbau leben, wenn er mindeſtens einen zweipflügigen Hof beſitzt und den Geſchäften deſſelben nachgeht. Statt ſich damit zu begnuͤgen, haben die —-— 266— nahen Umgebungen der Fabriken⸗ und Handelsgegenden bei vie⸗ len Bauern eine Liebhaberei für Nebenverdienſte erzeugt, welche ihnen keinen Vortheil bringen. Der eine giebt ſich an den Pro⸗ duktenhandel; der andere an das Fuhrwerk auf der Landſtraße; jeder liebt den unſichern augenblicklichen baaren Geldverdienſt, und verſäumt ſein Hofeswerk, welches ihn ſicherer nähren würde, wenn er es zur rechten Zeit abfertigte und nur einzelne Tage für ſolche Nebenverdienſte zu erübrigen ſuchte. Um die Moralität ſteht es nicht beſonders rühmlich. Die in den letzten Decennien ſo vielfach gewechſelten Zeitver⸗ hältniſſe haben bei manchen Gleichgültigkeit für Religion und Tugend im gemeinen Leben herbeigeführt. Man unterläßt häufig den Kirchengang(die vorherrſchende Religion iſt die proteſtan⸗ tiſche), und hieran ſind theils die höheren Stände, theils die Prediger ſelbſt Schuld; Erſtere, weil ſie gar keine Kirche beſu⸗ chen, und Letztere, weil ſie durch populären Vortrag nicht zu er⸗ bauen wiſſen.“ So weit der angeführte brave Landwirth vom Hellwege! Der Familienzuſtand und die haͤuslichen Verhältniſſe der Landwirthe in der Börde ſind nichts weiter als ſchlecht und elend. Lebensweiſe und Kleidung haben nichts Ueppiges. Kaffee⸗ und Branntweintrinken ausgenommen, iſt die patriarchaliſche Häuslichkeit noch ſo ziemlich an der Tagesordnung. Die Bil⸗ dung iſt nicht weit her, und das iſt bei dem Bauern verzeih⸗ licher als anderswo, auch wohl beſſer als verblendende Auf⸗ klärung. Leſen und Schreiben aber iſt ziemlich allgemein. Au⸗ ßer dem Ackerbau hat man hier kein anderes Gewerbe, noch irgend einen Nebenverdienſt. Die Unbrauchbarkeit der Wege, welche hier 9 Monate anhält, benimmt alle Mittel zu ander⸗ weitem nützlichem Verkehre. Die Söhne der Colonen dienen von unten herauf. Zuerſt ſind ſie Hirten, und dann Knechte; ſo auch die Töchter erſt Viehhüterinnen, dann Maͤgde: die grö⸗ ßerer Colonen bei den Eltern, die gemeiner Bauern bei andern, nur nicht, wie ſehr zu loben iſt, in den Städten.— Außer den Schneidern befindet ſich in der Börde ein Mangel an Hand⸗ werkern. Dieſes rührt von der alten preußiſchen Verfaſſung her, nach welcher alle Handwerker in der Stadt Soeſt wohnen 4 mußten. 3 Platz autt hat, daßt Laſt fällc kaufen m Zumſt nicſts als Dietz ſtälle eir! keine beſt Teiche, ut an das 68 iſt wicht 2 (Dungſte der gezo hält für und zuſan anderer Erde, M An Dung liche Indi Man Pltzen, Stellen di Rlderne Dieſer t werden, liegen. führe da guten La Er m aus, fuh aund zwar Tn Jahr an bei dit t, welche den Areo⸗ andſtraße; dverdienſ Sen würde, rölne Tage „Aruhmlich. 2 Zaitver⸗ . gion und A äͤßt häͤuffg roteſtan⸗ heils die che beſu⸗ ir ait zu er⸗ 2 lvegel tatꝛiſſ de lecht und 1 G. Kaffe⸗ urchaliſche di wi a u verzeih⸗ wande Auf⸗ we pin. Au⸗ zwirbe, noch Aer Wege, n ander⸗ 12 en dienen 21 Knechte; di gri⸗ 1 Hand⸗ F trfaſſung nae wohnen — 267— mußten. Uebrigens räͤumt man ſolchen Leuten nicht gerne einen Platz auf dem platten Lande ein, weil die Erfahrung gelehrt hat, daß ihre Familien am Ende gewöhnlich der Gemeinde zur Laſt fallen, dieſe alſo eine größere Bequemlichkeit oft theuer er⸗ kaufen muß. VIII. Dung und Dungltätte. Zum Einſtreuen hat man, einige Sandſtellen ausgenommen, nichts als Stroh. Die Pferdeſtaäͤlle werden alle Woche zweimal, die Hornvieh⸗ ſtälle einmal ausgemiſtet. Zum Sammeln der Jauche hat man keine beſondern Behälter. Häufig fließt ſie in nahe liegende Teiche, woraus man die Erde nützt, oder man leitet ſie auf die an das Haus ſtoßende Grasplätze. Sie beſonders auszufahren, iſt nicht uͤblich. Der Miſt wird auf dem ſogenannten Miſtfall (Dungſtätte, einer flachen Vertiefung auf dem Hofe) auseinan⸗ der gezogen und eine Lage über die andere hergebreitet. Man hält für vortheilhaft, wenn er ſtark von dem Vieh überlaufen und zuſammengetreten wird. Man bedient ſich auch mehrerer anderer Düngmittel auf dem ganzen Hellwege. Dahin gehoͤren: Erde, Moder, Salzabfall, Mergel, Kalk, Klee und Spörgel. An Dung und Dungmitteln erkennt man die landwirthſchaft⸗ liche Induſtrie!— Man zieht die Erde aus Gräben, Gruben und verlorenen Plätzen, und legt zu dem Ende an den Wegen und tiefern Stellen der Feldfluren Fanggräben an, in welche ſich das, den Feldern entſtrömende, Waſſer zieht und ſeinen Schlamm abſetzt. Dieſer thonige Schlamm darf aber nicht ſogleich aufgebracht werden, ſondern bleibt ein, am beſten zwei Jahre auf Haufen liegen. Dieſes gilt zumal von dem W eyherſchlamm. Ich führe darüber das Beiſpiel eines von ſeinen Nachbarn für einen guten Landwirth geachteten Edelmanns an. Er moderte nämlich einen alten ſtark angefullten Schloßgraben aus, fuhr den Moder ſogleich auf einen ſeiner beſten Aecker, und zwar hoch auf, und verdarb dieſen auf eine ganze Reihe von Jahren. An Stroh fehlt es darauf nicht; allein der Kör⸗ — 268— nerertrag iſt ohne Werth. Ihm bleibt daher nichts übrig, als einige Jahre hintereinander den Pflug tiefer anzuſetzen, und ſo die alte Krume wieder in die Höhe zu bringen. Das Erdeſammeln und Erdeauffahren, welchem man hier den paſſenden Namen das Erden giebkt, iſt freilich keine leichte Vorrichtung; indeſſen iſt der Nutzen davon beträchtlich. Iſt die Erde gut, und werden 100 Fuder auf den Morgen gebracht: ſo wird der Acker dadurch auf ein Menſchenalter verbeſſert. Ge⸗ ſchieht es aber auch dünner, ſo äußert ſich doch die vorzüg⸗ lichſte Wirkung auf die Saaten, und dieſe Wirkung iſt auch nach 6 Jahren noch ſichtbar. Bei dünnem Auffahren muß je⸗ doch auch mit Miſt nachgeholfen werden. Man bringt die Erde im Winter auf die Brache und den Klee. Da es mehrere Salinen in hieſiger Gegend giebt, ſo wird auch von dem Pfannenſtein und anderem Abfalle derſelben viel Gebrauch gemacht. Auf dem Salzwerke Weſtercotten fährt man Erde und Torfaſche bei, begießt und mengt ſie mit dem Salzſchaume und Abfall, und verkauft den gehäuften Scheffel davon zu 5 Gr. Man wendet das Gemiſche auf Klee und Pferdebohnen an, vorzüglich aber auf letztere. Auf ein Feld, auf welches 6 Schef⸗ fel Bohnen Einſaat fallen, braucht man 4 Scheffel von jenem Düngemittel. Man ſtreut es aus, wenn die Bohnen einen oder ein Paar Zoll über der Erde ſind, und wartet eine trübe Wit⸗ terung dazu ab. Ich habe noch nirgend ſo viele Bohnen in einer Flur geſehen als in dieſer Gegend(Salzkotten, Geſeke und Erwite), wahrſcheinlich daß jenes Streumittel dazu Gelegenheit giebt. Ueberhaupt ſcheint es, daß der Pfannenſtein zu einer guten Wirkung eine Beimiſchung von Aſche nöthig habe. Der Mergel iſt auf dem weſtlichen Theile des Hellweges ziemlich ſtark im Gebrauche; doch ſchreitet man nicht gerne oder ohne Noth dazu, indem die Meinung allgemein iſt, daß wenn ein einmal gemergeltes Land mergellos wird, welches in 20 bis 25 Jahren einzutreffen pflegt, ihm durch keinen Dung allein mehr abgeholfen werden könne, ſondern ſelber nothwendig von neuem gemergelt werden müſſe. Der Mergel findet ſich hier faſt aller Orten und unter verſchiedenen Geſtalten und Formen. Den gell fläche deſt Thonſchi: den Me ſchwindit Vaſet. 1 durchbrigt Höhe.(r beſte durt Müs Wird zi Gewacht verbleicht nehr ale Das Ms walches und ſioi dem He⸗ gehoben! Unkraun auf demn zuwender Eina bis 5 9 Roggen, chen von! ſie in F Mergel daher m und häl Auch hi nicht die können bracht we hält den Ie Fader au nübrig, a nen, und ſe en man hier eine leichte Sn'. Iſt di bhracht: ſo dxert. Ge⸗ Kiie vorzug⸗ Tag iſt auc. 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Dieſer verbleicht und ſchlägt ganz fehl. Man führt daher nicht leicht mehr als S vierſpännige Fuder auf den Magdeburger Morgen. Das Mergeln wird nach 16 bis 18 Jahren wiederholt, ohne welches der Acker kaum mehr die Häͤlfte wie vorher aufbringt und ſich mit Quecken überziehet. Seitdem das Mergeln auf dem Hellwege bekannter geworden, hat ſich der Ackerbau ſehr gehoben. Vorzüglich wirkt der Mergel auf die Zerſtörung des Unkrauts, namentlich der Quecken. Doch wagt man nicht, ihn auf dem Sande, wo es der Quecken wegen ſo nöthig wäre, an⸗ zuwenden, weil er dem Sandboden nachtheilig ſeyn ſoll. Einen andern Ort fand ich, wo man das Mergeln alle 20 bis 25 Jahre wiederholt. Man bringt ihn im Winter auf Roggen, rothen Klee und weiße Kleedreiſche, zieht ihn in Häuf⸗ chen von dem Wagen ab, läßt dieſe ſo durchwintern und zerſtört ſie im Frühjahre. Man ſieht es als eine Hauptregel an, den Mergel den Sommer über auf dem Acker ausgeſtreut zu laſſen, daher man ihn auch, wie geſagt, über das beſtellte Feld bringt, und hält nichts für ſchädlicher, als ihn gleich unterzupflügen. Auch hier ſagt man mir, daß er Quecken und Unkraut, nur nicht die blaue Kornblume und den Flughafer zerſtöre. Dieſe können nur durch reine Brache, Dreiſche und Kartoffeln wegge⸗ bracht werden. Man hat hier grauen und blauen Mergel und hält den letztern für den beſten. In einem dritten Orte fährt man im Winter 4 vierſpännige Fuder auf den Magdeb. Morgen, ſetzt ihn auf Häufchen, zer⸗ — 279— ſtößt dieſe im Fruhjahre, wie ich ſolches ſchon angegeben habe, und ſäet dann den rothen Klee darüber her, oder auch den weißen, wenn das Feld nachher als Kleedreiſche dienen ſoll.— An den Mergelſtellen findet man zu oberſt einen gelben Mergel, darunter einen hellblauen, und endlich einen dunkelblauen. Wie überall, ſo auch hier, haͤlt man dieſen fuͤr den beſten. Der gelbe Mergel ſoll zwar ſchneller wirken, aber dieſe Wirkung von kei⸗ ner Dauer ſeyn.— Auch bei gutem Mergel muß nach achtzehn Jahren von neuem zum Mergeln geſchritten werden. Alsdann aber wird ſchon 1 bis 2 Fuder mehr auf den Morgen erfordert. Auch hier hat man beobachtet, daß wenn der Mergel in zu ſtar⸗ ker Menge aufgebracht wird, ſolches dem Roggen ſchade. Der Mergel zerſtört das Unkraut und macht den Boden leichter zu bearbeiten. Kalk wird in den Gebirgs⸗ und Thongegenden an der Ruhr mit Vortheil bei der Sommer⸗ und Herbſtbrache ange⸗ wendet. Von dem Gypſe macht man ſelten Gebrauch, wahrſcheinlich weil er nicht wohl zu haben iſt. Auch grüne Vegetabilien werden bei dem Düngen zu Hülfe genommen. Auf den Sand⸗ feldern iſt es der Spörgel, der im Herbſte in die Stoppeln ge⸗ ſaͤet und zu der bevorſtehenden Winterſaat untergepflügt wird. Auf dem Lehmboden ſäet man jetzt häufig weißen Klee in ma⸗ gern Roggen, bringt im Herbſte das Vieh darauf und erhaͤlt dadurch im folgenden Jahr eine gute Hafererndte. Das Klee⸗ ſäen zu dieſem Zwecke wird immer beliebter, und wer ihn nicht ängſtlich zur Viehweide gebraucht, der pflügt ihn unter, wo ſeine Wirkung noch ſtärker iſt. In der Regel wird zwar der Miſt ſogleich urttorgepflägt, es fehlt jedoch nicht an Beiſpielen vom Gegentheile, und dieſe Beiſpiele fangen an häufiger vorzukommen. Ein Landwirth ſagte mir, daß die Gerſte bei ihm da nicht ſo gut geworden ſey, wo der Dung gleich eingepflügt worden, als da, wo er eine Zeit lang über der Erde gelegen habe. Ein Anderer hatte das Sprüchwort: es ſey beſſer, daß der Miſt in die Erde gebracht werde, wenn er knappe, als wenn er ſappe, beſſer trocken als naß. Daſſelbe hörte ich auch ſchon anderswo. Ein Dritter — machte auf den? nen gall aber bet kehrten! Miſt b Gaaten. M ſtellungt und in 1% bie 4 bis 0. im Duree it im 9 ſaat ge Wintern Erdeklö 9 trocken Pferden) Maaß, Pflug d Pferde ve Felde et mittagsa Awend. Au. zum ha den me⸗ auf die Mittage zum Sp ſchnittene In! wenige T Segeden habe, er auch da en ſol.- ben Mergal A lauen. Vie *. Der gelbe räng von kei⸗ eich achtzehn 96 Alsdann wa erfordert. 2in zu ſtar⸗ xhade. 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Mit der Egge wird im Durchſchnitte dreimal ſo viel abgefertigt. Auch die Walze iſt im Gebrauch. Gerſte, Erbſen und Lein werden nach der Ein⸗ ſaat gewalzt, der Hafer häufig erſt 4 Wochen nachher. Die Wintergetreideeinſaat wird nie gewalzt, weil man die kleinen Erdeklöße als Schützer der jungen Pflanzen anſieht. In der Soeſter Börde können, wenn der Acker rein, gehörig trocken und loſe iſt, und die Furchen lang ſind, mit 2 guten Pferden 2 Soeſter Morgen= 2 Morgen 108 Ruthen Magd. Maaß, in einem langen Sommertage untergepflügt werden. Der Pflug darf aber nicht tief angſetzt werden. Dabei ſchaffen die Pferde von Tagesanbruch bis 7 Uhr; von da bis S wird auf dem Felde etwas gefüttert, dann fortgepflügt bis 11 Uhr. Die Nach⸗ mittagsarbeit fängt um 2 oder halb 3 an und dauert bis zum Abend. Auf dem Hellwege erhalten die Pferde vom Juni an bis zum halben Auguſt in der Regel nichts als Klee, und gehen an den meiſten Orten des Nachts, auch außer der Arbeit bei Tage auf die Weide. Nach beendigtem Kleeſchnitte wird den Pferden Mittags ein trockenes Futter gereicht, und die Weide dabei bis zum Spätherbſt fortgeſetzt. Das Winterfutter beſteht aus ge⸗ ſchnittenen Wicken- und Hafergarben, nebſt Heu. In der Börde, wo Weide und Klee ſeltener ſind, ſind nur wenige Wirthe in dem Falle, ihr Geſpann auf gleiche Weiſe wie auf dem obern Hellwege unterhalten zu können. In der Regel wird hier, ſowohl im Sommer als Winter trockenes Futter ge⸗ geben. Dieſes beſteht nebſt dem Heue aus Strohhäckſel von Hafer und Weitzen und etwas Rauhfutter. Nach Maaßgabe der Arbeit werden Körner und Schroot hinzugeſetzt. Auf dem Hellwege werden viele Pferde zum Verkauf ge⸗ zogen. Die Race iſt ſtark und gut zur Arbeit gebaut; daher werden ſie geſucht und gut bezahlt.— In der Oberbörde herrſcht die verderbliche Sitte, ſich nur großer ſchwerer Hengſte zu be⸗ dienen, welche viel Futter bedürfen, und ſich doch, ihrer Unbän⸗ digkeit wegen, vor der Zeit aufreiben.— In dem Amte Werl hat die vormalige Darmſtädtiſche Regierung etwas für die Ver⸗ beſſerung der Pferdezucht zu thun angefangen. X. Nutzwieh. Hornvieh. Man hat auf dem Hellwege zum Unter⸗ halte dieſer Viehgattung Gemeinweiden, Dreiſchen und Fett⸗ weiden. Da, wo die Gemeinheiten noch nicht getheilt ſind, halten die Kleinbauern, Kötter und Heuerlinge weit mehr Vieh, als ſie unter andern Umſtänden halten könnten und würden. Die Zuzucht ſteht außer Verbindung mit ihrer übrigen kleinen Wirthſchaft, und bildet einen Handelszweig, der auf den Verkauf an die Viehmäſter auf den Ruhr⸗ und Lippeweiden berechnet iſt. Da der Unterhalt des Viehes auf ſolchen Gemeinheiten nichts koſtet, ſo zieht jeder ſo viel an, als er auf⸗ und im Winter mit küm⸗ merlicher Noth durchbringen kann, und da er es nur mit 3 bis 4 Jahren verkaufen kann, ſo ſucht er noch das Rind ein Jahr als Kuh zu benutzen. Es iſt nicht zu läugnen, daß durch die Theilung der Gemeinheiten die Zahl des Viehes an manchen Orten beträchtlich abgenommen habe. Indeſſen iſt die Weide darauf oft höchſt erbärmlich, beſonders da, wo auch Schafheerden mit aufgetrieben werden, welche dem Rindvieh nicht allein das Beſte vor wegfreſſen, ſondern auch ſo wenig darauf zurücklaſſen, daß das Jungvieh, welches zum erſten mal zum Weiden ausgetrie⸗ ben wird, auf einer ſo kümmerlichen Weide zu Grunde gehen wrde, ſondern ausſchich Die ſtimmt. den raſch entweder! frechtet d bindet da nen Na Dreiſche tags un Dien men nie! ten Weit Rat vor bracht,) Weide i gen dam Für worden, handen ſi lichen We den keine des Vieh welche mie fordern d Winterfu theile ſch licher al gers bei Die kommen, Das zu Häckſe vermengt Kopfkohla Sähwer, der Kegll Futter ge⸗ zhäckſel von aßgabe der agerkauf ge⸗ duut; daher ade herrſcht dgſte zu be⸗ ter Unbaͤn⸗ Je Werl hat :die Ver⸗ am Unter⸗ aund Fett⸗ And halten 2 h, als ſie e Zazucht z etthſchaft, Anf an die mwiſt. Da ins koſtet, rant küm⸗ rnut 3 bis eriein Jahr durch die 3 manchen ie Weide S aſbeerden s us Beſte win, daß nlsgetrie⸗ 1a0 Rehen — 273— wurde, daher man es in den erſten Jahren nicht dahin bringt, ſondern im Hofraume graſen läßt, oder mit den Milchkühen ausſchickt. Die Dreiſchen werden ausſchließlich dieſen letzten be⸗ ſtimmt. Es ſind meiſt einjährige weiße Kleedreiſchen, die daher den raſchen Umlauf der Fruchtfolge nicht ſtören. Man läßt ſie entweder frei darauf weiden und giebt ihnen einen Hüter zu, oder frechtet das Kleefeld mit einigen Stangen und Pfählen ein, oder bindet das Vieh an einen zu verſetzenden kleinen Pfahl oder eiſer⸗ nen Nagel feſt.— Es werden 4 Magdeb. Morgen ſolcher Dreiſche auf 6 Milchkühe erfordert. Dabei aber müſſen ſie Mit⸗ tags und Abends noch rothen Klee auf dem Stalle erhalten. Die Kühe, welche auf die Fettweiden gebracht werden, kom⸗ men nie wieder auf den Stall, auch bleibt auf den meiſten gu⸗ ten Weiden das Milch⸗ und Zuchtvieh Tag und Nacht draußen. Nur von der Gemeinheit wird das Vieh auf die Nacht einge⸗ bracht, desgleichen in einzelnen Fällen, wenn der Landwirth die Weide nahe beim Hof liegen hat; alsdann wird auch von eini⸗ gen damit eine halbe Stallfütterung verbunden. Für eine volle Stallfütterung, welche von einigen verſucht worden, hat man keine Vorliebe, weil überall viele Weiden vor⸗ handen ſind, die man außer der Hütung nicht zu einem ähn⸗ lichen Werthe würde nutzen können. Ferner erfordern die Wei⸗ den keine beſondere Cultur; die Unterhaltung und Ernährung des Viehes iſt ſehr bequem; man erſpart Laſt und Koſten, welche mit der Stallfütterung verbunden ſind. Die Weiden be⸗ fördern die Vermehrung der Viehzucht, weil man nur auf das Winterfutter Bedacht zu nehmen hat, und dieſe vielfachen Vor⸗ theile ſcheinen den Landwirthen hieſiger Gegend weit eintraͤg⸗ licher als der Gewinn, welcher aus der Vermehrung des Dün⸗ gers bei der Stallfütterung im Sommer erwachſen würde. Die Kühe, welche im Sommer des Nachts auf den Stall kommen, erhalten Klee, im Herbſt weiße Rüben oder Spörgel. Das Hauptwinterfutter iſt Stroh. Dieſes wird zum Theil zu Häckſel geſchnitten und mit Spreu vermiſcht. Dieſes Futter vermengt man noch mit eingemachtem Grün von weißen Rüben, Kopfkohlabfall, Oelkuchen und Waſſer, welches Gemenge ſehr Schwerz, Landwirthſch. 18 — 274— geſund und nahrhaft iſt. Taͤglich wird das Vieh aus dem Stalle zum friſchen Waſſer getrieben. Heu erhalten nur die einjährigen Kälber. Alle Fütterung geſchieht kalt. Nur die fri⸗ ſchen Milchkühe erhalten einen warmen Zuſatz von gekochtem Gemüſeabfall, Kartoffeln und dgl. Für die Milch hält man im Sommer und Herbſt gute Weide, Klee, weiße Rüben und Spörgel am Beſten. Letzterer giebt vorzüglich viele Milch. Zum Fettmachen kennt man hier nur die Weide; im Winter wird bei den Landwirthen, außer in den Brennereien, kein Rindvieh gemäſtet. Der größte Theil des Rindviehes wiegt 350 bis 400 Pfund, man hat es ungleich ſchwerer und auch leichter. Mit 12 Maaß Milch von jeder Kuh iſt man des Sommers bei gutem Grünfutter wohl zufrieden. Des Winters erhält man weniger, und dieſer Ertrag ſteigt und fällt überhaupt ſehr nach Verhältniß der Art der Kühe und der Nahrhaftigkeit des Fut⸗ ters. Fette Weide und gute Pflege auf dem Stalle geben viele und fette Milch, folglich auch viel Butter. Man melkt die Kühe, ſo lange ſie Milch geben. Die meiſten werden 1 ½ bis 2 Monate vor dem Kalben von ſelbſt ſeicht(güſt); ſonſt hört man 4 Wochen vorher mit dem Melken auf. Das Begattungsgeſchäft geht öfters im zweiten, meiſtens im dritten Jahre vor ſich. Im zweiten Jahre iſt übrigens das Vieh noch viel zu jung zur Zucht, ſelbſt im dritten Jahre kaum alt ge⸗ nug. Fürs beſte hält man, wenn es mit vollen 4 Jahren zu⸗ erſt kalbet. Alle Zuchtkälber werden getränkt. Bei der Zuzucht iſt hier Vortheil, weil das Vieh wegen des ſtarken Handels zu den Fettweiden immer im hohen Preiſe ſteht, nur muß die Anzahl der Stücke mit den Vorräthen des Win⸗ terfutters im richtigen Verhältniß ſtehen. Denn da das Stroh das Hauptfutter abgiebt, ſo erhält derjenige wenig Dung, welcher nicht hinlänglich ſtreuen kann. Wer Stroh ankaufen muß, dem wird das Vieh zu koſtbar. Ein Landwirth, welcher eine Schafheerde in der Gemeinheit halten darf, thut wohl, ſeinen Rindviehſtand einzuſchränken, und bei dem Dung ſein Hauptaugenmerk auf die Schafe zu richten, weil dieſe verhält⸗ nißmäßig nicht ſo koſtbar zu unterhalten ſind. Eine gute Rindvien verpacht In Weiden dere tre Mittags haben gaͤ den durch und Bra rang hie die möglich, die Wem Acker me Falle un Milchertr Sommer Oder Ro den ſie werden mit Gem bon Heu heſonders Das einige Zei aufgehört. geln ganz Gränfutte ganz geg finden. tert. 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Doch findet die Stallfütte⸗ rung hie und da immer mehr Aufnahme. Die Stallfütterung, ſagt der Prediger Pilger, iſt überall möglich, wo der Futterkräuterbau möglich iſt; nöthig da, wo die Weiden fehlen oder zu ſparſam und ſchlecht ſind, und der Acker mehr und beſſern Dünger nöthig hat, im entgegengeſetzten Falle unnöthig. Auf reicher, kraͤftiger Weide iſt aber der Milchertrag größer, als bei der beſten Stallfutterung. Im Sommer bekommen die Kühe, im Frühjahre zuerſt, Winterrübſen oder Roggen aus den Gaͤrten, hernach Klee. Im Winter wer⸗ den ſie mit ſchlechtem Haͤckſel und Stroh hingebracht. Doch werden die Kuͤhe, von denen des Winters Milch erwartet wird, mit Gemüſeabfälle und Mehltraͤnken, ſelten mit einem Zuſatze von Heu gefüttert. Bei einigen geſchieht es kalt, bei andern, beſonders Kleinbauern, warm. Das Striegeln iſt nicht üblich. Ich habe, ſagt Pilger, es einige Zeit verſucht, aber wegen Vermehrung der Arbeit wieder aufgehört. Ich finde übrigens, daß gute Nahrung das Strie⸗ geln ganz entbehrlich mache. Im Fruͤhjahre wird das ſparſame Grünfutter geſchnitten und mit Strohhaͤckſel vermiſcht, hernach ganz gegeben. Man will beim Kleeſchneiden keinen Nutzen finden. Des Winters wird theils Häckſel, theils Stroh gefüt⸗ tert. Pilger giebt nur Kaff und Stroh, weil das Häckſelſchnei⸗ den zu viel Zeit wegnimmt, und die Kuͤhe Zeit genug haben, durchs Wiederkaͤuen das Futter zu zermalmen. Bei den Pfer⸗ den verhält es ſich umgekehrt. Schweine. Der Landwirth auf dem Hellwege haͤlt ſehr viel auf die Schweinezucht. Die Schweine werden durchs ganze Jahr gehütet: des Sommers in den Gemeinheiten und auf den Fel⸗ 18* — 276— dern, des Winters in den Holzungen. Bei dem Aus⸗ und Ein⸗ treiben erhalten ſie ein Futter von gekochtem Gartenabfall, an Kohl, Kartoffeln, Wurzeln, Unkraut ꝛc. Junge Ferkel erhalten Milch, Kartoffeln und Gerſte. Die Stallmaͤſtung beſteht aus rohen oder gekochten Kar⸗ toffeln, Möhren, Gerſte, Pferdebohnen(Wevelbohnen), Erbſen ꝛc. Wenn Eichelmaſt vorhanden iſt, welche aber ſelten reichlich aus⸗ fällt, ſo werden viele Schweine in den Waldungen ohne anderes Futter fett gemacht. Die Buchenmaſt iſt nicht zum Fettmachen geeignet und dient hauptſächlich zum Unterhalt der Zuchtſchweine. Ein völlig ausgewachſenes 1½ bis 2jähriges und gemäſtetes Schwein wiegt 300 Pfund, man kann die hieſige Schweinerace durch Mäſten wohl auf 4 bis 500 Pfund bringen. Die meiſten aber werden nur halb fett gemacht und zu jung geſchlachtet. Hr. Gockel am Lühnerbrunnen macht jedes Jahr ein 2 bis 2 ½ jähriges Mutterſchwein in Zeit von 4 Monaten, blos mit Milch und Brodabfall fett, und bringt es wenigſtens zu 500 Pfund. Man mäſtet viel mit geweichten rohen oder gekochten Pferdebohnen. Es wird viel Handel damit getrieben, und dieß iſt die Ur⸗ ſache der ſtarken Schweinezucht. Die Bürger in den Städten und die Bewohner der benachbarten Fabrikgegenden kaufen im Frühjahr die jungen und magern Schweine für ihren Haushalt. Das Fleiſch wird in hölzernen Fäſſern feſt eingepackt, nach⸗ dem es vorher mit Salz gerieben und durchſtreuet worden; 14 Tage nachher wird es auf den Rauchboden gehangen; beim Räuchern vermeidet man Steinkohlen, benutzt aber übrigens keine beſondere Holzart. Der Speck räuchert hinlänglich in 14 Tagen; ſchwere Schinken bedürfen 3 bis 4 Wochen, alsdann wird das Fleiſch auf einer kühlen und Rtrockenen Kammer bis zum Gebrauch aufgehangen. Gänſe werden hauptſächlich wegen der Federn, die hier all⸗ gemein zu Betten gebraucht werden, gehalten. Sie bringen nur demjenigen einen Vortheil, welcher Gelegenheit hat, ſie in unge⸗ theilte Gemeinheiten zu treiben; ſonſt thun die Gaͤnſe mehr Scha⸗ den, als der Gewinn davon werth iſt. Man legt ſich deshalb in hieſiger Gegend nicht ſehr auf die Vermehrung dieſer Thiere. Die innd: T Erbſen, man auc ſnd: Rü Fohl, rot ewchſe ann Er V Das tur aus als alle für das haͤufig hat dieſ ewas nehmen un diee wegen, Die des Bod Fruchtun man hal anbaut. auf ſie zu 6 bis 11 Dde Hellwege aber nac Eine fre 1. Wi 2. No 3. Rog. 4. Klee . Hafe 8⸗ Und Ein⸗ enabfall, an ceel ethalten ochten Kar⸗ „ Erbſen n. ichlich aus⸗ ene anderes Fettmachen hhtſchweine. gemäſtetes chweinerace Die meiſten eſchlachtet. dein 2 bis blos mit ans zu 500 *' gekochten diſt die Ur⸗ n Stäͤdten waufen im „Haushalt. lickt, nach⸗ den; 14 on; beim gübrigens wich in 14 „ alsdann Anmer bis e hier al⸗ eingen nur win unge⸗ g' hr Scha⸗ I deshalb zer Thiere. *△ — 277— XI. Fruchtfolge und Cultur. Die Getreidearten, welche man auf dem Hellwege baut, ſind: Weitzen, Roggen, Winter⸗ und Sommergerſte, Hafer, Erbſen, Wicken, Bohnen, und für die Soeſter Börde könnte man auch noch die Trespe hinzuſetzen.— Die Futtergewächſe ſind: Rüben, Kartoffeln, Möhren, Runkeln, Kopfkohl, brauner Kohl, rother Klee, weißer Klee und Spörgel.— Die Handels⸗ gewächſe dienen nur zum häuslichen Bedarf und verdienen kanm einer Erwähnung. Das Getreide macht den Hauptgegenſtand der ganzen Cul⸗ tur aus; doch kömmt der Weitzen weniger dabei in Betracht, als alle übrige Getreidearten. Die Vorliebe des Weſtfälingers für das ſchwarze Brod macht, daß er ſelbſt auf Weitzenboden haͤufig Roggen anbringt. Beſonders nach der reinen Brache hat dieſes in trockenen Jahren ſeine Vortheile; ſo hat es in etwas feuchten Jahren ſeine bedeutenden Nachtheile. Einige nehmen vorzugsweiſe Mengkorn(halb Roggen und halb Weitzen) in die erſte Saat. Auch die Gerſte muß, des lieben Bierkruges wegen, oft auf eine Stelle, wo der Hafer weit beſſer lohnen würde. Die Fruchtfolge weicht nach Verhältniß der Gegend und des Bodens ſehr von einander ab, und ein ganz regelmäßiger Fruchtumlauf findet ſelbſt in derſelben Gegend nicht ſtatt, indem man bald viel, bald wenig von dieſer oder jener Getreideart anbaut. Sie richtet ſich auch wohl nach dem Dung, den man auf ſie zu verwenden hat. Zu einer vollen Düngung gehören 6 bis 7 vierſpännige Fuder auf den Magdeb. Morgen. Die Fruchtfolgen, welche ich für den weſtlichen Theil des Hellweges anzugeben habe, ſcheinen beinahe unglaublich, bleiben aber nach meinem häufigen Forſchen darnach nicht zu bezweifeln. Eine freiere Körnerwiſſenſchaft habe ich noch nicht gefunden. a. 1. Wintergerſte, gedüngt, 6. Bohnen, gedüngt, 2. Roggen, 7. Roggen, 3. Roggen, 8. Roggen, 4. Klee oder weiße Kleedreiſche, 9. Winterrübſen. 5. Hafer, 1. Bohnen, gedüngt, 2. Wintergerſte, 3. Roggen, 4. Hafer, 1. Bohnen, gedüngt, 2. Wintergerſte, 3. Weitzen mit weißem Klee, d. 1. Brache, gedüngt, 2. Raps, 3. Roggen, 4. Klee oder weiße Kleedreiſche, 5. Hafer, 1. Roggen, 2. Roggen, 3. Sommergerſte oder Hafer, f. 1. Brache, auch nicht, . Wintergerſte oder Sommer⸗ gerſte, zu beiden gedüngt, 3. Roggen, 25 2— — .Hülſenfrüchte, gedüngt, 2. Weitzen, 3. Roggen, 1. Sommergerſte, 2. Klee, 3. Weitzen oder Roggen oder Hafer, ⏑ ℛÆ S & I8 E ·. „Kleedreiſche, 6. Kleedreiſche, . Roggen oder Hafer. „Kleedreiſche, Hafer. .Roggen, gedungt, . Roggen, .Hülſenfruchte, .Roggen. . Hülſenfruͤchte, .Roggen, 6. Hafer. . Roggen, .Hafer, Hülſenfrüchte, gedüngt, „Roggen oder Weitzen. „Winterrübſen, gedüngt, .Roggen, „Hafer. Hülſenfrüchte, „Roggen, Hafer, Es heißt alſo wohl: Sanis omnia sana! Oder auch: das muß ein reicher Vater ſeyn, der ſo viele Kinder naͤhren ſoll! Jar Ve Schema⸗ Ich wat Cu dreinal gebracht. 2)5 zum zwei Hähe kon 9) tem La wovon Roggen nen The oder wei 9) 5) Frühjah 6) felgt, gepflügt mit ſam haͤlt mo die Boh⸗ oder Kar 78 ſtoppel Cu ſo bleit Auf ſch reichen. Fo⸗ ſogleich ganz fia etwas w ncht tie —* fer. * 8 Düngt, Wen, ongt, 2 aich: das — 279— Zur Verſtandlichkeit wird nothwendig, einige der angefuͤhrten Schematen durch die dabei angebrachte Cultur zu erläutern. Ich wähle dazu die drei erſten, oder a. b. c. Cultur der Fruchtfolge a. 1) Zur Wintergerſte wird dreimal gepflügt, und der Dung mit der dritten Pflugart ein⸗ gebracht. 2) Zum Roggen dreimal gepflügt, zum erſten mal flach, zum zweiten mal eben ſo, damit dieſelbe Krume wieder in die Höhe komme, zum dritten mal tiefer. 3) Zum zweiten Roggen wird gefelgt, welches bei verqueck⸗ tem Land zumal nöthig iſt; darauf noch zweimal gepflügt, wovon das letzte zu 8 bis 9 Zoll tief eindringt.— Nach dieſem Roggen werden als zweite Frucht, wiewohl nur auf einem klei⸗ nen Theile des Feldes, Rüben geſäet. Das Uebrige trägt rothen oder weißen Klee. 4) Rother Klee oder weiße Kleedreiſche. 5) Hafer, wozu die Kleeſtoppel vor Winter gefelgt, und im Frühjahr einmal untergepflugt wird. 6) Zu Bohnen werden die Haferſtoppeln vor Winter ge⸗ felgt, oder auch ganz umgepflügt. Nach Winter von Neuem gepflügt, gleich geeggt, Miſt aufgebracht, Bohnen geſäet und mit ſammt dem Miſt flach untergepfluͤgt. Auf ſchwerem Boden haͤlt man für räthlicher, den Miſt allein unterzupfluͤgen und die Bohnen einzueggen. In dieſes Feld können auch Flachs oder Kartoffeln genommen werden. 7) Roggen oder Wintergerſte. Dazu wird die Bohnen⸗ ſtoppel zweimal gepflügt. Cultur der Fruchtfolge b. Wenn der Boden gut iſt, ſo bleibt der weiße Klee nur ein Jahr als Dreiſche liegen. Auf ſchlechtem würde ſolches zu ſeiner Verbeſſerung nicht zu⸗ reichen. Folgt Roggen nach der Dreiſche, ſo wird dieſe gefelgt und ſogleich vereggt. Iſt die Narbe etwas abgeſtorben, ſo wird ſie ganz flach umgepflügt. Nach einiger Zeit wird geeggt und etwas weniger tief gepflügt. Man will durchaus die Dreiſche nicht tief umwenden, und das mit Recht. 280— Zu der Frucht, welche nach Dreiſchroggen, Dreiſchhafer oder Dreiſchweitzen kömmt, muß wieder gedüngt werden. Cultur der Fruchtfolge c. Man hält dieſen fuͤnf⸗ jährigen Umlauf für den nördlichen Theil des weſtlichen Hell⸗ weges auf dem daſigen ſchwarzen Boden für den ſicherſten und ergiebigſten. 1) Zu den Bohnen wird zweimal vor und eben ſo oft nach Winter gepflügt, mit der letzten Pflugart der Miſt unterge⸗ bracht. 2) Zur Wintergerſte werden die Bohnenſtoppel geſtrichen (gefelgt). Darauf wird gepflügt und um Matthäi geſäet. 3) Zum Roggen wird viermal nach Wintergerſte gepflügt. Man ſäet ihn in der erſten Hälfte des Oktobers. Der weiße Klee wird im Frühjahr darüber hergeſtreut. 4) Kleedreiſche zur Weide. 5) Die Dreiſche vor Winter gefelgt, im Februar und März gepfluͤgt, damit die Nachtfroſte den Boden noch etwas mildern. In der erſten Hälfte des Aprils wird geſäet. Man wählt da⸗ zu eine trockene Witterung, damit der Boden möglich gut, und durchgeeggt werden kͤnne. Im Ganzen ſind die höher ange⸗ ührten drei letzten Fruchtwechſel f. g. h. die gemeinüblichſten auf dem beſten Theile des Hellwegs, das iſt in der Richtung von Bochum über Dortmund nach Unna. Einer der größern hieſigen Schulzen vertheilt ſeine Felder ſo, daß er habe: ½6 in Dreiſche mit weißem Klee, 1 in rothem Klee, ½1 in Brache und Brachrüben, ½ in Raps und Rüben, 110 in Hafer, „ in Winter⸗ und Sommergerſte, in Roggen, etwas in Flachs und Kartoffeln. Die Regeln, welche man bei den angeführten Fruchtfolgen beobachtet, ſind folgende: 2) Man düngt allemal zu Winter⸗ und Sommergerſte, Brachrt Hälſenf b) wöhnli hat, wi 0) Weißen und Kle 8) fwchter Brache küben, giebt! aber g ſamſter Gerſte zweid aus; genug alſo gedei nach! worde Winte 9 der B Wähe ſehr wart Klee erfol zielu wird 1 d nerg ciſchhafer en. eſen fuͤnf chen Hell erſten und oft nach unterge⸗ geſtrichen ſäet. gepftügt. Der weiße nd Maͤrz wildern. bählt da⸗ gut, und her ange⸗ jſten auf ung von e Felder tfolgen gerſte, — — 281— Brachruͤben, Flachs, Kartoffeln, Raps, Rübſen, mehrentheils zu Huͤlſenfrüchten, und zuweilen zu Roggen und Weitzen. b) Gedreiſcht wird, wenn der Boden abgetragen iſt. Ge⸗ wöhnlich geſchieht ſolches nach Hafer. Wo man Weide genug hat, wird nicht gedreiſcht. c) Roggen läßt man häufig zweimal nach einander folgen; Weitzen und Hafer ſelten; Gerſte und Hülſenfrüchte nie. Flachs und Klee dürfen erſt nach 6 bis 7 Jahren wieder erſcheinen. d) Der Weitzen folgt am füglichſten nach Klee und Hülſen⸗ fruchten,— der Roggen nach denſelben Gegenſtaͤnden, reiner Brache und Flachs.— Sommergerſte nach gedüngten Brach⸗ rüben, auch nach Getreide, wenn zu ihr gedüngt wird. Hafer giebt die reichlichſte Ausbeute nach Klee und Dreiſche; er wird aber größtentheils als letzte Einſaat betrachtet. Dem Genüg⸗ ſamſten wird oft das Wenigſte gegönnt!— Roggen nach Gerſte und Kartoffeln iſt nicht ſehr ergiebig, ob man ihn gleich zweimal hinter einander darauf folgen läßt; doch wohl mehr aus Zwang als aus freier Wahl, weil man ſonſt nicht Feld genug für dieſe Hauptgetreideart haben würde. Die Gerſte wird alſo auf Unkoſten dieſes letztern erkauft! Hülſenfruchte gedeihen nicht beſonders nach Weitzen und Roggen, wohl aber nach Hafer, wenn dieſer in die dritte oder vierte Geile geſaͤet worden. Auf ſolche Hülſenfrüchte kann dann mit Vortheil Wintergetreide folgen. e) Nach Kleedreiſche folgt auch wohl zweimal Hafer. Iſt der Boden kleiartig, ſo wird nach der erſten Haferſaat auch Weitzen oder Rübſen gewählt. Flachs und Kartoffeln gerathen ſehr gut nach der Dreiſche. f) Man hat nach weißer Kleedreiſche beſſere Frucht zu er⸗ warten, als nach rother Kleeſtoppel. Würde aber der weiße Klee abgeſchnitten und nicht abgehütet, ſo würde das Gegentheil erfolgen. Beſonders zeichnet ſich der Nachtheil bei Saamener⸗ zielung des weißen Klees gegen den abgefütterten aus und wird dem Auge auffallend ſichtbar. g) Wintert die Wintergerſte aus, ſo wird ſie durch Som⸗ mergerſte erſetzt. Der Roggen aber, der nun auf dieſe folgt, — 282— wird um ein Drittel ſchlechter, als wenn er nach Wintergerſt gefolgt wäre. Auf Vöhden fand ich in der Gegend eine fünfjährige Fruchtfolge, alſo einen zehnjährigen Umlauf. Nachdem nämlich das Land vier Jahre dem Vieh zur Weide gedient hat, wird es in dem Winter von mit Erde, Grund, Schlamm aus Teichen und Gräben befahren. Gegen das Frühjahr werden die kleinen Haufen auseinander geſtoßen, und von dem nachher dahin kommenden Viehe zertreten. Da das Vieh um Johannis von dem Lande muß, ſo hat man Zeit, ſolches vollſtändig wie Brache zu behandeln. Es wird dann fürs 6) mit Roggen beſtellt, und trägt 7) Sommergerſte, zu welcher gedüngt wird, 8) Weitzen oder Roggen, 9) Hülſenfrüchte, 10) Weitzen, Roggen oder Hafer. Ich muß geſtehen, daß dieſes noch die vernünftigſte Be⸗ handlung iſt, die mir auf Vöhden vorgekommen. Bei Bochum, wo die Felder ſechsjährig ſind, hat man: 1—6) Weide, 7) Roggen, 8) Roggen, 9) Roggen und etwas Rübſen, 10) gedüngt, Hafer oder Kartoffeln, 11) ohne Dung dieſelben Gegenſtände wie 10, 12) Roggen. Ich gebe Jedem auf, etwas Widerſinnigeres oder Verderb⸗ licheres auszudenken! Soeſter Börde. Die Erzkörnerwirthſchaft(einen andern Namen weiß ich ihr nicht zu geben), welche wir auf dem weſt⸗ lichen Theile des Hellweges gefunden haben, hört auf dem öſt⸗ lichen Theile deſſelben auf, und geht in eine ſechsfeldrige Kör⸗ nerwirthſchaft über. Sie hat: 1) Reine Brache, gedüngt mit 4 bis 4 ½ vierſpännige Fu⸗ der per Magdeb. Morgen, 2) Roggen, auf ein hem Ans ſpann ne ſolches 73 ſtiehet. t ſchmächt ten ihre pflügen ſtoppeln Furchen,t zebracht; qu dies Inn gebrachtt Weitzen düngt: ich abert fruchte e⸗ folgt. der Geſe V haben.- kKüähner a — . — — — 2. niergerſe inflährige n nawüich hat, wird amm aus r werden mnachher Johannis ndig wie gerderb⸗ a andern em weſ⸗ dem uſt⸗ ige Kör⸗ nige Fu⸗ — 283— 3 3) Gerſte, 4) Hülſenfruͤchte oder Klee, erſtere geduͤngt mit 3 Fudern, 5) Weitzen,. 6) Hafer. Allerdings kann eine Dreifelderwirthſchaft mit reiner Brache auf einem ſo vortrefflichen Boden, wie der der Borde und in dem Amte Werl, ſehr gut beſtehen; vorausgeſetzt, daß das Ge⸗ ſpann nicht dabei ruhe, und fleißig dabei geſchafft werde, wie ſolches zum Theile daſelbſt, wiewohl nicht aller Orten, ge⸗ ſchiehet. An dieſen letztern ſtehen die Früchte dann auch dünne, ſchmächtig, voller Unkraut und haben mit den ſtrotzenden Ern⸗ ten ihrer Nachbarn nichts gemein. Dieſe nachläſſigen Wirthe pflügen die Brache oft nur zweimal um, ſtürzen keine Herbſt⸗ ſtoppeln, geben dem Acker nur ein Jahr über das andere zwei Furchen, und haben dadurch oft den beſten Boden ſo herunter⸗ gebracht, daß er kaum noch halben Ertrag liefert. Honny soit qui bien y pense! In einigen Gegenden, wie Dinker, Meierich, wird ſelten gebracht, und ſolches durch Brachfrüchte erſetzt. Auf dieſe folgt Weitzen; nach ihm werden die Stoppeln dreimal gepflügt, ge⸗ düngt und mit Roggen beſäet.— In anderen Gegenden, die ich aber nicht ſah, wird die Gerſte ausgeſtoßen und Hülſen⸗ früchte an die Stelle genommen, worauf wieder Wintergetreide folgt. Dieſe Leute ſind wahrſcheinlich nicht die dümmſten von der Geſellſchaft. Sie ſollen dabei keine beſtimmte Fruchtfolge haben.— An einigen Orten der Oberbörde ſündiget man etwas kühner auf den Boden los, und nimmt 1) gedüngte reine Brache, 2) Roggen, 3) Gerſte, 4) Hülſenfruchte, wahrſcheinlich etwas gedüngt, 5) Weitzen, 6) Gerſte und 7) Hafer. Nach meiner Erfahrung, ſagt der Prediger Pilger, mißräth der Klee, wenn er alle 6 Jahre vorkömmt; daher nehme ich zwiſchen⸗ ein zum grünen Wickenfutter meine Zuflucht. — 284— Zu Lippſtadt ertheilte ein Landwirth dem Rapſe das Zeug⸗ niß, daß nicht allein der unmittelbar darauf folgende Roggen beſſer ſey, als der Brachroggen, ſondern auch, daß ſein günſti⸗ ger Einfluß auf den ganzen ſechsjährigen Umlauf fortwirke. Ich erklärte von jeher den Raps für ſchuldlos, und fand ihn ſpäter in der Pfalz und jetzt in Weſtfalen wohlthätig. Wenn nach dem Zeugniſſe des Hrn. Staatsrath Thaer ein Gutsbe⸗ ſitzer ſich nach einem zwanzigjährigen Rapsbau einen Schaden von mehr als 10,000 Rthlr. zugezogen hat: ſo hat er ihn, ge⸗ reizt durch den augenblicklichen Vortheil, entweder übertrieben, und ſo können wir wohl durch den Weitzenbau ſelbſt zu Grunde gehen; oder der Boden war nicht dazu geeignet, die Pflanze wurde hingezwungen, wo ſie nicht oder doch nicht ſo ſtark hin⸗ gehörte, welches wohl eins der größten Verſehen iſt, in welche ein Landwirth verfallen kann; oder die Ausdehnung der übrigen Gegenſtände der Wirthſchaft ſtand in keinem Verhältniß mit der Ausdehnung zum Rapsbau. Extreme beweiſen nichts, zu⸗ mal wenn man ihnen die lange Erfahrung ganzer, und zwar gnt cultivirter Gegenden entgegenſtellen kann. XII. Getreidebau. Es iſt nicht zu laͤugnen, daß der weſtliche Theil des Hellweges von ſehr fleißigen und mitunter intelligenten Land⸗ wirthen bewohnt werde, bei welchen ihre Nachbarn auf dem rechten Ufer der Lippe noch manches lernen könnten, wenn das Lernen unter Bauern mehr Sitte wäre. Man ſäet auf dem Hellwege nicht leicht, ohne vorher drei⸗, ja viermal gepflügt zu haben, und kein guter Wirth läßt ſein Stoppelfeld unaufge⸗ brochen üͤber Winter liegen. Man hält ſehr viel auf die Win⸗ terbrache, und ſetzt zu dem Ende das Land, wie man es nennt, auf Winterführen. Man pflügt jede Stoppel ſo ſchnell als möglich um und durchlüftet gewiſſermaaßen das Bett, worauf die neue Erzeugung vollbracht werden ſoll. Der Weitzen macht, wie ſchon geſagt, hier die Hauptge⸗ treideart nicht aus. Wenn dazu gedüngt wird, ſo wird vorher wenigſtens dreimal gepfluͤgt. Nach Hülſenfrüchten oder Klee raicht nl kraut i ſind Hal Diſ bers. i Berl. dreimali nach Ha veteggt, zelaſſen? gewachſt hält ſo ſo wird get Gaatkör Wit gen we⸗ oder Et lingen ſtellt. Es wirt mal daz noch kle⸗ ſtarkem geit! Saan d) gerſte, d dreimal weil de di welche zweimal und An Saa ⁰)! der Bode das Zeng⸗ eRoggen in günſti fortwirke. fand ihn Wenn Gutsbe⸗ Schaden ihn, ge⸗ ertrieben, ſu Grunde Pflanze tark hin⸗ in welche übrigen nniß mit his, zur und zwar geil des den Land⸗ nuf dem unn das nuf dem ſa R Lunaufges nie Win⸗ ees nennt, hnell als worauf „yauptge⸗ ) vorher er Klet — 285— reicht zweimaliges Pfluͤgen hin, wenn der Boden rein von Un⸗ kraut iſt. Trockenes Wetter beim Säen und tüchtiges Eggen ſind Haupterforderniſſe. Die Zeit der Einſaat fällt in die letzte Hälfte des Okto⸗ bers. Man nimmt an Saatkörnern pro Magdeb. Morgen 4 Berl. Scheffel. Der Roggen, als Hauptgetreide, erfordert dreimaliges Pflügen und ſtarkes Eggen. Folgt der Roggen nach Hafer: ſo wird die Stoppel dieſes letztern ſogleich gefelgt, vereggt, Miſt aufgefahren, der Miſt gebreitet, oben auf liegen gelaſſen, bis dahin der Hafer ausgeſchlagen und durch den Miſt gewachſen iſt. Nun wird gepflügt und Roggen geſäͤet. Man hält ſolches für ein ſehr gutes Verfahren. Iſt das Feld brache, ſo wird es 5 bis 6 mal gepflügt.. Zeit der Einſaat. Die erſte Hälfte des Oktobers. Saatkörner pro Magdeb. Morgen 1 Scheffel. Wintergerſte kann nur in offenen großen Feldern gezo⸗ gen werden. In der Nähe der Dörfer und zwiſchen Hecken oder Sträuchen wird ſolche kurz vor ihrer Reife von den Sper⸗ lingen vernichtet, und der Anbau wird deshalb häufig einge⸗ ſtellt. Sie folgt gewöhnlich nach Brache, ſeltener nach Roggen. Es wird jedesmal dazu gedüngt. Die Brache wird 5 oder 6 mal dazu gepflügt. Beim Säen wird nicht ſtark geeggt, damit noch kleine Erdſchollen zurückbleiben, welche verhindern, daß bei ſtarkem Regen die Krume nicht abflözt. Zeit der Einſaat. Ende September. Saatkorn pro Mageb. Morgen 1 ½ Berl. Scheffel. d) Sommergerſte, wird häufiger gebaut als Winter⸗ gerſte, dazu wird das Land im Herbſt einmal und im Frühjahr dreimal gepflügt. Man ſaͤet in die friſche Furche, eggt wenig, weil der Acker ſchon locker iſt, und walzt gleich. Die Zeit der Einſaat iſt verſchieden. Nach Brachrüben, welche geduͤngt worden, ſäet man die Gerſte Anfangs Mai nach zweimaligem Pflügen. Wird friſch gedüngt, ſo wird Ende Mai und Anfangs Juni geſäet. Saatkorn pro Magdeb. Morgen ¾ Berl. Scheffel. c) Hafer. Auch eine Hauptgetreideart. Dazu wird, wenn der Boden keine Dreiſche iſt, im Herbſt einmal und im Früh⸗ jahr zweimal gepfluͤgt. Mit dem Eggen nimmt man es nicht ſo genau. Hin und wieder wird bei anhaltend trockener Wit⸗ terung der Hafer abgewalzt, nachdem er aufgegangen und fin⸗ gerslang iſt. Zeit der Einſaat. Der Dreiſchhafer wird Anfangs April, der übrige Hafer Ende April und Anfangs Mai geſäet. Saatkorn pro Magdeb. Morgen 1“½ Berl. Scheffel. d) Zu Erbſen wird zweimal gepflügt, wenig geeggt, aber gewalzt, auf trockenem Boden werden die Erbſen untergepflügt, nicht geeggt, aber gewalzt. Zeit der Einſaat. Wie beim Hafer. Saatkorn ¾ Scheffel pro Morgen. e) Zu Bohnen vird ſtets und meiſtens im Herbſt ge⸗ düngt. Der Miſt wird flach untergepflügt und im Frühjahr noch einmal etwas tiefer. Zeit der Einſaat. Anfangs April. Saatkorn 1 Scheffel pro Morgen. Wicken werden wenig gebaut, der Boden wird wie bei Erbſen behandelt. Noch kommt häufig ein Gemiſche unter dem Namen Rauhfutter vor. Es beſteht aus Erbſen und Hafer, oder Wicken und Hafer. Es erzeugt eine bedeutende Maſſe von ſehr gedeihlichem Futter, welches den grasarmen Gütern ſehr zu ſtatten kömmt.. Auf Weitzenboden findet man jedoch häufiger unvermiſchte Hülſenfrüchte. Auf loſem oder ſandigem Boden fängt man ziemlich häufig an, ein Gemiſch von Hafer und Buchweitzen auszuſäen, welches gewöhnlich einen ſehr hohen Ertrag giebt. Man eggt zuweilen den Hafer drei bis vier Wochen nach der Einſaat, um den Hederich zu zerſtören, und ſpürt guten Erfolg. Sonſt iſt dieſes Eggen bei anderem Getreide nicht ge⸗ bräuchlich. Zäher Thonboden, mit Weitzen oder Roggen beſäet, regnet und fließt in naſſen Wintern ganz feſt. Man hat ver⸗ ſucht, dieſe Saaten im Frühjahr durch Eggen aufzulockern, in⸗ deſſen fuͤrchtet man, daß die ſchon halb entwurzelte Frucht ſich zu ſehr witd voſ gaſt Hafer! getteide! 20 Garhf Die! liegen, w? falls in i ſehlt, wic 10 bis ſchmal, auf deni ſch guti Die weil dern verrichte Arbeiter kommt) fahren in Hiel Witterunt andere 9 naſſen I die Ernte Mert iſt die V lich, uh Richtung in der) Na⸗ als gute Durchſch von Dor Der 1 es nicht ener Wit⸗ und fin⸗ igs Ayrit, et. el. ggt, aber rgepflügt, herbſt ge⸗ Frühjahr h wie bei Anter dem d Hafer, he Maſſe Gütern urmiſchte t haͤufg zuſäen, cen nach Pt guten iicht ge⸗ t beſäet, tat ver⸗ rn, in⸗ 4 jcht ſich — 287— zu ſehr losreiße. Gejätet wird nur der Flachs. wird von den Diſteln gereiniget. Faſt alles Getreide wird gehauen; blos ſchlechter kurzer Hafer und eben ſolche Gerſte werden gemähet. Das Winter⸗ getreide wird gleich gebunden und in Stiege(Mandeln), woran 20 Garben ſind, aufgerichtet. Die Sommerfrüchte bleiben etwas länger auf dem Felde liegen, werden gewendet und dann wie alles Halmgetreide eben⸗ falls in Stiege geſetzt. Wo es an Raum in den Scheunen fehlt, werden Roggen und Hafer in freier Luft in Fiemen von 10 bis 20 Fuder aufgeſetzt. Die Fiemen ſind rund, unten ſchmal, in der Mitte breit und oben ſpitzig. Sie werden bis auf den breiten Mittelrand mit Stroh gedeckt, das Korn erhält ſich gut darin und wird des Winters eingefahren. Die Erntekoſten laſſen ſich nicht mit Beſtimmtheit angeben, weil der Landwirth mit ſeinen eigenen Leuten die Hauptarbeit verrichtet. Ich bemerke nur, daß der Taglohn für die fremden Arbeiter am theuerſten iſt. Im Verdinge und ohne Beköſtigung kommt die Ernte auf einen Magdeb. Morgen, ohne das Ein⸗ fahren im Durchſchnitt auf 15 gGr. zu ſtehen. Hier und da ſetzt man bei ſpäter Erntezeit und ungewiſſer Witterung Gerſte und Hafer in kleine Haufen, ſonſt iſt keine andere Weiſe als das Aufrichten in Stiege gebräuchlich. In naſſen Jahren iſt dies freilich nachtheilig, allein gewöhnlich iſt die Ernte in der Mitte September hier ſchon geendigt. Merkwürdig auf dem Landſtriche, den wir vor uns haben, iſt die Verſchiedenheit der Saat⸗ und Erntezeit. Jemehr weſt⸗ lich, um ſo früher heben beide an, und umgekehrt in öſtlicher Richtung. Der Unterſchied zwiſchen den zwei Extremen beträgt in der Regel 10 bis 14 Tage und noch mehr. Nach der Angabe eines eben ſo gewiſſenhaften Mannes, als guten Beobachters, verhielt ſich der Erndteertrag in einem Durchſchnitte von 30 Jahren auf gutem Boden in der Gegend von Dortmund wie folgt: Der Magdeb. Morgen gab Garben: vom Roggen... 400, ⸗ Weitzen....... 395, Der Hafer von Wintergerſte 3 2 Die Körnervermehrung war: Sommergerſte. Hafer 4 Pferdebohnen. beim Roggen 2 — 288 .⁴ 456, 420, 404, 520. 12 60 fach, Weitzen 13 ¼ ⸗ Wintergerſte 11* Sommergerſte 17 ½4- Hafer.. 13 ½ ⸗ Pferdebohnen.. 7 ½ ⸗ Wicken.. 9 ½ ⸗ Erbſen 8 2 Rübſen 39 2 Vergleiche ich die Angabe der Einſaat deſſelben Mannes mit jener Vermehrung, und nehme ich 100 Cölniſche Ruthen für das Aequivalent von 1 Magdeb. Morgen, und ſetze 7 Dort⸗ munder Scheffel gleich 5 Berliner Scheffeln: ſo traͤgt in der Gegend von Dortmund, und dieſes kann auch von dem ganzen mittlern Landſtriche von Unna bis Bochum angenommen wer⸗ den: 1 Magdeb. Morgen Berl. Echeffel vom Roggen 9, „ Weitzen 8, „ Win8tergerſte 13, „ Sommergerſte. 10, „ Hafer 15 ½, Pferdebohnen 8, „ Wicken 5, Erbſen 4 ½ ⸗ Rübſamen 3. Dieſe Angabe ſtimmt auch zu der Ausſage eines der treff⸗ lichſten Landwirthe des Hellweges, nur mit Ausnahme des Ha⸗ fers, für welchen er nur 12 Scheffel annimmt. Im Amte Werl ſäet man theils in reine Brache mit oder ohne Dung, in welchem letztern Falle dann zu dem darauf folgenden Roggen gedüngt werden muß;— theils nach Klee;— theils neh Flachs 16 Nachlh⸗ doch fiatn zweimal N Nach e ſach, das Nach 2 hat hier toffln dibs Etr.9, Gerſte o Der it Werl ſeitte dehnung größere d weitem em Hinderniſtu hauptſacht mit Kupfit deckt habe ſeyn ſall. Mans November gen ſollte in manchmal! Scheffel. f Der ſüduc⸗ bis 4 Wo Mit; vortheilhan noch nicht vor dem E theilige ble noch der. dc iſ dar Gemah Sähwen, 1 Mannes he Ruthen ee 7 Dort⸗ zt in der m ganzen umen wer⸗ — der tref⸗ des Ha⸗ ſche mit darauf Klee;— — 289— theils nach Pferdebohnen und Wicken;— theils nach Flachs und Kartoffeln. Nach dem Klee hat man ihn zwar oft einfährig beſtellt, doch findet man für beſſer, das Land vor der Saat ein⸗ oder zweimal zu ſchäͤlen. Nach Bohnen und Wicken wird allemal zweimal, einmal flach, das anderemal tief gepfluͤgt. Nach Flachs und Kartoffeln pflügt man nur einmal. Man hat hier die zuverläſſigſte Erfahrung gemacht, daß nach Kar⸗ toffeln oft recht guter Weitzen folge, der zwar nicht ſehr ſtark an Str⸗?, doch ſo lohnend werde, daß dieſe Beſtellung jener von Gerſte oder Sommerweitzen daſelbſt vorzuziehen iſt. Der wichtigſte Fortſchritt, welchen der Ackerbau im Amte Werl ſeit geraumer Zeit gemacht hat, iſt unſtreitig die Aus⸗ dehnung des Weitzenbaues; dieſer nimmt jetzt eine fünfmal größere Fläche ein, als vor dreißig Jahren, und er lohnt bei weitem reicher, noch mehr aber ſicherer als der Roggen. Das Hinderniß, welches dem Weitzenbau früher im Wege ſtand, war hauptſächlich der Brand. Am Einbeizen des Saamenweitzens mit Kupfervitriol will man ein zuverlaͤſſiges Gegenmittel ent⸗ deckt haben, ſo daß eine brandige Aehre jetzt eine Seltenheit ſeyn ſoll. Man ſaͤet den Weitzen vom 10. Oktober bis zum halben November, auf den Magdeb. Morgen ¾ Berl. Scheffel. Rog⸗ gen ſollte billig am 20. Oktober beſtellt ſeyn, welches indeſſen manchmal noch ſpäter geſchieht, auf den Morgen 1 Berl. Scheffel. Hafer bis zum 25. Mai. Gerſte bis zum 15. Juni. Der ſüdliche höhere Theil des Amts ſaͤet die Winterung 14 Tage bis 4 Wochen früher. Mit Durcheggen des Weitzens im Frühjahr ſind einige vortheilhafte Verſuche gemacht worden, es iſt aber im Ganzen noch nicht uͤblich. Mit Jäten desgleichen, etwa drei Wochen vor dem Schoſſen des Weitzens, hauptſächlich um die ſehr nach⸗ theilige blaue Kornblume zu entfernen; ſpäter wird auch wohl noch der Wildhafer ausgezogen. Der Erfolg war vorzüglich, doch iſt das Jäten noch nicht üblich. Gemäht wird mit der Hauſenſe, belgiſch gepickt und gleich Schwerz, Landwirthſch. 19 — 290— aufgebunden. Die Erndtekoſten im Ganzen von 1 Morgen Winterung betragen nach Umſtänden 2 Rthlr. bis 2 Rthlr. 9 Gr. Kann das Getreide, wenn es trocken iſt, nicht gleich ein⸗ gefahren werden, ſo wird es in Haufen von 100 bis 150 Gar⸗ ven aufgeſetzt. Die Art der Zuſammenſetzung, welche ich aber nicht kenne, ſoll das Wintergetreide gegen allen Nachtheil vom Regen ſchützen. Man ſchlägt den Ertrag eines Magd. Morgens Weitzen zu 360 Garben an. Dieſe geben 12 bis 1500 Pfund Stroh und 9 ½ Berl. Scheffel Körner. Man ſtellt den Ertrag der übrigen Getreidearten im Verhältniſſe zum Weitzen wie folgt: Der Weitzen angenommen zu.... 12 thut der Roggen...... 8 „ ⸗ Hafer...—.. 18 „ die Sommergerſte..... 12 ⸗ der Sommerweitzen. 4... 8 thun die Erbſen und Wicken.... 6 thun die Bohnen.—.... 12 p. Man hat den Bau der Wintergerſte, der früher ſtark be⸗ trieben wurde, eingehen laſſen. Sommerweitzen wird nur we⸗ nig gebaut. In dem mehr ſüdlichen, höhern Theile des Amts Werl lohnt der Roggen beſſer. Es iſt zu verwundern, daß man dieſer Frucht in dem nördlichen Theile noch die Hälfte des Winterfeldes einräumt, da ſie im Verhältniß zu dem edeln Weitzen ſo ſchlecht lohnt. In der Soeſter Börde verhält ſich der Anbau des Ge⸗ treides nach der dafür angegebenen Fruchtfolge folgenderma⸗ ßen. Die Brache wird bei guten Wirthen ſechsmal gepflügt, zuerſt vor Winter, hernach im Mai, dann im Junins; darauf wird gedüngt, im Julius der Miſt untergepflügt, im Auguſt gewendet, und Anfangs September zur Saat gepflügt, darauf mit Roggen beſäet.— Ein Mißbrauch iſt, wenn die Brache nach dem erſten Pflügen bis bald Jakobi fürs Bieh liegen bleibt, darauf geſtrichen, geeggt und gedüngt wird, worauf zwar noch dreimal gepfluͤgt wird, aber alles zu ſchnell hinter⸗ einander. —— Die Mütte d. auf gut! viel. R. tergepflü ſäet, auf der Wint mengepfl Anfangs! Ja bis zum ſäͤet wir im Früßj lige Mflü⸗ Nach und dare gepflüͤgt, Der Witterur viermal heſaͤet. Jäten, ſa Weihen, da Nacha Der! und von Korn wird ein paar gebunden eingefah „Gr. taͤg Dur hetragen lleine Ha ſer halten ſondern a Erndteme 7. Morgen 1 2 Rthlr. Agleich ein⸗ 1 150 Gar⸗ ge ich aber ſtheil vom 2s Weitzen Iund Stroh Frtrag der zvie folgt: . 12 8 . 12. ir ſtark be⸗ dd nur we⸗ des Amts dern, daß Hälfte des dem edeln des Ge⸗ genderma⸗ l gevflügt, usz darauf im Auguſt gt, darauf dee Buche iih liegen d, worauf ell hintet⸗ Die Saatzeit iſt gegen Michaelis und zwar eine gehäufte Mütte Roggen auf einen Soeſter Morgen. Doch iſt dieſes auf gut gedüngte, gut bereitete und früh geſäete Brache zu viel. Nach geerntetem Roggen werden die Stoppeln gleich un⸗ tergepflügt, und auf gutem trockenem Boden Stoppelrüben ge⸗ ſäet, auf ſchlechtem Boden aber ſelten. Im Herbſt wird nach der Wintergetreide⸗Beſtellung das vorher geeggte Land zuſam⸗ mengepflügt, im Frühjahr gewendet, und am Ende Mai oder Anfangs Juüni zur Saat gepflügt und mit Gerſte beſäͤet. In den meiſten Gegenden bleibt die Gerſtenſtoppel liegen bis zum Frühjahr, wo ſie zu Hülſenfrüchten gepflügt und ge⸗ ſäet wird. In andern Gegenden wird dazu im Herbſte und im Frühjahr gepflügt. Der Prediger Pilger hält das einma⸗ lige Pflügen für beſſer. Nach geernteten Hülſenfrüchten wird der Acker geſtrichen und durch Eggen von Quecken gereiniget, darauf zur Saat gepflügt, und im October mit Weitzen beſaͤet. Der Weitzenſtoppelacker wird bei guten Wirthen und guter Witterung eben ſo wie der Roggenſtoppelacker behandelt, alſo viermal gepflügt und mit Hafer in der erſten Hälfte des Mai beſäet. Einige pflügen auch nur dreimal zum Hafer. Das Jäten, ſagt Pilger, habe ich beſonders ſeit einigen Jahren beim Weitzen angefangen mit großem Nutzen, und finde hier und da Nachahmer unter kleinen Wirthen. Der Roggen, ſo wie jedes ſtarke Getreide, wird angehauen und von einem Ausnehmer in Garben verwandelt, das andere Korn wird in Schwaden gemähet. Gewöhnlich bleibt das Korn ein paar Tage zum Austrocknen liegen, dann wirds in Garben gebunden und in große oder kleine Haufen geſetzt, und nachher eingefahren. Ein Mäͤher bekommt, außer ſehr guter Koſt, 5 gGr. täglich, ein anderer Erntearbeiter 3 ½ bis 4 gGr. Durch das Setzen in Haufen, welche ungefähr 12 Fuder betragen, wird das Korn gegen Regen geſchützt, auch durch kleine Haufen von ungefähr 30 Garben, welches einige für beſ⸗ ſer halten, weil dieſe Haufen nicht blos gegen Näſſe ſchützen, ſondern auch die Garben in denſelben gut austrocknen. Meine Erndtemethode, ſagt Pilger, worauf ich, weil Bosheit mir die 19. — 292— Haufen umſtaͤrzte, verfiel, iſt ſeit mehreren Jahren folgende geweſen: ich laſſe das Korn im Regen oder Thau mähen, alſo nie bei heißem Wetter, des Nachmittags bei trockenem Wetter in Garben machen, bei feuchtem dieſe Garben binden, und dann ruhig liegen, bis bei trockenem Wetter der Erndtewagen zwi⸗ ſchen die Garben gefahren und ſo aufgeladen wird. Auf dieſe Art wird das Ausfallen vieler Körner verhütet und viele Ar⸗ beit geſpart, auch das Dreſchen erleichtert, weil die Körner loſe in den Aehren werden, wenn ſie der Luft ausgeſetzt ſind. Un⸗ geachtet ich mich durch keinen Regen irre machen ließ, weil ich des Glaubens war, daß Gott wieder trockne, was er naß mache, ſo habe ich doch im Sommer 1816 das Korn in kleine Haufen bringen laſſen muſſen, weil es Monate im Felde ſtehen mußte. Wenn alle Umſtände günſtig ſind, ſagt ein bekannter gu⸗ ter Landwirth aus der Soeſter Börde, ſo kann auf einem un⸗ ſerer Morgen wachſen: an Brachroggen. 18 Soeſter Mütte, Sommergerſte. 12—— Wicken und Erbſen. 8—— Bohnen—. 10—— Weitzen—. 10—— Hafer. 15— 18— Es kann nach ihm aber auch nur die Haͤlfte darauf wach⸗ ſen, und auch wie 1816 noch weniger. Ich bemerke, daß ein Soeſter Morgen ſich zu dem Mag⸗ deburger verhält wie 4 zu 3, und eine Soeſter Mütte zu dem Berliner Scheffel wie 13 zu 12. Dürften wir daher den ange⸗ gebenen Ertrag als einen Mittelertrag anſehen, und ſtellten ihn mit dem des Hellwegs und des Amtes Werl nach dem Magdeb. Morgen und Berliner Scheffel zuſammen, ſo ergebe ſich folgende Tabelle: ——Qʒ Weitzen Roggen Winterge Hafer Sommer Sommen Erbſen, Bohnen det weiſt, Der hoh ben iſt, iſt; ſtat Brach⸗ zen hetrſe gaben, Wirthen In d auf allen Unſinn, im Falle des eda wirthen unter de dern no wo man tete mit tinigerma chen Land mit zum d folgende ihen, alſo am Wetter 2 und dann wagen zwi⸗ Auf dieſe viele Ar⸗ oͤrner loſe Find. Un⸗ I weil ich naß mache, ane Haufen Jen mußte. annter gu⸗ weinem un⸗ auf wach⸗ zem Mag⸗ ge zu dem dden ange⸗ d ſtellten enach dem t ſo erzgebe „ 1 Magdeb. Morgen. Hellweg Werl Soeſt Scheffel Scheffel Scheffel Weitzen„.... 8 9 ½ 8 ¼2 Roggen..... 9 6 14 ½ Wintergerſte.. 13—— Hafer..... 15 ½ 14 R 13 ⅓ Sommergerſte.... 10 9 ½ 9* Sommerweitzen..— 6— Erbſen, Wicken... 4% 6 ½ 4% Bohnen..... 5 9 ½ 8 ¼2Q Der geringe Ertrag des Roggens fuͤr das Amt Werl be⸗ weiſt, wie wenig der daſige Boden für dieſe Getreideart paſſe. Der hohe Ertrag deſſelben, der für die Soeſter Börde angege⸗ ben iſt, rührt daher, weil da nur von Brachroggen die Rede iſt; ſtatt daß auf dem köſtlichen Roggenboden des Hellweges Brach⸗ und Folgeroggzen in einander gerechnet ſind. Im Gan⸗ zen herrſcht ein ſchöner Einklang zwiſchen den angeführten An⸗ gaben, und ſie laſſen ſich für dieſe Gegend bei oördentlichen Wirthen wohl als Normalſſätze betrachten. In der Soeſter Börde, auch im Amte Werl, ſtößt man auf allen feuchten Feldern auf Trespe, und hat den Sinn oder Unſinn, ſie befliſſentlich mit dem Roggen auszuſaͤen, damit, im Falle dieſer zurückſchlägt, man doch jene habe. Der Feind des evangeliſchen Hausvaers würde alſo den hieſigen Land⸗ wirthen mit ſeiner nächtlichen Ausſaat(wenn anders Trespe unter der Zizanie zu verſtehen iſt) keinen Poſſen ſpielen, ſon⸗ dern noch obendrein einen Dienſt leiſten. Im Frühjahre 1816, wo man den Roggen verloren gab, tröſtete man ſich, und war⸗ tete mit Sehnſucht, daß die ſpät kommende Trespe den Ausfall einigermaßen erſetzen würde. Sie wird auch von den gewöhnli⸗ chen Landwirthen nicht von dem Roggen geſchieden, ſondern mit zum Brode verarbeitet. — 294— Zu Lippſtadt machte ein Landwirth eine Erfahrung über den unbezweifelten Vortheil des Roggenſaens auf gelegenem oder ausgeſchlagenem Acker. Ein Acker ſchien ihm nach der letzten oder Saatfurche ſo ſehr von Unkraut beſchlagen, daß er ſich fürchtete, den Roggen darüber her zu ſäen. Er ließ alſo einen Theil des Feldes von Neuem pflügen, den andern aber ohne weiteres beſäen. In der Folge zeichnete ſich der Roggen auf dieſem ganz beſonders vor dem Roggen auf jenem aus. XIII. Futterbau. Futterkräuter. Der rothe Klee hat in den letzten 20 Jahren bedeutende Fortſchritte gemacht. Man ſaͤet ihn auf dem Hellwege am gewöhnlichſten unter Sommergerſte, zu wel⸗ cher hier gedüngt wird. Auf gutem Boden wird er in der er⸗ ſten Hälfte Aprils über den Roggen geworfen. Man braucht 5 Pfund Samen auf einen Magd. Morgen. Man überfährt ihn im folgenden Winter beim Froſte gern mit Mergel, Erde, Moder, wovon man die Häufchen im Frühjahre auseinander ſtreut. Pfannenſtein wird angebracht, wenn der Klee den Bo⸗ den zu belegen anfängt. Man braucht nicht mehr als einen ſtarken Scheffel auf den Morgen. An Mergel werden 3 gute Fuder erfordert. Man benutzt den Klee nur ein Jahr, und hat gewöhnlich ſo viel, daß man einen Theil des erſten Schnit⸗ tes zu Heu machen kann. Man pflügt auch wohl manchmal nach dem erſten Schnitte um und behandelt das Land wie halbe Brache; dieſes letztere beſonders, wenn man Roggen darauf folgen laſſen will, ohne welches der Roggen leicht von Wurm und Schnecke leidet. Die⸗ ſes Geziefer hält ſich bei feuchter Witterung gar zu gerne in den Kleeſtoppeln auf; der Weitzen, der ſpäter keimt, auch wohl das erſte Abfreſſen eher ertragen kann, fragt weniger darnach. Am ſicherſten folgen unter ſolchen zweifelhaften Umſtänden Ha⸗ fer und Gerſte nach dem Klee. In dem Amte Werl braucht man 6 Pfund Samen auf den Magd. Morgen, und überſtreut den Klee mit 1 Scheffel Gyps, oder 1 ½ Scheffel Salzabfall, oder 2 Scheffel Ruß. Einige d ben, im nehmen. Der man au. Klee zu aber al und wei Riet alle zen alst ter aus Der Kle gleiche? auf den fel Gyps duter E den Kle des Rit Galzabf Wittern heſtocken Der dem Hel beliebter gruͤner lehten F Getreide Es iſt kein F wie der Nachf ich an hüten d er dem werden! haſtr, vrung aber gelegenem nach der en, daß et ließ alſo dern aber r Roggen n aus. den letzten t ihn auf 2, zu wel⸗ ton der er⸗ pbraucht 5 I fahrt ihn vel, Erde, seinander 3 den Bo⸗ kals einen a2u1 3 gute ahr, und an Schnit⸗ MSchnitte ai letztere 4, ohne St. Dies zgerne in uch wohl darnach. den Ha⸗ Sien auf Scheffel nel Ruß. . Einige der hieſigen Wirthſchaften mögen wohl in Klee ha⸗ ben, im Durchſchnitte darf man aber nicht mehr als ½ an⸗ nehmen. Der Klee war ſchon im Jahre 1740 hier bekannt, indem man aus dieſer Zeit bemerkt findet: man habe Gerſte mit Klee zum Grünabfüttern ausgeſäet; der Klee ſolle aber auch noch das folgende Jahr ſtehen bleiben, und werde dann erſt recht benutzt.— Der Klee gedeiht hier allenthalben ſehr gut. Man iſt entſchieden fuͤr den Wei⸗ zen als folgende Frucht, nur wintert der Kleeſtoppelweitzen leich⸗ ter aus, als anderer. Auch Flachs geräth vorzüglich darnach. Der Kleebau hat in der Soeſter Börde mit dem angeführten gleiche Bewandniß. Zu ſeiner Ueberdüngung braucht es hier auf den Magdeb. Morgen 5 Scheffel Salzaſche, oder 1½ Schef⸗ fel Gyps, oder 4 bis 5 Fuder Dung, oder 25 bis 30 Fuder guter Erde. Der Prediger Pilger hat das Verdienſt, zuerſt den Kleebau ins Große getrieben, ſo wie die Stallfütterung des Rindviehes eingeführt zu haben. Bei dem Gebrauche des Salzabfalles beobachtet man die Zeit, wo der Boden oder die Witterung feucht iſt, doch nicht eher, als bis der Klee ſich zu beſtocken anfaͤngt. Der weiße(wilde) Klee iſt ſeit 10 bis 12 Jahren auf dem Hellwege ſehr beliebt geworden und wird alle Tage noch beliebter, wo nicht zur Dreiſche, doch zum Unterpflügen als grüner Stoppeldung im ſelben Jahre. Er erweiſt ſich in dem letzten Falle als Herbſtweide und unmittelbar darauf bei dem Getreide, beſonders dem Hafer und der Gerſte, ſehr wohlthäͤtig. Es iſt dieß ganz gewiß eine herrliche Vorrichtung. Da vielleicht kein Futter dem weißen Klee an Güte gleichkommt, und er nicht wie der rotbe Klee ſich ſelbſt haßt: ſo ſcheint ſein Gebrauch als Nachfrucht dem Gebrauche, mit rothem Klee zu düngen, den ich an der Queich fand, vorzuziehen.— Man muß bei dem Be⸗ hüten des weißen jungen Klees im Herbſte behutſam ſeyn, weil er dem weidenden Vieh bei trockener Witterung nachtheilig werden kann. Bei dem Klee als Dreiſche findet man vortheil⸗ hafter, dieſe nur ein Jahr beſtehen zu laſſen; indem ſich im — 296— zweiten oft die lieben Quecken einfinden, welche den Boden wieder verſchlechtern. Wurzelgewächſe. Die Kartoffeln, der Menſchen we⸗ gen, ausgenommen, iſt der Anbau der übrigen Wurzelgewächſe bier unbedeutend. Da, wo das Wintergetreide den Hauptgegen⸗ ſtand der ganzen Cultur macht, werden dieſe Gewächſe ihr Glück nie machen. Futterkräuter, Hülſenfrüchte und reine Bra⸗ che bleiben beſſer daſelbſt angebracht. Durch einen allzuraſchen Uebergang zu dem Wurzelgewächsbau haben ſich manche Neu⸗ linge geſchadet, und durch ihr unbeſonnenes Beiſpiel auch Scha⸗ den unter andern angerichtet, welchen Schaden ſie nachher der Sache oder dem Syſteme, und nicht dem Mangel ihrer eigenen Ueberlegung zuſchreiben. In der Soeſter Börde zumal bekümmert man ſich nicht um das Wurzelwerk.„Ich allein, ſagt der Prediger Pilger, habe vor einigen Jahren Brachrüben gebaut, da aber der Roggen danach nicht gerieth, die Sache wieder aufgegeben. Möhren, fährt er fort, habe ich nun ſeit 3 Jahren nach einem Ver⸗ ſuche, der in der Belgiſchen Landwirthſchaft angegeben iſt, in Reihen angebaut und ausgepflügt, welches ſo gut gelungen iſt, daß ich von dieſer Methode nicht wieder abgehe.« Zu Kartoffeln wird in der Börde mit 7 vierſpännigen Fu⸗ dern gedüngt. Im Amte Werl verwendet man mit Nutzen 10 Fuder auf den Magd. Morgen. Die Kartoffeln werden durch wiederholtes Eggen vom Unkraute gereinigt; die Zeilen nachher mehrmal durchgepflügt. Auf dem Hellwege wird nach vier bis fünfmaligem Pflü⸗ gen zu den Brachrüben, kurz vor der Roggenerndte, wenig⸗ ſtens mit 6 Fuder Magdeburger Morgen, zu Stoppelrüben aber nicht gedüngt. Zu Werl werden die Brachrüben in der letzten Hälfte des Juli geſäet. Mit entſchiedenem Vortheile hat man das Durcheggen derſelben nach Art der Belgen verſucht. Zu Kartoffeln wird von manchen im Herbſt gedüngt, wenn das Land vorher gut bearbeitet und rein iſt; wo es dann im Frühjahr nur einmal tief umgepflügt wird. Durchgehends aber wird der Miſt Anfangs Mai zu den Kartoffeln ausgefahren. Sie erfor⸗ dern hier reichlichen Dung. Die Kartoffeln werden größtentheils untergey ſelben ell lang iſt, pflug an. Gute Ihr Erwaähnut gen Otte rübſen d Winter; man ſich ſäet ihn! ſeiner Rei dſtern Ar ſo außert Unt men, Flu Vgonum dem Hell Der dem weſtli auch zu L Menge, Er iſt ei Wurzeln de, daß den kann chen dene Gelenke, der pfiug fart. Sch haßten V den Boden enſchen pe zelgewachſe hdauptgegen⸗ wächſe ihr reine Bra⸗ iltzuraſchen nche Neu⸗ jauch Scha⸗ Rachher der der eigenen nicht um Ler, habe Noggen 2 Mähren, nem Ver⸗ on iſt, in Dingen iſt Figen Fu⸗ Alutzen 10 aen durch Mnachher ain Pfl⸗ dg werig⸗ jen aber „letzten Pat man aht. Zu mus Land rüͤhjahr ard der ₰ erfor⸗ Autheils — 297— untergepfluͤgt, wobei man ſie in die andere Furche und in der⸗ ſelben einen Fuß von einander legt. Wenn das Kraut ½ Fuß lang iſt, werden ſie behackt, oder mit dem bekannten Kartoffel⸗ pflug angehöht. Gute Kartoffeln geben im Durchſchnitt zwölffachen Ertrag. XIV. Handelsgewächſe. Ihr Anbau iſt hier ſo völlig unbedeutend, daß er keiner Erwähnung verdient. Nur der Sommerrübſen kömmt an eini⸗ gen Orten auf dem Hellwege in Betracht. Steht der Winter⸗ rübſen daſelbſt im Herbſt auch noch ſo gut, ſo geht er doch im Winter zu Grunde. Um aber doch Oelſamen zu haben, verlegt man ſich auf den Sommerrübſen(nicht Sommerraps). Man ſäet ihn um Johannis, und er bedarf etwa 10 Wochen bis zu ſeiner Reife. Einige der hieſigen Landwirthe wollen es dem öftern Anbauen dieſes Gewächſes zuſchreiben, daß der Hederich ſo außerordentlich die Oberhand gewinnt. XV. verſchiedenes. Unkräuter. Hederich, Quecken, Mohn, blaue Kornblu⸗ men, Flughafer, Trespe, Flachsſeide und Waſſerknöterich(Po- lygonum amphibium) ſind die Unkräͤuter, womit man auf dem Hellwege geplagt iſt. Der Waſſerknöterich(hier Wiek) iſt insbeſondere dem weſtlichen Theile des Hellwegs eigen. Ich habe ihn aber auch zu Lippſtadt gefunden, und zwar in einer ſo betraͤchtlichen Menge, daß man ihn auf ſichern Feldern hätte mähen können. Er iſt ein perennirendes, wegen ſeiner Fortpflanzung durch die Wurzeln fürchterliches Unkraut. Er wuchert ſo tief in der Er⸗ de, daß er durch ein gewöhnliches Pflügen nicht zerſtört wer⸗ den kann. Seine Wurzeln von hellrother oder Fleiſchfarbe glei⸗ chen denen des Krapps, haben aber eine Menge Knoten oder Gelenke, an denen einige Würzelchen ſitzen. Zerreißt ſie alſo der Pflug, oder durchſtößt ſie der Spaten, ſo lebt jedes Stück fort. Schleppt der Pflug oder die Egge ein Stück von der ver⸗ haßten Wurzel auf ein reines Land, ſo iſt auch der reinſte — 298— Acker von dem Uebel angeſteckt. Dieſes Unkraut koͤmmt unter jedem Getreide hervor und bildet Büſchel, die etwa 1½ Fuß hoch werden, und ſich zwar nicht um das Getreide ſchmiegen, aber wegen Stärke der Stengel und Größe der Blätter(gleich denen der Weide) viel Raum einnehmen. Wo er überhand ge⸗ nommen hat, thut er der Gerſte namenloſen Schaden. Den Mergel ſcheint er zu ſcheuen. Im Anfange iſt er durch vor⸗ ſichtiges Ausgraben zu tilgen, nachher nur durch fleiſſige und tiefe Brache, wo aber alle Wurzeln hinter dem Pfluge aufge⸗ leſen werden müſſen. Auch durch Kleebau ſoll er in etwas ge⸗ bändiget werden können. Ich fand ihn auf dem Hellwege auf mildem lehmigem, und zu Lippſtadt auf ſehr ſandigem Boden. Dieſer Knöterich iſt alſo in mehr als einer Rückſicht ein Am⸗ phibium. Man findet die Flachsſeide(hier Bärenhaar) in der Börde unter dem Klee. Auf dem Hellwege ſoll ſie die Winter⸗ früchte noch ſpät überranken, wenn anders hier nicht eine wilde Wickenart oder eine Winde(Convolvulus) darunter verſtanden wird. Die Trespe(wenn es erlaubt iſt, ſie unter den Unkräu⸗ tern aufzuzählen) iſt auf allen naſſen Aeckern heimiſch und ge⸗ nießt in der Soeſter Börde das Bürgerrecht. Sie wächst be⸗ kanntlich nur im Wintergetreide. Ueber ihre Entſtehung iſt man hier mit den Behauptungen nicht im Reinen. Man kennt kein ſicheres Mittel, ſie zu vertilgen; denn auf feuchtem Boden und nach naſſen Wintern ſchützt ſelbſt das reinſte Saat⸗ korn nicht dagegen. Da ſie indeſſen nicht ganz unnütze, ſon⸗ dern ſehr gut als Viehfutter vernutzt werden kann, und dabei ſehr ergiebig iſt, ſo haben viele mit feuchtem Boden geplagte Wirthe ſie nicht ganz mit Unrecht als Mengkorn aufgenommen und ſäen ſie abſichtlich mit dem Roggen aus, um eine deſto reichlichere Ernte zu erhalten. Welche bedeutende Rolle ſie in Mißjahren in der Niederbörde ſpiele, bezeugt der Hr. Pilger, da er mir ſchreibt, mein heuriger Roggen(1816) beſteht aus mehr als funf Theilen Trespe. Der fatale Hederich iſt hier in allen Laͤndern anzutreffen. Je beſſer der Boden gedüngt iſt, deſto ärger wuchert er und erſtickt di lange Ja Hülſe, t ſache ſeyn cher 15 demnäͤchſt Hederich October z⸗ rüͤben blu oder gar die alsde Ich durch fol ſehr vern a.. nach dem Juli, a häufig a b. Frucht 3 Das Un dieſes vo e dann no Gand am und verw Sind Stoypel ungepfli Hunger rein anf Det gend von ſo wie in kannte m dußerorde die häͤuff mint nate à d gij ſchmiegen, atter(gleic berhand ge aden. Den durch vor⸗ leiſſige und luge auſge⸗ —i etwas ge⸗ ellwege auf em Boden. Pt ein Am⸗ ür) in der ie Winter⸗ jeine wilde verſtanden n Unkräͤu⸗ ah und ge⸗ „vachst be »ntſtehung „en. Man n feuchtem aie Caat⸗ anhe, ſon⸗ ud dabei 3 geplagte enommen weine deſto lle ſie in Sr. Pilger, (ſſteht aus zutteffen. Att er und erſtickt die Frucht unter und um ſich her. Der Same bleibt lange Jahre unzerſtört im Boden liegen. Theils mag die feſte Hülſe, theils das große ſehr ölige Samenkorn davon die Ur⸗ ſache ſeyn. Ich kenne Sandboden, ſagt der brave Gockel, wel⸗ cher 15 Jabre nacheinander Roggen getragen, und der, als demnächſt reiner Hafer darauf gebracht wurde, gleichſam mit Hederich überzogen war. Er kommt nur vom Mai bis zum October zum Vorſchein. Derjenige, welcher unter den Stoppel⸗ rüben blüht, ſchadet dieſen zwar ſehr, allein er bringt wenig oder gar keinen Samen, weil die Herbſtfröſte die Blüthe und die alsdann meiſtens noch nicht reifen Samenſchoten zerſtören. Ich habe(fährt Gockel fort) die Erfahrung, daß man ihn durch folgende Mittel, zwar nicht ausrotten, doch wenigſtens ſehr vermindern und vernichten kann. a. Durch die Sommerbrache, indem man dieſe jedesmal nach dem Pflügen eggt, und dann, beſonders im Juni und Juli, allemal drei Wochen ruhen läßt, wo der Hederich dann häufig ausſchlägt und durch das ſolgende Pflügen vertilgt wird. b. Iſt in dem Hafer viel Hederich, ſo egge man dieſe Frucht 3 bis 4 Wochen nach der Ausſaat bei trockenem Wetter. Das Unkraut reißt ſich häufig los und vergeht; dem Hafer iſt dieſes vortheilhaft. c. Man pflüge das Land zu Roggen früh zur Saat. Die dann noch warme Witterung lockt den Hederich hervor, wie Sand am Meer, er wird durch das Eggen beim Saͤen zerſtört und verwintert ohnehin. Sind in der Nähe viele Taubenfluchten, ſo laſſe man die Stoppel der Sommerfrüchte, worin viel Hederich geweſen, lange ungepflügt liegen, wo möglich bis zum Monat März. Vom Hunger getrieben, leſen die Tauben den Samen im Winter rein auf. Der Flughafer war in frühern Jahren nur nach der Ge⸗ gend von Hamm und Seeſt hin einheimiſch und iſt es daſelbſt, ſo wie im Amte Werl noch immer. Auf dem übrigen Hellwege kannte man ihn wenig. Seit 3 Jahren hat er ſich aber hier außerordentlich und allgemein angeſiedelt. Wahrſcheinlich haben die haͤufigen Kriegsvorſpanne und Fouragerequiſitionen aus — 5oo— jenen Gegenden ihn mit dem Futter in die Ställe auf dem Hellwege gebracht, woher er demnaͤchſt aufs Feld gekommen iſt. Bekanntlich weht der Wind den Samen von einem Stück zum andern. Der Flughafer wächſt blos unter Sommerfrüch⸗ ten aller Art und kann nur durch Ausjäten oder kurzes Ab⸗ ſchneiden vertilgt werden. Solches muß aber früh genug ge⸗ ſchehen, indem der Samen ſchon wegfliegt, wenn ſein dicker Halm, ſein Stamm und ſeine Blätter noch grün ſind. Ein ſehr ſchadhaftes Unkraut auf den Weiden iſt die Hauhechel, hier Haartrakel genannt. Der Büſchel treibt 1 Fuß hoch, hat ſtacheliche feſte Stiele, rothe Blüthen, welche im Juli erſchei⸗ nen. Die Wurzel dringt bis zu 2 Fuß tief in die Erde. Sie iſt perennirend, daher ſie im Frühjahre immer von neuem aus⸗ ſchlägt. Manche Weiden ſind mit dieſem Unkraut ganz über⸗ zogen. Man kennt kein Vertilgungsmittel als das Pflügen; aber bald führen die großen Fluthen wieder neuen Samen her⸗ bei. Das Abſchneiden zur Zeit der Blüthe hilft aber nur für ein Jahr. Oeftere Ueberſchwemmung verträgt indeß dieſes Un⸗ kraut nicht, daher es auch nur auf trockenem Weideboden vor⸗ züglich wuchert, und dem Graswuchs äußerſt hinderlich iſt. Krankheiten des Getreides. Der Honigthau, ſagt Gockel, iſt eine bei uns leider ſehr bekannte Erſcheinung, wel⸗ cher Winter- und Sommerfrüchte unterworfen ſind. Er fällt am gewöhnlichſten auf niedrig liegenden kältern Gründen; auf trockenem Bodem aber nur dann, wenn derſelbe ſüd⸗ und weſt⸗ wärts von Holzungen oder hohen Hecken begrenzt wird. Je beſſer die Frucht iſt, je mehr iſt ſie dieſem Uebel unterworfen. Ich habe bemerkt, daß der Honigthau meiſtens ſchon zum Vor⸗ ſchein kömmt, wenn der Halm oder die Ranke nach der Bluthe noch in vollem Safttriebe iſt, obgleich der gelbe Staub nachher bei anfangender Reife erſt in die Augen fällt. Gute Landwirthe. Darunter hätte ich hier viele Per⸗ ſonen aufzuzählen. Namentlich muß ich jedoch des Schulzen Boeing bei Camen,— des Predigers Pilger zu Weslaren, eines eifrigen Veteranen in der Landwirtſchaft, der ſchon man⸗ che geglückte und mißglückte Verſuche gemacht hat,— des Land⸗ und Gaſtwirths Gockel auf dem Brunnen zu Lühnen, dem ge⸗ genwaͤrti Beiträge, Dekonom Lilien ſict als von Pa dieſes letl ausdauern Fellenberg Volomr —2 à auf Rm gekommen cdinem Etück ommerfruͤch⸗ kurzes Ab⸗ jgenug ge⸗ iſein dicker iſind. Ein auhechel, hoch, hat uli erſchei⸗ IErde. Sie meuem aus⸗ danz über⸗ Pflügen; amen her⸗ er nur für dieſes Un⸗ hoden vor⸗ Ich iſt. Z'au, ſagt eung, wel⸗ 4 Er faͤll aden; auf gund weſt⸗ zird. Je neworfen. rum Vor⸗ er Blüthe vachher eiele Ner⸗ Schulzen z'eslaren, n man⸗ es Land⸗ 15 dem ge⸗ — 301— genwärtige Abhandlung viel und zwar ſehr viel verdankt;— die Beiträge, die er geliefert hat, würden auch dem gebildetſten Oekonomen Ehre machen;— des Freiherrn Clemens von Lilien bei Werl, der ſeine Wirthſchaft mit eben ſo viel Um⸗ ſicht als Eifer betreibt, und endlich des Freiherrn Theodor von Papen, ebenfalls bei Werl, gedenken. Die Wirthſchaft dieſes letztern iſt zwar noch im Entſtehen, wird aber mit viel ausdauerndem Eifer betrieben. Man hat bei ihm einige der Fellenbergiſchen Ackerwerkzeuge eingeführt und ſolche in ihrer Vollkommenheit angefertiget. Achter Abſchnitt. Bäuerliche Verhältniſſe und Zuſtand der Land⸗ wirthſchaft in dem Fürſtenthume Paderborn. I. Vertheilung des ländlichen Grundeigenthums. Wenn auf dem rechten d. i. dem nördlichen Ufer der Lippe die Landwirthe in abgeſonderten Höfen wohnen, und jeder aus einem beſondern Centralpunkte ſeine mit wenigen Ausnahmen zuſammenliegenden Felder bewirthſchaftet: ſo finden wir ſie auf dem linken Ufer jenes kleinen Fluſſes beinahe nur in Dörfern zuſammengedrängt, zerſtreute, unter einander liegende, oft ſehr entfernte Grundſtücke kultivirend. Im Verhaͤltniß zu dieſer oft ungeheuren Ausdehnung bleibt dann die wirkende Kraft ſchwach, und wird in dem Grade ſchwaͤcher, als ſie ſich von ihrem Centralpunkte entfernen muß. Selten iſt unter ſolchen Umſtänden an Stallfütterung zu denken, theils weil man die naheliegenden Aecker zu anderen Dingen, als Futterkräutern, nöthig hat, oder ſie durch etwas Anderes höher im Gelde be⸗ nutzen kann, theils weil es zu läſtig fallen würde, das Futter von ſehr entfernten Grundſtücken beizuſchleppen. Das Vieh wird alſo meilenweit umhergetrieben und verträaͤgt ſeinen Dung und ſeine türlich, die ſehr nachtheil⸗ Bearbeit nicht naͤh umgewüh! hält Vieh auf dem aus Abg Sommer Die vorn, ſie Veſtfalen Ausdehnn wenden, niſſe zu Paderbo lichen D geſagt, Landſtäd. nähren, ſitzen. Das hört entn und Büre Die ſen und verpacht Corpore ſehr be giebt ſo Ein und beff bis 1500 ſt von 4 die àr Landͤ⸗ Eborn. Shums. 1 der Lippe r jeder aus usnahmen rwir ſie auf Dörfern i, oſt ſehr a zu dieſer Adde Kraſt e ſich von ger ſolchen man die a rkräutern, w'elde be⸗ 3 Futter 38 Vieh ſen Dung — 303— und ſeinen Vortheil. Aus dem Mangel an Dung fließt na⸗ türlich, daß die entfernten Grundſtücke deſſen nur wenig, und die ſehr entfernten gar keinen erhalten. Wirkt die Entlegenheit nachtheilig auf die Dungmittel, ſo wirkt ſie eben ſo auf die Bearbeitung. Man hält nicht Geſpann genug, weil man es nicht nähren kann, und iſt froh, wenn der Acker nur ein Mal umgewühlt und der Same in die Erde eingeſcharrt iſt. Man hält Vieh und hat keinen Nutzen davon, weil es die Milch auf dem meilenlangen Spaziergange zuſetzt, und im Winter aus Abgang an Futter das wenige Fleiſch verliert, was es im Sommer auf der Weide angeſetzt hatte. Dieſes iſt die Tagesgeſchichte in dem Fürſtenthume Pader⸗ vorn, ſie iſt es noch mehr in dem daranſtoßenden Herzogthume Weſtfalen. Nicht aber will ich die Nachtheile einer großen Ausdehnung auf concrete Güter oder große Wirthſchaften an⸗ wenden, wenn ihre wirkende Kraft in einem gerechten Verhält⸗ niſſe zu ihrem Wirkungskreiſe ſteht, welches letztere jedoch im Paderbornſchen, beſonders bei den Pächtern der ſchönen könig⸗ lichen Domainen nicht immer der Fall iſt; ſondern wie ſchon geſagt, auf die Einſaſſen der meiſten Dörfer, zumal der kleinen Landſtädte, die ſich blos oder hauptſächlich von dem Ackerbau nähren, viel Land, große Gemeinweiden und wenig Kraft be⸗ ſitzen. Das Grundeigenthum in dem Fürſtenthume Paderborn ge⸗ hört entweder dem Könige, oder dem Adel, oder den Bauern und Bürgern. Die landesherrlichen Beſitzungen beſtehen theils aus gro⸗ ßen und kleinen Höfen, oder ſind einzeln an die Einwohner verpachtet. Die erſten, welche durch Erlöſchung der geiſtlichen Corporationen dem Landesherrn heimgefallen, ſind zum Theil ſehr beträchtlich von 400 bis 900 Calenberger Morgen. Es giebt ſolcher Güter, die an 3000 Morgen enthalten. Ein großer Theil des Grundeigenthums gehört dem Adel und befindet ſich ebenfalls in große und kleine Güter von 300 bis 1500 Morgen vertheilt. Ihre gewöhnlichſte Größe jedoch iſt von 450 bis 500 Calenberger Morgen. Die Bauerngüter theilen ſich in Vollmaier, Halbmaier, — 304— Viertelmaier, Kötter und Halbkötter. Indeſſen giebt eine ſol⸗ che Benennung keinesweges den Umfang der Größe der Beſi⸗ tzungen an. In der Waarburger Börde rechnet man gewöhnlich zu einem Maiergute 70— 75 Morgen, zu einem Halbmaier 40— 45 ⸗ zu einem Kötter 30— 35 ⸗ zu einem Halbkötter 10— 20 ⸗ Heuerlinge und Taglöͤhner haben wohl nur einen oder ein Paar Morgen. Es giebt aber auch Bauerngüter, die 100, 200, 300 Morgen enthalten. In den Städten hat man keine beſondere Benennungen, wodurch die Größe der Beſitzungen für irgend eine Klaſſe der Einwohner ausgedrückt wird. Es ſchwanken ſolche zwiſchen 20 und 60 Calenberger Morgen(der um 3 ⅜ Quadratruthen größer wie der Magdeburger iſt). Die Ländereien der Bauern⸗ und Bürgerhöfe liegen zerſtreut in der Feldflur untereinander; nur die wenigen einzelnen Höfe, die man im Paderbornſchen findet, haben ihre Grundſtücke in Breiten beiſammen liegen. Dieſe Gehöfe gehören dann auch blos dem Adel oder der Landesherrſchaft an. Ungeachtet deſſen liegt nur wenig davon in geſchloſſenen oder befriedigten Käm⸗ pen. Die Feldmarken der Städte und Dörfer ſind durchgehends von einem bedeutenden Umfange und haben manchmal einen Durchmeſſer von 1 bis 1½ Stunden. Man will beobachten, daß in den Dörfern, welche den Edelleuten angehören, mehr Armuth herrſche, als in den lan⸗ desherrlichen. II. RKechtliche Betitz-Verhältnille der Grund-Inhaber. Die bäͤuerlichen Beſitzungen ſind theils maierſtättiſch, theils eigenbehörig, theils Zinsgüter, theils ganz frei. Der erſten giebt es die meiſten, und der letztern die wenigſten. Zu dieſen gehören gewöhnlich die Hauseigenthümer, die nur ein Paar Morgen Grund beſitzen. Sie haben völlig freie Dispoſition über das Ihrige. Auch bei den Köttern wird es im Paderborn⸗ ſchen mit der geſetzlichen Untheilbarkeit ſo genau nicht genommen. Häͤufig vente vertheilt t Noch s Beiſiern 2 nen und k. Laute an d die doppen iſ beſonde welche ſiei Garzis gaben fir deren Beit ſind. Mi Beſitunget Gehr Maierſtätt? lage von be thume Pan dermaligenn gegend, n mnabhängig Mrlleihunge Schwer heit rühre; ſpater verlin ten Bewohns in welche ſian ſtige vabee daßindieſer Der 5 lichen Abg nach der( wößnlichſte fer vom N der Bauer entrichten h dut nicht 9 Säwerz, da Ot eine ſol⸗ de der Beſt gewöhnlich —5 Morgen, — 3 0. ein Paar 0 200, 300 Nennungen, „Klaſſe der echen 20 und aun größer 2n zerſtreut annen Hyfe, aiͤſtuͤcke in wyann auch =tet deſſen S ten Käm⸗ I chgehends nal einen lche den riͤden lan⸗ Snhaber. ith, theils er erſten zu dieſen an Paar D yoſition L derborn⸗ 2 ommen. — 305— Haͤufig verfuͤgt daruͤber der Beſitzer. Er verkauft, verpfaͤndet und vertheilt unter ſeinen Kindern, ohne Jemand darum zu fragen. Noch weniger Umſtaͤnde erfordert es bei den Einliegern, Beiſitzern, das iſt ſolchen Leuten, die blos zur Miethe woh⸗ nen und gar kein Grundeigenthum haben. Es giert dieſer Leute an einigen Orten nur gar zu viele, ſo daß ſie mehr als die doppelte Zahl der Grundeigenthümer ausmachen. Dieſes iſt beſonders da der Fall, wo viele Gemeingrüͤnde ſind, auf welche ſie ihre Herrnbauern anweiſen, deren wahre servi ſie ſind. Ganz freies bäuerliches Eigenthum ohne gutsherrliche Ab⸗ gaben findet man wenig, und beinahe nur in den Staͤdten, deren Bewohner in der Regel ziemlich große Grundeigenthümer ſind. Mitunter aber giebt es daſelbſt auch ſolche, die von ihren Beſitzungen eine Steuer zu entrichten haben. Sehr nahe mit der Weſtfäliſchen Eigenbehoͤrigkeit iſt die Verleihungen großer Grundeigenthümer ſind. Schwer würde zu beſtimmen ſeyn, woher dieſe Verſchieden⸗ heit rüͤhre;— ob hier ein Reichswald war, deſſen Grundeigenthum ſpäter verliehen wurde;— ob die Franken zu Karls Zeiten die al— ten Bewohner verdrängt und die Gegend zu einer Wüſte gemacht, in welche ſich einige wenige nach der Hand theilten; oder welcher ſon⸗ ſtige unbekannte Umſtand die Urſache davon iſt. Merkwürdig iſt, daß in dieſer Provinz kein eigentlicher Bauer der Regel nach Holz hat. Der Bauer hat überall ein wahres Erbrecht; die gutsherr⸗ lichen Abgaben ſind nicht drückend und an den meiſten Orten nach der Güte des Bodens verhältnißmäſſig vertheilt. Die ge⸗ wöhnlichſte Abgabe iſt ½ Scheffel Roggen und ½ Scheffel Ha⸗ fer vom Morgen. Schlagen wir aber die Dienſte dazu, welche der Bauer zu leiſten, und den Naturalzehnten, den er zu entrichten hat, dann den Umſtand, daß die entfernten zur Cul⸗ tur nicht gelegenen Ländereien faſt gleiche Steuer geben, ſo Schwerz, Landwirthſch. 20 2 — 0— wird die Tageslaſt ſür ihn doch ſchwer, zumal da, wo er ſein Holz für baares Geld kaufen muß. Der weſentliche Unterſchied, der zwiſchen den Territorial⸗ Verordnungen in dieſem Theile Weſtfalens obwaltete, war, daß nach der Münſterſchen der Gutsherr verbunden war, das ihm zufallende oder von ihm acquirirte Colonat ſogleich wieder mit einem neuen Colonen zu beſetzen, ſtatt daß die Paderbornſche dem Guteherrn geſtattete, die acquirirte Maierei mit ſeinen eigenen Beſitzungen zu vereinigen; woraus die nothwendige Folge entſtand, daß die Edelgüter ſich hier immer vergrößerten und vor und nach alle übrige Beſitzungen, die der Städter allenfalls ausgenommen, verſchlingen mußten. Das Maierweſen hatte alſo keine öffentliche Garantie mehr; die Maierſtäͤtten wurden nicht wie im Münſterſchen als Staatspfründen betrachtet; die Fortdauer der Verfaſſung mußte daher nach einigen Jahrhun⸗ derten gänzlich aufhören, der Adel ausſchließlicher Eigenthümer alles Grund und Bodens, und alle übrigen Bewohner bloße Heuerlinge und Taglöhner werden.— In wie weit ſolches mit der wahren Staatsklugheit vereinbar iſt, laſſe ich dahingeſtellt ſeyn. War die Maierordnung von einer Seite die Schützerin, daß das Erbe von einem ſchlechten Familienvater nicht konnte verſplittert und allmählig durchgetrieben werden; ſo war ſie von der anderen Seite die Zerſtörerin des bäuerlichen Credits. Und was iſt ein Gewerbe ohne Credit? was iſt es ohne ihn in Zeiten der Noth und der Unglücksfälle? wie werden Melio⸗ rationen von einiger Bedeutung möglich? Die Schwierigkeiten, welche der Bauer zu beſeitigen hat, ehe und bevor ein redlicher Bürger ſich bei dem Darlehn nicht gefährdet glaubt, ſchrecken ihn ab, dieſen Weg einzuſchlagen. Er wendet ſich daher lieber an wohlhabende Juden; denn dieſe ſehen nicht ſo ſehr auf die rechtlichen Erforderniſſe, ſobald ſie ſich nur einigermaßen gedeckt glauben. Dagegen ſetzen ſie ihren Clienten um ſo härtere Be⸗ dingungen, laſſen außer den Zinſen ſich noch beſondere Douceurs von Weitzen, Roggen, Gerſte, Oelſamen, auch wohl eine Kuh, ein Kalb unter blos mündlichem Vorbehalt verabreichen, und halten durch die ſechsmonatliche Kündigung den Schuldner ſo — in der Sd Jaht ein i will, daß dem Landi ſich auch ſ noch Gelegt Kauf d Padervorrte uͤbrigen bid kehr. Ouh fikations⸗ liſt, und! macht. Ba freie Verl zuſteht, bei Concursun nicht großi Naturalbenn Handel, ſiut ten beinahen gen Land, verkaufen kan Dieſes in fruhern offentliche gen die Gii bald ſie fi einzelnen; denn auch hoch, das nehmung al denn nur ei⸗ gehends ne 8 ur er ſein 1 Territvtial⸗ we, war, daß dr, das ihm * wieder wit aderbornſche * mit ſeinen Inndige Folge ſerten und mter allenfalls weſen hatte A ten wurden achtet; die in Jahrhun⸗ aigenthümer „ôhner bloße ſolches mit „ dahingeſtell 8 Schützerin, Snicht konnte g ſo war fie r hen Eredits. s ohne ihn n den Melio⸗ dierigkeiten, gin redlicher ht, ſchrecken daher lieber ſehr auf die aßen gedeck lärtee Be⸗ re Douceuts eine Kuh, ichen, und chuldner ſo — 307— in der Scheere, daß er die extraordinairen Douceurs Jahr aus Jahr ein zollen muß, wenn er ſich der Gefahr nicht ausſetzen will, daß die bedrohte Kündigung vollführt werde. Doch wehe dem Landweſen, wo es in den Dörfern noch Juden giebt, oder ſich auch ſonſt nur Juden einzuſchleichen wiſſen. Ich werde noch Gelegenheit haben, in der Folge darauf zurückzukommen. III. verkehr mit den Grundttücken. Kauf und Verkauf ganz freier Güͤter kamen vormils im Paderbornſchen nur ſelten vor. Der Lehensnexus, womit die übrigen beſtrickt waren, hinderte oder erſchwerte dabei den Ver⸗ kehr. Durch die Erſcheinung des Königl. Weſtfäliſchen Allodi⸗ fikations⸗Dekrets von 1809 und 1811 wurden dieſe Bande ge⸗ löſt, und es wurde an mehreren Orten Gebrauch davon ge⸗ macht. Bei den laſtbaren und maierſtättiſchen Gütern wird der freie Verkehr durch das Näherrecht, welches dem Gutsherrn zuſteht, beſchränkt. Deſto öfter aber kommen ſolche Güter per concursum zum Verkauf, die Concurrenz der Käufer iſt dabei nicht groß. Es fehlt den Bauern am Gelde, und die ſchwere Naturalbelaſtung ſolcher Güter, ſo wie der bisher beſchränkte Handel, ſind nicht anziehend. Sie ſind daher an einigen Or⸗ ten beinahe um die Häͤlfte im Preiſe gefallen. Für einen Mor⸗ gen Land, den man noch vor zehn Jahren zu 40 bis 50 Rthl. verkaufen konnte, werden jetzt kaum 20 geboten. Dieſes Sinken der Güter veranlaßt denn auch, daß die in frühern Zeiten darauf contrahirten Schulden zum Theil durch öffentliche Verkäuſe nicht aufgetrieben werden können, weswe⸗ gen die Gläubiger mitunter die Adminiſtration vorziehen, ſo⸗ bald ſie finden, daß durch eine vortheilhafte Verpachtung im einzelnen die Zinſen einigermaßen gedeckt werden. Es trifft denn auch gewöhnlich zu, daß ſolche einzelne Parzellen ſehr hoch, das iſt der Morgen zu 2, 3, ja 3½ Rihl. mit Ueber⸗ nehmung aller Laſten verpachtet werden. Der kleinere Bauer, denn nur ein ſolcher kann ſolche Parzellen pachten, hat durch⸗ gehends mehr Geſpann, als die Ausdehnung ſeines Areals — 308— fordert. Er kann eben ſo gut einige Morgen mehr damit be⸗ ſtellen. Das Plus der Geſpannarbeit koſtet ihn alſo nichts, und die Vermehrung der Arbeit, die er meiſt ſelbſt vollbringt, kommt nicht in Anſchlag. Er kann alſo leicht das Maximum geben. Anf ſolche Weiſe werden nicht nur die Zinſen gedeckt, ſelbſt jährlich etwas von den Rüekſtänden abgetragen; ſondern es können dem verſchuldeten Eigenthümer auch wohl noch ein Paar Morgen Land zu ſeinem Unterhalte gelaſſen werden, und ſo bleibt wenigſtens den Kindern noch die Hoffnung, zu dem Erbe ihrer Vaͤter zurückgelangen zu können. Man ſollte wunſchen, daß eine ſolche ſanfte Verfahrungs⸗ art, die doch wohl bisher für edle Familien gewiſſermaßen ſtatt gefunden hat, auch für die bäuerlichen, wo nicht des Namens, wohl aber des öffentlichen Nutzens wegen allgemein eingeführt wäre. Manche Waiſen würden dadurch dem Bettelſtabe ent⸗ zogen und dem Staate in ihnen gute Bürger erhalten werden. Einem Kinde, deſſen elterliches Haus und Habe ihm über dem Kopfe zuſammenbrennt, liegt wenig mehr an ſeiner Heimath, ſtatt daß einem blos ausgewieſenen Kinde, dem die Hoffnung bleibt, wieder eintreten zu können, ſehr viel daran liegt. In der Gegend von Nieheim und Höxter, wo zum Theil ſehr guter Boden iſt, ſchwankt der Verkaufspreis einzelner Grundſtücke zwiſchen 5, 50 und 100 Rthl. pr. Morgen. Der der Wieſen, Weiden und des guten Gartenlandes zwiſchen 100 und 150, auch zwiſchen 30 und 60. Holzgrund, wenn er gu⸗ ten jungen Ausſchlag hat und zu Buchen und Eichen geeignet iſt, wird nach dem Abtriebe mit 12 Rthl., ſchlechter mit 10, ja mit 5 Rthl. bezahlt. In dem Sandfelde ſchätzt man den Morgen erſter Claſſe zu 20, den der zweiten zu 10, den der dritten zu 5 auch 3 Rthl. Die adelichen und klöſterlichen Guͤter, die nicht für Rech⸗ nung der Eigenthümer adminiſtrirt werden,— ein Fall, der nicht häufig eintritt,— werden meiſtens in Zeitpacht ausgethan. Die Pachtfriſt iſt von 6, 10 bis 12 Jahren. Ueber den Pacht⸗ preis läßt ſich nichts angeben. Gewöhnlich muß der Betrag davon halbjährlich erlegt werden. Unbemittelte Verpächter laſ⸗ ſen ſich wohl auch die Pachtgelder pränumerando halbjährlich zahlen. L Februar, Iſt der A Inventarit und Dungt er dem ab die Gaile: und nach! feld aber d der Anzug. merfeldes! dem Gam abziehendei gilt von g. feſtgiſetzt i wohnlich de geln, Gai ſind, zum Die Verpachtu⸗ gebots an ganz unber weder auf ſondern blet nige, der von dem rationen ſchreitende Er ſucht, hei dem liſten läß ſcher abſch ſteigerer b das Gnt u n dumit he kalo niht volbingt 3 Marimun 3 ſen gedelk, wen; ſondern eil noch ein rerden, und 713, zu dem Lerfahrungs⸗ K maßen ſat aes Namene, n eingeführt Lelſtabe ent⸗ hen werden. a uͤber dem Ser Heimat, ce Hofnung w liegt. zum Theil s einzelnet — krgen. Der ¹ wiſchen 100 ennI er gl⸗ aion geeignet thee mit 10, 38 wan den 1o, den der ar jt füt Rech⸗ n Fal, der — ausgethan. — den Pach: g aͤchter laſe 21 halbjäͤhtlih — 309— zahlen. Die gewoͤhnlichſte An⸗ und Abzugszeit iſt der 22ſte Februar, der iſte Mai, der 24ſte Juni und der 25ſte Juli. Iſt der Anzug zu Ende Februars, ſo wird dem Antreter das Inventarium des Viehbeſtandes, der Ackerwerkzeuge, des Futter⸗ und Dungvorraths, nach Abſchätzung überliefert, deſſen Werth er dem abziehenden Pächter baar entrichten muß. Dann wird die Gaile und Ackerbeſtellung des Sommerfeldes aufgenommen und nach Landesgebrauch in Anſchlag gebracht. Das Winter feld aber wird erſt um Jakobi taxirt. Hat der Ab⸗ alſo auch der Anzug Anfangs Mai ſtatt, wo ſchon ein Theil des Som⸗ merfeldes beſtellt iſt, ſo werden dieſe Beſtellungskoſten ſammt dem Samen zu dem Inventarium geſchlagen, alſo auch dem abziehenden Pächter durch den anziehenden bezahlt. Das Gleiche gilt von gemachten Meliorationen, wenn Solches im Contrakte feſtgeſetzt worden. Bei dem Vergütungsanſchlage legt man ge⸗ wöhnlich die Lippeſchen Kammerprinzipien, wo Erdefahren, Mer⸗ geln, Gaile, Geſpannarbeit, Ausſaat u. ſ. w. genau beſtimmt ſind, zum Grunde. Die vormalige franzöſiſch⸗weſtfaͤliſche Regierung hat bei Verpachtung ihrer Domainen das unglückliche Prinzip des Meiſt⸗ gebots angenommen. Unter allen Verfahrungsarten iſt dieſe ganz unbedingt dem Ackerbaue die nachtheiligſte, in dem dabei weder auf größere Intelligenz und Induſtrie, noch Redlichkeit, ſondern blos auf das Gebot Rückſicht genommen wird. Derje⸗ nige, der das Meiſtgebot thut, ſieht ſich dann auch gezwungen, von dem Boden mit Gewalt das meiſte zu erpreſſen. Melio⸗ rationen ſind ihm fremd, ein, auf die Dauer berechneter, fort⸗ ſchreitender, verbeſſernder Gang ſchlägt nicht in ſeinen Kram. Er ſucht vielmehr das Gut in einen Zuſtand zu verſetzen, der bei dem Verlaufe der Pachtfriſt keinem ordentlichen Wirthe ge⸗ lüſten läßt, ſein Nachfolger zu werden, der ſelbſt einen Pfu⸗ ſcher abſchreckt, ein mehreres als er zu bieten. Der erſte An⸗ ſteigerer bleibt alſo auch bei dem neuen Ausgebote im Beſitze, das Gut verliert alle Jahre an Kraft und gewinnt an Unkraut; ——ͤ— — 310— die Erndten werden ſchlecht und immer ſchlechter; der Pächter geräth in Schulden, wenn er nicht ſchon, wie ſolches gewöhn⸗ lich der Fall iſt, früher darin ſteckt; er ſchwankt unter dieſer Laſt noch einige Jahre fort, ſinkt dann zuſammen, oder thut, als wenn er zuſammenſinke, erhält Nachlaß, oder geht gar pachtfrei aus; bis es endlich zum erklärten Banquerott kommt. Der Staat kann ſich nun an die Caution vergreifen, und wollte Gott, daß er eine ſolide fände! So geſchieht denn am Ende, daß der Meiſtbietende der Wenigſtgebende wird, und der Verpächter um ſeine Rechnung kommt, die er bei einem et⸗ was weniger bietenden, aber ehrlichen, vermögenden und intelli⸗ genten Pächter würde gefunden haben.— Es iſt alſo nur mit Schmerz, wenn der Freund der Landwirthſchaft und des öffent⸗ lichen Wohls ſieht, daß dieſe Verpachtungsart franzöſtſchen Ur⸗ ſprungs noch immer in den Weſtfäliſchen und Rheiniſchen Staa⸗ ten beibehalten, und nicht diejenige daſelbſt eingeführt wird, welche in den übrigen Königl. Staaten ſtatt hat, die nämlich, einen billigen Pachtanſchlag zu Grunde zu legen und dabei den tüchtigen Landwirth einem Pfuſcher vorzuziehen. Man glaube nicht, daß dieſes ſo aufs Gerathewohl aufge⸗ griffen ſey. Ich habe drei merkwürdige Beiſpiele der Art im Großen vor Augen gehabt. Was läßt ſich z. B. von einem Manne verſprechen, der ſein ganzes Betriebs⸗Capital bei den Juden zu Warburg aufnimmt, und weder Kuh noch Kalb, noch einen Scheffel Getreide verkaufen darf, wenn er nicht die Hebräͤer vorher um Erlaubniß fragt, und ihnen das Vorkaufsrecht zu⸗ geſteht? Wie kann eine ſolche Wirthſchaft beſtehen, und wie das Aergrium dabei auf die Dauer ſeine Rechnung finden?— Wenn ich im Frühjahre 1816 alle Morgen 4 Mann beſchäftigt fand, die Kühe in den Ställen mit dem Schweife in die Höhe zu ziehen, weil die ausgezehrten Gerippe ſich nicht allein zu erheben vermochten; wenn ganze Schafheerden vor Hunger umzu⸗ kommen drohten, und zu Hunderten hinſtarben; wenn die Felder ſo ſehr mit Unkraut überzogen waren, daß ſie den Nachbarn zum Spott und Abſcheu dienten; wenn ein Pächter von 8 bis 990 Morgen keine 39 Rthl. baares Geld in ſeiner Kaſſe hatte;— wie könntiſh künfte ſole Es gi Rhein geit nicht alleiſt daß man mittelmäßis geſchieht d keine And geſinnten lich inne einem Ant das Gint h gegenwärt dach dem oder wolle ſo ſcheint bperation funden he Bei h wendbar durch zu wird verm. durch verne ſo weniger nung wege goracht k nicht zun ſich zu G. Spottprei ſolcher kle dem Ueben bei jeder im nicht gehabt hat Beiſpiele a ¹'er Pächter 1es gewöhn⸗ Auter dieſer oder thut, c geht gar BWanquerott Sivergreifen, D hieht denn an wird, und i einem et⸗ * und intelli⸗ iſo nur mit * des öffent⸗ u ſiſchen Ur⸗ rrihen Staa⸗ Lnhrt wird, ee naͤmüch, r nnd dabei Johl aufge⸗ eer Art im Spon einem Aau bei den alb, noch e Hebraͤer azsrecht zu⸗ 7a, und wie rinden!= bejhäſigt 1 die Höhe a allein z er unzu⸗ de gelder ³ Nachbarn ₰ s bis 990 7 hatte; — 311— wie koͤnnte ich da einer Verpachtungsart, welche die Staatsein⸗ künfte ſolchen Unglücksfällen Preis giebt, meinen Beifall geben.? Es geſchieht ſogar an einigen Orten, wie ich deren am Rhein geſehen habe, wo man durch die Pachtverſteigerungen nicht allein nicht das Maximum an Gebote erhäͤlt, ſondern daß man lange nicht an den Preis reicht, den man nach einem mittelmäßigen Pachtanſchlage erhalten haben würde. Solches geſchieht da, wo wenig Concurrenz für große Güter iſt, ſich keine Ausländer bei der Verſteigerung einfinden, und die Gut⸗ geſinnten unter den Einländern den Pächter, der das Gut wirk⸗ lich inne hat, nicht abbieten wollen. Bei der Verpachtung nach einem Anſchlage würde dieſes letztere nicht ſtatt haben, indem das Gut nicht auf einen andern überginge, als bis der gegenwärtige Pachtinhaber erklärt hätte, daß er den neuen nach dem Pachtanſchlage angeſetzten Preis nicht entrichten könne oder wolle. Von welcher Seite ich immer die Sache anſehe, ſo ſcheint es, daß nur eine ſehr kurzſichtige Habſucht die Finanz⸗ operation der Verpachtungen durch öffentliche Verſteigerung er⸗ funden habe. Bei kleinen Landſtücken iſt dieſe Operation zwar eher an⸗ wendbar als bei concreten Gütern. Sie werden offenbar da⸗ durch zu einem höhern Preiſe getrieben, mancher Unterſchleif wird vermieden. Wird auch gleich manchmal eine Parzelle durch vernachlaͤſſigten Anbau verdorben, ſo iſt der Verluſt um ſo weniger bedeutend, als dieſe Parzelle ihrer geringen Ausdeh⸗ nung wegen von einem guten Wirthe bald wieder in Ordnung gebracht werden kann; ſtatt daß ſolches auf einem ganzen Gute nicht zu unternehmen iſt, wenn man nicht Gefahr laufen will, ſich zu Grunde zu richten, oder wenn das Gut nicht zu einem Spottpreiſe verpachtet wird. Jedoch wirkt die Pachtvergendung ſolcher kleinen Stücke nachtheilig auf die Moralität, indem ſie dem Uebelgeſinnten zum Droh⸗ und Rachſchwerde dient, das er bei jeder Gelegenheit gegen ſeinen Nachbar zuckt, wenn dieſer ihm nicht in andern Dingen zu Gebote ſteht, oder das Unglück gehabt hat, ihn zu beleidigen. Auch hievon habe ich mehrere Beiſpiele auf meinen Reiſen gefunden. Die gänzliche Veräußerung ſolcher einzelnen Parzellen moͤchte wohl das räthlichſte für den Staat und das beſte für den Acker⸗ bau ſeyn. Auf ſolchen Stücken, ſobald ſie Eigenthum ſind, er⸗ ſchöpft ſich gewöhnlich der Fleiß und bringt ſie zum höchſten Ertrage. Weit bedenklicher für die Folge aber iſt die Veräu⸗ ßerung ganzer Domainen⸗Höfe, zumal wenn keine geſetzkräftige Verbindung ihre Theilung fuͤr die Folge hindert. Daß man in ſtark bevölkerten, zu einem hohen Grade von Induſtrie gelang⸗ ten Gegenden von Seiten des Staats zu ſolchen Veräußerungen ſchreite, hat manches fuͤr ſich; aber nicht ſo in Provinzen, wo der Anbau noch zurück iſt, und dieſer Fall findet beinahe in allen Provinzen diesſeits der Weſer ſtatt. Wenn es wahr 4, daß nur Beiſpiele auf den gewöhnlichen Landwirth wirken, ſo iſt es ſehr wichtig, ſich zum wenigſten einige Standpunkte zu erhalten, von welchen man jene Einwirkungen bezwecken kann, und wer mehr als der Staat ſelbſt ſollte ſich dieſes angelegen ſeyn laſſen? Man ſage nicht, daß man der Induſtrie nur freie Hand gewähren dürfe, um den Ackerbau in die Höhe zu bringen. Der Fleiß allein thut es nicht, es gehört auch In⸗ telligenz dazu, und gerade an dieſer mangelt es in den meiſten Gegenden. Wider Erwarten fand ich jedoch Leute genug, denen es nicht an Wißbegierde mangelte, und ich höͤrte nicht ſelten mit einem ſchmerzlichen Vergnügen(man erlaube mir dieſen anſcheinenden Widerſpruch) die Worte: wir wollten gerne, wenn wir nurwüßten, wie wir's anzufangen hätten. Hier kann alſo noch was gelehrt werden, es bleibt alſo zu wün⸗ ſchen, daß man die Katheder dazu nicht alle umſtieße. Will auch der Staat nicht für eigene Rechnung darauf lehren, ſo kann er es durch andere auf ihre Privatrechnung thun laſſen, indem er ſie vor und nach nur mit ſolchen Männern beſetzt, die Herz und Sinn für die Verbreitung des Guten haben. Das Peinlichſte endlich bei den franzöſiſchen Veräußerungen der Güter der vormaligen Corporationen war, daß, weil es da⸗ bei blos auf den Meiſtbietenden, oder vielmehr auf den Kühn⸗ ſten und den ränkekundigſten Steigerer ankam, die Güter nur in die Hände ſolcher Geſellſchaften fielen, welche das ſchänd⸗ —.—ꝛ lihſte zuſchrecke men ihr das Gut. entging: Holzunge zu nehmen gen, die die Erdlo worfenen. betäubt; bi ſpiel Pächter Stande Das über de zw den ich! Hr. meraliſte des Grti größere, mehre, Wahn. den Ackett meht ald Ineinande Lande we etwas g. verderbli Ich erl Hinſich Ma 4,§8, 10 ſtelle, mit ein oder; So li allen moͤht den Acker⸗ m ſind, e⸗ m hüchſten die Veräu⸗ ſeßkraftige 2 ß man in zteie gelang⸗ „ußerungen Sdinzen, wo beinahe in s wahr, Ivirken, ſo nounkte zu ungken kann, „7 andelegen Fuſtrie nur e Huhe zu auch J⸗ en meiſten 2 uug, denen 1 icht ſelten Ziir dieſen gerne, varhätten. un zu wün⸗ 2us. Will Phten, ſd un laſſen, eſeht, die 1 ußerungen eeil es da⸗ deen Küͤhn⸗ 2 zzüter nur 8 ſchaud⸗ — 313— lichſte Gewerbe trieben, Jedermann von der Mitſteigerung ab⸗ zuſchrecken, Experten zu corrumpiren, oder ſich durch Geldſum⸗ men ihr Stillſchweigen abkaufen zu laſſen. Gerieth ihnen dann das Gut in die Hände, wie ihnen nie eines wider ihren Willen entging: ſo fiel das wüthende Beil über die hoffnungsvollſten Holzungen her, um vorläufig eine Zahlung auf Abſchlag davon zu nehmen; dann kam es zum Parzelliren, und keine zwei Mor⸗ gen, die theilbar waren, blieben ungetheilt. Stückweiſe wurden die Erdlappen ausgeboten, die Anſteigerer mit Getränke, ausge⸗ worfenem Brode, Marktſchreierpoſſen u. drgl. angefeuert und betäubt; der noch niedrigeren Mittel und Ränke, die man da⸗ bei ſpielen ließ, nicht zu gedenken. Die alten achtungswerthen Pachter ſolcher Güter wurden verdrängt, und ihre Familie zu dem Stande armſeliger Heuerlinge und Tagelöhner herabgewürdigt. Das Vorhergehende giebt mir Gelegenheit, den Faden über die zweckmäßige Größe der Höfe wieder aufzunehmen, den ich ſchon anderswo angeſponnen habe. Hr. Staatrath Thaer hat ſchon längſt den von ältern Ca⸗ meraliſten aufgeſtellten Grundſatz: daß eine ſtarke Vertheilung des Grundeigenthums die Cultur befördere, den Ertrag ver⸗ größere, dadurch die Wohlhabenheit ſo wie die Bevölkerung ver⸗ mehre, ſo entkräftet, daß nur derjenige noch an dieſem alten Wahn hangen kann, der, weit entfernt von der Wirklichkeit, den Ackerbau blos aus ſeiner Schreibſtube beobachtet, nicht viel mehr als das Gartenfeld und eine Reſidenz kennt, oder das Ineinandergreifen ſo vieler Räder überſieht, welches in einem Lande wie Holland, Flandern, die Rhein⸗Moſelgegend u. ſ. w. etwas gut und möglich macht, was an einem andern Orte nur verderblich ſeyn, oder es für die Umgebungen werden könnte. Ich erlaube mir demnach hier nur einige Worte in beſonderer Hinſicht auf die Provinz Paderborn beizufügen. Man ſtellt ſich gewöhnlich vor, daß ein Bauer, welcher 3, 4, S, 10, 20 Morgen beſitzt, ſolche beſſer und ſorgfältiger be⸗ ſtelle, mithin auch mehr Früchte einerndte, als ein Anderer, der ein oder mehrere hundert Morgen anbaut.— So lange von Bearbeitung mit Spaten, Karſt, Hacke und — 314— Forke die Rede iſt, mag jenes wahr ſeyn; ſobald aber die Kraft des Arms nicht mehr zureicht, ſobald man ſeine Zuflucht zu der Geſpannhülfe nehmen muß, und dieſe nicht zu eigenem Gebote ſteht, ändert ſich die Lage der Dinge. Die Feldbearbeitung geſchieht zur Unzeit, ſie geſchieht zu ſpät, ſie geſchieht ſchlecht; ſie kann daher nur unter ſehr günſtigen Zufällen gute Früchte hervorbringen. Zur Zeit der Ernte treffen dieſelben Beſchwer⸗ niſſe wieder ein. Des Kleinkötters Früchte ſind die letzten, die zum Einfahren kommen. Verzögert ſich die Erndte im Allge⸗ meinen durch irgend ein widriges Ereigniß— drängt ſich dabei die Beſtellung des Winterfeldes; dann ſtehen die Früchte des Kleinbauers nicht ſelten noch allein im fernen Felde, werden durch das weidende Vieh zerſtört, oder verderben bei anhalten⸗ dem Regen.— Dieſe traurige Ausſichten verleiten ihn dann zu dem Wun⸗ ſche, eigenes Geſpann zu halten, um unabhängig von den grö⸗ ßern Bauern zu ſeyn, und zu gerechter Zeit pflügen und ein⸗ fahren zu können. Nur fehlt es ihm an nöthigem Vorſchuſſe, um Zugvieh, Schiff und Geſchirr herbeizuſchaffen. Eigene Mit⸗ tel hat er nicht; er nimmt alſo, nach Paderbornſcher Weiſe, ſeine Zuflucht zu dem Juden, der ihm ein Paar fehlerhafte Pferde mit den haͤrteſten Bedingungen überläßt. „Ich lebe auf dem Lande,“ ſagte einer meiner Correſpon⸗ denten,„habe täͤglich Verkehr mit den Bauern, und habe noch nie geſehen, daß der kleine Landwirth anders verfährt. Die Juden ſind es, welche ſie mit alten abſtändigen Roſſen ver⸗ ſehen, wofür ſie ſich 40, 50 bis 80 Rthlr., je nach dem äußern trüglichen Anſchein der Thiere oder der Einfalt des Käufers, als Kapital verſchreiben laſſen; dabei aber ſich noch auf den Herbſt 4 bis 9 Scheffel Weitzen, 4 bis 9 Scheffel Roggen, Gerſte, Oelſaamen, oder womit ſonſt der Käufer verſehen iſt, vorbehalten.“ „Der erſte Schritt zu dem Verderben iſt nunmehr gemacht. Die Schindmähren, die er ſich aufgeladen hat, ſind ohne Dauer, fallen zurück, crepiren; ſie müſſen alſo durch andere erſetzt wer⸗ den. Nunmehr umſtricken ihn die menſchenfeindlichen Hebräer von allen Seiten, und ſtürzen ihn unaufhaltſam in den Untergang.“ Doch nöthig, 1 Zugehör! aber auct reichend/ ſchen zu! naͤhren. 5 ſeine Sac ſtehet ſch! Ohy. unterbre keinen d beſtteiten andern ſinkt, wer kümmerd We kleinen auf eine mein ein Wo aben Induſttie derte zur chend, ih nͤhren. Es i unglaubee Prodinz zellenwir mehr al 70,000 güter fi Größe, n Lage, und belaſtet. in dem ₰ die Araſt tht zu de am Gebote Sarbeitung a ſchlecht; t. Früchte Iizeſchwer⸗ azten, die „ zm Algge⸗ Lich dabei lchte des ₰ verden amhalten⸗ 3 n Wun⸗ Foden gro⸗ Sund ein⸗ arſſchuſſe — ene Mit⸗ Ir Weiſe, Hlerhafte rreſpon⸗ ibe noch A. Die ſofln ver⸗ vo gaͤußern Swaͤnfers, wauf den * Roggen, ehen iſ gemacht 8 Dauer, a tzt wer⸗ 3 Hebräer Kergang. — 315— Doch geſetzt, der Koͤtter habe jener klaͤglichen Aushülfe nicht nöthig, und könne ſich aus eigenen Mitteln mit Geſpann und Zugehör verſehen. Nun wird ſeine Einnahme freilich vermehrt, aber auch ſeine Ausgabe verdoppelt; 20 Morgen ſind nicht zu⸗ reichend, zwei Pferde, denn ſoviel muß er ihrer im Paderborn⸗ ſchen zu einem Pfluge haben, weder zu beſchäftigen, noch zu nähren. Das Plus ſeiner Einnahme geht dadurch auf, und ſeine Sache, wenn er kein Nebenverdienſt für ſein Geſpann hat, ſtehet ſchlimmer als vorher. Ohne allen Lebensgenuß, ohne eine Stunde Erholung, un⸗ unterbrochen mit Nahrungsſorgen kämpfend, läßt ſein Zuſtand keinen andern Gedanken zu, als den, woher er ſeine Abgaben beſtreiten und ſich und ſeine Familie von einem Tage zu dem andern fortſchleppen foll. Kein Wunder, wenn ſein Muth ſinkt, wenn ſeine Sitten verfallen, und ſich dieſer Verfall ſeiner kümmernden Familie mittheilt! Wenn in einer induſtriereichen Provinz, wie Belgien, die kleinen Pachthöfe den Nationalfleiß erheben, und ihre Betreiber auf eine befriedigende Art ernähren; ſo iſt die daſelbſt allge⸗ mein eingeführte und ererbte Betriebſamkeit davon die Urſache. Wo aber diefe noch nicht vorherrſcht, wo in einem Lande die Induſtrie noch im Schlafe liegt, und um ein paar Jahrhun⸗ derte zurück iſt, da iſt eine kleine Ackerausdehnung nicht zurei⸗ chend, ihren langſamen und wenig wiſſenden Betreiber zu er⸗ nähren. Es iſt daher nicht ohne Urſache, wenn einige Perſonen die unglaubliche Schuldenlaſt, welche auf dem Grundeigenthum der Provinz Paderborn haftet, großen Theils von den vielen Par⸗ zellenwirthſchaften herleitet. Es giebt Gemeinden, die nicht mehr als 1800 bis 2000 Morgen enthalten, und mit 50 bis 79,000 Rthlr. Schulden belaſtet ſind. Schuldenfreie Bauern⸗ güter findet man faſt gar nicht. Selbſt Güter von etwas mehr Größe, von 30 bis 70 Morgen z. B., ſind in dieſer traurigen Lage, und nicht ſelten mit 500 bis 3000 Rthlr. Capitalſchulden belaſtet. Eine auffallende, das Geſagte beſtätigende Erſcheinung in dem Paderbornſchen iſt, daß die Bauern, welche Beſitzer un⸗ 7 316— bedeutender Meierguͤter ſind, anfangen, dieſelben an andere zu verpachten, indem ſie ihre Rechnung nicht mehr bei eigener Be⸗ wirthſchaftung finden. Der Pächter, der es übernimmt, iſt dann ein ſolcher, der ſchon nebenher eine eigene Wirthſchaft hat und durch die Vereinigung beider dann eher zurechtkommt. Es fehlt nicht an Beiſpielen der Art, und ſie beweiſen offen⸗ bar, daß der Bauer ſelbſt einſieht, daß kleine Güter, nach dem Sprüchworte, ſich ſelbſt aufzehren, und große ihren Mann ernähren. Und wie kann das in hieſiger Provinz anders ſeyn? Der Boden iſt durchgängig von der Art, daß der Pflug mit zwei Pferden beſpannt werden muß. Man pflügt in zwei Tagen zwei Calenberger Morgen um. Iſt die Wirthſchaft groß, hat ſie, wie gewöhnlich, ihr Areal in großen Breiten zuſammen liegen, ſo reicht ein Pflug auf jede 70 bis 75 Morgen zu. Dagegen können bei einer weniger großen Wirth⸗ ſchaft, wo jener Vortheil nicht eintrifft, nicht mehr als 55 bis 60 Morgen mit zwei Pferden, oder 110 bis 120 Morgen mit vier Pferden beſtritten werden. Indeſſen kann auch hiebei der Mittelbauer beſtehen. Steigen wir aber nun noch tiefer bis zu dem Kötter herab, und finden bei ihm auf 70, 60, 50, ja 40 Morgen ein Geſpann von vier Pferden, ſo dürfen wir weder Wohlſtand noch Aufkommen bei ihm erwarten. Auch ſind dieſe Leute in dem Paderbornſchen faſt alle arm und leben kuͤmmer⸗ licher als der Tagelöhner, welcher auf den zerſtreut umherlie⸗ genden großen Guͤtern immer Arbeit und Auskommen findet. Aber eben ſo ſchlimm würde es mit dieſem ausſehen, wenn wir ihm, außer ſeinem Garten oder Gartenfeldchen, das er in ar⸗ beitsloſen Stunden mit dem Grabſcheite zwingen kann, noch ſo viel Land zulegen wollten, daß er einen Pflug von ſeinem Nach⸗ bar zu Hülfe nehmen müßte. Von dem Augenblicke an wäre dieſer Arbeiter weder Ackersmann noch Tagelöhner. Abhängig von ſeinem Pflugmanne, der ſeiner Hülfe in der Erndtezeit be⸗ darf und ſie alsdann mit Strenge fordert, iſt er genöthigt, ſeinen eigentlichen Brodherrn, der ihn das ganze Jahr unter⸗ hält, im Dienſte hintenanzuſetzen. Da nun dieſer ohne be⸗ ſtimmte ſichere Arbeiter in einer auch für ihn wichtigen Zeit wie die Erndte⸗Periode iſt, nicht ſeyn kann, noch will, ſo ver⸗ ſagt et ten den Ma ſchen, o gen wil ling, in Arbeit en ſeeren E dem Ra Dadurch ſen Geg Je ßen Gi „3 his 50 ner, dar oſcht halt ha Miß ipa er ſich bei ſol ohnehin nach ſich Ei nachthei welche F möglich noch me machen Wirthe 6 pachtu einige pächter M. eigenthi Unterwo wandere zu igener Be⸗ ¹ immt, it Firthſchaſt nchtkommt. s ſen offen⸗ Ter, nach — große hieſiger — von der ven muß. um. Iſt ein großen 8h bis 75 2 Wirth⸗ 28 55 bis Crgen wit jiebei der Aer bis zu 600, ja 40 ir weder Bind dieſe 2 kuͤmmer⸗ umherlie⸗ utt! findet. denn wir ar in ar⸗ 77 noch ſd m Nac⸗ man vite bhängig tezeit be⸗ enöthigt, — unter⸗ hne be⸗ ehzen Zeit 79, ſo ver⸗ V — 317— 8 ſagt er ſeinerſeits einem ſolchen Arbeiter auch zu andern Zei⸗ ten den Verdienſt und ſiehet ſich nach anderer Hülfe um. Man ſieht wohl, daß ich dieſes nur von dem Paderborn⸗ ſchen, oder einem andern gewerb⸗ oder induſtrieloſen Lande ſa⸗ gen will. Anders verhält es ſich da, wo der Bauer, der Heuer⸗ ling, in ſeinem Hausweſen durch die Bewirkung viele Zeit und Arbeit erfordernder Fabrikate Beſchäftigung genng für die raum⸗ leeren Stunden und langen Wintertage findet, wie ſolches in dem Ravensbergiſchen, Tecklenburgiſchen u. ſ. w. der Fall iſt. Dadurch beſtätigt ſich dann, was ich ſchon anderswo über die⸗ ſen Gegenſtand vorgetragen habe. Ich will noch über dieſen Punkt einen Landwirth und gro⸗ ßen Güterbeſitzer aus der Gegend von Höpter ſprechen laſſen: „In meiner Gegend ſind die kleinen Wirthſchaften von 20 bis 50 Morgen der ſtärkern Produktion nachtheilig. Ein klei⸗ ner, daher gewöhnlich auch unvermögender Wirth iſt auch ein ſchlechter Ackersmann; da er kein Vermögen, alſo keinen Rück⸗ halt hat, ſo ſtürzt er bei unvermeidlichen Unglücksfällen, wie Mißwachs, Hagelſchlag, Viehſterben u. ſ. w. zuſammen. Will er ſich nicht dem Meſſer der Juden unterwerfen, ſo bleibt ihm, bei ſolchen Gelegenheiten, nichts übrig, als einen Theil ſeines ohnehin ſchon zu kleinen Areals zu veräußern, und ſo nach und nach ſich ſelbſt aufzuzehren.“ „Eine größere Parzellirung der Höfe iſt daher beſtimmt da nachtheilig, wo keine Gartenkultur, wie in der Nähe der Städte, welche Fleiß und Induſtrie durch einen höheren Sold ſpornt, möglich iſt. Schon ſind der kleinen Güter bei uns zu viel; eine noch mehr fortgeſetzte Theilung würde die Armuth nur größer machen und den Unfug mehren, den das Vieh ſolcher kleinen Wirthe den Beſitzungen ihrer Nachbaren anrichtet.« Schließlich erlaube ich mir noch einen Blick auf die Ver⸗ pachtungsweiſe hieſiger Gegend im Allgemeinen zu werfen, und einige Mißverhäͤltniſſe zu rügen, welche für Pächter und Ver⸗ pächter gleich nachtheilig ſind. Man findet in der Regel, daß die Haupttendenz der Guts⸗ eigenthümer dahin gehe, einen bündigen, keinen Anfechtungen unterworfenen, ihnen ſelbſt ſehr günſtigen Contrakt abzufaſſen, — 3418— das Pachtgeld ſo viel möglich in die Höhe zu treiben, und ſich hinlängliche Sicherheit für eine richtige Zahlung ſtellen zu laſſen. Um dieſen Zweck in allen Theilen um ſo ſicherer zu errei⸗ chen, werden Rechtsgelehrte zugezogen, welche ihre ganze Spitz⸗ findigkeit mit aufbieten, um den Pächter ſo einzuklammern, daß er die ihm vorgewieſenen Schranken nicht überſteigen kann. Ob aber dadurch ſein Wirkungskreis zum Guten und Beſſern nicht gelähmt, ob er dadurch nicht gezwungen werde, auch das Fehlerhafte bei dem Alten zu laſſen, darum bekümmert und kann ſich ein ſolcher Rechtsbeiſtand nicht bekümmern, weil er nur den Traktat de cautelis contractuum von Striek, und nicht die Grundſätze einer rationellen Landwirthſchaft von Thaer kennt. „Ich kenne,— ſchreibt mir hierüber ein wohlerfahrener Land⸗ wirth, aus der Gegend von Warburg— Contrakte, werin, außer dem hochgedungenen Pachtgelde, die beſondere Cautel enthalten iſt: daß dies Gut Stylo ferreo behandelt werden, und dann erſt eine geringe Vergütung am Pachtgelde erfolgen ſoll, wann die Hälfte aller Feldfrüchte, ohne Verſchulden des Pächters, auf dem Felde zu Grunde gehen ſollte, oder etwas Mehreres, wenn ſie ganz dahin ſeyn ſollten.“— O wahrhaftig, ſo unbarmherzig verfuhren die ehemaligen, in der öffentlichen Meinung unſeres Zeitalters ſo unbillig ber⸗ abgewürdigten Mönchsklöſter und geiſtlichen Corporationen nicht mit ihren Pächtern! „Andere Gutsbeſitzer, faͤhrt derſelbe Landwirth fort, wollen keine, als nur mit ihrer Bewilligung vorgenommene Meliora⸗ tionen vergüten. Leider aber, daß eine ſolche Bewilligung, ſie ſei auch noch ſo nützlich, ihnen nie in den Sinn kommt! Einige laſſen ſogar den Pächter auf die Vergütung der gemachten Ver⸗ beſſerung ſchon zum voraus in dem Contrakt verzichten.“ Endlich ſind der Gutsherren manche, die das volle Heil der Landwirthſchaft in dem Steigen der Fruchtpreiſe zu finden wähnen, und blos darnach die Pachtgelder ſteigern, nicht den⸗ kend, daß andere Gegenſtände, deren der Pächter nicht entbeh⸗ ren kann, auch zugleich mit dem Preiſe der erſten Lebensbedürf⸗ niſſe ſteigen. Nie richten erſchöpſt der erſte Die Huten iſ belaufen Sie ſund henden bau vo⸗ finden deshalb In ter Ner brucker daher z Die Ge ſchen w welche n mehr de Indolen Ich die Träͤg verderbliͦe ausgedel Wo den Ab preiſen hen we Capital, ſpreche i unbedeut de und ſih A zu laſſe 2. zu errei⸗ nze Ghih⸗ lammern, Sgen kaun. 4d Beſfern Such das iaert und — veil er — iiek, und Nou Thaer Dier Land⸗ AIt wetin, 24 Cautel 90 werden, erfolgen rſchulden lte, oder — „ maligen, wällig ber⸗ a nnen nicht 10 wollen a deliora⸗ IIna, ſie —1 Einige ten Ver⸗ 41* vlle Heil 31 ffnden den⸗ jentbeh⸗ a bedürf⸗ — 319— Nicht ſelten verarmt dann derjenige, der die Pacht ent⸗ richten ſoll; das Land, aus dem ſolche hervorgehen muß, wird erſchöpft, und der letzte Zuſtand der Dinge wird ſchlimmer, als der erſte geweſen iſt. IV. Gemeinheiten. Die Ausdehnung der noch vorhandenen Gemeingründe und Huten iſt ungeheuer, und mag ſich wohl an 150,000 Morgen belaufen, wovon 6 gewiß einer beſſern Benutzung fähig wären. Sie ſind durchgehends trocken, haben einen über Kalkſtein ru⸗ benden Lehm⸗Boden, ſind daher zum Getreide⸗ und Holzan⸗ bau vorzüglich geeignet. In den Sinken zwiſchen den Höhen finden ſich zwar auch ſumpfige Plätze, die es meiſtens aber nur deshalb ſind, weil ihnen niemand zu Hülfe kommt. In dem nordweſtlichen Theile des Landes, wozu die Aem⸗ ter Neuhaus, Ringbocke und Stubenbrock, nebſt dem Dell⸗ brucker Lande gehören, finden ſich ſandige, aber niedriggelegene, daher zu Wieſen und Weide vorzüglich geeignete Gemeinheiten. Die Gemeinweiden in dem gebirgigen Theile des Paderborn⸗ ſchen waren bisher die Stützen der beträchtlichen Schaßzucht, welche man in dieſem wenig bevölkerten Lande findet, oder viel⸗ mehr der daſigen Schafzüchter; dabei aber auch die Stütze der Indolenz und der Untergang des Ackerbaues im Allgemeinen. Ich habe noch nie und nirgends etwas gefunden, was mehr die Trägheit nährt, dem Ackerbau hinderlicher, fuͤr die Beſitzer verderblicher und an ſich ſelbſt weniger einträglich iſt, als große ausgedehnte Gemeinweiden und Waldhuten. Wenn ich in andern Gegenden in einzelnen Dörfern über den Abgang daran klagen, und daſelbſt die Nachbarn glücklich preiſen hörte, welche mit ſolchen Wüſteneien überflüſſig verſe⸗ hen waren; ſo fand ich meiſtens in ſolchen Dörfern Fleiß, Wohlſtand, und bei ihren Nachbarn Trägheit und Armuth. Der Fleiß iſt alſo für den Ackerbau ein noch wichtigeres Capital, als es ausgedehnte Weidereviere(von Gemeindeweiden ſpreche ich hier) für die Viehzucht ſind. Sind ſie aber für dieſe unbedeutend, ſo ſind ſie es für den eigentlichen Ackerbau nicht allein noch weit mehr, ſondern ſie ſind dieſem durchaus nach⸗ theilig. Immer wird bei einer Ackerwirthſchaft der größte Vortheil des Viehes aus dem Dunge hervorgehen. Dieſer geht aber bei dem Gemeindehüten ſowohl für den Acker, als für die ganze Wirthſchaft verloren. Bei der Hut auf eigenen Weiden kommt der Dung, der dem Acker entgeht, wenigſtens jenen zu gut, er bleibt alſo einigermaßen in der Wirthſchaft; aber bei Ge⸗ meinweiden wird er außerhalb derſelben vertragen, auf dem ſtundenlangen Wege verſchleudert, unnütz auf einem unüberſeh⸗ baren Weidereviere vergeudet. Das Vieh hat an mehreren Or⸗ ten einen halben Tag zur Reiſe nöthig, um in der andern Hälfte ſeinen Hunger oft nur kärglich zu ſtillen. Es geht, um Freſſen zu finden, und frißt, um gehen zu können. Was es auf der Weide gewinnt, ſetzt es bei der Reiſe zu. An Milch und Butter iſt daher nicht zu denken, wie ich das ſpäter bei Gelegenheit des Herzogthums Weſtfalen darthun werde. Und welche Nahrung können auch Kühe, Ochſen und Pferde auf einer Weide, die meiſtens eine Holzweide iſt, unter Legionen von Gänſen, Ziegen, Schweinen und Schafen finden? O wohl Nomaden⸗Wirthſchaft! Die Sache wird dadurch noch ſchlimmer, daß die großen, nichtskoſtenden Weidereviere, und die Freiheit, ſie nach Be⸗ lieben zu betreiben, die Berechtigten verleiten, weit mehr Vieh zu halten, als ſie es im Verhäͤltniſſe zu ihrem übrigen Grund⸗ eigenthum zu thun vermögen. Das Vieh, heißt es, lauft mit und koſtet nichts. Am Abend bringt es doch noch einen Fla⸗ den mit nach Haus, und es läßt ſich ein Rindchen oder zwei mehr verkaufen; und dann, wenn wir nicht ſo viel Vieh hielten, wo ſollen wir Miſt im Winter machen können? Ich geſtehe, daß mir vor der Entwicklung ſolcher unſinni⸗ gen Argumente eckelt. O gewiß! wenn hier die Kühe auch im Winter ausgehen, und gleich den Rennthieren ihre Nahrung unter dem Schnee hervorſcharren könnten, es würde auch im Winter an kein Aufſtallen gedacht werden. Dank der Vorſe⸗ hung, die hier eingreift, und den Menſchen auf den Weg ſei— ner Selbſterhaltung hinzwingt, welchen er ohne das mit jedem — Schritt wirth au hat, füt M. Zuſtande nalgründ veranlaßt gemeine L Ertrage wird dare gedüͤngt, Korn er kein Fut nicht, ſo Kaff ſind Lichtme lich zu E worte, L und leere Milch, F rung im Geelen. des Schal ſes Vieh vie mit e den und g lichen Un bleiben w aushelfen freut ſich geworden dem verf als die ftiſchen Sheck zu ürzt er Der Sähwer, chaus nac s te Vortheil aht aber ba d die ganze E den kommt ii zu gut, Ar bei Ge⸗ e auf dem ² unuberſeh⸗ hreren Or⸗ der andern geht, um 1 Was es . An Milch Geſpäter bei tde. Und oferde auf Ar Legionen 4** iie großen nach Be⸗ nehr Vieh dan Grund⸗ auft mit anen Fla⸗ g ewei wehr Aalten, uo r unſinni⸗ 2 auch im e Nahrung dn auch im ae Vorſe⸗ 18 Deg ſei⸗ g zait jedem Schritt verlaſſen würde. Ich will einen erprobten großen Land⸗ wirth aus der Warburger Börde, der die Sache unter Augen hat, für mich ſprechen laſſen. „Man muß, ſagt er, die Haupturſache unſers verderbten Zuſtandes in der gemeinſchaftlichen Benutzung unſerer Commu— nalgründe aufſuchen. So unbedeutend ihre Benutzung iſt, ſo veranlaßt ſie von der andern Seite einzig und allein, daß der gemeine Landwirth nun und nimmer zu einem befriedigenden Ertrage auf ſeinen Feldern gelangen kann. Der beſte Dung wird darauf verſchleppt, die Grundſtücke werden nicht gehörig gedüngt, kein Futter gewonnen, keine befriedigende Erndte an Korn erzielt; die Nachtheile ſind unberechenbar. Einmal iſt kein Futter auf den Winter da; doch kümmert das den Bauern nicht, ſo lange er mit dem Dreſchen beſchäftigt iſt; Stroh und Kaff ſind alles, was ſein Vieh wünſchen darf. Endlich tritt Lichtmeſſe ein(der zweite Hornung, wo das Dreſchen gewöhn⸗ lich zu Ende geht); und nun iſt wahrhaft, nach dem Sprich⸗ worte, Lichtmeſſe in allen Ecken; denn alles iſt licht und leer, und leerer wird von Tag zu Tag der Wanſt der armen Thiere. Milch, Fleiſch, Kraͤfte gehen dahin, und zögert die gute Witte⸗ rung im Frühjahre, dann kommt's in die Wirthſchaft zu Aller Seelen. Will man ſich ein Unwillen und Erbarmen erregen⸗ des Schauſpiel denken, ſo muß man ſich einfinden, wenn die⸗ ſes Vieh im Frühjahre zur Weide gebracht wird. Vom Unflath wie mit einem Panzer überzogen, mit ſpitz hervorragenden Rip⸗ pen und Knochen, ſchleichen die unglücklichen Opfer des menſch⸗ lichen Unſinnes mit zuſammengekrümmtem Leibe heran, und bleiben nicht ſelten im Kothe ſtecken, aus dem man ihnen her⸗ aushelfen muß. Der Bauer, an einen ſolchen Anblick gewöhnt, freut ſich ſeiner Seits herzlich, der läſtigen Gäſte endlich los geworden zu ſeyn. Daß er nun weder Milch noch Butter von dem verfallenen Vieh zu erwarten hat, ſicht ihn weniger an, als die Sorge, die er bisher hatte, wie er ſein Vieh bis zum friſchen Grün bringen ſollte. Hat er keine Butter, ſo ißt er Speck zu ſeinen Kartoffeln, und iſt auch der aufgezehrt, ſo würzt er ſie mit trocknem Brode.“ „Derſelbe Grund, fährt der gedachte Landwirth fort, wel⸗ Schwerz, Landwirthſch. 21 322 cher die Außenweide für das Hornvieh und die Feldbeſtellung ſo nachtheilig macht, zieht auch die Nachthut mit den Pferden nach ſich; kommen ſie am Abend von der Arbeit, ſo heißt es: weg mit ihnen, auf die Gemeinweide! Allein oft reicht eine ſolche ſchlechte Weide nicht für den Hunger der Thiere zu; dann werden des Nachbars Wieſen, bei nächtlicher Weile, heimge— ſucht, Klee und Graͤſer geſtohlen, oder die Pferde an den Rei⸗ nen der Felder geweidet, und was auf dieſen iſt, wird gefähr— det.— Soll ich nun noch den nachtheiligen Einfluß einer ſol⸗ chen Wirthſchaft auf die Moralität ſchildern, beſonders die der Knechte, welche mit Aufopferung ihrer Geſundheit die Nachthut zu beſorgen haben? Die Achtung für das Eigenthum anderer wird in ihnen erſtickt, und das, was einem rechtlichen Ge⸗ müthe zum Vorwurfe gereicht, wird von ihnen für Witz und Klugheit angeſehen. Noch iſt die Ungerechtigkeit nicht das ein⸗ zige Laſter, welches der Müßiggang bei nächtlicher Langeweile herbeiführt. Die Unzucht iſt von der Geſellſchaft und wird, wie polizeiliche Unterſuchungen ſchon bethätigt haben, Kindern von 10 bis 12 Jahren auf die verabſcheuungswürdigſte Weiſe mitgetheilt. Dieſe Laſter, jene fehlerhafte Wirthſchaft könnten nicht be⸗ ſtehen, wenn das Gemeinde⸗ in Privateigenthum verwandelt, und das Hüten mit den Pferden bei Nachtzeit geſetzlich verbo⸗ ten würde. Der Uebergang wird ſchwer ſeyn; allein wenn ihn das phyſiſche und moraliſche Wohl zugleich fordert, dann iſt eine vorübergehende Schwierigkeit nur eine Kleinigkeit, und ſich ihr unterwerfen, ein nothwendiges Opfer. Es ordnet ſich alles in der Welt nach Zeit und Umſtänden, und der Bauer wird dermaleinſt die Hand ſegnen, die ihn, wenn auch etwas raſch, zu ſeinem eignen Wohle zwang. Man muß Futterkräu⸗ ter anziehen, wenn man unentgeldlich keine Weide hat; man erhält Futterkräuter, wenn dem nachtheiligen Hüten und Her⸗ umirren aller Viehgattungen Einhalt gethan wird; man wird verbeſſern, wenn man eigenthümlich beſitzt, was ſonſt niemand angehörte, u. ſ. w. Ich geſtehe indeſſen, daß die Theilung der Gemeinheiten im hieſigen Fürſtenthume, und daſſelbe ſoll auch von dem Her⸗ zogthum heiſcht, men wert Markent Gemeinhe den müſſe liigen, lä tung, jed urbaren b weinſchaf Gemeing Meile a Centralpt wirken, wird, und als eine ſchon der Entfernu lein dieſe Belang wie im 9 gen mit d Ninken! kommt. würde die und der— welchen d nete P fernung digung wird; we und zu daher vor Reviere a hen. Da des Reviet das ihrige ddeſtellng en Pferden heißt es. — rächt eine me zu; dann o, heimge⸗ den Rei⸗ tdd gefähr⸗ es eiyer ſol⸗ Sers die der e Nachthut Am anderer S lichen Ge⸗ 8 Vit und Ann das ein⸗ 1'angeweile und vird, 83, Kindern gſte Weiſe an nicht be⸗ rerwandell, Vich verbo⸗ s wenn ihn rns dann iſt imteit, und adnet ſich ner Bauer an uch etvas jutterkräͤu⸗ hat; man und Her⸗ man wird 2 niemand dh eeinheiten a dem Hir⸗ 323— zogthum Weſtfalen geſagt ſeyn, eine beſondere Vorſicht er⸗ heiſcht, und nicht ſo auf Gerathewohl vervrdnet und unternom⸗ men werden darf. Eine andere Verfahrungsart wird bei der Markentheilung in dem Münſterſchen, und eine andere bei der Gemeinheitstheilung im Paderbornſchen zum Grunde gelegt wer⸗ den müſſen. Da, wo die Höfe vereinzelt in der Mark umher⸗ liegen, läßt ſich die durch die Vertheilung bewirkte Vergröße⸗ rung, jede aus ihrem eigenen Mittelpunkte, gleich den länger urbaren bewirthſchaften; allein da, wo Anbauer, auf einen ge⸗ meinſchaftlichen Punkt(in ein Dorf) zuſammengedrängt, ein Gemeingut unter ſich theilen, das oft eine halbe, oft eine ganze Meile abliegt, da kann ſich die Kraft nicht ſo weit über ihren Centralpunkt ausdehnen, oder ſie wird ſo ſchwach und nachläßig wirken, daß der Zuſtand des Bodens nicht dadurch verbeſſert wird, und der Hauptzweck der Theilung, welcher nichts anders als eine höhere Benutzung des Bodens ſeyn kann, geht alſo ſchon verloren. Daß alles Nahe und bis zu einer gebührenden Entfernung Gelegene zu theilen ſey, verſteht ſich von ſelbſt; al⸗ lein dieſes kann nur an wenigen Orten in einem Lande von Belang ſeyn, wo die ſchon urbare Feldflur ſo ausgedehnt iſt, wie im Paderbornſchen, wo das Geſpann allgemein am Mor⸗ gen mit dem Futterkarren, der zugleich auch das Waſſer zum Trinken mitführt, auszieht, und am Abend wieder nach Hauſe kommt. Eine Ausdehnung des Areals noch mehr in die Ferne würde die Koſten der Beſtellung unverhältnißmäßig vermehren, und der Nutzen davon könnte dann noch geringer ſeyn, als der, welchen die bloße Hut darauf darbietet. Zu Graſe gut geeig⸗ nete Plätze würden auch noch in einer beträchtlichen Ent⸗ fernung mit Nutzen getheilt werden können, wenn die Befrie⸗ digung nicht zu koſtſpielig und für den Eigenthümer möglich wird; wo das aber nicht iſt, wird alle Theilung unnütz bleiben, und zu ewigem Hader und Streite Anlaß geben. Es dürfte daher vor der Hand für ſolche weit ausgedehnte und entfernte Reviere am gerathenſten ſeyn, bloße Hutenſeparationen zu ma⸗ chen. Dann wäre jeder Viehgattung, ſo viel möglich, ihr eige⸗ nes Revier anzuweiſen, damit die Schafe dem Rindviehe nicht das ihrige entziehen, und Gänſe und Schweine nicht alles be⸗ 21* — 324— ſudeln. Den Ziegen wäre aller Ausgang zu verſagen, und die Pferde bei Nachtzeit auf den Stall zu verweiſen. Die Gemein⸗ holzungen, wo ſie nicht ganz dem Zahne des Viehes entzogen werden können, müßten zum Theil in Schonung oder Zuſchlag gelegt und vor allem tüchtige Feldſchützen angeſtellt werden. Auf dieſe Art würde wenigſtens ein großer Schritt zum Beſſern in einem Lande gethan werden, in welchem noch ſo vieles zu thun iſt, und welches der Güte ſeines Bodens wegen wohl eine Beachtung verdient; denn dieſe Provinz hat wegen ihrer Taug⸗ lichkeit zum Esparſettenbau einen vorzüglichen Werth, welcher freilich bis jetzt durch die Zügelloſigkeit des an das Umherirren gewohnten Viehes daniederliegt. Bei den Hutſeparationen müßte den Hutbenutzern zum Ge⸗ ſetze gemacht werden, ſich nach beſtimmten Vorſchriften bei der Benutzung zu richten, die nothwendigen Entwäſſerungen geſamm⸗ ter Hand zu veranſtalten, gemachte Verbeſſerungen und Befrie⸗ digungen, Stege, Brücken u. dgl. zu unterhalten oder anzu⸗ legen u. ſ. w. V. Servituten. Hutberechtigung. Dieſe iſt allgemein, wiewohl die Art, wie ſie ausgeübt wird, nicht überall dieſelbe iſt. Dadurch iſt die beſtellte Brache mehr oder weniger gefährdet, beſonders gegen den Anbiß der Schafe. Solches bringt den Futterkräu⸗ tern, namentlich dem Esparſetten bau, nicht wenig Nachtheil, und zwingt an manchen Orten zum Halten reiner Brache. Eben ſo allgemein iſt die Stoppelhut, welche gemeinſchaftlich ausge⸗ übt wird. Da ſie allem Viehe offen ſteht, ſo hat man an eini⸗ gen Orten die Einrichtung getroffen, daß in den drei erſten Tagen nach dem Einſcheuern der Früchte die Kühe, alsdann eben ſo lange die Schweine, und endlich die Schafe aufgetrieben werden. Dieſe Einrichtung hat wenigſtens den Vortheil, daß die Kühe keine von den Schweinen verunreinigte Weide finden. Da die Hauptnahrung dieſer letztern in den verlorenen Aehren beſteht, ſo kommen ſie noch früh genug, wenn die Kühe das Ihrige vorweg genommen haben. An Stoppelrüben kann alſo im freien Herbſthut fährlich i hinderlich und dahe nen nutz Abſtellung zum Beſſe Eben ſie dauert auch bis Graseige zur Verb Wieſe th das Inten welches d und wurd benehmen Die ihren An⸗ die Zahl eine Mi Anfang n Toller als nur auf G hüngſten Mferde da lange we ſie ab. Hüngſihn Eber den Forj ieh⸗ und herechtigt die ibrig Schweinen Wet mn, und dir ie Gemein⸗ =3 entzogen r Zuſchlag lt werden. m Beſſern J oieles zu 12 wohl eine Arer Taug⸗ )h, welcher mherirren zum Ge⸗ aeten bei der geſamm⸗ ad Vefrie⸗ a der anzu⸗ a ewohl die 1 Dadurch Xbeſonders atterkraͤu⸗ gitachtheil, r ehe. Eben * ich ausge⸗ an an eini⸗ 1 rei erſten ddann eben getriehen e hell, daß Ae finden. 13ni Aehren iedühe das erskann alſo & — 325— im freien Felde nicht gedacht werden, und für den Klee iſt die Herbſthut nicht weniger nachtheilig, als die Brachhut dafür ge⸗ fährlich iſt. Daß jedes Nomadenweſen der höheren Agricultur hinderlich ſey, daß es die Induſtrie einzelner Individuen lähme, und daher dem Ganzen zehnmal mehr ſchade, als dem Einzel⸗ nen nutze, bedarf wohl keines Beweiſes. Daher bleibt die Abſtellung ſolchen Herkommens finſterer Zeiten der erſte Schritt zum Beſſern. Eben ſo ſchädlich iſt die Preishut der Wieſen im Frühjahre; ſie dauert gewöhnlich bis zum erſten Mai, an einigen Orten auch bis zum eilften. Wie nachtheilig zumal letzteres für den Graseigenthümer ſey, laͤßt ſich denken; und wie wenig dieſer zur Verbeſſerung ſeiner, mit einer ſolchen Servitute behafteten, Wieſe thun werde, läßt ſich erwarten. Es iſt alſo nicht allein das Intereſſe des Beſitzers, ſondern auch das allgemeine Wohl, welches durch eine erhöhete Cultur befördert werden könnte und würde, welche darunter leiden. Welche leidige, allen Muth benehmende Feſſeln!— Die Spathut nimmt theils Michaelis, theils Martini ihren Anfang. Dieſe Hut iſt eher nützlich als ſchädlich.— Um die Zahl voll zu machen, hat man an vielen Ortſchaften noch eine Mittelhut, welche gleich nach der Heuwerbung ihren Anfang nimmt und acht, auch wohl mehr Tage fortgeſetzt wird. Toller als alle Huten iſt endlich die Pfingſthut; ſie hat aber nur auf Gemeinweiden ſtatt. Ein Theil derſelben wird nämlich bis Pfingſten mit allem Viehe verſchont, dann aber werden die Pferde darauf losgelaſſen. Dieſe verdämmern in 8 Tagen, ſo lange währt ihre Faſtnacht, Alles, was grünt; darauf müſſen ſie ab. Die Kühe kommen nun und halten die Nachleſe. Dieſe Pfingſthut iſt der Triumph der Pferdeknechte. Eben ſo allgemein als Feld⸗ und Wieſenhut iſt die Hut in den Forſten. In der Regel beſteht ſelbſt hier ſämmtliche Rind⸗ vieh⸗ und Schafweide in der Holzhut. Der Holzeigenthümer iſt berechtigt, den achten Theil des Ganzen in Zuſchlag zu legen. Die übrigen ſieben Achtel ſind den Pferden, Kühen, Schafen, Schweinen und Gänſen preisgegeben. „Vor 30 und mehreren Jahren,“ ſagt, nicht ohne Grund, 326— ein landeskundiger Mann,„wo der Ackerbau noch weiter zurück war als jetzt, wo weniger Vieh gehalten wurde, wo der Holz⸗ bedarf geringer und der Holzbeſtand der Waldungen beſſer war, mochte die noch jetzt beſtehende geſetzliche Beſtimmung, welche nur ein Achtel der Holzungen in Zuſchlag zu legen geſtattete, den Umſtänden angemeſſen ſeyn; allein die ſeither zugenommene Bevölkerung, die Degradation der meiſten Forſten, und der daraus hervorgehende immer ſteigende Holzbedarf haben die Lage der Dinge ſehr verändert, und dieſe kann ohne Nachtheil nicht länger ſo beſtehen.“ „Die neuern geſchickteſten Forſtmänner,« faͤhrt mein Cor⸗ reſpondent fort,„haben zwar erwieſen, daß dieſe Hutgerechtig⸗ keit für das Allgemeine von großem Nutzen und für die Holz⸗ berechtigten von keinem erheblichen Nachtheil ſey; indeſſen hat die Sache in der Ausübung doch ihre Schwierigkeiten. Die Richtigkeit jener Behauptung beſtätigt ſich zwar da, wo die Aufhütung in dem Verhältniſſe zu dem Flächenraume nur ge⸗ ringe iſt, und nur von einem oder doch nur wenigen Intereſſen⸗ ten betrieben wird. Wo dieſer Fall aber nicht eintritt, da kann bei der Holzhut keine blühende Holzeultur beſtehen. Dieſes letztere aber iſt der Regel nach die Sache in dem Paderborn⸗ ſchen, die Separation alſo zwiſchen Holz und Hut daſelbſt er⸗ forderlich.“ In wie weit alſo dieſer Meinung beizuſtimmen ſey, wage ich nicht zu ſagen, zumal könnte eine plötzliche Abänderung da von unabſehbaren nachtheiligen Folgen werden, wo ſich die Viehzucht, mithin der Ackerbau darauf gründet. Indeſſen läugne ich nicht, daß jene Holzhut, ſo wie ſie im Paderbornſchen und noch mehr im Herzogthume Weſtfalen betrieben wird, zwar die Stütze des Ackerbaues, aber nur eines ſehr kränkelnden und elenden Ackerbaues ſeyn kann. Die Erreichung des von dem Verfaſſer der angeführten Stelle vorgeſetzten Zweckes bleibt da⸗ her für das Ganze wohl wünſchenswerth; indeſſen dürften vor der Hand doch nur etwas gelindere, wenn gleich nur Palliativ⸗ mittel, angewendet werden. In dem Verhältniſſe, daß Klee und Eſparſette in Aufnahme kommen, und dahin müßte auf alle Weiſe gewirkt werden, wird das Beduürfniß der Forſthut auch abnehmen möglich welches Unrecht tretungen 6„ ſind bein zu leiſten Theile d Gatshen meier ebe Handdie tend. ein Volll dienſte z ſtellung leicht zu dienſte 3% Rthl ihm, ſe Es! Worte ei ner dienf „Ho Nachtheil wenn der Viehſtan D ſollten, man ka werth iſ D „D nachthei ders iſt! di dienſte deldarbe Leiter zurich d der Hoh⸗ lbeſſet var, ang, welche 2 geſtattete jenommene 7, und der 2 haben die 3 Nachtheil mein Cor⸗ utgerechtig⸗ die Hoh⸗ deſſen hat dten. Die 1, wo die Sne nur ge⸗ ² Intereſſen⸗ At, da kann 11. Diſſes haderborn⸗ N aſelbſt er⸗ Bſey, wage ahrung da ſich die aun laͤugne ſchen vnd ri zwar die alnden und 8 von dem bleibt da⸗ arften vor e lalliatid⸗ 3 Klee und 4 auf alle hut auch -— 327— abnehmen, und die Sache dann ohne gewaltſame Erſchütterung möglich werden. In der Zwiſchenzeit müßte das Einzelnhüten, welches ſich mißbräuchlich eingeſchlichen hat, und zu ſo vielem Unrecht Anlaß giebt, auf das ſchärfſte verboten und die Ueber⸗ tretungen des Verbots auf das nachdrücklichſte geahndet werden. Spann⸗ und Handdienſte. Spann⸗ und Handdienſte ſind beinahe auf allen Gütern des Fürſtenthums üblich. Die zu leiſtende Anzahl derſelben iſt verſchieden. In dem nördlichen Theile oder dem Amte Ringboike leiſtet der Vollmeier ſeinem Gutsherren jährlich zwei Dienſte mit Viergeſpann, der Halb⸗ meier eben ſo viele mit zwei Pferden. Die Kötter leiſten zwei Handdienſte. In dieſer Gegend wäre alſo die Laſt unbedeu⸗ tend. Es giebt aber in dem Paderbornſchen andere Orte, wo ein Vollmeier 44 Spann⸗ und ein Kötter eben ſo viele Hand⸗ dienſte zu leiſten hat. Wie bei Erſterem die eigene Feldbe⸗ ſtellung dabei beſtehen kann, und wie ſie geht und ſteht, iſt leicht zu begreifen. Es iſt wahr, daß der Meier die Spann⸗ dienſte mit 12 Rthlr. jährlich, der Kötter die ſeinige mit 3 Rthlr. abthun kann; allein die Wahl haͤngt nicht von ihm, ſondern von dem Berechtigten ab. Es wird der Sache mehr Kraft geben, wenn ich die eigenen Worte einiger meiner inländiſchen Correſpondenten, wovon kei⸗ ner dienſtpflichtig iſt, darüber anführe. „Hand⸗ und Spanndienſte haben für die Pflichtigen den Nachtheil, daß dieſe oft ihre eigenen Aecker verſäumen und, wenn der Spanndienſt ſtark iſt, einen unverhältnißmäßigen Viehſtand unterhalten müſſen.“ „Dem Dienſtberechtigten leiſten ſie ihrer Seits nicht, was ſie ſollten, denn die Arbeit geht nur langſam und ſchlecht, und man kann beſtimmt annehmen, daß ſie nur ein Drittel von der werth iſt, was man fuͤr baares Geld vollführen läßt.“— „Die Spannarbeit im Dienſte iſt dem guten Ackerbaue nachtheilig, weil ſie nie nach Schuldigkeit gethan wird, beſon⸗ ders iſt bei dem Pflügen dieſe Arbeit unbedeutend und ſchlecht.“— „Die Pflichtigen werden durch die Spann- und Hand⸗ dienſte um ſo mehr zu ihrem Nachtheile von ihrer eigenen Feldarbeit aufgehalten, als man dieſe Dienſtleiſtung dann am 328— erſten von ihnen fordert, wann die Witterung für die Feldar⸗ beit am günſtigſten iſt. Darüber verſtreicht dann nicht ſelten die goldene Zeit, und der Pflichtige mag ſehen, wie er bei un⸗ günſtigem Wetter auf ſeinem Acker fertig wird.« »Haben die Berechtigten den Vortheil von ſchnellerer Förde⸗ rung der Arbeit in Eilerfordernden Augenblicken, ſo haben ſie auch den Nachtheil, daß die Arbeit, beſonders das Pflügen, ſchlecht voll⸗ führt wird. Die meiſten der Pflichtigen ſind nur Faulenzer, mit wel⸗ chen ohne ſtrenge Aufſicht und Verdruß nichts auszurichten iſt.“ »Von Spann⸗ und Handdienſten, ſchreibt endlich ein alter Pachtamtmann, mag ich in dem ganzen Fürſtenthume nicht ein⸗ mal den Namen hören; ſie ſind mehr ſchädlich als nützlich. Der Bauer iſt allgemein von dem Prinzip beſeelt, daß, wer ſich für ſeinen Gutsherrn krank oder todt arbeitet, auf den Schindanger komme. Da überdem alle Knechte hier zu Lande geſpeiſet wer⸗ den müſſen, und zwar eben ſo gut, wie das Hofgeſinde, und noch nebenher eine namhafte Portion an Brod, Speck, Butter, oder Käſe erhalten; ſo iſt für den Gutsbeſitzer nur wenig Nu⸗ tzen von der Arbeit ſolcher Faulenzer zu erwarten; denn Der Bauer Iſt ein Bauer; Wenn er nicht muß, Regt er weder Hand noch Fuß.« Garbenzehent. Der Garbenzehent erſtreckt ſich der Regel nach auf alle Früchte, und beſteht durchgehends in der zehnten, an einigen Orten aber auch in der eilften, und an andern in der fünften Garbe. Hier wird von einem Felde auf das andere uͤber-⸗ oder fortgezählt, dort nicht. Oft ſind Klee, Flachs und Kohl vom Zehnten frei, oft nicht. Man ſcheint den ſtehenden Zehenten(das iſt nach Haufen und Stiegen) in dem Paderbornſchen nicht zu kennen. So viel ich weiß, zählt man allenthalben nach Garben. Sobald jemand aufbindet, muß der Zehntherr ſogleich auszehnten, und ſolches nennt man den Laufzehnten, weil der Zehntberechtigte dabei zu laufen hat, wobei er doch noch, und wenn er auch Argus⸗ augen hätte, betrogen wird. Moralität und Gewiſſenhaftigkeit erſtrecken ſich nicht bis auf dieſe Abgabe.— An andern Orten iſt der; auf dem ſeinen! Zehntpfl ſetzt, un der Gefa daß der! ſiht und ſehntens ſollte. in hieſe pachten, ſich zu! Heit zum den Zehn then wer Ein Mfiichtig nach der von Jah werthe ſe Menſchen zu Rhed ſein Bei W ſo wie haupten und Co It die es in de nur allz daß ſei ten Reiß zu begebe die Feldar⸗ snicht ſelten d er bei un⸗ gerer Förde⸗ en ſie auch vylecht voll⸗ rr, mit wel⸗ ten iſt.“ o ein alter a nicht ein⸗ s lich. Der eer ſich für hindanger deiſet wer⸗ Ainde, und *, Butter, apenig Nu⸗ Ienn 4 ſich der nhs in der , und an „ m Felde 2 Oit ſad ht. Man ufen und viel ich 3d jimand d ſelches Bite dabei „ Atgus⸗ Taftigkeit aren Orten — 329— iſt der Zehntpflichtige gehalten, ſeine Feldfruͤchte 24 Stunden auf dem Felde liegen zu laſſen, damit erſt der Zehntſammler ſeinen Antheil voraus abnehmen kann. Dadurch wird der Zehntpflichtige nicht wenig in ſeinem Erndtegeſchäfte zurückge⸗ ſetzt, und ſetzt, wenn ſchlechte Witterung einfällt, ſeine Früchte der Gefahr des Verderbens aus. Es iſt wohl nicht ohne Grund, daß der Bauer jedes zehntpflichtige Land als ein Stiefkind an— ſieht und behandelt. Der nachtheilige Einfluß des Natural⸗ zehntens iſt zu bekannt, als daß ich ihn hier von neuem rügen ſollte. Ich begnüge mich zu bemerken, daß einige Gemeinden im hieſigen Fürſtenthume angefangen haben, den Zehnten zu pachten, und das Pachtquantum nach der Morgenzahl unter ſich zu vertheilen; ſo daß jeder ſeinen Antheil zur beſtimmten Zeit zum Vorſteher hringt, welcher die Ablieferung nachher an den Zehntherrn beſorgt. Auf dieſe Weiſe bleibt den Ackerwir⸗ then wenigſtens das Stroh zurück.— Einige Berechtigte haben bereits ihren Zehnten an die Pflichtigen verkauft, den Maßſtab der jährlichen Entſchädigung nach den Kornpreiſen in einem Durchſchnitt von einer Reihe von Jahren feſtgeſetzt, und noch ein anſehnliches vom Capital⸗ werthe ſchwinden laſſen. Wie in ſo manchen Stücken, wo von Menſchenliebe die Rede iſt, iſt der Herr Graf von Mengerſen zu Rheder auch hierin mit gutem Beiſpiel vorangegangen, und ſein Beiſpiel iſt nicht ganz ohne Nachahmer geblieben. VI. Hindernille und Miſsbräuche. Wege. Unter den Hinderniſſen, welche der Agricultur, ſo wie allem Verkehr unter den Menſchen entgegenſtehen, be⸗ haupten die Wege allenthalben den erſten Platz. Landſtraßen und Communikations⸗Wege ſind in dem traurigſten Zuſtande. Iſt dieſer Zuſtand aber irgendwo unverantwortlich, ſo iſt er es in dem Fürſtenthume Paderborn, wo die Natur den Boden nur allzureichlich mit Steinen verſehen hat. Schade, Schade! daß ſie ihnen nicht auch zugleich Füße gab, um in geplaſter⸗ ten Reihen ſich ohne Zuthun der Menſchen an Ort und Stelle zu begeben! 3 — 330— u Die Haupthinderniſſe, die einer zweckmäßigen Verbeſſerung derſelben entgegenſtehen, ſind folgende: 1. Der Zufluß des Waſſers von den Bergen, das durch die Wege ſtrömt, ſie grundlos macht und aushöhlt. Zur Ab⸗ leitung deſſelben ſind Gräben nothwendig, und kleine Brücken, zu deren Anlegung es oft an Fond fehlt, erforderlich. 2. Das Bepflanzen der Seiten mit Holzhecken, Wald⸗ und Fruchtbäumen. O ganz gewiß iſt das Holzpflanzen bei den Landwirthen lobenswürdig, nur muß es nicht mit einer Wuth geſchehen, wie ich irgendwo wahrnahm, wo man ſich nicht begnügt hatte, den Rand der Gärten oder Weiden längs dem Wege her zu bepflanzen, ſondern auch bis außerhalb der Hecken und Gräben Bäume findet, welche die engen Straßen mitten im Sommer unfahrbar machen. Hier müßte wohl der Axt freier Spielraum gewährt werden, und keine Nachſicht auch für die hoffnungsvollſten Bäume ſtatt haben. 3. Die vielen Hohlwege, die nicht anders gebeſſert werden können, als wenn ſolche verlaſſen und die Fahrbahn über die anliegenden Felder verlegt würde. Da fehlt es denn an Mit⸗ teln, die Grundeigenthümer für ihre Aecker zu entſchädigen. 4. Mangel an Aufſehern, welche bei der Wegebeſſerung an Ort und Stelle anweſend ſind und die zwangspflichtige Concurrenz leiten, damit das, was geſchieht, zweckmäßig an⸗ gefertigt werde. So wie die Wegebeſſerung jetzt betrieben wird, helfen alle geſchriebenen und gedruckten Inſtruktionen nicht; und unbegreiflich iſt es, wie oftmal, ja faſt immer, dem eigent⸗ lichen Zwecke geradezu entgegen gearbeitet wird. Der Wegaufſeher iſt nämlich der Vorſteher, ein angeſeſſe⸗ ner Bauer aus der Gemeinde, welchem dergleichen Arbeiten eben ſo gehäſſig ſind, wie ſeinen Nachbarn, denen er jetzt be⸗ fehlen, und die er zur Arbeit anhalten ſoll. Die ihm zuge⸗ kommenen Weiſungen zu Wegebeſſerungen müſſen daher erſt nochmal wiederholt werden, ehe er Folge leiſtet; und wenn nun auch die Gemeinde einmal aufgeboten wird, ſo wird nur zum Schein geſchafft, und die Zeit unnütz zugebracht. Findet man auch hie und da einen Vorſteher, der ſich der Sache mit Eifer annehmen möchte, ſo darf er doch nicht durch⸗ greifen, haßt zu Die und für werden, die Weg derniſſen her aber auch das rung der in einen iſt. Do En Gräben Gache. von Int muſſen, Menſche gleichen wohl du für ſeine Das bei dem zu Stan Geiſtesal es in der geführt d haͤufig nicht g. ten Ufe ein. C tion do Abfluß Ueberſch Wepflan ſchaffen Krheſſerung A das durh — Zur A⸗ . n, Vald⸗ Sanzen bei wit einer ¹ man ſich den laͤngs erhalb der un Straßen wohl der Aſicht auch mart werden an über die 8 an Mit⸗ Adigen. Aebeſſerung gopflichtige aaͤßig an⸗ azyen wird, ain nicht; 1 eigent⸗ a angeſeſſe Arbeiten t jetzt be⸗ ihm zuge⸗ a aher erſt end wenn Mjitd nur 16 z ſcch der ht durch⸗ — —e Brücken, — 331— greifen, aus Furcht, ſich bei ſeinen übrigen Angeſeſſenen ver⸗ haßt zu machen. Die Anſtellung von Leuten, welche die Arbeit verſtehen, und für die Zeit, die ſie ſich dieſer Aufſicht widmen, bezahlt werden, iſt eine unumgänglich nothwendige Bedingung, wenn die Wegebeſſerung von Erfolg ſeyn ſoll. Allen übrigen Hin⸗ derniſſen läßt ſich nach und nach abhelfen; der Wegeaufſe⸗ her aber bleibt die Seele des Ganzen, und wo er fehlt, fehlt auch das Leben. Was ein kraftvoller Mann über Wegebeſſe⸗ rung vermag, das zeigte auffallend der biedere Lezay Marneſin in einem Departement, das nicht reich, ſelbſt nicht wohlhabend iſt. Doch davon anderswo. Entwäſſerungen. Die Anlegung von Entwäſſerungs⸗ Gräben der Felder und Wieſen iſt gewöhnlich eine unbekannte Sache. Bei der großen Zerſtückelung der Aecker und der Menge von Intereſſenten, die zur Anlegung der Abwäſſerung mitwirken müſſen, iſt es ganz unmöglich, unter ſo vielen unverſtändigen Menſchen eine Uebereinſtimmung zuwege zu bringen. Wo der⸗ gleichen Abwäſſerungen anzulegen ſind, müßte die Polizei alſo wohl durchgreifen, und ohne Rückſicht auf Widerſpruch jeden für ſeinen Theil zur Ausführung anhalten. Das Durchgreifen überhaupt iſt bei dem großen, zumal bei dem Bauernhaufen, ſo nöthig, daß ohne ſolches nie etwas zu Stande gebracht wird. Der ungebildete Haufe, dem es am Geiſtesauge fehlt, um ſich in das Gute hineinzudenken, ſo lange es in der Idee liegt, beherziget es nur dann, wenn er es aus⸗ geführt ſieht, und weiß dann der Hand Dank, die es that. Die Ufer an den Flüſſen, beſonders der kleinern, werden häufig vernachläßigt, und zwar dadurch, daß die Uferweiden nicht gehörig angepflanzt oder geſchont werden. Die unbedeck⸗ ten Ufer ſind jedem Angriffe des Waſſers ausgeſetzt und reißen ein. Es entſtehen Krümmungen, die nicht allein der Produc⸗ tion den guten Boden entreißen, ſondern auch den ſchnellen Abfluß des Waſſers hindern und beim Anſchwellen des Fluſſes Ueberſchwemmungen veranlaſſen. Durch eine zuſammenhängende Bepflanzung der Ufer mit Uferweiden und durch das Weg⸗ ſchaffen der Bäume daſelbſt würde dem Uebel geſteuert werden. — 332— Feldhut. Die Gemeinhut auf Feldern, ſo wie die Schaf⸗ trift⸗Gerechtigkeit einzelner Individuen auf der Brache, als Servituten in dem vorhergehenden Abſchnitte beleuchtet, gehö⸗ ren hauptſächlich unter die das Fortſchreiten der Cultur hem⸗ menden Hinderniſſe. Daher die Unmöglichkeit, die Futterkräuter in Aufnahme zu bringen! Schädlicher noch, als das angeführte Hüten im Großen, iſt das Einzelnhüten im Kleinen. „Das einzelne Viehhüten an Wegen, Zaͤunen und Reinen, ſchreibt ein ſehr bewährter Landwirth aus der Gegend von Höx⸗ ter, hat in hieſiger Gegend ſeit einigen Jahren ſehr überhand genommen. Man kann annehmen, daß an jeder Hecke, an je⸗ dem Wege, an jedem Reine, an jedem Graben ſo viel Getreide, wie ein Maͤher mit der Senſe wegnimmt, verdorben und abge⸗ hütet wird. Ich glaube nicht zuviel zu ſagen, wenn ich den Schaden von manchem Dorfe auf 150 bis 200 Rthl. anſchlage. Dieſes Hüten legt den Grund zur künftigen Felddieberei. Kin⸗ der von 9 bis 12 Jahren wenden dabei alle mögliche Ränke an, um ihrem Vieh Nahrung zu ſchaffen. Da das Weiden allein nicht zureicht, ſo ſtehlen ſie noch Getreide und Futterkräu⸗ ter, um damit zu füttern. Eine böſe Gewohnheit verliert ſich nicht, ſie nimmt gegentheils mit den Jahren zu. Die Schule wird verſäumt, und im Müßiggange wächſt der Keim des Bö⸗ ſen zum Baum des Verderbens.“ Das Uebel des Einzelnhütens wird durch die ſchmalen Streifen(Grasſcheiden) noch vermehrt, welche man gewohnt iſt, in dieſer Provinz zwiſchen Feld und Feld unberührt ſtehen zu laſſen. Dieſe Streifen dienen dann jedem Eigenthümer, oft jedem Morgen Land, zur Grenzlinie, dienen aber noch weit mehr den Mauſen und Ungeziefer zum ruhigen Hinterhalte, und der am Strick weidenden Kuh zum Pfade, um ſich zwiſchen den Getreidefeldern einzuſchleichen, und rechts und links Schaden darin anzurichten. Wo die Gerechtigkeitspflege und Handhabung der Morali⸗ tät ebenmäßig um Hülfe ſchreien, darf kein Vorwand von Milde und Mitleid abhalten, dieſe Hülfe zu leiſten. Zerſtückelung des Grundeigenthums. Dieſe geht an einigen Orten ins Unendliche. Die Maierſtaͤttiſche Verfaſ⸗ ſung iſt ten, thei die geſet Wirthen Morgen Im der Kötten der Gutst ſolche wil dem ger Denn je wenn er nothdütf dann ſin läßt erſ dieſer Fe Der in die a nachthei 15 oder Anlegun, tes Pferd ſucht nu findet er den Aecke ſes, wels holt ſich und zwe ſo kraft welches der Nä B. Wa keine 9 er ſucht mer und nur dare ſich dad die Shaf tache, als et, gehü⸗ ultur hem⸗ tterkraͤuter aangeführte 14 d Reinen, 8 von Hör⸗ ¹ uͤberhand —ke, an je⸗ * Getreide, 1und abge⸗ en ich den annſchlage. eei. Kin⸗ Zhe Nänke Weiden Dutterkraͤu⸗ lert ſic ie Schule 9 des Bi⸗ Lo ſchmalen n gewohnt ünt ſtehen znver oft 1 och wät lte, und s ſchen den 2 Schaden Mrali⸗ ld von eſe geht n Verfaſ — 333— ſung iſt ihr zwar entgegen; allein man hat in den letzten Zei⸗ ten, theils eigenmächtig, theils mit Hülfe der Gerichte, über die geſetzlichen Beſtimmungen ſich hinausgeſetzt, und ſchlechten Wirthen Gelegenheit gegeben, das Ihrige bis auf den letzten Morgen durchzubringen. Im Paderbornſchen iſt in neuern Zeiten die Zertheilung der Köttergüter faſt uͤberall gäng und gebe geworden, ohne daß der Gutsherr etwas dagegen einzuwenden wagen durfte. Eine ſolche willkührliche Zerſplitterung des Grundeigenthums iſt bei dem geringen Grade der Induſtrie unbezweifelt nachtheilig. Denn jetzt haſcht jeder nach Grundeigenthum und iſt zufrieden, wenn er deſſen ſo viel beſitzt, daß er für ſich und ſeine Familie nothdürftig Kartoffeln und etwas Brodkorn ziehen kann. Als⸗ dann ſind ſeine Wünſche erfültt, und in ſorgloſer Ruhe über⸗ läßt er ſich der Zukunft; daher denn überall die große Armuth dieſer Familien. Der ſtete Wechſel des Grundeigenthums von einer Hand in die andere iſt der erhöhten Production ſchon an und für ſich nachtheilig; und wenn nur der kleine Grundeigenthumsbeſitzer 15 oder 20 Morgen beiſammen hat, ſo geht ſein Beſtreben auf Anlegung einer eigenen Wirthſchaft hin. Er kauft nun ein al⸗ tes Pferd, ſpannt mit dieſem ein Rind oder eine Kuh vor, und ſucht nun ſeinen Viehſtand immer mehr zu vergrößern. Dazu findet er ſich bald im Stande; denn ſobald nur der Schnee von den Aeckern verſchwunden iſt, bringt er ſein Vieh hinaus. Die⸗ ſes, welches nur eben noch ſo in der Haut zuſammenhängt, er⸗ holt ſich bald auf dem grünen Roggen, der ihm nicht angehört, und zwar ſo, daß bei der Frühjahrsbeſtellung dieſes Vieh eben ſo kräftig zu arbeiten im Stande iſt, als das ſeines Nachbarn, welches auf dem Stalle bleiben mußte. Iſt nun vollends in der Nähe ſolcher kleinen Wirthe eine Stadt befindlich, wie z. B. Warburg, welche über 6000 Morgen Ackerland beſitzt und keine 9 Spannpferde hält, dann iſt das Unglück noch größer; er ſucht nun ſeinen Viehbeſtand, der ihm im Frühjahr, Som⸗ mer und Herbſt nichts koſtet, zu vergrößern, und denkt dann nur darauf, wie er damit die Aecker für Andere bearbeiten und ſich dadurch baar Geld verdienen will. Die Umgegend von Warburg liefert hiervon den beſten Beweis. Es iſt allerdings ſchwer, dieſem Uebel abzuhelfen, weil es einmal zu tief einge⸗ wurzelt iſt, und die Exiſtenz ganzer baͤuerlicher Familien dar⸗ auf beruht. Aber nichts deſto weniger iſt es ein monſtröſer Auswuchs, der ſich durch Mangel einer gehorigen Dorfordnung und polizeilicher Aufſicht bis zu dieſem Grade ausgebildet hat. Seine Fortdauer, welche die Sicherheit des Eigenthums aller übrigen Bürger gefaͤhrdet, kann nie rechtlich begründet werden, und es iſt Pflicht, dieſe Uebel, wenn auch die Operation ſchmerz⸗ haft ſeyn ſollte, wie ſie es nothwendig ſeyn muß, zu entfernen. Und dies kann nicht anders geſchehen, als wenn das Hüten des Zugviehes, ſowohl bei Tage als bei Nacht, gänzlich unterſagt wird. Freilich werden dann alle Ackerwirthe dieſer Klaſſe ihre Exiſtenz gefährdet fühlen und Lärm ſchlagen; allein nie wer⸗ den ſie den tolerirten Zuſtand als Rechtszuſtand zu erweiſen im Stande ſeyn. VII. Betchaktenheit des Erdbodens. Die Oberfläche des Landes iſt durchgehends hügelig, wech⸗ ſelt dennoch nicht ſelten mit ſchönen Flächen ab. Sie erhebt ſich, ihrer ganzen Breite nach, gegen das Teutoburger Wald⸗ gebirge und bildet daher eine doppelte Abdachung, wopon ſich die eine nach der Weſer, die andere nach der Alme zu ſenkt. Auf dieſer, oder der weſtlichen Abdachung, iſt der Flötzkalk vorherrſchend, ſtatt daß die öſtliche Abdachung meiſt aus eiſen⸗ ſchirfigem Thone beſteht, welcher aber durchgehends auch reich an Kalk iſt und eine ſehr gute Erdart bildet. Der Boden die⸗ ſer öſtlichen Seite iſt beſonders in der Gegend von Höxter von einer blutrothen Farbe. Er ſcheint offenbar aus den rothen Felſen entſtanden zu ſeyn, welche das Weſerthal begrenzen. Ich bin überzeugt, daß das Eiſen eine größere Rolle in der Vegetation ſpielt, als wir glauben. Ich habe noch wenig ſtark⸗ rothen Lehmboden gefunden,— von Sand und Moor iſt hier keine Rede,— der nicht gut und fruchtbar, und ganz beſonders fur das Gehölz geeignet war. Doch findet man auch an den Bergen einen naſſen, thonigen, eiſenhaltigen Boden, der bei trockenem nicht bea Die welche m oder wer Felſen ge Grund. Im Ganz Der burger B iſt hier Bohnen, det er Feuchtig daſelbſt b In Gand, t der größ ein Dritt 4 Pfer 6 bis 29 his 2 Zuch 2 Dier 1 bis Der Magde Der 6 gGr. Seaz Der vom Gem Noralitz Am dalleꝛdings Stief einge⸗ ilien dar⸗ monſtriſer ¹ rfordnung Rildet hat. uums aller et werden, an ſchmerz⸗ entfernen. an Hüten des 8 unterſagt Klaſſe ihre nie wer⸗ erweiſen — alig, wech⸗ zie erhebt aer Wald⸗ oopon ſich vtzu ſenkt, 8Flötzkalk Fiis eiſen⸗ Such reich oden di⸗ xter von n rothen a egrenzen. cee in der aai ſut z ii hier neſonders un an den 9 der bei — 335— trockenem Wetter ſteinhart und bei der Näſſe flüſſig wird, und nicht bearbeitet werden kann. Die weſtliche Hälfte des Landes beſteht aus Kalkfelſen, welche mehr oder weniger mit Erde bedeckt, und daher mehr oder weniger zur Cultur geeignet ſind. Manchmal liegt der Felſen ganz zu Tage, manchmal decken ihn nur ein Paar Zoll Grund. Durchgehends iſt die Krume mit Steinen gemiſcht. Im Ganzen leidet dieſe Landſeite von der Trockenheit. Der beſte Boden findet ſich ohne Widerſpruch in der War⸗ burger Börde und in der Gegend von Nieheim. Der Boden iſt hier gleich gut zu Weitzen, Roggen, Gerſte, Hafer, Erbſen, Bohnen, Wicken, Linſen, Flachs und Raps geeignet. Nur lei⸗ det er in naſſen Jahren an einigen Orten durch den keine Feuchtigkeit durchlaſſenden Thonmergel, der den Untergrund daſelbſt bildet. VIII. Zulammentetzung der Wirthſchakten. In dem nordweſtlichen Theile des Fuͤrſtenthums, wo theils Sand, theils feuchter ſchwerer Boden iſt, findet man auf einem der größern Colonate von etwa 45 Magd. Morg., worunter ein Dritttheil Grasgrund: 4 Pferde und ein Paar Fohlen, 6 bis 10 Kühe, einiges Jungvieh, 20 bis 40 Schafe, auch wohl keine, 2 Zuchtſaue, ein halb Dutzend Zöglinge, 2 Dienſtboten, 1 bis 2 Tagelöhner. Der Knecht kommt an Lohn in allem auf 26 Rthl., die Magd auf die Hälfte. Der Tagelöhner erhielt vor Zeiten 2 gGr.(mit Koſt) oder 6 gGr. ohne Koſt. . Jetzt im erſten Falle 3, im letztern 8 gGr. Der Tagelohn iſt alſo um ¾ geſtiegen; daſſelbe gilt auch vom Geſindelohne. Dabei hat das Branntweintrinken zu⸗, Moralität und Fleiß aber haben abgenommen.— Am beſten ſtehen ſich die Colonat⸗Familien, worin die Kin⸗ — 336— der groß und zahlreich genug ſind, um Knecht⸗ und Mago⸗ dienſte verſehen, daher fremden Geſindes entbehren zu können. Selten will das Kind von einem ſolchen Colonate anderswo dienen. Sie bleiben darauf, bis zu ihrer Verheirathung, ver⸗ ſehen alle Arbeiten treulich mit, und erwerben ſich nebenher etwas mit Anfüttern von Fohlen und Schafen.— Dieſes gute patriarchaliſche Hausweſen hat nur das gegen ſich, daß ſich die Kenntniſſe darin wenig erweitern, und alles daher ewig auf demſelben Fuße bleibt. Indeſſen, iſt dieſer Fuß gleich etwas ungeſchickt geſtellt, ſo ſteht er doch feſt und ſicher. Die Kötter halten gewöhnlich ein Paar Pferde und mie⸗ then noch einiges Land dazu. Die Pferde gehen im Sommer auf die Weide, im Winter erhalten ſie etwas Heu und wenig oder keine Körner. Der Kötter zieht auch wohl ein Fohlen zum Verkauf an und hält dabei ein Paar Kühe. Seine Kinder, wenn ſie her⸗ angewachſen ſind, bleiben nicht, wie die der Meier, zu Hauſe, ſondern verdingen ſich auswärts. Bei ihrer kleinen Wirthſchaft leben ſolche Leute manchmal ganz gut. Weit ſchlechter iſt der Stand des Heuerlings oder Tagelohners, der bei dem Coloner eine kleine Wohnung nebſt etwas ſchlechtem Lande zum Ge⸗ müſebau in Miethe hat, wofür er dem Eigenthümer auf den Wink zu Gebote ſteht; er erhält dabei 2 gGr. nebſt Koſt an den Tagen, wo er für den Maier ſchafft. Die Anzahl dieſer Leute hat ſich in neuern Zeiten ſehr ver⸗ mehrt, und es giebt Gemeinden, wo noch einmal ſo viel ſolcher als angeſeſſener Familien wohnen. Es giebt Bauern, die 3 bis 4 Hütten bauen und ſie mit Heuerlingen bevölkern, über welche ſie jederzeit zu gebieten haben. Iſt dieſes vielleicht ein Vortheil für ſie, ſo iſt es keiner für den Staat. Man muß nämlich diejenigen Tagelöhner von Profeſſion, welche einen eige⸗ nen, wenn auch kleinen Aufenthalt haben, nicht mit Heuerlin⸗ gen verwechſeln. Jene ſind und bleiben immer freie Leute. Finden ſie bei einem Herrn keine Arbeit, ſo finden ſie ſolche bei einem andern; ihre Stunden ſind daher nicht beſchäftigungs⸗ los, und das Anhaltende der Arbeit gewöhnt ſie an Fleiß, erhält ſe in gen trif nicht uö ſie ſich topf, od ken. D ſer ſie n ſch nicht nichts ve Handwer und Nie voll klei den Bet ſeinem; Entſchäd Holz mit Heuerling oder ſchw da er auc profeſſion bleibt, we durchbrin. 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Wenn ſie alſo nicht nebenher ein kleines Handwerk treiben, ſo iſt ein Theil ihres Lebens im Müßiggang und Nichtsthun verloren. Dabei ſitzt das Haus nicht ſelten voll kleiner Kinder, die, wenn ſie nicht auf den Raub, doch auf den Bettel ausgeſchickt werden. Der Vater ſelbſt macht es bei ſeinem Bauern nicht beſſer, und nimmt am Abend zu ſeiner Entſchaͤdigung einige Lebensmittel oder auch nur ein Scheit Holz mit, die er ſeinem Miethherrn entwendet hat. Wird der Heuerling, noch ehe ſeine Kinder zur Arbeit tauglich ſind, alt oder ſchwächlich, ſo muß er mit Frau und Kinder weg, und da er auch anderswo keine Aufnahme findet, ſo iſt die Bettel⸗ profeſſion die einzige Stütze, die ihm und ſeiner Familie über⸗ bleibt, wenn ſie ſich nicht allenfalls auf unrechtlicheren Wegen durchbringen will. Es iſt dieſes ein trauriges, aber leider nur allzutreues Bild der Lage der Dinge, und es iſt nicht erſt heute, daß man ſolches einzuſehen anfängt. Schon die früheren Landesfürſten erließen daher die heilſame Verordnung, daß ſich keine Perſo⸗ nen verheirathen dürften, wenn ſie nicht vorher nachgewieſen haͤtten, daß ſie eine eigene, daher ſtabile Wohnung fanden. Unglücklicherweiſe iſt das ſeit 24 Jahren in Vergeſſenheit ge⸗ rathen. Hänschen und Gretchen verbinden ſich nunmehr ohne alle Umſtände und ſchlüpfen in die erſte Heuerlingshütte, welche ſie leer finden.— Ich habe den gleichen Umſtand ſchon anderswo berührt. Die Benutzung der Gemeinweiden und Marken hat die Klaſſe der Heuerlinge bisher noch einigermaßen aufrecht gehalten; werden jene Gründe nun getheilt, und die Heuerlinge bei der Thei⸗ lung gänzlich übergangen; ſo wird Noth und Elend reißend un⸗ Schwerz, Landwirthſch. 22 — 338— ter ihnen zunehmen, beſonders da, wo ſie keine zureichende Beſchäftigung finden, welches kaum in den Volksfabrikgegenden, alſo noch weniger im Paderbornſchen der Fall iſt. In dem weſtlichen Theile des Fürſtenthums Paderborn fand ich eine ſehr ſchöne Wirthſchaft, die des Baron von Bren⸗ gen zu Erdberenburg. Sie hält auf 900 Morgen Ackerland und 54 Morgen Wieſen 14 Zugpferde, außer den herrſchaftlichen Kutſch⸗ und Reit⸗ pferden, 4 Zugochſen, 64 Stück Hornvieh, 1100 Schafe. Von dem Ackerland werden alljäahrlich beſtellt: 230 Morgen mit Winterfrucht, 200— mit Sommerfrucht, 140— mit Rauhfutter, 80— mit Klee, 84— liegen in Esparſett. Das Uebrige iſt reine Brache oder Hackfrüchte. In dem öſtlichen Theile oder der Gegend nach der Weſer zu findet man auf Wirthſchaften von 509 Morgen gewöhnlich 12 Pferde, auch wohl noch ein Geſpann Ochſen, 24 Milchkühe, 5 bis 600 Schafe, 40 bis 50 Schweine, nach der Ausdehnung der Weide, die man dafür hat. Auf 4 Pferde wird ein Knecht, und auf 20 Stück Horn⸗ vieh eine Magd gehalten. In Wirthſchaften von 60 bis 70 Morgen Ackerland, wo⸗ bei 60 Morgen Wieſen, hat man 4 Pferde und ein Paar Fohlen, 7 Kühe, 4 Rinder, 4 bis 6 Schweine, 1 Knecht, 1 Jungen und eine Magd. Im Ganzen iſt in allen kleinen Wirthſchaften das Ver⸗ haͤltniß des Zugviehes zum Areal außer allem Verhaͤltniß. Es giel Pferde, einen 3 gen fin vieh h. von der ſehen, i burg fäͤ beſitzt, dnd wi Geſpat durch Seiten der Ba den Ge B6 ſehte) d für für für Di Suppe. D. Pfund, lichen S Käſe, Butter A die W D Mann Brannt die Fre s zzureichende mitgegenden, * Paderborn ₰ von Brey⸗ 1 Ackerland Gund Reit⸗ 3 21 der Weſer wöhnlich 1 eeide, die Oeck Horn⸗ and, wy⸗ das Ver⸗ hoͤltniß. — 339— Es giebt Gemeinden, wo man auf 100 Morgen Ackerland 5 Pferde, ohne die Fohlen, hat; andere, wo man 5 Pferde und einen Zugochſen, andere ſogar, wo man 7 Pferde auf 100 Mor⸗ gen findet. Man ſollte beinahe ſagen, man hielte das Zug⸗ vieh hier des Dunges wegen, um den zu erſetzen, den man von dem Nutzvieh entbehrt. Es iſt nichts Seltenes, Dörfer zu ſehen, in welchen man mehr Pferde als Kühe findet. In War⸗ burg fällt man in das entgegengeſetzte Extrem. Dieſe Stadt beſitzt, wie ich glaube, eine Feldmark von 6000 Morgen; dazu ſind nicht 6 Perſonen darin, welche eigenes oder zureichendes Geſpann haben. Die Geſpannarbeit geſchieht im Verdinge durch die benachbarten Bauern, daher die ſchlechte Erndte von Seiten der Bürger, und das überflüſſige Geſpann von Seiten der Bauern! Daher die Mißbräuche der weidenden Pferde auf den Gemeingründen und den daran gränzenden Feldern. Bei der Unordnung herſcht eben ſo gut eine zuſammenge⸗ ſetzte Verkettung, als bei der Ordnung! Der Lohn iſt: für einen Großknecht 20, 25 bis 30 Rthl., für einen Kleinknecht 15 bis 20 Rthl., für eine Magd 8, 9 bis 12 Rthl. Die Beköſtigung beſteht Mittags aus Gemüſe, L bends aus Suppe. Dienſtags, Donnerſtags und Sonntags erhält jeder ¼ Pfund gekochtes Fleiſch. Daneben erhalten wöchentlich die männ⸗ lichen Dienſtboten 18 Pfund Brod, ¾ Pfund Butter, 9 kleine Käſe, die weiblichen Dienſtboten 12 Pfund Brod, ½ Pfund Butter, 9 Käſe. An hohen Feſttagen werden Kuchen von Weitzenmehl gebacken. In den größern Wirthſchaften werden in der Regel 6 Tag⸗ löhner gebraucht. Zur Erndtezeit hat man ihrer 20 bis 50 nöthig, je nachdem die Witterung ſolches erheiſcht. Der Tagelohn iſt von Johanni bis Martini für den Mann 7, die Frau 5 Mgr.(à 8 Pfennige) und Jedem 2 Glas Branntwein; von Martini bis Johanni für den Mann 6, die Frau 4 Mgr. — 340— Da aber der Landwirth ſeinen Tagelohnern gewöhnlich et⸗ was Land zum Leinſäen und Kartoffelpflanzen überläßt, ſo wird der Werth dafür folgendermaßen berechnet: Für jede Ruthe Kartoffelland zahlt der Tagelöhner 2 Mrgr., alſo vom Morgen 6 Rthl. 24 Mrgr; für zwei Spint Lein 12 Mrgr., thut per Morgen 4 Rthl. Wurzelland per Ruthe einen Schilling, macht per Morgen 15 Rthl. 15 Sch. Die Grundſtucke müſſen zu dieſem Behuf von dem Eigen⸗ thümer gedüngt und gepfluͤgt werden. Hat der Tagelöͤhner eigene Grundſtücke, ſo werden ihm dieſe von ſeinem Brodherrn beſtellt, und dann für das Pflügen pro Morgen 12 bis 15 Mrgr., wird dagegen ein Morgen Gerſte bis zur Beſtellung vollſtändig bearbeitet und geegget, 1 Rthl. angerechnet. Die Zeitpächter großerer Güter, denn bei den kleineren kommt keine Zeitpacht vor, ſind gewöhnlich wohlhabend, da ihr Pachtzins nicht übertrieben iſt, und ſie durch den emporge⸗ kommenen Futterkräuterbau bedeutend gewonnen haben. Man findet unter den Privatpächtern der Edelgüter viele gebildete, des Ackerbaues kundige und wohlgeſittete Leute, die, zuerſt aus dem Hannöverſchen, Braunſchweigiſchen, Heſſi⸗ ſchen, Lippeſchen und Waldeckſchen kommend, ſich in hieſiger Gegend anpachteten und durch ihr Beiſpiel viel Gutes verbrei⸗ teten und Nachahmung bewirkten. Die Urſache, warum ſich ſo wenig Paderborner mit ſolchen großen Pachtungen befaßten, waren wohl die Ausſichten, welche ſich für die Landeskinder, welche mit ein wenig geſundem Ver⸗ ſtande zur Welt kamen, öffneten. Daß die Zeiten Manches hierin geändert haben, ſieht man auch bei dem Adel, unter welchem jetzt Viele ihre Güter für eigene Rechnung bewirthſchaf⸗ ten laſſen. Ich kann unter dieſen die von Brenckenſche Wirth⸗ ſchaft zu Erdberenburg als ein Muſter anführen. Für die Ge⸗ gend von Nieheim u. ſ. w. will ich einen alten und ſehr er⸗ fahrnen Mann ſelbſt hier ſprechen laſſen. Iſt er gleich ein we⸗ nig wortreich, ſo ſchildert doch das, was er ſagt, das Innere 4 der Pad was dabt ſagt der 100 Mil Sommel Pferden, bis 600 betrieben! weinbrent halten, erſetzen. n38 29 Mo von 9 b kühen, zuten Zi A Ferke ſem An terten, herabſin tungen ßern, der Wir daß, we Abend: höfe, w. und ein am Mo Pferde vom be 4 bis; ſau hat 9 Stüc Pferd ſage ich bis 150 Ki 2 oͤhnlich ei ertlͤßt, ſo At Mtxr =it Lein h uthe einen vem Eigen⸗ berden ihm as Pflügen Dcgen Gerſte r., 1Rth aG kleineren abend, da emporge⸗ an. delguter ttete Leute, en, Heſſ⸗ Sin hieſiger des verbrei⸗ zzit ſolchen ann, welche 1 dem Ver⸗ 1 Manches eel, unter wwirihſchaf he Wiriſ⸗ di be⸗ an ſehr er⸗ at ein we⸗ 6 Innere — 341— der Paderbornſchen Wirthſchaften ſo treulich, baß ich nicht gern was davon wollte verloren gehen laſſen.„Große Wirthſchaften, ſagt der alte Pachtamtmann Lender, wozu 500 Morgen Land und 100 Morgen Wieſen und Weiden gehören, mit hinreichender Sommerhut für Schafe und Rinder, können mit 14 bis 16 Pferden, 30 Kühen und 30 bis 40 Stück Güſten Hornvieh, 500 bis 600 Schafen und einer Schweinezucht von 100 und mehreren betrieben werden; beſonders wenn das Gut mit einer Brannt⸗ weinbrennerei verbunden iſt. Will man der Pferde nicht ſo viele halten, ſo können 3 Ochſenpflüge ein Viergeſpann von Pferden erſetzen.“ „Bürger⸗ und Bauerngüter von 150 Morgen Land, 14 bis 20 Morgen Wieſen und einer Weide für 6 bis S Kühe, alſo von 9 bis 12 Morgen können ſich mit 6 Pferden, 6 bis 8 Milch⸗ kühen, 10 bis 12 Rindern, 20 bis 30 Schafen und ein Paar guten Zuchtſaͤuen, ſo jährlich 2 mal werfen und im Durchſchnitt 24 Ferkel aufbringen, ganz füglich durchbringen; und nach die⸗ ſem Anſatze regulirt ſich der Viehſtand auf den minder Begü⸗ terten, welche von 100 auf 20 oder gar noch weniger Aecker herabſinken. Doch trifft man wohl in ganz kleinen Haushal⸗ tungen oft einen angemeſſenern Viehſtand an, als in den grö⸗ ßern, welches aber von der innern Einrichtung und dem Fleiße der Wirthin am meiſten abhäͤngt, beſonders da dieſe dafür ſorgt, daß, wenn das Vieh von magerer Hut nach Hauſe kommt, es am Abend volle Krippen und Tröge finde.— Ich kenne Bauern⸗ höfe, wozu 60 Morgen Ackerland, 5 bis 6 Fuder Heuwuchs und ein Garten von einem Morgen gehören, die ihr Hornvieh am Morgen ins Gehölze, Nachmittags auf eine Dorfshut, ihre Pferde aber zur Nachtzeit in eine abgeſonderte Weide, nicht vom beſten Grunde, bringen, welche 4 bis 5 Pferde, 1 Fohlen, 4 bis 5 Kühe, 5 bis 6 Schafe und gewöhnlich eine gute Zucht⸗ ſau halten, wovon ſie die Einſchlachtſchweine erzeugen und wohl 9 Stück Ferkeln oder kleine Faſel verkaufen, auch jährlich ein Pferd und eine Kuh abzuſetzen haben, welche Wirthſchaften, ſage ich, aus dem Ueberſchuſſe ihrer Kornfruchte jährlich 100 bis 150 Rthlr. zur Seite legen. „Eine ſolche Meiereiſtätte hält höchſtens einen Knecht und eine Magd; ſind aber Kinder vorhanden, dann erſetzen ſolche mit 15 bis 20 Jahren das fremde Geſinde. Nur in der Erndte müſſen Tagelöhner zur Hülfe genommen werden, wenn man zei⸗ tig damit fertig werden will.“ »Wie ich Anno 1769 ins hieſige Land kam, erhielt ein Groß⸗ knecht 15 Rthl. ein Kleinknecht 9 Rthl. ein Küchenmädchen und Vieh⸗ meierſche 7 Rthl., ein Losmädchen, ſo allerlei Arbeit verrichtet, 6 Rthl. und 12 Mgr. Weinkauf. Dazu der Mannkerl wöchentlich 18 Pfd. Brod, ¾ Pfd. Butter, ¾ Pfd. Speck, 7 Käſe oder ¾ Pfd. Ein Maͤdchen 14 Pfd. Brod und ½ Pfd. Butter, ½ Pfd. Speck, und auch 7 Käſe; übrigens wurde ihnen am Sonntage geſchälte Gerſte und Kartoffeln, in der Woche Gruͤtze, Erbſen, Feldboh⸗ nen oder Gartengewächſe aller Art, jedoch immer mit Kartoffeln vermiſcht, gereicht. Denn dieſe ſind die wahren Lieblingsſpei⸗ ſen des arbeitſamen Publikums. Alsdann erſparte ſich der Knecht und die Magd wöchentlich ein Brod à 6 Pfd., ſo 3 Mgr. galt und den Lohn vermehrte; die Mägde nahmen gewöhnlich für ihr halbes Pfd. Butter 2 Mgr., um ſich in Kleidung zu ſetzen.— In den Bauern⸗Haushaltungen ſpeiſten Herr und Ge⸗ ſinde an einem Tiſche, ſo wie es die Reihe der Jahreszeit mit ſich brachte.« „Jetzt aber nimmt ein guter Großknecht 24 bis 30 Rthl. Lohn, ein ordinairer Kleinknecht 15 bis 18 Rthl. und eine Magd 10 bis 12 Rthl.“ „Auch iſt auf den Bauer⸗ oder Bürgergütern und den mehr⸗ ſten Pachthöfen der Gebrauch, daß alle Morgen die Dienſtboten Milchſuppe mit Mohl erhalten.« „Der Familienzuſtand und die haͤuslichen Verhaͤltniſſe der Höfner, Maier und Colonen iſt gar verſchieden. Die mehrſten, die gute Wirthſchafter ſind, ſchlachten gehörig ein, und leben von der Milch und Federviehzucht ziemlich gemächlich und ord⸗ nungsmäßig mit ihren Hausgenoſſen. Uebrigens kommt in der Woche gewöhnlich nur 2 oder 3 Mal Schweinefleiſch vor. Die Kötter und Brinkſitzer, nebſt verſchiedenen Meiern, müſſen ſich ſchon etwas knapper ernähren und ihre größte Zuflucht zu den Hülſengewächſen und dem Pflanzenreiche nehmen. Doch haben einige der ſo guten „Die bis 1 ½” 1 bis 2 vom Hal Felder un Möhren, Gegen R aber der! das nöt müſſen ſ „Vü waren fe nige an dieſe in junge mit ordi ein Gut. tes Feld Gpeck, merfelde frucht be terung d lieferte, konnten was erle aber jec durch N baar be zenten häßliche und Gt oder Pf züge, pt wann die di A en ſolche an her Erndte — man za⸗ Din Groß⸗ ind Vieh⸗ Wichtet, 6 öntlich 18 *** Pf. d. Speck, an geſchälte Feldboh⸗ Kiartoffeln ingsſpei⸗ Sriich der 3 Mar. vhnlich dung zu K und Ge⸗ e zzeit mit 80 Rthl. ee Magd 3 meht⸗ ie ſitboten iſſe der m jehrſten, d leben nd ord⸗ r in der . Die ar en ſich bn zu den ac haben — 343— einige der Fleißigern darunter oder der Handwerker einen eben ſo guten Tiſch, wie mancher der vorerwähnten.“ „Die Heuerlinge, ſo etwa eine oder zwei Kühe halten und 1 bis 1 ½ Morgen Gartenland beſitzen oder pachten, ſchaffen ſich 1 bis 2 Ferkeln vor Petri an, füttern ſolche mit allerlei Abfall vom Haushalte und aus den Gärten bis zur Stoppelhut der Felder und mäſten ſolche nachher mit kleinen Kartoffeln und Möhren, worunter der Abfall des Mahlkorns gemengt wird. Gegen Neujahr wird bei ihnen eingeſchlachtet; dabei muß ſich aber der Heuerling beſtreben, für andere zu arbeiten, damit er das nöthige Korn und Futter beiſchaffe. Weiber und Kinder müſſen fleißig ſpinnen und ſtricken.“ „Vor 46 Jahren, und gleich nach dem ſiebenjährigen Kriege, waren faſt alle adeliche Güter an Ausländer und nur ſehr we⸗ nige an Einlaͤnder verpachtet oder in Adminiſtration gegeben. Dieſe Pächter, reputirlichen und büͤrgerlichen Standes, da ſie in jüngern Jahren als Verwalter in ihrem Lande gedient und mit ordinairem Vermögen etwa einer Jahrespacht, zur Caution, ein Gut antreten konnten, wo ihnen der Verpächter ein comple⸗ tes Feld⸗ und Vieh⸗Inventarium, Vorräthe zum Haushalt an Speck, Würſten, Butter u. dgl., nebſt der Einſaat zum Som⸗ merfelde und das geſchnittene Lentenfutter, das aus allerlei Rau⸗ frucht beſteht, deſſen man ſich in den Sommermonaten zur Füt⸗ terung der Pferde bedient, ohne Zahlung, doch pro taxato, frei lieferte, welches wohl drei, vier, fünf bis 6000 Rthl. betrug— konnten ſich ziemliches Vermögen erwerben, und ihre Kinder et⸗ was erlernen laſſen.— Die Altmänner dieſer Gattung exiſtiren aber jetzt in gar geringer Anzahl.— Die mehrſten Güter werden durch Meiſtgebot verpachtet; das geſammte Inventarium muß baar bezahlt werden, wozu Geld erborgt und mit ſtarken Pro⸗ zenten verzinſt werden muß. Dazu kommt der einſchleichende häßliche Luxus, ein Ruin vieler Familien.— Mancher Pächter und Gutsbeſitzer unternimmt nicht mehr eine Reiſe zu Fuße oder Pferde zu machen; es müſſen jetzt koſtbare Chaiſen, Poſt⸗ züge, präͤchtiges Geſchirre, lange Leinen da ſeyn, ſonderlich wann die liebe Dame mitfährt.“ „Dieſe mißlichen Umſtände der jetzigen Mode haben einen — 44— großen Einfluß auf die Wohlhabenheit der Zeitpächter. Es er⸗ halten ſich nur noch einige Alte. Manche unter den neuern ge⸗ hen zu Grunde, oder müſſen ihre Pachtungen vor der Zeit des Ablaufs verlaſſen, obgleich alle Produkte gegen ſonſt aufs Höchſte geſtiegen ſind““ So weit Lender. Der ſüdliche Theil des Landes oder die Warburger Börde hat einige Eigenthümlichkeiten bei dem Geſinde, deren ich noch erwähnen muß. Das Geſinde erhält nicht Brod, ſondern blos Brodteig, die einen 18, die andern 12 Pfund. Gewöhnlich erſpart jeder Dienſt⸗ bote ein Brod auf die Woche, welches er veräußern kann. An Butter erhält der Knecht nur 12, die Magd 10 Loth auf die Woche. Statt des warmen Fruͤhſtücks wird ein Glas Branntwein gereicht. Mittags und Abends giebts ein Gemüſe, oder eine mit Kartoffeln ausgerüſtete Suppe, und dreimal in der Woche Fleiſch. Die Koſt iſt das ganze Jahr über die nämliche; nur erhält Jeder in der Erndte 4, und bei ſehr ſtrenger Arbeit 5 Gläſer Branntwein. Dem Säemann gebührt, Morgens und Nachmittags, ein Glas extra. Der viele Branntwein wird in dieſer Gegend verzeihlich, indem hier der Gebrauch herrſcht, daß das Garbenbinden in der Erndte zur Nachtzeit geſchieht, und tritt ungünſtige Witterung ein, bei welcher nicht gebunden werden kann, ſo wird, ſtatt dieſer Arbeit, Nachts um 1 Uhr der Flegel zur Hand genommen und das Saatkorn gedroſchen. Ueberhept bindet man ſich in dieſem Theile an keine Stunden und ſchafft, was das Zeug haͤlt, welches alles in dem übrigen Theile des Fürſtenthums nicht angenommen iſt. 1 Dagegen herrſchte in der Warburger Gegend, und herrſcht noch zum Theile, wiewohl gegen eine beſtehende Verordnung, der Gebrauch, den Knechten eine Anzahl Ruthen Getreide auf dem Felde, als Theil des Lohns, zu überlaſſen. Der Knecht hat das Recht, ſich die beſten Früchte auszuſuchen, welche er auf ſeine Koſten binden läßt, die aber ſein Meiſter koſtenfrei nach ſeiner Heimath bringen laſſen muß. demtt 4 Rthl t 1 bis 1bis E bis 18 ſtellent Der 1 3 Rthlns 36 Mo . Moſt 2 Epi t Aufic dieſe mint eingeſtelln knechts it A Rtho Mi 3 Gpi t Einat 13 Rthl. Ich t ſie durche und ebend ſes an dir Bauer dor ränchert dh Wich wiß in Niel den Gru. richtung halten ſo Regenwaf ſäͤtte it r. 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Ich uͤbergehe die Gebäulichkeiten im Paderbornſchen, weil ſie durchaus nach der Art der Münſterländiſchen eingerichtet und eben, wie dieſe, ohne Rauchfang ſind. Obſchon man die⸗ ſes an den neuern Gebäuden zu vermeiden ſucht, ſo thuts der Bauer doch nicht gern, indem dadurch ſeine Schinken und ge⸗ räuchert Fleiſch an Güte verlieren. IX. Dung und Dungltätte. Wie allenthalben, mit wenigen Ausnahmen, alſo auch ge⸗ wiß im Paderbornſchen, wird die Miſtſtätte vernachlaͤßiget. Niemand bezweifelt, daß ſich der Ackerbau vor allem auf den Grund gründe, und Niemand denkt auf die gehöͤrige Ein⸗ richtung der Werkſtaͤtte, wo er ſeine letzte Vollkommenheit er⸗ halten ſoll. Keine muldenförmig gepflaſterte, das überflüſſige Regenwaſſer abhaltende, mit Jauchenfängen angefertigte Miſt⸗ ſtaͤtte iſt zu finden. Man iſt froh, wenn der Dung nur aus — 346— den Stäͤllen hingeſchleppt iſt, da mag er liegen, und die laͤſtige Jauche laufen, wo ſie einen Ausgang findet. Der Miſt bleibt bei einigen 3, bei einigen 8 Tage unter dem Hornviehe liegen. Schaf⸗ und Ziegenmiſt bleibt im Stalle bis zum Wegbringen aufs Feld, welches nach Beſtellung der Sommerfrüchte geſchieht, wenn die Brache zum zweiten Mal gepflügt wird. Das Streu. ſel beſtehet aus Stroh, welches, wenn es vom Weitzen oder Roggen iſt, vorher in der Mitte durchſchnitten wird, welches jedesmal wirthſchaftlich, im Frühjahre aber, wo es nicht lange Zeit hat, im Miſt kurz zu werden, vorzüglich gut iſt. Wo Schafe gehalten werden, wird das Stroh zuerſt dieſen in die Raufen geworfen, und, wenn ſie das Ihrige herausgeſucht ha⸗ ben, unter das übrige Vieh geſtreut. Daſſelbe geſchiehet am Abend bei den Kühen mit dem Gerſten⸗ und Wierſtroh. Schafe ſtreuen ſich ſelbſt, zumal da ihnen das Stroh beinahe von dem ganzen Rauhfutter⸗Vorrath vorgeworfen wird. „Damit der Miſt, ſagt ein alter Praktikus, ſo wie er aus dem Stalle kommt, ſogleich gebreitet, geebnet, und, wo es thunlich, Kuh⸗, Pferde⸗ und Schweinemiſt gehörig unterein⸗ ander geſchichtet werde, gebe ich meinen Kleinknechten bei den Pferden, den zwei Futterſchneidern bei den Kühen, und den Brennknechten bei dem Maſtvieh, jedem eine gute Wintermütze, wovon das Stück 12 Mgr. koſtet, und ſo thut Jeder, dem etwas an gutem Miſte gelegen iſt.“ Sonſtige Düngemittel, die angewendet werden, ſind: Mer⸗ gel, Gyps, Kalk, ausgelaugte Aſche und Erde.— Der Mergel wird im Winter auf die Felder gebracht, die Sommerfrüchte beſonders aber Hülſenfrüchte tragen ſollen. Der hieſige hell⸗ blaue Mergel hält 14 bis 18 Jahre im Boden, die Dauer des rothen iſt etwas kürzer, und die des gelben und ſchieferartigen nur von 9 bis 10 Jahren. Dieſer letzte iſt nur in loſem Bo⸗ den anwendbar. Man vergißt jedoch bei dem Mergeln das ge⸗ wöhnliche Düngen nicht. Dieſe drei Mergelarten verwittern oder zerfallen von ſelbſt, wenn ſie eine Zeitlang an der Luft gelegen haben. Auf dem Sandfelde werden als Verbeſſerungsmittel Steine auf den Acker gefahren, zu 40 vierſpännigen Fudern auf den Morgen. von 15 tiss Man nichts als eathalten, 4 gen, als inn vermeinte 1s et den Bods pflanzen 18 Nur leidet? man hätte? Gyps vil Bohnen, verwendet. Ehede den gebraus brauch, un und ohne it zen habenn „Mam an Roggen Landwirth gebrauchei lang werd und daher k die gegyps wachſen ure Man! bedecken, weder im; bei Höyte Wirkung; lend, bei! Hülſenfru von einem! der then ſtarke 8) die laͤſtig * Miſt hleilt 1 iehe liegen. Wegbringen E ee geſchießt Das Streu, zeien oder 1s d, welches 3 aicht lange t iſ. Wo eſen in die geſucht ha⸗ d hiehet am 1rl. Schafe on von dem a pie er aus d, wo es r unterein⸗ *n bei den = und den W ttermütze, „Aemn etwas 1!d.: Mer⸗ 2 NMergel urg erfruͤchte a ixe hell⸗ auer des Bferattigen wſem Bo⸗ d das ge⸗ erwpittern an der Luft azSteine rs auf den * — 347— Morgen. Sie ſind ſo feſt, daß ſie mit Steinhämmern in Stücke von ½ bis 1 Pfund geſchlagen werden müſſen. Man hält die Steine irriger Weiſe für Mergel, ob ſie gleich nichts als bloße Felſenſteine ſind, welche etwa 10 p. Ct. Kalk enthalten, und nach 50 Jahren eben ſo friſch in der Erde lie— gen, als in dem Jahre, wo man ſie aufgebracht hat. Dieſer vermeinte Mergel hat indeſſen den mechaniſchen Nutzen, daß er den Boden, welcher im Winter ſich erhebt, drückt, und die Pflanzen, uͤber deren Wurzeln er liegt, in der Erde anhält. Nur leider ſind Aecker damit befahren, wo es beſſer geweſen wäre, man hätte die Wege, als ſie, auf ſolche Art gemergelt. Der Gyps wird gebrannt und ungebrannt gebraucht, und zu Klee, Bohnen, Erbſen, Wicken, auch an einigen Orten zu Flachs verwendet. „Ehedem, ſagt ein hieſiger Landwirth, erhoben ſich gegen den gebrannten Gyps alle Stimmen. Man hielt ſeinen Ge⸗ brauch, weil er mit Waſſer gemiſcht ſich verhaͤrtet, für unſinnig und ohne Wirkung; allein mehr als zwanzigjährige Erfahrun⸗ gen haben ſeinen Nutzen beſtätigt.“ „Man nimmt zum Ueberſtreuen die Hälfte deſſen, was man an Roggenſaat nehmen würde. Bei Bohnen, fährt gedachter Landwirth fort, wenn ſie ohnehin einen frohen Wuchs zeigen, gebrauche ich keinen Gyps, weil die Stengel dadurch unmäßig lang werden, aber doch nicht mehr Schoten als ſonſt anſetzen, und daher den Boden unnützer Weiſe ausſaugen. Noch haben die gegypsten Bohnen das Unangenehme, daß ſie länger fort⸗ wachſen und daher ſpäter zur Reife kommen.“ Man ſtreut den Gyps auf die Pflanzen, wenn ſie die Erde bedecken, oder etwa einer Hand lang ſind; ſolches geſchieht ent⸗ weder im Thaue, oder bei etwas feuchtem Wetter. Man nimmt bei Höxter 1 ½ Himten auf den Calenbergiſchen Morgen. Die Wirkung deſſelben iſt hier und auf dem Sendfelde ſehr auffal⸗ lend, bei dem Klee unentbehrlich und auf magern Aeckern den Hülſenfrüchten ſehr vortheilhaft. Seine Wirkung iſt aber nur von einem Jahre. Der Mehlkalk thut ebenfalls eine gute, wiewohl nicht eben ſtarke Wirkung. Die damit beſtreute Pflanze ſcheint con⸗ — 348— ſiſtenter, als bei dem Gebrauche des Gypſes. Daher ziehen ihn einige bei den Hülſenfrüchten dem Gypſe vor. Ein vorzügliches Düngungsmittel für feuchte und bucher⸗ dige Felder iſt der Potaſchenkummer. Führt man 3 Fu⸗ der oder 24 Berliner Scheffel auf den Morgen, ſo dauert die Wirkung dieſer Verbeſſerung zehn und mehrere Jahre. Das Fuder koſtet auf dem Sendfelde nur einen Thaler, wenn er nicht zu weit beigeführt werden muß. In der Gegend von Steinheim hat man die löbliche Ge⸗ wohnheit, die Erde, welche durch den Regen von den Höfen herabgeſpült worden, in Fanggruben, die an den niedrigſten Stellen der Felder angelegt werden, zu ſammeln. Die Erde wird im Frühjahre vor der Bereitung zur Gerſtenausſaat oder auch wohl bei der Brache wieder gegeben. Man führt auch hier die Erde, welche ſich am Ende der Grundſtücke, oder den ſogenannten Anwänden, durch das Pflü⸗ gen und Wenden des Pfluges anhäuft, auf den niedrigſten Theil des Ackers zurück. Solches iſt beſonders bei flach und eben gelegenen Grund⸗ ſtücken von weſentlichem Nutzen, und in der Gegend von Stein⸗ heim allgemein. Auch ſieht man daſelbſt keine Seen auf den Feldern, wie in der Warburger Börde, wo das Erdfahren von Anwänden nicht gebraͤuchlich iſt. Hier erhebt ſich daher der Rand der Felder von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mehr und mehr, und bildet einen Rand und einen flachen Keſſel. Daß ſolches die Folge einer fehlerhaften Conſtruction des Pfluges ſey, habe ich bei der Beſchreibung der Elſaſſer Landwirthſchaft berührt. Der Paderbornſche Pflug iſt ganz eigentlich zu dieſem Nachtheil eingerichtet. . Wie viel Fuder Dung auf einen Morgen gefahren werden, läßt ſich im Allgemeinen nicht beſtimmen; man pflegt zwar 7 vierſpännige Fuder zu rechnen, allein da man bei der Außen⸗ weide alsdann nicht weit damit reichen würde, ſo kann man nicht mehr als 5 oder 6 Fuder Kuh⸗ und 4 Fuder Schafdung auf den Morgen annehmen. Dieſes gilt von der Warburger Börde. Nach Höxter und Nieheim zu wird etwas ſtärker ge⸗ düngt, wie wir bei der Fruchtfolge ſehen werden. Bei ut im Octobih Dünger, fahren, un Daß ein! pflügt unc den Jrures kaun, alſet⸗ greiflch, 6 Ia N den Erbſel und das 3u Git Tage vor t wweinal f Dung, ſo man nichnn ſehr viel i geſtreut u ter ander findliche i das Untei „Deri in meinen fahrung b lich auf te ſtreut dan Der der hieſi dierter 6 folgen ſe Sche nemiſt zu hat, dem Im? durch ſein aher ziehen e und hucher 3 man 3 3i dauert die ahre. Das en, wenn er äübliche Ge⸗ ² den Höfen niedrigſten 2₰ Die Etde ausſaat oder 2 Ende der ꝛ2 das Pflü⸗ S igſten Theil en Grund⸗ r von Stein⸗ — n auf den O fahren von n daher der „Bind mehr, iß ſolches v ſey, habe h. betührt. 7 Nachtheil u werden, 4 gt zwat7 er Außen⸗ kanu man erinng s barburget Grärker ge⸗ — 349— Bei mehreren Landwirthen herrſcht der Gebrauch, daß noch im October ganz friſcher, ſo eben aus dem Stalle geſchaffter Dünger, ohne alle Auswahl des Grund und Bodens, ausge⸗ fahren, untergepflügt und mit Wintergetreide beſtellt wird. Daß ein ſolcher ſtrohiger Dung nicht ordnungsmäßig unterge⸗ pfluͤgt und, weil er ſich mit der Krume nicht vermiſchen läßt, den Proceß der Fäule bei der geringen Maſſe nicht vollenden kann, alſo auch keine Wirkung auf die Pflanzen thut, iſt be⸗ greiflich, geſchieht aber nichts deſto weniger. In den Dung, welcher im Frühjahr ausgeführt wird, wer⸗ den Erbſen, Bohnen, Wicken geſät oder Knollgewächſe gepflanzt, und das Land hierzu einfurchig beſtellt. Zu Sommerrübſen wird kurz vor der Saatfurche, etwa 9 Tage vor Petri und Pauli, der Duͤnger auf das hierzu bereits zweimal gepflügte und abgeeggte Brachland gefahren. Den Dung, ſobald er herausgebracht iſt, gleich unterzupfluͤgen, hält man nicht für rathſam. Es giebt mehrere Oekonomen, welche ſehr viel darauf halten, denſelben erſt, nachdem er einige Tage geſtreut und ausgetrocknet iſt, unterzupflügen. Dieſes hat un⸗ ter andern den weſentlichen Vortheil, daß der im Dünger be⸗ findliche Unkrautſame ſogleich zu keimen anfängt und durch das Unterpflügen vernichtet wird. „Der Duͤnger, ſagt der erfahrne Landwirth Kamlach, wird in meiner Gegend friſch untergepflügt, jedoch hat mich die Er⸗ fahrung belehrt, daß es beſſer iſt, wenn man denſelben, vorzüg⸗ lich auf thonigem, ſchweren Boden, eine Zeitlang vorher ge⸗ ſtreut darauf liegen läßt.“ Der Hürdenſchlag wird beſonders da angewendet, wo bei der hieſigen Vierfelderwirthſchaft im vierten Jahre, alſo auch vierter Gaile, ſtatt des Hafers Roggen nach den Hülſenfrüchten folgen ſoll. Schafdung iſt vorzüglich gut zu allen Kohlgewächſen, Schwei⸗ nemiſt zu Erbſen. Ueberall wird der Miſt, der etwas gegohren hat, dem friſchen nachgeſetzt. 1 Im Allgemeinen rechnet man, daß der Dung drei Jahre durch ſeine Wirkung äußere, ob ſie gleich bei den Vierfeldern ᷣᷣᷣ “ 8 8 “ “ ——— ⸗—õ““ — 350— vier, und bei den Fünffeldern fünf Jahre dauern muß. Die Wirkung des Hürdenſchlags wird nur auf zwe Jahr gerechnet. Nach dieſer Vorausſetzung hat man auch bisher ſieben vier⸗ ſpännige Fuder gut verfaulten Dünger zu 4 Rthl. veranſchlagt, und dabei die Abnutzung im erſten Jahre zu 2 Rthl. im zweite⸗ ⸗ 1 ⸗ 12 Mygr. im dritten Jahre zu 24 Mgr. gerechnet, und hiernach bei Gutsübergaben, in ſo fern nichts anders durch Kontrakt beſtimmt war, verfahren. Dagegen wird der Hürdenſchlag zu voller Nacht und zu 400 Stück auf 1 Rthl. dergeſtalt gewürdiget, daß 24 Mgr. für das erſte, und 12 Mgr. für das letztere Jahr geſetzt werden. Das Erdefahren aus Erdfäͤngen und Anwänden zu 48 Fu⸗ der per Morgen wird zu 12 Rthlr., und die Abnutzung in 12 Jahren jährlich zu 1 Rthlr. veranſchlagt. Gyps und Kalk wirken nur für das Jahr, wo ſolche ausgeſtreuet werden. Bei dieſen faſt allgemein angenommenen, aus der von der Fürſtlich Lippiſchen Kammer feſtgeſetzten und von daher ent⸗ lehnten Detaxations⸗Prinzipien wird überall die Dreifelder⸗ wirthſchaft vorausgeſetzt. Treten Ausnahmen von dieſer Regel der Taxen ein, liegt z. B. das Grundſtück ſo abſchüſſig, daß ein großer Theil der Krume durch Regengüſſe abgeſpült, oder dieſe, wegen ihrer Kalkmiſchung, den Dung ſchneller verzehrt ꝛc., ſo muß Solches beſonders gewürdiget werden. Bei den Landwirthen werden diejenigen Grundſtücke, welche zunaͤchſt bei den Ackergütern belegen ſind, in der Regel am öf⸗ teſten geduüngt. Der Hauptgrund hierzu iſt unſtreitig der, daß wohl Jeder die Brachgewächſe, vorzüglich ſolche, welche eine öf⸗ tere Bearbeitung fordern, gern in der Nähe zu beſitzen wünſcht. Gemeiniglich ſind auch die nahen Grundſtücke urſprünglich von beſſerer Qualität, als die entfernten; denn ſo wie man jetzt bei Anlegung eines Wirthſchaftshofs, neben dem erforder⸗ lichen Waſſer in der Nähe, auch auf die vorzügliche Güte des Bodens Rückſicht nehmen würde; eben ſo läßt ſich das auch von unſern Vorfahren vorausſetzen. — Und t Dung vei ſo folgt, higkeit nic Entfernund entfernten und Hürdt Im 65 ſcheinlichker feddern ſät Mehll möglich. ihre Nalt eben ſo u trieben. t Güter, all in Betrac Die i Gebrauche ſollte man rung kün der Regel: auf dem E wunderviel Mit den lich 2 mi mehr, ſot 5 Zoll tie Behe ſten Pad Gegend v ftonmer Gut in Po negen. D u muß. Ne Ahr gerechnet er ſieben dit⸗ Iveranſchlagt fern nichts acht und zu 2 Mgr. für st werden. 3 zu 48 Fl⸗ rozung in 12 d ve ſolche ader von der daher ent⸗ SDreifelder⸗ rrieſer Regel Züſſig, daß doüſt, Oder aptzehrt u, fote, welche — eel am ö⸗ der, daß a he eine f⸗ den wünſcht. 2 ruͤnglich wie maln forder⸗ Güte des an das auch — 351— Und da nun dieſe nahen Beſitzungen zugleich reichlicher mit Dung verſehen und mit größerem Fleiße bearbeitet werden, ſo folgt, daß die mehr entfernten den nahen in der Ertragsfä⸗ higkeit nicht gleichkommen können. Beſonders trifft Solches, der Entfernung der Aecker wegen, in dem Paderbornſchen zu. Die entfernten Grundſtücke werden daſelbſt nur durch reine Brache und Hürdenſchlag einigermaßen in tragbarem Stande erhalten. Im Ganzen genommen kann man mit ziemlicher Wahr⸗ ſcheinlichkeit annehmen, daß nur der dritte Theil von den Brach⸗ feldern jaͤhrlich bedüngt werde. Mehr als dieſes iſt bei der Außenweide auch nicht gut möglich. Denn wie die Kühe den ganzen Sommer hindurch ihre Nahrung in Kaͤmpen und auf Dreiſchen ſuchen müſſen, eben ſo werden auch die Pferde des Nachts auf die Weide ge⸗ trieben. Ausnahmen hievon machen zwar einige Beſitzer großer Güter, allein dieſe kommen als Ausnahme von der Regel nicht in Betracht. X. Geſpann und Geſpannarbeit. Die Feldarbeit geſchieht mit Pferden und Ochſen. Vom Gebrauche der Kühe findet man nur wenige Beiſpiele, und wie ſollte man auch mit Kühen pflügen können, welche ihre Nah⸗ rung kümmerlich auf Gemeindegründen zuſammenſuchen? In der Regel ſpannt man 2 Pferde oder 3 Ochſen vor den Pflug; auf dem Sendfelde giebt man auch wohl einen Eſel, deren es wunderviele im Paderbornſchen giebt, einem Ochſen zur Hülfe. Mit den Pferden pflügt man, ohne beſondere Anſtrengung, täg⸗ lich 2, mit den Ochſen 1 ½ Calenberger Morgen, nicht weil jene mehr, ſondern weil ſie ſchneller ziehen. Man pflügt 2, 3, 4, 5 Zoll tief. 6 Zoll iſt das non plus ultra von aller Tiefe. Beherzigungswerth iſt folgende Mittheilung eines der be⸗ ſten Paderbornſchen rationell⸗praktiſchen Oekonomen aus der Gegend von Warburg.„Ein eben ſo fleißiger Landwirth als frommer Familienvater, aus meiner Nachbarſchaft, hatte ein Gut in Pacht, deſſen Grundſtücke überall zwiſchen den meinigen liegen. Da dieſer Mann landwirthſchaftliche Schriften zu leſen wünſchte, ſo gab ich ihm die von Stumpf, welche für ihn ein beſonderes Intereſſe zu haben ſchienen. Das darin angerühmte tiefe Pflügen mochte wohl den tiefſten Eindruck bei ihm erregt haben. Denn ich ſah bald nachher, wie er die Grundſtücke, ohne vermehrte Bedüngung, ſtatt der üblichen 6 Zoll, nunmehr um 8 bis 9 Zoll tief pflügen ließ. Die Pferde ſchwitzten ge⸗ waltig bei dieſer Arbeit, allein dieſes änderte den Entſchluß nicht; der Hoffnung, beſſere Erndten zu gewinnen, mußte alles weichen. Der nächſte Erfolg war, daß Gerſte und Hafer, gegen die gewöhnliche Erndte, um die Hälfte fehl ſchlugen. Ohne weiter daruͤber nachzudenken, wurde in den folgenden Jahren eben ſo verfahren, und die ganzen Grundſtücke nach Verlauf von 3 Jahren dahin gebracht, daß Gerſte und Hafer gänzlich mißriethen, während Unkräuter aller Art die Felder überzogen. Der gute Mann glaubte, der Fehler läge an der Gerſte ſelbſt, er nahm daher den Samen von mir, allein die Erndte blieb deshalb nicht minder ſchlecht. Vor zehn Jahren kam das Gut unter meine Verwaltung. Ich habe ſeitdem immer 6 Zoll tief pflügen laſſen, und bin erſt jetzt ſo glücklich ſagen zu können, daß die Unkräuter größ⸗ tentheils getilgt ſind und die Erndten einigermaßen lohnend zu werden anfangen. Nahe bei Paderborn ſahe ich mit drei nebeneinander ge⸗ ſpannten Pferden, ohne Leiter, pflügen. Eben ſo ſahe ich an vielen Orten mit 4, ja mit 6 Eggen, eben ſo vielen Pferden und nur einem einzigen Knechte eggen. Das folgende Pferd war immer mit dem Zaume ſeitwärts an die vorhergehende Egge angeknüpft, wodurch jede Egge ihren eigenen Streifen abfertigte. Es iſt für den Zuſchauer ein intereſſantes Schau⸗ ſpiel. Doch ſoll es zweckmäßiger ſeyn, nur vier Pferde und Eggen dabei anzuſtellen, indem bei dem Kehren die beiden hin⸗ tern Pferde einen allzugroßen Weg abzumachen oder vielmehr abzutrappen haben, während das erſte ſich blos auf der Stelle herumdreht. Man hat aber auch ſtärkere Eggen, wo zwei Pferde vorge⸗ ſpannt werden. Vier Pferde eggen täglich 12, und 4 Ochſen 8 Morgen, das heißt! nach in Der unnütz, d den Gru⸗ Streichbr! haben, als bei das ni hätte, unß verwiedeln Dien zu dem( von jung) Es iſt voi haaten vit An ſedem ſehener R. Da einen Hal; laufen we Geiten ei Vorderbei Schwanzre ten Ochſen doch nicht willkührlie lern Schre ſammenge ziehen di ſcheint, Vorſtemn Pferden doch nur Nur bei wuͤrde ein den einen Nfeden,; Säwerz, füͤr ihn ein angerühmte i ihm erngt Grundſäche lI, nunmeht hwitztten ge⸗ 1 Entſchluß nußte alles ſafer, gegen igen. Ohne den Jahren ach Verlauf fer gäͤnzlich überzogen. gerſte ſelbſt, endte blieb verwaltung. a, und bin nuter größ⸗ lohnend zu zander ge⸗ Lahe ich an r Pferden de Pferd urgehende Stteifen ges Schau⸗ rferde und z'eiden hin⸗ e vielmehr der GEtell rde vorge⸗ — 353— das heißt doppelt, indem zuerſt die Egge in die Laͤnge und her⸗ nach in die Breite des Stücks gezogen wird. Der hieſige Pflug hat ein gerades Streichbrett; es iſt alſo unnütz, daß es unbeweglich iſt. Wo der Pflug kein gehöhltes, den Grund aus der Tiefe hebendes und dann umkehrendes Streichbrett hat, da wäre es vortheilhafter, einen andern zu haben, an dem das Streichbrett verſetzt wird, indem man da⸗ bei das weite Kehren an den Enden der Furche nicht nöthig hätte, und die widerſinnigen und nachtheiligen breiten Beete vermieden würden, welche man in Weſtfalen findet. Die mehrſten Ochſen ſchieben mit dem Kopfe. Sie tragen zu dem Ende auf der Stirne, alſo vor den Hörnern, ein Brett von jungem Eichenholze, das 15 Zoll lang und 4 Zoll breit iſt. Es iſt von hinten mit einem Kiſſen von Pferde⸗ oder Kälber⸗ haaren verſehen, damit es weicher an dem Kopfe anliege. An jedem Ende deſſelben iſt ein eiſerner, mit einem Haken ver⸗ ſehener Ring, wo die Zugſtränge eingehenkt werden. Da die Ochſen mit Leinen gelenkt werden, ſo tragen ſie einen Halfter ums Maul, woran die Leinen befeſtigt ſind; dieſe laufen weiter ab durch zwei Ringe oder Strippen an beiden Seiten einer Bauchgurte, welche dem Ochſen kurz hinter den Vorderbeinen um den Leib geht. Noch iſt derſelbe mit einem Schwanzriemen verſehen. Ob nun gleich die zuſammengeſpann⸗ ten Ochſen auf dieſe Art mit dem Kopfe ſchieben, ſo ſind ſie doch nicht zuſammengejocht, wodurch ſie ohne allen Zweifel ſich willkührlicher und gemächlicher bewegen, daher auch einen ſchnel⸗ lern Schritt haben müſſen, als wenn ſie mit den Köpfen zu⸗ ſammengeklammert wären. An einigen, doch wenigen, Orten ziehen die Ochſen im Kummet, welches nicht ſo vortheilhaft ſcheint, da ihre Stärke ſich doch wohl am meiſten durch das Vorſtemmen des Kopfs äußert. Es ſey nun, daß mit 2, 3 Pferden oder mit eben ſo viel Ochſen gepflügt wird, ſo wird doch nur Ein Menſch, nämlich der Pflüger, dabei erfordert. Nur bei vieren wird ein Treiber zu Hülfe genommen. Was würde ein Elſaſſer ſagen, der bei dem Pflügen mit zwei Pfer⸗ den einen Vorreiter nöthig hat? Was ein Sigener, der bei 2 Pferden, zumal aber bei 2 Ochſen, nicht glaubt pflügen zu kön⸗ Schwerz, Landwirthſch. 23 nen, wenn nicht ein rücklings vor dem Geſpanne einhertreten⸗ der Kerl erſtere beim Zaume, letztere bei den Hörnern führt? In ebenen Gegenden fährt man mit einem Geſpann, im Durchſchnitte der Entfernungen, täglich 7 Fuder Dünger aus. Die Pferderace im Paderbornſchen iſt äußerſt ſchlecht, und ihre Verkrüppelung hat daſelbſt eine wirklich hohe Stufe er⸗ reicht. Und wie kann dieſes anders ſeyn? Pferdemärkte giebt es in der ganzen Gegend nicht. Die Juden ſind die einzigen, welche nach Hannover und Peine reiſen, dort die ſchlechteſten Pferde aufkaufen und dann die gemeinen Landwirthe damit verſehen. Ziehet der Bauer auch Fohlen an, ſo ſind ſolche nicht nur von einem herumziehenden zonhanghe gefallen, ſon⸗ dern ſie werden auch ſchon im zweiten Jahre angeſpannt, und müſſen auf dieſe Art verkrüppeln. Selten ſiehet man ein drei⸗ jähriges Fohlen, das nicht ſchon krumme Kniee hat. Wie die Thiere, ſo die Nahrung, und wie die Nahrung, ſo die Thiere. Alles hängt in der Welt zuſammen. Wenn Leute auf 20 bis 30 Morgen 6 Pferde halten, was ſind ſie ihnen zu geben im Stande? Doch ja, ſie haben die Gemeindeweiden, und die entheben ſie der Sorge! Reichen dieſe nicht zu, ſo mögen die darauf herumirrenden Roſſe des Nachts die Saatfelder der Nachbarn heimſuchen. Morgens lauft der Bauer dann eine oder anderthalb Stun⸗ den umher, um ſeine Thiere wieder aufzufinden und ſie zur Ar⸗ beit einzuladen, und jagt mit jedem Abend ſie wieder mit einem Peitſchenhiebe weg. Des Hungerpfades kundig, eilen ſie von ſelbſt der kargen Weide zu. Iſt die Lebensgeſchichte der Pferde im Sommer traurig, ſo iſt ſie es im Winter nicht weniger. Stroh, und das mit ſpar⸗ ſamer Hand gereicht, iſt ihre ganze Koſt; bei den humaneren Bauern kommt vielleicht etwas Bohnen oder Hafer hinzu. Iſt der Boden nicht ganz gefroren oder mit Schnee bedeckt, ſo müſſen die Pferde hinaus, zu ſehen, ob ihnen die gütige Natur nichts aufbewahrt habe. Unter ſolchen Umſtänden rückt endlich die Fruͤhjahrsarbeit heran. Die 6 Pferde ſchwanken mit einem einzigen Pfluge nach dem Felde; zwei fangen die Arbeit an, wahrend die vier andern etwas Grünes auf einer erbaͤrmli! ſuchen. ſtehen ſtit nimmt die Pferde 70 den auf ßen, untis nicht) La⸗ ſen untei zefüttetts tenfutter Bund H ſchneidet von 2 bi Körnerftis zu dem(s und nehl zur Ausſe man an, rig trock das G etwas Stt ſhaen feſt auf Gold, un Dieſes Fu vorfit det fehler, ſe gangen daß das kunft noe laͤßt die des Futte de nicht hevähtter inhertregen⸗ ern fuͤhrt eſpann, im unger aus. chlecht, und Stufe er⸗ arkte giebt ie einzigen, ſchlechteſten erthe damit ſind ſolche fallen, ſon⸗ vannt, und in ein drei⸗ 1 Nahrung, — Falten, was haben die eichen dieſe Fyes Nachts halb Stun⸗ nie zur A⸗ gnit einem g ſie von twaurig, ſo G wit ſyar⸗ reumaneren keinzu. eee bedeckt S die gülig üicge nden rückt hwanken agen die rauf einer 355— erbärmlichen Weide oder den Kornfeldern der Nachbarn auf⸗ ſuchen. Haben die zwei erſten ein Paar Furchen gezogen, ſo ſtehen ſie und können nicht mehr! man wechſelt alſo ab und nimmt die zwei näͤchſten und dann die zwei letzten. Haͤtten die Pferde Wünſchensgewalt, ſie wünſchten gewiß alle Gemeinwei⸗ den auf den Kankaſus. Das Geſagte trifft jedoch nicht die gro⸗ ßen, und zugleich guten,(alle großen ſind zugleich letzteres nicht) Landwirthe des Fürſtenthums Paderborn. Bei den mei⸗ ſten unter dieſen werden ſie das ganze Jahr auf dem Stalle gefüttert. Sehr gemein iſt unter ihnen der Gebrauch des Len⸗ tenfutters, ein Gemiſch, wozu 1 Bund ſchlechter Roggen, 1 Bund Hafer, 2 Bund Hülſenfrüchte genommen werden. Man ſchneidet dieſe Früchte im Stroh und miſcht noch den Häckſel von 2 bis 3 Bund bloßem Strohe darunter, je nachdem die Körnerfrüchte mehr oder weniger geladen haben. Einige ſäͤen zu dem Ende auch wohl Hafer und Hülſenfrüchte untereinander, und nehmen von erſtem einen, von letztem zwei Scheffel zur Ausſaat. So bald das Futter vom Felde kommt, fängt man an, es zu ſchneiden; wenn es gleich auch noch nicht gehö⸗ rig trocken wäre, ſo ſchadet ihm ſolches nicht. Man bringt das Geſchnittene auf eine gute Bühne, deckt den Haufen mit etwas Stroh und läßt ihn bis zu der Zeit liegen, wo die Früh⸗ jahrsſaatzeit ihren Anfang nimmt. Das Geſchnittene packt ſich feſt auf einander, erhält ſich vollkommen, wird ſo gelb wie Gold, und es kann nie eine Maus in den Haufen kommen. Dieſes Futter iſt überaus nahrhaft, nur fand ich einen Land⸗ wirth, der ihm die Schäͤdlichteit zur Laſt legte, daß es wegen des vielen Staubes, der ſich unter den Wiceken und Bohnen vorfindet, den Pferden leicht die Drüſen zuzieht.„Ein Haupt⸗ fehler, ſagt der nämliche Landwirth, der bei dieſer Fütterung be⸗ gangen wird, iſt, daß man ſie ſehr ſtark mit Waſſer anfeuchtet, ſo daß das Pferd nicht alles aufzehren kann, und bei ſeiner Zurück⸗ kunft noch einen Theil davon in der Krippe vorfindet. Dabei läßt die Nachläſſigkeit der Knechte immer verdorbenes, ſtinken⸗ des Futter in den Ecken der Krippen zurück, welches den Pfer⸗ den nicht vortheilhaft ſein kann.“ Dagegen ſagt ein anderer bewährter Oekonom:„Ich habe mich des Lentenfutters 30 ganzer 23 38 ———— “ 3“—— ꝗſᷣ— — 3 92 — 40— Jahre uͤber bedient, und den Pferden nur bei der ſtrengſten Arbeit ein wenig Hafer zugelegt, und ſie ſtets im beſten Stande erhalten.“ Dieſer letzte Oeconom haͤlt viel auf die Nachthut der Pfer⸗ de.„Da ich ſehr koſtbare Weiden hatte, ſagt er, ſo ließ ich die Pferde im Sommer am Abend dahin treiben; am Morgen wurden ſie um 4 Uhr in den Stall gebracht, erhielten ihr Len⸗ tenfutter, manchmal etwas Hafer daneben, und ſo gings friſch an die Arbeit, und eben ſo friſch tanzten ſie am Abend wieder im Grünen; denn ich halte außerſt viel auf die Nachthut und den Thau. Es iſt für die Pferde eine Art von Brunnenkur, darf aber nicht länger als bis Michaelis fortgeſetzt werden.“ Noch muß ich die beſondere Paderbornſche Sitte anführen, daß die Pferde bei ihrem Ausgang aufs Feld, außer Pflug und Egge, auch noch den Futterkarren und Waſſer mitnehmen und Mittags auf dem Felde gefuͤttert werden. Bei großen Fel⸗ dern, die auf eine Stunde entfernt liegen, mag ſolches von eini⸗ gem Nutzen ſeyn; aber es wird auch davon Gebrauch gemacht, wenn die Pferde nur ein Paar Minuten von der Wohnung weg arbeiten. XI. Hornvieh. Wenn, nach dem Weſtfäliſchen Sprichworte: den goden aart döer den baart kümpt, ſo ſieht es ſchlecht um die Pader⸗ bornſche Rindviehzucht aus, und es iſt leider wahr: kein Futter, kein Vieh! Es ſcheint kaum glaublich, daß es hier viele Doͤrfer giebt, in welchen man mehr Pferde als Kühe antrifft, und dieſe Kühe haben dann nichts zu freſſen. Man ſehe beliebigſt, was ich darüber bei Gelegenheit der Gemeinheiten ſchon geſagt habe. Wir wenden hier die Augen von einem ſo traurigen Bilde weg, um uns mit der Viehbehandlung der beſſern und größern Paderbornſchen Landwirthe befaſſen zu können. Man trifft bei ihnen durchgehends Frieſiſches Hornvieh an, auch noch wohl einiges von Schweizer⸗Race. Sie treiben theils ganze, theils halbe Stallfütterung, theils Tag⸗ und Nachtwei⸗ de, in geſchloſſenen Graskämpen. Nur auf wenigen großen Oekonon k kommt 1 3 Kinſeitigeg Gütern I allgemei Bei ti Gemeinns rung in i führung Hohzweit Beſten von Tagi Dieſ nebenherin den. Bätt Klee daa er mit E ihn ganz Mels Grünabf! Im Erbſenſt füttert ſi zu letzte: Branntor tet. Uw⸗ zerſtoßen Unſ wirthe. Canton⸗ Brenken Der Witthſch baltet,. ſtande g Mal zu „ — 3324 ih Oekonomien iſt die ganze Stallfütterung eingeführt; die halbe kommt weit mehr vor. Herkommen, Gewohnheit, Vorurtheil, de hfe einſeitige, daher fehlerhafte Berechnungen, Pacht⸗Contrakte bei ſ liß i Gütern, welche viele Weiden beſitzen, widerſetzen ſich einer mehr Yurgm allgemeinen Einführung jener ſo nützlichen Einrichtung. Bei den gewöhnlichen Bauern thut es der freie Genuß der Gemeinweiden, und endlich die Unvermögenheit, eine Verände⸗ rung in der Wirthſchaftsart zu treffen. Indeſſen wird die Ein⸗ führung der Stallfütterung, da die Hut doch beinahe nur aus n ihr Len⸗ ings friſch end wieder dthut und Holzweiden beſteht und dieſe durch die vielen Zuſchlaͤge, zum runnenküt⸗, Beſten des Forſtweſens, mehr und mehr beſchränkt werden, wwerden. V von Tag zu Tag dringender. anfühten Die Geeignetheit des Landes zu der Schafzucht läßt noch her Pflug nebenher wünſchen, daß die Kühe auf den Stall verwieſen wür⸗ nitnehmen V den. oßen Fel⸗ 5 Bei den halben Stallfütterungswirthen macht der rothe „Wn ein Klee das Hauptfutter in den Ställen. Iſt er jung, ſo wird a gemand, V er mit Stroh kurz geſchnitten; hat er Blumen, ſo wirft man „Vohnung ihn ganz in die Raufen. Mehrere der größern Landwirthe ſaͤen auch Wicken zum Grünabfuttern. Im Winter beſteht das Hauptfutter aus Grummet oder Erbſenſtroh mit Getreideſtroh untereinander geſchnitten. Man in goden füttert ſechsmal im Tage; dreimal trocken und dreimal naß. Nader⸗ Zu letzterem wird geſtoßenes Wurzelwerk mit Waſſer oder 4 Futter, Branntweinwäſche angerührt und über obiges Häckſel gebrei⸗ 4 Dirfer tet. Um die Zeit, wenn die Kuͤhe zu kalben anfangen, werden rufft, vid zerſtoßene Oelkuchen der naſſen Fütterung beigemengt. Jrlübbiſ Unſer Hauptaugenmerk verdienen die ganze Stallfütterungs⸗ dn geſgt wirthe. Hieher gehören unter denen, welche ich kenne, der traurigen Canton⸗Beamte Brenken bei Warburg, und der edle Baron v. ſern und Brenken auf der Erdbeerenburg. 1 Der Hornviehbeſtand von einigen 60 Stücken wird auf der ieh an, Wirthſchaft dieſes letztern, die von einem ſehr trefflichen Ver⸗ aut theil walter, Hrn. Liſte, geführt wird, in dem vollkommenſten Zu⸗ gachtwei⸗ ſtande gehalten. Das Vieh erhält im Sommer täglich vier 29 doßen Mal zu freſſen. Rother Klee und Esparſette ſind das Haupt⸗ —y ÿ— 358— futter. L. läßt alles Grüne auf der Häckſellade ſchneiden, und hält ſolches für ſehr wirthſchaftlich. Ein Mann ſchneidet ſo viel, als 50 Stücke bedürfen. Auch zu Herbrum bei dem Con⸗ ductor Spinola wird das grüne Futter geſchnitten. Auch da fertigt ein Mann ſo viel ab, als 50 bis 60 Stücke erfordern. Ich bemerke, daß kein Stroh beim Schneiden mit untergelegt wird. Spinola berechnet die Koſten davon zu 6 und die tag⸗ tägliche Erſparung zu 12 Gr. Das Winterfutter auf der Erd⸗ beerenburg beſteht aus Esperheu mit Stroh untereinander ge⸗ ſchnitten. Ueber dieſes trockene Futter werden geſtoßene Run⸗ kelrüben gebreitet, und alles mit Waſſer angefeuchtet. Das Kurzſchneiden des trockenen Futters iſt im Paderbornſchen all⸗ gemein. Es wird in freier Luft, alſo kalt getraͤnkt. Die kalte und rohe Fütterung iſt bei allen größeren Oeco⸗ nomen im Gebrauche. Man hlält ſie auch dem Viehe für zu⸗ traͤglicher, als die warme. Das Winterfutter beſteht bei ihnen in Häckſel von Heu und Strob, Kaff, etwas Wurzelwerk und Oelkuchen, zum wenigſten gegen die Zeit, wo es aufs Kalben angeht. Beide letztere werden über den Häckſel hergegeben, und Alles mit Waſſer angefeuchtet. Ich will nunmehr den Cantonbeamten Brenken, einen be⸗ kanntlich guten Wirthſchafter, ſelbſt uͤber die Stallfütterung ſprechen laſſen. „Stallfütterung, ſagt er, kann meines Erachtens an allen Orten, wo kein Brachzwang herrſcht und es nicht an einer ge⸗ hörigen Feldpolizei gebricht, eingeführt werden. Meine eigene Wirthſchaft mag davon den Beleg liefern. Schon ſeit 22 Jah⸗ ren treibe ich Stallfütterung. Der Abgang an Graswuchs— zu einem Areal von 920 Morgen habe ich nur 23 Morgen Wieſen, wovon die Häͤlfte ſehr entfernt von mir liegt,— alſo die Noth brachte mich zur Stallfütterung, aber die Ueberzeugung ihres Nutzens erhält mich dabei. Da der Klee bei mir gewöhn⸗ lich durch den Honigthau, die Plage meiner Felder, zerſtört wird, ſo wird man eingeſtehen, daß meine Lage als Stallfüt⸗ terungswirth keineswegs die günſtigſte iſt. Die Wicken ſind daher, außer 2 Morgen Luzern und eben ſo viel Esparſette, die Hauptſtütze meiner Wirthſchaft. Auf den rothen Klee darf id, wie ingehen ſ „Mab 3o 10¹* 141 Dieſe bri Ruben, nn nehſt geſck zen, Eoſt kommen. darauf gi Vorthe lichem Gt terte Wicht als die Brachfelde meinem L daß ich das zu vi erhalten. behren. „Um an, die e dann gew Um dieſes bis zur gehenden Gerſtenſ Winter, Wicken 8 zu 8. darf, v Schlagen Die Dabei ha Gewchſe — 359— ſeiden, und ih, wie geſagt, nicht zaͤhlen und werde ihn in der Folge ganz ſchneüdt ſo eingehen laſſen.“. den Gu⸗„Mein Viehbeſtand beſteht aus Auch da 30 Kühen, erfordern. 10 Rindern und Kaͤlbern, untergelegt 14 Zugochſen. d die tag⸗ Dieſe bringe ich mit Hülfe von etwas Branntweinwäſche, von⸗ fder Erd⸗ Rüben, unterirdiſchen Kahlraben, Runkeln und Kartoffeln, zander ge⸗ nebſt geſchnittenem Grummet bis zum Frühjahre, wo mir Lu⸗ zene Run⸗ zern, Esparſette und 27 Morgen dicht geſäete Wicken zu Hülfe khtet. Das kommen. Dadurch kann ich nun Weiden entbehren, und das ernſchen all⸗ darauf gewonnene Heu zur Winterfuͤtterung benutzen: Ein Vortheil!l!— der zweite: daß mein Rindvieh in vortreff⸗ uren Oeco⸗ lichem Stande bleibt;— der dritte: daß der grün abgefüt⸗ Ee für zu⸗ terte Wickenacker, ſelbſt ungedüngt, mir eine eben ſo gute Erndte, bei ihnen d als die reine Brache liefert; der vierte: daß ich ⅜ meiner Glwerk und Brachfelder düngen und ⅛ mit Hürden belegen kann, es daher s Kalben meinem Boden nie an Kraft gebricht; und endlich der fünfte: reben, und daß ich Stroh im Ueberfluß habe und meine Knechte nie über 4 das zu viele, oft aber über das kärgliche Einſtreuen Verweiſe einen be⸗ erhalten.— Ohne Stallfütterung müßte ich dieſes alles ent⸗ Efütterung behren. „Um die Wicken ſo früh als möglich zu haben, fange ich wau allen an, die erſten in der Hälfte des Februars zu ſaͤen. Dieſe ſind einer ge⸗ dann gewiß mit, oder gar noch vor dem gewöhnlichen Klee da. Ce eigene Um dieſes zu können, darf ich freilich mit dem Pflügen nicht a Joh⸗ bis zur Zeit der Ausſaat warten, ſondern ich laſſe im vorher⸗ Göwuchs— gehenden Herbſte einige in guter Gaile befindlichen Morgen Morgen Gerſtenſtoppel ſtürzen, ſie ſo im Winter liegen, und nach dem It,— alb Winter, ſobald es der Boden vertraͤgt, tüchtig eggen und mit g ezeugung Wicken beſtellen. Mit der Einſaat derſelben fahre ich nun von gewihte s zu s Tagen bis zum halben Mai fort, ſo daß ich rechnen a) ferfäütt darf, von Anfang Juni bis Ende Auguſt damit zu reichen. Snulfüt⸗ Schlagen Wicken und Klee zugleich ein, ſo heue ich letztern.“« ten n„Die Winterfütterung bleibt ſich nicht alle Jahre gleich. varſette Dabei hängt vieles von dem beſſern oder ſchlechtern Gedeihen der lle darf Gewäͤchſe ab. Ich habe Jahre gehabt, wo ich 30 Milchkühen — — 360— täglich, und zwar vom 20ſten October an bis zur grünen Früh⸗ jahrs⸗Fütterung, geben konnte: 10 Eimer Branntweinwäſche, à 8 Maaß p. Eimer, 4 Scheffel Kartoffeln,! 3 Scheffel Runkeln oder Rüben, 80 Pfund Grummet, 3 Spreu und Ueberkehr von 120 Garben, Stroh, ſo viel ſie freſſen wollten. Dann kamen wieder andere Jahre, wo ich ihnen nicht mehr als 14 Eimer Branntweinwäſche, 3 Scheffel Kartoffeln, 1 Scheffel Runkeln, 60 Pfund Grummet, Spreu und Ueberkehr von 120 Garben zu geben hatte. Es blieb alſo kein Mittel, als das abgehende Futter durch Bohnenſchroot und Oelkuchen zu erſetzen. Der Menſch kann ſich eher als das Vieh nach dem Drange der Zeiten richten. Brenken hält die grünen Wicken für ein gutes Milchfutter, geſteht aber dabei, daß ſie der Milch und Butter einen etwas herben, wiewohl nicht unangenehmen Ge⸗ ſchmack geben. Bei den gewöhnlichen Bauern wiegt eine Kuh zwiſchen 2 und 300 Pfund, auf den Oekonomien 4 bis 600 Pfund. Hier wartet man mit dem Begehen bis ins dritte und vierte Jahr; bei jenen, wo das Vieh mit einem gemeinſamen Hirten aus⸗ getrieben wird, kann nicht verhindert werden, daß nicht die einjaͤhrigen Rinder ſchon Mütter werden. Die abgeſetzten Käͤlber werden in eine beſondere Weide getrieben, die etwas beſſeres Futter liefert, als die Kuhweiden. Viele laſſen die Kälber an der Mutter ſaugen, Andere nicht. Ich habe beides verſucht, ſagt der alte Lender, und bin durch Erfahrung über⸗ zeugt worden, daß letzteres das beſte iſt; denn, wenn das Kalb der Mutter gleich genommen wird, ſo verliert ſich das Anden⸗ ken in 24 Stunden; ſaugt es aber 3 bis 4, ja wohl 6 Wo⸗ chen, ſo ſind beide ſchon ſo an einander gewöhnt, daß ſie ſich immer ſehen müſſen, und, wenn ſie dann geſchieden werden, ——— —— ſurte Bey ſo iſt der kin Ende Kalb verl ih dieſes durch einen ſüße Micc Maul, läß iſ, ſo vel bekommen abgerahme ihre Anfo nes Heu, etwas ge⸗ über welch Toge ihr und etwas 6 Wochen net, dami Um J worin ihr können. ten, das; und vierte thode bin dabei befun Wie! können h ab. Es; ein halbe längſtens nur ſtets Das liegenden, unen Fruüh 1 zndicht wehr te. ater durch in Drange un für ein t Milch und „ men Ge⸗ viſchen2 Nd. Hier oe Jahr; Aen aus⸗ richt de bgeſetzten ie etwas Saſeen die be beides Aug iber 98 ſalb 4 Anden⸗ 29 6 Wo⸗ 3 ſie ſich 96 werden, — 361— ſo iſt der Schmerz groß, und des Blöckens in 5 bis 8 Tagen kein Ende; dadurch entgeht der Mutter viel Milch, und das Kalb verliert die Freßluſt und wird mager. Um deßwillen laſſe ich dieſes gleich wegnehmen, 24 Stunden faſten, und ihm dann, durch eine verſtändige Magd, 4 Wochen hindurch, täglich dreimal ſüße Milch geben.— Dieſe ſteckt dem Kalbe den langen Finger ins Maul, läßt es durch die andern ſaugen, ſo lange, bis es ſatt iſt, ſo verſaugen ſich die Kaͤlber nicht leicht. Nach 4 Wochen bekommen ſie ſüße Milch, die aber nach 12 bis 16 Stunden abgerahmt worden, ſo viel ſie wollen. Sind auf dieſe Weiſe ihre Anfangswochen beendigt, ſo laſſe ich ihnen recht ſüßes fei⸗ nes Heu, und feingeſchnittenen Hafer im Strohe, auch wohl etwas geſchrootenen Hafer darunter, in einem Troge geben, über welchem die Raufe angebracht iſt, und in einem andern Troge ihr Getränke, das aus Oeylkuchenwaſſer, Küchenſpülicht und etwas dicker Milch beſteht. Dieſes währt dann etwa noch 6 Wochen. Darauf wird den Kälbern ein großer Stall geöff⸗ net, damit ſie aus ihren Behaͤltern hinlaufen können. Um Johanni laſſe ich einen großen Trog auf den Hof ſetzen, worin ihnen das Saufen gegeben wird und ſie ſich beluſtigen können. So werden ſie das erſte Jahr auf dem Stalle gehal⸗ ten, das zweite kommen ſie in eine trockene Weide, das dritte und vierte in die Holzhut, bis ſie Kühe werden. Dieſer Me⸗ thode bin ich immer treu geblieben und habe mich immer wohl dabei befunden. Wie lange die Kuhe bis zum Kalben gemolken werden können, hängt ſowohl von ihrer Natur, als von der Fütterung ab. Es giebt Kühe, welche auch bei der beſten Fütterung oft ein halbes Jahr ſeicht ſtehen; allein die mehrſten bleiben bis längſtens einen Monat vor dem Kalben milchgebend, wenn ſie nur ſtets mit ſaftigem Futter zureichend verſehen werden. XII. Schale. Das Gebirgige der Gegend, der geſunde Boden, die nicht ſtarke Bevölkerung, die großen Landwirthſchaften, die entfernt⸗ liegenden Ländereien, alſo die Beſchwerlichkeit, den Dung ſo weit — ““ — 362— zu führen, machen das Fürſtenthum Paderborn vorzüglich zur Schafzucht geeignet. Sie iſt ſelbſt ihm in ſeinem jetzigen Zu⸗ ſtande unentbehrlich. Man trifft Heerden von ein⸗ bis zwei⸗ tauſend Stück, ſelbſt eine oder zwei von 3000. In ſolchen Schäfereien iſt man in der Veredlung ziemlich vorgerückt. Der Vorgäͤnger in dieſer Verbeſſerung war der verſtorbene Ober⸗ amtmann Nordmann, Pächter der beträͤchtlichen Domaine Dal⸗ heim. Dieſer in mancher Hinſicht kraftvolle Mann hinterließ eine veredelte Heerde von 3000 Stück. Es wird nun 20 Jahre ſeyn, daß er damit den Anfang machte. Nach ihm kommt Kamlach zu Fürſtenberg mit einer nicht weniger ſtarken Heerde und Henrici zu Gehrden mit 800 Stück, beide Pächter von Edelhöfen. Nach ihnen kommen noch viele andere, die ſich mit mehr oder weniger Glück auf die Veredlung durch Böcke aus dem Hannöverſchen und Sächſiſchen verlegt haben. Nur die beiden erſten haben, ſo viel ich weiß, mit dem Ankaufe einer veredelten ganzen Heerde angefangen. Schon in frühern Zeiten fanden ſich in dem Paderbornſchen wenig ſtichelhaarige Schafe. Die gewöhnliche Landwolle war die ſogenannte Kardetſchen⸗ Wolle, welche ihren Abſatz nach dem Eichsfelde fand, wo ſie zu einem Stoffe, Namens Raſch, verwendet wurde. Nach und nach wurde jedoch die Wolle den Eichsfeldern zu fein, und der Abſatz dahin hörte auf. Ob nun gleich in unſern Tagen die Wolle mehrerer hieſigen Oekonomien der Sächſiſchen wenig oder nichts nachgiebt, ſo finden ſich doch einige Schafzüchter bewogen, die Veredlung nicht weiter fortzuſetzen, ſich vielmehr einen gröbern Schlag anzuſchaffen. Sie legen nämlich der ſpa⸗ niſchen Race eine ſieche Weichlichkeit und große Sterblichkeit zur Laſt, und finden, daß der höhere Werth der Wolle durch den höhern Aufwand für Beköſtigung und Riſiko überwogen werde.— Von einem gut genährten Landſchafe, ſo wie von einem halbveredelten Schafe, kann man im Durchſchnitte 3 Pfund Wolle, von einem ganz veredelten 2 ½ bis 2 ¾ annehmen. Vom Jahre 1770 bis 1786 galt die Stammwolle der Oekono⸗ men, der Stein zu 21 Pfd. 3 bis 3 ½, höchſtens 4 Rthl., die der klein⸗ 1786 kan Stammw 4 Rthl.; tung nocht Gegell die gauf die halbt zemeinet Schäfer, Nach: edelte Wi Rthl. unte 100 bis 11 Gobant von der O und zwart Die Au die Holzhi Berge ſint eingeſchrät weites Fe Die 4 lenthalhen. Stunden au von Roggt einmal He den Heu, die Haͤmn Ane vierſpaͤr den täͤgli am Morg Raufen p einmal Er Hammel e aber keine züglich zut etzigen Zu⸗ bis zwer In ſolchen ückt. Der dene Ober⸗ aine Dal⸗ hinterließ 2 Jahre zm kommt ken Heerde üchter von , die ſich irch Böcke en. Nur Ankauſe rbornſchen rdetſchen⸗ wo ſie zu Nach und „und der Tagen die n wenig afzüchter dielmehr der ſpa⸗ erblichkeit ille durch berwogen en einem Pfund nehmen. Oekond⸗ thl. die 363— der kleinen Schäfereien 2 bis 2 ½, höchſtens 3 Rthl. Nach 1786 kamen etwas beſſere Preiſe. Im Jahre 1796 ſtieg die Stammwolle zu 4 ½ bis 5 Rthl., die Schäferwolle zu 3 ¼ bis 4 Rthl.; von 1796 bis zur Franzoſenzeit ſtieg jede Wollengat⸗ und noch um 1 Rthlr. höher. Gegenwärtig koſtet per Stein die ganz veredelte 20 bis 24 Rthl., die halb veredelte 14 bis 16 Rthl., gemeine Landwolle erſter Klaſſe 9, 10, 12 Rthl., Schüſerwe lle 7 ½, 8 ½ bis 9 Rthl. Nach der Angabe eines andern Schafzüchters that die ver⸗ edelte Wolle zur Franzoſenzeit, der Zentner zu 110 Pfd., 70 Rthl. und die Landwolle 28 Rthl. Jetzt wird die veredelte mit 100 bis 110, die Landwolle mit 40 Rthl. bezahlt. Sobald im Frühjahre ein milder Regen die Schlammtheile von der Oberfläche weggewaſchen hat, treiben die Schafe aus, und zwar zuerſt auf trockene Wieſen. Die Wieſenabhütung hört am erſten Maitag auf, und wo dann die Holzhut nicht erlaubt iſt und ſonſt keine nackte Hügel und Berge ſind, bleiben die Schafe auf Brachfelder und Dreiſchen eingeſchräͤnkt; nach der Erndte öffnet ſich endlich für ſie ein weites Feld. Die Winterfütterung iſt, wie man denken kann, nicht al⸗ lenthalben gleich. So lange die Heerde täͤglich noch einige Stunden ausgetrieben werden kann, erhaͤlt ſie nichts als Stroh von Roggen und Hülſenfrüchten, wobei den Lämmern jedoch einmal Heu gereicht wird. Rückt die Lammzeit heran, ſo wer⸗ den Heu, Kleeheu und Hülſenfrüchte gefüttert, während ſich die Hämmel mit bloßem Stroh begnügen müſſen. An einem andern Orte rechnet man auf 100 Schafe 3 bis 4 vierſpännige Fuder Heu und 1 Fuder Erbſen. Hiervon wer⸗ den täglich dem tragbaren Viehe abwechſelnd 3 Mahlzeiten, am Morgen und am Abend, in der Mittagsſtunde aber die Raufen voll Stroh gegeben. Die Lämmer bekommen täglich einmal Erbſen, und das zweite Mal Heu oder Stroh. Die Hämmel erhalten Stroh von Hülſenfrüchten und von Getreide, aber kein oder wenig Heu, es ſey denn in grasreichen Gegenden. — 364— An der Weſer rechnet man auf das Stück 2 ½ Pfund un⸗ gedroſchenes Roggenſtroh und ½ Pfund Heu. Beim Lammen erhalten die Muͤtter auch wohl etwas geſchrotenes Korn, Gerſte oder Bohnen. Nach Weihnachten erhalten dieſe, ſtatt des Strohes vom Rauzeuge, unausgedroſchene Wickerbſen, à 20 Bund per 10 Stück, in welchen ungefähr 2¼ Berliner Metzen Körner enthalten ſeyn können. Bei dem Oberverwalter Boenicke zu Luthmarſen erhalten die Hämmel täglich zweimal Stroh und einmal Heu, von die⸗ ſem 1 Pfund; die Schafe vor Weihnachten daſſelbe, ſpäter ungedroſchene Wickerbſen und, wenn ſie lammen, einen Zuſatz von Heu. In ihrem Getränke werden zu dieſer Zeit Oelkuchen beigemiſcht, à 8 Pfund per 100 Stück, und auch manchmal noch etwas Bohnenſchroot dazu. Die Jährlinge erhalten einmal Klee, oder Wieſenheu, und etwas ungedroſchenen Roggen, der beim Nachhacken geſammelt worden iſt. Werden die Lämmer etwas ſtärker, oder leiden ſie einen Abgang an der Muttermilch, ſo iſt nothwendig, ſie et⸗ was zu füttern, indem ſie ſonſt leicht vor Hunger oder aus langer Weile die Wolle freſſen, welche ſich im Leibe zuſammen⸗ ballt und ihnen tödtlich wird. Zu dieſem Ende hat Hr. Boe⸗ nicke einen Verſchlag im Stalle, in welchem nur die Lämmer einſchlüpfen können, und daſelbſt Raufen mit zartem Grummet finden. Die Ablohnung der Schäfer beſteht, neben der Koſt und wöchentlich 20 bis 22 Pfund Brod, darin, daß ſie eine beſtimmte Zahl Schafe zu der Heerde ſtoßen, und auf Koſten des Herrn das ganze Jahr über ausfüttern dürfen. Die Zahl richtet ſich nach der Größe der Heerde. Der Schafmeiſter haͤlt zwiſchen 70 bis 90, der Schäfer 50 bis 70, der Lammhirte 25 bis 35 Stück. Verarmte Schäfer, welche keine Schafe mitbringen können, dienen auch wohl für Geld und haben 30 bis 100 Rthl. Lohn. An einigen Orten nimmt der Schafmeiſter Antheil an der Heer⸗ de, zu der er ¼ oder ³⸗ aufmengt, und dann den Genuß des eben ſo vielſten Theils am rohen Ertrage der Heerde hat; dabei hat er Deputat für die Koſt. Zu Lüthmarſen hat der Schafmeiſter bei einer Heerde von 1200 Stück 100 Stück Meng⸗ dieh, vnd? diiſe Pror Verordnunl brachtes 2 Da die lung habeſt beſtehen, d gelangen. Schafhetren wendig die Bei tu hieſigen H. darunter der Veinke Tagen ein. feühe austt Der Morg Läͤmmern von Lämm entlaſſen h licht ausge Seinigen i reits Neuj meiſters L Venn dieſer Hand ſoll, ſo iſt Noth. beſten Sa⸗ daß die C vinz gewä die Mitur Mangel lat. Die Schaden, Flee, Esp ihre Erzien Pfund un⸗ m Lammen orn, Gerſte ſtatt des ſen, à 29 ner Metzen erhalten „don die⸗ lbe, ſpäter inen Zuſat t Oelkuchen manchmal nheu, und geſammelt leiden ſie dg, ſie et⸗ oder aus zuſammen⸗ Hr. Boe⸗ e Lämmer Grummet Koſt und beſtimmte des Hertn richtet ſih wwiſchen 70 3 35 Etück. in können, ſtbl. Lohn. dr heet⸗ en Genuß erde hat; hat der uck Meng⸗ — 365— vieh, und jeder Schaͤfer 50 Stück Vorvieh. Heilſam wird für dieſe Provinz in jeder Rückſicht die Anwendung der geſetzlichen Verordnung werden, welche alles Vorvieh oder ſonſt mitge⸗ brachtes Vieh zum Unterbringen verſagt. Da die Schäfer durchgängig einen Abſcheu vor der Vered⸗ lung haben, ſo kann dieſe bei dem Meng⸗ und Vorvieh nicht beſtehen, oder doch ganz gewiß nicht zu ihrer Vollkommenheit gelangen. Auf gutem Wege iſt hier nichts von Seiten der Schafherren gegen ihre Schäfer auszurichten; es müſſen noth⸗ wendig die Geſetze durchgreifen. Bei trockenen Jahren iſt die Sterblichkeit nicht groß unter hieſigen Heerden. Das meiſte Uebel richtet die Drehkrankheit darunter an; auch ſterben wohl die Lämmer im Frühjahre an der Beinkrankheit. Die Mai⸗Seuche ſtellt ſich in ſehr heißen Tagen ein. Sie ſoll herruhren, wenn ein ſchlechter Schäfer zu frühe austreibt, oder die Schafe in der Hitze zum Waſſer führt. Der Morgen⸗- und Abendthau, ſagt der alte Lender, ſind den Lämmern höchſt ſchädlich; denn mir hat ſie ein Erzböſewicht von Lämmerſchäfer, dem ich aufgekündiget und um Michaelis entlaſſen hatte, vor ſeinem Abgange des Nachts beim Monden⸗ licht ausgetrieben und im Thau weiden laſſen, nachdem er die Seinigen davon abgeſondert hatte. Der Erfolg war, daß be⸗ reits Neujahr 326 Pelze von meinen und 42 von des Schaf⸗ meiſters Lämmern auf dem Boden hingen. Wenn der Wollhandel aus den Händen der Juden, und dieſer Handels⸗Artikel zu ſeinem gebührenden Preiſe kommen ſoll, ſo iſt ein Wollmarkt nöthig. Nothwendig iſt noch ein Mißbrauch, der ſo oft auch die beſten Sachen begleitet, zu berühren. Es iſt nicht zu läugnen, daß die Schäfereien bei allem Vortheile, den ſie hieſiger Pro⸗ vinz gewähren, derſelben auch manchen Nachtheil bringen, und die Miturſachen ſind, warum der größte Theil der Bewohner Mangel an Futter, alſo an Vieh(Hornvieh) und an Dung hat. Die ſpäte Behütung der Wieſen durch die Schafe, der Schaden, den dieſe, bei dem Abgange gehöriger Maßregeln, an Klee, Esparſette und ſonſtigen Futterkräutern anrichten und ihre Erzielung zum Theile unmöglich machen; das Untereinander⸗ der von den Schäfereien gewonnenen Wolle ſich nicht ſo hoch — 366— weiden der Heerden auf den Gemeinweiden, wodurch das ſchnell⸗ und tiefbeißende Schaf dem Hornviehe Alles zum voraus ent⸗ zieht; dieſe ſind ohne Zweifel unverkennbare Uebel und wahre Geißel der Kultur. Ich will hierüber einen Mann aus dem Lande ſelbſt reden laſſen: „Auf den großen adeligen Gütern, wo dem Gutsherrn die Schäfereigerechtigkeit allein zuſtehet, werden in der Regel nicht mehr Schafe gehalten, als auf den Brachäckern des Guts und der zum Gute gehöͤrigen Bauern, und in der gemeinen Holz⸗ weide füglich geweidet und mit dem ſelbſtgewonnenen Futter gut durchgewintert werden können.“ „Dem Gutsbeſitzer, dem an der Erhaltung ſeiner Unterge⸗ benen gelegen iſt, weil er Heuer und Zehnten von ihren Län⸗ dereien ziehet, hat auch das große Intereſſe, ihre Wieſen mög⸗ lichſt und, die angebauten Futterkraͤuter gänzlich zu ſchonen. Der Schaden, den der Schäfer wider Willen eines ſolchen Guts⸗ herrn ausübt, iſt leicht auszumitteln und zu beſtrafen, er un⸗ terbleibt deshalb.— Der Schaden, den die gemeinſchaftliche Holzbehütung für den größern Haufen hat, wird dadurch be⸗ ſeitigt, daß man einen Theil der Holzung mit der Schafhütung verſchont.— Unter ſolchen Verhältniſſen iſt die Schafzucht im allgemeinen gewiß nützlich und vortheilhaft. Aber leider gehö⸗ ren dieſe Verhäͤltniſſe unter die Ausnahmen.“ „Die Mehrheit der Heerden gehört zu Ackerſtädten und großer Dörfer Gemeinden, wo eine unverhältnißmäßig große Anzahl zur Haltung einer Schafheerde berechtigt iſt.— Mir ſind Fälle bekannt, wo auf einer ſtädtiſchen Feldmark von 7 bis 8000 Morgen 15 bis 16 Haufen Schafe von 3 bis 500 Stück geweidet werden. Die wenigſten dieſer Heerden haben privative Angerweiden, müſſen ſich alſo auf den Brachfeldern und der unbedeutenden allgemeinen Weide ernähren. Welcher Schaden hier nicht allein den Futterkräutern und Brachfeldern, ſondern auch allen übrigen Früchten zugefügt werden muß, und auch wirklich zugefuͤgt wird, iſt leicht zu erachten.“ „Man kann mit Sicherheit annehmen, daß der halbe Werth beläuſt,¹ ten verüb⸗ „Ver! wegen den noch, dat wird, alt verden fa „Sob bis zum auf die verhunge Stamm naͤchſten; deißen.( Wieſen, u um die 9. nicht zu g Die 6 mit einige im fetten „Wer derbornſche iig wird, fen ſolch in kleinen nach der jede Kött vom Me welche ih man ihne nen die S verden kö das ſchnel⸗ voraus ent⸗ und wahte n aus dem tͤherrn die Regel nicht Guts und äinen Hoh⸗ enen Futter er Unterge⸗ ihren Läͤn⸗ ieſen moͤg⸗ u ſchonen. ſchen Guts⸗ en, er un⸗ inſchaftliche dadurch be⸗ ſchafhütung aßzucht in eider gehl⸗ oten und gig geoße t.— Mir ut von 7 3 bis 500 den haben rachſeldern „Welcher abfeldern, muß, und ibe Werth tt ſo hoch 67— — 0 beläuft, als der Schaden, den ſie an Futterkräutern und Früch⸗ ten verüben.—«“ „Verbote helfen nicht, wo die Ausmittelung des Thäters, wegen der Menge der Heerden, unmöglich wird. Hierzu kommt noch, daß in der Regel an ſolchen Orten mehr Vieh gehalten wird, als mit dem gewonnenen Futter füglich ausgewintert werden kann. Das Vieh kommt verhungert aus dem Winter.“ „Sobald alſo nur die Erde vom Schnee rein iſt, wird es bis zum 1. Mai, an andern Orten gar bis zum alten Maitag auf die Wieſen getrieben. Die Kleewurzeln werden von dem verhungerten Viehe aus der Erde gezogen, und überhaupt der Stamm aller ſüßen und guten Kräuterarten zerſtört. Für den näͤchſten Sommer können alſo nur die ſchilfartigen Graͤſer ge⸗ deihen. Es iſt bei uns eine Thatſache, daß der Ertrag der Wieſen, wo die Schäfereien ſich ſo übermäßig vermehrt haben, um die Hälfte abgenommen hat; des Unheils auf den Feldern nicht zu gedenken.“ XIII. Schweine. Die Schweinezucht iſt nicht unbeträchtlich, und es wird da⸗ mit einiger Handel nach dem Auslande getrieben. Ihr Gewicht im fetten Zuſtande iſt 156, 200, 250, ſelten 300 Pfund. »Wer Vortheil aus ihrer Anzucht haben will, ſagt ein Pa⸗ derbornſcher Landwirth, der muß eine Sau, ſo bald ſie traͤch⸗ tig wird, mit gutem Futter unterhalten, und wenn ſie gewor⸗ fen, ſolches verbeſſern. Meine Sänue liegen alle abgeſondert in kleinen Ställen(Köthen), die nach hinten einen Abfluß und nach der Futterdeele zu ein Schlupfloch haben. Außerdem hat jede Köthe ihren beſondern Trog. Aus Küchenſpülicht, Abfall vom Molkenweſen und Gerſtenſchroot beſteht ihre Nahrung, welche ihnen dreimal im Tage gereicht wird. Außerdem ſtreuet man ihnen täglich Gerſte auf die Deele. Nach und nach ler⸗ nen die Ferkel mitfreſſen, ſo daß ſie nach 6 Wochen abgeſetzt werden können.“ »Die Mütter werden weggebracht, und die Ferkel bleiben im ————— 8— ““ — 368— Beſitze der Köthen, und werden nach 7 Wochen auf denſelben Fuß, wie ſchon geſagt, fortgefüttert.“ „Alsdann zählen ſie ſich ſchon unter die kleinen Faſel⸗ ſchweine, und werden mit Kaff, Branntweinwäſche und geſtreu⸗ ter Gerſte gefüttert. Mit einem halben Jahre müſſen ſie mit den aͤltern Schweinen freſſen. Dieſe erhalten den Abfall von Garten, Kuüche, Molken, Branntweinbrennerei, Diſteln vom Felde, Klee nebſt etwas geſchrotenem Getreide, bis dahin die Stoppelhut angeht, wo ihnen dann nur Morgens und Abends ein dünnes Geſöffe gereicht wird. Iſt im Winter offene Wit⸗ terung, ſo treibt man ſie aus. Sie wühlen dann nach Wür⸗ mern, Wurzeln, oder weiden das Gras ab. Habe ich Kaff zu wenig, ſo laſſe ich Gerſt⸗Hafer im Stroh ganz fein ſchneiden, heiße Branntweinwaͤſche darauf gießen, und verdeckt erkalten. Hierzu kommen denn noch die Biertreber, wenn welche da ſind. Alles wird am Ende mit Waſſer verduͤnnt. Ich unterhielt vor⸗ mals zwei Eber und 24 Mutterſchweine, ließ dieſe zweimal im Jahre belegen, und konnte im Durchſchnitt von jeder Sau auf 6 Ferkel rechnen. Der erſte Wurf muß Anfangs Februars, und Johannis der zweite vor ſich gehen.“ Die Schweinemaſt wird von den gewöhnlichen Landwirthen mit Kartoffeln und Schroot von Erbſen, Bohnen und Gerſte betrieben, welcher Schroot im Waſſer aufgeweicht wird. Man füttert täglich vier mal.»Ich, ſagt der Verwalter Boiche, laſſe das Schroot mit kochendem Waſſer in der Dicke eines ſtarken Breies einbrühen und drei Tage ſtehen, damit es in Gährung komme und etwas ſäuere. Die Erfahrung hat mich gelehrt, daß dieſes Verfahren ſehr vortheilhaft ſey, und die Schweine dabei geſchwinder fett werden, als anders. Es werden auf ein Schwein täglich 9 Pfd. Bohnenſchroot und eben ſo viel gekochte Kartoffeln gerechnet.“ Ein anderer Paderbornſcher Landwirth zieht die ganzen und ungeweichten Bohnen den geſchrotenen bei der Schweine⸗ maſt vor. Er findet, daß dieſe Thiere die ganzen Bohnen lie⸗ ber freſſen. Werden ſie ihrer manchmal müde, ſo erwärmt man ſie in einem Sacke, den man unter den Ofen legt. Man reicht ihnen die Bohnen am Morgen zuerſt, und etwas ſpäter am Tagel daſſelbe n 3 Der! einzige(. Weihen, und Linſ Futterir ſchon aus und Esyt eignet. Nunkelri deren An Nur einie ats hier, dadurch i degang g Die hieſi in den ſa Die von keine ſchaft die wechſel in daſelbſt g rein, wei einzige 7 in mane kann. Die vierfeldr feldrige ahhtfeldr tige Kör den Uml Daache; Süder⸗ uf denſelben inen Faſee dund geſtreu⸗ muüͤſſen ſe den Abfall ei, Diſteln bis dahin und Abends offene Wit⸗ nach Wür⸗ rich Kaff zu ſchneiden, ft erkalten. ihhe da ſind. erhielt vor⸗ zweimal im er Sau auf Februars, zandwirthen zund Gerſte ird. Man koiche, laſſe ꝛes ſtarken u Gährung ich geleht, e Schweine den auf ein diel gekochte die galjel Eihveine⸗ upnen lie⸗ erwaͤrmt gt. Man zas ſpaͤter — 369— am Tage ein dickes Getränke von Gerſtenſchroot und Kartoffeln; daſſelbe hat auch Nachmittags ſtatt. XIV. Culturgegenttände und Fruchtkolge. Der Getreidebau iſt der Haupt- und ſo zu ſagen der einzige Gegenſtand hieſiger Cultur. Dahin gehören Roggen, Weitzen, Sommergerſte, Hafer; dann Erbſen, Bohnen, Wicken und Linſen; Buchweitzen in einigen ſandigen Gegenden. Der Futterkräuterbau iſt noch weit zurück, aus Urſachen, die ich ſchon angegeben habe. Sonſt iſt das Land zu Klee, Luzerne und Esper, wo nicht zu einem, doch zum andern ſehr wohl ge⸗ eignet. Zu dem Wurzelwerke gehören Kartoffeln, Kohlrüben, Runkelrüben, Möhren und Kohl. Erſtere ausgenommen, iſt deren Anbau noch geringe und nur auf die Gaͤrten beſchränkt. Nur einige Oekonomen bauen ſie in freiem Felde. Nirgends, als hier, würde ihr Anbau von größerem Nutzen ſeyn, indem dadurch das, was das Vieh im Sommer auf dem freien Wei⸗ degang gewinnt, im Winter nicht ganz verloren ſeyn würde.— Die hieſigen Handelsgewächſe ſind Raps, Rübſen, Flachs, und in den ſandigen Gegenden Sommerrübſen. Die Beſchreibung des Viehſtandes läßt ſchon errathen, daß von keinem Fruchtwechſel, keiner Wechſel⸗ oder Zweifelderwirth⸗ ſchaft die Rede ſeyn kann. Auch habe ich den reinen Frucht⸗ wechſel in dem ganzen Fürſtenthume nicht gefunden. Es herrſcht daſelbſt gegentheils eine reine Körnerwirthſchaft. Ich nenne ſie rein, weil ſie mit reiner Brache verbunden iſt. Dieſes iſt das einzige Mittel, wodurch jene unſchädlich gemacht werden und in manchen Fällen ſelbſt die vortheilhafteſte Wirthſchaft ſeyn kann. Die Körnerwirthſchaft im Paderbornſchen iſt dreifeldrig, vierfeldrig, fünffeldrig, ſechsfeldrig und achtfeldrig. Die ſechs⸗ feldrige iſt im Grunde nur eine doppelt dreifeldrige und die achtfeldrige eine doppelt vierfeldrige. Die drei⸗ und fünffeld⸗ rige Körnerwirthſchaften ſind die gemeinüblichſten. Man zählt den Umlauf von dem jedesmaligen Wiederkommen der reinen Brache; auf dieſe folgt in der Regel Winter⸗ und dann Som⸗ Schwerz, Landwirthſch. 24 ——“ 4 4 —.— merfrucht. Dieſe Regel haben alle Feldeintheilungen gemein, die übrige Folge wird ſich aus nachkommenden Schematen er⸗ geben. Die Wahl unter der angeführten Felderzahl wird aber nicht durch bloße Willkühr, ſondern durch die Dungmaſſe be⸗ ſtimmt, welche man dem Felde geben kann, oder ihm ſeiner Ent⸗ fernung wegen geben oder nicht geben will. Die Natur des Bodens kommt zwar dabei auch wohl, jedoch nicht ſo ſtark in Betracht, indem ſie zu oft wechſelt, als daß man in großen Wirthſchaften jedesmal eine Ausnahme von der Regel für ſie machen könnte. Eine betraͤchtliche Entfernung, welche den Dungtransport zu ſehr erſchwert, entſcheidet weit mehr, und es iſt nicht ſelten, Landwirthe zu finden, die auf einer Flur drei Felder und auf der andern vier Felder haben. Das nächſtgelegene Land iſt in der Regel ſechsfeldrig und wird alle 3 Jahre gedüngt. Man hält dieſe Eintheilung für die einträglichſte und zieht ſie allen übrigen vor; es können aber nur große Oekonomen ſolche treiben, den kleineren fehlt es an Dung dazu. Auch die fünffeldrige, wo in fünf Jahren einmal gedüngt und einmal gepförcht wird, geht nur für Schaf⸗ züchter an. Die Wirthſchaft, die am häufigſten getrieben wird, iſt die vierfeldrige, indem ſie in vier Jahren nur einmal Dung fordert. Die großen Oekonomen nehmen ſelbſt dazu ihre Zu⸗ flucht, und wenn ſie auf den näher gelegeneu Fluren ſechs Fel⸗ der haben, ſo haben ſie vier Felder auf den entfernten. Auf ganz entfernten Stücken hat man endlich auch drei Felder, mit reiner ungedüngter Brache; Schafzüchter bringen auch wohl ein Hürdenlager dahin. Es giebt vielleicht nicht einen der größern Landwirthe im Paderbornſchen, der das ganze Brachfeld dün⸗ gen kann. Die beſten bringen es auf ¾, die wenigſten auf ⅛, die Bürger und Bauern im Durchſchnitte kaum auf ⅛ deſ⸗ ſelben. Ich gebe hier die zur Erläuterung nöthigen Beiſpiele an: Dreifeldrige Körnerwirthſchaft. 1. Brache gedüngt mit 6 bis S Fuder vierſpännig, 2. Weitzen oder Roggen, 3. Gerſte oder Hafer. Ma Gerſte b Theil der und Fla größteut Br. Vit —= ͤ— De Hülſenf Wo der werden die Stel und das Ich fand Recht in geht die beobachte folgt, we Eine ich bei T 1. eine 2. Vil 3. Hüͤl 4. Cor wir 1. Br 2. W. 3. Ge 4. Hi 5. 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Wo der Klee aber unter das Sommergetreide kommen ſoll, da werden entweder die Hülſenfrüchte ausgeſtoßen und Hafer an die Stelle geſetzt, oder es werden die Hülſenfrüchte in das zweite und das Sommergetreide in das dritte Jahr aufgenommen. Ich fand ſelbſt einen Oekonomen, der, wie ich glaube, mit Recht in jedem Falle dieſes letztere vorzog. Durch den Klee geht dieſe Wirthſchaft in eine achtfeldrige über, wobei aber zu beobachten iſt, daß zu dem Wintergetreide, das nach dem Klee folgt, wenigſtens gepfercht werden muß. Eine, wie es mir ſchien, beſſere Vierfelderwirthſchaft fand ich bei Bönicke zu Lüthmarſen. Er hat .‚heine Brache, Wintergetreide, Hülſenfrüchte, .Sommergetreide, weswegen er dann unter die Wechſel⸗ wirthe gehört. Fünffeldrige Körnerwirkhſchuft. 1. Brache, gedüngt mit 7 bis 8 Fuder, 2. Wintergetreide, 3. Gerſte, 4. Hülſenfrüchte, 5. Hafer,— Flachs— Kartoffeln. Die Schafzüchter, welche pferchen können, benutzen das fünfte Jahr mit Wintergetreide, ſogenannten Stoppelroggen; ſolches kann aber bei gewöhnlichen Bauern nicht ſtatt haben. 24 35 ☛— 8* 372— 42 Auf jeden Fall wird nun wieder gebraacht, es ſey denn, daß Klee unter den Hafer oder den Stoppelroggen eingeſäet worden wäre; denn auch bei dieſer Wirthſchaft kommt der Klee immer in die Brache. Die Kartoffeln am Ende des Umlaufs, alſo unmittelbar vor der Brache zu finden, wird auffallen; es trifft aber an mehreren Orten zu. Sechsfeldrige Körnerwirthſchaft iſt, wie ſchon ge⸗ ſagt, eine zuſammengeſetzte dreifeldrige Wirthſchaft, wo in 6 Jahren die reine Brache einmal regelmäßig wegfällt, und ſtatt ihrer Futtergewaͤchſe, meiſt Huͤlſenfrüchte, vorkommen. Reicht der Dung zu einer alle 3 Jahre wiederholten Düngung nicht zu, ſo wird derſelbe für die Hulſenfrüchte aufgebracht, und die Brache nüchtern beſaamt. Wenigſtens fand ich dieſes ſo bei Hrn. Henrici, einem ſehr guten Landwirthe zu Gneiden. An einem andern Orte fand ich die Sache umgekehrt.„Wer eine Sechsfelderwirthſchaft einführen will, ſagt der alte Lender, der muß einen guten Boden, oder einen guten Miſthaufen, oder eine ſtarke Schäferei haben, ſonſt kommt er damit ins Siech⸗ haus.“ Die achtfeldrige Körnerwirthſchaft, welche ich zu Erdbeerenburg fand, iſt, wenn wir auf die Zahl der darin vor⸗ kommenden Getreidejahre ſehen, eher eine unregelmäßige Wech⸗ ſelwirthſchaft zu nennen, denn ſie hat in 8 Jahren nur 4mal Getreide. Sie heißt: 1. reine Brache, gedüngt oder 5. Klee, gepfercht, 6. Weitzen, gepfercht oder 2. Roggen, gedüngt, 3. Gerſte, 7. Hafer, 4. Hülſenfrüchte, 8. Hulſenfrüchte. Das Rauhfutter, worunter der Klee vorkommt, beſteht aus Bohnen und großen grauen Erbſen. Ueberhaupt halte ich, mit dem alten Lender, die vierfeld⸗ rige Körne wirthſchaft, unter den noch beſtehenden Umſtänden, für die hieſigen Bürger und Bauern für die angemeſſenſte. Das Land, welches alle 4 Jahre rein gebracht, und einmal fleißig gedüngt wird, kann drei Jahre hintereinander Vieles leiſten. Bre welcher. treibt, maßen 1. re 2. R. 3. B Die Kaͤuteru D. Rapſe welche trage, nur eit Roggen art ub A findet Land i F Verſta daß C Niehei 1. erſ he enn, daß et worden ee immer ufs, alſo ; es trift ſchon ge⸗ lwo in6o6 dund ſtatt I en. Reicht zung nicht und die ſes ſo bei Eden. An wer eine der, der efen, oder ins Ciech⸗ che ich zu S)arin vor⸗ ige Wech⸗ ruur 4mal acht oder 3 ſtet aus vierfeld⸗ mſtänden, K nuſenſte 1 einmal Vitles — 373— Brencken, fein ſehr einſichtsvoller Landwirth bei Warburg welchern drei⸗ und zum Theil ſechsfeldrige Körnerwirthfchaft treibt, pflegt den vierten Theil ſeines ganzen Areals folgender⸗ maßen einzutheilen: 1. reine Brache, gedüngt und 4. Erbſen und Flachs, gepfercht, 5. Roggen, ſchwach gedüngt, 2. Raps, 6. Gerſte.. 3. Weitzen, Dieſes iſt wohl eine förmliche Wechſelwirthſchaft. Zur Er⸗ läuterung füge ich ſogleich ſeine Behandlung bei. Die Brache wird zum Rapſe viermal gepflügt, nach dem Rapſe zweimal, wodurch man erhält, daß dieſelbe Erdſchichte, welche den Raps hervorgebracht hat, nun auch den Weitzen trage, ohne welches ſich dieſer lagern würde. Zu Erbſen wird nur einmal gepflügt, damit ſie neue Erde bekommen. Zum Roggen wird nachher dreimal gepflügt, wovon die zweite Pflug⸗ art über die Breite des Feldes. Auch wird nachher zur Gerſte dreimal gepflügt. Brencken findet in dieſer Behandlung und Fruchtfolge das Mittel, ſein Land in einem immer tragbaren und reinen Zuſtand zu erhalten. Fruchtfolge nach Dreiſche. Dreiſche im eigentlichen Verſtande hat eman hier wohl nicht, wohl aber geſchiehet es, daß Grasänger aufgebrochen werden, und da baut man bei Nieheim, wie folgt: 1. erſtes Jahr Hafer. Dazu wird der Grasboden im Vor⸗ herbſte einmal umgepflügt, im Frühjahre mit ſchweren Eg⸗ gen zerriſſen, und der Hafer ohne weiteres untergeeggt. 2. Gerſthafer. Von beiden die Hälfte. Zweimal gepflügt, im Vorherbſte über die Breite, und im Frühjahr(Mai) über die Laͤnge des Feldes. 3. gepferchte reine Brache zu 4. Raps, 5. Wintergetreide, 6. Gerſte und zum Theil Lein, 7. Hülſenfrüchte und Lein an einer neuen Stelle, 8. Hafer und Lein wieder an einer neuen Stelle. Nun iſt es mit der alten Kraft des Bodens zu Ende. — 374— Man bracht nun und düngt zu Winterfrüchten, wo das Land dann in die Klaſſe der übrigen Felder übergeht. Klee ſäet man nicht gern, ſo lange die angeführte Periode dauert, weil die „Graswüchſigkeit während derſelben noch nicht ganz zerſtört iſt. Wer nicht in der Lage iſt, das Land im dritten Jahre mit Hürden belegen zu können, der ſäet 3. Pferdebohnen einfährig, 4. Roggen, zweimal gepflügt, 5. Gerſte, auch wohl Flachs, 6. Klee, 7. Weitzen oder Roggen, 8. Hafer, einmal vor, einmal nach Winter gepflügt. Nun geht das Land durch reine gedüngte Brache in die Reihe und Folge des gewöhnlichen Ackerlandes über. Soll es aber wieder zu Gras niedergelegt werden, ſo nimmt mit dem Klee im ſechsten Jahre die Beſtellung ein Ende. Einige pflegen auch wohl unmittelbar nach dem Umbruche des Grasbodens Kartoffeln zu pflanzen, welche freilich äußerſt gut darauf gedeihen. Nothwendig muß die Narbe dazu vor Winter umgebrochen worden ſeyn. Im Frühjahre wird tüchtig geeggt, gepflügt und gepflanzt; auch wird oft in die Herbſtfurche gepflanzt. Klee und Flachs dürfen erſt nach 6, beſſer 9 Jahren, am beſten in der dritten Brach⸗Periode, alſo bei den Dreifeldern alle 9, bei den Vierfeldern alle 12 Jahre wieder vorkommen. Auf dem Sandfelde wächſt nach Weitzen beſſer Hafer als Gerſte. Nach Roggen gedeihen die Erbſen beſſer, als nach Gerſte, und dieſe beſſer nach Erbſen, als nach Roggen.— Bei Höxter läßt man nach Klee und Bohnen Weitzen, und nach Erbſen und Flachs Roggen folgen. Zu Erdbeerenburg ſolgt nach Kartoffeln Weitzen, aber kein Roggen. Bei Warburg geräth der Roggen beſſer nach Bohnen und Kartoffeln, als der Weitzen; dieſer aber folgt am beſten nach Erbſen, und nach dieſen beſſer Hafer als Gerſte. Eben ſo laſſen manche Landwirthe nach Klee nicht gern Weitzen folgen, weil dieſer zu ungleich reift.— Es kommt alſo vieles hierbei auf die Eigen ganzen welcher, ches in g möchte w Sie wurd Wi viermal ſo muß halben H ſch mit, wweite ii ſer ſaͤet und auf fäͤllt ſie der Fläͤc daß der ſaat vor ner; dog ſehr fruh Wa ſein Mi Schotte den, dr den, ka wurde, der tre überjähr Einſt ſti das Land ſaͤet man veil die terſtört iſt zahre mit ft. zhye in die Soll es mit dem mbruche ) äußerſt Idazu vor gepflanzt; Lren, am eifeldern emmen. ufer als ls nach 1.— Bi and vach zaber kein rnen und en vach laſſen „ weil bei auf 3.5— die Eigenheiten des Bodens, wahrſcheinlich eben ſo viel auf den ganzen Zuſammenhang der Fruchtfolge, auch wohl auf den Düngerzuſtand an. Die Bemerkung aber, welche mir ein hieſiger, ich weiß nicht welcher, Landwirth mittheilte, daß nach Wintergetreide, wel⸗ ches in Kleeſtoppel geſäet worden, beſſer Hafer als Gerſte folge, möchte wohl unter allen Umſtaͤnden zutreffen und richtig ſeyn. Sie wurde mir auch ſpäter im Würtembergiſchen beſtätiget. Getreidebau. Wintergetreide. Die Brache wird in der Regel viermal gepflügt und gedüngt oder gepfercht. Geſchieht letzteres, ſo muß die auf das Wintergetreide folgende Gerſte noch einen halben Hürdenſchlag haben. Nach Hülſenfruͤchten begnügt man ſich mit einem zweimaligen Pflügen, wovon das erſte flach, das zweite tiefer. Nach Klee pflügt man nur einmal. An der We⸗ ſer ſäet man vom 1ſten bis zum 25ſten Oktober. In der War⸗ burger Börde iſt die beſte Saatzeit 14 Tage nach Michaelis, und auf dem Sendfelde 14 Tage vor Michaelis. Bei Nieheim fällt ſie auf den Berglanden gegen den achten September, in der Fläche aber um Michaelis. Man hat hier das Sprüchwort, daß der erſte und der ſpäte Weitzen der beſte ſey.— Die Aus⸗ ſaat vor Michaelis fordert Einen, die ſpaͤtere †½ Scheffel Kör⸗ ner; doch nimmt man auch ¾ auf dem Sendfelde, obgleich da ſehr frühe geſäet wird. Was hilft gegen den Brand im Weitzen? Jeder rühmt ſein Mittel, aber giebt es wirklich ein untrügliches? Paſtor Schotte zu Weda ließ den Weitzen bis zum Ausfallen reif wer⸗ den, druſch ihn ſogleich ab, breitete ihn ſorgfaltig auf dem Bo⸗ den, kalkte, hatte Jahre lang keinen Brand und wollte gegen Jedermann wetten, daß er nie welchen haben würde. Und ſiehe da! es kam ein Jahr, wo die Hälfte ſeines Feldes brandig wurde, während ſich bei ſeinen Nachbarn kein Brand zeigte. Der treffliche Pachter Henrici zu Gehrden bediente ſich ſtets überjährigen Weitzens zur Einſaat, und hatte nie Brand. Einſt ſtieg der Preis des Weitzens ſo hoch, daß man ihm 20 Rthl. in Gold für einen Sack von ſeinem alten Weitzen bot, den er zum Säͤen beſtimmt hatte. Er war ihm aber eben da⸗ rum nicht feil, ſaͤete und hatte eine Menge Brand. Der Päch⸗ ter Spinola zu Herbram will ſeit 20 Jahren keinen Brand ge⸗ habt haben. Er überſtreut 12 Scheffel Weitzen mit ¼ Scheffel in der Luft zerfallenen Kalk, und ſticht den Haufen um. Er überſtreut ihn von neuem mit eben ſo viel Kalk, ſetzt auch wohl etwas Salz zu, ſprengt den Haufen mit Waſſer an, ſticht flei⸗ ßig untereinander, bringt den Weitzen wieder in einen Haufen und ſäet nach 24 Stunden.— Ein trefflicher Landwirth, Kamlach, verſichert, daß über⸗ jahriger Weitzen bei ihm nie brandig werde, obgleich die Ge⸗ gend daran leide.— Ein anderer ebenfalls trefflicher Oekonom, Brencken, ſäet ganz reife vollſtändige Körner, bekümmert ſich um keinen Mond u. dgl., und iſt ſeit 22 Jahren frei vom Brande geblieben. Das Eggen des Weitzens im Frühjahre iſt zwar nicht ge⸗ bräuchlich, dennoch einigen beſſeren Oekonomen bekannt.„Ich ließ, ſagt Brencken, im Frühjahre 1816, wo ſich durch den reg⸗ neriſchen Winter eine Borke gebildet hatte, den Weitzen eggen, und darauf mit gebranntem Gypſe überſtreuen. Ich ſah mit Vergnügen das ſchnelle Gedeihen und Beſtauden, die darauf folgenden dickeren und längeren Halmen, als wo nicht geeggt worden war, und die Frucht lagerte nicht.“—„Wenn der Bo⸗ den etwas ſchollig iſt, ſagt der alte Lender, und die Saat dünne ſteht, ſo iſt das Durcheggen nothwendig oder doch vortheilhaft. Man muß es aber vornehmen, wenn man bald einen Regen vermuthet. Hierdurch rettete ich einſt 20 Morgen Weitzen, welche ich im April umzupflügen beſchloſſen hatte. Ich ließ mich indeſſen überreden, noch etwas Geduld damit zu haben, eggte das Feld am erſten Maitage durch, und ſchon am 12ten ſah ich, daß ich eine gute Erndte würde zu erwarten haben, wie auch geſchah.“ Sommergetreide. In der Regel wird das Feld dazu vor Winter geſtürzt, im Frühjahre gerührt, abgeeggt und zur Saat gepflügt. Viele Landleute unterlaſſen dieſes letzte Pflü⸗ gen und behaupten, daß ſich alsdann weniger Unkraut zeige. Mit Aprils, un macht. H hält hiet Hr. L Stroh, at derich leid Boeni tung in ſe gen Gaſe nicht gut aber der Mam Went regen zuſe Hafers fü theilig, un zugeſchlei der pförch fer und Hül bald frül Januars der Dung Im zweit von 3 bis Einig andere da beſte und für oder terpfluͤge dann, w zu viel? hindert: Bei gen den; lichen Vo tung zu⸗ Jeitzen bot, er eben da⸗ Der Ha⸗ Brand ge⸗ 16 Scheffe n um. Er auch wohl ſticht flei⸗ en Haufen daß über⸗ ich die Ge⸗ Oekonom, onmert ſich frei vom zt nicht ge⸗ aant.„Ich öh den reg⸗ Lhen eggen, ſah mit die darauf eicht geeggt In der Bo⸗ grat dünne theilhaſt. en Regen — Wäitzen, 4 Jc ließ zu haben, zam laten den haben, dulb dazu dund zur te Pfü⸗ m zeige. —— — 4* ** — 377— Mit dem Haferſaͤen wird in der Warburger Börde Ende Aprils, und mit der Gerſte den 24ſten Mai der Anfang ge⸗ macht. Hafer nach Urbanus und Gerſte nach Vitus zu ſäen, hält hier der Bauer für ſchädlich.— Hr. Liſte findet, daß die fruͤher geſaͤete Gerſte zwar mehr Stroh, aber weniger Korn gebe, auch weit mehr von dem He⸗ derich leide. Boenicke zu Lüthmarſen beobachtet, und hält die Beobach⸗ tung in ſeiner Gegend für allgemein, daß Gerſte nach Kleerog⸗ gen(daſſelbe verſteht ſich vermuthlich auch nach Kleeweitzen) nicht gut gerathe, auch leicht vom Wurme leide, deſto beſſer aber der Hafer darnach gerathe. Wenn gleich nach der Ausſaat der Boden durch einen Platz⸗ regen zuſchlaͤgt, ſo hält man bei Warburg das Aufeggen des Hafers für erprobt zweckmäßig, bei der Gerſte aber für nach⸗ theilig, und treibt lieber die Schafe auf das Land, um dem zugeſchleimten Keime etwas Luft zu verſchaffen.— Wer es kann, der pförcht das ſchon geſäete Land, oder auch wenn ſchon Ha⸗ fer und Gerſte aus der Erde hervorkommen. Huülſenfrüchte. Man ſäet Erbſen, Bohnen, Wicken, bald früh, bald ſpät. Im erſten Falle wird das Feld Ende Januars gut gedüngt, und ſobald die Witterung es geſtattet, der Dung gebreitet, untergepflügt und das Grundſtück beſäet. Im zweiten dagegen wird gepflugt, abgeeggt und nach Verfluß von 3 bis 4 Wochen gedüngt, untergepflugt und geſaͤet. Einige ziehen bei Erbſen und Bohnen das Unterpflügen, andere das Untereggen vor. Jeder haͤlt ſeine Methode für die beſte und ſtützt ſich auf Erfahrung, ohne beſondere Gründe da⸗ für oder dawider angeben zu können. Breucken räth zum Un⸗ terpflügen nur auf ſandigem Boden, und auf ſchwerem nur dann, wenn Ende Mai geſäet wird. Im April hat der Boden zu viel Feuchtigkeit, der Acker pflügt ſich nicht mürbe und ver⸗ hindert das frohe Keimen des Getreides. Bei dem frühen Säen der Hülſenfrüchte kommen ſolche ge⸗ gen den zehnten Auguſt zur Reife, wodurch man den ſehr weſent⸗ lichen Vortheil einer angemeſſenen und zweckmäßigen Zuberei⸗ tung zu Winterfruchten gewinnt, was bei den ſpäter Ende Mai 4 — 378— geſäeten nicht möglich iſt, indem nach einfurchiger Beſtellung das mit Gras und Unkraut uͤberfüllte Grundſtück, wegen der vorgerückten Zeit, ohne weitere Vorbereitung den Saamen auf⸗ nehmen muß. Sehr ſelten geräth auf einem ſolchen Stücke der Roggen; die Unkräuter nehmen überhand und laſſen auch die nachherigen Sommerfrüchte nicht gedeihen. Bohnen werden auf den Morgen 2 Schfl. Erbſen 1 ½ ⸗ Wicken 56³ geſäet. Das Jäten ſo wenig wie das Pferdehacken ſind gebräͤuch⸗ lich. Zeigt ſich zu viel Unkraut, ſo wird das Ganze als grüne Fütterung abgemäͤhet, um das Unkraut nicht zur Reife kom— men zu laſſen. Die Hülſenfrüchte werden entweder gemäht oder geſchnitten, und im letzten Falle gleich in Wulke gebracht. Man legt dieſe in 2 Fuß von einander entfernte Reihen, damit der Pflug ſo⸗ gleich die Zwiſchenräume beſchaffen kann. Sind nun die Zwi⸗ ſchenräume gepflügt und abgeeggt, ſo werden die Wulke darauf in Haufen gebracht, damit der Pflug nun auch die Streifen beſchaffen könne, auf welchen ſie gelegen. Die Erndtekoſten ſind den für das Wintergetreide angege⸗ benen gleich. Erndte⸗Geſchaͤfte. Das Wintergetreide wird zum Theil mit der Grasſenſe, hin und wieder auch mit der Haferſenſe ge— mähet, und zum Theil mit der Sichel geſchnitten. Das Mä⸗ hen mit der Haferſenſe iſt nach Brencken dem mit der Grasſenſe vorzuziehen. Die Früchte werden bei dem Gebrauche der erſten nicht ſo ſtark untereinander geworfen, wodurch das Ausdreſchen befördert wird. Auch ſcheffelt geſchnittener Roggen beim Aus⸗ dreſchen ſtärker als gemähter, weil die Aehren bei jenem ſich nicht unter das Stroh miſchen. Indeſſen iſt dieſes kleine Plus nicht bedeutend genug, um das Plus der durch die Sichel ver— mehrten Arbeit zu decken. Die Haferſenſe ſcheint alſo den Vor⸗ zug zu verdienen. Die Tagelöhner erhalten mitunter von größeren Landwir⸗ then die Er Kartoffeln l tine Metze! fn, Kohl ider 4 M Manch! geit 14 bis einem Gom' Die Sit galagert ſan 1 ¹ 4 Hat ſie eines Morg Beim mähen. in Lag nachzul zu bint Das 1 oder meh zwei Morge Tage ab; 1 abgebracht Zu Ste Die F in Hucken Die derbornſcher Brackel. Un ein er Beſtellung , wegen der Haamen auf⸗ der Roggen; nachherigen d gebräͤuch⸗ als grüne mkeife kom⸗ keſchnitten, Llegt dieſe Pflug ſo⸗ die Zwi⸗ allke darauf e Streifen re angege⸗ zum Theil erſenſe ge⸗ Das Mi⸗ „tasſenſe dder erſten zlodreſchen peim Aus⸗ enem ſich zine Plus üchel ver⸗ Pyen Vor⸗ andwir⸗ —- 379— then die Erlaubniß, Lein auf eines ihrer Felder zu ſaͤen, oͤder Kartoffeln darauf zu pflanzen. Dafür müſſen jene dann für eine Metze Leinausſaat, ſo wie für jedes 16 Morgen Kartof⸗ feln, Kohl oder Möhren, einen Morgen Getreide ſchneiden, oder ¼ Morgen mähen und in Haufen bringen. Mancher Tagelohner hat auf dieſe Weiſe in einer Erndte⸗ zeit 14 bis 16 Morgen abzufertigen. Es giebt Weiber, die in einem Sommer 9 bis 10 Morgen Wintergetreide ſchneiden. Die Sommerfrüchte werden alle gemäht. Wenn ſie nicht gelagert ſind, ſo koſtet ein Calenberger Morgen zu mähen: Gerſte 6 Mrgr. Hafer 4 2⸗ zu binden 6 2 zu harken 1 2 4 pf. Hat ſich die Frucht gelagert, ſo werden für das Mähen eines Morgens 2 Mgr. mehr bezahlt. Beim Roggen koſtet der Morgen im Durchſchnitt zu mähen........... 6 Mar in Lagerhaufen zu ſetzen 3 ⸗ nachzuharken..... 1 ⸗4 pf. zu binden........ 2 ⸗ 4 ⸗ Das Maͤhen des gelagerten Roggens wird ebenfalls um 1 oder mehrere Mgr. theuerer bezahlt.— Ein Mäher fertiget zwei Morgen, ſowohl Sommer⸗ als Wintergetreide, in einem Tage ab; mit der Sichel aber kann nur ein halber Morgen abgebracht und in Lagerhaufen geſetzt werden. Zu Steinheim koſtet das Mähen 6 Mrgr. das Rüſten 4 ⸗ das Harken 1 ⸗ das Binden 2—⸗ Die Früchte werden entweder in Lagerhaufen gebracht, oder in Hucken geſetzt. Die Lagerhaufen haben in dem größten Theile des Pa⸗ derbornſchen ſtatt; die Hucken findet man bei Steinheim und Brackel. Um einen Lagerhaufen anzufertigen, wird zuerſt ein Wulk — 380— (ein Gelege oder Armvoll) in der Mitte eingeknickt, und ſo auf die Erde gelegt, daß die Aehren obenauf zu liegen kom⸗ men. Hiernächſt werden die Aehren der andern Wulke von der Linken zur Rechten ſtets auf den unten geknickten Wulk(Knick⸗ elſe genannt) gelegt, wodurch ein Kranz entſteht, welcher in der Mitte höher wie an den Enden iſt. Auf dieſen Kranz wird nun ebenfalls von der Linken zur Rechten noch zweimal, etwa bis zu der Höhe von 5 bis 6 Fuß aufgeſetzt, wodurch der Hau⸗ fen die Geſtalt eines ſtumpfen Kegels erhält. Am Ende wird er entweder mit einer Decke bedeckt, das iſt: eine umgekehrte Garbe darüber hergeſpreitet, oder es werden zwei Gelege einge⸗ knickt, und ins Kreuz darüber hergelegt, ſo daß die Aehren auf zwei Seiten, und auf zwei Seiten das Stroh herunterhan⸗ gen, wodurch das Getreide, in ſofern alles gut gemacht iſt, gegen jeden Regen geſchützt wird, und ſich 4 bis 6 Wochen ſehr gut erhält. Schon an demſelben Tage, wo das Winterkorn ge⸗ ſchnitten oder gemähet worden, kann es in ſolche Haufen ge⸗ bracht werden. Das Binden geſchieht erſt beim Einfahren. Die Hucken beſtehen aus 5 aufrechtſtehenden Wulken. Der mittlere wird mit einigen unausgedroſchenen Strohhalmen un⸗ ter den Aehren umwunden, und heißt der König; dann wer⸗ den die übrigen 4 Wulke um denſelben, nach zwei entgegenge⸗ ſetzten Richtungen, geſetzt, und ebenfalls dicht unter den Aeh⸗ ren mit einem ſtarken Seile unterbunden, damit der Hucke vor dem Umfallen geſicherter iſt. In dieſem Zuſtande bleiben die Winterfrüchte 9 Tage ſtehen und werden dann eingeſcheunet. Die Lagerhaufen haben in den Gegenden ſtatt, wo das Win⸗ tergetreide mit der Haferſenſe oder der Sichel abgebracht wird, da aber, wo die Grasſenſe gebraucht wird, ſetzt man das Ge⸗ treide in Hucken. In einigen ſüdlichen Kreiſen der Provinz wird die Erndte des Nachts gebunden, zu welchem Ende der Binder um 12 Uhr das Bett verläßt und ſich zu Feld begiebt, wo er, bis der Tag anbricht, 80 dicke Bunde fertig macht und dann zur Tagesarbeit übergeht. Die Art des Bindens ge⸗ ſchiehet vermittelſt eines Reiſes von Weiden, oder andern wei⸗ chen Holzarten, woran eine Hand voll Stroh gedrehet und um die Garbe mit einem Knebel feſtgezwängt wird. So wie der V Tag ant brick vellcher zuri fährt. Auff Früchte ein gemeſſen, auf einer b ſtellten 5 9 hafet, Erb vweiden tbelll Man i auch löten 3 Rothſt Paderbornſe lenthalben tender Me⸗ ein Fünfunn So la Thorheit, das Leere, auszufuller lettern. Doch 6 hauptet ma ſonders vor ſer zerſtört leicht zub Endlit nig uberd Krieg an, ſeine Vert Staate. über das? Snickt, und ſo i liegen kun⸗ bulke von da Vulk(anik. Eit, welcher in en Kranz witd eimal, etu Srch der Hau⸗ a Ende wird —e umgekehrte Gelege einge⸗ 8 die Aehren 8 herunterhan⸗ * gemacht iſt Vochen ſehr Saterkorn ge⸗ 1 Haufen ge⸗ nfahren. gulken. Der n hhalmen un⸗ 2; dann ver⸗ a entgegenge⸗ er den Ae⸗ Ir Hucke vot an bleiben die ungeſcheunet. das Win⸗ zbracht wird, an das Ge⸗ der Provinz »n Ende der ßeld begittt ertig macht S Bindens ge⸗ ndern wei⸗ get und um vo wie det — 381— Tag anbricht, findet ſich der Erndtewagen ein, den der Knecht, welcher zur Fütterung der Pferde zurückgeblieben iſt, heraus⸗ fährt. Auf großen Oekonomien werden mit Wechſelwägen die Früchte eingeſcheuert, und wird dabei nach der Entfernung ab⸗ gemeſſen, ob ein, zwei oder drei Geſpann erforderlich ſind, um auf einer oder auch zwei Scheunen den bei jeden Luken ange⸗ ſtellten 5 Arbeitern anhaltende Beſchäftigung zu verſchaffen. Hafer, Erbſen und Bohnen, in ſofern ſolche gehäuft werden, werden ebenfalls in der Nacht gebunden. Man driſcht entweder im Tagelohn, oder um den 14ten, auch 16ten Scheffel. XVI. Anbau der Futtergewächſe. Rother Klee. Er ſcheint zuerſt im Jahre 1775 in dem Paderbornſchen eingeführt worden zu ſeyn. Man baut ihn al⸗ lenthalben, aber nur in den größern Wirthſchaften in bedeu⸗ tender Menge. Der gewöhnliche Bauer hat nicht leicht über ein Fünfundzwanzigſtel ſeines Areals an Klee. So lange man Gemeinweiden genug hat, haͤlt man es für Thorheit, ſich Muͤhe um andere Kräuter zu geben. Um indeſſen- das Leere, was jene in dem Wanſte der Thiere zurücklaſſen, auszufüllen, entſchließt man ſich zu einem kleinen Anbaue der letztern. Doch auch dieſes wenige bleibt lobenswürdig. Noch be⸗ hauptet man, daß der Klee nicht allenthalben gerathe, und be⸗ ſonders von dem Honigthaue in einigen Gegenden leide. Die⸗ ſer zerſtoͤrt ihn oft gänzlich. Und dieſer Nachtheil wirkt, wie leicht zu begreifen, auf die folgende Winterfrucht fort. Endlich kündigen denn auch die allzugierigen und allzuwe⸗ nig überdachten Zehntherrn dem wohlthätigen Gewächſe den Krieg an, hemmen durch den Antheil, den ſie davon fordern, ſeine Verbreitung, ſchaden dadurch ſich, dem Bauer und dem Staate. Man ſaͤet den Klee im April, Mai, auch wohl im Januar über das Wintergetreide, durchgehends aber wird er unter die Gerſte gebracht. Man nimmt dann von dieſer etwa ⁄2 Sa⸗ 382— men weniger, damit ſie ſich nicht ſo leicht lagere, und auf je⸗ den Fall dem Klee mehr Spielraum bleibe. Man nimmt 7, 8 bis 10 Pfund Kleeſamen auf den Calenberger Morgen. Der Klee wird ſelten mit Stalldung überfahren. Thut man es, ſo geſchiehts während dem Froſte.— Gips iſt das allgemeine Dungmittel dafür. Man nimmt ¾ bis 1 Scheffel auf den Morgen, und ſtreut ihn, wenn der Klee das Land überzogen hat. Man benutzt dieſen nur ein Jahr, und ſchneidet ihn ge⸗ wöhnlich zweimal, ſelten dreimal. Spinola zu Herbram, der jährlich 80 Morgen damit beſtellt, pflegt nur die Hälfte davon zweimal zu benutzen; iſt der erſte Schnitt von der andern Hälfte genommen, ſo fährt man Dung auf, läßt den zweiten Schnitt heranwachſen, und pflügt alles zuſammen unter. Es iſt die⸗ ſes gewiß eine treffliche Verfahrungsart, die eine vollſtändige Vermoderung des Bodens bewirkt. Ueber den Nutzen der Ein⸗ wirkung des Klees auf die folgenden Früchte iſt man einſtim⸗ mig. In den Sandgegenden läßt man gern Kartoffeln darauf folgen; auf lehmigem oder thonigem Boden Wintergetreide, darauf Sommergetreide, und nach dieſem Erbſen. Wird zu dieſen gepfercht, ſo kann noch Hafer ungedüngt nachfolgen, und das iſt doch wohl alles, was man von einer blos gegipsten Vorfrucht erwarten kann. Eine Ausnahme von der Regel ſcheint das Sendfeld zu machen, wo, wie Kamlach bemerkt, die Einwirkung des Klees auf das Wintergetreide nicht die beſte ſeyn ſoll, wohl aber auf die nach dem Wintergetreide folgende Gerſte. Auch dieſes letztere ſteht im Widerſpruche mit dem, was ich anderswo be⸗ merkt habe. Ein Beweis, wie manches auf den Boden bei der Frucht⸗ folge ankomme. Warum alſo Wintergetreide nach Klee ſäen, wenn es nicht gut darauf fort will? Zwang wird nie mit Vortheil über die Natur ſiegen! Wir werden an Gegenden kommen, wo man nie etwas anders als Hafer in die Kleeſtoͤp⸗ pel aufnimmt. Iſt doch ein Feld mit gutem Hafer weit mehr werth, als eins mit ſchlechtem Weitzen. Da man auf dem Sendfelde die Winterfrucht ſehr frühe beſtellt, ſo wird bei Verſpätung Sommergerſte darnach geſäet. 6 Espe lin Paar Klee nicht weicht er aber noch! beſſer zur! derborn, hekannt ge: bührend a die Gemein benutzen, auf Gtallit thun. Nit kräuter ge⸗ lich, in Sch an, dann Wüſte in fand ich den Güter weiſt ihm ſeichte Kru⸗ ſie keinen barer und proben. J 3 cheffel hat ſchon Scheffel ein treffliches naͤhre, un Verwalter —der Pflanz handelt we und harkt ſo liegen, auf dem F Ddieſes diele Norg — und auf nimmt 7,8 Vorgen. da man es, i 8 allgeweine fel auf da E dd überzogen Kidet ihn ge⸗ erbram, dar haͤlfte davon andern Häͤlfe = iten Schnitt . Es iſt die⸗ d ollſtaͤndige „Aen der Ein⸗ an einſtim⸗ a ffeln darauf Outergetreide, . VWird zu folgen, und As gegipsten 1 dendfeld zu 8 des Klees as Il aber auf luch dieſes o herswo be⸗ der Frucht⸗ 8e Klee ſäen, d d hie mit Gegenden e Kleeft⸗ A wiit mehr agehr fruͤhe zuch geſäkt. —— — 383— Esparſette. Auf dem kalkſteinigen, oft nur mit einer ein Paar Finger hohen Krume überdeckten Boden will der rothe Klee nicht vorwärts; die Dürre iſt ſeine Sache nicht. Hier weicht er alſo der Esparſette, einem zwar weniger ergiebigen, aber noch edleren Futterkraute. Ich kenne kein Land, was beſſer zur Esparſette geeignet wäre, als das Fürſtenthum Pa⸗ derborn, und doch iſt ſie erſt vor wenigen Jahren darin bekannt geworden. Es fehlt alſo viel, daß ihr Anbau ge⸗ bührend ausgedehnt ſey. Wie überall, ſo ſtehen auch hier die Gemeindeweiden dem Guten im Wege. Man will dieſe benutzen, und ehe man ſie dem Nachbar allein gönne, lieber auf Stallfütterung und alle Vortheile von der Welt Verzicht thun. Nimmt aber nur einmal die höchſte Behörde die Futter⸗ kräuter gegen den Frevel der Hutberechtigten, aber nachdrück⸗ lich, in Schutz, und weiſt dem Viehe ſeine gebührenden Grenzen an, dann wird die Esparſette von ſelbſt kommen, und die Wüſte in ein gelobtes Land umgeſchaffen werden. Im Großen fand ich den Anbau jenes ſeegenbringenden Futterkrauts auf den Gütern des Baron von Brencken zu Erdberenburg. Man weiſt ihm hier vorzugsweiſe ſolche Felder an, welche eine ſo ſeichte Krume und eine ſo kalkſteinreiche Unterlage haben, daß ſie keinen Dünger vertragen. Hier alſo kann ſich ſein mittel⸗ barer und unmittelbarer Nutzen in ſeinem ganzen Umfange er⸗ proben. Man ſäet die Esparſette mit etwas Hafer aus, nimmt 3 Scheffel auf den Morgen und zieht haͤufig Samen. Man hat ſchon 20 Scheffel von einem Morgen gehabt, wovon der Scheffel einen Rthlr. werth iſt. Man hält ihn für ein unüber⸗ treffliches Pferdefutter, das viermal ſo ſtark als der Hafer nähre, und wobei ſich die Thiere ſtets wohl befinden. Der Verwalter Liſte glaubt nicht, daß die Samenreife der Fortdauer der Pflanze ſchade. Die Samenerndte muß ſehr behutſam be⸗ handelt werden. Man mähet Morgens und Abends im Thaue, und harkt das gemähete ſogleich in kleine Häufchen, läßt dieſe ſo liegen, bis die Pflanze dürre iſt. Alsdann wird auf Tüchern auf dem Felde ſelbſt abgedroſchen. Dieſes geht ſchnell von ſtatten, indem 10 Mann eben ſo viele Morgen auf einen Tag abfertigen können. Wird die Es⸗ — 384— parſette zu Heu gemacht, ſo liefert der erſte Schnitt von einem Morgen ein vierſpänniges Fuder, der zweite ein halbes, wel⸗ ches aber das erſte Heu an Qualität übertrifft. Liſte hat ſieben⸗ jährige Esparſettefelder umgebrochen, und darauf ungedüngt 1) Roggen, 2) Gerſte, 3) Hülſenfrüchte folgen laſſen. Nun werde 4) rein gebraacht, und im 5ten wieder Esparſette geſäet. So was hilft gewiß einer großen Wirthſchaft auf, und läßt ſie nie herunterkommen. Auch Spinola verſichert, daß das Samentragen der Es⸗ parſette nicht ſchade. Er ſäet nur 2 Scheffel, nebſt 1 Scheffel Gerſte, auf den Morgen. Sie muß in den erſten 2 Jahren durchaus gegen den Zahn der Schafe geſchützt werden. Im Frühjahre wird ſie gegypſet. Sie leidet von dem Froſt mehr, als die Luzerne. Dieſe wird überhaupt nur wenig gebaut, ver⸗ dient alſo hier kaum unſere Aufmerkſamkeit. Man nimmt 9 Pfund Samen, welche man mit 5 Pfd. Kleeſamen vermiſcht, und ſäet ſie über Futterwicken, wenn dieſe eingeeggt ſind. Die Wicken werden ſo bald als möglich abgemäht. Futterwicken. Ich habe ihren Bau ſchon bei Gelegen⸗ heit der Stallfütterung des Hornviehes angegeben. In der Regel wird nicht dazu gedüngt. Man ſäet einen Scheffel auf den Morgen. So wie die Wicken das Feld räumen, wird auch gepflügt. Brencken behauptet, daß der Roggen nach ungedüng⸗ ten, grün abgefütterten Wicken bei ihm ſo gut anſchlage, als nach der Brache. Die Wicken, welche ich bei ihm ſaͤh, ſtanden ſehr gut und durchaus rein. Wurzelgewächſe. Wo ſo ausgedehnte Weidereviere ſind und reine Brache ſo häufig vorkommt, wie im Paderbornſchen, da denkt man wohl, daß die Wurzelgewächſe nur eine unbe⸗ deutende Rolle ſpielen, und man irrt ſich nicht. Indeſſen ma— chen doch die großen Landwirthe, welche Stallfütterung treiben, hiervon eine Ausnahme. Bei ihnen wird zu allen Rüben⸗ und Kohlarten mit 6 vierſpännigen Fudern Schaf⸗ oder 10 Fudern Kuhmiſt gedüngt. Man ſchlägt auch wohl Ende Mai, zumal zu dem Kohl, die Hürden über den Miſt und zwar zwei Nächte auf derſelben Stelle. Nachdem das Land mehrmalen gepflügt V worden,“ und der! . einander nicht) wel Nimmt hackt, mi Das! Sie werde lockert.— Bbet Hauſe ge Lein unde eine Haͤl genſtänden in das L0 getragen trag Ein fruͤher G Welt, in huldigte, Das Jal Ind vierſpaͤnr ten gepfl 140 Schef Kraut(Le auf 10 b ſcheint m rechnet 1 der Geg⸗ duͤngt d pfluͤgt dem Pfl gen, mit dem ſie Rehͤufelt dieſ Schwerz tt von einen halbes, wir⸗ e hat ſiehen⸗ f ungedingt m laſſen. Nun ſette geſät. 8n, und laͤßt a zen der Er⸗ wſt Schefil an 2 Jahrn wen. on dem Froſt Ahebaut, der⸗ Dn ninmt 9 an vermiſcht, —t ſind. Di ebei Gelegen⸗ Sen. In dar Sceffel auf 1 wird auch dt) ungedüng⸗ chlage, als rah ſtanden Iereviere ſid Derbornſchen —. eine unbe⸗ endeſſen ma⸗ ung treihen, Nübel⸗ And 82 19 Fudern ckui zumal wei Nächte . nen gepſlägt — 385— worden, werden Anfangs Juni die Runkelrüben, Steckrüben und der Weißkohl gepflanzt, erſtere 1½, letzterer 2 Fuß von einander. Die Brachrüben(Stoppelrüben kennt man beinahe nicht) werden Anfangs Juli breitwürfig und ſehr dünn geſäet. Nimmt das Unkraut überhand, ſo werden jene Gewächſe be⸗ hackt, manchmal zweimal.— Das Möhrenfeld wird gedüngt und durchgehends gegraben. Sie werden gejätet und die Erde nachher mit dem Karſte aufge⸗ lockert.— Der Kohl wird behackt und behäufelt. Boenicke zu Lüthmarſen hat einen eigenen nahe bei dem Hauſe gelegenen Kamp, in welchem er das Wurzelwerk, Kohl, Lein und Futterwicken anhaltend baut, ſo daß wechſelweis die eine Hälfte Lein und Futterwicken, die andere die übrigen Ge⸗ genſtaͤnde trägt. Lender hält für vortheilhaft, die Kartoffeln in das Land zu bringen, welches im vorhergehenden Jahre Kohl getragen hat. Dieſes ſoll ſowohl auf ihre Güte als ihren Er⸗ trag Einfluß haben. Die beliebten Kartoffeln machen von dem früher Geſagten eine Ausnahme, denn wo iſt ein Land in der Welt, in welchem man dieſe ſelige Frucht kennt, das ihr nicht huldigte, nicht ihre Cultur von Jahr zu Jahr mehr ausdehnte? Das Jahr 1816 gab hierüber bedeutende Lehren. In der Gegend von Warburg wird das Land dazu mit 8 vierſpännigen Fudern gedüngt, und mit dem Pfluge oder Spa⸗ ten gepflanzt und auch gehäufelt. Man rechnet auf 120 bis 140 Scheffel Kartoffeln vom Morgen, Möhren mit ſammt dem Kraut(Laub) auf 9, Rüben auf 12, Runkelrüben auf 13, Kohl auf 10 bis 12 vierſpännige Fuder. Die Angabe des Ertrags ſcheint mir indeſſen zu geringe, denn in dem Kreiſe Ringbocke rechnet man auf 200 Scheffel Kartoffeln als Mittelertrag. In der Gegend von Höyxter wird zu den Kartoffeln vor Winter ge⸗ düngt der Miſt untergepflügt, im Frühjahre von neuem ge⸗ pflügt und gut geeggt, Anfangs Mai die Kartoffeln hinter dem Pfluge in die dritte Furche gelegt, wann ſelbe aufgegan⸗ gen, mit einem dreiſchaarigen Schaufelpfluge geſchaufelt, nach⸗ dem ſie 9 bis 10 Zoll über der Erde, mit einem Häufelpfluge gehäufelt. Dieſes findet man aber nur auf größeren und guten Oeco⸗ Schwerz, Landwirthſch. 25 4 ene — 386— nomien. Boenicke zu Luthmarſen hat ſich durch vergleichende Verſuche überzeugt, daß der Gebrauch des Pfluges und der Spannwerkzeuge den Ertrag der Kartoffeln nicht im Geringſien herabſetze, die Koſten aber beträchtlich mindere, daher er auch dabei ſtehen bleibt. In Erdbeerenburg werden Kartoffeln in die Klee⸗, vermuth⸗ lich auch die Esparſetteſtoppeln gebracht. Man pflügt vor Win⸗ ter um, pförcht alsdann und pflügt noch zweimal im Frühjahr. Es wird mit dem Pfluge gepflanzt, aber mit der Hand behackt und gehäufelt, weil man dafür hält, daß der Boden durch das Handhacken reiner und der Ertrag ſtärker wird, als bei dem Gebrauche der Pferdehacke. Einen Morgen Kartoffeln zu hacken und zu häufeln koſtet 2 Rthl. XVII. Anbau der Handelsgewächſe. Raps. Der Raps kommt auf die reine Brache. Das Feld wird dazu von Einigen im Februar, von Andern im Früh⸗ jahre und wieder von Andern im Juni gedüngt, viermal ge⸗ pflügt und eben ſo oft geeggt. Man verwendet vorzugsweiſe den Schafdung darauf und pfercht wo möglich noch dazu. Ich will hier wörtlich der An⸗ gabe folgen, welche der brave Brenken mitgetheilt hat. „Durch die fruͤhe Düngung, ſagt er, erreicht man, neben der innigen Vermiſchung der Krume mit dem Dünger, noch den Zweck, daß der mit dieſem auf das Feld gebrachte Unkraut⸗ ſamen keimen und durch das Pflügen und Eggen zerſtört wer⸗ den kann. Andere Landwirthe bedüngen nach der zweiten Furche das Grundſtück, pflügen ſolches noch zweimal und bringen da⸗ durch mit der Saatfurche den Dung oben auf, was allerdings zu tadeln iſt. Andere dagegen ſtuͤrzen im Frühjahre die Brache und laſſen alsdann den Düngerwagen folgen, wobei die Aus⸗ rottung des Unkrauts nicht ſo vollſtaͤndig wie im erſten Falle bewirkt wird.“ Die Ausſaat hat zwiſchen dem 10ten und 15ten, an eini⸗ gen Orten den 20ſten Auguſt ſtatt, und wird dazu auf den Morgen dheil ein Anfe Schoten bräunlich Haufen! laubt, nal gebreiteten chern, ode Zu dieſe Tuche be Die ten gegel überhaup benen, ar Dieſ geſetzten, Samenw. ſo gelegt ſten Kral Aufſatze um den! bei ſo ve fen belege ſtarke Wi chem End Erdſcholl Auf bedeckt; gens, un ges weit zu dem nehmen andern a abweichen dieſe Ma kergleichende ans und der * Geringſin n her er auch ., vermut⸗ 8s vor Vin⸗ i Frühjahr. 2 dd behackt * durch das z bei dem öfeln koſtet 2 che. Das „c in Früh⸗ ermal ge⸗ cauf und ) der Au⸗ L at n, neben ucer, noch 2 Vnbraut⸗ unt ver ren Furche ingun d⸗ alleddinge .ie Brache 4 die d⸗ a Lalle nan ein⸗ z1 auf den — 387— Morgen 1 Becher(der 12te Theil des Scheffels oder der 9te Theil eines Hannöverſchen Himtens) genommen. Anfangs Juli kommt der Same zur Reife. Sobald die Schoten gelb und der größte Theil der Körner in denſelben bräunlich zu werden anfangen, wird der Raps gemäht und in Haufen geſetzt, woraus er, je nachdem die Witterung es er⸗ laubt, nach 10 bis 12 Tagen entweder auf dem Felde, auf aus⸗ gebreiteten großen, 12 bis 14 Stiege haltenden, leinenen Tü⸗ chern, oder auch eingeſcheuert, alſo zu Hauſe gedroſchen wird. Zu dieſem Ende wird der Erndtewagen ebenfalls mit einem Tuche beſpannt, das 10 ½ Ellen lang und 6 Ellen breit iſt. Die Haufen müſſen dergeſtalt gemacht ſeyn, daß die Scho⸗ ten gegen Witterung, Tauben und andere Vögel geſchützt ſind, üͤberhaupt ſo innig verbunden werden, daß ſie auf untergeſcho⸗ benen, am Ende zugeſpitzten Stangen getragen werden können. Dieſe Zwecke werden erreicht, wenn auf den untern, zuerſt geſetzten, 6 bis 7 Fuß im Durchmeſſer haltenden Kranz einige Samenwulke gelegt, und darauf der zweite Kranz oder Aufſatz ſo gelegt wird, daß die Stengel derſelben die Schoten des er⸗ ſten Kranzes bedecken. Anf dieſelbe Art wird mit dem zweiten Aufſatze verfahren. Das Setzen der Wulke muß ſtets rund um den Haufen von der Linken zur Rechten geſchehen, und da⸗ bei ſo verfahren werden, daß der letzte Wulk, womit der Hau⸗ fen belegt wird, von der Weſtſeite zu liegen kommt, weil dann ſtarke Winde nicht ſo leicht Schaden anrichten können, zu wel⸗ chem Ende dieſer Wulk zugleich mit einem Steine oder einer Erdſcholle beſchwert wird. Auf dieſe Art ſind alle Schoten bis auf den letzten Wulk bedeckt; ein ſolcher Haufen widerſteht dem Eindringen des Re⸗ gens, und man kann ihn auf zwei Stangen einen Schuß We⸗ ges weit unbeſchädigt forttragen. Die vier Traäͤger müſſen ihn zu dem Ende auf ein gegebenes Zeichen zu gleicher Zeit auf⸗ nehmen und die nebeneinander gehenden die Hände einer dem andern auf die Schulter legen, damit ſie nicht von einander abweichen. Da, wo der Samen im Felde gedroſchen wird, ſind dieſe Manipulationen durchaus nothwendig, weil man ſonſt zu 1 25 N —-— 388— oft die angelegte Dreſchtenne verändern müßte, um ſie den Haufen nahe zu bringen. Es giebt zwar Gegenden, wo die Haufen in kleineren Tü⸗ chern weiter transportirt werden, allein es geht bei dieſer Gele⸗ genheit viel Samen und noch mehr Zeit verloren; auch wird man finden, daß hier die Menſchen nicht geübt ſind, feſte und gute Haufen anzulegen. Die Haufen werden nun auf gepflügtes Land geſetzt, und das ganze Grundſtück wird geackert und geeggt, ehe das Dre⸗ ſchen beginnt. Der Morgen zu mähen koſtet.... 6 Mrgr. zu wulken........ 3 ⸗ zu haufen......... 3„ Das Einfahren hängt von der Entfernung und der Quan⸗ tität des gewonnenen Samens ab. Man kann für das Ge⸗ ſpann täglich 1 Thlr. 30 Mrgr. rechnen. Angenommen, daß ein Geſpann in einem Tage 5mal fährt und 12 Haufen ladet, dieſe aber auf 1 Morgen gewachſen ſind, ſo beträgt das Fuhr⸗ lohn per Morgen.......... 13 Mvgr. 3 pf. Sechs Dreſcher dreſchen in einem Tage 36 ſolcher Haufen; jedem 6 Mgr. macht auf 1 Morgen.... 12 Mgr. Die abgefallenen Samenſtengel nach voll⸗ zogenen Haufen aufzuleſen....... 2 Mgr. Summa 1 Thlr. 3 Mgr. 3 pf. Ich muß hierbei noch erinnern, daß bei dem Pächter Hen⸗ rici zu Gherden der Raps ausgeritten wird. Die erſten Sten⸗ gel werden aufrecht geſtellt und das Uebrige rund herum ange⸗ lehnt. Damit die Pferde nicht aufgehalten werden, ſo werden zwei Tücher dazu erfordert, wovon das eine beſetzt wird, wenn die Pferde auf dem andern ausreiten. Der Ertrag des Samens hängt allerdings von ſeinem Ge⸗ rathen ab. 7 bis 9 Scheffel werden für eine mittelmäßige, 10 Scheffel für eine gute Erndte gehalten. „Auf keinem Boden, fährt Brenken fort, hat der Raps din deſer ſchen, wis gemacht f t liſchem 8 mehr alct als der 41 Wieſen t wofüt id ſich nicht ein Meb Scheffl i der ein Aut „Einſt, t der hocht zupflügent pflügte ein bedet thümer i folgte d der Schel Sot weiß, l pflügt zut Fuder Ic pfluügen 1 dem Lar haupt d duͤ für dieſ verwend ber, we von 6 Bb droſchen an ſehr; winn zut am ſie den ineren Ti⸗ Sieſer Gele⸗ wird man —₰ und gute ſſetzt, und *4 das Dre⸗ 4 Mgr. 7 E Ser Quan⸗ 17 das Ge⸗ Anen, daß „cfen ladet, Odas Führ⸗ gr. 3 pf. M. 3 yf. ter Ri⸗ Eten⸗ Sim ange⸗ ' werden d, venn n Ge⸗ arrige, 10 Raps — 389— ein beſſeres Gedeihen, als auf umgebrochenen Wieſen und Drei⸗ ſchen, wenn ſolche durch hinreichendes Pflügen und Eggen mürbe gemacht worden ſind. Es finden zwar in dieſem mit vegetabi⸗ liſchem Dung geſchwängerten Boden auch andere Getreidearten mehr als hinlängliches Auskommen; allein keine iſt ſo lohnend als der Raps. Ich habe allzutrocken gelegene, gut zubereitete Wieſen damit beſtellt und 22 Scheffel pro Morgen gewonnen, wofür ich 71 Rthl. einnahm, was der Grund und Boden an ſich nicht werth war. Hohe Samenpreiſe trugen hiezu zwar ein Merkliches bei, allein wenn dieſer auch nur 2 Rthl. per Scheffel koſtet, ſo iſt der Gewinn doch immer bedeutend und der einer andern Getreideerndte mit ihm nicht zu vergleichen.“ Auch nach dem Klee geräth der Raps ganz vortreffklich. „Einſt, ſagt Brenken, ſah ich einen Landwirth, der ſeinen wie⸗ der hoch herangewachſenen Klee bereits am 15ten Auguſt unter⸗ zupflügen im Begriff war. Es waren 2 Morgen. Die Krume pflügte ſich ſehr muüͤrbe, und unverkennbar war in dem Boden ein bedeutender Theil Pflanzennahrung enthalten. Dem Eigen⸗ thuͤmer rieth ich, das Stuͤck Land mit Raps zu beſtellen; er folgte dem Rathe und gewann pro Morgen 20 Scheffel, wovon der Scheffel mit 3 ½ Rthl. bezahlt wurde. Sommerrübſen. Der Sommerraps iſt, ſo viel ich weiß, hier nicht bekannt, wohl aber die Sommerrübſe. Man pflügt zweimal dazu, eggt ab und fährt dann 6 vierſpännige Fuder Dung auf den Morgen. Andere düngen im Februar, pflügen alſo mit der erſten Furche den Dung unter und geben dem Lande bis zur Ausſaat, nach jedesmaligem Abeggen, über⸗ haupt ein dreimaliges Pflügen. Drei Tage vor und drei Tage nach Petri und Pauli wird für die beſte Saatzeit gehalten, und zur Ausſaat ⁄12 Scheffel verwendet. Eine frühere Ausſaat geräth nicht. Ende Septem⸗ ber, wenn der Samen reif iſt, wird er gemähet; nach Verlauf von 6 bis 8 Tagen aufgenommen, und entweder im Felde ge⸗ droſchen oder eingeſcheunet. Das Dreſchen auf dem Acker iſt an ſehr vielen Orten Gebrauch. Man rechnet 6 Scheffel Ge⸗ winn zu einer guten, 8 Scheffel zu einer reichen Erndte. — 390— Nachdem das Grundſtück einmal geſtürzt iſt, wird es mit Roggen beſaͤet. Flachs. Man baut den Lein nur für den eigenen Bedarf, die Weſergegend ausgenommen, wo der Ackerbau ſtärker betrie⸗ ben wird und ſich mehrere hundert Familien von der Weberei ernähren. Seit den letzten Jahren hat der Flachsbau ſehr zu⸗ genommen; nur bleibt zu fürchten, daß ſein Flor bei uns nicht von Daner ſeyn werde, indem die Amerikaner ſeit der Conti⸗ nenkalſperre ſich mehr und mehr darauf legen. Ich füge hier die Erfahrungen des braven Lenders über den Lein bei.„Man ſäet, ſagt er, hier zu Lande den Leinſamen im Monat April, wenn der Boden trocken genug iſt, den 2ten am alten Maitag oder den 12ten Mai, und den dritten um Vitus oder einige Tage vor oder nach dem längſten Tage. Dieſe Gewohnheit rührt wohl daher, weil der Flachs nicht jeder⸗ zeit geräth, und bald die erſtere, bald die zweite, auch zu Zei⸗ ten die letzte Ausſaat die beſte Ausbeute gewährt. Indeſſen iſt mir in einem Zeitraume von 40 Jahren die zweite Ausſaat, am alten Maitag, doch jederzeit die ergiebigſte und gewiſſeſte geweſen, indem um dieſe Zeit der Erdboden noch mit Winter⸗ und Frühjahrs⸗Feuchtigkeit verſehen iſt.“ „Um zu gutem Leinſamen zu gelangen, und nicht ſtets fri⸗ ſchen zu kaufen, ließ ich den am alten Maitag geſaͤeten Ri⸗ gaer Lein, da er in der Gelbreife ſtand, ziehen, handvollweiſe in gerader Linie auf den Boden ſpreiten, drei Tage liegen, ſo⸗ dann mit einem glatten Stock umwenden, und noch 2 bis 3 Tage wieder an der Sonne trocknen; hierauf wurde er in kleine Bündel, wie Waſſer⸗Bothen, in einfach Stroh gebunden und in Stiege aufgerichtet, ſo daß an jeder Seite 10 Bunde zu ſtehen kamen.“ „Nachdem er faſt völlig trocken geworden war, ließ ich ihn auf den Boden bringen und einzeln von einander werfen, damit er durchaus trocken werden möchte.“« „Am Ende wurde er auf den oberſten Boden in eine Banſe gelegt, indem er daſelbſt dem Ungeziefer am wenigſten ausge⸗ ſetzt iſt, dabei ſo, daß die Katzen ihren freien Gang darum hatten.“« davon a der dem⸗ Leinbüſch übertraf zur imn jahren, Samen z man imt Flachſes Dih Nachaht mit gute waͤrtigen Entbehr Ho⸗ haͤufiger Er verhe lich den E' den We geringſte Frucht v Stroh w A Halmen und der ten Ta⸗ welche ſchwarz V E V den bal⸗ Zerplatz Do ird es mit Inen Beͤdrf irker betrie⸗ Ver Weherei mau ſehr zu⸗ à uns nicht 1sder Conti⸗ E ss uͤber den * Leinſamen den 2ten a dritten um Krien Tage „Gicht jeder⸗ 9 h zu Zii⸗ ** Indeſſen e Ausſaat, n gerviſſeſte it Winter⸗ 1 ſtets fri⸗ ſaeten Ri⸗ A dvollweiſe pgen, ſ⸗ an 2 bis 3 „i kleine den und — eß ich ihn een, damit iine Banſe n ausge⸗ nd darum — 391— „Im Frühjahre ließ ich nun den Leinſamen, unaufgebunden, davon abklopfen, und erhielt den reinſten und ſchönſten Samen, der dem ausländiſchen nichts nachgab. Nun erſt wurden die Leinbüſchel zur Röde gebracht, und der davon gewonnene Flachs übertraf meine Erwartung. Dieſe Probe machte ich mir daher zur immerwährenden Richtſchnur in meinen folgenden Pacht⸗ jahren, und war im Stande, geringeren Flachsbauern guten Samen zu überlaſſen.— Auch iſt noch der Vortheil dabei, daß man im Frühjahre viel eher Arbeitsleute zur Behandlung des Flachſes erhalten kann, als in der Erndte und im Herbſte.“ Dieſe Bemerkung verdient alſo von großen Gutsbeſitzern Nachahmung, und ſetzt ſie in den Stand, ihre kleine Nachbarn mit gutem Samen verſehen zu können, da doch bei dem aus⸗ wärtigen Samen ſo großer Betrug vorwaltet, und durch ſeine Entbehrung viel Geld im Lande beibehalten werden könnte. XVII. Verſchiedenes. Honigthau.„Dieſer Thau, ſagt Brenken, iſt nirgends haͤufiger, als in der Gegend des Deſenberges, unweit Warburg. Er verheert dort faſt jährlich einen Theil der Saaten, vorzüg⸗ lich den Weitzen und Roggen.“ „Seine Wirkung äußert ſich verſchieden. Einmal zerſtört er den Weitzen, ohne dem ſelbſt dazwiſchenſtehenden Roggen den geringſten Nachtheil zuzufügen, und ſo umgekehrt. Sobald die Frucht von dieſem giftigen Thaue befallen iſt, ſtirbt ſie ab, das Stroh wird ſchwarz, und die Körner ſchrumpfen zuſammen.“ „Am zweiten Tage nach dem Befallen findet man an den Halmen ein goldgelbes Pulver, was ſich zwiſchen dem Schilf und dem Halme oft meſſerklingendick angehaͤuft hat. Am vier⸗ ten Tage haben die Halme eine andere Farbe angenommen, welche ins grauliche fällt, die aber in den folgenden Tagen ſchwarz wird.“ „Eine gewaltſame Zerſtoͤrung aller Vegetation zeigt ſich an den bald erfolgten Auswüchſen an den Halmen und durch das Zerplatzen derſelben.“ „Das Stroh iſt alsdann ganz mürbe und ſo zerbrechlich, daß ein mäßiger Wind den Halm oft in 3 bis 4 Stücke knickt. Wenn man einen ganzen Arm voll Stroh feſt an ſich drückt und etwas herüberbeugt, ſo bricht er in zwei Theile. Im Stroh iſt weder Saft noch Kraft; es kann daher nur höchſtens zum Unterſtreuen gebraucht werden. Nach meinen Beobachtungen bringt uns der ſogenannte Heerrauch dieſen giftigen Thau.“ „Man ſiehet in Weſten bei ſtiller Luft eine ſchwere Wolke aufſteigen, welche langſam nach Nordweſt herüberzieht. In der Entfernung ſcheint ein ſchweres Gewitter aufſteigen zu wollen; ſobald die Wolke ſich aber naͤhert, riecht man den brenzlichen Geſtank, und es kommt nun darauf an, ob die Luft ſchwer ge⸗ nug iſt, den ſchädlichen Stoff in der Höhe zu erhalten und weg⸗ zuführen, oder nicht? Im letztern Falle: ob dieſer Stoff in einer blos klebrigen Geſtalt, oder mit einem feinen Regen ver⸗ miſcht zu uns herabfällt?« „Hier ſchadet ſie blos dem Roggen, dort ausſchließlich dem Weitzen.“ „Dieſe Beobachtungen habe ich nun ſchon ſo oft gemacht, daß ich mitunter an demſelben Tage, an welchem der Thau fiel, denjenigen Strich genau bezeichnete, welcher gelitten hatte, was ſich auch einige Tage ſpäter ſo befand.“ „Gewöhnlich hält ſich die giftſchwangere Wolke in der Höhe, bis ſie den Deſenberg erreicht hat. Sobald ſich dieſer in ihrem Rücken findet, gewährt er Schutz gegen den nacheilenden Weſt⸗ wind; die Maſſe ſenkt ſich und nimmt irgend eine Richtung nach Oſten oder Norden, wo ſie dann ihre Verwüſtungen im Thale ſo lange ausſchüttet, bis der Weſtwind ſie wieder über⸗ wältigt und mit ſich fortreißt.— Unberechenbar iſt der Nach⸗ theil, den der Honigthau bisher in meiner Gegend angerichtet hat.“ Berberitzen. Die nachtheilige Einwirkung dieſer Pflanze wurde mir im Paderbornſchen mit ſo vielen geſchichtlichen und örtlichen Umſtaͤnden bethaͤtigt, daß ſie zu einer der erwieſenſten Wahrheiten gehört, welche wir in dem Ackerbaue haben. Wo nur immer ein großer Strauch dieſer Pflanze ſteht, da wird man auf 20 bis 40 Schuh weit ſich nur leere Aehren, und nich ein Körnchen Roggen zu verſprechen haben. 3 in vie Ein die Hrn. den und wiewohl n Werdienſte Im ſchafter, auch der gern über, Güter übe ein guter ſtellung; Cor geht, ſo nun dari der Sitze aufgelöſt, ten werde die gerech der eheme RAücke kaickt ſich drüͤct 8³ In Onroh ſchſtens zun — bachungen * Thau. Keere Volke 71. In der ralu wollen; ¹ drerzlichen ſchwer ge⸗ 1 n und weg⸗ Stoff in anlegen ver⸗ a ßlich dem 9t gemacht, 2 der Jhan RA teen hatte, der Höhe, „in ihrem den Weſ⸗ anr Kichtung ſümgen im der uber⸗ der Nach⸗ ungerichtet eer fane jjichen und wirſeuften n. Wo da wird mrund nicht — 393— Erfahrungen. 1. Daß bei großer Hitze die in reg⸗ neriſchen Sommern aufgewachſenen Früchte leicht nothreif werden, und ein elendes Korn liefern. 2. Daß es räthlich ſey, alle Sommergewächſe am Abend ſpät auszuſäen, den Samen über Nacht im Thau liegen zu laſſen und am folgenden Morgen in der Frühe einzu⸗ eggen. 3. Daß das Einbanſen des Rapſes, wenn er nur etwas ab⸗ getrocknet, die Körner verbeſſere, und von dem grün zu⸗ ſammengebrachten Strohe oder den Rapsſtengeln kein Nachtheil zu befürchten ſey. 4. Daß man nach Flachs nur eine ſehr mittelmäßige Erndte, ſowohl beim Winter⸗ als Sommergetreide, nach dem Rapſe aber eine vollkommene Erndte zu erwarten habe. 5. Daß nach einer langen Beobachtung alle frühe Ausſaat in zehn Jahren kaum einmal, eine ſpäte aber drei bis viermal fehlſchlage. Einige tüchtige Landwirthe. Hierunter zaͤhle ich die Hru. Brencken, Boenicke zu Lüthmarſen, Henrici zu Gher⸗ den und Kamlach zu Fürſtenberg; vier treffliche Pachtamtleute, wiewohl nicht von Königl. Domainen. Beide letztere haben viel Verdienſte um die veredelte Schafzucht. Im Ganzen zählt das Paderbornſche viele brave Wirth⸗ ſchafter, mehr als manche andere Provinz. Dagegen giebt es auch der extraſchlechten einige unter den größern, die ich aber gern übergehe, und nur die bedaure, welche ihnen ihre ſchönen Güter überlaſſen, die zum Theil ſo verdorben werden, daß ſelbſt ein guter Nachfolger mit der Zeit nicht leicht mit ihrer Inſtand⸗ ſtellung zurechte kommen wird. Corporationen. Wenn man auf den Graͤbern her⸗ geht, ſo erinnert man ſich des ehemaligen Daſeyns derer, die nun darin ſchlafen. So denn auch bei den großen Trümmern der Sitze der vormaligen geiſtlichen Corporationen. Dieſe ſind aufgelöſt, jene zerfallen in Staub! Die Klagen des Gutgeſinn⸗ ten werden beide zwar nicht mehr beleben, allein immer mag die gerechte Klage über ihren Verluſt tönen, und dem Andenken der ehemaligen, nun erloſchenen Nützlichkeit eine hochverdiente — 294— Blume ſtreuen; immer iſt es nützlich, die Mißgriffe zu erken⸗ nen, welche ſtatt gehabt haben. Sie waren nicht ſo ganz um⸗ ſonſt für den Staat, nicht für das allgemeine Menſchenwohl, jene begüterten Klöſter und Abteien, die man ſo ſehr verkannt, ſo ſehr herabgewürdigt hat. Ohne ſie und einige wenige Rittergutsbeſitzer, wer weiß, wo wir an vielen Orten das Holz zu unſerer Suppe hernehmen würden? Da es ſolchen Corporationen nicht leicht an finanziel⸗ ler Kraft gebrach, da dieſe immer zuſammenblieb, da durch ihre Verwendung kein Kindeserbtheil geſchwächt wurde; ſo konnten ſie für Andere, für das allgemeine Beſte thun und thaten, was ein Familienvater nicht ohne Nachtheil für die Seinen thun kann, nicht thun darf. Was würden ſie zum Beiſpiel nicht jetzt zum Beſten der Landwirthſchaft thun können, nachdem ſich hellere Grundſätze uüber dieſe verbreitet haben? Wie viele koſt⸗ ſpielige Verſuche würden ſie nicht unternehmen, die ein Privat⸗ mann nicht unternehmen darf, und die der elende Pächter ihrer vorigen Beſitzungen nie unternehmen wird! Wie würden ſie in ihrer Umgegend durch Beiſpiel predigen, und Gutes um ſich her verbreiten? 3 Unter ihrer Herrſchaft waren Spann⸗ und Handdienſte nicht drückend. Sie waren nicht blos die Herren, ſie waren auch die Väter ihrer Untergebenen. Wirft man ihnen vor, daß ſie Küche und Keller zu hold waren, ſo theilten ſie eben ſo gern mit und ſpeiſten manche Familie, die nun hungert. Hätten ſie im Jahre 1816 noch beſtanden, wir würden des Getreides aus der Oſtſee nicht bedurft, und ihre unermeßlichen Getreidemagazine würden dem Wucher der Kornhändler geſteuert haben. Wer arbeiten wollte, ſchied nie ohne Verdienſt von ihnen weg. Fand ſich auch keine Arbeit, ſo ſchufen ſie welche, mach⸗ ten urbar, was öde war, und führten Bauten auf, in welchen der wahre Philoſoph weit mehr die Spuren der Menſchlichkeit und Wohlthätigkeit, als die eines eitlen Prunkes findet. Haͤtten ihre Vorrichtungen gleich oft beſſer geleitet werden können, als ſie es waren, ſo erfüllten ſie doch den Hauptzweck, den nämlich, Gelegenheit zum Verdienſte zu verſchaffen. Sie wollten nicht allein leben; ſie wollten auch Andere leben laſſen. Freil ſelten eine was zum loſigkeit h In! Pflicht m den und müſſen; 0 bringen d Unm wahren; Empfindt in abgele mäͤler m vorragen, Moch möchten, Ich Staats⸗) und paſſe Jud Artikel litik und ſlören, ſo fander eigen bl Bande durch g Genuſſe gen Au tolerirt ſer Sch den W vom St Schrank belehrt iffe zu erka⸗ ¹ ſo ganz um⸗ Kenſchenvohſ, Jehr werkann 8, ver weiß Aa' herneymen dan fiuanziel⸗ eaa durch ihre * ſo konnten thaten, was „ Seinen tyun zeiſpiel nict uinachdem ſcc I viele koſt⸗ id ein Privat⸗ achter ihrer süͤrden ſe in * un ſich het „dünſte nich as en auch die nuh n mit und 8 im Jahte un der Oſſſe gn würden — von ihnen 1 ce, mach⸗ in welchen 1 lenſglittit 8 dei⸗ iit verden 80 Jau Uptzweck, mafen. Gie zzeben laſſe — 393— Freilich machte die dadurch begünſtigte Volksklaſſe nicht ſelten einen widrigen Gebrauch von dieſen Gaben, indem das, was zum Fleiße reizen ſollte, manchen zur Indolenz und Sorg⸗ loſigkeit herabſtimmte. In der Spendung, welche der Beruf den Geiſtlichen zur Pflicht machte, bätte ebenfalls mit mehr Umſicht verfahren wer⸗ den und das Mitleid der Gerechtigkeit und Vernunft weichen müſſen; aber dieſe Reform in der Ausübung wäre leicht anzu⸗ bringen geweſen. Unmöglich, unmöglich kann ein vorurtheilloſes, mit dem wahren Zuſtande der Sache bekanntes Gemüth ohne ſchmerzhafte Empfindung die ſtattlichen Ueberreſte jener Abteien, die noch in abgelegenen Thaͤlern und vormaligen Wüſteneien als Denk⸗ mäler mancher guten Handlung und mancher Nützlichkeit her⸗ vorragen, anblicken! Möchten wenigſtens, noch ehe ſie gänzlich verſchwinden, möchten auf ihrem Schutte noch andere nützliche Gewächſe blühen! Ich verweiſe auf das, was der Graf v. Soden in ſeiner Staats⸗National⸗Wirthſchaft über dieſen Gedenſtand ſo ſchön und paſſend geſagt hat. Judenweſen. In einem ſeltenen Contraſte ſteht dieſer Artikel mit dem vorhergehenden. Wenn die Neulinge in Po⸗ litik und Staatswirthſchaft es für gut fanden, Vereine zu zer⸗ ſtören, die Niemand zur Laſt fielen und nur Gutes thaten: ſo fanden ſie es ihrer üͤbelüberdachten Philanthropie angemeſſen, einen blos unter uns eingeſchobenen, nicht mit uns durch die Bande des Bluts noch des Herkommens verwandten, nicht durch gleiche Sitten, Gebraͤuche und Tendenz verbundenen, zum Genuſſe gleicher Geſetze und Freiheiten nicht reifen, mit weni⸗ gen Ausnahmen durchaus verſchrobenen, bisher blos unter uns tolerirten fremden Volksſtamm in Schutz zu nehmen, und die⸗ ſer Schmarotzerpflanze, welche nur auf Anderer Koſten lebt und den Wohlſtand der Geſammtheit untergräbt, die Rechte einer vom Staat anerkannten Corporation zu gewaͤhren, und ſo die Schranken einzureißen, welche die Weisheit unſerer Vorfahren, belehrt durch die Erfahrungen von Jahrhunderten, den Fort⸗ ſchritten dieſes ſchleichenden, im Trüben und dem Unglücke An⸗ derer fiſchenden, Volks entgegengeſetzt hat. Daß ich hier dieſes Volk nur in ſo weit berühre, als ſein Treiben die bäuerlichen Verhättniſſe und das Wohl der Bewoh⸗ ner des platten Landes gefährdet, läßt ſich erwarten. Am competenteſten können ſich hierüber die Landbewohner in jeder Provinz ſelbſt ausſprechen, und ich halte es für Pflicht, ihre eigenen Worte hier anzuführen. Der Einklang von ſo vielen Zungen, wovon ich doch nur Einen für alle andere reden laſſen will, kann nicht trügen. Das Beſtreben eines Juden iſt Geld, wobei er jedes Mit⸗ tel für zuläſſig hält, ſobald ſein Glaubensgenoſſe nicht dabei leidet,— eine Wahrheit, welche eine große Anzahl der Juden, beſonders auf dem platten Lande, trifft, und der wohl Jeder⸗ mann, welcher ſie in ihren Handlungen kennen zu lernen Ge⸗ legenheit gehabt hat, beipflichten wird. Faſt ſtets mit Ueber⸗ liſtungen ſich beſchaͤftigend, gehört ſchon ein ſcharfes Auge da⸗ zu, ſie zu durchſchauen, weshalb ſie ihr Unweſen auch haupt⸗ ſaͤchlich bei dem Landmanne treiben, an deſſen Verderben ſie nicht ſelten einen großen Antheil haben. Die bäuerlichen Familien und deren häusliche Verhältniſſe kennen zu lernen, iſt ihr erſtes Beſtreben. Hiernach legen ſie ihre Pläne und Bemühungen an, um auf dem leichteſten Wege ſich einigen in der Folge ſteigenden Gewinn zu verſchaffen. Da ſie mit allen Gegenſtänden Handel treiben, ſo richten ſie ihre größte Aufmerkſamkeit auf die allenfallſigen Bedürfniſſe des Bauern, ſäumen nicht ihn damit zu verſehen und wiſſen zumal ſeine Unglücksfälle zu benutzen. Der Borg, welchen der Jude gleichſam aufdringt, die Leicht⸗ gläubigkeit und die Unkunde der Landbewohner im Werthe der Waaren, die unglaublichen Schliche und Krümmungen des einen, die Einfalt oder die Noth des andern, geben dem Betruge einen weiten Spielraum.— Die nächſte Fürſorge des Juden beſteht in der Kunde, ob der Bauer wohlhabend ſey oder nicht? Im erſten Falle iſt der Hebraͤer kriechend einſchmeichelnd, und weiß ſich die Neigung der Hausherrſchaft durch allerlei Gffalligke allerhand „ den Einw vimmt mi rechnet abe er ſicher iſ kehr zu ühe Hierbei Zahluang de Fall, vnd obwaltet, ſchlaͤgt dag Schuldner ders aufme ben zuftied Schuldner Bei d andern We Schritte,! Bauer noch wöchentlich ſtreicht, um ſedesmalige vorzüͤglich den. Dieſe einen kleine ſehlerhaftes Vieh, eine ſtimmt nidh befriedigti ausgerupft Komm ung zu h ſhöpft, un Man wird liccen Wege nacht den eilngläcke A⸗ nm, als ſein ⁸ der Bevoh⸗ arten. Am Ser in jeder a fflicht, ihre as ſo vielen „Audden laſſen 4 jedes Mir⸗ d ernicht dabei n der Juden, vohl Jeder⸗ us lernen Ge⸗ zimit leber⸗ T) Auge da⸗ r uch haupt⸗ * dderben ſie Wethältniſe r ah logen ſie t zeſten Wege rafen. unſo richken ughedürfniſſ aand wiſen 2 die Leicht⸗ s Herthe der a des eilen, ruge einen unde, ob mimeichelnd, d ch allerlei —-— 397— Gefälligkeiten zu verſchaffen, die er ſich aber gewöhnlich mit allerhand Gemüſen bezahlen läßt. Er giebt dabei einem ſol⸗ chen Einwohner den ſtärkſten Credit, dringt ihm Waaren auf, nimmt mitunter Zahlungen an, noetirt fleißig in ſein Buch; rechnet aber erſt nach 5 bis 6 Jahren und zwar dann ab, wenn er ſicher iſt, daß der Borger den wechſelſeitig betriebenen Ver⸗ kehr zu üͤberſehen nicht mehr im Stande iſt. Hierbei kommt es nun darauf an, ob der Schuldner gleich Zahlung leiſten kann oder nicht? Gewöhnlich iſt letzteres der Fall, und da laͤßt ſich, inſofern keine Gefahr bei dem Verzuge obwaltet, der Jude eine jede Bedingung in der Zeit gefallen, ſchlägt dagegen Mittel zu ſeiner Befriedigung vor, worin der Schuldner eine beſondere Gefälligkeit zu erkennen, noch beſon⸗ ders aufmerkſam gemacht wird. Auf dieſe Art ſtellt er denſel⸗ ben zufrieden, und— der Verkehr wird fortgeſetzt, bis der Schuldner der Laſt unterliegt. Bei dem verſchuldeten Bauer ſchreitet der Jude auf ganz andern Wegen vor. Die größte Behutſamkeit leitet hier ſeine Schritte, welche ſich nach der Größe der Habe, worüber der Bauer noch zu disponiren hat, richten. Der Hebräͤer, welcher wöchentlich wenigſtens zweimal die umliegenden Dörfer durch⸗ ſtreicht, um ſeinen Verkehr zu treiben, kennt daher genau den jedesmaligen von ihm aufgeſpürten Zuſtand der Einwohner, vorzüglich derjenigen, welche an der Vermögensſchwindſucht lei⸗ den. Dieſe beſucht er am fleißigſten. Findet er bei einem noch einen kleinen Fruchtvorrath, noch ein brauchbares gegen ein fehlerhaftes zu vertauſchendes Pferd, die Haut von einem Stück Vieh, eine Ziege, ein Kalb ꝛc.— ſo verläßt er das Haus be⸗ ſtimmt nicht eher, bis er entweder für die alte Schuld reichlich befriedigt iſt, oder gegen verlegene Waare die letzten Fettfedern ausgerupft hat. Kommen nun noch andere Gläubiger, um ihre Befriedi⸗ gung zu holen, dann hat der Jude die Vorräthe längſt er⸗ ſchöpft, und ihnen bleibt nichts, als ein leeres Nachſehen. Man wird daher auch ſelten finden, daß der Jude die gericht⸗ lichen Wege wählt, um zu ſeiner Forderung zu gelangen. Er macht den Pedell lieber ſelbſt. Sein tägliches Mahnen, der Umſtand, daß er nicht allein baares Geld, ſondern Alles, was irgend einen Werth hat, ſtatt Zahlung annimmt, verſchafft ihm Befriedigung auf eine weit leichtere und vortheilhaftere Art, als wenn er ſie mit gerichtlicher Hülfe ſuchen wollte. Der bei weitem großte Nachtheil, welchen die Juden dem Landmanne zufügen, beſteht in den Geldvorſchüſſen, welche ſie während des Sommers, auf die noch zu hoffende Erndte, den Landwirthen leiſten. Gewöhnlich ſind diejenigen, welche der⸗ gleichen Vorſchüſſe nehmen, in einer bedrängten Lage; dieſe be⸗ nutzend ſchreibt nun der Jude die Bedingungen vor, unter de⸗ nen er ſich zum Borgen verſtehen will, und da kann man leicht erachten, wie dieſe ausfallen. Geringe Preiſe, unentgeldliche Fuhren, die Zeit der Fruchtablieferung unmittelbar nach voll⸗ zogener Erndte, Geſchenke an Stroh, unentgeldliche Fütterung einiger Schafe, ein Kalb, eine Ziege, Gemüſe u. ſ. w., alles dieſes muß der Bauer bei einer ſolchen Gelegenheit nebenbei verſprechen und auch halten, wenn er anders das nach ſeinem Dafürhalten ihm unentbehrliche Vertrauen des Juden behalten will. Empfängt der Landmann von ihm ein Capital gegen eine förmliche Urkunde, ſo iſt mit Sicherheit anzunehmen, daß die Zinſen von einem Jahre, und ein beſonderes Douceur an der Zahlung gekürzt, und nach gewechſelter Obligation alsbald an den Hebraͤer zurückerſtattet werden muß. Liebt endlich die Frau des Landmanns(wie das leider ſehr häufig der Fall iſt) den Trunk, dann hat der Jude freies Spiel. Die Frau ſchleppt ihm heimlich die Früchte zu und erhält Branntwein, mit dem derſelbe nach der eingeführten Patent⸗ ſteuer nunmehr auch(leider!) zum großen Ruin der Untertha⸗ nen Handel treibt und treiben darf u. ſ. w. Ich füge nur noch hinzu, daß ich ein Dorf im Paderborn⸗ ſchen, nahe bei Warburg, kenne, wo nicht 6 Einwohner ſind, die nicht ihr Saatkorn bei den Juden aufnehmen; auch kenne ich kein aͤrmeres Dorf als dieſes, ſo wie kein Neſt, das ſo wie dieſes mit Juden angefüllt iſt. Zuſtand i Ich bei gend, welch des Rheintls den Naſſauts Cultur weg den allzug mende Orda ſeyn, die ſi machen. Die En achtung de Ruhr und Aäche. Des Wenigez in zuſammera *, drſchaft ttheilhaſtee e oltte. n Inden den *= velche ſe arnoͤte, den hyelche der⸗ 99 dieſe be⸗ er unter de⸗ ur man leicht entgeldlice 28 nach voll⸗ dni Fütterung .1 w., alles Int nebenbei * raach ſeinem I 7u behalten ital gegen r„ hmen, daß * Donceur an Wion alsbald & leier ſehr eits Spial. und ertät aAir Patent⸗ NVatertha⸗ 8 Naderborl⸗ wvhner ſad, e auch kenne das ſy bie Alles, pag — ,— V Neunter Abſchnitt. Zuſtand des Landbaues in der Weſtfäliſchen Ge⸗ birgsgegend. Ich begreife unter dieſer Benennung die ganze Gebirgsge⸗ gend, welche ſüdlich der Ruhr anhebt, ſich zwiſchen der Fläche des Rheinthals und Churheſſen bis über die Sieg hinaus zu den Naſſauſchen Grenzen erſtreckt. Da die Verſchiedenheit der Cultur wegen Verſchiedenheit des Bodens in den Gebirgsgegen⸗ den allzugroß iſt, ſo läßt ſich ſolche in keine zuſammenſtim⸗ mende Ordnung bringen, und der gütige Leſer wird genöthiget ſeyn, die Reiſe durch ſolche Länder in Gedanken mit mir zu machen. 3 Die Gegend von Arensberg bietet nichts für unſere Beob⸗ achtung dar. Bei Meſchede erweitert ſich das Thal der Ruhr und bildet eine bedeutende, wiewohl nicht ganz ebene Fläche. Der Boden iſt durchgehends gut und fruchtbar. Wenige einzelne Höfe ausgenommen, leben die Landleute in zuſammengebauten Dörfern. Die meiſten treiben neben ihrem Ackerbaue ein Handwerk oder ſonſtiges Gewerbe, und dieſe Leute ſind nicht ohne Wohlſtand. Außer und in dem Hauſe beſchäf⸗ tiget finden ſie Mittel, das große Capital der Zeit mit Vor⸗ theil zu benutzen, ſtatt daß der Bauer(ich rede von dem klei⸗ nen Bauer), welcher blos auf ſein Feld beſchränkt iſt, das ihn nicht anhaltend beſchäftigen kann, einen guten Theil davon ver⸗ liert. Der bloße Fabrikarbeiter ſeiner Seits iſt zwar nicht in dem Falle dieſes letztern, denn ſo lange ſein Brodherr Abſatz hat, hat auch er anhaltend Arbeit bei ihm, und daher Ver⸗ dienſt; doch kann ihn dieſes in theuren Jahren allein nicht ret⸗ ten. Steigt das Brod, folglich auch die übrigen Lebensmittel, über Gebühr und Preiſe, ſo reicht ſein Tagelohn nicht ſerner zu, und ſeine Kinder ſchmachten oder gehen betteln, ſelbſt dann, wenn ſie auch bei der Fabrik ſchon etwas verdienen. Nur da wird ſich die unverſchuldete Armuth nicht einfinden, wo Acker und⸗Gewerbe bei dem größern Haufen einander die Hände bieten. Vor 30 Jahren kannte man den Klee noch nicht in dieſer Gegend. Seine Erſcheinung mußte nothwendig eine gaͤnzliche Umwälzung in der Fruchtfolge und ganzen Wirthſchaft hervor⸗ bringen. Man beſaͤete vorher das Land 4 bis 5 Jahre hinter⸗ einander und überließ es dann 9 bis 10 Jahre lang dem be⸗ drängten Zuſtande der Natur. Jetzt wird es alle 5 bis 6 Jahre gedüngt; dadurch vermag es auch alle Jahre zu tragen. Ich fange die Angabe der Fruchtfolge mit dem dritten Klee⸗ jahre an, welches hier die Stelle des Brachjahres vertritt. 1) Nachdem der überjährige Klee herangewachſen iſt, wird er überdüngt und untergepflügt. Manchmal nimmt man auch einen Schnitt davon; alsdann aber wird mehr Dung erfordert. Man läßt den Dung gern ausgebreitet liegen und den Klee durchwachſen. Das erſte Umpflügen geſchieht um Johannis, das zweite etwas tiefere Anfangs Septembers. In der Hälfte dieſes Monats wird geſaet. 2) Roggen. Man zählt auf das achte bis zehnte Korn. 3) Gerſte, geſäet Ende Mai. 4) Mengkorn, ein Gemiſch von Gerſte und ſchwarzem Hafer, gedüngt. 4. eignet. Manſt weißen. Dask auffallen Der s nutzung di ſaß zu Lan jahr mit daß ich git 3 3 dieſe Erſen bracht wi Dieſa Sauerlan eine Potatt men. Die wechſelnd ſe tend des 1 gelaugtenn zukaufen, e Dieſe Berliner Scheffel E. Scwerz, 3 dieſe Leute ruſe beſchäf it mit Vor⸗ dem klei⸗ fſt, das ihn Jdavon ver⸗ ir nicht in ſerr Abſatz Naher Ver⸗ az vicht kei⸗ mbensmittel, Liich ſerner aſelbſt dann, 91. Nur da 4 wo Acker 4 die Naͤnde 1s 6 Jahre 1 bl nitten Klee⸗ setritt. b. it, wid ; man auch Jg erfordert, d den Klee 3 Jehannis, 4 der. Ha9 fte JKotn. zzem Haftr — 401— zu gleichen Theilen. Man ſaͤet es Ende Aprils. Der Ertrag iſt das vierzehnte Korn. 5) Erbſen. 6) Hafer mit Klee. 7) Klee. 2 bis 3 Schnitte. Das Mengkorn dient nebſt der Zugabe von ½⅛ Roggen zu Brod. Es iſt jedoch vorzüglich zum Branntweinbrennen ge⸗ eignet. Man hält den ſchwarzen Hafer für mehlreicher als den weißen. Das ſpäte Säen der Gerſte, da es die zweizeilige iſt, muß auffallen. Der Klee bietet an mehreren Orten eine zweijährige Be⸗ nutzung dar. Er wintert auch ohne Miſtdecke nicht aus. Ich ſah zu Laar ein ſolches zweijähriges(oder, wenn man das Säe⸗ jahr mit einbegreift, dreijähriges) Kleefeld, das ſo dicht ſtand, daß ich glaubte, es ſey zu dicht geſäet worden. Nichts kaun dieſe Erſcheinung erklären, als die häufige Aſche, die aufge⸗ bracht wird. Dieſes Düngmittel ſpielt in dem Süderlande(anderswo Sauerlande) eine weſentliche Rolle. Jeder größere Bauer hat eine Potaſchenſiederei, die kleinern haben je 2 oder 3 eine zuſam⸗ men. Die Hälfte der Felder wird geaſcht und die andere Hälfte gedüngt. Gewöhnlich wird zu der angegebenen Fruchtfolge ab⸗ wechſelnd während des einen Umlaufes derſelben geaſcht, wäh⸗ rend des andern gedüngt, und ſo äußern beide Dungmittel dieſelbe Wirkung und liefern dieſelben Reſultate. Für das Beſte hält man jedoch zugleich zu aſchen und zu düngen, beides et⸗ was ſchwächer als gewöhnlich. Entfernte Ländereien erhalten ſelbſt oft nichts als Aſche. Sie wirkt beſonders auf thonigem Boden. Da die Sommerſtallfütterung nicht eingefuͤhrt iſt, ſo fehlt es an Dung; daher mußten vor dem Gebrauche der aus⸗ gelaugten Aſche die hieſigen Landwirthe einen Theil Brodkorn zukaufen, wovon einige jetzt 100 Scheffel abzuſetzen haben. Dieſe Dungaſche wird an Ort und Stelle mit 5 gGr. per Berliner Scheffel bezahlt. Man braucht 36 Scheffel auf einen Scheffel Einſaat, alſo für 7 ½ Rthlr. Aſche. Man zieht alle Schwerz, Landwirthſch, 26 ———— * 9 5 4 8* ———— — 402— S Schritte ins Quadrat einen kleinen Haufen von dem Karrn ab, und weiß ihn nachher mit der Schaufel durch einen eige⸗ nen Wurf ſo in die Runde zu ſtreuen, daß jeder Fleck etwas davon erhält. Soll geaſcht werden, ſo wird die Kleeſtoppel ſchon vor Winter umgebrochen, bleibt liegen und wird dann gegen Jo⸗ hannis geaſcht. Man wartet etwas Regen ab, ehe man die Aſche unterpflügt. Ob nachher noch zweimal oder nur einmal gepflügt wird, kann ich mit Gewißheit nicht ſagen, wohl aber daß es ſo flach als möglich geſchehe. Nur wird bei der letzten Pflugart etwas tiefer eingegriffen. Die allgemeine Regel iſt, die Aſche nicht tief unterzubringen, ohne welches ſie ohne Wir⸗ kung bleibt. Auf Wieſen zumal iſt die ausgelaugte Aſche äußerſt vor⸗ theilhaft. Sie erzeugt darauf ſehr hohen gelben Klee. Die Pferde arbeiten Morgens von 6 bis halb 12, Nach⸗ mittags von 2 bis halb 7 Uhr. Das Eggen macht die größte Be⸗ ſchwerde, indem der Boden ziemlich feucht iſt und die Erde ſich ballt. Ochſen können nicht dabei gebraucht werden. Die Eg⸗ gen ſind ſehr ſchwer und haben 32 eiſerne Zähne. Hätte man ſchwerere Walzen, ſo würde man leichter mit der Bändigung des Bodens zu Stande kommen. Nebſt dem Münſterländiſchen Pfluge bedient man ſich hier auch des Paderborner, welcher letztere in dem Maaße haͤufiger vorkömmt, als man ſich dieſer Provinz auf dem Wege über Brillon nähert. Ich bitte ſehr zu beherzigen, daß das über Meſchede Ge⸗ ſagte nur blos von dem Ruhrthal zu verſtehen ſey. Auf den Höhen geht es anders zu, denn ſonſt würde das Land nicht den Namen des Sauerlandes, ſondern des gelobten Landes führen. Wir verlaſſen das Ruhrthal bei Rotteler und erheben uns zu einer beträͤchtlichen Höhe, welche bis nahe bei Brillon immer zunimmt. Es iſt ein Glück für eine Gegend wie dieſe, daß die Na⸗ tur ihrer Berge Gipfel in grünen Sammt kleidet, und auf ih⸗ ren Höhen für einen oft fruchtbaren Boden geſorgt hat: wie ſollte ſonſt der Menſch beſtehen, wenn Dürre und Unfruchtbar⸗ keit ſich zu dem rauhen Clima und der beſchwerlichen Lage der Felder gü der Grast den Huflii Brils in einemft Theile vin Felder ſi Kalkſtein. Arbeit.* bequemen s um die 94 Elima, ug zu ſpät ue den Weglt Augenblic wenn ihrde auch nichtus Kraft zu i gehörig zu⸗ wovon denh zeigt ſich Landes alr gepfluͤgt, liegenden ſollte mals dem Geſpan hin ſchon ke die linke s entſtehen. Da wohnen, 3 Mangel Schwachen vormals daß man i gerte, ſcchin niedenuln dem Karr deinen eige leck etwas jſchon vor 1gegen Io⸗ man die ar einmal nvohl aber ddet lehten jRegel iſt Vohne Wir⸗ ßerſt vor⸗ 12, Nach⸗ rößte Be⸗ Erde ſic * Die Eg⸗ ätte man s ändigung rländiſchen 2, welchet tſch dieſet Thede Ge⸗ 2 Auf den Sand vicht dan Landes d eiheben di Brillon 8 die M⸗ uuf ij⸗ aut: wie uchtbar⸗ eage der 3 Felder geſellten? Ueberall fand ich Spuren der Feuchtigkeit, der Graswüchſigkeit der Felder, überall das Taraxacum und den Huflattig. Brillon.— Dieſe kleine Stadt nebſt einigen Doͤrſchen liegt in einem weiten Bergkeſſel. Der Boden iſt ein guter, zum Theile vortrefflicher, nicht ſchwer zu bearbeitender Klei. Die Felder ſind durchgehends ſteinig, doch, da es ein verwitternder Kalkſtein iſt, gut und fruchtbar, freilich nicht ohne Dung und Arbeit. Allein, ſo lange zu Brillon ſich die vielen Eſel nicht bequemen, ſelbſt Ackerleute zu werden, wird es daſelbſt ſchlecht um die Landwirthſchaft ausſehen. Wahr iſt es, daß das herbe Clima, welches nicht ſelten den Schnee zu frühe herbeiführt und zu ſpät wieder wegräumt, der Cultur bedeutende Hinderniſſe in den Weg legt: dagegen iſt die organiſche Natur in ihren freien Augenblicken an ſolchen Orten um ſo geſchäftiger, beſonders wenn ihre Thätigkeit durch den Boden unterſtützt wird, wenn auch nicht durch den Menſchen! Mehr Land, als die arbeitende Kraft zu zwingen vermag, oder zu wenig Land, um dieſe Kraft gehörig zu beſchäftigen, ſind beides gleich nachtheilige Extreme, wovon das erſtere in der Gegend von Brillon eintritt. Nirgends zeigt ſich die Schädlichkeit des zu vielen, alſo zu weit gelegenen Landes auffallender als hier. Mehr als einmal wird ſelten gepflügt, und nie, was entfernt iſt, gedüngt; ſelbſt dem nahe⸗ liegenden wird der Dung nur kärglich zugemeſſen. Und wie ſollte man geben koͤnnen, was man nicht hat? Um die Arbeit dem Geſpanne noch mehr zu erleichtern, legt man bei dem ohne⸗ hin ſchon ſeichten Pflügen den ſchmalſchaarigen Pflug ganz auf die linke Seite, wodurch denn lauter Balken in dem Boden entſtehen. Da die Landwirthe ſämmtlich in zuſammengebauten Orten wohnen, die Gegend nicht ſtark bevölkert, an Boden alſo kein Mangel iſt, ſo dehnt ſich jeder in die Ferne aus, und der Schwache wird dadurch noch ſchwächer. Es herrſchte hierüber vormals und herrſcht noch jetzt eine ſo kurzſichtige Maaßregel, daß man einem Landwirth aus Brillon die Erlaubniß verwei⸗ gerte, ſich auf ſeinen entfernten Beſitzungen anzubauen und niederzulaſſen, um ihnen näher ſeyn zu können, obgleich er ſich 26* 8 —ͤſſſſſſſſ 1 * — — 404— erbot, alle Gemeinlaſten, gleich der ſtaͤdtiſchen Buürgerſchaft, fortzutragen. Wenn die Ackerlande oder das Privateigenthum weit entle⸗ gen ſind, ſo ſind die Gemeinweiden es noch weit mehr. Brillon unterhält 3000 Kühe, 10,000 Schaafe und vielleicht 2000 Ziegen in verſchiedenen Heerden. Erſtere müſſen alltäglich eine Reiſe von 2 bis 3 Stunden zu einem Waldreviere machen, das ihnen zur Weide beſtimmt iſt. Am Abend kommen ſie nach Hauſe, nach⸗ dem ſie in Allem einen Weg von 5 bis 6 Stunden zurückgelegt haben. Welcher Milchertrag und welcher Nutzen von ſolchem Viehe hervorgehen möge, das weiß der Himmel! Ohne alle Uebertreibung kann ich bezeugen, daß es hier, ſo wie zu Atten⸗ büren, Leute giebt, welche 6 Kühe halten, und wenn ſie keine Ziege nebenbei haben, die Milch, nach ihrem eigenen Einge⸗ ſtändniß, zu ihrem Frühſtück kaufen müſſen. Ein Kaufmann in dem kleinen Brillon hat ſchon in einem Jahre 9000 Pfund Butter an die Einwohner verkauft. Und an allem dieſem un⸗ ſeligen Weſen ſind blos die Gemeinheiten Schuld! Jeder will ſein Recht daran benutzen, er jagt alſo ſein Vieh mit dem der Andern hin, und hält deſſen mehr, als er den Winter durch⸗ bringen kann. Die elenden Sommergerippe werden im Winter noch zehnmal elender. Unterdeſſen muß man ſie aufſtallen, damit ſie Miſt machen. Wie karg und ſchlecht dieſer ausfalle, läßt ſich denken, da ſie kein Futter erhalten. Sin8d die Ziegen und Schaafe in einem etwas beſſeren Zu⸗ ſtande, ſo ſind Schaden und Unheil, die ſie an Hecken, Bäu⸗ men, Wäldern und Feldern anrichten, unglaublich. Jeder ver⸗ liert den Muth, einen Obſtbaum zu pflanzen, oder eine leben⸗ dige Befriedigung anzulegen. Die Forſten zumal werden von Grund aus zerſtört, wozu ein Paar Hundert Eſel noch das Ihrige beitragen. Mit einem Worte: einen ſolchen Nomaden⸗ haushalt habe ich in meinem Leben noch nicht geſehen. Die Schaafe ſind in 7 Heerden vertheilt und werden im Sommer auf Feldern und in Wäldern gehalten. Sie benöthi⸗ gen dennoch keinen Brachzwang und dürfen nicht nach dem erſten April, noch vor der Grummetwerbung auf die Wieſen. Im Winter erhalten ſie unausgedroſchenen Roggen und Rauh⸗ futter. E F indem ihnte nicht erſen Die k der Feldbl⸗ lien und wovon jeds die Reiſe is ſeder 6 nichts, ein ben ſie d tung erhat Grasplätznn ſich dann a Baum anct entbißen. 2 in keinen i gern oder Die hoffnig nicht ſichel vor einens Holz wirt oft blos Manz der Kühe, 8 Die Zugon⸗ Nachts deu nur klein worauf 0. oft iſt abs Nebenvern auf dem z eggt mit z haben der n Walzen har⸗ Der e5 Fruezi 4 wäit entle⸗ ht. Btillon k20oo iegen eine Reiſt das ihnen 8 nach⸗ tarückgelegt tzon ſolchem — Ohne all ſe zu Atten⸗ 2n ſie keine aten Einge⸗ ideufnann roo Pfund sdieſem un⸗ Feder wil eit dem der nter durch⸗ in Winter len, damit eüßt ſch ſeren Zu⸗ On, Bäu⸗ zeder ver⸗ Keine leben⸗ werden von * noch das Nomaden⸗ 1 zöerden in e lenüthi⸗ jach dem Wieſen. Rauh⸗ m⸗ — 405— futter. Sie ſind bis jetzt nur der Untergang der Bewohner, indem ihr Nutzen, nebſt dem theuren Winterfutter, den Schaͤden nicht erſetzen kann, den ſie im Sommer anrichten. Die Eſel ſpieten hier eine wichtige Rolle, zwar nicht bei der Feldbeſtellung, wohl aber bei dem Transporte der Viktua⸗ lien und des Brennholzes. 186 Eſel gehen alle Tage zu Holze, wovon jede Ladung mit 2 Gr. 8 Pf. bezahlt wird. Sie köͤnnen die Reiſe zwei und ein halb Mal in einem Tage machen, alſo jeder 6 Gr. 8 Pf. verdienen. Dabei koſten ſie ihre Herren nichts, es ſey denn im Winter. Die übrige Jahreszeit blei⸗ ben ſie Tag und Nacht im Freien, wo ſie keine andre Nah⸗ rung erhalten, als die, welche ſie ſelbſt im Walde und auf Grasplätzchen ſuchen. Bei ſolchen Gelegenheiten erlauben ſie ſich dann manchen Unfug, und werden ſie an einen jungen Baum angebunden, ſo wiſſen ſie ihn rundum von der Rinde zu entbkößen. Doch kömmt der Schaden, den die Thiere anrichten, in keinen Vergleich mit dem, welchen ſich ihre uoch unvernünfti⸗ gern oder vielmehr gierigern Treiber zu Schulden kommen laſſen. Die hoffnungsvollſten jungen Baͤume ſind vor dem Mordbeile nicht ſicher, und die ſchönſten jungen Eichen müſſen ihre Krone vor einem Eſeltreiber ablegen. Das gottloſerweiſe gewonnene Holz wird in Brillon auf eine heilloſe Weiſe vergeudet und oft blos der Aſche wegen verbrannt. Man bedient ſich der Pferde und Ochſen am Pfluge, ſelten der Kühe, denn da müßte man letztere ja zu Hauſe füttern. Die Zugochſen werden auf eingedreiſchten Feldern gehalten und Nachts darauf angebunden. Die Wirthſchaften der Gegend ſind nur klein, gewöhnlich nur von 24 bis 25 Magd. Morgen, worauf ein Paar Zugochſen oder 2 Pferde gehalten werden; oft iſt aber des Zugviehes mehr, weil das Fuhrweſen einigen Nebenverdienſt gewährt. Das Füttern und Tränken deſſelben auf dem Felde iſt hier, wie im Paderbornſchen, üblich. Man eggt mit einſpänn igen zuſammengekoppelten Eggen. Dieſe Eggen haben der Steine wegen eiſerne ſenkrecht ſtehende Zinken. Dii Walzen haben 12 Fuß in der Länge. Der Fruchtumlauf, den man beodachtet, iſt fünfjährig: 1. gedüngte Brache, 2. Roggen, 3. Gerſte, wo der Boden zu ſchlecht zur Gerſte, Mengkorn, 4. Rauhfutter, 5. Mengkorn oder Hafer. Unter dem Mengkorn verſteht man ein Gemiſche von Gerſte und Hafer. Man richtet ſich in der Miſchung nach der Güte des Bodens. Je ſchlechter dieſer iſt, um ſo mehr Hafer nimmt man, und umgekehrt mit der Gerſte. Auf die nahegelegenen Felder bringt man auch wohl etwas Klee. Man hält dieſen nicht für vortheilhaft, weil er die reine Brache verdrängt. Der Klee wird nur auf ſolche Felder geſäet, die geaſcht worden ſind. Wo Kartoffeln ſtanden, läßt man Lein folgen. Volmer, den man mir für den beſten hieſigen Landwirth angab, zieht den Vierfelderfruchtwechſel dem fünffeldrigen vor und läßt daher das Mengkorn im fünften Jahre weg. Er nimmt letzteres nur auf, wenn er Klee ausſaäen will, alsdann hat er: 1. gedüngte reine Brache, 5. Mengkorn, 2. Roggen, 6. Klee, welchen er nach dem 3. Gerſte, erſten Schnitte ſtürzt, 4. Rauhfutter, gedüngt, 7. Roggen. Das ferne gelegene oder Wildland liegt 10 bis 15 Jahre dreiſch, dann folgt Roggen, wozu aber ſtark gedüngt wird; darauf 2, 3, 4mal Hafer. Sollen Kartoffeln hinkommen, ſo werden ſie nach dem erſten oder zweiten Jahre angebracht, manchmal zweimal hinter einander. Darauf folgt dann von Neuem zweimal Hafer. Hier mag wohl Dreiſche Noth thun! Die Gerſte iſt zweizeilig, und doch wird ſie erſt Anfangs Juni geſaͤet. Die Roggenſaat fängt mit dem September an und dauert bis zu ſeinem Ende. Ich hörte ſchon zum zweiten⸗ mal in Weſtphalen, daß der in der Mitte October geſäete Rog⸗ gen der ſchlechteſte ſey; daher es beſſer iſt, mit der Einſaat bis Ende Octobers oder Anfangs November zu warten, wenn ſie nicht früher hat ſtatt finden können. Es giebt ſolche Wieſen, worauf das Gras erſt um Johannis zu wachſen anfängt, dann aber ſchon um Jakobi gemähet wer⸗ den kann ii, iegent die kalkh geſetzt ha ſchnelle N Der 6 nur Aſchaß richt kent nur mäß vertruge. lich gut ſr der Menn Mamd eine betrit Virkung i die hieſtge Verkaufee hern Prols reuen, einn Acker zun Menſcherge ſedoch hi nachtheil Maß futter. es zu oft n beſondersis man dasc Mai Man zeut wittertern⸗ und vieli Einis haͤufig va 66 von Brill ſo verdien MNaten, von Gitſ n der Güte fer nimmt voht etwas veer die reine 1 dder geſäet 1 Landviri enrigen vor e Er nimmt ann hat er: er nach dem re ſtürzt, 15 Jahre angt wird; iumen, ſo aigebracht, Ddann von ih thun! 1Anfangs Dtember an m zweiten⸗ ſdete Rog⸗ jer Einſaat en, wenn Johannis ahet wet⸗ A—— — 407— den kann. Dieſe Wieſen, deren Untergrund mooriger Natur iſt, liegen unter dem Hange der Felder, von welchen der Regen die kalkhaltige Krume abgeſchwemmt und über dem Moore an⸗ geſetzt hat. Daraus läßt ſich dann leicht das ſpäte und dann ſchnelle Treiben des Graſes erklären. Der Boden wäre ſehr gut zum Klee geeignet, wenn man nur Aſche dazu hergeben wollte. Die Esparſette, welche man nicht kennt, würde dem Boden nach in ihrem Elemente ſeyn, nur müßten Verſuche ausmitteln, wie ſie ſich mit dem Clima vertrüge. Ich habe Felder geſehen, wo die Luzerne wahrſchein⸗ lich gut kommen würde, wenn ſie nur allein und ohne Zuthun der Menſchen kommen wollte. Man laugt in Brillon viel Potaſche aus und gewinnt daher eine beträchtliche Menge Aſchenkummer, welcher die vortrefflichſte Wirkung thun würde, wenn man ihn dem Felde gönnte; allein die hieſigen Ackerleute ziehen die baare Einnahme aus ſeinem Verkaufe vor, ſie rauben ihrem Boden die Mittel zu einer hö⸗ hern Produktion, und überlaſſen ſie Andern, welche es nicht be⸗ reuen, einen Weg von 2 bis 3 Meiten zu machen, um iyrem Acker zu Hülfe zu kommen. Wahrlich zwiſchen Menſchen und Menſchen herrſcht eine große Verſchiedenheit!— Man behauptet jedoch hier, daß die Aſche auf hitzigem(mergelartigem) Boden nachtheilig ſey. Man bedient ſich noch wohl des Gypfes zu Klee und Rauh⸗ futter. Doch ſind einige der Meinung, daß das Gypſen, wann es zu oft und zu ſtark geſchieht, den Boden zu ſehr ausmagere, beſonders bei dem Rauhfutter. Letzteres mag wohl ſeyn, wenn man das Düngen dabei vergißt. Man düngt oft mit Kalkſteinen, deren es hier überall giebt. Man zerſchläͤgt ſie in Stücke, oder ſammett auch den ſchon ver⸗ witterten Kummer derſelben. Sie thun auf Thonboden große und viele Jahre anhaltende Wirkung. Ein Oekonom ſagte mir, daß er den Huflattig, der hier ſo haͤufig vorkommt, mit bloßem Schweinemiſt vertreibe. Scharfenberg— gehört zwar auch zu der Umgebung von Brillon, da es indeſſen eine beträchtlich höhere Lage hat⸗ ſo verdient es einen beſondern Artikel. Wenn wir die Gegend —— — a08 des Winterbergs, Aſtenbergs ausſchließen, ſo iſt hier wohl einer der höchſten Punkte Weſtfalens. Es iſt nur ein ſchlechtes Dörſchen, das in einem engen Keſſel auf dem Berge liegend, ich weiß nicht welchen, ſchauer⸗ lichen Eindruck auf mich machte, nachdem ich von da aus in weiter Ferne die Gegend erblickt hatte, in welcher der koſtbare Hellweg liegt, der ſeinen Bewohnern ohne beſondere Mühe in Ueberfluß reicht, was hier nur kärglich und mit ſo vieler An⸗ ſtrengung dem Boden oder vielmehr dem Clima abgezwungen werden muß. Auch würden die Menſchen hier ohne Nebenver⸗ dienſt nicht zurecht kommen können, wie ſolches in allen von der Natur wenig begünſtigten Gegenden bei den geringern und auch etwas größeren Bauern, wenn es dieſer letztern an ſolchen Orten giebt, der Fall iſt. Zu Scharfenberg würden die Bewohner um ſo weniger be⸗ ſtehen kͤnnen, als alles Grundeigenthum mit einer Erbrente belaſtet iſt. Allein die außerordentliche Regſamkeit dieſer Men⸗ ſchen überwindet alle Hinderniſſe und Beſchwerlichkeiten, womit ihr uns ſo traurig ſcheinendes Leben verknüpft iſt. Kinder von 5 bis 6 Jahren ſind ſchon auf den Beinen und werden zu allerhand Arbeit angehalten. Zur Zeit der Heidelbeeren ſammeln ſie dieſe in ſelbſtgeflochtene Körbe, laufen ohne Strümpfe und Schuhe 2 bis 3 Meilen weit, um ſie zum Verkaufe anzutragen und ein Paar Pfennige daraus zu erlöſen. Als Fuhrleute ſind die Bewohner wegen ihrer Unverdroſſenheit, ihrer erbärmlichen Pferde und eben ſo ärmlicher Geſchirre bekannt. Nie iſt ihnen ein Weg zu ſchlecht, und wo alle Fuhrleute ſtille liegen, da fahren ſie durch, ſo daß man weder Karren noch Pferde, noch Menſchen vor Kothe ſieht. Die Fruchtfolge, ſowohl auf dem Baulande als dem Wild⸗ lande, iſt dieſelbe, welche wir zu Brillon geſehen haben. Nach Kartoffeln folgt allemal Gerſte oder Hafer. Auf Feldern, die abwärts von der Sonne oder in einer Schlucht liegen, wo ſich der Schnee Klafter hoch anhäuft, und ſpäter als anderswo ver⸗ ſchwindet, darf kein Roggen geſäet werden, indem er unter der allzuläſtigen Decke verſchwindet. Das Wildland wird getorft, welches wahrſcheinlich auch zu Brilloit tung beiſ Narbe ſchf welche ne worden mn hauen). 94 weis übend gekützten ke einwarts, † in Ordnu ſich zwiſch gedüngt. 1 gegen diee jeder Reiſ bleibt wicd in kleine 2 wird flachs Was diers ſich nicht untereinans auswinten Auf ſ alte Kleeſt ſen hineim eingeernteid Das 8 mals verbis zurück. Wenn wendet m auf Klee, unmittelbi. vorhergehn düngt ungg unter das auf einem, gen blos ge⸗ wohl einer lnem engen n, ſchauer⸗ dda aus in ter koſtbare Müße in vieler An⸗ zewungen Nebender⸗ allen von ongern und tan ſolchen d'niger be⸗ i Erbrente heſer Men⸗ an, womit Kinder werden zu ſammeln Anfe und Fzutragen göeute ſind irmlichen Iſt ihnen sgen, da Ade, voch em Vid⸗ en. Nach Jen, die 1 vd ſic remo bel⸗ air der 4 gich auch „ — 409— zu Brillon geſchieht. Ich wohnte am 11ten Juni der Verrich⸗ tung bei. Man verfuhr dabei folgendermaßen: Nachdem die Narbe ſchon früher flach umgepflügt worden, wurden die Schnitte, welche nach der Länge des Feldes mit dem Pfluge umgelegt worden waren, mit einer Haue gekürzt(in große Stücke ge⸗ bauen). Man legte dick Faſchinen von ſtarkem Reiſig reihen⸗ weis über die Breite des Feldes her, und bekleidete ſie mit den gekürzten Stücken der umgepflügten Narbe. Der Raſen wurde einwärts, alſo nach dem Holze zugekehrt. Gleich nachdem dieſes in Ordnung gebracht iſt, wird in den Zwiſchenräumen, welche ſich zwiſchen den Faſchinenreihen befinden, gepfercht oder etwas gedüngt. Nach einigen Tagen, wenn die Raſenſtücke ſich feſter gegen die Faſchinen angedrückt haben, wird Feuer am Ende jeder Reihe angelegt. Das Holz brennt zu Aſche, und der Raſen bleibt wie ein leeres Gewölbe ſtehen. Man verhackt ihn nun in kleine Stücke und ſtreut ihn ſammt der Aſche umher. Es wird flach gepflügt, um die Aſche nicht zu tief unterzubringen. Was die zerhackten Narbenſtücke betrifft, ſo bekümmert man ſich nicht darum und hat gern, wenn auf dem Acker Alles wild untereinander liegt, indem der Roggen dann nicht ſo leicht auswintert. Auf dieſelbe Weiſe wird auch, wie ich bei Antfeld ſah, die alte Kleedreiſche behandelt. Man ſäet gewöhnlich Sommerrüb⸗ ſen hinein, welcher um Johannis geſaͤet, um Bartholomaͤi ſchon eingeerntet iſt. Das Torfen iſt wegen des Holzaufwandes ſchon mehr⸗ mals verboten worden; man kömmt aber immer wieder darauf zurück. Wenn man zu Brillon die ausgelaugte Aſche verkauft, ſo wendet man ſie auf dem Scharfenberg an. Sie wirkt vorzüglich auf Klee, Rauhfutter und Gerſte. Doch wird die Aſche nicht unmittelbar bei dieſen Gegenſtänden, ſondern bei dem ihnen vorhergehenden Brachroggen angewendet. Wird zu dieſem ge⸗ düngt und nicht geaſcht, ſo unternimmt man es nicht, Klee unter das Mengkorn oder den Hafer zu ſäen. Man zeigte mir auf einem Kleefelde drei Streifen, wovon der eine zu dem Rog⸗ gen blos gedüngt und nicht geaſcht, der zweite etwas gedüngt und 4 5 v — — 410— etwas geaſcht, und der dritte nicht gedüngt, aber ſtark geaſcht worden. Auf dem erſten war kein Klee, auf dem zweiten wenig und auf dem dritten viel zu finden. Auch Gerſte wird nicht auf ungeaſchte Felder geſäet. Die Wirkung der Aſche iſt ſo groß, daß man den Klee unter dieſem rauhen Himmelsſtriche, und zwar ganz oben auf der Kuppe des Berges, von keiner Art von Befriedigung ge⸗ ſchützt, zweimal in einem Jahre mähen und im Herbſte noch abhüten kann. Selbſt im folgenden Jahre läßt er ſich noch ein oder zweimal ſchneiden. Von da an aber bleibt das Land als Dreiſche auf ein Paar Jahre zur Weide liegen. Binnen dieſer Zeit ſetzt es eine dichte Grasnarbe an, durch welche man den Boden nicht mehr erblicken kann. Auffallend war mir zwiſchen dem Graſe einer ſolchen Dreiſche eine Menge wilde Wicken zu finden, doch nur blos auf den früher geaſchten Feldern. Indem alſo die Aſche ihre wohlthätige Wirkung auf die culti⸗ virten Vegetabilien äußert, iſt ſie den wilden nicht weniger günſtig, daher es dem Boden nicht an Grün fehlt. Ich wüßte wirklich nicht, wie dieſe Gegend ohne Aſche beſtehen könnte. Peter Enters, Schultheis zu Scharfenberg, brach 1814 eine alte Dreiſche um und erhielt ſchönen Lein darauf. 1815 düngte er dieſelbe Stelle mit Aſche und bekam wieder ſchönen Lein. 1816 wurde von neuem die Aſche darauf angewendet, und der Lein wurde ſo lang, daß er ſich lagerte. Bredelaer, vormaliges Kloſter, jetzt Domaine. Da der Boden hier wenig Kalktheile, zum Theil gar keine enthält, ſo iſt er auch weit ſchlechter, als der um Brillon. Er beſteht aus einem leichten, mit einer unendlichen Menge kleiner Schiefer⸗ ſteine gemiſchten, daher nicht zuſammenhängenden Thon, der entweder gleich zu naß oder zu trocken wird, und im Winter bei ſchnell abwechſelndem Froſte und Thauwetter dem Auffrieren ausgeſetzt iſt. Die Krume betraäͤgt nicht viel über 3 bis 4 Zoll, darunter iſt entweder Thonſchiefer oder feſter Lehm. Die Wieſen ſind nicht beſſer als das Ackerland. Allgemein hat man auf dem größten Theile der Felder folgenden Umlauf: 1 reins 2. Rogft 3. Haft Auf ſr 1. Brots 2. Roglt 3. Maa Der ſs gebildeten Fruchtſo n kraute, gen vergit ſchaft, mi Um s Roggenſtu Im Frülg ſo langel: Keimen mf Unkrauteg Sommert Zähnen ſa⸗ beit. Gt bei dem 9 Geiffart i3 Korn gebich nur die 13 gen ſterbe kommt e Dung iſit Ausch rung gedſe getriebenan Der in näͤchtliche e Nutzen, la des Dün⸗ ank geaſcht Heiten venig f wind ricſt an den Klee 3 oben auf Hoigung ge⸗ rbſte noch 4 ſic noch 9 das Land 8. Binnen elche man 2 var mir nge vilde In Feldern. die eulti⸗ at weniger 2 Ith vüßte vönnte. e tsl eine l düngte nen Lein. 1 und der hüͤlt, ſo iſteht aud 3 Sthieſer a hon, der am Winter Auffrieren 13 bis4 Shm. Die Felder 4 — 411— 1. reine Brache, 4. Hafer, 2. Roggen, 5. Hafer. 3. Hafer, Auf dem beſſeren Theile derſelben: 1. Brache, 4. Rauhfutter, ein Gemiſche von 2. Roggen, grauen Erbſen und Pferde⸗ 3. Mengkorn(Gerſt⸗Hafer), bohnen, auch etwas Klee, 5. Roggen. Der hieſige Conductor der Königl. Domaine(Seiffart, ein gebildeter Landwirth) ging ſchon im zweiten Jahre von jenen Fruchtfolgen ab, indem er das Sommergetreide unter dem Un⸗ kraute, beſonders der Wucherblume, erſtickt fand. Nach eini⸗ gen vergeblichen Verſuchen blieb er bei der Dreifelder⸗Wirth⸗ ſchaft, mit alle 3 Jahre wiederkehrender reiner Brache. Um ſich des Unkrauts noch mehr zu entledigen, läͤßt er die Roggenſtoppel ſogleich umpflügen und noch vor Winter eggen. Im Frühjahre verſchiebt er die Einſaat des Sommergetreides ſo lange als möglich, um das Saamenunkraut vorher zum Keimen kommen zu laſſen. Er ſäet auf dieſes oft von langem Unkraute überzogene Land, ohne zu pflügen, und bringt den Sommergetreideſaamen mit ſehr ſchweren, mit ſtarken eiſernen Zähnen verſehenen Eggen unter. Der Erfolg krönte ſeine Ar⸗ beit. Statt daß ſonſt hier bei dem Roggen nur das vierte und bei dem Hafer nur das zweite bis vierte Korn geerntet wurde, hat Seiffart erſteren zum ſechsten, letzteren zum achten bis zehnten Korn gebracht. Er ſäet nur wenig Raubfutter und Klee, weil hier nur die kalkhaltenden Felder dazu geeignet ſiud. Auf den übri⸗ gen ſterben die Erbſen noch vor ihrer Blüthe ab, und der Klee kommt nicht zum Keimen. Auch mit einem Uebermaße von Dung iſt nicht dagegen zu helfen. Aus dem Geſagten geht hervor, daß an keine Stallfütte⸗ rung gedacht werden kann. Das Vieh wird auf die Waldweide getrieben, welche nicht ſchlecht iſt. Der einzige Nutzen, den man alſo vom Viehe hat, iſt der nächtliche Dünger. Die Schafe allein gewähren noch einigen Nutzen, beſonders in Rückſicht des Hürdenſchlags, ſowohl wegen des Düngers, als des ſo nützlichen Feſttreteus des leichten — — 412— Bodens, welcher letztere Nutzen ſich vorzüglich dann zeigt, wenn die Hürden bei trockenem Wetter über die beſaͤeten Felder ge⸗ ſchlagen werden, oder der Saamen mit Anſtrengung in die eben gepferchten Felder eingeeggt wird. Die hieſige Schafrace iſt ſehr grobwolliger Art.„Ich ver⸗ ſuchte, ſagt Seiffart, deshalb gleich Anfangs meines Hierſeyns, eine ſehr veredelte Race einzuführen; da aber ein ſechsjähriger Verſuch mich überzeugte, daß bei einer ſumpfigen ſchlechten Weide dieſe feine Race weit eher dem Faulwerden, als das ge⸗ wöhnliche hierländiſche Landſchaf ausgeſetzt iſt, ſo habe ich mich zurückgezogen, jedoch nur in ſo weit, daß meine Schafe noch immer(in Vergleich des hieſigen gewöhnlichen) veredeltes Vieh genannt werden können, und dieſes hält auch ziemlich guten Stand.“ Stadtberg,— einſtens der Hauptwaffenplatz Karls des Großen, vor ihm der Sitz der Säule Herrmanns(Irmenſaͤule), nunmehr das Land der Eſel, des genügſamſten Thieres, was wir haben, und zu Stadtberg auch eines der nützlichſten. Auf dem hohen Felſen, wo der obere Theil dieſer kleinen Stadt liegt, leiſten ſie beim Ackerbaue weſentliche Dienſte und ſind beinahe unentbehrlich. Ein Wirth, der in der Oberſtadt vier Pferde hat, unterhaͤlt nebenher wenigſtens zwei Eſel. Bei den Gerin⸗ geren ſind die Eſel weit zahlreicher, indem man in Stadtberg nur 64 Pferde und 300 Eſel zählt. Ihre Aufgabe iſt, alles grüne Futter für Kühe und Pferde herbeizuſchleppen, das Heu, welches im Thale wächſt, auf den ſteilen Berg zu ſchaffen und die Ernte der Höhe größtentheils einzuſcheuern. Im Winter tragen ſie das Brennholz zu, und das Waſſer zum Tränken des Viehes. Mit einem Worte: ohne Eſel glaubt Niemand hier fertig werden zu können. Gewiß iſt es, daß die Oberſtadt vor allen ihren Nachbarn immer zuerſt mit ihrer Getreideernte zu Hauſe iſt. Ein Eſel trägt mit jedem Male eine Laſt von anderthalb bis zwei Zentnern Heu, und zwar Berg auf. Da man den Träger unter dem Haufen nicht ſieht, ſo glaubt man einen wandernden Heufiemen zu erblicken. Zwei Eſel ſchaffen alle Tage anderthalb Fuder geerntetes Gelreide ſ Hauſe, 18 die Wieſi zieht ſellt häͤlt ſole Getreide d fordert 18 auf dem T umſonſt ie Kaſten ſh ganz dum ſtatk, ſift abgewaſcct beſſer wi dritt eint Minuten 5 in eins⸗t Hier vitd in jis des Vuni Zum t leichte einn eingreift.. hinzugefl den Seita Gereis gereicht de Im Unteg Im Somt am ſteileg und Unkin beſucht a. Abend wio Da ihm u in dieſer i Miſte untz Der s e ägt, wenn = Felder ge⸗ ann die ehen 1 Jc ver⸗ Hütſeyns 6 wjäͤhriger 9ö ſchlechten 3 das ge⸗ habe ich * ne Schafe veredeltes 8] ziemlich nkarls des Jenſäule), 78, was Nien. Auf aadt ligt, d beinahe zer Pferde een Gerin⸗ Stadtberg iſt, alles aoas Hel, fen und Vinter anken des ziand hier iſtadt vor reernte zu nderthalh Inan den an einen eerntetes —.— ——— — A413— Getreide, oder ſechs Scheffel Körner ſammt dem Strohe, nach Hauſe, wobei ich jedoch bemerkse, daß die Felder nicht ſo wie die Wieſen im Thale, ſondern auf der Höhe gelegen ſind. Man zieht ſelbſt das Einſcheuern mit Eſeln dem mit Pferden vor, hält ſolches bei ungünſtiger Witterung für mehr fördernd. Das Getreide ſitzt hier auf Kaſten. Das Aufladen auf Wagen er⸗ fordert eine geraume Zeit; fällt Regenwetter ein, wenn man auf dem Felde iſt, ſo will man den Weg mit den Pferden nicht umſonſt gemacht haben. Man ladet alſo, und das in den Kaſten ſo ſchön gewonnene Getreide wird nun auf dem Wagen ganz durchnäßt. Nicht ſo bei dem Eſel! Regnet es gar zu ſtark, ſo iſt an ſeiner Haut gar nichts gelegen, ſie wird nur abgewaſchen. Er muß ſich an Ort und Stelle gedulden, bis es beſſer wird. Der Zeitverluſt iſt bei keinem Eſel von Belang! Tritt ein günſtiger Augenblick ein, ſollte er auch nur einige Minuten währen, ſo wird der Hut des Kaſtens abgedeckt und in eins⸗zwei⸗drei iſt der Eſel beladen. Hierzu fertigt man zwei dicke Büſchel an. Das Getreide wird in jedem ſo gelegt, daß die Aehren in die Mitte der Länge des Bundes oder Büſchels kommen. Zum Tragen hat der Sattel an jeder Seite ein Paar leichte eiſerne Haken, wovon jeder in eines der Weidenbande eingreift. Iſt der Eſel ſtark, ſo wird noch ein drittes Bund hinzugefügt, welches dann über ſeinem Rücken und auf den bei⸗ den Seitenbunden ruhet. Gereichen jene Dienſte dem Landwirthe zum Vortheile, ſo gereicht die Enthaltſamkeit und gute Sitte dem Eſel zum Ruhme. Im Unterhalte koſtet er ſeinen Dienſtherrn beinahe gar nichts. Im Sommer ernäͤhrt er ſich ſelbſt wie er kann, ſucht ſeine Koſt am ſteilen Berge, oder füllt ſeinen Magen mit Diſteln, Gras und Unkraut auf dem Felde. Im Winter geht er ſpazieren, beſucht ſeine Nachbarn einen um den andern und kehrt am Abend wieder nach Hauſe. Die Ställe werden nicht geſchloſſen. Da ihm ſein Herr wenig oder gar nichts reicht, ſo lebt er auch in dieſer Zeit auf eigene Rechnung, frißt das Stroh aus dem Miſte und zieht ſolches ſogar einer andern Nahrung vor. Der Eſel kann vor dem dritten Jahre nicht ohne Nachtheil — 414— gebraucht werden, alsdann aber erreicht er ein Alter von 25 bis 30 Jahren. Es wird eine beſondere Wiſſenſchaft dazu er⸗ fordert, einen Eſel gehörig zu lenken, zu welcher man erſt nach mehrjährigem Umgange mit ihm gelangt. Ein wohl abgerich⸗ teter Eſel wird mit drei bis vier Carolin bezahlt. Der Boden auf der Höhe von Stadtberg iſt ein ſchöner Klei⸗Gerſtboden, der alle Morgen einen Regen vertragen könnte, wenn die Sonne am Nachmittage wieder ſcheinen wollte. Die Steine, womit er gemiſcht iſt, ſind kalkhaltend. Seine größten Feinde ſind Diſteln und Huflattig. Ein Haferfeld ſtand ſo voll von beiden, als ſolches anderswo voll Hederich zu ſtehen pflegt. Auch unter dem Klee thut der Huflattig vielen Schaden; man ſoll ihn am beſten durch Pflügen bei feuchtem Wetter vertilgen können. Nach Kartoffeln beſonders wuchern die Diſteln gewalt⸗ ſam. Auf einem Felde, wo man dieſe Frucht drei Jahre hin⸗ tereinander gepflanzt hatte, nahmen die Diſteln immer zu. Man ſollte bald ſagen, ſie wucherten hier ſo ſehr, blos um den Eſeln Freude zu machen. Oder ſollte der Eſel nicht vielleicht ihren Wachsthum befördern? Die Fruchtfolge iſt: 1. gedüngte Brache, 4. Klee, 2. Roggen, 5. Kartoffeln. 3. Gerſte, 6. Gerſte. Da nicht allemal Klee in jedem Umlaufe vorkommt, ſo hat man auch 4. Brache, meiſtens nicht gedüngt, 5. Roggen, 6. Rauhfutter oder Hafer. Wicken, Erbſen und Bohnen werden in das Sommerfeld gebracht, daher nicht dazu gedüngt. Man gypſt beide erſtere Gegenſtände nicht gern, weil ſie dann zu lange Loden ſchießen, ſtets fortblühen, ſich lagern und bei der Erde verderben. Die Kartoffeln haben auf den Klee ein außerordentliches Gedeihen. Dieſe Folge hat überdies den Nutzen, daß man den alten Klee ſtehen laſſen kann, wenn man im Frühjahre ſieht, daß der neue zurückgeſchlagen iſt. Den größten Nutzen dabei finde ich, daß der Klee als Verbeſſerungsmittel gerade in der Mitte des Umlaufes vorkommt, dieſer mithin bei dem einmali⸗ gen Düngen in 6 Jahren auf hieſigem Boden ſehr gut beſtehen kann. Al ſtenboden. wvelche ich s Die 8 chen, ſonſſt⸗ den ande eggt tücht wenn gleit hackt einr 2 Schus die ſchon 2 ſelten du s Klee hier 8 welchen, ſete Haficd Folgtis ſtellt. M zum Aus t Zur ſt gleich nac man denſe dieſe beſta Die Saalt wohl nochit Gerſte, wie pflügt, n Acker ſehres ſaat voms Gerſte nitt walzt. T greife ich Das deſſelben, nennt ſole auf dem Stadt, Mäilen im — 415— 4. 4 5 I kann. Auch glaube ich nicht, daß man für einen ſolchen Ger⸗ 1 nt⸗ ſtenboden eine beſſere Folge aufſtellen könnte, als die erſte, ach welche ich hier angeführt habe. 1llatgerih. Die Kleeſtoppel wird zu den Kartoffeln vorßer nicht umgebro⸗ b chen, ſondern dieſe werden hinter dem Pfluge, einen Schritt über dein ſhoner den andern, eingelegt und mit der Kleenarbe bedeckt. Man en kunnte V eggt tüchtig, wenn ſie über der Erde ſind, und fürchtet nicht, die di V wenn gleich die Blätter gänzlich dadurch zerriſſen werden. Man 2e gräßten hackt einmal und häufelt. ddſo voll Schultheiß Hermann Steighoff ſäet den Klee lieber über en pflegt. die ſchon ausgelaufene Sommergerſte, weil er ihr ſonſt nicht dhen; man ſelten durch Ueppigkeit und frühen Wuchs ſchadet. Da der vertilgen Klee hier gegypſt wird, ſo gypſte er einmal aus Unwiſſenheit in gewalt⸗ welchen, der ausgefroren war; er pflügte nachher das Feld um, zachre hin⸗ ſäete Hafer und erhielt nichts davon. uzu. Man b Folgt Roggen nach dem Klee, ſo wird er nur einjährig be⸗ den Eſein 1 ſtellt. Man hält dafür, daß die Roggenkörner nicht zu trocken zeicht ihren zum Ausſaen ſeyn können. Zur Gerſte wird die Roggenſtoppel vor Winter gebrochen, gleich nach Winter noch einmal gepflügt, und zwar noch ehe 4 man den Pflug für Hafer und Rauhfutter anſetzt. Nachdem — dieſe beſtellt ſind, wird zum dritten Male zur Gerſte gepflügt. Die Saatzeit von dieſer fällt in die letzte Hälfte des Mai, auch et, ſo hat V wohl noch Anfangs Juni, wiewohl nicht zweckmäßig. Auch zur Gerſte, welche nach Kartoffeln folgen ſoll, wird vor Winter ge⸗ pflügt, nach Winter aber nicht mehr, es ſey denn, daß der ſit. Acker ſehr verkrautet wäre. Iſt der Gerſtenacker nach der Ein⸗ umetfed ſaat vom Regen ſo zugeſchlagen worden, daß das Blatt der de uſtee Gerſte nicht durchkann, ſo wird das Land geeggt, oder auch ge⸗ 3 ſtißn, walzt. Wie letzteres bei dieſer Gelegenheit wirken könne, be⸗ 3r. greife ich nicht. dantictss Das Haferſäen geſchieht Anfangs Mai; das Durcheggen un d deſſelben, wenn er einen Finger lang iſt, iſt ſehr üblich. Man air fin nennt ſolches den Hafer wecken. Das Wecken des Hafers iſt 29 dabei auf dem Sandfelde im Paderbornſchen im Gebrauche. wein der Stadtberg hat ſehr ausgedehnte Gemeinheiten, die ein Paar tweinmal⸗ Meilen im Umfange haben. Dadurch iſt man im Stande, eine 2 beſtehen — 416— ſtarke Schafzucht zu unterhalten. Sie iſt in 3 Heerden ver⸗ theilt. Gegend und Futter ſind der Geſundheit dieſer Thiere ſehr zuträglich, auch hat man im Winter 181 ¾, keines verloren. Wie gewöhnlich, ſo ſind auch hier Mißbräuche mit dem Schafhalten verbunden, woran freilich nicht dieſe Thiere, wohl aber der Schaäͤfer oder eingeriſſene Gewohnheiten Schuld ſind. Hieher gehört das Betreiben der Stoppeln, während das Ge⸗ treide zum Nachreifen noch darauf ſteht; eben ſo das nächtliche Weiden, welches bis 10, 11 Uhr fortgeſetzt wird. Der Unfug, den die Heerden im Allgemeinen auf den Feldern anrichten, ſoll ganz außerordentlich ſeyn, und beſonders der Arme, deſſen Felder nur klein ſind, darunter leiden. Dringend wäre daher eine Verfügung, nach welcher die Schafe mit Sonnenuntergang in den Hürden ſeyn müßten. Zugleich müßte das Nachthüten der Pferde, welches ebenfalls im Schwunge iſt, auf das ſtrengſte unterſagt werden. Wer in die Unterſtadt von Stadtberg eintritt, und alle Miſthaufen auf der Straße erblickt, durch deren Mitte ein kleiner Bach fließt, welcher bei jedem ſtarken Regen austritt und die Miſthaufen auslaugt, ohne das Fett, was ſich ohnehin in ihn ergießt, der wird ſich einen Begriff von ſchlechter Wirth⸗ ſchaft machen können, und ich glaube, daß er ſich darin bei der hieſigen Unterſtadt nicht irrt. Etwas Antipodiſcheres läßt ſich nicht denken, und doch, o Stärke der Gewohnheit! behauptet man daſelbſt, daß der Miſt ſo beſſer werde!! Winterberg— Rüſſelberg.— Es giebt bei allen Fä⸗ chern Leute, welche, wenn ſie in eine ihnen bisher fremde Gegend kommen, durch ihre Einſeitigkeit oder herrſchende Vorliebe für ein einzelnes Syſtem geleitet, alles Hergebrachte zerſtören, auf die lange Erfahrung der Landeseinwohner nicht achten und Alles über einen Leiſten ſchlagen wollen; oft weil ſie nie einen andern in der Hand gehabt haben, als den ihrigen; oft aus einem übelverſtandenen Nationalſtolze, welcher ſie glauben macht, daß man die Sache nur in ihrem und nicht in dem eroberten, oder ſonſt auf eine Art erworbenen Lande verſtehe. So be⸗ dauernswürdig und tieſeingreifend durch die nachtheiligen Folgen ein ſolches dummes oder ſtolzes Princip iſt, ſo allgemein iſt es, uni Oekono Siſ wohle 4 Forſtbelt ſchen Bi Aln hauen, ¹ hoch man nun frit nen. 9 lungsam weſtfäli nördlich) der einal einer D Hoh den ſolchen ſ bis 100 1 lich wen haben, u werden z traurigch recht, nn dawider i gen, wen ſeiner En durch Fff Ma bin üben Winter! würde, z men tan Zweige ganzes 9½ Grund rir Wirt Schwerz n 6— 417— erd A G 2. 2 ein ver. es, und kommt leider mehr als in einem Fache der National⸗ 4 Thierre Oekonomie vor. 88 her..„ 9. tloren. Sie ſind nicht unbekannt, die dem gefährdeten National⸗ 5 1„ mit den wohle abgepreßten und häufig wiederholten Klagen über die itte, voßl Forſtbehandlung, welche in den letzten Jahren vor der Preußi⸗ 3 huld ſind. ſchen Beſitznahme in dem Herzogthum Weſtfalen Statt gehabt hat. 2 das Ge. Alle, auch die ſchönſten jungen Aufſchüſſe wurden abge⸗ ag nächtice hauen, nur die kräftigſten Stämme gelaſſen, und ſelbſt dieſe, ſo u Unfug hoch man mit der Ayt reichen konnte, entaſtet. Dadurch gabs ahien ſol nun friſche Luft, und die Sonne mochte auf den Boden ſchei⸗ iſſen Felleer nen. Dieſe, anderswo vielleicht richtige und nützliche Behand⸗ austritt bis 100 Jahren ihr Alter den Abtrieb erheiſcht? Wahrſchein⸗ hohnehin lich werden die Schafe ſich ein Jahrhundert darauf zu freuen er Wirt⸗ haben, während die Menſchen zum Auswandern gezwungen 1 darin bei werden; denn nichts reizt ſo ſehr und ſo nothwendig zu dieſem etes läßt traurigen Mittel, als der Abgang an Holz.— Nicht mit Un⸗ 3 daher eine lungsart paßte aber nicht, weder auf die abſchüſſige Lage der r tigang in weſtfäliſchen Gebirgsgegend, noch auf die Strenge ihres hohen ehüͤten deee nördlichen Climas, noch auf ihren ſeichten oder felſigen Boden, 3 ſtrengſte der einer Ueberſchattung gegen die Strahlen der Sonne und* 1 15 einer Decke gegen die Kälte des Winters bedarf, wenn junges und ale Holz darauf gedeihen ſoll. Was wird daher dermaleinſt aus Ritte ein ſolchen aufgeklärten Waͤldern werden, wenn nach 60, 80 5 1 behauptet recht, wiewohl fruchtlos, ſträubten ſich damals die Einwohner 8 b dawider; die Gewalt drang durch, und manche der Halsſtarri⸗ oulen Fä⸗ gen, wenn man den dafür halten darf, der den Nothpfeiler eGegend ſeiner Exiſtenz nicht gern aus den Händen fahren läßt, ſind jebe für durch Forſtſtrafen beinahe arm geworden. Man nennt dieſe Forſtbehandlung à la——; aber ich bin überzeugt, daß wenn dieſer große Forſtmann einmal nach Winterberg oder in die Eifel käme, er ſehr unzufrieden ſeyn würde, daß man das übelangewandte Mittel nach ſeinem Na⸗ men tauft. Es iſt äußerſt bedenklich, in einem ſo bedeutenden Zweige der National-⸗Oekonomie Verſuche zu machen, die ein ganzes Land umfaſſen und, wenn ſie nicht gelingen, ſolches zu Grund richten können! Wir ſind zu Winterberg allerdings auf dem höͤchſten Punkte Schwerz, Landwirthſch. 27 zren, auf hten und nie einen L Go be⸗ un Folgen emein iſ — 418— des großen weitſchichtigen Gebirges, welches nordwärts mit dem Weſergebirge, öſtlich mit dem Vogelsberge und weſtlich mit dem Gebirge der Eifel und des Hundsrückens zuſammen⸗ hängt. Der lange Winter, der auf jenem hohen Koppen hauſt, ertheilte ihm nicht mit Unrecht ſeinen Namen. Roggen gedeiht nur an den vortheilhafteſten Stellen, wenn er zugleich mit Heide und Laub nicht bedeckt iſt. In Dreiſche, Hafer, Kartof⸗ feln, Flachs und Rüben beſteht daher die ganze Kultur dieſer Gegend. Nachdem das Land 6, 8 his 15 Jahre dreiſch gelegen, und das Beſte davon als Wieſe, das Schlechtere als Weide benutzt worden, wird es im Juni oder Juli umgebrochen, im folgen⸗ den Jahre eine Hand hoch(60 bis 80 Fuder per Morgen) mit Dung überfahren und mit Kartoffeln bepflanzt. Das Jahr darauf wird Sommerroggen, auch wohl etwas Gerſte geſäet. Im dritten Jahre kommt Lein, und nach dieſem, 5 bis 6 Jahre hintereinander, Hafer. Nun bleibt das Land wieder liegen und benarbt ſich ziemlich ſchnell. Das Heu davon iſt durchge⸗ hends ſehr gut. Deckt ſich die Oberfläche mit Moos, oder gar mit Heidekraut, dann iſt die Zeit zum Umbruche da. Je län⸗ ger aber die Dreiſchzeit hat dauern können, es ſey nun als Wieſe oder als Weide, um ſo beſſere Früchte erzeugt nachher der Acker. Die Feldarbeit wird faſt durchgehends nur mit Pferden vollführt, und zwar des Nebenverdienſtes wegen durch Fracht⸗ fuhren u. ſ. w. Oft hält daher Mancher 4 Pferde, welcher mit 2 genug für ſeine Feld⸗ und Hausarbeit haben würde. Sie werden im Sommer im Walde und auf den Dreiſchen geweidet, erhalten bei der Arbeit aber zugleich etwas Futter im Stalle. Man ſpannt ihrer zwei vor den Pflug. Dieſer hat auf dem ebenen Acker ein unbewegliches Streichbrett, ein beweg⸗ liches in dem Hange der Berge.„Erſteres, ſagt ein hieſiger Landwirth, iſt allenthalben, wo es nur angewandt werden kann, beſſer als Letzteres.“ Die Schafe, welche man hält, dienen, um die Aecker, welche ihrer Entfernung oder Lage wegen nicht wohl gedüngt werden können, mit Hürden zu belegen. Dieſe Aecker werden dann de bis 12 19 ſtark, † Pfund t Jutt fätteruft Klee ni Heideylo L— ſolche v dem 6 jahre es ger Eiſſe mal wic ſtreut M für die ſs kann. Vin die Din ſiger Ba lichem if ſorgt, s jenes fi 1817 bs Gebirgan Kartoffetn Jahre w dritte de Samenſt Leins. »A berg, hit funden ſu bearbeit n iſt. Ols An dieſess 1ärts mit d ueßllich Suſammen⸗ deen hauſt, den gedeiht Sleich wit 4 Kartof⸗ räur dieſer E gen, und 1e benuzt ͤ ſolgen⸗ Wgen) mit s Jahr 18' geſiet. 3 6 ahre Fer liegen durche⸗ oder gar Je läu⸗ Sun als a nachher Pferden an Fracht⸗ aanher mit eweidtt Stalle hieſiger an kann, * 3 Aecker, gedüngt 2* werden — 419— dann drei bis viermal mit Hafer beſaͤet und bleiben nachher 10 bis 12 Jahre zur Gemeinhut liegen. Die Schafe ſind groß und ſtark, ihre Wolle aber rauh, wie das Clima. Man ſcheert 3 Pfund vom Stücke. Es iſt Schmiervieh. In einem Lande, wo die Dreiſche hergebracht, iſt von Stall⸗ fütterung für das Hornvieh keine Rede, und wo überdem der Klee nicht gedeiht, kann keine davon ſeyn. Man ſtreuet mit Heideplaggen ein. Wo man nichts als Haferſtroh hat, thun ſolche wohl Noth. Der Dung wird wöchentlich zweimal aus dem Stalle gebracht, gleich auf Haufen geſetzt und im Früh⸗ jahre aufs Feld gefahren.„Die Heideplaggen, ſagt ein hieſi⸗ ger Einwohner, geben den beſten und dauerhafteſten Dung, zu⸗ mal wenn ſolche das Jahr über fleißig unter das Rindvieh ge⸗ ſtreut und nachher in Faulhaufen aufgeſetzt werden.« Man hält das Düngen mit Aſche oder Potaſchen⸗Kummer für die beſte Verbeſſerung, welche man dem Acker gewähren kann. Viehzucht, Hafer und zumal die lieben Kartoffeln ſind alſo die Dinge, worauf ſich die Exiſtenz, alſo auch die Cultur hie⸗ ſiger Bewohner gründet. Wenn letztere, die hier von vorzüg⸗ lichem Geſchmacke ſind, gerathen, ſo iſt für den Hungertod ge⸗ ſorgt, wie die Jahre 1816 und 1817 dieſes für den günſtigen, jenes für den ungünſtigen Fall, bewieſen haben. Was wäre 1817 ohne die Kartoffeln aus der Menſchheit in den hieſigen Gebirgsgegenden geworden? Zum Theil wird auch ſtatt mit Kartoffeln die aufgebrochene und gedüngte Dreiſche im erſten Jahre mit Rüben beſtellt.— Der Flachs kommt ungedüngt als dritte oder vierte Tracht vor. Die alljährliche Abwechslung des Samens iſt dabei nöthig. Man bedient ſich des ruſſiſchen Leins. „Den Klee, ſagt der brave Gaſtwirth Padberg von Kuſſel⸗ berg, habe ich mehrere Jahre auf allerlei Art verſucht und ge⸗ funden, daß er auf gut gedüngtem, wohl gelegenem und fleißig bearbeitetem Acker in 7 bis 8 Jahren drei bis viermal gerathen iſt.“ Olpe. Vormals blühender, nunmehr verfallender Ort. An dieſem Verfalle ſoll der Verfall der Metallhütten, und an 27*. — A — dieſem der Verfall der Forſten Schuld ſeyn. Mehrere von er⸗ ſten ſind außer Thaͤtigkeit. In letztern ſind nunmehr die zahl⸗ reichen Ziegen die einzigen Forſtmänner. Auch bezeichnet man ſie hier unter dieſer Benennung. Die Fruchtfolge auf dem von der Natur nicht unbegünſtig⸗ ten, aber von den Menſchen vernachläßigten Boden iſt: 1— 4— 6) Dreiſche, ⸗ Hafer, Kartoffeln, Roggen, 2 Hafer. Die Dreiſche wird nicht beweidet, da man Gemeinweiden im Ueberfluſſe hat, ſondern gemähet. Iſt der Mai regneriſch, ſo gedeiht das Gras wohl. Das zweite und dritte Jahr der Dreiſche ſind die einträglichſten. Dieſes ohne alle Mühe er⸗ zeugte Futter iſt bei der Gemächlichkeit hieſiger Einwohner wahr⸗ ſcheinlich die Urſache, warum man die Wieſen im Thale ver⸗ nachläßiget findet, da doch die Bigge die ſchönſte Gelegenheit zur Bewäſſerung darbietet. Statt deſſen raubt dieſes Flüßchen durch tauſend unnütze Krümmungen einen guten Theil des Gras⸗ bodens. Ich fand auf den Dreiſchen den rothen Wieſenklee, die wilde Wicke, die Poa trivialis, das Ruch⸗, Kamm⸗ und Ho⸗ niggras. Laͤßt ſich endlich das verhaßte Klapperkraut auf der Dreiſche ſehen, ſo iſt es Zeit, ſie umzubrechen. Solches ge⸗ ſchieht vor Winter, wo alsdaun im nachfolgenden Frühjahre Hafer auf die abgeeggte Furche geſäet und eingeeggt wird. Die Haferſtoppel wird vor Winter geſtürzt, das Feld im Frühjahre mit ein Paar Zoll hoch Miſt überfahren, und zu⸗ gleich mit dem Kartoffellegen eingepflügt. Gleich nach dem Kartoffellegen wird die Oberfläche gehackt und dann geeggt. Sind die Kartoffeln über der Erde, ſo wird wieder geeggt, ſpä⸗ ter gehackt und endlich mit dem Karſte leicht gehäufelt. Man pflanzt hier die Kartoffeln außerordentlich dicht zuſammen; ſie werden mit der Forke ausgeſtochen. Nach den Kartoffeln wird nicht gepflügt, ſondern blos et⸗ was geebnet; darauf ſaet man den Roggen aus, welcher nicht N eingeeln deckt uc den Rit DCh geſtürz welcheſts zur Ott D ken Beif ches ns M an, uß O9. pelweide Stunda ein Tht Sache ke ſchen Fff munalile auf 4 ½ und zun und Eit folgend kenſamt tinzeln e haben 7 ein anſt brigenitt ſem Ang den Hin Gie ſins d gen und Mit der Mit ten Cal⸗ ar von er⸗ die zahle a ng. egünſtig⸗ t: 8 17 inweiden n gneriſch ahr der lüße er⸗ Gier wahr⸗ Fhale der⸗ legenheit Füßchen a es bras⸗ K klee, die a und Ho⸗ nrauf der hes ge⸗ hjahre Jad in 4 und zu⸗ eingeeggt, ſondern mit Dung überfahren und ſorgfältig über⸗ deckt wird. Manchmal wird im folgendeu Frühjahre Klee über den Roggen geſäet. Die Roggenſtoppel wird ihrer Seits ebenfalls vor Winter geſtürzt. Im Frühjahre wird gehackt und Hafer geſäet, nach welchem einigemal wieder Hafer folgt; darauf bleibt das Land zur Dreiſche liegen. Das langweilige Hacken kommt wahrſcheinlich von der ſtar⸗ ken Beraſung während der Dreiſchjahre her, welche ohne ſol⸗ ches nicht wohl zu bändigen ſeyn würde. Man ſäet den Roggen erſt im Oktober, doch fangen Einige an, um Michaelis zu ſäen. Olpe iſt mit einigen benachbarten Dörfern zu einer Kop⸗ pelweide berechtiget, die ſich an einigen Orten auf ein Paar Stunden weit erſtreckt. Unter Darmſtädtiſcher Regierung iſt ein Theil davon auseinandergeſetzt worden; bei andern iſt die Sache nicht zu Stande gekommen. Unter Leitung der Heſſi⸗ ſchen Forſtbehörde wurde eine große Anzahl Morgen in Com⸗ munal⸗Holzungen umgeſchaffen. Jeder Bürger wurde gehalten, auf 4 Viertelſcheid(72 Quadratruthen) die Narbe umzuhacken und zu brennen. Das Gebrannte wurde gebreitet, mit Roggen und Eicheln beſäet und beide mit der Hacke untergewühlt. Im folgenden Frühjahre ſtreute man bei duftigem Wetter noch Bir⸗ kenſamen darüber her. Man bedient ſich durchgängig der Zugochſen. Sie werden einzeln angeſpannt, ziehen an Ketten und mit dem Kopfe. Sie haben ſtatt des Jochs vor der Stirne über einem Kopfkiſſen ein an beiden Seiten gekrümmtes zwei Zoll breites Holz. Ue⸗ brigens ſind ſie wie die Pferde angeſchirrt und ziehen in die⸗ ſem Anzuge ſehr beträchtliche Laſten auf felſigen Wegen nach den Höhen; ob ſie eben ſo gut bergab gehen, weiß ich nicht. Sie ſind an den Vorderfüßen beſchlagen. Die Wucherblumen, vormals durch öffentliche Verordnun⸗ gen und Geldſtrafen verfolgt, fangen wieder an, ſich zu zeigen. Mit den Böſen iſt kein Friede zu ſchließen. Meinertshagen. Wenn ich dieſe Gegend einer ſchlech⸗ ten Cultur beſchuldige, ſo geſchieht es, weil ſie nicht eine Folge ——= — — 222— der Herbe des Bodens, wie auf dem ſtrengen Winterberge, ſon⸗ dern der Menſchen ſelbſt iſt. Ich werde deßhalb etwas umſtänd⸗ licher dabei verweilen. Die Landwirthe wohnen weniger in zu⸗ ſammengebauten Dörfern, als auf abgeſonderten ſich nahelie⸗ genden Höfen, oder vielmehr Gütern. Auf einem ſolchen Gute hauſen gewöhnlich 6, 7, 8 oder mehrere Grundbeſitzer, wovon jeder ſich beſonders angebaut hat. Sie ſind durchgehends freie Eigenthümer. Die größten Beſitzer betreiben 60 bis 70 Malterſcheid Land (das Malterſcheid gleich 2 Morgen 40 Ruthen Magdeburger Maß); ſolche Höfe ſind aber ziemlich ſelten. Die meiſten be⸗ ſitzen zwiſchen 15 bis 25, und die kleinſten nur 4 bis 6 Mal⸗ terſcheid urbaren Grund, mit Ausſchluß der Berge, welche nicht unter den Pflug genommen werden. Die Feldſtuͤcke liegen unbefriediget, größtentheils zerſtreut untereinander. Ein Gut, bei dem 15 bis 25 Malterſcheid urbaren Grun⸗ des und 2 bis 3 M. Wieſen ſind, das neben dem das benö⸗ thigte Brennholz, Plaggenmath und Laubſtreue hat, wird für die Summe von 34 bis 42 Rthlr. Berl. Cour. verpachtet. Die Pachtfriſt iſt von 6 bis 12 Jahren; der An⸗ und Abzug Mar⸗ tini und Petri Stuhlfeier. Das Miſtrecht beſteht darin, ent⸗ weder den Dung wie beim Antritt gefunden im Lande zurück⸗ zulaſſen, oder für die erſte Begailung eines Malterſcheides 18 Rthl., für die zweite 10 Rthl. 12 Gr., fur die dritte 6 Rthl., für die vierte 3 Rthl. und für die fünfte 1 Rthl. 12 Gr. zu vergüten. Nur in den größern Wirthſchaften findet man eine Magd und einen Hirten, der dann auch andere Arbeit mit zu verrich⸗ ten hat. In den mittleren plagt der Bauer ſich mit Frau und Kind allein; bei naſſem Erndtewetter hat er jedoch einen Tage⸗ löhner nöthig. Die Beköſtigung beſteht am Morgen aus einem Brei von Milch und Hafermehl, oder ſtatt letzterm von Kar⸗ toffeln, dann Kaffee mit Kuchen, Haferbrod und weichem Käſe. Mittags und Abends giebt es Milch, Gemüſe und weichen Käſe. Der Viehſtapel der größern Wirthſchaften beſteht aus 2 Zugochſen, 6 bis 8 Kühen, einigen Rindern, 2 Schafen und inem Wirthſif gehaltei ßer derg 17 Jalt Dritterls verheſſen der Nes über 4 /9 Magd. Boden d Dn blick, d betrübt S ringereß Frühja an Geitt käͤrglidt then ſug Vieh in Morgen Kuh wz Butfer Ume dereini a meinſclz hen alan 1 Einſun anderd Heide, 3 tere 5* Miſt i kann. M erge, ſon ts unſtänd⸗ ager in zi⸗ h naheli⸗ chen Gute Tr, vovon inds freie * heid Land Edeburger eeiſten be⸗ 8 6 Mal⸗ Se, welche Scke liegen n Gtun⸗ 2 ras bend: ſf n widd fuͤt atet. Die ¹ ug Mar⸗ rin, ent⸗ 4 Gutuͤck⸗ heides 18 1 6 Rthl, . Gr. zu e Nagd 1 derrich⸗ S Ftau und en Tag⸗ 1 einem* t von Kar⸗ „en Küſt 3s veichen aus 2 efen und — 423— einem Schweine. Pferde kommen ſelten vor. In den mittlern Wirthſchaften wird ein Ochſe, 2 Kühe, 1 Rind und ein Schaf gehalten; in den kleinen findet man keinen Zugochſen. Man pflügt mit 2 Ochſen oder mit 3 bis 4 Kühen. Au⸗ ßer dem Pflüger, welches gewöhnlich nur 1 Knabe von 16 bis 17 Jahren iſt, gehört noch ein Treiber oder Leiter dazu; ein Dritter folgt mit der Hacke, um die Fehler des Pflügers zu verbeſſern. Die Dreiſche wird höchſtens nur einen Zoll unter der Narbe angegriffen, die andern Pflugarten dringen nicht über 4 Zoll in den Boden. Man beſchafft im Durchſchnitt 160 Magd. Quadratruthen auf einen Tag, auch weniger, wenn der Boden zähe iſt. Das Hornvieh gewährt im Frühjahr den traurigſten An⸗ blick, den das Menſchenherz ausdauern kann. Mir ward das betrübte Schauſpiel beſcheert. Außer Stroh und Strohhäckſel kriegt es im Winter wenig zu koſten. Ein Bauer von der ge⸗ ringeren Klaſſe hält es für ein Meiſterſtuück, wenn die Kuh im Frühjahre ohne ſeine Beihulfe aufſtehen kann.— Da es hier an Gemeinweiden fehlt, ſo iſt auch im Sommer die Nahrung kärglich, und das Vieh muß ſie auf der Dreiſche ſuchen, die eben ſo erſchöpft zur Dreiſch niedergelegt worden iſt, als das Vieh iſt, welches ſie betritt. Auch iſt man verbunden, ihm Morgens und Abends im Stalle etwas Gras vorzuwerfen. Eine Kuh wiegt zwiſchen 2 und 300 Pfund. Ihr Ertrag iſt 40 Pfund Butter. Um die Biehhüter nicht ins Unendliche zu vermehren, ſo vereinigen einige kleine Bauern ihr Vieh und betreiben ge⸗ meinſchaftlich ihre Beſitzungen. Kühe, Ziegen und Schafe zie⸗ hen allemal zuſammen aus. Wo alles Stroh aufgefüttert wird, da bleibt wenig zum Einſtreuen, da fehlt es nothwendig an Dung, wenn nicht zu andern Streumitteln gegriffen wird. Man bedient ſich der Heide, des Laubs, des Farrenkrauts und Ginſters, welcher letz⸗ tere hier im Ueberfluſſe wächſt. Wer Raum hat, läßt den Miſt ſo lange im Stalle, bis er aufs Feld gebracht werden kann. Man bedient ſich auch des Kalks, wiewohl ſpärlich, und “ — 8 — 4 1 ͤ — 424— ſetzt ihn mit Miſt und Erde in Haufen zuſammen, jedoch ſo, daß er jedesmal zwiſchen zwei Erdeſchichten komme, alſo den Miſt nicht berühre. Mit dieſer Miſchung wird die alte Dreiſche im Frühjahre dünne überſtreut und mit Hafer beſtellt. Eine ſtärkere Anwendung des Kalks würde großen Nutzen gewähren, wenn er dem Landmanne nicht zu theuer wäre. Er thut eine vorzügliche Wirkung auf alle Fruͤchte, ſelbſt auf Rüben und Kartoffeln; beſonders aber zeichnet ſich der Klee auf früher gekalktem Boden aus. Man kann annehmen, daß die ⅜ des urbaren Landes Dreiſchen ſind und kaum ⅛ eingeſäet wird. 1) Die Dreiſche wird nur ſelten vor 7 bis 8 Jahren umgebro⸗ chen. Je länger der Landwirth ſein Land unbenutzt lie⸗ gen laſſen kann, je lieber iſt es ihm, daher nicht ſelten 10 bis 12 Jahre über dieſem langen Schlaf hinlaufen. 2) Hafer, auch wohl auf einem geringen Theile der Dreiſche Roggen, Rüben und Sommerrübſen. 3) Hafer, 4) Hafer, 5) Hafer, oder Brache, 6) Hafer. Das Land hat nun ausgetragen, und ruhet nach Landes⸗ ſitte ſeine Dreiſchjahre durch. Doch wird ein Theil davon im folgenden Frühjahre gedüngt und mit Kartoffeln bepflanzt, oder von denen, welche nur wenig Dung haben, mit Roggen beſaͤet. In beiden Faͤllen werden dem Boden für eine ſo hohe Begün⸗ ſtigung von Neuem 3 bis 4 Hafererndten abgefordert, und er erſt dann der Ruhe überlaſſen. Die Behandlung des Feldes zu jener Fruchtfolge iſt eben ſo erbärmlich, als die Fruchtfolge ſelbſt. Daß die Dreiſche nicht uͤber 2 Zoll tief untergepflügt werde, habe ich ſchon geſagt. Iſt der Umbruch zu nichts als Hafer beſtimmt, welches hier Regel iſt, ſo wird blos gekalkt und nicht gedüngt; ſollen aber Roggen, Rüben oder Sommerrübſen darauf geſaͤet werden, ſo wird der Boden gebrennt, ohne welches er zu graswüchſig bleiben würde. Das Uebrige ſoll bei dem Getreidebaue vorkommen. Für eine ſchnelle Benarbung der Dreiſche wird richts ge⸗ than. ſun en Klffe giebt! * Vink, Ei de in ihrert? ſchon as )) 2— 1) Kc8 Nunt M fahrungit. dißs narbe als geſtellt& der Rog n dect. Diel umgepfl s überdeckt über dell Die Statt. 18 ſcheinliczg vorzubent, Erde das Dien Scheffel Daß manbedeue * Att ſchoß Den b man pfft nimmt 16. Delt Die Deäiſchhe⸗ 1 2 jedoch ſo d alſo den s die alte iit Haſer whe großen N u theuer Vähte, ſelbſt I der Klee ”n Landes Aumgebro⸗ t nutt lie⸗ ct ſelten aufen. d Dreiſche Landes⸗ zavon in anzt, oder dui beſäet. ag Begün⸗ 79 und er iſt eben ſche nicht agt R 1 ier Regel 2 Nehen wird der oürde. 4 gdts ge — 425— than. Umſonſt, daß die liebe Natur mit einigen kargen wei⸗ ßen Kleepflänzchen dem Menſchen den Fingerzeig zum Beſſern giebt! Er hat Augen und ſieht nicht, oder bemerkt er auch ihren Wink, ſo fühlt er ſich zu ohnmächtig, ihm zu folgen. Einige ganz nahe gelegene Stücke werden ſelten eingedreiſcht; in ihrer Fruchtfolge aber herrſcht nur wenig Unterſchied von der ſchon angegebenen. Sie iſt 1) 2) 3) auch 4) Hafer 4) Kartoffeln, gedüngt, Nun wieder Dreiſche. Man hat bei der Roggenbeſtellung drei verſchiedene Ver⸗ fahrungsarten. Die Erſte. Einem ſehr alten Dreiſchboden wird die Gras⸗ narbe abgehackt, dieſe mit etwas Reiſig in kleine Haufen auf⸗ geſtellt und verbrannt. Nachdem die Aſche ausgeſtreut, wird der Roggen geſäet und mit etwas Miſt, ſtatt mit Erde, über⸗ deckt. Die Zweite. Ein alter Dreiſchboden wird im Nachherbſte umgepflügt, geeggt, mit Roggen beſäet und dieſer mit Miſt überdeckt, oder der Boden wird vorher überdüngt, der Roggen über den Miſt hergeſäet und mit Reiſern eingeſchlagen. Die Dritte hat auf einem nicht gepflügten Kartoffellande Statt. Der Samen wird ebenfalls mit Miſt zugedeckt. Wahr⸗ ſcheinlich geſchieht das Decken mit Miſt, um dem Auffrieren vorzubeugen, denn gegen den Froſt ſelbſt würde der Dung der Erde das Korn beſſer ſchützen. Die Saatzeit fällt gegen Ende Oktobers. Man ſäet einen Scheffel Roggen auf den Magdeburger Morgen. Da der Roggen ſelten vorkommt, ſo iſt ſein Ertrag nicht unbedeutend. Man zaͤhlt auf das ſiebente bis achte Korn und hat ſchon Beiſpiele vom ſechszehnten Korn gehabt. Der Hafer wird im April bis zur Hälfte des Mai geſäet; man pflügt nur einmal dazu und eggt den Samen unter. Man nimmt 4 Scheffel Hafer auf das Malterſcheid und erndtet ihrer 16. Der Hafer wird gemäht, der Roggen geſchnitten. Die Kartoffeln werden entweder in die Stoppeln des erſten Dreiſchhafers ohne Dung gepflanzt, oder in ein ſchon von Ha⸗ 5) Flachs, 6) 7) 8) Hafer. —————— 8 3 “ — — 426— fer erſchöpftes Land, wo dann dazu gedüngt wird. Manche überheben ſich der Mühe, ſie zu behacken, und begnügen ſich mit einem zweimaligen Durcheggen. Zum Häufeln iſt es nicht rath⸗ ſam, indem die Kartoffeln keinen Fuß von einander entfernt liegen. Der Mittelertrag iſt 10 für 1. Man ſchließe daraus, welcher er ſeyn würde, wenn dieſe ſchöne Frucht nicht ſo wider⸗ natürlich, wozu hauptſächlich das dichte Zuſammenpflanzen ge⸗ hört, behandelt würde! Auch zu dem Kleebaue iſt hieſiger Boden ſehr geeignet. Er kann drei⸗, ja viermal geſchnitten werden, und ſeine Dauer erſtreckt ſich ins dritte Jahr. Man benutzt ihn 2 Jahre. Die Erwei⸗ terung ſeines Anbaues würde den herrlichſten Einfluß auf die ganze Wirthſchaft haben; und doch ſäet ein Wirth, der 20 bis 30 Malterſcheid Land baut, höchſtens 8 bis 9 Pfund Kleeſa⸗ men aus. Halwer. Die Feldbeſtellung iſt zwar nicht viel beſſer, doch tagt es ſchon etwas mehr als zu Meinertshagen. Man legt mehr Gewicht auf den Viehbeſtand. Die ſtärkſten Bauern haben nicht mehr als ein Pferd oder einen Ochſen, dagegen halten ſie 15 bis 20 Kühe und ſuchen ſich zur Saatzeit Ge⸗ ſpannhülfe auf dem Hellwege. Der Klee wird über den Roggen geſäet, der nach Kartof⸗ feln folgt. Ich bemerke, daß zum Roggen nach Kartoffeln zu⸗ erſt tuchtig geeggt und dann gepflügt wird. Auch zum Dreiſch⸗ liegen wird etwas Kleeſamen über Hafer ausgeworfen. Man rechnet zwei Malterſcheid Dreiſche zur Weide für eine Milch⸗ Kuh. Die Wieſen tragen durchgängig nur ein ſaures Gras. Von zwei nahe beiſammen liegenden Quellen iſt die eine gut zur Bewäſſerung, die andere taugt nicht. Das Waſſer der er⸗ ſtern iſt klar, kalt im Sommer und warm im Winter. Man hat hier Butter und Hafer zu verkaufen, Roggen aber beizukaufen. Breckervelt. Wir nähern uns hier einer beſſern Ge⸗ gend, und der Gewerbsfleiß nimmt zu. Ueber Breckervelt hin⸗ aus nach Hagen wimmelt alles im Thale von Menſchen. Die Haͤuſer drängen ſich, wiewohl zerſtreut, nach allen Seiten um⸗ her. Auch der kleinſte Fleck iſt angebaut. Kömmt man von Hagen her, ſo beut die Feldflur von Breckervelt jene intereſſante Anſccht n Feld liet mit gauſt ſind, olts Ausſichtſt Hie mehr ot Die Anze ganz att. als die, Maſ ſondern&. ufaktur fortzieht ein Plätts weiden d. Hälfe. 13 ſchen dell fuhr allc Dielt in zerſtrs Virttyſche⸗ Pferde h mit Rebis Ichtt 1) Broß ſpäng 25 rutl Ode 1) Rübn düngn dergi 4 5. Mach ten ſich mit „ nicht rath⸗ e daraus, i ſo wider⸗ Arnnzen ge⸗ 30net. Er 9C(terſtreckt ie Ervei⸗ T auf auf die ter Al bis 1 d Kleeſa⸗ 3 3 beſſer en. Mau * Pauern * dagegen J atziit G⸗ 1 Kartof⸗ offeln zu⸗ 8 Driſch⸗ vor, Nan 8 e Milch⸗ 3 Gras. 3 eine gut 4 der er⸗ . Man hat akaufen. . inn d ot jen. Die riten um⸗ ennan von 1 Periſan t entfent ‿— Anſicht dar, welche das Herzogthum Limburg gewährt. Alles Feld liegt in kleinen Kämpen, die nicht mit Erdwällen, ſondern mit ganz niedern Hecken, Zäunen und Einfrechtungen verſehen ſind, ohne daß auch nur ein einziger Baum oder Strauch die Ausſicht unterbreche. Hier iſt zwar auch Dreiſchwirthſchaft wie zu Halwer, allein die Dreiſche iſt ſchon veredelt, und das Ganze geht in eine Vieh⸗ oder Weidewirthſchaft über. Die Umgebungen von Iſerlohe, Hagen und Gegend haben mehr oder weniger die nämliche Feldeintheilnng und Cultur. Die Angabe ihrer Fruchtfolge wird anzeigen, daß wir hier einen ganz andern Boden und ein anderes Clima vor uns haben, als die, welche wir bisher durchwandert ſind. Man hat in dieſen Thälern des Bodens nicht zu viel, ſondern Gegentheils viel zu wenig. Der Gewerbfleiß der Ma⸗ nufakturen und Fabriken, der ſich von hier aus bis Elberfeld fortzieht, ſorgt für die Bevölkerung, und dieſe läßt nicht gerne ein Plätzchen Grund unbenutzt. Die ſchönen Wieſen und Fett⸗ weiden an der Ruhr und Lenne kommen der Gegend kräftig zu Hülfe. Der durch mehrere Kunſtſtraßen beförderte Verkehr zwi⸗ ſchen den Menſchen, und die dadurch erleichterte Zu⸗ und Ab⸗ fuhr aller Produkte ergänzt alles Uebrige. Die Landwirthe wohnen theils in Doͤrfern zuſammen, theils in zerſtreuten Höfen umher. Kleiner, als ſie ſind, dürften die Wirthſchaften nicht werden. Mehr Arbeit als für 1 oder 2 Pferde hat man ſelten, ſehr oft weniger. Nebenbei läßt ſich mit Nebenfuhrwerk mancher Groſchen verdienen. Ich fand bei Iſerlohe folgenden Fruchtwechſel: 1) Brache, gedüngt mit 5 ein⸗ 2) Roggen, ſpännigen Fudern auf jede 3) Klee, 25 ſechszehnfüßige Quadrat⸗ 4) Hafer, ruthen, 5) Hafer. Oder: 1) Rüben oder Kartoffeln, ge⸗ 2) Sommergerſte oder düngt mit 6 Fudern auf 25 Roggen, dergleichen Ruthen, 3) Erbſen, 4) Hafer. * — 5 6 “ 428— Bei einem Pferde, größer ſind hier die Wirthſchaften nicht, hält man 4 Kühe, aber auf dem Stalle. Dabei hat die Ge⸗ gend das Uebel, daß der Klee nicht gut gerathen ſoll. Hagen. 1) Sommergerſte, gedüngt, 4) Hafer, 2) 3) Roggen 5. Erbſen. Oder: 1) Kartoffeln, gedüngt, 3) Klee, 2) Roggen, 4) 5) Hafer. Oder: 1) Rüben, gedüngt, 4) Roggen, 2) Gerſte oder Roggen, 5) Hafer. 3) Erbſen, Die Regel iſt, alle 5 Jahre einmal zu düngen. Man bringt 34 bis 36 zweiſpännige Fuder auf den Cöllniſchen Mor⸗ gen. Der Dung wird gewöhnlich ſogleich untergepflügt, doch fängt man an einigen Orten an, den mit Wintergetreide be⸗ ſtellten Acker im Winter zu überdüngen, und ſpürt davon große Wirkung. Wie ſich dieſe durch den ganzen Fruchtumlauf fort erhält, müſſen erſt genauere und längere Erfahrungen darthun. Gewiß iſt das Ueberdüngen da, wo der Boden dem Auffrieren unterworfen iſt, von ent ſchiedenem Nutzen. Das Vieh bleibt theils Tag und Nacht auf der Weide, theils nur einige Stunden über Tag und wird im Stalle ge⸗ füttert.— Die Schafzucht iſt nicht betraͤchtlich. Die Herden haben nicht leicht über 2 bis 300 Stücke. Die Freiherren von Siberg und von Hoevel erwerben ſich ein beſonderes Verdienſt um die Ver⸗ edlung der Schafe, ſo wie um die Verbeſſerung des Ackerbaues überhaupt. Schede. Der gewöhnliche Umlauf der Bauern iſt: 1) Brache gedüngt, 3) Hafer, 2) Roggen, 4) Hafer. Der nunmehr verſchiedene Peter Harcotte hat ſich durch mancherlei Verſuche, wovon freilich nur wenige gerathen ſeyn wögen, ben. Erſt ein: 1) Kaſf 2) Gelz 3) Kles gek d 4) Nogt wei Grd *5) Erl Der Erde in t ſtreut; d goflügt g Zu ſ Bauern Februar 4 wunderten daher, einen Aumt um ihm n Kotten iſ Bedinguft tauf einſt Kötter, in⸗ kommen † men undit zu verkaß könnent ſich auf i ſch der ſ El 2 Ohne Bn hervor, Er lerntenf dieſer Mr gaften nicht iat die Ge⸗ i. Man nen Mor⸗ 4t, doh reide be⸗ von große Klauf fott E durthun relufftiete Weide, talle ge⸗ 3 e dihht 4 durch Ga en ſehl - — — 429— mögen, viel Verdienſt um den Ackerbau ſeiner Gegend erwor⸗ ben. Er führte bei ſeiner Wirthſchaft folgenden Fruchtwechſel ein: 1) Kartoffeln mit Stallmiſt, 6) Hafer, 2) Gerſte, 7) Bohnen, gedüngt, 3) Klee, die Stoppeln davon 8) Roggen, gekalkt zu 9) Hafer, 4) Roggen, auf dieſen Buch⸗ 10) Sommerraps, gepfercht, weitzen und Spörgel zum 11) Hafer. Grünfüttern, 5) Erbſen— Wicken, Der Kalk zur Kleeſtoppel wird vorher ſchichtenweiſe mit% Erde in einen Haufen geſchlagen, und wenn er zerfallen, ge⸗ ſtreut; die Kleeſtoppel flach umgeſtrichen, ſpäter vereggt, dann gepflügt und geſäet. Zu der Zeit, als Harcotte zu Schede ankam, hatten die Bauern bei ihrer Fruchtfolge und ihrem Weſen oft ſchon im Februar weder Brodkorn noch Futter für ihre Pferde. Sie be⸗ wunderten ſeine Erndten; aber Harcotte war ein reicher Mann, daher, hieß es, kann er es, aber wir nicht. Er ließ alſo einen Armen an ſeiner Stelle den neuen Glauben predigen, und um ihm Eingang zu verſchaffen, hieß er ſeinen Oberknecht einen Kotten kaufen, und ſchoß ihm das Geld dazu vor, mit der Bedingung jedoch, daß er eine Cultur nach Harcottes Art da⸗ rauf einführen ſollte. Dabei verband ſich dieſer, den neuen Kötter, wenn Schaden bei ſeinem Wirthſchaftsſyſteme heraus⸗ kommen ſollte, zu entſchädigen. Die Sache wurde unternom⸗ men und ging. Nach einigen Jahren hatte ſein Mann Früchte zu verkaufen. Das wirkte. Nun hieß es, was der kann, können wir auch. Es iſt ja nur ein Bauer. Man legte ſich auf den Kleebau, nahm Kalk zu Hülfe, und ſo rerbeſſerte ſich der Zuſtand von Harcottes Umgebung. Elzey. Hier wohnt Holtſchmidt, ein tüchtiger Landmann. Ohne Bildung, Erziehung und Vermögen ſchwang er ſich ſo hervor, daß er ſeinem Dorfe zum Muſter und Vorſtand dient. Er lernte erſt in erwachſenen Jahren Leſen und Schreiben, und dieſer Mann fuhrt nun ein regelmäßiges Tagebuch über ſeine . “ — 430— Obgl Wirthſchaft, macht vergleichende Verſuche, ſetzt verödete Flecken Weſterwa in Culturzuſtand, legt unterirdiſche Abzüge an und hat nichts über Ackerbau geleſen. Er backt Brod ſo weiß und gut, daß tefangent es in Hagen geſucht wird, braut Bier, brennt Branntwein de Sieg aus Kartoffeln. Nirgend iſt mir noch ein ſo tüchtiger Land⸗ err dem i wirth von ſeiner Claſſe vorgekommen. nicht 1 Ich ſah ein Gerſtenfeld, das er mit der eiſernen Egge, der Vodet zweimal über dieſelbe fahrend, durchzogen hatte, nachdem die Jleitkomn Gerſte ſchon einen Finger lang war, und fand ſie weit ſchöner,— E N als da, wo die Egge nicht hingekommen war. Wenn der Ha⸗ MNanchmle fer wegen beſchlagenem Boden nicht heraus will, ſo wird er dem Felſg ebenfalls geeggt. mit Wil Kartoffeln werden hier zweimal geeggt, aber nicht behackt Weſterwit noch behäufelt. Nach dem letzten Eggen wird gedüngt, und der ſoͤlechter Dung über dem Kartoffelfelde liegen gelaſſen. Holtſchmidt, An ſt der Letzteres beibehalt, übrigens aber hacken und häufeln läßt,— an Stein verſichert, daß die überdüngte Kartoffeln nicht allein beſſer achtet, d würden als die, wozu der Dung untergepflügt worden, ſondern zeſorenkele daß daſſelbe auch bei dem auf die Kartoffel ffolgenden Roggen aus unfttt und ſpaͤterhin ſelbſt noch bei dem Sommergetreide zutreffe. icht zu i Auch das Ueberdüngen des Roggens, wenn er eben aus Die ſ der Erde iſt, hält er fuͤr zuträglicher als das Düngen in der ſlagern. Erde. Wenn gleich durch das Miſtauffahren tiefe Gleiſe im Ucka Boden entſtehen, ſo ſchadet ſolches nicht. 70 Morg Herdicke. Hier, wo man viele Fettweiden hat, ſchätzt werden; 6 man, daß 15 Hämmel ſo viel Weide zum Fettwerden erfordern, dem Stallg als 2 Stüͤck Hornvieh; man ſetzt ſie aber zweimal in einem— keine Geu Jahre ab. Es kämen alſo 30 Hämmel 2 Stück Hornvieh gleich. dehrung Da die Schafe die Abänderung beim Futter lieben, ſo findet mit 1 alt man am beſten, wenn man ſie Morgens ein Paar Stunden Die t auf eine Kleedreiſche, und Nachmittags auf die Fettweide 4 1) Br bringt. 2) No Weſterwald. Wir gehen zu dem Weſterwalde, als Dand dem ſüdlichen Theile der weſtfäliſchen Gebirgsgegend, über; da nimmt n ich aber nur den Theil bereiſt habe, welcher zunächſt an das 5) Karz Bergiſche und die Sieg anſtößt, ſo kann ich auch nur davon Dder⸗ etwas ſagen. 1 Bra. — Seglaken at richts 2 ggut, daß anntwein Ter Land⸗ 1 „n Ehge, an em die d ſchdner, 1e der h⸗ ird er behackt ur und der 2 ſchnidt, s geln laͤßt, a in beſſer ſandern * Naggen fe Sben aus 1 in der leſe in N ſhist z fordern, non enem =eh gleich ſo findet Stunden Fettveide ailde, 1 d über; da t an das 1 davon — 431— Obgleich man an keinem der nachbezeichneten Orte dem Weſterwalde angehören will, ſo gehört doch keine beſondere Un⸗ befangenheit dazu, anzuerkennen, daß man da iſt, ſobald man das Siegthal bei Hennef hinter ſich hat. Warum man ſo ſehr vor dem Namen zurückſchreckt, iſt ſchwer zu begreifen, indem es nicht allein noch viel mildere Gebirgsgegenden giebt, ſondern der Boden ſelbſt an vielen Orten dem beſten Boden auf Erden gleichkömmt, der mit nichts als ſeinem Klima zu kämpfen hat. Es fehlt freilich auch nicht an ganz ſchlechtem Boden. Manchmal liegt eine nur ſeichte und ſtrenge Thonſchicht über dem Felſen, und da darf man, des Ausfrierens wegen, nicht mit Wintergetreide kommen. Der Boden beim Anfange des Weſterwaldes, Uckerath und Weyerbuſch, ſchien mir zum Theil ſchlechter als der auf dem hohen Weſterwalde. An jenen Orten iſt er kieſig, grandig oder ein Gebröckel von Steinen, das mit magerem Thon vermiſcht iſt. Man beob⸗ achtet, daß ſolche Stellen, wo die Oberflaͤche der Erde wie geſprenkelter Marmor ausſieht, obgleich ſie kein Stein iſt, durch⸗ aus unfruchtbar ſind, und auch durch den reichlichſten Dung nicht zu einem lohnenden Ertrage gebracht werden können. Die Felſen beſtehen aus Grauwacken und großen Balſalt⸗ lagern. Uckerath. Die Wirthſchaften ſind von 10 bis 60 bis 70 Morgen. Auf 30 Morgen muß ein gutes Pferd gehalten werden; dabei hat man 4 bis 5 Kühe, welche allgemein auf dem Stalle gefüttert werden. Die Urſache davon iſt, weil man keine Gemeinweiden beſitzt. Zu wie vielen kann ſelbſt die Ent⸗ behrung nützlich werden! Man pflügt mit 1 auch 2 Pferden, mit 1 auch 2 Ochſen. Die Fruchtfolge iſt; 1) Brache gedüngt, 3) Klee gegypſt, 2) Roggen, 4) Hafer. Dann wieder mit 1 angefangen. Auf etwas guten Boden nimmt man noch 5) Kartoffeln. Oder man hat 1) Brache gedüngt zu 2) Raps, 4) Klee, es hier von n Jah 3) Roggen, 5) Hafer. kein Schreckſal n Man findet alſo auch auf dem Weſterwalde einen reinen Linze Aune ho Fruchtwechſel. wiſd aus den D. Die Regel will, daß des Bodens reine Brache ſey. Da⸗ 80 na Morg zu wird viermal gepflügt, einmal vor, einmal nach Winter. Eykmm alſi Die Brachfuhr, als die dritte, hat um Johannis ſtatt. Im nehmen Mnd l September wird der Dung in ſchmalen Furchen untergebracht, de Boden t nach der Boden mit Kalk überſtreut und dieſer mit ſamt dem Rog⸗ def Re aſen a abge gen eingeeggt. Man braucht 18 Centner Kalk auf circa 1 ½ in Haufen n geſet Mgd. Morgen; er koſtet mit der Fracht 6 Rthl. bis 6 Rthl. Raggen darüber 12 Gr. An Dung nimmt man 16 bis 20 einſpännige Fuder. räth ohne Wider Man bedient ſich auch wohl der Aſche, wahrſcheinlich von B8 den iragen wi Braunkohlen; da ſie jedoch theuer iſt, ſo wendet man ſie nur Altenkirch dann an, wenn das Getreide in etwas hohen Preiſen ſteht. vtietſntr men Me Der Klee wird gegypſt; die Stoppeln deſſelben, vor Win⸗ hät, ſo kann er ter geſtürzt, bleiben über Winter liegen, werden im Frühjahre ſeiner Nachbarn. vereggt, mit Hafer beſaͤet und dieſer eingeeggt. nn folgenderma Man bedient ſich des Buchweitzens und der Trespe zum) Brache. D Branntweinbrennen; erſterer ſoll vortrefflich zu dieſem Zwecke b nin ſeyn, und letztere mehr Wein als der Roggen geben. Wenn zuſ N gleich die Brennereien der Landwirthe(denen der Profeſſioniſten V 4— ſe ſpreche ich kein Lob) viel Getreide verzehren, ſo wirken ſie ſo⸗ dun wohl durch den Abfall, als dadurch, daß ſie die allzuniedern Preiſe des Getreides verhindern, auf die Vermehrung der Pro⸗ Mancmal und geſt dann duktion. Altenkirchen. Ich glaube, daß die Cultur beſſer ſeyn V Man ſtet könnte, als ſie iſt. Der Klee iſt erſt ſeit 20 Jahren bekannt, dit Aehren tres und ſein Anbau hat noch keine bedeutende Fortſchritte gemacht; bach ſätt zvar indeſſen nimmt er doch alljährlich etwas zu. So lange der aher, daß ſein Bauer mehr Land beſitzt, als er zwingen kann, iſt die Dreiſche ſcheffe. für ihn das Gemächlichſte, und die Gemächlichkeit des Schlen⸗ b Ma finde drians iſt ihm einleuchtender, als die Berechnung des aus ſeiner algauf leichtem Neuerung zu erwartenden Vortheils. Noch näher liegt ihm die Gebühr verkrun Mitbenutzung der Gemeinweiden, wo welche ſind, am Herzen, die Getedent und nicht gern gönnt er ſeinem Nachbarn den Knochen allein, den durch 43 ſollte dieſer auch noch ſo ſehr abgenagt ſeyn. Indeſſen wird gegentheil bef Sower,, dandw 5* Bewalde einen reinen n Brache ſe. Da⸗ mal nach Wit haunis ſtutt. ter. Im hzen untergebracht, ſiit ſant den R kalk auf dna og⸗ 1 ⅛ Ri iis Rtyl. inſvännige gude wahrſcheinlic r von — zendet t man ſee nur 4n Priiſn ſtht ieſſelben, vor Win⸗ den in Rüjahre 8 4d der Trespe z f zu dieſen Hoe Eaun gben. Venn der Profeſſioniſt e ſo witken ſte rie die allzaniede rehtung de Pr ezultar beſer ſe 4) Jahren bean rtſchritte genach 3. Co lange , iſ di Driſ zichkeit des Echl † des als ſei äher legtihm ſind, am Herz Kvochen alle Indiſen w im cke en ſo⸗ rn D2 yn at, bt; der che en⸗ en, in, ird — 433— es hier von Jahr zu Jahr beſſer, und die Stallfütterung iſt kein Schreckſal mehr. Einzelne Höfe kommen ſelten vor. Bei weitem das Meiſte wird aus den Dörfern bewirthſchaftet. Ein Mann, der 70 bis 80 Magd. Morgen beſitzt, hält nicht mehr als 2 Zugochſen. Er kann alſo nur die Häaͤlfte ſeines Areals unter den Pflug nehmen und läßt das Uebrige als Dreiſche liegen. Hat ſich der Boden nach 7 bis 8 Jahren hinreichend benarbt, ſo wird der Raſen abgeplaggt und auf dem Felde ſchichtweiſe mit Miſt in Haufen geſetzt, ſpäter gepflugt, die Haufen ausgeſtreut, Roggen darüber her geſäet und eingeeggt. Dieſer Roggen ge⸗ räth ohne Widerſpruch vortrefflich; dann wird, ſo lange der Boden tragen will, 4 bis 5 mal Hafer geſäet. Altenkirchen beſitzt in dem Bürger Butſchbach einen ſehr betriebſamen Mann. Da er eine Brennerei aus Kartoffeln hat, ſo kann er freilich auch mehr unternehmen, als manche ſeiner Nachbarn. Er gieng von dem Schlendrian ab und baut nun folgendermaßen: 1) Brache. Darauf 12 Zent⸗ ner mit Jauche gelöſchten Kalk. Dabei auch Dung, wiewohl nur die Hälfte 5) Gerſte, von dem gewöhnlichen, 6) Hafer. Manchmal nimmt er auch im fünften Jahre Kartoffeln und geht dann wieder zu der Brache über. Man ſäet den Roggen ſpät, damit er nicht zu frühe in die Aehren trete und durch die Frühlingsfröſte leide. Butſch⸗ bach ſäet zwar früher, um früher fertig zu werden, geſteht aber, daß ſein Roggen nicht beſſer, als der ſeiner Naͤchharn ſcheffle. Man findet den Kalk auf ſchwerem Boden vortheilhafter als auf leichtem, indem er jenen nach Gebühr, dieſen aber uber Gebühr verkrümelt oder lockert. Durch letzteres heben ſich dann die Getreidepflanzen aus dem Boden, oder ihre Wurzeln wer⸗ den durch den Wind entblößt. Kalk tödtet das Unkraut; Aſche gegentheils befördert den Wuchs deſſelben, daher letztere auf Schwerz, Landwirthſch. 2) Roggen, 3) Klee, 4) Kartoffeln, — 434— vergrasten Feldern nicht angebracht werden darf. Aſche und Kalk untereinander iſt daher am zuträglichſten. Der Weſterwald, ſo wie der Hundsrück, iſt die Heimath der Erdkohlrüben. Ueber ihr Loos ſpricht ſich nur eine Stimme aus. Um dick zu werden, wollen ſie nicht allein gehackt, ſon⸗ dern auch behaͤufelt ſeyn. Butſchbach bewahrt ſeinen Kohlrüben⸗ vorrath im Garten, haͤufelt ihn gegen eine Mauer an, wodurch er vor dem Nordwinde geſchützt iſt, und deckt ihn mit einer Abdachung von Stroh. Warm wollen ſie durchaus nicht liegen, etwas Froſt ſchadet ihnen nicht. Butſchbach hat eine Gattung Kartoffeln, die alle in ihrem Inneren eine Höhlung oder Loch haben. Er zieht ſie zum Brannt⸗ weinbrennen allen übrigen vor. Hachenburg. Auf dem Wege von Altenkirchen nach Ha⸗ chenburg fand ich, wie ſchlecht oft die Großen bedient werden, und wie ſolches nie ohne Nachtheil des allgemeinen Wohls ge⸗ ſchehen kann; auch überzeugte ich mich, wie wenig wahr das Sprichwort ſey, daß der Verſtand mit dem Amte komme. Als die Grafſchaft Sayn Altkirchen noch dem fürſtlichen Hauſe von Deſſau gehörte, hatte dieſes Laͤndchen einen Gouverneur, wel⸗ cher 10,000 Gulden Beſoldung genoß und, um einigen Nutzen dafür zu ſtiften, allen Eichen, welche unter ſeiner Botmäßigkeit ſtanden, die Köpfe vor die Füße legen ließ. Entköpft ſtehen ſie alſo noch da zur Schande der Waldungen und deſſen, der ſie zu entweihen wagte. Der Fruchtumlauf zu Hachenburg verhält ſich, wie folgt: 1— 6) Dreiſche, der erſte Schnitt gemäht, der andere ab⸗ geweidet, 7) Hafer, einfährig beſtellt. Wo möglich geſchieht das Pflü⸗ gen vor Winter, und zwar tief. 8) Hafer, wieder einfährig, wodurch die Narbe obenauf kömmt, 9) Roggen, dazu gedüngt, im October geſäet, 10) Kartoffeln ohne Dung, 11) Hafer, 12) Hafer, 13) Roggen, gedüngt. Dann bleibt das Land wieder als Dri geh na uns kat Zu t gebroche ter dem wird zum Erde blit 6 Zoll 4 nicht tic gehäufe! über de⸗ len Furat trockenels Met der vortf griffen. Died nach der ſten Pu⸗ Er⸗ der ein nicht ſtii von ſch⸗ R Gebirg⸗ beſchwa Zu En. ihn wi und bl tergetr dem A dem Ra Gagende Aſche und Heimath e Stimme d ackt, ſon⸗ Kohlruben⸗ n, wodurch 0 mit einer icht liegen, in ihrem m Brannt⸗ d nach Ha⸗ aatt werden, ohls ge⸗ ſwahr das Anme. Als Hauſe von aen Nutzen I tmaͤßigkeit m pft ſtehen cn, der ſie Ie folgt: ſdere al⸗ a das pfi⸗ an obenauf „dder als nicht ſtreitig machen laſſen darf. — 435— Dreiſche liegen. Dieſer läßt man immer Roggen vorher⸗ gehen, weil der Boden ſich leichter darnach benarbt als nach Sommergetreide. Der Roggen leidet oft im Mai und Juni durch die Spaͤtfröſte, ſo daß man in 6 Jahren kaum auf eine vollſtändige Erndte zählen kann. Zu den Kartoffeln wird die Roggenſtoppel vor Winter um⸗ gebrochen. Im Fruͤhjahre wird geeggt, und die Kartoffeln hin⸗ ter dem Pfluge eingelegt. Vierzehn Tage nach dem Pflanzen wird zum erſtenmale, wann ſich die Blätter ſo eben über der Erde blicken laſſen, zum zweitenmale, und wenn das Laub 5 bis 6 Zoll lang iſt, zum drittenmale geeggt. Das erſte Eggen darf nicht tief eingreifen. Später wird einmal gehackt und zugleich gehaͤufelt. Zur Gerſte wird das Land gedüngt, der Samen über den Dung hergeworfen, und beide zuſammen in ſchma⸗ len Furchen mit einem Hackenpfluge untergewühlt, darauf bei trockenem Wetter gewalzt. Man war bei meiner Durchreiſe 1817 im Naſſauiſchen mit der vortrefflichen Operation des Zuſammenlegens der Felder be⸗ griffen. Die Gegend von Altenkirchen nach Hackenburg und von da nach der Neukirch ſteigt immer, bis ſie an dieſem Orte ihren höch⸗ ſten Punkt erreicht hat und ſich nach dem nahen Emmerichenhain herabſenkt. Jener Punkt wäre alſo der einzige, welcher ſich den Namen des rechten Weſterwaldes Alle übrigen Orte ſuchen ihn von ſich abzulehnen. Nicht der Boden, ſondern das Clima iſt es, welches den Gevirgsgegenden die Hülfe verſagt; dazu geſellen ſich oſt die beſchwerliche Lage und die zerſtreut liegenden Baſaltmaſſen. Zu Emmerichenhain namentlich iſt der Boden ſo gut, als man ihn wünſchen kann. Ich fand im freien Felde Wirſing, weißen und blauen Kohl, Kohlrabi und Blumenkohl. Nur dem Win⸗ tergetreide verſagt das Klima, um ſo mehr, als der Boden dem Auffrieren unterworfen iſt. Gegen letzteres iſt man bei dem Roggen auf ein Mittel gefallen, deſſen Mittheilung allen Gegenden, welche mit dieſem Uebel geplagt ſind, von Wichtig⸗ 28 ³ — —— ꝗ—.——————— — 436— keit ſeyn muß. Es beſteht einzig in dem Gebrauche des ſoge⸗ nannten Johannis⸗ oder Staudenroggens, welcher zu dem Ende in dem Laufe des Juli oder gar Ende Juni geſaͤet wird. Er kann dann ein⸗, ja zweimal im Herbſte abgemäht werden und beſtockt ſich ſo ſtark, daß ſeine Wurzeln vor Winter den Boden nach allen Seiten durchlaufen. Wird dieſer nun durch den Froſt gehoben, ſo ſchadet ſolches nicht, indem die Erde, bei dem nach⸗ herigen Sinken, die Pflanzen mit ſich herab zieht, welches bei dem gewöhnlichen Roggen, der vor Winter nur einige wenige Wurzeln wirft, nicht der Fall iſt; daher denn die leichtere Pflanze entblößt in der Höhe bleibt, wenn ſich die ſchwerere Erde ſenkt. Seitdem ſich dieſes Mittel in der Gegend, wovon die Rede iſt, erprobt hat, bedient man ſich keines andern Rog⸗ gens zum Einſäen mehr. Außerdem weiß man, daß der Stau⸗ denroggen auch in andern Rückſichten den gewöhnlichen Roggen übertrifft. Es iſt auch nicht durchaus nöthig, daß der Johannisroggen ſo frühe, wie geſagt, geſaͤet werde; es kann ſolches zur Noth noch im September geſchehen. Die Fruchtfolge iſt: 1) Kartoffeln, Kohlrüben, Rüben, Kopfkohl gedüngt, 2) Gerſte, 3) Hafer oder Mengkorn, das iſt ein Gemenge von Hafer und Gerſte, 4) Hafer, oder 3) Klee gegypſt, 4) Gerſte oder Mengkorn,“ 5) Hafer. Man hat auch: 1) Kartoffeln, 2) Lein, 3) Mengkorn. Für Roggen heißt es: 1) Brache, 2) Roggen, 3) Hafer. Die Felder, welche eingedreiſcht werden, läßt man nicht kürzer als 6 und nicht länger als 8 Jahre liegen; es ſey denn für letzteres, wenn der Boden ſich vorzüglich zu Graſe eignete, und durch das Waſſer, welches den höherliegenden Feldern ent⸗ ſtrömt, darin unterhalten werde. Man nimmt jährlich nur einen Schnitt Wird die Drei wird nicht auf eEin Geme ſinnig, indem noch ſeine Rec dem mehrgera mit der Gerſt ſchicken.— di die Dreiſche n b Die Karto Es wird vor⸗ rauhe Furche ohne weiteres legt, und da den Dung den zu dem Zwecke dem Pfluge in ränter liegen! mürde alles ze Erdſtücke genn tuu aufgeſch brannt. Sind die ſpfter gehaufe 24 hat nicht Alles ber 2 findet m birgsgegend. voß großem? keltoth oder b keize Schecker Daß Geſict; duc einen anetkannt eit Mittelſchlage. marft gehalte brauche des ſge⸗ ticher zu dem ide geſäet witd Er enaͤht werden l dinter den Bun Aun durch den 4 dde, bei den u⸗ rzieht, welchki Suur einige wize enn die liſſtze nſich die ſcuene r Gegend, uucn Deines andencht⸗ n, daß derent⸗ 2 öhnlichen gioen er Johanninnggen ſolces ua dl gedüngt menge wn ier — 437— einen Schnitt von den Dreiſchen, darauf dienen ſie zur Weide. Wird die Dreiſche umgebrochen, ſo folgt zweimal Hafer. Dung wird nicht aufgebracht.. Ein Gemiſch von Gerſte und Hafer ſcheint etwas wider⸗ ſinnig, indem beide Theile nicht zugleich reifen; man findet den⸗ noch ſeine Rechnung dabei, und richtet ſich in der Erndte nach dem mehrgerathenen Theile. Der Frühhafer, welcher zugleich mit der Gerſte reift, würde ſich beſonders zu dieſem Zwecke ſchicken.— Die Kleeſtoppel wird zweimal zur Gerſte gepflügt, die Dreiſche nur einmal zum Hafer. Die Kartoffeln ſpielen unter allen Früchten die größte Rolle. Es wird vor Winter flach dazu gepflügt, der Dung über die rauhe Furche gebreitet und liegen gelaſſen. Im Mai werden ohne weiteres Pflügen die Kartoffeln hinter dem Pfluge einge⸗ legt, und da die Gras- und Krautartigkeit der Narbe durch den Dung den Winter über noch befoͤrdert worden, welches man zu dem Zwecke liebt, ſo werden die umgelegten Schnitte hinter dem Pfluge in kurze Stücke gehackt, ohne Rückſicht auf die da⸗ runter liegenden Kartoffeln, ſo daß man glauben ſollte, es würde alles zerſtört. Nach einigen Tagen, wenn die zerhackten Erdſtücke genug abgetrocknet ſind, wird mit der Forke das Un⸗ kraut aufgeſchuttelt, und auf dem Felde in kleinen Haufen ver⸗ brannt. Sind die Kartoffeln über der Erde, ſo wird gehackt und ſpäter gehäufelt. 10 für 1 hält man für einen geringen Ertrag; man hat nicht ſelten 18 bis 20. Alles beruht hier auf dem Graſe, alles auf der Viehzucht; auch findet man keinen grasreichern Boden, als den dieſer Ge⸗ birgsgegend. Die Dreiſche iſt daſelbſt keine öde Heide, ſondern von großem Werthe. Alles Hornvieh iſt roth, und zwar dun⸗ kelroth oder braun; andere Farben will man nicht, beſonders keine Schecken, welche man in den Riederlanden ſo ſehr ſchätzt. Das Geſicht iſt weiß; um aber ſchön zu ſeyn, muß es um die Augen einen breiten braunen Ring haben. Außerdem iſt es anerkannt eine ſehr gute, auch wohlgebildete Viehrace, vom Mittelſchlage. Es wird in der Gegend alle Woche ein Vieh⸗ markt gehalten, und das Vieh auf 2 bis 3 Stunden weit hin⸗ gebracht. Der Bauer ſetzt ſeine Zugochſen zwei⸗, dreimak in einem Jahre um, ſobald er nur etwas darauf gewinnen kann. Ein Paar einjähriger Ochſen koſtet im Durchſchnitte 6 bis 8 Carolin, zweijähriger 8 bis 10, dreijähriger 10 bis 15, ſchöne Ochſen im Fleiſche 20 bis 25, die beſten 25 bis 30. Man pflügt durchgängig mit Ochſen und braucht ſie, wenn„ ſie 2 Jahre alt ſind. In einer Woche ſind ſie zur Arbeit abge⸗ richtet. Mit einem Paar Ochſen werden 30 Morgen beſtritten, wovon jedoch ihrer 10 regelmäͤßig als Dreiſche niederliegen. Die Winterfütterung des Hornviehes geſchieht kalt. Die Och⸗ ſen erhalten neben Heu und Stroh auch etwas Hafer. Die Landleute wohnen in zuſammengebauten Dörfern, mit Ausnahme einiger wenigen einzelnen Höfe. Die Wirthſchaften ſind klein, von 8, 10 bis 20 Morgen; die größten haben ihrer 50 bis 60. Selten daß man einen einzelnen Hof von 100 Mor⸗ gen antrifft. Die Braunkohle, deren wir bei Beſchreibung des Herzog⸗ 1 thums Jülich näher gedenken werden, findet ſich auch hier, und noch weit häufiger. Sie iſt beinahe der einzige Brennſtoff, den man hat. Die Lager davon ſind ſehr reichhaltig, und oft findet man 2 bis 3 Schichten übereinander, welche nur durch eine ſeichte Erdſchicht getrennt ſind. Der Grindel des hieſigen Räderpfluges ruht unmittelbar auf der Achſe der Räder, in welche drei Vertiefungen einge⸗ ſchnitten ſind, um den Pflug mehr nach der rechten oder linken Seite zu bringen, je nachdem er breite oder ſchmale Furchen ziehen ſoll. Die Tiefe ſeines Einhängens kann nur durch ein ³ längeres oder kürzeres Einhängen des Grindels beſtimmt werden. — eimat in ien kann. 6 bis d ſchöne ſe, wenn ss eit abge⸗ kſtritten, . rliegen. die Och⸗ rn, mit 8n h ſchaften en ihrer 70 Mor⸗ Herzog⸗ d h hier, minnſtoff, =, und athe nur ir ittelbar einge⸗ ’linken „ urchen cch ein werdtn. ö—ö—ö—ö— —— ——y—— Zöö“ 4 4 W h brlabn l an al dein. hlak hrlth ula abn hla ſi 1Kaahaetas gagſgannggesnanan4e aangäag Oem 1 2 3 3 5 6 7 9 11 12 13 14 “ 8 1 8 A³ 1 8 d 84 — 84 3— 4 4 4 3 “ SoOiour 8 G rey Control Chart Cyan Green Vellow HNed Magenta Srey Grer Greys(Grey 4 aa